Dahven Gerg e. eesd Dißmamthdn 8 8 ö““ 7“ſͤͤͤn Sertz duroͤtingende 4 So da auffmuntert „ 8 recht Chriſtlicher Bußfertiger Vorbereitung/ die man an⸗ zuſtellen/ wegen wuͤrdigen Gebrauchs des NHochhet⸗ I. 2. 3. Bet⸗Tagen/ Th in der Pfarr⸗ Kirchen zu EGSemeinde von Verſicul ligen Abendmahls/ Worzu gehoͤrig/ Begriffen/ Propheten Davids? Welche eils in den Wochen⸗Predigten auffs einfaͤltigſte Euͤſtrin/ bey offentlicher Chriſilichen erklaͤret worden durch Diaconum daſelbſt. zu Verſicul/ textualiter Gehruckt b Kuͤſtrin/ In Verlegung Georg Dennewitzes Chriſtoff Sohnicken/ im Jahr M PC LAILec. ees ee he eee eseses eee .“ ““ 5SR,SeSee. Wolruͤrdigen/ Hoch⸗Edelgebohrnen/. Dan ondin/ gonſ: Mannhafft: und De Hochbenahmten/ XG Herrn Ganſen von der Varwitz Sr. Churfuͤrſel: Durchl: zu Brandenburg/ wolbe⸗ 8 ſtaltem Obriſten/ und Commendanten der Veſte Cüſttin; 6 des Johanniter Ordens Hochanſehnlichen Rittern/. 5 auf Grünenrade/ Beerfelde und Biſchoffs e⸗p See Erbherrn/ b Dan Wol⸗Edlen, Beſten/ Groß⸗Achtöan 4 b und Hochgelahrten/ 5 8— lSTOpPHORO STEEHANI Fuͤrſtlichem Naſſawiſchen fuͤrnehmſten Raht und wolverdientem Ordens⸗Cancellario des Hochloͤbl: Meiſters⸗ thumbs Sonnenburgk; Wie auch der geruͤhmten Newmaͤrcki ſchen/ und dero ineorporirten Ritterſchafft/ wolbeſtaltem Syndico; d M 1 zu Beadaza. n n drd 1ſi dochaſchnlcha u M. rfedde uneöſceft Dem Wol⸗Ehrenveſten/ Vor⸗ Alhtbarn /Hachteſen — und MBolgelabeten b Gerꝛn Benſamin Arunowen/ ghurfürſtl: Brandenb: wolverordnetem gammer⸗ Gerichts⸗ Advocato, und Buͤrgermeiſtern zu Cuͤſtrin/ Dem Wol Ehrenpeſten Vor⸗ Achtbarn/ Hochweiſen/ Wolbenahmten und Hunſterfahrnea. c˖ Boltzmannen/ Bol beedandordermeſtern Sba⸗ Kirchen Provi- lori und vornehmen Apothekern zu Kuͤſtrin/ Dem Wol⸗Ehhenweha Vor⸗ Achtharn und Wolgelahrten/ Muthꝛeichen/ Not: publ: Cæſar„ dee wolbeſtaltem doſtcrerouion zu Alten⸗Stettin/ 8 Meinen reſpectivè Hochgeehrten Patronis, Großgoͤnſtigen— Herrn Gevattern/ zuverlaͤſſigen Befoͤrderern/ und ſonder⸗ bahren groſſen Freunden/ und Wolthaͤtern. GOttes Gnade und Segen/ durch IEſum CHriſtum unſern Hey⸗ land/ in Krafft des H. Geiſtes/ beyneben meinem unabhlaͤſſigen Gebet und willigſten Dienſten zuvor; ☛ O wuͤrdiger/ Hoch⸗Edelgebohrner/ Ge⸗ N 6 ſtrenger/ und Hoch⸗Mannveſter/ Wol⸗Edler/ A Wol⸗Ehrenveſte/ Groß⸗und Vor⸗Achtbare/ Hoch· und Wolgelahrte/ Hoch⸗ und Vheweſe/ a ij Zuſchrifft. wie auch Hoch⸗und Wolbenahmte/ Inſonders großgoͤnſtige und Hochgeehrte Herren. Wann man gleich ſo eben die hohe Nothwendig, keit der wahren Chriſtlichen Buſſe nicht anſehen wolte: So werden wir iedennoch zu andaͤchtiger Betrachtung derſelben gezogen; dauns Ihrhoher Adel und uͤberſchwencklicher Nutzen fuͤr die Augen geſtellet werden. 4 Das iſt aber diewahre Chriſtliche Buſſe Sie werde gleich beym Gebrauch des Hochwuͤrdigen A. bendmahls feyerlich und brünſtig geuͤbet; oder von einem Kinde Gottes taͤglich und ſtuͤndlich getrieben, Wann ſich beyſammen finden laͤſſet; Nicht allein ſchmertzliche Rewe und Leyd uͤber die an geerbteund wirckliche Sunden/ nebſt angehengter freywilliger Bekaͤndnuͤß/ mittels derer wir GOtt dem Herrn Dan..va. recht laſſen/ und uns hingegenſchaͤmen: Sondern auch das veſte Vertrawen auff GOttes unendliche Eꝛbaꝛmung ſampt der zuverſichtlichen Aufnehmung und Zueignung des hochguͤltigen Verdienſtes unſers eeinigen Mitlers und Erioͤſers ZEſuriſti welcher T..v.n. eine ewige Erlöſung fuͤr uns funden; darben ſich dal ſo fort rechtſchaffene Früchte der Buſſe ſpuͤren und mercken laſſen. Dann danut wehre es raun nich außgerichtet; ob ſchon iemand mit Achab zaͤmerlich n. berzelenbald aber wiederum auff die vorige Guͤn⸗ gege treren wolte: oder wann Ich nich firde⸗ Renſ Bemi mit S den we bonun heit 3 eit b bige/ ter C finden moͤchte biel ko der als bon dir Duma⸗ her:O⸗ tigen fre heruffeft —. * * 8 — aa n ⸗ derals die helle Gonne amHimmel. Zuſchrifft. Menſchen wolte ſehen/ und es bey der aͤuſſerlichen Bemuͤhung bewenden laſſen: Oder wann einer gar mit Saul und Juda ſein ſelbſt eigener Moͤrder wer⸗ den wolte: dergleichen Buſſe laſſe der HERR fern von uns ſeyn. Aber dievorberegte Art iſt ihrer Ho⸗ heit und Nutzbarkeit wegen in der gantzen Chriſten⸗ heit billig zuloben. Hohes Adels und herrlichen Nutzens iſt dieſel⸗ bige/ So gar/ daß auch der Griechiſche KirchenLeh⸗ rer Chryſoſtomus, faſt nicht weiß Worte gnug zu finden/ mit welchen Er Gie nach Würden erheben nmmoͤchte: Odu edle Buſſe/ ſpricht Er zu Ihr/ du biſt viel ehlche und werther als Gold⸗Viel laͤntzen⸗ Was ſoll Ich von dir ſagen? Alles was gebunden iſt/ loͤſeſtu auff? Du macheſt auff das Paradieß/ wie dort dem Schaͤ⸗ rigen froͤlich/ als eine kraͤfftige Seelen⸗Artzney und beruffeſt die verlohꝛnen Suͤnder/ zum ewigen Leben. Summa du biſt die Vrſach/ daß CHriſtus keinen Sander iemals von ſich geſtoſſen/ der zu Ihm kom⸗ men iſt.* Für andern aber ſind denckwuͤrdig die verbluͤm⸗ te Reden unſers Seelen⸗Freundes/ mit welchen Er der Chriſtlichen Kirchen alſo zugeſprochen: Kome von der hoͤhe Senir und Hermon; von den a un Woh⸗ Homil. ſup⸗ 3⸗cap. Luc.] cher: Du macheſt die Krancken geſund/ und die Trau⸗ Hohelied. Sal. 6. 4⸗ menne Braut⸗Trit her von der hoͤhe Amana⸗ Matth. II. Wohnungen der Lowen/ und von den Be⸗ gen der Leoparden. Zwar ſcheinen dieſes von auſſen harte und widrige Wortezu ſeyn: Dann A mana ſoll ſo viel als uͤbel oder boͤßlich heiſſen. Senir bedeutet nach etlicher Lehrer Außlegung ſo viel als feindſelig und verhaſſet. Hermon iſt verdeutſcht ein Fluch; welches lauter hartklingende Nahmen ſeyn wornegſt der Wohnungen der Lowen/ und der Ver. ge der Leoparden meldung geſchicht. Allein der Lieb⸗ heder der Menſchen wil dieſes anzeigen und ſagen: Du eßenhesch ſamle dich auß der argen Welt/ und ruffe durch meine Diener Kommt her von der hoͤhe Amana/ die ihr bißhero uͤbel gelebet/ und der Suͤnden Knechte geweſen ſeyd. Kommet her von der hoͤhe Senir/ die ihr bißhero Froͤmmigkeit und frome Leute gehaſſet und verfolget habt. Kommt her bom Berge Hermon/ die ihr den Fluch des Geſetzes auff euch geladen habet. Tretet her von den Wohnun⸗ gen der Loͤwen die ihr bißhero dem hoͤlliſchen Lowen getrauet/ und ein wuͤſtes Weſen und wildes Leben gefuͤhret habt. Tretet her von den Bergen der Leo⸗ parden; die ihr euch mit den Luͤſten des ſuͤndlichen Fleiſches und der Welt Vnflath beflecket und verun⸗ zieret habt. Iſt alſo einerley Meynung mit dem/ wasEr anderswo ſaget Konit her zumir Ale die For müͤhſclig und beladen ſeyd/ Ic 6 rewen geſagt deſf Wolff gehete Taulbe. mna ſie Gunde Fpruchd D ſchen Pt ket word Inſonde ſebene d it Sel biägen und wich Buſſ . 81 z wil deſes canm un amlediceſg dißenülga ah n Fhers Fromwiti ih feolgethabt. — ₰△.—— — —— Zuſchnfft euch erquicken. Vnd das alles giebet und brin get die wahre Buſe. Kurtz der recht gearteten Buſſe fuͤrtreffliche Nutzbarkeit/ und nutzbare Furtreffligkeit/ erſtrecket ſich biß an den Himmel dann ſie vereiniget die buß⸗ fertigen mit GOtt/ von dem ſie geſchieden wahren; und erfrewet die Engel/ die vorhin betruͤbet wahren. Sie wircket auff Erden; dañ GOtt ſchoner der buß fertigen/ und laͤſſet ſich des angedraͤweten Vbels ge⸗ jer. 19. V. g. 1. Sam. 10. rewen. Gie machet gar andere Leute wie von Gaul. geſagt ward. In No⸗Kaſten gieng eine Weihe und Wolff/ ſagt Chryſoſtomus; und eine Weihe und in libb⸗Reg. Wolff giengen wieder herauß: Aber durch die Buſſe gehet eine Weihe und Wolff in die Kirche: Aber eine Taube und Schaaff gehen wieder herauß. In Gum⸗ ma ſie langet biß ins Paradieß dann der bekehrte Guͤnder/ ſollleben und nicht ſterben/ nach dem Aus⸗kꝛeck. n. ſpruch der Majeſtät GOttes. Diß alles ereugnet ſich gar eben an dem Iſraeliti⸗ ſchen Prediger Koͤnige David; Dannenhero was berich⸗ tet worden/ gar fuͤglich auff denſelben kan gezogen werden: Inſonderheit wann man die Sieben von GOtt ihm einge⸗ gebene Buß · Pſalmen in der Furcht des HErrn betrach⸗ tet: Selbte habe Ich in meinem Ampt dermaſſen mir an⸗ befohlen ſeyn laſſen/ das Ichoffentlich davon geprediget/ und mich bemuͤhet meine Zuhoͤrer dadurch zur wahren Buſſe auffzumuntern; welches bey dem hereindringenden Welt⸗ Abend gax hoch von noͤthen iſt. Fuͤrnehmlich aber habe Ich denen hierunter bedient ſeyn wollen; die ſich zur wuͤrdigen Genieſſung des den. V 2* 21 Zuſchrifft. Abendmahls gedencken zu bereiten. Zu ſolchem Behueff/ habe Ich dieſe gehaltene Buß⸗Predigten auff Einrathen trewer Freunde Stuͤckweiſe herauß gegeben: Anitzo aber wird beliebet ſothane Predigten/ ſo gut Sie der gute Geiſt des HErrn mitgetbeilet/ beyſammen und in einem andern Format in Druck zu geben. b * Das aber unter E. Wolw. Hoch E. Geſtr. G. A. G. und Weißh. vornehmen Nahmen Ich ſolches zu thun mich unterwunden; darzu hat mich verurſachet/ theils dero Allerſeits gegen mich und die Meinigen verſpuͤrete hohe affection und Anneigung; Theils meine ſchuldige Danck⸗ muͤtigkeit. In ſolchem Vertrawen der ungeenderten Wolgewogenheit/ wil dieſelben E. Wolw. Hoch E. Geſtr. G. A. G. und Weißh. Ich hiermit dienſtlich zugeſchrieben und geeignet haben; Nebſt hochfleißiger Bitte/ Sit wol⸗ len nicht ablaſſen meine und der Meinigen vielmoͤgende Beforderer zu verbleiben. Der liebe GOtt wird Seehln⸗ wiederumb mit leiblichen und geiſtlichen Segenerfuͤllen deſſen wachſamer und vaͤterlichen Obacht Sie benebeſtih⸗ ren vornehmen Aemptern und loͤblichen kamilien von mir hertztreulich empfohlen werden/ Gegeben zu Cüſtrin/ den 14. Januarij ANNO 16629 E. E. Wolw. Hoch E. Geſtr. G. A. G. und Weißh. Dienſt⸗ und Gebethswill. M. Martinus Muthreich en und zuftitha wi iterlchen Date w un und loͤdichatn H weden/ Sge dul 166 1 Heche. Oft 1G ud Sdh Das ube 1 RM. Müns aie GRATULATIONES Qvibus Labores ſacros poœnitentiales VIRI Multúm Reverendi, Clariſſimi, Doctiſſimi D N. M. MARTINI Vuthreichen/ Eccleſiæ Cüſtrinenſis Archi-Diaconi meritiſſimi& fideliſſimi 44 Excipiebant FAUTORES& AMICI. Gratulationes. “ ö neεε danas gratulatoria aaal Virum Reverendum& Clariſfimum DN. M. MARTINuUM MUuTHREICHIUM Eccleſiæ Cüſtrinenſis Archi-Diaconum ac Sym- myſtam, Collegam, Compatrem& in Chriſto Fratrem honora- tiſſimum Homilias elaboratiſſimas, dribus Pſalmos Davidis, à pœnitentis nuncußates, ardenti laudabili ſtudio illuſtravit, in publicum edentem.. 1 Um ambitioſa luet,& inexſaturata cupido Neſciad; immenſæ ſortis habere modum- lmperii ſitis& ſcelera agglomerata per ofas b b Bellonæ põrgunt ubera Teutonicas, Marsq́; jugo Euſebienq́; Dicenq; premit, Mulasq́; Sternit& ad lethi limina mille vias; Nec ferè de trivfis ullus dolet iſta, virumq́; Frons miſerorum Tau(*) rara ſalutis habet- Magnanimus Muthreich accretæ tædia noxæ Urget,& Iſaidæ pulpita ſcandit ovans, Exuat indutæ qviqvis contagia culpæ, Svadet& exemplum pPſaltis& acta tegat Probra Ssarbedærs merito, melioraq́; vita Formet ut orſa, terens ſic pietatis iter. Dignum AD* Qnulah F 2 Adde! 9580952 DN a Fatulauxiu eeudem&(leißa JuM A d ſis Archi Diconum, 2 legun, Companen ki Pumen donerr rfmum s cladoradiſims, 1à panitendl n a tio Maktrann, u fud e edentem.. 4* luet, K inelfuma Ki * 3 Immenſe ſord d ele. 4 Kcelers agslotes Gratulationes. Dignum ö laude Virum, cui cœlica præmia reſtant, Ind; catenatis vita fruenda bonis. EFacta 4 4 M. Daniele Feſſelio, Eccleſiæ Cüſtri-Anno 649S nenſis Paſtore, Superintendente,& Hagio Synedrii Electoral. Neomarchici Aſſeſ- fſore.— II. ADrer ſas ſanctum Numen ruit orbis inievus, Nec verè, facti pœnitet, ullus ait. Inclamant mundum ſancti tremulo ore Propheta. Ile ferox peluti, lora refelit, eqvus. Et ꝓꝰambis cumulet pænas cenſura Deorum Non emendantur crimina verberibus. dAade tuos fuſtus ſermones ſancto qverelis MTHREICHI,& Domini teſtis& autor eris. M. Martinus Heinſius, Ec- Ans. 1646. cleſiæ Francof. Paſtor. 650 2696 2656 2456-698—696. 696 2698 24655 9655n605 655*656 866⸗ 11I. Reverendo& Clariſſimo Viro DN. M. MARTINO Nuthreich/ Amico ſuo veteri Academico. §. P. EXpoſuit tua qvos pietas devota Davidis Accepi Pſalmos, meritò tibi gratulor iſtam Mentem, qveæ multos ſecum deducere geſtit Ad cor Davidis, lacrymis ut erimina largis Deplorent, nec acris vexet cenſura rebelles. Perge DEO ſervire: animas ut mille lucreris b 2 Des Gratulationes. Det DEUS,& vires longo tibi tempore ſervet. 40*6. 21. Martii Anno 1650. M. Martinus Heinſius, Eccleſ. Francofurt. h. t. Paſtor. 05e- 26502616 2058 8658 8456=656. 9456-2658 696 389626956)68 Aavirum Reverendum õ Eruditisſimum Dominum M. MARTINUM Nuthreich/ Eccleſiæ Cüſtrinenſis Archi Diaconum, Dn. Affinem& in Chriſti Miniſterio Fratrem, edentem Conei- ones à Pœænltentiâ dictas, fIęo SaννμαμH. Vlderit excubitos, ſi qvoͤd ruat eminus hoſtis De ſpeculà focium, ſumat ut arma jubet. Hæc ſunt magnanimi: MlTHR EICH dulcis amice- pPar qvando præſtas nomen& omen babes. Qvippe innoteſcat cm, qvàm fremat orbis& orcus, In miſeros heu qvam ſæviat hoſtis atrox! Hinc tu de Cathedra Pſaltis victricia monſtras Arma ſub ingeminans: Accelerate mei! „Acecelerate pii, capite hic Chpeumg Salutis: Dicite: parce Pater, pœnitet ah! ſceleris, Macte animo MurmEiCH, nam te ſpolia ampla manebunt Condecoranda ſolo, condecoranda polo- Im voyet M. Martinus Ströman/ Eccleſiæ b Bernavianæ Præpoſitus. 246*6 656.86096.S655--056—006. 0„S. N696556=S)62696. N55 169 ,2e Anno 1648. KReverendo apprimè, Clarisimog iro Domino M. MARTINO Muthreichen/ Eccleſiæ Cüſtrinenſis Archi-Diacono, Amico meo non multis. 37 M. KUs Cuus Diyite . Vomere diccatzs 1 Thitel . Kl mur ¹ . 7 u. dn b rtinus 8 36 b —— feadun G Puunſm a IN8 a Archi Diacauan, Da. aiz ttio Trann, etenen an Fanltaaud düs Nd dεεμα qrôd nuut enms dium, ſom uum d aturHRaEMCHN dul ei rſtas vune me. n. qrdm kenn udi Nn qrim lriu wiz de dalt ltis victica watt ewinats: Krbrut e c Cpemn Luu er nr l d 3 ſolo— Gratulationes. E ſpargis voce,& ſcriptis animoſus, Amice-, Salvifici Verbi ſemina ſacra DEI. 5 Sic prodes pace,& ſcriptis Ecclcæ:& aptè Falſo diſtingvis vera, pieq́; doces. Gnayiter imprimis ſermounilbus bus agus illud, Qvug, ſuam vitam mutet ut in melius. Eſt labor is fanctus: ſanctum vir perge laborem-, Eſt labor iſte bonis gratus,& iſte DEO. Wriezenæ prope viadrum feci ad diem Vovembr. qvem numeri bujus 12. Radix cubica„pe- rit, Auni 1617. M. Jacobus prætorius, Paſtor& Inſp. 2658 8658 M e0e 206366-Bee.M08 A0h6.208 ie)e as VI. MAGISTER MARTINuS Murkicus, per drd Peauua. RUS GRATUM 810 TERAM 1N MuTrls. Vando alii ſua rura colunt, ditiſcere amantes, Et largà glebas ſertilitate probant: Divite mente probat, Muthreich/ meletemata ſacra, Excolit arva DEl, pectora muta ciet. Vomere corda terit legis, reſipiſcere diſcant, Iratum precibus coneiliare DElIM. Siccatas mentes humectat rore favoris Divini, afſiduus carmine Davidico. Divite lucratur cœleſtes fœnore fructus P4ACIS,& in mutis carmina grata DEO, Mi MuTRICE7/ Tibi multad Eccleſia grates Debet pro tantà ſedulitate Pidh?- b 3 Urgendo Anno 1650. Anno 1648. 8 Gratulationes, Urgendo hoc opus, urgetur qvoqve nomen in omen. RUsS GRATUM IN MüuTIS SICego rité TERAM. In honoris& amoris teſſellam inter occupationas ſacras L. m;; fundebat medius in Baſilica primarià apud Berolinenſes. 10s 2ueS A Fa ds Ihee dis Ns üs 2us s K**⁴ Edtor sves cognoſcere, in Orbe Beatus inepto QOvomodo peccator, juſtus&&ſʒſeé veat? Edocet hanc artem Muthreich ſermone diſerto, Qvem magnis celebrant laudibus ingenui, Perge igitur ſacris doctas impendere curas Ut celſo formes organa grata DEO. Ia in luctu Reverendo& Clar Du Autori, dmiro ſus bonorundo gutulab. deprop. Fmncofurti M. Iohannes Laurentii, ad D. Nlicol. Eccleſiaſtes ibid. 5838-2698 26- B696- B056B66. 2)6-3096.R6)6. 2656. 54)6. 2698. 105 Votiva acclamatio 1 2d Sacros labores pœnitentiales Viri admodunm, Reverendi. Clarusſimi, Docdtiifuni Cüſtrinenſis Archi-Diaconi vigilantiſſimi, meritiſſimi- Irr Duci in precio majori eſt miles, ad hoſtis Occurſum voluit qvi celerare fugam; Virtutis ſtimulo veſtigia verè remenſus Prima, metus expers denſa per arma ruit, De genibus, qvando caderet, pugnare paratus, Totius adverſæ partis ad usqve necem, M. Georg. Lilius, Dresd. Eecleſiaſtes n belle Ne ſem Chario Aam Calitu Kic plo Magnun Una& Sed Jric gam er 8 leckor& geilicet il aladionen ur Jfoghs donat 1 AMATi CaAT, 9 4½ leſelun 4 A 9e Leseg — Llh— Uraad 903 A Zaclica pnar 4 4 AI 11 20 2 u N n Oz burx atar,*u F MRutdruch ſemore e. celehram kaddwit Ne octas impendere cur 3 Orguna pa d0 errade d h K 2nd?„unald 49hfn 1 Kd. ſohannss lan d, N eul kccelal i 04 40 KNs F- VlI otira acchamsnd rruu. Crun 1 ä 41A es Gratulationes. In bello pedibus fiſus palantia numqvam *— Qvam gvi terga dedit, ſed dare terga fugæ Ne ſemel oppoſitas potuit ſpectare phalanges vod non, ut creperum, debuit, urſit opus- Charior Agricolæ fundus, qvi meſſe replevit 1 Horrea poſt Spinas uberiore ſua; Ovam lolium infelix ubi non ſuccrevit ariſta Fallere ſed crebrò qvi leviore ſolet. Coœlituum turmis à peccatore probroſum Ovi benè correxit, qvod prius ivit iter, Sic plus lætitiæ, qvàm juſto à ſtante creari, Nos verax CHRISTI credere lingra jubet.— Magnum igitur moliris opus MurhEicHiDE, nitens Immutare homines, lætificare DElM Una& eadem opera, primo ut Converſio fiat Momine, dum junctis voce manuq́; mones. Sed qvid pro tali reddent tibi qvæſo labore- vel bona ſenſa hominum, vel pia fata DEI7 (Tam ſervis utrisqve!) polo certiſſima merces Surget, utut veniat gratia rara Solo. Lector& Auditor tu verò videris, ultrà Ne præfracto animo crimen in omne ruas, Scilicet illius qvaſi laxa licentia detur, OQvod libet, ut cenſet propudioſa cohors. Sed revocato hodiè melioris ad ordia greſſu Vitæ, qvid te cras Fata morare velint. Sin ſecus, extremi te juſta exterminat urna- b Judicis à Sancto, qvem tenet æthra choro. Idq́; ideò, qvia damnificis ſuccumbere culpis 4 Dulce magis, CHRISTI vàm gerere arma, fuit, Fi, —— ——— ——————.———— ——— Gratulationes. Et, qvi Spinetum torrens manet exitus, ignis A ſpernantis aqvas injciere foco, Ii neryoſiſimis pœnitentiam urgentibus laboribus Homi. leticis Pomini MlTHAARE ICHII Aſurgit Ann. 1649, Joh. Georgii Violæ, Ullmatis SVevi, P.C, & N. Cæl. in Reformato Meſo- Marchiæ Cœno- bio Friedland Eceleſiaſtæ. „. p I,. ⸗. 1X. IRO9S Aamodum Reverendo, Praſtantuſimo& Literatisſiuo BN M. MARTINO MuTHRKR EPICHIoO, Eceleſiæ Cüſtrinenſis Archi-Diacono fideliſſimo, Amico& Fratri ſuo in CHRISTO plurimuͤm dilecto 3 K honorando. S31.& Officia-! T E, admodùm Reverende, Præſtantiſſime& Literatiſſime Dn. 2 M. MUTRICHI, Amice& Frater in Chriſto plurimuùm ho- norande& animo& corpore valere, non tantuùm relatore Dn. Seifardo cognovi, dum in vicinia veſtra denati Chiliarchæ Meſchi- oris de Dargiz relictæ Viduæ domui Pridlandenſi neceſſariæ fuit à pædagogia, ſed etiam nuperis nundinis hebdomade Dominicam Reminiſcere proximè inſeqvente Francofurti ad Viadrum in ta- berna libraria, qvæ aliqvot conciones à ſe in unum& alterum mi- norum Prophetarum habitas venales propoſuit„didici, qvo nomi- ne Tibi, tuæ familiæ&c eccleſiæ toti ex animo gtatulor. Eri- n⸗ eoncloncs tuæ, qvantum qvidem novi, qvas typis feciſti pu⸗ b icas, unriilg, qyas ante qvinqvennium prælo oommillſti catti- erographiceo; qvibus qvaſi calcaribus mundum in omne nefas Pronum ex VII. Pſalmis pcœnitentialibus Davidicis ad emendatio- nem vitæ exeitare conatus es, nec fruſtra. Habent enim concio nes tuæ[ad voritatem ſeribo non ad voluntatem] vel ideò non pe- rum efficacitatis, qvod in iis Auditorum& Leddorum potius emo- jlumentum, fowentu qietis, ubna 4d turtis Ba lacis Ch concion Si, qvod ſtitutot bus pros wileris, endam. Salvatoi Mali, 4 § Volr, lUna 50 aKeforano ketNa nia do Irlan kcd 7 4 1 * 1 1X. FI le,Praanſuglg Hn INO Nun ta rchi. Diusana ieeium K. a HRLSTO main 5. & Rouoruda. 1. K Ofch d4e, Nrknnm kl Mr Amice& Erntrin Gri- aEh Gratulationes. lumentum, qvàm tuæ eruditionis, aliàs fatis notæ, documentum qværis, ſecus qvàm faciunt Neotericorum nonnulli, qvi pAco- uuræ adeò in fuis ad populum ſermonibus delectanrur, ut illos turris Babelicæ; non verò illius ædificii ſpiritualis, cujus lIapis angu- laris Chriſtus eſt, 3ννοοιαμι‿ eſſe putare poſſis. Miſiſti mihi ex concionib. pœnitentialibus XXXIIX.& LI. Pſalmos explicantes; Si, qvod obnixè rogo, in reliqvos qvinqve meditationes tuas, con- ſtituto tamen pretio prius remittendo, qvia tuis, ni fallor, ſumpti- bus prodierunt, præfentis Epiſtolæ latori ad meperferendas com- miſeris, rem facies mihi gratiſſimam,& officiis Au³‿ᷣac redhoſti- endam. Sie IE in familiæ& Eccleſiæ commodum ad ſeros annos Salvator noſter foſpitet! Dabam in Coœnobio Fridland. IV. Non- Maii, Anno N. D. lo loc LVI. Tutts Tantus vantuseſt Joh. Georgius Viola, . Eceleſtaſtes ibidem. „6562658 H696 S658 5656 656 658456·869696 6989656.2595—s Ondra judicare plectra Regis haud) NMonebat optime ſuumm peritus artifex ſtratonicuss sed arte muſici decus. Ita apprehendere, explicatum, erit Nihil docentis omnium, Davidis aureum poëma, barbiton ſqd excitans& efficaxk. Sed affiuente præditi bono, b Viri ſeqvace venula. Id apprehendis explicasq́; neutiqvam Remiſus, ſed affabre C Reapſe. — — — ——— — ————— —— 1 1 8——— 3— ——— ee——————— ——— — ——;—⸗———— Aano 1650. 1 A 4— “* * 8 3 8 8 4 gat 8 Ann. 1649, Gratulationes. Reapſe. Clamitant valentius SDOeckere ſic pedarii. Decus vocare pulpiti, qvod utile Ob hoc: Sat inde nominis, Chelyn Svavitate, myſta pergito Vigil, movere divitem Tuis, ut ægra corda ſoſpitans ſonet b Et omne Saucium juvans Melos, qvod auribus bibent capacibus Velut ſalutis afferens- Gregi placebis hoe, itemq́; plurimum DEO: his placere pergito? Laurentius Vlrich/ Pa ſtor in Zehden. 2655 86 ö“ 4 (Qahas dipitias, ſummos Periander bonores, Magnanimos poluit reddere poſſé viros, Zenon pirtuter, fluida ſed talis arena, Nra domus fubitd rurbine flaute caait- Faxperie turbatur opum fiducia, fallax⸗ Uimra pelut fugiens, gloria ſapè ruit, Firrtas absqve fide ſcelus est, ſic omnia munat, Qveltr caro confidit, fultra caduca manent, Art Sole ad IESIM conperſſo facka Aael, g Pectore hidentes magnanimos; facit. rrumpat gofles, fremat orcus, sorruat orlius; 8 Perfto, placatus ſ mibi E Sl adefl⸗ e. Tantam ſem timiaus infigere coraibus inſfs MlTHREICHI, Linc meritd nomen& amen Samuel Lehman/ Paſtor in Kleinrado⸗ Carmins „ — — Len 3 In 57 Lunſa Hoc li Velun Proch aus 9 n Mariones RWlentius heun an, Nod di dan inde domian, Dſa perzo Mere diriten rän ſoſpiam ſona Laucium iuam ndus dident aprci 1 us en. oc, itemq; plurinn 141 Ptrund bmuret dt aus resrſe 44(* n⸗ 24itr turias ſau ui ſAcia, fala eper oris H 4 fI, u nach Gratulationes. XII. Cvnõn⸗ perfacile enl Davidica ditere multis Proferri ingvä, ſi ſatis ills foret. Bſctracus hoc etiam mereatur nomine laudem, Redde qvi voces condocefactus amat. Ni cui ſubjiciat divinum Spiritus iguem, Mens arſit Kegis ꝓvo generoſa puii, Carmina qvantumvis ejfutiat eutbea ſecors, Sithonia referet frigidiora uiye. Credo ego Ieſſiaden audiro murmure tali Dicturum tetricà fronte fuiſſe rogo⸗ Tabellas cenſes te tu narrare jocantem? Seria res, MHac cum meditarer, erat. Qvem recitas, meus eſt Ppſalmus, vaniſſeme gerro, Dum ſine meute boas, incipit eſſe tuus. Ergo ſalubre piis animi ditiſſime Præco Conſulis, ò cætus Myſta colende ſacri, In Pſalmis qvi deſudas dextrè enucleandis Prælucens multàâ cognitione facem Senſag, diſcendi cupidus occluſa recludens, QDooe temerè baud cuipis obvia nempe patenr. Hoc laudabiliter qvo;ve, qvod tibi ſeligus ilos, Qvi peccata reor flere patrata docent. Vel nune qvogve cœætum paritas donare fidelem, Ut grapbicè culpam ſuppliciumq́; notat- Proclipe eft diétu- vitæ me pœnitet actæ, Et doleo pœnas commeruiſſe graves. Eæqvis in boc qyaurum lateat ſermone revolpit? Et qyotus boc lbrat qvisgye decenter omuus 7 Ori qvãm ſit neſcit peccati fæda luelas Fuiuera qvam poſſit cor lacerare grayi 4 ½ Hos Gratulationes. Hoc agat, bunc Bſalmum ſtudiosà mente polutet Cun gemitu in ſordes expuet ilee ſuas. Non eqvidem credet nebulas in pariete pictas. Verba ſed exauimi fulminis inſtar srunt: Opdô penetrare gpeaut melus ſolatia poſtbino, Lux fidlei ſi qya in carde dolentis adeft. Ie duce qvæ hiunt Clariſſime plaua Magiſter, Concio quo debet nomine multa tibi. Dipitir ingenii thieſauros excute grandes, Doc tua profer multa ſubinde penu &ic tibi pro meritu grates Eccleſia ſolvet b Et te perpetuo fama loqpetur anugf Ne preme, qyæ pravos paſtut excindere mores, — Draæ contra pghaur ingenerare bonos- Ne tud conriceat tuba, ſed detorſa veterunum Mutari in melius corda prorer va jube⸗ Euſum ſatis esi olei petulanter in ionem ri zens abſawppſar totius orbi opes. Aeminibus factur pacem veniam;, veramus A Domino,& peréi, grandia lacra ſai-. Keverendo& Clariſs. Viro DE. M. MAk- NO Muthreich/ Eccl. Cuftrin. Ar- cchi⸗-Diac. homil. in Ppſalmos pœnitentia- les publicanti, Affini& Amico ſuo plur, honorando gratulab. accin. A. Johannes Möllerus, Scholæ 0 Sed Bete e a... Francofurt. Rector.. 2e 265GéN 56 80562006,5096, 8,98 ,3696⸗N69 496 8005308,808 EX 2. Cor. 7. Ann, 1649.3 Dcer eisus eh, Aran ereat alera martem, Mau akers nas enpere nerpeun Dadona 1 Häod mente 4 in curde dalaas a 4 er muk ſcbind hen rates keclell ohlu do fouu acet au 01 ſat erauum nd 2 fiut ugnere don. 4, ſed dnua umah ueiu arii uꝗ petulaucr a un Sr tu ru he r Ns As,. 2* 8 vereado K Cuülen 11NO N d Gratulationes. Srata prior Satanæ, qvam deſgeratio crelro conſegvitur, rutum das medicamen ei- Poſterior, qvam tu, contritio vera vocatur, SI accepra DEO conciliare ſtudes. Pellens mærerem, qvam mæſtum Damona reddis, Vam procul ex animo divite pellis eum Divitias mentis, menti ſuperaddis opimæ Expeckant, tibi qpæ plura parata bona-. Oyando etenim ſumpſit gratis ſibi gaudia fatta? Nunqvam, ſancta Trias, Angelicusg, Cbotus. Animo opulento D. M. Muthreich/ talia præſagit mens tenuis Ann. 1646. M., Johannis Colbergil, L14 Colberga-Pom. 32658 4656Je/656-„606-5658-3696 456„3096 8656 696H696⸗490⸗ XIV. FEErrea funt hominum jam pectora, neſcia flecti,— Quod doleo, vitiis totaq́;Sy merſa malis. Namqyve ruunt cœcæx mentes in crimina qvævis,— In cædes, fraudes, furta dolosq́; ſtupra. Impia pro! revocant gradum, reſipiſcere neſcit,— Neſcit& ad Dominum turba redire ſuum. *Macte labore tuo idcirco Reverende Magiſter Rectum ſic callem qvi præeundo doces: Qui revocare ſtudes populos à tramite curvo Atqve viam reducem ſedulo inire jubes, c z Da Gratulationes. Da DEUS, ad vocem hanc mens labem defleat b oomnem Doctorem& maneant digna brabea ſuum. Auno 1651. Anno 1655. Andreas Scultetus, S. C. Rector,, 455 94506 9698⸗8656 456 26582458 2656 26. 2456 26 56 496 807 XV. Nll magis inviſum mundo, qvam crimina fœda Prxæco ſacer lingvâ liberiore notans. Hoc Loti fatum te, hoc te Baptiſta Johannes, jinnumerid; alii rice docere qveunt. Et tamen haud qvicqvam, ſi rem perpendere vel- 411a 10 1 6 n F Lance æqvi, magis eſt munde maligue, tuo — Ex uſu, litui qvam ſi perterritus inſtar Ex9tollat vocem, crimina Præco tua Accuſans. Mordax namqyve à putredine carnemn Ur Sal conſervat, vermibus illa cibus Ne fiat: Damnans ſic crimina lingva fidelis Legati CHRIS TI, crimina tetra facit Ut fugias poſthac Lernæo cautius angve, 1 Ne rodat te Erebi vermis in æde nigra. Ergo ex Davidicis pergas animoſiùs Odis, Nuthreichi complens nominis omen, ufi Hactenus ———-———— ———õ—— ——— Hadten Et Ke, G præſen In 1su Lusr Nume„ kalend huumer In ſeeus . heſtes ſ 1 4 tonir⸗ s 22 1 mundo, qumd n lingaltdenoren a hoc te Rapak Sra u ne Cocele cqvam, unm her ten 1 maßs cſ— s ff pertenius uſ in, crimina xo h namqre peri de rat, vermibuhn r hc crimina lay §TI, cfinimta s Lernxo cauBs tebi vemmtiun pergus anim 3 mplens aom- 8 Gratulationes. Hactenus eſt factum, ſcelerum reprehendere Ler— b nam, Et vitæ invites ad melioris iter.- Sie, qvamvis minimè placeat mortalibus ægris, Non labor in Domino factus inanis erit. Præſentem experiere DEUM. Ac poſt mille la- Bores In corlis dabitur grata corona tibi, M. Simon Barkſch/ Scholæ Anno 1649 Cüſtr, Con Rector. 365-3658-26560Sg d456„3456,5698·S6356--366.2698.R096. B5)2566, XVI I. pebi dignd neqveunt, qua munera donat Humano generi dextera celſa DEI. Numen enim noſtros caſus& damna revol vit, Vafri ſerpenrius robora, mille modos Rallendi, mores priſcos, menteḿ ſagatem. Inſiaiias, laqueos, vincula dira, minas- — mnumeros validos;, Draco ſibi jungit alumnos, Qouas babet, bis fraudum monſtrat inire Lian,⸗ gin ſecus, iratus jubet arma capeſſere pugnam Iufſtruit, bis opibus rentat adire pios, Heſter ſunt mundus, mens,& perverſa voluntasa Gorporis, hine factos multa pericla manent- At contra turbam Sandtorum ſpectat inermem, PBt vnblum dextra robur ineſſe videt, Sea varios gemitus,& qua langvore madeſcunt, Pectora, guæ renuunt ferre laberu onus ſeu* Hiue — ⅛¼ 8—— ——————— C—=—— —y 2 e— — 1— ——y——— 3 Rinc est auxilio Miſerator, opemg benignam FEert miſeris, lenit vulnera, damna levar Dat vires animos; novos, artesq, miniſtrat Queis poſunt Satanæ rits cavere dolos, Inßfionem mundi rabiem virtute repellit Did, vim carnuis ſub juga Sandta vocat Eiic adbibet verbi penstrantia dogmata, cæz Ore Mimſterü ſumma, verenda quatit,— GVoce Miniſtrorum diruſima pectora molit Terrges animus eximit, atque fugat, Incutit Sorrorss Satanæ, longumg, timorem Auger, idem elogits triſtia corda juvat Hos ſacra juſſa docet, fermat Aucit; miniſtro⸗ Clt Stygii reprimaur forriter arma Dudis [Zlr nérint monſtrare vias, réparare E HOVℳ Cultus, ac boſtes reute fugare queant. Lr firment alios frmi. durantę Magiſtri Cum Tua, Mal HREICHI Claruslime, nomina volbo Cum tua perpendo munia, quando gradun Cum Zelum cogito facrum, ſi penſito vitan⸗ b Et menris robur, ſoriptag, verſo tua QMiror quam pulchrè rua nomina, munia zelu,= 8 Qlores, ingenium, vitag, conveniaunt. Naturam ſequitur nomen, labor improbus arva= 1 Excolit, Binc aquè menr ſtudiumg, valent. Nomine ſic munus gauder. Sic nomina diono SGauder officio- PIR cluis arte, gSrauu Sic virtus ornat nomen: Sie nomine fallus 1 famam eonciliant, vitag, laude viger. Imbeller, Sançti, Huæ beuè facta, prolent, Mente valer animeſur,& audis Martir aluunu, 4 Verè Paſtorus munia rité ſubu Pramis pran Eecij 08 9 dr Peyr 4 ben tenat Jale⸗ Am 34. See Ppyemia ſir te gerta manénr. carbedramg, fidelir 3* da„u. 98 QDa ſcandu,; celt culmine dignus eris. „ enn 1ul Excipiat latus animis Eccleſia tauntaza.. te Hekr Pignora; retribuat munera grata DE 0. 1*4 45 4 3 ſanma, vMend au.„ Golberga-Pom., vA pPectora nal„846R d 58 2056 24933456-869 860 2698 656 85 Au exmt, due 4,.„» 1 24— marm— X VI I. V— b 6813 b maft d Ad Puum plurimun Reverendum n Sr nun Clarisſiuum M Fma u—“ M. MARKTINUN Muthreich/ apud aer r ſunnt me⸗ Cüſtrinenſes Archi-Diaconum vigi- b * lantiſs.& fideliſs. 6. drncs vugr mfh, nuu len ſct 5e. Conciones in Pſalmos Pœnitentiales „„ edentem 6C Clrsae, K” o, nunl N PàA R O DIA e Puha ex Horario lib. 1. Od. 7. dar, ſptaß Wptt. „ n4 mind, u K LAudabunt alii Aſcræas, Cæasq́; Camcenas, — 4 Aut varium, lepidosq́; Catulli n, lAe Mnn⸗ Lusüs, atqve Sales Flacci, Varisq́; capellas Trinacrii, Archilochumq́; minacem,.,. 8 Sunt qvibus unum opus eſt, xterni carmen Ho- b meri 2 Qarmine perpetuo celebrate,& d Ommbus Gratulationes. f/ Anno 1546. 698495696. 9655 ?p b Gratulariones. Omnibus ereptam fronti præponere laurum Wyſts Plurimis in Naſonis honorem b N Reginam dicit Cypriq́; Paphiq́; potentem Premi Me nec tam tua, Pindare, Clio; Nec laudati percuſſit Muſa Maronis( Quam jeſſæi carmina Regis, 00] Et lyra, qua patiens olim lenire ſolebat b Triſtitiam vitæq́; labores b Ac placere DEUIM. Seu præfulgentia ſignis Caſtra hoſtis, ſeu denia per urbem Funera terrerent. Sic Rex Socerumq́; patremq́; Cum fugeret, natumq́; ſceleſtum b Carmine commotum fertur viciſſe JEHOVAM 1 Carmine non ſine Numine fuſo. Nam Vati ſacras ſuffecit ab æthere vires Spiritus; hoc agitante calebat. Sentiet æthereos motus, qvicunqve canenti „ Præbuerit patientius aures. Ceu Tu, nocturnà qvi verſas atqve diurnà Domir Scripta manu divina, pius; Aurito enodas populo, qvæ dia Davidis Muſa ſonat, ſat divite venà, 4 Magna Sacerdotum, Muſarum gloria magna b MuITREICHI, implens nominis omen. Oemm ic ſic pergendum, Chriſto Duce& auſpice CHRj- Ouadl Certus enim promiſit& auget 610, Myſtis, 8 6———. — ——— 3—————— ——=———————— .——— m———— ſ— ——————————— ᷣ— 1* —————— 4—— 8 2* — —— ͦ— “ .— —— — Dationts —— 1 8 n n 66 d na 5 1 Drodis 1 rmina Regge olim leninsſclete G Ldocas 1. deu prefulgede cu denla der 4 ic Rer 2n 12 aatumq ſceetum im fenurniclſe ſ Il ſige Numiat duo. feecit ab xidens iir gitante calebat, atus, qricunqfed Wr cntius aures gh verſas ui 1 dvia, piusc ulo, ee0a at divite veld 1 dfnes 2 5 * de Durrdu a Gratulatſones. Myſtis, qvi vitam pro relligione paciſci Non metuunt populiq́; Salute Præmia, qvæ meritum Te Te qvaqve digna ma⸗ nebunt, O Fortis! DEus annuat auſis Oro piis, viresq́; ſuo Tibi robore lirmet Ut poſſisi iterare labores. Honoris& obſer vantia ergò adponit, Amoris cauſa vovet ita M. Chriſtianus Scultetiis Anno 6zo. Francof. March. 2456 8656 2058-456-2656-. 5656. 20)6.24562696 2696 2655*606*495 2s XVIII. Verſus gratulatorii b Obſervantiæ& debitæ gratitudinis con- tsſtandæ ergo miſſi IRO Plur. Reverendo, Doctiſſimo& Clariſſimo Domino M. MARTINO Nuthreichen/ Archi-Diacono Cũſtrinenſium vigilantiſſimo, Promotori ac haato ſempet honorando, M. Caſpare Chriſtiano Torbeno, Zetenicenſi Marchio- Extum vulganti tibi, Vir clariſſime, Pſalmum Gratulor ex animo, precor omnipotentis amo- rem d 2 Et Anno 1650. nis ee — ——— ——*—.—— 2— 3 8 N „ 8 3* X X ——— 3 8 —uͤͤͤͤͤſͤſͤͤſͤſͤſͤſſſſſ 4 ͤ— 3 7,——— 4——————— —y—————————— ————— ÿÿ——————— 8 — p————— —jj—— 8 — — Cratulationes. Et vires animii vegetas, largosd; Patronos, Ut porrò oſtendas munao qvæ ſit via recta Ducens ad cglum,„yæ placenr numinis iram Dona, ferat pietas qvos nobis florida fructus: Condat opes alius defoſſoq́; incubet auro, Sed tu mentis opes doctis oſtendere perge, Ut qyvivis dicat vere MiITHREICHIlsS ile eſt 10 265 2456"209S.2458-8458.2406 865 3095 2006 496 309819 08 SIX ad rirum Rey.& Clar. M. MARTINHUM MUTHREICHIUM, Eccleſiæ Cüſtrinenſis Archi-Diaconum fideliſſi imum, Cüm Pſalmos Pœnitentiales publicis Concionibus è Suggeſtu illuſtratos Franco- farti TYpis evulgaret-- Plenhs⸗ erat ſaero Jefſæus flamine Vates Spiritu erat plenus, plenus amore den Carmine ſive hilari pſallebat mente] EHOVE Sive admiſſa dolens crimina triſtis erat. Næ dvoqve, MUTHRE 1uH„populo iſtæe carmina dextrè hnucleans qvesj jure voOcäte animi. Pre certè animi es, dum, qvæ contrita levare- Corda qyeant, gaudes explicuiſſe metra- Dives, nularione, . breg dann a mndo, r(c 1 d Nacen dumn ia osnobi ſen A1 ialocfiinada 9 doctis oftedae g; 7 Ruael 1 d 04 40 406 406 ℳ4] d6 XIX Tpun. F(lo. INUM NUIM A trincnus Arch-Dacd a — Kehhanm, ſalmos Pœnitenaal dos?Luggeku llahr 2 a TIb eppr ti pialledar geueſi Ia doleus cmimihn 1 er ruR EICI, M 4 Gratulationes. Dives, ſeu voces è fontibus eruis ipſis, b Plurima ſeu fidei hinc dogmata& inde petis- Nec qvot ſcripta dabunt gaudia, qvot lacry- We f B ,as. b Ovippe extorqvebunt lacrymas peccata dolenti Angelico hinc venient gaudia qvanta Choro! Moenia Rex-Vates habitabat celſa Sionis b Moœnia pravalido robore firma ſatis. Tu Cüſtrinenſis validiſſima mgnia caſtri 4 Incolis, öô ſacri pars memoranda Chori. Qvàm benè, muniri ſolido firmamine muros, Qyod cordis dolor& præſtat acerra precum! O Eccleſiolæ in pravo dum millitat orbe⸗— Munitas ſedes præbeat usqve DEUS. Qviqyve animi pleni& divini roboris ausuùs, EtMundi clidant,& Satana reprimant, His donec monſtris victis feliciter intrent Caſtra trinmphantis cerlica in arce gregis- Leo Lectori ſcriptum boc bonge utilisſimum Autori ſe ſuag fludia commen- b Aatum ibat Abraham Lindner/ Aano 16zo. Ssileſius 43 Vuo Si qvis ea haut ſegni peryolvat ſeripta laborc"— ——— — *——— ſſſſſſ 3————— 4———“ͤͤͤͤ— p—õ—¼“ —ͤͤͤͤIͤoſnſſnnſſſ—————— ——— sr 6———— 3 —— — —— Aan. 1651, Gratulationes. VIR O plarimum Reperendo& Claruſimo O N. M. MARTINO Muthreichen/ Eecleſiæ Cüſtrinenſis Archi-Diacono vigilan. tiſſimo, Fautori& Amieo ſuo ho- noratiſfimo. —, Megnum eſt, divini cœleſtia dogmata verbi Noſſe, atqve Hæreticos vincere poſſe lupos Magnum, monſltare&, qvæ ſit via recta, docere, Quæ ducit ſalvos ſydera ad alta, poli. MUTHREICHI hæc de te dici cum ſingula poſſint, Idcirco magnus jure vocandus eris, Pelitæ Obſervantiæ conteſtande ergò' Ponuere debuit ac Yoluit: . 4 Germanus Luͤdtke/ Jur. Stud, 54ꝙ 2459268 J4)8. N69636)6-5656 9056. 056—*656 5824 56—*096 20⸗ b b XXI. Mima divini verbi ſit cura miniſtri / Ut doceat populum noſcere velle DEl. Noſcere non tantum ſatis eſt, ſed noſcere recte, b ld damnare, ſed hoc juſtificare poteſt. [Numinis eſt autem divini prona voluntas, Ut reſipiſcat homo& credat Evangelio. Hanc ſciat auditor faciatq́; Propheta fidelis, Et verbi Paſtor nocte dieq́; ſtudet. Indien ndi zenſ Archi.Dacong 5* tatori K mics ſuo ho aotuün. 1 rini coleit 41 hereticcs fidce. D u. e&K, qreſtſun in FOs ldera ad aa e I hec de te dic nh poſſan 3 jute wend d lus Dhſrdariu au, Mi paue dut& Gratulationes. jndicat æterni mandata ſeveraJ EHOVE, Servariq; docent qva ratione qveant. Indicat errores bominum qvam noxia res fint Et, qvam fructiferum ſit fugere heſce, docet- Indicat& qvam ſit bonitas& gratia abundans, Aeqrirendi illam monſtrat& ipſe viam, Ut ſtrictim dicam, ſacræ myſteria legis, Ac Evangelii, ſvavia verba docet. Cuͤm ſciat haut unqvam cæleſti ſede receptum., — Converſus fuerit ni ſceleroſus homo. gic agit, atqve nihil, qvod confert ritè gerendo Officio, ſeſe prateriiſſe putat. Novit enim qvod ſit ſervatus hic Ordo docendi àA CHRIS TO, cundciis flaminibusq́; piis- Hinc ſibi promittit qvæ fidos omne per ævum- b Paſtores certè præmia grata manent- Non ſic omnis obi ſua munia Præco, fuiſſe⸗ Gonſtat, qvi legem non docueère DEI. Indignam, vel cum turpi ex errore putarint, Sanctorum in costu qvò doceatur ea; Vel ne tractando legem, qvæ tecta revelat, Præcipites iras& generare ſolet, Succenſere ſibi facerent, Svos ſpernere nôrant Ac odiſſe DEI juſſa ſevera boni. Aſt ita qvi tractant myſteria ſaera Miniſtri, 1 Qvas capiunt laudes, præmia qvæqve ſibi Nomina qvæſo legas qvæ dat ſpirabile Numen. IIlis,& facilis præmia ſeire potes. Paſtores(a) ſtulti, vates(½) fatuiq; vocantur, Dicentes(c) populò ſubdola verba DEl. Mutorumq́;() canum ſignantur nomine, læto Quri gaudent ſomno, neve latrare qveunt , (4) Zach. 11. v. 15. (⁵½) Ezech. 13. V. Z. 5(c) Ez. 1z. v. 6 3 3(d) Eſa. 16. Irel r. 10, *. 8—— 1—————. —————*—— ——,———————„ 1———————— 8 3.——„..——.— 2—— 4— 2— 3— 8.—— ͤſͤ— —— 2* 3 ————. +—————.—-——. 8 3 ——— 7 — 8 3 4———jyjjj——. ———— 3.— 8 —=—— 3 4———— ———————‧ͤoſͤſͤſͤſͤſͤſſͤͤhͤoͤͤſ——————jj ůe—“ XN ſ—ÿ——————— — 8— 8————.—— 8 S 8 5 — 3 3 4——— — ——— m — 0) Zachao. V. z⸗ () Jer. 13. V. I. (Q) Tit. 3. V. 10. (4¼) Jer. 48. V 104 Anno 1649. Gratulationes. Hiirci(e) dicuntur pigri, qvi turpiter(f) alilB9umum 1 Diſperdunt IOVE dilacerantd; gregem. QDi G) ſemita faciunt populum deflectere reddd, EBKEt(9) mandata DEI dvi negligenter agunt, Hinc ſit ut è jaſtà maledictum nun ciet ira- Hisce DEUs, legem qvi docuiſſe pavent, Sedulus hæc animo repetens, Clariſſime MulTHREICH Majore longeè munera laude ſubis, Non modéè ſolando, ſed reprendendo, docendo Converti ad Dominum qvomoedo poſſit homo. Sunt Auditores, ſunt non ſine pondere teltes -os Dayvidis Pfalmos enueleaſſe ſtudes, Hoc etenim uberius tractans peccata dolendi Qrrrendid; modum Pharmaca certa doces, Faxit JOVA precor ſuccedat non ſine fructu, Qricqvid in illius nomine ſponte facis, Do Duce cepiſti, qva mente exorſa laborum. Ilius& ducin conficiantur ca-, Sic tua ſedulitas Su perorum limina ſcandet, . Contribuetq; tibi premia digna DEus. derfelben kunſt/ d drmaͤnget Eihotun⸗ N Alten; ſiſchwer llerſchwe in ſich M manc daanfal⸗ Omelan finſch m hierumen 3 kn,Thatz Elias Michaelis, Selov. March. b§§. Th, Stud, . 2No) 1.(Ode⸗ Se e eee esderpe Die erſt Habita Ci- legem 1daun.„,. ſtrini die. 8. Vöcr den VI Pialm des Komges und daaneae 8! unend hade 3. K Propheten Davids, no 1645. ſed Penen 8 Ach HErr ſtraffe mich nicht in deinem dDominum idasd b Dorn/ ete. 5. v EXORDIUM din Püman einte... b 1 traf 8 K Leich wie ein rechtſchaffener Philoſo- Vier ſonder⸗ N phus und weltweiſer Mann allerley Kuͤnſte koͤn⸗ liche Kuͤnſt/ &nen muß/ wie deñ vor alters ſieben freye Kuͤnſte ſo ein Chriſt Ae ſind gezehlet worden: Alſo muß auch ein jeder Nothwen⸗ echier Ehriſi/ der der himmliſchen Weißheit dig wiſſen Lergeben ſonderliche Kuͤnſte und zwarten vier undkoͤnen derſelben wiſſen: I Die erſie Kunſt der Chriſten iſt die Bek⸗ müſſe kunſt/ daß man wiſſe recht zu beten/ und mit recht andaͤchtigem demuͤtigem Hertzen fuͤr Gott zu treten/ auff daß man gnaͤdige Erhoͤrung erlange. Diß iſt eine ſehr ſchwere Kunſt/ warumb denn die Alten zu ſagen pflegten Diyfcilius eſi orare quàm arare, beten iſt ſchwerer als Ackern oder Pfluͤgen/ welches ſonſten fuͤr die allerſchwerſte Arbeit gehalten wird. Ein jeder Chriſt empfindet es bey ſich ſelbſten wie ſchwer und traͤge ſein Hertze zu beten iſt/ und wie manchfaͤltige widerwertige Gedancken ihme unter dem Ge⸗ bet einfallen. Aber ſollen wir recht beten und Erhoͤrung von Gott erlangen/ ſo gehoͤret Kunſt darzu/ daß das Hertze rechtſchaf⸗ fen ſey/ und mit Andacht bete/ wie den der HErr Chriſtus uns hierinnen dienen/ und lehren wollen/ wie und was wir beten ſol⸗Matt. 6. len/ Maich. oö.. 9. b A II. Die .⸗ Deeerſte Predigt. b 77. Dee andere Kunſt der Chriſten iſt die Leyde⸗Kunſt/ daß man ſich in das Creutz und Leyden recht ſchiclen/ und mii: Gedult es ertragen koͤnne. Denn rechtſchaffene Chriſten koͤn⸗ nen in dieſer Welt ohn Treutz und Leyden nicht ſeyn. Wer Matt 1o. V. 38. nicht ſein Creutz auff ſich nimmt und folget mir nach/ der iſt mein nicht werth/ ſpricht Chriſtus beym Matth: 10. Blei bet alſo wol bey dem Ausſpruch S. Pauli: Wir muͤſſen durch viel Truͤbſal in das Reich Gottes gehen. Vnd alle die Act. 14.v.22. gottſelig leben wollen in Chriſto Jeſu muͤſſen Verfolgung V. I2. Cap. 20. v/ I4. 1F. Timoth: 3. leyden. Act. 14. 2. Timoth.;. Nun koͤnnen ſich alle und jede Chriſten in das Creuß un Leyden nicht recht ſchicken; Viel murren und werden ungeduͤddg wieder Gott/ etzliche fahren zu/ und verfluchen aus groſſer M⸗ gedult den Tag ihrer Geburt wie der Prophet Jeremigs(hut Cap. 20. Darumb iſt hier Kunſt von Noͤthen/ daß wir das Euut geduͤldiglich leyden und die Truͤbſal alſo erdulden/ daß wir aach derſelben als Gottes vaͤterlicher Zuͤchtigung uns freuen undmit S. Paulo uns ruͤhmen/ ſagend: Wir rüihmen uns der Lib⸗ ſal/ dieweil wir wiſſen das Truͤbſal bringet Gedult/ Ge⸗ dult bringet Erfahrung/ Erfahrung bringt Hoffnung/ Hoffnung aber laͤſt nicht zu Schanden werden. Nom. III. Die dritte Kunſi der Chriſten iſt die Sterbe⸗Kunſt: Daß man dieſes Leben recht ende und beſchlieſſe. Denn withaben hier keine bleibende Statt/ ſondern muͤſſen endlichen auff undda⸗ von. Wir muͤſſen wieder zur Erden werden davon wiege⸗ nom̃en ſind denn wir ſind Erde und ſollen zur Erden wer⸗ Gen.. v. i9. den. Gen. 3. Den Menſchen iſt geſetzt einmal zu ſterben. Heb.g.v/. Heb. 9. Diß wil abermals ſchwer eingehen/ und iſt der Nammr nichts mehr zuwieder als der Todt.¶ Darumb auch hier Kunſt von noͤthen/ daß wir aus dieſer Welt wülliglich ſcheiden und ſeligli im HErnn einſchlaffen/ daß wir fuͤrdem Tod uns nicht entſetzen ondern vielmehr uns deſſen freuen mit S. Pauſo ſagende/ 5 Hab luſt M dem dainen meine A berettet! daß mar ſuche ut wiederge cheunſer wegen Wr ſeh⸗ fuͤſtet wit deſebbeſtt ihrwolle wollenhe wir nich thuen wi Wa vitgefallen gungene S Loen aͤnder tulgeſaget m.Das, igeBuſfe. Uönen feir Kriiges zu etſa Buß. bot und ge Tagmaii uͤber den 6. Pſalm. 3 hab luſt abzuſcheiden und bey Chriſto zu epn Philiph. 1 Phil.é v. 29 Mit dem alten Simeon wuͤnſchende HERR nun läͤſſeftu deinen Diener im Friede fahren wie du geſaget haſt/ denn meine Augen haben deinen Heyland geſehen/ welchen du bereitet haſt fuͤr allen Voͤlckernſein Liecht zu erleuchten die Heyden und zum Preiß deines Volcks Ijrael. Luc. 2. L ue. 2.v. o⸗ 11. Die vierte Kunſt der Chriſten iſt die Buß Kunſt/ ſea. daß man vom doͤſen Weſen ſich bekehre/ und Gnade bey Gott ſuche und begehre. Wir werden zwar in der heiligen Tauffe 84 wiedergeboren und erneuert durch den Heiligen Geiſt: Aber ſol⸗ d 4 and ſde Cheſtt am che unſere Wiedergeburt und Erneuerung iſt noch unvolkommen len Mmammure ig wegen der Suͤnde/ ſo uns immer anklebet/ und traͤge machet: adun m mficn en Wir fehlen alle mannigfaltiglich/ Jacob 3. Das Fleiſch ge· Gcdun re m Pufg e luͤſtet wider den Geiſt/ und den Geiſt wider das Fleiſch/ er Kanßeas ſetae 2ie dieſelbe ſind wider einander/ daß ihr nicht thun koͤnnet was d n ihr wollet. Gal.5. In unſerm Fleiſche wohnet nichts guts/ d da Tiidſa aip cdud n..n. b Gal. 3.v. 17 wateriche Zächenmam aurh woſen habensg wol⸗ übes Sd demgen das gute 1 ſnden.v. 17. n ſagad: Dnrüdemn Srr wunen e t/ Lonwern da 4 oſe aß wir ni en’ da Rom. 7.v., Jacob 3. v. 3. rnae ſendes deii 3 Wann denn dem alſo iſt hoch von Noͤthen/ daß/ nachdvhen rung Erſadengi 4 5 wir gefallen/ wir bald wieder auffſtehen/ ware Buſſe thuen die be⸗. nchtzn Schadade it, gangene Suͤnde hertzlich bereuen/ undin der Gnaden⸗Zeit unſer 2 Leben aͤndern und beſſern/ alſo gar/ das der Herr Lutheruo recht und wol geſaget omnem vitam fidelzum eſſe quotidianam pænitenti- am. Das gantze Leden der glaͤubigen Chriſten ſey eine ſte⸗ tige Buſſe. Diß iſt eine ſehr hohe und nuͤzliche Kunſt worzu uns koͤnnen feine Anweiſung geben die ſieben Buß Pſalme des Koͤniges und Propheten Davids/ von welchen wir anitzo den erſten Buß⸗Pſalm/ ſo da iſt in der Zahl der Pſalmen der Sechſte vor uns genommen, und denſelben an unſern Buß⸗und Bel⸗ Tagen erklaͤren wollen; itz aber/ da wir den Anfang machenlihn nur von auſſen ein wenig anſehen und behertzigen wollen. Rh ie Ieh) Damſe ſ — . 8 4 —— ——————— —j—— 1——— 8 ——.— 8 1——— 2 2———————— ——————————— 1— —— 3———.— 2“— ————————* ä ——.*— —— 365 In dem Bußpſal und wie och ſtezu 33, 51. 102.130. 143. Pſalm, uͤber welche der derr Luthemsn bahere änglich geſchrieben umbs Jaßr Chriſti ri⸗ und herach t halten. Damhit es aber ohn Nutz und Fru ht nicht abgehen toͤge/ e 1 Dieerſte Predigt feufzet zuvor aus Grund eures Hertzens mit mir alo: Ich bitte O Err aus Hertzengrund/ du wolleſt nicht von mir nehmen/ dein heiliges Wort aus meinem Mund/ ſondan deinen Gnaden Geiſt geben und verleihen/ auff daß wir alſolij ren/ ꝛeden und handeln moͤgen/ das es gereiche dir zu Ehren umd denn auch zu unſer aller Seelen Heyl und Seligkeit. Anm. Amen. TRACTATIO 180 8 Ann wir/ ihr meine geliebte/ andaͤchtige und auße⸗ Smenen ſechſten Pſalm von auſſen zubetrachin koͤmmt uns fuͤrdreyerle 1. Weil dieſer Pſalm der erſte von den ſieben Buß ſallnen als haben wir etwas zu reden von den Buß Pſalmen ui b 178o iſt dieſer ſechſte Pſalm der erſte Buß Pſaln nach Pſalterbuch Abtheilung der erſten Chriſilichen Kirchen/ und hat euer Chriſ⸗ Koͤniges Da liche Lube ſen Seſtuch beeund vids ſind 7. m/ niges und Propheren Davids in gemein. . 2- Pfalm. C 3. Von der Ordnung und Abtheilung dieſes Buß⸗ Pſalms: Von dieſen dreyen ordentlich inſonderhelt und mi 1 MEMBRUM ſonderlich in gemein von dieſem ſccſten wehlte Freunde in Chriſio/ anheben unſern vorgen e Liebe zu wiſſen/ das im Pſalter ſieben Pfalmangezogen werden/ weiche man Buß⸗Pſalme nennet/ als da ſind ander3e dieſer unſerer vorgenommener der ſechſte die andern als dern keine Erklaͤrung wiedetholci/ Annolzes. wie im han vhg b Kürche damit Vngli Manch mitihre zwar wellſie den:2 und al lheten Rerech bioſ an iher he ſial fänan 1 N n Dawide aarnen derdch in gawen ben 1 4 * Irduu! gund Pdai 31 1 k m dhe 3 vedac 1 dernd wi onnandil be 8 dn puautt 4 m Les uͤber den 6. Pſalm b bergſehen und im erſten und dritten/ Jaͤhniſchen Tomo zuſehen a wie er ſie aus dem Vnflat des Pabſihumbs und deſſelbigen Ab⸗ hattereh dazu ſie haben dienen muͤſſen/ 7epurgiret, und aus dem Stancke gefeget habe. Von dieſen ſieben Buß⸗Pſalmen lieſet man auch daß ſie S. Auguſtinus offtmals mit weinenden An⸗ gen und Hertzen geſprochen habe/ und fuͤr ſeinem Ende ihm an die Wand gegen ſeinem Siech⸗Bette hat ſchreiben laſſen damit er ſich derſe zu troͤſten haͤt te. lbigen in ſeiner Kranckheit zum oͤfterſten erinnern und Iſt auch einem C hriſten keine beſſere Weiſe die Zeit wol zu vertreiben/ denn mit Gottes Wort und ſonderlich din us demſelben mit dieſen und dergleichen Buß⸗und Bet⸗Pſal⸗ eit zu mit ihren Geldern/zehlen daſ⸗ n moͤgen ob ſie auch viel haben/ und ſich damit ernaͤhren moͤgen: Allein ernaͤhrt uns Geld/ Gold und S iülber leibl licher weiſe,(Gottes Wort/ inſonders auch die Buß und Bet⸗Pſalme des Königes und Propheten Davids ernaͤhren ums geiſtlicher weiſe/ dieſelbe ſind das rechte nu⸗ trimentum auimaæ die reehte Seel en⸗Spei 4 Kirche ſinget/ dein Wort mein Speiß n. Manche treiben die 8 ſe be herumb/ damit ſie wi ſ. 4 wie die Chriſtliche aß alle wege ſeyn/ damit meine Seele zu naͤhren/ mich zu wehren/ wenn Vngluͤck gehet daher/ das mich bald moͤcht abkehren. Manche/ ſonderlich unter dem Frauen⸗Volck vertreiben die Zeit mit ihren Perlen/ ziehen dieſelbe zu oͤffterſten auff und ab. Nun iſt es 5 nicht ohnſes iſt viel von koͤſtlichen Perlen zu halten/ zumal weil ſie ſtaͤrcken ſonderlich wenn r. in der Artzney gebrauebet wer⸗ den: Allein ſtaͤrcken Perlen leiblicher weiſe/ Gottes Wort/ und alſo auch dieſe Buß⸗Und Bet⸗Pſalme des lieben Pro⸗ b pheten Davids ſtaͤrcken geiſtlicher weiſe/ und moͤgen die ſein die rechte Perle ſo jener Kauffmann fand/ Matth. iz. Ja 7. ihrem Geſchmuck u viel koſtlicher denn Perlen. Manche haben ihre Beliebung oͤnen Kleidungen und wie ſie dieſel⸗ ANſeß 7 Matth. 13, V. 43 4 be zierlich anlegen moͤgen/ und ſich darinn ſehen laſſen: Allein muͤcken uns ſchoͤne leider leib dhn weiſe/ Gottes Wor⸗ 9n 1 fu ſtum 3. Et⸗ dieſem unſerm ſechſten Pſalm. Iſi das nicht hertzliche Nei 6 Die erſte Predigt in demſelbigen die herrlichen Buß⸗ und Bet⸗ Pſalme des Koͤ⸗ niges und Propheten Davids/ ſchmücken uns geiſtlicher weiſe/ in denſelben finden wir Kleidet des Heils Roͤcke der Ge⸗ rechtigkeit/ in welchem Geſchmuck wir fuͤr Gottes Augen einhen prangen und pralen/ dermaſſen das uns Gott in allen Gnaden gewogen/ und uns benennen muß/ als ſein außerwehltes Ge⸗ „ Pet. 2. r.). ſchlecht/ und ſein Koͤnigliches Prieſterthumb.. Peta. b Im Pabſtumb iſt der Gebrauch geweſen/ bey denen die am froͤmbſien ſein wollen/ daß/ wenn ſie zur Beicht und hochwuͤddi⸗ gen Abendmahl gegangen/ wiewol es des Jahtes nur einmalge⸗ ſchehen/ auf daß ſie den Gang ja wol anlegten/ haben ſie zuvor ihr Hertz dagegen zuermuntern dieſe Pſalme offte geleſen/ und leſen laſſen. Auch die man als Vbelthaͤter hat laſſen hinrichten denn ſind dieſe Bußpſalme auch vorgeleſen worden/ und ſind gar feine Sxempel/ iſt auch gar wol und gut gemeinet geweſen/ allein daß darnach der Schandlappe der Aberglaube iſt darzu kommen daß mans ſchlecht nach der euſſerlichen Larven gebetet/ ein Pusqyera tum draus gemacht/ und die bloſſen Wort nur auff der Zungen ohn Hertz/ ohn Glauben/ ohn Andacht gefuͤhret worden. Die Buß Es iſt aber in den Bußpſalmen das wol zu mercken daß ſie pſalm be⸗ nicht allein ein Stuͤck der Buß erzehlen/ als Reu und Leyd iber greiffen in die begangne Suͤnde/ und dannenhero alleine Bußpſalmege⸗ ſich z. Stuͤck nand werden: Sondern ſie weiſen auch zugleich den Glauben . Reu und an den verheiſſenen Weibes⸗Samen Jeſum C hriſtum/ und wii Leyd uͤben die 1 Je 7 3 Sunden. ſen/ endlichen auff den neuen Gehorſam/ weichen auff ſolchen den Glau. Glauben/ als eine Frucht billich folgen ſol. Das dem alſe/ wollen ben anChri⸗ wir zum xempe lin einem und dem andern Pfalm zeigen. 88 nen Neuen Leyd uͤber die Suͤnde/ weñ David erſchrickt fuͤr Gotter des HNer⸗ Gehorſam. ren Straffe und ſeinem Orimm/ ſo er mit ſeinen Suͤnden wol verdienet/ und dannenhero wegen ſolches Erſchrecinſſſe aſſ geaͤngſtiget wird/ das ſein Wuͤnſchen und Meinung wirdgeweſel ſeyn er haͤtt nimmermehr geſundiget und Gott iſo azumet he dihſtah mal ind und ſich daſicde lGoti welches Leben/ „ dem zeiget. uͤder: ner G Baum fuͤndige das ich Joyper Goltes Adeutet. len Won Nun.s. 35 s Jſo Ranc ſelzum F. tzes fein h Ochſen ſoreng⸗ umeyr. Dand Hahunſer auf Jeſum ct Buße naſn amnGan d kennen maß ds ſen „Laprarta da Ocdꝛuc xriad a dß venn ſiezu Deict On aan wiedelchks haet wm n Dang val mbam ſa n antern deß Pſam ifeg Nn ais Ddeihätn ſetliſen! Kan auch voigtuſen tatm u N ¹n gol und 3u gnantxl E5u 1pe der Pere das 318 Icuſſcttchen Lura att Ri und deoſen Dum F den ehn Indache gfthut 9b 1 in Bufpſumndesä duin 1de Bußaabn 1 nui d dennarhcn R/ un undart 12 h denn ſie vaſſen ut 6 Dde/Samm ne 4 1 4 . 5„ 1 41 den un Schenen 3 u rucha dclch felgnee mem und dem anecn 3 und 4 a 3 . b uͤber den c. Pſalnä.* bey iſt aber noch der Glaube/ weñ er zum oͤffterſten wol in die ſieben mal in dieſem Pſalm ausruffet und ſaget: HErr/ Err HErr/ und ſich an deſſen Gnade und Barmhertzigkeit feſie haͤlt So fin⸗ det ſich auch der neue Gehorſam bey ihm/ wenn er verſpricht/ wie er Gottes des HErrn wolle gedencken/ wie er ihm wolle dancken/ welches ſonſten/ weñ Gott ihn ſo wuͤrde dahin nehmen aus dieſem Leben/ im Tode nicht geſchehen wuͤrde.— Noch in einem Bußpſalm als in dem vierdten/ an der Zahl dem ꝓ1 wie fein werden uns in demſelben dieſe drey Stuͤcklein ge⸗ zeiget. 1. Erkentniß der Suͤnden/ und Reu und Leyd dar⸗ uͤber: Gott(ſaget der liebe David) ſey mir gnaͤdig nach dei⸗ ner Guͤte/ und tilge meine Suͤnde nach deiner groſſen Barmhertzigkeit. 2. Iſt da der Glaube/ wenn er betet/ Ent⸗ V. 11. ſuͤndige mich mit Iſopen das ich rein werde/ waſche mich v.⸗. das ich ſchneeweiß werde. Was meinet der Prophet mit dem Iſoppen⸗Puͤſchlein/ und mit dem waſchen anders/ den den Sohn Gottes Jeſum Chriſtum/ welcher durch das Iſoppen⸗Paͤſehlein bedeutet iſt. Deñ es ſiehet der Prophete David in dieſen verbluͤm⸗ ten Worten auf die Figur im Alten Teſtament/ davon zu leſen Num. 18. da gemeldet wird von der Aſchen ſo von der rohten Kuhe gebrandt/ daraus man ein Sprengwaſſer gemacht/ darein darnach das Iſoppen⸗Puͤſchlein getuncket/ und die unreinen zur leiblichen Abwaſchung beſprenget und gereiniget wurden. Daruͤber die Epi⸗ ſtel zum Hebreern am 9. Capitel eine feine Auslegung gibt/ und ſol⸗ Hebr. 9. ches fein herrlich auf Chriſtum deutet mit dieſen Worten: So der v. 13. 14⸗ Ochſen und der Boͤcke Blut/ und die Aſche von der Kuhe beſprenget/ heilet die Vnreinen zur leiblichen Reinigkeit/ wie vieimehr wird das Blut Jeſu Chriſtt/ der ſich ſeibſt ohn al⸗ ten Wandel durch den heiligen Geiſt Gotte geoffenbaret hat/ unſer Gewiſſen remigen von den Todten Wercken. Al⸗ ſo ſehen wir wie unter dieſen verbluͤmten Wotten der liebe David auf Jeſum Chriſtum ſiehet/ welchen wir durch den Glauben in wa⸗ er Buſſe ergreiffen/ auf daß wir nicht in Reu und Leyd verſintken. 3⸗ Ss V. 12. Usus Zur waren Buß wir uns ſol⸗ len reizen laſſen. Der heuti⸗ gen Welt Sicherheit. „ Die erſte Predigt 3. So weiſet auch derſelbe Pſalm auf denn euenGehe b ſam/ und lehret/ das ſolcher nicht im freyen willen des Menſchen zu finden/ ſondern er muͤſſe von Gott durch ſeinen heiligen Geſ gegeben werden: Bittet demnach alſo: Schaffe in mir Gott ein reines Hertz/ und gib mir einen neuen gewiſſen Geiſt/ ver⸗ wüff mich nicht von deinem Angeſicht/ und nam deinen he⸗ ligen Geiſt nicht von mir. Troͤſte mich wieder mit deine Hülffe/ und der freudige Geiſt enthalte mich. b Daraus wir demnach zu Nun dieſes erſten Stuͤckleins zuer⸗ kennen haben/ weil die Bußpſalme/ darunter dieſer ſechſte der aſt iſt/ dahin gerichtet ſind/ daß ſie uns nicht allein die Suͤnde zeigen ſondern auch die Mittel und Wege/ dadurch wir der Suͤnden y werden/ und in ein neues Leben ſchreiten moͤgen/ und aber ein Chriſten Leben anders nicht als eine ſtetige Buſſe ſein ſolſdaß wit uns auch dadurch zur waren Buſſe ſollen reitzen laſſen. Ge⸗ be es der vielguͤtige G Ott durch ſeinen heiligen Geiſt/ daſ ſiedeñ Nutz bey uns ſchaffen moͤgen/ ſo werden wir ſie/ dem Exempldes Auguſtini nach/ nicht allein an die Waͤnde mahlen/ ſondennalſo ins Hertze bilden und ſchreiben/ daß ſie zu Gottes Ehren und un Beſſerung/ zum Troſt des Gewiſſens/ und Pberwindungder Suͤnden in Chriſto gedeyen werden. Dahin denn uns iziger geit in alle wege zu dencken hoch von noͤthen ſeyn wil da ſo groſf Si cherheit vorgehet/ und ſo gar wenig an recht buͤſſen und beten ge⸗ dacht wird: Buß⸗und Bet⸗Tage werden zwar viel gehalten allein recht buͤſſen und beten geſchiehet wol am wenigſten. Daawan. Kiranaimoͤchte lemand ſagen: Das gilt beweiſens: Aberesdaſſf der Muͤhe nicht. Siehe nur wie es unter uns daher gehet mil den ſchaͤndlichen Simulreten und Heucheleyen/ mit dem eigen Nutz Geitz und allerhand Vngerechtigkeit/ denn wirſtu Aemonſtratio- nes genug finden. Wir auf unſerer Seiten predigen Wwar darwi der/ aber es hilfft doch nicht; Sondern da geſchiehet ihm nichla ders/ als wie unter dem Volcke Gottes geſehahe/ davon beyd Syrach am 48. cay. zu leſen/ daß/oh zwarElias unter d9 Pi ckeEb geng meldet von ih vertri klem! boten nenſ ſe/ ſo 26. T Zoltlo Gott! und nic weſen. unſere fein/5 des hel mittelſt liherE heim ein undzur⸗ Reicht! ſeku ni 2 7 hiſßer. an Ach Fangſer für Oon Phel un er ahie uͤber den s. Pſalm. n„ cke Gottes geweſen ein rechter Wundermann mit Weiſſa⸗ gen/ Zeichen und Wunder thun/ dennoch wie der Text daſelbſt meldet/ halff das alles nicht/ daß ſich das Volck gebeſſert und von ihren Suͤnden gelaſſen haͤtte/ biß ſie aus hrem Lande vertrieben/ und in alle Landezerſtreuet worden/ und ein klein Haͤufflein uͤberbliebd. Denn ſo gehets/ wenn den gottloſen gleich Gnade ange⸗ boten wird/ daß ſie ſich ſollen beſſern und Buſſe thun/ ſo ler⸗ nen ſie doch nicht Gerechtigkeit fragen nicht vielnach Buſf ſe/ ſondern thun nur fuͤrder uͤbel im richtigen Lande Eſa: Eſ. 6.v. 10. 26. Wir leſen aber/ wenn ſo groſſe Sicherheit/ Vngehorſam und gottloſes Weſen unter dem Volck Gottes eingeriſſen/ das ſie Gott dem Herrn den Ruͤcken zugekehret/ ihre Ohren verſiopfſet/ 4 und nicht hoͤren wollen/ ſo iſt daß Vngluͤck nahe fuͤr der Thuͤr ge⸗ n weſen: Eben alſo auch unter und bey uns zubeſorgen das da gleich 1 5Ou durth ſarm ſeign unſere Mauren und Poſteyen ſtarck genug umb dieſe Veſtung en moͤgen ſo rednunſuſ in ſein/ dennoch unſere Suͤnden/ Vngehorſam und Verachtung cht allan andie Wandem rr des heiligen Worts das garaus mit uns machen duͤrffte. Im⸗ mittelſt aber verzeucht Gott noch mit ſeiner Straffen/ wegen et⸗ licher⸗Gottes fuͤrchtigen denen es mit ihrem beichten buſſen und beten ein rechter Ernſt: Darbey die Langmuth Gottes zu erkennen und zur warer Buſſe nuͤtzlich anzuwenden Deñ verachteſtu den Reichthumb ſeiner Guͤte/ Gedult und Lang muth Weiſ⸗ ſeſtu nicht das dich Gottes Guͤte zur Buſſſe leitet? Rom. 2. Kom..v. 4. II. MEMBRUM. Von dieſem ſechſten Pſalm abſonderlich in gemein/ ſo iſt er ein Buß und Bet· Pſalm hebet an im Deutſchen mit 2 dem Ach. Denn er iſt voller Klage/ welche herfleuſt aus einen Iunerliche geäͤngſteten und doch bruͤnſtigen Hertzen/ daß ſich ausſehuͤttet Kehnendes, fuͤr Gott dem HErm. Woruͤber klaget deñ allhier der Pro⸗ dids varu⸗ phet und Koͤnig David/ und was iſt ihm deñ? Nicht klaget ber er zukla⸗ er alhiex uͤber Arm/ oder Vein R. Leib das im der weh 23 gen — ger kia⸗ —— N N *„ X d. —— 3—— ———— 5————— p—— 8 6 44— —— ———— — 4———————— 4 ooooooo—— — 8 3 2 4 o Diteerſte Predigt er klager auch nicht uͤber aͤuſſerliche Leyden/ und Verfolgung j wie er im dritten Pſalm uͤber die Verfolgung ſeines Sohnes Ab⸗ ſolons klaget/ fondern uͤber ein innerliches Schmertzen und ze. den. Denn es ſeynd zweyerley Kranckheiten/ welchen die Men⸗ Pfalm ig. V. ſ. 6. = ſchen unterworffen/ eine iſt eine leibliche Kranckheit/ denn ſo vi⸗ Adern ein Menſch im Leibe hat/ ſo viel und mancherley ſind auch ſeine Kranckheiten wie die Plyſici davon ſchreiben/ hiezu kommt noch/ daß wie die Sunden gehaͤufet und gemehret weꝛden/ alſo wer⸗ den auch die Straffen und die Kranckheiten/ zur Straffe derſelben taͤglich gemehret. Darnach ſo ſind auch unerliche Kranckheiten — — welchen das Hertz und Gewiſſen ſa die Seele ſelbſt unterwonfin iſt/ daß ſind die rechte ſcharffe Kranckheiten/ und iſt wol war lo⸗ liche Kranckheiten ſeind groß und thun weh/ aber die iñerliche bun gen das rechte Hertzleid. Vnd ſolche Kranckheit fuhlet nun hierde liebe David/ und klaget uͤber das rechte heimliche Leyden des her⸗ tzens und Gewiſſens/ ſo umb ſeiner Sunde willen vom Geſezund Zorn Gottes gemartert/ und zur Verzweifelung oder Mißglauden getrieben wird/ welches deñ eine Marter iſt uͤber alle Marter jats ſ der Vorſchmack des Todes und der Hollen/ davon er auch ſagetim 18. Pfalm: Es um bfingen mich des Todes⸗Bande/ und die Beche Belial erſchreckten mich/ der Hoͤllen Bandeünb⸗ ſingen nich/ und des Todes Strick uͤberwäͤltiget mich. Das iſt nun das Feuer der Truͤbſal/ welches den lieben Da⸗ vid in dieſem Pſalm ſo heiß gemachet/ geaͤngſtet und getnieben/ Uſus. darinn aber ſchwinget er ſein Hertz in die hoͤhe/ klagets von ſich ruffet und ſlehet zu Gott dem HErren. Darbey wuͦ dennzun J. Daß wenn uns was hartes und ſchweres anlie⸗ Von ſich ſa⸗get/ ſo ſollen wir den Stein vom Hertzen abweltzen das Hert gen und kla⸗ gen was ei⸗ aem fehle. laͤften/ und uns unſete Buͤrde nicht ſchwerer machen/ dennes gibt offte einen harten unſanfften Todt/ wenn man allenleh inſii fiiſt! das Hertz vom heimlichen Graͤmen und Sorgen aman 6 und obt wennde angeten Geſchn Schm zusger und h. ſo lan uns be gkraͤth auch Konig byr heft verſch len den daßm wirde Anlige glläffet gegange Zäit ſein den Tot benn er Andere Anlegen Thraͤnen Samn ſut von Tann. i aens; wolleesd Snd dan geäafet und zment ar Lmddu Kranckheden a 4 much ſo ſind utWit 8 d Geriſſenſade Ee 1 ſcharffe Kradheum/ m mnt d groß und thun deh ahed h d Jnd ſocch umherſi di get uͤder dwnck enich tcn ſo und ſeineEindewin tru trr und zur Nameftmg den en Nuurſtüaul Cn Todes und der Hollmdeen H ſh bfingm michdesTodeJ i. drecktmmich/ der hile I des Todes Strickiden un 8 Zauada Tribſäl nitt Hen⸗ n heß amache ziſ m na en hmnung P weu den HEnn. d9 8 G uͤber den s. Pſalm. Geſchwuͤr/ ſo lange daſſelbe zu iſt/ hat der Menſch vor 8 und abkraͤncket. Im Gegentheil gibt es gar froͤliche Gemuͤther/ wenn das Herz geluͤfftet und das Anliegen jemand vertrauet und angezeiget iſt. Da hat es eine Gelegenheit damit wie mit einem den Schmertzen keine Ruhe: Wenn es aber geluͤfftet und eroͤffnet iſt/ ausgeraͤumet und geſaubert wird/ alſobald findet ſich Linderung und hoͤret das greuliche ſtechen darinn auff. Gleicher weiſe ſo lange wir unſer Anliegen verhelen/ daruͤber Melancholiren und uns bekuͤmmern/ ſo lange ſind wir uns ſelber beſchwerlich/ und geraͤth mancher Menſch darob in hefftige Schwermuͤtigkeit auch wol gar in ae ſperation und Verzweiffelung/ wie das ija der Koͤnig und Prophete David wolerfahren/ und im 32. Pſalm ſel⸗ Pſal.32. v4. verſchmachteten meine Gebeine durch mein taͤgliches 5 ell⸗ len denn deine Hand war Tag und Nacht ſchwer auff mir/ daß mein Safft vertrockete/ wie es im Sommer duͤrre wird Sela: Wann wir aber unſere Noth offenbaren/ und unſer Anliegen jemand anzeigen/ da wird noch etlicher maſſen das Hertz geluͤfftet: Hierinn iſt uns mit ſeinem Exempel Chriſtus ſelbſt vor⸗ gegangen der ſagt fein von ſich was ihm fehlet: am Oelberge zur Zeit ſeines Leydens ſpricht er: Meine Seele iſt betruͤbt biß in den Todt. Am Stamm des Creutzes klaget ers auch von ſich wenn er ſpricht: Mich duͤrſtet/ und ſo haben ihm auch gethan andere Heiligen: Hanna die Mutter Samuelis als ſie ein hartes Anliegen gehabt/ iſt ſie im Hauſe des HErrn gangen/ hat mit Thraͤnen und Weinen ihr Hertz fuͤrdem HErrn außgeſchuͤttet/ 1. Samuel 1. David der koͤnigliche Prophet bekennet gleicher Ge⸗. Sam. 1. E ſtalt von ſich/ daß er ſein Hertz ausſchuͤttete fuͤr Gott im 42, Pſal. 42.v. F. Pſalm. im B0. Pſalm ſpricht er/ daß er aus der Tieffen ſeines Pſ. 130. V. 1. Hertzens zu Goteſchreye/ und daß er bey ſich beſchloſſen habe wolte es dem HErrenbeichten und bekennen im 3z. Pſalm. ſer Pſal. Dazu hat uns auch Anlentung geben wollen der ewige nen mit Sohn Gottes Chriſtus im Gebet des Vater unſers/ darin b Sü 32. v. F . 4 X —————“ —— 3———.—*.* ————————————— 8 N ———————————* — 5 ſſ————— 2—— 8 ——————.— 2. g———— 8 3 — 2 X ——— 5* 8 24—— 4 1—=——— *.— ₰ —— — — 1— 6 Dieerſte Predigt Pfatth 6. V. IO. ſeq. Luc. I1, v. 2 ſchen geiſtlich und leiblich anliegen moͤge. Dem laſt uns nun auch folgen/ laſt uns unſere Hertzen ausſchuͤtten gegen Gott/ gegen unſern Beichtvaͤtern oder ſonſt gegen einem guten vertrau⸗ ten Freunde/ ſo werden wir befinden/ wie uns hernacher ſo wo ſein wird/ nicht anders/ als ob uns ein groſſer Muͤhlſtein vom Halſe waͤre geweltzet worden. Wañ in einem Walde die groſſen Stoche und Bloͤcke aus dem Wege geraͤumet werden/ ſo gehet und faͤhret es ſich viel beſſer/ als wenn man ſie ſtehen und tegen laͤſt: Alſo wenn die ſchweren Kloͤtze und Stoͤcke der Traurigkeit vom Her⸗ tzen geweltzet werden/ da faͤhret es ſich viel ſaͤnffter/ da haißt e denn endlich: 88 Mitt Friede und Freud ich fahr dahin/ in Golles Willen/ gekroſt iſt mir mein Hertz und Sinn/ ſanfft und ſtille/ wie Gott mir verheiſſen hat/ der Todt iſt nen Schlaff worden. ö Hachamge 2. Wier auch hiebey zuerkennen/ bey welchen doch die perſonen Bußp alme ihren Nutzen am beſten ſchaffen:Mhhe die Buß⸗ harten Leuten/ welcher Hertz wie ein Amboß verhaͤrtet iſſ und Pſalm ſehr anders nicht als mit einer ſcharffen Axt/ und mit einem ſchweten autzlich. Hammer goͤttliches Zorns muß zerſchellet werden/ ſondern da fallen ſie nuͤtzlich und troſtlich bey denen Leuten die etwa ſolcheho⸗ he Anfechtung/ ſolch heimlich Leyden und Anſtoͤß des Glaubens oder der Hoffnung fuͤhlen/ die werden hie lernen/ daß ſie dem Teuffel und ſeinem Eingeben nicht zufolgen/ als ob ihrEleutzund Anfechlung die groͤſte und ein Zeichen goͤttlicher Ingnaeſet muͤſte wie denn der Teuffel ſolche Gedancken bey frommen Chri⸗ ſten meiſterlich auffzublaſen pfleget: Der David iſt unterder De⸗ kken gelegen/ und ſo warm damit zugedeckt worden/ daßerfuͦ Angſt ſchweiß ſein Bette die gantze Nacht geſchwemmet/ um mit ſeinen Thraͤnen ſein Lager genetzet/ wie ſeine ſelbſt eigen Wortlauten/ dennoch aber hat er ausgehalten. 2 mit Namen die meiſten Sachen begriffen ſein/ die einem Men⸗ b Dehhil es ſhin ſen: B zuch ni fuͤrcht her wi denn zerſch det me im us. fuͤrcht , 6 den ohn Goit d kalles lichen Leben Jace Grech Chriſen Ach ha biſſens Yarfol 6,3 deſiche ſchabf Inn pet ke Da ſolchi Hes 1 A 1 d Drze geräumetwenen venn manſieſtchemund d 2 8 un. Stüchda Lrau da ſädrat es ſich nan. 1 4 6 4 1 * A und Frudd ich ſahr de l mir mem HerzudEi Laß nir verhuſſen ha /dr Hh dicdey unkana ch d a Mußen an detn ſch 8 1 der Haswinn Aubtß hüt t emerſchufen A udt Jorns maf zmichclan Pec ad niflich bey denm lun dſe beimüchle wsd Fd 1 6 4 wwiih „111 a Fingzeden nichtzuſogn! 4. 1,4 Es- ui ouüͤber dens. Pſfaln. Derhalben wir auch nicht alſo fort bey harten ſchweren Anliegen es ſey innerlich oder euſſerliche Haͤnde und Fuͤſſe ſollen ſincken laſ⸗ fen: Bey dem innerlichen thuts alhier der David nicht er thuts 8 auch nicht bey dem aͤuſſerlichen: Im 3. Pſalm ſpricht er: Ich pal 3..*. fuͤrchte mich nicht fuͤr viel hundert tauſend die ſich umb⸗ her wieder nich legen/ auff Herr und hilff mir mein Gott/ denn du ſchlaͤgeſt alle meme Feinde auff den Backen/ und zerſchmetterſt der Gottloſen Zaͤhne/ bey dem HErrn fin⸗ det man Huͤlffe/ und deinen Segen uͤber dein Volck Sela. im us. Pſalm ſpricht er: Der HErr iſt mit mir/ darumb Plal. us.v. s- fuͤrchte ich mich nicht/ was koͤnnen mir Menſchen thun? Ein Rechtſchaffener Chriſt hat goͤttliche Krafft an ſich/ wie deñ ohne das Chriſten Goͤttliches Geſchlechts ſeynd/ Actor: 17ä. Gott der HErr machet aus Finſternis Liecht; Aus nichts kan er alles machen: Alſo auch ein glaͤubiger Chriſt bey ſeinem inner⸗ lichen und euſſerl chen Anliegen: Mitten im Tode findet er das Leben Mitten in der Armuth da findet er den beſten Schatz und Reichthumb: Mitten in der Suͤnde da findet und ergreifft er die Gerechtigkeit/ und weiß das ihm dieſelbige zu Theil wird durch Chriſtum: Mitten in der groͤſten Verfolgung hater/ und muß auch haben den beſten Frieden/ die beſte Ruhe ſeines guten Ge⸗ wiſſens/ daß er alſo getroſt frey und muhtig ſeinen Feindenund Verfolgern kan unter die Augen gehen. III. MEMBRUM. Von der Ordnung und Abtheilung dieſes Pſalmes /ſo fin⸗Des erſteen det ſich erſtlich die Vberſchrifft und Titul. Darnach ſo theilet er Bußpſalm b ſich ab fuͤrnemlich in 4. Theil Denn da finden wir vors erſt da⸗Abtheilung. tinn petitionem eine klaͤgliche Bittedes koͤniglichen Prophe⸗ ten Dav ds ſampt derſelben mit angehengten Vrſachen. Vnd ſolches indem 2.3. und 4. Vers. Zum. haben wir darinn Exclamatiouem ſein jammerli⸗ ches Geſchrey/ daß er ausrufft 199 ſich beklaget wegen Auff⸗ ſchiebung 14 Die erſte Predigt ſchiebung goͤttlicher Huͤlffe/ und dieſes im 4. 5. und c. Derg. 2. Sehen wir darinn perbolicam à Davide dtſcr iptionm alf Nt Eine ſonder liche Beſchreibung ſeins überausgroſſen Jamn⸗ auhhff mers und Elendes/ dadurch erdermaſſen geaͤngſtet wetdẽ/ deß und i auch daruͤber fuͤr groſſer Angſt/ Schweiß und Thraͤnen ſyn peſt Bette und Lager genetzet werde/ und ſolches zufinden indem⸗, aduß ihn 1 1—— ———— ——————— und 8. Vers. war iſt Endlich und zum 4. finden wir darinn Daviai⸗ per Apoſtro- lieben/ pbenimprecationem das David wider ſeine Feinde bittet umd 3 alſo im guten Theil beſſer mit ihn worden ſey/ Vrſach denndn ſien ein HeErr/ den er angeruffen hat/ der habe ſein Weinen und Flehen tes Her erhoͤret/ und ſein Gebet angenommen davon er denn Nutz haln Gottg werde/ das alle Vbelthaͤter von ihm weichen/ zu ruͤcke kehren un und zes ploͤtzlich zu Schanden werden muͤſſen/ wie ſolches in dem n Hevon und u. Vers zuerſehen. dos kurtz Diß iſt kuͤrtzlich die Ordnung dieſes Pſalms/ der wir aut im kůͤnfftigen bey der Erklaͤrung folgen werden. Uſus Beyleufftig aber wir hierbey zum Nutz zu mercken haben. Beyleuftig J. Wie Gott die ſeinen ohne Leyden und Anfechtung allhier ein nicht laſſe/ als denn ſolches nicht allein hier ausweiſet das Erem ⸗ 4 vierfacher pel des Davids/ ſondern auch anderer Heiligen/ welcher aus helly Chrihe Nutz. ger Schrifft geliebt der Kurtze wegen/ nicht anzuziehen/ und dlact nn wa Cap.12. v. 33. wol dabey/ was der E ngel zu dem Alten Tobias ſaget im n. Ca⸗ 65 . i wemed Gott lieb wareſt/ ſo kunte es nicht 1 hran⸗ ders ſeyn/ ohn Anfechtung muſteſtu nicht bleiben/ aufda PMalm dubemeh 9 würdeft gmuſteſtu nicht bleiben/ auf Aaf 4 2. Wie Gott der Herr zwar die ſeinen in ein Schwei-⸗· bad leget/ doch muß 2 nen zum bſen egenn Elach nnfünn wie zur Zeit der gifftigen Peſtilentz es nicht boͤſe/ ſondem vielmehr Nnder Gut iſt/ daß man einen gar warm zudecke/ und zum goͤßigern mae Schweiß treibe/ dadurch denn die Peſtilentzialiſche Gifft wind ig au 88 eſchw itzet/ und fuͤhlet der Menſch darxnach gleich Ahnden 14 adm wirdannn D,. Dendmäterſee zn dn kameihn wenenſc T en fanhu da ſurſen Va 14 Amzmenmendawonad n Mäte venim vachen uri aa⸗ awadamüſſn aiſech um u. ddie Ondunzdeſs Dſun 8 9 Erfläͤrung folgen veden. et wu dierdcy jam Nutzun H die ſanenodne dmdmun a oiches niht alan haman a5 9 ern auch maaa heüxnn er Kürge weaen mcht 1 Enaul uu dem Juen Tobis 88,' oet hed wareſt/ pi 8 te chtungwuftefunch T zwar dieſeium 31 anen zum beſſen* gen Peſhlens tz nichtd 1 5 mdeck W. vnen an—— 4 16 durch dm du Pefie 11 drv- dhia u nittese 4 — —— uͤber den 6. Pſalm. 1 am Hertzen: Alſo deckt unſer lieber HErr Gott ſeine Chriſten auch feſt zu/ daß ſie fuͤr Angſt⸗Schweiß ihr Bette ſchwemmen unnd mit ihren Thraͤnen ihr Lager netzen. Warumb? Sie ſollen die peſtilentziſche Gifft der Suͤnden ausſchwitzen Vrſach haben/ daß ihnen dieſelbe nicht dermal eins das Hertz abſtoſſe; So gar war iſis was S. Paulus ſaget Rom. s. das denen/ die Gott lieben/ alle Dinge zum beſten dienen. 3. Iſt zuſehen an welchen Gott der HErr am mei⸗ ſten ein Gefallen trage/ Nemblich an ſolchen die da geaͤngſtig⸗ tes Hertzens ſind/ wie auch der 1. Pſalm ſaget/ die Opffer die Gott gefallen/ ſind ein geaͤngſtigter Geiſt/ ein geaͤngſtes und zerſchlagenes Hertz/ wirſtu Gott nicht verachten. Hie von ſaget der z2. Pſalm und Eſaias am 66. und ſiehet dahin das kurtze Gebetlein/ ſo unſere Kinderlein ſprechen/ alſo lautend. Ein Hertz mit Reu und Leid gekraͤnckt/ In Chrifti theures Blut geſenckt. Voll Glaubens/ Lieb/ und guten Vorſatz/ Iſt Gort der angenembſte Schatz. 4. Wird uns dieſer Pſalm ein ſtarck Gezeugnis ſeyn/ das Chriſten Weinen und Thraͤnen nicht umbſonſt ſeyn/ Son⸗ dern was ſie mit Ach klaͤglich anheben/ das ſol mit Freuden zu Gottes Lob und ihrem Beſten geendet werden; Denn die mit Thraͤnen ſaen/ werden mit Freuden erndten/ ſiehet im6. Pſalm von welchen und dergleichen bey folgenden Predigten Zweiffels frey mit mehren wird gehandelt werden. Gebe der vielgutige Gott/ daß wir dieſes dermaſſen moͤgen angehoͤret haben/ das es Frucht bringe in unſern Hertzen/ und wir als Kinder des ewigen Lebens ſein und erfunden werden moͤgen: Zu welchem ewigen Leben/ Mir/ Euch und allen ver⸗ helffen wolle Gott Vater/ Sohn und heiliger Geiſt/ AMREN⸗ 2 Rom. 8.v.25 Pfal. Stενv. Deaander Predgg ees. Die andere Predigt/ Annoe 164: Dber den V J. Pjalm d on dem Tituſ und überſchrifft. Ein Pſalm Davids vorzuſingen auf b 8. Seiten. EXORDIUM. Jeſer jetzt verleſener Pſalm wird ge⸗ 8 5 „* — Bedeutun⸗ das 1 Hen wae 6 jemand wiſſen moͤchte/ was denn heiſſha BVSST ⸗ 4 4 Wort Buſſe/und ob es auch dieſem Pſalmbeg⸗ ind ON zulegen? Bey uns Deutſchen hat die Buſſ Hebræiſcher den Namen von huͤſſen/ welches noch aus den meiner weiſe genand ein Buß⸗Pſalm: Dae Lateiniſcher blinden Pabſtumb herkommen /da man den Leuten eine ſuifi⸗ und Griechi⸗ on; eine Buſſe oder gewiſſe Straffe auffgeleget hat/ damitſiſſi Lerac ihre Suͤnde buͤſſen und bezahlen ſollen. Welches denn ganie prach, rig iſt/ und wider das theure Verdienſt unſers Heylandes laͤfftt. Weill man aber wegen det Woͤrter kein Gezaͤnck ſol anfangenn als behalten wir annoch in unſerer Kirchen den Namen Bllſſe) nicht zwar im Paͤbſtiſchen/ ſondem Chriſtlichen und Apoſo ſchen/ Verſtande/ als das es ſo viel heiſſe als die Reu und Schmertzen/ ſo ein Menſch uͤber ſeine begangene Sundennig Eigentlich wird die Buſſe in der Schrifft genennet die Belch⸗ AA26.v. 5.*ung eines Sünders/ wie denn der HErr JEſus ſprichtia Paulo Act. 26. Er ſende ihm unter die Heyden daßſieſſch bekehren von der Finſternis zum Licht/ und von der Se⸗ walt des Satans zu Gott. b b In welchem Verſtande die Buſſe auch in Hebreiſche Sprache genennet wird/ 12 ie oder † 3 t das heiſſtt ſo ul als eine Vmbkehr ing und Widerkehrung/ in welchen Wu⸗ en ein ſchoͤnes Gleichnis verſteikt iſt von verirreten Porun b en Denn mus er. kömmt und D gleichſo kehren ten un ben/ da ſieſich ſechöch werden ſchff 4 das iſt/ Wagen das Ge vos Ge nichtw man ſi und M. ſiet qu⸗ felbſt in dig erke het/ bey uns wen ige vorß D. ¹ uiran0, ue aen küg vi ewenn verwande 441 1 . 5 ö 2 8 Q2Q228 3„ 2 88 eſe ſezt derlſſner l a 3 xmer nalſegwand ein Bu In mand wiſen ncht d 5. Den Buſemd des ah eß alegen? Bo ms Dauſt i en Namen penhäſſe we 9th. derkemmendanmdenle r6 g gewiſſe Snaſeufzieg den n und dezahlen ſolm. Pt Seng us theute Adimſtmirs 8 wem der Wenr ien d rilai mnoch in Wfad Kraͤn 1 Sen r 89 dig erkenne Daraus erſcheinet wie ernſt und ſcharff es daher ge⸗ 6 As ds s b e . 4 3 7 N ibe n. de Duſſen da Eit ge vorhanden ſeyn. aders wie denn dar a Die Griechen nennen die Buſſe mit zweyen Namen/ als Er ende im utnie. aer4„ae, das iſt eine Klugheit nach begangner Thotheit/ 4 der Fuftrris zumbe rm aen, peft factum ſapene, wenn man nach gethaner That s zu Gott. a klüger wird und erkenner daß man uͤbel gethan und geſuͤndiget ha⸗ — Vaſtande d 349 oſt be wenn man auch daſſelbe ihm laͤſſet leyd ſeyn/ das Gemuͤthe un verwandelt und Luſt hat hinfuͤro von ſolchen Thaten abzulaſſen. 4, sraut Asr, d heiſt eine Sorge oder Schmertzen Matth. 21. v. 29. deuteis in ſolch Canriau oder mnum ſo beydes mit Wanahn 8 Die ander Predigt. wenn man gerne ſehe und wuͤnſchete/ das ein Ding/ wenn es ge 2 ſchehen nimmermehr moͤchte geſchehen ſeyn. In dieſem Per⸗ ſtande wird es gebraucht/ Matth 21. Da geſaget wird von einem Sohn der Vater habe ihn heiſſen arbeiten in ſeinem Wein betge er aber habe erſtlich geſaget er wolle es nicht thun: Aber 954, usraus εεαια darnach reuuet es ihm und gieng hin. Hienn erſcheinet/ daß auch ſolche aeran und u⸗rautaea muͤſſe bey uns zu finden ſeyn! wollen wir anders ſein vechtſchaffene wan bußfertige Chriſten. Worzu uns denn nicht wenig Anlaß gibt gegenwenzzen ſechſter Pſalm/ und darumb nicht unbillich ſampt andern detgie chen ein Bußpſalm zunennen. Wann wit denn denſelben am naͤhern von auſſen angeſ⸗ den/ da wir gerdet. J. Von den Buß Pſalmen in gemein. 2. Abſonderlich von dieſem ſechſten Pſalm in genen. 3. Von der Ordnung dieſes Pſalmes Als wollen vit anitzo den Anfang machen ihn von innen zubetrachten/ da un denn zu aller erſt vorkommt Kuperſcriprio der Titul oder uͤber⸗ ſchrifft dieſes Pſalms/ alſo lautende Ein Pſalm Dalge vorzufingen auf acht Seiten. Welchen Titut wir nichtſo ſchlecht vorbey paßiren laſſen koͤnnen: Zumal weil er uns u Erweclung Chriſtlicher Andacht nicht wenig gereichen wird. Be⸗ reitet eure Hertzen und ſeufftzet zuvor mit mit alſo: Hilf Hett hilff/ laß wol gelingen/ dir zu Ghren und denn auch zu unſer allet Heyl und Seeligkeit/ Amen. ILIRACTAII. Elangend den Titul oder uͤberſchrifft dieſes ſechſten Pſal () nes lautet derſelbe aſo:; &☛ Ein Pſalm Davids vorzuſingen auffdlcht ſetn J. Saget der Titul: Ein Pſalm: In ſeiner Sptachle 4+ Stuttt ſungen dpſde und ge ſchr n wende oder geſtre welch aͤbetd Cauns ℳ fiſehh Pnd den pe Tom. allen Prede met n das d im P. ſagt w Pſaln dern ge der Gla dnd leg ReMet drumd, ſowehn dahar nachſo Ordnungdirſes pfama t machen ihn veninnanzub e t orfommt erſopreder Fa alms/ ſo auunde Ei d acht Seuen. Wathe Kun apurn luſſen kömmen⸗dl d a ucher Ardache nichren n 1mnd ſauftet urerming d dumn du r Ehimnudmn ut lau Amen. 1 uͤber den 6. Pſalm. 19 Stimm und auf Mußccaliſchen inſtrumenten kan oder mag ge⸗ Werbran⸗ ſungen werden. Als denn auch in der Haupt⸗Sprach das Won Wasdas o davon oſd Pſalm hie gefuͤhret wird/ ein ſolches bedeutet/ WoꝛPſalm und geſetzet wird. 1. Par: 16. Eſa 12. und ſind unterſchiedliche ſey und heiſſe ſehr nachdenckliche Wort ſo in der Grundſprachen gefunden werden/ wenn von den Pſalmen und Geſaͤngen/ geſaget wird. Gerhardus Es iſt aber ein Pſalm ſo viel als ein Lied oder Geſang in harm: oder Bekaͤndnis darinn Gottes Lob und Ruhm heraus Hiſtor: E- geſtrichen wird. Hiermit denn auch uͤbereinſtimmel Auguſtinus, vangel: de welcher die Pſalmen oder mnos Gottes Lob nennet/ wenn er paſſ: Chri: uͤber den 72ten. Pſalm alſo ſchreibet: Hmni ſunt audes PElcumk B Cauntico,& /1 lAues, Er on fit DEl, non eſt hmnu⸗. ſ1 fu laus, & DEIlaus,& non cauratur, non eſi ymnus, Oportet ergo, ut, ſi ſit mnus, babeat bæc tria-& laudem,& Dei,& Canticum. Vnd das iſt auch die Meinung des HErrn Lutheri wenn er von den Pſalmen oder ſingen reden in ſeinem dritten Wittenbergiſchen Tom, uͤber den us. Pſalm: Singen/ ſaget er heiſſe ich hier nicht allein das doͤhnen oder laut⸗ſchreyen ſondern jauch eine jeglichel uch: tonc⸗ Predigt oder oͤffentlich Bekaͤntnis/ dadurch fuͤr der Welt geruͤß⸗ irip⸗ met wird Gottes Werck/ Gnade/ Huͤlffe/ Troſt/ Sieg und Heyl das denn ſolch ſingen meinet der hellige Geiſt/ wo hin und wieder im Pſalter und in der Schrifft von ſingen! Liedern/ Pſalmen ge⸗ ſagt wird/ wie David ſaget: Der HErriſt meine Macht mein Pſalm und mein Heyl. Denn Gott wil von uns in ſeinen Wercken und Wun⸗ dern gelobet/ geprieſen/ geehret und bekand ſeyn/ wie denn auch der Glaube thut/ und kan nicht ſtillſchweigen/ er muß das ſagen und lehren das er von Gott haͤlt und weiß/ Gott zu Ehren und die Menſchen zu lehren/ wie der no. Pſalm ſpricht: Ich glaͤube darumb rede ich und wo er nicht heraus fuͤhre/ redet und bekennele ſo wehre es nicht ein rechter Glaube/ wiewol er daruͤber leydẽ muß/ daß er verflucht und verfolget wird: wie bald im ſelben Pſalm her⸗ nach folget: Aber ieh werde ſehr edenat SDarhegen hater de 2e wiederumb einen Helffer/ der ſeyn Heyliſt: Das ſolch vetfolgen doch nicht Sehaden/ ſondern zum Heyl fordern Uſus 2z. Membri. Die Pſal⸗ men und Ge im Müde zu OieanderPredigt ſind Wort des HErrn Luthers b muß. Diß allls Vns demnach zum Exempel der Nachfolge es dienen ſol daß wir uns auch zu ſolchen Pſalmen/ Geſaͤngen Loben ſänge gerne Und Bekaͤntniß Gottes gerne gebrauchen laſſen. Deñ muſ viel und ma neherley Wolthaten werden wir ſtuͤndlichen und taͤg ⸗ fuͤhren Auch lichen von Gott uͤberſchuͤttet/ beydes an Leib und an der Sealct/ weñ und auf daß/ wenn wir Augenblicklichen auff unſern Knien legen mitl⸗ was weiſe. ben und dancken/ und einen Pſalm nach dem andern aus feunger Andacht daher bereten/ wir ihm doch zu keiner Zeit es gnugſam verdancken konten. Denn was das keibliche belanget/ ſo hau uns nicht nur allein erſchaffen/ ſondern da ernaͤhret und erhat uns auch/ bewahret uns fuͤr allerhand Kranckheiten und Gefaht und ſo wir darxein gerahten/ reiſſet er uns wiederumb heraußſer gibt uns langes Leben/ und was dazu gehoͤrig Kleider/ Schue Eſfen Trincken/ Hauß/ Hoff ete. So thut er auch unſerer Seelen wol in dem er uns/ weil wir taͤglich viel ſuͤndigen/ und wol eitel Sun⸗ fe verdienen/ dieſelbe vergiebet/ ſintemal er nicht handelt nachun⸗ ſern Suͤnden/ und vergilt uns nicht nach unſerer Miſſethat/ und wir demnach dillich auszuruffen und zuſprechen: Lobe den Her⸗ ren meine Seele und was in mir iſt ſeinen heiligen Namen/ lobe den HErren meine Seele und vergiß nicht waser dir gu ts gethan hat/ der dir alle deine Suͤnde vergibt/ undhei⸗ Pſalm. 10 let alle deine Gebrechen/ der dein Leben von Verderbener⸗ kal. 3. fet⸗ der dih ranet mit Snade und Barmngerhtatae deinen M roͤlich machet und du wieder jung wirſt wwie Q⸗ſtiones ein Adler. P ai,„ nd wit er ing S. Haerbey fraget es ſich. 1. Wenn denn und zu welcher Zeit ein rechter Chriſt ſich zu ſolchen Pſalmen/ Geſaͤngen und geiſtlichen Liedern/ Gott den HErren damit zu loben und zubekennen/ ſolle gebrauchen laſſen? Antwon: Al⸗ zeit. Die Nachtigal ſinget zwar ſchoͤn/ doch nur zu ihrer zeuiſa ——— ſ ———— 2 Zeltit und ge denn iſ Ich inme Eyhe ſers 0 5 des heit v ter Er len un Icyoff len Ch Hene hallen Vng. wir n rion d deſt E rabten nriſſettruns wider ec nd n dan gäng Aed D Hefae. Sothamuchm ith wu taͤgüch retſtengmun 18t vergeedet ſmiemianch M ocraituns nicht nhmſt Ah aus umfenund ufenen don und was amtritſena lnt meine Seatt un inl d der dr aledeine Sunt grchen derdem edento 1 nami Gmadeunör h ans für alerhand Kunche h und geiſiliche Lieder im Munde fuͤhren allezeit. Des Vorſatzes/ denn iſt/ derKoͤnig und Prophet David im 4. Pſalm da er ſpricht: Ich wil den HErren loben allezeit/ ſein Lob ſol immerdar Epheſern am 5. Dancket allezeit Gott und dem Vater un⸗ ſers HErren Jeſu Chriſtt. Es iſt ein koͤſtlich Ding/ dir/ O HErr/ dancken und deinen Namen loben du Hoͤchſter/ dee Morgendes deine Guͤte und des Abendes deine War⸗ heit verkuͤndigen. ꝛ. Pſalm. Da denn jemand ſpraͤchen moͤch⸗ te: Es gehet mir nicht darnach daß ich viel pſalliren/ Gott dan⸗ cken und loben koͤnte/ wenn mir aus dieſer und jener meiner Noth geholffen wuͤrde/ das waͤre lobens und danckens werth/ aber ſo ſol⸗ len Chriſten nicht gedencken. Denn die haben Vrſach Gott den HErren zu loben und zu dancken/ mit Gebet und Pſalmen anzu⸗ halten zu guter und boͤſer Zeit. Denn Kommt doch auch das Vnglück vom Herren/ und die Guͤte des Herren iſts/ das wir nicht gar aus ſeyn/ darumb wir ihm auch fuͤr die Modera. eion der Straffe zu dancken haben. Gehet dirs demnach uͤbel/ lei⸗ deſt Schaden in deiner Nahrung/ wirſt des deinen beraubet/ und uͤber den. Pſalm. a1 Zei im Jaßr. Aber der Menſch ſolſeine Pſalmen/ Geſaͤnge/ Eph..v. in meinen Munde ſeyn. der Apoſtel Paulus Vermahnet zum ſo fort: lobe und dancke Gott/ das er dich ſo vaͤterlich gezuͤchtiget/ p n. 6. ſprich mit dem David: Bonum oſt mibi quod Caſtigaſti me. Sprich mit dem Hiob: Der HErr hats gegeben/ der HErr hats genommen/ der Name des HErren ſey gelobet. Item aus dem us. Pſalm. Ich wil den heylſamen Kelch des HErren nehmen und ſeinen Namen Predigen. 2. Ob man denn ſich ſo eben an gewiſſe Pſalm/ Gebet und Geſaͤnge zu binden/ da man Gott loben und bekennen v. 13. wolle? Hierauff zu wiſſen vors erſte/ daß nicht unrathſam/ und Moſe. 6. wol vergoͤnnet/ daß man ſich gewiſſer Formulen der Gebete ge⸗ brauche/ maſſen im alten Teſtament Gott der Herrr ſelber eine ge⸗ wiſſe Segens Form vorgeſchrieben im vierten Buche Moſe am 6. alſo lautend: Der HErr ſegne dich und behuͤte dich/ der Herr V. 2 4* 1. c. u. v.. gelehret eine gewiſſe Art zu beten/ davon beym Lucan Jadie gan 22 b Die ander Predigt derr erleuchte ſein Angeſicht uͤber dich und ſey dir gnaͤdig Herrerf erhebe ſein Angeſicht auf dich und gebedir Fria ed Im neuen Teſtament hat der HErr Chriſtus ſeinen Juͤngen Davdd nercker 2. Timoth z. ze heilige Schrifft iſt nuͤtze zu lehren 2, Timoth: 3. Vnd habnn ͤdei wir ader in der heiligen Schrifft gar viel Gebet der Heiligen ſon aus derlich ſind da die Pſalmen und Gebel des koͤniglichen Prophenn haͤte Davids/ wer wolte demnach verneinen als ob ſolche Formenund ſies ge gewiſſe Art zu beten nicht zugebrauchen? Darnach ſo ſin gu iche viel einfaͤltige/ ſo der Schrifft nicht erfahren/ noch alſo darinn geie⸗ hei 4. bet/ daß ſie von ſich ſelber ihr Gebet zu Se⸗wzſeren wuͤſien. Hebran ganG 7. Denen iſt ja freylich von Noͤthen das ihnen vor andem/ wiiſſ ein fel vbeten ſollen/ vorgeſchrieben werde/ wie wit deſſen ein Exemyaio Zunge ben an den Juͤngern des HErren Chriſti/ da die Anfangs inguitx meine lichen Sachen noch ſchlecht erfahren/ traten ſie zu ihren henm ne A u„ und Meiſter Chriſto bitten denſelben daß er ſie wolle lehrenbeten. wolſer Tus. n. wa. Luk. uund wud daſelbſt gemeldetſdas auch Johannes dera uffe deine hierinn ſeine Junger gelehret. det de Diß gber darbey zu mercken daß die/ ſo gewiſſen Formulen oid in zu beten ſich gebrauchen/ nicht nur allein an die Worte ſichbin⸗ Sch den/ und nicht einmal wiſſen was ſie beten/ ſondern nur ſo nalh der(Chr Larve dahin beten wolten ohne Verſtand und Andacht /wie u⸗ Matt bel Gotte dem HErren ſolches gefalle/ zeiget der HErr Chrſſuus vche 8 298 wv.aus den Propheten Eſaia. 9: beym Mattheo ami. Dih Dolck nmju nahet ſich mit ihrem Munde/ und ehren mich mit ihren führet Lippen/ aber ihr Hertz iſt fern von mir. ſinnig/ DP hber das iſt zu wiſſen/ daß die in heiliger Schriftdeimaſ⸗ yiſen 55 erfahren, daß ſie vor ſich ſelbſt fuͤglich ihre Noth und Anlegen fuu⸗ olt dem Erren fuͤrtragen koͤnnen/ daß denen anhein geſiellet aſe und auch nuͤtzlichen ſey ihre Seufftzen und Gebet Gott den äundſe HErren vorzutragen/ nach erforderung der Sachen/ wie ſie ſel Dod oͤnnen und muͤgen/ wie ihm denn die Heiligen beydes im alin 68,93,1 und neuen Teßtament alſo gethan/ und auch ohne das/ wie ma pfleget zu ſagen/ die Ndoth beten lehret. So viel vom eiſin ſca iir Oeda 69a 1 ich von Näthen asſunt M ades Henen Cheſtdae zan d ſchecht afthem aunſi uit d dinen denſetdendaßaſut Wn ſeddſt gemedandaß ua e det cnrtt. 1 rdey zu marckendaßdeſogt Fiſw auchen, ncht mr alenay Tiß 4 wiſſcn Ta* ſu deun ſor aht woum ehn Daüm ul W Emenſochesgjult un 8 Ern 9: bcpm Matho 1 Herzü 2“9 uͤber den s. Pſalm. 2 71. Wird dieſer Pſalm genandt Ein Pſalm Davids. II. Mem⸗ Mit dieſen Worten werden wir verſichert das dieſer Pſalm des brum⸗ 4 Davids und nicht eines andern ſey. Da denn hierbey wol zu⸗- Die Autori- mercken/ daß wir die Wort allhier/ und ſo offt in Pſalter geſagt ret der wird ein Pſalm Davids/ rcht verſtehen/ nicht als ob ſie David Pſalimen aus eigenen Kopff genommen/ oder aus der Vernunfft geſponnen Oavids⸗ haͤtte/ ſondern daß er ſie aus Eingeben Gottes des heiligen Gei⸗ ſies geredet. Denn der Prophet David nicht ſelbſt der urſprwuͤng liche Meiſter iſt der Pſalmen nach eigener Vernunfft und Weiß⸗ heit/ ſondern er iſt ein onganon, ein Werckzeug Gottes des heili⸗ gen Geiſtes: Wie er ſelbſt ſaget Pſalm: 45. mein Hertz dichtet Plal. 45. v.z. ein feines Lied/ ich wil ſingen von einem Koͤnige/ meine Zunge iſt ein Griffel eines guten Schreibers. Dieſe Wort: meine Zunge iſt ein Griffel eines guten Schreibers/ ſind eine Außlegung der erſten: Nemblich Davids Hertz das dichtet wol er ſinget auch wol aber nicht eiwas aus der Vernunfft/ ſon⸗ dern er leihet Mund und Zunge Gott dem heiligen Geiſte/ der re⸗ det durch ihn/ wie der HErr Chriſtus auch klaͤrlich zeuget/ das Da⸗ vid in dem Geiſte geredet habe/ da er den no. Pſalm wider die Schrifftgelehrten anzeucht/ und alſo ſpricht: Wie nennet ihnn (Chriſtum) denn der David im Geiſt einen HErren; Matth. 22. Siehe da haſtu nun die preceptorem und Lehrmeiſter/ Matth. 22. welcher Davids/ die Pſalmen zu dichten ſeinen Mund die Pſal⸗“ 5 men zu reden/ ſeine Feder die Pſalmen zu ſchreiben regieret und ge⸗ fuͤhret hat/ nemlich Gott dem heiligen Geiſt’ der hat ihn ſo ſcharff⸗ ſinnig/ und in vielen Dingen ſo ſcharffſichtig gemacht/ daß erin præſenti als in Gegenwart fuͤr Augen ſiehet/ was noch kuͤnfftig in fururo geſchehen ſol/ wie in allen einen Weiſſagungs⸗Pſa⸗/ men zuſehen iſt ſonderlich in denen/ ſo da handeln von Chriſto Je⸗ ſu und ſeinem Reich/ welches doch wol erſt nach 1000. Jahren/ da Dasvid laͤngſt geſtorben/ geſchehen iſt/ wie hievon zu leſen der 2.ꝛ2. 68, 93, und viel andere mehr Pſalmen. Welches ob. 3. v. 4: gegeben/ Job. 3. “ Die ander Predigt UſusSsecun- buch des Koͤ⸗ nicht aus der Vernunfft geredet und geſchrieben worden, denn in niges— Gottes und Glaubens ſachen zu reden und zu ſchlieſſen/ die Man⸗ Proyge en nunfft keinen Raum noch Stat haben kan. Vnd laſſtnuns zoͤttliches alſo deswegen ſeine Pſalme ſo viel deſto mehr angelegen ſein ſon⸗ Welehes uns denn dienen ſol den gantzen Pſalter dis di Membri Koͤnigs Davids auff und anzunehmen als Gottes Wort)/ das Pſalter⸗ weil er durch den David aus Eingeben des heiligen Geiſtes und und für an⸗ derlich der Vortreffligkeit[halben/ ſo ſie haben fuͤr andan andern ein Schrifften. Denn gleich wie Gott der HErr die Steinen am vortreffli⸗ Himmel ſolcher geſtalt im Werck der Erſchoͤpffung unterſchieden ches Buch. daß er einen Stern vor den andern mit groͤſſerm Liecht und Kian heit gezieret/ wie er auch in einem ſchoͤnen Luſi⸗Garten mancſa⸗ ley Blumen laͤſſet wachſen/ da eine vor der andern mit ſchann Farben lieblichen Geruch und groͤſſern Kraͤfften iſt begabet: N haͤlt ers auch in ſeinem Kirchen⸗Himmel und Lnſt⸗Garten ſeines Gnaden⸗Reichs auff Erden in demſelben ſind zwar alle widage⸗ borne und glaͤuͤbige/ ſonderlich aber Lehrer und Prediger/ amalle⸗ meiſten die heiligen Propheten/ und Apoſiel helleuchtende Emn⸗ Phil. z.v5. nen. Phil. 2. v. 15. Apoc. 1, E 12. v. 16. und wolriechende Wi Aoner dans men/ Pſalm: 92. Die gepflantzet ſind im Hauſe des HEumn. 1a, Hze veI. und in den Vorhoͤfen unſers Gottes gruͤnen; Jedoch iſt einer bon dem andern mit groͤſſern/ herrlichen und maͤchtigen Gaben des Geiſtes gezieret und ausgeruͤſtet/ von dem geringſten Lehteran biß auff den allerhoͤchſten/ von allen Gliedern dieſes geißlichn Leibes an/ biß auffs Haͤupt deſſelben/ welches iſi Chr ſens dr Apoc. 22. helle Morgenſtern. Apor. 22. Die Blume zu Haaronunddie v... Roſe im Thal Cant. 2. Welchen Gott nach ſeiner menſchli⸗ Cant zvaé. chen Natur geſalbet mit Freuden Oel/ mehr denn ſene Pſal. 45. v.„. Geſellen/ Pſalm: /. Vnd ihin den Geiſt nicht nachdem Maß Dannenhero findet ſich nun auch dieſe Vngkeithetinde Prophetiſchen und Apoſtoliſchen S chrifften/ daß ob wwardiſ 4 slleſampt aus Eingeben des heiligen Geiſtes von den 5 Mäͤnu eingtg Biſſe Muſſ geſche den eit ein lie aus de Schoi mehne anbi5 chen K achtet/ deſſebe chen au in derſ Alte 8 dunm 4 Selg Geſeb⸗ Gaub Uur him kcgriffen B ihe ruͤß th Sc na weh Theay In hernihen kes feine denachen “ 4 9 „ NAA 3 Kach wir Gou da hE gn 1* 44 ma nem Kuchen⸗Himmeiad( Him uf Emen i denſchanſind n n 4 8. *„ 36. 4 1. d. 0. und 4 aepflnast ſud n f 4 gangseſm. A 4 4 4 * * Aernnet do mat 21 1 E “ G 2 64 .** 1 den e 9 . aieiffen IA pe e Didum unt„Welche Gocti 1 emif 1 mwe NAIINM X fuij 1 ud dm deSen 3 1 * 4 V 1 8 4 Sda . denen duſe n Tachſen/ da tne terda e Hauch und gueſſem Kuft h dn n Gtan ſ ur himmliſchen Weißheit gehoͤrig/ kuͤrtzlich und artich darinnen begriffen. b 1A— 4 83 ℳ 1* * 4* 42 3 85 mwad ſicl 1 ö“ r3n* e 3 2 8 4 oaͤber den Pſalin eingegeben/ nnd nuͤtzlich ſeyn zur Lehre/ zur Straffe/ zur Beſſerung/ zur Züchtigung in der Gerechtigkeit/ das ein Manſch Gottes ſey vollkommen zu allen guten Wercen geſchickt: 2. Timoth. 3. Nicht deſto weniger in etlichen derſel⸗ 2, rim.. den ein groͤſſenes Liecht goͤttlicher Erkaͤntnis herfuͤr leuchtet/ und v. 7. ein lieblicher ſtaͤrcer Geruch goͤttliches Troſtes heraus gehet als aup den anden. — BWmer ſolehen vortrefflichen und fuͤr andern hertlichen Schrifften altes Teſtaments wird billig der Pſalter Davids ge⸗ reehnet/ welcher von den Zeiten deſſelben koͤniglichen Prophelen an diß auff dieſe Stunde/ in der Iſraelitiſchen altes/ und Chriſuli⸗ chen Kirchen neues Teſtamentes jeder Zeit theuer und werth ge⸗ achtet/ alſo auch im finſtern Papſtumb/ da der rechte Verſtand deſſelben bey nahe verloren geweſen/ dennoch dieſelbe in der Kit· chen auch von denen/ ſo die lateiniſche Sprache nicht verſtanden/ in derſelben taͤglich geleſen und geſungen worden.“ Von dieſem Pſalterbuch kan geſagt werden/ wie auch der alte Kirchenlehrer Bafuus Magnus dafur haͤlt/ daß es ſey Compen- Tum univerſe Teologie ein kurtzer Begriff alles deſſen was zur Seligmachenden Erkaͤntnis Gottes gehoͤrig/ weil die Lehte des Geſetzes und Evangelli von Gottes Weſen und Willen/ vom Glauben und guten Wercken/ und in Summa von allen was Billig und mit Warheit kan man von den Pſalmen Da⸗ vids ruͤhmen/ das ſie ſeyn na d⸗ne/o& Scola coeleſtis ſcientiæ, eine Schule darinnen wir die himmüſche Weißheit lernen koͤn⸗ nen/ wel Gott in derſelben lehret und unterrichtet; daß ſie ſeyn Tbeatrum providentiæ, Sapientie& omni poteuriæ dipinæ, ein herrlicher Schauplatz/ darinnen uns die heilſamen Wercke Got⸗ tes ſeiner Regierung/ Weißheit und Allmacht anzuſehen und kit⸗ 3 H etrachten vor Augen geſtellet werden/ wellder koͤnigluche Prophes d Dapvſd Maͤndern Gottes berfaſſe/ ⸗Pet⸗ und alleſaptvon GOtt. 65 Dieander Predigt Daovid ſo offt und viel von dem Werch der Schoͤpfung/ Etha tung und wunderbaren Regierung aller Ding/ von goͤtllicher Et loͤſung aus Gefahr/ Noth und Angſt/ von gerechter Beſtraffung der Feiude Gottes/ und ſeines Volcls darinnen handelt; Das ſi ſeyn Heculum gratiæ aivina, ein ſchoͤner Gnaden⸗Spiegel da⸗ rinnen eine heilige glaͤubige Seele das holdſelige Angeſich: Got⸗ tes des himmliſchen Vaters ſehen und erblicken kan/ well Dawi mit ſo hertzlichen Worten von der Gnade/ Guͤte und Bammhe⸗ tzigkeit Gottes darinnen offtmals redet; Das ſie ſey vantinumn de perſona&õ oſficio Meſſie eine ſonderbare deutliche Weiſſagung von der Perſon und Ampt des Me ſe, weil David ſo offt und v von der waren Gottheit und Menſchheit des verheiſſenen Aſ von ſeiner Geburt/ Leh/ Leyden und Sterben/ Aufferſtehen yin⸗ melfahrt und Sitzen zur Rechten Gottes handelt/ das vorihn dergleichen klare Weiſſagung von keinen Propheten herfürge⸗ bracht/ davon er ſelber im Geiſt alſo redet. 2. Sam. 23 Es ſplach David der Sohn 74i, es ſprach der Mann der vonden Meta des Gottes 7aco verſichert iſt/ lieblich mit Pſalne Iſrael; daß ſie ſeyn Pelagus pateurirſimum in quo ineninyeſ funt pretioſe magaritæ ein weites und breites Meer/ darinnen bii koͤſtlicher Perlen goͤttlicher Weißheit und goͤttliches Troſtes u⸗ befinden/ weil nicht leichtlich eine Noth und Anfechtung inem frommen Hertzen mag begegnen/ dawieder nicht ein beſonden Troſt in den Pſalmen Davids zu finden; Das ſie ſeynyrumn uaviuſimum, in quo inveniri poſſunt flores pietatu ſtust ih ſchone Wieſe/darauff vielherrlicher wolriechender Blimen der heiligen Gottes⸗Furcht und Gottſeligkeit/ weil viel hertlicher Vermahnung zu allen C hriſtlichen Tugenden ſind darinnen ver⸗ faſſet Da findet man das Viol⸗Bliunlein der Demuth/ Roöͤſelein der Liebe/ die Lielie der Gedult und dergleichen ſchi⸗ ne Blumen; Das ſie ſeyn indicinm& anatomia affeltuumb Bnotuum anime: Eine Offenbarung der Gedanclen und innt hen Dewegungen walchedir Heltgen in hren Herten enßſn benänf den San Chriſlih yr w. den dabe der Blbe mennt ſe mit g Gottſe und wet auff und ſenlals! vorgene Jleſß ſu E ts ſey ein che nicht ſpt,] werden 8 das dey angezein der Saͤ guker B Buch de Stam dſeſeben lemon, fn Pſac ni die vonzſing Uber den s. Pſalwm ai den davon der Herr Lutherus in der Vorrede uͤber den Pfalter in 1en nn der Bibel alſo ſchreibet: Der Pſalter bildet uns nicht ſchlechte * Nemenne Rede der Heiligen fuͤr/ ſondern die allerbeſten/o ie mit groſſem Ernſt in der allertrefflichſten Sache mit Gott ſeiber geredet hahbbboeoen. 1 Welcheo alles den Pſalter Davids uns angenehm/ lieb und werth machen ſol/ daß wir denſelben als goͤttlich und herrlich auff und annehmen uns denſelben dermaſſen angelegen ſeyn laſe ſen/ als unſer taͤgliches Hand⸗ und Bet⸗buch/ und die darinne vet⸗ Lehene gottich und vielfaͤltige Weißheit mit allem Ernſt und en Fleiß ſuchhhn. Qãʒueſt. Die 5 1ne tn Es fraget ſich aber allhier der uͤberſchrifft halben/ ſo da ſaget Runerlen nSiaa fn es ſey ein Pſalm Davids/ wem denn ſind die Pſalme/ wel⸗ Titul und en zan Aechen Gease gin che nicht von David die uͤberſchrifft haben/ ſondern von Vberſchrifft Deiſſagung din fenmn D eh Mapb, Jeditbum, Heman, Etban bder Korab Kinder genandt der Pſalmen en un HeſtaſbndanS4s h werden/ wil denn daraus folgen/ daß/ weil Feniche Dauſde wie ſie zu⸗ an ſind/ ſie auch nicht die ⸗utboritatem und Wuͤrde haben/ wie verſtehen. die Pſalmen Davids? Antwor: Es iſt nicht unnoͤthig daß das beyleuffig alhier erinnert werde/ da denn zuwiſſen/ das die ſo angezeigete Namen oder Perſonen nicht ſind der Meiſter ſondern der Saͤnger oder Saͤngmeiſter uͤber dieſelbigen Pſalmen davon guter Bericht zu nehmen aus den 25. und 26. Capitel im erſten Buch der Chronicken/ da geſchrieben ſiehet/ das David aus dem Stam Levi und Aaronis geordnet habe 288. Muſico⸗ und uͤber dieſelben hat er 3. Oberſten geſetzet als den Aaps, Jeditbum und Hemon, welche die Aifloria daſelbſt Propheten nennet /mit Hauf⸗ fen/ Pſaltern und Cymbeln Denſelbigen hat David die Pſalmen unter die Saͤnger einem jeden nach ſeiner Art auszutheilen und vorzuſingen/ geordnet/ und fuͤhren alſo dieſelbige Pſalmen ihre überſchrifft nicht von dem Meiſter der ſie gemacht/ Sondern von den Saͤngern/ welchen ſie vorzuſingen geordnet ſind. Dieſes Ehriſtlichen Zuhoͤrern zum kurtzen unterricht nicht unangenehm ſeyn wird/ auf das der Pſalter ſeine Autberitatem und Wuͤrde 8 D billich r. Die ander Predigt billich bey uns als Gottes des heiligen Geiſtes Wottund Wes In. Mem⸗ behalte bafuͤr wir auch Gott zu dancken. 3 III. Hernach lauten die Wort des Tituls uͤberdieſen Pſam b neom r Ein Pſaim Davids Vorzuſingen auf acht Seiten Dearn nung wie die ken Pſalms uͤberſchrifft ſaget in gemein: Ein Pſalm Davne Pſalmen vorzuſingen auf Seitenſpiel/ aber dieſe uͤberſchrifft vorgeſungen Leaie auf acht Seiten. Was aber dieſe eigenlich fuͤr eine Anrun worden. Drdnung geweſen ſey/ koͤnnen wir nicht wiſſen, Es iſ auch nicht das fuͤrnembſte/ daß wir in den Pſalmen ſuchen oder daran uns in neuen Teſtament gelegen wehre Zum einfaͤltigen Unteniichtaben mag man davon leſẽ.Chron. 16. Wie es David unter denlehit welche dem winiflerio und Kirchen⸗Ampt vorſtunden/ geotdyan beldas etliche der Pſalmen vorgeſungen /etliche nachgeſungawi⸗ den/ und iſt faſt eine Ordnung wie man unſere Kirchen⸗ceremautn zum Exempel geben moͤchte/ da der Cantor und der Chor vorfing der Hauffe aber und die gemeine Verſamlung naehſingetaldem auch der Err Lutherus alſo davonſaget am Nande in der d wegen des Tituls uͤber den vierten Pſa im. Vorzuſingen Daſt Wie der Cantor und Prieſter einen Verß oder Epiſiel vorſingt und der Chor hernach ſinget ein Reſßonſärium, Nalclwis oder2⸗ men. Item etliche der Pſalmẽ waren verordnet mit Seiten⸗Sti uſus zob der len/ alsqoatffen/ Pſalter/ Cymbeln gleich wie unſere Orgelſin Muſiec. Dieſes uns nutzet zuerkennen Wie die liebe Maſtaalltzet ſagan in hohen Ehren/ und fuͤr eine treue holdſelige Dienerindis Kirchen⸗ Ampts gehalten worden/ wie ſie dennochley Chn⸗ ſien und verſtaͤndigen/ ſolte gehalten und nicht in Verachtung ge zogen werden. 4 Dabey aber dennoch zuwiſſen/ das ſolche euſſerlthe Oi nung vom David nicht als ein ſonderlicher Gottes Dienſi geſiſ eet und geordnet wan/ wie auch unſere Kirchen co moman Auwſ halber alſo frey ſind/ man haͤlts nicht fuͤrnohttgoder ii derlichen Gottes⸗dienſt ſondern dazu ſind ſie geordnet/ di 3 Amltung ſeyu ſollen un Andacht/ un damit das Shnag ezm wedn: Zuneniit ut 41.Cken 6. Desdn a o unds 9 Onunz vennmiat d amochte ddae mun hen di zemene Dainung Hn udaus iſodarmanm im uder den rennpfumdo det. und Prufia unn Daich Dit näch fingetein Reéhesemn Ku cder Pſairi vanm rantn int Paie Cmnden gahri Tr 9 nufct und für enetraehe D 4 esgratmwordm ne 54 Dee über den 6. Pfallu. 2 Ptedig⸗Ampl deſto baß Naum habe. Vnd iſt derwegen die a⸗ Kk auch alſo in derKirchen mit guter Manier zufuͤhren/ damit ſie zur andacht reitzen moͤge/ und wol zu zuſehen von denen ſo ſie fuͤhren/ daß ihre auſiiten ni cht ein Ekel/ oder Verdtuß erwetlen moͤge/ welches erfahrne und Verſtaͤndige Muſicz deſſer wiſſen/ weder ih⸗ nen allhier fuͤr zuſehreiben. Naach gezeigeten Nutzen dieſes Stuͤcks fraget es ſich J. Ge⸗ buͤhret es denn dem Koͤnige David das er nicht allein euſ⸗ lerliche Ordnung in der Kirchen anſtelle/ ſondern auch gen ſol? n Antworlt. Das G Ott der HErr das Leben der Menſchen in ihrem Chriſtenſtand eingetheilet in drey Haͤupſtaͤnde/ als in den Geiſt⸗ lichen/ Weltlichen und haͤußlichen Stand/ und einenjeden Stand/ als mit einer gewiſſen Maaß umbſchrenckt/ das wiſſen wir aus Gottes Wort/ und ſol nicht das geiſtliche in weltlichen und wiederumb das weltliche im geiſtlichen zu ſetzen und zu verbie⸗ ten Macht haben. Darumb wird dem Koͤnige Saul gar uͤbel gedeutet/ und war die Vornembſie Vrſach das er Gottes Hulde und Beyſtand verlohr/ und ſeiner Dionitaͤten und koͤniglichen Wuͤrden entſetzet wurde/ daß er ins geiſtliche Regiment zu weit grieff und zu opffern ſich unterſtunde im. Sam:nz. Wie denn auch dem Koͤnige Vſia es verweißlich ſiel/ und gerieth ihm zu Quaflienes Politiei fich ⸗ 8„„ſondern allch nicht u Wort und Weiſe gebe was und wie man lehren und ſin⸗ mengen in chen⸗ I. Sam. 13. V. 104 mercklicher Vngnade und Schaden?. Chron: 26. Wie koͤmmt, Chron: denn aber/ koͤnte jemand gedencken der David darzu/ daß er 26. v. ⸗⸗ ſich des geiſtlichen Regiments anmaſſect? Daß ſich der Da⸗ vid deſſelben unterſtehet/ das thut er nicht als ein Koͤnig ſondern als ein Propher/ von Gott darzu geordnet/ und fuͤhret alſo der liebe David zweyerley Perſon/ wie denn ſein Nam und Titul mitbrin⸗ get/ daß er genant wird nicht allein ein Koͤnig auch nicht ein Pro⸗ phet allein ſondern ein koͤniglicher Prophetals den Gott beyde zu lehren und zu xegieren zugleich geordnet hal. D 8A So „ Dieander Predigt So ferne nun ein anderKoͤnig oder weltliche Hbtigkeit ſoch FPoecial Mandat auch hat/ ſo fern mag ſie etwas in Gottes⸗und 2. Die Titet Religions⸗Sachen zu ordnen und zu ſchaffen ſich unterwinden: So ferne ſie daſſelbe nicht hat/ mag ſie ſich in ihrem Geſchrende halten und denſelbigen Fleiß zu treulicher weltlicher Regirug wen⸗ den/ dariñen ſie beyde Haͤnde vol zuthun finden wird/ wonſcht wind ſie eben die Vngnade wie andere von Gott zugewantenhaben. 2,. Was doch die abſondetliche uͤberſchrifft und Titulder der Pſalmen Pſalmen fuͤr Vrſach haben? Es ſcheinen wol die Titulund haben ihre Special be⸗ trachtung Vberſchrifften der Pſalmen als ohne gefaͤhr/ ſo oder andens giſetz zu ſeyn/ aber ſie haben doch gemeiniglich ihre heimlishe verborgene Vrſachen und Bedencken/ welches man zum thell erſehen ii/ wenn man die Vberſchrifft mit dem Inhalt derſelbigen Pſalmn vergleichet und gegen einander haͤlt: Als wir denn zum Exemye hier in dieſen ſechſten Pſalm/ vorzuſingen auff acht Saien/ welches faſt das hoͤchſte Inſtrument geweſen/ und am hoͤchſen und ſchaͤrffſten geklungen hat. Es meldet aber auch der gante Pſalm/ das warlich dem David die Seiten ſeines damalgen Zuſtandes auch auffs hoͤchſte und auff eine gute Ockay ſind gezn gen geweſen. Vnd wil uns alſo hiermit der Davm des gemeinen Sprichtworts erinnern/ da man ſagt: Wenn die Seiten am hoͤchſten gezogen werden ſo ſpringen ſie gerne/ odermuſſen abgeſpannet und emireirer werden. Mit welchen verduckten Reden verſtaͤndige Leute haben anzeigen wollen/ beydes mutatus⸗ nem& mitidationem mal, daß wenns aufs hoͤchſte komman ſo entweder Linderung ſeyn/ oder muͤſſe garbrechen. Den Kiden Iſrael wurde es in Egypten auch immer haͤrter und haͤrtergeſpan⸗ net aber da es am haͤrteſten war/ da muſte es brechen/ wie inder Hi⸗ ſtoria zuſehen/ und auch in dieſem Pſalm zubefinden: Im erſten Theil/ wie wir zu ſeiner Zeit hoͤren werden/ zeiget David an und gibt zuverſtehen/ wie die Seeite ihm auf die lt⸗yan lauſ hoͤchſte) gezogen ſey: Im andern meldet er/ wie daß de — Seite geſprungen ſey. So kan auch dunch dieſes vorzuſtngu auf ac Loden geage traurig fingen fer Li d/ CMlH infrs nergr dahel ſiebe mal el auchn gen di denne kuͤndt Day hen! ſeine ſnge und fl ſingen ſeynun t faft Tage u er die dahe g nen eine ſend mo klugeten dher de 4 aematceidetrf me ad daden Eeſchana a. lumen 1s ehns zithroc doch gemenglch grſen e enden Dalches nan un 8 ſchrifi miden Inhuldaſt Se emander ſäl: Morda a6 „Pſum vorzuſnem au dee die Inftrumen uwiſn 1 tei maen hat. Eoneda dc aang dem DmodeSeumſit S s hocht no ufch zu Ki xi uns cſp pentda Ddu Am dn da maſagt: Bm(A8⸗ 3 denn es bleibet wol darbey was Chriſtus den Seinigen vorher ver⸗ hen und weinen. e u) ita it. 3. Warumb es doch der David alhier thue daß er —y—— — ——““————— “—————* em——— .————— ————— ——— ſ ———— —— 8 ſſſſſ—ͤſſſſͤſͤſͤſſſͤſſſſſſſſſſſſ 1—— 8—.— 4 1—jjj— 82 Die ander Predigt Hertleid er bey ſich befinde/ und daran hater teche gethan. g= cher/ anden den Weltkindern iſt es ſpoͤttiſch ſolte ieh/ denet man Leuten ſagen/ wie ich geweinet und geheulet haͤtte Vn lich ſolten den Weitkindern ihre Suͤnde ſo zu Gendndſenar b daß ſie darumd viel Augen oder Hergen naß machen ſi Schwermuedkamdie Weu menen guen anun enn Geſellſchafft gar leicht vertreiben. Kan ihm denn der V auch alſo thun? Aber die Suͤnde und Elend /ſo das wa die wil ſich mit keinem friſchen Truncl abkuͤhlen laſſen: Eofn dei der David an ſeinem gantzen Koͤnſ reich/ an allen ſeinen tenſpielen und koͤniglicher Pracht/ 43 rennen/ hufae haͤtzen ſo viel Luſtes nicht/ daß ihm die einige Vnluſt des boſnge⸗ wiſſens und der Sunden ſtillen koͤnte: Soler der Schwennug unn Schweißbades loß werden/ ſo mußer ſich warxlich fuͤr ſainen 25 en Gott demuͤtigen/ heulen/ weinen und klagen/ und ſonolal 3 n h qyner Suͤnder niederfallen/ und mit flehen/ weinenund baue 9. rung erlangen: Ja er thuts gerne und dancket Goli daß er die Macht und den Vortheil haben kan daß er ſein hat froͤlich mit beten und weinen fuͤr Gott dem HErren ausſchaͤtte avon ruͤhmet er/ daß laͤſt er vorſingen/ nicht umb ſeinent wlen allein/ ſondern zu Troſt andern Betruͤbt gen i . andern Betruͤbten und Traurigen/ wieen im 34½. Pſali ſaget; Meine Seele ſol ſichruͤhmen deshyer⸗ ren/ daß die Elenden hoͤren und ſich freuen. Vnd alſo mahlet uns die Schrift dieſen Koͤnig Daod nieht als ein Weld⸗K nd gui nibil niſtpugnas narrat& cuaurius Haasenai. Das iſt: Welt⸗Kinder die bringens zupa 4. ⸗Kinder die bringens zu Papierund Nuhm wie ſie geronnen und geſtochen/ geſchoſſen, Krpchen. ke Wennd mit einander herumd geſoffen haben. Wie das Buch den Dauſthe von ihnen redet 2. cap. Der Pſalter abethaͤt uns Brkentniß d mEhriſtlichen Erempel fuͤr wie wir Gottes⸗Furh Gedult neh Saͤnden, Reu und Leyd fur Gott/ Glaub un nebenſt euſſerlicher Zucht und Demuth lernen ſolln Wer das nieht lernen wil/ derd arffuͤber den Pſalternchtten men ſo wiſſen Sei deläſſe ſteeen uͤderdi genſah hen uß dich leh Grſcch nicht 1 Kanne lang un 3 koͤnnen ſend 3 3 den zangen aͤnigniſin 3i nicht daß üm diecmig Dn 5 unden ſällnkönt: Sein 7t os weden pmißaſih nſß gen heulen/ weinm und hoer nicderſalm udmiſ angen: Jaerthusgenet Lin und den Venthel hehen in dei 2d wanen fi Gou de Wuſ das liſt o verſtngen nice Se Lioſt adan Betrüdtemm em. 1. MeneSctleſelſcel w annen und geſtchen git dr 1 men/ ſondern mag im Enlen⸗E piegel dafuͤr leſen/ aber darbey wiſſen/ das wenig Chriſtliches Gebluͤts noch in ihm uͤbrig. So iſt nun das die Vrſach waruml David gleich ſeine Schan⸗ de laͤſſet vorſingen. En thuis andern bekuͤm merten und g aͤng⸗ ſieten Chriſten zum Troſi/ ob ihnen die Suůnde auck die Thraͤnen uͤber die Backen treiben moͤchten. Es iſt dem David alſo ergan⸗ gen aber dadurch hat er Vrſach gehabt mit demuͤtigen Sebet fle⸗ et hen und weinen die Abſolution bey Gott zuſuchen. 2a. Wil er dich lehren/ daß du nicht den Muth aus der Kandel/ und bey anden Geſillſchafft zu holen fuͤrnehmen ſolleſt⸗ Es wehret in die Laͤnge nicht mit einem ſolchen Muth der wider das Gewiſſen aus einen Kannen Bier oder Wein geſchoͤpffet wird/ er wehret ein Abend⸗ lang/ und bringet dem Gewiſſen ein groß Hertzleyd hernach. b Derwegen wer da wil gewarnet ſeyn/ der wirde verſtehen koͤnnen/ wer nicht wil/ den muß man fahren/ und es geſchehen laſ⸗ ſen daß ers nicht glaͤuben wil/ wenn es aber dermal eines nus ucht wolte zu lange geharret ſeyn. Welches man bil⸗ lig bedencken ſolte. Gnug auff dißmal. Die dritte Predigt Die dritte Pred igt Vber den VI Pſalm. 3 b 75 1TIIS p. 1. 2. 3. 4. Srie.)5 Herr ſtraffe mich nicht in deinem Jom Anno 1645. und zu Mich nicht in rim/ ſey mir gnaͤdig denn ich bin ſchwach/ heilem Herr denn meine Gebeine ſind erſcrocha e meine Seele iſt ſehr erſchrocen: rleſen im erſten Buch Moſis n. 8 4.3‧ N Don den erſten zweyen Bruͤdern Cain un he⸗ Vnterſcheid bel daß ſie beyde dem HErren Gpfer gebracht des Opffer) 5 Cain von den Fruͤchten des Feldes/ Habelchen Cains und n 8E Svon den erſtlingen ſeiner Heerde und von ihten Habels und B fetten. Cain Opfferte dem Cain diglich anſahe: Habel aber Opferte durch den Glauben undin zugeruffen. ungefaͤrbter Bußfertigkeit/ darumb Gott den Habel und ſeyn berde verſtellet ſich/ ſchoͤpffet einen Haß wider ſeinen Bruden und ward darauf bedacht wie er denſelben aus dem Mittet räumen moͤchte. Solches ſahe Gott von Himmel rieff den Cain und ſprach zu ihm: Iſts nicht alſo wenn du frommbliſd biftn augenehm/ biſtu aber nicht fromm/ ſo ruhet die Suͤnde fuͤr der Thuͤr. Dieſe Wort des Allethoͤchſten ſindein ſchoͤnes un berrliches Buß⸗Spruͤchlein darinnen er Meldung thut/ thäh vonder Bußfertigen Belohnung theils von der ünn Da ergrimmet Cainundſiyn Ge⸗ —— pfferte ohne wahre Buſſeun in und ſeyn Opffer nicht gni⸗ Dandmaſnnn dul d d dß ſeeeamhen, 3 Cain vonde zrüchends G⸗ von den efftingen ſna h dohn uͤber den 6. Pſalm. tigen Straffe. Was die Bußfertigen anlanget/ ſpricht der Hern: Iſt es nicht alſo Wenn dufromn biſt ſob.ſtu an⸗ genehm. In der heiligen Sprache ſtehet bene acere echt oder gut thun/ das heiſt fromm ſeyn: Vnd heiſſet alhier ſo viel/ als zu Gott mit warer Buß ſich wenden/ und rechtſchafſene Fruͤchte des Glaubens durch neuen Gehorſam bringen. Wer alſo gutes thut der ſol ſeyn angenehm: Brus remiſno ſtehet in ſeiner Spra⸗ che/ es wird Gnade und Erhoͤhung folgen. b Was die unbußfertigen betrifft/ ſpricht der HErr: Biſtu aber nicht fromm ſo ruher die Sumde für der Thuͤr. Male. facere nicht fromm ſeyn! heiſt allhier ſo viel als unbußfertig ſeyn zu Gott ſeinem Schoͤpffer und HErren ſich nicht bekehren/ we⸗ der Glauben noch gute Wercie haben. Was folget aber auff ſolche beharrliche Vnbußfertigkeit? Gott ſetzet es hinzu/ wenn er uich 5 Biſtu aber nicht fromm ſo ruhel die Suͤnde fuͤr er r. 1— Dreyerley wil Gott diermit andeuten!. Die Offenbah⸗ rung der Suͤnde. Wenn ſchon die Suͤnde heimlich begangen wird/ jedoch wird ſie nicht verborgen bleiben/ ſie wird kunt und offenbar werden/ ein jeder wird ſie ſehen: Denn gleich wie/ was fuͤr der Thuͤr oder auf der freyen Gaſſen ſtehet/ von den fuͤruͤber⸗ gehenden geſehen und wargenommen wud: Alſo/ wenn Gott alyer ſpricht/ die Suͤnde ruhet fuͤr der Thuͤr/ wiler zu verſie⸗ hen geden/ die Suͤnde der unbußfertigen komme endlich ans Tage⸗Licht/ daß ſie daruͤber fuͤt aller Welt zu Schanden werden. 2. Das nagen des boͤſen Gewiſſens. Die Suͤnde leget ſich ins Hertz/ naget und plaget) beiſſet/ martert und quaͤlet das Gewiſſen/ daß es keine Ruhe haben/ noch ſich zu Frieden ge⸗ den kan. Gleich wie ein Kettenhund der fuͤrder Thuͤre des Hau⸗ ſes lieget/ wach und munter iſt/ bellet und beiſſet/ wuͤtet und tobet/ wenn er jemand frembdes mercket: Alſo lieget die Suͤnde fuͤr cer Thuͤr des menſchlichen Hertzens laͤſſet nicht ruhen noch ſchlaffen/ bellet und beiſſet/ peiniget und aͤngſuget den Suͤnder/ das ihm Hummel und Erden enge wird. Cu* z. Die de ruhet fuͤr der E Wenn die Buͤttel und S gewiſſes Zeich Hafft genom nde iſt nicht anders huͤr/ wartet auf i Straffe gezogen we dicken die Buß⸗Pſalne genommen/ und: Superſcription und uns nehmen den An aund betrachten O⸗ ben Davidsk —, 2. 3. und 4. Verß/ trionem. Des lit⸗ und Seeligkeit Amen. 1 l TRACTATIO ————— kenun Hertz genth das. der e word dieſes in die rinn? üngreſſ dm fi ſng d ihren ntean 7, ( dummmu nſen Duß znt in denſetden ſoiche Tat und— ausen dumna kendn zu welchen ſich au fnſcn 92 Dropdeum Darde dendit kun a Oednungeda Pſunm din nach dem vu amnähen Wu aſchuff as vola dan Inſang deſes Pſamsnmn 4.3 ³αια a ſau cauiu- 1 güche Bate ſo er m 4 dem Fortgang unſers Lebens In vite egreſſu auch indem Aus bang deſſelben. So bald als ein Menſch an dieſe Welt ge⸗ bohren wird/ ſo iſt ſeine erſte Stimme weinen Sap 7. Davon Sap. 7½v. 3. b uͤber den 6. Pſalm. b„ ☛8 Elangend unſer vorgenommenes/ da wir zubetrachten die Kkklaͤgliche Bitte des Davids/ ſo er aus bußfertigen Hertzen zuSott abgehen laͤſt/ ſo iſt dabey zu meꝛcken nachfolgendes. I. Das er dieſelbe anhebet mit dem Woͤrtlein Ah. Ah HErr ſpricht er. Denn dieſer Pſalm iſt voller Klage/ ſo da fleuſt aus einem geaͤngſtigten Hertzen/ welches ſich fuͤr Gott ausſchuͤt⸗ tet: Darumb denn das Ah wol zu zweyen malen in dieſem Pſalm gefuͤhret wird: Was diß vor ein Wort ſey/ und was es auf ſich habe/ ſol in kuͤnfftigen davon gehandelt werden: Itzo erinnern wir uns nur darbey das ein betruͤbter Chriſt/ wenn ihm et⸗ was hartes und ſchweres anlieget/ ſoll den Stein vom Hertzen weltzen/ und ihm die Buͤrde nicht ſchwerer machen/ es von ſich ſagen und klagen/ und ſprechen: Ah es gehet mir ſehr uͤbel/ Ah ich finde dis und jenes Schwere beymir in meinem Hertzen etc. In Betrachtung/ das es offters einen har⸗ ten und unſanfften Todt gibt/ wenn man allerley in ſich friſt/ das „Hertz durch heimliche Sorgen und Graͤmen abmattet: Im Ge⸗ gentheil gibt es froͤliche Gemuͤther wenn das Hertz geluͤftet/ und das Anliegen jemand vertrauet und angezeiget worden/ wie bey der erſten Predigt dieſes Pſalms weitlaͤufftiger davon berichtet worden. Inſonderheit aber ſtellet uns auch der liebe David durch dieſes ſeyn Ah fuͤr das groſſe Elend/ damit wir Menſchen in dieſem Leben umbgeden ſeyn/ alſo das nicht anders da⸗ rinn denn nur Qih und Klagen/ und ſolches findet ſich in vit⸗ dhen lauter Ah und Klagen⸗ ingreſſu in dem Eingang unſers Lebens: In viræ progreſſu in unter andern der Poët Lucretius ſchreibet. Vagitug locum lugubri complet ut aquum eſ Cui tanta in vita reſtettrauſire malorum Das iſt: 4 So bald ein Kindlem wird geboren/ Laͤſt es ein klaglich Weinen hoͤren/ Zur ————— ——— mm/———— — ꝑ—— — —— —— ——— —y—— —— —— 3 ..8 Die dritte Predigt Sur Anzeig das ihm ſey bereit/ In dieſer Welt viel Hertzeleyd. Wie denn auch daher Augn inus ſchreibet/ das ein Kind ne es mit weinen auf dieſe Welt kommt/ ſeyn eigen Prophet eh und verkuͤndige/ das ihm in dieſen Thraͤnenthal manchelley qin⸗ Heredotus. gluͤck zuhanden ſtoͤſſe. Daher lieſet man von den Taſi⸗(dimt den Tbracibus graͤntzen) wenn ein Kind bey ihnen zur Welt kom⸗ men ſie ſich umb daſſelbe herumb geſetzet und mit klagenund vei Valer dieſer Welt wuͤrde ausſtehen muͤſſen. Wenn aber einat en 2 nen geſtorben/ haben ſie mit Frolocken erzehlet/ wie vielem co gluͤcl er durch den Todt entgangen waͤre. Diß ſpuͤret man auch im Fortgang des Lebens/ dende iſt auch eitel Ah/ Jammer und Truͤbſal/ und waͤchſet gleic ſin ſolches/ und nimmet zu mit dem menſchlichen Leben/ wie Shtah am 40. cap. bezeuget: Es iſt ein Elend jaͤmmerlich Dug umb aller Menſchen Leben/ ſo wol bey dem der in hohen nen aehl haben/ wie vielfaͤltiges Elend und Jammer daſſelben Ehren ſitzet/ als bey dem geringſten auf Erden/ daſſtm · mer Furcht und Schrecken/ und endlich der Todt. n Diß muß ſich ein jeder vermuhten. Welches auch der wiſe Mann Holon ſeinen guten Freunde/ der uͤber ſeyn Vnglüclund Elend ſehr klagte/ zu Gemuͤthe gefuͤhret hat in dem erdenſelben/ Max. wie alerius Maximus meldet/ mit ſich genommen auf einen ho⸗ li. 7.6*². hen Thurm oder hohes Gebaͤu/ da er ihm aller Haͤuſer der Sid deigen koͤnnen/ und zu ihm geſagt: Cogita quanti lultus fueruu fus bus tecε Gedencke doch wie viel un manchfaͤltiges Crau⸗ ren unter dieſen Daͤchern geweſen/ und traure derwegen icht al wenn du allein faͤr andern Menſchen mit Ereutz und Vngluͤcl be⸗ ſchweret waͤreſt. Eben dieſes haben die Hebreer unter andenn mit dem Namen des Menſchen andeuten wollen/ wenn ſie den ſelben Enoſch wo von auch unſer deuiſch Woͤrtlein Menſch g die Gelehrten wollen) herkommen ſol/ nennen/ denn das Wit lein heiſtes ſe viel als nuu vicjem Janumaa Eland 2punx — tuch Walc denn ber ket! da wart muß das d cke ſi dus ſ rum? 2 tin ſchle heiſ denn nuxbe bende ſollſo⸗ bertun berſchn d kalt nd So lenen. dnda konnen chen. — J det zu mü dem mnſcüchn, Hit aztt: Es it en End jit enet ſchen Leden/ o roldey rr s ber dan gerngzeneuf Km n ſeder vermußten. Vad Hen u Scnütf gfünſat Kie 41, Mldet, nu ſih am deir 3 hedes chiu daa ha d 2 adaatbst Gau d adk vchee ndn uͤber den. Pſalm. 42 auch mie gefaͤhrlichen unheilbaren Kranckheiten behafftet ſeyn. Welches denn inſonderheit den Lindern Gottes obhanden kom̃t denn das Gerichte faͤhet gemeiniglich vom Hauſe des HErren an. Pet. 4. Welches auch der Engel Kapbaelandeu⸗¹ Pet. 4.v. 17 teet/ da er zu dem alten Tobia ſaget: Tob. z. Weil du Gott liteb.. wareſt/ ſo konte es nicht anders ſeyn/ ohn Anfechtung.. muſteſtu nicht bleiben. Wie denn auch David ſaget Pſalm g0.„al. 30,„, 6. das der HErr die ſeinen mit Thraͤnenbrodt ſpeiſe/ und traͤn⸗ cke ſie mit groſſen Maaß voll Thraͤnen. Vnd s. Bernbar- dus ſpricht: Sicut mare non eſt ſine fluctibus, ſic vita Cbriſtiane- rum uon eſt ſine luctibus. b Gleich wie das ungeſtuͤme Meer/ Ohn Wind und Wellen nimmermehr. Alſo iſt eines Chriſten Leben Mit allem Creutz und Leyd umbgeben. Vnd ſo verhaͤlt ſichs auch im Ausgang das Lebens/ wenn tin Menſch in die Todes⸗Angſt gerath/ da ſtehets auch nicht ſchlecht /ſondern ſehr hart umb ihn/ und iſt lachen als denn zuver⸗ beiſſen. Denn was fuͤr ein Aß/ Seufftzen und Jammer als⸗ denn bey einem ſolchen Menſchen jiſt leicht zuerachten! wenn man nur bedencket und ein wenig in acht nimmt/ was es mit einem ſier⸗ benden fuͤr einen Zuſtand habe. Wenn ein Menſch itzo ſterben ſol/ ſo verblaſſet ihm das Geſichte/ die Ohren erkalten/ die Augen vertunckeln/ der Mund erſchwartzet die Zunge erſtarret/ der Halß verſehwillet/ das Hertz zittert und bebet/ am gantzen Leib herab fleuſt der kalte bittere Angſt⸗Schweiß: Vater und Mutter/ Bruder und Schweſter/ Bekandte und Verwandte treten von ferne/ und koͤnnen dem groſſen Jammer nicht zuſehen laſſen alſo den ſterben⸗ den daallein liegen auf ſeinem Bette/ und mit dem Tode ringen/ koͤnnen ihm offtmals wenig Huͤlff und Troſt erweiſen/ oder zuſpre⸗ chen: Das mag ſa ſeyn ein Ah/ ein Jammerund Wehe. Das alſo kein Wort aus der ammatica gemeinet und mehr gefuͤh⸗ 1 —————— ————— — — —— — — —.. 2— K— ö—ÿyÿüü e,—— — —*. — 2 8 8 —————. —.—* . 3————— Q“ —————————— 8— 5 ſſſſſ—— 7——— AN ———————ÿ—— NN ☛‿‿—.— 8 1 9— 4—* 2 4—y— õ—— 6——— — 8—————m* — ——— ◻—— ——————— ———— ——— —— .— 4* Die dritte Predigt tet wird als die inter ogario dolendi Ah/ die iſtindeclinaliſns, und unvermeidentlich/ wird auch taͤglich im Munde gefuͤhret ABnud das iſi das erſte. n. Wem brengt denn der David ſeyn Ah und ſlig liches Seufftzen fuͤr? dem HErrn. Denn da ſagt er; Ih Der Nam HErr wol in die*. mahl benennet David in dieſem Pſalm den IEHOVA Frort oder HErren. Vnd weil denn die ſiehende Zahl ene was fuͤr ein Zahl der Volkommenheit/ wil er hiermit anzeigen er ſey der nch⸗ Wort. ee Err/der HErr aller Herren/ ais deñ auch der Nam JE074 mit ſich bringet/ ſo da iſt ein Hebraiſches Wort von dem Aigje et ſeyn oder ein Weſen haben/ und alſo bedeutet 7eO/ Aeinen welcher in und durch ſich iſt oder ſeyn Weſen hat/ es beda⸗ et ſo viel als ²iautoc ein Weſender/ der da geweſen iſt/ dad Apoc..v.4. iſt/ und der da ſeyn wird. Apoeꝛ. Vnd wird fuͤrnemlich durch dieſen Namen angedeutet 1. Gottes ewiges/ unendliches undun⸗ wandelbares Weſen. 2. Die Schopffung aller Crealuun i welcher er allen Dingen das Weſen mitgetheilet hat. Down Iſa. 14:714 er ſeibſten redet Eſa: 44. Ich bin der Herr der alles thut /de⸗ den Himmel ausbereitet allein/ und die Erden weil wma⸗ chet ohn Gehuͤlffen. 3. Die Warheit Gottes daß er ſeinen Ve⸗ heiſſungen das Weſen gibt/ ſie erfuͤllet und war machet. Wo⸗ hin Gott ſiehet wenn er zu Moſe ſpricht: Ich bin der HEitund bin erſchienen Abraham/ Iſaac und Jacob das ich ihr Allmaͤc eiger Gott ſeyn wolle aber mein Nam HEr iſt ihnen nichtof 1104.s. v.z. fenbaret worden. Exod. 6. Da redet er ae cognitiune Dei espe'n nentab, von der wuͤrcklichen Erkaͤntniß Gottes aus der Warbeit ſeiner Berheiſſung und wilgleich ſo vieſſge Jch bin Abraham/ Iſaae/ und Jaeob/ durch das Wercl der Schiyſ fung durch die Suͤndfluth durch die Einaͤſcherung derſpdoma ſchen Gegend/ durch ihren Beruff und Erhaltung mitten untah den Cananitemn erſchienen/ im Namen Elſchadvan das iſt Ich bin ihnen offenbar worden das ich ein Allmaͤchtigen— Aber im Namen Jelron bin ich ihnen nicbt ofendaxwa . Dab Weich di nicht leher tung und ſens 1 der das gethan Klagen wiedet werder geſtech nicht der R nicht warſe Dint Mund werden uneeſer. aber ten G. ſc dar Gen oa gendede ſonß w chen /we mnnen 4huſcde Nan ie mn daden undſaams urch ſich oder ſeyn Veſt den «cin Waſenda hadaga eeſ aawird. Ahec. DWwWond edeuttt. Eeti wige un Ges en. 2. Du Schepfung all au Auge dos Weſmmarthal de 1144. Jchhn der herda 1 sder tutt allen/ undded del en.). De WußekGotst din nant ſecfuletandnt de. Kfen guͤt ſiem 86 885 ena ain Jrſe fuckt: nennennen/ geſchweige dann ißhn wchne — — üͤberdens. Pſaltum.„ Das iſt, ich habe durch ein offentliches und ſonderbates Gnaden⸗ Werck(dergleichen da iſt die Außfuͤhrung auß der Dienſibarkeit/ und die uͤbergebung des Landes Canaan) mich ihnen biß anhero nieht zu erkennen gegeben/ noch die jenigen Verheiſſungen reich⸗ lieh erfuͤllet die ich ihren Vaͤtern gethan habe/ von der Bermeh⸗ tung ihres Samens/ von der Beſitzung des gelobten Landes/ und von einem gewiſſen Ort ihres Kitchen/ und Policey⸗We⸗ ſens: Nun aber ſollen ſie alleſamt offentlich erkennen/ daß Ich der fErio⁴ bin/ dae iſt ein ſolcher G Ott/ der ſeinen Worten das Weſen geben/ und was er vorlaͤngſt verſprochen erfuͤllenkan. Dieſem weſenden HErrn/der ihm ſo herlliche Verheiſſung gethan und ſie auch erfaͤllen koͤnneſtraͤget der Daold ſein Ach und Klagen fuͤr und benennet ihn ſo offt in dieſem/ wie auch hin und wieder in allen andern ſeinen Pſalmen in gewiſſer Hoffnung/ er werde wol war machen was er ihm zugeſaget. b Wenn Daoid in dem Irthumb mit den heutigen Juden Den Na⸗ geſtecket haͤtte/ ſo haͤtte er dieſes Fuᷣο gar geſchwiegen/ und men IEHO- nicht einmal benennen werden. Dann da geben die Juden vorl Và wolln der Name Ju᷑llon ſolle nnaußſprechlich ſeyn Aber ſie wiſſen die Juden Meinen ſie die Buchſiaben/ ſo kans nicht nicht auß⸗ war ſeyn/ dann er heiſt.l‿. Vnd ſo er kan mit Federn und ſprechen. nicht was ſie lallen. Dinten geſchrieben werden/ warumd ſolte er auch nicht mit dem Munde der viel beſſer dann Federn und Dinten iſt/ genennet werden? Oder warumb heiſſen ſie ihn auch nicht unſchreiblich/ unleſerich/ undencklich« Summa es iſt faul Ding. Thun ſie es aber von Ehren wegen ſo ſolten ſie es auch in allen andern Na⸗ men G Ottes thun/ und dieſelbe auch unaußſprechlich ſeyn lal⸗ ſen/ dann es heiſt du ſolr GOttes Namen nicht mißbrau⸗ chen/ darumb iſt das auch faul. Zu dem ſaget die Schrifft nir⸗ gends daß einiger G Ottes Name ſolle unaußſprechlich ſeyn/ ſonſt waͤren die alle unſchuldig ſo GOttes Namen mißbrau⸗ chen /weil ſie ſagen moͤchten ſie haͤtten ſeinen Namen nicht koͤn⸗ SDie dritte Predigt Dieß Wvar ſaget die Schrifft/ G Oites Weſen/ Gewalij Wetß heit/ Gůͤte/ und was man mehr von G Ott ſagen kan ſeh unauß ſprechlich/ unendlich/ unbegreifflich/ da dann nicht de Buchſtaben oder Syllaben/ ſondern das ſenige ſo damit bedeuit wird/ unauß ſprechlich iſt. Vnd was noch mehr/ ſo iſt im golt, lichen Weſen G Ott der Vater/ G Oit der Sohn und Gaht der Heilige Geiſt/ drey Perſonen in einem einigen ewigen) unbe⸗ greifflichen Weſen. Solches alles von G O T ſagen/ da moͤchte ein unbegreifflicher unaußſprechlicher Name heiſen Wer wil ſolch wunderlich Weſen nennen/ außdencken laußſpte⸗ chen/ außſchreiben. Auff dieſe Weiſe werden vielleicht die Aien den Namen IEᷣoud unaußſprechlich genennet haben/ wel⸗ G Ottes Weſen/ nach der&ammartica bedeutet/ welches wſeg⸗ Bureeln eitel Iſt von Ewigkeit/ und drey Perſonen genenat wird. 3 „Hierumb ſolten ſich die Juden bekuͤmmern/ und ſolches JFEHOIV A, das iſt/ goͤttliches Weſen lernen erkennen/ und ſuchen in der Schrifft/ wie er ſich ſelbſt hat offenbaret/ durch ſein Wout nn dieſem Leben/ und dort offenbaren wird ohne Wort in ſaun Leben. Aber das iſt den Juden zu hoch ja gar nichts/ ſondemſo thun die zarten Heiligen/ mit dem Munde ehren ſie die Buchſu ben des Namens uuiol 4, der ſoll und muß bey ihnen unauß⸗ ſprechlich ſeyn /aber das goͤttliche Weſen welches durch die Buc ſtaden bedeutet wird/ begreiffen ſie/ und meſſens mit Ellen Vfun⸗ den und Scheffeln/ daß es muß ſeyn wie groß/ lang breu liff ſchwer und voll ſie wollen. Welches hiemit kan erwieſen wet⸗ den: GOtt hat ihnen den Aueſiam verheiſſen/ welchenet auch geſand hat nach ſeiner goͤttliehen/ wunderbarlichen! unbegteiffü⸗ chen Weißheit: So fahren ſie zuſ und mahlen ihmein Bld und Form fut ſtellen ſeiner Weißheit ein Maaß und Begreif wiet ſolle Ateiam ſenden/ nemlich wie der Cochab eine Weiſeve nam nicht wie JEſus von Nazareth/ dann ihr Asasſollſih nicht ereutzigen laſſen/ ſondern die Heyden todtſchlagen/ uh Juden zu Herren in der Welt machen. EI fäͤhren ra d füm ſaͤr kretb wate nicht Sche Dan dalg nicht! geſein ͤchte Man thun ſt die und; moͤcht Bitten 4. Pſ uͤber den s. Pſalm. 42 Es muß ein koͤſtlich Ding ſeyn daß ſie den Namen 7E⸗ EOVA nicht nennen ſehen aber dieweil nicht daß ſie denſelben fuͤhren in dem ſchaͤndlichen Mißbrauch zu ihrem Schembanmpbo- Vas, daß ſie ihre 72. erlichtete Engel/ das iſt72. Luͤgen und Teuf⸗ fel mit demſelbigen herrlichen Namen G Ottes zieren ehren und ſtaͤrcken/ darzu allerley Zauberey gauckeln und Abgoͤtterey damit treiben. Ich wolte(Saget der Herr Lutberus:) Vnd ſie Lutk. Tom-. ac e, warens auch wol werth daß ſie nicht allein den Namen JElloA, 5. an nicht nennen/ ſondern auch keinen Buchſtaben in der gantzen Wit. pag. Schrifi nennen/ ſeſen! ſchreiben/ hoͤren noch haben muſten. 59.. Dann(ſaget er:) ſie gebrauchens doch O Oit zu Schanden/ der heiligen Schrifft zu Vnehren/ und ihnen ſelbſt zum Verdamnis · b Vnd wie kans auch anders ſeyn/ wann G Ottes Wor! nicht leuchtet und den Weg zeiget. BPalm. u9. Wann daſſelbi⸗ ge ſein Liecht nicht ſcheinet im finſtern Ort. 2. Pet.’. So kan nichts anders ſeyn/ dann Finſternis/ Irrthumb und Luͤgen/ die man ſelbſt ertichtet. b So viel vom andern. III. MEMBRUM.ä. Wiefern Was wll dann nun David allhie daß ihm FElon uns GOtt thun und nicht thun ſoller Das er ihm nicht thun ſolle/ nicht ſtraf⸗ iſt dieſes. Ah Hrr ſtraffe mich nicht in deinem Zorn/ fen noch und zuͤchtige mich nicht in deinem Grimi: Das iſt allhier/ zchtigen moͤchte jemand gedencken/ ein wunderſeltzam Ding mit dieſer ſo e. Bitte des Davids: Er weiß gar wol/ wie er ſelber bekennet im 34. Pſalm: Der Gerechte muß viel leiden: Vnd allhier ſagt er: Gott ſolle ihn doch nicht ſtraffen/ er ſolle ihn doch nicht zuͤchtigen: Begehꝛet dann der liebe David alles Leydens/ aller Stꝛaffe und Zuͤchtigunguͤberhoben zuſeyn? Nein: erbittet nicht: Ah Herr ſiraffe mich nicht und zuͤchtige michnicht/ ſondern er bittet/ daß ihn Gott nicht im Zorn ſtraffen/ noch in ſeinem Grimn zauͤchtigen wolle/ dann das ſoll ein K Chrißt wiſſen/ nnſ (SOte. 3 An Gottes BKarmher⸗ ſo? HErr ſey mir gnaͤdig/ danniich bin ſchwach: We 44 Diedritte Predigt gieber Golt habe zweyerley Ruten/ damit er die Menſchen pfleze zu ſtraffen und zu zuͤchtigen: Die eine iſt eine gnaͤdige Vater⸗ Ruthe. Die ander eine ungnaͤdige Zorn⸗Ruthe: Wann nun Daoid/ und wir mit dem David bitten/ daß G OC di Straffe wolle von uns wenden; ſo begehren wir nicht daß wir aller Straffe und Zuͤchtigung wollen verſchonet ſeyn/ ſint⸗ mal G Ott der Allmaͤchtige ein jeglich Kind lieb hat das Erzͤch⸗ tiget und ſo das nicht/ waͤre es eine Anzeigung daß wit nicht gin⸗ der waͤren oder ſeyn wolten/ ſondern Baſtarte ſo wit allen gucht⸗ gung loß ſeyn wolten/ wie ſolches zu vernehmen gibt di Epſſie Ibr. 12. v. 9. zum Ebreern am z2. auß den Spruͤchwoͤrtern Salomons an⸗⸗ Prov. 3. v.12. Derhalben ſo beten wir nicht/ HErr ſtraffe und zualt⸗ ge mich nicht/ ſondern: Ah HErr ſtraffe mich nicht inden nem Zorn und zuͤchtige mich nicht in deinem Grimm. Da iſt: Lieber Gott greiffe ja nicht zur ungnaͤdigen Ruthe ſiraffe leber hie und ſchone ja dort/ ſchuͤtte ja deinen Zorn nicht gantz uͤbetuno auß/ laß uns ja nicht ſein!/ a iræ& indignationis tuæ, Zotngi- faͤß/ daß wir ſa nicht als deine Feinde und Laͤſterer ewig vondi verſtoſſen werden/ da behuͤt uns ja fuͤr du ewiger barmherige Was es aber heiſſe im Zorn und Gtimm ſtraffen und wie gantze lande fuͤr ſolchem Zorn und Grimm haben zerſchmalten Amos 9..5. nuͤſſen/ das geben viel Spruͤche und Exempel der Schrifft Anos am 9. ſtehet: Der HErr iſt ein ſolcher/ wann er ein Land an⸗ ruhret ſo zerſchmeltzet es/ daß alle Einwohner traulen muͤſſen. Welches denn Gott in der Verſchwemmung der aſten Welt in der Zerſtoͤrung Sodom und Gomorrhalin der Werwu⸗ ſtung Egypten/ und hernach des Juͤdiſchen Landes/ uns zun ewwi⸗ gen Zeiten/ ſeinen grimmigen Zorn zuverhuͤten ein Eumpelund Beyſpiel hat geben wollen. Vnd wolte Gott die Wallbedaͤcht es noch/ und trotzte Gott nicht ſo horh/ wie leider alzuvielgeſchic Was ſoler ihm dann aber thun? Hiervon ſpricht a b — mnes De und n und E mache! wiſſen bertulg verzage uns m. i G digun waüs Nn.) Mat grobe GOnad Paulu varde dennoc er ver. Er verl eannent laddg fanne bo dem lo⸗ geduͤhd Gottg uchtige mich nihendens HMa NNnnnhern unmaͤdig zmn 3 un ſchäͤuep dennn zam. 11 acdi K Anrs Fa bgna d 5 1 s dane Feindemd i dehan 1. ufärmeu 1 . J““ da! 1 eſ—. 13em und Sa 1 nn e nän unewri Sie — 9 rr Fan olcher van dn at es. 44 u8s r dm Gottinda Daſte u bberdens. ha 47 n mes Dmine.— Das iſt: Das Erſchrecken deins Junnaſn maͤch⸗ tzigkei 6/ wit ager dan ichs leiden kan und wo du mir nicht Gnade deiner Huͦͤlf uns halten u,t fe mittheileſt/ ſo muß ich verzweiffelen und gantz verderben/ aber und an derr du biſt aeiſeraton ein gnaͤdiger Goit/ der ſich erbarmet: Derwe⸗ ſ lben üche un 4 gen ſey mir gnaͤdig. Bricht alſo der liebe David durch ſein groß 4 et Schrecken und Angſt hindurch/ und greifft mit ſeinem Gebet Gott an daer am weicheſien iſt et fuͤhlet Gottes Zorn uñ Straffe/ Laua— und nennet ihn aicde miſeratorem einen gnaͤdigen/ guͤtigen du ſolches zu va mim 8 und Barmhertzigen. Dann ſo muͤſſen es recht iſchaffene Chriſten m da Smüchwanen 8 machen. Ob ſie g leich Goltes ſeinen Zorn und Straff fuͤhlenund ſo deun wuncht hHerir 1 aadem: Ad Herrtrafen a winaben. ſolen. 8 wiſſen/ wie ſie werth waͤren/ daß er ſie gantz uñ gar ausrotten und Whe moͤchte/ ſo muͤſſ n ſie dennoch an ſeiner Gnaden niecht verzagen ſondern gedencken/ wie er gleichwol Gnade erzeigen/ uns mit Gnaden heimſuchen wolle/ ſa daß er uns Kroͤnen wolle mit Gnaden wie mit einem Schild. Das mag ja ein Troſt ſeyn uͤberallen Troſtt Gott ſeygnaͤ⸗ b gundi aſſe ſolche ſeine Gnade widerfahren allen die ſie begehrenx/ 1 aüs auch gleich die allergroͤſten und allergroͤbeſten Suͤnder waͤ⸗ ren. Als zum Exempel: Wer war Adam und Eva wer war David/ Manaſſes /wer war zdiskias /wer war Jonasce Sind ſie nicht alle ggrobe und groſſe Suͤnder geweſen dennoch hat ſie Gott alle zu Gnnaden auff und angenommen. Wer war Petrus/ wer war Paulus/ wer war der Zoͤlner/ wer war Maria Magdalena wer war der Schaͤcher am Creutz? Alle miteinander greſſe Suͤnder/ dennoch hat ihnen G b der verleugnet Chriſtum ſelbſi/ mit ſeinem gantzen Bvangelior ott Gnade erzeiget. Pnd wer diß leugnet/ Er ver leugnet die Krafft und Wirckung der hochwuͤrdigen Sa⸗ eramenten: In Summaſher verleugnet die gantze heilige Schrift/ ja die gantze horaeehrte Dreyfa tigkeit ſelbſten. Dieß aber ſey ferne von uns. Wir wollen vielmehr ruͤhmen und ſagen: Aus Ta1s. y.„ dem 103. Pſalm: Gnaͤdig und Barmhertzig iſt der HErr/ g eduͤldig und von groſſer Guͤte: Wir wollen vielmehr ſagen: Golt gibt G Gnade deund Dehre 4Pfahn nDhem die deehecgnee Htene ——8IZſ—h——ſſ“ſſſſnͤͤnͤnä 4 3—— 2———————— ———— ——— — — ——————— Die dritte Predigt z. var Gnade Gottes erſcheinet allen Menſchen. n.. Dndwe die Suͤnde maͤchtig worden iſt/ da iſt die Gnade Gottt Rom 5exar. noch viel maͤchtiger. Komg. Sintemal Gottes Gnadenn Pſal. u7. v.. Warheit waltet uͤber uns in Ewigkeit. ſame un. GOtt iſt es ſo David Gott als einen Helffer/ ja als einen Meiſter zuheylen und zu elffen. Eſa.. Wie er dann auch im lal. Pſalm ſager Vn⸗ ſere Huͤlffe ſtehet im Namen des HErren/ der Himmnelunt Erden gemachet hat. Dann er iſt der Dominus Lalui der Gott der dah ilfft/ von welchem der Ertzvater Jacob ſaget0 nine expecto Salurare cuum HErr ich warte auf dein he Sen. †o.vas Gen. p. 1ra7 Wann Dasvid Papiſtiſcher Meynung geweſen waͤtth le et wuͤrden ſprechen: Abraham/ Iſaac/ Jarob und ihr anden verſtorbenen heiligen helfft mir doch! heilet ihr mich doch unde⸗ barmet euch meiner) wie ſich dann die Papiſten ſiracks widetuns legen/ geben vor/ wann man H uͤlffe und Heyl wolte haben ſomͤ⸗ ſe man ſich wenden mit dem Gebet zu den verſtorbenen Hellgen zu der Jungfrauen Marien/ derſelbigen Name ſey viel ſuſſer un anmutiger weder unſers Heylandes und Helffers/ dadoch Abra⸗ ham nicht von uns weiß/ und Iſrael kennet uns nicht. l Ela. 64.716 44. Aber bey Gott dem HErreniſt Heyl und Huͤlff /er ſtder Heb. 7. v. 2. Anfänger und Vollender unſers Heyls. Neb.. Er iſtun⸗ Eno ſer Artzt/ rod. g. der uns nicht allein Seh endernau wilhey⸗. len. Er 189 und heylet uns ſo bald wir nur geboren und zur heillgen Tauffe gebracht werden/ dann da werden wit von Sünden abgewaſehen und gereiniget. A6,22. Da weden wit ge⸗ heylet und felig gemacht nach ſeiner groſſen Barmhertzigkeit „ durch das Bad der Wiedergebutt und Erneuerung des helge Tie 3.v.. Geiſtes. Zie3. Dann es doch heiſt/ wer da glaͤubet und getauſ wind/ der ſol ſelig werden. Marc. 16, Er heylet und hiiff us eunn 2. Was ſol ihm dann Gott ferner thun? Erſolihh der uns hilft heylen: Dann ſpricht er: Heyle mich HErr. Daeiſt lcju und heylet. mir Huͤlffe ſiaͤrcke mich/ mache mich wieder geſund. Etkennetaa — finnet Dnul 9. Et Lon tet.2 heid Soth Matt, bend ſers bſetoen uns f zen un wirim wweiche Men wfin gen her tun Nanunde darer Iaun Her ih war ui ad Pwiüſha Dmugg p den: Adaahaem Jau Ju n. gen delffi nu doch zoat d er wu ſich dannde Pyiten den rann man Hilffe und rart 850 en mutden Ooͤctuudaat uͤber den s. Pſalm 7 ſeinem Wort/ welches er uns geoffenbaret und voriragen laͤſt. Datumb es dann auch genandt wird/ ein Wort des Heyls. A4.. g. Ein Wort des Lebens. 7o6.6. Ein Wort der Krafft Gottes. Ioh. 6. v. 6g. Xom.: Dadurch werden wir freylich geheylet erfriſchet und erqui⸗ Rom..6. ctet. Sſatm. 23. Er heylet und hilfft uns im Beichtſtuel bey der lal. 23. v.z. heiligen A6/olution, da redet er uns getroſt zu: Sey getroſt mein. Sohn/ ſey getroſt meine Tochter dir ſind deine Suͤnde vergeben. Mattb. 9. Er hilfft und heylet uns auch im hochwuͤrdigen A⸗ bendmahl/ mit dem wahren Leib und Blut ſeines Sohnes un⸗ ſers Heylandes Chriſii/ daß wir in ihm und er in uns ſein und bleiben ſollen/ und mit ihm vereiniget ſeyn. Endlich ſo hilfft er uns auch im Tode/ da ſtehet er bey uns in den groͤſten Schmer⸗ tzen und Kranckheiten/ heylet uns und verleihet uns Gnade/ daß wir im Glauben beſtaͤndig bleiben/ und das Ende des Glaubens/ welches da iſt der Seelen Seligkeit davon bringen. rechliche DBb wir nun gleich in dieſer Welt elende/ und geb Menſchen ſeyn/ ob gleich gantz und gar nichts geſundes an uns Pſal. 38. x.3. zufinden. Ohalm g. a.. Soduͤrffen und ſollen wir doch deßwe⸗Eſa. 1. v. 6. gen nicht kleinmuͤtig werden und verzagen: Warumb? Der Herr heylet er hilfft alſo daß wir getroſt koͤnen ruͤhmen und ſagen: Was kan uns thun die Suͤnd und Todt/ Wir habn mit uns den wahren Gott/ Laß zuͤrnen Teuffel und die Hoͤll/ Vnſer Helffer iſt der Immanuel. IIV. MEMBRUHIM Was ſind dann die Vrſachen warumb GOtt dem David gnaͤdig ſeyn ſolle und ihn heylen?1. Gnaͤdig ſol erihm Der Men⸗ ſeyn wegen ſeiner Schwachheit/ daññ/ ſpricht er ichbin ſchwach. ſchen Wil ſagen: Wie kan ich doch deinen Zorn ertragen welcher iſt Schwach⸗ ein verzehrendes Feuer/ und wer iſi der bey einem verzeh⸗ helt und Un⸗ renden Feuer und gluͤenden Ofen wohnen moͤge. 4. 3. See dee. Du weiſt ja ſelbſt wol das ich ſchwach bin/ jragilu, ſbmuhof⸗ 3 —— 5————— 35. 2 ——— ſ—“ —————————————— 4 ,————— 27— 8 N —— 2——— N — 5.— —* 8 2 —————* — 2———— 8—.———— 6— —— ——ͤͤͤͤͤͤͤͤͤ“ — —.— — — —— ———— ——— — ͦ———— ———— ———— 2 4—— ————————= ——————=——— 5——— d 4 2————————————— 8 ——————— 3 5——— =——— 8——— G *——— 3 2 1—— 1 ————— ——————— 1 ———— — ¾— 3 4 4 2. d — 3————— 4 ———— 8— 3—*—-— 4 84———— 8 48 b ig wie ein Topff ſoder wie Glaß. Wann man das Glaß falln aͤſt ſo zerbrichts in ſtuͤcken/ ſo lange es gehalten und genagen wid ſolange bleibets gantz/ aͤſt mans fallen/ ſo iſis im Augenblili, brochen: Alſo iſt der Menſch auch/ ehaͤlt ihn Gott nicht/ ud 8 lob. lo. v.9. Die dritte Predigt laͤſt ihn fallen/ ſo wird er zunichte. Da ſehen wir was des Men⸗ ſchen Vermoͤgen iſt. 7, ⁰. Gedencke daß du mich ausde men gemacht haſt/ iſt doch meine Krafft nicht eiſern In Fioz. v4. 103. Pſalm ſtehet/ Er dencket daran/ daß wir Staub ſeun/ wie Graß das fruͤhe bluͤhet. Ach wer doch ſeine Schwch heir von Hertzen erkennen koͤnte/ daran fehlets noch vielendaßſie nicht ſingen koͤnnen von Grund des Hertzens Errſeywir gnaͤdig dann ich bin ſchwach/ diß iſt die hoͤehſte Weißzeiſt Gott. Dann der alte Adam wil immer etwas ſeyn/ und an auf ſich ſelbſten/ auf ſein Vermoͤgen ſtarcke Weißheit undguiſt Abet im Todtbette lernet man diß erſt recht: HErr ſey mir gia⸗ dig dann ich bin ſchwach: Wann alle Krafft /Vermagen, „Weißheit und Kunſt darnieder lieget/ und mit kranck iſt. Enlg aber ſind die/ ſo in ihrem Leben und guten Tagen dieſes lann. Dann wo ein Menſch nicht dahin kommet/ daß er ſeine eigne Nichtigkeit und Schwachheit fuͤhlet/ und in ihm untergeheoalt adamiſche fleiſchliche Kraff BVermoͤgen/ Staͤrcle Weißheltund Herrligkeit ſo kan er nicht faͤhig und theilhafftig werden deonn den Gottes/ dann Gottes Gnade findet keine Statt in ihm ſ lange er ſeine Nichtigkeit nicht erkennet/ wazg aber der Manſ alſo untergehet/ und zu nichte wird /in allen ſeinen Kraͤften Wer⸗ ien/ Weſen/ daß nicht mehr dann ein elender/ verdammtan bei⸗ 2. Cor. Lz2, „V. 9. Was das Erſchrecken der Beine laſſener da iſt/ dann kom̃t die Goͤttliche Gnade Hüͤlffe undStaͤt⸗ cte: Darumb der Apoſtel Paulus ſpricht.⸗Corn. J mich meiner Schwachheit ruͤhmen auf daß die Krafft Chriſti bey mir wohe. 2. Heylen ſol er ihn wegen ſeiner Gebeine ſo ſehren ſchrocken/ und wegen ſeiner Seelen/ ſo auch ſehr erſchn cken: Dann ſo ſaget er: Heyle mich HErr/ dann meines beite Hieti Gebe het o Sche beine habe ttage Geb Men denf bey d menſc die He getode aled nen chen ckih undd und r giender fin noc 5 fruͤde dühet. Achnanat he. rtemnen tonu dumſäe nen den Orund des haum C d din ſchwach/ di ſtorht za u alne Dam wiimnatwat t ui ſcin Vanazmſiak eume mandiß aßtache h 12r m ſchwach: Bun al unſt daneda ieget udmt. rtazfct mht ctema eg 24 N “ da Jpeſtc L W 5 1 ken noch zu riechen/ es iſt alles 79 uͤberaus bitter hier. Daiſi der uͤber den 6. Pſalm. 49 beine ſind erſchrocken/ meine Seele iſt ſehr erſchrocken: uñ der Secle Hier iſt zu wiſſen er tede nicht von einann leiblichen Erſchrecken der bey dem Da⸗ Gebeine/ da die Oebeint erſchrecken und krafftloß irgend vom Fie⸗ vid geweſen. ber oder ſonſt von einer andern Kranckheit/ ſondern von der Schwachheit und Erſchrecken des Geiſtes/ dadurch auch die Ge⸗ beine dermaſſen erſchrecken und erzittern/ daß ſie offters keine Kraft haben ja ſind keine Gebeine mehr/ koͤnen auch den Leib nicht mehr tragen. Alſo ſaget Hiskias ha.*. Er zerbrach mir alle meine Fa. 38, v.B. Geheine wie ein LOw. Vnd das iſts daß wir offt an ſierbenden Menſchen ſehen/ da dann elliche zittern/ und ſich greßlich ausſſtre⸗ kken fuͤr groſſer Angſt und Todeskampff. Da dann wircket Gott bey dieſer Anfechtung/ wann der Menſch nun nicht mehr zur menſchlichen Huͤlff und Troſt Zuflucht haben kan/ und muß nun die Hand Gottes dulden/ dann auf dieſe weiſe muß die Suͤnde getoͤdtet und von uns abgeſondert werden/ auf daß wir Gott uͤber alle Dinge lieben/ und nach ihm ein hertzlich Verlangen und Seh⸗ nen haben/ im Gegentheil alle fleiſchlich Meynung nach zeitli⸗ chem Troſt fallen und fahren laſſen. So auch/ wann er ſpricht: Meine Seele iſt ſehr erſchro⸗ cken/ ſo meinet er ſeines Leibes Leben. Dann wann der Geiſt und die Gebeine erſchrocken ſind/ da ſind alle Leibeskraͤffte betruͤbt und traurig alſo daß nun nichts mehr ſey weder im Geiſt/ im Leibe noch im Leben/ daß nicht von dieſer bittern Traurigkeit und Er⸗ ſchrecken ſey eingenommen. Dann die Seele oder das Leben fuͤhlet des Todes Krafft und Stachel wol/ welcher das Fuͤhlen und die Sinne des Menſchen maͤchtig ſehr betruͤbet/ und verwundet/ wie dann der Geiſt die Hoͤlle fuͤhlet/ die da unertraͤglich und unleidlich iſt. Dañenhero diejenigen ſo in ſolcher Anfechtung ſiecken/ nichts luſtiges noch liebliches an den Creaturen ſehen/ daß ihr Geſiehte auch umb ein Haar moͤchte erluſtigen/ und das nicht ſo ſuͤſſe ſey daß da moͤchte in ihren Ohren erfreuen da iſt keine Luſt noch Be⸗ gierde weder zu ſchmecken/ zu eſſen noch zu trincken/ weder zu greif⸗ Todt ————„—— —————— — 1 3 2———— 8 8 .———.— ÿõömmm—— 2— 1..— 8 —. 3 3 ———— 9 4 ———— 1“ ————————— W ——————. 4 8 1 ————————.. —————————— 1 2 NN ——— n————— ———— 5 8 — 4—. 8 ——„.. X 82=—— . 1————.—— Be.———— —— ͤͤͤͤſſſͤſſſſ——————— 3 *———————————— ——————————————— 4 —.—————— —— 2——.——————, ——————————— 8 “.———* =— —————ÿy—— ——— £ ſſſſ-“ — 4* — —hhhhhhhhöhöhöhöhöhͤhͤhſhͤſͤhͤhͤſͤſͤhͤhſhſhſhſſ ———— Die dritte Predigt 59 Todt allenthalben was ſie nur anſehen oder fuͤhlen daſh d0 aufs allererbaͤrmilichſte ausgedehnet und ass aß enndafnaſ Leben und Todt/ das Leben haben ſie nicht/ und erſchrecken fu dem Tode/ daiſt Jammer und Noth/ Hertzleid und alleley I9 fechtung und heiſt recht daß die Seele ſey ſehr erſchrocken. Sundeund Erkennet demnach hierbey die Art der Suͤnden/ und wi drauff fol⸗ einem zu Sinne ſey/ wann er Suͤnde/ Gottes Zorn und Gran Gottes er⸗ mehr zubereden/ daß ſie dem Liedlein glaͤuben das ihnenhi i ſchrecken/a⸗ vid laͤſſetfuͤrſingen Suͤnde zubegehen /und Suͤnde wih ai ber rohe ſi⸗ jegen/ das iſt ihnen eine ſchlechte Sache ſie duͤrffen ſo nichtdani⸗ Welt⸗, 8 4 hers eelt ber klagen wie hier David thut Vnd hat mancher Evangäüte ſchrecken Chriſt igt aus dem Evangelio ſo viel gelernet/ wann er nut alſda nicht fuͤr der Sonnabend zur Beichte/ und folgendes Tages zum Saaumi Sunde nochgehet/ ob er gleich den 2reaicanten die Abſolurion abſtillt mit Je Zorn Got⸗ ſage ſein Lebenzu beſſern/ ob er gleich nach der Veſper wiedet nde tes. alten Schue trit/ und ſeiner Vngerechtigkeit Geitz VnzucktGe⸗ ſoffe und dergleichen Suͤnden nachgehet /das achtet er nicht Einn uͤber ein halb oder viertel Jahr gehet er unſerm lieben. Herren Golt noch einmal zugefallen in die Kirchen und zum Sacramentamt kaner von einer Zeit zur andern ſeine Sunde wol ablegen wama aur ſo das Qas erauum verrichtet. Ja mancher koſn woli zwey drey Jahr kaum wieder/ und muß(wieer meinet) unſerlie ber Gott froh werden/ daß er auch einmal ihm etwas zu Geſallen hue /ſondeꝛlich wann er etwa hohes Namens/ Standes oda Ver⸗ moͤgens iſt. Daß dieß vieler Leute Gedancken ſind/ das gebenißte and⸗ lungen die ſie treiben. Daß ſie aber glaͤuben ſolten/ was ihnen Daoid allhier voꝛſingen laͤſt/ wie es nemlich ſo ein ſchetllich Oing umb die Suͤnde ſey/ und daß man ſich ſo daruͤber muͤſſe aͤngſte und haͤrmen/ wo man dieſelbe recht erkennet/ da wird nichts an Nun muß unter den zweyen eins war ſeyn/ entweder es mußie Suͤnde ſo arg und boͤſe ſeyn wenn ſie aufſwachewiehin da 4 b e ſichen Let und Patn daf ſiedem Lrdeen gatend a mn Stdt uegaane e m A ſchacht Eadeſi K. Dawdd that Wa huna 41 nEvangciioſo ertgemar 7. Bacchtt und fagendes Tm ihr den? u nten di 406ta 1 dſſem dapennerd 1 und ſemner Vnanatdugin Mch den S uͤndeeuchgeſetd al an ierte Jahr geheter wfend e ulen m de Kachmn undan Ht Zat zur nden ſnEhar ar deratar dernchtut. Jaune 1 aun vide undm r adan daß a uchemmti 3 „uacemahedes unen Hand druͤcket mich Gewaͤſch ja wol fuͤr einen Spott achten/ als klage er das/ davon er nie etwas gefuͤhlet habe. Weil wir aber das nicht thun koͤnnen/ wir macheten ſonſten den David zum Heuchler oder Spoͤtter/ ſo werden wir ie die Suͤnde fuͤr eine ſolche reiſſende Gifft zuhalten uber den s. Pſatlm. klaget/ oder aber wir muͤſſen dieß ſeyn Klagen fuͤr ein unnuͤtzes gleich gezwungen/ dann er hat ja nicht einmal allein ſo geklaget uͤ⸗ ber Suͤnde/ Gottes Zorn ſondern er klaget wol mehr daruͤber/ als im 33. 38. 71. und in andern Pſalmen. Nehmt nur vor euch den 38. k Pſalm. in eilff Verſſen nacheinander alſo lautende: Herr ſtraf⸗ fe mich nicht in deinem Zorn/ und zuͤchtige mich nicht in deinem Grimm/ deine Pfeile ſtecken in mir/ und deine ndort /es iſt nichts geſundes an meinem Lei⸗ be fuͤr deinem Draͤuen/ und iſt kein Friede in meinen Ge⸗ beinen fuͤr meiner Suͤnde. Denn meine Sünde gehen über mein Haͤupt/ wie eine ſchweꝛeLaſt ſind ſie mir zuſchweꝛ woꝛ⸗ f.38. vel. ſeq den. Meine Wunden ſtincken und eytern fuͤr meiner Thor⸗ heit/ ich gehe krum̃ und ſehr gebuͤcket/ den gantzen Tag gehe ich traurig deñ meine enden verdonen gantz und iſt nichts geſundes an meinem Leibe es iſt mit mir gar anders/ und bin ſehr zerſtoſſen/ ich heule fuͤr Vnruhe meines Hertzens. Herr fuͤr dir iſt alle mein Begierde/ und mein Seufftzen in dir nicht verborgeẽ. Mein Hertz bebet/ meine Krafft hat mich verlaſſen und das Liecht meiner Augen iſt nicht bey mir. Dieſem iſt wol nach zudencken: Denn da wil der Da⸗ vid die Suͤnde zu einem Queckſilber machen: Daß gleich wie daſſelbige/ wenn es dem Menſchen durch eine Artzney 4 Suͤnde wird vergli⸗ chenmit ei⸗ wird beygebracht/ hernacher alle Glieder durchwandelt und nem Queck⸗ durchreiſſet/ eben alſo ſpricht David/ andern zur Warnung auch/ ſilber. es ſey nichts geſundes an ſeinem Leibe/ es ſey kein Frie⸗ de in ſeinen Gebeinen fuͤr ſeinen Suͤnden: Item allhier in dieſem ſechſten Pſalm: ſeine Gebeine ſind ſehr erſchrocken. Sol⸗ ches gifftige durchreiſſende Queckſilber hat dem Cain/ Saul/ A⸗ chitophell Judas/ Speira und Aden mehr das Tets uu ſef ſen/ ja ſie habens fuͤt ein Gewinn gerechnet ſich ſelbſten tettna, den/ ehe ſie das reiſſen laäͤnger leyden wolten. Hiskia der Chrſ. liche Konig/ Hiob und andere mit dem David habens auchgefüß⸗ gewuͤttetund let/ wie ſolch Queckſilber die Sunde in ihnen galebet/ getobet habe. Fa.ss. Hliob. 0. Aber durch Krafft goͤttliches Wont und Handreichung des heiligen Geiſtes haben ſie im Glauben aa dae Blut JEſu Chriſti ſolch lebendig Queckſilber getodt/ und laͤſt ſich auch anders nicht toͤdten noch aus purgiren denn in und durch das Blut Chriſii/ das umb unſerer Suͤnde willen vetgoſſen wie Johannes ſaget! Hp. c.⸗. Das Blut JeſuChriſt fens Sohnes reiniget uns vonlaller Suͤnden. 5 So lerne man demnach an ander Leute Schaden kugue⸗ den/ und der Suͤnden nicht muthwillig nachhengen/ noch ſae das Queckſilber der Suͤnden im Leibe einnehmen/ und ſich olo ſelbſt verwahrloſen/ es laͤſt doch endlichen ſeyn wuͤten und tiſſen nicht. Aber Welt iſt und bleibet Welt/ wiles nicht glaͤuben thut wie die Kinder/ welche wenn ſie zur S ommer⸗Zeit bedraut werden /ſie ſollen das unreiffe Obſi nicht in ſich freſſen/ ſie wetden ſonſten Wuͤrme davon kriegen/ wenn die das etliche malinſich eſſen und wird nicht bald war an ihnen /ſo meinen ſie /es ſey ſoho⸗ ſe nicht als mans machet: Kommts aber zur Herbſt⸗Zeit da findet ſichs/ daß ſie muͤſſen ausſeucheln was ſie gefreſſen haben. Vnſat erſter Vater Adam ließ ſich au ch blenden/ da ſeine liebe Evanicht bald umbffel und des jaͤhligen Todes am verbotenen Apffelſtauh/ da metnete er auch nicht das es ſo boͤſe waͤre. Aberes hat der lebe Adam 030. Jahr daran geſeuchelt/ und wir alle ſeine Kinder haben daran zuſeucheln biß in die Gruben/ an dem unreiffen Apffel der atzuzeitlich abgebrochen worden. Derhalben ſol Warnung helffen ſo lerne man ſich fuͤr des Teuffels Queckſilber huͤten und für den Zuckerkuͤchlein die in des Teuffels Apoteken zugerichtet ſind/ ſi ſind wol mit Zucker ͤberzogen und laſſen ſich ſuͤſſe einnehmen ber es ſind hoͤlliſche Gifftkaͤchlein/ die mancher in Ewig⸗ keit nicht verdauen/ noch derſelben loß werden kan. Gunug auff dißmal. 8—— —— — Aue E Nit if und lie Däi a welche wan ſiezn Son a das unzcife Oöſtmdenſich ſpa daven knezen venndedas u chtbad wa m iernſomin h machet: Kemmes aderzu f ſſen zus ſeucheln was ſi gin gr um leß ſich uch edamuſt Kn ddes Mhngen Todes in tan 8 at nicht dos s ſobeſe win.4 nn rmn axſeucheltundutdt 1 bu ndu Omdenandanu 91 b uchc werde Dazehaſ hnecha nenan Quchi 16 „. Naca — üä ber den s. Pſalm. 4 Die vierde Predigt Vber den VI. Pſalumn v. 4. 5. G. b b du HErr wie lange/ wendedich HErr/ und eanni a. „nerrette meine Seele/ hilff mir umb deiner Guͦte ³ Aprun. willen/ denn im Tode gedenckt man dein nicht/ wer 46. . 4 e wll dir in der Hoͤllen dancken. um demnach en noar(eut n neeuaa dd d Suͤnden in Labe enan 1. n cs uftdochedüchmſgat ah EXORDIUM. ☛ Mdritten Buch Mo ſe am 25. hat Gott ein ſolch v.„. ☛ Geſetz gegeben Wer ein Hauß verkaufft der Daß man hat ein gantzes Jahr friſt daſſelbe wieder zu loͤſen: die Buß S Wo er es aber nicht wieder geloͤſet/ ehe das Jahr nicht auff. 3 umbgeweſen)/ hat er nicht macht gehabt/ daſſelbe ſchieben ſol⸗ = wieder an ſich zu bringen. Durch dieß Haus kan verſtanden werden die ewige himmliſche Wohnunge/ welche de⸗ nen gebauet iſt/ die Gott fuͤrchten/ wie der Apoſtel Paulus alſo davon redet. 2. Cor.. Wann er ſpricht: Wir wiſſen daß wir 2. Cor. 5. v.r. einen Baumhaben von Gott erbauet/ ein Hauß nicht mit Haͤnden gemacht/ das ewig iſt im Himmel/ wie auch Moſes ſonder zweiffel von ſolchem auſe redet wenn er ſchreibet. Exod.1. Exodl. v.0 b Das Gott den Ebrelſchen Wehmuͤttern habe Haͤuſer ge⸗ bauet ete Dieſes Hauß kan ein Menſch der ſich an Gott dem Hrren vorſetzlicher Weiſe verſuͤndiget/ verkaͤuffen und deſſelben verluſtig werden/ Gott aber gibt ihm ein gantzes Jahr friſt das iſt die gantze Zeit ſeines Lebens/ daß er es durch wahre Reu und Buß wieder erlangenkan. So bald aber daſſelbige Jahr verlauffen/ iſt keine Hoffnung mehr daſſelbe wieder zuerlangen noch zubeſitzen/ dianrn in ſener Welt iſt keine Gnade noch Barmhertzigkeit mehr verhanden. Gleich wie die Fechter keines Ehrenkraͤntzleins oder G iuj Ver⸗ * Die vierdte Predigt Verehtung mehr zuerwarten haben/ wann die Fechtſchue auf hoben iſt: Alſo wañ dieſes Leben einmal geſchloſſen und di Schan tze verſehen iſt/ ſo hat man ferner keine Erbarmung keine Onahe und Troſt bey Gott zu hoffen/ ſondern ein ſchrecklich Wartmn des Gerichtes/ und des Feuer⸗eiffers/ der die widerwertign 10. verzehren wird. Aeso. Derwegen wir ſieis in unſemn Ohtn ſollen erſchallen laſſen die treuhertzige Vermahnung des weſſe Mannes Syrachs c. 7. Verzeuch nicht dich zum HErrn ubekehren/ und verſchiebe es nicht von einem Tagaufden andern/ dann ſein Zorn kommt ploͤtzlich/ und wirdstachen b und dich verderben. b Soͤnig David hat ſich wiſſen Hierinn wol vorzuſehen un derwegen die Zeit mit ſeiner Buß eben wargenommen/ ſielanes weges wollen auffſchieben wie ſolches ſonderlich in ſeinen iiſ vſalmen zuerſehen/ von welchen wir biß hero den erſien alond Hrdnung der Pſalmen den ſechſten vor uns gehabt/ und itadu auß zubeſehen vorhabens Daiau Erchamationem ein fatttt“, liches Klage⸗Geſchrey des Koͤniges Davids/ ſo er beyſi ner Buſſe gefuͤhret. Hiervon aufs kuͤrtzte zu reden und dait ohne Frucht nicht abgehen moͤge/ wolle Gott ſeinen Gnchn Geiſt darzu verleihen umb C hriſti willen/ Amen. TRACTATIO. ſer vorgenommenes betreffend/ da wir zubenachten das Ilammerliche Klage⸗Geſchrey des Koͤniges Dabdd/ Woer bey ſeiner Buß gefuͤhret/ ſo finden wir datbey. t. Nembrä. J. Eh tun. Die hefftige Bewegung ſeiner Seelen/ welche Das Woͤrt⸗ tehefftig gung ſeiner S lein Ach: wie ernamhafftig machet mir dem Woͤrtlein: Ah/ in deme gatbe⸗ weglieh heraußbricht und ſpricht: Ah HErr wie ſolange/ wi dieſem Ah eroͤffnet er gleichſam ein Fenſterlein in ſeinem wch und dem uͤtigen Hertzen/ und wil haben/ wir ſollen mit wettaufß ſpperreten Augen hinein ſehen/ und mit Freuden erblien/ i noſe nebiſhafant und Ungefürbe Emſts mrgan Gi he ſeenfir ſchäͤte die gul Ked daß de tn all und g Allma gen H wolin dacht 4 ebſche mnge ſebem heres gebra man/ vaͤter horan herung dochn mein; detruͤb hur mi 8 da ber Rn Plagas eins ut alls M ume derſchade s nichttonen 81 tden. d dit ſ dſann. ſſedicden vi ſoche eat n von pachen pu ßhaoh t ſuman danſcchfen rausg e erhaden⸗ Dun Enlmmatu 1 eeſchrey des Koniges Dari Ri dret. erven aufs rtt Kh d adachen nig vel e S ade umd Chrſi vilm Ant . 1 u 1 1 a aucda mitdem Veuu dricht und ſpricht: A 15 F d richlun 4 Hasen! d vi pöen n. 14 4„ Lofaa un ugxrant en zorn ommtpatcu 44. . 3 uͤber den s. Pſalu. ten Teſtament der Hoheprieſter in das allerheiligſte gieng/ daſelb⸗ ſten fuͤr dem HErren zuerſcheinen/ ſein Hertz durchs Gebet außzu⸗ ſchuͤtten und zuverſuͤhnen die Suͤnde des Volckes/ ſiehe da gaben die guͤldene Schellen und Cymbalen die unten an ſeinem koͤſtlichen Kleid und Kirchen Ornat hiengen/ einen lieblichen Klang von ſich/ daß derſelbe im Heiligthumb gehoͤret/ und ſeines Volcis fuͤr Gott in allen Gnaden gedacht wuͤrde. Eine ſolche geiſtliche Cymbal und goldguͤldene Schelle wann David fuͤr dem Thron des Allmaͤchtigen erſchien zu beichten und zu beten/ und mit bußferti⸗ gen Hertzen intonirete. Ah HErr. Das klang ſo lieblich und dacht worden/ wie der ventus bey dieſem Pſalm es außweiſet. Dieſes kleine Woͤrtlein Ah/ wie gering und unanſehnlickz es ſcheinen mag fuͤrden Augen der unverſtaͤndigen/ hat es doch ei⸗ nen gewaltigen maͤchtigen Nachdruck auff ſich/ und fuͤhret in dem lebendigen Wort Gottes manche nachdenckliche Bedeutunglda⸗ her es auch uͤber o. mal von den Heiligen Gottes in der Schrifft gebraucht worden. Es iſt einmal ein Klage⸗Woͤrtlein dadurch man ſeine Angſt und Hertzens⸗Noth Gott dem HErren in ſeinen vuͤterlichen Schoß witfft/ wie die mit Nothgezwangte und hoch⸗ b 2 foy mi ſeiner Buß/ Beicht und Gedet. Wann vorleiten im al⸗ yr 4f. vg. ſeq. Rmu ſcina Baß daung wol in den Ohren des Hoͤchſten/ daß darauff ſeiner in Gnaden ge⸗ bedrangteKirche der Juͤden Tren.. uͤber die Zerſtoͤrung und Ver⸗ Thren. r. herung der Stadt Jeruſalem klaget und ſaget: Ach HErr ſiehe doch wie bange iſt mir/ daß mirs imeibe davon wehe thut/ mein Hertz wallet mir in meinem Leibe/ dann ich bin hoch⸗ betruͤbt/ drauſſen hat mich das Schwerdt/ und im Hauſe hat mich auch der Todt zu Wittben gemacht. Darnach iſt es ein Jammer⸗Woͤrtlein/ mit dem man winſelt und heulet uͤ⸗ ber dem groſſen Vngluck das uns betroffen hat/ wie der hochge⸗ plagte Creutztraͤger Hiob auffſchreyet. Job.. Es zerplagel mich eins uͤber das ander mit hauffen: Warumb haſtu mich aus Mutterleibe kommen laſſen? Ach das ich waͤre umb⸗ kommen/ und auch nie kein Auge geſehen haͤtte/ ſo waͤre ch V 20. Job 31 0 N. I7. “——. ——— —-——— 1———— 8 1 ———õ—— —————— ————* — — 2 —— 9——— ——,— „ Diee vierdte Predigt als die nie geweſen ſind/ von Mutterleibe zu Grabe bracht. Hieneben iſt es ein Trauer⸗Wöortlein/ mitdemmm die verſtorbene unter dem Volck Gottes iſts ein B unſcheVortlein/ dadurch man ſich entwederſl etwas gutes wuͤnſchet wie in zeitlichen Leibes achen ſich Abue⸗ Sen 7 v. 3. ham gegen Gott hoͤren ließ. Gen. 17. Ach das Ißmael leben ſolte fuͤr dir: und in geiſilichen Seelen⸗Haͤndeln die fronnen Plal. 4. v.7. Iſraeliten aus dem 14. Pſalm in ihren Advents⸗Seuffterlen be⸗ gehreten: Ach das die Huͤlff aus Zion uͤber Iſracl kamt/ und der HErr ſein gefangen Volck erloͤſete/ ſo wuͤrde J’ oob froͤlich ſeyn und Iſrael ſich freuen/ oder auch wolanden Gottes Zorn und Straffe verkundiget/ wie der koͤnggliche Pw⸗ Pſ. 139. V.'y. phet David im 139. Pſalm exclamiret.: Ach Gott das dulöd⸗ teſt die gottloſen/ und die blutgierigen vonmirweihen muͤſten. Ferner iſis ein Bittwoͤrtlein/ dadurch man einas von b Gott erbitten kan /wie die Schiffleute/ die mit dem Pwoyheten Jo⸗ fon.,v.e fuhren/ da ſie ihn ins Meer worffen /zum HErren uufften un lons 4 ſprachen. Jon.z. Ach HErr laß uns nicht verderben und ddieſes Mannes Seele willen/ und rechne uns nicht zuu ſchuldig Blut/ dann du HErr thuſt was dir gefaͤllt. u kerner iſts ein Liebewoͤrtlein/ mit dem man ſeine liegegenan pfleget zubetrauntn/ we —— — demt ter in dem uunb unſe ſer haͤt kein, Heu abu er iſt Naut halter unsr ren baͤrd Go und 5 der liebe fühne ſonde aolle pera ſeuert Gont Taſc Initſe Sier hren — n im aufdie Bnne cgaeh i e dade n s. Bertin u K. klaanen Zuſmd andOetg *Daod im. Pſum tn menſchüchm(chas ſaff f eMenſchen de doch bſſch N. b ünſchet vie in zatichm ede Hi horen beß. Cen.7. Ahd 2 und in ariſuchm Sca hi P d 4. Pſomu em Nun das de hilf ausdenit 71 rſen geſanam Voſccüt vn und Jſatſſchfrund umd Saaft rafändigr ne 4 n go. Pame den um de hutgntn 10 ar ins t vörileil anl 1 1 un wude Schiſtuten 54 iechains Meuwanf. an 3e e eans d . 2 4 lanyatt. Ao 0 ab und ſey gnaͤdig/ wer wil Jacob wieder aufhelffen/ dann er iſt ja geringe. Alle Bedeutung dieſes kleinen Woͤrtleins koͤnnen allhier Raum und Statt haben. Dannda moͤgen wir gaͤntzlich dafuͤr halten/ daß Daoid ſich dieſes Worts darumb gebrauchet/ daß er uns nieht allein fuͤrhalte ſein Klagen/ ſein Jammer/ ſein Trau⸗ ren/ ſein Verwundern/ ſein Wunſchen/ bey dieſem ſeinem er⸗ baͤrmlichen Zuſtand/ ſondern auch ſein Bitten/ ſeine Liebe gegen Gott und ſeine Andacht/ daß er uns theils erinnere ſeines Propoſiti und Vornehmens/ wie er entſchloſſen ein Bußgebet fuͤr dem Thron Gottes abzulegen/ und zu bitten umb gnaͤdige Vergebung der Suͤnden: Theils beſcheide daß er ſeinen Gott von Hertzen liebe und ihm allein in allen Noͤchen vertraue/ theils zu Gemuͤthe fuͤhre/ das ihm ſeyn Seufftzen nicht auff der Zungen geſchwebet/ ſondern aus Grund des Hertzens mit rechter Andacht herfuͤr ge⸗ guollen ſeyn. Wil uns alſo mit dieſem Woͤttlein Ah inſonders lehren/ woran im Gebeth am meiſten gelegen/ nemblich an der feuerbruͤnſtigen Andacht. Denn wo die nicht iſt/ ſomuß d Gott von Himmel ſein alte Klage wiederholen: Nha.=p. Volck nahet ſich zu mir mit ſeinen Munde/ und ehret mich Sie ruffen mich nicht an von Hertzen/ ſondern lauren auff uͤber den 6. Pſalm. 2* dem ans Tageliecht giebet/ wie Hanna des ſungen Tobie Mut⸗ ter im Buͤchlein Tobia am 10. Von ihrem allzulang außbleiben. Tob. dem Sohn ſagte: Ach mein Sohn/ Ach mein Sohn/ war⸗ umb haben wir dich laſſen wandern/ unſere einige Freude/ unſer einiger Troſt in unſerm Alter/ unſer Hertze und un⸗ ſer Erbe/ wir haͤtten Schatzes genug/ wann wir dich nicht haͤtten weggelaſſen. Endlich iſis auch ein Andachts Wort⸗ lein/ dadurch man ſeine feurige bevorion und. Hertzenbegierde ohne Heucheley entdecket wie · 1s. 7. ſpricht, Ach HErr HErr laß Amos.7.v.⸗ ihren Laͤgern. Das liebe Eehen Nfſerta mu Sotigleie 0.T.. Uſus Die Andacht das eſte bey em Gebet. ieß Eſa. 29.V. 33. mitſeinem Lippen/ aber ihr Hertz iſt ferne von mir /. 7. Hoſ. 7.714. 55 Die vierdte Predigt wie der mit uns redet in ſeinem Wott/ alſo reden wit wuͦ lhn durchs Gebet. Sehen wir uns nun wol fur wann wir eiwam einem weltlichen Potentaten reden ſollen/ und miſchen nicht da⸗ hunderte ins tauſend/ ſondern wegen gleichſam alle Wort aufde Goldwagen/ wie vielmehr und mehr haben wir dann Achtzug⸗ ben/ wann wir reden mit dem Koͤnige aller Koͤnige und Henn aller Herren/ der ſchrecklich iſt unter den Koͤnigen auf Ewa dagß wir alles bey ihm andaͤchtiglich vorbringen und ablegen. Dp warumb legen wir auch unter dem Gedbet unſere fuͤnf Fingeran den Haͤnden zuſammen/ als daß wir durch ſolche feine Caemmn⸗, die wir von den Alten bey denen Weißheit iſt/ gelernet velſtn⸗ diget werden/ wir ſollen unſere fuͤnf Sinne nicht umbhet ſladden laſſen/ ſondern bezaͤmen und vereinbahren/ daß ſie uns nuijn derlich ſeyn an dem groſſen ſtuͤck unſers Gottesdienſis am ſen Gebet. Gleicher Weiſe wie man die Seiten auf einer Lautenund anderm inſtrumem zuſammen ſtimmen muß/ wann ſie eine li⸗ liche Qarmoui und ſuͤſſen Klang von ſich geben ſollen: Alſonuſ man auch das Hertz zuvor bereiten die Oedanclen enge ſpannen und von andern Sachen abemuͤſſigen/ und dargegen u Ce richten und erheben/ wann ein rechtſchaffenes Gebet erfolgenſcͤ. 7 Im andern Buch Samuelis am ſiebenden ſpricht Dabd zu Gott: Dein Knecht hat ſeyn Hertz funden/ daser dieſe Gebet zu dir bete. Wie iſt das zuverſtehen? Hat dann Oa vid ſeyn Hertz verloren gehabt/ daß ers erſt ſuchen und finden muß das muͤſſen wir alſo faſſen/ und einnehmen: Wann wit auf E⸗ den mit irdiſchen Sachen umbgehen/ und dafuͦr allzuſtht ſorgen/ ſo gehet unſer Hertz glaichſam in der Irre. Wollen wiriu Golt ein rechtes Gebet thun/ ſo muß das Hert erſt gefundenwerden welehes geſchicht/ wann man in ſich ſelber gehet/ und m Andach edencket was man thue/ mit wem man rede? Warumd man bii te/ was unermeßlicher Nut daher entſpringe? Wellaher ſolc Andacht nicht von Natur im Hertzen waͤchſet/ ſondemdurcht heuligen Geiſt darinnen angezuͤndet werden muß/ ſo ban biger! der M das alii moͤge Exem wir n une n Grin wird e mein! cke no bricht menn Ephre Adan aber keit i grim derbe der. bielfaͤl feentl den iſt habege Mech men ic Säͤnde (weines Begej qaung m Tn Eng — — — — — — — — — — — — 4 ſchrck ſtunar den Kon 38 2 2 o azüch vadtngenmg. ich H agüch. wir mit Daoi aus dieſem Pſalm: Ach H raſte or af uunenen ir mit David ſeufftzen aus dieſem Pſalm: Ach HErr ſtraff umden db diß vadaſih Ie a Waſe wemm ASaten 7 1 acw zaſammen immam und ſäͤſſen Lu ranſichzn A Han javordarun de Od h mn Sachen vemäſſcet. cden wam ennettſchefon dem Buch Samatss an ſcde in 4½. Nauen arbcedafasahſt n uͤber den«. Pſalim. 9 biger Chriſt ihn darumb anruffen: Gib das nicht bete allein a das Ach der Mund/ hilff das es gehe aus Hertzengrund. Thuen wir mit Ernſt das ſo werden wir das kleine Woͤrtlein Ach wol und nutzbarlich und Andach mprracticiren, und dadurchunſern viel frommen Gott anregen/ ver⸗ geſprochen moͤgen/ und bewegen/ daß er uns helffe aus aller Noth. Als zum wird/ gehet es ohn Nutz Nicht abe. uns nicht in deinem Zorn/ und zuͤchtige uns nicht in deinem Grimm: Ach HErr wie ſo lange/ wende dich HErr/ ſo Exempel: Fuͤrchten und entſetzen wir uns fuͤr ſeinem Zorn/ daß ** wird er uns antworten: aus dem ereman. Iſt nicht Ephraim ſer 3t. v.ꝛ0⸗ u ſollen anſer funf Sumuit r Nzämen und racndadtm daß 4; dem gyoſſen ſtudlunſes Geta 1 mein theurer Sohn/ und mein trautes Kind/ dann ich den⸗ cke noch wol dran/ was ich ihm geredet habe/ darumb bricht mir mein Hertz gegen ihm/ das ich mich ſeiner erbar⸗ men muß: Vnd aus dem 1. Was ſol ich aus dir machen Koſ. u. v. 8⸗ Ephraim/ ſol ich dich ſchuͤtzen Iſe ael ſol ich nicht billig ein Adama aus dir machen/ und dich wie Zeboim zurichten? aber mein Hertz iſt anders Sinnes/ meine Barmhertzig⸗ keit iſt zu bruͤnſtig/ das ich nicht thun wil nach meinen grimmigen Zorn/ noch mich kehren Ephraim gar zu ver⸗ derben/ dann ich bin Gott und nicht ein Menſch/ und bin der Heilige unter dir. b b Wird uns bange wegen der uͤberhaͤuffen Menge unſeret Orat. Ma- vielfaͤlligen Suͤnden/ daß wir mit Manaſſe ſeufftzen aus ſeinem ⸗ flehentlichen Gebet: Ich habe geſimdiget und meiner Suͤn⸗ den iſt mehr dann des Sandes am Meer: Ach HErr ich habe geſundiget/ ja ich habe geſuͤndiget und erkenne meine Miſſethat. So wird er uns antworten: Iſrael vergiß nicht mein/ ich tilgr deine Miſſethat wie eine Wolcken/ und deine Suͤnde wie ein Nebel. ¼4. 4. Sey getroſt mein Sohn Ela. 44.v. z2. cmeine Tochter) deine Sünde ſind dir vergeben. Matth. 9. Matth. 9. F Begehren wir ſeines huͤlffreichen Beyſtandes wider alle Verſu⸗ v 22. 6 chung und hoͤlliſche Pfeile des Boͤſewichtes/ wann uns des Sa⸗ 1 W tans Engel mit Feuſien ſchlaͤget und ſeufftzen mi dem Cananei⸗ b Hü ſchen Match. 13. ſchen Weiblein aus dem Evangeliſten Aaueb. 5. Ach H V. 22⸗ 60 Die vierdte Predigt Sohn David erbarme dich mein/ meine Tochter(menn Seele) wird vom Teuffel uͤbel geplaget/ ſo wirder uns ane worten: Laß dir an meiner Gnaden genügen/ dann meine Errdu 1. Con 2. Krafft iſt in den Schwachen maͤchtig.⸗ Car. Stltſit etwa der Sohn Gottes als wolte er mit dem ſanfften Stabd V. 9. Pſal. 5y. 9210⸗ 1 erem.v.. ſchaffe/ und ſeufftzen mit jeremias cap.o. Ach das ich Waſſers Evangelii foͤrder gehen/ und wir ſeufftzen zu ihm mit den heßden Lue a4.v.zg Juͤngern die nach Emaus wandern. Iuc. 4. Ach bleib bchlns Herr/ dann es wil Abend werden und der Taghatſih ge⸗ ——„ neiget. So witd er uns antworten. Siehe ich binbehech alle Tage biß ans Ende der Welt. Aaetb.. Sehnenmiuns nach dem hochgewuͤnſchten edlen Frieden/ und ſeufftzen mian *.8⸗Kindern Korah aus dem 85. Pſalm. HErr zeige unsahe Gnade und hilff uns. Ach das ich hoͤren ſolte das Gott der HErr redet/ das er Friede zuſagte ſeinem Volchund ſeinen Heiligen/ auff daß ſie nicht auff eine Thorheit gero then/ ſo wird er uns antworten. Ich wil euch nicht mehrm⸗ ter den Heyden laſſen zu Schanden werden. Joel⸗. Gehat es uns tieff zu Hertzen das unſere Glaubensgenoſſen verjagehbe⸗ folget und den gantzen Tag getoͤdtet werden/ wie die Schlacht⸗ — ͤͤ gnug haͤtte in meinem Haͤupt/ und meine Augen Thlan Auenſen waͤren/ das ich Tag und Nacht beweinenmucht die erſchlagenen in meinem Volck: So wird eruns anita ten: Der Todt der Heiligen iſt werth geachtet fuͤr demher⸗ Pf u6. v. V. ren Pfalm. 6. Wollen wir endlichen daß er in unſer letten Co⸗ desſtunde unſer treulich warnehmen ſolle und ſeufftzen zu dem Behuffe mit der Chriſilichen Kirchen. Acch HErr laß deine ſiebe Engelein/ Am letzten Ende die Seele mein/ Indrahanne Scho⸗ tragen/ Den Leib in ſeim Schlafftaͤmmerlein/ eu dit a mdnf 1 b sthen/ und waſafenms dena nadera,l dh ff uns. Achdasichhoret 4 u das er Friedezuſageſt ht Nauff daß ſomchtaf en 2 ans anweum. JIhdlel m —n laſſenzu Schandated en⸗ dergen das unſene Dlauhasge dſſ anan s grttaunda d ſarn mitjer miu ch g l undmit E voon groſſer Gnad und Treu/ der du beweiſeſt Gnade in tauſend uͤber den 6. Pſalm. 6r Gar ſanfft ohn einige Qualund Pein/ Ruhen biß an den juͤngſten age: So wird er uns antworten: Gehe hin mein Volck in eine Kammer/ und ſchleuß die Thuͤre nach dir zu/ verbirge dich ein klein Augenblick biß der Zorn fuͤruͤber gehe. Dann dei⸗ ne Todten werden leben/ und mit dem Leichnam aufferſte⸗ hen. /6. 26. 1 II. Setzet der Koͤnig und Prophet David bey ſolchem ſei⸗ Eſa. 26, v. 26. nem Klag⸗Geſchrey Objectum. Zu wem er ſich mit ſeinem Ach/ Seufftzen und Gebet gewendet/ nemlich zu dem HErren/ ſpricht: Ach du HErr: Dieſen JFruondls oder HErrenhat der David wol in die ſieben mal in dieſem Pſalm genennet/ und was dieſer Nahm in ſeiner Sprache ſey/ und eigentlich mit ſich bringe/ dar⸗ von iſt in vorhergender Predagt uͤber dieſen Pſalm geredet worden. Dieſes mercken wir nur anitzo zum Nutz hierbey, daß ein iegli⸗GOtt allein cher bußfertiger Sünder einig und allein dem JEllol 2 wil umb oder groſſen Gott i¶ Himmelbeichten und denſelben umb Vergednng. gnaͤdige Vergeb ung der Sünden bitten und anſprechen angeruffen muß. Dann vieſe Ehre wil er keinem andern geben/ noch ſem. b ſolchen Ruhm den Goͤtzen. Fa. 22. Als dann auch Moſes Pla. 42. v.⸗. Deuta. vermahnet/ gebet unſerm Gott allein die Ehre. Vnd Deut. z2. v.z⸗ im vorl ergehenden 6. c. beftelet er: Du ſolt anbeten Gott dei⸗ c.6. v.;. nen HErren und ihm allein dienen. Bs hat dieſer groſſer Gott und HErr einig und allein Macht frey und Recht die Suͤn⸗ de zuvergeben/ wie der Sohn Gottes ſelber bezeuget. Erod. 24. HErr/ HErr GOtt/ barmhertzig/ gnaͤdig und geduldig/ und Glied/ und vergiebeſt Miſſethat/ Vbertretung und Suͤnde. Bey dir/ ſaget der 10. Pſalm/ iſt die Vergebung daß man dich kl. iz0. v. 4. fürchte. Iſrael hoffe auf den HErren/ dann bey dem Her⸗ ren iſt die Gnade und viel Erloͤſung bey ihm/ und er wird Itrael erloſen aus allen ſeinen Suͤnden. Das ſchleuß und beweiſet ſich hehn wen gerunwneſper d. 62 Dite vierdte Predigt lich daßer/ daß wir allein an Gott ſuͤndigen und uͤbel fuͤr ihn thun/ wie im Fr. Pſalm erwehnet wird/ darumb muͤſſen wie auch einig und allein bey ihme Vergebung der Suͤnden ſuchen. Inmaſſen dann die Exempla ſolches ausweiſen/ da alle Heiligen ihn gebeten haben zu rechter Zeit. Gott ſey mir gnaͤdig nach deiner Guͤte/ ſeufftzet David/ und tilge alle meine Suͤnde Pſal. 51v.3. nach deiner groſſen Barmhertzigkeit. 2abmgz. Wolden Menſchen/ ſpricht er anderswo: Wol dem/ demder hErr die Miſſethat nicht zurechnet: Ich ſprach ich wil dem her⸗ ren meine Vbertretung bekennen/ da vergabfumdee Pſal. 32. v.r. Miſſethat meiner Suͤnden Selqz /2 ½. Wem halh naſſes ſeine Suͤnde gebeichtet? Bey wem hat er umb Vergehung derſelben angehalten? Trauen dey niemand anderd als beyden lebendigen und ſelbſtaͤndigen Gott/ dum Gott ſeiner Vaͤter⸗ braham/ Iſaac und Jacob/ und ihres gerechten Samens/ der Himmel und Erden und alles was darinnen iſt gema⸗ chet hat. Wie ſein ſchoͤnes Buß⸗Gebetlein wiit mehrem außwa⸗ ſet. Eben zu dem kehrete ſich auch der Zoͤnnerzen Tempel zu Jo ruſalem/ welcher an ſeine Bruſt ſchlug und ſprach: Golt ſey mit Lues. vi armen Suͤnder gnaͤdig. Luc. g. Darumb thaten die Phanſen Marc.2, p. bey der Cur und Heylung des Gichtbruͤchtig en daumn N.ate. v ſo unrecht nicht/ daß ſie untereinander ſagten und fragten. ſver r.*fan Suͤnde vergeben dann allein Gott? Marc⸗. Dann ten⸗ lich geziemet das Gott allein /aus obangezogenen Gruͤnden. O⸗ innen aber verſahen ſie es groͤblich daß ſie leugneten und nicht wiſt ſen wolten/ das JIEſus von Nazareth des Menſchen Sohn macht habe die Suͤnde zuvergeben auf Erden. Simemal dieſer Menſchen Sohn auch zugleich iſt Gottes Sohn/ und alſo eine einige unzertrennete Perſon/ in welcher die Goͤtrliche Natul der menſchlichen Krafft der perſoͤnlichen Vereinigung mitgethei⸗ let/ wie alle Gewalt im Himmel und auf Erden ins gemein dahin alſo auch darunter abſonderlich die Macht Sünde zuvergeben dann es wohntt ie in iyme die gant Sälleder Gouhehia 8 hafftt geting hocht 38h0t das dc ene dern kls E es ni der di zum? und n hin de nen ſii ſiebeh von E kan! tesi und ſaen habe/ ſind e das E. neßier Angſtu doßes hanleve fa wal wann zu lan dochſ 1,G n Dna nd iga ſe Barmzerzigttte u 21 Randaswo: Waldem 7 Süzrrechnet: Ich ſpra. rtratung dekenna/ date i er Sunden Sclchkan. M. de gedeichuet. Boy teichaaſ en n? Tiaumepmenmda dr KRändigen Gett den Goltſ ei und Jacod unduͤnsgnd d Erden und alesdasder um nſchoͤnes Baß⸗Oocleni lehtet ſich uch da deder. 1 ſeine Brn ſchugund ſacd Wi qnädig. 1e I. Dumnd. a Tn mo xruungkOchc da3 ſi manundetſczn in. 19 Neu aen aus cd ngtzegn 9 des ſew da Rſiemn aeden damalenGollius e 1 hafftig. Col. 2. Vnd hindert dieſem wichtigen Handel auch im col. 2„V.„. 2. 7 geringſten nicht das treue Lehrer und Prediger/ vermoͤge ihres aͤber den 6. Pſalm. ₰ hochtragenden Ambts/ auf der Cantzel und im Beichtſiuel den Zuhoͤrern und bußfertigen Suͤndern ihre Suͤnde vergeben/ dann das thun ſie auf Befehl und an der Statt ihres Gottes nicht als eine Haͤubtwirckende Vrſache dieſes vortrefflichen Werckes/ ſon⸗ dern als bloſſe Werckzeuge/ als Legaten und Botſchafften an Got⸗ tes Statt/ und Diener des Hoͤchſten/ von denen es heiſſet/ ihr ſeyd es nicht die da reden/ ſondern meines Vaters Geiſt iſt es/ der durch euch redet/ nach Chriſti Worten Martb 0. Wie dan Matth. 10. zum Zeugniß deſſen der HErr IEſus ſeine Juͤnger angeblaſen/ v. ꝛ0. und nach ſeiner Aufferſtehung zu ihnen geſprochen hat: Nehmet hin den Heiligen Geiſt/ welchen ihr die Suͤnde erlaſſet/ de⸗ nen ſind ſis erlaſſen/ und welchen ihr ſie behaltet/ denen ſind ſie behalten. Was demnach durch ſie geſchiehet/ das geſchiehet von G Ott! deſſen Ehre dadurch mit nichten geſchmaͤhet werden kan/ weil ers ihnen ſelbſt zuthun geboten und anbefohlen hat. I. Zeiget der David an Duriſmum Statum, was har⸗ tes ihm doch angelegen/ daß er ſo jämerlich ſeuftzet/ ſchꝛeyet und klaget. Davon ſagt er alſo: Ach HErr wie ſo lange. Wü ſagen: Gnug waͤre es das ich deinen Zorn und Grimm auf mich b habe/ dermaſſen/ daß nichts geſundes an mir/ alle meine Gebeine ſind erſchrocken/ meine Seele iſt ſehr erſchrocken/ aber da kom̃t noch das Elend darzu/ daß ich nicht wiſſen kan/ wann es wil ein Ende nehmen/ es hat ſa ſo lange mit meiner Schwachheit/ mit meiner Angſt und Schrecken gewaͤret/ ich fuͤhle keine Beſſerung ſondern daß es ie laͤnger ie aͤrger wird/ und werde ie ſchwaͤcher daruͤber. Ich haͤtte vermeinet des HErren Zorn waͤrete nur ein Augenblick/ aber 8 ſa wol ein Augenblick/ mein Elend nimt immer zu und wer weiß mwoann es wil aufhoͤren. Ach gar zu lange/ gar zu lange/ gar ehet wie ein Chriſt/ wann er ihm ſelbſt gelaſſen/ ſich Der Menſch 5 doch ſo gar nicht in Gottes nores& moras ſchicken koͤnne/ in Gottes und Weczug ſich und ihme immer beduͤncke/ wañ Gott was gutes mit ihm vorg gar nicht und ſich nicht bald darmit ſpuͤren und ſehen laͤſt/ es ſey⸗ ſchicken kan. ſa⸗d 3 eans une zugeſprochen aus Ler.. /4⁴. ν. Ihr werdet euch freun der letzten Zeit/ die ihr itzt eine kleine Zeit euaf ſans W mancherley Anfechtung/ es wird ihmtroͤſt *. Cor. 4. Vnſer Truͤbſal die da zeitlich und *. 17. eine uͤber allemaß wichtige Herrligkeit/ uns/ diewirna b ſehen auf das ſichtbare/ ſondern auf das unſichtban/da b V. f. 2. Cor. 2. 4 8. 84 Dievierdte Predigt ch wann er allerley Creutz zuerfahren/ ob ihm gleichmi leicht iſt/ſchaft lang b lich zugerufenag Eſa. 54. 7.7, iſt/ das iſt ewig. Er wird getroͤſtet aus dem Faia⸗.. Ichhabe dich verlaſſen ein klein Augenblick aber mit groſſer Bun hertzigkeit wil ich dich ſamlen: Ich habe mein Angaſalin Augenblick des Zorns ein wenig von dir verborgen/at mit ewiger Gnaden wil ich mich dein erbarmen. Esnlijn aber nieht in ſeinen Kopff/ wañ er etliche Worhen ſetliche Monu etliche Jahr nachein blutfluͤſſige Weiblei theſda/ Job. J. Item der Verfolgung aus Seufftzen und Schr ehrer Atbanaſius, hat pflegen zuſagen. lange /ſi kes ſeine In Glaubens⸗Arliculen hat dieſes aruegus HEfrbieſt ch auch funden/ und iſt zu jeder Zeit ſchwer gewveſen Oot⸗ Beſtimmung zuglaͤuben. Beym Habacuc⸗, Halli Gott verheiſſen das ſein Sohn IMaa uͤber ein kleines omman und daß er ſich bald einſiellen ſolte. Daniel ſetzet eine kleine dazu/ 70. Wochen/ nach verflieſſung derſelben/ ſolte er erſcheinn Dn.9. Das wolten irer viel im alten Teſtament nicht verſtn te war ihnen eine lan e Zeit. Dannenhers David ſuſfzann ander ſol kranck liegen/ 12. Jahr wie n n. Mattbig. 38 Jahr wie jener am Tich wie Joſeph/ David/ etliche Jahr nacheinn ſtehen muͤſſen: Da wil es an ein Klagen 1 Schreyen gehen usgueguò Domine, HErrwitſb lange! Da es doch in der That und Warheit gegen der wgn Exgetzligkeit nur/ ſo zu reden/ als ein Augenblick nuleruuat rranfens ein Woͤlcklein das bald vergehet; wie der alte Kirchen⸗ nü aus Polch freuen und zi Zeit verlo dieſe; ſieda⸗ derun ſolte Tag. einbre 1.Cor. ich dich naden wuichmchdenadat nen Kepf waüaclche Doch 9. rchanander bl kamä ezn E Rbtcn. Marrb 3 Iri 2 Jeem vie Jeſeh Dad cich 3 ausſiehcn miſſm: Dar de 4 Schrryan gehen ufeed 8* doch in da Thanud Vah 5 nn pp undm a8 n d Dicten ds dd dagtt 8. 44, NRpflegen zſazm.. badiſcas nhe Arncim ſadiſen⸗ ißm die Iſraekten aus dem 14Pſalm dich daß die Huͤlffe dlal. 4. v.. aus Zion üder Iſrael kaͤme/ und der HErr ſein gefangen ufreuen. Chriſius ſolte nicht mehr dann z. Tage im Grabe liegen/ Zeit/ alm. F. Du wirſt ihn laſſen eine kleine Zeit von Gott Pſal. 8. v. 6. dieſe 3. Tage fuͤr ein uegus, eine lange Zeit fuͤr ſo gar langeſduaas derumb lebendig werden/ wie ſie dann ſagen: Wir hofftener . Cor. 15. z. ob. 2. Paulus hat ſchon allbereit zu ſeiner Zeit geſagt/ es ſey die letzte Stunde ſchon da/ desgleichen Johannes: Weil an ſo kan es nicht ſo gar lange ſeyn/ wann gleich der juͤngſte Tag den haben. Laſſet euch demnach diß usquequoErr wie ſolan-⸗— lichen Willen ſeiner Allmacht und Weißheit anheim ſtellen. Er und Vngnade. Wollet ihr dem HErren/ ſagt die Judit ber benb.Pſalt. 36 Volck erloſete/ ſo wuͤrde Jacob froͤlich ſeyn nnd Iſrael ſich und zwar nicht voͤllig 3. Tage/ das heiſe die Schrifft eine kleine verlaſſen ſeyn: Die Juͤnger ſo nach Bmauß wandern/ hielten ſie daher ſchlieſſen wolten/ Chriſtus wuͤrde doch nimmermehr wie⸗ ſolte Iſrael erloſen/ und uͤber diß alles iſt heute der dritte Tag. Lac. 24. Die Schrifft meldet das der uͤngſte Tag bald her⸗Luea4. val. ein brechen/ und die Aufferſiehung der Todten bald geſchehen ſolle: nun ſeydhero viel 100. Jahr verlauffen/ gedencken viel/ es ſey noch lange Zeit biß auf den juͤngſten Tag. Petrus aber erklaͤret es wie lange es ſey: In ſeiner 2. Hoitl.s. Daß 1000. Jahr fuͤr dem„.. HErren ſind wie ein Tag der geſtern vergangen iſt. Wol: erſt in 1000. Jahr herein breche/ da wir doch hoffen er werde bald bald kommen/ und wird die Welt alsdann eine kleine Zeit geſtan⸗ ge/ nicht irre machen/ ſonderlich bey vielfaͤltigem Creutz/ daß ihr an Gottes Huͤlffe woltet verzagen/ und ihm dannenhero Zeit Ziel/ Maß und Weiſe fuͤrſchreiben/ ſondern es ſeinem gnaͤdigen vaͤter⸗ weiß wol wann es am beſien iſt/er braucht an uns kein arge Liſt/ des ſollen wir ihm vertrauen. Gott dem HErten Zeit uͤrſchrei⸗ ben/ das dienet nicht Gnade zuerwerben/ ſondern vielmehr Zorn euers Gefallens Zeit und Tage beſtimmen/ wann er 1 fen ſol. Darumb ſollen Eeuds deundigen von Herten ————— —————— .. 8 3. „. 2— 8 8 2 ö 8 2 — e. 4. 2 . 3— ———— 3— X ——————— 4 3 W ———*——— 2...—““ ————————————— —————.—* 8 —————————— ¹ 2— N N —————.—— N — 8XA. —— 6—— — 2..— 4— ———————— e 8—— — n————————————— 3 ———————— 2—————— 8 ———,——————————. ———————— 8 ——— 4———————— 9* 2 4 8 oooo a——y———O—* X 3— , Beerae e. 4 1 1—————.— 6 —————————————— Q—— —— 8—— 5————— ———— “—————— ——— 4—— =—————— 4— 2——— 2— —— 4 —— — — Judith. 8. v. 26.22⸗ 66 Dillc vierdte Predigt und ihm dienen/ und mit Thraͤnen fuͤr ihm beten da nes Gefallens Barmhertzigkeit an uns erweſin etſ Juditb. f. 83 u. Wird auch von dem David geſttzet Remedim ie durch ihm doch koͤnne geholffen werden von ſolcher ſeina Angſt. Hiervon ſagt eralſo: Wende dich HErrundelr⸗ 3 4 1 und err meme Seele/ hilff mir umb deiner Guͤte willen. Erdan GOtt der HErr ſolle ſich zu ihm wenden bißher habeen hm den b Ruͤcken zugekehret und nicht das Antlitz daruber ſey ſein Sat nicht in geringe Angſt gerahten nun ſolle er ſich aber wenden un ſehen wie es ihm gehe/ ſo werde ers ſa nicht laſſen koͤnnen awa ſeine Seele errettenja am Leſb und Seele helffen. Warunhani werde er ihm helffen« Zwar/ wil er ſagen habe ichs wol matbe⸗ dienet/ aber da laͤſſeſt du dieh ruͤhmen du ſeyſt voller Guͦt ſolh doch gutſeyn/ und hilff„ pier niſerirordian umb deinaei willen. Dieſe Miſericor din Dez oder Guͤte des HErren ſſthe mal die Seule und der Pfeiler/ darauff ſich Davids und anin. ſer Glaube/ Gebet und. Hoffnung gründet und auch gꝛuͤnden muß⸗ Plal. 3. v. 6. Davon auch der David ſaget im z. Pſalm wannen ſpricht.Ich hoffe aber darauff daß du ſo gnaͤdig biſt/ mein Hern freun eine gemeine Huͤlffe die ſich nur bloß uͤber den Leib allein eiſteaſ ſich daß du ſo gerne hilffeſt. Es meinet der Prophet allhier nict „ nein unſer Gott iſt ein reicher und groſſer G Ott/ darumb mign kifft/ wie die Wort lauten: Meine Seele iſt ſehr ſehroc Wende dich HErr/ und errette mne⸗ See eiſt ſehrer dtoch nur ud Err/und errette meine Seele/ derhalbenſſi Mir umb demer Guͤte wilen. eie/derh wir reiches und groſſes von ihm bitten/ und iſt auch ſeine Eßte daß ihm bilten und hoffen/ darumb ſo bitet Da⸗ wit etwas hohes von vid: Saluame, Hilff mir/ das iſt: mache mich ſelig an Seclund Leib/ welches alſo das Woͤrtlein Hilff in Hebraiſcher Sptach miͦ ich bringet/ darinnen dieß Salpa me, oder Salyum mefat ausgi- ſprochen wird. Dazu ſo ͤͤ“ . n wird. Dazu ſo gibts auch Davids Angſidarinnene ſtecket welche nieht den Leib allein ſondem allermeiſt die Seati⸗ ngͤ— daraus fürne ge gt woler getah ſollen daß Guͤt. 3u6C ſet G ſtorbe verſo Feinn Lebe orni hoffe Da Hu, fenſe zuch, n leſe ſerben Hertze agine deko⸗ halten kaaac helfe voſſen iſ ſie feinen — —— —— Rnnunddemebinn ole ſicn m deam iß ten end nchdas Anag dni 5ſ Ins rien mnpünſch. acde wedeenſunclliſt u unntam kedusSattſift H. fen Zwar wückſazn ſae e ſſeh da duh rbmnufyf. und ddff iinin r Ier, ds de Gät d 3 mo der Pn naeßad 3 t er und Neffuum grinamd 3 gerne huceh Snentad wils ve ſchnrdee ien „ iiſe du en enmnefe, 4 † uͤber den s. Pſalm. 6 Dieſe Lehr und Exempel laſſet uns nun alle wol lernen/ dann Sdaraus werden wir dieß zu mercken haben nicht allein daß wir fürnemlich fuͤr unſere Seele ſorgen ſollen/ wie derſelben moͤ⸗ ge gerahten und geholffen ſeyn/ dem Leibe werde es alsdann auch b wol ergehen: Beſondern auch wann wir in ſolchen Angſiſchweiß An Gottes gerahten/ wie allhier der David/ daß wir dennoch nicht an G. Ott Barmher⸗ ſollen verzagen/ ſondern in ſolehem Fall wann wir nicht finden/ tzigkeit wir daß wirfaͤr G Oit bringen koͤnnen/ ollen wir hm fuͤthalten ſeine uns halten Guͤte und Barmhertzigkeit/ welcher ſich den Gott der HErr ſollen. aus Gnaden gegen uns verſichert hat in ſeinem lieben Sohn Jeſu Chriſio/ davon Paulus herrlich ruühmet. Rom. f. Darlumb prei⸗Rom. 5. v. 8. ſet GOtt ſeine Liebe gegen uns/ daß Chriſtus fuͤr uns ge⸗ ſtorben dawir noch Sünder waren. Item: Sowir Gott*. 10. verſohnet ſeyn durch den Todt ſeines Sohnes da wir noch b Feinde waren/ vielmehr werden wir ſelig werden duꝛch ſein Leben/ ſo wir nun verſoͤhnet ſeyn: Siehe das iſts/ daß wir dem zornigen Gott koͤnnen fuͤrhalten in unſern Suͤnden/ dadurch wir hoffen Erhoͤrung und Huͤlffe zueꝛlangen/ und ſonſten lauter nichts. Davon wil ich ein fein Exempel erzehlen deſſen der Herr Matbe⸗ Auu gedencket: Es ſol ein groſſer Doclor einsmals zu Wien gewe⸗ ſen ſeyn/ der ſeine Perſon ein erbar und aufrichtig Leben gefuͤhret/ auch/ wie damaln es gehalten worden/ viel zu beten/ faſten/ Meſſe in leſen/ Allmoſen reichlich zugeben ſich befliſſen: Wie ernun ſterben ſolte und in Anfechtung kam/ und ſuchte heimlich in ſeinem Hertzen/ was er Gottes Zorn und Gerichte fuͤrhalten wolte/ damit er Fried und Troſt im Hertzen fuͤhlen und ſelig von hinnen ſchei⸗ den koͤnte: Vnd aber befindet das alle ſein beten/ faſten und Meß⸗ halten den Stab nicht halten wil aͤſt er etliche mal dieſe Wort mit klaͤglichem Seufftzen von ſich hoͤren: Wil dann das auch nicht helffen? Wil dann das auch nicht helffen? Die umbſtehenden wiſſen nicht was dieſem im Gewiſſen ſpielet. Nun dieſer Doctor friſ ſich ſo iange mit den Gedancken/ ob dann üͤberall nichts ſey in ſeinem gantzen Leben und Wercken/ daß er dem zornigen GOtt 3 z koͤnte .— ——— —— — ꝗ—— — —— 2—— — — —— — —— — v.g. ſeq. 4. 6 8 Die vierdte Predigt koͤnte fuͤrzalten: Endlichen bricht er herane mit den Wonttg⸗ Wil dann alles nicht helffen/ ſo helffe mir/ und erbarme ſic meiner GOtt der Allmaͤchtige umb ſeines lieben Sohnen IEſu Chriſti willen/ der umb unſernt willen gecreutzige/ geſtorben und aufferſtanden iſt. Siehe dieſen Augenbha g Gott der Allmaͤchtige Gnade ees fuͤhlet und finder der kranciew derumb Troſt/ Friede und Freude im Hertzen/ wie erſelbſt henah 1 bekennet/ und beſielet nun hinfurder ſeine Seele in die Handun ſers einigen Erloͤſers JEſu Chriſti. Dieſes wird darumh azehliih daß man als in einem Exempel ſehe/ wie gar nichts in uns ſey oder von uns kommen koͤnne/ das wider Suͤnde Todt/ Teufflund Hoͤll Gott in ſeinem Gerichte koͤnten fuͤrhalten es zerfaͤllnal⸗ wie Spreu fuͤr dem Winde/ und vergehet wie Stoppein uden Feuer. Allein die bloſſe grundloſe Guͤte Gottes/ die uman Rinem lieben Sohne JEſu Chriſto bezeiget/ und erwieſen ut i kan und muß und troͤſten/ dieſelbe vergehet nicht/ ſondernbladel wig/ wie er ſelbſt ohn Ende ewig iſt/ wie hiervon gar herrlich ugi Dasoid der Prophet im 103. Pſalm daer gegen einander haͤtune re hinfaͤllige Schwachheit ſambt der ſuͤndhafftigen Art undGot tes Guͤte und Barmhertzigkeit: Alſo: Barmhertzig und gui⸗ dig iſt der HErr/ geduͤldig und von groſſer Guͤte: Crühn nicht immer haddern noch ewiglich ZJorn halten er handel nicht mit uns nach unſern Suͤnden/ und vergilt uns nict nach unſer Miſſethat/ dann ſo hoch der Huneneüta b oihnfurche Erden iſt laͤſſet er ſeine Gnade walten uͤber die ten: So fern der Morgen iſt vom Abend/ laͤſt er unſtr V⸗ bertretung von uns ſeyn. Wie ſich ein Vater über nder erbarmet/ ſo erbarmet ſich der HErr uͤber die ſo hnfuͤrth⸗ ten/ dann er kennet was für ein Gemaͤcht wir ſeyn/ crge dencket daran daß wir Staub ſeyn. Endlichen und zum V. weiſet er auch Hamnum ſcuherin m. Was doch fuͤr Schade daruͤber entſtehen win Wann ihn G Ou gant und gar venaſſen wuͤrde: ſyncht: Dan —— im? danch 9 t ein at aſtch data des. undi deine ſchen Suͤt ſe fat dege preiſe ſen d ſaget lobe lobe haͤlt hem Tro hert wir Holl und? heit/ Der! hert wiele Lonn Etdbe 1ndpf en aln cegtundſens ih. — der und unſeent wi 4 1 wänden R. Schde. erenernſthame Ineden Frdem e r. Ru aan dujmdaſeEi 4 ers JEſeChuiſ. Drſc da. imen Ermpalſche wegund acn konne das wide Sänd. enem Gerrehekenunfäann. dem Winde mdaghame N Hioſſe amndieſ Gite Get du Sohenr IEfa Chuin deme ul i na uſten duſede nageſanc 69 im Tode gedenckt man dein nicht/ wer wll dir in der Hoͤllen David wil dancken. Dieſe Wort muß man nicht alſo deuten als wolte Da⸗ gerne laͤnger uber den e. Pfalm. vid ein Fpicurus werden/ und nicht glaͤuben daß nach dem Tode G ein ander Leben waͤre/ nein er wil hiemit nicht die allgemeine Auf⸗ erſtehung laͤugnen/ ſondern er bittet hiermit das G. Ott der HErr 1 Ott den Herren hier zeitlich und doꝛt ewiglich darumb ihm an Leib und Seete helffen wolle/ auf daß er Gottes preiſen. des HErren Namen laͤnger preiſen moͤge/ beydes hier zeitlichen und dort ewiglich. Als wolt er ſagen: Lieber Gott/ wiltu daß ich deinen Namen hier aͤnger preiſen ſol/ dazu dann ich und alle Men⸗ ſchen erſchaffen ſind/ ſo hulff mir aus meinem Angſiſchweiß der Suͤnden)/ hilffeſtu mir aber nicht/ und laͤſt mich im Tode bleiben/ ſo kan ich dich HErr hier zeitlich nicht mehr preiſen/ dann im To⸗ de gedencket man dein nicht; uͤber das/ ſol ich dich HErr auch preiſen ewiglich/ ſo muſtu meine Seele nicht in die Hoͤlle verſtoſ⸗ ſen/ dann wer wil dir in der Hoͤllen dancken: Wie er dan auch ſaget im uy. Pſalm: Die Todten werden dich HErr nicht ei loben/ noch die hinunter fahren in die Hoͤlle: Sondern wir loben den HErren von nun an biß in Ewgkeit. Eben dieſes haͤlt auch der Hiskia/ der fromme Koͤnig/ Gott dem HEiren in ſei⸗ nem Gebet vor wie zu leſen Eſai am 33. Siehe/ ſagt er umb Troſt war mir ſehr bange/ du aber haft dich meiner Seelen hertzlich angenommen/ daß ſie nicht verduͤrbe/ danndu wirffeſt alle meine Suͤnde hinter dich zu ruͤcke: Dann die Hoͤlle lobet dich nicht/ ſo ruͤhmet dich der Todt auch nicht/ unnd die in die Gruben fahren warten nicht auf deine Weiß⸗ heit/ ſondern allein die da leben/ loben dich wie ich thue: Der Bater wird den Kindern deine Warheit kund thun: HErr hilff mir/ ſo wollen wir meine Lieder ſingen ſo lange wir leben im Hauſe des HErren. dn 4. Hierbey iſt kuͤrtzlich zum Nutz zu erinnern was da ſey nn 115. v. I2⸗ T. Zu Gottes bominis, warumb wir Menſchen erſchaffen ſind und auf dem da der und preiſen/ nicht allein fuͤr unſere Perſon/ ſondern auch helſſen 4 un aup⸗ Erdboden gehen nemlich daß wir Gottes Namen lernen erkennen Menſch er⸗ deßwegen niren ſolle. 2.—. Apoc. 15, T. II ſtets exami- 2„ Die vierdte Predigt ſchaffen /und anßbreiten untet denunſtigen ja an allen OmenderEden gin wie man ſich wir es nicht in dieſen Leben/ ſo wirds vielweniger geſchehen inſ, nem Leben/ dann im Tode gedenckt man dein nicht Ert wetwl dir in der Hoͤllen dancken. 2. Haben wir mit anheim zu nehmen eine Probe/ diß wir uns/ und ein jeder inſonderheit ſich ſelbſt examinire und fragen lerne: Lieber/ fuͤhreſtu auch ſo ein Leben/ dadutch Gottes Nune geehret und gepreiſet/ und nicht vielmehr geſchaͤndet/ gelaͤſtert und dein Nechſter geaͤrgert werde? Wann das mancher bedaͤchtund das Framen alſo bey ſich anſtellete /er wuͤrde freylich andasthzun und leben/ und beſſer bedencken was ihm endlich darbey zugewar⸗ ten ſein moͤchte: Vnd haͤtten ſich allhier wol zubeſinnen dis nur allein ihnen/ und nicht Gott und dem Nechſten leben id nur portenta Mundi& inutilia pondera terræ, wo nichtaͤge daß ſie wol gar nicht werth/ daß ſie die Erden tragen ſolle wienan von allen gottloſen Leuten und unbußfertigen Suͤndenn uan Gotteslaͤſterern/ Hexen und Zauberern/ von Schwelgen un Seuffern/ von unzuͤchtigen und allerley Hurengeſind ſagen mag welche taͤglich nicht mehr thun/ dann daß ſie Gott laͤſtern und Gottes Zorn ie laͤnger und mehr uͤber ſich und die Weltheuffen⸗ Dieſelbe/ weil ſie Gottes und ſeines Namens in iHrem Leben nicht gedencken/ werden ſie viel weniger im Tode deſſelbigen gedend noch in der Hoͤlle ihm dancken koͤnnen/ dahin ſie muͤſſen verſtoſſen werden ewiglich mit ſambt dem Laͤſterer dem Teuffel der ſie geine ben/ und dem ſie zur Schmach goͤttliches Namens gedienetha⸗ ben/ K50c.. Welches ſolche Leute in der Zeit bedenclen und Gott bitten ſolten/ daß er ihr Hertz endlich erleuchten oder ſainder Zeit wolt ſterben laſſen/ auf daß nicht ie laͤnger ie mehr Goltes Name durch ſie zur ewigen Schmach muͤſie geſchaͤndetwarden wenn ſie zerbeiſſen werden ihre Zungen fuͤr Schmer⸗ en/ und Gott laͤſtern im Himmelfuͤr ihre Schmertzen/ Apoc. /¹. Di euna ucc ſotn(dendat ſa un uicht vamepgſtin g ran ee: Wannda nat da ſich mücllee arineim g eſſer dodenden dashnani t Dan daenenſich alhewan un nrd Oeu moden e ds natälla panders ta aa che wenh daßſiede Edmt d eſen Leuim un udeffanse Herm und Indaum ten K. nüchtam ud dleuc ue h ucht meht im dumhuſe 1 Inzer und et daſchun 5 Hegevtchad, Hasata * über den 6. Pſelk„ Die fuͤnffte Predigt Vber den VI. Pſalm. õ...... ee. &.Ch bin muͤde von Seufftzen ich ſchwemme mein cattrini ä. S=— Dette die gantze deacht/ ich netze mit meinen.. 4n. Thraͤnen mein Lager meine Geſtalt iſt verfallenfur Trauren/ und iſt alt worden/ dann ich allenthalben geängſtet werde.“ EXORDIUM. e A der großmaͤchtige Alexander einmals ſeine Soldaten muſierte/ und er einen unter ihnen fand der erſt ſeine Wehr und Waffen putzte/ und reinigte da er wider den Feind ſtreiten ſolte/ mu⸗ ſterte er denſelben auß/ und wolte ihn nicht laͤn⸗ geer unter ſeinen Soldaten wiſſen/ weil er nicht taͤglich ſeine Waffen bereit hatte/ wider den Feind zu ſtreiten. Wir In ſtetiger Menſchen muͤſſen taͤglich unſer Gewiſſen putzen und reinigen/ Buſſezule⸗ und den Suͤndenroſt aus unſern Hertzen vertreiben/ und nicht ſo ben. lange warten biß der Todt mit gewapneter Hand kommet uns zu beſtreiten/ dann man alsdañ wegen des Todes Furcht und Schre⸗ cken ſo viel Vermoͤgen kaum haben kan/ daſſelbe zuverrichten/ darumb iſt zubeſorgen/ daß der Kriegsobrißter Chriſtus JEſus die⸗ ſelbe alsdann aus der Zahl der lebendigen außmuſtern werd. Lev. Lev. ll.vag u. Gebeut Gott den Juͤden daß ſie den Schwan(der ſonſt ein weiſer Vogeliſt) fuͤr unrein halten/ und ihn nicht zum Opf⸗ b fer bringen ſolten: Die Vrſache/ wie etliche meinen jiſt dieſe/ weil er erſt im Alter/ wanner vermercket daß er nun ſterben muß/ anfaͤnger zuſingen. Dieſer Schwan iſt ein Bild derer Leute/ die ihre Buſſe von einem Tag zum andern biß ins Alter auffſchieben. b b b Solche 6 drag. iu Gott ſchreyen /ſich bekehren und Buſſe thun wolln ſ us „ Dieefunffte Predigt Solche Leute ob ſie wol zuweilen auch ſehr ſchoͤn hochgelazttinn ſehnlich und bey iederman in hohen Ehren ſeyn: So wenenſi doch von Gott fuͤr unrein erklaͤret das iſt /ſie ſein ihm nicht oan genehm/ hat nicht ſo groſſe Luſt bey ihnen zu wohnen als beyan dern die von Jugend auf ſeinen Dienſten ſind ergeben gwiſen. Er wil ihre Leiber und Hertzen zu ſeinem Opffer nicht haben oa umb ſie erſt in ihrem Todtbette das Bußlied anfahen zuſinzen und haben ihres Lebens Beſſerung aufgeſchoben/ biß ihnen t Seele wil aus dem Munde fahren. Dann weil wir taͤgltiu len/ ſo muͤſſen wir auch taͤglich wieder aufſtehen/ weil wir cez fuͤndigen/ muͤſſen wir iederzeit Buſſe thun. Hernbarausſyuii Serm. z. de Certum est totum viræ Bujus Tempus non niftadpænitentiuanſ jejun. qua- inſtitutum. Es iſt gewiſſe daß die gantze Zeit unſers Lebeni Buſſe geordnet iſt. Darumb hat auch Chriſtus befohlen daß taͤglich beten ſollen: Vater vergib uns unſere Schuldal wir vergeben unſern Schuldigern. Von denen abendieihe Buſſe biß ins Alter auffſchteben/ ſaget Meronymus: Panutn fera rærd esl vera, ſiete Buſſe iſt ſelten recht: BVnd Auguſtin ſpricht: Maledictus qui florem juventutus ſuæ Diabolo sonſeuu, Feces autem Deo: Verflucht iſt derſelbe/ der die beſte Bliuſeines Jugend zu des Teuffels Wercken und Dienſten /zu allen Suͤndn und Vppigkeiten angewendet hat/ die ſtinckenden Haͤfen ſalus Alters aber erſt Gotte aufopffern wil. Wir leſen Krod. 1½. Da die Egyptier den Iſraeliten nath zogen und ſie mercketen daß ſie ihr Leben laſſen muſten/ waͤnnſie gerne wieder zuruͤcke geweſen/ und haͤtten abgelaſſen von hem 2.5. Fuͤrnehmen: Darumb ſagten ſieLaſſet uns fllehen von atl der HErr ſtreit fuͤr ſie wider die Egyptier: Aberes wariu lange geharret/ dann das Waſſer ſchlug uͤber ſie ſaͤmbtlich znſam⸗ men/ und erſaͤuffte ſie. Pharao iſt ein Bild dieſer Welt und d Egyptier der Suͤnder. In deme dieſe nun die Buſſe und Beli rung ihres Lebens biß ans Todbette auffſchieben/ und alsdann 6 — gen da Golte grund paten hatte Sor ſir/ welcl uns! ſolche wird hetra⸗ hohe nerli Nutz hüf. Se Lede Deſſcung uipſtan 8 —n reeſaheen Dmr ſe r mch uügich wina uffthen d 1om tedenck Buſſethen 3 6 2 4 b⁴ Trnu axad 8 grwiſſedß dezu au, 1. Darund ſerachhus f, den: Vater vegd us mfern Schuddigem Dand e Aucr auſſſchteden ſcgakGeus 7., ſteie Beſen ſämntt: dI 1 „. Drffuch ſ deſſs — I au oren exfats u! A Kin Iſchreidung ſeiner geiſtlichen Traurigkeit und inner⸗ 1 uͤber den 6. Pſalm. 7 b gen daß es alsdann viel zu ſpaͤte ſey/ und daß das Meer des Zorns Gottes uͤber ſie werde zuſammen ſchlagen/ ſie erſeuffen und in Ad⸗ hundder Hüden ſhraen Darumb laſſet uns unſere Buß nichs paren biß wir kranck werden/ verziehet nicht fromm zu werden und harret nicht mit Beſſerung euers Lebens biß in den Todt. Or. ·5. Syr. 18. v.3. Sondern da nehmet vor euch die Exempel der Altenund mercket ſie/ wie die bey Zeit mit ihrer wahren Buß bereit geweſen/ unter welchen ſich vornemlich ſehen laͤſſet der Koͤnig David und weiſet unns mit ſeinem Exempel wie er bey zeiten Buſſe gethan/ alsdann ſolches ſeine 7 Bußpſalm gnugſam an Tag geben/ von welchen wir den erſten annoch fuͤr uns haben/ und aus demſelbigen anitzo betrachten wollen: Hperbolicam deſcriprionem eine uͤberaus⸗ hohe Beſchreibung ſeiner geiſtlichen Traurigkeit und in, nerlichen Hertzens⸗Buſſe. Hiervon zu reden/ damit es ohn Nutz nicht abgehe/ ſo ſeufftzet zuvor mit mir alſo Hilff HErr/ hilff/ laß wol gelingen/ dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer alles Seelen Heyl und Seeligkeit/ Amen b TRACTATIO. „ Elangend des Koͤniges Davids uͤberaus hohe Be⸗ Hlichen Hertzens⸗Buſſe/ ſo iſt freylich dieſelbe nicht allein Hoch ſondern noch Hoͤher/ ja am Allerhochſten: 1. Hoch/ wanner beſchreibet Gemitur magnitudainem, das unausſprech⸗ liche Seufftzen und Arbeit ſeiner Seelen: 2. Noch hoͤher: ann er uns fuͤrhaͤlt Lacrymarum multitudinem, ſeine heiſſe vielfaltige Thraͤnen: 3. Am allerhochſten/ wann er uns wei⸗ ſet faciei& oculorum ex gemitu& lacrymis Caliginem, Wie er ganz ungeſtalt/ gantz grau/ alt und unvermoͤglich worden. Von dieſen 3. ordentlich inſonderheit und mit gantz wenigen. Erſtlich iſis eine ſehr hohe Beſchreibung/ wann er uns. Membrä. fuͤrhaͤlt emirüs magnituainem; die unausſprechliche Seuff⸗Seelen⸗ ter und Arbeit ſeiner Gralen. Nfwon ſiehet im Text 29 Angſt und ͤͤͤͤͤ ———ä— * 1. —— PFſal. 77. v.]. Eſa. 5z. v. 11. Die fuͤnffte Predigt 74 bin/ wie er dann auch klaget im 59. Pſalm: Ich habe mich miͤ⸗ eigenen Kraͤfften dawider nichts vermag/ ſo muß ſie ohn Aufßo⸗ de geſchrien mein Hals iſt heiſch/ im 77. Pſalm ſprichtet. Ich bin ſo ohnmaͤchtig daß ich nicht reden kan. Das iſt watich eine groſſe ſchwere Arbeit der Seelen/ und weil die arme Seele us Arbeit eine Ich bin ſo muͤde von Seufftzen. Er kan ſchier nicht mezude ſchwere Ar⸗ ſiebe fromme David/ dann es koͤmmt ihm zu hoch: Jch habe/ wi eſr p.v4. er ſagen/ mein Hertz alſo abgeſeufftzet daß ich gar muͤde und mati „ ven ſeufftzen nach Gottes Gnad/ nach Gottes Troſt und Enu⸗ ckung/ und weil ſie ſolches unaufhoͤrlich treibet/ wird ſiedaaben muͤde und krafftloß. Dann die Seufftzen ſind die innerſte Kiſ⸗ te der Seelen /ſo die Angſt ſtetig heraußtreibet. Eine ſolcheen len⸗Arbeit hat unſer HErr Chriſtus in ſeinem Todeskampfaund blutigen S chweiß am Oelberg getrieben du er immer heffligage betet und geſeuffet/ wie davon der Prophet Eſaias auch gewaſſſr get im ꝓ3ecap. Darumb daß ſeine Seele gearbeitet hat wid er ſeineuſt ſehen und die Fuͤlle haben. Durch dieſe ſeineSte len⸗Arbeit hat der HErr C hriſtus unſer Seelen⸗Seufftzen gehe⸗ liget/ gelindert und geſaͤnfftiget/ daß wir darunter nicht vergehen und verzweifflen. Vnd diß ſind die muͤh ſeligen arbeitſamen Sae len die er zu ſich geruffen hat. Mattb. u. Die er wil erquicken dann nach dieſer Erquickung ſeuffzen ſie/ und iſt eben das/ ſo der Kong Eſa. 38. v. 7. Hiskias klaget: Q. 34. Siehe umb Troſt war mir ſehr ban⸗ ge/ aber du haſt dich meiner Seelen hertzlich angenolien/ daß ſie nicht verduͤrbe. Gleich wie man ſich gegen leibliche Feinde wehren muß mit leiblichen Kraͤfften und Staͤrcle/ wann man unter dieſelbe geraͤth/ und wider dieſelbe ſtreiten muß: Alo muß die Seele ihre geifuliche Ktaͤffte daran ſtrecken/ wann ſiemit der Hoͤllen und Teuffel kaͤmpffet/ und weil die natuͤrlichen Kraͤffte der Seelen hier nichts helffen/ ſondern viel zu ſchwach ſeyn/ ſeuff Bet die Seele nach Gottes Krafft und Troſt/ ohn weichen ſiedt⸗ ſen Kampff nicht koͤnte ausſtehen. Vnd ob die Seele gleich dan Lber muͤde widd und krafftloß/ſo wird doch GontsKraff eatun de/don ſicgett Scher pöchſte iſ auch den k⸗ wird genu kriege Mler dein! muͤde kigen: ſchlof dem wol g mir v lich al wol word wie ſ ſolche der B und Dunß. unſer C Huche dannſ Wai alles G lus Ron do ga * — vndaßchmatnamin d. 5 Aden da Setenundrah anſer HErr Chefusnſmen us un Ocdag xuimnan H acl wie dawonder Pwyfeteſil d⸗ Darumd dar tneSttee n. den und de Fülledede Drt „ En Chritusunſe Seten de und cdnfunt du widumt ie . Vnd di' ſindde mihſcönn dr rrufen du dars.n. DKalt 4 43 md diin N, df dich memer Sealm dent 1 muͤden Seelen erquicken/ und die bekuͤmmerten Seelen ſaͤt⸗ Sroe umd Doie n So gar hats Goll in unſern Geſ Praui wir ihn anruf⸗ 8 1 Uber den 6. Pſaln. ſieget in unſer Schwachheit/ gleich wie er geſieget hat in ſeiner Schwachheit/ Leyden und Todt. Vnd wie Chriſti Leyden ſeine dochſte Staͤrcke war: Alſo der Chriſten Leyden und Seufftzen iſt auch ihre hoͤchſte Staͤrcke/ dann Chriſius leidet und ſieget inih⸗ 40. V. 2 9431. nen a. 0. Der HErr der die Ende der Welt geſtellet hat wird nicht muͤde/ er gibt Krafft den Muͤden/ und Staͤrcke genug den Vnvermoͤgenden/ die auf den HErren hoffen/ kriegen neue Krafft/ daß ſie aufffahren mit Fluͤgeln/ wie die Adler/ daß ſie lauffen und nicht matt werden/ daß ſie wan⸗ de/ dann ſeine Krafft iſt in den Schwachen maͤchtigſund Chnſtus deln und nicht muͤde werden. Vnd erem. n. Ich wil die leremn. 24 tigen: Darumb bin ich aufgewacht und habe ſo ſanfft ge⸗ ſchlaffen. Ein Expempel haben wir deſſen nicht allein allhier an dem David/ ſondern auch an dem Hioé. 7. der ſpricht: Ich habe wol gantzer Monden gearbeitet/ und elender Nacht ſind mir vielworden. Nun war er aber krancl/ und kunte nicht leib⸗ lich arbeiten/ datumb hat er mit ſeiner Seelen gearbeitet/ und ob er wol muͤde worden/ ſo iſt doch Gottes Krafft in ihm nicht muͤde worden, 1 V. 2 5526. Daß wir alſo hierbey ſehen/ was die rechte Buſſe ſey/ und Rechte Buſ⸗ wie ſie aus dem innerſten Grunde des Hertzens gehe. ſolche hefftige Seufftzen der Seelen begreiffen das gantze Weſen dens der Buſſe/ als die ſchmertzhafftige Reue der Seelen/ den Glauben und Verlangen nach Gottes Gnade/ und dann den Hunger und Durſt nach der Gexechtigkeit/ ſo gar tieff iſt das Reich Goites in unſer Seelen/ und in keinem aͤuſſerlichen Werck/ Schein oder Heucheley: Ss ſind des Menſchen Seufftzen nicht zuergruͤnden/ dann ſie begreiffen zugleich Himmel und Erden/ G Ott und die Welt/ Geſetz und Evangelium/ Zorn und Gnade/ und iragens alles Gott fuͤr in einem Augenblick. Darumb nennets S. Pau⸗ lus Rom. S. Gemitus inenarrasbiler unausſſ prech liche Seuftzen. fen/ 4 Dañ ſe eine Her⸗ „Buſſe. )ß“——— —— 2 .———P—————ꝛ—ꝛ———— 4———*— 2—— ———————„— 2 2.——.—————— 4 2—= — 4— 3* 8— ———. 1..——. 5 2—— 3 e—— 7.—— 1 1— ———“ ſ“——— 2 8 3—. 8—————. 1. —— 24—.————— K. ————-— 6 1— i 88.— 4 3 4 4— 3——————————— 2 3 5.— 1..— —õ——— 5——————————— ————————— 2—.——— ſ 8——————————————** 3 ——=———— 8——·——— 3 4 5 8 2———————— —— — ““ —————— ————————————öööö—EEEſ 76 Die fuͤnffte Predigt b fen/ und ihm unſere Buſſe fuͤrtragen: Vnd in dieſer Kraft G. tes iſt das hußfertige menſchliche Hertz nicht zu— Bußbegier als das unbußfertige Hertz in ſeiner Boßheit. jerem. 4 ge Wle ſſe zu n Hier fraget es ſich: Weil die Heiligen haben abgenonnan dem gꝛad der und der Glaͤubigen iſtwenig unter den Menſchenkindern undiſ Buß des alſo ungezweiffelt/ es nicht viel ſolcher bußfertigen Leute unteruns Davids ge. gibt/ die alſo uͤber ihre Suͤnden ſolten ſeufftzen /und ſoſchen Gi langen moͤ⸗ len⸗Schmertzen daruͤber empfinden/ daß ſie davon muͤde wiren gen. wie allhier der David/ moͤchtens dannoch aber gleichwn gan⸗ wollen/ weil ſie ſehen daß ſich G Ott mit kalter oder laukſeigt Buß nicht wolle abweiſen laſſen/ was doch ſoichen dani gleichwol in etwas daꝛzu gelangen moͤgen daß ſie aune David uͤber ihre Suͤnde ſeufftzen/ und zur hertzlichand ſchmertzlichen Reu uͤber dieſelben kommen/ vorzunenat Die ſollen einmal gedencken daß es wolgethan/ und Golta Eſa Cs. vn Fenehm⸗ auch den Menſchen nuͤtzlich ſey/ zum oͤffterſinan 499. 17.5, iche Reu und Leyd uͤber die Suͤnde haben. Hiervon beym u, Ich ſehe an den Slenden und der zerbrochenes Geiſtes iſt undde ſich furchtet fuͤrmeinem Wort. Vnd iſt hierbey bekand nichta lein allhier das ſchmertzliche Seufftzen des Davids uͤber ſin Suͤnde /beſondern auch die ſehnliche Klage des Apoſiels Pauidi ſich alſo beſchwen bey ſeinen Suͤnden beſindet daß erauff duhe Aomv, Nſch elender Menſch/ wer wird mich erloͤſen von denlatt dieſes Todes. Rom.7. Vnd hat alſo ein ſolcher angefochtenan gedencken/ ie andaͤchttger er ſey ie mehr ihm ſeine Suͤnde wanden fuͤrkommen. Darnach bedencke ein ſolcher die Grauſamkeltder Slinde/ und die Groſſe des Jorns Gottes. Damdavi es nicht nachbleiben/ wer auf ſolche Gedanclen geraͤth daß enic von Hertzen ſich bekuͤmmern ſolte/ darumb daß er ſo einunwund ger Menſch ſey/ und dennoch Gott ſeinen HEnen zumofftaſſ erzuͤrnet/ der ihm doch ſo viel guts die Zeit ſeines Lebens getn auch was fuͤr ſchreckliche Straffe er mit ſeinen Suͤnden bey Ci berdienet/ was fuͤr gutes er verſchertzet, nach dem er ſich der Se ii ſeden daßſich OOuntkun Ar weſen uſſen/ Tadecſ 1 rwas dazu mal gedencken daztsweignd 1 hden Menſchmauftchſeh in Lrrduͤbadu Sürde dum 28 en Tlenden unddawaut e ſur weinem Pen Wwüßrt 4 b da4 ſchmerzbche Sauften 5 80 t Mrrſc nar urdman n dre Sünde ſcufffen /udz d a Neuüder dicſedendum det. Vber das/ wo er hierdurch noch nicht zur hertzlicher Reu ſei⸗ ner Suͤnden gebracht wuͤrde/ daß er alsdann Gott den HEr⸗ ren von Hertzen anruffe in dem Namen IEſu /daß er ihm wol⸗ le geben den werthen Heiligen Geiſt/ der da ie mehr und mehr wolle in ſeinem Hertzen wircken rechte Traurigkeit und Schmertzen uͤber ſeine Suͤnde/ und dannenhero mit dem Propheten Jeremia beten und ſprechen aus ſeinem 31. cap. Bekehre du mich HEr: ſo wer⸗ Jerem.; uͤber dens. Pſalmnumm. den ergeben/ und was fuͤr boͤſes er geſtifftet/ in dem er nicht allein den Nechſtien geaͤrgert/ ſondern auch den Namen Gottes geſchaͤn⸗ I. de ich bekehret. Dann du biſt mein Gott/ da ich bekehret” 5.· ward that ich Buſſe: Dann nach dem ich gewitziget bin/ ſchlage ich mich anf die Huͤffte Dann ich binzu Schanden worden und ſtehe Schamroth/ dann ich muß leiden den Hohn meiner Jugend. Endlichen wo ja das alles nicht zurei⸗ chen wolte zu Erweckung ſolcher hertzlichen Reu und Leyd/ wie er 8 gerne uͤber ſeine Suͤnde haben wolte/ ſol er ſich getroͤſten vors erſie mit dieſem/ das Chriſtus ſaget. Luc. u. So dann ihr/ die ihr arg Luc. n.. v. 3. ſeyd/ konnet euern Kindern gute Gaben geben/ vielmehr wird mein Vater im Himmel den Heiligen Geiſt geben de⸗ nen die ihn darumb bitten. Darnach mut dem was bey dem Apoſtel Paulo in ſeiner 2. Epiſtel an die Cor. z. ſtehet: Laß dir Cor. 12. v.9. aann meiner Gnade genuͤgen/ dann meine Krafft iſt bey den Schwachen maͤchtig. Hiernechſt kan er ſich auch erinnern des was 2. Cor. S§. geſaget wird: So einer willig iſt/ ſo iſt er ange⸗ nehme nach dem er hat/ nicht nach dem er nicht hat/ dann G Ott der HErr iſt ſo ein grundguͤtiger Gott/ das er offters den Willen vor der That annimbt/ daß/ wann wir nur gedenclen gu⸗ tes zu thun/ bey ihm ſchon iſt/ als wann es volldracht waͤre. End⸗ lich iſt noch da die herrliche Verheiſſung/ mit welcher ſich ein be⸗ truͤbter Suͤnder aufzurichten/ wann er nicht zu rechter hertzlicher Neu kommen koͤnne ſo da ſtehet Kom.§. Wir wiſſen nicht was Rom. 8. wir beten ſollen/ wie ſichs gebuͤhret/ ſondern der Geiſt ſelbſt v. 26,27. vertrit uns aufs beſte mit unarsſprechlichen Seufftzen. b K iij Der „ Diee fuͤnffte Predigt Der aber die Hertzen forſchet/ der weiß was des Geiſtes Sinn ſey/ dann er vertrit die Heiligen nach dem das Gott ggefaͤllt. 11. 17 Membrum. Traurigkeit und innerlichen Hertzens⸗Buſſe wann er uns ſehen laͤſt Lacimarum undus,& multirudinen, ſeine heiſſe vielfaͤlige Wie des Da⸗ Thraͤnen: Hiervon ſagt er alſo: Ich ſchwemme mein Bet⸗ Theſahnen te die gantze Nacht/ ich netze mit meinen Thraͤnen meinda⸗ n ſeinem ger. Ein ſchweres iſt es mir/ wil er ſagen/ das ich ſeufftze und zwal Beete und viel und ſehr ſeufftze/ alſo daß auch Seuffzen meine Arbeit iſt: A⸗ das Netzen ber hierzu kommt noch dieſes/ daß ich muß ſehr weinen/ alſo daß dit mit ſeinen Thraͤnen ſchwemmen in meinem Bette/ dann ich netze mit mel⸗ Thraͤnen zu⸗ nen Thraͤnen mein Lager. Das iſt nicht wol muͤglich moͤcht verſtehen: iemand gedencken/ und auch nie gehoͤret oder geleſen/ daß es iigend Vnd wie es von einem Heiligen geſchehen waͤte /nach laut der Wort daßen ene Deu⸗ ſein Lager und Betie alſo mit Thraͤnen ſolte erfuͤllet haben daß t Wee Nwefen darinn gelegen und geſchwummen. Solte dann wol der David allhier nicht ein wenig zu viel reden? O nein: Es redet der gule David allhier nicht zu viel: Warumb? Denn es ſind dieſe Wort im Geiſt geredet ſind auch im Geiſt zuverſtehen/ und zwar ſo zeiget er hiermit an/ das ſeine Seele dermaſſen mit Leyden beladen/ daß wann es dem Leibe muͤglich waͤre/ moͤchte er ſo viel weinen/ doß et uͤber und uͤber im Bette ſchwemmete/ darumb ſo viel als an ihm iſt ſſſs gleich als geſchehen/ und ſolte der Leib folge thun einer Seelen die gruͤndlich Goites Straffe fuͤhlet/ er muͤſte gewiſſe in einen Stunde zerflieſſen/ und wie der Schnee zergehenund das wuꝛde alsdann ein rechtes Schwemmen ſeyn. Damit aber David ferner anzeigen moͤge/ daß ſeine Thraͤnen nicht Heuchel⸗Thraͤnen/ nennet er die geit/ darinn er ſolche Thraͤ⸗ nen vergoſſen/ nemlich die Nacht/ und zwar nicht nur eine Vier⸗ telſtunde oder halbe Stunde in der Nacht/ ſondern die gantze Nacht: Ich ſchwemme/ ſpricht er/ mein Bette die gantze 1 In noch hoͤher dieſe Beſchreibung ſeiner galihen neetmiet ftreeauig V zkardern. pſaht adätdeßerſt S dch Aent i man dus Li dle Wet Liſ t Da akennetmat ſevaigänglicha. nochr: Dr an ſahtüche Gyftdene 6u Nntgkeitune un Nemgen/ tn tnachis alles anme oi Dadd geechige leget mt gute ⸗ riae Wugdite Kenh ber Ofeige dicheteueEin ſen nazen und n ui hidarmen ſoen das alls Njinin zubere 3 Nacht. Dann ſolche Thraͤnen laſſen ſich nicht gerne ſcden ſa 1 b b in ndehea 4 natm hanm daſen i 12e, uien aint ſ 4e dnemnmad h 5 ſiann dlaſun doch f uc 3ſedaß uch Safmm d. noch duſes daß ihmuſiv mmen in memen Beuedmalt an. nem Lager. Daſzuchtes un n und auch nie gſentdagie a gen geſchehen win uchlaud. Ocun alſe wi Thrinmſekaft P. and geſchwummm Schedm. wem zu rulnda! Oun. ſchtzu vill Waund Dand i⸗ rſind auchim Oeſturatu Lo⸗ u Satan 5 A ade mau 1 dunchſ 1 n olte d ln W 4 — ehn Ke; uber den 6. Pfalm. 79 ſind G Htt am beſten bekandt/ und die hohe Anſethtungen und geiſtliche Traurigkeit plaget die Seelen am allermeiſten des Nach⸗ tes/ da man des Troſtes wartet von einer Morgenwache biß ogel auf dem Dach/ wie ein Kuͤtzlein in den verſtoͤreten gen haͤlt/ daß er muß wachen. 2lm. 77. Wie ein Sommer⸗ Staͤdten. alm oz. Da kommen dann recht die Thraͤnen/ da⸗ mit man das Bette netzet und ſchwemmet. Da vergehet einem aller Welt⸗Luſt/ und iſt einem die gantze Welt ein bitterer Todt. Da erkennet man recht die Narrheit/ Thorheit und Eitelkelt die⸗ ſer vergaͤnglichen Welt/ daxuͤber man wol heiſſe Thraͤnen weinen moͤchte: Da erkennet man recht was die Welt jſi/ nemlich eine toͤdtliche Gifft der Seelen/ ein Vortrab der Hoͤllen/ mit aller ihrer Luſt Herrligkeit und Froͤligkeit/ mit aller ihrer Frucht/ Weißheit und Vermoͤgen/ dann die Suͤnde/ Hoͤlle /Todt/ Zorn Gottes machts alles zu nichte/ und verzehrets als Stopffeln. Darumb wil David gleich ſo viel ſagen: Hihr biinden Weltkinder/ ihr lieget mit guter Ruhe und Gemach auf weichen Betten/ und trei⸗ bet euer Wolluſt darauff/ bekuͤmmert euch nicht groß eurer Suͤn⸗ den halber/ O haͤttet ihr gefuͤhlet/ was ich gefuͤhlet habe/ und be⸗ daͤchtet euer Suͤnde recht ihr wuͤꝛdet eure ſchoͤne Betten mit Thraͤ⸗ nen netzen und waſchen/ ja/ wanns muͤglich waͤre/ ſo zubeweinen/ daß ihr darinnen ſchwimmetet. Summa/ David wil uns allhier lehren das alles Fleiſches Wolluſt und Herrligkeit mit heiſſen CThraͤnen zubeweinen ſey/ dann Fleiſches⸗Luſt/ Augen⸗Luſt und poffaͤrtiges Weſen/ das ſind die Todtendette/ darinn die Seele Todtkranck liegt/ und des ewigen Todes ſtirbet/ wo man nicht mit beiſſen Thraͤnen rechtſchaffene wahre Buſſe thut. 18 1 Aaſſet uns demnach auch treien zu dem weinenden David/ den weinen⸗ und zu dem Hauffen der Heiligen/ und ihre Geſellſchafft mit wei⸗ nen vermehren helffen. Koͤnig David ſetzet nicht allein allhter in 4 dieſem Pſalm/ wie er geweinet habe/ ſondern auch im 42. Pſalm/ zur andern. am. vo. Da GOtt der HErr einem die Au⸗ Uſus Wir uns zu den ſollen finden: Vnd woruͤber zu weinen. da ſaget er daß er ſo bitterlich geweinet/ daß auch ſeine Thraͤ⸗ Plal.42.. 4, nen b S Diefünffte Predtt nen Tag und Nacht ſeine Speiſe geweſen ſind. Jerenia⸗ meinet/ er habe nicht Waſſer gnug zu weinen/ undwuͤn⸗ jer. v.. ſchet das ſeine Augen Thränquellen ſein moͤchten. ſeremg. S Paulus ſaget daß er Gott dem HErren in aller Demuth mit viel Thraͤnen gedienet habe und hat auch ſeine Epiſtein und Sendebrieffe mehr mit Thraͤnen als mit Dinten hegoſſen, A4 20..19. vergoſſen/ wie Act. 20. 2. Cor. 2. zu ſehen. Vnd was erzehlen wit 37. enzele heilige Leute wie ſie geweinet? Weil es zu allen Glaͤubigen Cor. 4. in gemein geſaget iſt: Ihr werdet weinen und heulen/ job g und IDh.,6.420. ſie alleſampt im Elend gehen/ weinen und klagen daß ſie mit 1 Thhraͤnenbaodt geſpeiſet/ und mit gantzem Maaß vollThra⸗ Pſal. u6.v.s. nen getrencket werden. ſalm. 26. Item 30. Darumb auchdie yſal. 80.v. 6. Frommen gementes& dolentes, die da ſeufftzen und jammernige⸗ Erech. 9. v. 4 nandt werden. Ezecb,9. Zu dieſem Hauffen/ der Gott im Himmel lieb iſt ob ihn ſchon die Welt veraͤchtlich haͤlt/ laſſet uns auch tie⸗ ten/ damit wir neben ihnen auch in dieſem Fall dem Ebenbild Jeſu Chriſti/ welcher auch geweinet aͤhnlich werden. Woruber aber gieſſen? Schon iſts angezeiget bey dem Exempel des Davide daß es geſchehen ſolle vornemlich wegen der Suͤnde ſo wir im gantzen Leben begehen. Dañ iſt etwas daxuͤber man weinen ſol ſo iſts warlich die Suͤnde/ weil dieſelbe alles uͤbel in die Welt ge⸗ fuͤhret hat/ und den Menſchen ins ewige hoͤlliſche Feuer ſtuͤrtzet, Darumb ſaget Gott der HErr Joel.2. Bekehret euch zu mir von gantzem Hertzen/ mit Faſten/ mit Weinen/ nitt Klagen. Sdorus ſaget: Tantum ſis pronus ad lacrymas, quantum fuiſti pronus ad peccandum. Du ſolt ſo geneigt zum weinen ſeyn/ ſo geneigt du zur Suͤnde biſt geweſen. Darumb ſehen wir/daß Da⸗ vid uͤber ſeinen Sünden ſein Bette die gantze Nacht mit Thraͤ⸗ nen netzet und ſchwemmet. Wie dann auch Maria Magdalena weinet wegen begangener Suͤnden ſſo hefftig/ daß ſie auch Chriſto wie auch ſeine Zuhdrer bey ſeinem Abſchied heiſſe Thranen G und warumb ſollen wir weinen und unſere Thraͤnen ver⸗ Luc. 7.. 33. die Fuͤſſe mit Thraͤnen waͤſchet Luc.7. und S Pezue daesch la, -um fan alunete neerdamidech giduudknt Getaegvand oferhu, 2 Jr0. Kemmtllſetn fiedm hei Dodd mitwen nen. T063. Te neweinenfüe nuyfemü haliin Jyjij ſcherni. dengchet und e ſſenen Maſchn Hälbelteber eOe iie ſcſtudge dedeſcheedee tundüte derqhr Dſßthutm Re hergin bſan gooß Walg Ktachſn Se rZudere deſenem ldce d, 443.n CN.Aſthen. Nh ba. lcuu wu ſi geweina⸗ Daa 1eee 1 in Euand gehen pana mh di geſpeiſetundnt zanen⸗ 8 b n werden.'aat,hm A Kc5. 31 exſen huffnd ſchend Wenraictaſä h⸗ uͤber den s. Pſa-liummä. àα ſum verleugnet hat/ weinet erbitterlich. So ſollen wir auth gerne weinen damit das Gebet deſto hefftiger und hertzlicher ſy. Dañ durch die Thraͤnen wird das Hertz aufgefriſchet daß man im Gebet deſto andaͤchtiger ſey. Darumb David /alm. g. Venite, ad. oremus,& procidamus& ploremus coram Domino, quifecit nos/ Kommt laſſet uns anbeten und niederfallen/ und weinen fuͤr dem HErren der uns gemachet hat. So betet allh ier der David mit weinen: Im gleichen der Alte Tobias betete mit wei⸗ ſeſſenen Menſchen Vater betet mit Thraͤnen und ſaget: Ich Ve 2. nen. 7⁰5 9. Wie auch Sara Raguelis Tochter ihre Gebet G. Ott Tob. 3. v. n. mit weinen fuͤrgebracht. So betet das Volck Iſrael in der Gefahr Folofernis halben in t groſſen heulen und weinen. Fuairb.. Vnd Judith. 7. Judſth ſelber mit Seufftzen und Thraͤnen/ da ſie die kuͤhne That v. 18. verrichtet/ und das gantze Volck erloͤſete. Juaitk. 1z. Vnd des be⸗ judith. 13, v. 6. glaͤube lieber HErr hilff meinem Vnglauben. Marco. Sol⸗ Mare. 9. che Gebets⸗Thraͤnen bleiben wol nicht auſſen/ wo das Gebet hertz⸗ v. 24. le die ſehre betruͤbet iſt und gebuͤcket/ undjaͤmmerlich herge⸗ het und ihre Augen ſchier außgeweinet hat/ und hungerig iſt/ die ruͤhmet HErr deine Herrligkeit und Gerechtigkeit. Daß thut warlichen ein huͤpffendes Weltkind nicht/ dem lachet un das Hertz im Leibe/ und kan keinen froͤlichen Tag erleben/als wann e ſein gottloß Weſen treiben ſll. Weil wir denn ſo hohe Vrſache haben zu weinen/ ſo ſollen wir auch ſehen/ daß uns das weinen ein Ernſt ſey/ und von Hertzen gehe. Dui flet ad oſtentationem, magts culpà dignus esl, quam 2uæ corporus ſtudiopuichritudinis coloratur fuco ſtibiog, dopingi- tur ſaget Cbryſoſt Wer aus Heucheley zum Schein weinet/ daß er gelobet werde/ der hat groͤſſere Schuld auf ſich als ein Weibes⸗ bild/ welches/ damit ſie ſchoͤn ſcheine/ ſich mit Schmincke faͤrbet und anſtreichet. Darumb muß man nicht leichtſinnig/ vielweni⸗ ger leichtfertig ſeyn. Aliguos lugenter videas. Sedſi de corde pro- cederent Mlaæ lachr jma, non tum cité ſolverentur inriſum, ſags 4 Ber 7 6 v.I8. 82 Die fuͤnffte Predigt Bernb⸗ Man ſiehet zuweilen Leute die da traurig ſeyn/aber wann⸗ ihnen ein Ernſt waͤre ſo wuͤrden ſie nicht ſo bald wiedeꝛumb lachen. Ehriſten Leute ſo mit dem David alldier und undern Glau⸗ bigen biterlich weinen/ muͤſſen die Vrſach ihres Leides ſieto fut Augen haben/ und ihre Elend allhier mit Gedult tragen/ biß ſie G Stt zur ewigen Freude fordern wird. III. Membrum. Was Haͤr⸗ men und Gramen bey einem Men⸗ ſchen auß⸗ richte. I11. Derdritte Grad der Beſchreibung ſeiner hohen geiſi⸗ lichen Traurigkeit und innerlichen Hertzens⸗Buß iſt/ daß er ſie zum Hochſten Seylſiret, und gibt zu ſehen Faciei& ocuborum es gemitu& lacrymis taliginem, daß er wegen ſolcher ſeiner Traurigkeit gantz ungeſtalt/ gantz grau und unvermogen worden. Hiervon ſietzet im Text alſo. Meine Geſtalt if ver⸗ fallen fuͤr Trauren/ und iſt alt worden. Wil ſagen: Esge⸗ het nicht allein uͤber die Seele und Geiſt/ der arme Leib muß auch leiden/ da dann wird traun ein Haͤrmen/ ein Grauen eine Weh⸗ much dem Le be nach bey dem David geweſen ſeyn: Was das bey ihm außgerichtet iſt leicht zuerachten: Wie er dann auch ſaget: Meine Geſtalt iſt verfallen für Trauren und iſt alt wor⸗ den. Dañ das Graͤmen/ Haͤrmen nn Wehemuth friſſet und nucl⸗ net Marck und Beine auß daß die Haar vor der Zeit grau diedeute hager werden verwelcken wie eine duͤrre gebackene Birn/ verfallen und nehmen ab kommen von ihren Kraͤfften. Ja manchen nim deßwegen die Alelancbolia ſo gar ein/ daß er ſitzt und phantiſiret⸗ wird zu einem Kinde: Etliche kommen von Sinnen/ und was ſot man viel ſagen/es krencket Leib und Seel. Daß er aber hinzuſetzel: Dann ich allenthalben geaͤngſtet werde: Damit gibt er zu de zugehet rechtſchaffene ernſte Buſſe thun und da d vernehmen/ daß er bey ſeinen groſſen innerlichen Seclen und aͤuſ⸗ ſerlichen Leibes⸗Aengſten/ auch von keiner Creatur irgend einen Troſt habe/ ſondern was er nur anſehe/ das ſey ihm zu wider das aͤngſtiget ihn/ daß er nicht wiſſe wohin er fliehen ſolle. Sehet das mag freylich David alt und ungeſtalt vor der Zeit gemacht haben. Dardey zu ſehen 1. Daß es nicht mit lachendem Mun⸗ Aſenußaus u dn dint/ tendchtn L emſanne 95 vumut Chilgehm wesoigunan Damich aleent Erſervo guiſt anglaera Melgewotfen in Piſceumügab in nölngermihie Eegen Suühin Es pone enen Sinden a und dtemerie Aeherhn e Dodd ſargn Rſan g nie ine ſchp nnt giſſer. (hſus d 1 lntheimde, Aucpnchr ant. 1 nügtuntag, ſlenorchr Jant ungraal gmggrauu a 1e eem de du 1 aurtn/ undiſtatwordm.] uüͤbe de Seceme Oef dag 5en wird aun en Himn a dun nach dep dem Dm gweiaß a ae R laich umactem Dr at it verfalm fir Truun ehi uͤber den 6. Pſalm. keines Fleiſches Wolluſt darbey pflegen kan) es greifft die innerli⸗ che Hertzens⸗Buſſe Leib und Seele und alle Kraͤffte an. Dann Buſſe muß aus allen Kraͤfften der Seelen und des Leibes gehen. 2. Wie deine/ meine und aller Welt Suͤnde den allerheiligſten Wie ſchwere gebenedeyeten Leib C Hriſti unſers Erloͤſers durchgangen/ durch⸗Angſt Chri⸗ ſucht/ zerriſſen/ zerbrochen: Dann thut diß deine Suͤnde an deinem ſtus bey Na⸗ Leibe/ was mag wol aller Welt Suͤnde an dem Heiligen Leib gung unſer EHriſti gethan haben? Aengſten dich deine Suͤnde allenthalben Suͤnden inwendig und außwendig anLeib uñ Seel/ wie hier David ſpricht: zefichos Dann ich allenthalben geaͤngſtet werde/ was muß dann dei⸗ ⸗ nem Erloͤſer von aller Welt Suͤnde wiederfahren ſeyn? Es hatte groſſe Angſt der Jonas da er umb ſeines Vngehorſams willen ins Meer geworffen wurde und in den Bauch des Walfiſches gerieth: Waſſer umbgaben mieh/ ſpricht er/ biß an mein Leben/ die Tieffe umbringete mich/ Schilf bedeckete mein Haͤupt/ ich ſanckherunter zu Bergen Gruͤnde /die Erde hatte mich verriegelt ewiglich. Jon. 2. Es hatte groſſe Angſt der Manaſſes/ wegen ſeiner began⸗ genen Suͤnden: Ach HErr/ ſpricht er/ ich habe geſündiget und erkenne meine Miſſethat/ darumb beuge ich die Knie des Hertzens/ und bitte umb Gnad: Vnd allhier der Koͤnig Orat. Man. 2. Chron. 3za Daoid hat groſſe Angſt wegen der Suͤnden wie er dann auch im 38. Pſalm ſaget: Meine Suͤnde gehen uͤber mein Haͤupt/ wie eine ſchwere Laſt ſind ſie mir zu ſchwer worden, Aber weit groͤſſere Angſt muß gehabt haben dein und mein Erloͤſer 6 C Hriſtus: Dann weil er alle Suͤnden/ alle Schmertzen/ alle Kranckheiten der gantzen Welt auf ſich geladen Fa. 53. So ſpricht er auch nicht unbillig aus den Klagliedern Ferem. c. Euch ſage ich, allen die ihr fuͤruͤbergehet/ ſchauet doch und ſehet ob ir⸗ gend ein Schmertzen ſey/ wie mein Schmertz/ der michtrof⸗ fen hat/ dann der HErr hat mich voll Jammers gemachet am Tages ſeines grimmigen Zorns. 3. Was wir anChriſii Gerechtigkeit haben. Dann gleich Chriſti Ge⸗ wie die Suͤnde deinen Leib hneheu zernichtet/ alt und unge⸗ rechtigkelt ſtals ans ſehr troͤſtlich. 34 Die funffte Predigt ſtalt machet: Alſo wird Chriſti Gerechtigkeit denſelben an jenem Tage wieder mit Schoͤnheit und Klarheit anziehen/ und aͤhnlich machen dem verklaͤrten Leib Chriſti· Vnd hat die Suͤnde ſo ei⸗ ne grauſame Macht dich zu peinigen/ und dich zu quaͤlen/ viel groͤſ⸗ ſere Macht hat C Hriſti Gerechtigkeit dich zuerfreuen: Derer du dich von Hertzen troͤſten ſolleſt/ dann ſeine Gerechtigkeit iſt viel groͤſſer/ dann deine Suͤnde. Iſi doch G Ott ſelbſt deine Gerech⸗ tigkeit/ ja er iſt dir alles/ er iſt deine Gerechtigkeit/ deine Freude dein Leben und Seligkeit. C Hriſius kan und wil dich zu ſeiner Zeit viel hoͤher erfreuen/ dann dich alle Suͤnden betruͤben koͤnnen: Du biſt auch in ihm ein viel groͤſſer Gerechter und Heiliger dann du in dir und Adam ein Suͤnder biſt/ er gibt dir mehr Gerechag⸗ keit/ dann aller deiner Suͤnden iſt: Vnd ob gleich die Suͤnde uns haͤßlich und ungeſtalt machet/ ſo machet uns doch C Hriſti Ge⸗ rechtigkeit herrlich und ſchoͤn: Dann an den Heuligen ſo auf Erden ſind/ und an den Herrlichen/ an denen habe ich all mein Wolgefallen Pal. ⁰6. Wann uns C Hriſtus ſchmuͤcket mit ſeiner Gerechtigkeit/ daß uͤbertrifft aller Engel Gerechtigkeit/ dann C Hriſti Gerechtigkeit iſt beſſer und hoͤher/ dann alle En⸗ geliſche Gerechtigkeit. Durch C Hriſti Gerechtigkeit gelangen wir zum ewigen Leben. Darzu mir euch und uns allen ver⸗ helffen wolle die Hochgeehrte Heilige Dreyfaltigkeit/ GOtt Vater/ Sohn und Heiliger Geiſi/ hochgelobet und ge⸗ benedeyet von nun an biß in Ewigkeit/ 6 Then ſcten meinde Seuh ſbuacen ſihim ſenplbözſc V ä he dlas n ſdan Gaa dgkrt. Chnſus in m r acn dann dhak Sude e un eil giſſa Gareu d man Simwardiſ eaatdi 2 er Saͤndeni: Vochgeg i dat machen ſo urtun g und ſchon: Dur mden e dan den herride ad — Plf. Wm. ske du Hanfſtn alan Dach Chen Lden Dan m at 6 4 Ood uas un mi 4 Haug dn,. uͤber den o. Pſalm. Die ſechſte Predigt utzas 1646. Dber den VI. Pſalm des Koͤniges und Propheten Davids vom g9 ,Vers biß zum Ende. 1EXITUIS. Ecichet von mir alle ihr Vbelthaͤter/ dann der Hrr hoͤret mein weinen der HErr hoͤret mein flehen/ mein Gebet nimpt der HErre an/ Es muͤſſen alle meine Feinde zu Schanden werden/ und ſehr er⸗ ſchrecken/ ſich zuruͤcke kehren/ und zu Schanden wer⸗ den ploͤtzlich. CElebte und Außerwehlte Freunde in C Hriſto: Cum dupli- Moſes. Wenn die Noth am groͤſten iſt Augenblick/ und er hat Luſt zum Leben/ den Abendlang Sam 2... waͤret das weinen/ aber des verwandelt der ihnen den Sack Vnd effuͤllet noch Fuͤrchte dich ni 86 Die ſechſte Predigt habe dich erloͤſet/ ich habe dich bey deinem Namen geruſ⸗ fen/ du biſt mein/ ſo du durchs Waſſer geheſt wil ich bey dir ſeyn/ daß dich die Stroͤme nicht ſollen erſaͤuffen/ und ſo du ins Feuer geheſt/ ſoltu nicht brennen/ und dich Flammen ſollen dich nicht anzuͤnden. Fa.. Wann die Sonne auffs hoͤchſte geſtiegen iſt/ und am hellen Mittage alle ihre Hitze von ſich paͤuffig außgieſſet/ ſo aͤndert ſie ſich am eheſte/ dañ der kuͤhle Abend nahet herbey uñ die Schatten werden lang/ darunter Menſchen unñ Viehe ruhen koͤnnen: Alſo/ wañ die Hitze der Truͤbſal hoch komen⸗ uñ ſehr uͤberhand genomen/ ſo muß ſie brechen/ Gott hlaͤſet mit ſei⸗ nem kuͤhlen und ſanfften Huͤlff Wind daher/ daß man erfriſchet uñ erfreuet werden kan. Ein Exempel habẽ wir an dem Koͤnige David/ der iſt geweſen in ſeiner rechte Marterwochen/ wie wir ihn bißherin unſerm ſechſten Pſalm alſo geſehen haben/ und ihn hoͤren fuͤr Angſt ausſchreyn. Ach HErr ſtraffe mich nicht in deinem Zorn/ und zuͤchtige mich nicht in deinem Grimm/ Ach HErr ſey mir gnaͤdig/ ꝛc. Itzo am ‚nde dieſes Pſalms wird er kommen in die froͤliche Oſterwochen. Dann gleich wie er biß anheroin ei⸗ nem aͤngſtigen Schweißbad gelegen/ und mit erſchrockener See⸗ len/ und mit verfallener Geſtalt geweinet/ geflehet und gebetet alſo wird er nun mit freudigerm Gemuͤthe und froͤlicher Seelen widen alle Feinde trotzen/ ſich Goͤttlicher Erhoͤrung und gnaͤdiger Huͤlffe getroͤſten/ und G Ott dafuͤr dancken/ und werden alſo ſehen zum Beſchluß dieſes Pſalms/ was Davids Creutz und Leyden fuͤrein Ende genommen hat: Da wir dann anitzo zubetrachten Dapidus per Apoſtropben ad boſies allocutionem: Wie Und auf was Weiſe der David nach erlangter Huͤlff ſich gegen ſeinen Feinden verhalten: Darbey wir auf allen Seiten werden zuer⸗ kennen haben die Fruͤchte rechtſchaffener wahrer Buß⸗Hier⸗ von zu reden daß es ohne Nutz nicht abgehe/ ſeufftzet mit mir alſo: Huff HErr hüff laß wolgelingen/ dir zu Ehren/ und zu unſer al⸗ * Er Seelen Heyl und Seligkeit/ Amen. X4CIA: haaſachd „Bechtdeni 7 hade (eten Ferdem 1 unn wieausdet anſc handeit ab pluchlerun⸗ iitr Auzd ſh wasſſe nurgen vandeſieiymin za umatenyſtegere hrecGedancken e afen DAf marja uf 1 9 mne techu Mmavrtzennl ie um alſ zeſehn ſoamn 5h Hrr fraffe manchtu ae ich nicht ndemm Geinn A TRACTATIo. 8 Nſer vorgenommenes iſt/ daß wir zubetꝛachten Dapiaus per Spoſeropben ad boſtes alocutionem, Wie und auff was ☛☛ Weiſe der David nach erlangter Huͤlffe ſich gegen ſeinen Feinden verhalten/ ſo nimbt er ſie vor ſich redet ſie an thut aber ſolches 1. Aufrichtig. 2. Ernſtlich. 3. Gruͤndlich. 4. Beſcheidentlich. Von dieſen 4. inſonderheit mit wenigen. 1. Handelt der David mit ſeinen Feinden Aufrichti 1. dann wie aus dem Teyt zu erſehen/ ſo wendet er ſich zu ihnen/ redet Membrum. ſie an/ er handelt nicht tuͤcliſch oder hinterliſtig mit ihnen/ wie ſie„bids b als Heuchler uñ Boͤſewichter gethan hatten/ ihm manche ſchimpf⸗ Auff 66 9. lichr Nachred hinterruͤcls erwieſen/ ſeiner gehonet und geſpottet/ ſeins Jeinde⸗ ja/ was ſie nur gekont vorwaͤrts/ hinterwaͤrts und auf der Seiten werden ſie ihm in Weg geworffen haben/ wie es dann ſolche Leute zu machen pflegen/ und er auch daruͤber klaget im 6. Pſalm; Alle ihre Gedancken ſind/ daß ſie mir uͤbel thun/ ſie halten zu hauffe und lauren/ und haben acht auf meine Perſon/ wie ſie meine Seele erhaſchen: Im 41. ſpricht er: Meine Feinde reden arges wider mich/ wann wird er ſterben und ſein Na⸗ me vergehen? ſie kommen daß ſie ſchauen/ und meinens doch nicht von Hertzen/ ſondern ſuchen etwas daß ſie laͤſteꝛn mdogen/ gehen hin und tragens aus: Alle die mich haſſen/ raunen miteinander wider mich/ und dencken boͤſes uͤber mich/ ſie haben ein Bubenſtuͤck uͤber mich beſchloſſen/ wann er liegt ſol er nicht wieder aufſtehen. Sehet ſo falſch /ſo tuͤckiſch ſind die Feinde und Gottloſe boͤſe Leute mit dem David umbge⸗ gangen. Nun David bekommt aber auch wiederumb Luft Gote hufft ihm zu rechte/ daß ſich ſeine Feinde muͤſſen wieder zu ihm hal⸗ 2- ten. Wie machet ers hinwiederumb mit ihnen? Laͤſt ers ihnen entgelten? Spricht er: wie man mir gethan hat/ ſo wil ich wiedes thun: Ich wil wieder ſo hoͤniſch tuͤckiſch und neydiſch mit ihnen umbgehen. Onein: Sondern oͤffentlich und mit aufrichtigem Gemuͤth begegnet er ihnen er redet ſie nicht heimuch oder drne ein 33 Die ſechſte Predigt ein Paßauill ſondern oͤffentlich an/ wie er dann dieſen Pſalm beſa⸗ ge des Tituls/ verordnet/ zum offterſten in oͤffentlicher Gemeine b vorzuſingen. Uſus Dann das iſi die Frucht rechtſchaffener wahrer Buß/ daß Aufrichtig⸗ man ſich der Aufrichtigkeit und Redligkeit gegen Freund keit gegen uUnd Feind befleiſſige. Hierzu uns dann anmahnet. dem Nech⸗ 2. Oivinum mandatum GOttes ernſter Befehl: In fen af wn Spruͤchwoͤrtern Salom. 4. Thu von dir den ver kehꝛten Mund fo zute und laß das Laͤſtermaul ferne von dir ſeyn: Laß deine Au⸗ ungwas uns gen ſtracks fuͤr ſich ſehen/ und deine lugen leider richtig fuͤr darzu an⸗ ſich hinſehen /2acb. 7. Keiner dencke wider ſeinen Bruͤder mahnen ſolle etwas arges in ſeinem Hertzen. Deralte Kirchen Lehrer Ge. Sal. 4. v. 24: gorius zeucht hierher das Geſetz Gottes. Oeut. ⸗2. Du ſolt nicht Zach. 7.v.1o. anziehen ein Kleid von Wollen uñ Leinen zugleich gemacht. Deut. z2. 10. Welches er geiſtlicher weiſe alſo deutet/ daß man die Schalciheit nicht ſolt mit glatten Worten verbergen. b Match 10 Ader hiervon wir im Neuen Teſtament klaͤrere Spruͤche: 2 d. 0 Mateb. 10. ſpricht Chriſtus zu ſeinen Juͤngern: Seyd klug wie o⸗ die Schlangen und ohne falſch wie die Tauben. Welches Rom 6. v.iy dann der Apoſtel Paulus zun Roͤmern am ¹s. alſo erklaͤret/ wann er ſpricht: Ich wil daß ihr weiſe ſeyd aufs gute/ aber einfaͤl⸗ 4. Cor. 14. tig aufs boͤſe. 1.Cor ². Werdet nicht Kinder an dem Ver⸗ v. 20, fiaͤndniß/ ſondern an der Boßheit ſeyd Kinder/ am Ver⸗ faaͤndniß aber ſeyd vollkommen: Das iſt/ wie die Kinder ſind einfaͤltig/ alſo ſollen auch die waren Chriſten einfaͤltig ſeyn/ doch nicht einfaͤltig am Berſtaͤndniß/ ſondern an der Boßheit. 2. Iſti da Dei beneplacitum GOttes Wolgefallen. Wie GOtt der HErr Aufrichtigkeit geboten/ alſo hat er auch darob ein gnaͤdiges Wolgefallen: Dann was er gebeut daſſelbige iſtihm angenehm und gefaͤllig. 2. paral. 30 ſpricht David: Ich weiß/ mein GOtt/ daß du das Hertze pruͤfeſt/ und Aufrichtigkelt iſt dir angenehm. Hergegen aber ſind die Falſchen und Heuch⸗ Zach.³. v.r7 ſer ihm ein Greyel. 2a 5,4. Keiner dencke arges wider buge . e 11 I. Paral. 30. Vo 17. tatttuge Kegahydet Ke U V Ai dam v'inogf. Der Darhtrhaſſt döſenacke un „Soeſe und eth ſolleim lomund fale ichinſenne mnobſoſſem Aabh wandilbaten Nalt feu un ruchel andenden wiecrin in.herzengeſen veſchnwderden n ſin ghundiſiit Aſe kedet ar audi Wonundinſneat Wiſßhee Cbiſie Mände. Danna Lructkeils Cri it dicht allenta diſondann auch. tiſalen Woh meneusih RnCinfäͤltgkalze ſeghnder f rgen an en Venn fefüe Kntrdegn⸗ 8 kaazii um.. Thuvondedenge termaufrnerendeßn ich ſeden unddenekhgn 6 ⁴.*. Kaner denckwae enen danm dral d von Wollmmbenng dh cher weſſ alſo deut dom a nen Wertm pedhagn on wir im NMuen Tiumet Chriſtus aſinm Ien. und ohne faſchwededt. P uuus zn Tiamms t widaß deninde n 4Car4. Werdet nare 4 dern m de Bofbetſed Duſ 1 ſcdd relkommen: Dar dc uchdiewae Cin 1 uͤber den 6. Pſalm. 35 41 daſſelbe ſollen wir billig auch haſſen und laſſen. Kaeechſten/ dann das haſſe ich/ ſpricht der HErr Zebaoth. Pſal. 5., ⁷. Pfjſalm ams. Der HErr hat greuel an den Falſchen. Prov. 9. Proy.9.v.7. Der HeErr haſſet falſch Zeugniß/ und ein Hertz das mtit boͤſen Tuͤcken umbgehet. Was nun GOtt der HErr haſſet 3. So erforderts Dei exemplum das Exempel Gottes und ſeines Sohnes CHriſti IEſu/ daß man aufrichtig ſein ſolle im Leben und Wandel. Wann einer wolte fuͤrgeben G. Ott ſtelle ſich in ſeinen Worten freundlich gegen die jenigen/ welche er aus bloſſem Rath zur ewigen Verdamniß verordnet/ und aus un⸗ wandelbaren Rath boͤſes uͤber ſie beſchloſſen/ ſolches waͤre Falſch⸗ heit und Heucheley. Aber das ſey ferne von dem heiligen G.Ott zu dencken/ wie er in ſeinem Wort zu uns redet/ alſo iſt er auch gegen uns im Hertzengeſinnet/ da iſt kein heimlicher verborgener Wille/ welcher wider den geoffenbarten Willen ſolte ſireiten/ ſondern wie ſein Mund iſt’ ſo iſt auch ſein Hertz wie er einfaͤltig giebet Jacob. 2. Jacob. i.v.;, Alſo redet er auch ohn Falſch und Heucheley mit uns in ſeinem Worr und in ſeinen Verheiſſungen. Proy.. ſpricht die Goͤttliche Weißheit: Es iſt nichts verkehrtes noch falſches in meinem Munde. Dannenhero nennet S. Paulus die Einfaͤltigkeit und Lauterkeit/ 2. Cor. z. eine Goͤttliche Einfaͤltigkeit und Lauter⸗ Prov. 8. v. 8. 2. COr.I. v.2 keit/ nicht allein darumb/ wei G Ott ein gnaͤdiges Gefallen daran hat/ ſondern auch/ weil ſolcheLauterkeit ohn allenTrug und Falſch⸗ und Einfaͤltigkeit befleiſſigen. Oibz. Seyd lauter und Got⸗ tes Knder. Der HErr C Hriſtus hat in den Tagen ſeines Fleiſches in heit in allen Worten und Wercken G ottes zubefinden. Wollen wir nun Gottes Kinder ſeyn/ ſo muͤſſen wir uns ſolcher Lauterkeit Phil. 2. v. Ir. allen ſeinen Worten und Wercken ſolche Aufrichtigkeit und Lau⸗ terkeit laſſen herfuͤr leuchten/ er hat ſich nicht freundlich geſtellet gegen die/ welche er gehaſſet er hat die Warheit nicht verhelet noch unter die Bancke geſteclet/ ſondern frey oͤffentlich bekennet/ deſſen ihm ſeine aͤrgſie Feinde miſſensSeeui geben. Lat. eo, ſprechen e: Luc. 20.v. 2- 8 90 Die ſechſte Predigt ſie: Meiſter wir wiſſen daß du aufrichtig redeſt und lehreſt/ und achteſt keines Menſchen Anſehen/ ſondern du lehreſt den Weg GOttes recht. Dannenhero ſpricht auch S. Petrus I.Pet. 3. v. 22. 1, ½.2. Es ſey kein Betrug in ſemem Munde er funden/ er habe keine Falſchheit gebrauchet andere dadurch zubetriegen. Wobllen wir nun ware Juͤnger CHriſti ſeyn/ muͤſſen wir in ſeinen Fußſtapffen treten/ und dem Fuͤtbild /ſo er uns gelaſſen/ folgen. 4. Eserinnerts uns auch Omniſcientie divinæ attributum. Gottes Allwiſſenheit. Wir ſollen billig Bedencken tragen agli⸗ ſtiger gefaͤhrlicher weiſe uns anders gegen den Nechſien zuſtellen/ als wirs im Hertzen gedencken: Weil G Ott der H Err Herzen p(al.* v.10. und Nieren probiert/ wie die Schrifft zum offtern von ihm neer⸗ jer. 4 9. Plalm. 7. Jer. n. Or. 5. I. Cor. a. Was hilfft dichs nun daß dudei⸗ 8yr. 5.v. 0. ne Tuͤcke gegen dem Nechſten im Hertzen kanſt verbergen/ gule 1.Cor. 4. v.). Wort aus falſchem Hertzen geben/ da doch G Ott der HEn dir ins Heꝛtze ſiehet/ fuͤr welchem du den neffſten Gedancken nicht kanſt verbergen/ was hilfft dichs das deine Argliſtigken eine Zeitlang verborgen bleibet/ da ſie doch am juͤngſten Gerichts⸗ Tage fuͤt Maͤnniglichen muͤſſen offenbar werden. . So wil auch ſolches haben Candoris Enconium dqs groſſe Lob der Aufrichtigkeit. Es hat die Aufrichtigkeitin la⸗ teiniſcher Sprache den Namen von der weiſſen Farben. Dann wie das Weiſſe iſt ſchoͤn und lieblich/ das S chwartze hergegen ver⸗ acht und heßlich: Alſo iſt die Aufrichtigkeit eine ſchoͤne herrliche 3 V. 21. FroV.9.va. Tugend/ welche Gott und Menſehen lieb iſt aber der Argliſtigkeit iſt G Ott und Menſchen feind. Salomon ſpricht prob.w. Ein armer der in ſeiner Froͤmmigkeit(und alſo auch Aufrichtig⸗ keit] wandelt/ iſt beſſer dann ein verkehrter mit ſeinen Lip⸗ Fxod. 11. Tugend: Darumb ſprach Jethro zu Moſe: Erοd. 9. Siehe 7.2—. dich umb unter allem Volck nach redlichen Leuten/ die ſetze uͤber ſie/ etliche über ta uſend/ uͤber hundert/ uͤber funfftzig Eiz v s üder zehen. Qae. Die Fuͤrſten werden Fürſilche Gedan pen der doch ein Narriſt. Aufrichtigkeitiſt ene recht Fuͤrſlich —— i Ants Ginddar nt aten Eerdemtfalſ rdenſ Es tan rmindegt nühi dendRah. vetheiſendeenwe Irbrdezetim daſtmirwant richi/ doßduls ſhöeſiergendert dgenich gatdtbe de tamnohn Neucn ſkminsgemeit fal genden Ne gegaGOünndin 7. Kommit tge us wacchenn nnungahen: 29 ehet etſäbehtden hen einftöſchene Mitet anbunten ſche 6ſg) Saralſund id Weſen.* 1n renapbec„ n wrrin 3480,8 un, vrde Scuftaneſ i „eCr. Wst h dam Nechſicnin hnnin ae dem Mraen geden dadachg e r welchemdadmtfene däfft dchs du dan Auſ e. daſt dech amn inin 8 an. auͤſſen offendawadmn. ril auch ſichs ſihna⸗ d Aufrodagktt. Eſan. uhe den umn wadatſ i 4: AM d« Pfrcagat Eeu aſedeniit a rtafn Sum K. ener Frdumigtit(a“ u. äber den s. Pfaln. cken haben und daruͤber halten. Aber des geitzigen Regie⸗ ren iſt eitel Schaden/ dann er findet Tücke zuver derben die Elenden mit falſchen Worten/ wann er des armen Recht reden ſol. 6. Es kan uns auch zur Aufrichtigkeit bewegen Arinum promiſſum die Goͤttliche Verheiſſung. Es hat G Ott der HErn nicht allein die Aufrichtigkeit geboten/ ſondern auch alles gutes 3 verheiſſen denen/ welche der Aufrichtigkeit ſich werden befleiſſigen. Inſonderheit im ⸗Rego. Spricht er zum Koͤnige Salomon: So:. Reg. 9, v. du fuͤr mir wandelſt mit rechtſchaffenem Hertzen/ und auf· 4./. richtig/ daß du thuſt alles was ich dir geboten habe/ ſo wil ich beſtetigen den Stuel deines Koͤnigreichs Da wird zwar eigentlich geredt von der Aufrichtigkeit gegen Gott dem HErren/ daß man ohn Heucheley und Falſchheit ihm ſolle dienen/ aber doch ſo kan es ins gemein verſtanden werden auch von der Aufrichtig⸗ keit gegen den Nechſten/ daß man eines guten Gewiſſens beydes gegen GOtt und gegen dem Nechſien/ ſich ſolle befleiſſigen. 7. Kommt noch hierzu Multipler commodum der vielfaͤl⸗ tige Nutz welchen wir von der Einfalt und Aufrichtigkeit zuge⸗ warten haben: Dann wer aufrichtig mit ſeinem Nechſten umb⸗ gehet derſelbe hat davon() vitam quietam ein ſtilles und ruhiges Leben/ ein froͤlie hes Gewiſſen: Dann Prov. 10. QSut ambulat ſim- Prov.xIo. v.9 pliciter, ambulat confaenter: Wer unſchuldig lebet der lebet ſicher.(S) Succeſſum gluͤrklichen Fortgang in allem ſeinem Thun und Weſen.„Nο². Der HeErr laͤſſets den aufrichtigenge-* lingen/ und beſchirmet die Fromen/ und behütet die ſorecht thun/ und bewahret den Weg ſeiner Heiligen.() Amicitiam Freundſchafft: Daß ihm jedermann hold und gewogen. Boͤſe Tuͤcke/ nicht aber Aufrichtigkeit verſagen den Freund/ 9⸗ 2. Syr.22. v. 7, ſondern Aufrichtigkeit erlanget vielmehr Freunde.(à)Defentonem Bewahrung fuͤr allem Vnfall. Gen. 10, ſpricht G⸗Ott zu Abime⸗ Gen. /0. v. 6. 3 ech: Ich weiß daß du mit einfaͤltigen Hertzen das gethan haſt/ darumb habe ich dich auch behuͤtet/ daß du nicht wider Mij mich 92 Die ſechſte Predigt 4 JSl.16.7.z. mich ſtindigeſt. alm. uô. ſpricht David. Der HErr behuͤtct die Einfaͤltigen. Schlecht und recht das behuͤtet mich/ be⸗ Pfal. 25. v. 21, tet er im. Pfalm. b 8. Zugeſchweigen/ Multiplex damnum den vielfaͤltigen Schaden/ welcher aus der Argliſtigkeit und Faſchheit eniſtehet: . Derſelbe wird uns nicht allein in heiliger Schrifft beſchriebenin Hiob. 20. v.5 Gonere, Ins gemein. Hob. 20. Die Freude des Heuchlers Frov.=7.v.o waͤret ein Augenblick. prov. ⁷. Ein verkehrt Hertz ſindet nichts guts/ und der verkehrter Zungen iſt/ wid Vngluͤck fallen; ſondern auch ² in Hecie. Inſonderheit/ den auf Argli⸗ ſtigkeit und Falſchheit folget aus gerechter Straffe Gottes() co⸗ 3 natuüs fruſtratio das alle Anſchlaͤge eines argliſtigen Menſchenzu Job. 5. v. 1z. Waſſer werden. 706. 5. Der HErr machel zu nich! di An⸗ ſchlage der Liſtigen daß es ihre Hand nicht ausfuͤhrenkon. (2.) Penpetua inquietatis ſtetige Vnruhe und Herkzleid/ doſ wir mit heimlichen Tuͤcken umbgehet/ kan nicht Ruhe darfaͤr Syr. 13. v. z2. haben. Sr.. G.) Jearetributio- Das Argliſtigkeit emem fal⸗ Prov. 26. ſchen Menſchen auf ſeinen Kopff wird vergolten. vror. 26. Wer „,6. eine Grube machet der wird darein fallen/ und wer einen Stein waltzet/ auf den wird er kommen.(2.) 4micitis aiſe nutie, daß ein argliſtiger Menſch alle Gunſt und Freundſchaft ver⸗ Sr.. leuret/ dann er kan einen nur einmal betriegen/ man trauet ihm her⸗ Yr.22.v.2 7. nach nicht mehr. Or. 22. Man kan alles veꝛſohnen außgenom⸗ men boͤſe Tuͤck/ ſolche verjagen den Freund.(5.) nomini Prov. J0. v.c.& caufuſio, öffentliche Schmach und Schande. rov.o. Wer verkehrt iſt auf ſeinen Wegen/ wird offenbar werden.(4) Exitium& everſio Vntergang und Verderben/ welches geben die Exempel/ wie G Ott der HErr Argliſtigkeit und Falſchheit ge⸗ ſtraffet. Pharao gedachte die Iſraeliten mit Liſt und Boßheit uu Exod.. v. o. daͤmpffen. ExodI. Trieb Hinterliſt mit dem Geſchlecht der Iſtat⸗ Act. 7. v. 9. liten. 47, 7. Aber G Ott vergalt ihm ſeine Liſt und Boßheit auf den Kopff daß er im rohte Meer erſauffen muſte. Die Sichemiter han⸗ 4 delten nicht redlich mit des Jerubaals oder Gideono Soͤhnen ſie machten gaſſnaaſc — 5 ayuaihnne. daſhasſtchd ned nuiutbumnf ocde dihe oit älrsin türnign Ech Weſſnſoansd Muth.?. Zdehen und wann ihlit foyme und ect hdaſibe zutodtens enn hm Cbyhin n Vntreu hac Dewwent eeet Duſſeſehenne de Aefrchogken ſthet/ und alea Arzen ſe 2 e I finen Feinden al Vbelthä hameymen Riht nſ5n mnkanmihtr. ſtuſingen:ha nſt ledann,a Renehr an, 85 derſo nt'danndas Anndes 19 4 nunuj 6 nn.(1s. a. Da Fruu 6 adick..„. En val p dda redrier dunget a. nuch a hece. JIwondug 1 tu eas mctrEn r 23 1 Aahuu na ag h. 46. Da herrmac ie agaen das czieehadnch uueiatia ſtcut Deheud; 1 Tückm undaede an e r) Afara dums Da az auf ſernen Kepſon me. achet der weddartafle d auf den wedc ommn. 4 aufuuger Wrich alömiui 4— n aunmarmd deegn, 4 dw Menfmaltsran i 7 olceverjaaen dm in uͤber den o. Pſalm. laus ſchlug ſich zu den Feinden des Volckes G Ottes/ und ermah⸗ nete Antiochum mit groſſer Heucheley zum Verderben ſeines Va⸗ eterlandes/ daß er dadurch das hohe Prieſterampt erlangete/ aber der Koͤnig aller Koͤnige erweckete des Antiochs Muth daß er den ab⸗ 9 machten einen heimlichen Verſtand mit dem Abimelech/ welcher ſie ließ umbbrigen. Fud. 9. Daſſelbe verweiſet ihnen Jonathan Iud. 9. v. 2, und draͤuet ihnen G Ottes Straffe/ welche auch erfolget. Mene⸗ V. 16. V. 4/. truͤnnigen Schalck ſtraffete 2. Maccab.. Herodes ſprach zu den Maceab. B. Weiſen ſo aus Morgenland kommen waren aus falſchem Hertzen und wann ihrs findet/ ſo ſaget mirs wieder/ daß ich auch komme und es anbete: Aber er gedaehte heimlich im Hertzen daſſelbe zu toͤdten. Deyotionem promittit& gladium acuit ſpricht von ihm Cbryſoſtmus in Erklaͤrung dieſes Textes. Solche Liſt und Vntreu hat G Ott ſchrecklich an ihm geſtraffet. Derowe zen wollet ihr Bußtage recht halten und dieFrucht euer Buſſe ſehen laſſen/ ſo haltet und thut alſo Buß/ daß ihr auch der Aufrichtigkeit und Warheit gegen euern Nechſtien euch befleiſ⸗ ſiget/ und aller Betrug/ Argliſtigkeit und Falſchheit aus euern Hertzen ſey. II. In dem andern Stuͤcl da handelt nun der David mit V.3:4. Mattb.. Ziehet hin und forſchet fleiſſig nach dem Kindlein/ Matth. 2. Ve 8. 1I. ſeinen Feinden Ernſtlich wann er ſpricht: Weichet von mir Membrum. alle Vbelthaͤter. Es ſind zumal ernſte Wort/ aus welchen gut Des Davids abzunehmen/ wann David dieſen Pſalm gemacht hat. Freylich Ernſt gegen nicht in iyſo agone in ſeiner letzten Todesſtunde dalaͤſt es ſich wol ſeine Seinde. und kan nicht wol ſeyn/ daß man dem lieben G Ott ſolte ein Lied⸗ lein ſingen: heulen/ ſeufftzen weinen und weheklagens iſt ſo viel⸗ mehr alsdann/ daß man auch endlich daruͤber belteget und zuletzt nicht mehr kan. Darumb iſt aus dieſen letzten Worten wol zuer⸗ achten daß er ſolche Gedancken zuſammen getragen/ ſo gut er ge⸗ kont(dann das Wehe uͤbertrifft alle Zungen) nach dem er hindurch geriſſen /da ſtehet er nun/ und wiſchet den S chweiß vom Angeſicht als der nunmehr hindurch/ der dinde und uͤherwunden/ ſchreyet R iij b fuͤr iij 24 Die ſechſte Predigt fuͤr groſſen Freuden/ wie iim O Ott geholffen/ macht darbey eine Apoſtrepben und ſaget: Weichet von mir alle Vbelthaͤter: Wil ſagen: Ach ihr ledigen Heuchler/ was ſaget ihr nun? Die ihr meinetet/ G Ott haͤtte ſeine Barmhertzigkeit an mir vergeſfen und mich gar verſtoſſen/ hebt euch von mir/ nun wil ich doch euer verdamptes Thun und Vorgeden nimmermehr nicht hoͤren dann da ſehet ihrs ja vor Augen/ daß es eitel G Ottes Gnade mit mit iſt er hat mir dennoch geholffen/ und mich nicht verlaſſen/ wie ihr met⸗ netet/ daß er mir thun wuͤrde. b Hat alſo der David/ wie in dieſem Pſalm zuſehen abermals der ſauren Truͤncke eins ſchmecken muͤſſen/ daruͤber er auch klaget im dritten Pſalm/ nemlich das ihm nicht allein der leidige Saian allen Troſt/ ja auch G Ott den HErren mit allen Gnaden habe wollen aus dem Hertzen reiſſen/ ſondern daß ſich auch Gottloſe Menſchen/ als des Satans Gliedmaſſen wider ihn geſetzet/ ihn in ſeinem Leyden mißgetroͤſtet/ und ſeiner zum Schaden geſpoltel haben. Dann es wils der Teuffel nicht laſſen/ die ihm abſagen denen wil ers wiederumb/ wo er kan und mag/ bitter und ſauer gnugſam machen/ darumb hetzet und treibet er wider den David Vbelthaͤter und gifftige Leute/ nicht anders wie der Teuffeldem lieben Hiob es bitter und ſauer gnug machte/ ſein eigen Weid und Freunde hetzet und treibet er als ſeine Gliedmaß daß ſie ihren he⸗ ben HErren und Ehemann zu ſeinem Creutz und Leyden ſpotteten und mißtroͤſteten: Alſo ſchencket ers hier dem lieben David auch ein/ ſeine eigene Freunde und Vnterthanen hetzet er wider ihn/ daß ſie ſolche Vbelthaͤter an ihm wurden und ihn in ſeinem Leyden ſpotteten/ ja wol ſolch Creutz und Leyden zur Vngnade GOttes deuteten/ und ihm ſein Hertz huͤlffen abmatten. Aber der liebe Daoid ſtehet durch Gottes Gnaden/ und haͤlt die harten Puͤffe und ſcharffen Hertzensſtiche auß/ haͤlt an mit beten/ und beſindet endlich Goͤttliche Huͤlffe augenſcheinlich. Derhalben die ihm biß daher getrotzet und mißtroͤſtet haben/ dee trotzet er nun wieder mit goͤttlichem Srnſt und Eifferſpꝛicht: Weichet von mir ane 7 bitbätt. Esſin Ehßſtuſibſebran ſchen Hamens un rictwmwauen! zudmenamſn Peeihater. Ertennet bod untnanden onderebonden foſſ oderheſſ ſändigit/ der mu S' gaalh de Mactt kn doch Dun heckan G Das ſt man Schwenen ri der Baachät. wieige tnſ⸗ Kinei Jänging Laur eremn n für: Wann ew. dn und duhaß ten'ſondemn elurſchrejbe. 6 en/ daßman teens ſchmeämnüſen uun ar nemach dahumchacnt h uch OOadm henamal h. nü gemoͤfiet und ſena un wis da Tufi näͤuſen edeumd voa km mm darnund hetaund näa d gfuax Lautt m mar d uia un ſun gun uicrit 6 K uͤber den. Pſalm. 3 belthaͤter. Bss ſind die Wort/ welche der ewige Sohn Gottes Chriſtus ſelbſt brauchet.beym Martb. 7. Wider die ſo des Chriſt⸗ Mattk.. lichen Namens und der groſſen Gaben ſich gebrauchet/ und doch v.a5. nicht zum waren Lob und Ehren G Ottes angewand haben/ daß er zu denen am juͤngſten Tage ſagen wil Weichet von mir ihr Wbelthaͤter Erkennet allhier abermal rechtwuͤrdige Frueht warer Buß/ oda unter andern auch iſt abimpius ſcparatio, daß man ſich ab⸗ fündiget/ der muß auch mit andern und vielen geſtrafft werden. Do gleich die Menge der Vbelthaͤter groß und gewaltig/ ihre Macht kan doch nicht helffen am Tage des grimmigen Zorns. Duum eckanr loſos ocub' ledunrur& pff pfleget man zu ſagen:= Das iſt/ man hat ein Abſcheu an boͤſen Augen/ an reudigen Schweinen/ vielmehr ſol man ſich fuͤrſehen fuͤr der Geſellſchafft der Vbelthaͤter. Dann wer hier von einem andern angefuͤhret wird/ muß Straffe mitleiden. Ein weiſer Jeyde/ der Taurus, ſchalt einen Juͤngling der ſich in einer unbilligen Sache mit anderer Leute Exemp in behelffen wolte/ und hielt ihm Demoſtbenis Wort fur: Wann etwas wider Recht und Geſetz iſt fuͤrgenommen wor⸗ den /und du haſt andern gefolget ſo wirſtu daꝛumb nicht loßgeſpro⸗ chen/ ſondern wirſt deſtomehr ſtraffaͤlllig erkennet/ wie hiervon. n SGellus ſchreibet. Viel weniger wird es bey Chriſten gelten/ da wir wiſſen/ daß man ſich mit anderer Leute boͤſen Exempeln behelffen ſolle/ und wud dir am uͤngſten Tage nicht helffen/ daß du ſagen wolteſt: Dieſer oder jener hat mich darzu verurſacht/ er hat mich verfuͤhret mit ſeinem Geitz/ S toltz/ Vnzucht/ Vnbarmhertzigkeit/ daß ſage ich/ wird dich an jenem Tage nicht entſchuͤldigen/ ſondern da ſol und muß ein ieglicher fuͤr ſich ſelber Rechenſchafft geben. Rom. 14. Wann Die Geſell⸗ ſondere von den Veraͤchtern GOttes/ und dieſelbe von ſich Ghaftt der ſtoſſe oder heiſſe abweichen. Dann wer mit andern und vielen zu meiden. Haſtu ja Menſchen wollen folgen/ warumb haſiu nicht Rom. 14. lieber frommen gefolget/ die da recht gethan/ weder boͤſen/ die da v. 1o.. uͤbel gethan. b 96 Matth. 7„ V. 23 Das Reich Ottes iſt innerlich in den Hertzen. Die ſechſte Predigt Wann allhier der Vbelthaͤter gedacht wird dadurch C Hri⸗ ſtus Matthb. 7. verſtehet die Heuchler/ die ſo einen groſſen Schein/ Prang und Namen fuͤr der Welt fuͤhren/ und dennoch euchler in der Haut ſeyn/ ſo ſehen wir auch dieſe Frucht ſo auf ware Buſſe ch⸗ olget/ nemlich Regni celeſtis in corde occultatio,ie gar tieff das Reich Gottes verborgen ſey fuͤr menſchlichen Augen/ und ſich nicht von auſſen groß und praͤchtig ſehen laſſe: Es ſſtim zerbrochenen und zerſchlagenen bußfertigen Hertzen/ im Geiſt und Warheit/ und demnach man ſich zu huͤten fuͤr allem das einen groſſen Schein fuͤr der Welt hat/ oder man wird betrogen/ dann durch ware Buß muß alles zu nichte werdenund untergehen was hoch/ heilig/ weiſe klug und anſehnlich iſi/ die rechte Buſſe macht aller Menſchen Weißheit/ Kunſt/ Herrligkeit und Reichthumb iu nicht. Siehe/ wer haͤtte das Reich Gottes bey dem Propheten im Alten Teſtament/ und bey den Apoſteln/ jg bey C Hriſto ſelbſt im Neuen Teſtament geſuchet? Was waren es fuͤr ſchlechte verach⸗ tete Leute fuͤr der Welt nach dem aͤuſſerlichen Anſehen? Aberin ihren Hertzen war der heimliche ewige Reichthumb Glaube/ Liebel Hoffnung/ Demuth Gedult /alſo daß der Apoſtel Paulus auftre⸗ Rem. 3.. 38. ten darff und ſagen. Ron. g. Ich bin gewiß das weder Todt V. 3 9. noch Leben/ weder Engel noch Fuͤrſtenthumb/ noch Ge⸗ walt/ weder gegenwärtiges noch zukuͤnfftiges/ weder ho⸗ hes noch tieffes/ noch keine andere Creatur mag uns ſchei⸗ den von der Liebe GOttes/ die in CHriſto IEſu iſt unſerm HErren. Die andern ſo nicht ſolcher Art/ſind Vbelthaͤterdann die groͤſte Vbelthat iſt geiſtliche Hoffart und unter der Heiligkeit 1II. Membrum. zu ihnen alſo: Dann der HErr hoͤret mein Weinen/ der die Leute betriegen/ C Hriſto und ſeinem Reich/ welches im Her⸗ tzensgrund iſt/ widerſtreben. Solche Leute ſaget Paulus ſſind zu allen guten Wercken untuͤchtig/ darumb ſinds auch die groͤſten Vbelthaͤter. So gar alles gehoͤret unter die Buß was zum Reich Gottrs gehoͤret. 112. Redet Daoid ſeine Feinde an Gruͤndlich⸗ Spnicht Herr — Herörckmein Indin pandett und eit ſenen 5 faſe dannder dabe charetſen pomoen. Wl nhr mein Ckatu gegld betda mi det mi manche Pet dee henr Knd glehen ahun beydesetufel un eängfigten Men⸗ amen Weine/6 ſetder lebeDawd Reerinder Wherſe glichet daubde DMat JCſuC h men icht ogane Adnichtbendee Werlangender. 3 din Ohr de men und Wa. Erder t „Er maa te de zhin ein Wehn. Tuctifun crd Kcraktan, 3h erdoram ſcffirmanſtit 1 ufee groß undmätgit d Liſcugrun duim yn Kanac mu ſihuſäaſ R dar der Wan ſanmannrt muß alles z nctte vadmun m⸗ 5 3 Nale undanammg h. und Flehen erhoͤret hat. Derhalben trollet euch alle Vbelthaͤter/ . hu zund mſcrücünn h Daßden Lmf etgttu a haäͤut das Yach Gaun el 1 und dep da Peſeu uh K. m aeſuchu! Po rana. „Wan axhamüuſctde tder hamüchewi dat. nurd Gdut aſe 1 amn. Kon. Ic augns 4 eder Enal wa ſiin d ede GOnts der nEhi. uͤber den 6. Pſaln. 92 Herr hoͤret mein Flehen/ mein Gebet niſit der HErr an Dabid hat In dieſe td vid mit gutem Grunde/ gibl zatione.s guten Gꝛnnd In dieſen handelt der David mit gutem Grunde/ gibt atione vider ſeine und zeiget ſeinen Feinden die Vrſach an/ warumb er ſie trollen Feinde heiſſe/ dann der HErr habe gehoͤret ſein Weinen/ der HErx s habe gehoͤret ſein Flehen/ ſein Gebet habe der HErr ange⸗ nommen. Wil ſagen: Ihr ſeyd leidige Troͤſter geweſen/ und mir mein Creutz und Leyden zur Vngnaden gedeutet/ auch nicht geglaͤubet das mir G Ott der HErr helffen koͤnte oder wolte/ daru⸗ ber mir manche heiſſe Thraͤnen uͤber mein Angeſicht gefloſſen⸗ Aber dee HErr hat mir Gnade bewieſen/ in dem er mein Weinen beydes Teuffel und ſeine Schuppen/ ihr ſollet mich noch keinen geaͤngſtigten Menſchen mehr ſo troͤſten/ dann O Ott erhoͤret der armen Weinen/ Flehen und Gebet. Alsdann auch alſo vertroͤ⸗ ſiet der liebe David die ſchoͤne Jugend das iſt die liebe Chriſtenheit/ die er in der Vberſchrifft des 9. Pſalms einer ſchoͤnen Jugend ver⸗ gleichet/ darumb daß ſie allezeit zung/ ſtarck und ſchoͤn iſt durch das Blut JEſuC Hriſti/ wann er ſpricht: Der HErr wud des ar⸗ 19. men nicht ſo gantz vergeſſen/ und die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren ſeyn ewiglich. Item im 10. Pſalm. Das bſal. 10. v.x7. Verlangen der Elenden hoͤreſtu HErr/ ihr Hertz iſt gewiß/ un das dein Ohr darauff mercket/ das du Recht ſchaffeſt den 1m Lrmenimd Waſſen dasder Menſchenicht mehrttrageauf Es moͤehte ſich aber iemand vielleicht allhier verwundern Vnterſcheis 3 uͤber die Abwechſelung der Wort das David ſpricht: Der HErr des weinens/ cchoͤret mein Weinen/ mein Flehen/ mein Gebet: Vnd verme flehens/ be⸗ 4. 4„„** te 18. nenes waͤre eine vergebliche Wiederholung derſelben: Aber hier⸗ e bey zu wiſſen/ daß es keine unnuͤtze 2uro ayla, ſondern ein feiner Vnterſcheid der Wort /ſo nicht zuverwerffen: Dann Beten heiſ⸗ ſet das mit dem Munde geſchiehet/ und zwar nicht mitdem Mun: de allein wie die Gottloſen beten/ ſondern mit Munde und Hertzen wie die Glaͤubigen benensSlehenneenuſ Geſlegendaße 3 98 Die ſechſte Predigt lein im Hertzen und mit dem Hertzen und innerlichen Seufftzen ge⸗ ſchehe/ ob wol der Mund gar nichts darzu thut wie die Hanna be⸗ 1.Sam..V. 3. tet. I. Sam.I. Vnd wie der liebe Moſes alſo mit Flehen ſchreyet/ dae r ſtund vor dem rohten Meer/ und mit den Kindern Iſraelhin⸗ durch wolte/ aber doch keine leibliche Stimme bey ſolchem ſeinem Fxod. 14. Flehen von ihm gehoͤret wurde. Exod. ½. Weinen/ oder mit v. 15. Wiaeinen beten/ das geſchiehet/ wann im Gebet der glaͤubigen und bedraͤngten Chriſten die Floͤß⸗aͤuglein ſich ſehen laſſen/ und was inwendig das Hertze flehet daſſelbige die Augen mit Thraͤnen be⸗ zeugen. Dieſe Abwechſelung der Wort von Beten/ Weinen und Flehen/ gebraucht der liebe David/ anzuzeigen wie die Noth ſo gewaltig an den Mann gegangen ſey/ und wie hertzliche Freude und Luſt er daran gehabt habe/ das Gott dieſelbe mit Gnaden ge⸗ wendet/ und wie er im z0. Pſalm ſpricht: Ihm ſeine Klage verwan⸗ delt habe in einen Reyen/ und habe ihm ſeinen Sack ausgezogen! und ihn mit Freuden geguͤrtet. O das thut ſehr wol/ wann der HErr alſo komnt als ein utor in Oportunitate, er laͤſt zwardie Seinen erſt unter dem Creutz recht wol vertrieffen/ da muͤſſen ſie weinen/ flehen und beten/ aber wann ſie faſt muͤde von weinen und die Noth am groͤſten/ ſo erſcheinet er alsdann mit ſeiner Huͤlffe/wie wirs hier am David ſehen. Srlas Erkennet aber hiebey abermal eine Frucht rechtſchaffener ohn Vnter⸗ warer Buß/ welche iſt: Das ein bußfertiger Menſch allezeit laß zubeten. in ſeiner Andacht/ dieſelbe bald mit Weinen/ bald mit Fle⸗ EIa.g. v. z. en/ bald mit Worten und Gebet an Tag gibt/ und alſ ohn 1. Theſf. 3. Vnterlaß betet/ wie erfordert wird. Fſa. g.1. Tbeſſe. Welches aber nit die Meinung hat/ daßman alſo ſtets ohn Vnterlaß flehen und dem Gebet obliegen ſolle/ daß man die andern Geſchaͤffte des Got⸗ tesdienſtes/ oder ſeines Standes und ordentlichen Amptes muͤſte unterlaſſen/ und ſich nur hinſetzen in einen Winckel und bloß allein 1.Cor.zo biiten: D nein/ dieſes lieffe wider Gottes Befehl/ der da wil das 3. Tim G.v.r. ein ieglicher in ſeinem Beruff bleiben ſoll/ darzu er beruffen iſ. vPet. 3. v. g.-Cer.7. 1. Tim. O. 1. Eet.z Sondern das iſt die Meinung/ m v. 17. wat ſeigeng dünngevwiſe uchum Epempe s nel Pett Jan ißman ſaai zch anm unb damnauch man allezeitbee zuch zarumbohn nige was witan enden und ſchleſ Aſo itallemunſe Iles zu einenEy unsefordert zum⸗ ah zubeten damai dian wir nicht dächen und ze⸗ ſeaffeten wec⸗ Kunfftin ſchhab nni den Cenge. Anh ewieſen wen Eomeinen, ondellich bi 1 iſtn uwiynn, ipſttedanuß und offt mige Danen gyitng ſüt ihrttd t Ao m atate pnmn e der dem Cuazuchtraran h ten ſo nſcamma am f aon ſchan. b ader hahe Hantſt h e: Deendeßm e. hdadm 9 Dernamnd Getna 6 nweaftatum 1 uͤber den 6. Pſaln. 95 wir zum ſietigen Flehen und Gebet angehalten werden nemlich daß man gewiſſe Zeit und Stunde auch zum lieben Gebet nehme/ nach dem Exempel der Heiligen/ des Danielis c. 2.6. 85 9. Pſal.&ᷓ9. des Apoſtels Petri. 467.3. des Hauptmanns zu Ceſarien. Acl. 10. Pſal. ·8. v. 8. Item daß man ſtets fleiſſig ſein ſolle zum Gebet/ wird darumb ge⸗ Acl. 3. v.r. ſagt/ daß mans nicht vergeſſen und faul darbey werden ſolle/ dar⸗ d umb dann auch C Hriſius Luc.;15. ein Gleichniß darvon ſaget/ daß Luc. 18.v.. man allezeit beten und nicht laß werden ſolle. Hiernegſt wird uns auch darumb ohn Vnterlaß zu beten anbefohlen/ damit alle dasje⸗ nige was wir anheben bey unſerm Stand und Ampt/ ja was wir enden und ſchlieſſen, mit dem Gebet anheben und ſchlieſſen/ und alſo in allem unſern Thun und Laſſen uns G.OTC empfehlen/ alles zu ſeinen Ehren thun und verrichten. Col.3. Endlich wird von Col.3. v.. uns erfordert zum oͤffterſten und fleiſſigſten ſtets und ohne Vnter⸗ laß zu beten/ damit keine Stund noch Augenblick hingehen moͤge/ darinn wir nicht an G Ott und unſern Heyland C Hriſium ge⸗ daͤchten/ und zum wenigſten von Grund unſerer Hertzen zu ihm ſeufftzeten/ welche Seufftzerlein und Stoßgebetlein eben ſo groſſe Krafft in ſich haben/ als wol groſſe oder lange Gebete/ wie ſolches mit den Exempeln des Moſis/ Elia und anderer koͤnte dargethan und erwieſen werden. Es meinen zwar rohe ſichere Leute/ es habe das Beten nicht ſonderlich viel auf ſich/ und weil ſie es offt und muthwillig unter⸗ laſſen/ und ihnen nichts uͤbels begegnet/ ſo treiben ſie vollends das Geſpoͤtte darauß/ ſagen: Es ſchmecket mir Eſſen und Trincken/ und bekom̃t mir Ruhe und Schlaff eben ſo wol/ als wann ich alle Morgen/ Mittag und Abendes bete: Aber ſolche ſollen wiſſen daß ſie ſehr faͤhrlich daran thun/ und ſchwere Rechnung dafuͤr werden geben muͤſſen: Aus BVꝛſach/ weil ſie ſelber ihꝛen Muthwillen beken⸗ nen /daß ſie nie/ oder gar ſelten G Ott angeruffen und gebeten/ und dennoch alſo zu rechnen ohne und wider ihren Willen erhalten worden. Bußfertige Chriſten aber folgen allhier dem Exempel des Davids mit flehen und betemu Fedenabn darnebenſt E ute un 100 b Die ſechſte Predigt Pſal.50. v. 5. und die Noth: Gott/ deres erfordert und haben wil im o. Pſalm daer ſagt: Ruffe mich an in der Zeit der Nothſo wil ich dich erretten und du ſolt mich preiſen; Die Noth: Derer wiret⸗ v.. innert werden von dem Apoſtel Petro in ſeiner. Epiſtel am c. daer ſpricht: Euer Wider ſacher gehet herumb wie ein bruͤl⸗ lender Low/ und ſuchet welchen er verſchlingen moge. Vmd darumb: Wachet und betet. 3 44 1 3—r. Gehet auch der David mit ſeinen Feinden um Be⸗ De.amde ſcheidentlich/ ſpricht: Es muͤſſen alle meine Feinde zuSchan⸗ Beſchelden⸗ den werd en und ſehr erſchrecken/ ſich zu ruͤcke kehren undzu heit gegen Schanden werden plotzlich. Allhier moͤcht iemand ſagen Heiſ⸗ ſeine Feinde. ſet das Beſcheidentlich von dem David gehandelt/ daer den Sa⸗ chen zu viel thut und wider das Gebot der Liebe handelt/ wannat ſeinen Feinden ſo uͤbel wuͤnſchet? C Hriſtus unſer Heyland heſſ ℳ 5.S uns ja lieben die! uns haſſen/ und wolthun denen die uns verfolgen. Tatrh. 5. Mautb J. und S. Paulus lehret nicht boͤſes mit boͤſen ſondern das Ro r. boͤſe mit guten vergelten. Rom. l². Wie kommt dann David auf adje Weiſer Hierbey ſcheinet ſchlechte Beſcheidenheit zu ſeyn. Ant⸗ wort: Es waͤre unrecht/ wañ David alſo wider das GebotChriſi⸗ licher Lebe angelauffen waͤre. Vnd wir waͤren ihm zu folgen nicht ſchuldig: Aber das iſt ſeine Meinung nicht: Sondern da iſt iu wiſſen das David hat zweyerley Feinde wider ſich/ Teuffel und Menſchen die nennet er Vbelthaͤter. Daßer nun erſtlich wuͤn⸗ ſchet. Es muͤſſen alle meine Feinde zu Schanden werden und ſehr erſchrecken: Das wuͤnſchet er den leidigen Teuſfeln und allen boͤſen Geiſtern: Daß er zum andern ſages: Sie mlllſe ſen zu ruͤcke kehren und zu Schanden werden plotzlich: Das goͤnnet er den andern Feinden ale den Vbelthaͤteꝛn und Menſchen. Uſbws Dnd dieſer Vnterſcheid iſt wol zu mercken: Dem Satan a n 17 unid allen boͤſen Geiſtern wuͤnſchen wir nichts anders dann daß der unſere ſie muͤſſen mit ewiger Schande und Schrecken uͤberfallen wel⸗ den: Welche zwey Stuͤck/ Schande und Schrecken nicht diege⸗ Feinde ſolee. ⸗ /S bitten. ingſte Stuͤcke ſind der hoͤlliſchen Qual pſe dañ die ſo A 33 tanagſina deun ewigSch nen evigen Haßl ſhen und höre Schande unde färer oder Bſe Dannach pnihe. Sie mi⸗ den plößlch 2 Feindejalsden Ve aadodaß ſuemaͤ dendiſachdißſie des wadden ante dten ſol un ame ſichanesheſſm thun wollen m. Laufib Engat Oo fürzena dn nuchen wale ti danndasde, daih JEſ Ehn Dars Gotte 15 ne Wedm dns und ſeinen n Ddmſin in rEsmüſſenalemenef 3 dedrerſchercmſſcätit e den pioßuch Alhanet a entuch venden Dandghng und edderdas Sauae i ans doſſen m vecthmnnt Pnus ldeunttteſomt peraeitrn. 2am. Mhteun dey ſcheinn ſchlecher dicedet mneche nn Dndara 9. aufen waier Dwerin das ſiſene Managn. „d dan zwcgeieh Fcnann mnane Doctham Dea m ain ale wene Fendeut n uber den 6.Pſalm. w98 Schrecken gefuͤhlet haben/ als David/ der im Anfang dieſes Pſalms weiß davon zu ſagen: Meine Seele iſt ſehr erſchꝛocken: Denen deucht es die Hoͤlle ſelbſt zu ſeyn. Aber der Satan und mit ihm alle Gottloſen werden beyde Schande und Schrecken fuͤh⸗ len muͤſſen ewiglich und wird ihnen helle gnug ſeyn/ wie hiervon Daniel zeuget 1. c. Warumb wir aber dem Saian ſolche Schan⸗ de und ewig Schrecken wuͤnſchen iſt die Vrſach/ dann er traͤget ei⸗ nen ewigen Haß und Feindſchafft/ beydes wider Gott und Men⸗ ſchen/ und hoͤret nicht auf mit Luͤgen und Morden/ biß ihm ewige Schande und Schrecken auf ſeinen Kopff geſchlagen wird/ Auf⸗ hoͤren oder Beſſerung iſt an ihm nimmermehr zu hoffen. Darnach ſo gehet der David einen gelindern Weg/ und ſpricht: Sie müſſen zu ruͤcke kehren und zu Schanden wer⸗ den ploͤtzlich Das wuͤnſchet und bittet er dem andern hauffen Feinde als den Vbelthaͤtern unter den Menſchen/ und ſpricht nicht ſtracks/ daß ſie muͤſſen mit Schand und Schrecken uͤberfallen wer⸗ den/ urſach/ diß ſind Menſchen/ welche vom Satan koͤnnen uͤber⸗ eilet werden/ an denen man aber noch das beſte hoffen/ und fuͤr ſie beten ſol/ ur con vertantur ſagt der Pſalm/ daß ſie zu ruͤcke kehren/ ſich eines beſſern beſinnen und Buſſe thun. Wo ſie aber das nicht thun wollen/ und muthwillig wider den Stachel lecken und des Teuffels Eingeben folgen/ alsdann mag man auch bitten/ daß ſie G Ott ſtuͤrtzen/ und ſampt ihrem Treiber dem Satan zu Schan⸗ den machen wolle. Sintemal es viel beſſer daß ſie werden geſtuͤr⸗ zet/ dann das der Heilige Name G Ottes durch ſie verlaͤſtert das Reich JIEſu CHriſti geſchwaͤchet/ der Lauff des ſeligmachenden Worts Gottes und vieler Menſchen ewiger Seligkeit gehindert werde. Wie dann auch David von ſolchen oͤffentlichen Feinden Gottes und ſeinerKirchen im 139. Pſalm ſpricht: Ach daß du tod⸗ Pſ. 339. v.g. teſt die gottloſen und die blutgieꝛnigen von mir weichen mü⸗ ſten: Im Pſalm bittet er: Schuͤldige ſie Gott daß ſie fallen Pſal.ſ.var von ihrem Vornehmen/ ſtoß ſie auß umb ihrer Bbertre⸗ tung willen/ dann ſie ſind dir wiger weuſtig. Alſo Banſche 1h) auck Gal.. v. 12. ſich ſelbſt in ſolch Vngluͤck ſo ſie ihren Feinde an Hals wuͤnſchen io Die ſechſte Predigt über den ⸗Pſalm. iſt verfloſſen: auch Paulus den falſchen Apoſteln ſo die Galater abfuͤhreten von der Lehr des Evangelil in ſchaͤdliche Irrthumb: Wolte Gott das außgerottet würden/ die euch verwirren. 6at 5. Vndſobe⸗ ten wir auch noch recht heut zu Tage wider die offenbare Feinde/ muthwillige Verfolger und Laͤſterer des Chriſtlichen Glaubens: Erhalt uns HErr bey deinem Won/ und ſteuer des Pabſta und Türcken Mord/ die IEſum CHriſtum deinen Sohn ſtuͤrtzen wollen von ſeinem Thron: Beweiß deine Macht HErr IEſu CHriſt/ daß du ei HErr aller Herren hiſt/ beſchirm dein arme Chriſtenheit daß ſie dich loben in Ewig⸗ keit. Item: Ihr Anſchlaͤg HErr zu nicht e mach/ laß ſietuffen ihr boͤſe Sach/ und ſtuͤrtz ſie in die Grube hinein/ die ſie ma⸗ chen den Chriſten dein. Da dañ/ alſo beſcheidentlich mit ſeinem Gebet ſich wiſſenwi⸗ der die Vbelthaͤter und Feinde der Chꝛiſtenheit zugebꝛauchen micht auch eine geringe Fucht rechtſchaffener Buß welche ſich bey unartigen und unbußfertigen Leuten ſo eben nicht ereuget da unter denſelben gefunden wedden welche wañ ſie enen Feind oder widtt⸗ wertigen haben zum oͤfterſten beten den 100. Pſalm deſſ n Anfang: Gott mein Ruhm ſchweige nicht ꝛc. in welchem Pſalm Chri⸗ ſtus hefftig klaget uͤber ſeinen Feind und Verraͤther den Judam und die Juͤden/ ihnen darin allerley Vbels und Straffen draͤuet/ da daũ rachgierige Leute meinen/ wañ ſie dieſen Pſalm zum oͤffter⸗ ſien beten/ das alles Vbel und Vngluͤck ſo dariñ genennet wird ih⸗ rem Feinde beſtehen ſolle: Aber ſolche ſuͤndigen hefftig/ und ſtuͤttzen welches nach 8 8 der Laͤnge koͤnte dargezeiget werden: Allein die Zeit Vnd dancken wir demnach dem vielguͤtigen GOtt/ daß er uns Zeit und Stunde vergoͤnnet/ darinn wir ſein Wort angehoͤret/ er wolle daſſelbe/ was wir anitzo auch vorher aus dieſem unſern Bußpſalm gehoͤret/ druͤcken und verſiegeln in unſere Hertzen/ daß es moͤge Frucht bringen/ in Chriſtlicher wahrer Gedull/ Uund wir alſo Kinder des ewigen Lebens ſein und bleiben moͤgen. Zu welchem ewt⸗ gen keben uns verhelffen wolle Gott Vater/ Sohn und Heiliger Geiſt: Die Hochgelobt in Ewigkeit/ Amen. olda demdien denderyer. Heſtkein on ſeirm nürs Al m AnſchgdEn uncen e und kürzſeen denad* a e dſchedüch neimme a und Janetdapäna grFwcht receſorfun d den woden wicct waſeerd Re zum öfuerſinſammdam Nt. udm ſchwagemat ne d an üder ſomn Fend 22 4 1, aestt 3 24 DAl ennz rereeeeee 2. ⸗) 5 No 4* ₰ 4 Ko) 103.(090 Die erſte Predigt Dber den 32 Pſalm des Koͤniges und Propheten Davidad. TEXLI U S Verſ. 1, 2. Ol dem dem die Bbertretung vergeben ſind/ O dem die‚uͤnde bedecket iſt wol dem Menſchen dem der HErr die Niſſethat nicht zurechnet/ in deß Habita Cüſtrini 7. Octobr. An- n0 1646. Seiſt kein Falſch iſt. EXORDIUM. O S haͤlt der H. Geiſt dieſen Brauch in goͤttlicher Bey Zeit AS heiliger Schrifft/ daß er uns zum offtern zur Buſ⸗ ware Buſſe ſe und Bekehrung anmahnet/ daß wir dieſelbe bey zuthun und Seite und im werendem Leben ſollen verrichten/ warumb. ⅓₰☚ als ſonderlich ſolchs zuſehen im Buͤchlein Jeſus — Syprach: im z. cap. Verzeug nicht dich zum Syr. 5. v. 5. HErren zubekehren/ und ſchiebe es nicht von einem Tage auf den andern/ dann ſein Zorn kommt ploͤtzlich nnd wirds rechen und dich verderben. Im 18. cap. ſpricht ſelbiger Lehrer: Spare deine Buſſe nicht biß du kranck werdeſt/ ſondern beſſre dich/ weil du noch ſuͤndigen kanſt/ verzeugnicht from zu werden/ und harre nicht mit Beſſerung deines Lebens biß in den Todt. Vnd ferner im ſelbigen Capitel v. 22. Ein wei⸗ gyr. 5.¼. 22. ſer Menſch iſt in dieſen allen ſorgfaͤltig und hütet ſich fuͤr Suͤnden/ weil er noch ſuͤndigen kan. n— b e Eſ. 66. v. ult. 104 Die erſte Predigt Die Wrſach warumb der Heilige Geiſt alſo Ernſt anmahnet bey Zeit die Buß zuverrichten/ iſt leicht zuermeſſen. Dann nach dieſem Leben keinem mehr Zeit oder Raum gelaſſen wird dieſelbe zu thunſes iſt auch keine Erloͤſung mehr verhande und ſo die Qual einmal wird angefangen haben/ ſo wird ſie nimmermehr/ wider aufhoͤren/ dann ihr Wurm wird nicht ſterben/ und ihr Feuer wird nicht verleſchen/ und werden allem Fleiſch ein Greuel ſeyn. Faiæ ⁶. Darumb auch Koͤnig David ſaget. Pſalm. 6. Im Tlalm.6. 5. Tod gedenckt man deiner nicht/ wer wil dir in der Hollen dancken. b Ein guter Hauswirth pfleget zur Sommerzeit/ daes am allerbequemſien iſt/ ſein baufaͤlliges Haus zu beſſern: Alſo ſollen wir auch zur Zeit dieſes Lebens/ da es am bequemſten iſt die Man⸗ gel unſers ſuͤndlichen Lebens durch ware Reu und Buſſe widerer⸗ ſetzen/ hierzu uns dann gar feine Anlaß geben die Bußpſalme des Koͤnigs und Propheten Davids/ von welchen E. Chr. L. weiß da derſelben 7. ſeyn als der 6. der 32. 38. 51. 102. 330.143. dieſe 7. Buß⸗ Pſalm hat auch der heilige 4uguſtinus offtmals mit weinenden Hertzen und Augen geleſen/ und vor ſeinem Ende ihm an die Wand/ die gegen ſeinem Siechbett uͤber geſtanden laſſen ſchrei⸗ ben/ daran er ſich in ſeiner Kranckheit gelabet und getroͤſtet hat, Im Pabſthumd haben diejenigen ſo zur Beicht und zu dem Sacta⸗ ment gehen wollen/ welches damals leider im Jahr nur einmal ge⸗ * ſchehen/ ſolche Pſalmen geleſen/ ihre Hertz damit zur Buſſe zu er⸗ wecken/ und welehe man hat ſollen als Vbelthaͤter dahin richten/ denen ſind dieſe Pſalmen auch vorgeleſen worden. Wie wi dann leſen in den Hiſtorien/ daß im Jahr 1562 zu Rom der Cardinal Caraffa/ ehe er ſich darein gegeben/ daß er aus Befehl des Pabſts hat ſollen ploͤtzlich ſtranguliret und erwuͤrget werden/ dieſe Buß⸗ Pſalm zuyvor ſol geleſen haben/ und darnach ſich dem Hengler etf geben. Von dieſen Bußpſalmen haben wir itzo vor uns genommen den 2. ſonſten in der Jahl der Pſalmen Davids derza. Sſ nſa —— aiuhi fh hums g b Fuuch Gtund derd Her tol gängen V Srataheland A8 Clongen des Kon Wnachdend tenwegung/ anz Menſch gier aufe Mortder Vber⸗ Po von unterwe Rſen Pſam: Chrſt. Hauden 1 Dejulh Saͤderſtih II. De he 1 Snt Beicheund 1 7 b de V ſauen Gehorſen Jto urge h' ſan Kheldnge aſ einftigenſe Hauswirh ffugn mEn 4 1 ſan dufälgs huar duſes Ledens dan mdegan den Ledcno durch vat Aamn 6 b pdcun Dmde ren rec e 4 M6. ah. S. ſulr So.. f. dar debge untun ffn⸗ n aarn gaichen und raſun gf n ſcnen utdeu ban a KucKurchetglädn 8 dn denam ſo un detn darbey hergehe/ und ſetzet: 10 Anfang wir anitzo beſehen wollen/ wie er zu Erbawung unſers aͤber den z2 Pſalm. Chriſtenthums gedeyen und gereichen moͤge. Damites aber ohn 1 1 Nutz und Frucht nicht moͤge abgehen/ ſo ſeufftzet zuvor aus Grund euers Hertzen mit mir alſo: Hilff HERR/ hilff/ laß wol gelingen/ dir zu Ehren und dann auch zu unſer aller Seelen Heil and Seligkeit umb Chriſti Jeſu willen/ Ameu. TRACTATIO. 8 Menſch hier auf Erden wiſſen und haben ſoll: Dann da lauten die Wort der Pberſchrifft alſo: Eine Vnterweiſung Davids: Wo von unterweiſet dann aber der Koͤnig und Prophet David in dieſem Pſalm: Vornemlich von dreyerley Haͤupt⸗Articuln Chriſtl. Glaubens. I. Dejuſtitcatione, von der Gexechtfertigung eines armen Suͤnders fuͤr O Ott⸗ II. De Pænitentia& confeſſione von rechtſchaffener warer Guß/ Beicht und Bekaͤntniß der Suͤnden. III. De Nopa obedientiæ ſeu Lonis operibus von einem 6. neuen Gehorſam/ oder von guten Wercken. Itzo kuͤrtze halber verbleiben wir bey dem erſten Punetſin dem erſten Theil dieſes Pſalms geſetzet/ die andere Stuͤcke verſparend auf kuͤnfftig einfallende Buß⸗ und Bet⸗Tage. Da dannnun in dem erſten Theil dieſes Pſalms/ uns der David unterweiſet von der Gerechtfertigung eines armen Suͤnders fuͤr GOtt/ wie es I. Deprædicationem. Ein herrliches Lob/ daß er dieſen Articul gewaltig heraus flreichet und ſaget: Wol dem: In ſeiner Sprachen lautet es Beatitudinesfelicitates: Die Seligkeit oder Welches das das beſte ſo ein Menſch haben mag: Verſtehet aber hier nicht/ weil hoͤchſte und H er von 8 Elangend vorgenommenen zwey und dreyſſigſten Pſalm Sum̃a oder des Koͤniges und Propheten Davids fuͤhret er einen ſehr Inhalt des nachdencklichen Titul/ da er genand wird Eruaitio eine Vn⸗ zuſten Pſal⸗ terweiſung/ anzeigend die groͤſte Kunſt und Wiſſenſchafft die ein mes. heſte Gut ei⸗ nes Menſchẽ auf Erden. Pſal. 16. v. II. H Eecl: 1. Pfalm 144 V.12213. 1063 Diie erſte Predigt er von Menſchen redet/ die noch ſollen gerecht fuͦt G Htt werden die Seligkeit des ewigen Lebens/ da Freude die fuͤlle/ und lieb⸗ liches Weſen zu der Rechten GOttes immer und ewiglich/ Pſaum. 16. Sondern nur wie ein Menſch auch in dieſem Leben un⸗ ter und bey ſeinen ſchweren Suͤnden Vbetretung und Miſſetha⸗ ten gleichwol ein gluͤckſeliger Menſch ſeyn/ derſelbigen uͤberhoben und ſein Leben mit froͤlichem Hertzen zubringen koͤnne/ welches gleichſam ein Vorſchmack des ewigen Lebens/ darzu er auch end⸗ lich gelangen wird. Dieſe Seligkeit daß ſie von hoher groſſer im⸗ portantz und Wichtigkeit/ und ihrer ein Menſch nicht koͤnne noch moͤge ueraßdn ſol es ihm kuͤnfftig in Ewigkeit auch wolergehen/ ſetzet ers nicht nur einmal zum Anfang/ ſondern wiederholeis wol zum andern mal ſſpricht: Wol dem/ dem die Vbertretung verge⸗ ben ſind/ dem die Suͤnde bedecket iſt: Wol dem Menſchendem der HErr die Miſſethat nicht zurechnet. Vber die Beatudinem und felicitatem welches das hoͤchſte Gut und beſte wolergehen des Menſchen waͤre/ haben ſich die Leute zu iederzeit bekuͤmmert/ auch die ſo auſſer der Kirchen und von der waren Seligkeit nicht gewuſt/ etliche haben vot des Men⸗ ſchen Gluͤckſeligkeit gehalten/ wie auch noch wol ſeyn die es dafuͤr halten/ wann einer weiſe und in vielen Dingen erfahren iſt: Aber Koͤnig Salomon der doch der allerweiſeſte geweſen/ gibts nicht zu/ daß darinn die ware Seligkeit beſtehe oder gefunden wet⸗ de/ wie er dann ſpricht: Wo viel Weißheit iſt/ da iſt viel Gra⸗ mens/ und wer viel lernen muß/ der muß vielleiden. Andere ſetzen ſolche Gluͤckſeligkeit auf Reichthumb und Güter/ derer Wunſch beſchrieben wird 144. Pſalm alſo: Das 8 unſere Soͤhne aufwachſen in ihrer Jugend wie die Pflan⸗ tzen und unſere Tochter wie die außgehauene Aeercker gleich wie die Palläſte/ und unſere Cammern voll ſeyn/ die her⸗ auß geben koͤnnen einen Vorrath nach dem andern/ das unſere Schafe tragen 1000. und hundert tauſend auf un⸗ ſern Doͤrffern. Daß unſere Ochſen viel erarbeiten/ daß kein “ Schadt/ Kniwwczna Shae fein Polten Volch ey ande Menſhe mſh dee Andete gde dle gefe nachvitfältie haben /tan ol IPn Salono ſabekeinen Be Eitel Errkhd n und enolich eGücheligke then ſondem dufirden nemöch ders feGSOtt ware Ektäͤntm ſazenanalhied getenſindden. d HEnnuc ebegtirul, de ene Menſchen Tonenſt Güſelgen neſßen heeanm ngskaum anh b landn pann Ki ſihone Perſe 1 luffen a An anüchhiten fälige Citrlui . TrkSeugkendaſetn M. wolergehendes Maſheg n zeu dekunmat uchdrſ uß h cagfcu mhe praß ccge kau zrhaltn vrmchnor iner weſf— 0 Lomda da dach du Aani nn Kva Scizkadite 6 warte Dere Weſet t uͤber den 2. Pſalm. 107 Schade/ kein Verluſt noch Klage auf unſern Gaſſen ſey: Wol dem Volck dem es alſo gehet. Bey andern ſol es Ehr und Geralt ſeyn. Da doch die Menſchen in ihrer Ehre nicht moͤgen verbleiben/ ſondern muͤſſen davon. Andere ſetzen ſolche Gluͤckſeligkeit auf die Tugend/ aber ſie haben alle gefehlet! und ſind gegangen lauter Irrwege/ alſo daß nach vielfaͤltigen Aputationen etliche zugefahren und vorgegeben haben/ man ſolle in der Welt keinen vor ſeinem Ende ſelig preiſen. Pnd Salomon ſaget er habe ſolche Sachen alle verſuchet/ aber es habe keinen Beſtand gehabt/ er muͤſſe bekennen es ſey alles gantz Eitel. Eale*ο. Das machtes ſind Sachen die zu der Weltgeho⸗ Ecel 6. va. ren/ und endlich mit der Welt ein Ende nehmen werden. Die rech⸗ ee Gluͤckſeligkeit der Menſchen beſtehet nicht in weltlichen Sa⸗ ſchen/ ſondern in ſolchen Dingen/ die auſſer dieſer ſichtbaren Welt zu finden/ nemlich in der Gerechtfertigung eines armen Suͤn⸗ ders fuͤr G Ott/ in Vergebung der Suͤnden ꝛc. darzu dann das ware Erkaͤntniß unſers HErrn JEſu CHriſti gehoͤrig. Hiervon ſagt nun allhier der David: Wol dem/ dem die Vbertretung ver⸗ geben ſind/ dem die Suͤnde bedecket iſt: Wol dem Menſchen dem der HErr die Miſſethat nicht zurechnet. Darinn beſtehet die rech⸗ te Beatirudo, das Ssummum Bonum, und die groͤſte Gluͤckſeligkeit eines Menſchen/ darumb der David es wol zu zweyen malen ſetzet: Wol dem/ wol dem. Vmb dieſes Summum Bonum und hoͤchſte Der meiſte Glüͤckſeligkeit/ ſolten ſich unter uns Chriſten alle und iedwede am Theil in der meiſten bekuͤmmern/ aber der groͤſte Hauffe ſchlaͤgets in Wind/ Weltachtcf mags kaum anhoͤren und lernen. Wañ einer kaͤme aus frembden von der Ge⸗ Landen proponirte wie man aus Kieſelſteinen hart ungeriſch Gold rechtferti⸗ und ſchoͤne Perlen machen ſolte/ wuͤrden die Leute aus allen Haͤu⸗ gung eines ſern zulauffen/ und umb diß gold⸗machende Kunſiſtuͤck hoͤchlich armen Suͤn⸗ und hertzlich bitten/ ſonderlich zu dieſer Zeit/ da ihnen dureh die viel⸗ deꝛs fuͤꝛ Gott faͤltige Contributiones ihr Geld und Silber ziemlich duͤnne ge⸗ nicht ſo gar macht worden. Was huͤlffe es aber einem Menſchen wañ er nungroß. gleich taͤglich piel tauſend Centner Goldes pr parien loͤnte /ſp iſ 5 H9 h go doch 108 Die erſte Predigt er doch darumb nieht gerecht und ſelig/ dann der Allmaͤchtige Gott ſpricht/ ihr Gold und Sülber wird ſie nicht erretten am Tage des Zorns Sopb. I. So laͤſi ſich der Todt mit der Silberbuͤchſe nicht abweiſen Baſtlius fraget: Suis propter pecuniam juſtus eit? Wel⸗ chen Menſchen hat G Ott umb Geldes willen zu ſich in ſeinen Himmel genommen? Niemand/ dennoch bekuͤmmert man ſich viel mehr und embſiger umbs Geld/ dann umb die rechie ſeigma⸗ chende Hiel⸗Straſſe. So findet man auch ſonſten viel ſattſame und verdroſſene Maul⸗Chriſten/ die laſſen ſolche /undamentare- ligionir und doctrinalia fuͤruber rauſchen’ gleich als haͤtten ſie die⸗ ſen Articul de juſtificarione in Mutterleibe gantz und gar außgeler⸗ net/ und ſchon laͤngſt an den Schuhen zerriſſen. Solche ſattſame Schein⸗Chriſten/ und Maul⸗Heiligen betriegen ſich ſelbſt: Dañ dieſer Articul iſt von den allerſchwerſten Pungten in Chriſtlicher Rebgion. Darumb ſo geringſchaͤtzig er von vielen gehalten wird ſo hochnuͤtzlich und heilſam iſt er/ ſonderlich zur Zeit der Anfech⸗ tung/ das freylich mag geſagt werden: Wol dem. Nehmt zum Exempel den vußfertigen Schaͤcher am Creutz der hat vielooo⸗ groſſe ſchreckliche Todt⸗Suͤnden begangen/ wird derhalven von dem Regenten⸗Ampt geſtrafft/ hencket allda nackend und blutruͤn⸗ ſtig zwiſchen Himmel und Erden: Ja ſein eigen Gewiſſen ſchrey⸗ etſk aget/ donnert und blitzet als uͤber einen ſolchen Vbelthaͤterrden der boͤſe Geiſt vald von Creutz reiſſen/ und ins ewige Verdamniß fuͤhren wolle. Daß er aber ſolche Donnerſchlaͤge uͤberwindet ſich der Barmhertzigkeit Gottes getroͤſtet/ an den Erren C.hrſſtum JIEſum glaͤubet/ von demſelben/ der doch eben ſo wol als er am Treutze hienge/ das ewige Leben vittet und ſich haͤlt an den erquiſ⸗ ckenden Troſt⸗Spruch. Heute wirſtu mit mir im Paradleß ſeyn/ und gibt alſo in glaͤubiger Zuverſicht ſeinen Geiſt auf /das iſt warlich ein groß Miraculund Wunderwercl viel groͤſſer dann 1o., Todten auferwecken. Vnd da mag es nun freylich heiſſen: Wol dem Schaͤcher am Creutz. Solches erfaͤhret erſt recht in Menſch wann er ſitzet in& ibr⸗ Sataus, und ae r efundi ſ Ghrnt e 5* b 4 1eDwd ud ſreeflakodleſn . Man gſänne umſen Henan inationen den Zuſtand w gedenaetwoldre tung wergebenſ ſchen em der den miſſenwit⸗ n Sündeun nd guſſe Saͤn drch and durcht Adans Fall iſ Weſen daſſebe ten gentſen. D nelchenndäͤnſe undekandte. S Aaum in n.yf in t gazag enpfangen un gaich ſdo wol ah Sinhen /wla⸗ Hartey Vn uͤber den z2. Pſalm. 109 wie David und Jonas/ oder wann ſich daß Sterbſtuͤndlein fin⸗ det. Derowegen wer ſtudieren und lernen kan/ der ſtudiere und lerne fleiſſig dieſen Articul. Iſt eino. b 77. Haͤlt uns David fuͤr in den Anfango⸗Worten dieſes Was es fuͤr Deuominationem. Dañ da unterrichtet er uns von unſerm elen⸗ uc den Zuſtand/ was wir an und vor uns ſelbſten an uns haben/ und es ſtndamihn h 1¾ agn mn den Schahen zmſa 1 b n un Mui runma von den„ umd ſo zern ſcdinunnn 4 ro driſm ia uamtat d giernaen Schiche mm — 2 —— ten Pſalms/ unſere groſſe vielfuͤtige Suͤnde/ und ſetzet Peccarerum ein nen mit uns Menſchen gedencket wol dreyerley ſpricht alſoꝛ Wol dem/ dem die Vbertre⸗ habe nach tung vergeben ſind/ dem die Sünde bedecketiſt/ wol dem Men⸗ dem Fall/ ſchen dem der HErr die Miſſethat nicht zurechnet. Dieſer Re⸗ nemlich daß den muͤſſen wir allhier gewohnen /in dem ergedencket der Vvertre⸗ wir groſſe tung/ Suͤnde und Miſſethat: Anzuzeigen das viele/ mancherley grobe Suͦn⸗ und groſſe Suͤnden im Menſchen ſind/ und die gantze Natur der ſeyn. durch und durch verderbet iſt/ wie wir zuſingen pflegen: Durch Adams Fall iſt gantz verderbet/ menſchlich Natur und Weſen/ daſſelb Gifft iſt auf uns geerbt/ daß wir nicht kund⸗ ten geneſen. Da dann Pbertretung bedeutet alle Suͤnde in⸗ nerliche nnd aͤuſſerliche/ angeborne und wuͤrckliche/ bekandte und unbekandte. Sünde iſt eigentlich die angeborne und Erbſuͤnde Suͤnden/ wider das Gewiſſen/ als Gotteslaͤſterung/ Zauberey/ aerey dnaeenſanhehrdhezo Wollech Sebſa und dergleichen. Wer in ſolchen Suͤnden lebet der iſt von Gott zum Verdamniß gerichtet/ wo er ſich nicht bekehret und Buſſe thut. Sehet ſo ſtehen unſere Sachen fur O Ott: Wir ſind V⸗ bertreter/ wir ſind Mißhaͤndler und dannenhero nach der ge⸗ ſirengen Gerechtigkeit G Ottes/ allerley zeitlichen und ewigen 1 Saſen nefeanſa und hiervon kan ſich lmand excipiren V aan oder außſchlieſſen/ auch die allerheiligſten nicht/ außgenommen der drin. Dae. fanctus ſanctorun der alerbeche E Hriſius IEſus/ welcher keie⸗ darvon im 51. Pſalm ſtehet. Siehe aus ſuͤndlichem Samen pial./1..7. bin ich gezeuget/ und meine Mutter hat mich in Suͤnden 33 empfangen und geboren. Vnd dieſe Suͤnde verdammt uns gleich ſo wol als andere Miſſethat/ ſind alle wirckliche toͤdtliche Ns Di rſte Predigt Heb. 7.v. 6 ſelbſt/ und die Warheit iſt nicht in uns.. Jobn. Welches dann 1 lal v.o. auch die Allerheiligſten zu iederzeit geſtanden. Moſes ſaget Krod. Exod. 34. 3,1. HErr fuͤr dir iſt niemand unſchüldig. Davld ein Mann .. nach Gottes Willen benennets auch nicht allein in dieſen/ ſondern Plal.30. v.3. in andern ſeinen Pſalmen mehr: Als abm. 30. HErr ſo du wllt Suͤnde zurechnen/ HErr wer wird beſtehen ꝛc. Hioh Iliob..v. ſaget am 9·c. Weñ ich mich gleich mit Schneewaſſer wuͤſche/ 30. 31. Und reinigete meine Hand aus den Brunnen/ ſo wuͤrden 8 mir doch meine Kleider heßlich anſtehen. Hiervon dann auch Eſa. 64. v. 6. Maias ſaget: 4. Wir ſind alleſampt wie die unreinen/ und aalle unſere Gerechtigkeit wie ein unfletiges Kleid. III. Zeiget der Koͤnig und Prophet David Abundamtem peccatorum Remiſftonem die uͤberfluͤſſige Vergebung der Suͤnden/ ſo bey der Gerechtfertigung eines armen Suͤnders fuͦ SSeeorguße daß da der Suͤnden ſo viel/ und mancherley ſie ſind ſehr groß und maͤchtig/ daß dennoch G Ott mit ſeiner Ona⸗ Kom 5. v.1. den viel maͤchtiger. Rom.. Welche ſeine maͤchtige Gnade widet GOttes uͤ⸗ die Suͤnde er beweiſet:. mit vergeben/ 2. mit bedecken/ 3.inie verfluͤſige nicht zurechnen/ dann da lauten hiervon die Wort im Tehtalſs Gnade bey Wol dem/ dem die Vbertretung vergeben ſind/ dem die Suͤnde Eſa. 53. v. 9. wir ſagen wir haben keine Sünde/ ſo betriegen wir uns Vergebung hedecket iſt/ wol dem/ dem der JErr die Miſſethat nicht zurech⸗ der Sunden. net. Was heiſt dann allhier die Miſſethat nicht zurechnen? Es peiſt aus lauter Gnaden nachlaſſen/ ſchencken und verzeihen/ ohn einigen Entgelt/ dasſenige /dafͤt wir buͤſſen ſolten. An dem iſt es! daß G Ott ein gerechter G Ott iſt/ der einen vollkommenen Ge⸗ horſam erfordert von den Menſchen) oder in Verblelbung deſſen den Fluch gedraͤuet hat/ allen Vbertretern. Vber ſolch ſeinem Oe⸗ ſetz wil er ſteiff und feſt halten/ und ohne gnugſame/ atufaciimm Gnugthuung und Bezahlung nicht das geringſte Suͤndlein vei⸗ geben oder nachlaſſen. Sol nun Vergebung der Sunden ſialt finden/ ſo muß lemand da ſeyn der davor ein ſolch Loͤſegeld Ddann Joh. 3. v. 46. ner Suͤnden ſchuͤldig geweſen. 05. 7. 6.. Hlebe, f. Vndſo 1 dcßn alchn ſeab düffen e Lgſeged Wf. ſenſ witic auj SäthſuigdtS Keesiangle drä en Balh Nhe mch doch Gyotenſe d Mſſechat w rahnen wollen mäͤſen agehenlg kaagenadernand chlecht re Suͤn Sehnes berſchon dAugtſünus Und ſa. Wanaesgle tzdoch zenetého dn w gundch Soh Geuks ſ deoengteuich behſenundheza binnfaungn den ahhacken umg Fenngge Suͤnde auſch biel 1o00 geahwindige Et Kanegin ar g MSinſees ma Tabwägt G. Ke Nlh nc dnenenszu Pikam — 720.7. A 1 8 4 uͤber den 21. Pſalm. tn Ein daß dem gerechten Zotn Gottes koͤnne die Wage halten. Solich de Lsſegeld duͤrffen wir in unſerer eigenen /atusfacion nicht ſuchen/ waapua ſonſt waͤre es auf unſerm Theil keine Vergebung/ ſondern ene Bezahlung der Suͤnden: Darumb muſte iemand auſſer uns ſol⸗ — 4 da e durch ſein Blutoergieſſen, Leyden und Sterben. Hieer moͤchte vielleicht ſich iemand verwundern/ warumb Warumb che Bezahlung leiſten/ derſelbe iſt geweſen der ewige Sohn Gottes n h de/ Miſſethat und Bbertretung vergeden/ bedecken und nicht zu gehung un⸗ utta da h rechnen wollen es ſein liebſter eingebomner Sohn hat uͤber ſich ſerer Suͦn⸗ al muͤſſen ergehen laſſen hatte er dann nicht ſolches einem Engel auf⸗ ge Sohn n cragen oder jg andere Mittel treffen moͤgen/ dem menſchlichen Ge⸗Gottes das A ſchlecht ihre Suͤnde zuvergeben/ und alſo ſeines hertzallerliebſten beſte thun Sohnes verſchonen? Darauff antwortet ein alter Kirchenlehrer muſſen. der Auguſtinus, und ſpricht: Si aliter feciſſer, ſtultitiæ tuæ diſplicu- ee. Wannes gleich G Ott der HErr anders gemachet /ſo haͤtte d daß dada tdau At ds doch deiner Thorheit wuͤꝛden mißfallen/ und haͤtteſt kagen wuͤr⸗ dden/ warumb es G Ott ſo und nicht anders gemachet. Der ewige and untcheg desdaase Sohn Gottes iſ werſculte aAoere geinener.« 3„. „ Sohn Gottes ſſt perſoͤnlich kommen: Dann es umb die Suͤn⸗ b nſ. Wiaßen de ſo ein greulich ſchrecklich Ding/ daß keine Creatur fuͤr dieſel⸗— dendſan metegte be büſſen und bezahlen koͤnnen. Vnd wann ſich gleichdet Menſch nen damelaan erna ließ mit feurigen Zangen zerreiſſen taͤglich ein Glied nach dem an⸗ de Mhanuageengt dern abhacken und zu Pulver brennen ſſo koͤnte er doch fuͤr ie aller⸗ d geringſte Suͤnde nicht buͤſſen noch bezahlen: Nun haͤtte der 8* url r KXS u h en eie ldauiſge 4. welden Nnda Enn 7 Menſch viel 1000. mal 1000. geſuͤndiget: Darauff gehoͤrte eine gleichwuͤrdige Straffe/ dieſelbe vermag keine Creatur zuertragen/ nlun derowegen hat der ewige Sohn Gottes kommen muͤſſen/ und fuͤr ddie Suͤnde des menſchlichen Geſchlechtes bezahlen/ wie hiervon Paulus ſaget: G Ott hat ſeine Gemeine erworben durch ſein i 3 gen Blut. Ac1. 20. Vnd das Blut JEſuChriſti des Sohnes Got⸗AK 46.v2 8. es machtuns rein von aller Saͤnde.. Fob.-4. Lloh. 1.,v. 7. Vber das hat G Ott diß wunderbarliche und allergnaͤdigſte 2, esathate Mittel vor die Hand genommen/ auf daß ſeine reng. He⸗ AG er aneDee iglie 1 4 4 doch Gott ein ſolches Mittel gettoffen/ daß/ da er uns unſer Suͤn⸗ wegen Ver⸗ den der ewi⸗ Matth. 20. gebe ſein Leben zur Erloͤſung vor viele. Mat“b 20. n1 Die erſte Predigt rechtigkeit wider die Suͤnde der Menſchen ſſo viel deſto baß erkant wuͤrde. Dan/ ſaget Beaa, Si Deus bomiuen ſolo verbe redemiſſet, Diabolus conqueri poſſét, eum magis uſum eſſe Domini- ca poteſtate, quàam juſtitiæ equitate: Haͤtte G Ott das menſchll⸗ che Geſchlecht mit einem Wort/ ohn Straff und Zahlung ange nommen/ wuͤrden die boͤſen Geiſter Gottes Peeret und Gencch angebellet haben/ und geſagt: Ja uns Teuffel haſiu wolkoͤnnen ſtraffen/ und aus dem Himmel ſtoſſen/ die Menſchen haben ſa auch geſundiget/ warumb wird dann ihnen die Straffe ſo leicht erlaſſen. Damit nun ſolches Teuffels⸗Geſchrey verhuͤtet und Gottes Ge⸗ rechtigkeit ſo viel deſto mehr erkant wird hat der ewige Sohn Got⸗ tes ſelbſt fuͤr uns muͤſſen buͤſſen und bezahlen. Vnd dapon berich⸗ tet die gantze heilige Schrifft/ und weiſet uns auf den einigen vnd allmaͤchtigen Sohn Gottes/ wie der fuͤr uns der geſixengen Ge⸗ rechtigket Oottes genuͤge gethan/ und uns das ewige Leben eiwoꝛ⸗ Gen. 3.v. ℳ5. ben: Wie geſchrieben ſiehet ceng. Des Weibes Samen ſol der Eſa. ·3.v.5. Schlagen den Kopff zertreten. Im Propheten ⁵aiez. Er iſt umb unſer Miſſethat willen verwundet/ und uͤmbunſer Suͤnde willen zerſchlagen/ die Straffe liegt auf ihm/ auf daß wir Friede haͤtten/ und durch ſeine Wunden ſind wir Eſa.43Va5. geheilet/*½.3. Item: Mir haſtu Arbeit gemacht indeinen Suͤnden/ und haſt mir Muͤhe gemacht in deiner Miſſethal⸗ ich ich tilge deine Vbertꝛetung umb meinent willen/ und ge⸗ dencke deiner Vbertretung nicht. Vnd Johannes der Taͤuffet ſaget: Siehe das iſt GottesLamb/ das der Welt Suͤnde Joh. 1. v. 29.fraͤgt. 7ob.. C Hriſtus ſpricht: Des Menſchen Sohn iſt nicht etommen daß er ihm dienen laſſe/ ſondern daß er de und aulu v.2s. get:Chriſtus iſt umb unſer Suͤnden willen dahin gegeben/ Kom. 4.*z. und umb unſer Gerechtigkeit willen aufferwecket. Rom.¹ Item: Wir ſind mit Gott verſoͤhnet durch den Todt ſeines Rom 5. v. ꝛo Sohnes/ da wir noch Feinde waren. Rom s⸗.Vnder hatuns APocd. v.]. gellebet uñ gewaſchen von Suͤnden mit ſeinem Bhht. S 1 y Sills Phnini Wſiftan RrSüiden zu ſichmohärſche geit tun Falſ agdenareit benſckudiggbt Gotke Barhe fin genn wil ber ein Gnadenul Jalſch,dos ſ dnd fan den.ha lnden Lagen ſej ommnen/allemn: dltzeitmäſſen in Erkantaß der Oaadean Chn ds WoitGeſſ dlet woswirbo nun ſeine An id mmer nit M guteW Folſchheiſtale fihiecigene gler Luce.und eSchrfftihne ſtſinſumd lhte dn adereLen⸗ ſmaat inder den anmndesg §ndyckmabdag tühmnakocgla ſauh uͤber den z2. Pſalm. nz II. Stellet uns auch der Koͤnigliche Prophet Dayid fuͤr⸗ des Tmuffes⸗Oeſche nht erin Gnaden und ein Kind Gottes ſey. Das heiſt ein Geiſt ohne ldeſ 4 Fatſch/ das iſt/ ohne Heucheley und Gleißnerey. Dann Gott wil mſſen däſenmeem ch und kan den Heuchlemn nicht gnaͤdig ſeyn/ wie dann auch Chriſtus uge Schuff mnaſtust i in den Tagen ſeines Fleiſches/ mit allen Sundern koͤnnen uͤberein Bohn Deuz nede tas h kommen/ allem mit den Phariſeern und ander Heuchelern hat er menu n allezeit muͤſſen im Kampf liegen. Daß alſo S eiſt allhie heiſſet wa⸗ re Erkaͤntniß der Suͤnden/ Reu und Leyd uͤber dieſelbe rechter Glaube an Chriſtum/ und ware Bekehrung zuG Ott. Vnd wird das Wort Geiſt dem Fleiſch entgegen geſetzet. Dann Fleiſch heiſt alles was wir von Vater und Mutter an uns haben; Das behaͤlt nun ſeine Art/ daß es mit Gottes Willen nicht uͤberein ſtim̃tt/ und immer mit Falſch und Luͤgen umbgehet/ es ſey gleich freyer Wille/ gute Werck/ Kunſt/ Heiligkeit/ und wie man es nenen mag. Falſch heiſt alle Heucheley/ ſonderlich der ſtoltzen Geiſter/ die ſich Nmaufihre eigene Verdienſte und gute Wercke verlaſſen wie der Pha⸗ Ddertragzuct An uſſeer Lucæ 4. und meinen nicht daß ſie ſo groſſe Suͤnder ſeyn/ wie Luc.13..2. ere AEectestend d die Schrifft ihnen anzeiget gefallen ihnen ſelbſt wol und dencken/ de des Kuche DeJr ſie ſind umb ihrer guten Wercke willen G Ott viel angenehmer Cnren ſgſe vi e dann andere Leute /kuͤtzeln ſich mit ihrer eignen Froͤmmigkeit. Es aic hmdenm rern ſind auch/ in derer Geiſt Falſch iſt/ die ſo ihr gottloſes Leben mit ed Erdſe as dem Namen des Evangelliund Schein des Glaubens ſchmuͤcken und decken als da ſind unſere ſichere falſche Maul⸗Chriſien/ ſo ſich ruͤhmen des Glaubens und Lebens/ doch in Suͤnden wider das Ge⸗ wiſſen ncGonits,Ligerungaese der ebedruch Wche, da b 1 ₰ — 8— 2 — ———— 114 Die erſte Predg letey/ Verleumbdung falſch Zeugniß wider den Neehſlen bekeß⸗ ren ſich nicht recht zu Oott mit warem bußfertigem Hertzen. Die⸗ ſe haben warhafftig keine Vergebung irer Suͤnden/ dann in ih⸗ rem Beiſt iſt eitel Falſch/ ſo lange biß ſie ſich ernſtlich bekchꝛenum e— Falſch/ muß vorhergehen ſonſt iſt alles umbſonſt was dem Saͤn⸗ fatzuge det wird. Hier moͤchte lemand fragen/ weil ja GOtt den Sun⸗ 1 rttder Mvn ntt. K andunſigen b P rop l6 vwas di aw dgnen oltn ne ſch ds wenſc harftunſens ftltten ꝛr. D. wircket der ewig ſaſtes nuns ef eader Menſch „i wiebieli Inderzuwere ther deſſelbe inde ijthe ſilche Dna ſähenthelhhafft 2, 2 ſe vnd akenne Rnd ichtſtotze K demaͤlige de Lite gegen une Danzerharft den/auf daßwi AA un d Gtt nict znchm fel aiepdegoſſ Rpſſichnenan b And warumh aunecgneher. ſela Harkanen r tat'g Gohes am n aß dajn a 1-och reche vedg Auͤnt 1 eh Derknd eer rm 5 n DasdanzaEi Dan SDuzta mm engrdatven Sahngo ſf. n mdt drinm deda ſch d. De Üremd Set Sünde.«. 14. Sit 1 X Alm m Ta der h uchu Luf he um 1En rde wſamafal “ d. Iae4 5 „Gande ran unnl dn Deſfeng HM deie Aenachn bBadtharti und denſelbigen fordert der allmaͤchtige Gott von uns deßwegen. uͤber den 32. Pſalm. an werder. Marc. b. Item Wer nicht glaͤubet der ift ſchon ge Mare. 18. richt. 7ob. z. Der Glaube macht daß das Hertz ohn Falſch iſt 1. Propror applicationem daß er uns weiſe und lehre/ wie wir uns die erworbene Schaͤtze JEſu C Hriſti ⸗pplciten und zu⸗ eignen ſollen/ nemlich durch den Glauben. Der ewige Vater hat ſich des menſchlichen Geſchlechtes erbarmet/ der Sohn Gottes hat fuͤr unſere Suͤnde bezahlet/ das Geſetz erfuͤllet und die Straffe erlitten ꝛe. Dieſe unermeßliche Gnade und herrliche Wolthat/ wircket der ewige GOtt in ſeinem Wort und Sacramenten/ſund laͤſtes in uns afferiren und antragen Mit dem Glauben aber muß es der Menſch ergreiffen und ihm zueignen/ wie Johannes ſaget Kinder zu werden die an ſeinen Namen glaͤuben. Wie kan aber derſelbe in des Geiſt lauter Falſch iſt und alſo ohne Glauben ihme ſolche Gnaden⸗Schaͤtze und Wolthaten zueignen/ und der⸗ ſelben theilhafftig werden. 2. Propter bumiliationem. Daß der Menſch ohn Falſch ſey und erkenne/ wie er die ewige Seligkeit nicht erworben habe! und nicht ſtoltziere ſondern ſich fuͤr dem geſtrengen Gerichte Got⸗ tes demuͤtige/ dem himmliſchen Vater dancke/ wegen der groſſen Aiebe gegen uns/ und den HErrn C Hriſtum ruͤhme und preiſe. Danner hat fuͤr uns das Geſet erfuͤllet/ Er iſt geſchlagen wor⸗ den/ auf daß wir Friede haͤtten. ¼. S. 3. Aa videndam noſtri interitus rationem. Zu ſehen das G Ott nicht eine Vrſach ſey zu des Menſchen Vntergang. Zum Exempel ſielle ich euch fuͤr den Saul und den David /ſind ge⸗ weſen beyde groſſe Koͤnige/ haben auch alle heyde ihre groſſe Suͤn⸗ de/ ſo iſt ihnen auch beyden die Verheiſſung vom Meſſia wol be⸗ kandt/ warumb iſt dann nun Saul verdamit worden/ David aber erlanget Gnade? Antwort: In dem Geiſt des Sauls iſt Falſch⸗ heit er hat keinen techten G lauben er ergreifft nicht die Barmher⸗ igkei Golies durdancouben ſden venweiffeltſund ſtuhbt. DParge⸗ Ioh. 3. v. 15. 3. cap. wie viel ihn aufnahmen/ denen gab er macht Gottes loh.1. v.ra, b Efa. 33. v.5⸗ b u6 Die erſte Predigt Dargegen aber in dem Geiſt des Koͤniglichen Propheten Davids iſt kein Falſch/ er veklaget ſeinen Fall/ ergreifft darneben Gottes Barmhertzigkeit/ und glaͤubet das ihm Gott der HErr ſeine Saͤn⸗ de vergeben/ dannenhero kommts/ daß Saul iſt verdam̃t woꝛden/ David aber Gnade erlangt/ und ſelig worden. b Paͤbſtter g⸗ Welches alles wir bißhero bey dem erſten Theil dieſes Pſalme bẽ vor als ob abgehandelt/ inſonderheit zum Nutz enigegen zu ſetzen. keine Suͤnde 1. Heterodoxis, das iſt/ falſchen Lehrern/ ſonderlich den⸗ ſey. jenigen ſo da im Pabſthumb viel ungereumbters wider dieſen Ar⸗ ticul von der Gerechtfertigung von der Suͤnden vorgeben als daß keine Suͤnde nicht ſey/ noch Vbertretung wo kein Geſetz und dannenhero ſie die zungeborne Kinder/ ſo noch keinen Verſtand haben/ von den Suͤnden außſchlieſſen/ und daß die Erb⸗Sunde von rechtswegen keine Suͤnde zu nennen/ item daß die hinterſtelli⸗ ge boͤſe Luͤſte und Begierde inRenatus keine Suͤnde ſey und ſey nur die Erb⸗Suͤnde der Vngehorſam des erſten Menſchen/ und bey demſſelben verbleiben/ wie ſie dann auch dannenhero die Jungfrau Maria/ die Mutter des H Erren gar ohne Suͤnde zu ſeyn achten/ als ob ſie nicht in Suͤnden empfangen/ noch aus ſuͤndlichem Saa⸗ men geboren geweſen. Wider welches alles doch dieſer 34⸗Pſalm wann er der Vbertretung/ Suͤnde und Miſſethat gedenckeet/ ſo ei⸗ nem Menſchen muͤſſe vergeben bedecket und zugerechnet werden/ wo ihm anders ſolle wol ſeyn/ hier zeitlich und dort ewiglich. So — und die Warheit iſt nicht in uns. 1. 7ob.l. ge ſich ere 2. Ko nnen wirs auch entgegen ſetzen Extremdè impiis den Weltkinder gar ſichern rohen Leuten/ die da ins Gelach hinein ſaͤndigen und ſollen in ſich ſprechen: Was wir heut haben gethan das wolle uns Gol gehen. vergeben/ Morgen wollen wir es wieder thun/ verleihtt Philip. 3. uns GOtt das Leben. Denen intonirer G Ott von Himmel wir auch ſagen wir haben keine Suͤnde/ ſo betriegen wir uns ſelbſi/ vuy. herab aus der Epiſtel zun Philippern amz. Ihre Ehre ſolzu Philipy Jh he huh⸗ Schan enwet wadgkaere te veband hal Ohey ven hat ach Shrachd ſ hoitafu ſverden:Flel dann ſo duſh ſnd irie Lowe ſche Sünden daß memand. vie offt undgn Chaͤt rerpert HRinnlusyenite tuuſenoma Buf 3esdrget oder! thut Wuſſe doch drarfangenwe e/ſo demvan hem Leuffe het wol herumb n haner Buſſea Sändrnicht d Sünden/ d uhen ſehem 9⸗ man GOtt un nen Gehote/ gkinGotte, hanen defä ſed hen zu c nj 1 ds n dehemdc angſa. 8 4 — d ungdern Auna on G. an Sänden aſeheeſſn e gen kan Sadepauen nd ezee murken. de da Yng therun wain 3 Hccden vu ſudmn arhu h Ruur des nazutſee mS da cnfngiuit vrchn. Dou ntn 8. Nurn Stnnd h ben niſ waden wcnt n dn ul vefm herun n. — 3 4 uͤber den z2.Pſalm. 4 Schanden werden/ und ihreEnde iſt das Berderben. Deñ/ wer die Finger einmal oder zweyen/ an dem Feuer des ZomnsGot⸗ tes verbrand hat/ und faͤllet doch immer wieder in vorige Suͤnde/ O bey dem hat Satan ſchon halb gewonnen Spiel. Darumb — auch Syrach vermahnet 2 c. Mein Kind haſtu geſuͤndiget/ 8 ſo hoͤre auf und bitte/ daß dir die vorigen auch vergeben werden: Fleuch für der Suͤnden wie fuͤr einer Schlangen/ dann ſo du ihr zu nahe kommfſt/ ſo ſticht ſie dich/ ihre Zeene ſind wie Lowen Zeene/ und toͤdten den Menſchen. Eine ieg⸗ liche Sünde iſt wie ein ſcharff Schwerdt/ und verwundet/ daß niemand heilen kan. Gleichwol aber ſo iſt keinem Suͤnder/ wie offt und grob er ſich mag vergriffen haben/ Gottes Gnaden⸗ Thuͤr verſperret/ ſondern es heiſſet wie Cbryſoſt⸗ſaget: Millies pecca- ſii millies pænitere. Haͤtteſtu gleich tauſendmal geſuͤndiget/ ſo thue tauſend mal Buſſe. Hat Satan einen aufs neu in vorigen Fall geſtuͤrtzet/ oder in andere Suͤnde gebracht/er kehre nu wieder und thue Buſſe doch ja nicht mit dem Vorſatze/ daß ers hernach wie⸗ der anfangen wolle/ wo er es gelaſſen dañ das iſt keine rechte Buſ⸗ ſe/ ſondern vielmehr gedencke er/ daß ſol das letzte mal ſeyn/ daß er dem Teuffel habe aufſitzen wollen. Der Teuffel ſchleicht ohn das wol herumb/ und ſiehet wie er einen frommen Menſchen nach ge⸗ thaner Buſſe aufs neue zu Falle bringe. Vor ſolche bußfertige Suͤnder/ nicht vor die ſo auf Gnade ſuͤndigen/ iſt die Vergebung der Suͤnden/ denen kommt ſie auch zu ſtatten: Mit den andern rohen ſichern Hauffen hats der Teuffel dahin gebracht/ daß man GOtt und ſein Wort veracht/ fragt nichts nach ſei⸗ nem Gebote/ treibet nur darauß ein Spotte/ ſagt woles ſey kein Gotte/ und denen werden ihre Suͤnde nicht unbillig be⸗ halten/ dafuͤr ſie dermal eins muͤſſen ſchwere Rechenſchafft geben. 3. Setzen wirs auch entgegen/ in anietate conſtitutis, allen Troſtloſen betruͤbten und angefochtenen wegen ihrer Suͤn⸗ 5 4 den, welchen zu wiſſen daß da ſey Vergebung der Suͤnden. Vorzeiten hat man der Jugend Mfie hohen Troſt alſo fuͤrgebil⸗ ä5ä5 detu yf⸗2 1. V. I⸗* ſeq. Daß noch Vergebung der Suͤnden 1½ Die erſte Predigt verhanden delund angezeiget/ wie ein frommer Gottesfarchliger Einſtedle geweſen /welcher/ da er auf eme Zeit in ſeiner Clauſen geweſen und D. Selaee- gebetet/ ohngefehr aber hinauß geſehen/ ſiehet er fuͤruͤber gehen den boͤſen Feind/ mit einem langen Buch und Regiſter/ daß von der deze Pſalm, Erden faſt biß an die Wolcken gereichet. Der Einſiedlerftage ion wo er mit dem langen groſſen Regiſter hin wolle? Er antwor⸗ tet er wolle gegen Himmelund wolle GOtt dem HErren ſolches Buch fuͤr die Fuͤſſe werffen/ auf daß er doch ſehe was die Leute auf Erden fuͤr groſſe Suͤnde auf ſich habenſer glaͤube es doch ſonſten nicht/ daß die Menſchen ſo boͤſe ſind/ man weiſe es ihm dann auß⸗ druͤcklich/ er ſey ein ſo guter/ einfaͤltiger frommer Gott/ und geden⸗ cle/ die Leute ſind viel froͤmmer/ und laſſe ſich alſo von der Marien Sohn uͤberreden. Auf daß er nun ſehe/ daß nichts mit den Men ſchen ſey/ und daß ſie billich verdammet werden’/ und des Teuffel⸗ eigen und ewig ſeyn/ ſo bringt er allda ein Regiſter dariñ erdiekeu⸗ te mit Namen ordentlich habe aufgezeichnet/ wie ſie es von Tage zu Tage von Stund zu Stunden betrieben. Spricht weiter iun Einſiedler: Auf daß du auch ſeheſt das ihm alſo ſey/ ſo wilich dis d Suͤnde auch weiſen: Machet daß Buch auf und weiſe uhm ſeinen Namen/ und darunter verzeichnet groſſer 8⸗Blat vol Suͤnden. Der Einſiedler erſchrickt/ doch faſſet er ihm einen Mutt und ſpricht: Fahre hin/ und ſo du eine Antwort bekommen haſilſo gehe wieder allhier voruiber und laß mich hoͤren wie es ſiehet. ſaget der Teuffelſes ſol daran nicht mangeln. Ergehet foltunden letgegen Himmel: Immittels faͤllet der froltie Einſiedler auf ſeint Knie/ betet zu Chriſio/ und begehrrtſer wolle dem Teufenich raum noch ſtatt geben/ daß er ſolte ſein Verdienſt ſo greulieh vet⸗ kleinern und zu nichte machen: Erinnert ihn ſeines Leydens um Sterbens/ ſeiner Barmhertzigkeit und troͤſilicher Zuſagebetet dl ſo mit groſſer Andacht. In des kommt der Teuffel herwieden/ nackend und bloß/ und voller Beulen/ klopfet an der Clauſen und ſpricht: Hoͤre wie es nir gangen iſt. Ichbin nicht uͤrkomman ſondern da ich in Himmei mit dem Regiſter gewolt bede kon zauzeizede zuſchcerhätte tonmen dang anelmic and zuwemit gier nnt Gewe Buch darnach Feuet verbrenne daß es olches uch in daß gen dreueten/ ich ſol Einſiedet widf nan Keufelfahte chelin adſham Nen Lindemn an ſſchehaeesdech daſrden und nicht länich da Nacht ſahr dem ae den fechtne nithenubnngen Aiſes Cedichten di esſey eine ſch(uf machen Cheſozuwendan St afſesaags Arfdas du mdfietw in. uch weſſ.— Urnen und danncr rante rErſioin aſchh wſ Fuhrr oin md eua r. ilher rerita un naſt ufi d el duum ticht un iiber den. Pſalit.„ zu mit dein gecteußzigter EHriſlus/ fraget mich was ich in Himel zu ſchicken haͤtte ich ſey ein verdampter Geiſt/ in Himmel aber ge⸗ hoͤren nur die ſeligen es koͤnte auch niemand zu G Ott dem Vater kommen/ dann allein durch ihn/ ich ſolte mich trollen/ ich haͤtte im Himmel nichts verloren daß ich ſuchen duͤrffte: Nimt mich darzu und zutrit mit meinen Kopf mit Fuͤſſen/ und nimt mir mein Re⸗ giſter mu Gewalt/ ſticht mur ein groſſes Loch durch das gantze SBuch/ darnach ſo richtet er das Buch in die hoͤhe/ und laͤſt es mit Feuer verbrennen. Hierauff ſungen ſeine Engel und preiſeten ihn/ daß er ſolches thaͤt Ich muſie entlauffen/ ſie haͤtten mich ſonſt auch in daß Feuer mit dem Buch geworffen/ wiewol ſie mir faſt dreueten/ ich ſolte ihrer endlichen Straffe nicht entlauffen. Der Einſiedler wird fro /lachet deſſen und dancket G Ott/ laͤſt den ar⸗ men Teuffel fahren. Solches Gedicht haben vor Zeiten die Ruͤn⸗ che im Pabſthumb vorgeben/ und Ehriſtliche Hausvaͤter habens ihren Kindern angezeiget. Es ſey ihm nun ader wie ihm wolle/ ſo ſcheinet es doch daß ein frommer Mann/ der dieſen Handel wol verſtanden/ und vielleicht umb ſeiner Geſellenund Gefahr willen nicht klaͤrlich darmit herauß gewolt/ ſolches erdacht und fürge⸗ bracht habe/ dem ſungen Geſinde/ welches ſolche Dinge gerne hoͤ⸗ et/ den rechten Troſt wider die Suͤnde und wider den Teuffel da⸗ mit beyzubringen. Die Meinung und Lehr iſt techt: Die Worꝛ dieſes Gedichtes lauten wie ſie wollen. Dann darmit angezeiget wird/ es ſey eine Vergebung der Suͤnden. Welches uns bil⸗ lich Luſt machen ſolte/ offt und viel mit bußfertigen Hertzen uns zu Chꝛiſto zu wenden/ als welcher noch niemand von ſich geſtoſſen/ der mit bußfertigem Gemuͤth zu ihm kommen/ wie uns dann in der H. Schrifft/ ſonderlich neues Teſtaments nach allen zehen Geboten Exempel fuͤrgeſtellet werden/ wie der HErr C Hriſius arme Suͤn⸗ der angenommen/ und ihnen ihre Suͤnde vergeben. In gemein Kehet von ihm geſchrieben. Er nahm die Zoͤlner un d Sünder an. Lauc. 5. Inſonderheit hat iemand geſuͤndiget wider das erſte LHc5.e. Gebot/ der nehme vor ſich die Juͤnger des. henn C hꝛiſt im Schiff/ Mast b. 120 Die erſte Predigt Matt. B.v. 16 Mattb. Tomam, Joban. ꝛ0. Pbilippum und ndream, Job. b. Wel⸗ Joh.*0.. 25. che ziemlich gewancket. Hat iemand geſuͤndiget wider das ander Ioh. 6.v.6,9. Gebot/ dem ſielle ich fur S. Petrum. Welcher ſich verſchwur und Mauth. 26. den HErten verleugnete. Alaerb, ꝛ28. Hat iemand geſuͤndigetwi⸗ v. 70. der das dritte Gebot/ mit verachtung und Verfolgung der himml⸗⸗ ſchen Warheit /der hat ein Exempel an dem Saulo/ welchen Gott Act.9. v. 5. bekehret und zu ſeinem außerwehlten Ruͤſtzeug gemacht hat. ℳ9 Wider das vierdte Gebot/ haben boͤſe Kinder den verlornen Sohn Luc. 15, v. 2. zum Exempel. Luc. 5. Die Zaͤncker und Friedhaͤſſt ige/ ſo da geſuͤn⸗ ſeg. diget wider das fuͤnffte Gebot/ koͤnnen em Exempel haben anden Gedult ertragen und ſich bemuͤhet/ wie er ihnen darvon abhelfen moͤgen. Wider das ſechſte Gebot Haben wir Maxiam Magda⸗ Luc. 7. v.37.lenam/ die groſſe Suͤnderin. Luc. 7. Vnd das Weib ſo in Che⸗ Joh. 3. v. 4.bruch ergriffen worden. 7ob. 7. Zacheus und Mattheus haben ge⸗ X. fuͤndiget wider das ſiebende Gebot/ und viel Leute betrogen doch aber bey Chriſto Gnade erlanget. Vnd wer wil die Exempeldet Barmhertzigkeit C Hriſti alle erzehlen/ die er an armen bußfertigen Suͤndern bewieſen hate Darzu iſt er kommen daß er die Suͤnder zur Buſſe ruffe/ und nicht die Frommen. Daßer das ver⸗ lorne ſuche/ das verwarloſete wider bringe/ die zerbrochene Eſ Hertzen verbinde/ die muͤden Haͤnde ſtaͤrcke/ und ſiꝛauchlen⸗ EKa. ſeꝗ den gefangenen eine Erledigung den gebundenen eine Er⸗ oͤffnung/ zu predigen ein angenehmes Jahr des HErren/ und einen Tag der Rache unſers Gotkes/ zu troͤften alle traurigen zu Zion/ daß ihnen Schmuck fuͤr Aſchen/ und Freuden.Oel fuͤr Traurigkeit/ und ſchoͤne Kleider fuͤr einen betruͤbten Geiſt gegeben werden. Aus welchen allen erſcheinet daß niemand Prſach hat in ſeinen Suͤnden zuverzweiffeln Dañ; Iſt bey uns der Suͤnden viel/ bey G Ott iſi viel mehr Gnade ſein Nand zu helffen hat kein Ziel/ wie groß auch ſey der Schade/ zc. Gnug auf dißma. Die Juͤngern des HErren Chriſti/ welcher Vneinigkeit der HEnmn 6.. z. de Knie erquicke/ darzu iſt er geſand von GOtt zupredigen vird Gela⸗ d/und ber⸗ ich tul dem. d batgabſt Geic 5 5 Lich ₰ Ndeaaru A heutzu Fhrknzuſaf ge/ bey und un funden waden Man) da ſee indigtt widen nſgenund 1nn unhtüigen ejblafe vorden J4.I. aute* 2* fft und nat de onum 1 funden werden/ die Gottes ſeinen Bund nehmen in ihren Pſal. 50.v.16 FEXORDIuUM. 4 SA Chnſte ge/ bey und unter uns vorgehet. Da dann ſind und bey uns ge⸗ Tüuͤltrinl. d. 4 Novemb. Anno 3046. & Leich wie zu ieder Zeit andaͤchtige Chriſten über Ein gottlo⸗ den ruchloſen Zuſtand der Welt geſeufftzet/ alſo auch ſes Weſen 2heut zu Tageſund inſonderheit auch unter uns andaͤchtige heut zu Tags nzu ſeuftzen haben uͤber den boͤſen Zuſtand ſo heute zu Ta⸗ in der Welt. Mund da ſie doch Zucht haſſen/ und werffen ſeine Gebot ſeg. hinter ſich: Wann ſie einen ruchloſen Menſchen ſehen/ſo da ſuͤndiget wider daß erſte Gebot/ ſo lauffen ſie mit ihm und haben Gemeinſchafft mit dem Gottesveraͤchter; Wañ ſie einen Schaͤn⸗ der goͤttliches Namens ſehen /der ſuͤndiget wider daß ander Ge⸗ bot/ ſo lauffen ſie mit ihm und haben Gemeinſchafft mit den Flu⸗ chern/ Wunden⸗und Marterhanſen/ mit den Zauberern/ Hexen/ Warſagern/ und dergleichen Teuffels⸗Geſindlein; Wann ſie ei⸗ nen unheiligen Menſchen ſehen ſo da ſuͤndiget wider daß dritte Gebot/ ſo lauffen ſie mit ihm und haben Gemeinſchafft mit den Veraͤchtern Goͤttliches Worts und der heiligen Sacramentenz 2O² Wann * Die ander Predigt Wann ſie einen Vngehorſamen ſehen/ der da faͤndiget widen daß vierdte Gebot ſo lauffen ſie mit ihm und haben Gemeinſchafft mit den Widerſpenſtigen/ und mit denen/ ſo ſich beydes der geiſtii chen und weltlichen Obrigkeit widerſetzen. Wann ſie einen giff⸗ Ioh. g. v. tigen/ neydiſchen rachgierigen Menſchen ſehen/ der da ſuͤndiget wider daß fuͤnffte Gebot/ ſo lauffen ſie mit ihm/ und haben Ge⸗ meinſchafft/ mit den Moͤrdern und Todtſchlaͤgern. Wann ſiee⸗ nen unzuͤchtigen Menſchen ſehen/ der da ſuͤndiget wider daß ſech⸗ ſie Gebot/ ſo lauffen ſie mit ihm/ und haben Gememſchafft mitden Hurern und Ehebrechern; Wann ſie einen Dieb ſehenſodaſuͤn⸗ diget wider daß ſiebende Gebot/ ſo lauffen ſie mit ihm/ und haben Gemeinſchafft mit den geitzigen/ wucheriſchen und ungerechun; Wann ſie einen Falſchen ſehen/ wider daß achte Gebot/ ſo lauffen ſie mit iym/ und haben Gemeinſchafft mit den Verleumodern und éuͤgenern ꝛc. Daß thun ſie/ und GOtt ſchweiget/ dameinen ſie GOtt werde ſeyn/ gleich wie ſie/ aber er wird ſie ſtraffen und wirds ihnen unter die Augen ſtellen. aum. ſo, Wie denn dannenherv/ weil unſer Geſchrey ſo groß und un⸗ ſer Suͤnde ſo ſchwer/ G Ott der HErr verurſachet worden/ mit ſeiner Gerechtigkeit herab zu fahren/ und zu ſehen ob auch unſete Leute ſolches alles gethan haben/ nach dem Geſchrey das fuͤrihm kommen iſt. Gen.§. Es hat ſich aber befunden/ daß die liebengton⸗ geiſierlein /die heilige Engelein nieht vergeblich getrauret derTeuf⸗ 44. fel der doch ſonſt ein Luͤgner iſt/ von Anfang ſeines Falles 76.9. in dieſem Punct nicht gelogen noch faͤlſchlich verklaget: Auch die Boten des Friedes ſo da ſind nicht allein Lehrer und Prediger/ ſon⸗ dern auch die Liebhaber der Gerechtigkeit/ nicht ohn Brſachdrauſ⸗ ken geſtanden/ bitterlich geweinet. Dann ſo ſchaͤndliche Boßheil/ Nuchloſigkeit und Sicherheit: unter uns vorgehet/ daß/ wann der Mann Gottes Moſes aufſiehen ſolte/ unſern Ort beſchauen und aus den Wercken der Binwohner/ von dem waren Glauben ul⸗ chelten er muͦſt außruffen und ſagen/ aus ſeinem fuͤnfſen Buch K E Oduto lles und thoͤrichtes Volck 4 W ann d er K 6 m gli⸗ che Pro⸗ A pefnde müſt a nen! ſbäütdm haff Endihein ſan amt den andern Waut da mͤgect ußun berdorgenſen fyſters balt net uns? Ach Obhunt titzmäſenthen fenich Bußtag Knndeceſſen Dann dabgehen nen ſchkſwaxder Somantes cheg nnlt dn Waren Nnn lochnla Kehote Aainn Mhetſaſondenn anc ſell deſeg emna Jaſchna frigung enes ixeheſ.. NI. Ab fo the Kehandet vir udeBichtu 1 Arurara lirſanon . Shaunn den Gcmanſteima a Daßtdun ſie ud SOnſta h drſeyn glecherſe uar h nd unnen ſen eclunſaie ar chwer/ OOahn Enm nen unter—* afci herd ² ſca a . e Prophet David aufftehen ſolte und dieſen Ott beſchauen/ ſo uͤher den 2. Pſalm. nz muͤſie er ſeinen ꝛten Pſalm ſtuͤndlich wiederholen/ und vor einen 6 lleblichen Harffen⸗Geſang bitterlich weinen und ſagen: Hilff Ern die Heiligen haben abgenommen und der Gläubigen iſt wenig unter den Menſchen Kindern. Einer redet mit dem andern unnuͤtze Dinge und heucheln. Wann der Pro⸗ phet Faias aufſtehen ſolte/ hieſigen Ort beſchauen/ und auß den Weaercken der Einwohner von dem waren Glauben urtheilen/ ſo muͤſte er außruffen und ſagen/ aus ſeinem 29. c. Wehe denen die verborgen ſeyn wollen fuͤr dem HErren/ und ihr Thun im ſinſtern halten/ und ſprechen wer ſiehet uns/ und wer ken⸗ net uns? Ach wie ſeyd ihr ſo verkehrt. Ob nun wol viel Vrſachen dieſes uͤbel befordern/ iedoch ꝛuͤß⸗ etes meiſtentheils auch daher /daß wir war daß Jahr uͤber viel of⸗ fentliche Bußtage halten/ und zwar alle Monat einen/ deñoch aben von dem meiſten Theil/ nichts weniger als ware Buſſe geſchicht: Dann das geben ihre Wercle/ Thun und Vornehmen. Sie ruͤh⸗ men ſich zwax des Glaubens/ und wie ſie buß feꝛtige Chriſten ſeyn: Koͤmmt es aber zu dem: H⸗ demonſtranai. Weiſe mir deine Buſſe mit den Wercken: Da iſt niemand zu Hauſe. Derwegen ſo lerns man doch endlich rechtſchaffene ware Buſſe thun/ und was dazu gehoͤre. Hierinn uns den Koͤnig David mit ſeinem Exempel vor⸗ gehet inſonders auch in ſeinem 3ſten Pſalm/ und zwar in dem an⸗ reri. a dern Theil deſſelben. b Demnach dann wir am nechſten abgehandelt den erſten Theil deſſelben/ und darinn beſeßen/ ifcanonem die Gertcht⸗ fertigung eines armen Sünders vor Gott/ und was darbey vorgehet: Als kommen wir anitzo zu dem andern Theil/ in wel⸗ chen gehandelt wird/ ge verapænitentia& confeſtonse, von wae rer Buß/ Beicht und Bekaͤntniß/ darbey er dann ſetzet dreyerley: 1. Accuræran pœnitentiæ deſcriptioljem reine 8 eigent⸗ 8 che Beſchrelbung rechiſchaffener Buß. 2. Singulatem ad fanttor accommodarionem wlet ſolches 124 Die ander Predigt b auf alle Heiligen ziehe/ daß ſie ihm eben alſo gethan/ und noch thun werden. 3. Devotam ad pænitentiam precationum. Sein hertz⸗ liches Gebet/ ſo er nach geſchehner Buß zu G Ott geihan. Von allen dreyen auf einmal zu reden/ wuͤrde zu viel werden/ wir wollen nur kuͤrtze halber anitzo bey dem erſten verbleiben/ aufs einfaͤltigſte davon reden und handeln: Damit es aber ohn Nutz und Frucht nicht moͤge abgehen/ ſo ſeufftzet mit mir alſo: b Huff HErr/ bilff/ laß wol gelingen/ dir zu Ehren und uns allen zur Seligkeit: Amen. Abhandlung. 8 Elangend unſer vorgenommenes/ da der Koͤnig Dabwid ſich ſelbſt zum Exempel einfuͤhret/ wie ers gemacht/ wie i⸗ SSëware Buſſe gethan/ und dannenhero gantz richtig die Be⸗ ſchreibung warer Buſſe auffſetzet ſo ſaget er alfo: Dann da ichs wolte verſchweigen/ verſchmachten meine Gebeine durch mein taͤglich Henlen ꝛc. Das Woͤrtlein DENN ſiehet auf * 9 2 das kurtz vorhergehende/ da David gemeldet/ wer derjenigedem G HOtt die Vbertretung vergeben/ die Suͤnde bedecken und die Miſſethat nicht zurechten wolle? Nemlich demſelben/ in dis Geiſt kein Falſch/ das iſt/ der da hat ware Erkaͤntniß der Suͤn⸗ den/ hertzlich Reu und Leyd uber dieſelbe hier benebenſt auch ein zechten ungefaͤrbten Glauben an Gottes Gnade/ und alſo wate Beſſerung zu G Ote. So/ ſaget nun David/ habe ers auch ge⸗ machet/ uſt beſchreibet darauff ſein Bußwercl/ nach den weſentliche Stuͤcken ſo zu warer Buß gehoͤren/ als daß er dieſelbe angeſtellet. . In inreriore peccati agnirione, dolore& confeſtoné, ill nehdeet Ee innaſ unn Bekaͤntniß der Suͤnden. Dn . In vera cum fiducia petttione In rechtſchaffener und Abttte aG Dit. ⸗ Irrrechiſchaffener⸗ , Cinemals dha Daold ſeine Bußangeſtellet in meerin⸗ erus ntane, enen Galre& onfewne. In Nulger Erkaͤnnß Ni 1 Tane. Ir wue etan, ch daß, un Bettniß ſchtebgn be h Helen. Pnaercatgie zeutowene ſn ud war Iafans ekenen ma Peer wiegien he durchme nd ſüerein, achet/ und: tlich adglich din gnatoherzl g wnden. Wanies gegch ten diß Kihepiichs .Sn Göne umi deinene duorht zu cho alworgeter. dafmir/ daß irepud. Kntde Kache ſeanjenmng in digppet nggppah iftenvtin A n eigen Ahneit aud 9 tt auch e tAen, kber den 2. Pſaalmäu.„ und Bekaͤntniß der Sanden: Er ſaget: Da ichs lvolte ver⸗ ſchweigen/ verſchmachten meine Gebeine durch mein taͤg⸗ lich Heulen. Wu ſagen: Ich wolte zwar anfaͤnglictz meine Vngerechtigkeit fuͤr G Ott/ meine Miſſethat als die boſen WMer⸗ kkeund meine Suͤnde /als die doͤſe Natur/ ſo da bleibet/ wañ Miſ⸗ dan ſethat und Vngerechtigkeit verrichtet iſt/ ſolches alles wolte ich zwar Anfangs verſchweigen/ von dieſen allen nicht wiſſen/ noch es eerkennen/ meinele ich waͤre fromb/ ſahe auch ſolche Falſchheit nicht: Aber wie gieng mirs druͤber: Es verſchmachten meme Gebei. ne/ durch mein taͤglich Heulen/ das iſt/ ich hatte keinen Friede/ und im̃er ein ſchwer boͤſes Gewiſſen/ das mich ſchwach und elend 1 machete/ und keine Ruhe ließ/ es verzehrete mir den eib/ machte mich klaͤglich! und war immer im hertzen ein heimlich Weinen/ ſa mein grundhertzlich weinen/ daß auch ein Rugitus, ein Heulen dar⸗ auß wurde: Oder wie der HEtr Latberus am Nande uͤber dieſe Wortes gegeben: Verſchweigen das iſt /da ich nicht wolte beken⸗ nen daß eitel Suͤnde mit mir waͤre/ hatte mein Gewiſſen keine Ruhe biß ichs muſie bekennen/ und allein auf Gottes Gute trauen. Woher iſi dann dir lieber David ſolche Angſt und Vnruhe des Gewiſſens kommen/ und was hat dich darzu gezwungen/ daß du mit deinem Bekaͤntniß ſo eben herauß gemuſt/ nicht laͤnger ver⸗ * mocht zu ſchweigen noch hinter dem Berg zu halten? Hierauff Antwortet er: Dañ deine Hand war Tag und Nacht ſchwer auf mir/ daß mein Safft vertrocknet wie es in Sommer 82 3 dürre wird. Gottes Hand bedeutet allhier Gottes Jorn Vn⸗ gnade/ Rache/ Straffe/ Ernſt/ Eyffer und Gewalt. Wo nun die⸗ ſelbe auf einen Menſchen liegt/ Oda muß der Menſch wol herhal⸗ mten/ da zappelt das Hertz/ da ſpielet das Gewiſſen/ und muß der Safft vertrocknen/ ja daß March in Beinen verzehret werdenſeben wie es im heiſſen Sommer daher gehet/ da alles verdorret/ ver⸗ 1 ſchmeltzet auch Laub und Gras verbrennet. Bey dem alten Kir⸗ en Lehrer Nierommo werden dieſe Wort/ das mein Gafft ver⸗ rocknel de allo geſest gefunden: Sae afhin in erumha mea, dan s Die ander Predigt dam confgitur Sina. Dannenhero die vornehmen Jeſuiten Iin. Aanus und Bellarminus die heilige Schrifft beſchuldigen als ob ſie in der driginal und Grundſprache verruckt und nicht rein gefunden wuͤrde/ und daß ihre gemeine lateiniſche Verſion der Bibel reinen und beſſer waͤre/ aber ſie thun den Sachen zu viel/ davon wir an⸗ itzo allhier nicht weitleufftig reden wollen/ weil es fuͤr dem gemei⸗ nen Volck nicht gehoͤrig/ ſondern fahren forth. Da wir dann he⸗ finden/ wie bey ſolcher ſeiner ſchmertzlichen Reu und Seelen Angſſ uͤber ſeine Suͤnde/ der David ſetzet das Woͤrtlein Sela/ weſches etliche meinen es ſey uͤbrig in den Pſalmen/ wiſſen nicht was es be⸗ deute. Aber es iſt ein Zeichen des heiligen Geiſtes/ daß/ woes in den Pſalmen ſtehet/ da bedeutel werde/ ein Stillhalten und tief Aufmercken/ als da der Geiſt iemand ſonderlich bewege oder zutuͤch hHalte etwas wol zu betrachten. Vnd wil alſo der David/ daß man auf ſolch Stuͤck der Buß wol mercken ſolle/ weil man ſonſt ſeine Suͤnde nicht koͤge loß und quit werden/ man habe dann hert und ſchmertzliche Reu und Leyd uͤber dieſelbe/ und daß man ſie erkenne und bekenne/ wie er dann derowegen ſpricht: Darumb bekenne ich dir meine Suͤnde/ und verhele meine Miſſethat nicht: Das iſt Ich mercke daß nichts beſſers iſt/ dann fuͤr dir bekennen/ daß eitel Suͤnde mit mit iſt/ und kein gutes auf daß allein deine Onade gepreiſet und begehret werde/ und aufhoͤre aller Trotz und Zuverſicht/ auf mein Verdienſt und gute Wercke. Ich mag nicht verhelen meine Miſſethat/ als die thun/ denen die Falſchheſtund Lißt betriegliche Zuver 8 icht machet/ daß ſie auch ſich ſelbſohne Furcht dͤffen rechtfertigen jentſchuldigen/ und daruͤberim Ge⸗ zaͤnck gegen andere Leut liegen/ in Hoffart/ Zorn/ Haß/ Vngedull/ boͤſe Acher und Nachreden fallen/ umb ihrer Vnſchuld willen/ erſt recht ſchuldig werden/ und in den allen deſioch recht wolgethanl und gehandelt wollen haben. Die verbergen tieff ihre Boßheil/ dann ſie ſehen ihre Froͤmmigkeit/ und bekennen G Ott nicht ihrt Suͤnde warhafftig/ und ohn arge kiſt ihres Geiſtes inwendig/ dal umb begehre ich nicht zu hergen meine Boßheil/ begehre nic btennenge 6 kanechereh hteßſinet zeSuldeſt kauder a gchabt und kuncte kanſe ſagen/ wanne pie maz eind zberdieelbe tra Maller guß barmen und NMatur elkennen m dlitdund Gnde and Ba deonter in dlen ſdeinen ſichfir te verſchontt.) unansdenite füaagen undte ſaſen/ uGna Nauali ql mitiu ingdes heyls ih Gol perſtan Nfen nnc te Fiſig 3ch erte 5 fürmir. attach ſ madaan — gydts.zageden F rr c dann darotaſut. Suͤnde undurdekner„ 3. nrrckt daf nte heſſeni ich keine Gerechtigkeit bey mit finde. Hat alſo David recht ge⸗ zuͤrnen noch ungeduldig zu werden/ ob man mir untecht thue/ wei iͤber den z Pſalm. than bey ſeiner Buß/ er hat gehabt das erſte« enrial oder weſentli⸗ Das erfe che Stucl derſelben/ als Erkantniß/ Reu und Leyd/ und Be⸗ ellential⸗ er gehabt/ und darumb wil er ſie auch nicht verſchweigen. Ein Gnade und Barmhertzigkeit wiederfahren laſſen? Als die Gi⸗ beoniten in elender Geſtalt und zerriſſenen Kleidern fuͤr Joſua er⸗ ſcheinen ſich fuͤr ihme demuͤtigen/ umb Gnade baten/ da wurde ih⸗ rer verſchonet. Fhuæo. Alſo/ wann wir fuͤrdem himmliſchen Jo⸗ Jof. 9,v. 8* ſua uns demuͤtigen/ ihme Fußfaͤllig werden/ unſere Suͤnde ihme fuͤrtragen und bekennen/ umb Gnade bitten/ ſo wird er uns leben laſſen/ zu Gnaden annehmen und die Suͤnde vergeben. Notiti⸗ peccati et initinn Salutts, die Erkaͤntniß der Sunden iſt der An⸗ fang des Heyls ſagt Bernbardus. Solches hat nun Koͤnig Da⸗ nr oid wol verſtanden/ und darumb ſo wil er nicht allein in dieſem Pfalm nicht verſchweigen/ ſondern im z. Pſalm ſpricht er eben⸗ aſſis Ich erkenne meine Miſſethat und meine Suͤnde iſt immer fuͤr mir. Darnach ſo hat auch der David gehabt bey dem erſten Stuc ſemer Buß/ Jorem, Angſtund Schrecken des Gewiſſens/ aat daß das Hertze beweget und iüerliche Schmeitzen empfunden uoer 8die begangene Suͤnde daß ihm auch ſeine Gebeine verſchmachtes fuͤr taͤglich heulen. Dann bey rechter Buß aͤngſtiget ſich das Ge⸗ wiſſen/ fuͤrchtet ſich/ zittert und zaget/ und wird gleichſam zu treten odes 1 kaͤntniß der Suͤnden. Ware Erkaͤntniß der Suͤnden hat Khere dan krancker kan ſeinerKranchheit halber nichtbetruͤbt ſeyn/noch davon Berannts ſagen/ wann er nicht erkennet noch fuͤhlet daß er kranck ſey: Alſo/ Reu und wie mag ein Menſch von ſeinen Suͤnden ſagen/ Reu und Leyd Leyd. aͤber dieſelbe tragen/ wann er ſie noch nicht erkennet? Wann ein DBettler groß Reichthumb fuͤrwenden wolte/ wer wolte ſich ſeinen nerbarmen und ihme etwas zuwerffen? Alſo/ wer ſeine verderbte n Natur erkennen noch wiſſen wil/ daß er iſt elend und jaͤmmerlich/ un arm blind und bloß/ wie ſol ſich deſſen G Ott erbarmen/ und ihm le X ef ud rmen. ſeq. Die ander Predigt oder zerbrochen. Wannenhero dann die Reu in lateiniſche Spra⸗ che genennet wird. Contritio, eine Zertretung oder Zerbre⸗ chung des Hertzens. Das Hertz der Suͤnder iſi ſonſt eiſen⸗und ſtal⸗hart/ und wil fuͤ Gottes Zorn ſich nicht enſetzen noch ſcheuen: Aber die Contririon oder Reu iſt der Hammer/ darmit das Hertzs zerſchlagen/ zerbrochen/ und zermalmet wird/ gleichwie ein Holtz ein Bein/ ein Gefaͤß/ eine Seule mit einem Hammer zerſchlagen zen⸗ brochen und zermalmet wird. Davon weiß nun David zu ſagen/ Plal. 38. v. 4, nicht allein in dieſem Pſalm wie ihm durch die Contruunoden 5,9 11. Reu ſeine Gebeine verſchmachtet/ wie ihm ſein Safft imleibe vei⸗ trorknet/ und das Hertze ſich kruͤmmen und winden muͤſſen/ ſon⸗ dern er weiß auch davon zu klagen im 38. Pſalm: Es iſt nichts geſundes an meinem Leibe fuͤr deinem Dreuen/ und iſtkem Friede in meinen Gebeinen fuͤr meiner Suͤnde/ dann mei⸗ ne Sünde gehen uͤber mein Haͤupt/ wie eine ſchwere baß ſind ſie mir zu ſchwer worden. Es iſt mit mir gar anders/ und bin ſehr zuſtoſſen: Ich heule fuͤr Vnruhe meines her⸗ tzens. Mein Hertz bebet/ meine Krafft hat mich verlaſſen/ unnd das Licht meiner Augen iſt nicht bey mir. Matth. 28. V. 2, Der Moſt ſauſet und brauſet/ da g alles untereinander und widereinander/ ehe er aller Hefen und Vnreinigkeit loß und ein lauter Wein wird: Alſo reget und beweget/ truͤbet und bettu⸗ bet die Reu das menſehliche Hertz/ ehe es von dem Sehlamder Suͤnden entlediget/ ein reines GOtt wolgefaͤlliges Hertze wild. Da der HErr E Hriſtus von den Todten aufferſtunde/ geſchach ein groſſes Erdbeben. Mattb.⸗. Alſo/ wenn wit aus dem Gtabe der Suͤnden aufſtehen ſollen ſo bebet und zittert das Herzzes wird durch die Reu beweget und erſchettert/ daß es zut geiſilichen Auff erſtehung der Sunden nieht wenig bereitetwr. Hierzu iſt noch kommen die Bekaͤntniß der Sunden⸗ Dann da hat der David nicht allein ſeine Sunde erkant/ Reuun Leyd daruͤber gehabt/ beſondern er hat ſie auch bekennet undge⸗ beledes heporah S Hudem Enen wiserdannſprich: J Naunh aegehan. eesge il den hEr Kut ng fanſ dide 1nL.R diEDit wiga meve Nan den Pataduß lehzichſingen ten undkage wiMnſtsc find duxchol Feſſeln des E⸗ wiedie Paradie Nlgen and Sc aundſoß kom Nächte de Boſſehame detegendaoih etgenwama den, Die And ihsdoch oaßis inde empfi dwurchindir 1 difütdenS Annnandeinga tiſGhores Geho Ch efpotdet Khenunh penn eingr ſahd an gluzen G Ea wil dem HErren meine Pbertretung bekennen. Alsdann auch alſo gethan die Kinder Iſrael/ nach der Babyloniſchen Ge⸗ faͤngniß/ die bekanten ihre Sunde und beteten an den HErten ihh ten G. Ott. Neben. Dann ſo wir unſere Suͤnde bekennen/ Nehem.„ o iſ Ott treu usd gerecht daß er ſie uns vergibt/ und rei vaz. niget uns von aller Vntugend.. Job.-. Joh. 1. v. 9. Man ſchreibet von einem Vogel den man⸗vem parachſ den Paradieß⸗Vogel zu nennen pfleget/ der ſol trefflich wol und lieblich ſingen/ aber wann er gefangen wind/ ſol er immerdar ſeuff⸗ tzen und kiagen/ biß er wiederumb loß und ledig werde. Nun ſind wir Manſeen auch alle aus dem Paradieß Gottes getrieben/ wir ſind durch die leidige Suͤnde gefangen worden/ und gehen in den Feſſeln des Satans: Da ſollen wir auch in unſerm Gefaͤngniß . t wie die Parndieß⸗Voͤgelein ſeufftzen/ und mit unſerm Bekennen/ Klagen und Schreyen zu G Ott nicht ehe aufhoͤren/ biß wir wie⸗ derumb loß kommen/ und die Freyheit der Kinder Gottes erlangen. Moͤchte aber allhier iemand bey ſich gedencken/ ich wolte ger⸗Wie es zu ne Buſſe thun aber mein Hertz iſt zu hartſes iſt nicht leicht darzu zu machen daß bewegen/ das Gewiſſen iſi gar zu raum/ und kan die Suͤnden wol man rechte bergen/ wann auch gleich viel Fuͤder Suͤnden hinein gefuhꝛet wuͤr⸗ Nenes zons den; Die Andacht iſt zu kalt ſie wils nicht bekennen/ wie mache nige David acchs doch/ daß ich rechte Reu und Leyd mit dem David uͤber meine uͤber die Suͤnde empfinden moͤge? O lieber Chriſt/ du haſt Mittelgnug/ Suͤnde em⸗ dadurch in dir ware Reu und Leyd kan erwecket werden. Dann 1. pfinden moͤ⸗ Trit fuͤr den Spiegel des Goͤttlichen Geſetzes/ und beſchaue ge. darinnen dein gantzes Leben Da wirſiu befinden/ daß du offt und viel Gottes Gebot uͤbertreten/ und ſeinen Zorn verdienet haſt. Das Geſetz erfordert von dir/ daß du G Ott uͤber alle Dinge fuͤrchten/ lieben und vertrauen ſollſt: Haſtu nun das gethan? Das Geſetz erfordert/ du ſolt den Ndamen deines GO Ottes nicht mißbrauchen/ mit Fluchen/ Schweren/ Zaubern/ Liegen oder Triegen: Haſtu auch das gethan? Das Geſet erfordert/ daß du nicht ſolt die Pre⸗ digt Goͤttliches Worts verachten lhudem doſſabe heilig halten. gerne Bo Dieie ander Predigt gerne hoͤren und lernen: Haſtu auch das gethan? Das Geſeß for⸗ dert ferner von dir/ daß du deinen Nechſten lieben ſollſt als dich ſelb⸗ ſten: Haſtu auch das gethan? Ach da wird ſich ein groſſer Man⸗ gel finden/ daß du der keines gethan/ ſondern vielmehr das gute un⸗ terlaſſen/ und das boͤſe begangen haſt. G Ott hat dir drey für⸗ nehme Glieder verliehen das Hertz/ die Zunge un die Haͤnde. Ein Hertz hat er dir gegeben mit welchem du ihn fuͤrchten lieben und vertrauen ſollſt: Eine Zunge hat er dir gegeben/ mit welcher du chen du etwas redliches ſchaffen und deinem Nechſten dienen ſolſt. Aber haſtu nicht ihr alleſampt/ groͤblich und ſchrecklich mißbrau⸗ chet? Das Hertz iſt nicht zu G Ott gerichtet/ ſondern von G Ht abgewendet/ und der Welt ergeben geweſen: Die Zunge hatG Htt nicht gelobet ſondern vielmehr G HOttgelaͤſtert/ und dem Nechſten Nechſten allen Vnheil und Schaden angethan: Was witd nun darauß werden? Was wird darauß erfolgen? O ein boͤſer Schluß peatss„ ſetz geſchrieben ſtehet/ und alles Volck ſol ſagen Amen/ Deu. 39 15. 27. Nun ſaget dir und uͤberfuͤhret dich dein eigen Gewiſſen daß du 2 das Geſetz nicht gehalten: Dannenhero der boͤſe Schluß und das ſchreckliche Racir von ſich ſelbſten daß du verflucht ſein muſt Wet dieſes in ſeinem Hertzen wol erweget/ der wird Schmertzen und Shecden vollauff empfinden/ uͤber die von ihme begangene Suͤnde. b deiner Pbertretung beleidiget und erzuͤrnet haſt: Nemlich GᷣOtt im Himmel und zwar den HErren/ ſo groſſe Dinge an dir gethan hat/ der da maͤchtig iſt und des Namen heilg iſt/ der dich zn ſeinem Ebenbild erſchaffen/ durch ſeinen Sohn erloͤſet/ durch ſein Wort und Sacramenten geheiliget hat. Dieſen G Ott im Him/ mel haͤtteſtu ſchauen und fuͤrchten ſollen /als deinen Baterund HExrren: Aber du haſtihn mit deinen Suͤnden zum Zorn gene ihn loben und preiſen ſolſt. Zwo Haͤnde hat er dir gegeben mit wel⸗ gefluchet: Die Haͤnde haben nichts gutes geſti ſftet ſondern dem ein ſchrecklich /acit: Verſlucht ſey wer nicht halt/ was imde⸗ 2z. Bedencke wider wen du geſuͤndiget /wendumit t näcza ſ GOtt ſtem Fennrechalten tien Wander ſihenden Tod göwräger d degna /ſag ein Lowt un rreſſeſtel lan ſeretten fenlgleit eng 3 Bhe frrigkatarfolg gets⸗Noth/ K. Kannchhaten: und Widerwen ſicher ſchrai ncte geſtelt, vade: Dawe ſein Neubn u Schmergdan And geyeingget d woteſt ing ten ſievermal aeäen ſie 4. Wa 8 5 e rd ttſeas 5ndaches ſchrf uchi tht ALud pärced. 4 rrſ m u Oumt d ——— n D nde daencs gaxft d Jahel um Schunund er. W vrddnnf ae.0 k ** Verſceſw rane den ſtedet und ales Vocke n ridu und iafhenwhanc ahi mnDanrewn E tar don d rdirn a urit 2 non Herser pul crean dar 8 eluuf myiva/ ida a 4 9. 1 daan, über den 2. Pſalm.. 1 tzet/ welcher ſehr groß und unerrraͤglich iſt. Der F Err dein GOtt iſt ein verzehrend Feuer: Deut. 4. Wer kan aber im Feuer erhalten werden? Wenn ein Loͤwe im Walde bruͤllet/ und einen Wandersmann anfaͤllet ſo mochte er für groſſer Furcht des ſaͤhenden Todes ſeyn. Nun ſpricht G.Ott ſelber/ er wolle als ein grimmiger Loͤwe den unbußfertigen Suͤndern auf dem Weg be⸗ gegnen/ ſie zerreiſſen und freſſen: Ich bin dem Ephraim wie ein Lowe und dem Hauſe Juda wie ein junger Low/ ich ich zerreiſſe ſie/ und gehe davon/ ich fuͤhre ſie weg und niemand kan ſie retten. M G. Wehe nun dir ſo du ihm nicht in waꝛer Buß⸗ fertigkeit entgegen kommeſt. 3. Bedencke die Straffen ſo auf die Suͤnde und Vnbuß⸗ fertigkeit erfolgen. Da ſind gemeine Plagen/ T heurung und Hun⸗ gers⸗Noth/ Krieg und Blutvergieſſen /gefaͤhrliche Seuchen und Kranckheiten: Da ſind abſonderliche Plagen allerhand Vngluͤck und Widerwertigkeit/ der ſtetige Peiniger im Gewiſſen/ und end⸗ lich ein ſchrecklicher Todt: Nach dem Tode wirſtu fuͤr Gottes Ge⸗ richte geſtellet/ und von ſeinem Angeſicht in die Höͤlle verſtoſſen werden: Da wirſtu von G Ott abgeſondert ſein ewiglich da wird ſein Heulen und Zaͤhnklappen/ da wird ſein Schmertze uͤber Schmertz da werden alle und iede Glieder deines Leibes gemartert und gepeiniget werden/ und zwar unaufhoͤrlich und ewiglich. Vnd du wolteſt in Betrachtung deſſen noch nicht deine Suͤnde erken⸗ nen ſie vermaledeyen und verfluchen/ daruͤber erſchrecken und dich entſetzen ſie bekennen und bereuen? 4à. Bedencke das bittere Leyden IEſu Chriſti des Sohnes Gottes: Owie ſchwer war der Zorn Gottes uͤberihm O was hater an Leib und Seele ausſiehen muͤſſen/ nicht umb ſei⸗ ner/ ſondern umb unſer Suͤnde willen/ die er auf ſich genommen? Wirſtu den Zorn G Ottes verachten und in Wind ſchlagen wie wil dirs gehen Oſchrecklich iſis in die Haͤnde des lebendigen Ottes fallen. Vnd ſo viel vom Erſtn. e Ahbsſ kant Errannesus Damnſsdnan Pſal. 40. v.3. Sturm/ und Vngewitter. Wann im 40. Pſalm ſtehet: Er 1z Die ander Predigt den/ hat auch der David ſeine Buß angeſtellet/ in vena eum fidu⸗ cia ad Deum converſione, daß er ſich mit glaͤubiger Bitte und Ab⸗ bitte zu G Ott gewendet/ davon im Text alſo: Ich ſprach ich wil dem HErren meine Bdertretung bekennen. Wil ſagen: So gnaͤdig du biſt/ ſo gerne hoͤreſtu auch ware Bekaͤntnis und Beicht/ daß du alſobald troͤſteſt und aufrichteſt/ ſo bald der Menſch fuͤrnimbt ſich zu demuͤtigen: Alsbald er ſich einen Suͤnder erken⸗ net/ uñ diß klaget/ alsbald iſt er gerecht und angenehm fuͤr dit Das ſehe ich daß man ſo thun muͤſſe/ es wil und kan nicht andens ſeyn/ darumb ſprach ich: Ich wil dem HErren meine Vbenretung bekennen/ dem HErren dem Allmaͤchtigen/ Gnaͤdigen Barm⸗ hertzigen wil ichs bekennen: Ich wil mich ſelbſt ſchaͤlten ſo witd er mich loben: Ich wil mich ſelbſt ſchaͤnden /ſo wird er mich Eßren ieh wil mich nicht entſchuldigen: Ich wil wider mich reden ſo witd er fuͤr mich reden/ ich wil von meiner Schuld ſagen/ ſo wird ermi von ſeiner Huͤlffe ſagen: Ich wil mich verdammen/ ſo witder mich gerecht ſprechen und mir vergeben: Was dann? Die Mio⸗ ſethat meiner Suͤnden: Peecatum iniquitatis lautets in ſeiner Sprache/ und bedeutet viel groſſe ſchwere/ ſchreckliche Suͤnde. Dann den Gebrauch hat die 53. Schrifft/ daß/ wann zwen gleiche Subſtantipa, ſo da eines Lauts/ zuſammen kommen! da eins don dem andern regieret wird(wie die Goammatici veden) alsdanneit Pfal. nI. v. 6. Ding ſo viel deſto groͤſſer gemacht wird als wann im u. Pfalm * gedreuet wird/ wie G Ott der Errdie Gotiloſen alſo taffen/ daß er ihnen wolle ein Wetter zu Lohn geden/ ſo lautels in ſeiner Sprachen: ventus procellarum, ein ſchrecklicher grauſamer krzog mich ang dem Schlam/ ſo ſtehet in ſeiner Sprachen lut⸗ 17 das iſt aus dem allertie ſſien ſchaͤndlichſten Koth und Schlam: E⸗ ben alſo auch wann allhier David ſaget: Du vergabeſt miree⸗ catum iniquitatis die Miſſethat meiner Suͤnden: Das iſt: Mei⸗ ne vielfaͤltige/ groſſe/ ſchwete/ ſchreckliche Sunde. Bey ſolcher Ver⸗ adang ſo ehwerin Suͤnden /ſesetder Davd abetmals einShan Dunzalhie mas htan de: Wnddann ewol äſſen aauch dedes Stla n diſſ Oas ander c und Bekaͤnin trauen zu G⸗ ſo gleichtan ben un) ſoviel Ahd dus Pets nercketw diſeſin muß ſisdr Gaͤnden eBuſei. S Re Duſſeoder Ahn örſen neGlaudenſ Glaukeſſs du dafaſchen un der wann Buſß ondeiE ſchen un) unnag mihte Saͤnde dacurgfrrſi Daume tvat ſh. don penns, aimelaten, Wuateng de ſhafeneſ b baunad lauhn Kauſf Dmoſan 1, g- ſane, diſngu. 4 Ac nn rrm— demad Üüber den 21. Pſaium.„ Dann gleich wie zwey hohe nothwendige Stuͦcke zur Buſſe gehs ⸗ rig/ als Erkaͤntnis und Bekaͤninis/ Reu und Leyd uͤber die Sun⸗ de: Vnd dann ein warer Glaube zu G Ott/ und alle beyde Stu⸗ kke wol muͤſſen in acht genommen und eraenſet werden: Als has er auch bey beyden das Sela ſetzen wollen: Da dann das erſte Sela in dieſem Pſalm ſiehet auf das erſte Stuͤcke water Buß⸗ i Das ander auf das ander Stuͤck: Das erſie auf die Erkaͤntnis und Bekaͤntnis der Suͤnden: Das ander auf glaͤubiges Ber⸗ trauen zu G Ottes Guͤte/ Gnade und Barmhertzigkeit/ und wil alſo gleichfam ein vB auch bey dieſem andeꝛ Stuͤck gemahlet ha⸗ benſund ſo viel ſagen: Den Punct und Vers mercket wolxʒ. Vnd das thut auch ihr lieben Chriſten) dieſen Punct und Das ander Ner 1 b 1 BVers mercket wol/ dann dieſes Stuͤck gantz nothwendig bey warer ellential uſ Mrrea t nden ich wi ven un Etdſ 3 nis der Suͤnden/ ohne Glauben mehr eine Verzweiffelung als ei⸗ Stuͤck der! dhr ſagen: Mrimten rrachen und urmgin Do h die Buſt⸗— ch den Thut Buſſe und glaͤubet an das Evangeli Buſſe ſein muß /ſintemal die Reue/ Leyd Erkaͤntnis und Bekaͤnt⸗ weſentliche ne Buſſe iſt. Darumb erfordert der HErr C Hriſtus nicht allein Vuſſe iſt die Buſſe oder Reu ſondern auch den Glauben/ wann er ſpricht: be. m. Marcai. Oh⸗ Mare. I. v. 15. ne Glauben iss immuͤglich Ott gefallen. Sebr. n. Der Hleb. u.v.- Glaube iſts/ dadurch die ware Buſſe und Reue zur Seligkeit von der falſchen und unnuͤtzlichen Buß unterſehieden wird: Daß dey der waren Buß und Reu/ zur Seligkeit der Glaube an G Ottes 99% CGnade in Chriſto uns erwieſen zu finden an welchem es der fal⸗ ſchen und unnuͤtzlichen Buß ermangelt. Cain und Jndas bereue⸗ ten ihre Suͤnde hertzlich/ aber es war nicht darbey der ware Glau⸗ be dadurch ſie ſich wiedeꝛumb haͤtten troͤſten und aufrichten laſſen e 8 Darumb war ihre Buß eine falſche und unnuͤtzliche Buß: Her⸗ gegen Petrus bereuet ſeine Suͤnde/ aber er richtet ſich wiederumb auf im Glauben/ und etgreif die gnaͤdigen Verheiſſungen von Veraebung der Sunden/ darumb war ſeine Buſſe eine recht⸗ ſchaffene ſelige Buſſe. In C Hriſto iſt uns Gnade von G.Ott 3 dem himmliſchen Vater wiederfahren/ den muͤſſen wir mit warem Hlauben ergreiffen. 2 ls die Kinder Iſrael von den feurigen R i Schlan⸗ 88 Die ander Predigt Schlangen gebiſſen hieß der HErr Moſe eine eherne Schlange machen/ und ſie zum Zeichen aufrichten/ wer gebiſſen iſt/ und ſtehet ſie an/ der ſoll leben. Da machte Noſes eme cee Schlange/ und richtet ſie auf zum Zeichen/ und wann iemand eine Schlange biß/ ſo ſahe er die eherne Schlange an/ und bleib leben. Num. a.. v., Num. zu. Nun hat uns die hoͤlliſche Schlange gebiſſen und unſere 9,10. gantze Natur vergifftet: Soll uns gehol fen werden/ ſo maͤſſen wir mit den Augen des Glaubens anſehen C Hnſtum JEſum/ welcher am Stamm des Creutzes erhoͤhet worden auf daß alle die an ihn glaͤuben nicht verloren werden/ ſondern das ewi⸗ Jok 3. v.5. ge Leben haben. 706.3. Ein Beklagter/ wann er fuͤr Genchte er⸗ ſcheinen ſol ſiehet er ſich bey Zeiten umb nach einem treuen 670. aten: Alſo/ ob iemand juͤndiget/ ſo haben wir einen Für⸗ ſprecher bey dem Vater/ JEſum C hriſt/ der gerechtiſt⸗ und derſelbe iſt die Verſoͤhnung fuͤr unſere Sünde/ nicht allein fuͤr die unſere/ ſondern auch fuͤr der gantzen Welt Ioh. 2. v..2. 1. 7. 2. Fuͤr dieſen Fuͤrſprecher fliehe nicht/ ſondern trit ſicherlich fuͤr ihm/ gedencte daß er ſelbſt ausrufft: Kommet her zu mir al⸗ le/ die ihr muͤhſelig und beladen ſeyd/ ich wil euch erquicken, Matth. n. Mattbnt. Vnd lerne Hier ubſumiren und dich einſchlieſſen: Ich v. 28. bin muͤhſelig und beladen mit ſchwerer Suͤnden Laſt darumb komme ich zu dir allerliebſter HErr JEſu/ nicht zweifflende du wirſt mich zu Gnaden annehmen und erquicken. Wir leſen in den „. 3. Geſchichten der Apoſtel am 28/ als Apoſtel Paulus nach erlitt⸗ nem Schiffbruch in die Inſul Melite kommen war ſſey eine Ot⸗ ter aus dem Feuer/ bey welchem er ſich warmete/ herfur geſprun⸗ gen/ uñ ihme an die Hand gefahrenſer aber ſchlenclert ſie geſchwwin⸗ de ab/ und ihm widerfuhr nichts uͤbels: Ebener maſſen koͤnnen wit auch durch den Glauben/ die alte Schiange den leidigen Teuffel ſampt allen anhangenden Suͤnden von uns ſchleudern/ wa wit ſum/ welcher der Schlangen hat den Kopf ze nur C Hriſtum Jo˖ treten/ mit der Hand des Glaubens ergreiffen. 8 Soite es aber la dadin koman daß der Slaubs wolleinn mercl⸗ nackih bneh drGſauſinun Dagdde tGOues naw: M düdig und ve h auſend Gi de Bro44, ſtdie lebe⸗ Rerubardu. Ansi der E Hand zu helff 2 A ben Chriſtt. Owi hil hat Sehwßgeſch tesſgufdaßdur rn miſſ e ſattet Kdunſjet/ au Hungerkelden 1 Todes ſein gen Lodes ſein duͤrffeſt. 8 8 ͤber den 32. Pſalm. tr mercklich abnehmen da ſollen wir auf Mittel bedacht ſeyn/ dadurch der Glaub in unſern Hertzen moͤge geſtaͤrcket und erhalten werden. Dagedencte 1. An die groſſe Gnade und Barmhertzig⸗ keit GOttes des Vaters/ er iſt der HErr von welthem geruh⸗ met wird: HErr HErr G Ott barmhertzig und gnaͤdig und ge⸗ 16 duͤldig und von groſſer Gnade und Treu der du beweiſeſt Gnade in tauſend Glied/ und vergibſt Miſſethat/ Vbertretung und Suͤn⸗ de. Kro⁴ρ. Er iſt der Err von welchem geruͤhmet wird: GOkt Exod. 4.v.⸗ iſt die Liebe!. 7ob. 4. Major est Dei pietas quàm quævis iniquitas: 1. Joh. 4. v. 16 Bernbardus. Das iſt/ wie die Chriſtliche Kirche ſinget: Ob bey uns i der Suͤnden viel/ beyG Ott iſt vielmehr Gnade/ ſein Hand zu helffen hat kein Ziel/ wie groß auch ſey der Schade. 2. An das unendliche Verdienſt Leyden und Ster⸗ a ben ChHriſtt: O wie ſauer iſt demſelben deine Erloͤſung wordene BX wie viel hat er deiner halben leiden muͤſſen? Erhat blutigen Schweiß geſchwitzet in Empfindung des ſchweren? ornes Got⸗ n tes/ auf daß du nicht zeitlich noch ewiglich den Zorn G Ottes fuͤh⸗ len muͤſſeſt: Er iſt verwundet und zuſchlagen worden/ auf daß du Friede haͤtteſt und durch ſeine Wunden geheilet wuͤrdeſt: Er hat gedurſtet/ auf daß du fuͤr dein ſauffen nicht ewigen Durſt und dr Haungerleiden duͤrffeſt. Er iſt geſtorben auf daß du nicht des ewi⸗ 3. An GOttes troͤſtliche Verheiſſung: Kehre wie⸗ der du abtruͤnnige Iſrael/ ſpricht der HErr/ ſo wil ich mein tm 8 Ant litz nicht verſtellen/ denn ich bin barmhertzig ſpricht der Herr/ und wil nicht ewiglich zuͤrnen/ alleine erkenne deine Mſſſethat/ daß du wider den HErren deinen GOtt geſuͤn⸗ diget haſt. Ferem. Wann eure Suͤnde gleich Biutroth iſt/ Jer 3.v. n. 4⸗ olſie doch Schneeweiß werden/ und wann ſie gleich iſi wie Joſmfarbe ſolſiedoch wie Wollewerden. Wan — 8 4. Anddas heilige Abendmal/ darinn uns C Hriſtus zu eſſen und zu trincken gibt /ſeinen waren Leib/ den er am Stam des 8 Erautzes fur uns gegeben/ und ſein wares Blut/ daßerfuͤrunſere Suͤnde 96 Die ander Predtca Suͤnde vergoſſen. Wann dann der Sohn G Hites uns ſo ſehn geliebet daß er auch ſeinen Leib und Blut uns zu eſſen und in tiin⸗ tten gibt/ ey ſo laſſet uns ſolch Gnaden⸗Mittel nicht verachten noch verſeumen/ ſondern offt und vielmals in water Andacht und Bußfertigkeit hinzu gehen /zu Staͤrckung unſeꝛs ſchwachen Glau⸗ bens/ und zur Verſicherung der Vergebung unſerer Suͤnden. Durch dieſe und dergleichen Mittel/ koͤnnen und ſollen wir unſern Glauben aufrichten/ auf daß wir nicht in Verzweifflung fallen und gerahten mogen. Diß waͤren alſo die beyden⸗ſential ſtuͤcke warer Buß wel⸗ che auch der David in acht genommen/ welcher beyder Stuͤci pra⸗ etzſxung aber in dieſem Leben geſchehen muß: Dann der Dabid Buß gethan da er noch gelebet/ da er hat teden und ſprechen koͤnen, nicht erſt auf ſeinem Siegbette/ da ihm der Todt di⸗ Zunge ver⸗ laͤhmet/ die Augen verdunckelt/ Haͤnde und Fuͤſſe erkaͤltet und von einander geſtreckethat: H Nein: Viel wennger nach dieſem Le⸗ ben und im Tod: Dann es doch heiſt: Iin Tode gedencket man dein nicht 6. Pſalm/ auch wie die C hriſtliche Kirche ſinget: Pler alle Suͤnde vergeben werden/ und alſo auch hier maß Buſſe gethan werden/ weil nach dieſem Leben/ den gottloſen und verdaſi⸗ ten keine Buſſe geſtattet wird. Von der Gedult und Langmuͤtg⸗ keit des HErren/ zeuget die Schrifft an unterſchiedlichen Otten. Der erſten Welt ſchencket er hundert und zwantzig Jahr daß ſie ſich in der Zeit bekehren ſolten: Als dieſer Termin verfloſſen legte er hinzu ſieben Tage/ daß ſie unteddeſſen ſich eines beſſern beſinnen ſolten: Ja als er haͤtte in einem Augenblick alles was warverder⸗ ben und alles was lebte/ toͤdten koͤnnen: Ließ er die Brunnen der groſſen Tieffen gemagſam aufſteigen die Fenſter der Himellang⸗ ſam ſich aufthun/ und durch viertzig Tage und vierzig Nachte⸗ nach einander regnen/ damit noch etliche in der erſchrecllichen Sr⸗ fahr und letzten Noth gewonnen wuͤrden, Gen. g. é*.7. Aber nach dieſem Leben/ iſt den gottloſen und verdampten zu der Vuſſe nicht iine Stunde zugelaſſen/ in welcher ſie die begangene San fuiheuchte Gott vaſcht Kicemeht ſohendchge hatenehegch daſeinen Led und detauff geſthen /wie düer wilich tey ſeines e Das ſ vie Aciab mi danget: Nicht den daßierbeze zuchdiefalſhe ti Ninüve ha A anaſſes n renunkeuſchen nuch ſem L danpenzux de Aez unnae ieh d ts/ das gto 99 1 ußferigen G ſinmen Alh zußfenggen in ditt r bon Thaͤnen be Aſcondem ſci a und bruſenden nühra bazig de ade danfehe..n a 2 anunne uͤber den 21. Pſalm. i, uadn fruchtbarlich bereuen koͤnten. In dieſer Zeit wird durch die Buſſe G Ott verſoͤhnet/ die Schaar der Engel erfreuet/ die Chriſtliche Kirche vermehret/ auch die gedreuete Straffe/ wo nicht gar aufge⸗ hoben/ dochgelindert und gemindert. Der ruchloſe Koͤnig Achab that eine heucheliſche Buſſe/ zerriß ſeine Kleider legete einen Sac an ſeinen Leib/ faſiete/ ſchlieff im Sack und gieng ſaͤm̃erlich ein her/ und darauff ſprach G Ott zu dem Propheten Elias: Haſiu nicht 1 mdzm. geſehen/ wie ſich Achab fuͤr mich buͤcket? Weiler ſich nun fuͤr mir vem Azeyndcef Uöucket/ wil ich das Vngluͤck nicht einfuͤhren bey ſeinem Leben/ aber Dadma fuuni bey ſeines Sohns Leben/ wil ich Vngluͦck uͤber ſein Haus fuͤhren. 9 4 Das iſt ein ſehr denckwuͤrdige Geſchicht/ darinn wir hoͤren/ ahheai Achab mit ſeiner erdichteten Buß/ Abwendung der Straffe er⸗ noucrnoch zetda aſanan langet: Nicht zwar das G Ott die Heucheley gebilliget hat/ ſon⸗ ddeenn daß er bezeugte/ wie ſehr ihm die rechte Buſſe beliebe/ wann er dagen narduntktlzi ß auchdie falſche Buſſe lohne. Fernex leſen wir in heiliger Schrifft/ Maa: W wie Ninzve habe Buſſe gethan in ſeiner abgoͤttiſchen Mauren/ 20: Dam ddac et nd Manaſſes in ſeinen ſchweren Banden/ Maria Magdalena in ih⸗ ₰ Zeem unkeuſchen Leibe/ Iſrael in ſeinen verwuͤſteten Laͤndern: Aber drardentada man nach dieſem Leben iſt kein Ort/ viel weniger eine Zeit bey den ver⸗ Kvergeoen ddampten zu der Buſſe zu finden/ der Schmertz iſt unausſprechlich/ 8 ddie Reu unnachdencklich/ und doch die Buß vergeblich. Allhier a aettaataatt Ueaste. geſchicht es/ daß wenig Troͤpflein eines waren bußfertigen Suͤn- 1 unn Echnut ddeers/ das groſſe Schuld⸗Regiſter der Vbelthat außtilgen und le⸗ Maſchecka ſerdat ſchen: Allhier geſchicht es/ daß geringe Seufftzerlein eines waren aekchenftn A bußfertigen Suͤnders/ die gewaltige Anklage des Satans uͤber⸗ den Tede udaſa enensaereſchleher nahden eRchaanhdes Panen “ 1 h bußfertigen Suͤnders/ den grimmigen Zorn des Richters erwei⸗ 94enen e chen/ dort aber ob ſchon die verdanpten gantze ceaniſche Meer da E ltr uituai voon Thraͤnen vergoͤſſen wuͤrden ſie doch nicht den geringſten Tit⸗ mtel/ von dem Schuld⸗Regiſter der Bbelthaten außtilgen und ver⸗ leſchen: Ob ſie ſchon mit ihrem Seufftzen den hungrigen Loͤwen/ und brauſenden Winden gleich ſchreyen ſolten/ wuͤrden ſie doch nicedan eicen Shem daß uklages ahrüimmen. Obſe ſchon *½ 38 Die dritte Predigt ſchon mit ihrem Klage⸗Geſchrey durch die Felſichte Berge und dicke Wolcken dringen ſolten/ wuͤrden ſie doch den ſchlechteſten Vuwillen des Richters nicht erweichen/ warumb aber die Buſſe den gottloſen nach dieſer Welt ſo gar vergeblich/ koͤnten viel Vrſa⸗ chen angezogen werden: Weil aber die Zeit verfloſſen /laſſen wirs hierbey anitzo verbleiben. 6e-Jpd- D6,96-J6,96-R6094-·6,94-6 50- B6 36⸗ ⸗969006 0⸗ Cüſtrini. 2. Decembr. Anno 1646. Afuͤr werden dich alle Heiligen bitten zu rech⸗ Sdter Zeit/ darumb wenn groſſe Waſſerflut kom⸗ men/ werden ſie nicht an dieſelbigen gelangen. EXORDIUM. „ der Natur gibt es eine ſonderbare Alt Blu⸗ Rechtſchaf⸗ fene Chriſten ☛ men welche ſich allezeit nach der lieblichen Son⸗ aben bahi nen kehren/ und in ihrer Regung und Bewegung Blumen an ic.. W A1 21 1 1 4 —— PWukzel dut düßſtſoſcho Delce Sardatund KKrgſſtunde huem hun hevotab abet Suͤnden/zu dem Glang der hähelun Büß /das a von ihtt etha Mäͤnlein dan n Daod. D deieer ſichſtta nen HEwnſ genehn bußfen Gnare undq ten Buftage biunz welche . Iuter, ger Ektaͤntnis 2 In de dü Die W dwelgen/ h dc Hen en anitdaßm n nungn ſeh eua g uͤber den 32. Pſalm. 9 Achan drte rida in Murtzeln ausſchlagen und ihre Zweige ſich außbreiten/ maadeia Baemes daß ſie ſo ſchoͤn ſind wie ein Oelbaum/ und ſo guten Geruh agen daden 1ezarang haben wie Libanon. of. b aſ. 4. v.7. b Baane zuu Dieſe edle Blumen ſo von der wolriechenden Blumen zu Re raheeben 5 Saron/ und von der koſtlichen Roſe im Thal Caur. z. alle 5 ☛. re Krafft und Safft empfangen/ wenden ſich nicht weniger in alle e ihrem Thun und Laſſen/ im Glauben/ im Leben und im Sterben/ bevorab aber auch in der groſſen Angſt/ wegen Empfindung ihrer Die N tte s Saͤnden/ zu CHriſio JEſu der Sonnen der Gerechtigkeit/ Malach. 4. ut; 1 dem Glantz des Goͤttlichen Ebenbildes/ und Aufgang aus Heb.*. 3, 1 der Hoͤ he/ und ſo zu reden mit zweyen Blaͤttlein/ das eine iſt ware*“ Tdan 32 Pam d Buß/ das ander iſt ein mbrünftiges Seber/ mit denen ſie alles von ihm erhalten koͤnnen/ was ihr Hertz begehret. Dieſe ſchoͤne Blaͤttlein dann auch herfuͤr gebluͤhet/ an dem Koͤnige und Prophe⸗ ten David. Dañ da er in Angſi wegen ſeiner E uͤnden war/ wen⸗ dete er ſich ſtracks als ein zartes Sonnen⸗Bluͤmlein zu G Ott ſei⸗ nem HErren beichtete und bekennete ihm nicht allein aus zerſchla⸗ genem bußfertigen Hertzen ſeine S uͤnde/ ſondern bittet auch umb Gnade und Vergebung derſelben/ wie wir ſolches am vergange⸗ nen Bußtag aus unſerm 32. Pſalm vernommen/ da wir gehoͤret/ wie und welcher maſſen er ſeine Buſſe angeſtellet/ als: 1. Interiore peccati agnitione, doiore& Confeſtione, in reui⸗ ger Erkaͤntnis und Bekaͤntnis ſeiner Suͤnden. 2 In vera cum fraucia petitione, in glaͤubiger Bitte und Ab⸗ bitte. Die Wort hiervon lauteten alſo: Da ichs wolte ver⸗ ſchweigen/ verſchmachten meine Gebeine durch mein taͤg⸗ lich Heulen: Dann deine Hand war Tag und Nacht ſchwer anlch aufmir daß mein Safft vertrocknete/ wie es im Sommer n duͤrre wird Sela. Darumh bekenne ich dir meine Suͤnde/ u und verhele meine Miſſethat nicht: Ich ſprach/ ich wil dem HErren meine Pbertretung bekennen/ da vergabſtu mir mir die Miſſethat meiner Suͤnde Sela. Damit es nun nicht das anſehen haben moͤchte/ bey dem S ij David/ „ 4 41o Die dritte Predigt Daoidſer thu ihm nur allein alſo/ und weil er ein Koͤnigſſo wolleer mit ſolcher ſeiner Buſſe fuͤr andern geſehen und was ſonderbates ſeyn/ als welche ſo eben einem andern gemeinen Mann nicht zu ſtunde: So accommoaFiret er dieſelbe auf alle Heiligen /ſie ſein gleich reich oder arm/ Edel oder Vnedel/ Buͤrger oder Bauer und zeiget an/ daß ſie ihm eben alſo werden thun muͤſſen/ wo ſie ihrer Suͤn⸗ den anders wollen loß werden: Spricht darauff alſo: Dafuͤr werden dich alle Heiligen bitten zu rechter Zeit/ darumb wann groſſe Waſſerflut kommen/ werden ſie nicht an die⸗ ſelben gelangen. Aus welchen Worten wir anitzo fuͤr uns neh⸗ men wollen/ Jingularem pæuiténtia Davidis accommodationem, zu reden/ daß es ohn Nutzen nicht abgehe/ ſeufftzet mit mir alſo: Hilff HErr/ hilff/ laß wol gelingen/ dir zu Ehren undzu unſer aller Seelen Heyl und Seligkeit/ Amen. TRACTATIO. Cyunſerm vorgenommenen Punct/ ihr meine geliebte in 4 EHriſio dem HErren: Da wir zu betrachten Singulanem pænitentia Dapidis accammodationem, wie der David ſei⸗ ſeine Buß auch auf andere zeucht/ finden wir unterſchiedliches. A1 brun.. I. Petitionem ſeu poſtulationem ardeutiſfimam einè eti⸗ embrum, ſie Bitte und Seufftzen/ nach der Gnade und Vergebung der 8 Suͤnden: Hiervon ſtehet im Text alſo: Dafür werden dich alle Heiligen bitten/ omnis ſanctus poſtulabit:. Dieſes poſtula- bit bringt mit ſich daß man ein Ding von Hertzen gerne wolte ha⸗ ben/ man fordert und begehret es/ dañ das gehoͤret vornemlich au zur waren Buß/ daß man die Suͤnde in warer Demuth GOtt ab⸗ bitte/ immerdar ſeufftze und wuͤnſche nach der Vergebung/ und Buß undmit Gebet und Flehen anhalte biß die Erhoͤrung erfolget/ wie dañ Gebet geho⸗David alſo darnach geſeuff zet und gewuͤnſchet/ nicht allein indie⸗ ren zuſam⸗ ſem z22. Pſalm beſondern auch in andern ſeinen Pſalmen meht als men. in dem ſechſten. Ach HErr ſtraffe mich nicht in deinemon wie der David ſeine Buſſe auch auf andere zeucht. Hiervon ti lchig tiieguadig! deinem Kne Oaßwtalo beyeronde rdwageem GebezutE ſondern nut ſaget Haſß von emand von elch/ d feinmit Wh Daß lat der Knllehnet/ we ſibebet demn dKeitenlſove dr ſchon be ſndvwhBl nun folget d liſichuge d ung. Hers Blut des Lan g eh ohn Nnen nc or TRACTMI u 4 6 fnu e n uͤber den z2. Pſalm. 141 und zuͤchtige mich nicht in deinem Grimm/ ach HErr ſey mir gnaͤdig und im 43. HErr gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht/ dann fuͤr dir iſt kein Lebendiger gerecht. Daß wir alſo ſehen/ wie Buß und Gebet ſtehen unaufloßlich bey einander. Wer ungefaͤrbte Buſſe thut/ der betet auch gerne/ und wer gerne betet/ befleiſſiget ſieh auch der Buſſe/ ſonſt wird das Geber zur Suͤnden gerechnet/ welches nichts fruchten und helffen ſondern nur ſchaden und verdammen kan. Euer Vntugend ſaget Fao. zu ſeinen Zuhoͤrern/ſcheiden euch und euren Gott Eſa. /†9. v.z- von einander/ und eure Suͤnden verbergen das Angeſicht von euch daß ihr nicht gehoͤret werdet/ dann eure Haͤnde i ſein mit Blut beflecket/ und eure Finger mit Vntugend. Daß hat der Prophet G. Ott dem HErren aus ſeinem Munde entlehnet/ welcher ſich ſelber 1. cap. ſelbiges Prophetens gegen ſie hiebevor vernehmen ließ. Wann ihr ſchon euer Haͤnde auß⸗ veitet/ ſo verberge ich doch meine Augen von euch/ und ob ihr ſchon viel betet/ hoͤre ich doch nicht/ dann eure Haͤnde ſind voll Bluts/ waſchet euch/ reiniget euch ꝛc. Darauß dañ nun folget/ daß wann man erhoͤrlich beten/ und ſein Gebet recht/ wie ſichs gebuͤhret/ verrichten wolle/ ſo muͤſſe man zuvor die Haͤn⸗ de und Hertzen durch ware Buß rein und weiß waſchen in dem Blut des Lammes. Vnd außziehen den befleckten Rock des Flei⸗ ſches/ nach der Vermahnung des heiligen Apoſtels Jacobi cap. 4. Jac. 4. v. d⸗ Reiniget die Haͤnde ihr Suͤnder/ und machet euer Hertzen keuſch ihr wanckelmuͤtigen/ nahet euch zu G Ott(durch Buß und Gebet) ſo nahet er ſich zu euch(durch Gnad und Grhoͤ⸗ rung) und im. cap. befielet er/ bekene einer dem andern ſeine Cap. 5. v.16⸗ Suͤnde/ und betet fuͤr einander. Hefftet damit Buß und Ge⸗ bet aufs allergenaueſte an einander/ und weiſet daß keines ohn das ander G Ott gefallen koͤnne. Die Weyſen aus Morgenland thaͤten zu Bethlehem ihre Schaͤtze auf/ und ſchenckten dem neugebornen JEſulein/ dem Koͤ⸗ nige der Ehren Gold/ Weprauch* Myrrhen. üle an ij wir 142 Die dritte Predigt wir auch den guten Schatz unſers Hertzens eroͤffnen/ und wolge⸗ faͤllige Opffer und Geſchenck dem lieben G Ottpr⸗«ſentiren und darſiellen wollen/ ſo muͤſſen wir mit uns bringen/ nicht allein den wolriechenden Weyrauch des Gebets/ ſondern auch die bittere Myrrhen hertzlicher Reu und Leyd/ auß geaͤngſtigtem und zer⸗ ſchlagenem Geiſt/ und das Sonnen⸗glaͤntzende Gold des ſeligma⸗ Lue, 18. chenden Glaubens /die beyderſeits zu warer Buß erfordert werden. Was halffs dem Phariſeer im Tempel zu Jeruſalem/ daß er ſampt ſeinen Spieß⸗Geſellen und Ordens⸗Bruͤdern langes Gebet fuͤr⸗ wendet/ auf daß er von den Leuten geſehen wuͤrdes Nichts uͤberall⸗ Matth. 6. Warlich ich ſage euch/ er hatte ſeinen Lohn dahin/ der Sohn v. L. G Ottes verwarff ihn und deutet klaͤrlich an/ daß ſein himmliſcher Vater keinen Gefallen daran tragen koͤnte. Was war die Ve⸗ ſach? Dieſe traun: Daß es ihm bey ſeinem Gebet an der Buſſe mangelt. Hiergegen der arme Zoͤlner brachte mit ſich bey ſeinem Gebet bußffertige Hüſſe die er nicht mehr wandeln laſſen wolte auf den Pfad der Vngerechtigkeit/ und darumb/ er ſtund von ferne/ er brachte bey ſeinem Gebet mit bußfertige Augen/ auß Betrachtung ſeiner aͤuſſerſten Vnwuͤrdigkeit/ und darumb wol⸗ te er ſie nicht aufheben gegen Himmel: Er brachte mit ein bußfertiges Hertz daß ſeine Suͤnde erkante dann er ſchlugan ſeine Bruſt und ſprach: GOtt ſey mir Sünder gnaͤdig. Das Gebet muſte C Hriſtus loben/ das Gebet drang durch die Wolcken/ das Gebet ließ nicht ab/ biß der Hoͤchſte drein ſahe/ und GBuͤte und Treue einander begegneten. Daß meinet auch die Judith. 8. Gottsfuͤrchtige Judith wann ſie ſich und ihre Volck alſo anredet: v.II. Laſſet uns mit Thraͤnen fuͤr dem HErren beten/ Juaitb. 9. Dann lieber/ was ſind die Thraͤnen/ die von den Heiligen ſo offt ris, nach deß Opriani Wort/ unbetriegliche Botſchafften und An⸗ „ Ein recht zeigungen innerlicher Buß. Es heiſſet aber Buſſe thun nicht nut Bußfertiger ſo lange man betet/ und ehe man beten wil from̃ ſeyn/ ſondern man 4 5 tzen/ und viel in ihrem Gebet vergoſſen worden/ anders/ als Legati dolo- muß im neus muß auch den neuen Wandel beharrlich continuiten und fotiſte — Kenmd ſodi fo. Dann 34. Dnd wie un Wmda Gchoß:2 tügrechat/ fan waſchen und findigt was hufft h das füͤrein un trunſetbeten deteuntrdeß Hottloſts und Dan Reichke denreſchin ene Näche Man Himnmlalo woldem Wile Nhotſan. gib unds heut und Betrug h uns uſer E un wottedenn in wolee Fuͤh uſtnnuylh mabeten wolte. muhwilteGe Kkan alnen/ tannihtheten R Füͤſſe Nanttnerr. 1 P der Derechauiet r. 1 uchn bey ſenen der nudurf e Hen dau ku Emeckan Kund fprac EOnſwure f mui Cyſ bic/ 1e K d Sd dcf uhöd 8 T anrea kxemenn 4 a von von ſtſichuat ¹ zen/und alſo die Buſſe ſtetig und ohn unterlaß treiben und wieder⸗ Wandel be⸗ 2 holen. Dann wanñ einer betet/ ſchreibet der weiſe Lehrer Hrach. harrlich foꝛt⸗ über den z. Pfain. 347. Vnd wiederumb fluchet/ wie ſolte den der HErr erhoͤ⸗ ren? Vnd erklaͤret darauff den Handel durch folgend artliches Gleichniß: Wer ſich waſchet wann er einen Todten ange⸗ ruͤhret hat/ und ruͤhret ihn wiederumb an/ was hilfft dem ſein waſchen? Alſo iſt der Menſch der fuͤr ſeine Suͤnde faſtet/ — 3 und ſiindiget immer wieder/ wer ſol das Gebet erhoͤꝛen und was hilfft ihm ſein faſten? Dann ſiehe lieber Chriſt/ was waͤre das fuͤr ein ungereimbtes verkehrtes Ding/ wann jemand im Va⸗ eer unſer beten wolte/ Geheiliget werde driñ Name/ und ſchaͤn⸗ dete unter deß und entheiligete denſelben/ durch ein rohes/ ſicheres/ Gottloſes und picuriſches Leben? Wann einer beten wolte: Dein Reich komme/ und zerſtoͤrete inmittels deſſen ſelige Gna⸗ denreich in ſeinem Hertzen/ und richtete darinnen auf des Teuffels Reich? Wann einer beten wolte: Dein Wille geſchehe wie im Himmelalſo auch auf Erden: Vnd widerſetzte ſich aber gleich⸗ wol dem Willen des Hoͤchſten mit allerhand unverantworlichem Vngehorſam? Wann einer beten wolte: Vnſer taͤglich Brodt gib uns heute: Immitttels daſſelbe dem Nechſten mit Gewalt und Betrug hinweg nehme? Wann einer beten wolte: Vergib uns unſer Schuld als wir vergeben unſern Schuldigern/ fahrea⸗ ſonſt ſt ſein Gebet nichts. Syr. 34. v.29⸗ c, C G und wolte dennoch von Suͤnden nicht abſtehen? Wann einer be⸗ ten wolte: Fuͤhre uns nicht in Verſuchung/ und ſich ungeacht deſſen muthwillig in des Teuffels Verſuchung ſteckter Wann ei⸗ nerbeten wolte: Erloͤſe uns vom Vbel: Vnd unter deſſen durch muthwillige Gewiſſens⸗Suͤnde alles Vngluͤck uͤber ſich heuffete: Wie kan einen ſolchen Menſchen der HErr erhoͤren? Das heiſt traun nicht beten ſondern G Ottes des HErren ſpotten. Was Wunder iſt es dann/(damit wir die application auf Warum auf 3 anſer Seiten und Zeiten machen:) Daß es itzt uͤberall ſo ſchwer daher gehet/ und wir noch allerhand Straffen und Plagen unter wol und ſo viel Buß⸗ und Bet⸗Ta⸗ ge dennoch nicht beſſere u4 Die dritte Predigt gen. und ſchreyet zu G Ott umb den lieben Frieden/ und daran thut man recht und wol/ dann G Ott wil von uns angeruffen ſeyn in Pſal. 5o. v. i, allen Noͤthen: Wie kommt es aber das ſolches Gebet ſo lange ge⸗ waͤxet/ ſeinen erwuͤnſchten Fect nicht erlanget/ und wir noch nicht den edlen lang⸗gewuͤnſchten Landfrieden uͤberkommen? Zwayein polticus und weltweiſer Mann kan etlicher maſſen ſeine Motiven leicht erzehlen/ und es bey ſich wol erwegen/ warumb dementſtan⸗ denen Kriegs⸗Feuer noch nicht geſteuret/ und der allgemeine Fned biß dato hinterhalten worden: Ein Tbeologus aber muß hoͤher hin. auffſteigen und die Leute auf G Ott weiſen/ der ſie ſoſtraſe umb ihrer uͤbermachten Suͤnden willen. Man betet wol/ aberohne Buſſe/ darumb kan die Erhoͤrung nicht erfolgen. Es wind iewe⸗ nig gemercket in der werthen Chriſtenheit/ auch unter uns allhier/ daß die ſo boͤſe geweſen ſind/ ſolten/ wil wol zwar nicht ſagen von allen/ ſondern nur von dem meiſten Theil/ from werden. Werſein 8 eaatum nur auf das zeitliche geſetzet/ und mit halben Hertzen GSOtt gefuͤrchtet/ der thut es ja noch. Wer zuvor gefluchet/ geſchwonen/ gezaubert/ gelogen und getrogen/ und den Namen Gottes ſchaͤnd⸗ ichen gemißbrauchet /der thut es ja noch. Wer GOtt ſein Won die hochwuͤrdigen Sacramenta und die Diener des Worts zuvor veerachtet/ der thut es ja noch: Wer zuvor Vater und Mutter Hrren und Frauen und der Obrigkeit ungehorſam geweſen det hut es ja noch. Wer zuvor andere gehaſſet und mit der Zungen getoͤdtet der thut es noch. Wer zuvor gefreſſen/ geſoffen/ gehuret treibet es noch/ und iſi ihm eine Freude/ wañ ers nur thun kan. Ich beruffe mich zum Zeugnis deſſen auf die Straffen Gottes die ſonſt wuͤrden hinweg ſein wann wir uns gebeſſert/ oder noch from wut⸗ den: Ich beruffe mich zum Zeugnis deſſen auf die aͤgliche Erfah⸗ rung/ die es gnugſam behaͤuptet: Ich beruffe mich zum Zeugnie deſſen auf eines ieden eigenes Gewiſſen/ das wirds ihm wol ſagen wie er oͤffentlich und heimlich Haußhalte/ alſo daß die Engaun 9 Zeiten erfol⸗ und Bet⸗Tage/ wie auch ſonſt vielfaͤltige Betſtunden man ruſſg und gebubet/ den Nechſien verfortheilet/ betrogen und helogen der ——— Bett des Ri gentöchte h 1 hn 5 geſ ſe aber ſch nich wohenſchn der Finhda wieheym Eha ts. Solaber ſinweg zeno Fael auch ſehe erſs raugen Wind Meſchin au duch Buß und gen angeden geweſenigdiee Polte mei nen Aegeng Boten des Friedes wol Tag und Nacht daruͤber weinen und kla⸗ ha.— ae a gen moͤchten/ wie es dann auch gewißlich geſchiehet/ mehr als den Zuhoͤrern gut und zutraͤglich iſſ/ und ſprechen: HErr du ſchlaͤ⸗ — h Zeſt ſie/ aber ſie fühlens nicht/ du plageft ſie/ äber ſie beſſern enease ſich nicht/ ſie haben ein haͤrter Angeſicht als ein Fels /und Aamfuchänn wollen ſich nicht bekehren. Jenz. Daher und darumb friſſet Jerem. 5 vz. aanaan s der Fluch das Land/ mercke es wolder Fluch friſſet das Land thatt gezaaan e Wie beym Nhais ſiehet. Dann die darin wohnen verſchulden Eſa. 4.7,6, — es. Sol aber der Landes Fluch einmal und bald von unſerm Halſe hinweg genommen werden/ ſo ſchicke dich doch du geiſiliches Ilrael/ auch an dieſem Ort/ und begegne deinem Ott/ dañ ſeehe/ er iſts/ der die Angſtberge der Truͤbſal machet/ und den n rauhen Wind des Vngluͤckes ſchaffet/ und zeiget alsdann dem Maeenſchen aus ſeinem Wott/ was er reden und vornehmen ſol/ 2 durch Buß und durchs Gebet: So wird dein G Ott mitten im orn eingedenck ſein ſeiner Barmhertzigkeit/ die von der Welther geweſen iſt die er ſo hoch betheuret im 81. Pſalm/ und geſprochen: Pſal. l.v. 4. Wolte mein Volckmir gehorſam ſeyn/ und Iſrael auf mei⸗ nen Wegen gehen/ ſo wolte ich ihre Feinde bald daͤmpffen/ und meine Hand uͤber ihre Widerwertige wenden/ und die den HErren haſſen muſten an ihm fehlen/ ihre Zeit aber 8 wrirde ewwiglich waͤren/ und ich wuͤrde ſie mit dem beſten Weitzen ſpeiſen/ und mit Honig aus dem Felſen ſaͤtigen. Darumb Land/ Land/ Land hoͤre des HErren Wort er.e⸗, ler. 22. v.:9. ncch.—— 1 Vnd beſſere dich mit deinen Kindern bey Zeiten/ ſonſten werden nicht allein G. Ottes Straffen noch aͤrger kommen weder zuvor/ ſondern auch ſolche treuhertzige Vermahnunge werden wider dich V u danne jnetri 4 und ſie Zeugen ſeyn zum ewigen Verderben. Vnd das iſt das — 8 55 Darbey/ gelehret woden /daß Buß und Gebet zuſammen aramse e geboren. a Nugrott 4 72. Haͤlt uns der Koͤnig David hierbey fuͤr lmiperſalita- I 1 u ehleat. 8 kem Copieſcmau, eine groſſe Menge. Was iſi dann das fuͤr ein Membtum⸗ —* gyroſſe Menge/ nemlichdie gantze P lanieE hanr edun 6 5 Menge 16 Die britte Predigt Menge der Heiligen hienieden auf Erden: Hiervon ſpricht er alſe Auch die hei Dafuͤr werden dich alle Heiligen bitten: Nicht nur einer oder ligen umb der ander von den Helligen/ ſondern alle Heiligen. Daß iſt war⸗ We gehng. lich eine groſſe Menge/ und ſo viel deſto groͤſſer/ weil ſi auchall zu bitten ha⸗ 4 2 M b aha gelrein waͤren/ ſo waͤren ſie von dem andern Hauffen abgeſondert; ſuͤndige Menſchen ſeyn. Dann wann ſie gantz pe⸗fect und En⸗ Aber da gehoͤren ſie mit zum Regiſter/ und unter der Zahl derer/ da⸗ von zun Roͤmern amz. Sie ſind allzumal Suͤnder und mangeln des Ruhms/ den ſie an G Ott haben ſollen. Die Wideraͤuffer und éntbuſiaſten welche den heimlichen Offenbarungen undEnt⸗ zuͤckungen ergeben ſind/ bilden ihnen ein/ diejenigen welche einmal wiedergeboren und Buſſe gethan/ koͤnnen nicht mehr ſuͤndigen ſondern waͤren auch in dieſem Leben gar Vollkommen und Engel⸗ rein/koͤnten das Geſetz gaͤntzlich und vollſtaͤndig halten und erfuͤ⸗ len. Dieſen Irrthumb verdammet allhier der David mit dem daß er ſaget/ alle Heiligen werden umb Bergebung der Suͤnden bit⸗ zen: Dann was bedarff es doch umb Vergebung der Suͤnden bitten/ wann wir Vollkom̃en waͤren. Darumb dann auch ſolchen Irrthumb unſer Chriſtliche Vorfahren in dem 1. Artieul Aug⸗ ſpurgiſcher Confeſon, verdammet mit dieſen Worten: Hier wer⸗ den verworffen die/ ſo lehren/ daß dieienigen ſo eins ſind fromm worden/ nicht wider fallen mogen. Vnd zwar nicht unbillig haben ſie ſolchen Jerthumb verworffen/ weil er hochſchaͤd⸗ lich und die Menſchen abfuͤhret entweder zur leidigen Sicherheit wann ſie ihnen eine gaͤntzliche Vollkommenheit einbilden oder zut endlichen Verzweiffelung/ wann das Gewiſſen aufwachet. Kan aber mit dem das Daoid allhier ſaget: Dafuͤr werden dich alle Heiligen bitten/ widerleget werden. Vnd daß er hievon nicht gelogen/ ſo gibt ihm hierin Beyfall Moſes/ der Knecht G HOltes/ wann er auftritt in ſeinem andern Buch 24 und ſaget: Fuͤr dir iſt niemand unſchuldig. Es gibt ihm hierin Beyfall ſein Sohn rHes 8.r. 46 Salomon Reg. s. Wanner ſpricht: Es iſt kein Menſch der nicht ſuͤndige: Beyfall gibt ihm ebenmeſſig der nec G H di wälhe Nüdach Böclund hal Rlen Vine Kndemn end neafpden, Aid Necht wat in mundou weiſe roch! Was vat Jedochmuſe heitopfund de Apoſtelun hten Chrſſi eunsnichtt Hähet Hathen Gen.h lung aisch garal gtoſſe tnitder alhu ſcphs ſeines⸗ Lraa⸗. Gid dem unteſon und Latſch egn. Jo dutioſen Konn War. 2, F. N;, „INen welche te Jenm bn uͤber den 32. Pſalm. iah Hiob/ welcher von GOtt das Zeugnis hatte/ daß ſeines gleichen im Lande nicht ſey/ ſchlecht und recht/ Gottfuͤrchtig und meide das nean finden/ bey denen da kein reiner iſt. Hiob. 14. Boͤſe/ und halte feſt an ſeiner Froͤmmigkeit iob. 1. Der ſahe ſich in allen Winckeln umb/ und betrachtete einen Menſchen nach dem andern/ endlich bricht er aus in dieſe Wort: Wer wil einen rei⸗ Vnd diß geben auch die Exempel der gefallenen Heiligen: b Recht war iſts was Sprichwortsweiſe geſaget wird: Non ſuut in mundo vißi, qui non babuerunt aliquod Niſt- So klug und ₰ 132 weiſe noch kein Mañ war/ der haͤtte gelebet ohn Tadel gar. Was war herrlicher im alten Teſiament /als die hohen Prieſter? n v dedarf wäm d vvr Vollfemen virn Dan Jedoch muſten ſie zu erſi/fuͤr ihre eigenen Suͤnde und Vnwiſſen⸗ Hiob.I4.v. 4 heit opffern Hebeg. Was war herrlicher im Neuen Teſta ment als Heb. 9. v. 7. die Apoſtel und Legaten des HErren C Hriſti? Dennoch befielet ihnen C Hriſius zu beten: Vergib uns unſere Schuld: Fuͤh⸗ xe uns nicht in Verſuchung/ Erloͤſe uns vom Vbel Luc.. Luc. u.v. 4. Hierher gehoͤren an dieſen Reyen Sara mit ihrem unzeitigen lachen Gen. vF. Abraham mit ſeiner Furcht/ Simulation und Stel⸗ lung/ als ob Sara ſeine Schweſter waͤre. Gen. 20. Iſaat mit ſeiner gar zu groſſen und unzeitigen Liebe gegen dem Eſau Gen. 5. Jacob mit der allzugroſſen⸗Vngedult uͤber den vermeinten Todesfall Jo⸗ ſephs ſeines Sohnes Gen. 37. Moſes mit dem Zweiffelund Vn⸗ * glauben. Nam. 20. Aaꝛon mit der Abgoͤtteꝛey des gegoſſenen Kalbes Erxod. 42. Gideon mit dem aͤrgerlichen Leibrock Jua 5. Jopbrba mit dem undeſonnenen Geluͤbde Jud. u. Davld mit dem Ehebruch und Todtſchlag 2. Sam. u. Salomon mit ſeiner Abgottere/ Reg. I. Joſaphat /mit ſeiner gar zu groſſen Freundſchafft mit dem goottloſen Koͤnige Achab. 2. Paral. 19. Hisk ias mit ſeinem Stolls 2., Par. 23. Joſias mit einem unnoͤtigen Krieg/ den er anfaͤhet. 2, Reg. 23. b b In Neuen Teſiament die Apoſiel mit ihrem Vbermuth/ welcher unter ihnen ſolte fuͤrden groͤſten gehalten werden/ Marceg. Item mit ihrer Vnireu und Flucht Marci. Peirus mit ſeinem 2 Der⸗ 148 Die dritte Predigt b Verleugnen und Verſchweren. Matr6. 16. Paulus und Balna⸗ Kesägee bas mit ihrem Zanclen. A67.j. Vnd wer kan alle Faͤlle der Heil⸗ Zade ng gen erzehlen? In Berrachtung deſſen/ ſollen wir nicht ſo zaus nch gew ſen Heiligen ſein wollen/ und uns beſſer laſſen duͤnclen weder anden Prwſtende groſſe Heiligen/ welche auch den Heiligen Geiſt gehabt haben ⸗ taffang odet ber gleichwol den Widerwillen des Fleiſches und Bluts/ widen Wannihri den Heiligen Geiſt gefuͤhlet/ und ſich ihres freyen Willens und meinénge deſſelben Kraͤffte wenig ruͤhmen koͤnnen/ ſondern umb Vergebung ich euchnic der Suͤnden taͤglich bitten/ und mit dem Apoſtel Paulo klagen tichterkant muͤſſen aus ſeiner Epiſtel zun Roͤmern am7. Ich weiß daß in 60 mir/ das iſt/ in meinem Fleiſch wohnet nichts guts: Wollen knfür allr habe ich wol/ aber vollbr ingen das gute finde ich nicht Deñ ns erkanmnt das Gute daß ich wil/ thu ich nicht/ ſondern das Boͤſe daß Kehewiedeng ich nicht wil/ ꝛc. Ich elender Menſch/ wer wird mich erloͤſen hſſen walker 111. von dem Leibe dieſes Todes. und Sedleam Membrum.. I. Finden wir bey ſolcher Accommodation, da David Soat Wen die be⸗ ſeine Buſſe auf andere zeucht. Occaſonem optiman,, die beſte und Kicht oien — ſte Zeit umb bequemſte Zeit/ da die Heiligen umb Vergebung ihres dernac. Ga Vergebung Sünden bitten: Hiervon ſagt er: Dafuͤr werden dich all Ha lan unyaa der Suͤnden ligen bitten zur rechten Zeit. Dieſe rechte Zeit alſo zu bitten ſagt entgele. Sot zubitten. D. Semeccerus uͤber dieſen Pſalm beſtehet in zweyen Dingen Er⸗ kintnaadere Selneccerus ſich in rechter warer Erkaͤntnis der Suͤnden. Rechte Lehre zeiget uns f uumed tn Aueligig an die gnadenreiche Zeit/ da G Ott ſein Wort der Gnaden in der tich aln d Pfalm. 3*. Welt leuchten laͤſt/ daß es rein und treulich gepredigt wird/ und dſe in unſere e Hertzen im Slauben und Troſt geſtercket werden/ da die Jugend iG Stt a0 zu rechten Gottesdienſten/ rechter Lehr und Zucht gehalten wlrd/ ſte geva und G Ott unſer Gebet annimmet/ und laͤſt ihm gefallen unſer ih an afen Thun/ Leyden/ Leben und Sterben. Eine ſolche gnadenreiche geit Aa/p nui w wiritzt haben/die wit das Wort Gottes und rechten Gebtauchdet iiſte jahn hochwuͤrdigen Sacramenten noch haben/ wiſſen von G Ottes E wiſ ſeinem Weſen und Willen/ und wie wit ſollen gerecht fromtmund lamlijr n ſeng werden/ darumb auch itzund von Noͤthen/ daß wir bitten/ attt alang Goit wolle uns bey ſeinem Wotz ethalten und ho unſer. Se ie Lhhef. uͦber den n. pſalm. 3 5 aun 1 de vergeben auf daß wir nicht von wegen unſers Vndandls indde n wfatſ Zeit der Vngnaden und der Finſternis gerahten/ dari wir zuvoꝛ Dlc azn un mauch geweſen unter dem Papſihumb/ in allerley Abgoͤtterey und Wal der Dearün w 4 Vnwiſſenheit ohne waxe Erkaͤntnis und Furcht Gottes/ ohne An; en Ka richa m ruffung oder ja nicht ohne Erhoͤrung/ wie GOtt ſaget. Hal. 4f. venarhmn ta Wann ihr ſchon euer Haͤnde außbreitet/ verbergeich doch m Ugich he mein Angeſicht fuͤr euch/ und ob ihr ſchon viel betet/ hoͤre ſm Et mna ich euch nicht: Viſach: Ihr habt die Zeit euer Heimſuchung 4 9. Inn Jänag, nicht erkant/ und den Tag des Heils verachettt. Amenmem Fieſcch nazar G Ott behuͤte uns ja gnaͤdiglich umb ſeines Namens wil⸗ 2 dder voldemzmaͤsg en fuͤr aller Abgoͤtterey und fuͤr der Zeit der Vngnaden/ und laſſe das ich vit tu chte a. uns erkennen die rechte Zeit unſer Heimſuchung/ daß es uns nicht dlx. Ich tender Naher gehe/ wie den Juden/ Griechen und vielen andern Voͤlckern /die itzz muͤſſen in allerley Abgoͤtterey und Finſternis irrgehen/ und an Leib Fean vere ſtr und Seele arme elende Leute ſind. Wiewol es fuͤrwar zu beſorgen „ tnn iſt/ GStt werde uns ſein Wort uͤber und wider unſern Danck u mdut zncht Kammm . aicht laſſen/ dann wir ſtellen uns doch alle als fragen wir nichts 4 ant da de emnm darnach: G Ott ſey es geklaget/ und verſchone der armen Kinder⸗ datem: Newenfaga Där lein und Nachkomen/ daß ſie unſere Vndanckbarkeit nicht moͤgen mar rechten gt Dräntast entgelte. So viel was die Lehre anbelanget. Darnach was diecre⸗ a ditſen Pünteizane h käntnis der Suͤnden betrifft iſt die rechte Zeit zu beten/ wañ wir an merer EitleudaEtan] uns fuͤr arme Suͤnder erkennen/ und heiſt darumb eine rechte Zeit/ denthe Aen eaHefedt h nicht allein/ daß wir alsdann ſolches Gebets umb gnaͤdige Verge⸗ böung unſerer Suͤnden am meiſten beduͤrffen/ ſondern daß uns auch G Ott alsdann am meiſten und erſten erhoͤren/ und uns un⸗ ſer Bitte gewaͤren wil. Dann G Ottes liebſte Wohnung/ daer 1a d ſich am erſten wil finden laſſen/ iſt ein zerbrochen und zerſchlagen Hertz/ ſo nach G Otles Gnaden und Vergebung der Suͤnden 2 ſeufftzet/ Palm. 51. Biß hieher Selneccerus. So verſeume demnach ja niemand dieſe rechte Zeit die heil⸗ ſame Lehre anzunehmen/ und ſeine Suͤnde zu erkennen/ ſonſten iſt er kein Heiliger/ ſondern ein Vnheiliger/ kein Bußfertiger/ ſondern ein Voßhafftiger. Aber hilff HErr/ die Heiligen haben ab⸗ b T iij genom⸗ is Die dritte Predigt genommen/ und der Glaͤubigen iſt wenig unter den Men⸗ b ſchen Kindern/ einer redet mit dem andern unnutze Dinge Pſal. 2. v.z. und heucheln/ mag man wol klagen auß dem n. Pſalm des Ko⸗ niglichen Propheten Davids. IV. 117. Gibt uns auch der Koͤnig David hierbey zuverneh⸗ Membrum. men Lleiliratem maximam, den groſſen Nutzen den die Heiligen davon haben/ wann ſie alſo zu rechter Zeit umb Vergebung der Suͤnden bitten: Spricht alſo: Darumb wann groſſe Waß⸗ ſerfluth kommen/ werden ſie nicht an dieſelbigen gelangen. Das iſt: Keine Waſſerfluth ſollen ſchaden denen/ die alſo faͤr S6 Ott treten/ ihre Suͤnde bekennen/ und umb Vergebungderſel⸗ Kom.5.v.r. ben bitten durch C Hriſtum/ wie auch Paulus alſo lehret Rom. ſ. Nun wir dann ſind gerecht worden/ ſo haben wir Friede mit GOtt durch unſern HErren JEſum CHriſt. Fuͤrch⸗ tet ſich alſo ein ſolcher Menſch nicht mehr fuͤr GOtt/ ſondern b Peihe. Immannel/ G Ott iſt mit/ bey und in uns. Iſt nun Rom. 9..31. GOtt für uns/ wer mag wider uns ſeyn. Rom.. Wasdurch Was heiſſen dann aber allhier Waſſerſluthen? Waß⸗ de Maue 6 ſerfluthen bedeuten zuweilen in heiliger Schrifft/ einen groſſen 4 vſfuß er Hauffen feindſeliger Voͤlcker/ ſo ein Land oder Stadt uberfallen! Schrifft be⸗ alles verheeren und verderben wie dann ſolche Bedeutung zu fin⸗ deutet wird, den Naie§. Der HErr wird uͤber ſie kommen laſſen ſtarcke Bſa,s. v. 7. Und viel Waſſer des Stroms: Da es dann im Cbalaiſchen lautet: Exercitus populorun multorum inſtar flu vi forius Sro- buſti. Ein Heer vieler Voͤlcket/ gleich einem maͤchtigen ſtalcken Strom: Wer auch dieſe Boͤlcker/ erklaͤret bald darauff daſelbſt der Prophet/ und ſaget/ es ſey der Koͤnig zu Aſſyrien und alle ſeine Herrligkeit: Vnd faͤhret der Prophet in ſolcher Aegori⸗ fott und ſpricht: Daß ſie werden uͤber alle ihre Baͤche fahren(und uͤber alle ihre Vfer gehen/ und werden einreiſſenin Juda und ſchwemmen und uͤberhergehen biß daß ſie an denhal reichen. Das iſt/der Koͤnig zu Aſſyrien/ wird mit ſeinem Knſags heex wie ein ſiarcer Strom oder Waſſerfluth einhen ahreale tzeſtwefin zuarin Lande Paſerfluche Iſbrſcheseg atdes Jädi de Waſſiflu Herrſichet die ade Flat drinnen ſt/¹ reiſſen wude u turrens bab Pol ter 9 M uaendie Haby tttHa.n. Rredk Zawälenb dliazand Angſt t Und 114. Wſ Dadddſagenſes Leibliche alba cſe Pherſche. rilc ingeſam üren. De all fiſſoſolleſied nick len niche ſigangen. Waiches w tgn deſin egn mare in uͤber den z2. Pſalm int acdein unganne in aͤberſchwel̃en/ hinwegreiſſen/ verheeren und verdetben/ Anfangs 1 Doghen Dan duma zwar im Lande Iſrael/ darnach im Lande Juda/ alſo daß ſolche Am Waſſerfluthen biß an den Hals reichen werden/ das iſt/ ſolche — e tnd e Iſſyriſche Kriegsleute auch biß an Jeruſalem ſo da war die Haͤupt⸗ emm grſaſ ſiadt des Juͤdiſchen Landes/ ſtreiffen werden. Welche Bedeutung mm dmdan dan die eine Fluth machen werden/ und beyde Land und was ene Urſeat fn es drinnen iſt/ beyde Staͤdte und die ſo darinen wohnen weg⸗ n ber E recdlem m reeiiſſen werden. Cbala: Ecce populi venient ab Aquilone& erunr durch Cnfun mat han ſnd garaedn g waren die Babylonier. Bben ſolche Bedeutung wird auch gefuͤß· 8 derch unſen henn⸗ mret Ea. 17. Ezech. 26. 4poc. 17. Fſ.7. v. nn,rz aſe en urde Nacnd nri guweilen bedeuten auch Waſſerfluthen in heiliger Schrifft/ Eꝛech. a6. S eſtaanzht allerzand Angſt/ Truͤbſal, Jammer und Elend 2. Jam. 22. Pſalmas. v.z3,19. ur s Ner maeder s 606. und 2. Hd. 2f.& P. Treng. So wil demnach der liebe Apoc. 17. das beufendamheeletn r David ſagen/ es moͤgen leibliche oder geiſtliche Feinde heran treten.. Sen. anett ug Leibliche als Tyrannen und Verfolger der Kirchen/ oder ſonſten 8 ä. boͤſe Menſchen; Geiſtliche als Suͤnde/ Todt/ Teuffel und Hoͤll/ pſal. 13.v. ts welche ingeſampt moͤgen wie die groſſen Waſſerfluthen einher⸗ Pſal. 66. v. 2. fahren. Die alles uͤberſchwemmen und einreiſſen was ſie ergreif⸗ Pl. 147, v. 7. 34ʃ„Do ufen/ ſo ſollen ſie doch den glaͤubigen und recht bußfertigen Chriſten Eſa. 19. v. 7. 1 Bafcr des Enans: nicht allein nicht ſchaden/ ſondern auch noch allerdinges nicht an 143. v. 2. 1 ſie gelangen. Thren. z./54. d4 ee der T gefen 5 De dritte Predigt Straffer und Richter iſt. Gleieh wie nun ein Haus/ ſo auf einen harten Felſen geſetzet und gegruͤndet iſt/ von den Waſſenn ſo leiche nicht mag eingeriſſen/ noch von den Sturmwinden umbge⸗ ſchmiſſen werden/ die Feinde moͤgen es auch nicht leichtlich anfal⸗ len/ ſie muͤſſen unten und von weiten liegen bleiben: Alſo auch glaͤubige und bußfertige Chriſten ſind G Ottes Haus/ C Hriſtus iſt der Fels auf denſelben ſind ſie gebauet/ C Hriſius aber iſtein Prieſter ewiglich?/alm. uo. Er wird ein Koͤnig ſein uͤber daß Haus Jacob ewiglich. Luc. l. Bleibet nun C Hriſtus/ ſo bleiben auch ſie/ als welche auf ihn gebauet keine Waſſerfluth der Anfechtung wind ſie umbreiſſen/ kein Anfall der Feinde wird ihnen ſchaden koͤnnen. Wann gleich die Hoͤlle ſich aufthaͤte und alle Pforten angelweit auffſperrete/ wañ gleich alle Teuffel mit groſſer /uri und ungeſtuͤm ſie anfielen/ ſo ſol es doch heiſſen wie 1. Per. 3. Duus esi qui pos affi- ckurus ſit? Wer iſt der euch ſchaden koͤnne. Es war groſſe Gefahr zu den Zeiten Loths in dem er von⸗ Koͤnigen gefangen weggefuͤhret ward: Aber Abraham wapnete ſeine Knechte/ und jaget ihnen nach/ ſchlug ſie und jaget ſie biß ge⸗ gen Hebar/ und brachte Loth wieder mit ſeiner Haabe. Gen. 4 S DOtt kan noch bald einen Abraham außruͤſten welche den Kedot Laomor ſchlage/ und die Gefangene/ verjagte und geplagte wieder⸗ umb zu den ihrigen bringe. b Es war groſſe Gefahr am rohten Meer: Aber GSahi Moſen ſeinen Stab aufheben/ und ſeine Hand uͤber das Meen reccken/ da theilet es ſich von einander/ daß die Kinder Iſtael hinein giengen/ mitten hindurch auf dem Trorknen. Exoa. z. GOltkan noch bald einen Moſen erwerlen welcher mit ſeiner Hand darein ſchlage/ und das Meer oder Fluthen der Verfolgung zertheile. Es war groſſe Gefahr zu den Zeiten Hiskia/ aber der Engel des Et⸗ ren fuhr aus und ſchlug im Aſſyriſchen Lager 185000. Mañ kſa G Ott kan noch heute zu Tage einen Engel ſchicken /welcher eim groſſe Schlacht thun kan. Io einsmals ein oſſes Enheben eniſtundeinder Sunt intid⸗ hnuubun daſ gettſtu. Kar s, A nchen: 6 Etbeche e haden dart Wehzinter kann Jlc Vngeftum. Hottte ſein gen Wyhnal mnen darun Herr Eiue und pflcg ihr Amen! Ame nloff ePnta. Pa 1 aſi Küh nitſct uba ßdie Au inen 4ʃ0 V — 3 —“— 4 8 ¹ 8 4 3 B ‿ E“ 8 * uͤber den 31. Pſalm. 48 193 Antiocbien da ſtunden die Chriſten beyſammen/ mufften einander getroſi zu: Srate Cbriſtus eii nobiſcum, ſtehet feſt/ C Hriſtus iſt bey uns. Alſo laſt uns auch feſt ſtehen in aller Noth und Gefahr und ſprechen: G Ott iſt bey uns: GOtt iſt unſre Zuverſicht und Staͤrcke/ eine Hülffe in den groſſen Noͤthen die uns troffen haben/ darumb fuͤrchten wir uns nicht/ wann gleich die Welt unter gienge/ und die Berge mitten ins Meer ſincken/ b wann gleich das Meer wuͤtet und wallet/ und von ſeinem Vngeſtuͤm die Berge einftelen/ Sela: Deſioch ſol die Stadt Gottes fein luſtig bleiben mit ihren Bruͤnnlein/ da die heili⸗ gen Wohnungen des Hoͤchſten ſeyn. GOtt iſt bey ihr dar⸗ innen/ darumb wird ſie wol bleiben/ GOtt hilfft ihr früe ꝛc. Pal. 40. v.7 /*ν. Gnug auf dißmal. Nun hilff deinem Volck HErr IEſu CHriſt/ und ſegne was dein Erbtheil iſt/ wart Amen Amen und pfſeg ihr zuͦ aller Zeit/ und hebe ſie hoch in Ewigkeit/ one--O6pe. 636-J60· o8099.,0. o8ye- Bee⸗Bee enc⸗ EXORDIUM X Ennunſere erſten Eltern ſamt allen ihren Nach⸗ Kaund Gerechtigkeit/ in welcher ſie von G Ott er⸗ 8 S ſchaffen Fpb. z. waͤren hlieben/ ſo haͤtten ſie keiner b ꝗ Buſſe bedurfft /es waͤre a die Buſſe keines we⸗ ges Cüſtrini 16. Decembr,. Anno ¹1646. Buſſe vor kommen im Stande der Vnſchuld in Heiligkeit dem Fall nit von Noͤt hen. Ep h. 4,7.24, A Die vierdte Predigt b ges als ein weſentliches nothwendiges Stuͤd der waten Gotiſe⸗ ligkeit von ihnen erfordert worden/ dann wo keine Suͤnde iſijdaig auch keines weges von Noͤthen Erkaͤntnis der Sunde und wahe Neu daruͤber oder auch Vergebung der Suͤnden durch den Glau⸗ ben an C Hriſtum/ ſondern ihre Gottſeligkeit waͤxe einig und allen beſtanden im heiligen vollkommenen Gehorſam gegen G.Hles Gebot. Darumb dann auch vor dem Suͤnden Fall das Geſetz G Ottes ihnen nicht zu dem Ende gegeben wan daß ſie daraus ih⸗ re Suͤnde erkennen und dieſelbe bereuen ſolten/ wie heutiges Cages Rom.z.v. ꝛ0. zu dem Ende das Geſetz dem Menſchen wird geprediget Rom.3. 4. Sec7.—e.4.3. Sondern einigund allein zu dem Ende/ daß ſiedaraus lernen ſolten/ in welchen Wercken ſie ſich ůben/ und G Oudem HErren Dienſt und Gehorſam erzeigen ſolten. Aber weil ſie von O Ott ihrem Schoͤpffer durch Vngehot⸗ ſam ſich freywillig abgewendet/ und dadurch auf alle ihre Nach⸗ kommen die Suͤnde geerbet/ dannenhero iſt zu warer Gottſeligkel ihnen und uns allen von Noͤthen wate rechtſchaffene Buſſe. Die heiligen Engel beduͤrffen keiner Buſſe/ dann ſie ſind ohne Suͤnde aber wir Menſchen beduͤrffen alleſampt der Buſſe/ wollen wir an⸗ ders in der Gottſeligkeit uns rechtſchaffen uͤben. Worin ſich dann gar fein erwieſen der Koͤnig Dadid/ wie ſolches ſeine Bußpſalme außweiſen/ von welchen wit bißhero fu uns gehabt den andern/ ſo da iſt in Ordnung der Pſalmen⸗ nach der z2ſie/ in welchem wir bey dem erſten Theil abgehandelt die Leht de juſtiticatione, von der Gerechtfertigung eines armen Suͤndets fur GOu: In dem andern Theil beſehen haben den Punct e Eænitentia von warer Buſſe/ und betrachtet: . Kccuratam pænitentiæ deſciptionenm, eine gar eigent⸗ liche Beſchreibung rechtſchaffener Buß. e. Singularem pænitentiæ ad ſancdlos acrommodationen, wie erdie Buſſe auf alle Heiligen ziehe: Itzo aber noch in dieſen andern Theil werden zu Hand bekommen. Oaviair adpanitentiamprecationen, ein ſehr ſchaͤnts Gihet Gütdes de gchug derS GOtts ah uffeet ni drzare des Mundes GOtt dem. sandiſſemGe fihea Leßtevo d Sänden., 1 benel Täl un Ke hewegen wi ein Schirl hien uchen b jeben ſiean e dun n näüen endal . da er die Sodomiten in Shnpbe alus daß ſie di c huͤren über den z2. Pſalm. 455 Gebet des Davids ſo er thut auf die Leht von der Buß/ und Wer⸗ gebung der Suͤnden. Hiervon aufs einfaͤltigſte in der Furcht SOttes zu handeln/ und daß es ohn Nutz nicht abgehen moͤge/ ſo ſeufftzet mit mir alſo: Hilff HErr/ hilff/ laß wolgelingen/ dir zu Ehren/ und uns allen zur Seligkeit/ Amen. 9 Abhandlung. s ihr meine Geliebte und Außerwehlte in C Hriſto/der 3 6 alte Kirchen Lehrer Damaſcenu⸗ von dem Gebet eines Damaſceng, ais ad Deunm, das iſt/ daß es nicht nur ſey ein Wercl der Lippen oder rid.c. 24. des Mundes allein/ ſondern eine Erhebung des Hertzens zu GᷣOtt dem HErren/ eben daſſelbe moͤgen wir auch wol ſagen/ von dieſem Gebet des Daoids ſo er allhier thut/ au fdie bißhero ge⸗ fuͤhrte Lehre von ſeiner Buß/ und erlangter gnaͤdiger Vergebung der Suͤnden. Dan da erhebt er ſein Hertz und Gemuͤth zuG Ott. T. Bene polentiam captans, wann er G.Stt einen herrlichen Titul und Namen gibt/ und hiedurch ihm ſein Hertz ruͤhren und bewegen wil zur gnaͤdigen Erhoͤrung: Alſo ſprechend Du biſt mein Schirm. Weiſe Redener haben den Gebrauch/ damit ſie ihnen machen /udicem faævorabibem, einen guͤnſtigen Richter/ ſo heben ſie an von ſeinem Ruhm/ ſuchen bey ihter Orationoder Rede zum Anfang ſeinen Ehren⸗Titul herfuͤr/ damit ſie ihn bewegen daß er ihre Wort großguͤnſtig behertzige. Diß thut nun auch Da⸗ vid allhier in dieſem Gebet/ hebt an von G Ottes Ruhm/ gibt ihm einen herrlichen Titul/ und ſpricht: Du biſt mein Schirm in Goͤttlicher ſeiner Sprache bedeutet es ein heimlich verborgen Oertlein/ da Schum was man einen nicht ſehen oder finden kan/ da man fuͤr Gefahr und dardurch zu Anfeindung ſicher iſt. Dieſes guginm oder Schirm verſtehet verſtehen. nicht allein der Koͤnig David Corporalrer leiblicher Weiſe/ wie 4 14 Membrum. wir dann Exempel haben/ wie G. Ott offterſt ſeine Glaͤubigen in groſſen Noͤthen verborgen hat: Alsdann Loth in ſeinem Hauſe/ nichs rechtſe chaffenen C hriſten geſagt/ d aß es ſey A/c. enſus Men⸗ lib. 3. orth 2 8 4. 2 838 „s Die vierdte Predigt nicht finden konten: Büam verbarg er fuͤr die Feſabehden Fuſaum fuͤr den Sirern/ die 1o0. Propheten ſo der Obadias verſteckeie wie er dann gar offt den Apoſtel Paulum aus der Juden und Feinde Haͤnde errettet/ als er dann ein lang Regiſter erzehlet ſeiner Gefahr * Cor. u.. v. zu Waſſer und Lande⸗. Cor.. So auch verbarg er eine lange geit 24 feq, den Atbauaſium fuͤr den Arrianern/ daß ſie ihn nicht kennen mu⸗ ſten. Auch G Ott der HErr noch alſo thut in unſern Noͤthen daß er zumofterſien fuͤr unſern Feinden unſer latibulum uñ Schirm. Nicht allein alſo leiblicher Weiſe/ ſondern da verſtehets auch der Koͤnig David Kiritualiten, und meinet einen geiſtlichen verborge⸗ Chꝛiſtus un⸗nen Schutz und Schirm zugerichtet wider Suͤnde/ Todt Aeuf⸗ ſer Heyland fel und Hoͤll und das war ihm der verſprochene Err Meſia un⸗ mir alenſ ſer Heyland Chriſtus mit allem ſeinem Verdienſt/ Werckund dienſt Werck Wolthaten dahin wir kriechen/ durch den Glauben in gooſſen geiſt und Wol⸗ lichen Noͤthen und Anfechtungen/ in groſſer Angſt unſers Hel⸗ thaten unſertzens und Gewiſſens/ wann uns der Todtund die Hoͤlle verſchlin⸗ Schirm. gen wil da iſts Zeit daß wir diß /atibulum oder heimliche Derllein Matth. 11. und Gewarſam ſuchen/ darzu er uns den ſelber noͤtiget Mattb. n. v. 28. Kom̃t her zu mir alle die ihr muͤhſelig und beladen ſeydlich wileuch erquicken. Davon dann auch die Chriſtliche Kirche ſinget: Gleich wie ſich fein/ ein Voͤgelein in hoͤle Baͤum verſtecket/ wenns truͤbe hergeht/ die Lufft unſtet/ Menſchen und Viehe er⸗ Noth/ habe ich mich drein gefunden. T 10 wird uns mit gleichſtimmigen vielen Worten und Namen zu e⸗ Heb. 10. muͤthe gefuͤhret. Dann in ſolcher Meinung wird Chriſtus Rehn Vnter andern unſer Altar genennet. Der Altar im Temyel zu Drt daß/ wann einer die Hoͤrner des Altars ergriffen hatte/ derſe⸗ t.Reg. 2.v.a8 be ſeines Lebens ſicher warr Reg.2. Alſo wird& Hriſtus auch ſchrecket: Alſo HErr Shriſt/ mein Zuflucht iſt/ dieHuͤt deiner Wunden/ wann Sunde und Todt/ michbrachtin Vnd zwar das EHriſtus ſey unſer Schitm und guflucht/ Jeruſalem war gleichſam ein Mlum ein Schirm oder ſicherer unſer Altar genennet/ daß/ wenn wir zu ihm fliehen und dun 8 2deSen he en waren vim Glcl Meerrſiſte feiedurgg fun eine wenefeſte Aſor Serg Jon Herrrohe teen Fels/ geben wid. nante Näbun der Moh2 überlauff/ Chhrjſtus au hedes Gna nſalem welch aamen Suͤnd ſalgareige ſarh haberw Ln 1 HAAl 9 uͤber den z2. Pſalhl m.„, waren Glauben uns an ihm halten/ wir alsdañ fuͤr dem hoͤlliſchen Moͤrder ſicher ſeyn. In ſolcher Meinung wird C Hriſtus eine feſte Burg genennet Pſabn s. Item 1. Pfalm, da David C Hri⸗ Pſal. 19.v.z. ſtum ſeine Zuverſicht und ſeine Burg genennet/ darumb daß er Plal.„1. v.z. wie eine feſte Burg/ ſeine Zuflucht/ ſein Schirm und Schutz ſey. Alſo wird er auch eine Errett ung genant Joel.?. Auf dem Derg Zion und zu Jeruſalem/ wird eine Errettung ſein wie den Herr verheiſſen hat. Eben diß wird auch angedeutet mit dem Na⸗ men Fels/ welcher Name E Hriſto Deur 32. Pfalm.i9. Ja.Iy. ge⸗ geben wird. Alſo wird er auch eine Feſte zur Zeit der Noth ge⸗ b nant/ Nabum. ¹. Der HErr iſt gütig und eine Feſte zur Zeit Nahum. 1. der Noth/ und kennet die ſo auf ihn tranen: Wann die Fluut v. 7. uͤberlaͤufft/ ſ macht ers mit derſelben ein Ende. Daher wird C Hriſius auch der Gnaden⸗Thron genennet/ nach dem Vor⸗ bilde des Gnaden⸗Throns/ im aſten Teſtament im Tempel zu Je⸗ ruſalem/ welcher auch ein Ahlum, Schirm und Schutz warallen armen Suͤndern und Nothleidenden/ und ſolcher von dem Apo⸗ ſtel gar eigentlich auf E Hriſtum gezogen wird. Rom.. Der Vr⸗ ſach halber wird C.Hriſtus auch genand unſer Hort. Pabm. 1. 2. Sam., 2i. Habac, I. v. 12. Eine Mauer. Zach. 2. Ein ſtarcker Thurm. Balm.. HErrdubiſt meine Zuverſicht/ ein ſtarcker Thurm vor meinen Feinden/ ꝛc. Welche und dergleichen Na⸗ men alle gar fein anzeigen/ was damit gemeinet ſey/ wann David b allhier den HỹErren CHriſtum nennet/ latibulum ſeu Refugium, Die Frey⸗ ein Schim.(Slaͤdte im Wie dann ſonderlieh auch die Frey⸗StaͤdteſoG Ott ſelbſt alten Teſta⸗ im gelobten Lande verordnet/ ein ſchoͤnes Vorbild und dieſes ſei⸗ ment Vor⸗ nes Namens geweſen. Davon Nun zs. Deut.A. Foſ.ꝛo. zu leſen. bilde gewe⸗ Vnd unter andern Num.die Wott davon alſo lauten: Wann ſen aufChrt⸗ ihr über den Jordan ins Land Canaan kommet/ ſollet ihr hum. 35. v. Staͤdte außerwehlen das Frey⸗Staͤdte ſeyn/ dahin fliehe 5. der einen Todtſchlag unverſehens thut. Vnd ſollen unter Dent. 4. v. euch ſolche Frey⸗Staͤdte ſein vor dem Blutrecher/ daß der 1.42. V ij nicht Jol. 20. v.2, ꝓ⁸ Die vierdke Predigt icht ſterben müſſe/ der einen Todtſchlag gethan hat/ biß er 8 vor der Gemeine vor Gericht geſtanden ſey. Alſo ſt Chri⸗ ſius unſer Heyland/ der ein Schirm genand wird/ auch unſere Freyſtadt von Gott dem himliſchen Vater ſelbſt verordnet auf daß wir dahin fliehen und ſicher ſeyn fuͤꝛ allen unſem Blutrechenn. Die Frey⸗Staͤdte im Lande Canaan waten ſechſe: Wit haben auch ſechs zornige und grimmige Blutrecher/ die uns zum hefftigſten verfolgen: 1. das Geſetz/ 2. den Zorn Goltes/ 3. die Suͤnde/ 4 den Todt/ den Teuffel/ 6. die Hoͤlle. Aber daiſt nun CHriſtus unſer Schirm und Frey⸗Stadt/ wenn wir dahin unſern ecurs nehmen koͤnnen ſie uns nicht ein Haat kraͤmmen. Wie dann auch die Namen der 6. Iſractitiſchen Frey⸗ Staͤdte gar fein und troͤſilich auf unſern Schirm EHriſium koͤn⸗ nen gedeutet werden. Die erſte Freyſtadt derer Joſua gedendet 7. 20. heiſſet Kedes/ auf dem Gebirge Napbvbali. Bedeutet ſo vit als Heilig: E Hriſtus unſer Schirm und Freyſtadt iſt nicht nur Heilig Lue.:. Sondern /ancttus ſanctorum der Allerheiligſie Dan. 9. Vnd darumb ſo wird uns kein Vnheiliger anruͤhren Die an⸗ der wurde genand Sichem oder Sicher/ und bedeutet bumerum rine Schulter oder Achſel: C.Hriſtus unſer Schium und Fieh⸗ ſtadt wil uns ſelber auf ſeine Achſein nehmen/ wann wir wie veri rete Schaͤffelein von wegen des hoͤlliſchen Wolffes und Seelen⸗ Moͤrders in groſſer Gefahr ſiehen/ und uns wiederumb zu ſeinet Heerde bringen/ Luc. Die dritte wurde genand Hebron und die⸗ ſer Nam iſt ſo viel als eine Gemeinſchafft: C hriſtus unſer Schirm j iſt auch eine ſolche Freyſtadt/ dahin ſich alle zuverſamlen da er dann wil niemand ausſtoſſen der zu ihm fommel Job,6. Die 38 Freyſtadt hieß Brezar/ welcher Nam ſo viel bedeutet als Turrim munitameine feſte Burgſein ſtarcken hohen Thurm: Alſo in C Hriſtus unſer Schirm und feſter Thurm: Der Name des HErren iſt ein feſtes Schloß/ der Gerechte laͤufft dorthin/ und wird beſchirmet. Prov. F. v. 0. Die fuͤnffte Freyſtadt heiſ m ſ b üiſ Net t. ſet Ramolz in Gilead/ iſt ſo viel ale hochund erhaben: EHußu⸗ 1 unſes tit Sch dewwegen ſ ſchtheſ goſſe Min ſordan R Abmkhm djeihenah Nie Staͤdtlein piumj 3uß wolkontefe PStun ha vonden Son üchte zate ti welches dvilſgals ſaſung R ſtusdeS inſerm Sc⸗ ihe um) i6 ſehen ih iſen ſen berf dſgetn imadS 1 ——— — —= g— === 8— SZE E — — —— — nſum 5 rs.M eni Schun Nuh ddera urbai = = — — —= — — 3 1 1 3 3 f 4 5 4 5 8 .— 1. 1—— ———=—— ——— 8—— 5 ————————— —————n—————— 8 3 8—*—— teI en. 88 — 8 8— 4—.— — 3 4“— ☛ 2 uͤber anſer Schirm und Fteyſtadt iſt der Allerhoͤchſte kuca. Kanuns derwegen fuͤx allen Feinden maͤchtiglich ſchuͤzen. Dies. Frey⸗ ſtadt heiſſet Golan/ welches Wort ſo viel als ein Hauffen/ eine groſſe Menge/ oder Vielheit. Alſo wil C Hriſtus nicht wenigen/ ſondern vielen/ ja allen ein Schirm und Freyſtadt ſeyn/ die nur zu ihm kommen/ wie er dann ruffet: Mattban. Komt her zu mir alle Matth. n. die ihr muͤhſelig und beladen ſeyd/ ich wil euch erquicen. Hiedurch moͤgen wir auch fuͤglich ziehen/ das Vorbild des VE 2 8. Staͤdtleins Segor oder Zoar/ darin der Ertzvater Loth ſein Refn⸗ Linm, Zuflucht und Schirm gehabt. Gen. 19. Dann da Loth nicht Gen, 19,9, 23 wol konte fortkommen/ als er aus Sodoma gangen war/ und den Herren bat daß derſelbe ihm wolte eines und zwar das geringſte von den Sodomitiſchen Staͤdten geben daß er darin ſichsalwiren moͤchte/ hat er/ da er ſeiner Bitte gewaͤret war/ daher ſolch Staͤdt⸗ lein/ welches zuvor Balath hieß! Segor oder Zoar geneñet/ welches ſo viel iſt als Sa! varrix, ei vie n Staͤdtlein des Heyls und der Er⸗ loſung: Weiler darin ſein Leben gerettet hatte: Alſo wil C Hri⸗ ſtus der Schirm auch unſer Segor oder Zoar/ unſere Siad: des Heyls und der Erloͤſung ſeyn. 3 unſebe Stadt Welches wir/ zum Nultz/ wol zu mercken haben ſolcher Ge⸗ In was fuͤr ſtalt/ daß wir uns darbey erinnern der Gefahr/ in welcher Geſahr wir wir alle von Natur ſind. unſer Schirm ſeyn/ wann die Dann warumb ſolte G Ott wollen von Natur groſſe Oefahr nicht Verzweiffelung ſtecken. brechte. Vnd wie koͤnte die Verheiſſun daß wir zu ihm als zu unſerm Schirm ſollen fliehen/ han nabemahn ehun aueS⸗ fahr/ und an einem ſichern Ott waͤren? Wie wir dann jaalle ge⸗ ſiehen muͤſſen/ daß wir von vielen maͤchtigen Feinden zum hefftig⸗ ſten verfolget werden/ und daher in euſſerſter Gefahr ſiehen. Sin⸗ temal die Suͤnde/ der Zorn G Ottes/ der Fluch des Geſetzes/ die boͤſe Welt/ det Teuffe /derc 6 Feinde ſind/ die uns an Leib und Seele mit groſſem Grimmzu odt und die Hoͤlle grauſame maͤchti⸗ sen. Zu dem ſtehen wir auch ja in groſſer Gefahr/ von wegen vie⸗ ber bluwduͤrſigen Tyranney und Verfolgenn der Kirchen und an⸗ derer „ GEn. 4α 8 J lä . 3 14 8 8 160 Die vierdte Predigt derer boͤſe Leute: Auf uns iſt ſo zornig ihr Sinn/ daß wo es GOtt der HErr haͤtte zugeben veꝛſchlungen haͤtten ſie uns hin/ mit gantzem Leib und Leben wir waͤren als die einglut erſaͤufft/ und über die groß Waſſer laͤufft/ und mit Gewalt verſchwemmet. Daß wir alſo ſolche Gefahr nur die uns von unſern Feinden und Verfolgern zuſtehet/ nicht koͤnnen ausſpre⸗ chen: Aber GOtt Lob und Danck der nicht zugab/ daß ihr Schlund uns moͤchte fangen/ wie ein Vogel des Stricks kommt ab/ iſt unſer Seel ent gangen/ Strick iſt entzwey und wir ſind frey/ des HErren Name ſtehe uns bey/ des GOt⸗ tes Himmels und der Erden. Vnd ſo viel vom Erſien. 11. II. Erhebt der Koͤnig David ſein Hertz und Gemuͤth zu Membrum. G Ott/ ꝓam petitionem formando, wann er nun die Bittean ihr ſelbſten thut/ und ſetzet was er von G Ott haben wil: Spric alſo: Du wolleſt mich fuͤr Angſt behuͤten. Angſi nennetde David allhier/ die geiſtliche Traurigkeit und Schwermulh Er⸗ ſchrecken wegen der Suͤnde/ iiem Zweiffeln/ Zagen /Todes Nolh und derglejchen ſchwere Anfechtung/ davon wir im Vatetunſer bitten: Fuͤhre uns nicht in Verſuchung/ ſondern erloͤß uns vpon allem Pbel. 33 b Im Gebet Lehret uns alſo der Koͤnig David/ daß man im Gebtt GSes n GᷣOtt woleine gewiſſe Noth fuͤrtragen konne: Dann ſaget b gewiſe 2 di er allhier ausdruͤcklich was er begehre von GOtt: Nemlicher fuͤrzutragen, ſoſſe ihn vor Angſt behuͤten. ligen gethan/ daß ſie dasjenige ſo ſie begehret/ G Otte im Himmal Nlatth.6.9. mit ausgedruckten Worten fuͤrgebracht haben/ wie ſolches in dem Luc. 11, 2. b Maiß 7 8 ſelber ein gewiſſe Formul und Weiſe zu beten furgeſchrieben in Lu,G. welcher er begreifft alles was wir zur Leibes und Seelen⸗Nothbe⸗ 5.1. 24. darffende ſind. Wiedann auch die Juͤnger des HErren C oriſ A.4.4. R bey fuͤrfallender Noth ihres Hertzens⸗Begierde/ G.Ott mit deul 14 lichen Worten anzeigen. Vnd alſo ſollen auch wir G Ottdem hoͤchſten unſere Noth mit deutlichen Worten klagen/ da unaa 4 olches haben auch andere ei alten Teſtament zu erſehen: Vnd hat uns auch der HErr JEſus Fu mit du WPottin Mul fbtet beten. Eo wel lſligekäds esclenſie qis unſan n faylihe nd weiß all anäwvottet eh aber darauß Noth faärtge pſollen wirth wir es nicht maͤſſen. Daru Nos hoh narra Hra ucht enorant, Al es wann nan wann man ih Daxumd aa ſegehten nich unſer Anhegen uns Nuzund: dis Angſtver bonet wolle ere dosfeteicede Rct ſen pllen ſ/dnnnbda⸗ ntahung on Vuſotheſ Ueihm b ten Gese f 49 Meni uͤber den 22. Pſalm.— 101 Noth mit deutlichen Worten klagen/ da uns die Noith ſelbſt die Wort in Mund geben wird/ wie das Sprichwort ſaget: Noth lehret beten. 4 1 9 Es meldet Hierommus das zu ſeiner Zeit etliche ſpitzige pbi. Hier. in G. c. loſopbi gekluͤgelt: Manduͤrffte G. Ott dem HErten keine Noth Matth. erzehlen /ſintemal er zuvor alles wiſſe und ihm auch die Noth beſſer/ als unſerm eigenen Hertzen bekand ſey. Nun iſt es wol an dem⸗ Syr. 47.v. 8. das freylich unſerlieber G Ott unſers Hertzens Abgrund kennet/ Plal. 339. v. 4. und weiß alle Wort auf unſerer Zungen/ darumb er auch offtmals Eſa. 65.v.15. antwortet ehe wir noch ruffen ja er weiß alles was wir beduͤrffen, Matt. 6.v.32. aber darauß folget nicht/ daß man nicht beten und G Ott ſeine Noth fuͤrtragen ſolle. Gar nicht. Dann ob es G Ott gleich weiß/ ſo ſollen wir ihm doch die Etre geben/ damit wir uns erinnern/ daß wir es nicht von uns ſelbſt haben/ ſondern von ihm empfangen muͤſſen. Darumb antwortet der Hierommus ſolchen Kluͤglingen: Nos non narratorés éſe ſedrogatores. Wir ſind fuͤr G Htt dem HExren nicht bloſſe Erzehler/ſondern Bitter: Aliudest narrare ignoranti, aliud ſcientem betere: Sagter: Ein ander Ding iſt es wann man einem was erzehlet daß er nicht weiß/ ein andeꝛs aber/ wann man ihn umb etwas bittet/ daß er ſonſten wol ſelbet weiß. Darumberzehlen wir fuͤr unſerm lieben G Htt/ was wir von ihm Aufdie geiſt⸗ begehren/ nicht als wuͤſte ers zuvor nicht ſondern bitten ihn weil er liche Noth unſer Anliegen weiß er wolle uns das geben was wir beduͤrffen uñ in Gebet am uns Nutz und Noth iſt. Inſonderheit aber/ wann David durch meiſten zu dieſe Angſt verſtehet/ die Angſt des Hertzens und Gewiſſens/ da⸗ ſehen. von er wolle errettet ſeyn/ lehret er uns damit/ daß wir im Gebet das zeitliche dem geiſtlichen nicht vorziehen/ ſondern mehr be⸗ dacht ſein ſollen auf das geiſtliche und ewige/ weder auf das irrdi⸗ ſche/ darumb dann auch David mehr hier verſtehet/ die geiſiliche Errettung von Suͤnd/ Todt/ Teuffel und Hoͤll weder die leibliche. Vnd ſo thut ihm auch der ewige Sohn Gottes in ſeinem ſehr lan⸗. gen SGebet/ beym Jb. 7. Darin er nur mit kurtzen Worten ge⸗Ioh. 17. v. 6. gedencket der Erloͤſung von der boͤſen Stunde/ dagegen aber mit ſeq. 1 † groͤſſern 162 Die vierdte Predigt groͤſſern Ernſt und vielen Worten/ umb das geiſtliche und umd der Juͤnger und aller glaͤubigen Wolfahrt bittet. Solches ſollen alle Chriſtglaͤubige auch in acht nehmen. Es haben zwar die Heyden auch ihr Gebet gethan aber nu umb zeitliche Dinge. Die Spartaner haben von G Ott gebeten Pulchra cum bonis, daß ihnen G Ott wolle geben was ſchoͤn und gut waͤre/ mehr hat man ſie nicht beten hoͤren/ ſaget Plaro. So betet auch Socrater beym platone. O du groſſer Freund da, und ihr Goͤtter alleſampt die ihr hie wohnet Date mibi ut pulcber intus ejhiciar,& quæcunq, extrinſecus babeo, intrinſecus ſint amica: Gebet und verleihet mir daß ich inwendig ſehoͤn ſey und helffet/ daß alles was ich euſſerlich habe/ mit dem inwendigen feinuͤberein⸗ ſtimme. Sonſten ſchreibet Xenopbon und 2alerius Maximus boih Socrate: yr habe anders nichts von den Goͤttern gebeten dann daß ſie ihm nur dasjenige was ihm gut waͤre/ geben wolten: Sintemal ſie ſelber am beſten wuͤſten und verſtuͤnden was ihm Nutz und gut waͤre. Andere haben umb andere Dinge gebeien. Pyrrhus der Hpiroter Koͤnig betete/ G Ott wolle ihm geben Ge⸗ ſundheit und Wolſtand. Bey den Indiern haben die Raht⸗ herren uͤmb die Gerechtigkeit als die hoͤchſte Gabe/ die GOu den Menſchen geben koͤnte/ gebeten. Apolonius Hanaus der fuͦu⸗ treffliche Pbiloſopbus pflegete zu beten/ G Ott wolte ihm geben daß er die guten und frommen Leute kennen/ und die boͤſen mer den mochte. Etliche andere beteten daß ſie wenig haben und nicht viel beduͤrffen moͤchten wie hievon Alexander ab Alexan aro zu leſen iſt. Aber da iſt keiner geweſen/ der umb die groſſen Schaͤtze und Guͤter durch C Hriſtum erworben und alſo umb das ewige Gut gebeten haͤtte.““ DSo findet man auch wol bey uns Chriſten ſolche Leuted ſieh umb das geiſtliche und ewige unbekuͤmmert laſſen/ nur auf das zeitliche ſehen ſieſ umb das ewige Gut verlieren ſie nicht ein Woll bey dem treuen G Ott: Aber das irrdiſche und zeitliche ſuchenſie mit groſſem Emſt als wann ihnen die ewige Wolfahrn dnnen 1 fürnemich zege baͤte. ſengalegen ſem Wi che meht ald yureis- nullu bu reliqu 6 wir das ge leren/ 6 das geſfli hung? Ie dem ewigen ſoll uns aun bon det⸗Augu orgoyauhus, Eri Aundann andi& fers datlche Di debesond ARLr(llna e e aiſam Giba InendieEnd leſoll /G arattet gan lutets. Cautu d Loßgeſinge pe/ cige odet K n 1 mGi Km zutw m. und d rut 4 Indie(Maht da N teln un — — — = — 4 41 f . — — — Ott a 1 — anen de daßſu von4 veſen, 4' 13 —— — — 4 — ——— — — —— 1 — uber den z2. Pſalm. 163 legen waͤre. Solches iſt unrecht. Dann woran iſt uns am mei⸗ ſten gelegen/ am zeitlichen oder ewigen/ am leiblichen oder am geiſt⸗ lichen? Warlich es iſt das ewige mehr als das zeitliche/ das geiſtll⸗ che mehr als das leibliche: Si Kiritualia aſſequimur amiſſis cor- Pporeis, nullum patiomur detrimentum: dine lis autem quæ no- Chryſoſt: bis reliqua ſpes est? Quod ſlatium? S aget Cbryſoſtomus. Waſj homil. 4*in wir das geiſtliche erlangen/ obwir gieich das leibliche ver⸗ohan. lieren/ ſo leiden wir ſchlechten Schaden. Aber wann wir das geſſtliche nicht haben/ lieber was haben wir fuͤr Hoff⸗ nung? Was haben wir fuͤr Troſt? Darumb ſoll man neben dem ewigen auch umb das zeitliche zwar bitten: Aber das ewige ſoll uns am meiſten angelegen ſeyn. Wundeiſchoͤn redet auch hier⸗ 1 von/ der Auguſtinus wann er ſpricht: Non hoc dicimus ut prorebus Auguſt. de rporalibus Deum non oremus, id est pro ſanitate corporis, aut Temp. ſerm. Pro abundautia fructaum«- Debemus& iſad Deopetere, ſea ſe- 60. audo& zertio laco. Wir ſagen nicht daß nan GOtt umb zeitliche Dinge nicht bitten ſolle/ als umb Geſundheit des Leibes umb friedliche Zeit/ oder umh Gedeyen der Fruͤchte: Wir ſollenzumb die Dinge GOtt auch bitten/ aber nicht fuͤrnemlich/ ſondern als umb eine Zugabe. b 177. Erhebet der Koͤnig David ſein Hertz und Gemuͤth in III. dieſem Gebet zu G.Ott Cauſam finalen& eyfectum addendo, in Membrum, dem er die Endurſach ſolcher Erloͤſung/ und was ſie bey ihm fruch⸗ ten ſolle/ G Ott dem HErren fuͤrhaͤlt/ wann er ſpricht: Daß ich errettet gantz froͤlich ruͤhmen koͤnte. In ſeiner Sprachen lautets: Canticus liberationis circuendabus me. Du wirſt mich mit den Lobgeſaͤngen der Srloͤſung umbgeben. Das iſ/ wo ich gehe/ ſiehe/ ſitze oder liege/ da werde ich nichts anders thun als das ich Gott loben/ gantz froͤlich ruͤhme wie ich errettet ſey/ aus vieler uñ groſſen Angſt. ruͤhmen und Vnd hierbey ſetzet Daoid das tieffe Aufmerckungs Wort Sela. dancken iſt Anzuzeigen daß ein rechtſchaffener Chriſte indieſem Leben das hoͤchſte kein hoͤher und edler Werck thun koͤnne/ als daß er G Ott und edelſte ſeinen HErren gantz froͤlich rühme und iobe. Dann das iſ Elrua anes 8 1 Arinee IAh) a 16434 Die vierdte Predigt ein koͤſilich Ding/ dem HErren dancken und lobſingen/ deinem Namen/ du Hoͤchſter/ des Morgendes ſeine Warheit verkuͤndigen Pſal. 2.. ⁊.3 Pſalm. g2. und Phali. 147. Lobet den HErren/ dann unſern GHii pſal. 147.v.n. loben das iſt ein koͤſtlich Ding /ſolches Lob iſt lieblich und ſchoͤn. b Wann wir unſern G Ott ruͤhmen und loben/ ſo komen wir in Gemeinſchafft mit den Heiligen/ als welcher ſtetiges Wed Nehem. 9. iſt G Ott den HErren loben und preiſen. Nebemg. Das gante v.56. himmliſche Heer betet dich an.(und lobet dich.) Hiob. 3S.ve. Wo wareſtu da mich die Morgenſterne mitemander lobe⸗ ten und jauchzeten alle Kinder GOttes? Dieſe Morgenſe⸗ ne und Kinder G Ottes ſind die heilige Engelldie haben GHuͦge⸗ Pf. 103. v. 0, lobet/ da er die Erde hat gegruͤndet. Vnd ſaget der 122. Pſalm Lohet u. den HErren ihr ſeine Engel/ ihr ſtarcken Helde/ lobet den HErren alle ſeine Heerſcharen/ ſeine Diener die ihr ſeinen Willen thut. Beym Faiæ am 6. ruffen die Seraphim gegenein ander/ heilig/ heilig heilig/ iſt GOtt der HErr Zebaolh. So war auch Luc.z. bey dem Engel die Menge der himmliſchen Heet⸗ ſchaaren/ die lobeten GOtt und ſprachen: Ehre ſey GOitin der Hohe. b Nicht allein aber ruͤhmen G Ott den HErren die heilige Engel ſondetn auch die gantze Triumphir ende Kirche der außen wehlten und ſeligen Menſchen im Himmelllobet allezeit den Aller⸗ Dan. 3. v. õ.hoͤchſten. Dan. 3. Ihr Geiſter und Seelen der Gerechten lobet den HERRERN/ preiſet und rühmet ihn elwig⸗ lich. Die gange Offenbarung Johannis iſt voll derſelben Gezeugnis/ daß die Triumphirende Kirche im Himmellobe und preiſe. Apoc.*. Die vier Thiere hatten keine Ruhe Tag und Nacht und ſprachen: Heilig/ heilig/ heilig iſt OOit der HErr der Allmächt ige/ und da die Thiere gaben ſolchen Preiß/ und Ehre/ und Danck/ dem der auf dem Stuel ſaß der da lebet in Ewigkeit/ ſielen die 24. Blteſten fuͤr dem der auf dem Stuel ſaß/ und beteten an und ſprachen: HErr du biſt wuͤrdig zu nehmen Preiß und Shre und Krafft. Daaain an welſi .4. 69. una Meiſe Anßetwe dem Radet nad oghäch Im eiy gen wir Gkt und preſen. t Menſcht mleins ſeir Lob und Aus ten Chriſten nendie inde & dder de 80 GLtte Gemeszien Pri Get geſchaßen, ſeinem A „ Sieſter! Deme Ma lan g. Die Vuumherz Onndunt B dannachen, RalweülesgG. lach datu de neendem gen enptunu irc Lohgeſäne und rinnn len che 6. der uͤber den 2· Pſalm.. ts chen findet ſich Apoc.⸗... c.7.v. 1o. c.. y. 7. c. 12..10. C. 14. 3. 6..v. 4. c19. 4. Was mag nun edler und beſſer ſeyn als daß ein armer Menſch auf Erden einerley Werck mit den heiligen Engein und Außerwehlten im Himmel verrichtet? Daß er gleichſam zu dem Heer der heiligen Engel und Außerwehlten im Himmel lrut/ und zugleich mit denſelben ſeine Stimme zuG Ottes Lob erhebet; Im ewigen Leden wird das unſer einige Verrichtung ſeyn/ daß wir G Ott den HErren mit unaufhoͤrlicher Stime werden loben und preiſen. Was koͤnte nun anmutiger und beſſer ſeyn/ als daß ein Menſch dasjenige anfaͤnget zu vollbringen in der Zeit/ was der⸗ maleins ſeine Verrichtung ſein wird in alle Ewigkeit. G Ottes Lob und Ruhm iſt die rechte Eigenſchafft und ennzeichen der wu⸗ ten Chriſten Im 64. Pſalm ſpricht der Koͤnig David: Wolde⸗ nen die in deinem Hauſe wohnen/ das iſt/ welche ware lebendi⸗ Lob G Ottes iſt ſo hoch fuͤr G Ott angeſehen/ daß der gantze Goöttesdienſt des Neuen Teſtamentes durchs Lob und Preiß Gottes wird beſchrieben. /alm. 1. daß Volck das geſchaffen ſoll werden/ das iſt/ welches im Neuen Teſiament ſol zu ſeinem Reich beruffen werden/ wird den Herren loben. a. ⁊. Sie werden kommen und des HerrenLob verkuͤndigen. Deine Mauren ſollen Heyl und deine Thore Lob heiſſen. Kom. ¹. Die Heyden loben GOtt und dienen ihm uͤmb der Barmhertzigkeit willen/ daß ſie G Ott der HᷓErr aus lauter Gnad und Barmherktzigkeit zu ſeinem Reich beruffen. Wer wolte demnach ein ſo herrliches hohes Wercl nicht gerne verrichten Zu⸗ mal weil esG Ottes Wille iſt/ daß wir ihn ſollen loben/ und er uns noch darzu die Wort ihn zu ruͤhmen und zu loben in Mund gibt/ wie er dem Kenige David gethan/und darumb ſpricht Canticts Re- demptionus circumdabis me, du ſelber wirſt mir die canrica und Lobgeſaͤng ins Hertze/ Mund/ und in die Feder geben/ dich zu loben und zu ruͤhmen. Da ſich dann hier wol beſinnen ſolten die ſo nicht ge Glieder der Kirchen ſeyn/ die loben dich immerdar. Das v. 6. V.IS· allein nicht G Ott loben und ruͤhmen /ſondern noch wol darzu ſei⸗ iij nen 156 Dite vierdte Predigt Was im Ge⸗ nen Namen laͤſtern und ſchaͤnden: Dafuͤr man ſich doch hoͤchſt zu gentheil fuͤr huͤten/ ſintemal kein ſchrecklicher/ abſcheulicher Ding als eben umd ein ſchꝛecklich die Gotteslaͤſterung/ wanns auch einer nur mit Oedancken und im und ſchänd⸗ Hertzen thut. lich Di„ Im Alten Teſtament auch zu des HErren&chriſi Zeiten den und lä⸗ iſt nichts hoͤhers und ſtraffwuͤrdigers als Gotteslaͤſterung gewe⸗ ſtern. ſen/ dannenhero die Feinde C Hriſti keinen aͤrgern Namen haben b E Hriſto aus Haß gegeben/ dann daß ſie ihn einen Gotteslaſteret Matth. 9.v.z. geſcholten/ wie ſie dann zu ihm ſprechen Martb. ↄ Dieeſer laͤſtert GOtt. Ob nun wol zwar hiermit dem HErren C Horiſoungut⸗ lich geſchehen/ dennoch iſt hierauß zu ſchlieſſen/ welch ein Greuel die Gotteslaͤſterung ſey/ und kan es ein ieglicher an Fingern üb⸗ rechnen. Iſi es doch hochverbrochen/ wann einer einen Menſchen einen Kaͤyſer/ Koͤnig oder Fuͤrſten laͤſtert wie vielmehr wañG Hti b gelaͤſtert wird da bleibet fuͤrwar keiner ungeſirafft der den Namen Lev. 24 13. Gottes mißbrauchet. Exod. 20. Daher leſen wit Lep. 4. Als einee ſe. Iſraelitiſchen Weibes und Egyptiſchen Mannes Sohn ſichin Lager mit einenandern Iſraeliten gehadert/ in dem hadern aber zugleich G Ott gelaͤſtert hatte ſatzte man ihn ins Gefaͤngnis und erholete ſich eines Vrtheils bey Goͤttlicher Majeſtaͤt/ da dann be⸗ fohlen ward dem Moſi man ſolle den Gotteslaͤſierer fuͤr das Laget hinauß fuͤhren/ und alle die ſeine Gotteslaͤſterung gehoͤret„ſolten ihre Haͤnde auf daß Haͤupt legen/ und die gantze Gemeine ihn ſtei nigen. Da Core, Datban, Abiram G Ott laͤſterten that ſich die Erde und die Hoͤlle auf und verſchlang ſie lebendig: Num 6. Da Rabſaces G Ott laͤſterte/ 2. Reg..erſchrickt Ezecluas, befahrete ſich das Land und Leute daruͤber wuͤrden zu druͤmmern und zn Boden gehen. Nebucadnezar beſielet: Wer G Ott laͤſtett der ſolle umb⸗ kommen und ſein gantzes Haus zerſtoͤret werden. Dan 5,v30. Aatiocbum den Gotteslaͤſterer ſiraffte G Ott daß er vom Wagen ſiel/ und ſeine Glieder hart gepeiniget wurden/ lebendige Wuͤrme ſielen auß ſeinen Leid/ und ſianc ſo uͤbelldas niemand für 2 Mae.*.v. 9 dem Stand bieiben konte.. Macy. Holoferns mnuſte un ſeinet b SGolttes/ Gebesläfer fauhagg lnnedauſ h gſſhte Sälner ſaſgerte ie ſäicer. fen umb ſel uſgeheng Ind aufge Ai ſoſche ſo ha daann die ſhinen En diten embſi ſegſenuäin wateesdar nzun Außgetge Wunderd witſönel dunn Gytte Amen/ e y. in: Dang Vaße 6 Was id Auhmes n prher außdem 34. üma uͤber den 32. Pſalm. 167 Gotteslaͤſterung willen das Haͤupt herunter geſchmiſſen werden. Judirb.. Julianus der grauſame Gotrtesſchaͤnder der C Hriſtum Judith. 13. immerdar ſpoͤttlich einen Galleer geheiſſen/ und 7. Buͤcher wider vro. ihn geſchrieben/ iſt mit einem Pfell vom Himmeterleget worden. Seinem Vetter/ der in Juuani Fußſtapffen trat/ und ſiets G Ott ͤſterte/ muſte der Koth zum Munde außgehen/ und endlich daran erſticken. Ohnpins der Arrianiſche Gotteslaͤ ſterer/ iſt von 3. Pfei⸗ len umb ſein Leben bracht worden. Lucdianun,der C Hriſtum einen aufgehengten Landbetrieger geheiſſen/ haben die Hunde zerriſſen und aufgefreſſen. Andere Exempel zugeſchweigen. Wir duͤrffen uns auch hieruͤber nicht ſehr verwundern/ daß folche ſo hart geſtrafft worden Weil die Gotteslaͤſterer aͤrger ſind dann die Hunde. Sage mir/ welcher Hund Faͤllet an oder beiſſet ſeinen HErren/ der ihm taͤglich gutes thut« Sind nicht alle Crea⸗ turen embſig/ den HErren zu ruͤhmen und zu preiſen? Am allerwe⸗ nigſten uñ in alle Ewigkeit nicht zu ſchaͤnden und zu laͤſtern. Was waͤre es dann Wunder wann umb der erſchrecklichen Gotteslaͤſte⸗ dat EN. rung willen/ die itzt im ſchwange gehet/ gantz Europa vom Himel uönin Fathn außgetuget wuͤrde/ wie Sodom und Gomorrha? Ja was iſts aMa c iun Wunder das alle Eementa uns zu widern zu ſeyn ſcheinen/ und dttesa a a wir ſo viel Straffen erfahren muͤſſen? Iſt doch nichts gemeiners aſe dal dann Gotteslaͤſterung bey Jungen und Alten/ bey Reichen und auns 8* 1 Atmen/ bey Hohen und Niedrigen: Niemand wils groß attenai- Sul du ren: Dannenhero muß GSOtt endlich entruͤſtet werden/ ſeine Llce Au Straffen uͤber uns außzuſchuͤtten. 19 b Was rechtſchaffene Chriſten ſeyn /befleiſſigen ſich des Lobes 1 und Ruhmes G Ottes/ und ſind des Vorſatzes mit dem Koͤnigli⸗ 1 äu chen Propheten David/ nicht allein in dieſem Pſalm/ ſondern auch 4 auß dem 34. Pſalm daß ſie ſprechen: Ich wil den Herren loben allezeit/ ſein Lob ſoll immerdar in meinem Munde ſeyn. Gnug auf dißmal. :(O):9o Die u6s Die fünffte Predigt Cüſtrini J. Maji Anno 1647 b Gebet iſt or⸗ dentlich und(¶☛☚ ſonderlich. Die fuͤnffte Predigt Dber den 32 Pſalm des Koͤmguchen Ppropheten Davids/ v.s. Ch wil dich unterweiſen und dir den Wegzeigen den du wandeln ſolt/ ich wil dich mit meinen Augen leiten, EXORDIUM. Siſt wol zu unterſcheiden zwiſchen dem ordeni⸗ lichen Gebet/ und ſonderlichen Gebet: Ienes ee verrichtet: Wann die des Morgens aufſtehen, ſo beien ſie und danclen G Ott fuͤr ſeinen Enge liſchen Schutz/ wañ ſie ſich zu Bette legenſſo bit⸗ ten ſie daß er ſie fuͤr allem Schaden und Gefahr vaͤterlich behuͤten wolle: Wann ſie eſſen und trincken/ erſuchen ſie ihn daßen ihnen ſeine milde Gaben geſegnen wolle/ und erheben dafuͤr nach genoß⸗ ſener Mabhlzeit ſeinen Namen. Wann ſie zur Kirchen gehenund ſich zum Nath der Frommen verſamlen⸗ ſo ſeufftzen ſie zuihmer wolle ihnen ſchencken ſeinen heiligen Oeiſt/ daß ſie ſein Vortnut⸗ barlich hoͤren moͤgen und behalten /in einem feinen guten Hertzen/ und Frucht bringen in Gedult. Wann ſie an ihre Ampts Ge⸗ ſchaͤffte treten/ darzu ſie beruffen worden ſo begruͤſſen ſie ihn umb Luc, 19. v.4. :. Theff.. ſeinen Beyſtand/ erwolle das Werch ihrer Haͤnde forderen. Vnd ſolch Gebet thun ſie allezeit und ohne Bnterlaß und werden nicht laß heilige Haͤnde aufzuheben ohn Zorn und Zweiſfel an olen Ou v. 17. 3e2d 1 1 in allen 1.-Tima.1.. ken. Wie wir dann an dem Propheten Daniel auch ein ſolches ſe Dan. 6. v. 1o. he, Dan. 6. hen daß er des Tages z.mal auf ſeine Knie gekniet/ gebetet/ gelobel und ſeinem G Ott gedanclet und das zu thun allezeit gepflegetha⸗ Nebenſt S wird von frommen Hertzen taͤglich und allegeit Neb ehenaten ztäbider nne encbrand i Snegede aadenär a⸗Getfü Popheaen geſteet za einet hohen den wie geſſälche O zuwelchm. Oüeten aue petnihula s dtcd al ſeocenen wabe rel gkt und haͤ enkweder i Watie. Wunu fndet aähch wolga genwird un ehrverae th 1 11 /d drdd IM. ezwit Erte delch S achnſu Whet aheden zrug uldi 1 b Nebenſi dem ſo halten auth fiomme Chrillitche hertzen biß⸗ weilen colennes preces, und ſonderliche Betſtunden/ wann ſie entweder mercken das OOttes Zorn uͤber die Suͤnde der Welt entbrand iſt/ und die Menſchen Kinder ſtraffet und heimſuchet/ mit Krteg und Blutvergieſſen/ mit Peſtilentz und theurer Zeit oder mi andern Landplagen: Wie David/ Joſaphat und Hiskias die al⸗ ler⸗Gottfuͤrchtigſten Koͤnige/ Eſalas/ Jeremias und andere heiligs Propheten zu ihren geiten gethan/ und manche troͤſtliche Gebetlein geſtellet haben/ zum Nutz der gantzen Kirchen. Oder wañ ſie mit einer hohen und ſonderbaren Wolthat von GOtt begnadet wer⸗ den/ wie Moſes/ Debora/ Zacharias/ Simeon/ und Mariaſihre geiſtliche Denckpſaͤlmlein gediehtet/ und uns hinterlaſſen haben. Zu welchen Exer zor ginari uſi ſolennibus precibus oder ſonderlichs Gebeten aueh gehoͤret unſer oͤffentliche Litaney/ welche die Gottſeli⸗ ge Antiguitaͤt vor vielen 100. Jahren zuſamen gezogen/ die quch bil⸗ lig umb alle Wolthaten und Abwendung alles Vbels den viel⸗ frommen GHOtt zu erbitten/ in unſern Kirchen behalten wird Vnd waͤre wol zu wuͤnſchen/ das etliche unſerer Zuhoͤrer zuweilen zeiti⸗ ger und haͤuffiger beyſammen ſein moͤchten in der Kirchen/ wann entweder in der Wochen oder ſonſten/ an unſern Buß⸗ und Bet⸗ Tagen die Litaney geſungen wird. Da ſo gar entzelweiſe man ſich darzu findet/ und hergezogen kommet/ als entzele Boten: Manche auch wol gar nit wiſſen ob iemals die Litaney in der Kirchen geſun⸗ gen wird/ und alſo hierunit ihr ohnandaͤchtiges Hertz und Gemuͤrß ſehr verrathen/ daß/ weil ſie von den offentlichen und ſonderlichen Gebeten nicht oiel halten/ ſie das ordentliche und taͤgliche Gebes auch ſo gar groß nicht achten muͤſſen. 8 Nun wir laſſen es ſolchen dermaleins verantworten/ und ſe⸗ hen inmittels bey ſolchem Vnterſchied des ordentlichen und ſon⸗ derlichen Gebets/ wie darbey fungiret und begruͤndel ſein auch unſere allgemeine Buß⸗und Bet⸗Tage/ die noch im gantzen Lan⸗ de gehalten werden/ und wie hochnoͤtig ſie ſeyn/ auch was greſſen unermeßlichen Nutz wir darauß zu aan Dahn,daß winat po Die funffte Predigf und wol ſingen: Wenn wir in hoͤchſten Nöothen ſeyn und wiſſen nicht wo auß noch ein/ und finden weder Huͤlff noch Rath/ob wir gleich ſorgen fruͤe und ſpat: So iſt das unſer Troſt allein/ daß wir zuſammen in gemein dich anruffen Ogetreuer Gott/ umb Rettung auß der Angſt und Noth. An welchen unſern allgemeinen Buß⸗ und Bet⸗Tagen wit voruns genommen die Buß⸗ und Bet⸗Pſalme des Koͤniges und Propheten Davids/ da wir denn anitzo noch vor uns haben den andern/ ſo da iſt der zeſte Pſalm/ und kommen ſind auf den dutten Theil deſſelben/ in weichem vornemlich gehandelt wird/ ae* Nor⸗ Obedientia, ſeu Bonis Operibus, von dem neuen Gehorſam o⸗ der guten Wercken) derer wir uns zu beſleiſfigen/ woſir anders rechte Bußfertige ſein wollen. Hiervon zu reden an⸗ itzo auß dem dritten Theil dieſes Pſalmes den Anfang zu machent damit es ohne Nutz und Frucht nicht abgehen moͤge: So ſeuffzet zuvor auß grund euers Hertzens mit mir alſo: Hilff/ HErr hilff. laß wol gelingen/ dir zu Ehren/ und dann auch zu unſeral⸗ ler Seelen Heyl und Seligkeit/ Amen/ TRACTATI *Laangende den dritten Theil dieſes zaſten Pſalmes /ſo gie⸗ B bet ſich darin G. Ott in Perſon ſelber an/ und entdeclet dem Dasoid/ auf ſein gethanes innigliches Gebet wegen dieſes Puncts /das ihn O Ott faͤr Angſi behuͤten wolle/ ſeine Meinung. Es gibt ſich aber G Ott hierbey zuvernehmen auf dreyerley Wel⸗ ſe: Dann da finden wir allhier. 1. Daeum promittentem. Goltes ſtarcke Verheiſſung und Besedes er das beſte bey den Sachen thun wolle/ weñ er ſpticht: Ich wil dich unterweiſen und dir den Weg zeigendendu wandeln ſolt/ ich wil dich mit meinen Augen leiten. 2. Haben wir auch allhier: Deum exhortantem, eine ern⸗ ſe Vermahnung G Ottes des Hrten/ die erdurch den Daoid Hghen läſt/ an ale ungebe ſame ſoſichvon hm licht wolm egetenune Rüſſeumd Jäaneund diewollen „. ODaͤdet daherdee⸗ ehie Guket gewer ab ſahen. 7 Blaben nu tomolnr beſte beyd horſamun do venheiſſe I Prudie, terweſſer. far Angatde bihraͤhner kondichg. Maſßers zs ingeden /R konwen ſoll ſiph'an Mo bmund Pa⸗ ſeſieh haben enthun und Hiette Sheerhar Peanneshige renttganz detdes lehen⸗ Kj u ä ber den 2. Pſamu. regieren und weiſen laſſen /und lautet ſolche alſo: Seyd nicht ve Roſſe und Maͤuler die nicht verſtaͤndig ſind/ welchen nan Saune und Gebiſſe muß ins Maullegen/ wenn ſie nicht zu 1 r Wwo en. M 2 3. Finden wir auch allhier: Deum perſolventen Wie ſich O Oet der HErr beydes gegen gottloſe und fromme verhalte: Als daß er die Vngehorſamen und Gottloſen ſtraffe/ die Fromien aber mit Gute belohne/ wann er ſpricht: Der Gottloſe hat viel Pla⸗ ge wer aber auf den HErꝛen hoffet den wud die Guͤte umb⸗ fahen. Von allen dreyen auf einmal zu reden wuͤrde zu vielſeyn: Bileiben kuͤrtze halber anitzo bey dem erſten/ da wirzu ſehen Dei Promiſonen die ſtattliche Verheiſſung GOttes/ daß er das beſte bey den Sachen/ als nemlich bey unſerm neuen Ge⸗ yorſam und Vbung der guten Weaꝛck thun wolle. Vnd zwar ſo verheiſſet er das beſte darbey zu thun. L.Erudienao mit untenweiſen: Daer ſaget: Ich wil dich un⸗ kerweiſen: Iſt ſo viel geſagt: Du bitteſt lieber David/ ich ſolle dich fuͤr Angſt behuͤten/ uñ dich darauß erloͤſen/ daß du errettet gantz fro⸗ lich ruͤhmen koͤnneſi: Laß dir nit leide ſeyn/ lehre du mich nicht: Leh⸗ re du dich auch nicht: Laß mir dich: Ich wil dich lehren/ ich wil dr Meiſters gnug ſeyn: Ich wil dir ſolche Gedancken un Rathſchlaͤge eingeben/ die von mir aus meiner Goͤttlichen Rath⸗Kammer her⸗ kommen ſollen/ wie ich wol mehrmal gethan an Abraham/ an Jo⸗ ſeph/ an Moſe an Joſua/ und andern die mein Goͤttlich Einge⸗ benund Vnterweiſen zur Genuͤge empfunden in dem Punct/wie ſie ſich haben bey ihrer Schwachheit ſollen verhalten/ was ſie ha⸗ ben thun und laſſen ſollen. Hierbey zum Nutz zu erkennen. 7. Wie Gott ſo gernedas Us Us Gebet erhoͤre. Koͤnig David in den kurtzvorhergehenden dieſes Gott erhoͤꝛee Pſalmes bittet/ GOtt ſolle ihn fuͤr Angſt behuͤten/ daß er er⸗ gerne Gebet rettet gantz froͤlich ruͤhmen koͤnne: Solch Seufftzen un eM. bet des lieben Davids ehe es kaume recht außgeſprochen/ iſis ſchon nhoͤret und antwortet GOtt dareaf 734 wil dich unterbee W enä. 2 Die fünffte P— eien. Solche bereitwillige Erhoͤrung macht den Dabſs ſo fteudig Pial. 34. v.;z. daß er in dem bald hernachfolgenden 2.abn ſaget: Daich den 2 HErren ſuchte/ antwortet er mir/ und errettet mich aus aller meiner Furcht. Vnd damit nicht iemand ſagen moͤchte/ es waͤre ein yarrirulare, ein eintziges Exempel eines frommen no⸗ niges undes koͤnten ſich darumb andere Leute/ ſo nicht ſo from und *. 6. heilig waͤren nicht mit behelffen: So ſetzet er bald ein Unzvenſau und gemeines darauff: Welche ihn anſehen und anlauffen/ derer Angeſicht wird nicht zu ſchanden. Vnd diß beweneker *2. ferner alſo: Da dieſer elender rieff hoͤret der HErrund halſf ihn aus allen ſeinen Nothen. Deſſen ſetzet auch Daodh ane Pſal. 50. v. 5. wunderſchoͤne Verheiſſung G Ottes/ da er ſpricht /also. Ruffe mich an in der Nothſo ſolte mich preiſen. So ſaget auch Da⸗ Pſal. 56.v. 1o vid ſonſt im 6. PFſalm. Wann ich ruffe ſo werde ich inne daß du Pſal. 65, v.;. mein G Stt biſt. Im G. 2m Du erhoreſt Gebet/ darumb kommt alles Fleiſch zu dir. Vnd an einem andern Hit ſagete Der HErr iſt nahe allen die ihn anruffen allen die ihn mit Ernſt anruffen/ er thut was die Gottfuͤrchtigen begehren Pſ. 4 f. vas. und erhoͤret ihre Schreyen/ und hilfft ihnen Nal, 148, Eſaias Nſa. 30. v. y. ſpricht zo. kap. Der HErr wird gnaͤdig ſeyn/ weñ du ruffeſt⸗ er wird dir antworten/ ſo bald ers hoͤret. Ja das noch mehn iſt ſo ſaget G Ott ſelber: Es ſoll geſchehen/ che ſie ruffen wil Eſa. o5.v.4. ich antworten/ wenn ſie noch reden wil ich hoͤren. Fa. G. det Prophet Joelſaget: Es ſoll geſchehen/ wer des HErren Na⸗ Joel.2. vaz. men anruffen wird/ der ſoll errettet werden/ Joel⸗. Sonderlich aber haben wir gar ſchoͤne Zuſagen unſers HEn . ren C Hriſti im Neuen Teſtament. Dann alſo ſaget er beym Mar⸗ Matt,. v.7. 5eo 7. Bittet ſo wird euch gegeben/ ſuchet ſo werdet ihr ſin⸗ Matt. 8.v. iy den/ klopffet an ſo wird euch aufgethan. Item Mattbad. Wo lhrer zwene unter euch eins werden auf Erden/ warumd Matt zuvan es iſt das ſie blitenſol ihnen wiedenfahꝛen von meinem Va⸗ ter in Hinel: Mattb.2. Alles was ihr bittet im Gebet/ oihlt heiſſung glaͤubet/ ſo werdet ihrs empfahen. Solche und Indede a eün t 39 8 nrälraniſ 1u, Mia 2 tgra Rie⸗ dedit ſchaͤzig hat fäͤrgennge ſcon in ſei „. ſbit es nich nunnſer ſeuchteten ebrſeſſige gwochen: da ewägne becen wec Jo wüde menſchlich end aufo Vnſer Ver den geben! anbiſt darc wigunei 18 tegen wuf hi Chrſgliche können Woiiun hatamag AamaerGe = ſſſſ—— —— 4—— 4 ——— 8 2 B———— 2—= 8———— 7— 4 4— 2* 4.— — 4—— heiſſung von Erhoͤrung des Gebets haben wir gar viel in der Schrifft. Vnd davon ſaget der alte Vernbaraus wunderfein: Ne- mio veſiruin fratres parpipendat orationem ſunm. Dico enim v⸗ is, quia ipſe ad auem oranus nonparvipendit eam. Aueguam egreſſa est ex ore peſtro, pſe ſcribi jubet in libro ſuo. Lieben Bruͤͤ der/ ich bitte und vermahne euch/ niemand achte ſein Gebet genng⸗ ſchaͤtzig/ dann ich ſage euch der HErn den ihr amuffet haͤlt es nich fuͤr geringe: Ehe das Gebet aus eurem Munde koͤmnu/ ſo haters ſchon in ſein Buch ſchreiben und einverleiben laſen. 14, Erkennen wir bey dieſem Vnterweiſen GOttes/ Die ſchwach wie esnicht in unſerm Witzund Verſtand zu finden/ nicht heir unſerer in unſer Krafft und Macht ſtehe/ daß wir als ⸗uaui und ae f 3 elleuchtete uns des neuen Gehoꝛſams und der guten Wer⸗ rup in geiſtli⸗ cke befleiſſigen. Das iſt menſchlichen Kraͤfften gantz und gar ab⸗ chen guten 4 A* geſprochen: G Ott wil es thun/ der iſt der Anheber und Vollen⸗ ſachen nichts der/ er wil uns erleuchten/ unterweiſen und unſer Meiſter ſeyn/ uns koͤnnen noch loren wie wirs machen ſollen: Darumb er dann ſpricht allhier: vermoͤgen. Ich wil dich unterweiſen. Alles dichten und trachten des menſchlichen Hertzen/ iſt doch nur boͤſe immerdar von Ju⸗ b gend auf Gen. c. Von Natur ſitzen wir in Finſternis Tc. ². Gen. 5.7.r. Vnſer Verſtand iſt verfinſtert/ und ſind entfrembdet von crs.va. dem Leben das aus GOtt iſt/ durch die Vnwiſſenheit/ ſo in Lue.r. 79. uns iſt/ durch die Blindheit unſers Hertzens 2596. 4. Gleich Eph. 4. v. 8- wie nun ein Blinder ihme ſelbſt das Geſicht nicht geben kan: Alſo moͤgen wir fuͤr uns ſelbſten zum Licht der Bekehrung und eines gu⸗ ten Chriſtlichen Wandels nicht gelangen/ aus eigenen Kraͤfften koͤnnen wir uns nicht erleuchten/ Gott iſts der uns die Augen auf⸗ thuter muß uns lehren ſollen wir anders bekehret weꝛden und uns eines neuen Gehorſams befleiſſigen. Von Natur ſind wir kodt durch Vbertretung der Suͤnde&„⁶, ⸗. Vnd wird auch ein Epha. v.t. geiſtlich Goͤttlich Leben prima Reſwrrectio, die erſte Aufferſte⸗ lung genennet 90c. 0. Gleich wie nun ein todter Menſch auß APoenc.v.5 ggenen Kraͤfften ſich ſether nichi kan aufwecken/und auß den Grab — N uh. herfuͤs 4 herfuͤr kommen: Alſo/ weil wir alle geiſtlich und in Suͤnden todt ſind/ Die fünffte predigt koͤnnen wir uns aus unſerm freyen Willen nicht bekehren/ noch aus dem Suͤnden·Gtab zu einem Gott/ wolgefaͤligen ehen aufſiehen. Wir werden verglichen einem verlohrnen Schaͤflein Liers. 4. Luc.. Gleich wie nun ein Schaͤſlein/ ſo ſich einmal verirtet fuͦ ſich nicht wiederumb auf den rechten Weg und zur eetde kon⸗ men kan: Alſo gehen wir alle in der irre wie Schafe ein leg⸗ licher aufſeinen Weg/ und wandelt ſeinen Gedancken nach/ auf einem Wege der nicht gut iſt/ moͤgen auch uns niche ſa rechte ſinden/ wo nicht der Ertzhirte uns nachgehet/ ſuchet und zu rechte bringet welches dann Htt der HErr thut /durch ſen Vn terweiſen. Vnſer Chriſtlich Leben iſt nicht anders als eine neut Pſal. 51. v. 12. Schopffung/ warumb dann David bittet: Schaßffe in mit GOtt ein rein Hertz alm. r. Gleich wie nun G.Oltund ge⸗ ſchaffen ohn unſer Zuthun: Alſo erneuert er uns ohn unſer Huͤſh und Mitwirckung. b Datumb ſollen wir uns nicht verlaſſen auf unſete eigene Kraͤffte weil wir in geiſtlichen Sachen keine haben/ wegen unſeret verderbten/ und mit Suͤnden gantz eingenommener Natut. La⸗ pum esl arbitrium noſtrum, non liberum, ullſer Willee in geitl chen Sachen iſt von Natur gefangen mit nichten frey und ledig. Homoſé Laber palrpè, in con erſione ſiu. Ein Menſ kan in ſeiner Bekehrung nichts mehr thun /als daß er Golt in ihme wircken und ſchaff en laͤſſet/ und gehabt ſich bey ſeinen Erleuchtung zum guten nicht anders als ein krancler bey ſeinen leiblichen Cur. Em Patient mag ſich ſelber nicht geſund machen! ſondern kan allein dieſes thun daß er entweder die Cur verhindert/ oder die Artzeney/ nimmet. Nimmeter die Artzeney ſo geneſeter/ kan aber ſeine Geſundheit nicht ihme/ ſondern der Arseney/ zu ſchreiben. Nimit er aber die Artzeney nicht/ ſo ſtirbt erund traͤget nicht der Artzt ſondern der Patiene die Schuld. Alſo iſts auch mit uns Menſchen bewand. Wir ſind an der Seelen kranck koͤnnen die Mittei/ dadurch uns von der geiſtlichen Kranchei 5 5 ohinnene dvihuns ze ſſten Arbe Gerauchent delen tage Schednch Duuerweſe 77 A Rhorſar Wannerl Ich wil hit Das Pot Wagoherge den unſerse Aunyt unde Dh2. jyr. vn. Wdh Vnem Laen Bahm,). N ſpnicht: ſich fiͤeendene zſey vader dFd ſchadli in Verſtan tchthdasizr Iih gt unbe mowandege mchiwedegg andas kechte E = N△ „ 8 6 — 1„ ——“ 4=] 8“ ———— 4 ——— 1 w M 4 1 8 itber denz2. Pſabz lolffen werden/ annehmen oder verachten: Gebrauchen wit fie⸗ ſo wird uns gar leichtlich gerathen/ und haben esG Ott dem him̃⸗ liſchen Artzt zu dancken/ als der ſolche geiſtliche Cur verordnet hat. Gebrauchen wir ſie nicht/ und wollen uns nicht von G Ott unter⸗ weiſen laſſen/ ſo bleiben wir in unſer Verdamnis/ und iſt die Schuld nicht Gottes/ ſondenn unſer ſelbſt/ darumb daß wir Gottes Vnterweiſen wider uns ſelbſt verachtet. Vnd ſo viel vom Erſten⸗ 1. Verſpricht GHit der HErr das beſte bey unſern neuen Oehorſam und Chriſilichem Leben zu thun V iau monſrændv, Wanner uns den Weg zeigen wil/ den wir wandeln ſollen: Ich wil dir/ ſageer/ den Weg zeigen/ den du wandenſolt. as Wort Weg bedeutet allhier nicht eigentlich ein gebahnter Bebeutang Weg oder gepflaſterte Straſſe/ darauff man mit Fuͤſſen trit/ ſon⸗des Wortes dern unſers Lebens Lauff/ unſer Seudiyen/ Thun und VBornehmen /Weg in hei⸗ Ampt/ und Stand/ wie es alſo gebraucht wird Gen, 18, Pſalm r⸗ lige Schꝛift. Prp.2S⸗ Jer. 6. 6.19. Sd, 10, A mos. 4. Martb. 21. Act.1x. C.2³. Jud. GlaſſiusPhi- *.n. Vnd alſo bedeulet auch allhier wandeln nicht anders als in ol. Sac. lib. ſeinem Leben ſeyn/ Thun und Vornehmen fortſetzen Gen.„. v.⸗. Len duo aer. v.n. 1feap. 13,9,&Ee. Wann nun G.Ottder Err) en eee. ſpricht: Ich wildit den Weg zeigen/ witer ſagen: Ich wildich k⸗ 33,vg. fuͤhren den Weg darin du mir gefaͤlig wandeln ſolt. Dich duͤncket Plal a.„ A. es ſey verderbet/ wann es nicht gehet wie du denckeſt: Dein dencken Pro„nss. ii dir ſchaͤdlich und hindert mich: Es muß gehen nichtnach dei⸗ Jer. 6. v. 6. nem Verſtand/ ſondern uͤber deinen Verſtand/ nicht wiſſen wo du c. 10. va. geheſt/ das iſt recht wiſſen wohin du geheſt: Mein Verſtand macht Eſa.1o. v. 64 dich gar unverſtaͤndig. So gienge Abraham ſeinen Weg auß/ Amos. 4. 9 Mande von ſeinem Vatenande und wuſte doch nicht wohin. Drrh. 2r gabe ſich in mein Wiſſen und ließ fahten ſein Wiſſener ließ v.,. 6; mich ihme den Weg zeigen/ und iſ kommena 1anae eche Aedeg. gen! und iß kommen auf den rechten Weg/ Ac14. vas. Iſalho dieſes Wegzeigen ourus und T6abbgis in berſt⸗* 125.„aMlo dieſes Wegze litice zu verſte⸗ —r. Gd welt licher Weiſe. Dann wie offt age uns ahe mee S Dit einen guten Weg der gluͤck ichen ſortgehet im Welt⸗ s Die fünffte Predigt lichen und im Hauß⸗Stand/ wie wir Wunder ſehen in da Schrifft wie G Ott ſeine Heiligen ſo wunderlich gefuͤhret. Geiſt⸗ lich oder Teologico, iſis alſo zu verſtehen daß uns armen Suͤnden G Stt der HErr den rechten Weg zeiget/ wie wir unſeter Saͤn⸗ den ſollen loß werden/ ein ruhig Gewiſſen uͤberkommen/ Vegge⸗ bung der Suͤnden erlangen/ fuͤr GOtt gerecht und ſelig werden. Dieſer Weg heiß Buß und Vergebung der Suͤnden; Dieſe⸗ Weg iſt JEſus C Hriſius unſer HErr allein/ mit ſeinem heiligen Gehorſam und theuren Verdienſt wie er ſelber ſagt: Ich bin der gWgweg/ die Warheit und das Leben/ niemand kommtzum Joh. 14.7.5. Vaker dann durch mich/ 706. 1z. Ich bin die Thurezuden Schafen/ wer durch mich eingehet/ der wird ſelig werden Joh-0.y.. J7o.. Wie uns dann auch der NErr C Hriſtus den Weg iegen mtt ſeinem Sxempel durch Creutz und Leyden /wie wir ihmſolgen b ſollen in Gedult/ in Gehorſam/ in Liebe in Demuth in Sanſſt muth/ dadurch er uns wird zur Nuhe unſerer Seelen bringen ſi uem Bild gleich machen/ und bereiten zur Seligkett. GOtt zeige Es zeiget auch G Ott den Weg in ſeinem Wort: Dañ das uns den Weg iſt die Cauſa nſirumenralu, die Mittel⸗Vrſach/ dadutch wirzit in ſeinem Erleuchtung/ Buß und Bekehrung/ und allen andern guten Wer⸗ Wort, Kken/ und alſo auf den rechten Weg gebracht werden. Es hat ai SG6 Htte im Himmel etliche exiraorainaris, und auſſer dieſer Oid⸗ nung erleuchtet/ und auf den rechten Weg gebracht: Wie wit de ſen ein Rempel haben an dem Abraham/ welchen G Ott nahm Cen.1a... pon der Abgoͤttereh und zu ſeinem Eigenthum erwehlete Genn. BVnd an dem Werfolger Saul/ welchen Gott w undetbater Weſſe erleuchtet/ und auf den rechten Weg brachte dutch ein Lichlund Stimme vom Himmel/ machte ihn zu einem außetwehlen Nuͤſ zeug/ daß er ſeinen Namen truͤge fuͤr den Heyden/ und fuͤrden 8 A.*. 1at, nigen/ und fae den Kindern von Iſtael 4ong. Abet ſolche ſon F de⸗und wundetbare Erleuchtung iſt gar wentigen Perſonen wine fahren. Entbuhiaſmos und abtus, himmliſche E ntzuͤckungund angeliede Siſcheinung düſfen wir uns niett einiden unda dffchigetent Tivrdinar 2 Pundie vewandal OM uns ſey tenWegt aus Gett ,Cor.. Dedurch ketet/ und maſſen der. dohitt nt betthrenp walt des fangalleS daitſener vard dch aluchten cheanden her Geſ Lax, ts ihe Liht Krwa Hazen all weeiun tschul and prach dn glohal Mäͤt woan hen gehch Ind ston b ing 1 fehnn 1 1 3 b dina ralthe 8 rſ Wi I 8 8 8 4*. —— n hiſ fed Ande d in den s lner P SG NE neins id alles racht E 71 1,N ESber den z2. Pſalm. a Dieſelbige warten wie die Flader⸗Geiſter zu thun pflegen. Welche da orainariè und ordentlicher Weiſe den rechten Weg treffen wol⸗ len/ denen iſt An ander Mittel gezeiget/ als das geſchriebene und gepredigte Wort G Ottes/ darinn uns gezeiget wird der Weg den wir wandeln ſollen. Dieſes uns dann zum Nutz zu erkennen gibt. 1. Wie notig Wie hochns⸗ uns ſey das edle Wort Gottes/ weil wir ſonſt nicht den rech⸗tig uns ſe ten Weg wandeln moͤgenes werde uns dañ derſeibe in und de Wott aus Gottes Wort gezeiget. Das Wott iſt die Krafft G. Ottes Voltes⸗ 2. Cor.. Die da ſelig machet alle die daran glaͤnben. Rom. ꝛ1. v. 16. 1.Cor.L..iè. Dadurch haben die heiligen Apoſtel die unglaͤubigen Voͤlcker be⸗ kehret/ und ihnen die Augen aufgethan/ und den Weg gezeiget/ maſſen der HErr C Hriſtus zu Paulo ſpricht A7. 26. Ich ſende Ad 26. v. g. dich itzt unter die Heyden aufzuthun ihre Angen daß ſie ſich bekehren von der Finſternis zu dem Licht/ und von der Ge⸗ walt des Satanszu GOtt. Dann gleich wie G Ott im An⸗ fang alle Dinge erſchaffen durch ſein Allmaͤchtiges Wort: Dañ da iſt ſein erſtes Wort geweſen: Fiar Laves werde Licht/ und es 4. ward Licht: Gen.:. Alſo gehet es noch taͤglich zu/ wann uns Gotl Gen..z. erleuchtet und den Weg zeiget den wir wandeln ſollen: Dann ſol⸗ che andere Schoͤpffung oder Erneurung dieſelbe verrichtet er glei⸗ cher Geſtalt durchs Wort/er ruffet nochmal in unſere Hertzen Fiat Cux, es werde Licht/ bekehret euch von der Finſternis zum Licht/ wandelt auf meinen Wegen/ und es wird Licht in den Hertzen aller derer die da folgenund glaͤuben an das Wort und E⸗ vangelium. Bey der Auferweckung des verſtorbenen Toͤchterleins des Schul⸗Oberſien Tauri brauchte der ErrChriſtus ſein Wort/ und ſprach Thalita Kumi/ Maͤgdlein ich ſage dir ſtehe auf: Vnd alebald ſiund das Maͤgdlein auf und wandelte Aarc. 3. Marc⸗v. 41. Nicht zwar als ob das Maͤgdlein die Krafft und Macht aufzuſtee. hen gehabs haͤtte: Sondern C Hriſti Wort war das Mittel/ da⸗ durch es von dem Tod auferwecket worden iſt: Alſo wann G.Ott uns in ſeinem Won den Weg Elantdan wix wandeln ſolen um 4 uns Die fuͤnffte Predigt uns zuruffen laͤſſet: Wache auf der du ſchlaͤffeſt/ und ſtehe auf von den Todten. So hat es nicht die Meinung als ob wit aus eigenenKraͤfften und Vermoͤgen uns bekehren koͤnten/ ſonden G Ottes Wort daß wir hoͤren und annehmen/ iſt das Mittel da⸗ durch wir auf den rechten Weg gebracht werden/ von der Finſe⸗ nis zum Licht/ von der Gewalt des Satans zu GOtt. Ein Menſch ſo in einen tieffen Schlaff geſuncken/ wachen nicht bald von ſich ſelber auf ſoll er wach werden/ ſo muß man en Gereuſch/ Gethoͤn und Geſchrey machen: Nun liegen all Ouͤn⸗ der in einem ſehr tieffen Schlaff/ und moͤgen ſich darauß nicht leichtlich finden: Da ſchicket G Ott ſeine Diener und Munddoo: ten auß die ruffen den Suͤndern zu/ daß ſie von ihrem Suͤnden Schlaff aufſtehen/ und den rechten Weg wandeln ſollen. Wo⸗ len ſie es nicht hoͤren/ ſo muͤſſen die Diener G Ottes ein Gereuſch und Gethoͤn machen mit ihrem Predigen/ ſie muͤſſen getroſtruffen nicht ſchonen ihre Stimme erheben wie eine Poſaune: Siemaͤß ſen das Geſetz ſehaͤrffen/ auf daß die Vnbußfertigen geſchreat und zu warer Erkaͤntnis/ Neu und Leyd ihrer Suͤnden gebracht werden/ und des rechten Weges nicht verfehlen moͤgen: Darne⸗ benſt auch muͤſſen ſie das Evangelium predigen/ auf daß dier⸗ ſchrockenen getroͤſtet/ die ſich aus Schwachheit verirret geſuchet/ und in warem Glauben erhalten werden. Diß ſind die zwene Stͤ⸗ be/davon 2acb. u. Da der erſte heiſt Sanffte/ der ander Weht. Mit ſenem ſollen die furchtſamen gefuͤhret werden/ damit ſieihr Vertrauen und Zuverſieht nicht fallen laſſen: Mit dieſem ſollen die ſicheren geirleben werden/ damit ſie zum rechten Wege komien moͤgen. Wer demnach dieſe Mittel verachtet und von ſich ſtoͤſſet chten Weg nicht treffen/ viel weniger daß er darauff Zach. II.v, 7. der mag den re wandeln ſolte. Vnd hierauß iſt unſchwer abzunehmen was zu antworten gefraget witd/ warumb/ wann zwo Per Wort der Weg gezeiget wird/ die eine neweden. wandelt die ander aber nicht ſſondernbleibt inder Irin ſac drauchall ens GOt nen ſden dadring mit. B Ll,9. 60 unb der Krucht ti mann/ ſol außgewagf nicht mig! auch nicht, an Weraͤch Mommneuas Elche fnd die Dowen ei gut an nn gutm Laſſet uw. den Wegs Fäthen fet dhe trulich ſns von! Ans ebſten 1, Er Gieſtent durin ve Dm Dow dadageha duanddli Nhenſhſ⸗ 1— 11 uter den 3². Pſalm. 9 77 ſchäfcg hg. Etliche geben G Otte die Schuld/ etliche ſchreibens andern Vr⸗ 171 de Ran n ſachen zu. Die Mittelſtraß die beſte was: Dieſelbe muͤſſen detchat e wir auch allhier halten. Welche den rechten Weg wandeln die ha⸗ 8 1 anen bens GOtt allein zu dancken: Welche aber nicht die habens ih⸗„ detdet 6he, nen ſelbſten zu zumeſſen/ nach der Goͤttlichen Auſſage: Iſrael/ A anszuG h du bringeſt dich in Vngluͤck/ daſn dein Heyl ſtehet allein bey chaf gſ g mir. QQ6. In dem Gleichnis von vier erley Saamen beym Hoſ. 3..æ b waden ih Luο. s. Können wirs ſo viel baß vernehmen/ was die Vrſach war⸗Luc.§. v. 1. b 8 n. Nunl 5 umb der Saamen des Goͤttlichen Worts nicht in iedem Acker ⁸ aun N Frucht bringe/ da dañ nieht dem Saamen/ auch nicht dem Saͤe⸗ 1 mann/ ſondern eintg und allein dem Acker/ in welchen der Saame 4 außgeworffen iſt/ das iſt den Zuhoͤrern /zu zueignen ſey/ als welche nicht mit gleicher Andacht und Eiffer das Wort hoͤren/ und alſo auch nicht gleichmaͤſſige Frucht bringen. Etliche ſind Epicurer und Veraͤchter/ da der Saame an den Weg faͤllet: Etliche ſind Mammelucken und abtruͤnnige/ da der Saame auf den els faͤllet. Etliche ſind den Wolluͤſten ergeben/ da der Saame mitten unter die Dornen faͤllet Etliche ſind Glaͤubige/ da der Saame faͤllet auf ein gut Land/ die das Wort mit Freuden annehmen/ in einem fei⸗ nen guten Hertzen es behalten/ und in Gedult Frucht bringen. Laſſet uns dergleichen thun/ wann uns G. Ott aus ſeinem Wort den Weg zeiget/ daß wit es annehmen und folgen⸗ Laſſet uns zur Kirchen fleiſſig gehen /G. Ottes Wort andaͤchtig hoͤren/ und daſ⸗ ſelbe treulich bewaren. Verachten wir aber dieſes Mittel und ſtoſ⸗ ſen es von uns/ ſo haben wir keine Gnade zu hoffen/ und hindern O ſchaf⸗ uns ſelbſten an unſer Seelen Heyl und Seligkeit. fenheit un⸗ 2., Erkennen wir bey dieſem Stuͤck Wie es mit unſerm ſers Chri⸗ Chriſtenthum beſchaffen ſein ſolle/ nemlich/ daß wir immer ſtenthums/ darinn von Tage zu Tage ſollen wachſen und zunehmen. in dem es Dann David unſer Chriſtenthum allhier verglichen mit einem/ mit einem der da gehet oder wandelt. Gleieh wie nun Wandersleute oder die der dagehet da wandeln/ nirgendes gar ſuille liegen/ ſondern immer weiter fort⸗ odeꝛ wandele henſbiß ſie anden On konmendehttiſedegrdemn Alſo ullnwaden 180 Die fuͤnffte Predigt wir in unſerm Chriſtenthum nicht gar ſtille liegen /ſondern dunt zaͤgliche Vbung unſern Glauben/ Liebe/ Hoffnung und anden Tugenden vermehren und taͤglich darinnen fortſchreiten/ biß wir in unſer Vaterland kommen: Wo das nicht geſchtehet ſo heiſt e von progreai eſtrervogreai Nicht fortgehen in ſeinem Chr ſtenthum iiſt eben ſo viel als ſtillſtehen/ oder gar zu ruͤcke ge⸗ hen. Wir leſen in 2. Tm.—. daß es mit den boͤſen verfaͤhriſchen Menſchen ie laͤnger ie aͤrger werde ſie verfuͤhren und werden ber⸗ fuͤhret. Das iſt/ der Teuffel laͤſt ſein Geſinde in ſeinem Reich nicht. diel ruhen/ noch feyern/ ſondern treibet ſie ie laͤnger ie tieffet aus i⸗ nem Irrthum in den andern/ aus einer Blindheit in die andenſans einem Ergernis in das ander. Alſo auch im Gegentheil iſ undſei eein Stillſtand ſein mit den Chriſten auf dem Wege OHllts⸗ ſondern muͤſſen er fort und fort gehen/ waehſen und zunehmen/ und wo ſie auch nicht fuͤr und fuͤr in Vbung des Worts/ im Glau⸗ den/ im Gebet und Gehorſam zunehmen/ ſo nehmen ſie gewißlich ab /biß ſie endlich gar ſterben Beym Luc. v. vergleicher ſich Ch⸗ ſius einen Hauß⸗ Vater der ſeinen Knechten einem ieglichen en ſtuͤck Gelds gibt/ darmit zu handthieren und zu grwinnen ſiraffas auch einen faulen Knecht/ der das empfangene Geld vetgraben nichts darmit gewonnen und erworben hat ſetzt endlichendieſen nachdencklichen Spruch: Wer da hat/ dem wird gegeben wer aber nicht hat/ von dem wird genommen waser hat· Anzuzeigen/ daß wir auf dem Wegunſers C riſtenthums ſollen geiſtlicher Weiſe handthieren/ gewerben und Gewinn davon a⸗ gen/ und zuſehen daß wir immer voͤlliger und reicher werden ie uns G Ott den Reichchum ſeiner Gnaden zuwenden ſolle Vnd ſo wandeln wir alsdann recht b — 5 Sih, dlemeine todene? Gällice ſhnochun 10da Jagededer Goites K 44. das 3. Joas ſtein nun Gt tn ſoeiſ vi unt meit diſeyn /ich an deinen herbeh terüchend⸗ wacheod grelflche htem Ehr Ale Gedane duhrſgent chtallen 1 Kealaten/5 da. Dun Hen dſtin denn Nam 1 ſaic 99, A Ei 4' as —— übber den n. Pſeilin. m oid: Siehe an mein Jammer und Elend/ und vergib mie alle meine Suͤnde. Der Prophet Daniel im o.c. betet: HErr thu deine Augen auf und ſiehe.(2.] Heiſſet Gottes Auge dde Goͤttliche Verſehung ſalm. uo. Demne Augen ſahen mich da ich noch unbereitet war/ da ich gebildet ward/ da meine Ta⸗ 88 auf dein Bucch geſchrieben waren.(z.) Wird durch Gottes uge bedeutet Gottes Hut und Wacht uͤber die Glaͤubigen.(4.) Gottes Rache uͤber die Gottloſen: Wie wir dañ leſen im 2. Cbron. 24. das Zachanas der Sohn Joſada des Prieſters ſagte/ da ihn Joas ſteinigenließ: Der HErr wirds ſehen und ſuchen. Wañ nun G Ott der HErr ſaget: Ich wil dich mit meinen Augen lei⸗ ken/ ſo heiſt es fo viel: Ich wil dieh mit meiner Gnaden leiten/ ich wil mit meinem Goͤktlichen Rath und Verſchung umb und bey dir ſeyn/ ich wil dich in meiner Hut und Wache halten/ und mich an deinen Feinden rechen. b Hierbey wir uns zum Nutz zu erinnernder mehr dann vaͤ⸗Gortes des kerlichen roriaems und Vorſorge unſers GOttes/ nach Herrn pro⸗ welcher er durch ſeine unerforſchliche Weißheit/ unendliche unbe⸗ videntz/ wie greiffliche Macht und Krafft ſeine Glaͤubige auf dieſer Welt/ bey ſtaꝛck dieſelbo ihrem Chriſtlichen Wandel/ wider alle Natur der Ereatur/ wider ſex alle Gedancken und Hoffen aller Menſchen/ mit ſeinen Augen lei⸗ ten/ fuͤhren ſchuͤtzen/ ſchwmen und unverſehret bewaren wolle/ be⸗ waren koͤnne/ bewaren werde. b“ Daß er ſeine glaͤubige Kinder mit Augen leiten in allem Vn⸗ gluͤck und Gefahr ſchuͤtzen/ ſchirmen /erretten und bey ißrem Lauff ves Chriſtenthums unverſehret bewaren wolle/ das verſprichter nicht allein allh ier/ wann er ſaget: Ich wil dich mit meinen Au⸗ gen leilen/ beſondern es bezeugets auch die Schrifft hin und wie⸗ der. Dann er iſt und wird genand unſer aller Vater. Mal... Du Mal. 1.. 102 Herr biſt unſer Vater und unſer Erloͤſer/ von alters her iſtcdas dein Name Fa. 14. Iſt er nun aller Vater/ ſo ſorget er fuͤr uns alle Eſ⸗.64 v. 6. gleich. Sp. 6. Auſſer dir iſt kemn GOtt dann du ſorgeſt fuͤt alle. Sap. 6. v.8. 1e.. Ein Menſch esbazmel ſich Pefuen Nechſten/ Sap. n.Mz b 182 Die fünffte Predigt Syr. 18. v. z, aber uͤber alles Fleiſch. Or.§. Sonderlich aber iſt er ein rechter 13. Guaden⸗Vater uͤber ſeine Glaͤubige. 1. Tim. 4. Hat ein Wolge⸗ 2. Tim. 4. fallen an ihnen/ wie ein Vater an ſeinem Sohn. Prop. Ertra⸗ v. 1ℳ. get ſie in ſeinem Leibe/ wie einer Mutter ihr Kind in ihrer Mutter Pr 2r.3.s⸗leget wil heben und tragen biß ins Alter bißz ſie grau werden. Ete c 26. Er kennet ſie/ wie ein Vater ſeinen Sohn. Dann der Hen Ioh. 10. v. 4. kennet die Seinen.= Tim.. Wie der Hirte ſeine Schaͤflein ten⸗ Bzech. 34. nek. Job. 10. Dann ſie ſind Schaͤflein ſeiner Heerde. Execbas. Er v.zz. zeichnet ſein Thun an ihre Stirne. Ezecb. 9. Er traͤget ſie wieein Ezech. 9.v. 4- Mann ſeinen Sohn traͤget/ durch alle Weg die ſie wandenn Demn Deut. 1,v. 31. 1, Prov.z. Er behuͤtet ihre Fuͤſſe. 1 Sam. Bewaret alle ihte Ge⸗ Prov.*.v. 8. heine. Pſalm. 54. Zehlet alle ihre Haar auf dem Haͤupt. Maunb.. Peames 7 Damit nicht darvon eins umbkomme. Luc. 21. Bewaretſie witein 4 v. Augapffel. Oeus 2. Ruͤhret ſie dañ einer an /der ruͤhret ſeinen Ang⸗ Luc, z1. v. 18. apffel an. 2ach.z. Komen ſie in Noth ſo wil er ihrer nicht vetgeſſen Deut.32 v. noch weniger als eine Mutter kan ihres Kindes vergeſſen/ wienn Zach. 2. v. 2. dann hiervon gantz vaͤterlich und troͤſtlich ſaget: Kan auchein b Weib ißres Kindleins vergeſſen/ daß ſie ſich nicht erbarmeuͤba denSohn ihres Leibes/ und ob ſie deſſelben vergeſſe/ ſo wil ich don Eſa. 49. v.i5; dein nicht vergeſſen/ ſiehe in die Haͤnde hab ich dich gezeichnet. pſ. 16.„ 49. Ich wil euch troͤſten/ wie einen ſeine Mutter troͤſtet. J 60. Wit 6 ſeigr.„ mit ihnen ſeyn.*/2lm.y. Wann ſie durchs Waſſer und Feuege⸗ Fla.43.v.. Hen. F2. 5. Wil ihr Schutz und Zuflucht ſeyn in ihren Noͤlhen Pſal. 59.,v. 7. ℳ. Wil ſie endlich retten.*ο. Herauß reiſſen /ihnen zeigen ſein Pfal. 30.v. 4. Neyl. a. Vnd ſchaffen das ihnen alles zum beſten dienen muß. Pſal.9.v. 4. Rom. †. O der mehr dann vaͤterlichen Procidentz unſers Goltad⸗ Kom. 8. v. 28. Nach welcher er uns mit ſeinen Augen leitet⸗ G.n 3V o.. Nieht allein wil diß unſer himmliſcher G Het und Valat Gen. 17. v. 1 kHun, ſondern er kan es auch thun: Danner iſt der rechte Abu, c. 49. v. 25. 75 17 zzider Starcle. Gengz. der Schaddai omnipotens, der Allmaͤch⸗ 2. Cor. 5.v. g maͤchtige. Gen. ⁷. und 49. aſexearwe der Allmaͤchtige HEn Matt. 9 v.a6 2. Cor.. hey welchem alle Dinge muͤglich Martb us auch die ſohey Lu,r,27. den Menſchen unmuͤglich. 194 14. Kan haſann naihng vn d wi Phaenteter Dt⸗ tiſethent gchen ſotte mi weffe diebinder konten we „. Das me ſber den Je beyden E feinen Aug ſl ſehen ſp geoſte Scht d Jeſga wi 4. Das tn. eteihnu ſt deEm lut/ ß 6 bethrenneum feungen Lf gndaß ſiree ttteſtemitſe ſte wann; detfen ſoſ di aber S Bauch des Gottltee tan nadenn duß ſeczee en Haulum 3 emi e däain i auß kei lucht 1 ber den z. Pſaln... chun als wit dentken/ Epss und darumb ſo kan er uns mitſeinen Epiz nae. Augenteſen. Das er aber nicht allein wolle und koͤnne/ ſondern auch ge⸗ wiſſe thue/ die Seinigen mit ſeinen Augen leite/ und ehe ſie unter⸗ gehen ſolten/ ehe der Creatur Art geaͤndert werden muſie/ das hat er mit trefflichen denckwuͤrdigen Exempeln bewehret. Sehet nur an die Kinder Iſrael die waren in hoͤchſten Aengſten am rothen Meet/ konten weder hinder noch vor ſichmnoch kamen ſie hindurch· Rxod. Exod. 14. ꝛz⁄. Das macht: GOtt leitete ſie mit ſeinen Augen. Da Elius uͤber den Jordan wolte/ theilet er das Waſſer mit ſeinem Mantel zu beyden Seiten/ 2. Reg. z. das machte: GOtt leitete ihn mit 2 Reg.:. v.;. ſeinen Augen. Der Sonn und Mond Art iſt ſonſt daß ſie nicht 14. ſol ſiehen/ ſondern immer zu ihren Lauff/ und zwar die Sonne in groſſer Schnell/ als innerhalb 24. Stunden/ vollbringen. Aber da Joſua wider die Cananiter ſiritte/ da muſte ſie ſtille ſtehen. Fob. Joh. 1o. 2.. 1⁰. Das ein Tag war wie zween Qr. 26. Das machte: GOtt yr. 45. v.- leitete ihn und die Kinder Iſrael mit ſeinen Augen. Damt ſie die Cananiter uͤberwinden moͤchten. Das Feuer hat die Na⸗ tur/ daß es die darin geworffene verderbliche Materten anwende/ verbrenne und verzehre: Das aber Daniels Geſellen/ da ſiein den feutigen Ofen geworffen/ nicht ein Haar verſenget/ wil geſchwei⸗ gen daß ſie es verbrant haben ſolte/ Dan.z. das macht: GOtt lei⸗Dan. 3. 21. tete ſie mit ſeinen Augen. Die hungerigen Loͤwen und Walſi⸗ ſche/ wann ihnen etwas von Menſchen und Viehe wird vorge⸗ wotffen/ ſo ſchlucken ſie es in ſich/ verzehrenund zermalmen 66.3. b Das aber Daniel mitten unter den Loͤwen/ Jonas mitten im Dan. 6. v.zz. DBauch des Walſiſches lebendig erhalten worden: Das macht: Ion. vamn. ſe Gott leitete ſie mit ſeinen Augen. Die Schlangen und Nat⸗ tern werden mit ihrem Gifft die Menſchen an/ und vergifften ſie/ daß ſie aber die/ ſo die ehrne Schlange anſahen/ Num. aI. desglei⸗Num. z2 v.Z. chen Paulum cl.⸗g. nicht vergifften/ das machte GOtt lei⸗ Act. v.3 5. tete ſie mit ſeinen Augen. Die Raben alles was ſie zu eſſen vor ſich haben/ das behalten ſie vor ſich und ſchluckens ein⸗ Dahſſ b aber 2S K Die fuͤnffte Predigt aber dem Propheten Eliæ Brodt und Fleiſch bringen. Regen. Dabey war GOttes des HErrn ſein Auge/ damit er ſein Kind Eliam leitete/ daß er unverſehret bewaret wuͤrde. Der⸗ gleichen hat G Ott allen Glaͤubigen verſprochen So du durchs Waſſer geheſt wil ich bey dir ſeyn/ das dich die Stzoͤme nicht ſollen erſaͤuffen und ſo du ins Feuer geheſt ſoltu nicht hren⸗ T.. v.5 Hien/ und die Flamme ſol dich nicht anzunden/ /⁄. Auſ den S boͤren und Ottern wirſtu gehen/ und treten auf den ſun⸗ Plel.9 v.sz gen Loͤwen und Drachen. hatzn. o. Vnd das heiſt alsdann⸗ / verhoffte wolſeile Zeſt verkuͤndigte: Wann derdEn ſon ön Ich wil dich mit meinen Augen leiten. b b Wil nun G Ott ſeine Glaͤubige mit ſeinen Augen lettenſe kanes thun/ erweiſets auch in der That und Warheit/ ſomuß d rin dummer ſioiſcher Wahn ſein der dum̃en unchriſten/ ſo dame⸗ nen/ was in der Natur vorgehe mit dem Menſchen/ das bringeden Creatur Natur und Art ſo mit ſich. Geſchehe was uͤber die Na⸗ eur/ das geſchehe von ungefehr/ G Ott habe damit nichts zu ſchaſ⸗ fen/ aber das Widerſpiel haben wir anitzo gehoͤret das G Ote ſich unſer annehmen uns ſchuͤtzen und ſchirmen wolle und uns mit ſer nen Augen leiten. Wie kans dann geſchehen von ungefehr? Wi kans in der bloſſen Art der Natur ſtehen? Wil GOtt und kan auch die Seinigen mit ſeinen Augen leiten ſollen wir gewarnet ſeyn/ daß/ wann wir in Noͤthen/ Aeng⸗ ſien und Gefaͤhrligkeiten/ wir dieſem unſerm G Ott und Vater nicht mißtrauen/ oder demſelben Maaß und Ziel ſetzen was/ wie und wann ers thun und uns helffen ſolle. Es ſind der angſthaff rigen Hertzen viel/ wann ſie in Noͤthen ſtecken/ und man ihnenzn ſricht ſie ſollen zu Frieden ſeyn/ auf G Ott ſehen/ und ihm trauen er werde helffen und ſie mit ſeinen Augen leiten ſie nur auf zeilche euſſerliche Mittel ſehen. Vnd wo die mangeln/ an aller Huͤlfe Gottes verzagen/ ſagen es ſey unmuͤglich das Gott helffen koͤnne oder wolle. Eben wie der Ritter des Koͤniges in Iſrael zu Ehſſs dem Mann Gottes ſagte da er in vorgehender Theurung eineni⸗ * ſaan iri tbite gukerbuüaſt betwaätrn „Dasiſti en Gewa kchOnz. eelchem trarjen te Jagenleſc ſeinen Ang Wl⸗ tno helfen Näthen ene hoſfen/ wir 40 un ihn anufe darbeych fabhſt mi. tettetwode hhat und O richt/ da vädigkete. auii— de ſ Ar enpfang ſaunnen 9)— ſan 1 1 t ſanen 8 uber den zꝛ. Pſalm. S ſter am Himmel machte/ und Frucht vom Himmel herab regnen 333 he ſo koͤnte doch folches nicht geſchehen/.. Reg. 7. Desgleichen 2-Keg. 72 zu Beebulia ſo bey ſich beſchloſſen in 5. Tagen die Stadt zu uͤbergee,. ben/ wañ innerhalb deren Zeit ihnen nicht geholffen wuͤrde. Juaith. Judith. 7. 7.Das iſt zumal eine ſchwere Suͤnde/ dadurch G Ott ſeine Macht 1 und Gewalt verſchnitten und verkluͤgelt wird. Da doch dey ihm kein Ding unmuͤgüch. Darumb iſt auch kein Wunder wann Gott ſolche mißtrauende Samariter faͤllen/ und mit dem Ritter zu Sa⸗ marien ihren verdienten Lohn geben laͤſſet. GOtt wil mit ſeinen Augen leiten/ G Ott kan mit ſeinen Augen leiten. G Ott leitet mit ſeinen Augen. Traue nur ihm/ du wirſt es ſehen und erfahren. Wil/ lan/ und thnt GOtt mit ſeinen Augen leiten und uns helffen/ ſollen wir endlich ermahnet ſeyn wañ nns G Ott aus Noͤthen errettet/ wider alles Verhoffen/ Sinn und Gedancken ge⸗ holffen/ wir uns auch daruͤber freuen und froͤlich ſeyn/ des HErren Lob und Danck/ der uns mit ſeinen Augen geleitet nicht vergeſſen ſollen. Dann er verſpricht zwar/ daß er uns in der Noth/ wann wir thn anruffen wolle erhoͤren/ und darauß erloͤſen/ aber er ſetzt ſtrack 8 darbey Vnd du ſolt mich pteiſen. Palm 50. Es bringet das Wercl ſal. 50.vas⸗ felbſt mit: Je groͤſſer Noth ie groͤſſer Gnade/ wann du darauß er⸗ rettet worden. Je groͤſſer Gnade/ ie groͤſſer Danck Dann Wol⸗ that und Danck die ſollen auf einander folgen. Wo der Danch nicht iſt/ da iſt Vndanck/ wo Vndanck/ da iſt der Wolthat Vn⸗ wuͤrdigkeit. Non enim Aignus esl dundis, qui nn gratus astpro dAatis, der iſt nicht werth daß manihm Wolthat anthu/ der wegen der empfangenen Wolthaten nicht danckbar. Vnd darumb an⸗ zuſtimmen mit dem Koͤnige und Propheten David aus ſeinem 403. am: Lobe den HErren meine Seele/ und was in mir Pe103, v.en iſt ſeinen heiligen Namen: Lobe den HErren meine b Seele/ und vergiß nicht was er dir guts gethan hat ett. 3s Cüſtrini 2. b Junii Anno 1a4n Vber d 5 5 8. 8 N 8 * wendig die derewige Sohn Gottes E Hriſius andeutet. Nereſkatem bono- guten Wer⸗„„ operum: Die Nothwendigkeit der guten Wercke und nenil b cke ſeyn. .de ckend geweſen/ undihr habt mich bekleidet/ etc. Mautbiz. ditfan ſe äa guteo newiederge Güand ſich doiheti⸗ Donede ſinen J umb elnen Heiiai muß deſch aͤhnen fton Werc/ d eigentlich Goltes und vemmöͤgen. wet hat das Maul des tüon einen kene Wi Wat Git das dochen Dann iſs gethan. d Aunge Welt ſtiche Men dachE rſ ſa obundg the kein h Womſfe halſihdet gheiffen. G ¹ Sol Fende 43 über den z2. Pſalm. 82 duͤrffen ſie keiner guten Wercke/ und ſey nicht von Noͤthen daß man gutes thue/ Allmoſen gebe ſeinem Feind verzeihe/ das geſtolte⸗ ne wiedergebe/ und ſonſten in einem Chriſilichen Wandel unds Stand ſich befinden laſſe. Solche Epieuriſche Lehre fuͤhreten zu Lutheri Zeiten die Widertaͤuffer/ uͤber welche er alſo klaget in der Vorrede auf Meni Buͤchlein: Vber ſolches thut hier der Teuffel Tom. 3. jen. ſeinen Zuſatz und verachtet die guten Wercke ſo gar/ daß er ſie alle umb einen Groſchen verkauffen wil. Da lobe ich G Ott meinen HErrenñ daß der Teuffel ſich ſelbſt in ſeiner Klugheit ſo ſchaͤndlich muß beſcheiſſen und bethoͤren. Wir lehren alſo/ das G Ott ver⸗ ſuͤhnen/ fromb machen/ Suͤnde tilgen/ ſey ſo ein hoch/ groß herrlich Werck/ das allein C Hriſtus Gottes Sohn thun muͤſſe/ und ſey eigentlich ein lauter/ bloß ſonderlich Werel des einigen rechten Gottes und ſeiner Gnade/ darzu unſer Wercke nichtes ſind noch vermoͤgen. Aber das darumb gute Wercke ſolten nichtes ſeyn/ wer hat das ie gelehret und gehoͤret? Ohn itzt auß dem Luͤgen⸗ Maul des Teuffels. Ich wolte meiner Predigt eine/ meiner Le⸗ etion eine/ meiner Schrifft eine/ meiner Vater unſer eines/ ja wie kleine Wercke ich thue oder immer gethan/ nicht fuͤt der gantzen Welt Guter geben ja ich achte es theurer/ dann mein Leibes Leben/ das doch einem ieglichen lieber iſt und ſein ſol dañ die gantze Welt. Dann iſts ein gut Werck ſo hat es GOit durch mich und in mir gethan. Hats GOtt gethan und iſt Gottes Wercl/ was iſt die gantze Welt gegen G Ott und ſein Wercke Ob ich nun wol durch ſolche Wercke nicht fromb werde(dann das muß zuvor geſchehen durch C Hriſtus Blut/ und Gnade ohne Werck) dennoch iſts Gott zu Lob und Ehren geſchehen/ dem Neehſten zu Nutz und Heyl/ wel⸗ ches kein Mann mit der Welt gut bezahlen oder vergleichen kan. Vnd dieſe feine Rotten nimbt einen Groſchen dafuͤr. Ach wie fein hat ſich der Teuffel hier verborgen? Wer koͤnte hn doch hier nicht greiffen. Biß hieher Lutheus. Solchen Epteuriſchen Schwarm fuͤhreten auch zu Lutheri Zeiten die utinoni ndaaeee ruͤber ſie ſich beſchwe⸗ 188 Die ſechſte Predigt ret im Buch ae Concilius, daß ſie fuͤrgegeben!biſtu ein Ehebtechen ein Hurer/ ein Wuchererſein Geitziger und mit anderen Suͤnden behafftet/ ſo du nur glaͤubeſi ſo wirſtu ſelig. Solchen Epicuriſchen Gifft/ haben ſie von Simone Mage geſogen/ welcher auch freyge⸗ laſſen/ man moͤge leben wie man wolle/ ſo man nur ſeinen Glau⸗ ben annehme. Vnd fieng ſich freylich zu Pauli des Apoſtels gei⸗ ten an/ da man die Lehre von der gnaͤdigen Vergebung der Suͤn⸗ den/ und Freyheit des Geſetzes zum Deckel der Boßheit mißbrau⸗ chen wolte. Darumb nicht Jacobus allein in ſeiner Epſſil ſon⸗ dern Paulus ſelbſt auf die guten Werck ſo haͤfftig dringet/ niche zwar Gottes Gnade zu verdienen ſondern zu bezeugen denwauen lebendigen und durch die Liebe thaͤtigen Glauben: Dann die Werck die kommen gewißlich her auß einem rechten Glau⸗ ben/ wenn das nicht rechter Glaube waͤr/ wolleſt ihnder Werck berauben/ doch macht allein der Glaub gerecht/ die Werck die ſind des Nechſten Knecht/ dar bey wir den Glau⸗ ben mercken. In ſolchem Epicuriſchen Schlam waren auch erſoffen umbe Jahr C Hriſti 1314. Begardi oder Biochi, welche ungeſchenet fu⸗ gabenſes ſey ein Stuͤck eines Vnvoollkommenen/ daß man ſichin Wercken der Tugenden uͤbe wer aber zur Vollkommenheit gelan⸗ get ſey/ duͤrffe keine gute Wercle verrichten. Alſo die Carpacratia- Iren. lib. 1. ni wie Iren. bezeuget/ waren ſo Hirnwuͤtig und raſend/ daß ſie leh⸗ 0, 24. ren duͤrfften /ſie haͤtten Macht allerley gottloſes und unchriſtliches Weſen zu verxichten/ und waͤre nur ein menſchlicher Wahn und Meinung das dieſes gut ſjenes aber boͤſes ſey. O des ſchaͤndlichen Teuffels⸗Schwarms Heiſt es dann nicht: Die Wercke bezel⸗ gens? Sagt nicht der Apoſtel Paulus? Offenbar find die Werck des Fleiſches/ als da ſind Ehebruch/ Hurerey/ Vn⸗ reinigkeit/ nzucht/ Abgdtterey/ Zauberey/ Feindſchaff, Hader/ Neyd/ Zorn/ Zanck/ Zwietracht/ Rotten, Haß Mord/ Sauffen/ Freſſen und dergleichen von welchem habe zuvor geſagt/ und ſage nochddas die ſolches thun wer⸗ den das Reich Gottes nicht ererben/ Calh⸗ A Iber Ma Sär Foih walt der ſchni tn achd 4eVudr bot uns zu eß zu. helſſung/ gethanſau weiſen uin dichmitn Aot tanteu, eir d Dave dezerket ſchzabef tinfäti geſchehen laß wolg Seelen⸗ renundſich ſnundih Limj ſrhe En tht 62 nane enac Sa Senaa, en g gen dch aa, ſommg u Pau n Dag dalder⸗ Uenin ußen nh dewät d n nder G kran t/dat K muun Arft Chi vel Kfih Aber wit wollen ſolche Spoͤcter ſampt allen Epicuriſehen Maſt⸗Saͤuen die ſich nach der Schwemme wiederumb im. Koth waltzen⸗ Pera. fahren laſſen/ und dem Gericht G Otles/ 2. Pet z.v.22. der ſich nicht ſpotten laͤſt cat⁵, abergeben/ immittels uns rich⸗ Gal.6. v. ten nach der Bermahnung allhier ſo G.Oit durch den David an alle Vndußfertige abgehen laͤft. Dann nach dem wir am naͤhen vot uns genommen den dritlen Theil dieſes z2 ſien Pſalms und zu erſi zu beſehen gehabt Heumpromittentem, eine ſtattliche Ver⸗ heiſſung/ ſo G Ott der HErr dem Koͤniglichen Propheten Davld gethan/ auf ſein innigliches Gebet: Alſo: Ich wil dich unter. weiſen und dir den Wegzeig dich mit meinen Augen leilen. b Als werden wir anitzo zu vernehmen haben D EllM exbor- gzelgen denduwändennſolt/h mi tantem, eine ernſte Vermahnung ſoGOtt der HErr durch den David abgehen laͤſſet an alle Vnbußfertige ihre Suͤn⸗ de zu erkennen/ eines neuen Gehorſams und guter Wercke ſich zu befieiſſigen. Hiervon wollen wir anitzo aufs kuͤrtzſte und einfaͤltigſte mit einander reden und handeln/ und daß es mit Nutz geſchehen moͤge /ſo ſeufftzet zuvor mit mir alſo: Hilff/ HErr hilff/ laß wolgelingen/ dir zu Ehren und dann auch zu ͦInſer aller Seelen Heyl und Seligkeit/ Amen. aß TRACTATIO. Nſer vorgenommener Punct iſt: Feria 2d peccata aguo er bonag; opera de D.ner au, Eine enſie An⸗ mahnung ſo GOtt durch den Koͤniglichen Propheten Dasvid abgehen iaͤſſet /an alle Vnbußfertige/ ihre Suͤnde zu erken⸗ nen und ſich eines neuen Gehorſams und guter Wercke zu beffleiſ⸗ ſigen und thut er dieſebe. 1. Imperando mit ernſtem Gebiet. Davon im Text alſo ſtehet: Seyd nicht wie Roß und Maͤuler. Ne ctis. Es iſt nicht/ ihr Vnbußfertigen/ wil er ſagen/ euerm freyen Wilkuͤhr anheim geſtellet/ ob ihrs thun oder laſſen wollet/ ſondern da habtihr mein Ja ii Gebel iͤber denꝛ. Pſalm„ * — „ 2— 1 ——— —— 190 Die ſechſte Predigt Gebot/ daß ihr nicht ſollet in euer Ruchloſigkeit fortfahren. Neſf ꝛu,, ihr ſolt nicht ſolche ſeyn /welche ihr bißhero in und bey euer Boßheit geweſen. Mit Aaßuͤ- Dieſes Ne ſris gehet uns auch an und ſol uns dienen un bung guter Gehotſam. Dann ſehet da ſind Befehls Wott nicht eines iidi⸗ Weranen ſchen Königes /ſondern Soltes des HErren/ des Koͤniges aler als der es ha⸗Koͤnigen und HErren aller Herren/ 1. Tim. 9. dem wir ja zu ben wil. gehorſamen und zu folgen ſchuldig ſind! damit er nicht Vrſach ha⸗ 1. Tim. 6.va5 be uͤber uns zu klagen aus dem Propheten Atalachia aml, Ell Mal. 1. v. 6. Sohn ſol ſeinen Vater ehren/ und ein Knecht ſeinen Her⸗ ren/ bin ich nun Vater/ wo iſt meme Ehre? Binich Her wo fuͤrchtet man mich. Es iſt Gottes unwandelbaterernſie Wille daß wir Buſſe thun ſollen und uns eines neuen Gehorſams befleiſſigen dannenhero ers ſo offt und viel in ſeinem Wort wieda⸗ „ Folet hat. Exfuͤllen wir nicht dieſen gnaͤdigen Willen O Dius durch Buß und Gehorſam/ ſo erfuͤllet er uͤber uns und widet uns⸗ ſeinen Willen/ durch Straff und Vmbkehrung. Kinon zimpletus Dei poluntas nobis falutari converſione, Deus eam implet de nobis noſtri everſione: Duia à polunrate Dei jubentus cur rimuus addo. luutatem Dei punienris. Wann der Knecht nicht thut was der Herr von ihm erfordert/ ſo vollbringet der Her wus er dem unge⸗ horſamen Knecht gedrenet 4 Als Joſua zum Kriegs⸗Fuͤrſten erwehlet/ das Volck Ißraul ins gelobte Land einzufuͤhren/ und aber denS tamm Ruben/ Gade Manaſſe ermahnete daß ſie fuͤr ihren Bruͤdern gewapnet vorhet ziehen ſolten/ waren ſie willig und bereit zu gehorſamen! und ſpra⸗ chen zu ihm: Alles was du uns geboten haſt/ das wollen wir thun/ und wo du uns hinſendeſt da wollen wir hingehen. Ioſ. 1. v. C. Joſ 1. Wie viel mehr wann der himmliſche Joſualder G Ottdes Heyls/ von uns Gehorſam erfordert/ ſollen wir willig und beteſ varzu ſeyn und zu ihme ſagen: Alles was du uns geboten haß das wollen wir thun/ und wo du uns hinſendeſt dawbollen wir hingehen: Ach HErr gib nur Krafft und Peme b tefeWi zidenKind dureGott che Stuun Herza un Hata uc ner groſſ bein ſeine feine Fein thenete E an dahin. hotſannen, von dere Daglaͤckt ungerafft engefäͤll Sanneſ eher Se⸗ Kn euerot Feur den duß ſchdie 6. Welche well dochn Nahm. G. Verdienf galebet/da Dater e Wile Ei ualttang kante es bon ſi Colkesſt lümm u 1 4 udſa an W, an dit g 5 1.Tnn. ¹ dn amüa w l en In khi Ehre! twunr Wunh d eines! 3 1 Daser ſey der Welche Stimme Gokttes ſelig zu machen die daran glaͤuben/ Rem. welche Stimme wil/ daß wir es ſo viel deſio fleiſſiger hoͤren und be⸗ uͤber den 22. Pſalu. Nn aß ſch die Welti cht wolle ſtraffen laſſen/ Cen. 6. Welche Stim̃e wil daß wiru ns fuͤr ſeinem Zorn ſo leen huͤten ehen koͤnne/ wann er zuͤrne. timme euers Gottes von dem ſollet an C Hriſtic cle erweiſen. waren 194 Die ſechſte Predige. waren ſollen/ in einem feinen guten Hertzen und Frucht bringen in Gedult. Lac.. Herzu und hoͤret die Stime des hEr⸗ ven eurs Gottes voͤn dem juͤngſten Tage das derſelbe gewiß kom⸗ men werde/ und das die Stunde ſchon ſey daß die in den Graͤbemn ſind/ werden die Stimme des Sohns Gottes hoͤren und herfuͤr gehen/ die da guts gethan haben zur Aufferſtehung des Lebens die aber boͤſes gethan haben/ zur Aufferſtehung des Gerichts. ſob.g. Welche Stime wil/ daß wit uns ſo viel deſio baß gegen den ſung⸗ ſten Tag bereiten ſollen/ weil doch alsdann alle muͤſſen offenban werden fuͤr dem Nichterſtul C Hriſtt/ da ein ieglicher anyfangen wird wie er gehandelt hat bey Leibes Leben/ es ſey gutes dderdoͤſes Rom. 14. 2. Cor.„. Da ſollen wit nun alſobald herzu kommenſolehe Stimme hoͤren/ und das Ne /itas allhier pract /men/ und ſollen ni ein wie jene Spoͤtter/ die da ſprachen: Gebeut hin gebeut her/ arre hie harre da hie ein wenig da ein wenig/.s. W ſollen nicht ſein wie die/ ſo da ſprechen in GOtt: auu 1½. Wit ſollen nicht ſein wie die/ ſo da ihre Ohren verſtopffen muthwillig. Aal. 4†. Wir ſollen nicht ſeyn wiede Phariſeer/ die den Rath Gottes verachten wider ſich ſelbſt Luc.. Wir ſollen nicht ſein wie die/ ſo da lieben die Finſternis mehr denn das Licht/ dieLuͤgen mehr deñ die Waͤrheit 70b. Wir ſollen ulchtt ſein gleich den ungehorſamen Kindern auf der Gaſſen/ welche nicht komen wollen wann man ſie ſchon ruffet. Marr6. n. v. ⁰,s„h. Dader HErr den Knaben Samuel rieff war el alſobald inlt der Antwort fertig und ſprach: Rede HErr/ dann dein Knecht hoͤret: Solche Samuelis Oßren und Hertzen ſollen wir auch haben/und wann demnach uns Gott zuruffet Newis, ihr ſolt nicht ſolche und ſolche ſeyn/ wir alſobald bey ims anheben und pre chen/ Rede HErr wie und welcher Geſtalt wit nicht ſolche und ſolche ſeyn wollen/ dein Knecht/ deine Magd wils geme wiſſnghe nee hoͤren. Das iſt der groſſe und angenehmſie Dienſt/ ſo GHlt dem H̃Exren mag geleiſiet werden. Dan meinſtu das der hen threm Hetzen: Es ſt kein Lun hebe porſaun de diſtr den vonden Il. darchen zva von vie Roß Pnbußf akeit /9 len/ wieda ſinddaß ſind/ datu hoch Ledde. kenden wol odetpruͤfen haffug we underade dekäͤhe empfinde Waſche Tteue ni Kttedet wid thnen zum. Wah uber den z2. Pfalum. rß Luſt habe am Opffer und Brandopffer/ mehr als am Ge⸗ vorſam der Stumme des HErꝛen? Siehe Gehorſam iſt V beſſer den Opffern/ und Aufmercken beſſer denn das Fette von den Widdern.⸗. Sam. BF. b 4Sam,ſg. 71. Thut G Ott ſolche ſeine Vermahnung Compurando durch ein Gleichnis genommen von unvernuͤnfftigen T hteren/ und zwar von Roß und Maͤulern. Davon im Text alſo: Seyd nicht wie Roß und Maͤuler. Hierdurch verſtehet er der Gottlofen und Vnhbußfertigen ihre Vnbeſonnenheit/ Grobheit und Vndanck⸗ barkeit/ Roſſe und Maͤuler folgen nichtweiter als ſo ferne ſie fuͤh⸗ len/ wie dann auch Pferde /oder Roſſe und Maͤuler nicht erſchaffen ſind/ daß ſie ſollen begreiffen die Dinge/ die ihnen nicht empfindlich ſind/ darumb werden ſie nicht darzu beweget/ weder durch Liebe noch Leide. Alſo die Menſchen die nicht weiter thun/ laſſen odey leyden wollen/ dann eben daß ſie ermeſſen und begreiffen/ fuͤhlen oder pruͤfen koͤnnen/ die koͤnnen Goͤttliches Verſtandes nicht theil⸗ bafftig werden/ ſondern gehen dahin mit ihrer Vemunfft/ als die unvernuͤnfftigen Roſſe und Maͤuler/ oder wie die Ochſen und wie die Kuͤhe mit ihren Sinnen/ wandeln und thun nicht weiter als ſie empfinden. O grobe/ unbeſonnene und undanckhare Hertzen! Welche Roſſe und Maͤuler ſind die/ die ſich G Ottes Gnade und Treue nicht bewegen laſſen. Vnd iſt warlich allhier ſehr ſcharff geredet wider alle unbußfertige und beharrliche Suͤnder/ und wird ſhnen zumal ſehr hart auf die Hauben gegriffen/ wann ſie allhien Roſſe und Maͤuler genand/ und mit denſelben verglichen werden. Welches uns dann gibt zum Nutz elne feine Erinnerung/ Vnbußferti⸗ wie man undußfertigen gottloſen Leuten muͤſſe getroſt zu enue goet⸗ reden/ keinen Scheu tragen/ ihnen aufs ſchaͤrffeſte zuzuſprechen/ aſen Exuft wann man ſie gleich als Roſſe und Maͤuler/ ja Ochſen und Kuͤhe zu zu Ken. heiſſen ſolte/ damit ihnen der Muth entfalle/ und ſie bald Kleinlaut Plin. N. h. l werden. Pünius, Plaro, Virgilius und andere ſchreiben von Woͤlf⸗ A1ra⸗ 1. fen: vocem bomini, guem priores contemplentur,adimere ad Pre- Je Repub. ſéns: Das ſir dem Menſchen die S Lnne benehmen/ daß er hei⸗ Virkelog.9. — ſcher v. 54 —— — — „ Die ſechſte Predigt ſcher wetde auf der Stelle/ wann ſie den Menſehen eheſehen/ce der Menſch ihrer gewar wird. Eben alſo verhaͤlt ſichs mit hoͤſn Leuten/ wann man ſich fuͤr ihnen fuͤrchtet/ ihme die Ampt⸗ Suni⸗ nehmen laͤſſet/ und man ſie laͤſſet machen wie ſie wollen/ ſo walden ſie muhtig und trotzig/ und muͤſſen andere fuͤr ihnen ſchweigen. Wann man aber ihnen tapffer aufgenſt! ſo geben ſie es wohlfeile⸗ ob ſie ſchon zuweilen was ſchnarchen. Als Julius Cæſar und bom- peſus eine Feldſchlacht hielten/ ſchrey Jalius. Miles feri fauen: Ihr Soldaten ſchlaget und hauet dem Feinde nach dem Geſichte/ L. Florus daß ihr ihm Schrammen machet/ wie L. horus ſchreibet Dannes lib. 4. e.2. wuſte wol daß die Roͤmer nicht gerne ein unfletig Geſichtehauun. So iſts beſſer daß mans dem Gottloſen nach Erforderung des Ampts unter die Augen ſage/ ob man gleich weiß daß ſiees niht gerne haben wollen/ damit man ihnen den Muth breche. Joſeyhe Bruͤder ſind fein ſicher bey ihrem ſchlimmen Handel. Wie ſie aber Joſeph auf Hofrecht anſpricht/ da redet das Gewiſſen mitihnen Gen. 42.v. zz. daß ſie erſchrecken/ und nicht wiſſen was ſie thun ſollen. Gen n. Saul iſt halsſtarrig. Da ihn aber Samuel ernſilich anredet da wird er Kleinmuͤtig und begehret daß er ihm doch nicht den Speut fuͤr dem Volck anthun/ ſondern ihn als einen Koͤnig ehren wolte 1.Sam, 1. 30. 1.Sam.. So gieng es mit dem Koͤnige Achablder hatte dem heo⸗ pheten Eli⸗ den Todt geſchworen/ wie ihm aber Elias untet dle Au⸗ gen eritt/ da ſaget zwarder Koͤnig: Biſt du det Iſrael verwittet⸗ Iber als ihm Elias getroſt antwortet: Ich verwirre Iſraul nicht /ſondern du und deines Vaters Jaus/ damit daß it des Herren Gebot verlaſſen habet/ dalaͤſt Achab das Schnat⸗ 2. Reg a⸗chen wol bleiben. 1. Reg.. Da die Inden ein Theil mit ihten *.7. Bruͤdern unbarmhertig handelten/und Nebewias fie datuͤberheff tig zur Rede ſetzte/ ſchwiegen ſie ſtille und lieſſens unveranlwortit Neh, 5. v. 8.Neb. z. So geſchiehet es garofft/ wann man denen ſo uͤbelthun nur tapffer aufgreifft und ſie ſtraffet ſo muͤſſen ſie ſich ſa ſchaͤnen. Da’ das Gewiſſen ſiraffet und uͤberweiſet ſie daß ſir untechtſidi welehem ſchwer zu plorfprechen iſt Wiewol nun etlich ſic hi Güden den wanſ nch dexad genſteore berftaget ſeſich ge nnit hſen ſirſchtaah Nattbz. haben. dukch den eines beſſe wiees mt mneund E nihtes vor dß may Iſcgen ſ deran Si den. So auchrnicht vic/dute dewetden. lußftragen Dun G. 7 Ieubli gj unJan —— uͤber den 32. Pſalm. 29 viel daran kehren/ eins theil auch noch wider ihre Gewiſſen han⸗ deln/ wann mans ihnen gleich eben duͤrre ſaget: So muß mana doch darumb nicht bleiben laſſen ſondern man muß es ihnen ſa⸗ gen/ ſie hoͤrens oder laſſens. Bringets gleich Vnluſt und Gefahr/ wer fraget darnach? Was koͤnnen uns Menſchen thun Machen ſie ſich gleiah allhier breit und unnütz ſo heiſtes: GOtt wird eins 5 mit ihnen reden in ſeinem Zorn/ und mit ſeinem Gtimm witdern ſie ſchrecken/ ℳ,2. Da werden ſie fuͤr G Ott erſtummen muͤſſen/ Plal.:. v. 6 1es.”“ und ewiglich inne werden/ was fuͤr Haͤndel ſie getriehen Matth a2.18 haben...... „11. Laͤſſet G Ott der HEr ſeine Vermahnung allhier durch den Propheten David abgehen an alle Vnbußfertige/ ſich eines beſſern zu bedencken Deſcribendo, durch eine Beſchreibung wie es mit Roß und Maͤulern pflege gehalten zu werden/ davon der Tert alſo: Seyd nicht wie Noß und Maͤuler welchen man Zaͤu⸗ me und Gebiß muß ins Maullegen. Roſſe und Maͤulerthun nichtes von ſich ſelber/ ſondern man muß ſie mit Zaͤumen/ mi Ge⸗ biß/ mit Peitſchen/ Schlagen und Priegeln fortbringen. Alſo/ wil er ſagen/ ſind alle diejenigen/ ſo ſich nicht fuͤr Suͤndet etkennen/ o⸗ der an Suͤnden verharren/ oder nicht bey dem Wort O Ottes blei⸗ den. Sondern an ihren Gedancken hangen. Denen geſchiehes auch nicht unrecht/ das ihnen Gebiß und Jaum ins Maul geleget wird/ durch allerley Plage und Straffe /damit ſie nicht gar zu wil⸗ de werden. Solche Zaͤume und Gebiß aber ſo G Oit den Vn⸗ bußfertigen und Gottloſen ins Maul leget/ ſind nicht einerley. Dann G Ott ſtraffet unterſchiedlich. . erbaler mit Worten/ und das auf zweyerley Wege Go tt ſtraffes 1. publce oͤffendlich durch den Mund ſeiner Propheten/ Apoſtel unterſchied⸗ und Diener/ durch welche er uns ſeinen Jorn und Vngnade/ Ru lich. the/Rache/ Straffe und Zuͤchtigung wegen unſerer begangenen Suͤnden und Vbertretungen androhen und verkuͤndigen laͤſt. Dann der HErr thut nichts er offenbare dann ſein Ge⸗ heimnis ſeinen Propheten und Knechten mosg. durch deren Amos.z.v. 7. Bb j Mund eor Dite ſechſte Predigt Mund er die Menſchen zur Buſſe vermahnen/ und vordem vol⸗ ſtehenden Vngluͤck warnen laͤſſet/ wie er die erſte Welt vorder geh Sv. Suͤndflut warnen ließ/ durch Noah den Prediger der Gerechig⸗ Wradeh. 239 keit. Gen. s Mattb. 22. Luc.1⁷. Die zu Sodomund Gomorrha vor Lue17„.26.1̃trem Vntergang durch den gerechten Loth. Gen. n. 2. Pes. ꝛ. Saui Gen. 19.8. denKoͤnig vor Abreiſſung ſeines Reiches durch Samuel. 1⸗m.h. a. Pet. 2. 7. Koͤnig David wegen ſeines Mordes und Ehebruchs er ſaffen 1.Sam. 15. 23.ließ/ durch den Propheten Nathan. 2. Sam. 12 Den Koͤnig Achab 2.Sam. 12. 0. und Jeſabel vor ihrem erſchrecklichen Vntergang. ². Regin. Die 2. Reg. z1. 19. Kinder Iſrael vor der Babyloniſchen Gefaͤngnis. ⸗. Cbrauss Dis Chron. 36. zu Jeruſalem vor ihrer Zerſioͤrung durch Chriſtum ſelbſt.Matb g. Marau. 33 Luc.. Dergleichen Verwarnung und Vermahnung derSuaſ⸗ v. 7. fen noch heut durch treue eifferige Lehrer und Prediger geſchehen. Luc. 19. 42. Aprs vatim ab ſonderlich und in geheim ſirafft G ·Ott durch guther⸗ tige Chriſten ſo ſich ſelbſten untereinander taͤglich zum gulen ver⸗ mahnen/ vom boͤſen aber/ ſuͤndiger Vppigkeit ſchaͤndlichem Lehen und aͤrgerlichem Weſen/ den Nechſten aus Chriſnicher wolge⸗ meinter aheetion abmahnen/ ſie deswegen ſtraffen und vor OOi⸗ Macth. g. dles S traff/ Schaden und Nachtheil/ zeitlichen und ewigen Vei⸗ 2.Cor.13.2. derbe warnen davon E Hriſtus Prediget. Matibe d. debgleichen Meb. 3. 13. Paulus ⸗. Cor. V. Hebs. . Straffer GOtt realter mit den Wercken ſelbſten wañ er die Menſchen umb ihrer Suͤnden willen heimſuchet/ und ie langwolverdiente Straffen uͤber ſie wuͤrcklichen ergehen laͤſſet. Welches dann wiederumb geſchiehet auf zweyerley Wege(i. ins Gemein mit gemeinen Stadt⸗und Landplagen!da er alle und iede ins Gemein in einer Stadt oder Land ſtraffet/ entweder mit Krieg und Blutvergieſſen/ oder Peſtilentz und Landſterben/ oder mitNiß⸗ gewachs Hunger und Theurung/ oder endlicher Verheer⸗und Deut. 29/ v. Verſtoͤrung/ dergleichen er hin und wieder dreuet wie ſonderlich zu 15ſeq. ſehen Deut.. biß zu Ende des cap. Jer. 25. 4 os. ſe. c. Sopb. Jer. 25,17. Mal.z. Vnd die Exempel der erſten Welt und der Kinder Iſtat Mal.. 2d. Seph.. Bruglam außweſſen. C.) Beſonders waner anem uden an zsſinr ſan als mt nteglt. is gaome gannd En und Vn nicht be nit alleth tuß und ſenſich e aſſen/ O guitſich G ſron Päterhen Gled L⸗ rdanden. Sen gon nuſſein ſil und fuͤr ſett laluiſt De O was iſtd Jmmen⸗ erndieg ſe wol zwi ſegemoch diſt dann u hi (aume ſola labes ſo ber ſenäͤber h Nhrſ ſber den n. Pſalm. 7 ders ſein Creutz/ Trubſal und Straffe auferleget/ und ihn gleich⸗ ſam als mit einem Zaum oder Zuͤgel zwinget und vom boͤſen zu zuͤcke haͤlt. Das demnach ſolche Straffen alle miteinander gleich als Zaͤume und Gebiſſe/ womit G.Ottder Err die Vnbußferti⸗ gen und Vngehorſamen zwinget und regiecertrt. Erkennen wir alſo hierbey zum Nutz/ was Bnverſtand Was Vnge⸗ und Vngehorſam/ da man in Suͤnden fortfaͤhret und ſich borſam ff nicht beſſern wil für Zwang verurſachet/ nemlich das G.Ott 3 unen 652, mit allerhand Straffen und Plagen zwingen und baͤndig machen urſachet. 2 muß und gleichſam Zaum und Zuͤgel umblegen/ wann man ſon.⸗ ſten ſich ſelbſten durch ſein Wort nioht wolle zwingen und regieren laſſen/ Odas iſt zumal ein ſehr harter Zwang: Dann er bringet mit ſich G Ottes Haß/ Jorn und Vngngde dann der HErrun⸗ ſer GOtt iſt ein ſtarcker eiffriger GOtt/ der die Suͤnde der Bäter heunſuchet an den Kindern biß ins dritte und viedtdte Glied.&xod 20. Wehe aber demfuͤber welchen der Zorn G Oites kxod.0.. gehet. Sein Zorn kommt plotzlich/ und wirds reehen/ und dich b 8 Badee Sein Zorn uͤber die Gottloſen hat kein Aufhoͤren. Or. 5. Syr.†. v.*8 Sein Z orn iſt unertraͤglich/ dann er dreuet den Suͤndern wie Ma⸗ naſſe in ſeinem Gebet bekennet. Wer wil beſtehen fuͤr ſeinem Zorn/ und fuͤr ſeinem Grimm bleiben Nabum. l. Vatum grapis cst res Nahum. 1. 6* balulſe Deum. Wann der Menſch hat einen zornigen OOtt/ S was iſt das fuͤr Laſt und Noth/ Dann wie G. Ott iſt gegen die Ftrommen inaulgentihmus Pater, ein gnaͤdiger Vater/ alſo iſer gegen die Gottloſen ⸗ecyiſmus judex, ein gerechter Richter der kan ſie wol zwingen und mit allerhand Straffen zaͤumen. Wollen ſie dennoch nicht/ ſo ſchuͤttet er auf ſie den Fluch/ zaͤumet und ſat⸗ telt ſie damit/ da muͤſſen ſie alsdann hinreiten mit allerley Fluch und Vnhell den ſie haben uͤber ihre Kinder/ dann der Gottloſen Saame ſol au Fgerottet werden. Palm. 56. Vnd die Frucht ihres Plal.36. v.28, Leibes ſol verflucht ſeyn Deut. 29. mit Fluch und Vnheil ſo ſie ha⸗ Deut.28 a8 ben uͤber ihre Haabe und Guͤter und Nahrung. Dann die Guͤter ſo ſie verſchlungen/ wil der HErr auß ihrem Bauch ſioſſen. B h 70ots 7 Ss Dle ſechſte Predigk Job. 2s. Verflucht ſol ſein die Frucht ihres Landes /die Frucht ihta DOchſen/ die Frucht ihrer Schafe. Verflucht wird ſeyn ihr Koth Dent.v. s und ihr uͤbriges. Deus. H§. Mit Fluch und Vnheil uͤber ſich ſelb⸗ ſten/ daß ſie verflucht ſeyn in der Stadt/ verflucht auf dem Acle/ verflucht wann ſie eingehen verflucht wann ſie außgehen. Den HErr wird uͤber ſie ſenden Vnfall/ Vnrath und Vngluͤchjin allem daß ſie zu Handen nehmen/ daß ſie es thun biß ſie vertilget weden Vent. 18. v. und untergehen umb ihres boſen Weſens willen. Deu. 3. M 19,20. Fluch und Vnheil uͤber ihre Leben und Stand und Ampt. Dann der Herr wird mit ihnen das epo ſuit ſpielen und fuͤrsen ſie auß ihrem Ehrenſiuel/ wie Maria in ihren Magnußtat ſinge. Lue.I.v. /2. Luc. z. Angeſehen daß es mit der Gottlofen gutem Leben keinen Beſtand hat/ wann er gleich die Fuͤlle und Gnug hat/ wud ihm Iob. 20.v.2. doch Angſi werden/ allerhand Muͤhe wird uͤber ihn komien Jalzn, 3 Vnd das uhrplotzlich ehe dann ers ſich verſiehet. Es iſt nochumd ein kleines ſo iſt der Gottloſe nimmer/ und wann du nach ſeiner ſiete Pſ. 7. v. 10,3 6 ſehen wirſt/ wird er weg ſeyn. ſalm. 77. Ich habe geſehen einen Gottloſen/ der war trotzig/ und breitet ſich auß/ und gruͤnet wiean Lorbeerbaum/ da man fuͤruͤber gienge/ ſiehe da war er dahin ich fragte nach ihm/ da ward er nirgend funden. ſalm 7. Vnd datbey bleibet dañ auch der ewige Fluch nicht auſſen/ mit welchem ſie hin⸗ reiten zum Abgrund der Hoͤllen/ dann die ſo boͤſes gethan werden eingehen in das ewige Feuer das bereitet iſt dem Teuffel und ſeinen Matth. 25. Engeln. Mantb. 25. Da ſie Pein leiden werden/ das ewige Ver⸗ 2. Theſl..v. derben fuͤr dem Angeſichte des HErren 2. 72⁄₰1. Da werden ſie Apoc. 9. 6. den Todt ſuchen und er wird von ihnen fliehen. Hpoc.p. Da ſie ſchreyen werden: Oihr Berge fallet uͤber uns/ und ihr Huͤgel be⸗ Apoe. 6. 46. decket uns/ Apoc.G. und groſſe Qual leiden werden in der holliſchen Luc. 16,v.24., Flammen. Luc 16. Ernſte War⸗ Vaveꝛſtand. ſolle durch allerley Straffen Zaͤum und Gebiſſe ins Maullegen — Welches allen in gemein und einem iedweden inſonderhiuu nung fuͤr zu einer trenhertzigen Warnung gelten ſolle/ daß/ wo une Gott nit wir ſolgen auch nicht ſeyn unverſtaͤndige unbaͤndige Roſß unMr ta wann liſet von Vaſ Rha Inoeigi wollen Fißötal vwit doch den. 4 0 Otter wiſſen no ken gerne ticht verſt ſihhabe tehttrene ſunc perii wollen fordereu 3““ —.—— 3 1— . 8 — = A SI de 1 1 . a 8n. 4 cht und Vnreinigkeit daher gehen /nicht daß das ſey der Wille Gottes unſer menden ſollen die Hurerey/ und ein ieg⸗ wiſſen ſolle ſein Faß zu behalten in Heiligung und in verſtändig ſind wit wann wir nicht wiſſen wollen das Recht des HErren/ da doch ein Storch unter dem Himmel weiß eine Zeit/ eine Dorteltaube/ Kranich und Sewalbemer⸗ b eh — 4. — ͤͤͤͤee ———— 5 Jes. 1.7.7. 298 Die ſechſte Predigt cken ihre Zeit/ wann ſie wieder kommen ſollen. er.). Nuß waͤre zu wuͤnſchen daß niemand in der Chriſtenheit/ und auch un⸗ ter uns ſeyn moͤchte /die ſolches groſſen groden Vnoverſiandes waͤ⸗ ten: Aber da ſchaͤrffet O Oit der HErr allhier ſeine Vermahnung. TI. Fxprobando, durch einen ſonderliehen Verweiß und Vorwurff daer ſaget: Wañ ſie nicht zu dir wollen. Anzuzeigen das gewiß ſolche Vnverſtaͤndige gefunden werden/ die niche genne wollen: Gleich wie Roſſe und Maͤuler gefunden werden dieman zwingen muͤſſe weil ſie nicht wollen. Das iſt zumal ein ſehrhant Verweiß/ daß ein Menſch zu demſelben nicht wil/ derdochzum freundlichſten und guͤtigſien iſt. Welchen Verweiß O Ouauch noch heute zu Tage zufuͤhren uͤber den groͤſten Hauffender Weit und auch uͤber uns allhiet eines groſſen Theils /ſo da niche zuihm Mish.. v.z. wollen. Bey dem Propheten Aeica am 6.c. klaget G Oit und ſpricht: Was habe ich dir gethan mein Volck/ und womit habe ich dich beleidiget/ das ſage mir. Alſo koͤnte G Huthille noch heute zu Tage vom Hitmel herab uͤber uns Deutſchen Iſtar⸗ liten ſchreyen ſagen und weheklagen: Was habe ich dir gethan mein Volck/ und womit habe ich dich beleidiget/ das ſage mir. Ich bindas Licht/ und ihr wollet nicht zu mir und ſehrtmich nicht. Ich bin der Wegund ihr wollet nicht zu mirlund gehetihn nicht. Ich bin Allmaͤchtig/ und ihr wollet nicht zu mit und fäͤrch⸗ nicht. Ich bin Schoͤn/ und ihr wollet nicht zu mit und liebei mic nicht. Ich bin Reich/ und ir wollet nicht zu mir und bittet mich nicht. Ich bin Ewig und ihr wollet nicht zu mir und ſuchet miaͤ tet mich nicht. Ich bin Edel und ihr wollet nicht zu mirund dienel unr nicht. Jch bin Weiſe/ und ihr wollet nieht zu mit und folse mir nicht. Ich bin Barmhertzig und ihr wollet nicht zu mirund trauet mir nicht. Ich bin Warhafftig/ und ihr wollet nicht zu mir)/ und glaͤubet mit nicht. Ich bin das ewige Leben/ und i wollet nicht zu mir/ und begehret mein nicht. Ich habe einen ſc nen helle leuchtenden Himmel/ und ihr ſehnet euch nicht darnach. 1 Ich recle weine Onadenhand taͤglich zu euch auß/ und ihr nan nüt um qutru I deLügen himwel ſhr erdi harridse ſchüͤttes. Dnd zi zuch alſo uwar/ G etliche we ſiſten ha chen ſo we engenoſf Ahibel Retachtan Puacht Nuterey in bielun richt witd ne und E Maſſethat de G an leben nuth gegen tni ſeinen ſauftter ſie zande deranggi DWun ſteirjen lu lh. of uͤber den z2. Pſalm. 20 nicht zu mir und widerſtrebet mir. Suare aibigitis vanitaten Lucritis mendacium, warumb habt ihr das Eitel ſo lieb/ und die Luͤgen ſo gerne. Alſo moͤchte G Ott billig klagen/ der Himmel moͤchte ſich wol dafuͤr entſetzen/ erſchrecken unnd ſehr erbeben. Jerem.. Dann die Blindheit/ Boßheit und. Hals⸗ Jet. 3..37. ſtarrigkeit iſt gar zu groß: Wo G HOtt die meiſten Wolthaten hin⸗ ſchuͤttet/ da findet man gemeiniglich die groͤſte Vndanckbarkeit. Und zwar duͤrffen wir dißfals nicht weit gehen zu ſehen ob ſichs auch alſo verhalte/ wir findens und ſehens leider daß es mehr dann du war/ auch bey und unter uns dieſe t Derter. Wir haben nach außgeſtandenen vorigen Bedraͤngniſſen etliche wenig Jahr bißhero in gutem Friede und Ruhe allhierge⸗ ſeſſen/ haben Gottes vielfaͤltigen Segen an leiblichen und zeitli⸗ chen/ ſo wol auch an himmliſchen und geiſtlichen Gnaden und Ga⸗ ben genoſſen. Wie haben wir aber deſſen gebrauchet? Achuͤbel! Ach ubel/ dañ wir derſelben miteinander zur Roh⸗ und Sicherheit/ verachtung G Ottes/ ſeines Worts/ zum Vngehorſam/ Stoltz/ Pracht/ Hochmuth/ Schwelgen/ Freſſen/ Sauffen/ Vnzucht/ Hurerey/ Geitz/ Diebſtal/ und andern dergleichen Suͤnden mehr in viel und mannigfaltige Wege gemißbrauchet/ daß alſo G⸗Oit b nicht wird veruͤber koͤnnenſer wird uns wiederumb aufs neue Zaͤu⸗ me und Gebiſſe muͤſſen ins Manl legen/ uns ſtraffen/ und ſolche Miſſethaten an uns heimſuchen. Immittels aber/ weiler ein gnaͤ⸗ diger G Ott und Vater /der nicht Luſt hat zum Verderben/ ſondern zum Leben/ ſo laͤſt er ſein Vater⸗Hertz in ſeiner Goͤttlichen Lang⸗ muth gegen uns ſehen. Dann er gehet mit uns umb wie ein Vater mit ſeinen Kindern: Wann die einen guten duch verdienet/ ſo raffet er ſie erſt mit Worten und warnet ſie wils nicht helffen/ bjn⸗ det er die Ruthen zuſammen/ und ſieckt ſie vors Fenſter in der Kin⸗ der Angeſicht/ leget ſie auch wol in eine gute ſcharffe Laugen/ und beitzet ſie wol ein/ daß die Zincken deſto zeher werden/ und nicht bald im ſireichen abſpringen/ zeucht hiermit immer ſo lange auf als eres kan/ in Hoffnung daß Beſſerung erfolgen/ und er der Ruthen nicht Ce brauchen 202 Deeſechſte Predigt brauchen moͤge. Hilffts nicht und machen ſie es allzugrob/ da braucht er endlich einen Ernſt/ bindet ihnen die Neſteln auf haͤlt ihnen die Kleider uͤber dem Kopff zuſamen und ſchlaͤget dann tapf⸗ fer zu/ nach dem die ungerahtene Kinder verdienet. Alſo hat uns G Ott auch biß ars lange zu geſehen/ uns laſſen durch ſeine P⸗ pheten und die Diener treulich warnen/ da die Wort nichts verfan⸗ gen/ hat er die Ruhten uͤber uns zuſammen gebunden/ ſie uns fuͤt Augen geſteckt/ und gedreuet mit Verzuͤgerung des lang⸗ge⸗ wuͤnſchten allgemeinen Land⸗und Reichs Friedens welche Ha⸗ zͤgerung nicht eine geringe Bedrawung/ aß der liebe Friedenoch koͤnne gehindert werden/ und ſo kommen wir dann wiedemmd in den vorigen oder noch aͤrgern Krieg und Vnfrieden. Erhaluns gedreuet mit den bißhero groſfen Waſſern/ ſo gemeiniglich groſſe ankommende Voͤlcker bedeuten. Er hat un s gedreuet mit vie Jeu⸗ ersbruͤnſten hin und wieder in der Benachtbarſchafft/ welche daß ſie nichts boͤſes bedeuten ſolten/ wird mich noch keiner bereden. Vnd was dergleichen mehr damit uns G Olt dreuet/ ſo itzo kuͤrtze halder nicht alles kam angefuͤhret werden. Daß wir alſo eine groſſe ſcharffe Nuhte G Ottes vor unſern Augen gebunden und aufge⸗ ſieckt ſehen/ dadurch G Ott der HErr Land und Leute zu vilütnen und zu ſtraffen dreuet/ wer iſt aber unter uns der es achtet? Wender das appropinquare ad Deum praciiſitet/ und zu GOtt wil. ſich zu ihm zu bekehren Wer der ſich unterſishe zu einer Mauer zu nig⸗ chen/ vor den Niß zu ſiehen gegen dem HErren fuͤr das Land daß Ezech. zzes der HErr nicht verderbe? Ezecb. a2. Wir leben ſicher dahin als 1,30 wann wir ferne vom boͤfen Tag/ mit dem Tod einen Bund/ und s mit der Hoͤllen einen Verſtand gemacht. a. 20. Pnd uns das 9. Vngluͤ ce nicht treffen werde/ eben wie die ſichere Gottloſen beym v.10. Propheten 4mos am 9. ſagten: Es wird das Vnglücknicht ſo nahe ſeyn/ noch uns begegnen. Darumb ſo faͤhret iꝛderman ſicher fott/ hat einen guten friſchen freyen Muth/ laͤſſet Predigen ruffen und ſagen was ſie wollen. Vnd welches das aller aͤrgeſte gibte allis Orten der Spoͤtter eben viel ſo da ſagen wie ſie vehe huen ſieemns und nic Brßs gen den u kumm uns d Laſſet Straf Chuſ GOM langeg wartet Aaſſets ſet Uns Hen diegen 81” 4 das F der h gen/ſo tuns ſerWr Alle S ſerben hoch uͤber den z2. Pfalm. 203 Zeiten ſagten: Gebeut hin/ gebeut her/ harrehie/ harre da/ hie ein wenig/ da ein wenig/ Hha.22. Sie thun was ſie wollen/ Eſa. 8. va und nicht was ſie ſollen. Heute halten wir unſern allgemeinen b Buß⸗Tag darauff ſolte ein beſcheidenes nuͤchternes Leben erfol⸗ gen: Aber erwarte nur die bevorſtehende Pfingſt⸗Zeit/ du wirſt ſe⸗ hen und hoͤren/ was vor ein Gepfeiffe und Getantze/ vor ein Ge⸗ tummel und Gehummel auſſer allen Zweiffel ſeyn wird. Olaſt uns doch nicht ſeyn wie Roß und Maͤuler/ die nicht verſtaͤndig ſind: Laſſet uns doch nicht ſo frech ſeyn/ daß uns G Ott mit allerhand Straffen/ Zaͤume und Gebiſſe muͤſſe ins Maul legen. Es iſt/ liebe Chriſten/ kein Schimpff nicht: G Ott laͤſſet ſieh nicht ſpotten. G Ott hat uns lange gedreuet/ gewarnet und vermahnet/ hat uns lange gnug Exempel vor Augen geſtellet/ hat unſer lange gnug ge.⸗ wartet /ja wartet noch die Stunde/ daß er ſich unſer erbarme. E/„30. Eſa. 30. veit. Laſſets uns ja nicht in den Wind ſchlagen itzt iſt es noch Zeit. Laſ⸗ ſet uns das aboropinquare ad Dominum practiſcren/ uns zum Herren bekehren: Itzt iſts noch Zeit: Laſſet uns beten und vor⸗ biegen/ itzt iſt es noch Zeit. Laſſet uns die Reiffe/ ſo von unſerm Faß geſprungen/ wieder ergaͤntzen/ ehe dann ſie gar abſpꝛingen/ und das Faß uͤber einen Hauffen faͤllet: Itzt iſt es noch Zeit. Faͤher der HErr an uns wiederumb Zaͤume und Gebiß ins Maulzu le⸗ gen/ ſo trage ich groſſe Sorgeſer wird uns ſo ſatteln und reiten/ biß er uns gar auß dem Lande hinauß reite/ und kein Helffer mehr da ſey: Vnd alſo war mache was er im Propheten mos am 9. drauet: Amosy. v.1o Alle Suͤnder in meinem Volck ſollen durchs Schwerdt ſterben/ die da ſagen es wird das Vngluͤck nicht ſo nahe ſeyn noch uns begegnen. Helffe G.O daß wir verſtaͤndig perden und uns zu ihm bekehren/ Ne HAO):Ho 7 Cc 6 ſtenihumb. 1 304 Die ſiebende Predigt zene Die ſtehende Predigt Septemb. An 1 40 ⁵4. Wher den 32 Pſalm des Koͤnges und Propheten Davids/ v. 0. &Er Gottloſe hat viel Plage/ wer aber auf den — HErren hoffet/ den wird die Guͤte umbfaßen. EXORDIUM. SSDm Hiogene meldet! aerrius da er einsmal geſto⸗ get worden warumb er in ſeinem Alter eben o ſlſt ſig ſiudirte und Hiloſopbirte als in ſeiner Jugend hat er geantwortet: Es geziemete ſith nicht/ wañ Lsertius I. 5. ☛☚ In unſerm d genem Chri⸗ fer zufah. S fahren und beſtaͤndig darbey verharren/ dann wer verharret biß ans Ende der wird ſelig werden Martb.. Darumb loths Weib/ da ſie ſich umkehrete/ und nach der ſuͤndlichen Sodoma wieder ſahe/ wurde ſie zur Saltzſeulen Gen. Vnd an ſolchen? eogr adis die immer wieder zu ruͤcke gehen in ihrer Froͤmmigkei/ vteget gemaniglich der alte Schul⸗Beus erfuͤllet zu werden: Sæpius di Pebeſen Möhede wo wan daß ſierl geſtatten nicht ein ſchen auß gefuhtetn zu /abeter ſche Sina und Gedan legenhent zu mit Roſeſ tie Klawe Denſza And ſeier Es! lebrachen kid zumng S denſeind das Gidde uber den. Pſal wm Sepius Angelicus jnvenis Satansſcit iu auni; Die in der Ingend Angel warenrn/ Ziehen offt im Alter ans Teuffels⸗Karten. Wir leſen Erod.% Da Moſes nach vielen Plagen und groſſer Ezod. 1o. 6. Muͤhe die Kinder Iſrael auß Egypten fuͤhren wolte/ wil ſie Phaa rao zwar laſſen allein ihre Schafe und Ninder ſollen ſie ihm laſſen/ daß ſie Vrſach haͤtten wieder zu komen: Moſes aber wil das nicht geſtatten/ ſondern ſpricht: Vnſer Viehe ſol mit uns gehen/ und nicht eine Klaue dahinden bleiben. Wann wir ſuͤndige Men⸗ ſchen auß der Dienſtbarkeit des hoͤlliſchen Pharaonis follen auß⸗ gefuͤhret werden/ laͤſſet es der hoͤlliſche Pharao zwar etlicher maſſen zu/ aber er wil gleichwol daß wir unſer Viehe/ das iſt/ unſere viehi⸗ ſche Sinnen ſollen hinter uns laſſen/ daß wir mit unſern Sinnen und Gedancken noch ſteis an die Suͤnden gedencken/ und die Ge⸗ legenheit zu ſuͤndigen nicht gar verlaſſen moͤgen: Aber wir ſollen mit Moſe ſolches nicht nachgeben/ ſondern ſagen: Daß wir nicht eine Klaue/ das iſt/ die geringſte Gedancken wiederumb in feiner Dienſibarkeit zu komen/ behalten wollen/ ſondern ihm/ dem Teuffel und ſeinen Wercken gantz entſagen. Es war dem Moſe nicht genung daß er das gegoſſene Kab zerbrachg od z2, Sondern er nahm es und verbrante es mit Feuer/ Exo4. 32, 26- und zumalmet es zu Pulver/ und ſtaͤubet eo aufs Waſſer/ und gab es den Kindern Iſrael zu trincken: Alſo iſt es nich genung daß man das Bild der Suͤnden zerbrechen/ ſondern man muß auch alle Ge⸗ legenheit zu ſuͤndigen dermaſſen abſchaffen/ daß man nicht einmal wieder daran gedencken wolle/ dieſelbe zu begehen. Wann man Heute zu Ta⸗ ſolches heute zu Tage thaͤte/ wuͤrden nicht allem die kleinen gerin⸗ ge zu geoſſe gen Suͤnden unterlaſſen werden/ ſondern man wuͤrde auch nicht 5 ſähreh. von den groſſen groben himmelſchreyenden Suͤnden etwas hoͤren d began⸗ Und erfahren /derer die Gottſeligen Alten/ vornemlich 4. benennet: gen werden, Als daß die eine groſſe grobe himmelſchreyende Sunde ſey/ Homi- adinm voluntarinm, ein muthwilliger vorſetlicher Mord und Todeſchlag/ wie einen ſolchen E 1 an 11 Abel dn⸗ b e izhz ber I 206 Die ſiebende Predigt Staͤdten und Doͤrffern mehr dann zu viel geſchehen ſalſodas en⸗ lich G Ott der HErr muß verurſachet werden zu kommen aaus ſeinem Ort heimzuſuchen die Einwohner des Landes/ daz das Land wird müſſen offenbaren ihre Blut/ und nicht we⸗ ter verhelen die drinnen erwuͤrget ſeyn ½. 6. Dir anden himmelſchreyende Suͤnde iſt von den Alten benennet wordendaß e ſey immundicia nefanda, uberauß groſſe ſchꝛeckliche Sodomu⸗ ſche Hurerey und Vnzucht/ davon Gen. 1. welche Suͤnden auch biß hero nieht wenig in unſern Landen/ Staͤdten und Darſfan im ſchwange gangen. Die dritte himmelſchreyende Suͤnde ſey- preſſiopauperum, die gewaltſame Vnterdruckung der Atmenund Elenden/ der Witben der Waͤlſen/ der Vnſchuldigen davon kaa. 22. Deur. IS. Pfalm. ε. Orgr. Welche Suͤnde auch heutezu Cag an allen Orten die gemeineſte. Die vierdte himmelſchreyende Suͤnde/ davon haben die Alten geſagt daß ſie ſey⸗me⸗cesretem⸗ borum, da man den Arbeitern in Geiſilichen/ Weltlichen und Hausſtande/ den gebuͤhrlichen Lohn vorhaͤlt von welcher himma⸗ ſchreyenden Suͤnde Heur. 24. acob. r. Von ſolchen und detg⸗ chen himmelſchreyenden Suͤnden wuͤrden wir umeet uns nicyit hoͤten noch vernehmen/ wañ man alle Gelegenheit zu uͤndigenihi ſchaffte/ und ſeine Gedancken auf das vorige Weſen nicht wendele Derwegen ſo laſt uns bey ſo vielfaͤlligen Buß⸗und Bela⸗ gen doch einmal rechtſchaffene ware Buſſe thun. In Betrachlung wo ſolches nicht geſchiehet/ und wit den Sunden hinwiederunde nach geſchehener Buß/ nachhengen/ und Gottloß werden/ „⁶ Ott der HErr ſiraffen koͤnne im Gegentheil aber da wit inwa⸗ yer Bußfertigkeit und G Ottes⸗Furcht verbleiben/ immerdat 1 den HErren ſehen und hoffen wir der Guͦte des/ Enenkraͤfig lich genieſſen ſollen. Inmaſſen der verleſene Text auß unſermzn Pfalm des Koͤnigs Davids ſolehes gnugſam beſtetiget daer ſaget Der Gottloſe hat viel Plage/ wer aber auf den HErrer offet/ den wird die Guͤte! hoffet/ den wird die Guͤte undfahen. o bet 6„. 2. Vnd ſolche vorſetzliche Mordthaten in unſern Landen Kuun abenx nnniiſentey disbeſtebeh tildich i dſck mapnung den Wen Mäuler⸗ Gebißm Jon Perlänente und Fro bee Plagen lan Da Kenoffet dyſs tät Gaheſſa Angen d ‚eligkeit iber denz. Pſalmn. Wann dann dieſe Wort genommen auß dem dritten Theil gedachten Pſalmes/ in welchem wir zuver beſehen gehabt 1. Dean Fromittentem, G Ottes ſtarcke Verheiſſung und Zuſage/ daß er das beſte bey einem neuen Gehorſam thun wolle daer ſaget: Ich wil dich unterweiſen und dir den Weg zeigen den duwan⸗ deln ſolt/ ich wil dich mit meinen Augen leien. 2. Auch zubt ſehen gehabt Deum exbortautem, ernſie Ver⸗ mahnung ſo er durch den David abgehen laͤſ! zu guten Chriſili⸗ chen Wercken/ mit dieſen Worten: Seyd nicht wie Roß und Maͤnler/ die nicht verſtaͤndig ſind/ welchen man Zaͤume und Gebiß muß ins Maullegen/ wann ſie nicht zu dir wollen. Als wollen wir anitzo vor uns nehmen und betrachten Heum Berſolventem, wie ſich GOlt der HErr beydes gegen die Gottlo⸗ ſe und Frommen verhalte/ daß er die Gottloſen ſtraffe und ſie mit viel Plagen heimſuche/ die Frommen aber mit Gute belohne/ da er ſaget: Der Gottloſe hat viel Plage/ wer aber auf den HEr⸗ ren hoffet/ den wird die Guͤte umbfahen. Hiervon wollen wir aufs kuͤttzte und einfaͤltigſie handeln: Damit es ohn Frucht nicht 5 6 3 4 8 abgehe/ ſeufftzet zuvor mit mir alſo Hilff/ HErr hilff/ laß wolge⸗ ungen dir zu Ehren und zu unſer aller Seelen Heyl und Seligkeit/ Amen b 4 TRACTATIO. * 8 Nſem vorgeſchlagenen Punctbekangendſda wir zubetrach⸗ JOeum perlolbenten, wie ſich G. Ott beydes gegen Gottlo⸗ ſe und Fromme verhalte nemlich/ daß er die Gottloſe und Vngehorſame ſtraffe/ die Frommen aber mir Gute belohne/ ſo lau⸗ ken hiervon die Wort auß unſerm Pſalm alſo: Der Gottloſe hat dielplage/ wer aber auf den HErrenboffet/ den wird die Guͤtke umbfahen. Anfangs ſagt der Koͤnig und Prophet ind die/ ſaget Lutherus in Erklaͤrung dieſes Pſalms/ die ſich ſelbſt Ngieren/ G Oites vigiegen nicht leiden wollen/ nicht andets man⸗ 208 Die ſiebende Predigt deln dañ nach ihrem Duͤncken/ und doch meinen ſie achten undeh⸗ ren G Ott aufs beſte/ ſie ſind die Gehorſamſien/ die Froͤmſten/die Richtigſten/ darumb daß ſie eine gute Meinung haben. Denen widerſtrebet G Ott allezeit/ dann ſie ſind hoffaͤrtiges Sinnes und G Ottes Sinnen ſind ſie nicht unterthaͤnig/ darumb muͤſſen ſe viel Leyden und Plage haben. Das ſind Wort des Errn Luthen Es ſind aber der Plagen ſo die Gottloſen haben zweyerley Leibliche und Geiſtliche. Leibliche laͤſt G Ott offterßt mehruͤbe die Frommen ergehen/ dann uͤber die Boͤſen. Dann G Oll wl die Seinen in warer Oemuth/ Glauben/ und Anruffung ͤben und behalten. Die Geiſtliche Plagen aber ſind ein verſioctes Hert/ verdam̃iche Sicherheit/ unbußfertiges Leben/ und allerley rand heit. Solche Plagen haben die Goͤttloſen/ als barao, Antinchus, Nerodes, Julianus, und andere Gottloſe und Vnbußfertige Cy⸗ rannen. Ob ſie nun wol aber meiſt am Leibe friſch ſind/ und inhe⸗ hen Ehren ſchweben/ O ſo iſt doch ſolches nichts/ wil der Dabit allhier ſagen/ an ihnen zu achten/ ſondern vielmehr ein Milleiden mit ihnen zu haben/ dann ſie haben kein gutes Gewiſſen/ ſondem eitel Muͤhe und Arbeit in ihrem Leben/ und werden behaltenzum ernſtem Gericht G Ottes/ und zur ewigen Verdamnis. Darutub iſts beſchloſſen/ der Gottloſe hat viel Plage/ iſt es nicht am Leibel 2 8 ſo iſt es an der Seelen jiſt es nicht fuͤr der Welt /ſo iſt es fur GOll iſt es nicht auf Eden hier in der eitligkeit /ſo iſt es dort in Ewigkelt Ver aber auf den Hrren hoffet/ den wird dle Guͤtt umbfahen. Wil ſagen/ die Froſſien haben zwar auch wolteun und muͤſſen Verfolgung leyden aber es iſt ein ſeliges Cteutz das zeitlich iſi/ und aufhoͤten muß/ und hat das Ende der Seligkeit und ewige Freude in G Ott/ da G Ott die Seinen wiluͤberſchuͤllen rings umbher mit ewigen Guͤtern/ miſericordia circumdalbit, dit Güͤte ſol ſte umbfahen. Daß/ gleich wie jene/ nemlich die Gotllo⸗ — ſen umbringe G. Ottes Gerichte und Zorn/ davon ſie viel Vn⸗ gluͤcks /und kein Gluͤck haben/ darumb/ daß ſie auf ſich ſelbſt ſiehem iher Hoffaung auf ihre eigene guue Meinung ſeben: Alpn⸗ deriſtihn Gelfäch ppffen!n Herend braſt A 1 De ten habe Mauſh A 1 Hrrſey d hoch g bet aherg aumn ſo gen bel und d Do nit ſeinet wicht her heilger qler Ge maͤchtig Gechen⸗ ſondern; für GOt tuſclus M b attsſeun nht maheft Pew ſecon end ondanril 8 M wign dn and. — über denz2. Pſalm. 205 Gotkfuͤrchtigen/ die nicht auf ſich ſelbſe noch auf ihre Gutduͤnclen Hoffen/ noch ſich darauff verlaſſen/ ſondern auf GT den FErren die ſol umbgeben muſericoraia die Guͤte des HExren da⸗ von ſie viel Gutes und Gluͤcl haben. Diß iſt alſo die kurtze para⸗ Bbraſir und Beſchreibung dieſes Texts. Daktbey wir demnach zum Nutzunterſchiedliches zu erken⸗ nen haben/ als etwas auf GOttes/ und dann auch eiwas auf der Menſchen Seiten. b Aluf GOttes Seiten haben wir zu erkennen: arm/ ſo gering als er immer wolle/ ja wanns gleich der getoͤdtete. Ha⸗ bel/ und der verſchlungene Jonas waͤre(wie der Herr ZLutberus in der Votrede uͤber den Propheten Eſaiam redet) ſo weiß ihn Gott mit ſeiner Gute zu umbfahen. Hiervon/ das G Ott der HErr uicht Perſonen anſiehet/ ruͤhmet der heilige Geiſt hin und wieder in b heiliger Schrifft Deut. w. Der HErr euer GOtt/ iſt ein Gott Deut. s. aller Goͤtter/ und HErr/ uber alle Herren/ ein groſſer Gott/ v. 17. maͤchtig und ſchrecklich/ der keine Perſon achtet und kein Geſchenck nimt. Korno. GOtt ſiehet nicht die Perſon an/ ſondern in allerley Bolck/ wer ihn fuͤrchtet und recht thut/ der iſt ihin angenehm. Rom.⸗. Es iſt kein Anſehen der Perſon Kom.2. v.. fuͤr GOtt. Auß dieſem Grundefuͤhret S. Petrus in ſeiner erſten Exi⸗ Wnes v.I7, 18. ſtel am. dieſe Vermahnung zu warer Gottſeligkeit und Beſſerung unſers Lebens: Sintemal ihr denzum Vater anruffet/ der ohn Anſehen der Perſonen richtet nach eines ieglichen Werck/ ſo fuͤbret euern Wandel/ ſo lange ihr hie wallet mit Furchten. Das iſt/ weil G Ott der HErr ein gerechter G Ott iſt/ welcher ohn Anſehen der Perſon einem ieglichen vergilt nach ſei⸗ nen Wercken/ſo iſis von? dagandaß in ſeiner Furcht lebet/ und nicht L. Dabinæ ar escaesNaas 2guitatem. Das G Ott der Gott iſt HErr ſey kein Anſeher der Perſonen/ ſondern wer Gottloß iſt/ er ſey Anſeher der ſo hoch geſeſſen als er immer wolle ſo weiß ihn G Ott zu ſiraffen/ Perſonen. wer aber Fromm iſt und auf den HErren hoffet/ er ſey ſo ſchlecht ſo Actor. 10. 35. 21o Die ſiebende Predigt nicht auf aͤuſſerlichen Vorzug des Standes /des Geſchlechtes des 1, Epk Neichthums der Hoheit⸗ und dergleichen euch Geiledtann uiſttn p 6..z? weſſet auch S. Paulus dieKnechte und Herren kp 6.6. Ihr Knech⸗ unan te ſpricht er/ ſeyd gehorſam euern Herren und wiſſet was Stu ein ieglicher gutes thun wird/ das wird er von dem Herꝛn b nnſa empfangen/ er ſey ein Knecht oder Freyer/ undihr Herꝛn Kihe thut auch daſſelbe gegen ihnen/ und wiſſet daß anch ener deh b Herꝛ im Himeliſt/ und iſt bey ihm kein Anſehen der Perſon. gande GOtt iſt in 2. Promiſtonum& comminationum diyinarum trita- lakeut ſeinen Ver⸗ em das G Httbeydes in ſeinen Verheiſſungen und Dnwungen Phh heiſſungen warhaffug ſey/ E HOtt draͤuet allhier durch den Propheun Dabn e ſt beiſſu en den Gottioſen viel Plage das geſchiehet: Den Frommen deſheit Aldan ungen war⸗ ſet er ſeine Guͤte/ das geſchiehet auch. Dañ der HEn unſe du Diewun hafftig. ſſtein warhafftiger und unwandelbarer GOtt/ was er zuſagetdas Siem haͤlt er gewiß/ was er dreuet/ das folget gleichfals gewiß. Seine Loivbe Verheiſſungen ſind nicht bloſſe vergebliche Wort/ ſeine Dtewun⸗ ni ſl gen ſind nicht bloſſe nichtige Schreckungen/ ſondemnes ſindde⸗ ſnaht des Drewungs⸗und Vetheiſſungs⸗ Worte der unwandelbaret dencd e Watheit⸗ welche nicht vergehen/ noch auf die Erde fallen/ ſondern b an . 19. wren gewiſſen Nachdruck haben/ alsdann ſiehet Num e. GOtt behn ſiſt nicht ein Menſch das er liege/ noch ein Menſchen indà zer 4 n., das ihm ewas gereue/ ſolte eretwas ſagen und nicht hun, Fliche ). dke er etwas reden und nicht halten. Im Buch Kauun 3 9 2 Sam.7r8. er Held in Iſrael leuget nicht und gereuet ihn nicht dann ur ſa 2-e7is er iſt nicht ein Menſch das ihn etwas gereuen ſolte. San? Pen Tuc44. 7 Hern Herꝛ du biſt mein GOtt/ und deine Wortwerden rüchte 3.Warheit ſeyn. Lac⸗n. Himmel und arden vergehenl aber fua neme Wort vergehen nicht. außgehe Demnach wie die warhafftigen unfe baten Verheiſſungen gi 88 ties die Kindliche Zuverſicht in unf aen unhul oxo hſ um ſo koͤnnen und ſollen auch ſeine warhaftige unfehlbare Drau⸗ Sma 2 5 n die Lindliche Furcht O Ottes in uns pflantzen und ſiecen. ütir Aus welchen heyden Hauptaucllen nemlich aus Kindlichere p un “ 4 derſicht Ehtſe hertzliche Bewegung leſen/ den Fluch /welchen O Ott der HErr Wenn du nicht gehorchen wirſt der Stimme des HErrn deines GOTTES/ das du halteſt und thuſt alle ſeine Ge⸗ Fruͤchte deiner Ochten/ und die uber denz Pfelnm u Berſiche und Furcht GOttes/ die ware Oottſekgkei und Beſſe⸗ ung unſers Lebens entſpringet. Nun iſt aber die gantze heilige Schrifft voll ſolcher Verheiſſungen/ ſo den Frommen geſchehen/ und ſolcher Goͤttlichen Drewungen ſo wider die Gottloſen gerich⸗ et/ a es iſt faſt kein Capitel in der H. Bibel/ darinnen nicht ſolche Verheiſſungen und Drewungen zu finden/ dannenhero auch die gantze heilige Schrifft/ voll ſolcher Vermahnungen zur Gottſe⸗ ligkeit dillig zu achten. Sind unſere Hertzen o hart und ſteinern /daß ſie nichtdurch die lieblichen Verheiſſungen zur Gottſeligkeit koͤnnen bewogen und angereitzet werden/ ey wolan/ ſo werden doch die ſchrecklichen Drewungen Gottes als ein Haler der Felſen zerſchmeiſt Je⸗ 3. Ier.3.* 29. Sie muͤrbe machen/ und zur Gottſeligkeit bewegen koͤnnen. Der Low bruͤllet/ wer wolte ſich nicht fuͤrchten der Herr redet/ wer ſolte nicht weiſſagen: 4 ²3. Wer kan ohne ſonderbare Amos 3.1 8⸗ Lev. 26.v. 14. den V eſetes Lep. 26., Deut. 29. den Pbertretern ſeines Geſetzes gedreuet hat? Lev. 26. Deut. 258 Deut, 8.r.Js bot und Rechte/ die ich dir heute gebiete/ ſo werden alle dieſe Fluͤche uͤber dich kommen/ und dich treffen: Verflucht wir⸗ ſtu ſeyn in der Stadt verflucht auf dem Acker verflucht wird ſeyn dein Korb/ und dein Vbriges verflucht wird ſeyn ruͤchte deiner Schafe ver⸗ die Frucht deines Lelbes/ die Fan deines Landes/ die flucht wirſtu ſeyn/ wann dueingebeſt/ verflucht wann du außgeheſt. Beſiehe daſſelbe gantze Capitel biß ans Ende. 3. Pramiorum divinorum largitatem. Das GHtt den GOtt belol⸗ Gehorſam und Dienſi ihme erzeiget/ reichlich delohnet hiervon im net wol 4 Text alſo: Der aber auf den Herren hoffet/ den wirddie eaf Plafe Guͤte umbfahen. G Ott iſt ſo gut und fromm/ daß er ihm nicht dienen. wil umbſonſt dienen laſſen/ ſondern er wil alle gute Wercke und Thriſiliche Tugenden uͤberreichlich 18 Plhen und ewigen Se⸗ 1 4 3— 2 d* 1* gen 3 . r D ie ſiebende Predigt gen beußnen. Wir leſen im ⸗Eeg. o. Da die Koͤnigin auß Neic rabia kommen war/ Salomonis Weißheit und Herrligkeitze hoͤren und zu ſehen/ ſaget ſie: Selig ſind die Leute und deine Knechte die allezeit vor dir ſtehen/ das iſt/ dir auf den Deeuſt warten. Aber viel ſeliger und tauſend ja uͤber lauſendmalſelger ſind/ die ſich G Ott zu dienen ergeben. Dann hier iſt mehrdann Salomon. Der G Ott dem wir dienen iſt unermeßlich vielta⸗ eher und weiſer/ der uns unſere Dienſte vtel beſſer und teichlicher belohnen kan/ wie ſolches die Exempel hin und wieder in Gattiichen hetliger Schrifft zeugen. Bom Enoch ſiehet geſchreben/ daßer ein Goͤttlich Leben gefuͤhret/ darumb nahm ihn G Otihinneg und ward nicht mehr geſehen Gen./. Vnd ſo umbfieng dendeGi⸗ te des HErren. Noah/ war ein fromm Mann/ ohne Wandel und fuͤhrete ein Goͤttlich Leben zu ſeiner Zeit/ dienete Gott treulich und Heiſſig/ was wat das Lohn und wie hato ihm G. Ott vergoſten. Als die gantze Welt in der Suͤndflut untergangen/ iſt er ſamptſei⸗ nem Haußgeſind in der Arcken erhalten worden. Gen. 7. So uͤmb⸗ fteng den die Guͤte des HErren. Abraham verkeß ſein abgoͤtt⸗ ſches Vaterland/ ergab ſich Gott in ſeinem Dienſt gantz und gau das blieb ihm nicht unbelohnet/ es ſegnete G Ott ſein Geſchechu und vermehrete es wie die Sternen am Himmel. Gen.i und 22 Seßhet ſo uͤmbſteng dendie Guͤte des HErren. Joſua und Caleh da ſie auf den HErren ſahen/ ihm treulich dieneten/ werden ſie mit Geſundheit und langem Leben geſegner/ und daß ſie auß ſo bil 1000. Mann allein in das gelobte Land kommen. Solcher geſaſ hat gewuſi dieſelbe die Guͤte des HFErren zu uͤmbfahen. Was fuͤ ei sreuer Diener war Elias? Der Mienſt bleibtihm nichtunbe⸗ ohnet G Ott iſt ihm ſo guͤtig/ daß er ihn lebendtg mitt einen feuti gen Wagen gen Himmel fuͤhret. Des Hiobs des Danielis und dergleichen Exempel zu geſchweigen. So ſpricht der Etr au⸗ Rus Luc. 2. Wann er ſeiner Juͤnger Dienſtruͤhmet: Ihr ſeyde die ihr beharret habt bey mir in meiner Anfechtung/ und lch wll euch das Reich beſcheiden/ wie mirs mein Vea ſalten itennem ſcche tndgens Santtie dodat Namen lebelle iübſon daß wit des Komi gen unde Daun Alübonte Tages — g 1 Dag t Beßßjen a I n (dasſſ Pat Sac n. Dan W nn enſeveh 1— 3 3 iten vond darumb kan und daſſelbige mit zei n gen. bedencke die ſchr 1 Die ſiebende Predigt ſampt erſaͤuffet/ daß von allen Menſchen mehr nicht als acht Ea⸗ en uͤberblieben; An den Sodomitern/ welche Er mit Feuer um Schwefel/ ſo vom Himmel gefallen/ verzehret; An den Sgypi⸗ ern/ welche er im rothen Meer erſaͤuffet/ an den Iſraeliten/ weiche Er in der Wuͤſten mit feurigen Schlangen mit Peſtilentz und a⸗ dern Straffen heimgeſuchet/ und ſie endlich umb ihtes Vngtho⸗ ſams willen/ auß dem Lande Canaan von ſeinem Angeſicht gans und gar verſtoſſen/ daß ſie zum Fluch/ zum Wunder/ zam Hohn und Spott unter allen Voͤlckern worden/ dahin ſie von 6 8 er. 29. v. 8, vexſtoſſen ſeyn. Jerem. 29.. Was ſind ſolche Straffen und Plagen anders/ dis ffenn⸗ liche kundbare Zeugniß der goͤttlichen Gerechtigkeit/ und des goͤl⸗ lichen brennenden Zorns wider die Suͤnde/ welche gleichſam den Zunder ſind/ dadurch das Feuer des goͤttlichen Zorns witd auſf⸗ und angedlaſen. Wann G Ott anfanget zu zuͤrnen/ ſo zuͤme Himmel und Erde/ alle Elementen/ Laud und Gꝛaß/ ſichtdahne und unſichtbare Creaturen/ wann G O wil ſiraffen ſo ſiehen Ihm als dem HErrn Zebaoth/ alle Creaturen zu Geboth ſie bl⸗ een Ihm ihren Dienſi an den gottloſen und ungehorſamen Men⸗ Plal 48.v'z ſchen zu peinigen und zu plagen. alm. 124. Feuer/ Hagci Schnee/ Dampff und Sturm⸗Winde/ richten das Wort Tr.40.3 des HErrn auß. Hr. 2. Es ſind auch die Winde ein Thel 34,35,36337,zur Wache geſchaffen/ und durch ihre Stürmen thunſt Schhaden/ und wann die Straffe kommen ſoll/ ſo toben ſie/ und richten den Zorn auß/ deß/ der ſie geſchaffen hal Feuuer/ Hagel/ Hunger/ Todt/ ſolches iſt alles zur Rache gefſchaffen/ die widen Thier/ Scorpion/ Schlangen und Schwerdt/ ſind auch zur Rache geſchaffen zu verderben die Sottloſen/ mit Freuden thun ſie ſeinen Befehl und ſind be⸗ reit wo Er ihrer bedarff auff Erden/ und wann das Stündlein kompt laſſen ſie nicht abe. Wer wolte ſich dann nieht vor EO und ſeinem goniſ furchten: Wie ſeine Guͤte und creue ewig waͤret/ alſſ 5 ſeeGeu darand 9n Dnge gthen w Darvd Magt d. weiſen nicht der Paulus natäͤlich dein auch Erns G Solches ther geſch Wältkon ſelcheey Andderg promus Jehder. chet det Ghed en Rr Saͤn nd Plag Nachkon villen/d ds Etbes 2. duffdere enwiedd undſieda geſetetwe Davdd 1 Sendje “ b uͤber den 32. Pſalu. 215 eine Gerechtigkeit eine ewige und unwandelbare Gerechtigkeit/ darumb/ wie Er in den vorigen Zeiten mit den Widerſpenſtigen und Vngehorſamen umbgangen/ alſo wird Er auch mit uns umb⸗ gehen/ wann wir Gottloſe ſeyn/ und Ihm entgegen wandeln. Darumb weiſet uns nicht allein allhier der Koͤnig David auff die Plage und Straffe der Gottloſen/ ſondern die heiligen Apoſiel weiſen uns auch auff ſolche Exempel goͤttliches Zorns/ damit wix nicht dergleichen Plagen erfahren duͤrffen. Rom.. ſpricht S. Paulus: Sey nicht Stoltz/ ſondern fuͤrehte dich/ hat G.Ott der natuͤrlichen Zweye(der Juden) nicht verſchonet/ daß er vielleicht dein auch nicht verſchone. Darumb ſchaue die Guͤte und den Ernſi G Ottes /den Ernſt an denen ſo gefallen ſind eic. ⁊ Cor. 10. Cor.1o.v.n Soiches alles widerfuhr ihnen(den Juden) zum Vordild/ es iſt aber geſchrieben uns zur Warnung/ auff welche das Ende der Welt kommen iſt. Jaes weiſet uns G Ott der HErr ſelber auff ſolche Exempel ſeines Zorns und ſchrecklicher Straffen/ daß wir uns daran ſpiegeln und fuͤr Suͤnden huͤten ſollen/ wann er in der promulgation und Widerholung des Geſetzes ſpricht: Exod. 20. Exod. 20,v. Ich der HErr dein G Ott bin ein eyfriger G Ott/ der da heimſu⸗ chet der Vaͤter Miſſethat an den Kindern/ biß ins dritte und vierte Glied ete wollen wir derwegen nicht unſer ſelbſt ſchonen/ und fuͤr der Suͤnde uns huͤten/ damit wir nicht GOTtes Zorn/ Straffe und Plagen auff uns laden/ ſo ſollen wir doch unſer Kinder und Nachkommen ſehonen/ damit wir nicht umb unſerer Suͤnde willen/ denenſelben ein Hauffen Straffen um Plagen/ an ſtadt des Erbes/ hinterlaſſen. 2. Auff der Menſchen/ und zwar an einem Theil/ Die Gottle⸗ auff der Gottloſen ihrer Seiten/ haben wir zu erkennen all⸗ ſen haben in hier wie dieſelbe vor der Welt immer forn und obenan ſiehen/ dar⸗ der Welt den umb ſie dann auch gemeiniglich in der Schrifft forn und obenan Vorzug. geſetzet werden. Da ſich GO T allhier durch den Propheten Dasvid erklaͤret/ wie Er ſich mit ſeiner vergeltenden Gerechtigkeit gegendie Menſchen verhalte/ da nimpt Er die Goltloſen zaß/ b b wen 26 Die ſiebende Predigt weil ſie doch immer in der Welt den Vorzug haben/ ſo muͤſſen ſir Fotn an ſiehen in der Straffe und Plagen. Es gehet zwar from⸗ men Leuten offtmals durch Lunge und Leher/ wann ſie es mitij⸗ ren Augen ſehen muͤſſen/ wie die ergſeen Buben gemein glich inde Welt die hoͤchſte Ehre erlangen/ wie ſie ſich dann im 37. und ⸗zun Pſalm hefftig mit dieſem Kummer aͤngſtigen: Es thut mir voehe/ ſaget der fromme David/ im Hertzen/ und ſticht michin meinen Nieren. Cain war Hahn im Korbe/ bauete ihmdie nß⸗ Stadt/ Abel muſte gantz unwerth von ihm geachtet werden/ und ſich daruͤber erwuͤrgen laſſen. Herodias mit ihtem unzächigen Tantz⸗Maͤgdlein hatten den Roſen⸗Garten: Johannes muße im Gefaͤngniß ſitzen und den Kopff her halten. Battadas der Moͤrder ſiehet in des Pilati Reden und der Juden Hhersenohen an/ C nriſtus zu letzt und unten an. . Aber laß dirs nicht wehe thun wann du in der Weltmitda⸗ v. L7, Ofen geſetzet/ erzuͤrne dich nicht nem Evangelio wirſt hinter den Ofe über die Boͤſen/ ſey nicht neidiſch über die Vbelthaͤter/ dann wwie das Graß werden ſie bald abgehauen/ und ſwie das v. 9.10. grune Kraut werden ſie verwelcken: Erzuͤrne dich nicht liber den/ dem ſein Muthwill gluͤcklich fortgehet/ dann die Boſen werden außgerottet. Es iſt noch umb ein kleines/ ſo iſt der Gottloſe nimmer/ und wann du nach ſeiner Staͤd⸗ teſehen wirſt/ ſo wird er weg ſeyn/ ſaget der. Pſam. . Am andern T heil auff der Frommen ihrer Seiten weil ſi Pnterſcheid die Gute des HErrn uͤmbfahet/ nichts deſto minder aberof⸗ zwiſchendem terſi/ja wol zum offterſten mit vielem Creutz und Vngemach umb⸗ — und geben ſeyn ſſo haben wir hiebey zu erkennen/ was fuͤr ein Vnter⸗ Frommen, ſcheid ſeyzwiſchen den Creutz und Leyden der Gottſeligen/ und zwiſchen Ind zuwiſchen den Straffen und Plagen der Gottloſen. den Plagen Dann einmals ſuchet G Ott ſeine Glaͤubigen mit Creuß h und Straf⸗ nicht auß Zorn/ ſondern auß lauter Liebe und ſondetlichen Gna⸗ fen der den/ gleich wie ein Vater ſeine liebe Kinder wegen ihrer Varhle⸗ Gottloſen. chung mit der Rußten ſaͤuberlich ſteupet/ und ſie doch niotee Heirt 9 Gedul ußene picht eiwl wider /n deNen und ver Dahere machen nachel Rande ttig/daß Ich wem ſich/ Ge Welches HLrrzi wicht. vongr lch Jor Sunde ſich en D. ſen ſraff ſane Fein gotſanzen. De E. Nam un uͤber den 2. Pſalm. 2 auß ſeinem Erbtheil verwifft: Alſo auch verſtöſſet der HErr nicht ewiglich/ ſondern/ er betruͤbet wol und erbarmet ſich wieder/ nach ſeiner groſſen Guͤte/ dann er nicht von Hertzen 5 die Menſchen plaget und betrübet/ Vren.. Er iſt getrell Thren. 3. r. und verſiichet die ſeinen nicht über ihr Vermoͤgen.⸗ Cor.„. 31, 32,33. Daher er ſelber ſpicht im Oſea: 12. cap. Was ſoll ich auß dir 1.Cor. 10. v. machen Ephraim/ ſoll ich nicht billig ein Adama auß die*8⸗9⸗ machen/ und dich wie Zeboim zurichten? Aber mein Herz iſt anders Sinnes/ meine Barmhertzigkeit iſt vielzu bruͤn⸗ ſtig/ daß ich nicht thun wil nach meinem grimmigen Zorn. Ich weiß wol was ich fuͤr Gedancken habe uͤber euch/ nem⸗ lich/ Gedancken des Friedes/ und nicht des Leydes. Jer.„». Welches dann auch die Kirche G Ottes ruͤhmet und ſaget: Der HErr zuͤchtiget mich wol/ Er uͤbergiebt mich aber dem Tod nicht. Dann Er iſt gnaͤdig/ barmhertzig/ geduldig und von groſſer Guͤte/ Er wird nicht immer hadern noch ewig⸗ lich Zorn halten: Er handelt nicht mit uns nach unſern Suͤnden/ und vergilt uns nicht nach unſer Miſſethat/ wie ſich ein Vater uͤber Kinder erbarmet/ ſo er barmet ſichde HErr uͤber die ſo ihn ſuͤrchten. Palooꝭ.. Pſal. 103. v. 8, Die Gottloſen aber/ ſo ſich den Reichthumb goͤttlicher Guͤ⸗ 9,10,11. te/ Gedult und Langmuth nicht haben wollen zur Buſſe leiten laſ⸗ ſen ſtraffet G Ott der gerechte Richter auß grimmigem Zorn/ als ſeine Feinde und Widerwertige/ gleich wie en HErr ſeinen unge⸗ horſamen Knecht ſchlaͤget/ und wol gar zum Hauſe hinauß ſioſſet. Der HErr hat einen Becher in der Hand/ ſagt David 75. Pſal, a5. vg. Pſalm und mit ſtarckem Wein voll eingeſchencket/ darauß theilet er einem ieden ſeine portion und Maaß zu/ daß er leide/ er⸗ ſchencket aber erſt ſeinen lieben Kindern/ die muͤſſen offt auß dieſem Becher trincken/ daß ihnen die Augen uͤbergehen/ dann G Ott faͤ⸗ het an ſeinem Heiligthumb zu ſchlagen. Eeecb.. Aber ſolch 4 ſchencken iſt gnaͤdig und lauter/ ſie trincken oben das beſte herauß/ die Dußlerasn etun Sonſeſe muͤſſen die Hefen eufn Ce en. A 81 Die ſiebende Predigt b 8 Ler.zj. vas fen. Dann ſpricht det HErr Jerem.s. Trincket daß ihr trun ⸗ Gtilbi cken werdet/ ſpeyet und niederſallet und nicht aufſtehen undade moͤget fuͤr dem Schwerdt/ das ich unter euch ſchicken wit lirenſ SZum andern ſo zuͤchtiget Oti die ſeinen ihnen ſelbſt zum Dod beſten/ daß ſie im Glauben deſto ſtaͤrcer/ im Gebet deſio embſigen ind ee werden/ und darneben die Suͤnde/ ſo auch in den Heiligen iſt/ ge⸗ doij diß toͤdtet werde. Dann denen die GOtt lieben/ muͤſſen alle Di⸗ Fteud w Rem. 8.v 2˙. ge zum beſten deyen. Rom.§. Die Boßhafftigen aber wetden Pwopßet voon G Ott geſtraffet/ daß ſie ſich entweder bekehren’ odetnoch zu ken Zon ihrem zeitlichen Vngluͤck/ das ewige Verdamnis tragen. Getei⸗ den dben chet ihnen alſo ihre Leyden/ wofern ſie nicht in der Gnaden/ Zeit Freude. und am Tage des Heyls ware Buſſe thun/ zum ſchaͤdlichen Van⸗ habe di derben und Vntergang: Der HErr wird ſie unverſehens hernie⸗ Barmhe der ſtuͤrtzenund auß dem Grunde reiſſen/ daß ſie gar zu Bodenge⸗ ſchtimA hen/ und immer und ewiglich vertilget werden. aderwite Zum dritten die Gottfuͤrchtigen/ wann ſie gleichuntetrden nn Her Crentz ſiehen/ ſo hoffen ſie dennoch auf G Ott den HEnren ſind achw Plal. 30. v.. geduldig/ ſprechen mit dem David auß ſeinem 10. 5ſalm. Ich Hetrüg harre des HErren/ meine Seele harret und ich hoffe auf werth/ ſein Wort/ erkennen alſo daß es ein koͤſtlich Ding ſey/ gedul Sm. 9. dig ſeyn und auf die Huͤlffe des HErren harꝛen/ und wiſſen/ Wn das Gedult ihnen von Noͤthen/ auf daß ſie den Willen Got⸗ Eynude tes thun/ und die Verheiſſung an ihnen erfuͤllet werde hte zili HMeb. 10. v.6 Hebr, o. b vigen und Das thun aber die Gottloſen nicht/ ſondern/ wann ihnen dr hollen Ott Creutz und Leyden zuſchicket/ſo lehnen ſie ſich wider Su hba und auf/ gruntzen und murren wider denſelben/ und geben ihmgleith Pan dieſe unrecht/ als haͤtten ſie es nicht verdienet/ es thue thnen G Ottzu Kdadet he iel daß er ſie in ſolche Noth und Elend ſiecke /brauchen unordentiy Getfeige che verbotene Mittel haben ihren Reaurrun Zuflucht zumaeuffl ten beez biß ſie endlich in Vngedult verzweiffeln/ und in ihren Suͤnden We b mit Zagen und Weheklagen endlich ſterben und verderben/ wie det.goffng Cain/ Saul/ Judas/ Julianus apoflata, der in Krieg un n di.ge — — Z— b uͤber den 2. Pſamm. 29 Schoß toͤdtlich verwundet ward/ und in groſſem Haß und Bitter⸗ keit wider den HErrn Chriſtum ſchrecklich und ploͤtzlich in die Hoͤl⸗ le hinein prang. b Vors vierdte/ die Frommen werden nur eine kleine Veile und eine Zeitlang unter der Zucht⸗Ruhte des Ereutzes gehalten/ auf daß ſie hernach mit C Hriſto elorifciret und zur himmliſchen Freud und Herrligkeit erhaben werden/ wie dann der Koͤnigliche Prophet David gantz troͤſtlich hiervon redet/ ſalm 30. Des HEx⸗ Pſal. 30,=.G. ren Zornwaͤret ein Augenblick/ und er hat Luſt zum Leben/ den Abendlang waͤret das Weinen/ aber des Morgends die b Freude. Pnd G Htt ſelbſt ſpricht gar ſchoͤn beym Nalæ sa. Ich Eſa. 54..7 habe dich ein klein Augenblick verlaſſen/ aber mit groſſer Barmhertzigkeit wil ich dich ſamlen. Ich habe mein Ange⸗ ſicht im Augenblick des gorns ein wenig von dir verborgen. aber mit ewiger Gnaden wil ich mich deinerbarmen/ ſpricht der HErr dein Erloͤſer. Es ſchaffet doch unſer Trlbſal/ die zeitlich und leicht iſt/ eme ewige und iiber alle Maß wichtige Herrligkeit. 2. Cor. 4. Vnd iſt diß Leyden in dieſer Zeit nicht 2. Cor. ·. werth/ der Herrligkeit/ die an uns ſoloffenbaret werden. v. 7. Rom. F. Rom. 8. V. 8- Non ſic impii, non ſir, ſo ſind die Gottloſen nicht/ ſondern wie Spreu die der Wind zerſtreuet/ das Vngluͤck wird ſie toͤdten/ und ihre zeitliche Straffe iſt nur ein preambulum und Bortrab des e⸗ wigen und nimmermehr aufhoͤrenden Elendes und Jammersin der Hoͤllen da ihr Wurm des boͤſen Gewiſſens nicht wird ſter⸗— ben/ und ihr Feuer wird mmmermehr verloͤſchen. 0³¼. 56. Eſa. 66,V.24. Von dieſem Vnterſcheid des Creutzes der Frommen und Boͤſen b redet der heilige Apoſtel Petrus alſo⸗..². Der HErr weiß die v9. Gottſeligen auß der Verſuchung zuerloͤſen/ die Vngerech⸗ een aber zubehalten zum Tage des Gerichts/ zu peinigen. Vber das und 2. auf der Frommen Seiten/ weil der Text der Hoffnung der From̃en gedentket/ wir auchzu erkennen haͤtten was die. Hoffnung ſey/ und P ſie mnan heiliger Schrifft baſcheſe b b e 1 b en 220 Dt achte Predigt ben werde/ allein die Zeit iſt meißzentheils verfloſſen. Gebe der vie⸗ guͤtige G Ott daß wirs dermaſſen moͤgen angehoͤtethaben daß 6 wirs zu unſerm Nutz und Beſten anwenden moͤgen umb C hryſſi willen Amen. 96,96-6,0-J6,96-=6,90-,6,090-6,90⸗ B6,50 ,6,56- 16,90. 090. Die achte Pr edigt Vber den 32 Pſalm des Koͤmges und Propheten Davids/ v. u. N Reuet euch des HERRen/ und ſeyd froͤlichih SO5 Gerechten/ und ruͤhmet alle ihr Frommen. EXORDIUM X Ir leſen im erſten Buch Moſe am 21, Da Sara Cöftrini, die 6. Octobr. Anno 1647. Gen. 21. v.8· e Vrende in GX) in ihrem Alter dem Abraham einen Sohngeho⸗ Siiel iber 88 4 ren hatte/ hat er nicht alsbald ein Mahl gemachen 91 S da er geboren/ ſondern da er entwehnet worden. der der ſi 29 2 der der ſihd 86 8 Hieruͤber verwundert ſich Auguſtinus,warumber Buſſe thut.— nicht ein Mahl angerichtet/ da er geboren wor⸗ S rberus meinet das der Ertzvater Abraham den Gebrauch der Hey⸗ den nicht habe wollen nachfolgen. Wir wollens uns aber geiſtl⸗ cher Weiſe alſo zu Nutze machen; daß durch den Abraham die hei⸗ lige Dreyfaltigkeit ſampt dem himmliſchen Heer der heiligen En⸗ gel durch den Iſaac eine ſuͤndhafftige Seele koͤnne verſtanden wel⸗ den. Wann ſich eine ſolche Seele von der Luſtbarkeit und ſuͤnd⸗ lichen Speiſe dieſer Welt/ als ein Kind von der Mutter Bruͤſte ent⸗ wehnet/ ſo wird alsdann bey der heiligen Dreyfaltigkeit und den heiligen Engeln im Him̃el ein groſſes Freuden Mahlangerichtal wie der HErr C Hriſtus in etlichen Gleichnuͤſſen und dieſes ha b “ kene den/ wie bey uns igiger Zeit zu geſchehen pfleget. Der HErrlu. oder dat lrren ang een Wes Suͤnden ten bezeu⸗ ſe ein i David w ſchdinw Schaͤft ſer Nele che Nut ſine Oa Saͤnder I ſihfaſſe en laͤſſet Engenn Das 3 nd üchet fiſeihte) uni mi/ beroren 7 Sander/ eyreget/ Ndif uneg taleifſica, Engeln. uͤber denz2. Pfalnm. 9 . mennen gegeben Lus.¹3. Das erſte nimpter von einem Menſchen Lue. 1. 4⸗ der hundert Schafe hat/ und wann er eines von denen verleuret/ 2. aͤſſet er die 99. in der Wuͤſten/ gehet hin nach dem verlornen/ ſuchet es ſo lange/ biß daß ers findet/ nach deme ers gefunden/ leget ers mit Freuden auf ſeine Achſeln/ und wann er heimkommt/ ruffet er ſei⸗ nen Freunden und Nachtbarn/ und ſpricht zu ihnen: Freuet euch mit mir/ dañ ich habe mein Schaf funden/ dz verloren war. b Dieſes Schaͤflein iſt nichts anders als ein armer Suͤnder/ oder das menſchliche Geſchlecht/ welches alsbald im Paradiß zu irren angefangen. Dann von der Zeit an /iſt daſſelbe von dem rech⸗ ten Wege des Heyls abgewichen/ und in den tieffen Schlam der Suͤnden gerahten. Wie dieſes die heilige Schrifft an vielen Or⸗ 8“ ö““ öſſ“ 8 3* 5„ 8 8 *“—“ 4 44„ “ 2“ “ ten bezeuget/ als ½. ⁷. Wir giengen alle in der irre/ wie Scha⸗ Eſa.. v6,. fe ein ieglicher ſahe auf ſeinen Weg. Wie dann auch Koͤnig David wuͤnſe chet im. Bſalm. Suche HErr deinen Knecht/ PI. 19. v. 176. ich bin wie ein verirret und verloren Schaf. Dieſes verirrete Schaͤflein zu ſuchen /iſt nicht allein der ewige Sohn G. Ottes un⸗ ſer Heyland C Hriſtus vom Himel herab kommen/ und menſchli⸗ che Natur an ſich genommen/ ſondern fertiget auch noch taͤglich ſeine Diener abe/ daſſelbe zu ſuchen. Wann demnach ein armer Suͤnder durch ware Buſſe ſich finden, auf die Achſeln Cchriſti ſich faſſen/ und auß dem Irrwege der rech ten Himmelſtraſſen brin⸗ gen laͤſſet/ ſo wird Freude im Hmmel gemachet fuͤr den heiligen vuc. Das ander nimpt er von einem Weibe/ welches einen Gro⸗ ſchen verloren/ und alsbald ein Licht anzuͤnder/ kehret daß Haus und ſuchet biß ſie ihn wieder findet/ und wann ſie ihn funden/ ruf⸗ fet ſie ihre Nachtbarn und Freundinnen/ und ſpricht: Freuet euch mit mir/ dann ich habe meinen Groſchen funden/ den ich verloren hatte. Dieſer verlorne Groſche iſt abermal ein armet Guͤnder/ auf welchen G Ott zu unterſchiedenen malen ſein Bild gepreget/ als i. in der Schoͤpffung da GOtt der HErr geſagt: Laſt uns Menſchen machen/ CeDib das uns gleich ſey. .. LKen 1 Abez v. uI. ſeq. 222 Aber dieſes iſt vertunckelt und unkentlich gemachet/ durch des Die achte Predigt Teuffels Neyd. 2. In der H. Tauffe/ welches nach der Tauffe offterſt durch des Menſchen ſelbſt eigenen muthwilligen Suͤnden außgekratzet/ und alſo der Groſche verdorben und verlohren wi. Aber G Ott hat ein Weib auff dieſer Welt/ welches iſt die Chuſ⸗ liche Kirche/ darinnen hat Er das Liecht ſeines heiligen Evangeli angezuͤndet und laͤſſet darinnen kehren mit dem Beſem des Cru⸗ tzes jauf daß er moͤchte wieder gefunden weꝛden. Wann er nun wi⸗ der gefunden iſt/ wird abermals Freude angerichtet im Himmafuͦ den heiligen Englen. Das dritte nimt er vom verlornen Sohne /der alle ſen Gaͤ⸗ ter umbgebracht hatte und es mit ihm endlich ſo weit komen wan daß er mit den Saͤuen eſſen muſte: Daer aber in ſich ſchlug ſſeine Vbertretung erkante und ſeinen Vater uͤmb Verzeihung hal da jammerte es dem Vater/ verzeihet ihm ſein Verbrechen’ fieldem Sohn umb den Hals fkuͤſſet ihn/ leget ihm das beſte Kleid anſtichte ein ſtattlich Freuden⸗Mahl an/ und ſprach: Laſſet uns eſſen und frdlich ſeyn: Dañ dieſer mein Sohn war todt/ und iſt wie⸗ der lebendig worden/ er war verloren und iſt gefunden worden. Dieſer verlorne Sohn iſt auch niemand anders als ein armer Suͤnder/ welcher alle Guͤter ſeines himmliſchen Vatens umbgebracht hat: Aber deshalben ſol er nicht verzagen /ſondernnur in ſich ſchlagen/ ſein Verbrechen erkennen/ und ſeinem hinliſchen Vater abbitten/ und ſprechen: Vater/ ich habe geſundigetim Himmel/ und fuͤr dir. Hiermit wird er ihm ſein Hertz brechen/ daß er ihn wieder zu Gnaden aufnimpt/ ihn freundl chempfaͤhet und mit dem Kleide der Gerechtigkeit bekleidet. Ja er wird ein Freu⸗ den⸗ Mahl im huliſchen Pallaſt anrichten/ und gleichfals ſagen aſt uns freuen und froͤlich ſeyn: Dann dieſer unſer Sohn war todt/ und iſt wieder lebendig worden/ ex war verloren undiſt funden worden. Wie nun Freude entſtehet im Himmellͤber einem Suͤndet b der Buſſe thut und ſich bekehret/ fuͤr 99. Gerechten die der vnſ nüheb Büüfer gereche Ftendes und Frehet undri 1 nehmen wollen/ hacher hnen Sünde färbtezu — 2 1 * 1 * — 8 uͤber den z. Pſalnm. 22 nicht beduͤrffen/ alſo auch Freude entſtehet bey den Bekehrten und Buß fertigen ſelbſten/ nach dem ſie befinden/ wie ſie auß Suͤnder gerechte/ auß Gottloſe/ fromme Menſchen worden/ von welcher Freude Koͤnig David allhier redet zum Beſchluß des zꝛten Pſalms/ unnd zu derſelbigen die Gerechten und Frommen vermahnet/ alſo. Freuet euch des Erren/ und ſeyd froͤllch ihr Gerechten/ und ruͤhmet alle ihr Foommen. b Wollen derwegen dieſe Wort anitzo zu betrachten fuͤr uns nehmen/ und dieſen einigen Punct darauß beſehen/ da wir reden wollen/ von der hertzlichen Freude rechtſchaffener Chriſten/ nach erwieſener groſſen Wolthat der Gerechtfertigung/ ſo ihnen Gott außGnaden wiederfahꝛen laſſen/ als der ſie auß Sünder gerecht/ auß Gottloſe from̃ gemacht. Hiervon aufs kuͤrtzte zu handeln/ damit es ohne Frucht nicht abgehe/ ſeufftzet mit mir alſo: Hilff/ HErr hilff/ laß wolgelingen/ dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer aller Seelen Heyl und Seligkeit/ Amen. b b TRACTATIO. * Nſerx vorgenommener Punct iſt geliebte und außerwehlte Freunde in C Hriſto/ das wir zu reden haben von der hertz⸗ S lichen Frenderechtſchaffener Chriſten/ nach erwie⸗ ſener groſſen Wolthat der Gerechtfertigung/ ſo ihnen GOtt auß Gnaden widerfahren laͤſſet/ als der ſie auß Suͤnder Gerechte/ und auß Gottloſe Fromme gemacht/ und wird derſelbe allhier bewehret auß dem Concluſé oder Beſchluß/ unſers bißhero vorgehabten z2 ten Pſalms/ da der Koͤnig David per Apoſtrobben, wie man in Sehulen redet/ ſich wendet zu allen recht bußfertigen glaͤubigen E hriſten/ ſie anredet mit einem feinem Epipbonemate, alſo lautende: Freuet euch des HEA⁴A⁴N/ und ſeyd froͤlich hr Gerechten/ und ruͤhmet alle ihr Frommen. Iſt in Warheit eine ſehr nachdenckliche Anmahnung des Koönges und Propheten Davids, zu hertzlicher Freude Kehlatantaeahn, 8 fertiger 231 Die achte Predigt fereiger glaͤubiger Chriſten/ darbey wir zu vernehmen folgene Stuͤcke: b 8 1..„ ſw. Obdann emne ſolche Freude des Geſſtes en Membrum. frommen Bußfertigen zu finden? Ja freylich in alle Wege Gewiſſer Beweiß auß dieſes/ dann der Koͤnig David/ damit wirs deſto gewiſſer glaͤuben . Schrifft moͤgen nicht mit einem/ ſondern mit drey unterſchiedenen Wor⸗ daß eine ten/ ſo nichts anders/ dann lauter Freude mit ſich bringen an aag Freude des gibt/ und zwar bald mit dem erari, bald mit dem exutare, hab Geiſtes in mit dem canere, wann er ſpricht: Latamini, exultate, canie und bey freuet euch/ ſeyd froͤlich und ruͤhmet. An dem iſt es wondaß rechtſchaffe⸗ die Frommen und Gerechten auff dieſer muͤhſeligen Welt vieſem nen bußfer⸗ Creutz und Leyden unterworffen/ wie ſolches wol erfahren der ſow⸗ Seht une me und gerechte Abel/ bey ſeinem ungerathenen Bruder dem Camn/ Chriſten. von welchem er endlich erwuͤrget worden Gen. 4. Es hats eſfah⸗ Gen. 4. v. 9. ren der fromme und gerechte Noah/ der Prediger der Geucchtigken bey der erſten Welt/ ſo den Geiſt G Ottes ſich nicht wollen regie⸗ Gen.§. v. 3. ren laſſen Gen. 6. Es hats erfahren der fromme und gerechte Loih Gon. 9. v 9. bey den Sodomiten und Gomorriten. Gen.%. Es hats erfahren Moſes bey den Kindern Iſrael/ bey denen es nicht weit gefehlet Exod 17.v.4 ſie haͤtten ihn geſteiniget/ wie er ſelber daruͤber klaget Exod.. Es b hats erfahren der Koͤnig David: Amnon ſein Sohn ſchwechet ſeine leibliche natuͤrliche Schweſter: Abſolon/ ſein Sohn jaget 2. Saw. 13. ihn/ den HErrn Vater/ von Land und Leuten. ⸗. Samn. B. pe. Es V. 14. 1ſ. Tb. ſed. Dannees bleibet wol darbey was dort der Engel zu dem alien To⸗ Tob. 12 v. z. bie ſaget: 706. z2. Dieweil du GOtt lieb wareſt/ ſo muſte es alſo ſeyn/ ohn Anfechtung muſteſt du nicht bleiben: Alsdan Pf. 34. v. z0. auch der Koͤnig und Prophet David ſpricht im 34. Pſalm: Der . Gerechte muß viel leyden/ und C Hriſtus davon redet alſo: Wer b mein Juͤnger ſeyn wil/ der nehme ſein Creutz auff ſich/ und Massh. 1o. folge mir nach Aeatrb. 10. Dergleichen auch gelehret die Juͤn⸗ v. 38. ger und Apoſtel des HErrn/ wann ſie geſaget Durch viel Truͤb⸗ Ac. ½. v. ſal muͤſſen wir in das Reich GOttes eingehen/ ann4 Vn hats erfahren Hiob/ Daniel/ andere Exempel zu geſchweigen: obediedd Prrſoige vit doch nachſeine ligken ſchendet Taume nar geiſt keit mu Hauſed um wen traͤbmiß Werckl ſaldatſt, Da den behn Schriſ und Ma was der holdſellg her mir/ geſandde berbinde den gebun Jahrdes zutroſten das hnen potet/ u ben betde aufdasdi barnerg afla de üugt nm da 7 Jafa wirsdefſ e duy und udemeſſit dadd mid Lra er ſich Hiuhn dafunn Euttht 3 tn. Gen. Dmch p den 6' Aag aduiba arad Amnon ſct St 9 APpbo E 1 a Oitt hedw 4 jeßdunic bes ath 8 9 hnudn en nn 11 18 5 über den 12. Pſaunm. 5 alle die da Gott elig leben wollen in Chriſto Jeſu/ die muͤſſen b Verſolgung leyden. 2. ꝛim 3. Ob nun dem ſchon alſo/ſo kan und:· Tim. 3.v. wird doch daneben niemand in Abrede ſeyn/ das G Ott der HErr nach ſeiner unausforſchlichen Weißheit/ und unbegreifflichen Ga⸗ tigkeit/ mit den Seinigen entweder zu Zeiten umbwechſelt/ und ſchencket ihnen/ wann ſie lang genung getruncken haben/ auß dem STaumel⸗Kelch von ſeiner Hand a.†r. Voll ein den Becher ſei⸗ Eſa. 5t,v.ꝛ2. ner geiſtlicher Freuden/ daß ihnen Gutes und Barmhertzig⸗ keit muͤſſe nachfolgen ihre Lebenlang/ und ſie bleiben im Hauſe des HErren immerdar alm. 23. Oder er vermittelt es Plal. 3.. 6. zum wenigſſen mit ihnen dahin daß ſie mitten in der groͤſten Be⸗ truͤbniß himmliſche Freude empfinden/ und machet alſo ſein Werck lebendig mitten in den Jahren/ dann wann Truͤb⸗ ſal da iſt/ ſo denckt er der Barmhertzigkeit Qabac„«ꝭ. Hab. 4.1.. Daß ſich dieſes ſo verhalte kan dargethan und erwieſen wer⸗ den/ beydes mit Spruͤchen/ ſo wol auch mit Exempeln heiliger Schrifft. Mit Spruͤchen Da dann unter den bibliſchen Krafft⸗ und Macht⸗Spruͤchen ſtehet mit allem Fug forne an der Spitzen/ was der/ der unſere Seele liebet/ beym Fai⸗ am a cap. Aus ſeinen El.61.v.2,3, holdſeligen Lippen hoͤren laͤſſet. Der Geiſt des HErreniſtuͤa ber mir/ darumb hat mich der HErr geſalbet/ er hat mich geſand den Elenden zu predigen/ die zerbrochene Hertzen zu verbinden/ zu predigen den gefangenen eine Erledigung/ den gebundenen eine Eroͤffnung/ zu predigen ein gnaͤdiges Jahr des HErꝛen/ und einen Tag der Rach unſers Gottes/ zutroͤſten alle traunigen: Zu ſchaffen den tramigen zuion/ das ihnen Schmuck fuͤr Aſchen/ und Fꝛeuden⸗Oelfuͤr Tꝛau⸗ rigkeit/ und ſchoͤne Kleider fuͤr einen betruͤbten Geiſt gege⸗ ben werden. So ſaget der na. Pſalm: Den Frommen gehet Pſal u2... auf dasLiecht mitten im Finſternis/ von dem gnaͤdigen und barmhertzigen und gerechten: Was das fuͤr ein Liechtlein ſeͤrͤn/ erklaͤrt der 27. Pſalm und ſpricht: Dem Gerechten muß das Plal,„ vent. Liecht immer wieder aafa Jfn und Freude den ſrammen Her⸗ a Dreachte Predigt Hertzen. Da wird das Liecht von der Freude außgeleget. Di ſiehet ſiracks darbey der Befehl zu ſolcher Freude: Ihr Gerech⸗ ten freuet euch des HErren/ und dancket ihm/ undpreſſt ſeine Heiligkeit. Darauff driget auch Nebemias c.5. Die Freu⸗ de am HErren laſſet eure Staͤrcke ſeyn. Vnd Pauluo dahe vermahnet zu zweyen malen in einem periodo: Freuet euchin dem Hrren alle Wege/ und abermal ſage ich freuet euch/ phil. 4.v.4. der HErr iſt nahe Pbil.⸗. Vnd zun Roͤmern am 14. beſchaber RKom. 14.v. 7 er davon unter andern auch das Reich Gottes/ daß es nicht ſiy Eſſen und Trincken/ ſondern Gerechtigkeit/ Friede und Freude in dem heiligen Geiſt/ mit angehengtem Sahlu wet darinnen C Hriſto dienet der iſt GOtt gefaͤllig und da Menſchen werth. Mit Exempeln: Dann da finden wir in heiliger Schuift wie mit ſolcher Hertzens⸗Freude die lieben Kinder Gottes zu ihren Zeiten reichlich beſeliget worden. Abraham der Vacer aller Glan⸗ bigen ward froh/ daß er den Tag ma ſehen ſolte/ unden Jo 3.v.56. ſahe ihn/ und freuete ſich Job. S. Er ſahe ihn nichtnurinda goͤttlichen Verheiſſungen und Weiſſagungen/ ſondern auch it den zierlichen Bildern/ und namhafftiglich/ in derihm Vaſſe⸗ chungs⸗Weiſe anbefohlnen Aufopfferung ſeines anigen Sohnis Iſaacs /den er lieb hatte cen. 22. welchen erwiederumb denn Heb. II. v. v- zum Fürbilde Heban. nemlich zum Fuͤrbildedeſſen/ auf weichen hofferen dien. Geſchlechte/ zu kommen mit Gottes⸗Dienſt A.26. v.]. Tag und Nacht embſiglich. 27. ·4s. Der Koͤntg David hale — zwarofftmals viel Bekummernis in ſeinem Hertzen/ aber di PI.94. v.g. Tröſt ungen GOttes er getzeten ſeine Seele. Pſalm g4. Daß eroffenbar außruffete: HErr ich hoffe darauff das du ſo gni dr g dig diſt/ mein. Hertz freuet ſich das du ſo gerne hüffeſt ichwl rerews*. dem HErren ſingen daser ſowolanmir thut. aim. Se 1a. 61. v. 0. triumphirte und jubilirte die gantze Juͤdiſehe Kirche aie h. Jch freue mich im HErren und meine Seele iſt froͤlich in iei⸗ nem GOtt/ dann er hat mich angezogen nui Klabanig, Neh. g. v. iI. da hen Hehsit hlaue Ulapuß — a . gad hotken. Itläh. der he den A Pherfl Pen/ angetret herkam⸗ ddSat Tytana ſichba wieme ngget Genſe Hole hinauff And dies Geiſes hellet da Gewiſſe deman 1. —y b uͤber den z2. Pſalm. 2 Hey's/ und mit dem Rock der Gerechtigkeit gekleidet. Auf gleichlautenden Schlag/ ſtimmet auch die Jungfran Maria ihre b Quagnifcat an Luca. Meine Seele erhedet den HErren/ und uc. 1.. 49. mein Geiſt freuet ſich Gottes meines Heylandes. Der HEerr IEſus auch ſelbſt freuete ſich ims eiſt/ da ihm ſeine Juͤnger wegen des gluͤcklichen Lauffes des Evangelii froͤliche Maͤhre verkuͤndiget hatten Lucuo. Von der gantzen Chriftlichen Kirehen redet Jau. am L. uc. 10.v. ar. re. cap. Jauchtze und ruͤhme du Einwohnerin zu Zion/ dañ Eſa. 2..6. der heilige Iſraels iſt groß bey dir! bhrwerdet mit Freu⸗ den Waſſer ſchoͤpffen auß dem Heylbrunnen. Sehet zum Perfluß an die Exempel der heiligen Maͤrterer/ welche die aͤrgſte Pein/ ſo jemals von den Teuffeln haͤtte koͤnnen erſonnen werden/ angetreten ſind/ und ſolches/ weil ſie ſich des Herren gefreuet. Wo⸗ her kam es/ das Laurentius auf dem Noſt/ wie auf einem koͤſtlichen und Tapezereyen geſchmuͤcketen Bette ſich umbwendete/ und des Tyranney Decii ſpottete? Aus ſolcher geiſtlichen Freude ſo er bey ſich befunden. Woher kam es/ das incentius auf dem Richtplatz wie in einem ſehoͤnen und wolgebaueten Tempel/ ie mehr er gepei⸗ niget wurde/ je heller und hoͤher ſunge Auß ſolcher Freude des Geiſtes ſo er bey ſich hatte. Woher kam es das Huus auf den Holshauffen/ wie auf einen Kaͤiſer und Koͤniglichen Thron ſich hinauf ſehwinge/ als ob er die ſevteutz uͤber ſeine Feinde ſprechen/ und die Flammen gar nicht empfinden wolte? Auß der Freude des Geiſtes ſo er bey ſich hatte. Darauß dann nun Sonnenklar er⸗ hellet/ daß ſich ein Chriſt in ſinem GOtt und HErren mit gutem Gewiſſen erfreuen und luſtig machen koͤnne/ mit ſolcher Freude/ die in angezogenen Spruͤchen begruͤndet/ und mit den Beyſpielen der Heiligen bewehret worden.— 71. Haben vir zu erwegen Suaſm? Was dann ſeyſich II. des HErren freuen/ und worin ſolche Freude beſtehe? Hier⸗ Membrum. 4 voon ſaget der Koͤnigliche Prophet alſo: Freuet euch des HEr⸗reude des⸗ ren. Wann David ein Grillen⸗Meiſter geweſen waͤre/ haͤtte Heraſbe ſagen wuͤꝛden: Freuet euch der heimlichen Empfindungen und in de Enthu⸗ Ffij Entzuͤckun⸗ 224 Die achte Predigt aſten ihren Entzuͤckungen/ alsdann ſind und gefunden worden die da vennet Linbildun⸗ net/ die Freude des Geiſtes beruhe auf den ſuͤſſen Einbildungen/ gen odeꝛent⸗ von welchen Muncerus mit ſeinen aufruͤhriſchen Widertaͤuffen zuͤckungen. und der Ertzketzer Veigelius mit ſeinen winckeleriſchen Phantaßen und Enthuſiaſten ſo viel Pralens und Ruͤhmens machen/ und nen⸗ nen ihre Empfindung eine groſſe und uͤberſuͤſſe Suͤſſigkeit dieſie vermeinendlich ſchmecken in ihrer gelaſſenen Gelaſſenheit/ wieſſi dieſe Grillen⸗Meiſter die thoͤrichte Thorheit thoͤricht tituliren da⸗ rin ſie ſich auß tieffer Andacht/ und angemaſter Heiligkeit ſo went zu kommen getrauen/ daß ſie mit G Ott/ mit den Engeln unGei⸗ ſiern koͤnnen Geſpraͤch halten/ die Schrifft erklaͤren ohne lernung das Predigt⸗Ampt verwalten ohne Beruffung/ Geſichterſchauen und zukuͤnfftige Dinge verkuͤndigen ohne Begruͤndung und auch in den Himmel und in die Hoͤlle fahren ohne ihres Leibes Ablebung. b Hus heiſt nicht ſich des H̃Erren freuen/ und das heiſt keine Chn⸗ 4 ſten Freude. Freude des Wann auch David ein Welt⸗Kind geweſen waͤre haͤten Geiges bef ſagen wuͤrden: Freuet euch der Wolluͤſten des Leibes/ wie dang hLt b hierinnen die Welt⸗Kinder erſoffen ſind/ und darinnen ihre Him⸗ lichen Wol. melreich ſuchen als bey welchen iſt eitel Freude und Wonne/ laͤſten dieſer Ochſen wuͤrgen/ Schafe ſchlachten/ Fleiſch eſſen/ Weintrin⸗ Welt. cken/ und ſprechen/ laſſet uns eſſen und trincken/ wir ſterben Eſa az. vaz. doch Morgen ha. ². Das iſt ihre Hertz/ daß ihre Haͤuſet b wehren immerdar/ ihre Wohnungen bleiben fuͤr und fuͤr Pſal. 49 v. I. und haben groſſe Ehre auf Erden /alm. 4%. Wuͤnſchen daß ihre Kammern voll moͤgen ſeyn/ die herauß geben konnen S4 3. v. einen Vorrath nach dem andern/ ſchreyen auf/ woldem 4† 3. Volck/ dem es alſo gehet. Ohalm. ½. Das war der Anſchlag nicht allein des reichen Mannes/ der ſich mit Purpur undoͤſt⸗ lichem Leinwand kleidete/ und lebte alle Tage herrlich und Tue. 16. v. 9. in Frenden/ Lu. ⁵. Sondern auch jenes andern beguͤter⸗ en Menſchen und Korn⸗Judens/ deſſen Feld wol getragen Sttann hatte, der gedachte bey ihm ſelbſt und ſprach: Was ſol ich thug ſc haben trebtr d ndgrd achſen Selen: Johx Das ſ Makt/ und we drHE. hm Se L,s, wir uns wider di liges Vn tennien newüch tigesde die Wel GOttes Freude n hein ſ kanment bvolkeer, Lochker⸗ GOttes der Süͤn große R an de Bel Frahedes Gen und Hn auc dännunn [12 tg 1 18 undm dahs a uj m 4 b 6 üfrährſchn K. n wunciaſ e luſſena e 1 Ldorden hin Hangemaſen. Oamda en Schriſſtatt, on 9 über den n. Pſalm. ich habe nichts da ich meine Frucht hinſamle. Vnd ſrach 9 weiter/ daß wil ich thun/ ich wil meine Scheune abbrechen und groͤſſer bauen/ und wil darein ſamlen alles was mir ge⸗ wachſen iſt: Vnd meine Güter. Ich wil ſagen zu meiner Seelen: Liebe Seele du haſt einen guten Vorrath auf viel Jahr/ habe nur Ruhe/ iß/ trinck/ und habe guten Muth. as ſolte heiſſen ſich freuen/ aber G O& ſprach zu ihm: Du Narr/ dieſe Nacht wird man deine Seele von dir fordern/ und weß wird ſeyn daß du bereitet haſt. Alſo gehet es/ ſetze: der HErr JEſus bey Erzehlung dieſer Narren⸗Freude hinzu/ wer ihm Schaͤtze ſamlet/ und iſt nicht reich(oder froͤlich) in Gott Luc. 12ꝛ. Daher vermahnet uns Petrus/ Hpiſt.⸗, ſo treulich/ daß Lue tz. v.i⸗. wir uns enthalten ſollen von den fleiſchlichen Lüſten welche wider die Seele ſtreiten. Johannes entdecket.Ep ⸗, warhaff⸗ tiges Vrtheil/ in dem geſeſſenen und heimlichen Rath der unzer⸗ trennten Dreyeinigkeit geſprochen: Alles was in der Welt iſt/ nemlich des Fleiſches Luſt/ und der AugenLuſt/ und hoffaͤr⸗ tiges Leben/ iſt nicht vom Vater/ ſondern von der Welt/ und die Welt vergehet mit ihrer Luſt: Wer aber den Willen GOttes thut der bleibet in Ewigkeit. Moſes hatte auch wol Freude und Luſi gnug am Egyptiſchen Hoff haben koͤnnen/ und als ein. ius adoptiyus, ein aufgenommener Koͤniglicher Erbe /be⸗ kommen was ſein Hertze begehret/ aber nein/ durch den Glauben wolte er/ da er groß ward/ nicht mehr ein Sohn heiſſen der Tochter Pharao/ und erwehlete viel lieber mit dem Volck GOttes Vngemach zu leyden/ dann die zeitlich eErgetzung der Suͤnde zu haben/ und achtete die Schmach CHriſti fuͤr groſſer Reichthumb/ als die Schaͤtze Egypti/ dann er ſahe an die Belohnung Aes. n. So ſuchte auch der Koͤnig David die eb. 1..v. 44, Freude des Geiſtes nicht allein in den irdiſchen/ ſichtbaren/ leibli⸗ chen und zeitlichen Wolthaten/ dadurch uns ſonſten G Ott der HeErr auch viel gutes thut/ gibt uns Regen und fruchtbare Seiten und erfullet unſere Perſten mi Speiſe und Freu Freude des Aeruhet nicht den bloß und al⸗ ACI. 1. 236 Die achte Predigt kein auf die Acku, Soiſt ein Sohn ſeines Baters Freude erov.. Vnd erdiſchen und ein haͤußlich Weib iſt ijrem Mann eine Freude er ſey eich leiblichen oder arm /ſo iſi ſie thm ein Troſt/ und machet ihn alle⸗ Welthaten zeit frolich Or 16. Weißheit iſt auch gut mit einem Erdgut/ Barres,„ und hilfft daß ſich einer der Sonnen freuen kan écan. Der 1n e 75. Wein iſt erſchaffen/ daß er den Menſchen frolich machen 37r.26.1.2. ſol/ und zur Nothdurfft getruncken erfreuet er Leib und Eecl. 7. v.11. Seele Or.3, Vnd des Menſchen Hertz alm. 104. Abergleic Syr. 32. v.32, wie das alles nicht iſt das rechte Gut der Chriſten/ darumbſisſich 33. fuͤrnemlich zu bewerben/ ſintemal ſie am erſten trachten muͤſ⸗ rC 4. vas. ſen nach dem Reich GOttes und nach ſeiner Gerechtigt Matt. 6.v.3. Matts. s. Alſo kan auch daher keine ſelige beſtaͤndige Freudeſich . auf ſie ergieſſen/ dann wanndas Hertz nur natuͤrlich traurig rov. 4.v. o iſt/ ſo hilfft keine ſolche aͤuſſerliche Freude/ rov.. wie ſoſte ſie dann helffen wider geiſtliche Traurigkeit und Schwermuͤng⸗ keit? Die Seele eines wiedergebornen Chriſten iſt viel zu hoch und das Hertz viel zu Edel/ als daß der appeeir und die Begietitgkat deſſen ſich moͤchte ſtillen/ und in eine beſtaͤndige Ruhe ſelen laſſen Pe eee Gne unter den Meuunn Daruui haba 9 gen vergeſſen was dahinden iſt/ und ſich geſtreckel ze Si elh. dem das daforneiſt eun.x. 6 Böchrei⸗„ Sondern da ſaget der Koͤnig David: Freuet euch des bung der HErren: Was iſt und heiſt dann ſich des HErren freuen/ und Freude des Was gehoͤret darzu? Wann ein Chriſt ſich wil des HErren freuen Geiſtes was ſo gehoͤret dazu. b dazu gehoͤre, I. Vers DElagnitio, wares Erkaͤntnis GOttts: Daß man ſich freue uͤber die Barmhertzigkeit G Oites des Vatit⸗ Krafft welcher er die Welt alſo geliebet/ daß er ſeinen einge⸗ Joh.3.vas. bornen Sohn gab/ auf daß alle/ die an ihn glaͤuben/ nicht 4 verloren werden/ ſondern das ewige Leben haben 7 633. J. ber das Verdienſt des ewigen Sohnes G Ottes JEſu Cahuſſi rJok.1v. Z. deſſen Blut uns reiniget von unſern Suͤnden. oben. Vher di Krafft und Beywohnung des heiligen Geiſtes/ danſene — Leit Sczaf ntuen geücht nüch ſ haber undd tigkei das ei Patel Chn 2. Vtrl- tung d ſich me geſtein woß nehrer techte bange techte, V V b bey man finde einen ſtatlichen Schmuck: Koͤnigliche Kronen/ uͤber den z2. Pſalm. 234 Troſt und Freude gehabt der liebe David und darumb bittet./. Plv.Mesz. Schaffe in mir GOtt ein reines Hertz/ und gib mir einen neuen gewiſſen Geiſt/ verwirff mich nicht von deinem An⸗ geſicht/ und nim deinen heiligen Geiſt nicht von mir/ troͤſte mich wieder mit deiner Huͤlffe/ und der freudige Geiſt ent⸗ halte mich: Solch Erkentniß des warendreyeinigen G Ottes/ und deſſelben Gnaden⸗Wercken iſt eine vollkommene Gerech⸗ tigkeit/ es iſt eine Wurtzel des Lebens ²o.„. Dann das iſt Prov. 13.v. 4. das ewige Leben(und alſo auch die beſte Freude) daß ſie dich Vater/ und den du geſand haſt/ deinen Sohn IEſum ChHriſtum/ erkennen. Job. 7. Joh.17.v.;3. Es gehoͤtet dazu wann man ſich des HErren freuen wil. .. Verbi dipini meditatis die embſige Bbung und Betrach⸗ tung des Worts Gottes. Worbey ein rechtglaͤubiger Chriſt ſich mehr freuet weder uͤber alles Gold/ Silber Perien und Edel⸗ geſtein. Freude erwecket bey manchem Gold und Silber/ dann er weiß/ wann er deſſelben viel hat/ daß er ſich wol wiſſe darmit zu er⸗ nehren, und in der Welt darmit hindurch zu kommen: Aber ein rechter Chriſi freuet ſich vieimehr uͤber das goͤttliehe Wort und E⸗ vangelium/ welches ernehret geiſtlicher Weiſe/ ſintemal es iſt das rechte nurrimentum animæ, oder Seelenſpeiſe/ wie die Chriſtliche Kirche ſinget: Dein Wort meine Speiſe laß allewege ſeyn/ damit meine Seele zu nehren/ mich zu wehren/ wann Vn⸗ gluͤck gehet daher/ das mich bald moͤchte abkehren. Auch der HErr C Hriſtus ſpricht rareb. 4. der Menſch lebet nicht al⸗Mat t. 4.v,4 lein vom Brodt/ ſondern von einem ieglichen Wort/ das durch den Mund GOttes gehet. Freude hat mancher uͤber koͤſiliche Perlen und Edelgeſtein/ dann er weiß daß er ſich damit koͤnne ſchmuͤcken und ziexen: Aber ein rechter Chriſt freuet ſich viel⸗ mehr uͤber das goͤttliche Wort und Handhabung deſſelben dañ er Marth. n. v weiß daß ſey die rechte Perle/ davon Atattb. s. Und alles was etth.33. v. man erdencken mag iſt dem nicht zu vergleichen/ /0.„ dar⸗ Kleider Prov. 3. v. ⸗ — „ Du achte Pred im. 4.. · Kleider des Heyls/ den Rock der Gerechtigkeit/ in welchem Iſa. 61. v. 1ℳ. Geſchmuck man fuͤr G Ottes Angeſicht einher prangen kan/ der⸗ geſtalt/ daß uns G Ott muͤſſe benennen und außtuffen als ſein außerwehltes Geſchlecht/ und Konigliches Prieſterthumt 2 1. Pet, z. v.. 2, Per. z. b 3. Wil man ſich des HErren freuen ſo muß auch danzu kommen Jacramentorum uſurpatio, der wuͤrdige Gedrauch der beyden Sacramenten/ Tauff und Abendmal dadunchde „ Freude erwecket und vermehret wird. Die heilige Tauffe ſſtdi Pſal 29. v.1o. ſelige Suͤndflut/ die der Herr ſitzet anzurichten Palm an datin deer hoͤlliſche Pharao und ſein reiſiger Zeug der alte Adam und all Suͤnde erſaͤuffet werden/ ſie iſt der freye offene Bornwider die Suͤnde und Vnreinigkeit/ dem Hauſe Davids undden Zach. 3. v.. Buͤrgern zu Jeruſalem verſprochen 2acb. g. Solteuns das nicht in G Ott erfreuen. O wie froͤlich waren vor Zeiten die fron⸗ men Iſraeliten uͤber ihrer Beſchneidung/ wie ruͤhmeten ſie ſich de⸗ rer wider die unbeſchnittenen? Vnd wir Chriſten wolten uns nich freuen und froͤlich ſeyn uͤber unſerm C Hriſto/ in dem wir auch be⸗ ſchnitten ſind in der Beſchneidung ohne Haͤnde Col.z. Das hoch⸗ wuͤrdige Abendmal bringet uns auch der Wolthaten und der Nutzbarkeiten ſo mercklich viel das daruͤber/ uñ uͤber dem hochwuͤr⸗ b digen Gedaͤchtnis deſſen/ der ſeinen Leib fuͤr uns gegeben und uns darinnen mit ſeinem ſelbſteigenem Leib und Blut allhier auf Erden bey ſeinem Tiſch/ vermittelſt des geſegneten Brodts und Weins/ warhafftiglich ſpeiſet und trencket/ innigliche Freude entſtehet bey allen wuͤrdigen communicanten/ welche gemeiniglich nach vergoſ⸗ ſenen Buß⸗Thraͤnen ihre Freuden⸗Thraͤnlein auß den Augen fal⸗ en laſſen/ und ſich nicht genugſam verwundern koͤñen ͤber der un⸗ außſprechlichen Liebe Jeſu Chriſti/ und ſeiner troͤſtlichen/ lebendigen und kraͤftigen Verheiſſung: Warlich warlich ich ſage euch wer mein Fleiſch iſſet/ und trincket mein Blut/ der hat das ewige Leben/ und ich werde ihn aufferwecken am Juͤngſten Tager Dann mein Fleiſch iſt die rechte Speiſe/ und mein Bhunſt 1 der vich rrindet, vl’ Ar Damd kaich dadurd Deigan 5 inge Daod. deloben dich/ Häfff Men Pnd. uGL daß ich 6. ddig Gertchiſ u d 4 6 anen und a. mm ſean g „ der wür aac. n Jagdac erfetneoft am en Hauſel Fant cden 2n N lichwann t 4 4 1 dniglichs! 1. daher neue Freude: Darumb der HErr C Hriſtus — der rechte Tranck: Wer mein Fleiſchiſſet/ und mein Blut loh.5. v./4. trincket/ der bleibet in nur und ich in im Job. 54ä. 75. 4 Muß auch hinzu kommen/ da man ſich des HErrn freuen wil/ Ardeus precatio, ein inbruͤnſtiges andaͤchtiges Gebet. Damn das iſt ein Geſpraͤch des Hertzens und Mundes mit G Ott. Glelch wie der redet mit uns aus ſeinem Wort/ und erfteuetuns dadurch/ alſo reden wir mit ihm durch unſer Gebet/ und empfinden s ſpricht: Job. 10. Joh. 16, v.24. Bitet ſowerde ihr nehmen/ auf daß eure Freude vollkom⸗ . Sehoͤret zur Freude der von G Ott erleuchteten Seelen Dei glorijatio,das Lob GOites und Danckſagung/ danndeer Apoſtel Jacobus befielet eap.5. Iſt iemand gutes Muths/ der Jac.5. v.z. ſinge Pſalmen. Das waͤre meines Hertzens Freude/ ſpricht David Pſalm s. Wann ich dich HErr mit froͤlichem Mun⸗ Plal. 63. ,6, de loben ſolte: Wann ich mich zu Bette lege/ ſo dencke ichan 7,8. dich/ wann ich erwache ſo rede ich von dir/ dañ du biſt mein Helffer und unter dem Schatten deiner Flügel ruͤhme ich. Meine Seele hanget dir an/ deine rechte Hand erhaͤlt mich. Vnd Aſſaph: Pſabn 73. Das iſt meine Freude daß ich mich eſal. 73„ as. daß ich ver kuͤndige dein Thun. b 5. Iſt der Freude des Geiſtes anhengig/ in parientia per- ſeveratio, Gediilt im Creutz und Leyden/ daß man in/ bey und zu GOtt halte/ und meine Zuver ſicht ſetze auf den HErren/ unter dem Creutz wider G Ott nicht gruntze oder murre/ obs ſchon dem alten Adam etwas zu leyden und außzuſtehen/ ſauer und trau⸗ rig fuͤrkommet/ ſondern da iſt es dem neuen Menſchen der nach S’tt geſchaffen/ in rechtſchaffener Gerechtigkeit Heilig⸗ keit Fpb. 4. Vielmehr ein groſſe Freude/ daß er vom HErren Eph. 4.v:4. gezuͤchtiget wird. auf daß er nicht ſampt der Welt verdamt ſwerde. 1. Cor.„ 4. Cor. I1. v. z2 2. Es muß auch darbey ſeyn/ da man ſich des HErren freuen wil/ Ex bonà conſcientia lerifcatio, ein gutes Gewiſſen: Gg Dann —* Lus. 10. v.ꝛo. men im Hunmel angeſchrieben ſeyn Luc. io. Membrum, 48 Die achte Predigt Dann gleich wie ein boͤſes Gewiſſen einen verzagt macht ben zeuget/ und verdammet daß er erſchrickt/ und verſiehet ſich uner⸗ Jap. 17.v.II. dar des aͤrgſten. Kep. 7. Alſo kommet hergegen auß einem guten Gewiſſen/ Freude und Wonne. Dahero nennet es Salomon Prov. Jj. v. 3. Prov. j. Juge conivium ein kaͤglich Wolleben. Joſeph in E⸗ b gypten wurde von Potiphars Weib faͤlſchlich angegeden und m ſte ſich daruͤber ins Gefaͤngniß werffen laſſen: Ader er ſreueteſiic ſeines guten Gewiſſens/ und der HErr war mit iom/ und na⸗ gete feine Hulde zu ihm und ließ ihn Gnade ſinden fuͤr dem Anpe⸗ Gen. z9. v. 0. Mann uͤber das Gefaͤngniß Geng 9. Darumb der uz. Pſalin ſger: ſ«. Wann eine Plage kommen ſol ſo fuͤrchtet er fich nicht ſein Ffu. v./,8. Hextz iſt getroft und fuͤrchtet ſich nicht/ biß er ſeine Luſtan ſeinen Feinden ſichet. S. Rndlich gehoͤret darzu da man ſich des H Exren ſreuen wil’! itæ eternaæ dederatio, ein hertzlichs Verlangen nach der ewigen Seligkeil/ dadann wird ſeyn Saturitas lætitiarum, Srtu⸗ de die Fuͤlle/ und lebliches Weſen zuder Rechten ttes Pfal. 6. vas, inmer und ewiglich ulm. 16. Von welcher groſſen Fraude mercken die außerwehlten allmaͤhlich ein Fuͤncklein auf dieſer Welt Darumb/ da einsmals die Juͤnger des HErren von ihrer Kirchen⸗ Erndte wiederkehreten/ und ihm mit Freuden berichteten/ daß in ſeinem Namen ihnen auch die Teuffel unterthan worden waͤren ſo ſprach er zu ihnen: Freuet euch darinnen nicht/ daß euch die Geiſter unterthan ſeyn: Freuet euch aber daß eure Na⸗ So beſtehet demnach die Freude der Chriſten/ ſo gerechtfer⸗ tiget/ und ſich dannenßero des HErren freuen/ daß ſie ihren G Ott erkennen/ ſein Wort lieben/ und taͤglich darinnen uͤben/ det Sacra⸗ menten wuͤrdiglich gebrauchen/ inbruͤnſtig beten/ hertzlich den Na⸗ men des Allerhoͤchſten loben und dancken/ ihr Creutz willialich und 111I. und ſich immer verlangen laſſen nach der ewigen Seligkeit. 777. Haben wir zubetrachten Se oher ineneen geduldig auf ſich nehmen/ Glauben und gutes Gewiſſen bewaren/ ſtenpoh rehaleh ſheGert fahten zen t 46 olom ſa We bey eut fern Leb land C. nundas⸗ tim G. fertigung und frölte e kait darn n und durch d dem wi Giug ſey E hüchſt 5 und mane Xn. Da naſenſſ in ine din auch kns ſauf 6 d1 ünfſer klöbet 14 der Sänd ac 1 8 V dig 38 duman, 54 Dümm c Wellede g „En vu n. „Daundde a — = == — — “ 4 Z * = „Gnahefßo 5” b „ iber denda Pfoto) r ſten ſolche Freude komme) und er darzu gelangen und darin Die Gerccht⸗ erhalten werde koͤnne? Im Tert ſtehet: Freuet euch dee 3 Errn feltlgung fuͤr ihr Gerechten/ ſie kommt her von der Gerechtfertigung. Ihr Ge⸗ GOlt erwe⸗ rechten ſpricht der Koͤnig David freuet euch des HErren. Wil ſa⸗ cket hey ei⸗ gen/ ihr ſeyd gerechtfertiget von G Ott/ und alſo von der Suͤnde 460lviret. Ihr ſeyd gerechtfertiget und alſo von der Eitelkeit die⸗ ſer Welt abgeſondert; Ihr ſeyd gerechfertiget und alſo koͤnnet ihr bey eurem ſchwachen ſterblichen Leben haben Hoffnung eines beſ⸗ ſern Lebens. Ihr ſeyd gerechtfertiget/ und alſo durch euern Hey land C Hriſtum zum ewigen Leben gebracht worden. Wann ihr nun das Boͤſe darin ihr geſteckt und zum Theil noch ſteckt/ betrach⸗ tet/ im Segentheil aber auch das Gute/ darzu ihr durch die Gerechtt⸗ fertigung gelanget/ erweget /ſo wirds ohne Freude/ ohne Nuͤhmen und froͤlich ſeyn nicht abgehen Vnd warlich auch/ liebſte Chriſten/ wer die groſſe Muͤhſelig⸗ keit/ darin ein Menſch in dieſer Zeitligkeit gefunden wird/ betrach⸗ tet/ und im Gegentheil das Gute/ darzu er auß Gnaden G Ottes durch die Gerechtfertigung gelanget/ nur ein wenig erweget/ bey tigen Freude dem wird gewiß Freude/ Ruhm und Froͤligkeit gnug und uͤber⸗ gnug ſeyn/ es wird iym daran gar nicht mangeln. Ein groſſes Vbel iſt in dieſem Leben l. ecrati atrocitas, die Die Suͤnde hoͤchſt vermaledeyete Suͤnde und ihr Nachſchwant der ſo viel und darauff und manchfaͤltigen Straffen und Plagen die damit verdienet wer⸗ folgende . b irs Welta Straffen den. Dann ſo lang wic uns in der hochbetruͤbten Welt aufhalten dan delih maͤſſen/ ſind wir allzumal arme Suͤnder und Suͤndeꝛinne die nicht Ie ſo allein in Suͤnden empfangen und geboren /abm. Fi. Son⸗ ermuͤtt⸗ dern auch das Vnrecht taͤglich/ ſtuͤndlich und augenblicklich in heunin uns ſauffen wie Waſſer 7os.„. Da lebet kein Menſch der cken eꝛwecket, nicht fuͤndiget 1. Reg. †f. Dann wann man ſlehet/ ſo bleibet Plal. 11..7. doas unſlerige darinnen/ alſo was der Menſch fuͤrnimbt/ ſo Iobaz.v.. klebet doch immer etwas unreines daran Gr. ⸗. Wegen Reg. 8.v. 46 der Suͤnde die uns immer anklebet Nes. n. Vnd deſſen ſind Eeel 7,7. 21. Auch die Wledergebornen und aller Froͤmbſten nicht geuͤbriget/ dr. 7.e. Lueh d. en mhſten nuhr Gapnan Ieb.Jz. Y.. Gs nem bußfer⸗ 8 4 — 4* 4—“ 5———* —jj³—— M ————— ————— 82.— 2 —j———— g— .—————— ——.——— —————— 236 DitEe achte Predigt ddann die Heiligen müſſen GOtt fuͤr ihre Miſſethat bitten Pſal. 32, v. 6. zu rechter Zeit/ wie wir in dem vorhergehenden dieſes 37.Pſalms gehoͤret haben/ und muͤſſen ſagen: HErr gehe nicht insGericht mit deinem Knecht/ dann fuͤr dir iſt kein Lebendiger gerecht Pſal. 43. va. am. 43. So du wilt HErr Suͤnde zurechnen„Errwer Pſalazo. v3. wird beſtehen am. zo. Da gibt ſich an Vnweißheit/ Ban⸗ droſſenheit im Dienſi Gottes/ Mißvertrauen/ Vnglauben/ hur⸗ ren/ und Vngedult/ Zweiffel an der goͤttlichen proviaenrs und all gewaltigen Regierung/ Geitz/ Stoltz/ Haß/ Neyd und Wuawi⸗⸗ len: Nichtes zu ſagen von den aͤuſſerlichen groben Laſtenn /fuͤrde⸗ nen ſich mancher noch etwas huͤtet: Wer wil auch alledie Suaß⸗ fen und Plagen erzehlen/ die umb ſolcher und anderer Sunde wilen außgegoſſen werden/ von Verfolgung/ Kriegen und Empoͤrun⸗ gen/ theuren Zeiten und Mangelungen/ Kranchheiten und Be⸗ ſchwerungen an Leib/ Seel und Gut/ an Mann/ Weib Kinden Vngluͤcks des Menſchen viel iſt bey ihm Ecel. F. Vnder zunn fi Bugluͤck geboren wird/ wie die Vogel empor zum fuehen Geſinde/ an Freunden/ Feinden/ anboͤſen T hieren/ wie dann des S.X.. J s.. Das alles macht bey einem rechtſchaffenen Chriſun ſch ieEitelkeit fraurige ſchwermuͤtige Gedancken. ernadet Ein groſſes Vbel iſt Rerum vanitas, die Eitelkeit alle in der Wele Dinge in der gantzen weiten Welt die Welt ſelber iſt vergaͤnglich ein groſſes dann gleich wie die Blumen auf dem Feld/ alſo muß auch Bbel/ deß. die ſchnode Welt/ in einem Huy verderden. Sie lieget gant wegen trau⸗ im Argen 1 76 s. Vnd Himmel und Erden müſſen an ihr rige Gedan⸗ vergehen Lur.2I. Alles was auch in ihr iſt unter den Creaturen/ Anaſenſ iſt der Eitelkeit unterworffen Kom.* Jener frommer Mamn 3. 0 h3.v. 9. hat recht/ uaicixet: Die Welt ſey gleich einem emporio, einer groſ⸗ Luc.21. v. 3. ſen xeichen Kauff⸗ und Handelſtadt/ in welcher alle Einwohner Rom. 6.v, 20 85 ve man habe dariſien nichts anders feile als Nichts Nichts Michts. Das iſt ein Vrtheil auß der Schrifftentlehnet/ dannde Eſa. 40. v. i5, meldet von uns„ „Menſchen/ welche doch unter allen/ ablanariſchn 17. Geſchoͤpffen die edelſten ſind: Siehe die Heyden ſind lrei aeachtct Burf m nich 44. Das ditles ſ deſchwe E Mhtig der Me Blume ſtiſtenic 103, Bfaln Pnd ſol⸗ Eir Aweſene tgamC. Maln gantz a unehlbe ander? der dre ſmunren ſid wirn belches er tenſtyng Efüllung Suenz 1 dn/ g⸗ menreher 4 geſchic NCor. we tis entyene alen wi . ag a err 3 a d 4 4 4 undezuta a Dau m àr ſich n an 19 uͤber denz2. Pfamu„ b geachtet/ wie ein Tropff ſo im Eymer bleibet/ und wieein Scherfflein ſo in der Wage bleibet: Alle Heyden ſind fir ihm nichtes/ und wie ein nichtiges und eiteies geachtet 7½¼. Ecel.. 1z. 10. Das nun nichts beſtaͤndiges/ ſondern alles nichts und eiteles iſt unter der Sonnen Eccla. Das macht abermal man⸗ che ſchwermuͤtige Gedancken. Ein groſſes Vbel iſt ſonderlich 3. 7 itæ noſiræ Bre vitas, die Nichtigkeit und Fluͤchtigkeit unſers zeitlichen Lebens/ dañ doch der Menſch iſt in ſeinem Leben wie Gras/ er blüͤhet wie eine 103. az*. Wie hievon zur ander Zeit ausfuͤhtlichen geredet wird: hlm 293,1. Ind ſolte das nicht von neuen eine Traurigkeit machen? r16. Ein groſſes Vngemach iſt. Cbriſti in vifibilitas, unſere Chriſti Vn⸗ Plan/ nicht nur mit ſeinem Geiſt und Gaben; ſondern auch vechehriſth ſeyn wil. welches erſt dorten geſchehen wird/ da wir weren bey dem Her⸗ ren ſeyn allezeit. TV2⁄hQ2. Vnd mit Freuden erfahren/ was die ⸗ Theff. 4. Erfuͤllung dieſer ſeiner Bitte/ die er Job. 17. vor ſeinem Leyden und 2. Sterben gethan auf dem Nuͤcken trage: Vater ich wil/ daß wo Jol INe ich bin/ auch die ſeyn die du mir gegeben haſt/ auf daß ſie meine Herrligkeit ſehen/ die du mir gegeben haſt. Ehe das a⸗ ber geſchiehet/ und wir ihn ſehen von Angeſicht zu Angeſicht: Cor.13. v.nz. 1. Cor. 3 Wie er iſt 1. 7 3. ſo muͤſſen wir ſeines froͤlichen Anſchau⸗. Joh.z.v.z. ens entperen, und heiſſet mit uns/ weil wir im Leibe wohnen ſo wallen wir dem HErren⸗. Cor.. and 15 aveis ſtehet in ſeiner 2. Cor. 3,v. 7. Gg it Spra⸗ 28 Dieachte Predigt Sptachen: Vom HErren. Darumb ſo hat Paulus ſo einelſj abzuſcheiden/ und bey Chriſto zu ſeyn/ daß er viel beſſer Thil. v.z. hielt umd ſeinend willen/ als im Fleiſch bleiben. 2bl. Daher dann wegen Entperung deſſen eine neue Bekuͤmmernis in der Seelen aufſteiget/ daß man ſich aͤngſtiget immerdarz und ſeh⸗ net ſich nach der Freyheit der Kinder GOltes/ und wartet auf des Leibes Erloͤſung. Wer dieſe vierfache Muͤhſeligkeit/ darin er ſtickt/offt und hel b erweget/ und darnebenſt zugleich die Augen wendet auf diegyoſſe Woithat der Gerechtfertigung/ ſo ihm G Ott auß Ganhen wie⸗ derfahren laſſen/ und ihm dadurch zu allem guten Lelbesund den Seelen verholffen/ der wird gerne alles zeitlichen Elendes vaigiſ ſen/ ſeine Freude allein in G Ott und deſſen Wolthaten ſuchen und den Heiligen nachbeten/ auß freudigem Hertzen: HErr wañ ich nur dich habe/ ſo frage ich nichts nach Himmel und Er⸗ den/ wann mir gleich Leib und Seel verſchmacht/ ſo biſt du Sal. a„24 0ch allezeit GOtt meines Hertzens Troſt und mein hell Elal. 23.vs. 23. ⁄6. Hertzlich lieb habe ich dich O HErr/ meme Stäͤ⸗ Plg.„2. fe! HErr mein Fels/ meine Burg/ mein Erretter/ mein 21.. GOft/ mein Hort anf den ich traue 19.*abn. Wie der hiſch ſchreyet nach friſchem Waſſer ſo ſchreyet meine Seelehott Pſal. 42. v.a, 2u dir/ meine Seele ete. Was betruͤbſtu dich meine Seele 3,5. und biſt ſo unruhig in mir/ harre auf GOtt/ ich werdeihm 1v. nooch dancken/ daß er mir hilfft mit ſeinem Angeſicht„2. a Membrum. IE. Schließlichen wil mit erwogen werden Cui& auilu Die Fromen /z. In wem dann folche Freude des Geiſtes/ und worbey es ein ſo aufrichti⸗ Chriſt zu merclen/ daß er ſolche Freude bey ſich habe und ſich den⸗ Sis derba ſelben zu ruͤhmen: Hiervon lautets im Text alſo: Vnd ruͤhmet bey ſich die alle ihr Frommen: damnes recli corde, alle die ſo aufrichtiges Freude des Hertzens ſind/ lautets in ſeiner Sprachen: Sol alſo dieſe relitu- Geiſtes wel. Ao corais, Aufrichtigkelt des Hertzens oder Froͤmmigkeit die rechte che weit an⸗ herene Fzechen ſeyn/ darbey ein C be he neden kam ders dañ der er auch die Freude des Geiſtes hey ſich habe/ oder oh er mehr Paeina Seerdee Selßee han ſchd s, eeßahenuh b und bey! Süte nh feliu GO/ v Papprur denloſen wndahd Selügit Leydtr ſ ls Mat wieder de ſol n hervom b denſelben! ſehund J und nach ſchreyet werdet 8” ſofſterg⸗ der Ger dann Ga lt wird/ tededes ſee E⸗ nfiden// nin/ und e Vmnaxlauner — uͤber den z2. Pſal iu. 25 Welt Freude ſey zugethan/ und dieſelbe liebe. Iſt ein Cheiſt from̃ und rectus corde, aufrichtiges Hertzens/ ſo wird er regieret von G Ott/ und alſo nimmet auch ſeine Freude des Geiſtes ihren Vrſprung von GOtt/ dem unerſchoͤpflichen Brunnen und bo⸗ denloſen Meer aller Freude/ und quillet wunderbarlich herfuͤr mit⸗ ten auß der goͤttlichen Traurigkeit/ die eine Reu wircket zir Seligkeit/ die niemand gereuet ⸗. Con. 7. Selig ſind die da 3·Cor. 7v.o Leyd tragen/ dann ſie ſollen getroͤſtet wer den/ ſpricht CHri⸗-⸗ ſu Aarts. Vnd ſaget zuſeinen Jungern Jab u ch wil cuch Aatth.. 1 wieder ſehen und euer Hertz ſol ſich freuen/ und eure Freu⸗oh 16.vaꝛ. de ſol niemand von euch nehmen. Solche Freude aber iſtin und bey den WeltKindern nicht zu finden/ derer Freude kommet er vom verderbten Fleiſch und Blut/ und von denen Sachen die denſelben behagen/ und endet ſich unverſehens mit eitel Melancho⸗ ley und Traurigkeit/ dann nach dem Lachen kommt Trauren/ 5 duh und nach der Freude kommt Leyd rov. 4. Wehe euch/ Prov. 14,7,3 ſchreyet der HErr ChHriſtus/ die ihr hie lachet/ dann ihr werdet weinen und heulen. Luc. 6. Iſt ein Chriſte from und rectus corde auffrichtiges Hertzens/ ſo iſt er gerecht/ und alſo auch ſeine Frende des Geiſtes eineFrucht der Gerechtigteit und des Glaubens an JEſum/ wie ſie dann Ga4 5. mit unter die erſten Fruͤchte des Geiſtes gezeh⸗Gal.„„as. let wird/ und findet ſich bey ihr allezeit Ruhe des Hertzens/ un Friede des Gewiſſens dadurch man ſich zu G Ott alles guten ver⸗ D ſiehet. Solche Freude iſt aber in und bey den Welt⸗Kindern nicht zu finden/ ſintemal ihre Freude nur eine Luſt der aͤuſſerlichen Sin⸗ nen/ und eine nichtige Empfindung fleiſchlicher Wolluͤſten/ derer man bald ſatt/ muͤde und uͤberdruͤſſig wird. Iſt ein Chriſte from und/ ectus corde, auffrichtiges Nertzens⸗ ſo iſt er oecpiret und beſchaͤfftig/ mit eitel goͤttlichen/ geiſtlichen und himliſchen Sachen/ und alſo auch ſeine Freude beſtehet in eitel gottlichen/ geiſtlichen und himliſchen Sachen/ an de⸗ hen er lauter Wonne hat/ und je mehr er ſich darinnen vertieffet ſ ſe groͤſſes 5—— öoöoͤöͤſͤſͤſſſ 3“ Iccl. 2. v,a. 25 46. v. 2. 340 Die achte Predigt groͤſſer die Freude wird. Solche Freude aber iſt inund bey den Welt⸗Kindern nicht zu ſinden, als derer Freude ſich bewirbet nun umb menſchliche leibliche und itrd ſche Dinge/ darinnen in rereſn⸗ weder Krafft noch Safft zu befinden: Daher ſprach Salomon/ zum Lachen/ du biſt Toll/ und zur Freude/ was macheſin. Eccl 2. b b 3 b In Summa/ die Freude des Geiſtes/ ſo in und bey den Frommen zu ſinden/ iſt das Taͤublein No⸗/ welches oh s wo indie Welt geſendet wurde/ doch immer wiederkehrete zum Kaſten/ dann es fand keine Staͤte da ſeine Fuͤßlein haͤtten ruhentoͤnnen: Der Welt Freude iſt die ſchwartze Rabe/ die nur hin und her Hoglund wolte nieht in den Kaſten anderweit an und auffgenom⸗ men werden. Die Freude des Geiſtes in und bey den Frommen iſt die Ruthe Aarons/ die herrlich gruͤnete und ſuͤſſe Mandeln trug: Der Welt Freude bey den Gottloſen hingegen iſt gleichden Sodomitiſchen Oepffeln/ die bem todten Meer wachſen /ob ſie ſchon von auſſen lieblich laſſen/ ſo ſind ſie doch inwendig nichts als eitel Aſchen und Koth. Die Freude des Geiſtes in und bey den Frommen iſt ein Zweiglein vom Baum des Lebens/ deſſen Buͤtter zur Geſundheit der Heyden dienen: Der Wet Frende bey den Gottloſen iſt der Kuͤrbiß on⸗, der in einer Nacht wuchs und verdorrete wieder/ von einem Wurm geſtochen/ und vom Oſiwinde außgetrocknet. Die Freude des Geiſtes gleichen die Frommen den Schwanen/ die ſingen vor ihrem Ende/ wann ſie ſchon ihr Lebtag traurig geweſen ſind. Hinwiederumb die Kinder dieſer Welt ſind den Syrenen aͤhnlich/ die ſingen ihie gantze Lebens⸗Zeit. Vnd wann ſie ſterben ſollen/ ſo ſchreyen/ weinen und heulen ſie erbaͤrmlich und jaͤmmerlich. Daavonzu gedencken/ haben wir Kinder G Ottes in den iti gen recht boͤſen/ und uͤber alle Maaß truͤbſeligen und hochgefaͤhrli⸗ chen Zeiten groſſe Vrſachen: Dann wann E Ott nicht unſert Zuflucht were in den groſſen Nohten die uns biß anhewn entroffen haben. /v⁄6. Wo dle Srandenn tautſchen Land Heren 2 2 nniettS ciich Derum La en GOttd tet/ der! ran H hingege innen/ w er iſt dn chet un W ſchreyen⸗ ter die Wamer auch m kacht mitten dencke wiglich vicht eine ale G9 bon Mu h 9 Ergebe: Irkede b uͤber den z2. Pfalm. 241 Herrn nicht unſere Staͤrcke were. Neb. 5. Vnd in den Neb.§.v. E. vielen Bekümmerniſſen die Troͤſtungen des Allerhochſten unſere Seele nicht ergetzten alme. So wehren wir ge⸗be94 vas. wißlich vorlangſt vergangen in unſerm Elende p. alm. SIH V.H2e Darumb gelobet ſey der HErr taͤglich GOtt legt unseine Laſt auf/ aber er hilfft uns auch Sela. Wir haben einen GOtt der dahilffet/ und den HErren der vom Tode erret⸗ tet/ der wird den Kopff ſeiner Feinde zerſchmeiſſen ſampt ih⸗ rem Haar ſchedel/ die da fortfahren in ihrer Suͤnde 9. /⁄. 63. 7.a, Hingegen die wir ihme vertrauen/ wird er ie ſeine Freude laſſen von ²l. innen/ wann gleich die gantze Welt untergehet von auſſen: Dann er iſt der das Hertze erfreuet/ und das Angeſicht froͤlich ma⸗ chet und gibt Gezundheit/ Leben und Segen. Oezz4. Fyr.34.V.18, Wer kan ſich doch enthalten/ daß er nicht mit Freuden auf⸗ ſchreyen ſolte: HErr du laͤſſeſt nicht allein nach dem Vngewit⸗ ter die Sonne wieder ſcheinen/ und nach dem Heulen und b Weinen überſchuͤtteſt du uns mit Freuden 100. Sondern Tob. 3r. 22, auch mitten in den Jahren unſerer langwirigen Drangſal macheſtu dein Werck lebendig/ und laͤſſeſts kund wer den/ mitten in den Jahren unſers Elendes/ wañ Truͤbſal da iſt/ denekeſtu der Barmhertzigkeit Hab.. deinem Namen ſey e⸗ Hab. 4,v.1., wiglich Ehre und Lob du GOtt Iſrael/ Ja wie ſolten wir nicht einander mit dem Volck G Ottes anreden? Nu dancket alle GOtt/ der groſſe Dinge thut/ an allen Enden/ der uns von Mutter Leibe an lebendig erhaͤlt/ und thut uns allees b guta⸗ Vnd ihn auß dem Or yo. ferner anruffen/ und wuͤnſchen: Syr. ſo. v. 23, Er gebe uns ein froͤliches Hertze/ und verleihe immerdar 213226, Friede zu unſern Zeiten in Iſrael/ daß ſeine Gnade ſtets bey uns bleibe/ und erloͤſe uns ſo lange wir 8 leben/ Amen. * XNXN — 6. 444 Ddite eſſte Predigt b 9.—. 41 135 A nune. Hie erſte Predigt und Propheten Davids/ ſo da iſti P Plater. Duch des 8 ſein b E 4 Ee n d 8 Ein Pſalm Davids zum Gedaͤchtniß. ERR ſtraffe mich nicht in deinem Zom/ und EXORDIUM. derrann, Bber den druten Buß Pſalm des Koͤnges Obrigkeit ſol(e K auch ü9 an. 8 5 Es gebuͤhret nicht allein den Vnterthanen ind be uſſ 4 zemeinen Leuten Buſſe zu thun/ und ſich zuhe⸗ wie ſolches Wr kehren/ ſondern es muß auch Oberkeit hoheund 3 hbts 9 niedrige mit ihren u u aaanh und geſchehen. ich nicht weniger als ſie umb die Bußund Be kan. kehrung zu SOtt mit einem rechten Ernſi bewerben/ und ſich den aannnehmen. Solches geſchicht von der⸗Oberkeit recht Chnſtleh und loͤblich/ wann ſie zum Theil ihre Vnterthanen zur Puß und Beſſerung des ſuͤndhafftigen Lebens durch oͤffentliche Fauiaan⸗ mahnet/ und gewiſſe Faſi⸗ und Bet⸗Tage anomdnet/ bevorauß wann ſich ein truͤbes Vngewitter am Himmel aufwoͤlcket und ſic Gottes Straffen und allgemeine Landylagen zu regen beginnen/ durch Krieg und Krieges⸗Geſchrey/ durch Peſiiletz und theure geit Zum theil auch ſelber vor ipre Perſon andern mit gute Exempeln vorleuchtet/ und was etwa verſehen worden/ bereuet/ ͤnden und abſchaffet. Dann das iſt der Wile O Ottes an ſie/ der gebeut allen Menſchen(ohn Vnterſcheid/ wes Standes/ Ordens und Wuͤldens ſie ſeyn) an allen Enden Buſſe zuthun/ darumb daß er einen Tag angeſetzet/ auf welchen Er richten u — liebte und Außerwehlte Freunde in C huſſ: b dngre Vn Jfhat ſ auch ſolen ſa dheſa Nun h denenſi Stuel 85 ſich an de Ohn Goͤtter ga und uͤber den 28. Pſalm. 443 den Kreiß des Erdbodens in Gerechtigkeit/ ſaget S. Paulus/ Ad, ⁄j. Machet damit eine feine und ſchoͤne Schluß⸗Rede dieſes Act, y, 1.z9 Inhalts: Vber welche der jaͤngſte Tag ergehen wird dieſelbe ſol⸗ jen auch rechtfthaffene ware Buſſe thun: Aus Vrſach/ weil ſie ſollen fuͤrgeſtellet werden fuͤr dem Richterſtuel IEſu C Hriſti Re⸗ chenſchafft zu geben/ wie ſie gehandelt haben bey Leides Leben: Nun wird aber der juͤngſte Tag uͤder alle Menſchen ergehen/ unten denen ſich die Fetten der Erden/ ſo wol als andere fuͤr dem Richter⸗ Stuel C Hriſti ſtellen muͤſſen/ Rechenſchafft zu geben/ von ihtem Ampt/ aminiſtration und Chriſtenthumb: Derwegen ergieſſet ſich guch die Buß von rechtswegen uͤber ſie. Vnd koͤnnen ſte auch die Obrigkeit und Regenten/ die ſonſten in der Welt als irrdiſcht Soͤtter vor andern einen Vorzug haben/ der Buſſe nicht geübri⸗ get und uͤberhaben ſeyn. b Vnd warumb wolten ſie auch ſich deſſen verwegern ſie muͤſ⸗ ſen ſich ie mit allen andern Menſchen indern fuͤr G Ott ſchuldig geben/ daß ſie auch an ihren Ort keine Engel ſeyn/ ſondern bißwei⸗ len viele miit einbrocken helffen/ an dem ſie und andere gnug haben außzueſſen. Weil ſie dann ſuͤndigen/ ſo muͤſſen ſie auch Buſſe thun/ wofern ihnen hre Saͤnden vergeben werden ſollen. Da Sennacherib der Konig zu Aſſyrien mit einem groſſen Ktiegs heer ins Land Juda gefallen war/ ſo zetriß der from̃e Gotis⸗ farchuge Konig Hißt as ſelber ſeine Kleider legte einen Sackan/ und gieng in daß Haus des HErrn/E/7. 2.Regew. Desgleithen E,3), v.r. nach dem der Stadt Ninive angekuͤndiget worden war/ durch den? Keg i.vt⸗ Propheten Jonam daß ſie innerhalb 40. Tagen ſolte unter gehen/ ſo ließ dergoͤnig zu Ninive nicht allein eine gemeine Faſten außtuf⸗ fen ſſondern er ſelber ſtund auf von ſeinem Koͤniglichen Thron/ leg⸗ te ſein Puryur ab/ und zaͤllete einen Sack umb ſich/ und ſetzte ſich in die Aſchen/ onhshs5.. 1on. 3. V.x. DPuiter ſolcher Chriſilicher Obrigkeit die da reehtſchaffene Buſſe gethan /leuchtet auch nicht wenig herfuͤr deroͤnig und Pro⸗ phet David mit ſeinem Exempel. al eres ihm einen rech⸗ H ten 44. Die erſte Predigt ten Ernſt mit ſeiner Buß hat ſeyn laſſen iiſt ſondenlich zuſehen auß ſeinen 7. Buß⸗Pſalmen/ von welchen wir nicht allein den eiſten/ beſondern auch den andern an unſern gewoͤhnlichen Buß und Bet⸗Tagen vor uns gehabt/ und in aller Einfalt erklaͤret. Nao vor uns nehmen wollen den dritten/ ſo da iſt der Ordnung der Pſalmen nach/ der 38te. Vnd ehe wir zur Erklaͤrung die Pſalns an ihn ſelbſten ſchreiten/ wir zuvor die Vberſchrifft betrachten wol⸗ len. Damit es aber ohn Nutzen nicht moͤge abgehen/ ſeuffzerzu⸗ vor mit mir alſo: Ich bitte O HErr auß Hertzen⸗Grund/ du wolleſt nicht von mir nehmen/ dein heiliges Wortauß meu⸗ nem Mund ſſondern deinen Gnaden ⸗Geiſt verleihen auſdaß wit auf dißmal alſo lehren reden und handeln moͤgen/ daß es geralce dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer Seelen Heyl und Sclg⸗ keit/ Amen Acbhandlung. 8 Elangend die Pberſchrifft unſers itzt vorgenommenen zsten Pſalms/ ſo lautet dieſelbe alſo: Ein Pſalm Dayldẽ Szum Gedaͤchtnuͤß. Was das Wort Pſalm in ſeines Sprachen heiſſe/ und was eigendlich ein Pſalm ſey/ Item wal⸗ umb die Palmi in dem Pſalter⸗Buch/ des Davids Pſalmen ge⸗ nandt werden/ davon iſt Erklaͤrung geſchehen uͤber den erſten Buß⸗ Pfaun des Koͤniges Davids. Daß aber allhie geſetzet wird en P ſalm Davids zum Gedaͤchtnuͤß/ das wollen wir anitz beſe 7. den/ da wir bey ſolcher Vberſchrifft finden Membrum. T. Tituli Bujus propriam Significatiouem, dir eigentliche Bedeutung dieſes Tituls/ ſo da lautet: Zum Gedaͤchtnuͤß: Grammati ad recordanduns ſeu ad recordationem, das iſt/ ein Gedaͤchtnuͤß⸗ 1 1- 3„... Phlos. Pſalm darinn man eins und des andern ſich erinnert/ und einge Sac. Glali denck iſt. Vnd iſt dieſes/ zum Gedaͤchtnuͤß/ alſo geredetin ſa⸗ p. 40. Item die Gelehrten in den Schulen wiſſen/ das Subſtantivum mil de lib.. can. 9. ner Sprachen nach Art der heiligen Schrifft/ welche offterſt/ wie san. 10. p. 45, Srꝑſizon fuͤr dem AAſeduo gebrauchet Als zum Enna beywſt hehland Eyuuche der wie zruchid Schon am 3. der win kat: D as Eben w daächtnaͤ Denc⸗ Guchm bettichte Pahond darinn chen GOt. W niond chwa⸗ ſdaserſ desgef Gedanch Dann, natanſe in Menſe udeng het ſich, d Ä e eer nase beym Eſa Aͤber n ſod g Heyland 64. Zu de ber den 8. 95 Sade g 7 Pahn. s— druchede 1 und 14)des Wus 4 denägat Sch tder Erd err Lut Herrligk g% zweig das! 245 enan 5 1 a oned rden/ Herus gkeit/ d oriam das iſt unſer dendees e 1 E. pnccht e Dani ven leh h 8* e * 1 44 Luag siſi den cken mor, ſemand n ne. n, zur Ho nd die ache gung das ſt ⸗ n e a a ene d Johanne duntd Schiß ds 243 rreie eie d wis ee 4 Da,n aeuit, 243 zeen eenne d ineſe⸗ flum dm 5 uch„Pfabn S⸗ inus un e Sen. ein Lnpb der ſche aſe:Ei Kid Pi ſer daufe eich er rueeic em, ein f anck⸗P m zur dasdn Det 4 Pſalm d eyn/ d nn man an ei aòr m ſalm Pſalm: düch en 4 Cnnt darinn em Da aß mand Ge⸗ See ns Veirtenne Saenan e . 1 8 t ver hen— zlachad 5 udann Abbettung e,Hette cht vergeſſ Iſo dhgteüne Oa da d Sah eb ne S edeno aTesſſdſ ich iu i der* arb ſt ged der Suͤn nnert /i Bu ſo dieſe ha 4 85 Inſorde ein ſchsne wdacht anden di vſr au nrere⸗ e Sehwaaher nr n,gee eug beaſous agle Seee eßsrrten ean ſeh mesden gichn 1.“ Ge ähr auß den vielma ſt/ 41 zedane ½ waſ„ Dena gen lah unbe Snende tägle enen haben/ A Kh videntz/ Wei alle und? und ein Men S erkehrte het ſi eiß⸗⸗ rle dS ndw Menſe rkehrte hrte ſeine eit/ Rat nG heit g St chen und ruch eigen. ath un edanch b edenck tt/ vielw ſen D lo⸗ derza ita reie abn Duna 1 la heit Varſ Dttes Pro⸗ 4 gkeit/ K kelt/ Sunſt as c. ven 1 eui3te une naef 9 ˙ demſeben ales allein per Pvrov. 24. v. p Eſ. 9. V. 4 Duatth. 15. w. Audl. Gennet is arge Gedancken. Nanwah aSe 3463 Dieerſte Predig: per fortza außfuͤhten/ durchdringen und bringen wil/ Oderſelbe gedencket ſelten an G Ott/ vielweniger an ſeiner Nichtgkelt um Schwachheit. TWales einet auß den 7. Weiſen in Greechen⸗ land/ wurde einsmals von einem gefragt/ welches das allerſchwe⸗ reſte ſey? Da gabe er venuͤnfftig zur Antwort: Jeipſum noſe⸗An ſich ſeibſt offt gedencken/ und ſich erkennen. Dann oh wa bey dem gemeinen Manne diß vor das allerleichteſte gehalten wird/ ſo iſt es doch am allerſchwereſten/ und wie es am allerſchwen⸗⸗ ſten /ſo iſt es auch den Menſchen am allerſchaͤdlichſten/ wots nicht geſchicht. Dann was kan aͤrger ſeyn/ als wann der Menſch in die Sedancken geraͤth/ daß er allein alles am beſten verſtehe allin alles am beſten regieren/ richten/ ſchlichten/ allein alles außfuͤhren kuͤnne. Bey ſolchen Menſchen koͤnnen anders nichts/ als ſofe⸗ verkehrte/ ſpitzige/ hochwitzige/ ſchaͤdliche Gedancken und kuchloſen Dunclel wider G Olt und den Nechſien befunden werden En ſolcher Duncller klaͤgelt GOcX in ſeinem alleinweiſen Ranh Warheit und Verſehung: Dann er gedenelet alles beſſer zue gulieren und zu machen. Ein ſolcher Dunchler ftevelt wider di Liebe G. OTtes und des Nechſten/ wider gemeine Recht Billg⸗ keit/ Zucht und Ehrbarkeit., Ein ſicher Bunchle richtet allerley Dnnrichtigkeit/ Vnotdnung und Staͤnclerey an. Ein ſolcha Dunckler macht ſich bey maͤnniglichen verhaſi/ und unangenehin ſuͤrtzet endlich ſich ſeibſt auß G.OTtes gerechten Geuicht /und macht ſich vor G.Ou und Menſchen zu Spolt und Schanden daß wann die Straffe kommt iedermann ſihet/ was e und ſain . gleichen fuͤr Narren geweſen ſeyn. Diß wird uns mie Spꝛuͤchen und Erempeln det Schuff allerſeits vor Augen geſſllet/ deren ich dann nur elliche wenig ein fäͤßren wil. Salomou ſagt Prop, z. das Narren⸗Gedan. kken ſind Suͤnde/ und der Spotter/ coder Duncllet) iſt eid Greuel vor den Leuten: Eſaias ſpticht 9. Die Gedaniet * der Gottloſen ſind eitele Gedancken. Der HEn C.huſa ſhed Sddan veß feenaic Dar dende tracht gel/e Pvarun We fe der ruch GOt auf Er ruchloſer ſein Br Worden hzund ten ven hellig/ vutden heund e ts Wiii Dantzel HEr A nd verk⸗ ſden wir. diher ſe vorffen —— 4 1 3 “ 1 4 4 * 4 3 9 1 4 1 r 1— . N 1 1 1 1 3 “ 7 1 z69 — 3 über denz. Pſalm.—S We Dinge und nichts iſt ihm verbotgen, 7 6. u.& 42. Er weiß kieb n.4.F. die Gedancken der Menſchen daß ſie eitel ſind. ³, 9„. Ja Exc. 42. v.. weiß die verkehrte Oedancken und ruchloſen Dunckel der Men⸗ Plal.„4.v Der HErr ſchreyet das Wehe uͤber die ruchloſe Dunckler und ih⸗ ren verkehrten Gedancken. Wehe denen die Schaden zu thunn trachten/ und gehen mit boͤſen Tuͤcken umb auff ihrem La⸗ Mich. ger/ Micb, z. Befiehlet auch daß man das maluan cogitationu’:a, Tarum das boͤſe Weſen von ſeinen Augen abſchaffen ſolle/ or. II.. v. 6, Erxempel haben wir in alen Staͤnden gemeinen Leben: Wie fern in Geiſtlichen Religion/ und Glaubens⸗Sachen der ruehloſe Dunckel von G Ott ſey/ und wie verkehrte Gedancken G Ott mißfallen/ das ſehen wir an den erſten Bruder⸗Moͤrder auff Erden dem Cain/ welchen ſeine verkehrte Gedanclen und kuchloſer Dunckel/ umb des willen/ daß er ſich beſſer und heiliger als ſein Bruder Abel daucht/ dahin brachte/ daß er ſeinen Bruder er⸗ mordek. Aber der HErr ſtraffet ihn daß er verflucht ſeyn/ unſt ⸗4... tig und fluͤchtig auff der Erden herumb ſchweiffen muͤſſen. Gez. a. 8. 4. vM Wie gienge es Core/ Dathan und Abiram? Weil ſie in ih⸗ ren verkehnten Gedancken ſich beduͤnclen lieſſen/ ſie weren eben ſo heilig/ und duͤrfften eben ſo wol opffern als Moſas und Aaron/ wurden ſie druͤber lebendig mit ihrem Weib/ Kindern/ Miehe/ Haa⸗ Nam. 16. v be und Gut in die Hoͤlle hinein verſchlucket/ Nam. 16. Wiegſeng n. z. 24 Mirjam der Schweſter Moſe? Die uͤberhub ſich in ihten Duntkel/ daß ſie ſich eben ſo groß als Moſe dauchte/ deßwegen ſie x. der HErr im Orimm mit Auſſatz geſchlagen/ Nam. 12. 3n-nee Wie im weltlichen Policey⸗Weſen der ruchloſe Dunckl. und verkeßrte Gedancken/ dſe Regenten von G Ott ſcheiden/ das ſehen wir an dem erſten Koͤnige dem Saul/ welcher umb des willen/ daß er ſeinen eigenen Dunckel nach des Amalekiter Koͤniges und des beſten Naubes verſchonete/ und dadurch des Errn Wort ver⸗ 1. Sam. 15. worffen/ vom HỹEirrn wider verworffen wurde/ 7. am,„.. 47 Wie gieng es dem jungen Koͤnige Rehabeam/ da er nicht ddedn alten 4 v. t 2838 Die erfle Predigt aA ten Weiſen/ ſondern ſeinen und ſeines gleichen mit ihm auffz⸗ wachſenen ſungen Raͤthen/ und deroſelben auffgeblaſenen gegehe⸗ nen Nath/ ruchloſen Dunckel und verkehrten Gedancken folgete den Iſraeliten draͤuete ſie mit Scorpionen zu zuͤchtigen und ahen dadurch in die zehen Staͤmme Iſtael von ihm abgefallen. Das 2. Reg. 12. v. beweiſet die Straffe/ 1. Eeg. z.. Ito nicht zu gedencken des much⸗ 14 5. loſen Dunckels des Terxts, des Koͤniges Alexandri Magn und erxis vid. andere/ weiche ihre Dunckel und verkehrte Gedancken, zugtoſſe Herodat. Vngelegenheit gebracht. lib. 7. qvi gelegenheit gebracht. inſeribtt. Was ſol ich vom Haus⸗Weſen und gemeinem eben ſa⸗ Polymnia gen? Sind ſezaͤdliche Leute drinn ſſo ſind es die ſo da einen uchl p. 495. ſen Dunckel und verkehrte Gedanckeen in ihren Hertzen hahen 3 Alexand. M. auf niemand als auf ſich ſelbſt halten/ niemand als ihnen ſabbſtfo⸗ vide Curr, gen. Beſcheret ihnen G Ott einen Heller oder Pfenning meht ds reb. Hel. als andern/ da wollen ſie ſich nicht an ihren Stand begnuͤge a Aler 5 it. ſen/ da wollen ſie bald ſemper frey groſſe Junckern/ das Nactotum 5. 3 5 1. Hans in allen Gaſſen/ und allenthalben forne an ſeyn mit Pracht 1e.P. 413. mit Kleidung in Sammetund Seiden /mit Parthieren /mit Pan⸗ ecletiren/ mit Gewerben/ mit Muͤſſiggehen/ niemand nichts ihnen bevor thun laſſen/ und alle andere nebenſt ſich verachten ſchimpff ren und verlachen. Die beduͤrfften gar wol daß ſie dieſen Pſaim zum Gedaͤchtniß zum offterſten vor ſich hanen, und ihm ein Denckzettel oder Tagebuch ſeyn lieſſen und taͤglichan G Ottunn ihrer ſuͤndlichen Schwachheit gedaͤchten. So viel vom Erſten. II. 12. Finden wir bey dieſer Vberſchrifft Tiruli variatunem Membrum. die noch andere hinzugeſetzte Art des Tituls /ſo dieſem Pſalm gegeben wird. Dann da haben die Oriechen dieſen Titulalſoge⸗ geben: Ein Pſalm Davids zum Gedaͤchtnuͤß/ aute Sabba. tbum vor den Sabbath: Anzuzeigen/ daß man ſich ſietgsme Erkentnuͤß der Suͤnden und der Gnaden Gottes zum Sabbath/ nemlich zum Wort Gottes zu hoͤren/ und alſo zum rechten ewigen Sabbath des kuͤnfftigen Freuden⸗Lebens/ bereiten und ſchicen 29 le. ſe Hierauß —.— Saede dösuloſ btum, ſoden n ſellet.. der ſoich daß er ſtie ho ſolcherge Sabbatb- lchen I daßwi demen dir ge Gabb Dañ ſo Vege/ wos dee Chnſli innen befß fichthue ſnan quch hadablic Wrrzuſ in gle En am uchderg ſäſaes uͤber den zz. Pſalm. 249 Hierauß zum Nutz zu erkennen: b Wer den Sabbath recht heiligen und GOttes Wort e dau 44 mit rechten demuͤtigen Hertzen hoͤren und annehmen/ und von uns alſo zum ewigen Sabbath des hunliſchen Freuden⸗Lebens recht zu hei⸗ gelangen koͤnne/ nemlich wer mit dem David allhier an ſeine ligen/ und Saͤnde gedenclet dieſelben G Ott abbittet/ willens von denſelben GO0TES abzulaſſen/ ſich mit Chriſtlichen Gedancken prepaytet auze Sab⸗ Wort mit batum, vot den Sabbath oder Gehoͤr Goͤttliches Woris/ und al⸗ rechten de⸗ ſo den innerlichen geiſtlichen Sabbath zuvor recht wol halt und an⸗ mut genHer⸗ ſtellet. Hiervon dann ſiehet beym Eſaia 6. Woldem Menſchen Ae zu höreh der ſolch es thut/ und dem Menſchen Kind e der es feſt haͤlt/ ehcnen zund daß er den Sabbath halte/ und nicht ent heilige/ und halte wie ſolches ſeine Hand/ daß er kein Arges thue. Da ſiehels klar daß wir geſchehen ſolcher geſtalt mit Ehriſtlichen Gedancken uns ſchicken ſollen aule moͤge. Sabbarbum vor den Sabbaih/ daß wir Vorſatzes ſeyn vom ſuͤnd⸗ lichen Weſen abzuſtehen/ und daß unſere Hand kein Arges thue⸗ daß wir dieſelbe laſſen feyren von boͤſen Wercken/ cap. 8. So dul e. 38.*. 3. demen Fuß vom Sabbath tehreſt/ daß du nicht thuſt was dir gefaͤllt an memem heiligen Tage/ ſo wirds ein luſtiger Sabbath heiſſen/ den HErren zu heiligen und zu preiſen. Dañ ſo wirſtu denſelben preiſen/ wann du nicht thufl deine Wege/ noch darinn erfunden werde/ was dir gefaͤllet oder woas du redeſt. Da ſiehets abermal klar/ daß die Praparation mit Chriſtlichen Gedanrken anre Sabbatbum vor den Sabbath dar⸗ innen beſtehe daß man ſeine Fuͤſſe und andere Glieder enthalte und nicht thue/ was einem ſeinem verkehrten Willen nach gefaͤllet/ daß man auch nicht thue ſeine Wege/ was dem ſuͤndlichen Fleiſchund verderblichen Willen geluſiet/ Hesr. 4. xedet der Apoſtel hievon alſo: Hlebr. 4.v. 1e Wer zu ſeiner Ruhe kommen ſſt/ der ruhet von ſeinen Wer⸗ʒ· cken/ gleich wie GOtt von ſeinen. Das iſt: Wie GOtt der Herr am ſiebenden Tage von ſeinen Wercken geruhet/ alſo ſol auch der Menſch von ſeinen Wercken/ das iſt von ſeinen ſuͤndlichen Fleiſches Wercken, ahen/ und glſo ante Sabbarbum vor den aͤuſſer⸗ J1 ichen 5 zu unſer Bekehrn kehrung. Es kan zwar der Menſch zu ſeiner innenl Bäfl icechu ramwat Gerämnr dergzech alloquii Hetzfe ſchnell alſo auc ſchen ut fanen E rochfaſ Herbens ausdem ſi. E wRſcho dem N der cs hellgge! wolt er/ Lalbatba trzum G 4 berwa ſi hier ze 3 dude s dir Gte di ſhwwe Vatets tineg Deſen un ſNocheg eichme Ns daß ſelht der den St e ſtets ud Ren Tge rücher Etn ante Saan r am Chrſtn ſd daß uma dſenzina Er narfärchunJ 6sh. 1 K * ede Säädat d * e. Neeſſtudt Nn zwn de Na an n ſerdené, au vutm üt Sn gehaücndach Kt daſttzen ſC e dt zir zuchuid 249 müſnaet S enenGltt Nr Re uͤber den 38. Pſalm. 231 Del fuͤllete/ Regra. Noch ein ander Gleichniß: Eine ſchoͤne hett⸗ꝛ. liche Muſic kan man nicht hoͤren/ wann im Hauſe ein groß Ge⸗ tuͤmmel und Schreyen iſt: Alſo wann in deinem Hettzen das groſſe Getuͤmmel der Bauchſorge der weltlichen Luͤſte/ des Ehꝛgeitzes und dergleichen iſi /ſo wirſiu nimmermehr die Liebligkeit des Goͤttlichen alloqui oder Ausſpruchs in ſeinem Wort vernehmen und ins Hertz faſſen konnen. Ein anders: Gleich wie ein Waſſer/ welches ſchnell dahin fleuſſt/ kein Bild empfahen und eprſentiren kan; alſo auch das Hertz und die Seele des Menſchen/ ſo nur mit irrdi⸗ ſchen und zeitlichen oceupiret/ und bald da bald anderswo hin mit ſeinen Gedancken flattert/ GOttes Ebenbild nicht umbfangen noch faſſen kan. C Hriſtus ſpricht Mattb. Selig ſind/ die reines Matth.. v.3 Hertzens ſind/ dann ſie werden G Ott ſchauen. Daraus dann 3 aus dem Gegentheil folget daß diejenigen/ ſo nicht reines Hertzens ſind/ G Ott nicht ſchauen koͤnnen. Es ſindet ſich auch darbey 3. Utilitas die Nutzbarkeit/ davon wir ſchon in den angezogenen Spruͤchen dernomen. ha,ss. Wol dem Menſchen der ſolches thut/ und dem Menſchen Kinde/ der es feſte haͤlt/ daß er den Sabbath halte/ und nicht ent⸗ heilige und halte ſeine Hand/ daß er kein Arges thue. Als wolt er ſagen/ wer den geiſtlichen Sabbath zuvor wol haͤlt 2nte Sabbathum vor der äuſſerlichen Feyer des Sabbaths/ und ſich/ ehe er zum Gehoͤr goͤtlliches Worts trit mit Chriſtlichen Gedancken wol verwahret/ vorhabens/ von Sünden ubzuſtehen/ den wird deſ⸗ Reg 4. u3. ſen hier zeitlichen und dort ewiglichen zu genieſſen haben/ cap. 5. c.58. V.13,14, So du deinenguß vom Sabbath kehreſt/ daß du nicht thuſt was dir gefaͤllet/ an meinem heiligen Tage alsdann wirſtu Luſt haben am HErrn/ ich wil dich uͤber die Hoͤhen auf Er⸗ den ſchweben/ und ich wil dich ſpeiſen mit dem Erbe deines Vaters Jacobs. Das iſt: Du wirſi dabey ein gut ruhiges und froͤliches Gewiſſen koͤnnen haben/ du wirſt auch in deinem Haus⸗ Weſen und weltlichen Regiment Segen empfinden/ Heb. 4. Es Heb. 4.7.9. iſt noch eine Ruhe verhanden unter dem Volck SOttes/ ſo Jiz alſſet 4 * — 2* Aa 3. 1 „ 292e Die erſte Predigt laſſet ums nun Fleiß thun/ einzukommen zu dieſer Ruhe. Geuiſe Wil ſagen/ wer den geiſtlichen innerlichen Sabbath recht haͤlt um Difir! ſich ante Sabbatum vor den Sabbath wol ꝓræparitet derſelbe witd uſſ dermaleins in die ewige Ruhe eingehen und einen Sabbath nach Inder Eſa. 66. v. 3. den andern halten. 6. So GO der Errdie aͤuſſenche Gaͤde Feyer des Sabbaths reichlich zu belohnen verheiſſen hat ſovpd uns⸗ er vielmehr den innerlichen geiſtlichen Sabbath der Seclenund= unde jedwede Ehriſtliche Gedancken reichlich belohnen/ welldſeauſſt⸗ Au⸗ liche Feyer umb des iñerlichen Sabbaths verordnet. Zu geſchwi u. gen/ wie ſteh auch darbey findet Dernimandati autorus,& hi n] bona voluntas, G Ottes des HErrn ernſtes Gebot guäͤdigt. alm Wille und Wolgefalle /davon wir ſchon aus angezogenen Syl⸗; chen vernommen. b 1 J. III. Haben wir Empbaticam in titulo hoc locutinnemdds ſolſen Membrum. ziemliche Nachdencken/ darzu uns dieſer Eitul und Bberſchniꝛt meen Luth, in ex- veranlaſſet/ wann geſagt wird: Zum Gedaͤchtnuß/ dann esle⸗ das plie. P. 109. deutet Gedencken oder Gedaͤchtnuͤß in 5. Sehrifi nichtdaßmn dun . pse a. eites bloß gedencle /ſonſten wehre Judas Pilatus Herodes immma da3. It. P.59. a. uͤn Gedaͤchtnuͤß: Sondern/ daß man einen ruͤhmet und ſobet und wieſ en gut Geſchrey von ihm hat. Zeiget alſo dieſes /ad reotdan Was dum oder zumn Gedaͤchtnuß/ an, daß die Frommen zwaulenſi⸗ che N tig an ſich gedencken/ vornemlich aber auch an G Ott Sich thun Kinde ſie beſchuldigen/ G Ott aber loben/ und erkennen die groſſe Gnade hat G Ottes/ der uns ſo treulich hilfft/ und errettet von allem Vbe. Man Vnd dancken ihm dafuͤr von Hertzen nicht einmaloder zwey/ ſon⸗ bartet dern ſiets und allezeit. Wie dann David ſagt* alm. Ich Wlle wil den HErren loben allezeit/ ſein Lob ſol immerdar uldmn meinem Munde ſeyn? Vnd das wil auch der Er E Hriſtus wzihr Lue.22. v.ry. da er ſpricht: Solchs thitt zu meinem Gedaͤchtnuͤß Dasiſt deßſt 4 erkennet zwar euere Suͤnde und Jammer aber denclet auth met ſchrſtel ner/ daß ich euch davon durch mein Leyden und Sterben/ ſa durch 5 meinen Leib/ welchen ich fuͤr euch gegeben/ und den ihr nach meie unno ner Einſetzung eſſet/ und durch mein Blut/ welches ich ven Lrang. . vel Pfal. 34. v.. — uh welyrge 6 ſehen unden 9 OSTdah. delohnen vaf ichen Saͤde 1 ddaths dewh Dimdas dem mfis b arſchonaan aen ictnn in titub- AA uns diſer Tic dh Jum Gedich m. nißn hEc Sf eJuds Put t ir nmani Frü⸗ Setabd 8 lun uͤber den 8. Pſalm. 28 vergoſſen/ und ihr nach meiner Einſetzung ttincket/ erloͤſet habe. Dafuͤr lobet/ ruͤhmet und preiſet mich. Da wir dann allhier weit⸗ laͤufftiger von G Ottes Lob und Ruhm zu reden/ aber weil es zu ander Zeit geſchehen fahren wir fort. Vnd bedeutet uͤber das 2. Gedaͤchtnuͤß oder Gedanclen in H. Schrifft ſo viel als ⸗nimius, Khetor. totis viribus ferriin Dei cogitationem, alle Kraͤffte der Sinnen Saer. Glaffin und Gedancken auff G Ott wenden/ und alſo haben amoren, po- lib. 5. tr. 1. luntatem,& deſiderium, ein hertzlich Willen/ Luſt und Begierde c. 1. de Me- zu G Ott/ alles andere/ auff der gantzen weiten Welt nichts ach⸗ ton. cauſæ ten/ dann nur GOtt/ wie es ein ſolch Bedeutung hat/ Caut.:. P. 15. 2. Tim. v. 1 Cant. 1. V. 4. Dardey zu erkennen“ 2,Lim. N5 Wie uns ein gottſeliges recht bußfertiges Leben/ das Oas Ge⸗ ſonſten m anchen ſehr ſchwer duͤncket/ gar leicht und lieblich koͤn⸗ dencken an ne gemacht werden/ nemlich/ durch das Gedencken an G Ott/ GOtt macht das iſt durch den Willen/ Liebe und Begierde zu G.Ott. Dann ein gottſeli⸗ da wiſſen wir auß der Erfahrung/ wie es ſo ein maͤchtig Ding umb ges bußfer⸗ das Gedencken/ Willen/ Luſt und Liebe zu einem Dinge ſey/ und tiges Leben wie ſolches die allerſchwerſte Laſt auff der Welt leicht machet. gar leicht. Was macht doch daß ein Mutter in Aufferziehen ihrer Kinder ſol⸗ che Muͤhe auff ſich nimbt? Alldieweil ſie zum offterſten an die Kinder gedencket/ hertzlichen Willen/ Luſt und Liebe zu denſelbigen hat. Was machis daß dus Weib ſo ſorgfaͤltig wegen ihres Mannes iſt daß ſie ſein ſo fleiſſig ohn allen Verdruß pfleget und wartet? Weil ſie an denſelben zum oͤffterſten gedenclet hertzlichen Willen/ Luſt und Liebe zu denſelben hat. Was macht daß die wilden Thiere und die Vsgelein in der Lufft ihre eigene Nahtung uuß ihren eigenen Leibern ſparen/ ihre Jungen damit zu ſpeiſen/ daß ſie auch dieſelbe zu beſchirmen ihr eigen Leben offtmals in Ge⸗ fahr ſtellen? allein die Liebe/ Luſt und Begierde zu ſe. Dieſe Sache wird von dem Auguflino noch weitlaͤufftiger und noch durch mehr Exempel außgefuͤhret. Vnd gidt er zum Exempeldie Kauffleute/ die ſich keiner Gefahr oder Muͤhe laſſen It iij dauren/ 254 Die erſtte Predigt dauren/ weil ſie an den Gewinn gedencken/ und zu denſelben Luſ und Begierde tragen; Die 855 welche ſich keinen ſauren und rauhen Weg verdrieſſen laſſen/ weil ſie an der Jagt gedenclen willen Luſt und Liebe haben/ das Wild zu fohen; Die Kriegs⸗ knechte/ die ſich keine Gefahr des Todes zuruͤcie halten laſſen/wel ſie a an den Raub und Außbeute gedencken/ und darzu Liebe und Luſthaben. Vnd ſchleuſt drauff alſo: So des Menſchen Ge⸗ dencken Willen/ Luſt und Liebe zu dieſen irrdiſchen Dingen ſoguß ſeyn kan/ daß ſie ſo ſchwere Muͤhe/ ſondern eine Luſt zu ſeyn ſche⸗ net: Wie vielmehr dann wird das Gedeneken an G Oac den Wille/ die Luſt und Liebe zu demſelben alle Arbeit und Maͤheleiche machen/ die ſie zu ſeinem Dienſt und Vbung/ wahrer Bußund Gottſeligkeit werden anwenden muͤſſen. Diß war die Vrſach/ daß alle Schmertzen und Leiden wel⸗ che der HErr C Hriſtus unſernt halben gelitten/ ihn als nichls ge⸗ daucht haben/ weil er an uns vornemlich gedacht ſein Willen Luſ und Liebe zu uns getragen.* 8 Diß iſt die Vrſach geweſen/ daß ſo viel Chriſten alle Mal⸗ ter und Pein/ die ſie umb E Hriſti willen gelitten/ gar nichts geach⸗ tet haben/ von wegen des Willens/ Luſt und Liebe ſſo ſie zu Chi ſto gehabt/ und ſeiner ſtets in Gedaͤchtnuͤß gefuͤhret. Dieſes Ge⸗ dencken an C Hriſtum hat viel Jungfrauen und kleine Kinderbe⸗ wogen /ſich zu der Verfolgung zu noͤtigen/ welches ſie einig und allein gethan von wegen ihres Willens/ Luß und Liebe zu demf deß die Sache war umb welcher ſie verfolget wurden. Dieſe Lie⸗ be und dieſes Gedencken/ war ein Vrſach/ daß die Apollonig von Alexandria da ſie umb E Hriſti willen zum Feutr gebracht wand auß den Haͤnden ihrer Fuͤhrer außriſſe/ und geitoſt zum Feu lieff. Dieſes Gedencken/ unddieſe Liebe verurſachte den Lnau. am einen alten Maͤrterer/ daß er(nachdem er darzu verurtheile warldaß er den wilden Thieren vorgeworffen wurde und fuͤrchte⸗ teſie wuͤrden ihn nicht beſchaͤdigen/ wie ſie wol zuvor auch anderet Maͤrterer Leide unbeſchaͤdiget gelaſſen hatten/) daß e hg d Gohti qütkeite men ſ 6 ſägen ſiche ai ine 65 ichb Seacl lapvo, dencker de berſte Hy Wae W gehal ſoſche nicht, den:. wldn Tugula, Kaverſe Gehot tni auch Debie Chrſtu numer Ehrſſu ſabenſſ dußtdaz auhſen. 4Schmane eue⸗ tdangeäten nth michgoaat u 1 Kcmißgfiſ men ſolten. uͤber den 38. Pſalm.(255 wolte ihnen nicht zulaſſen/ ſondern er wolte ſie anſtoſſen/ und alſo anreitzen/ daß ſie ſeinen Leid zerreiſſen/ und ſein Leben von ihm neh⸗ Das ſind die Fruͤchte des Chriſtlichen Gedenckens/ Gott⸗ ſeligen Willens /der Luſt und Liebe/ daß ſie eben die Dinge/ die an ſich etwa ſchwer/ verdrießlich und muͤheſelig ſind/ leicht und ange⸗ nehm machen koͤnnen/ wie vielmehr wird hiedurch lieblich und an⸗ genehm gemacht werden koͤnnen/ ein bußfertiges Leben/ da man G Ottes Gebot die an ſich gexecht/ heilig und leicht ſind/ zu halten ſich befleiſſiget. Daamantem(ſaget Auguſtinus, da er von dieſen Sachen ſchreibet)& ſentiet vod dico- Si autem ad frigidum ſovor neſcit qvsdtogvor. Gib mir einen der offt an G Ott ge⸗ dencket/ und denſelben hertzlich liebet/ und er wird befinden/ daß ich die Warheit ſage: Rede ich aber mit einen erkalteten Chriſten/ der verſtehet meine Rede nicht. Diß iſt auch die Vrſach/ wann der HErr C Hriſtus von dem halten ſeiner Gebot redet/ daß er ſo offt⸗ mals das Woͤrtlein Liebe wiederholet: Dann die liebe Luſt und Willen iſt das groͤſte Mittel/ durch welches die Gebot G OTtes gehalten werden: Vnd im Gegentheil werden darumb die Gebot ſo ſchwer von der Welt geacht und hindan geſetzet/ weil die Leute nicht Luſt und Liebe zu denſelben haben/ und ſelten an ſie geden⸗ cken: Dann ſpricht E Hriſtus Job. z. Wer mich liebet der Joh4.v.az. wird mein Wort halten/ in welehen er zu ſeinen Liebhabern in fingulari numèro redet Jou Adoos mein Wort/ ſpricht er/ dadurch er zu verſte hen gibt/ daß alle ſeine Gebot nur ein Wort/ oder nur ein Gebot ſind bey denen die an ihn gedencken und ihn lieben. Wor⸗ Die Liehe iſt des Geſetzes Erfuͤllung: Zu denen aber die C Hriſtum nicht lieben/ noch an ihn gedencken/ ſpricht er in plurali numero Iss Aνε, meine Gebot/ anzuzeigen/ daß denen die an mit auch S. Paulus uͤbereinſtimmet/ wann er ſpricht: Rom. B. Kom. ij. v.. C Hriſtum nicht gedencken/ keine Luſt/ Liebe noch Willen zu ihm haben/ ſeine Gebot ſehr viel und ſchwere ſeyn /da doch die Liebe und Lnſi darzu ſie ſolte leicht machen/ und gleichſam alle Gebot in ein b Geboe 256 Die erſte Predigt Gebot verfaſſen: Vnd leget ſolches Johannes auch auß daa ſildan ſchreibet: Das iſl die Liede zu GOkt/ daß wir ſeine Gehot Huut halten/ und ſeine Gebot ſind nicht ſchwer: Das iſt ſie ſind unch de dem nicht ſchwer der taͤglich dran gedencket/ davon tedet Kagunn lta Nacht/ Luſt und Liebe an ſie hat/ ſonſt iſt es kein Wunder/ daßſ Kuade ſchwer ſind/ dann ein iedes Ding auch das an ſich ſelbſt gennge ſoalh 35 leicht iſt/ wann wirs wider unſern Willen ihun/ ſo witds un dacht . chwer. b vitd; 1V. I1. Nehmen wir auch mit Speſtionum Qvarundan ad nicht⸗ Membrum. zitulum bunc evolutionem, zweyer wichtiger Fragen ſobeydieſen uunſter Die ſo gar Titul wol zu mercken. Daes ſich dann fraget:? ken. aget: Wasdechdie. erengtage ſelbe thun ſollen/ die ſich befinden und beklagen/ wit ſtſſh GSyi gar ſelten oder doch gar ſchlecht und geringe an GOitg⸗ chenſo an GOtt ge⸗ 49. dencken nas dencken? Die haben ihnen zu Gemaͤth zu fuͤhren/ wie ennih viſt dieſelbe thun ges nuͤtzliches Ding es ſey offt und viel an G Ott gedencken) von dande ſollen. denſelben reden/ denſelben zu ieder und aller Zeit ehren und dienen. Damm Sie haben zu Gemuͤthe zu fuͤhren/ wie ſie in G Ott ſind lebenund Rha weben/ A 7 7. und daß G Ott ihnen alles gutes thue er gebeihnen NeS Kleider/ Schuhe/ Eſſen/ Crincken/ ꝛc und verſorge ſie an Leib und 60 au der Seelen/ Pal a6. Mattb. 6. Sie haben ihnen zu 6 emuͤlth terken zu fuͤhren/ wie G Ott ſey allwiſſend/ ſehe auf unſere Gedancien mand Wort und Wercke/ und fuͤr ihm nichts verborgen ſeyn koͤnne doñ dan hen die Augen des HErrn ſehen auf die Gerechten: Das Ant⸗ ſß noc litz des HErrn ſtehet uͤber die/ ſo da Boͤſes thun /54. ,Si tichten baben ihnen zu Gemuͤth zu faͤhren/ daß GHOtt ſey allgegenwerlig. b und man ſey wo man wolle/ ſo wiſſe er uns wol zu ſinden/ wo man ſuft c ſeiner nicht achte Maurb. 10. Deut. 2. fers. Jcb.oH. So haben ſie ihnen auch zu Gemuͤthe zu fuͤhren daß alles wus the tha ſie haben/ entweder geiſtliche oder leibliche Gaben/ ſo ſie entwveden unhal mtt andern gemein oder fuͤr andern inſonderheit haben/ ſolches al⸗ tſerG les von G Ottes Euͤte und Gnade herruͤhre deme ſie es auch einig und allein anheim zu ſiellen/ ſeiner zu gedencken/ und zuſptehn b mit dem David aus dem u. ſalm. Nicht uns HᷓErr nicht uns ann ſondern Dredg 1 8 85 Juhem 1 SOtt daßn ct 88 cdencktt dan nſt ſan a, z auchdam zwichaza hn dn idann ftun En. den undbefd dt und gan d d. zenaͤthufifn t in nd veln GC H t mwiſienE4 ſa t nen dls nurs ut nx undtcſc faſtt ter keine Suͤnde. Gemuͤth zu fuͤhren/ wie ſchwere ja ewige Straffen dermal eins nach dieſen Leben zu erwarten/ d ie jenige ſo gar ſelten oder wolgan nicht an G Ott gedacht/ 3contra was fuͤr groſſe Herrligkeitund Freude die jenigen uͤberkommen werden dermaleins dort ewiglich/ ſo allhier taͤglich und ſtuͤndlich zu Tage und zu Nacht an Gott ge⸗ dacht!denſelben geliebet/ geehret und gedienet. Wo ſolches alles wird recht erwogen und zum offterſten bedacht werden/ da wirds nicht abgehen/ G Ott wird ſeine Gnade geben daß man zu rechter ernſter und eiffriger Andacht gegen G Ott gelanget. b 2. Was doch von der Gottloſen WeltKinder ihrem Sprichwort zu halten/ die da nicht an G Hit/ und G Ottes Sa⸗Ob G ſondern deinem Namen gib die Ehre. Endlichen ſie ihnenzu edan⸗ chen /ſondern auf lauter Boͤſes gedenrken/ trachten auf ihrem Lager dancken ſeyn wie ſie Schaden thun moͤgen/ und gehen miteitel ſchaͤdlichen Ge⸗Zollfrey. dancken umb/ und ſprechen darzu: Gedancken ſind Zollfrey? Dann wie die Papiſten die boͤſe Luſtund Begierde fuͤr keine Suͤn⸗ de halten/ ſondern nur fuͤr einen Zunder/ der leichtlich und gar bald Cone. Tri· die Suͤnde fahen und empfangen koͤnne: Welches doch dem Wort dent. G Ottes zuwider: A ſſo rechnen ihrer viel die boͤſe Gedancken un⸗ Zwar was Obrigkeit anlanget/ ſo kan die nie⸗ mand darumb ſtraffen/ und fuͤr derſelben ſind ſie Zollfrey: Daes dañ heiſſt: Nemo cogitationis puenam lin Fudlicio fori) luir. Aber er iſt noch einer der heiſſt der HErre fuͤr dem ſind die Gedancken mit nichten Zollfrey: Dann der HErr weiß die Gedancken der Menſchen/ alm.. Br weiß ſie aber nicht ſchlecht/ ſondern er ſirafft ſie auch wann ſie boͤſe ſind. 4 Es ſind aberd ie Gedancken mancherley da ſich offterſt man⸗ cher thut mit martern und plagen: Dann da ſind 1. malitioſæ contra Deum& proximunboßhafftige ſchaͤdliche Gedancken/ wider G Otit und den Nechſten.. ambiti e, hoffaͤrtige ſtoltze Gedancken/ da man gedencket oben hinauß und nirgend an/ 1. CBron. 22. 3. Volptuoſa, wolluſtende Gedancken/ ſo der teiche Mann hatte/ Luc,„. z. In Mubhae unfruchtbare unnuͤtze Gedan⸗ V. 253 Dete erſte Predigt Gedancken. Dazu dann auch die Gottes aͤſterliche peſtllenz ſche und hoͤlliſche Gedancken gehoͤren. Alle ſolche Affecten/ Siñ und Gedancken ſind fuͤr G Ott nicht Zollfrey/ und wo ein Menſchda⸗ inn verharret/ wil er ſie nicht ungeſtraffet laſſen. v. Nehmen wir mit anheim ingularem ex boc titulo admo. Membrum. nutionem, da wir dieſen Titul zum ſonderbaren Nut anwenden Heilige Ge⸗ alſo/ daß wir vermahnet ſeyn ſollen/ heilige Gedancken munſir „ dancken in Hertz und Gemuͤth zu haben/ nicht allein an unſerer ſuͤndlichen amſeren Her⸗Schwachheit ſondern auch an G Ott /der uns davon abhiſfii tzen zu ha⸗ ben/ und w 1 jegedencken. Welche Gedancken auf folgende Art und Weiſemuͤ⸗ ſie anzuſtel⸗ ſe angeſtellet werden/ 1. Daß ſie ſind freauenses& quotidiana doß len. b ſie nicht uͤber etliche Tage Wochen oder Monat erſt angeſtelle werden/ ſondern daß man ſtuͤndlich und taͤglich mit Chriſtlühen Gottſeligen Gedancken umbgehe Gottes und ſeiner Wolthaten/ ſo er uns armen Menſchen erzeiget/ nicht vergeſſe. Ob wol zwar von ſolchen Chriſtlichen Gedancken/ in G Ottes Wort kein auß druͤckliches Gebot verhanden wie offt wir drauff gerathen ſollen gleich wie inſonderheit kein Gebot gegeben/ wie offt man heten ſol und wie offt man das heilige Abendmal brauchen ſol/ iedoch ſ iſ aus dem Nutz und Nothwendigkeit abzunehmen daß wu Chuſ⸗ liche und Gottſelige Gedancken haben ſollen ſtuͤndlich zu age und Nacht. Zu Tage ſage ich/ und zwar nicht allein zu Tage /ſondenn auch zu Nacht. Dann rechtſchaffene Gottergebene Chriſtenſſot zumoffterſten koͤmmt daß ſie zu Nachts erwachen/ oder wol gat in wellen nicht ſchlaffen koͤnnen/ ſo thun ſie was nuͤtzliches un C huiſt liches gedencken/ nemlich daß ſie ſich erinnern ihres voꝛigen Lebens wie es in der Ingend von ihnen betrieben worden/ und da ſie gefün⸗ diget G Ott auf ihren Lager umb Bergebung der Suͤnden bülten Oder daß ſie gedenclen an nuͤtzlichen recht Chriſtlichen Vorneh⸗ men/ ſo am folgenden Tag von ihnen ſolle verrichtet werden. Da es ſich dann offterſt zutraͤget daß G Ott dutch ſeines Geiſtes Gna⸗ de zu weilen/ ſolche herrliche Gedancken manchem auf ſeinem Laget eingibt welche er ſongen am Tage wol mit ſleiſſigem Nacalinne baſe d d vegen warſde zeoga B As emnt nicht ocr. Ulus) Ehre danck guffzus ren er dere niſend ſchlogen zuſhle Dabon Lnguarent 4 h ſondetzan in jcht len mu i 0 ader une 1 uffolgema An en dfregaruae aa ich und täsich aſ Oeuuzudſa Sit eu nichtrageſe h 1a 6 Otes Wi doftaudauf ſ taacden riſ nn mocnadrendel ia aamdn d ſn war/ daß er zu Nachtes aufgeſtanden aus ſeinem Bette /ſein Feuer⸗ zeug angeſchlagen/ und bey Liecht ihm etwas in ſeinem Memotial⸗ Buͤchlein verzeichnet/ nachmals ſich wiederumb zu Bette geleget. Als er aber am folgenden Morgen von ſeinen Mitherren dißfals erinnert und vetmahnet worden/ er moͤchte es doch in kuͤnfftigen nicht ſo thun/ er kaͤme ſonſten aus der Ruhe/ und koͤnte er ihm eine doσela“ zu wege bringen: Hat er geantwortet: Giritus San- ctus pult reverenter baberi. Es wil aucch der heilige Geiſt mit Ehrerbietung anfzunehmen ſeyn/ der haͤtte ihm herrliche Ge⸗ dancken zu Nachts eingegeben/ welche er nicht unterlaſſen koͤnnen aufzuzeichnen/ daß da ſie ihm aus dem Gedaͤchtnuͤß gefallen weh⸗ ren/ er vjelleicht die Zeit ſeines Lebens ſich nicht derſelben haͤtte wie⸗ der erinnern koͤnnen. Koͤnig David hat ſich hierbey auch fein wiſ⸗ ſen zu ſchicken/ drumb ſo ſpricht er im 6z. ſalm. Wann ich mich Pſal. 63. v.7. zu Bette lege/ ſo dencke ich an dich/ wannich erwache ſo rede ich von dir. Solcher Art ſind noch alle Gottergebene Chriſten/ da iſt keine Stunde/ auch zu Nachtes/ da ſie wachen/ daß ſie nich was Chriſtliches/ tuͤchtiges/ und nuͤtzliches gedencken ſolten. Der Teuffel der argliſtige Feind weiß gar wol daß Chriſtliche Gedan⸗ cken zur Gottſeligkeſt ſehr befoͤrderlich ſeyn/ darumb wirfft er imer⸗ dar Hinderung in den Weg daß wir nicht ſo leicht zu denſelben ge⸗ langen. Iſt es nicht alſo/ daß unſer treuer Heylan C Hriſtus deut⸗ uͤber den 38. Pfalm. 259 bey ſich nicht empfunden. Vom Herrn Luthero wird gemeldet/ als er einsmals mit etlichen vortrefflichen Teologu und obititis wegen Berathſchlagung wichtiger. Haͤndel auf den Tag zu Deſſau lich gelehret hat/ Luc.n. Daß die Sorgen der Nahrung das Luc⸗ Hertz beſchweren/ daß es nicht durch heilige Gedancken zu Gott ſich erheben koͤnne? Darumb ſollen wir uns von irrdiſchen Haͤn⸗ deln/ mit welehen wir umbgehen und gleichſam gefangen ſind/ loß reiſſen/ der Sorgen dieſes Lebens auf ein Zeitlang uns gaͤntzlich ent⸗ ſchlagen und in das Kaͤmmerlein unſers Hertzens eilen/ die Thuͤr fuͤhret — 1.7.34 zuſchlieſſen/ und durch heilige Gedancken mit Gott reden/ Marrb. 5. Matth, 6.v. Davon ſpricht die geiſiliche Brhur 3 hriſti/ Cant.:I. Der Koͤnig Cant. v.44 k jj b 8 1 2* 4 ö 2» 2060 Die erſte Predigt 63..4 fuͤhret mich in ſeine Kammer/ cap. 3. Ich fand den meine Seele liebet/ ich halte ihn und wil ihn nicht laſſen bißich ihn bringe in meiner Mutter Kammer. 2. Muͤſſen unſer Chriſtliche Geduncken auch ſeyn aan She ter& devotæ, Inbruͤnſtig und andaͤchtig/ daß zum oͤffterſten n Seuffzerlein dardey vorgehe. Der Hoheyrieſter Eli richtete dn Knaben Samuel alſo ab/ daß wunn er geruffen wuͤrde ſolteerſ⸗ 1am z. v. egen: Rede HErrr dann dein Knecht hoͤret/*. Sam. 3. Golt redet zwar nicht mit uns durch prophetiſche Offenbarungund Ge ſiccht/ aber doch ſo redet er mit uns in ſeinem Wort/ nichtallnn aͤut 7 ſerlich ſondern auch innerlich/ wann Er uns durch ſeinen Helligen Geiſi deſſen erinnert in unſern Hertzen was wir aͤuſſerlich iſttä. Se nem Wort gehoͤret haben/ und davon Ehriſtliche/ Gonſelige ee deine dancken empfinden/ da ſollen wir nun auch als rechte Samul viich. und Hoͤrer goͤttlicher Rede oder Eingebungen/ in warer Andachh ſagen: Rede HErr/ dann dein Knecht hoͤret. Gnug auf dißmal. Gebe der vielguͤtige G Ott/ daß wir ſtets hellge Ge dancken in unſern Hertzen haben moͤgen/ und dieſer Pſalm ſa alle andere Pſalmen des lieben Davids uns ſtets zum Gedaͤchtnuͤß ſeyn: So werden wir auch ſeyn und bleiben Kinder des ewigen Lebens/ Amen. ceprd tn fonn banlegen ti hal ſanem 9 . Die hryhen mich GOu niw 3 abr * 1*„* 5. 6 2 4 DSher den dutten Buß Cüſtrini die b Go ſtraffe mich nicht in deinem Zorn/ und zuͤchtige mich nicht in deinem Grimm: Dann deine Pfeile ſtecken in mir/ und deine Hand druͤcket ENXORDIUM 9 K ShesſeFeaum nce aua wiedatenteniaßf Sentlauffenden 1647ten Jahre/ auch mit Erklaͤs E. ung zu Ende gebrarhe unſem Pwopheten Da⸗ Ser.err AN niel/ da wir gehoͤret zuletzt von ſeiner Leich⸗Pre⸗ Propheten a igt/ ſo der Engel ihme dem Propheten gethan/ Daniel wird mit dieſen Worten: Du aber Daniel/ gehe die Danckſa⸗ hin/ biß das Ende komme/ und ruhe daß du auffſteheſt in gung/ ſo Gott deinem Theil/ am Ende der Tage; Vnd zum Beſchluß ſol⸗ dem HErrn cher Predigt G Ott dem HErrn gedanclet haben von Grund un⸗ gethan/ wlo⸗ ſers Hertzens/ daß er uns hiezu von oben herab vaͤtetlichen verlie⸗ derholet/ und hen und miigethellt i. ſeine Gnade und Verſtand/dadurch wir ſol⸗ zunernener⸗ che Predigten auß dem Propheten Daniel haben zu Wercke rich⸗ Buß pfal⸗ ten koͤnnen. 2. Daß Er uns Geſundheit/ Staͤrcle und Krafft men geſchrit⸗ verliehen/ daß wir auch in offentlicher Verſamlung ſolche Predig⸗ ten. Nach En⸗ en halten und verrichten koͤnnen. 3. Daß Er uns ingeſampt bey Dan. 12. v. z. ſeinem heiligen Wort/ und alſo auch bey den Schrifften dieſes Prophetens zu dieſen ſchwierigen und betruͤbten Zeiten/ biß hiehero b Kk i gnaͤ a62 Die ander Predigt gnoͤdiglich ethalten. 4. Daß Er uns dieſes Otis wch nh chen Frieden verliehen bey haͤußlichen Ehren gehandhabet un geſchuͤtzet/ Leben und Segen gegeben/ damit wit ſolchen Pud⸗ ten auß unſern Propheten Daniel einmuͤtiglich haben beywo, nen/ andaͤchtiglich anhoͤren gluͤcklich vollziehen/ und nunmet liglich vollenden und ſehlieſſen koͤnnen. Sin8nd auch damals der gewiſſen Hoffnung geweſen/ un b haben gar nicht gezweiffelt/ daß gleich wie der Regm und Schne vom Himmel faͤllet und nicht wieder dahin tonnnt/ ſondern feuchtet die Erden und machet ſie fruchtbar und wachſend/ daß ſie gibt Samen zu ſaͤen/ und Brodtzu tſſen/ Eſa. 55.v o. Fſa. 55. Alſo auch ſolche unſere Predigten nicht ohne maichen Worauff wir dann GHn dem HErrn allein gegeben haben Ehre/ Macht/ Krafft/ Lob Piß Danck und Herrligkeit/ Amen! Haben auch ſchließlich deuf Nutzen werden abgegangen ſeyn. geſeufftzet: Hilff HErr hulff/ laß ferner bey unſerm Ange wol gelingen/ Amen Nun ſolten wir bedacht ſeyn wiederumb auff ein abſondeiſh Buch heiliger Schrifft/ entweder auß dem Alten oder Neuena ſtament/ bey unſern Wochen⸗Predigten euer Chriſtlichen eh vorzutragen und einfaͤltig zu erklaͤren/ weil wir aber nebenſtde Außlegung des Propheten Daniels und zwar an unſern Monat lichen Buß⸗und Bet⸗Tagen die 7. Buß⸗Pſalm zu erklaͤren ang fangen/ und allbereit zweene davon durch G Ottes Gnaden ah ꝛiret/ und zu Ende gebracht/ den dritten ſchon allbereſt auch ange⸗ fangen/ als wollen wir uns belieben laſſen in denſelben bey unſem Wochen⸗Predigten ordentlich ferner fort zu fihnn zumannvel wir anitzo noch in ſo ſorgerlicher gefaͤhrlicher Zeit da die Biße Pſalmen und derſelben Erklaͤtung/ zuforderſt aber Practititung derſelben hoͤchſt von Noͤthen. Da wir dann anitzo den Anfang des dritten Buß⸗Pſalme vor uns nehmen wollen/ und nachdem wir am naͤhern beſehen g abt den Tituloder Vberſchrifft alſo lautend: Ein Pfaln a, Gſdszunt efſen ahe dertägle der Dab a d Na eurs H Grund. meinem jen /auf handeln tnſer all Bekaͤn che Erin And Abt dunn fin. 8 4G Ote hlche N lonmenen läufäg 1 Ieptaco. men 6 ne ſBo 9otkoſe Gonlch glln ca usda A Sſu ⸗Prouatm en„n antels und zot 11 / uͤber den 8. Pſalm. 4265 vids zum Gedaͤchtnuͤß: Als wollen wir anitzo den Anfang des erſten Theils felbiges Pſalms beſehen und etwas vernehmen/ von der taͤglichen Beicht⸗Buß⸗und Brkaͤntniß der Suͤnden/ ſo der David vor ſich gehabt. Davon auff dißmal nur ſo viel als die Wenigkeit der Zeit leiden wolle. Damit es aber ohne Nutz und Frueht nicht abgehen moͤge/ ſo ſeuffet zuvor auß Grund eures Hertzens mit mir alſo: Ich bitt O HERR auß Hertzen Grund/ Du wollſt nicht von mir nehmen/ dein heiliges Wort auß meinem Mund/ ſondern deinen Gnaden⸗Geiſt geben und verlei⸗ hen/ auff daß wir auff dißmal alſo mit einander lehren/ reden und handein moͤgen/ daß es gereiche Dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer aller Seelen Heyl und Seeligkeit/ Amen! . THERACTATI Eliebte und außerwehlte Freunde in C Hriſto/ weil dieſer S&A und er aber in dem erſten Theil deſſelben anſtellet eine Beicht und Bekaͤntnuͤß der Suͤnden als wird er demnach hierbey eine taͤgli⸗ che Erinnerung ſeiner Suͤnden, und eine taͤgliche Buß/ Beicht und Abbittung derſelben vor ſich gehabt haben. Darbey ſich dann findet allhier b . Propoſwio, der Vorſchlag. Dann da wendet er ſich zu G Ott/ nennet Ihn HERR oder JElOlA in ſeiner Sprach/ weelcher Name iſt nomen rayesauae, ein Name von 4. voll Pfalm dem David geweſen ein Pſalm zum Gedaͤcht⸗ nuͤß das iſt ein Memorial/ Denck Zettel oder Tage Buch/ . J. Membrum,. Text. ERR. kommenen Buchſtaben/ von welchen Namen G. O Ttes weit⸗ Gerh. L. Th. laͤufftig handelt Galatinus tb. 2. c. 9. S /½α. auß dem R. Moſe tom. 1. pag. Tyyptiaco und andern Rabbinen/ meldend/ daß die andern Na⸗ 220.§.21. men G Ottes hergenommen von ſeinen Wercken/ aber dieſer Na⸗ me JElOr ſey nomenſſeutiæ, ſein weſentlicher Name/ dadurch G Ottes ſein Weſen angedeutet wird/ wie dann auch dieſer Name in Goͤttlicher heiliger Schrifft einig und allein dem wahren we⸗ ſentlichen G Oui/ nirgend aber den erdichteten Goͤttern oder den Creatu⸗ ———]ł m ——* „ — 2*. 1 8 — 264 Dir ander Predigt Creaturen beygeleget wird. Dieſen wahren weſentlichen Gon thut allhier Koͤnig David anreden und ſpricht: HERR. ga⸗ nig David war in Hertzens Angſt wegen ſeiner Suͤnden/ daunn er aber nicht verzweifelt/ macht ihm nicht Lufft zum Hertzen mi einem kalten Eiſen/ wie Saul erhengt ſich nicht wie Achitwyt gethan/ ſondern wendet ſich zu G Ott/ ſprechend: HENRr m zuzeigen ſeine Zuverſicht und hertzliches Vertrauen/ ſo erauch in ſeiner groͤſten Suͤnden⸗Angſi zu Ihm habe. SuUS. Vns zum Exempel: Daß/ wann die Suͤnde auff unſem In Angſt Hertzen prudelt und kochet/ wir es auch alſo machen unduns wan⸗ wegen unſe⸗ den ſollen zu G Ott dem HErrn)/ als bey welchem(I.) neffaliu dr Mündn miſerario, unaußſprechliche Vaters Treu/ Gnade und GOs den Barmhertzigkeit. Ach wie iſtdieſer groſſerGDit un hen HErrn zu⸗ gegen uns arme bußthuende Suͤnder ſo wol ⸗Fecliomit! We wenden. er dannhievon ſelber zeuget/ daer ſpricht/ Jeren. 21. Memn han Vnd war⸗ bricht mir/ daß ich mich ihrer erbarmen muß. Deeſe viſ⸗ umb 1. ra miſericoraiæ puternæ haben zu allen Zeiten die Gottfuͤrchtigen 4* 31. v. 20. erkandt /geruͤhmet und geprieſen. So ſpricht Moſes det thaun Px.34. v'6. und treue Knecht G.Ottes/ Erod. z4. Err/ HErr GO barmhertzig und gnaͤdig/ gedultig und von groſſer Enade und Treue/ der Du beweiſeſt Gnade ins kauſend Glid und vergiebeſt Miſſethat und Suͤnde. Weiß nicht auch Koͤnig David herrlich davon zu ſagen und zu ruͤhmen im 103 Flal. cz.v. 8. Pſailm: Barmhertzig und gnaͤdig iſt der HErr/ gedulti ſeg. und von groſſer Guͤte/ Er wird nicht immer hadern /noch ewiglich Zorn halten/ Er handelt nicht mi uns nach un⸗ ſern Suͤnden/ und vergilt uns nicht narh unſer Miſſethat/ dann ſo hoch der Himmeliſt/ laͤſt Er ſeine Gnade walten beed di ſbeön fuͤrchten/ ſo ferne der Morgen iſt vom A⸗ bend/ laͤft Er unſer Vbertretung vonuns ſeyn. S. Pau⸗ lus ruͤhmet ſolche Guͤte des HErrn mit dieſen Worten: Roma. Kom. v. u. Wo die Suͤnde maͤchtig/ da iſt die Gnade noch viel maͤchti⸗ ger worden. Ja die gantze Chriſiliehe Kirche eikennen une fennetes ketteinw ſingei: fneht auchſe eſer nagel 60 Guche in h deen au fertgen 1 uns we Im won des an leben damf Dadd ſi nem 6 Hte Ii ha daßer felitenn geleuen ſerrima⸗ dvi btdem tulinnu W. dhod⸗ uͤber den 33. Pſalm 1 2 265 kennet es mit hertzlicher Danclſagung/ daß G Ott Barmhertzig⸗ kelt einwende/ gegen unſere groſſe vielfaͤltige Suͤnden/ wann ſis ſinget: Ob bey uns iſt der Suͤnden viel/ bey G Ott iſt viel⸗ mehr Gnade/ ſein Hand zu helffen hat kein Ziel/ wie groß erloͤſen wird/ auß ſeinen Sunden allen. 82 naden it Vad das hat Er geſchworen und betheuret bey ſich ſelber dann es en ſſ niemand uͤber G Ott/ wie der Prophet Ezechiel ſolchen Eyd nl So dich nun deine groſſe/ viel und mannigfaltige Suͤnden nagen und plagen/ lieber Menſch/ ſo habe dein Vertrauen auff G Ottes grundloſe Gnade und unaußſprechliche Barmhertzigkeit. Suche Gnade bey ihm /da ſie zu finden iſt/ und bilde dir nicht die⸗ ſen HErrn allein ein/ als einen geſtrengen Suͤnden⸗Richter/ ſon⸗ dern auch als einen guͤtigen gnaͤdigen Vatter/ der ſich uͤber die buß⸗ fertigen Suͤnder wolle erbarmen als ein Vater uͤber ſein Kind. Mit hertzlichen Vertrauen bey unſerer Suͤnden⸗Angſt wir uns wenden ſollen zu dem groſſen G O& und HErrn/ weil bey Ihm(2.) irreocabilts juratio, Ein unwiederrufflicher Eyd⸗ ſchwur/ damit Er betheuret/ daß Er nicht wolle das Verderben des armen Suͤnders/ ſondern daß er erhalten werde zum ewigen Her eh Leben. GQTwil daß allen Menſchen geholffen werde/ — damtt ſie zum Erkaͤntnüß der Warheit fommen/ 1. Tim. ⸗. 9 1.Ti m. 2.V. 4 S6 Ottes hat angemercket/ c. F. e.. So war als Ich lebe/ E2. 18. v. 2. aen er Ich habe nichk Luſt am Todt des Suͤnders/ ſondern wil/.3. ver. rannotm d N- daß er ſich bekehre und lebe. Jurapit Dominus& non pæni- ebit eum, der HErr hat geſchworen/ und es wird Ihn nicht 0 dande n gereuen/*/2t. 116. 0 beatos,;vorun cauſa jurat DElS. d m. Pſal. 1o.v,4. uns nat 4 nr Férrimos ſi juranti DE&b non crecimus. O ſelige Leuteſumb wel⸗ Ri/lidEr 23 hr cher willen GOtt ſchweret: Aber O unſelige Leute ſind wir/ ſo ſfene. 3 7 wirdem Eydſchwur G Ottes nicht glaͤuben wollen/ ſpricht Ter⸗ rerun vonll 2 9 2. 4 9 hem utn dar e Wol allen/ welche ſich in wahrem Vertrauen auff GOttes aſſtdeGuf n 79 yd wider ihre Suͤnde derlaſſen/ im Leben und Sterben. Als Anno abtu g 4 466 Die ander Predigt Anno vs. ein frommer Raths ſfehr kranck ward/und nun ſterben ſolt/ ſo hat ihn ſein Beichtvate Matt.9 vtz. Elar und war ſaget/ Mau⸗b.g. dieſes Spruchs erinnert: Der HErr hat geſchworen: Pm er hat ihm ſolchen ſo wol gefallen laſſen/ daß er ihn ſiets in Munde gefuͤhret/ ſich damit wider ſeine Suͤnde getroͤſtet/ daxauff vernaunt Vnd als ſein ſeliges Stuͤndlein den 12 Aprilis verhanden ivg hat ers wiederholet/ und geſyrochen: Jus jurandum jurahum- *, GOtt hat uns einen Eyd geſchworen/ und iſt drauf fanff und ſulle verſchieden.. 8 6.) Wir uns mit feſten Vertrauen an G Otn den honn zu halten/ weil da iſt mabilzs Filu douatio, die Gnadenrache Schenckung und Sendung ſeines Sohnes: Den hat un GO¼TS der HErn der himliſche Vater auß Liebe gegen unsge⸗ ſehencket/ daß Er uns von der Suͤnden Noth errette/ wie Erſuh Ich bin kommen die Sünde zur Buſſezuruffen und nicht die Frommen. Eben dißl⸗ Fim. z.v. 5 kennet auch S. Paulus/ 1. 1, 2 Das iſt ie gewißlich wa⸗ und ein theures werthes Wort/ daß JEſus C Hriſius die Welt kommen iſt/ die Suͤnder ſelig zu machen. Vro veros Somines& propte:r noſtrau lalutem doſtendit de cælis. Be kennen wir auß dem Niceinſchen Symbolo umb uns arme ſund⸗ Haffte Menſchen willen/ und wegen unſers Heyls iſt der Sohn G Ottes von Himmei kommen (4.) Bey unſerer Suͤnden⸗Angſi wir uns mit gaͤntzlichen BVertrauenzu G Ott dem HErren zu wenden/ weil hey Ihm Lau⸗ FI. 1. v. 18, Math. m v. Hommnt her zu mir alle die ihr muͤheſelig und beladen ſed *s. Ich wil Euch erquicken/ ᷑,... Ddabilis percatorun, acceptatio, daß GOff niemals keinen at⸗ men Sunder hat verſtoſſen/ ſondern ihnen allezeit ſeine Gna⸗ de hat angetragen/ auch noch inſonders durch den Propheten Eſaiam 1. Wann eure Sünde gleich Blutroth weren ſol⸗ ten ſie doch Schneeweiß werden. Wi freundiich aſſte⸗ durch ſeinen lieben Sohn JEſum CHriſtum die Sünden ſoclen: Ey herr zu Franckfurtß an der Hder 8 en Ann NVum ti Miemar ſchwwere Son. kende alles aͤ könne. ey der en wir 4 tr ſich! Wortel kmtede dieſes N hmde ſer Na Henj no vir dan duße 1 Herrſ iſodieen in. Do miden getuns au ten. z0. trporn ghhada Dräͤwun dſ he R uͤber den 8. Pſanm. Chryſoſt. Cor. J. alles aͤndern; Dauuauna. oͤnne: Seine Hand zu helffen hat kein Ziel/ wie groß auch e key der Schade/ Er iſt allein der gute Hirt/ der Iſrael erl⸗ der 1sJe b 1 ſer Name ſey unauß ſprechlich/ ſo mit dem Munde nicht zu henen⸗ drde finu nen noch außzureden. Aber ſie wiſſen nicht was ſie lallen. Wie Keen h en wir dann hiervon weitlaͤufftig gehandelt bey Erklaͤrung des erſten Etnt s Wuß⸗Pſalms/ in derdritten Predigt. Iſteing. neza unſen. Aehe Darnach. ſpricht der Koͤnig David bey dieſet Propoſition. Text. Hrr ſtraffe mich nicht/ und zuͤchtige mich nicht. Faͤhet Straffe b aſ dieſen Buß Pſalm an mit Betrachtung der gotlichen Sttraf mich uicht/ 2-n i Nd. ken. Dann ſonſt kanuns G Ott ſelten zur Buß bringen/ wo Er uch e⸗, 1 GOt a uden Straffen nicht hinter uns her iſt und eben darumb zuͤchti- he. getuns auch GOtt/ damit wir uns nicht unſchuldig achten/ Je. ler. 30. v. 1. na 1 4 22n zo. Vnd weil dann David als ein groſſer Koͤnig und maͤch⸗ 9 L ed te aiger Potentat ſich ſo ſehr fuͤrchtet fuͤr G OCtes ſeiner Straffe⸗ Groſſen Her, dn. A gbt er damit zu varnehmen/ wie groſſen Herren GOTtes GO d hrin 3:“. Drãäwungen und Straffen eben ſo wol angehen. Dann Dräwungen drai roſſe Herren nicht wie etwa die groſſe Fliegen oder Zummeln und Straf⸗ durch die Spinnweb hindurch brechen ſollen/ und vermeinen fen auch an. K,, 3 LLi wollen, wolen/ ſiehaͤtten ſich der Draͤwungen SCttes ſo chen nchtm⸗ 26 ⅜ Die ander Predigt zunehmen /als andere geringe Standes⸗Perſonen/ und venian ten nicht ſo ſehr mit ihren Suͤnden die allgemeine LandStaf⸗ fen/ dann das wolten vergebliche und betriegliche Gedancien ſcyn/ zuwider der heiligen Schrifft/ die alle alle Menſchen ohn U terſcheid zu Suͤndern machet/ und Goͤttlichen Straffen unte⸗ wirfft. Zuwider den bewehrten Exempein/ ſondeltchDe vids und Salomons/ ſo beyde maͤchtige Koͤnige in Iſſraelgeue⸗ ſen/ unter denen dieſer der David mit Ehebruch Mord un of⸗ fart/ jener aber der Salomon mit Abgoͤtterey und ſchaͤndzien Abfall ſich verſuͤndiget/ und manche ſchwere Siraffen ſichund ihien Vnterthanen durch Krieg/ durch Peſtilentz und duxch theune Zeit auff den Hals geladen haben. Ja welcher Koͤnig iban ehen Staͤmme iſt fromm geweſen? Kein einiger unter neunzehen. Zuwider der kaͤglichen Erfahrung/ da man vernimmt/ wiec manchmal unter groſſen Herxen und Regenten auch wundani tzam betrieben witd. alle Glieder deſſen entgelten und geſchwaͤcht werden muͤſſen/ wiu das Haupt kranck und mit uͤbernatuͤrlicher Feuchtigkeit beladan ehe umd eines einigen ungerathenen Jerobeams willen ein gai⸗ Pfal. Gz. v. o Sap.. v. 7. S. GOTT den HErrn auch wegen der bevorſtehen⸗ wird: Alſo betrifft es auch gemeiniglich die armen Vnterthancn wann die Regenten nicht leben wie ſie leben ſollen. Wnd iſt wol tzes Land geſtraffet werden. Summa: Groſſe Leute fehlen auch/ ſie wegen weniger als nichts/ ſo viel ihrer iſt/ hah Das ſolte Oberherren und Regenten anhalten /daß ſie deſſ behutſamer lebten. In Beirachtung deſſen/ was ſiehet im Buth der Weißheit%. Die Gewalt igen die ſo ſehr fündigen wu⸗ den gewaltiglich geſtraff werden/ und über die Machtigen wird ein ſtarckes Gericht gehaltenwerden. Fraget es ſich: Ohdann David recht gethan/ daßet ſich zu Gtt wendet, und denſelben furchtet wegenderie vorſtehenden Straffen/ daß hat faſt das Anſehen einer boſi Natur/ ſo bey ihm muͤſſe geweſen ſeyn/ laut des gemeinen e Gleich wie nun am Menſthüchen laik Odrut; funage conicht andern A auchſt Staffe wirdie eben dal fiben den wie GOud Seel v GOttes erzufaͤ und des Staafe faͤrchier der Na digen n ſene S 4 inig un Anddenſ hut allein der Belc dein Sa Strafen gts. A Onaffebe ſalen öberſpock. Pn rallraſ . V mächug⸗ Koax. un Aaxna aum dremn g gſchaüctn m demauirda Ff Kl nniſiekäanſol uͤber den 38. Pſalm. 260 Oderunt peccare mali fornmidine pæna, was ſo gar boͤſe und hals⸗ den Straf⸗ ſtatrige Naturen ſeyn/ die ſind ſonſt nicht zum guten zu bringen/ fen zu fuͤrch⸗ wo nicht durch Furcht der Straffe? Hierauff zu wiſſen/ daß unter ten Conſ⸗ andern Vrſachen/ dadurch wir zur Gottesfurcht gebracht werden/ 8 3 Lor. auch iſt metus paænarum dibinarum, die Furcht der Goͤttlichen 3 4 Lula Straffen. Dann eben darumb drenet G Ott die S traffen/ daß Oei intes wir die Suͤnde meiden/ und den Straffen entgehen moͤgen: Auch caſ. IV. eben darumb ſiraffet G Ott der HErr andere/ und ſtellet uns der⸗ ſelben Exempel fuͤr Augen/ auf daß wir an ihnen lernen klug wer⸗ den /wie S. Paulus lehret/ 7. Con. w. Vnd Criſtus wil daß wir(r..V. G Oit den HErrn darumb auch fuͤrchten ſollen/ weil er Leib und Nrerhe 0 Seel verderben kan in die Hoͤlle/ Mattb.%. Wie die Diener 7.23. G Ottes/ nemlich die Obrigkeit zu fuͤrchten alſo iſt auch G Ott ſel⸗ ber zu fuͤrchten: Nu iſt aber die Obrigkeit zu fuͤrchten/ nicht allein umb des Gewiſſens willen/ ſondern auch wegen der Rache und Straffe Rom. 5. Derwegen auch G HOtt ſelber umb des willen zu om. 13. fuͤrchten. Vnd iſt auch natuͤrlich/ daß man ſich dafuͤr huͤtet/ was der Natur Schaden bringt/ derwegen dieſelben nicht ſo leicht ſuͤn⸗ digen welche G Ott den HErrn darumb fuͤrchten damit ſie duͤrch ſeine Straffe ihnen nicht Schaden zufuͤgen moͤgen. Aber dieſes iſt nicht die vornemſte Vrſache/ und iſt auch nicht einig und allein die Vrſach/ warumb man ſich zu G Ott wendet/ und denſelben fuͤrchtet/ dann das waͤre Knechtiſch/ Gott den HErrn nur allein fuͤrchten wollen wegen der Straffe/ als wegen der Ofens oder Beleidigung. Die Gottloſen und hals ſtarrigen thun ſolches/ die in Suͤnden immer fortfahren/ daß wann ſie wuͤſten daß keine Straffen von G Ott erfolgen thaͤten/ ſie thaͤten nicht ein Bißlein gutes. Als wirs dann ſehen an Pharaone/ welcher aus Furcht der Straffe verhieß/ er wolte das Iſraelitiſche Volck auf G Ottes Bee fehl ziehen laſſen/ ſo bald aber eine und die ander Straff aufhoͤrete/ ſo verſtockte er ſein Hertz/ und wolte es nicht ziehen laſſen/ Eroa., Exod. 8.v. 5 Vnſer Furcht ſot ſeyn umor filials ein Kindliche Furcht/ da⸗ vor allererſt man ſich vor Suͤnden huͤtet umb G Ottes des HErrn b j willen/ Vo Die ander Predigt willen/ der es alſo gebent und haben wil/ weil er nicht ein GOtt/ l. J. v. 5. dem gottloß Weſen gefaͤllt/ Malma. und den wit mit Suͤnden nicht gerne beleidigen wollen: Weswegen dann auch ein recht⸗ ſchaffener Chriſt nicht gerne ſuͤndiget/ ob gleich 1000. mal kaine Straffe vorhanden waͤre. Wie dann auch ein weiſer. Heyde Lenaa⸗ des Keyſers Neronus Præceptor geſagt: Etiauſi ſcirem omnes ho- mines gnoraturos,& omnes Deos ignoſcituros,tamen niluinn- mitterem contra boneſtarem. Vnd wann ich wuͤſte /daß es fa Menſch in der Welt erfuͤhre/ auch von keinem G Ott geßnfe wuͤrde/ ſo wolte ich doch nicht handeln wider Zucht/ Tugendund Erbarkeit. Darnach auf der andern Seiten, ſo fuͤrchten wuuns auch fuͤr den Straffen/ weilniemand ihm gerne Vbels wil ſonden ihm mehr wuͤnſchet einen gnaͤdigen G Ott/ dann einen zornigen geſtrengen Richter. Auf ſolche weiſe der Kindlichen Furcht unde⸗ dindert/ wir auch aus Furcht der Stra ffen die Suͤnde meiden un uns zu G Ott wenden/ gleich wie Kinder ihre Eltern fuͤrchten, daß ſie ſie nicht gern beleidigen/ ob gleich keine Straffe erfolgen thaͤn und dennoch viel lieber der Eltern Gunſt und Gnade/ als derſelben Somn und Vngnade erfahren wollen. Text. 3. Proponixet Koͤnig David auch dieſes und ſpricht: In In deinem deinem Zorn/ in deinem Grimm: Dann ſagter: HERR Zern/ in dei⸗ ſtraffe mich nicht in demem Zorn/ und zuͤchtige mich nicht nem Grim. in deinem Grimm. Koͤnig David iſt nicht ein ſolcher Zaͤrtling daß er ſich gar keiner Zuͤchtigung unterweffen wolte/ O nein dann Trov.3. v. u. die Kinder Gottes ver verffen die Zucht des HErrnnichnund ſind nicht ungedultig uͤber ſeiner Straffe provg. Vnd auch die Exempel des Hiobs/ Miche⸗ und anderer Heiligen ausweiſen: Sondern weil zweyerley S traffe und Zuͤchtigung iſt eine die un⸗ suͤtig und im Zorn und Grimm geſchicht/ die ander ſo vaͤterlich iſt ler. 46.v.:8. und geſchicht mit maſſen/ Ferem. 76. alſo wil er nur die etſte uͤber⸗ Doben ſeyn und unterwirfft ſich gedultiglich der andern. Dalbe uS u S. es ſich dann fraget: Was von Was doch eigentlich ſey GOttes Zorn und— undtbd ſchenc dn R fanen gi aundV „ undGr 6On davonz ſch: 4 abwende eineigen den/ Lebe Gäͤter ſey läſetden Saͤnde SeR en koͤndie agt.: 2 geleben leben m Dab iſtn gotn hewe llabet uns tetden gy degu hen. Gändend. N holln la welche baan d und nc dueßſen in Veden eKrde ſe Een hn 1e priſ Gazan ebhc. uo uch diſs 2 um— zem wdäit He Sdündtot M aunrmofie bn 1 die Juctdeth n6 rSmaft 4 geLeben/ wer dem Sohné Ottes nicht glaͤubet/ der hat das ſte Hoͤlle hinein nemlich uͤber den 8. Pſalm. b 22 d2, und ob dann GOtt der HErr auch alſo züirne/ und einen So 12 al⸗ ſolchen Grimm habe wie ein Menſch: Zorn und Grimm thut dn. ſa den Menſchen Schaden/ beweget ſich dann G Ott auch alſo in Gerh. L. Th. ſeinem goͤttlichen Gemuͤthe/ das wehꝛe ſa ein Stuͤcl der Vnxuhe tom.. P.247 und Vnſeligkeite ä“ä“. Hierauff zu wiſſen/ wann die Schrifft von O Ottes Zorn Cal. Conſc. und Grimm redet/ das iſt nach Menſchlicher Weiſe geredet/ dann Bald. p. r. G Ott iſt unbeweglich und unwandelbar. Das iſt aber eigentlich Slar. u. davon zu reden/ G Ottes Zorn/ wann er ſtraffet/ leiblich und geiſt⸗ Lar 1 7 lich: Als wann er ſeine Gnade entzeucht/ wann er ſeinen Troſt ir 1ceiſ. abwendet/ wann er den Menſchen hinfahren oder hinfallen laͤſſtin Pn7e4, ſein eigen Elend/ nimmt von ihm was Gottes iſt das iſt alle Ga⸗ ben/ Leben/ Troſt Friede/ Freude des Hertzens/ welchs alles Gottes Guͤter ſeyn/ was ein Menſch an Leib und Seele guts hat: BVnd laͤſſet den Menſchen ſein eigenes nemlich die Sunde und Krafft der Suͤnden ſſo da iſt Jammer/ Elend und Todt das iſt des Menſchen eigen und das heiſſet in der Schrifft G Ottes Zorn. D ann was koͤndte fuͤr ein groͤſſer Jorn ſeyn« Darumb wann die Schrifft ſagt: Wer an den Sohn GOttes glaͤubet/ der hat das ewi⸗ Ioh. 3. v. Z5 Leben nicht/ ſondern der Zorn GOttes bleibet uͤber ihn: Das iſt nieht alſo zu verſtehen/ daß ſich GOtt in ihm ſelbſt durch Zorn bewege/ und ſich verunruhige wie ein Menſch/ ſondern G Ott bleibet unbeweglich und iſt die hoͤchſte Freude und Ruhe. Er laͤſſes aber den Menſchen der ſich von ihm abwendet/ und ſich nicht wie⸗ der zu ihm bekehret/ hinfahren in ſeinen Vnglauben/ und in ſeinen b Suͤnden daß ihm ſeine eigene Sunde aͤngſtigen und qnaͤlen biß in die Hoͤlle/ und laͤſſet ihn im ewigen Todt/ und das heiſſet G Oites Zorn/ welcher iſt ein verzehrend Feuer/ und brennet biß in die unter⸗ wann ſich der Menſch von Gott abwen⸗ det/ und in ſein eigen Elend/ Holle/ Todt und Verdamnuͤß faͤllet/ durch ſein eigen Schuld/ und G Ott aͤſſet ihn hinfahren in ſein e⸗ den Werderben/ weil en ſich nicht bekehren wil/ und Buſſe Mun. A 2 NSN IExoed. 20. v. J. Deut. 5. v.y. 27 Die ander Predigt Fuͤr ſolchem Zorn fuͤrchtet ſich nun Dapid/ und verbitet denſelben/ daß er ihn ja nicht ſtraffen wolle in ſeinem Zorn. Dafih wir dann bey unſeter Suͤnde uns auchfuͤrchten ſollen. Vnd zuan mein lieber Menſch/ wie ſolteſt du dich nicht fuͤrchten und erblaſſen fuͤr Furcht und Jittern/ wann du hoͤreſt von G Ottes Jorn un die ſchreckliche Dteuwort des HErrnſda er ſpticht: E 04 a Jc bin ein eiffriger GOtt/ der da heimſuchet der Vaͤter Giſſe that an den Kindern biß ins dritte und vierdte Glied/ di Deut.. vai; mich haſſen. Item da er ſpricht Deun 2F. Wirſtu der Stiunne ſeq. Gen.7. v.I7. Gen. 19. v. 24 Num. 16. v. Matt.z. v. 12. 1I. Membrum. des HeErrn deines GOttes nicht gehorchen/ daß duhalt und thuſt alle ſeine Gebot und Rechte/ die ich dir heutege⸗ biete/ ſo werden alle dieſe Fluͤche uͤber dich kommen und di treffen: Verflucht wirſtu ſeyn in der Stadt/ verflucht auf den Acker/ verflucht wird ſeyn die Frucht deines Leihes die Fruch deines Landes/ die Frucht deiner Ochſen/ und di Frucht der Schafe Verflucht wirſtu ſeyn wann du auß⸗ geheſt/ der HErr wird unter dich ſenden Vnfall/ Vnrali und Vngluͤck in allem das du fuͤr die Hand nimmeſt. Wie ſchrecklich hat ſich G Ott der oErr in ſeinem Zornun Grimm erwieſen/ und umb der Suͤnden willen geſtrafft die erſtt Welt mit der Suͤndflut en./ Die Sodomiter mit Feuervon Himmel! Gen. n. Die aufrühriſche Rotte durch die Erde von deren ſie ſind lebendig verſchlungen worden/ Numaé. Det HEn dein GOtt hat allbereit ſeine Worffſchauffel in der Hand/ Er wird ſeine Tenne fegen/ und den Weitzen in feine Scheu⸗ ren ſamlen/ die Spreu aber verbrennen mit ewigen Feuer. Wer diß behertziget und betrachtet/ der wird ſich gewiß fuͤrchten fun dem Zorn des HErrn/ und ſich zu ihm von Hertzen bekehten’ ſpte chend mit dem Koͤnige David: Ach HErr ſtraffe mich nicht in deinem Zorn/ und zuͤchtige mich nicht in deinem Grimm. BVnd dieſes iſt das Erſte. Nach gethaner ſolcher vrapeſtun ul nun 6 get I Conhrmatio, da Konig Dapid anzelget und eaushu oooooſſbbdbbdbbdböbdöbdöbdöbdbödddd nugwſß Hen gonnoch tutis yer Gewiſge mecfi deienode Hunzur ehenett 9 ſind Euſſerli Straffen Davld ſ Erſein ndziel Pfelleh Piebw gen. alle me Schrec iuſſenich veßer thu Da viſſens/ vir nurdie wecn pf ſtaln ſeib uſlcha;. ttinen Se hm. Gee ticd engn ſelimar: Frucht denr an uch g 1 crdicſendn h ufür dir hud n Oudahent Wi nEindelt Püt „DeSodomt Km riche Nottedt n nenm. K e Werſſcheſ Rliſß Aber den z8. Pſaln 2z mit gewiſſen Vrſachen/ wodurc h er bewogen worden/ G Ott den Text. HERAN alſo zu bitten/ daß Er ihn nicht ſtraffen wolle in ſeinem DeinePfe⸗ Zorn/ noch zůchugen in ſeinem Grimm. Da dann zu erſt Conſcu⸗ ſtecken in entie perterrefactio, dit uͤberauß groſſe Angſi ſeines boͤſen mir. Gewiſſens/ das nage und plage ihm alſo: Spricht: Dann dei⸗.. ne Pfeile ſtecken in mir. Iſt ein Gleichnuͤß von einem verwun⸗ 1d.g. deten oder von einem t'oͤdllichen Geſchoß/ da die Wunde nicht wol 1. 05 9. kan zur Ruhe komen/ noch der Schmertz gelindert und der Schade 7 5. 155. geheilet werden/ man habe dann die Pfeile zuvor herauß gebracht. Es ſind aber zweyerley Pfeile G. Ottes /aͤuſſerliche und innerliche. Zweyerley Euſſerliche Pfeile G. Ottes ſind allerhand aͤuſſerliche und leibliche Pfeile GOt⸗ Straffen/ Hunger/ Krieg/ Peſtilentz/ Kranckheiten davon Koͤnig tes. David ſagt im? Pſalm: Wil man ſich nicht bekehren/ ſo hat eſ. 7. v. 3. Er ſein Schwerdt gewetzet/ und ſemen Bogen geſpannet/ und zielet/ und hat drauff geleget toͤdtliche Geſchoß/ ſeine Pfeile hat Er zugericht zum Verderben. Vnd im 91. P. 1,„. 3. Pſalm wird die Peſtilentz genandt/ Pfeile die des Tages flie. gen. Alsdann auch G Ott der Err ſaget/ Deut. 32. Ich wil Deut. 32. v. alle meine Pfeile in ſie ſchieſſen. Innerliche Pfeile ſind 33.43. Schrerken des Gewiſſens/ daruͤber allhier David klaget/ daß die aͤuſſerliche Pfeile erwecken die innerliche des Gewiſſens/ ſo offterſt weher thun/ dann ein leiblicher Pfeil. Darbey zu erkennen die groſſe Bnart des boͤſen Ge⸗ UsSus. wiſſens/ welches wir ſo viel deſto baß beobachten koͤnnen/ wann Was ein boͤ⸗ wir nur dieſem Gleichniß in etwas nachdencken. Dann gleich ſes Gewiſſen wie ein Pfeil/ wann er einem dureh die Haut gangen iſt/ daß er fuͤr groſſe ſtecken bleibt/ den Leib verwundet /und aͤuſſerliche Schmertzen ver⸗Vnart an urſachet; Alſo ſchmertzet es auch einen uͤber alle maſſen ſehr/ wann ſich hat. er einen Stifft im Hertzen ſiecken/ und ſein Gewiſſen verwundet hat. Gleich wie ein vergiffter Pfeil den Leib/ darein er geſchoſſen wird/ entzuͤndet/ daß er gleichſam anfaͤhet zu gluen und zu brennen/ aiſo zuͤndet die Angſi der Suͤnden das Hertze an/ daß es hrennet —, ee chhr wis — 1 Luc. 5. v. 8. Heb, 13. v.i8. 274 Die ander Predigt wie hoͤlliſch Feuer/ welches man kuͤmmerlich leſchen kan. Onh⸗ Uuber klaget nieht allein allhier der David/ ſondern auch der fomm Hiob in ſeinem Elend: Die Pfeile des Allmaͤchtigen/ ſagt ſtecken in mir/ derſelben Grimm ſaͤufft auß meinen Geſf und die Schrecken GOttes ſind auff nuchgefallen d meine Seele wuͤnſchet erhangen zu ſeyn/ und mem Li den Todt/ 706. 7 Das ſoll uns billich fuͤr dem boͤſen Gewiſfen ein Ginnen machen/ daß ſich maͤnniglich aͤuſſerſtes Fleiſſes dafuͤr huͤteundin Gegentheil uns dahin antreiben daß wir nechſt dem Glaubenan gutes Gewiſſen allezeit bewahren wie der Apoſtel dem imalhe⸗ Tim.vas außdrucklich eingebunden!1.Tim.⸗. Diß Gebot befehlichdn Weiſſagungen uͤber iſ mein Sohn/ nach den vorige 1 3 httttttͤtͤttt daß du in denſelben eine gute Ritterſchafft uͤbeſt/ und h beſt den Glauben und gutes Gewiſſen. Dieſer Beſti trifft alle rechtſchaffene/ und auffrichtige Chriſten/ dem ſie woſ wendig in dem Lauff ihres Chriſtenthumbs nachſetzen maͤſ. Zumal weil es auch ehrlich und wol anſtehet/ daß man ſich i men kan mit gutem Grunde/ unſer Ruhm iſt der/ nenli das Zeugnuͤß unſers Gewiſſens/ daß wir in Einfaͤltigit Cot. uv. E. 3ofklicher Lauterkeit in der Gnade GOttes auff der Aal gewandelt haben/ z. Corint. 1. Deßgleichen: Vnſer Tloſ iſt der/ daß wir ein gut Gewiſſen haven/ und ſeeiſigenuns guten Wandel zu fuͤhren bey allen/ Aes. ³. Wie ſichdeſſa Hiob ruͤhmete und ſprach: Biß daß mein Ende kommet v ich nicht weichen von meiner Frommigkeit, von meiner Hiou. 2y. Wann aber das Gewiſſen allbereit verletzet were/ 4 ſ; es noͤtig und nuͤtzlich/ daß man ſich auß G OTtes Wort Naihs erhole/ darinn ſinden wir den rechten Gewiſſens⸗Stiller Chn⸗ ſtum IEſum. Den hieß zwar Petrus einmals von ſich anß dem Schiffe gehen/ mit Vorwendung er were an ſnne b kerechtigkeit die ich habe wil ich nicht laſſen. Mein Ge⸗ Hi0527,. Wiſſen beiſt mich nicht meincs gantzen Lebens halben, *— Menſch ſechved dan wel Sünde 3 Sh ſchon Beſch auff zn veſcien manche State ſaſſenm chen. Ndicde Säͤrd derſtel & huͤt auff/ boſe G ſchleun . * —= —— —— 8 . 5 NM * 1 4 2 1 8 9 1 4 8 .NA 4 3 4 2 3 3 1 6 1 ¹ n. 1 . 1 — 1 8 1 ũber den 3. Pſalm. 275 Menſch/ aber das war unrecht/ dann eben darumb haͤtte erden ochverdienten Heyland halten und bitten ſollen/ bey ihm zu blet⸗ ben/ weil derſelbe kommen iſt/ nicht die Gerechten/ ſondern die Sünder zur Buſſe zu ruffen/ und ſelig zu machen/ was in Matt,9 en Suͤnden ver ohren ſt/ hanw73.s. B5u machenaasm Ltattna Hier fragt es ſich: Welche doch die jenigen ſeyn/ ob ſie ſchon alles boͤſes verwircket haben/ dennoch davon kelne nelgeſn 3 Beſchwerung noch Pfeile in ihren Hertzen fuͤhlen? Hier⸗ ngloſe. auff zn wiſſen/d aß elliche ſind am⸗ Anε ε indolenres oder Seuere eulofe ve eienuer, fuͤhlloſe/ die gar ſchlaͤgefaul ſeyn/ nichts fuͤhlen/ wie manches Karn⸗Pferd/ das ſich erſchlagen lieſſe/ ehe es von der Staͤte gienge/ oder wie die boͤſen Buben/ die auff ſich zuſtreichen laſſen mit Ruthen/ wie auff einen Stock/ und kein Auge naß ma⸗ chen. Von denen ſaget auch David im ug. Pſalm Ihr Hertz pf iſt dicke wie Schmneer. Aber es wehret in die Laͤnge nicht/ die Säͤnde uhet vorderhuͤr, Gen. ⸗. Sie iſi wie ein Kettenhund/ Gen. 4.v.7 II9. V. 70. 3 der ſtellet ſich als ſchlummerte und ſchlieffe er/ aber er liegt an der Tzhuͤr/ da alles Auß⸗ und Eingehen iſt/ darumb wachet er ſchleunig auff/ ergrimmet und beller ohn Auffhoͤren. Aſſo ſtellet ſich das boͤſe Gewiſſen eine zeitlang ſulle aber es iſt ihm nicht ernſt/ wiſchet ſchleunig/ ehe mans verſihet/ herfuͤr/ und machet emnen Menſchen ſo angſt und bange/ daß er nicht weiß wo auß nochein. Hiernechſt und furs ander findet ſich bey dem Dabſd Polo⸗ Text. rum oacen vatio, die üͤberauß groſſe Schmertzen und Pla⸗Deine hand gen/ damit er umbgehen/ und dadurch er bewogen worden/ ſich zu druͤcket mnich. zu SOtt zu wenden/ und umb Abwendung der Staaffen zubitten: Dann ſpricht er: Deine Hand druͤcket mich. Wann G Ott Glaſſius dem HERRN welther ſonſt iſt ein Geiſt/ und weder Fleiſch norh Pbil. Sac. a. Bein hat/ Luc. 27. uud alſo auch kein leibliche Hand gleichwol tb. 5. u,a aber in der Sehrifft eine Hand ihm zugeeignet wird ſo wird damit.. angedeuter ſeine Macht und Gewalt/ ſo Er außuͤbet und ſehen laͤſ⸗ ſet/ nicht allein in porentiſſmà& miraculora operatione in Ob. 1o0. v. 8. 10, K 12½— 8 ſeiner maͤchtigen und wnndchba den egung Num.. Job. Num.I.V.z m ij „ Die ander Predigt , 19. c. 12, Pfalm, f. pſalm. 99. Sſ, n. c. 9. nicht aſtein in foru s d12.,N. 2. 10 e, in gewaltiger und gnaͤdiger Beſchuͤtunz Pfal, 8. v. 7. Sratioss protectio n k* Plal.9 7. v.5. Pſal. zt. P. 6. Pfal, 2. Y. 7. Sap. 3. p. 1. Job. 10, h. 29. 27. A 13, Eſ. 11. v.. v. zo. Sondern auch ſeine Goͤttliche Macht und Gewaltiin *.59. v.I. ſehen laͤſſet in dolorum& pœnarum inflictione, wann et alethop Straffen entgehen laͤſſet/ wie das Wart Hand von GHi Iſc Job»9. v.a1, gebraucht wird/exod. 9. Job. 19. 2! 22.Hſen. und allhierindiſim Erod. 9.v unſern 38. Pſalm auch A1z. 13. Dannenhero SOus ha Plak r-v.9. offterſt fuͤr die Goͤttlichen Straffen ſelbſt zrſetzet wit Pial. 17. v. 4 Hios.⸗ S. Manus ea gra vis exiftit ſapra gemituim meum dat d38. der Chald eiſche Lau apr Jhes gegeben/„uwga mea. Jun. Act. 13. v. 22, Eap. Ich wileuck ten von der Hand G Ottes/ ſil perlau. Hiob 23. v.z. Eap. Ich wileuch leh 9 ſcil. verſ C. 27. v. 11. 2 or est, in plagà DEl, alſo anch Ezecb. 0. Vnd darumb auchig der Schrifft ſolche Art zu reden von G Ott gebrauchet wid a Fz. 39. v. 21. Seiſft. 4 V lee H E. 7. u. 5, daß Er ſeine Hand außſtrecke/ das iſt Straffe thue ſenden Kun Ef 5. v. 25. 7.. 5. 6.9. Daß Er ſeine Hand zuruͤcke ziehe/ das iſt/ die Siu c. 9. v. z. ſe oder Plage abwende/ execb. 2o. Die Hand ſchwer macht du E2 20. v. 2. Iſt gar hart ſtraffe/ al z2. It. 11a.v.. Hierbey gar leicht zu erkennen/ was zu antworten wanng⸗ SO iſt fraget und zu wiſſen begehret wird/ weil GOt tdem EMMM ach ode Haͤnde zugeeignet werden/ ober auff gewiſſe Maß tonne heiblich. ein Leib oder lelblich genant werden/ wie aſſo7orlius dafft Brochmann gehalten/ davon wit/ weil die Zeit meiſt verfloſſen/ itzo nicht weit⸗ Sſt. Th. laͤufftig handeln wollen/ ſondern nehmen nur/ mit einem Wou 40m. Pa2. zum Beſchluß /zur Vermahnung auheim/ daß wit uns ia hu und vorſehen ſollen/ damit wir G O Ttes zornige Staaff⸗Hand mit vielfaͤltigen Suͤnden nicht uͤber uns ziehen/ well es doch ſchrecklich in die Haͤnde des lebendigen GOttes zufal⸗ Heb. i0. v. 30 len/ Hebr. 0. dann unſer GOt tiſt ein verzeh⸗ Tleb. 2. v,39, zehrendes Feuer/ Habr. 2, Gnug zu dieſem mal. 6:(O)ee ˙˙˙e — Sernn ſij g. r a Kn 1 12 temm wouk a e ad e G 19,NR n oder uf a Püt erwaden ni t. Dec 1 3—* 5) 5 8 L 5 nes ſaget in ſeiner erſten Epiſiel am. cap. GQl — üͤber den 8. Pſattu.* 2 unnd Propheten Davids/ ſo da iſt im Plalter ⸗Buch der zz1eet. EXI II S. Vers. 4, 5,6,7,8, 9.. 8 iſt nichts geſundes an meinem Leibe/ fur dein: SDreuen/ und iſt kein Friede in meinen Gebei⸗ nen/ fuͤr meiner Suͤnde: Dann meine Guͤnde gehen vber mein Haͤupt/ wie eine ſchwere Laſt ſind ſie mir zu ſchwer worden. Meine Wunden ſtineken und eitern/ fuͤr meiner Thorheit. Ich gehe krumm und ſehr ge⸗ buͤckt/ den gantzen Tag geheich traurig: Dann mei⸗ neLenden verdorren gantz und iſt nichts geſundes an meinem Leibe. Es iſt mit mir gar anders. Ich heule fuͤr Vnruhe meines Hertzze. HrGeliedte und Außerwehlte in Chriſto Nichts ſcheidetG 0.ichts ſcheider ſcheidet GOtt den HErnn und uns Menſchen ſchehdecho von einander/ als die Suͤnde. Hiervon der Pro⸗ einander: phet Eſaias klar und war ſaget/ cap. p. Euere Die Buſſe GAA von einander/ und euere Suͤnde verbergen GOtt und das Angeſicht von euch/ daß ihr nicht gehoͤret werdet. Aber Menſchen A. nichts dringet hinwiederumb G Ott und die Menſchen naͤher zu⸗ wieder zue ſammen /als die Beicht und Bekaͤntnuͤß der Suͤnden/ wie Ishan⸗ fanmen. e Eſ. 19. v. 1. i getrei 1, 0 h, E. VS Mm iſj Diedritte Predigt ammia. Dber den dutten Buß Pſalm des Koͤniges l un Die Suͤnde Vntugend ſcheiden euch und euren GOtt aber bring: 1 8 ——— ——— 4 — 2—— A 1 4 —— 1 2—————— — 2———— —— 5— 1 ————— ——— 4— G ö“.—— ————— ——————— —. 8 —— 4 —— —— —— . =— —— —— — 298 Die dritte Predigt wir unſere Suͤnde bekennen daß er uns die Sündevergit und reiniget uns von aller Vntugend. gi bomo agnoſcit deu egnoſcit, So der Menſch mit bußfertigen Hertzen ſeine Suͤn erkennet und bekennet auf Erden/ ſo vergiebet ſie ihm GOtux vaͤterlicher Barmhertzigkeit im Himmel. Dann gnaͤdg un barmhertzig iſt der HErr/ gedultig und von groſfr Gutt er wil nicht immer hadern/ noch ewiglich Zorn halten/ſen b dern wie ſich ein Vater erbarmet uͤber ſeine Kinder/ alſo⸗ Tal. 103. v, barmet ſich der HErr uͤber die ſo ihn fuͤrchten/ ſeehetina. 5 vrrl Dah Nlehetſthlo. 8.,9. u. Fſahm. Wie dann die goͤttliche Majeſtaͤt ſich ſelber Junzdatt ler. 3... erklaͤret/ durch den Propheten jeremiamz. ch bin gnaͤdgund barmhertzig/ alleine erkenne deine Miſſethat/ und daßda b wider den HErrn deinen GOtt geſuͤndiget haſt. , So wilnun G.Oc ſein Angeſicht beym Erkentnuͤßde Suͤnden nicht von uns verbergen ſondern uns ſeine Framſiei b Puulch unn ewiglich genieſſen laſſen/ nicht im Zorn mit us andeln/ nach unſern Suͤnden/ noch in ſeinem Grimmunt Pſ. 1o3. v.. vergelten nach unſern Miſſethaten 0,, Pſal b er b en/ 20. alm. Wol dem de Syr, 29. v.lz. einen treuen Freund hat/ ſagt Sirach 27 O woluns/ ſo GHtt im Himmel zum Freunde haben. Zu einem guten Fraune verſiehet man ſich das allerbeſte: aber es kan doch offtermals fehlen daß der Freund das jenige nicht r«iren noch leiſten kan/ was man gerne von ihm haͤtte. Zu G. Ott konnen und ſollen wit uns al zum allerbeſien Freunde/ das allerbeſte verſehen er iſt Allmachtig er kan thun was er wil im Himmel und auf Erden/ bey ihm iſtken Ding unmuͤglich/ wann er ſpricht ſo geſchichts/ wann er gebeutſſ Rom.S.ga) ſiehets dar. Zu einem Freunde gehet man mit Freuden und pri I ihn an: Aber freudiger und getroſter koͤnnen und moͤgen wirun alle bußfertige treten zu unſerm Freunde im Himmel ſſchreyen und uffen: Abba/ lieber Vater/ Rom. s. Freunde koͤnnen guts thn mit Rath und That: Aber G Ott/ welcher iſt/ das vollkommehe Gut/ von dem alle vollkommene Gaben herkommen/ derkan uns wol thun&rarwse mit Gnaden /durch ſein Wortum beiigeen 4 crame eantente Ehr un Vts nich und E Petit Ban keit un Schu ſelbegge demſelb weiſen, Ahitzov Fähen pöſſtion und denw lch GOr diſem ſberoht hiffg auch zu Venme. ena 8 R Rn ſovaga N n Nmm. ——ä ww ſſetdeim a. m i Sut Dn mn ſcm At Weß Adacsfndd Fo dn anw Whlt Da köen Ktis Aadeſte ver e 2n. uͤber den 38. Pſalm. 279 camenta hier in dieſer Zeit/ und gloriose an Leib und Seel mit Ehr und Herrligkeit/ in alle unvergaͤngliche Ewigkeit. So laſſet uns demnach dahin bedacht ſeyn/ daß wir es ſaan uns nicht ermangeln laſſen. Er begehret nichts von uns als Beicht und Erkeninuͤß unſerer Suͤnden Reu und Leyd/ und ein feſtes Vertrauen/ auf ſeine Himmelbreite unausſprechliche Guͤte und Barmhertzigkeit/ neben guten Vorſatz hinfuͤro zu leben in Heilig⸗ keit und Gerechtigkeit/ die ihm wolgefaͤllig/ ſo viel uns in dieſer Schwachheit moͤglichß. Koͤnig David hat ſich wiſſen hierin wol zu ſchicken/ wie de⸗ ſelbe getreten fͤrſeinen beſten Freund/ G Oit dem HErrn/ und bey demſelben umb Onade beyErkentnuͤß ſeiner Suͤnden angehalten/ b weiſen auß ſeine. Buß⸗ Pſalmen von welchen wir den dritten anitzo vor uns haben/ deſſen Anfang wir am naͤhern gemacht/ und beſehen gehabt/ wie der David fuͤr G Htt getreten/ mit dieſer Pro- hoſcion und Bitte: HErr ſtraffe mich nicht in deinem Zorn/ und zuͤchtige mich nicht in deinem Grimm/ ꝛc. Anitzo wer⸗ den wir deſehen Heccatid Davide deſcriptionem, wie gar eigent: lich Konig David beſchr eibet die Sunde ſo er erkennet/ und GOtt dem HErren fuͤrtragen thut. Hiervon wollen wir zu dieſem mal aufs allerkuͤrtzte und einfaͤltigſte handeln: Damit es aber ohne Nutz nicht abgehen moͤge/ ſo ſeuffter zuvor mit mir alſo: Hilff HErr/ hilff/ laß wolgelingen/ dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer Seelen Heyl und Heligkeit/ Amen! b TRACTATIO. (Vßerwehlte Freunde in E Hriſto/ wir haben am naͤhern ge⸗ boͤret/ wie Koͤnig Daoid ſich zu G Ott gewendet/ denſelben gebeten/ daß er ihn doch nicht in ſeinen Zorn und Grimm zuͤchtigen und ſtraffen wolle/ und ſolche Bitte habe er an ihn abge hen laſſen/ weil ſein Gewiſſen wegen der Suͤnden aufgewathet/ und vielfaͤltige Schmertzen dannenßero empfunden/ wie er dann lage: Dann deine Pfeile ſtecken in mir und dene Dand ruckel⸗ aW8c Die dritte Predigt druͤcket mich. Nun faͤhret er ferner fort/ und weil alles Wa⸗ mach ihm alſo wegen der Sunde zuſtoͤſſet, ſo beichtetund beken er rund herauß/ was es fuͤr ein Beſchaffenheit mit detſelben habe 2 wie ihn dieſelbe zurichte. Er beſchreibet es gar eigennlich und etzet b b I. 7. Peccati Naturam ſeu. Tuidaitatem daß die Suͤnde Membrum. und was ſie ſey/ ſpricht alſo: Es iſt nichts afach an venn Ler nichts Leibe fuͤr deinem Dreuen/ und iſt kein Friede in meinenge Seflldes n beinen/ für meiner Suͤnde. Wil ſagen: Ach durch Nans meinem Lei⸗ Fall iſt gant verderbt Menſchlich Natur und Weſen daſſloſt he/ ꝛc. iſt auf uns geerbt/ daß wir nicht kunten geneſen/ und daſſelbe macht . mich auch zur ſchaͤndlichen Larven/ wircket lauter Vngeſundhenan meinem Leibe/ lauter Vnfried in meinen Gebeinen/ ſa laute Draͤwen und Zern G Ottes/ endlich den Todt und ewige De⸗ damnuͤß. Das alles kommt her von der Suͤnde: DNfi abl Giaff Phil facisbus peccari mei, autets in ſeiner S prache/ vorden Angeſti 8a lb.. n meiner Suͤnden. Eignet alſo der David der Suͤnden ann trad. de Leib zu/und daß ſie ein Angeſicht habe. Wie dann auch ſonſin . P. 29. inder Schrifft der Suͤnden zugeſchrieben wird ein Leib /ein Pn b ſon/ oder gewiſſe aciiones und Handlungen. Als zum Eyem pel Miobegr. Von der Suͤnden wird geſaget/ daß ſie liege/ welches den Thurm Gen. 2.* und auch zu Zelten dem Menſchen zugeeignet witd/ Fo. n l †.*7. Gen. 4. die Suͤnde ruhet oder lieget vor der Thuͤr/ als wie ein Oechslein lieget oder ruhet. Aber ſie lieget in der Chuͤt das ſſi ſie wird offen ſiehen und offenbar werden/ ob wol der Suͤnden ein zeitlang ſicher dahin gehet/ als ſchlaffe die Sunde und ſoytodt. Eaiæ p. p. wird die Sunde auffgefuhret/als ein Zeuge/ der da Wort mache und Antwort gebe: Vnſer Pbertretung vor Dir iſt zu viel/ und unſer Sünde antworren wider uns. Vnd alſo auch der Stephanus die Suͤnde als eine Perſonode Zeugen anfuͤhret/ wann er fuͤr ſeine Steiniger bittet: HErr be⸗ halt ihnen dieſe Suͤnde nicht/ da dann in ſeiner Sprache ſtehet Pomine uun gijens ne cennſtituas ills peccatum bod, das ſſi: Pen Eſ. 5o.v. u. fele hn nd ved fir mei Keon worma— l ge manch den yer Johan der th fatder durch n vie ebd 6 haffte diewa wiche aucht da ſind ganuii Auffer welche gungen nicht ha liſun N. d meine ſahenſi 1 eiad Auuſur men und ſcen qyi weeg b uͤber den 8. Pſaam. 238 ſtelle ihnen die Suͤnde nicht dar/ als einen Zeugen /der ſie anklage und verdamme. Daß er aber in ſeiner Sprachen/ wann er ſaget/ fuͤr meiner Suͤnden/ ſo eben gebraucht das Wort n oder Gerh. L. Th. Rown welches heiſſet ſo viel als„berra vit, deflexità ſcopo& A tom.2. p. 688 norma, er hat des rechten Zwegs gefehlet/ er iſt abgewichen/ wie 6sz9 6 alſo gebrauchet wird/ Jud. 20, Job.. und die 70. Dolmetſcher auf jon. de 16. mancherley weiſe es gedeutet/ am fuͤglichſten aber kan gegeben we⸗ 44. den per Aroalas durch das Wort Vnrecht/ davon der Apoſtel Johannes ſaget /in ſeiner erſten Epiſtelamz. Wer Suͤnde thut/ Joh. 3.v. 4. der thut auch Vnrecht/ und die Suͤnde iſt das Vnrecht; Als b hat der David allhier dieſes Wort darumb genommen/ daß ex da⸗ durch wolle verſtehen/ ſo wol die erbliche als wuͤrckliche Suͤnde/ wie es dann auch alſo gebrauchet wird/ alm.„l. Pſ.51.v.3, 4,5. Gibt uns hiermit an die Hand und zu erkennen/ daß war⸗— SN 5 5 hafftig eine Erbſunde ſey/ welche allen Menſchen angeboren/ aß die Erb dieweil das 6errare bey allen zu finden/ ſie ſind alleſampt abge⸗ lndeſehs 15 wichen und untuͤchtig worden/ da iſt keiner der gutes thue/ verkleinert auch nicht einer/ Q2l.. Dieſes iſt zu eroͤrtern ſehr noͤtig. Dann worden:aber da ſind zu jeder Zeit Leute gefunden/ welche die Erbſuͤnde entweder aus guten gaͤnzlich verneinet/ oder aufs wenigſte in Zweiffel gezogen haben. Grund wi⸗ Auſſer der Kirche waren die Bbiloſoohi und Weltweiſe Heyden/ delleget wird. welche/ wiewol ſie die Verderbnuͤß der Natur/ und die boͤſen Zunej⸗ Plal 14.v.3. gungen nicht leugnen koͤnnen/ iedoch haben ſie dieſelbe fuͤr Suͤnde b nicht halten wollen/ inmaſſen Leneca ſpricht: Erras, ſi exiſtimas no- Senec. Epi- biſcum naſci pitia, ſuper venerunt, ingeſta ſunt. Du irreſt, wann ſtol. 96. du meineſt/ die Laſter werden uns angeboren/ ſie kommen von auſ⸗ ſen her/ ſie werden uns von auſſenwerts beygebracht. In der Kirchen haben vor dieſer Zeit und noch ihrer viel die Erbſuͤnde entweder gar verneinet/ oder ie ſehr verkleinert. Die Augſpurgiſche Confeſſion gedencket der Pelagianer/ ſo ihren Na⸗ men und Vrſprung genommen vom elagio einem Engellaͤndi⸗ ſchen Muͤnche/ der umbs Jahr Cyoriſit 420. unter andern geleh⸗ ret/ Es wuͤrde dem Menſchen keine Suͤnde angeboren/ die RNn Kraͤffte Job. rr. v. 7. 282 Die dritte Predigt Kraͤffte des Menſchlichen Willens wehren noch gant ungeſchwaͤchet/ der Menſch könne das Kerunechgen 5 b kömmlich halten und erfullen. Wider dieſen Schwam za 9 viel geſchrieben/ und inſonderheit dieſen Spruchza fechterda 1 Irnhuni vorlaͤngſt iſt verworffen und widerleget worden/ iedoch e b heutiges Tages wieder auf die Bahn gebracht/ von den Ahw taͤuffern/ welche fuͤrgeben/ die Kinder werden heilig geboren t in eollog. daß ſie der Tauffe nicht beduͤrffen /und daher heiſſen ſie diehin de mentum duguſtini, Ein Gedicht des Auguſäni: Muinnt thal. Oſt, c.3 ſtimmen die Photinianer uͤberein/ wie dann Qſterodus außdtidi chen ſchreibe: Die Natur des Menſchen iſt durch die Sundeni — corrupixet und verderbet worden. Sie nennen die Lehr vonde uhret: Patroni naturæ ſtunt inimici gratie. Die Wer Naturſind Feinde der Gnaden. Vnd wiewol ſolcher Erb ſuͤnde /2bulam Aanickha orum, Eine Manich iſche Fabaln Vehauptung der Aberglaͤubiſchen Kinder⸗Tauffe edichtet. Papiſten verkleinern dieſe angeborne Seuche nicht wenig ſagende ſie ſey ein bloſſer Mangel und Abgangdes erſchaffenene b benbildes: Es ſey alles was natürlich an den Menſchenu verſehret gedlieben. Dißalles ſind falſche und irrige Meym gen/ und koͤnnen gar leicht widerleget werden mit dem was 4 David ſaget: Es iſt nichts geſundes anmeinem eleſt deinem Dreuen/ und iſt kein Friede in meinen Gebeinen ful lie auch mit dem da er ſpricht im zr Pſaln: Siehe ich bin aus fuͤndlichen Samen gezeuget/ und meine in Suͤnden empfangen und geboren melner Suͤnde. W Mutter hat mich Mit dem/ da bey dem Hiob am t. ſiehei/ daß wir das Vnreche inuns ſauffen wie Waſſer. Mit dem/ wann geſagt wid/doß 10m 3z. Vir ſind von Natur Kinder des Zorn/ Sobe⸗ und mangilt Rubms/ den wir fuͤr GOtt daben ſollen/ Kom⸗. Vnd was iſts groß noͤtig viel Beweiß hie anzufͤhten: En b ledweder prufe nur ſein eigenes Gewiſſen/ daſſele wid n guig lam lehren/ daß ſeine Natur verderher/ zum boͤſen genege⸗ n — — 60Ste nedienih Raͤt n fet de. gotlche Daha 3 4 Fehſt/ ů4 9 deinem Aomen imir/ len habe Daztte wannwi unſet dig ſen Ki und daß hrent alein de rameige ner vert Aantqua, den/ wen Nſimur ſauui. ſabende I. Ium, b Sinde ſe hen über ſdwerwe derdihn Fber den;33. Pſalm. 283 von Gnten abgewendet ſey/ daß in ſeinem Fleiſch die Suͤnde woh⸗ ne/ die nicht muͤſſig und ſaͤumig/ ſondern allen Vnraih bey ihm an⸗ richte/ und ſtets ſireite widerden Geiſt. Daher kommt die Blind⸗ heit des Hertzens/ die Vnvermoͤgenheit im Guten/ der Eckel des goͤttlichen Worts/ die Verderbnuͤß des Appetits und dergleichen⸗ Daher ſeufftzen und weheklagen auch die Heiligen/ ſal, o. Wex Pſ. 9. var. kan mercken/ wie offt er ſehlete verheſhe mir die verborgene b Fehle/ aben. Ho. So du wilt HErr Suͤnde zurechnen/ Err Pſal. 330.v.3. wer wird beſtehen/ 2m. 3. Gehe nicht ins Gericht mit Pſal.: 3. v.z. deinem Knecht/ dann fuͤr dir iſt kein Lebendiger gerecht. Zun Roͤmern am 7. rap. klaget der Apoſtel Paulus: Ich weiß daß Rom.7.v.ig. in mir/ das iſt in meinem Fleiſche/ wohnet nichts guts/ wol⸗ len habe ich wol/ aber vollbringen das Gute/ finde ich nicht. b 1 Daher entſiehet in uns Furcht und Schrecken Zittern und Zagen/ mbhen uͤber mein Haͤupt/ wie ein ſchwere Laſt ſind ſie mir zu wann wir vom Tode und Juͤngſten Gericht hoͤren. Das macht unſer eigen Gewtſſen uͤberzeuget uns/ daß die Suͤnde von der er⸗ ſien Kindheit an uns anklebe/ ja daß wir in Suͤnden empfangen und daß von ſolcher Suͤnde ſo viel Bbel herkomme/ und wir umb ihrentwegen nicht beſtehen koͤnnen. Widerſprechen demnach nicht allein der heiligen Schrifft/ ſondern auch der Erfahrung/ und ih⸗ rem eigenen Gewiſſen/ alle die jenigen/ ſo die Erbſuͤnde verneinen b oder verkleinern wollen. Gar ſchoͤn hat hiervon moroſius geſagt: Ambr. in A- ri Antequam naſcamur conragio maculamur, Ehe wir geboren wer⸗ Polog. Da- den/ werden wir mit der Erbſucht beflecket. Vnd Bernbardus- vid. cap. Ir. e ernh, d Naſcimur morimur uaſcimur morituri, quia prius morimur na- 5 1.26 gradib hu- fauuri“ Wir werden geboren und ſterben: Wir werden geboren dailitatis. ſterbende/ ſintemal wir ſterben/ ehe wir goboren werden. II. Hiernechſt nimmt Koͤnig David vot ſich Peccatigra 1. viratem, und beſchreibet was vor ein ſchweres Ding es umb die Membrum. 6„.„ 1.„ 5. Text. Suͤnde ſey: Hiervon im Text alſo: Dann meine Sunde ge⸗ Dan neene . 5 d 32 ſchwer worden. Sind Gleichnuſſe genommen. 44 wvis,von ddun deege⸗ einer Fluth oder tieffen Waſſer: Wil ſagen; Ich ſtetie ſo tieff in Haͤupt/ wie Nn ü b der ein ꝛc. Gerh. L. Th. tom 2, de. peccat, actu- *4 0◻*4 USsus. Woher uns unſere Suͤn⸗ de zur ſchwe⸗ ren Laſt wer. den. 3 alib pag. 689 234 Die dritte Predigt der Suͤnden und bin mit der ſuͤndhafften Natut und drauff ſchu benden Zorn G Httes uͤberfallen/ und uͤberſchwemmet/ nichl an ders als ob ich in einem tieffen Waſſer ſtecle/ da die Wellen und Bulge uͤber mein Haͤupt zuſammen ſchlugen: Alſo ſchlagen auch die Suͤnden und drauff folgender Zorn G Ottes uͤber mein Haͤuy zuſammen/ und bin gar drunter erſaͤufft: Dann meine Saͤnde und Straffe der Suͤnde gehen mir nicht nur allein an den Hat oder an den Mund/ ſondern uͤber mein Haͤupt.⸗ 6 onere, voo, ner Laſt ſo noch ſchwerer als der Berg Sebma ſein moͤge undaͤa⸗ umb ers nicht nur ſo ſchlecht eine Laſt/ ſondern grave onus, eihe ſchwere Laſt: Wi ſagen/ die Laſt der Suͤnden und dran hangen⸗ der Zorn Gottes/ druͤcket mich dergeſtalt ſo ſehr /lieget mir ſo ſcwa auf meinem gantzen Leib/ daß ich mich keines weges aufrichten konne/ es ſey dann Sache/ daß du HErr und HOv4A der in Allmaͤchtig biſt und kanſt es thun/ Barm hertzig biſt/ und wilſte thun/ mich von ſolcher S uͤnden⸗Laſt erretteſt/ daß ich nicht drunt untergehe noch verderbe. b A Mercklich iſt es/ daß/ da der Koͤnig David allhier in dieſen⸗ Vers tedet von der Suͤnde/ gebrauchet das Woͤrtlein v me ches ſo viel heiſſet/ als niquitas, per verſitas, und herkommt von einem ſolchen rhemate ſo da heiſſt Curvus fuit, krumm ſeyn und witd gebraucht ſo wol fuͤr das Suͤnden⸗Vbel /ſo da ſind Erh und thaͤtliche Suͤnde/ als fuͤr das Straff⸗Vbel/ Beydes liegtdem David ſo ſchwer auf ſeinem Halſe/ das Suͤnden⸗Bbel ſo wel al aa SStraf Vbellund das Straff⸗Vbel ſo wol als das Suͤnden⸗ e Erkennet hierbey wie es zugehe/ daß uns unſere Suͤnde zur ſchweren Laſt worden Diß gehet ſo zu/ weil die Suͤndeiſ eine Curyiter und Krumme/ ein krummer Abweg ſein aehexion und Entfuͤhrung von G Ott/ von ſeinem Wort/ und von demte⸗ ben das aus G. Ott herflieſſet/ eine Gottloſigkeit und Ibtraͤnnig keit. Vnſer Wille iſt Anfangs von G Ott alſo erſchaffen wor⸗ den/ daß er ſich immer aufs gute erſtreckt/ und deſſen hoch wihihs gebſn. dermalde nanmeht noch dem aſemnene Dichte Jugrn dend geſcha giel/ n gemach ſeitheto Walt ko koch nach migant daß wi Wege cher ſe der Me vunden funden aber ſie tichlig 9 barfͤhret dußlegen auh daßd mnhhenen. vnnzkeßtur dunden/9 gſtken ufnihlage Wii bhenid len andi 4 Waſſaſtte b mrnſchugn, n da ZomGt 8 Kaaſäuff: Da then mjas n e Lauuſaf igu ada Len dnd ardruued ri perderſa euf u V 1 mverfuͤhret hat. Vnd ſetzet hinzu: Wer G Ottes Wort le uͤber den 38. Pfalm. geweſen zu genieſſen/ und theilhafftig zu werden. Durch die hoͤchſt⸗ vermaledeyte Suͤnde aber/ iſt er ſo uͤbel zugerichtet worden/ daß er nunmehr nach dem betruͤbten Fall nicht allein nicht trachten kan nach dem rechten und hoͤchſten Gut ſondern auch deſſen/ ſo lang 285 er ſeinen eigenenraͤfften gelaſſen wird/ ſtetig verfehlet/ dann alles Dichten und Trachten unſers Hertzens iſt nur boͤſe von ugend auf/ Gen..&. und fleiſchlich geſinnet ſeyn/ iſt eine Feindſchafft wider GOtt /Rom. c. GOtt hat den Menſchen geſchaffen zum ewigen Leben/ Sap. ². Das iſt ſein Scopus und Zan nach dem er ſireben/ rennen und lauffen ſol/ und hat ihn gemacht zum Bilde/ daß er gleich ſeyn ſol/ wie er iſt. Aber ſeithero durch des Teuffels Neyd die Suͤnde und der Todt in die Welt kommen iſt/ ſo fragen wir von Natur weder nach G Ott/ noch nach ſeinem Bild/ noch nach dem ewigen Leben/ ſondern eilen mit gantzer Macht von dem ſeligen Zweck und Ende hinweg/ umb daß wir uns doch am meiſten bewerben ſolten/ machen krumme Wege/ und gehen alle in der Irre wie die Schafe/ ein jegli⸗ cher ſiehet auf ſeinen Weg: Daß Salomo/ bey Entwerffung der Menſchlichen Nichtigkeit und Thorheit ſich billig druͤber ver⸗ wundert und ſaget/ Eccl. 7. Schaue do funden daß G Ott den Menſchen habe auſrichtig gemacht/ aber ſie ſuchen viel Kuͤnſte: Das iſt/ ſie ſind krumm und un⸗ richtig worden/ gleich der krummen Paradiß⸗Sehlangen/ die ſie außlegen? Wolan/( iſt ſo weiſe und kan das hret uns und leget es alſo auß/ daß die Suͤnde die Vrſach ſey ſolches traurigen und mißge⸗ rathenen Handels. Dann die iſt vouie das Bnrecht/ und die 1⸗Ioh 3. v.). umdb kehrung des Goͤttlichen Geſetzes/ damit uns der Satanas ge⸗ bunden/ und gekruͤmmet/ wie jenes krumme Weib/ das 18. Jahr gebuͤckt einher gehen muſte/ Lue n. daß wir nicht mehr ri aufrichtig wandeln koͤnen in den Wegen und Geboten des HErrn. Weil uns dann die Suͤnde umb G. Ht Ebenbild/ und umb das ewige Leb tbringet/ umb ſein en) und ein rechter Wegſcheid Nn iij zux Gen. 6. v. y. c.. V. 21. Rom. 8.v. 23. Sap.*. v.13. ch das allein/ ich habe Eecl.7. v.zo: chtig und Luc. 3. v. 1. 2365 Die dritte Predigt zur Hoͤllen iſt/ dadurch man des Abweichens ie laͤngerie mehr ma⸗ chet/ ſo muß es warlich drumd kein ſchlechtes/ ſondern ein ſchweres Ding ſeyn/ ſo uns ob den Hals lieget/ und daß David hietumt nicht unbillich ſaget/ daß ſeine Suͤnde wie eine ſchwere Laſtihn ſind zu ſchwer worden. Die Suͤnde beleidiget G Ott den Enn Nun iſt aber G Ott das unendliche und hoͤchſte Gut/ drumh mu die Suͤnde das ſchwereſie/ hoͤchſte und unendliehe Vbel ſeyn/ ve das unendliche Gut dadurch beleidiget wird. Durch die Suͤnhe wider das Gewiſſen wird verloren die Gnade und Huld G O a die liebliche Einwohnung des heiligen Geiſtes/ die Ruhe des het⸗ tzens und die ewige Einigkeit. Darumb muß die Suͤnde ein giſ ſes und uͤberſchwenckliches ſchweres Vbel ſeyn/ weil wir dunhſie der groͤſten himmliſchen Guͤter beraubet werden. So offt ein Menſch unter uns ſuͤndiget/ hat er gleichſan eine Wage in der Hand/ auf einer Seiten und in der einen Scha⸗ len derſelben lieget die geringe Kurtzweile/ die ſchlechte vergaͤngliche Luſi/ und der kleine nichtswerthe Nutz/ den er von der Suͤnden boffet: Auf der andern Seiten aber und in der andern Schalen lieget der feuerbrennende Zorn G Ottes/ der durch die Suͤndem allen Straffen erreget wird. Da thut nun ein ſoleher Menſchda da ſundiget anders nichts/ als daß er den Ausſchlag uns zu verſt⸗ hen gibt /daß er lieber G. Ottes Hulde und Gnade verſcherten und und ſeinen Zorn nnd Grimm haͤuffig auf ſich laden wolleſals ent rathen der geringen Luſt und des kleinen Nutzes/ dener von der Suͤnden hoffet. Was kan ſchwerers erdacht und volgedracht werden? So offt ein Menſch von der Suͤnden gereitzet wid/ off ſitzet er gleichſam mit Pilato auf dem Nichterſtuel /und ſiehen fuͤt ihm zu der rechten Hand CHriſtus der Fuͤrſte des Lebens/ der lincken Barrabas der Moͤrder. Williget er nun muthwlig⸗ lich und vorſetziglich in die Suͤnde/ ſo verdammet er C Hriſtum um Tode /der muß in ſeinem Hertzen ſterben/ und gibt Banabam oß/ der muß bey ihm anfangen zu leben und zu wuͤrgen/ dann die Siinde iſt ein rechter Moͤrer der Seelen. Iſi das niteruſt ſchbt gtſh werden für en ſich tende Shh Ehka 60! davon cen ul Schu widſo dieinm das w ord llffoe nicht; 4 poft 6 ſamen: bon der lus, cir und W thltet. ſelche a gen und Jaanahe kuula finen W dm⸗Wur gin gn “ Aber den 8. Pſalm. 297 ſchweres und ſchrecklichese Drumb mein Kind haſtu geſuͤndi⸗ get ſo hoͤre auf/ und bitte/ daß dir die vorigen auch vergeben werden. Huͤte dich fuͤr der Sünde/ und fleuch fuͤr ihr wie für einer Schlangen/ dann ſo du ihr zu nahe kommeſt/ ſo gir. 21. va, ſticht ſie dich/ ihre Zaͤhne ſind wie Loͤwen⸗Zaͤhne und töd⸗ ken den Menſchen. Ein iegliche Suͤnde iſt wie ein ſcharff Schwerdt/ und verwundet das niemand heilen kan/ Sir en. 771. Beſchreibet der Koͤnigliche Prophet David peccari III. Epicacitatem, wie ſchändlich ihn die Suͤnde zurichte/ 1. vor Membrum. 4 G Ot!/2. vor dem Nechſten an ſeinen eignen Leib und Gemuͤth. (1.) Wie ſchaͤndlich ihn die Suͤnde zunchte furxr GOtt/ Textus. davon lauten die Wort des Texts alſo: Meine Wunden ſtin⸗Meine wun⸗ cken und eitern fuͤr meiner Thorheit: Wann in der heliigen den ſtineten Schrifft ein Menſch beſchrieben wird von ſeinen Wunden/ ſo u K 38 wird ſolches ver fuͤr meiner die innerlichen Wunden werden verſtanden die Suͤnden alsdann Slall phib das menſchliche Hertz beym Propheten Jerem. 7. beſchrieben wird ſac lib. 5,12. ſtanden auf lierlicheund aͤuſſerliche Weiſe⸗Durch Thorheit. deerate morlbidum, vulueratum ſeu inlanabile cor, als ein a. c.. de Me- tieffverwundtes unßeilſames Hertz! ſo zu allen boͤſen geneigt/ und taph. p. 334⸗ niche zu ergruͤnden wegen der angebornen Suͤnde. Als auch der Jer. 17. v. 9. Apoſtel Paulus. Tim 6. denſelben/ ſo da nicht bleibet bey den heil⸗ 1. im. 6.7,4. ſamen Worten un ſers HErren JEſu Chriſti/ und bey der Lehre von der Gottſeligkeit/ nennet/ daß er ſey ocαν morbidus ſeu ægro- eus, cirta quæſtiones& werborum pugnas, ſeuchtig in Fragen und Wort kriegen/ das iſt wie es der Herr Lutherus am Rande erklaͤret:Stech/ und darff viel Fllckens und Gloſſirens. Die aͤuſ⸗ ſerliche Wunden des Menſchen ſind allerhand Vngemach/ Pla⸗ gen und Straffen/ ſo da wegen der Suͤnden herkommen/ und mit Kranckheiten oder Wunden verglichen werden/ Pſal 77. Jer. 10. Pſal. 77.*. u. Hiiob. 9. Eccl. 5. 5. Eſh r.&. Wann dann David a Uhier redet von ler. 10. v.I9. ſeinen Wunden uns Geſtanck derſelben/ ais verſtehrt er die Suͤn⸗ 10b.⸗.17. den⸗Wunden die einen ſolchen Geſtancl fuͤrG Hitanncchten/daß c... erſein Angeſicht für ihm verbergen tzue/ weil er ſolchen Geſtancl P a.. v. 6. nicht c.z.v.64 .— 288 Die dritte Predigt nicht riechen/ noch ſeine Augen/ die da rein ſeyn/ Vbels ſehen kan⸗ nen/ und darumb die aͤuſſerlichen Wunden als allethand Plagen und Straffen G Ottes nicht auſſen bleiben. usus. Daß wir alſo hierbey zu erkennen was ein Menſch derda Wie ſchreck⸗ mit vielen Sünden umbgehet/ fuͤr GOTT ſey nicht lich wir mit anders als ein recht vivum cadaven ein lebendiges ſtinckendes Aah unſern Sün⸗ geſtalt ſich dann David ſelbſt allhier alſo abmahlet und ſich Gon den fuͤr Gott giſo fuͤrſtellet: Dann die Suͤnde die machet Wundendie da ſin⸗ dem Hrr cten und eitern/ /a.. alſo gar daß kein Scheuſal mag ſo guulic ſ ſ3 le., gemacht werden als bey unſern Suͤnden die innerſiche Vngaial ** ſ beydes fuͤr G Ott und ſeinen heiligen Engeln. Wann dieſe Geſtanck von den Suͤnden⸗Wunden manchem Welt Kinde ncht in die Naſen gienge/ daß er ruͤche wie es ſtincke/ O wie wuͤrden bi leicht manche Suͤnden nachbleiben; Aber weil ſolcher Eitet i cher Vnflat und Geſtanck der Suͤnden nicht einmal geꝛochen wi ſo faͤhret man auch ſo frech ohne Reu und Scheu fort und nahe das Suͤnden⸗Raͤdlein einen Tag wie den andern. Daßfuͤrchit man ſich nicht fuͤr G Ott/ achtet wenig ſeinen Zorn daer ſich do Exod.z0. v.5. vernehmen laͤſſt/ Exod. 2o. Ich der HErr dein GOtt bin ei ſtarcker eifferiger GOtt/ der die Suͤnde der Vater heimſe⸗ chet biß ins dritte und vierdte Glied. Dabetet man nicht ⸗ daͤchtig/ G Ottes ſein allerheiligſter Name wird unnuͤtlich gefih⸗ ret/ in Schertz und Ernſt mit Fluchen und Schweren. Daan itzund manch Welt Kind/ ja was ſage ich von WeltKindern? Es kan itzund mancher Menſch/ der ſich wol fͤr einem auß den beßten Kern⸗Chriſten außgiebet/ das Maul nicht aufthun es muß en leichtfertiger Schwur oder Fluch dabey ſeyn. Ach wie wedden de b Wunden Chriſii/ welche er ihm unſert wegen hat ſchlagen laſſen Pſa. 13.v.]. Fſa. S. ſo frech geſchmaͤhet? Wie werden die helligen Sactamen⸗ tadie uns der HErr zur Seligkeit eingeſetzet hat nicht nur ſchlecht verachtet/ ſondern mit viel 100. Centner Laͤſterworten enthelliget. Hat einer itzund etwas verloren/ ſo laͤuffet er hin/ und ſuchet daſ be wieder bey dem Teuffel und deſſelben Abgeſandten den Wauhe re.ſ Kübehſe eue 40 L gen d Siatt gemelf Owie ganch Wiew derer T manche wie jene Beſtien Wad hmde dem ai offent! d B nit ſein Gut, chen ſch denſelben Warda undht Un iche is ſint 4 a ddude, Pave i aEärdanicten hr ehar Aams E un mu rema wwiſ che rangſomn ert Jcderherd Peh dedeEiet Fiß erdte Gled. Du d Dan alg dcugin umnt uͤber den 38. Pſalm. 289 rern. Iſt iemand kranct /ſo ſetzet er G Ott und ſeine geordnete Mit⸗ tel beyſeit laͤſſt ſich dargegen ſegenen und meſſen/ dadurch wird der theure Name G Ottes mißdrauchet. Wer hoͤret izund mit Luſſ und Liebe/ mit Ernſt und Eifer G. Ottes Wort? Wil geſchwei⸗ gen/ daß er ſein gantzes Leben darnach? uuren und anſtellen ſolte. Welches Kind gehorchet ſeinen Eltern/ und die ſo an ihrer Statt ſind? Welch Geſinde ſeiner Herrſchafft? Wird ihnen nicht gemeiniglich Treu mit Vntreu/ Wolthat mit Vndanck gelohnet? O wie mancher Todtſchlag wird begangen mit Zorn/ Rachgier/ Zanck/ Vndarmhertzigkeit/ Neyd/ Haß und Vnverſuͤhnligkeit; Wie wird nicht dem Leben zugeſetzt mit Freſſen/ Sauffen/ und an⸗ derer Vppigkeit? Wo iſt Zucht und Erbarkeit zu finden? Wie manche Ehebrecheriſche Buben ſuchen ihren Bulen im Garten/ wie jene zwene Richter Suſannam? Wie manche leichtfertige Beſtien greifft einen andern nach dem Mantel/ wie Potiphars ihm der Henckel abbricht/ der treue Eckart warnet. Wie wird itzund Weib dem Joſeph. Der Krug gehet ſo lange nach Waſſer/ biß dem armen Nechſten das ſeine geraubet nicht allein gewaltſam/ auß offentlicher Landſtraſſen ſondern auch heimlich mit Finantz/ Liſi und Betrug Mancher nehme ein geringes/ gebe falſch Zeugnuͤß mit ſeinem Luͤgen Maul’ und braͤchte einen andern umb Haab und Gut/ Ehre und Glimpff/ Leib und Leben. Solchen und derglei⸗ chen ſchrecklichen Geſtanck wollen wir nicht riechen/ vielweniger denſelben abſchaffen/ und wer Amptshalben nicht kan vorbey/ ſon⸗ dern nur ein wenig ihn rege macht hilff ewiger G Ott wie unrecht iſt das gethan: Vnd meinen wir G Ott muͤſſe wol zu frieden mi: uns ſey/ daß ihm unſer Suͤnden⸗Geſtanck unter ſein heiliges An⸗ geſicht gehe. Aber mercke was David ſaget im 5. Pſalm: GOtt iſt nicht ein GOtt dem gottloß Weſen gefaͤllet/ wer boſe iſt bleibet nicht fuͤr ihm. Darumb O Menſch/ laß abe vom boͤſen und lerne gutes thun/ werde der Suͤnden gram als dem Teuffel ſel⸗ ber. Dann eben ſie iſi das ſtarcle Lehn⸗Roß des Satans/ dadurch der Welt ſo viel Vngluͤck/ ſo viel Ehrchlake Plahen nlsgreſfen „»So ait⸗ Pſal. †. v.;. 29o Die dritte Predigt Laſtwagen zugefuͤhret werden. Si ab⸗ſe: iniguitas nula nastur- arer calamitas. Wann wir nicht haͤuffig ſuͤndigten ſo ſetzte un Auch nicht ſo haͤuffig zu Jammer und Notz/ ſaget Gregorius⸗ .(::) Daß die Suͤnde den David auch ſchaͤndlich zunche Text. fuͤr dem Nechſten/ davon ſpricht er alſo: Ich gehe trum und tendch gehe ſehr gebuͤckt/ den gantzen Saggehe ich traurig. Wilſagm. ſehr gebuͤck/ Die Laſi der Suͤnden/ ſo da G Ottes Zorn mit ſich aufden i⸗ 33 ceen fuͤhret/ ſtoſſet und druͤcket mich dermaſſen herunter daſi nicht allein gehe krumm und ſehr gebuͤckt und mein Haͤupeun Angeſicht zu G Ott nicht aufheben kan ſondern ich kan auchie⸗ nen Menſchen mit froͤlichen Augen anſehen/ muß gehen den gan ten Tag traurig) oder wie es in ſeiner Sprachen lautet„ulam) mit traurigen Habit/ als der mein innerliche Traurigkeit an da gibt/ und daß ich zu allen tuͤchtigen Wercken gar erſtorben und Usus nicht anders bin und daher gehe wie eine tode Leiche. Trauvſkeit Sehet ſo hertzliche Ttaurigkeit hat gehabt der liebe Dabd und Hertzens vegen ſeiner Suͤnden. O ſuͤndiger Menſch thue dn ihm auch alſ eid wir uͤber kkaute du auch uͤber deiner Boßheit/ damit du den nechſten geäl⸗ die begangne gert/ die Engel betruͤbet/ und den fromien Gott erzuͤrnet haſt. nt Suͤnde ha⸗ Lunal mentus ruæ auſcende contra te,& reum te conſtitue anteis ben ſollen. 20 te ponere poſi te, ue Deus te pouat ante te. Auguſt. Steige und Außolt. lib. ſee dich ſelbſt auf den Richterftuel deines eigenen Gemuͤths we de ueilitate dſch eitirete, ſtelle dich ais einen groſſen Suͤnder fuͤrdich!wui „Heenti. und frage dein Gewiſſen was du gethan /und trage Leyd tautg keit druͤber/ heuchele dir nicht in deiner Miſſethat/ damit GOlt dieſelbe nicht dir und aller Welt offenbare/ und unter Augen(ell Folge dem bußfertigen David/ und ſtehe wie der uͤber ſeine Sunde trauret/ wann er gehet krumm und ſehr gebuͤclet/ und iſt den ganden Tag traurig. Als die Kinder Iſrael ihrer Vbertretung halben in der Wiiſten mit feurigen Schiangen geſtraffet wurden kamen ſie auch traurig und betrlibt zu Moſe/ erkandten und bekandten ihre Mißhandlung/ und ſprachen mit Reu und Leyd: Wir haben ge⸗ luindiget/ daß wir wider den HErrnund widerd h gan heben, m N ruet ga fanen ket and deſtn meti ünnb, färdi L gatte ſ haus! Füſſen ſich und than de daß e Dewe fuͤrd heiſe⸗ ſchmer u ſeſen, ſ ean . Leb und Feten da Sünden gang'ur dffttha matedde teveſe ——= esdet /umiud A 8, anlä en wik erue urate, Cunt. 4 E * — * 2 * 2₰ 4 — 1n 1 iber den 33. Pſalm. ⸗nn Ae haben/ bitte den Errn daß er dieSchlangen von uns neh⸗ Num. a17 9. me/ Nam. 2. Wie hextzlich traurig iſt Koͤnig Manaſſe/ und be⸗ ſeg. reuet gantz ſchmertzlich ſeine Miſſethaten/ flehet füir dem HErren ſeinen G Ott/ und demuͤtiget ſich ſehr fuͤr dem G Ott ſeiner Vaͤ⸗ ter und ſprach: Ich habe ſehr geſundiget/ und meiner Suͤn⸗ i. Pet.33.vzz. de iſt mehr/ dann des Sandes am Meer/ und bin gekruͤm⸗Orat⸗Man. met in ſchweren eiſern Bandel/ und habe keine Ruhe/ dar⸗ umb/ daß ich deinen Zorn erwecket habe/ und groß Vbel fuͤr dir gethan/ ꝛie. b Die groſſe Suͤnderin war ſo traurig wegen ihter Vntugend/ hatte ſo hertzliche Reu/ daß ſie auch C Hriſio biß ins Phariſeers Haus nachlieff/ bitterlich weinete/ und mit ihren Thraͤnen feine Fuſſe netzete/ Luc, 7. Was that der verlorne Sohn? Er ſchlug in Lue. 7. v.37. ſich und dachte nach was er wider GOtt/ und ſeinen Vaterge⸗ than/ das macht ihn ſo traurig/ und trieb ihm heiſſe Zehren herauß/ daß er in ſolcher Angſt ſeinen Vatex zu Fuſſe fiel/ und in tieffſter Demutß ſprach: Bater ich habe geſundiget im Himmel und fuͤr dir/ und bin fort nicht mehr werth/ daß ich dein Sohn 3 heiſſe/ mache mich als einen deiner Tageloͤhner/ Luca. Wie Lut.1. v. 7. ſchmertzlich der Petrus ſeinen Fall bethraͤnet und trauret/ davon iſt zu leſen/ Aantb, 2⁰. Wirſtu ſolches auch thun/ mein lieber Menſch/ ſo erlangeſtu G Ottes Gnade und Vergebung der Suͤnden/ dañ die Opffer ſo G Ott gefallen ſind em geaͤngſter Geiſt/ ein ge⸗ aͤngſtes und zerſchlagenes Hertz wird GOtt nicht verach⸗ ten/ Palmesr B3.] Zeiget Koͤnig David an/ wie ihn die Saͤnde beydes am Leib und am Gemuͤth zurichte. Am Leibe mit allerhand Kranck⸗ heiten/ darauff endlich der Todt erfolget. Sintemal der Todtder Suͤnden Sold/ Rom. 6. ſpricht alſo⸗ Meine Lenden verdorꝛen rext. gantz/ und iſt nichts geſuundes an meinem Leibe. Es ſind/ die Meine en⸗ E dafuͤr halten/ als ob der David mit einem Peſtilentzialiſchen Apoſte- den verdor⸗ mare oder mit einem Carbunckel an ſeiner Hufft und Lenden behaff⸗ ren gantzſꝛc. let geweſen: Aber es gedet allhter der ngſee Dapſ Snecdocbice b. Ooh und Pſal. /⁰, v.1x. Us us. Der waren Demuth wir uns zu be⸗ und den Menſchen. m welche wir nach dem klaͤglichen Suͤnden⸗Fall geſchtagen ſin wie uͤbel unſer Natur verderbet iſt. So demuͤtiget euch nun fuͤr 1e nur bnge zetſe. Spdamiaha adcn 292 Die dritte Predigt und verſiohet per Ra oder durch die Lenden/ wie es den Hetr Luiß, tus gegeben/ den gantzen Leib/ welcher wegen der Süͤnde mü gie, bern und allerhand Kranckheiten hitze und brenne/ und rüͤbegu b verdorre/ daß nichts geſundes an ihm. Seo auch am Gemuͤth ſey er deswegen ſo uͤbel zagerichte daß man es auch an ſeiner Rede(ſo index animi ein Anzeigede Gemuͤths) wol mercken kan. Dann da ſonſt andere ihren Man mit Reden getroſt aufthun ſo muͤſſe er dafuͦͤr ſeuffzen and haun Es iſi mit mir ſpricht er/ gar anders/ ich heule fuͤr Vnnge meines Hertzens. Darbey wir dann auch unterſchiedliches zum Nutz zuai geln des Ruhms den wir an G Ott haben ſollen. Watumb u biten wir dann/ und erheben uns? Gefangene Leute ſind demuln Wir ſind von Natur gefangene Leute von wegen der Suͤnde Ketten und Bande tragen wir innerlich und in ims nenllah boͤſen Luͤſte;Kelten und Bande tragen wir aͤuſſeꝛlich und anun nemlich die Kleider/ mit denen wir angethan ſeyn; Die Kledderſi die Merclmal des Suͤnden⸗Falls/ dann vor demſelben watenw nackend/ und wir wollen noch viel Pravirens und Prangensm chen? Wer wuͤrde den nicht fuͤr einen Thoren halten der mit inen Halseiſen ſtoltziren wolte? Nun ſind die Klelder unſet Halseſen Wie ſind wir dann ſo thoͤricht/ daß wir der Klelder uns erheben und mit denſelben einen ſo groſſen Vbermuth treiben? Die Natutdes Pfauens iſt bekandt: Wanner ſeine ſchoͤne Federn beſchauet wird er ſtoltz und uͤbermuͤtig/ ader ſo er der ungeſtalten Fuſſe anſic tig wird/ laͤſſet er den gefaſten Stolt ſinclen und fallen: Alſo ſoh ten auch wir die Augen wenden zu unſer Eitelkeit/ und bedenclan nen allein zum Beſchluß wir anheim nehmen wollen/ weil wih hier dem David bey Erkentnuß und Bekenmuͤß ſeiner Suͤnd fleißigenbey⸗ ſehen veram bumiktatem ware Demuth /daß wir uns auch dar des fuͤr Gott ſelben befleiſſigen ſollen. Wir ſind alle arme Suͤnder und nan Got ewe afßc jiggete Oen˖ De ches Vnte ſterbe dich keteC. Pheli GOtü wwir ſi Thate witen ſagen umb. Dan tur S dich. werden Khe —— d(ſo maer a 3 3— 1 Wundaſenz, e emüſſ adfug Wfu al alders, ch 1 derrrſſhreüths 1 umannchan Me unß nd Demt e n Dmdrf Jd Wrſiw ane L un Siimxn en marn Ln in Ke re encrichudi m deuunrrüff didan udme. Frien 4 ritParnns urden— ats dne A uͤber den 8. Pſalm. 4 29 Gott/ und verlaſſet euch nicht auf euer Verdienſt und gute Wer⸗ cle/ wie der aufgeblaſene Phariſeer Luc. 6. Wir ſind Suͤnder Wer aufs Verdienſt dringet/ der wird verſtoſſen ewiglich. So demu⸗ kiget euch nun unter die gewaltige Hand GOttes/„Lerg. ¹. Demuͤtiget euch auch fuͤr den Menſchen/ verachtet nicht den Nechſten/ noch erhebet euch wider denſelben. Wir ſind ie alle glei⸗ ches Stammes und Herkommens/ hier iſt kein Vorzug/ hier iſt kein Vnterſcheid. Wir haben alle geſündiget/ wir muͤſſen alle ſterben/ Rom. r. Darumb ſey nicht ſtoltz/ ſondern fuͤrchte Petr.. 7. 6. dich/ Rom. u. Der eine Vdelthaͤter war ſioltz/ laͤſterte und verach⸗Rom. 11. v. z1. tete C Hriſtum: Der ander aber ſiraffte und erinnerte ihn ſeiner Vbelthaten/ Luc. 23. Vnd du fuͤrchteſt dich auch nicht fuͤr Lue. 2z. v. 40 GOtt/ der du doch in gleicher Verdamnuͤß biſt? Vnd zwar⸗ wir ſind billich drinnen/ dann wir empfahen was unſere Thaten werth ſind. Alſo ſollen wir auch thun: Vnd ſo offt wir eines ſioltzen und hoffaͤrtigen Menſchen gewar werden ſagen: Vnd du fuͤrchteſt dich auch nicht fuͤr GOtt? War⸗ umb biſtu doch ſo ſtoltz und hoffaͤrtig? Sind wir nicht in gleicher Verdamnuͤß? Sind wir nicht alle Adams Kinder/ und von Na⸗ tur Suͤnder? Laß demnach den Hochmutß fallen/ und demuͤtige dich. Dann wer ſich ſelbſt erniedriget/ der wird erhoͤhet werden/ Luc. g. Allhier in dieſem/ oder doch dort in dem ewigen Lue, 18.v 4. b Leben: Darzu uns allen verhelffen wolle die hochgeehrte H. Dreyfaltigkeit/ G OT Vater/ Sohn und heiliger Geiſt/ Amen. zu ihm „. - a„e 7 294 Die vierdte Predigt Cältrini die G& Suui Wie vierdte Lans zete Bher den dritten Buß⸗ und Propheten Davids/ Pſalter⸗ Buch der z8te. IEXTuS. 3 Vers. 10, 1I. b SERR fuͤr dir iſt alle mein Begierde/ und nein Seufftzen iſt dir nicht verborgen. Nein Hatt bebet/ meine Krafft hat mich verlaſſen und dasgiech meiner Augen iſt nicht bey mir. EXORDIUM I ben/ als daß ſie uns wird fuͤrgeſtellet unter den —* Sͤnde iſt Ce S widdin Goͤttlicher heiliger Schrifft Gelthe en grauſemm 4 2 9 und Außerwehlte Freunde in C Hriſio die Sin maͤchtiger S de unter manchem ſchrecklichem Bilde beſchre⸗ 8 ]Bilde eines beiſſigen Kerten⸗Hundes/ une ter dem Bilde einer gifftigen Schlangen/ unter andern aberkan und mag ſie uns auch wol fuͤtgeſtellet werden unter dem Bilde l⸗ nes grauſamen maͤchtigen Tyrannen. Dann was fuͤr ein grauſamer/ ſtarcker und maͤchtiger Tyranne die Suͤnde ſey/ ei⸗ ſchemnet daher/ weil ihr hat muͤſſen geſteuret und gewehret werden/ glelchſam mit gewapneter. Hand/ und zwar durch niemand anders/ als durch den lebendigen ſelbſtaͤndigen Sohn Gottes/ der darumb vom Himmel kommen/ daß et den Tyrannen uͤberwaͤltige/ dann kdarzu iſt erſchienen der Sohn SOttes/ daß er dem Teuffel „Joh 3.7.. ſeine Wercke/ welche Wercke die Suͤnde ſind/ zerſtoͤre/n Jobs. Tyranen ſind unbarmhertzig und moͤrderiſch/ ſchaden den hanga ſo da iſ im dem Dide eines evignagenden Wurms un⸗ gſticenche dmaichund. 4. 96 Anan’ zaß Cchundzalhi ddvwödae keiſtedenbeyde Wonüſieſixe Wuath het: Suͦnde komme regeit alleatgl der andewr un, Windeln erful Nrgereche GL de Menſchen ze nen indunſe a da ſinen. heraubetwonden. ſen auchwold Ind ſchntyen: A on dem Leibed ig ſichhefunden duon in nechſer uͤber den z8. Pſalm. 295 ſo ſie beherrſchen bringen ſie nicht allein umb Haab und Gut/ ſon⸗ dern auch umb Leib und Leben. b Die Suͤnde iſt auch ſo ein unbarmherkziger/ moͤrderiſcher Tyrann/ daß er die jenigen/ die er beherrſchet/ nicht nur umb den Leib und zeitliche Guͤter bringet/ ſondern er bringt ſie umb die See⸗ lelund umb das Leben das auß G. Ott herruͤhret/ und uͤberantwor⸗ tet ſie den beyden gewaltigen Kerckermeiſtern/ dem Tod und Teuf⸗ fel/ daß ſie ſie ewiglich verſchlingen. Bon Tyrannen kommet viel Vnrath her: Alſo auch von dieſem Tyrannen/ nemlich von der 4 Suͤnde kommt her allerrieg und Blutvergieſſen/ Peſtilentz theu⸗ e geit alle argliſtige und teuffeliſche Bubenſtuͤck der Gottloſen/ und aller anderer unzehlbarer Vnrath/ mit dem die Welt in allen ihren Winckeln erfuͤllet it. Vmb dieſes Tyrannen willen muß offterſt ORDlN der gerechte G Ott ſeinen Eifer wie einen Harniſch anziehen/ und die Menſchen zeitlich und ewiglich ſtraffen. Von dieſen Tyran⸗ nen ſind unſere erſte Eltern Adam und Eva und wir alle mit ihnen/ auß den ſchoͤnen Paradiß verjagt/ und des Goͤttlichen Ebenbildes beraubet worden. Vber den Tyrannen und ſeine Tyranney muͤſ⸗ ſen auch wol die allerfroͤmbſten Heiligen Tag und Nacht ſeuffzen 3 und ſchreyen: Ach ich elender Menſch/ wer wil mich erloͤſen von dem Leibe dieſes Todes/ Rom. 7. Koͤnig David hat es wol KRom„.r.24. bey ſich befunden/ wie ihm dieſer Tyrann zugeſetzt/ als wir dann davon in nechſier Predigt gehoͤret daß er geklaget: Es iſt nichts geſundes an meinem Leibe flir deinem Dreuen/ und iſt kein Friede in meinen Gebeinen fuͤr meiner Suͤnde. Dann mei⸗ u ne Suͤnde gehen uͤber mein Haäupt/ wie eine ſchwere Laft 3n ſind ſie mir zu ſchwer worden. Meine Wunden ſtincken und eitern fuͤr meiner Thorheit/ Ich gehe krumm und ſehr ge⸗ buͤckt/ den gantzen Tag gehe ich traurig/ dann meineenden verdorren gantz/ und iſt nichts geſundes an meinem Leibe: Es iſt mit mir gar anders/ und bin ſehr zuſtoſſen/ Ich heule fuͤr Vnruhe meines Hertzens. Da dann hierinn von dem Koͤ⸗ nige David angezeiget worden/ wie uͤbel und ſchrecklich ihn dieſer Tyrann Propoſitio. Votum. 296 Die vierdte Predigt Tyrann die Suͤnde zugerichtet. Damit nun aber nicht lemand b gedencken moͤchte/ Koͤnig David ſey nur ein ſo Großſprecher /deren es ſonſt viel in der Welt gibt/ er mache ein Ding groͤſſer weder es an ſich ſelbſt ſey/ und koͤnne ja wol nicht muͤglich ſeyn/ daß es ſich alſo bey ihm verhalten habe/ ſo faͤhret er nun in dem erſien T heil die⸗ ſes Pſalms ferner fort/ und ſetzet endlich/ eran dolorum tſtilta- ronem, thuͤt es ernſtlich und mit Warheit betheuren/ daß es mit ſeiner Hertzens⸗ und Gewiſſens Angſt wegen der Sünden kein Spiegelfechten geweſen/ ſondern daß es ſich in der That und Warheit alſo verhalten. Hiervon wir dann zudie⸗ ſem mal auß verleſenem Text reden wollen: Damit es aber ohne Frucht nicht abgehe/ ſo ſeufftzet zuvor mit mir alſo: Ich butt HErr auß Hertzen Grund/ du wollſt nicht von mir nehmen/ dein heiliges Wort auß meinem Mund/ ſondern deinen Gnaden Geiſ geben/ und verleihen/ auf daß wir auf dißmal alſo lehren/ reden und handeln moͤgen /daß es gereiche dir zu Ehren/ und dann auch zuun⸗ 5 Seelen Heyl und Seligkeit/ umb C Hriſtus JEſus willen Amen. TRACTATIO. Jnommenes belangend/ haben wir zubezrachten/ veram do. SGlrum teſtiſicationem, wie ernſilich und mit beſtaͤndiger Warheit es der David betheuten thue/ daß es mit ſeiner hertzens⸗ und Gewiſſens⸗Angſt wegen der Suͤnde kein Spiegelfechten ge⸗ weſen/ ſondern in der That und Warheit ſich alſo verhalten/ ſo 1. Membrum. Text. Herr fuͤr dir iſt elc. Glaſſ. Phil. ſac. J.2. part. 2.d. in Orate Me veriret er ſolches und betheutet es b . Per Deum altiſimum, Durch den waren groſſen GOlt) ſagend: HErr/ fuͤr dir iſt all mein Begierde/ und mein Seuff⸗ tzen iſt dir nicht verborgen. HErr ſſpricht er/ in ſeiner Spta⸗ che lautets 2nai, welcher Name eigendlich G Ott zukoͤmmt und bedeutet einen ſolchen HErrn/ welchen omnium rerum abſölutus Deminas, das iſi/ welcher ein HErr aller Herren/ und tinge ) 5 Eliebte und außwehlte Freunde in C Hriſto/ unſet vorge⸗ tigaberKeni im Ern!d Fedanezlod Pabbehen⸗ Indſind Ae ua Nectghän öhnen udzu n nichtwend hälen ſen nach deroͤng duch in ache venden/ qlszu waltigſte undm iſß ſo lange erh were unddarun daween Welt Rdaundeghi thesiſaneuf che ſchrae Se dir unuaborga den der Gaͤnde Nht winſzunten daben aſſen. „Bo weſe Aackennen 1 he —— =— — *—— 8 n Mar temds df ri afinau gn rredrakſen ut t agn Mehd K CTXTIO raͤcr Frrane W * 3 ——“ ——— 2—— ₰ f 74 —— — uͤber den 3. Pſalm. 227 nig aller Königen/ wie er alſo genand wird/.Zin.6. Einen ſol⸗Ling. Heb. chen HErrn/ der da iſt fiR ais /ufltentaculum ſeufulerum, das necel.&util. Fundament oder Grund/ darauff alle andere Dinge in der gantzen Pag. 516. Welt beruhen; Einen ſolchen HErrn/ darinn wir leben/ weben und ſind/ A42. 17. Einen ſolchen HErrn/ darauff die Frommen Act. 7. v.8. und Rechtglaͤubigen ſich in ihrem Jammer/ Truͤbſal und Elend zu b ſooͤhnen und zu gruͤnden/ und gewiß ſeyn koͤnnen/ wie ſie vom Sa⸗ tan nicht werden uͤberwunden werden/ weil auch die Pforten der Hoͤllen ſie nicht ſollen uͤberwaͤltigen/ Maurh. 6. Wil dem⸗Matt 6.v. g nach deroͤnigliche Prophet David ſo viel ſagen: Wo ſol ich mich doch in ſolcher meiner Hertzens⸗ und Gewiſſens⸗Angſt ſonſi hHin⸗ wenden/ als zu dir meinem HErrn derdu biſi der allerhoͤchſte/ ge⸗ waltigſte und maͤchtigſie/ in welchem ich lebe und bin/ der du mich biß ſo lange erhalten/ ſonſien ich ſchon laͤngſt zu ſcheitern gangen were/ und darumb auch vor dir alle meine Begierde/ ich bgehre auf der weiten Welt nichts mehr/ als nur deine Huld/ Gunſt und Gna⸗ deund ein ruhiges Gewiſſen/ daſſelbe iſt mein Begehren/ und ſol⸗ ches iſt anteꝛe fuͤr dir/ du weiſt es es iſi dir bekandt/ und wie man⸗ che ſchwere Seufftzer ich deßwegen an dich abgehen laſſe/ das iſt dir unverborgen und derwegen ſo muß es in Warheit mit mir we⸗ gen der Suͤnden einen ſchweren Zuſtand haben/ darinn du mich nicht wirſt untergehen/ vielweniger drinn ewiglich ſterben und ver⸗ derben laſſen. Bey welchem erſten Punct wir zum Nutz unterſchiedliches USlls. zu erkennen 1. bey dem Namen Aouai. Wie mancherley Na⸗ Dema men unſers GOttes ſeyn/ ſo ihm in heiliger Sprachen ge⸗ en unſers geben werde. Er wird genand. JẽHon wie ihn der David Gottes/ ſo in zum Anfang dieſes Pſalms alſo genennet dann er ſaget F5OA H. Sprache Herr ſiraffe mich nicht in deinem Zorn: Vnd bedeutel dieſer Na⸗ zu finden. me den wahren weſentlichen GOtt/ welcher keiner Creatur zu Gerh. L. Th. kommt.(2.) Wird er genand Jab welcher ein zuſammen gezoge⸗ tom. j. de Na nem Name auß dem itztgedachten ᷑ on A, und auch nur allein tura Dei p. dem wahren G Htt zngeuignetn Wereens hezeuseundi 224.§.2 4. p beyde 2 4 ¹ 4 t .—— “ 4 6 8 1 Ee 5„ 3 „ IHeror. in piſt. ad Mar ineſabilem, den unausſprechlichen G Ott/ Jab Deum inviſchi. Sap. 26.Eſa. 298 Die vierdte Predigt beyde Namen alſo unterſcheidet/ daß Frᷣuion n bedeute Deum welcher Name herkommt von der Staͤrcke/ im Grlechiſchen vez⸗ und alſo heiſſe ein ſtarcker G Ott.(4.) Er wird in ſeiner Spra⸗ chen genant oN Eloah, welches eigentlich bedeutet poreaten Judiciariam, eine gerichtliche Gewalt/ und dieſer Name nicht al⸗ lein G Ott dem HErrn/ ſondern auch den Engeln und Menſthen/ ſa auch den Nolis oder Goͤtzen zugeeignet wird,(§.) dnihn Elobim inplurali numeror anzuzeigen die Vielheit de Perſonen in dem einigen Goͤttlichen Weſen.(6.) Fuͤhret er den Namen wie auch allhier im Text/ und witd genant aR Adonai oder e Adon welches Wort herkommt vom ſa8 2Aen, welches ſo viel heiſſet/ wie wir ſchon gehoͤret/ als Baſus fundamentum ſeu fulerum, em Grund und Fundament darauff alle andere Dinge in dergan⸗ tzen weiten Welt beſtehen.(¶1„ Wird er genant u Sebadaan und heiſſet obnſtus& ſuſnciens ad omnia perpetranda, det da vollmaͤchtig iſt alles zu chun/ welchen Namen etliche herfuͤhren nicht allein von dem Hai ſuyücientia und Relativo:& daß 6i ſo viel heiſſe als auaeuae ſbi ſuſuriens der da voller Gnuͤge/ odes ihm ſelber gnug/ ſondem auch 4 0 Sobad, welches ſo viel heiſſt als eine Bruſt: Gleich wie eine Mutter mit ihren Bruͤſten ein lunges Kindiein ſeuget/ erhaͤlt und ernaͤhret: Alſo auch G Ott der HErr uns mi ſeiner Gute und Gnade erhalten thut: Oder aber wie es etliche herfuͤhren von dem mi Schadaa welches bedeutetun uns verſune permeaus, alles gantz durch und dutch gehen/ wie dann G Ott der Hrr durch alles gehet/ alles durchwandelt und dutch⸗ ſihet.(s.) Hat er den Namen iroy Ehon, heiſſt ein hohet und erhabener.(9.) Heiſſt er auch in ſeiner Sprachen Ran um Jebova, Zebaoth der HErr der Heerſcharen/ damit ſein Reich an⸗ gedeutet wird/ welches er beydes hienieden aꝛif Erden und dort dro⸗ den im Himmel fuͤhret. Hieronmus ſetzet noch hinzu den Namen D BLejeb, welcher bedeutet das unwandelbare Weſen 9 3. — 16 1e ctrdiſſe Anu degu Wann! u Epuchen chen bupbali darbch ſe der ncht und wo en/ daund der Bibehund gion undGe Dauumy auch Kche anrichte p ſihet munda Ao daß Neben. Dad Ra datan caj kuad Graſcne chen. Nhiiypu ſen/ und ijda meiſter beh ſtey dani hat ihi. Lauf desellge Dahalben or. nie ſolcher Sche nige aaten a nnervulSgr üi deey Hetz ft aam ehn/ vanne dei ahuemte veſdand Jern a wemh 85 geſtunden 7 umnda 8e el 1is S4S fudarn 1 mdauſckuda zd Dagnn 1 — à' Auc, Whn en, vate Nan 2 xuu n Ac E 4 frudautt hau aach4 7 44ℳ1, dit uͤber den 38. Pſalm. 2½ tes/ oder deſſen warhaffte Verhelſſung/ vornemlich aber und uaf 2οxναα die Zukunfft des ewigen Sohns G. Ottes im Fleiſch⸗ Wann demnach ein ieder Titul und Name G Ottes in ſei⸗ ner Sprachen/ wie auch anders vielmehr darinn/ ſeinen ſonderli⸗ chen Empbaſin und Nachdruck hat/ als thun die Studirenden/ ſon⸗ derlich ſo dermgleins in Kirchen und Schulen dienen wollen/ gar recht und wol daß ſie ſich auf die Grund⸗und Haͤupt⸗S prachen legen/ dann dieſelbe zu ſo viel deſto beſſern Verſtand des Textes in der Bibel und alſo auch zu Erhaltung und rꝙpagation reiner Re⸗ ligion und Gottesdienſtes ſehr dienlichen und hoͤchſt noͤthig ſeyn⸗ Darumb auch wann der liebe G Ott etwa an einem Ort ſeine Kirche anrichten/ und das Liecht des Evangelii anzuͤnden wollen/ ſo ſihet man daß die Sprachen mit Gewalt angangen ſeyn. Als daß wir nur bey unſerm Exempel Deutſchlandes ver⸗ bleiben: Da das ſelige Liecht des Evangeli ſolte angeſteckt wer⸗ den da kam Caonio und machte die Hebreiſche in Deutſchland be⸗ kandt. Eraſmus that viel bey Griechiſcher und Lateiniſcher Spra⸗ chen. Philippus Mel, that auch viel hey den S prachen und Kuͤn⸗ ſien/ und iſt darumb ommunus Præceptor ein allgemetner Schul⸗ meiſter bey freyen Kuͤnſten und Sprachen genandt worden. Vnd damit hat ihm der heilige Geiſt ſo eine Bahne bereitet/ damit der Lauff des heiligen Evangelii deſto ſchneller moͤchte vor ſich gehen. Derhalben wir auch recht thun/ wann wir uns darob bemuͤhen/ wie ſolcher Schatz und Gabe der Kuͤnſte und Sprachen bey uns moͤge erhalten werden. Es iſt traun einem ein groſſer Ruhm/ wann er viel Sprachen und Kuͤnſte weiß. Ennius hat ſich beruͤhmt/ er haͤtte drey Hertzen/ darumb/ daß er drey Sprachen gewuſt/ die Lateiniſche/ Aegyptiſche und Griechiſche. Vielmehr wird es ruͤhm⸗ lich ſeyn/ wann einer die Hauptr Sprachen der heiligen Schrifft weißch/ als nemlich die Hebraiſche/ Griechiſche und Lateiniſche/ wie ſie dann dem HErrn CHriſto am Creutz zu ſeinem Haͤupt und Ehren geſtanden, ob. 19. Vnd zwar die Hebreiſche Sprach zu wiſe Joh. 15 20, ſen wegen des A. Teſtaments/ well daſſelbe originaltter in Hebrai⸗ Pyöj ſcher 1 — e 4 3 4 4„* Der Menſch hat unter⸗ ſchledliche Begierde. faͤllig. 300 Die vierdte Predigt ſcher Sprach zu finden: Die Griechiſche wegen des Neuen Te⸗ ſtamentes/ dann die Apoſtel haben Griechiſch geſchrieben. Die Lateiniſche umb der Altvaͤter und Kirchenlehrer willen’ die in die⸗ ſer Sprachen viel nuͤtzliches geſchrieben. Kan einer nun meht Sprachen ſtudiren und lernen/ ſo ſind ſie ihm deſto mehr ruͤhmli⸗ cher und dienlicher/ wie dann der⸗pꝛpbanius reia⁴‿π˙. Fünſ⸗ zungig genandt wird/ darumb daß er fuͤnff Sprachen gewuſt. 2. Wann Koͤnig David ſaget: Für dir iſt alle mein Begierde: Merclen wir zum Nutz: Wie unterſchiedlich? Be⸗ gierde bey einem Menſchen/ und was der David fuͤr ein Begierde allhier gehabt. Menſchen 1. Concupiſcentia carnalu, einit fleiſchliche Begierde/ Arges gedencket in ſeinem Hertzen/ und etwas begehret das ihm nicht gebuͤhret/ da mancher eines frembden Thun wil an ſich brin⸗ gen/ welches zwar an ihm ſelbſt gut/ aber durch unordentliche Be⸗ Zum Exyempel: Wer eine Jungfran oder Witwe begehret zur Ehe/ der hat keine boͤſe Begierde/ wie dann Paulus der Apoſtel ſaget: Es iſt beſſer freyen als Brunſt ley⸗ Ehebruch/ ꝛc. der begehet groſſe Suͤnde/ und das ſind pra yæ cupi- ditates, oder boͤſe Begierden. Alſo Hauß/ Hoff begehren/ ſſt kei⸗ ne Sunde/ aber einem ohne und wider ſeinen Willen abdringen/ ſub ſpecie ret an ſich bringen/ das iſt boͤſe und ſtraͤfflich vorG Htt. O wie iſt dieſe boͤſe Begierde bey vielen ſo gemein in ihren Sinn und Gedancken! Es pruͤfe ſich ein jeglicher ſelber/ und gilt nicht daß mans entſchuldigen wil mit dieſem: Cogitationum pænuas ne- we Lasur, Gedancken ſind zollfrey/ das iſt war vor weltlichen Gerichten da ſind ſie verborgen/ drumb kan nicht uͤber ſie nach Recht geſprochen und exog viret werden: Aber vor GOcꝛ& dem HNrrn/ welcher iſt ein Hertzenkuͤndiger/ iſts Sunde und Straff⸗ Ott richtet nicht nur nach denaͤuſſerlichen Wercken/ ſondern nach dem Hertzen/ und wie das Hertz iſt gut und boͤſe/ ſo wird der Menſch von GOtt geacheet. * Fnde Bagürde bein ſthonn ſonder hihunger um wann er teulih Feperadendund Nuncch rach und Begindeiſ StudkeſozuEr ſyn. Dannohe volle tzmt dannt tung begehnnun negonnen /iymd denandenn ſpeiſen ſageten alcerir da Hen hyrigu mandde Inger Sounh ueſ Quurglibnme diüien. Dau Sabhath verotone nnhſich datbey der Tslebes indergy Alh in ewigen Rnats Klänoddan mGOtt hiiten. 4 undtn m Watn Pet Dam m mn e ranas feren eiun dit d ga tenutan e dunernt: M Kda ze tre H b uͤber den 38. Pſalm. 0 2. Findet ſich Concupiſcentia Naturalis, die naturliche Begierde/ ſo einem Menſchen nicht angeflohen/ noch ihme ange⸗ ſchworen/ ſondern ihm angebohren iſt. Als daß ein Menſch/ wann ihm hungert und durſtet/ Speiſe und Tranck zu haben begehret/ wann er treulich und fleiſſig gearbeit und ſich abgemattet/ den Feyerabend und ſeine Ruhe begehret: Wann ein krancker matter Menſch nach ſeiner Geſundheit Berlangen traͤget: Dieſe Luſt und Begierde iſt nicht wider GO/ dann diß ſind alles ſolche Stuͤcke/ ſo zu Erhaltung des menſchlichen Lebens hoch von noͤthen ſeyn. Dann ohne Speiſe und Tranck kan niemand leben/ GOitt 1 wolle thm dann wunderlich erhaltenr. Darumb ſoll ein iedes Nah⸗ rung begehꝛen und genieſſen/ einer dem andern ſeine Nahrung ger⸗ ne goͤnnen/ ihm dieſelbe nieht auß den Haͤnden reiſſen/ auch einer den andern ſpeiſen und nicht in ſich ſelbſt erſterben laſſen. Dann ſaget ein alter Kirchen⸗Lehrer: Si non paviſti, occiaiſti, und wil es der HErr C Hriſtus am Juͤngſten Tage wiſſen zu ruͤhmen/ ſo ie mand die Hungerigen geſpeiſet/ die Durſtiget getraͤncket/ Maut. 2r. fatth. 25. So uuch Ruße ſoll ein jedes ſuchen/ dann vod careralternaà re- v 35,36. gpie durabile nonest. Was keine Ruhe hat/ das kan nicht lange b beſiehen. Darumb dann G. Ott zur Ruhe die Nacht/ item den Sabbath verordnet/ daß man allerhand Arbeit laſſe und außruhe/ und ſich darbey der Ruhe der Seelen in G Ottes Hand/ der Ruhe a des Leibes in der Mutter Schos der Erden/ und dann der ewigen Ruh im ewigen Leben erinnern ſolle. Auch iſt die Geſundheit ein edles Kleinod/ darnach moͤgen wir Luſt tragen/ ſie begehren und von G Ott bitten. 3. Iſt Concupiſceutia Spiritualu, eine geiſtliche Begier⸗ de/ ſo erwecket der werthe Heilige Geiſt in den Hertzen der Wieder⸗ ggebohrnen/ daß ſie geluͤſtet und begehren wider das Fleiſch/ wie Paulus lehret/ Gal s. Daß ſie toͤdten die Geſcheffte des Fleiſches/ Sal va?⸗ ſo die Seele toͤdtet/ und verbringen die Wercke des Geiſtes. Eine ſolche geiſtliche Begierde dann gehabt/ alhier der Koͤnig und Pro⸗ phet David/ da er ſaget: Fuͤr dir iſt alle mein Begierde/ und Pp iin es auch 382 Die vierdte Predigt Fal. 42., v². es auch zu vernehmen gibt im 42. Pſalm/ mit dieſem da er ſagt; Wie der Hirſch ſchreyet nach friſchem Waſſer/ ſo ſchreyet meine Seele GOTT zu Dir/ meine Seele duͤrſtet nach GOtt/ nach dem lebendigen G Ott/ wann werde ich dahin kommen/ daß ich GOTtes Angeſicht ſchaue? Eine ſolche Sen, zꝛ.v.*7. geiſtliche Begierde hatte auch der ringende Jacob/ Gen. z2, da ſpricht: Ich laſſe dich nicht HErr/ du ſegneſt mich dann. Den Prophet Elias/ welcher ein ſolches begehret: Juſpcit Damins tole animam meam, HErr es iſt genug/ nim nur meine Seele 1.Reg.*9. v.5 hinweg/ 1. Reg.*„. Wie dann auch der Apoſtel Paulus/ der da begehret auffgeloͤſet/ und bey ſeinem HErrn Chriſto zu Phil..v. 23. ſeyn/ 2⁶. Solche geiſtliche Begierde hat auch bey ſich be⸗ funden Auguſtinus wann er ſagt: Soid Calum, qvuid terras ipſum Creatorem Caeli& terræ defidero. Was Himmel/ was Erde? Ich begehre den Schoͤpffer Himmels und der Erden; Der Bernbardus wann er ſpricht; Cor meum ardeſcar, omnu Pſ.7*, 25,26 creaturæa vileſcat. ſolus creator dalceſcat, das iſt/ wie im 73 P ſalm es lautet/ wann ich H Err dich habe/ ſo frage ich nichts nach Himmel und Erden; Die Mutter des Auguſtini wann ſie auß⸗ geruffen: Erolemus, evolemus, das iſt/ wie wir mit der Chriſili chen Kirchen ſingen: Eya weren wir da! Das ſind gute Begier⸗ de/ und wol denen/ und uͤberwol denen bey welchen ſolche Begier⸗ den im Leben und Sterben ſich finden laſſen: Dann der HᷣErr b thut was die Gottsfuͤrchtigen begehren/ und erhoͤret ihr Pſ. 145. v. 9. Schreyen/ 145. Pſalm. b Wir haben auch anzumercken(3) bey dem da Koͤnig Da⸗ vid ſaget: Mein Seufftzen iſt dir nicht verborgen; Einen ſonderbaren Troſt/ daß nicht nur unſer Gebet und Stimme/ ſon⸗ dern auch alle unſere Sinne und innerliche Gedancken/ ſampt den Seuffzen vor G Ott kommen/ und ihm nicht verborgen bleiben. Inſonderheit wanns ſo weit mit uns kommt/ daß wir in hoͤchſter Anfechtung nicht reden koͤnnen/ oder wanns andie lente Zaͤge ge⸗ het/ daß uns vergehet all unſer Geſicht/ und unſere hre borticht al fir Angſt ha aihauch ünſeri Geuffsen dem II Bee anheit wie gender üͤnde Autam orauſ Hertzenw, dabe Gleichnuͤs von wil/ ſo zttert da und das Nirh be tert wannsaußlo bon den noch ſcht daſe David zu Chrcasdefn gten iud geas lndens vaſ Wrakann th ſein ,erg ſo daher gee o ſaſtget: Mein Keſchmerziche icſih: Swcl ra Juns dlem h Scherie hun a ſorcht;( ht 4 reæur Aurfs uu a trdedden ſfe H Deenae Wwſ te. Es darf aber niemand unter uns gedencken, ich habe ſo ' ber den 33. Pfaliux zaz hoͤren nicht/ auch unſere Zunge nicht mehr ſpricht/ und uns fuͤr Angſt das Hertz zerbricht/ ſo ſey diß unſer hoͤchſter Troſt/ daß auch unſer innerliche Andacht junſere Sinne/ Gedandenund Seufftzen dem lieben G Ott unverholen feyn/ au sno. Eſal. 39. r.x. 71. Bezeuget Koͤnig David mit Ernſt und beſtaͤndiger II. Warheit/ wie es mit ſeiner Hertzens⸗ und Gewiſſens⸗Angſt we⸗ Membrum. gen der Suͤnde kein geringes geweſen/ wann er gibt zu vernehmen Matum cordis ſui pebementiſtimum, die hefftige Bewegung ſeines Tert Hertzene/ davon er alſo meldet: Mein Hertz bebet. Iſt ein Mein Herz Gleichnuͤß von einem Sterbenden: Wann ein Menſch ſterben heher. wil/ ſo zittert das Hertz/ wann die Geiſterlein des Lebens brechen/ und das Hertz verlaſſen wollen/ und das Hertz wie ein Lſecht zit⸗ tert/ wanns außloͤſchen wit ſſo zittert das Hertz/ und wird beweget/ von den noch ſchwachen Geiſterlein des Lebens. Worin dann der liebe David zugleich allhier traͤget ein Vorbild des HE RRN C Hriſti/ ais deſſen Hertz viel hefftiger umb unſere Suͤnde gebebet/ gezittert und gezaget/ davon zu anderer Zeit auß der Hiſtoria des Leidens CHriſti gehoͤret wird. b Wir erkennen inſonderheit zum Nutz hierbey/ weil dem Da⸗ UIsS Us, old ſein Hertz ſo gebebet/ wie ſchmertzlich und aͤngſtiglich es Die rechte daher gehe/ wo die Suͤnde recht erkandt wird. David all⸗ Erkentnuͤß hier ſaget: Mein Hertz bebet: Das muß fuͤrwar eine ſchreckli⸗ der Suͤnden che ſchmertzliche Hertzens⸗Angſt geweſen ſeyn: Welche auch macht groſſe empfunden ſene groſſe Suͤnderinne/ Luc. 7. die wuſte fuͤr groſſer? ngli. Angſi des Hertzens nicht wo ſie bleiben ſolte/ ſondern lieff dem Luc.7. v.z2. HEryn JEſu nach/ biß in des Phariſeers Hauß hinein/ ſie ſchaͤ⸗ mete ſich nicht fuͤr allen Menſchen nieder zu fallen/ vergoß ſo viel Thraͤnen/ daß ſie des HErrn Fuͤſſe damit netzete/ und truclnete ſie wieder mit den Haaren ihres Haͤupts/ und ließ ſehimpfflich von ſich urtheilen. Were auch wol durch ein Feuer hindurch gelauf⸗ fen/ nur daß ſie haͤtte loß werden koͤnnen der Pein/ Angſt unt Mar⸗ ter ihtes betruͤbten Hertzens/ die ſie von wegen ihrer Suͤnden fuͤh⸗ oͤffent⸗ 8— 2„. 8* Pee 20⁰4 Die vierdte Predigt oöffentlich und groͤblich wie dieſe Leute nicht geſuͤndiget ich binkein Moͤrder und Ehebrecher geweſen/ wie David/ und habe den Huren⸗ Teuffel mich nicht reiten laſſen/ wie Maria Magdalena. Dañ oh ſchon ein ieder /der keines dergleichẽ aͤuſſerlich geihan/ O Ott ſchu⸗⸗ dig iſt von Hertzen zu dancken/ daß Er ihn gnaͤdiglich dafuͤr behͦ⸗ tet/ ſo muß man doch nicht fuͤrnemlich darauff ſehen/ was oder wie wenig man fur einen andern geſuͤndiget/ ſondern bedencken/ wen man mit feinen Suͤnden ſie ſeyn groß oder klein/ innerlich oden aͤuſſerlich begangen/ erzuͤrnet habe. In dem Fall kommen und ſtimmen wir alle mit einander uͤberein. Dann ſihe/ mein Menſch wider wen hat David geſuͤndiget? Traun wider G Ott. Wi⸗ der wen hat Maria Magdalena geſuͤndiget: Wider GOãT. Wider wen haſtu geſuͤndiget? Auch wider GOtt. Drumb ſſ es ein G Ott/ wider den wir alle ſuͤndigen⸗ Weil aber GOa der HErr bas hoͤchſte Gut iſt/ der uns Menſchen taͤglich und au⸗ genblicklich unaußſprechlich viel Gutes erzeiget/ und beweiſet/ und iemand vergreifft ſich durch Suͤnde an dieſem hoͤchſten Gut/ ſo hat er ja billich Vrſach ſolches zum hoͤchſten zu beweinen. Vmd muß derwegen ein ieder gedenckenſer erzuͤrne G Ott/ wie wenig auch ſuͤndige/ ſeinem Beduͤncken nach und ſoll ſich nur nicht allenn das kraͤncken laſſen/ daß er den Himmel verſchertzet/ und die Höͤll verdienet von rechtswegen/ ſondern das ſoll er/ wann es muͤglich were/ mit blutigen Thraͤnen ſchmertzlich beweinen/ daß er ſeinen G Ott das hoͤchſte Gut beleidiget habe/ und ihm dieſe Gedancken machen: Ach wie kraͤncket mich das ſehr /daß ich meinen frommmen G Ott ſo ſchaͤndlich und boͤßlich erzuͤrnet habe/ der mich nach ſei⸗ nem Bild erſchaffen/ durch das theure Blut ſeines Sohnes ell⸗ ſet/ durch den werthen Heiligen Geiſt erleuchtet/ der mich ſo lange erhalten beſchutzet/ und mir noch ſo viel herrlicher Verheiſſungen thut von ſo vortrefflichen Guͤtern/ derer ich hier zeitlich und donn ewiglich zu genieſſen. Denſelben Glt und Hrrn habe ich mit meinen Suͤnden erzuͤrnet/ Ach wie kan ich das in meinem Ge⸗ wiſſen immer und ewiglich verantworten? So that ihm der ver⸗ ſohrne b — unSehn der derworden/ und Adas giengen maleſeheſzen hetrubet hattelut dinmelundf Sohnheiſſen Luar. Soſoll fen num laſſen Saͤnden erzuͤrn Nbetruͤbet wird/ mehter umyeſe the Frrche ſint nn wan ſieieS dewuſt aus der.h und Jdedes We ohne gehͤhnenden auch der D ſachen ner Suͤnde wille das tgut munder ſatlich darͤber! mnewigen Gut/ un. Etrn beſſer dechenſch aus i ſen di m e 6 —5 1 5 otden/ xfärdigr 4* am das undh⸗ ſu ſem 11 4. all gien hat zui 6 betruͤ erſet ge te all naahe da 4 knin ehrſten ihm eſeine eauen Im in imm hatte das zum ii cSha reige de n 7 hn und fi ſpr uffze en und men fie c.II. vnieen Piire zn— 5b Keungem hinee Auünd Halet weſene Leeprufhiſ n A deb nden aſſen wire ichnt fort hab daß chme ndern ſtn 1 ebet enet 4 ld a ur nich iß er ſei rtztei uiſ du. me tuͤbe zuͤrnel aß Lauxh als ei icht geſtin inen ihm 4 n An c hr er t wir thab ir G ngrei inen wertt dige Va — 2 rrrrerdern nrenaer 15 Einn Vieee damit wer⸗ ern ndes u agels deit Sene bin aaf ali reerdana ieeeet 5 beuuſe an Phner⸗ Danimac 3 0 Ju de traff ch die ka taffe ege en B rtzlic lrn 4 Pehden en G Beawene 4 wegen ihe buee tuc. — Beeren e a em nt En das th aDeſarhen Vmerſe Veteehe Saau hutee w ubin a— ſanhen hab ſcheßd mmn 5P enma indli 3 beni Eeeeade Kd n d me räher be vialich tu theen zu 8/de ie 29— den wige iber enſe glich undt en echt es uns — 9 85 ba äeee.. * 2 5 Blur enenen eeree 25 ee Ledee eap 19 ngr abe ch ſei er/ GO an ſeyn/ er von ann aber 1 d K ei r zu ine ei al gen ſ on C er — we nnsdenet raumf ange d0440 dene tene e ne, Nn ſacht/ enwiteuſt uaſan Luſt Lehen und tt deamn es Düroſ⸗ 1 46g a* dem e und i pinne leiner erſchri nd Freut der d die Llcheoc 44 4— m G feind viel bi mn Gchde Tod uͤnd thut 15 gr eG Lebe egen ſeyn illig añ ih eeeee G eſin 1I ſte n n ha theil nund er fuͤr m de eben eich d. Phel. 7 6 d deſ dern ae 4 aumm nhas- 8 ogar/d widri Aebud ls die d den erſe 4 Tode aß a gen wie C mehr en T hꝛeck 4 uchd heil GO G.O odt en/ er H die S tt das ver b oll Suͤ das tlieb ur⸗ en G nde hoͤ en/1 lut das h chſte u in gewiß hoͤchſt und hnich und taͤr⸗ Penehag r den 8. Pſal um. Q 4 b ger fte S ohn„, der lag licht ſo ſehr daruͤb er/ daß er ett⸗ Num. J. v. 26 E zos Diee vlerdte Predigt ger ſeyn kan/ alldieweil mehr boͤſes in der Sunde aſs in der Hoͤllen iſt. Dann die Hoͤlle koͤnte keinen brennen/ wañ ſie nicht die Sun⸗ de zuvor haͤtte angeſtecket Wer wolte ſich daũ nicht uͤber der Suͤn⸗ den zum hoͤchſten betruͤben/ Man bedencke doch/ wann einer einen Finger ins Feuer ſtecket/ wie hefftig ihn der Brand ſchmertzer MNas wil dann geſchehen/ wann einen die Suͤnde ins hoͤlliſche Feuer verſencket/ gegen welchem unſer irꝛdiſches uñ vergaͤngliches Hand⸗ Feuer nur gleichſam als ein gemahltes Feuer gea chiet wird Dm muß bey Reu und Leyd allezeit ein betkuͤbtes Hertz und bitterer Schmertz gefunden werden. Das hat G Ott der HErr imalten Teſtament artlich vorgebildet/ in dem er befohlen/ die Iſraeliten ſolten zwar bey allen Opffern Oel und Weyrauch gebrauchen/ das Oel bedeutet die Freude/ der Weyrauch die Liebligket zum ifer⸗Opffer aber allein ſolten ſie derer keines nehmen/ Num.. Mit demſelben gienge es ſo zu: Wannein Juͤdiſcher Mann mi ſeinem Weibe eiferte/ und in dem Waßhn ſtund/ daß ſie etwaan hn veuloß und bruͤchig worden waͤre ſo muſte man das Weib fuͤrden Prieſter ſiellen/ derſelbe hatte ein ſonderbares Fluchwaſſer zugerich⸗ ket mit dem traͤncket er das Weib/ und zuͤndete das gehoͤrliche Ei⸗ fer⸗Opffer an/ doch ohne Oel und Weyrauch: War nun das Weib ſchuldig/ ſo traff ſie der Fluch G Ottes/ daß ſie allmehlich zuſehendes anfieng zu verdorren/ war ſie aber unſchuldig/ ſo ſchade⸗ ke ihr das Waſſer nichts. Damit iſt in geheimen Verſand ange⸗ zeiget worden/ daß/ weil wir offt meyneidig und bruͤchig werden an unſern HErrn G Ott/ wir in dem Eifer⸗Opffer der Buſſe zut Zeit der Verſuͤhnung weder Oel noch Weyrauch/ das iſt/ nichts froͤllches noch liebliches/ ſondern allein ein betruͤbten Geiſt mitbtin⸗ Jer. 9. vax gen ſollen/ und mit Jeremia ſeuffzen⸗Ach daß ich Waſſers gnug Pfal. /I. haͤtte in meinem aͤupt/ und meine Augen Thraͤnenquelen weren/ daß ich Tag und Nacht beweinen mochte/ meine *h. Suͤnde. Dann die Opffer die GOtt gefallen/ ſind ein ge⸗ angſter Geiſt/ ein geaͤngſtes und zerſchlagenes Hertz kan und wil er nicht verachten/ laut ſeiner ſelbſt eigenen troͤſilichen Pet⸗ daßſſg dtochnes Get Pekt. 1 III. Da ins vnd Ghew Säͤnden wige uns füsſteltt bon alen Kaͤf Kaſen. Wllſ Loib nicht ande Nuuſt und Sa hotden. Darhey i und Noth memg leraß das veche (sazondzerzef deſertunen guti Aruit farh ber Javaſſic⸗ tzut/ uno nicht und wie ſammer lAuchie Spjeſſe hann tuns nch ſhm Geſtat and Pallen geſchaß Dite/ und hahe dic/ voll un ſihſonſen inden be 1d/ ndmadiſ den fen Odu Dai Hin c mn sth dn uieot 2 Derheiſſung Na. s. 3 ndder brochenes Geiſtes iſt/ und der ſich fürchtet fuͤr meinem Wort. laſſen. Wil ſagen/ mein Leben iſt faſt gar abgezehret/ und mein worden. 9 Waeiblein geſchahe/ und ſich ſtellet als ſey es gar auß mit ſeiner Matth. 15. uͤber den 8. Pſalm. 307 Ich ſehe an den Elenden und der zer⸗ Ela 66.,„,2. 111 Daßes kein Spiegelfechten geweſen ſey mit derer⸗ 111. tzens⸗ und Gewiſſens⸗Angſt/ ſo der Koͤnig David wegen ſeiner Membrum⸗ Ounden außgeſtanden/ als bezeuget ers auch hiermit/ wann er uns fuͤrſtellet und zeiget Conpus ſaum debilſtimum ſeinen Leib ſo von allen Kraͤfften/ dann ſagt er: Meine Krafft hat mich ver⸗ Textus. Meine Kraft Leib nicht anders wie ein Scheid Holtz wegen der Traurigkeit haanich ver⸗ Angſt und Schmertzen/ dadurch er abgemattet und verzehret Darbey wir zu erkennen 1. welches ſey die groͤſſte Angſt Usus. uund Noth/ nemlich die innerliche Hertzens⸗Angſt. Dann diß iſt Die groſſe allererſt das rechte hohe und allen Schein⸗Chriſten unbekandte Angſt und CTreutz/ und der hefftige aroxiſmus oder Straus/ welchen die Alten Noth. deſertionem gratie genennet haben/ wann der HErr ſein gnaͤdig Antlitz fuͤr uns verbirget/ und ſich mit ſeiner Huͤlff und Rettung uber Zuverſicht a6cr:ret/ und gleich die Augen und Ohren zu thut/ und nicht fort drauff mercken wil/ wie uͤbel es uns gehet/ und wie jaͤmmerlich wir ſeuffzen und flehen/ ſondern uns wedlich durch die Spieſſe lauffen laͤſſet/ ehe er uns zu ſteurkommt. Oder wann er uns nicht freundlich/ ſondern in einer frembden und feind⸗ lichen Geſtalt anblicket/ wie dem lieben Jacob und Cananeiſchen Gen. 12. Guͤte/ und habe vergeſſen gnaͤdig zu ſeyn/ er ſey unſer zorniger lal. 22. Richter/ wolle uns mit ſeinen Donner⸗Keilen und Zorn⸗Pfeilen wegen unſer Suͤnde immer und ewig von ſeinen Augen in Ab⸗ grund der Hoͤllen zu alle Teuffeln verſtoſſen. Oder aber wann er ſich ſonſten in den bedraͤngten und bekuͤmmerten Hertzen durch kei⸗ nen Troſt noch Staͤrekung finden laͤſſt/ da dañ der hoͤlliſche Scha⸗ b denfroh nicht feyret/ uns als eine hangende Wand und zuriſſene Pſal. 6s. Mauer vollend zu faͤllen/ und umbzuſtoſſen/ und alles Goͤttlichen Troſtes zu berauben. Qah Wer 30g Die vierdte Predigt Wer ſolch innerlich und geiſtlich Leyden fuͤhlet und empfin⸗ det/ der kommt recht in Angſt eines gebaͤrenden Weibes/ und ſitzet Jer. 2. v. 33. dem Satan auf ſeinem peinlichen Siebe/ die Baͤche Belial/ und Las eJ1. Höllen⸗Glut gehen biß an ſeine Seele/ und des Satans Engel 1Cor 12. v.) ſchlaͤget ihn mit Faͤuſten/ und ſihetfuͤr groſſem Heitzenswehe 49 b ner todten Leiche aͤhnlicher/ dann einem lebendigen Menſchen. Prov. 14. v. Sintemal es iſt kein Wehe ſo groß als Hertzenleyd/ ann wann 10.& 15.v z. das Hertz inwendig traurig iſt/ ſo hulff keine aͤuſſerliche Freude: BVnd faͤllet auch der Muth. Ja es vergehet einem ſolchen beirab⸗ ten Menſchen Eſſen und Trincken/ Raſten/ Schlaffen/ Wiz/ Verſtand/ und ein einig Stuͤndlem wird ihm offt ſo langweili/ als ſonſt ein gantz Jahr/ wird matt und krancl druͤber/ daß ihm alle Kraͤffte des Leibes vergehen wollen. Der liebe David weiß einem von dieſem geiſtlichen Leyden allhier wol ein Liedlein zu ſingen/ derhalben ſagt und klagt er: Meine Krafft hat mich verlaſſen. Job.4, vr. Ind der vielgeplagte Hiob hats imgleichen wol geſchmeckt dact ſpricht: Die Pfeile des All naͤchtigen ſtecken in mir/ derſel⸗ .. ben Grimm faͤufft aus meinem Geiſt/ und die Schrecknuͤß Job 30.v.29. GOt tes ſind auf mich gerichtet. Es hat mich ergriffen die elende Zeit/ die mich jagen legen ſich nicht ſchlaffen. Das 11 v. 21. jch habe weder Tag noch Nacht Ruhe, Factus eft mili crudelbw, Du biſt mir in einen Grauſamen verwandelt: Das iſt/ du handelft nicht mit mir als in barmhertziger Vater. Jeremias be⸗ Thren. 1. uget ſich dieſes hochgeiſtlichen Leidens in ſeinen remu mitſäm, * merlichen Worten: Ich binein elender Mann/ der die Ru⸗ Jon. z2. fHDe ſeines Grimmes ſehen muß. Solche Anfechtung haben Pl. 38. anch miskia/ Jonas und andere rechte ware Chriſten gefuͤhlet und Hohen ſtan⸗ 2. Weil den lieben David ein ſo hohes Leiden betrifft/ daß des Perſonen er daruͤber die Kraͤffte ſeines Leibes verloren/ der ein Koͤnig war/ ſ die Traurig⸗ mercket/ daß auch hohe Standes⸗Perſonen in Sch wermulh keit dasLeben Iunid Traurigkeit ihr Leben verzehren koͤnnen. Manche die Herkürtzen meinen/ es gehe ſo lieffe Traurigkeit nur uͤber arme dsachnteun twepeſſcnen n Lodeſage i anders wie nuchdiglächſ aenaſſen dg ſoren pdenn Schuifthaber he Jjerted5“ nmich verlaſſn inpel Der heerin Butann Ananium mmit ſ wie uch dem I lih ſo hoch be Kumdhetthatat ſeſn. Keyſe und Chtranyſe Jhute, ym Mhyer wuſe bo (we leicht zun iſchen Lyrann um machiizen. ſometh/Evjam aſte aber nichter „ Schwermun 3 8 gß ts han 3 1 1 1 Jue tagaa 1 Lunäm Ain — ad m edmcht Te awelm Date. dan alhaa vam aaii aten Qa ſ 309 Iv. Wil Zvving. fol. 494:8 Spar- tiano. Cuſpin. 1V. Membrum. Text. Das Licht mir. meiner Au⸗ gen. ſac. lib.. zio Die vierdte Predigt IV. Wil Koͤnig David bezeugen mit beſtaͤndiger Wat⸗ heit/ daß ihm ſeine Hertzens⸗ und Gewiſſens⸗Angſi wegen der Suͤnde uͤber alle maſſen zugeſetzt/ wann er uns zeiget/ ultum ſů⸗ um eriiſimum, ſein ſehr betkuͤbtes trauriges Angeſicht. Hiet⸗ von im Text alſo: Vnd das Licht meiner Augen iſt nicht bey Das iſt/ wie es der Herr Lutherus am Rande gegeben: Mein Angeſicht iſt nicht liecht und froͤlich/ ſondern ſihet ſauer/ be⸗ truͤbt und trauig. Das Woͤrtlein Liecht/ wann es vot ſich in ſeiner Sprachen gebrauchet wird /befinden wir daß es bedeute) Rhetor. ſac. Pm vitam, das Leben: Hios 3. Warumb iſt das Liecht ge⸗ ttr. 1. c. o. F. geben den Muͤheſeligen: Folget auch alsbald die Erklaͤung: 228. ſeq. Job. 3. v. 20. Job. 3. v. 16. Pſal. 76. v. 14 Eſth. 8.Vl 6. Matth. 10. V. 27, Vnd das Leben den betruͤbten Hertzen? Dannenhero auch dieſe Art zu reden in der Schrifft/ als: das Liecht ſehen/ Job.. das iſt/ leben oder gebohren werden. In Liecht der Lebendi⸗ gen wandeln/ ³l. 56. das iſt unter den Lebendigen ſeyn/ und ſo wol des leiblichen als geiſtlichen Lebens/ das auß GHtt iſt/ genieſ ſen.(2) Wird es genommen ↄro vayis proſperitate& inae Tortà letitia, fur allem gluͤck⸗ und gedeylich Wolergehen/ auch fur die Freude ſo dannenhero entſtehet/ als im Buͤchlein Eſther ſie⸗ het F.. Wie den Juden ein Liecht auffgangen/ und widd quch zugleich alſobald darbey geſetzt/ daß ihnen kommen ſey Freude und Wonne und Ehre.(3) Wüd es gebraucht pF erro& manifeſto rerum ſiatu, fuͤr einem oͤffentlichen Zuſtand eines Dinges. Aratr!, 10. ſpricht CHriſtus zu ſeinen Juͤngern: Was ich euch ſage in Finſternuͤß/ das redet im Liecht: Da dann iſt diß die Meynung/ wie bald drauff folget: Welches ihr hoͤret in das Ohr/ das prediget auff den Daͤchern: Wi ſo viel ſagen: Darzu habe ich euch beruffen/ daß/ was ihr von mir Drpaem und in geheim gehoͤret habt/ daß ihr das offentlich predi⸗ get/ in der gantzen Welt, Prov. 16. v.Is Wolthaͤtigken t/ Proverb. 20. (4) Bedeutet es Gnad/ Gut⸗ und Wann des Koͤniges Angeſicht fieundlich iſt/ das iſt Leben/ da es lautet: 7n luce faciei esi vita, und ſeine Onade iſt wie ein Abend⸗Regen. Nehmen wir nun das Woͤrt⸗ Pätlin Lett Jondes Da nicht bey mi dm Dadddzu wie ene lode dandiehechſ Kopf geenge ſin Benribn geweſen ſeyn ſeen und beſten bielmneßrb kra der pricht⸗Me ſheuen meine (4) Daß auch dis der zuvot K nemmdatfhter ſirht wanchen Gnndeween⸗ wie der aͤmmſte Sroſt aufmll (ht une anhder Sielen Aeſentmeht n am und ſſ i Reruurbucr/ da 6 anchen kroſtloſar botgebeldet 19 ——. 1—— ——— ——————. b uͤber den 38. Pſaltn. 40 Woͤrtlein Liecht/ und ziehen es dieſen Bedeutungen nach zu den Augen des Davids/ daer ſaget/ das Liecht meiner Augen iſt nicht bey mir/ ſo wird ſichs befinden(1) daß wenig Lebens an dem David zu ſpuͤren geweſen/ und daß er muͤſſe außgeſehen haben wie eine todte Leiche/(2) daß kein Fuͤncklein der Froͤligkeit/ ſon⸗ dern die hoͤchſte Traurigkeit muͤſſe bey ihm geweſen ſeyn/ und den Kopff gehenget haben/ als wolte er itzt in die Erde fahren/(3) daß ſein Betruͤbnuͤß und Jammer muͤſſe offenbar und iedem bekant gewefen ſeyn/ wiewol er aber von niemand/ auch von ſeinem Nech⸗ ſten und beſten Freunden hat Troſt haben koͤnnen/ ſondern ihn vielmehr betruͤbt/ wie er dann in den folgenden druͤber klaget/ wann er ſpricht: Meine Lieben und Freunde ſtehen gegen mir/ und ſcheuen meine Plage/ und meine Nechſten treten ſerne/ ꝛc. (4) Daß auch nichts Koͤnigliches mehr an ihm zu ſehen geweſen/ als der zuvor Koͤnigliche Gunſt und Gnade bald dieſem bald je⸗ nem widerfahren laſſen/ und ſein Koͤnigliches freundliches Ange⸗ ſicht manchen geweſen wie ein Liecht oder das Leben/ und ſene Gnade wie ein Abend⸗Regen/ Prov. 16. ſo ſey und ſtehe er ſelber ito Prov. 16. v.g wie der aͤrmſte Bettler und Pracher/ dem Gnade/ Huͤlffe und Troſt auff allen Seiten von Noͤthen.“ Giebt uns dieſes zu erkennen wie die groſſe Stelen⸗ Noth usus⸗ und Angſt einen Menſchen zurichte/ daß alle Kraͤffte Leibes Seelennorh/ und der Seelen verzehret werden/ daß bey einem Menſchen keine was das fuͤr Geſtalt mehr zu finden/ Leib und Seele ift verſchmachtet/ 23, eine Noth. ſalm. und iſt in ſolchen groſſen Seelen⸗Noͤthen ein Menſch ſo Pſal.73.7.26 perturvbitet/ daß er nicht weiß wo auß noch ein/ wie man ſihet an manchen troſiloſen Hertzen daß es keinen Troſt faſſen kan welches vorgebildet iſt an den Kindern Iſrael/ da Moſes zu ihnen kam/ und wolte ſie außfuͤhren auß Aegypten/ und ſagte G Ott haͤtte ihn ge⸗ ſandt hoͤreten ſie ihn nicht fuͤr Angſt ihrer Seelen/ und fuͤr harter Arbeit und Seuffzen/ †*οα. 5. So klaget auch der HErr EHri⸗ Exod. 6. v.9. ſtus in ſeiner Seelen⸗Angſt am Creutz im 22. Pſalm: Ich bin Pſal.aa. v.g⸗ außgeſchuͤttet wie Waſſer/ alle meine Gebeine haͤben ſich ¹6. b. zertren⸗ zu Die fuͤnffte Predigt b zertrennet/ mein Hertz iſt in meinem Leibe wie zerſchmol⸗ tzen Wachs/ meine Kraͤffte ſind vertrocknet wie ein Scher⸗ de/ und meine Zunge klebet an meinem Gaumen/ und du legeſt mich in des Todes Staub. Vnd eben durch ſolch ſeine Seelen⸗Noth und Angſi hat uns der HErr CHriſtus von dem ewigen Hertz⸗Zittern/ und Hertz⸗Klappern/ das iſt/ von der ewigen Todes⸗Angſi/ da wir ewig haͤtten muͤſſen ſterben/ und doch nicht haͤtten koͤnnen ſterben/ erloͤſet/ dancket Ihm dafur heut/ und in all Ewigkeit/ Amen! 68 G 69e. SGpC 6,90· 6096- 6,30 M6 90R6,90-6e he Die fuͤnffte Predigt — ₰ Habita Cü.. mani ar. Bber den dritten Buß⸗Pſalm des Konges no 1648. und Propheten Davids/ ſo da iſt im Bur Poſſen P ſalter⸗Buch der 33te. der Faſten. I E X T U S. Zrx,. Vers. 12, 13. Bene Lieben und Freunde ſtehen gegen mir/ und ſcheuen meine Plage/ und meine Nechſten treten ferne/ und die mir nach der Seelen ſtehenſtel⸗ len mir/ und die mir uͤbel wollen/ reden wie ſie Scha⸗ den thun wollen/ und gehen nit eitel Liſten umb. AA EXORDIUM b JIr haben/ geliebte Freunde in C Hriſio/ zu dieſer ( 85 heiligen Faſten⸗Zeit ſchon allbereit in zwo Pre⸗ Matth. 26. 96 digten zu erklaͤren angefangen auß dem Evange⸗ S liſten Matth⸗o 26. die Hiſtoriam von dem Leiden unſers HErrn und Heylandes IEſu CHrſſti/ I S und ſind kommen biß auff die Derraͤtherer des Jud⸗ Ide davon d znifn ene hahenprieie tüIyn euch ng Pad Reritih. T daßer ſoiche und Freunden ſtan ſeinenneig muͤſſen en her pher Davnn ein gliiches an ſein ſen die eben al izeverleſenen 3 Nyunund Auii zwſanmen faſſe Pfalns bam Buhund Sele deſſelben zaben Naus gverdan iies/ ſoerfaß Gmabgezogen, nochaͤtger thun iſbzur get ein⸗ ndkärztezn e uar mit mit a untntr bed dmepde ſan nden/7 über den 33. Pfalm. mn Jude/ davon der Evangeliſt alſo meldet: Da gieng hin der Zwoͤlffen einer/ mit Namen Indas Iſchariorh/ zu den Hohenprieſtern und ſprach: Was wolt ihr mir geben/ ich Ku Ihn euch verrathen? Vnd ſie boten ihm 30. Silber⸗ —2 n * — linge. Vnd vondeman ſuchte er Gelegenheit/ daß er Ihn n verrieth. Das muß traun C Hriſto ſehr geſchmertzet haben/ doaß er ſolche Vntreu/ Boßheit und Falſchheit an ſeinen Bruͤdern/ mnund Freunden den Juͤden/ Hohenprieſtern und Schrifftgelehrten/ ſa an ſeinem eigenen Juͤnger dem Juda erfahren/ und uͤber ſich hat muͤſſen ergehen laſſen. Worinn dann aber der Koͤnig und Pro⸗ phet David ein feines Vorbild auff C Hriſtum geweſen/ wann er gleiches an ſeinen Lieben/ Freunden und Nechſten erfahren muͤſ⸗ ſen/ die eben alſo das Vntreuen mit ihm geſpielet/ wie er dann in itztverleſenen Worten druͤber klaget. Wollen derwegen anitzo Vpum und Auritypun Vor und Gegen⸗Bild bey dieſer Materien zuſammen faſſen/ und weil wir bißhero in dem erſten T heil dieſes Pſalms vor uns gehabt des Koͤniges Davids taͤgliche Beicht/ Buß und Bekaͤntnuͤß/ als wollen wir nun hey dem andern Theſl deſſelben zu betrachten anitzo vor uns nehmen Syoridianam Da. piaus gverelam, die ſchmertzliche Klage des Koͤniges D a⸗ vids/ ſoer faſt taͤglich gefuͤhret wie ſeine Freunde die Hand von ihm abgezogen/ und nicht allein nicht helffen koͤnnen/ ſondern ihn noch aͤrger thun quaͤlen/ und wie es dem HErrn C Hriſto eben alſo zur Zeit ſeines Leidens ergangen. Hiervon auffs einfaͤltigſte und kuͤrtzte zu reden und daß es ohne Nutzen nicht abgehe/ ſeuffzet zuvor mit mir alſo: Ohilff CHriſte GOttes Sohn durch dein bitter Leiden/ daß wir dir ſtets unterthan/ all Vn u⸗ gend meyden/ deinen Todt und ſein Vrſach/ fruchtbarlich edencken. Vnd daß auff dißmal wir alſo lehren/ reden und handem moͤgen/ daß es gereihe dir zu Ehren und dann auch zu unſer aller Seelen Heyl und Seeligkeit Amen. RNrä Tratta. Die fuͤnffte Predigt —„ Elangend unſer vorgenommenes/ nemlich die ſchmertzliehe ſeine Freunde die Hand von ihm abgezogen/ bey ſeinem Vngluͤck und Elend/ und nicht allein nicht helffen koͤnnen/ ſon⸗ dern ihn noch haͤrter geguaͤlet/ und daß es dem Errn Cyrſſto eben alſo zur Zeit ſeines Leidens ergangen/ ſo erinnern wir uns bey Of. 9. v. 9. demſelben nicht unbillich des Spruͤchleins Oſe⸗. cap. daet uͤber die falſchen Propheten zu ſeiner Zeit alſo geklaget: Sie verder⸗ bens zu tieff/ wie zur Zeit Gibea/ drumb wird er ihre Miſ⸗ ſethat gedencken/ und ihre Suͤnde heimſuchen. Wber wei⸗ che Wort der Hetr Lutherus am Rande anfiͤhret auß dem Buch der Richter 20. Cap die Kinder Benjamin/ die da verthaͤdigtendie tieffe groͤſfeſte Boßheit/ die nicht zu heilen war/ und muſten zu Grunde gehen. Eben daſſelbe haͤtte der Koͤnigliche Prophet Da⸗ vid auch wol ſagen moͤgen von ſeinen Widerweriigen und Fein⸗ den/ und mit dem Oſeg ſprechen: Sie ver derbens zu tieff⸗ 1 Freylich verderben ſie es zu tieff/ und machtens zu grob wider ihn . Soſerenaos in dem ſie von ihm abſtehen/ za ſiehen ihm noch wol entgegen/ da ſie doch wol ſehen/ wie er ein wolgeplagter Text. Mann gnng ſey. Spricht hiervon alſo: Meine Lieben und Meine Lie⸗Fretmde ſtehen gegen mir/ und ſcheuen meine Plage/ und ben und meine Nechſten treten ferne. Wil ſagen: Freunde und gute Freunde ſte⸗ den Anaa ſampt ihnen dadurch zu allerhand Sunden verleite⸗ wurde/ da ſie un aber meine Plage ſehen/ ſtehen ſie von mir abe/ haben eine Scheu fuͤr ſolcher Plagen/ da ſie doch vielmehr als die(ſo haben ſeyn wollen) liebe Leute/ Freunde und Nechſten/ mit Nath und That mir ſolten heyſpringen/ ſo verlaſſen ſie mich flehen vor mit dann ſie erſchrecken fuͤrdem Zorn G. OCtes an mir/ daß ſie mich auch nicht troͤſten duͤrffen/ ſondern ſehen zu wie es herauß wil/ und neßmen ſich meiner nicht an/ umb der Furcht willen/ daß ſie 8 „ Membrum. 2₰ Klage des Koͤniges Davids/ ſo er faſt taͤglich gefuͤhret daß Geſellen hatte ich gnug umb mich/ da ich im Wolleben war/ und 16 chmitgeſte fugn. Vr ſane ieben/ ten hm abzer thut ſecunein Leneen defte Daoddobiſt trc hat und Weedann die ſie offternuls nicht ſſt/ ſonde nach gemeyne kauffliſche Gef 1s Geſialt ger es bereder Sal ſehan Kaam chen Dadur tannen dem wolhen angeſth GOn: jch gelechte. D un werden/ d aunhfuͤrgerrch richt ſeyn/ ſonn thin wurden/d uegen. Dal ber den 33. Pſailn. u nicht mit geſtrafft werden/ durch die Tyrannen/ welche mich ver· folgen. Vnd iſt ſehr mercklich/ daß David ſie dennoch nennet ſeine Lieben/ ſeine Freunde/ ſeine Nechſten/ ungeacht daß ſie von ihm abgetreten/ und ihm entgegen ſiunden: Welches er dann thut ſecundum bominum opinionem, weil ſie alſo ſind von dnden Leuten dafuͤr gehalten und angeſehen worden/ als weren ſie des Dasvids beſte Freunde/ ſeine Lieben und Nechſten da ſie es dochim der That und Warheit nicht ſeyn/ aber billich haͤtten ſeyn ſollen. Wie dann dieſen Gebrauch haͤlt die goͤttliche heilige Schrifft/ daß Slafl. Phil. ſie offtermals ein Ding beſchreibet/ als were es alſo/ da es doch Sac. 1. 5. i nicht iſt/ ſondern nur auß Schein und dem aͤuſſerlichen Anſehen Rheth. Sac. tr. 1. C. 1 V. Eanach gemeynet wird. Als zum Exempel. Lam5. wird das 1 leuffeliſehe Geſpenſi der Samuel genandt/ weil es ſich in Samu⸗ n 28. v. els Geſtalt verkappet/ und von dem Saul dafuͤr gehalten wutde/ 14 15 16.10. es were der Samuel/ da es doch der Teuffel ſelber war. ſaiæ 49. EI. 49. v. 4. ſtehet: Kan man dem Gerechten ſeine Gefangene loßma⸗a chen? Da durch die Gerechten allda verſtanden werden die Ty⸗ rannen/ die in ihren grauſamen Thaten dennoch als Gerechte wollen angeſehen und dafuͤr gehalten ſeyn. Ezech. 27. ſpricht Ez. 21. v. SOtt: Ich wilin dir außrotten beyde Gerechte und Vn⸗ gerechte. Da dann durchdie Gerechte am ſelben Ort verſtan⸗ den werden/ die Scheinheiligen/ die dem aͤuſſerlichen Anſehen nach fuͤr gerecht angeſehen werden/ da ſie es dorh in der Warheſt nicht ſeyn/ ſondern vielmehr ſich der Vngerechtigkeit ergeben. Im Neuen Teſtament werden die gottloſen Juden genant/ Kin⸗ der des Reiches GOttes/ Atatrb. g. well ſie alſo dafuͤr ange⸗Matt. 8. v.lz, fehen wurden/ da ſie doch vielmehr dem Teuffel ſein Reich ver⸗ mehrten. Dergleichen Exempel koͤnten ſehr viel auß der Schrifft angezogen werden: Vnd werden alſo auch die Widerwertige und Feinde des Daoids allhier genant ſeine Lieben ſeine Freun⸗ de/ dem Schein und Meynung nach/ da ſie es doch nicht waren. Wie nun die falſchen Freunde des Davids es gemacht eben auch alſo thun die Juͤden/ die Hohenprieſter/ Schrifftgelehrten als NRr)j Feunde 31 6 1 Die fuͤnffte Predigt das dieſe ingeſampt vetderben es auch ſehr tieff bey C Hriſtio/ A0%. rendo, wann ſie von Ihm abtreten/ Ihm liſtigli ch entgegen ſie⸗ hen ſonderlich ſein Juͤnger der udas/ ſo Ihn ſehaͤndlicher Wei⸗ ſe verlaͤſt und verraihen ihut. b SS. Dabey dann zu erkennen 2 . Die Welt 1. Wie es war ſey/ da man pflegt zir ſagen: lundi⸗ reai. wilbetrogen eu7 opzmionbas, Die Welt laͤſſet ſich wegen und wie gen von ſan. Weilallerhand Wahn und Einbildung. Diß iſt ein klares und daf 38 wares Wort/ die Erfahrung bezeugets/ daß es ſich nicht andets Einbildun⸗ verhalte. Itzo zu geſchweigen, etlicher Oiloſopborum ſältanne. gen verlaͤſt. Gedancken und Meynungen von dieſem und jenem/ ſo ſie off aauffs hefftigſte verthaͤdigen/ wann ſie ſchon keinen Grund ha⸗ benass daß die Erde ſich ſoll bewegen/ die Sonne aber unbeiweg⸗ lich ſey und ſiill ſiehe und was dergleichen ungereimbtes/ ſo laßt uns nur ſonſt auff den Schau⸗Platz der Welt gehen/ und ihr We⸗ ſen anſehen. Zwar wann wir die H. Sehrifft hieruͤber conſahl⸗ 5Joh.5.v 19 n/ werden wir bald berichtet/ daß die gantze Welt im Atgen liegt JS ,. Joban.. Aber das wit ſie nicht geſtehen/ ſondern weiß ihre loſe Tuͤcke und Stuͤcke dermaſſen zu vermaͤnteln; daß ihrer viele ſie nicht erkennen. Wann die Leute einen zum Anfung lieb gewin⸗ nen der muß geliebet und gelodet ſeyn/ ob ſchon nichts loͤbliches an ihm ſich ſindet/ und das kommt her ex opinione, auß bloſſem Mahn und Einbildung/ daß er alſo dafuͤr gehalten wird; Wet einmal vor der Welt in Auffnehmen kommt/ deſſen Worle muͤſ ſen gelten/ wie dort des Achitophels. Dann wann derſelbe ei⸗ 2. Satm. 16. ucn Nath gab/ das war/ als wann man GOtt haͤtte umb elwas v. 23. gefraget/ ann. 10. Alſo haben noch ſolche vetmeynte Juperla PIal. 22v. 2 dub e, Was ſiie reden das muß vom Himmel herab geneden ·73*. 9ſeyn/ was ſie ſagen das muß geiten auff Erden/ z.. Vnd ſolches er Pinioue, weil ſie dafuͤr gehalten werden. Ja das noch mehr iſt ex pinione, auß bloſſen Wa n und Einbildung geſchicht es offterſt/ daß offentlichen Laſtern der Habit der Tugenden witd ange⸗ als Freunde des Errn C Hriſti/ ja ſein eigener Juͤnget der Ju⸗ An) enziegen un 1 1 Bviſchen dinannicht a Maſche vethoben wad dir. 33. Ein über ihed Erden/ und Er ſchet m Jedermans inſſet gleich 9⁶⁴ Frommen/ der Menſche ſichetuberdie Außroite von ftelerervor bor ſeinm⸗ Dine/ nha benund Nan ng ſllgalten, e Wett ſich nd Einbädun⸗ de Warzait in 1GOtt der.h⸗ udn Shat und— dis bolwie dem uengetenwiſe n naih d L erdam e cpan e m an au de Stuf aan den nigaa h ſi maͤtxicjaen mit du Larcanan gecuin oſte na ee de ja ae uirſ tum e — 8 uber den z8. Pſaln zp angezogen/ und werden manchen die Augen dermaſſen geblendet daß er zwiſchen dieſen beyden keinen Vnterſcheid ſehen kan. Iſt diß nun nicht zu beklagen? Iſt das nicht zu erbarmen? Aber was den Meuſchen verborgen iſt/ das kan darum nicht auch vor GOtt verholen werden deſſen Augen ſind viel heller als die Sonne/ Sin. 33. Ein Menſch ſihet was vor Augen iſt/ der 5E R R Sir.3. 1.a. aber ſihet das Hertz an/*. Jam. w. Er ſihet die Ende der I. Sam. 16. d K8„ V. 7. Erden/ und ſchauet alles was unter dem Himel iſt/ 7ob.. ſob T.ue. Er ſihet unſere Wege und zehlet unſere Gaͤnge/ Job. 42. ſob. 41. v.. Jedermans Wege ſind ſtracks vor dem HErrn/ und Er Prov. 3. r.a1. miſſet gleichſam alle Gaͤnge/ Proverb.. Die Augen des HEA³¼RN ſchauen an allen Orten/ beyde die Boͤſen und Prov. s. v.3. Frommen/ nroers.z. Sie ſtehen offen uͤber alle Wege ſer 2. v.. der Menſchen Kinder/ Fer. 2. Das Antlitz des HErrn 5 ſtehet uͤber die ſo da Böſes thun/ daß Er ihr Gedaͤchtnuß P 34. v. y. außrotte von der Erden/ am. 2. Pnſere Miſſethat ſtellet Er vor ſich/ und unſere unerkante Suͤnde ins Liecht Pal.0, v.g. vor ſeinem Angeſicht/ al. oo. Summa, Er weiß alle hohus„ 8 Dinge/ 706 16. und iſt ein Hertzenkundiger/ 2. Der Her⸗ A.1. v. 4. tzen und Nieren pruͤfet/ Dl. 7. Hierbey wil ich noch ein we⸗c. 15. v. g. nig ſtill halten/ und dieſen Troſt zugleich hinan hengen: Weil ja P. 7. v. 10. die Welt ſich alſo wegen und wiegen laͤſt/ von allerhand Wahn und Einbildung/ ſo doch den Stich nicht haͤlt/ daß die rei peritas die Warheit eines Dinges am beſten beſtehe/ und den Platz behal⸗ te G Ott der HErr es auch ſehe/ und wol werde zu vergelten wiſ⸗ ſen. Als zum Exempel: Biſtu zuͤchtig/ nicht nur ſo den Einbil⸗ dungen und dem aͤuſſerlichen Anſehen nach/ daß man dich dafuͤr halten thut/ da du doch wol ein unzuͤchtiger Balg und Hute in der Haut biſt; Sondern du biſt keuſch und zuͤchtig iu rei peritate, in der That und Warheit/ GOtt der HErr der ſihets/ Er wird dirs wol wie dem zuͤchtigen Joſeph und der keuſchen Suſannen/ zu vergelten wiſſen. Biſtn gerecht/ nicht nur ſo dem aͤuſſerlichen Anſehen nach daß man dich dafuͤr haͤlt/ du immintelſt aber doch . NRr iz heimlich. 4— 8 8 5 —“ 338 Die fuͤnffte Predigt heimlich allerley Vngerechtigkeit nachgeheſt/ ſondern in der That und Watheit/ G Ott der NEr ſihets/ und wind dich alſo ethͦ⸗ Sintemal in hen/ daß deiner nimmermehr vergeſſen werde. P. I2, v. 6. æte⸗ ndâ mtmoria ſuſtus 5 des Gerechten wird nimmermehr vergeſſen/ wie David ſagt uꝛ. Pſalm. Biſtu gottſelig nicht nur dem Schein und Anſehen nach/ ſondern in der That und Warheit/ G HOtt der HErr ſthets/ obs gleich ſonſt niemand ſiher oder weiß/ Er wird dir es wol vergelten/ wie dem Enoch/ der ein 8oͤttlich Leben fuͤhrete/ und G Ott holete ihn lebendig hinauff ze Sen.5..24. gen Himmel/ Geu. s. wie dem Noa der lehrete und predigte was zu G OStes Ehren gereichete/ und G Ott erhielt ihn ſamptden Sen. 5.vs. ſeinen zur Seit der Suͤndfluth/ Gen. 7. Wie dem Abraham dar wandelte in G Ottes ſeiner Satzung/ verließ ſein abgoͤttiſches Vaterland/ G Ott der HErr ſegnete ihn/ und machet ſeinen Sa⸗ Gen, 25.v.ſ, men wie die Sternen am Himmel/ Gen 2z5. Sintemal die Gottesfurcht doch zu allen Dingen nuͤtze/ und hat die Ver⸗ heiſſung beydes dieſes und des zukünfftigen Lebens 7 merb. 4. WVnd das iſt hierbey der Troſt. 6 2. Wannder 2. Haben wir auch zu erkennen/ wann David ſaget: WMeuſch in Meine Lieben und Freunde ſtehen gegen mir/ treten von Tenhie 8 ferne/ ꝛc. Wie es pflege daher zu gehen/ wann der Menſch im mehr Feinde Creutz ſtecket ſo iſt er im Waatro, und gleich wie auf einem Schau⸗ dann Freun⸗ plat/ da man ihm zuſihet. Da findet man allewege Leute/ die mit de. heimlichen Tuͤcken umbgehen/ einen Teuffel weltzen/ und daßin ſe⸗ hen/ wie ſie ihn in ein Schweißbad fuͤhren. Vnd das ſind dann die techte Judas⸗Bruͤder deren es leider in der Welt mehr dann zu viel hat. Vnd ob ſchon ſo eben manche nicht Feinde/ ſondern Freunde ſind/ und auch dem Nechſten/ der im Vungluͤck ſtickt nichts Purip. in Dbels zu thun begehren/ ſo ſtehen ſie doch von ferne/ achten ſeines Hercul. fu. Vngluͤcks nicht groß. Da heiſſet es: acaau ae dεονκ wie Eu- rent. Act. 2. ides ſetzet/ Vngluͤck hat keine Freunde/ da bleibet dann der in det Ovid triſt. Angſt ſieckt/ allein ſtehen/ wie der Poet ſaget: lib,1,&g. v.y TZeupora ſi fuerint Hubila ſalus err. Wann Pamn nundich vol Jladallein a znaen aufde Kehen moze richt nder A jatbkangeſch verden. Dabey Bhi 1u„ n habe wie datn dn ſeyn undes teſſ machten be dſwiel Neyder zännen ihm nie tnſichſenes V. ſchlechw Gceh nicht agvehm Nechſten orun mand geindtei 8*½ 1 — 6 —— . 7 E 8 I8 . 2 8 wnnMs, uch Lafmm ar nh tunde ſchagzaf am tdaßr ugju ei An Dajuannit e Wann truͤbe Zeit und Vngluͤck uͤber dich koͤmmt/ ſo wird man dich wol allein im Stich laſſen/ und muſt den Kampff/ wie Seꝛ. Jacob allein annehmen und ausfuͤhren. Das ſollen wir wol be⸗ dencken/ auf daß wir uns zum Creutz geſchickt machen/ damit wir beſtehen moͤgen. Freunde thun es nimmermehr. Hilfft dir G.Ote nicht in der Angſt/ ſo werden dir deine Freunde ſchwerlich helffen/ ja es kan geſchehen/ daß aus Freunden alsdann die aͤrgſten Feinde werden. b b Darbey aber dieſes zu erinnern/ daß ihm niemand aus bloſſer S picion Feinde einbilde an ſolchem/ die er doch nicht zum Feinde habe/ wie dann mancher/ wann er mit ſeinem orte nicht kan zu frie⸗ den ſeyn und es nicht dahin bringen kan/ dahin eis gem haben wol⸗ te/ſo macht er viel aieentes privarim und oͤffentlich/ wie er vielFein⸗ de/ viel Neyder/ viel Verfolger habe /die und die ſind ihm zuwidern⸗/ goͤnnen ihm niehts was ihm G Ott gegeben und goͤnnet /oder fteu⸗ en ſich ſeines Vngluͤcks/ ꝛc. S olche verrathen ſich gar ſehr/ wie ſo ſchlechte Liede bey ihnen gegen dem Nechſten/ dann die Liebe iſt nicht argwohniſch/ ſir erkundiget ſich der Warheit, ſpricht den Nechſten drumb an obs ſich auch alſo verhalte. Hat ihm alſo nie⸗ mand Feinde einzubilden/ da keine ſind/ in widrigen kan GOTS ſtraffen/ und ihm feindſeliges gnug zuſchicken⸗ Es iſt nichts ſchaͤndlichers /ja es iſt nichts ſchaͤdlichers/ als wann man mit Argwohn umbgehet es ſey in welchem S tande es wolle. Im geiſt lichen Stande kan kein gluͤcklich Kirchen⸗Re⸗ giment ſeyn/ wo Collegen auf emander argwoͤhnig ſeyn wollen. Im weltlichen Stande kan auch nichts guts erwachſen/ wann ein Regent dem andern zuwidern/ darumb weil er vermeinet er ſey ſein Feind. Im Haus⸗Stande muß es den Krebsgang gehen/ wann der Mann dem Weibe/ das Welb dem Manne nicht trauet/ und eins auf das ander einen Argwohn geworffen wie dann diß⸗ fals Exempel koͤndten angefuͤhret werden was Pbel der ſchaͤndli⸗ che Argwohn außgerichtet daß offterſt Mord und Todtſchlag dauß eniſanden. Hat nicht auß*Hicion und bloſſem Argwohn Keyſes uͤber den 78. Pſalm. 389 5.r.2z 320 Die fuͤnffte Predigt Ghron, Ca- Keyſer Juſlinianus ſeinem getreueſten Helliſario die Augen außſte⸗ rion. chenlaſſen. Valentinianu der Keyſer/ laͤſſet einem ſeinet getteuen Diener/ von welchem er S ieg nnd Gluͤck hatte/ auß bloſſer Va⸗ dacht toͤdten. Jener Hauswirth wie in †romptuario fixempl 39 leſen/ tͤdtet und bringet ſein Weib im Bette umb/ weller A, wohn auf ſie geworffen/ als haͤtte ſie ihn toͤdten wollen. Derglet chen Exempel koͤndten mehr angezogen werden. Vnd mercle aben zugleich dieſen Troſt: Db es gleich ſo were/ du haͤtteſt vlel ganne und Verfolger mit dem David/ ſo biſiu deswegen nicht gant und gar verlaſſen/ ſo wenig als der Koͤnig David allhier von 6Dit verlaſſen iſt. Vnd darumd ſo begehret er nicht deswegen alſo fort aus der Welt zu ſeyn/ er begehret deswegen nicht anders wo nei⸗ nem frembden Lande zu reſidiren/ und allda Koͤnig zu ſeyn wie un⸗ gedultige Leute bald ſatteln und anderswo hinreiten wollen/ ſon⸗ dern Koͤnig David traͤgets G⸗Ott dem HErrn in ſeinem Klag⸗ Libel fuͤr laͤſſt es damit gnug ſeyn/ und getroſiet ſich/ G. Ott wande ihn nicht verlaſſen/ alſo thue du ihm auch und wiſſe/ daß Gnt der HErr den Gerechten nicht ewiglich in Vnruhe laſſen. II. b 11. Verdorben ſie es zu tieff die falſchen Freunde des Koͤn Membrum. ges Davids/ und maͤchten es ziemlich arg wider ihm znfidias tlin Die mir Swmanifeſfo ſruenaupin dem ſie ihm heimlichund oͤffenclich nach⸗ nach der ſiellen/ davon im Text alſo: Vnd die mir nach der Seelenſte⸗ Seelen ſte⸗ hen/ ſtellen mir. Er ſaget /ſie ſtehen ihm nach der Seelen das iſt hen/ ſtellen nath dem Leben/ ſintemal Metonymiee, wie man in Schulen te⸗ mir. det/ pn 1. G1I. c.37, Exod, 3. Lep. 17. Judic.&c. Meinen alſo die Feindeden 8.19.v., Daoid mit Gewalt aus dem Wege zuraͤumen/ welles aber ihnen f.37 v. zu. Hicht ſo wolkan noch wil angehen mit offentlicher Gewalt zu ve⸗ Ex. 4. v. ²9. f ahten/ ſo greiffen ſie es Anfangs heimlich an/ laqueor teudunt, Lev. 17. v. iI. fiellen ihm nach/ legen ihm Stricke: Dann ſpricht er: Die mir Iudie. 9.v.-i Nach der Seelen ſtehen/ ſtellen mir. Als es dann alſo aun tEn A gchale wahte rndanfſene tdienſts en und aſſ ſnet und Ledwid herſhmſeued olenn/ Eyte as Wotts n t ſich fur ch⸗ berdienet. D zuget gnugſan thet eſich von hey den Hohen Naheſeiwemhe ſernan wieſie fangeamocaen „Dahnoe führiſche Wel hellgen Geſſtn ivar das elrige. „ „— Aber den 38. Pſam. 3 321 ſein Sohn Abſolon/ welcher ihm heimlich und liſtiger Weiſe nach⸗ geſtellet/ wañ er das Volck Anfangs von ihm abwendig gemacht/ und auf ſeine Seiten bracht/ nachmals unter den Schei des Got⸗ 4 tesdienſtes ein Aufruhr wider den David zu Hebron angerichtet/ s fäcrſſrachn a. und alſo ſeinen Herrn Vater den David umb Land und Leute 1 b 1¹ umb Leib und Leben bringen wolle. Vnd zeiget alſo David an wo⸗ den geachſoe † her ihm ſein Leyden komme/ nemlich/ daß er aͤuſſeꝛlich von den Ver⸗ Onnd ſohfäden 3 folgern/ Tyrannen und boͤſen Leuten werde angetaſtet/ umb Got⸗ um ün dan tes Worts und Rechts willen/ davon erſchrecke er inwendigffuͤrch⸗ n ſoeximg„ nlr te ſich fuͤr G Ottes Zorn/ als welchen er mit ſeinen Suͤnden wol rdenebean en veerdienet. Daß es nun Judas eben alſo mit C Hriſto geſpielet/ sedadadegnn an zeuget gnugſam die Hiſtoria des Leydens Chriſti: Heimlieh ſchlei⸗ enamaaag an chet er ſich von C Hriſto hinweg/ heimlich gibt er ſich nicht allein an n mn mnnnts st bey den Hohenprieſtern/ ſondern leget auch heimlich Stricke und Oemn he n. Netze ſeinem HErren und Meiſter C Hriſto/ zeiget den Hohenprie⸗ magſemaaagtſ n ſtern an/ wie ſie es machen ſollen/ damit ſie ihn gewiß greiffen und hechatzauch us fangen moͤchten. b nmchtwucn he Erkennet hiebey. nIsus. eetsfäts ns„ e.Dabnoch heute zu Tage die argebetriegliche und ver⸗ Die Wele fuͤhriſche Welt mit uns alſo umbgehe. Wann wir durch den ſtelt unes dmſt haſm n deeiligen Geiſt werden wiedergeboren und erneuert/ ſo etlangen wir nnch. heute * Didemn 46 war das ewige Leben/ Jobs. Wer an den Sohn gläubet/ der 3 30 9 — u t hat das ewige Leben/ und alſo hat EOtt die Welt gelicbet/ Ioh..„. s⸗ gtſiſdn 5 daß er ſeinen eingebornen Sohn gab/ auf daß alle/ diean 35. AKeagahi n ihnglaͤuben/ nicht verloren werden/ ſondern das ewige Le⸗ 5 ben aben/ und beym Johanne am 7. ſpricht C Hriſtus das iſt Joh. 17. v. 3. 1ridum ſt 5 das ewigeLeben/ daß ſie dich Vater/ und den du geſand haſt Irnſchensfi deinen Sohn IEſum Chriſtum er kennen/ aber ſolches iſt zu dr E da verſiehen von der Hoffnung des ewigen Lebens/ wie es erklaͤret S. Rom. 8. v. dn Warru 1 Paulus Rom.§. Wir ſind wol ſelig/ doch in der Hoffnung. 243. nsamtbe un Vnd nach ſeiner Barmhertzigkeit macht er uns ſelig/ durch enps prt 45 JEſum CHriſtum unſern Heyland/ auf daß wir durch deſſelben Gnade gerecht und Erben ſeyn/ nach der Hoff⸗ S nung „ Die fuͤnffte Predigt nung/ 113:7. Wie dann auch Petrus ſpricht 1. Epiſt.... ½. GOtt hat uns nach ſeiner groſſen Barmhertzigkeit wieden⸗ geboren zu einer lebendigen Hoffnung/ zu einem unvet⸗ gaͤnglichen und unbeflecktem Erbe/ das behalten wirdim Himmel. Was aber die vollige Beſitzung und Offenbarung ſolcher Herrligkeit belanget/ ſo wiederfaͤhret uns dieſelbe nicht n dieſem Leben /ſondern folget erſt nach unſerm Abſterben/ da wir den Seelen nach in die himmliſche Freude verſetzet werden/ und ſonder⸗ lich an dem letzten Gerichts⸗Tage/ da unſere Seelen mit ihrenei⸗ genen Leibern wiederumb vereinbaret/ und wir die froͤliche Sum⸗ me hoͤren werden: Kommt her ihr Geſegneten meines Va⸗ ters/ ererbet das Reich/ welches euch von Anfang bereitet iſt/ Mattb. 2r.»ε. Vnter deſſen und ehe daſſelbe erfolget/ wallen und wandern wir noch in dieſer Welt/ mitten unter dem verkehrten. und unſchlachtigem Geſchlecht Pbil,2.v.5. Da iſt es nun ſeichtge⸗ geſchehen/ daß wir uns an dem Exempel des groſſen Hauffen ar gern/ und uns der Welt gleich ſtellen/ Rom. 2. v.. Dann die bo⸗ ſen Exempel verfuhꝛen einen das gute/ und die reitzende uſt verkehret unſchuldige Hertzen. Sap. 4. v. 4. Dannenhelode heilige Antonius als er einsmals entzuckt geweſen im Geſtcht dle gantze Welt voller Stnicke und Netze geſehen/ mit welchen uns nachgeſtellet wird/ und drumb ſagt der Koͤnig David allhier nicht 3 unrecht: TZerenderunt rete, ſie ſtellen mir:Sie legen mir Netz und Stricke. Es ſind aber ſolche Stricke/ mit welchen uns die Welt nachſtellet vornemlich zweyerley: Der Erſte lagneus blande ſeaudienz, der Strick lieblicher Verführung. Dann da ficht uns die Welt zur rechten Hand an/ durch Wolluſt/ durch vielfaͤlt⸗ ge Exempel derer/ welche auf dem breitem Wege/ der zum Verdamnuͤß fuͤhret/ wandeln/ Matrb. 7. v.. Da kehret ſie uns zu iht huriſches geſchmin cktes Angeſicht zeiget uns ihre Reiche umd CEhreMaxtb. J. v.9. Machet uns Fleiſches Luſt/ Augen Luſt und bofaͤrtiges Leben/ gar ſuß und anmuthig Job.2. v16. Da iſtes leicht gelchehen /daß auch ein wiedergeborner Chniſt wird beronen Kndͤäöſtſichö rnodege Weſt gehet dawoll Dit ond Strickharter de Wah and man ſich ſer vid dem geir Erempeln ſta Laſſet unsal die Vnluftin daß wit tude Weſen fur Sl rähmet ſch G den. Er iſt un wichts wit den Solchedaawi che Leute u S Wndel2 ba. durch ſolch tau ſhtecken /un bo Valtkinderttet Waͤlthesu duinn wir ſtecken Rerdann hier gäſget vorden/ — . uͤber den 38. Pſalmm. 38 und iͤſſet ſich verfuͤhren/ daß er mit der Weltlaͤuffet in das wuͤſte unordige Weſen/ 1. Per. 4. v.4. und dencket/ wo der groſſe Hauffe bleibet/ da wolle er auch bleiben. 3 Der ander Strick iſt lahueus duræ perſecutionis. Der Strick harter Verfolgung. Denzzur lincken Hand fichtet uns die Welt an durch Widerwertigkeit und Verfolgung. Wann man ſich ihr nicht wil gleich ſtellen/ ſo verdreuſi ſie daſſelbe/ und wird dem Feind/ der ihr Thun und Weſen mit Worten oder mit i Exempeln ſtraffet alsdann(Sap. 2. vez.) ſprechen die WeltKinder: Laſſet uns auf den Gerechten lauren/ dann er macht uns a viel Vnluſt/ und ſetzet ſich wider unſer Thun/ und ſchilt uns/ daß wir wider das Geſetz ſuͤndigen/ und ruffet auß unſer Weſen fuͤr Suͤnde: Er gibt fuͤr daß er GOtt kenve/ und ruͤhmet ſich GOttes Kind/ ſtraffet was wir im Hertzen ha⸗ ben. Er iſt uns nicht leidlich/ dann ſein Leben reimet ſich nichts mit den andern/ und ſein Weſen iſt gar ein anders. Solches alſo widerfuhr dem gerechten Loth/ welchem die ſchaͤndli⸗ n che Leute zu Sodom alles Leid thaͤten/ mit ihrem unzuͤchtigen Wanndel/ 2. Pet. 2.y. 7. Da iſts nun abermals leicht geſchehen/ daß durch ſolch rauches/ zorniges Angeſicht der Welt wir uns laſſen ſchrecken/ und von dem Wege des HErnn zum groſſen Hauffen der Welt Kinder treten. b Walches uns dann nutzen ſol zur Erinnerung der Gefahr, cht darinn wir ſtecken/ daß wir nicht gedencken es habe nun keine Noth mehr/ dann hier hoͤren wir/ wie dem lieben David Netz und Stricke geleget worden/ welches wir dann auch muͤſſen gewaͤrtig ſeyn/ ſo mmaange wir in dieſer Welt leben/ welche iſt des Teuffels Herberge/ darinnen wir leichtlich zu Schaden kommen koͤnnen. Wann ein Wmanders mann in ſolcher Herberge muſte einkehren da der Wirth ein Moͤrder /welcher viel Menſchen umbs Leben gebracht/ſo wuͤrde er gewiß dieſelbe Naeht uͤber wenig ſchlaffen/ ſondern ſich zur Ge⸗ genwehr ruͤſten und bereit ſeyn. Alſo leben wir in dieſer Welt dar⸗ annn der Teuffel/ als der Gott dieſer Welt/ 2. Cor a..a. der Wirth . 8 3 3“ 8“ 6“ 4 4G 4 ehe aue. 4 „ 32 4 Die fuͤnffte Predigt iſt/ welcher viel ſeiner Gaͤſte umb die ewige Seligkeit gebracht hat iſt derwegen von noͤthen daß wir den Schlaff der Sicherheit auß den Augen wiſchen und Achtung auf unſere Schantze haben da⸗ mit wir nicht in dieſer boͤſen Herberge betrogen werden. Im Pa⸗ radiß war keine Sicherheit/ weil unſere erſte Eltern in demſelben he⸗ trogen: Wie ſolte dann in dieſer Welt Sicherheit ſeyn/ weſche nichts anders iſt/ als ein Stall voller boͤſen Buben/ und vetfi⸗ riſchen Belials⸗Kinder?« Wann man auf einen kothichten und unflaͤtigen ſchlipfferigen Wege wandelt/ ſo ſihet man ſich wolfur/ daß man nicht ſeine Kleider beſudele/ oder auch wol gar falle: Wir wandeln auch in der Welt als auf einem kotigen und ſchlipſſenggen Wege /da haben wir uns wol fuͤrzuſehen/ daß wir nicht unſeregll⸗ der beſudeln/ οαοαι.v. 4. noch in ſchwere Suͤnden⸗ Faͤlle gerathen. Es ſol uns auch nutzen zur Vermahnung. Dann hier⸗ bey wir vermahnet ſeyn ſollen/ uns der wahren Demuth zube⸗ fleiſſigen. Dann ſo wir noch in ſolcher Gefahr ſchweben/ man ſtellet uns allenthalben Stricke und Netze/ muͤſſen ſeufftzen mitder Chriſtlichen Kirchen: Mir hat die Welt trüglich gericht/ Mit Luͤgen und mit falſchem Gedicht/ Viel Netz und heunliche Stricke/ ti. Wie koͤnnen wir immermehr ſtoltziren/ als wann wir GHtt o tiff im Schoß ſeſſen daß uns nichts aus demſelben heben koͤndte. Als Antonius im Geſichte die gantze Welt voller Stricke ſahe/ ſprach er: Wer kan doch dieſen entkommen/ darauff bekam er dieſe Ant⸗ work: Lola Humilitas, Allein durch die ware innigliche Demuth⸗ Zam Troſtes uns auch dienet. Dannda koͤnnen wir faſſen Kindliche Zuverſiche zu G Ott den HErrn/ dieweil er uns vonder Welt auß Gnaden erwehlet hat/ Job. 15. v. g. Welehes ſehr kroſt⸗ lich/ noch tr oſtlicher daß er durch ſeinen heiligen Geiſt uns be⸗ wahret/ damit wir bißz anhero der Welt uns nicht gleich geſtell und uns noch ferner fur der Welt Verfuͤhrung bewahren/ und in der Wele Verfolgung uns erhalten wud Ainj allertroſtlichſten diß bitnicht henſondern ſtkundzum vad ſchn die und Verfolg wietsihnes d haben 5 hier ſikenin ur Freude kfrn Jil,g.Vnd nel wolbelo 1Il. 5 ddsza tzef/ Darſeumbdun wolben reden hre Raiſſaga mich in alle⸗ Nit ihren Ned Maulſchaum velſie mirſo. dr faſſche Fre⸗ ſichet wie erſa vncken/da wird nihtſeyn abga 5 ſteing. llh anders gikehtten und Eſ. ReRn Henng kanzdendahing rmaſſite mi adeſedcenaace e dasafamiugn 3n nochnſchom Cint maazar Vemajnt Pr ſelm/ umott S u ncch ußche dit 8n Sur kriſ Nu — uͤber den 38. Pſalm. ſet/ und zum himmliſchen Vaterland gelangen werden/ da alsdann 4 wind ſeyn aies vickorie, ein Tag des Sieges /da wir unſer Feinde und Verfolger werden zum Fuͤſſen haben/ und unſere Luſt ſehen wie es ihnen vergolten wird/ hal,n.v. 5. Wir werden alsdann da haben diem elitie, einen Tag der Freuden: Muͤſſen wir all⸗ fuͤr Freude haben/ der ich in Finſternuͤß ſitzen muß/ 26.5. p. 12. Vnſer Traurigkeit ſol da in Freuden verwandelt werden/ 325 daß wir nicht ewiglich in dieſer verfuͤhriſchen Welt werden verblei⸗ ben/ ſondern aus ſolcher unſichern gefaͤhrlichen Herberge bald erloͤ⸗ Job.„. Vnd ſeyd nur froͤlich und getroſt/ es ſol euch in Him⸗ mel wolbelohnet werden/ Mattb. vaz. 111. Verdorben es die falſchen Freunde des Koͤniges Da⸗ vids zu tieff/ und machtens ſehr arg wider ihn Calumniando; mit Membrum, Verleumbdungen/ davon zeiget der Text alſo: Die mir uͤbel lerrus⸗ wollen/ reden wie ſie Schaden thun wollen. Wil ſagen: Alle ihre Rathſchlaͤge/ Sinne und Gedancken richten ſie dahin/ wie ſie mich in alles Vngluͤcl ſtuͤrtzen moͤgen/ fahren demnach hoch her mit ihren Reden/ Luͤgen und Verleumbden dabey/ daß ihnen das Maul ſchaͤumen moͤchte/ und ſolches nur alles mir zum Schaden/ weil ſie mir ſo uͤbel wollen. Eben alſo hat auch gethan der Judas/ der falſche Freund des HErrn C Hriſti/ wann er Gelegenheit ge⸗ ſuchet/ wie er ſeinen Herrn und Meiſter verrathen moͤchte/ du kanſt dencken/ da wird es ohn Luͤgen und Verleumbden wider den Herrn Die miruuͤbel wollen/ reden ekc. nicht ſeyn abgangen/ ſonderlich weil der Satanas in ihn gefahren/ der da iſt ein Luͤgner/ und ein Vater derſelden/ Job. S. v. 29. A 2 Nicht anders habens auch gemaͤcht die Hohenprieſter Schrifft⸗ gelehrten und Elteſten des Volcks/ wann ſie falſch Gezeugnuͤß wi⸗ der den HErrn geſuchet/ und mit ihren Reden/ Luͤgen und Ver⸗ leumbden dahin geſehen/ wie ſie ihm Schaden zufuͤgen/ und umb Leib und Leben bringen moͤchten. 3 Erkennet hierbeyn Daß zwar die Calumnianten des Koͤniges Davids/ ſo auch 3 n h Ee4 G ih) e, Was fuͤr ei⸗ nen Tꝛoſt wir 325 Die fuͤnffte Predigt haben ſollen die boßhafftigen Juͤden ſampt dem Verleumbder und Verraͤther wider dz viel⸗Juda dahin/ und ſchon laͤngeſt geſtorben/ aber noch ſehr viel und faͤltige Ver⸗ einen groſſen Hauffen in der Welt hinterlaſſen haben biß auf ge⸗ leumbden/ ſo genwertige Zeit und Stunde/ da wir dann allhier weitlaͤufftiger zu in der Welt vorgehet. reden haͤtten/ wie es noch heute zu Tage mit dem Verleumdden ſ gar atg getrieben werde/ allein wir greiffen nur zum Troſt/ wie ſich nemlich alle Frommen/ wann ſie verleumbdet werden in Chniſil⸗ cher Gedult ſollen zu frieden geben/ und ſich deſſen troͤſten/ 1. Daß der HErr ihre Vnſchuld wiſſe/ und mit Hiob ſagen/ meine Freunde ſind meine Spoͤtter/ aber meine Augen thraͤnen zu Gon Job. 16. v. 20. Sich zu getroͤſten 2. Ihres guten Gewiſſens/ darinn ſie von dem allen/ daruͤber ſie getadelt befreyet und geſichett Des iſt ein edles Kleinod umb ein gutes Gewiſſen wann einer mů Paulo ſagen kan: Vnſer Ruhm ift der/ nemlich das Zeug⸗ nuͤß umſers Gewiſſens/ daß wir in Einſ aͤltigkeit und goͤtti⸗ cher Lauterkeit/ nicht in fleiſchlicher Weißheit/ ſondernin der Gnade GOttes auf der Welt gewandelt haben/ ⸗Cona⸗ P. 12. Sich zu getroͤſten 3. daß dieſe peſtilentia bumanæ conſuetu- dinus, das iſt /dieſe Sucht menſchlicher Gewonheit/ wie noflaoniu redet/ bey allen nicht allein gemein/ ſondern auch alle ins gemeit trifft /ſo gar/ daß C Hriſtus ſelbſt nicht ungetadelt ſeyn bleiben koͤn⸗ nen/ ſondern muſte den Phariſeern ſeyn ein Freſſer/ ein Saͤuffen/ ein Samariter der den Teuffel habe/ ein Verfuͤhrer/ ein GOttes⸗ laͤſterer und Aufwiegler/ Mateb.17,v. 9. c. 6,P.. Luc.25.Y.. f9b. F. v. 4§5. So es nun ihm unſern Meiſter alſo ergangen/ was iſto dann Wunder/ daß es uns ſeinen Hausgenoſſen alſo ergehet? Matob. 0. v. 22. fob.. v. 0. Was fuͤr Spott/ Schmach/ Schand/ Tadel die Heiligen erleiden muͤſſen/ erzehlet der Apoſtel in einem langen Regiſter/ Neb.n. vec. Was iſts dann Wunder/ daß uns auch noch dergleichen begegnet? Zu getroͤſten 4. daß der HErr zu Luͤgenern machen wind/ alle die ſo unſchuldige Leute verleumbden. O unſer HEᷣNR ee SStt iſt ein gerechter GOtt/ Er kan das Vnrecht niah 5 den ſotdern gadekugtih lagner gemn lden aſter nurwollenn tiffen/ ſu emtreuere druckenlaſſ ſchuld and Drumo lail wollen und! biſſen ſonde lkumöderzu barer Rach⸗ lhres adelns und Siatan Und dewieſent gen heſchudi wollen /deinn vethat nuͤchen ſcichts nicht S vollegeſchi deinem Leben Tv.. bdozu ief, 1 din ſe nach ſe Eueſen: Ime kleſtenumb. dndangehen m erawnclis ge und ¹ 9 kum then Eh uͤber den 28. Pſalm. e den/ ſondern muß mit Recht ſiraffen. Wer nun den unſchuldi⸗ b gen beleugt/ hinterruͤcks ihn verleumbdet/ der muß wiederumb zum Luͤgner gemacht und deswegen geſtrafft werden. Drumb laß tadeln/ laͤſtern und verleumbden deine Verleumbder/ ſo lange ſie nur wollen und koͤnnen! dein gerechter G Ott wird ſie gewiß recht treffen/ ſtraffen und zu Luͤgnern machen. O unſer OOtt iſt ein treuer GOtt/ Er kan die ſeinen in Vnſchuld nicht unter⸗ drucken laſſen/ ſondern hilfft ihnen herauß/ und bringet ihre Vn⸗ ſchuld ans Tageliecht herfuͤr/ daß ſie maͤnniglich bekand wird. Drumb laß laͤſtern/ verleumbden deine Widerwertige ſo lange ſiſe wollen und koͤnnen/ dein getreuer G Ott wird dich nicht ſtecken laſſen/ ſondern deine Vnſchuld herfuͤr bringen/ und deine Ver⸗ leumdͤder zu Luͤgnern machen. O unſer G Ott iſt ein wunder⸗ barer Rach⸗G Ott/ wie wunderbar er die Verleumbder/ wegen ihres Tadelns/ Liegens und Verleumbdens raͤche an Ehren/ Gut und Blut/ an Leib und Leben koͤnte mit vielen Exempeln dargethan und bewieſen wedden. Drum̃ laß tadeln/ laͤſtern/ veleumbdẽ veꝛkla⸗ gen beſchuldigen/ ꝛc. deine Widerwertige/ ſo lange ſie koͤnnen und wollen/ dein wunderbarer Rach⸗G Ott wird deine Vnſchuld wun⸗ derbar raͤchen/ und deine Verleumbder zu Luͤgnern machen. Ge⸗ ſchichts nicht bald/ ſo wirds doch einmal geſchehẽ/ es wehre ſo lange es wolle/ geſchichts nieht bald/ ſo wirds doch einmal geſchehen nach deinem Leben/ da der HErr dir wird eine ewige Herrligkeit geben. I. Verdorbenes die falſchen Freunde des Koͤniges Da⸗ vids zu tieff/ handelten ſehr uͤbel wider ihn Fontunis inbiando, in Membrum. dem ſie nach ſeinem Gluͤck und Wolſtand/ Kron und Secepter grieffen: Im Teyt ſtehet: Die mir uͤbel wollen/ gehen mit ei⸗ tel Liſtenumb. Wil ſagen/ ſie goͤnnen mir mein Gluͤck nicht/ Die mir uͤbel ſondern gehen mit eitel Liſten umb, und ſehen wie ſie mich meines wollen gehen: Wol und Ehrenſtandes entſetzen/ mich umb das meinige brin⸗ 3 gen/ und in alles Vngluͤck ſtuͤrtzen muͤgen. Ei ſolcher leichter Vogel und krummer Geſell war auch Judas/ der durch ſeine Verraͤtherey CHriſto alles Vhels wolte/ gieng⸗ mt au uni mit Liſten 328 Die fuͤnffte Predigt umb/ damit ſein HErr und Meiſter in das aͤuſſerſte Vngluͦdund ſchwereſte Leiden geſtuͤrtzet wurde.. l 3e 1. Erkenne allhier mein lieber Chriſt abermals der Welt Boß⸗ nder Wuel heit/ und ſihe dich nur ein wenig drinn umb/ ſo wirſtu befinden heit da einer wie uͤbel doch in itziger liebloſen Welt ein Chriſt dem an⸗ 7„ den andern dern wil. Solches wann es exaggeriret werden ſolte per he⸗ nur uͤbel wil/ calogum, ſonderlich durch das 5. 6. 7. 8. 9. 10te Gebot/ wie üibel und weſſen wider dieſe Gebot ein Chriſt dem andern wolle/ und zwar wann ſich die zu ge⸗ es etwas weitlaͤuftig exaggeritet werden ſolte/ hilf ewiger GOn rroͤſten ſoih⸗ wie wuͤrde der Prieſter abermals zur Vngebuͤhr geſcholten haben⸗ ren Nechſten ob gleich/ wovon er ſagte es war und uͤber war. Aber zum Be⸗ d gen ſens ſchluß mercket nur dieſen Troſt: Wirſi du deinem Nechſten treu ſeyn und ihm wol wollen/ ſo wird G Ott der HErr dit wiederun treu ſeyn und dir alles gutes zu billigen/ dann er hat nicht alleindee Treu und Auffrichtigkeit gegen dem Nechſten geboten/ ſondern auch alles gutes verheiſſen denen/ welche der Auffrichtigkeit ſich werden befleiſſigen/ 7. Reg. 2. v. 4. ſpricht G Ott der Etr zun Koͤnige Salomon: So du vor nur wandelſt mit rechtſchaß⸗ fenem Hertzen/ und auffeichtig⸗ daß du thuſt alles wasſich dir geboten habe/ ſo wil Ich beſetigen den Stuel deins Konigreichs. Da wird zwar eigentlich geredet von der Auf⸗ richtigkeit gegen G.Ott dem HErrn/ daß man ohne Heucheleh und Falſchheit Ihm dienen ſolle/ aber doch ſo kan es in gemein auch verſtanden werden von der Au ffrichtigkeit gegen dem Nch⸗ ſien/ daß man eines guten Gewiſſens beydes gegen GOtt und gegen dem Nechſten/ ſich ſolle befleiſſigen. Fragſtu aber was ei⸗ gentlich der Nutz davon/ wann man gegen ſeinem Nechſien tren und auffrichtig? Hierauff zu wiſſen/ wer mit ſeinem Nechſten auffrichtig umbgehet/ derſelbe hat J. viram gvietam, ein ſtilles 1 und rubiges Leben/ und ein froͤliches Gewiſſen/ Prop. 10. v 9 Qri ambular fimpliciter, amlulnr confdenter, Wer Unſchll⸗ dig lebet/ der lebet ſicher/ das iſt/ geruhig. Ein atgliſtiger Menſch lebet in ſteter Vnruße e muß mancherley Tuͤche uhſin renunddenaͤe nüätofendar A grömmig and wolmeyr 2. gongialle dandetmit GOa G men. W haͤndenm laſt den Au 3. Dh durch ihte bo⸗ GOttanlau debewahtet GOAzu Ah hen dasgech daß du vit y. Sſalm.. ſchlieſſen auf alſolantend: Wer wird h Bandel ind ditvon Her de/und ſeine fennichtſch dernehret die etund haͤt undn. aͤber den 33. Pſalm. 9 neen und dencken/ wie er dieſelbe liſtiglich wolle verbergen/ daß ſie nicht offenbar/ und er daruͤber zu Schanden werde/ aber wer in ſei⸗ ner Froͤmmigkeit und Einfalt wandelt/ mit dem Nechſten es gu:t 1 und wol meynet/ der darff dieſer Sorge und Vnruhe nicht. ermdanft n ens ar Dutih 1 a randthana. duß: Wufda do era SOtmh ates ndgn damc et u gn dn Achſen ß indam räceda — 8 1— 2 — — —₰ — — — —— —= —= — — 4 4— —— 2 2 — 2 — K 2 2. Hat er felicem ſucceſſum, einen gluͤcklichen Fort⸗ gang in allen ſeinen Thun und Weſen. Dann wer auffrichtig handelt mit ſeinem Nechſten/ ihm tren iſt/ und wol wil/ dem gibt SOtt Gluͤck und Segen/ daß er in ſeiner Nahrung kan fortkom⸗ men. Wie dann auch Hiob ſagt c. 7. v 9. Der von reinen Haͤnden wird ſtarck bleiben. Vnd Prov. 2. v. 7. Der HErr laſt den Auffrichtigen gelingen. b 3. Defenſionem, Bewahrung fuͤr allem Vnfall/ welche durch ihre boͤſe Tuͤcke dem Vngluͤck wollen ennrinnen/ die laͤſſet G Ott anlauffen und fallen/ welche aber in ihrer Einfalt wandem/ die bewahret G Ott der HErr fuͤr Vnfall. Gen. ꝛ0. v. 10. ſprickt G Ott zu Abimelech: Ich weiß daß du nit emfaͤltigen Her⸗ tzen das gethan haſt/ darumb habe Ich dich auch behuͤtet/ daß du nicht wider mich ſuͤndigteſt. Bnd David beter 25. Pſalm. v. 2z. Schlecht umd recht das behuͤte mich. Wir ſchlieſſen auff dißmal mit dem 15. Pſalm des Koͤniges Davids/ alſo lautend: HErr wer wird wohnen in deiner Hutten? Wer wird bleiben auff deinem heiligen Berge? Wer ohn Wandel einher gehet und recht thut/ und redet die War⸗ heit von Hertzen. Wer mit ſeiner Zungen nicht verleumb⸗ det/ und ſeinem Nechſten kein Arges thut/ und ſeinen Nech⸗ ſten nicht ſchmaͤhet: Wer die Gottloſen nicht achtet/ ſon⸗ dern ehret die Gottfuͤrchtigen/ wer ſeinem Nechſtenſchwe⸗ er ſein Geld nicht auff Wucher gibt/ ret und haͤlts: Wer. und nimmt nicht Geſchencke uͤber den Vn⸗ ſchuldigen/ wer das thut/ der wird wol bleiben. :(o):He⸗ Tt 4 1“ K y 1 1 3 5 3 4 850·8— 4, 6 beie Ser— 30o Dite ſechſte Predigt Habita Cü. Ktrini die 22. Vber den dritten Buß Pſalm des Koͤnnges Martii An- Zur Paſſion⸗ Predigt in der Faſten⸗ Zeit. Die ſechſte Predigt und Propheten Davids/ ſo da iſt im — Pſalter Buch der 38te. IEXT u S. Vers.14, e 1. (Ch muß ſeyn wie ein Tauber und nicht hoͤten, SSund wie ein Stummer der ſeinen Nund nicht aufthut/ und muß ſeyn wie einer der nicht hoͤret/ und der keine Widerrede in ſeinem Munde hat. Drey der ees fürnehmſten 46 ‿ Kuͤnſten rechtſchaffe⸗ X 3 2 M. nerChriſten..☚☛☚☛+☛ 1 4 Eingang. S ſind unter allen andern drey fuͤrnehmſte Kun⸗ Oſte/ die einem Chriſten wolanſtehen/ ihme auch ſehr dienlich und erſprießlich ſeyn als 1. die Leide⸗ „Kunſt/ 2, die Bete⸗Kumſt/ 3, die Sterbe⸗ Kunſt. Leiden muͤſſen alle Glaͤubigen/ ſintemat durch viel Creutz und Truͤbſal wir in das Reich . Sa 85 G DOttes gehen/ ACr. ³. v.22. Vnd diewell du GOtt lieb wa⸗ reſt/ ſo muſte es nicht anders ſeyn/ ohn Linfechtimg muſteſt du nicht bleiben/ auf daß du bewahret wuͤrdeſt/ ſagt der En⸗ gelzu dem alten Tobſ⸗ /706,2. v.. Hier aber iſt Kunſi von No⸗ Dhn da dſt untetdein Ereusgedüleiz ſeyn nicht wider GH grunzen noch murꝛen ſondenn mit dem David ſprechen aus ſenmm Bo. Pſalm v. 5. Ich iſt Tbren. 5. v. C. Pnuerr dem Leiden muͤſſen wir beren/ intemaldas Gehan harre des HErrn/ meme Seele harret unnd ich hoffe auf ſein Wort. Dann es doch ein köſtlich Ding gdultig ſeyn und auf die Auͤlffe des HErrn harren/ zelſſ t ſnihldet. fuunſet e nen ſuche aufgethan. eelungeac Ralſienich dan ater Wa etet haben, Manſchen/ Dann abe Bume auf rugeſchickt he bendig bleib daß wirſelig undwitaued ni ſptechen: An/Lua., Dnd) unſet. Nplan mit ſeinem G tſonſten unſ Alſ uͤbertrif Lünſeen und Erhatzwanti ſtſichbefiſſen laden fürdas g ſeiſig und and len am Oalben auch fürſeine auſlem ſil DMohedeneyte S *——— uͤber den 38. Pſalm. 331 die beſte Nothwehre im Creutz: Ruff mich an in der Noth/ ſpricht der HErr ſal 5. v.. Hierzu uns auch vermahnet C Hri⸗ ſtus unſer Heyland/ Masb./. v.7. Bittet ſo werdet ihr neh⸗ men/ ſuchet ſo werdet ihr finden/ klopffet an/ ſo wird euch aufgethan. Hier iſt abermals Kunſt von noͤthen/ alldieweil ihrer viel/ ungeacht daß ſie beten/ mit nichten doch erhoͤret werden ſinte⸗ mal ſie nicht recht beten /ſie ſind nicht warhafftige Anbeter/ dle den Vater im Geiſt und in der Warheit anbeten/ Job. 4. v. 23. Wann wir aber viel gelitten/ und unter dem Leiden viel ge⸗ vetet habenſſo thut endlich der Todt darzu kommen/ das Ende aller Menſchen/ welcher uns aus dem Lande der Lebendigen reiſſet: Dann alles Fleiſch iſt Heu/ und alle ſeine Guͤte iſt wie eine Blume auf dem Felde/ Fa. 40.v.5. Da witd uns auch die Poſt zugeſchickt/ beſtelle dein Haus/ du wirſt ſterben/ und nicht le⸗ bendig bleiben/ /55. v.. Hier iſt wiederumb Kunſt von noͤthen/ daß wir ſelig ſterben/ daß der Todt in einen Schlaff verwandelt/ und wir aus dieſer Welt williglich ſcheiden/ und mit dem Simeo⸗ ne ſprechen: HErr nun laͤſſeſtu deinen Diener im Friede fah⸗ ren/ Lac. 2. v. 29. Vnd diß ſind die drey fuͤrnehme Kuͤnſie der Chriſten welche unſer Heyland hochgelobt in Ewigkeit/ ſehr wol verſtanden/ und mit ſeinem Exempel ſehr artig abgemahlet hat. Dann gleich wie er ſonſten unſer Haͤupt iſt/ und den Vorzug hat in allen Dingen: Alſo uͤbertrifft er uns weit und aber weit in obgedachten dreyen Aunſten/ und lehret uns dieſelbe mit ſeinem Exempel gar eigentlich. Er hat zwart in ſeinem gantzen Lebens Lauff der obgedachten Kuͤn⸗ ſte ſich befliſſen/ allermeiſt aber zu der Zeit/ da er ſich eingeſtellet zu leiden fuͤr das menſchliche Geſchlecht. Wil anitzo nicht ſagen wie Hfleiſſig und andaͤchtig er zur geit ſeines Leidens gebetet als im Gar⸗ ten am Oelberge/ am Stamm des Creutzes/ da er unter andern auch fuͤr ſeine Creutziger gebetet; Auch itzo nicht zu ſagen wie ſanſſt und ſtille er am Stamm des Creutzes verſchieden/ und ſeine gebedeneyte Seele GOtt ſeinem Vater empfohlen: Sondern da Ti j haben 332 Die ſechſte Predigt haben wir noch vor uns den um ſeines ſchweren Leidens/ und zwar anitzo in ecie was erfuͤr dem Püato gelitten/ welches et aber doch mit groſſer Gedult und Sanfftmuth außgeſlanden alſ daß er auch ſeinen Mund nicht aufgethan/ noch ſich gegen ſeine Feinde und falſche Anklaͤger verantworten wollen! nach der Weiſſagung Fhas v.7. Daer geſtrafft und gemartert ward/ that er ſei nen Mund nicht auf wie ein vamb das zur Sch lachtbanct gefuͤhret wird/ und wie ein Schaf das verſtummet fuͤr ſei⸗ nem Scherer/ und ſeinen Mund nicht aufthut. Worinn er dann zum Vorbild gehabt den Koͤnig und po⸗ pheten David welcher wie wir am naͤhern auß demzg. Pſalmg⸗⸗ horet/ auch ſehr arge Feinde umb und wider ſich gehabt wie er dann druͤber klaget: Meine Lieben und Freunde ſtehen ge⸗ gen mir/ und ſcheuen meine Plage/ und die mir nach der Seelen ſtehen ſtellen mir/ und die mir uͤbel wollen/ reden wie ſie Schaden thun wollen/ und gehen mit eitel Liſten umb. Welches aber der Koͤnig David mit aller Gedult und Sanfftmuth ertragen: Wir er dann ſpricht Ich muß ſeyn wie ein Tauber und nicht hoͤren/ und wie ein Stum mer/ der ſeinen Mund nicht auff thut/ und muß ſeyn wie einer der mcht hoͤret, und der keine Widerrede in ſeinem Mun⸗ ehak. Die ſchmertzliche Klage des Koͤnigs Davids uͤber ſeine Fein⸗ de/ wie arg ſie es mit ihm betrieben: Loriſto eben alſo zur Zeit ſeines Leidens ergangen: Als wollen wir auch zu dieſem mal ahm alſo thun/ und nachdem wir in Ab⸗ handelung der Hiſtorien des Leidens C Hriſtt a uff ſoichenn Tel kommen ſeyn/ ſo uns beym Matthao 27. 7. 12. 13. 14 vorgehal⸗ ken wird/ alſo lautend: Daer ver klagt ward von den Hohen⸗ rieſtern und Elteſten/ antworter er nichts. d pua and n unſer all⸗ Clebn bntu und har Mrnszu er antir auch der Lan ſen/ wit ſog Nlaad C 98 ege: J und wie en und muß ſe derrede inſe ken i voruns rurum injur durch welche, Pderwenige wohtet: Vnd ſenhochverdia dedens then a deß es ohne g O hlff Chr Leyden daß und vondeiner ghabt aho teder — — DPuratus zu ihm/ horeſtu nicht/ wie hart ſie dich verklagen: Dnder antwortet ihm nicht auff ein Wort/ alſo daß ſich auch der Landpfleger ſehr verwunderte. Da wir dann ſe⸗ hen/ wie ſo gar eben in dieſem Text an unſerm hochverdienten Heyland C Hriſto erfuͤllet werden die Wort: Da allhier der Da⸗ vid ſaget: Ich muß ſeyn wie ein Tauber und nicht hoͤren/ und wie ein Stummer der ſeinen Mund nicht auffthut/ und muß ſeyn wie einer der nicht hoͤret/ und der keine Wi⸗ derrede in ſeinem Munde hat. So wollen wir zu betrach⸗ ten it vor uns nehmen Tria propugnacula qvibus Da pid adverſa nriorum injurias propulſat. Drey ſtarcke Schutzwehren/ 8 * durch welche David ſeine Gedult und Sanfftmuth wider ſeine . Widerwertige und Feinde ſehen laͤſt/ und ſich damit wol ver⸗ wahret: Vnd wie er hierinn geweſen ein fein Vorbild auff un⸗ ſern hochverdienten Heyland C Iſtum der es zur Zeit ſeines Leidens eben alſo gemacht. Hiervon kuͤrtzlich zu reden/ und daß es ohne Frucht nicht abgehe/ ſeuffzet zuvor mit mir alſo: O hilff CHriſte GOTTES Sohn/ durch dein bitter Leyden/ daß wir dir ſtets unter han all Vntugend meiden/ und von deiner Gedult und Sanfftmuth/ ſo du bey deinem Leiden gehabt/ alſo reden und hande n moͤgen/ daß es gereiche dir zu Ehren/ und zu unſer aller Seligken/ Amen. Abhandlung. ☛ Elliebte Freunde in Hriſto/ Eſaias am 30 c. ſpricht i hlentio& pe erit fortitudo veſtra: Durch ſtille ſeyn Sund harren werdet ihr ſtarck ſeyn. Dieſes hat wol in acht genommen und prachſiret der Koͤnig David wider ſeine Fein⸗ de und Verfolger/ wann er ſich wol mit einer dreyfachen Schutz⸗ wehr verwahret/ dadurch er ſeine Gedult wider ſeine Widerwertige und Feinde ſehen laſſen/ und ſulle geweſen⸗ b . Auribus it gedultigem Gehoͤr: Dann ſagt er: Ich muß ſeyn wie ein Tauber/ und nicht hoͤren. Wilſagen: Ich 1. Tt iij 8 werde Mombuns. 334 Die ſechſte Predigt Text. en muh gedruckt/ aber was wil ich machen/ ich muß taub ſeyn/ und thun Tauber und 8.9. nicht hoͤren. unſern hochverdienten Heyland C Hriſtum/ welcher ihm eben alſy ſonderlich zur Zeit ſeines Leydens gethan/ was hat der nicht vethi⸗ ren und uͤberhoͤren muͤſſen/ alſo/ daß auch Pilatus zu ihm geſagt: Hoͤreſt du nicht/ wie hart ſie dich verklagen/ biſtu dann taub/ wiles ſagen/ du muſt ja taub ſeyn/ weil du ſo harte Anklage nicht hoͤren noch vernehmen wilſt. uSls. Vns zum Exempel daß wir auch taub ſeyn ſollen. Thels Chriſten auf daß wir den Ohrenblaͤſern und Verleumbdern keine Audienn ge⸗ anuiſe Maß ben/ noch zuhoͤren. Dihilem aurem babere oportet ad qrimina, ſeyn. man ſol taub und harthoͤrig ſeyn Laͤſterwort zu hoͤren/ ſagt genaa Sen. in ſeh- Aueguſtinus hat oben uͤber ſeinen Tiſch diß Diſticbon geſchrieben: tent. ſent. Suus quis amat dictis abſentum rodere vitam 166. Poſid.in Hanc meuſam veritam nowerit Gſé ſibi, vit. Auguſt. Wann einer ſo nicht an der Staͤtt/ c. 22. tom. 1. Verunglimpfft und ihm uͤbel redt/ col. 847. B. Derſelbe mag von hinnen gehn/ Vnd dieſes Tiſches müiſſig ſtehn. Wann auch etwa frembde Biſchoͤffe mit ihm uͤber Tiſchege⸗ ſeſſen/ und vielleicht iemandes in unbeſten gedacht/ hat er ſie bi⸗ weilen unfrundlich angeredet/ und geſaget/ man ſolle entweder die Vers uͤbeꝛm Tiſche abwiſchen/ oder er wolle mitten unter denEſſen lieron. E. auſſtehen/ und in ſeine Schlaff⸗Kammer gehen. Cavene aus la P iſt. ad Ne paa aut aures habeas prurientes. Huͤte dich/ ſchreibet der Niero· Lro, Das, daß du weder ſchwaͤtzhafftige Zungen noch Ohren habeſ 1. 101,6.D. das iſt⸗ daß weder du ſelbſt andere außmacheſt/ oder denen ſo andert außmachen zuhoreſt/ dann der Au ßtraͤger/ wann er ſihet /daßdues nicht gerne hoͤreſt/ ſo wird er nicht bald andere außmachen. Wer aber ſolche Ohrenblaͤſer gerne heget/ ihnen gerne aufloͤſet/ und zuih⸗ ren Affterreden Verleumbden/ Nach ſagen und Ohrentragen uſt hat/ was thut der anders/ als daß er ſich ihres Aſnaaemn ha b atig werde zwar mit vielen Verleumbdungen und falſchen Auflagen als hoͤrete ichs nicht. Hierinn iſt er geweſen ein fein Vorbild auf ſſſtznache iiſbzzen an funbder/ ſein Theils znnehmen w Jangen a „ guten Gewiſ von iemandg icvitten tebet, ſagt 6- et/ der darf vonemnen geſe dencke ob du et dann dergleiche haitſoiche Laäͤſe „dnemderchri hon anemn Gedultbewenn Anniantin t Darn, di ma s wol in qchtz. ſin Afferreden 4 Aaci deuan 1u aſan acum ured iͤber den z3. Pfaln. 3 hafftig machet/ und alſo eine zwifache Suͤnde begehet/ in dem er ſich ſelbſten an deren ſchaͤndlichen Vnart gewehnet/ und den Ver⸗ ſeumdder/ ſeinen Nechſten außzutragen nicht hindert. Theils ſollen wir auch taub ſeyn/ und nicht ſo leicht zu Oh⸗ ten nehmen/ wann wir erfahren/ wie wir von den verleumbdiſchen Zungen hin und wieder außgetragen werden/ ſondern uns unſers guten Gewiſſens troͤſten/ und es fuͤr ein geringes achten/ daß wir von iemand gerichtet werden/ 1. Cor. 7. v. 3. Qvi enim vitæ ſuæ in cœlo teſtem babet, judicia bominum in terrâ pertiméſcere non debet, ſagt Gregorius. Wer ſeines Lebens Zeugen im Himmel hat/ der darff die Vrtheil der Welt nicht fuͤrchten. Wann du von einem geſchmaͤhet und außgetragen wirſt/ ſpricht Plaro, ſo dencke/ ob du etwa ſolches gethan/ darumb du wirſi außgetragen/ iſt dann dergleichen nichts/ fumum eſſe illud conpitium exiſtimato,. halt ſolche Laͤſterrede nur vor einen Dampff. Dann es ſchadet einem der ehrlich und Chriſtlich lebet an ſeinen Ehren nichts/ daß er von einem außgetragen wird/ ſondern es wird dadurch eines Gedult bewehret/ daß er ſich lernet unter die Leute ſchicken/ die Ca⸗ lannianten vertragen/ und ſich deſto eher vor Vnrecht huͤtet. Plato, da ihm angezeiget worden es weren etliche die uͤbel von ihm redeten/ und ihn heimlich außtruͤgen/ gab er alſo zur Antwort: Ar An 290 ſic vibam, ur zlles nemo ſit crediturus. Ich wil mich alſo ver⸗ Halten/ daß ihnen niemand Glauben geben ſoll. 3 b Vnd darumb dieſes ropugnaculum, da man ſich mit ge⸗ Dieſe erſte dultigem Gehoͤr fehr wol verwahret wider die Verleumbder/ von Schutzweh⸗ uns wol in acht zu nehmen/ und entgegen zu ſetzen den uaſanaai- re entgegen olin acht zu neßmen und entgegen zuſegen den eahe ane iu ſeten den ſten Affterredern/ Waſch⸗und Plaudermaͤulern/ derer es zu die⸗ Verleumb⸗ ſen boͤſen Zeiten ſehr viel gibt/ auch warlich hier bey uns/ daß wir wok von unſerm Euͤſtrin ſagen koͤnnen/ was Ezechiel von der Stadt Jeruſalem ſaget: Homines proditores ſunt inte, Es ſind dern. Verleumbder oder Verraͤther in dir/ Ezecb. ⸗⸗2. Dann Ez. 12. V.9. wir nicht allein unter Mannes⸗ und Weibes⸗Perſonen viel ha⸗ den/ die da nichts anders thun/ als daß ſie von einem zum Mdent auff 1 3 ö 8. 6 4. 2“ 3 2 36 auff und abtraͤt Gnuͤge heruͤber ſchen, ehrliche Leute in dieſem und ruͤcken/ ſondern auch wol in ehrlichen Conventen oder andern vertraulichen Geſpraͤchen eins und jenem Fragewerck herauß locken gen und wo ſie etwas ertappen daſſelbe ſira auffh Die ſechſte Predigt jenem zur das ander mit dieſem au einander aufflauſtem cis von Fuß und Mund erumb tragen/ bey einem hie/ beym andern da anbringen alles zum aͤrgſten mißdeuten mit ihren Zuſaͤtzen vermehren/ und dadurch Widerwillen Noth und Hertzeleid unter Leuten antich⸗ ten. Vnd iſt ein ſolches Werck hier/ daß einer in ſeinem eignen Hauſe nicht huſten kan, es iſi ſolches bald durch die gantze Siadt. Vmd ſind unter denen dieſe am allergefehr⸗und beſchwerlichſten welche ſub ſimulato perecundi⸗ fuco, unter dem angemaaſten Schein der Scham ihre gefaſte Boßheü verbergen koͤnnen, und demnach/ wie Zernbardu⸗ ſie Seuffzen/ niedergeſchlagenen gen: habe habe Es iſt mir hertzlich leid fuͤri ihn nie von dieſem Dinge abziehen koͤnnen. ſolches lange von ihm gew ſollen offenbar werden/ aber weil War er. 9. v. 4. und iſt ihnen leid/ fer, 9. Hierzu iſt nun nicht beſſers/ als daß man gleichſam taub ſey/ etwas hoͤ bleiben. 11. Membrum. wider II. Die ander ſeine Feinde/ uud dadurch ſeine Ged Ein Bruder unterdri h den andern/ undr ſich drauff/ wie einer den andern hetri Oder 4 daß ſie es nicht aͤrger machen konnen/ ein gedultiges Gehoͤt/ re und laſſe auch was beſchreibet/ mit auß geſtoſſenen Augen/ weinender und klagender Stimme ihre affterrediſches V rleumbden anbringen/ daß ſie ſa⸗ hn, dann ich habe ihn lieb 9 : Je iſt/ haͤtte auch durch mich nicht es ſchon außkommen/ kan ich de heit nicht verneinen es iſt mir leid daß ich es ſagen muß Daß man alſo nicht wen man ein vertraut Wort reden ſoll. cher Hauffe: Freund verraͤt ebefleiſſigen ſes iſ weiß/ was man ſagen/ und mit Dann es iſt ein fre⸗ ickt den andern/ ein eden kein war Wort/ ege/ Schutzwehre/ damit ſich der Koͤnig Daold zerleumbder und Verfolger auffgehalten ult und Langmuth ſehen laſſen/ iſt/ da ß et ſulle ‿ zweſen⸗ fean wi fgtt Das zi wietn E icht. Nier wſenunſers dens auch g Auffgethan/ geliſten ſaget prieſtern un Ahtwortet Landpfleger ſtus gar fallege Etdie weltach wot und hern den da hat un ſunmſeyn w Flmarum, voll vunne/ wieſene h ſer cns ſaadermen ſchdes Sellſch Fellſchen wei⸗ über den 33. Pſalm. 33, 7) ſile geweſen Lingva, mit der Zungen/ bann ſprichter: Vnd Terxt. muß ſeyn wie ein Stummer/ der ſeinen Mund nicht auff⸗ Vnd muß thut. Das iſt/ Ich muß ſie laſſen recht haben/ und ſtill ſchwei⸗ ſeyn wie ein gen wie ein Stock/ dann meine Rede und Antwort gilt und hilfft Stumer/ ꝛ. n nicht. Hierinn dann Koͤnig David abermals ein Votbild gee,.⸗ weſen unſers Heylandes C Hriſti/ als welcher zur Zeit ſeines keex dens auch geweſen wie ein Stummer/ der ſeinen Mund nicht auffgethan/ nichts geantwortet/ wie dann der Text beym Epan celiſten ſaget: Bndda er verklaget ward von den Hohen⸗Matth. 27. Prieſtern und Elteſten/ antwortet er nichts. Item/ Er V. antwortet ihm nicht auff ein Wort/ alſo/ daß ſich auchddve Landpfleger ſehr verwunderte. Hat alſo der HErr Cri⸗ ſtus gar ſtille geſchwiegen. Die Vrſach war wol nicht dieſe/ daß S 1s ESEr die weltliche Obrigkeit der Antwort nicht wuͤrdigte/ dann Er Chriſten 3 zuvor und hernach dem Pilato Rede und Antwort gegeben/ ſon⸗ auff gewiſſe dern da hat uns C. Hriſtus hiermit wollen lehren daß wir auch Maaß ſtum ſtumm ſeyn und ſull ſchweigen ſollen/ daß man nicht ſey plenus ſeyn ſollen. mimarum, voller Spalten und Ritzen/ daß man hier und dort auß⸗ Terent. Eu- n ume /wie jenerbeym Teyenrio, ſondern vielmehrdieſts 9„pgna nuch.Acta. man ſtulle mit der Zungen zur Handwehre/ und es ent⸗e..ar. n aßtnetaas es Zegen ſe Deſe ander aſe ncdtva au t „lichen bey dd afp ſe t dem Gottes⸗ 338 Sramm. 25. ſchwerung frey haben. Bey den Argypliern war im Temga lat. lib. 3. Cat. ep. 70. Stillſchweigens: Der iſt vorgebildet worden mit einem qinaar Die ſechſte Predigt v. 4.& epig. auff dem Mund und die Lppen gelegt/ dadurch die Leute des Solin. Po. wollen daß man unnoͤthige Dinge ſolle w Macrob. 44 ſe 1uS c.1o. Ahe dexe gen d ien n 155 5.230 3 P. Ss. gen 2.Ien SGelt⸗ daß ſi lichen: als dat bey Rath⸗ imn d ſchlaͤgen und vor Gericht. Sir. 9, v. 25. 2* 2 ** hweigens zu etii⸗ bſlG uuuſchken eeanhſche nht das ger den. Es he Rathsheten ſievon J Ahffeine e gerſer ſoll r Sohſ ſagt/ tine groſſete⸗ Genpff mich Drauwonten ler wel ihrs ſ Wgrathſch dde Wah dn henne ſehwelzen Vynd wieden Rgeſanken. zititiſch Geheimnuͤß veiborgen/ wie davon Alexanden ab der Alex gen. — xaadro ſchreibet. Valensus Maximus gedencket/ daß die Roͤmer dier, 1. 4. thre Nathſchlaͤge ſo heimlich gehalten/ daß in oiel hundert Jahren c... nicht das geringſte/ was im Nath vorgelauffen/ iſt erfahren wor⸗ Val. Mäib. den. Es hatten die Roͤmer vorweilen einen Brauch/ daß die ⸗ d erhl. Rathsherren ihre junge Soͤhne mit zu Rathhauſe namen/ damit Knh. 2. ſie von Jugend auff zu verſtaͤndigen Sachen gewehnet wuͤrden Auff eine Zeit iſt eine Mutter/ nemlich des ²apzri uͤberm Sohn her er ſoll ihr ſagen/ was man den Tag gerathſchlaget habe; Der Soſhn ſagt/ er duͤrffe es nicht ſagen. Dabekoͤ mmi die Mutter eine groͤſſere Begierde/ ſolches zu erfahren. Vnd weil ſie mit Glimpff nichts bey ihm erhalten kunte/ ſo ſetzt ſie mit Ernſt und Draͤuworten in iyn. Da ſagt der Sohn betrieglich: Liebe Mut⸗ ter weil ihrs ja wiſſen wolt/ ſo wil ichs euch nicht verhalten. Man hat gerathſchlaget/ obs beſſer were/ daß ein Mann zwey Weiber/ oder ein Weib zween Maͤnner nehmen ſolte: Dann er wolte niclhhl den geheimen Rathſchlag offenbaren. Die Mutter kan nitht ſehweigen laͤufft alsbald auß bringts an die andern W eiber. 340 Die ſechſte Predigt Er wil nichts ſagen auff der Juͤden Anklage/ dann ißre Sachen waren offenbarliche Luͤgen und nicht werth der Antwort. Ja ſaget die Welt: Spi racet conſentire videtur: Wer ſtillſchwei⸗ get/ wird dafuͤr angeſehen als habe er Schuld: Vnd ſagen de Jeriſten ex Paulo« Quu racet non utigvt fatetur, ſed tamen ye- rutiu&llé non negat: Wel ſchweiget/ der bekennet wol nicht/ aber gleichwol leugnet er auch nicht/ daß ein Ding nicht ſo ſey.· Hin iſt zu wiſſen/ wann etwas vorlaͤufft/ welches offenbar iſt daß es ge⸗ logen ſey! ſo darff man nicht antworten: Dann abi rerum icſli monia adſuutp von opus est verbis. Wo die That zeuget und te⸗ det! da darff mankeiner Wort. Wann aber ein Ding verhor⸗ gen und Gefahr dabey were/ daß du unſchuldiger Weiſe in Noih kommen moͤchieſt ſo iſt dir die Antwort unverſchrenckt/ wann es nur mit Beſcheidenheit und rechtmaͤſſiger Weiſe geſchicht. 3. Im haͤuß. Schweigen ſoll man im Hauß⸗Weſen/ daß nichtts uͤber lichen und die Schwelle komme was man im Hauſe redet. Da ſollen vet⸗ debenen ſchwiegen ſeyn die Weibesbilder: Sintemal das S ulſſchiver eden. gen und Vernuͤnſſtigkeit einem Weibe iſt ein Zierde und Schmuck. Plbiaias ein ſchoͤner Kuͤnſtler hat die veneren auf eine Schnecken gemahlet/ dadurch er gewieſen/ daß die Weib⸗ Paulu 5 u. ris C. 1 185-. Cæl. Rhod. biler nieht allein daheim bleiben/ ſondern auch verſchwiegenſiyt lita b. 1c. ſollen. Wie C. Rboabginus ſchreibet. So ſollen auch die Ehe⸗ c.z. leute verſchwiegen ſeyn. Es iſt ein groſſer Vbelſtand/ wann Eheleute einander nichts zu gu te halten koͤnnen/ ſondern was eiwa heimlich geſehicht/ außtragen uͤbereinander klagen/ oder auch wol geheime Sachen offenbaren. Die Jugend ſoll Verſchwiegen⸗ heit lernen/ daß wann ein junges Bluͤtlein bey einem alten Giui⸗ Si„ ſen ſitzt/ es ihm nicht vorgreiffe/ und wann ein Junger geftaget e,z. ven wirdſſollers kurtzmachen. Wie Sirach hiervon lehretſe⸗ 7..32. * un. Verſchwiegen im Hauſe ſoll ſeyn das Geſinde/ daßes nichtain auch nicht außtrage. Manch Geſinde bringet immer neue Ze⸗ lung heim ſolches traͤget auch gemeiniglich auß dem Hauſe⸗ was d ninnen geſchieher/ und breitets auß wo es hinkomt. Wa 2 tee das Geſindenich venſie ernen dennetn dau wann eng und geden chen des S munnicht getedet witd hes geredet Aer ſtſoge⸗ deyſieh mehe and vertraue Wrſ kom ima„dern zn. Eine Wwuce ein Schiffde And kan mit geſt uennen ſeh Jit hleaben K Ememz nemzuengt, einiche Sar terjalten es w hanz ihn aau vurticht weiter Wahesder di b tanage Sar eldet vetleuge Ateund ktieget Sülſchweigaſd Sotuarthn —— 8 uber den ⸗8. Pſaln. 34r traͤget/ das traͤget auch auß. Darumb ſoll die Herrſchafft das Geſinde nicht darzu gewehnen/ daß ſie von andern Leuten viel re⸗ den/ ſie lernen und gewohnen es hernacher/ und reden auch was in deinem Hauſe geſchicht. Verſchwiegen im Hauſe ſoll man ſeyn/ wann ein gur Freund mit dem andern was redet.· Dar⸗ umb haben die Alten eine Roſe uͤbern Tiſch gemachet/ als ein Zei⸗ chen des Stillſchweigens/ wie Levinus Lemnius ſchreibet/ daß man nicht ſagen ſolle/ was uͤber Tiſch zuweilen von guten Leuten 41. de ro- ſa, in ex- geredet wird. Dannenhero ſpricht man/ wann was vertrauli⸗ ches geredet wird: Es ſey unter der Roͤſe geredet. Man⸗ cher iſt ſo geartet: Wann ihm etwas vertrauet wird/ ſo kan ers vey ſich nicht behalten oder er daͤchte/ es druͤcket ihm das Hertze ab/ in und vertrauet es einem/ der ſo uͤbel ſchweigen kan als er ſelbſt: Vnd ſo kommts in aller Leute Maͤuler. Darumb hat der Poet zea Fedeeν die Wort gefluͤgelt genennet/ daß ſie herumb flie⸗ . L. Lemn. b Her. biblic. gen. Ein Schiff kan man mit den andern anfaſſen/ daß es der Wind nicht hinreiſſet aber ein Wort/ wann es geredt iſt ſoiſis als ein Schiff das vom Port außlaͤufft/ das kan niemand erhalten/ und kan mit keinem Ancker angefaſſet werden Ob du ſchon ſa⸗ 3 geſi zu einem Waͤſcher: Sage es niemand/ ſehweig ſtille/ laß es bey dir bleiben/ ſo geſchicht es doch nicht wie das Sprichwort ſa⸗ gei: Einem zu enge/ zweyen gerecht/ dreyen zu weit. Ei⸗ nem zu enge/ dann es hat zuweilen mancher Vrſache daß er heimliche Sachen einem guten Freunde offenbare/ er kan es nicht verhalten/ es were auch nicht gun/ da ers bey ſich behielte/ und das Nertz ihm dadurch ſelbſt abfreſſe. Zweyen gerecht: Wanns nur nicht weiter kommt ſo iſts wol gut. Aber dreyen zu weit: Weiß es der dritte/ ſo weiß es iederman. Drumb ſoll niemand vertrauete Sachen offenbaren. Dann wer Heimligkeit offen⸗ en Freund kriegen. In Summaalle Menſchen ſollen ſich des barer der verleuret den Glauben/ und wird nimmermehr einen treu⸗ Stillſchweigens befleiſſigen/ deſſen hat man Vrſach: 1. Weiles 1, SOtt verſehen/ daß der Menſch mehr ſchweigen/ als reden ſoll: Vu iij Dann .* —2˙2“ * —“„ 1 1— 4 34s Die ſechſte Predigt Dann G Htt hat dir den Mund zwar offen gemacht/ abet gleich, wol iſts natuͤrlich/ daß du denſelben mehr als zu offen haſt. 2. Wa es eine Anzeigung eines gezogenen und vernunfftigen Menſchens iſt. 3. Damit man der Straffe und dem Vn⸗ gluͤck entgehe. Es iſt ein ſchaͤdlich Ding umb ein verwaſchen Maules thut andern Leuten und auch ihm ſelbſt Schaden. An⸗ dern Leuten daß es von ihnen plaudert/ und waͤſcht alles woases weiß/ und damit es zu waſchen habe/ ſo forſchet und fraget es nach allen Haͤndeln. Ihme ſelber thut ein ſolcher Menſch Schadens Prov a.v. Dann wo viel Wort ſuſd/ da geheks ohne Suͤnde nicht abe/ wo aber viel Suͤnde/ da bleibet die Straffe nicht auſſen. Moͤeht jemand ſagen: Soll man dann gar nicht reden? ſollen wir wie das ſiumme Vieh ſeyn? Warumb hat uns GH Mund und Zungen gegeben/ wann wir ſie nicht brauchen ſollen? Fteylich ſoll man reden aber es muß auch in acht genommen wa⸗ Euc den(1) daß man zu rechter Zeit rede wie der weiſe Mann ſaza. cS. 3*. J. Schweigen hat ſeine Zeit/ Reden hat ſeine Zeit/ Erel3.. ir. 10.v.). Vnd Sirach ſaget: Ein Weiſer ſchweiget, biß er ſeine Zet .20. I erſthet: Aber ein jaͤcher Narr kan der Jeit nich erharren/ Sir. 20.]Wann man zu rechter Zeit redet/ wann/ wo und ivt man ſoll, da heiſtes wie der weiſe Mann ſaget: Ein Wort ge⸗ Prov as. vt ledt zu ſeiner Zeit/ iſt wie guͤldene Arpffel in ſilbernen Schalen/ Srop. 2z.(2) Soll man auch hicht unnuͤtze Dinge reden: Wie S. Paulus ſaget: Sehandbare Wort und Nat⸗ Eph, 5. v. 4. keutheidinge/ oder Schertz/ welche euch nicht ziemen/ laſſet nicht von euch geſaget weiden/e6..(2) Sollman aſſo reden daß Eraſm, man auch wiedertunb auffhöre/ damit das Maul nchtin⸗ Chil. gent, Mer gehe wie eine Windmuͤhle/ oder wie ein Arabiſcher Pfeißer! 7. adag.;2. der immer ludelt und hudelt/ wie das Sprich wort ſaget. Ein Eecl. 10, v. Nart macht viet Wort ſagt der weiſe Mann/ und wo viel Wit 14. iind da hoͤret man den Narren/ und ein ſolcher frocher Waͤſche Sit.h..23. witd endlich zu Schanden. Wolte G Hit daß kederman ſic nach dem Exempel des Koͤnigs Dayids/ oder lanehenac da e eee 1 Exemp 4 Erttpe des eiher nich Sn und 1I guffgehae und hiedur erſl gewe ſpricht tt/ 1u 8 ußſirung hande muß vetantwworte dno aſſen h Wander hie Zesſeges4 DeEonnge nen/ aberd filam. E aͤtdaE. Diſß duſciges und Whetſacher dornigen uu benig auff da Nahſten wie⸗ Lnimpei W. Kſalihn mee thechſte ni ber den; 8. Pſalm. 43 Evempeldes Err C Hriſtiſich richtete/ ſehweigen koͤnte! und V ſich im Reden maͤſſigen ſo wuͤrd manch Vnheil verhuͤtet. Well es aber nicht geſchicht/ ſo hat mancher Spott! Schand und Schaden. Drumb ſehe ein ieder zu daß ers alſo mache! damit G Oit und Menſchen mit ihm zu friedenſeyn b e Die dritte Schutwehre damit der Koͤnig David ſich lII. auffgehalten wider ſeine Feinde/ Berleumbder und Berfolger⸗ Membrum. 8 und hiedurch ſeine Gedult und Sanfftmuth ſehen laſſen/ iſt/ daß er ſtill geweſen Animo, mit dem Gemüth. Vnd muß ſeyn/ Vnd muß ſpricht et/ wie einer der keine Widerrede in ſeinem Munde ſemn wie ei⸗ jhat. Das iſt/ ich muß mit gedultigem Gemͤth alles ertragen/ ner der keine amuß ſie ungeſtrafft ſeyn laſſen/ muß thun/ als ob ichs nicht ver, Widerrede ſuaͤnde/ muß Vnrecht haben/ Vnrecht leiden /ich koͤnte mieh wol haat. verantworten und Widerrede geben aber ſie hoͤren nicht/ ſie toben Aund iaſſen ihnen nicht ſagen. Hat ihm nicht eben alſo auch ge⸗ than der himliſche David unſer Heyland C Hriſtus/ ſonderlich zur Seiſ ſeines Leidens /wie ſolches vornemlich auß angezogenen Tert des Evangeliſten erſcheinet/ er haͤtte wol Widerrede finden koͤ⸗ nen/ aber da ſagt der Apoſtel Peirus von ihm in ſeinet erſten Epa⸗ ſiel am 2. Cap. Welcher nicht ſchalt da Er geſcholten ward/ nicht pet.2. v. 3. draͤuet da Er leid/ Er ſtelletes aber dem heim der darecht richtet, Dieſs opagnaculun oder Sehutzwehre/ da man ein ge⸗ Dieſe dritke dultiges und ſanfftes Gemuth gegen dem Beleidiger! Feind und Schutzwehr * Widerſacher/ entgegen zu ſetzen den Vnholden/ Hartnackigen/ Agegrnd * Zornigen und Pochenden/ da man ſich/ wann man nur ein wenig auff den Fuß getreten wind bald wil raͤchen und mit ſeinem zoenigen KXchſten wieder alſo ſpielen wie er ihm gethan hat. Als zum ſoͤhnlichen⸗ Erempel: Wann einer in Noͤthen iſt/ ſpricht ſeinen Nechſten aln me ſoll ym mit Raih und That Vorſchub thun/ bißweilen kan es deer Nechſte nicht thun/ auß Dürfftigkeit/ well ers ſelber nicht vermag/ oder er wiles nicht ihun auß Vor ſich igkeit/ dann er eſorgei ſich er moͤge umb das ſeine kommen/ oder aber er ihuts. nicht auß Vnbarimhertzigkeit/ weil er njemande nichts/ dann b 383 b nu⸗ = 1 Pet 3. v. 2 Petrus vermahnet: Spo. 3. S 1.Johz. V. 8. piſt. 5. We 318, e DeſchſePragt nur ißm alleine gonnet. Wannnun das geſchicht/ ſo wid td der am⸗ der unwillig und ungedultig laͤſſet ſich hoͤren: Nun er hat mirauff dißmal nicht dienen wollen/ er wird meiner komme darnach und ſpteche mich an/ ſo wil ich ihm wieder die wie er mir gedienet hat. Alſo pfleget es warhafftig in lus ſaget: Rom. 16. Vergeltet nicht Boͤſes mit Boͤſen. Vnd 27 hn eyd mitleidig/ barmherzg und freundlich/ vergeltet nicht Boͤſes mit Boͤſem/ hoch Scheltwort mit Scheltworten/ ſondern ſegnet/ und wiſſ daß ihr darzu beruffen ſeyd/ daß ihr d ner Hn Dann wer Gutes mit Boͤſen vergilt/ von deß Hauſewird das Boͤſe nicht laſſen/ ro.„. Vndwi ſtel Paulus ſeine Corinther von dieſem Laſter/ ſob eingeriſſen war/ abhalten/ da er ſpricht: ter euch/ daß ihr mit einander rechtet/ war eulch nicht viel lieber Vnrecht thun? d mcht ver Vn Warumb laſſet ior 1Cor 6..5. klich nicht vervortheilen? ſondern ihrt So ſt es ja demnach nun beſſer/ Gedult und Sanfftmuth haben gegen ſeinen Faind und Widerſacher/ nicht ſo eben wieder 8 ergelten/ in Betrachtung/ daß man viel hefftiger fuͤndiget/ da man ſich alſo ungeberdig und rachgieng erweiſet/ Boͤſes mit Boͤſen vergilt/ als der jenige/ der uns anfaͤng⸗ Dann es kan wol kommen/ daß der uns zu erſt beleidiget es gethan hat/ entweder auß Vnvorſichtigkeit/ oda Vnwiſſenheit/ daß er nicht bedacht den Schaden der darauß ent⸗ Kanden. 2 er a er nun den Schaden erlitten und weiß was eo fuͤr ein Hertzeleid iſt und thut gleichwol ſeinem Nechſten vorſebig⸗ nicd und vergreifft ſich an ihm mit Zoin/ Haß und Nachgiet dar bezehet zwiefache Saͤnde. Nu heiſts wie Johannes ſagt/s. Te*. er Suͤnde thlit/ der i6 vom Teuffel/ dann dir Teuffel ſundiget von Anfang. Dnd geſatz/ daß baernu — will wieder beduͤrffen/ e nen 1*1 zuzugehen/ auch unter Chriſten⸗ Leuten/ da doch der Apoſtel Pau⸗ KRom. 12, v. V 4ln W ummeGed un ſciches glch wie ſe Fuddeu Daziſen! ntiges E nucht wieder Opanien/ w bens vierzehe lſen/ hat au ſie hn vermaf ſett aute zu ua mit hmii halten hat ur dochgegenme mins aucheſt aaner I. ufacere,&, lauter tapffer⸗ lſſen. Zug nen Feind/ ij Hhariſeern und wetegnugſan —— 5 ber den 3. Pfaililu. 345 williger Weiſe von ſeinem Nechſten werebeleidiget worden! ſoſſt mandennoch nicht ſchuldig ſich wieder an ihn zu vergreiffen/ ſon⸗ dern mit Gedult und ſanfften Muth daſſelbige zu verſchmertzen/ und ſolches G Htt und der weltlichen Obrigkeit heim zu ſtellen/— gleich wie David that/ da ihn der Simei ſluchte/ a. Kam. E. Kaͤy⸗: Sam. 15. v. ſer Friederich hat geſagt: QOvi neſcit diſmmulare neſcit imperare. 10:II. 12. Das iſt ein recht Chriſten⸗Stuͤck/ wann man allerhand Wider⸗ wertiges/ Schmach und Schande kan verſchmertzen/ und ſich nicht wieder raͤchen thut. Der Chriſtliche Koͤnig Apbonſus in Alphonſ. Spanien/ weicher das Gezeugnuͤß hat/ daß er die Zeit ſeines Le⸗Rer Hiſp. bens vierzehen mal die Bibel mit der Gloß und Außlegung durchꝭ leſen/ hat auff eine Zeit zur Antwort geben ſeinen Hoffraͤthen/ da ſiie ihn vermahneten/ einen undanckbaren Menſchen/ der ihn gelaͤ ⸗ ſtert hatte/ zu ſtraffen/ warumb wolte ich mich an ihm vergreiffen/ und mit ihm zuͤrnen/ daß er ſich ſo ungebuͤhrlich gegen mir ver⸗ halten hat/ und ihm ſolches nicht Verzelhen und vergeben/ da ich doch gegen meinen G O& viel undanckbarer geweſen/ und Er mirs auch offt verzeihen und vergeben hat. Darumb dann Al« Alex. M. 1 rander l. diß Sprichwort ſoll gefuͤhret haben: Regium es be Proverbi- jeum. nefacere,& male audire. Das ſind Helden⸗ Gemuͤther/ d lauter tapfferes verrichten/ und ihnen doch darbey uͤbel nachreden laſſen. Zu geſchweigen/ wer ſo ungedultig! rachgierig gegen ſei⸗ nen Feind/ ihm Boͤſes mit Boͤſen vergilt/ daß ſolche Leute den Phariſeern und Heuchlern gleich werden welche auch meyneten/ es were gnugſam/ wann man den Freunden guto thaͤte/ und ſich an ſeinem Feinde raͤchete/ und ſein Muͤthlein an ihm kuͤhlete/ da doch der HErr Cyhriſtus ſagte/ Alateb. r. So dir iemand ei⸗ M nen Streich gibt auff den rechten Backen/ dem biete den 29439. atth. 5. v. n 1 andern auch dar/ und ſo iemand mit dir rechten wil/ und dir deinen Rock nehmen/ dem laß auch den Mantel. Vnd ſpricht ferner drauff: Es ſey dann euer Gerechtigkeit beſſer/ dann der Schrifftgelehrten und Phariſeer/ ſo werdel ihr nicht in das Humelreich kommen. 1 316 Die ſechſte Predigt Widerwini Bnd was noch mehr ſolche Vnholde die ſich vom Nache ier ge/ zornige/ Trotzen und Pochen wider den Nechſten einnehmen laſſen/ ſind rachgierige gar unbedachtſame unbeſonnene/ und in ihrem Ehriſtenthumb Leute ſind unerfahrne ja ungeuͤbte Leute/ als die da nicht bedencken 1. GOt⸗ nzundee kes ernſten Befehl: Dann wie G Ottder HEr geboten/ daß dencken nicht wir den Nechſten/ als uns ſelber ſollen lieben/ ſo hat Er auch gebo⸗ was ſie be⸗ ten⸗ daß wir ſolche Liebe und Langmulh durch die Gedult gegen dencken ſol. dem Nechſten erweiſen ſollen. Wie Er dann beſihlet durch den len. Apoſtel Komn. 12. Laß dich nicht das Boſeuͤberwinden ſon⸗ Kom. 12. v. dern uͤberwinde das Boͤſe mit Gutem/ das iſt laß dich nicht 21. das jenige/ welches dir vom Nechſten widerfaͤhret/ zur Vngedult und Rachgier bewegen ſondern uͤberwinde mit Wolthat die jen⸗ gen ſo dir Boͤſes thun. 2. Bedencken auch nicht das Exempel SOttes des HErrn/ und ſeines lieben Sohnes Chriſtt IEſu. Es wird GOtt der HErr hin und wieder in goͤttlicher Exod. 34. vs heiliger Schrifft geruͤhmet/ daß er ſey gedultig und von groſſer Num. 14. v. Guͤte/ Exoa. 37. Num. I2. Neb.. Pfal.. — 18 ſey langmuͤtig/ zon.„. Er habe Gedult mit uns/ or, u. 3 ſer Heve Daſſelbe hat Er auch in der Thatund im M Sap. 15, v.⸗. Ppeln erwieſen. Zu der Zeit Nohe harrete er kange!und hatte groſſe lon. 4. v. z. Oedult mit den Menſchen/ ſo vor der Suͤndfluth gelebet/ ob ſie Sir. 19. v. 9. ſich zu Ihm bekehren wolten/„, ber. z. Mit den Sodomitern tragen/ ehe Er ſie mit der Straffe uͤbelfal⸗ len. Sein Volel die Iſraeliten trug Er mit groſſer Gedult als Rem De ſie durch die Wuͤſten wanderten/ Er duldete bey 40. Jahr lang 2 9. 22 ffßte Weiſe in der Wuͤſten/ Aar. 3. und noch hentiges Tages traͤ⸗ Act. 3.. 8. get Er mit groſſer Gedult die Gefaͤſſe des Zorno/ Kaw.„. Ob wir wol zwar viel fuͤndigen/ und eitel Straffe verdienen/ ſo handelt — Er doch nicht alſo fort mit uns nach unſern Suͤnden/ und vergilt PL 03. v.10. uns nicht nach unſer Miſſethat/ Pſal 03. Dann Er wil nicht den Todt des Suͤnders ſondern daß er ſich bekehre und lebe Execl. 3. Dieſem Exempel unſers himliſchen Vaters ſollen wit bſlich folgen/ dann Er haͤlt uns viel mehr und groͤſſere 4— b Schwach⸗ Sirahhe aanagen kond ſocher Gedi den Kechſte hen Goutt Jade E tuchunde Fleiſcheou heroſſpricht muͤtig und durchdi S daß wirderſe ſem Leben zu groſſer unau deLoſterung geatooten /i in deſen L Chrſſtlichen avigen Lohe Dieſes aber iiger daß ſi murhundd Gedult inet⸗ (ſſen San Schnßt wie uͤber den 38. Pſalm. 347 Schwachheiten zu gute/ als immermehr an unſern Nechſten wir ertragen koͤnnen. Und iſt im geringſten nicht ſchuldig/ uns mit ſolcher Gedult zu tragen/ wir aber ſind in viel Wege ſchuldig mit dem Nechſten Gedult zu haben. Auff diß Exempel der goͤttli⸗ chen Gedult weiſet uns C Hriſtus in ſeiner Parabel/ Aaꝛrb. Ja der HErr C Hriſtus ſelber hat uns nicht allein zur Sanfft⸗ Huteund deduſ ermahnet/ ſondern iſt auch in den Tagen ſeines Fleiſches uns mit ſeinem eigenen Exempel vorgegangen/ dannen⸗ hero ſpricht Er/ Mattb. uI. Lernet von mir dann ich bin ſanfft⸗ Matth. II. muͤtig und von Hertzen demuͤtig. Vnd S. Paulus vermahnet N. 29. durchdie Sanffimuͤtigkeit und Gelindigkeit C Hriſti/ 2.(or. 10 2,Cor. 10.v.l ddaß wir derſelben nachfolgen ſollen. Wir koͤnnens zwar in die⸗ ſem Leben zu ſolcher Vollkommenheit nicht bringen daß wir mito groſſer unaußſprechlicher Geduit/ Langmuth und Sanfftmuth die Laͤſterung/ Verachtung und Scheltwort unſerer Feinde ertra⸗ gen koͤnten/ wie C Hriſtus gethan/ aber doch ſo muß der Anfang in dieſem Leben gemacht werden/ und muͤſſen in dieſer recht Chriſilichen Tugend taͤglich wachſen und zunehmen biß wir im ewigen Leben zur reehten Vollkommenheit gelangen moͤgen. Dieſes aber widerwillige/ zornige/ rachgierige Leute nicht/ viel we⸗ niger daß ſie erwegen ſolten 3. die groſſe Wuͤrde der Sanfft⸗ muth und Gedult. Es iſi die Sanfftmuth/ Langmuth und Gedult eine recht edle Tugend weil ſie uns mit G Ott dem Herrn 4(deſſen Sanfftmuth und Gedult hin und wieder in Heiliger Schrifft/ wie wir gehoͤret/ geruͤhmet wird /) und mit C Hriſto wel⸗ cher von ſeiner Sanfftmuth ſelber zeuget/ vergleichet. Es wird„ der Gedult und Langmuth gegehen die Ehre der Weißheit/ on⸗. 6 verb. a. Wer geduͤltig iſt/ der iſt weiſe/ wer aber ungedul⸗ tig iſt/ der offenbaret ſeine Thorheit. Es wird ihr gegben die Ehre der Staͤrcle/ o. 6. Ein Gedultiger iſt beſſer/ dann 6.16. v.:⸗ ein Starcker/ und der ſeines Muths Herr iſt/ dann der Staͤdte gewinnet. G2l. 5. werden Gedult und Sanfftmuth Gal. 5. v.2. unter die edlen Fruͤchte des Geiſtes gezehlet/ welche der Geiſt 4 Xx ij G Ottes Matth. 18.— v. 26. b rov. 14. V. 29. z48 Die ſechſte Predigt GS Ttes bey den Wiedergebohrnen durch ſeine guͤtiliche Gnade und Krafft wircket. 4. So bedencken auch Grollhafftige Zor⸗ nige und Rachgierige zum wenigſten die Nothwendigkeit der Gedult und Langmuth. Wir wandeln alleſampt in dieſem ſchlipfferigen Wege. Wie es nun leichtlich Leben auff einem geſchehen kan/ wann ihrer zween mit einander auff einem ſchlipffe⸗ rigen Wege wandein/ daß einer niederfaͤllet/ und iſt alsdann ſein Reiſegeferte ſchuldig ihme auffzuhelffen: Alſo iſts auch leichtlich geſchehen/ daß einer mit einem F ſchuldig ſeyn den gefallenen Me auffzurichten/ in Betrachtun Gal. G. v. i. kan wiederfahren/ Gal 6. ehluͤbereilet wuͤr de/ ſo anffmuͤtigem Geiſt/ die dich ſelbſt/ daß du nicht a auch gar leicht geſchehen kan/ all uͤbereilet wird/ da widann nſchen mit Sanfftmuth wied g! daß uns dergleichen auch leichliich So ein Menſch etwa von einem helffet ihm wieder zu rechte/ mit ihr geiſtlich ſeyd/ und ſihe auff uch verſuchet werdeſt. Wie es daß wann man auff einem kothigien Wege wandelt/einer den andern bekleclet/ alſo iſis leichtlich geſche⸗ hen/ weil wir auff dem Wege dieſes Lebens mit einander wan⸗ deln/ daß einer den andern beleidiget/ deswegen ſoll man nicht ſo bald auffb halten/ wel wir ſien/ wiederumb beduͤrffen. inden/ ſondern dem Ne n chſten ſeine Gebrechen zu guu ſolcher Langmuth und Sanfftmuth am Nech⸗ Hiervon were mehrers anzufuͤhren/ allein die Zeit iſt verfloſſen/ und laſſen wirs hierbey verbleiben. S H regtere uns alle mit ſeinem Gnaden Geiſt/ und gebe uns Gedult und Sanfftmuth durch CHRIſtum/ 8 Amen. Dee dhen ir Coxſean, 9) Ver ie nreinC daßſe jeſ Fuß wancke wich. Da Shetiſt dd quch das uͤber den zs. Plalm. 349 Dieſiebende Predigt ne Bber den dutten Buß Pſalmn des Koͤniges zeele ae. und propheten Davids/ ſo da iſt 1im*0 64s. Pſalter ⸗Buch der z8te. e IE X T lU S. 1 b Vers. 16, 17. 18. OBer ich harre HErr auff Dich/ Du HERR Amein GOtt/ wirſt erhoͤren. Dann ich dencke 3 daßſie ja ſich nicht uͤber mich freuen. Wann mein Fuß wancket/ warden ſie ſich hoch ruͤhmen wider mich. Dann ich bin zu Leiden gemacht/ und mein 4 Smerkt iſt immer vor mir. EXORDIUIMMMNMWM. Ann der Menſchen Gebet ſoll bey G Ott dem Der Chri⸗ Herrn angenehm ſeyn und erhoͤret werden/ ſo ſten Gebet muß es un G Ott den HErrn abgehen t. u ve muͤſſe ge⸗ Br räabumilitare, in wahrer Demulth/ daß man ſchehen in K nicht ſtoltziere wegen der Wercke/ und auff eigene wahrer De⸗ V S Krafffte traue/ ſondern daß man SOTT dem murh und HErrrn einig und allein alles zuſchreibe/ mit dem Koͤnige David Beſtaͤndig⸗ 1 Sent mideff 1 ſpreche auß ſeinem a5. Pſalm: Nicht uns HErr nicht uns/ keri.„*, N— ſondern deinem Nahmen gib Ehre. Dann ſolche Demuth b iſt nicht allein Signum peri Cbrit ianiſmi„ ein Zeichen eines wah⸗ an Chriſtenthumbs: Sondern auch Seſto& Aefetabile cubwle briſti, Das iſt/ ein Stuel und angenehmes Ruhebettlein/ auff F welchem C Hriſtus ſeine Ruhe halten wil! wie augs ſtinus tedetk. 2. Muß auch das Gebet/ wo es G Ott angenehm ſeyn ſoll/ ge⸗ ſchehen in coyſtantia& perpeuitate, ohn Auff hoͤren/ daßwir Xr ih ſſeiſſig ſeq. Judith. 4. V. 12. Gen, 32.v. 27 Cant z. v. 4. 3e Die ſiebende Predigt fleiſſig anhalten/ und uns nicht abſchrecken laſſe Rocke. Eſther iſt ei mehr waͤchſt und n/ ſondern ohn Vnterlaß beten/ wie uns C Hriſtus parabohſcher Weiſe ſolches lehret! Luc. 19. von einer Witben/ welche den mit ihren vielfaͤltigen Bitten uͤberteubet. b In den Stuͤcken in Eſther/ welches Lutherus auff dem Rande meynet/ daß es eine Gloſſa ſey des Anfa des Buͤchleins Eſther: Nimbt Eſther/ da ſie zum K o hinein treten wolte zwo Maͤgde mit ſich/ auff die eine ſich zierlich/ die ander folget ihr/ und trug ihr den Sch n Bild einer Chriſtglaͤubigen Se die zu G OTT dem HErrn dem Koͤnige aller Koͤnigen durch da⸗ Gebet hinein gehen wil/ muß ſie zwo Dienerinnen mit men/ die eine darauff ſie ſich lehnet/ welches iſt die Behartiigkei oder Beſtaͤndigkeit im Gebet/ die ander/ die ihr den Schwanz am Rocke nachtraͤget/ das iſt die Demuth. Dann G Htt verzeucht offt mit ſeiner Huͤlffe/ die wir von Ihm begehren/ unſete Gedut und Beſtaͤndigkeit damit zu pruͤfen/ daß wir mit dem Gebet deſßo offter und embſiger anſuchen ſollen. Gleich wie gluͤende Koh⸗ len deſto groͤſſer Hitze von ſich geben/ wann der Schnidt kal BWaſſer drauff geuſt: Alſo muß ein Ehriſtliches Hertz deſtomeh Seufften von ſich gehen laſſen/ je laͤnger es mit dem Waſſet des Truͤbſals genetzet und begoſſen wird und Begierde im Beten bey Verzuͤgerung der Huͤlffe/ mehr und zunimmt/ iſt ein gewiſſes Kennzeichen/ daß ts uns ein groſſer Ernſt mit dem Gebet ſey/ wo es aber durch Ve⸗⸗ ziehung abnimmt/ iſt es ein Zeichen/ daß es ein kaltes Werclſey welches ſelten erhoͤtet wird. Darumb s im„. Cap. oͤnige Alahe. ſehnet ſie want am elen wann Vnd wann unſer Enſt ſpricht Jojabim der Ho⸗ heprleſterdes R/ Judith. 4. Ihr ſolt wiſſen/ daß der HErr euer Gebet erhoͤren wird/ 1 ihr nicht ablaſſet mit Faſten und Beten vor dem HErrn. Da Jaceb mit GOlt gerungen hatte/ ſagte er: Ich laſſe dich nig /Du ſegneſtmich dann. Ind die Braut CHriſti im ohenlird Salomonis 3 ℳ0, Ich halte ihn und wil ihn nicht laſſen/ biß ich ihn bringe ſich neh⸗ ungerechten Richtmt heinge inmel ahaſe dhlaſen diß E gteln oben. Wun dbgehen: d deingetdure fomme/ un ſehe/ Krgſ. Beſtaͤndigke ten wir ſichen! DerKoͤngun detlichzuſehen. n Theltdeſſelt puhtidi mam ſ 1e Gedetine ſermn vetteenen ohn Naben HE* hif aacyzuunſer iber den 3. Pſalm ringe in meiner Mutter Hauß: Alſo ſollen wirden HErrn aauch nicht laſſen/ ſollen nicht muͤde werden im Gebet/ und nicht blaſſen/ biß Er unſer Gebet erhoͤret/ und wir bekommen was wir ggebeten haben. en 4 Wir muͤſſen auch unſer Gebet in wahrer Demuth laſſen mbgehen: Dann das Gebet der Elenden und Demuͤtigen dringet durch die Wolcken/ und laͤſſet nicht abe biß es hinzu komme/ und hoͤret nicht auff biß daß der Hoͤchſte drien mſehe/ dir. 3y. Wann wir nun dieſe beyde Dienerinnen als die Sir. 35. v. 21. in Beſtaͤndigkeit und Demuth im Gebet bey uns haben/ ſo kn te an nen wir ſicherlich bey G.⸗O T dem GErnn eingelaſſen werden. en h Der Koͤnig und Prophet David hat ſie bey ſieh gehabt/ wie opnn: hn derlich zu ſehen in unſerm vorhabenden 38ten Pſalm/ da er im drit⸗ eit inn ten Theildeſſelben GOTT dem HErrn vortraͤget„recationem 9 qvotidianam ſeu conftautem& bumilimam, ein taͤgliches demuͤ⸗ itiiges Gebet in 6. unterſchiedenen Puneten/ davon wir anitzo un⸗ unn ſerm verleſenem Text nach drey beſehen wollen. Damit es aber hat di oßne Nutzen nicht abgehe ſeuffzet zuvor mit mir alſo: Hilff HERR hilff laß wolgelingen/ Dir zu Ehren/ und dann mmauch zu unſer Seelen Heyl und Seligkeit/ Amen! Abhandelung. Elangend Geliebte Frrunde/ den dritten Theil dieſes un⸗ Iſers 8ten Pſalms/ ſo thut in demſelben der Koͤnig David ein taͤgliches Gebet/ dadurch er G Ott den HErrn von ſeinem Zorn wider ihn abhalten/ im Gegentheil zur Barmhertzig⸗ keit und gnaͤdiger Huͤlffe bewegen wolle/ Es weiß aber der liebe Dapoi ſolches nicht beſſer zu machen/ und G Ott zu bewegen als: . Humana præſiaia neghgenao, daß er ſieh von aller leib⸗ M 3 uichen und menſchlichen Huͤlffe abwende/ und ſich einig und allein er 1n- dan zu G Ott kehre/ feſt und beſtaͤndiglich bey demſelben verbleibe⸗ Aber ich haꝛ⸗ euchi demnach alſo: Aber ich harre HErr auff Dich, u reHᷣErr auf A rr fA. 9 Die ſiebende Predigt Dich/ Du HERR mein GOtt wirſt erhoren. Diß ſind Wonl eines wis erho⸗ enn Glaubene der zur Zeit der Noth alles fahren laͤſt und haͤt ren. ſich an G Ottes Wort und Gnade/ zweiffelt nicht G Ott ethan ihn/ und werde ihm helffen. Doch ſtimbt er ihm keine Seit noch Weiſe/ ſondern ſpricht ſchlecht/ Du wirſt erhoͤren. Ich uſ hoffen und nicht auffhoͤren. Vnd iſt hier wol in acht zu nehma b 1. wann David ſaget: Ich harre auff Dich/ daß er in ſane rd Sprachen gebrauchet das Woͤrtlein—rd welches allhier aſp b geſetzet/ daß es bedeute cum aeſidderio expectare,mit hertzlicha Be⸗ PL. 19. v. 43. gierde harren und warten/ wie es dann auch im 119. Pſalmgt⸗ rauchet wird/ und wil Daold mit dieſem gleich auß dem 7 Pſaim Fſal. Z3.v.25 ſo viel ſagen: Mein Begierde und hertzlich Verlangen iſt ſoin⸗ bruͤnſtig gegen Dir/ daß wann ich Dich nur habe/ ſo frage ich —» nichts nach Himmelund Erden/ wann mir gleich Leib und Glaſf. Ph. Seel verſchmacht biſtu doch GOtt meines Hertzens 2p Sac. lib. z. und mein Theil. 2. Wann Koͤnig David ſpricht: Du wirſ Rhet. Sac. erhören/ ſetzet erdas Wort op welches ſo viel heiſſet als ne er. I. c:7. P. Pondere adweſira, auff eines Begehren antworten/ und wirdda⸗ 98 9„ durch angedeutet G.OTtes ſeine gnaͤdige Bereitwilligkeit da Lx. 2.. 4 Slaͤubigen Gebet und Seuffzen zu erhoͤren/ alsdann auch ſon 2. Reg. 20. durch G.Ottes hoͤren nichts anders angedeutet wird/ Gen. 1l. v., Sod. 2. 2. Reg. 20. Sſal, 4. G.&s o. Eſa. 65. 1. ob. j. Pſal. 4.v.4. Worbey wir zu erkennen vornemlich b 5. v. Z. 1. Exemplum veræ Conſtantiæ, Ein Exempel wahrer 330. v. z. Beſtaͤndigkeit: Da man zur Zeit der Verfolgung und Anfech⸗ Erér. v. 44. tung auff den Errn harret. Welchem Exempel billich alle und 3. loh 11 lede/ ſo da rechtſchaffene Chriſten ſeyn wollen nachzukommen/ in Zur Zeit der Detrachtung des eenſten Befehls ſo der werthe H. eiſt duh Noch be⸗ den Sirach dißfals auffgezeichnet: Halte dich an EOlt/ daß ſtaͤndiglich du immer ſtaͤrcker werdeft/ Si..2. Worbey dann auchan⸗ auff den zuſehen die Exempel der Alten/ und ſie zu mercken/ nicht alleinall⸗ HEerrn zu hier des Davids/ da er ſagt: Aber ich harre HErr auff Dich/ harren. wie er dann auch anderswo ſeine Seele alſo anredet: War 15 rbſdadich raufGOt gulanderame bater dack au tht geiden w HEreichw Damch Jadit ker Adlahen een wie beſta ſechtung uͤbe olches zu S gyricht er c⸗ nen ſowohl Wasſtaget⸗ dahaderen ſchmdedot welches Ba Daniali d beynego bleit b hnen gſei bylonſſche„ macht antwo ſe nicht anbe lan uns wo dennoch wiſ das guͤldne? Daa., 6 Ormyelzabe Pyrſolſchen 6 Jyeſtllchede ſätund gehan truͤbſt du dich meine Seele und biſt ſo unruhig in mir/ har⸗ re auff GOtt/ //al. 4½2. Beſondern da haben wir auch Exem⸗ yel anderer mehr/ welche auff GOtt geharret. Jacob der Alt⸗ vater/ da er auff ſeinem Siechbeite die Fuͤſſe zuſammen that/ und 1 itzt ſterden wolt/ da ſagte er: Domine expecto ſalutare tuum, HErr ich warte(ich harre) auff dein Heyl/ Geneſ„%. Im Geneſ. 49. Buch Judith F. cap. werden geruͤhmt die hocherleuchtete Ertzvaͤ⸗ 859 ter Abraham/ Iſaae/ Jacob/ Moſe und alle die GOtt lieb gewe⸗ 1 u d2 8 ſen/ wie beſtaͤndig ſie verblieden/ auff G Ott geharret/ und viel An· fechtung uͤberwunden. Joſua der ſtreitbare Held nam ihm auch ſolches zu Sinne beſtaͤndig auff den HERRN zu harren/ dan ſpricht er c. 2½. Wolt ihr den Goͤttern der Amoniter die⸗! 0ſ.:4. v.15. nen/ ſo wollen aber ich und mein Hauß dem HErrn dienen. Was fraget Daniel der Prophet darnach/ als man ihm draͤuet/ daß er der Loͤwen Speiſe werden ſolte/ er harrete auff G Ott laͤſſet ſich in die Loͤwen⸗Grube werffen/ beſthlet ſich dem allein/ umb welches Bekaͤntnuͤß er ſolches dulden und leiden muß/ Dan. 6. Dan, 6. v.16. Danielis drey Juͤnger und Schuͤler Sadrach/ Meſech und A⸗ b bednego bleiben bey der erkanten Religion/ harren auff den HErrn/ ob ihnen gleich auff Befehl des Koͤniges Nebucadnezaris der Ba⸗ byloniſche Ofen zur Marter ſieben mal heiſſer als ſonſten ge⸗ macht antworten im beſtaͤndigen Glauben dem Koͤnige/ deß Bild ſie nicht anbeten wollen: Sihe unſer GOtt den wir ehren /) kan uns wol erretten/ und woers nicht thun wil/ ſo ſolt du 1. 35— dennoch wiſſen/ daß wir deine Goͤtter nicht ehren/ noch das guͤldne Bild/ das du ſetzen laͤſſeſt/ anbeten wollen/ DPa⸗n. z. Das heiſſet auff den HERRN harren. Dergleichen Exempel haben wir auch im Neuen Teſtament/ ſonderlich in der Apoſtoliſchen Chronica/ da wir leſen/ daß die Glaͤubigen nach der frolichen und fiegreichen Auffahrt C Hriſti ſind in der heiligen Apoſtel Lehr beſtaͤndig verblieben/ auff GOtt den HErnn gehof⸗ fet und geharret/ At. 2. und 407.‧. wird gemeldet daß die Gemei⸗ Ac. 9. v.. 9 negece.⸗ — 1 — ——— 3 ————————— 4 — —j—— 4 4 8— 1 4——= — —— —— —— — mmm=— —— — 4.. *—— 3-—— 4 —— “ 2 — ͤ „. 4 8 4 ““ 1 1“ —— ———— ſſſſſſſſ —- — “ 1 “ Brochm. 314 Die ſiebende Predigt ne gewandelt in der Furcht des HErrn/ und mit Troſt des — Heiligen Geiſtes erfuͤllet worden. Einwurff Hier moͤchte abes iemand einwenden und ſagen: Ich han nihend n ja wol auf den HErrn/ aber da gedencke ich offt in meinen Hertzen keit lnGKau wann du auch koͤndteſt beſtaͤndig bey GOtt bleiben/ und allezan ben zur Zeit auf ihn harren/ und da befahre ich mich/ und fuͤrchte ſehr/ wamn der Noth/ Verfolgung moͤchte herein brechen/ oder ich werde gar darnieden ſonderlich in liegen/ und nun die groſſen Todes⸗Schmertzen heran treten ſe den letzten duͤrffte mein Glaube ſchwach werden/ moͤchte gar von G Olkh⸗ Todeszuͤ⸗ laſſen/ nicht beſtaͤndig auf ihn harren/ und ſo werde ich dann widden den und wie von G O tt verlaſſen werden/ und das Ende des Glaubens/ we⸗ 6— 8 ches iſt der Seelen Seligkeit/ nicht erreichen no ch davon bringen. gegnen. S freylich hoͤret man offt dieſe ſchwere Anfechtung bey Lebendigen und bey Sterbenden ſonderlich bey denen ſo G Ott eine ziemliche Zeit im Siech⸗ und Kranckbettlein hat aufgehalten/ da laſſet und wider ſolche ſchwere Anfechtungs⸗Stoͤſſe auß GOttes Mon wol verwahren/ damit wir ritterlich ſiegen/ und alſo recht Wide⸗ ſtand thun moͤgen. Wer mit ſolcher hohen ſchweten Anfechtung b allbereit beladen iſt/ oder kuͤnfftig drein gerathen moͤchte/ der beder Ad huneca- ffe ihm zu Troſi und Ablehnung dieſem allen. 1 um, qvà in-. Inmanu Dei Diſignationem, daß ihn GOtt in ſeiner ſtituendi Hand habe aufgezeichnet/ darauß kan ihn niemand außloͤſchen ſint ratione wie er ſelber hochtroͤßlich faget/ Eſa. 29. v. s. Ich habe dich in J 3Sun⸗ meine Haͤnde gezeichnet. Was man in der Hand aufgeſchti⸗ dvoa nair. ben hat/ das hat man allezeit fuͤr Angen/ und daran gedenclet man ant an in f. Allewege: G Ott hat uns in ſeine Hand aufgeſchrieben orumb kan de ad finem runſer nicht vergeſſen/ er wil auch unſer nicht vergeſſen wieet im usqve per. Gleichnuͤß redet: kan auch ein Weih ihres Kindes vergeſſen⸗ ſeverare, Vnd ob ſſe ſchon des vergeſſe/ ſo wil ich doch dein nicht ver⸗ atdve ita geſſen. Oſo befihle es G Ott/ lieber Menſch/ daß du im leben 4 ar Por. auf ihn gehartet/ er wird es auch in deiner Todes ſtunde wol na⸗ unt, videat. chen/ wie er dann troͤſilich ſpricht: Ef 26. Hoͤret mir zu ihr vom Hauſe Jacob/ und allt uͤbrige vom Hauſe Iſrgel⸗ die *„— eonmki legeich wi hwies h unmäglich Hemngeha vr lehuen& thaͤlſte Biſchoff un Blut/ A0. & feturi er vahten Ga ſo JEſber ſeyn fuͤrden and nach derſ 34 Chr unſern Ghed GMauben no wate Giiedn kersſet biütet; daß unſer G gen Leben. 9 nieht erlange hat/ und in de 4. Hpi en Geiſtes. C ſid baliracul, nd eßteget. W genſeyo GOn Wlalntund wo ulen nedet: jchirahud, dnme. maͤſfg am 8 Hedaa tdnnt i t d Stnm 6 Dia ot Kih un Hheh A 1 Halſu 6 Kl eh a da itn I ——yy uͤber den a8. Pſalm. es von mir im Leibe getragen werdet/ und mir in der Mutter 8yſ Ih. lieget jich wil cuch tragen biß ins Aiter/ biß hr grau werdet, en n ich wil es lhun/ ich wil heben/ tragen und erretten. Ey ſo iſte 8 IVrcaf es unmuͤglich/ daß die Gottergebene/ die bey Lebenzeit auf den onſc. 2,& Herrn geharret/ an ihrem Glauben und Seelen Seligkeit in ih⸗ cal. conſc. rer letzten Todes⸗Stunde ſollen Schiffbruch leiden: Der Err Dunt: erhaͤlt ſie. b Von der 2, Chrißi Redemprionem, C Hriſtus iſt der treue Hirt und Gnaden⸗ Biſchoff unſerer Seelen: Wir ſind ſein eigen worden durch ſein Wahl: 8 Blut/ A. 20. 1. Pet.z. Maneamus nos ſub paſtore tali vipentes, 12 H & ſecuri erimus àlupis morientes: Laſſt uns in unſern Leben mit Fee w wahren Glauben unter dieſem Biſchoff und Seelenhirten CHri⸗ 9. ſto JEſu verbleiben/ ſo werden wir auch in unſerm Abſterben ſicher ſeyn fuͤr den hoͤlliſchen Woͤlffen/ ſo ſich umb unſere Seele reiſſen/ und nach derſelben ſich dringen. 32 7. Chriſti interceſſionem, Ob wir auch ſchwach wuͤrden an unſern Gliedmaſſen/ ſo ſollen wir doch nicht ſchwach werden am Glauben/ noch aufhoͤren. Dann CHriſius unſer Haͤupt/ welches ware Gliedmaſſen wir ſind/ iſt zur Rechten ſeines him̃liſchen Va⸗ ters ſer bittet fuͤr uns/ er vertritt uns mit unaufhoͤrlichen Seufftzen/ daß unſer Glaube nicht aufhoͤre/ ſondenn erhalten werde zum ewi⸗ gen Leben. Was kan nun C Hriſtus vom Vater bitten/ daß er nicht erlange? Er iſt der Geliebte/ an dem G Ott Wolgefallen hat/ und in dem Geliebten ſind wir die liebſten des HErrn. b 4. Syiritus S. inbubitionem, Die Einwohnung des heili⸗ gen Geiſtes. Dann da wohnet G Ott der heilige Geiſt in uns/ wit ſind Labitacula& receptacula piritus Sancdli wie in der 1. Con Z. 1. Cor. 3.. 6 und 6. ſtehet: Wiſſet ihr nicht/ daß ihr Tempelund Wohnun⸗, 6, v. 19. gen ſeyd GOttes des heiligen Geiſtes. Wo aber der H. Geiſt reſiairet und wohnet/ da iſt er auch muͤheſam und geſchaͤfftig/ wie Lutherus tedet: Piritus ſandtus nungquam esl otioſus in piws, ſem-⸗ per agit aliquid, quod pertinet ad regnum Dei. Der H. Geiſt iſt nimmer muͤſſig in den, Hertzen der Gottſeligen glaͤubigen Chriſten/ pyy ij er ſiifftet 3 8 — ——— 2 ——————— ——————— 8———— 8 ——————— —— — 4 56 Dite ſiebende Predigt er ſtifftet allezeit etwas /ſo zum Reich G Ottes/ das iſt zur Seligkeie von noͤthen iſt. Nun iſt aber der Glaube noͤthig zur Seligkeit an E hHriſtum und er iſi Gottes des heiligen Oeiſtes Werch und nicht eines Menſchen Ding: Darumsd iſt kein Zweifel/ daß auch On der heilige Geiſt bey denen ein Vollender ſey der Seligkeit/ in we⸗ chen er den Glauben angezuͤndet in der H. Tauffe/ und hemah durchs gehoͤrte Wort G Ottes gemehret. F. Totius&5. Trinitati⸗ cobabitationem„Die Beywoh⸗ nung der gantzen hochgeehrten Dreyfaltigkeit wie der hen Joh. ½ ν33. E Hriſtus ſelder hochtroͤſtlich ſaget: Job. 1z. Wer mich liebet Matth. 24 v. 2). *] 0h 4.v.). ne Welt/ daß wir durch ihn ieben ſollen/7. Fe6·s. hre dibeie der wird mein Wort halten/ und mein Vater wird ihn lie⸗ ben/ und wir werden zu ihm kommen/ und Wohnung bey ihm machen. Sind wir nun Wohnungen der hochgelodten heiligen Dreyfaltigkeit/ ey ſo weiß und wil uns derſelbe wol erha⸗ ten/ und ſolten wir /auter endlich fallen/ ſo muͤſte der ewige GOt ſelbſt mit uns fallen/ welches unmuͤglich iſt laut der waren Auſſa⸗ ge des QErrn/ Matts.. da er ſagt/ daß nicht muͤglich daß di Außerwehlten ſolten verfuͤhret werden. Welches aber nicht diſt Meynung hat daß ſie nicht koͤndten in Suͤnden und Laſter gera then/ oder als koͤndten ſie den Heiligen Geiſt nicht verlieren dam uns die Warheit der heiligen Schrifft mit ihren dißfals traungen Exempeln gar ein anders lehret: Sondern das ſey unmuͤglich daß die Gottliebenden und die auf ihn geharret ſolten in Vnglauben und Suͤnden ſmalre⸗ endlich gelaſſen werden/ und alſo elendiglich ſterben/ und ewiglich verderben /ſondern der Heilige Geiſt bringet ſie zur waten Erkentnuͤß ihrer Suͤnden/ erwecker Reu und Leid dru⸗ ber/ und waren Glauben an CHriſtum IEſum den einigen Suͤn⸗ dentraͤger und erhaͤlt ſie alſo zu der ewigen Seligkeit. . Deiin mittendo Filio dilectionswn: Die hertzliche Lie⸗ beGOttes des hunliſchen Vaters in Sendung ſeines Soh⸗ aes. Dann daran iſt erſchienen die Liebe GOttes gegen Weldas Gᷣ˖Ott ſeinen eingebornen Sohn geſand hat in dit 4De —— Der lm; nuyatru din zen Menſche und waͤches Sthpf geze wid en anch danen gndt ſchkeuſſt:Ro wiſolte er 7. 0 imnalmich nrben dich'ſt beral finden⸗ macht GOtt ts gewalnger ſimn hollich üͤberwaͤcigen Net wie er i Chriſto unſ zu Schimpf lng bringen ſenes Nan Gaauben auch Hannes ſihet! dr Welt iſ. J. Hye. bets. Dann dahten nichtun böwichanew nn G. Wa bitten wert tn/ 24, ℳ Aid derſo en ————= * uͤber den 38. Pſalm. 357 ¼½ Deo bomo, quomodo non diligatur, propter quem unigenitus ex ſnupatris dimittitur, ſpricht Næzianzenus. Juͤrwar G Ott hat den Menſchen herbzlich lieb/ und wie ſolte erihn nicht lieb haben/ umb welches willen er ſeinen eingebornen Sohn auß ſeinem Schoß gegeben hat. Hat er uns nun ſemen Sohn gegeben/ ſo wird er auch uns beſtaͤndig bey ihm durch waren Glauben zu ver⸗ harren/ gnaͤdiglich verleihen. Wie dann S. Panlus dannenhero ſchleuſſt: Rom.§. Hat uns GOtt ſeinen Sohn geſchencket/ Rom, 8..z2 wie ſolte er uns mit demſelben nicht alles ſchencken. 7. Omnipotentie dtbinæ manifeſtationem, daß GOtt ſey ein allmaͤchtiger HErr. Sißhe uͤber dich/ ſihe unter dich/ ſihe neben dich! ſihe hinter dich/ ſihe vor dich/ ſihe an dich ſo wirſt du uͦ⸗ beral finden omnjpotentiæ didinæ veſtigia, Wahrzeichen der All⸗ macht G. Ottes: Wie ſolte dann der Satan uns die wir in Got⸗ Fehrrvabe tes gewaltiger Hand leben/ in ihm weben und ſind/ Act.7. mit 17. ſeinen hoͤlliſchen Pforten/ die ſeiner Allmacht unterworffen ſeyn/ uͤberwaͤltigen und zum Ritter an uns werden? Ob er zwar geden⸗ cket wie er uns zu Hohn und Spott G Ott unſerm Schoͤpffer/ E Hriſto unſerm treuen Erloͤſer zu Schanden/ dem heiligen Geiſt zu Schimpff vom Glauben im Zweiffel und ewige Verzweiffe⸗ lung bringen moͤge: So gedencket doch G Ott an uns/ wie er uns zu ſeines Namens Ehren/ und unvergaͤnglichen Preiß in waren Glauben auch biß an unſer Ende erhalte/ dahin dann auch S. Jo⸗ b hannes ſihet 1. Epiſt. 4. Der in uns iſt/ iſt groͤſſer als der in 1.Ioh. 4. v. 4 der Welt iſt.. . Precam Exauditionem, Die Erboͤrung unſers Ge⸗ bets. Dann da ſol unſer Gebet/ ſo wir in E Hriſti Namen ver⸗ tichten/ nicht umbſonſt und vergeblich ſeyn Ehe ſie noch ruffen/ b ſo wil ich antworten/ und wann ſie noch reden/ ſo wil ich ho⸗ Eſ. 66.. 4. ren/ ꝙ. Warlich warlich ich ſage euch/ was ihr den Va⸗ ter bitten werdet in meinen Namen/ das wird er euch ge⸗ Ioh.E.vea den/ 7ab. ¹. Vnd wer den Namen des HErrn anruffen 1 1 v. 4 wird/ der ſol errettet werden/ Joelz. Wie ſolten wir nun was py uſ bergebens Ioel. z. v.320 * 4— ““ 1 ——— ——- 58 Die ſiebende Predigt ſondern da betet zugleich Chriſtus mit uns/ ſitzend zur Rechten ſei⸗ nes himmliſchen Vaters. Impoſſibile esi tales preces non exau. Alri, Es iſt unmuͤglich/ daß ſolch Gebet ſolte leer abgehen/ und nicht ethoͤret werden. Wann wir nun beten mit dem Apoſtel/ Donin Lue. 7. v. †, Mauge nobis fidem, Luc.17. HErr ſtaͤrcke meinen Glauben/ und erhalte ſolchen in uns biß an unſer Ende/ Ey ſo dringet ſoich Gebet durch die Wolcken/ es laͤſſt nicht abe biß es beyder Sir. 35. v. 21. nhtelichen Majeſtãt vorkomme/ und der Allerhoͤchſtedrenn f k Sir. f. 9. Sacramentorum Alurpationem, den Gebrauch der hochwuͤrdigen heiligen Sacramenten/ durch welche ſich Golt uns/ zu Befoͤrderung unſerer Seelen Seligkeit hat obhzgiretund verbunden. Die heiligen Saeramenta ſind Sigilla unfehlbare gei⸗ chen und Verſicherungen unſerer Sünde⸗ Nun wit dann ge⸗ laufft und in dem heiligen hochwuͤꝛdigen Abendmahl geſpeiſet und getraͤncket ſeyn/ mit dem waxen Leib und Blut unſers Errn JEſi C Hriſtt/ ſo ſind wir gewiß der Seligkeit/ daß wir von ihn nimma⸗ mehr getrennet ſollen werden/ ſondern ſeyn und bleiben wo er ſalbe iſt/ Job. 17. Niemand zweifele an den Beſtand ſeines Glaubens an feinem letzten Ende/ ſondern traue und glaube/ daß er durch GOt⸗ I et... 5. kes Macht bewahret werde zur Seligkeit/. Pet. und ttote darauff mit dem Apoſtel Paulo auß ſeiner Epiſtel an die Roͤmer Rom. 9. v.. amn S. cap, ſprechend: Wer wil uns ſcheiden von der Litbe 28.3z. GOttes? Ich bin gewiß/ daß weder Todt noch Leben/ we⸗ der Engel noch— noch Gewalt/ weder Ge⸗ genwertiges noch Zukuͤnfftiges/ weder Hohes noch Tieffts noch keine andere Creatur/ mag uns ſcheiden von derLiebe 2. Gott er. SOttes/ die in Chriſto IEſu iſt unſerm HErrn. hoͤret gerne 2. Haben wir zum Nutz zu erkennen/ Documentum dni Gebet, ne bencplacentiz ein gewiſſes Gezeugnuͤß des gnaͤdigen Wogge⸗ allens G Ottes/ an unſerm Gehet: Wann der Koͤnig Dapbid ſagt: d SErr mein GOtt wirſt erhoͤren. Daß Gn vergebens von G Ott bitten/ zumal weil wir ia nicht allemn beim/ Hnſogem dit de nech zandel da potct. O nhtat⸗ 11. h sothätt ein wder hn h füccht uͤber! ſe ſich hoch geiſtgeweſer nicht an mit. Dann wan men wider Vaalaͤd und auch heym H. wnd. De lkeſtehendt and untetge Sypottſeyn/ ſtuunrſo ban terden. tden ſemen in in geinden mn ien vade⸗ uͤber den 38. Pſalm. 359 HErr ſo gerne Gebet erhoͤre/ davon haben wir in der fuͤnfften Pre⸗ digt des nechſt vorhergehenden andern Buß⸗Pſalms etwas ge⸗ handelt. Fahren demnach ferner fort/ und ſchreiten zu dem andern Punct. Da der Koͤnig und Prophet David ſein Gebet ver⸗ hn inſalentiam boftium déſcribeno: Indem er GOtt II. vorhaͤlt ſeinet Feinde Stoltz/ Trotz und unbilliges Vornehmen Membrum, wider ihn/ hiervon ſagt er alſo: Dann ich dencke/ daß ſie ſa ſich lext. nicht uͤber mich freuen/ wann mein Fuß waneket/ wurden Dann ich ſie ſich hoch ruͤhmen wider mich. Wil ſagen: Meine Sor⸗ deucke 4 b ge iſt geweſen und habe bey mir gedacht/ O wolte G Ott/ daß ſie ſeſ zſch nicht an mir Freude erlebten/ daß ſienicht endlich recht behalten. c freu⸗ Dann wann mein Fuß wancket/ wuͤrden ſie ſich hoch rlih⸗ en/ ꝛc. men wider mich. Das Wantcken der Fuͤſſe bedeutet Gefahr/ Glaſhiphil. Vngluͤck und Vntergang/ wie es nicht allein allhier alſo/ ſondern ſac. lib. 5. auch beym Hiob n. c. im n6. falm. Item /alm. 140. gebranchet Rhet. ſac tr. wird. Vrd iſt die Meynung des Davids: Wann ich nicht 1 c. 12. p.349 ſolte ſtehen bleiben/ ſondern von meinen Feinden vertilget werden ob. 12. v. J. und untergehen/ und ſie alſo gewuͤnnen/ muſte ich ewiglich ihr 5. 116. v. 4. Spott ſeyn/ und ſie recht haben. Das iſt meine Sorge/ dafuͤr Pſ. 140. v. 5. iſt mir ſo bange/ dann ſo wuͤrde ouch dein Wort muͤſſen zu ſpott i ee. Allhier zu erkenen b Wie ein letdender Menſch ſorget/ und ſich bekuͤm⸗ Uslls. mert/ weil dte Gottloſen ſo hoch faßren/ und meynet ſie werden Troſt wider ſo fort fahren/ und ſo werde es dann gar auß ſeyn mitihm. Aber der Feinde dawder iſtdiß der Troſ/ daß es G. Ott nſcht laſſe geſchehen) ſon, iſund Ge⸗ dern Er weiß die ſeinen wunderlich fuͤr ihren Feinden zu bewah⸗ walder a ren. Hiervon haben wir beneben unterſchiedenen Exempein/ unterſchiedene Berheiſſ⸗ und Veyſptechungen G. Ottes/ darinn Erden ſeinen in ſeinem Wort zugeſagt/ daß Erſie i. wolle vor i⸗ ren Feinden verſichern und bewahren/ 2. daß Er thun koͤnne/ 3. doß Ers werde ihun/ 4. daß Ers ihut. 8 *Daß * — — 2 ——— 2 ————— —“— — — —— ——— 4. 1.“ — — — — 360 Die ſiebende Predigt Daß G Ott der HErr ſeine Glaͤubige und Fromme wolle vor ihren Feinden verſichern und bewahren/ iſt auß folgenden Spruͤchen und Betheiſſungen offenbar/*l. 1u. Er wird di⸗ Plal.. vaz. nen Fuß nicht gleiten laſſen/ und der dich behuͤtet ſchlaffe ſee. nicht/ ſihe der Huͤter Iſrael ſchlaͤßfet noch ſchlurmme nicht/ der HErr behuͤtet dich/ der HErr iſt dein Schatten uͤber deiner rechten Hand/ daß dich des Tages die Sonne nicht ſteche/ noch der Mond des Nachts/ der HErr dohiitt dich fuͤr allem Vbel/ Er behüte deine Seele/ der HEn e⸗ huͤte deinen Außgang und Eingang/ von nun an biß i Ply 4 10. Ewigkeit. alm.„. Er wird dich init ſeinen Fittigen be⸗ decken/ und deine Zuver ſicht wird ſey unter ſeinen Flaͤgenn Es wird dir kein Vbels begegnen/ und keine Plage witd u I4. v. 12. deiner Huͤtten ſich nahen. 4. ³ Fuͤrchte dich nicht/ dann Ich habe dich erloſet/ Ich habe dich bey deinem Namenge⸗ ruffen/ du biſt mein: Dann ſo dn durchs Waſſer geheſ/ ſo wil Ich bey dir ſeyn/ daß dich die Strome nicht ſollen er ſaͤuffen/ und ſo du durchs Feuer geheſt/ ſoltn nicht bra⸗ nen/ und die Flannnen ſollen dich nieht anzuͤnden. Daß GOtꝛ koͤnne die ſeinen vor ihren Feinden bewahtn und ſicher machen/ daß ihr Fuß nicht m uͤſſe wancken/ iſt dannen hero offenbar. Er kan es thun weil Er(1) Allwiſſend iſt⸗ Dann Er iſt der rechte zauajne omnium Inſpector, aller An⸗ ſchauer/ wie ihn die Platonici nennen/ Er erforſcht und kennet annen ieden/ er ſitze oder ſlehe auff/ ſo weiß Ers. Exver⸗ ſtehet eines jeden Gedancken von ferne/ er gehe oder liege pſel. 9 ſolft Er umb ihn/ und ſihet alle ſeine Wege/ jaes iſt ken 1 Wort auff eines Zunge/ daß der HErr nicht alles wiſſe/ *9. Pſ2l, o. Darumd kennet und weiß Er auch der Boſen Liſ Tuͤcke/ Nath und Anſehlaͤge uͤber und wider uns. Er kanm thun/ weil Er iſt 2) Allweiß/ Bey Ihm iſt Weißheit/ Nalt 1ob.. v. 3. Und Verſtand/ 726. ²2. Sein Rath iſt wunderbarlcht Eſa. 25.v.29. und Er fuͤhrets herrlich hinauß/ ⁵/³.⸗F. Seine A 333—ꝝ3WZW id unbeg fnun amiſigeA nachen ſol imthen. Meer un Dingun erbuſen, den koͤnnen und wend thun/ weil lxerſchaate tti E¼. 9. S dachdie ſen ſſe. Da den Jeten ſſtbeſchäke ſeriten die Erhatein ſit/ und alle volſo eͤlt. Er wil ſo the vllſo thut ſic de Heuſchrec Maſchen⸗ genwann Er 24.. Er h eſſer muͤſen Ernuran Wo anſcher mar — — — ——— 4 5 eer 83 E — —— * — — 88 ————=— —— — 8 222 S ͤͤ“ 1 a 4 1 — 4“ — 2—.“ Heer/ davon die Debora ſinget/ vom Himmel ward wider ſie ge⸗ 3 48 uͤber den:8. Pſalm. 35 ſind unbegreiff lich/ Rom, n. Darumb ſo verſtehet Er auch Rem. 11.V. 33 der Gottloſen intent, Rath⸗und Anſchlaͤge/ und weiß wie Er die argliſtige Achitopheliſche Anſchlaͤge inaruiren und zur Narrheit 1 3, n. t machen ſoll/ 2. Sam. 17. Er kan es thun weil Er(3) Allme ch⸗ 7.. tig/ groß von Rath und maͤchtig von That/ Jer 3⸗. E per. 22. vg, kan thun was Er wil/ im Himmel und auff Erden/ im p, 6. Meer und in allen Tieffen/ Pal. us. Bey Ihm iſt kein uc.„ v. 7, Ding unmuͤglich/ Luc. 1. Warumb ſolte Er dann auch nich der boͤſen Liſt/ Strick und Nachſtellen/ hindern/ hemmen und en⸗ b den koͤnnen. Der HErr macht zu nicht der Heyden Rath/ Pſ. 33. v. 10. und wendet die Gedancken der Volcker/ al. 33. Er kan es thun/ weil Er(4) iſt PoMINS 2EE 407 1, der HErrder Heerſchaaren/ der ſo ein groſſes Heer unter ſeinem Regiment fuͤh⸗ Se⸗ ret/ Eſa. 9. und groſſe Ehre damit einleget/ Ra. 26. wann Er da⸗ 46. V. 19. durch die ſeinigen beſchuͤtzet/ die Feinde aber und Verfolger daͤm⸗ 4. pffet. Dann da hat Er ein Engeliſches Heer/ welches Er zu den Zeiten Eliſæi außgeſchicket/ dadurch das Staͤdtlein Dothan iſt beſchuͤtzet worden/*. Reg. 6. Er hat ein himliſches Stern⸗.Reg 6.. ſiritten die Stern in ihren Luͤfften ſtritten wider Siſſera Juaic. Judic, 5. v. Er hat ein Elementaliſches Heer/ Lufft/ Hagel/ Feuer/ Waſ⸗ ſer/ und alle Thiere muͤſſen Ihm zu Gebot ſiehen. Wann Er wil ſo faͤllt Hagel auß der Lufft auff die Feinde/ F.. Wann lof.10. v. n. Er wil ſo theilet ſich das Meer von einander/ Evod. ¼ wann Er Ex. 14. v. 22. wil /ſo thut ſich die Erde auff/ Num. 16. wann Exr wil! ſo verjagen Num. 16. v. die Heuſchrecken die Cananiter/ Exod. 2. Er hat ein groſſes— Menſchen⸗Heer/ und kan gar bald viel Volcks zuſammen bri⸗ 3—d. gen/ wann Er nur ziſchet/ ſo findet ſich eine groſſe Krieges⸗Macht/ Eſa. 7. v. z3. Fa. 7. Er hat unter ſich ein hoͤlliſches Heer/ auch die boſen Geiſter muͤſſen Ihm zu Gebot ſtehen ſie muͤſſen weichen/ wann Er nur ein Wort ſpricht/ Mauib. 4. 9 Daß GOtt werde die ſeinen vor ihren Feinden bewahren und ſicher machen/ daß ihr Juß ujcerwandht iſt auß dr Wahe BZ3öä einer Matt. 4. N.. ä““ 4 8 4 4. 71 ſeiner Verheiſſung offenbar. Dann GOtt iſt warhafftig Deut. 32.v. 4 und nichts Vnrechts an Ihm/ Deur. 32. Alle Menſchen Komz. v.. ſind Luͤgner/ GOtt allein iſt warhafftig/ Rom. 3. Sein Plal J.v. Wort iſt warhafftig/ und was Er zuſagt/ das haͤlt Erge pral W2,7,7. wiß/ al 33. Vnd iſt abet ſeine Warheit Schirm und Schͤlh gv4 Sſak, gr. Warumb ſolte Er die ſeinen auch nicht wie Ergaſat und verſprochen/ vor ihren Feinden bewahren/ damit ihr Fuß ni Hebr. 6. v. wancke vor denen die ihnen nachſtellen. Er kan nicht legen, Hebr. 5. Der Gottloſe wirds ſehen/ und wird ihn ber⸗ drieſſen/ ſeine Zaͤhne wird er zuſammen beiſſen/ und verge na vs he dann was die Gott oſen wollen/ das iſt verlohren Pſcl, I. Daß GOtt es thue/ und die ſeinen vor ihren Feindenle⸗ wahre iſt auß Exempeln gnugſam offenbar: Laban war Jacole ſeines Tochtermannes grimmiger Feind/ jagt ihm nach auff Lel und Leben/ und gedacht ihm und den ſeinen uͤbels zu thun. Da HErr bewahrete den frommen Jacob/ und da Er zu Laban ſagte Hute dich/ daß du mit dem Jacob nicht anders dann freundüchn Sn Ny n deſt/ da entfaͤllt ihmaller Grimm/ und iſt nicht ſo behertzt/ doßn en. z1.v. v dem Jacob ein boͤß Wort gebe! Gen. 31. Eben ſo giengs auch dem Jacob mit ſeinem Bruder dem Eſau: Der war gmumt Gen.„/ v. rornig üͤber ihn hatte ihm vor zwantzig Jahren den Todt geſel no⸗ en/ Gen. 27. Jacob war wegen ſeiner ſo angſt und bang/ daß e ſchrey: Ach HErr rette mich von der Hand Eſau meines Ger b Bruders. Der HErr ruͤhrete& ſau ſein Hertz/ daß er Jacobh Judie 3 5,5 nicht ein ungezogen Wort gibt/ ſondern ihn umb den Hals faͤle 4.8g. und kuͤſſet Gen. 3. Wi ſeindſelig waren die Phlüſſet dem 1,Sam. 5. v Simſon/ der Saul und Abſolon dem David/ die Jeſabel dem 10,16. Propheten Elie/ die Juͤden E Hriſto/ deßgleichen Paulo? Mit 2.24. v. 1z. 3. vas Liſten und Rencken ſtelleten ſie ihnen nach Leib und Leden! 2 S4m. 13. Aber wie ſie der Err vor ihren Feinden bewahtet/ und ſie ſtha v. 6. gemacht vor denen/ die ihnen nachgeſtellet/ das iſt zu ſehen nach 1.Reg 9, 14. der Laͤnge/ Judic. 16. te Samuel.:¹F, und 24. 2. Same. 1. Rog. l. (. —— Lus. ld 1.9 I. Wal gt tyraane dann ſit we ſchgne drergene hun Iu dern ent dem ſtomn ehnlaſſen⸗ vittigen /e iigen Netg mit alle der ſchaatzen ſt veigeworff drein gec heiſt: W GOttein ſinget die 771. vielguͤtigen vothaͤlt ſeit macht und vit es biß an 608 ſa A uͤber den zs. Pfalm. 363 Luc. 6, und. und w. Actor. 9. und 20. und 23. und 25. 2. Cor iurb. Lue 6. v7. uI. y. 20. c.II. v. 53.5. Welches demnach wol mercken ſollen alle gottloſe Verfol⸗, 17. ger/ tyranniſche atgliſtige Send unn echſelader eena. 20.v.g. 9. ten ertappet/ und in ihre n An⸗-. 23. v. 1. dann ſie werden gewiß in ihten? ſchlaͤgen zu Narren gemacht/ und mit ihremeigenem Netz und in c. 25. v. 3. ihrer eigenen Falle gefangen. Und wird war das alte Sprich⸗ wort: Tibi qvodintriſti exedendum eſt. Was einer einem an⸗ dern embrocket/ mutß er ſelber außfreſſen. Haman ſtiellete dem frommen Mardocheo und Juͤdiſchen BVolck nach/ und wolte ihnlaſſen an Galgen hencken/ das Juͤdiſche Volck auff einmal vertilgen/ es fehlet ihm/ er wird ertapt in ſeiner Liſt und in ſeinem eigen Netz gefangen und eben an denſelben Galgen gehenckt/ und gEſth. 3, v. 7. mit alle den ſeinigen vertilget/ EF7b. z. Die Perſiſche Hoff⸗ ſeg. ſchrantzen ſtellen dem Daniel nach/ machten/ daß er den Loͤwen e 5. v. 14. vorgeworffen wurde/ der HERRbewahrete ihn/ und ſie wurden c.7 v. 4. drein geworffen/ und von den Loͤwen gefreſſen/ Dan. 6. Das Dan. 6. vAS. heiſt: Wann ſies auffs kluͤgſte greiffen an/ ſo geht doch 16.14. SOtt ein ander Bahn/ es ſtehet in ſeinen Haͤnden. Alſo ſinget die Chriſtliche Kirche. 11I. Thut der Koͤnig David ſein Gebet und traͤgets dem I11. vielguͤtigen G Ott vor patientiam ſuamindicande, wann er ihm Memdbrum. vorpaͤlt ſeine Gedult: Spricht: Dann ich bin zu Leidenge⸗ macht und mein Schmertziſt immer vor mir: Hiervon wir nun auch zu reden haͤtten/ weil aber die Zeit meiſt verfloſſen/ laſſen wir es biß auff nechſikuͤnfftiger Predigt verſparet ſeyn/ da dann G.OT Sder HErr Gnade verleihen wolle/ daß wir dieſen Pſalm gluͤcklich b/lviren und zu Endehungen moͤgen/ umb C Hriſu IEſu willen Amen! 3:o):e⸗ 3 4. 3 4 9.“* “— 1 8 4 8„*“ 4— „„ſoſoſ 24“ 6 Dii achte Predigt Die achte Predigt Vber den dritten Buß⸗Pſalm des Koͤmges und propheten Davids/ ſo da iſt im Pjalter Buch der z8te. T EXTI uIS. Vers. 18. biß zu Ende. S Ann ich bin zu Leiden gemacht/ und mein Schmertz iſt immer vor mir. Dann ich zer⸗ ge meine Miſſethat an/ und ſorge fuͤr mein Suͤnde. Aber meine Feinde leben/ und ſind math⸗ tig/ die mich unbillich haſſen/ ſind groß: Vnd die mir Arges thun umb Gutes/ ſetzen ſich wider mich darumb daß ich ob dem Guten halte. Verlaß mich nicht/ HERR mein GOT/ ſey nicht fer ne von mir/ Eile mir beyzuſtehen/ HERR me⸗ ne Huͤlffe. eingang. . Er. N„r ☛3 N der heimlichen Offenbahrung Johannis am ure 938. Cap. leſen wir/ ihr meine Geliebie und Auß⸗ 6 eſiches A4.(‿= erwehlte Freunde in C Hriſto/ daß dem Evan⸗ poc.. ſo S geliſten Johannierſchienen ſieben Engelange⸗ R wan mu einem reinen hellen Leinwand/ Johanni ge⸗ Mſtehend an einem glaͤſern Meer/ mit Feuer ſchehen von vermenget/ die haben Harffen GOctes in ihren Haͤnden/ den ſieben und ſpielen auff denſelhen das Lied Moſes/ und das Lieh Engeln. des Lams. Durch dieſe Engel die mit dem reinen Lein⸗ wand angethan ſeyn/ werden verſtanden alle glaͤubige 1 ſer /R i Pſchubd 2 falgen Tal firs wit all tetund zuge angedeute Heutgeit Merr nich ts gleich Lüfftleinme net maſſen Wwareinen man ſiraber ſand ſie dot mervad gſſc geichſamft Sot Feuet der erſien tnff durchs Fe. HE⁴; Durch die.h drs angeden vann das un, ſi uſetundt Kang und and aftauet und di taiet wie, g Cſer und lihe Schwwermuth Werzliches inbti ie Tyni ſten/ die in der heiligen Tauffe ſind bekleidet mit dem Kleide der Vnſchuld und Gerechtigkeit JEfu CHriſti/ dieweil uns in der heiligen Tauffe unſer Erloͤſer und Seligmacher JEſus C Hri⸗ ſtus mit allen ſeinen Wolthaten und gantzen Verdienſi ppuci- ret und zugeeignet wird. Durch das Glaͤſerne Meer iſt nichts angedeutet als die Welt/ die mit allem ihren Thun/ Pracht und Herrligkeit recht glaͤſern/ und gebrechlich iſt ob ſie ſchon nicht ſo ei⸗ nen hellen Glantz von ſich gibt. Vnd zu gleicher Weiſe wie das Meer nicht ſtille ſtehet/ ſondern ſeine ſtete Bewegung hat/ und da es gleich am allerſtilleſten ſcheinet/ daß ſich nicht das geringſte Luͤfftlein mercken laͤſſet/ ſo beweget es ſich doch am Vfer. Ebe⸗ ner maſſen iſt es auch mit der Welt bewant/ aͤuſſerlich gibt ſie zwar einen Schein des Friedes/ und Heiligkeit von ſich: Wann man ſir aber ein wenig fleiſſig anatomiret/ o hat ſie keinen Stille⸗ ſtand ſie doͤhnet und rauſchet von ſtinckender Hoffart/ ſie ſchaͤu⸗ met und giſchet von fleiſchlicher Wolluſt und Geilheit/ ja ſie girret gleichſam fuͤr unerſaͤttlichem Geitz. uͤber den 38. Pſalm. 365 Solch Meer iſt mit Feuer vermenget/ nemlich mit dem Feuer der Truͤbſal/ welches die Glaͤubigen und Frommen am erſien triftt wie davon Sirach ſagt 2. c. Gleich wie das Gold durchs Feuer bewaͤret wird: Alſo werden auch die ſo dem HERRMN gefallen/ durchs Feuer der Truͤbſal bewaͤret. Sir. 2. V. Se Durch die Harffen ſo ſie in ihren Haͤnden fuͤhren/ wird nichts an⸗ ders angedeutet/ als das liebe Gebet/ daran ſie ſich muͤſſen halten/ wann das ungeſtuͤme Meer dieſer Welt von Vngluͤck und Truͤb⸗ ſal ſauſet und brauſet. Dann zu gleicher Weiſe wie der Harffen Klang und ander Seitenſpiel/ die traurigen und betruͤbten Hertzen erfreuet/ und die Melancholiſchen ſchwermuͤtigen Gedancken ver⸗ treibet/ wie 1. Sam. 16. am Koͤnige Saul zu ſehen iſt: Alſo iſt kein beſſer und lieblicher Harffenklang/ der bey den Glaͤubigen die Schwermuth vertreiben/ und die Traurigkeit lindern kan/ als ein hertzliches inbruͤnſtiges Gebet/ das erfriſchet das Gebluͤte/ das er⸗ auicket Marck und Bein/ ja da moch gleich den Menſchen le⸗ bendig: ¹ 4————— 4 ——.——— — — 3 6 —„ 3 5.— 4. 1 8 8.— 1——ẽ——— 4 K— .—„———ſſſ 4 8 13 4 3— — 6 8 5* 4—— „ 3 3 5 4 8 9*—** v 8“ 1“ ͤ 4“ A 1 1—— 3“ 4 4 3. 3„ 2.*1 1. 4. 1.. 8 3 8* 3 8 —— —— Plal. 18.V.7. 366 Die achte Predigt bendig: Wie Koͤnig David ſelbſt bezeuget/ Balm s. Wann nnit Angſt iſt/ ruffe ich den HErrn an/ und ſchreye zu meinem GOtt/ ſo erhoͤret er meine Stimme von ſeinem Tempel und mein Geſchrey kommt vor ihm zu ſeinen Ohren. Mnh Pſal.77.v. 4. Fal.77. Wann ich betruͤbt bin/ ſo dencke ich an GOtt/ naſ mein Hertz in Aengſten iſt/ ſo redeich Sela. Es wirdd be⸗ das Gebet G Ottes Harffen genennt/ alldieweil die goͤttlichea⸗ ſeſtaͤt an ſolchem Harffenklang eines glaͤubigen Gebets ein ſomar lich Wolgefallen traͤgt/ und daſſelbige nicht unerhoͤret laͤſſt launſe⸗ Maith. 7. Rer Zuſage/ Mat6. 7. Bittet ſo wird euch gegeben/ ſuchet o werdet ihr finden/ klopffet an/ ſo wird euch aufgethan dañ wer dabittet/ der empfahet/ wer da ſuchet der ſindet a da anklopffet/ dem wird aufgethan. Solche Gebets ⸗Harffe dann auch zur Nand genommen de liebe David bey ſeinem z8ten Pſalm ſonderlich in dem drittenchal deſſelben/ darinn er ein hertzliches Gebet zu G Ott abgehen laͤſt ihn dadurch zur gnaͤdigen Huͤlffe und Rettung zu bewegen/ deſſen Gebets Anfang wir am nechſtvergangenem Buß Tag beſehen gehabt/ und itzo ferner dem Koͤnige David zuhoͤren wollen/ wien auf ſolcher ſeiner Gebets⸗Harffe weiter ſpielen thut. Damiteh aber ohne Nutz nicht abgehefſo ſeuffzet zuvor mit mir alſo Ich bitt Herr auß Hertzen⸗Grund du wollſt nicht von mir nehmen/ dein heiliges Wort auß meinem Mund/ ſondern deinen Gnaden⸗ Geiſt geben und verleihen/ daß alles was wir reden und handeln/ gereiche dir zu Ehren/ und zu unſer Seligkeit/ Amen! Abhandelung. O Ann/ Ihr geliebte Freunde in C Hriſto/ der Koͤnig und Prophet David ſeine Gebets⸗Harffe zur Hand genom⸗ menund den dritten Theil ſeines 38ten Pſalms draufßge⸗ ſpielet/ ſo palutet und ſinget er drauff her. de ſad ad Deum eunſe Aentia, von ſeinem hertzlichen Vertauen/ ſo er zu GOnniga b b wa — anG0t huliumſ nnüllges tt daß ſe wancket deyden Se hahen. Yatienpi, von ſeinem Jiger nuff lyd ſchreite IIl. ſoneGedo Udmens chen lanen groſſ t Be ſchwer fonn tont rutzone:. Schlag⸗ H/ zigeiſſen: wann einer/ ein Schlag Rule auf ner ein Vng tuͤſſn: Wn bſlleiden muß duhet mein. andet: Ey ſieb Arrenschſog ———— 4 4 d dn — uͤber den 38. Pſalm. 36) wann er ſpricht: Aber ich harre HErr auf dich/ du HErr mein GOtt wirſt erhoren: Darnach 2. ſpielet er auch drauff de boſtium ſuorum inſolentia, von ſeiner Feinde Stoltz/ Trotz und unbilliges Vornehmen wider ihn/wann er ſaget: Dann ich den⸗ cke daß ſie ja ſich nicht uͤber mich freuen/ wann mei Fuß wancket wuͤrden ſie ſich hoch ruͤhmen wider mich von dieſen beyden Stuͤcken wir in nechſt vorhergehender Predigt gehandelt haben. Es nimmt aber der Koͤnig David ſeine Gebets⸗Harffe noch weiter zur Hand/ moduliret und ſpielet etwas drauff ae ſu⸗ patientia, von ſeiner Gedult/ dann da wil er GOtt den HErrn/ von ſeinem Zorn und Vngnade wider ihn abhalten/ und zu gnaͤ⸗ diger Huͤlffe bewegen/ thut aber ſolches(damit wir zum I11. Mem- bro ſchreiten) TII. Patientiam ſuam indicando, wann er G Ott vorhaͤlt Me v. 16. vA7. 111. ſeine Gedult: Dann/ ſpricht er/ Ich bin zu Leiden gemacht/ Text. und mein Schmertzen iſt immer vor mir. In ſeiner Spra⸗ Ich bin zu chen lautets vo ad claudicationem zum Hincken/ das iſt zu Leiden ge⸗ groſſet Beſchwerligkeit/ gleich wie es mit einem hinckenden ſehr macht. ſchwer fortgehet. In der Chaldæiſchen parapbraſt lautets/ ad contritionem, oder wie es Hieronmus gegeben/ ad plagas, zum Schlagen/ wie es auch ſonſten im Lateiniſchen lautet/ ad flagella, zu geiſſeln: Vnd alſo zu viel und groſſen Plagen daß gleich wie/ wann einer ſehr und viel geſchlagen oder gepeitſchet wird/ immer ein Schlag auff den andern/ eine Wunde auff die ander/ eine Beule auf die ander erfolget: Alſo hat auch der liebe David im⸗ mer ein Ungluͤck und Elend auff das ander leiden und erfahren muͤſſen: Vnd wil ſo viel ſagen: Daß ich von meinen Feinden ſo viel leiden muß/ darbey bin ich nichts deſto minder gedultig und dencket mein Hertz/ daß es muͤſſe ſo viel leiden/ immer eins uͤber das ander: Ey lieber G Ott iſt doch kein Auffhoͤren des Leidens/ ge⸗ het eins ab /ſo gehet das ander an/ und ſehe wol ich bin zu Leiden ge⸗ macht/ und muß immer Jammer vor mir haben. Derwegen mein leber G Ott) weil ich hierbey gedultig bin/ wirſtu meine Gedult anſehen, und mir helffenn. Dar⸗ mbrum. 368 Die achte Predigt usus. Darbey zu erkennen: b In und Wie wir ſollen zu frieden ſeyn/ wann G HOtt nicht alle beym Creutz zeit Gluͤck/ ſondern auch Truͤbſal und Widerwertigkeit in dieſem und Leiden Lehen außtheilet/ und Gedult haben gegen GOtt/ die mitigatin gegen GOtt 1 gedultig zu ſeyn. von ihm bitten/ und derſelben erwarten/ nicht ſollen wir vono Hi abſetzen/ oder ihn gar wollen fahren laſſen/ wie jener ſagte: Ich mag nicht G Ottes Kind ſeyn/ wann Er ſo mit mir handelnund umbgehen wil/ Er mag Ihm andere Kinder ſuchen: D nein ſſon⸗ *. Cor. 4. v. dern da ſollen wir ſagen mit dem Ayoſtel Paulo ². Cor. ½. Wir 8.9. haben wol allenthalben Truͤbſal/ aber wir aͤngſtigen ung nicht. Vns iſt bange/ aber wir zagen nicht: Wir leiden Verfolgung/ aber wir werden nicht verlaſſen. Solch Gedult aber muͤſſen wir gegen G Ott beweiſen: b I. Lacendo& non murmurando; Wann wir fein fil ſeyt Pſal 39. v. 2. in unſern Anliegen/ wie David allhier/ und auch im 39. Pſalm ſich — alſo erklaͤret: Ich wil ſchweigen/ und meinen Mund nicht aauffthun: Nicht wider den HERRN murren/ wie die Kindet Exod. 16. v.⸗ Iſrael in der Wuͤſten/ Exod, i6. und Moſes ſelbſi/ der Fuͤhtende Num. 16. v 20.21. Volcks G Ottes/ Num. ⁰. Wartimb bekuͤmmerſt du dein Augen/ daß du die Laſt des gantzen Volckes auff mich le geeſt? So gar uͤbel that auch Jonas/ da er ungedultig und zotnig war auff den HErrn daß er ſolte in die Stadt Neinive gehen/ und 3 die Leute durch ſeine ernſte ſcharffe Buß⸗Predigt ihm zu Feinden Jon. 4. v. 9. machen/ Jon. 4. Das ſey ferne von uns/ daß wir wolten widet GOtt unſern Mund auffthun. 2. Ferendo& non reluctanao, wann wir die Laſt/ ſo uns der Plal, 8.v0 ARauffleget/tragen/ Pſal. g. das Joch des HErmnauffuns Matth. 11, nehmen/ Atateb. n. und nicht widerſtreben/ ſondern alles ſeinem V. 29. Willen und Wolgefallen anheim ſtellen/ wie ihm auch alſo alhier thut der liebe David/ auch der Prieſter Eli ihm alſo gethan, ☚ oder Linderung/ wie dann auch uüberation und gnaͤdige Errettung Knecht? und warumb finde ich nicht Gnade vor deinn ems vrS 2. Sam, 3. als ex vom Samuel horte/ was fuͤr ſihwene Stuſf he ſin Herr/ E hhanund ſ Duwltm 3 0 z anheim ge zewiſſe Zu ängelegle⸗ alles wol und uns au auff den. chen. V und ſaͤßtern beſchudiget ſtckumöget nächkenhöͤret Oehonis 6 (techt ſind And fers 4 34 Anlegen in hie uns das ane Anleitu finem Creu⸗ oungebiß bonmen/und. ſeyn/ lobet den HErrn: Vnd S. Petrus wil/„a.3. Heili⸗ b Aaa get uͤber den 33. Pſam. 369 uͤber ſein Hauß erfolgen ſolten. So ſprach er: Es iſt der HErr/ Er thue was ihm wolgefaͤllt: Alſo ſollen wir auch Penenn ſprechen: HErr dein Wille geſchehe: Mache es wie u wilt/ mache es wunderlich/ mache es nur ſeliglich. 3. Committendo& non blaſpbemando, So wir es G.Ott anheim ſtellenjunſer Anliegen auff den HErrn werffen/ und die gewiſſe Zuverſicht haben/ Er werde alles gut machen/ und das alte eingelegte Lob behalten/ Marc 7. Benè omnia fecit, Er hat Mare. 7. v.37 alles wol gemacht/ Alsdann der Koͤnig David alſo allhier thut/ und uns auch darzu vermahnet/ 2l.. Wirff dein Anliegen auff den HErrn/ und hoffe auff Ihn/ Er wirds wolma⸗ Plal.55. vaz chen. Vnd daß wir ja nicht ſeinen heiligen Namen ſchmaͤhen und laͤſtern/ wie Hiob auß Vngedult gethan/ ap.. da er G Oit beſchuldiget/ Er thue ihm unrecht/ Er habe ihn mit ſeinem Jage⸗Hiob. i9. v. ſtrick umbgeben/ ob er gleich ſchreye uͤber Frevel/ ſo werde er doch 5. 7. ſeg. nicht erhoͤret er ruffe und iſt kein Recht da/ ꝛc. Auch nicht unſere Geburts Stunde verfluchen/ in welcher wir in dieſes Tages Iiob 3. v. 2. Liecht ſind verſetzet worden/ wie eben Hiob that/ Hiob. 3. G2o. ſeq. und Jer. 20. c. 10. v. 19. 4. Benedicendo& orando, Wann wir unſer Noth und ler. 20. v. 4. Anliegen im Gebet und Flehen GOtt dem HErrn vortragen/ wie uns das gantze Pſalter⸗Buͤchlein des lieben Davids hierzu b feine Anleitung gibt/ darinn wir ſehen/ wie der David in und bey ſfeinem Creutz und Leiden mit ſeinem Gebet zu G Ott geruffen ſo lange biß ſein Gebet durch die Wolcken gedrungen/ vor O Ott kommen/ und der Allerhoͤchſte darein geſehen/ Sir. 37§. Alſo ſol⸗ Six. 3 3. v.22, len wir auch thun in und bey dem Creutz/ mit Beten/ Loben und Dancken anhalten, darzu auch vermahnet der alte Toblas ſeinen auffwachſenden Sohn/ 7ob.. Dancke allezeit GOTT/ Tob. 4,v. 10. und die drey Juͤnglinge Sadrach/ Meſech und Abednego ver. mahnen in ihrem Gebet/ ihr Heiligen ſo elend und betruͤbt 1. Pet. z. v. 15, — 8 ——ͤͤé..&“&“ʒ.ͤ⁊G88ͤ8ͤG⁊G⁊GQG-G--— — * * — “ 2ͤͤͤͤͤͤͤſ- 5 — 7 4 ———————— ——— —— 370 Die achte Predigt nemlich /zur Zeit des Ereutzes und Leidens geſchehen ſoll. get den HErrn in euren Hertzen: Welches dann auch bot⸗ Vnd demnach lieber Menſch/ ſo thue ihm alſo deweiſe S Ott Gedult in aller Noth: Dann es doch ein koͤſtlich Ding Thren. 3.v. iſt/ gedultig ſeyn und auff die Huͤlffe des HErrn harren/ 26. Tren. Jerem. 3. Gedult iſt uns von noͤthen/ auff daß wir Neb. 10.v.zo den Willen GOttes thun/ und die Verheiſſung an unser⸗ fuͤllet werden/ nebr.„ Dann die Verheiſſung ſollen ſa noch erfuͤllet werden/ ob ſie zwar verziehen/ ſo harre ihter/ Hab. 2.. 3z ſie werden gewiß frey offentlich am Tage kommen/ und nicht auſſen bleiben/ Rab.⸗ b Dbs zwar wehret biß in die Nacht/ DVnd wieder an den Morgen/ Doch ſoll dein Hertz an G Ottes Macht Derzweifeln nicht noch ſorgen/ Er iſt allein der gute Hirt/ Der Iſrael erloͤſen wird/ OVon allen ſeinen Suͤnden. In Betrachtung/ daß dieſer Zeit Leiden noch lang Rom. 3.v. 8. nicht werth der Herrligkeit die an uns ſoll offenbaret wer den/ Kom. J. Dann unſer Truͤbſal die zeitlich und leicht itt/ ſchaffet eine ewige und uͤber alle maß wichtige Herrlig ckeit/ uns die wir nicht ſehen auff das ſichtbare/ ſondern auff das unſichtbare/ dann was ſichtbar iſt/ das iſt zeitlich/ 1v. was aber unſichtbar iſt/ das iſt ewig/*Cor„x.. Membrum.. Wann Koͤnig David ſeine Gebets⸗Harffe allhier un Hand nimmt/ ſo ſpielet er auch etwas drauff de ſud peœnitentii, von ſeiner Buß und wil G OT den HErrn zugleich hietdutch ur gnaͤdigen Huͤlff und Rettung bewegen da er dann ſolches thu Text. Haueeenrenn ſuunanimumadducendo, Daß er Ihm vorhaͤlt Ich zeige ne rechte wahre Bußfertigkeit: Spricht: Dann ich zeige ne⸗ meine Miſ. ne Miſſethat an/ und ſorge fuͤr meine Suͤnde: Wilſſage ſehat an. Mein Leiben das mir wiederfaͤhret iſ nicht unrecht/ man di dam Pathats inihenund Ic muße mir beruͤbe dos ſalch nochängen Pſam ſ meine Y meine M Es haͤltat dem HEr werckeilb gen gnaͤdi gen Gottii werchlſe denagch ſer der Suͤnd hoben/un und Seli vids allhte dets,dann den Cteut Gaͤnde ver gecn Hertzen As fecke Den e gen Kinder, ieterund 6 mnetthal glch eaadehe dermu anu uand dn, —— über den 38. Pſalm. 271 Adam hats wol verdienet/ dem muß alſo der Kuͤtzel dadurch ver⸗ erieben und getoͤdtet werden. Er hats ziemlich grob gemacht: Ich muß es anzeigen und bekennen/ viel Miſſethaten ſind von mir veruͤbet worden/ und drumb ſorge ich fuͤr meine Suͤnde/ das iſt ich fuͤrchte mich der Suͤnden wegen/ daß es ſehr uͤbel und noch aͤrger mit mir ablauffen moͤchte. Iſi eben das/ was im 32. pal. 33.v.z. Pſalm ſtehet: Ich bekenne Dir meine Suͤnde/ und verhele meine Miſſethat nicht. Bnd im 51. Pſalm: Ich erkenne Pſal. 51. v.„. meine Miſſethat/ und meine Suͤnde iſt immer vor mir. Es haͤlt aber der Koͤnig David ſolch ſein buß fertiges Hertz G.Ott dem HeErrn vor/ nicht eben darumb/ als ob er mit ſolchem Buß⸗ werck etwas bey G Ott verdienen wolte/ und muͤſte ihm deßwe⸗ gen gnaͤdig ſeyn/ ſondern darumb/ well er ſich erinnert der gnaͤdi⸗ gen Goͤttlichen Abſolution und Vergebung der Suͤnden. Dann wer rechtſchaffene Reu und Leid uͤber ſeine Suͤnde hat/ dem wer⸗ den auch ſeine Suͤnde von G Ott vergeben wo aber Vergebung der Sunden iſt daiſt die Straffe/ ſonderlich die Geiſtliche auffge⸗ hoben/ und nichts anders verhanden dann Gerechtigkeit/ Leben und Seligkeit. So iſt demnach die Meynung des lieben Da⸗ vids allhier dieſe: Du vielguͤtiger G Ott/ du kanſt mir ja nicht an⸗ ders/ dann gnaͤdig und barmhertzig ſeyn/ und mich von ſo ſchwe⸗ ren Creutz und Leiden loß machen. Haſt Du mir doch meine Suͤnde vergeben die ich Dir bekandt und vorgetragen/ auß reui⸗ gem Hertzen/ derwegen werden auch die Straffen und Plagen/ als Mecta der Suͤnden auffhoͤren. Hierbey erkennet Den erbaͤrmlichen Zuſtand der Heiligen und glaͤubi⸗ Dieglaͤubi⸗ gen Kinder GOttes. Daß ſie/ wie hoch ſie es auch mit ihrer ge Kinder kieter und Gottesfurcht bringen/ in dieſem zergaͤnglichen Jam⸗ ſtetbliche Huͤtten ihres Leibes/ die durch den Todt zerbrochen wer⸗ den muß /an und bey ſich tragen/ und auſſer dem himliſchen Va⸗ terland dem HErrn wallen. Vnſer Prophet David war ein Sünden. 38 Aaa ij Mann merthal gleichwol noch arme elende Suͤnder bleiben/ ſo lange dlenninener⸗ Zuſtand we⸗ F— —*. ˙˙˙˙˙˙˙ 3 7 ——— „ 8* 8 3“ * — “ 4 e 4 1 b ———*. 3—— 4* 8 2 1 372 Deie achte Predigt Wnd wonzu Mann nach dem Hertzen und Willen G Ottes /wie er alſo ingiu⸗ uns die Be⸗ ſolches Sun ne Suͤnde gedencken/ dieſelbe beichten und bekennen. Wormi den. Jamersdann veriſiiret und war gemachet wird die Regel ſo er ſetzet imzz. dienen ſolle. Pſalm: Dafuͤr/ das iſt/ umb Vergebung der Miſſethat un Pſal. z2. v.6. Suͤnde/ werden Dich alle Heiligen bitten zu rechter Zeit cher heiliger Schrifft benennet wird/ dennoch muß er allhier an ſei⸗ Darumb hat ſich dieſer Regel niemand zu entziehen/ und ſich ein zubilden/ daß er in dieſem Leben koͤnne gantz Engelren ſeyn oder werden: Wuͤndſchen moͤgen wir es wol/ dann wer woſte nicht gern aller Suͤnden uͤberhoben ſeyn/ darmn G Ott ſo ſehr er⸗ zuͤrnet wird/ erlangen aber koͤnnen wir es nicht/ ohn daß man ſich durch Huͤlffe des Heiligen Geiſtes fuͤr muthwilligen und Gewiſ⸗ ſens⸗Suͤnden noch huten und vorſehen kan dann die Erneuerung unſers Hertzens geſchicht nicht ehe vollkoͤmmlich/ als dorten in da ewigen Seligkeit. 3 Welche Betrachtung unſers Suͤnden⸗Jammets uns inn dienen ſoll zur Vbung wahrer Gottſeligkeit und daß dadutch in uns erwecket werde/(i.) hertzliche Reu und immerwehren⸗ de Buß: Dann wann David allhier an ſeine Suͤnde gedericke ſo bald zeiget er ſeine Miſſethat an/ und ſorget fuͤr ſeine Suͤnde hat Reu und Leid druͤber. Wo Suͤnde uͤbrig iſt/ da muß man Buſſe thun/ wo ſie verziehen werden ſol. Vnd was koͤnte ti nem wa ren Chriſten ſchmertzlicher vorkommen/ als daß er auß G Ottes Wott hoͤretes wohne noch immerdar in ſeinen Fleiſch die Suͤnde? Alldieweil ihm wol bewuſt/ daß die Suͤnde an und vor ſich ſelbſt ihm hoͤchſten zuwider iſt. Dannenhero ſo enſſte det bey ihm ein geaͤngſter Geiſt/ein zerknitſchtes Hertz und goͤttii che Traurtgkeit.(2.) Wahre innigliche Demuth wann Do⸗ Ald allhier Buſſe thut/ ſo thut ers auß demuͤtigen Hertzen dam Demuth findet ſich ſtracks bey wahrer Reu uͤber die Suͤnde/ ſun⸗ temal nichts kraͤfftiger die Geſchwulſt eines hoffertigen Hertzens dempffen kan/ als wann wir hoͤren/ was wir an der ledigen Suͤnde fůt einen giffigen Wutm in unſerm Fleiſch tragen.( Er tedeſold drruttb zei anund or deiahre b geſtächen der Suͤnde werdena zuſchaffe 4 n uns ern ſich aucha finer Saͤn Sunden,) loͤſen ſo ſol ſachen vot Paſſer Ac SO ins Gexic ſun Chr gen an/ da bes Gebel. und Beichte dem Ende d den/da wirbi Gedultum tſ auch nich d urgzuvor ünde anuns cis uns G. vaſtͤnerzen di vol gro er Nena me dindezuna S Kn in Ah. nal ean in Sm I unt SEſͤo. te tr zm wwil de ndat T mma muc ie an dn Enur uͤber den 38. Pſaln. 373 wecket ſoll dadurch in uns werden Furcht GOttes: Danneben darumb zeiget Koͤnig David GOtt dem HErrn ſeine Miſſethat an/ und ſorget fuͤr ſeiner Suͤnden/ weil er ſich des Zorns G. Ottes befahret. Vnd derwegen/ weil wir auch wiſſen/ daß wir unſern geiſiſichen Seelen⸗Schatz in irrdiſchen zerbrechlichen Gefaͤſſen der Suͤnden unterworffen/ tragen/ darauß er gar leicht verlohren (4) Sol durch Betrachtung ſolches Suͤnden⸗Jammers in uns erwecket werden Kindliche Zuverſicht zu GOtt/ welche ſich auch allhier bey dem David findet/ wann er ſich bey Anzeigung ſeiner Suͤnden zu G Ott wendet/ und alſo auch wann wir unſern Suͤnden⸗Jammer fuͤhlen/ und uns ſelber davon nicht koͤnnen er⸗ loͤſen/ ſo ſollen wir uns kehren zu G Ott/ bey demſelben Gnade zu ſuchen/ vor allen Dingen aber mitbringen den rechten Suͤnden⸗ Buͤſſer C Hriſtum IEſum/ ſprechend mit der Chriſtlichen Kirchen: Ach GOtt meine Suͤnde bekenne ich dir/ Vater gehe nicht ins Gericht mit mir/ ich wil dir ſetzen einen Fuͤrſtand/ JE⸗ ſum CHriſtum meinen Heyland. O Vater nim den Buͤr⸗ gen an/ dann er gar wolbezahlen kan/ ic.() Inbruͤnſt ges Gebet und Seuffzen zu GOtt/ wie dann ſolch ſein Buß⸗ und Beichtwerck allhier der David Gebetsweiſe verrichtet/ und zu dem Ende die fuͤnffte Bitte dem Vater unſere einverleibet woy⸗ den/ da wir bitten ſollen/ HErr vergib uns unſere Schuld.(6.) Gedult im Creutz und Widerwertigkeit. Daran es dem Da⸗ vid auch nicht bey Betrachtung ſeiner Suͤnden gemangelt wie wir kurtz zuvor gehoͤret haben. Dann weil wir wiſſen daß wir noch Suͤnde an uns tragen/ ſo iſts ie billich daß wir das Vngluͤck wel⸗ ches uns G Ott der HErr auffleget/ mit Gedult annehmen und verſchmertzen/ in Betrachtung/ daß wirs ſo verdienen/ und haͤtten wir wol groͤſſere Straffen/ ſonderlich die ewige Verdamnuͤß ver⸗ dienet/ wann G Ott mit uns ins Gericht gehen/ und uns unſere Suͤnde zurechnen wolte. b Aaa üij Warumb werden kan/ ſo haben wir deſto vorſichtiger zu wandeln und Eph.5. v. g. zu ſchaffen/ daß wir mit Furcht und Zittern ſelig werden. Phil. 2. v. 1. ————— „½———õ½½½——-——. 2 8 1— 3 * 8 e e e Te. 3„ 3 “ 8 8 1* 374 Die achte Predigt Warumb wolten wir die Truͤbſal/ diebazeitlich undleich 2.Cor. 4*a7 iſt und allerley Verſuchung/ die nur Menſchlich iſt nicht gedul⸗ r. Corz0as tig aufnehmen? Bevorab weil ſie ſonderlich zu dem Ende uns von G Ott wird zugeſchickt/ damit das Fleiſch in uns gezuͤchtiget und zum ewigen Leben erhalten werde.(7.) Eyfer und Flaißzu GOttes Wort/ an welchem ſich auch der Koͤnig David ne Fleiß gehalten/ wie auß ſeinem 119. Pſalm ſonderlich zu ſchen. Dann darinn finden wir allerley heilſame Artzneyen/ wider ſolchen unſern Seelen⸗Schaden/ und manche geiſtliche Wehr undalaf fen/ damit zu beſtreiten alle boͤſe Luſt/ und die Wurtzel der Bitter⸗ keit zu ſteuren und zu wehren. Vnd iſt gewißlich warſie ſleiſſige wit uns in G Ottes Worr uͤben/ und in wahrer Andacht daſſelbig⸗ betrachten/ ie ſtaͤrcker wird in uns der Geiſt und innerliche Menſch das Fleiſch mit ſeinen Luͤſten zu dempffen.(g.) Verachtung der Welt/ darauff der David bey Erwegung ſeines Suͤnden⸗ Standes nicht viel gegeben/ ſintemal die ſuͤndliche Luſt im Fleſſc wird durch die ſchnoͤde Wolluſt der Welt geſtaͤrcker und vermehtet Drumb wer von der Befleckung des Fleiſches ſich reingen wil/ der muß ſich auch von der Weit unbefleckt behalten Jac.é.v. 23. Jar.(9.) Bruͤderliche Verſoͤhnung und Wilfaͤhrigki dem Nechſten zu vergeben/ ein ſolches Hertz und Gemuͤth auchge habt der David bey Anzeigung ſeiner Suͤnden/ er gedencket zwar darbey ſeiner Widerwertigen und Feinde/ und wie uͤbel ſie ihm wol⸗ len/ er ſchilt aber noch ſchmaͤhet nicht auf ſie/ ſondern waͤre gene mit ihnen zu frieden geweſen/ wann ſie nur mit ihm gewolt/ und darumb wann er von ſie zu reden kom̃t ſo beſchreibt er nur ſchlech⸗ ter Dinge ihren Stoltz und Boßheit. Solche Wiffaͤhrigkelt ge⸗ gen dem Nechſten ſollen wir auch haben/ ihm wol gewogen ſeyn/ wann er gleich unſer Feind. Dann wer es von Hertzen glaubt daß er von G Ott dem HErrn taͤglich Vergebung der Suͤnden haben muͤſſe/ wie ſolte er auch nicht gerne vergeben denen/ die ſich anihm verſuͤndigen.(10.) Sol auch in uns erwecket werden/ ein ſeliges und ſehnliches Verlangen nach dem ewigen Lüt zawiſcht Sändedk nh etlang Uunge wir! geden diß gachdeme Lhhendat Wehem nrer der vohnem Maberſei and uͤberdr en eh wie vegenunſe undderwwege ſchen yerfe feindlich da heon/ dan liſſcß du⸗ haf. Daul Herren C v. A inunt/ ma⸗ NAueni, bol GOtt den. hun demnach deſcrungei Pn. Hevon Und ſndmaͤch unddie mir A ſarumb/daß di Jernuns, Zu welchem Ende dann auch der liebe David G Otte allhier ſeine Suͤnde bekenner/ were derſeiben gerne loß nur daß er dafuͤr haben und erlangen moͤchte die ewige Gerechtigkeit und Seligkeit. So lange wir leben/ muͤſſen wir uns mit der Suͤnden ſchleppen und treclen biß in die Gruben hinein. Vnd drumb wir immerdar uns nach dem ewigen und himmliſchen ſehnen ſollen/ dann im ewigen Leben/ da kommen wir zu rechter perfechon und Vollkommenheit. Wehe mir/ der ich bin unter dem Meſech/ ich muß wohnen unter der Huͤtten Kedar/ es wird meiner Seelen lang zu b wohnen/ bey denen die den Frieden haſſen: Klaget David 20. Pn. v.;,6. Pſuͤber ſeine boͤſe Nachbarn: So nun David ſeines Lebens ſo ſat und uͤberdruͤſſig geweſen wegen ſeiner euſerlichen boͤſen Nachba⸗ ren/ ey wie ſolten wir unſers Lebens nicht uͤberdruͤſſig ſeyn wollen/ wegen unſers innerlichen Feindes der Suͤnden/ ſo in uns wohnet/ und derwegen wann der Todt heran tritt/ dadurch wir zur himmli⸗ ſchen perfection und Vollkommenheit gelangen uns nicht ſo gar feindlich dafuͤr zu entſetzen. Diß gar wol verſtanden der alte Si⸗ meon/ darumb ſo wil er gern dahin fahren/ ſpricht: HErr nun Luc. 2. v. 29. laͤſſeſt du deinen Diener im Friede fahren/ wie du geſaget khil. 1. v.:4. haft. Paulus der Apoſtel begehret aufgeloſet und bey ſeinem HErren Chriſto zu ſeyn. . Wann David ſeine Gebets⸗Harffe allhier zur Hand V. nimmt/ macht er auch ein Liedlein darauff her de boſtium ſuorum Membrum. potentia, von der praͤchtigen Beſchaffenheit ſeiner Feinde/ wil G Ott den HErrn hierdurch zur Gnade ihm zu helffen bewegen/ thut demnach ſolches Hoſtes deſcribenao, wann er ihm vortraͤget die ſehr ungleiche Gelegenheit/ die es mit ihm und ſeinen Feinden hat: Hievon lauten die Wort alſo: Aber meine Feinde leben/ Text. und ſind maͤchtig und die mich unbillich haſſen/ ſind groß/ Aber meine und die mir Arges thun umb Guts/ ſetzen ſich wider mich/ Feinde leben darumb/ daß ich ob dem Guten halte. Wil ſagen: Ich leide eet. viel/ und gehet mir uͤbel/ aber meinen Feinden gehet es wol/(wie ler Sh. han r.. auch Jeremias am n. und Habacue am druͤber klaget) Sie pe. 1 leb en/ ab. l.V. 324 3275 Die achte Predigt b b leben/ haben guie Tage und gehet ihnen wol/ mir aber ſehr uͤhl; Sie ſind maͤchtig und ſtarck/ ich aber werde ohn unterlaß nieden gedruckt; Sie ſind in Ehren/ ich bin in Schmach Sie in Frie⸗ den/ ich in Vnftieden; Sie mehren ſich/ und haben ihrer vwieldie ihnen guͤnſtig ſind/ die ſie loben/ die es mit ihnen halten/ ich bina⸗ lein verlaſſen/ und niemand haͤlts mit mir niemand iſt mir guͤnſig. Vnd was mehr? Die mir Arges thun umb Guts/ ſetzen ſich wider mich/ darumb daß ich auf dem Guten halte. Das iſt ſie ſind ſelbſtgewachſene Heiligen/ wiſſen ſich ſelbſt zu rechtferti gen/ und viel von ihrer Heiligkeit und Froͤmmigkeit zu haltenſloͤn⸗ nen aber dennoch nichts anders/ dann Arges fuͤr Gutes geben. Dann die rechte Lehre die ich ihnen gebe/ und das beſie das ich i⸗ nen thue/ und ihnen ſehr dienet und gut iſt/ das verfolgen ſie/ geben Haß und Marter dafuͤr: Vnd thun allen den jenigen uͤbel nach⸗ reden/ ſo daſſelbige Gut ſuchen und ihm folgen. Was iſt die Vrſach/ und was machts? Das machts/ daß daſſelbige Gut nicht offenbar/ ſondern unter dem Creutz und Leiden ſich auffhaͤt den Menſchen in ſeinem Thun zu nichte macht/ ſie aber wolln nicht zu nichte werden in ihrem Leben und gutem Scheine ſe dern ſie wollen auch etwas ſeyn/ oder wollen zuͤrnen und Vnglit anriehten/ und doch in demſelben dem Guten zu folgen vermih⸗ nen/ als thaͤten ſie GOtt einen Dienſt daran/ Es iſt aber wathaſ⸗ usus. eig das Boͤſe/ und ihr ſelbſt Verderben/ davon weiche ich nun und Die Be⸗ muß drumb vor ihren ſioltzen Augen ein verachtetes Liechtlen ſchaffenheit ſeyn. b der falſchen DKierbey ſehet Groß⸗Heili⸗ Die Beſchaffenheit der ſcheinenden und falſchen Ke ph Groß⸗ Heiligen hier in dieſer Welt; Gar artig thut ſie der Da⸗ Sac.] d ze3 vid allhier beſchreiben/(1) daß ſie ſind Ooulenti, reich/ haben de verb. p. gute Tage und alles vollauff/ dann das bedeut allhier leben/ wann 265.lib. 5. tr. Im Text ſtehet/ ſie leben/ das iſt/ ſie ſind reich und wolhabend 1. c. z2. p. 352. Reichthumb iſt an und vor ſich ſelber nicht boͤſe/ kom̃t von GOn Prov an.v.z. heri froy. ²2. GO& machte reich den Jacob/ der mtanan b te Srecen it Woyyten ſigehabe nicht wißdt tung des Daoddsg hengelun h alſo: pillen thut nem(ſolch tommen/ uͤberſelche! Hatd ſey nchts Armaha mißbrauch Petſo gur thre den. ) ſigt er ſin und maͤcht, tit ihnen: Ich habeg breitet ſich nn boruͤbe uͤber den 38. Pſalm. 377 Stecken uͤber den Jordan kam/ und in kurtzer Zeit zweyer Heer reich wurde; den Joſeph/ dann er ein Fuͤrſtlich Einkommen in ASgypten erlangte; den David/ der auß einem Hirten zum Koͤ⸗ nige erhaben. Allein da zuzuſehen/ damit wir des Reichthumbs nicht mißbrauchen zum Stoltz/ Hochmuth/ Vppigkeit/ Verach⸗ tung des Nechſtens/ wie ihm alſo die vollpretigten Feinde des Davids gethan/ das iſt Suͤnde/ und wann man das Hertze dran henget/ und nur dencket/ wie man ie mehr und mehr moͤge vor ſich bringen/ entweder per fas oder neſas. Dann es doch gemeinig⸗ lich alſo: Sopo plus ſant potæ plus ſitiuntur aeveæ. Bunb des willen thut C Hriſtus dieſen Außſpruch: Daß es ſchwer ſey ei⸗ b nem ſolchem Gottloſen) Reichen ins Reich GOTtes zu Mattk. 19. kommen/ Aartb. ¹. Wie dann auch der Prophet Eſaias. 4. uͤber ſolche Reichen das Wehe ſchreyet/ a. 5 EſZ.*, v. 8. Hat dich demnach G Ott geſegnet/ lebeſtu und biſt reich/ ſo ſey nichts deſto minder gottfuͤrchtig/ warte mit dem Joſeph von Arimathia der da auch reich geweſen/ auff das Reich G O Ttes/ mißbrauche deines Reichthumbs nicht zu Vnterdruckung und Verfolgung des Nechſtens/ diene ihm vielmehr/ und ſonderlich/ ehre den HErrn von deinem Gut/ Prov. 3. Prov. 3. v.9. (2) Daß ſie ſind obuſti, Gewaltige: Meine Feinde/ ſagt er/ ſind maͤchtig. Aber was iſtse Sie ſind ſo gewaltig und maͤchtig ſie immer wollen/ ſo hat es doch nicht lange Beſtand mit ihnen: Alsdann auch hiervon ſagt David im 37. alm. Ich habe geſehen einen Gottloſen/ der war trotzig/ und..“ breitet ſich auß/ und gruͤnet wie ein Lorberbaum. Da 5. man voruͤber gieng/ ſihe da war er dahin/ ich fragt nach ihm/ da ward er nirgends funden. Darumb: Bleib fromm und halte dich recht/ dann ſolchen wirds zuletzt wol gehen/ die Vbertreter aber werden vertilget mit einander/ und die Gottloſen werden zuletzt außgerottet. 6) Daß ſie ſind nulzi, Groß und viel: Die mich un⸗ billich haſſen ſind groß: Das. fe mehren ſich/ ſie baba 5 4 1 8 2 4 4 . 4 3 3* ¹— 8 — 4“ 8 1 2*. —---. einen 2 Die achte Predigt einen groſſen Anhang derer/ die es mit ihnen halten. Aher uas iſt auch dieſes? Wer mit vielen ſuͤndiget/ der muß mit vielen ge⸗ ſtraffet werden. Derwegen ſehe ſich ein ieder wol vor/ daß er nicht durch die Menge der Gottloſen in Suͤnde/ Schande/ Schimpff und Schade gebracht werde. Ob gleich die Gottl⸗ ſen groß und gewaltig /ihrer ſind viel/ ihre Macht und Menge iin ſie doch nicht helffen am Tage des grimmigen Zorns. Dum ſe. Jant ocub lefos leduntur& ipße Man hat eine Abſcheu an bo⸗ ſen Augen/ an reudigen Schweinen/ vielmehr ſoll man ſich voſſe⸗ hen fuͤr boͤſer Geſellſchafft und fuͤr der Menge der Gottloſen. (4) Daß ſie ſind ingrati, Vndanckbare/ dann ſprichter: Die mir Arges thun umb Guts,/ ſetzen ſich wider wich/ darumb daß ich ob dem Guten halte. So gehets wann man dem Guten/ der Gerechtigkeit und reinen Warheit wileben nachgehen/ das kan die Welt nicht leiden, da hat und bekoͤm̃t man allewege die aͤrgſte Feinde/ wie dann dannenhero von Anfang der Welt/ Krieg und Verfolgung entſtanden. Da iſt und ſetzet ſich Cain wider ſeinen Bruder den Abelund thut ihm Arges/ darumd daß er ob dem guten haͤlt/ und auß reinem auffrichtigen Hertzen G Ott dem HErrn ſein Opffer bringet/ Geneſ. 4. Da iſt un ſetzet ſich Eſau wider den Jacob/ darumb daß Er ob dem Gutn haͤlt/ und ſeinen Eltern gehorſamet/ Cen. 27. Da iſt und ſetze ſich der Pharao wider Moſen/ und wider die Iſfraeliten/ thut h⸗ nen Arges/ darumb daß ſie ob dem Guten halten/ und dem HErnn folgen wollen/ Erod.. ſe„³. Da iſt und ſetzet ſich Saul wider den David und thut ihm Arges/ darumb daß er ob dem Ga⸗ ten haͤlt/ und die Feinde des HErrn dempffet/ ⸗. Jam. w. Da find und ſetzen ſich die Baalspfaffen wider den Propheten Eljam darumb daß ers mit der reinen Religion haͤlt/*Reg. 4. Da ſind und ſetzen ſich die 400. falſche Propheten wider den Pwo⸗ pPheten Micham/ darumb daß er ob dem Guten haͤlt/ und die War Prit ſaget,.Res. ⸗2. Da ſind und ſetzen ſich die ohenprieſte Pharſſeer/ Schrifftgelehrten und die Elteſten des Volcks zu Je⸗ ruſaſem ———— nochdahe daßdeefe gläͤubige ten halten und ſeinen nenherod een Fug ihteFeind Derda ſoll denſonder J A o Daß 71, as daßer⸗ feund wil gen Huͤlffe du daßtthe Dann pni icht fetne fe Wilſage Goet b8 uͤber den 38. Pfalm. 5 379 ruſalem wider den ewigen Sohn G Otteslthun Ihm Arges /dat⸗ umb daß Er ob dem Guten haͤlt/ und macht die Blinden ſehend/ die Tauben hoͤrend/ die Lahmen gehend/ die Auſſaͤtzigen rein/ Matt at. v./. Mattb. u. Zeucht herumb/ thut wol und macht geſund die ſo vom Teuffel uͤberwaͤltiget waren/ 61.». Vnd ſo gehets auch Act 0.v.38. noch daher wird auch wol alſo wehren biß an den Juͤngſten Tag/ daß die falſchen Heiligen ſich ſetzen werden wider die recht fromme glaͤubige Chriſten/ ihnen Arges thun/ daꝛumb daß ſie ob dem Gu⸗ ten halten/ da dann rechtſchaffene Chriſten eine Nothwehre thun/ und ſeinen Anhang zum hefftigſten ſetzen muͤſſen/ und kan dan⸗ nenhero die Chriſtliche Kirche und derſelben Gliedmaſſen mit gu⸗ ten Fug keine boͤſe Naehrede haben/ daß ſie ſich getreulichſt wider ihre Feinde aufflegen thun. Schwer gehet es zwar dabey her/ 338— 4—— 2* 4 8* 4 1 3 in diünit aber da ſollen deßwegen rechte Chriſten nicht laß noch muͤde wer⸗ dahot 1 iäſin den ſſondern mit der Chriſtlichen Kirchen ſingen und ſeufftzen 8 nhen bin Ich liege im Streit und Widerftreb/ 7 D E Hüff O HErr EHriſt den Schwachen/ 1 uiht Tih An deiner Gnad allein in kleb) nuſ em g. Du kanſt mich ſtaͤrcker machen/ Geuch Luſt Koͤmmt nun Anfechtung HErr ſo wehr/ auß 3 Daß ſie micheniche ümnbſtoſſen „ ST und Du kanſt maſſen ) 2a Daß mirs nicht bringt Gefaͤhr/ 71 41 ID Ich weiß du wirſts nicht laſſen. vI au 1696 VI. Endlich ſaliret David auf ſeine Gebets⸗Harffe e⸗ hrum. un an was daher de mora auxihi dipini, vom Verzug Goͤttlicher Huͤlf⸗ embrum. um 1 19 9 fe und wil hierdurch G Ott den HErrn zur gnaͤdigen bereitwillie yfel. 9 gen Huͤlffe bewegen/ thut ſolches Aoram auxili awini deprecan- ne 4o, daß er bey G Ott anhaͤlt/ umb ſo viel deſto ſchleunigere Huͤlffe: häͤl- 6 Dann ſpricht er: Verlaß mich nicht HErr mein GOtt/ ſey Lext. 9 er nr nicht ferne von mirſeile mir beyzuſtehen/ HErr meine Huͤlf, Laß mich u fe. Wil ſagen: Ich bin ein Einſamer/ von allen verlaſſen und ver⸗ nicht HEr, 2u achtet/ drumb nim du mich auf und verlaß mich nicht/ ſeymit mit Bbb ij deiner 380 Die achte Predigt mich habe ſo viel derer/ die da eilen mich zu verderben/ derwegen eſſ — n, du mir beyzuſtehen/ und zu helffen. Vnddaſſelbe verſehe ich mich f zu dir/ du kanſt es thun/ du wirſt es auch thun/ dann du biſt der No Hrr/ mein GOtt /ſo biſiu auch Der HErr meine Huͤfff Vnd darumb ſuche ich auch keine Huͤlffe noch Heyl/ weder inmt Nywn ſelbſt noch in iemand anders/ dann bey dir allein/ die andern alsdie b Hoffaͤrtigen und ſelbſt gewachſene Heiligen moͤgen ihr Heyl ihre Huͤlffe/ ihre Gnuͤgevon ihnen ſelbſt haben/ ſo iſt doch ihre Haͤſfe nieht deine Huͤlffe/ ſondern ſie haben ſie ihnen ſelbſt bereitet dat⸗ umb daß ſie ſich nicht verdammen/ noch verdammt ſeyn wollen. Erkennet hierbep: b usus. Wen GOtt aufnehnien und helffen wolle? GHaa Wen GOtt nimme nicht auf dann die verlaſſenen/ er macht nicht geſund dann helffen thue. die Krancken/ er macht nicht ſehend dann die Blinden/ er macht nicht lebendig dann die Todten Ver macht nicht from̃ dann die Sunde/ er macht nicht weiſe dann die Vnweiſen kurtz: Er erbarmet ſich nicht dann der Elenden er gibt nicht Gnade dann denen /die in Vu gnaden ſind. Ach wie kanſtu demnach/ Chriſiliche Seele/ in dei nem Creutz traurig ſeyn: Haſt du doch den HErrn bey dit/ det dich nicht verlaͤſſt/ der nicht ferne von dir/ der di eilet beyzu⸗ b ſtehen/ und der HErre deine Huͤlffe iſt/ der alle Huͤlffe die vot Judith.. Zeiten und hernach geſchehen/ gethan/ dann wann er helffen wilſo 4. kans nicht fehlen/ ſaget Jaaitb. Andere Schutzherren ſterben die⸗ KRom. 6.v. 23. ſer aber nimmermehr/ Rom. 6. Daher ſagt David 146. Pſam: *lal 164. v. Verlaſſet euich nicht auf Fuͤrſten /ſie ſind Menſchen/ ſiekon⸗ 3-1ed. nen ja nicht helffen/ dann des Menſchen Geiſt muß davon/ b und er muß wieder zur Erden werden/ alsdann ſind verlo⸗ ren alle ſeine Anſchlage/ wol dem des Huͤlffe der GOtt Ja⸗ cobiſt/ des Hoffnung auf den HErren ſeinen GOlt ſtehet/ der Himmel/ Erden/ Meer und alles was drinnen iſt/ ge⸗ TL. p. macht hat/ der Glauben haͤlt ewiglich. Er bleibet wie er iſ/ eor vas. und ſeine Jahr wehren fuͤr und für/ nſal, 102, Auf dikanda⸗ deiner gnaͤdigen Gegenwart nicht zu weit/ zumal weilich wien nen hEnt gühlih dngänigl zuch andet und Sta teofenhe de Welt Gardu fürchtei Noah ha nücht firne umb gien richt uͤber dtvetleß RSedom außden G⸗ Dui gff HEm h Woſte S 7 Wolſtud infeunzen Jonas inde ln dieſen9 hnen elete Da fromm boemnem ho draals h Or Ahtianer ihlch/ daße unter die Juge ezeihung b in Emn In K and e dech nn m inn Tö Bhnd 1 att wnd n Oi us: e unnſ dann Krth dnſi? eh nDe rdi — rde Trnh da a E fodn 1wn ſ fan —— 2 —=—— ——— — — — — — — — — — S —— = —— —— 9 daß er ihm einen Fußfall thaͤt ſeine Suͤnde bekandte und umb über den 38. Pſalm. 381 nen HErrn und Beyſtand verlaß dich kecklich/ und trotze drauff froͤlich/ lieber Chriſt/ ſo ſoltu nicht zu Schanden werden. Thue wie der Koͤnigliche Prophet/ nicht allein hier in dieſem Pſalm/ ſondern auch anderswo/ als im 46. Pſalm/ GOtt iſt unſer Zuverſicht und Staͤrcke/ eine Hülffe in den groſſen Nothen die uns troffen haben/ darumb fürchten wir uns nicht wann gleich die Welt untergienge/ ic. Sage mit dem heiligen Maͤrterer Soraio auß dem 118. Pſalm: Der HErr iſt mit mir/ darumb fürchte ich mich nicht/ was koͤnnen mir Menſchen thun. Noah hatte dieſen rren bey ſich/ der verließ ihn nicht/ er war nicht ferne von ihm/ eilete ihm beyzuſteheu war ſeine Huͤlffe/ dar⸗ umb gieng er getroſt in den Kaſten/ und die Suͤndfluth kondte ihn nicht uͤberſchwemmen/ Gen. 6 Loth hatte dieſen HErrn bey ſich/ der verließ ihn nicht/ darumb kondten ihn die zornigen Schnarcker zu Sodom nicht beſchaͤdigen. Wie er dann auch hernachmals auß den Beaͤnden geriſſen/ und durch einen Engel an einen ſichern Ott gefuͤhret worden Gen.„. Jacob und Joſeph hatten dieſen HEinn bey ſich/ und ſihe/ wer durffte ſie beledigen? Wer ihnen wolte Schaden thun der muſte wider ſeinen Willen ihr Gluͤck und Wolſtand foͤrdern. Die drey Maͤnner und G Ottes Bekenner Dan.3.v.92. im feurigen Ofen; Der Daniel unter den Loͤwen; Der Prediger c. 9. V. 21,22. Jonas in der Tieffe des Meers und im Leibe des Wallfiſches hat⸗ Jon. 2.V. 2. ten dieſen Eern bey ſich er verließ ſie nicht er war nicht ferne von ihnen eilete ihnen beyzuſtehen/ und wurden wunderbarlich errettet. Den frommen Biſchoff Aarimilianum ſtuͤrtzten die Donatiſten Aveuſt von einem hohen T hurm herab er aber hatte dieſen Errn bey ſich/ s g. der verließ ihn nicht/ und ward wunderlich beym Leben erhalten. pih. So. Gen. 6. v. 9. Gen. 19. v. 10 Die Arrianer ſandten auf eine Zeit einen Lcarium auß/ mit Be⸗ fehlich/ daß er den Nazianzenum toͤdten ſolte/ ſo bald er aber ihm Ceror unter die Augen trat/ entſatzte ſich der Moͤrder dermaſſen fuͤrihm/ Ien Verzeihung bate. Eben ſo gienge es auch dem H. Luthero der ſaß in ſeinem Studierſtuͤhlein/ laſe und dienete GOtl. Vnyverſehens Bbb ijj b kam Strigel. Fo- fam ein Meuchelmoͤtder zu ihm hinein getreten /der mit Geldedazn 382 Die achte Predigt uͤber den z9. Pſalm. Kill. part. 1. erkauffet war/ daß er ihn heimlich umbbringen ſolte. Lutherus ſahe p. 109. ihn fuͤr einen ehrlichen Mann an gieng ihm entgegen/ und bot ym mit groſſer Freundligkeit die Fauſt. Von ſtund an entffel den Moͤrder aller Muth/ daß er verſtummete. Endlich fieng er an ind ſprach: Mein Herr Hoctor ich bin daher geſchickt/ euch zu toͤden Ich kans aber nicht thun/ ich bitte umb Verzeihung. Sehuſt kan und wil der H̃Err die ſeinen nicht verlaſſen/ ſondern vielmeht eilen ihnen beyzuſtehen/ und ihre Huͤlſſe ſeyn. Derwegen wer GOtt vertraut/ hat wol gebaut/ im Himmel und auf Er⸗ den. Im Segentheil iſt der Menſch gottloß und verflucht/ ſein Heyl iſt auch noch ferne/ der Troſt bey einem Menſchen ſucht/ und nicht bey GOtt dem HErren/ dañ wer ihm wil ein ander Ziel/ ohn dieſen Troͤſter ſtecken/ den mag gar bald des Teuffels Gewalt/ mit ſeiner Liſt erſchrecken. Gnug zu dieſem mal gebe der vielguͤtige G Ott/ daß alle was wir bey Erklaͤrung dieſes Pſalms gehoͤret/ gereich ihmden groſſen GOTS zu Ehren/ und zu unſer aller Seelen Heyl unnd Seligkeit umb C Hriſti JEſu unſers eini⸗ gen Erloͤſers und Mittlers willen/ Amen! Amen! b Die Sberd un ph baeinge Ge votden Da⸗ ligeter Ta ſetzlche Aen lhgiprocher den, tretlang ner Saͤnden. ddrewel ſie neine /heßͤn Anlaß iſ 98(z83) 90 Habita ca- ie erſte Predigt/— Krini, die 3. Dber den vierdten Buß Pſalm des Koniges ven na⸗ und Propheten Davids/ ſo da iſt er s. Ordnung nach im Pſalter · Buch der Ein und Funffzigſte. I EXLIUS. 4 Vers. 1 2. »In Pſalm Davids/ vorzuſingen/ da der Pro⸗ phet Nathan zu ihm kam/ als er war zu Bathſe⸗ ba eingegangen. GOtt ſey mir gnaͤdig nach deiner Guͤte/ ꝛc. ENORDIUM N der dritten hundertjaͤhrigen Zeit nach Chriſei Ber Nova⸗ Menſchwerdung/ hat man Ketzer gefunden/ wel⸗ tianer/ Do⸗ 2 2 5 4 3 4 vatiani, und in der vierdten hundertjaͤhrigen Zeit thumb/ daß langeter Tauff in eine Todtſuͤnde fiele/ wann er gleich druͤber Buſſe thun hertzliche Reu und Leid truͤge/ iedoch ſolle er von ſemer Suͤnde nicht Vergebung loßgeſprochen/ noch wiederumb in die Gemeine aufgenom̃en wer⸗ der Suͤnden den/ er erlange auch bey G Ott keine Gnade und Vergebung ſei⸗ ellangen koͤn⸗ ner Suͤnden. Sonſten nenneten ſie ſich Carbaros. Die reinen/ nen.. alldieweil ſie in denen Gedancken waren/ ihre Coamman und Ge⸗ Leche 1.Th. meine/ beſtuͤnde allein in reinen und Suͤnden⸗loſen Leuten. Der d re e⸗ Anlaß dieſes Schwarms war der groſſe Abfall vieler Chriſten/und zarunt No- 3 1 die che von ihrem verfechter ovaro einem Prieſter Heuiſen und der Roͤmiſchen Kirchen/ ſind genandt worden No⸗ fer thr uf. „ von ihrem Lehrmeiſter Donato, ſind geheiſſen die jenigen ſo worden Donatiſten/ welche fuͤrgegeben/ wann ein Menſch nach er⸗ gefallen nicht 3* 88.. MAAnn— 3 . 5 1 1.— 8 —. — 8 S 8—— 4 — v““ 5 3 3 8 A*— 2 2 .— 384 Die erſte Predigt vatiani cir- die allzu gemeine Verleugnung der einmal erkanten und bekanten ca A.C. 220. Warheit/ in denen damals anhaltenden grauſamen Verfolgun⸗ Pansened gen: Wannn dann etliche ſolcher abtruͤnnigen zur Erkentnuͤß h eoncsdene res Abfalls kommen/ und Novatus wieder dieſelbe einen Ernſt und dam, teſte Byffer gebrauchen wolte/ in ſolchem aber keine maß zu halten wu⸗ Euſebio lib. ſte/ iſt er in dieſen Irrthumb gerahten und hat ihnen in gemein all 6, c. 43. vo- Gnade bey Gott und den Menſchen abgeſaget. Dieſen Schwaͤt⸗ cabant ſe mern ſind zu unſerer Vaͤter Zeiten die Wledertaͤuffer beygefa⸗ vabaese te len/ welche ihnen eine Glaß⸗ſchoͤne/ und Engel⸗reine Kitthrein⸗ ſie derat bilden/ die ohn allen Mackel und Befleckung ſey/ da man kaner damnaci 35 Buß und Bekehrung von noͤthen habe/ derwegen ſie den amen Concil.ko. Suͤndern den Weg zum Himmel allerdinges verſperret/ und Got⸗ man. teſte kes Onade abgeſprochen haben. Diß iſt ein ſehr ſchaͤdliche lehn Euſeb. lib. 6. ſo zur endlichen Verzweiffelung Thuͤr und Thor angelweit auß⸗ 4. 33. ſperret/ warumb ſie dann alsbald in einem Concilio/ zu Romange⸗ b ſtellet/ verworffen werden. Wir halten uns an Goͤttlicher heiliger Schrifft/ und in da⸗ Alben an das Pſalter⸗Buͦchlein desKoͤniges Davids/ namendlih b und inſonderheit an ſeineꝰ. Buß⸗P ſalm/ dariñ wir ſehen/ ob zwn Koͤnig David ſchwerlich geſuͤndiget/ er dennoch zur Buß gegtſ⸗ Kurtze fen/ hertzlich Reu und Leid uͤber ſeine Suͤnde gehabt/ und auch Summa Dergebung derſelben erlanget. Von welchen ſeinen 7. Buß⸗ des 5 almen wir anitzo den vierdten/ welcher iſt der Ordnung nachdet Pſal Pſalmen der 1. vor uns nehmen wollen/ und iſt derſelbe ein auß⸗ buͤndiger ſchoͤner Buß⸗Pſalm/ in welchem Oavid bittet/ umb gnaͤ⸗ dige Verzeihung des begangenen Ehebruchs/ und Mords/ dann ſolches ſey ißm hertzlich eid/ deßgleichen umb Beyſtand und Veu⸗ mehrung des heiligen Seiſtes/ und dann endlich umb Erhaltung ſeines Reichs und Kirchen. Wir wollen anitzo denſelben zu erklaͦ ren mit Goͤttlicher Huͤlffe den Anfang machen und vor Erſiden Titul und Vberſchrifft deſſelbigen Pſalms beſehen: Daß es aber ohn Nutzen nicht abgehen m oͤge: Seufftzet zuvor mit miral⸗ ſo: Ich bitt O HErr auß Hertzen Grund/ du wollſt nch — vonmiel ſondernd tit auf! gen/ das Seelen was eigen Pale⸗ wir Erkla Nſalma/ alhter nic vellKoͤnig ſen /daßer V ſenhet hin nſch Kihht V 12) 8 itt Lona A ane uͤber den zr. Pſaln. ³⁸ von mir nehmen/ dein heiliges Wort auß meinem Mund/ ſondern deinen Gnaden Geiſt geben und verleih en/ auf daß wir auf dißmal alſo mit einander reden und handeln moͤ⸗ gen/ daß es gereiche dir zu Ehren und dann auch zu unſer Seelen Heyl und Seligkeit/ Amen. ITIRKRAOCTATIO. (¶◻☚¶ Eliebte Freunde in C Hriſto/ die Vberſchrifft dieſes unſers itn Pſalms lautet alſo: Ein Pſalm Davids, vorzu⸗ XLſingen da der Prophet Nathan zu ihm kam/ als er war zu Bathſeba eingangen; Begreifft in ſich unterſchiedli⸗ che Stuͤck: I. Da pidlis autoritatem des Koͤnigs Davids ſein aurori. taͤt und Anſehen/ wie er ſo ein begabter Mann geweſen/ daß er et⸗ liche Pſalme componiren und ſetzen koͤnnen/ dann da ſtehet: Ein Pſalm Davids Was ein Pſalm in ſeiner Sprache heiſſe/ und was eigentlich ein Pſalm ſey/ item warumb die Pſalme in dem Pſalter⸗Buch/ des Davids Pſalme genandt werden davon haben wir Erklaͤrung gethan bey der Vberſchrifft des erſten Buß⸗ Pſalms/ welches/ damit die Zeiten in acht genomen werde/ ſo eben allhier nicht zu wiederholen. Dieſes nur zum Nutz zugedencken/ weil Koͤnig David ein ſo von G Ott hochbegabter Mann gewe⸗ ſen/ daß er ſo herrliche ſchoͤne Pſalme gemacht/ welche er der Chri⸗ J. Memb rum. Usuðu 8. Ein herrli⸗ ches Ding es ſtenheit hinterlaſſen/ welcher noch hent zu Tage damit gedienet iſt wañ man wird/ auch ihr ſolche Pſalme werden dienlich ſeynſſo lange die Welt ſtehet/ als erkennen wir zu dieſem mal bey den Pſalmen Daoids/ wie ein ſchoͤnes Ding es ſey/ wañ man ſeine von GOtt ver⸗ liehene Gaben wol und treulich anleget. David hat nicht allein ſein Koͤniglieh Regenten⸗Ampt wol und treulieh/ ſo viel ihm ſeine von GOtt ver⸗ liehene Ga⸗ ben wol au⸗ wendet. mmer muͤglich geweſen/ verwaltet/ ſondern wann er davon in etwas muͤſſe gehabt/ hat er ſich bald hingeſetzet/ ſeine Chriſtliehe Gedancken zuſammen gezogen/ und weil er ein guter Componiſt geweſen/ viel guter und feiner Pſalme geſetzet. Das ſtehet allen b b Kec frechi⸗ . 4 8 5* 2 4 ͤ—“ſſ 4“ B — 2 1 1* 1 4- “ 8 *3 .. 3855 Dif erſte Predigt rechtſchaffenen Ehriſien mercklich wolan/ daß ein ieder an ſinen Ott in ſeinen auffgetragenen Ampts⸗Geſchaͤfften treu und fleiſ⸗ ſig ſey/ und ſeine Gaben wol anwende. Ein groſſes Ding ſ es/ wann unſer lieber G Ott einem und dem andern feine Gahen beſcheret/ die er zum erſprießlichen Nutz und Beſten auwenzan kan: Dann alle gute Gaben und alle vollkommene Ga Pac..v. 16. ben kommen von oben herab vom Vater des Liechtts, Jac. z. v. 16. Wer derer genieſſet und theilhafftig wird/ wie olt der nicht ſchlieſſen/ daß er ein angenehmes Kind ſeines Schoͤpffen ſey/ weil er mit ſo herrlichen Gaben gezieret? Noch ein groͤſſer Ding iſts/ ſolche Gaben und empfangenes Pfund nicht miſ⸗ nem faulen Knecht unter die Erden vergraben/ ſondern gebuͤhnich darmit wuchern und andern bedienet ſeyn nach S. Pein Dea⸗ mahnung: Dienet einander ein ieglicher mit der Gab die Pet. †. v.zo er empfangen hat als die guten Haußhalter/ der mancher⸗ ley Gnaden GOttes/*. ber.*. Dann eben darumb werden ſie uns anvertrauet. David haͤtte es wol koͤnnen bleiben laſſen Pſalme zu machen/ und ſich mit ſeinem ſchweren muͤhſeligen N⸗ genten⸗Ampt zu entſchuldigen Vrſach nehmen: Aber nein/ d er die Gaben bey ſich hat und befindet ſolches zu verrichten/ iſt auch hierbey nicht ſeumig/ ſondern hat wol bey anderthalb hun⸗ dert derſelben gar ſchoͤn und meiſterlich geſetzet. Das aller⸗ grooͤſte aber iſt wann man inſolcher Anwendung der Gaben ſei⸗ men aͤuſſerſten Fleiß und beſte Treu außuͤbet/ dann an einem LCot.. v. Haußhalt er wird doch ein mehres nicht erfodert als daß er treu erfunden werde Cor.. Wnd ſolche Treu/ hat ſo wol als die Lietaͤt und Gottesfurcht ihre Verheiſſung dieſes b und des zutuͤnfftigen Lebens. Dann in dieſem Leben iſi ts ein zumahlen groſſer Auhm Lohn und Gewinn/ wann man nicht allein in und bey ſeinem Ampt ein gutes unverletztes Gewiſſen/ das niemand bettogen hat/ beſitzet ſondern auch darneben vonan⸗ Nundas ſchoͤne Gezeugnuß erhäͤlt⸗ man wiſſe an ihm bey ſeinem myt keine Sache noch Vbelthat zu finden. Im kaafie Leben b Nuvhe de Mogetre ichwildie hrane cæcultum angeleg Gottes Davids! dem Gott Davld Kirchen an und wiem. deh Abhan der wenat feinet Sth bon welch dannenhe Buchzu, ſehen auff As allmaͤc ſ waun e Grüͤnden, R hellige 6 nhne. In brauch daß tetingern 5 undur d enüſchan Dasn bollin nich diterna uͤber den yr. Pſalm. 387 Leben werden ſolche treue Leute das froͤliche Wort auß dem Munde des Sohnes GOttes vernehmen: Ey du frommer und getreuer Knecht/ du biſt uͤber wenig getreu geweſen/ ich wil dich uͤber viel ſetzen/ gehe ein zu deines HERMRN Matth. 27. Freude. Atattb. 29. b N. 3z. 1. Begreifft der Titul dieſes Pſalms in ſich: Daviais ci- 11. cæ cultum Dei ledulitatem: Wie ernſt es ihm der David hab Membrum, * angelegen a laſſen/ mit guter Anordnung bey dem nſt: Sottesdienſt: Dann ſtehet in der Vberſchrifft: Ein Pſalm Dasvids vorzuſingen. Was dieſes vorzuſingen damal s bey dem Gottesdienſt geweſen/ wie es angeſtellet worden/ und ob der Daoid Macht gehabt/ nicht allein aͤuſſerliche Ordnung in der Kirchen anzuſtellen/ ſondern auch Wort und Weiſe zu geben/ was und wie man lehren und ſingen ſoll/ davon iſt auch geredet worden bey Abhandlung des ituls uͤber den Erſten Buß⸗Pſalm. Itzo aber mercken wir zum Nutz das darbey: Weil David allhier von 5 15 5 ſeiner Schwachheit/ und von ſeinem ſchweren Suͤnden⸗Fall/ wie hoch auf von welchem wir hernach hoͤren werden/ aͤſſet vorſingen ſo iſt den Pſalter dannenhero abzunehmen was und wie hoch auff ſein Pſalter⸗Davids zu Buch zu halten ſey: Nemblich/ daß er darinnen mit nichten ge⸗ halten. ſehen auff ſeine eigene Ehre/ ſondern einig und allein auff die Ehre b des allmaͤchtigen G Ottes und auff die ewige Warheit. Das iſt traun ein gutes Stuͤck mit unter denen Argumenten und Gruͤnden damit man ſiarrl/ und ungezweiffelt beweiſen kan/ daß die heilige Schrifft und Bibel Vhrſpruͤnglich von G Ott her⸗ ruͤhre. Andere Seribenten bey den profeuis halten den Ge⸗ brauch/ daß ſie nicht allein andeter Leute Suͤnde/ und Fehltritte verringern/ ſondern auch ihre eigene Laſter entweder gar vertu⸗ ſchen/ und unter die Bancl ſiecken/ oder zum wenigſten bemaͤnteln und entſchuldigen. b Das machet/ ſie ſuehen ihre eigene Ehre im ſchreiben/ und wollen nicht gern daß umb ihres uͤbeln Verhaltens willen/ ihre Buͤcher nicht geleſen werden ſolten. Die Amanuenſer aber/ und 2 Cecz Schreiber I. Timofth. 1. Ve 26. dult wider GOtt. 888 Deeerſte Predigt Schreiber G Ottes des werthen heiligen Geiſtes/ vergeſſen boter Miß handlung im geringſten nicht/ ſondern bekennen ſie frey her⸗ auß vor aller Welt. Der Vhraͤlteſte Seriptor Aſes beſchtet⸗ bet nicht allein/ den Fall unſerer erſten Eltern mit allen Vinbſian⸗ den/ er gedencket nicht allein der Trunckenheit des Noha /de Blutſchande des Loths/ der Abgoͤtterey ſeines Bruders Aarong und was andere gegen G Ott verſehen/ als das Volck Iſtaclauſ der 40. Jaͤhrigen Reiſe in der Wuͤſten/ ſondern er erz⸗ hlet auch ſeine eigene uaents und Mißtrauen/ wie er an der Allmacht G Ottes bey dem Felsſchlagen/ und bey der Fleiſch⸗und Wach⸗ tel⸗Speiſung gezweiffelt habe. Dasvid allyier gedencket ſeines Ehebrecheriſchen Einganges zu der Bathſeba und laͤſſets vorſin⸗ gen aller Welt. Jonas entwirfft weitlaufftig ſeinen. Vngehot/ ſamb/ Rachgierigkeit gegen die Niniviten/ und murrende Bnge⸗ Matthaus berichtet von ſeiner Zoll⸗Bu⸗ den/ wie er geweſen ein verwuchter Schinder und Gottloſer Leute⸗ Betrieger. Paulus ſagt er ſey ein Verfolger der Gemeint G Ottes geweſen/ ein Laͤſterer und Schmaͤher/ ja der fuͤrnemöſe unter allen Suͤndern ſetzet Vrſach hindan/ warumb ihm Bam⸗ hertzigkeit wiederfahren ſey: Nemblich auff daß an ihm fut⸗ nemlich IEſus C Hriſtus erzeigete alle Gedult/ zum Er empel denen/ die an Ihn glaͤuben ſolten/ zum ewgen e⸗ ben: Darumb uns dann die heilige Schrifft und die drinn ver⸗ faſte Buͤcher/ nahmendlich auch das Pſalter⸗Buch des Koͤniges und Propßeten Davids deſto lieber ſeyn ſolle/ weil darinn nicht auff der Menſchen ſondern auff G Ottes Ehre vornehmlich ge⸗ ſehen wind und ein ſolches Buch iſi/ ſo G Ott der HErr ſelbſig⸗ geben/ und den Menſchen zu gut ſthreiben laſſen. Die Jeſuiten und Papiſten ſind hatt darwider/ wollen der heiligen Schrifſt und denen drinn einverleibten Buͤchern dieſe Ehre und Anſehen nicht goͤnnen/ ſondern ſind mit vernichten und verkleinern hinter her/ geben vor, die heilige Schrifft und derſelben Buͦcher ſind tunce ſchwer un vollkommen/ haben eine waͤchſerne Naſe/ man koͤnne ſie drehen ehenbo guänGn tmalſo de unn eaüt herauch Puch ein melange des Vina⸗ Davlos. lutken we Naſenleg hens⸗Gru biſche Men dergleichen dirwehe n zen we Aath. Menſche laſet ihr. geſinnet/? teret, Ach Kentheil die nihteinma huͤr ſaeimn Gteder.) ticten. auch das Pſa galgenſeynſe natſeyn dame derunn quffs ſnu belkgen über den 1. Pſalm. 339 drehen wo man ſie hin haben wolle/ und ſey noch keine bareſis mit guten Grund auß heiliger Schrifft widerleget worden/ verwerf⸗ ſen alſo die Buͤcher Goͤttlicher Schrigft faſt gantz und gar: Als⸗ dann polztianus ein Canonicus zu Horens, da er gefraget worden/ ob er auch die H. Bibel geleſen? Hat er geantwortet/ ich habe das Buch einmahl durchgeleſen/ aber niemaln meine Arben ſchlim⸗ mer angewandt/ als auff daſſelbe. Item er ſpricht/ daß die Oae des Pindari beſſer und nuͤtzlicher ſeyn/ weder das Pſalter⸗Buch Davids. Wie dann auch die Jeſuiten und Paͤbſtler nicht ge⸗ ſtatten wollen/ daß man die Bibel dem gemeinen Mann vor die Naſen lege/ daß er ſich drinn umbſehen/ und des wahren Glau⸗ bens⸗Srund drauß nehmen moͤchte/ nurten damit ihre aberglaͤu⸗ biſche Menſchentand von Meſſe/ Wallfahrten/ Kloſterziehen und dergleichen deſto baß bey dem gemeinen Volck gelten moͤge. A⸗ ber wehe euch Jeſuiten und Papiſten/ moͤchte man allhier wol ſa⸗ gen/ wie CnA Iſtus zu den Phariſeern und Schrifftgelehrten/ Mattb. 23. die ihr das Himmelreich zuſchlieſſet vor den 4 23. Menſchen/ ihr kommet nicht hinein und die hinein wollen/„ 33. 3 laſſet ihr nicht hinein gehen. Ein viel anders war ja Moſes geſinnet/ Num n. der wuͤndſchet utinam omnus populus pr opbe- taret, Ach daß alle das Volckdes HErrn weiſſagete/ da im Ge⸗ gentheil die Jeſuiten ſolche Zuhoͤrer haben wollen/ ſo die Bibel nicht einmal achten noch wiſſen ſollen/ was ſie glaͤuben/ wann ſie nur fide implicita, wie ſie ſprechen/ glaͤuben/ was ihre Kirche oder der Pabſt glaͤubt. Welches alles iſt ſchrecllich zu hoͤren/ und wird G Ott der HErr ſolche Leute an jenem groſſen Tage wol wiſſen zu richten. Wir/ als von G Ott erleuchtete Chriſten/ laſſen uns die H. Schrifft/ und die drinn verfaſſete Buͤcher/ nahmentlich auch das Pſalter⸗Buch des Koͤniges Davids zum hoͤchſten an⸗ gelegen ſeyn/ ſollen es auch thun/ und zum fleiſſigſten darzu ermah⸗ net ſeyn damit G Ott der HErr nicht Vrſach gewinnne und wie derumb auffs neue mit ſolchen gnulichen Paͤbſtiſchen Finſterniſ⸗ ſen zu belegen, wann wir ſein Wort nicht achten/ noch fleiſſig trei⸗ ben wolte H. C ec üj III. Haͤlt: 4 — 7 —— 390 111. Die erſte Predigt 117. Haͤlt der Situl uͤber dieſen Pſalm in ſich Daiaa an * Membrum. zudienaumpropbetam acilitatem, wie Koͤnig Daold die Geſet⸗ Predigt des Propheten Nathans ſo er ihm wegen ſeines Suͤnden⸗ Falls gethan/ gerne auf und a Titul alſo: Da der Prophet Senomnanen Hiervon lautetz it Nathan zu ihm kam. Danla⸗ 6 nig David iſt ein guter Prieſter⸗Freund/ ni cht ein ſolcher aufgehie ſener ſtoltzer Heiliger/ wie heut zu Tage viel derſelben in de Wan gefunden werden/ die da meynen ſie haben die Suintam ſſentiam der wahren Gottesfurcht bey ſich/ und meynens doch wedermi Ott noch ſeinen Dienern treu/ ſonderlich wo die Diener GHt⸗ tes nicht ſo hohes groſſes Anſehens/ wie der Prophet Nathan/ de ein Hoff⸗Prediger war. Ein ſolcher Vnhold gegen Predigern iſt der David nicht ſondern/ wie geſagt/ ein guter Prieſter⸗ Freunde laͤſſt den Propheten Nathan gerne zu ihm ein und außgehen auch ſtoſſet er ihn nicht von ſich/ damals/ da er zu ihm kam und ihm eine ernſte Geſetz⸗Predigt thut wegen ſeines begangenen Ehebruchs Was es mit dieſem kommen des Nathans zu dem David fuͤrein eigentliche Beſchaffenheit gehabt/ und wie die Geſetz⸗Predigtge lautet/ ſo er ihm Anfangs unter einem feinen Gleichnuͤß gethal dadurch er den David ſo weit gebracht/ daß er ſich erkandteinan Mann des Todes/ iſt davon nach allen Bmbſtaͤnden zu leſen 2. Saun, z2. und ſonderlich drauß dieſes wol zu mercken/ daß der Na⸗ than in ſoleher Straff· Predigt zu dem David geſagt: TWerill vir, D usus. nen 1. GOtt laͤß mancherley redi u biſt der Mann des Todes. Bey welchem dritten Punct wit unterſchiedliches zu erken⸗ . Wie GOtt der HErr uns unſere Suͤnde auf man⸗ Sandeſaf cherley weiſe laͤſſet entdecken/ durch ſeine mancherley Buß⸗ ger in der Welt. An einem Theil ſtellt er uns auf from⸗ Weiſe ent/ me lteue Predigen die muͤſſen laut ruffen erheben ihre Stimme decken. dwie eine Poſaune/ und verkuͤndigen dem Volck ihre Vber⸗ Eſa. 58. v.. fretun Matt. 3..2* Buß/ thut Buß/ Nasshg. muͤſſen vermahnen: Heute/ heute gund Süͤnde/ 5a. 6. ſie muͤſſen ſietigs ſchreyen⸗Thlit ſo ihr rdſe bungt hen Ereng Knders unnb ddngſim Lut. B. all alſ Huimmal Monden/ tgung fe an Wnd Peſtlen 8 ſelleter une den Sac ducchallch ſſchaondah Mfuͤhten ſu GOt anden De hecher ſitußf dar die Bu hjat daerß 2. 2 ſe⸗Prodigt dn Nußen nict gerecht uͤber den 51. Pſalm. ſoihr die Stimme des HErrn hoͤret/ verſtocket euere Her⸗ P 95. v.).8. tzen nicht. Pal,. Bald ſtellt er uns Buß⸗Prediger fuͤr an man⸗ chen Exempein/ daß er hier und dort ſtrafft/ mancher alſoſein ander anders umbkommt/ und greulich ſtirdt/ dadurch er uns/ die wir noch uͤbrig ſind/ zur Buß locken/ und anzeigen wil/ was C Hriſtus ſaget/ Luc. ⁰. So ihr euch nicht bekehret/ und beſſert/ werdet ihr Luc. alle alſo umbkommen. Bald ſtellt er uns Buß⸗Prediger am Himmel/ mit greulichen vielen Finſterniſſen der Sonnen und des Monden/ mit Aufſteckung eines ſchrecllichen Cometen/ mit Dar⸗ zeigung feuriger Zeichen in der Lufft /ꝛc. mit grauſamen ſtuͤrmen⸗ den Winden /ſchrecklichen Gewittern/ mit Mißwachs/ T heurung/ Peſtilentz/ Krieg/ja offt an unfern jungenKinderlein in der Wiegen ſtellet er uns Buß⸗Prediger fuͤrda ſchlaͤget G Ott manchmal auf den Sack und meynet den Eſel/ martert und quaͤlet die Kinderlein durch allerhand Kranckheiten/ nimmt ſie wol durch den Todt end; — 3*““ 9 .— lich gar dahin/ den Eltern ihre Boßheit und Vntugend zu Gemuth zu fuͤhren/ und zu gedencken/ ſihe da mit was groſſen Suͤnden ha⸗ ſiu G Ott deinen HErrn erzuͤrnet/ darumb muſtu auch ein ſolches an den Deinigen fuͤr Augen ſehen/ wereſt werth/ daß er dich ſchreck⸗ licher ſtraffte/ und gar verwerffen thaͤte. Alſo koͤnnen wit immer⸗ dar die Buß⸗Predigt fuͤr Augen haben/ die Nathan dem David 2 that/ da er prach: Du biſt der Mann des Todes. 8““ “ 2. Weil der Prophet Nathan dem David ſo ſcharffe Se⸗ z. Was das ſe⸗Predigt gethan/ haben wir hierbey zu erkennen: Uſum egu, Oeſetz nuͦtze⸗ den Nutzen des Geſetzes. Dann ob wol zwar wir durchs Geſetz nicht gerecht und ſelig werden/ ſo iſt es doch darumb nicht außzu⸗ Koſſen auß der Kirchen und abzuſchaffen/ ſondern da hat es ſeinen herlichen Nutzen:. Lex ſtenair pecrara& iræ diina vebemen iam, Es zeiget uns das Geſetz anfaͤnglich die Suͤnde. Pe⸗ le⸗ gem agnitio peccati, durch das Geſetz kommt Erkentnuͤß der Suͤnden Kons. Es iſt das Geſetz ein Spiegel zart/ der uns Rom.z.x a0⸗ ziget an die und gedrr/ munſerm Fleſſch verborgen. Wer das nicht glaͤuben wil/ dertrete nur vor die wo Tafeln Gadae 8 b DSDOele⸗ 39 ¹ 1 der erkandt und ſich von Suͤnde Dierſte Predigt Seſetzes jer wirds wol ſehen/ was er fuͤr ein Fruͤchtlein ſey. Gön Jat allezeit den Donner ſeines Geſetzes Krafft gegeben /daß es durc die Hertzen der Menſchen gedrungen/ daß ſie ſich als atme Sin⸗ n bekehret haben. Wie ia⸗ ſchrocken /bloͤde/ und geaͤngſtigtes Hertz muß der David gehabthe ben/ da er ſolche Wort gehoͤret/ darinn ihn G Ott mit ſeinen ga Schwerdt und Vrtheil ſchlaͤgt/ ihn ſchilt als unwuͤrdig und un danckbar gegen den groſſen Wolthaten die er ihm erzeiget/ und de wet ihm ſeinen ſchrecklichen Zorn/ daß das Schwerdt von ſeinen Reich und Haus nicht weichen ſolle/ es ſolle ſtetigen Krieg haen biß daß es mit ein ander zu druͤmmern und zu Boden gehe ſin⸗ mal er des Schwerdts gemißbraucht/ zu ſeinem Muthwilleng⸗ fuͤhret/ und den Vriam toͤdten laſſen. Er ſolle auch jure talunn an ſeinem Ehebette geſchaͤndet und geſiraffet werden/ ander lich „8. ten Sonnen/ wie den Abſolon hern „.14. kophels gethan/ ²Lam. 16 ach auf Nath des Buben Ach Laſt mir das eine Geſet⸗Predigt ſeyn/ daruͤber einein Haare zu Berge ſiehen mochten. men David muß zu Sij in der That es erfaͤhtet/ ach wie m Wil geſchweigen wie dema⸗ av Sinne geweſen ſeyn/ da er nun ſeine Suͤn den Zorn G Ottes/ ja den bittern T odt ſihet vor Augen ſtehen un uß ſein Gewiſſen voll Zittens und Zagens geweſen ſeyn. Vnd alſo wircket noch das GeſttEr⸗ kenmuͤß und Bekentnuͤß der Suͤnden. Darnach zeiget es auch den e wider die Suͤnde. O Htt hat uns vel ad obeqientiam, entweder zum willigen Gehorſam/ odet u n, zur St Olt iſt nicht ein GOtt dem Gottloß 2 dfen gefaͤllt/ wer boͤſe iſt/ bleibet nicht fuͤr ihm/ Dau.. uerbrennenden Jorn GOttes alle biigeret durch ſein Geſtt S non esi peccari autor, ſedultor. GOlt verurſacht nie⸗ and zur Vbertretung ſeiner Gebot ſondern er ſtrafft im gefaſten gerechten Zorn alle Vbertreter ſeiner Gebot mit zeitlichen Plagen 2b ch nicht bekehret/ mit ewigem Vnhell. Es bedende in ieder die Zom/ Exempel E Ottes an Adam und Era/ anze erßen Kſten Be dchn Ve Anticht w deͤgliche gotüoſeJ zberdede edas, 4 Ans au C powitnig wuͤdden nach Ver Barmyen anfthen: llb dasG megger au OOs mein him dracht/ ihm mach pricht: 4 unſerigor hr mane den Geſet daſſen gie and hezahle lſſetuns au bnſwelcheu ſler gewoch dn un venlehe 1 Vanlen Ohs der Kſtti(Ege dad Jace ſang b) ſolle inen ſawt omdt in hu L 4 nuntei evot dn Ern Fult ct Kbſ erſten Welt an den aoͤnigreichen Sodom und Gomorrha/ am Juͤ⸗ diſchen Volck/ an der Koͤnigl. Stadt Jeruſalem/ ꝛc. ſo Kuͤrtze hal⸗ ben nicht weitlaͤufftig koͤnnen erzehlet werden. So bezeugets auch die taͤgliche Exfahrung/ wie G Ott mit allerley Plagen durch die gottloſe Welt herumb gehe/ wird auch ſein Zorn ewiglich bleiben ͤber die beharrlichen unbußfertigen Suͤnder/ Rom. 2. Das zeiget uns das Geſetz. 2, Ablegat ad meritum Chriſti ejusg, icaciam, Es weiſet uns zu CHriſti Verdienſt und deſſen vollguͤltige Wirckung/ dann ſo wir nicht wuͤſten/ was wir mit unſern Suͤnden verdienet haͤtten/ ſo wuͤrden wir nimmermehr Rath wider die Suͤnde ſuchen/ noch nach Vergebung derſelben uns umbſehen/ und G Ott umb ſeine Barmherßzigkeit mit jenem armen Zoͤllner und Suͤnder Luc. 19. Luc: i vaz. anflehen: GOtt ſey mir Suͤnder gnaͤdig. Drumb S. Pau⸗ lus das Geſetze nennet: Pædagogum ad Cbriſtum, unſern Zucht⸗ meiſter auf C Hriſtum/ Gal.z. Als S. Bernbaraus auß dem Geſetz Ottes erkennete/ und bekennen muſte/ paten peraite vixi, ach mein himmliſcher Vater/ ich habe ſchaͤndlich mein Leben zuge⸗ bracht/ ſo laͤſſt ers nicht allein dabey verbleiben/ ſondern dencket wie ihm moͤchte gerathen werdenſer ſucht Huͤlffe und Rath bey G. Ott/ ſpricht: K̃ me Deus doſpicis pro mea iniquitate reſpice me ſaltem, miſéricors pro ſobalis tuæ charitate. Erſiheſtu mein G Oit an mir meine Suͤnde/ warumb du mich billich verwirffeſt/ wie mir dein Geſetz zeiget: O ſo nim mich doch zu Gnaden an/ umb der groſſen Liebe deines Sohns willen der alle meine Suͤnde getragen und bezahlet hat/ wie mir das heilige Evangelium weiſet. Alſo laſſet uns auch auß dem heiligen Geſetz erkennen unſere Miſſetha⸗ ten/ welche unzeh ich viel groß und ſchwer ſind/ die uͤber unſer Haͤu⸗ pter gewachſen/ und an den Himmel reichen: Laſſt uns erkennen den unertraͤglichen Zorn des HErrn wider die Suͤnde/ laſſt uns dieſelbe hertzlich bereuen/ und in glaͤubiger Zuverſicht auf das theu⸗ te Verdienſt IEſu CHriſti fuͤr das hochgebenedeyte Angeſicht HOttes des himmliſchen Vaters treten und beten: b Ddd Ach uͤber den si. Pſalm. 393 —14„ 3 4 — 28“ ͤͤ Pſalm. J. 394 Die erſte Predigt Ach GOtt meine Suͤnde bekenn ich de Vater gehe nicht ins Gericht mit mir/ Ich wil dir ſetzen einen Vorſtand/ IEſum CHriſtum meinen Heyland. O Vater nim den Buͤrgen an/ Dann Er gar wol bezahlen kan/ Mit ſein Gehorſam und Gedult/ Was Adam und wir alle haben verſchuldt. 3. Docet vitæ& morum innocentiam, lehret das Geſttz wie wir ein unſtraͤffliches ſtilles Leben fuͤhren ſollen/ in aller Gott⸗ ſeligkeit und Ehrbarkeit: Dann da iſt in dieſem Punct Lex vitiu zunm emendatrix, eine ſolche Lehre ſo unſer Leben aͤndert/ und den Menſchen/ ſo zu ſuͤndigen Luſt hat/ zuruͤcke zeucht/ damit erdie Suͤnde nicht wiſſentlich in ſeinem ſterblichen Leibe herrſchen laſſe ſondern begebe vielmehr ſeine Gliedmaß zu Waffen der Gerech⸗ tigkeit/ und zum Dienſt G Ottes. Darumb ſagt Paulus n. motb., I. Leximprobis data est, das Geſetze iſt den Gotlloſenge⸗ geben/ nemlich denen/ welche einen Vorſatz haben allerley Sun⸗ de/ Schande und Laſter zu begehen/ und ſich von einer Vngerech⸗ tigkeit zu der andern begeben/ damit ſie davon abgemahnet und d⸗ gehalten werden. Der Suͤnden⸗ſiifftende Teuffel fuͤhret uns mit Freuden auff die Suͤnden⸗Bahn/ aber Moſes begegnet uns unterwegens mit den zwo Taffeln des Geſetzes/ und zeiget/ daß wir einen beſſern Weg wandein/ und uns aller Suͤnden enthalten ſollen/ damit wir nicht auff den boͤſen Suͤnden⸗Weg in GOttes gerechten Zorn und ewige Verdamnuͤß gerathen moͤgen. Wol nun allen die nicht wandeln im Rath des Teuffels und der Gottloſen Welt/ n och ſitzen/ da die Spötter ſitzen/ ſondern haben Luſt am Geſetz des HErrn/ und reden davon Tag und Nacht/ die werden nicht ſo blind in Suͤnden gehen und ſich in zeitlich und ewiges Vngluͤck bringen. Ers iſt auch das Geſetz virrutum commendatrir, eine ſolche Lehre/ dieuns all Gottwolgefaͤllge Tugenden zeiget undnnen detſehige Oelaiß ilem gut ſine Vn gäͤra holſernl Menſeh Aehemu fäͤhrete tücht zu das Lüech Ler 22 OOttes wiralles⸗ Maſche Iadſche Deut. u NAabd. 1 Singet d humb gen belchen de Tbinr, 3 dis Geſet dn Hetn dachda 6 augucder den Pdg Laßfſi Ruſſchn über den Fᷣi. Pſam. 395 denſelbigen anmahnet. Lex princaps cui obedite debemus, das Geſetz iſt unſer Fuͤrſt: Wie nun ein Fuͤrſt ſeine Vnterthanen zu allem guten vermahnet/ alſo auch uns das Geſetz G Ottes/ als ſeine Vnterthanen; Vnd wie die Vnterthanen ſchuldig ſind zu gehorchen/ alſo ſollen wir auch dem Geſetz G Ottes treulich Ge⸗ horſam leiſten/ und uns allerhand Tugenden/ ſo GO und 1 Menſchen gefallen/ allezeit befleiſſigen. Lex Dux, vem ſegvi ddat 5 debemus. Das Geſetz iſt unſer Fuͤhrer und Leiter. Offt ver⸗ dun,(8 Ch fuͤhret ein Juͤhrer den andern: Aber hier haben wir uns ſolches en i nicht zu befahren /ſintemal das Geſetz iſt G Ottes Weißheit es iſt d an das Liecht auff unſerm Wege/ und eine Leuchte unſerer Fuͤſſe⸗ eer u Lex regula faciendorum& omittendorum, Es iſi das Geſctz it an Ame G Oites unſer Regul/ Richtſchnur/ Norm und Form/ darnach na anh wiralles anſtellen oder laſſen ſollen/ heydes gegen GOc und 9 15 Gat Menſchen. 1 Darumdb ſo hat G Ott geordnet/ daß man bey dem 1PJttbul Juͤdiſchen Volck ſolle das Geſetz in ihrer Verſamlung leſen/ rurP e Dlet Der wit) tp Deut. 3¹. und iſt auch alſo geſchehen/ Deuten.:. Joſ. S. 2. Reg. 2Z. 5 d E Neb.. auff daß iederman wiſſe wie er leben ſolle. Dann 4 d Jun Die Gebot all uns gegeben ſind/ n wam Daß Du dein Sünd O Menſchen⸗Kind/ Erkennen ſolt und lernen wol aas Füi Wie man vor GOtt leben ſ h. N 120 A Singet die Chriſtliche Kirche. Muß derwegen ein grober Itr⸗ fe thumb geweſen ſeyn/ der nrinomen oder Geſetz⸗Stuͤrmer/ unter Argumenta lcE NIa, welchen der vornehmſte Raͤdleinsfuͤhrer geweſen AM. Jobannes Antiaomo. 1121900 eli Kaizate Aue 2 8 A rum refellit nden” 5 3 glebius Awicola, welcher Aunuo 1538, ſich nicht geſcheuet/ wider Gerhard manf das Geſetz der 10. Gebot mit ſolchen leichtſinnigen Worten an 1.Th. tom. des⸗ dnt 9 den Herrn Lutherum zu ſetzen/ vorgebend/(1) das Geſetz ſey nicht ge Lege b3 pütt KrV d werth daß es G OCTtes Wott ſolle genandt werden/(2) Der De§ 20. nr Tn calogus oder die 10. Gebot gehoͤrten auff das Rathhauß /nicht auff Httin art. nd& 10 den Predigtſtuel/(3) alle die mit Moſe umbgehen/ muͤſſen zum 6. lib. conc. [ Keuffel fahren/ am Galgen mit Moſe.(4) Daß die Hertzen der Wigandus. Menſchen zum Evangelio nicht durch die Predigt des Geſetzes körlter. 1 M b b D dd ij zu be⸗ 396 Die erſte Predigt probl. The. zubereiten/. Welches dann ein ſchrecklicher Itrihumb gewe⸗ ol. ex De- ſen. Ein viel anders zeiget ja allhier der Prophet Nathanmi 2ak Decad. i. ſeiner praxi als der da dem Koͤnige David zu erſt das Geſetz vor⸗ probl. 3. gehalten/ ehe das Evangelium/ und ja ſein Hertz durch eine ernſe b Geſetz⸗Predigt/zur Gnade des Evangelij bereitet. Ein ſolches dann auch gewieſen C.Hriſtus/ Johannes der Taͤuffer/die Ipoſ welche ſo wol das Geſetz als das Evangelium ihren Zuhoͤrern vot geleget/ Matrb 3. c.. Marc. 1. Luc. 3. Act. 2.& 24, Rom.. Cor. 6. Gal. n. zeehrerund 3. Es gibt auch die ernſte Geſetz⸗Predigt/ die der Prophet Prediger Nathan dem Koͤnige David gethan/ zu erkennen/ daß Lehrer nuh Kroſſen und Prediger groſſen Herren eben ſo wol die Warheitſa⸗ Warheit ſa⸗gen ſollen. Es ſind zu lederzeit geweſen ſolche/ die nicht geſza⸗ gen ſollen. ken wollen/ daß Lehrer und Prediger groſſen Herren/ Regenten und Obern die Warheit ſagen/ ſondern dieſelbe verheelen/ und ihrer im offenem Struff⸗Ampt verſchonen ſollen/ und wann man 7. Chron.2 ,8s thut/ihnen[wie der Amaſia der Koͤnig thaͤte/ es zum hoͤchſeen v. 16. verweiſen 2. Chron. 2s. und ſie wolmit Amos gar fortſchiaen/ Amos 7. v. 410* 7. Aber ein anders weiſet uns allhier mit ſeiner Geſet⸗ 10. TPLredigt der Prophet Nathan/ darinn ers traun dem Koͤnig Do vid geſagt/ ihm unter die Augen geſtoſſen/ was er gethan/ und ihn⸗ ddie Warheit nicht verſchwiegen. So be let auch GOtt dem Eiod'vn Moſt daß er dem pe ee W egasfeheta Dem Je⸗ Jer..v.. emie befihlet G Ott deynEr/ daß er dem Koͤnige und Koͤnlzin daß ſie ſich demuͤtigen/ ſagen ſolte/ er.. Dem Ezechiel/ daß e Facah v dem Konig in AEgypten und ſeinem Volck ſagen ſolte/ was ih⸗ z1. vonen zu ſagen/ Ezecb. ꝛ1. Wo aber ein Prediger hier ſchweigen Gemerer woſte ſo ſparete er die Warheit. Ein ſolcher Geſpan war Bal⸗ part 3. hor. anarerus, welcher/ damit er Patriarch zu Conſtantinopel fuccel. c, 6. werden moͤchte dem Kaͤyſer maronico einen revers oder Hand⸗ p. 20. hrifft gabe/ Omnia ve Imperatori placerent, ſe executurum sᷓ„e Aiſplicerent, ſirenus Averſarurum, Er wolte alles das thun, welches dem Kaͤyſer gefaͤllig/ und was ommußfahls dollecgc Dimn ſon aun ihren Anpt/ ſ Bauren⸗ Knecht Dmumd uſagen! I, zmiud⸗ auch be nen gedo bruch und von: A ſonia gier geanchge ſchaͤndich derſebe- Seda ein Eths nga Duucht nyeodet E Sehrift an b guſigen Re tn hat, un nign eih hrelhen hat Jeut 2 umh 8 m ddat Korda aimn K l dwel 12arde ſciche chai iſenth dr Agn deſſh w ttnln uͤber den 51. Pſalm. 397 wolle er gantz abſchaffen. Solche Placentiner nicht GOTtes Diener ſondern des Teuffels Kuͤchen⸗Knechte ſind/ und vondem„ auch ihren Kuͤchen⸗Lohn empfangen werden. Das Predig⸗ en. Germ. Ampt/ ſagt H. Lutherus/ iſt nicht ein Hofe⸗Diener oder 0l. 34. Bauren⸗Knecht/ ſondern es iſt GOTTES Diener und Knecht/ und ſein Befehl geht uͤber Herren und Knecht. Drumb ſie hierinn das Die brauchen und ſagen ſollen/ was ihnen B2.3 V. I7. zu ſagen iſt damit ſie ihre Seele retten/ Ezecb. ʃ̈.* 331 v. 7V. Zeiget uns die Vberſchrifft dieſes Pſalms: Huna- brun. nam in Davide imbecilitatem Die Menſchliche Schwachheit/ ſo auch bey dem Koͤnige David zu finden geweſen/ wann er in ei⸗ nen gedoppelten ſchrecklichen Sunden⸗ Fall/ nemlich in Ehe⸗ bruch und Todtſchlag gerathen: Dann lauten die Wort hier⸗ von: Als er war zu Bath Seba eingangen/ die gantze Hi⸗ ſtoria hiervon ſtehet 2. Sam. u. wie David uͤber 50. Jahr alt ſo greulich geſuͤndiget/ und begehet einen Ehebruch/ und drauff einen ſchaͤndlichen Tyranniſchen Todtſchlag. Welcher Punct eben derſelbe/ warumb dieſer Pſalm von dem David gemacht worden. Worbey wir zu erkennen b usðus. 1. Wie beſcheidentlich und zuͤchtig die H. Schrifft 1. Wie be⸗ ſchaͤndliche Sachen ⸗vyrimiren und am Tage geben thue. ſcheidentlich Allhier wird geſagt vom Eingehen: Als er war zur Bath⸗ die heilige Seda eingangen. Warumb wird Koͤnid David zur Bath⸗ Schrifft re⸗ Seba eingangen ſeyn? Warlich nicht Betens halber/ ſondern den thue. Vnzucht halber. Vnd das nennet die Schrifft allhier ein 7n. Glaſl. Ph. Sac. lib. 1. tract.z ſect. 8. p. 27 5. feq trare oder Eingehen. Dann die Eigenſchafft hat die goͤttliche Schrifft an ſich/ daß ſie ſich von aller Vnreinigkeit/ von allen garſtigen Reden(ſo einem Chriſten nicht wol anſtehen) enthal⸗ ten thut/ und ſchaͤndliche aͤrgerliche Sachen verecundis Perbis mit gar beſcheidentlichen zuͤchtigen Worten exprimiren und be⸗ ſchreiben thut. Vnd das nennen die Rherores aνuμεον seu rnAαμι. Moͤchte aber eingewendet werden: Es ſind gleichwol viel ſchaͤndlicher unzuͤchtige Haͤndelin heiliger Schrifft Odd iij zu fin⸗ 4* 5 2 1“ 2 4 r 3— 5 9 4 7 A“ . 3. 5“ 1 errsse 298 Die erſte Predigt zu finden/ ſo offterſt vor zuͤchtigen Ohren nicht zu melden wwſ⸗ dann auch darumb die Jeſuiten und Papiſten den gemeinen Mann von der Bibel abhalten/ dieſelbe in ihrer Muttet⸗Syuach nicht zu leſen/ damit ſie nicht ein Ergernuͤß drob emfinden much⸗ ten? Hierauff zu antworten: Daß zu unterſcheiden ſey imome ipſas, zwiſchen den Sachen an ſich ſelbſten/& inter rerun uu. rationem ſeu deſcriptionem, und unter die Erzehlung oder Pe⸗ ſchreibung der Sachen/ worzu der Seylus oder Art zu reden inden Schrifft gehoͤrig. Ob wol zwar zuweilen unflaͤtige ſchaͤndli Thaten in H. Schrifft gefunden werden/ ſo werden doch deſ⸗ ben mit gar beſcheidentlichen und ehrerbietigen Worten eizeh und außgeſprochen/ und iſt wegen Erzehlung ſolcher Sachen i der Schrifft kein Ergernuͤß zu befahren/ dann ſonſt GORha HErr ſelber/ wegen ſolches Ergernuͤſſes Schuld haben wüͤtd Ioh. 5. v. 39 als welcher uns in der Schrifft zu forſchen anbefohlen/ Jobaunf. 2. Tim. 3. v. 15. 2. Tim. 3. 1. Teſſe Z. der doch ein ſolche beſcheidentliche An zune⸗ den in der Schrifft ſetzen laſſen/ daß bey Leſung derſelben/ da mn gleich manche boͤſe Haͤndel drinn ſinden thut/ dennoch alles 6 gernuͤß kan vermieden werden. Vnd ſind auch die Säͤnn und Laſter und allerhand boͤſe Thaten/ ſo auch wol manchni die Heiligen G Ottes begangen in heiliger Schrifft auffgezih net/ nicht ad imitationem. zur Nachfolge/ ſondern theils a4 crun onen zur Vorſichtigkeit/ daß wer da ſtehe/ wol zuſehe/ daß er nicht falle/. Cor. 10. Theils ad conſolationem& emeu rionen, zum Troſt und Beſſerung den jenigen/ ſo auch in dergli⸗ chen Suͤnden gerathen! ut ruina Præcedentium ſit aumonitio ſ⸗ Chryſ. ho- entium, wie der alte Kirchen Lehrer Cbryſoſtomus ſagt. Moͤc⸗ mil. 34. in Matth. 2. Was fuͤr ein ſchaͤnd⸗ ten demnach die Jeſuiten und Papiſten in ihrer Antichtiſtſſhen Kirche die offentlichen Huren⸗Haͤuſer/ und andere vielmehrbekal⸗ ten Ergernuͤß/ ſo unter und bey ihnen im Schwange gehen/ lihn abſchaffen/ dann daß ſie Klage anſtellen wegen Abſchaffungde Ergernuͤſſes auß heiliger Schrifft.„ 2- Was fuͤr ein verruchtes Laſter und erſchreſce 3nnn nan neaeteaeananeeeee etee eeeneee eeeet gkeuelſe endazeit Anzöllich zucht 4 Es Ley. ih.! gifalle gel/ da Mhlm ſurwide der Men der ſaind aſeer hon bſeretſte generet⸗ 8 Sündf bon oͤſer Waſſua Und Gon Feuuer vo ward der wohner ſ Schaͤrffe dilen werd gebracht/ Sttetf zae neſeſeon daennrag 7. Mannet 10,5 Noyterge uundaiſ da 8 Blians uͤber den a. Pſalm. 9099 Greuel ſey in geuers in gemein Vnzucht/ und in Hecie oder in⸗ lich Laſter nderhelt Ehedruch/ nemlich daß kein Laſter ſey ſo verflucht und Vnzucht/ ungoͤttlich/ ſo unnatuͤrlich ſo ſchaͤndlich/ ſo hoch ſchaͤdlich als eben Sureroye 8 bruch. 2 Vnzucht/ Hurererey und Ehebruuuuhß. Ebe Es iſt dieſes Laſter wider GOtt/ dann derſelbe iſe heilig, Lev. 19. v. 2. Tev. n⸗ Bſa. 6. die nur fleiſchlich ſind/ mogen GOTT nicht 6 v. 3. gefallen/ Rom.§. Es iſt dieſes Laſter wider die heiligen En⸗ m.8.v.J. gel/ dann ſie ſind keuſche Geiſter/ ſie werden betruͤbt als unſere Mit⸗Knechte/ wann ſie ſolche Vnthaten ſehen. Es iſi dieſes La⸗ ſter wider den Menſchen ſelbſten. Dann alle Suͤnden/ die der Menſch thut/ ſind auſſer ſeinem Leibe/ wer aber huret/ g der ſuͤndiget an ſeinem eigenen Leibe/ 1. Cor. 6. Es iſt dieſes Laſter hochſchaͤdlich: Wann die Luſt empfangen hak/ ge⸗ b bieret ſie die Suͤnde/ die Suͤnde aber wann ſie vollendet iſiſ ac. 1. v. 1. gebieret ſie den Todt/ Jacob... Bwpb dieſes Laſters willen/ muſte die erſte Welt in der Sündfluth erſauffen/ Gen. 7. die Menſchen waten allzuſehr von boͤſer Luſt erhitzet worden/ aber ſie wurden allzuſehr drauff mit Waſſer abgekuͤhlet⸗ Vmd dieſes Laſters willen ward Sodom Am. 4.v. n. und Gomorrha umbgekehret/ mos z. durch Schwefel und Genrh. v. Feuer vom Himmel/ Gen.. Vmb dleſes Laſters willen 24. ward der Sichemiter Stadt verheeret und gepluͤndert/ die Ein⸗ wohner ſampt Sichem Hemors Sohn getodtet mit der Schaͤrffe des Schwerdts/ Gen. 37¹. Bmb dieſes Laſters 2 willen werden fuͤnff und zwantzig tauſend Benjamiter umb⸗ gebracht/ und fallen von Iſrael viertzig tauſend Mann im Judic. 10. v. Streit/ Fudic. 2. Bmb dieſes Laſters willen kommt der aller, 1,27 45. weiſeſte Koͤnig Salomo auff eine ſolche Thorheit/ daß er frembden Goͤttern raͤuchert/*Reg.. Vmd dieſes Laſters willen werden 1. Keg 11. v. 3 7. Maͤnner der jungen Saren vom Teuffel erwuͤrget/ Tob.6.v 4. 106.7. Vmb dieſes Laſters willen werden die zweene falſche Hiſtor. Su⸗ Nichter geſteiniget/ wie in der Hiſtorien Suſannen zu leſen. ſann. Jaumb dſeſes Laſters willen/ da das Volc Iſtact u der Moa⸗ 3 biter Gen. 34. v. 1 3 . 1” 4 . 8 1 4 2 3 4 1* 3 1 1 4 1 1 * 1 1 » 1 . 8 3 1 — 8 8 8 1 4 8. 4 4 “ 4 3 1 4 4 1 ¹ 5 * 400 Die erſte Predigt biter Toͤchtern hureten/ und ein Iſraelitiſcher Mann ſampt der Midianitin von Pinehas im Huren⸗Winckel erſio⸗ chen worden/ kamen unter den Iſraeliten umb/ und wunden in Num. 25. v.) einer Plage getoͤdtet vier und zwantzig tauſend/ Num. 25. qhnd woher kommen noch heutiges Tages her des gerechten G Hnis ſchwere Ruthen und Straffen/ als eben unter andern von ha⸗ zucht/ Hurerey/ Ehebruche Was Schaden bringet dafuͤr fleun man billich: Daß aber Hurerey ſolches thue/ haben wu vemon⸗ men/ und wollens noch weiter vernehmen. Conradus In India ſoll ein grauſam und grimmig Thier ſeyn/ Man Geſnerus licbora genandt/ welches gar nicht durch Menſchen kan gezehme lib. 1. de werden/ das drey Reihen Zaͤhne habe/ die wunderlich in einande qyadr. p. 631. gehen. An der Groͤſſe ſoll es gleich ſeyn einem Loͤwen/ an den Dhren und Geſicht der Geſtalt eines Menſchen/ die Augen ſo⸗ len blau und gleichſam flammend ſeyn/ der Schwantz wie eines Scowpions/ mit einem Stachel/ und die Farbe am Laibe wj Die Stimme ſoll gleich ſeyn dem Klange einer Pfeiffen/ und ſ diß Thier ſo geſchwinde ſeyn auff den Beinen als ein Hirſch ſoll nach Menſchen Fleiſch einen groſſen Appetit haben/ und ſij darnach ſehnen. Ein ſolch Thier iſt auch die boͤſe Luſt und Vnzucht/ weli faſt eines ieglichen Laſters Gifft/ oder doch etwas davon anſich nimmt. Es lehret ſtoltzieren/ muͤſſiggehen/ faullentzen pandi tiren. ſo lange mans laͤſſet leben/ ſo lange aͤſſet ſichs auchnich zaͤhmen/ noch uͤberwaͤltigen. Dreyerley Zaͤhne hat es auch mi der eine Reihe ſetzet es an deine Guͤter/ bringet dich umbs Geh und deines Leibes Geſundheit. Mit der ander Reihe der Zaͤhn macht ſich an deinen ehrlichen Namen/ naget daran ſo langehſ dein gut Geruͤcht dahin faͤllt. Mit der dritten friſſet es auff di Guͤter deines Gemuͤths/ und verditbet dir dein Imgenium. Wi dem allen;/ ſo hat ſie ein Menſchlich Angeſicht/ und ſcheinet ung andern groben Laſtern das ertraͤglichſte zu ſeyn/ aber nut im I fang/ dann hernach fuͤhleſtu den Stachel des Scorpions/ dan nemand te S fchenſich pölzeucht Sämmer fals heſſ Das ſd fangen und iſt wird, tz ſuhtde Sa— eged D 2 Saͤnde/ Rie ewige brecheen Ppb.). Hurer. unel⸗ 2“ trheben des was ih dinigkent ſ Wairiſun kancheney. 8 Nep fäaaa dal. ne a hn in Cudte ucht m aune Waukn e uͤber den f1. Pſalm. 4⁰ arme Seele ruͤhret und verletzet. Die Augen ſind feutig/ und kehren ſich zu allen Vnflaih/ die Farbe iſt gleich dem Blut: Alſo vollzeucht dieſe Suͤnde/ was Fleiſch und Blut begehret. Die Setimme iſt auch wie einer Pfeiffen Schall wie es dann auch diß⸗ falls heiſſet: Fiſtula dulce canit, volucrem dum decipit auceps. Das iſt ver Vogelſteller pfleget ſuͤſſe zupfeiffen/ wann er eiwas fangen wil. So iſt auch da die Geſchwindigkeit des Hirrſchens/ und iſt umb ein leichtes zu thun/ daß einer vom Teuffel betrogen wird. Es kan ſolches in einem Augenblick geſehehen. Dann es ſagt der Mund und Grund der Warheit C Hriſtus: Wer ein Weib anſihet/ ihr zu begehren/ der hat ſchon mit ihr die 29. 5. r. Ehe gebrochen in ſeinem Hertzen Atateb. J. Darumb ſoll man ſich ja wol vorſehen vor dieſer groſſen Suͤnde/ und derſelben nicht Raum geben/ es ſiehet traun darauff die ewige Verdamnuß. Weder die Hurer noch die Ehe⸗ 6. brecher werden das Reich EOttes ererben/. Cor. Gals. Gal.5..⸗ Fpb. F. Hauſſen ſind die Hunde/ und die Zauberer und die Eph.. v.. Hurer. Apoc. 22.. Wer wolte dafuͤr nicht erſchrecken. Aloai- Apoc. 22. v. aum&sl vod delectat, æternum qvod cruciat, das iſt: 15. Kurtz iſt was die Luſt bringt und hertzt/ Ewig aber wehret der Schmertz. b 3. Haͤtten wir auch allhier zum Nutz zu erkennen/ daß ſich 3. Daß ſich niemand ſeier Gaben/ die er von GOtt empfangen/ ſolle niemand ſei⸗ erheben ſondern ſtetig in Furchten ſtehen/ und mehr dencken an ner Gaben das was ihm mangele/ und fehle/ und wie er in Suͤnden und Vn⸗ u erheben. reinigkeit ſtecke/ weder an ſeine Fuͤrtreffligkeit. David hat groſſe Verheiſſungen und Gaben von G Oti/ er war durch groſſe und mancherley Anfechtung zum Reich kommen hatte die Heyden zu ningſt umbher unter ſich bracht/ und war der vortrefflichſte Koͤnig und Prophet als die Welt einen getragen/ aber hie faͤllt er nu ſo ſchaͤnduch in Ehebruch und Todtſchlag. Darumb„vi ſtat pi. deat ne cadat. Wer da ſtehet/ mag wol zu ſehen daß er nicht falle, Hiervon itzo nicht weiter/ weil die Zeit verfloſſen. Eee Die 402 Cüſtrini, die 17. Maji no u,. Vher den vierdten Buß Pſalm des Könes 92 Die ander Predigt⸗ 7* Die ander Predigt und Propheten Davids/ ſo da iſt der Ordnung nach im Pſalter ·⸗Buch G und Funffzigſte. der Ein 1 E XT U. Dtilge meine Suͤnde Barmhertzigkeit/ waſch Vers. 3, 4. Odẽ ſey mir gnadig nach deiner Guͤte/ un /nach deiner groſſa e mich wol von meiner b Miſſethat/ und reinige mich von meiner Suͤnde. wir gerne Buß thun ſollen. 4 Matth. 3. 2 v.I. wir hieruͤber 1. D Eliedte Freunde in CHriſto: FENORDIUIM Beym Evanga Nſten Matthæo am 3. Cap. ſtehet zum Anfan eſſelben: Zu der Zeit kam Johannes e Tauffer und predigte in der Wuͤſten/ und prach: Thut Buſſe. Welcher ſeiner Ah mahnung wir billich zu folgen: Dann da haben ei Senéplacitum& voluntatem. GO Ttes des HeErrn allgemeinen und gnaͤdigen Willen. Er hat ſanit verſetet und veryfaͤndet deßwegen ſinlenn So war als ich lebe/ ſpricht der HErr HErr/ Ich hahe 12.33, v. kein Gefallen am Tode des Gottloſen/ ſondern daͤß ſich det —Gottloſe bekehre von ſeinem Weſen und lebe/ Fzecb.. Jſ b Ernicht der JErr von dem geſagt wird: Er wilnicht/ daßi⸗ p mand verlohren werde/ ſondern daß ſich iederman zur aret. 3. v. 9. Buſſe kehre/ 2. Per.s. Iſi Er nicht der Erx von dem eſ 1 wud: 1 Er zxErient 1] rräckächen den Johan dern zache ther boſe ſen/ lern Kehre i ſowl Ic euchihra wileuchn ſt Faru⸗ mit Faſte nen und Herne z. GOtt ts bergelten/ thun: D der rechte ſe dochS Joſifarn So bekehr⸗ 4 6 Wmaem, dic In undung undwider ſ nitſener Ra runguxye unn ſen Vuſſ thun lhrchen/ uͤber den. Pſalm. 40⁰ wird: Er wil daß allen Menſchen geholffen werde/ und Tirn. zur Er kentnuͤß der Warheit kommen/ im. W. I. 1 11 2. v. † 2. Haben wir pracipientbs mujeſtatem, GOTtes auß⸗ druͤcklichen Befehl/ nieht allein hier in dem angezogenen durch b den Johannem den Taͤuffer/ da er befihlet: Thut Buſſe/ ſon⸗ 63„ dern auch anderswo/ als Fa. z. Waſchet/ reiniget euch/ thut ⸗ euer boſes Weſen von meinen Augen/ laſſet ab vom Bod⸗ ſen/ lernet Gutes thun. Trachtet nach Recht. Jerem. 3. Kehre wieder du abkruͤnnige Iſrael/ ſpricht der HERR/ ſo wil Ich mein Antlitz nicht gegen euch verſtellen/ bekehret euch ihr abtruͤnnigen Kinder/ ſpricht der HErr/ dann Ich wileuch mir vertrauen. Dergleichen Befehl wird wiederho⸗ let/ feel, 2. Bekehret euch zu Mir von gantzem Hertzen/ mit Faſten/ mit Weinen/ mit Klagen zerreiſſet eure Her⸗ tzen und nicht eure Kleider/ und bekehret euch zu dem HErrn euren GOtt. b 88 b 3. Wir haben auch hieruͤber Promittentis largitatem, GOttes gnaͤdige Verheiſſungen/ daß Ers uns wolle mit gute vergelten/ wo wir Ihm hierinn folgen und rechtſchaffene Buſſe Be thun: Dann alſo ſagt Er M.. Kommt laſt uns mit einan⸗...zz. der rechten: Wann euer Suͤnde gleich Blutroth iſt/ ſoll ſie doch Schneeweiß werden/ und wann ſie iſt gleich wie Roſinfarbe/ ſoll ſie doch wie Wolle werden. Malach. 3. Mal. 3, v. 7. So bekehret euch zu Mir ſo wil Ich mich zu euch kehren. 4. Endlich vernehmen wir auch Comminationum ſe ve- ritatem, die ernſte Droͤwungen G Ottes/ wo wir nicht fol⸗ gen/ und uns durch wahre Buß zu Ihm wenden/ wie Er dann hin und wieder ſich verlauten laͤſſet/ Er wolle die Menſchen⸗Kinder mit ſeiner Ruthen heimſuchen/ Er wolle ſtraffen mit Krieg/ Theu⸗ tung/ und Peſtilentz/ Er wolle ſie in Ewigkeit von ſich verſtoſſen/ wann ſie nicht zu Ihme ſich wenden/ und rechtſchaffene wahre Buſſe thun werden. Fa.. ſpricht Er: Wolt ihr Mir ge⸗Eſ.:. v. 19,20. horchen/ ſo ſolt hr des Landes Gut genſeſſen/ wegert ihr ESEeeij euch Jer. 3.,V. 12.14 Joel. 2, v. 1 2½ —-— — 2 1 4 b 1 — 8 2 F- — 4 5* 4 3 3 3—— “ 3 1 8 3 1 1““ 8 4 4 4 55 8* 8 1 “ 4— ͤͤͤſ. 1 4½ Die ander Predigt euch aber/ und ſeyd ungehorſam/ ſo ſolt ihr vom Schwerdt gefreſſen werden/ dann der Mund des HERRiſagts, Der Mund und Grund der Warheit C hriſtus JEſus ge Luc. 3. v. 3. ſolches auch klaͤrlich an/ Luc. z. So ihr euſch nicht deſſert/i⸗ det ihr alle umbkommen. Weil nun G Otes Wille/ ſein Befehl/ ſeine Guͤnzin und Ernſt es alſo erfordert und haben wil/ warumb wolten oi Gen. 1. v.. Ihn nicht folgen? Folget Ihm doch die Erde/ Gen. a. Es folger Ioſ. 10. v.3. Ihm die Sonne daß ſie ſtille ſiehet/ wann Ers haben wil an Dan. 3.v. 94. Es folget hm das Feuer/ daß es nicht brennet/ da Ers haben w Dau.3. Es folgen Ihm die unvernuͤnfftigen Thiere/ daß ſien Numer. 2z. den wann ers gebeut. Wie ſolches an Bileams Eſelin zuſehen v. 28. Nun. 22. Es folget Ihm Wind und Meer daß es ſiill ſiehet a Matt. g.v. 2⸗ ſein Befehl/ Mautb.&. Es folgen Ihm die Todten in den Oi loh. m v. 44 bern/ daß ſie auff ſein Wort lebendig werden und auſſerſtehen Luc. 7. v. 15. Job. n. Luc. 7. Warumb wolten dann auch wir Ihm nicht u⸗ ne hierinn folgen/ wann Er uns zurufft: Thut Buſſe/ zuna weil wir der Exempel vor uns haben/ beydes an niedrigen und ho hen Standes⸗Perſonen: Exempel niedriges Standes⸗Peuſe⸗ nen haben wir an den Zoͤllner! der Buß gethan/ an ſeine Buuſt Lue. 83.v.zz. ſchlagen/ geſagt: GOTI ſcymir armen Suͤnder gnadl Lue. 7. v. 37. Luc. 14. an der dußfertigen Suͤnderin Maria Magdalena lu ſeq. VDon hohen Standes⸗ Perſonen Eempla haben wir an dem gi⸗ nig Manaſſe lund an dem Koͤnig David in ſeinen Buß⸗Pſalmen von welchen wir anitzo den vierdten vor uns haben. b Wann wir dann deſſen Titul und Vberſchrifft am naͤhern beſehen gehabt als wollen wir anitzo den erſten Theil deſſelben vol uns nehmen/ und auß demſelben Euere Chriſtliche Liebe vorſtle Dabidem proprer Pexcata Pebementer dolentem, Dit ſchmertz liche Reu und Leid/ ſo David uͤber ſeine begangene Sunde gehabt. Hie rvon wollen wir zum Anfang nur etwas teden da mit es aber ohne Nutz und Frucht nicht moͤge abgehen/ ſo ſeuft mi m nor ais: Hff Hen hl/ iaß wo gage Diroe uSn H ihm mm im Gen Gm ſich find ſich ſelbe thin helh Schade leneda nerſchm ſuzure woce/ne gnaͤdig. det ſichni ſinnoch fenen St ſut: Ge ſukets„a kntedet de glicen Er Nuhon d 58 g: Des maeit duro belc Ddulad uͤber den r Pſalm. 405⁵ Dir zu Ehren und dann auch zu unſer aller Seelen Heyl und Seeligkeit/ Amen! f TRACTATI. d Eliebte Freunde/ Es hatte der Koͤnig David eine ernſie Mee Pra von ſeinem Hoff⸗Prediger dem Prophe⸗ ten Nathan gehoͤrret/ darauff ſehlaͤgt er in ſich/ und ligt ihm nun nichts mehr vor Augen/ dann ſeine Suͤnde und Elend im Gewiſſen/ darumb ſo thut er auß gruͤndlichen Ernſt ſich zu G Ott wenden/ als der nicht ein Fuͤncklein Raths oder That in ſich findet! iſt gantz elend/ als der nicht ein Bißlein Troſt fuͤhlet in ſich ſelber/ auffer OOttes Barmhertzigkeit/ keine Creatur mag ihm helffen noch troͤſten/ alſo groß iſt ſein Elend/ ſintemal ſein Schade nicht zeitlich noch leiblich: Darumb G Ott/ der da ewig/ alleine das beſte bey ihm thun ſolle. Darumb ſo bricht er mit ſei⸗ ner ſchmertzlichen Reu und Leid uͤber die Suͤnde herfuͤr/ und gibt ſie zu vernehmen I I. Proponendo, wann er ſetzet/ was er von G Ott haben wolle/ nemlich er ſolle ihm gnaͤdig ſeyn/ ſpricht: GOtt ſey mir gnaͤdig. Koͤnig David macht nicht viel exrraagirens/ wen⸗ det ſich nicht zu dem Abraham/ Iſaae/ Jacob/ nicht zu dem Mo⸗ ſen noch Samuel/ ſondern einig und allein zu dem/ welchen er mit ſeinen Suͤnden beleidiget und erzuͤrnet/ nemlich zu G. O&T und Gree ſagt: GOTT ſey mir gnaͤdig: In der Griechiſchen 7eſon ee. lautets ĩAtne u* d os, da per Enallagen, wie man in Schu⸗ Gla Pn len redet/ der Nominarius ſuͤr dem ⁵ocaripo geſetzet wird. Der⸗ Sac. lib.z tr. gleichen Exempel wol mehr in H. Schrifft zu finden/ als Manth. 1. de Nomi- 27. da hoͤniſcher Weiſe zu dem HErrn C Hriſio geſaget wird: ne p. 99. Xalęs d aυεòε έν 180æs: Gegrüſſet ſeyſtu der Juͤden Koͤ⸗Matth. 27. nig: Daes heiſſen ſolt/ O Du Juͤden Koͤmg. Rom.§. ſpricht v. 29. der Apoſtel: Ihr habt einen Kindlichen Geiſt empfangen/ Kom. 8.v.ß. durch welchen wir ruffen/ Abba der lieber Vater/ vor/ 9 Du lieber Vater. Im Hebrelchen ſtehet das Woͤrt⸗ Eee it lein I. Membrum. —y——* 1 ——— rnnmenn——— . 4— 1ee eene 2 — 3 406 Dite ander Predigt lein werN, welches wann es eigentlich auffgenommen wit „„ dadurch verſtanden wird der einige wahre GOtt/ kommt her von Slafl. Ph. dem uhralten Wort(0) welches heiſſet adorare anbeten/ dea alsdann auch in Arabiſcher Sprachen O Ott genandt witd Nomine p. Son adorandus, als daß er einig und allein anzubeten. Am 9r. lib. ſ.tr.1. Weil dieſes Wort in plurau GOtte zugeeignet wird/ als witd d cap. 10, de mit Geheimnuͤſſes weiſe zu verſtehen gegeben/ daß mehr Perſon Metaph. ſeyn in dem einigen goͤttlichen Weſen/ dann eine/ und alſo der Da⸗ P. 21½, ſeg. vid ſich wendet mit ſeinem Gebet zu der gantzen hochgeehrten Dreyfaltigkeit/ GOtt Vater/ Sohn und Heiligem Geiſt/ rußßen an GOtt den himliſchen Vater/ daß derſelbe umb ſeines gelieb⸗ ten Sohnes willen in Krafft des H. Geiſtes ſeiner ſchonen/ ſein Angſthafftiges betruͤhtes Gewiſſen auffrichten/ und troͤſten wolle. Sonſten wie dieſer Name auch den Ereaturen verblan⸗ pſal. 3. v. ‧. fer Weiſe zugeeignet werde als(1) den heiligen Engeln/ ſome 5 2 v. 3. Herrligkeit vor allen andern Creaturen von G Ott begabt 5s 97. v. 7.& J6.& 97.(2) Den Menſchen ſo mit ienilaͤt/ Machtun Gen, 6. v. z. Gewalt im Regierſtand begnadet: Gen. 6. Exod. ½. c. 7. Bſal. 4 Ex. 4.v. 16.(3) Den 2ols oder Goͤtzen/ Erod. 3. B/6. So fuͤr Goͤt c. 7. v. 1. gehalten werden/ da ſie doch in der Warheit keine ſeyn/ und da⸗ Pſal. 8. v. iI. umb Dui alieni andere oder frembde Goͤtter/ Exod. 20. Dii, praier E 23. v. 24. Dominum ſolum, Goͤtter ohn dem HᷓErrn allein/ Brod. 22. i EL2 36,- 8, fuſhes, gegoſſene Goͤtter,Lepit.„. genandt werden davon wollen ee 3. wif weillaͤufftig anitzo nicht gedenclen: Welchen aber entgegen Lev, 19. v.. geſetzet wird der einige wahre G Ott/ zu welchem/ weil Er genande wird/ Deus adorandus, ein G Ott der anzubeten/ ſich auch allhiet Text. mit ſeinem Gebet der David wendet/ und ſpricht alſo: GOtt ſey vn mir gnaͤdig/ an wiſerere mei, Erbarm Dich mein/ wie es Glaſl. Eh dann auch der Herr Lutherus im Geſang alſo gegeben: Erbarm Sac. lib. 5. Dich mein O HErre GOtt/ womit er wil G Htt geprieſen ha⸗ zract. c. 7. ben/ weil ſeine Barmhertzigkeit iſt das Goͤttliche Weſen ſelber Er de 2e,une iſt die weſentliche Barmhertzigkeit/ ſo werde Er auch viel inbruͤn⸗ as. ſuger mit Erharmen ſeyn/ ſo viel hoͤher als ſein unendlich Th berole n wan d Iſt und nie nichtſo hemi degeh Gnad er ſebbe fönne ſind vel 146. S welcher, den E & und und fuͤr niß an der aͤbe und ſiech daßren vorſeucht Ihr Ric funi m dedhüre ſebe. Da danzund tneſobe ie eher i Ffänhen der laen Jyſ ſcheu eg.— Geſttt d ſten dn Cn t ih cügen gTrnſſe mien 1 Rcin Es. M 93. Sueie datket r ude Ea SaEia mäll Gus Arci r ohui Pachi nahs (ſchen vorg b uͤber alle Creatur: Wie dann G Ott ſelber alſo davon redet/ n⸗ 746. Sondern G Ottes ſeine unendliche Barmhertzigkeit/ Krafft uͤber den 5u⸗ Pſalm. 407 n. wann Er ſeine inbruͤnſtige Barmhertzigkeit gegen Ephraim 9(I.v.4s und Iſrael zu vernehmen gibt/ daß Er ſagt: Ich bin GOtt/ und nicht ein Menſch: Das iſt/ meine Barmhertzigkeit iſt nicht ſo eine Barmhertzigkeit wie bey Menſchen/ da viel Schwach⸗ heit mit unterlaͤufft/ ſondern eine goͤttliche Barmhertzigkeit. So begehret demnach David eine recht hohe Varmhertzigkeit und Gnade nicht eines irrdiſchen Kaͤyſers/ Koͤniges oder Fuͤrſtens/ der er ſelber war/ und wol wuſte/ daß ſolche Perſonen doch ja nicht koͤnnen helffen/ weil ſie Menſchen/ und des Menſchen Geiſt muß davon/ und muß wieder zur Erden werden/ alsdann ſind verlohren alle ſeine Anſchlaͤge/ wie er ſelber bekennet/ Pal. Pſal. 146. v. 3. 4. welcher er ihm ſelber helffen ſolte. Hat alſo Koͤnig David G Ott den HErrn wol erkandt/ und wol gewuſt was bey ihm zu ſuchen. BWw gehet hierinn mit ſeinem Exempel andern Regentn USUS. und Oberherren vor/ daß ſie vornemlich G OT T recht erkennen Regineen und fuͤrchten ſollen/ und ihre Vnterthanen zu GOttes Erkent⸗ herrenGOet nuͤß anhalten. Die Koͤnige werden wandein im Glant/ den HErrn der uͤber dir auffgehet/ 2. v. Wie der Glant erleuchtet/ helle recht erken⸗ und liecht machet/ alſo werden die Koͤnige mit dem Glantz des nen und wahren Erkentnuͤß G Ottes erleuchtet ſeyn/ auch andern darmit fuͤrchten ſol⸗ vorleuchten. Im 2. Pſalm ſtehet eine ſolche Vermahnung: len: auch die Ihr Richter und Konige auff Erden/ kuͤſſet den Sohn/ Vntertha⸗ nemlich mit dem Kuß des wahren Erkentnuͤſſes/ Liebe und Glau⸗ nen dazu bens. Im 24. Pſalm ſtehet: Machet die Thore weit/ und balten. die Thuͤre in der Welt hoch/ daß der Konig der Ehren ein⸗ p. 10.12. ziehe: Das iſt: Gebet G. Ott Raum/ daß Er unter euerer Re⸗ Pfal. 4.v.). ſidentz und Regierung ein Kirche oder Haͤufflein habe/ das ihn er⸗ 4 kenne/ oobe /liebe/ ehre und preiſe. Wie dann der HErr ſeine Kir⸗ che ſelber troͤſtet: Die Koͤnige ſollen deine Pfleger/ und ihre Exempla Fuͤrſten deine Seug⸗Ammen ſeyn/ Fh. 4. Sehet an den xſacris jo- lieben Joſeph/ er wand zum Fuͤrſten des Landes AEgypti vom ſeph. 1 b. Pharaone Efa. 60. v. F. Eſ. 49 v. 23. 1— „-õõ/————————õͤͤͤͤ. F 2 a A 1— 3 3 4⁰⁸G Die ander Predigt Pharaone geſetzet er kandte den wahren G Ott gar recht chnt und fuͤrchtete ihn/ und unterweiſete die andern nach ſeiner Weſſ das iſt/ in ſeiner Religion und wahrem Erkentnuͤß O Ottes/ ti Pf. 105. v. ꝛ2. gete ſie alſo Weißheit/ Pſat. Moſes der Regente des Po⸗ Moſes. Joſ 44 tkes G.OStes fieng ſeine Regierung an auff G.OTtes Ba durch Stifftung des Oſterlambs/ darbey ſich die J G Ottes ihres HErrn/ und der unaußſpechlichen Wolthaten innerten/ die er ihnen erzelget hatte/ Exod. 2. Joſua der ſttet bare Held und Sacceſſon Moſis/ bekuͤmmerte ſich auch umb wahre Erkentnuͤß G. Ottes und daß das Volck G Ott recheken nen moͤchte: Darumb ſprach er: Kommt berzu und hoͤret Ioſ. 3. v. 9. da⸗ Wort de⸗ HErrn enres GOttes/ 7. So haben e . auch gemacht die andern frommen Koͤnige im Iſtaelit David, Sa V g ſraelitiſchen loraon 14 Volck nach dem David/ als der Salomon/ Joas Joſtas 6 as, Joſias, chias/ Joſaphat/ ꝛc. welche die abgoͤttiſchen Greuei außgerolte⸗ Ezechias, und dem HErr Kirchen gebauet und Prieſter gehalten/ ſo das Joſaphat. Volck im wahren Erkentnuͤß G Ottes unterwieſen haben. E Ex profan. gebens auch andere Hiſtorien/ wie iederzeit fromme Regenten den wahren Erkentnuͤß G Ottes obgelegen/ und fuͤr ihre Vntenſſo Thoodofius A geſorget/ daß ſie G. Ott moͤchten erkennen. TWeodoſiui yſer hat es in ſeinem Kaͤy erlichen Hofe als n einer Kirchenge⸗ halten/ da hat man zu gewiſſer Stunde von G.OS geredet ſin Wortt geleſen/ geſungen und gebetet. Vnd daer hat ſterben ſollen/ hat er ſeine Schmertzen gar nichts geachtet/ ſondern ſich be⸗ kuͤmmert/ wie die wahte Religion/ das ſelige Erkentnuͤß GOttes 8 Martianus. auch nach ihm moͤchte fortgepflantzet werden. AMarrienus d Kaͤyſer/ als das Concilium CBalcedonenſe Anno„†s. gehalten ward/ findet ſich ſelbſt zur Verſamlung/ und ſprach: Volumuru Ië, non potentiæ re pelande cauſa, ſed fidei confermande gratis ne ſeaucæntur plebei. Wir haben wollen, ſelber in eigener Perſon gegenwertig ſeyn/ nicht unſere Pracht/ Ehe und Herrligkeit zu beweiſen/ ſondern die Warheit des Glau⸗ dens zu beſtetigen/ damit die Einfaͤltigen nicht von dem wahnn Eikentnuͤß Skettna Jrahyme yuu lef Schnabe fuſſe ſ hehand. derthage tes We ler Gef F G Haun/ uzeigen thanenſe tyfa das Eva zen Anze nen dia dichd GHrif tes Erke ſind die⸗ ſen Tag n6.HE. 2 ſane Sä VPann e Rarhe/ firhalt une moquaͤb. dute un hasgket * dingemmi anmen, 1— 22 3 v ͤ ö —,“ —* 4 S 12 8 — 5— — 8 Sber den ⸗ Pfaam. 409 EVrkenmuͤß G Ottes abgefuͤhret und in chaͤndliche vewamnmliche 3 Irrthumb moͤgen gefuͤhret werden. Alpbonſus der Koͤnig zu Nea Alphonſus. holu ließ ihm einen Pelican zurichten/ welcher ſeine Bruſt mit dem Schnabel aufritzete/ damit das Blut auf ſeine Jungen herauß floͤſſe/ ſie erwaͤrmete und lebendig machte und ließ zum Hmabolo herumb ſchreiben: Proſege& grage, Daß er nieht allein ſeine Vn⸗ terthanen wider den Anlauff der Feinde ſchuͤtzen/ ſondern auch Got⸗ tes Wort verthaͤdigen wolte/ damit ſie darbey erhalten/ und fuͤralax⸗ ler Gefahr der hoͤlliſchen Feinde bewahret wuͤrden. Als Car olus Catolus V. I zu Gent in Flandern gebohren war/ haben ihm neben andern Paten/ die Aepte die H. Bibel zum Patengelde eingebunden/ an⸗ zuzeigen/ daß er darauß G Ott erkennen/ und darbey ſeine Unter⸗ thanen ſchuͤtzen und handhaben ſolte. Pontanus ſchreibet/ daß die Meßpfaffen zu ſeiner Zeit Kaͤyſern/ Koͤnigen/ Fuͤrſten und Herren/ das Evangelium Buch vorgetragen/ welches ſie haben gekuͤſſet/ zur Anzeigung: G Ott und ſeinen Sohn CHriſtum ſolten ſie ler⸗ nen drauß erkennen weil ja doch daß das ewige Leben/ daß ſie dich Vater/ und den du geſand haſt/ deinen Sohn IJEſum b CHriſtum er kennen/ Jobnm. und auch andere dadurch zu G Ot⸗ Ioh. 7. va. tes Erkentnuͤß bringen ſolten. Was nun Chrißliche Regenten ſind die ſein mit allen Fleiß drob bedacht/ werden es auch am juͤngg⸗ ſten Tage groß Ruhm und Ehr haben, und dafuͤr eingehen in ih⸗Ma th. 29. res HErren Freude Alatth. ⸗. b v. 22,23. 11. Gibe Koͤnig David die ſchmertzliche Reu und Leid uͤber II. ſeine Suͤnde an T ag: Afkickeconſcientie fimulos tacitè innuendo, Membrum. Wann er zwar G Ottes Barmhertzigkeit gewaltiglich hetauß ſtreichet/ aber tecké und verdeckter weiſe hierunter zugleich G Oite fuͤrhaͤlt und klaget/ was ihn ſo hart in ſeinem Gewiſſen aͤngſtige und quaͤle. Dann ſagter: GOtt ſey mir gnaͤdig nach deiner Guͤte/ und tilge meine Suͤnde/ nach deiner groſſen Barm⸗ hertzigkeit/ waſche mich wol von meiner Miſſethat/ und reinige mich von meinen S uͤnde. Dreyerley gibt er hiermit zu vernehmen/ wann er will daſ S Ott mit ſeine Gnaden ihm ſnan b F b uͤlffe .“ „ 4— 4 4 . 5 ““ “ Aager. Es e vaRAesgne,——— 4 4“ 2. 3— 3 4 A — — 8 4— —.—— ————, 7—— BaG* » 2 3 8 8 —— 4 410 Die ander Predig: Huͤlffe kommen: 1. Sey da paarati iauzuires, die ſchändſie Suͤnde. ⸗. Heecati gravitas, die Groͤſſe und Vieiheit der Suͤnde. . Reliquiarun peccati far diras, die noch uͤbrige Suͤnden die ihm immerdar ankleben und an ſich beftnde. r. Peccati phraſt p. 78 7 Pexv. 20. v. ⁷. glſo gebrauchet wird/ Lep. z0, Provers. ¹.³α Prov. 29. Prov. 14.v. z4 Wil coraiam, Gnade/ Guͤte und Barm usus. tumb ſo ſey mir gnaͤdig nach deiner Guͤte. Ter aungoe Wobey zu erkennen ces barmher⸗ und B a,flege daher zu gehen/ wo man auf nigkeit ſündi⸗ G get/ der wird 7. mit unbarm⸗ eit/ und man ſich befahren muß/ da hertzigkeit ge⸗gelohnet werde. Es ſinñ lohnet. einen kurtzen ſeichte: Wag haben b ey ihren Suͤnden ſich zu ent⸗ Be ſchuldi⸗ k 1. Einsmals ſo ſey da Peceati iniquitas, die ſchaͤndſche nllaseas, Sünde/ daß erſo ſchaͤndlich gehandelt/ und ſich wider GOa durch Bnzucht/ Eßebruch und Todtſchlag alſd geſetzet/ das ſc unrecht/ es ſey Suͤnde und Schande/ und derwegen ſol er ihm gni⸗ dig ſeyn/ und ihm ſeine Suͤnde verzeihen ſecundum miſericordin, „ nach ſeiner Guͤte: ſpricht: GOtt ſey mir gnaͤdig nach deiner Slall, Pnil. Gtite Nerbe/decbalauts in ſeinerS prachen. Da dann das Won 8 4 8 b. ner Sbeſed ſo da heiſſt Guͤte/ Barmhertzigkeit/ ein ſolches Wort we⸗ 9. 7 nicht allein bedeutet/ Bemonitatem miſericoraiam, Gnad Git Pſal 4.v.·. And Barmhertzigkeit /wie es beydes allhier in dieſem Pſalm undim Deut. 5 va0. 41. Pſalm alſo gebrauchet wird, und auch Deut.. Jud J. 2ama Jud. 9. v. 35. beſondern es bedeutet auch per Anutiphraßm wie man in Schulen 2'Sam 9. v.. det mmiſericoraian, erudelitateze, oyprabium,&c. Vnballl⸗ hertzigkeit Grauſamkeit/ Schmach! Schumpff und Spotz wis demnach David ſagen: Ich habe zwar mit mein *23. vr2. Suͤnden G Ott) demen Zorn/ Vngnad/ allerhand Stugf Schimpff und Spott verdienet/ aber laſſe es doch nicht ſeyn imm⸗ fericordia, Vabarmhertzigkeit/ ſondern laß es ſeyn Cbeſca miſtni Gnade hertzigkeit/ weil du ja nicht wlt den Todt des Suͤnders/ ſondern daß er ſich bekehre und lebenmd 4 aftege do ttes Guͤe Barmhertzigkeit ſundiget/ daß alsdañ auß Cheſea das iſtjauß ttes Barmhertzigkeit werde zmuiſericordia Vnbarmhertzig iht man mit Vnbarmhertzigkei s ſind und werden Leute gefunden/ welchegn Nleher e wo die tiger Gnudei Pwophen Guͤnder Worten, waden/ verſchiihe ſen Bau hienſun fam auf, herzigken Der E hauen. de Gad kun dem joher belett ens mac Viuh neß umund; mandas the derdamiſgi alßuungen, lunden hat — — — — A lcnſ San ruri. Ab ndeſe nan Deut A Kwief tnr Stau aius TDuu uyfu dim . dait r ſenn 1 Sni ddoch lun⸗ Ja lieber Menſch, eriſtin Warheit barmhertzig/ und ſehr groß wie Sffüj da uͤber den 51. Pſalm.— am ſchuldigen und kommt ihnen ſolcher Weg ſehr anmuthig und licb⸗ lich fuͤr. Sie legen alles dem guͤtigen G Ott auf den Nuͤcken/ der ſey guͤtig/ gnaͤdig und barmhertzig/ habe ſeinen Sohn fuͤr uns ge⸗ geben/ welcher unſere Suͤnde am hHoltz getragen/ deßwegen meinen ſie/ ſie duͤrffen ohn alle Sorge und Bekuͤmmeenuͤß ihrer Suͤnden⸗ halber ſeyn. Vnd da man ihnen G Ottes Drewung auß dem warhafftigen und unfehlbaren Wort fuͤrhaͤlt/ haben ſie eine kurtze und fertige Antwort: GOtt iſt guͤt ig und barmhertzig/ und wo die Suͤnde maͤchtig worden/ da iſt die Gnade vielmaͤch⸗ tiger. Vber dieſe ſichere und ſorgloſe Suͤnder/ welche alſo auf Gnade imme rhin ſuͤndigen/ klaget der HErr C Hriſtus durch den Propheien David/*½. 29. Die Pfluͤger/ ſagt er(verſtche die Plal 129..3. Suͤnder) haben auf meinen Ruͤcken gepfluͤget. In welchen Worten alle die auf Gnade ſundigen/ von C Hriſto angeklaget werden/ daß wann ſie ihre Bekehrung von einer Zeit zur andern verſchieben/ mit vorgeben/ GOT ſey barmhertzig/ und auf deſ⸗ ſen Barmhertzigkeit ſich alſo bey ihrer groſſen Sicherheit/ und in ihren ſuͤndlichen Weſen verlaſſen/ daß dieſelbe ihre Suͤnde gleich⸗ fam auf ſeinen Ruͤcken bauen. Was folget aber drauff? Vnbarm⸗ hertzigkeit/ GOites Zorn und Straffe. Dann er ſagt bald drauff: Der HEyr der gerecht iſt/ hat der Gottloſen Seule abge⸗ hauen. Sollen wur dann in der Suͤnde beharren/ auf daß die Gnade deſto maͤchtiger ſey? Das ſey ferne. Dann man kan ja dem lieben G Ott nicht groͤſſere Vnehre anthun/ undihn hoͤher beleidigen/ als wann man ihn das Fundament eines boͤſen Lebens machen wil/ das iſt/ wann man an ſeiner Barmhertzigkeit Vrſach nehmen wil zu ſuͤndigen/ die uns doch von Suͤnden ab⸗ halten/ und zu einem Gottſeligen Leben anreitzen ſolte; Vnd wann mandas theuere Leiden des Errn auf Muthwillen zeucht denſel⸗ ben damit ſtaͤrcken und verthaͤdigen wil/ welches er doch die Sünde außzutigen/ und uns von aller Vngerechtigkeit zu erretten/ außge⸗ ſtanden hat. Wie/ ſprichſt du ſt dann G.Ott nicht barm heitzig? 8 3— ““ ——— t( v„⸗ —““ 1 4 4 4/₰ 1 77 12 — 3“ Die ander Predigt der Koͤnig David allß er ruͤhmet: Er iſt die Barmßertzigkeitſelzg. Es iſt ſeine Natur und Weſen ier kan nicht anders dann barmher⸗ nig ſeyn/ ſo war er nicht kan aufhoͤren G Hit zu ſeyn ſo war kanet auch nicht aufhoͤren barmhertzig zu ſeyn. Er iſt aber darneben auß gerecht. Gnaͤdig und gerecht iſt der HErr/ ſpricht Daoh⸗ Darumb muͤſſen wir alſo ſeiner Barmhertzigkeit trauen/ daß ui auch ſeiner Gerechtigkeit nicht vergeſſen. Die Wege des enn PAl. 5.vao. ſind eite Buͤte und Warheit/ ſagt abermal David ſalsz Wa⸗ Bernh. ſerm. che Wort Bernbaraus fein erklaͤret: Der H Err ſagter hatzwenn 5. Fuͤſſe/ auf welchen er gleichſam wandert/ nemlich Gnade und Warheit: Vnd dieſe beyde Fuͤſſe ſetzet er auf derer Hertzen die ſic zu ihm kehren] dieſelbe aber muß man beyde ergreiffen. Dann wa man Gnade und Barmhertzigkeit allein ergreiffen wolte undde Warheit und Gerechtigkeit fahren laſſen/ ſo wuͤrde man dutch Vermeſſenheit und Sicherheit verderben: Wuͤrde man abetdee Gerechtigkeit allein ergreiffen ſo wuͤrde man von der Seligkeitin Verzweiffelung gerathen. Darumb ſo ſol ein Chriſt in Vntertz ⸗ nigkeit nieder knien und dem Errn deyde Fuͤſſe kuͤſſen/ das man ſol ſich wegen G Ottes ſeiner geſtrengen Gerechtigkeit ſes fuͤrchten/ und nach der Vermahnung des Apoſtels Pauliſchaf Phil a. v. i2. fen/ daß man ſelig werde mit Furcht und Zittern/ Pbil⸗. we⸗ gen ſeiner grundloſen Guͤte und Barmhertzigkeit aber ſich darne⸗ ben ſtets mit guter Hoffnung troͤſten: Vnd alſo mit dem Koͤngt Tfalaon v. und Propheten David auß ſeinem 101. Pſalm von Gnadeund Recht ſingen/ und dem HErrn Lob ſagen. Derwegen ſo ſollen wir uns bey unſerm ſichern und Golt loſen Leben keines weges von der gottloſen Welt den Friedenein⸗ predigen laſſen als wann es keine Noth haͤtte/ wann wit gleich in Suͤnden verharren/ und eine Suͤnde nach der andern vollbrin⸗ gen. Diß war der falſchen Propheten Art und Gewonheit daß ſie nemlich den Gottloſen ſtets Friede predigten/ und ſie ſichet machten/ ob ihnen wol von wegen ihrer behartlichen Suͤnden in Warheit nichts anders/ als das Sehwerdt und aͤuſſerſte Verder⸗ en benber 169E niges g endlch! ſichn beno ne G hande Val Gewiſ breitun gen wei üͤberihn de Saͤ ſagt a ſo vieſ auff di den hey Und Za wannde lung ve Menſch So wil gſſter da durchſerei gdacht/ ſolhe ſein ngen/ w e wilc Uunoile deelen a Yonda A d E pa 2u Frbaxn. 1 a un 1 t Da at Nrth ſt 8 hn 1mnnat nt rSa n wetDuc Sgen an Ecgtit J H luſt nd t tbbha! ti rRefithe 2 Stdinst 3 Onat —— uber den g. Pfalu. 48 benuͤber dem Kopff hienge: Darumb ihnen auch die Propheten des HErrn ſo gewaltig widerſtunden und dem Volck gar em wi⸗ driges ankuͤndigten/ nemlich Vngluͤck und Straffe welches auch endlich uͤbenſie erfolgete/ weil ſie durch die vielfaͤltigen und unzeh⸗ lichen Bedroͤwungen zu keiner Furcht und Beſſerung ihres Le⸗ bens zu bringen waren. 2. Gibt Koͤnig David/ da er wil daß ihme GOtt mit ſei⸗ 2. Peccati ner Gnaden ſolle zu Huͤlffe kommen tacité zu vernehmen wie ver⸗ gravitas, handen ſey: Peccati ꝓantitas ſeu gra pitas, Die Gröſſe und Vullheit der Suͤnden/ dieſelbe ſeyn nun in ſeinem Hertzen und Gewiſſen auffge wacht die tumultuiren drinn/ und i achen ſich ſo breit und groß/ daß er nicht wiſſe/ wo auß noch ein: Vnd derwe⸗ gen weil dieſelbe ſo groß/ als wolle er doch ſeine Barmhertzigkeu uͤber ihn auch groß ſeyn laſſen ſpricht demnach: Vndtilge mei⸗ ne Suͤnde nach demner groſſen Barmhertzigkeit. Tilge: Ge. in pſ⸗ ſagt er: In ſeiner Sprachen ſichet das Wort n welches„. 432. ſo viel heiſt als außwiſchen außloͤſchen und wird htermit geſehen auff die Parabel von der groſſen Schuld/ die wir mit unſern Suͤn⸗: den bey G Ott gemacht/ davon der HErr C Hriſius Aanth.§. Matth. 18. und Luc. ¹. Meldung thut: Worauff auch ziehtet der z. Pſalm/. 4. wann der Koͤnig David ſpricht: Wol dem/ dem die Pbertre⸗ tung vergeben ſind/ dem die Suͤnde bedecket iſt/ wol dem Menſchen, dem der HERR die Miſſethat nicht zurechnet. So wil demnach allhier Koͤnig David/ er ſolle das Schuld⸗Re⸗ giſter darinn ſeine Suͤnde nach einander auff⸗ und angeſchrieben/ durchſtreichen/ außloͤſchen und außwiſchen daß derer nimmermehr gedacht/ noch ihm zugerechnet werden moͤgen. Er nennet aber ſolche ſeine Suͤnde prævaricationes, transgreſſtanes, Vbertre⸗ tungen/ wie er dann ein ſolches Wortin ſeiner Sprachen gebrau⸗ chet/ welches ſo viel heiſſet als einen Bund uͤbertreten/ 2. Reg.. nn. de Nun/ wil et ſagen/ habe ich das gethan/ deinen Bund verachtet/ 8 4. 9. 3. denſelben uͤbertreten/ Zucht gehaſſet/ und Vnzueht getrieben deine Reg.§.“ 20 Wort da du mit ein anders befohlen hinter mir geworffen: Duus Fff ſü iſt ſal. 32. v. z. Gerh. L. Th. tom. 2. de 8 ͤ- 8— ͤͤͤſ„‧ſſſſſſ“““ 2 “—— 1 1,—— 4.* 1 85 4* 4 “ 414 Die ander Predigt— iſt ſchreckliche groſſe Suͤnde/ ſoll ich derſelben loß werden/ ret auch groſſe Gnade darzu/ und darumb tilge ſie ſécundum mul riudinem zuſerarionam tuarum, nach deiner groſſen Barm⸗ Glafl. Ph. hertzigkeit. Das Wort Racbameimn ſo bedeutet viſcera,& min. 8 1. 19. rationts Mraͦtum, die innerlishe Bewegung zur hertzlichen Eiha⸗ p. 114. mung wie es allhier und Gen. 43. 1. Reg.. E/4,63. geſetzet widic Een. 43. v. ein verbluͤhmte Art zu reden/ genommen von dem Leibe der Maun⸗ 29. ter/ oder von der Mutter ſelber/ darinn das Kindlein/ ſo gebohten 1 Reg 3.v.⁊6 ſoll werden/ oviret/ getragen und erhalten wird/ und wud au Eſa. 63. V. 7. G Ottes Barmherkzigkeit gezogen/ wie er ſich dann ſelber alſoz vernehmen gibt durch den Propheten Eſaiam 46. Die ihr von Ela. 46. v.3. mir im Leibe getragen werdet/ und mir in der Mutter ie gget. Das iſt: Wie es der Chaldæiſche Tuterpres gegeben: D. fecti mibi præ omnibus pobali,& chari Præ omnibus regi. Dir ihr mir vor allen andern Voͤlckern und Koͤnigreichen lieh ſeyd und ich ſie mehr liebe als andere. So ſoll demnach, weil die Suͤnde bey dem David ſo groß und maͤ chtig worden G.OTTES ſeu Barmhertzigkeit noch groͤſſer und mehr ſeyn/ und ſoll recht van lich und muͤtterlich mit ihm h andeln/ wie eine Mutter/ ſo das Kind nicht wegwirfft/ ob es geich unrein und beſudelt/ oder ſich ſonſt nicht recht haͤlt/ dennoch ſich des Kindes annimmt und ey barmet. 3 Hierbey erkennet: USuS. Wite es eigentlich mit GOTtes Barimhertzigkeit be⸗ Was GOt⸗ ſchaffen. Dann da heiſt G Ottes Barmhertzigkeit/ wie wit tes Doem⸗ ſchon gedacht/ in der Hebræiſchen Sprach Rachamim theils vom 54 Nei Rechen weſches den Leib einer Mutter bedeutet/ oder die Mutta felbſi darinn das Kind ernehret wird/ theils vom Racham welches den Vogel Pelican bezeichnet/ der eine ſo treue Liebe und Vorſot⸗ ge zu ſeinen Jungen taaͤget daß er ihm ſelbſt mit ſeinem Schnabah die Bruſt auffhacket und ſie mit ſeinem Blut beſprenget und wie⸗ der lebendig machet/ wann ſie von den Schlangen ſind getoͤdtet worden. Soiiſt es auch bewandt mit der Barmhertzigkeit Ld V ſogthe⸗ . “ t dähc tblcgent tagen/ ſ Suͤnden uß laate theates mitteſſtd derzigke Bar urtuſch ds Nett Barmher hs Wo ſich derw herzagkeit bigkelt Barme jnden/ Gon; deffer d Erde/ und wertechnen derſchreiben tiſty: Abe — — — — 3 im a ta bih AI F uth 4 8 af tech dc drtatan in pun ſonſt/ verlohren und vergeblich. —— b uͤber den r. Pſalm. 45 ts/ dutch die werden wir nicht allein von G Htt ſo ſehr geliebet/ als legen wir ihm in der Mutter/ und wuͤrden von ihm im Leibe ge⸗ tragen/ ſondern auch zugleich lebendig gemacht/ da wir todt in Suͤnden lagen/ gebiſſen von der hoͤlliſchen Schlangen: Dann aauß lauter Barmhertzigkeit hat ſein Sohn C Hriſtus JEſus ſein theures Blut vergoſſen/ und damit unſere Hertzen beſprenget/ ver⸗ mittelſt des Slaubens. Der alte Zacharias nennet ſolche Barm⸗ hertzigkeit=Aay eia&negc piſcera miſerarionun, eine hertzliche Barmhertzigkeit/ wie es Lutherus wol verteutſehet/ die in unſe⸗ rer teutſchen Sprache ſo viel heiſſet/ als Warmhertzigkeit/ dadurch das Hertz von Lieb angefeuret und etwaͤrmet wird. Dieſe Barmhertzigkeit iſt unmeßlich/ ſagt Manaſſes/ und nach Si⸗ rachs Worten ſo groß als GOtt ſelber iſt/ Kr. 2. uͤber die man dir.ꝛ ſich verwundern und ſagen muß: Eines Menſchen Barm⸗ bertzigkeit gehet iiber ſeinen Nechſten/ GOTtes Barmher⸗ tzigkeit aber gehet uͤber die gantze Welt. O wie iſt die Barmhertzigkeit des HErrn ſo groß/ und laſt ſich gnaͤdig dit.ag. v.ꝛ 8. finden/ denen ſo ſich bekehren/ Lir. Wie groß iſt aber GOtt: Er iſt hoͤher dann der Himmel/ was wiltu thun?: Tieffer dann die Hoͤll/ was kanſtu wiſſen? Laͤnger als die j ob. 1.. 3.9 Erde/ und breiter als das Meer/ 7os. /. Da rechne nun/ wer rechnen kanes meſſe wer meſſen/ es zehle wer zehlenes ſchreibe wer ſchreiben kan/ wie hoch und groß die Barmhertzigkeit GOt⸗ tes ſey: Aber alles rechnen/ meſſen/ zehlen und ſchrelben iſt umb⸗ Ja GOttes Barmhertzigkeit iſt nicht allein unermeßlich/ ſondern auch uner forſchlich/ und aller Vernunfft unbegreifflich weil bey thr die Gerechtigkeit ſtehen kan. Das iſt die himliſche Weiß heit/ die im verborgen liegt. Wie hiervon hernach in unſerm Pſalm geſaget wird. Wie ver⸗ doorgen ſie aber iſt/ ſo hat doch G Ott/ der da reich iſt von Barm⸗ hertzigkeit/ den ſeinigen von derſelben etwas geoffenbaret. Auß dem Paradies und Garten Eden gieng vorzeiten ein Strom zu waͤſſern den Garten/ und lheilet ſich daſelhſt in vier Haupt⸗ F 114 Waſſer/ z5z Die ander Predit Waſſer darinn man koͤſtliches Gold/ und die alleredelſten Steine bauffig gefunden/ Cene⸗. Einem ſolchen teichen Waſte⸗ Strom iſt traun die Barmhertzigkeit GOKies nicht unehnüch die flieſſet auß dem Paradies des ewizen Lebens/ und theilen ſij auß in vier allgemeine Krafft⸗Waſſer und Haͤupt⸗ Wolljaua darinnen man mehr findet/ als zeitliches Gold und Perlen/ un ⸗ nen Schatz/ nach dem weder die Diebe graben/ noch den ii MNMootten freſſen koͤnnen. Das erſte Waſſer iſt das Welc der Schöoͤpffung/ dadurch wir ſind zum Ebenbild G Ottes und za vernunfftigen Creaturen erſchaffen worden. Wann uns Ki⸗ Pſal.¹ ⁶.&⁷.3 nig David hierauff weiſet im 0. Pſalm: Erkennet daß da Herr GOTT iſt/ Er hat uns gemacht/ und macht wr ſelbſt/ zu ſeinem Volck/ und zu Sch affen ſeiner Welde ſetzet er ſtracks die Brunquell dieſer VWolthat hinzu/ wo ſie ha⸗ ruͤhre nemlich von G⸗O Ties Barmhertzigkeit/ ſpricht: Dar HEARR iſt freundlich/ und ſeine Gnade wehrer ewig und . ſeine Warheit fuͤr und fuͤr. Das ander Waſſer iſ dus AA. 7.v 8. Werck der Erhaltung/ dadurch wir in G Ott ieben/ wehn nund ſind/ lar. und wider alle unſere Feinde gewaltgglichte⸗ ſchumet werden: Das ruͤhret auch her von ſeiner Barmharzi pſel5„ keit Dann ſeine Gute reichet ſo weit der Hummel i/ 0 436.v:r hilffet beyde Menſchen und Viehe/ Pſal.„S. Das uule Waſſer iſi das Werck der Erloſung/ dadurch wur von dem Sohn G OTtes erworben und gewonnen worden, von all Suͤnden/ vom Todt und von der Gewalt des Teuffels. Da⸗ entſpringet von neuen her auß der Barmhertzigkeit G OTus , dann dannit preiſet GO2 T ſelne Liebe gegen uns/ daß Kom.,y. 8. CHriſtus fuͤr uns geſtorben iſt/ da wir noch Sünder wo⸗ lichmachung/ da wir das ewige Leben hier im Glauben beſitzen und dort dermahleins im Schauen. Daß ſolches abermahl der heiſlungen in helliger Schrifft da uns verheiſſen ah en euig Kheſte ren/ Kom. 5. Das vierdte Waſſer iſt das Werck der Helt⸗ Darmhertzigkeit G OEtes zuzumeſſen/ zeigen die gnoͤdige Van⸗ Fhadt/ anken we Fened 0 lnd n. Sodf ſohnet verxwan GSt wiß für Ind N. derdar he dam ren/ hal Ihmau Jelten, denlyl 1 feit Gõ Was en wol belo tigkeit G Nchſen darmher⸗ oho/ Est Ren derng au mtder derfin zan dißchemied her Ad dan it ag Gnade/ wie Er uns mit ewiger Gnade und Barmgertzigkei⸗ ſamlen wolle/. /43. Eine ewige Erloſung/ esr.. ewigen 6124.. g⸗ Fried/ ewige Frende/. z2. G⸗y. ewiges Leben/ 7o6an. 3. 1er. r und. Alsdann auch eine herrliche Verheiſſung/ Matth g.⸗ 1359 3. Seyd froͤllch und getroſt/ es ſoll euch imn Himmel wol be⸗ ehr. Nev.r. lohnet werden. 7os. 6. Euer Traurigkeit ſoll in Freuden. 0 v.z8. verwandelt werden. Vnd was der gnaͤdige barmherkzige Matth. f. v. S Ott in ſeinem Wort verſprochen hat/ das haͤlt und gibt Erge⸗. wiß fuͤrwar: Dann alle Verheiſſungen GO Ttes ſind Ja oka6. v. 20 und Amen in CHriſto JEſu/ ⸗. Cor.. Daß alſo Gtt.Cor.1..6 der da reich iſt von Barmhertzigkeit durch ſeine groſſe Lie be damit Er uns geliebet hat/ dawer todt in Suͤnden wa⸗ 2 ren/ hat uns ſampt CHriſto lebendig gemacht/ uns mit Ihm auffer wecket/ und in das himliſche Weſen verſetzet m Zeiten/ den uͤberſchwencklichen Reichthumb ſeiner Gna⸗ den/Eps.“.“.. RNkLpu.. Drumb freuet euch liebe Chriſten/ der Barmhertzig⸗ b keit GOttes/ und ſchämet euch ſeines Lobens nicht. Thut/ was euch geboten iſt/ weil ihr Zeit habt/ ſo wird ers euch wol belohnen zu ſeiner Zeit/ Se f. Folget auch der Barmher⸗ Sir. 31. v.37, zigkeit O Ottes in euern Chriſtenthumb/ und lernet gegeneuren 3f. Nechſten barmhertzig ſeyn/ wie auch euer Vater im Himel b barmhertzig iſt/ Lue 9. Dann ich ſage euch mit dem Apo elJa⸗ Lue. 6. v.3 6. eobo/ Es wird ein unbarmhertziges Gerlcht uͤber den erge⸗ hen/ der nicht Barmhertzigkeit gethan hat/ 7acob. ². Troͤſiet Jae.*.v.;, euch mit der Barmhertzigkeit G Ottes in allen Noͤthen/ die euch betroffen haben/ und wann etwadie Vngedult mit zuſchlagen wil daß iht mit der Jͤdiſchen Kitchen klaget und frager O Ha den Henn: Wo iſt nun dein Eyffer/ und deine Macht? Deine kſa. 64.7.. groſſe hertzliche Barmbertzigkeit halt ſich hartgegenuns:. Wird dann der HErr ewiglich verſtoſſen/ und keine Gnade al76..s mehr erzeigen? Iſts dann ans und gar auß mit ſeiner 50. g8 Güle/ —XN — — “ ——* — — 2— — 18„———— ͤͤ“ͤͤͤͤͤͤͤſͤſͤ —**. “ 8————— 4——— Guͤte/ und hat die Verheiſung ein Ender Hat dann Got . dergeſſen guadig zu ſeyn/ und ſemne Barmherzlgker Re Zorn verſchloſſen/ Seia. So dencke man an die vongen ⸗ rten und rede mit ſeinem Hertzen: Ich muß das leiden/ aber a Ieechte des HErrn kan alles aͤndern/ das iſt wann ichn gleich zu tode druͤber bekuͤmmerte/ ſo werde ichs doch nicht anas machen koͤnnen/ Gott iſt barm hertzig ſer wirds nach ſeiner Baum⸗ hertzigkeit wol wiſſen zu aͤnderrn Erquicket euch am allervornehmſten mit der Barmhantig⸗ keit G Oites/ wider die Menge euerer Suͤnden/ Dann wodie Suͤnde maͤchtig woꝛden iſt/ da iſt die Gnade noch vielmach⸗ Rom. 5.v.21. iger/ Rom. 5. Vnſere Sunden ſind zwar groß und uͤbergiaß und reuen uns billich von Hertzen/ weil ſie gehen und geſchehenw⸗ der das allerhoͤchſte Gut im Himmel und auf Erden wider GHt den Allmaͤchtigen ſelber/ daher donnert das Geſetz mu gantat Macht hinter ihnen her in dem es dreuet und ſchreyet: Verflucht ſey ieder man/ der nicht haͤlt alles was im Geſetz geſchriben Denut. 27. ſtehet/ daß er darnach thue/ DHeus. 27. Aber wie dem allen v. 26. G Ottes Gnade und Barmhertzigkeit iſt dennoch unvergleichli unerreichlich weit groͤſſer/ wie die Kirche ſinget mit froͤlicher Suunt DO b bey uns iſt der Sünden viel/ Bey GOtt iſt vielmehr Gnade/ Sein Hand zu helffen hat kein Ziel/ Wie groß auch ſey der Schade: Lrr iſt allein der gute diit Der Iſrael erloͤſen wird,/(, Aus ſemen Suͤnden allen. „.beceai 3. Wann Konig Davſd ſich an G Oites Bamherzt feritas. keit haͤlt/ dieſeide hoch uͤhmiet/ ſo ihut er ugleſch hieruner aa⸗ nehmen geben) wie da ſey bey ihm Reluguiarum peacaui facduu dle noch uͤhrigen Suͤnde/ die er taͤglich und augenblicllich i ſich Sefindet: Dann ſpricht er: Waſche mich wol von melnen Miſſſethat/ und reinige mich von meiner Suͤnde Fei dßbehe Out hairetun Natur. ſie wetd e thedleh Koth g ſein S Whc ſer me Syke wirdellt hs Td wiſereder Chet mehrer N 1 ich G, Gnaden chem wo⸗ rntz ge ſchen Wo 3 Bhna, ſigangreft derde. 4 llemalſon tonügie ndſge, Gell, Da * ofhtnen- pyeni —— *. 5 1 2 en Worts, ſonnſeiner Splachtn geſeßeräſt auttt aaugey 3 Plaaenende a rens enaam aa Son Ghrund quß daß rgans rein und ſchon/ und alſo wie er drunten ſagt Schneeweiß werde. Wie dann auch wol zu mercken daß er ſagtawiplins la⸗ 1; Waſche mich wol/ nicht nur /melproſenper, einmal fuͤr 3 alle mal/ſondern immerfon. Bittet alſo/ daß der HErrdas Wa⸗ 1 1 u ſchen taͤglich an ihm vornehme/ weil er taͤglich ſuͤndige/ und ſo offt 31 a c fuͤndige/ er ihn wiederumb von Eünden waſchen und reinigen 4 mt wolle. Dann die Sände wißd auhe uf einmal ale ferthinweg n enommen/ ſondenn geſchiche vont eg n Sage. Vod dae un d ee nerfechon und Vnvbukommeneit unfere Wiederarturs “ O9gS wulen, Tages ſiehenmal/ u usus. u E Die Vergebung/ Lilgung Abwaſch⸗ und Reini⸗ Wie und wo Anthro po- 5 G logis weiſs. gefuͤhret werden wann es vor dem gemeinen Volck dienlich un ,. SAnn ich erkenn 5 X ſchwer ſprcht. Snd GOt. ſichen Li WeEr den und Endein Saͤndes Und nies bnn kon die Fio Artztes kuffend Zug. 2 fgzum friger S. fertiger Suͤnder /abſamiren und ſagen: Ich bin ein armer Suͤn⸗ der ich bin geiſiltch kranck an meiner Seelen/ ich ſolte wegen mei⸗ ner Vbertretung ewig verlohren ſeyn: Darumb iſt CHRIſtus kommen auch mich zur Buſſe zu tuffen/ zu heilen zu ſuchen/ und —— üͤber den 5. Pſailmm. an FEXORDII1M1MWMW Küebte und Außerwehlte Ftrunde in C Hriſto: Bußfertige Daß die armen bußfertige Suͤnder Gnade und. Deugedung ihrer Suͤnden erlangen koͤnnen/ und Verge⸗ 2 ³☛„.Gnade und Barmhertzigkeit GO erehimlſchen Vaters/ ais weleher bey ſeinem Leben ſchweret/ und ſeine Seele verpfaͤndet/ Ezecb. ⁵. und 5. wann er Ez. 18. v. 2z. ſpricht: So war als ich lebe/ wilich nicht den Todt des(33. van. Suͤnders: Sondern es erhellet auch auß des ewigen Sohnes G Oltes hertzlichen Liebe gegen uns. Bey welcher ſeiner hertz⸗ Aichen Liebe wir dann ſehen z9 ²u adbentum ſeuincernationem 1. Wie Er vom Himmel herab kommen zuuns hienieden auff Er⸗ den/ und unſer Fleiſch an ſich genommen. Nuͤn iſt Erja zu dem Ende in dieſe Welt alſo kommen/ daß Er fuͤr aller Menſchen Suͤnde buͤſſete/ daß Er alle Menſchen mit.O verſuͤhnete/ und niemand verlohren wuͤrde. Sagel Er nicht ſelber: Ich bin kommen/ die Suͤnder zur Buſſe zu ruffen/ und nicht die Fromnen/ AMartb.». Die Geſunden duͤrffen des Matth. 9. Artztes nicht/ ſondern die Krancken/ ich bin kommen zu v. 4. ruffen den Suͤndern zur Buſſe/ und nicht den Gerechten/ Luc.. Des Menſchen Sohn iſt kommen zu ſuchen und Luc.5.v. 31, ſelig zu machen/ das verlohren iſt/ zuc.„. Da kan einbuß⸗ 32. Luc. 19. v. 10. ſeligzu machen. O wie freundlich tuffet Er Mareb. u. Kommt Matth. u. her zu mir alle/ die ihr muͤheſelig und beladen ſeyd/ Ichwil ꝛs. euch erquicken: Da kan ein bußfertiger Suͤnder/ asſwmnren und ſchlieſſen: Ich bin muͤheſelig und beladen, mit ſchwerer Suͤnden/ Laſt/ darumb komme ich auch het zu E Hiiſio/ Er wid mich wol erquicken. S. Panbe ſchrelbet kraͤfftiglich: T m.:. 1. Tim.I.V) 98 üG Das OTies des Suͤnden. “ A ““ 4² Das iſt ie Die dritte Predigt gewißlich war/ und ein theuer werthes Wott/ sCHriſtus kommen iſt in die Welt, ſelig zu machen. Da kan ein bußfertiger Suͤnder fubſtmnen und ſchlieſſen: Ich bin ein Suͤnder/ darumb iſt E ſns/ auch mich ſelig zu machen in die Welt kommen. S. J⸗ 1. Johe 2. v.2· hannes ſpricht troͤſtlich: Job. ⸗. JEſus C0A Iſtus ſſre Verſuͤhnung fuͤr unſere Suͤnde/ nicht allein fuͤr die unſe⸗ re/ ſondern auch fuͤr der gantzen Weſt. Da kan nun ah⸗ mahls ein armer Suͤnder /ue amuren und ſchlieſſen: Ich lahe auch in der Welt/ darumb iſt JEſus C Hriſtus auch die Verſöhe nung fuͤr meine Suͤnde/ wie groß und vieldieſelbige ſeynmoͤgen 2. 2, Finden wir bey des ewigen Sohns GHO Stes unſas Heylandes C Hriſti, hertzlicher Llebe gegen uns/ Lac)marun ehuſionem, die heiſſen bittere Thraͤnen/ welche Er verg oſſen hat ſonderlich wegen ſeiner unbußfertigen Landes⸗Leuten zu Jenſi⸗ iem: Dann alſo ſchreibet von Ihm der Evangeliſt Autas. 1u. 9,e Alls Er nahe hinzuͦ kam ſahe Er die Stadt an/und geten 41 4*ν Fuͤber ſie/ und ſprach: Wann du es wüiſteſt/ ſo wuͤrdtß 6 auch bedenckencken/ zu dieſer deiner Zeit/ was zu deinen ⅞Friede dienet. Wann Er dann uͤber die Vnbußferiigkeit da Juͤden ſo wehemuͤtig klaget und uͤber den darauff erfolgenden DVntergang ſo ſchmertzlich weinet/ ſo muß es ihme ſa ein rechtet inbruͤnſtiger Ernſi geweſen ſey/ Er muß ja hertzlich gewolt hahen daß ſie Buſſe thun und ſelig werden moͤchten. Eine gleichmaͤſ⸗ Matth. a3. v. ſige ſehnlich 37338. ruſalem/ d b u dir geſand ſind/ wie offt b woollen/ wie eine Henne verſamlet ihre Kuͤchlein unter ih⸗ eKlage ſtellet Eran/ Marib. 2z. Jertiſalem/ Ie ie du toͤdteſt die Propheten hund ſteinigeſt/ die abe ich deine Ainder verſamlen ren Fluͤgeln/ und ihr habt nicht gewolt? Sihe euer Has 34 Nando couſu, ſol euch wuſſe gelaſſenwerden. 3. Erkennen wir auch dey der her tzlichen Liebe des ewigen Sohns G Oites gegen uns Menſehen/ Opcri⸗Reaventianeie maariogen daß er das Werc der Enofung vea — die Sünder t7un der ſebt. Hebelg wunde g zam an vethah e Kto gantzen eibarn HrE gen zut ten laſſe datgete lichen? Wenzu rechtge denwhe lin vel dee St durchſe fereige C Wunden AA Wangen uben/ de Nebr 44 Feaigen, ſaittnd, ni waßten Sündena dalvonme Sänden, dai, a d Be:hn er w iun ·i — um tet/ und fuͤr uns gelitten und geſtorden. O wie ſauer hat es ihm der liebe HErr werden laſſen? Er fuͤhleie der Hoͤllen⸗Angſt am Delberge/ alſo/ daß die blutige Schweißtropffen herab fielen. Er wurde gefaͤnglich angenommen/ von einem ungerechten Richter — uͤber den 51. Pſfaln. 423 zum andern gefuͤhret/ faͤlſchlich verklaget: Er wurde verlachet/ verhoͤhnet und angeſpeyet/ in ſein heiliges Haͤupt wurde eine dor⸗ ne Krone geſchlagen/ daß das Blut mildiglich herab floß: Sein gantzer Leib ward alſo zugerichtet/ daß es auch ein heydniſch Hertz erbarmete/ und Pilatus der Landpfleger ſagte: Ecce bomo. Se⸗ het/ welch ein Menſch/ Jobg. Er muſte das Creutz ſelber tra⸗ gen zur Schaͤdelſtaͤdt/ ſeine Haͤnde und Fuͤſſe muſte Er durchboh⸗ ren laſſen/ Eſſig mit Gallen vermiſcht wurde ihm zum Labetrunck dargereichet biß er endlich ſeinen Geiſt aufgab/ und eines ſchmaͤh⸗ lichen Todes ſterben muſte. Hier fraget es ſieh nun: Cui bona. Wem zu gut hat Er dieſes alles gelitten? Er hat niemande un⸗ recht gethan/ iſt auch kein Betrug in ſeinem Munde erfun⸗ Jok. 19. v. 5. den worden ‿. Aber Er iſt umb unſer Miſſethat wil⸗ Eſa. 13.v.. len verwundet/ und umb unſer Sünde willen zuſchlagen/ die Straffe liegt auf ihm/ auf daß wir Friede haͤtten/ und durch ſeine Wunden ſind wir gehellet. Haben demnach buß⸗ fertige Suͤnder zu gedencken an C Hriſti Todt/ an ſeine heilige Wunden roth die werden ſie erhalten. 8 BHierauff dann auch geſehen Koͤnig David/ wann er nach begangenem ſchwexen Suͤnden⸗Fall/ davon wir zuvor gehoͤret haben/ den vielguͤtigen G Ott auß bußfertigen Hertzen umb das Delere, Lapare? Mundare, das iſt/ umb das Tilgen/ Waſchen/ Reinigen/ ſo ernſtlich gebeten/ welches dann nicht minders ge⸗ ſchicht und geſchehen kan/ dann durch Blut IEſu C Hriſti/ ſoer mit wahren Glauben ergriffen/ und alſo ſpricht Tilge meine Sunde nach deiner groſſen Barmhertzigkeit/ waſche mich wol von meiner Miſſethat/ und reinige mich von meinen Suͤnden. Wannet dann hierunter zugleich ſeine Suͤnde/ ſo wol Erb⸗als haͤtliche in etwas beruͤhret/ und GOtt dem HErrn vorge⸗ 4 424 44 ohne Nutz nicht abgehe/ hertzigkeit wegen ſeiner ſe I. dabey er ſetzet: Membrum. Die dritte Predigt oorgetragen/ und aber hiebey es nicht gnug zu ſeyn erachtet V dhun er nun ein oͤffentlich Bekentnuͤß wegen ſeiner S ann ich erkenne meine Miſſethat/ und meine Suͤnde tmmer vor mir. Wollen derwegen anitzo hterauß beſeßen. enuam Conféſtogem, ſolch offentlic ntnuͤß ſeiner Suͤnden. Damt a ſcuffzet zuvor mit mir alſo: Hülff hen, hilff/ laß wol gelingen/ Dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer Seelen Heyl und Seligkeit/ Amen! S hat Koͤnig David bey djeſem Pſalm zum Anfang ſh L gewendet zu Da vidis apertam&s ing Erkentnuͤß und Beke der Hund begraben liege/ un GOtt dem HErrn/ deſſen Guͤte und Bann⸗ gewaltiglich herauß geſtrichen/ und indemetdie⸗ ſelbe ernſtlich begehret/ zugleich hierunter ſein Hertzens⸗Anlegen 1 dandiichen groſſen/ und noch immer anklebenden Suͤnden ziemlich geruͤhret. ⸗ ſondern da wil ers auch oͤffentlich und rund herauß bekennen/ w d wie es mit ihm beſchaffen ſey/ ih derwegen ſeine oͤffentliche Beicht und Bekentnuͤß der Suͤnden 5 Hierbey laͤſt ers nicht gnug ſeyn/ . Honelum, daß es ſich alſo ſchicke und gebuͤhre/ und einem Menſchen wol anſtehe/ daß er ſeine Suͤnde erkenne und he⸗ kenne: Welches er gibt zu vernehmen mit dem Woͤrtlein Dann/ wanner ſpricht: Dann ich erkenne/ ic. Da dann dieſes Waͤtt⸗ lein Dann/ ſo er in dieſem Vers gebrauehet/ alſo muß verſtanden werden/ daß nicht darumb ihm die Sunde ſollen vergeben werden weller ſie erkennet/ dann Suͤnde iſt Suͤnde und allezeit der Stuaſ⸗ fen werth/ man erkenne ſie oder erkenne ſie nicht: Doch wil s ſih ſo ſchicken/ daß man es erkenne /es gehoͤret Erkentnuͤß der Suͤnden darzu/ wen G Ott verheiſſen daß er niemand/ dann denen/ ſo iht Suͤnde erkennen/ wolle gnaͤdig ſeyn/ denen aber/ welche die Sin⸗ de nicht erkennen/ Er keine Gnade erzeigen wo 4 . Dieſe Ver⸗ heiſtung koumme ſer dein 4 untt i Sinten die Suͤn bungder hesdoch dellehter ſollenen GDn fehret⸗ mſt W. ticht e Bekehre nicht fag wir auch, Lünden, dnerw zc. Gereheigt eal. e.un und Bekct jenize 4 Säͤnden/ ſancen we b d we 6 üAn Frdn. u om. en* tem Eun bung der Suͤnden und Gerechtigkeit dadurch zu erlangen. Wel⸗ über den v. Pſalm. 45 deiſſung iſis gantz und gar/ und macht daß wir gerecht werden. Dieſe Verheiſſung und Zuſage hat nun auch David allhier vor Augen/ wann er ſpricht: Dann ich erkenne meine Miſſethat. Wil ſagen: Lieber G Ott ich meyne nicht/ daß du mir deßhalben die Suͤnde vergeben ſolſt/ weil ich das Buß ⸗ oder Beichtwerch vor mir habe daß ich ſie erkenne ſondern weil Du Gnade und Guͤte verheiſſen haſt denen/ ſo ihre Suͤnde erkennen/ darumb komme ich vor Dichſes wil ſich ſo ſchicken und gebuͤhren/ umb die⸗ ſer deiner Verheiſſung willen. Diß Woͤrtlein Dann laſt uns allhiet wol mercken/ dannes USUs. ſyſt. Theol. tom. 2. de Pœn. qv. 16. P. 345. dienet uns den Paͤbſiiſchen Irrthumb darmit zu widerlegen: Sintemahlldie Paͤbſtler geben vor/ als ob die Reu und Buß/ da die Suͤnde recht erkant wird/ ein verdienſtliches Mittel/ die Verge⸗ ches doch niche. Wir/ der Augſpurgiſchen Coufe ſon zugetha⸗ nelehren zwar/ daß G Ott geboten habe/ daß wir unſere Suͤnde ſollen erkennen/ dieſelbe beweinen/ Leid druͤber haben/ alsdann G Ott der HEAR ſpricht/ durch den Propheten Joel 2. Be⸗ kehret euch zum HErrn von gantzem Hertzen/ mit Faſten/ mit Weinen/ mit Klagen zerreiſſet euere Hertzen/ und nicht euere Kleider. nicht fallen muͤſſet/ umb der Miſſethat willen: So geben wir auch ga gerne nach: Daß Erkentnuͤß und Bekentnuͤß der Suͤnden/ Reu und Leid uͤber dieſeibe nothwendig ſeyn muͤſſe bey den erwachſenen/ wo anders ſollen die Sunden vergeben/ und die Gerechtigkeit erlanget werden. Hiervon dann ſtehet beym E⸗ zZech. 1*. und in den Geſchichten der Apoſtel amz. Thut Buſſe/ und Bekehret euch/ daß euer Suͤnde getilget werden: Aber hietuͤder fragt es ſich: Auff was Meynung die Vergebung der Suͤnden/ Gerechtigkeit und Seligkeit der Reu und Buß zuge⸗ ſchrieben wetde? Bellarminus der Jeſulten und Papiſten Groß⸗ vater/ weiß es kuͤnſilich zu verſteclen/ daß der Einfaͤltige ſo cben es hbh niche Ioel. 2. v. 13. Ind durch den Propheten Ezechiel 18. Ez. 18. v. z0. Bekehret euch ven aller eurer Bbertretung auff daßith —— — 8e* *. 8 8 ——— 3— — ͤͤͤͤͤͤͤ. ———.——— ——.—————— 3 —. 9—= — 3— 2— — 8 oo “ ——““ — a26 Diiedritte Predigt nicht mercken ſolle/ ſttet: Die Reu und Leid uͤber die Suͤme ſc nothwendig/ nicht allein ex necestaté pratepti, auß Noth des Goͤttlichen Befehls/ ſondern auch Nocebitate medi, weil es ein naͤthiges Mittel zur Vergebung der Suͤnden. Welches ni laſſen Binpaſſieren/ und in ſeinem Werth bleiben: So es nun recht aufgenommen wird: Allein diß iſts/ woruͤber gefragerwin Ob dann unſere Reu und Buſſe unſere Erkentnuͤß und Bekent nuͤß der Suͤnden alſo noͤthig ſey/ daß ſie ſey ein verdienſiliche Vi⸗ ſach dadurch die Vergebung der Suͤnden erlanget werde/ Odſi ſey das noͤthige Mittel/ dadurch G Otte eine Gnuͤgegeſchichi Ob ſie ſey das Berdienſt die Bergobung der Suͤnde/ Gerech⸗ tigkeit und Seligkeit dadurch zu uͤberkommen. Da ſagen in ſchlechter Dinge nein: Sintemahl/ die gantze H. Schtiſft da⸗ wider /als w lche nicht unſere/ ſondern oielmehr Cbriſti ranunti nens ſetzet zur Vrſach/ dadurch die Vergebung der Suͤnden wer de erlanget/ und daß C Hriſti Leiden und Verdienſt ſey das Mit dadurch G Otte eine Genuͤge geſchiehet/ und wir die Gerechli⸗ keit und Seeligkeit dadurch uͤberkommen. Dann hiervon lan⸗ E. Iz. v. z. F ken die Gezeugnuͤß heiliger Schrifft alſo: Er iſt umd unſert Miſſethat willen verwundet und umb unſer Suͤnden 9 len zerſchlagen/ die Straffe liegt auff ihm/ auff daß wir Friede haͤtten/ und durch ſeine Wunden ſind wir geheillet/ 1. Tim. ². v.6.. Der ſich ſelbſt gegeben hat fuͤr alle zur Erloͤſung/ KRem. 4. v,* Tim, 2, 1.3.4. Kom. 2. außfuͤhrlich gelehret wird/ daß nicht unſern. Ovalttaͤten noch Geſchickligkeiten/ nicht unſerer Reu und Leid uͤber die Suͤnde ſondern einig und allein G Ottes grundloſer Guͤte/ Gnade und Barmhertzigkeit zuzuſchreiben daß wir Vergebung der Suͤnden und die Gerechtigkeit erlangen. Vnd ſey demnach fein/ daß Rom. II. v. 6. etzel Wie dann auch in helliger Schrifft als ſondeiith — y— lemand ſagen wolte/ wir wuͤrden durch unſere Wercle gerech nunn ſts auß Verdienſt der Wercke/ ſo iſt die Gnade nichts/ Wergeuuß Gnaden/ ſo tſts nicht auß Verdienſt der Wercke/ ſonſt wuͤrde Gnade nicht Gnade ſeyn/ Ron 2 7 Peenn agenſ mdem: fennemm Syʒ Erkenn Wſſe Vaß. ts Sunh Luuc⸗ erfenne daß D. Fiaelk dab fuͤr zen no- her detn he eines Im. Heant kreten ſhhuldig alier in meine P eiiſ ſi vor mei. lrralzu ceG9. Angäder, füte wa de Gnage, daſ JI. Setzet der David bey der Erkentnuͤß und offentlichen 11. Bekentnuͤß ſeiner Suͤnden/ das Neceſſarium, wie es nothwen⸗Membrum dig ſey/ ſich alſo ſeiner Suͤnden zu erinnern/ und das deutet eran mit dem Woͤrtlein Erkennen/ wann er ſpricht: Dann ich er⸗ kenne meine Miſſethat. Das Wort Erkennen hat in ſeiner Slaſf. Ph-. Sprachen einen ſonderlichen Nachdruck/ dann da bedeutet das Sac. lib. 1. Erkennen allyier nicht nur olam& nudam hν‿̈, ein bloſſes tract. 1. c. 1I. Wiſſen/ ſondern es bedeutet an einem/ den Intelectum, den rechten P. 2. Verſtand/ da man ein Ding recht wol erweget und betrachtet/ als es dann alſo gebrauchet wird im 90. Pſalm wann Moſes ſaget: pſal. 0. v.r QDuus cognoſcit fortitudinem iræ tuæ: Wer glaͤubets/ oder/. erkenner es/ das iſt/ wer erwegets/ behertziget und hetrachtet es/ daß Du ſo ſehr zuͤrneſt. ¼. ⸗, ſiehet: rael non cognoſcit: Eſa. J. v. z. Iſr aelkenners nicht: Das iſt behertziget und betrachtets nicht/ was fuͤr Wolthaten Ich ihnen erzeiget. Jerem.§. Populus meus jer. 8. v. 7. uon novit judicium Domini. Mein Volck wil das Recht des HEern nicht wiſſen/ das iſt: Nicht recht bedenclen. Zum an⸗ dern bedeutet auch das Erkennen ſo viel/ als ibi conſcium eſſe, ihm eines Dinges bewuſt ſeyn/ welches mehr iſt als ſchlecht wiſſen. Im 35. P/aim ſpricht C Hriſtus unter der Perſon des Davids: Pſal 31.v.. Særgunt téſtes inigvitatis,;&νæ non cognoyi interrogant me- Es treten frevele Zeugen auff/ die zeihen mich/ das ich nicht ſchuldig bin. Das iſt: Davon ich mir nichts bewuſt bin/ und allhier in dieſem Pſalm ſpricht der Koͤnig David: Ich erkenne memne Miſſethat/ und bin nun dahin kommen/ daß es ꝛecht groſſe Zeit iſt ſich meiner zu erbarmen/ und mir zu helffen/ dann der ich zuvor meine Suͤnde nicht erkant habe/ erkenne und fuͤhle ſie itzt leider allzuſehr/ daß ich nicht weiß/ wo ich fuͤr dem Zorn und Ge⸗ richt G OCtes bleiben ſoll. Solch recht Erkentnuͤß der Suͤn⸗ den jiſt der Todt ſelbſten davon auch ein Menſch auff ein Plut ſtürbe/ wann der Heilige Geiſt ihm nicht andere Gedancken von der Onade und Barmhertzigkeit G. OStes eingebe/ nemlich daß OO ſelche Suͤnder nicht wolle verdammen. b H 5zh Hler⸗ 4²⁸ Die dritte Predigt Usus. Hierbey erkennet um Nuz 1. Was fuͤr 1. Den Vnterſcheid der rechten Heiligen/ und der ein Vnter⸗ ſcheid zwi⸗ ſchen den rechten Hei⸗ ligen und daß ſie nicht ſind/ was ſie ſeyn ſollen und wollen/ und drumh un⸗ theilen ſie ſich ſelber/ und thun ſich nicht umb andeter Leute Gin⸗ debekuͤmmern. Die andern aber als Scheinheiligen etkenn Scheinheili⸗ ihre Sebrechen meht meynen ſie ſeyn nun ddas ſie ſeyn ſollen den gen. geſſen ihrer ſelbſt allezeit/ und thun nur anderer Leute Frevel⸗Aa⸗ ter ſeyn: Die verkehren dieſen Pſalm alſo: Ich erkennedeſe oder jenes ſeine Miſſethat: Dieſes oder jenes Menſchen Suͤnde iſt immer vor mir. Offterſt richtet und verdammet einer un andern wegen eſnes geringen Fehlers/ macht darauß einen gwoſſen Suͤnden⸗Berg/ kuͤtzelt ſich damit/ lacht ins Faͤuſtlein und ſpricht. Dada das ſehen wir gerne/ und wuͤns ſchet/ daß es alle Welt wiſſen moͤchte. Solche Schadenfroh waren die Edomiter aͤden welche das Volck G Ottes klaget und ſaget: HE RRgedenat Plal. 37.v.é. der Kinder Edom am Tage Jeruſalem/ die da ſagen: Ran Sir. 7. v. 12. — abe rein abe biß auff den Boden /al. 7. Daes vielbil ger gehen ſolte nach der Vermahnung Sirachs: 7. cap. Spollt des Betruͤbten nicht/ dann es iſt einer/ der kan beydeme⸗ drigen und erhohen. Vnd nach S. Pauli Anweiſung der Gal. 6.v. 2. da ſagt Galal. 6. Lieben Bruͤder/ ſo ein Menſch etwa von i⸗ I. Pet. 4. v. g. nem Fehluͤberellet würde/ ſo helfft ihm wieder zu recht mit ſanff! mütigem Geiſt/ die ihr geiſtlich ſeyd/ und ſihe auff dich ſelbſt/ daß du auch nicht verſuchet werdeſt: Einer tra⸗ e des andern Laſt/ ſo werdet ihr das Geſetz Chriſti er⸗ füͤllen. Die Liebe decket auch der Suͤnden Menge/*len⸗ Cicero ſpricht: Stultitie proprium eii, aliorum vitia cernere, ohl- vſci ſworum. Es iſt der Thorheit Eigenſchafft/ daß ſie andera wird der Menſch durch Liſt des Satans verfuͤhret/ und in eine oß Gebrechen und Maͤngel ſihet/ ihrer aber vergiſſet. Bißweilen fentliche Suͤnde bracht: Wann das geſchicht/ hiff G ⸗Oc wie wird allda das Todten⸗Vrtheil gefaͤllet/ nicht zu dem Ende ui ſcheinenden Heiligen. Rechte Heiligen ſehen ihre Gebrechen/ —— Ehl dalig b, num; ki ſich richtet; Rücked alenoch dlhier O wiichter/ ihes ande. 4. 9 fatgründt Katenach, 4 nichtn gen Bef ſeen u anyyaa n mn den 8 H ne tnneh dun eniaa 1 ten ü 4 ket/und daranff reiche Vergebung erlanget. 8. Hhh iij — uͤber den 51. Pſalm. 4 ½ man ſolche Laſter andern Leuten leid mache/ und den Gefallenen bekehte ſſondern einig und allein daß er deſto mehr zum Spott ge⸗ ſetzet/ und iederman ein Greuel werde. Dawider ſaget Auguſli⸗ nus. De illis qvæ aperra ſunt,& publica mala jusitare& redar- guere, cum charttate ramen& amore& poſſumus& Aebezus, odio balentes non bominem ſed peccatum, non virioſunm ſed' vi. num; deteſtantes morbum potius;vνvdm agroltum:, Von denen Sachen/ ſo offen und kundbar ſind/ koͤnnen und ſollen wir rich⸗ ten/ und dieſelbigen ſiraffen/ doch auß Liebe und Freundſchafft/ ſollen feind ſeyn nicht den Menſchen ſondern der Suͤnden: Nicht dem/ der das Laſter begangen/ ſondern dem Laſter ſelbſt: Die Kranckheit vielmehr dann den Krancken fliehen. Thut auch gleich ein ſolcher Suͤnder wahre Buſſe/ und laͤſſet ihm ſeinen Fall hertzlich und ſchmertzlich leid ſeyn/ ſo wird ihm doch offimahls ſol⸗ ehe That auß Zorn und Rachgier vorgeworffen ja ihm wol gar von manchen Splitterrichter die Seligkeit abgeſprochen/ wie dem Zoͤllner vom Phariſeer geſchahe/ Lue. ⸗C. Aber O du elender Luc. 13. vm. Menſch/ wer biſtu/ daß du einen frembden Knecht richteſt/ er ſtehet oder faͤllt ſeinem Herrn/ er mag aber wol auffge⸗ richtet werden/ dann GOtt kan ihn auffhelffen/ Rom. 14. Rom. 14.v. 4 Růcke dem nicht auff ſeine Suͤnde/ und gedencke/ daß wir b alle noch Schuld auff uns haben. Man erinnere ſich was allhier David ſaget/ und thue ihm ein ieder alſo: Ich erkenne/ ſpricht er/ meine(nicht eines andern) Miſſethat/ und meine(nicht eines andern) Suͤnde iſt immer vormimumu. Daß alle 2. Mercket zum Nutz: Daß Koͤnig David zwar erkennet G.Dahate hertzguͤndlich ſeine Suͤnde/ gehet aber doch nicht ad Peciem, daß„mander er eine nach der andern erzehlet haͤtte/ war auch nicht nothig/ und iſt ſpecĩficiret noch nicht noͤthig weil man davon nirgend in der gantzen Sehrift und erzehlet einigen Befehl vermercket/ und kein Exempel/ dann es haben die werden bey lieben Heiligen GO Ttes/ und alle bußfertige Suͤnder/ zu allen der Buß iſt Zeiten nur ins gemein alſo dahin ihre Suͤnde bekant/ und gebeich⸗ ohne Noth. Koͤnig David/ da er all⸗ Diedritte Predigt erkennet/ ſaget nicht eig begangenem Ehebruche und drauff geſchehene ſchlag/ ſondern da redet er nur von ſeiner Mi wie er dann auch zu dem Nathan ſagte: Hece⸗. fuͤndiget wider den HErrn/ und horete ſtracisd ſolution hinter ſich her ſagen: So hat auch der 2. Sam. 11. Suͤnde von dir weggenommen/ du wir 2. Sam.:12. Der Zoͤllner im⸗ uͤberall von ſeinen boͤſe des Nechſien/ die er in ſe dern ſchlug allein an ze Suͤnder gnaͤdig: iiget hinab in ſein H 55 er allhier ſeine Suͤnde entlich bon ſiten n Motd⸗undaoh, ſſethat und Suͤnde Ich habe g⸗ — ſt nicht ſterden im Tempel zu Jexuſalem meldete ſicht n Stuͤcken/ und von der Vervorthelhng inem Zoͤllner⸗Ampt hatte außgeubet ſeine Bruſt/ und ſprach: GO ſey Vnd erhielt das Zeugnaß/ Erſey gerechtfer auß gangen/ Luc. 9. Zachæus der Oberſie unter den Zoͤllnern/ de Hrrn: Sihe HER³RR/ die Helffte mei den Armen/ und ſo ich ſemand betr vielfaͤltig wieder. Vnd Heute iſt dieſem Hauſe He auch Abrahams Sohn iſt/ da ſkommen Nicht we So that ihm auch t ſprach nur zudem ner Güter gebeich ogen habe das gebeich gleichwol ſprach JEſus zu ihn⸗ erfahren/ ſintemahll un des Menſchen Sohn zu ſuchen und ſellg zu machen/ das verlohren ſ rohrnen Sohn dewuſt daß ihn genommen/ ſo dald er zu ihm geſpn⸗ indiget in dein Hunmel und hr werth/ daß ich dei Sohn tige machte gar kein Won n ſahe/ ſprach Er zu ihm Suͤnde ſind dir vergeben! uns darzu zwingen/ daß wi erzehleten? Es iſt ie weder noͤthit hauff des Sceſſorgers Seiten. Nicht nothiß Ottes wegen: Dann der weiß zubot und Vntugenden beſſer als wit/ daſſ r Zungen/ daß er nicht miſtn bus niger iſt uns von dem ver ſein Vater mit Freuden an chen hatte: Vater/ ich ha vor dir/ Ich bin fort nicht me heiſſe/ Lus. 19. Jener Gichtbruͤch dennoch da C Hriſtus ſeinen Glaube Sey getroſt mein Sohn/ deine Martb.„. Vnd was Noth wolt im Beichtſtuel alle Suͤnden auff G Ottes/ noc es unſers HE alle unſere Heimligkeiten ein Wort auff unſere Euc. 15. v. 21. Matth H. V. 2 Plal. 39..4 tteſt phyrka ſc tneine Miſſet unden dmmi Jer. I uns fuͦ 2 ſhirG tan mnuß Ri Sat durpian Wadien hüter ter fa belgen tnehr ſ ſchs na mand ww. unh noch hen koͤn, Vhſachen ndſinzeſo di ſ., ſtingen, 9 nagg, ſonde tenaltze Regn naß Tnſndene b di. 8* 4. Werclen/ und nicht den Menſchen. über den gi. Pſalm. 43 er verſtehet alle Gedancken von ferne //½. Pnſere Miſſeihat zuſammen gefaſſet/ mu.. So dann G Ou⸗ an dem wir allein ſuͤndigen/ und uͤbels vor Ihm thuͤnunſere S un⸗ den mit eiſern Griffeln/ und mit ſpitzgen Demanten auffſchrewet/ Jer. ⁷: und auffs allergenaueſte Ihm bekandt ſind/ was zwinget uns füt ene Noch Ihme das herzuzehlen /das Erbeſſer weiß als wiur? Des Seel orgers wegen iſts auch nicht noͤthig/ dann es nerkandte Sünde ſtelet Er ins Viecht /vor ſeinent Ange, eAl9e.ns. ſicht/ ſal, po. Wie dann auch Hiob zu Ihm ſaget: Du haſt . 4 9 4 3. b. 4 meine Pbertretung in ein Buͤndlein verſiegelt/ und meine 1i0b, Ier. 17. v. ¹. ſtin G Ottes Wort ſnach dem er ſich in ſeinem Ampt allein rich⸗ ten muß nicht geboten worden. Vnd ruͤhret die Vergebung der Suͤnden haͤuptſaͤchlich nicht von ihme/ ſondern von G Oit im Himmel her/ dem man Rechenſchafft geben muß von allen Ja wie iſt es immer und ewig muͤglich/ daß jemand alle ſeine Suͤnde ſolte an den Fingern her erzehlen koͤnnen? Betet nicht David im 19. Pſalm: HErr/ wer kan mercken/ wie offt er feylet? Verzeihe mir die ver⸗ borgene Fehle. Klaget nicht Manaſſes daß ſeiner Suͤnden mehr ſind/ als des Sandes am Meer. So gantz unmuͤg⸗ lich es nun iß/ daß einet den Sand am Meer zehlen ſolte/ den nie⸗ und noch unmuͤglichet iſts auch daß einer ſeine Suͤnde ſolte er⸗ Wil itzt nicht ſagen von andetn Motiven und zehlen koͤnnen. Vrſachen die das widertathen. Was ziehen ſich dann die tollen bſal. 19. v.. — und unbeſonnenen Papiſten mit ihrer confeſione auritulari, da⸗ dutch ſie ihre Leut und Vnglaubens, Genoſſen dringen und zwolff Jahr all iſt jaͤhtlich ein⸗ zwingen/ daß ein ſeder/ der uͤbet mahl/ ſonderlich die Faſten⸗Zeit uͤber und in der Marter⸗Wo⸗ chen/alle begangene Suͤnde/mit allen Vmbſtaͤnden beichten und erzehlen muß/ wie dann in dem Endentiniſchen Conruho hiervon halté: Ex 44 celiur oportere à pænientibus omnia peccata veortalia, ein beſonderer Canon und Dece: gemacher/ dieſe s Lauts und In⸗ ec. 3 8. ſ⸗ oOſ. z. v. 10. mand weder mehren noch zehlen kan/ ſ⸗. ſo unmuͤglich/ n 1 — —— ö“* — 8— “ —— — — ea „— ——„ — 4* 4 3 ————— 1aaaa“—— —— — 4 Daßritte Predigt anldecken. nerunie, 22erun oi duigemutm ſui daruſtoen vnfäenim eid babeut, in konfeßzone recenleri, etirwli occulkipama illa ſun s fantun ad pel ſus Auo ulrime Decalopi præcepta commuſſa. a man hedroͤw tauchdie armen hochgeplageten Leute ſoſſmaan einige Suͤnde wiſſentlich verſchweigen/ ſo werden ihnen ana⸗ dern nicht vergeben/ ſondern dieſelbe verſchwiegene Suͤnde ſie da vor G Ott/ und verklage da einen Menſchen ohn Vaual zum ewigen Verdamnaͤß am Juͤngſten Tage. Daduuh j⸗ ben ſie die Leute in ſolche Angſt und Furcht geſteclet/ daß der nan Lutherus bezeuget/ er habe einen Doctor im Rechten gekennet we cher mit der Beicht ſo ſehr geplaget worden/ daß er wol drey ode vier mahl wieder zum Beichtvater kommen ſey/ ehe erdas Sa⸗ ctauent empfangen habe. Vnd als ers ihm itzt dargereichen, habe er ihme das/ was ihm unterdeſſen von Suͤnden noch eing⸗ fallen jins Ohre geſaget. Das mag traun ſeyn eine rechte 7eh ckers⸗Folter/ und Gewiſſens⸗Marter/ und wann ſonſſ giaii ns nichts mehr ſiraff wuͤrdiges am Pabſithumb were/ ſo ſolte tun doch deſſentwegen es allein fliehen und meyden/ als den Keſ ſelbſt! bevorab weil durch ſolche Ohren⸗Beichte unglaͤublich Jammer/ und wol Mord und Todtſchlag geſtifftet wird/ wan die verfluchte Jeſuiter alles auffs eigentlichſte erforſchen/ und dan Antichriſt zu Rom/ Bermoͤge ihres Ordens Geluͤbnuͤſſes all Tcana und Heimligkeiten ertzmeuchleriſcher weiſe verrathen. Vnd iſt ein zumahl ſehlechte Beſchoͤnigung/ wann ſie dieſen ren ſelbſt erdichteten Menſchen⸗Tand damit ein Faͤrblein anſt⸗ chen wollen/ daß ſie vorgeben/ der Beicht⸗ Vater ſey ein geſticha Nichter und Artzt Gleich wie man nun vor Gericht alle Vnd⸗ Kaͤnde der Mißhandlung mit Fleiß erkundet/ und ein Aꝛauu dem Patienten nicht rathen noch helffen koͤnnen/ wann er nich vorher außfuͤhrlichen Bericht der Kranckheit einnehmelalſo muͤſe man auch im Beicht⸗Stuel die Sunde uͤmbſtaͤndlich erzehlen und Sfäüche Kranckheit der Seelen dem Dtener GOuts ber ſolche Wele⸗Gleichnuͤſſe dienen nichtsmg e ohgſe Cyſ JJ.3. ſerliche ſonder Ifas Unſen gewi ken w 1 tanna Attzne lederm Kranch wder undS und gr hald 1 And u kmer merme⸗ ſs darbe aleniht Es were Suͤnden vnderaͤn gesvertr dannurd Vunttuſ II kanmühde am, Wc che/and Wyma uͤber den. Pſalm. 43 dingſten zu dem vorwichtigen Werck/ mit dem es heiſſet nach Cyriſu Worten: Mein Reich iſt nicht von dieſer Welt/ 199,. 7⁰⁶.156. Vnd das Reich GOttes kommet nicht mit qäuſ⸗ ane 21e. ſerlichen Geberden/ Zuc 7. So iſt auch nicht der Prediget/ S12. 3. ſondern der HERR JEſus allein der rechte wahre Artzt in Iſrael/ der uns alle unſere Suͤnde vergibt/ und heilet all.„„. z6. unſer Gebrechen/ Fxod.. Pſal.. Vnd wann gleich auff pſ⸗ 1203.v.z. gewiſſe Maß der Beicht⸗Vater fuͤr einen geiſtlichen Artzt geha-⸗ ten werden koͤnte/ ſo dienet es doch uͤberall nichts zur Sache/ ſin⸗ temahlein leiblicher Meaicus mancherley Sorten und Arten der Artzney hat/ und darff nicht ‿½ Av o vo geben/ well allerley nicht iederman dienlich iſt/ dannenhero muß er nothwendig eine iede Kranckbheit gruͤndlich erforſchen/ damit er eine gewiſſe Artzney da⸗ wider verordnen und gebrauchen moͤge. Ein Beicht⸗Water und Seelſorger aber/ hat nichts mehr als eine einige Artzney/ in und an dem theuren roſinfarben Blut JEſu C Hriſti/ des Hey⸗ landes aller Menſchen/ die reichet und leget er rein und allein allen und ieden bußfertigen Suͤndern auff/ dadurch geneſen ſie auch ſompt ich/ mit waſerley Suͤnd und Seelen⸗Gebrechen ſie im⸗ mermehr behafftet und vergiftet ſeyn mögen. Derwegen bleibe es darbey beſtaͤndiglich/ daß man iym alle und iede Suͤnden/ mit allen ihren BVmbſtiaͤnden mit nichten heichten und erzehlen duͤrffe: Es were dann Sache /daß ein angefochtener C hriſt eine oder mehr Suͤnden in ſeinem Gewiſſen fuͤhlete/ die ihn ſonderlich nageien und kraͤncketen/ da kan und ſoll er zwarſeinem Beicht⸗ Vater ſol⸗ ches vertrauen und klagen/ aber nicht auß Noth und Zwang/ ſon⸗ dern nur darumb/ damit er ihn dawider deſto mehr auß G. OCTtes Wort troͤſte/ und deſto inſtaͤndiger vor ym beee. „ 111. Kindet ſich bey der Erkentnuͤß und offentlichen Be, 111. kentnuͤß der Suͤnden ſo Konig David allhier thut/ das incommo. Membrum. aum, Was nemlich fuͤr Vngelegenheit ihm die Sünde ma⸗ che/ und derwegen er ſie beichten und bekennen muͤſſe: ſpricht: Vnd meine Suͤnde iſt immer vor mir. In der heiligen 3 Jii Sprachen —— 3 3——— 1 —— 8———————-— 1 — 4** 1 ₰ 1. 6 5—. 1—— 1. 8—— ——j———.. 1 . A — 1* 1* 8 1 4““ 8 5 4 3““ 8 44 1 8 5 8 4 — er. 434 Die dritte Predigt Spprachen fuͤßtet er das Woͤrtlein Neged, welches ſo viel heſſ als ſtets umb einen ſeyn/ ihn nicht verlaſſen/ noch von ihm w⸗ chen/ das wird ins gemein von unſer Mutter Eva gebraucht von der GO& ſaget: Es iſt nicht gut/ daß der Menſch alln Gen. 2.*. 8. ſey/ ich wil ihm ein Gehülffin machen/ die umb ihn Gen. 2. Das ziehet der Koͤnigliche Prophet auff die Suͤnte und ſaget/ ſie ſey immer vor ihm/ und wil andeuten/ es ſſemo Suͤnde die ich an dem Vria und ſeiner Bathſeba begangan e be/ in meinem Gewiſſen wie ein boͤſes Weib/ das immer kiefet und beiſſet/ und laͤſt mir keine Ruhe/ weder Tag noch Nacht/ ſonden gehet mir immer nach als were ſie mir zur Ehe gegeben /wo ich ge⸗ he und ſtehe/ ſo duͤncket mich/ ich ſehe den unſchuldigen Vnamm einem Winekel vor mir ſtehen/ der mir mit einem Finger die wo⸗ verdiente Straffe draͤwet/ und mich auß dem Schlaff verſtoͤen daß ich aufffahren und erſchrecken muß. Von boͤſen Weßben gir,15. 1. 3. fagt Sirach: Er wolte lieber bey Loͤwwen und Drachen woh⸗ erzenen als bey ihnen: Hr. s. Dann wann es ſa uͤbel zugieng und G Ott wolte einen fuͤr ſolchen gifftigen und reiſſenden Thi ren nicht beſchuͤtzen/ und erhalten/ wie den lieben Daniel in i Dan, 5.v. 22. Gruben/ Dan. 5, So zerriſſen und vergiffteten ſie einen bad und in einem Huy/ daß er der Marter in einem Augenblick able⸗ me/ aber bey einem boͤſen Weibe muß einer alle Tage fort und fon henente und getoͤdtet werden/ und kan doch nicht alſofort e erben. b b usus. Erkennet: Was es fuͤr eine Gelegenheit habe enit i⸗ Die Be⸗ nem böſen Geiviſſen/ Es iſt immer vor dem Menſchen /zancke ſchaffenheit und beiſſet ſich mit ihm/ und ſiellet ihm ſeine Suͤnde taͤglich und mnes boſen ſtuͤndlich vor Augen. So melden die irchen Hiſtorien vonden Gewiſſens. grauſamen Tyrannen und Bluthund dem Kaͤyſer Nerone/ der den Apoſiel Paulum ſampt ſeiner eigenen Mutter und vielen an⸗ dern erwuͤrget/ und erſchreckliche Blutſchande getrieben hatdaßen in ſeiner Flucht auß Angſt des boͤſen Gewiſſens/ und Furchtdes zukuͤnffigen Serichts/ und verdienter Straffe in ſo groſts “ Schrecien 8 acn „ taaaui an Fr⸗ Je Ketot lichel ſiehen Evan Pabſe dabon Bald d alet er ymgew ung/ u ganter⸗ in ta irundf änu Kͤiglch nng 8 4 uͤber den 5. Pſalm. b 435 Schrecken und Bedraͤngnuͤß des Hertzens kommen und dermaſ⸗ ſen beſtuͤrtzt worden ſey daß ihm ſiets zu Sinn und Muth grwe⸗ ſen/ als ſehe er all die jenigen/ die er zuvor ermordet/ vor ihm ſiehen/ und daß ſie ihn gleichſam mit ihren Haͤnden griffen/ haſchten und auffhielten/ daß er nicht entfliehen und davon lauffen koͤnte/ dar⸗ uͤber iſt ihm ſo angſt und bange im Gewiſſen worden daß er muß ſein eigen Diebhencker werden/ und auß Zweifel⸗Muth ſich ſelbſt mit einem Schwerdt erſtechen. Wie dann auch nooch wol bißweilen Leute gefunden werden/ die fuͤr Vnrux⸗, he des Gewiſſens ſich auff die Erden niederlegen/ mit dem Kopff umb ſich ſtoſſen/ mit den Fuͤſſen von ſich ſirampfſeln/ mit den Haͤnden unter ſich graben/ als ob ſie lebendig unter die Erden kriechen wolten. Einen ſolchen elenden ſehr traurigen Anblick haben geſehen unſere Vorfahren Anno 1548. an Franciſco Seira, ſo geweſen buͤrtig zu Citadela ein erfahrner Juriſt und beruͤhmter Advocat in weltlichen Rechten/ ſeines Al⸗ ters bey 0. Jahren/ hat gehabt ein Weib und u. Kinder/ mit zeit⸗ lichen Gut/ Ehren und Aemptern ziemlich begabt. Dieſer hat neben andern Gaben auch rechtes und wahres Erkentniiß des Evangelii von C Hriſio JEſu gehabt/ und daſſelbige wider des Pabſts Luͤgen ein zeitlang freudig bekandt/ aber ſich doch wieder davon abgeriſſen/ und muthwillig alſo geirret und irren wollen. Bald drauff hat er alle Gaben des Heiligen Geiſtes verlohren/ aller Troſt iſt bey ihm verſchwunden/ und iſt nichts anders bey ihm geweſen dann Züttern und Zagen/ und die hoͤchſte Verzweife⸗ lungz und iſt der arme Menſch in ſolchem greulichen Stand 6. gantzer Monat gelegen/ und nach denſelben ie laͤnger ie aͤrger mit ihm worden er hat ihm offt ſelbſt den Todt wollen anthun/ und fuͤr und fuͤr angezeiget/ daß er auß gerechtem Vrtheil ewiglich ver⸗ dammet ſeyler ſey auch ſchon lebendig in der Hoͤlle/ da leide er un⸗ rrraͤgliche Pein und Marter iſt auch endlich in hoͤchſter Verzwei⸗ felung geſtorben. Laſt uns demnach wolzuſehen/ daß wir uns icht Vnfriede in unſern Gewiſſen zurichten: Nula ſalus belb, Jiih iſ doch Prov. 14. v. 10. Thren. r. v. 12. Threr. 1. ihr voruͤber gehet/ ſchauet doch und ſehet/ ob Lyiie Tage ſeines grimmigen Zorns. wrekanein So, loſer/ wann er das auffwachende boͤſe Gewiſſen bey ſich fͤßle und faſt von der Stät nicht kommen kan/ eiwas beſſer auf ſich zcbemum eugen: Euch ſage ic oun/ de te boha gia 335 Die dritte Predigt ſey/ ſolcher Geſtalt zu verfahren/ und dennoch eitel Vnfried ii⸗ ren Hertzen anrichten. Wird das conſciens und Gewiſſen da⸗ mahleins auffwa hen/ wird der Wurm ſich einmahl regen undan⸗ fangen zu nagen/ huff G Ott/ welch Zetergeſchrey wird erfolgene Dann da iſt alsdann lauter Vnfried und Angſt/ man ſchlaffenda wache. Wann das Hertztraurig iſt/ huͤfft keinaͤuſſerliche Freude/ Prov. ½3. Alſo wann das Gewiſſen unruhig iſt de Aulfft kein Einreden/ da iſt die groſſe und aͤrgſte Pein/ die gtoͤſe Furcht/ das hefftigſte Zittern. Wann einer an einem ſichen Dtt ſehen ſolte alle Drachen auß allen Kluͤfften/ alle Baſiliſten auß allen Straͤuchen alle Tyger auß allen Waͤldern/ alle Lowa auß allen Einoͤden/ was wuͤrde ſolches fuͤr Furcht erwecken? Je doch/ was wuͤrde dieſes ſeyn/ wann ein Menſch nicht an einn ſichern ſondern gefaͤhrlichen Ort/ oder auch mitten unter diſn Beſtien ſtehen ſolte: Es ſey/ was es wolle/ die Beſtien ſind we nig zu achten/ gegen dem boͤſen Gewiſſen/ wann es ſich teg Viel weniger/ wann es zurnet/ am wenigſten wann es wuͤtet/ an aller wenigſten wann es wuͤrget V auß erleuchteten Munde/ daer ſpricht: Euch ſage ich allen die Schmertz ſey wie mein Schmertzen/ der nich troſfen bat: Dann der HERR hat mich voll venumers gemacht/ an dieſe Wort kan ein Goll⸗ iſt doch kein Nath bey aͤuſſerlichen weltlichen Krieg/ wit geſchte⸗ gen bey innerlichen Krieg des Hertzens und Gewiſſens. Wehe uͤber Wehe denen Leuten die mit uͤberhaͤufften muthwili⸗ gen Miſſethaten ſich beſchweren/ da ſie wol wiſſen/ daß es unneßt Der Prophet Jeremigs inſti nem Klaglied am. Cap. wann er ſeine Traurigkeit wegen des er⸗ baͤrmlichen Zuſtandes der verwuͤſteten Stadt Jeruſalem beſchtei⸗ ben wil; weinet vielmehr auß betruͤbten Hertzen/ dann daß er nide czan Gabte Jmmme Gotns. dana 68 hbaw d und ſei men,d ehhltl gemelde AlenMe Odem davarſu dets gac Kadicſe den Ge mutheſe btacht /³ licht gm Weib und Geviſen! Enechh t: S Iiteanbla trijndigen dindkt ich — Mor Wauß Pyfur Enyfin E ur Tun —— äber den„. Pſalm. 2 ſchauet doch und ſeher/ ob irgend ein Schmertz ſey/ wie der Schmertz/ der mich troffen hat/ dann der HERR hat mich voll Jammers gemacht/ am Tage ſeines grimmigen und gerechten Zorns. Alſo kan der Gottloſe klagen/ und zwar auß Vrſachen/ dann in ihm iſt auffs neu auffgewacht die teuffeliſche Orgel/ das boͤſe Gew iſſen] alle Regiſter ſind gangbar alle Pfeiffen ſind laut⸗ bar/ die ſchreyen ihm zu Achund Wehe/ wegen G OTtes Wort und ſeiner Diener /die er verachtet/ Ach und Wehe wegender Ar⸗ men die er verlaſſen hat! Ach und Wehe wegen der Elenden/ die er betruͤbet hat! Ach und Wehe wegen der Boßheit/ die er nicht gemeidet hat! Ach und Wehe uͤberdie verfluchte Seele/ die nach allen Mathwillen geduͤrſtet hat! Ach und Wehe uͤber den letzten Odem/ daß er die Zeit der Gnaden jaͤmmerlich verſeumet hat O der verfluchten Orgel/ die nicht allein die grauſame Melodey/ ſon⸗ dern auch den Tyranniſchen Text dargeben kan/ dergleichen ſonſt in dieſer Welt keine zu finden. Bedenckt doch liebe Chriſten/ wie dem Gottloſen muͤſſe zu muthe ſeyn? Wie anders kan ihm zu muthe ſeyn/ als einem der noch keinen Fuß zwar in das Grab ge⸗ bracht/ aber den einen allbereit in den Pfuel geſetzet. Iſt noch nicht gnug/ ſondern ſo offt er ſeine Diener oder Geſinde/ oder Weib und Kinder anſchauet/ wird die verfluchte Orgel/ das boͤſe Gewiſſen von neuen geruͤhret: So offt ſeine Sauffgeſellen/ ſeine Mit⸗Partiten⸗Macher ab⸗und zugehen/ wird ſie wieder ge⸗ ruͤhret: So offt er hoͤret den Waͤchter mit dem Nacht⸗ Horn die Ruhe anblaſen/ und die Vhren von dem Thurm die Stunden verkuͤndigen/ wird ſie noch mehr und mehr geruͤhret. Ihn be⸗ duncket nicht anders/ als ob das boͤſe Gewiſſen/ die teuffeliſche Orgelauff dieſe Art daher lautete: 221 uIgnt. Des boͤſen Gewiſſens Klag⸗ Ge⸗ Mit Sodom muſtu fort/ mit Sodom muſtu ſincken/ ſang. Vnd auß des Sathans Hand vor Wen den Schwefel rincken/ errincken; Vnd für die ſanffte Lufft das ungeſtuͤme Feuer/ Empfinden/ vor den Wind die Flammen⸗Vngeheuer. Jii n Weil ““„ . 4. 8 6 b Die vierdte Predigt Weil du mit Ninive dich niemals haſt bekehret/ Vnd vor der Gnaden⸗Thuͤr die Fuͤſſe umbgekehrtt/ 8' dir in GOttes Rath das Vrtheil ſchon gefaͤll as auch vollzogen wird nach der in jener Welt. Nicht hilfft das Moͤrder⸗Schwerd/ anffweicesg — ſicch leget/ Als er wider ſich ſelbſt/ die letzte Hande reget/ Dann dieſe Rache/ wann es vor Schmertzen lone ſeyn/ Befordert deſto ehe/ der Hoͤllen ſchwere Pein, Gung auff dißmal! AMhe. 496 v6-26⸗v530. 696·u60,50.⸗9690. 690. 68e A — Cüſtrini, d. 14. Junij Die vierdte Predigt/ * *an uss Bber den bierdten Buß⸗Pſalm des Kone ſo da iſt der und Propheten Davids/ Drdnung nach im Pſalter⸗ Buch der Ein 1 und Funffzigſte. ½, Veis.. Amdir allein habe ich geſundiget und ube t 2ddir gethan/ auff daß du Recht behalteſt in de nen Worten/ und rein bleibeſt/ wann du geni tet wirſt. auchb Jrufll Munde ten auff Cheiſten: färalen ſchudi von uns Munde Schwi imeinen Ehtſſen ⸗ Beten kannen/ teſe, elnnen Vann der, n ſinen Hiheoinder .(a)2 Veneneder Khangbieen Ann gegage neSünde, h⸗, dem Diener der Chriſtlichen Kirchen/ daß wann wir uͤber den z4. Pſalm. EXORDIUM. 2 Ebenſt dem/ Geliebte Freunde in EHnſiodaß 88 J bey einem Chriſten ſeyn ſoll I. Confeſo Reli. S) eionis die Glaubens⸗Beicht/ und Bekent⸗ 0 CHriſtus ſaget: Mattb.. Wer mich Nebenſt der Glaubens⸗ 9 obeg eeicht ſo nuͤß der Lehre/ der wir zugethan ſeyn/ davon und 677 ch be⸗ auch bey ei⸗ kennet vor den Menſchen/ den wil Ich nem Chri⸗ vor meinen himmliſchen Vater. Und der ſten ſeyn die Apoſtel Paulus ſpricht zun Roͤmern amo. So du mit dem Suͤnden⸗ Munde bekenneſt IEſum/ daß Er der HERR ſey/ und Beicht. glaubeſt in deinem Hertzen/ daß Ihn GOtt von den Tod⸗ ten auffer wecket/ ſo wirſtu ſelig; Auch ſeyn ſoll bey einem Chriſten 2. Confe ſo Laudz, die Lobe⸗Beicht da wir GOTT fuͤr allen ſeinen Wolthaten zu loben/ zu ruͤhmen/ und zu preiſen/ ſchuldig ſind: Welche Lobe⸗Beicht immerdar/ ſiete und taͤglich von uns geſchehen ſoll/ wie dann ſolche Lobe⸗Beieht ſtets im Munde gefuͤhret Koͤnig David/ laut des4. Pſalms/ da er ſpricht: Ich wil den HErrn loben allezeit/ ſein Lob ſoll immerdar Pſala4. v.. in meinem Munde ſeyn; Als iſt von noͤthen/ daß bey einem Chriſten auch ſey 3 Confehio fraudis, die Suͤnden⸗Beicht/ oder Bekentnuͤß der Boßheit/ da wir unſere Suͤnde beichten und bekennen/ welches geſchicht auff mancherley Weiſe(1) Tots Ec. A, einer gantzen Kirchen und Chriſilichen Verſamlung: Wann der/ ſo die gantze Commun und Gemein oͤffentlich geaͤt⸗ gert ſeinen Fall oͤffentlich bekennet/ und der Gemeine abbittet/ wie ſolches in der erſten Apoſtoliſchen Kirchen ſehr gebraͤuchlich gewe⸗ ſen.(2) Proximo, dem Nechſten/ daß wann wir ihm mit Worten oder Wercken zuwider geweſen/ es bekennen/ umb Ver⸗ eihung bitien/ und uns mit ihm wiederumb verſuͤhnen. Hieher dann gehoͤret der Spruch Jacobi 5. Bekenne einer dem andern ſeine Sunde/ und betet einer fuͤr dem andern.( 3) Ainiſtro&c- zum 4460 Die vierdte Predigt um heilgen Abendmahl gehen wollen/ wir uns zuvor veff zum Beichtſtul/ allda dem Diener des Worts/ ſo da ets/ ſo da ſitzet, G Ottes ſtatt/ unſere Suͤnde vortragen/ hertzliche h ſtan druͤber haben/ und darauff die gnaͤdige Abſolution der Sinden empfahen.(4 Q o0, GOTim Himmel/ entwaait gemein/ wann eine gantze Commun oder Gemeine die oöffenai Beichte dem Prediger nachſpricht/ und umb Erloͤſung der Ein⸗ den flehet und bittet/ wie an manchen Ort bey den Predigiaan Beſchluß zu geſchehen pfleget/ oder in Hecie abſonderlich ein ia vor ſich in geheim/ oder oͤffentlich/ wann wir unſer Hhertz oon S Ott außſchuͤtten im aaͤglichen Gebet unſere Suͤnde ihm beken nen! und umb derſelben Vergebung durch C Hriſtum bittenun begehren/ Immaſſen dann ſolche Beicht und bußfertiges Beken⸗ nuͤß gegen G Ott/ haben zu allen Zeiten die Heiligen G Hal mit Treu und Fleiß verrichtet. Dencket nur an den Koͤnig Da⸗ vld/ wie iſt er offt vor das Angeſicht G Ottes in wahrer Demah getreten/ und hat ſich ſelbſt beſchuldiget/ wie ſolches ſeine Buſ⸗ Pſalme außweiſen und unter denſelben auch der zite/ welchen wi anitzo unter der Hand haben/ und nachdem wir am naͤhern we Krachtet gehabt Dav⸗de pertam& ingenuam Couféſtonem. Uh ffentliches Erkentnuͤß und Bekentnuͤß der Suͤnden/ ſo det Do vid angeſtellet/ als wollen wir zu dieſem mal beſehen Confolums repetitionem, Die Wiederholung ſolcher Bekentnuͤß ſeiner Suͤnden. Hiervon zu reden/ damit es ohne Nutz nicht moͤge abgehen/ ſeuffzet zu or mit mir alſo: Hilff HErr/ hilff/ laß wol gelingen/ Dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer aller Seelen Heyl und Seligkeit/ Amenn! u IKRKACTATI. Elangend/ Ihr meine Geliebte/ unſer vorgenommenesd wirzu beſehen/ wie der David ſein vorgethanes Belenl⸗ nuß wiederholet/ ſo ſpricht er alſo: An Dir allein habe ich geſuͤndiget/ und uͤbel vor Dir gethan/ auff 2 r 7 6 Fch dugen Ertara gihaade gehalte Pſobn deS ſchwer ſind? Synuͦ deunſch a iſs! wannco dey We Hnſh Tii Dre Und I. Dutiſt ſen ſteg Fen danme drDuti An Vhert Dieinem diget,, 6C Mm undit eed de Oo tnur 8 Säna dus g. wie e ſut achde un ech dena ui über den ſ. Pſalit. 44 Recht behalteſt in deinen Worten/ und rein bletbeft/ wann du gerichtet wirſt. Dieſer Vers/ ſagen der Hrit Lutherus in Erklaͤrung dieſes Pſalms/ iſt von vielen auff mancherley Weiſe gehandelt und außgeleget worden: Vnd man hat allezelt dafuͤr gehalten daß dieſer Vers der ſehwerſte ſey in dieſem gantzen Pſalm. Vnd weil auch der Apoſtel Paulus in der Epiſtel an die Roͤmer ſein gedenclet/ und ihn anzeucht/ hat man ihn fuͤr der ſchwerſten Spruͤchen einen in heiliger Schrifft gehalten. Diß ſind Wort des Herrn⸗Lutheri und ſein Fuaicium uͤber dieſen Spruch. Weil dann nun dieſer S pruch auch einer unter an⸗ dern ſchweren Spruͤchen der Schrifft/ und ſehr nachdencklich iſt/ als iſts billig/ daß wir auch abſonderlich ihn beſehen/ da wir dann/ wann wir den Worten ordentlich nachgehen/ befinden/ daß Davld bey Wiederholung ſeiner Bekentnuͤß allhter ſetzet: 2 I. Obiedtum. Was fuͤr ein hochedles Obfedtunn von ihm ſey enaiet und beleidiget worden. Dann ſprichte Vli ſoi, An Dir allein habe ich geſuͤndiget. An Dir Der Du biſt Allmaͤchtig/ und derwegen dieh ſolte gefuͤrchtet/ und nicht ſo muthwilliglich geſuͤndiget haben. An Dir: Der Du biſt Schoͤn und derwegen dich mehr/ dann das ſuͤndige We⸗ ſen ſolte geliebet haben? An Dir/ der Du biſt weiſe/ und derwe⸗ gen deinem Wuͤllen und Befehl ſolte gefolget haben: An Dir der Du biſt warhafftig/ und derwegen deiner Draͤwung/ ſo Du den Vbertretern deines Geſetzes thuſt/ ſolte geglaͤubet haben; An Dir einem ſolchen G Ott iſts geſchehen/ wider Dich habe ich ge⸗ ſandiget/ Du/ Du biſt ſo hefftig von mir beleidiget worden. nle Dabey wir zum Nutz zu erkenen 1. Was fuͤr ein unendliches Vbel die Suͤnde ſey/ als I. fUm. — Us Us. I. Suͤnde welche GOtt den HErrn beleidiget. SOtt der HErr iſt in unendli⸗ das unendliche hoͤchſte Gut/ darumb muß die Suͤnde ein unendli⸗ ches Bbel ſeyn/ weitdasnnendliche Gut dadurch beleidiget wird. Durch die Suͤnde wider Gewiſſen nwird verloßren die Gnade und Hulde G.OTtesz die Enche Einweßhungies H. Geiſies/ ene die ches Vbel. 242 Die vierdte Predigt die Rußedes Hertzens und dierwige Seligkeisdeumb muß ſuehn groſſes und uͤberſchwenckliches Vbel ſeyn/ well wit durch ſie d groͤſten himliſchen Guͤter beraubet werden. Vndiſt freylich gevſß ſo viel die Perſon groͤſſer und herrlicher iſt/ wider welche man ſjn get und der da ſuͤndiget/ geringer und niedriger iſiſo viel iſt auz e Miſſethat hoͤher uñ groͤſſer. Derhalben dañ auch G Ott deren ſich ſelber offtmahls mit dem Majeſiaͤtiſchen Namenund dn len nennet eine Furcht und Demuth in uns zu erwecken/ o nen⸗ lich /da Er zu dem Abraham ſpricht: Ich bin der allmachtit GᷣOtt/ wandele vor mir/ und ſey fromm/ Gen. z. Abe auch befahl Moſi/ dem Volck ſeine 5, lata und Befehl anze kundigen/ hieß Er ihn alſo reden: So beſchneidet nun euurs Hertzens Vorhaut/ und ſeyd ſorder nicht halßſtarrg dann der HErr euer GOtt iſt ein GOtt aller G otter/ und HErr uͤber alle Herren/ ein groſſer GOT/ maͤchtigund ſchreck ich/ der keine Perſon achtet/ und kein Geſchen nimbt/ Deur.. Hierauß kan ihm nun ein iedet Chriſt euit lich nachdencken/ wie unendlich deſſen Majeſtaͤt ſey/ den wir g me irrdiſche Wuͤrmlein ſo offtmahls und ſo liederlich ndieſem un ben erzuͤmnen. Wir ſehen daß hier auff Erden kein Menſthyi Maſeſtaͤt eines Potentaten oͤffentlieh verletzen/ oder in ſeinemo biet ein Wort wider ihn reden darff. Vnd was iſt doch die Me⸗ feſtaͤt aller irrdiſchen Potentaten/ gegen die hohe goͤttliche Mat⸗ Naͤt zu rechnen? Der mit einem Wort den aimmel die Etde un alle E. reaturen derſelben geſchaffen/ und dieſelbe wieder miteinen Wort zu nichte machen kan. Dem alle Creaturen/ die Et hat geſchaffen/ die Engel/ Himmel und Elementa dienen/ und ſeine Befehl ſchnell und ohn einigen Verzug oder Wegerung muͤſn außrichten. Allein der Suͤnder darff ſich wider dieſe Maitſu aufflehnen/ und fuͤrchtet ſich nieht den zu erzuͤrnen/ den die Eng preiſen/ die Herrſchafften anbeten vor dem die Kraͤfften zittern unnd den die hoͤchſte Rmmel/ ſampt den Cherubim und Sau Pdim ſteiig ehren ruͤhmen und preiſen. So gedencke unun Meyſch u M d aureden berachte maad vanhe ſäät un zuſche Goͤtt lehe obdude inem? und ung gehende ſ dß dega ſig das Hium der Erd⸗ let hervo do ſcheſt dr Kraßf und eben, lis wütſt dt d vſß wie dnh Gotg dennG. geteſten kennn da afäſin d der 3 i oein Straffe uͤber die Suͤnder geordnet hat. i S t ſo eine ſirenge Straffe uͤber die Suͤnder geordnet hat 2. Die Suͤn⸗ in kennen/ daß GOtt der HErr durch die Suͤnde der andern de der an⸗ 7 bus Taffel ſeines Geſetzes/ eben ſo wol als durch die Sünde Leen n 6 el⸗ wider der erſten Daſfebeleſoige pwede Danotelas ſowolwider Gott gleich 44 Duee vierdte Predigt *rſten Tafel. ben Gebot aber der andern Taffel von der Liebe gegen dem ſan⸗ ſien handeln/ und alſo die Suͤnde wider dieſelbe/ entweden Nechſten/ oder uns ſelbſten betreffen: So gehen ſie dorh auch cundariò& mesdiats, folgend und mitlelbahrer Weiſe Gndi „ Errn ſelbſten an. Wie dann hie Davld da r widerdasfäuſ⸗ te und ſechſte Gebot ſuͤndiget/ wird ein Moͤrder und Ehebyecha ermordet den Vriam/ und viel ehrlicher/ redlicher S oldaten meht macht viel Witwen und Waͤiſen ſchaͤndet ſich und Baihſebam mit Ehe bruch/ verurſachet allerley Laͤſtei⸗Reden; zeucht ſchrallche Sctraffen aͤber ſeinen eigenen Hals: Nichts deſto weniger de⸗ kennet er/ daß er damit G Ott beleidiget /ſich auch an ihm ſelbſte verfuͤnd gethabe. Vnd demnach wer wider das vietdte Gehun ſich an ſeinen Eltern und vorgeſetzten Obern inin Vngehorſan verſuͤndiget/ wer wider das Juͤnffte ſeinen Nechſten haſſet nelde an ſei nen Leib und Leben S chaden zufuͤget/ ſehlaͤget und ermo det; Wer wider das Sechſte unkenſch und unzuͤchtig lebet; W wider das Siebende ſeinem Nechſten das ſeine raubet und ſuhlt der mit Finantzerey/ Betrug/ Liſt/ Schinderey/ unter dem Schein des Rechten an ſieh bringet; Wer widerdas achte Gebot ſeinen Nechſten faͤlſchlich beleuget/ betreuget/ mit Affterreden oden boͤſen Leumund machen; Wet wider das Neundte und Zehende begehret ſeines Hauſes/ Knech Magd/ Ochſen/ Eſel/ oder alls was ſein iſt/ der vergreifft ſich durch ſeinen Nechſten an GOdd den HErrn und verſuͤndiget ſich an ihm ſelbſten. Dann di Gebot der andern Taffel/ und Suͤnde wider den Nechſten ſind de erſten gleich/ Mtautb. ⸗2. Gleich ſind ſie/ weil G Ott dieſe Ge⸗ weil eines ſo wol als das ander uns zum Gehorſam verbinden zuch OO eines ſo wol ais die andere gehalten hahennn deed eſſe Gebottvon der Lebe gegen G Otthandeln uth ahe Suͤnde/ ſo dawider gelebet/ primd&s mmediatè, techt und ohn Sünde der mittelbahr wider G Ott/und ſeine Majeßlaͤt gehen /die uͤbngen ſin Hlach pi lber Mahſe ſäͤndier dafor s gge pen? ſen ve All.9 g 1 aucht fh di ſ wollen waanſt ſeidigen 8 4 4* HeW Abfurd fmhar ſeinen nen B ben/ do ihrn da 4 Jal. 4. tden 9 demuß 7 Tahjeckem Siden b fandige ſah ebhet. Mannna th e von ſindiget dtſi Keuhte Aran es ht H ſcha u. hichts rd edag den Wagte Nech rr ſctw 3 1 1ddt 6ts ſene Samkt uͤber den s.. Pſalm. 445 ‚leich/ weil gleicher maleaictions. Fluch uͤber einen Vbertreter/ wie uͤber den andern ergehet/ auch die Verbrecher/ ſo wider den Nechſten ſuͤndigen/ eben ſo wol ſtraffet/ als die wider GOtt ſelbſt ſuͤndigen: Gleich weil was dem Nechſten geſchiehet GOtteben dafaͤr achtet/ als wann es Ihme geſchehen/ wie Er dann ſaget zu nen Augapffel an. Auch CHriſtus Saulo als er die Chri⸗ ſeinen Glaͤubigen/ Zacꝰ. ². Wer euch antaſtet/ der taſtet mei⸗ Zach.8. v.8- ſien verfolgetelentgegen rieff: Saul/ was ver folgeſt du nich/ At 9. v.r. Deß gleichen am Juͤngſten Tage zu den Verdamten ſa⸗ AAT. 9. gen wird: Was ihr dieſen nicht gethan/ das habt ihr mir Matth. 25. . auch nicht gethan/ Alattb. 2. Weiches dann mercken ſol⸗ len die Heuchel⸗ und Plapper⸗Chriſten/ die da vermeinen/ ſie wollen gleichwol gute Chriſten ſeyn/ GOS neben und ehren/ wann ſie ſchon den Nechſten haſſen neiden/ vervortheilen und be⸗ leidigen. Aber nicht allein allhier David/ ſondern auch vor⸗ nemlich Joh annes ſaat kurtz rund Nein dazu/ und haͤlt es fuͤr ein abſurduim, abſurdorunm, abſaurdiaꝶum, fuͤr ein ungereimbte of⸗ V. 4/ fenbare Luͤgen ſo iemand pricht/ ich liebe GOtt/ und haſſet . JA,—„ 2, ſeinen Bruder/ der in/ ſagt erſein Luͤgner. Dann wer ſei⸗ nen Brider nicht liebet/ den er ſthet/ wie kan er GOtt lie⸗ ben/ den er nicht ſihet? Vnd diß Gehot haben wir von, on.. ihm/ daß iver GOtt klebet/ der auch ſeinen Bruder liebet/ 7. J. 4. Wer nun G Oit rocht lieben wil! der muß ſich auch an den Nechſten nicht verſundigen wer G O& T recht lieben wil der muß ſeinen Nechſten auch lieben.⸗ 71. Finden wir bey dieſer Wiederholung der Bekentnuͤß Subjectum, wer dann ſolches gethan/ und G Ott ſo ſehr mit Suͤnden beleſdiget gehabt? Hiervon ſiehet alſo: Ich habe ge⸗ ſuͤndiget/ Ich habe uͤbelgethan. Diß ſagt nun David von ſich ſelber: Wer war dann aber der David? War er nicht ein Mann nach dem Willen G Ottes? Freylich ja: Dennoch aber thut er von ſich bekennen: Peccayi, malum feci, Ich habe ge⸗ ſuͤndiget/ Ich habe uͤbel gethon. b Kkk ii Hiey V. 20. II. Membrum, — 4— — — d A .— — n 3 —————g————. As Die vierdte Predigt usus. Rier erkennen wir: Ob die Keuaezund Wiedergehohins Die Wie ſo vorſichtig in ihrem Eeben ſeyn koͤnnen/ daß ſienict ſtmn dergebornen wellen einen Fehltritt thun und wider G Ottden HEnn un und Heiligen gen? O fteylich iſts ja leicht mit ihnen geſchehen/ daß ſe thun auch fallen. Irzmaſſen dann die hellige Schrifft vicffaͤltig hanan 8 ſändene n zeuget/ wie olches ſonderlich zu ſehen auß denen Spruͤczenne syſt. Th. Schrifft/ darinn wir finden/ wie wir alle mit einander der Sin⸗ tom. 1. de den unterworffen ſeyn. Im 14. Pſalm ſaget David: GOtt peccato qv. ſchauet vom Himmel/ auff aller Menſchen Kinder/ daße 3. p. 486. ſehe/ ob iemand klug ſey/ und nach GOTE frage)/ aberſ Plal. 14. vaz. ſind alle abgewichen/ und alleſampt untuͤchtig/ da iſt kainer b der Gutes thue/ auch nicht einer. Da iſt kein Menſch der 1. Keg. 8. nicht ſuͤndige/ ſagt Salomon. Reg.. Vnd ſo wir ſagen/ v.46. wir haben keine Suͤnde/ ſo betriegen wir uns ſelbſt/ un * h. 4 7„.* 1. Joh. 1. V. die Warkeit iſt nicht in uns/⸗. Job. I. Wnd gilt hier nichts 8.10. b daß auff der Seiten der /ecus docentium, die es anders wollin vorgegeben wird/ als weren ſolche Reden der Scchrifft Hyele liſchl es wuͤrde nur ſo groß gemacht/ weil dadurch angedeutetwa de daß kaum ein Menſch ohne Suͤnde gefunden werde/etliche we nig aber gleichwel ſeyn ſo ohne Suͤnden geleb et als dañderEban geliſt Lucas meldet von dem Zacharia und ſeiner Elſabetß i ſie geweſen alle beyde fromm vor G Ott/ und gegangenit Luc.* v. 6. allen Geboten und Satzungen des HER untadelch Euc.. und von andern dergleichen mehr. Aber dieſe Einwir⸗ dung iſt nichts: Dann daß ſolche Arken zu reden in helliget Schrifft/ da wir alle fuͤr Suͤnder erklaͤret werden nicht ſey Mher. boliſch/ und daß es nicht nur ſo nach Art der Redener uͤberals groß gemacht ſondern es ſey in der That und Warheit alſo das bezeugen gnugſam die Exempla der Heiligen/ ſo bald in dieſen bald in jenen Suͤnden⸗Fall gerathen/ und faget der Apoſtel Pau⸗ s Cor.. Daß alsdann wir ohne Suͤ werdet Daß alsdar Hne Suͤnde ſeyn werden wann 1. Cor. 1. v. das Berweßlich ewird anziehen das Bnverweßlicht/ und 5.54. diß Sterbliche wird anziehen die Vnſterbligkeit. So — hehei Geuac daß wi de W nandt 3 Jo gena bung rechn Nlhti wegen Dudi 6 Iömg ſaden nenw ſieihn Un ko Mann dennoc⸗ Kindern geher R. en Mae eineigen Mfes ah hen G Darſichd kaühmet iegen Kn nge Feilegen uictun — — ken „di e te nder Hi Adurd Hrrt Fundet Hette — — — 11 — —— nittet kedd — — — 2 ,— —— (₰ —— —— —— .— 4— a——“ * —— 1——-— — 2—— —““ 3—*— 3 4 8— — 1 8 4 gehet Blutſchande mit ſeinen Toͤchtern/ Cen.„. Abraham iſt b uͤber den si. Pſalm. 447 So werden auch vergeblich hieruͤber eingefuhret die Spruͤ⸗ che heiüger Schrifft/ darinn der Frommen und Glaͤubigen ihre Gerechtigkeit geprieſen wird/ wann man dadurch dieſen Punet/ daß wir alle Suͤnder ſeyn/ und leicht umbſtoſſen wolle: Dann die Wiedergebohrnen und Frommen werden zwar Gerechte ge⸗ . e. nandt nicht als ob ſie ohn alle Sunde waͤren/ dawider Johannes. joh.1. v.. Foban. 1. und der 143. Pſalm. Sondern Gerechte werden ſie bl. 143. v.. genandt und geprieſen/ theils wegen der vollkommenen Berge⸗ bung ihrer Suͤnden/ 5al. 32. Rom. a2 theils wegen C Hriſtl zuge⸗ Pſal. 32. v. 1. rechneten Gerechtigkeit/2. Cor. 1. 2. Cor. 5. thells wegen der Ge⸗ ſeg. rechtigkeit nicht ihrer Perſon/ ſondern ihrer Sachen/ Pal.§. theils Kamn. v.5. wegen der Collation und Zuſammenhaltung gegen den Goitloſen: 1. C 947 1 Da dieſe es ihnen einen Einſt ſeyn laſſen mit ihrer Froͤmmigkeit 83. G Ott dem HErrn zu dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit/ ſo 2.COr.5.v. in Ihm gefaͤllig/ Luc. 1. Pbil.3. bey jenen aber iſt ein ſolches nicht zu pſal 19.v.25. finden. Immittelſt bleibets darbey/ daß auch die Wiedergebohr⸗ Loc. 1. v. ö. nen und hellige Leute G Ottes ſo ſchwach/ daß ſie gar leicht/ wo pkil. 3. v. 9. ſie ihnen ſelbſt zu viel trauen/ in Suͤnden gerathen und dahin fal⸗ 19. len konnen. Sehet an die traurige Faͤlle. Noah war ein fonm Mann/ und ohne Wandel/ und fuͤhret ein Goͤttlich Leben, Gen. 6. Gen. 6. v. 9. dennoch aber gerieth er in Trunckenheit/ und gabe hiermit ſeinen Kindern groß Ergernuͤß/ Gen.. Loth der Gerechte/ a. Pet. 2. be⸗ Sen.9. v. 2r 2. Pet. 2. v. 7⸗ ein Vater aller Glaͤubigen/ und dennoch iſt er ſo zaghafftis/ daß er Sn 39 ſein eigen Weib verleugnei, ſaget es ſey ſeine Schweſter/ Gen. 20. Ge n.20. v. 1z. Moſes war ein Mann getreu in dem Hauſe G OTtes/ mit wel⸗ chem G Ott redete/ wie ein Freund mü dem andern/ und verſuͤn: digte ſich doch mit Vnglauben an G Ott/ Num. 20. Hiob wird Num. 29, gerühmet/ wie er geweſen ſchlecht und recht Gottfuͤrchtig/ und das Boͤſe gemeidet/ Hiob.:. v. i. und verſuͤndiget ſich doch ſo hefftig mit Vngedult/ Miob. 7. v. 2. /g. Vnd wer wilalle Exempel det gefallenen Heiligen erzehlen. Darumb ſo ſaget Koͤnig Dabvid b nicht unbillich im z2. Pſalm 1 Dafuͤr/ nemlich umb Vergebung Pſal. 32. 3 64 der 4 83s Die verrdte Predggt der Saͤnden/ werden dich alle Heiligen bitken/ zur rerdte dee AWeta alepmag n ſeegden Soznntun dertaͤuffern/ Schwenckfeldern und andern dergleichen Secuß da vorgeben/ als ob dideedeſaehohenennhden 89— Buh ſolcher Vollekommenheit gelangen„ koͤnten alle nachennae Erarhm. waͤren derer ⸗ngumenraund Vorwuͤtffe Ontenalen Kaͤrgd S. Ih. etzehlet/ und allhiet widerlegen wetden/ da wi deden na S8.ka. Zeit/ ſo wol auch wegen des gemeinen Volcle es denlh un 488. ſeg. eten.“ ederßolan 111I. endt en Setzet der Koͤnig David bey ſolcher Wiedehoſtn Membrum. Glaſt. ph. Sac. lib. 5⸗* Ex. 10, V. 10. Ez 43.V. 23. b 8 m da Koͤng rr. d vonden Augen GOTtes geredet wird im n. Pſalm da f.4. Oe gorgen GOtl abet di wird zaddt het: die? hen/ 60 ynih gebau Hertz wum Oa durch ſchre thnen dſe A. daß ic dem un Mafeſt tam gor Jhhe davegen hanbor tie Gat poſemen br Di ktachee 9 dialls 1 I o H d fa 1 9. d diß alles habe ich hindan geſetzet/ und habe uͤbel gethan Moy fe⸗ Sac. lib.3. tr. *——— uber den 51. Pſalm. 449 Das iſt: Suͤndiget weder heimlich nochoͤffentlich/ weil ich alles gar genaue ſehe/ weiß und erkenne.(ꝛ2) Witd durch die Augen G Ottes angedeutet us providentia, ſeine guͤtige Vorſorge aͤber die Menſchen. Wie von den Augen GOTtes geredet wird/ Deus. u. da Meldung geſchicht/ wie GO durch ſeine Deut. It.v. gnaͤdige Vorſorge das Land ftuchtbar mache. Wann alſo ſte⸗ het: Auff welch Land der HErr dein GOtt acht hat/ und die Augen des HErrn deines GOttes immer darauff ſe⸗ Reg v.z. ben/ von Anfang des Jahrs biß ans Ende Reg. g. Da G Ott der HErr zum andernmahl dem Salomon erſcheinet/ und ſpricht/ wie er ſein Gebet und Flehen erhoͤret/ und diß Hauß ſo er gebauet/ geheiliget/ ſo ſpricht er/ daß ſeine Augen und ſein Hertz ſollen da ſeyn allwege: Das iſt/ Er wolle mit ſeiner Gnaden/ und reichen Segen daſelbſt ſeyn/ /al. 32. Ich wil dich Plal. 32. v. 8. mit meinen Augen leiten/ das iſt Ich wil mit meinen Gnaden⸗ O eiſt dich unterrichten und auff rechten Weg fuͤhren.(3z) Wird durch G.O Ttes Augen verſianden/ DElra, ſein orn und ſchreckliche Straffen/ mor o. Ich wil meine Augen uͤber Amos 9. v. ihnen halten zum Vngꝛüͤck/ und nicht zum Guten; Sihe/ 4 u. z. die Augen des HErrn ſehen auff ein ſuͤndiges Koͤnigreich/ daß ichs vom Erdboden gantz vertilge. ⁵¼. 3. ſtehet von Eſa. 3. v. 8. dem ungehorſamen Volck Iſrael: Daß ſie den Augen ſeiner Majeſtaͤt widerſtreben: Das iſt/ daß ſie die gsttliche Mafeſtaͤt zum Zorn reitzen. So wil demnach nun Koͤnig David ſagen/ Ich habe uͤbel gethan vor Dit/ der Du biſt Allwiſſend/ und ſolte derwegen betrachtet haben/ du wuͤrdeſt es ſehen: Ich habe uͤbel ge⸗ than vor Dir/ der Du ſo giltig biſt/und ſolte betrachtet haben/ wie viel Gut und Wolthaten Du mir erwieſen/ und derwegen mit ge⸗ horſamen Leben danckbar geweſen ſeyn: Ich habe uͤbel gethan vor Dir/ der Du kanſt ſehr zornig werden/ und derwegen ſolte be⸗ b trachtet haben wie Dues wuͤrdeſt heimſuchen und ſtraffen. Aber Glaſt Ph. *., Ich habe es mit Fleiß und Willen alſo zugerichtet/ wie wir z. p. 64. b aI pflegen o Die vierdte Predigt David ſprechen in ſolches boͤſes Eſſen und Suppen eingehzoci und zugerichte. UsSus. Hierbey zu erkennen: Wie ſehr uͤbel die ſenigen thun/ we⸗ che/ wann ſie geſuͤndiget haben/ nicht einmahl an dieſes Vorde gedencken/ ſondern der Suͤnden wollen loß ſeyn/ neganda, i Lengnen: Wie dann in ſeinen boͤſen Haͤndein ſich mancha an der Welt mit Tucken kan außdrehen/ und wol darvon koninen und dencket mancher/ hat es doch niemand geſehen/ daß ich dii oder jene Suͤnde begangen habe /ich wil nein darzu ſagen/ und ſi b ches nicht geſtehen. O weit gefehlet: Sihe G Htt hat esz Joh. z. v. ſehen/ der in das verborgene hinein ſihet/ Jab. 2. Der JHhettz un n. 35 Nieren pruͤfet/ Pſal, 7. Daru mb ſo ſaget Auguſlinus. Fi Pns hes b 2l. 7.V. O. care, vere, uli te non bidea: O EIlS,& fac vod vr. So wilt fuͤndigen/ ſo thue es da/ da es G Ott nicht ſihet. Ein Alt K r in üſpanten als ein Todeſchlag degangen war/ und mafi — T haͤter nicht wiſſen kunte befahl/ daß alle die zur Stelle wan er/ wie ſich ihre Hertzen bewegten. Vnd als er auff einem kan dem das Hertz hefftig zappelte/ zeißet er ihn/ daß er den Mond be te. Nun du Suͤnden Knecht und Suͤnden⸗Magd ſptichſt auch Fſal. 4.v. 7mit jenen Spoͤttern auß dem 94. Pſalm: Der HErr ſihet es nicht/ und der GOTT Jacob achtet es nicht: Ob du wol auch eine zeitlang mit Leugnen davon kommeſt/ ſihe* sd de G Ott der ſirenge Richter endlich in deiner letzten Todes⸗Stun⸗ de/ oder auf den Juͤngſten Tag an dein Herxtz greiffen/ das witd brechen und dich deiner Suͤnden zeihen/ uͤberweiſen und vetdan⸗ men. Ö ſo leugne ſa niemand ſeine Suͤnde/ well es G Oltae Fhen/ damn nicht alle deine Gebeine verſchmachten/ und dai Saff vertruckne/wie es im Sommer duͤrre witd/ Mlase, dn. Spoſind auch welche/ wann ſee geſuͤndiget an diß Coranw VTor Dir/ nicht gedencken, ſondern der Suͤnden wollen 9. 77 pflegen zu ſagen/ ein Eſſen zurichten) alſo habe ich mir dach/ e hervor treten und vorne ihre Bruͤſte entbloͤſſen muſten/ da fuͤhtt * gangen haͤtte/ welcher ſehr erſchrack und ſolches nicht leugnen kun Exitan ſe Gchnd Landet dem H dem ke Woß du hi mch/ Munj auſt fuͤbre bie N nicht 1 . h vando Mom manc kecht 4 Him men/w. llich a teliſigr dinn be⸗ ſdage ſihawir Prurannn denſehend Pudir AMpſa ſonn bnhaie — 1—yö . äber den. Pſalm. 45* mitande, durch die Flucht. Vermeynen ſie wollen entlauf⸗ fen. In Welt⸗ Schulden gehet dieſes offt an/ wann man Schuld legen ſollſo gibt mancher Ferſen⸗Geld/ laͤufft in andere Laͤnder/ da er nicht kan bald erleichet werden. Aber bey G. Ots dem HErrn/ wann du vor Ihm geſuͤndiget haſt/ gilt ſolches nicht! dem kanſiu nicht entlauffen/ Er iſt allenthalben gegenwertig: Wo wilſtu hinauß gehen vor ſeinem Geiſt? Vnd wo wilt du hinfliehen vor ſeinem Angeſicht? Faͤhreſtu gegen Him⸗ mel/ ſo iſt Er da/ betteſtu dir in die Hölle/ ſo iſt Er daa: Nimmeſtu Fluͤgel der Morgenroͤthe/ und bleibeſt m aͤuſſerſten des Meers ſo wird dich doch ſeine Hand daſelbſt fuͤhren/ ſprichſtn/ Finſternuͤß moͤgen mich decken/ ſo muß Pſal. 139.2. die Nacht auch licht umb dich ſeyn/ dann auch Finſternüß 7. ſeg. nicht Finſternüß bey ihm iſt/ ꝛc. Nhal. 9o. Anddere wollen der Suͤnden loß ſeyn erſt uͤber etliche Zeit/ nur behel fen ſich demnach mit dem Terg⸗ verſando& procyaſii- wanaon in dem ſie Morgen/ Vber Morgen uͤber ſo viel Wochen/ Monat/ Jahr/ zc. wollen alles wieder gut machen. Als dann mancher ſpricht/ ich bin noch friſch/ jung und ſtarck/ habe erſt kaum recht angefangen zu leben/ und ſoll ſchon hart Leben vor dem H Eern Zebaoth fuͤhren? Ich wil vor außtolliſiren und ſchwaͤr⸗ men/ wann ich nun dieſes Welt⸗Weſens ſatt und muůde/ alsdann wil ich auch G Ott dienen und ſeine Gebot halten: Der Him⸗ mel iſt groß und weit gnug/ ich kan zu leder Zeit ein Raͤumlein drinn bekommen/ wann ich nur mit meiner Hand an die Bruſt ſchlage/ und ſage/ Pater peccavi, Vater/ ich habe gefundiget/ ſo ſtehet mir alſofort der Himmel offen. Solche ſind nicht fratres enorantie, als die es nicht wuͤſten/ ſondern /ratres maliriæ, Suͤn⸗ denliebende Zornfaͤſſer/ die da nicht einmahl an das Coram te, Vor Dir/ und wie ſie vor GOOtt dem HErrn/ und deſſen heiligen Angeſicht fuͤndigen/ gedencken/ und mißbrauchen alſo mit Auff⸗ ſchiebung ihrer Buß/ G Ottes des himmliſchen Vaters Barm⸗ hertzigkeſt/ ſie ireten das Verdienſt ſeines Sohnes C Hriſti mit Nom. 3.v. z 452 Dee vierdte Predigt Fuͤſſen/ ſie ſpotten des werthen heiligen Geiſtes und ſcherzen mi dem Teuffel/ als ob ſie den wie eine Fliege in einem Augenha koͤnten von ſich ſagen und pritzſchen/ ja es begeben ſich ſalh Auffſchleblinge in groſſe Gefaͤhrligkeit: Dann ſaget der leßi⸗ chen⸗Lehrer Augußtinus. Homo per ſe cadere poreit, ſed zeſ reſurgere non valer: Der Menſch kan zwar vor ſich ſelbſtſaͤnd gen und fallen/ aber von ſich ſelbſt auffſtehen/ das iſt nichthm⸗ ſchen⸗Werck: Sondern G. Ottes Werc. II. Weiſet auch endlich der Koͤnig Daoid bey Wiede⸗ Membrum. holung ſeiner Bekentnuͤß yentum, wie es doch dabey ablaufe/ wann er alſo ſeine Suͤnde fuͤhle und erkenne/ wie uͤbelen gethan/ davon ſpricht er alſo: Auff daß Du Recht behalleſt in der nen Worten und rein bieibeft/ wann Du gerichtet wirſß Eins mahls ſagt er: Auff daß On Rech behalteſt in deinen Worten/ da dann nicht des Propheten Meynung/ daß GOus Gerechtigkeit durch unſere Suͤnde gepreiſet und gemehret wun wie etliche gottloſe Leute den heiligen Paulum laͤſterten/ und ijn Schuld gaben/ daß er alſo lehren thaͤte Rom. 3. ſondern das iſde einfaͤllige Meynung und B erſtand dieſer Wort: An Din allein ſuͤndige ich/ auff daß beſtehe und war bleibe/ daß du allen geueat ſeyſt die Suͤnder fromm und gerecht macheſt/ weil duͦ ſie allin von Suͤnden erloͤſet/ in dem/ daß du ihnen ihre Vbertretung ven⸗ giebeſt die Suͤnde bedeckeſt/ und ihre Miſſrthat nicht zur chneſ die auff deine Gnade und Barmhertzigkei trauen/ und zoſfin und zu derſelben allein ihre Zuflucht haben. Dieſen Verſuand szeiget S. Paulus klaͤrlich an in itztgemeldten Worten/ Romz⸗ Darumd ſo muß man dieſe Wort/ Auff daß Du recht bleibeſt alſo verſtehen/ nicht daß unſere Suͤnde GOc gerecht machen/ oder ſeine Gerechtigkeit preiſen/ oder daß ſie ein Vrſach ſeynſol ten dadurch G Oties Guͤte geruͤhmet und gelobet wuͤrde/ ſondem daß wir allein die zwey Stuͤck bekennen/ erſtlich daß alle Men⸗ ſchen Sunder und Luͤgner ſind/ darnach daß iederman wiſſe um bekandt were/ daß G Ott alle in gerecht ſey/ und alle Gottloſen 4 6 330 th ewi Guͤnde gechtig. dannle chese ligkei derſyt gannz ih da hekenn Manſe mand deine; Recht wollen preiſ me un beyde⸗ wen G. und kein Gerechit Eheefto hergere prechtn Da gerichket 669. dlen gere Aahb. ddR Kitman uͤber den 1. Pſalm. 4 an JEſum C Hriſtum glaͤuben/ gerecht mache. Dann diß iſt ein ewiger Kampff mit den hoffaͤrtigen Heiligen! daß ſie nicht Suͤnder ſeyn wollen noch leiden/ daß man ihre Papiſtiſche Ge⸗ rechtigkeit ſtraffe und verdamme. Was iſi aber das anders/ dann leugnen daß G Ottallein gerecht ſey? David aber der ſol⸗ ches erfahren/ der ruͤhmet hier nicht ſeine Gerechtigkeit oder Hei⸗ ligkeit/ oder irgend ein einig Verdienſt/ ſondern ſpricht das Wi⸗ derſpiel! nemlich/ ich bekenne/ daß ich ein Suͤnder din/ daß meine gantze Natur und alle meine Kraͤffte nichts anders koͤnnen/ wann ich deines Gnaden⸗Geiſtes beraubet bin/ dann ſundigen. Das bekenne ich erſtlich fuͤr mich/ darnach von wegen der gantzen Menſchlichen Natur/ auf daß Du allein gerecht ſeyſt/ und nie⸗ mand keine andere Gerechtigkeit ſuche/ wiſſe oder hegehre/ dann deine; Darumd folget nicht auß dieſen Worten/ Auff daß Du Recht behalteſt/ ꝛc. welches die Gotteslaͤſterer hierauß zwingen wollen/ daß ſie ſagen/ ſo G Ott durch unſere Vngerechtigkeit ge⸗ preiſet wud/ ſo laſſet uns uͤbels thun/ auff daß Gutes drauß kom⸗ me/ und O Ott mehr gepreiſet werde /ſondern das folget drauß/ daß beyde Juͤden und Griechen unter der Suͤnde ſeyn/ Roꝛn. 3. und weil G Ott allein gerecht/ koͤnnen weder Juͤden noch Griechen/ und kein Menſch auff Erden durch ihre Werck/ Vermoͤgen/ oder Gerechiigkeit von Suͤnden frey und loß werden/ ſondern daß die Ehre fromm und gerecht zu machen allein G. Ott gebuͤhre/ wel⸗ cher gerecht iſt/ und den/ der da des Glaubens an JEſu/ gerecht macht/ Kom. 3. Daß er aber hinzu ſetzet: Vnd rein blelbeſt/ wann Du gerichtet wirſt. Das thut er darumb weil das Vrtheil/ wel⸗ ches GOT uͤber uns faͤllet/ daß wir alle Suͤnder ſeyn/ und Er allein gerecht von dem Teuffel und von dem groſſen Theil der Welt als Tuͤrcken/ Juͤden/ Papiſten! ꝛc. angefochten wird/ la auth wol wit von uns ſelbſten/ die wir das Wort haben/ diß Vriheil nicht unangefochten laſſen. LIl ü Rom z. v. 23. Rom 3, V.z6 Hier⸗ 44 Die vierdte Predigt usus. Heerdey exkennrnneet SOttmuß 1. Wie SHit der HErr in ſeinen Worten und Wer⸗ ſich rechtfer⸗ cken auff allen Seiten ſich muͤſſe meiſtern/ tadeln And eigen laſſen ſtraffen laſſen. Dem Teuffel kan der vielfromme Goe⸗ vom Teuffel/ nichts zu rechte machen/ das er nicht ſirgffen und tade eſ Welt und Das mache er iſt ein Satan/ wie er heiſſet auß der Hedaſt Sacre Sprachelein Widerſacher und ſolcher Feind/ der G HKan Blut. Hern in allen ſeinen Wercken zuwider iſt. Wie er dannaa 4 allein bald im Anfang der Schoͤpffung G. Ott im Himmalt ſtern und ſeinen Stuel neben ſeinen Stuel ſetzen wolte/ gleich wann er nicht aut und koͤſtlich gnug erſchaffen waͤre/ ſondetn aun auff Erden im Paradieß/ endert und kehret er ſeine Wott ſchnn Een. z.*. 4. ſtracks umb/ und ſaget zu der Eva/ Gen. 3. Ihr werdet mi nichten des Todes ſterben: Zuwider dem Befehl und En⸗ tentz des Allerhoͤchſten/ dem Adam gegeben: Von dem Baum Gena. va. des Erkentnuͤſſes Gutes und Boͤſes ſoltu nicht eſſen/ dan Feſches Tages du davon iſſeſt/ wirſtu des Todes ſterba Geneſ. 2. 1 Die SGottloſe Welt als des hoͤlliſchen Drachens Braut reformiret auch immerzu G Oit in ſeinen Wotten und Wertien da C Hriſtus klaget Aranutb. ¹1. Die Weißheit muͤſſt ſih rechtfertigen laſſen von ihren Kindern. Da dann dal muͤſſen von den Epieurern die Feſt⸗ und Sabbath⸗Tage/ de SO ſeinem Namen geheiliget hat/ unnuͤtz und vergelens b ſeyn: Warumb/ ſprechen die Heuchler und Spoͤtter mußein 3ir. 3. v.7. Tag heiliger ſeyn/ dann der ander/ ſo doch die Sonnezu⸗ glleich alle Tage im Jahr machet? Sr.„. Bald ſind/ Re da wollen den frommen G. O T die Vrſach der Suͤnden auſſ bringen/ als wann Er die Menſchen zur Suͤnde/ zum Codt und zur Verdamnuͤß erſchaffen haͤtte. Bald ſtraffen ſie Ihn lugn 216,„⸗ Alſeinen Verheiſſungen/ mit welchen Er verſprochen die ti klal 6r».6. zu belohnen/ die ſeinen Namen fuͤrchten/ Blabn.. Eßſſ umbſonſt/ laſſen ſie ſich vemehmen/ daß man EOtt da Anter de dawider Eyruͤch Worter Eszeb inndiſer der him 4114 lio ⸗ nnäͤwa läuu uha, G enge über den Fi. Pſaun. und was nuͤtzet es/ daß wir ſeine Gebot halten/ und hart Peben vor dem HErrn Zebaoth fuͤhren? Wir preiſen viel⸗ mehr die Veraͤchter/ dann die Sottloſen nehmen zu/ ſie verſuchen GOtt/ und gehet ihnen alles wolhinauß/ Ala. Mal. r. ⁵ lack.z. Vnd was kan doch G OT der Welt zu dancke ma den. ean Wnſer eigenes verderbtes Fleiſch feyret hierinnen auch nicht allerdinges/ ſondern es entſtehet wol bey den Allerfroͤmmſten manches mahl der Gedanck/ woher es doch komme/ daß GOet ſo ein wunderbahres Regiment fuͤhre unter den Menſchen/ den Ruchloſen laͤſſet Ers gemeiniglich wolgehen/ hingegen die Aller⸗ frommſten/ die ihre Hand in Vnſchuld waſchen/ empfinden Hunger und Kummer/ Creutz und Vngluͤck/ und ihre Plage Plal.73. v.z. iſt alle Morgen neu al. 73. Ja wann ſich etwa ein ſeltza⸗ mer Caſas und unge woͤhnlicher Fall zutraͤget wie es dann offt ge⸗ ſchicht wie wir mehr geplaget werden als andere Leute oder kom⸗ men umb das ſenige/ ſo uns lied geweſen/ oder muͤſſen gar ſterben/ ungeacht uns der Sohn GO Ttes erloͤſet/ ſo vermeynet man immerdar es ſey unrecht/ und geſchehe zu viel/ und wil ſich die thoͤ⸗ richte Vernunfft/ die wider Glauben ſicht/ ſehr ſchwer und ungern unter dem Gehorſam CHriſt gefangen nehmen laſſen. Aber dawider erinnere man ſich dieſes außbuͤndigen und warhafftigen Spruͤchleins: Auff daß Du Recht behalteſt in deinen Worten/ und rem bleibeſt/ wann Du gerichtet wirſt. Es gebuͤhret uns nicht allezeit zu wiſſen die Vrſachen und Moti⸗ ven dieſes und jenes Handels/ der ſich in der Weit begiebet/ dann der himliſche Vater hat ſie ſeiner Macht vorbehalten/ Act.1. v.7. Ad.1. Vnd ſchreyet einem jeden unter uns zu auß dem Evan⸗ gelio Mattb. 2.. Mein Freund/ ich thue dir nicht Vnrecht/ Matth. 0. nunb was denniſt/(was ich dir zuſchicke) un dgehe hin. Ju⸗ i3. Aicia DEI poſſuns eſſe occulta, ſaget der Auguſtinus, ſed non in- Jußla, G OTtes Gerichte ſind wol bißweilen vor unſern Angen verborgen, ſie ſind aber nicht untecht: Dimb laſſe mas den i ben 456 Die vierdte Predigt it Gedult ohne Murren/ zu ſeiner Zeit werden winſi⸗ Pe ennae Erdate alles treffüch wol gemacht dann dai ſoll und wird/ und muß Ihm bleiben in Ewigkeit/ das Ernde Schopffung darvon gebracht: Vnd GOT ſahe aͤ ls was Er gemacht heiteſar ,eei⸗ palde erant doua, undſſe Gen. I. v.zo. n ehr gut/ Gen.. da⸗ eem T aleſha die wit ſolch Bekentnuͤß des Dd annehmen/ dieſen Troſt und Vortheil zu merckan daßmel Gon Rechebehaͤlt in ſeinen Worten und tein bleibet/ wann Ergant tet wird/ od wir gleich von unſern Widerſe achern angefochten wen den/ dennoch uͤberwinden und nicht unterliegen werden/ dannſu Driſtum ſelbſt/ wir werden nicht getadelt/ ſondenſun Teade Seſune hhſan und das Geſetz G OEtes/ drund wirds endlich wol hinauß gehen/ und uns gelingen/ aut diſ Wort: Auff daß Du rein bleibeſt/ wann Du gerichi wwirſt. Demſelben gerechten heiligen GOttſeh ob/ Ehr und reiß in Ewigkeit Amen! lieben G Ott alles machen/ was und wie Ers machet und vertta⸗ fechten nicht wider uns/ des Worts Diener ſondern den Emn 8be anſerm Sünden ſinger/ nd mac witvor gachets aptihr lhure fam Reda uͤber den—1. Pſalm. 4 Die fuͤnffte Predigt/ e Aunn Dber den vierdten Buß Pſalm des Koͤniges nnd Propheten Davids/ ſo da iſt der rdnung nach im Pſalter⸗Buch der Ein und Funffzigſte. TEXxT uS Verſ. 8.. Oabe⸗ Ich bin auß ſundlichen Samen gezeuget/ Dund meine Mutter hat mich in Sunden em⸗ pfangen. b EXORDIUM. Ann wir Menſchen etwa verſehret oder verwun⸗ Wann wit * det weden am Leibe/ darbey zuweilen nicht ſonder ⸗ geſuͤndiget/ 4 liche groſſe Gefahr zu beſorgen/ eilen wir dennoch ſollen wir gar geſchwinde zum Wund⸗Artzt/ der zur Wun eilen zu den ſehen/ und mit ſeinem Rath uns beyſpringen denn See⸗ 2 muß. Mit was groͤſſern Ernſt ſollen wir zu Eß Mens unſerm Seelen⸗Artzt C Hriſto IEſu eilen/ wann wir von der Hriſto. Suͤnden eine Wunde an unſerer Seelen bekommen/ welches ſe laͤnger/ ie aͤrger wird/ und wie ein boͤſer Wurm umb ſich friſſt/ und machet uns an unſerer Seelen ſo heßlich und ungeſtalt/ daß wit vor G⸗Ott darmit nicht erſcheinen duͤrffen. Dahero ver⸗ gleichet Bona ventura die Suͤnde einer Faͤulnuͤß am Obſt/ wann Bonaven- er ſpricht: Licut putredo aufert pomo decorem, clorem, odorem tur. in diæt. & ſaporem: Sic peccatum aufert animæ decorem pitæ, odorem ſalut. c. ² famæ, valorem gratiæ,& ſaporem gloriæ. Das iſt Gleich wie die Faͤulnuͤß einem Apffel benimmet den Schmuch die Farben/ Mmm den V, 22. Jac. I. v. goitloſen Weltkindern hat man nicht viel zu erpolkalitn/ i 458 Die fuͤnffte Predigt den Geruch/ und den Schmack: Alſo benimmt die Suͤnde einen Menſchen den Schmuck des Lebens/ den Gerlich eines gunen Wandels/ die Hoheit der Gnaden/ und den Schmackdar evigmn Herrligkeit. Darumb ſoll ja keine Hindernuͤß ſo groß unſug ſeyn/ die uns koͤnte abhalten von dieſer Suͤnden⸗Cur diedach wahre Buſſe geſchiehet..„ Wir leſen im 2. Neg. 4. da der Sunamſein Sohn gehe verblichen/ hat ſie ſich bald auffgemacht/ zum Propheten Eiſa daß er ihn wiederumb auffwecken und lebendig machen ſolte: Hi zwar ihr Mann ihr hinderlich an der Reiſe ſeyn wolte in dem e ſagte/ daß es nicht Sabbath waͤre/ ſpricht ſie doch: es iſt gut. E⸗ lete demnach mit gantzem Fleiß/ und ſprach zum Knaben: keih fort und ſeume mich nicht mit dem Reiten/ erlangete auch ſo bi daß ihr Knabe wieder lebendig ward. Durch dieſen todten Kn⸗ ben kan eine ſuͤndhafftige Seele verſtanden werden/ die aͤllet dun die Suͤnde in den geiſtlichen Todt/ dann ſie verlieret das wahe Leben/ CHriſtum JEſum. Daher ſaget der Vater des beul Lue.15. v. nen Sohns/ Luc.*s. Dieſer mein Sohn war todt/ undſ wieder ſebendig worden. Vnd dſe keuſche Suſanna zu den Hiſt. Suſan. Richtern ſpricht/ v. 22. Wann ich das thue/ ſo bin ich des To⸗ des. Vnd der Apoſiel Jacobus in ſeiner Epiſtel!. cap. Die 55. Suͤnde/ wann ſie vollendet iſt/ ſo gebieret ſie den Todt. S Sollen derohalben geſchwinde zu dem himliſe en Eliſa/ C.hri⸗ ſ 3e ren g 3 himliſchen Eliſe en/ Ihme anmelden/ daß unſete Seele geſiotlen⸗ das iſt/ ſollen ihm unſere Sunde nicht vertuſchen/ ſondenn fiu herauß heichten/ Reu und Leid druͤber haben/ mit Bitteſer wolliſ uns umb ſeines Todes und Verdienſies willen auß Gnaden ber⸗ geben/ und das Leben wieder ſchencken. Vnd ob ſchon die uͤn⸗ bafftige Welt zu uns ſpricht: Es ſey nicht Sabbath/ das ſ es ſey noch nicht Zeit/ daß du dich bekehreſt/ du kanſt noch wol ber⸗ iichen: So ſollen wi ſprechen: Es ſey doch gut. Dann mit d wollen tollen Fnade ſefort welde wende cher, non Tol fand ſchſe fema⸗ ten E dangt deſch Kd mit zuff komnn kuͤtzt he/ ſeu gen,O Selgt — —— — uͤber den z1. Pſalm. 459 wollen doch immer Recht haben und behalten. Bnd unſerm Knaben: Das iſt/ unſern Leib und boͤſen Affetten befehlen/ daß ſie fort eilen/ und uns nicht hinderlich ſeyn/ oder auffhalten: So werden wir gewißlich wiederumb zum geiſilichen Leben gebracht werden.. Dieſem iſt mit Fleiß nachgekommen Koͤnig David/ wel⸗ cher/ nach dem er auß der ernſten Buß⸗Predigt des Nathans ver⸗ nommen/ wie er wegen ſeines Suͤnden⸗Falls waͤre ein Mann des Todes/ hat er in ſich geſchlagen/ ſeine Suͤnde erkandt und be⸗ kandt/ hertzliche Reu und Leid druͤber gehabt/ wie wir in unter⸗ ſchiedlichen Predigten davon gehoͤret haben. Vnd wañ dann ſich jemand moͤchte verwundern/ wie doch David auff ſeinen ſchwe⸗ ren Suͤnden⸗Fall gerathen/ als kommt er mit ſeiner Beantwon⸗ tung in itzt verleſenen Text zuvor: Darauß wir zu dieſem mahl zu beſehen: Davials in ſuu Confeſſione præoccapationem. Des Koͤniges und Propheten Davids nachdenckliche Beantwortung/ mit welcher er bey ſeiner Beicht und Bekaͤntnuͤß zuvor koͤmmt/ auff die Frage/ da man moͤchte begehren zu wiſſen/ wie er darzu kommen ſey/ daß er ſo und ſo geſuͤndiget habe. Hiervon auffs kuͤrtzte und einfaͤltigſte zu reden/ und daß es ohne Nutz nicht abge⸗ he/ ſeuffzet zuvor mit mir alſo: Hilff HErr hilff laß wol gelin⸗ gen/ Dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer aller Seelen Heyl und Seligkeit/ Amen! TKRKACTATIO. Elangend/ Geliebte und Außervehlte in CHriſto/ unſer vorgenommenes/ nemlich des Koͤnigs Davids nachdenck⸗ ————— ———— * —————— Bliche Beantwortung/ mit welcher er bey ſeiner Beicht und Bekaͤntnuͤß zuvor koͤm̃t/ auff die Frage/ da man zu wiſſen begeh⸗ ren moͤchte/ wie er darzu kommen ſey/ daß er ſo einen ſchreckuchen Suͤnden⸗Fall begangen/ 6 begrf ſelbige in ſich dreyerlen: b T. Attentionez, Ein Anmahnen zum fleiſſigen Auff,. Rmm ij mercken Membrum. 8— 66 — —— X ½½⅓½—— — — 8 ——,—. 2₰— 4 60 Die fuͤnffte Predigt mercken bey dieſem Handel/ und drumb ſetter vorherdas Wii⸗ lein: Ece, Sihe. Sihe/ ſpricht er/ Ich bin auß ſuͤndlichen Samen gezeuget/ ꝛc. Gibt mit dieſem Woͤrtlein eece gor Sihe zu vernehmen/ man ſolle drauff mercken/ er wolle nden Slaf. Ph. I. Ae re miratu aznd, von einem Wunder⸗Ding daruͤbermn Sac. lib. 3. ſich zu verwundern: Alsdann das Woͤrtlein Sihe gebraucha er. r. de Ad- wird in mirande rei enurratione, in Erzehlung eines Wunde⸗ verb. p. 466. Zum Exempel beym Eſaia am 7. Eſ. 7. v. 77. groſſen Wunder/ daß der ewige Sohn G. Ottes werde von eine wann geredet wird von den Jungfrauen gebohren werden/ ſo ſetzet der Prophet vorher die Wort Sihe’/ und ſpricht: Sihe/ eine Jungfrau iſt ſchwan⸗ ger/ und wird einen Sohn gebaͤhren. Wann beym Evan Matt. z1.v.; geliſten Matth. 21 gemeldet wird/ wie gar niedrig und demuͤngda HErr C Hriſtus ſeine Ankunfft und Einritt zu Jeruſalem halte werde/ welches hoch zu verwundern/ ſo ſtehet vorn an das Wan Sihe: Sihe/ dein Koͤnig kommt zu dir ſanfftmuͤtig. Wm weil es dann auch ſehr zu verwundern/ daß wir Menſchen ſo le⸗ derlich umd unſere Erb⸗Gerechtigkeit kommen/ und daß uns die Suͤnde ſo ſchrecklich zugerichtet/ als gebrauchet auch der Dawid darbey das Woͤrtlein Sihe ſpricht: Sihe ich bin auß fuͤndli⸗ chen Samen gezeuget. „2. Deutet er mit dieſem Woͤrtlein an daß er reden wolle/ de re præſeuti& vera, von einem nicht weit Abweſenden/ ſon⸗ dern warhafft⸗gegenwertigem Dinge/ wie es dann auchg⸗⸗ brauchet wird das Sihe/ in reipræſentir dew onſtratione, in Dal⸗ Ser.20.v1 lgung eines gegenwertigen Dinges: Als im erſten B. Moſ ger 39.Nn ſiehet von dem Jacob: Da ſahe ſich Jacob um b/ und ſihe da war ein Brunn auff dem Felde/ und ſihe/ drey Hende Schaffe lagen dabey:.Anzudenten/ der Brunn und diedtey Zeerde Schaffe ſeyn ihm gegenwertig vor ſeinen Augen gewe⸗ ſen. Vnd eben im ſelbigen Capittel da gemeldet wid/ wie in dem Jacob an ſtatt Rahel die Lea beygeleget worden/ ſchernn 2en. cthohen hannet n Fi dasd San de/c Bau Gie Eih faͤnol eigen, nen ſo 3 ge ge/p 4e h Crn. ſced tig gut Siht/ Das ſß dan J6 ih nich na da fu. daßſen mnbenne denaubet nichei wannge tnp ang nan Aeum tweit 3 tan uͤber den 5. Pſalm. 4461 Text: Des Morgens aber ſihe/ da war es Lea/ anzuzeigen/ v. 5. er habe die Leam gegenwertig bey ſich gehabt. Vnd wann Jo⸗ hannes der Taͤuffer auff den gegenwertigen HEnn Meſſim mir Fingern zeiget/ ſpricht er: Sihe/ das iſ GOTtes Lamb/ oh. v. 19, das der Welt Suͤnde traͤgt/ Job.z. Wann dann nun die Suͤnde auch in und bey uns gegenwertig/ Es wohnet die Suͤn⸗ de/ oder der alte Adam nicht in einen beſondern Dorff/ wie jener Bauer gemeynet/ ſondern ſie iſt in uns/ in allen unſern Nerven/ Gliedern und Adern/ als ſetzet auch der Koͤnig David darbey das Sihe/ anzuzeigen/ wir duͤrffen den alten Schalck/ und deſſen ſuͤndliche Luͤſte und Begierde nicht weiter ſuchen/ als in unſern eigen Fell und Fleiſch/ in unſerm Hertz/ Willen und allen S in⸗ nen/ ſo hart/ nahe/ in umb und bey uns ſey er. 3. Thut er uns auch durch dieſes Wort Sihe/ verſtaͤndi⸗ gendaß er reden wolle de re cerua, von einem gar gewiſſen Din⸗ ge/ wie dann auch das Sihe gebraucht wird in certitudinis re: ale veratione, wann man ein Ding fuͤr gewiß außſaget: Als Gen.:. GOtt ſahe an alles was Er gemacht hatte/ und Geni. v.t. ſihe da/ es war ſehr gut: Das iſt/ es war gewiß und warhaff⸗ tig gut. Gen. 12. ſpricht Abraham zu ſeinem Weibe Sarai: Sihe/ ich weiß/ daß du ein ſchon Weib von Angeſicht bift. Sen. 11..r. Das iſt du biſt gewiſſe ſchon. Vnd Geu. 16. ſpricht Sarai zu dem Abraham: Sihe/ der HErr hat mich verſchloſſen/ daß ich nichts gebaͤhren kan. Das iſt/ gewiß verhaͤlt ſichs alſo mit mir/ daß mich der HErr verſchloſſen/ und ich nichts gebaͤhren thue. Weil dann mit der Suͤnde es auch ein ſo gewiſſes Ding/ daß ſie nicht allein in der Schrifft„ beſchrieben wird/ da Syſt. Th zu vernehmen gegeben wird/ was Guten wir durch dſe Suͤnde:. m.1. p. beraubet ſeyn/ als daß da ſey keiner der Gutes thue/ auch 470. qv. 19. nicht einer/ α. Sondern ſie wird aueh beſchrieben gence, c. de pec. wann gelehret wird/ was uͤbels/ an ſatt des guten/ die Suͤnde hey cato. uns eingefuͤhret/ alſo daß das Tichten und Trachten des bl. 14. v. 3. Mum iij menſch⸗ Gen. 16. V. 24 462 Die fuͤnffte Predigt Geu. 6.v.5. menſchlichen Hertzens nur boͤſe ſey von Jugend au 6.. v. 3 enſchen 5. und F., nd das fleiſchlich geſinafi Kom. 7. v. ſey eine Feindſchafft wider GOtt/ Kom. 7. alſo! daß dn a9. 17.20. 21. ſiel Paulus eben ſehr klaget/ wie die Suͤnde/ die in ihm woh⸗ net/ daſſelbe thue/ was er nicht wolle: Weil es dann nn ſage ich/ ſo eine gewiſſe Gelegenheit hat mit der Suͤnde und 1 Koͤnig David davon reden wil/ ſo hebt ers an mit dem Sihe: Sihe/ ſpricht er/ Ich bin auß ſuͤndlichen Samen g et/ aãdã. dusus. 3 Welches Ecce oder Sihe uns dann darzu dienen ſolle daß Das Woͤrt⸗ ſo offt es uns in der Schrifft vorgehalten wird/ wit nicht ſeyn ei lein Sihe jen Negligentes, ſolche die es nur ſo laſſen voruͤber ranſchen/ i 5 heiliger dern wol in acht nehmen/ was dabey in heiliger Schrifft geſete 5 uuißt wird: In Betrachtung/ daß denen die daſſelbe/ was das kae nn zu nehmen. Sihe in Goͤttlicher Schrifft mit ſich fuͤhret/ verachten/ und den Wind ſchlagen/ G Ott der HErr wolle ein ander Kacenne Sihe auffſtellen/ und wil ſie darſiellen zum Spott/ hyohn i Schmach zeitlich und ewiglich. Da wil er ſie angriſfe 1. Temporab pœna, mit zeitlicher Straffe und ſagen: Siht i Sen. 6. v. 7. Wil ſie vertilgen von der Erden/ wie Er alſo zu der erſten Wal ler. 2. v. 3. ſagte/ Gen.. Item: Sihe/ Ich wil mit die rechten/ w ¹. Reg. 14. Sihe/ ich wil Vngluͤck uͤber dich fuͤhren/ wie Er dem Jau 2. beam und Achab ſagen ließ /*Reg. 4. Ja es ſoll heiſſen: Siht die Pl. 73. v.z7. von dir weichen/ werden umbkommen/ P/al.„. Sihede⸗ Pſ. 92. v. o. ne Feinde HErr/ ſihe deine Ieinde werden umbkommen. Matth. 2z. ⁵hal. 92. Vnd Sihe/ euer Hauß ſoll euch wuͤfte gelaſſen *. 38. werden/Mautb. 2. Da ſollen ſolche haben einen boͤſen Na⸗ men/ den ſie hinter ſich laſſen/ daß/ wann ſie nun dahin ſind inan Pſal.x v. ſagen wird: Sihe/ das war der Menſch/ der 6OTTnct fur ſeinen Troſt hielt/ /³t, 72. Wie dann Kindes⸗Kndiſ wiſſen von ſolchen Gottloſen Leuten zu ſagen. 2. Wil auch G Ott der HEr ſiche /diedads en Eihelu iß gch d Sch da bo ſoren M Ma4 en!! dan Dalh unds an boͤſ Decke ſolt dü Kerte wehe mana ſag u auch do werden. hſonde Hihede dichtaag nob werg enan tehes⸗ faſge der Sih nnen den dite Tnno⸗ 77 4 uͤber den 51. Pſalm. 465½ Sihe/ und was darbey in Goͤttlicher Schrifft geſetzet wird/ nicht groß achten/ angreiffen eterna ignominia, mit ewiger Schmach und Schande. Da wil er uͤber ſie ruffen: Sihe des HErrn Tag kommt grauſam/ zornig/ grimmig/ das Land zu ver⸗ Eſ. 13. v. 9. ſtoͤren/ und die Suͤnde drauß zu vertilgen/ G. 9. Sihe/ ſein Lohn iſt bey ihm/ und ſeine Vergeltung iſt vor ihm/ E. 40. v. 10. Wa.. Sißhe/ der HErr kommt mit Feuer/ und ſein Wa⸗ gen/ wie ein Wetter/ daß Er vergelte im Grimm ſeines Eſ. 66. v. 19. Zorns/ und ſein Schelten in Feuer⸗ Flammen/. 46. Da werden die Gottloſen alleſambt alsdann hervor muͤſſen/ dda wirds heiſſen/ Sihe/ ich werffe ſie in ein Bette/ Apoc. 2. das ſoll Ap.2. v. 12, ein boͤſe Bette ſeyn/ da Motten das Bette/ und Würme die E0 14. v. it. Decke ſeyn werden/. ¼. Da wirds heiſſen: Sihe/ ih ſolt dürſten/ ihr ſolt zu Schanden werden/ ihr ſollet fuͤr Hertzeleid ſchreyen/ und fuͤr Jammer heulen. O wie wehe thut es den Frommen/ und wie wolden Gottloſen! wann man allhier ſaget: Sihe/ das ſind Gottloſen/ die ſind gluͤck⸗ pſ.⸗;3. v. 12. ſelig in der Welt/ 73. Pſalm. Darumb moͤgen ſie es ihnen auch dort wolgefallen laſſen/ wann ſie aller Welt ein Greuelſeyn werden. In Betrachtung deſſen ſollen ſich glaͤubige Chriſten abſondern von ſolchen unachtſamen/ und ſollen das Ecce oder Sihe der heiligen Schrifft/ und was darbey zu finden in ihre Ge⸗ daͤchtnuͤß ja in ihre Hertzen ſchreiben/ und gedencken/ daß niemals was vergebens oder umbſonſt geſetzet werde/ wo G. Ott ſein Fece vorn an ſetzet. Wann ein NB. wohin geſchrieben wird/ ge⸗ ſchicht es zu keinem andern Ende/ dann daß man ein Ding moͤge fleiſſig behalten/ fleiſſig nachdencken und es mercken: Das Bece oder Sihe iſt ein recht Goͤttliches NB. und demnach auch den Sachen) ſo darbey ſtehen/ nachzudencken und zu mercken/ wo an⸗ ders durch unſere Nachlaͤſſigkeit wir nicht GOTtes Zorn und Vngnad auff uns luden wolen.¼. b . Hat auch dieſe P oßeuſehe Baantwootuanz inſitß Membrum. 2 4 b 8 3 E —— Kn 1— .———— . 4 8 v 4 5 1—— 4 3 ————— —.——— 8. ——.——— 8 ———„. = * 4 4 3 1 ³⁴ N — ä—]üb 4 8 .— — „—— —— —— Usus. 3a Die fuͤnffte Predigt Denominationem, Eine Benennung einer gewiſſen Pen welcher der David allhier redet: Dann dgt 3 deſa 5 ſͤndlichen Samen gezeuget. Benennet hiermit und klaget an ſeine gantze Natur/ nicht nur das arme Stuͤcllein Fleiſch dasg an ſeinen Knochen trage /oder ſeinen Leib/ ſondern ſich ſelbſeenn allen Kraͤfften und Vermoͤgen/ Leibes und der Seelen innenza und euſſerlich/ das ſey ſo verderbet. 16 Nutzet uns darzu/ wie wir die Suͤnde/ und den Fal Wie die Unſerer erſten Eltern/ und was darauff erfolget/ anſe . 9 Shat 98 ſollen/ nicht als ob es ſie nur bloß allein betroffen d 7 9 niche angienge/ Onein: Dann was Adam durch den Fall o ſer erſten Eltern an⸗ zuheben. lohren/ das haben auch wit ſeine Kinder und Nachkommen/ wir von ihm ſeynd/ verlohren. Adam hat verlohren das ana⸗ ſchaffene Liecht der Weißheit: Vnd eben wit daſſelbe auch und uns ſampt den unſerigen geſtuͤrtzet in Finſternuͤß/ daß vi nun haben einen verfinſterten Verſtand/ Epb. 2. Der natali⸗ che Menſch vernimmt nicht/ was des Geiſtes G.O Ttis iſt/ſ ihm eine Thorheit/ und kans nicht begreiffen/ 1. Cor. 2. Er hul verlohren den anerſchaffenen Gehorſam gegen GOu: Wm wir alleſampt auch/ daß/ da wir zuvor G Ott dem HErm hahn Acltor. y. Luc. 1. v. 51. dienen koͤnnen in Heiligkeit und Gerechtigkeit/ die ihm ge⸗ faͤllig/ Laa 2. Da haben wir its im Gegeauben ein trotziges Hertz/ Jerem.. Wir widerſtreben dem heiligen Geiſ/ Wir verachten den Rath GOTtes wider uns/ La.7. Vnd ſind ſtoltz und hoffaͤrtig in unſers Hertzens Sinn/ Lue.. Es hat durch den Fall der erſte Menſch/ Am verlohren alle Heiligkeit/ und wir auch/ und ſind gerathenin groſſe Suͤnd und Vnheiligkeit/ alſo/ daß ein ieglicher auchuntt uns mit dem David allhier ſagen muß: Ich/ Ich/ Ich bin auß liindlichen Saamen gezeuget. GOtt ſchauet von Him⸗ kſalx4. va. mel auff aller Menſchen⸗Knder/ daß Er ſehe/ ob iemand klug ſey/ und nach GOtt frage/ aber ſie ſind aüeſanpiun chtig/ ſcci „ Wnd Ekeanig hee Ki dern oh de herrir hoden den: theba ſen vrt 6 Velagi Barm detae fter genn ſiner dieſere kutnic Poſter lhen ſo entgelt gebom dnegen ſäne dener Chn tion ſchne chen uͤber den 5. Pfalm. 465 tuͤchtig/ da ift keiner der Gutes thue/ auch nicht einer/ al ei⸗ naa 1½ Vnd gehets in dieſem Fall mit uns daher/ wie mit Adelichen* Eltern/ wann dieſelbe ihre Lehn verlieren ſo muͤſſens auch zugleich pece 2. ihre Kinder verluſtig ſeyn/ alldieweil ſie es nicht allein vor ſich ſon⸗ orig. g. 70. dern auch vor ihre Kinder empfangen haben: Alſo auch unſere er⸗%. 768. ſteEltern/ welche G Ott zu ſeinem Ebenbild erſchaffen/ und ſie mit herrlichen/ vortrefflichen Gaben gezieret/ welche wir auch haͤtten haben wuͤrden/ wann ſie im Stand der Vnſchuld waͤren verblie⸗ ben: Nach dem ſie aber durch den klaͤglichen Suͤnden⸗Fall ſol⸗ ches alles verlohren/ ſo ſind auch wir als ihre Nachkommen deſ⸗ ſen verluſtig worden. Weiches ihnen zur Antwort moͤgen geſagt ſeyn laſſen die Pelagianer/ welche der Einbildung ſeyn/ es lauffe wider G. Ottes Barmhertzigkeit und Gerechtigkeit/ wann er uns wegen eines an⸗ dern Suͤnde ſtraffen ſolte/ meynen alſo/ daß die Erbſchuld ſey eins frembde Schuld. O Nein: Dann da iemand aus Einfalt ſa⸗ gen wolte/ was kan ich darwider/ daß Adam geſt S geratſ ich ſeiner darumb ſo eben entgelten? So iſt hierauff zu wiſſen/ daß es dieſer Entgeltung ſo eben nicht beduͤrffte/ wo uns ſeine Art und Na⸗ tur nicht angeboren waͤre. Weil aber Adam uns ſeine Kinder und Poſteritaͤt nach ſeinem Ebenbild gezeuget hat/ Gen. 5. ſo ſind wir Gen. 5. v. 3. eben ſo verderbt/ als er ſelber/ und alſo an G Ott ſchuldig. Alſo entgelten wir nicht frembder Suͤnden/ ſondern natuͤrlicher und an⸗ geborner Suͤnde m Mutterleibe. Vnd iſt alſo Adams Schuld eine gemeine Schuld/ wir haben alle mit ihm geſuͤndiget/ die wir in ſeinen Suͤnden⸗Lenden geſteckt/ und ſind alſo von Natur Schul⸗ dener GOttes. Miemand darff ſich außſchlieſſen. Ohn C hriſius/ ſo ohne Suͤnden empfangen. 21. Setzet der Koͤnig David bey dieſer ſeiner ꝓneoecupa⸗ III. tion, Actus ſeu reiipſius deſcriptianem, Die gar eigendliche Be⸗ Membrum. ſchreibung des Handels an ſich ſelbſten/ wie er zu ſolchem ſchreckli⸗ chen Suͤnden⸗Fall kommen: Da er dann ſaget und hekennet: Nnun Ich 66 Die fuͤnffte Predigt Ich bin aus ſuͤndlichen Samen gezeuget/ und meineu⸗ ker hat mich in Suͤnden empfangen. Einsmals ninbta vor ſeine Geburt/ ſaget: Ich bin aus ſindlichen Samrnge⸗ zeuget. odym lauts in ſeiner Sprach/ Iſt ein ſolches aMa⸗ ein/ welches eigendlich heiſſet mit ſonderbaren Schmananin Mutterleibe gettagen/ und mit achzenden Wehetagenauſ Welt gebohren werden. Damit angezeiget wird /daß auhaa Aatus, wann wir zur Welt kommen/ mit Suͤnden beflecitund an. raminiret ſey. Damit nun aber nicht iemand gedenclen maͤte als ob die Suͤnde erſt bey uns anhebe/ wann wir in dieſe Welig bohren werden/ ſo ſetzet er vors Ander hinzu und ſpricht: Memn Mutter hat mich in Suͤnden empfangen/ da dann aberma⸗ im Hebreiſchen ein nachdenckliches Wort, das da nichtnui deutet den Samen empfahen/ ſondern/ vere, calefacere, den men erwaͤrmen/ ernehren/ und zeiget der Koͤnia Daoiĩd hiermitan ſeine und aller Menſchen Natur ſey ſo gar verderbet /daß auch ae erſte kleine Blutstroͤpfflein/ darans der Menſch im Muttallet JFoviret/ erwaͤrmet/ formiret und gebildet worden/ mitdem Sin⸗ den⸗Gifft infkiret und verderbet/ und alſo informur maumus eanbtyonis maſſa, wie es die Pyſici und Meaici nennen mit Siͤn⸗ den befleckt ſey. Klaget ſich alſo der David an/ daß er durch und durch inig dus, ein ſuͤndiger Menſch ſey/ und das ſey die Viſach/ daß er ſo und ſo geſuͤndiget habe/ er waͤre ſonſten zu ſolchen Mon usus. Von der E b 5 3. 4 3„„ räte, 1. Werden wir gelehte allhier/ von der Erbſünde: 4—⸗ nicht darzu verleitet haͤtte. 1 11. e e Darbey wit demnach zum Nut gelehret/ getroͤſtet/ ⸗ warnet und erinnert werden. b und Ehebruch nicht kommen/ wo ihm ſeine ſchaͤndliche boͤſe Nauun daß ſie ſey/ 2. e appelatio, was ſie fuür Namen habe 13,ue nodus propaganai, welcherley Weiſe ſie fortgepflantzet wade Daß die Erbſunde ſey/ geben die klaven Spruͤche Altes i Neuss Seſamemet Im Jluen cetaments Da damngi ſaget 4 tttte der ſein Tact ben.. du ein R Dabi und! dem ſusſ Oa il die derde drung rav nehm ſuͤnde fäben und Cen,h. deutdie Ioh. 3. v. 6. om. 12. v. jſind der⸗ 2. Qre ap⸗ Tichten pellatio. Gen. 6. v.. Gen. 8.v. 2 5b Ioh. 3. v. G. KRom. 7. v. 22. an. miht gerecht/ und wann wir a 468 Die fuͤnffte Predigt Alldieweil ſie durch und durch den Menſchenbeſitztund einn 5. Cris mo⸗ Wie die Sunde fortgepflantzt werde/ ſo geſchich ſe dus Frop⸗ ches durch die fleiſchliche Geburt/ dadurch ſie auff uns geahe gan 1. wird: Hiervon dann ſagt allhier David: Ich bin aus ſundi⸗ chen Samen gezeuget/ und meine Mutter hat mih Suͤnden empfangen. E Hriſtus ſaget: Was von Fleiſchge Joh. 3.. 6. boren wird/ das iſt Fleiſch/ 7 6. 3. Der Apoſtel Paulus ſriche Eph. z. v.. Wir ſind von Natur Kinder des Zorns/ Fps⸗. 2. Wer wir Menſchen Ph an ſambt ſeyn/ und was unſer Zuſtand hie anff Erden: Nen⸗ So ſehet ihrs nun/ geliebte Frrunde/ 2. und werdet ihtal⸗ hier gelehret/ wer wir Menſchen von Mutterleibe analle lich/ wir ſind Suͤnder/ mangeln alle des Ruhms der Gerechiigkel den wir an O Ott haben ſollen/ muͤſſen alle ſagen/ wie witan fuͤndlichen Samen gezeuget. Wo ſind fromme Leute ii Welt anzutreffen? Weder in Brient/ noch Oceident/ nirgend⸗ in keinem Lande/ in keiner Stadt /in keinem Dorff/ ja auch ini nem Hauſe: Ich rede von der Froͤmmigkeit/ welche fuͤr GO gilt/ und tadele hiermit niemand ſeine famam, guten Namen und Leumund/ den er fuͤr der erbaren Welt hat. Fuͤr G Ottſſtnie mand ſo fromm/ als er ſolte: Der allergerechteſte iſt für GOa lles gethan haben/ ſo ſind wir unnuͦ te Knechte fuͤrden Augen des HErrn. b Als C Hriſtus unſer HE RR und Heyland auff Erden wandelte/ ſo wolten die Phariſeer die allerfroͤm mſten ſeyn ſie ver⸗ maſſen ſich als ob ſie es waͤren/ Luc J. Aber ſie waren deale⸗ gottloſeſten Leute auff Erden weil ſie C Hriſtum/ und auch i b Nechſten verachteten. Heute zu Tage treten die Papiſten in hre Fußtapffen/ vermeynen und geden aus/ ſie ſeyn die Froͤmmſtenſſie jactiten und ruͤhmen ihre bona opera, gute Werckund Thaten geben auch fuͤr und bieten andern an opera/zpererogationus,ubhi ge Heiligkeit/ Froͤmmigkeit und gute Wercke/ da ſie doch Gol nicht recht kennen/ noch in ſeinem iieben S ohn JEſuC Hala K’i! ſten g Schent den ve ſchen awas iſtvo⸗ ſave heten volg che he Nethe nuſe 3 deihr n wit eend/ war. ſere er in. Sam lhan uͤber den 5. Pſalm. 469 ten/ in weleh en er alleine wil geehret ſeyn. Vnter uns Evangeli⸗ ſchen gibt es auch viel Gleißner/ welche zwar einen aͤuſſerlichen Schein der Froͤmmigkeit von ſich geben/ drauff trotzen und po⸗ chen/ verachten aber ihren Nechſien/ und mißgoͤnnen ihm/ wann ſie ſehen/ daß er ein wenig auffkommet/ vermeynen/ es entgehe ihnen eiwas an ihrer aurorziaͤt/ oder prioritaͤt/ anſehen und beſten. Was iſt von ſolchen Leuten zu halten? Solche Leute/ weil ſie ſo fromm/ ſja viel froͤmmer als andere alle, ſo duͤrffen ſie nicht ein Vater unſer beten/ noch umb Vergebung der Suͤnden bitten/ welches gleich⸗ wol alle Heiligen/ laut des 32. Pſalmens haben thun muͤſſen: Sol⸗ Pſal.z2. v.6. che haben keine Noth und Elend’ duͤrffen auch keiner Huͤlffe und b Rettung. 0 6a, qpanta es noxa. Miſeri, imdò miſerrimi, qri miſeriam ſuam non norunr. Das ſind die allerelendeſten Leute/ die ihr Elend und Noth nicht kennen/ und die gehen dann unge⸗ recht in ihr Haus/ wie jener Frembdling/ Luc. Cã; Luc. 18. v. 4 Von denen gehen wir nun auß erkennen und bekennen/ daß wir Suͤnder ſeyn und alſo in unausſprechliechen Jammer und E⸗ 1. Wir ſind lend ſtecken/ darumb wir Huͤlff und Rettung ſuchen muͤſſen. Vnd Suͤnder 05 zwar bekennen wir daß wir alle Sunder ſeyn⸗Originabter, un⸗ iddem die ſere erſte Ankunfft iſt ſuͤndlich: Ortus noſtri principium est in pi Suͤnde auff rio⸗ Das iſt wie allhier David ſaget: Daß wir aus ſuͤndlichen uns geerbet. Samen ſind gezeuget. Bringen alſo die Suͤnde an und von Mutterleibe/ wie dann auch die Chriſtliche Kirche ſinget: Durch Adams Foll iſt gantz verderbt 1 Menſchlich Natur und Weſen/ Daſſelb Gifft iſt auff uns geerbt/ Daß wir nicht konten geneſen.— Allhier hat kein einiger Menſch prerogatiy und Vorzug/ ohn allein C Hriſtus der HErr/ welcher in einer unzertrennten Per⸗ ſon zugleich wahrer G⸗Ott und Menſch iſt. Soli Cbriſto ſerva- varur, ſine peccato concipi, naſci, vrvere, der iſt allein rein nemlitch CHriſtus/ ohn allen Suͤnden aus Vberſchattung des H. Geiſter Nnn iij empfan⸗ o Die fuͤnffte Predigt empfangen/ rein gebohren/ und hat rein ohne Sunden 1 Sahlans Job. 8. Auſſer C Hriſto kan gar Pns mit eüte der Warheit ſagen: Ich bin reines Hertzens/ und lauterbon Prov. ꝛ0.v. meiner Suͤnden/ Proverb. o. Darumb Hiob 14, eap allai Hiob. 14. v. ſo anders geßinnet ſeyn/ confaudiret und ſchamroth macha †. demer ein ſolch inter rogatorium an ſie abgehen laͤſſet/ wanne ſe get: Qpus aabit mundum de immundo natum ſemine. Wot man einen Reinen ſinden/ da kein Reiner iſt. DBnpöd hier laß dich nicht irren/ wann du hoͤreſt/ daß mant⸗ nen Landes⸗Farſten und ſeine Kinder nennet die Hochgebornen Grafen und Freyherren ſambt den ihrigen die Wolgebohrnen der Edelleute ihre Kinder Edelgebohrnen: Das hat nicht de Meynung als ob ſie ihrer Geburt nach was beſſers ſeyn ſolim als du und ich bin/ ſondern ſie ſind mit uns groſſe Schuldnenſ dem heiligen Antlitz G Ottes: Vnd ſind ſolche Titul nur an diſferentia, weltlicher Vnterſcheid von andern Men ſchen ſo mn ihnen ſol und muß laſſen: Aber fuͤr G Ott gelten ſie alle gleich/ 829,5,v 6. und ſind nicht beſſer weder andere Menſchen. Darum auch S4.7.75,6. Salomon recht ſagt Sap. 7. Es hat kein Konig einen andern Anfang ſeiner Geburt/ ſondern ſie haben alle einerley En⸗ gang in das Leben/ und gleichen Ausgang. Solten au dieſe groſſe Herrn etwas beſſers ſeyn/ wie kommt es dann daßdas Creutze bey ihnen eben ſo wol einſchreitet und anhaͤlt/ jadaßder A Todt eben ſo wol bey ihnen einſchleicht als bey andern oir a0ci Kom, 6,v. 23, pendium peccati mors&st. S aget Paulus /Rom. 6. Vnd drumb. wer ſtirbt/ der iſt ein Sunder/ wie dann auch C Hriſtus/ aber um⸗ frembder Suͤnden willen/ die er auff ſich genommen/ geſtorben. aß dich auch nicht irre machen/ daß die Eltern getaufte Chriſten ſeyn/ als ob dannenhero ihre Kinder einen Vonhelhe ben/ und ohne die Schuld ſeyn ſolten. Wie vor Zeiten Pelqgiu mit ſeiner Rotte vorgegeben hat/ daß die Kinder ſo von Chiſ glaͤubigen Eltern gezeuget/ von denſelbigen geheiliget/ ehn S ——õ— dn e Pom ſtad faſch Gu ſegan poſte Kind geer bon halen chen dernus Ch dont vmh quch boh. San 60 weſen der aus dabey ſohes twfen 1 h 1 1 mſente Juaut ſolche Euſe ug de uͤber den. Pſalm. den empfangen und gebohren wuͤrden/ und ſo tein waͤren/ als Adam fuͤr dem Fall/ in ſtatu integritatu, im Stande der Vn⸗ ſchuld/ derhalben ſie auch der Tauffe nicht beduͤrfften. Das iſt falſch und unrecht. Dann Kinderzeugen /iſt nicht ein Wercl des Glaubens/ ſondern der Natur/ alſo von G Ott geordnet und ge⸗ ſegnet. Wer ſind ſie aber von Natur? Epb⸗. antwortet der A⸗ Eph.2.v.. poſtel: Kinder des Zorns. Darumb folget/ daß auch ſuͤndige Kinder durch ſie gezeuget werden. So wird die Heiligkeit nicht geerbet auff die Kinder/ ſonſten waͤre David auch gar heilig weil er von beſchnittenen und heiligen Eltern gebohren war. Aber er bekennet hier ein anders/ und ſaget: Sihe/ Ich bin aus ſuͤndli⸗ chen Samen gezeuget. Der Nacht⸗Schuͤler C Hriſti Nico⸗ demus war von heiligen Geſchlecht Abraham gebohren/ aber E Hriſtus gibt ihm und allen Chriſten diß Latein: Ihr müͤſſet von neuen gebohren werden/ 706. 3. Ja wann ein Kind dar⸗ Ioh. 3.v.z. umb heilig ſeyn ſolte/ daß es von heiligen Eltern gebohren/ ſo waͤre auch Cain ein heiliger und ſeliger Mann zu preiſen/ dann er war von heiligen Eltern gebohren/ die ſich des gebenedeyten Weibes⸗ Samen/ und Schlangentreters troͤſteten/ und alſo in Gnaden bey G Ott ſtunden/ ehe ſie Kinder zeugeten. Aber wie hetlig Cain ge⸗ weſen/ weiſet ſeine boͤſe That/ in demer Abel ſeinen gerechten Bru⸗ der aus Haß und Zorn erſchlaͤget/ Gen... Darumb ſo bleibet es G dabey/ nach Vnterriehtung der Warheit Goͤttliches Worts/ daß hohes und niedriges Standes zugleich Erbſuͤnder/ in Suͤnden 1 empfangen und gebohren. 2. Bekennen wit auch daß wir allzumal Suͤnder ſeyn Alua. 1. Wir ſand Suͤnder a⸗ liter, thaͤtlicher weiſe: Suͤnde begehen wir alleſambt/ volentes& ctuzliter volentes, wiſſendlich und unwiſſendlich/ innerlich und aͤuſſerlich: thaͤtlicher Innerlich mit argen boͤſen Gedancken/ welche fuͤr G Ott/ der ſolche weiß/ ſihet/ und kennet/ nicht Zoll⸗oder Strafffrey ſeyn. Euſſerlich/ mit Worten und Wercken. Solche ruͤhren alle her aus der Erbſuͤnde/ und ſind gleichſam als die boͤſen Srü hreanen . b b ſen weiſe⸗ .“ C 4““ —— — ——. v —— .— , De fuͤnſtte Predigt boͤſen Baumes. Wer erweeket aber ſolche Suͤnden; Warle Troſt fuͤr uns alle in gemein/ wi⸗ der alle Tra⸗ wernuͤß in Armuth/ Hunger/ ꝛc. . nicht G Oit: Welcher nicht ein Suͤnden⸗Freund ſondetn Feind iſ: Dann er nicht ein GOtt/ dem Gottloß Weſengi⸗ let/ wer boͤſe iſt/ bleibet nicht fuͤr ihm/ als Sondenſe kommen vom Teuffel/ welchen die unbekehrte Menſchen ſotde⸗ lich aus incuination ihrer verderbten Natur treulich und fleiſg⸗ gen: Wie S. Paulus vielfaͤltig druͤber klaget/e. Cor. 4. Gala,g3 2. daß der Gott dieſer Welt/ welcher in dieſer gegenwertigen agen Welt herrſchet/ als der Teuffel/ habe ſein Werck in den Kindem des Vnglaubens/ er fuͤhre ſie in ſeinen S tricken/ nach ſeinen Wi len/ daß ſie ihre Glieder begeben zu Waffen der Vngerechtigkei und zum Dienſt der Vnreinigkeit/ von einer Vngerechtigkeitze andern/ Rona.. 2. Tim. 6. Nun ſo ſind wir allzumal Sunder /ne 5. Dann ob wir wol niche mit oͤffentlichen Schand⸗und en⸗ Laſtern beladen ſeyn/ ſo koͤnnen wir doch nicht ſprechen/ daßn nicht geſuͤndiget haͤtten/ und ſo wirs ſagen wolten/ ſo machtenwi S Ott zum Luͤgner/ der von Himmel ſihet/ ob iemand ſey dernac S Ott fraget/ aber ſie ſind alle abgewichen/ Pſala⸗. Ja wit ber⸗ fuͤhreten uns ſelbſt/ und die Warheit waͤte nicht in unsſe oha. 2. Werden wir auch allhier getroͤſtet. Da dann dieſ Spruch des Davids zum Troſt dienen ſol/ nicht allein in heie inſondeꝛheit allen frommen gottſeligen Eheleuten daß ſie wiſſen daß ſie in einen G Ott wolgefaͤlligen Stande leben/ darinnenſt Ott mit Ehren und guten Gewiſſen mit Kinderzeugen undi hen dienen koͤnnen; Sondern auch zum Troſtes une deenen ſ ꝛ genere ins gemein/ daß wir uns in Angſt/ in Trauernuͤßſin Armuth/ in Hunger in Bloͤſſe ieſes Lebens nicht aͤngſtigen fürc/ ten noch zagen, ſondern an unſern himmliſchen Schoͤpfferund Erhalter gedencken/ und deſſen vaͤterlicher Propidentz und Vot ſorge/ alles vertrauen und uͤberlaſſen. Wer ſorgete fuͤrdich/ dad noch nichts wareſt/ daß du zu einem vernuͤnffagen Menſchen ſchaffen wuddeſt: Nicht du/ ſondern dein Amale⸗Vae t ndeſt V ferh tinzaſa neih madod einme verſo gete feunt ſriſe Hünn dadu! woltet dawh belſot tkall dein. duſto. it Me uͤber den u. Pſalm. 45 Schoͤpffer. Hat er dich nun verſorget/ ehe dann dn wareſt/ da du wurdeſt/ wie ſolte er dich nicht verſorgen/ daß du nunmehr/ ſodu biſt/ erhalten werdeſt? Wer ſorgete fuͤr dich/ da du im Mutkerleibe ein zuſammen gerunnen Blut wareſi/ daß aus dir ein Fleiſch und menſchlich Leib und Seelgebildet? Nicht du/ ſondern dein Him⸗ melsvater und Schoͤpffer. Hat er nun fuͤr dich geſorget/ daß du ein menſchlich Leib und Seel empfaͤngeſt/ wie ſolte er dich nicht verſorgen/ daß/ da du ſie bekommenſſie ethalten koͤnneſt; Wer ſor⸗ gete fuͤr dich/ da du wie ein arme Made und ummaͤchtiges Wuͤrm⸗ lein in deiner Mutterleibe herumb zappelſt und grableſt/ daß du ge⸗ 8 ſpeiſet/ ernaͤhret und erhalten wurdeſt? Nicht du/ ſondern dein Hümmels⸗Vater und Schoͤpffer. Hat er dich nun verſorget/ da du dir nichts mit Fuß oder Haͤnden helffen kondteſt/ warumb wolte er dich itzo nicht verſorgen/ da du mit Haͤnden Fuͤſſen /geſun⸗ b den und ſiarcken Leib dir kanſt behuͤlff⸗ und befoͤrderlich ſeyn? Wer verſorget dich/ da du im Mutterleibe im finſtern Tabernacul Mut⸗ ter allein von allen Menſchen verlaſſen gelegen? Nicht duſondern dein Himmels⸗Vater und Schoͤpffer/ warumb wolte er dich/ wañ du itzo von allen Menſchen verlaſſen/ nicht verſorgene Zaget niche ihr Menſchen! der euch das Leben gegeben/ wird euch auch geben was zur Nothdurfft des Lebens von Noͤthen. Maetb. c. Sehet an Matt. F. v. 29 die Bogel unter dem Hunel ſie ſaͤen nicht/ ſie erndten nicht/ ſie ſamlen nicht in die Scheuren/ und euer himmliſcher Ba⸗ ter naͤhret ſie doch/ ſeyd ihr dann nicht vielmehr dann ſie. Wir ſind auff ihn geworffen aus Mutterleibe/ alz2. Ey Pſal. 22. v.n wolan/ ſo wird er uns auch erhalten/ ohn unſer Mutterleib. 1 3. Zur Warnung zu mercken: Daß ſich keiner ſiber den Sich keiuer andern wolle erheben/ und ſich beſſer duͤncken laſſen als andere. uͤber den an⸗ Wer ſind wi doch/ wir ſeynKaͤy ſer/ Koͤnige/ Fuͤrſten/ Herren/ Edel/ dern zu erhe⸗ Reich Arme/ Knechie/ Vnterthanen/ Bauren/ Bettler/ſo ſind wir ben. alle der Empfaͤngnuͤß nach gleich/ alle aus ſuͤndlichen Samen ge⸗ euget. Das bedencke nun/ OMenſch/ ſind wit alle gleich im Doo Mut⸗ 4 Die fuͤnffte Predigt Mutterleib/ was erhebſiu dich dann du Hoher uͤber den Nichiſgen du Edler uͤber den Vnedlen, du Gelehrter uͤbet den Vngalcn du Buͤrger) uͤber den Bauer/ du Herr uͤber den Knecht du Neicht uͤber den Armene Das bedenel OMenſch! Sind wir im Mu⸗ terleibe alle gleich/ alle ein gerunnen Blut/ eine arme Made /einan⸗ maͤchtiger Wurm/ was wilſtu dieh dann deiner Staͤncie deine Macht/ deiner Gewalt uͤber und wider deinen Nechſten mhtan chen? Du armer Wurm/ was plageſtu einen andern Punn Das bedenck OMenſchl! Sind wir im Mutterleibe alle geich i ſind wir im Mutterleibe zum finſtern Stall zur Herberge gelegen was wendeſt du dann hierauff ſtattliche Haͤuſer/ baueſt Paliſ un Schloͤſſer/ und wilt darmit vor andern geſehen ſeyn? Den ien die finſtere Mutter⸗ Huͤtten/ und verachte den Armen nichtinſ ner armen Leimen Huͤtten. Das bedenck⸗OMenſch! Sindu im Mutterleibe alle gleich darinn bekleidet/ in unſern blungen l ſterhembd/ was wiltu doch hier auff Erden in Sammer und E den hin guͤlden und ſilbern Stuͤcken ſtoltztren und prangen? Dan⸗ cte an die Mutterhauben/ und verachte den Armen nichtinſeina Kittelſchauben. Das bedenck O Menſch Sind wirim Mur terleibe alle gleich mit unteinem Blut geſpeiſet ernaͤhret und ihl⸗ ten/ was wiltu dann hier viel Schwaͤlgens machen mit uͤbtig Eſſen und Trincken/ Schlemmen und Demment Denckeandes gerunnen blutige Mutter Brodt/ und verſchweige nichtdes A⸗ men ſein Stuͤcklein Brodt. Das bedenck OMenſch Dmd weil wir alle gleich in Mutterleibe/ wir alle neun oder zehen hio⸗ nat unter der Mutter Hertzen gelegen/ mit Sehmertzen zur W getragen /ſo verachte deine Mutter nicht/ wann du zu Ehren kolſſt ſondern ehre ſie wieder/ haͤtte ſie es nicht gethan/ du waͤreſtninme zu den Ehren kommen/ und vergiß ihrer nicht/ wann du zumſtut lein Brodt kommeſt ſondern theil ihr alle Nothdurffe mit dannay waͤreſt nimmer zum Reichthumb kommen/ wann ſie es nichthitt gethan. Das bedend OMenſch/ Wnd welldu deme Mun b —— 8 uͤber den 5u. Pſaln. 495 die Zeit uͤber da du in ihrem Leibe gelegen/ offt geſtoſſen und getre⸗ ten/ Gen. 25. da du aber zur Welt gebohren/ ihr viel Schmertzen Sen. 25. v.22 und Traurigkeit gemacht/ Gen3. 7obenb., So ſtoſſe und trete/ und 6 f03 V. 16. ſchlage ſie nicht/ dann ſie hat Elend gnug mit dir von deiner erſten Joha6. v.ar. Empfaͤngnuͤß und Geburt gehabt/ damit du nicht aus einem ver⸗ nuͤnfftigen Menſchen zum Eſel werdeſt/ welcher wann er ſich von der Mutter ſatt geſogen/ dieſelbe alsdann zum Danck mit Fuͤſſen zu ſchlagen pfleget. Thuſiu das/ ſo wird dich G Ott gewiß nicht nur ſtoſſen/ ſchlagen/ treten/ ſondern zerſtoſſen/ zerſchlagen und zer⸗ treten/ zeitlich und ewiglitch. 4. Erinnert ſollen wir auch hiebey zum Beſchluß ſeyn/ Vielfaͤltige der vielfaͤltigen Straffen/ ſo auf die Suͤnde erfolgen/ und demnack Aaffauf den Suͤnden nicht ſo gern nachhengen: Dann ob wir wol in Sun⸗ 3 Bumdl. den empfangen und gebohren/ und durch ſie ſo ſchaͤndlich verder⸗ bet/ ſo ſind wir doch auch wiedergebohren/ und erneuert durch den heiligen Geiſt/ derwegen wir uns durch denſelben ſollen regieren und fuͤhren laſſen/ Im widrigen/ und wann wir unſerer verderbten Natur folgen/ ſo erreget und erzeiget ſich der ZJorn G Ottes in viel und mancherley zeitlichen Straffen/ als daß er entweder den Leib angreifft/ die Gliedmaß deſſelben ſchwaͤchet/ und alſo das edle Klei⸗ nod/ die liebe Geſundheit entzeucht/ dann wer wider ſeinen S choͤpf. fer ſuͤndiget/ der muß dem Artzt in die Haͤnde kommen/ Lirg 4. OH⸗ der aber/ es greiff G. Ott der HᷣErr an Haab und Gut/ daß er ab⸗ nimmt/ er machet reich/ kan auch in einem Huy wieder arm ma⸗ chen/ er blaͤſet drein/ ſo zerſtaͤubet und zerfleucht es. Alle Creatu⸗ ren ſind in ſeiner Hand/ die ſiehen auff ſeinem Befehl und Anord⸗ nung zur Rache wider die Suͤnder: Bald gehet an eine unverſe⸗ hene Feuers/ Brunſt/ welche alles hinweg nimmt und verderbet. Bald kommet unverhoffte Waſſers⸗Noth/ welche auch merclli⸗ chen ja unverwindlichen Schaden zufuͤget. Bald thun die Fein⸗ de und Naͤuber einen grauſamen Einfall/ nehmen hinweg Geld und Geldes werth/ und den vor langen Jahren her geſamleten Hoo ij Vor⸗ 8 1 1““ 8 3“ 4— 5 — 8 8—. 8 —— 7 — —* ——— —— —— — ͦ— —— —— *. 4 2* —————— 476 Die fuͤnffte Predigt Votrath. Oder aber G Ott ſtraffet an Ehren daß man dag⸗ ben entſetzet wird/ und zu groſſen Vnehren gelanget. Jadan Suͤndern/ welche mit Pharaone drinnen verharren und vetſtan⸗ ren/ iſt noch zur Straffe zubereitet der hoͤlliſche Pfuel welche enn Schwefel und Pech brennet. Darinnen ſollen die Suͤnder nur zu Leib/ Ehr/ Haab und Gut/ ſondern auch an der Sealenzn immerwaͤrenden Schaden geſtrafft werden. O ſo bedencke doch nur ein ieder/ wie er in Suͤnden en in⸗ gen und gebohren ſey und bewege die groſſe Noth/ dannn er a Es ſey aber ferne von mit/ und dir/ und von allen Chriſten daßwi wolten drinnen verbleiden/ und G Ottes Zorn und Stuaſfeauf uns laden ſondern da laſſet uns alleſambt zu G Ott ſeuffzen: Domine, da mibi noſſé te,& noſſeme. O HERR hllff/ d ich mich und dich recht lerne kennen. Zu Lobe deinem n Heiggſten Namen/ und meiner zeitlichen und ewigen Woßfah men! M2. 26Nc- 26 96 9456- R6,30. 6036-690. 2690 O13e ahr Die ſechſte Predigt/ cacum a Vbher den vlerdten Buß⸗Pſalm des Koͤnges . an und Propheten Dabids/ ſo da iſ der Drdnung nach im Pſalter⸗Buch der Ein Verſ. 9, 9,10,1u.. S he/ du haſt Luſt zur Warheit dieim Varbit D gen liegt/ du laͤſſeſt mich wiſſen die heimli Weißbeit. Entſundige mich mit Jſopen⸗ dij 1 nicht wirabe Datge nennüe G0i Oüha Padn vnd Cyn vahte uͤber den zi. Pſalm.„7 rein werde/ waſche mich/ daß ich Schneeweiß werde: Laß mich hoͤren Freud und Wonne/ daß die Gebeine froͤlich werden/ die du zerſchlagen haſt: Verbirge dein Antlitz von meinen Suͤnden/ undtilge alle mei⸗ ne Miſſethat. 3 EXNORDIUM. 6 S ſind Geliebte Freunde in C Hriſio/ zwene vor⸗ Haͤuptſtuͤck A nehme Lehrer/ Moſes und C Hriſtus: Es ſind der Goͤttli⸗ auch zwey vornehme Haͤuptſtucke der Goͤttlichen chen dehre 5 Lehre/ auff welche alles/ was in G Ottes Wort ſind das Ge⸗ Buns vorgeſchrieben/ gezogen werden mag/ durch ſetz und E⸗ RA welche auch der Heilige Geiſt die Buſſe in den Langelham⸗ Hertzen der Menſchen wircket/ nemlich das Geſetz und das Evan⸗ R aoni gelium. Dannenhero entſtehen auch zwey weſentliche Stuͤcke eid uͤber die der Buſſe. Dann hoͤren wir Moſen und das Geſetz/ wie es Suͤnde/ und dreuet und fluchet/ ſo entſpringet das erſte Theil der Buſſe/ nemlich der Glaub hertzliche Neu und Leid uͤher die begangene Suͤnde/ daß wir mit an Chꝛiſtum dem verlohrnen Sohn uns demuͤhtigen und ſagen: Vater ich entſtehet. habe geſundiget/ in den Himmel und fuͤr dir/ und bin kort nicht mehr werth/ daß ich dein Sohn heiſſe.*. Hoͤren Luc..vad wir aber C Hriſtum und das Evangelium von der Gnadenreichen Vergebung der Suͤnden/ ſo eniſpringet das ander Theil der Buſſe/ nemlich der Glaube an C Hriſium/ durch welchen wir allein zu GOtt dem HEnn/ und zu ſeiner Gnaden einen Zutrit haben. Daß alſo ein bußfertiger Chriſt muß zwey geiſtliche Augen haben: Vnd mit dem einen ſehen auff Moſen/ dadurch er zur Erkentnuͤß und Berewung der Suͤnden kommet/ mit dem andern aber auff E Hriſtum/ dadurch er glaͤubig wird. Vnd betrachten wir auch die Exempel dererwelche ſich durch wahte Buſſe zu G HOtt bekehret/ ſo finden wir an ihnen dieſe beyde oo ii Stucle⸗ Staͤcke daß ſie aus dem Geſetz ihre Sunde erkennel dieſelh dett⸗ lich bereuet und beklaget/ auch hinwiederumb mit wahren Glauben ſich getroͤſtet/ und umb Vergebung der Suͤnden gebeten. Pa⸗ ſere erſte Eltern waren in einen ſchweren Suͤnden Fall geralhen mit denſelben handelt O Ott der Err alſo daß ſie erſt uͤrſeinde richt geladen/ und durch die Stimme des Geſetzes/ und Antin gung der Straffen geſchrecket worden: Hernach aber troͤßetum richtet er ſie wiederumb auff durch die Eoangeliſche Vanhiſin vom Weibes⸗Samen/ welche der hoͤlliſchen Schlangen dendohf Ges. z3.v,S. zertreten ſolle/ Ceng. Vnd daß wir zum Eingang nicht weilau ſed. lallen; Durch die Geſetz⸗Predigt des Propheten Nathansna tig Exempla anfuͤhten moͤgen /ſo nehmt nur noch vor euch deni nig David. Der war zugleich in Ehebruch und Todtſtilag⸗ cer zum Erkentnuͤß ſeiner ſchweren Suͤnden gebracht daßeroſ 2. Sam. 12, v. 13. 8 lich bekandte und ſprach: Ich habe geſuͤndiget wider d HErrn z2. Sam. a. Darauff hoͤret er auch die troͤſtliche Abſoluam So hat auch der HErr deine Suͤnde hinweg genommen du wirſt nicht ſterben, Welches dann auch der Daud mi in de wahrem Glaubenauff und angenommen „ Wann wir dann bißhero den erſten Theil dieſes Pſai oot uns gehabt/ und in unterſchiedlichen Predigten beſthent d·e Pldem propter peccata vebementer dolentem„wie hertzliche Ran und Leid der Koͤnig David gehabt wegen ſeiner Suͤnden /gls ſchre ten wir anitzo zu dem andern Theil da wir beſehen wollen dauin in vera ſide ſe erigentem, wie ſich der David hinwiederumbin wahren Glauben auffgerichtet/ und auch an ſich nimmt das ande weſentliche Stuͤcke wahrer Buſſe: Hiervon mit Nutz zuteden ſeufftzet zuvot mit mir alſo: Hilff/ HErr hülff/ laß wolgelingen k zu Ehren/ und zu unſer aller Seelen Heyl und Seligkeit/ Amc⸗ TRACTATIO. nommenen Puncraus dem andem Thelldieſto⸗n. ſan „ Llangend/ Geliebten Freunde in C Hriſio/ unſern bony e uͤber den 51. Pſalm. da wir zu betrachten Davidem in verã fide ſe erigentem, wie der David auch an ſich nimmt das weſentliche Stuͤcke wahrer Buſſe/ und ſich auffrichtet mit wahrem Glauben/ ſo iſt ſolches Stuͤck wol zu mercken/ wie es dann auch darumb ein Ecee oder Auf⸗ merckungs⸗Particul vor ſich hat/ da der David ſagt: Sihe/ du haſt Luſt zur Warheit/ die im Verborgen liegt: Vnd dero⸗ wegen euere Chriſtliche Liebe ermahnet ſeyn ſolle mit Fleiß/ und andaͤchtig zu zuhoͤren/ und zu hehalten/ wie und welcher maſſen der Koͤnig David ſich in wahren Glauben bey ſeiner ſchmertzlichen Buſſe auffgerichtet. Dann Leide tragen und Schmertzen haben uͤber ſeine Suͤnde/ iſt nicht allein gnug: Judas der Verraͤhter hatte auch Reu und Leid uͤber ſeine Suͤnde/ weil er aber ohne wah⸗ ren Glauben dahin gieng/ und ſich erhieng/ muß er ewig verlohren und verdammt ſeyn. Darumb hat ihm weit beſſer gethan Kenig David der hat nicht allein bey ſich das eine weſentliche Stuͤcke wahrer Buſſe/ nemlich Reu und Leid/ ſondern nimmt auch an ſich das ander weſentliche Stuͤck derſelben/ richtet ſich auff mit wahren Glauben/ und thut ſolches unſerm Text nach /auff viererley Weiſe: I Perſvariſſmam oppoſationem. Durch einen lieblichen J. Gegenſatz/ wann er pen Antitbeſm, wie man in Schulen redet/ ſei⸗ Membrum nen Suͤnden entgegen haͤlt/ G. Ottes Guͤte/ Gnade und Barm⸗ hertzigkeit mit dieſen Worten: Sihe/ du haſt Luſt zur War⸗ heit/ die im Verborgen liegt/ du laͤſſt mich wiſſen die heimli⸗ che Weißheit. Durch das Wort Warheit iſt zu verſtehen die Warheit der Evangeliſchen Verheiſſungen/ darinn uns G Ottes ſein gnaͤdiger vaͤterlicher Wille offenbaret wird/ daß er nemlich wolle/ es ſolle der Suͤnder ſeine Suͤnde erkennen/ ſich bekehren/ und Buſſe thun/ ſo ſolle er alsdann leben und nicht ſterben/ wie alſo ſtehet beym Propheten Ezechiel 18. und 23. So war als ich lebe/ wil ich nicht den Todt des Suͤnders/ ſondern daß er ſich be⸗ kehre und lebe. Vnd darzu/ ſagt David/ habe G Ott Luſt. gan delsctaris, welches in ſeiner Sprachen bedeutet/ r ein ing Ez. 19. v. 23. c. 33. v. II. Tarnovius in Proph. Jonam c. I. VeI4 · P.3⸗ — N —— 6* e.. S —.—— 1 4 ,.,*“—————— zoo Die ſcchſte Predigt In Micham Ding ſchlecht wollen oder begehren/ ſondern wie es im Griaz⸗ *. 7. v. 18. P. ſchen das 2douue mit ſich bringet eine hertzliche Luſtund Wolg⸗⸗ 214. In Ma⸗- fallen an einem Dinge haben/ alſo daß es G Ottes ſeine Hexzens⸗ lach. e. 3. v. p. 68. 1. Luſt und groͤſſte Freude ſey/ daß den armen Suͤndern dunch i und Bekehrung alſo geholffen werde. Solche Warheitahaſ da nichts anders als Erkentnuͤß und Bekentnuͤß der Suͤnden un die G Ott gerne hoͤret und annimmt liegt im ver borgen /yrin David/ in reuibus lauts in ſeiner Sprachen/ in uns iſt ſie heia⸗ gen/ ſo da mit allerhand Gedancken und Affeeten/ und derglaccn in uns umbgeben/ und nicht leicht herfuͤr kan/ aber durchs Geſe⸗ herfuͤr gebracht/ und offenbaret wird/ daß Reu/ Leid/ Tr ulgtal und Schmertz entſtehet/ und drumb gerne erkandt und helan wird/ was man geſuͤndiget/ nicht aus Heucheley vertuſchetnu bemaͤntelt/ ſondern bekennet und beklaget wird. Die heimuit Weißheit/ die ſich endlich auch darbey findet/ und O Ott ſolt bloͤde troſtloſe Hertzen wiſſen laͤſſet/ iſt der Troſt von ſeiner Gollt chen Gnade/ daß er G Ott der HErr umb ſeines Sohnes wllin die Suͤnde aus Gnaden wolle vergeben/ und in Ewigkattunſer Vater ſeyn/ und unſerer Suͤnde nicht mehr gedencen. Dieſ Weißheit iſt heimlich/ es weiß ſie Fleiſch und Blut nicht/ wie Pau⸗ 3.Cor. 2.y.6. ſus a. Coriats. 2. davon redet: Es iſt nicht eine Weißheltdet V. 7. v. 9. 7. 9. Matth. rr, V. 25 Welt /noch der Vernuͤnfftigen/ Oberſien/ Gelehrten/ Gewali ben Edlen und anderer/ welche dergehe ſondernesiſteine beimliche/ verborgene Weißheit GOttes/ welche G0 verordnet hat vor der Welt/ zu unſer Herrligkeit/ welch keiner von den Oberſten dieſer Welt erkandt hat/ dannn ſie die erkandt haͤtten/ haͤtten ſie den HErrn der herrligli nicht gecreutziget: Sondern wie geſchrieben ſtehet/ dalts kein Auge geſehen/ und kein Ohre gehoret/ und in keune Menſchen Hertz kommen iſt/ das GOtt bereitet hat denen die ihn lieben: Alſo ſpricht auch der HERR C Hriſtus ſehſe WMauiben. Ich preiſe dich Vater und HErr Himmels m uͤber den n. Pſalm. 35 der Erden/ daß du ſolches den Weiſen und Vnverſtaͤndſ⸗ 12 gen verborgen haſt/ und haſt es den Vnmuͤndigen offen⸗ baret: Niemand kennet den Sohn/ dann nur der Vater/ und niemand kennet den Vater/ dann nur der Sohn/ und ſoh. 1. v. 12, 137 18. i, Pſ. 25. v. 14. Pſ. 31. v. z0. 4 4 482 Die ſechſte Predigt Gerk. L. heit/ darnach alle andere erſchaffene Dinge conformitet daß ſeln Th. tom. 1. der That und Warheit ſeyn und beſtehen.(z3.) Daß auch ſen de Natura Wercke warhafftig ſeyn! und kein Betrug an denſelben: Aoi Pei. p. 340⸗Himmel/ Erden/ ic. wie ſie in der Erſchoͤpffung von GOit hexü 8e. gebracht/ warhafftig alſo Himmel/ Erden/ Meer/ a. ſeyn; Dah Erloͤſung durch E Hriſtum geſchehen/ nicht nur ſo ſey enn En⸗ gelfechten geweſen/ ſondern eine wahte Erloͤſung c.(4 S ſein Wort ſey ein wahres Wort/ ein Wor der Warhen gi wie im Gegentheil des Teuffels ſeine Wort Luͤgen ſeyn walnſ ein Luͤgnerund ein Vater der Luͤgen.(§.) Vnd dann auch doße beſtaͤndig und treu ſey in ſeinen Verheiſſungen und Duwunan und nicht aͤndert/ was aus ſeinem Munde gangen. Wollen wit Gezeugnuͤß nehmen von Gottes ſeiner Wo⸗ (r)Deus.32, heit aus heiliger Schrifft ſo beſtetigen dieſelbe(1. die Sppruͤc 4. 1 ½ε3. 33. welchen außdruͤcklichen G Ott der HEtr warhafftig undh E. 14. v. 6 Aoar3e t. welehen Meldung geſchicht der goͤttlichen Warheit/ hann. (.) P.27. 26. 9.52. 10. Jot.7. v. 7. Sc.(3.) In welchen verneinetuld 26. 3. daß SOtt liegen konne/ Nam. 23. z. Jam. G. Mal.. Bebs,(4.) 40,. In welchen geſaget wird/ wie Ihn nichts gereuet/ Nun.. 77,. 7.Sam,. Jos⁵. Pals. Ronz..(v.) In welchen beſtetiget wi/ 108, 5. daß GOtt ſeine Zuſage halte/ 2. Sam. 7. Pſal 33. 1ſal S9. 49. Jch. r7.v. 7.(G.) In welchen Er treu genandt wird/ Exod. 22. halgo zue. 63.) Num. g Cor..(.)In welchen gedacht wird ſeines theneienEhlitt 23. v. 9: dann da ſchweret er eben umb unſerent wegen/ damit wit deſtowe⸗ 2. Sam. 5, 29 2 Mal. 3,5. niger an ſeiner Warheit zu zweiffeln/Hie6.6. 8.) In welche⸗ſen Heb. 6, 19. Wort das Loh der Warheit gegeben wird/ Nrꝰ.„. Pfas 2e 1 (4.) Num. Joh. 17. Apoc. 19. 21. 22. 23, vrg.(g9.) In allen denen Spruͤchen/ ſo uns in heuiger Schiff 1.Sam. 59. anbefehlen/ daß wir G Ott dem HERNRN ſollen trauen. n Job. 3311. crum enim ifius aucie es Dei veritas, ſaget Auguftinus. Rom, il, 29. Ahr (5.) 2.Sam, 7,29. Pl.; 3, 4. Pl.99, 3. P. 46,6.(6.) Exod. 34,6. Pf. 30,10. P313. Pſ. O,. Pſ. 54,7. 1. Cor. 10,3z.(7. Heb. 6,18.(8.) Neh. 9,13, Pſr 9uelung, 30. Fl. 43, 3. Joh. ⁷. Apoc. 19, 2. c. 22,5. c. 2,6. 8 Warheit genennet wird/ Deut, e. J‿. RMm. 42c. 6,(2.)Jſ uͤber den. Pſalm. Wider welche Goͤttliche Warheit dann nicht ſtreitet/ daß geſaget wird/ Cen.*. Daß GOtt dem HErrn gereuet/ daß er Gen 6.v.s. Menſchen gemacht: Sintemal ſolches gereuen nicht ſe ſondern zeeynrus, nicht heommac ſondern Heomeende wie man in Schulen redet/ zu verſtehen, das iſt nicht auff Menſchliche/ſon⸗ dern auff Goͤtiliche Weiſe: Da dann durch G Ottes ſein Ge⸗ Aug. 15. de reuen nicht ein Schmertz oder Verwirrung des Gemuͤths/ wie es Civ. Dei e. bey Menſchen daher gehet! ſondern ſein Nath von Goͤttlicher ben Rache und Straffe angedeutet wird.(qgPFy. 52. Am. So ſtreitet auch nicht wider die Goͤttliche Warheit/ daß broſ. de G Ott durch den Jonam den Ninivitern ihren Vntergang an⸗Noah& deuten laſſen/ ſo doch nicht erfolget/ Jou. 1. ſeh. Sintemal alle arca c. 4. Drewungen G Ottes zu verſtehen ſind cum exceptione pæniten tiæ& converſtonu, und daß man wahre Buſſe thue/ ſo ſol alsdann die Drewung ihren Effeet nicht erreichen. Wie dann beym fer. ler. 18. v. 7. 19. ſich G Oit der HErr ſelber alſo erklaͤret: Plotzlich redelch wider ein Bolck und Koͤnigreich/ daß ichs außrotten/zer⸗ brechen und verderben wolle wo ſichs aber bekehret von ſeiner Boßheit/ dawider ich rede/ ſo ſol mich auch reuen das Vngluͤck/ das ich ihm gedachte zuthun. 8 Welches alles dann/ was von der Warheit G Ottes geſn get wird/ uns dahin fuͤhren ſol/ daß ein ieder in ſeinem Thun und Wandel ſich auch der Warheit zu befleiſſigen/ wo er G Ott lieb und angenehm ſeyn wil. Dann die Warheit ſol und muß ein Chriſt vor allen Dingen lieben in Pacten und Contracten in Buͤndnuͤſſen und Vertraͤgen in Teſtamenten und ehelichen gu: ſagungen/ auch ins gemein die Warheit von Hertzen teden/ Pſal. Plal. x. va. w. Liebet die Warheit und Fried/ das iſt/ daß ihr thun ſollet rede einer mit dem andern die Warheit/ Zack g. Redel die 2ech. 8. v. Warheit ein ieglicher mit ſeinem Nechſten/ ẽ½. 4. Euer 4 15, 77. Rrde ſey Ja Ja/ Nein Nein/ was druͤber ift/ das iſ vom z.. Bbel. Die Warheſt haden David und Jonathan an ihnen v. meiſf 1 M cach * 4 8 3 “““„“ 4 65.““ 4 15 2.“““ 8* 1 e d. 4. 7 fc Ase enenſſſſ * 2 3 8 1 3 4 11 8— 2 4„“* 8 3 1 2—— 5 4— 4.. * 7 5— —. 4 4 — —— 3 *— 4 N— ———. ——— 48444 Deie ſechſte Predigt leuchten laſſen/ dann einer hat dem andern die Wathelt geredi und 1. Sa md*. auch ihre Worte gehalten/ 1. Lam. g. Von den Roͤmetn withg nd3 ſchrieben/*„Maccab.. daß ſie mit Freunden und Bundgeneſe Gaauben gehalten. Alſo thaten auch Abimelech Gen 2n. Undhg Kundſchaffer Joſux/ Job. 6. Alſo ſoltu auch mein Menſthi Warheit an dir leuchten laſſen/ dann die treulich handeln gefalln Prov. 12. v. 2 G⸗Ott wol/ Prov. 12. Hieher dann gehoͤret die Warheit nicht allein Din Paltai ſondern auch in Religions⸗Sachen: Daß Pyediger und ih rer die goͤttliche Warheit lieben und verthaͤdigen: Dauzu quc Sir. 4..33. Sirach veemahnet 4. c. Verthaͤdige die Warheit biß inda Todt/ ſo wird GOtt der HErr fuͤr dich ſtreiten. Vnd oht lieder Chriſt/ dir die Warheit darumb deſio lieber ſeyn laſſen u G Ott der HErrund ſein Sohn C Hriſius die Warheit genn wird: Darauß dann folget/ daß die Menſchen ſodie Wah lieben/ G Ottes Kinder/ und Gliedmaſſen C Hriſti ſeyn. An darumb/ weil die Warheit unuͤberwindlich/ ſie behaͤlt endlich de Prov. 12.v. 9. Preiß und bleibet ewig und unverwelcklich/ rop ꝛ2. Ja diefen⸗ Penſonbearhen von Hertzen reden ſollen wohnen 3 1 Hutten des HErrn/ und auff ſeinem heiligen Berzeble 4 ee Nnt ndde und auff ſeinem heiligen Bergeble⸗ 2. Was da ⸗ Haben wir auch bey⸗dem erſten Punct zum Nubzanze ſey die heim⸗ nercken/ was von der heimlichen Weißheit zu halten d liche Weiß. uns GOtt wiſſen laͤſſt/ weil David ſagt: Du laſſi mich i heit ſo uns ſen die heimliche Weißheit: Dieſe Weißheit iſt eine Waißßet Gott wiſſen uͤber alle Weißheit/ und iſt das gnadenreiche Evangeliuma laͤfft/ und dem Schoß des himmliſchen Vaters/ der da wohnet inti zu haleon nem Liecht/ darzu niemand kommen kan/„Tmaog.hefſt 1 G1e Hedracht, Jo6. Dieſeeimliche Weßheit wannſieunsGe Joh.v. g. wiſſen aͤſſet/ machet unſere Gebeine frolich 44 die zuvor e 2 Suͤnden betruͤbt und erſchrocken geweſen//66. Wann d heimliche Weißheit uns G Otr wiſſen laͤſet/ ſo wud uns 43 uͤber den 54. Pſalm. 4485 meldet/ wie GOtt alſo die Welt geliebet daß er ſeinen einge⸗ bohrnen Sohn gab/ auff daß alle die an Ihn glaͤnden nicht verlohren werden/ ſondern das ewige Leben haben/ Job. 3. Ioh. 3. v. 6. Vnd GOtt der HErr ſeines eigenen Sohnes nicht verſcho⸗⸗ net/ ſondern denſelben fuͤr uns alle dahin gegeben/ Rom.§. Kom. 8.v.z2⸗ Dieſe heimliche Weißheit/ wann ſie uns G Ott wiſſen laͤſſt/ o wird nns angemeldet/ daß IEſus C Hriſtus fur uns gelitten/ ge⸗ ſtorben/ und alle unſere Schmertzen und Kranckheiten auff ſich genommen/ auff daß wir Friede haͤtten/ ½ 3. Daß et Eſ. 53. v. 4. unſere Blutrohte Suͤnde ſchneeweiß gemacht/ und unſerre Roſinfarde Miſſethat wie Wolle gewaſchen/ ha.. daß er Eſa..v. 8. dieſelbe getilget/ a.. daß er ſie in die Tieſfe des Meers 26 3. 7.25. verſeneke/ M6. 7. daß er uns die zehen tauſend Pfunder⸗..““ laſſen/ Arattb. 9. Vnd alſo alles verſuͤhnet habe/ es ſey imn 1rch.13. Himmel und auff Erden/ Coln. e.. Dieſe Weißheit ließ G Ott der HErr wiſſen unſern erſten Col. 1. v.ꝛ0. Eltern/ da ihnen nach dem Fall die Berheiſſung gegeben ward/ daß des Weibes Samen ſol der Schlangen den Kopff zer⸗ treten/ Gen. 3. Er ließ ſie wiſſen den Noam/ den Abraham/ Gen. 3. v.is Iſane/ Jacob/ den Moſen und auch den David der es allhier ruͤh⸗ b met/ daß G Ott der HErr ſie ihn wiſſen laſſen/ ſonderlich dader Nathan zu ihm geſagt: Der HErr hat deine Suͤnde hinweg genommen. Wiſſen hat G Ott dieſe Weißheit laſſen den Koͤ⸗ nig Manaſſe/ den Petrum/ Paulum den reuenden Zoͤllner/ die bußfertige Suͤnderin Marien Magdalenen/ den Scheeher am Creutz/und noch allen Chriſtglaͤnbigen Hertzen. Welches wir mit danck zu erkeüen/ und mit der Chriſtliehen Kirchen zu ſingen haben: jch dancke dir Chriſt OGOttes Sohn/ Daß du mich ſolches haſt erkennen lahn/ Durch dein Goͤttliches Wort/ Verleyh mir auch Beſtaͤndigkeit/4 Zu meiner Seelen Seligkeit. b Ppp j Vnd aber ſa wol zuſehen/ daß wir uns in unſern Leben nichtal eerweiſen/ daß der HErr Vrſach nehme die himmiiſche Evongil⸗ ſche Weißheit uns zuentziehen: Dann das iſt ſein Brau oWer Ihn verachtet/ den verachtet Er wieder/ Kam⸗ . Wann Koͤnig David in wahren Glauben ſich wi Membrum, auffrichtet/ thut er ſolches pen elegantiſtmmam guandam Proſt rationem, durch ſchoͤne Vorbildunge/ ſo gezielet auff da qhh⸗ dienſt und Gehorſam des ewigen Sohnes G Ottes unſat⸗ Rac⸗ landes C Hriſti: Dann ſpricht er: Entſuͤndige mich witg ſopen/ daß ich rein werde/ waſche mich daß ich ſchneewe werde. Das iſt: Wie es der Herr Lutherus am Nande gie Abſolvire mich/ und ſprich mich loß/ wie im Geſetz durchs Sym⸗ gen mit Iſopen bedeutet wird. Es gedencket aber allhier Da zweyerley Ceremonien Altes Teſtaments/ welche vor allen uſ das Verdienſi C Hriſti gezielet/ 1. des Beſprengens mit pen/ welches geſchehen bey den Iſraeliten/ nach G Ottes Biſi auff dreyerley weiſe: Einsmals bey dem Oſterlamnb/ welce ein Vorbild war auff das wahre Oſterlamb C Hriſeum indeſin Blut ein Buͤſchlein Iſop getuncet/ und beyde Pfoſten ani Thuͤr/ und die oberſte Schwelle damit beſtrichen wurden ande Exod. 11, 7. Haͤuſern/ da ſie es innen aſſen/ Exod. ꝛ2. Darnach wann ei Auſſaͤtziger ſolte gereiniget werden/ muſie auch en paͤth Iſop in eines geſchlachteten Vogels Blut getuncket weddenan flieſſenden Waſſer/ damit beſprenget wurde dey/ ſo vom Auſſatzi Lev. 14, 5.6. teinigen/ Laν½. Drittens wann das Volck von Stinden o te loß geſprochen werden/ muſie ein reiner Mañ Iſoppen ich men/ und tuncken ins Waſſer/ dariñ die Aſchen von der vebꝛan⸗ ten rohten Kuhe/ und die Huͤtten damit beſprengen/ und all G⸗ Num. 19. paͤhte/und alle Seelen ſo darinnen/ Nam ao. Dieſe Beſprenzan⸗ *. us. gen waren nun Vorbilde auff das Blut C Hriſt wer ſich mitden ſelben in wahren Glauben beſprenget/ wird rein von ſeinen Sün den/ wie ſolches ⸗Job, Mes. und e,te klirlch angedeutune. —“ uͤber den 51. Pſalm. So iſt demnach nun die Meynung des Davids nicht/ als thaͤte er dem Iſop die Krafft von Suͤnden zu reinigen/ zueignen/ ſondern da redet er nach Art altes Teſtaments/ Bordildungsweiſe/ und ver⸗ ſtehet durch den Iſop ins Blut und Waſſer getunckt/ das Ver⸗ dienſt und Blut C Hriſti/ ſo hiermit vorgebildet worden. Dite andere Ceremonia derer allhier David gedencltjiſt das Waſchen. Es war bey den Juͤden nach Levitiſcher Weiſe/ viel und mancherley Waſchens und Reinigens/ wann ſie ſich an eins oder das ander verunreiniget hatten/ davon zu leſen nach der Laͤnge/ Lep. S. 14. 5. 16, 177. 22. c. Gleich wie nun dieſes Waſchen die auſſerliche Vnreinigkeit/ davon das Geſetz handelte/ hinweg nahm: Alſo wurde dadurch bedeutet die Reinigung von dem in⸗ nerlichen Vnflath der Suͤnden/ ſo da geſchicht durch das Ver⸗ dienſt und Blut C Hriſti: Dann das Blut IEſu CHAIſti des Sohnes GOttes macht uns rein von allen Suͤnden/ 7. Fobann, i. Joh. 1. u.7 Erkennet demnach hierbey die Krafft und Wican des u8 98 p Blutes ChHriſti/ darauff das Levitiſehe Vaſchen/und Beſpren beerl für gen/ da der Iſop im Blut getunckt/ und damit geſprenget worden/ Krafft und gezielet. Es gedencket die Goͤttliche Schrifft der Gerechten und Wirckung heigen Bluts; und ruͤhmet daſſelbe mit Ehren/ daß beyde das das Blut Blut und Todt der Heiligen werth gehalten ſey fuͤrdem Angeſicht Chriſti ha⸗ G Ottes/ und am uͤngſten Tage werde gefordert werden/ vonde⸗ be. nen die es vergoſſen haben/ Apoc. c. Aber wie theuer und werth es Apoc. 6. v- fuͤr G Ottes Angeſicht gehalten iſt/ ſo iſt es doch lange nichtdas“ Blut das uns reiniget von unſern Suͤnden. Es iſt der Heiligen Blut auch nur Menſchen Blut/ aus Fleiſch und Blut/ und ver⸗ derblicher ſuͤndlicher Natur gezeuget: Vnd kan das Reich GOt⸗ tes nicht ererben: Haben ſie aber ihrer Blutſchulden ſuͤndhaffti⸗ ger Art und Gebluͤts ſollen loß werden/ ſo hat es muͤſſen geſchehen/ durch das Blut JEſu E Hriſti/ an welchen ſie geglaͤubet haben. Abels Blut wird mit groſſen Ehren gedacht/ aber die Eyhs zun Jebreern — 8—N* — ——— ————— 388 Die ſechſte Predigt eb. 12, v. Hebreern 2. c. macht einen groſſen Vnterſcheid/ zwiſchen ſens 1 24. und C Hriſti Blut: Ihr ſeyd kommen zu dem Mittler Neuts Teſtaments IEſu/ und dem Blut der Beſprengung/ da dabeſſer redet als Abels Blut. Wie iſt das zuverſtehen?„e bels Blut/ gen. 4. zeuget und ſchreyet nur Zeter/ Achund Aac uͤber den Bruder⸗Moͤrder Cain/ daß ihm die weite Weltzueng wird/ Aber das Blut JEſu C Hriſti/ ſchreyet nicht ſo uͤhatden⸗ men Suͤnder/ ſondern ſchonet und mitteit/ ſuillet G Ottes Jan gteuſſt hindurch durchs Schuld⸗Regiſter des Geſetzes und aun Sewiſſens/ reiniget auch daſſelbe alſo/ daß/ ob wol Suͤnde andn Heiligen in dieſem Leben bleiben wird biß in die Grubenhinanſ 4 ol dennoch nichts verdammliches ſeyn an denen/ die in C gyſ Rom. 8. v... JEſu ſeynd/ Rom. fSf. b So aaſſet uns demnach mit dem David die Beſptenzu und Reinigung/ ſo durch E Hriſti Blut geſchicht/ mit wazn Glauben zu ieder und aller Zeit gebrauchen: In Wathelt es in uns ſehr nuͤtzlich ſeyn. Von dem Teuffel ieſen wir/ daß erher unmb gehe/ als ein bruͤllender Loͤwe/ und ſuche/ welchenct⸗ et. J. ,. verſchlinge/.Herrg. Er konunt zu uns hinab/ und hat einn Apoc. 2—. groſſen Zorn/ dann er weiß/ daß er wenig Zeit hat/ Han Wann wir aber die Thuͤr unſers Hertzens fleiſſig verwahten/ und mit dem Blut unſers Heylandes JEſuC Hriſtiin wahten Glau dben es beſtreichen/ ſo wird er gewiß fuͤruͤber gehen muͤſſen/ und un⸗ keinen Schaden zufuͤgen koͤnnen. Naeman der Feldhaͤuptmann des Koͤniges in Syrien ſwuſ . Reg. 3. v. ſich im Jordan/ und wurde von dem Auſſatz rein/².Reg.c. Derſun⸗ 14. ge Tobias ſalbete ſeinen blinden Vater die Augen mitder Galln Tob.. v.. eines Fiſches/ und halff ihm wieder zum vorigen Geſichte/ nahn 4.13. Viel groſſere Krafft hardas Blut unſers Heylandes JEſu Ch ſti in ſich/ dann das kan uns reinigen/ nicht nur von leiblichen Ktanckheiten/ ſondern von der Kranckheit unſerer Scelen. 3 du durſtig/ matt und muͤde/ ſ o haſtu daran einen eraeaueng über den zi. Pſaln. 439 Erunck/ dann es iſt ein Waſſer des Lebens/ und wer diß Waſſers trincket/ der wird ewiglich nicht duͤrſten/ ſondern es wird ihm ein Brunn des Waſſers werden/ das in das b ewige Leben quillet/ 7ob. z. Biſt du kranck und ungeſund? Joh. 4.v. 4. Das Blut C Hriſii iſt die beſte Artzney/ dadurch uns von zeitlicher b und ewiger Kranckheit geholffen wird, Dann durch ſeine Wun⸗ den ſind wir geheilet/ ¼.„. Biſtu heßlich und befleckt/ das Eſa. 53. v./ San 6 Hriſti iſt die beſte Reinigung/ das xeinigt uns von aller Niſſethat. b Der Teich Bethesda ward des Jahrs von einem Engel nur einmal beweget/ dienete auch nur einem Patienten zur Ge⸗ ſundheit/ die andern warens nicht gebeſſert/ Fob y. C Hriſti Blut Joh. 5. v.*. aber dienet nicht nur etlichen Menſchen/ ſondern allen und jeden/ ſeg. keinen ausgeſchloſſen/ alle in gemein haben ſich deſſelben Krafft und Wirckung zu getroͤſten. Auch erſtreckt ſich ſeine Krafft nicht nur auff eine gewiſſe Zeit/ ſondern zu allen Zeiten/ wann es mit wahrem Glauben von jemande appliciret wird/ hat es ſeine Krafft und Wurckung: Dann alle/ ſo in dieſer Welt ihre Kleider ge⸗ waſchen/ und ihre Kleider helle gemacht haben/ im Blut des Lammes/ werden vom Lamb mitten im Stuel geweidet/ b und geleitet werden/ zum lebendigen Waſſer/ Hoc.7. Apoc.7,14 b I11. Nichtet ſich Koͤnig David in wahrem Glauben bey III. ſeiner Buß auff/ pen Fructus verißcationem, in dem er zu verneh⸗Membrum. men gibt/ wie er gewiß ſey der Vergebung ſeiner Suͤnden /der Reinigung/ Gerechtigkeit und Erloͤſung: Hiervon ſagt er alſo: Laß mich hoͤren Freud und Wonne/ daß die Gebeine fro⸗ lich werden/ die du zerſchlagen haſt. Wil ſagen: Durch die Erkentnuͤß der Suͤnden und Empfindung deines Zorns bin ich zwar hefftig erſchrocken/ aber nach dem mir aus dem Evangelio angekuͤndiget die Gnad und Vergebuͤng der Suͤnden/ ſo bin ich nun wieder getroſt/ und erfreue mich von Hertzen druͤber. Dieſen Troſt wolleſtu auch nun bey mir nicht allein bleiben laſſen ſondern Qaq ſe mehr laf bh ie mehr und meßr in meinem Hertzen erwecken und mich haen Rhet. Sac. das iſt/ſolchen Troſt verſtehen und erkennen laſſen/ und daß tr. 1. c. 12. auch demſelbigen folge/ wie dann das Wort Hoͤren in ſau p. 360. Sprachen bedeutet/ i. mtellgentiam& alſtretionen, daß mn Gen. nI. v.. ein Ding recht verſtehet/ wol einnimt/ und davon zu ſading c. Kl. v. H. weiß wie es dann alſo gebrauchet wird/ Gen. n.&. ar. c. 32. 23 6.42.V. 23. S. Ba. 36. Jerem. 5. Matrb. 13. 1, Car. 4. 2. Bedennt 3. KReg. 18. auch probationem& obedientiam Da man etwas ann um Epa r n. und demſelben gehorſamet/ wie es alſo gebrauchet witd/ Gen; Jer. 5. v. i. c. 24. Joſ. 1. Jud. 2. Deut. 14. 7. Sam. 2. Pro verb. 7. Fſa. 33. Mahns Matt. 33,V. 3 7= Job. 8. c. 9. 0 1. Timotb. z. So wolleſtu demnach auch w * Cor. 143. David ſagen/ ſolchen Troſt mir zu erkennen geben/ und daß ij v. z. d denſelben gerne annehme und ihm folge/ als dann wird bey mir ſe Gen.z. va7. Freud und Wonneſdas iſt/ich werde fuͤr Freuden nicht wiſſenn S l. v. 12. ich mich haben und geberden ſol/ Ja meine Gebeine werden fu Deut. 8. werden/ evufrabunt, es wird alles an mir gleichſam wollen ſuut 1, Sam z. 5en und fuͤr Freuden ſpringen/ da ſonſt alles an mir zerſchlagen 1 leichſam zerquetzſcht und zermoͤrſelt geweſen. v. 25. Llelch! 1 K„ V Prov. 4. v. 1. Hierbey merclet ihr Chriſtliche Hertzen/ wie vſel an den Ge⸗ Eſa.33,v. 15. hoͤr gelegen/ und daß wir gerne G Ottes Wort und Evangeliun Natr. 17.v.5 ſollen hoͤren/ wo anders ſoll Freude und Wonne bey uns eniſi⸗ Ioh.g v. 47. hen. Am Gehoͤr iſt das meiſte gelegen/ damit wir zum Pe⸗ re 7 ſiaͤndnuͤß kommen. Sihet man doch ſolches an weltlichen und 3 Tn⸗ 4 zeitlichen Dingen/ daß man/ wo nicht mehr/ doch ja ſo vulmi us u's. dem Gehoͤr als mit den Augen kan verſtehen und lernen: W Am Hoͤren wol wir allhier mit den Holiricas nicht aſput⸗ren wollen/ die daſe ſehr viel ge⸗gen: Inluitiva notiria oprima deßiuirio: Item„Fides noſtra 3 legen/ und oculata, credit od videt. So qauch: Pluru 2sloculatustiſs daß wir ger⸗ unus, gvam auriti decem, das iſt: Was die Augen ſehen du⸗ ns GOttes glaͤuben wir. Diß gilt gar nicht in Gottlichen oder Glaubens⸗ Wor hoͤren Sachen da heiſt es allein Hoͤren wie dann G Ott offtmals brau⸗ f 9, s. chet das Wort. Hoͤren in. Schrifft: Hore Iſrgel/ D 3 dem Ge 8 ud ah. ungdee der und horen! ten/ u und do kernen euere⸗ mahlo nus dral dem ſie den doſ den a ſſt kein GOte das gep Ren noc GOtte ts hoͤrel A ſzuſiaſten Papiſte renzu eſe Menſchli deildeſe dlcheten Aunmelr wüehmne dün. uͤber den z. Pſalm. 491 und cop. n. du ſolt diß Geſetz vor dem gantzen Iſrael auß⸗ e.z1.v.n. ſeg. ruffen laſſen vor ihren Ohren/ nemlich vor der Verſam⸗ b lung des Volcks/ beyde der Maͤnner und der Weiber/ Kin⸗ der und Frembdlinges/ der in deinem Thor iſt/ auff daß ſie 134; hoͤren und lernen/ damit ſie den HErrn ihren G Ott fürch⸗ ten/ und halten/ daß ſie thun alle Wort dieſes Geſetzes/ und daß ihre Kinder/ die es nicht wiſſen/ auch hoͤren und lernen/ damit ſie den HERRNeuern GOtt fürchten)/ alle euere Lebetage. Vnd in den Propheten wird das Hoͤren zu⸗ mahl offt erfordet. Vnd /heckiret ſich auch der Apoſiel Pau⸗ go 19. 10, lus drauff/ da er ſaget Ron.%. Wie ſollen ſie glaͤuben/ von v. 4. dem ſie nichts gehöret haben? Der Glaube koͤmmt auß dem Gehoͤr/ oder auß der Predigt⸗ b Wer glaͤuben wil/ der muß Luſt zum Wort G OᷣCtes ha⸗ ben/ daſſelbe fleiſſig hoͤren/ und gerne damit uͤmbgehen/ davon re⸗ den Tag und Nacht/ P/al.. ohn das muͤndliche Wort G Ottes iſt kein Glaube. Und ob gleich das Wort ohne den Geiſt G Ottes keine Wirckung hat /ſo wil doch der Geiſt G Ottes ohne das gepredigte/ geleſene oder gehoͤrte Wort G Ottes nichts wir⸗ cken noch ſchaffen: Dann das Evangelium iſt eine Krafft GOttes ſelig zu machen die dran glaͤuben/ Ram.. Wer Rom.J. v.’6 es hoͤret und lernet/ der koͤmmt zu dem HErrn C. Hriſto/ 7ob. 6. J0. 6.v.43. Welches dann wol zu mercken wider i. die Papiſten/ 2. En⸗ thuſiaſten und Stenckfelder/ ‧. faule nachlaͤſſige Chriſten. Die Papiſten verbieten GOTtes Wort und die Bibel ihren Zuhsͤ⸗ rern zu leſen/ und das thun fie nur zu dem Ende/ damit ſie ihre Menſchliche Satzung/ Concilia, Patres, und eigene Werck ihnen ſo viel deſto baß beybringen moͤgen/ Aber Wehe euch Schrifft⸗ gelehrten/ und alſo auch ihr Jeſuiten und Papiſten/ die ihr das Himmelreich zuſchlieſſet vor den Menſchen/ ihr kommet NMrtn nicht hinein/ und die hinein wollen/ laſſet ihr nicht hinein Vin. 28. gehen. Ein viel anders war ja Moſes geſinnet/ der wuͤndſchte: ˙B b b Q9a lulrinam Pſal. I. V. 2% . Efa. 8.v. 10 Di ſechſte Predigt Lltinam omnis Populus propbetarer. Wolte 6OTT/ daßall b das Volck des HErrn weiſſagete/ Nam. n. Da im Gege theil die Jeſuiten und Paͤbſiler folche Zuh oͤter und Heiligen wollen /die nicht einmahl wiſſen ſollen/ was ſie glaͤuben/ wanyſ⸗ nur fie implirità glaͤuben/ was der Pabſt oder die Catholſthe che/ wie ſie ſprechen/ glaͤubet. Derwegen mußf einer voni Leyen die heilige Schrifft leſen/ damit er nieht den Grunie wahren Glaubens drauß erſehen moͤge: Verwerffen auchaii lige Schrifft faſt gantz und gar/ geben vor ſie ſey unvollkomn tunckel und ſchwer/ man koͤnne ſie zu Verthaͤdigung allen Ket gebrauchen/ auch ſey noch nicht/ ſprechen ſie/ bißhero ein eing Heæreſis mit guten Grund darauß widerleget worden. Daun auch Angelus Bolitianus ein Canonicus, als er gefraget woddeni er nicht die Bibel geleſen/ geantwortet: Ich habe diß Buch mahl durchleſen/ aber niemahls meine Arbeit ſchlim an wandt als an daſſelbige. Item /er ſpricht: Daß die Ode aa beſſer und nůͤtzlicher ſeyn/ als das Pſalter ⸗Buch des Koͤnigiha Propheten Davids. Es heiſt ja im Tert allhier: Laß mit oͤren: Was dann? Menſehen⸗Lehre: O nein ſondenn Fitli und Wonne/ nemlich auß G. OTtes Wort/ in ſeinem n, faͤlſchten Verſtand/ ohne Sophiſterey: Dann ſo ein Eng vom Himmel kaͤme/ und predigte ein ander Evangelumn Gal. 1 v. 9. ſo ſoll er doch verflucht ſeyn/ Calat.. em Geſ und Zeugnüß/ werden ſie das nicht ſagen/ ſo werdmſedie — ¹ Morggeideb nicht haben/ 6. le Enthuſiaſten entziehen die Krafft und Wirckugin muͤndlichen Wort/ und was das Wort heiſt muß bey innal Buchſtab heiſſen/ der nichts nuͤtze iſt/ was aber ihr Schwan Tdraum und Gedanck iſt/ das muß lauter Geiſt ſeyn/ und inne bhes Zeugnuͤß/ das ſie auch ohne das euſſerliche Won hohe Fuͤr ſolchem Teuffel/ ſagt der H. Selneccerus uͤber dieſen Text, hi dich /der das euſſerliche Wort nichts achtet/ und zum Vorlauffde helligen Geiſtes nichts haben woil. Auch * hahen Nach dem Giktz ben an der M verzeb Perdl meine! Freud Behein Tuober den ha lch ge Wartz 608 Darun betgebe noch ge meinen bor mhir, weinen geiwerde Anüitbe ni dann tin /d unterb odde tiaſo uͤber den 51. Pſalm. 1493 Auch wider die faulen Chriſten iſt es zu mercken ſo ſelten das Wort Hoͤren/ oder aber hoͤren ſie es gleich/ laſſen ſie es zu⸗ einem Ohrte ein/ zum andern wieder auß/ die haben ihr Vrtheil das ſie zu ſeiner Zeit treffen wird/ alſo lautend/ im. Sam. 2. da die Goͤttliche Majeſtaͤt ſaget: Wer mich verachtet/ den wil: sam.. ich wieder verachten.. 71. Endlich richtet ſich der Koͤnig David in wahren Glau⸗ Ad. 8 ben auff per accuratam juftißcationus contemplationem: In dem Lemoruf. der Menſeh gerechtfertfertiget werde/ nemlich/ wann die Suͤnde vergeben/ und der Zorn G OTtes auffgehaben werde: Spricht: Verbirge dein Antlitz von meinen Suͤnden/ und tilge alle meine Miſſethat/ zuvor hat David gebeten/ daß der HErr ihn Freud und Wonne/ wolle hoͤren laſſen/ damit ſeine zerſchlagene Gebeine froͤlich werden. Du wird er nun ohne Zweifel des Trauer⸗Teuffels Schreck⸗Pfeile abermahls im Hertzen empfun⸗ den haben/ wie er koͤnne Freude und Wonne hoͤren/ der ſo ſchreck⸗ lich geſuͤndiget/ und da ſie ihm gleich vergeben/ die Suͤnden⸗ Wurtzel in ihm bleibet/ und noch ſuͤndigen werde/ der gerechte GOTT aber die Suͤnde/ wie Stroh oder Stoppeln verbrenne. Darumb ſſo erinnert er ſich allhier/ wie alle Suͤnde und Miſſethat vergeben werden/ ſie ſind geſchehen/ geſchehen itzt/ oder werden noch geſchehen: Betet alſo: Verbirge dein Antlitz von meinen Suͤnden. Er ſpricht nicht: Verbirge dein Antlitz 27.,.. vor mir/ dann ſein Antlitz ſuchte er/ Bal.*. Sondern von e, meinen Suͤnden/ auff daß ſie durch deine Barmhertzigkeit gebti⸗:-„— get werden/ und Du nicht auff mieh ergrimmeſt: Wo Du dein Antlitz von meinen Suͤnden nicht verbirgeſt/ ſo iſts gar außmit Mae mir/ dann das Antlitz des HErrn ſtehet uͤber die/ ſo Boͤſes pr. v. thun/ daß Er ihr Gedaͤchtnuͤß außrotte/ ſat.,, Dar⸗ umd verbirge dein Antlitz nicht vor mir/ daß ich nicht gleich pſal. 1zv/) werdedenen/ die in die Grube fahren/ /³, 43. Verbitge) 4 ͤͤͤͤſͤſ 5 1 8— — 3—— ———“ 2 — 8 2 22 8 aber alſo dein Antlitz von meinen Suͤnden/ daß du tilgeſt alle QDQagqg iij meine 6 7 4 4. 4— X — ☛ 4 Us uUs. 494 Die ſechſte Predigt meine Miſſethat/ darinn ich gebohren bin/ die ich iemahlo he gangen— biß in mein Grab begehen werde. alles außgetilget werden/ durch das werthe Blut deines litben Sohnes/ der die Handſchrifft hat außgetilget/ und des Blut yn teiniget von allen Suͤnden/ Erbſuͤnden/ und allen andern ni lichen und thaͤtlichen/ ſie heiſſen wie ſie wollen. GOtt ver⸗ Welches uns nutzen ſoll/ und daß wirs mercken widerde gibt und til. Muͤnchen Tand im Pabſithumb/ ſo da ſchwatzen auß han!e get umb Chriſti Verdieuſt Tore Angelico Tboma Aovinate, daß CHriſtus zwar fuͤrdie En ſuͤnde habe genug gethan/ wir aber muͤſſen noch fuͤr die taͤglichen wuͤrcklichen Suͤnden buͤſſen und gnug thun/ da doch G Ottun alle Suͤnde. des theuren Verdienſts ſeines Sohnes vergibt alle Suͤndeun PL3z. y... Miſſethat. Dann das iſt der Chriſten ihre Gerechtigkent Vergebung der Suͤnden/ wann ſie getilget/ auß Gnaden ven⸗ ben/ und nicht zugerechnet werden. Dieſe Lehre dann auchg waltig gehandelt wird/ im 32. Pſalm/ da der Daoid ſelig ſptit den Menſchen/ nicht der keine Suͤnde hat/ oder der dafr gnn thun und buͤſſen koͤnte/ Nein ſondern er ſagt/ Woldem/ demdie Vbertretung vergeben ſind/ dem die Suͤnde bedecket it/ wol dem Menſchen/ dem der HER die Miſſethat nic zurechnet. Vnd das thut nun G Ott/ wie ſchon geſagt un des Verdienſts ſeines Sohnes als des einigen Mittlers und Be zahlers/ unſers Heylandes IEſu C Hriſti/ der uns verlohrne und verdammte Menſchen erloͤſet hat/ etworben/ gewonnen/ von allen Suͤnden. „Dieſen reichen Buͤrgen und Bezahler muͤſſen wir ame Sünder ſuchen und anſehen/ denſelben G Ott dem himmliſhen Vater vorſtellen ſbeten und ſptechen: Ach GOtt mein Suͤnd bekenn ich Dir/ Vater geh nicht ins Gericht mit mir/ Ich wil Dir ſetzen einen Fuͤrſtand/ IEſum Chrifium meinen Heyland. 0 Tr 1ſͤſͤſſ — ⸗, ache. Vher u 1 u und Propheren Davids/ ſo da iſt er GSchaff in mir GO ein rein Hertz/ ꝛc. ber den 7. Pſalmn. O Vater nim den Buͤrgen an/ Dann Er gar wol bezahlen kan/ Mit ſeinem Gehorſam und Gedult/ Was Adam und wir haben verſchuldt. Auff Ihn ſetz ich mein Heyl und Troſt/ Der mich durch ſein Blut hat erlöſt/ Ich weiß kein ander Gerechtigkeit/ Vater dann deine Barmhertzigkeit. Die mir dein Sohn ChHriſt hat erworben/ Da Er fuͤr mich am Creutz geſtorben/ Sein Opffer wolleſtu ſehen an/ Vnd mich ſeines Todes genieſſen lahn. b Daß ich durch Ihn der Suͤnden frey/ n deinem Reich dein Miterbe ſey/ nd Dir ſambt dem himliſchen Heerx/ Allezeit lobe/ preis und ehr. Amen/ Amen. e. 696· ,6-6 3436-c60- 80-⸗9696.96,0- 36 20 364⸗ Die ſiebende Predigt/ na⸗ 9. Auguſti Ordnung nach im Pſalter⸗Buch der Ein und Funffzigſte. 1EXILII S. IsFe.. EXOR. 496 Die ſiebende Predigt EXORDIUM. AaDer ſ het He Rn beuunn wol ſagetde 4 S Prophet Jeremtas in ſeiner Weiſſagung mn Duſtande Tap. Es iſt das Hertz ein trotzig und n nach dem KrA zagt Ding/ wer kan es ergruͤnden. aa Fall. n ter dann wil zu verſtehen geben/ wieihan fer, 1. v. 9, e Menſch nach dem Fall ſey zugerichtet un we⸗ wanclelmuͤtig er in ſeinen Wegen ſich bezeige. Es baſtge uns aber der Geiſt O Oites in ſolchen Worten 1. Corau„ena ſttatem inſolentiſtmam, die verzweifelte Boßheit/ und da ſchaͤndlichen Stoltz des Menſchlichen Hertzens. a, af ſiehet in ſeiner Sprachen/ welches ſo viel heiſſet als auig via hi duleneum, adum g Her verſum, eiwas/ das da iſt begfugi arg und verkehrt. Kommt her von dem IPy welches helſt⸗ plantayit, defrauda vit, circum enit, Er hat untergedruckim untertreten/ hinter das Liecht gefuͤhret und hetrogen/ wie then Wort der Eſau von ſeinem Bruder dem Jacob gebrauchet Gen. 27. dem er ſaget: Er heiſt wol Jacob/ dann er hat mich nn v. 16. zweymgl untertreten/ Gen, 27. Aaͤufft alſo diß hinauß auf Gen. 6. v. 5. den allgemeinen Spruch G Ottes/ Gen, 6. Das Tichten und *. 8.v. 21. Trachten des Menſchlichen Hertzens iſt nur boͤſe von Ju⸗ ggend auff/ immerdar. An den Juͤden erweiſete es ſich da mals/ die waren nicht allein in der Boßheit erſoffen/ ſondenn wol⸗ ten auch ihre Abgoͤtterey auff mancherley Weiſe beſchoͤnigen/ und ſo wol G Oc ſelbſten/ als ſeinen Dienern einen blaun Jer. 6. v. 7. Dunſi vor die Augen machen. Solche Boßheit quillet noch b heutiges Tages wie ein Born/ Fer 6. Weil der Gottlhſe Pſal. 10. v.:. Vbermuth treibet/ muß der Elende leiden/ ſie hengenſcch aneinander/ und erdencken boͤſe Tuͤck/ Oal w. Sunnnal wer den andern vermag/ der ſtecket ihn in Sack. 2. Haͤlt uns der Prophet in angefuͤhrten Wonten vol; Cerau rimiditatem abje iiſuam, des Menſchlichen 2 tens g ſcheniſt ſamme na/ch l odet i Meſſe tet: mich. der t/ da daß da 48 d99. Gewiſ zelthut vnſta Icht ber ba wolte dann der Jo yy. Ab und zu konte für ſei aſprach ndgf bwil ani hmim, Rgeſcht Vfh te daliiiß, uͤber den 51. Pſalm. 497 tzens groſſe Furcht und Zaghafftigkeit. In dem Hebrai⸗ ſchen iſt befindlich das Wort nüſch anxium, das iſt/aͤngſtiglich/ jammerlich und erbaͤrmlich/ daſſelbe kommt her von den 1— naſch welches heiſſt a9rum eſſe vel ægritudine affict, kranck liegen/ oder mit Schwachheit beladen ſeyn/ welche Wort der HERR Meſſias gebraucht/ da er im 69. Pſalm alſo redend wird eingefuͤh⸗ Pſal. 69. v. 22 et: Die Schmach bricht mir mein Hertz/ und kraͤncket mich. Es wird auch gefunden/ 2. Fam. 12. da geſaget wird: Vnd 2·Sam. 11,15. der HErr ſchlug das Kind/ das Vrias Weid gebohren hat⸗ te/ daß es todtkranck ward. So iſt nun hieraus zu verſiehen/ daß das menſehliche Hertz leicht mag einen Anſtoß haben/ daruͤber es dahin faͤllt/ und allen Muth ſincken laͤſſt /bevoraus/ wann das Gewiſſen auffwachet/ und eine ſcharffe Predigt auff ſolcher Can⸗ tzel thut. Cain war zu erſt frech genug/ dann da G Ott der HErr ihn fragte: Wo iſt dein Bruder Abel? Fuhr er heraus und ſprach: Ich weiß nicht/ ſoll ich meines Bruders Huͤter ſeyn? A. ber bald darauff/ als ihm war das Gewiſſen geruͤhret worden/ wolte er gar verzagen/ und ſagte: Meine Suͤnde iſt groͤſſer/ dann daß ſie mir vergeben werden moͤge/ Gen. 4. Die Bruͤ⸗ Gen. 4. v.. der Joſephs waren trotzig gnug/ als ſie denſelben verkaufften Gen. 37. Aber als Joſeph in Egypten war zum groſſen Herren worden/ und zu ihnen ſagte: Ich bin Joſeph/ lebet mein Vater noch? konten ſie ihm darauff nicht antworten/ ſo erſchracken ſie fuͤr ſeinem Angeſicht/ Cen. 25. Trotzig gnug war auch Pharao/ Gen. 45.v.. er ſprach: Wer iſt der HErr/ des Stimme ich hoͤren muͤſſe/ und Iſraelziehen laſſen? Ich weiß nicht von dem HErrn/ wil alich Iſrael nicht ziehen laſſen/ Exod. 5. Aber es ward Erod. 5. v.z. ihm im rohten Meer wol eingetrenckt/ Exod. 4. Andere Exempel Erod. 14 28. zu geſchweigen. 3. Wil der heilige Geiſt durch den Propheten uns in oban⸗ gefuͤhrten Spruͤchlein vorſtellen Cordu profunditatem imperſcru- eabilamam, die groſſe Tieffe des menſchlichen Hertzens/ Arr welche 17 —** —* —. 498 Die ſiebende Predigt welche von Menſchen nicht kan erforſchet werden. Dann der Raht im Hertzen eines Mannes iſt wie tieffe Waſfer Prova0.v.] 17rov. 2o. So gibes auch heimliche Schande /⸗ Cor und 2. Cor. 4 v.. der Suͤnden die heimlich gethan werden/ 2. Sam ꝛ2. ſehr viel. Ann 2. Fam. 12. finden ſich Laurer die ſich ſtellen als waͤren ſie fromm/ Luan, V. 12. die freundlich reden mit ihren Nechſten/ und haben a Luc. 20. v. Boͤſes im Hertzen/ al. 2g. Vnd kan ſonderlich heutiges ae p lalees v.3. ges die vermeynte Poltica ihr ein Anſehen machen/ und ſicm⸗ 1. Keg. 8. v.z9. maſſen ſchmuͤcken/ daß niemand leicht den Betrug mercken an auſſer GO Ott/ der allein kennet das Hertz aller Kinder der Wian ſchen/ J. Reg. 4. b Nun dieſes alles hat auch Koͤnig David an und bey ſeinen Hertzen empfunden: Trotzig war ſein Hertz/ dannenhetot freventlieh Ehebruch und Todtſchlag begienge. Verzagtm es]/ und bekam durch die Geſetz⸗Predigt des Propheten Nathand einen ſolchen Anſtoß/ daß er druͤber hinfiel/ und allen Muth ſin en ließ: Waͤre anch wol gar verzweiffelt/ wann G Ottes Gna⸗ de/ daran er ſich hieng/ ihn nicht erhalten. Zu ergruͤndenß auch nicht leicht Jueſi den iemand ſolch ſein Hertz: Ergieng dahin eine ebene Zeit/ als haͤtte er kein Waſſer betruͤbt haͤtte auch wol ſeine Schande immer fort vertuſchen/ und verbergen wuͤrden Aber weil es gleichwol G Ott erforſchet/ der hatte es geſehenſo kommt er damit herfuͤr/ thut es bekennen/ und G Ott umb emnan der Hertz bitten/ ſpricht: Schaffe in mir GOtt ein rein Hertz Weiche wenig Wort wir anitzo wollen zu vetrachten von uns nehmen/ und zwar/ weil wir in dem erſten Theil dieſes Pſoln⸗ vor uns gehabt: Davidem proprer peccata dolentem, Die Ren und Leid des Davids uͤber ſeine begangene Suͤnde: Inden andern Theil deſſelben beſehen gehabt: Havidem in veræ fau erigentem, Wie der David bey ſeiner Buß in wahren Glau⸗ ben ſich wiederumb auffgerichtet: Als wollen wi antzon dem dritten Eheil mit einander zu betrachten vor und netnn Nyjde ngDa dela un Anfang ohne R Nrr runſet neueG nicht ſe w d att Walc hauen Forlan ſchieder dge Fr nun ab von ihn dinem Poher Duntt; wollen ſotedetd hert: Rtſaw And 9 vnd uͤber den u. Pſalm. 499 Davidem ad novam obedientiam aſſurgentem, Wie ſich der Ko⸗ nig David verpflichtet/ in einem neuen Gehorſam zu wan⸗ deln und wie ſolches von ihm geſchehen konne. Hiervon den Anfang auff dißmal zu machen und kuͤrtzlich zu reden/ und daß es ohne Nutz nicht abgehen moͤge/ ſeufftzet zuvor mit mir alſo: Ach HErr hilff/ laß wol gelingen/ dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer aller Seelen Heyl und Seligkeit/ Amen/ b TRACTATIO. Nfangs ihr geliebte Freunde in C Hriſto/ da wir zu betrach⸗ ten/ wie ſich der Koͤnig David verpflichte/ in einem Pneuen Gehorſam zu wandeln/ iſt zu wiſſen/ ob zwar der neue Gehorſam oder die guten Werckeeigendlich davon zu reden/ nicht ſeyn ein weſendliches Stuͤcke der Buſſe/ ſondern eine heilſa⸗ me Frucht derſelben/ wie Johannes der Taͤuffer klaͤrlich zeuget/ Matth. 7. Marte. Sehet zu/ thut rechtſchaffene Frlichte der Buſſe.„ 85 Welcher Baum nicht gute Fruͤchte bringet/ wird abge- hanen/ und ins Feuer geworffen: Jedoch /ſo kan der neue Ge⸗ horſam/ und die guten Wercke/ keines weges von der Buſſe abge⸗ ſchieden werden/ ſondern folgen drauff/ als eine heilſame nothwen⸗ dige Frucht. Vnd das wuſte auch Koͤnig David wol. Damit nun aber auff ſeine gethane Buſſe der neue Gehorſam deſto baß von ihm geſchehen koͤndte/ ſo bittet er drumb/ und nim̃t in ſolchem ſeinem Gebet zu erſt vor ſich Nopæ obedienriæ fontem ſeu initium, I. Novæ o- Woher der neue Gehorſam ſeinen Anfang habe/ welchen bedientiæ Punct zu dieſem mal wir allein betrachten wollen. Vnd zwar tons ſeu wollen wir wiſſen woher der neue Gehorſam ſeinen Namen habe/ initium, ſo redet davon der David alſo: Schaffe in mir GOtt ein rein Hertz: Wann Koͤnig David allhier bittet umb einen neuen Ge⸗ horſam] wendet er ſich zu G Ott/ von welchen alle gute Gaben/ und alle vollkommene Gaben von oben herab kommen/ Jacob. I. Jac. 1.v. 16. And alſo auch ein neuer Gehorſam von ihm herkommen thut. Er Rrr ij nennet oe Die fiebende Predigt nennet aber G Ott mit dem Namen Elobim, welcher NameGe⸗ tes in ſeiner Sprachen mit ſich fuͤßret das»yſterum oder Gg eimnuͤß der hochgeehrten heiltgen Dreyfaltigkeit: Anzußzei tn 4 die gantze hochgelobte Dreyfaltigkeit/ GOtr Vaun en und heiliger Geiſt bemuͤhet ſey/ bey dem Wercl der Wiedergeßan und Erneuerung. b Was ſol nun G O die heilige Dreyfaltigkei bey ihn thuns Gott ſol ſchaffen: Spricht: Schaffe in mir Goltan Slaſs. Ph. Hertz. Das Wort Lara in ſeiner Sprachen creavit, ih Sac. kb. 5. Schaffen heiſt eigendlich aus nichts etwas machen/ und wüd ſi⸗ Rhetor' Sac ches einig und allein Gott dem HErren zugeſchrieben/ der da alli er. 1.c. 10. p. ſagen kan zu dem/ das nichts/ das es etwas ſey/ Rom.l. Darnach 2. verbluͤmter weiſe/ werden durch das Erſchaffen G HOttes verſoh⸗ Exo⁴.34,10. den auch andere WerckeG Ottes: Als Exod. 34. Ich wil Wun⸗ der thun/ dergleichen nicht geſchaffen ſend in allen Lande unnd unter allen Voͤlckern/ ic. Das iſt/ ich wil ſolche groſſe bo⸗ Num. 16. v. trefliche Wercke thun/ dergleichen nie geſchehen ſind. Num w. z0« ſaget Moſes zu der auffruͤhriſchen Rotte Korah: Wird aberde HErr etwas neues ſchaffen/ daß die Erde ihren Mund auffthut und verſchlinget ſie/ mit allem das ſie haben. Da tet hiermit an/ wie ſolches ein ſonderliches groſſes Werck Gottes 4 des Herren ſeyn werde/ wann die Erde ihren Mund wetde auſf⸗ ,2eve khun/ und ſolche Auffruͤhrer verſchlingen. Wann beym Pw⸗ Iis. 45.v.pheten Eſa. 45. G Ottder HErr redet vom Konige Cores daß er kommen ſol/ und helffen dem Volcl Iſtael/ welches dannen groß Werck ſeyn werde! ſpricht er: Ich der HERRſchaffe e. Dnd weil dann auch die retauration und Erneuerung bey inem Menſchen/ ſo hier in dieſem Leben geſchicht durchs Wom und.. acramenta/in jenem kuͤnfftigen Leben durch die ſeelige Anſchau⸗ ung Gottes/ auch ein hohes und vortreffliches Wercl des guſſe ottes als witd ei auch durch das Crare oder Eiſchaffm nhal⸗ er Schrifft angedeutet: Als von der Erneuerung aibeetnn lo ke GOtt zett ewi wiene mande zenne froüc dems ein nei kait un und A gen: nach 4 de nigen daſin ht o Bade allein Gott deinen gaͤube — *½ 4— 4 3 — 3— 1 1 ——— 1 5* — 1 uͤber den 1. Pſalim. 501 Leben redet Koͤnig David in dieſem Text alſo: Schaffe in mir GOtt ein reines Hertz/ von der volligen eſauration dort in dem ewigen Leben ſpricht die Goͤttliche Maje ſtaͤt/ Eſa«2 8— ne.,. wgil einen neuen Himmel/ und eine neue Erden ſchaffen daß man der vorigen nicht mehr gedencken wird/ noch zu Her⸗ tzen nehmen/ ſondern ſie werden ſich ewiglich freuen/ und froͤlich ſeyn uͤber dem/ das ich ſchafft. b Was ſol es dann vor ein Hertz ſeyn/ daß Gott der HErr in dem Dasid ſolle ſchaffen ein rein Hertz/ Wann David umb ein rein Hertz bittet/ zeiget er damit an/ daß euſſerliche Gerechtig⸗ keit und Reinigkeit/ nichts und vergeblich ſey/ G Ottes Gnade und Vergebung der Suͤnde dadurch zu erlangen: Als wolt er ſa⸗ gen: Ich ſehe wol viel Waſchens/ Reinigens und Heiligens/ nach Levitiſcher Art/ beydes in Tempel/ und in Haͤuſern/ das man itzt die Kleider itzt die Waͤnde itzt den gantzen Leib waͤſchet und rei⸗ niget/ wo bleibet aber das Waſchen und Reinigen der Hertzen/ ſo da ſind durch Abgoͤtterey/ Vnglauben)/ boͤſe Luſt/ und andere La⸗ ſter verunreiniget? Solch Waſchen des Hertzens verachten die Bader und Waͤſcher des Levitiſchen Geſetzes bekuͤmmern ſich allein/ damit daß ihr Leib und Kleider rein ſeyn. Aber du mein Gott und HErr/ ſchaffe und mache du mein Hertze rein/ daß ich deinen Goͤttlichen Willen moͤge erkennen/ das iſt/ daß ich moͤge glaͤuben/ daß du mir gnaͤdig und barmhertzig ſeyſt/ daß ich nicht durch naͤrriſche Gedancken auff Mißglauben und Irrthumb ge⸗ fuͤhret werde. Das iſt dann eigendlich ein rein Hertz davon Chri⸗ ſtus Matth. 5. ſaget: Selig ſind die reines Hertzen ſind: Denn man muß die Reinigkeit/ davon der Prophet alhiet ſaget/ nicht verſtehen von euſſerlicher Reinigkeit des Fleiſches/ ſondern vielmehr von der Geiſtlichen Reinigkeit des Fleiſches ſondern viel⸗ mehr von der Geiſtlichen Reinigkeit des Hertzens. Diß waͤre alſo die kurtze darapbraſis oder Beſchreibung dieſer Wort: Schaf⸗ ſe inmir GOtt ein rein Hertʒ. 618 Nrr üi) Wor⸗ —— —;;———— ———, ———— —— .*. “ — o Die ſiebende Predigt, Worbey wit nun zum Nutzi. Selehret/ 2. Etmahntſ, Gewarnet/ 4. Getroſtet?. Erinnert widen. Der neue„Gelehret werden wir alhter von unterſchied ichen:. Me Gehorſam hochnötig der neule Gehorſam ſey zur wahren Bliß abee David alhier ſo hertzlich drumb bitten thue. Vnd zwardaßae Buſſe hoch neue Gehorſam ſo ſehr noͤtig/ und auff die wahre Buß effetgen noͤhtig. muͤſſe/ erſcheinet einsmahls/ wenn wir anſehen die Bußanſht 4 ſelbſt/ welche durch den neuen Gehorſam und Beſſerung desle⸗ bens/ als durch eine ſtetsfolgende Frucht wird beſchrieben P Prov. 25, 3. verb. 28. Wer ſeine Miſſethat leugnet/ dem wirdsnah gelingen: Wer ſie aber bekennet und laͤſſet/(das iſt ſeh Eſa. 1. v. 16. davon ab) der wird Barmhertzigkeit erlangen. Fu . 13. Waſchet/ reiniget euch/ thut euer boͤſes Weſen von in nen Augen: Laſſet ab von Boͤſen/ lernet Gutes thu trachtet nach Recht/ und helffet den verdruckten/ ſchafſ den Weiſen recht/ und helffet der Witben Sache/ twen euere Suͤnde gleich blutroth iſt/ ſol ſie doch ſchneewels werden/ und wenn ſit iſt wie roſinfarbe/ ſol ſie dochwi Jer. 13. v. 8. Wolle werden Jerem. 18. Wenn ſich ein Volck bekehret von ſeiner Boßheit/ dawider ich rede/ ſo ſol mich auch ta⸗ Erech. 19. en/ das ich ihm gedachte zu thun. Eeech. 18. Woſichde v1.22. Gortloſe bekehret von allen ſeinen Suͤnden/ die er gelhan b hat/ und haͤlt alle meine Rechte/ und thut recht und wol ſo ſol er leben und nicht ſterben/ es ſol aller ſeiner Vberten Jon. 3, v. o. fung/ die exbegangen hat/ nicht gedacht werden. Jon.. wird gemeldet/ daß Gott der HErr geſehen die Werch dar Niniviten/ daß ſie ſich bekehret von ihren boͤſen Wegen. 2. Darnach/ daß der neue Gehorſam ſo noͤthig/ und aufde wahre Buß erfolgen muͤſſe/ erſcheinet/ wenn wir betrachtende Eigenſchafft des wahren Glaubens. Der wahre Glauem Chrriſtum iſt ein weſeniliches Stuͤcle/ und alſo zu reden/ di Sà dawobtet dean Chr ſt Gal „ Dant Glaubt weſcher billich Glaube ſo iſſo zuachte niß E kͤntnuͤß ferbalinj cenwit Werde ſten Gjaub glaube bohren Wiede hahme denen/ bohren göbohren genG4 1*0z. de ddas in ſeine han( Jogage ſaͤſſetn uͤber den. Pſalm. der wahren rechtſchaffenen Buß Nun aber hat der wahre Glau⸗ be an Chriſtum dieſe Eigenſchafft/ daß er durch die Liebe thaͤtig iſt/ cal, y. und durch die guten Wercke ſich beweiſet/ 72cos. Gal. 5. v. 6. 2. Dann wie der Leib ohne Geiſt todt iſt/ alſo iſt auch der ze. 2 v.. Glaube ohnedie guten Wercke todt: Das iſt: Wie ein Leibb/ welcher ſich nicht mehr reget noch beweget/ oder athemet/ fuͤr todt billich wird geachtet/ alſo wann man ſich nur mit dem Munde des Glaubens ruͤhmet/ und daſſelbe mit den Wercken nicht beweiſet/ ſo iſt ſolches fuͤr einen toden/ falſchen und heuchleriſchen Glauben b zu achten. Der Glaube iſt eine heilſame ſeligmachende Erkaͤnt⸗ nuͤß Gottes und ſaines Sohnes Jeſu Chriſti/ Fob. 7. Solche Er⸗ Joh. 17. v.z. aͤntnuͤß/ wann ſie rechtſchaffen iſt/ ſo hat ſie auch bey ſich die oo/⸗ varion und Haltung goͤttlicher Gebot. 1. ob.z. An dem mer⸗ Ioh. 2 v. kcken wir/ daß wir ihn kennen, wann wir ſeine Gebot halten. 34 Wer daſaget ich kenne ihn/ und haͤlt ſeine Gebot nicht/ der ſſt ein Luͤgner/ und in ſolchem iſt keine Warheit. Durch den Glauben werden wir aus G Ott gebohren/ 1. 706. 5. Wer da 1. Ioh.†.v. 1. 1 glaͤubet/ daß IEſus ſey C Hriſtus/ der iſt aus GOtt ge⸗ bbohren/ wir werden auch durch ſolchen Glauben/ und durch ſolche b Wiedergeburt G Ottes Kinder/ ob1. Wie vielihn aber auff⸗ Joh. 1. v. 12. nahmen/ denen gab er Macht GOttes Kinder zu werden/ 1z. denen/ die an ſeinen Namen gläuben/ welche aus GOtt ge⸗ bohren ſind. Nun aber iſts mit denen/ ſo warhafftig aus G Ott gebohren ſind/ alſo beſchaffen/ daß ſie in kindlichen Gehorſam ge⸗ gen G Ott wandeln/ und ſich fuͤr Suͤnden mit allem Fleiß huůten/ b .706.3. Wer aus GOtt gebohren iſt/ der thut nicht Sün⸗ vlob3 v.s. de/(das iſter haͤnget nicht den Suͤnden nach/ er aͤſſet die Suͤnde in ſeinem Fleiſch nicht herrſchen) dann ſein Same bleibet bey ihm:(Das iſt der Same goͤttliches Worts welches ein Menſch/ ſo aus G Ott wiedergebohren iſt/ durch den Glauben im Hertzen laͤſſet wurtzeln/ daß er in ihm Frucht bringet) Snr Drit⸗ 3 1 828ſſ —— 1 2— — — X —— 2 8 —— 3. 23 —. 1 8 — —— ⁄ — “ 6 2 8. 8 ““ b— 8 2———— 2 1 8 — 2 8„ *— * — ——— —— —————— 6o Die ſiebende Predigt „ Drittens/ daß der neue Gehorſam ſehr noͤthig und aufde wahre Buß erfolgen muͤſſe/ erhellet aus etlichen Gleichni Durch die Buß werden wir gantz neue Deenſchendanndaſ Glauben/ welcher iſt ein weſendliches Stuͤck der Buſſe⸗ vetn wir gantz neue Menſchen/ denn durch den Glauben/ welchaſß ein weſendliches Stuͤck der Buſſe/ werden wir in Chriſtum/aa Baum des Lebens verſetzet und gepflantzet/ daß wit auch ſiuc Pſal. 1.v. 4. bahre gute Baͤume werden/. Nun heiſſt es wie Johana Matth. 3,10. ſpricht Marté. 7. Ein jeglicher Baum/ der nicht gute Fru⸗ Mrr„ e, 2 bringet/ wird abgehauen/ und ins Feuer geworfſen n 7:17. Chriſtus Marr. 7. Ein guter Baum bringet gute Fruͤchte ber ein fauler Baum bringet arge Fruͤchte. Durchi Glauben werden wir geiſtliche Reben an dem himmliſchen aben loh, 15, 1. 5. ſiock C griſto JEſu/ Fob. ⸗r. Wer nun in C Hriſto als ein gauſ 4 cher Rehe bleibet/ und C Hriſtus in ihm/ der bringet viel Fruͤche Iſt demnach kein Zweiffel/ daß der neue Gehorſam ſehr noͤhl und aus der heilſamen Buß als eine wahre Frucht herfuͤr wachſn thue. Der neuie:. Wann David umb den neuen Gehorſam bitten muß Gehorſam werden wthſrbeh gelehret/ wie die Bekehrung und Erneuenun hat ſeinen bey einem Menſchen nicht eine ſolche mutatio oder Vetaͤndenung Aufangund welche geſchiehet n pundko Matbematico, alſo fott in emnen 2 d gang. genblick, Dnein: Sondern da hat ſolche Erneuerung huen An fang und Fortgang wiewol es ſehr ſchwach damit daher gehet 4 3a 5 9. 2n Pucht e in con verſione inchoationes jmilus ean- . mpl. ioni, Aaen ſolum concapi, ſed& naſci opus esl, nibulls dV. 2..,. qpe borum fil ſine Sratuita Sa ere d Wi gehets dann eee e Eerhetermaernanan Aisne tom. ².pag. gar itz 98 3 ſderlum, Seufftzerlein oder Verlangen eine 1033. de lib. Lar kleine Einwilligung und eine ſchwache Folge und Gehotſen arbit. F. 6. und ſolches auch ſind Gaben von G Oit/ ſo damuͤſſen wat ſeq. und zunehmen. Wie aber: Nicht wie die Lulen auf dem öeh b adern 85—— ——— bidern gandod wider den darumb das 300 Goites Mattꝰ- gnl vons und E bermet abern empfan hat. 6 verſtar C Nri nch /d lus.C. ſen oh des G Kom. 4 hyricht: in darr dochder ſondem nicht a dns nen ſing. naͤhren nien⸗ üͤber den n. Pfam. H⸗ ſondern Conando daß man ſich mehr und mehr darzu bemuͤhe/ w. ctando daß man ſtreite und kaͤmpffe/ weil doch das Fleiſeh immer wider den Geiſt/ gverendo daß man nachforſche perendo daß man darumb bitte/ wie hier David thut pulando daß man anhalte/ und das alles haben wir nicht von uns ſelber/ ſondern von G Ott/ Gottes Gabe iſt es. Nun heiſſt es/ wie der Err C Hriſtus ſaget Martb. ². Wer da hat/ dem wird gegeben werden. Derwe⸗Matth. iz. v. gen/ wer auch die geringſte geiſtliche Gaben zu ſeiner Bekehrung 12. von G Ott empfangen/ ſoll es mit danckbarem Hertzen erkennen/ und GOtt den HErrn bitten/ daß ſolche Gaben bey ihm moͤgen vermehret werden/ daß er ie voͤlliger und voͤlliger werde. Wer aber nicht hat/ das iſt/ ſich erweiſet/ als haͤtte er von G Ott nichts upfangen⸗ von dem wird auch genommen werden/ das er at. 1 Aus dieſem /ꝛudament kan viel anderes ſo viel deſto baß b verſtanden/ und davon /udieiret werden. Beym Luc. u. ſpricht Lue. nI. v. 13⸗ E Hriſtus: Mein Vater wird den heiligen Geiſt geben/ de⸗ nen/ die Ihn drumb bitten. Nun ſaget aber der Apoſtel Pau⸗ lus:. Corzub. ²z. Niemand kan JEſum einen HErrn heiſ⸗ Cor. n.v.z⸗ ſen/ ohn den heiligen Geiſt/ wie er dann darumb auch ein Geiſt Zach, 12. N. des Gebets genandt wird Z⸗ck. z. der uns lehret beten/.., Rom. 9. Da dann nicht jemand zu gedencken/ weil C Hriſtus Kom. 9,. 26 ſpricht: Daß der Vater wolle den heiligen Geiſt geben/ denen dde ihn darumb bitten/ als/ ob iemand ohne den heiligen Geiſt/ehe er noch denſelben habe/ G Ott anruffen und bitten koͤnne: O nein/ ſondern da iſt ſolcher Ansſpruch des HErrn C Hriſti zu verſtehen/ nicht aeerimä ſcintila hidei, von dem erſten Fuͤncklein des Glau⸗ bens/ und von den heilſamen Bewegungen/ ſo Anfangs bey ei⸗ nem Menſchen zur Bekehrung ſich ereigen: Als ob wir den An⸗ fang des Glaubens mit unſerm Gebet aus eigenen Kraͤfften her⸗ ruͤhrende/ ohne Wirclung des heiligen Geiſtes koͤndten vorkom⸗ men Nein/ ſondern da iſt ſolehes 2 eſchen acreprorum piri b b nus⸗ 24 8 4 ———. — —õõ““ Gal. z. v. 4. 506 Die ſlebende Predigt tus S. donorum incremento, von dem Wachsthumb de des heiligen Geiſtes/ ſo durchs Gebet und aſban va 4 erlangen: Vnd wil alſo CHriſtus hiermit lehren/ daß manna ſo eben auff handgreiffliche und gewaltſame Bewegung zu ſha wann man von der Gegenwart des heiligen Geiſtes Juduh wolle/ ſondern wann da nur iſt ein Verlangen/ ob es gleich mig ringen Seufftzerlein ſich herfuͤr thue/ dennoch hieraus man gaſ ſeyn koͤnne daß da ſey der heilige Geiſt/ und derwegen umb Ehg⸗ tung ſeiner Gnade ſo viel deſto mehr bey G Ott anzulangen un ſo kommen wir zur Bekehrung. Aſſo auch zun Gal,o. ſtehet/ daß der verheiſſene Geiſta⸗ pfangen werde durch den Glauben: Nicht als ob der Giu⸗ be aus eigenen Kraͤfften unſers freyen Willens herruͤhret /dad wit hernacher theilhafftig wuͤrden des heiligen Geiſtes/ ſon der Apoſiel wil daſelbſt lehren/ daß die Krafft und Wirckunga heiligen Geiſtes ſich ſuͤren laſſe durchs Wort/ und daß wit qlehan durch den Glauben den heiligen Geiſt empfangen/ wann wudn Wort hoͤren und demſelben fleiſſig nachdencken. Dann dun den Glauben empfangen wir den heiligen Geiſt/ und aber dochanh dem Gehoͤr durch Wirckung des heiligen Geiſtes iſt und entiihe der Glaube. D es Heihſ ſeeſſ 9 auſſen zu dem Menſchen/ der das Wort hoͤret/ und durch das G⸗ hoͤr des Worts wircket er in dem Men ſchen/ und drauff hebetan zu wohnen durch den angezuͤndeten Glauben in ſeinem Herbzen. 3. Koͤnig David bittet: Schaffe in mir GOtt u. Dund marcket zur Lehre: Wie wir zum wenigſten nichts zu unſer Bekehrung etwas aus unſern Kraͤfften zugleich mit wi⸗ cken/ ja auch das gerinaſt⸗„ Pl. 59. v. 1o. ſe a auch das geringſte nicht. Dann da kommt GHan Phil.. v. 6. Pſal. 30, v. ni. d 3. Pet. 1. v. 5. iner Barmhertzigkeit uns zuvor/ alro. ma chet in uns den Ae⸗ fang zum guten Werck/ bule. iſt unſer Helffer/ Pal z2. und i en wir durch deſſen Macht bewahret zur Seligkeit/ durch n Glauben Eee. G Oit der HErr wil uns vorzerie ſumn Da dann der heilige Geiſt komm Anfangsto tüftzen Nahf weniger allender ſet Bet ſchafen den.. Bekch laſſen Wü luug unterw ſintem⸗ erſtorbe Wach öhne Son Tir dieſelb. felbſten ſes A tung durchd darume wollen, ndet. Bih deäßi Syne ſädn den unig über den.. Pſailn o⸗ kraͤfftigen und gruͤnden/ peer. Weil wir doch nieht ſind tuchtig pet.⸗.vo. Rath zu finden von uns ſelber/ 2. Cora. Datumb koͤnnen wir viel 2. Cor.z. v.⸗ weniger was wircken oder mitwirelen. Derwegen beruhet nithh allein der Anfang/ ſondern ſo wol das Mittel als auch das End un⸗ ſer Bekehrung auff der lautern Gnaden G Ottes/ der muß es ſchaffen/ und kan zumal nichts unſern Wercken zugeſchrieben wer⸗ den. Hindert aber nichts/ daß auff dieſe weiſe unſer Wille in der Bekehrung gar nichts vermag/ alſo daß er in allem in ſich wircken laſſen/ und nach G Ott ſich richten muß. Dann ſo viel den freyen Willen im andern Stand/ nemlich der Suͤnden und Vbertre⸗ lung belanget/ da muß freylich unſer Wille in allem ſich G Ott unterwerffen/ und vermag er nichts auszurichten/ oder zu wircken/ ſintemal alle Kraͤffte im Menſchen geiſiliche Sachen zu verrichten erſtorben ſind. Aber im dritten Stand/ nemlich im Wercl der Bekehrung iſt der Wille im Menſchen nicht unmuͤſſig! als ob er ohne Empfindligkeit und Bewegung ſey/ wie ein Stock: O nein: Sondern nach dem er vom heiligen Geiſt beweget und bekehret wird/ ſo geruhet er darzu/ und thut das ſeinige/ gleichwol aber ruͤhret dieſelbige neue und gute Bewegung des Willens nicht her von ſich ſelbſten/ ſondern in den Willen ſeibſt finden ſich des heiligen Gei⸗ ſtes Werch/ welcher kraͤfftig wircket/ daß der Wille ſich zur Bekeh⸗ rung ſchicket: Dann ſo fern wird der Wiedergebohrnen Wille durch den heiligen Geiſt angezuͤndet/ und ihm angeholffen/ daß ſie darumb koͤnnen/ weil ſie derogeſtalt wollen: Vnd darumb alſo Coneil. wollen/ weil es G Ottes Wercl iſt das ſie wollen/ wie Auguſtinus Trid. e.4.‧. tedet: Sind demnach unrecht dran die Papiſten/ in dem ſie die Sefl. G. Bekehrung zum Theil der Gnaden G Ottes/ zum Theil aber den Schluͤſſelb. Kraͤfften des freyen Willens zuſchreiben. Vnrecht ſind dran die atal heger. b Synergiſten/ welche ſireiten jdaß nur ein klein Stůcklein in Men⸗ zr 8. 27. ſchen aͤbrig blieben ſey dahero er ſich in etwas zur Bekehrung ſchi⸗ a art, z. en koͤnne. Sondern da bleibet das Werck unſerer Bekehrung 59. 33. einig und allein ein Werck G Ottes/ der erleuchtet unſere verfin⸗Gerh. I. C. Sſſ ij ſterte tom. 2. pag. 909. §08 b Die ſiebende Predigt 2. Corineh. ſterte Hertzen/ 2.Cor. 2. Er gibt Verſtand/ daß wirlemen ſii kaßttun 4.7.6. Zeugnuͤß /uo./at. Er gibt erleuchtete Augen des Gemuths tohß, Ppytiü Pf. u9. v.34: Nicht allein das/ ſondern er thut uns auch die Augen auff/ daßygt ſchtund Zphr 8 bekehret werden/ von der Finſternuͤß zum Liecht/ A 2s. GOn S , Paral.; 4. Err erweichet das Hertz e.Dar 2. Er gibt ein ſteiſchernesſanp, achif v.z). Ezecb. 36. ſonſt bliebe es wol ein ſternern Hertz. Ereroͤffnn thuw Ez. 36. v. 6. Hertz/ Ack. 6. ſonſt bliebe es wol ein zugeſchloſſenes Hert. 6. ihr en A⁴.16.v. 4. beſchneldet das Hertz/ Deus. 30. ſonſten blieben wir wol mit ſen E Deut. 30. ſchnitten am Hertzen/ cron. 7. Er zerſchlaͤget das Hert Ea⸗ daß v. 6. ſonſten bliebe es wol ein hartes Hertz/ Rom. z. G Ott der Hel dee A,7,ve t iſts/ der uns ziehet/ Job. s. ſonſten wuͤrden wir wol nicht kommn en/2 Rom 2.5,1. Er gibt das Wollen/ bi⸗ ſonſt waͤrden wir nicht wollen, nenu Joh. 6.v. 44. Hacht lebendig/ ε**⁷. ſonſt blieben wir in Sundentodt/Ca aland Phil, z. v. 3. Er reiniget unſere Hertzen/ Acr.„. ſonſten wuͤrden aus demſta dbenime Eſa. 57. v.15. kommen arge Gedanckenꝛc. Alattb.. In Summafer ſchaſt mand Col.2. v. 3. wie allhier Daold ſaget/ ein neu Hertz. Daß alſo unſer Bih hauei At. 15. v.9. rung iſt arae ane& au,os; eine Wiedererſchaffung da vielſ Matth. 1z. ja ſo viel goͤttliche Krafft gehorig jals zu der erſten Eiſchaſfung ⸗ *.19. wann wir mit dem Auguſtino und Bernbardo reden wollen/ un gegeb ſen wir ſagen: Majus Dei opus est eximpio pium facere, Sin uu d cælum& rerram crearne. Das iſt/ es iſt ein weit groͤſſeres Wani Wort G Ottes/ aus einem Suͤnder und Gottloſen einen ſtommna=d Gt bekehrten Menſchen machen/ als Himmel und Emen enſchaffn⸗ 2. Zur Ermahnung: aulu Weil G Ott in uns ſchaffet ein tein Hertz uns bekehntund Anſſ zwar durch ſein Wort und die hochwuͤrdigen Sacrament daß mn naͤte emahnet ſeyn ſollen/ das Wort gerne zu horen/ und uns der in an Nom, 10. v. Sacramenten zu gebrauchen. Dann dadurch wircketann Sam 17. uns den Glauben/ Rom. 1„. Durch den Glauben aber wedden luonm A.26. v. die Hertzen gereiniget/ 4k„. Zu empfahen Vergebungdef tsge h Slnden/ und das Erbe ſamdt denen/ die durch den Glau ſchen. 3 A 9 4§ 8— 8 7 4 ⸗ 3——— 1 4. 8 Act.*5. v.9. hen an Cdriſtum geheiliget werden/ ck. 20, Wehes Anpa 4 8 8 5 Img. 1 uͤber den 5a. Pſalm. 505 mahnung n. ſonders zu mercken/ die/ ſo da an den geoffenbahrten Wort ihnen nicht genuͤgen laſſen/ ſondern luͤſtern ſeyn nach Ge⸗ ſicht und Offenbahrung/ dadurch ſie doch nur verfuͤhret/ und umb ihrer Seelen Seligkeit gebracht werden. Sintemal der Satan auch offterſt ſich verſtellet in einem Engel des Liechts/ welches er thut zu dem Ende damit er die Leute von G Ott abfuͤhreſund umb ihr ewiges Heyl und Wolfahrt bringe. Wie er alſo unſern er⸗ ſien Eltern gethan/ da ſie noch im Stande der Vnſchuld geweſen! daß er ſich in Geſtalt einer Schlangen an ſie gemacht/ und ſie umb die Erb⸗Gerechtigkeit und Herrligkeit gebracht hat. Ja wir le⸗ ſen/ daß er offt in Geſtalt eines Engels iſt zu den Altvaͤtern kom⸗ men/ und von ihnen begehret angebetet zu werden/ aber wann er iſt erkandt worden/ hat er mit groſſen Vnwillen durchs Gebet vertrie⸗ ben/ muͤſſen abziehen. Drumb ſoll man ſich wol fuͤrſehen/ daß man durch ſolche Geſicht und Offenbahrung nicht verfuͤhret und betrogen werde/ oder von denen ſenigen ſich betriegen laſſe/ die ſich viel ſolcher Geſicht ruͤhmen/ derer ſie doch keines geſehen haben, col.. Wie es dann im Papſithumb vorzeiten ſolches Weſens viel gegeben hat/ ſind aber nicht anders geweſen dann Oraſtigiæ Diabo- licæ Betrug des Teuffels/ dadurch er die Leute allgemach vom Worte wollen abfuͤhren/ ſolchen Traͤumen mehr/ als dem Wort G Ottes zu glaͤuben. MNoͤchte aber ühe iemand ſagen: Hat doch der Apoſtel 2. Cor. n Paulus und Petrus Geſicht und Offenbahrung gehabt. Hierauff Act. 10. zu wiſſen/ daß ſolche geweſen warhafftige/ Goͤttliche Geſichte nicht wie Saul vermeynte/ daß er den Propheten Samuel bey ſich im Kreiß gehabt/ welches doch der Teuffel geweſen/ und ſichm Samuelis Geſtalt verkleidet/ 2. Sam. F. Wiewol nun S. Pau⸗ lus und Petrus ihre warhafftige Geſicht und Offenbarung Got⸗ tes gehabt/ iedoch ſollen wir uns ſolche heute zu Tage nicht wuͤnd⸗ ſchen noch begehren/ ſintemal wir G Ottes Wort rein/ lauter und unverfaͤlſcht haben/ nebenſt den hochwaͤrdigen Saeramenten/ . Sfſ ij darin⸗ 1. Sam. 18. zſo Die ſiebende Predigt darinnen alles was wir beduͤrffen/ zu unſer Seligkeit gnugſan und uͤberfluͤſſig begriffen iſt. Wie der ewige Sohn G Otts Luc. 16. ra C Hriſtus ſelber beym Luc. 6. ſaget: Sie haben Moſen und b die Propheten/ laß ſie dieſelben hoͤren. Dann was hat der Teuffel anders ausgerichtet bey ie Papſt Gregorio, dem erſten dieſes Namens/ dann daßer ihmen gegeben/ das Purgatorium oder Fegfeuer/ die Anruffung der hec gen und die Meſſe/ dadurch ein groſſer Riß in der Kirchen GHnes geſchehen/ und viel tauſend Menſchen umb ihrer Seelen Sclii ſind gebracht worden. Mit den Schwenckfeldern und Wio⸗ aͤuffern hat der Teuffel auch ſein Spiel denen gibt er durch ſen derliche Geſichte und Traͤume ein wider GOttes Wort duſſ und jenes fuͤr Articul Chriſtliches Glaubens auffzuwerffen/ ii dann der Herr Lutherus ein ſonderliches Buch wider ſolche Lau geſchrieben/ welches er alſo intituliret: Wider die himmlſt Propheten/ ſo ſich am Wort G Httes nicht begnuͤgen laſen Davon zu leſen im 2. Wittenb. Tomo. Alſo ſchreibet auch gaan nus, daß zu Muͤnſter in Weſiphalen der Wiedertaͤufferiſchegang Johann von Leiden auch ſeine ſonderliche veſiones gehabt beyd nen er ſich Rahts erholet/ wie er ſich im waͤhrenden auffruͤhnſchen Kriege verhalten ſolle/ alles zu dem Ende gerichtet/ daß der Teuſel Mord/ Jammer und alles Hertzeleid unter den Menſchen ange⸗ Kuufftet. Wir als von GHtt erleuchtete Chriſten/ ble ben den GSOttes Wort/ und laſſen das ſeyn eine Leuchte unſern Fuͤſen und ein Liecht auff unſern Wegen/ al, ⸗ b Niemand. 2. Zur Warnug. fichfürort Daß ſich niemand fuͦr GOttreches Hertzens ruͤht mes har. weil Koͤnig Daold umb ein rein Hertz bittet: Dann auch heegl men. was Paulus ſpricht /. Cor.⸗. Was haſtu/ das du nichten⸗ 1.Cor. 4. v.⸗ pfangen haſt. Imnulb gloriandum, vaudo nibilnoſtrumul Nichts ſolten wir uns ruͤhmen/ weil nichts unſer iſt: unues wym verßt was kant tes eo der ſi liget ſaufft ſen fa ſchabe rein, bin! zut ſe ſchlag wircken fangen 8989 dns von tö ſeher teines. ich kan ſoraß uu6 derſche Sog uͤber den 1. Pſfalm. zu or. 2. v. 14. 4 4 4 8 1 vie Dcee ſiebende Predigt ſondern durch G Ottes Krafft ſelig er hat ſchon gnugſame Mie eordnet/ dadurch du zur Seligkeit kommen/ und der Suͤndean⸗ iehen kanſt. Iſi dein Glaube ſchwach /ſo lieſe in G Oites Wan Tag und Nacht/ hoͤre auch daſſelbe mit Fleiß und Andachtſſo e dein Glaube dadurch kꝛaͤfftiglich geſtaͤrcket/ und maͤchtiglich n mehret werden. Es kommet ja der Glaube aus der Predigt Rom. 10. v. predigen aber durch das Wort G. Ottes/ Rom. 0. Schrechitdic 18. der Saklan/ ſo gedencke an C Hriſtum/ der iſt der gebenagee b Weibes ⸗ Same/ welcher der alten Schlangen den Kopff ernann Sen. 3. v.. Gen. z. Betruͤhet dich das ſuͤndliche Fleiſch/ ſo gedencie nda Kom.. v.6. heiligen Geiſt/ der wird den alten Menſchen in dit creutzigen Rn & und die Fruͤchte des Geiſtes als da ſind Liebe/ Freune . Friede/ Gedult/ Freundligkeit/ Guͤtigkeit/ Glaube/ Sauff Sal. 5. v.zz. muth/ Keuſchheit in dir vollbringen/ Calr. Geraͤthſt d ſchwere Anfecht ungẽ/ ſo gedencke an Gottes Treu: DanGi iſt getreu/ der euch nicht laſſet verſuchen/ uͤber euer Vern gen/ ſondern machet/ daß die Verſuchung ſo ein Endeg⸗ 1.Cor. 10. winne/ daß ihrs koͤnt ertragen/„Cor. 0. Iſi deine Suͤndedin v. 1z. und maͤchtig/ ſo gedencke an die Exempel derer/ welche G Hun Gnaden angenommen hat/ wie du dann in dieſen unſern Pſaln haß das Exempel des Koͤniges Davids/ deme G Ott ſeine Ell⸗ de nicht zugerechnet/ ſondern dieſelbe ihm verziehen und vergeben nach ſeiner groſſen Barmhertzigkeit. Sind deine Kraͤffteſchlich und geringe/ ſo bete fleiſſig/ und halte an mit inbruͤnſtigen Gechel Dann warlich/ warlich ich ſage euch/ was ihr den Vattt bitten werdet in meinen Namen/ das wirder euch geben Ioh. 16. v.z/4 ſpricht der Grund und Mund der Warheit C Hriſtus/ Jabeu. Thue demnach was du thun kanſt/ das iſt/ widerſtehe nicht G0 tes Wirckung in dir/ und huͤte dich fuͤr den Suͤnden wider date wiſſen: Alsdann wird G Ott auch das ſeine thun. 8 „ Wir haben drey Grund⸗Feſte des Glaubens/ Git⸗ tes Allmacht: Ihme iſt kein Ding unmugüich. 2. Ea Gälig nuffen! hafft di d5 daß Aſſo daß gen. bey ci Ttuß wich getſ rein bens. Toof ſein. Hof 60t gottic Oewiſ Bruüͤde Undw demde gen über den zi. Pfalm. 3 Guͤtigkeit: Et hat uns von Hertzen lieb/ er antwortet ehe wir tuffen/ und hoͤret/ wann wir noch reden. 3. GOTtes War⸗ hafftigkeit: Sein Wort iſt warhafftig/ und was tr zuſagt/ das haͤlt er gewiß. Hic est funiculu⸗ triplex, vi diſfüeile. urnnpiur, Diß iſt eine dreyfache Schnurdie nicht leicht entzwey xeiſſet ſget Bernbardus. G Olt ließ ſeine Stralen vom Himmel herab/ auff daß Er den Verfolger Saulum zu ſich ziehen mochte/ 447, 9. Act. 9. v.3. Alſo laͤſſet G Ott dieſe ſtarcke dreyfaͤltige Schnur zu uns herab/ 3 daß wſran⸗ daran feſt halten/ und dadurch zu Ihm hinauff gezo⸗ 1.oh.z. v. Ma tt. F. V.g. Dte achte Praigt Cäfrini d. 23. Auguſtit Die achte Predigt/ 4r. 1648. Wher den bierdten Buß Pſahm des Koͤnas⸗ und Propheten Davids/ ſo da iſt der DOrdnung nach im Pſalter⸗Buch der Ein e t und Funffzigſte. b TEXTII S. Ve. B. ä ä.. Chaffe in mir GOtt ein rein Hertz/ und gi Dymir einen neuen gewiſſen Geiſt: Verwiſ mich nicht von deinem Angeſicht/ und nim denn heiligen Geiſt nicht von mir. FEXORPDIUM. Der Hei. ☚ Ir leſen im dritten Buch Moſe am 2. Coy wie lige Geiſt zu N G GOTS der HErr befiehlet/ daß die Juͤden all vergleſchen HNNN Speis⸗Opſtar ſalzen ſollen und s ol inn Salg des 5 ohn Saltz des Bundes G Oties ſeyn. Duch Bundes in R ers dieſes Saltz des Bundes kan der Heilige Oeſß Alten Teſt. verſtanden werden. Mit denſelben maͤſſen de Lev. 2. v. 3. Vpffer unſerer Hertzen wol geſalten werden/ wo ſie GO28 dem HẽErnn ſollen angenehm ſeyn. Dann dieſes Salz ethaͤl unſere Hertzen/ daß ſie von Suͤnden nicht faul oder ſuͤndlend wer den. Gleich wie etwa Fleiſch/ welches mit Saltze nicht wolaln⸗ gemachet und beſprenget worden/ faul und ſünckend wird/ undgan verdirbet/ daß es niemand genieſſen kan: Alſo gehet es auch eines Menſchen Seele/ wo dieſelbe von dem Heiligen Geiſtn bewohnet/ und mit deſſen Saltz wol eingemachet wind/ e ſemE geſtc zes und gleichſ harauß dasS gehen wien kum. feuch ncle 60 das L finden gen ſelbſe tach pflich der ge und de bwiſſen undn dnſers entzan — — 1——.— 8———————— 8 . 8 3 1 11a““ 21 kvf.–*‧ 8 i ͤ * 4 4“ ö“ 4 K 8 1—„* 4— ..—. ——’ — 4———— 2—— —— 4 8 3 8* d 6 uͤber den u. Pſalm. Fiz ſieim Grunde/ wird voller Wuͤrme und ſtirbet vot G Ottes An⸗ geſicht. Er ſaltzet aber unſere Hertzen mit dem Saltz des Creu⸗ tzes und Truͤbſal/ wann Er uns mit allerley Widerwertigkeit gleichſam beſchuͤttet/ dadurch uns die Thraͤnen auß den Augen herauß gedrucket werden. Die ſind dann das Waſſer/ welches das Saltz ſchmeltzet/ damit es deſto beſſer kan alle Stuͤcke durch⸗ gehen/ daher werden ſie wol abgewaſchen und geſaubert. Dann wie man pfleget zu ſagen/ ſo heiſt es: eimultum crucis, ili mul tum lucis. Wo viel Creutz und Truͤbſal iſt/ da wird das Hertz er⸗ leuchtet und gereiniget: Da finden ſich dann als bald an ſtatt der ſtinckenden Suͤnden⸗Wuͤrmer heilige Gedancken beydes gegen G Ott und den Nechſten: Es finden ſich heilige Wort daß man das Lob des HErrn verkuͤndiget/ und ſeinen Namen preiſet: Es finden ſich heilige Wercke/ daß man anfaͤhet Gottſelig zu leben S, gerecht gegen den Nechſten/ zuͤchtig gegen ſich Koͤnig Daoid hat dieſes wol verſtanden/ darumb da er ſich nach ſeiner Buß und Bekehrung zum neuen Gehorſam ver⸗ pflichtet/ und er in den Suͤnden⸗Stanck und Faͤulnuͤß nicht wie⸗ der gerathen moͤchte/ ſo bittet er umb den werthen Heiligen Geiſt/ und deſſen Gaben/ ſpricht alſo: Vnd gib mir einen neuen ge wiſſen Geiſt/ verwirff mich nicht von demem Angeſicht/ und nim deinen Heiligen Geiſt nicht von mir. Wann wir dann am naͤhern in dem dritten Theil dieſes unſers 51. Pſalms vor uns genommen Daridem ad novam obedi- entiam aſſurgentem, wie ſich Koͤnig David verpflichte in einem. Nove neuen Gehorſam zu wandeln/ da wir zum Anfang zu beſehen ge⸗ obedienti⸗ habt/ Nopæ obedientiz fontem ſeu initinm, woher der neue Gehor⸗ fons ſeu in- ſam ſeinen Anfang habe: Als wollen wir anitzo fuͤrs ander zu be⸗ itium⸗. trachten vor uns nehmen: Novæ obedienriæ ſubhaium; Durch II. Novæ was Huͤlff und Beyſtand der David wolle ein rein Hertz obedientiæ oder neuen Gehorſam in ihm erhalten haben. Hiervon lubſidium. Kiieh auffs 26 Die achte Predigt auffs einfaͤltlgſte zu reden/ und daß es ohne Nutz nicht aögehe moͤge/ ſo ſeufftzet mi mir alſo: Hilff/ HErr hilff/ laß wol gait⸗ gen Dir zu Ehren/ und zu unſer Seeligkelt/ Amen! TRACTAIIOO. * Elangend/ ihr meine Gellebte in C Hriſto/ unſer ban ₰ nommenes/ ſo iſt zu wiſſen/ daß/ wie es nicht inunien Kraͤfften/ ein rein Hertz/ oder neu Gehorſam in und i uͤberkommen/ ſondern G Ott muß ein ſolches Fertz ſchaffen/ un muß den neuen Gehorſam in uns wircken: Alſo koͤnnen oi auch das erſchaffene oder gegebene veine Hertz in uns auß eigene Kraͤfften wider den Teuffel nicht erhalten noch bewahren/ dan wir ſehen/ wie offt wir mit unverſehener Traurggkeit/ Suͤnde n Anfechtung beflecket werden. Das wuſte nun auch Koͤmg D vld wol/ derwegen ſo bittet er nicht allein/ daß in iim G Oam rein Hertz wolle ſchaffen/ ſondern er bittet auch umb Huͤlff und Beyſtand/ dadurch ſolch rein Hertz/ und neu Gehorſam in hm moͤge erhalten werden ſpricht: Vnd gieb mir einen neuenqe⸗ wiſſen Geiſt. Daß Dasvid allhier redet von einem gewiſtn Glaſf Ph. Geiſt/ dadurch verſtehet er die doua ſantthfcationis, Regeneraiu. ſac. lib. 5. u⁴& Keno pations, die Gnaden⸗Gaben des Heſligen Geſſte er.I. e.n.p. 4. als die Erneuerung die Heiltgung/ dadurch ein glaͤubiger Maſch gewiß iſt und ſeyn kan ſeiner ewigen Seeligkeir. Nun ſoſch irseeyas oder Salutares motus in ihm/ das iſt/ ſolche Gnaden⸗ Gaben des H. Geiſtes ſolle G. Ott ihm geben: Dann biter n: Vnd gib mir einen neuen gewiſſen Geiſt. In ſeiner Syu⸗ chen lauts innova in interiori meo, Erneuere in mir welches Glaſf ph. Erneuern zu verſtehen de incremento Nopirtati⸗ AHiritu tulut Sac, lib. 3. von der Vermehrung der neuen Gnaden⸗Gaben des 7Nll rract. z. Geiſtes in ihm. Daß alſo innovare oder Emeuem alhhier p. 242. viel/ als ereſeere wachſen oder vermehret werden. Wie es dann 5 29. alſo gebrauchet wud heym Hioh 19, Lloris me⸗ Ennnas 9 hda narta auff Kind ſahe esl ſet uͤber den 51. Pſalm. zi we: Meine Herrligkeit erneuerte ſich immer an mir: Das iſt/ meine Herrligkeit wuchs und vermehrete ſich/ und nam zu von Tage zu Tage/ nicht anders/ als ob ſie mir taͤglich auffs neue gegeben werden. Im 103. Pſalm: Reno babitur ſacus 4. Pſal, 103.v 5 wvila juventus tua, Und du wieder jung wirſt wie ein Adler. liſo auch allhier ſaget David: Hiritum promptum innoda, das iſt/ vermehr ie mehr und mehr den Heiligen Geiſt in mir: Nicht als ob der heilige Geiſt ſeinen Weſen nach vermehret und groͤſſer werden koͤnte/ ſondern daß ſeine Gaben ie mehr und mehr von G Ott in dem David vermehret wuͤrden. DBOb nun wol David/ nach dem er gerecht worden/ und die Vergebung der Suͤnden erlanget/ gewiß iſt ſeiner Seligkeit/ und neue Gaben des heiligen Geiſtes von O Ott erlanget/ ſo demuͤti⸗ get er ſich doch/ fuͤrchtet ſich uͤngſtiglich fuͤr der Gefahr/ bittet und ſeuffzet alo: Verwirff mich nicht von deinem Angeſicht. Von O Oites Angeſicht veworffen ſeyn;bedeutet von G OT gantz und gar/ hier zeitlich von aller ſeiner Gnad und Wolthaten und dort ewiglich verſtoſſen ſeyn. Dann da heiſt G.Ottes An⸗ geſicht 1. Des manifeſtatio in Leate aternitatis ſeculo, G Ottes Glaſſ. Phe ſeine Offenbahrung dort in der ewigen Hertligkeit: Wie hiervon Lac. lib. 3. tedet David im 16. Pſalm: Saturitas lætitiarum cum ſacie tud; 4 64 S. 7. Vor Dir/ oder vor deinem Angeſicht/ iſt Freude die Fuͤlle: bal.16.»n. Im vV. Pſalm: Ich wil ſchauen dein Antlitz in Gerechtig⸗ plal.. keit/ ich wil ſatt werden/ wann ich erwache/ nach deinem Bilde. So ſpricht auch der HErr C Hriſtus /Martb. 5. von Matrk. 18. der Kinder ihren Engeln: Ihre Engel im Himmel ſehen alle⸗ v. ꝛ0. zeit das Angeſicht meines Vaters im Himmel. 2., Heiſt G.O Ttes Angeſicht DEI manifeſtatio in bor mortalitalis ſeculo. Wann ſich G.Ott uns Menſchen hienieden auff Erden offenbahret/ als Er dann in /Seaie und inſonders den Kindern Iſrael in und bey ihrem Außzug auß Egypten ſich offen⸗ hahret wann Er des Tages vor ihnen hergangen in einer Wol⸗ Tts üi tten/ Die achte Predigt E. 33. v3. cken/ und des Nachts in einer Feuer Seulen/ Fxod. 3. D ſt ſein Angſicht daſelbſt: Wee Angeſicht gehet/ſ nennet G Ott der HErr ſelb Moſes/ wann er ſpricht: fuͤhre uns nicht von dannen herauff. Ins gemein laͤſt auch G Ott noch heute zu T lit gegen uns leuchten/ wann Er ſich uns zu erkenne Wort und die heiligen Sacramenta Pſ. 10, v. 2. ſollen/ nach der Vermahnung des 10 Pl0. v. 4. ſein Angeſicht mit Frolocken. ſein Antlitz allewege. Wie ihm than/ da zu ſeiner Z ſen/ daß er geſucht wil nun der liebe David ſo viel wirff mich nicht: das iſt/ achte mich nicht unwerth geſchicht/ bin ich ſchon gewiß/ ſtoſſen/ verworffen ud verlohren. Ferner bittet David: Vnd nim dei nicht von mir. FPrrihn nicht ver gen Geiſt nicht Wo nicht dei darzu wir uns gerne fidan 0. Pſalms: Kommtthat Im 105. Pſalm: Sucht dann auch Dasvid alſo a⸗ eit eine Theurung drey Jahr aneinander geme das Angeſicht des HErrn/ ⸗ Lam. u. Er ſagen/ wann er allhier bittet her verlaſſe mich nicht hier zeitlich/ un Gnaden/ dann wann ſoſche hier zeitlich und dort ewiglich be⸗ nen heiligen Geiſt Zuvor hat David gebeten/ daß GOCde werffen wolle itzt bittet er/ daß Er ſeinenhell⸗ f1 von ihm nehmen wolte. ſein Angeſicht von uns wendet/ ſo verlieren wit ſo bald den ell gen Geiſt. Vnd verſiehet Geiſt G Ott den heiligen Gei hochgeehrten Dreyeinigkeit/ Sohn von Ewigkeit. vid/ daß Ihn der HErrn zu mercken/ daß der Pro Dann wann 60tt allhier David durch das Woſt ſt! welcher iſt die dritte Perſon da wahrer G. Ott mit dem Vater und Dieſen heiligen Geiſt begehntnun Do icht wolle von ihm nehmen. Da duns phet nicht ſaget: an Arsage ne aufuu: ſondern gebraucht das vmpoſrum au aiartaye, ne iterun ſu rurſum auferas, nimm deinen heiligen Geiſi nicht wiedenin Es iſt mir zwar/ wil er ſagen/ da ich Mond andan Ehebruch an der Vathſebabcgangan/ drdulsn 55 getotht duchd demna mirme undbe damit fls ——-—= uͤber den n. Pſaln. 569 genommen worden/ und habe denſelben verlohren gehabt/ aber durch deine Gnade /ſo wohnet er nun wiederumb in mir ſſo bitte ich demnach/ daß Du Ihn ja nicht wolleſt wiederumb/ wie vor/ von mir nehmen/ ſondern mit ſeiner Gnadenreichen Huld immer in und bey mir wohnen laſſen/ daß Er mich leite/ fuͤhre und ſchuͤtze/ damit ich nicht in vorige/ oder noch wol aͤrgere Laſter/ durchs Teuf⸗ fels Antrieb und eigene Sehwacherie gerathen moͤge. 4— uUsus. FHierbey wir nun gelehret/ getroͤſtet erinnert und vermahnet 1. Der H. werden. Gelehret werden wir Geiſt iſt I. De Hiritus S. Natura, von der Natur und Eigen⸗ GOtt/ und ſchafft des heiligen Geiſtes/ daß ſeine Natur und Eigenſchaff⸗ wormit ſol⸗ ten Goͤttlich ſeyn. Der H. Geiſtiſt ein Geiſt das iſt/ eines geiſt⸗ ches bewaͤh⸗ lichen Weſens die dritte Perſon in der Gottheit/ gleiches Weſens ret wird. mit dem Vater und dem Sohn und gleicher G Ott von alle E⸗ wigkeit her. Darzu hat der Luͤgen⸗Geiſt der Satan durch ſeine Werckzeuge/ die falſchen Lehrer/ offt nein geſprochen. Etliche ha⸗ ben gantz und gar verneinet/ daß ein heiliger Geiſt waͤre. Bey den GEgyptiern haben etliche vermeynet/ Melchiſedech waͤre der heilige Geiſt. Andere ſind ſo kuͤhne geweſen/ daß ſie ſich ſelbſt fuͤr dem Heiligen Geiſt außgegeben haben/ als gethan Simon Magus, A 1 S. Act. 8. v. i0- Monrtanus, Manes, und andere mehr/ Macedonius und etliche mit üm haben gelehret/ der. Geiſt ſey eine Creatur/ eine geiſtliche Bewegung und Regung im Hertzen von O Ott geſchaffen. Et⸗ iche haben ein Weibesbild aus ihm gemacht/ und geſagt/ der heili⸗ ge Geiſt ſey C Hriſti Schweſter/ wie die Helxesaitæ in Arabid. Vnd wer kan alles erzehlen was der boͤſe Feind durch ſeine treue 8* Helffers⸗ Helffer erdacht/ und auff die Bahn wider die Gottheit des heiligen Geiſtes gebracht hat. Wir laſſen uns aber hierinne nicht irre machen/ ſondern be⸗ ſietigen vielmehr deſſen Gottheit Scripturarum oraculis, mit dem wahren Won Goites: Dann ſo wir in demſelben ſaſſcen ee vfin 5 2„ 4——. ——— 8 8 8 8 d 4 2 4——— 1 1 6————.. 3— —.. 1 „o Dite achte Predigt ſo finden ſich unwiderſprechliche ocumenta, mit weichen 1. ten ſolche 1. Divina Nomina, die goͤttliche Namen/ welch allen dreyen Haͤupt⸗Sprachen ihm ertheilet werden. Indr heiligen oder Hebraiſchen Sprache/(welche heilig geun wird/ weil der allerheiligſte G. Ott in ſolcher geredet hat)witdag nandt der JFEA⁴l024, als ⁵½. 6. da ſpricht der HEr JFenOp Eſa. 6.v. 10. zu dem Wunder⸗Propheten: Gehe hin zu dieſem Vold und ſprich: Horets und verſtehets nicht/ ſehets und meraits nicht/ verſtocke das Hertz dieſes Volcks/ und laß ihre Ohrm dicke ſeyn. Solche Wort werden akor. 29. von dem heilign Act. 18.v. 25. Geiſt erklaͤret/ wann da ſiehet/ daß Paulus ein Wort gerede das wol der heilige Geiſt geſaget hat/ durch den Propheien Eſaiam/ zu unſern Vaͤtern/ und geſprochen: Gehehin dieſem Volck/ und ſprich: Mit den Ohren werdet ihre ren/ und nicht verſtehen /ꝛc. Wann ernun nicht ein wahe G Ott waͤre/ ſo wuͤrde er den eigenthuͤmblichen Namen G Hus nicht fuheen. Dann es hat ſich ſa die hohe Goͤttliche Mazeſa Eſa. 4². v.z. ausdruͤcklich erklaͤret/ ſa. z. Ich der HERR/(†EHON4) das iſt mein Name/ und wilmeine Ehre keinen andernge⸗ ben: Weil dann dem helligen Geiſt dieſer G Ottalleingiiy b render Name gegeben wird/ wer wil ſeine Gottheit leugnen. In der Griechiſchen Sprachen heiſſt Er Heas, ſo hegkoli vom RNeiaa weil Er alles ſihet/ welches G. Ott alleine thun in der aller Augen gemacht/ und alles ſihet. Nun ſaget S. Petne Act. 5. v. 4. gar deutlich etor. z. zu dem Anania: Warumb hat der So⸗ lan dein Hertz erfuͤllet/ daß du den heiligen Geiſt lugeſtdu haſt nicht Menſchen/ ſondern(9es) GOtt geiogen. Wmd 1. Cor. 6. S. Paulus⸗ Cor. 6. ſpricht: Wiſſet ihr nicht/ daß ihr Tem⸗ v. y. pelGO. tes ſeyd/ und erlaͤret ſich bald drauff/ wann er duchdn Ott verſtehe/ nemlich den heiligen Geiſt /der ſeinen Temyele und Wohnung in den Corinthern habe. Gottheit des heiligen Geiſtes verſichert wird. Dann da 4 4 über den„. Pſalm. In der Lateiniſchen Sprachen heiſſt Er Dominus HERR/ welcher Name allezeit in der deuiſchen Bibel mit groſ⸗ ſen Buchſtaben geſchrieben wird/ weil er mit dem Namen Jebova gleich einſtimmet. Das wuͤrde nun nimmermehr geſchehen/ wann der heilige Geiſt nicht wahrer GOtt waͤre. Hierdurch verleuret alſo der Fuͤrſt der Finſternuͤß den erſten Sturm/ den er thut wider die Gottheit des heiligen Geiſtes. Dann wir folgern alſo: Wer da genandt wird der EHO/ 4 der wahre weſendliche G.Ott⸗ der muß ſa auch wahrer G Ott ſey: Der heilige Geiſt wird der IERNOVA der wahre weſendliche GOtt genandt: Darumb ſo muß ja auch der heilige Geiſt wahrer GOtt ſeyn. b 5 2. Sehen wir uns in H. Schrifft weiter umb/ ſo finden wir datinn D⸗vina Attribura, Gottliche Eigenſchafften/ welche b dem heiligen Geiſt auch alleſambt zugeſchrieben werden/ als die Ewigkeik. Von Ewigkeit her iſt erder Schoͤpffer: Nun hat der heilige Geiſt auch niemals ſeinen Anfang genommen/ Er iſt der Schoͤpffer ſelbſt/ der alles aus nichts mit dem Vater und Sohn gemacht hat. Vnd dannenhero nennet Ihn auch die Epiſtelzun Hebreern am o. c. den ewigen Geiſt; Die Allgegenwaͤrtigkeit. G Ott iſt nicht an einen gewiſſen Ort oder Stelle vetbunden/ ſon⸗ dern iſt uͤberall gegenwaͤrtig: Vnd der heilige Geiſt haͤlt ſich auch nicht in einem ermeſſenen Ort/ ſondern iſt allenthalben zugegen:— Welches Koͤnig Daold wolgewuſt/ dahero er ſaget z9. Pſalm: P. 39. 9. 7. Wo ſoll ich hinfliehen fuͤr deinem Geiſt; Die Allwiſſenheit/ 8 G Ott dem hetligen Geiſt iſt nichts verborgen/ ſondern Erweiß alles/ Er ſihet auch die Gedancken der Menſchen/ Er pruͤfet ihr Hettz/ und ihre Nieren: Vnd der heilige Geiſt forſchet auch alle Oinge ſr. Cor. 2. auch die Tieffe der Gottheit. Die All⸗.Corinth. maͤchtigkeit: G Ott thut alles was Er wil im Himmel und auff 2. v. o. CEwen. Bey Ihm iſt kein Ding unmuͤglich/ Luc.⸗ Vnd der Luc. 1. 38. Geiſt kan auch alles thun/ darumb Er die Krafft des Hoͤch⸗ KAen genandt wüd von dem Engel Gottes/ Lue.ꝛ b 735. Wu u Dar⸗ . 3 5 1 3. 1— 6 8“* 3 . 4. E— 2—*— 4 1 4„. —Eͤᷣͤm⁰üõõõͤ²“——“ — 2* 8 E* 3— 4 3 8 4. 4——— — 2 3 4 g“——* 8 .. 8 3+—. 8 — — 4 4 1 e85““ —““ ur Die achte Predigt Daraus erhellet abermal abzunehmen/ daß der hellige Oeſſ wahrer G Ott ſey: Vnd verleuret alſo der widerſprechende Sa⸗ tan den andern Sturm wider die Gottheit des heiligen Geiſtes/ dann wir ſchlieſſen alſo: Wer da iſt ewig/ allgegenwaͤrtig allwjß ſend/ allmaͤchtig/ der iſt ein wahrer G Oit: Der H. Geiſt iſt ewig allgegenwaͤrtiglallwiſſend/ allmaͤchtig: Derwegen ſo iſi der hallge Geiſt wahrer G Ott. b 3. 3. Weiſet uns auch die 5. Schrifft Diina opera, ſolche Wercke/ die niemand thun kan/ dann G Ott allein. Wer hal i⸗ mals aus nichts etwas machen koͤnnen? Das muͤſſen wirmit Sen..v. 1. Moſe allein G Ott zuſchreiben/ Genn. Solch Werck ader hatda heilige Geiſt auch verrichtet/ wie von ihm im Buch der Erſchoͤyſ⸗ fung ſtehet: Der Geiſt Gottes ſchwebete auff den Waſſer/ und Pſal.33. v.ö. noch klaͤrer im 33. Nal. zu befinden/ da alſo ſtehet: Die Himn ſind durch das Wort des HErrn gemacht/ und alle ſeine Heer durch den Geiſt ſeines Mundes. So iſt der Menſeh Gottes Geſchoͤpff/ und das letzte allerweiſeſte Wenck ſeiner all Job. 33. v. 4, maͤchtigen Haͤnde. Nun bekennet aber der liebe Hiob von ſich zz. cap. Der Geiſt GOttes hat mich gemacht/ und der Athem des Allmaͤchtigen hat mir das Leben gegeben. Mehr goͤttliche Wercke und Thaten des heiligen Geiſtes haben wir zur ander Zeit gehoͤret/ als daß Ihm zugeſchrieben weide Joh. 3. v. 6. daß Werck der Wiedergeburt/ und Erneurung/ Job. 3. das Wena Joh, 6. v.63. der Lebendigmachung/ 7ob. s. und dergleichen. Da dann der Calumniator der Teuffel verleuret den dritten Sturm/ ſoer ver⸗ meynet wider die Gottheit des heiligen Geiſtes zu erhalten: Dann da ſchleuſſt es ſich alſo: Von welchen wir erſchaffen/ wiederge⸗ dohren und erneuret/ auch lebendig gemachet werden/ der ida wahre G Ott. 6 Von dem heiligen Geiſt ſind wir erſchaffen/ wiedergeboh renſerneuret und lebendig gemacht worden/ derwegen iſt der hellge Geiſt wahrer G HOtt. 4Hin⸗ b 4. 5 Aforder dähten un galleng gedas S un v GOü dieſene deſeſe ſus al Maunl GOt C hriſi gedetet de Va allen R vis! dem S ten Sa ttſichgl t ſolche damach anbeten, uffenur 2. bonder b uͤber den 1. Pſalm. 52 4. Hierzu kommen noch Divin⸗ reqvifta, die Goͤttliche Anforderungen/ die G Ott dem HᷓErrn allein geziemen und ge⸗ buͤhren/ und die Er auch von allen und ieden Menſchen haben wil u allen Zeiten/ und an allen Orten/ unter denen dann die fuͤrnehm⸗ ſte das Gebet und die Anruffung. Alle Menſchen an allen Or⸗ ten/ und zu allen Zeiten ſollen heilige Haͤnde und Hertzen zu GOtt im Himmel erheben/ Ihn anruffen und anbeten: Vnd dieſen Ehrendienſt ſollen ſie Ihm allein or⸗ ſtiren/ dann Er wi dieſe ſeine Ehre keinen andern geben/ ½. Welches C Hri⸗ Eſa. 42. v.„- ſtus auch ſelber dem Satan/ der Ihn in der Wuͤſten verſuchte/ Mattb. 4. unter Augen ſagte: Es ſtehet geſchrieben du ſolt Matth. 4. GOtt alleine anbeten. Nun wird aber der heilige Geiſt nach v. 10, C Hriſti unſers Betmeiſters information auch angeruffen und an⸗ gebetet als bey der heiligen Tauffe/ ſo verrichtet wird im Namen des Vaters/ des Sohnes/ und des heiligen Geiſtes: Vnd faſt in allen Kirchen geſungen wird/ zu Ende hindan geſetzt: Gloria Pæ. tri& Eilio,& Hiritui saucto, Ehre ſey GOtt dem Vater und dem Sohn/ und dem heiligen Geiſte. Da hat nun den vierd⸗ ten Sturm der Satan/ der ſtarcke gewapnete verlohren/ und wann er ſich gleich mit allen hoͤlliſchen Pforten auffmachen thaͤte/ ſo wird e r ſolche Lehre doch nimmermehr uͤberwaͤltigen koͤnnen. Dann da machen wir einen ſolchen Schluß: Welchen wir anruffen und anbeten/ der iſt wahrer G Ott: Den heiligen Geiſt thun wir an⸗ ruffen und anbeten: Derwegen iſt der heilige Geiſt wahrer Gott. b 2. Werden wir auch allhier gelehret Ae Soiritus S. gratid, 2. Was fuͤr von der Gnade/ die der heilige Geiſt uns erweiſet. Dann da wird Gnade der Er genandt(1.) ein gewiſſer Geiſt. In der heiligen Sprache Heil. Geiſt ſtehet das Woͤrtlein/ welches eigendlich heiſſet/ irmumſlabilein uns erweiſe. falibile, das ſtandhafftig/ nicht betriegen/ noch ſich aͤndern kan/ wie Daß Er es in ſolcher Bedeutung gebrauchet wird/ /abm. Fo. Ein ſolcher m Geiſt/ wil Daoid ſprechen iſt G Ott der H. Geiſt/ Er iſtein war⸗ hafftiger gewiſſer Geiſt. Gewiß iſt Er in docen o in ſeinerLehr/ Vuu ij dann 524 Die achte Predigt Ioh. 14. v.26 dann Er iſt der Lehter ſelbſt/ Job.ng. Et iſ der Geiſider Warhenn Eſa.. V.2. F6. u. Der Geiſt iſt Er/ von dem David ſaget: Der Geiſides Herrn hat durch mich geredet und ſein Wort iſt in meinem Rund pſal. 33. v 6. geweſen/ ³lsz. 2. Sam. 2z. Der Geiſt iſt Er/ von welchem zu r⸗ 2. Sam. 23. den und zu weiſſagen/ ſind getrieben worden/ die heiligen Maͤnen v. G Ottes/ 2. betr.’. Der Geiſt iſt Er/ welcher uͤber alles Flaſſh 2. Pet.. v... iſt ausgegoſſen worden/ und damit ſein Lehr⸗Ampt recht bezeugen Ioel. 2. V. 28. hat/ Joel,a. Diteſer Geiſt hat gelehret alle Patriarchen und Erzpaͤt Er hat gelehret alle Apoſiel/ alle Kirchen⸗und Schul⸗Lehren dieſe Geiſt hat gelehret ſo viel Junge und Alte Er hat ſie gelehretdas Geſetz/ und gezeiget was G Ott wolle von uns gethan und gelaß ſen haben/ als daß wir Ihn ſollen lieben von gantzem Hertzen von gantzer Seelen/ von allen Kraͤfften/ und unſern Nechſten als un Deut. 6. v.. ſelber/ Deur. 6. Matrb. z2. Er hat gelchret das Evangellum daß Matth. 2z. daſſelbige ſey eine Krafft G Ottes ſelig zu machen/ die daran gla⸗ v.Z7.39. ben/ Rom. ¹. Dieſer Geiſt lehret auch noch auff heutigen Ragin Rom. 6. dem geoffenbahrten Worie da lehret Er uns durch die Zungmd 1 Cor 1,10 Prediger/ durch den Mund der H. Propheten! Luc.: dann niemand v.;* kan JEſum einen HErrn nennen/ ohne den heiligen Geißt.C⸗ Pſal. 4.. n.. Er lehret uns gottſelig leben/ /½ 54. Er lehret uns auch Chrſſ⸗ Lus. z. v. z9. lich ſterben/ daß wir in Friede von hinnen fahren/ Luaz. Vnd weſſ wolt ihr auch ſonſt euer Kunſt/ Wiſſenſchafft/ Weißhelt un Ge⸗ ſchickligkeit zuſchreiben/ als dieſen gewiſſen Geiſt/ dann wir haben a nichts von uns ſelber. Cor. 4. Wir ſind auch nicht uͤchtig von uns ſelber etwas zu gedencken/ ſondern unſer Vermoͤgenruͤhret h 16 253.1,5. von dem heiligen Geiſt/*. Co 3. Es heiſſt recht wie der Ayoſſe 2. Cor. 2.v. 4 pedet/ 7. Cor. 2. Der natuͤrliche Menſch vernimmet nichts vom Geiſi Gottes/ es iſt ihm eine Thorheit/ und kanes nicht eilennen. Darumb ſo wil uns anders nicht gebuhren/ alIs daß wi G Ouden Heiligen Geiſt umd die himmüſche Weißheit erfuchen und annit fen/ daß Erſie uns wolle lehren/ ſintemal Er iſt und vblehene 1. Cor. 4. dlebeſe / deta gchrer! 2Tim. te de Geuich der A mache tidrun nung guten ſen oder wenigd WR armen fenden chena Uattl Suͤnde bergläͤt nenerga Dee Ge Rrrzu de und Schba dea dni hen we ſen Re geran 4 Pn 2 8 uͤber den 51. Pſalm. 527 allerbeſte Lehrer der allerfuͤrtrefflichſte Lehrer/ der allerweiſeſte Leh⸗ ter/ der allergewiſſeſte Lehrer. Er iſt ein Doctor Tbeologiæ, ein Lehrer der Heil. Schrifft/ dann ſie iſt von Ihm eingegeben/ 2. Lim. 3. 2. Pet 7. Eriſt ein Doctor Juru,, ein Lehrer der Rech⸗ 2. Iim. 3. ten/ dann dieſer iſts jder dem Salomoni die Weißheit gegeben/ v. t6. Gericht zu halten/ Reg.). Er iſt ein Doctor Medicinæ, ein Lehrer ². Pet.x vas. b der Artzeney/ dann von Ihm kommt her die Gabe geſund zu 1 Reg.3,v.I2. machen/ 1. Cor. 12. Ja Er iſt ein Doctor omnium artium ſcieu- 1. Cor. nn. v. tiarum, ein Lehrer aller freyen Kuͤnſte/ ap.7. b Sap. 7.V. 2I. Gewiſſe iſt dieſer Geiſt auch in admonende, in Anmah⸗. nung und Erinnerung; Wir Menſchen ſind ſehr vergeßlich 2aun guten/ und haben ein boͤſe Gedaͤchtnuͤß/ wann wir heute etwas le⸗ ſen/ oder aus der Predigt hoͤren/ morgen wiſſen wir nichts/ oder ja wenig davon. Duͤrffen derwegen wol einen der es uns erinnert/ und zu Gemuͤth fuͤhre/ und das thut der heilige Geiſt. Einen armen bußfertigen Suͤnder/ erinnert Er der heiligen bluttrief⸗ fenden Wunden IEſu C Hriſti/ Er erinnert ihn der gnadenrei⸗ chen Verheiſſung/ daß Er alle Muͤheſelige wolle erquicken/ Matitb.. Vnd daß Er darumb ſey auff die Welt kommen/ die Matth. n. Suͤnder ſelig zu machen/*. nm.. Den Abgoͤttern und A⸗ v. 28. berglaͤubiſchen fuͤhret Er zu Gemuͤth und erinnert ſie/ wie es de⸗ LTiar 5.85 nen ergangen/ die das gegoſſene Kalb angebetet haben/ Exod. 32. EOd 32. N. Die Gotteslaͤſterer erinnert Er des ernſten Worts/ das der HErr zu Moſe ſaget: Fuͤhre den Flucher herauß fuͤr das La⸗ ger/ und laß ihn die gantze Gemeine ſteinigen/ Levir. 2½. Die Levit. 244 Sabbathbrecher und Veraͤchter des Worts erinnert Er/wie es va4. dem ergangen/ der nur Holtz am Sabbath geleſen/ Num. y. Die Num. iſ Vngehorſamen und Widerſpenſtigen erinnert Er den Kna⸗ Ne 7 ben/ welche die Baͤren zuriſſen/ 2.Rag. z. Et erinnert ſie der gottlo⸗ 25 ſen Rotte/ welche die Erde verſchlang/ Nuam. ꝛc. Die Todtſchlaͤ⸗Narn. 16. ger erinnert Er des Fluches/ der uͤber Cain geſprochen ward/ Gen. v. 32. b 4. Er exingert ſie des einmal geſprochenen Sententzes: Wer Gen. 9. v.¹k, Vun ih Meo 516 Die achte Predigt Menſchen Blut vergeuͤſſt/ des Blut ſoll durch Menſchen Ben. 9. v. 16. vergoſſen werden/ ven. 9. Die Huren und Hurer erinner⸗ Er/ wie es dem Volck ergangen/ das Hurerey getrieben daß ijn Num. 2ſ. auffeinen Tag 3. tauſend gefallen/ und umbkommen ſind/ Aun. 1Cor.v.. 2. Er erinnert ſie des endlichen Ausſchlages/ daß ſie GOu Gal. 5. v. z1. Reich nicht beſchauen/ noch ererben ſollen/ Con. 6. Gal,s. Den EGSeitzigen und Vortheilhafftigen erinnert er des Ananiæ und Sa⸗ Actor. 5.v.). Phiræ/ welche beyde eines gehlingen Todes geſtorben/ J. E 10. erinnert ſie des Prophetiſchen Ausſpruchs: Wehe dem/ der da Hab. 3. v. 9. geitzet/ Nab. 3. Die Stoltzen erinnert Er des Hamans welchen Eſth. 7. v. 1*. am Galgen muſte ſein Leben enden/ ½z. 7. Er erxinnert ſiedes Phariſeers/ uͤber welchen das boͤſe Vrtheil gieng/ daß er muſten⸗ Luc. 18. v. 4. niedriget/ und von G Ott verſtoſſen werden/ Luc.. Im Gegmn⸗ theil die Armen und Elenden erinnert dieſer gewiſſe Geiſt/ daß Pſal. i3.v.s. G Ott ſehe auff das Niedrige/ al. us. Er erinnert ſie des Jo⸗ ſephs/ Er erinnert ſie des Davids/ Er erinnert ſie der Eſther Er erinnert ſie der Jungfrauen Marien/ welche auch ſelber bekennan dabß der HErr die Oewaltigen vom Stuel thut ſtoſſen aber die E⸗ Luc, j. v.5e. lenden zu erheben pflege/ Luc.. In Summazuns alle erinnert die⸗ ſer gewiſſe Geiſt/ Er erinnert und ermahnet uns/ daß wir ollen Eſa. 1. v. 16. Buſſe thun/ uns waſchen und reinigen/ ſa.. Er erinnert uns der Lir. 18. v. 28. groſſen Barmhertzigkeit des HErrn/ Sir.„. Ererinnertuns des gnaͤdigen Willens unſers lieben G Ottes/ welcher dieſer iſidaß l⸗ 2*4 len Menſchen ſoll geholffen werden/ 1. 11m. 2. Ja Er erinnettuns 8 det unausſprechlichen Freuden/ darinn unſer Traunigkeit welche Joh, 16,v 20. wir auff der Welt haben/ ſoll verkehret werden/ 7ob. 16. Laſſetuns ddas einen rechten gewiſſen Geiſt ſeyn/ der uns ſo treulich lehnt 2Lor.Jv r veeen⸗, ſo ſleiſi erinnert/ ja der uns befeſtiget in CH oſo 2. Cor. I. 2Der Geiſt„(2.) Wird auch der Geiſt G Ottes allhier genandt ein chet uns hei⸗ heiliger Geiſt/ und das nicht allein(1.) ratione eſſéntie, ſeinen lig. Weſen nach. G Ott iſt von Natut ein heiliges Weſen vſ 5 1. Tim dunſibe Genneh tit arhe GOtt Iniſadis ſon des geich chen: ſmilu hult auch bo Geſſg Wicck Mittel⸗ Sen N de Ot indieſe Hca Laſſete hen/ u der Wi Es heul Fortgan Saeran dnE. Gaeuch lehrac. n hi Lut.n deulige malk Sas uͤber den 51. Pſaimm. 52 dann ſelber ſaget: Ich bin heilig/ der HERR euer GOTT. Seine Heiligkeit auch verkuͤndigen alle Cherubim und Seraphim mit einhelliger Stimme ſingend: Heilig/ Heilig/ Heilig iſt GOtt der HErr Zebaoth/ ½. 6. Da ſie dann in ſolchem Eſa. 6. v.„. Triſagio die Heiligkeit einer ieden Perſon/ und alſo auch der Per⸗ b ſon des heiligen Geiſtes andeuten wollen: Mit welchen auch zu gleich uͤbereinſtimmet die gottſelige Autigvitaͤt/ in dem ſie geſpro⸗ chen: Ut Naturãâ ſanctus est Pater, ſanctus est Filius- ita naturà fandtus est Hiritus ille veritati»s. Wie der Vater von Natur heilig iſt/ desgleichen auch der Sohn/ alſo iſt der Geiſt der Warheit auch von Natur heilig. Nicht allein dem Weſen nach der heilige Geiſt genandt wird: Sondern auch(2.) ratione eficientiæ, der Wirclung nach weil Er das unheilige heilig machei durch heilige Mittel. Der heilige Geiſt heiliget uns unheilige Menſchenldie win von Natur ein Greuel ſeyn fuͤr dem hochgebenedeyeten Angeſicht der Goͤttlichen Majeſtaͤt/ Epb. 2. Bald in vitæ ingreſu, wann wir in dieſe Welt eingeſchritten und getauffet werden. Dann bey der H Tauffe empfahen wir den H. Geiſt/ wie S. Petrus ſagt/ M ‧.⸗. Act. ꝛ. v. z8. Laſſet euch taͤuffen/ ſo werdet ihr den heiligen Geiſt empfa⸗ Lit. 3. v. 5. hen/ und S. Paulus 7it.*. nennet die heilige Tauffe das Bad der Wiedergeburt/ und Erneurung des heiligen Geiſtes. Es heiliget uns auch der heilige Geiſt in vit⸗ progreſu, indem Fortgang unſers Lebens/ und zwar durchs Wort und die heiligen Seacramenta. Verbum Hiritus S. est vebiculum. Das Wort des HErrn iſt der Schlitten oder Wagen/ darauff der heilige Geiſt einzeucht in die Hertzen der Menſchen/ Actor. 3. F.„. Dadurch lehret Er uns/ ancte viere einen gottſeilgen Wandel fuͤhren/ und in Heiligkeit und Gerechtigkeit leben/ ſo G Ott wolgefaͤllig iſt/ Luc. 1. Sacraentum est Giritus S. medium, die hochwuͤrdigen heiligen Sacramenta ſind darneben die Mittel dadurch Er aber⸗ malkraͤffiig iſ/ und lehret uns /ancts ereaere,heilig glaͤuben/ ales was menſchliche Vernunfft weder erreichen noch deareſſen zan⸗ end⸗ 4 4 ———— ———— ö ͤͤͤſͤſſ—— oEſ—ͤͤͤͤͤͤͤͤſͤſͤſͤſͤſͤͤͤͤͤͤ 4 7 3 3—————y— b——— 8———— b b—yjj—— 1———— ——=— 65 3 b Die achte Predigt EVndlich ſo heiliget Er uns auch in vire egreſe, im Außgangin⸗ ſers Lebens/ da lehret Er uns /ancte aiſcedere, wie wit heilig von dieſer Welt auff das heilige theuere Verdienſi IEſu C. Hrſſtiah⸗ ſcheiden ſollen und koͤnnen/ damit wir fuͤr dem heiligen OHin hel⸗ lig erſcheinen/ und Ihm wolgefallen moͤgen. So kan und mag auch der heilige Geiſt heilig genande wer⸗ den(3.) ratione Refidentia, wegen der heiligen Wohnung/ darinn Er eſairet und ſich auffhaͤlt/ dann die muß heiligſeyn. Er hat Ihm aber unſere Hertzen zu ſeiner Wohnung erkieſei die Præparixet und zieret Er auffs ſchoͤnſte. Dann wie man ſonſtein Logament fuͤr groſſe Herren pfleget zu ſaubern und zu reinigin/ und mit ſchoͤnen Tapecereyen zu ſchmuͤcken: Alſo bereitet Jhm der groſſe HERR HERR der heilige Geiſt auch ſeine Weh⸗ nung auffs allerſtattlichſte. Er zieret das menſchliche Hertzen dei puritate, mit wahren Glauben/ ohn welchen kan kein Menſch Ebr, 1I. v. 6. G Oit gefallen/ Eran. Er ſchmuͤcket das menſchliche Herze be⸗ cbaritate, mit Gottes Lieb/ daß es nicht am irrdiſchen vergaͤngl⸗ chen Golde kleben bleibt/ ſondern an G. Ott dem hoͤchſten und voll⸗ kommenen Gute hange. Er putzet den Menſchen ſchoͤne vie Lareg are, mit einem unſtraͤfflichem Wandel gegen G HOttund ſeinem Nechſten. Gegen G Ott /daßer in ſeinen heiligen Gebo⸗ Ez. 20. v. 9. ten wandelt/ Ezeckazo. und alſo ſeiner Gnade kan genieſſen: Oe⸗ gen dem Nechſten/ damit derſelbe nicht geaͤrgert/ und Gottes zeit⸗ liche und ewige Sttaffe erwecket werde. DVDnd ſo vieſ zur Lehre von der Natur und Wolthaten des heiligen Geiſtes. Sehr troͤſt⸗. 2. Werden wir auch getroͤſtet. lich/ daß wir Vnd zwar mit der Gewißheit unſerer Seligkeit/ uß nßeter Se⸗ wir derſelben koͤnnen gewiß verſichert ſeyn. Dann hier hittetder dar ewiß liebe Dapid umb einen gewiſſen Geiſt/ das iſt umb die Gnaden⸗ beun. Gaben des heiligen Geiſies/ dadurch ein glaͤubiger Menſch gewiß iſt und ſeyn kan/ ſeiner ewigen Seligkeit. Wilche Verſichaumn — eine teßt ie Faane ſa glaäube diß ani 81 Papi ligkeit fm. AWr G0 Leben/ Eyd Papict den he genſeh Lebm, olches und auc A u. de hnnich Iandeg Hieher d bz. Tin Naene neKo ſ gefan dißeh lem? utde uͤber den z. Pſalm. einem teden bloͤden und zerſchlagenen Hertzen zu Troſt/ daß teses koͤnne ſagen mit dem Apoſtel Paulo: Ich weiß an wen ich glaͤube/ und daß er mir meine Beylage bewahren wird/“. Lim. 1. biß an jenen Tag/ ⸗. Tmoeb. 2. mit dem Hiob koͤnne ſprechen: 9 ⸗⸗ Ich weiß daß mein Erloͤſer lebt/ ꝛc. Rob.„. b. Wielchen Troſt auß den Hertzen ihrer Zuhoͤrer reiſſen die Papiſten/ vorgebende/ es koͤnne niemand gewiß ſeyn ſeiner See⸗ ligkeit /lehren alſo ihre Zuhoͤrer/ daß ſie G Ott ſollen Luͤgen Kaf⸗ fen. Dann ſaget Johannes in ſeiner erſten Epiſtel am o. Cap. 1. Joh.5.v. 0 Wer GOtt nicht glaͤubet/ der macht Ihn zum Luͤgner. G Ott hat aber denen die da glaͤuben/ gewiß verheiſſen das ewige. Leben/ Job. 3. 1. Job. 7. 7. Pet. 1. und zwar mit einem theuren loh. 3. V. 18. Eyd/ Job.. Execb. 3. Hes.. und nichts deſto minder wollen die lohan. 3. Papiſten/ daß man ſolle an ſeiner Seligkeit zweifeln. Beden⸗, penn cken hierbenebenſt nicht/ daß ſolche ihre Lehre ſchnurſtracks zuge⸗ Joh.5.„ 75 gen ſey der End⸗Vrſache der Erwehlung G.OTtes zum ewigen Pzsch z.n r Leben/ welche iſt/ daß wir unſerer Seeligkeit ſollen gewiß ſeyn/ wie Heb.. v. 7. ſolches außweiſet der Beſchluß des gten Capitels an die Roͤmer/ und auch ſolches bezeugen die Wort des Apoſtels an die Roͤmer Ro am u. derdaſaget: GOttes Gaben und Beruffung moͤgen w. r. ihn nicht gereuen/ das iſt/ wie es der Herr Lutherus daſelbſt m 9. Nande gloſſiret: Sie ſind unwandelbar/ und er aͤndert ſie nicht. Hieher dañ auch gehoͤren folgende Spruͤche auß heiliger Schrifft/ als 2. Tim. 2. Der feſte Grund GOTtes beſtehet/ und hat 2. Tim.. dieſen Siegel/ der HErr kennet die ſeinen. Joban.. Mei⸗ v. 9. neSchaffe hoͤren meine Stimme/ acL. und niemand wird lohao..a8 ſie mir auß memer Hand reiſſen. Pelt Der in euch an⸗ phil. 1. v. 6. gefangen hat das gute Werck/ der wird es auch vollfuͤhren biß an den Tag IEſu Chriſti: Vnd GOtt iſt es det c.. v.. in euch wircket/ beyde das Wollen und das Thun nach ſei⸗ nem Wolgefallen.„ Petr.z. Auß GOTTEES Macht 1. et. 1. v.. werdet ihr durch den Glauben vewahrer zur Seaſſgeeg. xx 7. 7o0b, V. 25. 0 Die achte Predigt i.Ioh. 3. v.. z B.). Daran erkennen wir/ daß wir auß der Warhen *⁵ ²⁰. ſeynd/ und koͤnnen unſer Hertz vor Ihm ſtillen/ daß ſo uns unſer Hertz verdammt/ daß GOtt groͤſſer iſt dannunſer Hertz/ und erkennet alle Ding. Vber das ſolten ja de Paͤbſiler bey ſolcher ihrer Lehr von der Vergewißheit der Selli⸗ keit bedencken wie der Zweifel herruͤhre auß unſerer verderbten Na tur/ welcher G Ott zum hoͤchſten mißgefaͤllet/ und auch ein ge⸗ chen iſt eines Menſchen/ der zu ſeinem Verderben eilet/ aldann Jaca. v..). der Apoſtel Jaeobus ſaget e. Er bitte aber im Glauben und zweifele nicht. Dann wer da zweifelt/ iſt gleich wi 4 die Meerswoge/ die vom Winde getrieben und geiedt wird: Solcher Menſch gedenckt nicht/ daß er etwas von dem HErrn empfangen werde. Wil geſchweigen/ daßde Gottſeligen/ ſo uns in H. Schrifft vorgeſiellet/ gar hoch geruh⸗ met werden/ nicht wegen ihres Zweifels/ ſondern wegen ihtes 12,„ Glaubens. Von dem Hauptmann zu Capernaum ſage Matth. S. CHriſtus/ A4aert. 9. Solchen Glauben habe Ich in Iſrael Io nicht funden. In der Epiſtel zun Hebreern am u. werdendie heiligen Vaͤter durch das gantze Cap. hindurch wegen ihtes Glaubens/ und daß ſie dadurch ihrer Seeligkeit gewiß geweſen/ geruͤhmet/ zu keinem andern Ende/ dann daß wir ihnen hurinn nachfolgen ſollen. So moͤgen demnach die Papiſten hinwan⸗ dern mit ſhrem Zweifel/ wir troͤſten uns vielmehr eines gewiſſen Seiſtes/ und ſind vergewiſſert/ daß wir werden die Seligkeit er⸗ langen treten auff mit dem Apoſtel und ſprechen auß ſeiner Epi⸗ Leben/ weder Engel noch Fuͤrſtenthumb/ noch Gewalt/ eder Begenmartiges noch Zukuͤnfftiges/ weder Hohes e domtwg ſtel an die Roͤmer am. Ich bin gewiß/ daß weder Todt noch noch Tieffes/ noch keine andere Creatur mag unsſcheden eedeiebe Dees/ die in Coriſto Jeluſſ/ unſm A hachet licht: ſoſeuff eenſaäch nicht? hatau Dun deine dantan Geiſte ne Nech Kafft i GOa ſolchen wäͤtde Glich ts unae Go hal ſtees g⸗ Mtur/ uͤber den 5u. Pſalm. 3. Werden wir erinnert: Wie die Huͤlff und Beyſtand des heiligen Geiſtes Der Bey⸗ mache ein Gottſeliges Leben nicht ſchwer/ ſondern gar ſtand des leicht: Dieſer Huͤff hat der David Empfindnaͤß gehabt drumb d. Heiſte⸗ ſo ſeufftzet und bittet er auch umb ferner Erhaltung derſelben ſo Horwheſgen ernſtlich/ wann er ſpricht: Vnd nim deinen heiligen Geiſt zeben gar nicht von mir. Die Staͤrcke und Krafft dieſes Beyſtandes leicht. hat auch der David empfunden /da er alſo ſpricht à³l.„. Wann blalm. ny. Du mein Hertz troͤſteſt/ oder erfreueſt) ſo lauffe ich den Weg v.. deiner Gebot. Da dann die Troͤſtung des Hertzens beſinnd darinn/ daß G Ott ihm ſein Hertz und Verſtand durch den Heil. nicht/ Geſſt eroͤffnete/ daß er ſahe/ wie lieblich und holdſelig G. Ottes ſei⸗ Dgi ne Rechte und Gebot/ und daß ihm G Ott die Gnade und heilige rerxfalli 3 Krafft in ſein Hertz eingoß/ daß er nu mit Freuden den Willen vefc ſul G Ottes verrichten konte. Darumb ſagt er auch daß er Krafft nun a 8 ſolcher Gnade/ und ſolcher Erfriſchung nicht langſam gehe/ als ladadt ei wuͤrde es ihm ſauer/ ſondern er lauffe imn Wege des HERRN⸗ äum. Gleich wie ein Wagenrad/ wann es trucken und duͤrre iſt ſo mache m Hni es unter einer geringen Buͤrde ein groß Kirren/ und wil nicht fort: Co. d* So bald es aber mit einer fetten Materien angefeuchtet wird/ laͤuf⸗ a Sadgi fet es geſchwinde fort: Eben alſo iſt es auch mit unſerer Art und Natur/ die taug ohne G.Ottes Huͤlffe und Beyſtand zu keinem Dinge/ aber durch ſeine Gnade und Huͤlffe vermag ſie alles/ was G6 Ott von uns in dieſer Schwachheit erfordetrt. So moͤchte ich derwegen dieſe Leute/ die ihnen einbilden/ daß das Chriſtenthumb und ein gottſeliges Leben ſo ſchwer ſey/ gerne fragen/ wie doch der Koͤnig David habe koͤnnen ſagen/ P/al, no. pſal. rio. Sch freue mich des Weges deiner Zeugnuͤß/ ais liber aller,„n ey Reichthumb: Vnd im 19. Pſalm: Die Rechte des pſal. 9.v. u. Prrn ſind toͤſtlicher dann Gold/ und viel feines Goldes/ b ſie ſind ſuͤſſer dann Honig und Honigſeim. Dadurch er dann ein Gottſeliges Leben nicht allein uͤber alle weltliche Reich⸗ 8 Nex thumb T 4— 8 1 “ 1 4 8 33 Die achte Predigt thumb preiſet ſondern ſaget auch/ es ſey leicht/ lieblich und ſiſſt und widerleget damit alle/ die eine falſche und erdichtete Schwen vorwerffen. Hat dann Davoid/ nach dem er die Onade des.Gal. ſtes gehabt/ im Alten Teſtament ſo viel ſagen koͤnnen/ wie vſt⸗ mmehr ſollen wir in dem Neuen/ in welchem die Gnade des Ge⸗ ſies nicht geringer noch ſchwaͤcher iſt/ wie die Schrifft zeuget ſe Eſa. 40. v.4 ches bekennen und war zu ſeyn thaͤtlich bewieſen. Sagemee dn elender Chriſt/ der du dich ſelbſt mit dieſer Einbildung ſaͤmmerlich betreugeſt/ warumb iſt C Hriſtus auff dieſe Welt kommen? Wa⸗ innb hat Er hier auff Erden ſo viel gearbeitet/ und ſolche gwſſt Muͤhe auff ſich genommen? Warumb hat Er ſein theures Piut vergoſſen? Warumb hat Er den himliſchen Vater ſo offt fin dich gebeten? Warumb hat Er die Sacramenta) als gewiſe Mittel dadurch uns ſeine Gnade geſchencket und vermehret win verordnet? Warumb hat Er den heiligen Geiſt in die Weltg⸗⸗ ſandt? Was bedeutet das Wort Evangelium/ oder gute Bo⸗⸗ ſchafft? Was verſtehet man durch die Wort Gnade und Barmhertzigkeit? Was deutet uns an der troſtreiche Name JEſus? Iſt Er nicht derſelbe/ der uns von Suͤnden wilenlledt⸗ gen? Von vergangenen Suͤnden durch ſeinen Todt/ von u⸗ kuͤnfftigen Suͤnden durch denſelben Todt/ durch welchen ſeinen Todt Er uns auch den Beyſtand des heiligen Geiſtes erworden at. Iſt nicht diß der fuͤrnehmſten Fruͤchte eine der gukunſft Hriſti/ daß alles was ungleich iſt/ ſoll eben/ und was hoᷣcke⸗ richt iſt/ ſoll ſchlecht werden/ ½ 0. Iſt diß nichtdie Wr⸗ ſach daß Er ſeine Kirche mit ſo viel Gaben des heiligen Geſſtes/ und ſonderlichen Gnaden verſehen und beſchencket hat? auff daß Erdas Joch ſeines Dienſtes ſuͤß/ und den Kampff eines gollſelt⸗ gen Lebens leichte/ und das Wandeln in ſeinen Geboten ange⸗ nehm machen moͤchte/ alſo daß itzt die Menſchen in Truͤbſal ſin gen koͤnten/ und in der Gefahr eine Zuverſicht/ in der Bekaͤmner⸗ nuͤß eine Sicherheit/ und in der Verſuchung eine Vergewiſtmn 6S 16Eog pwyher zander⸗ gened matiſ Chu Rehh Icht ir undn Bufen g E aoffd gehen ſcgen We wahte ſteln ni ne Am wein drWe ſchwerd ſihes tnaedi uͤber den. Pſalm. des Sieges haͤtten? Iſt nicht diß der Anfang/ Mittel und Ende des Evangeli« Waren nicht dieſe Dinge die Verheiſſung der Propheten? Die Botſchafften der Evangeliſten? Die Predig⸗ ten der Apoſtel die Lehre der Glaͤubigen/ und Vbung aller Heili⸗ gen? Kuͤrtzlich iſt nicht diß das verbum abbreviatum, das Sum- mariſche Wort/ darinn aller Reichthumb/ und die Schaͤtze der Chriſtlichen Lehre verfaſſet ſind? Da C Hriſtus ſaget/ Aarib.„. Nehmet auff euch mein Joch/ und lernet von mir/ dann Matth. un. Ich bin ſanfftmuͤtig/ und von Hertzen demuͤtig/ ſowerdet*. ihr Ruhe finden fuͤr euere Seele/ dann mein Joch iſt ſanfft/ und meine Laſt iſt leicht. Wie kanſtu dann nun ddu fauler Chriſt/ deine Haͤnde in den Buſem ſtecken/ und ſprechen/ wie Salomon von den Faulen ſa⸗ b get: Es iſt ein junger Lowe auff dem Wege/ und ein Low prov. 26. auff den Gaſſen: Darumb darff ich nicht auß der Thuͤr v. 3z. gehen/ Proy. 26. Vnd darffeſt mit den faulen Muͤſſiggaͤngen ſagen: Vmb der Kälte willen wil ich nicht pfluͤgen/ Proy. 20. Prov. 20. Wie kanſiu mit rechte klagen/ es iſt ſchwer zu arbeiten bey Vbung 4 wahrer Gottſeligkeit/ darumb kan ich den Weinberg von den Di⸗ ſieln nicht reinigen/ noch eine Mauer drumb machen/ das iſt/ mei⸗ ne Anmuthungen ſind zu ſtarck/ und ich kan ſie nicht uͤberwinden/ mein Leib iſt zu zart/ und kan mich nicht uͤben in der Gottesfurcht/ der Weg zur Tugend iſt rauh/ und hoͤckericht/ und iſt mir viel zu ſchwer drauff fort zu gehen/ und zu wandeln. Dann wann du ſolches ſo hoch betheureſt/ als du immer kanſt/ und dir noch ſo feſt eingebildet haſt/ ſo iſt es doch nur eine Entſchuldigung/ und eine falſche Entſchuldigung ja eine ſolche Entſchuldigung/ die da ge⸗ reichet zu Verkleinerung des bittern und ſchweren Leidens C Hri⸗ ſti dadurch Er uns die Gnade und Beyſtand des H. Geiſies er⸗ worben hat/ dieweil du alſo ſein heilſames Joch untraͤglich ſchaͤ⸗ tzeſi/ welehes Er doch ſuͤß/ und ſeine Laſt ſehwer achteſt/ die Er doch leichte durch ſein theures Leiden gemacht hat. Du widerſprichſt Pxy iij O Ottes 34 Die achte Predigt G Ottes Wort weil du ſageſt es ſey dir unmuͤglich deinen Luſen zu widerſtreben du muͤſſeſt deinen Begierden dienen/ da uns doch daſſelbe bezeuget/ daß uns E Hriſti Gnade davon frey gemacht hat: Iſt GOtt fuͤr uns(ſpricht der Apoſtel) wer magwider uns ſeyn? Rom. 6§. GOtt iſt mein Schutz und Schien/ (ſpricht David) fuͤr wem ſolt ich mich fuͤrchten/ oder ſuͤt wem ſolt mir grauen? Wann ſich ſchon ein Heer woer Pal. ⁷.v.z mich leget/ ſo fuͤrchtet ſich dennoch mein Hertz nicht/ ſuen 1,] Ooh, 5.v 4. Was iſt dann die Vrſach? Dann/ Du HErr biſt bey mir und ſtreiteſt auff meiner Seiten: Du hilffſt mir mit deinen Gnaden/ dadurch ich den Sieg werde bekommen wann ſchon ale die Hauffen meiner Feinde/ nemlich das Fleiſch/ die Welt undden Teuffel mich alle zugleich anftelen/ ſo werde ich nicht allein den Sieg/ ſondern denſelben auch leichtlich und ohne Beſchwerung und Verdruß erlangen. Alſo auch Johannes da er ſaget/ daß C Hriſti Gebot nicht ſchwer ſind giebt er alsbald die Vrſach je⸗ ban. v. Dann alles was auß GOtt gebohren iſt/ überwin⸗ det die Welt. Das iſt/ dieſe Gnade von G Ott dem helligen Geiſt in unſere Hertzen eingegoſſen/ und der himliſche Beyſtand uns von G Ott zugeſandt/ uͤberwindet nicht allein die Wele ſambt ihren Anfechtungen/ ſondern macht auch G Ottes Gehot leicht/ und ein tugendſames Leben ſuͤß/ lieblich und angenehn. Dieſes mercket ihr heutige Zaͤrtlinge bey euren Chuiſten⸗ thumb/ da es alles ſo kalt /ſo faul/ ſchlaͤffrig und verdroſſen datbey hergehet/ daß/ wann wir uns nicht ſchaͤmeten/ wir thaͤten das hei⸗ ſame leichte Joch des HErrn Criſti gar von uns wenden und thaͤten mit vollem Sprunge wiederumb zum Heidenthumb uns begeben. Ich frage/ wer iſt wol heute zu Tage der zu Befotde⸗ rung goͤttliches Namens etwas geben thaͤte? Da wind manſa⸗ gen/ wie ſolches bey dieſer ſchweren Zeit zu thun zu ſchwer gewe⸗ fen/ und noch ſey: Ja/ warumb iſts dir zu ſchwer? Es mangelt di an Huͤlffe und Beyſtand des heiligen Geiſtes/ von dem uſ und der denGe dumd mirei gerner aſte W dER. 8 ngehe d 6 Gaſ dmeſu d nſch co den Sens a Dahe 1 aichun ib dus Flaſt ic lan [pcade 14 ͤber den a. Pſalm ,5 dich nicht darzu regieren laſſen/ ſonſten wuͤrde eo dir nicht ſo ſchwer/ ſondern wol ſo leichte ſeyn/ als wann du es auff unnoͤthige Pracht/ groſſe Convivia und dergleichen wenden thaͤteſt. Ich frage/ wer iſt der ſeinen Nechſten von Hertzen alle Liebe und Freundſchafft/ und allen befoͤrderſamen Willen erweiſen ſol⸗ te: O das iſt uns viel zu ſchwer: Aber warumb iſts zu ſchwer? Es mangelt dir an Huͤlff und Beyſtand des heiligen Geiſtes/ ſonſt wuͤrde es dir ja ſo leicht ſeyn/ als da du bractiſieſt das Rips/ Raps in deinen Sack. Derwegenpruͤfe dich hier/ ob du den heüigen Geiſt und deſſen Beyſtand habeſt/ bey deinem Chriſten⸗ thumb? ſo es dir leicht von handen und ſtatten gehet/ und du es gerne thuſt/ und zu Wercke richteſt/ kanſtu ſchlieſſen/ du habeſt den heiligen Geiſt und Beyſtand deſſelben. Findeſtu aber ſolche und dergleichen heilſame Bewegung nicht bey dir/ O ſo falle in dein Gebet/ fange an mit dem David allhier/ und ſeuffze taͤglich drumb/ alſo: Schaffe in mir GOtt ein rein Hertz/ und gib mir einen neuen gewiſſen Geiſt/ ꝛc. 4. Vermahnung. Daß wir vermahnet ſeyn ſollen/ uns vom heiligen Geiſt Vom s. Berne regieren zu laſſen/ damit nicht gleiche Klage/ wie uͤber die Geiſt wie erſte Welt gefuͤhret worden/ auch uͤber uns ergehen moͤge/ da der uns ſollen HERR ſprach/ die Menſchen wollen ſich meinen Geiſt regleren nicht mehr ſtraffen laſſen/ G„ 7, Gleich wie aber ſolche laſen. Vngehorſame durch die Suͤnd jutß dahin geriſſen worden: 3,6.1.. Dnd aber wir auch alſo ungehorſam ſeyn/ und uns den helligen Geiſt nicht wollen regieren laſſen/ iſt zu beſorgen/ daß uns ehen⸗ maͤſſig eine ſchreckliche Fluth grauſamer Straffen SA berfallen moͤchte/ dafuͤr uns GHitin Onaden behnten worl (men 2O)oee Die Die neundte Predigt Die neundte Predigt/ Cüſtrini d. 20. Se- und Propheten Davids/ ſo da iſt der Ordnung nach im Pſalter⸗Buch der Ein und Funffzigſte. T EX T U S. — Vech)ʒ. b Puon mich wieder mit deiner Huͤlffe/ und de freudige Geiſt enthalte ſith. kNORPDIUM Auff ge⸗** JIcht gnug iſt es Ihr meine Geliebte in Chn⸗ thane Buß 4 4+* ſto/ daß wir die Suͤnde erkennen und bekennen nuf hun b d ſondenn da muͤſſen wi uns auch beſſen uñton 8— RA„. den abſte. 8 Suͤnden abſtehen: Auch iſt es nicht gnug von b un. e lernen Gutes thun. Sehet zu thukrec ſchaffene Fruͤchte der Buſſe: Vermahnet Johannes de Matth. 3. Tauffer die Phariſeer und Sadduceer, die zu ſeiner Tauffe ka v. g. 8 menſeA4a 5,35 Beydes auch von Boͤſen ablaſſen und Guus thun/ ſetzet Koͤnig David zuſammen/ wann er fraget: Weriſt der gut Leben begehret/ und gerne gute Tage haͤtte Vnd beantwortet ſich ſelbſten⸗ Behuͤte deine Zunge fuͤr Boͤſen/ und deine Lippen/ daß ſie nicht falſch reden/ laß vom Bo⸗ Pſal. 34 v.. 13.14.13. bn/ und thue Gutes/ ſuüche riede und jage ihm nach b b Im eenn Bber den vierdten Buß Pſalm des Kongs Suͤnden abſtehen/ ſondern da muß man auch Aaſt⸗ 3 feiaenet wälchem der Räl ſäßſen einen. deyrein det Ich Men Kene. mehr lange Erndt Nacht kewond labyter Hem Rnſg dade d and. doch ſf n äber den. Pſalnu. Im Alten Teſtament waren im Tempel zu Jeruſalem zwe⸗ ne fuͤrnehme Altar/ nemlich der Brand⸗Opffers⸗Altar/ auff welchem das Viehe iſt geſchlachtet und geopffert worden/ und dan der Raͤuch⸗Altar/ darauff alle Morgen gut Raͤuchwerck zum fuͤſſen Geruch dem HErren geraͤuchert worden. Wollen wiß Chriſten G Ottes Tempel ſeyn/ ſo muͤſſen wir auch die zwene A⸗ tar GOtt zu Dienſt und Ehren auffbauen. Die Buſſe iſt an ſtatt des Brandopffers⸗Altars/ da werden die Suͤnde gleichſam geſchlachtet/ verbrennet und auffgezehret: Der neue Gehorſam iſt an ſtatt des Raͤuch⸗Altars/ da machet man G Ott einen liebli⸗ chen und wolgefaͤlligen Geruch. b Da Noah aus dem Angſt⸗Kaſien gelaſſen/ bauet erdem Hettn einen Altar/ und nahm von allerley reinem Viehe/ und von aller⸗ ley reinem Gevoͤgel und opfferte Brandopffer auff den Altar/und der HErr roch den lieblichen Geruch/ und ſprach in ſeinem Hertzen: Ich wil hinfort nicht mehr die Erden verfluchen umb der Menſchen willen/ dann das Tichten des menſchlichen Her⸗ ztzens iſt boͤſe von Jugend auff. Vnd ich wil hinfort nicht mehr ſchlagen alles was da lebet/ wie ich gethan habe: So lange die Erde ſtehet ſollen nicht auffhoͤren Samen und Erndte/ Froſt und Hitze/ Sommer und Winter/ Tag und Nacht/ Gen. g. Alſo/ wann wir nach gethaner Buſſe aus dem Sen. 8. v. 20 Angſt⸗Kaſten erloͤſet/ und unſere Seele auff weiten Raum gefuͤh⸗ ſeg. rxet worden/ ſollen wir dem HErrn einen Altar bauen und Ihm al⸗ lerley teine Wercke opffern: So wird dieſer unſer Gehorſam dem Herrn ein lieblicher Geruch ſeyn: Er wird uns in ſeinem Her⸗ ten ſegnen/ Er wird bedencken was fuͤr ein Gemaͤcht wir ſind/ Er wird daran gedencken/ daß wir ſchwach und ſuͤndlich ſind/ darumb wird Er unſer ſchonen/ Buſſe fuͤr die Suͤnde annehmen/ Gnade und Barmhertzigkeit uns reichlich wiederfahren laſſen. Einen ſolchen Altar zu bauen/ und darauff allerley reine Werck zu opffern iſt eingedene geweſen nach ſeiner gethaner Buß Koͤnig Daoid/ Yyy wie 8 8 4 —:— 3 —— 22 —— * 8 ——— .) — 8 1 .— — .———— 4 6—— 8 —— ———— — 1——— bedientiæ s Die neundte Predigt wie wir in unſern vorhabenden Pſalm ſehen/ darumb er dann ſo ernſtlich ſich zu einem neuen Gehorſam verpflichtet. Daerdann anitzo zu vernehmen geben wird/ was eigendlich vor gute Wanale oder Fruͤchte des neuen Gehorſams er wolle von ſich ſehen laſſen Vnd weil wir dann aus dem dritten Theil dieſts unſers I. Novæ o. Pſalms in vorhergehenden Predigten betrachtet 2. Novaoledin. bedientiæ rie fontem ſeu initium, woher ein neuer Gehorſam komme, ⸗n⸗ nie u. 5. 24 oLedientie ſubſidium, durch was Beyſtand ein neuer Gahu⸗ ſam verrichtet werde als wollen wir anitzo 3. zu betrachten vor uns ſubſigium, nehmen/ Nopæ obedienriæ fructum, weſſen dann eigendlich der 1II. Novæ Konig David bey ſeinem neuen Geyorſam zu thun anhe⸗ obedientiæ ſchig wird. Hiervon auffs einfaͤltigſte zu reden/ und daß es ohne fructum. Nutzen nicht abgehe/ ſeufftzet zuvor mit mir alſo: Hilff HEin ſerer Seelen Heyl und Seligkeit/ Amen TLRACTATIO. 8 Igend ſſo haͤlt David allhier eine ſchoͤne Ordnung: Eins⸗ mals iſt er aus Gnade und Barmhertzigkeit Gottes fromm ſind vergeben: Darnach iſt er heilig gemacht/ dann er wandeltin einem neuen Leben/ im Gehorſam und Heiligkeit der Gebot des zu taͤglich in iim. Nun mangelt es ihm noch am dritten nemlich daß ſein Hertz und Muth freudig und getroſt werde/ und ſolchen hilff/ laß wol gelingen dir zu Ehren/ und dann auch zu in⸗ Nſer ietz Vorgenommenes/ Geliebte in C hriſio helin und gerecht: Dann er weiß und iſt gewiß/ daß ihm ſeine Sunde HErren: Vnd dieſe Gabe des heiligen Geiſtes waͤchſet und nindt gnaͤdigen G Ott/ der ihn fromm und gerecht/ und reinund hellg gemacht/ unerſchrocken fuͤr der gantzen Welt bekeue und ſich auch ſenſt gebuͤhrlich gegen ſeinem Nechſten erweiſe. Wnddas ſind dann die Fruͤchte eines neuen Gehorſams/ die David wolle ben ſich ſehen laſſen. Dieſelbe nun eigendlich zu beſehen /ſo ſindetſich in den itzt verleſenen: Fructus voyæ obedientia internus tin 5 nätche obbeff gegen daoon Ueben menen ſiche Riri fyric hun Spn ſeehet ſchec Lec ens ſuum iber⸗ ben Sim De n Auge haſt⸗ Schre Unge ggket über den er Pfalum.„è„[% nericche Frucht des neuen Gehorſams⸗ in den folgenden werden wir befinden/ Fructum novæ obeientiæ externunm, die Fruͤchte des neuen Gehorſams/ ſo der David von auſſen von ſich ſehen laͤſſet/ davon geliebts G Ott wir in kuͤnfftigen handeln wollen. Itzo bleiben wir bey demerſten zubetrachten/ die innerliche Fruͤchte des Tenca n0. neuen Gehorſams/ ſo in dem Hertzen und Gemuͤth des Davids!. ſich ereugen/ und von G Otrallein geſehen werden derer eine iſſ enrie inter- Pixitualis letitia, innerliche geiſtliche Hertzens⸗Freude/ wann er Die innerli⸗ b ſpricht: Troͤſte mich wieder mit deiner Huͤlffe: Redae mibi Leti. che Frucht viann ſalutzs 1ue, gib mir Freude deines Heyls/ lautets in ſeiner des neuen Sprachen/ oder erfreue mich mit deinem Heyl und Huͤlffe/ da dann Gehoꝛſams. ſtehet in der Grund Sprachen ein ſolches Wort/ welches nicht eine I. ſchlechte Freude/ ſondern eine ſolche Freude/ da man fuͤr Freuden Membrum. gleichſam tantzet und ſpringet/ ſolche Freude aber uñ Troſt ſoll ſeyn ein Troſt und Freude der Huͤlffe und des Heyls in und durch C Hri⸗ ſtum geſchehen: Gleich wie von dem Abraham ſiehet/ fob. g. daß er joh. 8. 7.56. uͤber alle maſſen fioh woꝛden/ und ſich ſehr gefꝛeuet/ daß er im Glau⸗ ben C Hriſtum und deſſelben Tag 5:Wie dann auch der alte Simeon fuͤr Freuden ausruffet: HERR nun laͤſſeſt du deinen Diener im Friede fahren/ wie du geſaget haſt/ dann meine Auigen haben deinen Heyland geſehen/ welchen du bereitet haſt/ ꝛc. Luc.2. Alſd wil nun auch der David/ daß alle Angſi und Luc. 2. v. 29. Schrecken des Todes und der Hoͤllen aus ſeinem Hertzen ſollen hinweg ſeyn/ und ſolle der heilige Geiſt alles Vngeſtuͤm und Trau⸗ nigkeit aus ſeinem Gewiſſen nehmen, Darbey wir dann zum Nutz zu erkennen:. Wie unterſchled⸗ USUS liche Freude ſey. Dah da iſt eine leibliche Freude/ ſo da geſchie⸗¹. Daß un⸗ det vonf rommen Gottſeligen/ Ehrliebenden Menſchen/ wegen irr⸗ kerſchiedli⸗ diſchen zeitlichen Gluͤcks und Wolſtandes wann ein Menſch ihm 8 Brende gütlich thut in ſeinem Leben/ iſt frolich/ iſſet und trincket/ ey. und hat einen guten Muth/ in alle ſeiner Arbeit, dann das iſt eine Gabe GOttes: Iſt auch nichts beſſers dann daß Yyy u der roo Die Neundte Predigt Eecl. 3. v. 2. der Menſch froͤlich ſey in ſeiner Ardeit/ weil diß ſein Thell 2e;, wie Wanſchf lehret in ſeinem Predigerb. am 3. Cap. Dieſe Fnau⸗ de iſt keine Suͤnde/ und keinem Menſchen verboten/ wann nur ſei⸗ Eccl. ↄ. vy. ne Wercke G Ott gefallen/ Ecl.». Dann wir ſollen uns fieuen Rom. n. v. und froͤlich ſeyn mit den Froͤlichen/ Nom. 22. Vnd vermahnedes 1. Theſſ. 5. Apoſtel Paulus*. 26. r. Seyd allezeit frolich. Damachſo v.16. ſiſt auch eine irrdiſche Erd⸗ und Welt⸗Freude/ ſo geſchichet on — den rohen gottloſen Weltleuten/ in dem ſie ſich der boßhaffagen Kom. 2. v. z. Welt gleich ſtellen/ Rom. 12. Die Luſi des Fleiſches vollbringent Rom. 7. v.2½ Rom. 7. leben in Eyfer in Zanck in Haß und Neid in Freſſen un om. 3.v.3 Sauffen/ in Kammern und Vnzucht/ Rom. ¹. freuen ſich bo⸗ Prov..v.. ſes zu thun/ und ſind froͤlich in ihrem verkehrten Weſen avn 1 haben Pſalter/ Paucken und Harffen/ und ſind froͤlich mit pfeſ Eſa.5. v. 12. fen/ Eſa. 5. Sagen zu dem Allmaͤchtigen: Weiche von mir/ wir wollen von deinen Wegen nichts wiſſen/ wer iſt der Allmaͤchtige/ daß wir Ihm dienen ſollen? Oder was ſind Job 22. vaal. wir es gebeſſert/ ſo wir Ihn anruffen/ Job. 2. Treihen Vber⸗ muth/ ruͤhmen ſich ihres Muthwillens/ ſegenen und laͤſtern pl den HErrn/ ſprechen ich werde nimmermehr darnieder 1.4*liegen/ es wird fuͤr und fuͤr keine Noth haben/ aldo. Wnd . iſt das ihr Hertz/ daß ihr Haus waͤhret immerdar/ und ihre Woß⸗ Pl. 49.v. n. nung fuͤr und fuͤr/ und haben groſſe Ehre auff Erden, Salag⸗ b Drittens ſo ſindet ſich eine geiſtliche Freude/ die da geſchichtim Geiſt und im Hertzen/ indem HErrn. Wann unſer Herzund Pſal. 48.v.;. Gemuͤth ſich erfreuet in dem lebendigen G Ott/ ½l. 44. Daß wir mit Ihm umb ſeines eingeliebten Sohnes willen wegenun⸗ ſer Suͤnden verſuͤhnet/ an Ihm einen gnaͤdigen G Ott und Wa⸗ ter haben und unſer Name im Himmel im Buch des Lebens ein⸗ Lue. 10. volo geſchrieben/ Luc. 10. und darinn unſer Belohnung groß ſeyn ſoll Matth 5. v. Atateb. 5. Dieſe Freude meynet aach allhier der David wanna 12. ſaget: Redde mibi lecitiem, Troͤſte oder erfreule mich wieder mit deiner Huͤlffe. Nicht wil er die Freude dieſer Welt: Dann ewoſe Ktuſt ſeſurcl Dam rüchtd Wai 9ab Glas de“ ren Der Gon drM Frende Da⸗ donge 6 1 enmn⸗ Reon Griub te habe ſchonꝛ gewaͤß dähtet. dändſeh n iſg d wdge d 1 geg An, uͤber den 1. Pſalm. er wuſte wolldaß die Welt⸗Freude eine nichtige Freude. Freylich ſtt ſie eine nichtige/ augenblickliche fluͤchtige/ zergaͤngliche Freude. Dann lieber ſage mir doch/ iſt nicht die Welt vergaͤnglich? Iſt nicht der Menſch der ſich alles deſſen gebraucht/ vergaͤngliche Die Welt iſt gleich einem glaͤſern Meer/ poc.s. Was iſt unbeſtaͤndi⸗Apoc.15. v.2 gers als das Meer? Was iſt zerbrechlicher und nichtiger als Glas? Was kan dann unbeſtaͤndiger und zerbrechlicher ſeyn als ddie Welt/ und alles was drinn iſt? Die Welt vergehet mit ih⸗ ren Luͤſten/ als daiſt Augen Luſt/ Fleiſches⸗Luſt/ 7. Joban. 2. 1. h.² v. 5. Der Menſch führet ſchnell dahin/ als floͤhe er davon/ /„o. Pſ. 90. v. 10. So nun die Welt fluͤchtig und nichtig/ alles was darinn fluͤchtig/ der Menſch auch fluͤchtig und nichtig/ ſo wird freylich der Welt⸗ Frende auch nichtig und fluͤchtig ſeyn. So lange das Jubzjectum, Ding oder Weſen waͤhret/ davon man Luſt und Freude hat/ ſo lange waͤhret auch Luſt und Freude/ wann das aus und nicht mehr iſt/ iſt auch die Freude aus und nicht mehr. Nun muß aber das einmal aus ſeyn/ es waͤhre ſo lange als es wolle. Darumb ſo muß die Freude auch aus ſeyn/ es waͤhre ſo lange als es wolle. Smyn. Drides ein Obarit ruͤhmete ſich/ daß er in 20. Jahren keine Son⸗ ne habe ſehen auff/ und niedergehen. Aber was iſis? Wanns ſchon 20. und aber 20. Jahr gewaͤhret/ ſo hats doch nur ſo lange gewaͤhret/ als er gefreſſen und geſoffen/ und die Geſellſchafft ge⸗ waͤhret. Wann diß aus /war ſeine Freude auch aus. Pbiloxenu⸗ wuͤndſchete ihm/ daß er moͤchte einen Kranichs Hals haben/ damit er das Eſſen und Trineken lange herunter gurgeln/ und alſo die Suͤſſigkeit deren deſto laͤnger ſchmecken moͤchte. Aber was iſis? Wanner ſchon ein Camels⸗Hals gehabt/ und eine Gurgel ſo lang und ſiarck/ als der Strasburger Thurm hoch und dicke iſt/ was waͤre ers gebeſſert geweſen? Haͤtte laͤngere Frende nicht gehabt/ als ſo lange er Speiſe und Tranck/ gleich durch einen Traͤchter ein⸗ gegurgelt. Vnd ſo gehets mit aller irrdiſchen Weit⸗Freude. Aexander Magnus Koͤnig in Griechenland/ hatte unter andern hB üij ſonder⸗ 542 Die neundte Predigt ſonderlich daran ſeine Freude/ daß er die gantze Welt bezwingen moͤchte/ aber ſie waͤhrete nurzz. Jahr/ ſeine Hirſche freueten ſich laͤnger/ dann deren uͤber 300. Jahr etliche gefangen mit guͤdenen Halsbanden die ihnen der Koͤnig machen laſſen. Marcus Craſu ein edeler Roͤmer/ hatte ſeine Freude daran/ daß er nur groß Gehd und Gut ſamlete. Wie gieng es aus? er wurde von den dannbe gefangen/ geſchmeltzt Gold ward ihm in den Hals gegoſſen mi dieſen ſpoͤttiſchen Worten: Auruam Craſſe ſœriiſti, aurumas ſ4. turitatem ibe: Mit Gold haſiu nicht koͤnnen geſaͤttiget werden nun ſauff Gold. Was war das fuͤr Freude? Vnd ſo iſis mi aller itrdiſchen Freude/ wanns lange waͤhret/ ſo heiſſt es doch en⸗ lich: Es iſt alles dahin gefahren/ wie ein Schatte und wie ein Geſchrey/ das fuͤruͤber faͤhret: Wie ein Schiff auff den Waſſerwogen dahin laͤufft/ wie ein Staub vom Windezit⸗ ſtreuet/ und wie ein duͤnner Reiff vom Sturm vertrieben/ Sap. 5. v.. Und wie ein Rauch vom Winde verwehet/ Sap. 7. 10. vI. Von ſolcher Freude nun wil David nichts wiſſen/ wann allhier inronixet redde mibi latitiam„Troͤſte oder erfreuemich wieder. Sondern da hat er vor ſich eine andere beſſere beſtaͤndi⸗ ge Freude/ nemlich die aririam ſalutu, die geiſtliche Freude/ wie wir ſie droben genandt haben/ ſo da iſt die Freude des Hehls. Derer wir uns auch zu befleiſſigen ſollen ermahnet ſeyn/ daß wir uns in dem HErrn freuen allezeit/ uns freuen in demle⸗ Plals4.vz bendigen Gott/„abs. Daß wir uns freuen in dem Ernn/ b und unſere Seele froͤlich ſey in hrem GOtt/ daß Eruns hat angezogen mit den Kleidern des Heyls/ und mit dem Rock der Gerechtigkeit bekleidet/ wie ein Braͤutigammt Prieſterlichem Schmuck gezieret/ und wie eine Brautin Eſa. 61.v. o. ihrem Geſchmeide berdet/ Qa.„. Das ſoll unſer taͤglich l⸗ Lue. v.46. gnufrae ſeyn/ Luen. Sollen/ wann wirin dieſem Leben mit fron⸗ men Ehrliebenden Chriſten in Ehren froͤlich ſeyn in ſae hueen⸗ Deut.2. v.s;& cbaritare vera, Eſſen/ Trincken vor dem HErrn/ beu nd b —— thd fr der F dermal dadie de wi ben des. Auc Er 9 Ande fille verd Letis dan ban der. Heyl er ho ſcen nung Kaſche Por 4 9 e 1 tn, Wa far dee 7 uͤber den n. Pſalm. 543 und froͤlich ſeyn vor dem Angeſicht GOttes/ al. s. In Plal. 68.v 4. der Furcht des HErrn/ 70z.9. Vns darbey erinnern/ daß wir 10b.9. v. 2. dermaleins das Brodt im Himmelreich mit einander eſſen werden/ dadieErloͤſeten aus Zion werden kommen/ und ewige Fꝛeu⸗ de wird über ihrem Haͤnpte ſeyn/ /25r. Werden ihre Gar⸗ Eſa.z. voo. ben bringen mit Freuden/ ſal. 26. Eingehen in die Freude vſ. 26. v. g. des HErrn/ Aattb. 2r. Da GOtt alle Thraͤnen von ihren Marth. 25. Augen abwiſchen wird/ Fa. 25. poc. 7. In Suumma. Ubiomnia v.z. erunt ꝓæx, lætitia& gaudium, omnia ſerenitas& tranqvillitas, Eſa. 25. v.. omnia dies& ſplendor& ſux: Da alles/ wie Cbryſoſtomus ſagt/ Apoc..V. 17 anders nichts dann Friede/ Freude und Wonne/ alles helle und b ſtille/ alles Tag und Glantz und Licht ſeyn wird. b b 2. Mercken wir zum Nutz: Was wir an unſern hoch⸗ Was wir verdienten HErrn und Heyland CHriſto haben? Nemlich an unſerm Lætitiam ſaluris, Freude des Heyls/ oder einen G Ott der Huͤlſſe/ Honland, dann damit wolle der Koͤnig David getroͤſtet oder erfreuet ſeyn Soriſto Ma⸗ wann er ſpricht: Reade mili letitiam ſaluris, Troͤſte mich wie⸗ der mit deiner Huͤlffe. Er iſt die /etiria ſalutus, die Freude des Heyls oder erfreuliche Huͤlffe. Daes ſich dann fraget/(I.) wen er hat erfreuet/ und Huͤlffe wiederfahrenlaſſen? Allen Men⸗ ſchen/ dann er iſt die Freude alles Volcks/ Luc.. und die Verſoͤh⸗ Luc.. v. o. nung fuͤr der gantzen Welt Suͤnde/ v. 7ob.z. da ſich niemand aus⸗ 1. Ioh. 2. v. 2. zuſchlieſſen/ weder Mann noch Weib/ weder Jung noch Alt.(2.) Wovon er dann geholffen? Von Sunden: Dann wir wa⸗ ren von Natur Kinder des Zorns/ pb. ⸗. Wir giengen in Eph. 2. v.;. der Irre/ 2./2. Wir waren von GOtt geſchieden/ a.„. Eſa. Z. v. 6. und mangelten des Ruhms/ den wir an GOtt haben ſol⸗ Eſa. 19. v.z. len/ Rom. 3. Iſt demnach der ewige Sohn G Ottes kommen/ der Rom. z.vaz. hat uns/ die wir in ſo traurigen jaͤmmerlichen Zuſtand waren/ er⸗ freuet/ uns von allen Suͤnden erloͤſet/ und dieſelbe in die Tieffe des Meers geworffen/ Aics.7 der unſere Wunden geheilet/ Kich. 7.. N, 53. und uns ausgelaſſen aus der Gruben da S aſſe —„— 4 * 3 3 5 4“— 2 8 3— „ 1““— 4— 1 2— 3 ſſſ“.*.—₰ „“ 1— 3— 1.—— * 3 3. 5 2 1— 4 1—.—— 1—*—„ 2.“—. ———— 8 3 3 . 5 544 Die neundte Predigt Waſſer innen iſt/ 2ch.„. Wodurch hat er geholffen? Durch ſich ſelbſt/ durch ſein Blut/ dann das Blut JEſu Chuſt 1.Joh.J. v.3. des Sohnes G Ottes machet uns rein von aller Suͤnde. Job. Ihr ſeyd nicht mit vergaͤnglichem Silber oder Gold erlo⸗ ſet/ von euern eiteln Wandel/ nach vaͤterlicher weiſe/ ſon⸗ dern mit dem theuern Blut Criſti/ als eines unſchuldigen get.x. v. g. Unbefleckten Lammes/„Peta.(4.) Worzu hat er dann 9. ggeholffen? Zur Freude und ewiger Seligkeit: Dann erthut ZMatt.. v. 2r. emn Volck ſelig machen/ Lattb.. Vnd das iſt ie gewißlich b war/ und ein theuer werthes Wort/ daß CHriſtus JEſus 1.Tim..vs kommen in die Welt/ die Suͤnder ſelig zu machen /7. Tm. Der Fuͤrſt Joſun wurde zwar auch ein Heyl oder Heyland ge⸗ nandt/ weil er das Volck Iſrael wider ihre Feinde geſchuͤtzet/ und nach der viertzig Jaͤhrigen Reiſe in das Land Canaan eingefuͤhn hat: Aber hierinnen iſt er ein Fuͤrbild geweſen auff C Hriſtum den himmliſchen Joſuam/ welcher das rechte Heyl/ die wahre Huͤſfe der uns geholffen von unſern Feinden/ und die Glaͤubigen in ih rechtes Vaterland einfuͤhret. Darumb wir dann bey keineman⸗ dern unſere Freude/ Heyl und Seligkeit ſuchen ſolen. Beym joban. klaget der arme Menſch/ der zs. Jahrkrundl gelegen/ daß/ ob er wol am Teich Bethesda eine lange Zeitgewar⸗ tet/ wann ſich das Waſſer bewegte/ iedoch wurde er immenzu ber⸗ drungen/ und wann er komme/ ſo ſteige ein ander fuͤr ihm hetein. Wir aber haben uns deſſen nicht zu befahren/ da kan uns niemand vorkommen die Gnaden⸗Thuͤr ſtehet allen offen/ er iſt die Freude und das Heyl aller Menſchen. Welches dir/ mir und uns allen Joh. J. v.7. ein groſſer Troſt ſeyn kan in allerley Traurigkeit/ ſie ſey leibuih oder geiſtlich. Wirſiu betruͤbt und traurig wegen der Suͤnde/ 97 dein Gewiſſen ſagt es dir/ wie deiner Suͤnden mehr ſeyn/ widet 14.49. v. 3. ZJaats auff dem Haupt/ ſatm. 46. Verzweifele und verzagedat⸗ umd nicht/ ſondern erfreue dich deines Heylandes C hriſti/ 46 welcher darumb in dieſe Welt kommen/ die Sunder Gan 1 macher Aber den. Pſalm. machen /¹. Tim.. Erſchrickeſtu und biſt traurig wegen des Flu⸗ 1. Tim. r.v. is ches des Geſetzes/ ſo da gedraͤuet wird allen Vberttetern/ Deuꝛ ⸗.Deut. 25. Verflucht ſey/ wer nicht haͤlt/ was im Geſet geſchrieben ſte⸗ v. 26. het/ und alles Volck ſoll ſagen Amen Erfreue dich deines Heylandes C Hriſti /als welcher ſich unter das G eß gethan/ b wffdaß er die/ ſo unter dem Geſetz waren/ erloſete/ Ga./⁊. Gal. 4,7. A Das gantze Geſetz hat er erfuͤllt/ Damit ſeines Vatern Zorn geſtillt/ Der uͤber uns gieng alle. Wird dir bange/ und biſt traurig wegen der Grauſam⸗ keit des Teuffels/ der herumb gehet/ wie ein bruͤllender Loͤwe/ und ſuchet welchen er verſchlingen möͤge/„per.. Er⸗ pet. 5. v.S. freue dich deines Heylandes C Hriſi/ wel her darzu erſchienen/ daß Er die Wercke des Teuffels zerſtoͤrxe/. 7ob.⸗. Wirſtu 1.Ioh.z, v.9. angefochten von der argen boſen Welt/„pi plus Habes drceprio- euts, pAm declarationis, wie ein alter Kirchen⸗Lehrer xedet/ muſtin Traurigkeit ſitzen klagen und ſeuffzen: Mir hat die Welt truͤglich gericht/ Mit Luͤgen und mit falſchem Gedicht/ Viel Netz und heimlicher Stricken: Erfreue dieh deines Heylandes C Hriſii/ der hat die Welt u⸗ berwunden/ 7ob. 16. und wirſtu auch durch wahren Glauben an Ioh. 16. v. z. CHriſtum dieſelbe uͤberwinden: Dann wer iſt/ der die Welt uͤberwindet/ ohn der da glaͤubet/ daß IEſus ſey CHriſtus der Sohn GOttes /½. 7o2„. Endlich greifft dich an der Todt/ 1. Jok.5. v.4. duerſchrickſt dafuͤr/ und biſt traurig. Erfreue dich deines Heylan/ des C Hriſti/ welcher ſpricht Job ꝛn. Ich bin die ufferſtehung loh.n. as. und das Leben/ wer an mich glaͤubet/ der wird leben/ ob tx gleich ſtuͤrbe/ und wer da lebet und glaͤubet an mich/ der wird nimmermehr ſterben. In Summa/ in was fuͤr Be⸗ Auͤbnuͤß und Traurigkelt du an Vinda ſeyn moͤgeſt/ ſo egteiſ 33 mit 946 Die neundte Predigt mit feſtem Glauben die Letitiam ſalutis, die Fteude dis Heyle CHriſtum: Seuffze und ſinge mit der Chriſtlichen Kirchen: Die . reude deines Heyls HErr zu mir richt. Vnd ſo viel vom Erſten.* 1I. 11. Die ander innerliche Frucht des neuen Gehorſame ſo Membrum. der David bey ſich befindet/ und daß ihn G Otl darbey K3 Mahre Be⸗ wolle iſt: Vera Couſtantia, Wahre Beſtaͤndigkeit. Damn Kendigkeit. pittet er: Der freudige Geiſt enthalte mich. Daß erunde⸗ nen fteudigen Geiſt bittet/ iſt nicht anders/ dann daß erven GSOTS ein beſtaͤndig und unerſchrocken Hertz begehre/ wel ches ſich weder fuͤr der Welt/ fuͤr dem Teufſel/ noch faͤr den Todt fuͤrchtet. Solchen freudigen Geiſt/ Muth und Sinnſe⸗ hen wir auch an dem Paulo/ da er ſpricht/ Rom. 5§. Wer wil uns ſcheiden von der Liebe GOttes/ die da iſt in CHriſto IEſe Alſo hat es das Anſehen/ daß David hier auch umb dieſelbige Ga⸗ be bittet/ und hertzlich begehret/ daß er G Ott ſeinen HEnn fuͤri derman bekennen/ und alle Fahr der gantzen Welt verachten mo⸗ ge. Dann ſo iſt es beſchaffen mit einem Menſchen der einen fteu⸗ digen Geiſt hat: Wann eine Plage kommen wil /ſo fuͤchtet er ſich nicht/ ſein Hertze hoffet unverzagt auff den HErrn/ pfcſnee ſein Hertz iſt getroſt und fuͤrchtet ſich nicht/ biß er ſeine Luff Lunn. v.7⁷5. an ſeinen Feinden ſchet/ /a 2. Das iſt ein Menſch ſomit aainem freudigen Geiſt begabt laͤſſt nicht alſobald Haͤnde und guͤſ P ſincken/ wann er hoͤret/ wie ſo viel Feinde der Chriſtlichen War⸗ heit aufftreten/ die uns wollen verfolgen/ jagen und plagen/ odet aber/ da er ſonſt vernimmt/ wie ein und das ander Vngläͤck mi Hauffen herein brechen wil/ ſondern da thut er ſo viel deſto mehtei⸗ Pſal. 3. v. 7. nen Muth faſſen ſpricht aus dem z. Pſalm: Ich fürchte mich pral,18.9 5 nicht fuͤr viel hundert tauſend/ die ſich umbher wider mich Plal.:v.6. jegen. Item/ aus dem us Pſalm: Der HERRift mit mit⸗ darumd fuͤrchte ich mich nicht/ was koͤnnen mir Menſchen 2 C 8 thun. Ein chtſchaffener Chrſſ hat goͤtiche Kraff 1 nedan 9Oilt Illes m mTod und b gzefft durche hat wiſ Vn Mn OM. dsGe Pan olle War andh üahtun, taumen ſnderer Reher Schand aſenme ſeurd. fan ſ God nanſ d. dan hetde In uͤber den z1. Pſalm., wie dann Chriſten ohn das ſind goͤttliches Geſchlechts: A47. 7. Ac. 7. vat. G Ott der HErr macht aus Finſiernuͤß liecht/ ja aus nichts kan er alles machen: Alſo auch ein freudiger Ehriſt/ der findet mitten im Todt das Leben/ mitten in der groͤſten Armuth den beſten Schatz und herrlichen Reichthumb/ mitten in der Suͤnde findet und er⸗ greifft er die Gerechtigkeit/ und weiß daß ihm dieſelbe zu theil wird durch E Hriſtum/ In Summa/ mitten in den groͤſſten Verfolgung hat er und muß haben den beſten Fried/ die beſte Ruhe ſeines Ge⸗ wiſfens/ daß er alſo getroſt/ frey und muthig ſeinen Feinden und Verfolgern kan unter die Augen gehen. Vnd das thut ein Menſch/ der einen freudigen Geiſt hat. b Hier duͤrfften demnach und moͤchten wol heran treten(1.) Entgegen omnes inconſtanres, alie Vnbeſtaͤndige/ die ſolche Freudigkeit 0 ſesen r. des Geiſtes nicht groß achten/ ſondern vielmehr G Hlt und ſein ſtaͤndigen. Wortt in Wind ſchlagen/ dann daß ſie freudig darbey ausdauren* wollen/ ja verleugnen noch wol die einmal erkandte und bekandte b Warheit/ und thun darvon abweichen. Vnd das thun manche crde, mit dem Hertzen/ das iſt angefuͤllet mit ſchaͤndlicher Ver⸗ achtung G Ottes und ſeines Worts/ und der hochwuͤrdigen Sa⸗ cramenten, das verlachen und verachten ſie/ unangeſehen/ daß ſie in der heiligen Tauffe ſich darzu obſtringiret und verbunden haben. Hieher wir dann zehlen alle Epicurer und Weltſuͤchtige/ welcher Schanddeckel das Wort des Errn und die heiligen Sacramen ta ſein muͤſſen/ halten es ſo lange darmit als ſie es darbey zu genieſ⸗ ſen/ und ihren Nutz darbey haben koͤnnen. Wo aber ſolches nicht/ fallen ſie davon abe. Das ſey aber ferne von uns/ daß wir von G Ott wolten zu Mammelucken werden/ und in unſern Hertzen b nur ſo lange bey ihm halten/ ſo lange unſer Bauch davon volll wird. Bedenckt doch was S. Paulus ſagt/ Rom. 1o, Mit dem Kom. 10, Hertzen glaͤubt man zur Gerechtigkeit. Das iſt/ G Ott ſi⸗ v. o. het das Hertze an/ und nicht die aͤuſſerliche Scheinheiligkeit. Dar⸗ umd ſo huͤte ſich ein jedes fuͤr en falſchen Hertzen/ er Halſa b 3 3 ij ſic 643 Die neundte Predigt ſich eines freudigen reinen Gemuͤths/ und haͤnge damit GOn dem HErrn beſtaͤndiglich an. Wie dann die Form und Geſialt des Hertzens uns ſelber darzu ſoll inflammiren und anreitzen/ qs welche iſt dreyeckig/ anzuzeigen/ daß wir mit unſerm Haen an den dreyeinigen G Oit hangen ſollen/ mit freudigen Geiſt in⸗ ſer lebenlang/ wie ihm alſo gethan Koͤnig David/ wie ſolches jaa⸗ plal.18. v.ꝛ. ſehenin ſeinem 3. Pſalm da er ſaget: Hertzlich lieb hab ichdich Plal./³ τ5.0 HErr/ c. Item im 73.Pſalm: HErr wann ich nurdich habe/ ſo frage ich nichts nach Himmel und Erden/ danndn biſt mein Troſt/ mein Theil: Petrus hat ihm auch alſo ge⸗ 1. Joh. a1. v. than/ 7. Job. z. Du weiſt HErr daß ich dich lieb habe. 35. Andere erweiſen ihre Vnbeſtaͤndigkeit Ore, mit dem Mun⸗ de/ alſo daß viel leugnen und ſprechen: Es ſey kein GOtt/ 13 19. oder ja ſſo ſie einen O Ott gleich glaͤuben und bekennen muſſ ſo leugnen ſie doch ſeine Gerechtigkeit/ daß er als ein rechter Ni ter alles Boͤſe werde zur Rache fordern/ und mit zeitlichen und ew gen Plagen ſtraffen: Oder aber ſeine hertzliche Barmherzigkein daß er nicht das Gute aus Gnaden hie und dort belohnen wolle ſyrechen es iſt umdſonſt/ daß man G. Ott dienet/ drumb preiſen wit die Veraͤchter. Dann die Gottloſen nehmen in/ ſie berſuchen 25 4. G Ott/ und gehet ihnen alles wol hinaus/ Mat3. 11. Die dritten erweiſen ihte Vnbeſtaͤndigkeit Coere, inder That. Vnd das geſchicht inſonders 1empore tentatiouis g per- Feutionis, zur Zeit der Verſuchung und Anfechtung/ wann man ttwas umb G Ottes Ehre und Chtiſti Lehre ausſtehen ſoll/ dafil⸗ Marth. ¹3. len ſieabe. Darumd ſie dann verglichen werden Matibz. nre, v. ae A. Mit dem Samen /ſo auff den Jelsſund auff das ſteinich 36. 57 ie faͤlet/ und demnach/ weil es nicht viet Erde hat bald auffsehe 17* und wieder verwelcket/ wann die Sonne auffgehet: Alſo ſindin⸗ liche/ die nehmen G Ott und ſein Wort mit Freuden an und hy ben nicht Wurtzel/ wann ſich Truͤbſal und Verfolgung eihebu aͤrgern ſie ſich bald/ und fallen abe/ wollen nichte bden ſna / uͤber den. Pfalm. 749 ſchlagen ſich zu den Gottloſen/ und begeben ſich zu den Tyrannen b und Feinden. Daruͤber klaget G Olt beym Propheten O³ap. c. Oſ. 9. v. 10⸗ Ich fand Iſrael in der Wuͤſten wie Trauben/ und ſahe eue⸗ re Vaͤter wie die erſte Feigen am Feigenbaum/ aber her⸗ nach giengen ſie zu Baal Peor/ und gelobten ſichdem Mandlichen Abgott/ und wurden ja ſo greulich als ſeine v. 14. 5. uhlen. D Sehet an die Exempel/ wie der Satan allezeit habe zur Vvbeſiaͤndigkeit gar viel angebracht. S onderlich flelen viel in Iſrael/ zur Zeit Antiocht vom Geſetz G Ottes abe/ opfferten den Goͤtzen/ und entheiligten den Sabbath/ und hergegen fielen viele den Feinden zu/ 1. Reg. 1. 1. Maccab. 6. Zu den Zeiten des HErrn C Hriſti fand ſich eben ein ſolches darunb 70b. 0ö, die Klage ſtehel! Joh. 6. v. 66. daß viel ſeiner Juͤnger hinter ſich giengen/ und wandelten fort nieht 1 mehr mit ihm. Was fuͤr Vnbeſiaͤndigkeit hat man nieht geſehen zur Apoſtel Zeit. Da Paulus zu Epheſo lehrete ſo fiel Demetriu⸗ der Goldſchmidt ab ſambt ſeiner Rotte/ und ſchrie: Groß iſt die. Diana/ 7.„. Alſo zeugen auch vom Apfall etliche ſeiner Epi⸗ Ack. 19. v. 28. keein/ ſo er an den Timotheum geſchrieben hat e, Tim.:¹. Auch ha⸗ 1. Tim. 1.v. ⸗ ben andere den Glauben und gut Gewiſſen von ſich geſtoſ⸗ ſen/ und im Glauben Schiffbruch gelitten/ unter welchen iſt ieneus Alexander, 2. Iim. z. Es haben ſich von mir verkehret alle/ die in Aſta ſind/ unter welchen iſt Phygelu⸗ und nermogenes, 2 Tim. 4. Deuas hat mich verlaſſen/ und die Welt lieb gewonnen. Vnd S. Johannes ſchreibetl. tap. 2. 1. Joh 2. v.*9 Ertliche ſind ausgangen von uns/ aber ſiewaren nicht von uns/ dann wann ſie von uns geweſen waͤren/ ſo waͤꝛen ſie ja bey uns blieben. b So haben wir auch andere Exempla auſſer dem Wontdes Herrn/ ſo dergleichen Abfall und Vnbeſtaͤndigkeit zeigen. Ors. Niceph. lib. Lenes iſt gar ein vortrefflicher Lehrer geweſen/ und hat in die ſechs 5.e. 33. Eu- lauſend Buͤcher geſchrieben/ hat in ſeinen ſungen Jahten hertzlich ſeb. lib. 6. 3 33 gewuͤnd⸗.z⸗ Hʒo Die neundte Predigt Hrrn an/ umb Beywohnung und Regierung ſeines heiligen G eiſtes daß er ſolchen nicht von ihm wie vom Sinundaua m. ui fft ſo Hottl gin un ſtesg Huti gge ig M daß ches auch Sin dan zuE dem⸗ Hun ſichn 1eg. genC. und h dnfü Vhe ken nlche m 3en 1 — . 1 4 r 8 4 . 5 —˙—˙oͤc—1˙bbſdbdbkbdbbrbſbbbſb——⁄—⁄—— ere Aer, 1.* 1— 4 4 8 über den„1. Pſalm. Gottloſen nehmen wolle/ ſondern durch denſelben auff ſeinen We⸗ gen und Stegen leiten und fuͤhren/ damit der hoͤlliſche Geiſt keine Macht noch Gewalt an ihm habe/ und ſeine boͤſe Stuͤcke weder mit Hertzen/ Wort noch Wercken verbringen moͤge. (2.) Haben auch bey dieſem/ da allhier des freudigen Gei⸗ 2. Entgegen ſtes gedacht wird/ Vrſach heran zu treten onmes mmoderatà tni zu ſetzen de⸗ fiitiä ſe macerantes, alle die/ ſo mit unnotiger und uͤbermaͤſ⸗ nen uͤber⸗ ſiger Traurigkeit ſich ſelbſt martern und quaͤlen. Der Ko⸗ maͤſſiger nig David hat ſich nie ſelbſt traurig gemacht/ ohn da ihn der weiſe Trau⸗ Marckt gelehret kauffen/ und die Noth ihn darzu getrieben/ doch renden. daß er alsdann auch lieber begehret gehabt ein freudiges und froͤli⸗ ches Gemuͤth zu haben/ weder traurig zu ſeyn: Darumb er dann auch allhier bey Empfindung ſeiner Hertzens⸗Angſt wegen der Suͤnde bittet: Der freudige Geiſt enthalte mich. Hierwi⸗ der wird in der Welt ſtarck geſuͤndiget. Die Baals⸗Pfaſſen zu Elix Zeiten betruͤbten ſich ſelber/ da ihr vermeynter G Ott in dem certamine mit dem Propheten nicht hoͤren/ noch Feuer von Himmel herab fallen laſſen wolte/ dann ſie rieffen laut und ritzeten Sus ſich mit Meſſern und Pfriemen biß daß ihr Blut hernach gien/ Ng. g. und ſetzet der heilige Geiſt hinzu: Das haben ſie gethan. Reg. 18. nach ihrer weiſe. Woraus abzunehmen/ daß ſie ſich hiebevor auch v. 8. offt ſo zur Traurigkeit I Goniret haben. Die Eſſer in den Ta⸗ gen C Hriſti und ſeiner Apoſtel/ verſchoneten des Leibes auch nich/ und thaten dem Fleiſche nicht ſeine Ehre zu ſeiner Nothduufft/ ſon⸗ Col. 2⸗ dern fuͤhreten ein ſaueres ſtrenges Leben/ und thaten ſich mercklich Wehe mit Faſien/ Caſteyen und andern leiblichen Quaͤlen. De⸗ nen haben es die Heuchel⸗Moͤnche im Papfthumb abgelernet/ welche barfuß gehen/ auff Steinen ſchlaffen/ Hembder/ von Haa⸗ ren zubereitet/ antragen/ ſich geiſſeln und peitſehen/ und durch Re⸗ gen und Schnee Wallfahrtenziehen. ODnter uns gibts derer auch die ſich manches mal mit Sor⸗ gen ſchlagen/ und mit Gedancken plagen/ ohn alle Noth/ und en An „ Die neundte Predigt ſen deſſen bißweilen nicht eine einige Vrſach anzuziehen/ warumb ſe ſo traurig ſind. Das iſt unrecht zu beyden Theilen. Der hoch⸗ Prov. 24.v.8 weiſe Koͤnig Salomon ſagt/ Prov. 2z. Wer hm ſelbſt Scha⸗ denthut/ den heiſſt man billich einen Ertzboͤſewicht. Vm gir. 30. v.2. pedet Sirach unter den Leuten einem ieden beweglich zu: z0 ty. 1* ã. Mache dich nicht ſelber traurig/ und plage dich nicht ſahſt nnit deinen eigenen Gedancken: Dann ein froͤlich Hertit des Menſchen Leben. Thue dir guts/ und treib Traurg⸗ keit von dir/ dann Traurigkeit toͤdtet viel Leute/ und dienet doch nirgend zu GStt der Err unſer allerliebſter Vater iſt ein GHuda IFrreude/ bey welidem Freude die Fülle und liebliches Weſen Pſal. 16.v. 1. zu deiner Rechten ewiglich/ /2l. ⁶ Drumb wiler auch ſro⸗ che Kinder umb ſich wiſſen/ wie die Engel fuͤr Ihm jauchtzenund Job. 35. v.7. Ihn loben/ 70b. 5§. Das verſtunden die frommen Iſtacſimn wol die baten in ihren oͤffentlichen Verſamlungen vor allen andenn Dingen umd ein froͤliches Hertze/ daß ihnen O. Ott daſſelbſgege⸗ dir. z0. v.25. hen wolle. Sir. 5⁰. Gleich wie David allhier ſeuffzet umb den freu⸗ b digen Geiſt/ daß ihn der enthalten moͤchte. Der Prediger befßf⸗ det/ daß mitten in den vaniearibus nundi das allerbeſte ſey daßein Chriſi hingehet/ und iſſet ſein Brodt mit Freuden/ undtrin⸗ cket ſeinen Wein mit gutem Muth/ mit dieſem angeßeffteten Eecl. 9. v.. Juaitio, daß alsdann gefallen ſeine Wercke GOtt wol kealg. Pnd gibt S. Paulus zu Lyſira das Zeugnuͤß Gott dem Enn b daß er erfuͤlle unſere Hertzen mit Speiſe und Freuden/ 6, A. 4. v 14. Ey ſo wird er auch haben wollen/ daß uns ein freudigen Geiß zegieren moͤge. Wer aber fromm und Gottfuͤrchtig iſt/ und meynet es lteu⸗ lich mit ſeinem Chriſtenthumb und Ampt/ den wid ſein Fleiſch die Welt/ der Teuffel traurig gnug machen/ daß er ſich ſelbſ nicht betruͤben darff. Dann weil du G Ott lieb wareſt/ o kontets Al aA die anders nicht ſeyn/ ohn Anfechtung muſteſtu nicht deedan ff de Loble. Gottſ gung des d keinſ terf ao uͤber den 51. Pſalm. 557 aa en auff daß du bewaͤhret wuͤrdeſt/ ſaget Raphael zu dem alten Tob. na.v.z. n Tobiæ. Vnd Paulus ſtellet uns ein ſolch Prognoſticon, alle die enEnh. Gottſelig leben wollen in Chriſto Seſu⸗ muͤſſen Verfol⸗ 1. Tim.z.v.2 haes gung leiden. Wann dann nun G Ott uns zu trauren Anlas an die Hand bietet/ und betruͤbt uns mit ſeinem rauhen Oſtwind . Dn 5 des vielfaͤltigen Jammers/ und der faſt unzehlbaren Muͤheſelig⸗ dat 71 keit/ ſo laͤſſets ſich trauren mit guten Gewiſſen/ biß das Vngewit⸗ r guus m erd ter fuͤruͤber gehet. So viel auff dißmal. D 3 6 69c. S690 6,90 4,6,30=J6,00 6080- J690. 690. 6,0- 6 90⸗ Die zehende Predigt/ mmer SDhber den vierdten Buß Pſalm des Koͤmges s. t ral Davi iſt . und Propheten Davids/ ſo da iſt der uß hnan 84 Oropheten dabids Hſ da iſ 4 5 e und Funffzigſte. 1 — 5 T EX I 1l S. —₰ 5 Verl. 15, 16,1 7„) b as 8 Daunm ich wil die Vbertreter deine Wegelehren/ Pa Seddaß ſich die Suͤnder zu dir bekehren. Errette 4 Tuu u mich von den Blutſchulden/ GOtt/ der du mein S8tt und Heyland biſt/ daß meine Zunge deine Gerechtigkeit ruͤhme: HErr/ thue meine Lippen 8 — 2n 5 auff/ daß mein Hund deinen Ruhm verkuͤndige. Sori 59 Aagaaa Erxor- 54 Die zehende Predigt EXORDIUM. n 3 Er guten Wercke/ Geliebte Freunde in C Htiſto er t en, F— 4 Der guten, ꝙᷣ⅞ wind in heiliger Schrifft hin und wieder gedacht Wewart ADann da gedencket der guten Wercke C huſſun Schrifft KͤSe wann er von denſelben redet/ Mattb 5. Laſſtt zum offter· ¶ euer Liecht leuchten/ fuͤr den Leuten /daß ſe gedacht. VS euere gute Wercke ſehen/ und euren Pater Aatr. 5 im Himmel preiſen. Der guten Wercke wird gedacht/ 46,9. Ad&. 9.v.s. Zu Joppe war eine Juͤngerin/ mit Namen Tabea/ welches derdolmetſchet heiſt eine Rehe/ die war voll guter Werch und Allmoſen/ die ſie that. Es gedencket der guien Weraͤde 2.Cor. 9. v.s Apoſtel Paulus/ 2.Cor. z7. GOtt kan machen/ daß allerley Gnade unter euch reichlich ſey/ daß ihr in allen Dingen vol⸗ le Gnuͤge habt/ und reich ſeyd zu allerley guten Wercin. Eph.². v.o. Fpb. 2. Wir ſind ſeine Wercke/ geſchaffen in C Hriſto JEſuzu guten Wercken/ zu welchen GOtt uns zuvor berettet hat⸗ Tit. 2. va4. daß wir darinn wandeln ſollen. 2u.. JEſus Chriſtus hat b ſich ſelbſt fuͤr uns gegeben/ auff daß Er uns erloͤſete von al⸗ ler Vngerechtigkelt/ und reinigte ihm ein Volck zum E⸗ ggenthumb/ das fleiſſig waͤre zu guten Wercken. Dergu⸗ 4. Pet.x v. k. fen Wercke wird gedacht von dem Apoſtel Petro“1.Ep.2. Fuͤhret einen guten Wandel unter den Heyden/ auff daß die ſo von euch affterreden/ als von Vbeltbaͤtern/ euere gute Werce ſehen ſund Gott preiſen/ wanns an den Tag kommen wird. Sonſtien werden ſie genandt: Fruͤchte des Geiſtes /ſin Sal, 5 v. 21. temal ſie von dem heitigen Geiſt herkommen/ Gal.. ſie werden genandt der vernuͤnfftige und gefaͤllige Gottesdienſt/ Romm. die Fruͤchte der Gerechtigkett: In Summa/ die Fruͤchteen nes neuen Gehorſams. Derer ſich auch David nach ſeine Buß und Bekehrung befliſſen/ und ſich auch im verleſenen Tet noch ferner darzu verpflichten thut. Von welehen Fruͤchten ſi⸗ neg Gehorſams wir am naͤhenn beſehen haben: krubneuene tedien m den H lualis Vera heſch Fru ſen tg tnog gell he uͤber den z1. Pſalm. 755 eledientie internum, Die innerliche Fruͤchte des neuen Gehor⸗ ſams/ ſo der David in und bey ſich befunden/ und auch GOTT den HErr drumb gebeten: Vnd von ſolchen war einsmals Hi⸗i. kualis lætitia, die innerliche Hertzens⸗Freude: Anders theils era Conſtantis, die wahre Beſtaͤndigkeit: to wollen wir beſe ehen Fructum novæ obedientie exrernum, Die aͤuſſer liche ESruucht des neuen Gehorſams/ ſo Koͤnig David in und bey 3 ſeinem Ampt wolle ſehen und ſpüren laſſen. Hiervon wollen wir auff dißmal mit einander auffs einfaͤl⸗ tigſte reden und handeln/ damit es aber ohne Frucht nicht abgehen moͤge ſſo ſeuffzet zuvor mit mir alſo: Hilff HErr hilff/ laß wol gelingen/ dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer Seelen Heyl und Seligkeit/ Amen“ TRACTATIO. .XᷣLAs unſern itzt vorgenommenen Punct belangen thut/ Novæ obe- 2 Geliebte in C Hriſto/ da wir zu betrachten bey dem David/ dientiæ fru- EANNove obedientie Erucdtum externun die quſſerliche ctus exter- Frucht des neuen Gehorſams/ ſo Koͤnig David in und bey Euſſerliche ſeinem Ampt wolle von ſich ſehen und ſpuͤren laſſen/ ſo muͤſſen wir Frucht des den David allhier anſehen wegen ſeines zwiefachen Ampts/ ſo er neuen Ge⸗ fuͤhret/ dann er war nicht allein ein Koͤnig/ ſondern auch ein Pro⸗ horſams. äo phet/ in und bey beyderley Aemptern wolle er nun hinwiederumb nach gethaner Buß ſo viel deſio fleiſſiger und froͤmmer ſeyn/ bey⸗ des gegen G Ott und dem Nechſten. Eines Propheten Ampt war im Alten Teſtament/ den Gottloſen aus dem Geſetz die Suͤnde zu verweiſen/ zeitliche und wige Straffe wegen der Suͤnden anzukuͤndigen/ und die Suͤn⸗ der zur Buſſe zu vermahnen: Da dann darbey fuͤrfielen ſchoͤne Lehren/ ernſie Warnungen/ und gute Vnterrichtungen. Eines Koͤniges oder Regenten Ampt/ wie auch noch heute zu Tage/ iſt und beſtehet hierinn/ daß man mit guter Bſciplin die Vntertha⸗ b Aaaa i nen .— — ÿöÿö—. 556 Die zehende Predigt nen im Zaum und Zwang halte/ damit nicht Schand und laßer betrieben werde! oder ſo welche vorgangen/ mit Ernſt geſiraffet werden/ damit andere ſich dran ſpiegeln und lernen froͤmmer wer⸗ den. Beydes wil nun David allhier auch auff ſich nehmen/ er wil ſich als einen Lehrer erweiſen andere lehren und unterrichten/ auch mit ſeiner Koͤniglichen ruroritaͤt und Ampl dae ſeine venich⸗ b ten/ und zwar gegen G Ott und den Nechſten. 3* 1. J. Erga proximum, gegen dem Nechſten wil etſihet⸗ Membrum. weiſen /alſo/ daß er wolle lehren/ ſpricht: Ich wil die Vbertte⸗ ter deine Wege lehren. Das Wort Weg wird in heiliger Schrifft nicht in einem ſondern unterſchiedenen Verſtand e 1. Crid? nommen: Dann. ſo heiſſt es eigendlich ſo viel/ als eine Wan/ der⸗Straſſe/ derer ſich Menſchen und Viehe in gehen und wan⸗ dern nach ihrer Gelegenheit gebrauchen/ wie dann der Ertzvater Jaeob ſaget/ daß GOtt mit ihm geweſen auff dem Wegedener gezogen/ Gen. 34. Vnd alſo wird allhier das Wort Weg niht gebrauchet. Darnach ſo heiſſt es Metapborice verbluͤmter weiſe wann von der Menſchen Weg geſaget wird/ unter andern ſo viel aals menſchlichen Lebens Anſtellung/ Gedancken/ Thunund Gen. 6. v.. Vorhaben. Alſo ſtehet Gen. c. Alles Fleiſch hat ſeinen Wig verderbet/ das iſt alles Thun und Vornehmen/ Gedancken und Werck aller Menſchen waren verderbet. Alſo bittet Salomon 1. Reg. S. 7-Reg.. 2. Cbron. 6. daß G Ott iederman geben wolle/ nach alle ſei⸗ v.Z6. nen Wegen nach dem er gewandelt das iſt nach alle ſeinené hun/ 2. Chron. 6. Wercken und Vorhaben. Alſo ſiehet von unterſchiedenen oͤnt⸗ 7. 30. gen in Iſrael daß ſie in den Wegen Jerobeams gewandelt das ſ Jerobeams Abgstterey/ ſchaͤndliches Gottloſes Weſen und e⸗ 1. Reg. 15. ben getrieben/ z. Reg.*. und 16. In dieſem Verſtande wirdes in Clg 3 7. 83 unſerm gegenwaͤrtigen Text auch nicht gebrauchet/ ſondern da e⸗ 26.) del der David von GOttes des HErrn ſeinen Wegen wann er ſpricht: Ich wil die Vbertreter deine Wege lehren. Da dann durch des HERrn Wege werden in der Schrif verſam 4 uͤber den zi. Pfalm. 7 Gebot und Wille des HErrn/ ſo er uns in ſeinen Propheti⸗ ſchen und Apoſtoliſe chen Wort geoffenbaret/ und zu erkennen ge⸗ geben: Von welchen Wegen des ꝓErrn die Gottloſen ſagen und klagen im Buch der Weißheit am 5. daß ſie dieſelben nicht gewuſt. Nicht daß er ihnen ſolche nie gezeiget/ und vorgehalten/ und ſie gantz und gar nichts davon gewuſt/ dann G Ott hat ſeine Wege aller Welt/ und alſo auch den Gottloſen und Verdamm⸗ ten durch ſeine Propheten und Apoſtel offenbahren/ und allen Creaturen zeigen und predigen laſſen/ o. Marc.i6. in dem er Eſa. 30. v.zr. den gantzen Tag ſeine Hand ausgerecket zu einem ungehor⸗ Mare. 16. ſamen Volck/ 2. F. Froven. Jer.7. ſondern weilſie ſeine Wege WlE M v. 2. muthwilliglich nicht wiſſen/ darauff nicht wandeln/ noch darnach 05..2 Prov. I. v. 24. ihr Leben anſtellen wollen/ ⁵/½. g. ſondern gewandelt auff einem Jer. 7. v. 3. Wege/ der nicht gut/ nach ihren Gedancken/ und dadurch l 62. ver. den HErrn zum Zorn wider ſich gereitzet/.4„. Kl⸗ 55. V. 2, Nun ſolche Gottloſe /ſie hoͤrens oder laſſens/ ſo werden den⸗ noch elliche ſeyn/ die es annehmen/ und darumb ſo wil David den Dbertreter die Wege des HErrn lehren das iſt/ G Ottes ſein Ge⸗ bot und Willen ihnen vorlegen/ und zu erkennen geben. Worbey alſo zu ſehen/ worinn wir am meiſten unſern Us us neuen Gehorſam/ das iſt/ unſere Froͤmmigkeit und gute Wer⸗ Woꝛinn wir tie nach geſchehener Buß/ erweiſen konnen: Nemüich/ wann am meiſten wir in und bey unſerm Ampt fleiſſig ſeyn und die Vberrreter/ das unſereft a. iſt/ die ſo unrichtig wandeln/ des HErrn Wege lehren/ und ſie zu migkeit ſol⸗ o len ſehen GᷣDOit fuͤhren. Vnd weil dann nun aber der allerweiſeſte GOtt laſſen. ſelber nach ſeinem Rath und Willen alle Menſchen⸗ Kinder ꝛri. partitet /ſo hoͤret und behaltet/ dencket auch allezeit dran/ wie ein le⸗ der Menſch in Pecie oder inſonderheit dahin bedacht ſeyn ſolle/ daß er ihm mit dem David vornehme und gedencle: Ich wil die VPbertreter deine Wege lehren/ und das koͤnnen und ſollen thun 1. Docentes; Die/ welche GOtt durch die liebe Obrigkeit in Lehrſtand hat heruffen und eingeſetzet. Die haben vornemlich b Aaaa iij die 82— 3. ö“ “““ 8 1* u 2 “ —“ . * ,s Die zehende Predigt die Wbertreter des HErrn Wege zu ſehren/ ſmncera&s indtfea ind verli pradicatione, wann ſie G Ottes heiliges geoffenbahrtes dgerd klares und wahres Wort/ ohne Zuthuung und Abthuung ſechhen und predigen/ und den Vbertretern vortragen das Geſetz ihmn 9Er daſſelbe ſchaͤrffen/ auch fuͤrhalten die Lehre des Evangeliſdamtſt und 6 DOttund ſich ſelbſten erkennen lernen: GOc T als einen Ge⸗ e rechten deſſen Gerichte rechte ſind/ ſich! als arme Suͤndereken⸗ dn nen/ damit ſie ihre Suͤnden⸗Menge beweinen/ Gnade bey OOnl e 3 daa ſie zu ſuchen und zu erlangen iſt/ mit den bußfertigen Suͤndern d Luc. i5. ſuchen/ an C Hriſium den wahren Suͤnden⸗Tilger ſich 1 halten/ und alſo durch mitwirckende Krafft des H. Geiſtes zur ew⸗ 4 gen Seligkeit moͤgen erhalten werden. 9 Vermerclet nun ein Lehrer oder Prediger daß er hierbeye⸗ 1ch was nachlaͤſſig geweſen/ ey der muntere ſich ſelber auff/ nehmeſo wſ viel deſto feſier vor/ und gedencke: Ich wil die Vbertreter der de ne Wege lehren. In Betrachtung des ernſten Willens Gel⸗ tes ſeines HErnn/ dem er dienet: Dann da iſter jg G Ottes Di⸗ 9 ner) und gibt ſich dafuͤr aus/ ey ſo wiſſe er nicht allein den Willen ſas ſeines Herren/ ſondern auch was er ihm befohlen hat/ daß ers ihue mit mit allem Fleiß/ sir.z. damit er nicht dreyfache Schlaͤge lidea ba duͤrffe/ Luc.. Nun iſt aber GOttes des HErrn ſein Wileund 9 Efa, 3. v. 20, Befehl/ Eſa. F. aa Legem& aa Teſtimonium, Nach dem Geſe und Zeugnuͤß/ werden ſie das nicht thun/ ſollen ſie die De ggenroͤthe nicht haben. G Ottes Wille und Befehl etgehe ia 1. Pet..v.. durch den Apoſtel Petrum. Fp. 4. Si gpis log pitur. logbatur C. ui ria Dei, ſo iemand redet/(verſtehe in oͤffentlicher Gemeine und 8Ä Berſamlung) der rede als G Ottes Wort. Erabeſcimus h⸗ i ſmne legibus, ſagen die Rechtsgelehrten: Wir ſcheuen und d ſchaͤmen uns ohne Geſetz und das jenige zu reden/ was nichtmi d den Legibus ůbereinkommt: Alſo auch treue/ reine Evangelſſche Prediger ſprechen: Erubeſcimus log vi ſine ſcripturæ diciis Wi ſchaͤmen uns etwas zu ſehren und fuͤrzubringen/ ohne Spriche — und uͤber den 51. Pſalm. 559 und Grund der H. Schrifft/ und ſo thun alsdann Lehrer und Pre⸗ diger die Wege des HEern lehen. 2. Konnen es auch thun Regentes, die/ welche G Otider HeErr ſelber an ſeine Stelle auff Erden eingeſetzet. Die koͤnnen und ſollen auch die Vbertreter des HErm Wege lehren. Wel⸗ ches dann von ihnen geſchehen kan(a) gladiiuſurpatione, daß ſie das Schwerdt/ welches ihnen G Ott der HᷣErr an die Seiten ge⸗ gurtet pro Lege& Grege fuͤhren/ damit der Lauff des ſeligmachen⸗ den Evangelii nicht gehindert/ ſondern die Lehr und Ehre G Ottes befoͤrdert werde/ auf daß die Frommen/ welche ſich der Gottſelig⸗ keit und aller Tugend befleiſſigen/ beſchutzet und gefoͤrdert/ die Gottloſen aber/ welche wider die heiligen zehen Gebot ſuͤndigen/ zu rechte gewieſen/ oder da ſie ſich nicht wollen weiſen laſſen/ und alſo wiſſendlich alles Vbel begehen/ geſtrafft/ und gar ausgerottet wer⸗ den moͤgen/ wie ſolches ihre der Regenten Lection vermag Rom. 3. Rom. i3. v.; () Kan es auch geſchehen Let⸗ remplorumfregqventatione, wann ſie ihre gerichtliche Sachen in der Wochen in eiwas hindan ſetzen/ und den Tempel des HErrn mit Freuden beſuchen/ und ſich mit wahrer hertzlicher gevotion zum waßren G Ottesdienſt ein⸗ ſtellen. O wol und aber wol aller Obrigkeit/ welche ſolches thut: Ja wolallen Vnterthanen/ welche ſich unter ihrer jurisdiction und Botmaͤſſigkeit auffhalten/ dann ſolches gefaͤllet der Goͤttli⸗ chen Majeſtaͤt wol/ es befoͤdert die Seligkeit/ und bauet viel gutes bey Chriſtlichen Vnterthanen/ dann es doch heiſſt: Qpalis Rex, rals rex, wie die Oberherren vorgehen/ ſogehen die Vntertha⸗ nen hernach. 11 2 b Solches hat gethan der Koͤnig David/ der nimmt ihm nicht allein allhier zu ſinne /er wolle die Vbertreter die Wege des HErrn lehren/ beſondern er hat es auch in der That erwieſen/ ſonderlich auch mit ſeinem Kirchengehen/ wie ſeine geiſtreiche Pſalmen/ aus⸗ weiſen. Als im 27. Pſalm bittet er eins vom Hrnn/ das haͤtte er b Lerne: Was war aber daſſelbige? Nicht Geld noch Gut/ 10. dand al. 27. v. 4. 560 Die zehende Predigt Land noch Leute/ ſondern daß er im Hauſe des HErrn hleiden moͤge ſein Lebenlang/ zu ſchauen die ſchoͤnen Gottesdienſte des HErrn/ und ſeinen Tempelzu beſuchen. Dann aun Luc. 10. v, 42&ft neceſfarium, Luc.%. Das einige iſt das allernoͤthigſte daunb begehret er nicht nichtige und fluͤchtige Welt⸗Sachen ſondenndi⸗ ſes/ an welchen ihn und ſeinen Vnterſaſſen am hoͤchſten un nothwendigſten gelegen: Dann wo die Oberkeit gottfuͤrchng und ſich der Gottſeligkeit/ welche dieſes und des zukuͤnfftigen Le⸗ bens Verheiſſung hat/ recht befleiſſiget/ da haben es die Vntattha naen ſehr mercklich zu genieſſen. b lib. 10, pag, Bergametes ſchreibet vom Carolo Magno dem loͤblichen a⸗ 180. ſer/ daß er ſich fleiſſig umb den Gottesdienſi bekuͤmmert/ und ſic darzu gern gefunden hat: Er hat die Austheilung der Evange lin und Epiſtein auff die Epiſtein auff die Sonn⸗ und Feſtcdig durch Alcuinum und Datilum Tongobardum ſeine Caplaͤne ange⸗ ſtellet und verordnet/ ja er hat auch zu mehrer Erweiſung ſeine Andachi beym Gottesdienſi/ ſelber die Evangelia in der Kirchen geſungen und ſeine Fuͤrſten die Epiſteln leſen laſſen. Wigan andaͤchtig war Conſtantinus der fromme Kaͤyſer/ welcher inder Kirche die Predigt ſtehend/ und zwar mit entbloͤſtem Haͤupt Er hat keine Plattmuͤtze unter der Predigt/ viel weniger bey Verleſung des Textes/ am allerwenigſten unter dem Gebet auff gehabt)ſon⸗ dern/ wie geſagt/ ſtehend und mit entbloͤſten Haͤupt hat er die Pre⸗ digt an und gantz außgehoͤret. Sapienti ſat Aictun. 3. Koͤnnen es auch thun Oeconomiam adminiftrautes, Hausvaͤter und Hausmuͤttere/ daß ſie ihren Kindern undGe⸗ ſinde die Wege des HErnn lehren. Dann das ſtehet vornenlih zum Ampt der Haus herren und Eltern/ daß ſie ſehen undach drauff haben ſollen/ nicht allein wie ihre Kinder und Geſindemd gen geſund ſeyn am Leibe/ und leiblich eſſen und trincken haben, ſondern allermeiſt/ wie ſie auch moͤgen geſund ſeyn im Glauben/ und die Wege des HErrn recht wiſſen. Soll und muß han uͤber den a. Pfa-tm. 561 leglicher Haus vater der oberſte Prediger ſeyn in ſeinem Hauſeuů⸗ ber die ſeinen/ und ihnen weiſen die Wege des HErm.— 8 So verſuͤndigen ſich demnach nicht wenig die jenigen Hausvaͤter/ die nicht allein nicht vor ſich ſelbſt umb die Wege des HErrn wiſſen/ geſchweige dann/ daß ſie dieſelbige die ihrigen lehren ſolten/ ja ſie viel ehr zu allerhand Ergernuͤß anweiſen: Was thun ſolche anders/ dann daß ſie das ſchwere Wehe auff ſich laden/ von welchen Chriſius ſpricht Mateb. is. Wehe dem/ Matth. 18 durch welchen Ergernuͤß kommt. Item davon beym Eſala.«. ſiehet: Wehe denen/ die boſes gut/ und gutes bo⸗ Eſa.i. vꝛ. ſeheiſen. Iſi demnach nicht ein ſchlechtes Ding ein Hausvater ſeyn wollen/ dann der muß wol Achtung haben auff Kinder und Ge⸗ b ſinde/ wie ſie die Wege des HErrn lernen/ und alſo in der Pietaͤt wachſen und zunehmen moͤgen. Mancher Haus vater meynet/ wann er nur vor ſich fromm ſey/ zur Kirchen gehe/ leſe oder bete/ mit den Kindern oder Geſinde/ habe es nicht groß zu bedeuten. Aaͤſſt ſie demnach ſo dahin gehen. Dannenhero es auch geſchicht/ daß wir ſo ziemliche barbariem unter unſerm Geſindlein haben/ daß mancher groſſer Knecht/ manche groſſe Magd nicht das geringſie aus ihrem Catechiſmo wiſſen. Daran dann Hausvaͤter und Hausmuͤtter Vrſach haben: Dann koͤnnen ſie ſie zur Arbeit trei⸗ ben/ warumb treiben ſie ſie auch nicht zu Vbung ihres Chriſten⸗ thumbs: Vnd das wird dermaleins G Ott von ihnen fordern wann es heiſſen wird: Redde rationem, Thue Rechnung von dei⸗ nem Haushalten. Nun wir muͤſſen ferner fort fahren bey Erklaͤrung unſers Textes/ da ſich dann findetin vem finem? Zu was Ende er 2. la grem dann der David die Pbertreter wolle die Wege des HErrn üinem. lehren? Nemlich: Daß ſich die Suͤnder zu dir bekehren. Sehr nachdencklich tedet allhier der David. Warumb ſagt er nicht/ daß ſich die Vbertxeter zu dir ber geen* Sondenn daß ſich Bbb die 962 Die zehende Predigt Elaff ph. die Suͤnder zu dir bekehren. or Chatthaim, wie es inſei⸗ Sac. lib. 5. ner Sprachen lautet. Da dann das Wort aon Chaua in tract.1. p. 82. Hebræiſcher Sprache nicht allein bedeutet Suͤnde/ ſondem auch Ex. 30. v. 1o. Sacrificium das Opffer fuͤr die Suͤnde/ Exodo. Ezecb. s. Co Ez. 41. v.23· ſind demnach die Suͤnder/ die ſich zu G Ott bekehren dieſſ ich verlaſſen auff das rechte Sacrijficium propeccato, das iſt auf das Verdienſi C Hriſti. Vnd dannenhero ſo ſaget David allhier niccht/ daß ſich die prevaricatores, die Vbertreter zu dir bekehren/ ſintemal die Vbertreter/ da ſie bey ihrem Vbertreten verbleibente mehr und mehr abweichen von GOtt/ und nicht ergreiffen dat ſacrißicium oder Verdienſt C Hriſti/ ſondern thun einem anden Fſal.16. v.4*q nacheilen/ ₰2. Aber die Suͤnder/ die ihre Suͤnde erkennen Reu und Leid uͤber dieſelbe haben/ und ſich an das Verdienſt Chn⸗ ſit mit wahren Glauben halten/ die thun ſich zu G Ott be 121 Faſchubu, Convertentur, lauts in ſeiner Sprachen. Doh ſie ſich bekehren. Was hat aber diß bekehren in ſich? Inde Hebræiſchen Sprach/ und zwar in ſeiner gewiſſen con'ugatun be⸗ deutet es refociblare, reficere, ſich erholen/ erlaben/ erqniceen oden Turn. in wies wir Teutſchen zu ſagen pflegen/ wann einer in Ohnmachtae⸗ Hoſ. c. 14. fallen/ und wieder auffkommt: Er kommt wieder zu ſich ſeibſe v. 6, p. 49 ‧*⸗ẽZeiget alſo David mit dieſem Bekehren an: Wie gutes die Sun⸗ der haben/ die ſich zu G Ott bekehren/ daß/ da ſie zuvor in der See⸗ len⸗Kranckheit und Ohnmacht dahin gelegen’/ daß ſie haͤttenkoͤn⸗ nen vergehen/ und ewiges Todes ſierben/ itzo nach dem ſie beylhten Bekehrung ſich verlaſſen auff das Verdienſi C Hriſti/ wieder zu ſich ſelber kommen/ werden ergetzet und erquicket: Alsdann auch Matth. u. alſo allen armen Suͤndern der HErr C Hriſtus zurufft/ Mattbn. v. 8. Kommt her zu mir alle/ die ihr muͤheſelig und beladen ſeyd 95* us ich wil euch erquicken. 8 eungu⸗ Erkennet zum Nut hierbey: Woher es komme/ ohman ſich nicht al⸗ gleich den Vbertretern GOttes Wege zeige/ manthut ſe le zuChriſto ihnen ankuͤndigen und offenbahren/ dennoch ſich uuatan, bekehren, über den n. Pfalm. 153 zu Chriſto bekehren? Hierauff zu antworten/ daß die Schuld nicht an G Ott/ nicht an E Hriſto/ ſondern an den Menſchen. GOtt wil nicht daß iemand verlohren/ ſondern daß allen Menſchen geholffen werde/ und zur Erkentnuͤß der War⸗ heit kommen. C Hriſtus iſt fuͤr alle und iede Menſchen geſtor⸗ ben: aber nicht alle bekehren ſich/ und ergreiffen das Verdienſt CPriſtt. Daſſelbe iſt wol antven/al und allgemein/ und gehen alle und iede Menſchen an: Aber die Menſchen muͤſſen daſſelbe ergreiffen/ ihnen ⸗ppuciten und zueignen/ welches weil es von den meiſten nicht geſchicht/ ſo muͤſſen ſie verlohren ſeyn und bleiben. Wie klaget der HErr CHriſtus uͤber die Juͤden: Jeruſa⸗ lem/ Jeruſalem/ die du toͤdteſt die Propheten/ und ſteinigeſt die zu dir geſandt ſind/ wie offt habe ich deine Kinder ver⸗ ſamlen wollen/ wie eine Henne verſamlet ihre Kuͤchleinunx ter ihre Fluͤgel/ und ihr habt nicht gewolt/ Matrb. 23. Matth. 23. Die Phariſeer und Schrifftgelehrten verachten Gottes Rath vz8. wider ſich ſelbſt/ 2n 7. Das Licht iſt in die Welt kommen/ und Lue. 7.v. 30. die Menſchen liebten die Finſternuß mehr/ dann das Licht/ h g. dannihre Werckwaren boͤſe/ 7 s.37. Frey offentlich ſprachen Loh.n. voiy. Paulus und Barnabas zu den Juͤden: Euch muſte zu erſt das Wort Gottes geſaget werden/ nun ihr es aber von euch ſtoſſet/ und achtet euch ſelbſt nicht werth des ewigen Le⸗ b bens/ ſihe/ ſo wenden wir uns zu den Heyden/ 447.„. Alle Ack. 33. v. 46 Gaͤſte wurden zwar eingeladen zum groſſen Abendmahl/ Luc. 1z. Lue. 14.v.16 und zur Hochzeit/ AM4aetb e⸗ aber der Maͤnner keiner die muth⸗Matt.za.j. willig ausblieben/ genoſſen der angebotenen Gnade G Oltes. Mauͤſſen wir demnach unterſcheiden inter ac⸗viſionem,& Pplicationem Salutas, zwiſchen der Erwerbung und Zueignung unſer Seligkeit. Die Erwerbung iſt allgemein/ ſintemal C Hri⸗ ſtus ſeinen Todt das Heyl der gantzen Welt erworben hat. Die Zueignung aber iſt Pecia,, ſintemal allein die jenigen/ ſo ſich bekeh⸗ ren/ und biß an ipr Lebens⸗Ende glaͤubig ſind/ ihren Glauben mit Bbbb ij guten 564 8 Die zehende Predigt guten Wercken bezeugen/ ſolches von C Hriſto erworbenen Keyls faͤhig und theilhafftig werden. Die andern alle welche ſich nicht bekehren/ mit den Juͤden das Wori G Ottes von ſich ſioſſen /den Nath G Ottes wider ſich ſelbſt verachten/ werden durch iͤrecan⸗ Schuld ausgeſchloſſen/ von dieſem eyl ſo C hriſtus durch ſan Todt ihnen erworben. b b ernet demnach/ daß ihr euch nicht ſelöſt hinderlich ſeydan euer Seligkeit. Bekehret euch zum HErrn und kommet dannes iſt alles bereit. Bereitet iſt die Liebe des Vaters/ das Verdienſ E Hriſti/ der allgemeine Beruff/ die hochwuͤrdigen Sacramenta die Gaben des heiligen Geiſtes/ die Abſolution und Vergebung der Suͤnde/ ſo ſind auch die heiligen Engel ausgeſendet zum Oienſ umb derer willen/ die ererben ſollen die Seligkeit. So bekehue euch demnach und kommet. Ein Storch und Kranich mendi Ihre Zeit/ wann ſie wieder kommen ſollen/ den lieben Fruͤhling ber ſeumen ſie nicht: Sehet/ itzt iſt die angenehme Zeit/ it iſt da wie es den thoͤrichten Jungfrauen ergangen/ welchen die Lamyen zucateh.7 der Hochzeit des Braͤutigams/ und die Thuͤre ward fuͤr ihnen ber⸗ atth. 25. ſchloſſen/ Mattk.2s. Darumb ſeyd klug!bekehret euch zum Enn, ren Glauben mit guten Wercken. Vnd ſo viel vom Eſien. II. 1. Setzet Koͤnig David wie er ſich erweiſen wolle ergs Membrum. Deum, gegen GOtt dem HErrn/ und unter andern aͤnſſeii chen Fruͤchten ſeines neuen Sehorſams/ G Ottes ſeine Weute ruͤhmen/ ſonderlich ſeine Gerechtigkeit/ wann er ſaget: Errette mich von den Blutſchulden/ GOtt/ der du mein GOtt und Heyland biſt/ daß meine Zunge deine Gerechtigkeit ruͤhme Koͤnig David wil G Ottes des HErrn ſeine Gerechtigkeit ruͤh men. Es faͤllt ihm aber hierbey ein dieſe Objectien und Einnede: Wültu die Vbertreter lehren/ und biſt ſelber ein Vheruntenene Tag des Heyls/ dieſelbe laſſt uns nicht verachten. Bedenden erloſchen aus Mangel des Oels: Sie wurden ausgeſioſſen von b v z ſeg. thut rechtſchaffene Buſſe glaͤubetan Chriſtum/ und bezeugnteut uͤber den 5. Pſalm. brecher und Moͤrder/ voll Bluts/ Suͤnde und Schande? Tunpe est Doctori, cum culpa redarguit ipſum. Es ſiehet und bauet uͤbel/ wann ein Prediger wider die Laſten prediget/ und iſt ſelber der Laſter ſchuldig. Oder wann einer ſonſt mit G Ottes Wort wil umbge⸗ hen/ Predigt hoͤren/ Sacrament brauchen und liegt doch in oͤffent⸗ lichen Suͤnden. Darauff antwortet Daold/ und begehret Gnad und Vergebung ſeiner Suͤnde/ wie er zuvor auch gethan hat/ daas er moͤge von ſeiner Anfechtung errettet werden/ und niemand mehr ſich an ihm aͤrgere und von der Schuld und Straff loß und ledig/ und nicht wie Saul/ Ahitophel und andere/ in ewige Straffe ge⸗ worffen werde. Darumb ſo bitteter: Errette mich. Im He⸗ bræiſchen lautets: Erue, eripe, libera me, Reiß mich heraus/ und erloͤſe mich davon: Anzuzeigen/ wie ſehr tieff der David muͤſſe in der Schuld/ damit er den Todt verdienet geſiecket ſeyn/ und daß es nicht ſo leicht zugehe heraus zukommen/ es gehoͤre eine Goͤttliche Krafft darzu/ G Ott muͤſſe es thun: Der ſolle und muͤſſe erretten. Wovon foll Er ihn dann erretten und heraus reiſſen? Von den Blutſchulden: Saugvinibus, von vielem Blut/ lauts in ſeiner Sprachen: Anzuzeigen daß unter ſolchen Blutſchulden ſehr viel ſtecke. Freylich ſehr viel: Dann da ſind Blutſchulden i. die Suͤnde aller Menſchen die den ewigen Sohn Ottes dahin ge⸗ bracht/ daß er ein Blutbad hat muͤſſen ausſtehen/ und hat ſem Blut fͤr uns vergoſſen/ an welchen wir alle ſchuldig ſind. 2. Blutſchuld iſt Mord/ Todtſchlag/ Tyranney/ Wucher/ damit man Men⸗ ſchen⸗Blut vergeuſſet und ihnen ihren armen Schweiß und Blue aus ſauget/ oder ſonſten ihnen unrecht thut. 3. Wird dadurch ver⸗ ſtanden unbußfertiges Leben/ da man ſchuldig wird an dem Leib und Blut des HEirn/wie Paulus redet. Hierbey leicht abzuneh⸗ men was fuͤr ſchwere Anfechtung bey dem David der Blutſchutl den halber muſſe geweſen ſeyn/ daß er wird gedacht haben: Sihe du haſi den Todt verdienet und das Blut Vrie ſchreyet zu G Ott von dererden eben ſo wol wie Abels Blut Der Fluchuͤber Cain Bobb iij gehoͤret 966 Die zehende Predigt b gehoͤret auch uͤber dich/ wie uͤber alle Todiſchlaͤger. Was haſi gethan? Wiltu nun predigen? Ja warlich ein feiner Predigete Ein Todtſchlaͤgerein Ehebrecher: DeßHeratio facir Monacban, wiltu nun fromm werden? Nein/ es wird ſo ſchlecht nicht abg hen/ G Ott wird rechnen mit dir. Du magſt das Predigen wolanſe⸗ hen laſſen: Spricht nicht G Ott zum Gottloſen: Was ber⸗ Pl. 7o. va6. fuͤndigeſtu meine Rechte/ und nimmſt meinen Bundin der nen Mund? Sehet ſolche Anſechtung wird der David beh ſih gefuͤhlet haben. Aber er erholet ſich des Troſtes im Gebet mi ſehnlichen Worten/ und widerſtehet den gefaͤhrlichen Gedanclen und ſpricht GOtt/ mein GOtt/ mein Heyland/ der dum⸗ nes Heyls ein GOtt biſt. Damit richtet er ſich auff/ und wuf ſeine Gedancken und Teuffels⸗Pfeile zuruͤcke/ und haͤnget ſichan Gottes Gnade und Verheiſſung/ und an ſeinen Heyland undi tet drauff: HErr/ errette mich. 4reatu& pænd& Atragiu Tn,en ſo ſchrecklichen Suͤnden/ ſo wil ich deine Gerechugn ruͤhmen. b Durch die Gerechtigkeit Gottes verſtehet hier Dabid nicht die Gerechtigkeit/ mit welcher er die Suͤnde und W hertretung ſtraffet/wird ſonſt genandt die Juſtiria Legalis, die Legaliſche Ail⸗ terliche Gerechtigkeit/ davon im Schluß der zehen Gebolen ſhel Ex. 20. v. J. Exox. GOtt draͤuet zu ftraffen/ ꝛc. Von ſolcher Gacch⸗ . tigkeit handelt hier der David nicht/ dann wann nach delſelben b G Ott mit uns handeln und verfahren wolte/ ſo muͤſte erall Welt zum ewigen Todt verurtheilen und verdammen: Sonden er redet hier von der Gnadenreichen Barmhertzigkeit/ durch welche wir von ihm zu Gnaden auff⸗ und angenommen/ wir ungerechle fuͤrfrommund gerecht durch E Hriſtum/ welcher uns vom Val 1. Cor.rvzo zur Gerechtigkeit gemacht/. Cor,. geachtet/ und dadurch Veig⸗ bung der Suͤnden erlangen/ wird ſonſten uſtiria Eyangelira; E vangeliſche Gerechtigkeit/ Juſtitia bonitatis& fidei, die Getech⸗ ligkeit der Guͤte und des Glaubens genandt/ imund nacz ua uͤber den 5. Pſalm. zo⸗ er haͤlt und vollnzeucht ſeine Zuſage/ Warheit und Gnade/ und verlaͤſſt nicht/ alle die auff Ihn trauen. Dieſe Gerechtigkeit der Gnaden und Treue G Ottes/ ſagt nun David/ wolle er nicht vet⸗ ſchweigen/ ſondern mit ſeiner Zungen fuͤr maͤnniglich O Ott zu gebuͤhrenden Ehren ruͤhmen und preiſen. Weil aber diß uns Menſchen an und vor ſich ſelbſten/ wegen unſer verderbten Natur allzuſchwer: Dann wit wiſſen nicht/ wie wir G Ott recht anruffen/ beten/ ruͤhmen und ehren ſollen/ es ſey dann/ daß G Ott der heilige Geiſt uns unſere Hertzen/ Mund und Zunge hierzu entzuͤndet/ unterrichte luſtig/ freudig und muthig ma⸗ che/ Rom. 9. ſo faͤnget David das Domine lalia mea aperies an/ Rom. 8. v. 26 HErr thue meine Lippen auff/ ꝛc. Hiermit den HErrn bit⸗ tend/ daß er wolle mit ſeinem Griffel oder Finger ſeine Lippen an⸗ ruͤhren! ſie durch den H. Geiſt oͤffenen/ ſeine Zunge loͤſen und re⸗ dend machen/ damit ſie ſeyn/ des HErrn Ruhm/ wegen ſeiner un⸗ erforſchlichen Gnad und Barmhertzigkeit fuͤr maͤnniglich freudig und getroſt ruͤhmen und preiſen maͤge. b DStehet uns alſo der David allhier zum Exempelund guten Us us Vnterricht/ daß wir auch GOttes Lob im Munde fuͤhren/ Gottes Lob und ſeinen Ruhm verkuͤndigen ſollen. Warumd das e Koͤ⸗ und Ruhm nig David wird es uns wol ſagen/ warumb wir G Ott zu loben/ zu verkuͤndi⸗ und ſeinen Ruhm zu verkuͤndigen/ dann da haͤlt er uns in dieſen Sen. Worten fuͤr:.) Dirine Maieſtatis aſtigium die hohe Herrligkeit und herrliche Hoheit G Ottes ſaget: on o GOtt/ der du mein GOtt/ anzuzeigen/ wie Er ein hoher und erhabener GOtt. Der Heyden Goͤtter ſind und werden auch Goͤtter ge⸗ nandt/ aber Oelende Goͤtter! Goͤtzen ſind ſie. Der Heyden Goͤtzen ſind Silber und Gold/ von Menſchen Haͤnden ge⸗ macht/ haben Maͤnler und reden nicht/ Augen und ſehen nicht/ Ohren und hoͤren nicht/ Naſen und riechen nicht/ Haͤnde und greiffen nicht/ Fuͤſſe haben ſie und gehen nicht⸗ und reden nicht durch ihren Hals. Schaͤmen müſſſen ſich alle/ — 3 7 1 3 3 1 1 4. “ 8 ö“ A— . 4 4 1 3 4 9 1 2 4 In 1 1— 6 1 z5s Die zchende Predilt alle/ die den Bildern dienen/ und ſich der Goͤtzen ruͤhmen/ Fſ. y. v. 4· Pſalur. G Ott aber den wir ruͤhmen/ und deſſen Loh wir batkaͤn⸗ ſeg. digen ſollen/ iſt Heus Deorum, der G Ott aller Goͤtterda Gon rfal. 7 7. in det Hohe! welcher ſelber ſaget: Ich wilmeine Ehreinan „. aandern geben/ noch meinen Ruhm den Goͤtzen. Fuͤur iſt keiner gemacht/ ſo wird auch nach mir keiner ſehn/ Ji bin der erſte und der letzte/ und auſſer mir iſt kein 6Oii Eſa. 42",8. N6. 42. ℳ3. ℳ4. Von ihm ſaget Koͤnig David: Der hon —13. iſt groß und hochzu loben/ wunderbarlich üͤber alle Gi 4*° ter/ Pal36. Wer iſt wie der HErr unſer GOtt/ der ſchſ hoch geſetzet hat/ und auff das niedrige ſihet/ im Hunn Pſ.n. v..6. und auff Erden/ abn. Wir wiſſen/ ſpricht S. Paulus doß ein Goͤtze nichts ſey in der Welt/ und daß kein ander S 1.Cor. 8.v. 4. ſey/ ohn der einige/ Cor. g. Der iſis von welchem Moſt get: Gebet unſerm GOtt allein die Ehre. Wer woltediin wahten lebendigen G. Ott nicht loben/ und ſeinen Ruhm venli 2. Daß uns Lonig David zum Ruhm und Loh GOtus annreitzen moͤge) haͤlt er uns fuͤt mulriplex O EI promeritumipe wol ſich O Hit umb uns verdienet/ dann da heiſſet et ihn hem Salutis, einen Oott des Heyls/ als der ihm Heyl und Genchaigtelt zugewandt/ durch ſeine Sohn unſern Heyland/ wie et dann ſagtt: Der du mein GOtt und Heyland biſt. Deſſen Gerechg⸗ keit zu ruͤhmen/ dann eben dieſe Gerechtigkeit iſt uns auch uge· wendet/ und uns dadurch geholffen worden/ dann da iſtuns ſſen Sohn C Hriſtus von GOtt gemacht zur Weißheit/ zurGe⸗ recht gkeit/ zur Heiligung und zur Erloͤſung/.„ConaSein des Sohnes G Ottes unſers Heylandes Gerechtigkeit iſtde theuere vollkommene Gerechtigkeit/ die er uns zugebracht/ und worben(ꝛ.) aocendo, mit Lehren/ in dem Er ſeine Juͤngen und alle Glaͤubigen darauff gewieſen und geſprochen: Ich ſage ell lehrten es ſey dann euer Gerechtigkeit beſſer dann der Schriffig⸗ uͤber den zu Pſalm. 69 lehrten und Phariſeer/ ſo werdet ihr nicht ins Hinmnel⸗ reich kommen/ Mattb. 5.(2.) Praſtando, mit ſeinem Thun/ Matth. 3. in dem er fuͤr uns das gantze Geſetz erfuͤllet/ und damit ſeines vo. Vatern Zorn geſtillet/ der uͤber uns gieng alle: Denn er ha⸗ den vollkommenen Gehorſam vollkoͤmmlich geleiſtet/ den das Oe⸗ ſetz begehtet/ Er hat ſich unter das Geſetz gethan/ auff daß er Gal. 4. 4 die/ ſo unter dem Geſetz waren/ erloͤſete/ daß wir die Kind⸗ ſchafft empfingen. G.) Patiendo, mit ſeinem bittern Leiden/ in dem Er alle Marter und Pein/ die wir haͤtten leiden ſollen/ aus⸗ geſtanden/ und uns erloͤſet von dem Fluch des Geſetzes/ da Er ward ein Fluch fuͤr uns/ auff daß der Segen Abrahe unter die Heyden kaͤme/ alz. Dann die Straffe unſerer Sünden Gal. 3. v. 3. lag auff Ihm/ auff daß wir Friede haͤtten/ und durch ſeine Wunden geheilet wurden/ ha..(4 Tuputando, mil Su⸗ Eſa. z3. v.z. rechnung: In dem Er ſeiner Gerechtigkeit unſerm Glauben b ſchenckt und uns zu eigen uͤbergiebt aus lauter Gnaden/ daß wir darinnen fuͤr G Ottes Thron unvergleichlich und unerreichlich mehr als Engelrein mit allen Ehren erſcheinen und beſtehen koͤn⸗ nen/ dann das dem Geſetz unmuͤglich war/ ſintemal es durchs Fleiſch geſchwaͤchet ward(nemlich daß es der Suͤnden wegen keinen gerecht und ſelig machen koͤndte /) das that G Ott/ unnd ſandte ſeinen Sohn in der Geſtalt des ſuͤndlichen Flei⸗ ſches/ und verdammte die Suͤnde im Fleiſch/ durch Suͤn⸗ de/ auff daß die Gerechtigkeit von uns im Geſetz erfordert/ erfuͤllet würde/ und er allein gerecht ſey/ und gerecht ma⸗ che/ den/ der da iſt des Glaubens an Jeſum/ Rom. PF. Kom.§. v.z. Dieſe Gerechtigkeit iſt nun zu ruͤhmen als ſeine Gerech⸗ b tigkeit: Theils wegen ſeiner hohen Perſon/ die ſie erworben/ die da iſt er ſelber/ der ewige Sohn Gottes/ theils wegen des in den geheimen Rath der hochgelobten Dreyfaltigkeit von Ewigkeit her b getroffenen Hecrets und Schluſſes/ daß durch keine andere als durch dieſe die Glaͤubigen in de Rarsae und ſähehn an ſol⸗ Ceec en: So Die zehende Predigt len: Theils wegen der Duration und un verruͤlkter Berbſeizung rI 2: 26 daß gleich wie er ein ewiger Gott/ ſeine Jahre waͤhren fuͤrundfi e2. 16 und nehmen kein Ende/ 0⸗. Pſal. alſo auch ſeine Gerechtigkae wig dauren und waͤhren ſolle/ und ihrer die Gerechten in Ethigken zu genieſſen haben. Vnd das iſt es auch darauff uns Gona⸗ troͤſtet a. z0. daß das geiſtliche Jeruſalem /die Chriſtliche Kita kuͤhmen werde/ wie ſie ein zwiefaͤltiges empfangen vonder Hand des HErrn umb ihrer Suͤnde. Was iſt dann woldas zwiefaͤltige« Die zwiefaͤltige Wolthaten des HExrrn unſers Ha⸗ lundes: Denn er hat nicht allein von Boͤſen uns errettet dem V bertreten gewehret/ die Suͤnde zugeſtegelt/ und die Miſſ⸗ tthat ver oͤhnet: ſondern auch das gute uns geſchencketund feine ewige Gerechtigkeit uns zugebracht/ Dan„. Er iſede ler. 33. v. 6. HErr/ der unſer Gerechtigkeit heiſſet/ Fer. 23. und uns aui zur Gerechtigkeit gemacht /*. Cor.. Auff daß wer ſich ruͤhnen wil ſich dieſes HErrn ruͤhme/ wie geſchrieben ſtehet wer ſich ri men wilder ruͤhme ſich deſſen/ daß er mich wiſſe und ſenne daß ich der HErr bin/ der Barmhertzigkeit, Recht undee⸗ rechtigkeit iibet auff Er den/ dam ſolches gefaͤlſt mur ſpricht Jer. 9. v. der HErr/ Jer. 9. b b Weill wir dann ſolcher Gerecheigkeit auch theilhafftig wor⸗ den ſind wie unſere Vaͤter durch den Glauben/ 4t. 5. Eo ruͤhmet und freuet ſich deſſen billich ein jeder glaͤubiger Chuſt ven Eſa. 61. v.10. Hertzen⸗Grund/ und ſaget mit dem Eſala am or. Ich freuemich im HErrn/ und meine Seele iſt froͤlich in meinem Golt/ dann er hat mich angezogen mit Kleidern des Heyls/ und mit dem Rock der Gerechtigkeit gekleidet: Vnd mit Paub Rom. 8. v. zum Roͤmern g. Wer wil nun die Auserwehlten GOults 33, 34. beſchuldigen? Gott iſt hier/ der da gerecht machet? Wer b wil verdammen? Chriſtus iſt hier der geſtorben it/ ja vel mehr der auch aufferwecket iſt. Worzu? Vmb unſer Sun⸗ de willen iſt er dahin gegeben/ und umb unſer Gerachu. uͤber den. Pſalm. ror keit willen aufferwecket worden/ daß ſeine Gerechtigkett uns zugerechnet werden ſol/ ſo wir glaͤuben an den/ der un⸗ ſern Herrn Jeſum aufferwecket hat von den Toden. Bleibs demnach ein jedweder unverworren mit der Gerechtigkeit der gut⸗ Wercle/ und trachte nicht ſeine eigene Gerechtigkeit auff zurich⸗ ten dann alle ſolche unſere Gerechtigkeit iſt wie ein unflaͤthig Kleid/ und kan die Seeligkeit nicht im geringſten erlangen. Gnug zu dieſem mahl. 3“ digt/— 1 A Se..Novemb. ten Buß⸗Pſalm des Koͤmges uas. und Propheten Dabvids/ ſo da iſt der DOtdnung nach im Pſalter⸗Buch der Ein d und Funffzigſte. Aan TE X T 11 S Verſ. 18, 19. S O haſt nicht Luſt zum Opffer/ Ich wolte dir es 1 Wnſ wol geben/ und Brand⸗Opffer gefallen dir nicht. Die Opffer die GOtt gefallen/ ſind ein Seangſter Geiſt/ Ein geangſtes und zuſchlagen Her wirſtu Gott nicht verachttr. genzoert Keccij kror- . Die eiffte Predigt EXORPDIM Was flr Ann wir den neuen Gehotſam bedendken dſſr Vrſachen wir uns nach gethaner Buß befleiſſigenſiln, uns zum 8 und darneben zugleich erwegen die Viſachen neuen Ge⸗ horſam an⸗ GR mahnen ſol⸗SF 88 da hat Gott der HErr in den Schrifften der n⸗ len. pheten und Ayoſteln ſeine Gebot unter andern auch alſo afſaͤnt daß er in denſelben den Gehorſam von uns erfordere/ welchen i Exod 21. 25 ihm zu leiſten ſehuldig ſeyn/ Exod 2r. Dem Hérren euren Golt v. zr. ſolt ihr dienen/ v.. Gehorche der Stimme des Engels den ich ſenden werde: Dieſes war der Sohn Gottes/ der 5 Deut, 6, 13. aller Engel!demſelben ſollen die Iſraeliter gehorchen. Deat. ann c. 10, v. 0. Mattb. 4. Luc. a. Du ſolt dem HErrn deinen Gott dienan AMatt.*. v. Weil er dein Gottſo iſt es auch billich/ daß du ihm dieneſundg; Luc. 4½ v. F. horſameſt.. 2. Findet ſich auch nicht allein obedienrie Encomiumdo groſſe Lob des Gehorſams: Der Gehorſam gegen Gouiſß die Faͤuptquelle aller guten Wercke: Darumb auch derſilhe ſ 3. Sam.. herrlich wird geprieſen/ 1. Kam. 5§. Gehorſam iſt beſſer dann „. 22. Opffer/ und Auffmercken beſſer dann das Fette von Wdͤ⸗ dern: Vrſache iſt dieſe: Dann das euſſerliche Werckdas Oſſe fern koͤnnen auch die Heuchler und Gottloſen verrichten: Aberden innerlichen Gehorſam mag niemand als Goktes wahre bndet keiſten. Hergegen der Vngehorſam wird als eine ſchreckliehe Sin⸗ .. am 1. de uns fuͤrgemahlet/*· Sam.**. Vngehor ſam iſt eine Zaubetch *.3. Suͤnde/ und Widerſtreben iſt Abgötterey und Goͤtze⸗ ddienſt. Prſache iſt dieſe: Durch Vngehorſam weichet det Menſch von G Ott ſeinem Schoͤpffer abe/ und erwehletihmih nen andern G Ott/ dem er mehr als den wahren ott dienet. 3. Wber das ſol uns auch nicht allein anreitzen qaba enchne,2 zbüch dußdu v GOtt gefallen/ ſind ein geaͤngſter Geiſt/. Tovæ Wann wir dann bißhero aus dem dritten Theil dieſes un⸗ dedientie ſers. Pſalmes vom neuen Gehorſam geredet/ da wir beirachtet ſobliaium⸗ uͤber den Fi⸗ Pſalum. ne commodum, der groſſe Nutz des Gehorſams/ dann wer G Ott den HErrn gehorſam iſt/ der hat deſſen in dieſem und dem ukuͤnfftigen Leben reichlich zu genieſſen: Sintemal die Gottes⸗ furcht/ und auch der Gehorſam gegen G.Ott zu allen Dingen nuͤtze und hat die Verheiſſung dieſes und des zukuͤnftigen /e. Iim. 4. Beſondern da findet ſich auch. Dei beneplacitum, GOt- kes Wolgefalle. Dann wie G Ott der HErr den Gehorſam geboten/ alſo hat Er auch ein hertzlich Wolgefallen an demſelben. Wite ein Vater ein hertzlich Wolgefallen drob traͤget/ wann das Kind Ihm folget und gehorſam iſi: Alſo hat auch GOc der HErr ein vaͤterliches Wolgefallen an denen/ ſo Ihm gehorſan⸗ lich dienen/*.Lam.r. Spricht Samuel zu Saul: Meynſtu/*.Sam, 1, daß der HErr Luſt habe an Opffer und Brand⸗Offer/ als v. ꝛ0. am Gehorſam der Stimme des HErrn. Wie angenehm rund gefaͤlltg G Ott dem HErrn der Gehorſam ſey/ ſihet man aus der Antwort/ welche er dem Koͤnige Salomon/ der umb ein gehor⸗ ſames Hertz bat/ gegeben/ Regg. Es geſiel dem HErrn wol/ Keg. 3. v daß Salomon umb ein ſolches bat: Vnd GOtt ſprach 10.n. zu ihm/ weildu ſolches bitteſt/ und bitteſt nicht umb langes Leben/ noch umb Reichthumb/ noch umb deiner Feinde Seelen/ Sihe/ ſo habe ich gethan/ nach deinen Worten. Welcher Wolgefalle G Ottes am Gehorſam ſich auch findet allhier in unſerm z1. Pſalm/ wie dann Koͤnig David ſolchen Wolgefallen G Ottes heraus ſtreichet mit dieſen Worten: Du, Noræ o- baſt nicht luſt zum Opffer/ ich wolte dir es ſonſt wol geben/ bedientie⸗; und Brand⸗Opffer gefallen dir nicht: Die Opfſer/ die initium. 41412. Novæ o- gehabt Wove obedientie fontem ſêu initiumn. Woher derſelbe de gientia⸗ komme/ ꝛ Novæ ogedientiæ ſubſiaium, wodurcheer erhalten werde. eranm 3. Novæ obedienriæ internum G exteruum fruttum,: die Fruͤchte R& externü Ccec in des fruckum. — —— “—— 5 4 4* Ses 8““. 8 “. 3 1* 4 1— 5 4. w.—— 4 8 5 6— 3.— 64“.. 1 4„— 1 g- 1 3 — Ä 8 8 3 8 —„ — 8een— 524 Dit eilffte Predigt 4. Dei er des Gehorſams. Als wollen wir anitzo beſehen Deiex nopaohe⸗ nora obe- Aieuria geneplacium, wie wol GOtt dem HErrn ein neuer dientia be· Gehorſam gefalle. Hiervon zu dieſem mal zu reden und daßs neplaeitum oßne Nutz nicht abgehe/ ſeuffzet mit mir alſo: Hilff/ HErr iif laß wol gelingen/ dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer Sam Heyl und Scligkeit Ampen. 85 N nechſt vorhergehender Predigt/ Geliebte Freunden C Hriſto/ haben wir vernommen/ wie Koͤnig David umen andern Fruͤchten ſeines neuen Gehorſams wolle von ſih me ſehen und ſpuͤren laſſen Lob und Danckbarkeit gegen G Otin wolle mit ſeiner Zungen deſſen Gerechtigkeit ruͤhmen. Da haͤn nun iemand einzuwenden: Was iſts/ daß ſich David mit Wa ten dancibar zu ſeyn gegen G Ott erklaͤret/ warumb wilers nich vielmehr thun/ mit vielem ſtattlichen Opffern/ wie im Alten dt⸗ ſtament gebraͤuchlich und von G Ott auch alſo im Geſetz gehoten ware Hierauff antwortet Koͤnig David und ſetzet: Deuin ous obedientia benéplacitan, wie G Ott eigendlich am neuen Gahor⸗ ſam ſein gefallen habe und welcher geſtalt er ſein Leneplacitumdij fals erweiſe. Da dann der Koͤnigliche Prophet David gehn: T. Per dpou ſeu Negationem, und ſetzet/ was dem Wilen Wolgefallen G Ottes zu widern/ und worzu er ſo garkane Membrum. und v. Luſt habe wann er uns fuͤrſtellet: Deum opus operatum perſas 1 zem, Wwie er zu dem bloſſen Dienſt⸗Werck ſo gar keine Luſt habe/ und ſpricht: Dann du haſt nicht Luſt zum Opffer Brand⸗ —Opſffer gefallen dir nicht. Was wil hier venden⸗ Wüce vid O Ott zu einen Wendehoͤcken machen/ der bald zu einen Oir ge ſo angeordnet/ Luſt habe/ bald nicht Luſt darzu habe? Halt dann nicht die Opffer im Alten Teſiament hefohlen/ hater dann dieſelbe ihm nicht gefallen laſſen/ und gnaͤdigſt angeſehen? Ot kreplich: Wie lagi dann nun Davig und dauff ſagen. Erjee — iber vin F. Pfalm. 9 uicht Luſt zum Opffer/ und Brand⸗Opffer gefallen Ihm nicht ſonſt er ſie Ihm auch wolle gebenly Auwort: Daold nicht ſo ſchlechter Dinge dahin redet als a ob er G Otte dem HErnn gar nicht opffern wollen/ wie im Geſetz geboten/ dann da hatte er ja G Oit dem HEnn vieffaͤlig geopf fert und wo er auch das niche gethan haͤtte/ waͤre er ein Transgreſſor ATIO ous, oder Vbertreeer des Geſetzes geweſen. So bringet auch 192 ſolches die conunctio copulati va in ſeiner Sprachen mit ſich/ da er ſaget—odd& darem, und ich wolte es dir geben/ daß er im Viehe ſchlachten zum Opffer muͤſſe ſehr fleiſſig geweſen ſeyn. Als wolle er ſagen: Du haſi war nicht Luſtzum Opffer/ ich ha⸗ be ſie dir aber dennoch gegeben und wolte ſie dir noch geben. Daß er aber ſaget: Du haſt nicht Luſt zum Opffer/ ꝛc geſchieht— dreyerley Vrſach wegen: 1. Wegen det Meynung des Verdienſt⸗ Wercks/ ſo bey den Juͤden ſtarck eingeriſſen/ die da meyneten/ wan ſie nur G Ott dem HErrn viel opfferten/ alsdann ſaͤſſen ſie Ihm im Schoß/ und waͤren ſeine liebe Kinder: Nieht anders/ wie heute zu Tage ſolcher Leute unter uns auch wol gefunden werden/ welche meyne n/ wann ſie nur zur Kirchen gehen/ ſo ſey es alles gnung/ wann ſie ſich gleich nicht beſſein/ leben in aller Vngerechtigkeit/ Zorn und Rachgierigkeit/ gehen aber doch druͤber zur Kirchen/zum Abendmahl/ meynen ſie ſeyn alsdann gerecht und G Ott ange nehm/ da man dann hiervon eben alſo ſagen koͤndte: Bloß Kirx chengehen/ HErr/ gefaͤllet dir nicht/ du haſt nicht Luſt zum Sacramentgehen/ wann darbey keine Beſſerung des Le⸗ bens/ wie allhier David ſaget: Du haſt nicht Luſt zum Opf⸗ fer/ Brand⸗Opffer gefallen dir nicht: Vnd ſolches wegen ſo ſchaͤndlicher Heucheley/ ſo darbey vorgienge: Welches ihnen dann auch GOET der HErr vorwirfft im vorhergehenden ʒo. Pſalm ſſonderlich auch beym Eſaia am erſten: Was ſoll mir die Menge euerer Opffr/ ſpricht der HErr? Ich bin ſatt der ka. 1. v.n. Brand⸗ Opffer von Widern/ und des Fetten von Se beir b maͤſten, “ —„ —— 4——„ 4 3 3 8— 3—““ d e 4 8 4( 8— 1 1 —— 2 1—— 2—„—“— 4——— 4 1. „6 Die eilffte Predigt maͤſten/ und habe keine Luſt zum Blut der Farren/ dim⸗ 2. Daß David ſaget/ du haſt nicht Luſt zum Opff/ geſchicht auch darumb/ weil es die bloſſenOpffer nicht thaten in⸗ dern darbey geſehen wurde/ und muſte geſehen werden/ auffdagt nige Nas⁵ε Sacrificium oder Berſuͤhn⸗Opffer C Hriſti un welches willen die Opffer Altes Teſtamentes Schatten⸗War und Vorbilde waren) welche waͤhren ſolten nur auff eine geoſſ Zeit/und darnach abgeſchaffet werden. 3. Wil auch der Prophet darmit anzeigen /wie alle Oyſa G Dit dem HErnn mißgefallen/ wo nicht vor erſt die Peiſe ddurch wahren Glauben an CHriſtum verſuͤhnet: Wie dannhe Gen. 4. v.5. Abels Opffer geſchrieben ſtehet Gen. 4. daß GOtt gnaͤdigli angeſehen Abel und ſein Opffer. Anzuzeigen/ daß er zu eſ Perſon des Abels angeſehen/ wie die Beſchaffeuheit geweſen yi nach dem er befunden/ daß er wahren Glauben gehabt an denv heiſſenen Weibes⸗Saamen ſſo hat er hernach auch das Waudes e9n dieſer unſer Predigt. Usus ²0 ſer unſer Predigt. Hierbey erkennet zum Nus die eigendliche Gelegenund Was es mit Beſchaffenheit des Levitiſchen und Moſaiſchen GOttes⸗ dunn W dienſts: Inſonderheit der Opffer. Der G Ottesdienſtda fern im Al⸗ Juͤden unter dem Alten Teſtament beſtunde vornemlich in den ten Teſta⸗ vielfaͤlligen Opffern. Solche Opffer waren anders nichts ment fuͤr ei⸗ goͤttliche und geiſtliche Handelungen/ darinnen manchetley ohl⸗ ne Beſchaf⸗ riones und dargebrachte Gaben/ von reinem Viehe/ von gebaite fenhet ge⸗ nen Kuchen/ von den Erſtlingen der Feldfruͤchte und dergleichen bab. G Ott dem HErrn nach ſeiner Ordnung durch die Prieſtetans dem Stamm Levi mit ſonderbaren Ceremonien aufgeopffert wut⸗ den an dem Ort/ da er ſeines Namens Gedaͤchtnuͤß geſtifftet hatte zu gewiſſem Ende/ die auch waͤhren und dauren muſten /biß auf die Zukunfft Meſſir. Dieſer Opffer waren unusſse Dpffers angeſehen. Diß iſt aſſo die Parapbr æſis des erſten Eti Sorten und Arten: Als Brand⸗DOpffer/ Speiß/ Opffer/ Danck⸗ Dpffer/ Suͤnd⸗Opffer/ Schuld⸗ Opffer/ Tranck⸗ Opffer/ Ge⸗ luͤbd⸗Opffer und Bann⸗Opffer/ wie ſie im dritten Buch Moſis nach der Laͤnge beſchrieben ſtehen. Der Gottesdienſt muß traun den Juͤden etwas ſauer und ſchwer ankommen ſeyn/ und ſie treff⸗ lich viel gekoſtet haben weil eine gantze unglaͤubliche Menge Vie⸗ hes darzu gehoͤrte/ und faſt was ſie nur thaten und angriffen/ ein ſonderliches Opffer von ihnen erfordert wurde/ da war des gebens kein Maß noch Ziel/ dennoch haben ſie darbey im gelobten Lande alles voll auff und genug gehabt/ ie mehr ſie ſpendirten auff ihren Gotteodienſt/ ie reichlicher wurden ſie an ihren Guͤtern geſegnet/ und muſten ſolche ihre Opffer zu vielen Sachen dienlich ſeyn. Fuͤrnemlich waren ſio eine lebendige ommonefaction und Erinne 1. ung des uͤberreichen und rechten vollkommenen Verſuͤhn⸗Opf⸗ fers des HErrn JEſu C Hriſti der ſich/ wie Paulus redet/ Epbs. Eph,„, v.z. ſelbſt dargegeben hat für uns zur Gabe und Opffer/ zu ei⸗ nem ſuͤſſen Geruch. Darauff zielet Johannes der Taͤuffer/ wann er mit Fingern auff ihn weiſet und ſaget 70b,2. Sihe das ſoh.1. v. 29. iſt Gottes Lamb/ das der Welt Suͤmdre traͤgt. Deutet da⸗ mit an/ daß unter dem alten Bund/ ſonderlich die Opffer⸗Laͤm⸗ mer/ derer man alle Tage fort und fort Abends und Morgends zwey auffopffern muſte/ auff ihn von fernen gezielet/ und ſein Opf⸗ fer am Creutzes⸗Stamm lieblich ab⸗und fuͤrgebildet haben. Dar⸗ nach waren die Opffer verordnet umb der Geiſtlichen und Prieſter willen/ daß ſie davon ehrlich ſambt den ihrigen alementiret und verſorget werden kondten/ dann von den Opffern/ von den Erſt⸗ ggeburtenund von den Zehenden muſten ſie ſich nehren und unter⸗ halten/ das war ihre Beſoldung und Einkommen/ das ihnen das Jahr durch ein ſiattliches wird gebracht haben/ unter ſo volckꝛeichet Commun und groſſen Gemeine. Zu dem verbunden die Opffer ddie Kinder Iſrael unter einander/ daß ſie als Bruͤder und Glau⸗ dens⸗genoſſen ſich fein zuſammen hielten/ und mit Hauffen mit Dddd einan⸗ 4. Hebr. 13. v. 15. 16. 53 Dit eilffte Predigt einander walleten zum Hauſe G Ottes/ zu ſchauen die ſchoͤnen G)ttesdienſte/ und ſeinen Tempel zu beſuchen. Pber diß wa⸗ ren die Opffer Owbola graritudins, ſi cheinbare Zeichen der ſchu⸗ digen Danckbarkeit/ dadurch das heilige Volck erkandte mhe⸗ kandte /ſie haͤtten alles von& Ott empfangen/ und waͤren deſ gen verpflichtet/ ihme zu Ehren von den Seinigen etwas denen geben/ die auff Erden ſeine Stelle verwalteten. Weiter waren die Opffer auch ſolche Mittel/ dadurch die jenigen/ die ſich wißn G Ottes Verbot in einem und dem andern verunreiniget hann Eævitice und nach Art des Moſaiſchen G Ottesdienſtes gerein get/ und unter die Schaar des uͤbrigen Volcks G Ottes wiede an⸗ und auffgenommen worden. Ferner waren ſie Bildnuͤß und Conterfey der mancherley geiſtlichen Opffer der Ehriſten /dien von auſſen/ ſondern inwendig im Geiſi geſchehen/ als da iſt Dpffer des heiligen Evangelii/ von dem G Ott der F Er we get/ Malacb. am. und 3. cav. Vom Auffgang der Sonnen biß zum Niedergang ſoll mein Name herrlich werdenin⸗ ter den Heyden/ und an allen Orten ſoll meinem Nannen geraͤuchert/ und ein rein Speiß⸗Opffer geopffert werden. Wie dann auch iſt das Opffer der Buß/ davon hier Davd ſaget Die Opffer die GOtt gefallen/ ſind ein geaͤngſter Geiſein geangſtes und zerſchlagenes Hertzwirſtu GOtt nicht ber⸗ achten. Das Opfſer der Danckſagung und Gutthaͤtigkeit don denen geſchrieben ſtehet/ Neor. u. Laſſet uns opffern durch itn das Lob⸗Opffer allzeit/ das iſt die Frucht der Lippen/de ſeinen Namen bekennen. Wolzu thun/ und mit zu thelie vergeſſet auch nicht/ dann ſolche Opffer gefallen Gott wi Dieſe und dergleichen mehr Opffer muſten weiland durch dt aͤuſſerlichen Opffer entworffen/ und die Iſraeliten vermahnet wer den/ ſie ſolten bey ihren Opffern derer ja nicht vergeſſen ſonſten wuͤrden alle ihre Opffer zum Greuel werden.. Aber da riſſe ein ein ſchaͤndlicher Nißbrauch der Oyffau 9 60 4 4 4 6 6 8 5 5½ 8 4 1 4— 1 8 1 .„ * 2* * „ 8 347ℳ 4 —— — uͤber den 5. Pſalm. auch des Tempels bey den Juͤden im Alten Teſtament/ in dem nur eitel Heucheley und eigen auffgerichtete Verdienſt⸗ Heiligkeit darbey vorgangen/ und alſo G Ott kein gefallen dran haben koͤnnen/ und David hie recht ſage: Du haſt nicht Luſt zum Opffer. G Ott kundte es wol lelden/ daß ſie ſchlachteten und opfferten ſo viel ſie wolten/ dann es war von Moſe alſo ge⸗ ordnet: Aber das war es/ daß es verderbt/ daß ſie damit nichts ſuchten dann ihren Genieß/ und die Leute dahin fuͤhreten/ daß ſie meyneten/ durch ſolche Wercke zu verdienen G. Ottes Gnade/ und ewiges Leben/ welches doch ſtracks war wider der Propheten Pre⸗ digten/ die ſagten ihnen/ daß da ſolt kommen ihr Heyland/ der ſie wuͤrde erloͤſen/ von Suͤnde/ Todt und allem Vbel des ſolten ſie hoffen und warten/ und ihre Seligkeit allein auff Ihn ſetzen. In des ſolten ſie opffern im Tempel/ und den aͤuſſerlichen G Ottes: dienſt halten/ auff daß ſie blieben in der Zucht/ und in der weiſe der Hoffnung C Hriſti: Aber da fuhren die Juͤden zuſund tilgeten ſolchen Glauben und Hoffnung bey den Hyffern rein auß mach⸗ ken das Haus/ das da ſolte ein Bethaus ſeyn/ wie CHriſius aus dem F½. ſs. ſaget/ zu einem ſchaͤndlichen Kauff⸗Haus/ ſa zur Mord⸗ Gruben der Seelen. Dann der Tempel fuͤrnemlich nicht gebauer war umb des Opffers und Schlachtens willen/ ſondern der Koͤnig Salomo/ der ihn gebanet hatte/ da er kniet und betet/ weihete den⸗ ſelben/ und ordnete ihn zum Gebet/ wie er dann ſpricht. Keg.„. Wann etwa Theurung/ Peſtilentz oder ander Vnglüuͤck uͤ⸗ ber dein Volck kommen wird/ und ſie hieher kommen wer⸗ den/ oder ſonſt die Haͤnde ausſtrecken/ und beten zu dieſen Hauſe/ und deinen Namen anruffen/ z. ſo wolleſtu ihr Ge⸗ bet und Flehen hoͤren im Himmel. Nicht ſpricht er: Du wol⸗ ſtiore Werckund Opffer anſehen daß ſie viel Kaͤlberund Scha⸗ feloder Naͤuchwerck in dieſem Tempel bringen/ ſondern ſhr Beten und Flehen wolleſtu hoͤren. Darumb Eſaias und C Hriſtus den Tempel zu Jeruſalem auch nennet ein Bethaus/ darzu es auch b Dodd i b Salo⸗ 3xo Ditc eilffte Predigt Salomo gebauet hatte/(ob er auch wol drinn geopffen) und fein⸗ Wort lauten nur allein auffs Beten. Nun aber lieſſen di u den ſolchen Brauch anſtehen/ lehrten das Volck nicht /wie es beun ſolle/ ſondern machen nur ein Raͤuch Haus/ und Schlacht nnn draus/ wie wol G Ott das auch haͤtte koͤnnen leiden/ wo ſit da gebetet/ oder das Volck zum beten gewieſen haͤtten. Aber ſie ie ben allein auffs Opffer/ ohne Lehren/ ohne Beten und Amufen daruͤber ward diß Haus nichts anders/ dann zu einer Moͤdagui⸗ ben: Dann damit verderbten ſie die armen Seelen/ in dem ſieſie nicht lehreten beten und anruffen wie ſie ſolten gethan haben. Ein ſolcher Mißbrauch der Opffer im Alten Teſtament war bey da Juͤden/ die ihnen doch ſ Ott wie oben gemeldet, zu einem weitan dern/ und zwar gutem Ende hatte zu verrichten anbefohlen. Daß die e Es fraget ſich aber hiebey: Warumb dann die Leui⸗ ſchen Opffer nunmehr unter dem Neuen Teſtament ſanſ Opffer im andern Ceremonten des Juͤdiſchen Gottesdienſtes abge⸗ ſchaffet worden? Antwort: Weil ſie nur ein Schatten waunn ſtament bil.der zukunfftigen Guͤter/ und des Errn Meſſie und deund ſſe nothwendig weichen muͤſſen/ nach dem der Coͤrper und das We⸗ ſen in CHriſio ſelbſt iſt angelanget. Drumb ſchrie der HEmam Cre utz mit lauter Stimm/ Conſummatum est, es iſt vollbracht/ anzuzeigen/ alles was zum alten Bund gehoͤre/ ſey durch Ihnir⸗ fuͤllet worden. Wie dann auch darauff der Fuͤrhang fuͤrdemn Al lerheiligſten im Tempel mitten entzwey riſſe zum Zeugnuß doß nun der rechte wahre einige Hoheprieſter durch ſein Blutund Lode ins Allerheiligſte/ nicht mit Haͤnden gemacht/ eingegangen ſc/ und habe eine ewige Erloͤſung erfunden/ und darmit auffgehahen alle Opffer des Alten Teftaments als welche nicht vermochtendie Suͤnde zubuͤſſen/ noch die Gewiſſen zu reinigen von den todten Wercken. Vnd hiervon zeiget auch der Engel beym Daniel9 wann er ſagt: Mitten in der Wochen ſollen die Opffer und Speiß⸗Opffer auffhoren. Wie auch OOtt ſelber bſhe — über den 1. Pſalm. latte geweiſſaget/ Feren. 3. Ich wil euch Hirten geben nach ler. z. v.„. meinem Hertzen/ die euch welden ſollen mit Lehr und Weiß⸗ ¹6.7. deeit/ und ſoll geſchehen/ wann ihr gewachſen ſeyd/ und euer viel worden im Lande/ ſo ſoll man zur ſelbigen Zeit nicht mehr ſagen von der Bundes⸗Laden des HErrn/ auch der⸗ ſelben nicht mehr gedencken/ noch ſie beſuchen/ noch daſelbſt mehr opffern/ ſondern zur ſelbigen Zeit wird man Jeruſa⸗ lem nennen des HErrn Thron/ und werden ſich dahin ver⸗ ſamlen alle Heyden. Vnd gibt nun ſo viel deſto mehr im Neuen Teſtament mit dem David zu ſagen: Du haft nicht Luſt zum Opffer: Brand⸗Opffer gefallen dir nicht: Immittelſt aber der geiſilichen Opffer/ die da inwendig im Geiſt geſchehen/ 33 6 ſ4 9 dehebh dehachan ſe wie wir darzu erenſ eꝛden von dem Apoſtel Paulo /Rom. z der da ſpricht:t. Ich ermahne euch durch die hertzliche Barmhertzigkeit Hoc. 32 GᷣOttes/ daß ihr eure Leibe begebet zum Opffer/ das dalle bendig/ heilig und GOtt wolgefaͤllig ſey/ welches ſey euer vernuͤnfftiger Gottesdienſt: Vnd ſtellet euch nicht dieſer Welt gleich/ ſondern veraͤndert euch/ durch Verneluerung eueres Sinnes/ auff daß ihr pruͤfen moͤget/ welches da ſey der gule/ der wolgefaͤllige/ und der volltommene GOttes Wille. Dann b 11. Gehet nun Koͤnig David pe⸗ Saéan ſeu poſarionem, und II. ſtellet une am andern Theilbey dieſen Worten G Ott den oErrn Membrum; fuͤr als Deum ſinceritatem cultus approbautem, wie ein reiner Dienſt GOtt dem HErrn gefalle/ und welches die Opffer ſeyn /darzu er Luſt habe ſſpricht. Die Opffer die GOtt gefallen/ ſind ein geangſter Geiſt: Ein geaͤngſtes und zerſchlagen Hertz. Nach dem der Koͤnigliche Prophet die Heuchleriſche Opf⸗ d fer verworffen/ wie ſie dann auch G Ott ſelber verwirfft/ und Ihm anicht gefallen laͤſſt/ ſo zeiget Er an/ welches dann ſeyn die victim⸗ dis Opffer/ ſo Er Ihm wolle gefallen laſſen/ nicht die guſahme 3 3 r* —“ 3—.“““* ER e. e— 1— 2 . 4 4 3 ooöooooo 4 6 8. ———————— 3— 3 ——————— 8——— 8— 4 4—“ .*△ ——ö——— 9,— 1 1“ 8 4 8 4 5 8 3 —————.—–.– — — — — 3 5 1 Een 4 5r— 5 23 3—— 8— 3— 4 8 8* 4— 2. 4—— r— 1 —* 8* 9—— 2 8 — 1. 3 A. 4 8 8“. 8 8“ 4— —— 8e Di eiffte Predigt ſondern die innerliche/ als daß ein Menſch mit wahrer Buſſe ſich ſelber ſein Leib und Seele G Ott dem HErrn ergiebt zu einem le⸗ bendigen/ heiligen und G Ott wolgefaͤlligen Opffer wie ittan⸗ der Epiſtel an die Roͤmer am u. e. angezogen worden. us us Faͤllt alſo hier ein/ weil David redet von einem geaͤngſtn Wz die Reu zerſchlagenen Geiſt und Hertzen die Lehre e Contritione, vonde oder Zer⸗ Reu) oder Zerſchlagung des Hertzens/ ſo bey wahrer Buß ſchlagung vorgehet. Das Wort Contritio, welches heiſſt eine Zerſtoſſunge des Hertzens Zerſchlagung/ gleich wie es allhier in dieſem Pſalm alſo auchan 89 prabee andern Orten der Schrifft gefunden wird. Im 147. Pſalm: Er und in ſich heilet contritos corde, die zerbrochenes Hertzens ſind/ und begreiffe? verbindet ihre Schmertzen. 4. 34. Coneytpir, Er zerbrach pi. 147. v. z. mir alle meine Gebeine/ wie ei Loͤwe. ½. 77. So ſprich Eſa. 38. v.. der Hohe und Erhabene/ der Ich in der Hoͤhe und im h Eſa. 37. v. 5 ligthumb wohne/ und bey denen/ ſo zuſchlagenes undde Eſa. 6r. v.i, muͤtiges Geiſtes ſind/ cum contrito& bumili SGiritu. Farh Er hat mich geſand den Elenden zu predigen/ t aligaren Eſa. 66. v. z. contritos corde, die zexbrochene Hertzen zu verbinden. Far. dich ſehe an den Elenden/& contritum Svirita, und der zr⸗ Srochenes Geiſtes iſt/ und der ſich fuͤrchtet fuͤr meinen Wort. Da dann das Wort au Schabbar in ſeiner Spta⸗ chen bedeutet eigendlich ein ſolches zerbrechen/ wie man entweden Ex. 9, v. 26. Holtz zerbricht/ oder zerſchlaͤget/ Exoa. 9. oder wie man Knochen Ex. 12, v. 46. und Gebein zerſchmettert/ Exod, z. oder wie man ein irrdenes Oe⸗ 19)T6.28 faͤß zerbricht/ Levit. 6. oder eine&ratuam und Goͤtzenblld zerſchme⸗ 1: Hes 13. tert/. Reg. u. ic. Die E XX. Dolmetſeher haben es gegeben inde :.9. Griechiſchen Sprachen durch das Wort auor6, Dachaäb, welches heiſſt opprebione ſeu dcpreſſione contuſus eſt iſt herunter geſtoſſen und zerſchlagen worden. Wann dann nun aber der Geiſt und das Hertz alſo bey wah⸗ ker Buß geaͤngſtiget und gleichſam zerſchmettert und zerſtoſſen wird/ was muß wol darbey vorgehen?(1.) Hat ein ſolch 1 uͤber den z). Pſalm⸗ 585 genes Hertz interiorem peccati agnitionem, wahle Er kentnuß der Sumden. So ein Ding zerſchmettert und zerſchlagen wird/ ſo muß es ſeine Vrſachen haben/ und wird freylich boͤſe umb ein ſolch Ding beſchaffen ſeyn/ umb des willen es zerſchmettert und zerſchlagen wird. Alſo auch wir die Vrſach zu erkennen/ warumb unſere Hertzen ſich haben zu aͤngſten: Die iſt nun freylich nicht ſo gar gut/ ſondern ſehr arg. Dannda iſt die Vrſach ſolcher Aeng⸗ ſtigung und Zerſchmetterung des Hertzens/ die Suͤnde/ wo die recht erkandt wird/ kan es ohne Aengſtigung des Geiſtes/ und vhne Zerſchlagung des Hertzens nicht abgehen. Ein Krancker kan ſei⸗ e e ner Kranckheit halber nicht betruͤbet ſeyn/ wann er nicht erkeñt oden 194 Can 8 fuͤhlet/ daß er kranck ſey: Alſo/ wie mag ein Menſch Reu und Leid uanthre. 545 rragen/ ja wie mag ſein Hertz ſich aͤngſtigen wegen der Suͤnde/ Jander 14 wann er dieſelbe noch nicht erkennet: Wann ein Bettler groß V* Reichthumb fuͤrwenden wolte/ wer wolte ſich ſeiner erbarmen und ihme etwas zuwerffen? Alſo/ wer ſeine verderbte Natur nicht er⸗ kennen noch wiſſen wil/ daß er iſt elend und jaͤmmerlich arm/ blind und bloß/ wie ſoll ſich deſſen G. Ott erbarmen/ und jhme Gnade und Barmhertzigkeit wiederfahren laſſen? Als die Gibeoniter in elender Geſtalt und zerriſſenen Kleidern fuͤr Joſua erſchienen/ de⸗ muͤthigten ſich fuͤr izme/ und baten umb Gnade/ da wurde ihrer verſchonet/ 7%. Alſo/ wann wir fuͤr dem himmliſchen Joſua uns fol. 9. v. z. demuͤthigen/ Ihme fußfaͤllig werden/ unſere Suͤnde erkennen/ und umb Gnade bitten/ ſo wird Er uns leben laſſen zu Gnaden anneh⸗ men/ und die Suͤnde vergeben. Noriri⸗ Psccari osl initiutu falu- es, die Erkentnuͤß der Sunden iſt der Anfangdes Heyls/ ſaget Bernbardur. b b (2) Ein recht bußfertiges und zerſchlagenes Hertz findet auch bey ſich: Oaiun,&s Aeteſtasionem, Ernſtes Mißfallen und Haß wider die Suͤnde. Warumb ein Ding zerſchmetter und zerſchlagen wird/ dawider hat maneinen Naß und Vnwillen. Der begangenen Suͤnden halben ein ked hulenais ee e 8—— chmet⸗ — 684 Die eilffte Predigt ſchmettert und zerſchlagen wird: Als wird ſich auch ein Haß und Mißfallen darbey finden wider die Suͤnde/ daß man einen Eule und Grauſen trage/ ob derer Abſcheuligkeit dieſelbe haſſe verfluche und wuͤndſche/ daß ſie nimmer begangen wale. (3.) Die Zerſchlagung eines recht rewigen bußfentgen Hertzens bringt auch mit ſich Dolorem, Angſt und Schmertz Wann ein Ding zerſchmettert und zerſchlagen wird/ ſo gehete ohne Krachen nicht abe: Alſo auch ein recht rewiges bußfestas Hertz hat Angſt und Schreclen des Gewiſſens/ daß das helte ſich bewege/ und innerlichen Schmertzen empfinde uͤber die began gene Miſſethat. Dann da aͤngſtiget ſich das Gewiſſen fuͤrh ſich zittert und zaget/ und wird gleichſam zertreten oder zerbrochen Das Hertz der Suͤnder iſt ſonſt Eiſen⸗und Stahl⸗hart und fuͤr G Oites Zorn ſich nicht enſetzen noch ſcheuen: Aber die on trition oder Reu iſi der Hammer/ damit das Hertz zerſchlagen in brochen und zermalmet wird. Davon weiß Koͤnig Davdd zuſ⸗ Pſal.38.v.4· gen im 33. Pſalm. Es iſt nichts Geſundes an meinem lelbe 7.9. fuͤr deinem Draͤuen/ und iſt kein Friede in meinen Gehe⸗ ven/ fuͤr meiner Sunde/ dann meine Suͤnde gehenuͤbet mein Haͤupt/ wie eine ſchwere Laſt ſind ſie mir zuſchwer worden: Es iſt mit mir gar anders/ und bin ſehr iſioe b ſnlch heule fuͤr Vnruhe meines Hertzens: Men herz bebet/ meine Krafft hat mich verlaſſen/ und das Licht me⸗ ner Augen iſt nicht bey mir. Der Moſi ſauſet und brauſetſda gehet alles unter einander/ und wider einander ehe er aller Hefen und Vnreinigkeit loß/ und ein lauter Wein wird: Alſo regetund beweget truͤbet und betruͤbet die Reu das menſchliche Hertzeſehe vom Schlam̃ der Suͤnden entlediget/ und ein rein GOtt wolge⸗ faͤlliges Hertz wird. Da der HEr T Hriſtus von den Toden auſ Matt.28. v. z exſtunde/ geſchach ein groß Erdbeben/ Mattb.⸗. Alſo wann wit aus dem Grabe der Suͤnden auffſtehen ſollen ſo bebet und zitan das Hertz/ es wird durch die Reu beweget und erſchuͤttert/ daßes zur kuͤnffeigen Aufferſtehung nicht wenig bereitet wud.(4) uͤber den. Pſalm. r .a.) Begreifft auch Reu und Leid uͤber die Suͤnde in ſich Copfelienem, die Bekentnüß der Suͤnde/ daß man die Suͤnde nicht allein erkenne/ ſondern auch bekenne. Wann einer geſchla⸗ gen wird/ und ſich ſchuldig weiß/ ſo bekennet er/er habe es gethan/ man ſolle ihn nur nicht alſo ſchlagen/ er wolle es nicht mehr thun. Alſo rechtſchaffene/ rewige/ geaͤngſtigte und zerſchlagens Hertzen thun auch ihre Suͤnde bekennen: Als dann alſo thaten die Kinder Iſrael nach der Babyloniſchen Gefaͤngnuͤß/ ſie bekandten ihre unde und beteten an den HErrn ihren O Ott/ Veb,9. Alſo auch Neh.⸗. v.a.) gethan der Koͤnig David/ wie dieſer Pſalm gnugſam von ihm außweiſet. 3 b 4 (L.) Rechee hertzliche Reu uͤber die Suͤnde hat auch be ſich Deprecationem, Abbittung der Suͤnde⸗ Leraan deeh herunter geſtoſſen/ wol geſchlagen und zertreten wird/ bittet er umb Gnade/ und daß man ihn wieder auff und loß laſſe: Alſo thun auch bußfertige geaͤngſtigte und zerſchlagene Hertzen G Otte dem HErrn die Suͤnde in wahrer Demuth abbitten/ und mit Gebet und Flehen anhalten biß die gnaͤdige Ethoͤrung erfolget. Wie ſeuffzet und winſelt doch Koͤnig David in dieſem Pſalm/ ja nicht allein in dieſem/ ſondern auch in andern meht/ als im. Pſalm: Pſal. 6. v.;⸗ Ach HErr ſtraffe mich nicht in deinem Zorn und züchtige Michichtadenien menurden Item/ im 143. Pſalm. HErr PC143. v 5. gehe nicht ins Gericht mit deinem Ki ann fuͤr dir iſt kein leeodier grrechr. lnem Anecht⸗ dann ſh die iſ an ſchreibet von einem Vogel/ den man avem Paraai den Paradiß⸗Vogel zu nennen pfleget/ der ſoll trefflich wol 4 gen/aber wann er gefangen wird/ ſoll er immerdar ſeuffzen und kla⸗ gen/ biß er wiederumb loß und ledig werde. Nun ſind wir Men⸗ ſchen auch alle aus dem Paradieß Gottes getrieben /wir ſind durch die leidige Suͤnde gefangen worden/ und gehen in den Feſſeln des Sathans: Da ſollen wir auch in unſerm Gefaͤngnuͤß wie die Paradieß⸗Voͤglein ſeuffzen /und mit unſerm Schreyen zu G Ott Eeee dem —* 4 2 „ * 1 4 I. 3 1 3 5 6 3 * 1 t. 8 3 1 4 1 416 11 4 1 1 4 8 . 1 . === =* 1“ — S65 Die eilffte Predigt dem HExrrn nieht ehe auffhoͤren/ biß wir wiederumbloß kommen/ und die Freyheit der Kinder G Ottes erlangen. Solche Reu ſolche Angſt und Zerſchlagung des Hertzens darumb faͤhret Koͤnig David allhier fort/ und ſiellet uns Gon fͤr als 111 fi III. Deum Cor contritum acceptantem, wie ein zerbloche⸗ Membrum. nes und zerſchlagenes Hertz Gott nicht verſchmaͤhen thue ſpniat Ein geaͤngſtes und zerſchlagenes Hertz wirſtu GOttnich 3 verachten. Wil ſagen: Die Welt achtet ſolcher demuͤtigerge⸗ aͤngſtigter und leidtragender Hertzen/ die da wegen ihrer Sunden betruͤbt und geaͤngſtigt ſeyn/ nicht ſo gar groß/ thut ſie noch we darbey verachten und verlachen: Aber was thoͤricht/ was ſchlau iſt vor der Welt/ das haſtu G Ott erwehlet/ und verachteſiu min ſondern nimmſt es an/ und alſo thuſtu auch ein Buß⸗geaͤngſiigſe und zerſchlagenes Hertz nicht verachten/ ſondern es annehm. usus Erkennet hierbey: Wie ein edles Ding es ſey am Men⸗ Ein demuͤ⸗ ſchen/ wann er ein demuͤthiges zer brochenes und zerſchla⸗ chenes Hertz Ach das thut G Htt uͤber alle maſſen gefallen. Vnd wolte Gal edles und abermals wolte G Ott/ daß alle Suͤnder moͤchten ſolche ha⸗ Magſhen tzen haben/ die da wegen ihrer Suͤnden zerbrochen und zerſchlagen und GOet waͤten/ auff daß ſie G Ott annehmen koͤndte: Aber dagiebt es gefaͤllg. A. offt erſt ſehr harte Hertzen/ die ſich nicht wollen brechenlaſſn. ber zu he⸗ Welche Haͤrtigkeit des Hertzens aber nicht in allen Menſchen dauren daß gleich/ ſondern bey einem groͤſſer/ dann bey dem andem. Dannde es ſo ſehr ſind etliche zu der hoͤchſten Haͤrtigkeit gerathen/ und das auff ſolehe 2 harter weiſe/ daß ob ſie ſchon wiſſen/ daß ſie unrecht thun dennoch ann Prutzen gibr. oder ander weltlichen Sache halber wollen ſie nicht ablaſſen und iht Leben beſſern. Solcher Art war die Haͤrtigkeit Pilatt ob den beilte/ dennoch daß erdie Gunſt und Huld der Jaͤden/ vnne und was darbey zu finden/ ſoll nicht leer und umbſonſi abgeen/ eiges zerbro⸗ genes Hertze hat/ ſonderlich bey Erwegung ſeiner Suͤndn ſelbe wol wuſie/ daß er den HErrn C Hriſtum unſchuldig venur⸗ uͤber den u. Pſalm. 98„ Gnade des Kaͤyſers nicht moͤchte verlieren/ fußr er mit ſeinemun⸗ gerechten Brtheil fort. Alſo war es auch beſchaffen mit der Haͤr⸗ tigkeit Pharaonis/ ob er ſchon die Wunder⸗Werck Moſis und Aaronis ſahe auch die gewaltige Hand G Ottes uͤber ſein gantzes Reich empfand/ dennoch weil er nicht wolte geſehen ſeyn/ daß er durch ſolche ſchlechte Leute uberwunden waͤte /oder damit die Leute nicht gedaͤchten/ daß man ihn als einen groſſen Koͤnig gleichwol zwingen koͤndte/ verharrete er in ſeiner muthwilligen Suͤnde/ biß er endlich gantz vertilget ward. Solche Haͤrtigkeit war auch bey dem Koͤnig Agrippa und bey Felice dem Landpfleger/ dann ob ſie wol in ihren Gewiſſen dafuͤr hielten/ daß ihnen Paulus die War⸗ heit ſagte/ dennoch/ auff daß ſie ihr Anſehen vor der Welt nicht verloͤhren/ ſo blieben und verdorben ſie in ihrer Eitelkeit. Dieſe Haͤrtigkelt iſt gemeiniglich in allen Verfolgern der 1 Tugenden und der frommen Leute/ fuͤrnemlich aber bey denen/ ſo wider die Warheit des Evangelli wuͤten und toben. Vnd dieſe Leute/ ob ſie ſchon muͤſſen bekennen/ daß die Verfolgeten unſchul⸗ dig ſind/ und G Ottes Wort und die Gererhtigkeit auff ihrer Sei⸗ ten haben: Dennoch ihre Anſehen/ Stand und Wuͤrde bey der Welt zu behalten/ beharren ſie drinn ohne Auffhoͤren biß ſie end⸗ lich mitten in ihrer Boßheit/ und in ihren feindſeligen Gedancken a von G. Ott abgehauen und hingeriſſen werden. Andere aber ſind zwar nicht alſo verhaͤrtet/ daß ſie gar hals⸗ ſtarriger weiſe wider ihr Gewiſſen in Suͤnden und Boßßheit ver⸗ harren ſolten/ doch haben ſie dieſe Haͤrtigkeit des Hertzens auff eine andere weiſe. Dann ſie haben ihnen eingebildet/ ſie koͤnnen ihr boͤſes Leben nicht laſſen: Derwegen haben ſie ſich feſtiglich fuͤr⸗ s genommen/ ihten/ wiewol ſehr ſchaͤdlichen Fuͤrſatz/ dennoch zu vollfuͤhren. Vnd damit ſie nicht traurig werden moͤgen/ ſo wol⸗ len ſie die Gefaͤhrligkeit ihres Zuſtandes nicht verſtehen/ ſondern)/) wann ihnen ſolche Gedancken einfallen/ ſuchen ſie alle Mittel /ſich ſelbſezu uͤberreden/ es habe keine Gefahr und thun hiermit ihr Ge⸗ Eeee ij wiſſen v. 14. 12. Jer. 5. v.). 8. 2. 588 Die eilffte Predigt wiſſen ſtillen/ und iſt ihnen nichts ſo ſeßt zuwider/ dann daß man Hiob. 21. darwider redet oder prediget. Von ſolchen Leuten ſpricht Hiohnn Sie ſagen zu GOtt: hebe dich von uns/ wir wollen deine Wege nicht wiſſen. Vnd der Prophet David ſagets nochdeus⸗ P.8. v.·.s. licher: Der Gottloſen Wütten/ iſt gleich wie das Witan einer Schlangen/ wie eine taub eOtter die ihr Ohre zuſteyf⸗ fet/ daß ſie nicht hoͤre die Stimme des Zauberers/ des Bo⸗ 2ahv ſchwerers der wol beſchweren kan/ alss. Vnd der pu⸗ ach. 7 v.. phet Zacharias ſprieht von ihnen: Sie wollen nicht auffna⸗ cken/ ſondern kehren mir den Ruͤcken zu/ und verſtockenih re Obren/ daß ſie nicht hoͤren/ und ſtellen ihr Hertzwiei Demandt/ daß ſie nicht hoͤren das Geſetz und die Want Zacb. 7. Dieſer alsſtarrigkeit ſind ſonderlich die Juͤden etgeben weſen/ wie ſie dann biß auff dieſe Stunde darzu geneigt ſind Ei phanus ſagt ihnen oͤffentlich unter ihre Augen: Ihr halsſtal rigen Juͤden/ ihr habt allezeit den heiligen Geiſt widerſtre⸗ bet/ verſtehe dadurch wie auch C Hriſius ſolches bezeugel daß ſie den Propheten und heiligem Geiſt/ durch welche ſieder Gaſß G Ottes von einer Zeit zur andern zur Beſſerung ihres laümns angemahnet/ nicht haben gehorchen wollen /ſondern ſich boßhaff kiger weiſe widerſetzet. Vnd weil ſie das Liecht der Wiſſenſazaff durch dus Gehoͤr des Geſetzes G Ottes hatten /ſo konten ſie weder mit Warheit noch mit Schein verwerffen noch verdammen wa ihnen geprediget ward/ auch ſich der billichen Scheltung nichtent⸗ liehen damit ſie von den Propheten geſtrafft wurden. Demoah ey ſich ſelber /ſie wolten nichtge⸗ beſchloſſen ſie halsſtarriger weiſeb horchen/ und ihren Gebrauch nicht endern/ und ſiengen alſo an hart zu verfolgen die ſie ſirafften/ Dreſpricht er: Warumb wolt welches alles von der Halsſat⸗ Orumb der Prophet ſpricht: Sie haben ein haͤrter Angeſicht/ dann ein Fels/ ſen und an einemanen ihr ſterben/ das iſ/ wanmd ſeyd 889 ſeyd ihr halsſtarrig/ daß iht nicht hoͤren wollet? ſo verkehrt/ daß ihr nicht lernen wollet c und gegen euch ſelbſt ſo unbarmhertzig/ daß ihr nicht wiſſen wollet/ die Gefahr/ darinnen ihr lebet/ und wollet das groſſe Elend nicht verſtehen/ welches ſo lange uͤber euch ſchwe⸗ bet? Meynſtu aber/ mein lieber Chriſt/ G Ott rede diß allein zu den Juͤden und nicht zu viel tauſend Chriſten/ ja vielleicht wol zu dir ſelbſt alle Tage/ auch wol offtmals in einem Tage! Dieweil du ſehr offt die gute Bewegung und andere Zufaͤlle/ die dich zu Beſſe⸗ rung und Veraͤnderung deines unchriſilichen Lebens anreitzen/ und bewegen moͤchten/ ausſchlaͤgeſt/ und nimmſi dir fuͤrdenſelben nicht zu gehorchen/ ſondern deinen eigenen boͤſen Willen zu fol⸗ gen/ man ſage dawider was man wolle. Ach lieber G. Ott/ wie viel tauſend Chriſten ſind noch taͤglich/ die zu GOtt ſprechen: Hebe dich von uns/ wir wollen deinen Weg nicht wiſſen? Hiog. 2u. Wie viel ſind wol/ denen guter Rath ein Greueliſt/ ja lob 21.v.ia. fuͤrchten ſich und zittern wol dafuͤr/ wann ſie gute Buͤcher leſen ſo⸗ len? ſcheuen alle gute Geſellſchafft und Freundſchafft der From⸗ men/ auff daß nicht durch ſolche Mittel ihr Gewiſſen geruͤhret/ ſie bekehret/ und endlich ſelig werden moͤchten Wie viel ſind wol/ die da mit elenden und verſtockten Hertzen ſprechen: Wir haben mit dem Tode einen Bund/ und mit der Hoͤllen einen Ver b ſtand gemacht/. 5. Welches ſo viel bedeutet/ als ſprechen Eſa 28..iʒ. ſie/ berede uns nur nicht thue uns mit deiner Vberredung keinen Vberlaſt/ und lege deine Muͤhe und Arbeit nicht umbſonſt an/ ſprich andern zu/ die noch nichts gewiſſes bey ſich beſchloſſen ha⸗ ben/ laß den Himmel einnehmen/ wer da wil/ wit haben ſchon be⸗ ſchloſſen/ wir ſind ſchon einig worden/ und haben einen Kauff trof⸗ fen/ und achtens nicht/ wann wir ſchon in Gefahr der Hoͤllen und der ewigen Verdamnuͤß taͤglieh lben. Cs iſt wallich eine rechte Bahnſinnigkeit/ daß man ſo eines Bernh. lib.. harten Hertzens iſt/ dapon Bernbarduas alſo ſaget: Spidergdcor de conſil ad 1 Eeee ii 1— durum Eng. c. 1 △ 4—— 4——————————————— 2— 4—— ,·“———— 1* 8— 2 5 12 4 3 4—— 5—— — 3“ 1 E d** 1 8 1— r 3 *““ 5 4“ 8 v.—“—— “— 1 N 4 4 9— Fo0 Die eilffte Predigt aAurum? Was iſt dann ein hartes Hertz? Darauff erantwonten. Das iſt ein hartes Hertz/ welches man auch mit Gewalt nichthe⸗ ſchneiden/ noch durch Froͤmmigkeit erweichen/ und durch ſen⸗ Bitterkeit bewegen kan/ welches durch keine Zuͤchtigung geheſeen ſondern nur haͤrter wird: Ein hartes Hertz iſt/ G Ott dem HEm fuͤr ſeine Wolthaten undanckbar/ ſeinem Rath ungehorſam ſeyn. Es wird durch ſeine Gerichte unbarmhertzig/ es wird dunch ſeine Anreitzung ſicher und ſorgloß/ unverdroſſen/ und ſehr ſorgfaͤlnain weltlichen Geſchaͤfften/ in Goͤttlichen Saehen aber ſehr nachia ſig/ unachtſam auff das gegenwaͤrtige/ und unvorſichtig auff dan zukuͤnfftige. 4 Dieweil dem alſo/ ſo iſto kein Wunder/ daß uns die Schiſf ſo fleiſſig von dieſer Haͤrtigkeit des Hertzens abmahnet/ dieweſn die gefaͤhrlichſte Seuche iſi/ die einem Chriſten zukommen kanſud iſt eben wie Paulus ſpricht/ die nechſie Thuͤr zur Verdamnih Derhalben ruffet und ſchreyet der Apoſtel: Betrübet und Eph 4.vazo. dempffet dem heiligen Geiſt nicht/ 5p. 4. und abermal: Se⸗ het zu/ lieben Bruͤder/ daß nicht lemand unter euch einun⸗ glaͤubiges Hertze habe/ das da abtrete von dem lebendigen GOtt/ ſondern ermahnet euch ſelbſt alle Tage/ ſo langets beute heiſſet/ daß nicht iemand unter euch verſtocket werde Heb. 2. v.. durch Betrug der Suͤnde/ ebr. ⸗. Der Koͤnig David iuſſt Pſal.95.Jy. 8, auch /³l.. Heute ſo ihr ſeine Stimme horet/ ſo verhaͤrttt euere Hertzen nicht. Welche ernſiliche Spruͤche von dem Geſt G Ottes gebraucht werden/ uns zu verſtaͤndigen/ wis ſorfaͤlig wit ſeyn ſollen/ dieſer gifftigten Peſtilentz des harten Hertzens zu enl fliehen. Darzu uns der allmaͤchtige G Ott ſeine Gnade verleyhe/ und gebe uns ein zerbrochenes und zerſchlagenes Hertz ſeiner golt .Keg. 3, lichen Majeſtaͤt gehorſam zu ſeyn ein ſolches Dertz davon den weſſ Mann ſpricht: Gib deinem Knecht ein gehorſam Hertz/ das ſich nemlich gemne laſſe unterrichten. Dann ein ſolch Hauun e hen e ſheanden der ſichfu and erſhe falenlaſt lget Geiſ d DWDber den vierdten Buß Pſalm des Koͤniges uber den. Pſalm. ggr der HErr haben in allen/ die er lieb hat/ wie er ſpricht Fa. cõ. Ich Eſa. 65.. ſehe an den Elenden/ und der zerbrochenes Geiſtes iſt/ und der ſich fuͤrchtet fuͤr meinem Wort. Ein ſolch geaͤngſtigſtes und zerſchlagenes Hertz wil Er nicht verachten/ ſondern Ihm ge⸗ fallen laſſen. Darzu uns verhelffen G Ott Vater/ Sohn und hei⸗ liger Geiſt/ Amen/ Lniu T ere oeMNe 2e-S4-309e-630- De the-e4he 38. Cüſtrini, 8. Die zwolffte Predigt/ 3 d.u. und Propheten Davids/ ſo da iſt der Ordnung nach im Pſalter⸗Buch der Ein und Funffzigſte. TEXT u SA. Verſ. 20,2212.. 4 Due wol an Zion/ nach deiner Gnaden/ baue die Nauren zu Jeruſalem. Dann werden dir gefallen die Opffer der Gerechtigkeit/ die Brand⸗ Opffer und gantzen Opffer/ dann wird man Farren auff deinen Altar opffern. ethe EXORDI UM. Ddbrigkeit zu ,e„ beten/ wie Elliebte Freunde in C Hriſio/ Es ſind Vnter⸗ auch Harig⸗ 7 4 K. thanen ſchuldig fuͤr ihre Oberkein fleiſſig zu be⸗ keit fuͤr ihre Nan) und ihnen alles liebes und gutes zu wuͤnd⸗Vntertha⸗ ſehen. Ein ſchoͤn Geſicht hat geſehen Daniel nen. auff ſeinem Beite: Sihe es ſtund ein Baum Dan. 4.v.s. mit⸗ ſe. —————ͤͤ 8 A——— 2— —.—— — — —,— —— /2*— or Die zwoͤlffte Predigt mitten im Lande der war ſehr hoch/ groß und dicke: Si Hoͤhe reichet biß im Himmel/ und breitet ſich aus bißan Ende des gantzen Landes: Seine äſte waren ſchon u trug viel Fruͤchte/ davon alles zu eſſen hatte. Alle Thiera Felde funden Schatten unter ihm/ und die Vogelune dem Himmel ſaſſen auff ſeinen aͤſten/ und alles Fleiſchn ret ſich von ihm/ Han.. Obrigkeit iſt ein ſolcher Baumung deſſen Schatten die Leute wohnen/ ſich nehren/ in Ruhe une⸗ cherheit leben/ und demnach fuͤr dem Regenten⸗Baum zu inn daß G Ott der HErr ſich deſſelben in Gnaden erbarmen wal 1. Tim.*.. Hierzu dann auch vermahnel der Apoſtel /. Taa. ². Dahng .3. thun ſolle Bitte/ Gebet/ Fuͤrbitte und Danckſagungit die Koͤnige/ und fuͤr alle Obrigkeit/ auff daß wir eine higes und ſtilles Leben fuͤhren mogen in aller Gottſeit und Erbarkeit. Gleich wie nun Vnterthanen ſchuldig fuͤr ihre Obrigkeit fleiſſig zu beten/ und ihnen alles gutes zuul ſchen/ alſo iſt auch hinwiederumb Obrigkeit ſchuldig fuͤr du zerthanen/ und umb derſelben Heyl und Wolfahrt Günen HeLrrn zu bitten/ wie ſie dann darumb auch Vaͤter genandewa⸗ den: Daß/ gleich wie ein Vater ſeinen Kindern alles lbeon gutes goͤnnet oder wuͤndſchet: Alſo auch Obrigkelt thunßlit ihren Vnterthanen. Exempel der jenigen die es gethan/ kaiden gnungſam angefuͤhtet werden/ wann wir nicht Exanpelogni haͤtten an dem Iſraelitiſchen Regenten dem Koͤnige Davi Pe embſig derſelbe fuͤr ſein Volck geſorget/ und umb derſelben und Wolfahrt bemuͤhet geweſen/ auch in und bey ſeinem Ge das zeiget gnungſam ſein gethanes Wundſch⸗Gebetlein zu En b unſers 5.. Pſalms alſo lautend: Thue wol an Zion nacht mner Gnade/ baue die Mauren zu Jeruſalem/ ꝛc. Wann wir dann bißhero den zi. Pſalm des Koͤniges Datt vor uns gehabt/ und denſelben abgehandelt in z. Theilen: Daut dann in dem erſten beſehen gehabt: Daviaemprqpterpeuaus, ' dnlente gberſeined n Ierigente ſich wiad In entiam⸗ Gaholſe wollen antllu des ſor Palme abgehen ohne N ner Hertz dir uE fähtt/ un „ S N ſei t igen Zor faget.( ds Iſeg Daudzu Sähunfe di her d aha ünw Wen uͤber den zr. Pſalm. 69 e Aolentem. Die hertzliche Neu und Leid des Koͤniges Davids öaber ſeine degangene Suͤnde. In dem andern Thell angeſchauet Davigem in vera fide ſe erigentem, wie David mit wahren Glauben bey ſeiner Buß ſich wieder auffgerichtet. 4 b In den dritten betrachtet haben Davidem ad novam obedi- entiam 2lflungentem, wie der Dayid ſich ſo ernſilich zum neuen Sehorſam verpflichtet/ und demſelben auch nachkommen/ Als wollen wir anitzo in dem vierdten Theil vor uns neh men Davidem cncluſonis loco pota facientem, das herrliche Wundſch⸗Gebet des Koͤnigl. Propheten Davids/ ſo er zum Beſchluß dieſes Pſalms/ für ſein Volck und die Stadt Jeruſalem zuGOtt abgehen laͤſſet. Hiervon auffs einfaͤltigſte zu reden/ und daß es ohne Nutz nicht abgehen moͤge/ ſo ſeuffzet zuvor von Grund eue⸗ rer Hertzen mit mir alſo: Hilff/ HErr/ hilff/ laß wol gelingen/ dir zu Ehren/ und dann auch zu unſerer Seelen Heyl und Woj⸗ fahrt/ umb C Hriſti willen/ Amen! 8 IRAOCTATI–. S hatte Koͤnig David nicht allein ihm ſelber/ ſondern auch ſeinem Volck und der Stadit Jeruſalem durch ſeine ſchwe⸗ re Suͤnden/ ſo da war Mord und Ehebruch/ G HOttes heff⸗ eigen Zorn uͤber den Hals gezogen/ wie die Hiſtoria 2. Sam. 12, be⸗ zeuget. Solche Land⸗und Stadt⸗Straffen/ welche G.Ott uͤber das Iſraelitiſche Volck ſeinen wegen ergehen laſſen/ ſahe nun David zuvor /bittet derwegen/ G Ott wolle doch der unſchuldigen Schaaffe verſchonen/ ſich ihrer in Gnaden erbarmen/ Inſonder⸗ heit aber bey reiner Religion und wahrem Gottesdienſi ſie gnaͤ⸗ digſt erhalten/ thut demnach ſein Geber und Wundſch . Lls Eccleſie benefaciat, daß er ſich der Iſraelitiſchen Kir⸗ I. chen vorauß annehmen/ und derſelben wol thun wolle/ ſ rechend: Membrum. Thue wol an Zion nach deiner Gnade/ baue die Mauren b V V 4 5 . 3. us Us 594 Die Chriſt⸗ liche Kirche bung der Chriſtlichen Kirchen in dem ſie genam 2.) Sion. — 9 der he hung der Chriſtlichen Kirchen/ in dem ſie genandt wud li⸗⸗ 3 iche Sion. b Die zwölffte Predigt zu Jeruſalem. Allhier meynet Koͤnig Daoid durch Sion nicht eigendlich den Berg Sion/ welcher hoͤher geweſen dann andere Berge zu Jeruſalem/ und alſo gleichſam ein Peaula oder Wate geweſen/(wie dann auch das Wort Sion ſo viel heiſſt als ge⸗ eula) darauff man die gantze Stadt und den Tempel uͤberſehen/ auch ſchuͤtzen und beſchirmen koͤnnen: So verſtehet auch Daod durch die Mauren Jeruſalem/ die von G Ott ſollen gebauet wen⸗ den/ nicht die Mauren der Stadt Jeruſalem die von Stein Kaich und Hoitz gemacht/ und vergaͤnglich waren/ dann Jeruſalem wan bereit zu derſelbigen Zeit wol gebauet/ mit Geſetzen geſchlelten Leu⸗ ten und Regenten wol verſorget: Die Mauren zu Jeruſalem ſtunden und waren auch zu Salomonis Zeiten in guten ⸗ſe und baulichen Zuſtand: Gleichwol aber bittet Koͤnig David daſi ſollen gebauet werden. Da dann zu wiſſen daß gleich wie er du das Sion verſtehet nicht den leiblichen Berg/ ſondern das geiſti che Sion: Alſo auch verſtehet er durch die Mauren zu Jeruſalem das geiſtliche Jeruſalem/ nemlich das Volck oder die Gemeine Gottes/ daß gleich wie eine Stadt mit Mauren widerder Feinde Gewalt alſo auch das geiſtliche Jeruſalem mit G Ottes Geiſt wi⸗ der des Teuffels Gewalt/ und alle geiſtliche Anfechtung verwah⸗ ret und befeſtiget werde. Vnd daß er ſolches bittet/ verunſachet ihn/ daß er Sorge hat/ daß viel mit der Zeit dieſe Mauren undin⸗ werffen/ und gantz zu verſtoͤren ſich unterſtehen werden/ welchedie Leute alſo lehren werden/ daß ſie ſich auff ihre eigen gute Waul und Verdienſt/ nicht auff G Oites Barmhertzigkei verlaſſen ſoe len /wider ſolche beet er und ſpricht: Baue die Mauren zu Ie⸗ ruſalem auff daß ſie wiſſen und verſtehen/ daß wit allein durch deine Gnade und Barmhertzigkeit fromm und gerecht werden. Aaſſt uns allhier zum Nutz etwas merclen an Lehr Ermah⸗ nung/ Troſt und Erinneruug.“ 1. Zur Lehr: Dann da haben wir eine feine Beſchrei Sion Sion hat Köcgs S dent und ſeiſtfeſt GOnes Dann ſich: 8 Pſal.76 Iindetg als die Name gutſeyn tine feſt auch in Handt: betgliche war all die Ehn vie wir i ſe mane uͤber den s. Pſalm. Sion war ein Berg zu Jeruſalem/ auff welchem die Burg des Koͤnigs Davids gebauet war da die Juͤdiſche Koͤnige ihre Reſi⸗ dentz und Hoffſtadt hatten: Alſo iſt die Kirche G Ottes Sion ſiee iſt feſte gegruͤndet auff den heiligen Berg Sion: Ste iſt S6 Oites Burg da die Goͤttliche Majeſtaͤt reſidiret und wohnet: . Dann GOtt iſt in Juda bekandt/ in Iſrael iſt ſein Name herr⸗ lich: Zu Salem iſt ſein Sezelt und ſeine Wohnung zu Zion. Eſal. 70. Zion war ein ſehr hoher Berg/ wol bekandt und beruͤhmt Pſ. 76. v.a.*. in der gantzen Welt: Alſo iſt die Kirche nicht verborgen/ ſie lieget als die Stadt Gottes auff einem hohen Berge/ Maerb. 5. Ihr Matth. s. Name iſt herrlich in allen Landen. Auff dem Berge Zion war 144. gutſeyn da war man ſich ſicher fuͤr allerhund Feinden/ ſintemal eine feſte und wolgegruͤndete Burg drauff gebauet war: Alſo iſt auch in der Kirchen Chriſti gut ſeyn/ ſie iſt dermaſſen feſt gegruͤn⸗ det/ und auff den Felſen C Hriſtum gebauet/ daß die Pforten der 1atrh. 16 Hoͤllen ſie nicht uͤberwaͤltigen ſollen/ Mattl6. g. (4.) Wird die Chriſtliche Kirche auch allhier Jeruſalem ge⸗Die Chriſt⸗ nandt: Wie dann dieſelbe mit der Stadt Jeruſalem gar fein kan liche Kirche verglichen werden. Die Stadt Jeruſalem/ laut des 125. Pſalms/ iſt das geiſt. war allenthalben mit Bergen umbgeben. Aſſo lieget zwar liche Jeruſa⸗ die Chriſtliche Kirche auff einem Berge/ und bleibet unverborgen/ lal 5 vaz. wie wir itzt gehoͤret haben auß Matr!.c. Aber es ſind auch umb Matt. 5. v. 6. ſie mancherley Berge: Sie iſt umbgeben mit dem Neideberg. In der Welt neidet ohne diß immer einer den andern/ Eccl. 4. aber Eccl. 4. v. 4. allermeiſt gehet es uͤber glaͤubige Chriſten/ uͤber die ſchreyen die Kinder Edom/ Rein abe/ rein abe⸗ biß auff den Boden/ ⁄al. Pſal. 37. v.. 97. Den frommen Joſeph neideten die Ertzvaͤter A 1. 7. C Hri⸗ Act. 7. v.9. ſius ſelbſt ward auß Neid uͤberantwortet/ AMattb.27. welches ihm Matth. 27. noch heutiges Tages in ſeinen Gliedmaſſen wiederfaͤhret.»18. Sie iſt umbgeben mit dm Hungers Berge/ wie dort das att. r Voclck’ ſo bey dem HErrn JEſu war/ und ſeiner langen Predigt Karc. 6„ 8 zuhorete/ Mattb. 2. Marr. 6, Luc. c Job.. Sie iſt umbgeben Lu S. u b Ffff i mit Joh. 6. v. 36. 596 3 Die zwoͤlffte Predigt der groſſe Brieff mit Menſchen⸗Griſſen/ ja wol gar mit Men⸗ ſchen⸗ Blut bißhero gnugſam geſchrieben worden/ welcher aſſo Eſa.*. v.z. lautet/ Raube bald/ eile Benke/ Na.7. Ferner iſt die Ehiſti⸗ che Kirche umbgeben mit dem Creutz⸗Berge. O wie vie Gan⸗ fuͤrchtige Menſchen muͤſſen mit Maria und Johanne auff den Joh 19.v.26. Berge Golgatha bey dem Creutz JEſu ſtehen/ Job. 1.. und de 2. Cor.1. v.. Leidens C Hriſti viel haben/*Cor.⸗.dann ohne Anfechtungelan⸗ Tob.. v.3. nen wir nicht bleiben/ auff daß wir bewaͤhret werden/ T0b. ½. Sie ſſtumbgeben mit dem Verfolgungs⸗Berge/ in dem die Cyran⸗ Ela.25. v.4. nen wider ſie wuͤten/ wie ein Vngewitter wider eine Wandi bſan Sie iſt endlich umbgeben mit dem Verſuchungs⸗Berge/ dar auff der leidige Sathan ſich nicht ſchaͤmete/ den ewigen Soſn G Oites zu fuͤhren/ welchem er zeigete alle Reiche der Welt un b ſprach zu Ihm: Diß alles wil ich dir geben/ ſo du niederfaͤlleſtun Matt. 4.v.. mich anbeteſt/ Aattb.a“a. In der Stadt Jeruſalem war gut und ſicher wohnen/ darumb daß ſie faͤr allen feindlichen Anfall mit& horen und Mau⸗ ren wol verwahret geweſen: Alſo auch in der Kirchen: ſie ſt wol verwahret/ und hat eine gedoppelte feurige Mauer rings umnbhet nemlich die heilige Engel/ die himmliſche Heerſcharen/ die feutige 2. Reg. 6. Noß und Wagen/ 2. Rog. 6. und G Ott ſelbſten wie geſchriden v.. ſiehet: Ich wil/ ſpricht der Heois/ eine feurige Mauer umb⸗ 22 ch her ſeyn/ und wildrinnen ſeyn/ und wil mich herrlichdrin⸗ ach.2. z.J.nen erzeigen/ 2acz. ⸗. In der Stadt Jeruſalem war les boll auff/ und wolzu bekommen/ Alſo gibt C Hriſtus in ſeiner kit che die geiſtlichen Guͤter reichlich und uͤberfluͤſſig: Da üſt dae Wort des Lebens/ da iſt das Bad der Wiedergeburt/ da iſt die Ae⸗ ſolution und Vergebung der Suͤnden/ da iſt der heilſame Zche⸗ Pfennig des heiligen Abendmahls da iſt die Lehre und Vnterriht eines Chriſtlichen Lebens/ da iſt hertzſtaͤrckender Troſi in allem Creutz und Widerwertigkeit. In der Stadt Jeruſalen ha mit dem Raube. Berge/ deſſen der 6. Pſalm gedendet. Eoſß bwPr 655 Chrſtlan Gaſtteel Jeriſaler Salome und bat Gaade Lab der Laſelwan wol zuge zum hoͤc ten/ Aℳ Schade ihe Kirch ſallen we dann wa ol sur Kntwede inäänd Nagen ſten u fuünde b uber den z1. Pſalm. ſie ihre Privilegia und Freyheiten gehabt/ wie dann auch ſonſt die Juͤden ein freyes Volck geweſen ſind: Alſo iſt in der Kirche Chriſti lauter Freyheit: Da ſind wir befreyet von dem Fluch des Geſetzee/ von dem ewigen Tod/ von der Hoͤllen und Verdamnuͤß. Jeruſalem hat gnaͤdige Herren gehabt an den David/ anden Salomon: EHriſtus der groſſe Kirchen⸗HErr iſt auch gnaͤdig und barmhertzig/ gedultig und von groſſer Guͤte/ /½2ν. ſeine Gnade und Warheit waltet uͤber uns in Ewigkeit/ al.u7. Vnd dergeſtalt hat Koͤnig David allhier bey dem Namen Zion und Je⸗ b uſaem die Natur der Kirchen guter maſſen zu erkennen geben —wollen. 1 Zur Ermahnung. Dann da ſollen wir ermahnet ſeyn/ daß wir uns auch mit dem David die Wolfahrt der gantzen Kirchen angelegen ſeyn laſſen/ taͤglich ſeufftzende/ thue wol an Zion nach deiner Gnade/ baue die Mauren zu Jeruſalem. Dann nehmet euch der heiligen Nothdurfft an/ vermahnet b Paulus Rom.:2. Wir ſind alle Glieder an dem einigen geiſtlichem Kom. 1.v.1z Teib der Chriſtlichen Kirchen/ drumb traͤget ein jeder des anden Laſt/ wañ es uͤbel zugehet/ und freuet ſich mit den Froͤlichen wano wel zugehet. Wann das nicht geſchicht/ ſo mißfaͤllet s GOtt zum hoͤchſten/ welcher die Juͤden drumb ſtraffet mit harten Wor⸗ ten/ 4os. 6. daß ſie ſich nicht bekuͤmmert hatten umb den Amosé. v. 6. Schaden Joſeph. Wann wir derwegen erfahren/ daß die wer⸗ the Kirche waͤchſet/ und gruͤnet wie ein Ceder auff den Libanon/ ſo ſollen wir uns druͤber erfreuen/ und G Ott von Hertzen dancken/ dann wann es ihr wolgehet/ ſo gehet es uns auch wol. Hingegen ſoll es uns zu Hertzen gehen/ wann wir hoͤten und erfahren/ daß ſte entweder in der Naͤhe oder von fern angefochten wird/ und GOtt inſtaͤndiglich bitten daß er den leidigen Teuffeln und ſeinen Weick⸗ eugen ſieuren und wehren/ alle nothleidende und bedraͤngte Chri⸗ ſen unſere Bruͤdere und Schweſiere in ihren hoͤchſten Noͤthen ſuaͤrcken und woͤſten/ und ſeine liebe Gemeine und kleine Heerde die Ffff üf ſein 598 Die zwoͤlffte Predigt ſein Sohn ſo theuer erarnet/ ihm in allen Gnaden und Batmher⸗ tzigkeit wolle laſſen anbefohlen ſeyn und bleiben/ nach Inhalt ſa⸗ ner unwandelbaren Zuſage/ Es ſollen wol Berge weichen und Huͤgel hinfallen/ aber meine Gnade ſoll nicht von dir wa⸗ chen/ und der Bund meines Friedes ſoll nicht hinfahln/ EI S4. v. 10. ſpricht der HErr dein Erbarmer/ G2. Wie wir Vornemlich aber wir alle mit einander in gemein ſollen n⸗ Sion moͤ⸗ mahnet ſeyn/ alſo Zion wol zu thun/ und die Maurtenzu Jäuſa⸗ gen wol d lem zu bauen/ daß wir das Wort GOttes lieb haben/ comi hunf und froͤlichen Gewiſſen annehmen/ und in einem feinen reinem Herzen zu Jeruſa⸗ bewahren/ Luc. g. und u. daß wir unſer Lehr und Profeſtonſnit bauen. Unſtraͤfflichem Leben und Wandel zieren/ unſer Liechtleuchen Luc. g.v. 15. laſſen fuͤr den Menſchen/ daß ſie unſere gute Wercke ſehenund „c. 1I. v. 8. O Ott im Himmel gepreiſet werde/ Matté. 5. Daß wir Ch Matt. 5.v.16. ſum mit freudigen Mund und Hertzen fuͤr Freund und Feindde Matth. 10. fennen/ und hierdurch ſeine Ehre außbreiten/ Matrb. a. wan . wirdie irrende zu rechte fuhren/ die Gottloſen zum HEnnbe⸗ Jac. 5.v. 20. fehren/ und hierdurch das Reich G Ottes vermehren/ Jacob, Fin Wann wir uns ſelbſt erbauen durchs Wort auff den Echſtein Pn.2, v.z0& Hriſtum/ Spb. 2. Wann wir mit unſern Vermoͤgen den Go⸗ tesdienſt helffen befoͤrdern/ Kirchen und Schulen in S taͤdienund Doͤrffern auffrichten/ Lehrer und Prediger /auch Schuldeenein denſelben helffen ernehren/ damit allenthalben das Reich Gob kes vermehret werde.“ Inſonder⸗ Inſonderheit aber Regenten zuſiehen und gebuͤhren woll/ beitOberkeit dahin zu ſehen/ daß ſie Sion wol thun/ und die Mauten zu Jehl⸗ ſoh⸗ Sun ſalem gebauet werden/ das iſt/ daß ſie den Gottesdienſt fort etzen uñ die Mau⸗ und ihre Vnterthanen zum rechten heilſamen und ſeligmachenden ren zu Jeru⸗ Erkentnuͤß des lebendigen Gottes befoͤrdern thun. Das iſt hte ſalem bauen vornehmſte Verrichtung und beſte Werci/daß ſie unter der Son/ nen ſtifften koͤnnen/ dann ſie ſind cuſfoae⸗ utriusq tabule, Huͤlit und Waͤchter der beyden Tafeln des Goͤttliehen Geſetzesl deh n bet ptdern a Skkaͤntnaͤ nen datde fobdien daßſiebe date bet ved wi geholfe umaſ an ſich ptedigen tedeſtm Icwu dewich underfa tumb t fuchte. Schimmp Daaͤwun nd verſa mand m iber die walthat, güetey und ihre⸗ fenmnäß nsSch Wadun deD deman Gom uͤber den 5i. Pſalm. 999 allein uͤber guter Ordnung und Tugenden in gemeinem Leben/ ſondern auch uͤber die Religion halten muͤſſen/ und wo ſie zu derer Erkaͤntnuͤß gedieen/ auch ihre anbefohlene Kinder und Vntertha⸗ nen darzu befoͤrdern. Das iſt auch die Art und Natur des unge⸗ ferbten Glaubens/ und der Chriſilichen bruͤderlichen Liebe/ nicht daß ſie beyderſeits traͤge und muͤſſig liegen/ und ſich nicht umb an⸗ dere bekuͤmmern/ ſondern daß ſie kraͤfftig und geſchaͤfftig/ thaͤtig und wirckſam ſeyn/ und wuͤndſchen/ daß allen Menſchen moͤchte geholffen werden, und ſie zur Erkentnuͤß der Warheit kommen/ immaſſen einen Vorſchmack und Wirckung deſſen S. Paulus an ſich mercken laſſen. Dann als ihn der Koͤnig Agrippus hatte predigen hoͤren und geſprochen/ Es fehlet nicht welt/ du uͤber⸗ redeſt mich/ daß ich ein Chriſt würde/ ſo antwortet er drauff/ Ich wuͤndſche fuͤr GOtt/ daß nicht allein du/ ſondern alle die mich heute horen/ wuͤrden wie ich bin/ 41,27. Wir ſehen und erfahren es/ wie hoch ſich die groſſen Herrn unter dem Pabſt⸗ thumb bemuͤhen ihre arme Leute zu verkehren/ und auff ihre ver⸗ fluchte Abgoͤtterey zu ziehen und zu bringen/ und Glimpff und Schimpff mit guten und boͤſen Worten/ mit Verheiſſungen und Draͤwungen/ und welche ihnen nicht folgen wollen die verfolgen und verjagen ſie. Wiewol nun aber Chriſtliche Obrigkeit nie⸗ mand mit Schwerdt/ noch Feuer zum Glauben zu zwingen/ weil uͤber die Sewiſſen der Menſchen G Ott alleine Macht und Ge⸗ walt hat/ dennoch aber kan und ſoll Chriſtliche Obrigkeit der Ab⸗ goͤtterey ſteuren und wehren in ihren Landen und Gebieten/ und ihre Vnterthanen zum wahren Glauden und heilſamen Er⸗ kentnuͤß G Ottes befoͤrdern und darzu(i die Ehre GOttes ih⸗ res Schoͤpffers/ die alle C reaturen nach ihrer Art verkuͤndigen. Wie dann auch die Himmel erzehlen die Ehre E Ottes/ und die Veſte verkündiget ſeiner Haͤnde Werck: Ein Tag ſagts dem andern/ und eine Nacht thuts kund der andern/ P/al. 9. Pſi. v.z.3. So nun das der Himmel thut/ ſo ohn Witz und Verſtand, ni viel 60oo Die zwoͤlffte Predigt viel mehr Obrigkeit und Regenten /die weiſe und verſiaͤndig ſeyn. Es ſoll ſie darzu anhalten(2.) die Billigkeit/ dann weil ſie/ de Regenten/ der vielffromme G Ott vor und uͤber viel ander taußnd ſterbliche Menſchen ſo hoch erhaben/ daß ſie ſeines Reichs Ange leute/ und irrdiſehe Goͤtter ſind ſo iſt ja billich/ daß ſie ſich dann danckbar erzeigen/ welches nechſt ihrer eigenen Pietaͤt und Gdh tesfurcht nicht beſſer geſchehen kan/ als wann ſie die Thotihten Herrſchafft weit machen/ und die Thuͤre in der Welt hoch nenſi durch gute Auffſicht und Anordnung im geiſtlichen Regiment, daß der Koͤnig der Ehren bey ihnen einziehen koͤnne/ Pſal. 24. Et ſoll ſie darzu vermoͤgen(z.) die Lied und Zuneigungzuihre Vnterthanen. Dann was ein Vater in ſeinem Hauſe iſt das iſt ein frommer Regent in ſeinem Lande. Gleich wie nunſen ſchuldig iſt/ ſeine Kinder auffzuziehen in der Zucht und Venna nung zum HEnn/ alſo iſt auch dieſer in allen Stuͤcken daꝛzuven pflichtet. Es ſoll ſie darzu bewegen(4.) ihre Hohelt und ert⸗ ligkeit: Dann weil ſie Goͤtter heiſſen/ ſo gehen ſie billch mt goͤttlichen Sachen umb/ und laſſen ihr Hertz nicht an dem ver⸗ gaͤnglichen Gut hangen/ welches keinem die Seligkeit und den Frieden des Hertzens gibt/ dann Silber und Gold/ Reichthund dee. e Macht und Pracht/ kan niemand erretten/ am Welt/ als der reine wahre Gottesdienſt/ in welchem man OO von Hertzen bedienet iſt/ nach ſeinem Wort/ wann damit frommne Regenten gern umbgehen/ ſo thun ſie wol an Zion/ und die Mau⸗ ren zu Jeruſalem bauen/ und erweiſen in der That daß ſie Stuͤl⸗ halter des Hoͤchſten ſeyn. Es ſoll ſie auch(s.) datzu treibendie uͤberreiche Beiohnung/ die ihnen der vielgetreue OOtt drauff verſprochen hat/ dañ ihnen gilt auch der troͤſtliche Macht⸗Sptuch des Propheten: Die Lehrer werden leuchten/ wie des Hin⸗ melsGlantz/ und die/ ſo viel zur Gerechtigkeit weiſen/ das kan traun Obrigkeit am beſten thun/ die vielen aus Mackins 5 des Zorns/ Sopbn. Es iſt aber nichts Goͤttliches auf der gaten hat Ne Gott anden b diſine ſeslde Segen gadta Feinde ſoſtan geboht des 5 nich des achec Daſid die ha göliſch G eerme bonorabo, wer mich ehret/ den wil ich auch ehren. Im bleten hanhwie die Stern mmer und ewiglich/ doau Dann die Gottſeligkeit(derer man ſich ſelbſt befleiſſiget/ und die man andern beweiſet) iſt zu allen Dingen vuͤtz/ und hat die Ver⸗ 1 heiſſung dieſes und des zukuͤnfftigen Lebens/ Tim.⸗. Soͤnig Davoid hat mit Anrichtung des ſchoͤnen Gottesdien⸗ ſies! der zu den Zeiten Sauls bey nahend gar gefallen war/ den Segen des HErrn erhalten/ und die ſuͤſſe Verheiſſung hinweg gebracht/ daß ihme G Ott Nuhe ſchaffen wolte von allen ſeinen Feinden/ und ein beſtaͤndig Haus bauen/ dem es nicht mangeln ſolt an Suceeſſöribus, die auff ſeinen Stuel ſitzen/ biß daß Meſſtas gebohren werde/ 2. Sam. 7. So lange Salomon in Fortſetung des Gottesdienſtes ſich bearbeltete den Tempel gebauet/ und ſich nach des HErrn Wort verhalten/ ſo la nge gluͤckte ihm alles/ was er that/ und vornahm/ daß er ſeines gleichen nicht auff Erden hatte. Da ſich aber ſein Hertz abwendete von dem Fels des Heyls/ und er die Hand ſincken ließ im vorigen Eiffer/ und hurete umb ſeiner ab⸗ goͤttiſchen Weiber willen frembden Goͤttern nach/ ſo hatte ſein Gluͤck ſchon aus gebluͤhet/ ein Vnfall begegnete ihm ůbet den an⸗ dern mit Hauffen. Wiewol iſt es doch ergangenden Roͤmiſchen Kaͤyſern unter dem Neuen Teſtament/ dem Cenſflantino und Ca- rolo M. dem Tbeoaoſio, V. alentiniano, Ludo vico und etlichen wen ig andern ihres gleichen man lieſet in den Hiſtorien mit Freuden von ihren Victorien und nutzbarlichen Verriehtungen/ die ſie hin und wieder geſtiftet/ und bey der werthen Ehriſtenheit ſich enenun⸗ ſterblichen Namen gemacht haben. Darumb wer unter den Fetten auff Erden Lob und Ehre bey den Menſchen/ und reiche Belohnung von G Ott erlangen wil/ der wandele in der Furcht des HErmund ſehe daß er Sion wol thue/ und baue die Mauren zu Jeruſalem/ ſo wird an ihnen war werden/ was die Goͤttliche Mafeſtaͤt ſaget². Lam. 2. Honoran-. widrigen aber/ und da Mrlch rfchudeeleles auch heiſſen/ wiee⸗ 989 den Sa m. 2⸗ 7.zo. 4“ — 4“ K““————8ö8ö8oööſſ“ Se 8338E3EEE“ 4— F..““ mmnnnnn— “ 1 1 8 ö“.. -“ 3. 3 ben daſtlbſt G Ou 3 1 8 4 4“ 2“ 3 9 ““— 8—— 3“.— 7 4 8. —=ſſſſ.““. 8 4 e 1““ 3.. 4 * 4 4— 8 2„ 4 6 8 ————. 3 8———=——— 2“ 1 3 ſͤ 35““ 23*—“————— —. 4 1 2Nh———.— 1 3 1—— 4—. 5* 8*.——— ——— 4 2 ——ſſſſ— *—— 1. 8 ——— 1 Danckſagung Wein trincken ſo tincket a den Wein der Gererheigkei/ zeucherinen Rockan/ ſuh Fiten A tgettter land Gerechl durchde Glauber man au des Oe zar Za tiſt 1 2 ln nechſt wenls/ ſchaͤndae degge geopfen ken/ de zum Go ein irdiſ dern von fohlen w dr Weſc bſondere tenkomn fin eſten ſcheoatt ſhchetre Inaun amdig be m K Almach ſotenau über den„. Pſalm. 60 cteinen Rock der Gerechtigkeit an/ regieret er ſein Hausgeſinde/ ſa eegieret er das Geſinde in der Gerechtigkeit/ fuͤhret er Krieg/ regie⸗ ret Land und Leute/ er lebt oder ſtirbt/ ſo ſind diß alles Werdi der Gerechtigkeit. Dann alle Creatur GOttes wird geheiliget durch das Wort und Gebot/ weil die Perſon zuvor durch den SGlauben fromm und gerecht worden iſt. Auff dieſe Weiſe ſoll man auch den Altar verſtehen. Es ſey nun der Altar /ſo zur Zeit 65 Saſanee in ſetnen naathe n enuſhlem war/ oder der nun. zur Tempel ſtehet/ welcher uͤber die gantze Welt außgebrei⸗ tet iſt. Biß hieher Lutherus. 4 b e mehha hg bng Dieſes Stuͤck wenden wir zum Nut alſo an/und zwar/ well lISus in nechſter Predigt geredet worden von den Opffern Altes Teſta⸗ Altare/ Tem ments/ was dieſelbe geweſen/ was davon zu halten/ und wie ſie del und Kir⸗ ſchaͤndlich bey den Juden gebrauchet worden ſitzo aber allhier Mel⸗ chen Luen b dung geſchicht des Altars iind alſo des Orts anund auf welchem doſollan 3 ½ geopffert worden/ als haben wir zur Lehr und Vnterricht zu me cten, daß Altare/ Tempel und Kirchen bauen/ auch andere um Gottesdienſt gehoͤrige noͤtige Stuͤcke drinn auffrichten/ nicht ein itrdiſches von Menſchen erdichtet oder erfunden Werck/ ſon⸗ dern von GOTT dem HErrn ſelbſten angeordnet und be⸗ fohlen worden ſey. Dann ob wol Anfangs nach Erſchaffung der Welt weit uͤber zwey tauſend Jahr das Volck G. Ottes keins beſondere offene Kirchen und Tempel gehabt/ darinnen ſie zuſam⸗ men kommen/ und ihren Gottesdtenſt verrichtet/ ſondern von un⸗ ſern erſten Paradieß⸗Vater dem Adam an biß auff Moſen/ die liebe Patriarchen und heilige Erkzvaͤter/ vor und nach der Suͤnd⸗ fluth etwa unter dem freyen Himmeloder unter einem feinen luſti⸗ gen Baum/ oder in ihren Huͤtten oder Haͤuſern zuſammen kom⸗ men daſelbſt ihre Opffer/ Gebet und Gottesdienſi mit ihren Wei⸗ bern/ Kindern und Geſinde verrichtet: So hatdoch G Olttder Allmaͤchtige endlich nach dem er Moſi das Geſetz der zehen Ge⸗ boten auff dem Berg Sinni gegeben Erod.0im nechſten folgen⸗ FEx. 20. v.). Gggg ij den z 8— — 8 15 8 3 ₰ — 4 2* 4 4 X . 8 2 8 * 8 4 1 85 ₰ —. 2 4 “ ““ . „“ 1*— 1 8 .4 4 — 4 .— 4* 8 8.— 6—— 1 8 3 4 5 3 E— 23—, 3„ 1 5— ““ 4“. 3 —“.— 8— 4. e—.—— 4“ ... 8 8 8. —— 8 4 8 6— 8“ 1—.—— 3 4 3—“ 4 ſſſ — 8 9— 4 1 —— 2.——— . 4 ſſſſͤſͤ 2 der Erſchaffung da Wel /zi⸗ Häͤtte des Stifftes/ ſambt ihrem zugehoͤrigen geiſtlichengKirthenge achtdaß Lokaae geweſen/ Jo6.. alſo hat ihn& Hriſtus nicht abzubrechen gebom PLuc.. v.45. niget/ Martb. 21. Lucg. Jab.. hat taͤglich drinn gelehret hertiiche Joh. ². v.]. Wunder und Zeichen drinn gethan/ wie er ſelbſten hekennat Matt. 26, 5§. Joh. 8.v.:0. Aatib. 26. Tob. g. und die Evangeliſche Geſchicht diß auswes Matt. 28, 15. ſen/ Matth, 24 Marc.n. Job.. Marc. 11, 17. Joh. 8. vz. len ihre coyveas im Tempel gehalten/ Alor. a. darinn auch ofemt⸗ 4A².v lich auff des Engels des OCꝛrn Befehl gelehret! acrarJ. ißth Acs. v. 20. len in den Juͤdiſchen Syn agogen/ Aior.a eis e. bißwelkenin c.. n. Zemeinen Privat⸗IMͤuſern, Aronde. 23 A ors 29.24. Cap. Son⸗ C. 22.V. I7. Reinigen und dergleichen gebrauchet/ wie das Exempel Pauii ausweiſet/ Mtor. 2z. Ingleichen haben zu der Apoſtel Zeiten die Chriſten ihre offene gemeine Kirchen gehabt/ darinnen ſie uſam⸗ * Cor.. men kommen/ gelehret/ gebetet/ und das Abendmahl gehalten/ wie A hder2 tennenun gen gewe 1. weich alein h aufger gihen Ouſe Tempe neuen Ooſen gefolget Teutſch deuhcher maach Wijand 2 fanegir lich und get/ ſo⸗ Potts ten gezier nkennen. mewerde uͤber den 51. Pſaliulululm 505 nach der Apoſtel Zeit der erſten Chriſten ihre Kirchen durch dieey⸗ rannen und Verfolger verſtoͤret worden/und ſolches eine ziemliche Zeit gewaͤhret/ iſt doch endlich auffkommen Kaͤyſer Canſtaurinu⸗ At. welcher/ da er Anno Chriſti z10. zum Negiment gelanget/ nicht allein hin und wieder ſchoͤne und herrliche Kirchen und Tempel auffgerichtet/ ſondern auch ein beſonder Kaͤyſerlich Mandat auß⸗ gehen laſſen/ daß im gantzen Roͤmiſchen Reich die zerſtoͤreten Chriſten⸗Kirchen wieder auffgetichtet/ die heydniſchen Goͤtzen⸗ b Tempel in Chriſten⸗Kirchen verwandelt/ und wo keine waͤren/ von neuen auff des Roͤmiſchen Reichs Vnkoſten erbauet wurden. Deſſen Fußſtapffen andere C hriſtliche Fuͤrſten und Herren nach⸗ gefolget/ und dannenhero alle Flecken/ Doͤrffer und Staͤdteem 5 Teutſchland/ ſo wol als ſonſten in der Chriſtenheit/ mit ſchoͤnen berrlichen Kirchen⸗ Gebaͤuen gezieret/ deren ſich dann noch Maͤn⸗ niglich biß hieher zu ſeinem Gottesdienſt und Seelen Seligkeit Befoͤrderung gebrauchet.“ Wann demnach G Htt der HErr einer Stadt und Land feine Kirchen/ Altare und Tempelbeſcheret/ welche nicht allein herr⸗ 3 lich und wol gebauet/ und mit noͤtigen Kirchen⸗Ornat geſchmuͤ⸗ cket/ ſondenn auch mit dem wahren G Ottesdienſte des reinen Woris G Ottes/ und Gebranch der hochwuͤrdigen Saeramen⸗ ten gezieret/ als ſollen wir ſolches fuͤr eine groſſe Gutthat G Ottes erkennen. Es kan in Warheit nicht gnugſam geſaget und geruͤh met werden/ was diß fuͤr eine edle Gnade G Ottes/ wann in iner Stadt und Land feine Kirchen ſeyn/ darinn der Gottesdienſt rein beſtellet/ und ein ieder frey ohn ſcheu deren gebrauchen kan. Da kan ſich einer von Hertzen freuen/ und aus froͤlichem Munde mit Dapvid ſagen: Der Vogel hat ein Haus funden/ und die Schwalbe ihre Neſt/ daß ſie Junge hecken/ nemlich deine Altar HErr Zebaoth/ al.. Wann dann nun uns auch Pf 84. v. 43 2* O Ott der HErrin dieſer unſer Stadt und Veſtung/ wie auch in der gantzen Neumaꝛck ſolche geiſtliche Kuchenhaͤuſer und Schwal⸗ Gggg ij ben⸗ zuer ſage Pſal. 122. v. V 2O. Rom. I2. v.-. pel⸗ Ce 6. V.IOe 24 Cor. 6. V. 16. Auguſt 3„ 6. 6, noſtri D. 12. 15. 606 ben⸗Neſter beſcheh lehret/ die Sacramenta na ſpendet werden/ ſondern ſie a und Schmuck alſo gezieret/ ſeyn: Haben wir ſolches billich fuͤr die hoͤchſte kennen/ ſollen Ihm auch dafuͤr von Her n/ deren zu unſerer Seeligkeit beſten gebrauchen GOttes⸗)Haͤuſer/ darinn G Ott ſeines Na Ex. 20.v.24. geſtifftet/ und zu uns kommen Eſa. 56. v. 7, halten demnach deren Matt. z1. v. 13 Predigt⸗ Haͤu b 4 3. 3e n Plat, 122. Sie halten fuͤr des HErrn Sacrament Haus/. .Cos. M. menten gebrauchen: Sie halten fuͤr ein Opffer⸗Haus und denn uns zu unſern ſelbſt eigenen vernuͤnfftiger Gottesdienſt/ Rom.. Sie halten fuͤr unſere dem⸗ ſchauen/ wie Noderus beſchauen u 1. Cor. 3.v. 16 zu heiligen/ Cbriſßto aperiatur„ ſerm. Ba de ling und Herbe temp. tom. Vntugenden aus 10. col. u3. felzu⸗Und CHr lebendigen heilige uu der hochgelobt Apoc.7. v. ligen Tempel die und Weißheit/ und Danck/ und Die zwoͤlffte Predigt tet/ darinn nicht allein G Ottes Wotlreinge⸗ 5 C Hriſti Ordnung treulich ausge⸗ uch mit gebuͤhrenden Kirchen⸗HOrnan daß man wol koͤnne darmit zu friede Wolthat G Otis ten Lob und Dani ſie halten uͦ mens Gedaͤchtnaß wolle uns zu ſegnen/ Exoa. 20. Shi auß/ wie ſie genennet F/a. 6 und zu unſern Gebet gebrauchen. Sie halten ſu ſer/ und darinn kommen zu predigen den Nannet fuͤr GOttes Bet⸗H cor n. und deren zu Ausſpendung der heiligen Saa Opffer gebrauchen/ welches ſey unſe Tempel aber wird genennet conremplatione von dem be⸗ haben wil: Deßwegen wir uns hierinn wel nd darnach trachten ſollen/ daß wir hierdurchſabbſen ebendigen G Ottes Tempeln gemacht werden ucir. 2.Cor.. Welches alsdann geſchicht ſ babiraculum curdi vitius evacuetur, virtutibus repleatur, Diabolo claudatun wie Auguſtinus redet: Wann wir die Woh⸗ rge unſers Hertzens von den Laftern und lehren/ mit Tugenden er fuͤllen/ dem Teuf⸗ iſto auffſchlieſſen. So koͤnnen wir werden zu n Tempeln G Ottes/ und dermaleins gelangen en heiligen Dreyfaltigkeit/ derſelben in ihtem hei⸗ nen Tag und Nacht/ welcher ſeyLobundEhre reiß/ und Krafft und wigkeit/ Amen. 5 d Staͤrcke/ von Ewigkeit zu⸗ uͤber den oꝛ. Pſalm. Vber den fünfften Buß⸗ Pſalm des onges Hlabita CE- und Propheten Davids/ ſo da iſt der ſrini, 4. 0. 4. aung naech im Pſalter⸗Buch der Hun,⸗“ Januarif ue eSndun ehen hene csden, awer 1t dert und Ander. EK M ebie AWerſ. 1.. Mßn Sebet des Elenden/ ſo er betruͤbet iſt/ und Sſeine Klage fuͤrdem HErre ausſchuͤttet. SEliebte und Außerwehlte Freunde in C Hriſio/ Buß und SNBuß und Gebet ſtehen unauffloͤßlich bey Gebet geho⸗ N ½ 4 Memander. Wer ungeferbte Buſſe thut der be⸗ ren beyſam⸗ AAES ket auch gerne/ und wer gerne betet /der befleiſſiget men. AA ſich der Buſſe: Sonſten wud das Gebet zur Suͤnden gemachet/ welches nichto fruchten und helffen/ ſondern nur ſchaden und verdammen kan. Euere Vntugend/ ſagt E⸗ ſaias am 50. zu ſeinen Zuhoͤrern/ ſcheiden euch und euern G Ott Eſa. 59 v, 2, von einander/ und euere Suͤnde verbergen das Angeſicht von euch, daß ihr nicht gehoͤret werdet/ dann euere Haͤnde ſind mir Blut beflecket/ und euere Finger mit Vntuͤgend. Das hat der Prophet G Ott dem HErren aus ſeinem Munde entlehnet/ welcher ſich ſelber cap.1. gegen ſie hiebevor vernehmen ließ: Wann ihr ſchon euer Haͤnde ausbreitet/ ſo verberge ich doch meine Augen von euch/ und ob ihr ſchon viel betet/ hoͤre ich euch doch nicht/ dann eiiere Haͤnde ſind vol Bluts. Darauß folget ie im Gegentheil daß w amanderestaserſen, 3 Jac.4. v.J. 60o Dle erſte Predigt und ſein Gebet recht wie ſiehs gebuhret/ verrichten wolle man zuvor die Haͤ waſchen in dem Blut des Lammes/ und ausziehen den befleain Nock des Fleiſches nach der Vermahnung de. Apoſteis Jaaſ cap. 4. Reiniget die Haͤnde/ ihr Sunder/ und macher eun⸗ Hertzen keuſch/ihr wanckelmuͤtigen/ nahet euch zu Gon (nemlich durch Buß und Gebet/ 1 ac. J. v. 16. ) ſo nahet Er ſich zu euch (durch Gnade und Erhoͤrung) und imz. cap. hefiehleter: Ve⸗ kenne einer dem andern ſeine Suͤnde/ und beter fuͤr einan der. Hefftet damit Buß und Gebet auffs allergenaueſte an en ander und weiſet/ das keins ohn das andere GO Ott gefallen kaͤnn. — Die Weyſen aus Morgenland thaͤten zu Beihleden ie Schaͤtze auff und ſchenchten dem neugebornen IEſulein dems Watt 2. vonu. nige der Ehren Gold/ Weyrauch und Myrrhen/ Aau Alſo auch wann wir den guten Schatz des Hertzens eroͤffnenun wolgefaͤllige Opffer und Geſchencke dem lieben G Ott yrgenn. ten und darſtellen wollen /ſo muͤſſen wir mit uns bungen/ nicht a⸗ ein den wolriechenden Weyrauch des Gebets/ ſondenn auchie ittere Myrrhen hertzlicher Reu und Leid aus geaͤngſtetem und zerſchlagenem Geiſt/ und das Sonnenglaͤntzende Gold desßiig⸗ machenden Glaubens /die beyderſeits zu warer Buß erfordett wer⸗ den. Was halffs dem Phariſeer im Tempel zu Jeruſalem daß er/ wie ſeine Spieß⸗GSeſellen und Ordens⸗Pruͤdet/ langes Ge⸗ bet fuͤrwendete/ auff daß er nur von den Leuten geſehen wuͤde? Nichts uͤberall: Warlich ich dahin. Der Sohn G Ottes verwarff ihn/ und deutete klaͤleh an! das ſein himmiiſcher Vater kein gefallen dran tragenkoͤnne Was war die Vrſache? Dieſe traun/ daß es ihman der Buß mangelte. Hingegen der arme Zoͤllner brachte mit ſich bußferti⸗ ge Füſſſe/ die er nicht mehr wandeln wolte laſſen auffdem Pfad der Vngerechtigkeit/ Blut zu vergieſſen/ dann er ſtund von fer⸗ ne Bußfertige Augen auß Betrachtung ſeiner dulſenaun cnei iwie ſehs gebꝛ volle/ ſo maͤſe aͤnde und Hertzen durch wahre Buß kein und weiß ſage euch er hatte ſeinen Lohn ä * Mdigte zimme dann etſ der gna det dran Hochſ Das 68o ar rende doft iaubn Jriing buͤſſenu aſe demna⸗ ſan Ge ſolches derlichd, BußGe Nin den deſſen defäͤnff wemege hal mi dls wa püſten Wae 5 8 8 oſe dat. . uͤber den 102. Pſalm. 69 wuͤrdigkeit/ darumb ſo wolte er ſie nicht auffheben gegen Himmel; Ein bußfertiges Hertz/ das ſeine Sunde erkandte/ dann er ſchlug an ſeine Bruſt und ſprach: GOtt ſey mir Sün⸗ der gnaͤdig/ Zacas. Das Gebet muſte C Hriſtus loben/ das Ge⸗ bet drang durch die Wolcken/ das Gebet ließ nicht abe/ biß der Poͤchſie drein ſaße/ und Guͤte und Treu einander begegneten. Das meinet die Gottfuͤrchtige Judith/ wañ ſie ſich und iHr Volck alſo anredet cap. 8. Laſſet uns mit Thraͤnen fuͤr dem HEr⸗ ludith. 4. ren beten. Ach lieber was ſind die Thraͤnen die von den Heiligen v. ij. ſo offt und viel in ihrem Gebet vergoſſen werden anders/ als Lega- zidolorir, nach Opriani Wort/ unbetriegliche Votſchafften und Anzeigungen innerlicher Sufff1eh.. „Dieſes hat gar wol verſtanden Koͤnig David/ welcher im buͤſſen und beten ſich nieht wenig geuͤbet/ dann gleich wie er wahre Buſſe gethan/ alſo hat er auch recht andaͤchtiglich gebetet/ und demnach wie ſeine Buſſe techt geweſen/ alſo iſt auch recht geweſen ſein Gebet/ deſſen er bey ſeiner Buß ſehr embſig ſich beflieſſen/ wie ſolches ſeine Buß⸗Gebet und Pſalme gar klaͤrlich außweiſen/ ſon⸗ derlich dieſe ſeine Gebet und Pſalmen/ ſo den Namen haben/ daß ſie Buß Gebet oder Buß Pſalmen genandt werden/ derer vornemlich 7. in dem Pſalter⸗BuchKoͤnigs Davids gefunden werden/ die alſo heiſſen/ unter welche auch dieſer itz vorgenomſiener/ der 1o2. ſo ſonſt der fuͤnffte Buß⸗Pſalm/ davon zwar unterſchiedliche Meynungen/ wem eigendlich dieſer Pſalm zu zuſchreiben/ wir ſollen ihn aber zum theil mit unter den Namen des Koͤniges und Propheten Davids/ als welcher die Zeit ſeines Lebens recht elend und betraͤbt geweſen/ paſſiren laſſen/ und zu dieſem mal zum Anfang nur den Titul und Vberſchrifft dieſes Pſalms auffs kuͤrtzte und einfaͤltigſte betrach⸗ ten. 1 Damites aber ohne Nutz und Frucht nicht moͤge abgehen/ ſo ſeufftzet zuvor auß Grund euers Hertzens mit mir aiſo: Ichh bitt OHErr auß HertzensGrund/ du wollſt nicht vonmie b Hhhh nehmen/ Gl1o0 Die erſte Predigt men/ dein heilges Wort aus meinem Mund/ ſondern deinen Gnaden Geiſt geben/ und verleihen/ auff daß wir auff dißmalaſſ moͤgen reden und handeln das es gereiche dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer aller Seelen Heyl und Seligkeit/ umb C Hnſſin len/ Amen. TRACTATIO. „G Eliebte Freunde in E Hriſto/ es wird dieſer unſer bonge 2 nommener Pſalm genandt ein Buß⸗Pſalm; Daßay SVDber ein ſolcher ſey/ weiſet auß der Titul oder Vbarſthaſf deſſelben/ ſo da anzeiget/ wie ſich ein geaͤngſtigtes Hertz wache⸗ ſeiner Suͤnden halben betruͤbet wird/ und mancherley Creutza⸗ erhalten ſoll nemlich es ſoll beten und klagen fuͤrGOtt dem he⸗ ren/ wie dann auch die Chriſtliche Kirche hierzu feine Anſeinn ibt/ da ſie ſinge: b Wann wir in hoͤchſten Noͤthen ſeyn/ Vnd wiſſen nicht wo auß noch ein/ Vnd finden weder Huͤlff noch Rath,/ Ob wir gleich ſorgen fruͤh und ſpath/ DSo iſſt das unſer Troſt allein/ Daß wir zuſammen in gemeinn/ b Dich anruffen du treuer GOTT/) BVBmb Rettung auß der Angſt und Noth. Aber O Vnglaube/ O Schwachheit/ wie offt hinderſtu uns an rechten Gebet/ und Vertrauen auff G. Ott. Dennoch ſoll aucz das ſchwache Gebet fortgehen: Vnd das aber ſolehts ſo vieldeſo daß und richtiger vor ſich gehen moͤge/ wird uns gar ſchoͤne gezn⸗ get in der Vberſchrifft dieſes unſers Pſalmes/ alſo lautend: Ein Gebet des Elenden/ ſo er betrübet iſt/ und ſeine Klageyor dem Herren ausſchüttet. Hierbey den folgende Vmbſtaͤne 2 Du wer dann ſein Gebet und Klage vor Gon äsſhüt eWent Ratut w Le und und Eie gfahter bon de bod Mut unſer aun. agtim es hoch geweſe Cxad menge wie da GOtt fechtun bvuͤrde 5 ſeit lach/ Durch gihen/ Ieur in allem Nunch dsEd ſagerd dan 9 terde wann uͤber den 1oz. Pſalm. ausſchuͤtten ſolte: Das ſolle thun der Elende; Dann lauten Im Jamer die Wort: Ein Gebet des Elenden. Nun ſind wir alle von und Elende Natur wann wir uns nur wollen recht anſehen/ arm und elend am ſoll man be⸗ Leib und an der Seelen/ hierzu koͤmmt noch das taͤgliche Jammer ben. und Elend/ ſo einer fuͤr den andern/ inſonderheit die Frommen/ zu erfahren/ dann es bleibet wol darbey/ nicht allein was in gemein von der Menſchen Leben geſagt wird beym Su. 40. Es iſt ein e⸗ Sit. 40. v.* lend jaͤmmerlich Ding umb aller Menſchen Leben/ von Mutter Leibe an/ biß ſie wiederumb zur Erden werden/ die unſer aller Mutter iſt/ da iſt immer Sorge Furcht/ Hoff⸗ nung/ und zu letzt der Todt: Wie dann auch hiervon Moſes ſagt im ↄ0. Pſalm. Vnſer Leben waͤret ſiebentzig Jahr/ waſi bl. 50 v. 10. es hoch koͤmmt/ ſo ſinds achtzig Jahr/ und wanns koͤſtlih geweſen iſt/ ſo iſt es Muͤhe und Arbeit/ das iſt/ Jammer und Elend/ geweſen; Beſondern auch was in Pecie von den From⸗ men geſagt wird/ daß der Gerechte muͤſſe viel leiden 4. Pſalm/ l. 4. v. ꝛ0. wie dann auch der Engel ſagt zu dem alten Tobia: Dieweildu GOtt lieb wareſt/ ſo konte es nicht anders ſeyn/ ohn An⸗ fechtung muſteſt du nicht bleiben/ auff daß du bewaͤret wuͤrdeſt 706,12.„. der HErtC Hriſius lehret: Wer mein Juͤn⸗ Tob. 12.v. 3. ger ſein wil/ der nehme ſein Creutz auff ſich/ und folge mir nach/ Atattb. 0. die Apoſtel des HE RRen reden davon alſo: Matth. 10. Durch viel Truͤbſal muͤſſen wir in das Reich GOttes ein⸗ v.z8. gehen/ und alle die da Gottſelig leben wollen in Chriſto IEſu muͤſſen Verfolgung leiden. Act 2. 2. 1iz. Nun iſt Act 14.v. ꝛ2. in allem Jammer und Elend nichts beſſers als das liebe Gebet.⸗·Tim. 3.V.rs Manche Weltfincke/ die in des Teuffels Gebaͤuerlein ſitzet und das Elend oder Jammer ſo in der Welt vorgehet/ nicht bedencket/ ſinget daher und ſaget: Die alten Muͤtterlein moͤgen betenſo in den Hoſpitalen ſeyn die koͤnnens gewarten. Mancher Haußva⸗ ter der ſich auch wol beduͤncken laͤſt/ er ſey ein außbuͤndiger Chriſi/ woann der Tiſch gedeclet/ und die Speiſe auffgetragen iſt pfleget zu 18 b Hhhb j ſagen/ In Die erſte Predigt b ſagen laſſet unter/ daß die Kinder deten biß ich fertig wende. Nicht alſo/ du Chriſtliche Seele nicht alſo; du bedarffeſt des lieben Ge⸗ beto ſo nothwendig/ als andere. HErr ſchuͤtte deinen Grinm auff die Heyden /die dich nicht kennen/ und auff die Voͤlai die deinen Namen nicht anruffen/ ſpricht Koͤnig Daviy Tal. 79.r. 6. Pſalm. Zeiget hiermit an wie G Ott von Hertzen unwillign wann niemand mit ſeinem Gebet/ dem Jammer und Etend ſonn der Welt vorgehet/ abhelffen wil. Darumb die heiligen Oöns au iederzeit ſteiſſig gebetet haben; und kein beſſer Mituelin h Noth gewuſt als Thraͤnen und Seuffzen. Da Jacob hoͤrete/ daß ihm ſein zorniger Bruder Eſauni viier hundert geruͤſteter Mann entgegen zog/ O wie hertzlich uſf er zu O Ott/ daß er ihn erretten wolte. Wie ſchoͤn wuſte enſgn zu Gemuͤth zu fuͤhren die Berheiſſung ſo er ihm gethan: M ſprach: GOtt meines Vaters Abraham/ und GOttun nes Vaters Iſaas/ HErr der du zumir gefaget haſt zent wieder in dein Land und zu deiner Freundſchafft/ ſchwll di wolthun. Errette mich von der Hand meines Bruders/ und von der Hand Eſan/ dann ich fuͤrchte mich furim⸗ daßer nicht kommme undſchlage mich/ die Mutta ſann den Kindern. Du haſt geſagt? Ich wil dir wolthun und deinen Samen machen wie den Sand am Meer/ denman Sen. 3.v.9. nicht zehlen kan fuͤr der Menge/ Gen 2. Welcheinentiſge 11 ſeg.. beter iſt nicht geweſen Koͤnig David/ welches man nicht allema Tnl.... Aerbey dieſem Pfalm ſihen ſondern auch in allen ſenen Pſalnan Pral 61.. Imls. Pfalm ſprichter: Wann mir Angſtiſt ruſſeichdm TT. v. 2. Erren an/ und ſchreye zu meinem GOtt. Im i. Pfeins Pr. Wann ich betrubt bin/ dödencke ich an GOtt/ wannmen 2.v.1. Hertz in aͤngſten iſt/ ſoredeich: Im 1r. Pſalm. Ichrift zu GOtt dem Allerhöchſten/ zu GOtt der meines Jam⸗ mers ein Ende machet. Was that Koͤnig Joſaphat als wida ihn ein groſſe Kriegs⸗Menge daher zoge? Ergiengin d09a w hEr teGott der wide AChran. aiden bot iha uns al eeken nde⸗ gedac dh779 hei luj tameſ zen M m ſagetn Elende gen? kagen! Bedrig ted ſein d glaͤ deL äget) d dſü ſobeth 7 d Waſ 2 nnha uͤber den os. Pſalm. des HErten/ ſampt dem Volcke/ betet hertzlich und ſprach: Vn⸗ ſer Gott/ in uns iſt nicht Kraft gegen dieſen groſſen Hauffen der wider uns kommt/ ſondern unſer Augen ſehen nach rer. 2. Cbron. 20. Hiskias daer vom Sanhetib bekneget ward/ gieng Chron z0. er inden Tempel breitete die Abſage Brieffe aus fuͤr dem HErren/ bat ihn umb Rettung und ſprach: HErr unſer GOtt/ hilff uns aus ſeiner Hand/ auff daß alle Koͤnigreich auff Erden erkennen/ daß du HErr allein GOtt biſt/⸗Ra Der Pro⸗ ¹ Reg.. phet Jonas ſprach: Da meine Seele bey mir verzagte/ da w5.: gedachte ich an den HErrn/ und mein Gebet kam HErrzu dir/ Jou. 2. Cum videro pempialunon amauten orandi ſtadium, Jon. z. v.28⸗ neë Bujus rei ferpidã vebementi; curd teneri, continuò mibipa- lam ett eum nibilegregie dotusin auimopohdere. Wann ich ei⸗ nen Menſchen ſehe/ der nicht luſt zum Gebet hat/ noch demſelben mit fleiß oblieget/ ſ dencke ich bald /daß nicht viel utes an ihm ſey! Chryloſto⸗ ſaget der alte Lehrer Cbryſoſtomus. us. Zum I1. Srid? Was ſoll dann ein geaͤngſtigter und Il. Elender wollen rbitten/ und GOtt dem HErren fuͤrtra⸗ dlemnbrum gen? Liberationem& promotionem Eccloſe, el ſoll G Ott fuͤr⸗ Das Seend kragen das Bedraͤgniß ſeiner und ſeiner Neben Chriſten /ja das draͤngniß Bedraͤgniß der gantzen Kirchen/ daß Gott dieſelbe davon befteyen/ der Kirchen und ſeinem Gnadenreich der Chriſtlichen Kirchen alle Befoderung GOT Tim und gluͤcklich Wolergehen wolle wiederfahren laſſen. Dann(wie Gebet fuͤr⸗ der H. Lutherus in dem Inhalt und Argument dieſes Pſalms an⸗zutragen. zeiget) ſo iſt dieſer Pſalm ein Bet⸗Pſalm/ darinn die lieben alten Summa Vaͤter des Geſetzes der Sunden und des Sterbens muͤde /ſo hettz und Inhalk lich ſich ſehnen und ruffen nach dem Reich der Gnaden/ in C Hri⸗ dicſes eos⸗ ſio verheiſſen bitten Er wolle Zion bauen/ S tein undalck zurich⸗ Pſalms. ten/ daß doch einmal angienge/ und er in allen Koͤnigreichen ſeine Ehre ſehen lieſſe/ und huͤlffe den Gefangenen aus Sunden und Todt/ dafuͤr ſie zuſammen kommen/ und ihm dancken/ das iſtſim mchten Zion dienen moͤchten/ und das alte Teſtament auffhoͤren. Hbhh ij Dann ——— —— — ͦ— —— 5———— ———— ——y———— — 5— ͦ— —— 5 61414 Di erſte Predigt Dann auſſer C Hriſio iſt doch ja nichts/ dann Krafft demuͤtigen auff dem Wege/ und Tage verkuͤrtzen /das iſtſein elendes kurtzſam⸗ merlich Leben/ darinner nicht gern wolt weggerafft werden. Ihh in ſeinem Reich iſt ewiges Leben/ und der Zeit Ende. Dang iſis/ der vor Himmel und Erden geweſt/ und dieſelben gemachſ und ſie auch wiederumd endern und verneuren witd. Darundſß er auſſer und uͤber alle Zeit/ und ſeine Jahr haben kein Endeſn da iſt kein ſterben. Das Reich wolten wir gerne habenl ſpria ſolch dein Reich komme/ Anmen. Rn Pfal Diß ſind Wort des H. Luthert uͤber dieſen Pſalm. Vidſ Elal. 4. v7. ſehen wirs auch im 14. Pſalm/ wie hertzlich ſich die Frommeni alten Teſtament nach der Zukunfft des Errn C Hriſtt insgſh Ader Iſrael kaͤme/ und der HErr ſein gefangen Volch erh ſete. Gleicher weiſe wie wir Chriſten itzt uns ſehnen nachderi ten Zukunfft unſers HErrn JEſu C Hriſti und beten: Zu on me dein Reich: Item: Erſoſe uns von allem Vbel: Koumn doocch/ komm doͤch du Richter groß/ und mach unsinder Gnaden loß/ von allem Vbel Amen. e Die zeitli“. WVnd daß ſind dann die rechten geiſtlichen Guͤter die wi chen Gueer von G Ott/ und zwar ohne Bedingung bitten. Wir moͤgen auch mit Bedin⸗ ol umb das leibliche bittenals da iſt E ſſen/ Trincken. Huͤlleund gung zu er⸗ Fuͤlle/ Geſundheit und Leben/ Ehr und Reichthumb Gluͤckelnd bitten. Vmb Gedeyen in der Nahrung/ Huͤlffe aus Noth und Truͤbſalundde⸗ die geiſtli⸗ rogleichen: doch aber weil uns offterſi draus groß Schade entſti⸗ chen aber hen kan/ ſollen wir es allezeit thun mit Bedinge/ woes GOuu vornemlich Ehren/ und uns zur Seligkeit gelangen moͤge. Alſo machlet zu bitten Koͤnig David nach dem er aus ſeinem Koͤnigreieh verttieben bat ohne Be. prach er mit groſſerGedult Werde ich Gnade finden flür dm ding.. rren/ ſo wird er mich wiederholen/ und wirdmiche Lade des Bundes ſehen laſſen und ſein Hauß: Sprichter aber alſo/ ich habe nicht luſt zu dir/ ſiche hir dinichage geſehnet haben und geſprochen/ Ach daß die Hülffe aus J hets tn fomme! dber wo So ſss ſein ſu Der unsC. HEr Wan rei 0 anulu beſtaͤh ſind od wasde R ſollen ſida Dann tet Gla des hell Schus das ewi keit von uͤber den o. Pſalm. che es mit mir wie es ihm wolgefaͤlt. ⸗ Sam. 1*F. Wie ſprach der 2. Sam. 19, fromme Kriegs⸗ Haͤuptmann Iudas? Wir wollen ſtreiten/. aber was G Ott im Himmel wil/ das geſchehe: Maccab. 3.1* Macca, 3. So ſagte auch Joab zu Abiſai ſeinem Bruder: Laß uns ſtarck.50. ſein fuͤr unſer Volck/ und fuͤr die Staͤdte unſers GOttes: b Deerr HErr aber thu/ was ihm gefaͤlt.⸗Lam. o. Daher hat 2. 8am. lo. uns C Hriſtus gelehret und befohlen zu beten: Dein Will geſcheh n. SErr GOtt zugleich/ auff Erden wie im Himmelreich. Wann dich auch G Ott in zeitlichen Sachen nicht allezeit erhoᷣ ⸗ ket/ ſo bedencke/ was Baſilius ſaget: Aut mals petiiſti, aut tibi non H conducibilia, aut in oratione non petſen naſti Entweder du ha⸗ ß beſtuͤbel gebetet/ oder ſolche Dinge begehret/ die dir nicht zutraͤglich ſind/ oder du biſt im Gebet nicht ſtandhafftig blieben. Wer weiß b was dem Menſchen gut iſt in ſeiner Eitelkeit/.. Daß prov. 7. v. s⸗ wir alſo wol umb das zeitliche bitten moͤgen/ aber fuͤr allen Dingen ſollen wir bitten umb das geiſtliche Gut /ſo da iſt das Reich C Hri⸗ ſii/ dariũ alle andere geiſtliche Guter derer wir beduͤrffen zu finden. Dann darinn iſt Erkentniß G Ottes wahre Bußfertigkeit/ rech⸗ ter Glaub/ Vergebung der Suͤnden Regierung und Beyſtand des heiligen Geiſtes/ wahre Gedult und Beſtaͤndigkeit im Creutz/ Schutz und Rettung wider den Teuffel/ ein ſeliges Stuͤndlein/ das ewige Leben/ und in Summa/ alles was dir zu deinner Selig keit von Noͤthen iſt. Trachtet am erſten nach dem Reich GOttes und nach ſeiner Gerechtigkeit/ ſagt C Hriſtus Mautk. Matth. 6.v.z s. dannenhero hat er auch ſelber im Vater unſer die geiſtlichen Guͤ⸗. voorn an und die leiblichen hinden nach geſetzet. ö Aumbbroſius der alte Lehrer ſaget: Tu cum oras magna ora: 4 mbroſius ad est, ea ora, q væ æterna ſunt, non caduca., Orsvæ dipina ſunt blalm. u18, asg caloftia. Wann du beteſt/ ſo bitte groſſe Dinge/ das iſt bitte derm. iy⸗ ſolche Dinge/ die da ewig ſind und nicht vergaͤnglich: Bitte was GO oͤttlich und himmliſch iſt. Bitte nicht vornemlich und allermeiſt uumb Geld dam es iſt ein verzehrender Roſt: Nicht umb Gene⸗ b egiſt 6¹⁶ Die erſte Predigt gpeſtnur Metal!nicht umbliegende Gtuͤnde dann ſie ſind nuer⸗ de. G Ott hoͤret nicht/ es ſey dann daß du ſolche Sachen bitteßt 26 7 ſeiner Gab und Wolthar wuͤrdig ſchaͤtzeſt. Diß ſaget an⸗ Sroſtutss, I Vnd ſolch Gebet ſoll verrichtet werden ohn alle Conann und Bedinge. Dann G Ott hat dir ſolche Guͤter zu gebenſ nem Wort verbeiſſen/ und CHriſtus hat ſie theuer erworben. E⸗ b ſoll geſchehen/ wer den Namen des HErren anruffen wird daſ Loel. 2. v.zz. errettet und ſelig werden/ Toel. 2. Rom. 10. Daher betendie Janga Kom. 1o z ohn alles Bedinge und ſprechen/ HErr mehre uns den olal Lue. 7. v.), ben/ Lac.7. Vnd der Jöllner ſeufftzer: G Ott ſey mir Saͤnde Lue. 18. v.az. gnaͤdig/ Luc.:⁵. Der Sehecher am Creutze betei ohn Bedng⸗ und ſpricht: Herr gedencke mein/ wann du wirſtin def Reich kommgmmmgmgng. 1II. Sum 711. 21 wo und an welchen Ort ſoll dann da Membrum. jende ſein Gebet verrichten/und ſeine Klage ausſchuͤtten Fuͤrden An allendr⸗ HErren. Fuͤr dem du dein Gebet und Klage ausſchuͤltenſoll ben zu berrn ſider ZEr/ und der iſt alenthalben zugegen/ wier ſabeſge auch in der Ichbin der HErr auff Erden allenthalben. Bin ichs ncht Kirchen. der Himmel und Erden erfuͤllet/ Ich allein bin allenthalben Ex. 3. v. z2. ſo weit der Himmeliſt/ und ſo tieff der Abgrund iſt allent⸗ lIer. 33. v.24. halben im Meer allenthalben auff Erden/ unter den eu⸗ Sir, 24. v.7/ ken/ unter allen Heyden. Darumb ſo kanſi du auch dein e⸗ . 3,9 10. bet verrichten/ du ſeyſt wo du wolleſt: Dannenher beßfehlet S. 1 1 Tim.2.v. 3. Paulus an allen Orten zu beten l. lm.⸗. Jedoch aber vomemluich wann in der Kirche der Gottesdienſt verrichtet und das Gebetge⸗ halten wird/ da ſtelle dich mit Fleiß und Andacht em/ und lrahe Sott vor deine eigene Noth/ und der gantzen Chriſtenhelt Duang⸗ Tertul. in ſal. Solch Gebet iſt ſonderlich ſehr kraͤfftig. Coimus in cauum Apolog, e. conęrtgationem ut Deum paſimanu facià precationibus anbis- 39. mus Da verſamlen wir uns ffaſſen gleichſam Gott mit der.Hand/ und halten Ihn daß Er uns erhoͤren und helffen muß⸗ Sa der! Lozwe das memem oder dr tenund Ner dalen Ich Hiß dersſal ethauct heifent i heten ten die horda⸗ unſereg auch die. uͤber den 102. Pſalm. 65 dSoch der HErr ſelber: Mein Hauß iſt ein Bet⸗Hauß a.r6. Eſa. 16. v.z, Wo zwee unter euch eins werden auff Erden/ warumb es ſſtt/ daß ſie bitten wollen/ das ſoll ihnen wiederfahren von meinem Vater im Himmel/ Lue.. Dann wo ihrer zween Luc..v 44 ooder drey verſamlet ſind in meinem Namen da bin ich mit. nmeen unter ihnen/ Matts. S. Der Koͤntgliche Prophet: Ich wil Matth. 18. Herr in dein Hauß gehen auff deine groſſe Glite und an⸗ 9.20. deten gegen deinem heiligen Tempel in deiner Furcht/ /*. Pſal. 5. v. e. Ich hebe meine Augen auff zu den Bergen/ von welchen mier Huͤlffe kommt/ Pſat. 21. Durch dieſe Berge verſtehet er nichts an⸗ Pſal.rz v.3. ders/ als den Tempel zu Jeruſalem/ welcher auff den Berg Moria erbauet war/ dahin ſich G Ott mit Gnaden verbunden/ und ver⸗ heiſſen hatte: Wo ich meines Namens Gedächtniß hinſtiff. ten werde/ da wil ich zu dir kommen/ und dich ſegnen/ Exad. Ex 20. v⸗4. 20. Weil der Prieſter Zacharias in dem Tempel des HE Rren raͤucherte/ betete unter des die gantze Menge des Volcks/ Luc.. Lue. 1.v. Vom Petro und Johanne ſtehet/ daß ſie mit einander hinauff in den Tempel gegangen/ umb die neunde Stunde/ da man pflegete zu beten/ A8. 3z. In der erſten Kirchen nach der Apoſtel Zeit hat⸗ Act. 3. v. r ten die Chriſten conventus antelucanos, ihre Zuſammentunfffen vor Tage und beteten beyſammen/ wie wir dann auch dieſes⸗Orts unſere Fruͤhe⸗Betſtunden in der Wochen halten: Darumb dann auch die Kirchen Oratoria, Bethaͤuſer/ genandt werden. Daſich dann hierbey wol zubeſinnen/ die ſo des Jahres uͤber in keine Wo⸗ chen⸗Predigt noch Betſtunden kommen/ auch kaum am Sontag nehrlich eine Predigt beſuchen/ lieber dafuͤr im Luder liegen/ oder dey der Charten und Bretſpiel ſitzen/ derer wir in unſerer Veſtung R nicht wenig finden wuͤrden/ wann wir nur ein wenig Nachfrage tbun wolten. b Hierbey aber zu mercken/ wann es ja nicht muͤglich/ daß ein Menſch/ der ſeines Handwercis oder ſonſten ſeines nothwendigen Deruffes abwartet/ allezeit koͤnne in derKirchen bey dem gemeinem Jiit Gebet 618 Die erſte Predigt Gebet verbleiben und daſſelbige außwarten/ ſo ſoll ernichts deſſ minder auch in ſeinem Hauſelin ſeiner Werciſtadt oder wo erſon ſien zuſchaffen hat/ ſein Hertz durch innerliche Seufftzer faͤr Gan ausſchuͤtten. Der HErr JEſus ſagt: Wann du beteſt ſoge⸗ he in dein Kaͤmmerlein/ und ſchleuß die Thür zu/ und e⸗ Matth. 6. zu deinem Vater im verborgen/ und dein Vater/ derſe v. zz. verborgen ſihet/ wird dirs vergelten offentlich/ Nlan. Sen. 24. Iſaac beiete auff dem Felde umb den Abend/ Gen. 4½. Manmſei Cice⸗ Ketten und Banden/ ². Cbron. 3. Hiob im der Aſchen. RAohe. 3. vr 33. David auff ſeinem Bette/ al. G. Jeremias in der Koth/und HMiob. a v. 9. Schlam⸗Gruben. Jor.. Daniel kniete in ſeinem Hauſe des d Pſal. 63. v. 7. ges dreymal auff ſeine Knie/ betet lobet und dancket ſeinem Gh ler. 28. v. 6. Dan. G. Jonas betet im Leibe des Walſiſches/ Fon. z. Judith ini Dan. 6. v. 0. rer Kammer/ Juaitb„. Vnd im Thal fuͤr Bethulia der Schan Jon. 2. v.1. hetet am Creutzel Luc.2s⸗ Paulus und Silas im Gefaͤngnſß a Indh th.g. 22 6. Dieſe ſind alle gnaͤdiglich von G Ott erhoͤret worden ſit haln A 5„ 5. Bebetet an welchem Ori ſie gebtet. IV. Zum I. Quibus auxilus. Durch was mittel/ oder Membrum Welches Namen der Elende ſein Gebet verrichten und ſnegl In weſſen gefuͤr dem Erren ausſchuͤtten ſolte/ das zeiget an allhier in ſena Namen wir Sprachen das Woͤrtlein oan ſo da heiſſet ein ſolch Gebe unſer Gebet welches geſchich tpermediatoren coram judice, durch einen Mitt⸗ verrichten ler fuͤrdem Richter. Vnd wird alſo hiermit angedeutet/ das ine kollen. ſer Gebet geſchehen ſoll in dem Namen unſers„Euunund He landes JEſu C Hriſti/ welcher unſer 4vocarus, Müller und Vorſprecher/ 1. fob. z. Rom.. In deſſen Namen/ das iſt auffſen theures Verdienſt und Gehorſam muͤſſen wir uns inunſerm Ge⸗ bet verlaſſen. Als ſich David auff den Grobſtoltzen Nobalent ruͤſtet hatte/ und ihn mit vier hundert Mann uͤberziehen woſ machte ſich die vernuͤnfftige Abigail auff/ Davids zornigen. * Sac... mit ſanfftmuͤtigen Worten zubrechen/ und ſolches that ſie elna⸗ 1, 3. O len Beyſtand und Vorbitte/⸗⸗Sann.25. Wann duaherſmehne 1. Joh. 2. v. i. Rom, 8.7.z4 KEhtſ and nun Mitlet Sa tdam dutchſe Coria Chuſ ondder Er ſt Muchl. fiir den haben Komg. d Hentes Kehang De Au dagere der geſt cher iſt Jbund nein O dlt m Chriſt oh/ dar und Ge da ſe Naiß Dui e über den 102. Pſalm. ber Chriſt/ deinen himmliſchen Vater mit Suͤnden erzuͤmet haſt und nun fuͤr ihn treten und beten wilt/ ſo muſtu dich umb einen Mittler bewerben. 58 Salomon wolte bey ſeinem Vater umbs Koͤnigr eich anhal⸗ ten/ damit er aber ſolches deſto leuchter erlangen moͤchte/ ließ er durch ſeine Mutter Beihſeba fuͤr ſich bitten. Wer iſt es dann O Chriſtliche Seele/ der fuͤt dich intercairet« Niemand anders als C Hriſtus JEſus/ welcher iſt der einige Mittler zwiſchen G. Oit und den Menſchen/ der ſich ſelbſt fuͤr alle gegeben hat zur Erloͤſung. Er iſt eingangen in daß Heilige/ ſo nicht mit Haͤnden ge⸗ macht iſt/ ſondern in den Himmel ſelbſt/ nun zu erſcheinen HIeb. für dem Angeſicht GOttes fuͤr uns/ eb.o. Durch Ihn Heb.9..4 haben wir einen Zugang zum Vater durch den Glauben/ b Kons. Wir treten durch Ihn zum Gnaden⸗Stuel/ daß Rom. 5. va. wir Barmhertzigkeit erlangen/ 16.3. Der iſis der durch ſein Eph. 3. var⸗. theures Verdienſt dein und mein Gebet/ dem ewigen Vater ange⸗ nehm gemacht. Itundheiſtes wie S. Paulus ſagt: Wer wil die Auſſerwehlten GOttes beſchuldigen? GOtt iſt hie der dagerecht macht/ wer wilverdammen? CHriſtus iſt hie der geſtorben iſt/ ja vielmehr der auch aufferwecket iſt/ wel⸗ cher iſt zur Rechten GOttes/ und vertrit uns/ Rom. 7. Kom 8.7. 4 Itzund heiſt es/ wie die Chriſtliche Kirche betet: Ach GOtt/ mein Suͤnd bekenne ich dir/ Vater gehe nicht ins Gericht mit mir/ ich wil dir ſetzen einen Fuͤrſtand/ IZEſum CHriſtum meinen Heyland/ O Vater nim den Buͤrgen an/ danner gar wol bezahlen kan/ mit ſeinem Gehorſam und Gedult/ was Adam und wir alle haben verſchuld/ ete. Damit die Juden im alten Teſtament deſto eher erlangeten was ſie von G Ott begehrten/ ſo pflegten ſie die Namen ihrer Vorfahren im Gebet zu nennen. Diß thaͤt Moſe. Dann als das Volck ſich mit dem gegoſſenen Kalbe heftig ver undiget hatte/und E od. z2. v. der HErr zu ihm ſprach: Ich ſchesenndoalsſtarr Wleeſ 10. feg. lii ij b un bꝛe Die erſte Predigt und nun laß mich das mein Zorn uͤber ſie ergrimme und ſie aufffreſſe/ ſo wil ich dich zum groſſen Volck machen ſlehete Moſe fuͤr dem HErren und ſprach: Ach HErr warumd wil dein Zorn ergrimen uͤber dein Volck/ daß du mit groſr Krafft und ſtarcker Hand aus Egyptenland gefuͤhret i gedencke an deinen Diener Abraham/ Iſaat und Ian dañ dn bey dir ſelbſt geſchworen und ihnen verheiſſen a ſch wil euern Samen mehren/ wie die Sterne am i inel/ und alles Land das Ich verheiſſen habe/ wil Icheuaa Samen geben/ und ſollens beſitzen ewiglich. Hiedurch wa der HErr bewogen/ daß Ihn das Vbel reuete/ welches Er ſeinen Volck zu thun gedreuet hatte/ wie viel ehr und meht/ meinlieha Chriſt/ wirſt du erhoͤret werden/ wann du in deinem Gehet den men IEſu mitbringeſt/ an dem der himmliſche Vater in Wolgefallen hat/ kartb. z. Wie daun auch darumb di Name vom Cyrillo genandt wird/ Jarua& via recanciliatuunu Die Thuͤr und der Weg der Verſuͤhnung. Vnd wirheyalen Collecten/ ſo in derxirchen geſungen werden/ hindan ſetzen Vmd deines lieben Sohnes IEſu CHriſti willen Amen. Vndſo ſprich demnach du auch in deinen Gebet: O lieber himmlſcher Bater ich bitte erhore mich/ umb des HErren JEſuund V. feines heiligen Bluts und Todes willen Amen. Zum V.*r Warumb man dann ſein Gebet GOtt Mem bram. dem HErren fuͤrtragen/ und ſeine Klage fuͤr Ihm ausſchuͤlten 9Warnech ſolle? Weil Er ein ſolcher G Ott und HErrſder dahat Angen eeerddet mit welchen Er ſihet/ Ohren mit welchen Er hoͤret einen Mund deten ſolle. damit Er redet/ und auff unſer Gebet antwortet: Wie danai ſeiner Sprache in der Vberſchrifft ſtehet: aed ad fatier Domini fuͤr dem Angeſicht GOttes/ an einem Angeſicht ahe Uinden ſich Augen/ Mund und Ohren/ und alſo auch beyG Ouu⸗ des Mrten ſeinem Angeſicht/ wiewol ſolches heom eumus auff Btürewaſkuveſedan/ wi avon imchſ infgzu fy. 9 tonem varlin g dan ſaces Munda onnene uns gebe Il uͤber den 102. Pſalm. 35 bey Handlung dieſes Pſalms mit mehrern geredet werden ODPnud das aber G Ott ſo geneigt zu unſerm Gebet/ Er wolle es hoͤren/ darauff antworten/ und ſehen was uns fehle/ davon ſie⸗ hen viel ſchoͤner Spruͤche in heiliger Schrifft: Das Verlangen der Elenden hoͤreſtn HErr/ ihr Hertz iſt gewiß das dein oh drauff mercke/ ſtehet im 1o. Pſalm: Im 34. Pſalm ſpricht Koͤnig Pl. 10. v. is. Daoid. Da der Elende rieff hoͤrer der HErr/ und halff ihm Plal 4.v7. aus allen ſeinen Noͤthen. Ruffe mich an in der Noth/ ſpꝛicht GOtt/ ſo wil ich dich erretten/ Mal. 0. Er begehret mein/„ſ. 50, v. 15⸗ ſo wil ich ihm aushelffen/ er kennet meinen Namen/ dar⸗ umb wil ich ihn ſchuͤtzen/ er ruffe mich an ſo wil ich ihn er⸗ hoͤren. Im 91. Pſalm. Aus dieſem Fundament vermahnet der kl. 91, v. 14⸗ alte Kirchenlehrer Bernbardus. Nemo noſtrum parbi pendat ora: rionem ſuam: ODico enim pobis, qyodipſe ad qyem oramus, non parpi pendit eam. Niemand unter uns ſchaͤtze ſein Gebet gerin⸗ ge/ dann ich ſage euch/ daß der HErr ſelber/ zu welchem wir beten/ ſolches nicht geringe achtet. So bald unſer Gebet von unſem Mund ausgangen iſt/ ſchreibet Er daſſelbe in ſein Buch/ und wir koͤnnen eines aus zweyen ungezweiffelt hoffen entweder Er werde uns geben/ was wir bitten/ oder was Er weiß daß uns nuͤtzlicher ſey. Diß ſaget Hernbaraus. Im Alten Teſtament muſte Aaron Morgendes und Aben⸗ des auff dem Raͤuch⸗Altar G.O T einen lieblichen Geruch ma⸗ chen: Was iſt hierdurch anders bedeutet worden/ als daß die in⸗Exod. 30. bruͤnſtigen Seufftzer G Ott dem HERNAN ſeyn das lieblichſte 1.73. Naͤuchwerck? Apoc. r. Als Noa nach abgewichener Suͤndflut Apoc. 5.v.J. auß dem Kaſten gieng/ opfferte er Brandopffer von allerley reinem Vieche und Gevoͤgel. Diß war dem HExrn ſo angehm daß Er ſich erbot die Erde nicht mehr zu verderben. Gen. F. Eben ſo wol Gen. 3. v.0, gefaͤlt es noch heute dem frommen G Ott/ wann der Menſch ihm ꝛ7. die Farren ſeiner Lipyen auffopffert/ Er erbeut ſich aller Onad Wolthae⸗ b Jiii nij Zum 622 Die erſte Predigt VI. Zum VI. Qwomodo. Wie dann das Gebetſolleha⸗ Membrume richtet werden. Fiaucialiten, mit glaͤubigem Hertzen. Diſſes Das Gebet hyinget mit ſich das Wort Mundere, außſchuͤtten/ wann allhſe zu Gott mit ſiehet: Vnd ſeine Klage vor dem HERRN außſchüt Aläͤubigem Wann emner einem was vortraͤget/ und ſchuͤttet es vor hmauſ Heranen ſeinen Schoß/ ſo hat derſelbe freylich ein gutes Vertrauen zudi welchem ers klaget oder vortraͤget. Alſo ſollen auch wir ian Noth unſer Anltegen auß wahrem Glauben und Ver G Otte vortragen. Dann ohne den Glauben iſts unmi Heb. iu. v.6. lich GOtt gefallen. Besr.:. Alles was ihr bittet in Ge bet/ glaͤubet nur daß ihrs empfangen werdet/ ſo witi Marc. u. v. euch werden/ ſpricht der HErr IEſus Aarcn.,. 44. Vnd warumb wolten wir doch in und bey unſerm Gh zweiffein? Iſt doch G Ott/ den wir anruſſen gnaͤdig/ und Vater und wir ſeine liebe Kinder. Darumb ſo ihr/ dieiihran ſeyd/ enern Kindern konnet gute Gaben geben/ Owievi „„mehr wird euer Vater im Himmel den H. Geiſt/ und alſ Mattven. alles gutes geben/ denen die ihn darumb bitten. Mtaul⸗ 1. Ret. 3⸗ wol laſſen. 1. Rg. Z. Ach wie ſolte doch das treue Daue h G Ottes dich im Creutz laſſen/ und deiner vergeſſen; ſpntlt ET49. vr4, doch ſelber. Nha.%. Kan auch ein Weib ihres Kindlaus vergeſſen/ daß ſie ſich nicht erbarme uͤber den Sohn ihris Leibes/ und ob ſie ſchon deſſelben vergeſſe/ ſo wllichdoch dein nicht vergeſſen/ ſiehe in die Haͤnde hab ich dich gezeich⸗ net. Jener ungerechte Richter wurde bewogen endlich daße der armen Witben Huͤlffe leiſtete: O wie vielmehr und ehe wit der Vater aller Barmhertzigkeit dich hoͤren und erretten. So iſt auch der/ den du anruffeſt/ und deine Notß ve b traͤgeſt/ Allmaͤchtig. Koͤnig David haͤtte gerne ſeinem kranen 2. Sam. n. Kindlein geholffen/ aber das Vermoͤgen war bey zan »26. 2. San. 12. Der himliſche Bater hat das Loh und agn doß Konte doch jenes Weib vor dem Koͤnige Salomon ihr Kindniht ſäßbey dan alle tauen zu foledes benwie denH 6 bäue tenn. wolzit Ansgl Hem Chtiſt Oateui Wasa eta Uns b. alesg Ha rer. aufſge dannhi 1,(p. und we Ulaln, gachſon nd hü 9Ott. drae Iänge dw hent Seftu uͤber den 10z. Pſalm. 623 daß bey Ihm nichts unmuͤglich ſey. Tue u. Seine Rechte Lue.. v. 7. kan alles aͤndern. Wer wolte dann nicht mit gantzem Per⸗ 2ſ.77. v. u. trauen zu Ihm treten und beten? Wer aber zweiffelt der iſt wie des Meeres woge/ die vom Winde gewebet und getrie⸗ ben wird/ ein ſolcher Menſch dencke nicht daß er etwas von dem HERRNempfangen werde. facor... cob 1,9.6. Zum 11. Quando. Wann dann der Elende ſein Ge⸗ VII. bet und Klage vor den HErnn außſchuͤtten ſolle: Die Wort lau⸗Membrum. ten in der Vberſchrifft dieſes Pſalms; So er betruͤbet iſt. Ob Sn Sene wol zwar das Gebet geſchehen ſoll/ auch im Wolſtand wann es Vnaiae uns gluͤcklich ergehet/ daß wir auch alsdann nieht von G Ott dem Skt zu 8 Hrrn wollen abſetzen/ ſeiner vergeſſen/ ſondern vielmehr mit ten, Chriſtlicher Andacht und Gebet an ihm ſetzen Ihm fuͤr ſeien WGut⸗und Wolthaten dancken/ ſollen uns unter einander auf muntern/ und ſprechen auß dem Sirach am 10. Cup⸗ Nun dan⸗ Sir. 0.v 4. cket alle GOtt/ der groſſe Dinge thut/ an allen Enden/ der uns von Mutterleibe an gnaͤdiglich erhaͤlt/ und thut uns alles gutes: Jedoch ſollen wir zu G Oit ruffen in turbulentiſſi- mu rerum conſtitutione, wann ein Creutz und Vngluͤcks⸗Wetter aauffgehet/ wann es lauter Widerwertigkeit und Elend regnei/ als⸗ dann hierauff ziehlet der geiſtreiche Prophet Eſaias. Da er ſaget 26,(*ꝙ. HErr wann Truͤbſal da iſt/ ſo ſucht man Dich/ Ela 6. vas. und wann Du ſie zuͤchtigeſt/ ſo kuffen ſie aͤngſtiglich⸗ ala, qνe premunt, ad D ElI M ire compelunt. Das Vn⸗ gluͤck ſo uns betrifft fordert zu G. OTE/ daß man zu Ihm ruffet 1. und Huͤlffe ſuchet. Wannich betruͤbt bin/ ſo dencke ich an GOtt/ ſagt Koͤnig David/ wann mein Hertz in aͤngſten iſt/ ſo rede ich. ₰f, 77. Ich meine die vorſtehende Noth hat die Pl. 77. v.4. Juͤnger und Apoſtel des HErrn gelehret ihre Klage außſchuͤtten/ 4 und umb gnaͤdige übenation und Errettung anhalten: Das ſe⸗ geſtuͤmen Meen da traten ſie zu Chriſto ihrem HErmund Mei⸗ 4 3 8 3 1 4 4— 1—— 1 3. 2 ͤ 1— 4.———— ““—— 4———— —-——. 3 3 3 e 4“ —-- — — 624 Die ander Predigt ſter ſchaͤtten ihte Klage vor Ihm auß: HErr hilff uns piach Matth. 8. ſie/ wir verderben. Alattb.. Das ſehen wir une i ,5, am Paulo /Aer. 26. als er Sehiffbruch leidet/ und mit 76. Si Act. 26. v. 35 len errettet wird. Solch Gebet in der Noth wil G Oc T gar gerne erhonn Pſal, 50. v. laut des 5/⁰. Pſalms Dann der HErr iſt nahe allen die Ihn anruffen/ die Ihn mit Ernſt anruffen/ Er thut wadee pf 45. 5. Gottfuͤrchtigen begehren/ und Er erhoͤret ihr Schreza ſaget David 145. Pſalm. Gnug auff dißmal. 0 6,. SG,4 JK,Je-J6-S9,06- B690 J690 690 G6 0 Die ander Predigt/ Cüſtrin, d,. 4. 4. euae Vher den fünfften Buß⸗Pſalm des Koͤmg 4. 49 und Propheten Davids/ ſo da iſt der Ordnung nach im Pſalter⸗Buch der Hun⸗ dert und Ander. T EXT u S. — VWerſ. 2, 3z. Err boͤre mein Gebet/ laß mein Schreyen zu 2 mir/ in der Noth neige deine Ohren zu mit/ wann ich Dich anruffe/ ſo erhoͤre mich bardl. ENXORDIIHM Durch das 8 Gebet erhe⸗ ben wir uns M) und ſteigen M zu GOTT A derKirchen neñen das Gebet gar ſchoͤn a'dban, eine Auffſteigung zu GOtt/ Jiem Kaaun aſcenfionus naturæ, eine Leiter dadurch wirhit⸗ auff zu G Ott gelangen/ wie auch pereeiimaue, N uem Mentus ad D Ell M, einle Wandeſſhe 3 Dir kommen/ verbirge dein Antlitz nicht vor Eliebte Freunde in C Hriſto: Die alten lhut hert ſiPeuo ſauuffa ſäctwen Galten 1s Diger ſpuͤch GOi jich inn Enefat eingien, Aſoein Wana &ſaw und g Gemna ſees uͤbe Get f 6Otte tort au uͤber den 102. Pſalm. 625 ddes Hertzens und der Seelen mit GOtt. Von dem Apo ſel Petro ſtehet 1 7. 0. Daß er zu Joppen in des Gerbers Hauß Act. 1. v.9. hinauff auff den Soͤller geſtiegen und gebetet/ da er dann ſey ent⸗ ſeg. Aäͤckt worden/ und habe mu G. Ott dem HErrn himliſch Geſpraͤch gehalten: Alſo aueh ein ieder andaͤchtiger Beter/ wird durch das glaͤubige Gebet in ſeiner Maaß/ von dieſer Welt und irdiſchen Dingen hinauff zu G Oc S gezuckt/ mit dem erin geiſiliches Ge⸗ prraͤch ſich einlaͤſt/ in welchem Geſpraͤche/ wie er ſein Hertz vor (G Ott außſchuͤttet/ alſo antwortet ihm der HErr gantz gnaͤdig⸗ 1 lich innerliches Einſpraͤchen in ſeinem Wort; Ja wieder Hohe⸗ prieſter im Alten Teſtament/ wann er jaͤhrlich ins Allerheiligſte eingieng/ mit G Ott redete/ und allerley Offenbarung empfieng: 3 b Alſo ein ieder warer Chriſi/ als der ein geiſilicher Prieſter iſt/ 40. 1. Apoe.i.r.6. Wann er mit ſeinem Gebet vor dem Gnaden⸗Stuel des Neuen Teſtamentes tritt/ redet er mit G Ott und empfaͤhet hinwieder⸗ umd gnaͤdige Antwort. Dann die innerliche Bewegung des Gemuͤths/ die Freudigkeit des Hertzens/ das Jubilieren des Gei⸗ Kſes uͤber der gewiſſen Erhoͤrung des Gebets/ davon der Heilige Geiſt fromme Hertzen verſuchet/ und ihnen anzeiget ſie ſeyn G Ottes Kinder/ was iſt das anders als G Ottes vaͤterliche Ant⸗ wort/ auff das kindliche Gebet/ wiewol nun ſolches ein koͤſtlicher Weg durchs Gebet zu G Ott gelangen/ ſo bezeugets doch die Er⸗ fahrung/ daß der wenigſte Theil der Menſchen ſolches achtet: Von welchen ſich aber rechtſchaffene Chriſten abſondern/ und thuns zum offterſten/ ohn Vnterlaß beten/ wie ihme dann auch ſp o gethan Koͤnig David/ der uͤber die maſſen viel vom Gebet ge⸗ halten/ wie ſolches ſein gantzes Pſalter Buch außweiſet/ auß wel⸗ lchem wir itzt vor uns genommen den fuͤnfften Buß⸗Pſalm/ ſo in der Ordnung der Pſalmen der 102. Dieſen Titul und Vber⸗ ſchrifft wir am nehern beſehen: Vnd wiewol der Titul dieſes Pſalmes/ eben von dem Koͤnige und Propheten David nicht lau⸗ tet. Jedoch aber haben wir ihn unter dem Namen des Koͤniges 626 Die ander Predigt Davids zum Anfang mit paſſiten laſſen/ und ſind darneben a der Summa und Inhalt dieſes Pſalmes in voriger Predigt he dem andern Stuͤck berichtet worden/ wie dieſer Pſalm dem ganzan Volck zugehoͤret/ ſo denſelben in oder nach der Dabyloniſchen o faͤngnuͤß gebetet: Oder ein frommer Prophet im Naman ie gantzen Volcko denſelben gemacht und dem Iſraclitiſchen gein⸗ genen Volck vorgeſchrieben. Zu deſſen Erklaͤhrung wuaio ſchreiten wollen. Es hat aber derſelbe in ſich/ vorneni .&heiririr. 4 In dem e ſten Theil finden wir Propbetæ ob peccatalb um, des Propheten Trauer⸗und Jammer⸗Klage/ ſo er wean ſeiner und des Volckes Suͤnden fuͤhren thut. In dem andern Theil ſehen wir ropbete ex veri fus b Cbriſtum deſaderium, das glaͤubige Hertz des Propheten/ welt ſich ſampt ſeinen Volck haͤlt an den verheiſſenen Meſſiam/in b nach demſelben hertzlich Verlangen hat/ daß Er ſichnurhadn Fleiſch einſtellen maͤchte. genh 6 vorhergehende wiederholet wird. Zu dieſem mal nehmen wir zum Anfang vor uns den iſſen Theil zu beſehen: Propbetæ ob peccata luctum, die Trauer/ und Jammer⸗Klage des Propheten, ſo er wegen ſeiner und ſeines ge fangenen Volcks Suͤnden fuͤhret; und zu vernehmen gibt/ das lm dieſelbige zu wege gebracht/ als I. DEAMM ſe ſuamg, faciem abſcondeutem. Diß Sa ſich von ihnen gewendet und ſein Angeſicht vorinen 12. Haben auch ſolche Sunde verurſachet: iguem anſi mentens ein ſolches Feuer ſo da alles in und an ihrem Lalbe anh getrucknet und verzehtet. II. Carum Eium exxgitauen. Das ndanſ in 3 In dem dritten Theil findet ſich klegans comcluſäm dngn ſchoner Beſchluß des Pſalmes/ darinn kuͤrzlich und guſeinds — kuͤrtzte/ ſonderlich der groſſen Kaͤlte wegen/ mit einander reden und 124 uͤber den 102. Pſalm. derlich die Feinde ſie ſchmaͤhen und verachten. Vnd ob ſie wol hierbey ſich zu G Ott wenden/ ſo haben und empfinden ſie doch. TV. DEIIM inbumaniter tractautem, einen ſolchen G Ott/ der uͤbel mit ihnen hauſen und umbgehen thue. Von allen 4. Puncten bey dem erſten Theil auff einmal zu reden wuͤrde viel zu lang werden/ wir nehmen nur anitzo vor uns den erſten/ davon wir zu dieſem mal auffs aller einfaͤltigſte und handeln wollen. Seufftzen zuvor alſo: Hilff/ HErr hilff/ laß wol gelingen/ Dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer Seelen Heilund Seeligtei: Aaman/n. TRACTATI. den erſten Theil vorgenommenen Pſalmes/ da wir anſa⸗ hen zu betrachten/ Propbetæ ob peccata luctum, die enes und Außerwaͤhlte Freunde in E hriſto belangend Trauer/ und Jammer⸗ Klage unſers betruͤbten Prophe⸗ ten ſampt ſeinem Volck/ ſo er wegen begangener Suͤnden fuͤhret/ als ſirenget er bey ſolcher Klage an unterſchiedliche Punet/ darinn er ſetzet/ was ihre Suͤnde ihnen zu wege gebracht/ davon wir nun anitzo auß verleſenem Text den erſten Punci wol⸗ len vor uns nehmen/ da dann geſetzet wird/ wie ihre Suͤnde verur⸗ ſachet haben DEllM ſe ſuam faciem abſcondentem, daß G. Olt ſich und ſein Angeſicht von ihnen verborgen/ und ſie dahin geſtoſ⸗ ſen in die Gefaͤngniß/ welches der Prophet hefftig bedautet/ daß ſie alſo einen ungnaͤdigen G Ott haben/ darumb ſo bittet erim Namen des gantzen Volcks/ GOtt wolle ſich wieder zu ihnen wenden/ ſpricht: HERR hoͤre meine Gebet und laß mein Schreyen zu Dir kommen/ ꝛc. Welchen allhier der Prophet mit ſeinem Gebet erſuehet den nennet er Flloyndt, den wahren weſentlichen GOTT/ nicht allein weil Er an und vor ſich der auſasſoe der ware weſentliche HERR auch nicht allan/ weil Er §kik z allen 628 Die ander Predigt auch weil Er ſeinem Wort/ und Verheiſſungen das Weſen Krafft und Nachdruck giebt/ dann was er zuſaget das haͤlt g ewiß. b 4 4.3,, ſoll ihm dann aber dieſer 75 HONdA eigenhjc thun 1 t. Preces exaudiar: Er ſolle ſein Gebet erhoͤren: Hett/ Membrum. ſpricht er hoͤrxemein Gebet. Wie iſi dae gemeinet daß deryw⸗ phet bittet G Ott ſolle ſein Gebet ethoͤren? Er hat ja auſſan u fel wol gewuſt/ daß G Ott gerne Gebeꝛ erhoͤre: Dann es ſichaim 10. Pſalm. Das Verlangen der Elenden hoͤreſtu Hen ihre Hertz iſt gewiß/ das dein Ohre drauff mercket. Vndi ja der HErr nahe allen die Ihn anruffen/ die Ihn mit en anruffen/ er thut was die Gottfuͤrchtigen begehren u erhoͤret ihr ſchreyen/ aler. b b Aber da ſteckt unſer betruͤbter allhier in Anfechtung/ dien diß bey ihm zu ſchaffen machen/ weil ſeine und ſeines Volai allen andern Creaturen das Weſen gibt und ſie erhaͤlt ſothen Suͤnde ziemlich groß/ und G Ott mit ſeiner Huͤlffe verzeuchtjals wolte G Ott gar nicht hoͤren. Darumb reiſt er durch ſolche In kechtung hindurch rufft deſio embſiger: HErr hoͤre men Geha. Vns zum Exempel der Nachfolleg. USus. Scso findet/ und ereuget ſich gemeiniglich bey frommen ha⸗ „ Bey der tzen eine ſtarcke und geſchwinde Anfechtung die ihnen bißwelle Aafecheuſs viel zuſchaffen machet/ daß ſie gedencken und ſagen ſſiheich tuſe chinbung umb Hinwegmachung und Linderung meines Hauß⸗ Creußet der Huͤlffe/ umb den edlen Frieden/ umb meine ehrliche Nahrung/ umb gutm dennoch mit geſunden Leib/ umb meiner Kinder Wolfahrt und dergleichen be dem Gebet noͤtigte Sachen/ meinen lieben G Ott Tag und Nacht unablit nicht auff an und ſcheinet doch als wann Er mein Gebet nieht ethoͤtete wil * boren. mit nicht wiederfaͤhret/ was ich bey Ihm ſuche/ ſondan nann Nothdurfft Elend und Vngluͤck immerdar noch bey mit vnh und laß all Kage groſſer wid. Angeſu du Suaßene . w zet me widden Flhenſ SEſ in Ihl dem er Zetd ſen. Erzi gend, dwdo vſtſtu teiwot Rchte Erg ſeda und b 4 9/ d Pſalm hen ale hn bey verderh welan geſtad S 8 doch 8 de deyj Dha uͤber den oz. Pſalm. 649 Herktz mit ſo ſchwerer Anfechtung/ und wiſſt ſie kraͤfftiglich uͤber⸗ 1*ℳ winden/ ſo wiſſe auffs allergewiſſeſte/ das G. Ott dein Gebet und Slehen freylich hoͤre/ und ein ſtarckes Ja und Amen darzu ſpreche in JEſu GCHriſto ſeinem Sohn/ ſo bald du in wahren Glauben 4 an Ihm f fuͤr Ihm tritteſt und beteſt/ dann da ſtehet ſein Wort/ mt deam ero verſprochen: Im 50. Pſalm: Ruffe mich an in der Pſal. 50. v.⸗; Zeit der Noth/ ſo wil ich dich erretten und du ſolt mich prei⸗ ſen. Dieſes Wort des HErren iſt warhafftig/ und was Er zuſagt/ das haͤlt Er gewiß/ 5. al. Solch Wort laß dir Pſal.3z, v.4. gewiſſer leyn/ und ob dein Hertz ſpreche lauter nein/ ſo laß dir doch nicht graueu. Zu ſeiner Zeit aber die G Ott beſümet wirſtu es im Werckund in der That erfahren/ daß dein Gebet erhoͤ⸗ et worden/ unter deſſen muß die Hoffnung in dir wartender rechten Zeit/ die GOttes Wort zu ſaget/ wann das/(was Er geben wil geſchehen ſoll zur Freud/ ſetzt GOtt kein gewiß⸗ ſe Tage/ Er weiß wolwanns(dir zu helffen) am beſten iſt/ und brauch an dir kein arge Liſt/ das ſoltu Ihm zutrauen. Sum Exempel nim vor dich den Koͤnig und Propheten Da⸗ dun pid/ der iſt trauen ein fleiſſiger Beter geweſen/ wie ſolches ſene BPlalme alle ausweiſen/ gleichwol aber ſo ließ es ſich offterſt anſe⸗ hen/ als wolte ſich G Ott ſeiner nimmermehr erbarmen/ Er wolte ihn bey ſeinen Verfolgungen Jammer und Elend ſierben und verderben laſſen/ alſo daß er auszuruffen Vrſach hatte: HErr wie lange wiltu mein ſo gar vergeſſen? Wie lange verbir⸗ geſtu dein Antlitz fuͤr mir? Wie lange ſoll ich ſorgen in mei⸗ ner Seelen/ und mich aͤngſten in meinem Hertzen taͤglich? Wiee lange ſoll ſich mein Feind uͤber mich erheben? Schaue doch und erhoͤre mich/ HErr mein GOtt/ erleuchte meine Augen daß ich nicht im Tode entſchlaffe: Daß nicht mein Feind ruͤhme/ er ſey mein maͤchtig worden/ und meine Wi⸗ derſacher ſich nicht freuen/ daß ich nieder liege: Auß dem z⸗ Plalm: Das machte/ die bäſänn D dn Baffen wa nocntes⸗ .. Srk da: 6 zo Die ander Predigt da: J mittelſt wurde David ie laͤnger/ je bruͤnſiiger im Gehet Alſo auch ie laͤnger dein Creutz und Vngluͤck dauret/ j bruͤnſtige werde auch du im Geiſt/ und halte an am Gebet/ ſo wiid en Huͤlffe und Rettung von G Ottjin die Laͤnge nicht auſſen hla Dann rando auplicautur lateres venis Moſes, Wanndieii der Iſrael vom Pharaone in Egypten auffs aͤrgſte geplazalne⸗ den mit gedoppelter Bee Aelt⸗ und; ſaurer muͤheſelige de⸗ draͤngnuͤß/ ſo ſendet E aus dem dienſtbaren Feuer Ofen erloͤſen muß. Daß aber unſer betruͤbter hinzu ſetzet: Vnd laß ia ſchreyen zu dir kommen: So wiler hiermit ſein groſſes El zu vernehmen geben: Dann daß er ſpricht: HErr horeme Gebet/ iſt daß er Gnade begehret: Daß er aber mund bey ſeit Gebet auch ſchreyet/ iſt daß er ſein Elend erklehret. Dann u groß Noth und Elend verhanden/ ach wie thut man alsdann fen und ſchreyen/ darumb der Prophet Eſaias ſpricht: HERNh wann Truͤbſal da iſt ſo ſucht man dich/ und wannduſt zliehtigeſt/(das iſt weitlich auf ſie zuſchmeiſt/ und han mirninſ EI. 6. v. 16. ſo ruffen(oder ſchreyen) ſie aͤngſtiglich/ Na. e6. us Us. bet ſoll wachſen mit der Noth. „Dieſes ſchreyen uns dann zu erkennen giebt: WieduG Vnſer Ge⸗ het wachſen und zu nehmen thue. Dann da hat es ſeinegruuss und zerementa, ſein wachſen und zunehmen. 1. Iſi da benun, das Seufftzen des Hertzens. Wann ein Menſch in Henen ſich kraͤncket/ ſo faͤhret ein tieffer Qiritus und Athem vom/ hetzen durch den Mund herauß/ daß mans hoͤret: Kein Menſchaha weiß/ was es iſt/ und warumb es eigendlich geſchicht. Solt eſelen i Ott unverborgen jund ſſfa Fomnche ders als ein Geſchrey. Das habt ihr zu ſehen an dem Etunel Moſis: Da er aus Egypten zeucht mit dem Volck/ und ien Pharao/ mit maͤchtiger HeersKrafft gewapnet nacheilet/ undſt auff keine Seite fliehen koͤnnen/ weil eitel groſſe Berge und Steln⸗ klippen waren/ und fuͤr hnen auff 1. Meilweges bial lulu Dtt ſeinen Diener Moſen zu ihnendaſt 3 al. 4 angſase dörend tegeg! auff ſ ond neln. AM N che he ts h 8Ch Krari A9 Chnj Eemf ſollen. ſuuffza the wir b 60tt ſad cor Süme ſcaa 3.9 ihan ſeca dand 22 4 uͤber den oꝛ Pſalm. 68 gende Waſſer/ als das rothe Meer/ war: Da ſtund Moſes in Angſt ſeines Zertzens/ fuͤr groſſer Angſt hat er kein Wort von ſich und ſarci Getraͤnck habe ich nicht getruncken! ſondern ich habe lauten laſſen/ noch ſaget G Oit: Moſe was ſchreyeſiu zu min? Exod. 14. Srod.. Da hieß G Ott das hertzliche Seufftzen/ ſo aus dem v. 5. aͤngſilichen Hertzen kam ein Geſchrey. Hanna klagete GOtt ihren Kummer/ kein Wort hoͤrete man/ die Lippen ſahe man wol regen/ daß auch der Prieſter Ell fragete/ ob ſie truncken waͤre/ dar⸗ auff ſagte ſie: Nein/ mein HErr/ ich bin ein betruͤbt Weib/ Wein mein Hert fuͤdem Erren ausgeſchuͤtet.Kamal. Bannctaoh. e. Ü. iæ emittebant aq Daminum vocem omni buccinà clariorem Sol: che Hertzens Seufftzer und Thraͤnen desanna gaban fuͤr GOt⸗ Chryſoſt. tes Thron ſolchen Klang und Thon ſtaͤrcler als keine Poſaun) ſa⸗ lib. 6. in get Cbryſoſtomus. Der Koͤnig oiskias ſeuff zet und winſelt wie ein Matth. Kranich und Schwalbe/ und girret wie ein Taube da er in Rodes Angſt lieget/ und ihm die Augen brechen wollen/ a. 39. Vnd E1.38. v. 4. C Hriſtus hat manchmal mit ſeufftzen gebetet/ und damit uns ein Exempel gegeben/ daß wir unſer Gebet auch mit ſeufftzen thun Hiſidorus ſollen. Nunqvam ſine gemitu orandum, ſagt Sidorus. Ohne de ſummo ſeufftzen ſoll man kein mal beten. Solch Seuff zen hoͤret G Ott bono lib. 3. ehe wir reden. Etiam raceutes Deus auait: S aget Cbryſobtomus. c.· JT. GOtt hoͤret auch wann man ſchweiget. Deus enin non vocs, Shryſofſ. ſed coraus auditor eſt. Dann GOtt iſt nicht allein ein Hoͤrer der 4 Stimme ſondern auch des Hertzens: Saget Cyprianus, darumb Lprlan. ſager David: Mein Seufſtzen iſt dir nicht verborgen/ al, ſerm. 6. de 5. Vnd G Ott der HErr ſaget: Weil die armen ſeufftzen wil Orat. Dom. ich auff/ atn. Darumb ihr Frommen Chriſten die ihr in Noth Pſ.; 8. v. 10. nſengaernus tapffer/ G Ott iſt es bekandt der wird euch nicht Pſal. u. v.6. jecken laſſen. 2. Iſt da. Vox articulata, eine deultliche Rede: Wie dann allhier David deutlich redet/ daß man weiß/ was es iſt. Vnd aſſo heiſt uns der Err C Hriſtus auch thun im Gebet: Orantes dicite “ g 4 4.— 3 1.—.———————— .——— 3 2— —— 3—— ——.—————— ..— 8 4“——— ————— 3 ſſſ 5— ————— — ——— 9 —— 3 5* 1.— 8 — 8.“ 3 8 8 8—“ 4.*—— 8— 4—— 4 8“— 84 8* 8——.—* 4 1 “““—... 3 8 9. 3 2————8 1.—— ͤͤſ— . 2. 8.— — 2——— 662 Die ander Predigt Lue. n. v.z. Auite: Wann ihr betet/ ſo ſpraͤchet/ das iſt tedet/ Lunn. Da hat man nicht allein feine kraͤfftige Gebetlein in den Pſalmen und andern Gebet⸗Vuͤchlein/ die man gebrauchen kan infuͤrfallende Noth/ ſondern es wird einem ieden ſeine Noth wol ſelber tedenli⸗ ten/ daß er ſein Begehren fur G Ott mit Worten anzeige: Ai daß das Hertz darbey ſey. Dann ſonſt zeiget G Ott auffen andaͤchtigen Waͤſcher und Plauderer mit dem Mittel/ Finger und ſaget: Bee. Sihe diß Volck ehret mich mit den Lyyan Eſa. 29. v. aber ihr Hertz iſt fern von mir/. 0. Mattb. w. Syoma Matth. 15,S. te auairi a Deo poſtulas, cum te ipſum non audias, ſaget Cyrianu Cypr. ſerm. Wie begehreſt du von deinem G Ott er ſolle dich erhoͤ — or. doch dich ſelber nicht hoͤreſt. Oaerf Herhannen Folget Clamon, das Geſchrey: Daß es nicht ben ſeufftzen/ nicht beym ſchlechten Gebet bleibet: Sondern dan auch das Gebet zu weilen mit groſſem Geſchrey herauß gezen gen. So thut ihm Moſes/ da ſeine Schweſter am ganten alt Auſſaͤtzig wird/ da erſchrickt er/ und ſchreyet lautes ſchreyenszu Num.. G.Ott umb Heylung/ Num. 12. Wie G Ott Saul vetworfen Satnerr. hat! da ſchreyet Samuel die gantze Nacht zu G Ott/ gang⸗ 1e T. Koͤnig David der ſchreyet/ und wil das ſein Geſchrey ſoll itwIjn kommen/ und wie ein Hirſch ſchreyet nach friſchem Waſfet/ do ſchreyet meine Seele zu GOtt/ ſal⸗². Ja aus derde Pl. 130. v. 1. fen/ als der in einem tieffen Loch ſtecket/ ruffet oder ſchreyet en bſal Pah de. B0. Wie auch das Cananeiſche Weiblein mit groſſem Geſchte ert.. umb Hulffe bittet /AMareb.„*. Vnd die zehen Auſſaͤsſgenihe we heiſere Stime erheben/ und zu C Hriſto ſo laut ruffen and ſehteyen Tue.17,3. als ſie im ner koͤnnen/ Luc. 7. Auch der blinde von alten Kraften b C Hriſto nachſchrie/ ob man ihm ſchon wehrete/ Lur. ¹. Solches hoͤret man noch offt an manchen Menſchen/ wann erin der Nl ſtecket; Ich halte er kan die Stimme erheben und ruffen daerwo ſonſten auſſer der Noth nicht ſehr gehoͤret wid.. 4. Auffs Geſchrey folget Ploratus das Heulen: Wan Ffdoch Nen he ſa. I : M heulen, Hertze Ziehet licher werde doß i n/ methet E Geben ſoden de No w⸗ N bor iht dein A tes /e aͤcke me hillen däſed Huſie dlſehe wid. G decen Sa meh ahe —— —— 2 ☛—— 3 uͤber den 102. Pſalm. 633 die Noth zu lange wehret und gar zu groß wird: So ſaget Hiob: Mein heulen faͤhret herauß wie Waſſer/ 10. 3. Daold Hiob.3. va; ſaget: Ich heule/ aber meine Huͤlffe iſt ferne/ ſal. 22. Er kla⸗ Plal. 2. v.⸗. get: Meine Gebeine verſchmachten mir durch mein taͤglich heulen/ ³2t. 22. Jaer ſaget: Ich heule flir Vnruhe meines„lal. 2. v., Hertzens/ al. 9. So draͤuet G Ott/ dem ungehorſamen Volck: Pſal.z8. v. 9. Ziehet Saͤcke an und heulet/ Fer. 4. Meinet/ daß er mit ſo ſchreck⸗ Ier. 4. v. 8. licher Straffe uͤber ſie kommen wolte/ daß ſie in der Noth heulen werden. Ja G Ott draͤuet ſeinem Volck ihrer Suͤnden halben/ daß ihre Kirchen⸗Geſaͤnge in heulen ſollen verkehret wer⸗ den/ 4mos.. Vnd CHriſtus ſaget zu ſeinen Juͤngern: Ihr AmoPs.. werdet weinen und heulen/ ob. 6. ſlob, 16, Seßhet/ liebe Chriſten/ das kan die Noth. So ſteigetdasz Gebet/ ſo wirds immer hefftiger/ welche wir wol in acht nehnen ſollen/ damit wir im Gebet nicht laß werden. Sondern ie mehr die Nolh waͤchſt/ ie mehr ſollen wir das Gebet ſteigen/ zunehmen/ und wachſen laſſen. b b 77. Wll der Prophet/ ſo allhier mit ſeinem Volck im Elen⸗ II. de: Non faciem abſconaat, das GOtt ſein Angeſicht nicht Nembrum. vor ihm verbergen ſolle. Bittet demnach alſo Verbirge a dire dein Antlitz nicht vor mir. Das Antlit oder Angeſicht Got⸗ dein Antliz. les/ welches G Ott dem HErren menſchlicher weiſe/ wie andere Vom Anr⸗ ſtücke mehr/ umb unſerer Schwachheit und geringen Verſtandes litz oder An⸗ willen/ in heiliger Schrifft zugeſchrieben wird/ hat in derſelben un⸗ geſicht Got⸗ terſchiedliche Bedeutungen. Dann bißweilen iſt es ſo viel/ als ⸗ tes was es n,ſcientia, die allgegenwaͤrtige GOttes Allwiſſenheit und bedeute⸗ allſehendes Auge: In welchem Verſtande es Pſat, bo. gebraucht ſal. 39:v. wird: Da David geſaget: HErr wo ſoll ich hingehen vor deinem Geiſte Wo ſoll ich hinfliehen vor deinem Angeſicht? b Das iſt/ ich kan mich nirgend verbergen vor dir/ weder im Him⸗ melſnoch in der Hoͤlll noch an dem aͤuſſerſten Meer/ du biſt allent⸗ dͤalben gegenwaͤrtig /und ſibeſemicei7 niehe u von auſten of 634 Die ander Predigt dern auch mein inwendiges/ meines Nertzen Gedancken und Rah⸗ ſchlaͤge/ alle meine Wort/ weil ich ſie noch auff der Zungen hahe und ehe ich ſie herauß rede/ ſind dir vollkoͤmmlich hekandt. Vß⸗ weilen wird in heiliger Schrifft durch das Angeſicht G.Huna⸗ gedeutet DErira, Goͤttlicher Zorn ⸗Rach und Siuſ⸗ Pſ. 34. v.. Als 34. Pſalm: Das Antlitz des HErren ſlehet uͤber e boͤſes thun/ daß er ihr Gedaͤchtnliß außrotte von dale den. Viel und offt heiſſet G Ottes Angeſicht in der Scuſſ Bonitatem& gratizm, Goͤttliche Gnade/ Segen/ Loſ 8 Schutz/ und Errettung/ allerley geiſtliche und leiblich Plal.7 v. z. Gutthaten/ ai wann David ſaget im.. Ich wlſchaun b dein Antlitz in Gerechtigkeit/ ich wil ſatt wer den/ wannih Pſal. 42.v. z. erxwache nach deinem Bilde. Item al. 22. Was bekruͤbeſ. dich meine Seele/ und biſt ſo unruhig in mir? Harreu GOtt/ dann ich werde ihm noch dancken/ daß er mir hiſſ PT5..v.wr3. mit ſeinem Angeſicht. Alſo betet auch David im 5u Pfaln HErr verwirff mich nicht von deinem Angeſicht/ und nin deinen heiligen Geiſt nicht von mir/ und die gantze Chuſllihe Tlal,67, vz. Kitche/ Saln. c7. GOtt ſey uns gnaͤdig und ſegneuns/Er pT g0., lLaſfe uns ſein Antlitzleuchten/ daß wir auff Erden ertennm do. 4 ſeine Wege/ unter allen Heyden ſein Heyl. Vnd Pfalnzo⸗ no. da ſie dieſe Wort zum dritien mal wiederholet: HErr OOlt Zebaoth troͤſte uns laß leuchten dein Antlit/ ſo geneſen vir Num.§. v. Hieher gehoͤret die Formul des allgemeinen Segens/ Nam u d d der Prieſter des alten Teſtamentes uͤber das Juͤdiſche Polck ge⸗ ſprochen/ und der auch noch heutiges Tages in Chriſtlichen Do⸗ ſamlungen gebrauchet wird Der HErr ſegne dich und behl te dich/ der HErr erleuchte ſein Angeſicht uͤber dich undi dir gnaͤdig/ der HErr erhebe ſein Angeſicht auff dich und gebe dir Friede. Vnd in ſolchem Verſtande widd anch alhie das Angeſicht des HErren gebrauchet/ wann der Prophet bitte GOtt ſolle ſein Antlitz nicht vor ihm verbergen: 95 8 tlah ſaten glle 8 anders auß ge fertig. weiſ che Men Vn Sahn nichtin Menſ uͤber den ꝛo2. Pſalm. 6„ neemlich ſo viel heiſt/ ais Goͤttliche Gnade Segen Gut⸗und Wol⸗ hhaten zu Seei und Leib/ das dieſelbe ihm G Htt nicht entziehen ſolle⸗ 8 Ifſt demnach die Vergebung des Antlitzes G.Ottes allhier anders nichts als ein ſolch Werck des zornigen G OTtes/ da Er auß gerechtem Gericht wegen der Sicherheit/ Boßheit/ Vnbuß⸗ fertigkeit und Vndanclbarkeit/ den Menſchen alle/ oder doch die meiſten zuvor auß Gnaden ihnen mitgetheilte geiſtliche und zeitli⸗ che Gutthaten und Gaben im Grimm hinweg nimmt/ und die Menſchen arm/ Elend/ jaͤmmerlich/ blind und bloß liegen laͤſt. Vnd ſolche Verbergung Goͤttliches Antlitzes wird in heiliger Zweyerley Schrifft zweyerley gefunden: Die eine iſt nur Qoinions talis, Verbeigung nicht im Werck und in der That alſo beſchaffen/ ſondern /allein von Goͤttliches Menſchlichen Hertzen und Gedancken eingebildet: Davon zu ſa⸗Antlizes. gen und zu klagen wiſſen/ alle angefochtene/ bekuͤmmerte und zer⸗ 8 ſchlagene Hertzen/ die in wahrer Voung der Buß uͤber ihre began⸗ gene Suͤnden ſtehen. Dann ob wol G Ott der HErr nahe bey ihnen iſt/ und ſein gnaͤdig Antlit zu ihnen gewendet hat/ nach ſei ner troͤſilichen Verheiſſung. Pfabn. 3. Der HErr iſt nahe bey 1. 38. v. 19. denen die zerbrochenes Hertzens ſind/ und hilfft denen/ die 8 zerſchlagenes Gemuͤth haben. 52. 5%6. Ich ſehe an Eſa. 57. v.. den Elenden und der zerbrochenes Geiſtes iſt/ und der ſich 6.66. V. 2 fͤrchtet fuͤr meinem Wort: So bilden ſie ihnen doch ein der Hrr ſey ferne von ihnen/ Er habe ſein gnaͤdig Angeſicht von ih⸗ nen gewandt/ alle Barmhertzigkeit und Troſt gaͤntzlich wegge⸗ nommen und gehet alsdann an ein Schreyen: HErr verbirge dein Antlitz nicht vor mir. Item 7al. 6. HErr wle lange wiltu mein ſo gar vergeſſen/ wie lange verbirgeſtu dein Antlitz vor mir/ wie lange ſoll ich ſorgen und mich aͤngſten in mamtm Hertzen taͤglich? Schaue doch und erhoͤre Die ander Verbergung aber des Goͤtilichen Antüitzes iſt b 41I üj Reipſa 636 Die ander Predigt Reuyſa talis warhafftig und in der That alſo: DaGOTum⸗ hafftig mit ſeiner Gnade/ Huͤlffe und Troſt ſich von den unbiſß⸗ fertigen Menſchen wendet/ und ſie armſeelig/ beraubet und h liegen laͤſſet. Bnd dieſe Verbergung Goͤtlliches Antiigaſ cxtremè formidabilis, uͤber alle Angſt ſchrecllich und holh fuͤrchten: Welches wir ſo viel deſto baß verſtehen koͤnnen unn wir bedencken. Dou, wer der ſey der ſein Antlitz zu verbergen yfegn⸗ Der Text ſagt allhier/ es ſey der FElroua, der ewige ſelbſtaͤndge Hrr/ welcher/ wie Er G Ott oder das ſelbſtaͤndige Gut alſo anc alle gute Gaben von Ihm kommen zu den Menſchen: Dann alle gute Gaben und alle vollkommene Gaben/ komman Ee. v. 16, von oben herab/ vom Vater des Liechtes. Jacob.n Wann nun ein irrdiſcher Vater von ſeinem leiblichen Sohn oder Tochter/ das Angeſicht abwendet/ wann eus ui b mehr vor ſeine Augen wil kommen laſſen er kans nicht ſehennan umb ſich leiden: So muß bey dem Kinde/ wo ferne ein Fuͤncln Ehr und Tugend noch in ihm uͤbrig iſt/ nothwendig Bekuͤumer⸗ niß und groſſe Traurigkeit entſtehen: Deßgleichen wann einit ⸗ diſcher Koͤnig und Regent auff einen ſeiner Vnterthann ann Sornn gefaſſet/ der Geſtalt/ daß er ihm anzeigen laſſen/ er ſollemeht mehr vor ihm kommen/ er moͤge ihn nicht anſehen: Penulſachet Hlche Vngnade/ bey den Vnterthanen gleicher Geſtalt goſe 4 Furcht/ Angſt und Sehrecken/ daß mancher lieber des Todes ſehn moͤchte/ dann ſolcher Geſialt leben und einen ungnaͤdigen HEmn Haben: Ey wie viel ſchrecklicher wird es ſeyn/ wann der alli⸗ hHoͤchſte Monarch und allgemeine Vater G Ott der)EAAſin gnaͤdig Antlitz von den Menſchen abwendet/ auff aitt und ſaget u ſeinem Diener/ dem Propheten: Ich habe kein Hertz zudl⸗ Ter, 1. v.. ſem Volek/ treib ſie wveg von meinem Angeſicht und ußſt fahren/ jerem. x. An dem erſten Bruder Moͤrder Cannſchen wit es/ Welcher da et vermeinet/ daß der HErrim Zom ib An e doß mäbri heute ſchtr den/ wich () ſich tint fene ewige des h den den Hraf gtoſſe tälidh ſteihr Eben felne! Menſ ſeden Venich Mm ( Fang. un deee en A. über den 02. Pſalm. 6„ dig Angeſicht von ihm abgewendet/ iſt ihm die gantze Welt zuen⸗ ge/ daß er nicht weiß/ wo er bleiben ſoll/ wie ſeine Wort gnugſam mit bringen! da er zum HErrn ſaget: Siehe Du treibeſt mich heute auß dem Lande/ und muß mich vor deinem Ange⸗ ſicht verbergen/ und muß unſtet und fluͤchtig ſeyn auff Er⸗ den/ ſo wird mirs dann gehen/ daß mich todtſchlage/ wer Gon g e, mich findet. Gen. 4. 48 ell f. eIa. Hde ſen b Wir koͤnnens noch ſo viel deſto mehr verſtehen/ wann wir dn() erwegen Loid was ſolch Verbergen Goͤttliches Antlitzes in Oumaduſcd ſich halte und begreiffe? Nemlich/ wie allbereit gedacht worden/ a keuma eine Entziehung Goͤttlicher Gnaden/ Guͤte und Woltha⸗ ue ten/ darinnen der Menſchen geiſtliche und leibliche/ zeitliche und —— 2 1. 3 ewige Wolfahrt beruhet. Wann die Sonne am Fimament des Himmels ihren Schein/ Infuentien, Kraͤffte und Wirclun⸗ gen ſolte zu ruͤcke halten/ und von dem Erdboden wenden/ ſo wuͤrde dem Lauff/ der Natur nach/ alles gar bald verſchmachten und Krafftloß werden/ vergehen und dahin fallen. Ja/wann nur eine groſſe Sonnen⸗AFinſternuͤß ſich erzeiget/ iſt bekandt/ wie dviel mu⸗ eationes und Enderung in der Natur dieſelbe verurſache/ alſo daß ſie ihre peration und Wirckung offt lange Zett hernach erſtreckt: Eben alſo wann das Goͤttl che Antlitz ſeine Gnaden⸗Strahlen/ ſeine Inßuentien und Wirckungen zu ruͤcke haͤlt/ und von den Menſchen abwendet/ gehen alle Kraͤffte zugleich von dem Men⸗ ſchen hin/ wann die edle Baͤchlein auß dieſem Bruͤnnlein G Ot⸗ tes nicht mehr flieſſen/ ſo muß alles verdorren/ da entſichet groſſer Mangel und Durſt Leibes und der Secltlten. 63) Konnen wirs auch verſtehen wie ſchrecklich die Verber⸗ gung Goͤttliches Angeſichtes ſey/ wann wir betrachten a.Sribu⸗ von wem ſich der HErr mit gnaͤdigem Angeſicht wegwen⸗ den wolle? Nemblich/ von den Menſchen/ wann ſie ſeine Gebot vergeſſen und Ihn erzuͤrnen. Wann ein leiblich Kind/ wie au ch vor gemeldet/ von ſeinem Vater auß dem Hauſe geſtoſſen wud/ =Z 4 ee ne. 1.“— 8 4 1—.——. “———** . 4—-———— 1 8.————— 8 8— 2—*——.———*——— —— 4——— 4 4 K 8 8—————— 3 ö 1—.. 4. 8— K— 8. 3 3 8..—— —— 8... 2. ——. —————,,— 3— 1— — 8—————— . 7 8—— 1— 2— E———— ————————. 8 8 4. 4— 2— 2 d —.——“———— 8 “ * 1. 4—— ——— ——— * 2 ——— ——— 1 2. 3 Vermah⸗ nung. 638 Die ander Predigt ſchwerlich helffenes thut wehe/ daß es der Eltern Nath und Baj⸗ ſtand mangeln muß: Aber gleichwol kan es geſchehen daß s i frembden Oertern/ da es gantz unbekant iſt/ ſeinen Vnterſch und Auffenthalt findet: Deßgleichen wann ein Pnterthan ſeiner Obrigkeit in Vnanaden kommt/ von dero Angeſiiht we chen/ und das Land raͤumen muß/ kan es auch geſchehen undg⸗ ſchiehet vielfaͤltig/ daß er ſich anderswo niederlaͤſſet/ und diſaß ſein Brodt und Nahrung gewinnet: Wie auch dem Abſolon h gegnet/ der die Zeit uͤber da er ſeinem Vater nicht durfft unta h Augen kommen/ ſich bey Thalmai dem Koͤnige zu Geſuraußß⸗ halten. Alſo das leibliche Eltern und Obrigkeiten Zorn und Me gnade den Kindern und Vnterthanen/ nicht eben alle Miteelihn Wolfahrt abſchneiden und wegnehmen oder alles Rathe i Huͤlffe ſie berauben kan; Aber wann G Ott der HEr ſein lis von den Menſchen verberget/ da faͤllt aller Troſt/ Huͤff u Rath hinweg: Dann was iſt der Menſeh wann G Ottdie Hamd von ihm abzeucht/ und ihn nicht mehr anſehen wil? Nichtſobel als ein Schirm oder Schatten.“ Welches wir wol zu behalten haben/ damit wir berſtche moͤgen /was die Vnbußfertigkeit und ſundliches Weſenin⸗ ter den Menſchen fuͤr Jammer anrichte/ wie ſie nemliden Brunn goͤttlicher Gnaden/ die edle Lebens⸗Quelle/ verſpoßffe Gottes freundliches Angeſicht wegtreibe/ und abwende/ und ein Tyranniſcher Moͤrder und Straſſenraͤuber des Menſchen Glieder außziehe/ beraube/ und in Armut/ Mangel/ Blſſe Schande und Spot ſetze. Vnd wann wir dieſes alſo verſtche und wiſſen/ ſollen wir vermahnet ſeyn/ daß wir die Sicher heit/ Vnbußfertigkeit und Gottloß Weſen/ als daall⸗ ſchaͤdlichſte Ding meiden. Wer iſ/ wann einer einen Maͤr Dieb in ſeinem Hauſe wuͤſte/ der ſich in einem Winckel verbongtn haͤtte/ und des Nachts Kiſten und Kaſten außleeren wolleda 9 4 84IIIEEII11 Mein nen Al wann Henm fähtlc idem ſtedlu am. dan lgkei 3 ſere Augen erleuchten/ daß wir nicht im Tode entſchlaffen. nicht alsbald wuͤrde begegnen/ ihn herfuͤrziehen/ aus dem Hauſe jagen/ oder der Obrigkeit lieffern laſſen/ damit er das ſeine vor ihm behielte Warumb ſind wir dann nicht ſo wachſam in geiſt⸗ lichen Dingen? Warumb laſſen wir die Sicherheit und Vntu⸗ gend in dem Hertzen Platz finden? Die doch aͤrger iſt als einaͤuſ⸗ ſerlicher Dieb und Raͤuber ſein kan? So uns den edelſten Schatz Goͤttlichen gnaͤdigen Antlitzes und aller Gaben hinnimmt. War⸗ umb jagen wir ſie nicht herauß/ und verſchlieſſen die Thuͤre unſerer Seelen fuͤr ihr? Wie koͤnte aber ſolches geſchehen? Durch recht: ſchaffene wahre Buß/ und durch taͤglich Gebet/ welches auch nicht muß dahinden bleiben/ zu ſeufftzen auß dieſem Pſalm allhier: Verbirge dein Antlitz nicht vor mir: Item auß dem zi⸗ Pſalm: Verwirff mich HErr nicht von deinem Angeſicht/ Pſal.51. v.Iz. und nim deinen heiligen Geiſt nicht von mir. Wann wir in ſolcher Ordnung einher gehen/ duͤrffen wir uns nicht beſor⸗ zoſ gen/ daß GOtt ſein Antlitz von uns abwenden werde/ und ſeinen Segen uns entziehen/ ja wie die liebe Sonne ihre Straalen bey hellen Mittag außbreitet und uͤberall leuchten laͤſſet: Alſo iſt Er geneiget den Schein ſeines Angeſichts uͤber unſete Seele und Leid auß zu breiten. Zu Moſe ſpricht Er gnaͤdiglich: Erxod. 33. Exod. 33. v. Mein Angeſicht ſoll vor dir hergehen/ darmit wil Ich dich 14. leiten. Vnd im 32. Pſalm ſaget Er: Ich wil dich mit mei⸗ Pſal.32.*.8. nen Augen leiten: Dieſe Verheiſſungen gehen uns auch an/ wann wir die Goͤttliche Ordnung nicht verwerffen: Er der NErr wil uns alsdann gnaͤdig leiten in dieſer Welt durch die ge⸗ faͤhrlche Wuͤſte/ daß uns kein Feind ſchade. Er wil uns leiten in dem finſtern Thal des Todes an unſerm Ende/ und un⸗ Tfalasv. Palm. B. G& 3. Vnd uns endlich gantz zu ſich bringen vor ſein herrlich Angeſicht/ daß wir daſſelbe anſchauen in ewiger Gerech⸗ zigkeit und Seeligketiſt. i II. Bittet der Prophet: Aurem inclinete GOcT r. ſoll. Membrum. pſal. 13. v. 4. A 4. ““ 33ſ3ſ3ſſſſſſſ 3 “ 5 ö)1ͤ 2 ö— Srer“ 2„ 9 3 1—“ 3 6. .“— 8. F. 8— 1— „. 1 2 3 5 3 2* 5 4. . “ — 540 Die ander Predigt Textus. ſolle ſeine Bßren zu ihm neigen: In der Noth neige deine In der Ohren zu mir. Gleich wie auff Menſchliche Weiſe GOm den oteen en Angeficht zngszigner wüd aſs ach Bhnen dmhun zumir. Jeoakenae zu verſtehen nicht allein in gemein eguue ant Glaſf. phi. verun, die Goͤttliche Wiſſenſchafft und Erkaͤntnuͤß aller Sauzan lol. Sac. ſo hier auff Erden vorgehen: Sondern auch in Hecie daß G lib. e. p. 10⁷, der Glaͤubigen Gebet gerne hoͤre/ wie ſolches im Pſalm 16.)i Pſal. 10. 55. 130. UVnd allhier in dieſem zu befinden. Mit denſelben ſaen 21. 30. Ohren aber ſoll er alſo hoͤren/ daß er ſie neige/ das iſt job er ſo ſian nicht koͤnte ruffen. Oder begehren/ daß es hinauff zu G Os Ohren druͤnge/ daß G Ott ſich wolle neigen mit ſeinen Ohꝛenu ihm herab/ daß Er ihn erhoͤre. Oder wie es in ſeiner Splachen lautet/ dann das Wort 0d ſo da helſt extenait, auß dehnen/ on groͤſſer und weiter machen/ daß/ wo Er bißhero gar zu kleinen enge Ohren gehabt/ dieſelbe wolle Er gegen ihm erweitemen außdehnen/ daß ſein Geſchrey Raum darinn haben koͤnne. W ches alles auff menſchliche Art und Weiſe von GO dem Herrn geſaget/ und auff Goͤttliche Weiſe verſtanden wind. Solche Neigung/ Erweiterung und Auß dehnung ſeinet Ohnn aber ſolle geſchehen bey ſeiner Noth: I2 die anguſlie, am dde ddder zu der Zeit da er betruͤbt und leident iſt. Ba dann in ſeinet Speachen ſtehet das Wort au ſo bedeutet eine ſolche Nothodet Angſt/ die auff allen Seiten vorfaͤlt/ als wann eine Stadlauff allen Seiten umblagert geaͤngſtiget und bedraͤnget wind daß man nirgends quß weiß. In ſolcher Noth iſt offterſt auch an Chriſ⸗ llch Hertz/ in welcher es ſo beaͤngſtiget und gequaͤlet wüd/ daßt nicht weiß vor ſich wo auß noch ein. Da iſt alsdann nicht blt lautes Ruffens und Schreyens/ ſondern nur ein Winſeln/ an GSirren/ ein Seufftzen/ welehes zuweilen ein ander kaum hun kan. Vnd weil der Prophet ſampt ſeinem Volck in und heyde Babyloniſchen Gefaͤngnuͤß/ in ſolcher Noth und heimlich Onin⸗ ſeln und Seufftzen auch geſtecit/ und vermeinet/ es Gloen 60 nagen, heitdet zeuffe 30G gerad ugen yinitt derle tem Ahefels ten/ u hiebet ment teran gehol A we Wten wann dotume Daues geruffen Gott, fühee. Iynebe neigen/ auff daß Er ſo viel deſto baß hoͤren koͤnne. uͤber den 102. Pſalm. 44 G Ott ſo hochnicht hinauff ſteigen/ als ſoll er ſeine Ohren herab Welches dann nutzet wider die unchriſiliche Vermeſſen⸗ usUs. heit der Papiſten/ ſo vorgeben/ als ob die verſtorbene Heiligen an⸗ Die ver⸗ zuruffen/ und daß die muͤſten vor uns bey GOtt verbitten. Nei⸗ ſtorbene get G Ott ſelber ſeine Ohren zu uns und kommt unſer Geſchrey Heiligen gerad zu ihm /was darff es dann der Vorbitt der verſtorbenen Hei⸗ nicht anzu⸗ ligen/ darauff die Jeſuiten ſo ſehr dringen/ alsdann der Jeſuit o- ri inus in dieſe Thorheit geraͤth/ daß er die Vorbitt der Heiligen ſon⸗ derlich beſtetigen wil/ darumb weil die im Alten Teſtament bey ih⸗ rem Gebet der Vaͤter gedencken/ und darumb ſchreibet er/ halten ſie dieſelbe G Ott vor/ daß ſie/ weil ſie G Ott angenehm/ fuͤr uns bit⸗ ten/ und uns mit ihrem Dienſt bey G Ott helffen ſollen. Aber lieber/ was iſt das fuͤr eine Conſegventz Die im Alten Teſta⸗ ment/ beten den G Ott der Baͤter an: Darumb ſo ſind die Baͤ⸗ ter anzubeten: Darumb ſoll man ihre Verdienſt/ daß uno dadurch geholffen werde/ im Gebet anziehen. Das folget eben ſo wenig/ als wann ich ſthlieſſen wolte: Die im Alten Teſtament ruffen der Vaͤter G Ott an/ darumb ſo ſind die Vaͤter Gott: Iſi eben als wann ich ſchlieſſen wolte: Morgen iſt Paul⸗Bekehrung Tag/ darumb wird der Tuͤrckiſch Kaͤyſer Roͤmiſcher Kaͤyſer werden. Dañ es haben die im Alten Teſtament den G Ott der Vaͤter an⸗ geruffen/ nicht daß die Vaͤter fuͤr ſie bitten ſolten/ ſondern weil ſich G Ott/ als der ware G Htt/ ihren Vaͤtern geoffenbaßret/ ſie ge⸗ fuͤhret/ geſchuͤtzet/ errettet/ erloͤſet/ Selig gemacht. Darumb ſie 3 0 Lorinus in lib, Sap. C. 9. T. J. Ihn eben als ihre Vaͤter fuͤr den waren G Ott erkennen/ anbeten/ verehren und ſich im Glauben an Ihn/ aller ebenmaͤſſigen Hullff/ Errettung/ Schutz/ Schirm und Gnad getroͤſten. Die Anruf⸗ Sinn kommen/ wil geſchweigen daß ſie angebetet haben ſolten. unſer Vaͤter betet zwar Salomon im Buch der Weißheit ⸗. Cap. Wo findet man aber/ daß entweder er oder ein 1 b Mmmm ander fung der Vaͤter iſt nie keinem Heiligen im Alten Teſiament in Sap.9. v. 1. —*— 8.—— 1* 4 *. 1 3. 4.———— „ 3 2. 4———— 4— „— 4——„— ———————— 1 8 3 2 1.—*—,———. 4 4— .—— 3.— 1 ö—“ 8. 4. 4— . 8 4 4. 2—— 1 11 3 1——— .. 4— 4—— 4 5— 7 8— ————— 4— — 4——— 1— IV. 6 Die ander Predigt ander iemals geruffen/ O ihr Vaͤter bittet fuͤr mich/ O S. Ahn⸗ ham/ Iſaac/ Jacob bittet fuͤr uns? Aber hierauff iſt der Jaſit bald da und gibt vor/ damals habe keiner Abraham angerufſe weil Abraham damals G Ott noch nieht geſehen/ dann er nalſ⸗ limbo patrum, in der Vorburg der Hoͤllen/ darinn der Pin Seelen in dem Alten Teſtament behalten geweſen biß C hnſu⸗ von den Todten aufferſtanden/ da E R ſie erſt daranß ellſe Schleuſt ferner darauß à minori ad majus: So die Pimn der Vorburg der Hoͤllen fuͤr andere gebeten/ ſo werden ſie to ie vielmehr thun/ weit ſie das Angeſicht G. Otes in der Naͤheg nieſſen. Aber es iſt diß ein kindiſch Einwendung/ deten anſi als ein gelehrter Mann billich ſchaͤmen ſolte/ dann es wird hieten Fabelwerck durch das ander erwieſen: Der Jefunt ſoll ihte le von der Anruffung der Heiligen erweiſen/ ſo erweiſet er ſie du die Fabel des Limléi patrum, oder Fege⸗Feuero der Vaͤten ſoden niemals geweſen: Davon itzo nicht weiter. I1. Aaͤft der Prophet bittlieh an G Ott gelangen lur vel⸗ Membrum citer aetendat, Er ſolle gar bald echoͤren: Spricht: Wann ich Textus. Wann „Dich anruffe/ ſo erhore mich bald. Wil ſagen: Nichtalli Dich anruf⸗ wann ich verfolget werde und leide von andern/ ſendem auch in fe ſo erhoͤre alter Nothdurfft/ es habe Namen wie es wolle/ und ſey auchtine mich bald. Zeit/ was es fuͤr eine wolle/ da ich Dich anruffe/ feina, ſatltund ſey nicht langſam zu hoͤren. Giebt hiermit Koͤnig David einen ziemlichen Winchdenn ſo gar faulltraͤg und nachlaͤſſig ſeyn zum Gebet und an dasAu cunve die inyocavera, wann ich Dich anruffe/ ſelten dda gar wenig gedencken. Davon wir auch zu reden haͤtten die it aber iſt meiſt verfloſſen/ und haben wir auch nur wollen kurz ſeyn. Gebe der vielguͤtige G. Ott daß wir daſſelbige/ was witit gehoͤret/ moͤgen bewahren in unſeren Hertzen/ und daß es Frucht bringe in Ge⸗ dult)/ Amen Dir She WDie dritte Predigt/ cam VThber den fünfften Buß⸗Pſalm des Koͤniges 649. und Propheten Davids/ ſo da iſt eer Ordnung nach im Pſalter⸗Buch der Hun/ dert und Ander. Ann meine Tage ſind vergangen wie ein Rauch/ und meine Gebeine ſind verbrand wie ein Brand/ mein Hertz iſt geſchlagen und ver⸗ dorret wie Graß: Daß ich auch vergeſſe mein esc ud. DBrodt zu eſſen. Mein Gebein klebet an meinem Fleiſch/ fuͤr Heulen und Seufften. Eingang. Die boß Eliebte und Außerwaͤhlte in C Hriſio JEſu/ es hafftige und N iſt faſt nichts auff dem gantzen Weltkreiß/ ja un⸗ unbußferti⸗ allen Creaturen/ davon der Geiſt O HOTtes ge Suͤnder S 5 nicht eiwas genommen/ wann Er in heiliger werden mie Schuft die Suͤnden ⸗liebende Menſchen hat unſichtba⸗ V nde ren und beſchreiben und abmahlen wollen. Dann da hacene werden dieſelbe vergliechen 1. Cum creaturi⸗ in viſcbilibus, mit den a vanden— unſichtbaren Geſchoͤpffen/ als zum Exempel mit den boͤſen Gei⸗ verglichen. ſtern/ in dem ſie heiſſen Belial. 2. Sam. 3. Vnd der HERRN? Sam, a3z. CHriſtus ſelbſt nennet jadam Iſcbariots den Verrähter einen v.. Teuffel. 7o5. F. Deßgleichen ſpricht Er im. Cap. zu den Juͤ⸗Ioh. 6. v. den: Ihr ſeyd von dem Vater dem Teuffel/ und nach 70.71. Mmmm iſj euers Ioh. 8.v. 44. 644 Die dritte Predigt euers Vaters Luſt wolt ihr thun/ derſelbe iſt en Malder von Anfang und iſt nicht beſtanden in der Warheit. Ee werden vergliechen. 2. Cum creaturus Piſtbilibus, mit ſichtb⸗ ren Creaturen/ ſo wol mit denen die am Himmel und ize b S4 423 Sterne/ welchen behalten iſt das Tunckele der Finſterniß atth. 13. Ewigke vie die Epiſtel Judæ bezeuget. Sie nenneiſſe v. z3. 48. in Ewigkeit/ wie die Epiſtel Juda bezeuget. Siie nenniiſ V.33. Roſſe und Maͤuler. N&l. 32. Lock⸗Vogel. Fer.F. Raube &. 7. V. I5. Pſ. 22. v. 14. Apos. 2. v. 15 e Ande. BDan, Pa 32.v.9. lac‚h. ½. Stoppeln. Sap. z5. Rauchende Leſchbraͤnde.— Jer. 5 v. 26. Ein Dornbuſch. Jaaee. Ein Dorn und ein Hecke. Aüuben. jenem zu vergleichen/ alſo auch die Suͤnde anihr ſalbſ⸗ EfI 37 mit einem Tyrannen/ mit einer Gifft/ unter andern aber kan 4. 232 55 mag ſie auch verglichen werden mit dem Feuer/ wie unige Mich.7.v.4 betruͤbter Prophet allhier klaget zum Anfang dieſes Pſalmo 4 Fſa. 1.v.; 0. die Suͤnde ihm verurſacht nicht allein Venieun/ anu ce Apoc. 14. eiem aseondentem, daß G Ott der HErr ſich und ſein Ang⸗ 5 r. ven ihm gewendet/ darumd er dann bittet/ daß G Huda ⸗ ſch derPr daß di inund ſiſtu Saͤnd hütnde tnüäng liſenen tenun abi dd gend fanj uͤber den wn. Pſalum. 64 ſich wolle wieder zu ihm kehten: HErr/ ſprichten hoͤre mein — SGebet/ und laß mein Schreyen zu Dir kommen/ verbirge dein Antlitz nicht vor mir/ in der Noth neige deine Ohren zu mir/ wann ich Dich anruffe/ ſo erhoͤre mich balde. Son⸗ dern es habe auch die Suͤnde bey ihm angezuͤndet ignem conſu mentem, ein verzehrendes Feuer/ und verſtehet/ daß die Suͤnde jelbſt ein verzehrendes Feuer ſey/ die alles an ihm/ an ſeinem Leibe und Leben abzehren thue: Welches Suͤnden⸗Feuer wir anitzo auß unſerm verleſenen Text mit einander beſehen wollen. Damit es ohne Nutz und Frucht nicht abgehen moͤge/ ſo ſeufftzet von Grund euers Hertzens mit mir alſo: Hilff/ HExr hilff/ laß wol gelin⸗ gen/ Dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer aller Seelen Heyl und Seligkeit/ Amen. Abhandlung. ( Eliebte und Außerwehlte Freunde in C Hriſto/ belangend das brennende verzehrende Feuer/ daruͤber allhier der be⸗ truͤbte Prophet/ wer er mag geweſen ſeyn/ oder daruͤber ja ☛ der Prophet und Koͤnig David ſelber(wie dann viel der Meinung daß dieſer Pſalm von dem David ſelber gemacht) klaget/ daß er es in und an ſeinem Leibe befinde/ und darvon uͤbel zugerichtet werde/ ſo iſt und kan ſolches Feuer nicht unfuͤglich genant werden/ die unde ſelbſt/ die den David/ nach dem ſie recht erwachet/ alſo er⸗ baͤrmlich zugericht/ daß er daruͤber ſo hefftig zu trauren und klagen anfaͤnget. Wir wollen ſolch Suͤnden⸗Feuer auß unſerm itzt ver⸗ leſenen Text anſehen und betrachten/ nach unterſchiedlichen Pun⸗ eten und Beſchaffenheiten des JFeuers. 1. Das Feuer iſt nach der Peripateticorum Lehr Elementum fubriliſimum, Das hoͤchſte Element/ welches(wie man hiebe⸗ vordafuͤr gehalten) nahe bey dem Gezircl des Monden ſeinen ei⸗ gendlichen Ort haben ſoll/ wiewol wir ſolches laſſen dahin geſtellet ſeyn/ und moͤgen die Elꝛſri darumd aſputiren. Gleich wie nun Mmmm ij aber 3 4 .—“ . 4“ ö—— 3 3 1 ““ 3.— Tsee. 8 1—— 3—— 4 1 1 8 8 4 1. L— 4. 4. 1———— —“.————“ 2 4 —————..— ——— 3 2————— —“———— 2 2—.——— —————————— v— 1 1 1—— 4. 5 3 3— 8—— 4 7——.——— 8———.. 8 8—— 3—.—. 8 ————“*. 1 8— 3 4 4— 3—*———— — 3.———————— 4.———— — 1———-—— —*———— 646 Die dritte Predigt aber das Feuer iſi das hoͤchſte Element: Alſo nimmt die Säͤnte uͤberhand/ und ſchwebet empor bey einem Menſchen/ daß ſie auch ſein gantzes Leben angreifft/ daß da ein Menſch in die Laͤnge ſit und fuͤr leben koͤnte/ wann die Suͤnde nicht were/ da muͤſſenſn Tage dahin fahren und vergehen/ hieruͤber dann der Prophalſ get alſo: Meine Tage ſind vergangen wie ein Rauch 6. ſetzet allhier Koͤnig David partem temponls, ein Theil der galdes Glaſſ. Phil. Lebens/ nemlich die Tage vor die gantze Zeit ſeines Lebens ie sac. lib.z. dann das Wort Tage nicht allein hier alſo in dieſem Pſalm ſen p. 464. dern auch. Gen. J. 2. Reg. 20. ſalm.. Pfal 103. Eſa. 4. HMn Gen. 8. v.:2. Marrb. 2. A ‧. F. Solch ſein Lebens⸗Lauff aber ſey vergangn 2.Reg. 20, wie ein Rauch/ der Chaldeiſch mrerpres, die LXX Giſechiſt Nlalrev Dolmetſcher /die Lateinjſche Verſion wie auch der Herr Lathan 3. habens gegeben/ Keut fumus, wie ein Rauch: Arias Manzns Pſ. 1o3. v..— Eſa. 3 und andere Exemylaria der Bibel gebens/ Im Rauch: Beyne Hof. 9. hat ſeinen richtigen Verſtand/ doch das kan leichter zu leſen und Matth. 2. verſtehen ſeyn/ wann man lleſet daß ſeine Tage ſind velgangen Act. 5. wie ein Rauch/ wie es dann der Herx Lutberus auch hat gegelen: Glaſf. rhil. Meine Tage ſind vergangen wie ein Rauch: eh hanr das lib. 3. Meine Tage oder Zeit meines Lebens iſt zu nicht worden undin⸗ P. 6o. nütziglich verbracht/ gleich wie der Rauch in der Lufft verſchwin⸗ det und zu nicht wur˙/.,⸗—— Richtet alſo die Suͤnde unſer Leben ſo ſchlecht zu/ daß col vergleichen mit einem Rauch: Nicht mit einem Eyſen oder En welches hart iſt und lange Zeit wehret/ nicht mit dem Zhonund Leim/ welcher ob er wol im Waſſer zerfaͤllt und vergehet/ mag u doch am truckenen lange bewahret werden. Nicht mit einen Glaß/ welches ob es wol bald bricht/ und keine Noth leiden ma Jedoch wo man ſeiner ſchonet/ wehret es viel geiten auß/ alſdi manchmal die Kinder/ wie der H. Auguſlinus ſchreibet/ glaͤame Geſchirre die ſie von ihren Vor⸗Eltern biß ins dritte und viadte Glied ererbet/zeigen koͤnnen: Sondern mit einem Rauch oder Danpf/ uͤber den 107. Pſalm. 64; Dampff/ welches zumahl ein nichtig/ fluͤchtig und zergaͤnglich Ding iſt. Der Rauch und Dampff wehret eine kleine Zeit/ dar⸗ Jacob. 4. nach aber verſchwindet er. Jacob. à, Wann er vom Feuer in die v. 1. Hoͤhe auffſteiget/ da breitet er ſich wol auß ſcheinet etwas groſſes zu ſeyn/ und ſchwinget ſich manehmal biß in die Wolelen hinan: Aber ſo bald der Wind daran ſoßt⸗ ſo zertreibet und zertheilet er ihn hin und her/ daß er in einem Augenblick und Huy/ ehe man ſichs verſiehet/ zergehet/ und alſo verſchwindet/ daß man nicht mer⸗ cken kan/ wohin er geſtoben oder verflogen. Eben alſo iſts auch mit den Tagen unſers Lebens bewandt Dann wann der Menſch in die Welt gebohren/ da waͤchſt er wol auff/ breitet ſich auß und ſteiget manchmal durch Ehr Geld/ Gut/ Reichthu mb und Ge⸗ walt hoch hinan. Aber es verſchwinden dem Menſchen gleich die Tage ſeines Lebens unter ſeinen Haͤnden hinweg/ wird endlich durch den herben rauhen Sterbwind in einem Huy und Augen⸗ blick dahin geriſſen und auß dieſem Leben durrh den zeitlichen Todt Hin verruckt und verwehet/ daß man ſeine Spur und Staͤte auff Erden nicht mehr ſehen kan. Vnd das macht die Sünde/ Otreuer GOtt/ dannenhero iſt kommen der bittere Todt/ der nimmt und friſt alle Menſchen Kind/ wie er ſie findt/ fraget nicht weß Standes oder Wuͤrden ſie ſind. 11. Das Feuer iſt Elementum caliaiftmum, das aller⸗ hitzigſte Element/ dann wer kan bey einem Feuer oder Glut wohnen: Alſo was iſt hitziger dann das Suͤnden⸗Feuer? Was brennet hefftiger? Diß bekennet allhter David: Spricht: Mei⸗ ne Gebeine ſind verbrand wie ein Brand. Gleich wie ein Feuer mit ſeiner Glut alles Fette auß zeucht/ und macht duͤrre: Alſo auch die Suͤnde und das Leiden/ ſo wegen der Suͤnde entſte⸗ het! macht alle Knochen und Gebeine/ ja alle Kraͤffte des Lei⸗ bes duͤrre/ Krafftloß und ſchwach: Wie dann ohn das die Suͤnde mit ſich fuͤhret torius naturæ corruptionem, die Verderbung der Lantzen Menſchlichen Natur/ davon zu ander Zgeit geredet 1 Das „ M. Daß 648 Die dritte Predigt tiges Element/ dann da iſt faſt nichts zu ſtarck/ welches duche Feuer nicht koͤnte bezwungen und eingeaͤſchert werden. Da Suͤnden⸗Feuer machets auch nicht anders/ in dem es uͤbenali 3 und bey den Menſchen durchreiſſet/ und greiffet auch das ſuit⸗ ſte/ nemlich auch das Hertze an. Hiervon weiß David auh ſagen: Mein Hertz iſt geſchlagen und verdorret wie Gaß Gleich wie ein Kraut oder Graß/ ſo vom Feuer oder Hiede Sonnen ſiets getroffen/ gar verdorret: Alſo wil er ſagen ſan mein Hertz/ das mit ſtetiger Traurigkeit wegen der Suͤnde geyſ get iſt/ verſchmachtet/ wie C Hriſtus eben alſo klaget. Pama Plal.z. v.z Mein Hertz iſt in meinem Leibe wie zerſchmoltzen Wahe meine Kraͤffte ſind vertrocknet wie ein Scherbe. Inn Pſetze di Pſalm. Meine Seele und mein Bauch iſt verfallen. i Fſal38 v.. 38. Pſalm. Mein Hertz bebet/ meine Krafft hat mich laſſen. Es iſt zwar das Hertz des Menſchen in ſeiner Boßhe dann in ſeiner Sprachen ſtehet das Woͤrtlein 3 py welches he⸗ Kraͤfften untertreten/ unterdrucken/ wie eben das Wottder Eſu von ſeinem Bruder dem Jacob gebraueht/ in dem er ſaget. Er Gen. 2), heiſt wol Jacob/ dann er hat mich nun zwveymaluntentte 7. 6. ken. Geu. 27. Aber es findet ſich auch bey des Menſehen hat tzen Conditio abjectiſſma, ein ſehr ſehlechter/ aͤngſtiglicher/ ſin merlicher und erbaͤrmlicher Zuſtand/ dann da mag es leicht einen Anſtoß haben ſo faͤllet es dahin laͤſſet allen Muth ſincken ſonda⸗ lich wann das Suͤnden⸗JFeuer auffſchlaͤget/ das Gewiſſen auſf wacht und Prediger auff ſoleher Cantzel wird da iſt das Hetzl dann nieht allein BoR in auxietate& ægritudine, in Zaghaffig⸗ Ier. 17. v. 9, keit/ Angſt und Schwachheit/ wie beym ſerem. m. ſtehet ſonden auch wie allhier David ſaget= percuſſum, zerſchlagen. Vnd ſo ſolches auch den Allerhetligſten widerfaͤhret/ daß s III Das Feuer iſt Elementum eſhcariſtmum, eill maͤch⸗ Ier.17. v. u., ein trotziges Ding/ wie beym Jer. v. es alſo beſchrieben wi /d koͤmmt von dem Apy und ſo viel heiſſet/ als Supplantanit, mit Betruͤbnuͤß des Hertzens wegen der Suͤnde. b dere Arten des lieben Creutzes auch Centner ſchwer/ und thun mn der Wuͤſten erfahren. Exod. ¹. ſeylſiehet man an der Hagar und Iſmael/ die dafuͦr ſierben wolte. Gen. ꝛ7. uͤber den oz. Pſalm. den⸗Feuer im Gewiſſen aufflodert/ wie vielmehr wird ſolches ge⸗ ſchehen bey den Gottloſen wie wirs dann ſehen in den Exempeln./ Cain war zu erſi frech und trotzig genug: Dann da GOc der HErr ihn fragte/ Wo iſt dein Bruder Habel: Fuhr er herauß und ſprach: Ich weiß nicht/ ſoll ich meines Bruders Huͤter ſeyn. Aber bald datauff/ als ihm war das Gewiſſen geruͤhret worden/ und das Suͤnden⸗Feuer in ſeinem Hertzen auffſchlug! da fiel ſein Hertz dahin als were es geſchlagen/ alſo daß er wolte gar mir vergeben werden moͤgen. Gen.„. Starck und trotzig gnug war Phargo: Er ſprach: Wer iſt der HERR deſſen 449 ſo dahin faͤllt als zerſchmettert und zerſchlagen/ wann das Sun⸗ verzweiffeln/ ſagte: Meine Suͤnde ſind groͤſſer dann daß ſie Gen. 4.v. 3. Stimme ich hoͤren muͤſſe und Iſrael ziehen laſſen? Ich Exod./ va. weiß nichts von dem HErrn/ wil auch Iſrael nicht ziehen laſſen. Exod. 5. Aber da er mit ſeinem Volck im rothen Meer erſauffen ſolte/ und ſahen was ſie gethan/ da war ihr Hertz geſchla⸗ gen/ daß ſie ſchrien: Laſt uns fliehen von Ifrael/ der HErr Exod. 4. ftreitet für ſie wider die Egypter. Exod. 22,. LI. Das Feuer iſt Flementum rapaciſſimum, ein freſſi⸗ ges Element/ welches Groſſe und Kleine/ Fuͤrſten und Herren/ Adel und Vn⸗Adel/ Buͤrger und Bauren gar leichte kan umb das ihre bringen/ und alles hinweg reiſt/ was es etgreiffet: Das Suͤn⸗ den⸗Feuer thut eben daſſelbe/ reiſt bey einem Menſchen alles hin⸗ weg/ auch den Ppetitum, daß er weder zu eſſen noch zu trincken Luſt hat: Hieruͤber auch David allhier klaget: Daß ich auch vergeſſe mein Brodt zu eſſen. Kein groͤſſer Leyden auff der Welt kan ſeyn/ als die Traurigkeit des Geiſtes/ und die innerliche Es ſind zwar an⸗ V. 25. mercklich wehe/ dann was der Hunger koͤnne/ haben die Iſtaelnten Exod. 15. Wie beſchwerlich der Durſt Nunn Cien. ai. Luc. 18, Gen. 39⸗ Jon, 1. Eſa. 38. Fberk 65o Die dritte Predigt Gen. 2. Was die Kranckheiten fuͤr Beſchwetnuͤß zuzlehenm⸗ man abnehmen an jenem Blutfluͤſſigen Weihlein das in.ziß ren keine geſunde Stunde gehabt/ und all ihr Gut verdocten umbſonſt an die Aertzte gewendet. Luc. WE. Was gefangenftn⸗ fuͤr Vnmuth ſtiffte/ davon koͤnte uns Joſeph predigen inCi pten. Vnd Jonas im Bauch des Walſiſches. Gen. zmn Wie man ſich winde und winſele uͤber den zeitlichen Todt /aſthe⸗ net auß dem Beyſpiel des Gottfuͤrchtigen Koͤniges Hiskir. hh. 35. Aber alle ſolche elende Arten haben noch viel Glaͤubige ai Gedult und mit getroſten Gemuͤth außgeſtanden und uͤberwun den/ haben noch darbey eſſen und trincken koͤnnen/ ihren Mhan auffgethan/ G Ott gedancket/ wie dann die Apoſtel G Ottdan lken/ daß ſie zu Jeruſalem umb des Namens JEſu willen giſi pet wurden. Auch Kaͤyſer Arauitius noch ziemlich zu fit war/ als ihm der Moͤrder Phocas ſeine Gemahlin und Kindam den Augen erwuͤrgen ließ/ und ſagte: HErr Du biſt gerecht un alle deine Gerichte ſind recht. Hingegen die Traunigkett des Hertzens/ und der Schwermuth des Geiſtes wegen det auffba chenden Suͤnde/ macht nicht allein alles Leyden groͤſſer/ ſonden iſt auch das Groͤſte unter allen/ reiſt bey allen Menſchen alles ſin wegalle Sinn und Gedancken/ daß er auch vergiſſet ob ei iſin oder trincken ſolle. b V. Das Feuer iſt Elementum peloctsſimun, ein geſchwin des Element/ welches nicht ſeumet/ ſondern wo ihm nicht wides aanden wird ploͤtzlich ſich außbreitet/ daß mans ſehen koͤnne: Aſp auch das Suͤnden⸗Feuer reget ſich und bricht hervor am Menſih⸗ lichen Leibe/ daß mans ſehen kan: Wie es dann David zugetich det/ davon ſpricht er allhier alſo: Mein Gebein klebet an me⸗ nem Fleiſch: Wil ſagen /ſo ſehr arbeite ich wegen meiner Sil de in einem ſeufftzenden Leben/ und fechte wider meine boͤſe Naun daß ich nicht mehr dann Hautund Beine bin wie auch bile laget: Meine Gebeine ſind beklebet an meiner haue Fo dich ſwyennen nen d kaum lerſch ageu noch wiur het/ Manb Feuer ſogehe Feuer üdad hena Dan hen. gvod huͤchſ NeSe den ga giiſtdi t Ge ehe daj Scch dh ſah Er in 8 mans anſiehet/ heulet und ſchreyet: uͤber den 102. Pſalm. 651 So richtet die Suͤnde einen Menſchen zu/ ſonderlich wo ſie recht bey einem Menſchen auffwachen thut/ da iſt ein haͤrmen/ ein graͤ⸗ mmen/ darbey ein Menſch ſich dermaſſen abfriſſet/ daß die Haut aum an den Beinen behangen bleibt. b VI. Das Feuer iſt Elementum terribilufimum, das al⸗ lerſchrecklichſte Element. Waſſer iſt ſchrecklich/ wann es ſich ergeuſt/ und wann es anfaͤhet zu ſauſen und zu brauſen: Aber noch ſchrecklicher iſt das Feuer/ auß welchem/ wo ihm nicht geſteu⸗ ret und gewehret wird/ immer ein Feuer nach dem andern entſite⸗ het/ daß man die Haͤnde uͤber den Koßſ zufemmen ſchlaͤgt wann Alſo iſt auch das Suͤnden⸗ Feuer das allerſchrecklichſie/ und wo man nicht ſteuret und wehret/ ſo gehets immer auß einer Suͤnde in die ander/ daß das Suͤnden⸗ Feuer ie groͤſſer und groͤſſer wird/ und man auch die Haͤnde muß über dem Kopff zuſammen ſchlagen und ſeufftzen/ wie ſolches zu ſe⸗ dden allhier an dem David /bey welchem Heulen und Seufftzen. Dann ſo lauten die Wort im Text: Fuͤr Heulen und Seuff⸗ tzen. Auguſtinus ſaget: Nullum peœcarum tam par yum eit, vod non creſcat neglectum, keine Suͤnde iſt ſo klein/ die nicht wuͤchſe und groß wuͤrde/ wann man ihr nicht widerſtehet. Wann die Schlange nur den Kopff in etwas bringet/ ſo ſchlipffet ſie mit dem gantzen Leibe und Schwantz hinnach: Eine folche Schlan⸗ ge iſt die Suͤnde/ bringet ſie den Kopff in dich/ ſie ſchlipffet mit al⸗ ler Gewalt hinnach/ daß du ihr ſchwerlich kanſt loß werden/ und verwundet dich biß auff den Todt. So gieng es mit unſern Groß⸗Eltern Adam und Eva. Die hatten ihnen nicht vorgenommen wider GOtt zu handeln. Siehe wie gaͤngelt der Teuffel mit ihnen: Er bringet ſie darzu/ daß ſie den Baum anſehen/ er machet den Baum luſtig anzu⸗ ſchauen/ daß ſie einen ppetit und Begierde darzu bekommen. Eruͤberredet ſie/ daß ſie die Haͤnde außſirecken: Er bringet ſie oy weit/ daß ſie abhrechen und eſſen. Cen. 3. So gieng es mit Cain/ Gen. 3.v. 6. Innn iſ b der —*4 — » 6— 1³ —] ,“** . 2“—-“— e- 6 2““ 4. 1 17 65e Die dritte Predigt der faſſet wider ſeinen Bruder Habel einen Neid/ bey dem Niad ſüchti bleibt es nicht ſer wird zornig auff ihn und ſchlaͤgt ihn zu tode ce. uichir Gen. 4.1.5. z. Joſephs Bruͤder wurffen einen Gramm auff ihren Bruht, un weil ihn der Vater lieb hatte/ wurden ſie ihm ſo feind als i liche Spinnen/ daß ſie ihm auch nicht das Maul goͤnneten/ undiin daßf freundlich Wort zuſprechen konten. Der Gram waͤchſtt oan en? ihnen ſeinen Traum erzehlet/ wie ſie ihn in die Wuͤſten allintt. oyfe kommen /da wollen ſie ihn toͤdten ſencken ihn in eine Gtutennn Faj Sen 37. v. 4. verkauffen ihn andern Voͤlckern. Gen. 37. Der Koͤngg Eul der hebet am geringen an/ wie er ſich beduͤncken ließ: Vnd wate dere Prophet Samuel nicht da war/ ſo wil er ſein Ampt imnalu Dr 1. Sam. 13, verwalten/ und opfferte. Das deuchte ihm nicht alleingemge: lihe v. 2. Suͤnde/ ſondern auch recht gethan ſeyn/ bald treibet er des Vh⸗ tuige kretens mehr/ daß er ſchonete derer die er ſtraffen und toͤdten un 3ch und meinete er haͤtte des HErrn Willen gar tapffer erfuͤlle d M bleibet bey dem nicht/ der Teuffel bringet ihn weiter/ daß wun Jhj Tyrannen wird den armen David anzuſpieſſen gedendet den bm: Prieſter Abimelech ſampt d5. Preeſtern toͤdten laͤſt ſaer komniſt tieff ins Pech!daß er zum Teuffellaͤufft und hn umb Nath ftggy Alaͤe biß er endlich an ſich ſelbſt Hand leget/ und in ſeinen Suͤnden i Sm Sam.3. v.. bet und verdirbt. Sehet ſo waͤchſt das Suͤnden⸗Feuer und cas Mor b das allerſchrecklichſte/ ſo kommt zu ſolchem Suͤnden⸗Feudt noch ut ſe darzu das hoͤlliſche Feuer/ dann die Sunde in gewiſſer Macß di dnett Hoͤlle bauet/ und hat das hoͤlliſche Feuer angezuͤndet. Danni in were kein Hoͤlle/ wo die Suͤnde nicht were/ Suͤnde ethaͤtundn⸗ mun naͤhret gleichſam das hoͤlliſche Feuer/ wie dann auch di Kirchn Ma Lehrer hiervon alſo geredet/ nibi/ Aeyorabis igeus ufervalsmſt ane Percasa. NM⸗ b Dieſes alles nun was bißher geſagt ſoll uns dienen zu die eehr/ unſer Ermahnung/ Warnung/ Troſt/ und Erinnetung. e Leben nich Dann 1. macht das die Suͤnde/ da ß unſere Tage verzehen De, hhun⸗ wie ein Rauch/ ſo werden wir gelehret von Nichtigkeit und Hm⸗ äb flüch⸗ uͤber den 102. Pſalm. 653 fuuͤchtigkeit unſers Lebens. Wnd hieruͤber beduͤrffen wir nicht/ viel Beweiß auß geiſtlichen und weltlichen Buͤchern anfuͤh⸗ ren /es wird uns ohn das durch die ſtuͤndliche Erfahrung und taͤg⸗ liche Exempelgnugſam beſtetiget/ dadurch wir uͤberzeuget werden/ daß freylich unſere Tage vergehen und uhrploͤtzlich manchmal wie ein Rauch und Dampff uns unter den Haͤnden zu verſchwinden pflegen. Dann was iſts wann ſchon ein Menſch bißweilen viel Jahr und Tage in ſeinem Leben erreichet? Die erſten Vaͤter vor der Suͤndflut haben gelebet etliche hundert Jahr: Methuſalem/ Gene der alleraͤlteſt Menſch auff Erden/ hat gelebet 065. Jahr. Gen..*.5.V.n7. Die Indianiſche Voͤlcker/ Muſicani genandt/ haben gemeinig⸗ lich erlebt 1z0. wie Fabellicus ſchreibet: Deren Landsleute/ die§e⸗ rer genant haben zu leben pfiegen uͤber 200. Jahr/ aber es iſt laͤngſt auß derſelben Jahl komnen/ dann ſchon zu Moſis Zeiten der Menſchen Leben gewehtet 70. Jahr/ wanns hoch kommen 80. Jahr. Pſalm. go. Vnd bleibet wol bey unſerm Pſalm⸗Spruͤch⸗ lein: Meine Tage vergehen wie ein Rauch.— 2. Vergehen unſere Tage wie ein Nauch: So iſt zwar die Vermah⸗ Fluͤchtigkeit und Niehtigkeit unſers Lebens gewiß/ die Zeit und nung. 1. Stunde aber ungewiß. Dann keiner ſich hier ruͤhmen kan des Dich gegen Morgenden Tages⸗ Hroy. 27. Darumb ſo ſoll ein ieder ermah⸗ fan dü J⸗ net ſeyn bey guter Zeit ſich zur Heimflucht und letzten Hinfahrt 34— bereit und gefaſt zu machen/ und alle Stunde und Augenbliel den⸗ Provz, v7I tten/ ſiehe itzt iſt die letzte Stunde/ itze blaͤſt dich der Tod Wind an/ und fuͤhret dich weg wie ein Rauch/ und alſo Stuͤndlich und Minutlich gefaſt ſeyn/ daß wann der HErr kommt ſes ſey Mor⸗ gen oder Abend/ oder Mitternacht/ oder umb den Hanenſchrey pf. 90. V. IO. Marc. 13. Marc. 3. Er umb ſeine Lenden umbguͤrtet/ Luc. 2. Vnd mit zn Kiner brennenden Farkel fertig ſey taurb.. Deßwegen ſich Luc 2 vzz. ein jeder der alten Regel gemeß verhalten ſolle: Jic vipe uah, ftwn,- Matth. 15. e, wereaes. SS Armaene Suuf ſnpe, le, ur. Lehl ulfd,.. als wann du allezeit ſterben ſolt eſt/ und ſtirb alſo als wann e gal Nunn iij du Pſ. 9e. v. 12, Pſal. 39. 2⁴ Im Truͤb⸗ zu ſeyn. ſal geduͤldig Tob. 2. v.z 654 Die dritte Predigt du allezeit leben ſolteſt. Bete mit dem Mann G Ottes olheſ auß dem 90. Pſalm: HErr lehre uns bedencken/ daß wit ſterben müſſen/ auff daß wir klug werden. Mit dem gi⸗ nige David auß ſeinem 9. Pſalm: HErr lehre doch mich daß es ein Ende mit mir haben muß/ und mein Leben ein gi hat/ und ich davon muß. Seyn doch die Heyden hiemf bedacht geweſen. Euer Chriſtliche Liebe weiß von dem Pul ele dem Koͤnige/ daß er zu Erinnerung ſeiner Sterbligkeit auß u ter thoͤnern und irrdenen Gefaͤſſen gegeſſen und getruncken. du lippus der Koͤnig in Macedonien hat durch einen Edelknabenti⸗ lich ihm zuruffen laſſen: Aemento Rex te eſſe mortalem: O dencke Koͤnig daß du ein ſterblicher Menſch ſeyſt. Dergleichen Erinnerung des Todes bey den Egyptiern ſehr im Gebrauch e weſen. Soſſchreiben auch die Pbiloſopbi in ihren Buͤthern i ihre meiſte Kunſt und Geſchickligkeit in allem ihrem Lehen ſeyn Conſideratio mortis, eine Betrachtung des Todes. Cui bono? Was nuͤtzt es/ moͤcht iemand ſagen/ daß nal alſo an ſeine Hinfahrt und Todt gedencken ſolle? Der he kommt doch/ dencken wir nicht an ihn/ ſo dencket er an uns und lle⸗ bet nicht auſſen: O Todt wie bitter biſt du/ wann an dich gedencket ein Menſch der vollauff hat/ und noch wollehen mag/ Sir. 44. Aber hierauff antwortet eben Sirach/**. Ge⸗ dencke an das Ende/ ſo wirſtu nimmermehr uͤbels thun. Ermahnet ſollen auch rechtſchaffene Chriſten ſeyn/ daß wann ſie auff dem Heerd der Truͤbſal geleget/ und ißnen ihte Ge⸗ beine verbrennet/ wie ein Brandt/ ihr Hertz in ihrem Letde wi geſelngen⸗ und verdorret wie Graß/ daß ſie auch vergeſſen ih todt zu eſſen/ ihre Gebeine klebet an ihrem Fleiſch fuͤr Heulan und Weinen/ ſie geduͤldig ſeyn/ und ſolch ihr Thraͤnen⸗Brel mit Gedult eſſen/ ihren bittern Gallen⸗Eſſig mit Gedult trincen und wieder verſchwitzen und wiſſen/ daß es wol werde bleiben bey dem/ davon der Engel zu dem aſtem Tobia ſagt/ 706. u. Deme 19G muſte Demt Pſaln chy lich; harr Wi Hes den zell varz den knn wind ſult ſhei tin G ſit ſie inF ſene cher r4, 9 cheZi genblick/ wie ein Traum dahin verſchwunden. ——— uͤber den 102. Pſalm. 655 du GOtt lieb wareſt/ ſo muſt es ſo ſeyn/ ohn Anfechtung muſteſtu nicht bleiben/ auff daß du bewehret wuͤrdeſt⸗ Demnach ſo viel deſto geduͤldiger zu ſeyn/ ſprechende auß dem 0. Pſalm: Ich harre des HErrn/ meine Seele harret/ und ich hoffe auff ſein Wort. In Betrachtung daß es ein koͤft⸗ lich Ding/ geduldig ſeyn/ und auff die Huͤlffe des HErrn harren/ Tesſ.. Gedult iſt euch von noͤthen/ auff daß ihr den Willen G Htes thut/ und die Verheiſſung empfahet/ ſiehet Eeb. 1*. Dann die Weiſſagung wird ja noch erfuͤllet wer⸗Hebr. 10. den zu ſeiner Zeit/ und nicht auſſen bleiben/ ob ſie zwar ver⸗ 36. zeucht ſo harre ihr/ ſie wird gewißlich kommen und nicht verziehen. Ob es zwar wehre biß in die Nacht und wieder an den Morgen/ doch ſoll dein Hertz an G OTtes Macht/ verzweif⸗ feln nicht noch ſorgen/ Er iſt allein der gute Hirt/ der Iſrael erloͤſen wird/ von allen ſeinen Suͤnden. 3. Stehet dieſer Text allhier zur Warnung allen jungen Warnung. Koltzen/ auffgeblaſenen/ praͤchtigen Leuten/ ſo ſich auff die Schoͤn⸗Junge Leute heit/ Jugend und Staͤrcke ihres Leibes verlaſſen/ da ſie doch ſeyn nicht ſtoltz ein Graß/ das ſehr bald verdorren und verwelcken kan. Es ſtoͤſ⸗ ſeyn ſollen. Baſilius ho- ſet ſie an/ ſaget Eaſilus der groſſe Kirchen⸗Lehrer/ in einer Nacht mil.„, in ein Fieberlein/ ein Seitenwehe/ ein Lungenſucht/ oder ſon⸗ Hexaewer⸗ ſten ein andere Schwachbeit/ oder ander wertiger ploͤtzli⸗ m.1. paz⸗ cher Zuſtand/&; abut univerſa iſta ſcena denudata& diſſolu- ra, gloria ila veluti ſomnium e vanuit. Siehe ſo iſt alle ſol⸗ che Zier/ Herrligkeit und Schmuck in einem Huy und du a heiſ es/ das Graß iſt verdorret/ die Blum iſt abgefallen/ z. Pet.7. Was 1. Pet. 1.t. 24⸗ erhebet ſich demnach die arme Erde und Aſche? Iſt er doch ein eitel ſchaͤndlicher Koth/ weil er noch lebet/ und wann der Artzt ſchon lange dran flicket/ ſo gehets doch endlich aa ſo/ heute Koͤnig/ Worgen Todt/ und wann der Menſch Hiceee 9. todt iſt/ ſo freſſen ihn die Schlangen und Würne eee 4* sul — ͤͤͤ— 1 .—— C 4. 5——.— 4 4. 4——= 8— 34 8. 4 8——— „ 4——— 1 3—— — 3— 7——*— ———————— —— ꝗͦ———— 1— r——— 3————. 5—. 2*—.—— 8 —— ꝗͦ—— 8—————³;———— ..———ͤͤ———–—łbͤͤͤͤͤͤ 8.— —— 6 EEEſ— 2. *.— 8 8 4——— “ ¹.„ 3 — 3 8— 3 8 4— 1 d 2 — — 656 Ddeie dritte Predigt Troſt. 4. Zum Troſt: Vergehen unſere Tage wie ein Nauch/ Vnſerrub⸗ ſo ſollen ſich alle Fromme damit troͤſten in allem Leyden Kräͤhſa ſ0 und E. und Elend/ im gegenwertigen Rauch⸗Feld dieſes fluͤchtigen end thut e bens. Werden ſie ſchon von Gewaltigen uͤberwaͤltiget/ muͤſfn dan ge ſich vor deren Trutz und Hochmuth drucken und buͤcken/ Schm und Schande und Vnehre wider Recht und Billigkeit laha ſollen ſie dencken/ es ſey nur ein auffgeblaſener Rauch! der mean Irwiſch herumd fahre/ und umd ſich ſchieſſe bald aber in ſichi vergehe und verſchwinde. Dann das iſi gewiß unn unfeidan daß keine Gewalt bleibet feſt/ welches iſt das allare Jualianus der boͤſe Bube thate den Chriſten das gebrante Herßlen aber Acbanaſius troͤſtete ſich und andere damit/ daß er wenn Nauch vergehen werde: Nubecula eftcitò tranſitura, ſagt tſß ein truͤbes Woͤleklein/ welches wird bald voruͤber wiſchen. An G Ott ſtrafft ſie ploͤtzlich ploͤtzlich muͤſſen ſie ſterben/ zu M ab.;4.vao kernacht erſchrecken/ und untergehen/ die Maͤchtigentan den Krafftloß weggenommen/ 7b. 34. Stöſſet di ſen allerhand Truͤbſal/ Schmach und Kranckheit unter die Augen/ dencke es koͤnne nicht ewig wehren/ es ſey mit dir hier feine blecben⸗ de Staͤte/ dein Leben/ irrdiſcher Wandel und Tage ſeyn wie ain Rauch/ es wehret eine kleine Zeit/ ſo gelangen wir alsdann in unſe ewiges Vaterland im Himmel/ da an S tat der Fluͤcht ggkeit un⸗ ſers Lebens wir haben werden immorralit atem, die Vnſterbli⸗ keit daß wir nicht mehr dem Tode ſollen unterworffen ſeyn/ ſon⸗ 1. Theſf. 4. dern wir ſollen ewiglich mit dem HErrn leben/ und bey Ihm ſeyn v. 7. und bleiben allezeit /= Teſ z. An Stat der Schwach⸗Und Krranckheiten, werden wir haben Janitatem, ewige Geſund⸗ b heit/ ewiges Heyl unter ſeinen Fluͤgeln/ daß wir nicht/ wie indie Match. 9. ſem Leben bald n. Jaßr, bald as. Jahr werden ſiechen duſin v. 20. SMtar:. 9. Job.]. Sondern da wird alle Kranckheit außtwe Joh. 5. v. 5. chen/ Eſa. 3äS. An Stat des Rauchs und Dampffs werden Eſa. 35.v. o. wir haben/ Claritatem, ewige Klarheit/ dann Er ſalſſ ra 2 unſer uͤber den 102. Pſalm. unſern nichtigen Leib verklaͤren/ und ſeinem verklaͤrten Leib ehnlich b machen/ Pbil... Vnd wir werden leuchten wie die Sternen am bhil.3. v. ꝛr. Himmel/ Dan. i2. Mattb. B. An Stat der Vnvollkommen⸗ Dan. 12.v. 3. heit dieſes Lebens werden wir haben/ Janclitatem& juſtitiam, Matth. 33. eine vollkommene Heiligkeit und Gerechtigkeit/ dann dawerden 43. wir angethan werden mit einer heiligen Haut/ ob. Ja wir lob. 9. v. 28 werden ſeyn ein gantz heiliges Volct/ ein gantz herrliches Volck/ b viel herrlicher als Fuͤrſten/ viel herrlicher als Koͤnige oder Kaͤyſer/ dann wir werden gleich ſeyn dem Ebenbild C Hriſti/ Kom. F. Kom. g. An Stat der Dürgtigkair/und Mangels in und bey dieſem Le⸗ V. 29. ben werden wir dort haben Bonorum ubertatem, uͤberſchwengli- chen Neichthumb ſeiner Gnaden/ Epbeſ=. Da werden wir auß Eph.2. v.a7. unnd ein gehen/ wir werden eſſen und trincken/*&. Und keinen El. 67. v. 13. Mange haben an irgend einem Gut/ Pſalm. 33. Plal. 4. v.II . Sodie Suͤnde einen Menſchen auffs ſchrecklichſte kan Erinne⸗ zurichten/ wie uͤbel wol unſer Heyland C Hriſtus muͤſſe ſeyn zuge⸗ rung. richtet worden/ der da aller Welt Suͤnde auff ſich genommen/ da⸗ Sriſtus 12 fuͤr zu buͤſſen und zu bezahlen: Ach wie winſelt allhjer der Davld/ veeen unſe⸗ meine Gebeine/ ſpricht er/ ſind verbrand wie ein Brand/ ſehr ubel zu⸗ mein Hertz iſt geſchlagen und verdorret wie Graß/ daß ich gerichtet Srup alun auch vergeſſe mein Brodt zu eſſen: Mein Gebein klebet worden. „ an meinem Fleiſch/ für Heulen und Seufftzen: Aber weit eebaͤrmlicher iſt die Klage unſers Heylandes& Hriſti. Dann mweil Er alle unſere Suͤnde/ alle Schmertzen und Kranck⸗ eiten auff ſich genommen/.. Hat er billig zu ſprechen aauß den Klagliedern/ Jen.². Ich ſage euch allen die ihr vorliber Thren. 1. gehet/ ſchauet doch und ſehet ob irgend ein Schmertz ſey/ v. 11. wie mein Schmertz/ der mich troffen hat/ dann der HErr pern hat mich voll Jammers gemacht am Tage ſeines grimmi⸗ e gen Zorns: Hiervon aber wird bald mit mehren zu dieſer inſte⸗ nn 1 henden Faſten⸗Zeit auß der Hiſtoria des Leidens C oriſii 2u N huche i geredet werden. Vnd ſey gnug auff dießmal. 1u Oooo EAAgE. 8 3 4 * 1* 1 4 4 8“— 3 4„ 3—— 4 ——.———“ .— 8— 8 be. 2*..“ — 1 1 2*——— 2 8—““—“—— 4 4 85 3 8—. 4 6 3— 4 3 3— ““ 3 8 3 8 44 1 4 licher Ram/ 8 4 N 1““ * 8 5 § 2 * 658 Die vierdte Predigt ʒWie vierdte Predigt/ ꝛ rebeuer. Vher den fünfften Buß Pſalm des Kone A0 1649.. und Propheten Davids/ ſo da iſt DOmnung nach im Pſalter⸗Buch der Hun⸗ dert und Ander. b TEXLIU s. Verf. 7. ad 10: §7Ch bin gleich wie ein Rohrdommel in ze S Wuͤſten/ ich bin gleich wie ein Keutzlein in n verſtoͤreten Gtaͤdten: Ich wache und bin wien einſamer Bogel auff dem Dache. Taͤglich ſhne hen mich meine Feinde/ und die mich ſpaten ſchweren bey mir.“ (Eingang. Vns ein Er allgemeine Name/ Geliebte und außewiit ſehr erfreu.(☚Q⁹☛̈ᷣ— Freunde in C Hriſto/ den wir ſampt und ſon⸗ daß wir Chriſten genand wer⸗ Chriſten⸗Nam/ welchen die Juͤnger des HEnn am erſten zu Antzochia erhalten haben und ſi —nen Wrſprung enttehnes/ von unſerm hochber den. bienten Immanuel und Seltgmacher C hrſto JEſw. De gleich wie Adam von ſeiner Eva ſagte/ da ſie hm von G Hu denar,, Sefühert ward Gea.⸗ Das iſt hleiſch von memandiſ 3 und Bein von meinen Bemen/ man wird ſie Maͤnninhiſ ſen/ darumb daß ſie vom Manne genommen iſt: Aſo mag ſchunſer himuſcher Adam von ſeiner geiſtlichen Eva der 85 ders ohn Vnterſcheid fuͤhren/ iſi der erfnulichſe Chriſto/ dem geſalbeten Koͤnige d liber den 2. Pſalm. 5659 Adchen und ihter Glieder ruͤhmen/ ſie ſind Fleiſch von meinem Fleiſch/ man wird ſie Chriſten hiiſſen⸗ darumb daß ſie von Ehren/ genommen ſind. Haͤlt man es nun fuͤr eine groſſe Ehre/ wann etwa ein gelehrten I Mann dieſes und jenes in ſeinen Schrifften gedencket/ ſo wird es e en weit groͤſſer Ruhm ſeyn/ daß der allgewaltige Hmmels⸗ Fuͤrſt unſer mit allen Ehren in ſemer H. Schrifft der lieben Bibel erwehnet. Bevorauß iſt das eine Herrligkeit uͤber alle Herrlig⸗ keit/ daß unſere der waren Chriſten Namen/ nicht allein in der H. Schrifft verzeichnet/ ſondern auch im Himmel angeſchrieben ſind/ mit dem theuren und roſinfarben Blut des HErrn JEſu C Hri⸗ ſi)/ der uns in ſeine Haͤnde gezeichnet/ darauß uns niemand eiſſen kan. Eſ. 29. Job. 10o. Daher vermahnet Er uns zu innig⸗ licher Freude uͤber den hohen Handel und ſpricht zu uns: Freuet Eſ. 49. v. 14- Joh. 10. v, 28 euch/ daß euere Namen angeſchrieben ſeyn im Himmel/ Luc. 10. v.ꝛ0 Luc. 10. Veom Hohenprieſter Aaron wird in dem alten Bund ge⸗ meldet/&xod. 29. daß er die Namen der Kinder Iſrael auff ſeinem Hertzen und Bruſt getragen habe/ wann er in das Allerheiligſte Exod. 28. v. 29. gegangen/ vor dem HErrn zu erſcheinen/ und fuͤr die Suͤnde des Volcks zu beten: Eben ſo traͤget auch unſer himliſcher Hoher⸗ prieſter unſere Namen auff ſeinem Goͤttlichen Hertzen/ und wann Er vor ſeinem Vater erſcheinet/ ſo vertritt und verbittet Er uns mit unaußſpraͤchlichem Seufftzen. Ob nun wol rechtſchaffene Chriſten ſo hoch/ theuer und werth vor G. OTT/ daß ihre Namen nicht allein in heiliger Schrifft angezeichnet ſondern auch im Himmel angeſchrieben/ ja in G Ottes ſeinen Haͤnden gezeichnet/ ie dennoch ſind ſie vor der Welt ſehr gering/ ſchlecht und unwehrt 29 4 geachtet/ wie wir ſolches ſonderlich ſehen an dem Epempel des lie⸗ ven Davids/ welcher war ohn das ein geplagter Mann/ mit dem G Ott alſo ſpielte/ daß Er ſich gegen ihm ſtellete als haͤtte Er ſein Ingeſicht vor ihm gar verborgen/ darumb er dann ſo eyffrig bitten Dooo ij b muß/ 660 Die vierdte Predigt muß/ G Ott wolle ſich doch wieder zu ihm wenden und ſein Gehe⸗ erhoͤren/ noch laͤſſet ihn der HErr darzu in und bey ſen zuffwachenden Suͤnden eine ziemliche Zeit zappeln/ wie ati⸗ ſame Reu er auch uͤber dieſelbe habe/ da dann billig alle Wel hinzugetreten ſeyn/ ihn mi Huͤlff/ Rath und Troſi bey zuſpriagn aber nein/ ſondern da hat er vielmehr wegen der Vntren du al zu klagen/ ſolcher Geſtalt: Ich bin wie ein Rohrdommei der Wuͤſten/ gleich wie ein Keutzlein in den verſtonm Staͤdten: Ich wache etc. Wiewol nun unterſchiedene Meinungen ſeyn von den Autore dieſes Pſalms/ als wir offterſt in dem vorhergehenden 2 laget/ welche Meinungen alle wir anitzo nicht emfuͤhꝛen nolun iedoch machen wir uns keinen Zweiffel/ es ſey dieſer Pſalmnm nicht dem David ſelbſten/ zum wenigſten doch ſonſten von ain Propheten und Mann G Ottes durch den H Geiſteingegta und in die Feder 2ictiret worden/ weil uns aber derſelbe Proph oder Mann G Ottes unbekandt/ bekandt uns aber iſt der Kont David der viel andere Geiſtreiche Pfalm gemacht/ warunh wa zen wir ihn auch nicht fuͤr des Davide Pſalm paſſiten laſn⸗ Weil David eben daſſelbe auch wol in andern Pſalmen ſekte na⸗ alldier in dieſem zu finden. Bnd demnach dieſe Klage alhe wegender untreuen Welt wir auch zu dieſem mal ſeine Klag fſcn und gelten laſſen wollen/ und ſolche Klage⸗Wort beſehen und da bey betrachten/ Cætum boſtium perſeqventem, die ſchaͤndiice Vntreu der Welt/ ſo ſie dem David erwieſen bey ſeinen arbeitſamen reuigem Leyden uͤber die Suͤnde. Hinn zu reden daß es ohn Nutz nicht abgehe/ ſeufftzet zuvor mitmioſb: Hilff HErr’ hilff/ laß wolgelingen Dir zu Ehren und dannauch munſer Seelen eylund Sceügkeit/ Amen. Ahßud uͤber den 1ℳ2. Pſalm. b Abhandlung. 22 Eliebte Freunde in CHrſſt wann der Prophet Ezechiel veine Weheklage fuͤhret uͤber den Koͤnig in Egypten/ und ihm draͤuet/ daß G HOlt ein Netz uͤber ihn werffen/ ihn auffs Land ziehen gantz einſam und zum Aaß/ ja alles garauß mit ihm machen wollen/ ſo ſpricht die Goͤttliche Majeſtaͤt durch ſelbi⸗ gen Propheten alſo: Plauctus esl& plangent. Das wird ein Ezech. 32. Jamer ſeyn/ denman wolmag klagen/ ꝛecb. 2. Wann dem v. 6. Koͤnige David auch ein groſſes widerfahren/ in dem/ wie wir ſchon gehoret/ OOtt der HErr nicht allein alſo mit i)m geſpielet/ daß Er ſich geſtellet/ als haͤtte Er ſein Angeſicht vor ihm verborgen/ darumb er dann bitten muß/ G Ott wolle ſich wieder zu ihm keh⸗ ren auch nicht allein in den auffſteigenden Sunden⸗Feuer/ ſoihn an Leib und Leben verzehret eine ziemliche Zeit zappeln laͤſt/ beſon⸗ dern auch darzu die Gottloſe Welt mit ihrer Vntreu ihm uͤber den Hals ſchicket/ ſo ihn muß weitlich zwaclen und plagen/ als moͤchte man mit dem Propheten Ezechiele bey ſolchem Trauer⸗ Exempel des Davids auch wol ſagen: Das mag ein Jammer ſeyn/ den man wol mag klagen. Dann ſoite das nicht ein Jammer ſeyn bey dem David/ daruͤher er zu klagen/ daß die Welt bey ſeinem arbeitſamen und rewigen Leyden uͤber die Suͤnde ihm allerley Vntreu erwieſen. 4 4 f. Deſerenao, in dem ſie den armen David ſo ſchaͤndlich I allein laͤſſet und verlaͤſſet/ daruͤber klaget er alſo: Ich bin gleich Nembrum. wie ein Rohr dommel in der Wuͤſten, ich bin gleich wie ein Terud je Keutzlein in den veꝛſtoͤreten Staͤdten. Es muß der liele David S Rohr⸗ ſeyn wie ein einſamer Vogel) und zwar von denen die am Tage dommel in nicht hervor kommen/ darumb daß er von allen und ieden verlaſſen zer Wuͤ⸗ wird/ man haͤlt ſich nicht zu ihm/ man leydet ihn auch nicht am ſten/ etc. Tagel das iſt in der Ehr und Ruhm dieſer Welt und iſt alſo ſein Leben /wie eine Wuͤſten/ und eine Nacht darin die einſamen trau⸗ Dooo iij nigen 8 8 8* be 8 K 6 “ 9— 3 2“ 8 4 2 9—— 4 8 2. 4— — 1 3 3—yy— 1 . 8 3———— 8 4——— ſ113 2 2„ 4 6 4—.—— 4** 14 4 1———.——— 8— u.“. 3 21—..——— 2— 3—————— 7—. ———— 44 3 3. 8 4 7—.— —..— 8 4— 3— ——— 2————— 9————— 2.——.—— ———————————— —.——— 8 — —— —— —„— 1 ͤͤſͤ 2“ 3eree 3 —— 3 8 1 —————— —————— 3 — — 661 Die vierdte Predigt rigen Voͤgel als Rohrdommel Keutzlein/ und dergleichen ſichhe⸗ helffen thun. Was Onocralus oder Rohrdommel ſey dabon wollen wir nicht viel aſputiren. Plinius ſchreibet/ er ſey einen Schwanen gleich/ einſam/ und ein unerſaͤtiger vielfraͤſſiger qh⸗ gel. Sein klappern und ſchreyen iſt gleich eines Eſeit Ge ſchrey/ wie es dann davon den Namen hat: Etliche habens al⸗ hier einen Pelican verdentſchet. Andere anders. Ein Fat⸗ lein aber Waticorax vel bubo, iſt allezeit fuͤr ein traurigen Dogt gehalten worden/ der auff den Todten⸗Graͤbern bey der Nat ſchreyet/ und ein ſchrecklich Heulen hat/ gleich auß einer Hoͤen, darinn kein Lufft iſt/ darumb nennet ihn auch Pünius gemuunn cantu vocalem. Dieſes ſind ſolirarie aver, Melancholſtit und traurige Voͤgel fuͤr denen man ſich entſetzet/ und ſie nicht e⸗ ne hoͤret/ darumb ſich David ihnen vergleichet in ſeiner guuſn Angſt/ darinn er heulet und weinet/ weil er ſo von jedermante laſſen/ und gleichſam in einer Wuͤſten/ und in einer Nacht brie gen muß/ und ſein Leyd niemand klagen darff. Hierbey erkennet. 1. Zur Lehr: Den Zuſtand der Gottloſen und Frommen: Wie nemlich die Gottloſen vominiren/ einen guß ſen Anhang haben am Tage das iſt/ in Freuden leben/ dain Ge⸗ gentheil die Frommen muͤſſen zu Winckel kriechen/ ſich verbengen und gleich als ein Rohrdommel in der Wuͤſien ſich auffhaln. Das zeugen beydes Geiſt⸗ und Weltliche Hiſtorien/ wie henlic gewaltig/ Reich und gluͤckſejig die Gottloſen geweſen und in allen Freuden gelebt. Das erſte verruchte Weltkind Cain war inde Haußhaltung der erſten Eltern viel gewaltiger/ und maͤchiie dann der liebe Abel/ welcher/ wie auch ſein Nam ſelbſt mit biungu gering/ arm elend/ und gleichſam des ſtoltzen Cains Fußtuch ſage muͤſſen: Ja/ iſt gar von ihm erwuͤrget und hingerichtet wonden Gen.4.„ Nai welcher granſamen That/ ob ſchon Cain fluͤchtig wolden leſen wir doch/ Gen. 4. daß er nicht lange hernach angefenge 19 uͤber den 102. Pſalm. 663 uminiten/ eine Stadt gebauet/ und dieſelbe mit ſeines So 3 Hanochs Namen genennet/ auchwiel Kinder gezeuget/ und ſich ſehr weit außgebreitet, Gen. 6. ſtehet/ daß nach dem etliche der Kin⸗Gen. 6.v. 4 der G Ottes/ das iſt/ die Kinder der heiligen Vaͤter ſich von der hei⸗ ligen Gemeine abgeſondert/ in die Welt begeben/ in allen Wolluͤ⸗ V ſten mit den Toͤchtern der Menſchen gelebet/ ſie hernach ſolche Kinder gezeuget/ die in der Welt gewaltige und beruͤhmte Leute worden. Aſſo hat nach der Suͤndflut/ das Geſchlecht des ver⸗ fluchten Satans die huͤchſte Dignitaͤt/ Gewalt/ Seepter und Cron ergriffen/ auß welchem Nimrod ſich ſonderlich hervor ge⸗ b than und angefangen/ ein gewaltiger Herr zu ſeyn auff Er⸗Gen. 10.v.x. den/ Gen. 1o. Fuͤr welchem ſich die Nachkommen Sems/ das ſ die Rechtglaͤubigen biegen und ſchmiegen muͤſſen. Der Sßpoͤtter Iſmael/ nach dem er auß des Ertz⸗Baters Abrahams Hauß gewichen/ iſt im kurtzen ein gewaltiger Herr worden/ ſein Geſchlecht iſt hochgeehtt geweſen/ alſo daß zwoͤlff Fuͤrſten auß Gen. 17, v. 22 demſelben enſtanden/ Cen ⁷N. Wie dann auch/ Geu. 36. ein groſſer Catalogu, und Reglſter zu finden/ darinnen angezeiget wird/ wie maͤchtig Eſau/ der den lieben Jal ob verfolget/ worden/ wie er ſich vermehret/ und wie em groſſe Menge Fuͤrſten von ihm herkommen. Die Heydniſche Voͤlcker und Koͤnige/ unter denen die lieben Patriarchen ihre peregrinarion und Walfahrten halten maͤſſen ſind/ wie die Hiſtorien mitbringen/ alle im Flore und herr⸗ lichem Weſen geſtanden. Die Egyptier/ zu welchen der Ertz⸗ BVater Jacob zur Zeit der Theurung ſich begeben/ und bey wei⸗ d chem ſeine Nachkommen ſich mit groſſer Verwunderung ver⸗ mehret ſind Herren geweſen/ deren Gnade die Kinder Iſrael leben mäͤſſen. Wnd aſſo iſis iederzeit ergangen. Wann wir die Hi⸗ 1e Kiorien der Abgoͤttiſchen Iſraelitiſchen Koͤntge durehgehen/ und d warnehmen/ wie bey denſelben die falſchen Propheten/ und ihr Anzang geliebet/ geehret/ und hochgehalten worden: Wann wit fonfahten gar biß auff die Zeit des Neuen Teſtaments! da C Hee 664 Die vierdte Predigt ſtus der HErr im Fleiſch erſchienen/ und bedenclen wie tig großpraͤchtig und hochmuͤtig die Phariſeiſche Notte und er 8 hang geweſen/ wird ſolches alles aenfrmitet/ ſa auch die heunge Erfahrung bezeugets gnugſam/ daß nemlich die/ ſo wid 5 Evangelium wuͤten und toben/ die anſehnlichſten/ gewaltgſe und herrlichſten ſind/ leben in Wolluſt und Freuden. Im Gegentheil hat es mit den beruffenen Glaͤubigen und der Chriſtlichen Gemein in dieſer Welt von auſſen eine ſoihe Beſchaffenheit/ daß ſie ein armes/ elendes/ geringes /verachiin Haufflein iſt/ muß ſeyn wie ein Rohrdommel in der Wuͤffen und wie ein Keutzlein in den verſtoͤrten Städten. Pn fuͤr ein Rohrdommel muſte nicht ſeyn der Habel in dem Hauſ ſeines Vaters bey dem Cain/ von welchem er verachtet un)e folget ward: Alſo alle die ſeines Glaubens ſind/ biß anff i Tag. Was fuͤr ein trauriges Keutzlein iſt nicht geweſenber)o vor der Sundflut bey der erſten Welt/ ſo den Geiſt Ehatn ſich nicht wollen regieren laſſen. Was fuͤr ein Melanchol ſcher Vogel hat nicht ſeyn muͤſſen der Loth bey den ſchaͤndihen Leuten zu Sodom/ ſo ihm alles Leyd angethan/ und ſenne ge rechte Seele gequaͤlet von Tage zu Tage/ mit ihren inge⸗ 2.Pet 2. v.. rechten Wercken/ ⸗. Pet,⸗. Es hat auch alſo ſeyn maͤſſende Gen. 47. V. 9. biß zur Z Abraham nach ſeinem Außzug auß ſeines Baters Hauſedfgi chen Iſaac/ und ſonderlich Jacob/ der von Jugend auff en ⸗ plagter/ verfolgeter Menſch geweſen/ mit ſeinem ganden Hauſ darumb er auch ſeine Tage/ und Zeit ſeines Lebens boͤſ Te nennet/ Gen. 17, „Wie elendiglich ſeine Nachkommen in Egypten von pie⸗ taone und ſeinem Volck gedruͤrkt/ verachtet und verfolget wolden geit ihres Außzugs/ iſt zu ſehen Exoã.z. So haben ſe auch nachmaln im Lande Canaan nicht viel Ruhe gehabt/ wen den Buͤchern Joſu/ der Richter und der Koͤnige zu leſen. CHriſtus ſelbſt und ſeine Juͤnger ſind vor den Phſenn uͤber den 102. Pſalm. 689 und Schrifftgelehrten nicht nur veracht/ und geringe/ ſondern gar 4 fuͤr Greuel gehalten worden/ denen man nach Leib und Leben ge⸗ achtet/ ſie verjaget und verfolget/ auch die meiſten gar hingerich⸗ nen e und getoͤdter. Vnd habens ihre treue Nachfolger in und bey der erſten Kirchen Neues Teſtaments nicht beſſer gehabt/ davon ddie Kirchen⸗Hiſtori Zeugnuͤß gibt/ wie es auch noch heutiges Ta⸗ ges alle/ die C Hriſto mit auffrichtigen Hertzen zu dienen/ an Ihn glaͤuben/ und ſeinem von Ihm gelaſſenem Exempel nachzufolgen begehren/ beſſer nicht haben/ welches keines beweiſens bedarff. Die abſcheuliche Verfolgungen und Drangſaalen vieler hundert kauſend Evangeliſcher Chriſten liegen vor Augen/ und ſind leben⸗ dige Exempel: Alſo daß die Rechtglaͤubige freylich zu klagen/ daß ſie ſeynd wie Rohrdommeln in der Wuͤſten/ und wie Keutz⸗ lein in den verſtoͤreten Staͤdten/ und alſo eine elende und EIa.CA.v.n rroſtloſe/ uͤber die alle Wetter gehen/*☚. Ein arm ge⸗ 2. P,wnr. einges Volck/cps.⸗. Schwach/thoͤricht und unedel vor onn der Welt/„. Cor.:. 1 V. 27. 2. Zum Troſt: Obzwar ein frommer Chriſt ſeyn muß wie ein Rohrdommel in der Wuͤſten/ und wie ein Keutzlein in den verſtoͤrten Staͤdten und alſo von allen Menſchen verlaſſen/ den⸗ Chriſten noch nicht allein ſey/ ſondern auch in der allergroͤſten Wüldau und find in ihrer ungeheuren Wuͤſten dieſer Welt/ mit/ nebenſt und umb ſich habe E mſandene b GO28/ dann da haben ſie ihre Conyer ſatiun und gelſlliche nuß nucht Gemeinſchafft zuforderſt mit ihrem G Ott/ welcher/ wie ein lieb, aun. reicher Vater mit ſeinen lieben Kindern umbgehet/ alſo gehet der Himliſche Vater umb mit ſeinen Gnaden⸗Kindern den Glaͤubi⸗ gen/ ob es gleich das Anſehen hat/ ob ſie weren in der Welt allein und verlaſſen/ ſo traͤget ſie G. Ott auff ſeinen Armen und in ſei⸗ nem Schoß: Wie ein treuer Bruder mit dem andern freundlich lebet/ alſo haͤlt ſich der ewige Sohn GOttes in unſerm Kummer! und Elend/ deren Fleiſch und Blut Er an ſich traͤget: Vnd O Oti der Heilige Geiſt hat 8 Wohnung in unſerm 1 5 4 4—„ 8 Saaen we“ — 2e 4 1 1 4—“ 9“——— 4— 2 1 8— 4—. 3 3——* 8 ͤ““. — e e“ 1— 2 2 5 1 R* 4 4 8. 2 8— 8 8— B 1— 3obo“*— ——— 3—“ 8———— 2——— 4. ſſ 4“ 1 15. 3. 3 .— 3. 7——— 4 1 5.. 8——— 4 3* 4 4 6— 3 “ “* — ————) ——— — ———.—— 666 Die vierdte Predigt b durch den Glauben. Davon 1. Job. 1. Vnſere Gemeinſchaff 1 Joh.,v.3. jſt mit GOtt dem Bater und ſeinem Sohn IEſu Chrj jh 4.Vas ſto. Vnd unſer Heyland beym Job. 12. ſpricht: Wer tich Apoc. 3. V. 20. liebet/ der wird mein Wort halten/ und mein Vater ut ihn lieben/ und wir werden zu ihm kommen/ und Ah nung bey ihm machen. Wie auch poc. z. Ich ſtehe der der Thuͤr und klopffe an/ ſo iemand meine Stimme iten wird und Mir auffthut/ zu dem werde Ich eingehen ind das Abendmahl mit ihm halten/ und er mit Mir. An welchen Ort der HErr C Hriſius ſo viel zu verſtehen geben wi daß wie in dieſer Welt ein vertraueter Hertzens⸗Freund bißwelle den andern pfleget zu beſuchen/ und ſich bey ihm zu gaſte ladenun mit ihm zu eſſen: Alſo wil Er geiſilich bey ſeinen Glaͤubigen i Er ſeine Freunde/ Bruͤder und Schweſtern nennet/ ſie ſn auch noch in ſo groſſem Elend/ wann ſie auch gleich in dem i en Kercker legen/ einkehren/ und mit ihnen Gemeinſtzaſ alten. Iſt nun G Ott fuͤr uns wer mag wider uns ſeyn/ inmſemm Elend/ wo Er iſt da ſollen wir auch ſeyn/ auß ſeiner Hand ſolluns niemand herauß reiſſen: Ob wir zwar ſeyn wie Rohrdommeln in der Wuͤſten/ und wie ein Keutzlein in den verſtoͤrten Stadten muͤſſen endlich wandern im finſtern Thal des Todes/ ſo funchen wir uns dennoch nicht/ wann wir Ihn nur haben/ o fragen Plalm. 73. V. 25. 26.* ſchieden umb ſie/ huͤtten ihrer fruͤhe und ſpat/ freuen ſich ihtes Go wir nicht nach Himmel und Erden/ wann uns gleich unſer Seel verſchmacht/ ſo iſt Er doch unſers Hertzens Tioſ und unſer Theil/ /alm. 73. ö“ Alſo haben ſie auch die Gottſeligen zu der Zeit ihrer Ein⸗ ſamkeit /da ſie verlaſſen ſeyn/ von maͤnniglich am meiſten umbund bey ſich(z) die heiligen Engel/ dann dieſe ſind taͤglich/ unahg⸗ beto/ ihter Thraͤnen ſo ſie in ihrem Kummet vergieſſen/ tragen i dem vielguͤtigen G Ott vor. Dann der Engel des Jem kägert auß 5 gen zunge ren dam ſied ſebd ner ſain hei derli uber den 102. Pſalm. 66 A agert ſich umb die her/ ſo ihn fuͤrchten/ und hilfft ihnen mmm ae n un im 91. Pſalm ſiehet/ daß die heilige Engel die je⸗ 34w. nigen/ die in ihrer Noth dem HERAN vertrauen und ißre Hoff⸗ Hr.V.nr. an nnung auff Ihn ſeten/ auff ihren Haͤnden tragen/ daß ſie ih⸗ aem ren Fuß nicht an einen Stein ſtoſ„een. b 3. Zur Warnung. Daß Chriſten ſich vorzuſehen/ Chriſten an damitt ſie nicht ſelbſt ſich zu Rohrdommeln machen/ in dem nicht ſelbſt ſie die Conver ſation und Geſellſchafft der Menſchen fliehen/ ſich ihnen ihr ſelbſten in einſame Winchkel verſtecken/ immer wie ein Kautz in ſei⸗ Teut und ner Klufft/ wie ein Dachs in ſeinem Loch/ oder wie ein Fuchs in Auiegen ſeiner Hoͤlen einliegen/ und alſo ihnen ſelbſt ihr Leid und Anliegen Vrmehren vermehren. Vorzeiten hat man Leute gefunden/ die auß ſon⸗ derlicher Andacht und Heiligkeit in die Wuͤſien gelauffen/ und ſich von Leuten abgeſondert/ der Meinung/ daß ſie G Ott beſſer die⸗ nen koͤnnen. Solches ſoll/ wie etliche vorgeben/ den Vrſprung vom Propheten Elia und Johanne dem Taͤuffer haben/ denen man in ſolchem Fall hat folgen wollen/ weil ſie zuweiln in der Wuͤſten geweſen. Aber eigendlich hat es den Vrſprung daher/ daß in den groſſen Verfolgungen viel frommer E hriſten/ dem Grim der Feinde entwichen ſind/ und ſich in die Wildnuͤſſe und Wuͤſten begeben haben/ wie hlervon in Tripartità zu leſen. Nun kan es wol ſeyn/ daß man zuweilen umb beſſerer Ana; dacht willen/ entweicht/ wie Auguſtinus ſagt: Solitudo quadan veceſſäria est menti noſtre: Vnſer andaͤchtiges Gemuͤth wil bißweilen Einſamkeit haben: Aber das kan auch in deinem Hauſe geſchehen/ wann du in dein Kaͤmmerlein geheſt: Daß man ſich aber gar der Leute entſchlagen wolte/ das iſt nichts wehrt: Dann ſo haben weder Elias noch Johannes in der Wuaͤſten gelebt. Vornemlich iſis Vnrecht daß man dadurch ſelig zu werden ver⸗ meinen wolte/ wie rſenius ſich verlauten ließ/ er haͤtte eine Stim⸗ me vom Himmel gehoͤret: uge tumultu⸗& falvabere. Fleuch die Leute/ und ſo wirſiu ſelig. Wie hiervon Nieeyborus und 1 Pppp AMara- 448 Die vierdte Predigt Ararulus Galatenſes melden. Eben als waun man niche gleich unter den Leuten wandeln und dennoch ſelig weꝛden koͤnte. Solches hat E Hriſtus nicht gelehret/ wir werden auch fonſt im Wort G Ottes nicht darauff gewieſen/ ſondern vian das Gegenſpiel nemlich daß man ſich zu Leuten halten ſolle daß/ wann einer faͤllt/ ihm ſein Geſell auffhelffe/ wie der Pnoh Iecl. 4. v. Salomon ſagt.«. Wehe dem der allein iſt/ wann efat ſo iſt keiner da/ der ihm auffhelffe. Iſtes doch auch ſonſin andern Dingen/ wann man einen Geferten bey ſich hat ſo iſts einem bald beſſer zu muth! als wann man allein iſt. Wiedan G Ott der HErr zu dem Gideon ſaget/ als Er ihn hieß der M anier Laͤger außſpehen: Fuͤrchteſtu dich/ ſo laß deinen Ka ben Para mit dir hinab gehen zum Laͤger. Weches Gi⸗ Jadic. 7. v. on/ ſo kuͤhn er auch war/ that. Jaauc. 7. Alſo that ihm derh⸗ 10.12. meaesꝛals ihn die Griechen zum Kundſchaffer wider die von? abfertigen wolten ey/ ſagte et/ wann mir ſonſt noch ein Manna gegeben wuͤrde/ ſo were ich deſto kuͤhner und getrauter Wl beym Hamer zu leſen. Drumb hat auch C Hriſtus ſeine Aho⸗ ſeel zum Predigt⸗Ampt außgeſand/ zween und zween/ und asEr Marc. 6. die 70. Juͤnger abfertigte/ hieß Exauch zween und zwren gehen⸗ v. 7. Aurc. G. Euc. Ian, Tuc. 10. v.. So haͤlt ſichs auch im Creutz und Anfechtungen/ wann man bekuͤmmerte und angefochtene Menſchen allein laͤſt ſo en⸗ ſlehet bald Kleinmutigkeit wann ſie aber iemand umb und beyſich haben der ihnen zuſpricht/ mit ihnen redet/ und ſie troͤſtetſſo gewin⸗ nen ſie bald einen beſſern Muth. Orohes ſagt beym LZuriud. Ein treuer Mann im Vngluͤck/ ſey viel lieber und angenehme als den Schiffleuten ein ſchoͤn Weiter/ welches ſie im Vngewit⸗ errerſehen. Dann durch freundliche Reden kan man einem be⸗ 3 kummerten Hertzen Troſt beybringen/ daß es ſich zu frieden geet und rubig ſeyn kan. Im Gegentheil/ wann man einen Men⸗ b Men aleinlaſtjſofeyreider Teuffe mcht/ wiedennda Cana6 uͤber den 102. Pſalm. 669 aaus ſaget: Tunc maximè Diabolus bomines aggreditur, cum olos piderit. Alsdann faͤllt der Teuffel einen Menſchen am meiſten an/ wann er ihn allein findnvee. 4. Zur Erinnerung auch es wol die zu mercken/ ſo auff angefochtene/ einſame/ und krancke Leute beſtellet ſind/ daß ſie deſto leiſſiger Achtung auff ſie geben/ und ſie ja nicht auß dem Geſicht hſſen/ ſondern immer umd und bey ihnen ſeyn/ damit alſo Vn⸗ gluͤck verhuͤtet werde. Man erfaͤhret warlich offt ſchwere Faͤlle/ die ſich zu tragen/ wann bekuͤmmerte oder angefochtene Leute allein gelaſſen werden/ daß ſie fuͤr Angſt und Zagen und Werzweiffeln b Uenauh wol ſelbſt Hand an ſich legen. Vnd ſo viel von aßeeen5 1. Iſt auch dieſes ein Jammer bey dem David/ daruͤber Il1 mzu klagen/ indem die Welt ihre Vntreue durch feindſelige Leute Aembrom⸗ Im erweiſet/ Macerando, wann ſie den David verurſachet/ daß er Texrus. ſich muͤſſe aͤngſtigen/ quaͤlen/ ſorgenund wachen: Dann ſpricht Ich wache. er ich wache. Mo lautets in ſeiner Syrachen/ welches be. mapo deutet nicht ein ſchlechtes Wachen/ da man nur die Augen auff⸗ haͤlt/ ſondern da man mit dem Gemuͤch und Gedancken ſich er⸗ n bebt: Vnd alſo wann betruͤbte und traurige Leute wachen/ da iſt agleich im Hertzen und Gedancken ein Sorgen und Bekuͤm⸗ mern welches David auch wol erfahren: Vnd ſetzet hinzu: IZch bin wie ein einſamer Vogel auff dem Dach: Paſſer /6. rarius. Wie ein armer Spatz oder Sperling/ den niemand ggroß achtet/ und muß mein Leid in mich ſelbſt verzehren/ kans nie⸗ mand dann O Ott allein/ klagen. Vnd diß geſchießer imn teclo, auff dem Dach/ wit ſagen/ die Welt iſt ein Hauß darinn ſie alle ſchlaffen und verſchloſſen liegen: Ich aber allein bin auſſer dem Hauſe auff dem Dache/ noch nicht im Himmel/ und auch doch nicht in der Welt. Die Welt habe ich unter mir/ den Himmel uͤber mir/ und thue alſo zwiſchen der Welt Leben/ und dem ewigen ceben/ Einſan ſeyn im Glaubnnu. 1 Ppyp ihj Hi, 676 Die vierdte Predigt Hierbey zu erkennen. b Einſam eſeine Zuflucht/ Glauben und Gebet hat zu G Olt; Alſo Mes eute zu lancholiſche Leute ihm auch thun ſollen/ und zu GOtt ihregu⸗ Gott ihre flucht nehmen: Welches dienet(1.) wider die ſo⸗ wannſan Zuflucht Sorg/ Vnmuth und Trauren ihre Gedancken nicht etheheng nehmen G Ott auſſer der Welt/ ſondern in dem Hauſe dieſer Welt ſinhe⸗ ſollen. umb ſehen/ und da Huͤlffe zuerlangen vermeinen/ wie alſo thunde ſie ſich zu ihrem erdichteten G oͤsen⸗Geſchwerm /die ſollen heſfen alm. u5. Aber was diß fuͤr Elende Helffer ſeyn/ davonlieſe im uy. pam. Pſalm. 115. 1 . 4. und im Sap.. Da wirſtu ſehen/ daß ſie Ohren haben undhi, 8ap. ¹3. v. z. ven nicht/ Fuͤſſe haben und gehen nicht, ꝛc. Wie dann diepa⸗ p iſſten eben alſo thun/ wann ſie fuͤr ihre Goͤtzen und Bildetn derfallen/ die üEgvien der Heiligen veneriren/ vermeinend dau Nath Huͤlff und Troſt zu erlangen: Da doch Abraham nihi Eſa.6a. vns von uns weiß/ und Iſrael kennet uns nicht/ /³, 42.() W der die Welt Hertzen/ welche/ wann ſie in S orgen und Knauen leyn) eilen ſie der Welt zu/ und wollen von dero Macht und Gee 1 walt/ Rath und Huͤlffe haben. Aber was in und bey der Wit Pſal. 60. v.z vot Huͤlffe ſey/ das lieſe im S0. Pſalm. Da wirſiu finden/ Ma⸗ Pi. 62. v. 0. ſchen Huͤlffe ſey nichts/ im cꝛ. Pſalm. Menſchen ſind dochſa Nichts/ groſſe Leute fehlen auch/ ſie waͤgen weniger dann FL 146. v.z. nichts/ ſo viel ihr iſt/ ala. Verlaſſet euch nicht auff Fuͤ⸗ ſten ſie ſind Menſchen/ ſie koͤnnen jannicht helffen. 3. W der die Teuffels Kinder/ wann ſie in Sorgen und Trauren ſind lauffen ſie dem Teuffel und deſſen Gliedmaſſen/ Hexen/ Vnhol den/ Cryſtall Sehern/ Wahrſagern/ Segenſprechern und anden Lev o. vn. Ddetgleichen Teuffels Leuten zu/ und wollen bey denen Ralh und c.20, v. 6 ‧Troſt ſuchen und erlangen, aber was diß fuͤr Troͤſter und Halſa Deut. 1. ſeyn davon lieſe Leνν. 19. G. 20. Deut.„§. Da wirſtu finden/ daß v. 1ℳ. vir uns nicht zu ihnen wenden,und ihnen nackhuren ollandn gAA 1 3 4 2 usus.„ Gleich wie dieſer einſamer Vogel der Dasd demnch Heyden/ wann ſie in Sorge Vnluſt und Traurggkeitdanang uber den 102. Pſalm. 1 wir uns nicht verunreinigen an ihnen/ und der HErr ſein Antlit wider unſere Seele ſetze/ und ſie außrotte auß ihrem Volck. Iſt un demnach daß das beſie/ wann wir unſere Gedancken/ Augen und Hertzen zu G Ott erheben/ bey dem umb Huͤlff und Rettung an⸗ lauffen/ wie dann ſolches auch ohn daß das Woͤrtlein Wachen allhier mit ſich bringet. Da dann 2. Zum Nutz zu erkennen/ was bey einem rechtſchaffenen:⸗ — Chrſſten das Wachen ſey? Dadann iu wiſſen/ das mancherley Cheiſten Arrdes wachens ſey: Dann da wachen die ſo Graſſaten oder auff thun wa⸗ die Bulſchafft gehen: Es wachen die/ ſo biß in die Nacht/ ja wol hen balc iß am hellen Morgen ſitzen/ doppeln und ſpielen: Es wachen die wachen ſey. Schwaͤlger und Saͤuffer/ die da ſitzen biß in die Nacht daß ſie der b Wein erhitzet/ haben Harffen/ Pfeiffen und Wein in ihrem Wol⸗ leben/ und ſehen nicht auff das Werck des HErren/ noch auff das Geſchoͤpffe ſeiner Haͤnde/ ½. 5. Es wachen die Diebe/ Moͤrder und Raͤuber/ wie dann der Vers davon lautet: Lr jugulent bo- mines ſurgunt de nocte latroner. Darnach ſo wachen auch Krancke/ und die der Krancken warten/ und umb ſie beſtalt ſeyn: b— Item die Waͤchter der Stadt/ ſo auch betruͤbte und traurige/ wel⸗ ches wa chen wir an ſeinen guten Ortgeſtellet ſein laſen. Vber phin diß aber iſt noch ein ander/ nemlich geiſtliches wachen/ welches gac lib.„ O Otte zu Ehren und einem rechtſchaffenem Chriſten zum beſten e. 12. p. 363. gereichet. Dann gleich wie der Schlaff mit ſich bringet/ Sicher⸗ heit des Fleiſches/ und da man in Suͤndden lebet: Alſo auch wa⸗ hen bedeutet rechte wahre Buß und ernſte Gottſeligkeit/ Mattb. Mauth. 24. 2. 2ſ. Aarc. 3. Luc. 21. 1. Cor, 16. Rom. 3. 1. Cor. iy. Bpb. 5. 5.474, v. 42². 4.„. ⁵. Gleich wie der Schlaff bedeutet Faulheit, Nachlaͤſſig⸗ c. 23. v. 3- 3 keit/ alſo auch Wachen/ Fleiß/ Hurtigkeit und Vorſichtigkeit bey⸗ Luc 21. v. 36 s in Amyt/ ſo wol auch inn Chriſtenthums. Girich wie der. Cor. 16. .„ 3 4 1 Sehlaff bedeutet den Todt/ alſo wachen bedeutet das Leben/ ſo wol Roe 33.v.Ir 1 das natuͤrliche/ als geiſtliche Leben: Dieſes wachens nemlich des 1. Cor.§. ceiſllichen ſich rechtſchaffeue Chriſten ſonderlich befleiſſigen daß, v. 4. wann 2 —y — 8 8* 38 4 4— 8* 8 3 4 8.— “ 5“ 8.*“ 3. 3 4. 2 3 3. 8— 4..“ 4 .—— ͤ 11t.“ .“ 8..( 2— ͤ——— * 8.„.ö8— 5——— ““ 3. 8 1— 4— 4 — 4— 1———— 13— 4 ———. 3— 8 1*—— 3—mn.— ——— ſſ 2 G “ 6 ½ Die vierdte Predigt Mare. 3. wann der HErr komme es ſey Morgen oder Abend/ohen v.. Mitternacht/ oder umb den Hanenſchrey/ Aarez. Se Lue..v.35. umb ihre Lenden umbgürtet/ 2᷑. Vnd mit brennenden Matth. a5. Fackeln fertig ſeyn/ AMateb. ⸗. 11. 17772. Iſt auch nicht ein geringer Zammer daruͤber dalc Membrum. Daold zu klagen/ wann er erfahren muß/ wie dieuntreue Waltu Textus. ſeine Feinde in der Welt ihn noch darzu hoͤnen/ ſchmaͤhen und her⸗ Taͤglich ken/ und alſo ihr Muͤthlein an ihm kuͤhlen Eraguenado, Haten ſchmaͤhen ſpricht er alſo: Taͤglich ſchmaͤhen mich meine Feinde/ undde mich meine mich ſpotten ſchweren bey mir. Das iſt ein groſſer Janmen Jeinde ete. und eine hefftige Kage. Wil ſagen das Geſpoͤtte/ muß t meinem groſſen Schaden haben daß ſie mich hoͤhnlich und ſul⸗ lich loben/ wie dann das Woͤrtlein don in ſeiner Spuagz ſonſt loben heiſſet/ und allhier per anripbraſin, wie man in Si len redet/ geſetzet wird. Vnd die mich ſpotten ſchwerende mir. Das iſt fluchen mir/ aaͤſtern G Oit/ machen michin Exempel Schwur/ Fluch und Wundſch/ wie man ſpricht mi ſe der G Hu thun wie dieſem und ſenem/ daß dumi Gannand Schwefel von Himmel verderbet werdeſi/ wie Sodom und Ge motrha: Vnd alſo auch werden die Feinde allhier/ wann ſige fluchet und gewuͤndſchet/ geſprochen haben: Daß dir les e gluͤck wiederfahre/ nſeden David. usus. mπ—–νν,ĩ≅äJhierbey zu erkennen, 1 Daß o 1. Wie ſo vielen Feinden rechtſchaffene Chriſten her⸗ derlich drey halten und unterworffen ſein muͤſſen. Dadann ſondalh Feinde ſo ſind drey Feinde/ welche einen ieglichen Chriſten taͤglichbekii leglichem mern und ihm ſein Leben recht ſauer/ bitter und zu widern machen. Chriſten Den erſten Feind haben wir in uns ſelbſt/ in unſerm Flaſtiin das Leben unſer Seele und Leid und allen derſelben Kraͤfften wohnend/ un recht ſauer iſt derſelbe nichts anders/ dann die heimliche/ angeborne/ verdait machen. und verkehrte Vnarth;/ ſonſt genandt der alte Adam/ welch 0) nicht wohnet in einem weit abgelegenen beſondemm Duuſſuun uber den oꝛ. Pſalm. 69 Bauer gemeinet ſondern in uns in unſerm eigen Fell und Fleiſch/ im Hertzen/ Willen/ und in allen unſern Sinnen. Und das iſt der Feind/ der alte Adam/ der boͤſe Schalcl/ den wir ſo fein ſanſte decken/ waͤrmen/ kleiden/ etzen und trencken/ ſeiner ſo wol pflegen und warten/ daß wir nicht gerne wolten/ daß ihm was boͤſes wider⸗ fäaͤhre. Was thut uns aber dieſer Feind/ der alte Schalck in uns dafuͤr? Er kreibet uns zu allen Suͤnden und Schanden/ beydes wider die erſten und ander Taffel/ der Slen zehen Gebot/ fuͤhret uns in Mißglauben/ bringet uns zur Sicherheit/ Vermeſſenheit/ Laͤſterung GOttes und ſeines heiligen Namens/ zur Vngedull/ Murren/ Fluchen/ Vngehorſam/ Zorn/ Zanck/ Zwletracht/ Vn⸗ zucht/ Diebſtal/ Affterreden/ boͤſen Luͤſten/ mit Gedancken/ Worten und Wercken: Wie der Apoſtel Paulus bekennet: Offenbar ſind die Wercke des Fleiſches/ und erzehlet ſie nach der Ord⸗Gal.). v. 9. nung daher/ Gal5.— 20. 21. 12 Das aber ſolcher Feind der alte Adam in uns allen/ auch in den allerheiligſten wohne/ thut der Apoſtel ſelbſt von ſich bekennen/ Kom. 7. Ich weiß das in mir/ das iſt in meinem Fleiſch Ko,7 d. nichts guts wohnet/ wollen habe ich wol/ allein vollbringen 3.1es. das gute/ befinde ich bey mir nicht: Ich elender Menſch/ wer wil mich erretten von dem Leibe dieſes Todes. Diß ſollen wir unſer Lebenlang wol mercken und in acht nehmen/ und uns ſa nicht beſſer duͤncken laſſen/ dann dieſe groſſe Heiligen/ welche a auch den heiligen Geiſt gehabt/ aber gleichwol den Widerwillen ddes Streitens und Kaͤmpffens ihres Fleiſches und Blutes wider den Geiſt gefuͤhlet/ und ſich ihres freyen Willens und deſſelben 1 0 Kraͤfften wenig ruͤhmen koͤnnen. Der ander Feind /der uns in dieſem Leben plaget und verfol⸗(2) get/ iſt und helſſet der Teuffel und Satanas/ der theils mit Liſt and Betrug als eine Schlange/ theils mit Grimm und Cyran: e als ein bruͤllender Lowe uns nachſtellet und ſchretket er hatlia ige Anſchlaͤge wider uns/Epb. s. Seine Meynung iſt/daß eruns Eph. 6. r. 12. QDQaqga verfuͤhre (3) . 1 3⸗ 674 Dcie vierdte Predigt verfuͤhre durch Schalckheit/ eben wie er die Hevam im Paurdſ V auch verfuhret hat/.Cor.. Daß er uns ſichte wie den Watzen Lne. 22.v.32 Luc. 22. Von dieſes Feindes Grauſamkeit Liſt und Gewaltwe hoͤren zur andern Zeit.“ Der dritte Feind/ der ſich auch wider alle Widengehane Chriſten in dieſem Leben aufflehnet iſt die verkehrte Walt/ie gantz im argen lieget/ und mit Boßheit gleichſam uͤberſchwenmar iſt/ die traͤget nun eben die Art an ſich/ die ihr Meiſter und Go der Teuffel hat/ wie derſelbe theils durch Liſt/ theils durch Gumm und Gewalt die Gottſeligen plaget/ alſo thut ſie es auch ſintenn ſie ſich von ihm dem boͤſen Feinde/ treiben und regieren ſaͤſſe Sn wirfft ihre liſtige Netze aus fuͤr den Augen der Frommen/ de ſind FleiſchesLuſt/ Augen Luſt und hoffaͤrtigesLeben/ n 2. Dadurch ſie manchen faͤhet und haͤlt/ daß er kaum mitgyſ Muͤhe durch Goͤttliche Huͤlffe ſich wieder entbrechen und loß kken kan. Ja viel hat ſie verwundet und gefaͤllet/ und ſindauc Pror.ev6 gllerley Maͤchtige von ihr erwuͤrget/„.7. Maͤchtig war ja David/ noch brachte ſie ihn ins Naene Seitlang/ und zwar eine geraume Zeit: Maͤchtig war Siton noch wird er von ihr uͤberwaͤltiget/ biß ihm die Goͤttliche Kraff darumb er in der Muͤhle oder Gefaͤngnuͤß unter dem Creut ind Elend bitten muͤſſen/ wieder zu kommen. Wnd alſo wird max cher noch heute zu Tage von der Welt uͤbertiſtet und verfuͤhn welches er nicht ehe verſiehet und mercket/ biß er auchin prlimm Calamiratum, in die Creutz⸗Muͤhle/ gefuͤhret wird /und daunnn die Staͤrcke des Hetligen Geiſtes erlanget/ der Ehebrecherſſcha Welt wieder zu entgehen. Was aber die Welt durch Liſtun Falſchheit nicht außrichten kan/ das thut ſie mit Tyranm un Gewalt/ mit Verfolgung/ durch aͤchten/ hoͤnen und ſllin⸗ Wer nicht nach der Welt Kinder⸗Liedlein tantzen wil/ dus ni Sap.*. v.9. eiſt: Se. 2. Wolher undlaſt uns wolleben/ eic Vbenden ahitlaan ſ alobaß wit males atud iirna⸗ uͤber den oꝛ. Pſalm. 99) gen/ laſt uns/ ſprechen ſie in angezogenem Ott/ auff den Ge⸗ reechten lauren: Es iſt uns nicht leydlich auch anzuſehen/ mmit Schmach und Qual wollen wir ihn ſtoͤcken/ wir wol⸗ lklen ihn zum ſchaͤndlichen Todt verdammen. 4222 ESs ſey dem nun wie ihm wolle/ ob zwar von ſolchen Fein⸗ den rechtſchaffene Chriſten taglich muͤſſen hethalten/ und auch zu klagen habenſtaͤglich ſchmaͤhen mich meine Feinde/ ſo ſoll dockz dieſes feindſelige kaͤglich dermaleins auff hoͤren/ ſonderlich wann dort ein ander Tag und Zeit wird angehen/ da wir befreyet werden fenun dem Feinde der Suͤnden/ dem Teuffel und der argen boͤ⸗ en Welt, 2. Haben wir auch bey dem/ wann allhier ſtehet: Schwe⸗ Ein ſchaͤnd⸗ ren bey mir/ zu erkennen/ was fuͤr ein ſchaͤndliches Ding es ſey/ lich Ding entweder ihm ſelbſt oder andern auß Vngedult oder auß Zorn/ ihm ſelbſt oder auß Leichtfertigkeit alles Boͤſes und Vbels wuͤnſchen. oder andern Mancher/ wann er das Trinck⸗Geſchirr an den Mund ſetzet ſo fluchen. ſchweret er hoch her/ und ſaget: Wo dem nicht ſo ſey/ wie er redet/ ſo wolte er Gifft ſauffen/ oder G Ott ſolle ihn ſiraffen an Leib und Seele/ G Ott ſolle ihm nicht helffen/ wo ihm Huͤlffe Noth iſt/ auch an ſeinem letzten Ende. Der Teuffel ſolle ihn holen/ und auff kleine Staͤublein zerreiſſen: Er wolle G O Ttes Angeſicht nicht ſehen/ und was ſolches hochher ſchweren/ und Verfluchungen mehr ſind. So ſchweret auch bey andern Leuten mancher/ das ſſi fluchet ihnen ſehr ſchrecklich/ als daß ſie die Hand G Oltes ſolle ruͤhren/ daß den und den der boͤſe Geiſi ſolle holen/ der Teuffel ſolle hhnen den Hals brechen: Naguels boͤſe Magd wuͤndſchete ſeiner Tochter: GOtt gebe/ daß wir nimmermehr einen Sohn 9. oder Tochter von dir ſehen auff Erden/ 706.3. Wer nun 0b. 3. V.„. aauff ſolche und dergleichen Weiſe ſich/ oder andere verflucht/ der ut gar uͤbel daran/ und were beſſer gelaſſen. Es bedencke doch ledermann/ wie ſchrecklich ſolch Ding ſey/ das alſo gewuͤnſchet wird. Ach wie grauſam were es/ wann dir dergleichen/ was du Qaaq h aſſo 6z66 Die vierdte Predigt e Warlich G Htt laͤſi ſich nicht ſpotten. Es betritt manchmal nen ſolchen Menſchen der Fluch/ den er ihm an den Hals gehan ſchet. Alſo bekleibet auch offterſt der Fluch/ wann man anan Leuten uͤbels wuͤnſchet und verfluchet. Sonderlich aber vann Eltern ihren Kindern uͤbels wuͤnſchen und fluchen. Dann i Vaters Segen bauet den Kindern Haͤuſer/ aber der Mut⸗ Sir.3. v. 10. ter Fluch reiſt ſie nieder/ Kr.z. Solcher Exempel hat nan gar viel in Hiſtorien/ und die taͤgliche Erfahrung bezeugets wann die Menſchen ſich ſelbſt oder andere verfluchen/ daß ſolches ſitn leer abgehet und vergebens iſt. Derwegen ſich ein zeder be nuͤnfftiger Menſch in acht nehmen ſoll/ damit er nieht ihmenan anndern einen Fluch auff den Hals ziehe: wann aber hoͤſe La den Frommen fluchen/ ſo ſollen dieſe GOT T bitten/ Ern den Fluch wieder wenden/ ſo ſoll es nach dem Sprichwon ge Der Fluch hat dieſen Sinn/ wo er außfaͤhret/ da taun er wieder hin. Dann wie ein Vogel dahin faͤhret und Pror.26.va eine Schwalbe fleugt/ alſo ein unverdienter Fluch tuſſt nicht/ Prov. 26. Vnd wil unſer lieber GOT dengotloſt Fluch in einen Segen wandeln/ wie David ſaget: Fluchen ſe ſo ſegne du/ ſetzen ſie ſich wider mich/ ſo muͤſſen ſiezu PIog.va. Schanden werden/ aber dein Knecht muͤſſe ſich freuen/ Ffal, w„. Vnd ſo vie aauff dißmal. alſo wuͤnſcheſt/ wiederfuͤhre? Wereſt du nicht eine elende Can V —— 4— 8 2 11* 5 5 3. 8 Hiabita Cu- Tber den fünfften Buß Pſalm des Koͤniges lin 4 und Propheten Davids/ ſo da iſt der h,. Ordnung nach im Pſalter ⸗Buch der Hun⸗ derr und Ander.“ TEXTuS. Verſ. 10. ad 13: S Ann ich eſſe Aſche wie Brodt/ und miſche Lmeinen Tranck mit Weinen/ fuͤr deinem Draͤuen und Jorn/ daß Du mich auffgehoben und zu Boden geſtoſſen haſt. Meine Tage ſind dahin wie ein Schatten/ und ich verdorre wie Graß. Eingang. Eliebte und außerwehlte Freunde in C NIſto J dem HEnn /wir dihan 7. Reg. 6. daß/ Ahc 1 35 Hauß des HERRN ſolte gebauet werden/ kein Durch S 8 5 Hammerſkein Beil/ noch Eiſen⸗Zeug ſey gehoͤ⸗ Creutz und ret worden/ ſondern alle Steine/ die zum Bau reiden muͤſ⸗ —— 1des Tempels gebracht/ werden zuvor mit dem ſen wir ein⸗ Hammer wol geſchlagen/ und mit dem Eiſen außpoliret und zu⸗ gehen zur Lrrichtet worden ſeyn. Durch dieſes Gebaͤu koͤnnen wir verſte⸗ ewigen hen den Bau des ewigen Lebens/ welcher nicht mit der Hand zu⸗ Herrligkeis gerichtet. Durch die Steine aber die Gottſeligen Menſchen/ auß welchen der Bau des Himliſchen Tempels ſoll zugerichtet werden. In dieſen Bau und Goͤttlichem Pallaſt kan nun kein 3 Daaa in Menſch 678 Die fuͤnffte Predigt Menſch verordnet/ und geſetzet werden/ der nieht zuvormühen Hammer der Truͤbſeeligkeit wol poliret/ und probiret wotden da⸗ iſt/ der nicht viel Muͤhe und Arbeit in ſeinem gantzen Leben jan außgeſtanden/ dann durch viel Creutz und Leyden muß mani Herrligkeit eingehen. Zumal weil der Eckſtein C Hriſius J⸗ ſus allen Truͤbſeeligkeiten in dieſer Welt unterworffen/ und n dem Hammer des Creutzes wol geſchlagen worden/ ſo kantaan⸗ ders nicht ſeyn/ als daß die andern Steine/ nemlich die Glaͤubign V die auff Ihn ſollen geſetzet und gebauet werden/ auff gleiche Aoeſt werden zubereitet. Drumb ſaget CHriſtus ſelbſt/ Luc. 2. Ich Lue. v.zo wil euch das Reich beſcheiden/ wie Mirs mein Vater e ſchieden hat. Er hats ihm aber alſo beſchieden/ daß Er zuben muſie leyden drumb koͤnnen wirs auch nicht geuͤbrigt ſeyn. Zach.. v. 3. Dieſer Vrſachen halben wird dem Propheten Zacharia ein ſolch Geſichte gezeiget daß er einen Mann geſehen auff ein roten Pferde ſitzend/ unter den Myrten/ in der Awen/ wiichen nachfolgen rothe/ braune und weiſſe Pferde. Der Mann/ der auff dem rothen Pferde ſitzet/ iſt unſer HERR und Eaͤſein CHriſtus JEſus. Das rothe Pferd/ darauff Er ſitzetiſiſt ne blutige Paſſion/ daran Er wie ein mutiges Pferd oder Gal gegangen iſt/ damit Er die Menſchen auß dem Gefaͤngnuͤßdes Teuffels/ Todes und des Hoͤllen erloͤſen moͤchte. Durch die cl⸗ dern Pferde/ die Ihm nachfolgen/ werden angedeutet alle tech glaͤubige und gottſeelige Chriſten/ die in ſeine Fußſtapffen muͤſen tretten/ und durch mancherley Creutz Ihm gleichfoͤrmig welde. Welche Gleichfoͤrmigkeit aber nicht darinnen beſtehet daß wiin allen und ieden Stuͤcken eben das/ und ſo viel leyden muͤſſenaß CHriſius/ dann das iſt uns unmuͤglich: Zu dem begehtetau der Sohn G Ottes keinen Mitgehuͤlffen in ſeinem Leyden /dunl Er hat allein die Kelter des Zorns G.O Tteo geiretten. Syn dern es wird nur eine ſolche Ehnltgkeit verſtanden: Dañ gleich wie EOnſtus nicht ehe in ſeine Herligkeit eingegangen/ E 9 t F uͤber den 12. Pſalm. 679 tuvor ſeyden: Alſo koͤnnen wir der Herrligkeit der Kinder GOt⸗ eecs nicht eher faͤhig werden/ wir haben dann in der Welt etwas ge⸗ b itten; Dann alle die gottſeelig leben wollen in SEpriſto 2. Tim. 3. IEſu/ die muͤſſen Verfolgung leiden/ ⸗ ꝛm.„.. 8.„. n. Daß aber dieſelbe Pferde/ ſo ungleicher Farbe ſeyn/ be⸗ deutet die mancherley Art des Creutzes/ die ſeinen Glaͤubigen zu handen ſtoͤſſet/ da immer einer ein groͤſſers als der ander muß ertra⸗ gen. Durch die roten Pferde werden angedeutet die heiligen d Maͤrterer/ welche oh dem Erkaͤntnuͤß C Hriſti IEſu ihr Blut ver⸗ goſſen/ und ihre Kleider helle gemacht haben in dem Blute Apoec.„, des Lambs/ oc. 7. Die braune Pferde deuten auff die an⸗. 4. h dern ſtandhafftigen Bekenner des heiligen Evangelii/ welche/ ob ſie zwar uͤber dem Bekaͤntnuͤß des Evangelim/ ihr Leben nicht ha⸗ ben zugeſetzt/ haben ſie doch viel und mancherley Verfolgungen muͤſſen außſtehen. Die weiſſen Pfer de deuten auff die/ weiche zwar ohne ſonderbahre Verfolgungen hier in der Kirchen G OT⸗ tes gelebet/ ſeyn aber doch nicht gar davon privilegitet und befreyet geweſen/ ſondern ein ieder hat ſein aimenſum eructs, ſein Maaß auch gehabt. Wann wir demnach in dieſer Welt mit dem Hammer bes Creutzes wolgeſchlagen werden/ ſollen wir diß unſern Troſt laſſen ſeyn/ daß C Hriſtus vielmehr hat muͤſſen erleiden/ und daß wir an⸗ ders nicht zum Baw des Himliſchen Tempels gelangen koͤnnen/ wir muͤſſen zuvor viel leiden.“ Dieſes dann auch wol erfahren unſer Elender und Beiuuͤb⸗ er im 102. Pſalm/ der da nach der Babyloniſchen Gefaͤngnuͤß dans.(wie etliche wollen) im Namen der Juͤdiſchen Kirchen aufftritt/ und auß bußfertigem Hertzen ſeine und ihre gantze Kirchen⸗Noth von ſich klaget was ſie in und bey ſolcher apriyitaͤt/ ſo ſie mit ihren Suͤnden wol verdienet/ leiden muͤſſen. Inſonders aber/ wie wir ißhero auß dem Erſten Theil dieſes Pſalmes berichtet worden/ der ſich nehmen und erſahren muͤſſen: 1. OEu At 6 wanmg, fr⸗ er, 68o Diß fuͤnffte Predigt cien auſtandenten, daß GOtt ſein Angeſichtvon hm gewat. 2. Erfahren muͤſſen/ ,em percati in conſcientid urentem Gan. umentem, wie das Suͤnden⸗Feuer/ dadurch ſie G Oiterzäͤnen eandlichen ihren Gewiſſen auffgelodert und rege worden wecche⸗ ſie zumal ſehr geaͤngſtiget/ und abgeſoͤmmert/ alſo/ daß auch i Gebeine ſind verbrand wie ein Brand/ ihr Hertz iſ geſchlagen und verdotret wie Graß/ ihre Gebeine kleben an ihrem Flaſſzſi Heulen/ und Seufftzen. 3. Erleiden muͤſſen Catan hoſtiumt. itantem, wie andere/ inſonders ihre Feinde/ ihrer geſpottet und ſind alſo nichts geachtet worden/ haben ſeyn muͤſſen wie ein Aoß⸗ 8 Bmnne in der Wuͤſten/ und wie ein Keutzlein in den verſtoͤrzen taͤdten. Alſo wollen wir den letzten Punet auß dem Erſien Thellde ſes Pſalmes beſehen/ und werden vernehmen von unſerm Elen und Betruͤbten/ wie G Ott nicht nur allein ſich alſo geſtellet/ 6 thaͤte Er ſein Angeſicht vor ſie verbergen/ ſondern da hat erauch noch ſelbſten ziemlich ein particul zum Pberfluß zu allem Jan⸗ mer und Elend hinzu geihan. Es waren das Juͤdiſche Vold frembde Gaͤſte zu Babel/ wie dann auch noch heute zu Tagern rechter Chriſt mit dem David aufftretten muß/ und bekennenaah demno. Pſalm: Ich bin ein Gaſt auff Erden. Aber dalaͤßih nen O Olt ein wunderbarliches Gaſt⸗Recht widerfahren /welches wir anietzo auß anſerm verleſenen Teyt beſehen wollen/ da wit werden vor uns haben/ DEM per mera consraria ſuon pænt- lenies erastanem, wie auff gantz widerſinniſche Waſſ SOtt der HErr ſeine Bußfertige und Glaͤubigen/ dieEr in dieſem Jammerthal zu Gaſte auff und annunnt/ manchmal zu tractiren 1 uges und wie uns ſolches zu wan Buß und Beſſerung unſers Lebens dienen ſolle. „Hiervon auffs kuͤrzſie und einfaͤltigſte zu reden/ und dahs ohne Nuten nicht abgehen moͤge ſeufftzet zuvor mit mir aſo. 9 1 SErr/ hilf/ laß wol gelingen/ Dir zu Ehren/ und danzud zu unſer Seelen Heyl und Serligkeit/ Amen. 1 9 daß es fuſ mi einem fommen Menſchen dahin ommen wi über den 1o2. Pſalm. Eliebte und außerw 5 Freunde in C Hriſto/ wann der 3 Koͤnigliche Propher David lehret/ daß der beſte Gottes⸗ dienſt darinnen deſtehe/ wann man GOTtes wunderli⸗ chen Proceß/ den Er mit den Fen paleior eynee⸗ ſpricht er un⸗ ter andern im vierdten Pſalm alfo: Erkennet doch/ daß der Pſal. 4. v.43 HErr ſeine Heiligen wunderlich fuͤhret. Eben das moͤgen wir auch wol inſonders bey dieſem unſerm verleſenen Texte erken⸗ nen/ wie wunderlich G OT ſeine Bußfertigen und Glaͤubigen fuͤhre/ vornemlich wann Er ſie bey ſich allhier zu Gaſte auff⸗ und annimmet/ da Er ihnen wunderliches Gaſt⸗Recht widerfahren laͤſt/ welches dann unſer betruͤbter Prophet beſchrelbet alſo: I. Daß G Htt der HErr es wunderlich mit den Seini⸗ 1 gen manchmal mache: Vilem cibum proponendo, Wann Er ih⸗ Membrum. nen an ſtat des Brodtes vorſetzt zu eſſen Aſche: Dann ſagt der Textus Prophet: Ich eſſe Aſche wie Brodt: Nicht daß er ſo eben Ich eſſe Aſche gegeſſen habe/ ſondern die Schrifft nennet das Woleſſen Aſche wie Brodt/ und das Pbeleſſen nennet ſie Aſchen/ darumb daß der Brode. frommen Menſchen Eſſen geringe und nichts iſt/ eben wie Aſche/ gegen dem Eſſen derer die im Sauſe und Genuͤge des Fleiſches leben. Deutlicher davon zu reden/ ſo kan oder mag die Speiſe oder Brodt der Hertz⸗Betruͤbten und Traurigen nicht unbillich— genandt werden Dauus cinericeus, eine Aſche oder Aſchen⸗Brodt. Wiſtorpi I. Propter pauperiem, wegen des groſſen Armuts und Elendes/ an Sino. in Pſal, 102. daß/ da andere Vberfluß und Brodts die Fuͤlle/ ſie im Gegentheil 10. manchmal darben und hungern muͤſſen/ und mit dem armen 1a⸗ Laro weder zu beiſſen noch zu brechen haben. 2. O6 aporem, wegen des Geſchmacks/ daß/ wann ſie es gleich habenſes ſolchen Claphil. Hertz⸗Bekuͤmmerten und Traupigen doch nicht ſek merket/ ſon⸗ ac nil dern ihnen ihr Brodt im Munde wird niehts anders als Aſche/„. 747. Arrr thnen ac. lib. 5* ** .““ “ 1“ 2* FMie. M. 4 1 r 2— 1 3 A “ 1r. 1 6 88 Die fuͤnffte Predigt ihnen auch nicht anders ſchmeclet als Aſche 3. O nutriment defé&tum, daß ſie dadurch nicht ſonderlich geſtaͤrcken werden/ da Tfalm. o;. ſonſt das Brodt des Menſchen Hertze ſtaͤrcket/ Pal n⸗. Eir G1. Ephil. moͤgen Brodt eſſen wie ſie wollen/ fuͤ*Traurigkeit ſie doch gun ſas. lib. r. und mager bleiben/ und daher gehen wie ein Scheit Hot. P. 306. 280. 4 OS Aolorus maguitudinem, wegen der groſſen Angſt/ indan ls us. Angſt und Noth ihr taͤglich Brodt. b Dreyerley Hierbey zu erkennen: Brodt in H. Wie nicht emnerley/ ſondern wol dreyerley Brodtinhi⸗ Schrifft zu liger Schrifft zu finden/ an welchem wit uns die Zeit unſets le⸗ inden/ wir bens halten muͤſſen. 1. Redet die Schrifft vom geiſtlichen der welchen wir Himmel⸗Brobt/ welches zur Nahrung der Seelen geonnn ferm leben und durch das Manna der Juͤden iſt vorgebllder worden damüſt zu halten 40. Jahr in der Waͤſten geſpeiſet worden/ und daſſelbe einene haben. den einen Schmack gab wie er ſelbſt wolte/ Pxoa. w. Walt 1. Art dann das Geiſtliche Seelen⸗Brodt auth an ſich hat/ aſß es Ein geiſtli. emnem jeden kan Troſt geben nachdem ſeine s Hertzens Hunger ches Him⸗ und Begierde ſeyn mag. Diß Manna oder Him mels⸗Drodt mel⸗Beodt der Seelen iſtder ewige Sohn GOTtes/ C R Iſtus JEſi döſtlrh e⸗ ſampt ſeinem goͤttlichen Worte und hochwuͤrdigen Sactamen⸗ ſey. b ten nach ſeiner/ des Errn CHriſtz ſelbſteigener Außlegung. Ioh. 4. v 4. 1an. A.& late. 2. 1n„je Neehhe ann *. 6. v. I. Bey dem Johanne 6 cap. da die Juͤden ein Zeichen bon Matth. 4. C. Hriſto begehrten/ und alwgi⸗ten das Exempel/ wie ihre Data .4. haͤtten Manna geſſen in der Wuͤſten/ da antwortet der EA C Hriſtus und ſprach: Moſes hat euch nicht Brodfeoh h. 6.v. z2. Hummel gegeben/ ſondern mein Vater giebt eulch Bront Lom Hümmel. Was abet oiches Biodtſtyjetntda CHriſtus ſelbſt/ und ſpricht drauff: Ego ſum Panss VrDas, 49 *„ Nhdin das Brodt des bebens/ werzu Mir omm dn wird nicht hungern noch ſterben ewiglich. Nun na emand ſagen: Das iſt ein enſehns Brodk das Huens E 8 über den 102⸗Pſalm. 6 88 Num IEſum uͤberkommen/ und ſeiner genieſſen? Darauff ant⸗ wortet 0. Lutberus fein einfaͤltig und ſpricht: C Hriſtus iſt das Lutther. warhafftige Brodt des Lebens/ aber Er iſi dir nicht nuͤtze/ kanſt. tom. Je⸗ ſein auch uicht genieſſen/ G Ott mache Ihn dann zu Worten/ ꝛc. nenſ. p. 34. Diß kan man nicht allein ziehen auff das goͤttliche Wort und“ Evangelium/ ſondern auch auff die hochwuͤrdigen Sacramenta/ darinnen ſich C Hriſtus uns giebet zu eſſen und zu trincken/ wie Er dann ſonderlich darumb eingeſetzt das hochwuͤrdige Sacrament ſeines Leibes und Blutes/ darinnen Ers alſo verordnet hat: Neh⸗ met hin eſſet/ das iſt mein Leib/ der fuͤr euch gegebenwird: Nehmet hin trincket alle darauß/ das iſt mein Blut/ das fuͤr euch vergoſſen wird. DSiind alſo das Wort und Evangelium/ wie auch die 3. Saerament gleich als die Schluͤſſeln/ dauinnen uns das Brodr des Lebeno JEſus C Hriſtus angerichtet und vorgetragen wird. Der Glaube aber iſt die Hand/ der ſolches zu ſich nimmt und zu eigen macht. Alsdann auch von dem Brodte goͤtlliches Wor⸗ tes der HErr C Hriſtus ſelber reder/ Mattb. a. Der Menſch le⸗ Match. 0 bet nicht allein vom Brodt/ ſondern von einem ieglichen 7.4. Wort/ das durch den Mund GOTtes gehet. Dieſes Brodt des Lebens CHriſtus ſampt ſeinem Wort und Sacra⸗ menten iſt weit ein koͤſtlichere und vortrefflichere Speiſe/ weder ir⸗ gend ein niedliches Brodt auff Erden ſeyn mag. Ernehret Brodt und Speiſe leiblicher Weiſe: Das Brodt des Lebens CHriſtus/ ſampt ſeinem Evangelio und heiligen Sacramenten ernehret uns geiſtlicher Weiſe/ wie dann die Chriſiliche Kirche auch ſinget: Dein Wort mein Speiſe laß allewege ſeyn/ damit mein Seel zu nehren/ mich zu wehren/ wann Vn⸗ gluͤck geht daher/ das mich bald moͤcht abkehren. Staͤr⸗ tlet das Brodt lelblicher Weiſe/ wie es dann des Menſchen Hertze ſaͤrcket/ Malm. 12. Das Brodt des Lebens CARIſtus Pſalm. 104. kampt ſeinem Wort und Sacramenten ſiaͤrclet uns gleicher v. z. Rrrr ij Weiſe: 684 De fuͤnſſte Predigt Weiſe: Vnd alles was du erdencken magſt/ iſtdem nichtu ia gleichen. b Brodt des Lebens C Hriſtum hatten/ wiewol es doch meiſti pis oder Vorbilden beſtunde/ ſie nandten ihre Stadt mit een dbens/ C Hriſium/ ſampt ſeinem Goͤttlichen Wort und heilign neuen Namen/ rufften einander mit frolockendem Hertzn und ſprachen: Hic efl Dominus, Allhier iſt der HErr/ Ruas. 74. Wir moͤgen freylteh auch alſo von uns und dieſer Ei und Gemeine ſagen: Hic ett Dominus, Allhier iſt der HEM. Allhier iſt der HErr der uns Seelen⸗ Hungerige ſpeiſet und af let; Luc. 1. Haben wir nun dieſen HERRNſdas Blodides le Sacxamenten/ ſo fragen wir nicht nach Himmel und E⸗ den/ wann uns gleich Leib und Seel verſchmacht/ ſoſ doch unſers Hertzens Troſt/ und unſer Theil/ Pal. 7, „ 2. Findet ſich auch in Goͤttlicher heiliger Schtiſt ae leibliches Brodt/ zu Erhaltung des Lebens/ welches fuͤr allnan⸗ dern eſſenden Wahren auch fuͤr die allerkoſtbarſten Gewuͤnzedi man allein fuͤr das koͤſtlichſte haͤlt) den Nuhm hat in der Schiſſ daß es das Menſchen⸗Hertze ſiaͤrce. Von dem Wein wide v. 25. ſagt daß er des Menſchen Hertz erfrene/ als deß wir mehr iu aſ und Freude gebrauchen/ und zur Nothdurfft noch wol entbehtn koͤnnen: Aber von dem lieben Brodt/ das doch offt in Vderftuß lal. 43. mißbraucht wird/ wid geraͤhmet/ daß es des Menſchen herge L es ſtaͤrcke/ /abn. 4. Wnd daß man alſo deſſen nich wolentta⸗ ten kan. Welehes dann auch giebt die Erfahrung: Wam gleieh allerley eſſende Wahren gar uͤbel zu bekommen/ und ihaun iſt ſo heiſt man es doch nicht iheure Zeit: Allein wann es anl ben Brodt mangelt/ da rechnet man es fuͤr Theurung/ alhdih Wir uns sichsan den man zu Ethaltung und Nahrung des Leibes nicht entbenen in wann wir gleich des andem alles eine Fuͤlle haben. Dieb'e Drodt wang wirs zur Gnuge haben/ ſlln hh Es war eine groſſe Freude bey den Iſraeltten/ qis ſu G — P uͤber den 102. Pſalm⸗. 685 frieden ſeyn/ und uns nicht an den Vberfluß gewehnen/ daß wir Vberfluß paucis contenta, pfleget man zu ſagen/ die Natur iſt mit wenigem wolten Hoffart bey Eſſen und Trincken/ mit uͤbrigen Vnkoſten mit Eſſen zur Pracht und Vbermaß treiben/ wie offters geſchicht/ welches und Trin⸗ nicht zu loben/ viel weniger vor G Ott zu entſchuldigen. Natura an goeeh⸗ zu frieden/ und wil unſer lieber G. OT die Vbermaß nicht zur Heahe ſondern zum Vnterhalt des lieben Armuts gebraucht ha⸗ ben. Woes aber nur zur Vollbraͤtigkeit angewendet wird/ ſo erfolget nichts unders drauff als Vnvernunfft/ Stoltz und Ttotz/ wider GOit: wie von dem Juͤdiſchen Volck geſaget wirdd: 2Mx. craſſatus est ſervus meus& recalcitravit: Da mein Knecht Deut. 32. fett und ſatt ward/ da ward er geil/ Deur. 32. Zuvor in v. ¹5⸗ Egypten lebten ſie bey dem Brodt in warer Gottesfurcht und be⸗ eten zu G Ott /daß ſie den Himmel durchſchryen/ Eroa.z. Aber da ſie die Fuͤlle haben/ trotzen ſie wieder G Ott/ und muß Moſes über ſie dieſe Klage fuͤhren: Danckeſt du alſo dem HERRN/ Deut. z1.v.5 deinem GOtt/ dutoll und thoͤricht Volck? Deur. z7. Was ſaget die Schrifft von denen zu Sodom/ wie ihnen ihre Fuͤlle und DVberfluß zu ſchweren Suͤnden Brſach gegeben: Das war deiner Schweſter Sodom Miſſethat/ Hoffart und alles vollauff/ aber den Armen und Duͤrfftigen halffen ſie Ez.1s. v.49. nicht/ Ezeck. ¹ ⁶6, Man dencke an das Exempel vom reichen Mann und armen Lazaro. Die Rinden Brodt oder Broſaͤm⸗ lein ſchaden dem armen Lazaro nichts am Glauben/ und Seelig⸗ keit: Vberfluß und Reichthumb fordert auch den Reichen nichts/ ſondern waren im Fallſtrick zum Tode und Verdamnuͤß/ Luc 15. Derhalben ſey der Reiche nicht zu uͤbermuͤtig beym Vder⸗ Aluß/ der Arme auch nicht gar zu kleinmuͤtig und ungeduldig bey feinem Stuͤcklein Brodt/ ſondern bitte G⸗Oit umb Segen und Gedeyen/ beydes fuͤr ſich und die Seinigen. Wie man dann maauch ſiehet/ daß manches armen Mannes Kinder bey ihrem trock⸗ ven Brodt beſſer zunehmen/ darbey ſchoͤnet/ geſunder und froͤli⸗ Arrr iij cher 686 Die fuͤnffte Predigt cher ſeyn weder manches reichen Mannes Kinder he h gro V Wartung und Pberfluß; So bringets auch der Arme ſe 5 BVnyd iſt nicht ſo gar ein groſſer Rußm/ daß einet niche mejrfn und gelernet hat, als /⁄ier onumene. Das iſt/ diclan Wein und Gewuͤrtze verderben helffen. weit mit ſeinem Brodt/ als der Reiche mit ſeinem Vber 1 3. 3. Finden wir auch in heiliger Schrift das Thrinn⸗ Ein Thra. Brodt/ oder das Brodt des Trübſals/ davon allhiet unſe nen⸗Brodt Elender und Betruͤbter ſaget: Ich eſſe Aſche wie Brodt oder Brodt Von welchem Thraͤnen⸗Brodt/ oder Brodt des Truͤbſals audh dee Trüb- geleſen witd im 80. Pſalm: Du ſpeiſeſt ſie mit Thräͤne⸗ e e. Brodt/ und traͤnckeſt ſie mit groſſem Maß voll Thraͤnen Von ſolchem Brodt der Kuͤmmernuͤß dann auch redel daru⸗ rſale7. ve Pſalm: Es iſt umbſonſt/ daß ihr fruͤhe auffftehet/ undin nach lange ſitzet/ und eſſet euer Brodt nut Sorgen. 1. Buch der Koͤnige am 22. befiehlet der gottloſe Koͤnig Achahubhn den frommen Micham den Propheten alſo: Dieſen ſetet emin Neh,n. den Kercker/ und ſpeiſet ihn mit Brodt/ und Waſſa d Dieſes Brodt haben ſtomme Chriſten zu icdr gantt wenig eſſen muͤſſen und meinets unſer lieber Prophet nicht doſt 1— fen⸗Brodt außtheilet. wann Er den Seinen offtermals ein Stuͤcklein von ſolchem B Weil es aber den alten Adam ſchwaan V kommt lſolch Brode des Truͤſals hierunter zu bringen/ und zu ve⸗ dauen/ ſo iſt die liebe Gedult von noͤthen mit dem David zuſpue rlalae.vʒ chen: Ich harre des HErrn/ meine Seeſe harret, undi hoffe auff ſem Wort/ /³, 3e. Dann es dochein Cin lich Ding iſt/ geduldig ſeyn/ und auff die Huͤlffe des heh 11 7171. Erkennet daß der Err die Seinen/ ſo ErzuG Membrum. auffnimmet/ wunderlich tractiret: Potun cun fatu mſten daß Er ihnen vorſetzet Thraͤnen fuͤr einen kalilie a b uͤber den 102. Pſalm. 687 Textus. Riervon redet unſer belruͤbter Prophet alſo: Vnd miſche nei⸗ Vnd mi⸗ nen Tranck mit Weinen. Er wil ſagen: Fuͤr Weinen hey ſche meinen meiner Traurigkeit ſchmecket mit auch kein Trinclen nicht: An,⸗ Tranck mit dete die trincken/ ſingen und lachen/ und ſind froͤlich dabey: Ich Weinen. ſlber thue meinen Trunck das iſt/ meine zeitliche Luſt und Ergoͤ⸗ ae a tungimit Weinen/ das iſt/ Aeeu pœnitenkie peyæ;, mit Thraͤnen auß rechter Hertzens⸗Buß flieſſende/ miſchen/ thue ſeufftzen und far meine Suͤnde ſorgen. So weiß GOtt einen zur Buſſe zu 1 125 bumnz und das Thraͤen⸗oder Augen⸗Waſſer einem auß⸗ b 3 HKier haben nun heran zu treten/ r pBonriftci de Pænireniia USUI 5. falsd docentes, die Paͤbſtler oder Jeſuiten/ ſo da falſchlich e d oorgeben/ als ob die Buſſe ſey eigentlich ein Sacrament! und hare Vua war ein Sacrament Neues Teſtaments/ ſo nach der Aufferſte⸗ im Alten ſie doch ſolches beweiſen? Dann da iſt ja bekandt denen/ die nur gethan wor⸗ ain wenig in heiliger Schrifft ſich umbgeſehen/ wie die Heiligen den/ welches un Alten Teſtament rechtſchaffene Buſſe gethan/ New und leid die Paͤbſtler gehabt uͤber ihre Suͤnde/ jerem. 3. dieſelbe bekandt/ Pfal,s2. und laͤugnen. thren Schmertzen dißfalls mit Anziehung der Saͤcke/ und Be⸗ Ardehu. a Kraͤwung der Aſchen uͤber ihre Haͤupter zu vernehmen gegeben/ 8 Theo* nob. 72. Meb.⸗ Aber/ da wendet Belarminus, der Jeſulten eu P: Groß⸗ Vaterſein: Daß zwar im Alten Teſtament bey vielen die jer. z1. v. 9. Buſſe ſey da geweſen aber es habe ihr am beſten gemangelt/ war⸗ Ll. 32. v. 34. umd ſie damals kein Saerament geweſen/ nemlich es ſey nicht Hiob. 42. darbey geweſen die 6lution, oder das Loßſprechen von Suͤn⸗ v. 6G. den/ welches erſt im Neuen Teſtament den Juͤngern des HErrn Eſth. 4. V.L. CHriſti nach ſeiner Aufferſtehung angetragen worden/ mit dieſen ne Bellare. Worten: Nehmet hin den Heiligen Geiſt/ welchen ihr die 5. 1. 3 3 8 Guͤrnd e erlaſſet/ denen ſind ſie erlaſſen/ ob.. Hie auf johao 123 antwortet fuͤr uns der Prophet Nathan welcher dem Koͤnige Da⸗ d daer in ſchwere Suͤnden gerathen/ hertzliche Rew U reß 1 b druͤber 6 88 Die fuͤnffte Predigt druͤber gehabt/ alſo zugeredet: Domiuu⸗ tranſiulit peecauam tuun 2. de n. à z. Der HErr hat deine Suͤnde weggenommen/ 9 . Da dann Belarminus weiß dieſe inlantiam zu geben: E⸗ habe gleichwol der Nathan nicht geſagt zu dem Daold: Eun 25/5lo, Ich abſolvir dich von Sunden/ welches alſo einetaie Abſölution geweſen waͤre. Hier haͤtte er uns zu weiſen/ daß i gend ein Apoſtel eben mit ſolchen/ und ſo vielen Worten: ba a6ſlpo n abſolvire dich/ jemand von Suͤnden loß gepw⸗ chen. Vnd hilfft auch nichts/ daß dieſes groſſe Lumen untttdan Jeſuiten vorgiebt: daß die Prieſter Altes Teſtaments nich Macht gehabt die Suͤnde zu vergeben/ welches eine groſſechn⸗ warheit iſt. Dann hatten die Prieſter Altes Teſtaments nicht Macht gehabt Suͤnde zu vergeben/ warumb wird ihnen dann vi Ott dem HErrn durch den Propheten Heſekiiel ſo heffue wieſen/ ihre Art und Vntreu/ mit dieſen Worten: Der Sqͤne chen wartet ihr nicht/ und die Krancken heilet ihr nicht das Verwundte verbindet ihr nicht/ das Verirrete haltiht Fzech. 34. nicht/ und das Verlohrne ſuchet ihr nicht/ ſondern ſtenge „. 4 und hart herrſchet ihr uͤber ſie/ rec. ,2.» 2. Darunde freylich Schwache/ Krancke Bußfertige und Troſiloſe muͤſn damals geweſen ſeyn die der Aõ'ſolurion und Loßzehlung bon G uͤnden wol bedurfft/ und uͤber welche G Ott gewolt/ daß ihnan mit Troſt und Loßſprechung von Suͤnden moͤchte beygewohne werden. Aber hiervon nicht weiter. 2., Moͤgen auch hiet herantreten/ omues impœnutmn WVnbußfer⸗ alle Vnbußfertige/ die ſich zu keiner waren Bußfertigkelt wen⸗ tige ſollen in den wollen/ daß ſie ſich doch auch einmal darzu ſchicken thaun ſich ſchla und uͤber ihre Sunde weineten. Dieſet Betruͤbte allein/ inm her Iua ſerm Pſalm/ iſt auſſer Zweiffel ein groſſer Heiliger geweſen un Bande hes dennoch ſo weinet er uͤber ſeine Suͤnde. Vnd ihr Vnbußfat weinen. ge wollet in und bey eutet ſo lang getriebenen Boßdeit frlch ſgn and lachen? Oder groſſen Blindhei Diß dißz eben vidanta — .—— 8— ——— — 2 2 1 4 2. ö uͤber den io2. Pſalm. 68g dem Faß den Boden außſtoſſen/ und die Goͤttlichen Straffen hauffenweiſe uͤber uns bringen/ weil iederman die angetragens Gnade G O Ttes ſo verachtet/ ſich in ſeinen Suͤnden noch ruͤh⸗ met/ und ſich darmit kuͤtzelt. Außf/ auff demnach und weiner aber eure Suͤnde. Qoocungve culos vertimus materiam Pin. ranadi invenimus. Wo du die Augen des Gemuͤtes hinwen⸗ deſt/ finden wir Vrſach gnug zu weinen. Wenden wir ſie uͤber nuns/ ſo ſehen wir O Ott/ den wir beleidiget: Wenden wir ſit mmunterwerts/ ſo ſehen wir die Hoͤlle/ die wir mit Suͤnden verdie⸗ net. Wenden wir ſie zu ruͤcke hinterwerts/ ſo ſehen wir die Sunden nachfolgen/ welche wir begangen: Wenden wir ſie AVorwerts/ ſo ſehen wir das Gerichte/ dafuͤr wir uns fuͤrchten. Weaenden wir ſie In uns/ ſo ſehen wir das Gewiſſen/ welches wir gaffe— verunreiniget. Wenden wir ſie auſſer uns/ ſo ſehen wir die nun W 3 Welt/ die wir geliebet haben. Als redet der Auguſtinus. udde Kada Hi Darumb O Menſchenkind/ laß dich doch erweichen/ und dr uct das dl dir die Buß⸗Thraͤnen endlich zu deinen Augen herauß dringen/ un auff daß du darmit außleſchen moͤgeſt das angezuͤndete Zorn⸗ poem Feuuer des Allerhoͤchſien. Zerreiſſet eure Hertzen/ und be⸗ Teeta et kehret euch zum HErrn eurem GOtt mit Faſten/ Seuff⸗ en und Weinen/ ſo wird Er ſich euer erbarmen. euu⸗ banck. oremus coram Domino. Kommt laſt uns niederfallen unnd— f weinen vor dem HErrn/ al. 26. Der Koͤnig Manaſſe beweinte 7lal. 6.7.s. 9 maSt ſeine Suͤnde /da er zu Babel in Feſſeln und Ketten gefangen lag/ 8 rale und demuͤtigte ſich ſehr mit Beten und Flehen vor dem G Ott ſei⸗ haa ſansan ner Vaͤter: Da erhoͤrte Er ſein Flehen erzeigte ihm Gnade/ und ufanat drachte ihn wieder gegen Jeruſalem zu ſeinem Koͤnigreich/ uud ucdan ae. Cbron.. Der Engel des HErrn kam herauff von Gilgal rr Da egen Bochim/ und that dem Volck Iſrael eine ſcharffe Geſetz⸗ erfiazn S Predigt/ wie ſie G Oit des HErrn Bund verlaſſen/ und einen eSk. 5 4 Bund gemacht mit den Einwohnern des Landes/ ihre Altare 14 niche zerhrochen: und des HEnn S timme nicht gehorchet; Da I Sſſſ der 690 Die fuͤnffte Predigt der Engel ſolche Worte geredet hatte zu allen Kindern Iſtat hu⸗ das Volck ſeine Stimme auff/ und weineten/ und hieſſen de Stette Buchim/ das iſt/ die weinende Stete opfferten authde Judic. 2. V.-J. ſelbſt dem HErrn/ Jnaic.⸗. Da G Ott den Ninivtten iien DTnutergang verkuͤndigen laſſen/ thaten ſie Buſſe mit Faßten a lon.„v.ſ. ten und Weinen/ und erlangten Gnade und Verſoͤhnung jn⸗ Petrus /da er hoͤrete den Han krehen/ weinete er bitterlich ͤberſnn Matth. 26. Suͤnde/ und bekam von C Hriſto einen troͤſtlichen Gnaden⸗Blih v. 75. Mattb. 26. Maria Magdalena vergoß ihre heiſſe Thtaͤnn , und netzete darmit C Hriſio ſeine Fuͤſſe: darauff hoͤrete ſir aſſ Lue. 7.v. ꝛ8. bald dieſe liebliche Worte: Sey getroſt/ deine Suͤnde indde vergeben/ Luc.. In Summa: Nemo ad DElA7 aligvando fleus atuſi vi non qvod poſtulæpit, acceperit. Niemand iſt iemals weinn de zu GOcT kommen/ der nicht/ was er gebeten erlangethin Matth. F ſaget Cbryſoßomus. Vnd ſeelig ſind die da weinen/ dannſe 1 5 ſollen getroͤſtet werden/ ſpricht C Hriſius laitb.. III. 771. Erkennet wie wunderlich GOT ſeine Bußfauge Mlemprum. fuͤhre: Comminationes& iram oſtendendo« daß Er ſeinen gan extus. Für deinent und Draͤuen an ſtatt einer lieblichen Tiſch⸗Muſic horen laͤßt hie V Draͤuen von unſer Elender und Bekruͤbter alſo redet: Fur dennen und Zorn. Draͤuen und Zorn. Vnſet Prophet wil ſagen: Daß hus hm dein Draͤuen und Zorn/ O G Htt ſo ich mit meinen Oin den verdienet/ welchen Du mich ſehen laͤſt/ das beiſt/ das ſchmant in meinem Gewiſſen/ daß ich Deine Goͤttliche Majeſtaͤt ſo och beleidiget/ und dadurch den gerechten Zorn/ zeitliche und euthe AUsSus. Straffe wider micherwecket. Sehet /ſo hat ſichs der zu Hetn Zu beden⸗ gehen laſſen/ und ſo hat es ihn gereuet/ daß Er durch Sin cken/ was GOltes Zorn auff ſich geladen. wir mit un Vns zum Exempel/ und daß wir auch bedencken/ waswi fen Sün⸗ mit unſern Suͤnden bey G Ott verdienen nemlich/ Zorn und Lerdeen Jo⸗ Vnguade/ und daß Er mit lauter Draͤuen auff unsgiſttanhe, dazu/ daß ſie ſich ſelbſt erſtach: uber den 102. Pſalm. 6 daß da G Ott zuvor unſer beſter Freund geweſen/ Erdanndraͤuer und zuͤrnet. Ich meinete ja/ das ſolte einen mit dem betruͤbten Propheten allhier ſchmertzen? Das ſolte einem uͤber all maſſen liebten Eheſchatz durch den zeitlichen Todt verlieren muß/ das hort/ ſo gehets ihr zu Hertzen: Vnd unſere Seele ſolte ſichs nichs ſchrecklich vorkommen. Wann eine Wittbe ihren hertzvielge⸗ ſchmertzet/ auch wann ſie ſchon uͤber etliche Jahr ſeiner gedencken b ſchmertzlich reuen laſſen/ wann ſie durch die Suͤnde ihren hertzlie⸗ ben Ehemann G Ott im Himmel verlieret? Das ſey fern und abermal fern/ und wiederumb fern von uns. Von dem beruͤhm⸗ ten Kaͤyſer Alexandro M, lieſet man/ daß Er einsmals in voller Weiſe/ auß Gackzorn ſeinen treuen Diener und Hoffmeiſter/ den Clrun erſtochen habe: Daer aber wieder nuͤchtern worden/ und ſeine Bnthat bedacht/ habe er ſich ſolches dermaſſen zu Hertzen ge⸗ hen laſſen/ und ſich ſo hart geſchaͤmet/ daß er ſich ſelbſt drauff umbs Leben bringen wollen/ wo es nicht durch andere waͤre unternom⸗ men worden. Nun ermorden wir durch die Suͤnde unſere eige⸗ ne Seele/ und jagen von uns unſern beſten Freund hinweg/ G Ott das hoͤchſte Gutt/ deſſen wir auch ewige Schmach und Schande haben muͤſten/ wo nicht rechtſchaffene ware Buſſe ge⸗ ſchicht. Die keuſche Lueretiam, eine edele Roͤmerin und Hey⸗ din/ da ſie mit Zwang vom Torg vino umb ihre Ehre gebracht worden war/wider ihren Willen brachte die aͤuſſerliche Schmach ſich nicht vor G.OC/ vor den heiligen Engeln/ daß er die hohe billich dem Hißkia nachbeten ſolte: Ich werde mich ſcheuen alle mein Lebtage/ fuͤr ſolcher Betruͤbnuͤß meiner Seele/ Vnd mancher Chriſt ſchaͤmet Goͤttliche Mafeſtaͤtt ſo offt wiſſentlich und fuͤrſetzlich erzuͤrnet/ der Eſa. 38. v.Ige . 36. Es laͤſſets aber GOtt der HErr nicht allein dardey blei⸗ ben daß Er nur mit ſeinem Zorn und Vngnade draͤuen thaͤte/ ſon⸗ dern da tractiret Er auch ſeine bußfertige/ glaͤubige und fromme Chrißen/die Er zu gaſte auffnimmt/ manchmal aſſo. Sfſf ij IT. Er ö 692 Die fuͤnffte Predigt Membrum. ſichen Couve⸗ſarion giebt Schlaͤge oben ein: Dann ſo lautend „Da d a Wort im Text: Daß Du mich auffgehoben und zu Bede mich auff. geſtoſſen haſt. Ich habe nicht allein/ wil der Prophetſun ———.——— —————— —————— —„—— 4 3— ——— 2 1.——“ ———————————— ————— —— umb den ſchwer/ ſeine Lippen ſind vol Grimmes/ und ſeine gung Sen.4. va.ellet habe. Pharao hat ſich ſehr erzumet uͤber ſenn en ſten Schencken und Becker/ Gen. 4. Als Moſes von de wie ihnen die Kine y. 3 ehen Geboten von ſich geworffen/ und zerbrochen/ Fraase 1V. IV. Exira elevando& projiciendo, daß Eran ſtatt derli⸗ — —— — ———— uͤber den 102. Pſalm. ihme und ſeinem Kriegsvolck eine Ritterzehrung abgeſchlagen/ und darneben allerhand trotzige Wort entbieten laſſen/ da dann der Zorn war bey dem David dazumal ſo groß/ daß er ſich vermaß und ſchwur/ ihn/ den Nabal/ und alle die Seinigen ploͤtzlichzuu uͤberfallen/ und zu erwuͤrgen/ wo nicht die kluge Abigail mit ihrex? Sam. 29. vernuͤnfftigen Rede es unternommen haͤtte/ 1. Sam 2s. Sehr 34: zornig und grimmig war Ahaß verus/ da ihm ſeine ſtoltze Gemah⸗Eſth. 1.v.n, lin die Vaſti abgeſchlagen zu ihm zu kommen/ Eftb... Item/ 1 da ſich die Boßheit des Hamans entdecket/ c. 7. Deßgleichen e.7. v. 7. auch Nebucadnezar ſehr zornig wurde/ da ſich die drey Geſellden 4 Danielis geweigert/ das auffgerichtete guldne Bild anzubeten/ Dan.z. v..“ Dan. 3. Aber aller ſolcher Zorn iſt ſehr gering gegen dem Goͤtt⸗ —7* 4 1. 8 lichen Zorn/ wann er entbrennet/ und uͤber einen Menſchen er⸗ grimmet. Dann wie die Majeſtaͤt G Ottes viel und unermaͤß⸗ lich hoͤher iſt/ dann alle Hoheit und Majeſtaͤt weltlicher Potenta⸗ ten und Monarchen/ ſie ſeyn auch ſo groß als ſie immer wollen⸗ Alſo/ wann dieſelbe/ ſeine unendliche Majeſtaͤt/ durch vorſetzliche Suͤnde und Vngerechtigkeit wird angetaſtet/ iſt auch ſein Zom unmaͤßlich groͤſſer/ als aller Weltlichen Potentaten Zorn ſen kan. Sirach.c. ſaget: Der HErr iſt wol barmhertzig/ dir. 16. v. 12. aber Er iſt auch zornig/ Er laͤſt ſich ver ſohnen/ Er ſtrafft aber auch graͤulich/ ſo groß ſeine Barmhertzigkeit iſt/ ſo groß iſt auch ſeine Straffe. Da dann Sirach Gnade und Zorn gegen einander ſetzet/ und ſaget/ daß eins ſo groß ſey als das ander. Nun iſt aber die Barmhertzigkeit und Guͤte des HErrn uͤber die Bußfertigen unergruͤndlich und unaußſprechlich: Seine Barmhertzigkeit iſt ja ſo groß als Er ſelber iſt: ſagt Sr. O wie iſt die Barmhertzigkeit des HErrn ſo groß/ es. kan ſie niemand wehren noch mehren: G Ott iſt reich von Barmhertzigkeit/ vpb.. Darumb auch ſeine Gerechtigkeit ſein ſtrenger Eyver und Zorn wider die Gottloſen und Vnbußfertigen nicht geringer ſeyn kan/ iſt auch unergruͤndlich/ und unauß⸗ Kprechlich: So groß als Er ſelber iſt. Sffſ ij Es die Miſſethat und ve daß ſein Zorn geringe HErr war 4o= Di fünffte Predigt Es ſaget zwardie heilige Schrifft an etlichen Onen daß 2Zach. v.z. GOtt der HErr nur ein wenig zornig ſey/ Zacb.. Vnd daß Plal. 30.v. 6. ſein Zorn nur ein Augenblick wehre/ /alzo. Aber das ſtti⸗ ltet gar nicht darwider! daß Er unmaͤßlich und unausſprechlich o⸗ nig an andern Orten genennet wird: Dann/ wann geſaget win orn geringe ſey und nicht lange wehre: hats dieſen P⸗ ſtand/ daß G Hti der HErr nicht alſobald den voͤlligen Zorn aͤbe die Menſchen außgieſſen/ ſondern allein etlicher maſſen nur ma⸗ clen laſſe/ daß Er zu zuͤrnen Vrſach habe /damit die Menſchen ſich alſobald bekehren/ ehe das verborgene Zorn⸗Feuer gaͤntzlich aus⸗ breche. Ja wie G Ott der Herr bißweilen ein wenig Gnade und Barmhertzigkeit wuͤrcklich erzeiget /ob.„. Vnd doch nichte deſto weniger dieſelbe unaus Bußfertige: als ob ſchon der Zorn des HErren wider die Sin ſich auch nur ein wenig bißweilen hervor chut/ bleibt erdochm ſich ſelber unmaͤßlich und unausforſchlich. Der§. Pſaln e b klaͤret ſolches gax deutlich/ da A ſaph von den ungehorſamen⸗ P7S8.v.z8. ſraeliten ſaget: Der b. sforſchlich und unendlich iſt/ uͤbenal⸗ armhertzig und vergab rtilgete ſie nicht/ und wendet offt ſeinen Zorn ab/ und ließ nicht ſeinen gantzen Zorn gehen. Oo vermeldet wird/ wie zwar das Juͤdiſche Polckmit ſeinen S aͤndn offtmals den unendlichen Zorn G Oties habe erreget wir auchde⸗ ſelbe mit voͤlliger Macht uͤber ſie ausbrechen/ und ſie verſtoten wollen: Aber/ da ſey die Barmhertzigkeit Menſchlich alſo zunden gleichſam ins Mittel kommen und in den Weg gelauffen/ daße zu ruck geblieben/ und allein ein wenig ſich ſehen laſen. Wer hieran noch Zweiffel hat/ und der Meynung iſ O0l 4 ſey der Suͤnde und Vngerechtigkeit ſo hefftig nicht zu widet de beſehe die Exempel/ die in. Schrifft auffgezeichnetſind: Dag dann allhier hat/ nicht allein das Exempel unſers Betruͤbten/ der da ſchmertzlich klaget im Namen des Juͦ Judiſehen Boſckes wieduch . re Sünde und ĩBngebotſam&o Dtribe ſt ſ fhe gunng — — — = —— — — e——*— uber den 102. Pſalm. cy⸗ und zornig worden: Beſonders da ſind auch noch andere Exem⸗ pel zu ſehen an den abtruͤnnigen Engeln/ die nun abſcheulich und verfluchte Geiſter ſind: Die ſind die alleredleſten Creaturen ge⸗ wweſen/ die G Ott iemals erſchaffen/ welchen Er ſein Ebenbild auffs herrlichſte auffgedruckt: Aber ſo bald ſie ſich verſuͤndiget/ hat ſie G Olt von ſeinem Angeſicht in Abgrund der Hoͤllen zu ewiger Qualund Pein/ ohn alle Hoffnung der Erloͤſung/ verſtoſſen/ wie hiervon Petrus und Judas in ihren Epiſteln lehren. Dahin ge⸗ hoͤren alle andere Straff⸗Exempel/ als der Erſten Menſchen im Paradieß/ der Erſten Welt/ die durch die Suͤndfluth verderbet worden: Der vier Koͤnigreiche/ Sodoma/ Gomorr ha/ Adama/ und Zeboim/ die durch Schweffel und Feuer verzehret worden. Der Verheerung und Verſtoͤrung des Juͤdiſchen Landes/ und deſſen Einwohner der Juͤden/ dann die alle ſind ein Zeugnuͤß des ſchweren Zornes G Ottes wider die Suͤnde/ und Vngerechtigkeit. Am allermeiſten aber ſehen wirs an der groſſen Paſſions⸗ Hiſtori/ da der ewige Sohn G Ottes/ wiewol Er fuͤr ſich keine Sunde gethan hat/ ſondern rein und unbefleckt geweſen/ von ſeiner Empfaͤngnuͤß an: Aber weil Er frembde/ das iſt/ un⸗ ſere/ und des gantzen menſchlichen Geſchlechts Suͤnde auff ſich genommen/ an Seel und Leib unausſprechliche Angſt/ außgeſtan⸗ den hat/ daß Er blutigen Schweiß druͤber geſchwitzet/ und unter der Laſt des Zornes G Ottes geruffen: Mein GOtt/ mein GOtt/ warumb haſtu mich verlaſſen! So iſt auch der Hoͤl⸗ len Abgrund/ das Feuer ſo von Anbegin bereitet iſt/ der Pfuel‚der mit Schweffel und Feuer brennet/ die aͤuſſerſte Finſternuͤß/ da Heulen und Zaͤhnklappern iſt/ nichts anders dann ein Zeugnuͤß t des ſchweren Zornes G Ottes wider die Suͤnde/in deſſen Betrachh ung anch der Apoſtel ſaget /Nebr. w. Schrecklich iſts in dde ande des lebendigen GOttes/ das iſt/ in ſeinen Zorn und Hebr. 10. SGericht fall1tte 131. CWann wir nun alſo verſtehen und wiſſen/ daß es ſolche Be⸗ ſchaffenheit 696 Die fuͤnffte Predigt ſchaffenheit habe/ und ein Menſch mit ſeinen Sunden/ dien mi Wiſſen/ Willen und Belieben begehet/ in G Ottes Zonn fallſſ ſollen wir vermahner ſeyn/ in ſteter Bußfernigkeit Reu/ Tuͦdunng des ſuͤndlichen Fleiſches /und Bbung des Glaubens/ zu lehen un nimmermehr in einige Suͤnde zu willigen. Syrach ſpricht2ue. gir.21, v. 3. Mein Kind fleuch für der Suͤnde/ wie fuͤr einer Schlan⸗ gen: Dann ſo du ihr zu nahe kommſt/ ſo ſticht ſie dich. ⸗ re Zaͤhne ſind wie Loͤwen,Zaͤhne/ und toͤdten den Ma⸗ ſchen. Ein iegliche Sünde iſt ein ſcharffes Schwerdt/ und b verwundet/ daß niemand heilen kan. Dahin ſind auch gerichtet die Wort Tobie /des alten anſ⸗ „nen jungen Sohn/ die wir billich alleſambt in Acht zu nehtte Tob. 4. v. 6, 706. z. Dein Lebenlang habe GOtt für Augen und imhe⸗ tzen/ und huͤte dich/ daß du in keine Suͤnde willigeſfiin thuſt wider GOttes Gebot. Das hat der fromme Joſty CEgypten ſehr loͤblich ꝓrericiret/ und uns ein Exempel der ſuh folge gelaſſen/ Gen. 4. Dann da ihn das Huren⸗Weib zu d Gen. 39.v. 10 zucht reitzte/ gibt er ihr die Antwort: Wie ſolte ich ein ſogruſit Vbel thun/ und wider GOtt ſuͤndigen: Das iſt/ wie ſolteic die Gnade meines O. Ottes/ der mich ſo treulich meinet /ſo ſchin lich verſchertzen/ und ſo uͤbel an dir/ ſo übel an deinem Herrn /ſoihe an meinem Geſchlecht/ ſo uͤbel an meinem eigenen Leib und Sttt thun? Das ſey ferne. Dieſe Worte brauche ein ieder mitg h licher Tapfferkeit/ und aͤuſſerſtem Widerſtande/ ſo offt ihm tiwa⸗ y unrechtes wird zugemutet. Membrum. 2‧Erkennet /wie O Ott der HErr mit den Seinen umbgele und ſis wunderlich fuͤhret: E vipis randem eripiendo, daß Etſt extus, endlich gar aus dem Hauſe dieſer Welt heraus ſioſſe: Dannſtg Meine Tage der Prophet: Meine Tage ſind dahin wie ein Schatten /nn ſwo dahln ich verdorre wie Graß: Wil ſagen: Meine Zeitiſt vaß Schanr gen unnuͤtze/ und habe nun nichts davon. Gleich wie vom Schat atten, gen nichts bleibet/ alſo auch nichts hleibet von allem ria. i —— uber den oꝛ. Pſalm. b 695 8 verdorre wie Graß: Das iſt: Wie gar kurtz und eitel darzu auch „ fndlich und verderblich iſt aller Menſchen Leben. Zum Nutz hierbeeoeyyy Wie ſo gar war es ſey was die Chriſtllche Kirche ſinget: Usus. Das macht die Suͤnd du treuer GOtt/ Wegen der Dadurch iſt kommen der bittre Todt: Sühnde wir Der nimmt und friſt all Menſchen Kind/ dem Tobde Wie er ſie findt/—— herbalten Fragt nicht wes Standsoder Ehrnſieſind. muͤſſen. uns ſo viel deſto baß in der Zeit zu gutem Abſchied epariren/ oder unſer Haus beſiellen ſollen. Davon zur andern Zeit mitm c. rem gehandelt worden. Vnd ſey auff dißmal genugſan. De. 3622-36e- 6,e. B890-Vncho⸗ pe. oe.-S8e.tpo⸗ Habita Ci- ſtrin, d. 2. Dav 3 4 TEXTS5SA. Per.az5z. S Vaber Hérr bleibeſt ewiglich/ und dein Ge⸗ b daͤchtnuß fuͤr und fur. ic tigkeit bey den Men⸗ ſchen in der 3 8 Welt ſehr K rrcß. Die ſechſte Predigt Eingang. Ehriſto der Welt L auff betrachten ſſo werenn S befinden/ wie die Ruhmraͤtigkeit bey den Mhan Dſchenindern ie mehr und mehr waͤchſetund So nimmt. Dieſer ruͤhmet ſich ſeinet hohen In unfft und groſſen Geſchlechts; Der andaſi⸗ ner groſſen Weißheit/ Kunſt und Geſchickligken: Der drite ſe⸗ naeer Staͤrcke/ Macht und Gewalt/ damit er groſſe ruͤhmuche he⸗ den⸗Thaten verrichtet gehabt: Der vierdte ſeines groſſen Naid thums/ Haabes und Gutes/ und was des Dinges meßr. An Dblinde Welt! Dann was iſt doch dieſes alles? Nanita uan tatum& omnia vanitas. Es iſt alles gantz eitel/ ſaget daln⸗ diger Salomon: Cap. Vnd Den Gelaͤhrten hilfft doch nicht ſein Kunſt/ Die Weltlich Pracht iſt gar umbſonſt/ Wir muͤſſen alle ſterben: Eim Reichen huͤfft doch nicht ſein Gut/ Dem Jungen nicht ſein ſtoltzer Muth: Er muß aus dieſem Mayen. finget die Chriſtliche Kirche. Wer wolte ſich dann olcha Van⸗ raͤt und Eitelkeit groß ruͤhmen/ oder darauff trauen und daum Vor Zeiten hat man ſolche Vergaͤngligkeit bey Erwehlung de Paͤpſte und Kaͤyſer bald erwehnet/ damit ſie ſich ihrer Hoheit nit zu ſehr uͤberhuͤben noch zu groß ruͤhmen moͤchten. Wannal Papſt elegiret wurde/ ſo ſieckte einer ein Wiſchwerck auff enn alle Ehre/ Freude und Nuhm dieſer Welt. So hat manit tange/ zuͤndte es an/ und redete dieſe Wonte dazu: Janlkiſtme Patér, ſic er anfir gloria manas, Du heiligſter Mater/ alſo vengiie zu Conſtantinopel dieſe lobliche Gewonheit gehalten/ wann aruer Kaͤyſer erwehlet worden/ und nun auffſemen Kayfatn 4„ wir/ Geliebte und Außerwehlte Frennde uͤber den 102. Pſalt. 699 Thron geſeſſen/ ſo iſt ein Steinmetze fuͤr ihn getteten/ hat ihm aller⸗ hand Marmorſteine gezeiget/ und mit lauter Stimie gefraget/ aus waſſerley Art Marmors er ihm ſein Sarck verfertigen ſolte? Das iſt nun alles zu dem Ende geſchehen/ damit ſolche hohe Perſonen ſich ihrer Majeſtaͤt nicht erheben/ ſondern ihrer Sterbligkeit/ und Vergaͤngligkeit ſtets gedencken moͤchtten. An ſolche Nichtigkeit und Fluͤchtigkeit aller Welt Freude und Ruhmes/ wil die Welt itzo gar nicht/ oder gar wenig gedencken. Aber die Kinder G Ottes ſtellen ſich der Welt/ die alſo im Ar⸗ gen lieget/ nicht gleich/ Rom 2. 2. obe. ſondern dencken auff ei⸗ nen beſſern Ruhm/ welcher Beſtand hat nicht allein in dieſer Zeit/ ſondern auch hernach dort in Ewigkeit. Sie ſchlieſſen und beſchlieſſen mit dem lieben Cbryſaſtomo- Chryſ.leem Bonum esi gloriari in terris, ſed melius esi gloriari in Cælis. Es iſt 12§, in Matt. fein geruͤhmet werden auff Erden/ aber viel beſſer Ruhm haben droben im Himmel. Sie ruͤhmen ſich O Ottes des ewigregie⸗ tenden Vaters/ daß Er ſie ſampt ſeinem Sohn und dem heiligen Geiſt ſo wunderlich gemacht und erſchaffen: Das iſt Gloriama- guna, der groſſe Chriſten⸗Ruhm: aber gloria major, viel gröſ⸗ ſer Ruhm/ daß ſie nicht prerio aris, mit vergaͤnglichem Gelde o⸗ der Silber/ ſondern ralenro ſang vinus, mit dem theurbaren Blute IEſu CHriſti/ des Sohnes G Ottes/ erloͤſet ſind. Gloria mæxi. ma, ihr hoͤchſter und groͤſter Ruhm iſt/ daß ihr Wandel droben im Himmel/ von dannen ſie auch warten ihres HErren und Heylan⸗ ddes IEſu C. Hriſti/ da ſie bey Ihm ſeyn werden im ewigen Leben V allezeit/ und ſollen haben Theil mit allen Heiligen G Ottes im ewigen Heyl. Solcher Nuhm gefaͤllet der Heiligen Hochgelobten Drey⸗ faltigkeit wol/ wie dann der H. Zebaoth ſelber darzu anmahnet/ 2* 9. Der Weiſe ruͤhme ſich nicht ſeiner Weißheit/ der Ier. 9. v. 25. Starcke ſeiner Staͤrcke/ der Reiche nicht ſeines Reich⸗ thums: Sondern wer ſich ruͤhmen wil/ der rüͤhine ſich b Tttt i daß 700 Dit ſechſte Predigt daß er mich wiſſe und kenne/ daß ich der HErr bin/ derich Barmhertzigkeit/ Gericht und Gerechtigkeit uͤbt auff Erden.. DSolchen Ruhm ihm auch angelegen ſein laſſen unſanle⸗ kruͤbter Prophet in vorgenommenem Pſalm dann nach dem ai Erſten Theil deſſelben gehalten/ Werbiſhimuu ob peccata luh, eine groſſe Jammer⸗Klage/ dabey er ſeine und ſeines Volcls Sin⸗ de Verderbligkeit und Nichtigkeit angefuͤhret/ und was esdn⸗ nach mit ihnen fuͤr G Ott fuͤr eine Beſchaffenheit: Alseentſthe dannenhero in dem Andern Theil dieſes Pſalms/ bey gedachen Propheten/ 1raenriſumum deſiderium, ein hertzlich Verlangen nach G Ott/ und ſeinem Gnaden⸗Reich/ ſo durch C Huiſtum le angerichtet werden an welchen er ſich und ſein Volck auff Eim⸗ nuͤß und Bekentnuͤß der Suͤnden/ mit warem Glauben n zhue/ und ihnen daſſelbe ihren hoͤchſten Ruhm und Ehre ſein ſn ESEs aͤſſet aber der Prophet ſolch ſein Verlangen/ nacheh ſti Reich/ gar eben ſehr vermercken in dem Andern Thell diſe Pſalms/ vornemlich durch dreyerley Stuͤcke:. Per elegenuſ mam Antitbeſin, ſeu Oppoſwionem, durch einen herrlichen geißu⸗ chen und ſehr nachdencklichen Gegenſatz: 2. Per expreſſum jent rwnem, wanner gar ernſt und außdruͤcklich drumb bittet. 8 111. Per rationum declarationem,in dem el ſolcher ſeiner Bitte unterſchiedliche Vrſachen anzeiget. Von allen Dreyen auff einmal zu reden wuͤrde zu bieſwe⸗ den/ verbleiben demnach anitzo bey dem Erſten/ zu beſehen dim hl⸗ Santisſſimam Anutitb'eſin ſeu Oppoſitionem, den herruchen gelſta chen und ſehr nachdencklichen Gegenſatz/ ſo verfaſſet in duſ Worten: Du aber HErr bleibeſt Ewiglich/ und dein Ge⸗ daͤchtnuͤß fuͤr und fuͤr. Hiervon auffs kaͤrtzte und einfaltgſ u reden/ und daß es mit Frucht und Nutz geſchehen moͤge/ ſauf ket zuvor mit mir alſo: Hilff/ HErr/ hilff/ laß wol gelngan dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer aller Serlen hu und Seligkeit/ Amen. „„ uͤber den 102. Pſalm. Abhandlung. 2Ann/ Geliebte Freunde in C Hriſto/ Im 100. Pſalm 1 1 Vermahnung geſchicht an die gantze Welt/ daß ſie Gott ☛aſolle Dienſt und Ehre leiſten/ als welcher uns geſchaffen/ erloͤſet/ geheiliget/ ſo ſtehet dunnen unten andern alſo: Erkennet doch/ daß der HErr GOtt iſt: Solcher Vermahnung thut nachkommen auch unſer Betruͤbter in dieſem Pſalm: Dann da er bißhero im Erſten Theil deſſelbigen ſeine Noth von ſich gekla⸗ get/ wie es ihm/ und dem Juͤdiſchen Volcke/ in der Babyloniſchen Gefaͤngnuͤß/ ſo ſie mit ihren Suͤnden gar wol verdienet ergangen/ und was es dannenhero fuͤr einen ſchlechten Zuſtand mit ihnen habe/ ſo wendet er ſich nun in dem andern Theil dieſes Pſalmes mit wahrem Glauben zu G Ott/ und ſeinem Sohn JEſu C Hri⸗ ſio. Vnd weil er in kurtz vorhergehenden des menſchlichen Le⸗ n bens Nichtigkeit und Fluͤchtigkeit gedacht da er ſpricht: Meine STage ſind dahin wie ein Schatten/ und ich verdorre wie Graß: So macht er nun eine ntitl'eſin oder Gegenſatz/ damit richtet er ſich wieder auff/ und ſtellet ihm fuͤr G Ottes ſeine Maje⸗ ſaͤt/ und noͤſtet ſich damit/ daß dennoch gleichwol ein G Ott im Himmel: Dann in Traurigkeit und Betruͤbnuͤß unſer Seelen nichts beſſers/ dann daß wir mit feſtem Vertrauen an GOttund ſeinen Sohn C Hriſtum uns halten. Es erkenner aber dieſer un⸗ Vr Betruͤbter in ſolchem ſeinem Gegenſas. DEB Exideuliam, daß ein GOTTſey. Spricht: Du I. aber/ ERR: D 1„. mit welchem Wort Du zegget er auff Mem brum. etwas gewiſſes/ das dennoch verhanden ſey /datan er ſich in ſinem Daß ein Eilend und Jammer halten thue. Wil ſagen: Ob gleich mei⸗ Le seh 3 ne Zeit und Tage dahin wie ein Schatten/ ich bin verdorret wie der⸗ ſcher 8 Graß/ und werde nun endlieh gar dahin muͤſſen/ ſo weiß ich den Wllthauffe noch woran ich mich halten/ nemlich daß Du G Ott ſeyſt/ daß Du laͤugnet. noch lebeſtſob ich und alle Menſchen gleich vergehen thun. Er⸗ e, Tett uh kennet Pf. 10G. v. 3e 702 Die ſechſte Predigt kennet alſo der Prophet/ daß gewiß ein GOtt ſey. Moͤchtei⸗ mand ſagen: Wer wolte das laͤugnen/ daß ein G Ottwaͤr/e hat ſich ja gnugſam bewieſen/ ſeine Sußſaßffe ſind uͤderaln finden. Freylich iſis an dem/ Ihr meine Geliebten: Nichtz ſto minder ſinden ſich auch mitten in der Chriſtenheit ſ tohe ſic re Leute/ die dieſes nicht glaͤuben/ oder doch im Hertzen dau zweiffeln. Koͤnig David klaget hieruͤber zu ſeiner Zett Ne Thoren ſprechen in ihrem Hertzen: Es iſt kein GOx/ Pſal. 14. v.7, Pſat, 14. Vnd die Chriſiliche Kirche ſinget davon alſo: Pſal.94. v.7. Tit. I. v. 16. 2. Pet.z. v.4. Dann nachdem die Vaͤter Es ſpricht der Vnweiſen Mund wol Den rechten GOtt wir meinen/ Doch iſt ihr Hertz Vnglaubens voll/ Mit That ſie Ihn verneinen. Diß iſt der gottloſen eute Hmbolam und Sprichwoll ſie ſagen: Der HErr ſiehets nicht/ und der GOtt Jan achtets nicht/ 5³l.„. Sie ſagen ſie erkennen G0d0 aber mit den Wercken verlaͤugnen ſie es/ Tit.!. Puuo der zu unſern Zeiten iſts dahin kommen/ daß Spicurus wiedet i bendig wird/ und neue Zunfftgeſellen annimmt. Man finde Leute/ die meinen/ es ſey ein lauter Fabelwerck/ es ſey ein eriichts Mehrlein/ was von G Ott und ſeinem Gericht gelehret undge prediget wird/ allerdings nach des Apoſtels Petri Weiſſagung 2,.3. Wiſſet das auffs erſte/ daß in den letzten Tagen kon men werden Spoͤtter/ die nach ihren eignen Luͤſten wan⸗ deln/ und ſagen/ wo iſt die Verheiſſung ſeiner Zukunßt? entſchlaffen ſind/ bleibet alles us us. Wie es von Anfang der Creatur geweſen iſt Warumb Von ſolchen rohen und ſichern Leuten ſondert ſich alhit wir GOtt der Prophet abe/ und wir auch mit demſelben uns von ſolchen G enkennen ſol⸗ cutern/ die von GOS nichts halten noch wiſſen wollen abſen len/ und auff dern thun/ und lernen vielmehr G HOtt erkennen/ ſolches(i.) Da ſolch Erkent· umb/ weil es G Ottes ernſter Wille und Wolgefallen/ 6 b free De bane mn fffet Nn den zar 8 m 4 4 über den os. Pſalm. 705 Ihn auß ſeinem Wort erkennen ſollen/ dann daſſelbe hat Er ſo nuß ale bald im Erſten Gebot von uns erfordert/ wann Er ſpricht: Ich Dub 2097 moin der HErr dein GOtt/ das iſt du ſolt mich allein fuͤr den Ce, wannwen anigen waren GOTS erkennen. 1. Par, 29. ſpricht David auß 1.Par.29,v.9 G Otes Befehl zu ſeinem Sohn Salomon: Erkenne den SOTT deines Vaters/ und diene Ihm auß gantzem Hertzen. Pſa, ε⁶. Seyd ſtille/ und erkennet/ daß Ich GOtt bin/ Ich Pf. 46. vr. wil Ehre einlegen auff dem Erdboden. O2æ 6. ſpricht die Oſe. 6. v.6- Goͤttliche Majeſtaͤt: Ich habe Luſt an der Liebe/ und nicht am DOpffer/ und am Erkaͤntnuͤß G OTtes/ und nicht am Brand⸗ DOpffer. Solch Erkaͤntnuͤß fordert der HERR von uns nicht umb ſeinet willen/ dann Er bleibet GOCTS das hoͤchſte Gut/ Er werde dafuͤr erkennet oder nicht/ ſondern umb unſernt willen/ wen wir derſelben Erkaͤntnuͤß in viel wegen reiehlich zu genieſſen w aben. (.) Weil uns G Ott eben zu dem Ende erſchaffen/ und aine vernuͤnfftige Seele gegeben/ auff daß wir Ihn auß ſeinem Wwort erkennen/ ruͤhmen und preiſen. Gleich wie alle andere Creaturen umb des Menſchen willen geſchaffen ſind/ daß ſie Ihm n ſollen dienen: Alſo iſt der HERRumb des Menſchen willen er⸗ ſchaffen/ daß er G OTTden Hrrn fuͤr ſeinen und aller andern Creaturen Schoͤpffer ſoll erkennen/ ehren/ lieben/ und preiſen. Die unvernuͤnfftigen Thiere kuͤnnen G Ott nicht erkennen/ well ſie keinen Verſiand haben/ aber der Menſch hai von G HOit eine vernuͤnfftige Seele empfangen/ daß er verſtehen moͤge/ von wem und warumd er ſey erſchaffen/ nemlich ſeinen HErrn und Schoͤ⸗ pffr zu dienen. Dannenhero hat G Ott der HErr dem erſten Meenſchen/ ſo bald Er aus dem Erdenklos ihn formiret/ und einen 1 lebendigen Othem ihm ein eblaſen/ das Gebot ihm gegeben er ſoleenicht eſſen von dem Baum des Erkaͤntnuͤß Gutes und DBoͤſes/ Geu.. auff das er hieraus erkennen moͤch geidas er als eine Gen. z. v.xy. r 2.— 4 1 vernuͤnfftige und zu GTtes Ebenbde erſchaffene Eratur ſchuldig 70⁰4 Die ſechſte Predigt ſchuldig ſey G Ott ſeinen Schoͤpffer aus ſeinem Wort zu etan nen /zu ehren/ und Ihm zu gehorſamen. Eben zu demſelben En⸗ dellaͤſſet uns Menſchen noch heutiges Tages O Oit der HEnnn dieſe Welt gebohren werden/ das wir den HErrn dieſes gtoſin Act. 17. v. 26, und ſchonen Hauſes aus dem Gebaͤude erkennen ſolten/ 46,„ GOtt hat gemacht/ daß von einem Blut aller Menſchu Geſchlecht auff dem gantzen Erdboden wohnen/ und hat Ziel geſetzt/ zuvor verſehen/ wie lang und weit ſie wohnan ſollen. Daß ſie den HErrn ſuchen ſollen/ ob ſie doch Iim 27. Jer. 31. V.34⸗ Jer. 37.. fuͤhlen und finden moͤchten/ un dd zwar Er iſt nicht feune von einem ieglichen unter uns/ dann in Ihm leben/ wehm und ſind wir. 6.) Weil ſich G Ott der HERRdarumd geoffendſ Dann da hat GOTS bald von Anfang der Welt herſiden Menſchen geoffenbahret auff mancherley Weiſe: Nemht einem Wort/ in den Gnaden⸗Zeichen ſeiner Verheiſſung duch vielerley Wolthaten/ durch groſſe uͤbernatuͤrliche Wundatal das Er von den Menſchen hieraus moͤchte erkennet waden. Wann G Ott der HErr nicht gewolt/ das die Menſchen Ihn ten erkennen ſo wuͤrde Er ſich ihnen nicht haben geoffenbahtet Er wuͤrde nicht ſeyn aus dem verborgenen Sitz ſelner Maſſi V 1 hervorgegangen/ ſondern waͤre innen blieben. (4.) Weil uns G Ott der HErr darumb dutch den he⸗ ligen Geiſt erleuchtet/ und wieder darumb geſchehen/ das wir Ihn hin gebohren. Dann ſolches ſ fuͤro moͤchten erkennen chtenſ ruͤhmen und preiſen. Alsdann die Goͤttliche Maſeſtit pi Ich wil mein Geſetz in ihr Hertz geben/ und nihin Sinn ſchreiben(durch den Heiligen Geiſt) und wird kein den andern/ noch ein Bruder den andern lehren und gen/ erkenne den HErrn/ ſondern ſie ſollen mich alle 0) nen/ beyde klein und groß/ ſpricht der HErr. Solch e kaͤntnuͤß dann auch wuͤnſchet der Apoſtel Paulus/ und deuna daß ſa .— — ——————— 8 äää⁰⅓¼¾— —— ͦ—— ———— über den joꝛ. Pſalm. 0F daß es von C Ott dem Heiligen Geiſt hetruͤhke/ Spseſz. da et— poricht: GOTS gebe euch den Geiſt der Weißheit und der Eph.2.v. g. Offenbahrung zu ſein ſelbſt Erkaͤntnuͤß/ und erleuchte Au⸗ gen eures Verſtaͤndnuͤſſes/ daß ihr erkennen moͤget/ wel⸗ che da ſey die Hoffnung eures Beruffes. Auff ſolch Erkaͤntnuͤß G. OTtes nun ſollen wir alle unſere Muͤhe und Gedancken wenden/ dann GOS Terkennen/ iſt die hoͤchſte Weißheit/ und die beſte Gerechtigkeit/ ja das ewige Leben/ gap. 15. v. 3. Sap.. Das iſt das ewige Leben/ daß ſie Dich/ Vater/ daß Du allein warer GOtt biſt/ und den Du geſandt haft/ Joh. 17. v. 3. IEſum CHriſtum erkennen/ 7ob.. Als Moſes auff dem Berge war/ ins Land Canaan einzugehen/ da ſeufftzete und wuͤn⸗ ſcchete er: Habe ich Gnade vor deinen Augen funden/ ſo laß Erod. 33. nich deinen Weg wiſſen/ damit ich Dich kenne/ und Gna⸗ v. 2 de vor deinen Augen finde/ Exod. 3z. Wir ſind auch Pil; grim und Wandersleute in der Welt/ als in einer rauhen wilden Wuͤſten/ wit gedencken alleſampt in das Himmliſche Canaan ein⸗ zugehen/ drumb ſoll ein jedwweder mit Moſe dem Manne G Ottes ſeuffzen: Ach habe ich Gnade vor deinen Augen funden /ſo laß mich deinen Weg wiſſen/ damit ich Dich kenne/ und Gnade vor deinen Augen finde. Wer G Htt recht erken⸗ net/ der weiß an wener glaͤuben/ wen er lieben/ und auff wen er ſein Vertrauen ſetzen ſoll. Wer G Ott den HErrn recht erkennet/ der iſt in guten Tagen nicht zu uͤbermuͤtig/ dann et weiß/ daß G HOtt gerecht ſey/ und koͤnne ſtraffen: In boͤſen Tagen iſt er nicht kleinmuͤtig/ dann er weiß daß G Ott barmhertzig ſey/ und wolte wieder helffen: Wer GOtt den HErnn recht erkennet/ der wird von G Ott wiederumb erkandt/ dann/ der HERR kennet den pf„6. Weg der Gerechten/ at. Vnd der feſte Grund GOt⸗, T1m. 2. an tes beſtehet/ und hat dieſen Siegel/ GOtt kennet die Sei⸗ v,9. nen2. Tum. 2. Im Gegentheil heiſt es nach dem Spruch Na Slsngeni. Qu*᷑ O ElM gnorat, ignorabitur 4 DEO-⸗ Wer Vunu GSOlt 2 706 Die ſechſte Predigt G Ott nicht kennet von dem wil G Ott der HENRwiederun nicht wiſſen/ noch kennen: Dann wer Ihn verachtet/ den wil Er wieder verachten/. Fam-⸗-r.. 1I. 1I. Erkennet/ daß der HErr G Ott iſt: Welches auch Membrum. thut unſer betruͤbter Prophet allhter/ und ſtellet ihm vor/ DHl ſt Was GOtt m, Was G Ott ſey? Spricht: Du aber im H„EAa. Deutet mit dieſem Namen o4, auff G Ottes Weſen uas nemlich G Ott ſey? Nichte ſchwerers iſt einem Menſchen verſtehen/ und außzuſprechen/ als was G.O ſey. Dann G Ott iſt alles in allem/ und uͤber alles/ G Ott iſt ewig und unen lich; Vnſer Verſtand aber iſt endlich und erſchaffen. Dauunt wil es einem Menſchen gar zu ſchwer vorfallen/ GOtt zu aiken⸗ nen. Alle Gedancken vergehen und verſchwinden uns druͤber yu wir finden weder Anfang noch Ende. Je weiter und weiter e ger und laͤnger wir dencken/ ie tieffer und tieffer komen wir hinn und koͤnnen weder von fornen noch von hinden zu einem Tann und Ende gelangen. Daher ſchreibet Cicero von dem Waltde⸗ ſen Manne Kmonide, daß/ da er vom Koͤnige Rierone geſtaget worden/ was GOtt ſey? Habe er einen Tag Bedenckzett bege ret/ da derſelbe verfloſſen/ habe er umb zweene Tage gebeten i auch dieſe herumb/ habe er vier Tage begehret/ und immerdarde vorige Bedenckzeit zwiefach geſetzet. Der Koͤnig verwunden ſich deſſen/ und fraget vimonidem was er hiermit meynete? De gab ihm Kimonides zur Antwort: QOvautdò diutius couſioero tan- tò minus inenio, Je mehr ich nachdencke/ ie weniger ich davon verſiehe. Diß iſt das finſtere Gezelt GOttes umbihn hel⸗ pſal.13. v. diß ſind die ſchwartze dicke Wolcken/ darinnen Er verbor⸗ 1. Tim. 6. gen iſt/ Falm. 1g8. Diß iſt diß Licht in welchem Er wo „. 16. net/ aber da niemand zukommen kan/ T„ 6. Dßß Elo. 6. v. 4 der Rauch/ davon der Tempelerfuͤllet/ alſode Eſaias nich wol hat hineinſehen koͤnnen/ a. 56. Dem ſey nun wie ihm wolle/ ſo muͤſſen wit doch han b über den 102. Pſalm. etwas lallen/ auff daß wir GOTES Maſfeſtaͤt und unſere Schwachheit deſto meht erkennen moͤgen. Der Prophet deutet es allhier ein wenig mit dem Namen JEHOEMH. ſelbiges Wort beiſſet einen Weſenden/ der da iſi das A und O/ der Anfang und das Ende/ der da fuͤr ſich von ihm ſelbſten/ in ihm ſell ſten/ und durch ſich ſelbſten/ der das Weſen hat/ und daſſelbige andern mittheilet. Fragſtu nun was GOtt ſey? So antwor⸗ ten wir mit dem Propheten: ER iſt der FEHOvd, ein ſeld: ſtaͤndiges Weſen/ α ſammum Bur, 6 au*ahoe der We⸗ in ſende/ der ewige JEioy aliund HERR/ der von niemand/ ſonn d dern von Ihm ſelber iſt/ von dem alle Dinge ſind/ und ohne% 4eren ſchwarid nichts iſt. ſ ſ ſ Seßhet/ das lehret uns der Prophet mit dieſem Namen. Beweiß Vnd wann dann ſolcher Name eben ſo wol dem ewigen Sohn daß CHri⸗ O Ottes C Hriſto IEſu zukommt/ als nach deſſen Ankunfft und ſtus ſey der Beſtellung ſeines Reichs der Prophet ſo ein hertzliches Verlan⸗ IenovAn, n gen mitallen andaͤchtigen Iſraeliten traͤget/ ſo lehret er uns hier⸗ din ware 9 mitzugleich/ wofuͤr wir unſern Heyland& Hriſtum halten S0 ½ ⁴ ſollen: Nemlich/ daß Er ſey der ware Jenor All, und Ewige G Ott/ als dann viel helle und klare Zeugnuͤſſe/ ſo wol im Allten als Neuen Teſtament ſolches außweiſen/ darinnen C)hriſtus der Terro d, und ware ewige GO& genandt wird. Solches ohne Weitlaͤufftigkeit/ geliebter Kuͤrtze halber/ augen ſcheinlich zu erweiſen/ wollen wir etliche Spruͤche des Alten Teſtaments/ die von dem Jelron Aund waren groſſen G. Ott/ Reden einfuhren/ und anzeigen/ wie dieſelbe nicht von Menſchen/ ſondern vom Hei⸗ ligen Geiſt ſelbſt im Neuen Teſtament auff C Hriſtum ⸗pyliaret Nu. worden. Als Num. 2.. leſen wir/ daß die Iſraeliten wider SDtt umn. 3l. gemurret,und G Ott verſucht haben, da dann der Feᷣronanh,der ware groſſe O Ott/ verſtanden wid. Nun ſager aber der Hellige Geiſt durch den Apoſtel Paulum, Cor. 16. daß die Iſraeliten 1. Cor. 10. Chriſtum verſucht haben: Hierauß dann zu ſchlieſſen: daß ˙9“ 4 Bunuj Chhriſius 8 b 708 Dite ſechſte Predigt pſalm. 6. C Hriſtus ſey der FElο di und groſſe G Ott. Hſal, 6s ſcht bet Koͤnig David von G Ott dem waten E20y al, Er 5— die Hoͤhe gefahren/ und habe das Gefaͤngnuͤß gefang Iph. 4. v. 8. gefuͤhret. Diß appllitet Sanct Paulus auff C Hriſtum 390 A42. 1154. Item Petrus 41. 2. Alſo leſen wir Eſaiæ 20. e. Es iſt ene *4⁰3. Stimme eines Predigers in der Wuͤſten/ bereitet din HErrn den Weg: Dann wird das Wort elor as weſche dem waren G Ott gebuͤhret/ geſetzet/ und wird von allen Evanz⸗ diaeV liſten/ Arattob. 3. Marc. 1. Luc. 5. Job. r. auff CHRIſuum den Lre hed 53 HERR gezogen/ daß dem Johannes den Weg bereiten ſoll Ioh. 1. v. 23. M2. t. ſtehei: Ich bin der HErr/ der Erſte/ und der Lezte Eſa. 41. v. 4. Diß wird vom Heiligen Geiſt/%0c. 22. auff C Hriſtum gezog Ap z2. v. 3. Das Geſicht Eſaix 6. c. Ich ſahe den HErrn ſitzen auf ⸗ Eſa. 6. nem hohen Stuel/ ꝛc. Da auch die Seraphim ruffen; he⸗ Joh 1.v.4. lig/ Heilig/ Heilig/ iſ GOtt der HErr Zebaoth/ wud jaln aaußbdruͤcklich von C Hriſio außgeredet/ und angezeiget/ dißo Pphet Eſaias habe damals C Hriſti Herrligkeitgeſehen. Al Eſa:as v.23, die Wort Eſaie 4. Mir ſollen alle Knie beugen/ i. wann Fhila. v.10. zun Philippern am 2. auff CHRIſtum gezogen. Auch des Jer. i7. v. 10. Spruch er. 17. Ego JriOY Ati ſcrurans Cor. Ich der Hen Ap. 2. v. 23. Erforſche das Hertze/ wird Hoc. 2. auff C.Hriſium gedeuttt Jer:9. v. 23. JFerem. 9. Wer ſich ruͤhmen wil/ der ruͤhme ſich deß dast 1.Cor.. v.zr nicht wiſſe und kenne/ daß Ich der HErr bin/ wird. Cm. auff C.Hriſtum pplciret. Wie man dann derſelben Zeugnuß in heiliger Schrifft vielmehr hat. Auß dieſen dann Sonnen⸗ klar/ daß C Hriſtus im Alten und Neuen Teſtament der 72nl. Alund wane G Ott genennet werde/ wie auch 76.a0. Thomnat Joh. 10. zu Ihm ſpricht: Mein HErr und mein GOkt. Vnd e 1. Joh.5.v.z1. Hannes 1. Hpiſt. r. von C Hriſio ſaget: Dieſer iſt der warhaf ige GOtt/ und das ewige Lveben. Dieſes wir dann mercken ſollen/(1.) Zu Staͤrckung un ſers Glaubens/ daß wir wiſſen/ wir heten rech mit unem un uͤber den 1o2. Pſalmm. 89 4 in auß dem Andern Aruicul Chriſtliches Glaubens da wit ſpre⸗ chen: Ich glaͤube daß JEſus CHIIſtus warhafftiger GOtt/ vom Vater in Ewigkeit gebohren/ ꝛc.(z.) Zum kraͤfftigen Troſt/ daß wir daher ſchlieſſen koͤnnen/ C Hriſtuͦs ha⸗ be uns warhafftig erloͤſet/ ſintemal Er der groſſe GO&/ der es thun koͤnnen/ was allen Menſchen und Engein unmuͤglich gewe⸗ a ſen. Wann derowegen uns der Teuffel wil anfechten wegen anbrennen/ aber wol allen/ die auff ihn trauen. unſerer Suͤnde/ wegen des Zornes G. O Ttes/ ꝛic. Wann uns Kyrannen verfolgen/ haben wir uns zu troͤſten/ C Hriſtus unſe Heyland ſey der 7EaondAl und groſſe GOS: den ſollen wvir unins Herkze ſchlieſſen und ſagen auß dem 73. Pſalm: HER/ Pſal. 73. v. ug und Erden/ wann mir gleich Leib und Seel verſchmacht/ dan ſo biſtu doch GOTT allezeit meines Hertzens Troſt/ und 5 mein Theil.(z.) Zur Warnung: Dann iſt CHriſtus der TEο d, der groſſe GOC und HErr/ wolan ſo laſt euch Pſal.. v. 10, weiſen ihr Koͤnige/ und laſt euch zuͤchtigen ihr Richter auff n, Erden/ dienet dem HErrnmit Furcht/ und freuet euch mit Zittern/ kuͤſſet den Sohn/ daß Er nicht zurne/ und ihr umbtkommet auff dem Wege/ dann ſein Zorn wird bald T III. Erkennet daß der HErr G Ott iſt: Welchem auch Membrum. Textus. nachkommt unſer Prophet allhier und betrachtet/ Der Potentiam, Bleibe 12 G Ottes ſeine Allmacht/ davon er alſo ſaget: Du aber HERR Ewiglich. 3 bleibeſt Ewiglich: Das Wort bleiben witd in ſeiner Sprache Glaſſ. phil. 1 1 gegeben mit dem verbo Z' welches bedeut Sedere, ſitzen: Da Sac. lib. 5.tr. ddas Sitzen in heiliger Schrifft nicht allein bedeutet vieram& 1.c.n p. 377. habilem permanſionen, da man in einem ruhigen ſtetsweh⸗& pog ös. 8 uenden gewiſſen Zuſtande verblelbet/ Geu. 20. Pſal, 13. Micb.. Ge. 49.va4 1 1 Sondern es heiſſet auch ſo viel als regnare, judiaare, das iſt zum Lat. 1 24 7.. r Pl. 29. v. 10. Gericht ſien ſoder herrſchen und tegieren/ Pſal 22.&r wo.2.Weſſ.a. A.19 de Wü der Prophet ſagen/ wann gleich meine Zeit und Tagedahin, Idoln 2, DBungn h faßten v. 4, f 4 210 Dit ſechſte Predigt ſabren wie ein Schauten/ ich vergehe und werde zunicht inar drumb meines Lebens ſatt/ ſo weiß ich aber/ daß du biſt das uchn 8*o Lebenddu bleibeſt und biſt unwandelbar bey dir iſtnichts vergag, Exod.zu.x. liches. Welches aber alſo beſchaffen/ daß du nicht allei ſchtche Ler.zsen4. blelbeſtiſondern auch noch darzu Krafft deiner Allmacht heni Eecl ed,n. und regiereſt/ und ſolches nicht nu auff eine gewiſſe Zeit/ ſonden en. 2I. V.33 · Eſa. 40. v.as(wie es in ſeiner Sprache lautet/ 8 o) fuͤr und fuͤr/ aan Brochm. Ewigkeit/ als dann ſelbiges Wort nebenſi dem daß es eine gewſe syſtem. Th. Zeit bedeutet Exod. 2l. Ley. 25. Ecol.3. auch an vielen Oiien e tom 2.. 281 Schrifft in ſich begreiffet die unendliche Ewigkeit Gen, a, hen usus. Worbey wir allhier zu erkennen GOtt iſt Niicht allein Del immatabiliratem, GOTtes unttu nicht alein delbares Weſen/ worauff viel Spruͤche der heiligen Schyf unendlich/ zielen/ als wann geſaget wird/ G Ott koͤnne ſich nicht aͤndem hrdeanauch ſey der Er ſey/ So⁴,. bey ihm ſey keine Veraͤnderungne Gerh de. Wechſel des Lichts und Finſternuͤß/ ac, Item daßſin tom..p. 4 Rath und Anſchlag beſtche/ No. 0. Wie dann auchſolats 394. mit ſich bringet die andern Goͤttlichen Eigenſchafften/ o duma FExoOd.3.v. 6. dem Weſen G. HOttes einerley; Sondern da haben wir autjal⸗ Iac. 1. v.. hier zu mercken GOttes Allmacht/ in dem Er alſo ſitzetund ⸗ Eſa. 46.v. 4 bet/ daß Er Krafft ſeiner Allmacht/ herrſche und regiere/ walches ſein allmaͤchtiges Sitzen und Regieren Er nicht allein ervitſn in und durch das Werck der Erſchoͤpffung ſondern auch ſehen ſen durch viel und mancherley Wunderwerck die Ihm keine En atur/ weder im Himmel noch auff Erden hat nachthun koͤnnen b ER ſaß und regierte wunderlich durch ſeine Allmacht Noßenl Sen.3. v.. den Prediger der Gerechtigkeit;im Kaſten da ſonſtalles wasa ſeg. ſer demſelben war erſaͤuffet wurde! Gen. 7. Er ſaß und bane⸗ Gen. 1.v.z. keke wunderbarlich die Zungen der Babyloniſchen Thurmölil Gen. 18. v. 10 Sev.. Wunderlich machte Er die Saram fruchtbar/ daß ſt den Iſaae geboren/ Gen. 5. Wunderbarlicherzagu ſehGn durch Moſen fuͤr Pharaone/ Exoa. 7. 8.g.1s. Wundinh da —·* uͤber den 102. Pſalm. nn hielt G Ott die Sonne im Streit Joſuæ einen gantzen Tag auff/ 426 1 d der Hoͤllen zu ſtoſſen/ Atartb..(3.) Zum Troſt/ in allen v. 9., den unſern Geiſilichen und Leiblichen Anliegen. Naget und plaget ohuæνo. Auffs Gebet Eliæ wird der Himmelgleich eiſern/ und Joſ. o. varz. auff ſeine Bitte regnet es nicht/ Drey Jahr und Sechs Monat/ 1. Reg. 17. 1. Reg. ¹7. Das Feuer muß Daniels Geſellen nicht verzehren/ V.r. a noch die Loͤwen ihn zumalmen/ Dan./. und 5§,. O Wunder! Da 3,94 Welches ſein wunderbarliches Allmaͤchtiges Regieren uns nim⸗.6.V.2. mermehr auß dem Sinn und Gedancken kommen ſolle: Son⸗ derlich/ daß es uns diene(1.) Zum guten Vnterricht in allen Arrtickeln des Chriſtlichen Glaubens. Dann da iſt G.O Ttes Allmacht das Fundament und ſtarcke unbewegliche Grund der⸗ ſelben. So wir in Religions⸗Sachen der Allmacht G OCtes vergeſſen und ſein Wort hindan ſetzen/ ſo erfolget nichts als ſchaͤndliche Blindheit und verfuͤhriſcher Irrthumb/ wie C Hriſtus den Sadduceerr ſagte/ Atattb. 2. Aarc. 1z. Ihr irret und Matth. 22. wiſſet die Scheih nicht/ noch die Krafft GOTtes.(ꝛ.) 158. Vne G OTtes Allmacht dienen ſoll zum Schrecken/ daß wir n uns dieſelbe von allen Suͤnden laſſen abſchrecken/ weil Er nicht allein alles ſiehet/ was wir thun/ beydes heimlich und offentlich/ ſondern Er hat auch die Macht und Gewalt uns in ſeinem gerech⸗ ten Zorn zu ſtraffen/ Leib und Seel zu toͤdten/ und ſie in Abgrund 1h. 10, dich dein Gewiſſen/ der Suͤnden wegen/ ſchrecket dich der Anblick n des Todes/ daß du dich fuͤr ihm entſetzeſt: Greifft der Teuffel mit b ſeinen ſchwartzen Klauen nach dir/ wil dich die Hoͤlle erſchnappen/ und verſchlingen/ O troͤſte dich der Allmacht des HErrn/ Er kun Aretten/ alle die zu Ihm treten. Steckeſiu in Leiblicher Doth und Gefahr verlaß dich auff die Almacht des HErrn/ ſene Aand iſt nicht verkuͤrtzet/ daß Er nicht helffen koͤnne. Er iſt dey uns in der Noth/ Er wil uns heraußreiſſen/ und zu paal. 91. v. ren machen/ Er wil uns ſaͤttigen mit langem Leben/ 1516. and unszzeigen ſein Heyl/ lr. B. Dnd zu De ſechſte Predigt DBPdd ſo haͤlt demnach auch unſer Prophet allhier/(wela mit dieſer Oopoſirion oder Gegenſatz ſiehet eigentlich auff Chha⸗ ſtum Ihn als einen allmaͤchtigen G Oit und HEnn/ derdaſite als ein Allmaͤchtiger/ und regiere/ auch mitten unter ſeinen gin⸗ pſal. no. v.⁊ den/ Pſal. uo. Darumb Er dann auch/ unſer Heyland Chn⸗ ſtus ſelber/ ſpricht: Mir iſt gegeben alle Gewalt im Himm und auff Erden/ Mattb. 2F. Welche ſeine Goͤttliche Oanat und Allmacht Er auch allbereit in den Tagen ſeines Fleiſches ha von ſich ſehen laſſen/ wann Er ſich als ein Allmaͤchtiger E 1 erwieſen da Er auß Waſſer Wein machte auff der Hochzaitin Joh.2. v. 9. Cana in Galilea/ und dadurch ſeine Herrligkeit geoffenbahtal Matt. 3.v. 6 Job. 2. Wann Erdem Wind und Meer gebodh/ daßes ſl ſeyn muſte/ Martb.*. Wann Er mit ſeinen Fuͤſſtn af Matth. 14. dem Waſſer gieng/ nicht anders als auff einer Bruͤcken odii⸗ v. 27. ſien Lande/ Mattb. /1¹. Wann Er den Fiſchen im Seeth Matth. v. nezareth geboth/ ſich von Petro fahen zu laſſen/ und hſteden 7. z. Zinß⸗Groſchen im Maul zuzutragen/ Aatthan. Wannauff ſein Allmaͤchtig Wort und Bedraͤwung der Feigenbaum dar⸗ auff Er keine Frucht fand/ in einer Nacht verdorrete/ von ohen Marc. u. berab biß auff die Wurkzel der Erden/ Aauc. al. Wann Er „.20. dem Koth/ den Er auß der Erden und Speichel machtt ſolche Krafft gab/ daß der geborne Blinde davon wieder ſehen ae nete/ ſo bald Er ihn auff die Augen legte/ und nachmals bey dem Joh. 9. v. 6. Teich Siloah wieder abwuſch/ Job.. In Summa wan Et die Blinden ſehende/ die Tauben horend/ die Lahmen g Matth. u. hend/ die Stummen redende die Auſſaͤtzigen rein genaa v. 5. arrb. u. Vnd umbher gezogen/ geſund gemacht de AA.10. vz3 vom Teuffel uͤberwaͤltiget waren/ 467. ℳ. Müdieſendln Er ja ſeine herrſchende und regierende Allmacht gnugſamandth n gegeben/ davon zur andern Zeit mit mehrem gehandelt worden. IV. 11. Erkennet/ daß der HERR G Ott ſſi welchena Membrum, gethan unſer Prophet allhier und ihm zu Semuͤlegef Iine, — — 4 nndesleen at a. a— uͤber den 102. Pſalm. 28 celebritatem& magvifoentiam, G Ottes ſeinen Ruhm/ Nahm T. und Ehre/ wann Ex ſaget: Vnd dein Gedaͤchtnuͤß flir und Wnd dein fuͤr. Das Wort Gedächtnuͤß in der Schrifft heiſt nicht bloß/ Gezaͤcht. daß man eines gedencke/ ſonſt waͤre Judas/ Pilatus/ Herodes im⸗ nuß fuͤr und mer im Gedaͤchtnuͤß/ ſondern/ daß man einen ruͤhmet und lobet fuͤr. Wil ſagen: Gleich wie O G Ott/ dein Weſen ewig iſt und blei⸗ Was GOt⸗ betalſo auch dein Gedaͤchtnuͤß/ das iſt dein Name/ dein Nuhm/ tes und ſei⸗ dein Lob und Ehre ewig iſt. Mein Name gehet dahin mit dem nes Sohnes Weſen/ und thut mein Gedaͤchtnuͤß umbkommen/ P/alm. ⸗. PDeſtiche⸗ Dein Gedaͤchtnuͤß aber/ Ruhm und Name wehret fuͤr und fuͤr bichemiß. e generatione ad generationem, das iſt/ ſo lange 3. Wirt.P.29 Me hen ſeyn und bleiben werden beydes hier zeitlich und dort plal. 9, v.7 ewiglich⸗ BVnd ſo velhaͤlt ſichs auch inſonders mit des ewigen Soß⸗ nes O O Ttes JEſu C Hriſti Memorial. Ruhm oder Gedaͤcht⸗ nuͤß/ dadurch nicht allein ſein Weſen angedeutet wird/ ſintemal Er ſelber jſt ſein Nahm oder Gedaͤchtnuß/ und ſein Nahm oder Oedaͤchtnaͤß iſt Er ſelber/ aan u allein ſeine Magniffcentia, lig Ehre/ Maſeſtaͤt und Herrligkeit/ ſo beruhmt ſt·n allen Lan⸗ Pial. 8. 1a den/ /³4. Wie auch nicht allein dadurch zu verſiehen ſine Alagnauia, die gtoſſen Wercke/ſo Er verrichtet/ und noch verrich⸗ ten thut/ beſondem auch ſein Wort und Evangelium/ darinnen Er uns ſeine Wercke und Wolthaten vortragen laͤſt/ dadurch zu verſtehen/ welches ſein Gedaͤchtnuͤß thut fuͤr und fuͤr bleiben/ biß ans Ende der Welt/ dadurch Er ihm eine ewige Kirche ſamlet/ ſo fuͤr und fuͤr ſein Gedaͤchtnuͤß/ Name und Ruhm erhalten thut/ nicht allein hier Zeitlich/ ſondern auch dort Ewiglich. Wehret USUs. 85 nfer Heylandes C.RIſii ſein Gedaͤchtnuß freylich fuůr Scß 5* u n arte dehnn denet en Beache nen nuͤß des HErnn allezeit unter uns haͤtten/ ſeinen Namen lobten nicht allezeit allegeit/ 7/³0,52. biß wir ſein Lob dort dermaleins mit der groſſen unter uns. Pyyx Himmel⸗ Pſal.34 va. „— Die ſechſte Predigt 7¹14 Himmel⸗Gemein verkuͤndigen werden ewiglich: Aberder Kuſ⸗ fel goͤnnet G. Ott dem HErrn dieſe Ehre nicht/ er ſchleicht und Pet.5. v. 8. ſtreicht herumb als ein bruͤllender Lowe/. ber. †. und ſurze wie er die Menſchenkinder uͤberrede/ daß ſie den Namen des her⸗ ren ſelten mit Ruhm und Ehren gedencken/ oder wol gar ſein e daͤchtnuͤß unter ſich außrotten und vertilgen thun/ damit ja ſo zeitiger der Zorn des HErrn uͤber ſolche gottloſe Suͤnden⸗Knaahe und Suͤnden⸗Maͤgde anbrenne/ ſie auff ihren Suͤnden⸗Wega umbkommen/ und ins ewige Verderben verſchlungen werm. O unaußſprechlicher Jammer! O unſeelige Noth! Wanmg alſo unter uns ſolte zugehen/ waͤre es beſſer/ wit waͤren niemalon dieſe Welt gebohren/ und haͤtten des Tages Licht nie angeſehen⸗ b Wer ſind dann aber nun die jenigen/ moͤchte iemand ſi gen/ die das Gedaͤchtnuͤß des HErrn unter ſich nicht lelden i nen/ noch wollen? Es ſind I. Blaſphemantes, die Laͤſterer ohn Flucher. G Ott hat dem Menſchen die Zunge in ſeinen Phund geleget/ daß er ſeinen Namen und Gedaͤchtnuͤß ſoll groß mauen⸗ nicht allein in der groſſen Gemeine auff Erden/ ſondern auchder maleins in der allgemeinen Verſamlung aller H. Engel und El⸗ Engel und Außerwehlten im ewigen himliſchen Freuden⸗Leben ſo beredet der vermaledeyte Schand/ und Luͤgen⸗Teuffel ihtervi dahin unter uns Chriſten/ reitzet und beweget ſie/ daß ſiein gefaſtt Zorn/ der nimmermehr thut/ was vor dem HErrn recht iſt ode auß lauter Mutwillen/ oder boͤſer angenommener Gewonhe ſchrecklich laͤſtern/ ſchelten und fluchen. Vnd ſind jemals ſeſch Schaͤnder und Laͤſterer/ ſolche Flucher und Marter⸗Hanſt auf G Ottes Grund und Boden geweſen/ ſo ſind ſie(GHtt ſch geklaget) zu dieſen letzten Zeiten am allergemeinſten wonden Nieht nur einer oder der ander nicht nur ein Land/ Stadt/ Duſ oder Hauß/ ſondern die gantze Welt liegen in ſolchem Jr Bey Klein und Groſſen/ Jungen und Alten Frauen und Mann Reichen und Armen/ in Schelten und Fluhen 25 —2—˖ uͤber den 10:. Pſalm. meiner worden dann Beten. Wie ſoll es dann in der Welt gur werden. b 2. Wollen auch das Gedaͤchtnuͤß des HErrn nicht unter ſich leiden/ incantantes, Zauberer/ Segenſprecher/ Warſa⸗ ger/ ꝛc. und dergleichen. Dann waͤre G. OTtes Gedaͤchtnuͤß bey ſolchen Leuten/ ſo wuͤrden ſie ja gedencken an das was Lev.„. ſtehet: Wende dich nicht zu den Wei Tpern⸗ daß du nicht Lev. 9. v.zr. unrein werdeſt/ dann Ich bin der HERRdein GOTT. Moͤchte jemand von den Patronis Magorum oder denen/ ſo die Zauberey lieben einwenden allhier/ und ſagen: Sollen ſolche das Gedaͤchtnuͤß des HERNAN nicht unter ſich leiden wollen/ die mie Zauber⸗und Hexen⸗Werck umbgehen/ das verhaͤlt ſich nicht alſo/ ſondern da thun ſie ja vielmehr das Gedaͤchtnuͤß des HErrn un⸗ ter ſich haben/ weil ſie ja G Ottes Wort/ das heilige Evangelium S. Johannio/ den Namen Jruorn An, den Namen der Heil. Dreyfaltigkeit/ ꝛc. darzu gebrauchen? Hierauff iſt zu wiſſen/ daß G Ott darzu ſein Wort und Namen nicht gegeben/ ſondern wie Johannes ſaget/ c. 20. Dieſe ſind geſchrieben/ daß ihr glaͤu⸗ Joh.20, v. 32 an bet JEſus ſey C Hriſtus der Sohn GOTtes/ und daß hh ann durch den Glauben das Leben habet in ſeinem Namen⸗ Zu dem Ende iſt uns G.OTtes Wort und heiliger Name kunde worden/ und ſo es anders gebrauchet wird/ ſo wird es gar ſchaͤnd⸗ lich mißbraucht/ und unnuͤtzlich gefuͤhreet. b 4 3. Notten das Gedaͤchtnuͤß des HERNNunter ſich auß Abnegantes, die gantz von GOtt abfallen/ und Ihn verlaͤug⸗ nen/ derer auch nicht wenig gefunden werden bey dieſer heutigen unbeſtaͤndigen Welt/ davon wir zu dieſem mal viel zu ſagen haͤt⸗ ten /die Zeit aber iſt verfloſſen/ verſpaten es derowegen biß zux an⸗ dern Gelegenheit. Vnd dancken G HOtt fͤr verliehene Gnade bey dieſer Stunde. Er wolle itzt angehoͤrtes ſein Wort in unſern Her⸗ zen drucken und verſiegeln/ daß es Frucht bringe in Chriſilicher warer Gedult/ und wir als Kinder des ewigen Lebens ſeyn und bleiben moͤgen/ Amen. Xxxx ij Die ö111ͤ1 Hehnacr. Die ſiebende 1 Vredigt/ 76 Die ſiebende Predigt ſtrin, d. z0. uar Aune Bher den ſechſien Buß⸗Pſalm des Koͤntgs 2 und Propheten Davids/ ſo da iſt der Ordnung nach im Pſalter Buch der Hun⸗ dert und Ander. TEXTIIS. Verf. 14. ee aans eſt Dich auffmachen/ und uͤber ann Eingang. Elebte und außerwehlte Freunde in Chhnſt: 4 K Im Buͤchlein Joſuæ am. gebieten die Nange eute dem Volcle und ſyrechen: Wann ihi M hen werdet die Lade des Bundes des her u ren eures GOTtes/ und die Prieſter auß Nden Leviten ſie tragen/ ſo ziehet auß von eurem Ort/ und folget ihr nach/ doch daß zwiſchen au und ihr Raum ſey bey zwey taufent Ellen/ ihr ſolt nicht u übr nahen/ auff daß ihr wiſſet/ auff welchen Weg iht ge⸗ hen ſollet/ dann ihr ſeyd dieſen Weg vorhin nicht gegangn. Dieſes kan eine feine Geiſiliche Deutung haben auff C hiſtun Die Lade des Bundes war von gutem Foͤrenholtz/ ſo nichl in faulet/ und gantz und gar außwendig und inwendig vergihei Alſo hat der Sohn G Ottes ein heiliges und unbeflecktes Fit an ſich genommen/ welches die Verweſung nicht ſehen dirfm b und in welchem die Gottheit leibhafftig gewohnet. Thaun — ——„ —— 982——y ho 1 45 3 4 8 8 4 2 ngng 2 1——————— 3 2 82 v 3 3 2 1 Ach daß die Huͤlffe auß Zion uͤber Iſrael kaͤme/ err ſein gefangen Volck erloͤſete/ ſo würde Jacob froͤlich ſeyn/ und Iſrael ſich freuen. Allermaſſen dahin gerichtet un· uͤber den 102. Pſalm. ꝛi Laden ſiund der Gnaden⸗Stuel/ mit den Fluͤgeln der beyden Cherubin bedecket/ zwiſchen welchen der HErr mit ſeinem Volck redete: Alſo iſt C Hriſius uns von G Ott geſetzet zum Gnaden⸗ Thron durch den Glauben in ſeinem Blute/ uͤber welchen die Schrifft Altes und Neues Teſtaments zuſammen ſtimmen/ und G Stt der Himliſche Vater ju uns in den letzten Zeiten geredet hat. In der Bundes⸗Laden lagen die Taffeln Moſis/ darauff das Geſetz geſchrieben war: Alſo iſt in C Hriſio G⸗Ottes Geſetz gantz erfuͤllet. Darumb wann uns G Ott das Geſetz vorhaͤlt/ ſo halten wir Ihm ſeinen lieben Sohn vor in welchem Er es voll⸗ koͤmlich findet/ was Er von uns fordert und haben wil. Die La⸗ de des Bundes witd von den Prieſtern getragen: Das iſt: Die gantze heilige Schrifft/ Propheten und Apoſtel zeugen von C Hri⸗ ſtound Er wird auch heutiges Tages von den Predigern herumb getragen in aller Welt/ wo nemlich G Ottes Wort von CHriſti Perſon/ Ampt und Wolthaten recht gelehret wird. Daß aber die Kinder Iſrael bey zwey tauſend Ellen muſten hinter der Laden Peachenedas bedeutet/ daß von Moſe an/ noch in die zwey tauſent Jahr waͤren/ biß auff die Zukunfft C Hriſtt ins Fleiſch/ unterdeß folgten ſie Ihm nur von fernen nach in dem Levitiſchen Schat⸗ ten und Vorbilden. Dann das Geſetz hatte den Schatten der zukuͤnfftigen Guͤter/ wir aber das Weſen ſelbſt. Bey welchem nachfolgen unter den Vorbilden ſo ein hertzlich Sehnen und Verlangen unter den Iſraeliten entſtunde/ 7. ſie ſeufftzeten: kaͤme/ und der ſers betruͤbten Propheten ſein Wunſch und Gebet/ ſo er allhier in 8 1 tatverleſenem thut/ wann er ſpricht: Du wolleſt Dich auff⸗ machen und uͤber Zion erbarme. Kng. Wann wit nunam naͤhern vor uns genommen/ den An⸗ dern Theil dieſes unſers Pſalms/ ſo dain ſich hat/ a⸗rdenriſimun Xxxx iij Aoſide- — 4— —.——— 2 8. — 4 3— —.—— ————————————— 2—— „.*——,—— —— 5— 3 ¹—— 6— 8 718 Die ſiebende Predigt dehderium, ein herrlich Verlangen nach der Zukunfſe des 9 Meſſiæ ins Fleiſch/ an welchen ſich der Prophet und ſein beurad⸗ tes Volck damals mit wahrem Glauben in ihrem Elend und de Erkaͤntnuͤß ihrer Suͤnden gehalten. Da wir dann bey ſolchm Verlangen zum Anfang beſehen gehabt elegautiſlam Proplas Antitbeſim ſeu oppoſirionem, Einen ſchoͤnen Gegenſatz/ ſoe Prophet machen thut: Als wollen wir anitzo zu betrachten bon uns nehmen/ 2m ex Aeſiderio Propbetæ petitionen, Des Pro⸗ pheten ſehnliche Bitte im Namen des betruͤbten Juͤdiſchen Volckes. Hiervon auffs kuͤrtzte und einfaͤltigſte zu reden/ ann daß es ohne Nutz nicht abgehen moͤge /ſeufftzet zuvor mitmiraſe Hilff HErr/ hilff/ laß wol gelingen/ Dir zu Ehren/ un dann auch zu unſer Seeligkeit/ AI.nen. Abhandlung. 7» Elangende/ geliebte Freunde in C Hriſto/ des Proyen 8 Jſehnliche Bitte/ ſo er allhier im Namen des betruͤbte zi — diſchen Volckes thut/ ſprechende: Du wolleſt Oich auffmachen/ und uͤber Zion erbarmen/ ſo iſt dieſelbe zwa kurtz etwa wie in ſeiner Sprache zu erſehen nur von vier Wortn Aber ſo kurtz ſolche Bitte iſt/ ſo ſehr nachdencklich iſi ſe. Dam da iſt dieſer Wunſch/ Bitte oder Gebet. J. T. Oratio recta ſeu vera, Ein Gebet gar recht und wol Membrum. geſtellet/ nemlich zu G.Ott. Dann ſpricht er inds Dur Das Ad ſſi: Dugroſſer GOT/ der Du ewiglich bleibeſtlund oan Ge DSdeachtnuͤß fur und fuͤr/ zu Dir richte ich mein Seuffzenund Ge usus, bet. Gehet uns glſo mit ſeinem Exempel vor/ anzeigende/ zu Zuwem wir lem unſer Gebet muͤſſe gerichtet ſeyn/ wo wir andets unſer Gebet recht und fruchtbarlich beten wollen: Damit es uns it zu richten. 3 wie den Samaritern/ von welchen C Hriſtus ſaget/ Fol.⸗ Ihr wiſſet nicht was ihr anbetet: Oder damites uns nic widerfahte wie den weiſen Buͤrgern in Athen/ bey denen 1 ſ ͤſͤſͤſſſ““ * 82 9 4 —————— 4——— 1 3* 1“ — 1 2 ““ 2* 1 4. 4—————— —.— 1—— ö 8 4— 5 — 3 3 2 8 1 S 1 1 2 — — —— 58 4 8 8 1 4.—. ———-õ—p—— — — 1 ———““ uber den 102. Pſalm. voſtel Paulus einen Altar gefunden/ darauff geſchrieben war/ der unbekandte GOtt/ cr.⸗7. oder ja/ daß es uns nicht gehe wie den blinden Heyden/ die da/ wie der Euſebius ſchreibet/ in die viel tauſent Abgoͤtter geehret und angebetet haben. Wie dann in heiliger Schrifft vieler unterſchiedlicher Abgoͤtter gedacht wird/ ſo mehrentheils von den Heyden/ viel aber auch zuweilen von dem Volck GO Stes mit groſſer Abgoͤtterey angebetet ſeyn: Wie dann der Prophet Jeremias ſolches auch ſeinen Zuhoͤrern vor⸗ wirfft: So manche Stadt/ ſo manchen Gott haſtu Juda/ Ier. z. v. z9. Jer. 2. Damit uns nun eben daſſelbe nicht widerfahren moͤge/ ſo zeiget allhier der Prophet mit ſeinem Exempel/ zu wem wir un⸗ ich z0 Welches wol zu mercken/ umb der Paͤbſtiſchen willen/ ſo die verſtorbenen. ſer Gebet zu richten: nemlich zu dem waren GOtt. Heiligen in ihrem Gebet mit Hauffen anruffen/ alſo/ daß allein in ihrem einigen Gebet⸗Buche/ welches ſie Hortulum animæ nen⸗ nen /in die 140. Heiligen/ welche als Nothhelffer ſie anbeten/ ge⸗ funden werden. Wie ſie dann auch fuͤr deroſelbigen Heiligen ſilbernen/ guͤldenen/ ſteinern/ hoͤltzern oder gemahlten Bildern nie⸗ derfallen/ und anbeten. Welches dann eine groſſe Blindheit/ und derowegen wol darvon mag geſaget werden/ was die Heeuba beym Euripide von ihren Goͤttern klaget/ daß ſie gnari Opitula- zares das iſt’faule und unnaͤsliche Nothelfferſeyn. Wie dann auch ſolcher und aller andern Goͤtzen Nichtigkeit im Pſalm, us. Jer. 10. Sap. B.. I. Baruch am 5. 7.,, gnugſam beſchrieben werden. Derowegen weg mit den verſtorbenen Heiligen/ und die und Iſr ael kennet uns nicht/ ½. 7½. Weg min den andern eooniſchen Abgoͤtternund Goten: Der groſſe G Ott iſts/ der dieſelbe anbeten wollen/ Dann Abraham weiß von uns nicht/ Ela. 64. vas 3 Gebet ethoͤret/ und zwar gar gerne. Koͤnig Oemetrins wolte kei⸗ Lauterbach ne Beſchwerden haben/ ließ die Sachen auff der langen Banci im Regen⸗ din ſtehen/ zu letzt ſtelte er ſich als wolte er einmal zur Sache gret⸗ ten⸗Buch. fen ließaußtuffen/ wer du./2epbiciten haͤtte der ſolte ſeine Klag⸗ Libel 2²⁰ Die ſiebende Predigt Aibel auff eine Zeit einlegen/ man wolte ſie gnaͤdiglich durchſchn 6 Er nam ſie zum Schein freundlichen an/ ſchloß ſie in ſinen w h gen Rocl/ und ließ ſie alle famptlich von der Bruͤcen ins Wiſſ li Axium fallen/ und hinflieſſen. Exwolte ihm ſo ylel Abeitt he nehmen/ damit er der Vnterthanen Sache zu recht gehbracht/)uih) nach Ampts⸗ Gebuͤhr verhoͤret haͤtte. Mit welchet Than A auch ſeiner Macedonier Gemuͤter gar von ihm ahwend„. e DVbel gethan von Demetrio/ Ein ſolcher iſt unſetgetag G Ott nicht/ ſondern Er nimpt gerne unſere Supplicationes a b Pſal. 8. v.z7 hoͤret gerne unſere Bitte und hilfft uns/ T³l H. Lacw. MI Luc. 18.**. Er dann ſpricht: Ehe ſie noch ruffen/ ſo wil Ich antunh ⸗ ELsS. v. 24 fen/ und wann ſie noch reden wil Ich erhoͤren/ 5 ,. Maſſen auch ſolches beſtettiget der ewige Sohn G Hiues C), Joh is. v. 33 Jo⁶. 6. War lich/ warlich Ich ſage euch/ was ihii 2 afer bitten werdet in meinem Namen/ das wird gnh ceernr 8 6 II. Iſt dieſes Gebet precatio ardeus& devotz, tinii, 5 Membeum. einſt und andaͤchtig Gebet: Dann da lauts: Du wolleſt oh Du wolleſt auffmachen dpd Erſarges, Du wirſt auffſtehen: EOmſſin 4 Dich a uff Geiſt und zwar ein ewiger allgegenwaͤrtiger unermaͤßlicher Goſ 3 dpn kahn alſoleigentlich davon zu reden/ nicht ſitzen/ iiegen /ſeheno F) auffſtezen/ſondern ſolche und dergleichen Reden werdenin derſel. 3 Schrifft gefuͤhret„er aA,Heon m aea, wie man in Schuln** tedet has iſt auf menſchlicke Weiſe/ werden aber berſtandena, a auff Goͤttliche Weiſe. Vnd alſo witd geſagt von O ſiehe auff/ oder mache ſich auff„ands innotsſtit appartt uiſs, 1 tur, wie Auguſtinus meldet: Wann Ex mit einem ſchent— Zeugnuͤß oder Zeichen ſeine Gnade und Gegenwart odaeh macht bezeuget/ und dieſelbe empfunden wird. Nun deans b damals das ſonderbare Gnaden⸗Werck GOties/ datnachſii ein hertzliches Verlangen hatten/ die alletſuͤſte un gncdtzafn — — über den 102. Pſalm. 727 kunfft ſeines lieben Sohnes ins Fleiſch/ das iſt die Zukunfft des Horrn Meſſie/ da ſolte demnach nun endlich GOtt ſich ſehen maaſſen mu Sendung ſeines Sohnes/ ſich auffmachen/ und ſolch u oohes Gnaden⸗Werck einmal fortſetzen. VDnyud wann nu auch das Woͤrtlein Op in ſeiner Sprache Glaſſ. phil. nicht allein ſo viel heiſſet/ als auffſtehen/ ſich erheben und auffma⸗ Sac. lib. 3. chen/ ſondern es bedeutet auch ſo viel als ſare, perſiare ſeu ſubſt, tract, 3. de ere, ſtehen/ oder feſt beſtehen/ wie es in ſolcher Bedeutung ge⸗ verbo p. 225 brauchet wird im Buͤchlein Joſux am 7. Die Kinder ſrael Ioſ.⁷7, v. n. mdgen nicht beſtehen vor ihren Feinden: Vnd im. Pſalm wird von den Gottloſen geſagt: Sie bleiben oder Dip' non ſta. Pfal.*.V. 5. un, ſie werden nicht ſtehen im Gericht. Als dann auch im MNeuen das Wort ſtane, oder Stehen nur ſolche Bedeutung hat/ ſonderlich da 7ob.§. c. geſaget wird von dem Teuffel/ in veritate. uon ſtetit, er iſt in der Warheit nicht beſtanden/ das iſt/ er iſt Iobe. v.44. außgefallen/ nicht feſte drinn beſtehend blieben. So wil dem⸗ nnaach durch ſolches Stehen der Prophet G OTS erinnern/ ſeine oielfaͤltige herrliche Vertheiſchung/ die er dißfalls von CHAIſto 1 und ſeinem Reich/ ſo da ſolle angefangen werden/ gethan/ in wel⸗ chen Verheiſchungen Er ſtehen wolle/ Er wolle auß denſelben nicht außfallen/ ſondern ſie war machen. Hierumb bittet nun der Prophet ſo ernſt und andaͤchtig/ wil ſagen/ O Du lieber G Htt/ wir koͤnnen uns nicht auffmachen/ und zu Dir kommen⸗ in ſolchem unſern Jammer und Elend/ darumb ſo ſtehe Du doch auff/ und komme Du zu uns/ ſey eingedenck deiner vielfaͤltigen Verheiſſungen/ da Du den H. Meſſiam den Heyland der Welt u ſenden verſprochen haſt/ mache es doch endlich war/ und hilff anozu C Hriſio und ſeinem Reich/ damit wir unſers ſuͤndlichen 8 IJammers und Elendes moͤgen quit und ledig werden.(sus. VSey welchem ernſien andaͤchtigen Wunſch⸗Gebetlein wir Auff Chri⸗ akennen/ wie zu iederzeit auff CHriſtum geſehen wor⸗ ſium hat den. Luͤrtzlich davon zu reden. Geſehen iſt worden auff C Hri⸗ man ieder⸗ .“ Pyyy, Rum zeit geſehen ꝛu Die ſiebende Predigt ſtum(1.) Tempore aternæ aiſpoſätionis, zur Zeitder ewigen an⸗ ordnung(wofern man die Ewigkeit eine Zeit nennen ſoll) G. Auguftinus ſchreibet/ daß auff eine Zeit ein ſpitziger und witzige Kopff einen gefraget habe/ was doch G Ott ſo lange gemachi Er die Welt erſchaffen? Darauff er geantwortet: Aka ſcrun. tibus gebennam parabat. Er habe die Hoͤlle gebauet fuͤr di ſolche hohe und vorwitzige Sachen erforſchen wollen/ wanna gen wollen: Neſcio vod neſcio, was ich nicht weiß/ das weihi nicht. Darumb auch lrenæus ſagt: Ma reſponſio ſubjaret D, die Antwort auff ſolche Frage ſtehet allein bey GOtt. Inhe⸗ (G8T hat uns erwehlet durch CHriſtum/ ehe der Wi „ Grund geleget worden. Vnd S. Johannes der Evan Jok.i. v. 29. ſiſt und Apoſtel ſaget/ das Lamb GOTkes/ welches der lbet von Anfang der Welt. Darumb auch die Lehre von Chyiſo ein ewiges Evangelium genandt wird/ dazu vernehmen di her verordnet daß wir durch C Hriſtum ſeelig werden ſollen. den Menſchen nicht allein durch Figuren und Bildern! ſonden auch mit klaren und deutlichen Worten gethan hat. Dann bald der Menſch gefallen/ und ihn GOc T angenommen ha den Meſſiam verheiſſen umb deß willen/ daß das Menſthlite Gen.z. v. 15. Seſchlecht zu Gnaden kommen ſolte. Da G Ott ſaget: Do Weibes Saamen ſoll der Schlangen den Kopff zutraun⸗ der ete weſebadeheſſeng an ſe inmerennaufan kolgen/ wie in dem Moſe/ in den Pſalmen/ und in den Fheten zuſehen. b Mhaun 4) hu haͤtte antworten ſollen/ ſo haͤtte er ſmoliciter und ſchlecht wig — liger Schrifft aber/ wird uns dieſer Kummer auffgeloͤſet/ nanſih Eph. 1. v. 4. DE 0l' elegit uos in Cbriſto jeſu aute mundi conſtitutunn Apoc. 13. v. 8 Suͤnde kraͤget/ wie Johannes der Taͤuffer redet/ iſt erwurgt G Ott der HErr/ ehe die Welt geſchaffen worden/ von Ewigfelt ——— —(2.). Auff EHriſtum geſehen worden/ Tempore gaaui promſuis zur Zeit der gnaͤdigen Verheiſſung/ deGes ————— Z uͤber den 102. Pſalm. (.) Hat man auch auff CHriſtum geſehen/ Tenpore ar- dentis expectationis. Zur Zeit des inbruͤnſtigen Verlangens nach dem Meſſia. Wie dann ein ſehnlich Verlangen nach 4 demſelben gehabt alſo bald die liebe Eva/ darumb ſprieht ſie/ als ſie b b 4 CEs hat ein Verlangen nach dem Meſſiæ gehabt der liebe Lamech: den Cain geboren: Ich habe den Mann den Herrn/ Gen. ½. Gen. 4. v. Drumb ſpricht er: Der wird uns troͤſten in unſer Muͤhe Gen.5. vꝛ9. und Arbeit auff Erden/ die der HErr verfluchet hat/ 5eng. Ein Verlangen nach Ihm gehabt der Abraham/ welchem der HErr C. Hriſtus ſelber das Zeugnuͤß giebet/ wann Er zu den Ju⸗ den ſpricht: Abraham euer Vater ward froh/ daß er mei⸗ Jon. 3. v./6. nen Tag ſehen ſolte/ und er ſahe ihn und freuete ſich/ 7ob. 9. Es hat ein Verlangen nach Ihm gehabt der Jacob/ drumb ſpricht er: HErr ich warte auff dein Heyl/ gen.„. Der Mann Gen. 49. OStes Moſes/ wie er ſolches außdruͤcklich zu verſiehen giebet/ wanner ſprreht: Ach HErr ſende doch den/ den Du ſenden Exod. 4.v, /13 wilt. Exod. 4. Der Prophei Eſaias: Drumb ſeufftzet erſo hertzlich: Treuffelt ihr Himmel von oben/ und die Wolcken Eſa. 45. v.8. regnen die Gerechtigkeit/ die Erde thu ſich auff und bringe Heyl/ h³. 25. Ein hertzlich Verlangen nach dem HErrn Meſ⸗ a uber Zion erbarmen. ſie getragen der Koͤnig David/ darumb braucht er ſo gantz ſehnli⸗ che und hertzbtechende Worte: Ach/ ſpricht er/ daß die Hülffe Pſal. 4... auß Zion kaͤme/ und der HErr ſein gefangen Volck erloͤ⸗ ſete/ ſo wuͤrde Jacob frolich ſeyn/ und Iſrael ſich freuen/ et. Wie dann auch der Prophet ſampt dem Juͤdiſchen DVDolck allhier /ſeufftzende: Du wolleſt Dich auffmachen/ und (a.) Iſt auff C Hriſtum geſehen worden/ Tempore aiyiueæ ei onus, zu der Zeit als die Goͤttliche Sendung des Meſſie geſchehen iſt. Dann als die Zeit/ von G Ott in ſeinem ge⸗ heimen Nath beſchloſſenſerfuͤllet war/ ſandte Er ſeinen Sohn Gal4. v. 4, gebohren von einem Weibe/ und unter das Geſetz gethan/ 1 b Yyyy ij aauff 4 5 4 8 88 1 3*-- 3“*²““—. 3 3 6. K 8 1— 4 8 8 4 5 3he. — 88 1 e-— 4— 4 8. 5 4 8—— 8 9 ä G 1 4 — 5*—„ 3 —. 3— b 4 4 ——— 8 3. 4 3 5 12 2.— 1 1. 1 25 4 3 coÿSjjj4jjj—— 1 4 4— 8 2 u ee——— 8. 8—* 1= 1————.——— „——.. 5———=*.— —. 8.——“*. 7 ———— 3 K 1 4— —— 8 1 8 4 2 3„—= 1 1— 4 2 3 4 2— 5 8.*.*— B—— . ¹ 8—— 3*— 4 — 1—————* 1— 4 8——————— 3—— 3 2————. ——————————— 5.— 1.— ———————————.———————— —————— ͦ———— 4... r—*—.“—— 2—* 3.— ——y————————————— ——————————. 5*————— —————*——————————— ————— —————— 5——— 4—— — 5 ää3“—— ——.————y—— ————— n— 8 —— 8 ——— 5 — —— ———— 724 Die ſtebende Predigt auff daß Er die ſo unter dem Geſetz waren/ etlöͤſtte/ Gala, Es hat zwar der Allmaͤchtige G Ott ſonſten viel treffliche Lau Exod⁴. 4. v. 3 geſendet: Moſen ſendet Er in Egypten/ daß er das Volch quß der ſchweren Dienſtbarkeit erloſen und außfuͤhren ſolte/ welchaag Pena9 v. auch that. Joſeph ward von G Ott geſandt in Egypten dan 1.85. ·17. das gantze Land und ſein Vater und Bruͤder in der groſſen ga . rung ernehret wuͤrden. Jephtah ſandte G Ott auch/ daß enſan V. II. 2 7 æ2 1 6. 5. v.zL. Volck von den irrdiſchen Feinden erretten ſolte. Samualwm ſalben. Manchen herrlichen Propheten hat G.OS ſinm Volck geſendet/ damit ſie das Volck unterwieſen/ fuͤr Schaden warneten/ und den rechten Weg G.OTS zu dienen zeigete Aber dieſen keinen/ und ſonſt auch niemand/ hat G OTalog ſandt wie ſeinen Sohn IEſum CHriſtum/ daß Er ſey ein W ſter und Heyland/ der ſie errette der den Elenden predige/i T g zerbrochen Hertzen verbinde/ den Gefangenen eineile digung/ den Gebundenen eine Eroͤffnung/ ja ein gnaͤdiges Jabhr des HErrn/ ein Tag der Rache unſers GOt und daß Er troͤſtet alle Traurigen/ Fha. ¹. Alle gtoſſe h⸗ den und theure Propheten ſind nur zu einem Volck geſandt/ den b Phun fal⸗ vernaſtchen Allein der ewige Sohn G.OTSEG C Hriſtus iſt geſendet/ daß alle Moͤlcher at und ſi ſein troͤſten ſollen. 3 b Wtae auf thn ſehen 4 i A Man hat auff C Hriſtum geſehen/ Tempore Anus manifearionu, zur Zeit/ als ſich der A IEſus ſelberher⸗ 5 gethan und offenbahßret hat. Dann weil der Er JEſis E Hriſtus umb der Menſchen/ und umb ihres Heyls willen von Dimmel geſtiegen/ und zu uns auff Erden kommen/ ſo haul nicht verborgen bleiben/ ſondern ſich den Menſchen offenbahi wollen/ damit ſie Ihn erkennen lernten/ und durch ſein Erkaͤn⸗ nuß/ die wahre Gerechtigkeit die vot G.OTgüilt) und das ewige Leden elangen mochicn. Diſſe Offendazrung i nict 5 von G Ott geſandt/ daß er den Saul ſolte zum Koͤnige uͤber Iſtut uͤber den 102. Pſalm. und ploͤtlich geſehen: Sondern wie die Sonne ißren Auffzang verrichtet/ daß/ wann ſie ſich zu uns unter dem Erdboden hervor 91 machet/ die Morgenroͤthe oder Licht erblicket wird/ darauff ſich ddie Straalen ſehen laſſen/ und alſo das gantze Corpus der Sonnen mit ihrem Licht/ Straalen und vollem Feuer geſehen wird: Eben nalſo hat Oriens ex alto, der Auffgang auß der Hoͤhe/ die Sonne ddeer Gerechtigkeit/ welche iſt C Hriſtus/ ſo Anfangs bey den Hey⸗ dden gantz und gar/ und bey den Juden unter den Figuren/ Bll⸗ dern und Schatten verborgen geweſen/ ſich hervor gethan/ daß 90 G Ott im Fleiſch offenbahret worden. Dann nachdem Er ein Meenſch gebohren worden/ hat Er ſich den Heyden durch einen ſchoͤnen neuen Stern zu erkennen gegeben/ und ſie zu ſeiner Krip⸗ pen geleitet: Sich den Juͤden durch die Engel/ durch dieſelbe den Hirten/ und durch die Hirten dem Volck kundt gemacht/ biß Er an endlich ſich ſelbſt hat ſehen und hoͤren laſſen im Tempel unter den Lehrern/ im Zwoͤlfften Jahr ſeines Alters/ und hernach vom 3 Dreyſſigſten biß ins Vier und dreyſſigſte Jahr ſeines Alters/ durch herrliche und Hertz⸗brechende Predigten/ durch fuͤrtreffliche Ooͤttliche Wunderwercke/ und endlich durch ſeine Paſſion/ welche CEroffentlich zu Jeruſalem verrichtet/ vor der gantzen Welt offen⸗ bahret/ welche Er auch allen Menſchen in der gantzen Welt von derſelben Zeit an biß auff dieſe Stunde laͤſt kundt werden/ und wil ſich noch immer bekandt machen biß ans Ende der Welt. 1.(6.) Wird auff C Hriſtum geſehen: Tempore fidela⸗ ccæprious, zur Zeit der Annehmung im Glauben. Dann m wiewol die Seinen das iſt/ die Juͤden Ihn nicht angenommen/ mnoch an Ihn geglaͤubet haben/ dennoch hat es zu keiner Zeit an Ieuten/ auch unter den Juͤden gefehlet/ die an Ihn geglaͤubet ha⸗ e ben/ und ſind noch G Ott Lob viel tauſent mal tauſent frommer e Kerzen/ die ſich in warem Glauben des HErrn C Hriſti troͤſten. .(2) Wind auch auff C Hriſtum geſehen werden/ Tem⸗ Sote.uſte retributionin zur Zeit des gerechten Gerichtes/ und Yyyy ij b Pergel⸗ 7²6 Die ſiebende Predigt Vergeltung. Dann der Vater richtet niemand ſondenn hat Joh. 7. v.az. alles Gerichte dem Sohn uͤbergeben/ 706, 5, Deriſtder Act.17.v.31. Mann/ in welchem GOtt beſchloſſen hat zu richten de Creyß des Erdbodens in Gerechtigkeit/ 4. 7y. Duſß Act. 10.v.42 von GOtt verordnet ein Richter der Lebendigen undze Todten/ 7.„. 1 Wiederumb Sehet wie C Hriſtus allein der Kcopus und Zwecliſidauunſ wir auff zu ſehen/ welches wir dann auch thun/ und auff denſelben en EHriſtum und allein unfere Augen wenden ſollen. Fragſtu abet hen zu ſehen. umb dann eben auff CHriſtum zu ſchen: iſt dann ſochen it daran gelegen? O ſa freilich in alle wege. Von Mandiguſ Heinrich in Meiſſen/ ſo am erſten Thuͤringen zum Meißin⸗ Land gebracht/ wird geleſen/ da ihm die Silber⸗Gruben zu gi burg ſo viel Silber gegeben/ daß er auch das gantze Koͤnign Boͤhmen kauffen koͤnnen/ darumb er einen groſſen Baum a Silber machen/ und bey Northauſen in Thuͤringen ſetzeniſin deſſen Blaͤtter etliche guͤlden/ etliche ſilbern waren/ damit erditen denen ſo im Ritterſpiel und Thurnieren ſich tapffer uͤbeten Guͤn außtheilete. Laſt ihr/ gellebete Freunde/ hochhalten ſolche n ſche Schaͤtze wer da wil: Ein Schatz ůͤber alle Schaͤtze Aai thum uͤber alle Reichthuͤmber iſt das Erkaͤntnuͤß G OTteo m lob,.3. Lrſſti/ welches wir G Ott Lob haben darinn auch dasenge Leben beſtehet/ Job. ⁷„J. Haben wir nun eben nicht /wieanden irrdiſche Schaͤtzeſo laſſet uns begnuͤgen/ daß wit dieſen deſa 82 19.v. 3. Schatz C hriſtum haben/ auff den ſehen und Ihn ekennmn; ie d ſſche Schatz ſind veraͤnglich/ aber C.riſtum erkennen ſi 111. Wurhzel des Ewigen Lebens /Sp.. n Membrum. 7I2. Iſl dieſes Oebet recama humibhma Ein aun Textus, tiges Gebet: Dann da bittet der Prophet: Du wollſt Du wolleſt auff machen/ und uͤber Zion erbarmen. Er begehret von 60 Dich aber nicht/ daß Er wolle ſein und ſeines Volckes groſſes Herkomma 3 5 erbar⸗ ſo ſie hatten von den heiligen Baͤtern und Erbveiemſwach — „— darmen vonnoͤthen: Vnd zwar/ weil der Schade groß/ das Er⸗ uͤber den 0z. Pſalm. treffliche Maͤnner geweſen/ anſehen; Er begehret nicht daß Er ſie wolle erheben und groß machen in dieſer Welt: Sondern in aler Demut ſetzt er ſich herunter/ erkennet ſeine und ſeines Volckes Vnwuͤrdigkeit und Schwachheit/ woruͤber nicht anders als Er⸗ barmen auch darumb muͤſſe ſo viel deſto groͤſſer ſeyn/ welches er Geth. Har- dann wil andeuten mit dem Woͤrtlein dd, ſo allhier in ſeiner ur en. 2n b k Sprachen/ und ſo viel heiſt/ als ſich recht hertzlich und muͤtterlich Returr.&e liches Erbarmungs⸗Werck/da ſich G. Ott unſer ſo hettzlich ange⸗ uber einen erbarmen/ und kommt uͤberein mit dem Griechiſchen Adſcenſ. 2r Aa εεμμκι‿ Marc. C. welches ein ſolch Erbarmen und Jam⸗ Chr. p. 376. mern bedeutet/ daß einem das Hertz im Leibe wil zerbrechen/ es Tarnov. gehet einem durch Marck und Bein, und iſt ihm nichts anders zu in Mich. c.7 Mute als einer treuen Mutter/ welche Jammer an ihren Kindern v. 19⸗p. 21*. ſiehet/ die ſie mit Leibes und Lebens Gefahr zur Welt gebracht iem in Za- an hat/ das Hertz im Leibe moͤchts ihr Blut weinen. Alſo wil der char 6.1. Prophet ſagen/ ſolle ſich G Ott auch ihrer und ihtes ja des gan⸗P.3?. * tzen Menſchlichen Geſchlechts/ erbarmen. Dabey nun zu mercken/ Wofür wir das Werck der Sendung des Sohnes Usls. GOttes ins Fleiſch anzuſehen? Nemilich als ein recht hertz⸗ SDa das Sendung nommen und ſich der geſtalt unſer etbarmet/ daß Er das Boͤſe von des Sohnes uns abgewandt/ im Gegentheil aber das Gute wiederumb zuge⸗GOttes ins wandt. Dann da hat Er ſich unſer erbarmet/ und durch ſeinen Ileiſch ſey Sohn C Hriſtum von uns abgewandt(1.) die Suͤnde: Dann ein recht C Hriſtus hat alle unſere Suͤnde auff ſich genommen/ Fa.. hertzliches (L. Den Zorn GOttes: Dann wo die Suͤnde weggenom⸗ Erbar⸗ men /da hoͤret auch auff G Ottes Zorn/ dann G Oc T zuͤrnet al⸗ munge. lein umb der Suͤnden willen. Weil dann CHA Iſtus unſer Lfa.74 Suͤnde weggenommen/ ſo folget/ daß Er auch den Zorn GOT⸗ 3 4. s weggenommen/ und die feutige Glut des Goͤttlichen Zorns außgeloͤſchet durch ſein vergoſſenes theures Blut. Er bat di⸗ b elter Die ſiebende Predigt nſa. 63. v. z. Kelter allein getreten/ ⁵½. G. nemlich die Kelter dee Weins/ des Apoc. 19. grimmigen Jornes des Allmaͤchtigen wie es erklaͤrtt wid n v. zl.(3.) Den Fluch des Geſetzes/ wo keine Suͤnde noch gon G Ottes iſt/ da hoͤret auch auff der Fluch des Geſetzes dannaa Gal. 3. v3. Geſetze verflucht allein ümb der Suͤnde willen!/ Gal. 2. Ch ſius hat uns erloͤſet von dem Fluch des Geſetzes da Er wan i Fluch fuͤr uns/ dann es ſtehet geſchrieben/ verflucht ſey iedetmann der am Holtz haͤnget.(4.) Cbirograpbum, die Handſchriff ſo wider uns war/ das iſt/ die Erloͤſung von der Anklage des Gewiſſens. Dann wo keine Suͤndeſkein Zorn G.OTtes ken Fluch des Geſetzes da iſt auch keine Anklage des Gewiſſens Ca Cola. v. †. CHriſtus hat uns geſchencket alle Stinde/ und außgii get die Handſchrifft ſo wider uns war/ welche durch So⸗ tzung entſtund/ und uns entgegen war/ und hat ſie al dem Mittel gethan und an das Creutz gehefftet.( Den Teuffel und deſſen Gewalt. Dann)] wo keine Sina kein Zorn O O Ttes/ kein Fluch des Geſetzes keine Anklagde Gewiſſens mehr iſt/ da hoͤret auch auff das Reich und die Gewalt. Gen.3. v.15. des Teuffels/ Cen. 3. Des Weibes Saamen ſoll der Saͤn gen den Kopff zertretten das iſt/ dem Teuſſel ſein Reich zerſtonn dann alſo wird erklaͤret/ 7. 7ob. 3. Darzu iſt erſchienen der Sohn GOTtes/ daß Er die Wercke des Teuffels zerſtöle (6.) Den ewigen Todt: Dann wo keine Sunden kein gon G DOtteo/ kein Fluch des Geſetzes/ keine Anklage des Gewiſſen keine Gewalt des Teuffels/ da kan auch der ewige Todt keine ſa Ofiz. v. 14. haben/.„. 2. Cor.. Ich wil ſie von der Hoͤllen erloͤſen Cor, 5. Und vom Tode erretten/ Todt ich wil dir eine Gifft fen r. 54. Holle ich wil dir eme Peſtilentz ſeyn. b Am andern Theil hat ſich G O unſer eatmet n durch C Hriſium uns zugewandt(1.) die voͤllige Gerechtg eeit/ ſo vor G Ott gilt. Dann wo die Suͤnde weggenomman Dan.*e7a4 ſo folget hierauff vollkommene Gerechtigkelt/ Dan.⸗, Es 55 2121—— uͤber den 1oz. Pſalm. ddem VPbertreten gewehret/ und die Suͤnde zugeſiegelt/ und die Miſſethat verſoͤhnet/ und die ewige Gerechtigkeit mwieder gebracht:(⸗.) Die Verſoͤhnung mit dem HErrn/ R 4 Kem. z. Wir ſind verſoͤhnet mit GOtt/ durch den Todt om. g. v. h ſeines Sohnes/ da wir noch Feinde waren.(z.) Die Wie⸗ derbringung des Segens, dann wo der Fluch des Geſetzes auffgehoben/ da folget der Goͤttliche Segen/ Sen. ⸗. Durch den ge Saamen Abrah⸗ das iſt/ durch C Hriſtum/ wie es erklaͤret wird/ n.) ſollen alle Voͤlcker auff Erden geſegnet werden. Cal.;„,„. c. imE watt 44.) Befriedung des Gewiſſens: wo die 5 andſchrifft/ ſo uns ai ꝛu wider war/ hinweggenommen/ da folget? uhe und Friede des Gewiſſens/ Kom.. v.:I. Nun wir ſind gerecht worden durch den Glauben/ haben wir Friede mit GOTT durch unſern HErrn JEſum CHriſt.(z5.) Die Gnaden⸗Gabe des nI. 22. V. 28 1 1 Heil. Geiſtes. Dann weil uns C Hriſtus auß des Teuffels Neicch verſetzet/ ſo folget darauff/ daß Er uns dadurch die hohe Wolthat erworben/ daß wir mit dem Heiligen Geiſt von GOtt egnadet/ und beſchencket werden. 76.) Die Wiederbrin⸗ gaung der ewigen Seeligkeit. Dann wo die Erloͤſung vom ewigen Tode iſt/ da folget darauff die Wiederbringung der ewigen Seeligkeit. 2. Tim.. CHriſtus hat dem Tode die Macht 2. Tiw. i. genommen/ und das Leben/ und unvergaͤngliche Weſenan v. 13. ddas Licht bracht. 1 Fuͤr dieſes Erbarmungs Werd G Ottes des HERAN/ 3wir Ihm hertzlich dancken ſollen. Serarocles ein Athenienſer/ als FEraſm. a⸗ mer vernahm/ wie daß die ihrigen(die Athenienſer) wider die Feinde popht. lib. 6 baeſieget haͤtten erzehlete er ſolches bald dem Volck/ und vermah⸗ aete zugleich/ daß man den Goͤttern/(dann ſie ihnen traͤumen lieſ⸗ eanals waͤren viel Goͤtter) fuͤr ſolchen verliehenen Sieg dancken a ſolte. Nicht lange hemach kam der hinckende Bote nach/ brachtz ganz widrige Seitung/ und erzehlete wie nicht die Athenienſer die e, Seune geſchlagen/ ſondern 8 ſ ehe wann von den Feinden iäl 4 3 5 8 8 —— 8.———— —————* 8“ 1——— 5 ————y——————————————=——— d—— — 0 Dielke ſiebende Predigt geſchlagen und in die Flucht gejaget worden. Als nun das Voick hieruͤber ungeduldig und zornig ward/ daß er ſie alſobein/ gen haͤtte/ da ſprach er: Ecpvis veſtrum vic vam Aamui atttji, vod totum Loc triduum med operâ bilares leti fuiſtus? M cher unter euch hat wol irgend was Sehaden davon gehabt i ihr dieſe gantze Drey Tage lang durch mein Anmahnen gii und froͤlich geweſen ſevd Des erzehlen offters G Oites Mund⸗Boten Lehten i Prediger auß G Ottes Wort/ wie G OS ſich unſer aabana durch C Hriſtum/ welcher Suͤnde/ Todt/ Teuffel und Hoͤlleanun „.Cor. 1§. ſer ſtat uͤberwunden/ 1. Cor. ⁰. Hie duͤrffen wit uns niehet, v. 54. fuͤrchten/ daß ein ander widerwertiger Bote nachkommen unen anders mit Grund der Warheit werde ſagen koͤnnen /dann G« Joh. vy.v.. tes Wort die Warheit iſt/ ob. 7vE. Drumb wir ermahnet ſ ſollen uns deſtomehr druͤber zu erfteuen G.O& T dem HEnnſ ſolchen herrlichen Sieg von Hertzen dancken. Deſſen vaen wir nicht Schaden/ ſondern groſſen Nutzen haben. Drun it * Cor. 1r. GOtt Danck/ der uns den Sieg gegeben hat/ durch in e. ſern HErrn JEſum EHriſtum/ Cor. S. IV. 11. Iſt dieſes Gebet: Prerario ſandta, Ein helligs b Membrum. Gebet/ dann da wuͤnſchet und bittet der Prophet: GOlt gal Wber Sion. ſichuͤber Sion erbarmen: Sion war ein Berg inder Stadtae ruſalem/ darauff ſtund das Schloß oder die Veſtung Bmg Do b vid/ ſonſt die Burg Sion genandt/ deßgleichen das tabtruuaumn des HErrn/ oder Huͤtte des Stiffts/ welche David dahinauffchh ten laſſen ſonſt das Tabernaculum Sion genandt/ welches ſichn Juden damais an ſtatt ihres allgemeinen Tempels gebrauchin Dannenhero kompts/ daß durch das Wort Sion— mics, theils Snecaocbics, verſtanden wird das Volck oderglit Fſa. 2. v. 3. ge Kirche G. Ottes/ F/a.2. Zacb.„. Wann nun der Prophen dha Zash.9. v.g. der HErr wolle ſich auffmachen/ und üͤber Zöntthag bitt e daß Erſich ſaines Voſckes /iner Glaäubſges un a — „‚— ͤͤy——. uͤber den 102. Pſalm. 78 origen erbarmen) und ſie auß ihrem Truͤbſal und Elend erretten munrd erloͤſen wolle. Mit einem Worte er bittet daß die Kirche C Hri⸗ ſf imoͤge geſamlet/ fortgepflantzet/ und biß ans Ende der Welt er⸗ malten werden. Das iſt freylich ein recht heiliges Gebet/ als wel⸗ mches umb eitel Heiliges bittet/ und iſt eben das heilige Gebet/ wel⸗ ches wir ſprechen in den dreyen Bitten des heiligen Dater Vn⸗ KNIers/ da wir bitten: Geheiliget werde dein Name/ zukomme dein Reich/ dein Wille geſchehe wie im Himmel/ alſo auch F„ a auff Erden 6 Erkennet hierbeyn usus. Wie das Werck der Sammlung der Kirchen bey Pa GSètt ſtehe. Der Hrr hat ſich uͤber Sion erbarmet/ und ſei⸗ Kirche 8 nem Volck ſolche ihre Bitte gewehret/ davon alle Propheten nicht ſamlet wer⸗ Herrlich genug reden und ſchreiben koͤnnen. Wie aber ſolches de/ iſt GOt⸗ zugegangen und geſchehen erklaͤret die Hiſtoria der Kirchen Neues tes Werck. Teſtamentes/ da von Sion außgegangen das Geſetze/ und Eſa. 2. v.3. des HErrn Wort von Jeruſalem/ 62.⸗. Durch die groſſe LTagauion der heiligen Apoſtel von C Hriſto/ dem einigen Haupt und Verwalter ſeinen Kirchen abgefertiget/ zu predigen das Evan⸗ gelium allen Excaturen/ alſo/ daß kein Ort noch Winckel unten dem Himmelauff Erden zu finden/ da ihr Wort und ihr Schall nicht hingelanget waͤre. Iſt warlich eine hohe und groſſe Sa⸗ che/damit dann niedergeleget wird der Vortheil und die Privilrgi⸗ 2 ſodas Juͤdenthumb fuͤr die Heyden iederzeit hat haben und der⸗ 1 dide wollen/ und iſt nun auffgehoben der Zorn ſo zwiſchen JIJuden und Heyden war/ 5p⁶ ⸗. welcher in leiblichen Sa⸗ Epheſ. 2. v. zungen eine Zeit lang beſtundt/ numehr aber gleich geachtet 14.· werden Juden und Heyden vor GOT/ in dem Reich JEſu Criſti/ in welchem Er alles beſchloſſen hat unter der Suͤnde/ auff daß Er ſich aller erbarme/ Rom, n. 7 ADVVnd wann dann auch wir Heyden darzu kommen/ ſollen n Stt hertzlich auch dafuͤr dancken/ daß Er uns zum Geiſili⸗ 3³⁵3 chen — 8 T-⸗ 36. Habita Cü- ſtrin. d. II. Julii, Anno 1649. „½ deine Knechte wolten gerne daß ſie gebauet 9 Die ſiebende Predigt chen Sion ſeiner Chriſtlichen Kirche verſamlen wollen. Plu⸗ der Ruhm und Preiß aller Weltweiſen unter dem Heydenthum danckete G Ott taͤglich fuͤr Dreyerley: 1. Daß er ein Mannſ daß er ein Grieche/ 3. daß er zu Athen/ da alle Kuͤnſte in volt Bluͤhte ſtuͤnden/ zur Zeit Foeratis waͤre gebohren worden. M CEhriſten dancken G Ott dem HỹErrn billicher/ daß Et uns ini Chriſtlichen Kirchen von Chriſtlichen Eltern hat laſſen gebohen werden/ welche Gliedmaſſen ſeiner Kirchen ſind/ denen G Hiia Vnmuͤndigen ſeine Geheimnuͤß offenbahret/ Alatth u. un ſprechen mit der Chriſtenhei: Ich dancke Dir CHriſt GOd tes Sohn/ daß Du mich ſolchs haſt er kennen lahn/ durh dein Goͤttliches Wort/ verleih mir auch Beſtaͤndigkelt zu meiner Seelen Seeligkeit/ Amen. — dert und Ander. T EXTUS Verſ. 14. 15. 16, 17. 18.“ S3o woheſt Dich auffmachen/ und uͤber au erbarmen/ dann es iſt Zeit/ daß Duihr gen⸗ ſt/ und die Stunde iſt kommen. Danl de/ (——— 1 ²“²“ ——. b uͤber den 102. Pſalm. 8 5 de/ und ſehen gerne daß ihr Kalck und Steine zu⸗ gerichtet wuͤrde. Daß die Heyden den Namen ddes Herrn fuͤrchten/ und alle Konige auff Erden ſeeine Ehre. Daß der HErr Zion bauet/ und er⸗ aem h ſcheinet in ſeiner Ehre. Er wendet ſich zum Ge⸗ eena ae d bet der Verlaßnen/ und verſchmaͤhet ihr Gebet ℳ nicht. b Eingang. mnichmta Eliebte und außerwehlte Freunde in C Hriſto gat daa.. Pdem HERN /wann der Ertzvater Jacob von E riſto Wdem damals kuͤnſſtigen HErrn Meſſia predigt/ thun viel Sesss as WS N ſo ſpricht er/ daß die Voͤlcker demſelben wer⸗Voͤlcker an⸗ e S, den anhangen/ Gen. 59. Da dann in der hangen. heiligen Sprache ein ſolches Woͤrtlein ſiehet/ Gen. 49. hte 0 1 welches eigentlich heiſſet/ congregationem populorum, eine Ver⸗ v. 20. lamlung vieler Voͤlcker/ daß alle Voͤlcker zu Ihm werden verſam⸗ d iiet werden und ihm gleichſam zuſchlacken/ oder zuſchneyen! ja wie groſſe Stroͤme Waſſer Ihm zulauffen werden/ und zwar auß wil⸗ ligem Gehorſam wie dann diß Wort/ ſo der Ertzvater Jacob ge⸗ rauchet/ bißweilen auch heiſſet ozeaientiam, einen Gehorſam/ Pry. ee 5* 2224 H.30⸗ wiees in ſolcher Bedeutung gebraucht wird/ rop. zo. Wie es w., dann auch alſo in der That und Warheit erfuͤllet worden. Dann ob gleich auch ihrer viel abtruͤnnig worden ſind/ welche Ihn fuͤr den Meſſiam und Heyland der Welt nicht haben annnehmen und erkennen wollen/ dann Er kam in ſein Eigenthum/ und die Ioh. 1,v. 1 Semnen nahmen Ihn nicht auff/ 726.. obleibet es doch da⸗ eylund iſt war worden/ daß Ihm die Voͤlcker anhangen. Es hat Ihm angehangen alſobald die liebe Eva/ darumb Bhacheſie als ſie den Cain gebahr/ Nun habe ich den Mann 35 0h den Gen. 4. v.z. den HErrn/ Gen,. anzeigende hiermit die herzliche Begienen Gen. 5.v.29, Joh. 8. v. 56. er ſahe ihn und freuete ſich/ 7½. F§. Es hat Ihm angehan gen der liebe Jaeob/ darumb ſpricht er mit groſſem Verlangen Gen. 49. V. 18. Exod. 4 v. 13. Eſa. 4. v. 8. 34 Die achte Predigt ſo ſie nach dem H. Meſſia truͤge/ vermeinende ſie haͤte Ihn nmn zur Welt gebohren. Es hat Ihm angehangen der liede 10 mech darumb als ihm ſein Sohn Noah zur Welt gebohrenwu⸗ de/ ſpricht er/ der wird uns troͤſten in unſer Arbeit auff E den/ die der HErr verflucht hat/ Cen. y. Es hat Ihm an⸗ angen der liebe Abraham/ welchem der HErr C Hriſtus ſehſid Bangnaß giebet/ wann Er zu den Juden ſpricht: Abrahan euer Vater ward froh/ daß er meinen Tag ſehen ſolte und Domine expelto ſalatare tuum, HERRich warte auff den Heyl/ Gen. 40. Es hat Ihm angehangen der Mann Oon Moſes/ wie er ſolchet außdruͤcklich zu verſtehen giebet/ wann ſpricht: Ach HERR ſende doch den/ ſo Du ſenden t Exod.. Es hat Ihm angehangen der Prophet Eſaias e umb ſeufftzet er ſo hertzlich: Traͤufflet ihr Himmel von uen und die Wolcken regnen die Gerechtigkeit/ die Erdett ſich auff und bringe Heyl/ ½.„v. So hat auch diſ HErrn angeßangen unſer Prophet in unſerm 102. Pſalmſannt dem Juͤdiſchen Volci/ in und nach der Babyloniſchen Gefine nuͤß/ in dem ſie ſo ernſilich wegen Anſtellung des Reichs Ch geſeufftzet daß es doch endlich geſchehen moͤchte/ daß ſich Got uͤber Zion erbarmen thaͤte/ das iſt/ ſeinen Sohn ins Fleiſch kon men lieſſe/ danebenſt ſie auch zugleich Vrſache angezog ba umb doch G. Ott ſeine Verheiſſung wegen Sendung des 0 ren Meſſiæ ſolle war machen. DBnd darum weil wir am naͤhern beſehen gehabt/ Nſamſ vrionen, das Wunſch⸗Gebetlein des Juͤdiſchen Volcks andit ſelbſ/ ſo gelautet aiſo: Du wolleſt Dich auffmachen/ in uͤber Zion erbarmen. Als wollen wir aniss zur hand n men/ Cauſarum adauctionem, Was ſie doch fuͦr Drſaima, b eeen! ööͤö ——„—— ———=—— uͤber den 1o2. Pſalm. wenden/ G Ott den HErrn dadurch zu bringen/ daß Ermit An⸗ ſiellung des Gnaden⸗Reichs des HErtn C Hriſtij endlich fortma⸗ chen wolle/ und den HErrn Meſſiam kommen laſſen. Derer wol Fuͤnffe angefuͤhret werden/ ſo theils ihren/ ect auff das Alte theils auff das Neue Teſiament haben/ kuͤrtze halber wir die Wier Erſten/ ſo da ſehen auff das Alte Teſtament/ itzo betrachten wollen. Vnd damit es ohne Nutzen nicht moͤge abgehen/ ſo keufftzet zuvor mit mir: Hilff HErr/ hilff/ laß wol gelingen/ Dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer aller Seelen Heyl und Seeligkeit/ Amen/ Amen. Abhandlung. „ Eliebte Freunde in CHriſto/ wann Johannes der Taͤuf⸗ Matth. fr, fer davon geleſen wird Aateb. u. ſeine Juͤnger abgefet⸗ v,. 3 SDätget an den HErrn CHriſtum/ zu fragen/ ob Er ſey der eErr Meſſias/ der da kommen ſolle/ ſo beantwortet ſolches der HEr CHriſtus/ in welcher Beantwortung unter andern Er alſo ſbricht: Das Himmelreich leidet Gewalt/ und die Gewalt hun/ reiſſen es zu ſich. Hieruͤber lolrret der H. Lueberus am Nande in der Bibel alſo: Die Gewiſſen/ wann ſie das Evan⸗ gellum vernehmen/ dringen ſie hinzu/ daß ihnen niemand wehren kan. Dieſes zu ſich reiſſen/ oder dringen nach dem Evangelio und Reich C Hriſti/ hat ſich ſchon allbereit im Alten Teſtament mercklich ſehen laſſen/ ſonderlich auch bey dem Juͤdiſchen Volck in annd nach der Babyloniſchen Gefaͤngnuͤß/ wie daſſelbe nach dem eeich CHriſtt ſich gedrungen/ darnach ein hertzliches ſehnen und Brangen getragen/ thut genugſam zu bezeugen ihre vpreſſa pe- n, oder ernſte Bitte die ſie dißfalls zu GOtt geſchicket wann ſ eſlehentlich geſeufftzet: Du wolleſt Dich auffmachen/ und äber Zion erbarmen. Iſt eben das Seufftzen ſo da Koͤnig Saod thut daß GOtt ſeine Vetheiſſung vom Meſſia wolle ins Wer kommen laſſen/ wann er ſpriche: Ach daß die Dulfs 736 Dite achte Predigt auß Zion uͤber Iſrael komme/ und der HErrſeiaꝛ rſal. 4. ve. Volck erloͤſete/ ſo wuͤrde Jacob frolich Fenſ uadfen ſich freuen/ Dſal.. MllO AMrg b Moͤchte jemand zu wiſſen begehren/ warumb ſie dam ſchon im Alten Teſtament nach dem Reich C Hriſti ein ſo hat ches Sehnen und Verlangen/ und ſonderlich warumb das Fi ſche Volck bald nach der Babyloniſchen Gefaͤngnuͤß alſo dn⸗ nach geſeufftzet. Die Vrſachen zeucht unſer Prophet in ua, ſenem Terxt nach der Ordnung an /da dann die Erſte daß erſeuen N.u. 7. Becléſte miſerrimum ſarum, den ſchlechten ehaätn Tentun chen Zuſtand/ ſo es damals mit der Kirchen G OKtes geh Dann es wann er ſagt: Dann es iſt Zeit/ daß Du ihr gnaͤdig ſiſ iſt Zeit daß Wil ſagen/ es iſt hier nichts anders vonnoͤthen/ dann nur Eia Du ihr ge⸗ men/ und gnaͤdig ſeyn/ dann ſo groß und uͤber groß iſt unſer gan naͤdig ſeyſt, mer und Elend geweſen/ darinnen wir bißhero geſtecket ob wit zwar in etwas davon ibe⸗iret und befreyet/ in dem etliche auſdan Gefaͤngnuͤß von Babel wiederkommen/ ſo ſehen wir dotz hel maͤſſig bey unſerer Wiederkunfft/ in unſer Heymet nichts antas dann nur Verwuͤſtung/ in dem wir mit naſſen Augen anſthale müſſen/ wie jaͤmmerlich das Land) und die Stadt Janſiin ſampt dem Tempel verheeret und verderbet. Soll nun din Qriſtor Volck und deine Kirche nieht gantz untergehen, O ſo iſt gu in Ianot. Zeit ihr gnaͤdig zu ſeyn. Weoaorerus und andete haapra b ſn. halten dafuͤr/ es ſey dieſer Pſalm nicht ſo wol nach/ als ſchonindet per hunc Babyloniſchen Gefaͤngnuͤß geſchrieben worden/ an welchen Pfalm. Juͤdiſche Volck eine gewiſſe Formul gehabt bey GOtt inſ diglich mit Gebet anzuhalten/ daß Er ſie wiederumb in ihr mat bringen/ damit ſie die zerſtoͤrte Stadt ſampt dem gefallen Gottesdienſt wieder auffrichten moͤchten. Dem ſey nun i ihm wolle/ ſo ſehen wir doch darbey/ wie ſo gar die Juden niehti zweiffelt an G Octes Gnade und Erbarmung/ daß Er ſin ſolte wiederumb zu ſorem Lande/ Stadt und Grienenſ, — ͤ—ͤ—,8— uͤber den 102. Plalm.. 23 „ helffen/ darumb halten ſie Ihm fut ihren gtoſſen Jammer und Eiend gewiß glaͤubende/ Er werde ihnen Onade erweiſen. anmer wolle) an GOTtes Gnade zu zweiffeln/ ſonderuch Gehen uns alſo mit ihrem Exempel vor/ daß niemand in Us Us. einer Noth/ Jammer und Trldſal/ ſie ſey auch ſo groß ſie Memand maanuch nicht in dem Punct ſo unſer Seelen Heyl und Seeligkeit be⸗ Narb an 3 J trifft/ daß wir darinn nicht zu zweiffeln/ vielmehr derſelben unſer 2 Seeligkeit gewiß ſeyn koͤnnen/ welches nuͤtzet wider die Papiſten zweifein 4 ſo da die armen Leute zum Zweiffel treiben/ wenden vor ſ es erfot⸗ ſonderlich dere der Apoſtel Petrus in ſeiner 1. Epiſtel am 1. von allen wieder⸗ wegen Ge⸗ gebohrnen Chriſten/ daß ſie ihren Wandel/ ſo lange ſie hier wißheit ſei⸗ wallen/ mit Furchten flihren ſollen/ daß ſeine Meynung gar ner Seelig⸗ nichts iſt/ als muͤſte ein glaͤubiger Menſch in ſieter Furcht und keit. Zweiffel an G Ottes Gnade und Barmhertzigkeit ſiehen/ ſonder⸗ Midar den verdamli⸗ i ͤch auch wann er ſeiner Secligkeit gedencke/ welches doch falſch hen Zweif⸗ und unrecht weil ſolche verdamliche Lehre der Papiſten wegen ih⸗ fel der Pa⸗ s Zweiſfels ſireitet/(..) Wider den Zweck aller Evangeli⸗ piſten. ſchen Verheiſſungen/ die ja von G Oit dem Heiligen Geiſt zu 1. Pet.. v.8, einem andern Ende uns offenbahret und vorgeleget/ als daß wit von dem gnaͤdigen Willen G Ottes gegen uns ſollen gewiß ſeyn und uns feſiglich halten/ der ungezweiffelten Zuverſicht/ was der Serr verſpricht/ as werde Er warhafftig leiſten. Dann was der ewige guͤtige Ott in ſeinen Wort verſprochen hat/ * das haͤlt und giebt Er gewiß fuͤrwar: Dann alle Ver⸗ Feſu⸗. Cor.z. Es vernichtet ſolche Lehr der Papiſten von ih⸗ Verheiſſungen GOttes die ſind Ja und Amen in CHriſto Sorr 5 V. 20G tem Zweiffel.(2.) Den Goͤttlichen Eyd/ da GHOtt der HErr de bey ſich ſelbſt und bey ſeinem Leben ſchweret/ weil ſonſt kein anderer iſ bey dem Er ſchweren koͤnte/ und zwar/ daß Er nicht wolle den Todt des Suͤnders/ ſondern daß er ſich bekehre und x⸗ 18. v. 2z. bbe/ Ezec. 4. und 33. Das iſt/ daß Er lauter Gnade und c. 3. v. u. Wamherdigkeit erzeigen wolle/ daß/ wer nur ſein Wort hore AN. Aaaaa unnd — — Rom. 9. v. 38.39. ENna Stblget /ſcdazkan rwiß byn e) eußza ae 738 SDic achte Predigt und an Ihn glaͤube/ ſolle das ewige geben haben /und nicht ins Gericht kommen/ noch den Todt ewiglich ſchmecken. So hebet auch ſolche verwerffliche Leht auff/ ſo vie an ihriſ 6) die Krafft der hochwuͤrdigen Sacramenten/ als diegnhis nichts ſind/ dann gewiſſe Sigila, dadurch wir confomntt undtu⸗ gewiſſert werden/ daß wir allerhand Gnaden⸗Guͤter ſo unsn heiligen Evangelio vorgetragen werden/ in der That thellhaſin ſind/ theils dieſelbe allbereit wuͤrcklich inne haben und heſtte theils zu ſeiner Zeit einnehmen und empfangen werden. Es ter wirfft die ſchaͤndliche Lehr der Papiſten vom Zweiffel(a.) du innere Zeugnuͤß des Heiligen Geiſtes/ der inder rechtglanl gen Chriſten Hertzen zeuget/ daß ſie G. Ottes Kinder und inGn den ſind/ und daß an ihnen nichts verdammliches/ weilſie ſind CHriſto IEſu/ und an Ihn glaͤuben. Sie widerſpticht den Heiligen GOTtes/ die auß Betrachtung der groſſenan und Barmßertzigkeit G Ottes/ Irem, auß Betrachtungdes ou dienſtes und Genugthuung C Hriſti/ durch Trieb des aaligen Seiſtes ſagen: Ich bin gewiß/ daß weder Todt noch Lehen weder Engel noch Fuͤrſtenthum/ noch Gewalt/ weder or enwaͤrtiges noch Zutkuͤnfftiges/ weder Hohes noch Ai Euns naſche den von der Liebe GOTtes/ die da ſtit Srio den rechten Chriſtlichen ſeeligmachenden Glauben hu: Dann derſelbe wird nicht beſchrieben/ daß er voll Futcht ud Zweiff ſondern daß er ſey ein ſtarck Vertrauen und gewſ uverſicht in dem wahren lebendigen GOtt/ und Valit unſers HErrn JEſu CHriſti. Dnd derowegen weg mi dem Zweiffel der Papiſten/ und nehme ein ieglicher betruͤbtetund angefochtener Chriſt an/ die Gewißheit der grundloſen Dhe und Barmhertzigkeit G OTies/ wie allhier der Prophet thun ſeinem Boick/ ſonderlich auch wann er angefochten wud wegn T ſu/ Rom.. Sie macht endlich und fuͤrs() über den oa. Pſalm. 29 Tauffe/ in welcher G Ott der HErr einen Gnaden⸗Wund mis aa uns aufgerichtet hat/ und uns das Verdienſt ſeines lieben Soß⸗ nenen ß. nes unſets Heylandes Evoriſti zueignet/ dann wie viel ihrer ge⸗ G.1.,„3. deae e. kaufft ſeyn /die haben C Hriſtum angezogen/ Gal.z.(2.) außdem b Wort des HErrn: Wie dann CHriſtus ſaget: Wer Mich h een keebet/ der wird mein Wort halten/ ind mem Vater wirdohui4 ra Wen ihn lieben/ und wir werden zu ihm kommen und Woh⸗ aruchd e nung bey ihm machen/ 70. ½.(3.) auß allerhand Creutz un mawin ¹ und Wider vertigkeit. Dannda wiſſen wir/ daß der gnaͤdige e Herr bey uns in der Nolß/ /al, a. und daß Er die jenigenam meiſten zuͤchtiget/ die Ihm lieb und angenehm ſeyn/ Proy. 3, Prov,3.v.. 6u Hebr. 2. S ſeraus der Engel zum alten Tobia ſaget: Die⸗ Hebr. n. mwweil du GOtt lieb wareſt/ ſo muſte es alſo ſeyn/ ohne An⸗ v. s. afechtung muſteſtu nicht bleiben/ auff daß du bewehret Tob.n. 7.1 wüͤrdeſt/ 706. z.(4.) Auß der Abſolution wann wir zum 3 sd a Deichtſtuel kommen/ und allda anhoͤren/ der HERR habe unſee GSuͤnde hinweg/und uns zu Gnaden auff und angenommen/ daß b ae wann unſere Suͤnde Blutroth waͤren/ ſie doch ſollen Ea. 1. v. g a Schneeweiß werden/ und wann ſie gleich waͤren wie Ro⸗. 3. Ten an ſinfarbe/ ſo ſolten ſie doch wie Wolle werden/ ¼³., e dS. Auß dem heiligen hochwuͤrdigen Abendmahl/ wann wir aa den wahren Leib und das wahre Blut unſers HErrn und Hey⸗ maandes JEſu C Hriſti in rechtem Glauben empfahen und genieſ⸗ n ſen. Dann alſo wil Er in uns/ und wir ſollen hinwiederumb in a m ſeyn und bleiben alſo daß wir recht mit der Kirchen ſagen n onnen: HErr JEeiiüu“ 8 Ich bin ein Glied an deinem Leib/ b Das troſt ich mich von Herhen/ Von Dir ich ungeſcheiden ble)/) Todes⸗Noth und Schmertzen, is Wann ich gleich ſterh ſo ſterb ich Dir/ Ein Etvigs Leben haſtu mir/ Mittdeinem Todt erworben. Jagga z Die achte Predigt Wer wolte demnach nun zweiffeln an GOStes Gnade und Barmhertzigkeit/ es gehe uns auch ſo elend wie es immer woll Da aber die Papiſten uns vorhalten den obangezogenmn Spruch des Apoſiels Petri ſo iſt hierbey diß ſeine Meinung diß alle glaͤubige und neugebohrne Chriſten/ wann ſie nun dutchhe heilige Tauffe in die Kindſchafft O Ottes verſetzet und der Gi⸗ den G. OTtes alſo vergewiſſert/ ſie dannenhero auch lehndign Troſt in ihren Hertzen fuͤhlen/ ja nicht vermeſſen und ſichen wa⸗ den wollen/ als ſey nun keine Gefahr durchauß mehr verhanden ſie leben wie ſie wollen/ ſondern wiſſen/ daß ſie umb ſich undh ſich allenthalben liſtige und grimmige Feinde haben/ dieihnende kheure Kindſchafft und Gnade G. OTtes berauben und ſieh derſelbigen zu heben/ ſich mit Gewalt unterſiehen. Derowegen/ wie ein Wandersmann/ der auß fremii Landen wieder in ſein Vaterland reiſetfleiſſig nachforſchetw mit der Straſſen bewandt/ ob ſie ſicher ſey oder nicht/ und nant vernimpt daß hin und wider entweder wilde grimmige ahe oder Moͤrder und Straſſen Naͤuber ſich auffhalten/ allenthalzen umb ſich ſiehet/ daß er nicht uͤberfallen/ gepluͤndert/ oder gatunte Leben gebracht werde: Alſo ſollen auch alle rechtſchaffene Chl ſten derer Leben nicht anders iſt dann eine ſietige peregrinain und Wanderſchafft/ mit groſſer Sorgfalt nachforſchen/ waß mit dem Wege den ſie in dieſer Welt zu gehen/ fuͤr eine Beſthut fenheit habe? Vnd wann ſie dann vernehmen/ daß derſalbe we⸗ gen unterſchiedener Feinde/ Naͤuber und Seelen⸗Maͤrderſehtge faͤhrlich/ ſollen ſie dieſelbe zuforderſt wol und eigentlich kennen in nen was ihre Eigenſchafften ſeyn/ und wie ſie auffziehen? Dan ſie nachmalen/ wann ſie mitten auff der Straß/ bald da bald del von ihnen angelauffen werden/ ſie wieder ſich wehren und auſſ zen moͤgen. Weiche Behutſamkeit/ Furcht und Vorſicheg nicht ſtreitet wider die Gewißheit/ die ein Chriſt wegen Gotleit Gnaden und Barmhertzigkeit haben kan: Dann da dhn —— . 5— 2——— — Es iſt Zeit daß Du ihr gnaͤdig ſeyſt; uͤber den 102. Pſalm. 541 Chriſt der Gnaden G.OTtes und ſeiner Seeligkeit wol gewiß II. Daß das Juͤdiſche Volck damals ſo ein hertzlich Ver⸗ langen gehabt nach dem Gnaden⸗Reich des HErrn C Hriſti/ iſt die ander Vrſach/ Tempus determinatum, die beſtimpte Zeit/ ſo nun faſt herbey und heran kommen. Dasvon meldet der Teyt alſo: Vnd die Stunde iſt kommen. In ſeiner Sprachen ſtehet das Wort vd Tempus Statutum, eine gewiſſe Aerermi- uirte/ oder beſtimte Zeit/ nicht eine ſolche Zeit/ die er kurtz vorher mit dem Woͤrtlein o benennet gehabt/ daer ſpricht/ der Prophet: s iſt Ze Sondern es heiſt eine ſol⸗ che Zeit die auff gewiſſe Maß und Weiſe geſetzet/ als ſolche Zeiten waren der Juͤden ihre offentliche Feſt⸗Zeiten/ da ſie zu gewiſſer Zeit im Jahr muſien zuſammen kommen/ und ihre beſtimmte ſeyn/ ob er gleich darnebenſt mit Furcht und Zittern ſeine Seelig⸗ eit wuͤrcken thut. 11. Membrum. 9 v Feyer⸗Zeit halten. Siehet alſo das Juͤdiſche Volck oder der Prophet im Namen dieſes Volcks zu ruͤcke auff die gewiſſe Zeit durch den Patriarchen Jacob Aeterminiret/ Gen. 40. da er meldet/ wann das Scepter von Juda allgemachſam entwendet wuͤrde/ daß alsdann der Silo/ der Held/ der HErr Meſſias nicht ſo gar weit ſeyn/ fondern ſich mit ſeiner Ankunfft bald einſtellen wuͤrde. Vnd ſcheinet/ als habe der Apoſtel Paulus ſeine Wort/ Gal. 4. und unter das Geſetz gethan/ auff daß Er die/ ſo unter dem Geſetz waren/ erloͤſete. Dieſe gewiſſe Zeit/ ſo zu erfuͤllen iſt bernacher nach dem Patriarchen Jacob/ und nach dem Koͤnige und Propheten David durch den Daniel mit den 72. Jahr⸗Wo⸗ hen beſtimmet worden. V i nuͤß 70. Jahre gewehret hat/ dieſer Pſalm aber/ wie dafuͤt gehal⸗ u eenwird/ erſt nach der Babyloniſchen Gefaͤngnuͤß ſolte gemacht Vnd weil die Babyloniſche Gefaͤng⸗ 3 8 Aaaag ü eyn/ ſo hat man noch 70. Wochen harren muͤſſen/ biß die Zet Gep. 49⸗ V. 10. Hierauß genommen/ wann er ſprieht: Da die Heit erfuͤllet/ Gal4 v.4. ſandte GOTT ſeinen Sohn gebohren von einem Weibe/ 742 Die achte Predigt Zeit erfuͤllet worden. Eine iegliche derſelben Wothen 8 ſich 1 Jahre/ machen alſo die 70. Wochen Hecen be ha alſo der Prophet hiemit nicht andeuten/ als oh ſchon damals die Zeit der Zukunfft des ewigen Sohnes G. Ottes ins Fleiſch waͤre verhanden geweſen/ ſondern nur das hertzliche Verlangen dar⸗ nach damit zu verſtehen gegeben. Daß ob ſchon noch bald z00. Pah außſtaͤndiglehe E Hriſius werde gebohten werden/ dennoch olche Zeit fuͤr hertzlicher Luſt und Begierde darnach/ ihnen ge⸗ duͤncket/ als waͤrens noch etwa 00. Tage: Ja eine kleine Zeit, wie es dann der Prephet Haggæus ⸗. c. nur auch eine kleine Zelt 7.. Himmel und Erden/ das Meer und Trocken bewegen men aller Heyden Troſt/ das iſt/ wie es der Herr Lutberus am Rande daſelbſt eloret/ C Hriſius der alle Welt troͤſten ſoll durch Vergebung der Suͤnden. Nach ſolcher Zeit ſie ſo ein hertzlich Verlangen gehabt /daß ſie es ihnen gar kurtz und klein eingebdet/ nicht anders als dem Jacob/ nachdem er ſo hertzliche Luſt und Be⸗ Gen. liebung an der Rahel gehabt/ und 7. Jahr umb ſie gedienen gedun⸗ . Ket/ ais waͤrens entzele Tage ſſo lieb Jatte er ſie Gen. 29, Nuͤtzet zu erkennen. 8 u Was wir für überauß ſelige und Gluͤcke tge Leute ſelige eeſin die wir nun ſolche Gnaden⸗Zeit erlebet/ und derſelben ebrau⸗ die wir die chen! da ſonſt ſo ein Sehnen und Verlangen im Alten Teſtament Gnaden⸗ darnach geweſen/ daß wir wol ſagen moͤgen mit dem Awoſſel Pau⸗ Zeit Neues lo/ 2.Cor. 6. Itzt iſt die angenehme Zeit/ itz iſt der Tag des Teſtaments Heyls. Sollen derowegen ſolche angenehme Zeit und Tag erlebee. des Heyls zu unſerm Heyl und Seligkeit recht gebrauchen/ dann 3⸗ Cor. 6, wir wiſſen nicht wie lange das Gnaden⸗Neich des HErrenC Hri⸗ v.*, ſüͤbey uns wehten moͤchte. Es giebts die Erfahrung daß ſelten an einem Ort der Welt das Evangelium vom Neich C Hriſtt lautes und rein geblleben uͤber Mannes Gedencken. Uhhee Wiſ Hass*. v. nennet/ wann er ſpricht: Es iſt noch ein kleines dahin/ daß ich werde/ Ja alle Heyden wil ich bewegen/ da ſoll dann kom⸗ ets den Todeve det Rch that waß l e ſemnft mäcd untet ſoßt tza⸗ ntetd ductel pößel wed ſchied icht lgerſ Fliokwe Malo ſhter; Wali gen On⸗ a. derre: en e: dnna dangel n he uen Mdier g uͤber den 102. Pſalm. 743 hgets den Kindern Iſrael zuvor Deut. 22. daß ſie es bald nach ſeinen Tode verderben wuͤrden/ wie auch geſchehen/ und ſolches das Buch ddeer Richter gnugſam außweiſet. Der Koͤnig Joas iſt fromb/ hut was dem HErren wolgefaͤllet ſo lange der Gottſelige Jojada ebte er lebte aber 130. Jahr/ iſt ein ztemliches Alter/ ſo G Ott die⸗ ſem frommen Prieſter verliehen/ auſſer allem Zweiffel darumb/ da⸗ mit er die Koͤnige Juda nach einander in dem wahren Gottesdienſt anterrichtete. Nach deſſen Tode ward der Joas alſobald Gott⸗ ſoß/ und laͤſt des umb ihn wolverdienten Jojadæ Sohn den Za⸗ chariam im Tempel erwuͤrgen. Nach der gnadenreichen Zelt/ ſ unter den Maecabeern war /ſind auffkommen die Phariſeer/ Sad⸗ duceer/ Eſſeer. Nach der Gnaden⸗Zeit da CHriſtus und die A⸗ poſtel auff Erden gepredigt/ ſind viel falſche Propheten entſtanden/ wie C Hriſtus ſelbſt propheceyt/ Mattb. 23. auch Paulus davon. ſagt 2. 2m. Das weiß ich fuͤrwar/ das nach meinem Ab⸗ ſchied kommen werden graͤuliche Woͤlffe/ die der Heerde nicht verſchonen werde. Welches auch geſchehen und gewal⸗ ig erfuͤllet worden durch die falſche Propheten und Ketzer durch den Pöionem, Cerintbum, rrium, Neſtorium, endlich auch durch den abometb und Antichriſtiſchen Papſt zu Rom/ dannn wie ſie 8 ſehter zu einer Zeit auffkommen/ alſo haben ſie bey nahe die gantze Welt unter ſich außgetheilet zu verfuͤhren. Der Mahometh ge⸗ gen ent und Auffgang der Sonnen in ica, mit ſeinem Al⸗ eoran: Der Papſt gegen Occident und Niedergang mit ſeinen d Aecreralen und Menſchentand/ damit er eine lange Zeit und groſ⸗ fen Tag der Finſternuͤß oder Blindheit gemacht hat. Nun uns dann aber GOtt der HErr auch durch die Offenbahrung des E⸗ angelii das Gnaden⸗Reich C Hriſti zugewandt/ ſo eme ziemliche eit bey uns gewehret/ die Vndanclbarkett aber gegen demſelben eute zu Tage ſehr groß /als haben wir auß den erzehlten Exempeln und lang wuͤhriger Erfahrung zu ſchlieſſen/ daß ſolches auch hey ane nicht lange mehr wehren duͤrffte/ Mattb.„.*⸗ Matt,9,7.35 744 Die achte Predigt EHA Iſius einer Erndte: Wie es nun nicht allezeit Erndle iſt/ Sottde ſondern im Jahr nur einmal/ alſo iſt auch nicht alle Tage ein Tag Wentei des Heyls/ nicht allezeit die Gnaden⸗Zeit des Reichs CHAIſi: Dur Ja gleich wie auff die Erndte der Winter folget/ alſo laͤßt G Oc ſchlagen die Sonne des Evangelij eine Seitlang warm ſcheinen wo man and g aber undanckhar ſeyn wil/ aͤſſet Er darauff die greuliche Kaͤlte den dar d Finſiernuͤß und Blindheit folgen/ Mattb. 25. vergleicht ers einem 4ma⸗ Matt.⁊5.v. Jahrmarckt/ da man das Oel der Gnaden und des brennenden eni Glaubens ſuchen und erkauffen moͤge. Wie aber nicht allezeit ad Jahrmarckt/ alſo wehret auch nicht allezeit die angenehme Gna⸗ Wer den⸗Zeit des Reichs C Hriſti. Chryſaſtamus, wie auch Lutberus, vergleichen ſolche Zeit einem fahrenden Platzregen. Zeigen an Anfih G Ott mit ſeinem Wort ſey ſo ein zarter Gaſt/ der zwar gerne blei⸗ E ſalt bet/ wo man Ihn gerne hat/ und bittet/ mane uobiſcum Domine, ne diuu Tur. 14. bleib bey uns HErr/ es wil Abend werden/ larn⸗ W man end .29. Ihn aber auß Vndanckbarkeit verachtet/ Ihme das Stuͤlchen fuͦr unga die Thuͤr ſetzet/ da rauſchet Er voruͤber eben wie ein fahrender Vlatz⸗ /da Regen und kommt nicht wieder. b he un Weil nun dem alſo/ ſollen wir die Gnaden⸗ Zeit in und bey ph dem Reich C Hriſti nicht verſeumen/ ſondern zu unſerm Heyl und Aider Seligkeit nuͤtzlich gebrauchen/ weil ſie verhanden iſt/ wie Paulus un) Gal. 6. v. o. vermahnet Ga, 6. Als wir dann nun Zeit haben/ olaſſet Han uns Gutes thun. Alſo weil wir Zeit und Gelegenheit haben⸗ Geund laſſet uns zugreiffen mit Lernung GOTtes Wolts und Ge her iſt brauch der Hochwuͤrdigen Sactamenten: Laſſet uns ſchneiveen a weil Erndte iſt/ auff daß wir nicht im Winter der Blindheit dar⸗ weſen ben muͤſſen. Laſſet uns mit den fuͤnff klugen Jungfrauen Herl Chtſha kauffen/ weil der Marckt fuͤr der Thuͤr/ auff daß wir nicht mit den tun fuͤnf thoͤrichten Jungfrauen zu ſpat kommen/ zwiſchen zweyen 7 Stuͤlen niederſitzen/ und ſambt ihnen hinter dem Himmelreich däter bingehen. Laſt uns im Licht wandeln /weil wirs haben/ auff daß ane Rihe wat de Sannin fte, wann CHäJn, —— — uͤber den 2. Pſalm. Worr des Lichts von uns wiche/ ja weil uns GO in ſeinem Wort eine Himliſehe Mahlzeit wider den ewigen Hunger und Durſt zugerichtet/ ſo laſt uns ja dieſelbe nicht verachten noch auß⸗ ſchlagen/ wie ſene Eingeladene/ ſondern zu unſerm Heyl nieſſen mund gebrauchen. Dannes iſt eben ſchrecklich daß GOtt wegen dder Indanckbarkeit und Verachtung ſeines Wortes draͤuet/ 2 uos* 6 da er ſpricht: Siehe es kompt die Zeit daß Ich ei⸗ nlce 8. v. nen Hunger ins Land ſchicken werde/ nicht einen Hunger le. nach Brodt/ oder Durſt nach Waſſer/ ſondern nach dem Wortdes HErrnzuͤhoren. II2. Daß der Prophet ſo ernſtlich bittet wegen der Zu⸗ I11. eunftdes Herm Meſſi⸗/ und daß er G Ott bewegen moͤge/ daß Membrum. Er ſeine Zuſage bald erfuͤllen moͤchte/ iſt fuͤrs dritte/ Commu⸗ ue Studium,& indefeſſum deſiderium, alldieweil nicht nur einen 1 und der ander/ ſondern ingeſampt ſie darnach ein hertzlich Ver⸗ TeS. aangen iragen. Dann/ ſpricht er/ deine Knechte wolten ger⸗ etus. ne/ daß ſie gebauet wuüͤrde/ und ſehen gerne daß ihre Stei⸗ 8.Dei⸗ ne und Kalck zugerichtet würde. Redet alſo in dieſem der wolten gern Prophet von der Chriſtlichen Kirchen wie von einem Gebaͤu/ nach daß ſie ge⸗ Ari der Schrifft. Der ewige Sohn GOttes C Hriſtus iſt der bauet wuͤr⸗ Grund und Eckſiein/ darauff ſie gebauet und feſte gegruͤndet/ de. Halsᷣ. Vnd 1. Cor. 3. da der Apoſtel ſpricht: Einen andern Cor 3. ven Grund kan niemand legen auſſer dem der geleget iſt/ wel⸗ cher iſt CHriſtus JEſus. Die Knechte G OTtes ſind alle Glubige/ unter weſchen ſind Lehrer und fromme Herren/ als ge⸗ weſen Crus, Conftantinus, Theodoſius und andere Gottfuͤrchtige 4 3 Chriſten /die alle helffen zum Gebaͤude/ und erbarmen ſich uͤber den Lalck und Aſchen Zion/ das iſt/ nehmen ſich des Worte mit Ernſt an/ und helffen mit Rath und That/ daß Kirchen und Schulen erhalten/ und die Jugend zu G Ottes Ehren erzogen/ und fromme gelehrie Leute gefordert werden/ dienen den Armen/ und geben mil⸗ glich. Dann das heiſt recht/ Miſereri pulperus Sion, ſich er⸗ Bbbbb barmen 14 L. nuc. 16.v. 9. ſie euch au IV. Membrum. 746 Die achte Predigt 3 barmen uͤber der Aſchen Zion/ und ſich freuen uͤber ſein Gebaͤw. Dann wo feine Kirchen und Schulen ſind/ und fromme Leute ſich derſelben annehmen/ ob es gleich vor der Welt ein unanſehnlich Ding iſt/ ſe dennoch ſo lebet da und wohnet G Ott. Geringe Kirchen und Schulen/ das muͤſſen ſeyn wie arme Aſchenproͤdel mit dem eaeechten Mammon/ auff daß wann ihr nun darbet/ auffnehmen moͤgen in die ewige Huͤtten/ Lue,., Inſonders aber wir all ingeſampt wol zu mercken/ daß die Glaͤubigen/ ſo da ans Reich E Hriſti ſich halten/ genandt werden Knechte GOttes. Deine Knechte/ ſagt der Prophet. Welche Knechiſchafft in und bey dem Reich C Hriſti ein recht ewuͤnſchter und ſeliger Stand/ davon wir auch abſonderlich zu eeden haͤtten/ wann es nicht zu weit in die Zeit greiffen thaͤte/ und nicht auch ſchon allbereit auß ordentlicher Lection der Epiſtel am nechſten Sontag zur Veſperzeit in etwas darvon waͤre getedet und gehan⸗ delt worden.“ I7. Daß der Prophet GOtt den E᷑NANN weer uſ 3 1 noge nachen V ffckun Alten Mſ ſo und ſagen allei dAM dd nicht: zuch 8 wa eld fange nde Ehre Heilig dhut n Hn Da dann/ ſeien, tnbſe nichte d ſn he Tnl 4 8 4— — 1 2 4. ¹ 111 4 1 1 2 uͤber den 102. Pſalm. b moͤge mit Anſtellung des Gnaben⸗Neichs CHriſti bald fort zu machen/ ſo haͤlt er Ihm voy das vierdte fuͤr: In Veteri Teſtamento Mectum& fructunp was es dann zu Endung und Außgang des Alten Teſtaments fuͤr Nutz und Frucht haben werde/ wann der Meſſias werde ſein Neich anfahen. Die Wort lauten davon alſo: Daß die Heyden/ HER⁴‿R/ deinen Namen fuͤrchten/ und alle Koͤnige auff Erden deine Ehre. Es wird/ wil er ſagen/ das Reich C Hriſtj alsdann ein ſolches Reich ſeyn/ daß nicht allein Juͤden/ ſondern auch alle Heyden drinn ſeyn werden/ wie dann auch im 2. Pſalm ſtehet: Heiſche von mir/ ſo wil Ich dir die Heyden zum Erbe geben. Vnd war ſo ſollens ſeyn nicht nur allein die geringen Leute unter den Heyden/ ſondern auch Koͤnige unter denſelben/ die werden durchs Evangelium S Ottes Krafft und Macht in CHriſio erkennen/ und ihn ehren mit Furcht und Demuth/ weil der HErr Zion bauet/ das iſt/ weil die Stodt G Ottes/ die heilige C hriſtenheit/ die zu Zion ange⸗ fangen/ nicht mit Menſchen Lehr oder Werck gebauet/ ſondern mit dem Wort und Gnaden G Ottes alleine: Dadurch ſeine Ehre erſcheinet/ das iſt/ offendahr wird durch ſein Wort und Heiligen Geiſt/ daß man Ihn erkennet wie Er allein alles iſt und Textus, Daß die Heyden/ HErr/ det: nen Namen fuͤrchten/ ꝛc. pſal. 2, V. ge thut/ wir aber nichts ſeyn/ und alſo alle Welt voll Erkaͤntnuͤß des HErrn. In und bey welchem Reich des HErrn C Hriſti die Verlaſſene und Elende in dieſer Welt es ſehr gut haben werden/ 5 dann/ ſtehet im Text: Er wendet ſich zum Gebet der Verlaſ⸗ ſenen/ und verſchmehet ihr Gebet nicht. Das iſt/ G.Oit dut ſeine Kirche und alle Glaͤubige und Goltes fuͤrchtige erhoͤren/ uumb ſeines Sohnes willen /ob ſie gleich ſeyn„Suraru in der Welt/ nicht anſehnlich ſondern voll Creutz und Angſt/ O ſo wil Er ſie 2 doch nicht Waiſen laſſen. Er wil ihr Gebet nicht verſchmehen/ ſintemal ſeines Reichs Art nicht anders ſeyn ſoll dann daß es nut dende ruffende und betende Leute habe/ die viel leyden umb ſeiner willen/ und dannenhero auch die Art ſeines Regiments nichts an⸗ 3 Bbbbb. ders/ 24s Dieachte Predigt ders/ dann ſolchen armen elenden Sterbenden/ und Suͤndetn zu helffen und ihnen beyzuſtehen/ da ſonſt im weltlichem Reich man der Obrigkeit muß beyſtehen/ und ihr helffen abet in dieſem Neich/ von dem der es fuͤhret/ ledermann geholffen witd/ auß allerley Noth an Leib und Seele. usus. b Hierbey zu erkennen. Gioſſe Her⸗ Wasfuͤr groſſe Herrligkeit uns/ die wir weyland Hey⸗ ligkeit uns den geweſen/ wieder fahren/ duxch CHriſtum/ nach dem En Heyden wi⸗ ſein Reich angefangen/ nemlich daß wir auch darzu gebracht wol⸗ derfahren. den ſeyn. Wir waren die jenigen/ welche von G Ott abgewi⸗ chen, und in heydniſcher Abgoͤtterey einher gegangen/ nunmehr aber ſeynd wir auch zum Reich und Erkaͤntnuͤß C Hriſti kommen/ und zu Gnaden⸗Kindern auff und angenommen wotden. Deat,14 9. Dann ob gleich G Ott der Nrr das Iſraelitiſche Volcl zu ſi⸗ b Slal, 9,„ r. nem Eigenthumb und Erbtheil erwehlet hatte/ Deut. 13. P7al„9. PI. 3. v. 3. und ³2. So wiſſen und glaͤuben wir dennoch gewiß und ſeſiig⸗ lich/ daß uns armen Heyden auch ein Zutritt zu C Hriſto vergoͤn⸗ net ſey/ wie es Ihm dann ein rechter Ernſt/ wann Er ſpricht: Plareh*r. Kommt her zu Mir alle/ die ihr muͤhſelig und beladen ſeyd/ Jeh.6.v37. kommt/ den wil Ich nicht hinauß ſtoſſen/ Fob. a. Laſſet uns das einen maͤchtigen und kraͤfftigen Ttoſt ſeyn/ Todes/ Lue.:. Die wir zuvor im finſtern Lande gewoh⸗ Eph.2. v. n. net/ ⁵6. 9. Die wir zuvor Frembdlinge geweſen/ ohne GOtt und ohne Verheiſſung/ 5ps. ⸗. Sind nunmehr auch zugelaſſen daß wir GOTtes Volck/ GO.OTtes Liebe/ GOltes Rom, 3.v. Kinder/ G OTtes Erben und Miterden ſeyn/ Ran. 9. und⸗ 16. v. Daß wir nicht mehr in Vngnaden/ ſondern in Gnaden ſind/ daß *9.* ²5. wir worden ſind das außerwehlte Geſchlecht/ das Koͤnig⸗ Eph. z. v. 3. liche Prieſtert humb/ das heilige Volck/ das Volck des Ei⸗ Fat⸗. g. genthumbs/ Epb:⸗.„ Pet.⸗. Daß wit du dem 6 1 hendent Ich wil euch erquicken/ Aatrb. 11. Vnd wer zu Mir daß die wir zuvor geſeſſen in Finſternuͤß und Schatten des — 1 hexland der ue Pedd nda! E. da Ssha pyllen Tenſe roat drGe ergchree itet al tehtg läſfte danenn, erd teus anh W n 6n uͤber den 102. Pſalm. 249 Seryden zu dem Haupt der Gemeine unſerm HErrn und Eph. 5. v. 25- Deyland CHriſto JIEſu/ Fp.„. einen freyen Zugang haben/ Rom. 8. der uns bey G.OT ſcinem himliſchen Vater vertritt/ Rom. 9. v. 34. DBnud die Verſuͤhnung fuͤr unſere Suͤnde worden iſt/ 7. 7ob. ⸗. 1⸗loh a,v.:. So iſt demnach vollkoͤmmlich erfuͤllet/ was GOtt vor et⸗ uch tauſend Jahren zugeſage und verſprochen hat/ daß er Japhes Gen. 9. vn. wolle außbreiten/ Cen.9. Das er ſegnen wolle alle Voͤlcker in den 315 2.* Stäaamen Abrahe/ Iſaacs und Jacobs/ Gen. 12, 1735,22,26, Und.7.1. 4. 5, 29. Daß dem Syloh und Helde ſollen alle Volcker(alle Heyden).24 5. 8 anhangen/ Gen. 49. Itzo iſi erfuͤllet was im 2. Pſalm ſtehet: c, 26. v. 4. 8 Heiſche von mir ſo wll ich dir die Heyden zum Erbe geben/ c.8. v.4. nund der Welt Ende zum Eigenthumb. C. 49. v. 10. Schlieſſet hierauß/ ihr Geliebte im HErren/ wie Batmher⸗ bſal. 2. v. 8. zig der HErr unſer G. Ott ſey/ wie es mit uns gar auß waͤre/ wann Er uns nicht zu dem Reich des HErren CHriſti beruffen haͤtte. CEs haͤtte G. Ott der HErre/ wann ja das Volcl Iſrael nicht haͤtte wollen gut thun/ wol neue Voͤlcker erſchaffen ja wol ohne alle Menſchen bleiben koͤnnen/ aber nein Er thuts nicht/ ſondern nimt muns arme blinde Heyden auff/ die wir G Ott nicht gekennet/ fremb⸗ den Goͤttern gedienet/ in unaußſprechlicher Finſteruͤß geſteckt/ mit merſchrecklichen Suͤnden behafftet geweſen. Iſt das nicht Gnade uͤber alle Gnade c welche weder Engel noch Menſchen nimmer⸗ mmehr gnugſam ruͤhmen und außſprechen koͤnnen. So freuet euch demnach in dem HErren/ und abermal ſage 1 ch/ freuet euch/ Pbil. a4. Euere Seele ſey froͤlich in dem HErren bphil. 4. v4. meurem G Ott/ dann Er hat euch angezogen mit den Kleidern des. G1.v. 10. Seyls/ und mit dem Rock der Gerechtigkeit bekleidet/ a.. Er mat euch zu ſeinem Reich der Gnaden gebracht/ und drumb gelobet aund haltet dem HErren euern O Ott alle die ihr umb Ihn her ſeyd/ Bfal.6.vA und dringet Ihm Geſchenck/ fal. 76. Bringet her dem HErren d N hr Gewaltigen/(dann auch die Koͤnige auff Erden ſeine Ehre ſu⸗ Kw. Dringet her dem rren ihr Geungen/ ihr Armen und p e 1 Elenden o Die neunde Predigt Elenden/(dann ihr auch zu ſolchem Reich gehoͤret/) wenl Er ⸗ ſure⸗ V b wendet zum Gebet der verlaſſenen/ und verſchmehet neerſe 1 ſie Plal2n. vr nicht. Bringet herdem HErren Ehre und Stäͤie /ahm an und ſei Bringet her dem Errn ein glaͤubiges Hertz daß ihr Ihm allein ſarotne II uͤber alle Dinge vertrauet. Bringet her dem Hrren Andaͤch⸗ zode ge Ohren/ daß ihr ſeine magnaliz und groſſe Thaten/ ſo inund bey ſeinem Gnaden⸗Reich vorgehen/ anhoͤret. Bninget herdem ö Perxren einen betenden Mund/ und lobſingende Zunge/ ſprechende auß dem u⸗. Pſalm. Lobet den HErren alle Hey⸗ den/ preiſet Ihn alle Voͤlcker/ dann ſeine Gnade und War⸗ heit waltet uͤber uns in Ewigkeit/ Alleluja Amen — 90. 6,50 6,9„690. J690. u600. 690. 94,30. 6,96. a399 ie neundte Predigt/ *2. Dber den fuͤnfften Buß Pſalm des Koͤnges und Propheten Dayids/ ſo da iſt ſ%e 00 Drdnung nach im Pſalter·Buch der oun· ſchen deert und Ander. 3 foch E TEXT U S uſe Verſ, 19. 20. 21. 3 334. b nun Da werde geſchrieben auff die Nachkommen/ ni DVund daß Volck das geſchaffen ſollwerden/„i—rd mn den HErren loben. Dann Er ſchauet von ſener heiligen Hoͤhe/ und der HErr ſiehet vom himml u auff Erden/ daß Er das Geufftzen des Gefanzane a Habita Cüä. ſtrin. d. 27. 2 1 uͤber den 102. Pſalm. 75 mööore, und loß mache die Kinder des Todes. Auff udaß ſie zu Zion predigen dem Namen des HErren/ und ſein Lob zu Jeruſalem. Wann die Voͤlcker zu⸗ lammen kommen/ und die Koͤnigreiche dem HErren u dienen. ingang. zece Kunden. Ann wir/ Geliebte und Außerwehlte Freundein.. N CHriſio/ betrachten die Arch/ oder den Kaſten Sie Seuſ⸗ Noa/ welchen er zur Zeit der heran nahenden zuſverglei⸗ Suͤndfluth auff G Ottes Befehl machen thaͤt/ chen mit Gen. 6. So befinden wir wie derſelbe in viel We⸗ dem Kaſten SOge mit der Chriſtlichen Kirchen kan vergliechen No⸗. b 1.) Gleich wie alles zur Zeit der Suͤndfluth was hat Gen. 6. e ſollen und wollen erhalten werden /ſieh hat zu dem Noa in den Ka⸗ 3 Sahere ſen muͤſſen finden/ was auſſerhalb demſelben blieben/ das alles 6 hat muͤſſen verderben und umbkommen, Alſo wer wil ſelig wer⸗ S 96 den/ der muß ſich zur Chriſilichen Kirchen finden/ und ein rechtes 5 zet Glied derſelben werden. Dann ert’a Eccleſiam non esl ſalus, a haben die lieben Alten geſagt: Auſſer der Kirchen iſt kein Heyl mnoch Seligkeit zu hoffen. Dann wer auſſer der Kirchen iſt der iſſt auſſer CHriſio In CHriſto aber ſind wir erwehlet/ Fyb.1, Eph.1. vi4. 2(2.) Gleich wie Noa nur einen Kaſten hat dauen muͤſſen/ nn welchem er ſampt den Seinigen konte erhalten werden: Alſo ſoll auch nur eine einige Chriſtlictze Kirehe auff Erden ſein und blei⸗ den biß an denjuͤngſten Tag/ und bey derſelben ſoll man auch nur allein die ſeligmachende Lehr ſuchen und finden.(3.) Gleich wie Noa Kaſten gegen der Welt Kinder groſſe und ſtatliche Gebaͤude ancchts zu achten geweſen/ weil er nur von ſchlechten und geringen unnen Holtz und Brettern gemacht/ und mit Pech angeſtrichen weſen: Alſo iſt die Chriſiliche Kirche auff dieſer Erden disais 1 b anders “ Die neunde Predtt anders als ein geringes kleines und verachtetes au ſein we gar kein oder ja ein ſchlechtes und geringes Anſehen ſiehne lche key Creutz und Vngluͤck unterworffen ſeyn muß weil ſie doch die Troſtloſe/ uͤber welche alle Wetter(der Truͤbſal und Ber⸗ Eſa.4.vo. folgung) gehen/ a. /. Andere Vergleichungen mehr worinn der Kaſten Noa mit der Chriſtlichen Kirchen uͤbereinkomme/ zuge⸗ ſchweigen: So mercket nur noch dieſes: Noa Kaſien hatte nun eine einige Thuͤr. Alſo hat auch die C hriſil. Kirche nur eine eini⸗ ge Thuͤr/ welche iſt der ewige Sohn G Ottes C Hriſtus JEſus/ wie Er ſolches ſelber bekennet/ ſagend/ Job. 1*. Ich bin die Jok. 10. 17. Thuͤr zum Leben/ durch welche einige Thuͤr einzugehen in das ewige Leben/ und ihres Jammers und Elendes quit und loß zu werden/ ſo ein hertzlich Verlangen gehabt auch das Iſraelitiſche Volck/ in und nach der Babyloniſchen Gefaͤngnuͤß/ wie wit ſol⸗ ches in den vorhergehenden Predigten vernommen/ und am nehem BVrſach angezogen/ warumb ſie ſieh alſo hertzlich geſehnet nach CHriſto und ſeinem Reich beydes der Gnaden und der ewigen Herrligkeit. Da wir dann 4. Vrſachen in nechſter Predigtbe⸗ ſehen/ſo ihren? ect vornemlich gehabt auff daß Alte Teſtamentt durch welche Vrſachen ſie OOtt den HERRen haben bewegen wollen/ mit der Sendung ſeines Sohns ins Fleiſch zu maturuen. Itso wir die fuͤnffte Vrſach betrachten wollen/ ſo da ſiehet auff daß neue Teßzament/ da uns dann wird vorkommen/ a Novo Teſta- mento Commodum. Der herrliche Nutz/ ſo entſtehen werde im neuen Teſtament/ wann der H. Meſſias nach Wundſch und Verlangen der Iſraeliten ſich mit ſeinem Gnaden⸗ Reich endlich einſtellen werde. Hiervon zu teden und daß es mit Frucht geſchehe: Seufftzet mit mir alſo: Hilff/ HErr/ biff/ laß wol gelingen/ dir zu Ehren und dann auch zu un⸗ ſer Seligkeit/ Amen/ Abhand⸗ Dum houne au de fele 2 komee we gn iyn (anſer ſchten Sond Woſth dabon eptede galne ſagend dungs ber den oa. Pſalm. 78½ Abhandlung. “ b Elangend/ Geliebte und Außerwehlte Freunde in C Hri⸗ dan 3 B ſo unſer vorgenommenes ſo iſt der Nutz ſo da entſtehet im D Neuen Keſiament/ nach dem der H. Meſſias unſer Hey⸗ mand C Hriſtus nach Wundſch und Verlangen der Iſraeliten ſich mmit ſeinem Gnaden/ Neich auch unter uns hienieden auff Erden teingeſtellet/ unterſchiedlich. b . Findet ſich Dporum ceſſatio. Daß es alles klaͤrer und T. ller von Eyriſio ſeyn ſolle weder geweſen im Alten Teſtament. Mewbrum D Dann ſtehet im Text: Das werde geſchrieben auff die Nach, Terxms. e kommen. Dieſes ſchreiben ſiehet nicht allein auff die Erloͤſung Das werde t auß der Babyloniſchen Gefaͤngnuͤß/ das ſolches bey den Nach⸗ geſchrieben kommen nicht werde in Vergeſſen geſtellet werden/ ſondern ſie auff die werden es wiſſen zu ruͤhmen/ was groſſe Wolthat dißfalls G Ott Nachkom⸗ ann an ähnen gethan/ ſprechende/ der HERRhat groſſes an ihnen 9Su n(unſern Vorfahren) gethan: Der HErr hat groſſes an uns„e, 126 1(ren Nachkommen) gethan/ deß ſind wir frölich/ ſal, 26. v. a 3. Sondern da gehet auch dieſes geſchrieben werden auf die Wolthaten des HErrn Meſſie bey ſeinem Gnaden⸗Reich/ daß dasvon bey den Nachkommen auch vornemlieh ſolle gedacht und geprediget werden/ wie es dann der Hext Lutberus am Nande alſo lret/ das werde geſchrieben auff daß mans predige. Bndwil ſagen der Prophet: Bißhero iſt nur meiſt Opffern und Vorbil⸗ dungs⸗Werck geweſen/ was von dem kuͤnfftigen HErrn Meſſia hgehandelt worden: Vnd ob wol etliche feine Predigten und Weiſ⸗ azungen mit unterglauffen/ jedoch ſo ſind ſie ziemlich tunckel ge⸗ weſen/ und haben wir gleichwol ſo ein hertzlich Sehnen und Ver⸗ langen nach dem Reich C Hriſti geſchopffet/ und daß es nur bald wocht angeſtellet werden. Aber nun in kuͤnfftigen bey den Aachkommen nicht alſo/ da ſoll es viel klaͤrer ſeyn/ da ſoll ein CSchreihen/ ein gewiſſes ſingen und ſagen, und lauter predigen 83 Ceecee— davon Die neunde Predigt davon ſeyn/ wie und welcher Geſtalt es war gemacht und erfuͤll daß der heilige Meſſias ſich eingeſtellet /ſein Gmaden Rese fangen und fortgepflantzet. us us. Worbey wir unterſchiedliches zu erkennen haͤtten ſondenich Daß es lie im Neuen Teſtament uns ein weit heller und klaͤrer nicht un⸗ Liecht auffgeſteckt weder im Alten/ nach dem von Cuſſtoes recht ſey von uns ſo eigentlich beſchrieben/ und ſo hell und klaͤlich davon gepre⸗ St und diget wird: Aber wir wollen nur vornemlich zum Nuß dieſes an⸗ Luenchr mercken/ wei allhier der Prophet des Schreibens gedencket daß ſio zu ſchrei· es nicht unrecht ſey daß man ſchreibe/ das iſt/ daß man guts ben. Sedancken von G Oit und ſeinem Sohn C Hriſto dem Nechſſen zum Vnterricht nach dem Exempel der Apoſtel/ Propheten und alten Kirchen⸗Lehrer auffzeichne und zu Papier bringe. Waep⸗ ches dann geſchiehet bey uns durch die Schreib⸗Feder/ und durch die edle Drucker⸗Kunſt.— Mer fragt es ſich nicht unfuͤglich/ von wem das Schrei⸗ ben uhrſprünglich herkomme. Vnd finden ſich bey den a⸗ vboribus hiervon ungleiche Meinungen/ welche alle zu erzehlen ich fuͤr unnoͤtig erachte. Zwar wann wir Ae causa primaris, von der rechten Haupt⸗ Vrſachen dieſer Kunſt reden woll:n/ o iſt ohn allen Zweiffel dieſelbe G Ott der Allmaͤchtige/ welcher die zwo Taffeln der Heil. Zehen Gebot die auff beyden Seiten geſchrieben waten, Exod⁴. 32. v. ſelbſt gemacht und ſelber die Schrifft drein gegraben hat/ rod.3e⸗ 36. 27. der Zeit⸗Rechnung etwas hoͤher hinan kommen/ als auff Moſen und Abraham: Dann vor Moſe/ weil er alle Kuͤnſte/ und alle Weiß heit der Egypter gelernet/ die Buchſtaben maͤſſen geweſen ſeyn/ ſintemal nieht wol vermuthlich/ daß diß alles in bloſſen Bud⸗ nuͤſſen/ die ſonſt in Egypten braͤuchlich waren/ beſtanden. Hat Ameaios demnach der erſte Menſch Adam die Hebteiſche Buchſtaben e-x⸗ In Chrono⸗ funden/ welche Seth nachmals in zwo Seulen)/ nemlich auff eine 1o: Theſau OII Selellund eine vun iarmlhem gedaua dodurch epiehe 2o p. 6. Wann aber von Mittels⸗Perſonen die Frage iſt/ ſo muͤſſen wirin — dder! Laurey dewi⸗ kanner denſe wair iind dat A ni ſai uͤber den 02. Pſalm. 25z umachende Lehr und Atronomiam oder Stern⸗ Kunſt auff die aachkommen fortgepflantzet. Dieſe Seulen ſind in der Suͤnd⸗ loſerhus kut erhalten und zur Zeit Joſephi(wie er ſelber berichtet) in Hria i5.1. An geſehen worden. Sie ſollen auch ſeyn der Ort geweſen/ dahin 8.. 4 ſich Adams Nachkommen verſamlet!/ daſelbſt die Predige anzuhoͤren/ und zu Opffern. Folgendes ſo haben Abraham/ 2* Moſes/ Esdras/ und andere die Hebreiſche Schrifften ie mehr und mehr außgebreitet/ erleutert und erweitert. Weil aber bey dem Churmbaw zu Babel auß G Ottes gerechter Straffe die Spra⸗ chen verwirret/ und alſo auß einer viel worden/ Gen.. als haben nachmalos dieſelbigen nach Vnterſcheid der Landarten unterſchie⸗ deene lLeute bekand gemacht und außgebreitet. 1. Wir Teutſchen haben OOC zu dancken/ daß Er uns 89 bißher hat predigen laſſen in allerley S prachen. /al 4ᷣ7*.. G.„„ Welche nunmehr in einen Segen verwandelt/ und freylich Ga⸗ L. us⸗ ih ben des Heiligen Geiſtes ſind/ A ³on 2. 1. Cor z. Nicht weni⸗„. ger ſollen wir ſeiner Goͤttlichen Allmacht dancken fuͤr unſere Mutter⸗Sprache/ darinnen wir die Bibel leſen koͤnnen/ und in ge⸗ mein fuͤr die Erhaltung der Schreibe⸗Kunſt. Inſonderheit iſt a das Buchdrucken/ welches obannes Guttenbergius, Auno 1440, u oder 1442. ſoll erfunden haben/(wiewol es Heerus Bertius dem Laurentio Janſenio tribuien wil /) eine hohe Wolthat G Ottes/ ddie wir mit Danck erkennen und preiſen ſollen. Dann dadurch PGnnen viel nothwendige und nuͤtzliche Dinge /bevorauß die Stuͤ⸗ een ſo zu unſerm Chriſtenthumb/ und zu der waren Religion gehoͤ⸗ een/ in weniger Zeit dermaſſen unter die Leute gebracht/ klahr und 1 knbehr werden/ daß eo zu verwundern und nicht gnugſam zu d ſagen iſt. es, Moͤchte aber allhier iemand einwenden und ſprechen: Objectio. MWas anaanget den Glauben und das Religion⸗Weſen/ iſt ununx⸗,⸗“ aothig daß man davon wolte viel ſchreiben. Dann ſo man diß⸗ 3 lalls wolte der Feder/ und der Druck⸗Preſſe ſich gebrauchen/ muͤſie Ceeee ¹ 39 inks⸗ Gen. n. v.9. 76 Die neunde Predigt es entweder wegen der Einlaͤndiſchen/ oder wegen der Außlaͤndi⸗ ſchen geſchehen. Die Einlaͤndiſche aber haben an den Muͤndli⸗ chen Predigten/ und an den allbereit geſchriebenen Buͤchern gnug. So viel die Außlaͤndiſchen betrifft/ wuͤrden ſie es wenig achten und nicht allein ſchlechten Nutz davon haben/ 1 darzu deſto mehr erbittert werden/ wo was wider ihnen lautete. Derhalben ſey das allerbeſte/ daß man mit ſolchen Buͤcher ſchrei⸗ ben unverworren bleibe. Aber dieſer Nath kommt her vom Fleiſch und gehet nicht auß dem Geiſt. Dann warumb ſolten unſere Zuhoͤrer’ nechſt den ordentlichen Predigten/ nicht mit den Berrhoenſern taͤglich in der Schrifft forſchen obs ſich alſo Ac. 17. V.In. verhielte/ ct. z. Datzu aber gehoͤren feine Anleitungen zum inbruͤnſtigen Gebet/ wie man dieſelbige in den geiſtreichen Gehet⸗ Buͤchern findet/ und allerhand gruͤndliche Außlegungen der Bi⸗ bliſchen Buͤchern/ welche nicht gnugſam koͤnnen erklaͤhret wer⸗ NMatth. 1y. v. 27. den wann gleich die Welt noch tauſent und aber viel tauſen Jahr ſtüͤnde/ von nothwendigen Schutz⸗Reden und Widerlegungen der Ketzer/ rem, von Vermahnung⸗Warnung⸗ quch Troſt⸗ Schrifften wollen wir itzo nichts ſagen. Was die Außlaͤndi⸗ ſche betrifft/ ſo ſind bey denen nicht eitel verſtockte Gottloſe und un⸗ bußfertige Leute/ ſondern es ſind noch etliche/ die G Ottes Wort mit Freuden annehmen/ und ihnen darzu Gluͤck wuͤndſchen⸗ Denen ſoll man Broſamen/ ſo von des HERRN Cyriſtt Tiſch fallen/ ja nicht mißgoͤnnen. Mattb. 11n’. Vnſer Prophet hat ihm ſolcher Einbildungen viel machen koͤnnen/ wann erin ſol⸗ chen fleiſchlichen Gedancken den Widerſprechern haͤtte nachhen⸗ gen wollen: Aber nein: Sondern da haͤlt ers mit dem Schtel⸗ ben: Das werde geſchrieben/ ſpricht er/ auff die Nachkom⸗ men. Wnd was wil man doch dißfals viel ahfüaläiens ma⸗ chen/ hat doch derewige Sohn GOTTES ſelbſt geſchrieben. Dann da hat Er ſa ſein allerheiligſtes Geſetz geſchrieben mit dem Finger G Oes auff die zwo ſieinerne Taſeln des Beugnaſen b ſondern noch woß nnd ſh prrſeiga ſham pem. 34 und all Her ſord Pau gede heile Soh band: ttugd d hend zena Greu berſch lädtet Johal führer mit w haE uhn önge gſt über den 102. Pſalm. 757 und ſelber die Schrifft der zehen Wortdarein gegraben/ auff daß wrſeinen heiligen Geboten umb ſolcher ihrer Autoritaͤt und An⸗ ſehen willen/ deſto ehe gehorſamen moͤchten/ Erod. 3¹. v. 32. ece. m Ja wenſt 1ſ em. 2uI. Verheiſſet Er dem Hauſe Iſrael im Neuen Teſtament Ier. 31. v.33. und allen ſeinen hertzlieben Kindern/ Er wolle ſein Geſetz in ihr eene Dertz geben und in ihren Sinn ſchreiben/ nicht mit Tinten/ nernme dem Geſt es cdendigen Grhrte, wec. 33 BPeaulus erklaͤhret 2. Cor. 3. auff daß ſie Ihn erkennen ſollen/ Ver⸗.Cor.3.7.z. gebung der Suͤnden empfangen/ und Shm willglich dienen im — eiligen Schmuck/ in Heiligkeit und Gerechtigkeit/ die Ihm ge⸗ dake Sefttt n kallig. Beym Propheten Ezechiele am 9. Cap. erſcheinet der aachabimnt. Sohn des Hoͤchſten in der Geſtalt eines Schreibers/ der Lein⸗ t wand zum Kleid an hatte und ein Schreibzeug an ſeiner Seiten Al erug/ dem ward befoh en /er ſolte durch die Stadt Jeruſalem Phan Kuci puziu an und zeichnen mit einem Zeichen/ nemlich mit dem letzten Buchſta⸗ ben des Hebraiſchen A B C. Thau/ ſo vorzelten wie ein Cteuust a gemahlet worden die Leute ſo da ſeuffzen und jammern uͤber alle Greuel die darinn geſchehen auff daß derſelben moͤchte in Gnaden eerſchonet werden/ von denen die da alle ſolten erwuͤrget und ge⸗ u nceſun coͤdtet werden /die das edle Zrichen nicht an ſich hatten. Bem cun nictutcjt Johanne am g. Cap. ward dem HErrn C Hriſto ein Weib zuge⸗ ſoh. 8. v.*. 4* fuͤhret/ daß man im Ehebruch begriffen hat auff friſcher That/ dau⸗ 4, 2a. mit wolten Ihn die Phariſeer und Schrifftgelehrten verſuchen/ † was Er fuͤr ein Brtheil uͤber ſie fellen wuͤrde/ auf daß ſie eine Sache igtenn due zu Ihm haͤtten; Aber JEſus buͤcket ſich nieder und ſchrieb mit dem nnanttactei d, Finger auff die Erden zu zweyen mahlen. Was mag Er da wol 37 un Peri n geſchrieben haben? Ambroßus vermeinet/ das eine mal habe Er ge⸗ uh ſchrieben auß dem Jeremia 22. Cap. O Land/ Land/ ſchreibe Jerem. 12. v, an dieſen Mann als einen verdorbenen /einen Mann dem 29.10. A ein Lebenlang nicht gelinget: Zum Zeugnuͤß daß ſeine Muaͤeetſacher die Phariſeer und Schrifftgelehrten wehren blind/ unp von G.Hit verworfſen/ und daß es ihnen ihr Lebenlang nicht b b Cecec 11 genngen 2 56 Die neunde predit gelingen wuͤrde. Das ander mal ſolle Er geſchrieben haßen Matt,.v. dem Matthæo7. Was ſieheſtu den Splitter in Nedenan ders Auge und wirſt nicht gewahr des Balcken indeinem Auge. Andere halten es dafur/ Er habe eben die Wort geſchrie⸗ ben/ die Er damals auß ſeinem heiligen Munde Shn laſſen und Joh. 8. v. 7. zu ihnen geſprochen: Wer unter euch ohn Suͤnden iſt der werffe den erſten Stein auff ſie. Dem ſey wie ihm wolle /ſo ſehen wir dabey/ daß Goͤttliche Sachen zu ſchreiben nicht unreche ſey. Wer demnach der Kirchen G Ottes recht dienen und ſeine verliehene Gaben nicht vergraben/ ſondern wol anlegen wil/ den ehue es entweder mie Predigen/ oder mit Schteiben/ der dappndi⸗ get redet mit den Gegenwertigen: Derda ſchreibet redet mit den Abweſenden/ und mit denen die noch ſollen gebohren werden ſoda ſind die Nachkommen/ wie ſie in unſerm Text genandt werden. N. 9 7 Ae,ſ II. Der ander Nut ſo da entſtehen wird/ wann der En embrum. Meſſias auff hertzliches Sehnen und Verlangen des Iſtaelli⸗ ſchen Volcks ſein Gnaden⸗Reich anrichten werde/ iſt 7ᷣo Textus. Celebr atio, daß G Ott ſolle druͤber gelobet und geprieſen werden: xeus. Hiervon ſteheti Wn das ehet im Text alſo. Vnd das Volck das geſchaffen Wolck das ſoll werden wird den HErrn loben. Iſteben was im⸗2. geſchaffen Pfalm ſiehet/ man wird ſich fuͤrchten ſo lange die Sonne ſol werden/ und Mond wehret/ von Kinde zu Kindes Kindern. Vnd etc. das iſt war. Dann die wit itzt leben/ nach dem der ewige Sohn Pſal.⸗2.v*½. G Ottes Menſehliche Natur angenommen/ und ſein Gnaden⸗ Reich unter uns angeſtellet ſehen wie ſie im Alten Teſtament eben an denſelbigen Heyland und Meſſiam C Hriſtum geglaͤubet/ an welchen wit und unſere Nachkommen glaͤuben. Woruͤbet ent⸗ Reehet ein Predigen ein Singen/ ein Beten/ ein Loben/ und Dan⸗ cken. Darumb daß G Hit ſeine Verheiſſung von hriſio er⸗ fuͤllet und war gemacht. Daß alſo dieſe Lehre von C Htiſid und ſeinem Gnaden Reich hat dieſe ſonderliche Art, daß ie mehr man die Lehrer und andaͤchtige giaͤubige Zuhoͤrer deſſebigen diſe a u tdet dalnne gzkiund⸗ die Na derne neuem Glau A ben dem. getech hesu Craa ſs er ſhlech deher ſih uͤber den oꝛ. Pſalm. FubnG. 1 neydet/ verfolget/ wuͤrget und toͤdtet/ ie mehr die Lehre recht ange⸗ beet’unter und bey den Nachkommen/ bey welchen G Ott gepredi⸗ mget und gelobet wird fuͤr und fuͤr. Vnd iſt wol zu mercken/ daß die Nachkommen/ bey welchen G Ott ſolle gelobet und geprieſen vwverden/ allhter genand werden/ populus vi ereakirur, ein Volck b doas geſchaffen ſoll werden. Anzuzeigen die Reſtauration und Renovation oder Verneuerung der Menſchen in und bey dem 1 Gnaden⸗ Reich C Hriſti. Dann da heiſt creare ſchaffen in Slaſſ. Phil. deiliger Schrifft nicht allein auß nichts etwas machen/ welches Sac. lib. 5 6 Ott allein zuſſehet/ auch nicht allein eiwas hohes und groſſes an vortrefflichen Wundern und Wercken außrichten; Beſon⸗ — 1 dern es heiſt auch ſchaffen in Goͤttlicher Schrifft ſo viel als er⸗ neuern/ wiedergebehren/ hier in dieſem Leben durchs Wort und Glauben/ dort im ewigen Leben/ durch das immerwehrende ſelige 91 Anſchauen G Ottes des HErrn. Und alſo zu verſtehen gege⸗ ben wird/ daß ein ſolches Volck/ ſo da verneuert wird von GOtt dem Hrrn im Gnaden⸗/Reich C Hriſti /zu dem Ende daß es ſolle gerecht und ſelig werden/ koſte G Ott ja ſo viel und ſey ja ſo ein ho⸗ hes und groſſes/ ja noch wol viel groͤſſer/ weder die Welt und alle s TCreaturen auß nichts erſchaffen. Was ſolle dann nun aber die⸗ ſkes erſchaffene Volck hievor thun? Es ſolle loben: Nicht nun ſchlecht und obenhin: Sondern elat⸗ voce, mit lauter hoher erha⸗ Gerhard. ete. bener Stimme/ wie das Woͤrtlein m in ſeiner Sprache es mit llarm. hiſt. euben Rut ſich bringet/ und alſo gebraucht wird auch 2, Paralip. 29. Pſal. Ev. de paſſ. i ſchen/ und iſt ein zuſammen gezogenes Woͤrtlein/ heiſſet eben Wem ſoll es dann loben? Den HErrn: i ſiehet im Hebtai⸗ un, v. 30. ale in Jᷣ⁴or dH, welche beyde Namen Hieronymus in Er⸗ Pſal. 22. v.3. tlaͤhrung des 26, c⸗p. a. alſo unterſcheidet/ daß Frᷣuoran be⸗. deute DELIM„effabilem, den unaußſprechlichen GOTT: Jab. nitn Dstek„p'ſibilem, den unſiſichtbaren GOX: Sintemal Er wohnel in einem Liecht darzu niemand komimen kan/ welchen nie⸗ mand ie geſehen noch ſehen fan Tim. 5. Dieſen unſichthaten 1. Tim. 6. 766 Die neunde Predigt GO Tder ſied nicht meht ſoim Neuen Teſiamen durch man⸗ cherley Offenbahrung wolle ſehen laſſen/ wie geſchehen im Alten Teſtament/ wird man zur Zeit des Gnaden⸗Reichs C Hriſtj lo⸗ ben und preiſen. I ee NMaſ ſe usus NMNuutzet zu erken’en. Welcher.„z. Wie und welcher Geſtalt wir in und bey dem maſſen wir Relch Criſtt GOTtes des HERR ſein Poick ſeyn. GOTtes Nicht nur i. Rarione Creationzs, daß Er und erſchaffen uns Leih Volck ſeyn. und Seele/ Augen/ Ohren und alle Glieder/ Vernunfft und all Sinne gegeben/ wie wir auß unſerm erſien Glaubens⸗Articul mig unſern Kinderlein bekennen/ dahin uns dann auch weiſet der loo, Pſal100.v.3 ſalm der da ſpricht: Erkennet doch daß der HERR GOtt ſt/ Er hat uns gemacht und nicht wir ſeldſt zu ſeinen Volck: Sondern auch 2. Ratiene Redemtionu, der Erlöſin Eph. 1. v. 6. wegen. Dann da hat Er uns Anfangs geliebet in ſeinenn geliebten Sohne/ Bob. z. Darauff hat Er uns auch denſelben Joh. 3.v. 16. geſchencket/ auff daß alle/ die an Ihn glaͤuben/ nicht verloh⸗ ren werden/ ſondern das ewige Leben haben/ 706.3. Dſe⸗ Aro.v a3 ſer ſein geljebter Sohn JEſus CHriſtus uns demnach theuer Maten. 26. erfaufft/ A7. ⸗. Er hat ſem Blut fuͤr uns vergoſſin/ joheoee* Mautb. 206, Er hat ſein Leben für uns gelaſſen/ Job⸗ 7. Kom.4., Vnd iſt uns zu gut umb unſer Gerechtigkeit willen wieder Eph. 5. v. 23, aufferwecket worden/ Rom.„. Dannenhero Er auch iſt unſer Phil. 1 v. z1. Haͤupt/ Fp. F. Er iſt unſer Leben/ Pbil. z. Er iſt unſer JE⸗ Muatt.J. v. 21. ſus Alattb. z. Er iſt unſer Heyl/ 2r. 2. Ja Er iſt uns ge⸗ Ac.+ v. n. macht von GOTT zur Weißheit/ zur Gerechtigkeit/ zur 1. Cor. 1. Heiligung und zur Erloͤſung/ 7. Cor. 3z. So ſind wir auch .3o. das Volck G Ottes des HErrn 3. Rarione Sandtößrationus, der Heiligung wegen/ dann da ſind wir ja getauffte Chriſten/ gehei⸗ liget in der Tauffe/ darinn uns C Hriſil heiliges und iheures Ver⸗ . dienſt zugeeignet worden/ dann wie viel euxer getaufft ſind/ die Gal3.v. 7 haben CHriſtum angezogen/ cas. S.ies Volch ſnn ·2 *n ——— uͤber den 102. Pſalm. Monis, die herrlichen Verheiſſun⸗ gen wegen die Er uns thut. Dann da verheiſcht Er uns ewi⸗ ge Gnade/ a. z. Er verheiſcht uns ewigen Friede/ F/2. Eſa.⸗4. v.g. L oerheiſcht uns ewige Freude/ 774, 16. Er derheiſcht uns 21..7. 4 ddas ewige Leben/ und wil daß wo Er iſt auch wir ſeyn und 10, V. 29, ſeine Herrligkeit ſehen ſollen/ ob. 7.= 0. v. 28. Ioh. 16. v. 24 C. 77. V. 4 Vns wil gebuͤhren/ daß wir uns auch als O OStes Volck aweiſen/ welches geſchiehet/ wann die groſſe Ehre/ und den herrli⸗ chen Nutz/ den wir davon haben/ daß wir GOTtes Volck ſeyn/ raſig betrachten/ und erkennen/ demſelben. nachdencken/ und Ihm S Ott dem HErrn dafuͤr hertzlich dancken/ nach Anmah⸗ naung des hunderten Pſalms: Jauchtzet dem HERRN alle Pſal. 100. v Welt/ dienet dem HERRNmit Freuden/ fommt vor ſein 1.2. z. ngeſch mit Frolocken: Exkennet daß der HErr GOtt ſeiner Weide, Damach geſchiehets auch/ wann wir uns hal⸗ aneen nach den Regeln und Geboten/ die der HErr ſeinem Volck in ſfeinem Wort vorgeſchrieben. Wie dann die Goͤttliche Maje⸗ 3 Kät hiervon ſelber ſaget/ Deur. 7. Du biſt ein Volck worden Deut. 17.„ Er hat uns gemacht zu ſeinem Volck/ und zu Schaffen des HErrn deines GOttes. Daß du nun der Stimme 9.0. des Hrrn deines SDdtes gehorſamb ſepſt/ und iun dtee nach ſeinen Geboten und Rechten, 2, Haͤtten wir auch allhier vom Lobe G Ottes des HErrn 1 n 3 4 zu reden und zwar(1.) was da heiſt G Ott loben/(2.) wer dann deeenigen ſeyn und ſeyn ſollen de e Oitt zu oben(z. wie man Duloben ſolle,(a. Ju welcher eitmanhnloben ſolle(1. Was dann der Nutz davon ſey/ wann man G Ott lobe allein 66 03 8 wuͤrde zu weit in die Zeit greiffen/ verſparen es zur andern Gele⸗ 3 8 NFrnheit. üu D. laſtratio- Daß na Erkaͤntnuͤß der Leutſeligkein des ddd b 111. Der dritte Nut ſo ſeyn wird/ wann der HEr Meſ⸗ 111. ſtas endlich ſein Onaden⸗Reich anrichten werde iſt arlewaiae Membrum⸗ swigen Textus. von ſeiner heiligen Hoͤhe. 764 Dile neunde Predigt ewigen Sohnes GOTTES) unſers Heylandes: Dann Er Er ſchauet ſchauet von ſeiner heiligen Hoͤhe/ und der HErr ſiehet vom Himmel auff Erden/ daß Er das Seuſſtzen des Gefange⸗ nen hoͤre/ und loß mache die Kinder des Todes. 38 dißen wird gar artig beſchrieben die Sendung des Sohnes GOCtes/ vom Himmel herab/ ſampt deſſelben Nutzen/ welche Sendung gar gewiß geſchehen ſolle/ darumb dann auch der Prophet redet in Ppræterito, proſpexit, a pexit, Er hat geſchauet/ Er hat geſehen vom Himmel auff Erden/ da es doch noch zukuͤnfftig war. Er ſchauet von ſeiner heiligen Hoͤhe/ nemlich vom Hummel. Dann nun thut ſich der Himmel bey Sendung des Sohnes GOTtes in allen Gnaden wiedermb auff/ der ſonſten durchden Suͤnden⸗Fall unſerer erſten Eltern verſchloſſen geweſen. Nun traͤuffeln die Himmel von oben herab/ wie ſolches Eſalgs Eſa. 45. 7.8. 45. Vorbildungsweiſe vom Koͤnige Cores geſaget wird/ daß a kommen ſoll/ und helffen dem Volck Iſrael) und die Wolcken regnen die Gerechtigkeit/ die Erde thut ſich auff und brin⸗ get Heyl. Warumb? Dann der HErr ſiehet vom Him⸗ mel auff Erden: Das iſt: Der ewige Sohn G.Otes der Jer. 33.v. 5 ſonſt Hummel und Erden erfuͤllet/ Jerem. 22, Vnd wegen ſeiner Majeſtaͤt geſagt wird/ daß Er im Himmel wohne/ derſelbe ſiehet nun gnaͤdiglich an das Eiend des Menſchlichen Geſchlech⸗ kes auff Erden/ daß Er komme ihnen zu helffen/ daß Er das Seufftzen der Gefangen/ das iſt/ die da in den Banden und Ketten des Teuffels liegen/ unter der Obrigkeit der Finſternuͤß/ wimmern und ſeufftzen/ daß Er derſelben Seufftzen hoͤre/ und loß mache die Kinder des Todes. Das iſ/ die/ welche da wuͤrden ſonſten alle vom ewigen Tod dahin gerſſſen werden/ und· muͤſten ewig verlohren und verdammet ſeyn/ wo ihnen nicht zu Huͤlffe gekommen wuͤrde. b b Laſſet mir das ſeyn eine Leutſeligkei/ und Freundligkeltdes kommet/ wam Sohnes G.ate/ daß Er vom hehen ummideaß ttehet eenne Iſcaeit woiſſen! weſen etr ſe Man Dan Kuche woter damne s get Soh GHätt Kinde hhen E getwo vollen o — 2————— —— öͤ ———— “ uͤber den 1o2. Pſalm. 76 h kommet/„opter nos& noſtram Salutem, wie im Gmbolo Mceno se bekennet wird umb unſer und unſerer Seligkeit willen/ welches die— eeu h. Iſcaeliten damals erkandt; und nicht genugſam davon zu reden at h. wiſſen/ ungeacht daß es noch faſt bey ⸗00. Jahren außſtehend ge⸗ h weſen/ und erſt hat ſollen war gemacht werden. Nutzet uns zur Nachfolllg. usus, Daß im Gnaden⸗Reich ChHriſti nichts anders ſolle In dem getrieben/ geredet/ und gehandelt werden/ als von CHri⸗ Gnaden⸗ ſto JEſu ſelbſt/ und deſſen Erloͤſung/ und was das fuͤr ein ho⸗ Reich der des Werck und Wolthat ſey/ ſo Er an uns armen und verlohrnen Chriſtlichen Meenſchen erwieſen. Von welchem allen/ G Ott ſey Lob und Kechen Danck noch Heute zu Tage/ im Reich E hriſti in der E hriſilichen dd See kem reiteſ Kirchen reichlich und uͤberfluͤſſig gehandelt wird/ wann wir es nur C Hriſto wolten recht zu Hertzen faſſen/ und auß Danckbarkeit unſer Leben IEſu und darnach richten und anſtellen. Aber wie ſchlecht ſolches von deſſen Erloͤ⸗ nmuns geſchiehet/ gibt leider die Erfahrung. Es wird zwar gepre⸗ ſung gepre⸗ diget von Chriſti Menſchwerdung/ daß Er als G.OCtes diget. Sohn darumb Menſch worden/ auff daß wir durch Ihn der Gottlichen Natur theilhafftig gemacht/. Per.’. Vnd G Ottes l.kern4⸗ un AKinder wuͤrden/ 7ob.’. Vnd wir dannenhero in heiligem Kind⸗oh. I. v. 12, ith lichen Gehorſam zu leben: Aber wer iſt der nach dem Exempel des Enocho ein goͤttlich Leben fuͤhret/ en. r. Es witd geprebi⸗ Gen e a, get von Chriſti Geburt/ wie Er darumb von einer Jungfraw wollen gebohren werden/ auff daß wir durch Ihn auß GOTT gebohren wuͤrden/ ob. 1. Aber wenig ſind/ in welchen C Hri⸗ Jok. 1. v. 3. ſuus eine Geſtalt gewinnet/ Gal. 2. Wenig die von G Ott ge⸗ Gal. 4. v. 19. ohren ſind/ und die Welt/ als da iſt Fleiſches⸗Luſt/ Augen⸗Luſi/ 1.Joh.2.v. ad hoffrtiges Leben uͤberwinden/ 2. Job.. und y. Wir predi⸗ c. 3.v. 4. an von Criſti Beſchneidung/ daß Er hat wollen beſchnitten waden auff daß wir der geiſtlichen Beſchneidung durch Ihn theil⸗ Col, 2, v. n. dafftig wuͤrden/ Co*† ². Aber ach wie viel gehen dahin ohne be⸗ Lae ſhnitten⸗ Hertzeen/ ohng beſchnittene Augen/ Ohren/ haͤnde/ und 8 Süſe.. Odddh Wir ————————jññj.j..ͤͤͤſſ 764 Die neunde Predigt Wir ptedigen von CHriſti Tauff/ daß Er ſich habe taͤn b fen laſſen/ auff daß Er unſere Suͤnde/ die Er als See Joh v. 29. G Oltes auff ſich geladen hatte und truge/ Job.r. in das Tauff⸗ Mateh Waſſer hinein verſenckte/ und in die rechte Tieffe des Gnaden⸗ 35 Meers ſtuͤrtzte/ Mics. 7. Aber ſind nicht ſehr viel die auß ſol⸗ cher Tieffe die Suͤnde wiederumb hervor ſuchen. Wir predigen von ChHriſti Lehr/ daß Er nemlich in den Tagen ſeines Fiet⸗ ſches auch dieſes gelehret/ daß wir in ſeine heilige Fußſtapffen tie⸗ ten/ und im Leben Ihm folgen ſollen. Wie Er dann ſagen Maut. u. Lernet von Mir dann Ich bin ſanfftmuͤtig und ven Hertzen demütig. Aber wenig ſind/ die ſolcher Lehre fol⸗ gen. Wir predigen von CHriſti Leyden/ wie Ers Ihm ſo dlutſauer werden laſſen/ fuͤr unſere Suͤnde zu buͤſſen und zu bezah⸗ len: Aber wer iſi/ der deßwegen ein groß Abſchew vor die Suͤnde traͤgt. Es wird geprediget von CHriſti Creutzigung und Todt, und darbey erinnert/ daß unſer alter Menſch und unſen Rom. 6. v. 6. ſuͤndliches Fleiſch zugleich ſampt Ihm ſolle gecreutziget werden/ Rom. 6. Wund daß wir der Suͤnden abſierben/ und in einem neuen Leben wandeln. Aber ſehr viel/ ſehr viel laſſen die Suͤnde berrſchen in ihrem ſterblichem Leibe/ ihr zu gehorſamen. Es wird geprediget von CHriſti Aufferſtehung/ und daß wirmit Rem. 6. v.4 Ihm geiſilicher Weiſe ſollen aufferſtehen/ Rom. 7. Aber dallegt mancher in ſeinen Suͤnden todt/ ſchnarchet und ſchlaͤfft darin⸗ nen. Es wird geprediget von CHriſti Himmelfahrt/ und daß Erſich geſetzet zur Rechten G OTtes/ und werden angemah⸗ net/ wie auch wir mit unſerm Hertzen und Verlangen Ihm fol⸗ gen/ nach den Himliſchen Guͤtern uns ſehnen/ und geiſtlicher Weiſe mit Ihm gegen Himmelfahren und im himmüiſchen We⸗ Col. 3. v. 2. ſen wandeln ſollen/ Co4 3. v.”. Aber da trachtet man mehr nach b dem das auff Erden iſt/ weder nach dem das droben iſt/ wider den Außſpruch Pauli/ Co3. Es wird geprediget vom Juͤngſten Gericht/ wie E orſtus werde dermaleins wiedetkommen zum Gerichte/ uͤber den 102. Pſalm. 765 3 1 1 Gerichte/ und daß wir deßwegen wacker ſeyn ſollen allezeit und be⸗ een/ daß wir wuͤrdig werden moͤgen zu ſtehen vor des Menſchen Sohn/ Lue. 2. Aber wer fragt groß darnach: Der meiſte Theil LHc 212, 8 ſchlaͤgets in Wind/ gedenckt: Gebeut hin/ gebeut her/ harre hier/ harre da/ hier ein wenig da ein wenig/ Fha. s. Da El h.w. verſtopffet mandie Ohren/ und verſtocket das Zettz muthwillig licchſat,. Da verachtet man den Nath G Ottes wider ſich Pſal.91..J. lbſt/ Lua. 7. Da iſt man gleich den ungehorſamen Kindern Luc7.v zo. auff der Gaſſen/ welche ncht blgen wollem ob man ſie gleichd⸗ dangti n cker. Das ſoll aber nicht alſo ſeyn/ liebſte Ehriſten/ ſondern ſind wir in ſeinem Gnaden⸗Reich und hoͤren von dem allen/ ſo heiſt es/ wie wir auß unſerm andern Glaubens⸗Articul mit unſern Kinder⸗ m kein beten und ſprechen: Auff daß ich ſein eigen ſey/ und in ſei⸗ aun nem Reich unter Ihm lebe/ und Ihm diene/ in ewiger Ge⸗ e rechtigkeit/ Vnſchuld und Seligkeit. 8. IF. Der vierdte Nutz ſo erfolgen wird bey Anrichtung 1S.. ddes Gnaden⸗Reichs des HErrn C Hriſti iſt Eccleſte Dilatario 2 Tna. Die Erweiterung der Kirchen: Da dann im Teyt ſtehet: Auff Auff daß ſie u daß ſie zu Zion predigen den Namen des HErrn/ und ſein zu Zion pre⸗ Lob zu Jeruſalem/ wann die Voͤlcker zuſammen/ und die digen den Konigreiche dem HErrn dienen. Das iſi: Es wird zwar Ramen des gelehret und geprediget werden von C Hriſio/ und wird ſein Name HErrn/ w. gelobet und geprieſen werden: Aber nicht nur in einem Winckel mddeer Welt/ ſondern in aller Welt/ in der gantzen Chriſtenheit/ da mddann die Voͤlcker werden zuſammen kommen/ und die Koͤnigreiche „ dem HErrn zudienen: Sintemal die Kirche wird geſamlet wer⸗ den auß allen Voͤlckern/ auß allen Koͤnigreichen/ welche alle das 2 Cvangelium CHA Iſu werden annehmen und demſelben an⸗ hangen. usus. Hierbey zum Nutz zu erkennen: ChHRſti Wie die Kirche oder das Reich Chriſti auff Er⸗Raich an den /8nicht an gewiſſe Ort und Stelle/ nicht an ein gewiſſes keinen ge⸗ Doddd üuj Volck/ wiſſen Ort/ —3 4- “ 88—— 2 3 — 5 1— 4 5 2———— — 3 1. G 2 2. 1. 2un 2 eee— 8 1— -—————— —— 3—— 8 .“ 4 3 4 1.. 8 Heee Beeeeeee eeen 8 4 8 3* 4 8 8 3 3“*— G 4„ 8——“]. 4.— 3. ſ 8 4— K 8 3— “ 8 ͤͤ— Se2a i deie üeee 1 e, 9. 3 8 4 3 82—————— err — 1.—“ E Volck oder Sohn GOTtes 4 gehunden, Sathans und der Abgoͤttiſchen Koͤnigreiche dieſer Welt . 3 v13 iſt in der Kammer Mattb. 2½3. Der Roͤmiſche 766 Die neunde Predigt Stelle/ Volck/ Koͤnigreich und Land gebunden ſe. 2„ E Hriſtus ſamlet ſie enfhn Handern da Koͤnigreich Voͤlcker und Menſchen hin und wider mitten auß dem Reich des wie und wo er wil/ und ſoll nicht gelten zu ſagen ſtehtnie 6 Matth. 24. CHriſtus/ ſiehe daiſt CHriſtus/ Er iſt in der Wuͤſten/ Er Antichriſi/ wil zwar die Kirche OOTtes binden an delhhe ſchen Stuel und Pabſt/ und deſſelben Lecrera und Satzungen/ alſo was nicht Roͤmiſch ſey das ſey die Kirche nicht: Oder woei⸗ ner zur Kirchen ſich wenden/ und derſelben zugehoͤrig ſeyn wil/ ſo due und miſe 7 Roͤmiſch Paden naein/ und ſpricht/ daß die Voͤlcker werden zuſammen kom⸗ men/ und die Konigreiche dem HErrn ſ Orbis u for esturbe. Saget Rieronymus, die Welt iſt weit groͤſſer weden die einige Stadt Rom. Vnd nicht allein gegen Rom/ ſondern in alle Welt ſendet der HEAR ſeine Juͤnger auß mit dem Evan⸗ gelio Ihm eine Kirche zu ſamlen/ und daß alle die da glaͤuben ge⸗ tauffet werden/ ſollen ſelig werden/ wann ſie Rom gleich nie geſe⸗ hen/ noch zur Roͤmiſchen Kirchen und Gemeinſchafft nie kommen 4 ſind. Hiervon dann auch der Apoſtel Petrus zeuget/ 01,. 4.10. v.34 Nun erfahre ich mit der Warheit daß GOT die Perſon nicht anſiehet/ ſondern in allerley Volck/ wer Ihn fuͤrchtet und recht thut/ der iſt Ihm angenehm. Vnd der HERR Joh. 4. v. 21. C Hriſtus ſelber die Samaritin/ Job.*, alſo in dieſem Glaubens⸗ Punct unterrichtet. 2. Erkennen wir auch hierbey/ was doch Koͤnigteiche/ Fuͤt⸗ ſtenthumb/ Obrigkeit bey dem Gnaden⸗Reich CHriſti thun ſol⸗ len? Der Prophet ſaget allhier: Wann die Voͤlcker zuſam⸗ mmen kommen/ und die Koͤnigreiche dem HErrn zu dienen. Semeccerus in Erklaͤru nen ſchoͤnen Spruch/ und macht ſeine Außlegung druͤben 45 g auß allerley Hiewider ſagt unſer Text ng dieſes Pſalms/ haͤlt dieſe Wort fuͤt eie über den 102. Pſalm. 76z 15 Wo Koͤnigreich/ ſpricht er/ wo Fuͤrſtenthumb/ Obtigkeit/ Reichs⸗ Sage/ Volcker/ Juden und Heyden ſind/ wo ein Nahthauß/ eine Kircche/ eine Gemein und Verſamlung iſt/ wo ein ſchlecht Hauß/ eine Schul/ ein Geſpraͤch iſt/ wo ihrer zween oder drey verſamſe ſind/ ſolches alles ſoll geſcheden G Ott zu Ehren/ Ihm zu dienen/ Ihn zu loben/ und Ihm gehorſam zu ſeyn. Dann darumb le⸗ dean wir und wohnen beyſammen/ darumb ſind die Herren Herren/ darumb ſind wir Lehrer/ Naͤthe/ Haußvaͤter/ Schulmeiſter/ daß * wir G Ott dienen ſollen. Wehe und aber wehe allen ſichern Koͤ⸗ 1 nigen und Potentaten in der gantzen Welt/ die nur ihre Wolluſt pflegen/ und ſich der Ehre G OTtes mit Ernſt nicht annehmen. Wehe auch allen andern/ ſamptlich und ſonderlich/ Lehrern/ Schulmeiſtern/ Hauß vaͤtern/ die nicht dencken wie ſie GOtt nach ihren Vermoͤgen durch ſeine Huͤlff dienen moͤgen/ und richten nicht ihren Fleiß/ Fruaia, Muͤhe und Sorge zur Ehre G Ottes/ 4 ſondern ſehen allein auff ihren Namen/ auff gute Tage und zeitli⸗ che Wolfahrt/ und halten ihre Zuhoͤrer/ die Jugend und Kinden/ 11 Geſinde und Diſcipe! allein zu weltlichen Dingen/ und fuͤhren ſie nicht erſtlich gegen Jeruſalem/ im Tempel. Sonderlich mag man hie billig Wehe und Ach ſchreyen uͤber alle loſe Leute/ die ht. wann ſie in Gaſtungen/ uͤber Tiſche/ oder ſonſten zuſammen kom⸗ men nicht an GOit gedencken/ ſondern unflaͤtig reden/ unflaͤtig 1 feeſſen und ſauffen unflaͤtig Exempel der lieben JJugend geben/ un⸗ flaͤtige Wort und Gebehrden fuͤhren/ und ſind unflaͤtige Saͤue und Gottloſe Teuffels⸗Kinder/ die nicht gedencken warumb man anſammen kommt/ und was man vorhaben ſoll/ das nicht wider O OtR und wider ſein Wort iſt. Wolan G Ott mag Refor⸗ mator ſeyn: Mit uns iſts verlohren. Alſo gehet es auch mit anchen Naͤthen/ und Reichs⸗Tagen/ Onoau und Gemeinen/ da man zuſammen kommet/ groſſen Pracht fuͤhret/ ſchwelget/ aufft und ſpielet uͤber die maſſen/ und wann man die fuͤrnembſte Handel u die Hand ſoll nehmen ſo iſt man toll und voll oder ſind die 768 Die neunde Predigt man auff allen Reichs⸗Tagen/ Cantzeleyen/ Nath⸗Stuben/ und andern oͤrtern/ da man zuſammen kommt/ und groſſe Haͤndel auß⸗ zurichten vornimt/ dieſe Wort in aller Herren Raͤthe Hertzen hin⸗ nein ſchreiben/ und drucken koͤnte: Conveniant pspub& reger in unum ut ſer viant Domino. Die Poͤlcker und Koͤnigreiche ſollen zuſammen kommen/ daß ſie dem HERRN dienen. Dann es ja durchs Hertze gehet/ wann wir nur leſen oder hoͤren/ wiedee Wott lauten/ welche Wort ſind der ewigen Allmaͤchtigen Mafe⸗ Kiaͤt G.OTies durch David außgeredet/ wie geſchrieben ſiehet 2. Sam. z. Des HErrn Geiſt hat durch mich geredet. Aber der unnoͤtige Pracht/ Schwelgen/ Sauffen/ Spielen/ Nennen/ Tan⸗ ten muß doch vorgehen/ und damit muß man Tag und Nach⸗ zubringen/ G Oit mag dieweil warten/ und mit ein Paaxr Stuͤnd⸗ lein fuͤr gui nehmen/ darinn man ſich ſeiner Ehr und des gemel⸗ nen Nutzes mit ungeſchickten Gedancken und vollem Kopff ſoll annehmen/ witd es anders noch ſo gut. Dieſes alles ſind/ nicht meine/ ſondern Wort des Herrn Jelecceri uͦber dieſen Pſalm⸗. Vnd laſſens wir auch hierbey auff dißmal gnug geſagt ſeyn. Gebe der vielgutige G. OT/ daß alle Bolcker und Kong⸗ b eiche zuſammen kommen moͤgen/ ſeinem Sohn Chriſto in ſeinem Reich zu dienen/ Amen. OK:(0):De Billig wehre es/ ſpricht er ferner der H. Jelueccerus, daß die Koͤpffe von naͤchtigen Schwelgen noch ungeſchicit/ und un⸗ b 1 dinepfee halb voll und halb Senlaß neſa uun. dann heiſſen G O Ttes Ehre und gemeinen Nutz geſucht/ und GSOtt ſein Segen darzu geben ſoll. Jaes heiſt Achund Wehe Aber ſolche Saͤue. Das werden ſie noch wol innen werden. Evs iſi doch verlohren/ biß uns das Waſſer ins Maul und in Hals gehet.— 8 öͤ llei öbe 6 88 haſt fid hen, bie Alei iher kein Seee=, eet aen m, 223 Die zehende Predigt/ mer DSber da funfften Buß Pſalm des Koniges euꝛnt 11 DOrdnung nach in Pſalter. Bucß der Hun, 2 irchaſemhr dert und Ander. 3 b dun Lnae 1“ EXI II S. —“ Verſ. 24. biß zu Ende. b dinhat Caun get auff dem Wege meine Krafft/ A Eingang. 8ᷣI haben/ Geliebte und außerwehlte Freunde in CHriſto/ bißhero vor uns gehabt den fuͤnfften Buß Pſalm/ ſo da iſt in dem Pſalm⸗Buch des LSoniges und Propheten Davids der 102. wel⸗ hen wir beſehen in 2. Theil: In dem Erſten 4— Eeeee haden Ezech. 44. v. 5. 1 vo Diee zehende Predigt haben wir betrachtet/ Propbete cum ſuo populo b heccata luctum, des Propheten Jammer⸗Klage/ ſo er ſampt ſeinem gantzen Volck wegen der Suͤnden gefuͤhret. In dem andern Theil haben wir vernommen/ Propbetæ ex verd ſide in Criſtum defderium, das Prophetiſche glaͤubige Hertz/ welches ſich haͤlt an den derhelſſe⸗ nen Meſſiam/ und nach demſelben hertzlich Verlangen hat daß Er ſich doch mit ſeinem Gnaden⸗Reich bald einſiellen wolle. Iſt noch uͤbrig der dritte Theil/ darinn wir zu beſehen/ Elegans Propbetæ Concluſum, einen ſchoͤnen Beſchluß dieſes Pſalms/ darinn der Prophet kuͤrtzlich und gar fein das vorhergehende wie⸗ derholen thut. Welchen Beſchluß wir anitzo beſchen wollen. Damit es aber ohne Nutz nicht abgehe/ ſo ſeufftzet zuvor mit mu alſo: Huff/ HErr/ hilff/ laß wolgelingen/ Dit zu Ehren und zu unſerer Seelen Heylund Seligkeit/ Anen. nn Geljebte Freunde in C riſto G Ott der EAR. GB“ “ drauff/ und ſiehe/ und hoͤre fleiſſig auff alles was Ich dir ſagen wil/ reds. 23. Dieſer Wort moͤgen wir nicht unbillich uns gebtauchen zum Beſchluß dieſes unſers 102. Plalms/ inund bey welchem der Prophet nicht wenig wiederholet/ was er bißhero in dem erſten und andern Theil dieſes Pſalms gehandelt/ und det⸗ wegen wir euch auch anzureden Vrſach nehmen/ mit Vermaß⸗ nung/ daß ihr eben drauff mercken/ und fleiſſig hoͤren wollet/ auff alles was der Prophet allhier ſagen werde. Vnd demnach ſo mercket eben drauff und hoͤret auff alles was der Prophet allhler ſaget/ da erdan“ „ I. Wiedetholet auß dem erſten Theil und tedet Ar viie Meanbrum eſfrelreocfate igacieate. Won derJdrageenuu. den Propheten Ezechielem wil unterrichten von allen ſeinen Sitten und Gedancken im Hauſe des Eyn/ ſo ſpricht Er zu ihm alſo: Du Menſchen⸗Kind merck eben uͤber den oꝛ. Pſalm. 571 gkeitſeines und unſers Lehens ſprichtaſo: Er demlitiget auff Terue dem Wege meine Krafft/ Er verkuͤrtzet meine Tage: Ich Er demüti⸗ lmaage/ mein GOtt/ nim mich nicht weg in der Helffte mei⸗ get auff dem ner Tage. Wil ſagen: Ich ſampt dem gantzen Voltk bin gu⸗Wege mei⸗ eer Gewißheit und Hoffnung/ der HErr Meſſias/ der Heyland ne Krafft ꝛc. dder Welt/ werde ſich zur erfuͤlleten Zeit wol einſtellen/ und mit ſee⸗ nem Gnaden Reich nicht außbleiben: Allein da muͤſſen wir uns b t immittelſt auffhalten in dieſem elenden Thal/ da wir weidlich ge⸗ ddemaͤtgget/ gemartert und geplaget werden/ alſo daß wir druͤber an auffgehen/ und unſer keiner noch lange nicht ein ſolches Paciun⸗ oder Alter des Lebens erlanget/ weder wol unſere Vorfahten errei⸗ het: Sondenn da werden unſere Tage verkuͤrtzet. Vnd dar⸗ umwb iſt mein Wundſch und Bitte/ lieber G Ott/ Du wolleſt mich uicht wegnehmen in der Helffte meiner Tage/ ehe ichs mich verſe⸗ bennoch ehe ich gnug gelebet. Wann haben wir dann abergnug — gelebet? Alsdann haben wir gnug gelebet/ wann wir das ware Erkaͤntnuͤß C Hriſti auff Erden erlanget/ und darinn wol ge⸗ nm s wachfen und zugenommen. Dann wer C Hriſtum recht erken⸗ mn naet der hat ſein Leben wol angewendet/ und lange gnug gelebet/ ba er ſterbe auch wann er wollein ſeiner Kindheit/ Jugend/ Alter und Maͤnnlichen Jahren/ oder in ſeinem Eyß⸗granen Alter. Bit⸗ meet alſo der Prophet nicht daß ihn G OT nicht wolle laſſen ſter⸗ ben/ ſondern Er ſolle ihn nur nicht ehe ers ſich verſehe durch den n Todt dahin nehme/ und daß er ſich zuvor wol mit dem waren Er⸗ aͤntnuͤß C Hriſtt gefaſt mache/ damit er moͤge ſeliglich ſterben. b Worbey wir dann unterſchiedliches zu erkennen. Isus. Dann da ſiehet uns der Prophet allhier zum Exempel der 1. AKaachfolge. 1. Gedencket er an ſein Ende und an den Todt. Taͤglich an Ald auch wir alle Tage/ ja ſo es muͤglich/ alle Stunden Todt zu ge⸗ a Augenblick an den Todt ſollen gedencken. Dann der dencken. ardoch kommt uͤber uns(„) unvermeidentlich. Niemand ann ſeinerſcharß und ſchneidenden Sichel entgehen, GOTa .„. ESEeLecee i ſprach 271 Die zehende Predigt ſprach bald zu Adam/ und in ſeiner Perſon zu ſeiner ganzen poſt⸗⸗ itaͤt und allen Nachkommen im Paradiß ⸗Garten: Du biſt Genz. vag. Erden und ſolt zu Erden werden/ Sen.3. Alles Fleiſch Sir.14. v. 8. verſchleuſt wie ein Kleid/ dann es iſt der alte Bund/ du muſt ſterben. Spricht Sirach 14. Ein Menſch iſt in ſei⸗ Pſal. 103. nem Leben wie Graß/ er bluͤhet wie eine Blume auff dem . z. Felde/ wann der Wind daruͤber wehet ſo iſt ſie nimmer da/ und ihre Staͤdte kennet ſie nicht mehr: Saget Koͤnig Da⸗ vid/ ſalm. 133. Ja er ſtellet eine Frage an/ und ſpricht: Wo iſt TLS9.. 49. jemand der da lebet und den Todt nicht ſehe. Oal 5n. So 3 ſpricht auch Hiod: Die Erde iſt mein Hauß und im Finſter⸗ Hiob. 17. v. nuͤß iſt mein Bette gemacht/ die Verweſung heiſſe ich mein 3 14. Vater/ und die Wuͤrme meine Mutter und meine Schwe⸗ ſtern. Mob. Der Todt ſchonet gar niemandes. Er ſcho⸗ 2. Reg. n. net nicht der Hochverſtaͤndigen und Weiſen/ dann Salomo ten/ nicht der Jungen/ dann Methuſalem der 060. Jahr gelebet/ 8 v. 28. der alles kan noch etwas ſicherliches erfunden werden, allein den Joſao. v. Todt betreffend wohnen wir alle/ in einer unverwahrten Stadt: 8 n —————õ— y ——————————— ÿÿüõüü⅓⅓¼ ——.*——— iber den loz. Pſatt.„ Naat⸗ moriturum: O elender Menſch/ warumb macheſtu dich nicht alle Stunden fertig/ der du zu gedencken/ als wereſtu ſchon geſtorben/ weil du weiſt/ daß du auß Noth⸗Zwang gewiß ſterben (½) Bißweilen uͤberfaͤllet der Todt den Menſchen un⸗ rer 7 verſehens und ploͤtzlich. Dawider auch der Prophet allhier dittet/ wann er ſpricht: Nim mich nicht weg in der Helffte meiner Tage/ das iſt/ wie es der H. Lutberus am Rande gege ben: Ehe ichs verſehe. Dann da hat man zu gedencken/ daß der Todt nicht ſeumet/ Sir.. Der Menſch weiß ſei⸗ it t. n. ne Zeit nicht/ ſondern wie die Fiſche gefangen werden mit n einem ſchaͤdlichen Hamen/ und wie die Vogel mit einem Strick gefangen werden/ ſo werden auch die Menſchen be⸗ Fe ruͤckt zur boͤſen Zeit/ wann ſie ploͤtzlich uͤber ſich fellet/ ecl.9.enn. Eu*. Dannenhero Hiob ſaget von ſeinem Leben: Es ſey ſchneller dahin geflohen dann ein Weber⸗Spuel/ His 7. Hiskias vermeinte nicht daß er den Abend uͤberleben ſolte/ darumb pprach er Ich dachte/ moͤchte ich biß Morgen leben/ aber Er zerbrach mir alle meine Gebeine/ wie em Lowe/ dann.38 Ven⸗ Du macheſt es mit mir auß/ den Tag vor Abend/ a. 5S. Am ſiebenden Tage ſtirbt bald das Kind/ welches Koͤnig David 2. Jam. 12. b mit Bathſeba gezeuget/ 2. Sam. 12. Der Sunamitin Sohn⸗ v. 18. Finn lein gieng auffs Feld zu ſeinem Vater friſch und geſund/ der bey dden Schnittern war/ bekam ſchnell ein Hauptwehe/ klagt es ſi/ mnem Vater und ſprach: O mein Haͤupt/ mein Haͤupt/ darauff 2. Reg. 4. leß er ihn bald zu ſeiner Mutter tragen/ der ſtirbt es in dem Schoß., 10. a. ⸗z. Jener Neiche /dem ſeine Scheune wolte zu enge wer⸗ deniſi des Tages friſch und geſund/ und dencket! wie er ihm ein gut Lnc. i1. v. 20 Mathlein nach dem andern machen wolte/ des Nachtes wird ſeine au. Seele von ihm gefordert Luc. Wann dann nun der Todt ſo angeſeumt und ploͤzlich kommt/ wer wolte nicht gern ſich dagegen ceeit machen. Sonderlieh weil der allgemeine Menſchen⸗Wuͤr⸗ ger dich und iederman hinreſſet, Leere ü() Vn⸗ Hio b. 7.v. 7. K Die zehende Predigt (J) Vntviederbringlich oder alſo daß du in diß Le⸗ ben nicht wieder kommen kanſt. Ein Baum hat Hoffnung/ wann er ſchon abgehauen iſt/ daß er ſich wieder veraͤndere/ und Hiob. 14. ſeine Schoͤßlinge hoͤren nicht auff/ Hiiob. 1z2. Aber mit dem 7. Menſehen iſt es alſo beſchaffen. Es iſt dem Menſchen geſetzt Semel nur einmal zu ſterben/ und hernach das Gerichte. Wann der Menſch/ der in ſeiner Vnbußfertigkeit geſtorben iſt ſolte wieder in diß Leben kommen/ ſo wuͤrde er ſeine Sachen beſſen b anſtellen/ Buſſe thun und das andermal ſelig ſierben. Abet ſol⸗ Sir.;38. v. u. ches iſt vergebens. Da iſt kein Wieder kommen/ ſpricht Si⸗ rachas. Der Tode iſt die letzte Schantze/ verſieheſtn die ſo haſt es ewig verſehen. Iu die mortus zplerur, vod in die juditii Futurum eit ſinguli Am Tage des Todes wird erfuͤllet was am Tage des Gerichts einem ieden kuͤnfftig wiederfahren ſoll. Weil dann alle Menſchen/ und du mein Chriſtliches Hertz/ mit ihnen auß dieſer Welt gehen muͤſſen/ O ſo mache dit den Todi durch taͤgliche Betrachtung bekandt und gemein/ an daß wann eTs die Zeit einmal alſo mitbringen wird/ du ihm getroſt und unet⸗ ſchrocken entgehen koͤnneſt. Sau /6 moriturum votidiè recor- datur, præſentia conremnit& ad Futura fehlinat. Wer laͤglich ſetnes Sterb⸗Stuͤndleins ſich erinnert/ der verachtet das Gegen⸗ wertige und eylet zu dem Zukuͤnfftgen. S aget Rieronymus. 2. Haben wir allhier zum Nutz: Daß wir nicht allein 5 Todt ſich lich darzu bereiten und geſchickt machen/ weleches nicht beſſer ehriſtlih 8 geſchehen kan/ als wann wir taͤglich uns uͤben in dem rechten Er⸗ 4 rſchner und kaͤntnuͤß C Hriſti. Dann hiermit gehet der Prophet vomemlich de 9 umb/ wie faſt durch den gantzen Pſalm zu erſehen. Vnd ſo ſol⸗ en wir es auch machen. Als Moſes in der Wuͤſten auff dem Berge/ war willens ins gelobte Land Canaan einzugehen! da Ex. 3.7 1. ſeuff gete und wuͤndſchete er: Habe ich Gnade vor deinen Au⸗ gen funden ſo laß mich deinen W eg wiſſen/ damit 4 S .. Gegen den ſollen ſchlecht an den Tod tgedencken/ ſondern uns auch Chriſt⸗ ., Eroa.2h. Wir * 4 4 *— uͤber den Hals ziehen. n16— Dite zehende Predigt Menſch /der doch fuͤr allen andern Thieren oltederem ͤnfiigſe beſcheidenſie/ und fuͤrſichtigſte ſ eynjiſt hierin am allerſicherſt⸗wahr⸗ loſt⸗ und vermeſſenſte/ dann er offterſt freventlich nach dem Tode grebet/ welches geſchiehet/ beydes Geiſtücher und Labiiche Beiſtllicher Welſe ſirebet der Menſch nach dem Tadt, durch Irrthumb ſeines Lebens mit ſeinem uͤppigen Gottloſen Weſen/ in dem er mit ſeinen Suͤnden und Laſtern/ ſo er mit Her⸗ tzen und Mund/ Worten und Wercken begehet/ ſeine Seele auch Ezech. 3. mitten im natuͤrlichen Leben toͤdtet. Dann der Gottloſe ſiirben v. z0. in ſeinen Suͤnden. E2ee.3. Iſt in Suͤnden todt/ Eoboſt⸗ Eph.*.v..) Wie dann von dem verlohrnen Sohn/ der Vater ſaget: Dieſer PLus.;v. 24 mein Sohn war todt: Luc. C. Vnd des Menſchen Sohn zu dem Diener der Gemeinen zu Sarden ſaget: Du haſt den Apee.z. v.. Namen daß du lebeſt und biſt todt/ poc. 5. Dannenhen b auch die grobe wuͤrckliche Suͤnde des Menſchen/ werden geuant AMorraua, das iſt/ Todt⸗Suͤnde/ dieweil ſie den Menſchen geiſt⸗ licher Weiſe toͤdten/ auch zeitlichen und ewigen Todt verurſachen und mit ſich bringen.— 1 Leiblicher Weiſe geſchiehets auch daß der Menſch nach dem Todt ſtrebet durch alle die Mittel und Wege/ dadurch erihm ſein zeitlich Leib und Leben ſchwechet/ verkuͤrtzet/ oder in Gefaht ſe⸗ tzet. Solches aber geſe chiehet inairects, nebenfaͤlliger/ oder aire⸗ ts, richtiger Weiſe. Nebenfaͤlliger Weiſe geſchiehets durch Miißbraͤuche der Mecten des Gemuͤths und Leibes. Miß⸗ Kriurheder afaaten des Gemuͤthe denefend ſtederdecuaſh dadurch nach dem Todt(J.) durch widerwertigen Eyffer Neyd/ und Mißgunſt/ ſo er widet ſeinen Nechſten traͤget. Dann wo ein Eyffer/ Neyd/ Mißgunſt im Hertzen verborgen/ 13 iſt Betruͤbnuͤß und heimlich Leyden. Durch Betruͤbnuͤß und beimlich Leyden aber wird das Hertz im Menſchen beſthwein und verzehret/ daß ein neydiſcher eyfferiger Menſch ſich inſon über den 102. Pſaln„ Raßſaan ſelbſt friſſet/ und ihn gleichſam der Avon mit den ſecreris conſcien- m lie ungulis bey heimlichen Naͤgeln des Gewiſſens Aiſcenpiret und 8 voerzehret. Darumb dann auch der Poet ſaget: Inpiaiam qvod propertius ube’ von oler e ais. Was voll Neyd nicht lange bleibet.. 3 Dann Neyd iſt Eyffer in Beinen. Proy..„äa„./.,.— rov. 14. ſ(.) Durch Jaͤch/ Hitz/ Jorn/ und Rachgier. Dann wann einer hitzig und jaͤchzornig iſt/ iſt eben als wann man Kohlen nin eine Glut/ und Holtz ins Feuer wirfft/ Proy. ²⁶. Wie Koh⸗ Prov. 26. en durch die Glut/ das Holtz durchs Feuer verzehret/ alſo wird das v. zl. „wertz und Gemuͤth des Menſchen durch Jaͤch/ Hitz/ und Zorn ns 'erzehret. Dann einen Tollen erwuͤrget der Zorn. Job.„. lob.. v. 2. (z.) Vnmaͤſſige Bekuͤmmernuͤß des Hertzens und Traurigkeit. Cieanthes ward einsmals gefraget/ was Schmertz und Traurigkeit were? Darauff gab er zur Antwort: s Anime„eſolurio, eine Auffloͤſung der Seelen. Vnd das iſt auch esteh war: Dann wo Traurigkeit des Menſchen Hertz beſitzet/ da wird eaaſ. dadurch aller Safft deſſelben verzehtet/ daß das Hertz einem be⸗ a s kuüͤmmerten Menſchen verwelcket und verdorret. Wie dann eusppus Melancbebon von Marggraff Georgen von Bran⸗ denburg /ſo zu Anſpach ſein Reſidentz gehabt/ ſchreibet/ daß da er n geeſtorben und ſein Coͤrper eroͤffnet/ ſein Hertz verhutzelt und ver⸗ dorret geweſen/ wie eine backen Biern: Deſſen Vrſachen dann deergroſſen Bekuͤmmernuͤß zuſchreibet/ welche dieſer Herr Zeit ſei⸗ ner Regierung außgeſtanden. Wann das Hertz verdorret/ wie wildas Leben ſo ſeine Wohnung darinnen hat/ ſeinen Beſtand aaben koͤnnen? Ein betruͤbter Muth vertrocknet die Gehei⸗ prov. 27. 1 nAs Wurm dem Holtz/ alſo ſchadet die Traurigkeit dem Her⸗ Prov. 25. ne/ Proy. 27. Vnd wie die Motten dem Kleid/ und der v. 2. tzen/ Prop. 25. 4 b (4.) Durch uͤbermaͤſſige Freud/ Lachen und Froͤ⸗ v. 20. lwteit: Dann dadurch werden die Hiritus allzuſehr relaxiret/ daß manchmal der Menſch derentwegen in Ohnmacht dahin 3i m ſäke — F / 718 Die zehende Predigt faͤllt/ und wol mitten in der Freud und Jauchtzen Todes betfaͤh⸗ b ret. Wie dann Hiob ſagt von den Gottloſen/ daß ſie bey ihtem Hieb.. Jallchtzen und Pfeiffen in einem Augenblick zur Hollen v. 13. fahren/ Hos. 21. Die Mißbraͤuche der Mecken des Leibes beiteffend ſireb der Menſch ſelbſt nach dem Tod(1.) durch übermaͤſſiges Freſ⸗ ſen/ Sauffen und Schwelgerey. Dann dadurch witd das Luc. 12. v. 4. Jertze beſchweret/ Luc. 22. Es folget darauß ein unordentli⸗ Eph.5. v.ro. ches Weſen/ Epb. y. Es bringet Grimmen und Bauchwe⸗ Sir. 31. v. zz. he/&ir. 3u1. Machet wehe und rothe Augen/ Prov. 23. Vnd Prev. 23. haben ſich viel zu Tode gefreſſen/ Sir.„. Vnd auch zu Tode „7.30, geſoffen. Als dann Alexander Magnus ihm das Fieber an den Sir. 37. v.3. Hals geſoffen/ und als er darinn groſſen Durſt gelitten ſolchen aber zu ſtillen/ Wein getruncken/ iſt er druͤber von Sinnen kom⸗ men und geſtorben. Wie viel ihrer bey dem Sauff⸗Streit/ den er zuvor angeſiellet/ auff der Wahlſtadt geblieben/ iſt zut andern Zeit erwehnet. Vnd were wol am beſten daß die Geſundheiten bey unſeren Convivien/ ſo allhier dieſes Orts ein ziemliche Zeit ſtill geweſen/ nicht wieder angefangen wuͤrden/ ſondern nachblei⸗ ben moͤchten/ dadurch mancher ihm die Vngeſundheit ja den Todt ſelbſt an den Hals ſaͤufft.“ (2.) Durch unmaͤſſige Hurerey/ Vnzucht und Vn⸗ reinigkeit. Dann dadurch werden nicht allein die Kraͤffte des Leibes erſchoͤpffet/ ſondern erfolgen auch darauß ſchaͤdliche und ſchaͤndliche Schwachheiten des Leibes: Es heiſt zwat der gemei⸗ ne Vers: Balnea, Vina, Venus conſervant corpora noſna. Aber es kan auch heiſſen alſo: Balnea, Vina, Venus corrunpunt cor- Dora noſtra, das iſt/ Wein/ Bad/ und Venus⸗Spiel ſind zum Tod das allerleichſte Ziel: Sonderlich die Frau venus oder Hurerey Lob.31v.. und Vnteinigkeit iſt ein Feuer/ ſo ins Verderben verzehret/ fos. ä.. .„.. err. 2 3 ann ich einer in (3.) Durch muthwillige Gefahr/ wa ſiunwi⸗ ZZö uͤber den 1. Pſalm. 779 muthwillige Gefahr gibt/ ſtreicht bey Nacht in alle Sauff⸗ und Huren⸗Winckel herumb/ wird daruͤber erſtochen und erſchlagen/ wil in allen Palgereyen und Fecht⸗Plaͤtzen oben und fornen an ſeyn. Dann die Scheides/ Maͤnnet kriegen gemeiniglich den Lohn/ und die beſten Fechter bleiben am erſten/ die beſten Schwim⸗ mer erſauffen am erſien/ die beſten Steiger fallen am erſten. „(4.) Durch fuͤrſetzliche Vbelthaten/ als durch Mord/ STodtſchlag/ Dieberey/ Zauberey/ Ehebruch und andere derglei⸗ chen Pbelthaten/ dadurch manch ſchoͤnee junges Blut fuͤrſetzig⸗ lich zum Tode ringet/ ihm das Leben kuͤrtzet/ und entweder ſich zum Kloͤpffel am Galgen/ oder zum Rabenmal auff dem Rade/ oder um Braten im Feuer etc. bringet. Maſſen die Exempel aller DOreen vor Augen bezeugen. Dreele, gerade zu und richtiger Weiſe geſchicht es auch dabß der Menſch ſeloſt nach ſeinem Tode ſtrebet/ wann er ſelber Hand an ſich leget/ und ihm alſo das Leben auß Vngedult/ Ver⸗ weiffelung/ Vnglauben/ ete. beraubet/ ſich ſelbſt erhencket oder er⸗ traͤncket /etc. Welches iſt geſchehen im Alten und Neuen Teſta⸗ ment auß Antrieb des hoͤlliſchen Moͤrders und Todtſchlaͤgers. b Als Saul faͤllt in ſein eigen Schwerdt ſampt ſeinem Waffen⸗. Sam. 31. aͤger/ Achitophel erhieng ſich ſelbſt. Razs ſtuͤrtzte ſich vom*. Zm. 17.. N Felß zu Tode. Judas der Verraͤhter erhencket ſich/ und der Ker⸗:59 9,. 14. ckermeiſter zu Phillppis hatte ſchon vom Leder gezogen/ und haͤtte.2 ſich ermordet/ wo nicht Paulus geſchrien: Thue dir kein V els. Ad. 16. Ach das iſt ſchrecklich zu hoͤren/ und noch ſo viel ſchrecklicher/ daß auch unter getaufften und erleuchteten Chriſten ſolche Bbelthat ſolle vermercket werden. G.OS hates ernſtlich verboten/ dn ſott nicht töͤdten/ weder dich noch einen andern/ die Vrſache ſey wie ſie wolle. So iſts auch wider die Natur/ daß der Menſch Kand an ſich leget/ und ſein Leben ihm ſelbſt verkuͤrtzet/ dann nie⸗ Eh ,a. mand haſſet ſein Fleiſch und Blut/ Eps. r. Niemand iſt ihm n 8.79. ſelber gram, viel weniger ſoll er ſich ſelbſt toͤdten: Ja ſolche Leute Fffff g werden 280 Die zehende Predigt werden von G Ott verſtoſſen/ und verdammet/ wie Saul /Ju⸗ das/ Achitophel und andere mehr/ als Pbertrete des Gehots Warnung. Wolan ſo ſollen wir nun gewarnet ſeyn/ daß wir nicht ſelb⸗ ſien/ entweder geiſtlicher/ oder leiblicher Weiſe/ entwedet Direci⸗ oder mairecte, auff einige Mittel/ Weg und Weiſe/ wie ito er⸗ wehnet/ nach dem Todt ſtreben. Dann die das thun/ ſiurtzen ſich ſelbſt durch die Werck ihrer Haͤnde in das Verderben. Sie bringen ihr Leib und Seel ins zeitliche und ewige Berderben hinein/ werden Todtſchlaͤger an ihren Leib und Seeſ. Nun hat 1 Joh 3. v.s Aber ein Todtſchlaͤger nicht das ewige Leben in ihm blei⸗ Gal. 5. v.20. bend/ ¹. Job.z. Wird auch kein Theil am Reich GOTtes Vermah⸗haben in Ewigkeit/ alr. Im Gegentheil aber ermahner nung. ſeyn/ daß wir vor allen Dingen uns eines geiſtlichen und unſtraͤf⸗ lichen Lebens befleiſſigen/ in Heiligkeit/ Nuͤchterkeit Maͤſſigkeitne unſer Leben zubringen/ damit wir alſo eine gute Ritterſchafft uͤben, Glauben und gutes Gewiſſen behalten/ und endlich wann unſen Sterb⸗Stuͤndlein herbey nahet/ unſer Leben ſeliglich beſchlieſſen/ und durch den Todt ins ewige Leben eingehen moͤgen: Da ſeyn wird Leben ohne Todt/ Tag ohne Nacht/ ewige Seligkeit ohn „ alles Elend. Vnd ſo viel bey dieſem erſien Punct. 11 11. Mercke/ geliebtes Hertz/ ferner eben darauff und ſiehe/ Membrum. und hoͤre fleiſſig auff alles/ was dir der Prophet allhier zum Be⸗ ſchluß ſagen wird. Da er dann/„etiret und wiederholet auß deem andern Theil dieſes Pſalmes und ſaget/ e Perſonæ Cruſs. r. Aa Mate, von des ewigen Sohnes GOStes des Heylandes Textus. CHriſi Maſfeſtaͤt und Herrligkeit/ ſpricht alſo: Deine Jahr Deue Jaß wehren fuͤr und fuͤr/ Du haſt vorhin die Erdegegruͤndet/ uud fur/ Du und die Himmel ſind deiner Haͤnde Werck: Sie werden haſtc. vergehen/ aber Du blelbeſt/ c. Daß dieſe Wort eigentlich Hebr. 1. v. von CHriſto zu verſiehen/ bezeuget außdruͤcklich die Epiſtelzum ſum 10. 1. Hebr.¹, c. Da dieſe Wort klaͤhrlich angezogen/ und auff Cri⸗ “ uͤber den to2. Pſalm. 258* ſtum gedeutet werden. Wendet ſich alſo der Prophet von der AKurtze ſeines Lebens zu der Ewigkeit/ darinn der ewige Sohn 1. Tim. 6⸗ G Ottes wohnet als in einem Liecht darzu niemand kan/ ⸗, Tim. 6. V. 16. DBndder da als ein ewiger G Ott Himmel und Erden erſchaffen. Weil ſagen: Ob zwar in und bey dieſem meinem kurtzen Leben ich . viel Jammer/ Angſt/ Truͤbſal und Elend zu erfahren/ und dadurch mein Leben abgeſoͤmmert und verkuͤrtzet wird/ dennoch ſo iſt das mmaein Troſt/ daß ich Dich meinen Heyland und Erloͤſer vor Au⸗ gaen haben/ und auff Dich ſehe/ Du biſt ewig/ derwegen ob ich gleich dahin ſterbe/ wirſtu mich wieder aufferwecken: Du haſt Himmel und Erden gemacht/ dann Du haſt die Erden ge⸗ gründet und die Himmel ſind deiner Haͤnde Werck/ der⸗ weegen ſo ſchlieſſe ich daß es Dir gar ein leichtes ſey/ mich auß der H Erden wieder hervor zu holen und lebendig zu machen. Wann aber wird ſolches geſchehen? Nemlich am Juͤngſten Tage. Dann da weiß ich/ daß ſie/ nemlich Himmel und Erden/ wer den vergehen/ aber Dubleibeſt/ ſie werden alle veralten wie ein Gerwand/ ſie werden verwandelt wie ein Kleid/ wann Du ſie verwandeln wirſt. Mit Dir aber nicht alſo Dubleibet wie Du biſt/ und deine Jahr nehmen kein Ende. Wil ſ⸗. gen/ Du mein Heyland und Erloͤſer biſt ewig/ Du thuſt im Tode nicht bleiben/ ſondern froͤlich nach Vberwindung des Todes/ ceuuffels und der Hoͤllen wieder aufferſtehen. Wo nun das Zaupt iſt/ werde ich und andere Gliedmaſſen auch ſeyn muͤſſenn Dann Du biſt ja nicht allein vor Dich ewig und thuſt nicht alin mauß eigener Macht aufferſtehen/ ſondern da wirſiu auch uns am Jaͤngſten Tage zu Dir nehmen/ auff daß wir ſeyn wo Du biſi anddeine Herrligkeit ſehen/ und demnach ſo iſt diß mein letzter Be⸗ ſchluß: Die Kinder deiner Knechte werden bleiben und ihr aame wird vor Dir gedeyen. Das iſt dieſelbe Kinden h deine Glaͤubigen/ ſeynd ein geiſtlicher Saame und Erbe Sben ſampt ihren Vaͤtern vor G Hitewiglich: Weilzs 732à4 Die zehende Predigt dein Reich ein ewiges Reich/ und deine Herrſchaff wehtet fuͤr und fuͤr/ und datumb ſie auch/ die demſelben anhangen/ bleiben und ge⸗ deyen werden/ und hoͤren dermaleins die froͤliche Stimme: Kommte her ihr Geſegneten meines Vaters/ eretpet das Neich welches euch bereitet iſt von Anbegin der Welt. Sehet ob auch im Neuen Teſtament klaͤrlicher koͤnne geredet werden von Chr⸗ ſio/ als hier im Alten Teſtament. b Hierbey wir unterſchiedliches zu erkennen nach allen drey aͤupt⸗Artituln unſers Chriſilichen usus. Glaubeno. Daß der e⸗ Dem erſten Articul von der Schoͤpffung nach: Dann 3 e Soh da ſagt der Prophet allhier/daß der ewige Sohn G Httes dier„ den gegruͤndet/ und die Himmel ſind ſeiner Haͤnde Werck: Thelusſn Wie dann der ewige Sohn G Ottes diß niverſum alles aſſoti⸗ fer Him⸗ ſchaffen/ gegruͤndet und gemacht/ ſampt dem Vater und dem Hei mels und ligen Geiſt/ laut des 33. Pſalms. Der Himmel iſt durch das der Erden. Wort des HErrn gemacht(davon durch das Wort verſtan⸗ Pſal.33. v. 6. den wird der ewige Sohn G Httes/ davon auch beym Job.¹) Brochman. Vnd alle ſein Heer durch den Geiſt ſeines Mundes. kn⸗ 3ef. Throl. jedinus Smalcius, als Photinianer/ leugnen/ daß dieſe Wott all⸗ Sweh. e. dem ewigen Sohn G Ottes C Hriſto zu verſtehen/ daß der ſolte p. 98, die Erden gegruͤndet/ und die Himmel erſchaffen haben/ dann da Heb.1. v. e. wenden ſie vor/ daß angezogene Wort zweyerley in ſich begreif⸗ n.. fen: Dann einsmal ſey datinn/ Caui& rerræ fundatio, die Er⸗ ſchaffung Himmels und Erden/ anders Theils werde auch drinn begrieffen Mundi deſtruciio, der Vntergang Himmels und der Erden. Das Erſie ſiehe alein G Ott dem Himliſchen Vater zu: Das Ander belangend/ nemlich der Vntergang Himmels und Erden/ ſey ein ſolches Werck/ welches der Vater zur Hand dermaleins nehmen werde/ mit Dienſt und Huͤlffedes 5ENAN hier/ und wie ſie auch in der Epiſtel zum Kebr.. alſo lauten /von E. Hriſti/ wende aber hier beydes zuſammen geſett/ weildiehelllge Oriſi wend aber hierbeydes juſammen geſett w Ser — 14 dn e— Schrifft den Gebrauch habe/ daß ſie offterſt ohne Noth ein gan⸗ es Gezeugnuͤß auß den Propheten und Pſalmen anfuͤhre/ da ibber den oꝛ. Pfalm. 9 kaum ein und das ander Wort recht zum Handel diene/ und das u dem Ende/ damitdie Sachen/ ſo bey ſolchem Spruch vorlauf⸗ fen/ deſto baß verſtanden/ und die Tunckelheit der Rede vermieden werde. ber hierauff zu antworten/ daß beydes was in dieſem Ge⸗ zeugnuͤß geſaget witd/ zuſammen gehoͤre und nicht von einander zu reiſſen/ ſondern beydes auff C Hriſtum zu ziehen/ wie dann ſol⸗ 1 ches der Courextus klahr in dieſem Pſalm auch zum Hebreern am. giebt/ und auch allhier der Prophet im andern Theil dieſes Pſalms an von niemand 2 CHR Iſio zu verſtehen. eet Duchitaben allhier allerdinges/ wie wir bekennen auß dem Erſten d mehr handelt als von CAIſto und deſſen Reich. Wil itzt nicht ſagen von dem/ daß die oocinianer ſo unverſchaͤmt oorgeben duͤrffen/ als ob der Heilige Geiſt die Gezeugnuͤß der Schrifft Altes Teſtamentes àer,duor und gar ungerimt un Neuen Seſtament lgen zu Pſalm/ ſo in der Epiſtel zum Ebreem angezogen werden/ ein ſol⸗ anfuͤhren thue. Sondern nur mit weni⸗ gedencken/ wie ſie vors Ander uͤber dieſe Wort in unſerm ches /udicium fuͤhren/ und wollen ſie ſollen nicht dem Buchſtaben Maach/ ſondern geiſtlicher Weiſe von C Hriſio verſtanden werden: Als daß die Erſchaffung Himmels und der Erden/ ſo CHA Iſto muzuſchreiben/ zu verſtehen ſey Aerenovato mundo, von der erneu⸗ werten Welt/ da Er/ der HErr Chriſtus/ iſt unſer Friede/ der auß beyden eines hat gemacht/ und hat abgebrochen h den Zaun/ der dazwiſchen war. Fpz. ⸗ v. 4. Hes 2. v. r. Aber a giebt auch dieſes zu beweiſen/ daß man allhier den Buchſtaͤbli⸗ chen Verſtand verlaſſen/ und einen allegoriſchen oder geiſtlichen AOerſtand annehmen ſolle/ zumal weil die Wort im Text ſind⸗ hell and klahr/ beydes allhier im Pſalm/ ſo wol in dem erſten C apittel der Epiſtel an die Hebreer/ daß ſie von niemand anders als von Bleiben wir demnach bey den klaren Glaubens⸗ 8 Devehende Predigt len lehret/ es heiſſet: Opera Trinitatu ad extra funt indipiſa di⸗ Goͤttliche Wercke der heiligen Dreyfaltigkeit ſo von auſe 1 ſchehen/ ſind allen dreyen Perſonen gemein. Ein ſolches Werch dann iſt die Erſchoͤpffung/ und demnach auch dem ewigen Soßn B403 nan. ein Kleid/ wann Du ſie verwandeln wirſt. Hiier wird Syſt. Theol. eGebr 4 dnn... nur den aliteten nach vergehen werde? Vns iſt nicht unde⸗ 7900. 1. Cor. 7, Erden/ und was drinnen begriffen/ alſo vergehen weꝛdt/ daß dem Weſen nach nichts werde uͤbrig bleiben. Der Apoſiel Petrus 2, Pet, 3. v.10 ſpricht in ſeiner 2. Epiſt. amz. Es wird des HERRR Tag kommen als ein Dieb in der Nacht/ in welchem die Him⸗ mel zergehen werden/ mit groſſem Krachen/ die Plementa aber werden fuͤr Hitze zerſchmenzen/ und die Erde Werae * W. 2— 5 bleib de dlet gihe dr ſe uͤber den 12. Pſalm. 27685 1eee Wercke die drinnen ſind werden verbrennen. VYnd Joo hannes in ſeiner heimlichen Offenbahrung am 20. ſpricht/ daß er Apoe. 20. geſehen/ wie die Erde und der Himmel geflohen/ und ihnen en. ſey keine Staͤdte erfunden. Welches ja gnugſam andeutet eeinen gaͤntzlichen Vntergang/ da alles annibiliret und zu nicht wird/ der Geſtalt/ daß nichts davon uͤberbleibet. Mnd worzu as ſoollen dann auch und werden nach dem Juͤngſten Tage Himmel/ CErden/ Meer ete. nuͤtze ſeyn? Dann es wird hinfort keine Ap. 10. v. G. Sgeit mehr ſeyn/ oc.". Vnd die Stadt bedarff keiner DSonnen noch des Monden daß ſie ihr ſcheinen/ dann die Apoc. 21. v. Herrligkeit GOttes erleuchtet ſie/ und ihre Leuchte iſt das*¹.33. Lamb. Hoc.. Auch wird keine Nacht da ſeyn und mnicht beduͤrffen einer Leuchten oder Liechtes der Sonnen/ dann GOtt der HErr wird ſie erleuchten/ und ſie werden anregieren von Ewigkeit biß zu Ewigkeit/ Apoc. 22. v.s. Auß„Wiſtotr. dem Segenſatz kan es ſo viel mehr geſchloſſen werden/ daß Him⸗ AinS an⸗ mmael und Erden dem Weſen nach ihren Vntergang haben werden. hunc Pſal. Dann da folget es ſich unſerm Text nach alſo: 1. Wie GOTT mum. leibet/ auff ſolche Weiſe wird auch die Welt untergehen: Nun Hleibet aber G Ott dem Weſen nach ewig: Derwegen wird auch die Welt dem Weſen nach vergehen. 2. Wie ein Gewand ver⸗ ip altet und ein Kleid verwandelt wird/ alſo wird auch die Welt unter⸗ gehen: Nun veraltet ein Gewand/ und verwandelt ein Kleid ſich 8 der Geſtalt/ daß es endlich gar abnimmt/ dahin und weggeſchmiſ⸗ at ſen, und gar zu nichts wird: Alſo wird auch die Welt alſo verge⸗ uben/ dahin geworffen werden/ daß nichts davon uͤberbleiben wird. SHleich wie G.OTtes ſeine Tage wehren fuͤr und fuͤr ſie neh⸗ uaeen kein Ende, und kan keine Zeit gegeben werden/ da GOTcE cch waͤre. Alſo auß dem Gegen⸗Satz wird eine Zeit ſeyn/ wo andetrs die Ewigkeit eine Zeit zu nennen/ da die Welt/ Himmel und CEdden nicht ſeyn werden/ und da ihre Tage und Jahr ein Ende daben werden,/ Luc. 21. 3 Lue. z1. v.z. Ogggsgs Wann * 3 1 8—— 8 4— o,— 3 1 1 5 2 * 8“— 3 1 1 5 4 1 3 ““ 1 3. 2 . 1n 8.. Se 3 8——— 5 8“ 3 8 3 ——— 4 1 e“ . 765 Die zehende Predigt Wañ Him⸗ Wann aber eigentlich ſolches geſcheen werde/ koͤnnen wi mel und Er⸗ nicht ſagen. Wiewol zu finden ſolche Leute in guter Anzahl/ den verge⸗ welche deſſen beredet ſind/ es ſey noch ſehr lange dahin daß die hen/ koͤnnen Welt werde untergehenz es muͤſſe zuvor der HErr C Hriſtus vom vi wicht Himmel kommen/ alle Gottloſen uͤmbbringen/ und mit ſeinen *Heiligen ein neues Reich anrichten/ da Er mit ihnen tauſent Jahr regieren/ da lauter Freude/ lauter Heiligkeit lauter Vberfluß aller Dinge ſeyn werde. Nach Verflieſſung dieſer tauſent Jah⸗ ren/ werde dann Himmel und Erden vergehen/ und die allgemeine Aufferſtehung erfolgen. Welches eine ſehr alte Meinung An⸗ fangs vom Cerintbo dem Ketzer auff die Bahn gebracht/ folgen⸗ des von etlichen Vaͤtern/ und Kirchenlehrern angenommen/ und zu unſern Zeiten von neuen außgebreitet von den Wiedertaͤuf⸗ fern/ und Roſencreutzern/ welche dannenhero alleſampt Cbiliaſi⸗ oder Milenari, tauſent Jaͤhrige genandt worden/ denen in⸗ ſonders auch unſere Chriſt⸗loͤbliche Vorfahren den ſiebenzehen⸗ den Articul Augspurgiſcher Confeonentgegen geſetzt und ſolch ihre Meinung drinn verworffen haben. Wnd zwar nicht un⸗ billig. Dann einsmal in heiliger Schrifft nichts darvon zu fin⸗ den. Maſſen auch die jenigen alten Lehrer bey der Kirchen/ von denen ſie behaͤuptet worden/ gutwillig geſtanden daß dieſe ihre Jok. 18. v.36 Meinung nicht auß G Ottes Wort were/ ſondern er Traditione. Darnach iſt ſolche Meinung auch wider die heilige Schrifft⸗ Dann das Reich C Hriſti wird in G Ottes Wort beſehrieben als ein Geiſtliches nicht als ein irrdiſches Welt⸗Reich/ und der Zu⸗ ſtand der frommen Chriſten in dieſem Leben wird beſchtieben nicht als gluͤcklich und ruheſam/ nicht als mit fleiſchlicher Freude und Wolluſt angefullet ſondern als mit vielem Vngluͤck und Truͤbſal Hiob. 7. v. r. vermiſchet/ mb.. Job. 10. A 1. 1 ½BÄ. Welche Truͤbſalen ſollen Loh. 16.v 33. wehren biß ans Ende der Nelt/ Mattb. 2. Mie ſolte dann diß 4.1. regnum Cbilialticum, diß kauſent Jaͤhrige Reich Naum und Stat — haben koͤnnen? Vund meldet die heilige Schrifft wann SFuſhu⸗ uͤber den 12. Pſalm. in den Wolcken des Himmels kommen werde/ werden Himmel und Erden vergehen/ Clattb. 2z. Wie dann auch in heiliger Matth. 2. Schrifft ſtracks nach einander/ die Aufferſtehung der Todten/ ·30., 3. ddas Ende der Welt, die Verdammung der Gottloſen und ddie Seligmachung der Gottſeligen/ geſetzet wird. In Erwegung deſſen ſollen wir keines weges uns liebko⸗ ſenals waͤrde Himmel und Erden noch eine lange Zeit ſiehen/ und Criſtus wuͤrde zuvor auff Erden ein weltliches Reich anheben/ n ſondern da laſt uns vielmehr bereiten/ daß wir geſchickt ſeyn/ wann Er zum Gericht kommet/ Ihn mit Freuden zu empfahen. b Nach dem dritten Articul Chriſiliches Glaubens wir auch allhier zu reden haͤtten von der Aufferſtehung der Todten/ mund vom ewigen Leben: Welche beyde Articul daun allhier gar uman⸗ ſutlich koͤnten bewehret werden mit denen zu End geſetzten Wor⸗ en ten dieſes Pſalmes/ alſo lautende: Die Kinder deiner Knechte werden bleiben/ und ihr Saamen wird vor Dir gedeyen. Darauß zu ſehlieſſen/ daß da ſie ſollen bleiben nicht ewiglich wer⸗ den vermordern und verfaulen/ ſondern Leib und Seel wird wie⸗ derumb muͤſſen bey einander ſeyn: Soll ihr Saame gedeyen/ ſo werden ſie die rechten Heneaick; und Gebenedeyten ſeyn/ denen b mwird dermaleins zugeruffen werden/ Kommt her ihr Geſegne⸗Matth. 25. ten meines Vaters/ ererbet das Reich/ welches euch berei⸗ v. za. eet iſt von Anbegin der Welt/ Mattb. y. Aber hiervon auß⸗ fuͤhrlicher zu reden/ wil die Zeit/ weil ſie verfloſſen/ nicht leyden. Wir dancken dem vielgütigen GOtt/ daß er uns Zeit und Stunde mvoergoͤnnet/ darinn wir nicht allein die Abhandlung dieſes Beſchluſſes/ ſaaondern auch des gantzen Pſalmes angehoͤret/ Er wolle alle das jenige/ was wir dabey vernommen/ drucken und verſiegeln in unſere Hertzen/ daß es moͤge Frucht bringen in Chriſtlicher wahrer Gedult/ und wir als Kinder des ewigen Lebens ſeyn/ bleiben und erfunden werden moͤgen. Zu welchem Leben mir/ euch und uns allen verhelffen wolle die Hei⸗ lÜge Dreyfaltigkeit/ GOtt Vater/ Sohn und Heiliger Geiſt: Hochgelobet in Ewigkeit/ Amen. Ggggg ij Die 8 842—*— 4 4—* — 1 3 8 5— 8. 3 4. 3 4 2 1 3 4 24———*— 6 1 4. 3 4.„——. 1— A „——————* ————.„ ——— 3 4 2 3——————* ———————————————— ————————— XN — 8— “——— ——— — 3. 4 8 ee iee Rar 4 8 2 8 3 ͤ 1“——;— fee r. — 8*. 3 5 Habita Cü- Cant.).v. 5, 788 Dit erſte Predigt ſtrin. d. 22. den Vher den ſechſten Bußz Pſalm des Kaͤnges und Propheten Davids/ ſo da iſt der Ordnung nach im Pſalter Buch der Hun⸗ — dert und Dreyſſigſte. T EX I II S. Verſ. 1. Ein Lied im hoͤhern Chor. Auß der Tieffen ruff ich HERR zu Dir//c. N Bßerwehlte und Geliebte Freunde in Chhrſſo 4 N dem HErrn: Im erſien Buch der Koͤnige am?. e.Rag. 25. Jerem. 52. wird gemeldet daß Koͤnig G Salomo vor dem Hoffe des Tempels zwo Stu⸗ . 5 3 Jer. 52. v. 7.&.☚0( len habe auffrichten laſſen fuͤnff und dreiſſig El⸗ GOTT der recht gkeit denen Fuͤſſen/ Cantie. Dieſe beyde Seulen aber/ ſind ſeine ne Deem Gerechtigkeit und Barmhertzigkeit. Dann wie wit Men⸗ rtzigkeit. ſchen durch Huͤlffe der Fuͤſſe gehen und fortſchreiten: Alſo braucht auch G Ott der HErr in ſeinen goͤttlichen Benichtungen gleich⸗ ſam dieſer zweyen Fuͤſſe/ der Barmhertzigkeit und Gerechlig⸗ keit/ dann Er nicht ſtets mit ſeiner geſtrengen Gerechtigkeit! mit uns ſundhafftigen Menſchen eroczaiet/ ſondan in i ſene en lang. Der groſſe O Oit im Himmel/ der HEARR ge⸗Koͤnig aller Koͤnige/ und HErr aller Herren 11m. 6. hat brauchet ſich ſein Majeſtaͤtiſches Reich gleich auff zwo Seulen geſtuͤtzet dann ſeiner Ge⸗ ſeine Beine ſind wie Marmel⸗Seulen gegruͤndet auff guͤl⸗ 4 ·— Wam Maſe ande uͤber den 330. Pſalm. 5589 h Barnhertigkeit eingedenck: wie im 25. Pſalm der Goͤttlichen Majfeſtaͤt ein ſolches auch wird vorgehalten: Gedencke HErr Pſal. 5. v. 6. an deine Barmhertzigkeit/ und an deine Guͤte/ die von der Welt her geweſen iſt. Dieſes wird dem heiligen Johanni oc. z. auch im Geſicht geoffenbahret. Dann weil das goͤtt⸗ lche Weſen weder mit Augen kan geſehen/ noch mit Worten vollkoͤmlich beſchrieben werden/ ſo wird es dem Johanni in Bild⸗ niſſſe zweyer koͤſilichen Edelgeſteinen/ des garaus und Jaſpis, elli⸗ cher maſſen entworffen. Do dann durch den Edelgeſtein Jardi⸗ aangedeutet worden G Ottes Gerechtigkeit: Dann gleich wie der Sarats funckelt und glaͤntzet als Feuer: Alſo auch GOTtes des 5ERARN Gerechtigkeit funckelt von allerhand Straffen. Dann GOtt iſt ein rechter Richter/ und ein GOtt der taͤg⸗ lich draͤwet/ wil man ſich nicht bekehren/ ſo hat Er ſein pal./,„ n. Schwerdt gewetzet/ und ſeinen Bogen geſpannet/ und zie⸗ 13. 14. let/ und hat drauff geleget toͤdtliche Geſchoͤſſe/ ſeine Pfeiie hat Er zugerichtet zu verderben. hal 7. Durch den Edel⸗ n geſtein Jaſpas iſt angedeutet worden G Ottes Barmhertzigkeit. VVon dem Edelgeſtein Jaſpis ſchreibet man daß er das Hertz und dden Magen eines krancken Menſchen ſtaͤrcke: Alſo wann wir un⸗ ſerer Suͤnden halben matt und kranck ſeyn/ in dem wir den Zorn S6⁶ Ottes wider uns fuͤhlen/ ſtaͤrcket und erquicket uns die Barm⸗ Dage, hertzigkeit GOTtes wieder/ laut der goͤttlichen Auſſage: Hoſ. u. 4 Meine Barmhertzigkeit iſt zu bruͤnſtig/ daß Ich nicht thun Hoſ n. v. g- tan nach meinem grimmigen Zorn/ noch mich kehren CEphraim gar zu verderben. So wird auch gemeldet von dem Stein/, daß wann einem Menſchen ein Vngluͤck wie⸗ deeffahren ſolle/ er alsdann außſpringe oder gar zubreche: Alſo wann ein Menſch entweder im Vngluͤck iſt oder ihm eins vor der Khure ſtehet/ iſt die Barmhertzigkeit G Httes ſo groß gegen uns/ daßh ſie nicht kan verborgen dleiben/ ſondern muß hervor brechen/ and uns beyſpringen. Darumb ſpricht O Ott der HErr ſelbſt Gsgsg ij iu den A Po c. 4. V. 35 3 Jerem. 31. V. 20⸗ nuͤß zum Theil waren/ zum Theil noch drein kommen ſolten: Je. 790 Die erſte Predigt zu den Iſraeliten/ da ſie in groſſen Noͤthen und in hauer Gefaͤng⸗ rem. 31. Iſt nicht Ephraim mein theurer Sohn/ und mein trautes Kind/ ꝛc. Darumb bricht mir mein Hertz gegen ihm/ daß ich mich ſeiner erbarmen muß. Vnd das hat Koͤnig David auch wol gewuſt/ darumb er in ſeiner Suͤnden⸗Angſt ergriffen beyde Seulen oder Fuͤſſe GOs⸗ tes des HErrn/ als daß er da vor ſich ſiehet G O Ttes geſtrenge Gerechtigkeit/ und ſich fuͤr derſelben fuͤrchtet/ dafuͤr erſchricit/ und die Suͤnde erkennet/ aber er bleibet nicht bey derſelben alleine/ und thut darumb nicht verzweiffeln noch verzagen ſondern da ergreiffen er auch die andere Seule oder den andern Fuß G. OStes nemüch ſm Barmherkzigkeit/ und weiß daß bey Ihm ſey die Vergebung. ann Ob bey uns iſt der Suͤnden viel/ Bey GOTT iſt vielmehr Gnade/ Sein Hand zu helffen hat kein Ziel; Wie groß auch ſey der Schade/ Er iſt allein der gute Hirt Der Iſrael erloͤſen wird/ Auß ſeinen Sünden allen. b b Singet die Chriſtliche Kirche auß itzt verleſenen Pſalm/ welchen wir in kuͤnfftigen mit goͤttlicher Huͤlffe zu erklaͤren wollen vor uns nehmen/ anietzo aber zum Anfang nur beſehen die Super ſcription, oder Vberſchrifft/ ſo da heiſſet: Ein Lied im hoͤhern Chor. Hiervon auffs einfaͤltigſte zu reden/ wolle uns G Ott ſeine Gnade verleihen umb C Hriſti willen/ Amen! Abhandlung. Dᷣ Ann die Dialectici in den Schulen eine Euunciation 1 oder Außſpruch ihren Hiſcipulen gar deutlich beybringen und erklaͤren wollen/ ſo examiniren ſie denhähen nudh an dieſen 3. Stuͤcken/ daß gefraget wird/ 1. Saa, was es fuͤr eine Re⸗ de oder Außſpruch ſey. 2. Qyalis, auff was Weiſe und wel⸗ cherley ſie ſey. 3. Svanta, wie hoch ſie ſey und gelte. Sehen wir die Vberſchrifft unſers Pſalmens an/ ſo da lautet/ Ein Lied im hoͤhern Chor/ koͤnnen wir ſolche Vberſchrifft ebenmaͤſſig alſo eroͤrtern/ daß dabey gefraget werde/ Que, Qvalis, Ovauta. 1. oa, Was es fuͤr eine Bberſchrifft ſey/ und was ſie l. in ſich habe/ nemlich ſie habe in ſich und rede von einem Pſalm/ es Membrum. eoy ein Pſalm allhier verhanden/ I“ lauts in ſeiner Sprachen: Das iſt/ Canticum, ein Lied /ein Geſang oder Pſalm: Das Wort auere oder ſingen/ davon allhier der Pſalm in ſeiner Sprachen Claris Sa- dden Namen hat/ heiſſet gemeiniglich in heiliger Schrifft ſo viel eræ S. Flacii als Laudatio DEl, G Ottes Lob/ wie es dann alſo gebraucht wird patt. p.99. at. 10:. da alſo ſtehet/ Von Gnad und Recht wil ich ſingen/ Plal. 0r.vz. und Dir HERR Lob ſagen. Im 21. Pſalm: Wir wollen blal 21.v.14. ſingen und loben deine Macht. Zuweilen bedeutet auch dieſes Wort /as res& materiam, die Materi/ davon man ſingen und ſagen wolle/ wie dann Koͤnig David ſagt im no. Pſaim: Daß G6 Ottes Latuta oder Rechte ſind ſein Lied in ſeinem Hauſe/ da⸗ von ſinge/ davon rede er. Zuweilen bedeutet es ſo viel als ſchlecht eein Ding erzehlen es beſchreiben und davon reden/ als wann Eſai⸗ as der Prophet ſaget: Cautabo canticum dilecto meo, ich Wil Eſa. 5. v.. mmmeinen Lieben ein Lied meines Vettern ſingen. Endlich im Neuen Teſtament/ ſonderlich bey dem Apoſtel Paulo zum eeſes. und Coloſſe2. bedeut das canere oder ſingen/ ſo viel/ als EPh.ſ. v.x. gute Ehriſtliche Gedancken/ ſo auß glaͤnbigen Bewegungen her⸗ ahren haben/ wie dann der Apoſtel ſaget/ caurantes& pſalleente⸗ cordibus veſtris Domino, ſinget und ſpielet dem HErrn in uuerm Hertzen. Man nehme demnach hiervon fuͤr eine Be⸗ eutung dieſes Worts was man fuͤr eine wolle ſes gilt alles gleich. Sintemal dieſes Canticum oder Lied nichts anders in ſich haͤlt und iſt als G Ottes Lob/ die eigentliche materia und res, anſen 8 b b nic 8 /92 Die erſte Predigt nichts anders als G Ottes Barmhertzigkeit/ davon geraͤhmet ge⸗ ſungen und geſaget wird/ daß Er ſo gerne Suͤnde vergehe dann bey dem HErrn ſey die Vergebung/ daß man ſich fuͤrchte. So findet ſich auch drinn eine rechte warhafftige Erzehlung und Be⸗ ſchreibung eines angefochtenen Hertzens/ ſo da ſiecket in der Kief⸗ fen/ und darauß zu G Ott dem HErrn ruffet. Wer auch dieſen Pſalm oder Lied ihn offters zu Sinne und Gemuͤthe fuͤhtet dey dem wirds nicht abgehen/ er wird rechte gute Chriſtliche Gedan⸗ cken bey ſich befinden/ dem HErrn ſingen und ſpielen in ſeinem Hertzen. Daß alſo dieſer Pſalm freylich recht und wol ein Can⸗ ricum oder Lied kan oder mag genennet werden. 3 Hierbey zum Nusz zu erkennen. usus.. 6 daf. Wiee bey rechtſchaffenen Chriſten die Zeit ihres Lebens Me beſchf nichts anders vorgehen ſolle/ dann dem HERRN ſingen und ſten dem hn loben. Dabey dann zu beobachten unterſchiedliche Stuͤ⸗ HErrn ſin⸗cke: 1. Welches rechte Lieder und Lob⸗Geſaͤnge ſeyn. 2. Wen gen und Ihn dann geiſtliche Lieder ſingen ſolle. 3. Wie man ſie ſingen ſolle. loben ſollen. 4. Was dann die geiſtlichen Lieder/ wann ſie geſungen werden nutzen. J. Zu welcher Zeit ſie ſollen geſungen werden. 1. Welches die rechten geiſtlichen Lieder und Lob⸗ Auguſt, in Geſaͤnge ſeyn? So redet hiervon der alte Kirchen⸗Lehrer Au⸗ Pastie t. gullinus alſo: Hmni funt laudes D EI cum Cantico- 4ob Ge⸗ Pſ. 71. lemand und nicht G Ott/ ſo iſts kein geiſilich Lied noch Lob⸗Ge⸗ ſang. Lobet man gleich G Ott/ und ſinget diß Lob nichtſſo iſts auch nicht eigentlich ein Lob⸗Geſang. Darumb ſo es ein recht Lied oder Lob⸗Geſang ſeyn ſoll/ ſo muß er die 3. Stuͤck haben. Das Lob/ GOttes Lob/ GOttes Lob mit Geſange. Solche geiſtliche Lieder und Geſaͤnge ſind mancherley wie man nicht alleine im Alten/ ſondern auch im Neuen Teſtament ſchoͤne/ herrliche Cantica, Lieder oder Geſaͤnge findet/und die Vor⸗ ſteher der Kirchen in den vorigen Zeiten manches ſchones Lied und Geſang —. ſaͤnge ſind/ da man G Ott lobet mit Geſange. Lobet mangleich uͤber den no. Pſalm. Geſang G. OTT zu Ehren gemacht. Da haben nicht alle Ki⸗⸗ chen einerley Geſaͤnge gehabt/ wie Nicepborus meldet/ ſondern eine Niceph. an 4 iedere Kirche hat ihre beſondere gebrauchet/ und hat man nicht Feeſef hiſt. ohne Vnterſcheid einen ieden Rmmun oder Geſang bald den Kit⸗ lib.zie.34. chen auffgedrungen und geſungen/ ſondern die mit GOTTES 9 4 Wort uͤbereinkommen ſind. Wie auch Euſebius meldet/ daß Euſeb. d bey den Juͤden/ als G Ottes Volcl/ die Lieder und Geſaͤnge/ ehe Præd. Ev- geiſtreichen Leuten/ ob ſie auch richtig und tuͤchtig. Hier werden nun außgeſetzt/ Erſilich/ die Lobgeſaͤnge der 12 man ſie gebrauchet/ zuvorhaben muͤſſen durchſehen werden/ von 65 li er. 6 Heyden/ welche mancherley Art geweſen/ wie beym Cælio REo- Cal. lib. ⸗. K Aig. zu leſen/ damit ſie die falſchen Goͤtter ja auch die Demones c. 5. und Teuffel gelobet/ wie beym Plarone zu ſehen iſt. Der Pſalm klat. Dial. ſagt woi recht/ Dü gentium Damonia. Die Goͤtter der Voͤl⸗ lib. 7. 3* le. ceer ſind Teuffel oder Götzen. Danndie blinden Heyden hat⸗ d,6, 9„ een keinen wahren G Ott/ haben ſo bald den Teuffel/ als was an⸗*0. 5. 4 ders fuͤr Gott gehalten. Anders Theils werden auch außge, ſetzet die Lieder und Lob⸗Geſaͤnge der Heiligen/ die man den BHeiligen zu Ehren gemacht/ und ſie darinne angeruffen. Plato plato dicto dder Heyde ſagte/ weil die groſſen und fuͤrnehmen Leute leben/ ſo libr. ſolle man ihnen zu Ehren keinen Lob⸗Geſang machen/ dann man goiſſe nicht/ wie ſie ſich vor ihrem Ende halten moͤchten: laͤſt aber gleichwol zu/ daß man den verſiorbenen vornehmen Leuten zu Ehren Lob⸗Geſaͤnge machen ſolle. Aber Plato iſt ein Heyde/ nicht an G.OCtes ſtat iemand anders ſetzen und lo G und gehet uns Chriſten nichts an/ was er ſetzet. Thniſen ſollen en/ ſondern GOtt allein. Darumb iſt nicht vom beſten/ daß man Lob⸗Ge⸗ 1 1 ſaͤnge zu Ehren den Heiligen in der Kirchen G. OTtes gemachet/ darinnen man ſie angeſungen/ als hoͤreten ſie es/ und ſie umb Vorbitte/ Huͤlffe und Beyſtand angeruffen: da ſie doch uns we⸗ derkennen/ noch von uns wiſſen. Jedoch werden die Lob⸗Ge⸗ nge nicht verworffen/ darinnen man zuvot der Heiligen Lob ge⸗ b Hbhhh dencket/ 794 Die erſte Predigt dencker/ aber nicht ſie/ ſondern G Ott darinnen ehtet /und Ihm dancket/ daß Er ſo theute Leute/ die Er mit ſeinem Geiſt und Ga⸗ ben ſchoͤn gezieret/ der Kirchen gegeben hat/ wie der Pſalm ſage: Pſal. ſo. v.1. Laudate Dominum in Sandtis gjus, Lobet den HEern in ſei⸗ nen Heiligen. Drittens werden auch außgeſetzetdie Schand⸗ Geſaͤnge und Poſſen⸗Lieder/ ſo die Welt⸗Kinder Kurtzweil/ Vppigkeit und Wolluſt halber gebrauchen/ welche manches jun⸗ b ges Bluͤtlein verderben/ und manchen Menſchen zu Vnzucht r⸗ Auguſt. tzen/ wie ſolche ſchon zu S. Auguſtini Zeiten in Schwange gangen expoſ. z. ſind/ und man noch heute zu Tage/ den Leuten ſchwer auß dem Pſal. L. Maule bringen kan/ damit G Ott manchmal zum hoͤchſten ge⸗ kchmaͤhet und geſchaͤndet wird. Aber Chriſten⸗Leute ſollen ein Bedenclen haben/ ſolche Schand⸗Lieder und Poſſen zu ſingen/ 2 ſintemahl wie S. Paulus ſaget/ ſchandbahre Wort/ Nar⸗ Eph. 3. v.4. xentheidungen und Schertz/ Chriſten nicht geziemen/ und aauß ihrem Munde nicht gehoͤret werden ſollen. Hysoer. Augukinus ſpricht: Juſtamns eit, ut ex ore Cbriſtianorum, uli corpus Cbrißi ingreaitur, luxurioſam cauticum rvaß venenun Diaboli roferatur? Das iſt/ iſis auch recht und billig daß auß aines Chriſten Munde/ in welchem der theure Leib und Blut C Hriſti gehet ein unverſchaͤmtes Lied als eine ſchaͤdliche Teuf⸗ fels⸗Gifft ſolle gehoͤret werden. Owie wenig ſind Leute/ die ſol⸗ ches bedencken/ aber ſehr oiel die ihren Mund mit Schand⸗ Lie⸗ dern beflecken/ welche G. Ott der HErr wol wird darumb zu fin⸗ den wiſen. 2. Wer ſol geiſtliche Lieder ſingen? Ob ſchon ein Geſang ſchoͤn und gut iſt/ ſo muß doch derſelbe auch vonguten Perſonen geſungen und geſprochen werden/ ſoll andets das Ge⸗ ſinge G Ott gefallen. Da koͤnnen nun allein die rechtglaͤubi⸗ gen und gottſeligen Leute die geiſtlichen Lieder recht ſingen⸗ Singet einer gleich einen ſchoͤnen geiſtlichen Geſang/ der unglaͤn⸗ Hebr. u. y. hig iſt/ſo iſt erdoch G Ott nicht angenehme/ dann ohneGleu⸗ uber den no. Pſal.„; ben iſts unmuͤglich GOtt zu gefallen. Singet aber ein ver⸗ uchter Gottloſer Menſch einen geiſtlichen Geſang/ er ſey ſo ſcho⸗ de 4 ne als er wolle ſo gefaͤllet er Oc auch nicht: dann da ſpricht 6 Ott zu den Gottloſen: Was verkuͤndigeſt du meine Rech⸗ te? und warumb nimmeſt du meinen Bund in deinen Mund/ ſo du doch Zucht haſſeſt/ und wirffeſt meine Wort Pſal. 50. v.16 hinter dich. Dannenhero nennet der Rierommus der Juͤden/ Hieron. in 8 5 4 Ketzer und Vnglaͤubigen Gebet und Singen grunnitum Suum Amos lib. z. S clamorem Aſinorum, Ein Saͤu⸗ Gruntzen und Eſels⸗Ge⸗ cap. z. ſchrey. Wann aber fromme glaͤubige und gottſelige Leute geiſt⸗ a tüche Lieder ſingen/ oder ſprechen/ das gefaͤllet GOtt wol. Wie dann ihr gantzes Leben nichts anders iſt/ als ſingen und loben den HoErnwie§. Auguſtinus ſaget: Cantar D50, gvi vivit D E O. bfl guſtein P ſallit nomini gꝗjus, qvi operatur in gloriam ejus. Der ſinget al. 67. 1 G Ott dem HErrn recht/ der G Ott zu Gefallen lebet: Der lob⸗ ſinget ſeinem Nahmen/ welcher das thut/ das zu G Ottes Ehren dienet. Derohalben werden glaͤubige und gottſelige Leute zum Lob⸗Geſaͤngen auffg muntert. So ſagt David/ Introite atria ₰ 4 Domuini in Smnis. Gehet zu GOTtes Vorhöͤffen ein mit(41100.v.z n dancken. Vnd S. Paulus ſpricht: Redet unter einander Eph. F⸗. v. 19. von Pſalmen und Lob⸗Geſaͤngen und geiſtlichen Liedern/ Coloſt 3. ſinger und ſpielet dem HErrn in euern Hertzen. v. 16 Solches ſollen thun nicht allein die Alten und Mannes⸗ Perſonen/ wie der hundertſaͤhrige Zeno, ein Biſchoff zu Gaza, am . 1 Mittel Meer gelegen/ auch in ſeinem hohen Alter nicht unterließ 6 Ott zu lobſingen/ wie Sozomenus ſchreibet: Sondern es ſol⸗ eet lens auch thun die Kinder/ wie die Kinderlein zu Jeruſalem ihr Ho- Sozom. Ee- cleſ. hiſt. lib. 7. c. 27. nn⸗ dem Sohne David ſungen/ welches G Ott im Himmel Mattth. 23. wolgefaͤllet der Ihm auß dem Munde der jungen Kinder v. z5. und Seuglingen ein Lob zurichtet. Ja es ſollens thun nicht lal.8. 3. allein die Maͤnner/ ſondern auch die Weiber und Jungfrauen/ b wie David ſaget: Die Saͤnger gehen vorher/ darnach die Pl. c. v. ꝛc. “ hhh ij Spiel⸗ 796 Die erſte Predigt Spielleute in medio Juvencularum Bapaniſtarun, mitten unter den Jungfraͤulein die da paucken. Es ſollens auch thun nicht allein die Reichen/ ſondern auch die Armen) und dem HErrn ſingen. In Summa alle Chriſtglaͤubige Leute ſollen ſich im Beten und Singen fleiſſig uͤben. 3. Wie ſoll man dann geiſtliche Lieder recht ſingen? Das faͤrnemſte iſt/ daß mans mit Andacht von gantzem Herzen und verſtaͤndlich thue/ dann aller Gottes⸗Dienſt der nicht von Pertzen gehet gefaͤlle GOTT nicht. Wie dann Eſaias ſein Fſa. 29.v. 3. Volck darumb ſiraffet/ daß ſichs zu GOTTmit dem Munde nahet/ und mit dem Hertzen ferne von Ihm iſt/ a. ⸗. Martt... 2 Welches auch der Sohn G Hites im Neuen Teſtament wieder⸗ Eph 5 19. holet/ Mateb. g. darumb ſaget S. Paulus daß man dem HEr⸗ Pn;. v. p⸗ ren ſolle Lob⸗ Geſaͤnge ſingen/ und ſpielen im Hertzen/ Fpbef. Vnd alſo mit Verſtande/ daß man weiß was es iſt. Solches beweget das Hertze vielmehr/ als wann man ſinget und nicht weiß was es iſt. Vnd iſt auch diß die fuͤrnemſte Art/ wann es alſo mit Verſtand und Andacht geſchicht: Am andern iſt nicht viel gele⸗ gen. Als man ſinge Choral oder Figural/ mit einer oder mit 10/20. Stimmen Der Choral⸗Geſang/ da manſchlecht hin⸗ Joſtinus weg ſinget/ iſt in der erſten Kirchen am gebraͤuchlichſten geweſen/ Matryr. wie Juſtinus Martyr anzeiget. Der Figural⸗Geſang/ da man qvæſſ,& re- mit vielen Stimmen lieblich durch einander ſinget/ iſt in Neuen ſponſ. ad Teſtament anfaͤnglich nicht ſonderlich im Gebrauch geweſen biß orth. av. mans hernach auffgebracht hat. S. Auouſtinus hats zwat auch 107. gerne gehoͤret/ aber er nimmt ihn ein Gewiſſen druͤber/ wann er Auguſt. mehr Luſt am Klange/ und der Liebligkeit der Stimme als am conf. lib.”o. Texte gehabt/ und ſaget: er habe darinn„æmalver und ſtraͤflich . 33. geſuͤndiget/ begehret ihm auch ſolche Geſaͤnge nichtofft zu hoͤren. Das moͤgen mercken die jenigen/ ſo mehr auff die Liebligkeit des Geſanges hoͤten/ als auff den Text ſehen/ und in GOTtes Kirche nur eitel huͤpffende und uͤppige Weiſen zu ſingen denadeen uͤber den no. Pſaim. 997 hervor bringen/ da der Tert ſo durch einander gewolffen und ge⸗ humpelt wird/ daß man nicht wiſſen oder vernehmen kan wovon e iſt immittelſt das arme Volck in der Kirchen ſitzt/ wie die Kuͦhe/ mmweil ſie keine Andacht darbey haben koͤnnen. Hiermit aber det dolen/ 8rechten/ lieblichen Muſie nichts zu nahe geredt/ wann Lieb⸗ ligkeit im Singen ohne Andacht iſt/ das iſ Suͤnde/ wann An⸗ dacht iſt ohne aͤuſſerliche Liebligkeit/ iſis gleichwol G OTS lieb/ wann aber beydes Andacht und Leebligkeit beyſammen iſt/ das 11 paſſiret und das iſt zu loben. 4. Waos es dann nuͤtze/ wann geiſtliche Lieder ge⸗ ſungen werden? Dieſelbe werden nun nicht geſungen daß man u* bloſſe liebliche Luſt dran habe/ wie mancher in der Kirchen ein an ſchoͤn Stuͤck und Lob⸗Geſang mitſinget/ wann es nur wolklin⸗ b d get: wann es aber ſeinen Ohren nicht gefaͤllet/ ſo verwirfft ers: Der Text ſey ſo koͤſtlich als er wolle. Daß ſolches unrecht ſey/ haben wir auch itzt gehoͤret. Sondern man ſoll mit Andacht in „ Chriſtlichen Geſaͤngen bedencken/ was geſungen wird/ und da ha⸗ ben die Geſaͤnge alsdann ihren Nutz.(1.) Homines excitan- an“, es werden dadurch die Menſchen fein auffgemuntert/ wie§. guſ'inus bezeuget/ daß er offtmals durch den Kirchen⸗Geſang 1 ſey zu weinen bewogen worden.(2.) Angeli invitantur, die eiligen Engel werden durch liebliche andaͤchtige Geſaͤnge hinzu gelocket/ Dann gleich wie ſie ſelbſt vor G OTies Thron ſiehen/ und G OE hertzlich loben und preiſen alſo ſehen ſie gerne/ daß uc. ,7, 79, maauch die Menſchen⸗Kinder GOtt den HErrn hoͤchlichen lobſin⸗ gen.(3.) Demones abiguntur, die boͤſen Geiſter werden mit Chriſilichen Geſaͤngen abgetrieben/ wie wir ſehen daß David mit einem Harffenſchlagen/ darauff er ſchoͤne Geſaͤnge geſpielet und ungen/ den Teuffel verjaget/ 1. Sam. am Fä. Sehet liebe Chriſten/ wie herrlich iſts/ wann man geiſtliche Gceſaͤnge ſinget in der Kirche oder in Haͤuſern. Darumb mun⸗ 8 tert euch auff ihr Chriſten⸗Leute/ ſinget und klinget hertzlich/ weit Hbbbb i Soa 1. Sam. 6. V. 23—* se“ 8 3— 3 4 5 4*.“ 3 1 3— Heate 2 4 3 8 1 8Eſ“ 3 4. 3*— 4 8 4..„. 3“ 1 2*— v—— “ Wahe de edee 4— 8—2 1 24 8— 4 8 8 1,’ 1 4 3“— ** e—— 8— “— 4 4 4 4— ——. 4*—— —— 7 8 5 4— 4 en— 1 8 3 758 Die erſte Predigt G Ott dem HErrn ein groß Gefallen/ und dem Teußf drieß dran geſchicht/ und macht euch alſo ie mehr auf h Wa Eingang zum Lobedes hoͤchſten G Ottes welches wißin eutge Leben mit den heiligen Engeln und außerwehlten Kindem e⸗ tes halten ſollen. M . Zu welcher Zeit ſoll man geiſtliche Leder ſingen? b Alezeit: Saget Danck allezeit fuͤr alles /GOTLu Epheſ. 5. Vater in dem Namen unſers HErrn Jei undm *20. Ppbeſ.r. Koͤnig David verrichtet ſein Singen und Gebei und wil/ daß G Ott ſeine Stimme ſolle hoͤren/ des Abendes/ Mor⸗ gendes und Mittages/ ja er ſchreyet Tag und Nacht zu GOtt verl. 6. und wartet auff den HErrn, von einer Morgen⸗Wache biß zur andern/ wie in unſerm Pſalm ſtehet/ und im kuͤnfftigen auch davon wird geredet werden. II. 17. Qoals. Welcherley Weiſe dann dieſes Lied ge⸗ Membrum. ſungen worden? Die Pberſchrifft lautet: Im Chor. Cs waren 24. Drdnungen der Prieſter im Alten Teſtament/ da hat wol moͤgen geſchehen/ daß eiwa Chor umb Chor ohn das Volch zu Zeiten ihrer etliche etwa mit einander geſungen haben/ darnach das Volck etwas drauff auch geſungen. Dem ſey nun aberwie es wolle/ weil man es nicht gewiſſe wiſſen kan/ und der Herr Lu- tberus es gleichwol gegeben im Chor/ ſo ſehen wir/ daß dieſer Ci⸗ b tul nicht ſo eben zur Lehr den Saͤngern/ als muͤſten ſie im Chor ſie⸗ en eins umbs ander ſingen/ ſondern nur zur Ceremoaie und Ge⸗ rauch der Saͤnger dienet/ nemlich im Chor ſtehen und ſingen. Dann die Dinge die offentlich geſchehen moͤgen/ ohne Ceremo⸗ nien nicht abgehen. usus. Daß nicht Bey welchem Chorſingen wir anzumercken: Weil im Bapſihumb das Singen auß den Pſalmen im Aleig denen Chor bey den Cwfa und Moͤnchen noch ehr ghchlch/ ob chen Stan⸗ 5 de/ ſondern ann/ wie ihr Großvater der gelan minus tvil offentlich zu eten/ und Pſalme zu ſingen der Cleriſey oder Geſſtlchen — ſſ 1 uͤber den ho. Pſalm. 2995 allein zuſtehe? Hierauff zu antworten/ daß wir nicht leugnen/ allen und daß denen im geiſilichen Stande Ampts halben gebuͤhren wolle/ ieden zu ſin⸗ im Singen und Beten andern mit guten Exempeln vorzugehen/ gen und zu daß es aber ihnen allein zuſtehen ſolle/ und auch nicht andern auſſet beten zu ealr dem geiſtlichen Stande/ das iſt zu verneinen/ auß dieſen Vꝛſachen: ſtets. Dann da vermahnet ſa der Heilige Geiſi/ daß alle und iede Chri⸗ Syſt. Theol. ſeen ſo wol offentlich als in geheim er tom, 2. A poſtel Paulus ſpricht: So wil 04 teen an allen Orten Anliegen mit Bitten und Fle ſddarzu mit allen Anhalten/ u Aſ r. Redet unter einan aͤngen und geiſtlichen Lied Horrn in euren Hertzen/ un b Netän Be Oütund dem Vater in Le eal h. JEſu CHriſti. Coloſ.3. Unter Col. 3. L.IG., al in euch reichlich wohnen in wer. mahnet euch ſaͤngen und ggeiſtlichen lieb n/ und ſinget dem HERRNin und dergleichen Spruͤche außdruͤck⸗ alber allen und ieden Chriſten gebuͤh⸗ Beten G Ott zu Ehren.. ſeiner Jeſuwiedriſchen Rotte wendet Bellarm⸗ mne ein da ken Teſtament nicht alles Volck/ ſondern nur allein lib. 1. de pts die Leviten geſungen haben/„, Paral,. Speriöus Neuen Teſiament zeugen wie Boni⸗ un 12 n bey vorgehender Noth⸗ er. e. ruau n d rwollen anhalten am Gebet und am Ampte 6.„. 7 1S 8 W Actor. C. Darauff zu antworten/ daß die Paͤbſt⸗ X. 6. v. — 4 n/ daß den Leviten im Alten Te⸗ bgelegen zu beten und zu ſingen. b b Dann 41 2. Petr. 3. 800 Die erſte Predigt Dãann da iſt ſa bekand auß dem andern Buch Moſe„.⸗ Daß Exod. 15. v. Moſes und alle Kinder Iſrael geſungen haben dem HEnn diß ied ſſo vom Moſe geſungen worden. Wie dann auch Mutjam verf. 1. Aarons Schweſter/ und die andern Weiber dem HEnngefun⸗ gen/ daß Er ſo eine herrliche That gethan/ Roß und Mann ine Meer geſtuͤrtzet. Vnd geſetzt/ daß im Alten Teſtament das Singen und Beten alleine Amptswegen den Leviten zugeſtan⸗ den/ ſo wuͤrde es doch darumb nicht gelten im Neuen Teſtament. b Dann da ſind alle rechtſchaffene Chriſten ein Koͤnigliches Prie⸗ 1. Pet. ⁊. v.. ſterthumb. ¹. Petr. 2. Vnd derowegen als geiſtliche Prieſter mit Gebet und andaͤchtigen Singen an allen Orten ſie G Oltzu eh⸗ ren: Vnd hilfft auch hier nichts den Papiſten zum Beweißthumd Act. 6. v. 4. ihrer Sachen das Exempel der Apoſtel Acror. 6. Dann ob wit zwar gar gerne geſtehen/ daß den Apoſteln Amptshalber gebuͤhten wollen/ daß ſie angehalten am Gebet/ und Ampt des Worts/ uind andere ſo viel deſto fleiſſiger zur Vbung wahrer Gottſeligkeit un⸗ terrichtet/ ſo koͤnnen wir doch nicht darumb nachgeben/ daß andere Leute/ die in ſolchem Apoſtel⸗Ampt nicht waren/ ſolten befteyet ge⸗ weſen ſeyn/ vom Leſen/ Singen und Beten/ dann da erfordert ſa der Heilige Geiſt/ von allen rechtſchaffenen Chriſten/ daß ſie ſol⸗ len wachſen in der Gnade und Erkaͤntnüß unſers HErrn v. 1. und Heylandes IEſu Chriſti. 2. Peur. 3. Vnd daß ſie I1 bet.z. v. 5. allezeit bereit ſeyn ſollen zur Verantwortung iederman/ deer Grund fordert der Hoffnung die in ihnen iſt/ 7. Der.7. Heb. 3. v.3. Daß ſie ſollen ſich ſelbſt ermahnen alle Tage/ ſo lange es c.10.. 24.45 heute heiſſet/ Heb. 3. c.„. Sollen Luſt haben zum Geſetz pſal.1 v. z. des HERRN und von demſelben reden Tagund Nacht. Ioh. f. v.39. Pſal.¹. Job. 5. Sie ſollen fleiſſig beten daheime und offentlich⸗ nhineech 1. Tim. 2. Fpbeſ. 6. Reden von Pſalmen und Lob⸗Gelan⸗ Ebh 5,v.zs. gen/ und geiftlichen Liedern/ ſingen und ſpielen dem HER cblz„.z6. ren inihren Hertzen. F56⁄5. Cobſfy.. 8* Eso wenden aber Belarminus und Hane eahnunane uͤber den z0. Pſalm. ſo beſchaffen daß gewiſſe Soldaten oder Waͤchter beſiellt/ die zu fennes fuͤt/ wie nemlich im wolbeſtalten weltlichen Regimente es 3 STage und Nacht muͤſſen auff der Hut und Wache ſtehen/ und zu⸗ ſehen damit der Stadt nicht Vnheil zuſtoſſen moͤge. Vielmehr unnwi ſolches im geiſtlichen Regimente alſo erfordert werden/ das mmeeyn die/ die da geiſtliche Wache halten/ wider die liſtigen An⸗ auſſe des Satans/ und daß ſie mit ſingen und beten ſich deme wi⸗ ten t derſetzen. Hierauff kan dieſes geantwortet werden/ ob wol den ht Dienern des Worts Ampts halber gebuͤhren wolle/ zu Nacht und F 1 an 1 Tag fuͤr die Heerde GOTTES zu wachen/ Ezech.. Hebr. H. Niichts deſto minder aber wil auch ieglichem Chriſten obliegen/ zu Nacht und Tag in geheim und offentlich/ mit ſingen und beten 7. 3. v. 17. Heb. 3. v. 1ũ aadsa manzuhalten/ und alſo bereit zu ſeyn/ wann der Sohn GOTtes Matth. 25. 84* Ra u ſeinem Gericht kompt/ Ihn mit Freuden zu empfahen, wen⸗. Marrb. 25. Luc. S. 1 Noch eins wird vom Gegentheil den Papiſten vorgeworf⸗ fen/ daß gleichwol gewiſſe Perſonen gewiſſen Aemptern vorge⸗ dhettzäs. ſtellet werden/ dann ein leder nicht tuͤchtig zu iodem Ampt/ ſich e auch ein ieder auff iedes Ampt nicht verſtehet/ und alſo ſich es auch See ſchicken wolle/ daß zu ſolchem Ampt gewiſſe Perſonen zu beſtellen/ 84 K die da ſiets G HOtt den HErrn loben und preiſen/ zumal weil ſich .1 8. V. 1. ſeqq. e h das gemeine Volck ſo nicht drauff verſtehet/ und wegen haͤußlicher Nahrung es auch nicht abwarten kan. Aber hierauff iſt zu wiſ⸗ umt ſen/ daß ſchon allbereit zuvor gnugſam erwieſen worden/ wie allen aut und ieden dey ihren Chriſtenthumb zuſtehen wolle/ zu ſingen und Jacob. 5. v. uu beten: Jacob, 5. Vnd iſt uns auch nicht unbewuſt/ daß wann „ Ai . geeiich andere eiwa im geiſtlichen Stande fuͤr uns fleiſſig beten/ wir cber in Vnachtſamkeit wollen dahin leben/ und unſer Gebet nicht 1 ollen gleich mit hinzu thun/ daß alſo anderer ihr Gebet uns nicht Jer. 14. v. n. SKeß nutze: wie ſolches zu erſehen jFer. 13. Ezecb. 13. Rom. 141. Ez. 14. V.I4 7e.r. Wnd derowegen weg weg mit der Jeſuiten ihren fal⸗Kom. 143. 4 hen Vorgeben/ als ob dn Geſhchen bey der Kirchen allein zu⸗ ſiehe V. 12. 1. Ioh 5. 16 ————— 4 4“.. 5 1 4 ⁸ 4 4 8 K 6 8* 5 3 4— 3 e———— 7* 8 See——— “ 8———.“ ——. 4—..—— 4 22———.—* — 2——— 7 3„.————— 4 ————————— X* —————— 4 A ——— — X — 8 — 1 — —— 8 . 8““ —— ————— K 3 3— 4.. 8 1 4. 3 ͤ„ 3 N. 3— ſͤſͤſͤſſ1“ — b 4 4“ 4 3 E 2 4 1““““ 1“ — Snaeeee e e 3. 1 1 3—— 1 902 Dite erſte Predigt ſtehe zu ſingen und zu beten nicht aber auch dem gememnen Mann Dann was richten ſie mit ſolchem Vorgeben dey den gemeinen Leuten anders auß/ als daß ſie Schaben in Pelt ſetzen die doch wol ohn das hineinkommen. Sintemahl viel tohe und ſichene gefunden werden/ die ohne das des Gebets nicht groß achten. b Erkennet demnach geliebte Freunde in C Hriſio/ wie woles umb euch ſiehet/ die ihr weit beſſer von uns gelehret/ und zum fleiſ⸗ ſigen Singen und Beten angehalten werdet/ da wir euch zu be⸗ dencken hieruͤber geben/(1.) G Ott/ der da ſpricht/ ruſſe mich an/ Eat s.(:1.) Die Noth/ derer ihr erinnert werdet auß , Pes.. Euer Widerſacher der Teuffel gehet herumb wie ein bruͤllender Loͤw/ und ſuchet/ welchen er verſchlingen n moͤge. Senen zu Sddhe den 9 ucßen F. g b . I11I. Hat auch dieſer Titul bey ſich die Frage: Suauta. Membrum. Wie hoch dann der Chor geweſen/ darinn dieſer Pſam geſungen worden: davon ſiehet alſo: Im hoͤhern Chor. Mpor Im Hebreiſchen lautets yon do, Canticum graduum, Maſe. hn Ein Pſalm oder Lied der Staffeln oder Aufffteigung. Hier eomment. giebts nun vielerley Meynungen bey den Verdolmetſchern/ wel⸗ ad Plal. 10. che unvonnoͤthen ſind allhier zu erzehlen. Hra ſagt /ſie ſind dar⸗ Luth. tom. umb alſo geheiſſen/ daß die Leviten oder Prieſter ſie in dem Auff⸗ 2. Jenenſ. ſteigen zum Tempel oder auff den Staffeln des Tempels geſun⸗ Germ. p. 305 gen haben. Dann es wird in den Hiſtorien der Koͤnige gemel⸗ det/ daß man auff Staffeln oder Stuffen in Tempel gangen ſey und wil Hra, daß derer ſind funfftzehen geweſen/ und auff iedet Staffeln habe man deren Pſalmen und Lieder/ unter welchen die⸗ ſer unſer zoſie eins geſungen. Ob das war ſey oder nicht/ wol⸗ len wir uns nicht hoch drumb bekuͤmmern/ zumahl weiles das An⸗ ſehen/ als ob es der Warheit nicht ſey zum ehnlichſten. Das koͤnnen wir zwar nicht leugnen/ daß das Hebrelſche Wort ſo viel heiſſet als Staffeln/ oder Auffſteigung/ darumb am ſicherſten man bleibe bey dem einfaͤltigen Verſtand/ und daß man din⸗ über den no. Pſalm. 8oz 1a g halte/ dieſe Pſalme ſeyn alſo geheiſſen/ weil ſie an einem hoͤhern Sen. Drt/ im hohern Chor von den Leviten oder Prieſtern ſind geſun⸗ gen worden. Gleich wie bey uns in unſern Kirchen/ der offent⸗ das des s e lich andern vorſinget oder vorprediget/ gemeiniglich iſt in einem böͤhern und erhodenern Ort/ damit er deſto leichter von iederman moge geſehen und gehoͤret werden. Dann dafuͤr zu achten/ daß ddieſe Pſalme nicht von der Menge des Volckes/ ſo im Tempel ge⸗ weſen/ oder von dem untern Chor geſungen worden/ ſondern durch eelliche benandte/ die den andern haben vorgeſungen/ ſie von einem 75 oͤhern Ott ſeyn geſungen oder auffs wenigſie angefangen wor⸗ mdden. Wie dañ etliche andere Pſalmen die Vberſchrifft uod, das tiſt/ eines Vorſaͤngers haben. Aber wer mag alle der alten Ge⸗ mern braͤuche gern wiſſen/ bevorab nach ſo langer Zeit/ da ſie auß Ge⸗ dant n brauch und Gedaͤchtnuͤß der Menſchen kommen ſind. 8 ene Dieeſes im hoͤhern Chor/ uns demnach ſoll gu„te Anmaß⸗ USUS. ur nung geben zu hoͤherer Andacht/ daß wir mit unſern Pſalmen/ Mit unſe⸗ Gebeten/ Geſaͤngen und andern Chriſtlichen meditatiomibus ie ur Seas Pe Singen/ o⸗ hriſtliche Andacht/ und daß man immer damit im hoͤhern Chor der 33 e elange/ und ja nicht die Gelegenheit dazu verſaͤume. Ich zweif⸗ hoͤher und ele nicht/ wann dieſe Pſalme im hoͤhern Chor in und bey dem hoͤher zu JIrraelitiſchen Gottes⸗Dienſt geſungen worden es werde das kommen. mafieen e Volck hauffen weiſe mit ihrer Andacht zugegen geweſen ſeyn. Wuarlich liebe Chriſten/ wann wir in Ruhe und Friede/ ſonderlich inn der Kirchen ſitzen/ da iſ Gelegenheit Andaͤchtig zu ſeyn/ und mit geiſilichen Gedancken ie hoͤher und hoͤher zukommen. Wanns Man Creutz kompt/ da laͤſt es ſich nicht viel betrachten/ ſondern was man mvor bedacht und betrachtet gehabt/ das muß man alsdann ins G Werck richten. Hat einer ſich zuvor nicht in Andacht befunden/ aod iſt damit nicht in hoͤhern Chor geſtiegen/ fuͤrwar im Creutz f ſichs nicht anfangen. Dann wann den Menſchen groſſe e Angſt uͤberfaͤllet/ entweder in ſchweren geiſilichen Anfechtungen/ ennal e und hoͤher kommen/ ſintemahl es ein feines Ding umb I E 804 Dit erſte Predigt oder in hefftiger Leibes Schwachheit und andern Vnglaͤck/ b b der auch wol in Todes⸗Noth: Da ſehet ihrs alsdann liebe Chriſten/ wie es zugehet/ daß die groſſe Angſi die Betrachtung bethindert. Da hat man mit der Anfechtung/ mit der Kranchheit oder andern Creutze genug zu thun/ daß man ſich kaum beſinnen kan. Da wird der Menſch offt ſo irre gemacht/ daß er ſchier nicht weiß was er thun ſoll. Hat er aber zuvor auß G OTtes Wont Troſi ge⸗ ſchoͤpffet/ und demſelben in aller Andacht fein nachgeſonnen als⸗ dann findet ſicks/ da weiſets ſich in prax: und mit der That auß/ was der Menſch zuvor in Tbeorui und Betrachtung gehabt hat⸗ Drumb ſolten wir billig bey guter Ruhe unſere Andacht und viel⸗ faͤltige Betrachtung haben/ damit wir uns hernach zu halten wuͤ⸗ ſten. Aber ihr ſehet/ liebſte Chriſten/ wie es zugehet. agna pars vitæ labitur male agendo;, maxima nibit agendo, tota aliud agendo, ſaget Seneca von der Menſchen Thun: Ein groſ⸗ fer Theil unſers Lebens gehet dahin/ daß wir Vbels thun /das mei⸗ ſte Theil des Lebens gehet dahin/ daß wir nichts thun/ die gantze Zeit des Lebens vergehet/ daß wir unnoͤtiges thun. Was iſt dann Wunder daß manche Leute im Creutz und Tode nicht wiſ⸗ — ſen was ihr Troſt ſeyn ſoll und ſich ſo uͤbel verhalten/ daß ſie wol uumpb ihre Seelen Seligkeit kommen. Derwegen wit ſolches wol behertzigen ſollen/ damit wir der Zeit wahrnehmen/ und uns nicht durch unbeſonnene Vnachtſamkeit ſelbſt in ewige Gefahr ſtuͤrtzen. Genug aͤuff dißmal. 20 n as AaunsH. 4. rnen 1ns . — uͤber den t0. Pſalm. e Die andere Predigt/ uace⸗ d. 5. Dber den ſhſten Bußt Pralm des Koͤmges 1 und Propheten Davids/ ſo da iſt der 91549. Drdnung nach im Pſalter· Buch der dam b dert und Dreyſſigſte. uusidee, TEXT U S — edüg inper lue t ne Verſ. 1. 2. 48 1 h der Tiefenruf ich HENN u Dir/ ENR b 1 ug hoͤre meine Stimme/ laß deine Ohren mer⸗ am auff die Stimme meines Flehens. ꝛc. „Eingang. Vherwehlte und Geliebte Freunde in C Hriſt/ Vnſer Ge⸗ unter andern reg oiſitis des lieben Gebets iſt die⸗ bet muß S ſes nicht das geringſte/ daß es muß bußfertig bußfertig (Cſeyn. Das ſſt/ wir Menſchen muͤſſen uns fuͤr nd— arme Suͤnder erkennen/ unſere Suͤnde beken⸗ Hns eren 4 unen), und uns alsdann zu GOtt mit dem lieben 4¾ Gebet machen/ immaſſen uns auch hierzu der Apoſtel 2. Lim. 4. vermahnet/ daß wir ſollen auffbeben heilige Haͤnde. Derv⸗ vegen wann wir recht beten und Erhoͤrung bey GOTC haben woollen/ ſo laſſet ans vor allen Dingen wahre Buſſe thun/ unſere Ounde mit rewigen Hertzen bekennen/ und unſere Gewiſſen rei⸗ gaaen/ von den todten Wercken. Koͤnig David hat das wolge⸗ nuſt darumb als er in ſeiner Suͤnden⸗Angſt und ſchweren An⸗ ungen ſtecket /ſo traͤgt er G Otte vor ein recht bußfertiges Ge⸗ behjufet und ſchreyet auß der Luffend iſ mit rechtem Ernſt zu Jitii in GStt/ 1. Tim. 4. V. 8,. g06 Die andere Predigt GS Ott/ und bittet umb Vergebung ſeiner Suͤnden/ wie ſolches itzt verleſener Buß⸗Pſalm außweiſet. Vnd weil wir am naͤ⸗ ern beſehen gehabt/ deſſen Superſcriptionem oder Wherſchriff/ lautende: Ein Lied im hohern Chor: Als wollen wit zudee⸗ ſem mahl nur bey dem erſten und andern Verß dieſes Pſalms be⸗ trachten Propoſirionem, Was doch Koͤnig David GOtt vor⸗ trage/ das Er ihme thun ſolle. Hiervon auffs einfaͤltigſte zu handeln/ und daß es ohne Nutz nicht abgehe/ ſo ſeufftzet zuvor min mir alſo: Hilff HErr hilff/ laß wol gelingen/ Dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer Seelen Heyl und Seeligkeit/ Amen. 1 Abhandlung. Eliebte und außerwehlte Freunde in C. Hriſio/ belangend unſer vorgenommenes/ was doch allhier in dieſem Pſalm der Koͤnig und Prophet G.O Tdem HEnn voittage das Er ihm thun ſolle/ ſo begehret er nichts meht von GOe/ als Er ſolle nur hoͤren/ und ſolches/ weil es b I. 1. Neceſſarium, Noͤthig: Es erfordere die hohe groſſe Membrum. Noth/ ſo ihn den David dermaſſen zwinget/ aͤngſtiget und treibet/ Tieffe/ was daß er muß ruffen: Spricht: Auß der Tieffen ruffe ich HErr es heiſſe. zu Dir: O'pdyno lauts in ſeiner Sprachen /⸗ profanai,, und Glaſſius heiſſet die Tieffe/ eigentlich ein tieffer Thal oder ein ſehr tieffer Phil. Sac. Drth und Grube/ da man immer je tieffer und tieffer hinein ge⸗ lib.. p. 78. raͤth/ verbluͤhmter Weiſe aber heiſts ſo viel als Nalorum, nuſtria- pf. rum, calamitatum gra pitas, das iſt/ uͤberauß groſſe Noth/ Angſt/ Wrect Elend und Schmertz/ wie es alſo gebrauchet wird/nicht alleman 3 8. v. 5. dieſen Orth allhier/ ſondern auch ſal r. 71. 9. Prop, 22. FA. 24. prov. 22. Tbren. 2. Zacbar.„. Vnd koͤnnen dadurch verſtanden werden v. 14. die hohen/ ſchweren Anfechtungen des Teuffels/ und die feutigen Eſa. 24. v. y. Pfeile/ darmit er auff einen Menſchen zuſcheuſt/ daß einem nicht Thr 4..10. anders vorkompt) als ſitze er in einer Tieffen, ja in Abgrund det 2ach.em. ee borkompef als ſißs ermeſnar Se ffenäſan Hall/ 3 uͤber den 0. Palm. e Hoͤllen/ wie es dann auch pluraliter gegeben wird/ anzuzeigen/ daß alsdann/ wann der Menſch angefochten wird und ins Teuf⸗ fels Siebe ſitzet/ nicht nur einer oder der ander Schmertz verhan⸗ den/ ſondern ſehr viel Angſt und Schmertzen einen Menſchen be⸗ treten thue/ daß er nicht weiß wie ihm geſchicht. Herr Selneccerus äber dieſen Pſalm ſaget alſo: Die Tieffe heiſt die Noth/ der groſſe Schreck/ Angſt und Qual der Suͤnden halben/ daß einer wolte/ ei ß were gar todt/ und nie gebohren/ weiß nicht wo auß oder ein/ und 8 meinet/ er ſey ſchon verdampt. So wil demnach der Koͤnigliche n Prophet ſagen: Ich werde auff das hefftigſte angefochten und ge⸗ angſiiget/ dann ich ſehe meine Suͤnden quaͤlen mich/ ich empfinde ddenſchrecklichen Zorn G Ottes/ der drucket mich/ da iſt bey mir Angſi des Todes die hat mich uͤberfallen/ darumb weiß ich nicht wo auß oder ein/ wo ich Huͤlffe oder Rath ſuchen ſoll. Das iſt au die groſſe Angſt und Noth/ darinn ich ſiecke/ das iſt die Laſt die mich drucket/ von welcher ich nicht weiß wie ich koͤnne oder moͤge entlediget werden. Bey andern Truͤbfalen wil er ſagen/ da ich o„oon der Welt angefochten worden/ habe ich manchmal noch koͤn⸗ nen Nath ſchaffen/ ich habe denſelben noch offters koͤnnen vorbeu⸗ gen: Wurde ich gleich von dem Saul verfolget /ſo wieche ich ihm uur auß dem Wege und war doch gutes Muths darbey/ aber bey ddieſer Angſt/ darinn ich ietzo ſtecke/ weiß ich keinen Rath/ es werde mirdann von oben herab gegeben/ und derwegen/ weil die Noth ſo s groß/ lege ich mich auff das Ruffen. Drumb ſpricht er: Auß Ruffen oder dder Tieffen ruffe ich HErr zu Dir. h ſiehet in der He⸗ Schreyen aus breiſchen Sprache/ und heiſt clamare, ruffen oder ſchreyen/ bedeu⸗ was es fuͤr ttet in heiliger Schrifft 1. ſo viel als aAmodum crebrd invocare Bedeutung un., gar ernſtlich und zum offterſten GOK T den ER in heiliger mmaaruffen /2t, 3. und 77. als dann auch im Neuen Teſtament/ Scheiſſe aateb. o. von den beyden Blinden geſaget wird daß ſie ge⸗,” D,. kehreen. IEſu Du Sohn David erbarme Dich unſer/ wel⸗ Mae v.S, ee es ſie nicht nur zu einem und dem andem mal/ ſondern zum 34* terſten 308 Die andere Predigt Exod. 14. V. I5. David hat wol gethan/ daß er zum HERRN geſchrien. terſien werden gethan haben. 2. Line omni perbo ſolo gemin orare, ohne eintziges Wort innerlich nur allein im Hertzen ſeuff⸗ tzen: wie wir dann leſen von dem Manne G O Ttes Moſe/ der ſund am roten Meer/ und ſolte die Kinder Irael hindurch fuͤß⸗ ren/ vor ſich hatte er das Waſſer/ auff beyden Seiten hohe Stein⸗ felſen/ ſo nicht zu beſteigen/ hinter ihn her war der Feind Pharao: Wie angſt muß doch da dem Moſi geweſen ſeyn/ alſo daß er auch fuͤr Angſi nicht hat ein Wort machen koͤnnen ſondem ſeufftzet nur im Hertzen: ſolches innerliche Hertzen⸗ Seufftzen war vor G Ott ein Geſchrey/ alſo daß G OTS der Hỹ Err zu ihm ſagte: Moſe ſvas ſchreyeſtu? Exod. z2., 3. Bedeutet das Nuffen oder Schreyen in heiliger Schrifft auch lamentationem aa eh⸗ latum, ein klaͤgliches Heulen und Weinen/ wegen groſſes Truͤb⸗ ſals und Elendes/ als dann von den Kindern Iſrael gemeldet wind/ daß ſie geſeufftzet und geſchrien/ das iſi/ geheulet und gewinſeit ha⸗ ben uͤber ihre Arbeit/ und G OTT habe ihr Geſchrey/ das iſt/iht Heulen und Wehklagen erhoͤret. 4. Heiſt auch Schreyen o viel als abä poce clamare, mit lauter erhobener Stimme rufftn und ſchreyen/ wie hin und wieder in heiliger Schrifft es auch alſo gebrauchet wird. So giebt nun David mit dieſem ſeinein Schreyen zu vernehmen/ wie er ſich in und bey ſolcher Angſige⸗ berden thue/ da iſt nicht allein ein heimliches Hertzen⸗Seufftzen/ ſondern es kompt auch auß dem Hertzen in Mund und auff die Zunge/ da iſt ein Wimmern/ ein Heulen/ ein Weheklagen/ und dabey bleibets noch nicht/ ſondern da iſt auch ein Ruffen und Schreyen/ ja ein laute Schreyen/ ſo nicht nur zu einem und dem andern mal/ ſondern ohn Vnterlaß geſchicht. Laß mir das ein Ruffen oder Schreyen ſenn.“ Hat dann auch der David ſolch ſein Schreyen wol ange⸗ wendet? ja rechte wol: Dann da wendet er ſich von allen Crea⸗ turen ab /bloß zu G. Ott dem HErrn und ſagt: Auß der Teffen ruffe ich HErrzu Dir. Nennet Ihn f JEHOva, 65 iͤber den io. Pſalm 309 a cher Nahme G Ottes in der Bibel zu allererſt geſetzet wird/ Cen..„. e wannda ſiehet: Alſo iſt Himmel und Erden worden/ da ſte Gen.2. v. 4. geeſchaffen ſind zu der Zeit/ daGOTT() Erden und in. Hüummel machte: Anzuzeigen daß Er ſey der GOC und Herr/ von welchem alles geſchaffen/ und von welchem alles ſein Weſen hat. Vnd weil ſich dann Daold zu dieſem HErrn mit einem Geſchrey wendet /thut er ſich zuglich damit beſcheiden/ wie ntrir Ner ſey ſein Geſchoͤpff/ erhabe von Ihm das Weſen und Leben/ derwegen werde Er ihn in ſeiner Angſt und Noth nicht laſſen da gantz und gar zu druͤmmern und zu Boden gehen. lten, weil Er 12 ſode TlrOI A oder aureoe und weſender HErr/ ſo werde Er m ja auch ſeinen Verheiſſungen das Weſen oder Nachdruck geben/ rant da Er ihm dann verheiſſen: Ruffe mich an in der Noth/ ſo Pſal. 50. vers wil Ich dich erreiten/ al,„. Ich bin bey dir in der Fſal.51. vas Noid/ Ich wil dich herauß reiſſen und zu Ehren machen/ Ich wil dich aͤttigen mit langem Leben/ und wil dir zeigen umein Heyl. Bſalm. 1.“ Solchen und dergleichen Verheiſſungen wird Er ja den Nachdruck geben/ und ſie auch an ihm wahr machen/ und da Ers ua deßwegen/ daß er ſeine Creatur und Geſchoͤpffe ſey/ nicht thun David wem wolle ſo ſolle Ers doch thun umb ſeines Sohnes Willen/ an wel der ſich mit em Er habe ſeine hoͤchſie Luſt und Gefallen/ wie Er dann ſpricht: ſeinem Ge⸗ Du biſt mein Sohn/ al. 2. Vnd der zu erfuͤllter Zelt/ zur ſchrey zu⸗ Ersſung des menſchlichen Geſchlechts werde Fleiſch und Biut gleich zu an ſich nehmen und werde auch ein Menſch ſeyn/(als dann dem GOtt dem Daoid eine ſolche Verheiſſung von des ewigen Eohnes GOT⸗ Sehhe web e Menſchwerdung geſchahe/ ⸗Jam. 7. Wnd er drauff ſagte: 55 615 Das iſt eine Weiſe eines Menſchen der GOtt der HERMRM 1 ift.) Vnd drumb ſo wendet ſich der David auch zu demſelben/ * aün GOtt dem himliſchen Vater vor/ und ſpricht: HER uemeine Stimme: m lautets in ſeiner Sprachen: Aunotat ch dieſen Nahmen kan verſtanden werden der ewige Sohn 3 5i Gig. 12“ Kkkkk SSOttes v T. p. 731. v à Wale davon Eſnie ar ee: Jchbinder HErrundieher go Die andere Predigt GStes C Hriſtus welcher uns bey ſeinem hinlſchen Mate⸗ vertrit/ und uͤmb weſſent Willen unſer Gebet bey zhm lieh und angenehm. Auff denſelben hat David zugleſch hey ſeinem Ruffen ſeinen 87 et, und wil daß Er hoͤren ſolle: HErr hoͤre/ vo ſpricht er: vO ſiehet im Hebreiſchen/ welches Wortdie alie ner⸗ Idem ibid. on gegeben mit dem bedire gehorſamen aber nicht ſo gar won P. 232. ſintemahl niemals die heilige Schrifft die goͤttliche Maſeſtat ſo Was hoͤ⸗ herunter ſetzet/ daß ſie ſolte des Menſchen Stimme gehorſamen, zen beſſe in ſondern da giebt ſie es und erklaͤret ſolches Wort daß es ſo vie⸗ Schrifft. dern alſo hoͤren/ daß mans auch verſiehe/ zu Hertzen nehme und er⸗ hoͤre. Was ſoll Er dann hoͤren: Seine Stimm HERR f hoͤre meine Stimmne/ das Wort vorr wind allier in eine Vox. Sprachen nicht pleonaſtice, oder zum Bberfluß geſetzet/ wie ts Slaſf. Phil. alſo zu finden N/f.„. ⸗. Sondern da wird die Nors Aaruſa⸗ 8.lib.3 can. 1vi 3 vorher geſetzer daß es heiſſe aa vorem oder mn vocr, attzu⸗ 38. P. 132. zeigen es ſey ein objectom oder eiwas gewiſſes dar worauff erho⸗ rxen ſolle/ nemlich ſein ernſtes Schreyen und Ruffeen. USus. Heer laſt uns itzt ſtille halten bey dem erſten Punet/ und in . dieſer Tieffe/ darii David ſitzet und ſchreyet /hinein ſehen/ wit wer⸗ Daß SOte den ſeht viel finden/ daß wir werden anzumercken haben. Wann den ſeinigen einer ſonſien von einer Hoͤhe in einen tieffen Chal Gube bder d tieffes Loch hinein ſihet/ ſo pfleget einem gemeiniglich der Kopff zu dedtmd omde und drauff wehe zu thun: Aber hier nicht alſo/ſondetn fuͤge ſo un⸗ werden wir in dieſe Tieffe/ darin hier Koͤnig David ſibet/ ſehen/ mittelbarer unſer Kopff und Verſtand wird dadurch perfeckwnuet und wol als mirtel. unterrichtet werden. Dann da ſehen wir in ſolcher Lltſfe: barer Weiſe r. Cauſam efaevtem, wer dann dem Dabld lche venchman. Tſeffe zugerichtet und ihn drein geſetzet hat⸗ Da ſene⸗ 12n. 1. and anders als G Ott der HErr/ welcher nicht alein leda er 5. 4575. nizen Angſt und Truͤbſal zufuͤget wwneahue uamitteeee mehr/ heiſſe/ als hoͤren/ es hedeutet aber nicht ein ſchlechtes hoͤren/ ſon⸗ 8 3 ——⸗——ò=— — f— mehr/ der Ich das Liecht mache/ und ſchaffe die Finſter⸗ uͤber den 30. Pſalm. nuz/ der Ich Friede gebe/ und ſchaffe das Vbel. Ich bin Amos z.·6 deer HErr/ der ſolches alles thut/ osz. Iſt auch ein Thren. 3.„. AGgGngluͤck in der Stadt/ das der HERR nicht thue/ TVreng. 37.38. mſſſaeer darff dann ſagen/ daß ſolches geſchehe/ ohn des Herrn Befehl? Vnd daß weder Boͤſes noch Gutes kom⸗ meauß dem Munde des Allerhoͤchſten? Beſonders offterſt aauch den Seinen Angſt und Elend zufuͤget„eaiare mittelbahrer Waeiſe/ wann Er zuweilen dem Teuffel/ der argen Welt/ auch wol ſerm eignen boͤſen leiſch und Blut vethenget/ und nachgie⸗ 4 bet/ daß wir von ihnen angefochten/ geaͤngſtiget und geguaͤlet werden/ wie ſolches auß heiliger Schrifft bekand und offenbahr. u Dann daß G Ott dem Teuffel manchmal zulaſſe/ den Chriſten zu hſen bezeuget gnugſam das Exempel des lieben Hiobs/ wie derſelbe vom Teuffel angefochten worden/ wann er ihm nicht al⸗ iin umb alle ſein Haab und Gut/ ſondern auch umb alle ſeine Kinder bracht/ iſt zu leſen imj. und 2. Cap des Buͤchleins Hiobs. — Es gebens auch klare Spruͤche der Schrifft/ Luc. ⸗². ſpricht EHriſtus: Der Satanas hat euer begehret/ daß er euch Luc aꝛ v.zt. o N moͤchte ſichten wie den Weitzen. Pettus ſaget ⸗. Fp.„. Euer Widerſacher der Teuffel gehet umbher/ wie ein bruͤllender Pet5.1.8. s. Löwe/ und ſuchet/ welchen er verſchlinge. Apocal n. leſen wir/ wie der Drache verfolget habe das Weib die das Knaͤb⸗ Ap. 2. v.. kein gebohren hatte. Vnd gedencket der Apoſtel Paulus der Epheſ. 6. v. fewrigen Pfeile des Boͤſewichts Bpb ⁰. Auch wie ervon 7.16. aunt ühme mit Faͤuſten geſchlagen worden.⸗ Cor. /. Daß auch?. Cor. 12, die Welt auff G Ottes Zulaß uns offterſt aͤngſtiget/ martert und v. 4 plaget/ davon zeuget gleicher Geſtalt die heilige Schrifft nicht enig. CHriſtus ſpricht Job.*. Ihr ſeyd nicht von der Joh. 1. v.19. Welt/ derwegen haſſet euch die Welt. Vnd gleich wie zu der Zeit der nach dem Felh gebohren ward/ verfolgete Gal4,7,a9. dender nach dem Ge gebohren war/ alſo gehet es itzt Kkkki üj Sc auch/ õ³ô½½ñññññññ 2 4 4 —“ 8 8 Sr2 Die andere Predigt auch/ ſaget der Apoſtel Galas. 4. So wetden wir auch zum hefftigſten manchmal von unſerm eignen Fleiſch angefochten: Wie hieruͤber klaget der Apoſtel Paulus Rom⸗ 2. Ich ſehe, ſpricht er/ ein ander Geſetz in meinen Gliedern das da wi⸗ derſtrebet dem Geſetze in meinem Gemuͤth/ und nimpt mich gefangen in der Suͤnden Geſetz/ welches iſt in meinen Glliedern. So wird auch annoch ein ieglicher verſuchet/ Jac. 1. v. 4. wann er von ſeiner eignen Luſt gereitzet und gelocket wird/ . Pet a.v.I. Ja?. Vnd ſtreiten doch immer die ſleiſchlichen Lüſte wi⸗ der die Seele.. Pet. 2. Das laͤſt nun GOtt offterſt alſo ge⸗ ſchehen/ daß die ſeinigen von dem Teuffel/ von der Welt und ih⸗ rem Fleiſch und Blut geplaget werden/ auß gewiſſen Vrſachen/ von welchen wir hernacher hoͤren werden. 2„. Wi befinden auch in ſolcher Tieffe/ darinn hier David Vnſer ſitzet/ 2. Cauſam crucus Qaterialem& formalem, Wie es doch Ereut, eigentlich mit dem Creutz/ Angſt und Nothbeſchaffen. Da Jammer dann ſolches theils aͤuſſerlich/ theils innerlich. Das Eteutz und wneekſ Elend/ ſo uns manchmal aͤuſſerlich zu handen ſioͤſet iſt entweder lich/ theils Verfolgung joder Verleumbdung/ entweder Verachtung/ oder Rom. 7. v.23 innerlich. heimliche Liſte und Tuͤcke/ oder aber ſchwere Leibes Kaanckgeit/ Naub Brand und wie es Nahmen haben mag/ mit welchen wi Pſal. 2. v.3. uͤberfallen werden/ biß endlich der zeitliche Todt darzu kompt/ von ſeqa. welchen allen nach der Laͤnge zu leſen ſal, 22. Job. 16. Nom. J. Joh. 16. v. 2. 7. Cor. z. 2. Cor. 11. Heb. 10, c. 11. Das innerliche Creutz und Rom. 8.v.;r Leyden beſtehet ſolches in der Vnruhe des Hertzens und Gewiſ⸗ 2. Cor. 4. v. ſens/ und kompt her einmahl auß Empfindung der Suͤnde/ da 2 Sr man mit dem David außzuruffen und zu klagen hat auß dem F v3. Pſalm/ meine Suͤnde iſt immer vor mir. Oder(2.) auß Hebr. 10. v. Empfindung des groſſen Schmertzens/ ſo man hatdarumb/ daß 32. ſegg. man den vielguͤtigen G Htt ſo hoch beleidigetund ezurnet und *. 11. v. 36. dannenhero mit dem verlohrnen Sohne zu klagen hat: Vater“ ſeqq. ich habe geſuͤndiget in dem Himmel und vor Dir.(30 Auß 2r3, habe geſündiget in Huumelundvor Jt. ne 3 8* 5 1 b uͤber den ho. Pſaln. 85 do Empfindung vieler aͤuſſerlicher Anfethtungen und Berfolgun⸗ gen aſſo daß manches ſich kluͤglich vernehmen laͤſſe: Ich bin zu ſalat.*as Leyden gemacht/ und mein Schmertz iſt immer vor mir/ /26.34.(4.) Wegen frembder oder anderer Suͤnden. Wor⸗ uͤber der Apoſtel Paulus ſich nicht wenig zu beſchweren hat/ wie er dann ſagt/*. Con. u. Wer wird geärgert und ich brenne:. Cor. 12. nicht? Oder aber endlich(5.) auß Schwachheit des Glau⸗. 5. bens/ und daß man an G OTtes Gnade und Barmherkzigkeit nicht feſt halten/ ſondern dran verzagen wil: man winſelt/ man klaget: HErr wie lange wiltu mein ſo gar vergeſſen/ wie Pſal. 13 var. daff. lange verbirgeſtu dein Antlitz vor mir. ꝛc. alm.„. eddes auſſerlich und innerlich angelgen. n nig David ſitzet: ſo finden wir auch drinn drittens Cauſam cru⸗ r hnalem, die End⸗Vrſach alles Creutzes und Elendes. Da wirdann ſehen daß Angſt/ Jammer und Elend uns dienet(1.) zur Welches alles dann auch dem David in ſolcher ſeiner Tieffe 3. Sehen wir noch weiter in dieſer Tieffen/ darin hiet Koͤ⸗ zu uns Creutz und Truͤbſal die⸗ 4 4 net. Erkaͤntnuͤß unſerer Suͤnden und hertzlicher Reu daruͤber. Were keine Suͤnde/ ſo were auch keine Truͤbſal: Malum pœæꝝæ praſup- DPonit walum culoæ. Darumb wann GOTS der HErr uns Truͤbſal zuſchicket/ ſo werden wir dadurch unſerer Suͤnden erin⸗ aert /daß wir dieſelbe erkennen und hertzlich bereuen ſollen. Hier. dacheamme von ſiehet beym ferem. 2. alſo: Es iſt deiner Boßheit ſchuld/ ler. 3. K. 9. dabß du ſo geſteupet wirſt/ und deines Vngehorſams/ daß“ mduſo geſtraffet wirſt. C*. 3. Wann du in deinem Her⸗ C⸗p n.va:. e ten ſagen wilt/ warumb begegnet mir doch ſolches? Vmb d der Menge willen deiner Miſſethat. Cap. ⸗0. Zuͤchtigen Cap.3o.v.ã wil Ich dich mit maſſen/ daß du dich nicht unſchuldig hal⸗ eſt. Was ſchreyeſtuuͤber deinen Schaden/ habe Ich dir doch ſolches gethan umb deiner groſſen Miſſethat/ und umd deiner ſtarcken Suͤnde willen. T/ren. 3. Wie mur⸗ Thr.z. v.;g. b en doch die Leute im Leben alſo: Ein ieglicher murre wi⸗ 3 Kffkk ij der 4 8⁸ ⁵ —₰ ————— ““ 3 4 8— e— 3““ 3 6“ 1— 1 3* äͤ ma 3 4 4 3 4 3. 4.éͤééG 8 Be 1 4 142 eeeuenesseet tsre eege ehee e.„ K 4 3 3 3 3 1 3— ee e eaue ae 3 R 4 3 3e 3— 3 E 2 88 8 3*..— 4 1““ 1 4 3 4“ .“— 4 88Eſſ““ 4*“ 3 1.. 4 ““ C——“— 4 14 Säa r— 5 3 8 1 2 4 1 4 1 4— 4— 4 1— 8. aee 8. 4 3 2—-—— 4 4 8 4 3.— 3—.— —— 3 2* 8 N 5 4—. —y— 1. 4 1.. 1——*.„ 3* 1 1 4 4—— A 3— 3 4—— 1. 3 8 6——— 1 4 1— 8—*. 1 .— 4—— 8— 2— 3.—— 3 1..———— 2—.- 3———.—— 8 8..———.———— 4.——.————————— et 1 men een— ——. 7„.— 4— 4—*—————————— — — ———— e. 8 8 2— 1 * derſeine Suͤnde. Bnd darzu dienet uns das Cnuut/daß wi unſere Suͤnde erkennen ſollen. Nimmermehr were der hen 814 Die andere Predigt b der David zu Erkaͤntnuͤß der Suͤnden kommen/ wann—— Tieffe geſtecket haͤtte. Nicht allein das/ ſondern da ſolles uns 1. Pet. 4. v. 14 2, auch dienen/(2.) daß wir uns beſſern und froͤmmer wenden. Gleich wie ein Vater ſein Kind darumb zuͤchtiget/ daß es ſich beſ⸗ ſern und froͤmmer werden ſoll: Alſo ſchicketuns G Ott der HEn die Truͤbſal als eine vaͤterliche Zuͤchtigung zu/ daß wir uns ſollen beſſern und forthin in aller Gottſeligkeit Ihm dienen. Dann wer am Fleiſch leydet/ der hoͤret auff von Suͤnden/ daß er binfort/ was noch hinterſtelliger Zeit im Fleiſch iſt/ nicht der Menſchen Luͤſte/ ſondern dem Willen GOTtes lebe/ . Per. ¼f, Vnd wann wirs auch recht behertzigen/ daß wir unb der Suͤnde willen von G OTS geſtraffet und heimgeſuchet wer⸗ den/ ſo kans nicht anders ſeyn es muß drauß erwachſen(1.) Ab⸗ ſcheu fuͤr der Suͤnde/ dadurch wir allerhand Straffe an uns zie⸗ gewaltige Hand GOtes demuͤtigen. Fſalm. 119. V. 137. hen. Koͤnig David haͤtte ſo nicht fuͤr ſeiner Suͤnden ſorgen! und ein Abſcheu dafuͤr haben wuͤrden haͤtte er nicht in ſolcher Tief⸗ fen geſtecket.(1.) Innerliche Demuth/ daß wir uns unterdie Were Koͤnig David nicht in der Tieffen geweſen/ ſchwerlichen haͤtte er ſich demuͤligen wuͤrden und ſagen al, u. HErr Du biſt gerecht/ und dein Wort iſt rech.(3.) Wahre Furcht GOTtes/ daß wir fuͤr der Ruthe ſeines Zorns uns kindlich fuͤrchten: Nimmermehr haͤtte Koͤnig David ſich fuͤr G Ott ſo fuͤrchten und ſo aͤngſuglich uuffen wuͤrden: HErr ſtraff mich nicht in deinem Zorn und wit umb Errettung und Linderung zu G Ott rufen/ worzudann auch den Koͤnig David die Tieffe ſeines Elendes verurſacht/ daß zůchtige mich nicht in deinem Grim/ Pſal. 6.39. Were er nicht in ſolcher Tieffe geſeſſen. 4.) Andaͤchtiges Gebet/ aß er auß derſelben rufſen thut.(v.) Glaͤubige Zuverſicht zu SOtt/ welche auch Koͤnig David allbier in der Klefen deſe uͦber den no. Pfalm. 5 b deren laſte und zu niemand anders als zu GOE dem HErrn uuffet.(6.) Liebe zu GOttes Wort/ darzu auch Koͤnig Da⸗ 8u vid hertzliche Begierde gehabt in ſeinem Elend/ wie er dann ſpricht n im no. Pſalm. Wo dein Wort nicht were mein Troſt gewe⸗ ſen/ ſo were ich vergangen in meinem Elend.(7.) End⸗ lich Verlangen nach dem ewigen und himmliſchen/ wie dann durch ſein vielfaͤltiges Trtzbſal auch Koͤnig David angerei⸗ 3 es worden nath dem ewigen Leben ein Verlangen zu tragen. Dann werde ich dahin kommen/ ſpricht er im ⸗2. Pſalm/ dasßich GOttes Angeſicht ſchaue. Sehet/ das kan Creuß und Truͤbſal außrichteen. . Das andere/ warumb Koͤnig Daoid begehret/ daß„ eun, en. G Ott der HErr ihn erhoͤren ſolleliſt das Honcſtum, well es Ihm Textus. eetettin alſo wol anſtehe/ wann Er erhoͤre/ ſpricht: Laß deine Ohren Laß deine mut in mercken auff die Stimme meines Flehens. Als wolte er Ohren mer⸗ ain ſagen: Wiſſtu ſchweigen/ und alſo verlaſſen/ und vernichten mein cken/ ꝛct. eerndes Geſchrey/ da doch ſonſt niemand mir ietzo helffen nag dann Du allein das wird Dir uͤbel anſtehen/ wann Dues ſo ma⸗ chen wolteſt/ was weren Dir dann ſonſt deine Ohren nuͤtze/ die D Hhaſtu ja eben darumb/ damit Du unſers Geſchreyes wahrnehmen b moͤgeſt/ und derwegen ſne, ſant, eficianrur,(wie es ein ſolche Bedeutung in ſeiner Sprachen hat) Laß ſie ſeyn oder werden Zauffmerckende. Haſtu bißhero nicht Achtung drauff haben wol⸗ detate len und drauff mercken/ ſo tue es doch anietzo/ und halt deine Oh⸗ ren dahin daß ſie mercken. Was ſollen ſie dann mercken? Die— Stimme ſeines Flehens: Auff die Stimme meines Fle⸗ Glaſp Phil, A4e bens/ ſpricht er. Iſt auff Hebreiſcher Sprachen geredet/ und Sac. lib. 3 Zbeiſt ſo viel als eine flehende Stimme. Wie dann wol mehr⸗ p.33 t male in der Schrifft alſo geredet wird. Als zum Exempel Bha4 ſehet: Petra forrituqinzs, ein Fels der Staͤccke/ das iſt ein ſtar⸗ Plal. z1.v.. e cker Fels. Pfal. 1z0, Vir lingve, ein Mann des Mauls oder PI. 40.v.12. DBaſchens/ das iſt/ ein Gaſcssafiate waltändoltda ienſae . alſo “ 846 Die andere Predigt aalſo allßiet eine Stimme des Flehens/ das iſt ſeine ſleßende Stezsa⸗ Latnoy. Ahaalz umb Gnade flehet und bittet als un ſ S⸗ in oſeam welches im Text geſetzet wird/ ſo viel heiſſet als gratian implora- F. 49. ze, umb Huͤlffe und Gnade fjehen. usus. Worbey zum Nutz zu erkennden 1. 1. Wann Koͤnig David ſaget: Laß deine Ohren mer⸗ Wie ſolches cken. Warumb doch GOtt in heiliger Schrifft menſch⸗ zu verſtehen liche Gliedmaſſen/ als Augen/ Ohren/ Haͤnde/ Fuͤſſe ꝛ. zu⸗ wann von geſchrieben werden/ da doch G Ott der HErr ein Geiſt/ ſo da GD ge⸗ nicht hat Fleiſch noch Beine/ Luc. 24. Hierbey zu wiſſen daß die ſager wird Schrifft alſo rede/ ardenioc auff menſchliche Weiſe/ wegen un⸗ das S⸗ 5 ſers ſchwachen Verſtandes/ und aber groxesmss auff goͤttlichen Pande und Art muͤſſe verſtanden werden. Wie dann auch mitt ſolchen dergleichen Worten/ die da leibliche und irrdiſche Dinge bedeuten/ die Be⸗ menſchliche ſchaffenheit des ewigen himliſchen Freuden/ Lebens beſchnieben Gliedmaſ⸗ wird. Es werden aber G Ott dem HErrn Augen zugeeignet/ ſen habe. anzuzeigen ſeine Allwiſſenheit/ und daß Ihm nichts verborgen, „Eerh, L. gleich wie uns daſſelbige was wir im Geſicht und vor Augen ha⸗ T. dm. r ben nicht verborgen ſeyn kan. Wie dann auch anzuzeigen ſeine 8 8,71 fleiſſige Vorſorge/ gleich wie es bey uns Menſchen alſo/ daß wit p. 267, f. 3 fuͤr das jenige/ darauff wir ſteis unſere Augen wenden/ fleiſſige Vorſorge tragen. Haͤnde und Arme werden GOC zuge⸗ eignet/ darmit bedeutet wird ſeine Allmacht/ daß Er alles thun koͤnne/ gleich wie wir mit unſern Haͤnden viel Dinges thun und verrichten koͤnnen. Alſo auch Ihm Ohren zugeſchrieben wer⸗ den/ dadurch verſtanden wird ſeine Bereitwilligkeit/ uns zu hoͤren/ und was ſonſi mehr der menſchlichen Gliedmaſſen ſeyn mogen. Hieher dann gehoͤret das/ was Auguftinus ſaget in Etklaͤrung des B36. Pſalms: O EII S totus oculas est, via omnia vider. totus manus&ᷣt, gvia omnia operatur., totus pes efl, uiau biqve Præſens efl. Das iſt: GOTS iſt lauter Auge dann Er ſihet alles Er iſt lauter Hand/ dann Er wircket alles: Eriſt lunrduf — über den B0. Pſalm. 8„ h dann Er iſt gegenwertig allenthalben. Vnd halten wir es alſo ta nicht mit den Autbropomorpbilen/ welche in ſolchem Irrthub geſtecket/ daß ſie dergleichen Worte oder Spruͤche auff menſchli⸗ an n cher Weiſe verſtanden/ und dannenhero erzwingen wollen/ 6oOtt e. muͤſte ein leibliches Weſen ſeyn ſo einen Leib/ wie wir Menſehen/ haͤtte. Dann ſo das/ daß darumb G Ott ein leibliches Weſen/ e wie wir/ weil auff leiblicher Weiſe in der Schrifft von Ihm gere⸗ des wird maͤſte folgen/ daß der Menſch nicht nach GOTES Gleichnuͤß und Ebenbild were erſchaffen. Warumb? Dann cbar 3. wird G Ott beſchrieben/ daß Er ſieben Augen habe/ Zach.z. v.. da doch wir Menſchen nur zwey haben. Im o1. Pſalm wird Pſal. r. v. 4. C6 Ottuns vorgeſtellet mit Fluͤgeln/ da wir Menſchen doch keine Sedern noch Fluͤgel haben/ und viel anders mehr ſo verbluͤhmter Weiſe G Ott den HErrn in der Schrifft zugeeignet wird/ wel⸗ hes/ ſo es ſolte eigentlich dem Buchſtaben nach verſtanden wer⸗ den wuͤrden wir G OTTden Hrrn zum greulichen Vngeheur und ozſero machhn. aatet t.. Welches alles wir ſolchem Irrthumb der Antbropomor- n t„eiten entgegen ſetzen und darnebenſt anmercken/ daß GOtt dem nt Herrn zum oͤffterſten leibliche Gliedmaſſen und menſchliche ae. t en zu zeſchrieben werden/ weil der ewige Sohn G.O Ttes zu er⸗ an ß füll ter Zeit menſchliche Natur in Einigkeit der Perſon hat wollen at an ſich nehmen/ darumb ſolch Geheimnuͤß hiedurch nicht wenig angedeutet worden. b 4 2. Bey dem das Koͤnig David auß der Tieffen ruffet::. Laß deine Ohren mercken auff die Stimme meines Fle⸗ Vnter dem hens: Erkennen wir/ wie wir unter dem Creutz das liebe Gebet Creutz wir ollen zur Hand nehmen/ unſere Seufftzen oder Stimme etheben/ Ge⸗ liebe anſere Noth G Ott klagen und vortragen/ wie wir dann auch Hew der anbey dem erſten Stuͤtl dieſer Predigt gehoret/ daß das Creutz Han umen⸗ handerich uns darzu dienen thut. Nicht ſollen wit in un, ſere Seum⸗ em Anfichtungen verzweiffeln wollen/ ſondern unſere Stimme me erheben “ LAI erheben ſollen. 848 Dit andere Predigt anheben und zu G Ott ruffen. Befieletdirs doch GHO ſelber Pſal. z0.v. s und ſpricht: Ruffe mich an in der Noth/ ſo wil Ich dich er⸗ Jac. 5. v. 12. Tetten/ ⁴⁄½l. 7e. Leidet iemand unter euch der bete. Vnd ſolches haben gethan alle Heiligen G Ottes. Konig David b nicht allein allhier in dieſem Pſalm/ ſondern au ch in andern ſeinen Pſal.13. v.7. Pſalmen mehr: als im Pſalm s. Wann mir angßz iſt/ ruße ich den HErrn an/ und ſchreye zu meinem GOT/ ſo er⸗ hoͤret Er meine Stimme/ von ſeinem heiligen Tempel und b mein Geſchrey kompt vor Ihm/ zuſemen Ohren. Pal. 77. Fſal 77.v. 4. Wann ich betruͤbt bin/ ſo gedencke ich an GOa wann mein Hert in Aengſten iſt/ ſo rede ich von meinen Heyland. Als der fromme Koͤnig Joſaphat in groſſe Noth gerieth ſpricht er: Wir 2. Chron. gviſſen nicht/ was wir thun ſollen/ ſondern unſere Augen 2.V.., ſehen HErr nach Dir/*. Cbron. 20. Jonas der Prophet n Jon. 2. v. 8. det von ſich ſelber und ſpricht: Da meine Seele bey mir ver⸗ zagte dagedachte ich an den HErrn/ und mein Gebet kam HER³R zu Dir. Was that S. Paulus/ da er des Satans Fauſt⸗Schlaͤge fuͤhlet? Er flehet und betet hertzlich zum HErn/ und bekompt die troͤſtliche Antwort: Fuſprit ril: gratia mea: 2. Cor. 12. v. Laß dir an meiner Gnade genuͤgen/ dann meine Krafft iſt 7.& 9. in den Schwachen maͤchtig. Das liebe Gebet iſt der ſtarcke Mauer⸗Brecher der durch die Wolcken dringet. Vnd darumb ſchaͤtze ja niemand ſein Gebet geringe/ diewell es GOEE ſelber hoch achtet. Dann ſo bald deine andaͤchtige Seufftzer auß dei⸗ nem Munde gangen ſind/ ſo ſchreibet ſie der Hoͤchſte auff ſein nn r Buch und Denck⸗Zettel/ und kanſt eins auß denen beyden gewiß und wathafftig von Ihme hoffen: Eniweder Er wud dir geben awas du begehreſt/ oder ja etwas anders/ welches Er weiß und ver⸗ hehet, das dir nͤslicher und ſeliger ſeyv. Wie auff ſleher Mey⸗ ung det alte Kirchen Lehrer Hernbandus redet. O wie ſeht TIal.g. 1. Kaſtllch ſpricht der haͤlfreiche G Oi: Er begehret mein 9 u3. l Sch bmaußheſſtn: Eetemetmenmndiahnedae Jac.. uͤber den o. Pſalm. unb wilIchihn ſchützen/ Ich bin bey ihm in der Noth/ Ich woll ihn herauß reiſſen/ und zu Ehren machen/ halo, Es mſol geſchehen/ ehe ſie noch ruffen/ ſo wil Ich hoͤren/ und mweei ſie noch reden/ wil Ich antworten. K fuerin Damo- ner robuſtis monribus fortitudine Pares, tanqvam ab ione cera 4 4 — 3 4 88 8 1 8 3 3 5— 4 ——*— 1. .— 4 3.——— *.— —. 46 r des Feuers/ ſpricht Macarius. zomburentur ab orarione. Wann gleich die Teuffel den unbe⸗ zwinglichen Bergen gleich weren/ ſo ſoll doch ihre Macht durch ein glaͤubiges Gebet zerſchmeltzen/ wie das Wachs von der Hite * 3. Wann Koͤnig David ſeine Stimme/ die er zu G Ott ccrhebet/ nennet eine Stimme des Flehens/ were hierbey anzumer⸗ Wir von GOtt alles cken/ wie wir alles auß Gnaden von GOtt haben und er⸗ auß Gna⸗ 3 langen muͤſſen/ wie dann das on wie wir ſchon gehoͤret haben den haben in ſeiner Sprachen ſo viel heiſſet als gratiam implorare, umb ohne Ver⸗ * Onade bitten und anfiehen/ und alſo bey uns kein Verdienſi⸗ Werck ſeyn kan/ daß wir G Ott nitt irgend etwas koͤnten abver⸗ dienen. Vnd demnach ſich hier wol zu beſinnen die Muͤnche im Bapſthumb/ ſo mit ihrem apere operato, bey G.O& vie zu erwerben gedencken. Davon wir zwar auch allhier zu reden haͤtten/ aber die Zeit iſt verffoſſen. Gebe der vielguͤtige GOT/ daß wirs mit Frucht moͤ⸗ gen angehoͤret haben/ und zum ewigen Leben erhalten werden/ dien ſt⸗ Wer⸗ cke. umb CHRJISSI JESB willen/ aech — 4 4* 3 3 1* 3 1 1—. trin. d. 19. 80 Die dritte Predigt Die dritte Predigt/ 8„ Habita Cü- ſechſten Buß⸗Pſalm des Koͤnges und Propheten Davids/ ſo da iſt der Ordnung nach im Pſalter Buch der Hun⸗ ddert und Dreyſſigſte. rEXT Septembr. Dber den Anno 1649. VVer.... 6 6‿α˙9 Du uͤnde zurechnen/ J Wir leſen im Propheten Ezechiele am 41. daß eM Nam Hauſe des HErrn geweſen Cherubim allent⸗ halben herumb von unten an biß oben hinauff/ Nan der Thuͤr und an den Waͤnden waren Che⸗ rubim/ da dann ein ieder Cherub ein zwiefaches Angeſicht gehabt theils eines freundlichen Menſchens/ thells eines grimmigen Lowens. Dieſes ſeine Bedeutung gehabt auff G Ott den HErrn. Das Angeſicht des Menſchens deu⸗ tet auff ſeine Barmhertzigkeit/ das Angeſicht des Loͤwens zeiget an ſeinen Zorn und geſtrenge Gerechtigkeit/ inmaſſen dann die heilige Schrifft/ wann ſie von Zorn redet/ gemeiniglich denſelben mit den Loͤwen vergleichet. Als Provess.„ ſaget Salomon: Pror. 19. Die Vngnade des Koͤniges iſt wie das Bruͤllen eines 2o⸗ v.. wens. Es ſchreiben die Peyſiri vom Loͤwen/ daß er ſad zua V. 18. 19. — uͤber den n0. Pfahr. 82 gnaͤdig erzeige gegen die/ ſo ſich vor ihm demuͤtigen/ wann er aber ſißet/ daß ſich einer ihm widerſetzen wil/ ſo ſchone er nichts/ ſon⸗ deerrn reiſſe alles in Stuͤcken/ was ihm nur in ſeinem Grimm vor⸗ komme. Ehen eine ſolche Gelegenheit hat es auch mit GOtt dem HErrn/ Er iſt zwar langmuͤtig und barmhertzig gegen den GOuͤhndern/ wann aber ſeine Guͤte und Langmuͤtigkeit gemißbrau⸗ 4 4 chet wird/ zur Suͤnde ſſo faſſet Er auch einen Loͤwen⸗Zorn/ ja ei⸗ nen ſolchen Zorn/ der wie ein Feuer brennet/ welches niemand le⸗ ſchen kan/ ſondern da wuͤtet und tobet Er ohn alles Exbarmen/ ge⸗ gen alle beharrliche Gottloſe und Vndußfertige/ daß niemand . 3 ſeinem Grimm entfliehen kan. Immaſſen wir ſolches ſehen an denen zur Zeit der Suͤndfluth/ an denen zu Gomorra/ deßgſeichen an den Juͤden und ihrer Koͤniglichen Stadt Jeruſalem. Sol⸗ len derwegen G.O STtes Langmuͤtigkeit nicht verachten/ daß ſein orn uͤber uns nicht außgegoſſen werde. Dieſes wol verſtanden Koͤnig David/ darumb bey Empfin⸗ dung ſeiner Suͤnden ex vor G Ottes ſeinen Zorn und Rache ſich ſo gefuͤrchtet/ wann er nicht allein außrufft im 6. und 38. Pſalm: Ach HERRſtraff mich nicht in deinem Zorn/ und zuͤchti⸗ ge mich nicht in deinem Grimm/ Sondern auch allhier in die⸗ ſem unſern verleſenen Text des 30. Pſalms/ daer ſaget: HErx/ ſo Du wilt Sünde zurechnen/ HErr/ wer wird beſtehen/ iſt alſo eingedenck/ des zornigen Loͤwen Angeſichts G OCtes/ er⸗ innert ſich aber auch darneben ſeines freundlichen Menſchen⸗ Ingeſichts/ das iſt! ſeiner Barmhertzigkeit/ drumb ſpricht er Dann bey Dir iſt die Vergebung/ daß man Dich fuͤrchte. „ Wir wollen dieſe Wort der Ordnung nach anitzo zu be⸗ uachten vor uns nehmen und drauß beſehen: Apua Davidem eaccuparionens, Was doch dem Koͤnig David bey ſeinem Ruffen und Schreyen zu GOTDeingefallen/ damtt er hätte mogen angefochten werden/ und wie er demſelben begegnet. Hiervon wollen wir auffs kuͤrtzte und einfaͤltigſte zu b Lllll ünj dieſem 842 Die dritte Predigt dieſem mahl Bericht thzun: Seufftzet zuvor muͦ mit alſo: Hil HERR/ hilff/ laß wol gelingen/ Dir zu Ehten und un Seeun el un Seligten iam Deſtn, Amen! nſen⸗ “—. 4 ee 8. 8 4 3 2 4 “. 8 1—* 6.— 3 3— 1“ 4 8 4 4 3 3 4 4. 1 2 /* Llangende/ Geliebte Freunde in CHriſto/ unſer vorge⸗ 8 Jnommenes/ da Koͤnig David auß der Tieffe/ das iſt in ſeiner groͤſten Hertzens⸗Angſi zu G Hitrufft: So Du wilt HErr Suͤnde zurechnen ꝛc. So iſt hierbey alſobald zu vermercken/ daß dem David ein ſehr ſchweres eingefallen da⸗ durch er in ſeiner Andacht und Chriſilichen Gedancken haͤtte koͤn⸗ nen auff und zuruͤck gehalten werden. Dann da wird zweiffels ohne dem lieben David eingefallen ſeyn: Was wilſtu viel ruffen oder ſchreyen bey deinem Jammer und Elend und was ſoll GOte deine Stimme hoͤren: Biſtu doch ein Suͤnder/ du weiſt gar wol wie du es mit der Bathſeba getrieben/ und drauff den frommen Vriam eoͤdten aſſen/ wie du auß Hoffart das Volckzehlen laſſen/ und hierdurch uͤber ſie gezogen ein groſſes Vngluͤck: Was ſolte doch G Oc T einen ſolchen Menſchen erhoͤren/ der in allerhand Suͤnden ſich vertieffet. Aber ſolche Anfechtung bey ſeinem Ruffen und Gebet uͤberwindet David/ kompt mit der Antwort zuvor/ noch ehe ſie bey ihm recht hafften thut: ſpricht: So Du wilt HErr zurechnen/ HErr wer wird beſtehen/ i¹c. Wit ſagen: Ich gebe es nach/ bin freylich ein Sunder/ aber ſo Du wilt Suͤnde zurechnen/ wer wil beſtehen. In welchen und folgenden Worten er beſchreibet faͤnffer . Sun pra vitarezn, ſeine ſuͤndliche Narur und Boßheu. 2, Totius bumani generi- infrmitatem, wie es mit dem Lantzen menſchlichen Geſchlecht dißfalls alſo be⸗ b isſchaffPen.. 3. DEli 2nimadpertendo ſey ſeperitaren„ wie iin 6STT uͤber den B0. Pſalm. 823 ſey der auff alles ſuͤndliches Weſen Acht habe/ und wißße eo zuzurechnen. 4. Naturæ DEI in advertendo facilitatem, wie G OsE gegen den Suͤndern geneigt/ und daß Er gerne Suͤnde vergiebt. Bns⸗e mhs F. Fr hmdder Atilitatem, w as fuͤr Nu auff un ſe ter Sei⸗ 20 2B ecen erfolget/ wann G. Oti Suͤnde vergieber. Alle fuͤnff Suneka auff dißmal abzuhandeln daͤrffte zu vie werden/ wir wollen ſehen was die Zeit leiden wil/ und das uͤbrige b biß zum kuͤnfftigen parrn. 1. Eimns mahl zeiget Koͤnig David an 2am dpra vitasen, I. ſeaine ſuͤndliche Natur und Boßheit/ wann erſagt: So Du Mewbrum. n wilt HErr Suͤnde zurechnen. Heiſt ſo viel: Ich muß ge⸗ Lextus KNeehen/ daß bey mir nicht wenig Suͤnde ſondern o ſy inig vita So Du rechnen. res, viel Suͤnden/ wuͤrckliche und thaͤtliche ſo wol/ 4 5 oder Erb⸗Suͤnde/ und ſind dieſe Suͤnden alſo beſchaffen/ daß on dem rechten Wege abgewichen/ und auff krumme Irrwege gerathen(wie dann das Wort= nig vitas in ſeiner Sprachen herkompt von y welches eine Kruͤmme bedeutet /) Ich haͤtte/ nwil Koͤnig David ſagen/ den rechten Weg deiner Gebot wandeln ſollen aber leider/ ſobin ich auß Boßheit meiner fuͤndlichen Natus davon abgewichen. Iech haͤtte gedencken ſollen/ wie die Suͤnden b 1 nicht ungeſtrafft bleiben/ ſondern wie Du ſie einem koͤnneſt zur ch⸗ uUsus. 82 4 Die dritte Predigt machen/ weil Du ein majeſtaͤtiſches klares Weſen. Dann ſol⸗ teſtu mich in meinen Suͤnden⸗Schlamm wollen ſteaen laſſen/ und mir meine Suͤnde zurechnen/ ſo muͤſte ich ſa wiglih ſeben und verderben. Erkennet allhier: d. Die lehte vonder Suͤnde/1. Daß Suͤnde ſey/ wel Da⸗ Suͤnde ſey. 8 2 *“ vid ſpricht: So Du wilt HENR Sunde zuxchnen. Suͤnde ſey/ iſt von vielen geleugnet/ oder zum wenigſten in Saf fel gezogen worden. Auſſer der Kirchen waren die Oblloſopbi und Welt⸗weiſe Heyden/ welche wiewol ſie die Verderbnuͤß der Naur und die boͤen Zuneigungen nicht leugnen konten, eedoch haben ſie dieſelbe fuͤr Suͤnde nicht halten wollen: Immaſſen Ke⸗ Seneca Bpi- neca ſpricht: Erras ſi exiſtimas nolbucum naſci vitiæ. ſuperhe- ſtola 96. 1 nerunt, ngeſta ſunt. Du irreſt/ wann du meineſt die Laſter werden uns angebohren: Sie kommen von au ſſen her/ ſie wer⸗ ne den uns anderwerts beygebracht. In der Kirchen haben vor dieſer Zeit und noch ihrer viel die Suͤnde und verderbte Natut ent⸗ weder gar verneinet oder ie ſehr verkleinert. Es ſind geweſen die Pelagianer ſo igren Nahmen und Vrſprung genommen vom velabte, einem Engellaͤndiſchen Muͤnche/ derumbs Fahr Cyn⸗ ſti 420. unter andern gelehret/ es wuͤlr de dem Menſchen keine Suͤnde angebohren die Kraͤffte des menſchl chen Willens weren noch gantz und ungeſchwecht/ der Menſch koͤnte In Collo- Gnaden fen worden/ das goͤttliche Geſetz vollkoͤmlich halten und erfuͤllen/ ꝛc. Wider dieſen Schwermer hat 2,gattnus viel geſchrieben und in⸗ ſonderheit dieſen Spru ch gefuͤhtet: Patroni naturæ fuer inimici Hae, Die Verfechter der boßlichen Natur ſind Feinde der Vnd wiewol ſolcher Irrthumb vorlaͤnſt iſt verwotf⸗ erden/ iedoch ſo wird er heutiges Tages wiederumb auff die Bahne gebracht/ von den Wiedertaͤuffern/ welche vorgeben die qvio Fran- Kinder wuͤrden heilig gebohren/ alſo/ daß ſie der Tauffe nicht be⸗ ckentha- lenſi. duͤrffen. Vnd dahero heiſſen ſie die Eib⸗Sünde ſenenun 84 ugu- . — — , — —— uͤber den n0. Pſalm. b 8²5 1 Auguſtzini, ein Gedicht des Auguſtini. Mit ihnen ſtimmen uͤber⸗ ein die Photinianer/ Papiſten und andere. Welcher Leute ihre Meynung ſehr geſaͤhrlich/ und mit ſich fuͤhret eine freventliche Buwiſſenheit. Dann wann wir von der Suͤnde nicht wiſſen noch dieſelbe erkennen wollen/ ſo koͤnnen wir von derſelben nicht Wmeentlediget werden. Ein Wandersmann der nicht erkennen wil ddaß er geirret/ der koͤmmet nicht leichtlich auff den rechten Weg. Ein Schuͤler oder Student/ der nicht wiſſen wil/ was ihme noch mangelt/ nimmet nicht zu an Geſchickligkeit: Einem Krancken der faͤr geſund wil angeſehen ſeyn/ kan nicht geholffen werden: Wir ſind auch Wandersleute/ wir ſind arme Schuͤler und kran⸗ eie Leute. Wollen wir unſere Suͤnde/ Fehler/ Maͤngel/ und 0. u Kranckheiten nicht erkennen/ ſo mag uns nicht gerathen noch ge⸗ Holffen werden. 2. Woher die Suͤnde ſey? Koͤnig David ſtellet ſich 2. Wohes 1 ahier vor EOTtes Gericht und klaget ſich wegen ſeiner Süͤn⸗ die Siͤnde den ſelbſt an. Iſt alſo die Suͤnde nicht von G Ott ſondern ruͤh⸗ ſey. et von den Menſchen ſelber her. Wie iſt das zu verſtehen? Alſo ts zu verſtehen: G. OTS hat den erſten Menſchen mit groſſer Herrligkeit geſchmuͤckt/ und begabt mit groſſer Gluͤckſeligkett. Addam ward geehrt uͤber alles was da lebet. Sir. 29. G Ott dit. 49. vao ſthuff ihn/ und in ihm uns alle zu ſeinem Ebenbild/ Gen. ꝛ. Gen. 1.v. 27. un Das iſt: G Ottes Heiligkeit/ Gerechtigkeit/ Weißheit und Guͤ⸗ gkeit hat dem Adam auß den Augen geſchimmert/ und geleuch⸗ et wie auß dem Apoſtel Paulo Epe. 3. zu vernehmen. Er war/ Eph. 4.v. 24 ererſte Menſch/ auffrichtig/ Eceleſ. 7. Das Geſetz war in ſei⸗Eecl. 7. v.z0 3 nem Hertzen geſchrieben/ Rom. 2. Die Klarheit des HErrn hat Rom. 2.v. 13. ſich gleichſam in ihme geſpiegelt/ 2. Cor. 3. In Summa: Es 2.Cor J.Vag * in atte der Menſch vor dem Fall ein uͤberauß herrliches vortreffli⸗ ged. Ein Ehren⸗Kleid ein Kleid der Vnſchuld/ und Vn⸗ abuskeit. Wiel ſchoͤner als das Kleid Aaronis/ Exod. ⸗2. Exod. 28. Wielſchoner als das Kleid Herodis/ 46f. 12. Viel ſchoͤner als AA.ver. b Mmmmm das 826 Die dritte Predigt b das Kleid des Alexanari Magni, auff welchem der Lauff des Him⸗ mels gar kuͤnſtlich ſoll ſeyn gewircket geweſen. Iſ aber der Menſch in ſolcher felücitaͤt und Gluͤckſeligkeit verblieben? H Nein. Dann da hat ſich leider das Blaͤtlein gar bald gewendet/ wann nemlich der Menſch abgefallen/ abtruͤnnig worden gegeſſen Gen. 3. v. 6. von dem Baum des Erkaͤntnuͤſſes Gutes und Boͤſes/ und hat alſo G Ottes Gebot muthwillig uͤbertreten/ Cen.3. Dadurch dann ihm und allen Nachkommen zugezogen worden ein Wn⸗ gluͤck uͤber alles Vngluͤck/ daran wir noch heutiges Tages biß in die Grube hinein zu ſeucheln haben. Dann wir ſind Suͤnder und haben verlohren die anerſchaffene Weißheit/ im Gegen⸗ theil uͤberkommen einen verfinſterten Verſtand/ da der natuͤrliche Menſch nicht vernimpt was des Geiſtes G OStes iſt/ es iſt ihm eine Thorheit/ und kan es nicht begreiffen/ 1. Cor.2. Wir ſind Suͤnder/ und haben verlohren den anerſchaffenen Gehorſam gegen GOtt/ daß/ da wir zuvor Ihm haͤtten dienen koͤnnen in Heiligkeit und Gerechtigkeit/ da haben wir ttzt im Gegentheil ein Jex. u. v. 9. frotziges Hertz/ Jer. ⁰. Wir widerſtreben dem Heiligen I. Cor. 2. v. 4. Geiſt/ Aclor. 7. Verachten den Rath GOttes wider uns Tue⸗ vZa ſelbſt/ Zuc. ²7. Wnd ſind hoffertig in unſers Hertzens⸗ enr Sinn/ Lac.. Wir ſind Suͤnder und haben verlohren die an⸗ erſchaffene Heiligkeit und Gerechtigkeit/ auß welcher wirin groſſe Suͤnde und Vnheiligkeit gerathen ſind: Dann da ſchau⸗ wet GOtt vom Himmel auff aller Menſchen Kinder/ daß Er ſehe/ ob iemand klug were und nach G Ott frage/ aber ſie ſind alle abgewichen und alleſampt untuͤchtig worden/ . da iſt keiner der gutes thaͤte/ auch nicht einer. ham. n. Prov.20 v.) Da kan kein Menſch ſyrechen/ ich bin rein in meinem Hertzen/ und lauter von meiner Sunde. Prov. 22. Inmaſſen auch Job. 14. v.4. kein reiner unter uns zu finden/ Riob:4. Sondern da muͤſ⸗ ſen wir alle mit einander bekennen/ wie wir Suͤnder ſeyn! in TEslsr e.7. Suͤnden empfangen und gebohren/ ahr. Herzu noch I4. V.2.3. kommen —ſ1 — — * — uͤber den ho. Pſalm. 827 3 oimen die taͤglichen thaͤtlichen Sunden/ da wir das Vnrecht Hiob. t. muns ſauffen wie Waſſer/ ob.. Welcher Suͤnden ihm v. 16. 4 Koͤnig David auch wol bewuſt/ und drumb hier ſich vor G Ottes alne e Gericht ſelbſt anklaget bittende: Daß G Oc ſie ihm nicht zu⸗ rechnen wolle. b Wer wolte demnach ſagen/ daß G Ott ein Vhr⸗ und An⸗ heber der Suͤnden. Moſes ſpricht ja: Treu iſt GOtt/ und Deut. 32. v. 4·feda. kein Boͤſes an ihm/ gerecht und fromm iſt er. Die ver⸗ kehrte und boͤſe Art faͤllet von ihm abe/ ſie ſind Schand⸗ flecken und nicht ſeine Kinder/ Dear 32. Der HErr iſt ge⸗ Pſ. 45. v.-7. cht in allen ſeinen Wercken/ ſpriche Koͤnig Dapid /al. 25. Wie ernſilich verbeut er die Suͤnde/ und wie ſchatff draͤuet er ſie V zeitlich und ewig zu ſtraffen wo ſie nicht von uns entweder vermie⸗ den blelbet oder wir derſelben Vergebung durch wahre Buſſe wie⸗ derumb ſuchen. Du biſt nicht ein GOtt dem gottlos We⸗ Fſal. 5. v. n ſen gefaͤllt/ wer boͤſe boſe iſt/ bleibet nicht vor Dir/ ſaget der Palmiſt. Vnd ſpucht der Prophet: Iſrael du bringeſt dich Hoſ. 33. v.. Vngliͤck/ dann dein Heyl ſtehet allein by GOTD. Vnd laͤſt ſich der HErr ſelber vernehmen: Ich wil euch zehlen zum Schwerdt/ daß ihr euch alle buͤcken muͤſſet zur Schlacht/ darumb daß Ich xieff und ihr antwortet nicht/ daß Jch redet und ihi horet nicht/ ſondern thaͤtet was Mir uͤbel gefiel. Warumb hat Er die erſte Welt mit Waſſer/ Sodom mit Feuel/ die Aufftuͤhrer durch die Erde vertilget? Iſis nicht geſchehen umb ihrer Boßheit willen? Wie kan Er dann als ein gerechter G Ott das Vnrechte wollen und verurſachen? labteh. 19. 3 rr iſt allein gut/ und gibt gute Gaben. Wie kan dann das Boſe u⸗ von Ihm herruͤhren? Haben doch die vernuͤnfftigen Heyden von Fuei var ren ſiummen Goͤtzen geſagt: Di⸗ non ſunt Dii, ſi qvia mali 'elm, G Ott ſey nicht mehr G Ott/ ſo Er etwas Boͤſes wolle und ihue. Wil der Menſch wider ſeinen Befehl und Gebot mutwiltig handeln und ſuͤndigen/ ſo laͤſt es zwar GOtt geſchehen/ b Mmmmm ijj mcht 1 Suͤnde ſey. 828 Die dritte Predigt nicht aber als trage Er Gefallen dran/ ſondern etklaͤrtſich gegen ihm rund und richtig/ daß die Straffe nicht werde auſſen iaiden. S6 O TS hat gleichwol das Hertz Pharaonis und anderer mehr verſtocket/ ſprichſtu? Ihre Augen verbſendet und ſie alſo in einen verkehrten Sinn gegebene Erſcheinet dann nicht hietanß daß Er die Suͤnde wolle und wircke? Nein keines weges. Dann ſolche Wort ſind nicht dahin zu verſtehen/ als zwinge G Ott einen Menſchen zum Boͤſen ſondern Ae Aeſertione nel Permiſtone, daß Er als ein gerechter Richter umd ihrer beharald chen Suͤnden willen verhenget/ ſeine Gnaden⸗Hand abzeuch und zulaͤſt daß ſie auß einer Guͤnde in die andere fallen/ und auß eigener Schuld verdammet werden laut ſeiner Bedrawung: PL81. v. z Mein Volck gehorchet nicht meiner Stimme/ und Iſrael vwil mein nicht/ ſo habe Ich ſie gelaſſen in ihres Hertzen Dunckel/ daß ſie wandeln nach ihrem Rath. Daher ſagt Auguftinus D EII& indurat dum non emollit. actæcat cum nos iluminat, Ei ocœcatio& induratis est pœua antegreſſe im. ierates. jußius enim Tuadex DEMS ef. Das iſt: OOtt verhaͤrtet den Menſchen wann Er ißn nicht erweichen Er verblen⸗ det wann Er nicht erleuchtet/ und die Verblendung und Verſto⸗ ekung iſt eine Straffe der vorhergehenden Boßheit: Dann Ott iſt ein gerechter Richter. 3. Was die 3. Was die Sunde ſey? Außfuͤhrlich ſie zubeſchreiben Koͤnig David ſie in unſerm Text nennet u car pitatann ſeu per- vPerhratem, eine ſolche Suͤnde/ da man ſich auf alle krumme Haͤndel legt/ die nichts doͤgen: Da man nicht gehet grade und auffrichtig(1.) mente, mit dem Gemuͤth/ man wil von demgu⸗ Cor 2 keſ nicht wiſſen/ wie dann der natürliche Menſch/ ohn das⸗ wuͤrde viel zu lang allhier werden/ wir bleiben nur bey dem das v 14. EPh, 4, V.I8. nichts vernimpt vom Geiſt SOites/ es iſtihm eine Thor⸗ heit/ und kan es nicht erkennen/* Cor. ⸗. Welches Ver⸗ uͤber den z0. Pſalm. auß GOtte iſt/ durch die Vnwiſſenheit/ ſo in ihm iſt/ durch die Blindheit ſeines Hertzens/ ps ſ. 4. Es iſi keine Auff⸗ richtigkeit(2.) in voluntate, im Willen/ ſondern nur lauter Boßheit/ dann alles Tichten und Trachten des menſchlichen Gen. 6. v.„. Heertzens iſt nur boͤſe immerdar und von Jugend auff/ c. 8. V. 21. Sen. 6. Der HErr ſchawet vom Himmel auff der Men⸗ l 4.. ſchen Kinder/ daß Er ſehe ob iemand klug ſey/ der nach* GOtt frage/ aber ſie ſind alle abgewichen und alleſompt untuͤchtig/ da iſt keiner der gutes thut/ auch nicht einer. Pal..(3.) So gehet man nicht grade und auff i htig apPpe⸗ ritu, mit den Begierden/ darin lauter boͤſe Luſt/ dadurch das Boͤſe angenommen/ das gute aber hindan geſetzet wird. Dann das Gute das ich wil/ das thue ich nicht/ ſondern das Boͤſe das Ko..r⸗ annich nicht wil das thue ich/ ſpricht der Apoſtel Paulus Ram. 2. Gal. 3. v.r⸗. mund Gal. 5. Das Fſeiſch geluſtet wider den Geiſt/ und en Geiſt wider das Fleiſch/ dieſelben ſind wider einander/ daß ihr nicht thut was ihr wollet. Laſt mir das eine curvitaͤt oder Kruͤmme ſeyn. Weil nun dem alſo/ die Suͤnde iſt daſſie ſtickt in uns/ und iſt oein ſchreckliches Ding/ ſollen wir ſo viel deſto vorſichtiger wan⸗ deln. Dann wiewol ſie durch die Wiedergeburt in etwas ge⸗ daͤmpffet wird/ jedoch klebet ſie uns immer an/ und bleibet in der oe erderbten Natur/ woher es leichtlich geſchehen kan/ daß wir da⸗ durch verfuͤhret werden. Der Satan feytet auch nicht/ ſondern findet ſich herzu, erreget und reitzet unſer Fleiſch ſtetiglich. Dg iſt dann Auffſehen und Wachen von noͤhten. Vnd weil wir wiſſen daß wit dieſes Vnheils /ſo lange wir das Jammerthal bau⸗ wennicht gaͤnzlich quit und loß werden koͤnnen/ ſondern es in un⸗ ſam Fleiſch und Blut herumb tragen muͤſſen/ ſo ſollen wir den lichen Todt nicht allzuſehr fuͤrchten/ ſondern gerne ſterben wol⸗ a n und uns nach dem himliſchen ſehnen. Mit dem Elis ſeuf⸗ b ea Es iſt genug/ nunb nur meine Seele hinweg/ ich bin 1. Keg. 19. b Rmmmm üuj nicht v. 4. o Di dritte Predigt nicht beſſer dann meine Väter/ 2Rag.". Wen ſolche Ge⸗ dancken bey ſich findet und darmit umbgehei/ der hat allbereit ei⸗ nen guten Vorſchmack zum ewigen Leben. 4 1I. 11. Zum andern ſetzet Koͤnig David bey dieſem Tent. Membrum. Vnd haͤlt uns vor torius bumani Seneris infir mitatem, daß es dißfalls mit dem gantzen menſchlichem Geſchlecht alſo beſchaffen Textus, ſey: ſpticht: HERR wer wird beſtehen? Er ſaget nicht/ eg⸗ HErr wer„„ fuſtinebo, Ich kan noch mag nicht beſtehen/ ſondern HErr mird beſte, wer wird beſtehen? Anzuzeigen daß das gantze menſchliche hen. Leben mit Suͤnden rings umbher von allen Seiten angegiiffen werde/ und daß eines ieden Men ſchen Gewiſſen von ſeinen Suͤn⸗ den angeklaget und nicht ein einiges Hertz gefunden werde das ſich ſeiner Gerechtigkeit ruͤhmen koͤnte. Wolleſtu HErr dem⸗ nach/ wil er ſagen/ Suͤnde zurechnen/ ſo muͤſte ich nicht nut allein in Suͤnden ſierben und verderben/ ſondern das gantze menſchliche Geſchlecht/ ſintemahl kein Menſch der nicht ſuͤndiget/ und alſo kein Menſch der vor deinem Gericht beſtehen köͤnne. Erkennet hierbey: Usus. Wer nicht nur einer oder der andere(wie wir dann Alee mit⸗ gemeiniglich nut auff andere ſehen/ und ſelten auff uns ſelber) dmnander Sondern wer wir alle mit einander ſeyn? nemlich Saͤn⸗ Suͤnder, der. Suͤnder ſeyn wir, und koͤnnen mit unſerm Thun vor b G Ott nicht beſtehen/ hier iſt kein Vnterſcheid hier haben die Wei⸗ ſen fuͤr den Albern/ die Neichen fuͤr den Armen keinen Potzug. Gal.z. v. z. Die Schrifft hat es alles beſchloſſen unter die Suͤnde/ Kom. it v.z GCa,. Rom.. Sie ſind alle abgewichen und allgeſampt un⸗ Pſal. 14. v.3. kuͤchtig/ da iſt keiner der Gutes thue/ auch nicht einer/ Hab 14. So wir ſagen wir haben keine Suͤnde/ ſo verfuͤhren wir uns ſelbſt/ und die Warheit iſt nicht in uns. So wir ſa⸗ a. Joh. r. v. gen/ wir haben nicht geſuͤndiget ſo machen wir GOtt zum 8.10. Liigner/ und ſein Wert iſt nicht in uns.„ob. Wann men/ Adam ſolte auffſiehen/ mit allen ſeinen Kindenn und Nachkom⸗ Stachel des Todes: Geſchoß. Nun ſter Suͤnde. 2. Cor. 1y. alle getoͤdtet werden. Menſchen mit der Suͤnden behafftet ſeyn. Weil dem aſſo/ mercken wir zum Nutz allhier Was doch deſgende Frges“ 1. Was boch von der heiligen Jungfrawen zu hal⸗ r. ten ob dann dieſelbe ſo gar ohne Wandin Mfiwen a hat Daß auch daß die vor GOtt haͤtte beſtehen köͤnnen? Belarminus der dle heilige emiten Sroßvater ſaget jſa. Wiewol wir nun aber gerne zu⸗ Jungfraw ſtehen/ daß die Jungfraw Maria/ die eine G Ottes⸗Gebaͤhrerin/ Maria ohne werth/ daß ſie hoch geprieſen werde/ Luc..„9. So koͤnnen Slinde und moͤgen wir doch nicht zugeben/ daß ſie ohne Suͤnden were diht Kewe⸗ empfangen und gebohren worden/ und ſolches darumb/ weil wirs Brochman. iin heiliger S chrifft alſo finden/(1.) Daß dieſelbe ſolch Prixpile- Syſt. Theol. Sum, ohne Sünde ſeyn/ dem HENRN E Hriſto allein zu⸗ tom. 1 p. agnet/ als welcher a*ναᷣανη ˙ π ⁷ uurνν‿ν abgeſon⸗ 460. 3 dert von den Slindern/ Hebr. 7. Welchem niemand eini⸗ Heb.7 vas eer Suͤnden zeigen konnen/ 7ob. 9. in deſſen Munde auch loh. 8.v 46. kein Betrug niemals erfunden worden.(2). Daß die ſe Schrifft ohn Vnterſcheid alle Menſchen der Suͤnden unter⸗ (n wirfft/ſagende/ wie wir allzumahl Suͤnder ſeyn/ und mangeln des Auhms/ den wir an G Ott haben ſollen/ Rom. 3. c.5. Epbeſ. 2. Rom. 3. v. 2 . a.(3) Setzen wir daß entweder die Jungfraw Maria Cap.5. v. z.. un muͤſſe eine Suͤnderin geweſen ſeyn/ oder muͤſſe durch C Hriſtum Ephelaev.z. Ken nicht ſeyn erloͤſet worden. Sintemahl C Hriſtus allein fuͤr die lob.r4. e4. 3 A Mnder geſtorben Rom,. Daß aber die Jungfraw Maria Rom. ſ. v. b niccht 6.7.,8. — 3—=———— 2— 8—— — , 8* „ ., 4 3 „ 9 1 8 3 839 Die dritte Predigt nicht wegen ihrer angebohrnen Heiligkeit/ ſondern wegen ihres Lue.I. v.45. Glaubens ſelig geprieſen worden/ zeuget der Heilige Geiſt Luc. 8 1o. und J. Cap.(4.) Leſen wir 7.. Daß ſie nach CyHriſt Nim⸗ Se... I4. melfahrt ſtets bey den Apoſteln geweſen einmuͤtig mu Beten und Flehen da ſie dann ohne Zweiffel mit das Vater Vnſer und alſo auch die fuͤnffte Bitte umb Vergebung ihrer Suͤnden wind gebe⸗ ten haben. Hat ſie nun umb Vergebung bitten muͤſſen/ ſo wind ſie nicht gaͤntzlich ohn alle Suͤnde geweſen ſeyn.(5.) Ißt auß den Evangeliſchen Hiſtorien bekand/ daß ſie auch wuͤraliiche Suͤnden begangen/ als daß ſie nicht gebuͤhrliche Achtung gege⸗ Luc.2.v. 45. ben auff ihr Soͤhnlein und daſſelbe verlohren/ Lac. 2. Daß ſie und 48. CHriſtum tadelt daß Er in dem iſt/ das ſeines Vaters iſt 12c.2. Joh. 2.v. 4. Daß ſie dem HErrn E Hriſto ihres Gefallens vorſchreiben wol⸗ Luc. 8. v. 9. len/ Job. 2. Daß ſie es gehalten mit ihren Gefreundten ſo 2o0o. CHA Iſtum von ſeinem Lehr⸗Ampt abhalten wolten Luc.. Daß ſie gezweiffelt /ob dem Reiche und Aufferſtehung des Meſſie. Vber diß hat ſie allerley Creutz außſtehen muͤſſen ein Schwerde iſt durch ihre Seele gedrungen/ enolich iſt ſie auch des leiblichen Todes geſtorben. Welchem Pbel alleſampt ſie nimmermehr haͤtte unterworffen ſeyn duͤrffen/ wo ſie ohn alle Suͤnde geweſen were. b 2. 2. Ob dann die Kinder der Chriſtglaͤubigen Eltern Daß die heilig und rein von Mutterleibe kommen/ alſo daß ſie vor Kinder der GOTS beſtehen moͤgen? Hierauff zu antworten. Nein. Chriſtglaͤu⸗ Zn Solches aber ſo viel deſ igentlicher zu erklaͤren: Setzen wir fol⸗ bigen Eltern Solches aber ſo viel deſio eigentlicher zu erklaͤren: Setzen wir fol nicht heilig gendes/ ſo wol anzumercken /(i.) Daß die Kinder/ ſo von Chrſt⸗ und rein glaͤubigen Eltern gebohren werden fuͤr denen Kindenn /ſo von un⸗ auß Mut⸗ glaͤubigen Eltern und auſſer der Kirchen gebohren werden/ ein ſon⸗ terleibe an derliches Brivilegium und groſſen Vorzug haben: Hiervon zeu⸗ dieſe Welt get der Heilige Geiſt in folgenden Spruͤchen: Gen. vy. ſpricht gebohren G Ott zu dem Abraham: Ich wil dein GOtt ſeyn/ und dei⸗ werden. nes Samens nach Dir. Actor. ², ſpricht Pennus zu den Ju⸗ Prochman, s Sam ts ach Dir or ſpricht Pet d⸗ — ———=ͤ=— ——. — — 8 — — — — — ²—,—— 1 Heyden waret/ waret ihr ohne CHriſto ſer der Buͤrgerſchafft Iſrael/ und Frembde von den Teſta⸗ üder den no. Pfalm. 333 den: Euer und euerer Kinder iſt die Verheiſchung. Wnd syfl. Theol. der Apoſtel Paulus ſaget ⁶‿‿†. ². Zu derſelbigen Zeit(da ihr rom. 1. p. Frembde und auſ⸗ 49. eiſn. in menten der Verheiſchung/ daher ihr keine Hoffnung hat⸗ Ade. Son eeet/ und waret ohne GOtt in der Welt. Nun aber die ihr Ar in Chriſto JEſu ſeyd/ und weiland ferne geweſen/ ſeyd Gen t 9s. nun nahe worden durch das Blut CHriſti. Act. 2. v. z9. (2.) Iſt zu wiſſen daß ſolcher Kinder/ die von Chriſtlichen Eph.. v. Eltern gebohren werden/ ihr Privilegium oder Vorzug nicht dar, 12. B. inn beſtehe/ als ob ſie gantz heilig und rein/ der innerlichen Hertzeno Reinigkeit nach/ auß Mutterleibe gebohren wuͤrden/ dann darzu 8 ſaget die goͤttliche Schrifft ſchlechter Dinge Nein/ Jobau.. und loh. 1. v. 3. Epbeſ.⸗. Job. 14. 5 ³0.. Sondern da eſtehet ſolcher Kin⸗ e. 3.. 6. der die da von Chriſtglaͤubigen Eltern gebohren werden ihr Vor⸗ Eph.2 u3. P. 14. v. 4 ½ ug darin/ daß ſie gebohren werden in und bey ſolcher Gemeine da Job. 14. v. 4 ndas ſeligmachende Wort G.OStes gehoͤret wird/ und darumb Pſal. J1. v. 7. durch die Eltern weil ſie glaͤubig ſind/ einen Zutrit haben zu Ge⸗ nieſſung derer Mittel/ durch welche auff G OTtes Verordnung/ Gerechtigkeit/ Leben und Seligkeit mitgetheilet wird. Daß dem alſo zeuget hiervon der Apoſtel Petrus A67. 2. wann er ſaget: thut Buſſe/ und laſſe ſich ein ieglicher tauffen auff den MNahmen IEſu Chriſti/ zur Vergebung der Sünde: Dann euer und eurer Kinder iſt die Verheiſchung. Die⸗ ſes dann auch erhellet auß der Hiſtoria des Abrahams/ des Va⸗ e ters aller Glaͤubigen: Dann da G Ott zu dem Abraham geſagt: 1 S Ich wil dein GOTT ſeyn/ und deines Samens nach dir. Gen. i. vy. u 25 Seu. 17. ſetzet Er bald drauff: So halt nun meinen Bund/ du v. 9.10. und dein Same nach dir bey ihren Nachkommen. Das iſt aber mein Bund/ den ihr halten ſollet/ zwiſchen mir und euch und deinem Samen nach dir/ alles was maͤnnlich iſt unter euch/ ſoll beſchnitten werden. Hieher dann auch ge⸗ b Nunnn doͤtet 834 Die dritte Predigt A13 V.z2. Horet das was in 47. 5. Vnd wir auch verkuͤndigen euch de Verheiſchung die zu unſern Vaͤtern geſchehen iſt/ daß die⸗ ſelbe GOtt uns ihren Kindern/ erfuͤllet hat/ in dem daß Er IEſum aufferwecket hat. Vnd verſ. 46. Euch muſte zuerſt das Wort GOttes geſaget werden. (3.) Der Ein⸗und Vorwuͤrffe/ ſo darwider vom andern Theil koͤnnen vorgebracht werden/ anitzo zu geſchweigen/ wie die⸗ ſelben ſo gar nicht der Wichtigkeit/ als mercke man nur dafuͤr() 4 zn Scräptura uni erſalitatem, daß die Schrifft in gemein von Hiob. 14. allen Menſchen ſaget/ Wer wil einen reinen finden/ da kein rei⸗ v. 4, ner iſt/ io⁶ 22. und Ron.. 3 Es iſt hier kein Vnterſcheid ſie ſind Kom. 3. vay Allzumahl Suͤnder und mangeln des Ruhms/ den ſie an b GOtt haben ſollen.(2.) Davids Exempel/ Balm. n. Si⸗ Pſal.51. v. 7. he/ ich bin auß ſündlichen Samen gezeuget/ und meine Multter hat mich in Sünden empfangen.(z.) C Hriſt Joh.3. v.5. 6. ernſte Predigt Job.3. Warlich/ Warlich Ich ſage euch/ es ſey dann/ daß iemand gebohren werde/ auß dem Waſſer und Geiſt/ ſo kan er nicht in das Reich SOTtes kommen. Was vom Fleiſch gebohren wird das iſt Fleiſch. Vnd was von Geiſt gebohren wird/ das iſt Geiſt.(4.) Paul⸗ Eph. 2. v. 3. gewiſſes Gezeugnuͤß/ Qpb. Z. Wir waren auch Kinder des Zorns von Natur/ gleich wie auch die andern. Sind wit von Natur Kinder des Zorns/ ſo ſind wir nicht Kinder der Gna⸗ den/ ſo werden wir auch nicht heilig oder in Gnaden⸗Bund ge⸗ Marc. 16. bohten.(5.) Die Nothwendigkeit der Tauffe/ Marc. 1⁰. . 1s. Wer da glaͤubet und gerauffet wird der wird ſelgg werden. foh. 3. v. 3. 76. 3. Warlich/ Warlich Ich age dir/ es ſey dann/ daß ie⸗ loh 3 4 4 mand von neuen geeechel kan er dhs Reich GOt⸗ Eph.5. vaé. tts nicht ſehen.(.) Die Nutzbarkeit der Tauße/ ſo da iſtdie A., 2. v. z6. Heiligung/ Spb.. Vnd die Vergebung der Suͤnde. 07.:. b Werden wir nun gehetliget und gereiniget durch das Waſſerbad im Wort/ werden wir getaufft zur Vergebung der Ganden 16 4 —-——-0GC———l„Z, ————ꝑ —— — “ “ 8 8 8 3* “ h 8 1 „ 4* 8 4 3 A , 4 . 4 3 5 4 4 1 . 3 4 1 men⸗ Antwort: Ja. Dañ wie alle Menſchen/ ſo natuͤrlich empfan⸗ Buſſe und der heiligen Saeramenten beduͤrffen: Alſo wird CHri⸗ ſius unſer Heyland nieht unbillich hier außgenommen/ als welcher nicht natuͤrlicher Weiſe/ ſondern durch die Vberſchattung des H. niemand Vnrecht gethan hat/ noch Betrug in ſeinem Munde uͤber den no. Pſalm. muß folgen daß wir nicht heilig/ ſondern ſuͤndlieh gebohren wer⸗ den. Darumb ſpricht Terrullianus in polsg. cap. I7. Fiunt, non neſcantur Cbriſziani, Chriſten werden nicht gebohren/ ſondern 1 wiedergebohren. Vnd Auguſtinus lib. z. de peccatorum merit. remiſ. cap. 9. Non facit generatio ſed regeneratio Cbrihhia- nos, nicht die natuͤrliche/ ſondern die geiſtliche Gebußrt machet Chriſten. 2ed gefragte Ob daſihier Rie⸗ f 3. 3. Wird gefragt: Ob dañ hier nicht CHriſtus außzuneh⸗ CHriſtus gen werden/ in Suͤnden empfangen werden/ und deßwegen der ſ ohns Geiſtes empfangen iſt. Dieſer iſt der Allerheiligſte/ Dan. ↄ. Der Dan.. v. 24 geweſen iſt!. 7z. Eriſt das Heillge. Luc.’. Ohne Suͤn⸗ ſa. 53.v. 9. de. e6. 4. Heilig/ unſchuldig/ unbefleckt von den Suͤn⸗-. 35⸗ dern abgeſondert. H16. 7. Von deſſen Vnſchuld zeuget Ju⸗. das der Verraͤther: Ich habe uͤbel gethan/ daß ich unſchuldig Match. 27. eb. 4. v. 15. 7. v. 26. Blut verrathen habe. Agautb. 27. Pilati Weib/ die ihrem v. 4. Manne ſagen ließ: Habe du nichts zu ſchaffen mit dieſem Ger chten. v.„. Vnd Pilatus/ der die Haͤnde wuſch vor dem BVolck und ſprach: Ich bin unſchuldig an dem Blute dieſes Gerechten. p. 24. Er ſolte an unſer ſiat das Geſetze erfuͤllen/ Matib. 2r. Darumb muſt Er ſelbſt ohne Suͤnde ſeyn. Er olte unſer Mittler ſeyn/ 2 T1m. ⸗a. Vnſer Heyland/ Luc. 2. 1. Tim.:. v.) Vnſer Erloͤſer und Erretter/ wie Er ſelbſt verſprochen/ No. 3. Ich Luc. 2. v. 1.. n ullſie erloſen auß der Höͤllen/ und vom Tod erretten: Hoſ3. v4 odt/ Ich wil dir ein Gifft ſeyn/ Hoͤlle/ Ich wil dir eine Peſtilentz ſeyn. Auff daß Er nun ſolches alles verrichten koͤnte/ ſo war von 9 noͤthen daß Er heilig und ohne Suͤnde wehre/ dann ſonſten haͤtte Er ſelbſten eines Mittlers und Erloͤſers beduͤrfften. Nunnn ij 836 Die dritte Predigt Weil wir dann nun alle außgenommen der Menſch C ſtus/ mit Suͤnden befleclet ſind/ koͤnnen mit dem Daſc 35 unſerer Suͤnden vor G Ott nicht beſtehen/ ſo laſt auch uns alle⸗ ſampt demuͤtigen/ unſere Suͤnde erkennen und bekennen, beichten abbitten/ und die Mittel nicht verſaͤumen/ durch wenh che Vergebung erlangen koͤnnen/ darzu wir dann zum oͤffterßen in allen Predigten angemahnet werden. Laſſen es demnach/ wel die Zeit verfloſſen/ hierbey verbleiben/ und dancken dem vielgaͤti⸗ gen G Ott/ daß Er uns Zeit und Stunde verliehen/ ſein Wort anzuhoͤten/ Er wolle es drucken und verſiegeln in unſer Hertz/ daß es Frucht bringe in Gedult/ und wir das ewige Leben erlangen moͤgen/ Amen. b *C. 6ec e⸗ 2690= 0HC 0690 220,90 6 ,90⸗90 N⸗ Die vierdte Predigt/ 06 obr. 1 ee Vber den ſechſten Bußz Pfalm des Konges und Propheten Davids/ ſo da iſt der Ordnung nach im Pſalter Buch der Hun⸗ dert und Dreyſſigſte. I EXLT IIS Verſ. 3 4., 8O Du wilt HERR Sunde zurechnen/ 1 DOHERR/ wer wird beſtehen? Dann bey Dir iſt die Vergebung/ daß man Dich fuͤrchte. Eingang. ———————, — ☛ᷣ☛ — — ——— — uͤber den no. Pſalm. Eingang. Elibte und Außerwehlte Freunde in C Hriſto/ ugun. E. 47 80 ‿ SAaguinus der alte Kirchen⸗Lehrer gedencket in piſt. 29. E- d„Heiner Epiſtel an den Hieronmum geſchrieben/ raſm. A- eines der in einen Brunnen gefallen/ darinn er popht. lib.6 bald erſoffen wehre/ und als ein ander von unge⸗ waben ud e eu fehr hinzuk ommen/ und gantz ſorgfaͤltiglich ge⸗ den Sean ht fraget/ wie er da hinein kommen ſey/ habe er ihme zur Antwortge⸗ nandeaſtg, h geben: Er ſolle ietzo nicht viel Fragens machen/ wie er hinein ge⸗ dan erzn aſß fallen/ ſondern dahin ſehen/ und ſich bemuͤhen/ wie ihm fuͤglich mochte herauß geholffen werden. Leider G Ottes! Ihrer viel lfallen offters in den Suͤnden⸗Brunnen/ liegen drinnen mit ihrer 8, Seelen Schaden. Da finden ſich nun viele/ die bekuͤmmert ſeeyn druͤber und fragen/ wie es doch gekommen/ daß dieſer oder jo⸗ aner in dieſen und andern Suͤnden⸗Schlamm gefallen. Aber laſſet uns nicht zu ſehr fragen/ wie er hinein gerathen/ vielmehr laſſet uns zuſehen/ wie wir ihn durch allerley gute Vermahnungen auß ſolchem Suͤnden⸗Schlamm ziehen/ und vom ewigen Ver⸗ derben erretten mogen. Worob dann ſonderlich auch Lehrer und Prediger bedacht ſeyn/ daß ſie zuſehen/ wie die Suͤnder auß dem Koth der Suͤnden gezogen werden moͤgen/ weil doch G Ott nicht wil den Todt des Suͤnders/ ſondern daß er ſi h bekehre/ und iebe/ Ezech. 33. Ezecb. 3z. Zu welchem Ende wir auch die Buß⸗Pſalmen des v. n. Koͤniges und Propheten Davids vor uns genommen/ und dieſel: be noch vor uns haben/ damit wir zu wahrer Buſſe angetrieben/ and einer und der ander auß dem Suͤnden⸗Schlamm gezogen derden moͤge. Da wir dann anitzo auß dem zzoſien/ ſo da iſt der ſechſte Buß⸗Pſalm/ ferner fortfahren/ und die noch uͤhrige Stuͤcke dey demz. und 4. Verß/ ſo wir am naͤhern/ wegen Kuͤrtze der Zeit 8 mieht abhandeln koͤnnen/ mit einander beſeßen wollen: Seufftzen bberzuvor zu G Ott alſo: 1 b b Nunnn inj Hilff III. Membrum. Textus. b Die vierdte Predig Hilff HERR/ hilff/ laß wol gelingen/ O b und dann auch zu unſer Scelen Heyl 1 en S ehun Abhandlung. Eliebte und außerwehlte Freunde in C Hriſto bey itzt vet⸗ leſenem Text unſers 130. Pſalms werden gefunden. ₰△ Stuͤcke: Dann 1. ſehen wir dabey/ Dapidis inig via. tem, des Davids fuͤndliche Natur und Boßheit. 2. Totius ba mani generis prapitatem, wie es mit dem gantzen menſchlichen Geſchlecht dißfals alſo beſchaffen/ von welchen beyden Puncten wir am naͤhern gehandelt haben. Folget anietzo zu betrachten: III. DEI in auimad vertendo ſeveritatem Wit ein GOTTſey/ der auff das ſuͤndliche Weſen Achtung habe und wiſſe es zuzurechnen Hiervon ſaget Koͤnig David alſo: So Du wilt/ HErr/ Sünde zurechnen. Giebe uns hier⸗ 68T iſt mit der liebe David alsbald zu erkennen/ daß der HERR unſer gerecht und weiß die Suͤnde zu⸗ zurechnen. GOtt ſey ein gerechter GOtt/ der da wiſſe die Suͤndezu⸗ zurechnen/ und koͤnne noch wolle das Boͤſe nicht ungeſirafft laſ⸗ ſen. Wie dann ſolches auch außweiſen die ſchrecklichen Straff⸗ Exempel goͤttliches Zorns/ welche uns vorgeſiellet werden an den Engeln/ ſo von G Ott ihrem Schoͤpffer abgewichen/ welche Er in die Hoͤlle verſtoſſen: An denen ſo vor der Suͤndfluet gelebet welche G Ott der HErr durchs Waſſer heimgeſucht/ und ſie alle⸗ ſampt erſaͤufft/ daß von allen Menſchen mehr nicht als acht See⸗ len uͤberblieben. An den Sodornitern/ welche mi Fewrund Jer. 29, V. 18. . Schweffel/ ſo vom Himmel gefallen/ verzehret/ an den Iſrgeli⸗ ten/ welche Er in der Wuͤſten mit fewrigen Schlangen/ mit Pe⸗ ſtilentz/ und andern Straffen heimgeſucht/ und ſie endlich umb ih⸗ res Vngehorſams willen auß dem Lande Canaan/ und von ſei⸗ nem Angeſicht gantz und gar verſioſſen/ daß ſie zum Fluch zum Wunder/ zum Hohn und Spott unter allen Boͤlckern wotden! dahin ſie von G Ott verſtoſſen ſind/ jerem. 2, Was ſudſuſgr ——,——— = 8 —— —— über den no. Pſalm. 839 Straffen anders/ als oͤffentliche kundbare Zeugnuͤß/ daß S Ott koͤnne zurechnen die Suͤnde/ welche gleichſam der Zunder ſind/ dadurch das Fewer goͤttliches Zorns wird auff und angeblaſen. Wann G Ott in ſeinem Zorn anfaͤhet die Suͤnde zuzurechnen/ ſo zuͤrnet Himmel und Erdeſalle Elementa/ Laub/ Graß/ ſichtbare mund unſichtbare Creaturen. Wann G Ott anfaͤhet die Suͤnde zuzurechnen/ ſo ſiehen ihm als dem HErrn Zebaoth/ alle Creatu⸗ 8 ren zu Geboth ſie bieten Ihm ihren Dienſt an den ungehorſamen Plal148. v. Menſchen zu ſtraffen/ 2†4. Fewer/ Hagel Schnee/ Dampff Sir.0.v.z⸗ und Sturmwinde richten das Wort des HERRN auß Si:r. z0. Es ſind auch die Winde ein Theil zur Nache geſchaffen/ und durch ihr Stuͤrmen thun ſie Schaden/ und wann die Straffe n kommen ſoll ſo toben ſie und richten den Zorn auß/ deß/ der ſiegex ſchaffen hat. Wer wolte ſieh dann nicht fuͤr GOtt und ſeinem Sorn fuͤrchten? Wie ſeine Guͤte und Trewe ewig waͤhret/ alſo iſt auch ſeine Gerechtigkeit eine ewige unwandelbahre Gexechtigkeit/ darumb wie Er in den vorigen Zeiten mit den Widerſpenſtigen und Vngehorſamen umbgangen/ und ihnen ihre Suͤnden zuge⸗ rechnet/ alſo kan Er auch mituns uͤmbgehen/ wann wir Ihm ent⸗ 4 4 gegen wandeln. Darumb weiſen uns auch die heiligen Apoſtel aauff ſolche Exempel die da zeigen/ wie O Ott die Suͤnde zugerech⸗ net damit wit nicht dergleichen Sttaffen erfahren moͤgen/ Komau. R,te ſpricht der Apoſtel. Sey nicht ſtoltz/ ſondern fuͤrchte dich/ hat O heI Ja4 Vſt SdOtt der natürlichen Zweige(der Juden) nicht verſchonet/ an daß Er vielleicht dein auch nicht verſchone. Darumb ſchawe die Guͤte und den Ernſt GOttts/ den Ernſt an de⸗ nen ſo gefallen ſind. 1. Cor. 0. Solches alles wiederfuhr 1. Cor. 10. hnen(den Juden) zum Vorbilde/ es iſt aber uns geſchrie, ven. r ben zur Warnung/ auff welche das Ende der Welt kom⸗ meniſt. ². Het.. So GOtt der Engel/ die geſuͤndiget ha⸗ 2. Pet,2. v. 44 9 ben, nicht verſchonet hat/ ſondern hat ſie mit Ketten der Iinſternüß zur Hoͤllen verſtoſſen und uͤbergeben/ daß ſie 3 it yuei verf zum 840 Die vierdte Predigt zum Gericht behalten werden/ und hat nicht verſchonet der vorigen Welt/ ſondern bewahrete Noah den Prediger der Gerechtigkeit ſelb achte/ und fuͤhrete die Suͤnd fiuth uͤber die Welt der Gottloſen: und hat die Staͤdte Sodo⸗ ma und Gomorra zuſchen gemacht/ uͤmbkehret und ver⸗ dampt/ damit ein Exempel geſetzt den Gottloſen/ die her⸗ nach kommen wuͤrden.(verſtehe/ ſo wird Er auch heutiges Ka⸗ ges nicht verſchonen derer/ ſo wider Ihn freventlich ſuͤndigen.) Ja es weiſet uns G Ott der HErr ſelber auff ſolche Exempel ſei⸗ nes Zorns und ſchrecklicher Straffen/ daß wir uns daran ſpiegeln/ und fuͤr Suͤnden huͤten ſollen/ wann Er in der promulgatin und Widerholung ſeines Geſetzes/ ſpricht: Erod. 2o. Ich der HErr dein GOtt/ bin ein eyferiger GOtt/ der da heimſucht der BVaͤter Miſſethat an den Kindern/ biß ins dritte und vierd⸗ te Glied/ die mich haſſen /ꝛc. Wollen wir derwegen nicht un⸗ ſer ſelbſt ſchonen und fuͤr der Suͤnde uns huͤten/ damit wir nicht GOTtes Zorn und Straffe uns auff den Hals laden/ ſo ſollen wir doch unſere Kinder und Nachkommen ſchonen/ daß wir nicht umb unſerer Suͤnden willen denenſelben GOTtes Staffen an ſiat des Erbe hinterlaſſen. Tamerlanes der Seythen Koͤnig/ wann er eine Stadt be⸗ lagerte/ ließ er drey Tage zuvor/ iedern Tag ein ſonderliches Ge⸗ zelt zu gewiſſer Nachrichtung auffſchlagen. Den eiſten Tag ein weiſſes hiermit andeutende/ wuͤrden ſie ſich ihm ergeben/ ſo ſol⸗ ten ſie mit Weib und Kind/ Haab und Gut unbeſchaͤdiget blelben. Den andern Tag ein rothes/ hiermit anzeigende/ wuͤdden ſie ſich nicht ergeben, ſo wuͤrde es Blut koſten/ und ohne Butvergieſſen nicht abgehen. Den dritten Tag ein ſchwartzes/ datmit er an⸗ deutete/ daß alle Gnade auß wehre/ daß weder Welb noch Kindi weder jung noch alt ſolten geſchonet werden. Niemand wage es/ bey Verluſt ſeiner Seligkeit/ und vergleiche unſern GOian Tyranney mit dem Tyrannen Tamerlane. Hiennt htst a 3 ůber den z0. Pſalm. 841 mmvol geſchehen/ daß er mit ihm verglichen werde nemlich wie Ia⸗ merlanes in dreyen unterſchiedenen Tagen auff dreyerley Weiſe/ n mit einer belagerten Stadt handelte/ alſo machet es G.O&& mit unn uns Menſchen: Drey Tage(ſo zu reden) hat Er/ da Eruns ent⸗ weder ſeine Gnade/ wann wir uns wol oder ſeinen Zorn/ wann wiß nmnuns uͤbel verhalten/ erweiſet. Der erſte Tag iſt der Tag unſeret Wiedergebuhrt/ und unſers gantzen Lebens/ daſteckt Er auff eiin weeiſſes Gezelt/ das iſt/ Er beut uns an ſeine Gnade/ ſo wir uns Ihm ergeben/ und nach ſeinem Willen leben wollen/ Jer. 31. Jer.z. v.zz. Wann die Menſchen aber halsſtarrig ſeyn/ ſeine Gnade verach⸗ ten/ ſo folget der ander Tag/ welcher iſt der Tag des Todes/ da ſteckt Er auff ein rohtes Gezelt/ das iſt/ Er draͤwet uns bey unſerm be⸗ n vorſiehendem Tode/ wo wir noch nicht wahre Buſſe thun/ zu ſſraffen mit hoͤlliſchem Fewer. Endlich wird kommen der dritte STag/ nemlich der Tag des Juͤngſten Gerichts/ da Er der Gottlo⸗ ſen/ welche ſich vor/ und bey ihrem Tode nichi bekehret/ nicht ſcho⸗ nen/ ſondern ſie in die ewige Pein nach ſeiner Gerechtigkeit ſtoſſen 1— 6 w ir d⸗ Man lieſet in den Hiſtorien/ daß zu unterſchiedenen Zeiten und unterſchiedlichen mahlen unterſchiedene wunderbahre ſo wol Gnaden⸗als auch Zorn⸗Regen gefallen. Im Jahr nach Er⸗ bawung der Stadt Rom/ 203. vor CHriſti Gebuhrt/ 458. hat es 19 dbey Rom Ileiſch geregnet/ welches als Schnee in kleinen und geroſſen Stuͤcken vom Himmel gefallen/ und von Voͤgeln/ ehe es auff die Erden gefallen/ auffgefangen worden: Das ander aber/ woelches auff der Erden in der Stadt oder auff dem Felde liegen i dlieben/ hat lange Zeit gelegen/ hat wederdie Waͤrme noch den Geuuch verlohren/ welches ſich doch ſonſt am Fleiſch zu aͤndern fleget. Im Jahr C Hriſtt r0. nahe bey Weimax in Thůͤrin⸗ Anlhat es Getreyde und Weitzen geregnet. Dieſes ſind rechte Gnaden⸗Regen. So lieſet man auch von Zorn⸗Regen/ Im Jahr nach Erbawung der Stadt Nom 109. hat es Steine ge⸗ b Doooo gnet. 1 4— 1————— 4 2— 3 3— 8 8—— 72.— 9 8 2————. 3 4 2. 3—— 1 1 3 8 3 2— 4 3.— 4—. 1 4 4 4* 8. 2.— 1 4 1 4 ———— 842 Die vierdte Predigt tegnet. Im Jahr 538. 40, 571 hat es Blut geregnet. Im Jabhr C HNriſti 748. hat es viel Creutze geregnet welche in die Klei⸗ der der Menſchen ſich ſo feſte eingedruclet/ als wann ſie mit Oehl hinein gedruckt weren. Sehet wie wunderlich G Ott mit regnen iſt. Wiſſet aber daß Er noch taͤglich regnen laſſe. Er aͤſſe Hof.10. v. z tegnen uͤber die Frommen ſeine Gerechtigkeit/ †. Sains Sir. 35. v. 26. Barmhertzigkeit/ Sir. 5s. ihnen zu helffen. Hinwiederumb aͤß Iob. 20. Er auch vegnen uͤber die Gottloſen ſeinen Zorn Fio. au. ſie zu v. 23. ſiraffen. Ja Er wird regnen laſſen uͤber die Gottloſen But Fewer und Schwefel/ und wird ihnen ein Wetter zu Lohn geben/ Falm. n. v. 6. und ihnen ihre Suͤnde zurechnen ewiglich. IV. 11. Finden wir bey unſerm Text: DEI naturæ faalta- wolle Er gerne Suͤnde vergeben/ wann nur die Suͤnder ſich wo⸗ en lencken und weiſen laſſen. Die Wort lauten hiervon alſo: Textus. Dann bey Dir iſt die Vergebung. Der Koͤnig David ſa⸗ get nicht ſo ſchlecht dahin: Bey Dir iſt Vergebung/ ſondenn bey Dir iſt die Vergebung: Wie dann auch in der Grund⸗Spra⸗ chen das Wort Vergebung geſetzet wird mit dem He Eupbatics, welches wann es einem Wort vorn angehefftet wird/ eiwas ge⸗ wiſſes anzeiget. Vnd wil Koͤnig David/ wann er ſaget daß be G Ott ſey ea propitiauio ſeu remiſtio, die Vergebung/ anden⸗ ten/ daß was ſonderliches ſey/ die Vergebung der Suͤnden. Freilich was ſonderliches: Darumb dann auch ein abſonderlicher Glaubens⸗Artieul davon/ daß wir glaͤuben/ beten und ſprechen mit unſern Kindern: Ich glaͤube eine Vergebung der Sun⸗ den. So wird auch darmit angedeutet/ daß er rede von det wah⸗ ren Vergebung /ſo allein bey G O dem HEnn zu ſinden /dar⸗ umd dann auch hinzu geſetzet wid: Bey Dir ſſidi Vetgebung: Nicht bey den verſtorbenen Heiligen/ nicht bey lebendigen Men⸗ ——= Membrum, iem, daß GOTT zwar gerecht/ ernſt und eyffrig/ dennoch aber ꝑCſ—,— Z2 8E— über den ho.Pſahtt 9 weilen ein Stifft im Hertzen und laſſen ſich nicht von Grund auß verſoͤhnen: GOtt dem HErrn aber iſt nicht ein /muhrtes/ ſon⸗ dern eine rechte wahre Vergebunngg. Vnd wird uns aber/ wann geſagt wird: Bey Dir ſſt die Was wir Vergebung/ nicht allein angezeiget/ C) Daß wir und alle bey dem Ar⸗ Meenſchen in dieſem Leben Suͤnder ſeyn davon wir in vori⸗ ticul von ger Predigt weitlaͤufftig berichtet worden/ ſondern es wird uns Wergehung auch(.) zu Gemuͤthe gefuͤhret/ wie wir doch der Suͤnden er Sundeh oß/ und vor GOTT gerecht werden moͤgen. Nemlich zu betrach⸗ mwann uns die Suͤnden vergeben werden. glaͤubeſt eine Ver 1 du auß eigenen Kr 2, Es iſt mit unſe dann eitel Zorn. CGnade un vrſer Thu 1 6 a mein ſeber wannduſp 844 Die vierdte Predigt und ſonderſt damit dich abe von allen Phariſeern/ Papiſten und Werckheiligen/ und bekenneſt dich zu den Haͤufflein der Recht⸗ glaͤubigen/ die da lehren/ daß der Menſch dadurch ſeiner Suͤnden loß/ und vor GOS gerecht werde/ daß ihm auß Gnaden ale SGuͤnden verziehen werden. 3. 6z.) Wird zu erkennen gegeben/ von wem die Sünden vergeben werden? Nemlich von G Ott dem„Errn auß lau⸗ ter Gnade und Barmhertzigkeit. Dann wer kan Suͤnde verge⸗ Marc. a.*7. ben/ dann allein G OTT/ AMarc. 2. Darumb ſaget Daoid: Bey Dir HERR iſt die Vergebung. Welche Won auch Eſaias der Prophet wiederholet/ da et ſpricht: Der Gottloſe Eſa. 55. v. 2. laſſe von ſeinem Wege/ und der Vbelthaͤter ſeine Gedan⸗ cken/ und bekehre ſich zum HErrn/ ſo wird Er ſich ſein er⸗ barmen/ und zu unſerm GOTC/ dann bey Ihm iſt viel Vergebung/& ss. Diß bezenget auch der Prophet Micb.„. Mick 7.va Wo iſt ſolch ein Gott wie Du biſt? Der die Suͤnde ver⸗ giebt/ und erläſſet die Miſſethat den uͤbrigen ſeines Erb⸗ theils/ der ſeinen Zorn nicht ewiglich behaͤlt/ dann Er iſt barmhertzig. Er wird ſich unſer wieder erbarmen/ und alle unſere Sünde in die Tieffe des Meeres werffen. Dnd Ela.43. va 4 der Sohn G OCtes ſpricht ſelbſt: ½.. Ich/ Ich uigedeine Mbertuns 1 und gedencke deiner Suͤnde nicht umb meinent willen. b Alſo werden uns noch von G Ott dem HErrn die Suͤnde vergeben nach ſeiner groſſen Barmhertzigkeit Pal, 5. Derwe⸗ gen wir auch bey Ihm allein Vergebung der Suͤnden ſuchen ſol⸗ len. Dann ob gleich C Hriſtus auch zu ſeinen Juͤngenn ſaget: Joh 20. v.33 Job. 20. Welchen ihr die Suͤnde erlaſſet denen ſind ſicetlaſſen/ und Krafft ſolcher Wort C Hriſti alle getrewe Lehrerund Prediger den Bußfertigen die Suͤnde noch vergeben/ ſo ſind doch dieſelbe nur Diener /nſrumenra und Werckzeuge Gtes derdurchſie ndei/ wircker und der Suͤnden Vergebung mindelellKatehn. Ihr d IFyr ſeyd es nicht die da reden/ ſondern ewers Vaters Mattk. 16 Seitt iſt es der durch euch redet. Lue. ℳ. Wer euch hoͤret/ e0. der horet mich...e wa (4) Haben wir hierbey Vrſach anzumercken; warumb 4. dann unſere Suͤnde uns vergeben werden. Weil wir(wie f obgemeldt) mit unſern guten Wercken dafuͤr nicht genug thun Men koͤnnen. Diß geſchicht nun einig und allein umb des theuren Dar Verdienſtes C Zriſti JEſu unſers Heilandes willen/ der fuͤr alle a unſere Suͤnde durch ſein theures Blut die Verſuͤhnung worden 1 iſt.⸗ 7ob. 2. Welches dann der Apoſtel Paulus deutlich anzei⸗ get/ Rom. 3. Sie ſind allzumahl Suͤnder/ und mangeln des Ruhms/ den ſie an GOT Thaben ſollen/ und werden ohn Verdienſt gerecht/ auß ſeiner Gnade/ durch die Erloͤſiing/ ſodurch IEſum ChHriſtum geſchehen iſt/ den GOtt vor⸗ geſtellet hat zu einem Gnaden⸗Stuel durch den Glauben m ſeinem Blut. Alſo bittet der Prophet Daniel umb des „HeErrndas iſt umb Meſe willen Vergebung der Suͤnden zu er⸗ angen/ Dan.„. Vnd Paulus ſchreibet abermahls Epbeſ. /. GOtt hat uns angenehm gemacht durch ſeine Gnade in Eph. r.v. 6.) dem Geliebten/ an welchen wir haben die Erloͤſung durch 8— eein Blut/ nemlich die Vergebung der Suͤnden. Dann/ Das Blut IEſu Chriſti des Sohnes GOTtes reiniget nmuns von Suͤnden. ⸗Job.z. Sintemahl Er umb unſer Miſſethat willen verwundet/ und um b unſer Suͤnde wil⸗ enzerſchlagen iſt/ a.. Vnd als das Laͤmblein GOT⸗ tes der Welt Suͤnde getragen hat/ 706.1. Wie auch an 8 den Verſuͤhn⸗Opffer! Ley.*5. vorgebildet worden. An wolchem ſich auch ein rechter Chriſt/ ſo der Vergebung der Suͤnden begie⸗ u halten thut/ und mit der Chriſtlichen Kirchen alſo bittet: Ach Ott/ meine Suͤnde bekenne ich Dir/ Vater gehe nicht ins Gericht mit mir/ ich wil Dir ſetzen einen Vorſtand/ e es, Ilum Chriſtum meinen Senand O Vater nim den Rom. z. v. 2½, leq. 9 r oo iij Buͤrgen 8——. 4 9 6 4 5— 3 3. „— 3 4— g.* 2. . 1 1 4 3 3. 82 4——— —“ ——2„ N. 8 —— 8— 1——— 3 8ͤͤſſ““. 4. 2— 3 — F. Rem.,7. 6. die daran glaͤuben/ Rom.. 6. 846 Die vierdte Predigt Buͤrgen an/ dann Er gar wol bezahlen kan/ mit ſeinan Gehorſam und Gedult/ was Adam und wir alle haben verſchuldt/ ꝛc. durch dann diegs (5.) Wordurch dann die Vergebung der Saͤ uns angeboten und mitgetheilet werde? der Sende durch das goͤttliche Wort und die hochwuͤrdigen Sacramen⸗ ten. 1. Durch das Wort in der Predigt und allen Vermaz⸗ nungen/ ſo offt darinn die Zuſagen G.Ottes von gnaͤdiger Pa⸗ gebung der Suͤnden wiederholet oder erklaͤret werden. Dann das Evangelium iſt eine Krafft G Ottes/ die da ſelig machet/ alle d Wie auch die Hiſtoti des Haupt⸗ mans Cornelii r.%. außweiſet/ dem durch die Predigt des Apo⸗ Reelo Petri Vergebung der Suͤnden votgetragen wird. 2. Durchs Wort der H. Abſölution Mattb.„. Di ſind deine Suͤnde vergeben/ 2. Jam. 1z7. So hat auch GOg deine Suͤnde weggenommen nach C Hriſti Einſetzung/ Matr. 5. Job. 20. Hierbenebenſt auch durch die hochwuͤrdigen Sacra⸗ menta wird uns Vergebung der Suͤnden mitgetheilet. Durch die Tauffe /die wircket Vergebung der Suͤnden/ erloͤſet vom Tode und Teuffel/ wie Lutberus im Kinder⸗ Cathechiſmo redet. Durch das Hochwuͤrdige Abendmahl: Dann/ wie abermahl die Wort Cutberi lauten/wer deſſen wuͤrdiglich gebrauchet/ und den Wot⸗ ten E Hriſti fͤr euch gegeben und vergoſſen/ glaͤubet der hat was ſie ſagen: nemlich Vergebung der Suͤnden. (5.) Wird uns zu bedencken an die Hand gegeben/ wo⸗ mit wir dann unſerer Sunden Vergebungempfahen und überkommen: nemlich durch wahre rechtſchaffene Buſſe und Dekehtung/ deren fuͤrnemſtes Stuͤck ſſi der Glaubedaß man ſeine Suͤnde bertzlich berewe/ und in wahren beſtaͤndigen Glauben Vergebung deroſelben bey G Ott ſuchen/ wie ihm alſo thut der KZonggumd Propher Dabid. Esbegreiffetaberen wahrerſelg nechade Gſage iatmirenetoſe Wiſaßanemm übeer den no. Pſalmn. 39 nfall des goͤttlichen Worts/ ſondern fuͤrnemlich auch ein feſtes BPertrawen/ ſo die Vergebung der Suͤnden durch und umb des b thewren Verdienſies C Hriſti willen ergreiffet/ und ihme zueignett/ n wie S. Paulus bezeuget/ Rom. 4. Dem der nicht mit Wer⸗ Kom. 4415. ceeen uͤmbgehet/ glaͤubet aber an den/ der die Gottloſenge.. A Fechi machet/ dem wird ſein Glaube gerechnet zur Gerech⸗ unmtigkeit. 4 21 Wirſtu demnach/ mein detruͤbter Chriſi/ angefochten we⸗ Was die un gen deiner Suͤnden/ dein Gewiſſen ſageis dir/ daß bey dir derſel⸗ e aad 4 a den mehr ſeyn/ weder Haar auff dem Haͤupte/ thue nicht mit dem der Saͤnde an Cain/ Achitophel und Juda verzweiffeln wollen/ ſondern troͤſte in ſich de⸗ an dich/ daß eine Vergebung der Suͤnden ſſo in ſich begreifft I. Laurus greiffe, aleckionem, die hohe Liebe und Barmhertzigkeit GOTtes des himmliſchen Vaters/ die Er an dit ſo hoch erwieſen/ daß LErr auch ſeines eingebohrnen Sohnes nicht verſchonet/ ſondern denſelben fuͤr uns alle dahin gegeben/ ey wie ſolte Kom. g. v Er dann nich mit Ihm dir alles ſchencken/ Rom. F. Ver⸗ 32.33.) mwundert ſich doch dein Heyland ſelbſt uͤber ſolcher groſſen Gnade 6 Ottes und ſpricht/ Job. z. Alſo hat GOTT die Welt gelie⸗ Joh. z. v. 16, nmbet,/ daß Er ſeinen eingebohrnen Sohn gab/ auff daß alle/ die an Ihn glaͤuben/ nicht verlohren werden/ ſondern das Dant e ewige Leben haben: Cain ſprach in ſeiner Gewiſſens⸗Angſt: Maeine Suͤnde iſt groͤſſer/ dann daß ſie mir kan vergeben Gen. 4.v.4z⸗ weerden/ Gen. z. Aber Auguſtinus antwortet ihm: Mentiris cain, major et DEI miſericordia ꝓuam omnium baminum nuſeria. Mit nichten Cain/ GOTies Guͤtigkeit iſt groͤſſer als aller Menſchen Boßheit. b Troͤſie dich wider die Verzweiffelung/ mit der Vergebung der Suͤnden /ſo in ſich begreifft 2. Cbriſti ſatusfactionem, C Hriſii ollkommene Bezahlung. Warumdb mein betruͤbter Chriſt/ iſt dem HErr JEſus in die Welt kommen? S. Paulus antwortet m.. Das iſt je gewißlich war/ und ein thewer Mehetes m a 3848 Die vierdte Predigt Wort/ daß CHriſtus IEſus kommen iſt in die Welt/ die Suͤnder ſelig zu machen. Warumb hat Er den ſchmahli⸗ chen Creutz⸗Todt gelitten? Ey daß du in deinen Suͤnden niche ſolſt verzagen/ ſonſt were Er vergebens geſtorben. Hoͤre an und bedencke wol die Hertzerquickenden Troſi⸗Spruͤche: Fuͤrwat Er trug unſere Kranckheit/ und lud auff ſich unſere Schmertzen: Er iſt umb unſer Miſſethat willen verwin⸗ det/ und umb unſere Sünde willen zerſchlagen/ die Straf⸗ ſe liegt auff Ihn/ auff daß wir Friede haͤtten/ und durch Eſa. Z. v.1. ſeine Wunden ſind wir geheilet/ ½2.. Vnd Eſa. B. Ich/ 8. 44. VY. 25, Ich tilge deine Vbertretung umb meinent willen/ und ge⸗ dencke deiner Sünde nicht. natius ſchreibet in ſeinen Epi⸗ ſteln/ CHriſtus JEſus ſey einem Suͤnder/ der mit Verzweiffe⸗ Wunden gezeiget und geſaget: Siehe/ lieber Menſch/ dieſe Wun⸗ den habe Ich deinent wegen erlitten/ und ehe du in deinen Suͤn⸗ den verzagen ſolteſt/ wolte Ich lieber noch einmahl fuͤr dich leiden und ſterben. b 3 Troͤſte dich mein betruͤbter Chriſt wider die Verzweiffelung/ mit der Vergebung der Suͤnden/ ſo auch in ſich hat 3. Gratie pro- nillionem, daß dir G Ott ſeine Gnade vielfaͤltig verſprochen hat. Dann hoͤre doch mit Luſt und Andacht/ wie G OT T mit dir ſo Eech. 8. v. troͤſtlich reden kan/ Eaecb. F. Wo ſich der Gottloſe bekehret 21. 2z. von allen ſeinen Sünden/ die er gethan/ ſo ſoll er leben und nicht ſterben/ es ſoll alle ſeiner Vbertretung/ die er began⸗ gen hat/ nicht mehr gedacht werden. So war ich eebe/ wil Ich nicht den Todt des Suͤnders/ ſondern daß Er ſ Ffa 1. v. G bekehre und lebe. a.. Waſchet und reiniget euch/ thut ſ*4a.(wer Boͤſes von meinen Augen/ ꝛc. Kompt dann und laſt uns mit einander rechten/ ſpricht der ERR/ wann ewer Suͤnde gleich Bluth roth iſt/ ſoll ſie doch Schnee weiß werden/ und wann ſie gleich iſt wie Roſinfarbe/ ſoll ſi doc⸗ lung gerungen/ dermaleins erſchienen/ habe ihm ſeine heilige uͤber den z0. Pſalm. 49 wie Wolle werden. zer.. Ich wil ihnen ihre Miſſethat ver⸗ geben/ und ihrer Suͤnden nicht mehr gedencken. Matth. n. Kompt her zu mir alle die ihr muͤhſelig und beladen ſeyd/ Ich wil euch erquicken. Was dir nun G Ott in ſeinem Wort verſprochen hat/ geſchworen bey ſeinem Nahmen/ das haͤlt und a siebt Er dir gewiß fuͤrwar. Vnd wiltu dann O Kleinglaͤubi⸗ gerſeinem Worte/ ja ſeinem Eyde nicht trawen/ ſo ſchawe doch an ddie zwey groſſen Koͤniglichen Signet und Siegel/ die Er dir auff ſeinen Gnaden⸗ Brieff gedrutket und deine Seligkeit damit be⸗ kraͤfftiget hat/ nemlich die heiligen Sacramenta. In der Tauffe mhat Er mit dir einen Bund gemacht dich in Ewigkelt nicht zu ver⸗ dett laſſen. Er haͤlt Glauben allezeit. Im Abendmahl hat ſich 5 1 C Hriſtus mit dir dermaſſen vereiniget/ daß du ſingen und ſagen mtanſt: Ich bin ein Glied an deinem Leib/ deß troͤſte ich mich von Hertzen: Von Dir ich ungeſcheiden bleib/ in Todes Nolhen und Schmertzen/ wann ich gleich ſterbe/ ſo ſterbe wi Slt ein ewiges Leben haſtu mir/ mit deinem Tode er⸗ worben. b 11 Du haſt dich auch/ mein geaͤngſtigter Chriſt/ zu troͤſten wi⸗ an nat der die Vezweiffelung/ mit der Vergebung der Suͤnden/ weil ſie mit ſich fuͤhret/ ½. Exemplorum multitudinem, ein hauffen Ex⸗ uneampelder groͤſten Suͤnder/ welchen GOT Talle/ wann ſie auſſe gethan/ zu Gnaden angenommen. Hieran/ mein betruͤ⸗ d5 tes Hertz/du zu gedencken. Hatten nicht Adam und Eva durch Gen. z. v. 6. anten Vngehorſam den Todt uͤber alle Menſchen gebracht? War an icht Abraham anfangs ein abgoͤttiſcher Mann? Hatte ſich Gen. 12. v. 1. David mit Mord und Ehebruch hart verſuͤndiget? Hatte.Sam. n. Manaſſes die Gaſſen zu Jeruſalem mit Propheten Blute 20 4 8* Ffaͤllet/ den achtzig Jaͤhrigen Eſaiam mit einer hoͤltzernen Saͤ⸗ p. 1. ſ. 33. duom a von einander ſchneiden laſſen/ und ſeine eigene Kinder dem 2.Reg.. Moloch auffgeopffert? Hatten nicht Matthæus und Zacheus v. 6. die Lenteaͤberſetzt/ und gros Wucher getrieben? Dennoch haben Matt.9 v.9. e b Ppppp b ſie Luc. 19. v,z. 850 Die vierdte Predigt— Lue. 7.v. 7. ſie alle Gnade erlanget. War nicht Maria Maadalenge ſegd. zuͤchtiges Weib/ und groſſe Suͤnderinn? Dennoch been ee vergoſſenen Buß⸗Thraͤnen die troſtreichen Freuden⸗Won⸗ Naech ag Sey getroſt meine Tochter/ deine Suͤnde ſind dir verge⸗ atth. 26. ben. Ward nicht der abtruͤnnige Petrus nach ſeiner Veneeug⸗ Tu n nung mit Gnaden⸗Augen angeblickt? Dem Schecher am Cuu⸗ Ae33 v. ke das Paradieß verſprochen? Wiederfuhr nicht Paulo in ſanen eer Verfolgung Gnade? In Summa gleich wie ſich der Vaten frewete/ und der trewe Hirte froͤlich war/ da jener ſeinen verlohrnen 1 Sohn/ dieſer ſein verirretes Schaͤfflein wieder fand: Alſo iſt auch ue. S.—. Freide im Himmel/ über einen Suͤnder/ der da Buſſe 7.20. thut/ mehr als uͤber neun und neuntzig Gerechten/ dieder v. Buſſe nicht aeduͤrffen/ ac..„.. Membrum. 27. Zeiget uns auch der Koͤnigliche Prophet /ructum ſeu Was für ilratem, was dann fuͤr Nutz oder Frucht auff unſerer Seiten Turcht ge⸗ entſtehet/ wann uns G Ott die Suͤnde vergiebet: Da er ſpricht: gen GOer Daß man Dich fuͤrchte. Da dann zu wiſſen/ daß zweyetley Koͤnig Da⸗Furcht piorum& impiorum. Es fuͤrchten ſich die frommen vid allhier glaͤubigen Kinder GOTtes es fuͤrchten ſich auch Gottloſe ver⸗ verſtchet ſtockte Suͤnden⸗Knechte und Suͤnden⸗Maͤgde. Der Gotllo⸗ Sou 9 ſen Furcht iſt mor ſervilis, eine Knechtiſche Furcht/ da ſie ihnen e. G Ott einbilden als einen geſtrengen/ zornigen und ſehrecllichen Richter/ der alles genaw in gefaſten wehrenden Zorn mit zeitlichen und ewigen Plagen wolle ſtraffen und heimſuchen/ halten alſo GOttden HErrn fuͤr den groͤſten abgeſagten Feind/ ſuehen von Ihm/ und verharren und verſtarren in ihrer Boßheit/ oder gera⸗ then druͤber in unaußſprechlicher Hertzens⸗Angſi/ in gwalfel und Verzweiffelung daß ſie ihnen ſelbſt offt moͤrdliche Hande anle⸗ gen/ bringen ſich umb/ und vermeinen alſo die Herzens⸗ Furcht zu enden/ da ſie doch allererſt in die groͤſte Furcht genathen/ und mit ihhrem eiwigen unuͤberwindlichen Schaden neht innen werden! Pa ſiegͤchteonemlehE Oites anſtes Sancdgunddea⸗ —* — — —½——— —— — 1 über den n0. Pſalm. Sft Verdamnaͤß. Fuͤr ſolche Furcht behuͤte GOtt mich und alle fromme Hertzen. Von dieſer Furcht redet allhier David nicht)/ a er ſaget: Daß man Dich fuͤrchte: Sondern da verſtehet meer Tmorem filialem, eine Kindliche Furcht/ die ſich ſindet bey recht⸗ ſcchaffenen Chriſten/ da ſie ſich auß kindlichem Vertrawen und wahrem Glauben gegen G Ott fuͤrchten/ daß ſie auch nicht das allerwenigſte thun/ was ihrem G. Ott und Vater im Himmel zu wider iſt/ damit nicht ſein Zorn anbrenne/ der alles verzehre. Thun demnach alle Oecahon und Gelegenheit zu ſuͤndigen fliehen 2nund meiden/ auff alle ihre Sinne und Gedan cken/ Wort und i Werccke gute Achtung geben! ſehen ſich vor/ daß ſie ja nicht mit 9nh der gottloſen Welt die breite Suͤnden⸗Bahn willig lauffen/ thun ſiich fuͤr alle heimliche und oͤffentliche Suͤnden auffs aller trewlich⸗ d ſte huͤten/ und alſo ihr gantzes Leben G Ott ihrem Vater zu Eh⸗ ann ren und dem Nechſten zum Beſten anſtellen/ nach C Hriſti Ver⸗ d mahnung/ Aatsb.. Laſſet ewer Liecht leuchten vor den Matth. z. 3 Menſchen/ daß ſie ewer gute Wercke ſehen/ und ewren Va⸗. 16. nmter im Himmelpreiſen. So ſie aber ja mit einem Fall uͤber⸗ aun ellet werden/(wie dann der Gerechte auch des Tages wol ſieben⸗ mahlfaͤllt) erſchrecken ſie dafuͤr, fuͤrchten ſich fuͤr GOTtes uner⸗ naͤglichen Zorn und Straffen/ aber ſie verzagen noch verzweiffeln anicht ſondern richten ſich auff durch waren Glauben/ ſie ppeliren 31 d und begeben ſich 2DEO iraro ad DElAM ſangvine fili placa- un, von dem zornigen G Ott zu dem verſuͤhneten G. Ott/ ‚haben drauff einen Vorſatz/ ihr Leben durch Beyſtand des Heiligen Gei⸗ ſes zu beſſern/ außzuuͤben eine gute Ritterſchafft/ Glauben und anutes Gewiſſen zu behalten/ damit nicht G Ott ihr Vater muth⸗ e willig erzuͤrnet werde.“ Solcher kindlichen Furcht wil David/ daß wir uns alle um oͤchſten befleiſſigen follen/ zumahl weil uns G Ott eben dar⸗ and auß Gnaden die Suͤnde vergiebt/ daß man in ſeiner Furcht G umit Ernſtfuͤr Suͤnden ſich huͤte/ und ſein Leben beſſere/ wie dann Ppppp ü auch —— 4 1 “ 8 1 3 4 4 3 A.*——————S 8 S*————“ 8 — 8*———ͤͤͤ——————“ 4 1 —————— 1—————— 3— 5 5—.—— 1„ *——ſͤͤͤͤͤſͤſͤſͤſſſſ——————————— 8 1— 2 2 3—„—. 2— ———*— 5————— 8 3 8 2 5 3 3 1— 2———. 1 4 4— 2 2—— ooöoöoo— 4 —— 4———— 35 Die fünffte Predigt auch&rR Iſius ſelbſt warnet/ 706,9. Siehe zu/ ündige fort 4 4 Jeh.z. v. 14. nicht mehr/ daß dir nicht etwas widerfahre. Genag auff dießmahl. vny· 6. 6S. ho. v6,3e. 600- 6J. S1J.Sre. e Die fuͤnffte 8 redigt/ Habita Cũ- b ſtrin. d. 17z7. Lao. TDher den ſechſten Buß⸗Pſalm des Komges und Propheten Davids/ ſo da iſt der Omnung nach im Pſalter⸗Buch der Hun⸗ dert und Dreyſſigſte. 4 Be Verf. 6. Ch harre des HENRN/ meine Seele harret/ ⸗ wartet auff den HERRN/ von einer Morgen⸗ Wache biß zur anderrn. Eingang. end ſey/ 9e K Eliebte und außerwehlte Freunde in Cnſo/ d be* es iſt ein herrliches ſch hhe Seun umb ugend/ Tugend im 9 9 als welche iſt alles das jenige/ was der teebten⸗/⸗. Griechi⸗ ‿2 eion oder Vernunfft Zucht/ Ehrbarkeit und Ottes Geboten gemeß iſideſſen ſich ein Eht⸗ Auebender Menſch in allen ſeinem Thun! Vor⸗ haben/ Leben und Wande/ GOtt zu Ehten und ſeiner Sehg Was Tu⸗ und ich hoffe auff ſein Wort? Meine Seele ——— — äÿÿ’—— — ꝗ ͦ—,⅓— uͤber den z0. Pfalm. 853 zu gutjin wahrem Glauben befleiſſiget und ſich darinn beluſijget. Nahmen/ Wird in Griechiſcher Sprach genand aeem und Aeriviren ſol⸗ und daß die ches die Gelehrten entweder von dem Wort Aelouas elgo, ich Gottloſen erwehle/ daß es eben ſo viel ſey/ als ²eem ehgenda ſeu expeten- ſich derſel⸗ 402 S V, e t e SKrgr ben gar nicht 4a, weil ein ieder die Tugend erwehlen und degehren ſoll. Oder befleiſſigen⸗ vom aeiama placeo, ich gefalle/ daß es eben ſo viel ſey! als Sondern 2εεα e placabilis, weil die Tugend einem ieden gefallen ſoll⸗ die From⸗ Oder vom zels amo ich liebe/ daß es eben ſo viel pe Metbateſin men. lterarum vaſi ieen amalilis, weil ſie einem ieden ſolle belie⸗ ben und ein ieder ſie billich lieben ſolle. Oder das Aeenn 4100. ndo, vom auſſheben/ weil ſie das Gemüͤth des Menſchen/ von dem irrdiſchen/ zergaͤnglichen/ nichtigen/ zu dem was himliſch/ recht und tuͤchtig/ erhebet. In Hebreiſcher Sprache wird Tugend genand Aildach, menſura, ein Maß oder Richtſchnur/ weil die Tugend ſo wol nach der Richtſchnur der rechten Vernunfft/ oder Geſetzes/ zu richten, als auch ſie ſelbſten all unſers Gemuͤths Thun/ Handel und Wandel/ Norm und Riehtſchnur ſeyn ſolle. Zu Teutſch wird ſie Tugend genand/ vom Tuͤgen oder Taugen/ 2 wei ſie tauget/ und in viel Wege ehrlich nuͤtzlich und vertraͤglich/ und deßwegen in hohen Ehren und Preiß zu halten. Dieſer Tu⸗ gend und tugentlichen Wercken nun befleiſſigen ſich die Gottlo⸗ ſen gar nicht/ wie ſie dann auch dermahl eins in der Hoͤllen druͤber* klagen werden/ laut des Buchs der Weißheit am. Cap. Wir heaben kein Zeichen der Tugend beweiſet. Oder wie es in ſeiner Sprachen lautet: aesm oucior 308 2ο Ʒ⁶αέανB Nul- Sap. ſ. V. I4⸗ uum ſignum virturis voluimus oſtendere. Wir haben kein Zei⸗ hen der Tugend anzeigen/ oder hinter uns laſſen koͤnnen. Nicht daß ſie gantz und gar kein tugendlich Werck /mpliciter thun koͤn⸗ men) und deſſen Anzeige hinterlaſſen dann ſie haͤtten es wol ge⸗ kont. Sondern darumb haben ſie es nicht gekont/ weil ſie allen Aaſtern/ Suͤnden und Boͤſen gaͤntzlich ergeben/ und alſo vor ſol⸗ therihter Boßheit kein Zeichen der Tugend beweiſen/ noch hinter⸗ b Pyppyy iij laſſen 2 1 — 1 5 4—————.—— —. Kà A .——— 4 1 ————-——— 8 — 8———— Matth. n. ſeern ſaget: Ihr Otterngezuͤcht/ wie koͤnt ihr gutes reden/ 7.34. dieweil r dhh ſeyd? Nicht daß ſie nichts gutes reden koͤnnen, ſondern weil ſie es vor ihrer Boßheit nicht koͤnnen Oder wie 854 Die fünffte Predigt laſſen koͤnnen. Eben wie CHriſtus Atattb. 3. zu den Phan⸗ einer/ der mit Feſſeln angebunden/ nicht kan wandeln da er doch/ wann er von den Banden auffgeloͤſet/ koͤnte wandeln. Alſo die Gottloſen/ wann ſie mit den Feſſeln der Suͤnden angebunden/ koͤnnen ſie kein Zeichen der Tugend beweiſen,/ da ſie/ wann ſie den Suͤnden Feſſel ablegten/ dieſelbe wol erweiſen koͤnten. Was nundie Gottloſen nicht thun koͤnnen, das thun die Frommen und Gottsfuͤrchtigen/ als welche die Tugend fuͤr allen andern erwehlen/ ein hoͤchſt Gefallen dran haben/ und nicht nut eines und das ander Zeichen der Tugend anzeigen/ ſondern ſehr viel derſelben hinterlaſſen. Wolt ihr dißfals Exempel haben, nehmt vor euch in unſerm zoſten Pſalm den Koͤnmg und Prophe⸗ ten David/ bey ietzt verleſen Worten/ da werdet ihr in denſelben ſo viel herrlicher Tugenden finden/ die er/ der Koͤnig David hinterlaſ⸗ len/ daß wir ſie auff dißmal nicht alle werden abhandeln koͤnnen. Wollen nur eine und die andere zu dieſem mahl vor uns nehmen/ und davon reden ſo viel die Zeit leiden wil: Seufftzet aber zuvor * mit mir alſo: Hilff HErr/ hilff/ lag wol gelingen/ Dir u Eh. ren/ und zu unſer Seelen Heyl und Seligkeit/ Amen Abhandlung. (△ Elieebte und außerwehlte Freunde in CHriſto/ wann Si⸗ G Jrach von der wahren Gottesfurcht reden/ und dazu ber⸗ mahnen wil ſo ſagt er/ daß er ſeiner Reden ſo volley/ wie s ein vollet Mond: Ich habe/ pricht er noch etwasmehr uſa⸗ gen/ dann ich bin wie ein voll Mond/ S’r, 0. Sehen wir an unſern Koͤnig und Propheten David allhier/ und betrachten ſeine gute Werck und Tugenden/ die er in und bey ſainen ſchweten Anfechtungen von ſich ſehen laſſen/ ſo iſt er ſolchet endenſ 4 — ᷣ 2— uͤber den go. Pſalm. coll/ daß er freylich auch wol von ſich haͤtte ſagen koͤnnen: Ich bin wie ein voll Mond. Wie dann ſolches unſer verleſener Text gnugſam außweiſet. Dann da iſt Koͤnig David ſeiner Kugenden halber inſtar plenæ Luns, als ein Vollmond/ und giebt . Aaͤſt er von ſich ſehen lacem patitntis, den Glantz und Schein der Chriſtlichen wahren Gedult/ dann ſagt er/ Ich harre des HErrn. Dieſes Harren bedeutet ein ſonderliches Harren/ da die Huͤlffe und Rettung wird auffgeſchoben/ und dan⸗ n nenhero man mit groſſer Gedult außwartet und harret biß die Huaͤlffe erſcheinet. Wie es dann auch ſolche Meynung hat im 27. Pſalm/ da Koͤnig David ſeine Seele alſo anredet/ Harre des Flal⁷ v. 4 Herrn/ ſe) getroſt und unverzagt/ und harre des HErrn: b Das iſt ſey nur gedultig. Vnd wil Koͤnig David/ wann er ſpricht: Ich harre des HErrn gleich ſo viel ſprechen: In die⸗ ſem meinem groſſen Elend und Jammer thue ich nicht zuruͤcke lauffen/ oder verzweiffeln/ viel weniger auff mein Verdienſt bau⸗ wen/ ſondern G Ottes Gnade allein/ die ich begehret habe/ der har⸗ re ich mit aller Gedult/ und warte biß es meinem G Ott gefaͤllt mir von ſich plenam lucem, ein volles Liecht/ und zwar Membrum, Textus. zu helffen ee Gehet uns alſo Koͤnig David mit ſeinem Exempel allhier SlS. dn voor/ daß wir in/ und bey unſerm Creutze ſollen gedultig AAm Steut ſeyn/ uns unter die gewaltige Hand G.O Ttes demuͤtigen/ wider Keen tig zn G Ott nicht murren noch geuntzen/ ſondern unſern Willen ſei⸗ ſei nem gnaͤdigen/ wolmeinenden vaͤterlichen Willen unterwerffen. Dann wann wir gleich lange oben auß/ und nirgend an und auß a der Haut fahren wolten/ ſo koͤnnen wir doch dem allmaͤchtigen 6 Ott nichts abtrotzen: Er kan uns wol einen Zorn außſitzen/ an undfuͤr uns im Himmelblelben/ wir aber werden wider den Sta⸗ Klllecken/ 44. 9. und uͤbel arger machen. Dann wer uͤber ſich5 Awet/ dem fallen die Spaͤne in die Augen/ und wer einen Sir. 28.v,28, Sauan die hoͤhe wirfft/ den faͤllet er auff den Kopf&eg. Set Ack. 9. v. Je 36 Deae fünffte Predigt Der nechſte und beſte Rath iſt dieſer/ daß wir des SErrn Zor Mich.7⁷.v.. gedultig tragen/ weil wir wider Ihn geſuͤndiget haben. Micb. 7. Wir ſollen nicht thun wie ein Hund/ der in den Stein beiſſet/ damit er geworffen wird/ oder wie ein Kind/ das ſich widen den Vater ſireubit/ ihm die Ruthe auß der Hand reiſſet/ und zer⸗ reiſſet/ nach dem Vater kratzet und ſchlaͤget/ das bringet dem Ma⸗ teer gar bald in Harniſch/ daß er mit Faͤuſten drein ſchmeiſſet/ und offt das Kind wol gar zum Hauſe hinauß ſtoſſet/ und erbloßma⸗ chet /beſſer kan das Kind nicht thun/ es erkenne und bekenne ſeine Schuld/ demuͤtige ſich/ unterwerffe ſich gehorſamlich der Straffe/ bitte umb Verzeihung/ damit erweichet es dem Vater/ und kompt mit halber Straffe davon. Eben alſo laſſet uns nicht mit den Inſirumenten und Mitteln zuͤrnen/ die uns unſere Beſchwerung zugefuͤget/ und beygebracht haben/ was kan der S tein oder die Ruthen darzu/ daß wir geworffen oder gehawen werden Son⸗ dern laſt es uns mit dem außfechten/ der ſolchen Stein wider uns fuͤhret. Laſſet uns betrachten/ warumb Er uns damit auff die Haut werffe/ laſſet uns nicht uͤber die Nuthe/ ſondern uͤber unſere Suͤnde murren; Es iſt deiner Boßheit Schuld/ daß du ſo Tnenpetwirſt und deines Vngehorſams/ daß du ſo ge⸗ raffet wirſt/ alſo muſtu innen werden und erfahren/ was es fuͤr Jammer und Hertzenleidt bringet/ den HErrn der⸗ Matth. 19. v. 17. nen GOTI verlaſſen/ und Ihn nicht furchten/ ſpricht der NExr Zebaoth/ Tbren, 2, fer. 2.27. 3. c.a. Thue deinem himm⸗ liſchen Vater einen demuͤtigen Fußfall/ erkenne deine Miſſethat/ daß du wider den HErrn deinen 6OS geſuͤndiget haſt/waſche dein Hertz von der Boßheit/ auff daß dir geholffen wetde/ bitte umb Gnade/ und dancke deinem trewen barmhertzigen GOtt/daß er nicht ſeinen gantzen Zorn/ wie du wol verdienel uͤber dich auß⸗ ſch ttet/ ſondern mitten in ſeinem gerechten Gtimm datan geden⸗ cket/ daß Er G Ott heiſt/ und die Guͤte ſelbſt iſt/ Aautb... Alſo hat gethan allhier der liebe David/ der ſitzt in der zunn uͤber den t0. Pſalm. 857 Angſt/ er ſchilt aber nicht/ noch laͤſtert auff G Ott/ ſondern iſt ge⸗ dultig: ſpricht: Ich harre des HErrn. Wir er dann auch anderswo ſeine Gedult gegen G.Ott zu vernehmen giebt/ àl. ꝛw. Es iſt mir lieb/ daß du mich gedemuͤtiget/ auff daß ich Pſalm. o. deine Rechte lerne. Hiskias der Koͤnig that ihm auch alſo da v. 1. ihm G Ott von wegen ſeiner Hoffart durch den Propheten Eſai⸗ aam ankuͤndigen ließ/ daß alles/ was in ſeinem Hauſe wehre/ und mwas ſeine Baͤter geſamlet haͤtten/ ſolte gegen Babel gefuͤhret weerden/ zu dem ſolten auch ſeine Kinder Kaͤmmerer ſeyn am Hofe ddes Koͤniges zu Babel/ da ſpricht er: Das Wort des Errn mſtt gut/ daß du ſageſt es ſey nur Fried und Trew/ wellich Mt lebe. Vnd ſo verhielt ſich auch Kaͤyſer Alauritius, da ſein Weib und Linder vom Pboca erſtochen worden: HERR/ ſagt at er/ Du biſt gerecht/ und deine Gerichte find auch gerecht. Dieſer Mauritius iſt gar ein frommer C hriſtlicher und beruͤhmter an Kaͤyſer geweſen/ aber der Geitz ihn dahin brachte/ daß/ da er viel auſendt ſeiner getrewen Vnterthanen und Kriegs⸗Leute mit ei⸗ iet nem geringen Gelde vom Feinde haͤtte koͤnnen loͤſen/ er doch ſol⸗ ches nicht gethan/ ſondern hat ſie ehe alle laſſen erwuͤrgen von dem mcano, der Vngern Koͤnige. Darumb gab ihm GOS im Traum die Wahl/ er ſolte dafuͤr entweder die zeitliche oder ewige Steaffe erwehlen/(wie dann G Ott den Geitz und Beſchwerung derarmen Vnterthanen/ die er ja ſo wol mit ſeines lieben Sohnes thewren Blute/ als die allergroͤſten erloͤſet/ nicht ungeſirafft laͤſt.) Daeraber die zeitliche Straffe erwehlete/ und drauff nicht allein ddes Kaͤyſerthumbs privirt und entſetzet wurde/ ſondern ihm auch en liebſtes Gemahl Conſtantina und alle ſeine Kinder vor ſeinen Auaen von dem verfluchten Kaͤyſer⸗Moͤrder Pboc⸗(welcher das Bapſthumb geſtifftet und geſtaͤrcket hat/ erwuͤrget worden. Da Frlcht er allewege zu einem ieden Mord: Juſlus es Domine,& reckum esl jadicium tuum, HErr/ Du biſt gerecht/ und dei⸗ ne Gerichte ſind gerecht. Wins da man nach dem juͤngſten aqqa „.. Dei fuͤnſſte Predigt Kinde ſchickte jund die Amme ſo trew war! daß ſie ihr eigen Soͤhn⸗ lein dargab/ und des Kaͤyſers Kindlein damit erhalten wolte dahe⸗ bet Maaritius an und ſaget: Das iſt nicht mein Fleiſch und Blut/ ich habe die Straffe verdienet/ drumb wil ich nicht/ daß frembd Blut meiner entgelten ſolle/ und ließ ſein eigen Kind ho⸗ len. Da ihm aber der Bluthund das Haͤlßlein abſtechen ließ/ floß mehr Milch als Blut darauß: Noch litte et ſolches alles ge⸗ dultig/ und vedergoler immer obgemeldte Worte/ auß dem uo. Pfalm. 1w. Pſalm: HErr/ Du biſt gerecht/ etc. Auch daer ſelbſt hethu⸗ v. IT. tken und mit dem Halſe bezahlen muſte. b Solchzen Exempeln nach/ liebſte Chriſten/ laſt uns auch ge⸗ dultig ſeyn dey anſerm Creutz und Elend. Sonderlich da wi mit unſern Suͤnden die Straffe wol verdienet. Worzu uns dann zum Bberfluß noch anmahnen ſoll/(1. GOttes Befehl. Dann wie G Ott der HErr von uns erfordert ſein Erkaͤntnuͤß Jurcht/ Liebe/ Vertrawen/ Hoffnung alſo erfordert er auch von Tr.J.v.. Ans die Gedult/*„nν.3. Verwirff die Zucht des HEMR niccht/ und ſey nicht ungedultig uͤber ſeiner Straffe. Cr.⸗ Alles was dir wiederfaͤhret/ das leide/ und ſey gedulig in Euc. 2 v.) Merley Truͤbſal. ZLuc. 2. ſpricht C Hriſtus: Faſſet ewre bee*Seele mit Gedult: das iſt: laſſet ewre Seele nicht ungedultig Rom. z.v. Werden. Rom, 12. Seyd froͤlich in Hoffnung/ gedultig in Truͤh⸗ *Cor. G.v. ſal. 2. Cor. 6. Laſſet uns beweiſen als die Diener GOltes in groſſer Gedult. (2-) Vns zur Gedult anhalten ſoll: GOttes ſein gnaͤ⸗ diger Wolgefalle. Wen G.Ott der ER die Gedultvon uns erfordert/ ſo wird er auch gewißlich ein hertzlich Wolgefallen Sin n v. 33. dran haben. Kir.. Glauben und Gedult gefallen G Olt wol⸗ G Ott der HErr leget ſeinen Kindern in dieſem Leben das Creut auff/ nicht daß eran Widerwertigkeit und Vnfallder Menſchen, ein Gefallen haͤtte. Sondern weil er an der Gedult/ welche ſich im Creutz erzeiget/ in Wolgefallen traͤget. Ghlchvieer n Gr. 2. v. 4. 1 — 1 uͤber den zo. Pſal l u. 359 Water wolgefaͤllt/ wann das Kind die Zuͤchtigung mit Gedult annimmt: Alſo gefaͤllt es auch unſerm himmliſchen Vater hertz⸗ lch wol/ wann wir die vaͤterliche Zuͤchtigung von Ihm in aller Gedult auffnehmen. Proy.3. Welchen der HErr lieb hat/ Prov. 3.v.r.. den ſtraffet Er/ und hat Wolgefallen an ihm/ wie ein Va⸗ teer an ſeinem Kinde.“ (3.) Haben wir vor uns GOttes ſeine Liebe ſo uns bi-⸗ lich zur Gedult anmahnen ſoll. Mann uns G Ott der HErr KCreutz und Truͤbſal zuſchicket/ iſt es keines weges ein Zorn Zei⸗ chen/ ſondern vielmehr eine Anzeigung vaͤterlicher Liebe und 9 ul⸗ de. Wie man daſſelbe ſiehet an C Hriſto: Der war G.OTies allerliebſter Sohn/ und gleichwol war ſein gantzes Leben auff Er⸗ dden nichts anders/ als ſietiges Creutz und Truͤbſal. Salomon F ericht Pr⸗.3z. Welchen der HErr lieb hat/ den ſtraffet Cr. prov.3. v. n. Dnd der Engel ſaget zu dem alten Tobtr: Dieweil du E Ott 4 nlieb wareſt/ o konte es nicht anders ſeyn/ ohne Anfechtung Tobn.vanz. aA uh muſteſtu nicht bleiben/ auff daß du bewehret wuͤrdeſt/ I 00. 72. (4.) GOttes Trewe. Es meinets G Ott der HErr oo trew und vaͤterlich mit uns/ daß Er uns nicht mehr aufferlegt as wir ertragen koͤnnen. Dann wo iſt ein Vater der ſeinem zar⸗ ten und ſchwachen Kinde eine groͤſſere Buͤrde auffladet als es mag ertragen? 1. Cor. 0. GOtt iſt getrew/ der euch nicht laͤſt ver⸗ Cor. 10. ſuchen uͤber ewer Vermogen/ ſondern machet daß die v.. Verſung ſd ein Ende gewinne daß hrs koͤnt ertragen. (75.) GOttes des HErrn unwandelbahren Rath⸗ ſchluß. Es hat G Ott von Ewigkeit her es alſo beſchloſſ n ſei⸗ anaen eingebohrnen Sohn in den Todt des Creutzes umb unſert willen dahin zu geben: Alſo hat Ers gleichsfals von Ewigkeit r beſchloſſen/ die wahren Glieder C Hriſtt unter das Creutze zu ſechen. Dieſe Vrdnung und Rathſchluß G. Ottes muß blei⸗ ben. Warumb wolten wir uns dann demſelben nicht unter⸗ Qaqaqj geben? Pſal. 94. Ve I9. Membrum. in und Textus. Die fünffte Predigt 9 eben? Warumb wolten wir uns durch Vngedult demſelben entziehen? Es faͤllt kein Creutz/ kein Leyden auff uns in der Zeit⸗ G Ott hats zuvor alſo verſehen in Ewigkeit. Gleich wie ein Maßhler/ wanner ein ſchoͤn Bild machen wil/ ſo thut er an denſel⸗ ben keinen Strich/ welchen er nicht zuvor bedacht: Alſo weil dich G Ott durchs Creutz dem Ebenbilde ſeines Sohnes wil ehngich machen/ ſo glaͤube gewiß/ Er thue keinen Strich und Streich mit 5 Creutz⸗Ruthen/ welchen Er nicht zuvor von Ewigkeit bedacht * tle.— Sehet/ ſolche und dergleichen Moriven noch vielmehr uns ur wahren Gedult anmahnen ſollen. Weil es aber dem alten Adam ſehr ſawer und ſchwer ankompt/ den bittern Wermuth/ Entzian und Kellers⸗Hals des C reutzes zu verſchlingen ſo muͤſſen wir den himliſchen Gaͤrtner den Heiligen Geiſt anruffen/ daß Er das edle koͤſtliche Kraͤutlein die liebe Gedult in das Gaͤrtlein unſers Hertzens pflantzen/ mit G Ottes Wort wol tuͤnchen/ und mit ſei⸗ nem Gnaden⸗Thaw erfriſchen wolle/ damit es nicht verwelcke. Werden wir alſo dem lieben G Ott ſtill halten/ und Ihm als dem trewen Schoͤpffer unſere Seele befehlen/ ſo wird der G Ott alles Troſtes und aller Gedult/(von welchem allein Frof und Gedult im Creutz und Leyden herfleuſt) uns auß helffen/ da⸗ wir endlich mit David ſagen koͤnnen: Ich hatt viel Bekuͤm⸗ mernüß in meinem Hertzen/ aber deine Troͤſtungen erze⸗ tzeten meine Seele/ Saloa. 11. Es laͤſt auch Koͤnig David /der da iſt voller Tugenden bey ſeinem Creutz/ von ſich ſehen! ucem ſpei& aucie, das Liecht wahrer Hoffnung und Vertrawens zu GO2/ wann er ſagt: Meine Seele harret/ und ich hoffe. Es har⸗ ret Koͤnig David und wartet mit aller Gedult/ und zwar nicht auffs ungewiſſe/ als ob endlich nichts drauß werden wuͤrde. Sondern da hoffet er auch/ und hat alſo einen feſten Glauben und Dertrawen, Sit werde ihn nicht laſſen/ Ex weꝛde gewiß ndicf —————— ☛————— uͤber den tzo. Pſalm. 363 it ſeiner Huͤlff und Rettung erſcheinen/ es wehre auch gleichſo unge aſs es immer wolle. Vnd drumb ſo heiſi es bey thm⸗ Meine Seele harret/ undich hofftftf. Dierbey erkennet zum Nuz Waelches der groͤſte Schatz/ und das reichſte Kleynod USlls.(. ſfey/ ſo uns Chriſten in dieſem Leben gelaſſen: Das iſt die Der groͤſte ae a Hoffnung. Dann hiermit uͤberwinden wir alle Truͤbſal hund Schatz und war mie groſſer Freude. Hierdurch ſagen wit mit Sanci Pau⸗ naeſweſe 1o: Wir rühmen uns der Truͤbſalen/ dieweil wir wiſſen/ Chriſte u daß Truͤbſal bringet Gedult/ Gedult bringet Erfahrung/ Chriſten it Erfahrung bringet Hoffnung(Hoffnung aber laͤſt nicht ben. 4 mzu ſchanden werden/ Kom. 5. Diß iſt unſer ſtarcker Troſt/ diß Rom 5*v. z. ſſ unſer gewiſſer Ancker in allen Sturmwinden: wie dann auch die Schrifft ſaget/ Neb.. Daß vir einen ſtarcken Troſt ha⸗ Heb. 6 v.I8, eun ht ben/ weil wir Zuflucht haben und halten an der angebote⸗ nen Hoffnung/ welche wir haben/ als einen ſichern und ff, ſten Ancker unſerer Seelen. Diß iſi der edle Helm des Heyle/ Eph. 6. vJ. wie es der Apoſtel nennet der alle die Schlaͤge und Plage empfaͤ⸗ get/ welche die Welt auff uns legen kan. Diß iſt die einige Ruhe in den Hertzen der Gerechten/ es komme ihnen Leben/ es komme bnen der Todt/ es komme ihnen Geſundheit/ es komme Kranck⸗ lheit/ es komme ihnen Reichthumb/ es komme Armuth/ es komme hhnen Gluͤck/ es komme Vngluͤck/ es kommen ſo groſſe Sturm⸗ 4 winde der Verfolgungen/ als ſie immer wollen/ ſo ſetzet er ſich ſtill nieder und ſpricht getroſt mit dem Propheten: Der HErr iſt mein Pfal.15,„ Loecht und mein Heyl/ fuͤr wem ſoit ich mich fuͤrchten/ der ſal.ꝛ?,v.n krr iſt meines Lebens Krafft/ für wem ſolte mir grauen. a noch ferner mit dem lieben Hiob in allem Elend: Si Dominu⸗ naeie me,in„„ gerabo: Wann der HErr mich ſchon töd⸗ widd/ wil ich doch auff ihn hoffen. Vnd diß heiſt recht andhaffiig ſeyn/ wie ein Loͤw/ wie die Sehrifft von einem recht⸗ kkaffenn Chuiſten redetdann es iſt eine Stgenſchafft des Lowens/ Oadaa i daß 836 Die fuͤnffte Predigt daß er ſeine groͤſſeſte Macht erzeiget in den groͤſſeſten Gefaß und wann er dem Tod am Nechſten iſt. 389 d der hnn Daß der Geiſt ſpricht: Non ſic impii, non ſſc- Aſſo iſt es mit dem Gottſoe Gottloſen ſen auch dißfals: Sie haben keinen Theil an dieſer Zuverſicht Hoffnung und an dieſem Troſt/ dann die Schrifft ſaget: Der Gottloſen verlohren/ Hoffnung wird verlohren ſeyn/ pov.. Wnd wiederumb: un war⸗ Der Goerſoſen Hoßen 3 Vngluͤck/ prov. 2. Vnd noch v. 20. an einem andern Orte(der Gottloſen) ihre Hoffnung wird t Prov. 0. rer Seelen fehlen/ wb.n. b erSoffnungusal e, 291. 24. Fragſtu aber/ warumb dann das:daß der Gottloſen ihte Hiob. 11. Hoffnung ſo gar verlohren? BVmb zweyerley Vrſachen willen: v. 10. Erſtlich/ dieweil die Gottloſen ihre Vertrauen nicht auff G Ot ſetzen/ ob ſie wol mit dem Munde anders ſagen/ ſondern ſie ſiellens auff die Welt/ und derſelben Reichthumb/ auff ihre Staͤrcke/ und das Anſehen ihrer Freunde. In ſumma: Sie verlaſſen ſich Jer.. v.5. auff Menſchen/ und halten Fleiſch fuͤr ihren Arm/ en Wie ſolches durch den Propheten Eſaiam außgeleget wird/ daet Taas. v.. Pricht: Wir haben die Luͤgen unſer Zuflucht und Heuche⸗ jey unſern Schirm gemacht/. 25. Das iſt: Wir haben vergaͤngliche Dinge die uns betrogen haben unſer Zuflucht ge⸗ macht: welches dann die Schrifft an andern Orten noch weit⸗ leufftiger erklaͤret/ c. 5. Des Gottloſen Hoffnung iſt wie Sap. 5. v.. ein Staub vom Winde zerſtrewet/ und wie ein dunner Reiff von einem Sturm vertrieben und wie ein Rauch vom Winde verwehet/ und wie man eines vergiſſe! der nur einen Tag Gaſt iſt geweſen. Welches dann auch die Erfah⸗ rung beweiſet: Sintemal daſſelbe/ worauff der Gottloſe hoffet/ im Augenblick und zu der Zeit/ wann ers noch viel langer zu haben vermeinet/ verſchwindet und vergehet/ da er dann ſelbſt bekennen muß/ daß es nichtig ſey/ und wie ein vergeblicher Schatten vor uͤber gehet. Ja er muß noch wol in dieſem Leben erfahren daß es ihm in geringer Wlderwertigkeit/ pelche nurdas Fenlaleda ſe, —— —— — 2 ☛ — — — uͤber den B0. Pſalm. Aehelfen kan. Dicſesiſ auch das jenge was G ttmelnetſ daer ſo gewallig donnert/ wider die/ ſo in Egypten umb Huͤlffe zo⸗ gen] und zu dem Pharaone ihre Zuflucht hatten/ er verflucht ſie/ und ſaget ihnen zuſ es ſoll zu ihren Verderben gerathen/ welches ei⸗ 9 Schſt an gendlich von allen zuverſtehen iſt die ſich auff weltliche Huͤlffe ver⸗ laſſen. Wie dann in der That alle Gottloſen thun/ wie ſehr ſie Maüf 1 es auch mit dem Munde verneinen/ umb welcher Vrſach willen au ſie von dem Hiob auch fuͤr Heuchler geſcholten werden. Dann da Salomon ſaget: Der Gottloſen Hoffnung wird zu n ſchanden werden: Da ſpricht Hiob: der Heuchler Hoffnung an wird zu ſchanden: Schilt alſo die Gottloſen fuͤr Heuchler/ die⸗ an well ſie ſagen/ ſie verlaſſen ſich auff G Ott/ da ſie doch in der That auff die Welt ihre Hoffnung ſeellen/ welches man auch neben der Schrifft auß eigener Erfahrung befindet. Dann mit wem ge⸗ det doch der Gottloſe zu Rath wegen ſeiner zweiffelhafftigen Sa⸗ che/ warlich nicht mit G Oit ſondern fuͤrnemlich mit der Welt. Zu wem ſucht er in ſeinen Noͤthen am allererſten Zuflucht? Wen unerufft er in ſeiner Kranckheit an? Von wem erwartet er Troſt in Widerwertigkeit? Wem dancket er in ſeinem Wolſtande? Wann ain Weiſer von dieſer Welt eine ſchwere Sache fuͤr nimbt/ gehet er mauch erſtlich mit GOtt zurathe/ wegen Außgangs derſelben? Faͤl⸗ keter auch wot auff ſeine Knie/ und begehret inſtaͤndiglich G Ottes Haͤlffe? Wie kaner dem gaͤntzlich vertrauen der keinen Theilan eri ſeiner Sachen hat. Sondern die nur auff Geld und Gut/ Ehr un und groſſes Anſehen/ Wolluſt und Vypigkeit gerichtet iſt? Der⸗ a zalben iſt es nur Heucheley/ daß der Gottloſe ſaget/ er traue auff 8 S Ott/ da er doch in der That auff die Welt auff Pharaonem/ auff Egypten/ auff einen zerbrochenen Rohr/ und auf luͤgen trauet. Er bauet ſein Hauß nicht mit den Klugen auff einen Felſen/ ſon⸗ dern mit den Thoren auff den Sand Derhalben werden auch ue nach der Weiſſagung C Hriſti/ Die Platz⸗Regen fallen/ ein 1 Waſſer wird kommen/ die Winde werden ucben undan 864 Dite fuͤnffte Predigt das Haus ſtoſſen/(nemlich in der Stunde des Todes) und es wird fallen und einen groſſen Fallthun Matrb.. Groß wird der Fall ſeyn/ wegen der unvermutheten Enderung/ die er wird ſehen und erfahren muͤſſen. Groß wird er ſeyn wegen des Verluſtes der unausſprechlichen himmliſchen Freuden. Groß wegen der hoͤlliſchen Pein/ darinn er gefallen iſt: Groß wegen des Schreckens/ ſo ihn ankommen wird. Groß allenthalben und auff allerley Weiſe/ das magſtu dich mein Menſch der du dein Hoffnung nicht gaͤntzlich auff G Ott ſetzeſt) wol verſichern/ dann ſonſten wuͤrde der Mund G Hites das Woͤrtlein Groß hirthey nicht gebraucht haben. Die andere Vrſach/ warumb der Gottloſen Hoffnung ver⸗ lohren iſt/ daß/ wann ſie ſich ſchon auff G Ott verlaſſen) ſie den⸗ noch gottloß leben/ welches lauter Eitelkeit/ und keine Hoffnung/ ſondern eine freventliche Vermeſſenheit und Verwegenheit. Auff daß ſolches recht verſtanden werde ſo muß man diß wol in acht ha⸗ ben/ daß wie in der Schrifft zweyerley Art des Glaubens gedacht wird/ Einer iſt ein kodter Glaube/ ohne gute Werck als wann einer zwar wol glaͤubet/ alles was von CHriſto geſaget wird/ aberer mercket nicht auff ſeine Geboth/ und befleiſſiget ſich nicht ſeinen Willen zu thun/ das iſt/ gutes zuverrichten/ und boͤſes zu unterlaß⸗ ſen. Der ander iſt ein lebendiger und ſeligmachender Glaube/ als/ wann einer nicht allein glaͤubet/ ſondern der Glaube auch fruchtbar iſt und thaͤtig/ aiſo daß er herfuͤr bringet die Wercke der Liebe: Alſo iſt auch zweyerley Hoffnung/ dem zweyfachen Glauben gantz aͤhn⸗ lich. Die eine des Frommen/ und kommt her auß einem guten Gewiſſen. Die ander des Gottloſen/ und iſt bey einem ſchuldi⸗ gen Sewiſſen/ welches man keine Hoffnung/ ſondern ehe ein fre⸗ ventlichen Bbermuth nennen muß. Diß bezeuget Johannes 1.Joh.z. v. 2. oͤffentlich/ da er alſo ſpricht: Ihr lieben/ ſouns unſer Hertz & 22. nicht verdammet/(das ſſt/ ſo femme wir kein Gottloß Leben fuͤh⸗ n/ und in Suͤnden wider das Gewiſſen nicht lhn) Sohoht ͤS= ——— — — uͤber den B0. Pſalm. 865 aa 5 eine Freldigkeit zu GOtt/ und koͤnnen unſer Hertz fuͤr Ihm ſtillen/. Fob. 3. Vnd giebter uns ſolches noch heller zu 21 ſiehen in den Worten/ die bald drauff folgen/ v. 22. Was wir itten/ werden wir von Ihm nehmen/ dann wir halten ſeine Ge⸗ oth/ und thun/ was fuͤr Ihm gefaͤllig iſt. Solehes wird auch oon dem Apoſtel Paulo beſtetiget/ da er ſpricht: Die Haupt⸗ 85 Summa des Geboths iſt: Liebe von reinen Die Haupee im.uv von guten Gewiſſen/ und von ungefaͤrbten Glauben/ 8 e. Zim. ¹. Nun ſolten wir auch die noch folgenden Tugenden/ ſo Noontg Daoid allh ier von ſich ſehen laͤſt/ behertzigen/ weil aber die Seit verfloſſen/ laſſen wir es biß auffs kuͤnfftige verſparet ſeyn /,und dancken dem vielguͤtigen G Ott fuͤr Verleihung Zeit und Stun⸗ mddedarinn wir ſolches angehoͤret/ der verleihe uns ſeine Gnade/ daß nwir uns auch in allerhand Chriſilichen Tugenden uͤben/ Glauben dan und gutes Gewiſſen behalten/ und das Ende des Glaubens/ ſoda iſi der Seelen Seligkeit davon bringen moͤgen/ umb 4 (ScJ JESV willen/ AMEN. b 34 e. edo. 6po. cge. 2rSe 2oNo. fDe. 6e ihe AS5 Die ſechſte Predigt/ ac⸗ en Sher dan ſechſten Buß Pſalm des Koͤniges oaarr. und Propheten Davids/ ſo da iſt der 1A4401649 Denun nach im Pſalter. Buch der un⸗ dert und Dreyſſigſte. „ 1. E N. J. 11 8. Sau K 8 hatre des g RMN meine Seele harret cSLund ich hoffe auff ſein Wort? Meine Seele 1I Rrrrr wartet . 5 2*— — 3.—. 4 4 1 8. 3 4 4,— 3 3 4. 4“ 3——.. 3 1.— 4 2 1 1—— 8 4— E.—“— 4————. 1 —. 6 4*„ 4 1 ———=——„ 8. 3— 3 ————————— AEA 7 5 — . 1 8. 8 8“ .——“—— — ZöZöZöZöZöZ—ö—öZ—ſGa“——— 3 5 8 7 3 1* Weinſtoͤcke im gelobten Lande. 836 Die ſechſte Predigt wartet auff den H ERRN/ von einer Morgen⸗ Wache biß zur anderrn. Merga Eingang. Wunder⸗ Kocardus ein Hiſtorienſchreiber meldet/ daß man in Gelobten Lande an etlichen Onten dreymal im Jahr von einem Stock Weintrauben leſe/ und eine ) Rebe dreyerley Wem gebe/ und man alſo in einem „ Sahieey ich hache⸗ denanh ihr Gelieb⸗ AMatth. 2.— en in C Hriſio/ ſoll undewuſt ſeyn/ daß die Chriſ⸗ v.z. liche Kirche ein geiſtlicher Weinberg/ 1 6 d f Joh.„5. v. z. ſem Weinberg iſt C Hriſtus IEſus der rechte Weinſtock/ 7ob. g. Die Glaͤubigen aber die Reben/.. Die durch den wahren Glau⸗ Sak. 3. v. 22. ben dieſem Stock einverleibet worden/ Gat. 3. Die Trauben/ die wir bringen ſollen ſind die Fruͤchte des Glaubens und gute Wet⸗ cke: Hier laſſet uns nun fleiſſig zuſehen/ daß wir nicht nur einmal nicht nur dreymal des Jahres/ ſondern ſtets und allezeit/ nicht nur einerley/ nicht dreyerley/ ſondern viel und mancherley Fruͤchte brin⸗ Ioh. 15.v. 8. gen moͤgen/ Job.*/. So werden wir endlich in das ꝛechte Ge⸗ vobte Land des Himmels verſetzet werden von dannen wir auch Thil. 3. v. warten des Heylandes JEſu E Hriſti des HErren/ wel⸗ 20.212, cher unſern nichtigen Leib verklaͤren wird/ daßer ehnuch werde ſeinem ver klaͤrten Leibe/ nach der Wirckung/ damit Er kan auch alle Ding/ Ihm unterthaͤnig machen/ Ehu. b Eine ſolche fruchtbare Weinrebe in dem geiſilichen Wen⸗ berge der Kirchen iſt geweſen Koͤnig David/ ſo da viel Fruͤchte des Glaubens und guter Chriſilichen Ingenden/ ſondeniich/ in und bey ſeinem Creut und Leyden von ſich ſehen laſſen. Als dann polches auß weiſet ſein gantzes Pſalter⸗Buch/ und indenſelben un⸗ ꝛer andern auch der 10. Pſaim vornemuich in und bey dieſen verle⸗ kuin Weh es dann müa an anddf npa ſowan ana⸗ über den to. Pſalnt. 867 mſchiedliche Tugenden und gute Wercke/ die er außgeuͤbet zu finden/ alſo daß wir ihn auch darumb im nechſt vergangener Predigt mit einem vollen Mund auß dem Syrach am 40. vergliechen/ und d beſehen gehabt wie er von ſieh leuchten laſſen/ lucem Cbriſtianæ patienxia, Das Liecht Ehriſilicher wahrer Gedult. 2. lucem ſpes Ne fducie, das Liecht guter Hoffnung und glaͤubiges Vertrauen auu G Ott. Itt wollen wir fortfahren und noch ferner beſehen: Was fuͤr ein Schein und Glantz ſeiner Tugenden er in und bey Finer Anfechtung von ſich ſehen laͤſſet: Seufftzet zuvor umb fruchtbarliche Abhandelung mit mir alſo: b 1 Hilff HErr/ Hilff/ laß wol gelingen/ dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer Seelen Heyl und Seligkeit/ Amen! b Abhandlung. 64½ ½ ℳ Eliebte und Außerwehlte Freunde in C Hriſto/ belangend a, Wue vorgenommenes/ da wir noch femner zubeſehen ha⸗ M ben/ was fuͤr herrliche Tugenden Koͤnig David bey ſeinem an hohen und ſchweren Anfechtungen von ſich ſehen laͤſſet/ ſo finder ſich anietzo der Ordnung nach/ daß er von ſich ſcheinen laſſen: 111. Lucem ex omni conatu diligentie, das Liecht des III. aan boͤchſien und ernſten Fleiſſes bey ſeiner Gedult und Hoffnung. Membrum. Hiervon im Text alſo: Meine Seele harret. lem. Meine Textus. Seele wartet auff den HERRN. Setzet wol zu zweyten mmahlen/ was ſeine Seele darbey thue/ anzuzeigen/ daß alles/ was er mauff ſich nehme/ und gedultig leyde/ darbey harre und hoffe/ das hue er mit allen Kraͤfften der Seelen. Das Wort Seele in Glaff phil. beiliger Schrifft/(weil es das weſentliche und vornehmſte Stuͤ⸗ Sac lib. z. d die des Menſchen iſt) bedeutet zum offterſten das Leben ſelb ſt/ weil p. 3. odes menſchlichen Lebens Fectus und Auffenthalt/ Gen 9. c. 27. Gen. 9. v. 5. od. 4. Ley. 1⁷. Juaic. 9. ete. Es wirtd auch gebraucht„o vo- c. 37. v. 21. kuntae, 2ffect,& defiderio, vor dem Willen/ Sehnen und E 4.1.19. Venaangen des Menſchen/ als welches lauter operationes und aa.9 4 Rrrrr ij Wirclun⸗ 0.9.V7- Gen. 33. v. 8. Exod. 2z. v. 9 Deut. 2z. v. 368 Dee ſichſte Predigt Wirckungen der Seelen ſind. Geu. 23. Exod. 23. Deut. 23. 1. Reg. u. etc. Wil ſagen: Alle mein Leben alles Weſen und Kaͤfi⸗ meiner Seelen iſt nichts anders/ als ein bloſſes Harten und Hof⸗ Pectant. Hiermit an Tag zu geben/ das feſte ſtetige Harren/ in welchem die Seele nichts empfindet/ dann daß ſie harret oder wat⸗ Pſal. 40, v.1. fet: Als er dann auch im 40. Pſalm ſaget: expeatans expectapi, Ich harre harrende des HErrn: Alſo auch allhier: Ich habe GO Ttes/ wil er ſagen/ alſo feſt geharret/ daß meine Seele eine Harrerin worden iſt/ und ihr Leben und Weſen gantz und gar nichts anders/ als ein ſtetiges Harren und Hoffen. Sehet ſo ernſt hats der liebe David gemeinet/ mit ſeinem Harren und Hof⸗ fen zu GOtt. Gehet uns mit ſolchem ſeinem Exempel vor/ daß wir auch De unſerm in und bey unſerm Chriſtenthumb nicht allein mit hoffen und ernſt zu mei⸗ Harren auff GOtt/ ſondern auch mit andern Chriſilichen Tu⸗ genden ſo ernſt meinen ſollen/ alſo daß wir mit gantzen und vol⸗ len Kraͤfften unſerer Seelen dran ſeyn/ und uns keine Muͤhe noch Beſchwerligkeit verdrieſſen laſſen. Aber wie faul und ſchlaͤffrig ggehet es doch offtmals bey unſerm Chriſtenthumb daher/ daß we⸗ Hiſtor. Su⸗ der Seel noch Leib zu etwas gutes ſich bewegen wil. Da wir doch offterſt zur Boßheit hurtig und munter gnug ſeyn. Dann das iſt der Welt gemeinſter Lauff und Brauch daß ſie mehr muͤß⸗ ſam und freudig zur Boßheit/ weder zum guten und laͤuft mancher den Weg der Suͤnden mit vollen Springen. Nehmt dißfals Exempla. Wie wacker war Abſolon ſeinen Water zuverfolgen/ Wie fleiſſig gab Achitophel den Nath datzu/ Wie liſig wargoͤ⸗ nig David/ der Bethſabe theilhafftig zu werden. Wie manchen Gang verrichteten die zween aiten Richter ob ſie ihrgeiles Muͤth⸗ lein mit der Suſannen erſettigen moͤchten. Wie muͤheſam ſind nicht Raͤuber und Moͤrder: ur jugulent homines ſurgunt de notte ur, over. Die Moͤrder liegen in Waͤldern und Sulaam 9 — ——E ö1 Schnee und Regen/ wagen Leib und Leben/ und muͤſſen ſich alle Augenblid beforgen, daß ſie aufs Nad geſioſſen und r alle Welt zu ſchanden geſetzet werden. Ach wolte GOtt/ daß du doch mein lieber Chriſt/ ſo fleiſſig und wacker wehreſt zum guten. Die Welt laͤſſets ihr blut ſauer werden/ die Hoͤlle zu verdienenſund „ 32 1 b du wilt ſo faul und traͤge ſeyn/ den Himmel zuerlangen. Manſchreibet von einem Altvater/ genand ambo, daß er Ia vitis Pa- zur Zeit gegen Alexandriam gereiſet und ein unzuͤchtig Weib auff trum. dem Pallaſt in ihrem aͤuſſerlichen Schmuck prangen geſehen/ und tkunſtreiche Meiſter⸗Geſaͤnge ſingen gehoͤret/ daruͤber er dann bit. terlich geweinet. Da man geftaget nach der Vrſach ſolcher ſei⸗ ner Thraͤnen? hat er geantwortet: Ach ſolte ich nicht weinen? ceLo zautum curam non babeo placendi Deo qvantam babet baæs al mulier, ut bominibus turpibus placeat. Dieſes Weib ſchmuͤcket ſich ſo ſchoͤn herauß/ damit ſie ihren Buhlen und der Welt gefal⸗ len moͤge/ und ich bin ſo nachlaͤſſig mein Hertz zu zieren/ auff daß ich meinem G Ott wolgefallen moͤge. O bereue/ O beweine mund beklage auch deinen Vnfleiß/ mein lieber Menſch! Vnd wa⸗ mche doch noch auff/ ſtreich den Suͤnden⸗Schlaff auß den Augen/ renne und lauffe/ ſinne und trachte Tag und Nacht/ nach der ewi⸗ gen Seligkeit und verſaͤume ja deinen Braͤutigamb C HR Iſtum 1R. IEſum nicht/ wie die thoͤrichten Jungfrauen/ AMatth. 25. ſetze Matth. 25. aAu 8 auch all die Kraͤffte deiner Seelen dran/ wie David allhier gethan d bey ſeinem Harren und Hoffen/ und laß es dir bey deinem Chli⸗ e ſtenthumb einen rechten Ernſt ſeyn. IV. Vor das vierdte laͤſt Koͤnig David bey ſeinen ſchwe⸗ Iv. 27 4 b ten Anfechtungen von ſich ſehen lucem obedientie, einen guten Membrum. Gehorſam. Dann ſpricht er: Vnd ich hoffe auff ſein Wort. Text. 5 O Stt hatte dem David viel ſchoͤne herrliche Verheiſſungen ge⸗ Fan/ nicht allein/ daß Er ihm verheiſſen den HErren Meſſiam ſo * 4* 5 ————— von ſeinem Leibe kommen ſolte. Saw. 7. Beſondern ihm auch ver⸗ 2. Sam.7. 4 ſprchen ſeine Gnade daß Er ihn auß Noͤthen wolle erretten;im v.z. Rrrrr iij 50. Pſalm. 7 7o. vas. „„o Die ſechſte Predigt 50 Pſalm. Ruffe mich an in der Zeit der Noth ſo wl ich d erretten/ und du ſolt mich preiſen. Vnd was auhdc Zuſage mehr. Das wat nun G Ottes ſein Wort, dem ſolte en glaͤuben. Hierin folget Koͤnig David und gehorſamet G Ott⸗ nimbt ſein Wort und Verheiſchung vor ſich eines nach dem an⸗ dern/ und ſeine Hoffnung drauff. Dann ohne G Ottes Won Pfn ne danen. heiſt G.Ott nicht gehorſamen. Sondern “ Welches uns nutzen kan 2 Su8. Wider die Winckieriſche Fantaſten und Enthuſiaſten/ Der Winck⸗ ſo da hoffen und harren ohne Wort/ und verlaſſen ſich und keriſchen hoffen auff ihre Empfindung davon ſie viel pralens und ruͤhmens Pehagreßten machen/ nennen ſolche ihre Empfindung eine groſſe uͤberſüͤſe ſtaſten ihr Suͤſſigkeit/ die ſie vermeinentlich ſchmecken in ihrer gelaſſenen vergebliches Gelaſſenheit/ wie dieſe Grillenmeiſter die thoͤrichte horheit thoͤ⸗ Hoffen und richt ritulren/ darinen ſie ſich auß tieffer Andacht und angemaſter Harꝛen ohne Heiligkeit ſo weit zukommen getrauen/ daß ſie mit G Ott/ mit den Wort. Engeln und Geiſtern koͤnnen Geſpraͤch halten/ die Schrifft erklaͤ⸗ ren ohne Beruffung/ Geſichter ſchauen/ und zukuͤnffuge Dinge verkuͤndigen ohne Begruͤndigung/ und auch in den Himmelund in die Hoͤlle fahren vor ihres Leibes Ablegung. Welehes warlich ein ſchreckliches Geplerre und Verblendung des Teuffels/ welcher ſich nicht ſelten ſelbſt veſtellet zum Engel des Liechtes darumb iſt es nicht ein groſſes/ ob ſich auch ſeine Dlener verſtellen als Prediger der Gerechtigkeit. Vnd iſt kein Wunder daß die falſchen Apoſtel und truͤgliche Arbeiter ſich zu C Htiſt Apofteln verſtellen/ weicher Ende ſeyn wird nach ihren Wercken/ ⸗Cor, n. Wir wiſſen es/ was ein blaues Glas fuͤr Art an ſich habe daß alles was man dadurch anſihet/ dem Auge blaue vorkommt obes ſchon eine ſchneeweiſſe Wand wehre: Solte dann nicht der boͤſe Feind nach ſeiner tauſend Kuͤnſtlerey ſo viel zu wege btingen koͤnnen daß die deneneckelt uͤber der guten Einfalt/ zuforderſtuͤher dem WDen uͤber den 30. Pſalm. 571 G Ottes/ welche der Warheit nicht glaͤuben/ ſondern haben das doch nichts iſi? Luſt zu der Vngerechtigkeit /⸗ T62. Laſſen ſich die Oh⸗ ⸗Theſl. z. ren jucken nach neuer Lehre/ ⸗Tim.. Vnd folgen den klu⸗ v. w. gen Fabeln/ 2. Per, 1. von ihm dermaſſen dementixet und einge⸗ 2⸗Tim. 4* nommen werden ddaß ſie meinen/ ſie ſehen/ hoͤꝛen und fuͤhlen etwao/ ⸗. 2. Pet.*. v. 16, Darumb hůte man ſich fur ſolcher Blendung der Schwer⸗ merund ſiehe auff G Ottes Wort/ hoffe darauff/ und damit ſol⸗ ches ſo viel deſto baß geſchehen moͤge/ ſo thue dich fleiſſig halten an den Ort da G Ottes Wort gelehret wird/ hoͤre es mit hertzlicher Andacht/ und Gebrauch der hochwuͤrdigen Sacramenten/ mit n wahren Glauben/ ſprich mit den Kindern Korah: Wie lieblich ſind deine Wohnungen/ HErr Zebaoth/ meine Seele ſeh⸗ net ſich nach den Vorhoͤfen des HERRN/mein Leib und Seele frewen ſich in dem lebendigen SOtt. Dann ein Tagin deinen Vorhofen iſt beſſer dann ſonſt kauſend: Ich willeber der Thuͦr huͤten mmeines GOttes Hauſt/ dann lange wohnen in der Gottloſen Hütten/ al, 4. Sage klal.84... mir Koͤnig David: Eins bitte ich vom HErrn/ das haͤtt ich ſeaa. gerne daß ich im Hauſe des HErrn bleiben moͤge mein Le⸗ 8 benlang zu ſchawen die ſchoͤnen Gottesdienſte des HER⸗ ren) und ſeinen Tempel zu beſuchen/*al.. Vnd miit dem gſola⸗.a. Vrnan) Propheten Ezechiele 33. Lieder kompt/ und laſſet uns hoͤren/ Ezc mwwoas der HERR ſaget/ und kommen in die Verſamlung. h. 33. 4 123 -13 lus ſemper de cibo cordis,;vàm de cib'o corpori cogita, Augu- Kinus. Trachte allezeit mehr nach der Speiſe der Seelen/ als nach der Speiſe des Leibes. Laß dich keinen Weg tauren und verdrieſſen/ ob du ſchon die Kirche nicht bald vor der Thuͤr haſt. Gedencke die Koͤngin von Mittag kam vom Ende der Erden/ Salomonis Weißheit zu hoͤren/. Keg.*. Siehe hier iſt mehr: Keg. 16.v. als Salomon/ Aantb. 1z1. Der Kaͤmmerer der Koͤnigin Can- Matth. 12, r i Mohrenſand kam gegen Jeruſalem/ anzubrten/ und den 1a⸗ Golles⸗ . ——————— ——— . 1 8 Di ſechſte Predigt Ad 9. v. 27. Gottesdienſt beyzuwohnen/ 102 F. Pyrbagoras, Plato und an⸗ dere Sbuopbi haben viel Jahr groſſe gefaͤhrliche Reiſen gethan/ Welt⸗Weißheit zu ſtudieren. Autiſthenes iſt alle Tage viertzig Nladia oder eine groſſe Meilweges nach Athen gangen/ damit er Socratem hoͤren/ und ſeine Kunſt ihm ablernen moͤchte: Ach wſe vielmehr ſoltu mit unverdroſſenem Fuſſe und Hertzen lauffen an dem Ott/ da du die himmliſche Weißheit/ das rechte Erkaͤntnuͤß Dttes/ darinnen das ewige Leben ſiehen/ hoͤren und begreiffen kanſt. Wirſtu das thun/ und deine Hoffnung alſo auff das Wort des HErnn gruͤnden/ ſo wiſſe/ daß der HErr dich wird ſegnen auß Zion/ al. 2s. Vnd wirſt etfahren/ wie wahtes Plal 3. v.z5. ſey/ was David ſaget im 3⸗ Pſalm: Ich bin jung geweſen/ und alt worden/ und habe noch nie geſehen/ den Gerechten verlaſſen/ und ſeinen Samen nach Brodt gehen: Vnd E. 65 v.ꝛ1. Wie Eſaias verſpricht/ c.. Daß die Gottsfuͤrchtigen wer⸗ b den Haͤuſer bawen/ und bewohnen/ ſie werden Weinberge pflantzen und derſelben genieſſen. Dann was der Gotts⸗ Pſalm. 128. fuͤrchtige vornimpt/ da wird der HERAGluͤck darzu ge⸗ Sir. u. v.. ben: Den Frommnen giebt GOcT Güter die dableiben/ und was Er beſcheret/ das gedeyet immerdar ſagt Sinachn. 1. Tim. 6v.6 Es iſt ein groſſer Gewinn, wer gottſelig iſt/ ſchreibet Paulus Matth. 6. 7. Tim. 6. V. 2o0. E Hriſtus Aattb. 6. Ea tempofris bHars qνe 00 mutuo da- zur, non amittitur, ſed ab eo magnã cum acceſſione, largog Fanore redai ſolet: ſaget Baßhus, das iſt: Die Zeit die GHlt geliehen/ und Ihm zu Ehren und Dienſi angewendet wird/ nicht verlohren/ ſondern wird von Ihm mit groſſen gugang und b reichen Wucher wieder erſtattet. Dißfals ich eine Hiſiotiam zu Hohen. erxzehlen: Auffeine Zeit giengen etliche Mehder hinaußeine groſſe dorff. Wieſe am Sontage abzuhawen und ward einem ieglichen ſeine Prompt. Artbeit abgetheitet. Da man aber zur Kirchen leutet legte der ei⸗ Hiſtor. ne ſeine Senſe beyſeit und ſprach: Ich wil hingehen un* e b ndig Es iſt ein Schatz/ der nicht vergehet/ ſpriht uͤber den B0. Pſalm. 97 Plredigt hoͤren G Htt wird mir helffen/ daß ich euch hernach fol⸗ gen und meine Arbeit gluͤcklich verrichten werde. Da er nun nach verrichtetem Gottesdienſte ſich wiederumb zu ſeiner Senſen iindet/ dieſelbe faſſet/ trifft er mit dem erſten Streich an einen Gro⸗ ſchen /der ein Marck Goldes/ das iſt/ 56. Ducaten haͤlt/ und ſiehen drauff dieſe Wort: Manus DEI me compegit,& in domunm Rpauperis redegit, gui Sabéatbum non fregit: GOTtes Hand at mich gepreget/ in des Armen Hauß geleget/ der des Sabbais eecht gepfleget.. Wann wir uns demnach fleiſſig zu G OCtes Wort hal⸗ een/ und uns darin uͤben/ ſo kan unſere Hoffnung zu G Ott ſo viel an deſto gewiſſer ſeyn/ dann wir haben alsdann gefaſſet und gelernet/ ait bn was wir zu hoffen/ und worauff wir unſer Hoffnung ſetzen ſollen. V. Fuͤr das fuͤnffte ſehen wir an dem Koͤnige David ſchei, v. nen Lucem conſtautie, das Liecht wahrer Beſtaͤndigkeit/ wann er Membrum. ſpricht: Meine Seele wartet auff den HErrn/ von einer Textus. Morgenwache biß zur andern. Wil ſagen/ meine Seele ſtehet/ ſo zu reden/ gerichts Angeſichts allezeit zu G Ott/ wartet fe⸗ ſtiglich ſeiner Zukunfft und Huͤlffe/ wie lange es auch immer weh⸗ ret/ als er dann auch ſyricht im 123. Pſalm: Vnſere Augen ſe⸗ hen auff den HERRNunſern GOtt/ biß Er uns gnaͤdig werde. Dann dieſe Wort/ warten von einer Morgenwache biß zur andern/ zeigen an die Laͤnge ſolches Harrens/ gleich wie das vorhergehende Hoffen und Harren angezeiget den modum, das Maaß /nemlich das Wort/ wann er ſagt/ und ich hoffe auff ſein Wwort. Und weil allhier der Morgenwache gedacht wird/ iſt zu nviſſen daß die Schrifft theilet die Nacht in vier Theil/ und nennet ſolche Theile der Nacht/ Wachung oder Wartung. Gleich wie die Stadt⸗Huͤter des Nachts wachen und warten ob iemand komme. Eine iegliche Wache aber hat 3. Stunden. Die erſte oon 6. hiß zu 9. Die andere von 9. biß zu n. Die dritte von a. biß zus. Die vierdte /ſo da iſtdie Morgen⸗Wache/ vonz. biß zum b Sſſſſ Tage e Vä Die ſechſte Predigt Tage an 6. Alegoriſche und tieffe Außlegungen laſſen wit hiet⸗ bey fahren iiſt gnug geſagt/ daß von einem Morgen biß zum an⸗ dern G HOites zu harren iſt/ das iſt/ ſtetiglich/ und nicht abzulaſſen, ob auch G Ott verziehen thaͤte den gantzen Tag/ ſollen wir doch biß auff den andern Tag warten. Daß er aber die Morgen⸗ Wache/ ſo eben anzeucht/ und nicht die Abend⸗oder Nacht⸗Wa⸗ che/ iſt diß die Vrſache: Des Morgends hebet man alle Were an/ und enden wirs zu Abends/ und ruhen des Nachts: So wit nun der liebe David ſagen/ hebe an auff G Ott zu harten/ ſo hoͤe ich nicht wieder auff/ daß ichs wolt enden/ und darbey ruhen oder muͤſſig ſeyn/ ſondern ich laſſe den Abend und die Nacht gehen/ da man auffhoͤret und rußet bleibe in dem Harren und Hoffen immen ſiehen/ biß wieder Morgen wird. b b Haben wir alſo zum Nut allhier anzumercken Ein Exempel der Beſtaͤndigkeit/ welchem wit billich zu fo⸗ gen /und auch alſo beſtaͤndig ſeyn gegen G OT/ wotzu uns an⸗ mahnen kan und ſoll, G Otes helliger Wille/ ſeine reiche und vielfaͤltige Belohnung/ und unſere eigene Pflicht und Schuldig⸗ keit. GOtt wil es von uns ſeinen Glaͤubigen ernſtlich ha⸗ be/ daß wir bey Ihm verharren und immer auff Ihn hoffen ſollen/ dann darumb hat Er ſo groſſes Gedaͤchtnuͤß geſtiffter/ ſeiner Wunder/ und ſo viel ſelige Mittel in ſeinem Wort und Sarna⸗ 30. I. Matth. 5.v.die umb Gerechtigkeit willen verfolget werden/ dann das menten verordnet/ und an ſeinem Fleiß nirgend etwas erwinden laſſen/ daß wir ſeiner nimmermehr vergeſſen/ ſondern alle zeit an Ihn gedencken/ und an Ihn beſtaͤndiglich und beharruch verble⸗⸗ ben. Vnd damit Er uns darzu locken und anreigen moͤchte, das deſto williger zu thun/ ſo hat Er manche fuͤſſe Verheiſſung uns geoffenbahret/ wie reichlich und uͤberſchwenglich Eralles vergelten und einbringen wolle. S eelig ſind/ ſaget E Hnſtus Alattb.r. Himmelreich iſt ihr. Vnd ſetzet bald hinz: Seyd frduch und getroſt/ es ſol euch in Himmel wol belohnet werden 15 — uͤber den no. Pſalm. 375 Was das fuͤr ein Lohn ſey erklaͤret er Poc. ⸗ Sey gekrew biß Apoc.2.V.10 nn den Todt/ ſo wil ich dir die Krone des Lebens geben. Dete edle und thewre werthe Krone der Seligkeit/ mit welcher (S. Paulus vor GO und allen außerwehlten Engeln und Meenſchen geiſtlich gepranget hat und auffgeſchryen/ Ich habe neeinen guten Kampff gekaͤmpffet/ ich habe den Lauff vol⸗ ². Tim. 4. ſendet/ ich habe Glauben gehalten/ hinfort iſt mir beyge⸗ legt die Krone der Gerechtigkeit/ welche mir der HErr an jenem Tage/ der gerechte Richter geben wird/ nicht mir 4 aber allein/ ſondern allen/ die ſeine Erſcheinung lieb haben. Dieſe Belohnung iſt ſo groß/ daß ſie kein Auge geſehen/ kein Ela. 44. DOhre gehoret/ auch in keines Menſchen Hertze noch nicht ommen iſt. Dann dieſer Zeit Leyden nicht werth der Rom. 8. Heerrligkeit/ die an uns ſoll offenbahret werden/ und wir wiſſin/ daß unſere Truͤbſal/ diezeitlich und leichte iſt/ wir⸗. Cor.. een werde eine ewige und uͤber alle Maß wichtige Herr⸗ lgkeit. Auff den Troſt haben die Hebreer ſich verlaſſen und nden Raub ihrer Guͤter mit Frewden erduldet/ als die da Heb. 10.& h wuſten/ daß ſie eine beſſere und bleibende Habe im Himmel c.n. haͤtten. Vnd Moſes erwehlte viel lieber mit dem Volcke 1 SSOttes Vngemach zu leyden/ da er ſich vom Pharaone hmverfolgen und verjagen ließ/ als die zeitliche Ergetzumg der Sunden zu haben/ und achtete die Schmach CHrifli fuͤr 4 Hiſern eichehumt als die Schaͤtze Egypti/ dann er 2 4 ſahe an die Belohnung des ewigen Lebens/ darinn alles mit vol⸗ ie Maaß gleich gemacht wird. Vnd was noch mehr/ ſo wird den Glaͤubigen ſchon in dieſer Welt eine Ergetzung dargeboten thͤtes Jammers und Elendes/ ſo wol geiſtlicher als leiblicher Wei⸗ c. Geiſtlicher Weiſe dergeſtalt/ daß G.Ott der Heilige Geiſt ſteim Hertzen troͤſtet und erfrewet/ daß ſie mitten in der Hoͤllen⸗ Angſtnicht verzagen koͤnnen/ dann das lehret Petrus/ 2. Fp. 7. Frewet euch daß ihr mit CHriſto leydet/ zc. Selig ſeyd Pet. 4.vz. b Sfſſſ uj ihr 876 denen begegnen werthe Heilige Geiſt ſoll Matth. v. uns dafuͤr? Warlich 3 mens willen/ der ihr/ wann ihr geſchmaͤhet we ſti/ dann der Geiſt/ der ein tes iſt/ ruhet auff euch. Das iſt zumahl ein reicher Lohn/ der ſoll die bey ihrem G Ott beſtaͤndig verbleiben/ de ihnen ruhen/ und nebenſt anden und Frewden⸗Oehl ich den Tag erwuͤtget wuͤrden wie noch weder Schwerdt noch Ver⸗ en ſcheiden noch ttennen moͤge von EHriſto JEſu unſerm Gaben/ ſie mit ſeinem Troſt und vergewiſſern/ daß ob ſie gle KRom. 8. die Schlacht⸗Schaffe ſie den folgung/ weder Todt noch Leb der Liebe G Ottes/ die da iſt in Leiblicher Weiſe wird es offt und viel mildiglich belohnet/ lich beharren: Darauff zielet un Apoſteln ſaget namentlich zu ben alles verlaſſen/ und ſi oder Bruͤder/ oder Schweſter/ oder oder Weih/ oder Kinder/ Die ſechſte Predigt rdet uͤber den Geiſt der auff ch ſage euch/ rechtſchaffenen Chriſten auch wann ſie bey GOtt beſtaͤndig⸗ ſer Heyland/ wann Petro/ der Ihn fragte/ nd Dir nachgefolget/ was wird Vater/ oder Mutter/ oder Aecker uͤmb meines Nah⸗ den Nahmen Chri⸗ Herrigeh und 88 aͤberſchuͤtenn HErnn. Er zu ſeinen ſihe/ wir ha⸗ ver verlaͤſſet Haͤuſer/ ᷓ 1. Tim, 4. Bottſeeligkeit iſt z wirds hundertfaͤltig u allen Dingen nuͤtze nehmen/ dann die und hat Verhei⸗ ſch neh nem Feinde dem Hirſchlein uͤber 40. Jahr lang die Koͤn Berg und Ta ang dieſes und des zukuͤnfftigen mne an dem Koͤnige David/ der war 10. gantzer Jahr vot ſii⸗ Saul fluͤchtig/ und muſie ſich wie ein armes hljagen laſſen/ er hat aben igliche Kron Lebens. Exenpel batauff getragen/ und ſind jhm die ze⸗ hen Verfolgungs„Jahre mit vierfacher Belohnung vetgoſten worden. DVhber das ſo erforderts auch unſere ſchuldige Pflicht/ dann wir ſind Knechte und Soldaten des Hoͤchſten/ darumb wlt dieſen unſern HErrn und Kriegs⸗⸗Oberſten billig anhengig blei⸗ ben/ und uns nicht von Ihm abhalten laſſen ſollen/ damit Er nicht Els. r. klagenmoͤge: Horet ihr Himmei/ und Erde nimd dt, üͤber den no. Pſalm. n ren/ Dann der HERRredet/ Ich habe Kinder aufferzo⸗ gan und erhoͤhet/ und ſie ſind von Mir abgefallen/ Owehe Be des ſuͤndigen Volcks/ des Volcks von groſſer Miſſethat des boßhafftigen Samens der ſchaͤdlichen Kinder/ die den Hrrn verlaſſen/ den Heiligen in Iſrael/ und weichen zu⸗ ruͤcke. Dieſe bewegliche Klage nicht zu verurſachen/ ſollen wir ey unſerm G Ott beſtaͤndig außharren und immer auff Ihn hof⸗ fen/ zu Ihm fleiſſig ruffen: Laß mich kein Luſt noch Furcht von Dirr in dieſer Welt abwenden/ beſtaͤndig ſeyn ans End gib mir/ Du haſts allein in Haͤnden.„en. Verleih mir aauch Beſtaͤndigkeit/ zu meiner Seelen Seeligkeit/ Amen. h. ogpc- vsrho.-S6Je- S6e⸗:SghG- B6,e. B6,30·D696- v6e69c⸗ SDe ſicbende Predigt, e Dber den ſechſten Buß Pſalm des Koͤniges euse 3 und Propheten Davids/ ſo da iſt eerr Annoꝛ649. Ordnung nach im Pſalter⸗Buch der Hun⸗ dert und Dreyſſigſte. T EXT U 1 b Verſ. 7. 8. 9 ISrae hoffe auff den HERRen/ dann bey dem WHERren iſt die Gnade/ und viel Erloͤſung bey Ihm/ und ER wird Iſrael erloͤſen auß allen ſinen Sſſſſi En⸗ Ler chen⸗ Baum. Die ſiebende Predigt Eingang. Linius gedencket eines Baums/ genand Larir, — — 5 4 1— 2 2 7 Plin Shauf Deutſch Lerchenbaum/ derſelbe ſoll ſehr hoch Hid. lib. 16. 2 S wachſen /ſeine Blaͤtter fallen nimmer ab/ er bleibet Cal.Rho. Mallzeit hart/ verfaulet nimmer ſa das Feuer kan ihn dig. lib. o. nicht verzehren/ eben wie die Steine. Vnd mi⸗ antiq. luct. de auch ein ander Scribent hiervon/ daß er einen Thurm geſehen c. 10. vom habe/ von ſolchen Lerchen⸗Baͤumen Holtze auff gebauet/ in wel⸗ chen Jalius Ceſar zwar Feur geworffen/ hat aber nicht koͤnnen vom Feuer verzehret und niedergeworffen worden. Dieſem Letchen⸗ Baum ſollen alle fromme Chriſten gleich ſeyn: Sie ſollen in die Hoͤhe wachſen/ das iſt/ ihre Gedancken gegen Himmel heben ih⸗ ren Muth im Vngluͤck nicht fallen laſſen/ nicht matt werden ſon⸗ dern beſtaͤndig und hertzhaft einmal wie das andermal bleiben/ und ſich von kemem Feuer der Anfechtung uͤberwaͤltigen laſſen Ein Exempel haben wir dißfals an dem Koͤnige David/ wie ſtand⸗und hertzhafftig er in und bey ſeinem hohen ſchweren Anfechtungenge⸗ weſen/ in welchen er als in einer Tieffen/ ja mitten in der Hoͤllen ge⸗ ſteckt/ hat bißhero uns gezeiget der zzoſie Pſalm. Welche Ge⸗ dult/ Hoffnung/ Stand und Hertzhafftigkeit er nicht allein an ſei⸗ ner Perſon wil gnug ſeyn laſſen/ ſondern thut auch noch ander⸗ zum Beſchluß dieſes Pſalms darzu mit Fleiß anmahnen/ daß ſie es ihm gleichfalls alſo nachthun ſollen; ſpricht Iſrael hoffe auff den HErren/ c. Dieſe Wort ſind geſetzet per Apoßtropbes wie man in Schulen redet/ da David von ſeiner Perſon/ ſoer biß⸗ hero præſeutixet/ und dieſelben Tugenden ſehen laſſen/ zu reden ab⸗ aͤſſet/ und ſich wendet zu der gantzen Chriſtlichen Kirchen/ dieſelbe auffs zierlichſte anredet/ und ſie zum Beſchluß vermahnen thut. Welchen Beſchluß wir anietzo vor uns nehmen wollen auffo al ler einfaͤttigſte betrachten. Damit es aber ohne Nutzund Frucht nicht ahgehen moͤge/ ſeuffset zuvor mit mir alſo: Hiif b uͤber den z0. Pſalm. 8 A SHuff HErr/ Hüff/ laß wol gelingen/ dir zu Ehren und u unſer aller Seelen Heyl und Seligkei/ Amen! Abhandlung. 1ͤ Eliebte und Außerwehlte Freunde in C Hriſto/ es hat der guthertzige David ſich bißhero verlaſſen auff GOttes Gnade und Barmherkzigkeit/ darauff gehoffet und ge⸗ harret/ und weil er gewiß/ daß er dieſelbige habe/ und ſie ihm G Ott nimmermehr verſagen werde/ als wil er ſolche Goͤttliche Huld/ Gunſt und Gnade nicht allein fuͤr ſich behalten/ noch wie Pharl⸗ ſeſiſche Leute thun/ andern mit nichten etwas darvon goͤnnen/ O nein: ſondern da wil er/daß auch andere derſelben genieſſen moͤgen/ machet demnach einen ſehr nachdencklichen geiſtreichen Beſchluß dieſes Pſalms. J. Catum Eccleſiæ ad imitationem cobortando. In dem l. mer ſich wendet zu der gantzen Iſraelitiſchen Kirchen/ dieſelbe ermah⸗ Mew brum⸗ n neet ſich eben alſo/ wie er der feſten Hoffnung auff G Ott zubefleiſ⸗ un ſigen und der Goͤttlichen Gnade Huͤlff und Rettung theilhafftig 2 n u werden: ſpricht: Iſrgel hoffe auff den HErren. Iſrael Textus. bedeutet rincees DEI, G Httes Fuͤrſt/ und iſt der neue 8dame n des Ertzvaters Jacobs/ ihme von G Ott gegeben/ als er im Rin⸗ b ngen mit dem HErren obſiegete/ Gen. 2. und werden mit dieſem Gen. 321v. 29 „ Namen in H. Schrifft nicht allein genennet die 1. Staͤmme J⸗ m N rael welche alle von Jacob ihre Ankunfft haben auch nicht allein uit dee n. Stuͤmme Iſrael/ da dann der Stamm Juda außgenom⸗ men/ auch nicht allein die zehen Staͤmme des Volckes G.Ottes/ welche nach dem Tode des Koͤniges Salomonis dem Jerobeam dem Sohn Nebath anhaͤngig wurden/ und ihn uͤber ſich zum Koͤ⸗ nige machten/*. Reg. 1z. Beſondern auch wird mit dieſem Na⸗ mmmmen Iſrael benennet die Kirche G Ottes und derſelben Glieder/ en.76. Wie dann dieſelbe auch hier von dem Daynd berßen klal. 76 va- R DAnn dheieier Spo den v. 15. P.56, ren Glied⸗ maſſen der Kirchen ſind men Iſrael zuerkennen daß die wahren Gliedmaſſen der Kitchen, ſind Iſtael⸗ oder die rechten Iſraeliten, Dann daß die Juden ſo die rechten ſraeliten. 330 Die ſiebende Predigt den wied wann er ſaget: Iſrael. Was ſoll dann aber Iſta⸗ thun? Er ſoll hoffen. In ſeiner Sprachen ſtehet das Woit Tarnov, in ſeh welches nicht heiſſet ſchlecht Hoffen/ ſondern um ſummo dd. Malach. ca Iae‿r‧in expectare, mit hertzlicher Begierde und Verlangen wor⸗ aauff harren oder hoffen/ wie es auch alſo gebrauchet wird ſalm un, p. 2. Worauff ſoll dann Iſtael das iſt/ die Chriſtliche Kirche mit ſo hertzlicher Begierde waren oder hoffen? Auff den HErren. Wann David ein Welt⸗Kind und dem Geitz wehre zugethan ge⸗ weſen/ haͤtte er wuͤrden ſagen/ Hoffet auff Wehre er ein Phariſeer geweſen/ haͤtte er wuͤrden ſagen/ hoffet auf eure Tugenden/ auff eure Sratut⸗ und Wercke des Geſetzes. Weh⸗ te er ein weiſer Heyde geweſen hhaͤtte er wuͤrden ſagen: Hoffet auf eure vielfaͤltige Opffer auff euer Bemuͤhung wegen aofenſondes Vaterlandes. ſagen/ Hoffet auff euren Ceüibas, auff euer ſen auff euer Faſten ꝛc. Aber nein/ David iſt ein reehter Jſtaelit und ein wahres Gliedmaß der Kirchen/ welcher ſeine offnung auff G Htt den HErren geſetzet/ derwegen o vermahnet er auch andere darzulund ſpricht; Iſrael hoffe auff den HErren. Wi alſo/ daß Iſr G Ott ſetzen/ gen/ der werde ſie wol verſorgen/ und nicht ewiglich in Vnruhe laſ⸗ ſen/ ſo wenig als Er ihn und ihre Vorfahren vor deſſen verlaſſen/ davoner anderswo zeuget: Vnſere Vater hoffeten auff dich/ und daſie hoffeten/ halffeſtu ihnen auß: Zu dir ſchryen ſſe und wurden nicht zu ſchanden. Darxumb heiſt es: Iſtael usus. boffe auff den HER³RREN.“ b euer Geld und Gut, Zehre er ein Munch geweſen/ haͤtte er wuͤtden Zagilien und Seemeſ⸗ zel all ſein 2atum und Pertrauen eben auff dieſen und ihr Anliegen auff dieſen HErren werſſen ma⸗ Welches erſie Stuͤck des Beſchluſſes dieſes Pfums uns nun dienen kang *. Zur Lehr. Dann da haben wir allhinbey dem Na⸗ — ——————— ——— feſte uber den tzo. Pſalm. feſte ſteheen auff den Namen Iſrael/ und ruͤhmen/ wie ſie allein J⸗ ſrael/ wir aber Heyden ſind/ das iſt wahr nach dem alten Bund Moſe/ der nun laͤngſt erfuͤllet iſt/ aber nach dem neuen Bund ſind ſie nicht mehr Iſrael/ dann es ſoll alles neu ſeyn/ und Iſraelhat mäuͤſſen auch neu werden. Sind alſo die rechten Iſraeliten/ die den neuen Bund zu Jeruſalem geſtifftet/ angefangen und ange⸗ nommen haben. Vnter welchen die erſten geweſen/ die Apoſtel/ und andere Juͤnger C Hriſti/ ſo ohne das auß den Juͤden kommen/ und rechte Iſrael wahren/ haben auch des gantzen Volcks Iſrael Namen geerbet/wie S. Paulus den Namen.Beujanin. Diumb d ſider Name Iſtael hinfort bey den Apoſteln bleben/ und auff alle hre Juͤnger geerbet/ daß nunmehr die wahre Chriſtenheit und wir auchalledie dem Wort der Apoſiel glaͤuben/ und ihre Juͤngerſind. Iſtael heiſſen. Gleich wie alle Laͤnder Gog mitheiſſen/ weil ſie annter dem Tuͤrcken ſind und ihm folgen ob ſie wol der Geburt nicht alle Gog ſind /Sondern Griechen/ Mohren/ Araber und dergleichen/ dann der Hauffe wird genand nach dem Haͤupt/ deß/ das Panier iſt. Darumb wir dann auch durch die Berge Iſtael da Gog oder der Tuͤrcke ſoll erſchlagen werden/ nicht die Berge zu un IJeruſalem verſtehen/ ſondern es ſind die Chriſiliche Kirche hin und wieder/ unter den Chriſten ſoll er darnieder geſchlagen werden/ aber nicht mit dem Schwerdt/ ſondern mit Blitz/ Donner) hoͤlliſchen euer vom Himmel herab. Wie es auch alſo deutet der H. Lu⸗ herus in der Bibel in der Vorrede uͤber den Propheten Ezechiel. Sind nun die lieben Apoſieln rechte natuͤrliche Iſtael/ ſo ſind wir Cgvhriſten unter ihrem Panier das iſt/ unter dem Evangelio/ darumb eiſſen wir nach ihrem Namen recht und redlich Iſrael/ und ſind wahre Gliedmaſſen der Kirchen. Hieß doch ſener ſchlimmer and Julianus die Chriſten Galileer/ darumb daß ſie an JEſu auß Galilea hiengen: Vnd muß gantz Aſia Gog und Tuͤrcken eiſſen umb ihres Tyrannen willen/ warumb ſolten wir nicht auch umb unſers HErrn JIEſu willen Iſrael heiſſen/ ſo Er doch ein Tiltt rechter 8 X Die ſiebende Predigt rechter natuͤrlicher Iſrael iſt/ und ſeine Apoſteln unſere Herzogen auch rechte Iſtall. Wolt ihr demnach Geliebte Freunde/ wahre Gliedmaſſen der Kirchen ſeyn und bleiben/ ſo muͤſt Ihr Iſrael ſeyn und dieſen Namen ſteiff und unverruckt behalten. Iſrael heiſt ſo viel aſs Princp⸗ DEl, ein Fuͤrſt G Ottes. So muͤſt ihr demnach nicht des Teuffels vorfechter ſeyn mit allerhand Suͤnde/ Schand und Laſter/ ſolche wil G Ott nicht zu Gliedmaſſen ſeiner Kinchen ha⸗ den und wiſſen. Iſrael iſt der neue Name des Ertzvaters Jacohs ihme von G Ott gegeben/ als er im Ringen mit dem H Erren ob⸗ ſiegete/ Gen 32. Nam.¹. Pſal 0S. Alſo muͤſſen wir uns als wah⸗ re Gliedmaſſen der Kirchen und rechte Iſraeliten auch nicht ver⸗ drieſſen laſſen/ wann wir ſtreiten und kaͤmpffen muͤſſen/ wie dann der Gerechte muß immmer im Streit ſeyn/ Mals⸗. Vnd aber ſa zuſehen/ daß wir obſiegen. Wie dann alſo geſtritten und obgeſie⸗ get nicht allein Jacob/ daß er endlich außgeruffen: Ich laſſe dich nicht HErr/ du ſegneſt mich dann. Sondern anch Hiob/ David und andere heilige Leute G Ottes. Welches Obſiegen im Ringen mit dem HErrn nicht beſſer geſchehen kan aſs daß man geduldig ſey und hoffe/ worzu allhier David vermahnet wañ Auff GSOtt er ſpricht: Iſraelhoffe auff den HErren. eein rühmli⸗ ches und odlun nüsiches Khens⸗ Werck. 2. Zum Troſt haben wir zu mercken: Daß es gar ein ruhmliches/ nuͤtzliches Werck ſey/ wann fromme Chriſten ihre Hofuuws afld De ſetzen/ und ſeiner Huͤlffe biß auff den letzien Seufftzer mit beſtaͤndigen Glauben erwarten/ und ſingen mit der Chriſtlichen Kirchen friſchmuthig: Von GOts lollich nicht laſſen/ dann Er laͤſt nicht von mir. Dann ſonſt waͤrde Koͤnig David allhier nicht ſo ernſilich angemahnet haben. Wel⸗ ches dann auch Paulus bezenget in der Epiſtel an die Nomer mit außbuͤndigen Lebens⸗Worten/ wie ruͤh mlich es ſey auff den Er⸗ ren hoffen: Wir rühmen uns ſagter/ der Hoffnungder zu⸗ konfftigen Herrligkent/ die GOtt geben ſol: Nicht— nEn ſK jacut unmf: rim 8 8, den u⸗ über den 30. Pſalm. Eben wie auch des Davids Labſal es geweſen/ ſtendentem ſe boſtem& inimicum, aqve ad inem uſqpe perſe- verare, das iſt: Wer ein rechter Chriſt ſeyn wil/ der muß das glaͤu⸗ ben/ das er nicht ſihet/ und auff die Dinge warten/ die auffgeſcho⸗ ben/ und nicht bald zu Wercke gerichtet werden er muß GO Ott von er zen lieben ob er ſich ſchon feindlich und widerwertig ſiellet/ und muß in ſolchen unverenderten Glauben außtauren/ biß an ſein letz⸗ es. Naoch ein Exempel wollen wir dißmal mitnehmen. Sehet anden Ertzvater Abraham/ der krieget Befehl/ er ſolle auß ſeinem ADVDPaterlande/ und auß ſeines Vaters Hauſe ziehen in ein Land das m der HErr zeigen wolte/ da wolte Er ihn zum groſſen Volch machen und ihn ſegnen/ und ihm einen groſſen Namen machen. Badd krieget er andern Vnterricht/ nemlich das ſoltu wiſſen/ daß dein Saame wird frembde hen in einem Lande das ncht Ttttt ſ 883 das. Sondern wir ruͤhmen uns auch der Truͤbſal/ die⸗ weil wir wiſſen daß Truͤbſal bringet Gedult/ Gedult brin⸗Koꝛ get Erfahrung/ Erfahrung bringet Hoffnung/ Hoffnung That aber laͤſt nicht zu ſchanden werden. So iſt auch der HErr 3. freundlich dem/ der auff Ihn harret/ und der Seelen/ die mnach Ihm fraget. Er haͤlt Glauben immer und ewiglich/ mund alle die Ihn anſchauen und anlauffen/ derer Angeſicht 9n wird nicht zu ſchanden. Deſſen ſich weiß zu ruͤhmen und zu Nutze zu machen Hiob/ und mit Freuden ſpricht: Wann mich liob. n der HErr gleich toͤdten wird/ dennoch wilich auff Ihn hof⸗ fen/ Hios. 3. in welches er nicht allein allhier in dieſem Pſalm/ ſondern auch an⸗ derswo allen frommen Chriſten⸗Leuten mittheilet/ da er ſchreibet: Hoſffe auff den HErren/ und thue gutes/ bleibe im Lande/ an m und nehre dich redlich/ habe deine Luſt an dem HErren der wird dir geben was dein Hertz wuͤndſchet/ beſihl dem HEr⸗ reen deine Wege und hoffe auff Ihn/ Palm. 37. Auguſtinus a mmentiret uͤber dieſes Pſaͤlmlein alſo: Oportet bominem Cbri- hianum credere inifibilia, expectare dilara,& diligere DEIIMM V. 2 . pſal. 37. v.z. ſeqq. Rom. z. v. z. Gen. n. v..?¹? 2 3843 Die ſiebende Predigt Sen. 22. v.. ſein iſt/ und da wird man ſie zu dienen zwingen und vier hundert Jahr. Aber noch viel erſchrecllicher war das 60 Goͤttliche Mandat: Nimb Iſaac deinen einigen Sohn/ i den du lieb haff/ und gehe hin in das Land Moric fere chn daſelbſt zum Brandopffer/ auff einen Berge/ den i ich dir ſagen werde. Bey ſolchem wunderbarlichen und wide ſ natuͤrlichen Anmuthe haͤtte ihm wol das Hertz im Leibe zerſpun⸗ b gen moͤgen. Aber die Schrifft giebt ihm ein uͤberauß herrlich Zeugnuͤß ſeiner Beſtaͤndigkeit/ er habe gegläubet auff Hoff⸗ b 8 nung/ danichts zu hoffen war/ auff daß er würde ein Va⸗ b Rom. 4. v. ter vieler Heyden/ Rom. z. Darumb ſey es ihm auch zur 321. Gerechtigkeit gerechnetworden. Welldann wir Abrahams b Kinder ſeyn und ſeyn wollen/ ſollen wir auch in deſſen giaͤubige b Fußſtapffen treten /und beſiaͤndiglich auff den HErren hoffendan wer getreu iſt biß ans Ende/ dem wil GOtt die Krone des Apoc ⁊ v. o Lebens geben/% aSg Vnſere Hof⸗ geben/ poc.⸗ Jer.9,v.3. ches doch G Ott ernſtlich verboten hat/ jerem 9. Der Weiſe rühme ſich nicht ſeiner Weißheit. Japientia bumanaſemper est vana, Es iſt ein eitel und nichtiges Ding umb Welt witz Klug⸗ beit und Verſtand/ ſa eine rechte Thorheit/ und darumb hochlich b zu fliehen/ viel wentger drauff zu bauen. Man hoͤte was G Hlt 1.Cor. v. g der HErr ſagt durch den Apoſtel Paulum/ 7 Cor.!. Ich wil umbbringen die Weißheit der Weiſen/ und den Verſtand der Verſtaͤndigen wilich verwerffen: Wo ſinddie KAugen; Woſind die Schrifftgelaͤhrten? Wo ſind die Weltweiſen? ſere Ho. Zur Abmahnung ſoll es uns auch dienen/ daß wi nuhe auff unſere Hoffnung und Vertrauen nicht auff was jeitliches ſeten das zeitliche weil Koͤnig David ſo ernſt vermahnet/ auff den HErnn zu hoffen. zuſetzen. Es blendel/ verfuͤhret offtmals viel Leute/(7.) Sapientis, thre menſchliche Klugheit und Verſtand/ darauff ſie ſich verlaſſen/ wel⸗ . plagen ria und opj, ln ———— h Verſtand Hat nicht GOtt die Weißheit dieſer Weltzur Thorheit ge⸗ t. Wer wolte ſich dann darauff verlaſſen weilſieſo 5 ₰ 1 und wol: Alles was iſt auff dieſer Welt/ Es ſey Sülber/ Gold dder Geld/ Reichthumb und zeitlich Gut/ es wehret nur ein kleine Zeit/ und hilfft doch nicht zur Seligkeit. O ſo laſſen wir billich den Reichthumd den eiteln Reichthumb fahren/ und ſey ferne/ daß mmwir unſer Hoffnung und Vertrauen drauff ſetzen wollen/ ſamlet a ſnehe Schäteim unmaldlenndetganglehſindwela tttt i ein iij „ aà2s Die ſiebende Predigt kein Dieb ſtielet/ kein Roſt friſt/ und keine Motte verzehtet/ Areren. g. Laſſet uns an guten Wercken Neich werden und bitten: ne mache mich an meiner Seelen Reich ſo hab ich gnung hier und Ewiglich. had c (6(3.) Blendet und verfuͤhtet viel Menſchen Potentiasire Macht und Gewalt die ſie haben/ oder ihnen uͤber andere nehmen/ daher ſie die Armen zu druͤcken und zu uͤberwaͤltigen gedencien/ wie Sap. 2. v. 10. ſolche ihre Gedancken und Reden auffgezeichnet Cep. ⸗. Laſſet n. uns den armen Gerechten uͤberwaͤltigen/ und keiner Wt⸗⸗ ben ſchonen/ laſſet uns auff den Gerechten lauren/ dann er macht uns viel Vnluſt/ und ſetzet ſich wider unſer Thun/ und ſchilt uns/ daß wir wider das Geſetze ſuͤndigen/ und ratem, die Eitelkeit der irdiſchen Macht und Gewalt/ bedenclet darnebenſt potentie walt/ welche G.Ott denen/ die Ihm hier vertrauet/ und ihre Hoffnung auf Ihn gehabt eo haben daß ſie werden ſizen auff Stülen und richten die Lue. 22. v.z0 11. 30 zwoͤlff Geſchlecht Iſrael/ wie Hriſins verſprochen hat unaa⸗ aanzeiget/ warumb die wahre Iſralitiſche Kirche alſo ihte Hoffnung Text. und Bertrawen auff GOiiſegen ſolle/ ſpricht alſ: Dann bey dem HErrniſt die Gnade/ und viel Erloͤſungbey Ihm/ n. — —-—— ———-— Dreyerley Vrſach zeucht allh er der fromme David an/ warund - Iſrael auff den ERN hoffen ſolle Die erſte iſ genommen über den z0. Pſalm. 1 4DEI 0Aa h,oyie 2 miſeritor dia,„von GOTtes Gnade/ Guͤte und Barmhertzigkeit/ davon im Teyt alſo: Bey dem See iſt die Gnade/ orm uf um Domino ipſa eiſericordia, mit dem Errn iſt die Barmhetzigkeit ſelbſt. Da 4 4 dann das Woͤrtlein Bey oder Mit in ſeiner Sprachen bedeuten 1. Ssnue Eur inex-htentiam, daß die Gnade oder Barmhertzigkeſt in S.OS ſey/ wie dann das Wort Mit alſo gebraucht wird/ Deut. F. da Moſes ſaget:& cognoſcus cum cordeluo. Welches Deut. 3. 7.F. der Herr Lutberus gegeben: So erkenneſtu ja in deinem Her⸗ den. Alſo auch allhier: Weil mit/ das iſt/ in dem HErrn iſt die Barmhertzigkeit/ wird angezeiget/ daß/ was in O Ott ſey/ das ſey 8 lauter Gnade und Barmhertzigkeit. 2. Durationem, es bedeu⸗ et das Wort Mit eine Tawerhafftigkeit. Wie es alſo ſeine 1 Bedeutung hat Phal. 72. Timebunt te cum Sole, man wird Dich Pſ. 72. v. 17. fuͤrchten mit der Sonnen. Das iſt/ wie es Lutberus vertiret/ ſolange die Sonne wehret. Alſo auch ahhier/ ſaget David/ 45 die Gnade/ mit oder bey GOTT. Weil dann nun aber S0 iſt ewig/ wil er anzeigen/ daß ſolche ſeine Gnade ſey eine wige Gnade/ ja weil ers noch darzu gar empbatics ſetzet in ſeiner cimah Sprachen/ daß es lautet inꝛ miſericordia, die Barmhertzigkeit felbſten wil er anzeigen/ das was G O ſey in ſeinem Weſen h 1 nach!das ſey nichts anders/ als Gnade und Barmhertzigkeit ſelbſt. 2. Die ander Vrſach/ warumb Iſrael auff den HERRN 414 ßoffen ſoll/ iſt genommen Redemptionis Potentiu von ſeine: MNacht zu erloſen: Vnd viel Erloſung/ ſprichte er/ bey Ihm. Das iſt/ bey Ihm iſt allein die Erloͤſung auß den vielen Tieffen/ davon er zu vor geſagt und ſonſt keine Erloͤſfung. Welche Erloͤ⸗ ſung aͤber alle Maaß ſehr aroß allhier von dem David herauß ge⸗ e* wird. Dann da gebrauchet er in ſeiner Sprachen das Wort a, welches heiſſet ex qvibuscung ve afllictionibus libe- Tatnev. ia zare, auß allerley Gefahr Angſi/ Elend und Noth zu erlaſſen. Mich. Dann damit nicht iemand denclen nekake jawer Waiß oh Ln Matth. T, V. 21 4 8888 Dite ſiebende Predigt auch auß dieſem oder ſenem Elende erloͤſen koͤnne ſo ſaget Daba a darzu/ und zeiget an/ daß Er auß allem Vbel und Elend erloͤſen koͤnne. Darnach zu Beſchreibung ſolcher ſeiner uͤber alle Maaß maͤchtigen Erloͤſung ſetzet er hinzu das Woͤrtlein Viel: Vm viel Erloͤſung/ ſage er/ nimpt auch noch darzu in ſeinen Sprachen ſolche Woͤrter/ſo da/ wie die Gelehrten wiſſen/ in ine ſunt auca, anzuzeigen/ daß lauter Zunehmens bey goͤttlichen Erloͤſung/ daß wann eine Erloͤſung auffhoͤxe ſo hebe die andeye wiederumb ak/ und daß Er alſo nichts anders thue/ dann daß Er nux immer von einem Vngluͤcl zum andern gehe/ und drauß errette/ und ie groͤſſer das Vbel/ ee groͤſſer und mehr die Erloͤſung. 3. Die dritte Vrſach iſt genommen Redemprions⸗ veri⸗ tate& eracia, daß es gewiß alſo ſey/ und habe einen kraͤfftigen Nachdruck mit ſeiner Erloͤſung;: Dann ſiehet im Text: Vnd Er wird Iſrael erloſen auß allen ſeinen Suͤnden, „½, Er/ Er/ der unwandelbahre G Htt ſelbſt/ wird Iſrael erloͤſen. Iſrael hat Suͤnde/ und kan ihm ſelbſt nicht helffen: Darauß ſoll nun Iſrael erloͤſet werden. Wie ſoll nun aber ſolches geſchehen? durch C Hriſtum; Dann wann Er gedencket der Erloͤſung von Suͤnden /ſo welſet er uns auff den ewigen Sohn G Oltes dein angenommener Menſchheit die Berſuͤhnung worden fuͤr unſere Suͤnde. Der hat uns von allen Suͤnden erloͤſet/ nicht mi Gold oder Silber/ ſondern mit ſeinem heiligen thewꝛen Blute/ und mit ſeinem unſchuldigen Leyden und Sterben. Vnd iſt eben das/ wann allhier David ſaget: Er wird Iſrael erloͤſen auß allen ſeinen Sünden/ als was der Engel ſaget zu dem Jo⸗ ſeph im Traum/ da der Joſeph ſein Gemahl die Mariam gedach⸗ te heimlich zu verlaſſen: Sie wird einen Sohn gehaͤhten/ des Nahmen ſoltu IEſus heiſſen/ dann Er wird ſein Volck ſeiig machen von ihren Suͤnden/ Atatrbä. Welches ander Stuͤck des Beſchluſſes diſes Pſolms uns abermal dienen keen Zur „ uͤber den B0. Pſalm. 889 7. Zur Lehr. Daß die im Alten Teſtament auff kei Us s. 4 ne andere Weiſe ſind ſelig worden/ als eben durch den Die im Al⸗ Glauben an CHriſtum/ durch welchen wir im Newen Te⸗ len Teſta⸗ ſtament ſeelig werden: Dann es iſt nur ein ſeligmachender ment ſine Glaube der Menſchen zu ieder Zeit/ von Anfang der Welt/ von zuch durch 4 9 den Gla„ unſern erſten Eltern/ die nach den klaͤglichen Suͤnden⸗Fall eben pen anChri⸗ aauff dieſe Weiſe ſind zu Gnaden angenommen worden und alſo ſtum ſelig 1 folgendes die Patriarchen/ und die im Volck Iſrael/ wie auch die worden. A poſteln und in der erſten Kirchen /wie auch ietzund/ und alſo biß 1 4 werden. zu Ende der Welt iſt ſage ich/ einerley Weiſe gerecht und ſeelig zu Sie ſind dazumahl im Alten Teſtament eben durch den Glauben an C Hriſtum gerecht und ſelig worden/ ohn daß ſie ge⸗ 1 glaͤubet an den verheiſſenen zukuͤnfftigen HErrn Meſſiam/ Wir 8 aber im Newen Teſtament an den geſandten HErm Meſſiam/ der Heyland CHRIſtum. Vnd darumb ſo weiſet der Koͤnig 1 David auch ſein Volck Iſrael auff dieſen HErrn) der ſie erloͤſen V werd. auß allen Suͤnden auff den ſollen ſie hoffen/ und an Ihn 34 s glaͤuben. S b l 2. Zum Troſt: Wann wir betrachten/ mit was groſ⸗ Daß die 33 ſer Barmihertzigkeit die gantze hochgeehrte heilige Drey⸗ gantze Heil. Dreyfaltig⸗ auigkeit allen und ieden bußfertigen Suͤndern zugethan kat mit goſ⸗ ey. Dann da findet ſich allhier die Gnade und Barmhertzig⸗ ſer Barm⸗ ei G Ottes des Vaters G Ottes des Sohnes/ und G Ottes hertzigkeit es heiligen Geiſtes. Groß iſt die Barmhertzigkeit GOTkes allen buß⸗ des Vaters/ und iſt offenbar peccata gratis remittendo, wann fertigen E der liebreicheſte Vater im Himmel ihnen ihre Miſſethat auß Suͤndern. uuterer Gnaden vergiebet/ ihnen Schuld und Pein erlaͤſt. ſey zuge. We dann ſolche Barmhertzigkeit Koͤnig David allhier nicht than. naaſam weiß herauß zu ſtreichen. Vnd GOtt der HErr ſel⸗ er darh einen thewren Eyd es zu vernehmen giebt/ aiſo: So wahr Ich lebe/ wil Ich nicht den Todt des Sümders/ ſon⸗ Vunuuu dern 38. 19, 89 Dit ſiebende Predigt Fzech. 33. dern daß er ſich bekehre und lebe/ Feech. 3. . wie Er die muͤden Seelen wolle erquicken/ und die bekuͤmmerten Seelen ſaͤttigen/ Er wolle ihnen ihr Jer 39. vs. jhre Sunde nimmermehr gedencke 14. geſuͤhnten Suͤnder wol Vrſach haben mit dem Propheten M⸗ cha zu ruffen: Wo iſt ein ſolch Gott wie Du biſt/ der die Suͤnde vergiebt/ und erlaͤffet die Miſ 1 b ſeines Erbtheil/ der ſeinen Zorn nicht ewiglich behaͤlt/ dann MMich.. v. Er iſt barmhertzig/ Er wird ſich unſer wieder erbarmen/ unſere Miſſethat daͤmpffen/ und alle unſere Suͤnde in die Tieffe des Meers werffen/ Auucs. 7. b Groß iſt die Barmhertzigkeit des Sohnes GOttes/ und iſt Sonnen⸗klar: Remiſionem pecatorum promerendo, in dem er als des Vaters gleich ewiger Sohn in angenommenen unſerm Fleiſch und Blus gelitten/ uns von Siüͤnden erloͤſet/ beſage vieler Sprüche heiliger Schrifft/ nicht allein allhier wann geſaget wird: b Er wird Iſrael erloͤſen auß allen ſeinen Sünden: Son⸗ Iſa.33. v. 4. dern auch anderswo: Fha. G. wird geme unſere Kranckheit/ und lud auff ſich unſere Schmertzen/ wir aber hielten Ihn fuͤr den/ der da geplaget und von G8OTS geſchlagen und gemartert wuͤrde. Aber Er iſt e Sünde vergeben und n/ Fer. 34. Daß die auß⸗ Miſſethat den uͤbrigen gemeldet: Fuͤrwar Er trug umb unſer Miſſethat willen verwundet/ und uͤtnb unſer Suͤnde willen zerſchlagen die Straffe liegt auff Ihn/ auff ddaß wir Friede haͤtten/ und durch ſeine Wunden ſind wir Pſal. 6. geheilet. Er hat muſſen bezahlen/ das Er nicht geraubet Toh hat. Bal. a. Er iſt die Verſuͤhnung/ nicht allein für un⸗ oka. v.z. ſere/ ſondern auch fuͤr der gantzen Welt Suͤnd/Job.⸗. Jok. 1. v. 25. Ex iſt das Lamb GOTtes/ das der Welt Sünde traͤgt/ „Joh E v. 8. Job.¹. Vnd ſein Blut macht uns rein von aller Suͤnde/ 1. Job. z1. Wolan ſo treten wir vor GOTE dem himmliſchen Bater/ da wir Vergebung unſerer Suͤnden haben wollen/ und bringen mit dieſen ſeinen geliehten Sohn unſemn Mehnd See, Vnd verſpricht/ iͦber den o. Pfalͤlw. g9 ſtuum ſtellen Ihm denſelben dar/ und ſprechen: Ach GOtt mein Ouͤnde bekenn ich Dir/ Vater gehe nicht ins Gericht mit nmmir/ ich wil Dir ſetzen einen Vorſtand/ JEſum CHriſtum meinen Heyland/ O Vater nimb den Buͤrgen an/ dann Er amßgar wol bezahlen kan/ etet. 4 1 Groß iſt auch die Gnade des Heiligen Geiſtes/ per ver- am revelando, in dem der werthe Heilige Geiſt im gepredigten i Wort allen Menſchen gnaͤdige Vergebung der Suͤnden laͤſſet (8lanmelden. Dann warumb 5 tder Heilige Geiſt dieſes Pſaͤlm⸗ ein dem David in die Feder alicliret/ und laͤſſet noch heute zu Tage ddenſelben in der Kirchen G O Ttes vortragen/ davon ſingen und tol predigen/ zu keinem andern Ende/ dann daß Er uns vergewiſſeee tun die gnaͤdige Vergebung der Suͤnden durch C Hriſtum erworben: am Wnd darumb wurden die Apoſtel abgefertiget/ zu predigen Buſſe n und Vergebung der Suͤnden allen Voͤlckern/ und anheben zu Jeruſalem/ Luc. 2½2. Wie dann auch der Heyden Docior durch a Ht den Heiligen Geiſt getrieben weiß es hoch auff ſich zu nehmen! Luc 24. V7 annd ſpricht: Das iſt ie gewißlich wahr/ und ein thewer wer⸗ e thes Wort/ daß Chriſtus JEſus kommen iſt in die Welt/ ddie Suͤnder ſeelig zu machen/ unter welchen ich der fuͤr⸗ u nehmſte bin: Aber mir iſt darumb Barmhertzigkeit wie⸗ derfahren/ auff daß Er an mir erzeigte alle Gedult/ zum Erempel denen/ die an Ihn glaͤuben zum ewigen Leben. So ſagen nun alle bekehrte Chriſten mit Paulo: Iſt GOtt fuͤr hnuns/ wer mag wider uns ſeyn/ welcher auch ſemes eigenen n Sohnes nicht verſchonet hat/ ſondern Ihn fuͤr uns alle SN gageben Wieſgite Er uns mit Ihm nicht alles ſchen⸗ Rom.. v. aa an cken? Wer wil die Außerwehlten GOTtes beſchuldigen? 34. Sl O2T iſt hie der gerecht macht/ wer wil verdammen/ 32 35 Chriſtus iſt hie/ der geſtorben iſt/ ja vielmehr der auch aufferwecket iſt/ welcher iſt zur Rechten GOttes/ und ver⸗ trit uns. Rom. †f. Vnd ſind alſo bekehrte Chriſten auß Antrieb Vunun ij den —— —44— 9 Die ſiebende Predigt ddes Heiligen Geiſtes gewiß/ daß ſie GO Ttes Kinder ſeyn/ bbid. 14. und Erben/ nemblich GOTtes Erben und Miterben aa. Chriſti/ ſo ſie anders mit leyden/ daß ſie auch mit zur Herrligkeit erhaben werden Wir uns 3. Zur Abmahnung von Suͤnden: Dann hat GHt KAeiſſig fuͤr Iſtael erloͤſet auß allen ſeinen Suͤnden/ ſo werden wir forthin Sunden uns müſſen fuͤr Suͤnden ſleiſſig huͤten/ in Heiligkeit und huͤten. Gerechtigkeit vor GOtt leben. Dann da ſpricht E Hriſtus noch heutiges Tages zu einem ieglichen/ welchen Er von Suͤn⸗ Ioh. 5. v. 4. deit erloͤſet. Job.. Sihe/ du biſt geſund worden/ undige fort nicht mehr/ daß dir nicht fort was aͤrgers wiederfahre. Auff dieſe Endurſach unſerer Erloͤſung von Suͤnden weiſet uns KRom. 6. v.. Sanet Paulus inſonders/ Rom. F. Sollen wir in Suͤnden wollen leben/ auff daß die Gnade/(dadurch uns G Ott von allen Suͤnden erloͤſer/) deſto maͤchtiger werde? das ſey fer⸗ ne. Wie ſolten wir in Suͤnden leben wollen/ der wir ab⸗ 1.Cor. 6. v. geſtorben ſind. 7. Cor. C. Weder die Hurer/ noch die Ab⸗ 9. ſeqq. gottiſche/ noch die Ehebrecher/ noch die Weichlinge/ noch die Knabenſchaͤnder/ noch die Diebe/ noch die Geitzigen/ naooch die Trunckenbold/ noch die Laͤſterer/ noch die Raͤuber werden das Reich GOttes ererben/ und ſolche ſind ewer ekliche geweſen/ aber ihr ſeyd abgewaſchen/ ihr ſeyd geheli⸗ get/ ihr ſeyd gerecht worden/ durch den Nahmen des E IEſu/ und durch den Geiſt unſers GOttes. Als wolt abgewaſchen/ ſo muͤſſet ihr den Suͤnden nicht meht nachhaͤngen noch in vorigen Suͤnden⸗Koth euch weltzen/ alldieweil hey der Erloͤſung von Suͤnden durch C Hriſium iſt allezeitdie eiligung Iit,2. vaa. durch den Geiſt G Ottes/ ir.⸗. Chriſtus hatſſch ſlbſt für uns gegeben/ auff daß Er uns erloͤſete von aller Vnge⸗ rechtigkeit/ und reinigte Ihm ſelbſt ein Vola zum Eigen⸗ hummb das fleiſſig wehre zu guten Wercken. Daßes* er ſagen/ weil ihr nun gerecht worden und von Sunden 8 4 a ber den no Pſaim. 2 indet ſich auch wann wit die andern Endurſachen unſerer Erloö⸗ fung von Suͤnden bedencken. GHOtt der HERR erloͤſet uns darumb von Suͤnden/ daß wir in dieſem Leben haben Friede und 1 Aahe des Gewiſſens! Rom.*. Nach dem wir nun gerecht Kom.„.nr. woorden durch den Glauben/ ſo haben wir Friede mit G8tt durch unſern HErrn JEſum CHriſtum. Wer aber ein ruhiges friedliches Gewiſſen behalten wil/ muß daſſelbige 4 nicht durch muthwillige Suͤnden verunruhen und zerſtoͤrenn /)/ 1. Jos. 3. So uns unſer Hertze nicht verdampt/ ſo haben. Job. 3.v. t⸗ wirr eine Frewdigkeit zu GOtt. GOtt der HErr elloͤſet uns darumb von Suͤnden/ auff daß wir nach dieſem Lehn dieewige— imliſche Frewde beſitzen moͤgen. Rom. 6. Nun ihr ſeyd von gom. s. Sunden frey/ und GOTtes Knechte worden/ habt ihr v. 2. ewere Frucht/ daß ihr beilig werdet/ das Ende aber das ewige Leben. Dann der Todt iſt der Suͤnden Sold/ 1 aber die Gabe GOTtes iſt das ewige Leben in CHriſto Fſu unſerm HErrn. 1u.3. Nach ſeiner Barmherzig⸗ Iit. 3. v.. eit machet Er uns ſelig/ auff daß wir durch deſſelben CSuade gerecht und Erben ſeyn des ewigen Lebens nach der Hoffnung. ⸗Pes. GOtt hat uns wiedergebohren per.1.. 3. zu einer lebendigen Hoffnung/ zu einem unvergaͤnglichen/ mmund unbefleckten/ und unverwelcklichem Erbe/ das behal⸗ Mmeen wird im Himmel. Wer aber die Seeligkeit zu ererben gedencket/ der muß fuͤr H Suͤnden/ wider das Gewiſſen/ ſich mit hoͤchſtem Fleiß huͤten/ t ann dadurch wird Glaube/ Geiſt und ewiges Leben verlohren. Job. 3. Iht wiſſet/ daß ein Todtſchlaͤger nicht hat das ewige Le⸗ a bey ihm bleibend/ wie aber ein Todtſchlaͤger das ewige Leben nuacht hat bey ihm bleibend/ alſo haben auch andere/ die in grobe Saͤnde wider das Gewiſſen willigen, das ewige Leben nicht bey an blebend/ ſintemahl die grobe Suͤnde und Laſter in heiliger Sͤhuiff sangviner& cedes, Todtſchlaͤge oder Blutſchulden ge⸗ Punuu ih nant 1 3594 Die ſiebende Predigt uͤber den ho. Pſam. nant werden. G Ott hat uns darumb von Suͤnden erloͤſet auff daß er deßwegen von uns hier zeitlich und dort ewig gelobet/ ge⸗ Eph.1.7. 6.rühmet und gepreiſet werde/ obe.. GOtt hat uns verord⸗ naetzur Kindſchafft gegen Jöm ſelbſt/ durch JEſum CHri⸗ ſtum nach dem Wolgefallen ſeines Willens/ zu Loh ſeinen herrlichen Gnade. Nun aber wird durch Suͤnde und gottloß Leben G Ott der HErr nicht gelobet noch gepreiſet/ ſondern vjel⸗ Eſa. 52. v 5. mehr verunehret und geſchaͤndet/ ½. 52. Ezecb. 3 6. Rom. 2. Ezech. 36. Ewrenthalben wird der Nahme GOttes gelaͤſftert. Vnd v.. derwegen ſo laſſet doch ja die Sünde nicht herrſchen in ew⸗ Kom..va4 pem ſterblichen Leibe/ ſondern begebet ewere Glirder zu Waffen der Gerechtigkeit/ Rom. 6, Wbet eine gute Rit⸗ terſchafft/ behaltet Glauben und gut Gewiſſen. ⸗, 7u., So werdet ihr auch endlich das Ende des Glaubens ſo da iſt den Seelen Heyl und Seligkeit davon bringen. Weſches mit, Euch und uns allen verhelffen wolle/ G. Ott Vater/ Sohnund Heiliger Geiſt: Welchem ſey Lob und Danck geſagt fuͤr verlie⸗ hener Gnade auch bey Erklaͤrung dieſes Pſalmes Die hochge⸗ ehrte heilige Dreyfaltigkeit wolle ferner helffen/ und es uns hey unſerm Ampte gelingen laſſen: Hochgelobet und gedenedeyet in Ewigkeit/ AMEN/ 3 AMEN * — 4 SS zabi⸗eN⸗ A S V Enn Krin. 3. 9. Dber den ſiebenden Buß⸗Pſalm des Köni⸗ nos s. gees und propheten Davids/ ſo da iſt der Odnung nach im Pſalter⸗Buch der Hun⸗ b dert und Drey und viertzigſte b Verſ. 1, Ein Pſalm Davids. b HRM erhoͤre mein Gebet/ vernimb mein Flehen umb deiner Warheit willen. ꝛc. Emgang. Eliebte und außerwehlte Freunde in CHriſio: Lycoſt. A- A Als Alexander Magnus den Perſiſchen Koͤnig popht. tit. Mo⸗riun Sieg⸗reich uͤberwunden hatte/ und nun æmulatio A an dem war/ daß die eroberte Beute außgethellet x Plut, de waden ſolte/ ward ihm unter andern auch vor⸗ vit. Mere Agetragen und uͤberreichet/ ein ſehr ſchoͤnes und herrl ches Kaͤſtlein/ dergleichen arius nicht koͤſtlicher an ſeinem ofe haͤtte haben moͤgen. Al aber Alexander ſolches mit Verwunderung ange⸗ hawet und ſeine bey ſich habende Freunde und Hoffeleute fragte/ as man doch am billigſten drein legen und behalten moͤchte? IS ndd ie einer diß/ der ander ein anders benahmete/ ſieng Er endlich annrreden/ daßer fuͤr ſeine Perſon nichts zimlichers und beſſers ) darinn zu legen wuͤſte/ als Domeni des Griechiſchen Poeten Ge⸗ teun Verh lo von Zerſtorung der Stadt Sroſa geſchre⸗ . 16. 17. Ioh. 5. v. 39. ſen darinn enthalten .im. 3. v. und Frewd/ in Noth und Todt. Job.. 2, Tmmorb.3 — Die erſte Predigt Man ſehe doch hie mit Verwunderung/ wie hoch Abran⸗ der Homeri Schrifften gehalten/ alſo daß er ſie werth geachtet in ein ſtattlich Kaͤſtlein legen zu laſſen. Darumb/ da viel nuͤtz⸗ 896 cher Dinge/ die er bey vorfallender Gelegenheit zu Krieg⸗ und Frie, dens⸗Zeiten gebrauchen koͤnnen/ darinnen enthalten geweſen. Vrtheile nu ein jeder ſelbſten ob es nicht viel billichen ſey/ daß win Chriſten die heilige Bibel/ das Wort G OCtes/ und nahmentlich auß demſelben/ das Pſalter⸗Buch/ des Koniges und Propheten Davids/ nicht nur aͤuſſerlich hoch halten ſondern auch in gute Verwahrung als in die Verwahrung unſers Hertzens legen/ uns in demſelben taͤglich recht umbſehen/ und wol bekant machen/ maſ⸗ ſind die Dinge/ ſouns dienen koͤnnen in Ley Darumb wir uns dann auch belieben laſſen/ bey unſen Wochen⸗Predigten/ uns in dem Pfalter des Koͤniges und Pm⸗ pheten Davids umbzuſehen: Da wir dann bißhero vor uns ge⸗ habt die Buß⸗Pſalme deſſelben/ davon wir durch G Ottes Gna⸗ de Sechſe vor uns zu nehmen/ und mit Erklaͤhrung einen Anfang machen wollen? Gleich wie wir aber bey Abhandlung der vorigen ſechs Buß⸗ Pſalmen/ eines jeden Titul zu erſt abſonderlich betrachtet: Alſo wollen wir auch dieſes letten Buß⸗Pſalms Litul/ ſo dallau⸗ tet: Ein Pſalm Dayids beſehen/ und zwar den bey dieſer groſ⸗ ſen Kaͤlte auffs allerkuͤrtzee: Damit es aber ohn Nutz und Frucht nicht moͤge abgehen/ als ſeufftzet zuvor mit mi: Sulf EN bilff/ laß wol gelingen/ Dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer aller Seelen Heylund Seeligkeit/ Amen. ☛☚ Llibte und außerwehlte Freunde in Ehriſio: Belan⸗ „gend den Titul dieſes lazſten Pſalms/ ſo iſt derſele 8 aufs einfäͤltße mit Exklaͤhrung zu Ende gehracſ als ietzo auch bey angegangenem Newen Jahr/ den Siebenden G —.— — - -—,— ⏑—— ——— i 4 den mit meinem Sinn:(Das iſt/ Wie es der Herr Lutberus s ia am Nande daſelbſt giebt: Den Sinn mit Predigen außlegen) luſest ſehſun dann zehentauſendt Wort mit Zungen. Was hat aber 1 düefer Titul von zwey Worten faͤr einen Sinn in ſich. Er haͤlt hn uns vor: . Qvalttatem, die Beſchaffenheit der Muſic/ ſowir I. vor uns haben/ nemlich es ſey ein Pſalm: Dann ſiehet in der Mewbrum. * Vberſchrifft: Ein Pſalm. old Heiſt es in ſeiner Spra⸗ MWid chen/und bedeutet ein ſolch Canticum oder Mmnum, ſo beydes mit 1 lebendiger Stimm/ und auch auff muſicaliſchen Iuſerumenten kan und mag geſungen werden: Worvon anietzo nicht weitlaͤufftig DBericht zu thun/ weil es ſchon allbereit geſchehen zu der Zeit/ da wir mdeen Erſten Buß⸗Pſalm zu erklaͤhren angefangen/ und Meldung gethan was ein Pſalm eigentlich ſey/ und ob man ſich auch ſo bben an gewiſſe Pſalme/ Gebete und Geſaͤnge zu binden/ da man S Ott loben und bekennen wolle. Alsdann auch bey Erklaͤh⸗ e rung des Tituls/ uͤber den nechſt ſechſten Buß⸗Pſalm/ von Pſal⸗ Se 7 men/ Liedern und Geſaͤngen außfuͤhrlich von uns geredet worden. Darumb der Zeit zu ſparen/ wollen wir bey dieſer Gelegenheit ne erinnern/ da wir vernehmen/ daß das Wort Pſalm in ſeiner SGSyprachen heiſſet/ beydes mit lebendiger Stimm/ und auch mit umuſicaliſchen Inſ’rumenten einen Geſang auffs lieblichſte evpri- niren/und auch Daoid an ſeinem Koͤniglichen Hoffe ſeine wolbe⸗ ale Muſie gehabt/ die er ſonderlich auch in der Kirchen erſchallen aaſſen: Als dann Aſſaph geweſen ein Capellmeiſier der da ne⸗ benſz ſich gehabt 24. Vnter⸗Saͤnger/ welche uͤberauß kuͤnſilich 898 Die erſte Predigt mit Pſaltern/ Harffen und Cymbeln geſpielet/ und auch dieſen ſeeligen Diſcant. den Juͤnglingen und Frawen den teinen Alt den Maͤnnern den frewdigen Tenor/ den Alten/ den tapffern Baß zuſtellen/ und das Janctus, Sanctus, Sanclus, Heilig/ Heilig/ Heilig iſt unſer GOtt/ dem HErrn gebaoth ꝛntonnen? Wann die 4. Elteſten in zierlicher Ordnung/ mit Harffen in ihren Haͤnden/ und Kronen auff ihren Haͤuptern/ ihre Stimme erheben/ in die Seyten greiffen/ und das heilige Lied ſpielen: Dut Apoc. 5.v. biſt wuͤrdig zu nehmen das Buch/ und auffzuthun ſeine 9.13· Siegel/ dann Du biſt erwuͤrget/ und haſt uns erkaußft mit deinem Blut/ auß allerley Geſchlecht und Zungen/ und Volck und Heyden. Wann die gantze Menge zu dem der auff dem Stuel ſitzet/ und zu dem Lamb ruffen wird. Lob und Eh⸗ re/ und Preiß und Gewalt/ von Ewigkeit zu Ewigkeit⸗ Vnd die vier Thier ſprachen/ Anen. Das mag eine Auſia ſeyn/ weit uͤber den Geſang Uu*am am rothen Meer/ weit uͤber den Geſang Moyſis inder Wuͤſten! weit uͤber alle Chore und Saͤnger/ welche David in der Haͤtten des Stifftes gebrauche/ und Salomon zudem Temyel Aiſe 18 u8. Pfalm auffs beſie in der Gemeine G Ottes werden haben zu m. uSus. Aubren wiſſen: So ſageich: Wollen wir uns 3 aan 3 n weil es in der Kirchen hiernieder auff Erden/ mit Pfalmen und fel Geſaͤngen mit moduliten und muſiciten ſo ſchoͤn kan angeſtellee Ff Was fuͤr werden? Was doch dermahl eins dort droben in der tri. 8 eine berel umphirenden Kirchen GOttes/ uͤr einuͤberauß herrlichts a che Muſica Muſiciren ſeyn müſſen⸗ Sirach ruͤhmet gar hoch den anmu⸗ ſ mnerane tigen Klang/ welchen die guͤldene Schellen des Aarons gegeben/ nungon chen⸗ ſo offt er mit dem Hohenprieſterlichen Rock in das Heiligthumb droben im gangen/ am 45. Cap Aber was iſt das gegen dem/ wann die 3 Himmel er⸗ Engel und Ertz⸗Engel in dem himmliſchen Frewden Saal unten 4 ſchalle. die Außerwehlten ſich außtheilen/ und(Menſchlich davon zure⸗— Sir. 45. v. 1r. den /) den ſeeligen Kindern Knaben und Jungfraͤwlein/ den hold⸗ uͤber den 143. Pſalm. 899 zu. Dann da loben ſie GOtt in ſeinem Heiligthumb/ aaloben ſie Ihn in der Beſte ſeiner Macht/ ſie loben Ihn Plal. 1. teitz g in ſeinen Thaͤten/ ſie loben Ihn in ſeiner groſſen Herrlig⸗ eeit; Sie loben Ihn mit Seyten und Pfeiffen/ ſie loben ail a Beum Paucken und Reigen: Sie loben Ihn mit hellen alles was Odem hat/ lobet den HErrn. Vund drauff be⸗ leuſt die Stimme der groſſen Schaar als eine Stimme groſ⸗ er Waſſer/ und als eine Stimme ſtarcker Donner/ mit dem maͤch⸗ gen Halleluſa. Wie auß der Offenbahrung am 19. zu ſehen: Wie auch darnebenſt auß dem 14. Cap. Derſelhen ſehr frewdig nu vernehmen/ daß die Außerwehlten ſingen ein newes Lied ohn Auuffhoͤrung/ und doch ohne Verdrieſſung; Ohne Auffhoͤrung/ t und doch ohne Wiederholung. Da hoͤret man den Pſalm Da⸗ nvo Singet dem HERRMM ein newes Lied/ dann Er hat s Wunder gethan: Er hat geſieget mit ſeiner Rechten/ und uut ſeinem heiligen Arm; Er hat ſein Heyl verkündigen tz aſſen/ vor den Voͤlckern hat Er ſeine Gexechtigkeit offen⸗ h bahrct. Darumb jauchtzet dem HErrn alle Welt ſin⸗ zun get/ ruͤhmet und lobet. Lobet den HErrn mit Harffen/ nit Harffen und Pſalmen/ mit Pſalmen und Trometen/ miu Trometen und Poſaunen/ ſauchtzet vor dem HErru rdboden und die drauff wohnen. Wann in dem ewigen Frewden⸗Leben/ auff Menſchliche Weiſe zu reden/ Pallaͤſte wehren auff irrdiſcher Art gebgwet wie woarde dieſe himmliſche Muſic erklingen in den Zimmern? Wann ABerge wehren/ wie wuͤrde es erſchallen in den Thalen? Wann Sadte wehren wie wuͤrde es ſo herrlich lauten auff den Gaſſen? amahl/ weil allezeit das newe Lied angeſtimmet/ und doch nim⸗ memehr außgeſungen wird. Allhier wird man auch der aller⸗ ſchoͤnſen Lieder uͤberdruͤſſig/ wann dieſelbe gar zu ft. Ah,na Xyyrx ü g00 Die erſte Predigt und gemein werden/ wie ſolches die Auſari gar wol wiſſen: Aber dort droben in der triumphirenden Kirchen/ werden allezeit newe DStuͤcle von den heiligſten Componiſten gedichtet/ ohn Auffhoͤten geſungen und inſtrumentitet. b Es moͤchte aber einer fragen/ was dann der Text ſey bey ſol⸗ cher himmliſchen Muſie? Die alten Iſraeliten ſungen bey ihren Froͤligkeiten/ von den tapffern Helden thres Volcks/ welche auß der Egyptiſchen Dienſtbarkeit und der benachtharten Feinde ſich loß gewuͤrcket/ und das Land Canaan mit Gewalt eingenommen hatten? Die alten Griechen ſungen bey ihten Froligkeiten vom Troſaniſchen Kriege/ welche ſie 10, Jahr lang mit Vergieſſung Menſchliches Bluis gefuͤhret hatten. Die alten Perſer ſungen bey ihren Froͤligkeiten von den maͤchtigen Thaten des Cyri, wel⸗ cher das Reich mit dem Schwerdt erworben hatte. Dieſe laſſen wir in ihren Thaten verbleiben: In dem himmliſchen Freuden⸗ Leben ſinget man von GOttes Allmaͤchtigkeit/ von des Al⸗ machtigen Gerechtigkeit/ von des Gerechten Heiligkeit/ von des Heiligen Barmhertzigkeit/ von des Barmhertz⸗ gen Weißheit/ und von der herrlichen Gnad/ welche der li⸗ umphitenden Kirchen widerfahren iſt. Wer dieſe Stuͤcke/ wel⸗ che wir ſetzo angefuͤhret/ recht bedencket/ der haͤlt mit dem Apoſtel Rom.. v. Paulo gaͤntzlich dafur/ daß dieſer Zeit Leyden der Herrügkeit nicht werth ſey/ die an uns ſoll offenbahret werden/ Rom. 9. Kan auch ſein Hertz deſto leichter bey ſeinem Cteutz und Elend in Gedult fuſſen/ dann er weiß daß eben der Himmliſchen Frewden⸗ Muſic/ dermahl eins dafuͤr wol wird ergetzet werden. „IINIA. II. Haͤlt uns auch der Titul dieſes Pſalms Hot; Auau nfembrum.—an³is Majeſtatem— Wer doch der oberſte Componill dſeſes Parid. Plalms ſey; Nemlich/ der Heilige Geiſt. Daunt ſo la⸗ Ft. eets eigentlich in ſeiner Sprachen nicht allein ein Pſamm des Da⸗ vids/ Sondern auch ein Pſaim dem David/ odet ad Dabidem, an und zn dem Dapid/ anuxeigmn nimarun auanen,dn uͤber den 143. Pſalm. 901 nooch ein ander und hoher uͤber den David geweſen; Nemlich/ dder Heilige Geiſt/ welcher gleich wie alle andere; Alſo auch die⸗ Efeen Pſalm dem David in die Feder aüctirel/ und ihm eingegeben/ a einen ſolchen Pfalm zu ſetzen. Wie dann auch die andere heilige Propheten von dem werthen Heiligen Geiſt alſo geregieret wor⸗ den darumb ſie gemeiniglich ihren Buͤchern forn anſetzen/ aip⸗⸗ nam autoritatem, Wann ſie von dem erſten Autore anheben/ und ſagen: Das Wort des HErrn geſchach zu mir: Welches ddiann auch bey unſerm Pſalmiſten dem David ſich alſo hat ſchi⸗ een wollen /daß der Princpalis Autor, der Heilige Geiſt mit einem n gewiſſen prakro(2) wie die Gelahrten wiſſen/ angedeutet wuͤr⸗ de, weil dieſer und die andere Pſalme alle vom Heiligen Geiſt zu aaa h. dem Dasvid bracht/ und ſie in ihm eingegeben/ wie er Koͤnig Davnd ſelber ſaget: 2. Sam. 3. Der Geiſt des HERRN hat durch.Saw⸗33· n nich geredt/ und ſeine Rede iſt durch meine Zunge geſche⸗ un aun hen. Auch C Hriſius ſelber zeuget/ daß der David im Geiſt ge⸗ 3. redet habe. Sllattb. z⸗ Welches dienen kan us us MNKiccht allein dieſen und den gantzen Pſalter des Koͤniges Daß wir Daosoiddo auff und anzunehmen/ als G Ottes Wort/ als Wort des gern mit Zeiligen Geiſtes/ beſondern auch/ well die Pſalmen vom Heiligen geiſtlichen Seiſt herruͤhren/ und Wort ſeyn des Heiligen Geiſtes/ wir gerne Pſalmen ollen ſollen umb⸗ witan i ſeruͤber nicht allein Befell 2 4 ieruͤber nicht allein Befehl mandale. ſpiel Sph. 5. v. 20⸗ tin und ſpielet dem HErrn in ew Eph.5. v. 20 ſſ. z. Laſſet das Wor! CHriſti z CoLa.v6. 90⁄ Dua crſte Predigt pial. 3.v. 3. Dapid ſpticht im 3. Pſalm: Singet dem HErrn enn newes naSoe S, im wo. Pſalm. Alles was Athem hat/ lobe den 2. Herrn; Beſondern auch weil ſo gar nichts unter der Sonnen 4 darinnen ein Menſch groͤſſere Luſt ſuchen ſolle/ und auch haben jucundo, pan/ als in Pſalmen und geiſilichen Lobgeſaͤngen. Koͤnig Da⸗ b vid ſpricht den ſeelig der ſeine Luſt hat am Geſetz des Herrn/ Pſal.1.v.. und redet(oder ſinget) von demſelben Tag und Nacht, b Pſalm. z. Vnd iſj auch ſelbſt des Vorſatzes daß er alle wegedem SEnn ſingen und loben wolle. Wann erſpricht/ Pſals⸗ Jch wil den HERRNloben allezeit/ ſein Lob ſoll immerdal in Pſal.;4. V.I...1 4 meinem Munde ſeyn. Ein ſolch geiſtlich Geſang/ wann es auß gutem Verſtand und rechtem Glauben kompt/ macht es den Menſchen luſtig zu aller ſeiner Arbeit. Dann er weiß daß ſie G Ott gefaͤllt/ in eines ieden Beruff. Warumb ſolt Ex dann nicht auß froͤlichem Hertzen dem HErrn ſingen? Der Ihme den Frieden des Gewiſſens verliehen/ und unter ſeinen gnaͤdigen Schutz und Schirm haͤlt:..... 3. Vber das/ o iſt es auch nicht ein ſo groſſe Atbeit/ ſondetn da cili. kin Menſch Luſt und Liebe zu den Pſalmen und Geſſtlchen Lob⸗ Facilji. Geſaͤngen bekommt kan er dleſelbe leichtlich und bald lernen:AWe⸗ ches bey dem abzunehmen/ das Maͤnmglich ohne Muͤhe und Ar⸗ beit die weltliche Lieder/ Zoten und Poſſen leicht lernen kan/ welche doch weder zu G. Ottes Lob/ noch zu unſerer Erbawung dienen/da iſt in einem Tag oder zween ein ſolch Lied gelernet/ wie viel Geſet es auch hat. Wie ſolten wit uns dann das Pſalmen ſingen ſchwerlich ankommen laſſen/ datzu wir in heiliger Schyſßt ſo hertz⸗ ich ermahnet werden. b b 9 Endlich ſo iſt es auch fein neu unerhoͤrt Ding jin der Gemei⸗ b eremplo. ne Oütes oder daheim Pfalmen ſingen und den HEnenlaben Da Ot der HErr das Volck Iſrael auß Egyptenland dutch Erod. 4. das rothe Meer fuͤhrete/ verſamlete Mirjam Moſis Schweſter/ die Coͤchter in Iſrael an einem Reyen/ undngen dem Henn 4⸗ ar Danckbarkeit ein Liedlein: Dergleichen thaͤte auch Moſes mi den Maͤnnern Iſrael. Alſo wann G O& der HErrden kſal. 4. ſnig David auß einer groſſen Noth/ Geiſtlich oder Leiblich erloͤ⸗ et/ ſang er dem HErrn dafuͤr einen Pſalmen zur Danckbarkeit. ESs hatten auch David und Salomon zu Jeruſalem eine groſſe Anzahl Saͤnger und Saͤngerin beſtellet/ die den. Errn loben und preiſen ſolten. Dergleichen Exempel finden wir auch im neen (cſiament. Da SOtt dem Zachariam einen Sohn vethei⸗ Lue. 1. ſchen) und hernacher gegeben/ lobet er GOtt mit einem Pſalmen. etealkaat tt h. Deßgleichen Maria/ da ihr durch den Engel Gabriel verkuͤndiget ec xn 8 wuͤrde/ daß ſie G Ottes Mutter werden ſolt/ hat ſiedem HEtrn e u zur Danckſagung ein Liedlein geſungen/ welches wir das Magui⸗ at nennen. Weil dann ſolche heilige Propheten/ großmaͤchti⸗ ge Koͤnige/ und darzu auch Maria die Mutter C Hriſti ſich nicht ugeſchaͤmet haben/ in ihrem Hertzen/ und auch aͤuſſerlich mit der Summ /dem HErrn Pſalmen und Lobgeſaͤnge zu ſingen: War⸗ umd ſolten wir uns deſſen ſchaͤmen: Es iſt ein Chriſilich/ Ehrlich/ 1 Loͤblich Werck/ daß nicht nur den Prieſtern/ Moͤnchen/ Nonnen und Pfaffen allein zugehoͤret/ ſondern das Pſalmen ſingen und be⸗ enee een ſiehet der gantzen Gemeinde zu/ Jungen und Alten/ Reich und naees Armen/ Edlen und Vnedlen/ Buͤrgern und Bauern. Am 3 6 BVBnvd ſoll uns hieran nichts hindern, daß die Papiſten fuͤr⸗ a peeg! 1 ggebenſes moͤchte darauß eine Verachtung G Ottes folgen/ wann ddie Pſalmen und Geiſiliche Lieder ſo gemein werden! daß ſie ieder⸗ er man ſingen koͤndte. Wann das folgen ſolte ſo muͤſte man ſol⸗ t cher Geſtalt weder den Glauben/ noch das Vater Vnſer/ noch de Zehen Gebot lernen ſingen und beten/ dann ſie dadurch auchin Aaachtung kommen moͤchten. Wuͤndſchet nicht Moſes Num. Num m. un. Utinam omnis populuspropbetaret: Wolte GOtt/ daß alle as Volck des HErrn Weiſſagte. Die im Gegentheil die auen und Papiſien ſolche Heiligen haben wollen/ die nicht ein⸗ mal wiſen ſollen! was zu Glauben/ was man Beten/ wie man ſin . g uͤber den 4. Pſaln. 90 ½ Die erſte Predigt gen ſolle/ wann ſie nur ſde impleit⸗, wie ſie ſagen glaͤuben was die Kirche oder der Papſi glaͤubet. So ermahnet auch Moſes die I kraeliten/ daß ſie das Wort G Ottes haben und handeln ſollen/ Deut. 6. v. wo ſie gehen oder ſtehen/ ſitzen oder liegen/ Deut. 6, Dann man 5 ſeg. kan ſo viel nicht von G Oties Wort reden/ ſingen und ſagen win beduͤrffen deſſelben zu unſerer Erinnerung und Beſſetung ſiets und ohne Vnterlaß. b 771. Finden wir auch bey dem Titul und Vberſchrifft die⸗ Derb aun ſes Pſalms Amanuenſi⸗ autoritatem, Wer dann der eigentl⸗ 4 Tla⸗ 9 9. che Scribent geweſen/ welchen der Heilige Geiſt hey Auffzeich⸗ Nahm? nung dieſes Pſalms gebraucht. Nemlich der David: Dann ſtehet im Titul/ ein Pſalm Dapids. Diß iſt das vortrefflichen Koͤniges in Iſrael ſein Nam? Vnd heiſt ſo viel/ als amabilis, ami. eus, ein Lieber/ als welcher G Ott lieb und angenehm geweſen dar⸗ 1. Sam. 1. umb er auch ein Mann nach dem Willen und Hertzen GOt⸗ Vv. 14. tes genand wird/ J. Sam.. ACkor.. Palm. Fg. Anzuzeigen die Ac. z.v. 2. ſonderliche Liebe und Gnade /ſo G Ott gegen dieſen Koͤnig gehabt Pſal,89. v.21 Und getragen/ und ſolches nicht allein os pientiſimam, feliciſſt Glafl. phit. 2amg gubernarionem, wegen ſeines Gottſeligen und gluͤcklichen 1 Sac. lib.5. Regiments/ ſo er Koͤnig David gefuͤhret/ ſondern auch obꝛpiran 3n de e„en Depids opaitiauen, wegen der ſonderlichen Beſchaffenhat Sh 3 ker des Reichs Davids/ ſo ein ſehr ſchoͤne rgfguration auff C.u re. 5 ſtum mit ſich fuͤhtet/ wie wirbald hoͤren werden. Dieſer Dabid mun iſi der amanuenſi, oder Schreiber des heiligen Geiſtes gewe⸗ ſen der dieſen und andere Pſalme mehr geſchrieben. usus. Da wit dann zum Nutz bey dieſem Namen Dav/ Chriſtus ſonderlich wol anzumercken. b wird in der Wie auch dieſer Nam C Hriſto unſerm Heyland in Plaer der Schrifft gegeben worden/ und warumb⸗ Das dieſer chr Name Daoid C Hriſto unſerm Heyland in heiliger Schrifft gege⸗ David ge⸗. 9 Dee eten nennet/ und ben wird/ iſt hin und wieder zu finden/ bey den heligen Proyh werumb? n Alten Teſtament/ ale Terems. Sie werden nicht mohr 4 ——-—;·—— über den. Pſaln. 90⁰„ deen Fremdden dienen/ ſondern dem HErrn ihren GOtt/ Ier. 30. v.& und ihrem Koͤnige David/ welchen ich ihnen erwecken wil/— ecb. Ich wil ihnen einen einigen Hirten erwecken/ der Ezech. 34 e weiden ſoll/ Nemlich mein Knecht David: Der wird 3.. ui e weiden/ und ſoll ihre Hirte ſeyn/ und ich der HErr wil auß ihre GOtt ſeyn. Aber mein Knecht David ſoll der Fuͤrſt unter ihnen ſeyn/ 7½3. Darnach werden ſich die Kinder Moſ.3.*. 6 an Ivrraelbekehren/ und den HErren ihren GOtt/ und ihren Koͤnig David ſuchen/ und werden den HErren und ſeine Gnade Ehren in der letzten Zeit/ Valm, So. Ich habe ſun/ pſal. 3 den meinen Knecht David/ Ich habe ihn geſalbet mit mei⸗ nem heiligen Oel/ ꝛc⸗ Daß in dieſen eingefuͤhtten Weiſſagungen der Propheten pſal. z2 durch den David niemand anders zuverſtehen ſey/ dann allein der Augufi. Meſſias und zugeſagte Heyland der Welt/ bezeugen nicht allein(up pſal. g8. die heiligen Alt⸗Vaͤter iilarius, Auguſtinus, Caſſiodorus, Lutberus tom. d. üͤber die letzte Wort David: Sondern auch die Juͤdiſchen Lehrer Caſſiod. ia ſelbſten/ wie auß ihren mehterley Schrifften weitleufftig und au⸗ Pſal. 88. genſcheinlich der Galatinus darthut/ und ein gantzes Capitel dar⸗ noche h von ſchreibet/ daß der Meſſias vielmals in der Schrifft David ge⸗ om 3. Wit. 8 nennet ſey..74· P. Galat, Es wind aber der Heilige Meſſias nicht allein darumb Da⸗ 1ip. 3. c. 23, ddd genennet/ weil die Zuſage dem Abraham Iſaac und Jacob ge⸗ ſcchehen/ daß der Heyland aller Welt von ihrem Saamen ſolte m herkommen/ zu dem Koͤnige Daoid inſonderheit wiederholet wor⸗ den: Wie dann.Sam. 7. zu leſen: Da der HErr durch den Pro⸗ heten Nathan zu dem Daoid alſo ſpricht: Wann nun deine am. 7. ccc c hie iſt/ daß du mit deinen Vaͤtern ſchlaffen liegeſt/ wil n. Ach deinen Saamen nach dir erwecken/ der von deinem Kecbe kommen ſoll/ dem wil Ich ſein Reich beſtetigen/ der ſol meinem Namen ei Haus bauen/ und Ich wil den mon r Stucl ſeines Koͤnigreichs beſtetigen ewiglich/ Ich wil ſein YPyyyy Vater 906 Die erſte Predigt Vaker ſeyn/ und Er ſoll mein Sohn ſeyn„. Daß nun die⸗ 2. Sam. 23. Ve I. ſe Wort zuverſtehen ſeyn/ nicht von dem Salomo/ ſondern von dem Meſſia/ gibt nicht allein der Text/ ſondern David dezeugetes ſelbſt ² Sam. 2z. Wann er ſich nennet einen Mann/ der von dem Meſſia des GOttes Jacob verſichert iſt. Derwegen auch Meſſias vielmal Davids Sohn/ Iuc.„. Aarrb. i. ge⸗ nennet wird. Wie dann auch die Phariſeer/ als ſie von dem Herrn IEſu gefraget wurden/ weß Sohn CHriſtus wehre/ ge⸗ antwortet haben. Davids: Atatrb. 22. Nicht allein ſage ich/ wird der HErr Meſſias darumb David genand. Sondernda iſt auch dieſer Nam Ihm gegeben worden unter andern/ auch dar⸗ umb/ weil Koͤnig David des HErrn Meſſi unſers Heylandes C Hriſti Dous oder Vorbild geweſen in viererley Ampt,, l elkcio Paſtorus, in ſeinem Hitten: Ampt. e. In oſficio Piclari⸗ ‚in ſeinem Siegs⸗Fuͤrſten Ampt. 3. I„ orficio Regis, in ſeinem Koͤ⸗ niglichen Ampt. 4. In oficio Propbetæ, in ſeinem Prophenſſchen 4 3 I.. Oflcium Paſtoris. I. Sam. 16. v. 11. Joh 10.v. 2. ſeq. Ela. 53. v. z. Ampt. Erſtlich wie die Schrifft bezeiget/ iſt David ein Hirte ge⸗ weſen/ der geringſte und kleineſte unter ſeinen Bruͤdern/ hat der Schaffe muͤſſen huͤten/ in der Wuͤſten/ 1. Sam. 16. Alſo mag CHriſtus unſer Heyland billich auch wol David genennet wer⸗ den/ dann Er iſt ein Hirte ſeiner Schaffe/ wie Er dann ſelber ſaget: Job. 10. Ich bin ein guter Hirte/ zc. Dieſer iſt hierbey auch geringe geachtet geweſen/ wie David fuͤr allen ſeinen Bruͤden: Hiervon Qa‿. E R war der allerverachteſte und unwer⸗ theſte voller Schmertzen und Kranckheit/ daß man das An⸗ geſicht vor Ihm verbarg/ darumb haben wir Ionnicht geachtet. Wie gering der David auch geachtet wanj b waret dennoch ein getreuer Hitte/ auch ein ſtarcker and maͤchnger Hitte/ der das geraubte Schaͤfflein dem Loͤwen und Baͤten auß dem Ra⸗ rhen riſſe/ und da ſie ſich uͤber ihn gemacht/ habe er ſieergrieffen Und beyde zu Fode geſchlagen. Alſo ißt E.Hriſuus auch ein Genen — uͤber den 143. Pſalm. Hirte nimmet ſich ſeiner Schaffe mit allen Treuen an/ ja Er laͤſt ee e kein Leben fuͤr die Schaffe/ Job. o. Weiches wir uns alſo zu Nutz zu machen/ daß wir uns dieſes Tituls und Namens CHriſti von Hertzen troſien und wiſſen/ Er eiſſe darumb David/ daß Er unſer getreuer Hirte/und wit Schaͤf⸗ ein ſeiner Weide. Koͤnnen derwegen mit David ſprechen/ †at. . Der Herr iſt mein Hirte/ mir wird nichts mangeln/ ſal 33. n Esr weidet mich auff einer gruͤnen Auen/ und fuͤhret mich zum friſchen Waſſer/ Er erquicket meine Seele/ Er fuͤhret mich auff rechter Straſſen/ umb ſemes Namens wulen: aan Ob ich ſchon wandert im finſtern Thal/ ſo fuͤrchte ich doch h. kein Vngluͤck/ dann du biſt bey mir/ dein Stecken und Stab ag troſten mich/ ꝛc. b Vlor das ander iſt David auch ein tapfferer Kriegs⸗ 2. , Mann und maͤchtiger Segs⸗ Fürſt geweſen/ und alſo ein„Oeium 1 ſchones Vorblld Cyonſſti unſers Heylandes. Sonderlich in Vietorie⸗ dem Kampff und Streit/ mit dem ungeheuren Rieſen Goliath. n Wie dann ſolchen Doum und Figur der alte Lehrer Auguſtinus gar Auguſt. fein erklaͤret hat. Dann(1.) wie der Iſai ſeinen Sohn David ſerm. 197, ſendet und abfertiget zu ſeinen Bruͤdern/ in dem Eichgrunde/ da ſie daenP. 310 gegen die Phtliſter zu Felde lagen: Alſo hat der himmliſche Va⸗ am 4, v eer den wahren David unſern Heyland C Hriſtum auch geſand/ 7. 18. 99. 3 auß des Himmels Thron in dieſe Welt/yin dieſem Jammerthallin ddeen Eichgrunde da wir zu Felde lagen/ gegen die hoͤlliſche Phili⸗ 1 ſKer/ unſere Geiſtliche Feinde/ Suͤnde/ Todt/ Teuffel und Hoͤll. eo) Wie iner von den Bruͤdern Davids ungeduldig iſt uͤber der Ankunfft ſeines Bruders/ Sam. J. Ihn ſchild/ da er inſonderheit cch vermercken laͤſt/ daß er des Rieſen Goliaths Laͤſterung nicht den koͤnne/ und derwegen mit ihm Kaͤmpffen und Streiten wol⸗ z Alſo iſts dem himmliſchen David C Hriſto auch ergangen: Dau nicht allein Herodes uͤbel mit Ihm zu frieden/ als Er in dieſe Wah war gevohren/ ſondern auch hernach als Er 9dies Mun⸗ b der Yyyyy ij v. 40. 46. 1. Sam. 19. V. 7. Pſal. 11g. v.j 3. Cor. 15. v. 35. 56. Alſo ſinget m õ vom Sieg C Hriſti/ Pat. 19. auß 1. Cor. u. Der Todt iſt ver⸗ 908 Die erſte Predigt der thate/ und ſich verlauten ließ! Er wolte Iſraelerloͤſen und frey machen/ ſehen die Hohenprieſter/ Schrifftgelehrien und Elteſten Ihn ſauer an/ ſchaͤlten Ihn/ ob. F. Mattl. u.(3.) Wie der David ſich dennoch auffmachet zum Streit/ gegen den G Ottes⸗ Laͤſterer/ den Goliath/ nicht zwar mit dem Harniſch/ Bogen und Schild/ ſondern in ſeiner geringen Geſtalt/ und ſeiner Hitten: Nuͤſtung/ mit ſeinem Hirten⸗ Stabe und Taſchen/ mit ſeinen Schleuder und /. glatten Steinen: Alſo daß auch der Gollat ihn faſt verachtet/ und ſpricht: Bin ich dann ein Hund/ daß du mit einem Stecken zu mir kommeſt. Ebener maſſen hat auch gethan unſer David& Hriſius/ in geringer verachteter knecht⸗ licher Geſtalt/ hat Er ſich an den hoͤlliſchen Rieſen gemacht: Gar heimlich fuͤhrt Er ſein Gewalt/ Er gieng in einer armen Geſtalt/ den Teuffel wolt Er fangen.(a.) David hat dem Goliath mit ſeinem eigenen Schwerdt den Kopff abgehauen: Alſo auch unſer David C Hriſtus/ ſintemal Er dem Sathan eben durch die Verfolgung/ durch Leyden und Todt/ Hohn und Spott ſo er uͤber C thm alle ſeine Macht genommuu. 5. Wie David zwar wegen ſolcher Vberwindung und Sieges iſt hochgeruͤhmet worden/ man hat von ihm geſungen in Reyen: David hat zehen tauſend erſchlagen. Lam. 3. et man noch mit Frewden in den Huͤtten der Gerechten/ ſchlungen in den Sieg/ Todt wo iſt dein Stachtl/ Holl wo iſt dein Sieg/ GOtt aber ſey Danck/ der uns den Siegge⸗ geben/ in Chriſto JEſu. Welches abermahl dienen kan/ zum Troſi wiherall unſete Feinde/ Geiſiliche und Leibliche/ alſo daß/ wann uns Suͤnde Todt Teuffel und die Hoͤll anfechten/ wir uns dieſes unſers Da⸗ vids troͤſten koͤnnen/ und ſprechen: Was kan uns thun die Sund und Todt/ wir haben mit uns denwahren SOt⸗ Hriſtum gebracht den Kopff gleichſam abgehauenſund ß zuͤrnen Teuffelund die Hoͤll/ GOTtes Sohn iſt wor⸗ den unſer Geſrltl. Er kanund wil uns laſſen nicht/ ſetzen wir auff Ihn l unſer Zuver ſicht. Es moͤgen uns viel fechten an/ dem ſey CTrotz der es nicht laſſen kan. 1 Drittens in ſeinem Koͤniglichem Ampt iſt David auch 3B. mein deutlich Vorbild C Hriſti! unſers Heylandes geweſen. 1. Olciun Dasvid iſt ein lieber und werther Koͤnig beydes vor GOc und 8P Menſchen/ wie auch ſein Nahme außweiſet: Alſo iſt C Hriſtus t der wahre David auch ein lieber/ thewrer und werther Koͤnig/ 6 Hit ſeinem himmliſchen Vater/ und ſeinen rechten Vntertha⸗ n nen/ den wahren glaͤubigen Chriſten/ alſo daß ſie im Himmel und mauff Erden nichts liebers haben/ und erkennen und bekennen mit S. Paule Fpb.3. Daß CHriſtum lieb haben/ viel beſſer ſey/ Eph. 3. v. g. dann alles wiſſen. 2. Dasvid war ein verachteter und wolge⸗ plagter Koͤnig/ wurde umb hoͤchſter Wolthat willen verfolget vom Saul/ der von OOtt verworffen war/ und ſolche Verfol⸗ au gung ruͤhret fuͤrnehmlich daher/ daß David wegen ſeiner tugend⸗ afften Mannheit und erhaltener ctori hochgeruͤhmet ward: Alſo ward der wahre David C Hriſtus von den Sauliten den Juͤ⸗ deen/ Hohenprieſtern und Schrifftgelehrten zum haͤfftigſten ver⸗ ſolget/ allein darumd/ daß man Ihn preiſete wegen ſeines Ampts/ daß Er Teuffel außtreibe/ die Auſſaͤtzigen reinigte/ eic. Vnd daßher fuͤr den wahten Meſſiam geruͤhmet ward. 3. David Al⸗ ces Teſtamentes iſt nach erlittener Verfolgung wiederumb erha⸗ en worden) zu ſeinen Koͤniglichen Ehren/ da ſeine Feinde mit en Spott und Schanden beſtehen muͤſſen: Alſo iſt auch unſer Da⸗ did des Newen Teſtaments nach aller erlittener Schmach/ Hohn a Syott in ſeiner froͤlichen ſiegreichen Aufferſtehung und im⸗ mafanh zu recht Koͤniglichen Ehren erhaben/ Marc. 16. Al. 4 e„r„r„rt....ʒ Wuches uns dienes ſolcher Geſtalt zum beſten/ ſo offt wur 3— 1* 3—* 8 2 — 9ie Die erſte Predigt uns erinnern/ daß C Hriſtus unſer Heyland/ det waßte Daond liti ſer Koͤnig und Eer ſey/ daß Er uns demnach/ als ſeine Vnter⸗ thanen werde lieben /verſorgen/ ſchͤtzen und beſchirmen/ und alle ſeine und unſere Feinde daͤmpffen. Wir uns auch zu dieſem un⸗ ſerm Koͤnige Daoid/ der unſer Bruder/ unſers Gebluts und Ge⸗ ſchlets iſt/ uns verſamlen/ und zu Ihm uns zu halten haben/ auch wann wir in Noth und Schuld/ und betruͤbtes Hertzens ſeyn/ wie 1. Sam. ²2. ſich ſolcherley Maͤnner zu dem David gehalten/ 1. gam. 22. So wird Er auch der Himmliſche Daoid unſer Oberſter unſer Koͤnig Matth. 11. und Schutz⸗Herr ſeyn/ wie Er dann alle Muͤheſeelige und Bela⸗ dene ju Ihm kommen heiſt/ Alattb. u. 4. Endlich iſt David der Sohn Iſai auch CAJſit unſers Offieium Heylandes Vorbild geweſen/ in ſeinem Propheten⸗Ampt/ Frophetæ. dann Er geweſen ein groſſer Prophet/ der mit Watheit raͤh⸗ * Sam. 23. men moͤgen/ ². Lam. 23. Daß der Geiſt des HERNRNhakbe v.7. darchihn geredet/ und ſeine Rede ſey durch ſeine Zunge ge⸗ Alſo auch unſer David E Hriſtus eben der Prophet/ dem 7 68. der Vater ſeine Wort in den Mund geleget/ Deut. 18. Dann Matth. 1. wir alle ſollen hoͤren/ Marrb. ⁷. David geweſen/ ein warhaff⸗ .5. liger Prophet/ der vom Creutz und Leyden/ von der Aufferſte⸗ hung und Himmelfahrt C Hriſti/ gar deutlich geweiſſaget/ alm. 15. 22. 427. 99. Alſo auch unſer David CHriſtus iſt die Watheit Ioh. 4. v.6. ſelbſt/ Fob. 1. Vnd hat von ſeinem eigenem Creutz und Leyden/ Aufferſtehung und Himmelfahrt geweiſſaget. Martb. u. Lus. G. Job. 15. 15. 20. David war der allertroͤſtlichſte Prophet/ der mit ſeinen Pſalmen und Harffen⸗Klang Vnmuihund Ttau⸗ 1. de 16. We lennen vertreiben„ Sam. P3 2lha iſt Shus uſ aſa. 61. v.1. Sabid auch ein treſtlicher Prophet/ /³.. Der fommen Ela,6r..n Elenden zu predigen/ die zerbrochene Herzen zu verbin⸗ . den/ zu predigen den Gefangenen eine Erledigung/ den 3 Ignaͤdiges Gebundenen eine Eroͤffnung/ zu predigen ein 803 r V. 28. ————„ uͤber den 143. Pfahn. ahr des HErrn/ 4 troͤſten alle Trawrigen: Zu ſchaffen den Trawrigen zu Zion/ daß ihnen Schmuck fuͤr Aſchen/ nnd Frewden, Oehl fuͤr Trawrigkeit/ und ſchone Kleider . fureinen betruͤbten Geiſt gegeben werde: Daß ſie genen⸗ e mä han naet werden/ Baͤume der Gerechtigkeit/ Pflantzen des 1 Sthnoba Hoörrnzum Preiß. nran Dnd. Solche Betrachtung ſollen wir abermahl zu unſer Lehr en mund Troſt anwenden/ uns und alle Glaͤubigen im Newen Teſia⸗ mmenn Seelig und uͤber Seelig achten/ denen G Ott der HERR ein ſolchen groſſen und herrlichen Propheten erwecket hat/ nehm⸗ lich ſeinen lieben Sohn den wahren David/ dem der Vater ſein Waort ſelbſt hat in den Mund geleget: Auff welchen Propheten man von Anfang der Wels gehoffet/ dann die Propheten und Luc. 10.*.24 Koͤnige Altes Teſtaments/ begehrten zu ſehen. Luc. ⁰. Dem alle andere Propheten Zeugnuͤß geben/ daß in ſei⸗Act. 10. v. 43 nem Nahmen Vergebung der Sünden empfahen ſollen/ alle die an Ibn glaͤuben. Ack.. Laſſet uns auch fuͤr dieſen Propheten G Ott von Hertzen dancken/ und ſeinem Wort trau⸗ e wen Ihm Gehorſam leiſten/ alsdann ſo werden wir uns in aller . Dren Angſti und Truͤbſal/ in allen Anfechtungen/ ja auch in Todes⸗ ls.7 Dndl a Nothen dieſee Propheten und ſeiner holdſeeligen Predigten/ zu er⸗ haben. 8 d 4 Haben wir auch allhier/ Adaitamenti Superfluitatem,, IV. Emen Zuſatz ſo zum Vberfluß in der gemeinen Perſton dieſem Membrum. Tuul beygefuͤget wird/ alſo lautende: Dyando perſegebatur am Abſolon finus ejus Das iſt /als ihn verfolgete ſein Sohn a e d Abſolon. Ob nun eben dieſer Pſalm von dem Koͤnige David uneemacht/ als er von ſeinem Sohn Abſolom von Land und Leuten Samen enaget woꝛden/ davon im⸗. Sam.. laſſen wir dahin geſtellet ſeyn. ·an, H. d DBnng daß wir wiſſen/ daß David ein ſehr geplagter Mann gewe⸗ „ ſen/ und ſein vielfaͤltiges ſchweres Leyden gehabt/ ſo wol innerli⸗ 1 5 ccer alz aͤuſſerlicher weiſe/ welchee ihm dieſen und andere deigſ — 8 . 8 † 8 4— 3 —ZöZö—ö—öͤöͤöſͤͤſͤſſ 4* e 4 8 2— — ööEöͤöoͤöööͤ e Te. Ne enm. ee wer——ͤööbͤöſſbbbböböoöoöoöoöoͤöoͤöoͤöſſ 4 1 1 —————————————— e hehiate— e 4— öͤͤſͤſ“ 5 4 2 8— 2 5——— 4— 8— ſſ — ren—* 4 1———— 2 3—————— —*————-——“ ———————“ 5 1 —— ͤöZöͤSͤͤſ 32 1 .* Wen 9 3 1 4 8——. 4 ———-——— e 4**— 8 n Die ander Predigt Ta 6N8. chen Pſalme zu machen angetrieben: Dann die Anfechtung lehret auffs Wort mercken/ und HErr wann Truͤbſal da iſt/ ſo ſucht man dich/ und wann du ſie zuͤchtigeſt ruffe aͤngſtiglic. Davon zur andern Zelt mit mehremn, Meſ gnug asf dißm. n Seit mit mehran. Dwſg Habita Cu- ſtrin. d. 3 8 tei, ee Süerd des Fin⸗ no 1650., Confingas A 8e gewohnet/ die den Gebrauch gehabt/ daß ſie zur bawet Lei, geit des Krieges den Prieſier der Goͤttin Juno- Auus, zu einem Feld⸗Oberſten auffgeworffen. kern in Himw- mel zu ſtei Nun hatten ſie auff eine Zeit/ einen Prieſter mu Namen Cohava gen. e 4 3 S 4 uͤber den 143. Pſalm. 98 demR wolten ſie nicht gehorſamen. Derwegen ließ derſelbe viel oͤltzerne Leitern machen/ und ſie mit Stricken feſt zuſammen bin⸗ ddeen eine auff die ander/ und gab fuͤr/ er wolte damit hinauff in Him⸗ mmmel ſteigen/ und die ungehorſame Zracier gegen der Goͤttin ver⸗ klagen. Als ſie nu ſolches hoͤreten/ wurden ſie daruͤber beſtuͤrtzt/ nund baten ‚er ſolts unterlaſſen; Verſprachen ihm auch darbey mit nmeeinem Eydſchwur /ſie wolten ihm allezeit gehorſam ſenyy. Wer iſ unter uns/ die wir G Ottes Erkaͤntnuͤß haben/ der n ſich nicht uͤber dieſer Leute Einfalt zum hoͤchſten verwundern ſolte? Als die ſich haben bereden laſſen/ als ob iemand auff einer irrdiſchen eeiter gegen Himmel ſteigen muͤſſe/ ſo etwas von G Ott zu bitten haͤtte. Wir wiſſen G Ott lob/ von einer andern/ aber geiſtlichen detde ie Leiter/ welche iſt das liebe Gebet. Oratio est ſcala cels ſagt einer n von den alten Kirchen⸗Lehrern: Das Gebet iſt eine Himmels⸗ r ceiter darauff wir gleichſam zu G Ott ſteigen/ und was wir begeh⸗ en/ von G Ott herab holen koͤnnen. Dann das Gebet der. v n. Elenden dringet durch die Wolcken/ und laͤſt nicht abe/ biß ir. 35.. 21. es hinzu komme und hoͤret nicht auff/ biß der Hochſte drein ſehe/ vrgs. Des Gerechten Gebet vermag viel/ wann es n ernſtlich iſt. Elias war ein Menſch gleich wie wir/ und er betete ein Gebet/ daß es nicht regnen ſolte/ und es regnete mmnaiccht auff Erden drey Jahr und ſechs Monden. Vnder etete abermal/ und der Himmel gab den Regen/ und die! 17 15, Erde brachte ihre Frucht/ Jacob. v Solcher Himmels Leiter ſich dann auch zum offterſten ge⸗ raucht/ zu Tage und Nachte/ der Koͤnig David/ wie ſolches in und mduwrch ſein gantzes Pſalm⸗Buch zuerſehen/ namentlich auch in und ey ſeinen ſieben Buß⸗Pſalmen/ von welchen wir anietzo den ſie⸗ eandan unter Haͤnden haben/ darinn er nebenſt andern Pſalmen 2 eun ſonderlich dieſer Himmels⸗Leiter/ des liehen Gebets be⸗ ſiget. b WVann wir dann den Titul dieſes Pſalms/ ſo da heiſt, ein 3³3 Pſalm Suma die⸗ ſes Pſalms. 914 Die ander Predigt Pſalm Dapvids/ bey voriger Zeit abgehandelt/ als woſgen wit zut tractation dieſes Pſalms an ihm ſelbſten ietzo ſchreiten/ und umb geliebter Kuͤrtze willen/ nur den erſten Vers vor uns nehmen/ dar⸗ auß zubeſehen; Daviauis depotam ad audiendum Supplicationem. Die ernſte Supplication des Koͤniges Davids/ die er abgehen lüft n GOtt/ darumb/ daß Er ihn bey ſeinem Gebet bhr Hiervon auffs einfaͤltigſte zu reden/ und daß es ohne Nutzen nicht moͤge abgehen/ ſo ſeufftzet zuvor mit mir alſo: Ich bitte/ o SeErr/ auß Hertzengrund/ du wolleſt nicht von mir neß⸗ men/ dein heiliges Wort auß meinem Mund/ ſondern der nen Gnaden⸗Geiſt geben und verleihen/ alſo zu lehren/ daß es gereiche dir zu Ehren/ und dann auch zu unſerer Seelen Heyl und Seligkeit/ umb CHriſtt willen/ Amen. Abhandiung. Eliebte Freunde in C Hriſto: Belangend vorgenomnme⸗ nen zigſten Pſalm/ ſo ſetzet der Herr Lutherus in Erklaͤ⸗ 5 rung der ſieben Buß⸗Pſalm)/ uͤber denſelben ein ſolche Summam: Iſt ein Bet⸗Pſaim darinn er(Koͤnig Daoid)umb Snnade und Vergebung der Suͤnden bittet in aͤngſien ſeines Ge⸗ wiſſens. Zu welchem Vngluͤck faſt treiben die Feinde der Gna⸗ den/ die Geſetztreiber/ welche allermeiſt plagen die becruͤbte bloͤde Gerviſſen/ und treiben ſie ins finſter/ das iſt/ in verzweiffeln und tod mit ihren ſchweren Laſten/ und unertraͤglichen Wercklehren/ der ſie doch keins mit einem Finger anruͤhren. Wie C hnſus ſaget/ Matts. 23. Aber hier zeiget der Pſalm/ es muͤſſe die Gnade thun/ und nicht das Recht fuͤr welchem kein lebendiger Mehſth'eſtehen kan. Wie daß auch alle alte Geſchichte und Wallebis HEr, en zeugen: Dann allen heiligen alten Vaͤtern hat er geholffen auß Liebe und Onaden/ und nicht auß Recht: 1.S. Dau uͤber den 3. Pſalm. 93 aget/ 407. w. Es haben weder wit noch unſere Vaͤter ſolche Laſt aagen koͤnnen/ ſondern wir hoffen durch die Gnade C Hriſti ſerlig zu werden/ gleich wie ſie worden ſind. ett. Ferner ſpricht er der Herr Lutberus: Hier iſt zu wiſſen/ daß dieſer Pſalm geredet iſt/ munyd wird in der Perſon des gantzen Volckes CHA Iſti und eines ßmeeglichen beſondern! welches Volckes taͤgliche Feinde ſind/ die Weitweiſen und die ſich eigen Rechtfertigen/ die nicht wiſſen/ nnoch wiſſen wollen von G Ottes Gnadenſja ſie meinen/ niemand zaͤlt mehr von GOStes Gnaden)/ den ſie/ in blinder Heiligkeit und guter Meinung /oder Irrihumb verfuͤhtel. Diß ſind Wort n des Herrn Lutberi, in Erklaͤhrung dieſes Pſalms/ welche uns gar eigentlich geben die gantze Summamlund Inhalt deſſelben. Niun wollen wir von Stuͤcke zu Stuͤcke/ von Verß zu Verß gehen/ da dann Koͤnig David zum Anfang dieſes Pſalms G Oit dem HErrn vortraͤget: Devotam ad audiendum Suppli- ecationem, Ein ernſte Supplication und Bitte/ daß OOtt erhoͤren woolle. Darbey zu betrachten 3 b ad em, zu wem ſich der David allhier wende/ und J. ſeine Supplicarion abgehen laſſe: Nehmlich zu dem HENRN/ embrum irm ſpricht: HErr erhoͤre mein Gebeth/ zc. JEHOVYA lauts in mn ſeiner Sprachen. Diß iſt ein Nahm des einigen wahren OOt⸗ es] von welchem wir zum Anfang allhier viel zu reden haͤtten. Dannda koͤnten wir reden von dieſes Nahmens JEH⁴OVA 1. Na- Vide ripa Scriptione, ob ſolcher Nahme mit ſeinen eigenen/ oder andern ,300Oias Puncten zu ſchreiben. 2. Von deſſen pronunciatione, ob er Chriſtia- aueh mit dem Munde zu nennen und außzuſprechen/ welches die Con loh, 2 IJnaden nicht wollen. 3. Von ſeiner Originatione, woher der Honaag, Nahme Jkro komme als nehmlich von dem welches ſo„veri px40. eelheiſt ais Seyn/ geweſen ſeyn. So haͤtten wir auch zu reden 4.141.142143. andieſes Nahmens Antig virate, wie der Nahme Jkuord ein uralter Nahm ſo alſobald in der heiligen Ertz⸗Vaͤter Kirchen be⸗ kand geweſen. 7. De inſtus celebritate, wie dieſer Nahm ein ſehrbe⸗ 3³G ruͤhmter G usus. 916 Die ander Predigt AUpute Nahniſo auch unte den Heyden eſchalen haue, wie es ein horhherrlicher MRaſeſtäͤtiſcher Nahm. Auch G. De Ma-. 7. wir zu reden haͤtten 4e Lerſtene, wie nemlich die 70. Dolmet⸗ ſcher/ und ſo das Newe Teſtament geſchrieben/ in Griechiſcher Sprachen dieſen Nahmen gegeben haben/ durch das Won e⸗S, welches noch lange nicht ein ſolchen Nachdruck/ wi der N ahm EonAd. Pnd dann endlich haͤtten wir anzufuͤhren 8. dieſes Nahmens Lignificationem, was er mit ſich bringe/ und he⸗ deutet als nemlich/ einen weſenden G Ott/ der da ſey aerseS. ei⸗ nig im Weſen/ zuis⸗, ein vollkommenes Weſen) alles in allen/—ese S⸗, ein Weſen uͤber alles Weſen. eit. Pon dieſen allen ſage ich/ win Anfangs bey dem Nahmen EHO2 u reden haͤtten/ es wuͤrde aber vjel zu lange werden/ iſt auch zum Theil bey der Erklaͤhrung der vorigen Buß⸗Pſalmen davon Be⸗ richt geſchehen. b Darumb ſo mercken wir nur alſo fort zum Nutz /weil Koͤnig „Sich zu David ſich allhier zu dem JliOt, oder HE NR wendet SOtt dem HErrn zu wie wir auch ſeinem Exempel nach uns zu dieſem HErrn wenden wenden/ und ſollen/ und Ihn erkennen lernen/ als dem wir zu dienen in der hei⸗ demſelbigen ligen Tauffe geſchworen/ und zugeſagt: Der 7EAMOY74 und zu dienen. HERR ſoll unſer Vater ſeyn: Der FEulon und„ᷣAAI ſein Sohn CHriſtus ſoll unſer Erloͤſer ſeyn: Der JE 074 und HERR/ der Heilige Geiſt ſoll unſer Heiligmacher ſeyn/ der uns in alle Warheit leite und fuͤhre/ durch das Wort/ und die eiligen Sacramenta bereite/ und bringe uns zu der ewigen Frew⸗ ddenreichen Seeligkeit. Vnd demnach wende dich dey Lelbe nicht zu dem Herrn der Welt/ dem Teuffel/ dann er lohnetab/ wie ein Hencker die Knechte: Vermiete dich bey dem audoe& und HERRNalle Morgen auffs new durch ein emöſges Gebeth/ und Er wird dit mehr geben/ als du kanſt verdienan/ ih nicht halb Schebel/ daß du wolteſt halb dem Teuffel/ hab GOTS dem Sun dienen/ ſondan wende dich in GSt dauen eENN “ — uber den 13. Pſalm. annd diene Ihm. i. Toraliter Von gantzem Hertzen/ von Matth..— gantzer Seeien/ ilaus 22. Dann Niemand kan zween v.z7. Herren dienen/ Mattb. 6. Darumb wolte der tapffere Krie⸗ 6 6. Ve4. geos⸗Mann Valentinianus, mit heydniſchen Weihe⸗Waſſer unx veſudelt ſeyn: Vnd der Edle Marcus Aretbuſius wolte nicht ei⸗ nen Heller zur Goͤtzen⸗Capell geben: Sie wolten beyde dem le⸗ pendigen Fuorund wahrem GOT/ ohne alles Gemenge medlich dienen: Das iſt Lobes und Ehren werrl. Wernde dich zu dieſem HErrn/und diene Ihm 2. Conſon-— e⸗⸗ beſtaͤndiglich: Dann da iſto nicht gnug/ daß man anfange ſich mit Gebeth/ Buß und Beſſerung zum HERRNazu wenden/ und Ihm eine Zeit lang zu dienen/ ſondern da muß man auch dar⸗ ben/ verharren biß die Seele vom Leibe abfaͤhret. Es war zwar n wol gethan/ daß Loths Weib außgienge auß Sodom: So war es auch wol gethan/ daß Core Dathan und Abiram mit den andern as Iraeliten außgiengen/ auß Egypten: Aber weil jene wiederumb zuruͤcke ſahe/ und ungezweiffelt wieder nach Sodom gewolt/ wur⸗ n deſie zur Saltz⸗Seuſe/ Cen. w. Vnd weil dieſe von Moſe ab⸗ ielen/ wurden ſie lebendig von der Erden verſchlungen/ Num. 6. Wollen wir ſolchen und dergleichen Straffen entgehen/ ſo muͤſſen wir ſiets und allezeit/ alle Tage/ alle Stunden/ alle Augenblick mnuns zum HErrn wenden/ und in ſeinem Dienſt uns finden laſſen. Dann wer verharret biß ans Ende/ der ſoll Seelig wer⸗Marth. 10. den/ Mattb. 10.* V. 22⸗ So haben wir uns auch zu dieſem HErrn zu wenden) und 41 Ihm zu dienen/ 3. Ardenter, Inbruͤnſtiglich: Daß alle Kraͤffte—— des Gemuͤtho/ alle Gliedmaſſen des Leibes zu G Ottes Lob und cecbe ergeben ſind. Vnſer Hertz ſoll einig und allein an GOtt ddencken/ unſere Ohren ſollen allein Ihn hoͤren/ unſere Zunge Allallein von Ihm reden/ die Geſchaͤffte der Haͤnde ſollen zu ſei⸗ nen Chren gerichtet ſeyn/ alle Gaͤnge/ Schritte und Tritte ſollen S3 Dam dienen geſchehen. Da Pdanodas Voſs Ißaslſann 5 8 13 3 4—— “ Exod. 10. G V⸗ 25. Weib und Lind wolte ziehen laſſen /er wolle aber ißte Schaffeunn Rinder bey ſich behalten/ gab ihm Moſes zux Antwort: Du muſt uns auch Opffer/ und Brandopffer geben daß wir unſerm GOtt thun moͤgen/ unſer Viehe ſoll mit unsge⸗ hen/ und nicht ein Klauwe dahinden bleiben. R4,„. Aſ wann der hoͤlliſche Pharao haben wil/ daß wir ihm auch eiliche Glieder hintetlaſſen/ und zu ſeinem Dienſt begeben ſollen/ wir ant⸗ worten: Ich habe mich G Ott allein geheiliget det wil kein Glicd nachlaſſen/ auch das geringſie nicht ſoll dahinden bleiben. Aber da findet ſich zuweilen ſehr groſſer Mangel bey uns. Hffitts iſt das Hettz von G Ott abgewendet. Offters ſehen die Augen nach der Eytelkeit und Hoffart. Offters redet die Zunge wider G Ott. Bffters ſind die Haͤnde langſam zum Guten. Of⸗ ters eilen die Fuͤſſe zum Boͤſen und Schaden: Das heiſt warlich nicht ſich zum HErrn wenden/ und demſelben dienen. Da wi doch wiſſen ſolten: Das wir leben oder ſterben/ wir des HErrn ſeyn/ und uns demſelben ergeben ſollen/ Rom. 14. Wel⸗ che Wort S. Pauli: Wir leben oder ſterben/ ſo ſind wir des Ainus allezeit pflegen hoͤchlich zu loben. HErrn; Schriebe der Herr Lueberus einsmahl ſeinem Wirthe zum Gedaͤchtnuͤß an die Wand/ welcher ihm die Mahkzeit niezt wolte zahlen laſſen/ und ſetzte darbey: Domini ſumus in Nomina- ripo& Genitivo. Dann freylich iſts war: Wir ſind des HEr⸗ ren Eigenthumb/ und durch ſeine Gnade werden wir auch Herten uͤber Suͤnde/ Todt/ Teuffel/ Hoͤll/ und ewiges Verdamnaͤß. Da Amobr us auff ſeinem Todt⸗Bette lag/ beſuchten hn viel tapffere Perſonen von Adel/ und vermahneten ihnſer ole doch G Ott umb Erlaͤngerung ſeines Lebens bitten/ daß man ſeinet noch eine Zeitlang moͤchte genieſſen: Da ſpricht anbrguus. JIch habe gelebet/ daß ieh mich nicht ſchaͤmen darff/ Angerzu leben: Opia bonum Dominum babemus: Dann wir haben ſteinen ftom⸗ men HErren/ zu dem werde ich kommen. Duſt Nede hat Auge⸗ Eilarion —— 8—— 8—— ——— —— 2——ÿy— —————— ———õõ——õ—————— uͤber den 143. Pſalmn. 919 ates aae e,.. Rilarion hat ſich auch in ſeinemseben zu dieſem HErren ge⸗ Se u en wand/ Ihn erkant und treulich gedienet/ darumb/ da erſolte ſterben/ dir/ ſpracher: Liebe Seele fahre doch auß meinem krancken Leibe/ was eedese. laͤumeſt du dich doch ſo lange? Dann du haſt ja einen gnaͤdigen Uer erren. Du haſt nun fort mehr fuͤnff und ſiebentzig Jahr die⸗ ſem HErren gedienet/ und wilt dich nun erſt fuͤr Ihm ſcheuen/ und ucht mit Luſi abſcheiden/ und bey deinem HErren ſny. Tam Die Juͤden Ahlfaͤntzen und ſagen/ ſie wolten nicht die gantze Welt nehmen/ und dieſes Errn Namen/ den Namen Ihio⁴ an an außſprechen/ geben des ſchlimme/ lahme Vrſachen: Aber recht⸗ un ſchaffene Chriſien thun nicht allein ſich zu dieſem dErren wenden/ ſondern auch ſeinen Namen mit Freuden ſprechen/ nennen und bekennen/ im Leben und Sterben/ in Noth und Todt/ dann ſie wiſſen/ daß in dieſem Namen ſteckt Leben/ Safft und Krafft. Vnd ſol auch ein rechter Chriſt ſich wol fuͤrſehen/ damit er niemals ohne Andacht dieſen Namen nenne/ und G Ott bitten/ daß Er ihn ja fraller Vnbedachtſamkeit/ fuͤr allerhand Leichfertigkeit/ ſo biß⸗ weilen bey dieſem Namen begangen wird/ bewahren wolle/ weil der nicht ſoll ungeſtrafft bleiben/ der ſeinen Namen miß⸗ Exod, 0. brauchet/ od. zo., .. Haben wirzu erwegen bey dieſem Text: O5 grid, II. Warumb der Koͤnig David ſeine Suppliation zu G OTT dem Membrum. PKrren abgehen laͤſſet: Nemlich Er ſolte erhoͤren: Hietvon lau⸗ D 3 unn die Wort alſo: HErr/ erhoͤre mein Gebet: Allhier wird Donn 8 6 Otte auff menſchlicher Weiſe das hoͤren zugeeignet/ und auff Soͤttliche Art dadurch verſtanden/ ſeine Gunſt und Gnade die Er den Seinigen erweiſet/ und thut was ſie begehren/ wie dann das pni SESwhoͤren G Ottes alſo erklaͤret wird/ im 45. Pſalm: Der HErr zac. lib.. Dutt thut was die Gottfürchtigen begehren: Welches thun was trac. 1. c. 7. A Sottfuͤrchtigen begehren/ bald drauff erklaͤret wird/ mit dem Er⸗ p. 1a0. orrenPnd Er erhoͤret ihr Schreyen. So widd auch G Ott dem Hrn allhier das Vernehmen oder Auffmercken ng ſeee⸗ b ben ben/ wann Er ſpricht: Vernim mein Flehen/ dadannin ſanä Sprachen es ſo viel heiſſet/ als ponderare, übrare ſtatera,trutina examinare, Ein Ding gar genau/ als auff eine Gold⸗Wage ab⸗ wegen/ und wird von GOtt geſagt; Wann Er der Frommen und Glaͤubigen ihr Gebet nicht vorbey gehen laͤſt/ ſondern wolin acht nimbt/ und ſich auff ihr Gebet gnaͤdig und barm hertzig gegen lal 10. va ſie erzeiget/ wie es dann auch alſo gebraucht wird/ 7/al, 10. 66. 32. 66. v. 19. 130. v. 2. Da im Gegentheil/ wann nicht alſo/ und G Ott ſeine Gnadeſauf geſchehenes Bitten und Flehen nicht bald ſehen laͤfl ſo heiſtes bey Threngt Ihm/ aure⸗ obltruere orationi, daß Er ſeine Ohten verſtopffe/ Thhr.3. v. 44. Tbren. 3. operire ſé in nube ne tranßre Doſſt oratio, ſich in einer Eſa. i. v. 5. Wolcken verſtecken/ daß das Geben nicht koͤnne durchdringen 8. 59. v. 3. Thren, 3. Eſa. 1. 6. 79⸗ 8* Worbey zu erken„den USUs. Wie unſer Gebet gewiß fuͤr den HErrn komme/ und GHtt Bnſer Ge⸗ ein gnaͤdiges Wolgefallen dran habe/ wann es nur auß bußferi⸗ bet kompt gewiß vor gen und glaͤubigen Hertzen geſchicht. Welches hoch zu verwun⸗ den HErrn/ dern; Dann wer iſt G Ott/ und wer ſind wir Menſchen. G Ht den Errn⸗ iſt Ewig: Er bleibet wie Er iſt. Seine Tage wehren furund hoͤret. kuͤrſund ſeine Jahr nehmen kein Ende/ Pſalm 0⸗. Was iſt aberde Fſal. 102. v. Menſch? Der Menſch iſt in ſeinem Leben wie Gras/ er bliü⸗ 33.26.28. het wie eine Blume auff dem Felde/ wann der Wind daruͤ⸗ Pſal. 103. v. ber gehet/ ſo iſt ſie nicht mehr da/ und ihre Staͤte keniet man 35. 16., nicht mehr/ Paum. ½. Dennoch der ewige G Oit hötetdes nichtigen und hinfluͤchtgen Menſchen ſein Gebet/ und vemnimbt Plal. r. v. ſein Flehen. G Oit iſt der Allerhöchſte/ alma, Der ſei⸗ P Ies.Jah. nen Stuel im Himmel bereitet/ alm 103. Die Erdeiſt ſein Paes v.6. Fuß⸗Banck/ /a. 7. Der Menſch aber iſt eine Made/ . 5.14. J6.2. Ein Wurm/ der die Verweſung ſeinen Vater heſt/ unnd die Wuͤrme ſeine Mutter und Schweſtern/ cap. 7. Dennoch der allerhoͤchſte G Ott hoͤret des armen Eld⸗ Wuͤrm⸗ bins des Wenſchenſemn Sebelund vemumbiſenoehen. Snn “ ——— ———— —8 — uͤber den 143. Pfalm. 92 1 itt Allmaͤchtig/ cen. F. Der den Himmel faſſet mit einer Gen. 17.v.6. Spoannen: Fuͤr weichen die Heyden geachtet ſind wie ein Tropff/ ſo im Eymer bleibet. Vnd wie ein Scherfflein/ o Eſa. 10.v.. Iin der Wage bleibet/ ³1. 0. Wer iſt aber der Menſeh? Er ſn Ohnmaͤchtig/ ein fliegendes Blat/ ein düirrer Helm/ Job. lob. 3. v. 5. s. Was iſt der Menſch/ was kan er ſchaden? Sr. A. Sie dir. d.. d. wegen weniger dann nichts/ ſo viel ihrer iſt/ ofa ce. Den. 1e ,62.Ve mnnoch der Allmaͤchtige G Ott hoͤret des Ohnmaͤchtigen Menſchen Gebet/ und vernimbt ſein Flehen. Er hat nicht verachtet Pſal. 22. v. 25 noch verſchmaͤhet/ das Gebet des Armen/ und da er zuShm t ſchrey/ horet ers/ aum. 22. ER wendet ſich zum Gebet Pſal. 102. v. der Verlaſſenen/ und verſchmaͤhet ihre Gebet nicht/ das. 9. weerde geſchrieben auff die Nachkommen/ aloe. Wann wires recht verſtuͤnden/ was das fuͤr eine Herrligkeit/ daß G Ott an der Menſchen Gebet erhoͤret/ es wuͤrde nimmermehr kein Gebet/ aan Seufftzen/ Lob⸗und Danckſagung GOttes/ auß unſerm Hertzen Welches nommen/ wir wuͤrden uns druͤber von Hertzen freuen. Aber weil fandeh uud wir ſolches zum wenigſten bedencken/ ſo giebts auch ſo viel faule ſchlaͤffrigen nmund ſchlaͤffrige zum Gebet. In Pecie etwas hiervon zu melden/ Beter: de⸗ mnach dem viel Menſchen nicht verſtehen/ was diß fuͤr Herrligkeit/ rer ſind vor⸗ 2das G HOtt der Menſchen Gebet erhoͤret/ ſo findet ſich ein groſſer nemhlich auffe derer die da ſind ⸗. Ae Securitate, gar ſicher/ die alles Ge⸗ neunerley et mit einander verwerffen/ und fuͤr ein leppiſch/ kindiſch Werck Art. alten/ welche aber David/ Pſalm 14. Thoren nennet: Die 8 ti eoren ſprechen/ in hrem Hertzen: Es iſt kein GOtt/ den a. 8Hrren ruffen ſie nicht an. Vnd hat dieſer vergeſſener Hauff pl 4.7 1.44 ey den vorigen Kriegslaͤufften/ die faſt alle Gottesfurcht zu Boo-⸗: dean geſchlagen/ ſich ſehr vermehret/ wie man dann Exempel gehabt/ derrer/ die ſich geruͤhmet/ ſie haben in einem/ zwey oder mehr Jahren kan Vater Vnſer gebetet/ ja noch wol abſcheulicher Wort mit angehaͤnckt/ die nicht zu erzehlen. b. Dieſem ſiehen zu nechſt an der Seiten/ die jenigen(2.) die Aaaaaa da 22 Die ander Predigt z. da ſind Ae Raritate, welche gar ſelten zum Gebet kommen/ de Rarita wann ſie des Monats oder die Wochen/ oder wanns wolgeraͤth/ , des Tages einmal ein Vater Vnſer beten/ halten auch nicht dafuͤr daß es Noth ſey/ zu gewiſſer Zeit des Tages das Geber za thun/ ſondern vermeinen/ es laſſe ſich wol verantworten/ wann ſie eben mit Gelegenheit darzu kommen/ daß da andere ihr Gehet verrich⸗ ten/ ſie auch die Wort mit ſprechen. 3. Denen(..) faſt gleich ſind/ ae Singularitate, und was ſon⸗ de Singula- derliches ſein wollen/ und bey guten Tagen das Gebet faſt gar ltates, vergeſſen/ wann aber die Noth/ Anfechtung/ Truͤbſal und Verſol⸗ gung herein bricht/ erſt anfahen zu G Ott zu ruffen/ von welchen Eſaias 26. Cap. in ſeiner Maaß redet da er ſpricht: HERR Iſa 26.v. 6. wann Truͤbſal da iſt/ ſo ſucht man dich/ und wanndu ſie züchtigeſt/ ſo ruffen ſie aͤngſtiglich. Bey welchem Geben ge⸗ meiniglich wenig rechtſchaffene Hertzens⸗Buß und Andacht ſt/ wie das Exempel der Juͤden bezeuget/ von denen der 78. Pſalm ſa⸗ Plal. 78.v. get: Wann ſie der HErr erwuͤrgete/ ſuchten ſie Ihn/ und 34.35,36.37, bekehrten ſich fruͤhe zu GOtt und dachten daß GOtt ihr Hort und der Hoͤchſte ihre Erloſer iſt/ und heuchelten Ihn mit ihrer Zungen. Aber ihr Hertz war nicht feſt an Iym/ und hielten nicht treulich an ſeinem Bunde. 4.(4.) Gehoͤren hieher die ſo da ſind de Brevitate, die auß de Brevi- fleiſchlichen apeaten/ die Kuͤrtze des Gebets ſuchen/ und mit kate. ſehr wenigen Worten alles zu verrichten vermeinen. Deutiich/ ſage ich/ auß fleiſchlichen ahecken/ welche bey etlichen Pobiun, herrſchen/ unter denen man bißweilen ſiehet die kaum ein und den andern Augenblick den Hut vor dem Munde halten und glaic er Deait ſeyn/ ſuchen eben in dem daß ſie ſo geſchwind ellen und fenig ſind/ ein ſonderbar Anſehen und Ruhm/ und wollen umb ſolcher Vrſach willen fuͤr gravitetiſch und wol erfahten geachtet ſeyn. Sonſt iſt kurtz Gebet/ wann es auß rechtem Hettzen geſchicht G Hit dem HEnn nicht allein zu wider/ ſondetn auchſehe dn uͤber den 143. Pſalm. 99 nehm davon in gewiſſer Maß/ unſer Heyland C Hriſtus Matthæi am. redet/ da Er ſpricht: Wann ihr betet/ ſolt ihr nicht viel Matth. s. Wort machen/ wie die Heyden/ dann ſie meinen/ ſie werden Wmerhoͤret/ wann ſie viel Wort machen. In gewiſſer Maß/ ſag ich/ moͤgen angezogene Wort auff die Kuͤrtze des Gebets gezogen uß werden. Dann der HErr CHriſtus das lange Gebet/ wann es aauß andaͤchtigem Gemuͤth herſlieſſet/ in keinem Wege verwirfft: 1 Ja/ ie mehr eine glaͤubige Seele mit Ihm redet ie lieber iſt es Ihm/ wie Er ſich vernehmen laͤſt/ Caue ². Da Er ſaget: Komm mei⸗ ne Freundin/ meine Schoͤne/ komm her/ laß mich hoͤren deine Stimme/ dann deine Stimm iſt lieblich: Darumb Er auch nicht ſchlecht ſaget/ man ſolle im Gebet nicht viel Wort machen/ ſondern man ſoll nicht viel Plappern/ wie die Heyden/ die aah da meinen ſie werden erhoͤret/ wann ſie viel Wort machen: h Iſt demnach das Gebet nicht wegen der Laͤnge/ ſondern we⸗ ggen des unglaͤubigen unandaͤchtigen Geplappers/ und dieweil das Fundament der Erhoͤrung in die Laͤnge und Menge des Gebets und Wor geſetzet wird;unangenehm. Sonſien gleich wie im malten Teſtament die Opffer/ ob ſie ſchon bey viel tauſenden darge⸗ racht wurden/ wann es nur auß glaͤubigen Hertzen geſchach/ G Ott dem HErren nicht zu wider: Sondern nur angenehmer geweſen/ maſſen die Hiſto ria Salomonis/.Res C. bezeuget: Alſo maauch das Gebet glaͤubiger Chriſten? Welches das geiſiliche Opf⸗ fer des neuen Teſtaments iſt/ ob es ſchon lang/ kan nicht verworf⸗ fen werden. Auguſtinus ſehreibet fein/ von den angezogenen Worten Auguſt. ep. CHriſti: Non, ut nonnuli putant, hoc est orare in multi loqyio, 22. ad Prob. alutius oretur, aliud est ſermo multus, alind diuturnus affeclus. Das iſt nicht eigentlich mit vielen Worten gebetet/ wann man ſange betet: Ein anders iſt ein langer Fermon und viel Wort ein andets ein langwirige Andacht und Inbruͤnſtigkeit. Daß man vorwendet/ es verliere ſich alle Andacht im Gebet/ wann es lang b b Aaaaaa ij ſſſt/ 3*. 2—.—. 4* — 3—.——————VS—ʒ—2—2—:— —..... 5—————.—-———————— 4*ℳ☛ ————-——= WNM3N———s———ſſ—— 3 5 3 1 5———-———————.——— 4— 1— 5 ——õõ——————————————————————————— 2———— ——————— 4 3 ——.— 8 4—————— 6——————— 2——— ———— De nimiz circa labo- rem afſidui- tatc., 924 Die ander Predigt iſt/ hat David nicht geglaͤubet/ der nicht nu den nn. Sondenn auch den ſehr langen 119. Pſalm geſchrieben/ und gebetet: Eſaias auch nicht/ als der auch ein faſt langes Gebet hat/ Cap. 26. Wie auch nicht Daniel/ Cap. 9. Ja es hat der ewige Sohn G Ottes felber/ Cap.. Johannis ein ziemlich lang Gebet geſprochen wie auch etliche meinen/ Er habe am Stamme des Creutzes zur Zei ſeiner Paſſion den gantzen 22. Pſalmen/ der ziemlich lang erzehlet der Evangeliſt Lucas meldet Cap. 6. von Ihm/ daß Erdie gantze Nacht hindurch im Gebet verharret habbe. Die Laͤnge nimbt die Andacht des Hertzens ſo gar nicht vom Gebet/ daß ſie ſie auch vermehret. Dann gewiß/ wann ein Menſch vor G Ott trit/ und mit rechten kindlichem Hertzen Ihn anruffet/ auch fleiſſig erwigt/ was er thue/ der wird ie mehr und mehr/ mit dem Gemuͤth zu G Ott erhoben/ und in der Andacht entzuͤndet der Glaube waͤchſet/ die Hoffnung ſtaͤrcket ſich/ die Begierd und Ver⸗ langen zu G Ott nimbt zu/ und gleich wie der Feuer⸗Stem/ je mehr er mit dem Stahl geſchlagen wird/ ie mehr Funcken ervon ſich giebt: Alſo/ ie mehr das glaͤubige Gebet anhaͤlt/ ie mehr Be⸗ wegungen des Geiſtes thun ſich herfuͤr/ davon alle Chꝛſtliche Hertzen/ die rechtſchaffen beten/ auß eigener Erfahrung am beſien reden koͤnnen/ denen manchmal das ordentliche Gebet/ ſo garnicht zu lang/ daß ſie auch noch viel/„Biria und Seufftzer mit anhen⸗ clen/ und faſt nicht ablaſſen koͤnnen. b. Die fuͤnffte Hecies der unachtſamen Beter ſind ar vim⸗ circa laborem ſEauitate, Die ſo in und mit der Arbeit/ ſoſie unterhanden haben/ ihr Gebet verrichten /allein daß ſienicht etwas verſaͤumen. Es wird nicht von dem aͤuſſerſten Notßfall geredet/ mit dem es ſeine Wege hat/ auch nicht von dem evera or⸗ aAiarGebet und Seufftzer: Item /nicht von Pſammenund Lob⸗ Geſaͤngen/ die gar wol neben und mit der Hand⸗ Abbelt ſatthaben koͤnnen/ ja ſind ein recht ſchoͤn ornament und gietde det Hand⸗ rbeit: Sondern ven dem Orainar-Gebet/ und da man vunte b kber den 143. Pſalm. nem Nothfall wird abgehalten/ als von dem Morgen⸗und Abend⸗ Gebet: Item von dem Gebet vor und nach dem Tiſch; Da ſol⸗ ean billich alle in der Haußhaltung die Arbeit liegen laſſen und mil aanander beten/ damit die aͤuſſerliche/ demuͤthige Gebaͤrden ge⸗ raucht werden koͤnnen/ welches die Hand⸗Arbeit nicht leidet/ dar⸗ umb die Vbel thun/ die dieſelbe nicht ſo lang liegen laſſen/ duͤrffen ſagen/ nun Kinder ſiehet vor dem Tiſch und hetetſich wilunterdeß noch diß und jenes verrichten/ da es beſſer waͤre Vater und Mut⸗ eer ſtuͤnden ſelbſt dabey und beteten. datiaa.. Die ſechſten ſind de partialitate, welche nur das halbe 6, Geber gemeiniglich vor und nachdem Tiſche ſptechen/ wie es in de hastzaß. R Haußhaltungen offt zu geſchehen pfleget/ in welchen Knechte; ei h. Maͤgde!ꝛe. Wann ſchon das aller Augen/ und Vater Vnſer/ al„oder dancket dem HErren faſt zum End iſi/ daher treten/ an welcher oſen Gewohnheit aber gemeiniglich Hauß⸗Vaͤter und Hauß⸗ Maͤtter ſelbſt ſchuldig ſeyn als die ihr Geſinde nicht mit mehtem ennſi darzu treiben und halten/ dann koͤnen ſie ſie zur Arbeit zwin⸗ gen) wie oolten ſie ſie dann auch nicht zum lieben Gebet halten und * 4 zwingen koͤnnen., Diee ſiebenden ſind aeei⸗ welche nicht wegen der Lei⸗ 7 8 bes⸗Schwachheit/(dann in ſolchem Fall iederman ent ſchuldiget De pigritia⸗ danetnnh aſt/) ſondern auß Faulheit ihr Norgen⸗ und Abend⸗Gebet ſchlaͤf⸗ e ferig und im Bett liegend verrichten wenig Andacht haben/ ge⸗ rrocchene Vort machen/ und etlich mal ehe ſie zum End kommen/ druͤber einſchlaffen. Daß man im Bette und auff dem Lager mit 18e auten Gedancken und Seufftzer u GOtt umbgehe/ und auch ie daruber einſchlaffe/ iſt recht und gut: Aber das ordentliche Mor⸗ 1 gen⸗und Abend⸗Gebet ſoll billich geſchehen/ wann man ſchon e aufgeſtanden) oder ehe man ſich zu Ruhe begiebt/ da man ſich er⸗ maneert hat/ oder noch wacker iſt worauff auch Lutherns in ſeinem Lrchömo ſichet Daer ſaget: Deß Morgene wann uauß dem Satte faͤhreſt/ ſolt du ſagen: Das walt GOti Nater⸗ aaaaa üit Sohn 5 8. 8 Dieander Predige Sohn und heiliger Geiſt/ darauff kniend/ oder ehend (nicht liegend) den Glauben/ und das Vater Vne ban Des Abends/ wann du zu Bette gehen will: Solt duſa⸗ gen: Das walt GOtt Vater/ Sohn und heiliger Geiſt/ darauff kniend/ oder ſtehend den Glauben/ und das Vale⸗ Vnſer/ ete. Die achten ſind de propria ommoditate, welche ihr Gebel De propria und Vater Bnſer/ und in demſelben alle Gedancken allein auff ſich Lommo. ſelbſt/ und ihre Wolfahrt und Nutzen riehten/ des Nechſten und ate. 9 die gemeine Chriſtenheit mit einander vergeſſen/ bekuͤmmenn ſich nicht oder ja wenig genug/ umb des Nechſten Noth und Anliegen; Welche Leut Lutherus in Erklaͤrung des Atagnißcar, Nießlinge nennet/ ihr Gebet aber/ ein eigennuͤtziges/ und eigennjeſſiges Ge⸗ bet/ dem G Ott der Herr feind ſey: Es iſt darumb das hellige Vater unſer von E Hriſto unſerm HErren und Meiſter /in ſolchet Form geſtellet/ daß es nicht von einem/ ſondenn von vielen tedet damit ein jeder Menſch/ wann ers betet/ neben ſich/ die gantze Chr⸗ ſtenheit/ ſu/ in gewiß Maß/ alle Menſchen einſehlieſſen ſoll/ wet es nicht thut/ iſt kein rechter Beter. . Endlich die neundten ſind/ 2⸗ cogitationum parietaue, oit De Cogita- nur tionum va- rietate, auß lauter Gewonheit beten/ propariren nicht zuvor ihte ersen und Gemuͤther darzu /hengen mie Fleiß frembden Gedan⸗ cken nach/ ſind bald im Kaͤller/ bald auff den Boden/ bald inder Kirchen/ bald auff dem Acker; Da wir durchauß nicht von ſolchen fliegenden Gedancken reden/ die einem glaͤubigen Menſchen/ mit⸗ ten in dem Gebet/ oder auch bald im Anfang ins Hertz kommen/ und uͤber welche er hoch betruͤbet iſt/ moͤchte ihrer gein geubtiget ſeyn/ dann ſolche wider allen willen auffſteigende Gednnclen/ oo ſie ſchon an ſich nicht recht/ ſondern ſuͤndlich/ iedoch ſind ſie ben einem rech tglaͤubigen Men ſchen materia certamius ein ſoich Werck/ daꝛwider er ſtreitet/ und dadurch er ex ariaente, mehr zur Andacht getrichen wird 3 Dann wann er ſich eiholet undeuſden b re uͤber den 13 Pſalm. 92 frembden Gedancken wieder herauß wickelt/ brennet er gleichſam dcn darwider/ und betet den uͤbrigen Theil nur deſto eyferiger hinauß. d e. Vondenen frembden Gedancken aber wird allhie geſagt/ die ein Menſch mit Vnachtſamkeit oder weltlichen Sorgen ihm ſelber erurſachet/ und alſo zum Gebet ſich untuͤchtig macht. 1nn. Seßhet Geliebte in C Hriſio/ ſo viel und mancherley iſt die DPnachtſamkeit und Nachlaͤſſigkeit/ die ſich im Gebeth/ welches mnach dem Glauben das hoͤchſte Werck unſers Chriſtenthumbs ſi/ wie Lutberus ſaget/ erzeiget: Vnd koͤnten vielleicht im nach⸗ dencken/ noch mehr Heeies angezeiget werden/ welche doch aber zu bemelten ſich wuͤrden leicht⸗eriren laſſen. Vnd iſt ſolche aachlaͤſſigkeit nach den erzehlten unterſchiedenen Arten/ nicht nur bey etlichen wenigen/ ſondern bey ſehr vielen zu ſpuͤren. Wel⸗ ees ein ieder bekennen muß/ wann er weiter nicht ſiehet/ als ihn die Erfagrung fuͤhret und weiſet. I. Geebt uns auch Koͤnig David an die Hand Soi. III. a Sus de cauſir: Das iſt die Vrſachen zu behertzigen/ umb welcher Membrum. Willen den GOtt der HErr erhoͤren/ und ſein Flehen verneh⸗ meen ſolle nehmlich umb ſeiner Warheit und Gerechtigkeit willen: 3 n Dann ſpricht er: Erhoͤre mein Gebeth/ vernim mein Fle⸗ u hen/ umb deiner Warheit willen; Erhoͤre mich/ umb dei⸗ nner Gerechtigkeit willen. Davon allhier GOTtes War⸗ eeit kan verſtanden werden/ nach allen dreyen Haͤupt⸗Articuln anſers Chriſilichen Glaubens. Nach dem erſten: Dann da ompt das Woͤrtlein Warheit her in ſeiner Sprachen/ von ei⸗ r eem ſolchen zbemare, welches in ſeiner gewiſſen Conjugation ſo viel bedeutet/ als nutrire, equcare, ernehren/ aufferziehen/ a dann der die ſeinen aufferzeucht und ernehret/ es recht trew und eſiaͤndig meinet/ wird alſo unter dem Wort oder/ eritas, AKlich G Otte zu Gemuͤthe gefuͤhret ſeine Vaͤterliche propi- utz, die Er gegen uns hat und traͤget/ von Mutterleibe an uns nebret und aufferziehet/ welches Er dann nicht ſo unac ane eſje paxa . Cor. I. „28 Die ander Predigt Weiſe/ und oben hin/ ſondern recht trew und ſtandhafftig thur: In ſolcher Beſtaͤndigkeit weiter verbleiben/ und ſo werde er ihm wol halten/ was er zugeſagt/ und folgen/ daß ſein Gebet ethoͤren/ weil er ihm Trew und Warx⸗ beit gehalten/ von Mutterleibe an. Nach dem andern Artieu Ehriſtliches Glaubens heiſſet7 eritas DE!, oder Warheit Ot⸗ tes/ daß G Ott verheiſchen hat/ gnaͤdig zu ſeyn/ ſo ſich zu Ihm be⸗ kehren/ umb ſeines lieben Sohnes IEſu& Hriſti: Was Ernun aber in demſelben verheiſchen/ das haͤlt Er gewiß/ dann alle Ver⸗ heiſchungen GOTtes ſind Ja und Amen/ in CHAIſto IEſu. 2. Cor. 1. Nach dem dritten Artieul wiſſen wit/ daß ſey ein Heiliger Geiſt/ die dritte Perſon in der Gottheit. Derſalhe Geiſt aber iſt ein Geiſt der Warheit/ und ruffet in unſern Herkzen/ Abba lieber Vater/ Er und Warheit wil der David ſoll er nun giedt Zeugniß unſerm Geiſt/ daß wit G Ottes Kinder/ und folgender Weiſe erhoͤtet ſeyn: Derwegen ſo wind Er ſa ſeine eigene Watheit gelten laſſen/ und ſo vial deſto mehr erhoͤren. Darnach ſyricht er: Erhoͤre mich/ umb deiner Ge⸗ rechtigkeit willen. Nicht umb meiner Gerechtigkeit willen wil er ſagen/ dann dieſelbe iſt Suͤnde und Vngerechtigkelt: Son⸗ dern da mache mich auß Gnaden glaͤubig und gerecht/ dann ich ſehe etliche/ die durch ihre eigene Werck und Gerechtigkei Recht haben wollen/ da ſie doch nichts dann Eitel ſind/ Thoren ſind/ Suͤnder ſind. Es wird aber allhier nicht gemeinet die Geꝛech⸗ tigkeit G Ottes/ da Er ſelbſt an und fuͤr ſich G Hac getecht i/ welche ſeine Gerechtigkeit Er uns in ſeinem Geſet geoſenbah⸗ ret/ und ſonſt genand wird/ Legalis juſtitia, die Gerechagleit des Geſetzes/ ſondern da wird allhier verſtanden die Garechugkeitſei⸗ nes Sohnes JEſu Chriſti/ welchen Er uns gemacht hat 54 Weißheit/ zur Gerechtigkeit/ zur Heiligung/ und zur rloͤſung. BVmo weß Met uns an/ macht uns gerecht und ſeelig ohn Wercke des bif⸗ willen Er uns die Suͤnde vergiebt nim⸗ — uber den 143. Pſalm. 929 es und oßn unſer Verdienſt allein duteh den Glauben an C Hri⸗ Rom 4. um] en.⸗ Siehrt alſo der liebe Daoid auff den Enn Meſſiam und ſein Verdienſt/ umb weß willen Er ihn erhoͤren Daz unſer Gebeth zweene ſtarcke Gruͤnde habe/ neßnlich Zweene SOues Warheit und Gerechtigkeit. Wann G Ott nicht Grunde un⸗ daue befohlen zu beten/ und die Erhoͤtung bey ſeinem goͤltlichen(ao eles⸗ CEyde zugeſagt/ wer duͤtffte doch beten/ und Ihn anruffen? Nun Warheit aber hat Ers ja geſaget /ſchweret auch noch daxzu/ Jo6. 106. Wat⸗ und Gerech⸗ ſch/ Warlichꝛc. Vnd iſt aber ſein Wort die Warheit: Wer ngkeit. demnach die ewige Wurheit anrufft im Geiſi und in der Warheit/ eem wird auch die ewige Warheit ethoͤren. Der ander Grund mnnſers Gebeths iſt GOttes Gerechtigkeit. Dann es fordert 66 Ottes Gerechtigkeit/ daß des Elenden Gebeth erhoͤret werde: Dann weil es recht iſt bey GOtt zu vergelten Truͤbſal de⸗ Theff.. nen/ die uns Truͤbſal anlegen/. V65⁄⁄. Vnd uns aber/ v. c. die wir Truͤbſal leiden/ Ruhe ſeyn ſoll/ ſo wird Er ſa auch fuͤr MNaeecht erkennen unſer armes Gebeth/ unter dem Truͤbſal zu erhoͤ⸗ u ren/ well wir ſonſten keine andere Huͤlffe/ Zuflucht und Errettung ie wiſſen/ dann bey Ihm dem lieben G Ott/ laut 72. Pſalms: Er 3 8 wird den Elenden erretten/ der zu Ihm ſchreyet/ und den Pſal./72. v. E⸗ Armen der keinen Helffer hat. Daß aber der gerechte G Ott ules fuͤr gerecht achtet/ unſer Gebeth zu erhoͤren/ das geſchicht nun aicht umb der Gerechtigkeit willen/ die uns gezeiget wird im Ge⸗ ſe/ ſondern umb der Gerechtigkeit CAIſti willen/ da wir mit b 872 woahren Glauben ergreiffen C Hriſtum und ſein Verdienſt. Dann 5 weeviel Ihn auffnahmen/ denen gab Er Macht GOTtes Joh. 1 v. 13. Nnnder zu werden. Job.!. Und gab auch alſo Macht ihrem Gedeth/ durch zu bringen/ durch die Wolcken/ und nicht ir. 37. v. 27. abzulaſſin/ biß daß es hinzu komme. Kr. 35. Jacob.. Hier⸗ lac. 5. v.7. aauß folget von ſich ſelbſt/ daß der Glaube gerecht maehe ohne Zu⸗ S““ Bbbbbb thun 8* eidoroOͤ 8 8 — 3 3.— 8 83 4 85 1 3—— 3 3 4 3.——. 8 . 4 8* — 223———.—.—— 3 2e———————— KàA 2. 3— 7 8 . 4 3 8„ ——————.—— .* ———————— — 4—,.———— ———— 4 8 .— 3 6— 8— 8 1 2—““ 8 8e““ 3 1 ““—““— — ao — 3 4 8 3 3 X 1 2 4 öilfft/ mit der andern Erßroffes ſchen erzeiget. Dieſe zoand bittet und begehen Santgz Davd, FIl. 44. o Du duite Peaigt 4 un der Werck/ und daß wir nicht umb unſer Tugendund We⸗ ke willen von G Ott erhoͤret/ noch mit der ewigen Sealigkelthe⸗ Snadet werden. Davon in folgender Predigt mit mehrem ſoll geredet werden. Vnd ſey alſo gnug auff dißmahl. 24 3 * ee Die dritte Predigt/ un 2* Pber den ſiebenden Buß⸗Pſalm des Koͤn⸗ o ges und Propheten Davids ſo daiſtder DOownung nach im Pſalter⸗Buch der Hun⸗ dert und Drey und viertzigſte. TEXL Verſ.. Nd gehe nicht ins Gericht mit deinem Kuecht/ GOtt der C HErr hat zwo Haͤnde/ mit einer Er Pſal. α. Wann er ſpricht: Sende deine Hand/ und erlſe nit mucc unn errenne mich von groſn Wiſtan. Oezan ho. 6,.98-·J4Dd. 6,3. S65 6he n.. 0e. 4 b uͤber den 143. Pſalm. Hand iſ die gottliche Gerechtigkelt/ welche den Menſchen un⸗ oydlich und untraͤglich iſt/ darumb Joblda er dieſe Hand 6 Ottes n gefuͤhlet aͤngſtiglich bittet/ Gap. 19. v. 27. Mit dieſen Worten;z Erbarmet euch mein erbarmet euch mein/ ihr meine loberp.var. IAreunde/ dann die Hand GOTtes hat mich beruͤhret. b Dwd an einem andern Otth bittet er/ GOlt wolle ihn doch mit ddieſer ſeiner Hand verſchonen/ und nicht mit ihm handeln nach ſei hie. e ner Gerechtigkeit/ Cap. ³½ Zweyerley thue mir nicht/ ſo wil 2 243. ich mich nicht verbergen. Laß deine Hand ferne vonmir RaR ſeyn/ und dein Schrecken erſchrecke mich nicht. Dieſe ſeine and werden alle Gottloſe und Vnbußfertige dermahleins er⸗ r Oe fahren und fuͤhlen/ wie Koͤnig David bezeuget/ Pſal 2z. Deine„ ln. d Hand/ ſagt er/ wird finden alle deine Feinde/ deine Rechte* a wird finden/ die Dich haſen.. 1 Dieſes hat G Ott der HErr auch wollen andeuten/ da Er b roai. ſein Volck auß Egypten ins gelobete Land fuͤhren wolte/ Exod. 3. nunnd ihnen zwey unterſchiedene Zeichen verheiſſen dadurch ſie ſei⸗ ner Segenwart ſolten vergewiſſert ſeyn: Des Tages wolte Er nm einer Wolcken⸗Saͤulen/ des Nachtes in einer Fewer⸗ Saͤu⸗ Nen bey ihnen ſeyn. Wir Menſchen ſollen auß dieſer Welt ins gelobte Himmliſche Land gefuͤhret und verſetzet werden/ dar⸗ umd hat ſich G Ott verſprochen/ in einer Wolcken⸗und Fewer⸗ Stäaͤale bey uns zu ſeyn. Durch die Wolclen⸗Saͤule wird ver⸗ ſianden GOttes Barmhertzigkeit: Dann gleieh wie es einem mmatten und muͤden Wanders Mann ein ſehr angenehmes Ding wann im heiſſen Sommer etwa eine Wolcke ſich ſamlet/ und 8 die Sonnen⸗Stralen hindert daß ſie der Sonnen Hitze nicht oon ſich werffen koͤnnen: Alſo iſt es einem armen ſuͤndhafftigen Meenſchen auch ſehr heilſam und nuͤtzlich/ wann die Wolcken des Darmhertzigkeit GOTies ſich uͤber ihn außbreiten. Da kan asdann die Eerechtigkeit G Oites keine ſtat finden die hindert daß ſie anen Suͤnder nicht v Bobbbb ij ertilgen kan. Durch die Fewer⸗ b Saͤule f 959 2n. ſein Zorn wird bald anbrennen/ ſagt David/ ſah,⸗ Vnd Nan I. V. 8 3 9. Die dritte Predigt Saͤule iſt aber zu verſtehen GOTtes Gerechtigkeit. Dann Nabum(ap. ¹. Sein Zorn brennet wie Fewer. Dann wie nlehtes ſo hart ſo ſtarcl/ und groß iſt/ welches das Fewer nicht ſolte verderben koͤnnen; Alſo iſt kein einiger Menſch ſo maͤchtig/ ſo 8 ſtarcl ſo ſchoͤn/ ſo reich/ welcher goͤttlicher Gerechtigkeit entgehen koͤnte/ ſondern alle ſind ſie derſelben unterworffen/ und wann ſie durch den ernſten Zotn außbricht/ iſt ſic ein techtes verzehrendes Fewer/ ſo Marck und Bein verzehret und aufffriſt/ ja den Men⸗ Ahenſ Angſi und Bange macht/ daß er nicht weiß wo er hla⸗ en ſoo. Ess wil uns aber G Ott der HEᷣNRin den Tagen unſets Lebens mit der Wolcken ſeiner Barmhertzigkeit begleiten: Wil⸗ che nun derſelben nicht folgen wollen/ die ſollen und muͤſſen nach ihrem Ableben ſich leiten laſſen/ von dem Fewer der geſirengen Gerechtigkeit GOTtes. Wie ſchwer und unertraͤglich dieſes ſey/ von der geſttengen Gerechtigkeit G⸗Ottes geleitet und getrie⸗ ben werden/ hat ſchon allbereit in dieſem Leben wol verſtanden der Koͤnig und Prophet David. Darumb er ſo mit ſehnlicher Bitte ſolchem zuvor kommen wil/in ietzt verleſenen Worten/ daer ſpricht. Und gehe nicht ins Gericht/ mit deinem Knecht/ dann vor Dir iſt kein Lebendiger gerecht.“ Welche Wort/ der Ordnung nach/ wir anieto auffs ein⸗ fͤltigſte zu erklaͤhren wollen vor uns nehmen/ und darbey betrach⸗ ten: Tacitam Dapidis præoccuparionem, wie dem David beyſei⸗ ner ernſten Supolicarion, die er umb Erhoͤrung zu G Oltgeuiehlet/ etwas auff ſeiner Seiten einfallen thut/ damit er zuvor fompt/ und es bey G Ott verbitten thut. Hiervon zu reden auffdſimahldaß es ohne Fruche nicht abgehen moͤge/ ſeufftzet zuvor mit miralſo: Siff/ HER³R hilff/ laß wo gelingen/ Dirzu Ehren/ und und dann auch zu unſer aller Seelen Heylund Setligkei/ umb ChHriſti willen/ Anpen. 4 apthande b uͤber den 43. Pfalm. 98 Lu bte und Außerwehlie Jieunde in CHuſto; Belen. 8α gend unſer vorgenommenes /da der liebe David mit ſeiner * RAnelage und ſelbſt eigener Beſchuldigung zuvor kompt/ und G Ott dem HErrn es abbitten wolle/ was untuͤchtiges er bey 1 ſichbefindet ſo hebet er ſolches an mit dem Worrtlein Und/ wann er ſpricht: Vnd gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht. Di Woͤnlein Vnd iſt nicht ſo gar umbſonſt geſetzt/ wie einer meinen moͤchte/ ſondern gleich wie kein Jota/ noch Buchſiaben in eiliger Schrifft vergebens ſtehet/ alſo auch das Woͤrtlein Vnd allhier ſeinen ſondern Nachdruck haben thut/ und bedeutet ſo vielſ. Tpni n als vornehmlich/ oder am meiſten. Welche Bedeutung un⸗ i 8* n eer andern es zum oͤffterſten in heiliger Schrifft hat/ als Jouæ 2. tract. 7. de Da der Joſua ſagt zu den zweyen Kundſchaffern: Gehet hin/ conjunct. beſehet das Land und Jericho: Das iſi/ vornehmlich die loſ. 2. v.. in Steadt Jericho /an welcher unſer Sieg am meiſten wird offenbahr werden. Im ⸗.§am, 2. ſiehet: Es fehleten an den Knechten ². Sam. 2. Dasvids neunzehen Mann/ und Aſahel: Das iſt/ vornehm⸗ v. zo. G lich Aſahel/ als welcher einer von den vornehmſten unter den b Knechten Daoids geweſen. Hieher auch kan gezogen werden ddas/ was in Spruͤch⸗Woͤrtern Salomonis am 6. ſtehet: Dieſe Prov. 6. v.is ſechs Stuͤcke haſſet der HErr/ und am ſiebenden hat Er eein Grewel: Das iſt/ vornehmlich das ſiebende/ da man Hader woiſſchen Bruͤdern anrichtet/ iſt Ihm ein Grewel. Solche Be⸗ deutung des Woͤrtleins Vnd auch wol hat im Newen Teſia⸗ ment/ als im Marco am 16. Da der Engel ſagt zu den Weiberlein! die CHriſtum im Grabe ſuchten: Gehet aber hin und ſagets Mate. 16. ſeinen Juͤngern/ und Petro: Das iſt/ vornehmlich Petro/ als v.7. welcher zu erſt mit dieſer froͤlichen Poſt der Aufferſtehung C Hriſti zu erfrewen/ weil er in ſeinem Hertzen ſo bekuͤmmert und trawrig/ da e Ihn zu drepen mahlen verleugnet. Eine ſolche Ddeuus Dbobbbb üij 94 Die dritte Predigt es dann auch allhier mit ſich fuͤhret. Dann da bittet zum An⸗ fang dieſes Pſalms der Koͤnig David den HERANdaß Er ſein Gebeth erhoͤren/ und ſein Flehen vernehmen ſolle/ da dann dem Daoid bey ſolcher Supplication alsbald eingefallen: Ja wie ſoll dich G Ott hoͤren biſt du doch vor Ihm ein ſuͤndiger untuͦchtiger unnͤtzer Knecht/ G Ott aber iſt ein gerechter G Oit/ der die Vn⸗ gerechten wol weiß zu Gericht zu ziehen/ und duͤrffte ſchlechte Et⸗ hoͤrung erfolgen. Dieſe Verſuchung/ ſo dem David einfaͤlt uͤberwindet er faͤhret fort bey ſeinem Gebeth ſpricht: Vnd gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht: Ich bitte zwar/ wil en ſagen: Du wolleſt mich erhoͤren: Am meiſten aber und vot⸗ nehmlich erhoͤre mich hierbey/ daß Du mit mir armen Suͤnder nicht nach Recht wolleſt verfahren/ und mich nicht vor dein ge⸗ ſtrenges Gericht fordern/ zumahl weil ichs ja nicht allein bin/ ſon⸗ dern alle lebendige Menſchen eben ſo wol alſs ſeyn wie ich: Sintemanhl vor Dir iſt kein Lebendiger gerecht. Stehet alſo der Koͤnig David mit ſolcher ſeiner reocrupation einsmahl deng ſe 6 uͤber ſich: Darnach 14 /², in ſich/ 3. Juxt⸗ ſe, ne⸗ enſt ſitht. — J. Siehet Koͤnig Daoid mit dieſen Worten/ Lopra e, Membrum. uͤber ſich da er dann findet DEL M juſtiſimmum fuditiumg tus rigoroſhmun, den ernſten gerechten G.Ott/ mit ſeinem geſiren⸗ gen Gericht/ wann er ſagt: Vnd gehe nicht ins Gericht. Das Wort gehen in ſeiner Sprachen heiſt nicht allein ſchleche gehen oder wandeln/ als dann von der Maria geſaget wid daß ſie gangen ſey zum Grabe ſehr fruͤhe/ Alars. 16. Sondem is heiſ⸗ ſet auch ſo viel/ als adeſſe,& rorum illud exeqvi, cujus gabia quus a2 t, zugegen oder dar ſeyn/ das alles zu verrlehten/ weßwegen Glaſ phil. man kommen oder gegangen ſey/ als wann geſaget witd/ von gac, lib. 5. EHriſio daß Er gegangen ſey vom Vater/ und kommen in die p. 480, Welt/ ſo wird verſtanden durch ſein gehen alles das was Erzu Enloͤſung Menſchliches Geſechlechtes ventchtet. Sanam Beſiand des Wot iber den iz. Pſaln. y weiß daß G Ott da iſt als ein gerechter G Ott/ er weiß daß uuch aan geſtrenges Gericht vethanden iſt/ welches ſein Gericht nicht aaein ſind die zeitlichen Straffen/ Exod. 6. rop. w9. Sondern ldem lib.5. uuuuch die ewige Verdamnuͤß/ Jer. 26. 500.,3. Ach ſo ſoll Er ſa p. u. g niccht die Erecution uͤber ihn ergehen laſſen/ ſonderlich nichtmitder t ewigen Verdamnuͤß das wolle er Ihm abgebeten haben/ we ann das Woͤrtlein(0) oder nicht in ſeiner Sprachen gemei⸗ St niglich abulum debortantis, deprecantus, ein ſolches Wort/ da⸗ ldem ü; 4— b, tract.. urchman einen twas abbllten und pon emem Dinge ahhalun 2.7.. orbey zum Nutz zu ekenntn. lUIsus. Was der etus jadiia, dle Gerichts⸗Handlung⸗ Daß die ſo bey GOtt dem HErrn vorgehet, fuͤr ein ſcharffer Proca Gerichts. eyn muͤſſe/ wei David deßwegen ſo flehentlich mit ſeiner Bitte Handiunge b vor kommen thut/ daß iyn GOH darmit verſchonen wolle/ dbensEnn pnricht: Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht. Frey⸗ vorgehet/ in lüich iſt dieſe Gerichts⸗Handlung gar ein ſcharffer ernſter Oroeeſſ. ſcharffer Welches ſo viel deſto baß mag erkand werden! wann wir eine proceſs. compararionen anſtellen, mit dem was ſonſten in und bey einem erichtlichen Proceſ vorlaͤufft/(i.) iſt bey einem gerichtlichem Hro⸗ 7⸗ geheget das Gericht: Alſo bey der goͤttlichen Gerichts⸗ Handlung iſt das Gericht: Darumb ſagt Koͤnig David allhier: 7 Gehe nicht ins Gericht/(2.) bey einem gerichtlichen Proceſ Kein Richter: Alſo auch bey der goͤttlichen Gerichts⸗Handlung an Richter G Olt der Vater: Dann der HErr ſtehet da zur g b Rieecchten/ und iſt auffgetreten/ die Voͤlcker zu richten/ und 4.3. v. z. der HErr kommet zum Gericht/ mit den Elteſten ſeines Volckes/ und mit ſeinen Fuͤrſten/ 71.3.(3.) Beym weltli⸗ em Gerichte ſeyn da die eklagte: Vor dem goͤttlichem Ge⸗ cche ſind die Beklagte/ alle und iede Menſchen. Dann der Härr ſchawet vom Himmel auff der Menſchen Andar, b Pf. 4. v.² 4 Hloſ.4 v. Gen. 4. v.;3, 556 Die dritte Predigt daß Er ſehe/ ob lemand klug ſey/ und nach GOtt fraze 6 ſind alle abgewichen/ und alleſempt untdchft 5 iſt keiner der gutes thut/ auch nicht einer. /2 ½,(45 es finden ſich auch beym welt ſtrenge Araman und Eſaladung vors Geticht. Alſp auch vor dem gottlichem Gerichte/ davon die Cikarion lautet/ Ror⸗ Wort/ dann der EARR hau Vrſaͤch zu ſchelten/ die im Lande wohnen; Dann es iſt keine Trew/ keine Liebe/ kein Wort GOTtes b es thr Kinder Iſpael des HERRMN im Lande/ ſondern GOttes⸗Laͤſtern/ Liegen/ Morden/ Stehlen und Ehebrechen hat uͤberhand genommen/ und ompt eine Blutſchuld nach der andern.(G.) Gehoͤten auch zum weltlichem Gericht Zeugen/ vor dem gotllichen Ge⸗ bezeuget/ dazu uccht ſind Zeugen/ nehmlich das Gewiſſen/ ſo uns bezeu⸗ auch die Wedancken/ die ſich unter einander verklagn., Wann nun ein armer ſundhaffeiger Menſch vor GOtt Derccht alſo ſiehet ſo faͤllet er in groſſe Angſt und Schrealen/gi⸗ tern und Zagen/ daß ihme Himmel und Erden zu enge witd/ und offtermahls mit dem Bruder⸗Moͤrder Cain in die Verzweiff⸗ lungs Wort außbricht; Meine Sünde ſind groͤſſer/ dam daß ſie mir vergeben werden moͤgen. Cen../.. Gehet es nun alſo daher bey der goͤttliehen Gerichts⸗Hand⸗ lung: So treten heran alle Sichere und Ruchloſe, ins Gelach hinein ſuͤndigen/ und ſich ſelber bereden/ es werde nicht ſo viel auff ſich haben/ ſie werden doch wol in Himmel lommen. Aber ach nein GOtt laͤft ſich nicht ſpotten. Wan Almnee wil der muß vor G Ottes Gerichts⸗Stuel/ und zubor von ſeinen Suͤnden 205lviret und loßgezehlet ſeyn. O da wird alles vor⸗ gebracht werden. Wehe nun denen/ die allznſicher geweſen und muthwillig auff Gnade geſuͤndiget haben. Ciihns 55 b cherhe lichem Gericht Anklaͤger: Bey de goͤttlichen Gerichts⸗Handlung ſind die Anklaͤger/ der boͤſ gem loh. 5. v. 4. und Moſes mit dem Geſetz/ 706. 5.(5. Es geſchicht enege. ———— — —— — uͤber den 143. Pſalm. 957 cherheit wie ſchaͤdlich biſt du. Die erſte Welt lebte in hoͤchſer Siccherheit/ und meinte es wuͤrde auß der Suͤndflut/ ſo ihnen S6 Ot durch den Noah den Prediger der Gerechtigkeit/ vielfaͤltig mandraͤwen ließ nimmermehr etwas werden. Was ward endlich ſddarauß? Vmb ihrer Suͤnde willen wurden ſie verdammet/ die Gundflut kam viertzig Tage auff Erden/ und gieng alles Gen. 7. v. FrJeeiſch unter/ das auff Enden triecht/ an Voͤgeln/ an Vie⸗ 17.21. 22. ue/ an Thieren/ und an allem das ſich reget auff Erden/ en und an allen Menſchen/ alles was einen lebendigen Odem eh hatte im trucken das ſtarb. Gen. 7. Die Leute zu Sodom u wolten den gerechten Loth nicht hoͤren: Endlich wurden ſie zu Seffe verdammet: Der HErr ließ Schwefel und Fewer reg⸗ nen von dem HErrn vom Himmel herab/ auff Sodom und Go⸗ mmorrah/ un kehrete die Staͤdte umb/ die gantze Gegend/ und alle Gen. 19. v. ELinwohner der Staͤdte/ und was auff dem Lande gewachſen war. a1. 1z. en.„. Judas war ſicher/ wolte ſeine Frevel⸗That nicht er⸗ are ennen endlich kam die Straffe/ er gieng hin und erhieng ſich DMatrn 27. ſelbſt und iſt mitten entzwey geborſten/ und alle ſein Eingeweyde 5. außgeſchuͤttet/ Mattb.. Die Juͤden haben nicht gewolt/ ſo 1an.. mofft ſie G.OT verſamlen wollen/ wie ein Henne verſamlet ihre v. 37. 32. es Kuchlein unter ihre Fluͤgel/ darumb wurde ihr Hauß wuͤſie gelaſ⸗ Std ſen. Matrb. 2. Sie ſtieſſen das Wort G Ottes von ſich! und 6 achteten ſich ſelbſt nicht werth des Lebens/ darumb wandten ſich A. z. v.46 nan. die Apoſtel zu den Heyden. Ac7. B. Wei wir dann ſolches wiſſen/ ſollen wir in uns ſchlagen 1 und die leidige Sicherheit hoͤchſtes Fleiſſes fliehen und meiden. Dann da iſt kein Vnterſcheid/ wer in Himmel kommen wil/ muß auſtlich vor GOTtes Gericht/ und ſich daſelbſt /uſt ſiciren/ und jcchtfertigen laſſen. Nun mag in ſolchem Gericht der jenige Keeſden der boͤßlich und fuͤrſetzlich in Suͤnden/ biß an dae Ende/ behantet iſt. G HOlt zwar pfleget lange gnug zu zuſehenlaber end⸗ ch eraͤrnet Er hefftiglund kan Ihm niemand entlauffen. Sein IEEW“ ECoecess Zorm II. 338 Die dritte Predigt Zorn witd einem verzehrenden Fewer vergliechen/ Deu.. Wen eine groſſe Fewers ⸗Brunſt geſehen der weiß wie es zugehet; Nimmet die Brunſt uͤberhand/ da iſt ein groß Jammer und Clend/ ein groß Schrecken und Zagen/ das Fewer friſt umb ſich/ und kommet nichts davon. Alſo wann G Oies Zorn anbrennet/ da werden allen Menſchen und Creaturen gleichſam die Haͤnde gebunden/ da kan ſich niemand loß wircken. Ingroſſen Waſ⸗ ſerfluten hilfft es nichtes/ wann man gleich vorthaͤmmen wil das Waſſer reiſt hindurch/ und ſchwemmet alles mit ſich: Alſo ſind auch die Fluten des Zorns G Ottes/ wann ſie daher rauſchen und brauſen /da iſt kein auffhalten/ ſie laſſen nicht abe/ biß ſie alles uͤbet⸗ ſchwemmet und erſaͤuffet haben. Huͤte dich derwegen fuͤr Suͤn⸗ den/ gedencke allezeit an das Gericht G. OTtes/ und ſchicle dich i Zeiten/ wie du davor beſtehen moͤgeſt. b 14. Thut Koͤnig David ſehen/ mit dieſen Worten ſ⸗ Membrum. auff ſich: Da er ſich befindet Jervum reum& indigniſimum, als einen ſuͤndigen/ unnuͤtzen/ ſchuldigen Knecht. Davonſpricht Glaff rhil, er alſo: Vnd gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht. Sac, lib.z. Da dann das Woͤrtlein mit(Cum Ser vo 1uo) in ſeiner Syra⸗ P. 563. chen allhier bedeutet nicht Comitarum nec conjunctionens, propin. ruitarem& auxihum, da man mit einem freundlich umbgehet Gen. 6..3. Em dienlich und behuͤlfflich iſt/ ais es alſo gebrauchet witd Gen 4 Exod. 19. v. 24. Da GHc der HErr zu dem Iſaae ſaget: Ich wil mit dir ſeyn/ und dich ſegnen/ Erod. v„. Da G it der Err ſpicht zu dem Moſe: Steige hierab/ du und Aaron mit dir ſoit herauff ſteigen: Sondern da deutet diß Woͤrtlein(mu) al⸗ Hier oppoſtionem, da man ſich einem entgegen ſetzet/ wier in ſichtet und ſtreitet. Wie dann in dem Buch der Nichter geleſen witd/ dadie Kinder Iſrael immer geſiritten haben mu den Phili⸗ ſtern/ das iſt wider die Philiſter; Vnd wil Kontg David wann er ſpricht: Mit deinem Knecht/ ſo viel ſagen: OHitſolle ſich doch nedeſo hat unemſ widrign ſeen/ whe hn echenn 11 über den 143. Plalm. 939 cchten wollen/ ob er war ein unnützer untuͤchtiger Knecht/ ſo ſey ooch ſein Knecht/ der da wider Ihn/ und nicht dem Teuffel ge⸗ en fuͤndiget: Vnd weil Er dann nicht allein gerecht/ ſondern auch an gnaͤdig/ ſo wolle Er doch Gnade fuͤr Recht gehen laſen. ugus. . 3 Aullyier findet ſiche! wie einem armen Sünder der vor Bi inem Gottes Gericht ſtehet/ und vor demſelben in ſeinem Her⸗ men Suͤn⸗ 3 4 4 ten und Gewiſſen angeklaget wird/ moͤge gerathen und der vor geholffen werden? Auff ſeine eigene Werck und Verdienſt kan GOttesGe⸗ er ſich wol nicht verlaſſen ſintemahl er uͤberzeuget daß er ein groſ⸗ richt koͤnne 1 ſer Suͤnder iſt: Sondern da hat er ſich mit dem David allhier zu gerat 3 it dem Mhler 3 t demaͤtigen/ ſich und ſeine Vnwuͤrdigkeit zu erkennen! und umb und geholf⸗ 8 Gnade zu bitten: Wie wirs dann auß andern Exempeln mehr fen werden. d alſo ſehen. Wir leſen Matté.„. von einem Koͤnige/ dem ſein Wa Khaſehſm untrewlich vorgeſtanden/ daß er ihme Zehen tauſend 5 v. Pppfundſchuldig worden. Da ers nun nicht hatte zu be⸗ aablen/ hieß der HErr verkauffen/ ihn und ſein Weid/ und eine Kinder/ und alles was er hattt/ und bezahlen. Da ber der Knecht nieder ſiel/ betet ihn an/ und umb Gnade bach da jammert dem HErrn deſſelben Knechts/ und ließ äuhn loß/ und die Schuld erließ er ihm auch. Alſo iſis mit s uns Menſchen auch beſchaffen. Wir ſind ungetrewe Knechte an h und handeln nicht recht mit den Guͤtern G.OStes. Drumb un werden wir auch vor Gericht gefordert! die groſſe Suͤnden⸗ Schuld zu bezahlen. Wann wir aber vor SSSS unſerm Herrnuns demuͤtigen nieder fallen/ und umb CRIſit willen Onade begehren: Siehe ſo jammert den HErtn unſer und laͤſſet uns loß/ und die Schuld erlaͤſſet er uns auch. Alſo leſen wir/ Lre Luc. 14. von einem Phariſeer und Zoͤllner. Der Phariſeer ne. ruͤhmte ſich ſeiner Wercle der Zoͤllner aber ſiund von ferne/ wolte 10 auch ſeine Augen nicht auffheben gen Himmel, ſondem ſchlug an Leuf erkandte und dekende⸗ ſeine ſreſe Senaden. ba 8 Onadund Vergebung derſelben/ und ſprach: Oe.Tſe 44 Vapetung deſ Cecece ii GSuͤnder hen Matth. 18. 23. 15. v. ſeqq. — 4 ———— ſſnſn—-— 8—“ 1 4.— 4 ——— 2— 2—————————“ 4— — ——————— 4 S 3 KNe 8 68 eeraeaaeie 1 4——— 1—— 81“ —— 8 8 5 2————— ͦ———— 1 8 —*—————————— ää— 5 ſſſſſſſſſſſ“ ö— ͤſͤ“.— 4 —. 8— 5 6 ſeqqꝗ. Joſ.9.v.z. Straffen verdammet: Die dritte Predigt Suͤnder gnaͤdig. Dafellete der ER C Huiſtus das Vr⸗ theil/ daß der Zoͤllner ſey hinab in ſein Hauß gegangen gerecht⸗ fertiget fuͤr jenem/ dem Werck⸗heiligen Phariſeer; hret auch zu⸗ gleich/ daß die Wercke nichtes helffen zur Seeligkeit/ ſondern das allerbeſte Mittel ſey/ daß man zu G Ott ſich wende und auff deß ſen Gnade ſich verlaſſe. Wir leſen 7 ⁄%. von den Buͤrgern zu Gibeon/ welche gleich den andern Einwohnern des Landes Canaan/ wegen ihre uͤbermachten Suͤnden ſolten verbannet/ und mit der Scherffe des Schwerdts von den Kindern Iſtael geſchlagen werden. Aber ſie ſchickten eine Bottſchafft zu Joſua/ nahmen alte Saͤcke auff ihre Eſel/ und alte zuriſſene geflickte Weinſchlaͤuche/ und alte geflickte Schuh an ihre Füſſe/ und jogen alte Kleider Dmen/ war hart an/ Und altes Brodt/ das ſie mit ſich na Vnd giengen zu Joſua ins Lager gen Gll⸗ und ſchimlicht. gal’ wurden ihme fuͤßfaͤllig und baten/ daß er einen Bund mit ih⸗ nen machen wolle. Da machte Joſua Friede mit ihnen/ und richtet einen Bund mit ihnen auff/ daß ſie leben dier⸗ ben ſolten/ und die Oberſten der Gemeine ſchwuren ihnen. Alſo muͤſſen auch wir unſere Sache anſtellen/ wann wir bey denn Himmliſchen Joſua Gnade erlangen wollen. Dann durch die Suͤnde ſind wir verbaunet/ und zu allen zeitlichen und ewigen Mogen auch nicht erhalten werden 1 wir auff unſere Fremmigkeit und Neiligkeit trotzen wollen/ ſon⸗ dern muͤſſen vor dem Himmliſchen Joſug uns demuttgen/ Ime Fußfaͤllig werden/ umb Gnade und Barmhertzigkeit flehen und ditten/ daß Er einen Bund und Friede mit uns machen wolle. Thun wir ſolches/ ſo wird der Himmliſche Joſua Fnedemt uns machen/ wird einen Bund mit uns auffrichten/ daß wirleben blei⸗ e ſollen/ wird die Suͤnde uns vergeben/ und zu Gnaden an⸗ nehmen. 4 Dann dae bringen mit ſich i. Efius paterh Aeee, 9 uͤber den 143. Pſalm. Waͤterliche Liebe und Barmhertzigkeit/ die Er an uns ſo hoch a erwieſen/ daß Er auch ſeines eingedohrnen Sohnes nicht verſchonet/ ſondern denſelben fuͤr uns alle dahin gegeben/ wie ſolte Er dann nicht mit Ihm dir alles ſchencken. Ver⸗ pundert ſich doch CA Iſtus unſer Heyland ſelbſt druͤber/ und ſpriche: Alſo hat G Ott die Welt geliebt/ daß Er ſeinen ein⸗ gebohrnen Sohn gab/ auff daß alle/ die an Ihn glaͤuben nicht verlohren werden/ ſondern das ewige Leben haben. Cain ſprach in ſeiner Gewiſſens⸗Angſt: Meine Suͤnde iſt gsroͤſſer/ dann daß ſie mir kan vergeben werden: Aber Au⸗ ius antwortet ihm: Mentiris Cain, major&il DEI miſeri A cordia, ᷣum omnium bominum niſeria, mit nichten Cain/ OTtes Guͤtigkeit iſt groͤſſer/ als aller Menſchen Elend und 1 2 2. Bringet es mit ſich Cbefi Satufackio, Die vollkom⸗ a mene Bezahlung CHriſti: Warumb mein lieber Chriſt/ iſt dein uh dein HErr JEſus in die Weſt kommen? S. Paulus aniwo⸗„⸗„⸗ uleet: Das iſt je gewißlich war/ und em thewres werthes! Tim. 1. Wort/ daß CHAIſtus JEſus kommen in die Welt/ die* 5⸗ Sunder ſeelig zu machen. Warumb hat Er den ſchmehli⸗ chen Creutz⸗Todt gelitten/ eben darumb/ daß dir und mir ſolle ge⸗ u olffen werden: Dann fuͤrwar Er trug unſere Kranckheit/ Eſa. 53, v.z. und lud auff ſich unſere Schmertzen; Er iſt umb unſere Miſſethat willen verwundet/ und umb unſer Sunde wil⸗ enzerſchlagen/ die Straffe liegt auff Ihm/ daß wir Frie⸗ de haͤtten/ und durch ſeine Wunden ſind wir geheilet. arius ſchreibet in ſeinen Epiſteln/ der HErr C Hriſtus ſey ei⸗ eem Suͤnder der mit Verzweifflung gerungen/ dermahleins er⸗ ſchienen/ habe ihm ſeine heilige Wunden gezeiget/ und geſagt: Seehe lieber Menſch/ dieſe Wunden habe ich deinet wegen erlit⸗ ten und ehe du in deinen Suͤnden verzagen ſolteſi/ wolte Ich lieben noch einmahl fuͤr dir leyden und ſterben. v Ceeecc u 3. Jſ —eeeeebedddbbbb—ͤͤſſſſſ—— ————y——ÿ 94938 Die dritte Predigt 3. Iſt auch da Grati⸗ promiſto, daß dir G 3 Gnade vielfaͤltig verſprochen hat. Hoͤre oc üin Menſch/ mit Luſt und Andacht/ wie G. Ott mit⸗ ſtuch Ezech. 18. den kan: Wo ſich der Gottloſe bekehret von allen ſeinen *,n. Suͤnden, die er gethan/ ſoller leben und nicht ſterben *. 33. v.. ſoll aller ſeiner Vbertretung/ die er begangen hat/ nicht 1 Eas ides aebenachezen den Lodt des Sünders/ ſondern daß er ſich bekehre un EIa. 1. v. 6. be. Waſchet euch/ reiniget euch/ thut ewer 8 ne ſez. von meinen Augen. Laſſet ab vom Boͤſen/ und lernet —IJIſͤͤhͤhͤhI v. 28. Ich wil euch erquicken. Was nun der ewige guͤtige GOu 2. Cor. I.. Dann alle Nerheifn V nd 72e. wa Dann alle Berheiſſigen ſeyn Ja und Amen N „111. 117. Siehet auch Koͤnig David allhier Jurr⸗ /, ne⸗ Membrum. benſi ſich/ und findet hatum 16,S bumani hir i kaen Aum, den verderbten Zuſtand des gantzen menſchlichen G ſchlechts. Dann/ ſpricht er vor Dir iſt kein Lebendiger ge⸗ recht. Iſi hiermit gantz rund und klar abgeſchnitten die Gerech⸗ tigkeit von allen Menſchen in der gantzen Welt/ und heiſt in ſeinet Glaſſ. Phil. Sprache n 92— dd uon omnis Piyens ſo viel als nulus vi- Sac. lib. 3. peus. das iſt/ daß kein einiger/ der da lebe/ vor G Ott getecht ſeyn „. 4727. koͤnne. Vnd damit es von allen und ſeden noch ſo vieldeſto baß t. P 21. verſtanden werden moͤge, ſo lautet das omnis Wncvs in ſeiner Bib 1. ris. Sprach nicht ſo wol concrete als abſtradto, alſo/ daß es heiſſet voh Kber orwmietas ſêu ani perſuas vr venrium, die gantze Uauperſalitet der b hunclalm. Menſchen/ da nieht ein eintziger außgeſchloſſan außgenocfmna ¹ uͤber den 3. Pſalm. 9 n das SanlTorum, der Menſch Chriſtus) ſonſten heiſt es von allen und ſeden /luon juftifcatur, er iſt nicht gerecht. Vnd da⸗ mmcht iemand denclen moͤchte es koͤnne und moͤge wol ſeyn/ zaͤaß alle und ſede nicht gerecht/ abet weil es alle und jede ſeyn/ und uaccht nur bey einem und dem andern/ ſondern bey allen es alſo da⸗ net der gehet/ daß eo heiſſet/ non juſtifearur, er iſt nicht gerecht/ was i babe es dann groß auff ſich/ wer achte und ſehe es dann/ und wolle b 6 es geaͤndert wiſſen: ſo ſetzet der Koͤnig David mit hinzu Coraa⸗ th as nh e, oder in conſBecku tuo, vot Dir oder vor deinem Angeſicht: das iſt ſo lange als in dieſer Zeitlichkeit allhier Menſchen ſeyn und eden werden/ ſo lange wird von Natur keiner vor Dir O GOtt/ gerecht ſeyn/ es ſey dann/ daß er ſeine Gerechtigkeit anders woher mnehme: und das iſt vor Dir und deinem Angeſicht nicht verbor⸗ e dann Du HErr ſchaweſt vom Himmel auff der Men⸗ ſven Kinder/ daß Du ſeheſt/ ob jemand klug ſey und nach Pſal. 14. v. Stt frage/ aber ſie ſind alle abgewichen/ und alleſampt** Mecdtig da iſt keiner der Gutes thue/ auch nicht einer/ us „Hierbey zu erkennen: e Masſüh Was fur ei Vnterſcheid ſey/ znuer nofram propriam ſcheid zwi⸗ uſinam, zwiſchen unſerer eigenen Gerechtigkeit/ und inten ſchen unſe⸗ enam uſtitiam, zwiſchen der frembden Gerechtigkeit/ ſo rer eigen 8 da iſt Chriſti/ dadurch wir gerecht und ſelig werden. Gerechtig Was unſere eigene Gerechtigkeit betrifft/ ſo iſt dieſelbige nichts keit und zwi⸗ werch/ koͤnnen und moͤgen damit vor GSOTTin ſeinem Gericht ſchen der cht beſtehen. Zwar gute Wercl ſollen und muͤſſen wir thun/ frembden⸗ dann GOlt hat uns nicht beruſfen zur Vnreinigkeit/ ſon⸗ dodurch wfe ernzur Heillgung/ und woman keines Lebens Beſſerung und zlig wer. 1 Froͤmmigkeit puͤret/ da iſt gewißlich kein Glaub. Zu dem/ ſo den. 17 i nach dem Fleiſche leben/ werden wir ſterben. Vnd. Theſſ. 4. . Wnerechtenwerden das Reich GOttes nicht ererben. v.7. och ader ſolt du darauff nicht ſtoltziren und trotzen/ als koͤnteſt du Kom. 3.v. 3. 4 damit 1.Cor, 6, v.) damit die Seligkeit verdien en und erlangen/ wie das Wolch Iſtael beym Propheten Eſaia thaͤt/ von denen G Ott ſaget: Sie ſu⸗ Me 8.*.2. chen mich taͤglich/ und wollen meine Wege wiſſen als ein 2g. Volck das Gerechtigkeit ſchon gethan/ und das Recht ih⸗ res GOttes nicht verlaſſen haͤrte. Sie fodern mich zu Recht/ und wollen mit ihrem GOtt rechten/ warumb ſa⸗ ſten wir/ und Du ſiheſt es nicht an? Warumb thun ſir unſerm Leib wehe/ und Du wilſt es nicht wiſtn. „Ein ſolch hoffaͤrtiger Werckheiliger war auch der auffge⸗ Lue. 3. v.9. blaſene Phariſeer der ſeine gute Wercke vor GOcS fein nache⸗⸗ nander herzehlete/ und ſich beduͤncken ließ/ es koͤnte ihm nichtſeh⸗ len /der Himmel muͤſte ihm zu theil werden. Zu Straßburg lag ein Moͤnch auff ſeinem Sterbehette rieff und ſchrey Homine, reae nibi vitam æternam, vam mili Aebes: Ach ER gib mir das ewige Leben/ welches Du mi Gnade bitten/ daß Er ihm das Himmelreich geben wolte: ſprach er: Was meinet ihr dann/ daß ichs umbſonſt gethan/ und nach einander ſo piel Jahr ein ſtrenges Leben gefuͤhret? Dencket it nicht/ daß mir SOEE den Himmel ſchuldig ſey? Pluy Tauß⸗ fel der ſinckenden Hoffart. Nicht alſo/ du Chriſtliche Seele⸗ nicht alſo. Warumb wolteſtu prangen mit deinen Werden⸗ Thuſt du doch alles das Gute was du thuſt/ nicht auß und von di *Cor 3.v.6. ſelbſt/ ſondern daß du tuͤchtig biſt /daſſelbe zu verrichten/ das zandu von GOETE, Daher epoſtultet S. Paulus minden Nußmtedigen und 1.Cor. 4,v.) ſpricht: Was haſt du Menſch/ das du nicht empfangen Saſt? So du es aber empfangen haſt/ was nuͤhmeſt du dditch dann/ als der es nicht empfangen haͤtte. Vnd Am. Sroſius ſagt: Die Wercke ſind auß dem Glauben und der Glaub Nicht auß den Wercken/ darumb kommen auch die Wercle chen von — ö““ ſchuldig biſt. Da ihn die Vmbſtehenden vermahnten/ et ſolte ſich fuͤr einen Suͤnder erkennen/ vor GOtt demuͤtigen undunb — m uͤber den 143. Pſalm. 945 oon dem her/ von welchem wir den Glauben haben. Derwegen delc 1 nimd dir nicht ſelber die Ehre/ als koͤnneſt du viel Gutes thun/ daß üee dir deßwegen der Himmel muͤſte eingeraͤumet werden. So weiſ⸗ eſt du auch wol/ daß unſer gute Wercke gantz unvollkommen ſind/ und in dieſem Leben den Allerheiligſten noch allerley Schwach⸗ peiten anhangen. Es iſt doch kein Menſch der nicht ſuͤndi⸗ Pſal.i9. v.i. geo /ſa der da wiſſen koͤnte/ wie offt er fehlet. Koͤnig David wen⸗ der ſich zu G Ott und ſpricht allhier in Demuth: HERR gehe mnicht ins Gericht mit deinem Knecht/ dann vor Dir iſt kein llebendiger Menſch gerecht. Waͤre irgend ein Menſch in der ehl verlaͤſt er ſeines Vaters Hauß und Freundſchafft/ und gehet Gen. 1n. r. 1. mahm in bereitwilligen Gehorſam in ein Land/ das ihm GOtt zeigen an wil. Auff der Reiſe wird er hie von einem/ dort von dem andern Cap. i3. v.9. Creutz geplaget/ er aber uͤberwindet alles: er wiche ſeinem juͤngern en Pettern Loth/ und ſiellets ihm frey/ zu wehlen an weſchem Ort er 4 am wohnen wil: er ſchlaͤget die vier morgenlaͤndiſche Koͤnige/ welche Cap. 14.v.F. ie Sodomiter ſampt ihrem Haab und Gut hinweggefuͤhret hat⸗ und: en/ bringet ſie wieder zu ruͤcke/ und ſchencket ihnen das Geraub⸗ te wieder/ das ihm doch ſure Lell vom Krieges⸗Rechte gebuͤh⸗ retes er iſt mild/ fromm/ wolthaͤtig/ und wandelt/ wie ſm G.Ott efihlet: ſa er iſt auch bereit auff G O Ttes Geheiß ſeinen einigen Cap. 22. v. u Sohn/ auff welchem doch die Verheiſſung ſtund/ dem HErrn 9.10. anmuopffern. Das ſind fuͤrwar ſtatliche gute Werck. Dennoch ſoricht S. Paulus: Iſt Abraham durch die Wercke ge⸗ Rom. 4.v. cecht/ ſo hat er wol Ruhm/ aber nicht vor GOtt. Was 2.z. maaget aber die Schrifft? Abraham hat GOtt geglaͤubet/ 31 und das iſt ihm zur Gerechtigkeit gerechnek. Wiedoͤrff⸗ ß du dann in die vergebliche Gedancken gerathen/ die Seligkeit un verdienen/ der du ihm an Froͤmmigkeit weit nicht gleich geheſt. Wann du auch gleich/ O Chriſtliche Seele/ alles haͤtteſt Ddoddd gethan/ Lue.v.e gen: Ich bin ein unnuͤtzer Knecht/ ich habe gethan/ dasich 946 Die dritte Predigt gechan/ was dir von G Ott befohlen iſt/ ſo muͤſteſt du dennoch ſa⸗ zu thuͤn ſchuldig war. Wie giengs zu Wien jenem fuͤrneh: men Hoctori und Ibeologo, der ein ffommer Mann geweſen, und andere zur Froͤmmigkeit ernſilich angemahnet? daer ſterben ſolte ſuchte er alle ſeine gute Wercle hervor/ die er in ſeinem gantzen Le⸗ ben gethan hatte/ und vermeinte Troſt darinnen zu finden /aben gantz umbſonſt und vergebens. Keines unter allen war vothan⸗ den/ das vor G Ottes Gericht fuͤr ihm ſiehen und beſtehen koͤnte⸗ Endlich ſprach er mit tieffen Seufftzen: Wil dann nichts helffen/ ſo helffe mir das: Auſerere mes DES Propter pretioſum ſan gvinem Fihi tui, qui e famulum ruum redemit. Exballie Dich mein/ O GOTE/ umb des theuren Blutes deines Epheſ.. v.; ma/ es bleibet bey dem/ was S. Paulus ſchreibt: Auß Gnaden Sein Ver⸗ Vnnd das hat ihm auch geholffen. QMeum meritum esl miſeratio Domini, mein Verdienſt iſt die Erbarmung des HErrn/ ſagt Bernharaus. Sum⸗ Sohnes willen/ der mich/ deinen Diener/ erloͤſet hat⸗ ſeyd ihr ſelig worden/ durch den Glauben/ und daſſelbe nicht auß euch/ GOTtes Gabe iſt es/ nicht auß den Wer⸗ cken/ auff daß ſich nicht jemand ruͤmnme. Drumb ſetze dein Vertrawen auff eine frembde Gerechtig⸗ trauen auff feit. Welche iſi dann die? Es iſt die Gerechtigkeit des HEr⸗ eine fremb⸗ de Gerech⸗ tigkeit zu ſetzen. Rom. 3. V. 24. 25. ren Cℳ Iſti. Hierauff hat ſich ſteiff und veſt verlaſſen S. Paulus/ darumb ſprach er: Wir werden ohne Verdienſt ge⸗ recht/ auß ſeiner Gnade/ durch die Erloͤſung/ v durch ChHriſtum JEſtum geſchehen iſt/ welchen GOtt har vor⸗ geſtellet zu einem Gnaden⸗Stuel/ durch den Glauben in ſeinem Blut. Dieſem Exempel folge nach/ Odu bußfertiges Hertz. Kein Menſch auff Erden/ kein Engel in Aummel kan dich von deinen Suͤnden befreyen/ alleine Cohrlſtus JEſus ſat eiahls vane Schul/ daß di SOuſß wonandold. Er n ———— uͤber den 4. Pſalm. n das gantz Geſetz erfuͤllt/ damit ſeine Vatern otn geſiillt/ der uͤber a gieng alle. Fuͤrwar Er trug deine Kranckheit/ und 1a. 4z lud auff ſich deine Schmertzen/ Er iſt umb deiner Miſſe⸗ tbat willen verwundet/ und umb deiner Suͤnde willen zu⸗ een ſchlagen/ die Straffe liegt auff Ihm/ auff daß du Friede un habeſt/ und durch ſeme Wunden biſt du geheilet. 8 ndt b einmal fuͤr unſere Sünde gelitten/ der Gerechte fuͤr die per,37. AVngerechten/ Er iſt ſeinem bimmliſchen Vater gehorſam geweſen biß zum Tode/ ia zum Todedes Creutzes. Dieſes Phil.. v. 8. r ſein theures Verdienſi ergreiffe und faſſe mit der Hand des Glau⸗ ens/ und troͤſie dich alles was Er gelitten und gethan das ſey dei⸗ nnet wegen und dir zu gul geſchehen. Sprich mit dem Apoſtel aulo/ C Hriſtus iſt umb unſer(ja umb meiner) Suͤnde wil⸗ Xom. 4.23 dschan ie geſtorben/ und umb unſer(inſonderheit auch umb meiner) Geſetzes Ende zur Gerechtigkeit allen/ die an Ihn glaͤuben. ndet Gerechtigkeit willen wieder aufferſtanden. Er iſt des Capo.n a. Wann du das thuſt/ ſo rechnet dir der himmliſche Vater ohn alle n 3 deine Verdienſt und Wuͤrdigkeit/ die Gerechtigkeit/ Heiligkeit/ Froͤmmigkeit und Gehorſam ſeines geliebten Sohnes deines Areuen Heilandes/ zu nicht anders’ als haͤtteſt du ſelber dem Geſetzs einen vollkommenen Abtrag gethan. Nachdem Adam und Ceaa in die Suͤnde gefallen waren/ und G Ott der HERR auff Fürbitt ſeines allerliebſten Sohnes ſie wieder zu Gnaden an⸗ i nahm bekleidete Er ſie mit den Fellen der geſehlachteten Laͤmb⸗ cein/ dadurch ihre Bloͤſſe bedecket ward anzuzeigen/ daß ſein gelieb⸗ Sohn zu beſtiſter Zeit/ als das rechte Laͤmblein G Ottes fuͤr ndie Suͤnde der gantzen Welt ſolte geſchlachtet werden und uns * 1— n mitdem Rocke ſeiner Vnſchuld und Gerechtigkeit bekleiden/ auff daß der heßliche Schandfleck unſer Suͤnde nicht geſehen werde. Hierauff verließ ſich mit gantzem Vertrawen der heilige Auguſt⸗ Auguſtinas, und ſprach: Remiſſio peccatorum fit per Mediatoren lib. i0. de zem 3 DPI G beminum, bominem Cbriſtum Jeſum, per vem fauis Civ. DEI. Dddddd 1 1 pecca- E. 222 946 Dia dritte Predigt peccatorum purgatione reconcibamur DE 0. Wergebung der Sanden erlangen wir durch den Mittler O Ottes und der Men⸗ ſchen/ den Menſchen C Hriſium IEſum, durch welchen wir von Suͤnden gereiniget/ G Ott verſoͤhnet werden. Jener fromme Prior zu Neinhartsbrunn in Thuͤringen klagte vor ſeinem Ende hefftig und ſprach: Die gantze Weit preſſet und drucket mich. Zu dem ſprach ein junger Bruder/ der bey ihm wachte: Ach Ma⸗ ter/ was trauret iht? Seyd ihr doch froͤmmer geweſen dann wi Brochman. alle. O mein lieber Sohn/ antwortete der Pactient/ das gilt und hilfft nichts: Etiæm pe' dite vixi, Ich habe dargegen auch ſchaͤnd⸗ lieh gelebet/ uͤber das iſt mein Troſt: JFeſus Cbrißtus cruciftxus eit Jjuſitiz mea: IEſus Chriſtus der Gecreutzigte iſt meine Gerechtigkeit. b W Hier ſchickte ſich nicht unfuͤglich zum Beſchluß dieſe Frage . Iheel. zu erortern: Ob die Vaͤter im Alten Teſtament durch des juſtificat, Geſetzes Werck gerecht und ſelig worden/ wie die Socinia⸗ qveæſt. 13. ner alſo vorgeßen: Catecb. Racov. Germ, c. n. de Prophet.& P. 550. Idem ib. Pag. 595. Cbriſi otcio S. 507. Je⸗. Smadc. de naturali DEI Ribb c. 10.& 25. J.. 9. /ſ27. Socin. a2 jatif.,. g. em, es koͤnte auch l⸗ hier/ weil David ſaget/ daß vor GOTI kein Lebendiger ge⸗ recht/ wie diß zu verſtehen/ wann geſagt wird: Juſtam in omni DSPene ſuo peccare, daß der Gerecht in allen ſeinen Wercken Aundige/ welcher Reden ſich unter andern auch der Hert Iusberus gebrauchet/ und die Meinung hat/ nemlich opera eriam qptimare- ndrorum non eſſé ita penfécla, ut rigorem judicii Aiviui ſuſtinere Pohimt, daß auch der Wiedergebohrnen ihre beſte Werde nicht alſo vollkommen/ daß ſie vor G HTtes ernſten und geſttengen Gericht ſolten den Stich halten koͤnnen: wie dann auch noch an⸗ dere dergleichen Fragen mehr koͤnten herbey angefuͤhtet und er⸗ ortert werden/ aber wir haben hierzu anietzo nicht geit/ weil ſie all⸗ bereits verfloſſen: laſſens demnach anſtehen biß zur andern Geſe⸗ genhei/ und dandeen GOtt fuͤr iett verjiehens Stunde/ 19 LZIZ x l über den 1az. Pſalm. 949 wieſſo viel wir gekunt/ verleſenen Text erklaͤret/ Er wolle/ was wir Jee gehoͤretlin unſer Hertz drucken und verſiegeln/ daß es Frucht briin/ gein Chriſtlicher Gedult/ und wir als Kinder des ewigen Leben 38 ſeyn und erfunden werden moͤgenjumb C Hriſti willen/ Amen. ne KDS-D6e 630.: D69c⸗ B6,30· v60· 690⸗J6,90-ohc De vierdte Predigt) zeaee 1 4 88 12 2. ſtrin. d. 24⸗ Vhber den ſiebenden Buß⸗Pſalm des Koͤn⸗ an den g ges und Propheten Davids/ ſo da iſt der 88 Downung nach im Pſalter⸗Buch der oun⸗ dert und Drey und viertzigſte. GSo Ann der Feind verfolget meine Seele/ und Seeſchlaͤgt mein Leben zu Boden/ er legt mich ins Finſtere wie die Todten in der Welt. Bnd mein Geiſt iſt in mir geaͤngſtigt/ mein Hertz iſt mmir in meinem Leibe verzehret 3 Eingang. 3ꝙ&◻☛Eliebte und außerwehlte Freunde in CHriſto: Auguſtus ansuflus trug zur Poeterey eine beſondere Luſt ſiter zwi⸗ Nͤ ſchen 2. Po⸗ und Liebe/ derowegen er die Poeten gern umb 8 ſich hatte. Als er aber auff eine Zeit zweene Alph biſt DE fuͤrnehme Poeten/ingilium und Horaxium, dey M. Sachſ. X ſich hatte/ derer einner nemlich Horatius, als ein lit. A. num- D dddd üſ Melan· ꝛ0. ——4 — — 5 4— 3 4 8 4 1„. 3 8 8 2— 3 8 4 4 1 8 8 85 H„ 4 5 4. 4 2 ... 1—— 1 6 3 4————. 3 —. 5„ 2 7 — 2„. 8...—* 1 4. 4—.— —— 3—. 4 2— 1— 3——— 3 3———————., ———“— 4. 3 3—.. ————————. 8— 5 —-———————— 3— 2 8——. 3— 3 1 —. 5——————————.. 4 1. 75.—— ——————— 8— 4 1 8ſſſſſ————— —————————————.. 3— 4 5— 3 8 4———— ———— 4————— 3*— r 5 4 5— d—————=ͤ—— ————— ——————————— —— 8—————— 3———— ———— S ————— 8 —————— 5———— 8 vo Die wierdte Predigt Lyeoft. A- Melauckolicus, offt tieff ſeuffzete z der andere/ nemlich Virgihu, Hoph. tit. als ein Lipous, wegen ſeiner flieſſenden Augen ſtets thraͤnen, de faceti machte Auguſtus eine feine hoͤffliche Schertz⸗Rede/ und ſprach: diſtis, Hlit lachrymas inter ſedes& ſuſpiria Ceſar. Hier ſitzt der Kaͤyſer uguſtus zwiſchen Thraͤnen und Seuffzen. Wann wir Menſchen unſern Zuſtand in dieſer Welt be⸗ trachten/ moͤgen wir wol ohne Schertz mit rechtem Ernſi ſagen, daß wir zwiſchen Thraͤnen und Seuffzen ſchweben/ mit allerley Truͤbſal umbfangen/ wir leben in einem rechten Jammer⸗ und Nal. 84. v. Thraͤnen⸗Thal/ ſal. 2. mit Thraͤnen werden wir gedohren/ Sap. 7.v. 3. Sap.. mit Thraͤnen erzogen/ 706 10. mit Thraͤnen geſpeiſet/ Tob. 10, v. pſal. 22. Pal. Fo. mit Thraͤnen wieder hinauß getragen/ und „4 tus Grab geleget/ 1„.— Pfal.3o. v.5 Dieſes dann auch der Koͤnig David wol erfahren dars Luc. 7. v. 3. er in ſetzt verleſenen ſo ein ſehnliche Klage anſtellet vor G Ottſauß ſer allen Zweiffel mit heiſſen Thraͤnen/ und haͤlt Ihm vor/ wi elendiglich es ihm in dieſer Welt ergehe/ und was er von ſeinen Kenden leiden muͤſſe. Wollen derowegen bey abverleſenem Text zu dieſem mal beſehen: Hoſtium cum ingenti vereld diur ptionem, Ein ſehr hefftige Klage/ darinn er Koͤnig David iſcheade was er von ſeinen Feinden leiden und außſte⸗ Riervon kuͤttzlich zu reden/ und daß es ohne Frucht nicht abgehe/ ſeuffzet mit mir alſo: O HErr hilff/ O HErr laß wol gelingen/ umb deines Nahmens Ehre willen/ Amen. Abhandlung. „ LEliebte und außerwehlte Freunde in C Huſſo: Es bat ☛ der Koͤnig und Prophet David zum Anfang dieſes Pſalms eine Sapplication zu G Ott abgehen laſſen!/ Er ſolte ſein Gebet erhoͤren/ fuͤrnemlich hierbey/ daß Er ſi hat ““ uͤber den 143. Pſalm. 4 or enem Knecht! nicht ins Gericht gehen wolle/ nicht allein/ weil fuͤr en ſzhm ohn das kein Lebendiger gerecht beſondern aueh/ wie er in ietzt fͤrhabenden Worten ſetzet/ weil er doch ohne das Angſt gnug von ſeinen Feinden und alſoden Vorſchmack des Todes und der Hoͤl⸗ keanerfahren muͤſſe/ und derwegen Er ihn mit dem Gericht der ewi⸗ ggen Verdamnuͤß verſchonen wolle. Was iſi dann nun aber das/ b welches David von ſeinen Feinden hat leiden muͤſſen? Er Pecht⸗ et es hier eines nach dem andern da er dann ſetzet wie er erfahren und leiden muͤſſen perſecutionem, Verfolgung: Dann der Feind der⸗ prumn. folget meine Seele. Dieſes kan von leiblichen und geiſilichen lem⸗ 4nne Verfolgungen verſtanden werden. David muſte leiblieh fliehen Dann dey far Saul/ und verſteckte ſich in die Hoͤlen auff dem Felde/ in den Feind ver⸗ ee Waͤldern an ſolche Oerter die den Todtengraͤbern gleich waren: folget mems Abder das hats dem David noch nicht ſo ſehr gethan darumb er ſo Seele⸗ angſtiglich auhier thut: dann er konte ſich ja noch wiederumb dar⸗ dey erholen/ ſo wuſte er quch wol und hatte ein gutes Vertrauen/ anh daß ihn G Ott auß ſoicher leiblicher Verfolgung wieder wuͤrde in echte bringen: und darumd ſo muß hier noch was ſchwerers dahin⸗ ut den ſtecken; Ja freylich. Dann da ſteckt allhier David fuͤrnem⸗ lich in geiſtlicher Verfolgunglin innerlicher jaͤmmerlichen Seelen⸗ noth/ wie der gantze Contextkus außweiſet/ und verſteht alſo allhier durch den Feind die geiſtliche Feinde/ den Satan/ die Suͤnde/ den Lorn G Otteo das Schrecken des Todes. 2 Von dieſen Feinden allen redet der David /mgulariter, als von annem als waͤre es nur ein Feind/ und verſtehet doch alle geiſtliche Seelen⸗Feinde dadurch/ nach Art zu teden in Heiliger Schriff/ welche offterſt/ wann ſie nur von einem Dinge redet /die gantze Glafſ. Pkil- alle dam mullitudimen, den geſampten Hauffen/ odet oram ſße- ſoc. lib. 3. em verſiehet. Als zum Exempel: Wann geſagt witd in der dat l. 4= Schuſft von dem Baum des Lebens/ und von dem Baum des⸗ 8 EFaͤninaͤß Gutes und Boͤſes ſo wil der Herr utberus in ſeinemr. b Commen Glaſf. Phi. lol. Sac. lib. 4. Pag.459. Die vierdte Predigt emmentario uͤber Geneſi 2, c. daß die heilige Schrift ſolches nicht ſo eben von einem als von vielen und mehr Baͤumen wolle verſtanden haben/ und daß geweſen viel Baͤume des Lebens und I des Erkaͤntnuͤß Gutes und Boͤſes: wie er dann/ Lutberus, dafuͤt baͤlt/ daß geweſen ein gewiſſer Wald oder Raum mitten im Paua⸗ diß/ darauff lauter Baͤume des Lebens geſtanden/ wie dann auth ein gewiſſer Wald oder Pacium, darauff geſtanden eitel Baͤume des Erkaͤntnuͤß Gutes und Boͤſes. Welcher Meinung dann auch beyflichtet der Herr Marbeſtus, Prediger geweſen zu Jo⸗ chimsthal/ welcher in Farepr. Conc. 14. alſo ſpricht: G Ott zeucht Ihm ſeinen Baum oder ein Loͤchlein oder Hain auß/ und umd⸗ ſchrenckt den mit ſeinem Wort/ und verbeut ſeinen vernuͤnffgen Creaturen/ ſie ſollen nur auß den verzaͤunten Baum,⸗Gaͤrten ka⸗ ne Frucht abbrechen/ ſondern allda mit ihren Erben zuſammen kommen)/ und G Oit ihren S choͤpffer und Lehnherrn loben und preiſen. Vnd ſolehe Art zu reden iſt in der heiligen S chrifft ſehr gebraͤuchlich/ da nur eines geſetzt und viel verſtanden wird. Imz4. Pſalm ſiehet: Der Engeldes HErrn lagert ſich umb die her ſo Ihn fuͤrchten: nur eines Engels gedacht wird/ und doch viele verſtanden werden. Alſo auch allhier/ wann David ſpnicht: Der Feind/ das iſt/ die Feinde/ dadurch er/ wie vor gedacht erden Teuffel/ Sunde/ Zotn G Ottes/ die Hoͤll und Schrecken des To⸗ des verſiehet. Der Teuffel iſt der erſte und auch der aͤrgſte Feind er reiſſt und greint/ und treibt viel boͤſer Tuͤcken: der thuts allbier dem David/ der verfolgt ihm ſeine Seele/ nicht als wolte er nur al⸗ lein ſeine Secle haben/ ſonſt begehrte er nichts mehr an dem Da⸗ vid: O nein: Sondern da wil er Leib und Seel/ und alſo alles was an dem David iſt/ haben; Sintemal das Woͤttſein Seele /) well es5ers⸗Henui2les, das weſentliche Stuͤck am Menſchen!für den gantzen Menſe chen in heiliger S chrift zum oͤfftern geſetzt wird Gen 12. hal3. 3. Pxedb..&r. So wil nun der Ceuffel den gan⸗ tzen David mit Leib und mit Seel haben/ darumb ſo ſetzet er 3 —— — ——+ „„ T„e N8„ uͤber den 143. Pſalm. 95 mnut auff ihn zu inſecurus, perſecutus, Sc, er verfolget ihn/ nimt zur and ſeine Spießgeſellen/ und dringet auff mit Fuͤrhaltung und mera gerirung ſeiner Suͤnden/ und wie er Fluch/ den grauſamen Todt die Hoͤllund ewige Verdamnuͤß darmit verdienet. Das magwelheiſſen: Der Feind verfolget meine Seele. wnmse Erkennet zum Nachricht:* Dcas was dem Koͤnig David hier widerfahren/ daß 1. des. aall ſolches auch noch nicht bey einem rechtſchaffenen Chriſten Rechrſchaf⸗ außbleibe/ ſeine Seele wird verfolget/ ſolte es gleich nicht ehe ge⸗ fene Chri⸗ ſchehen/ als auff ſeinem Kranck⸗und Todes⸗Bette. Dannda ha⸗ ſten noch ben wir eben denſelben Feind/ der uns die wir an C Hriſtum glaͤu⸗ heut zuage ben/ in unſerm Leben plaget und verfolget. Er iſt/ ſo viel ſeinen Teuffel ver⸗ arunm, dahin er verſtoſſen anlanget/ zwar drunten/ und unter uns/ ſolget wer⸗ 6 aber doch auch unſichtbarer Weiſe uͤber uns/ nebenſt uns/ hinter den. u n⸗/ und fuͤr uns und heiſſet/ der Teuffel oder Satanas/ der theils de mit Liſt und Betrug als ein Schlange/ Theils mit Grimm und gyranney als ein bruͤllender Loͤw uns nachſtellet/ und erſchrecket: 6» n. eit Er hat liſtige Anſchlaͤge wider uns/ Eps. o. ſeine Meinung iſt/ daß Cen.3,714. ans eruns verfuͤhre durch Schalckheit eben wie er die Evam im Para⸗ Cor n. aei diß auch verfuͤhret hat/ 2. Cor. u. daß er uns ſichte wie den Weitzen/ Luc. 22,v. 32. e es Luc. 22. kurtz: daß er uns das Ziel verruͤcke/ und durch falſche Lehre/ Guͤnde und Laſter/ uns neben der Seligkeit abfuͤhre. Zuwel⸗ (chhem Ende er immer Vnkraut außſaͤet AMattb.. auch allerhand Matth. 33. vyranney Verfolgung und Blutvergieſſen anrichtet: wie die. v. 35. Schrifft und die Erfahrung lehret/ mit welchem grauſamen Feind wrr in dieſem Leben allzeit zu ſreiten haben: ja nicht mit Fleiſch mteteee e und Blut haben wir zu kaͤmpffen/ ſondern mit Fuͤrſten und HAluhu Sewaltigen/ mit den Herren der Welt/ die im Finſternuͤß n e dieſer Welt herrſchen/ mit den boͤſen Geiſtern unter dem nane e Himmel/ da muͤſſen wir nun immer im Harniſch ſtehen/ ae undgartet/ und immer geſtieffelt ſeyn/ mmer den Schild S des Slaubens in der Hand haben/ die feurigen Pfeile des u,“ Eeeeee Boſe⸗ Usus. — Die vierdte Predige Boͤſewichts darmit auffzufahen: immer das Schwerze des Geiſtes zum Streit gefaſſt fuͤhren/ und den Heim des Eph. 6. v. z. Heils auff dem Haͤupt tragen/ Fpb. G. Vmd ob wir gleich alſo 3. geruͤſiet ſtehen/ ſo iſt doch der Zuſtand ſo ſorglich⸗ daß wir in demſa⸗ bigen wegen unſerer Schwachheit dennoch manchen harken Streich und Stoß auffnehmen muͤſſen daß wir ſtraucheln/ oder gar dahin fallen/ wie ſolches auch der heiligſten Leute Exempla in Heil. Schrifft bezeugen/ daß wir wol zu klagen Viſach haben mi dem Dapvid allhier: Der Feind verfolgt meine Seele. 2 Aber erkennet auch dieſen Troſt darbey: Koͤnig David jſj Wewecben nieht allezeit alſo verfolget/ ſondern endlich davon befreyet worden: den nen Alſo werden von dieſes liſtigen Tyrannen/ von dieſes grimmigen Sewalt be⸗ Loͤwen Boßheit die Glaͤubigen nach dieſen Zeit auch gaͤntzlich frey frezet. ſeyn. Da wird GOtt der HErr den Satan voͤllig unter Rom. 16. v. ihre Fuͤſſe treten/ Rom. 16. voͤllig wird da außgeſtoſſen werden 20. der groſſe Drach die alte Schlange/ die da heiſſt der Teuffel und Satanas woruͤberdie gantze triumphirende Kirche ihren Fnuden⸗ Geſang fuͤhꝛen/ und mit groſſer Stimme im Himmel ſagen wird: Mun iſt das Heil/ und die Krafft/ das Reich und die Macht unſers GOttes ſeines CHriſtus worden/ weil der einmal b gaͤntzlich verworffen iſt/ der uns plagete und verklagete Epoe. x. v. Tag und Nacht/ da wir in der Welt lebten: darumbſreuet o. euch ihr Himmel/ und alle die ihr drinnen wohnet/ Apoau. 11 11. Klaget der Koͤntg David/ daß er auß ſiehen und laden Mem brum. muͤſſen dey ſeinen Feinden: Conteꝛtum ſéu abjectionem. Spolt Schlaͦget und Verachtung. Nicht gnug iſt es geweſen/ daß er von ſelnen mein Leben Feinden verfolget worden/ ſondern da hat er auch Spott und Ver⸗ zu Boden. achtung außſtehen muͤſſen: dann ſpricht er: Vnd ſchliget meln Siaſk Phil. Leben zu boden. In ſeiner Sprach lautets: Chracou⸗ Sou. Sac. lib. zundere. mit Gewaſt einen unterdrucken und zur Etden werffen; E 380. oder perdere, einen gar zu nichte machen und uneerdie Ruſſe ne⸗ een. Ghich wie nan es mit einem ſolchen Maenſchen Anaee 98 4 1 3 uͤber den 143. Pſalm. 95r m achteten Zuſtand hat der zur Erden und in Koth gewotffen/ und Harm. Hiſt. oon andern mit Fuͤſſen getreten wird: Alſo /wil der verfolgte Da⸗ Ev. de Paſs- id ſagen/ habens meine Feinde auch nu ſo weit mit mir gebracht Cheiſe er daß ich iedermans Spott⸗und Speyvogel ſeyn muß/ bin zu bo⸗ hard. ꝑ. 307. ae e dengeworffen/ und muß iederman unter den Fuͤſſen ligen und uͤ⸗ ber mich her lauffen laſſen. Erkennet hierbey us us Rechtſchaffener Chriſten Prob hienieden auff Erden). chtſch af⸗ n nemlich Schmach und Verachtung/ und daß einer hier der ander fener Chri⸗ dort ihnen ihr Leben zu boden ſchlaͤget. So lange/ mein lieber ſten Probe. hhrſii/ du allh ier auff Erden ſeyn muſt/ muſt du nicht anders ſeyn/ t als /abula mundi, der Welt Naur/ Schauſpiel/ Fluch und Feg⸗ DOpffer/ haſt Leid und Truͤbſal gnug/ Freude und Wonne wenig: ommt dir gleich ein Freuden⸗ Fuͤncklein in dein Hertz! ſo ver⸗ ſchwindet es doch balde/ und heiſſt/ wie Bernbaradus ſaget: rara ora, parva mora, Es koͤmmet langſam/ und verſchwindet be⸗ hendſam. b b ARierein weiß ſich offters menſchliche Vernunfft nicht zu ſchicken/ als der Koͤnig David ſelber von ſich bekennet/ daß er ſich 3 m bhieruͤber nicht hat zu ſchicken wiſſen/ als er ſeine Vernunfft zu rathe u gezogen/ und nachgedacht/ warumb es doch den Frommen ſo uͤbel agehe: Ich gedachte ihm nach ſpricht er imꝰ3. Pſalm daß ichs kſ. 73. vao. besgreiffen moͤchte/ aber es ward mir u ſchwer/ biß daß ich gieng in n das Heüligthumb G Ottes/ das iſt/ wie es der Herr Lurberus glosſi- et da man GOttes Wort hoͤret und ſolche Sachen recht lernet erſtehen. Dann freylieh nicht unſere Vernunfft darzu gehoͤret/ ſondern das Heiligthumb des HErrn/ oder das Wort G Ottes/ has muͤſſen wir darbey zu rathe ziehen. Vnſere Vernunfft ſpricht: Die Frommen ſolten fa billich in dieſer Welt gruͤnen und bluͤhen/ denen ſolte ihr Leben nicht ſo zu Boden geſchlagen werden: Aber das Heiigthumb des HErrn/ das iſt/ Gottes Wort lehret anders /⁴4 und ſpricht 2. 3. Alle die gotiſelig leben wollen in CHri⸗. Tim. 3 b Eeeeeecisz ſto vu. “ 956 Die vierdte Predigt ſto IEſu/ muͤſſen Verfolgung leiden. Die Vernunft ſpricht: Es iſt gleichwolboͤſe/ wann einem das Leben alſo zu Vo⸗ den geſchlagen wird/ es gereichet ja dem Frommen zum Verden⸗ ben: Das Heiligthumb des HErrn aber/ G. Ottes Won/ ſagen drauff: Denen/ die GOtt lieben/ muͤſſen alle Ding zum be⸗ Rom. g.v. s ſten gereichen/ Kom.§. die Vernunfft ſpricht: Es iſt gleichwol Rom.. v. ſchimpfflich/ ſo zu Boden geſtoſſen werden/ iedermans Spott und Verachtung ſeyn muͤſſen: Das Heiligthumb des HErrn Got⸗ 3 tes Wort/ ſaget auß der Epiſtel Rom. 5. Wir ruͤhmen uns der Truͤbſal/(es iſt uns kein Schimpff oder Schande ſondern ein Nuhm) dann wir wiſſen/ daß Truͤbſal bringet Gedult/ Ge⸗ dult bringet Erfahrung/ Erfahrung bringet Hoffnung/ 2 Hoffnung aber laͤſſet nicht zu ſchanden werden. Die Per⸗ nunfft ſpricht: Es ſolte ja nicht den Frommen auff Erden alſo er⸗ gehen/ daß ihnen ihr Leben wuͤrde zu boden geſchlagen/ ſondetn de⸗ nen ſolte es nicht anders ergehen/ als den Frommen und Auhet⸗ wehlten dort droben bey G Ott dem HErrn im Himmel: Hier⸗ auff antwortet das Heiligthumb des HErrn/ G Ottes Won/ 2. Tim.. 4. da der Apoſtel Paulus aufftrit/ und ſpricht: Ichhabe einen guten Kampffgekaͤmpffet/(das iſt/ ich habe im ſireite und kaͤmpffen auch wol außhalten/ und mein Leben feiltragen mäͤſſen/ es iſt mir aber dennoch gut geweſen/ weil ich außgehalten) ich habe Glauben gehalten/ hierauff/ ſpricht er/ iſt mir bey⸗ geleget die Krone der Gerechtigkeit/ welche mir der Herr an jenem Tage/ der gerechte Richter/ geben wird/ nicht mir aber alleine/ ſondern auch allen/ die ſeine Erſcheinung lib haben. Die Vernunfft ſpricht: Es ſolte dennoch ein Vnteꝛ⸗ ſchied ſeyn zwiſchen den Frommen und Gottloſen: den Gottloſen ſolte ihr Leben zu boden geſchlagen werden/ die haͤtens wol vetdie⸗ net: Das Heiligthumb des HErrn/ G. Ottes Wont/ antwortetl Lue.16.v 2. Lu..s. Gedencke Sohn/ daß du dein Gutes empfangen haſt zem Peben/ und La gegen hat Boͤſes haſt in deinem Leben/ und Lazarus dargeg hanem Deee. uͤber den 143. Pſalm. 957 ampfangen/ nun aber wird er getroͤſtet/ und du wirft ge⸗ 8na peiniget. Die Vernunfft ſpricht: Das iſt ein ſeliger Mann/ e dem es immer nach Wundſch ergehet/ wie es Fleiſch und Dlut esattma baben wil iſt in keiner Gefahr ſeines Lebens: Das Heiligthund des HErrn das Wort G Ottes/ ſpricht drauff Luc. 6. Wehe euich Luc. 6. v. 25. die ihr voll ſeyd/ dann euch wird hungern/ wehe euch die hyr lachet/ dann ihr werdet weinen und heulen. Die Ver⸗ nuunfft ſpricht von denen/ welchen ihr geben wird zu boden geſchla⸗ oenoder ſonſt uͤbel gehet/ ſie haben es alſo mit Suͤnden verdienet: d Das Heiligthumb des HErrn/ G Oites Wort/ ſpricht Luc, H. Lue. 13.v.5. Meinet ihr/ daß dieſe Galileer fuͤr andern allen Sünder und Schuldner geweſen/ weil ſie das erlidten haben? Ich 1. bße nein darzu/ ſpricht Chriſtus. Die Vernunfft ſpricht: ns Wielleicht geſchicht es nur ſo ohngefehr/ daß dieſem oder jenem es aun ſo jaͤmmerlich und etend ergehet: Das Heiligthumb des HErrn/ in G Ottes Wort ſpricht: Kaufft man nicht zween Sperling Matth. 10. un umb einen Pfennig/ noch fäͤllet derſelbigen keiner auff die v. ⸗9. Erden ohne euren Vater/ Nun aber ſind auch eure Haare auff dem Haupt alle gezehlet/ darumb fuͤrchtet euch nicht/ u ihr ſeyd beſſer dann viel Sperlinge. Die Wernunfft ſpricht: 1 Es kan nicht anders ſeyn/ G Ott muͤſſe mir feind! und nicht mein Freund ſeyn/ dann ſonſt wuͤrde Er ja mein Leben nicht laſſen ſo aͤmmerlich zu boden ſchlagen: Das Heiligthumb des HErrn! da G Ottes Wort/ ſpricht E/ai. 5. Meine Gedancken ſind nicht Eſa. 15. v.. e. euere Gedancken/ und euere Wege ſind nicht meine Wege/». n ſondern ſo vielder Himmel hoͤher iſt dann die Erde/ ſo ſind b mauch meine Wege hoͤher dann eure Wege/ und meine Ge⸗ n dancken dann eljere Gedancken. Die Vernunfft ſpricht: CECswaͤret gleichwol gar zu lange ich lige dabin zu boden geſtoſſen! und wiederfaͤhret mir von G Ott keine Huͤlffe/ der HErr hat ge⸗ wiß weiner vergeſſen: Das Heiligthumb des HErrn[GSOttes Wor/ ſpricht: Kan auch ein Weib ihres Kindleins vergeſ⸗ 15 Eeeeee in ſen/ 9 Die vierdte Predigt ſen/ daß ſie ſich nicht erbarme/ uͤber den Sohn ihres Leibes/ und ob ſie ſchon deſſelben vergeſſe ſo wil ich doch dein nicht vergeſſen. Sihe/ in die Haͤnde hab ich dich gezeichnet/ ¹¼. Eai. 49. v. 49. Die Vernunfft ſpricht: Hat mich doch G Ott nur neulich as., mmit ſolchem und dergleichen Creutz beleget/ derwegen wann Er mich lieb haͤtte/ wuͤrde Er mir zum andern/ dritten und mehr malen nicht ſo ein hartes erweiſen: Das Heiligthumb des H Errn Got⸗ tes Wort/ antwortet hierauff: Dieweil du GOtt lied wareſt/ ſo konte es nicht anders ſeyn/ ohne Anfechtung muſteſt du Tob.z2.v.az. nicht bleiben/ auff daß du bewaͤhret wuͤrdeſt/ 106. 2. Die Vernunfft ſpricht: Ich werde aber zu muͤrbe und zu muͤde druben daß ich ſo veracht/ und mein Leben zu boden geſchlagen ſeyn muß ich weiß zu weilen niche Waſſers genug herzunehmen hieruber zu weinen: Das Heiligthumb des HErrn/OOttes Wott/ ſpricht: Unſere Truͤbſal/ die da zeitlich und leicht iſt/ ſchaffet eine ewige und uͤber alle maß wichtige Herrligkeit/ uns/ die wir nicht ſehen auff das ſichtbare/ ſondern auff das unſichtba⸗ Cot. 4. v.*⁰/ dann was ſichtbar iſt/ das iſt zeitlich/ was aber unſicht⸗ 6. 1 3* har iſt/ das ſſt ewig/ ⸗2. Cor.„. b 2... 5n derwegen es geße uns wie es wolle/ wann auchgleich unſer Leben ſolte zu boden geſchlagen werden/ ſo laſſt uns dennoch nicht wider G Htt gruntzen noch murren/ ſondern gedultig ſeyn/ ie pprechende: Ich harre des HErrn/ meine Seele harrel/ und Pfal. 30. v.5. ich hoffe auff ſein Wort/ eſal. B0. dann es doch ein koͤſtlich Ding iſt/ gedultig ſeyn/ und auff die Hülffe des HEꝛrn Thren. 3. v. harren: Tbren. 3. Gedult iſt uns von noͤthen/ auff daß wir 2. den Willen GOttes thun/ und die Verheiſſungen empfa⸗ Heb, 10. y. 36 hen/ Hes.. dann die Verheiſſungen ſollen ja doch noch eifuͦllet werden/ wann Er ſpricht: Ich bin bey ihm in der Nolh/ ete. Purchte dich nicht/ Ich bin bey dir/ etc. Bahnn. Hu.. Ge. Ob ſie zwar verzichen/ ſo harre ihꝛer/ ſie werden frey offent⸗ Hab.*.v.;. lich an Tag kommen/ und nicht auͤſſenbleiben/ Hab.⸗. D. —— uͤber den 143⸗Pſaln. 559 e wol waͤret biß in die Nacht/ und wieder an den Motgen/ doch ſoll dem hertz an G Ottes Macht/ verzweiffeln nicht noch ſorgen/ Er s iſt allein der gute Hirt/ der Iſrael erloͤſen wird von ſeinen Suͤnden b dan. allen: ſinget die Chriſtliche Kirche. III. Ha Koͤnig David leiden muͤſſen/ unſerm Teyt nach/ III. In obſturis babitationem Daß er hat im inſtern wohnen muͤſſen/ Aemdrum⸗ 4 wie die Todten in der Welt. Die Wort lauten hiervon alſo: Er leget cEr leget mich ins Finſter/ wie die Todten in der Welt. Ich mich ins muß wohnen lanteis in ſeiner Spraehe in Finſternuͤß ⸗· Ich bm Finſtere. 9 nicht allererſt drein geleget/ und daß ieh bald wieder herauß kaͤme/ ſondern da muß ich ſitzen und zimlich außhalten. Worinn dann 2 Im Finſtern. Weil Dunckel und Finſternuͤß allen ſchoͤnen hel⸗ e Glantzund Schein benennet alles confunamten und verwirren/ alſo/ daß einem nichts annemlich der im Finſtern ſich auffhalten 4 muß/ als hat auch das Wort Dunclel oder Finſternuͤß in hetliger Ce,, vhtl 1 Schrifft ein ſolche /nifration, daß es zum oͤffterſten bedeutel al⸗ he et kerley Vngluͤck und Wderwertiges: Dieſes ſo viel deſto baß kan erkant werden/ wann beyde Woͤrier Liecht und Finſternuͤß gegen einander gehalten werden. Liecht bedeutet verbluͤmter Weiſe das Leben: Alſo auch im Gegentheil Dunckel und Finſternuͤß dot den Todt: wie dann Hiob ſpricht: Ich gehe hin und komme an nacht wieder/ nemlich ins Land der Finſternuͤß und des Dunckels/ im Lande/ da es ſtock⸗dick finſter iſt/ und da keine Ordnung iſt/ da es ſcheint wie das Dunckel/*os.. Liech 10, e tract. 1. c. 109 P⸗ 232⸗ edeutet gemeiniglich allen gluͦcklichen Wolſtand/ Freudene. Alſo. hingegen Finſternuͤß und Dunckel allerhand Vngluͤck und V⸗ dA Jammerund Elend/ und dannenhero entſtehenden Schmertz d Traurigkett/ 7ob.. g. 7. ⁰. Pſal.. So wilnun David e. 5. V. 4. naaen/ wie ſeiner armen Seelen ietzo geſchehe/ nemlich daß ſie vom Svn KWanſfel alſo verſchuͤchtert und verjaget werde/ daß es umb ihr g. 6. bube 4 mchts anders /als lauter Finſternuͤß und er in groſſer Traurtgkeit/ p. 44.7.:0. dade Ses in emer finſtern Todtengruben ſitzen muß lächlam voeten 956 Die veerdte Predigt Cteaturen verlaſſen/ und als wann ihm alle Creatuten zu wide waͤren. Sehet/ ſo kan der Satan alle 4 chen betruͤbten Menſchen gebrauchen. usus. Worbey zuerkennen b Emn Bild Ein Blld und Vorſchmack des Todes und der Hoͤl⸗ und Vbe len: da der Teuffel mit einem Menſchen es alſo ſpielet daß er alles Gmacder finſier umb ihn her machet dergeſtalt/ daß der arme Menſch keinen der Hoͤllen. Goͤttlichen Troſt erblicken kan/ ſondenn meinet/ er ſey von GOtt von allen Engeln und Menſchen verſtoſſen und verlaſſen ewig⸗ lich. Ach ſolche innerliche geiſtliche Seelen⸗Angſt iſt ſchon der Todt/ ja die Hoͤlle. D. Hieronymus Weller/ der ſolche Hertzens⸗ Angſt wol erfahren/ ſchreibet: Es ſolte ſich einer lieber mit gluͤn⸗ den Zangen zerreiſſen laſſen/ dann ſolche Anfechtung ſiets leiden/ und gleichwol laͤſſt G Ott auch offtmals ſeine liebſte Kinder in ſol⸗ the innerliche geiſiliche Hertzens Marter gerathen: wie wits Exem⸗ pel haben an dem David/ nicht allein allhier in dieſem Pſalm ſon⸗ Pſal. 18. v.6. dern in andern ſeinen Pſalmen mehr. Pſalm 8, winſelt er Der Hollen Bande umbfiengen mich/ und des Todes Strick uͦ⸗ Pf 38. vz. 4. berwaͤltiget mich. Ims. Pſalm: FErr/ deine Pfelle ſte⸗ ſeq. kenin mir/ und deine Hand druͤcket mich/ es iſt nichts ge⸗ ſundes an meinem Leibe fuͤr deinem draͤuen/ und iſtkein Iried in meinen Gebeinen fuͤr meiner Suͤnde: Ich heule uͤr Vnruh meines Hertzens. Hiob hatte das ſchoͤne Ehren⸗ gezeugnuͤß von G Ott ſelber/ daß ſeines gleichen an Froͤmmgkeit nicht ſey im gantzen Lande/ und gleichwol kan er ſolcher groſen Hertzens⸗Angſi nieht uͤberhaben ſeyn: Raclas e milicudels, priehter: OGOtt/ du handelſt wider mich greulich/ dein Zorn iſt uͤber mich ergrimmet/ und du achteft mich für dei⸗ Hiob. 10. v. Nen Feind/ u6. 10. 99. Zion klaget auch hieruͤber. DerhErr 16. hat mich verlaſſen/ der HErr hat mein vergeſſen/ Iſai. 42. cap. 19. v.an Gerieth nicht abener maſſen in ſolche Todes⸗und Hoͤllen⸗Angſt Eſ. 49. v.. 4. 4 der b Creaturen wider eine ſolche Seele brauchen/ ſa auch wol G Ottes Won ſelbſi wider einen ſo⸗ m uͤber den 143. Pſalm. 96¹* der hert⸗fromme Koͤnig Hißkias: bekennet ers doch ſelber: Ich Eſa. 38. v. 0. ſprach/ nun muß ich zur Hollen fahren/ nun muß ich nicht u. mehr ſehen den H ERRN/ ja den HERRN im Lan⸗ deder vebendigen: Ich werde mich ſcheuen alle mein Leb⸗ tage fuͤr ſolcher Betruͤbnuͤß meiner Seelen. Jeremias wan bein treuer Knecht G Ottes/ dennoch muſte er dieſen gall⸗bittern Treut⸗Trunck koſten: Ich bin ein elender Mann/ ſagt er— 0ren.. der die Ruthe des Grimmes GOttes ſehen muß. Thren. 3. v.x. Dachte nicht Jonas im Bauch des Wallfiſches/ er waͤre von den Augen G Ottes verſtoſſen/ Jon 2. Der Herr Lurberus hat auch Jon. 2. v. 5. in dieſem Angſtbade ſitzen und ſchwitzen muͤſſen: welehe Schmeꝛtz⸗ Matheſ. in n worte ſchreibet er an einen guten Freund: Bittet hertzlich und mit: Puthe: Emſi fuͤr mich armen und verworffenen Wurm der ſo hart gepla⸗& 66. 5. get wird mit Traurigkeit und Schwermulh des Geiſtes/ doorh a nach den guten gnaͤdigen Willen des barmhertzigen Vaters im Himmel. Ja CHriſtus JEſus/ das liebſte Kind ſeines himm⸗ uſchen Vaters hat ſelber dieſe Noth im Oelgarten und am Cteutz b cfahren muͤſſen: wie klaͤgliche Reden fuͤhret Er: Mene Seele Matth. 26. u iſt betrübt biß in den Todi: Mein GOtt/ mein GOtt/ war⸗ V. z8. umb haſt du mich verlaſſen /Matcb. 26. 27. 6. 27. v. 46. Darumb/ mein lieber Chriſt/ leget dir G Ott nicht allein dde n leibliche Creutz⸗Laſt auff ſondern laͤſſt dich auch in ſolche innerliche ggeiſtliche Hertzens⸗Angſt und Schwermuͤtigkeit gerathen/ du li⸗ geſt im Finſtern wie die Todten in der Welt/ O gedencke nicht/ als ddderfuͤhre dit etwas ſeltzames /du ſeyſt von G Ott verſtoſſen: O stt er nein: Sondern wiſſe/ wie auch die Allerheiligſten haben dieſes 8 eden verſehmertzen muͤſſen und mitten in demſelben doch G⸗Oit IV. em HErm lieb geweſenſenn. Nlem rua d Iy. Gedencket Koͤnig Daoid/ daß er erfahren muͤſſen Mein Ge Aimi exinde macerationem, was dann hierauff bey ihm erfolget: n Geiſt 3 ierauff bey ihn it in mir ge⸗ davoner im Teyt alſo ſaget: BVnd mein Geiſt iſt in mir geaͤng⸗ angfigt/ mam ſtigt/ mein Hertz iſt mir in meinem Leibe verzehret. Iſt mein Hertz/ . Ffffff leicht ꝛc. 965. Dlie blerdte Predigt 5 leicht zu erachten/ daß ein ſolches an ſeiner Seelen leiden und auß⸗ ſtehen/ ohne Angſt/ ohne Gremen nicht koͤnne abgehen: Was nun fuͤr eine Geſtalt einer datbey haben koͤnne/ iſt auch leicht zu et⸗ meſſen indem der Leib dadurch wird abgezehret /daß ein ſolcher vet⸗ folgter/ geaͤngſtigter und angefochtener Menſch einem Schelt Holtz ehnlicher ſihet/ weder einem lebendigen Menſchen/ und drumb nicht unbillich allhier David ſaget: Mein Geſſt iſt in Usus. m geaͤngſtiget/ mein Hertz iſt mir in meinen Leibe ver⸗ zehret. Hierbey erkennet: Heimliche Was heimliche Leiden bey einem Menſchen nicht Leiden die koͤnnen außrichten/ und wie ſolche Leiden die groͤſte Leiden/ groͤſte Lei⸗ den. dannenhero es auch wol geſchicht/ daß nicht allein alte/ ſondan auch wol junge Leute durch heimliche Leiden und Anfechtung alſo abgezehret werden/ daß ſie druͤber muͤſſen auffgehen und ſterben⸗ Hieruͤber hat nieht allein zu klagen allgier der David/ ſondern es giebts auch ſonſt die Erfahrung/ und bezeugens die Hiſtorien/ daß auch woljunge Leute/ ſo Alters halber freudig und gutes Muths zu ſeyn pflegen/ mit ſolchem Kummer umb ihre Geſundheit und Leben gebracht werden koͤnnen. Vnd an wie vjel Menſchen er⸗ faͤhret mans/ daß ſie gar leichtlich beginnen zu grauen/ wegen Graͤmnuͤß und Bekuͤmmernuͤß? Ja von C Hriſto dem HEmn ſelbſt ſchreiben etliche/ daß Er von vielen Sorgen und Traur⸗ keit/ ſo Er unſert wegen gekoſtet und außgeſtanden/ aͤltet außgeſe hen als er geweſen ſey: alſo daß Ihn die Iuden faſt fur anen loh.8. v. 5H. Funffziger anſahen/ 7ob.. da Er doch noch nicht vierzig/ ſon⸗ Heb. 4. v. 15. dern etliche dreiſſig Jahr auff ſich hatte. Dann Ex iſt berſulcht worden allenthalben/ gleich wie wir/ doch ohn Sünde/ auff daß Er Mitlelden mit uns haben koͤnte/ Ri⸗ Chri. Bernh. in ſtu⸗ rangvam laudabilis Medicu⸗ ipſe prius Libit puunen, vàm in parte ſerm. I1. Dara vit, ſagt Bernbaraus: C riſius der HEm hat/ ale ein ioͤbl⸗ cher Artzt den Tranck zuvor ſelbſt gekoſtet/ weſchen Erden ſhahat ———— uͤber den. Pfalm. 96 bereitet hat. Vnd iſt zu verwundern daß es mit keinem unver⸗ naͤnfftigen Thier ſo weit komt/ daß es von Bekuͤmmernuͤß ſolte graw werdenund verfallen/ als wie bey den Menſchen geſchicht. Wie viel ſungen Leuten wird angſt und bange fuͤrnemlich in dieſer etzten Zeit? Wie viel junge Leute plaget Satan mit ſchrecklicher Schwermuth und Einbildung ob ſie vielleicht wider den Heili⸗ gen Geiſt geſuͤndiget/ und daß ſie nicht ſelig werden koͤnten? Tpre- nuol. D. Hutteri, de£&g Hun. D. Wie dann aber/ wanns alſo mit uns geſchicht/ ſollen wir Warumd wiſſen /daß unſere Leiden/ ſie ſeyn heimlich oder offentlich/ ſie ſeyn Creutz und nnnerlich oder aͤuſſerlich/ ſie ſeyn leiblich oder geiſtlich; uns G.Oit bee Ane der HENR widerfahren laſſe 1. peniteuris ſtimulum: zult derfahr 35 wahren Buſſe. Der Menſch hat nicht allein die Erbſchuld laſſe. 13 auß Mutterleibe gebracht/ ſondern ſaͤufft auch noch taͤglich das Dnrecht in ſich wie Waſſer. Wer kan mercken wie offt er feh⸗ 12 let? Innocens coram te uon est innocens. Niemand iſt vor Dir) O G Ott unſchuldig/ auchunter allen deinen Heiligen iſt keiner ohne Tadel. Aber wer erkennet und bekennet ſeine Suͤnde? Wir aſſens uns offtmals beduͤncken/ wir ſind gantz Engelrein/ darumb koͤmt G Ott mit dem Creutz⸗Pfalſſpiſſet dein Herz dran daß du anfaͤngeſi zu beichten: Paten peccavi. Vater/ ich habe Luc. a3. r. a9. ggeſuͤndiget im Himmel und vor Dir/ bin nicht werth daß ich dei Kind heiſſe. Dannenhero ſaget G Ott ſelber: Ich ai wll dich züchtigen/ jedoch mit maſſen/ auff daß du dich nicht far unſchuldig achteſt. b 2. Bvo auch G. Ott Creutz und Leiden/ es ſey aͤuſſerlich rKeer innerlich/ widerfahren laͤſſet 4 aei exercitium, zur Prob/ daß er deinen Glauben/ Gedult und Hoffnung pruͤfe/ und aller * Welt offenbar mache. Wer haͤtte Abrahams Helden ⸗Glau⸗ den Jobs groſſe Gedult der ſieben Bruͤder Beſiaͤndigkelt ſehen emnen ohne das Ereutz Ihr muͤſſet hier, ſpricht Petrus eine h eme getttraurigſeyn/in muncherley Aufechtungen/ außß.. u,·. Ffftff 3 daß 964 Die vierdte Predigt daß euer Glaube rechtſchaffen/ und viel koͤſtlicher erfunden werde/ dann das vergaͤngliche Gold/ durchs Feuer be⸗ waͤhret/ Pet.z. Darumdb erſchrecket nicht: der Herr verſu⸗ chet euch/ daß Er erfahre/ ob ihr Ihn von gantzem Herzzen und von gantzer Seelen lieb habet. 3. Ad precationis ſtudium, daß wir ſo viel deſto mehr uns des Gebets befleiſſigen ſollen. Wo kein Creutz iſt/ HErr/ wann Truͤbſalda iſt/ ſo ſucht man Dich/ und wann Eſa. 510dA iſt die Andacht offt gar zu Grund⸗Eis gefrohren: Aber Du ſie zuͤchtigeſt/ ſo ruffen ſie aͤngſtiglich/ /a. 2s. und ſchreyen mit den Juͤngern: Domine aiuva nor, perimus, Ach SᷣErr hülff uns/ wir verderben/ AMatꝛb. 5.. 4. Ad vitiorum impedimentam, zur bewaͤhrten Artz⸗ ney wider die Suͤnde. So lang David vom Saul verfolget wird; und weil er mit den Philiſtern kriegen und zu Felde liegen muß/ iſt er ein gewuͤnſchter frommer Mann: Aber ſo bald das Creutz den Ruͤcken wandte/ ſtach ihn das Futter/ er greiff zuſeiner Harffen/ gieng auff ſeinem Koͤniglichen Thron ſpatzieren/ liß ſei 2. Sam.. e Buhler⸗Augen herumb fliehen/ und ward zum Moͤrder und Ehebrecher/ 2. Fam.. Wie klaget G OT uͤber ſein Volck: 5. Weil ſie geweidet ſind/ und gnug haben/ erhebt ſich ir Hertz/ darumb vergeſſen ſie mein/ Nf. Nehemias ſpricht Wann ſie zur Ruhe tamen/ verkehrten ſie ſich/ uͤbels zu thun/ Cap. 9. Aber wer am Fleiſch leidet/ der hoͤret auff zu uͤndigen/*. Per 3. 7 Aaͤſt uns auch G Ott Creutz und Leiden innerlich und aͤuſſerlich/ geiſtlich und leiblich widerfahren/ aa cæli dodbr um, daß wir ein hertzliche Begierde haben ſollen/ auß dieſen Angſt⸗ kercker der Welt in das him̃liſch Freuden⸗ Hauß u wandem, Wann es ſiets gieng nach des Fleiſches Muth/ Gunſt und Gſund mii groſſem Gut/ duͤrffteſt du dir wol malt enmalauß deſes Weit⸗zderderge hegehren; Iper wann Goas menn † uͤber den iz. Pſaun.. 263 Crauz ͤber dich herwiſchet da iſt ein Seuffzen alsdann mit Pau⸗ e Lo: Ich begehre auffgeloſet/ und bey CHARIſto zu ſeyn/ pul. Mi dem alten Simeone: HER⁴R/ nun laͤſſeſt Ou eenen Diener im Friede fahren/ ꝛc. dann darumd ſchickt S8tt die Trübſalher/ daß unſer Fleiſch gezuͤchtiget werd⸗ zum ewigen Leben erhalten. Wer wolte doch nun in ſolcher Secrachtung nicht ſagen mit David: O HErr/ es iſt mir gut daß du mich gedemutiget haſt/ daß ich deine Rechtelerne. Vnd mit Pauio: Wir rühmen uns der Truͤbſal/ ete. Gnug 2— mauff dißmal. e 0e ieé f6. 20N 4e dNe. Ahe. r. 8.82 Die funffte Predigt/ 188 Habita Cu. DSober den ſiebenden Buß Pfalm des Koͤm⸗ Mani. ges und propheten Davids/ ſo da iſtder 4ano 16zo. DPmnung nach im Pſalter⸗Buch der Hun⸗ dert und Drey und viertzigſte⸗ b E X T UI S. au, N. Verſ. 5 6. 7. C gedencke an die vorigen Zeiten/ ich rede von Sallen deinen Thaten/ und ſage von den Wercken deiner Haͤnde. Ich breite meine Hande auß zu dir/ meine Seele duͤrſtet nach dir/ wie ein duͤrre Land/ (Scela. Herr erhoͤre mich bald/ mein Geiſt verge⸗ bbe verbirge dein Antlit nicht von mir/ daß ich nicht , d gleich werde denen die in die Grube fahren. f en Die fuͤnffte Predigt Eingang. Sigiſmundo 22 8 welchen er N uſtorien vom Käyſer Kigwmundo, daß er au zum Reich* eine Zeit gefraget worden welchen er zum Neich kuͤchtig er. 4 5 am geſchickteſten und wuͤrdigſten erachtete? achtet. W 4 Darauff er geantwortet: Eum„Jem negqve ſg. Preot. cundæ rer extolluns, neg pe ad verſe deprimunt: Imperat. Den/ welcher im Gluͤck nicht zu hochmuͤtig/ und im ann præſt, ex gluͤck nicht zu kleinmuͤtig wird. Dieſes iſt wol geredet auff En. Syl. lib. gedachten Fall und Zuſtand. Man kan es aber auch wolſagen 4. eomm, ins gemein von den Frommen/ die dermaleins Himmels⸗Koͤnge de reb. geſt. werden ſollen. Dann das ſind die beſten Chriſten/ welche nicht Alphonfi. allein im Gluͤck nicht zu hoffaͤrtig/ beſondern auch im Vngluͦ Heb. 12. v.z. nicht zu kleinmuͤtig noch verzagt werden/ Hes aA. hat iemand Vngluͤck gehabt/ ſo hats warlich gehabtdet⸗ nig David: aber er hat ſich gleichwol noch darbey ſchicken konnen, alſo/ daß er nicht zu kleinmuͤtig noch verzagt druͤber worden/ ſon⸗ dern ſich wieder wiſſen auffzuraffen und Troſt an ſich zu nehmen/ auch bey ſeinem groͤſten Creutz/ Leiden und Verfolgung. Maſ⸗ ſen wir ſolches ſehen in ietzt verleſenen Worten des 14. Pſalms: Am naͤhern haben wir gehoͤret/ daß er auffgetreten /ein ſihe ſehnl⸗ che Klage gethan/ wie uͤbel es ihm ergehe/ wann er ſprcht: Der Feind verfolget meine Seele/ und ſchlaͤgt mein Lebenzubo⸗ den/ er leget mich ins Finſtere wie die Todtenin der Well/ und mein Geiſt iſt in mir geaͤngſtiget/ mein Hertziſt mur in meinem Leib verzehret. Jetzt troͤſtet er ſich wieder in dleſen verleſenen Worten/ da er ſaget Ich gedencke anbleborigen Zeiten/ ich rede von allen deinen Thaten/ et Wcoollen demnach auch dieſe Wort mit einmndetbetrachten und drauß beſehen/ nmam Dapides Coufalauuonen, Wie der David bey ſeiner Angſt und Verfolgungwder zu. uͤber den. Pſalm. 969 m kotumt und einen gewaltigen Troſt an ſich nimmt. Hier⸗ von auffs einfaͤltigſie kuͤrtzlich zu teden/ und daß es ohne Nut nicht abgehen moͤge! ſeuff bet zu vor mit mir alſo: Hilff Err /hilff laß b woelgelingen dir zu Ehren und zu unſer aller Seelen Heil und Se⸗ ka Amrnrn. 48 Nleach ſpricht in ſeinem Haußbuch ama. Cap. Wehe syr.. v4. denen/ die an GOtt verzagen/ und nicht veſt halten/ Dund dem Gottioſen/ der hin und wieder wancket. Wehe denen/ ſo nicht beharren/ wie wil es ihnen gehen/ aus en wann ſie der HErr heimſuchen wird. Dieſes hat unge⸗ au un weiffelt bey ihm auch erwogen Koͤnig David/ drumb ob er wolin groſſer Angſi war] er muß leiden leibliche und geiſtliche Verfol⸗ gung/ Spott und Verachtung er muß ſitzen in Anfechtungen/ alſo/ daß ſein Geiſt in ihm geaͤngſtiget/ ſein Hertz in ſeinem Leibe wünd verzehret/ ſo wil er dennoch nicht an G Oit verzagen/ ſondern eſt halten/ er wil nicht hin und wieder wancken/ ſondern beharren. Koͤmmt demnach wiederumb zu ſich ſelbſt/ nimt an ſich einen ge⸗ waltigen Troſt/ welchen er des Teuffels Verſuchungen entgegen maͤlt. Da er dann zum Troſihet . Exempla ſandtorum Patriarcharum s Pnopbetarum, 6 m. daß er ſich erinnert der Exempel der Ertzvaͤter und Propheten/ wie e mug 3 Ott mit denen umbgangen/ und ihnen geholffen. Ich geden⸗Ich geden⸗ ece pricht er/ an die vorigen Zeiten. Das Wort Gedencken an die beiſſt gememiglich in Heiliger Schrifft animo torisg viribus fer. vorigen Zei⸗ m ali vid, mit allen Kraͤfften des Gemuͤths ſinnen und auff ten. a awas dencken) und ſonſt alle andere Gedaneken fallen und fahren Glaſſ khil. u afſen. So laͤſſt es ihm demnach nun der David einen Ernſi Sac. lib.. keyn denclet mit Fleiß nach/ was er dem Teuffel und ſeinen An⸗ Pag.1. khungen faͤthalten moͤge/da er dann ſinnet auff deenem Hei 968 Die fuͤnffte Predigt een/ wie G Oit es darinn gemacht mit den Erzbaͤtenund Pim yheten/ die ſind zwat auch nicht ohne Suͤnde geweſen/ ſind offterſt in die groͤſte Gefahr und aͤuſſerſte Noth gerathen dennoch wellſi bußfertig geweſen ihre Hoffnung und Vertrauen auf GOttge ſetzet/ hat ihnen G Ott ihre Suͤnde vergeben/ ſie gnaͤdiglich e⸗ halten/ und auß vielerley Gefahr herauß geriſſen. Vnd das ſinh die hohe groſſe Thaten G Ottes/ die nicht zu verſchweigen drumd ſpricht er drauff: Ich rede von allen deinen Thaten; A. ditatus ſum: da es dann heiſſet in ſeiner Sprachen/ gantz bedaͤchl⸗ lich und weißlich/ ordentlich und punctweiſe von einem Dinge ge⸗ dencken/ reden und predigen/ wie dann auch anderswo der Koͤnig David in ſeinen Pſalmen diß Woͤrtlein alſo gebrauchet/ wannen ſaget: Der Mund des Gerechten wird die Weißheit reden/ das iſt /bedaͤchtlich/ weißlich/ ordentlich darvon reden oder predigen Alſo wil der David mit den Thaten G Ottes umbgehen/ und ſie ihm ſolcher geſtalt zu nutz machen/ und nicht nur mit einer oderder andern That G Ottes/ wil er alſo umbgehen/ ſondern mit vlelen/ la von allen Thaten G. Ottes wolle reden: Ich rede von allen deinen Thaten: Wie iſt das msglich/ moͤchte iemand ſagen daß der Dapid von allen Thaten G Ottes koͤnne reden? nimter iym nicht zu vjel fuͤr? ſind doch die Thaten G. Ottes unzehlich und un⸗ ausſprechlich: unbegreifflich iſt wie Er regieret/ Mhalr Hierauff zu wiſſen/ dah die Thaten/ darumb der Koͤnig David ſich bekuͤmmert /ſollen alleſ Ottes ſeyn/ und wil gar nicht eines Man⸗ ſchen That preiſen/ dann keine That eines Menſchen/ ſonoem G Ottes Thaten ſind etwas/ die ſafften und krafften/ digeben Tdroſt wider den Teuffel/ und wider alle Pforten der Hoͤllen. Dau⸗ an dann der David auch ſolchen Troſt/ ſolche Luſt un Etgeulii⸗ r keit habe/ daß er nicht koͤnne ablaſſen davon zu reden eumb ſchet n hinzu: Vnd ſage von den Wercken deiner Hande. m ſtehet in ſeiner Sprachen/ welches nicht allein heſſt mit Mun und Hextzen reden/ ſondern auch eonfabulari, ſchwalzen und o von einem Dinge bey gemeinen Zuſamenkunftn. Ee ö . 1— 2 ———— ———;— y—— ——õ—————P—P——.n————õ——— 1 über den 143. Pſalm. 969 So mag demnach der Teuffel den David verfolgen wiſer wolle/ er moͤge ſein Leben zu boden ſchlagen wie er wolle; ermoͤge 8 wie die Todten ins Finſtere legen wie er wolle ob gleich ſem Geiſi deswegen in ihm geaͤngſtiget/ ob gleich ſein Hertz ihm in ſei⸗ nem Leibe druͤber verzehret/ ſo wolle er ihm doch nicht gewonnen geben. Warumb? Da ſind OOites Thaten und Wercle/ ſo Er an ſolchen Verfolgeten vormals erwieſen/ derwegen ſo werde Erihn auch nicht laſſen gaͤntzlich umbkommen/ noch verderben. Hierbey zu erkennvpen 1. Nieht allein einen gewaltigen Troſt: Ob gleich de 1. Keuffel umb des Guten willen/ deſſen wir uns befleiſſigen/ ſcheel Des ſind anſiehet /uns verfolget/ und unſer Leben zu boden ſehlaͤgt/ daß man AlEem⸗ lelchwol nicht verzage an G Ott/ ſondern daß man wiſſe /da ſind muen⸗ damen exempla piorum, anderer Heiligen ihre Exempla/ denen es auch es auch alſo) und offtmals wol ſchwerer ergangen/ und wann dann G Ott ſchwer er⸗ der HErr denen geholffen in den vorigen Zeiten/ ſo werde Er auch gangen. 4 dieſe Zeit helffen; Beſondern auch:“ 2. Was unſere Meaitationes, Geſpraͤche oder Re⸗ 2. den ſeyn ſollen in und auſſer dem Creutz und Leiden:nemlich/ Vnſere Me- daß wir mit G Ottes Thaten und Wercken Geſell⸗und Gemein⸗ Leaaone ſchafft haben ſollen/ mit denſelben nicht allein fuͤr uns umbgehen/ Weſßr dch ſondern auch wie es das Woͤrtlein rw allhier mit ſich bringet/ in ſeyn ſollen 9f Zuſammenkunfften und Geſellſchafften gemeines Ledens davon von Gottes ſſwatzn/ reden und handeln. Dieſes dann erforder Thaten und 4Shmnn(.) GOttes Wort/ hin und wiedet: G Ott der Err Wercken: oo durch Moſen befohlen ins gemein/ daEr ſaget: Dieſe Wort/ und was ſo meme Thaten und Wercke in ſich begreiffen) die ich dir heut uns darzu S te,ſoleduſ Hertzen faſſen/ und ſolt ſie deinen Kindern reitzen ſolle. ſaͤrffen/ und davon reden/ wann du in deinem Hauſe ſi⸗ neſt oder auff dem Wege geheſt/ wann du dich niederlegeſt der auffſteheſt/ und ſolt ſie binden zum Zeichen auff deine DOand und ſollen dir ein Denckmal für deinen Augen ſeyn/ ASuu. Gggggg und 4 7 1 4 70 Dite fuͤnffte Predigt und ſolt ſie über deines Hauſes Pfoſten ſchreiben/ undan Deut. 6.v. 6. die Thore/ Oeut. 6. arumb das? Daß man allzeit daran leg. gedencken/davon redenlcouferaren und eſpraͤch haben ſolle. Sol⸗ ches wird wiederholet vom Paulo: Laſſet das wort GOtles reichlich unter euch wohnen in aller Weißheit/ lehret und Col. 3. v. 66, ermahnet euch ſelbſten/ Co? 3. b(2.) Erfordert es die Art und Eigenſchafft aller che⸗ ſchaffenen eiferigen Chriſien. Dann ein guter Menſch brin⸗ b get Gutes herfür auß dem guten Schatz ſeines Hertzens. Lue. 6.v.. Dann wes das Hertz voll iſt/ des gehet der Mund uͤber/ La⸗ 7. Iſt nur der Menſch gut/ und hat den guten S chatz der Weiß ⸗ eit darinn verborgen/ ſo kan und ſoll er nichts dann Gutes vei⸗ bringen. Ja es iſt ihm eben darumb ſein Mund und Zung von G Btt erſchaffen/ daß er damit von G Ott/ von ſeinen/ von allen leinen Thaten und Wercken/ reden/ Geſpraͤch halten/ conferien) und davon Gurueen ſolle. b 1g G.) Ift da der Nutz und die Vortraͤgligkeit. Dam wann wir von G Ottes Wercken in Oeſellſchafften Geſpraͤt und NReden fuͤhren/ lernen wir dadurch(a) unſern HExrrn und GHit/ wie auch den Weg der Seligkeit/ erkennen. Werden(s) m Glauben beveſtiget. Werden(x) im Leben und Wandel zur Gottes furcht und allen Chriſilichen Tugenden erwecket. We⸗ den(ꝰ) von dem tummen ſundigen Weltweſen abgewendet. Wa⸗ .. den(«) im Gemuͤth und Hertzen gereiniget: dann kroſtlich reden Pr.. v. 26. die Reinen/ Prov.. Werden(½) in Widerwertigkeit und Beſchwerden Leibes und der Seelen auffgerichtet und geutoͤhet⸗ FIy. 92. Mℳt, uo. Im Segentheil iſt es hochſchaͤdlich/ wann man von S6 Ott und ſeinen Wercken nicht redet/ noch iemals Gelhtach da⸗ von haben wolle. Dann dableibet /1) die Ehr und Enkaͤntnuͦß Sottes verſchwiegen/ oder verborgen/ odet da ſie jn efutgebracht wird/ deren Glantz vertunckelt.(2) Irthumbund Schwaure⸗ rey nimt uͤberhand/ ehen wie die Woͤlffe einreiſſen wann die Hun —.D——— ſdi “ ————————— ————õm—(Q.f ʃ—n———— ᷣ —õ——õ———————— uͤber den 143. Pſalm. 9 t und Hunde ſiille ſchweigen.( 3) Der Menſch bleibt in ſeiner Wuweißheit ſtecken/ und mag nimmermehr zum voͤlligen Erkaͤnt⸗ aas Ottes des Glaubens und Seligkeit gelangen.(4) Kan m ſich nicht ſelbſt in Bekuͤmmernuͤß/ Anfechtung und Elend auff⸗ anchten und troͤſten/ muß ſich in ſich ſelbſt graͤmen/ verzehren/ und eahe m alſo untergehen. Was kan dann dem Menſchen ſchaͤdlicher ſeynt Dana 44. Dslaſſung ſolcher Geſpraͤche von OOttes Thaten und Weaercken. b (a.) Iſt es Ruͤhmlich und Ehrlich: dann durch ſolche Reden die von GOtt und ſeinen Wercken angeſtellet werden/ tommet zwxAeia; ein guter Ruhm. Was iſt an und fuͤr ſich ſchaͤndlicher/ als von unflaͤtigen/ garſtigen Zoten und Boſſen! Scchimpff/ Schertz und Narrentheidingen reden/ und ſich darmit erluſtigen? Diß iſt ein ſchaͤndlich Werck/ daß auch der Apoſiel be⸗ n fielet/ daß ſchandbare Wort und Narrentheiding/ oder Schertz/ ſo den Chriſten nicht geziemen/ auch nicht ſollen b von ihnen geſagt werden/ Ep4.5. Was iſt im Gegentheil an Eph.5.v. 4. und fuͤr ſich ruͤhmlicher und ehrlicher/ als von G Ott/ von ſeiem . Wort/ von den Artickeln unſers Chriſtlichen Glaubens/ von und Tugenden/ von andern ehrlichen und Goͤtilichen Sa⸗ riren/ reden und Geſptraͤch halten? das macht einen gu⸗ 6 chtiges W 8 dden als wanns ein “ 9 Die fümffte Predigt an dem Koͤnige Daoid der ihm gaͤntzlich fuͤrgenommen von allen Thaten G Ottes zu ſagen/ und zu reden von den Werclen ſeinen b Haͤnde: Sondern wir haben auch Exempla an dem Abraham/ Gen. 18. v. 9 der ſolches ſeinen Kindern und Kindes Kindern befohlen, Gen. ¹. Salomon hat ſeine Propheten/ Prieſter und Lehrer gehabt/ mi welchen er offt aus G.Ottes Wort Geſpraͤch gehalten/ und von 1. Keg. 4. v. ihnen himmiiſche Lehre gehoͤret/ deren Meldung geſchicht? Reg. . CJHriſius aſpuriret mit den Gelehrten im Tempel/ Lac. 2. in der Tas 1.. Schulen zu Capernaum/ Luc. 2. im Tempel/ Job. 3. Die c.4. v 5. Jünger/ da ſie nach Emauß giengen/ hatten ihr Geſpraͤch vondes Ioh. 8.va. ewigen Sohns G Ottes C hriſti Wercke und Thaten/ Lunas⸗ Tue.:4. v. 5 Stephanus redet mit den Gelehrten auff der Hohen Schule zu Ad. 6. v. 8. Jeruſalem/ 467. G. und der Caͤmmerer der Koͤnigin aus Mohten⸗ land hielt ſein Geſpraͤch mit Philippo aus dem Propheten Eſaia auff dem Wege/ da er von Jeruſalem wieder nach Hauſe gefah⸗ *. g. v. 28. ten/ Acl.. Paulus Aiſputiret mit den Juden zu Damaſco/ irieh c.g. v.:. ſie ein/ und bewaͤhret/daß JEſus ſey der Ehriſt/ 2 9. Zu Alhen redet er zu den Juden und Gottsfuͤrchtigen in der Schulen/ auff c. v. v.. dem Marckt/ und allenthalben/ A7. 7. lehret in der Schulenzu Ad. 18. v.4. Corinth und Epheſo/ auff alle Sabbather/ und beredet beyde Ju⸗ 19. den und Griechen/ n 28. desgleichen zu Rom in ſeinem eigenen Wort gehalten/ ſo gar/ daß ſie auch in Gaſtungen von Geiſt und Goͤttlichen Sacheng Wercken zu reden, und ſich darob befliſſen/ als Conſtantinus Ma. Conſt. Mæ guus, der nicht allein rechtglaͤubige Ptediger fuͤr ſich fordern laſſen/ guusuſeb. nit ihnen Geſpraͤch gehalten/ ſondern ihm auch taͤglich die Bibel l.. c. 16.& dem Morgen ⸗ und Abendmahl die Bibel und des Augaſtini Buͤ⸗ fͤrtragen laſſen/ wo erhingangen und hingereiſet. Teodoſius 4.7 The- junior hat die H. Schrifft ſo fleiſſig geleſen daß er ſie faſt mehrer od. Jun. Ni- — b ceph. I. 4. c. theils außwendig gekoͤnnt. Carolus Magnus hat ihm ſiets unter 3 f ſ.. u4 hag. 71II. B. cher von der StadiG Ottes fuͤrleſen laſſen. Wie ihm dann auch Carolus M. e getchan die Hertzogen zu Sachſen. Lutberus ruͤhmt deswegen Crantz. in Hertzog Johann Friedrichen Churfuͤrſten zu Sachen/ daß er ein 8ax. lib.. c. anſtes freudiges treues Hertz G Ottes Wort zu lieben/ zu ehren/ 89. P3435: davon zu Aiſcuriren und Geſpraͤch zu halten gehabt. Johann— 2 4 à Weilhelm Hertzog in Sachſen hat die Tomor Lutberi zum achten 1— mal außgeleſen. Landgraff Philipp der Aelter zu Heſſen hat zu Marpurg das Collogvium zwiſchen Lutbers und wing Gange⸗ F 4 ſtellet/ und ſelbſt mit dem Zwingel conferirt. Da er auch fuͤr Muͤnſier gelegen/ und der Widertaͤuffer Weſen geſehen und gehoͤret/ hat er geſagt: Nun wolle er iim G OTTES Wort lieber laſſen ſeyn/ als zuvor iemals ſein Lebenlang dann er ſehe und erfahre ſchreckliche Exempel/ wie die Menſchen/ wann ſie daſſelbe gering achten allzuweit in ihre verderbliche Gedancken gerathen. Vnd werden der frommen Chriſten in Hiſtorien mehr gefunden/ di zu nichts ſo groſſe Luſt und Lieb getragen/ als zu reden von G Ott und ſeinen Wercken. Diß haben wit zu mercken: dann wir darbey zu ſchlieſſen al⸗ ſo: Sollen Chriſten mit dem Koͤnige David reden von allen Tha⸗ ten G Oites und ſagen von den Wercken ſeiner Haͤnde/ ſo ſind die wol nicht rechte Chriſten/ welche/ wo ſie ſind wann ihnen nur das Maul auffgehet und ſie mit andern reden/ anders nichts thun/ als daß ſie den Namen G Ottes mißbrauchen/ mit Fluchen/ mit Schweren/ mit Gottslaͤſtern/ welches heut zu Tage ſehr gemein/ und nichts anders kan dann zeitlt he und ewige Sthaffe drauff e⸗! ““ Oagggg ihj folgen: 1.— 1———...—— vC—— ———— 3—————— Menbeun.* Naͤedar gonig un Peyde Da aen aſfann 974 Die fuͤnffte Predigt 104 20.v.) folgen: dann GOtt wird den nicht ungeſtrafft laſſen/ der ſi neun Namen mißbraucht. Sollen Chriſten von allen Thaten G. Ottes ſagen/ und von al den Wercken ſeiner Haͤnde/ auch bey Geſell⸗ und Gemeinſchafe E ken/ ſo ſind die wol nicht Chriſten/ ſondern unflaͤt ge Epieurſſche 2 Saͤwkinder und Rinder/ welche/ wann ſie beyſammen/ von anders t nichts als von groben Zoten/ Eulenſpiegeliſchen Poſſen von gat ſtigen unfiaͤtigen Schnacken teden/ darzu noch wol die Spruͤche der heiligen Schrifft mißbrauchen/ und damit ihr Hohngelachten und Geſpoͤtt treiben. Aber irret euch nicht/ 6 Oli laſſt ſch Gal. s. v.7. nicht ſpotten/ 6al.s. Böſe Geſpraͤch verderben gute Sit⸗ 1. Cor. 15. fen/, Corinrs. z. Ihr machet den HErrn unwihigmiteug Ml, ren Reden/ Aralacs. z. Der HERR hat Greuel an den Pror 3. veze. Spoͤttern/ enov. 3. drumb wird Er ſie wieder verſpotten na *,39, Sollen rechtſchaffene Chriſten reden von allen Thaten CS6„ttes/ und ſagen von den Wercken ſeiner Haͤnde/ und abet de⸗ ſelbe in G Ottes Wort gegruͤndet ſind/ ſo werden ſie auch fuͤrallen Dingen die heilige Schrifft zur Hand nehmen muͤſſen/ dieſelbige fleiſſig durchleſen/ damit ſie alſo von G Ottes Thaten und Wer⸗ cten/ daraus reden und unter ſich handeln konnen. Dann wer nichts von G. Ottes Wort weiß/ was wil der davon reden. Vnd da ſoll keiner gedencken/ daß ihm diß nicht gebuͤhre/ es ſtehe nur al⸗ lein den Geiſtlichen oder Predigern zu/ daß die mit der Bibel umh⸗ gehen/ und die Wercke oder T haten G. Ottes draus erlernen: O nein: Sondern da ſtehet diß auch/ wie Atbanaſius ſchrelbet/ ei⸗ nem jeden Chriſten zu/&r ei præcipuò, qvi in bujus ſecub ebus Derſatur,& eo magis, qvia& mafore indiget ſße ur gumndd Jucnibur Witauun: das iſt: Sonderlich dem/ der mit Vell Geex ſchaͤfften umbgehet/ und das umb ſo viel deſio mehrmalctgröſſte Dofnung von noͤthen/ als der in der Weltwelln unbgeitieben 11. L 3 4—— 3 ͤͤſſſſͤſſͤͤͤö—ö—ö—ö—Z—— ———Jÿ— — ñ————————— ööö—— — iber den. Pſalm. p5 einen Anfechtungen entgegen Mauitatem precun, ſein ernſt und Textus aan aiferiges Gebet, wann er ſpricht: Ich breite meine Haͤnde Ich breits aus zu dir. Haͤnde auobreiten zu G Ott/ heiſſt in heiliger meine Haͤn⸗ Schrifft zu G Ott beten. Wil ſagen/ weil es ſo ſtehet/ daß es/ 4 anß zu , Ott an deiner Gnad und Barmher tzigkeit alles liget/ ey ſo.. thuich billich nicht mehr und ſuche nur deine Gnade/ und bin nicht ſccher auff mein Thun oder Werck/ wie die Gnaden⸗Feinde und Werchhelligen/ die ihre Haͤnde nicht ausbreiten zu dir/ ſondern ſie ß vielmehr in ihren Buſen ſiecken/ begehren nichts von dir/ ſondern ec wollens von ihnen ſelber haben. Ich aber nicht alſo: Ich breite Kct h meine Haͤnde aus zu dir/ ſuche deine Gnade und Barmhertzigkeit/ dahet n und drumb wirſt du mir damit wol zu Huͤlffe kommen/ daß mich 2 EN h— mit ſeinen Anfechtungen wol wird muͤſſen zu frieden 1 Hierbey zu erkennen Was das außbreiten der Haͤnde zu GOtt/ das iſt das 3 kebe Gebet fuͤr Krafft und Stärck habe/ alſo/ daß es auch an bey unſern Anfechtungen den Teuffel hindern und wehren koͤnne/ daß er endlich von uns muͤſſe ablaſſen. Wie wir dann von ſol⸗ eher Krafft und Wrckung des lieben Gebets zur andern Zeit aus⸗ fuͤhruch geredet haben.“ 711. Der dritte Troſt/ welchen der Koͤnig Daoid den An⸗ III. eehtungen des Teuffels entgegen ſetzet/ iſt /uum ad Deum deſids. Membrum, aum, ſein hertzlichs Verlangen/ ſo er zu G Ott habe: Meine A n usee, Seeir/ ſprieht er /duͤrſtet nach dir/ wie ein duͤrre Land/ Se⸗— Iſt ein Gleichnuͤß von einem duͤrren Acker: Gleich wiebey b groſſer Hitz im Sommer ein duͤrrer Acker duͤrſtet nach dem Regen: 6. Alſo wil der liebe David ſagen duͤrſtet meine Seele/ O G Ott/ 61 r Krts nach deiner Snaden⸗und daß ſolches nicht ein ſchlechtes Ver⸗. phij angen/ Durſt oder Begierde ſo ſetzet er hinzu das Woͤrlein Sela. 6c. 1.;. 33 Dieſes Wort ſiehet zum oͤffterſten in den Pſalmen/ wol in die ein raa.& de ans ſiedentzig mall auch dreymal indem Gehet des Habaeut. Da interje. p. 3 1 3¼ dann 639. ſeq. —————————* 9 Dee funſſte Predige b dann ſind die fuͤrgeben/ als ob dieſes Wort keine ſonderliche Be⸗ deutung haͤtte/ ſondern gehoͤrte zur Mu ſit/ daumit der Thon ode Geſang erfuͤllt werde. Aber freylich hat es ſeine Bedeutung. Der Chaldeiſche Iuterpres Vvertirt das Wort S ela da 6 6s ſ ul heiſſe/ als odu in feaslum, wie es dann der A9 vils auch gidet durch das Wort semper, Allejeit. 1arablas haͤltes fur ein Bh lein/ darmit man ſich verwundert oder außtuffet: Zeucht Er emne Pſal 20.v.4. an aus dem 20. Pſalm: Ex gedencke alle deines Speißopf⸗ fers/ und deine Brandopffer muͤſſen feit ſeyn/ Sela: das ſſ Wie ein hohes und groſſes iſt es doch/ daß deine Opffer GOa Pſal. 21. v.;3. angenehm/ und dein Gebet von ihm erhoͤret werde/ Pſal 21. Du gibſt ihm ſeines Hertzens Wundſch/ und wegerſt nicht was ſein Mund bittet/ Sela. Als wolt er ſagen: Ach wſe in wunderbare groſſe Gnade iſis doch/ die G Ott dem David etwet ſet? ER. benEzta ſetzet uͤber den 3. Pſalm/ daß Sela ſo viel heiſſe biefun 57, Le nitas, acſirmun Hoc- Freylich Gewiß/ War⸗ hafftig. 4 14s — be ſey nun dieſes Woͤrtleins Sela Bedeutung allhter we ſie wolle/ koͤnnen ſie gar leicht auch bey dieſem Text Naumund Statt haben/ als daß David darinn zu vernehmen gebe. Deſae⸗ rii ſui ad D EIIM Herpéetuitatem ſeu longitudinem, wit ſtets und allzeit ohne Auffhoͤren ſeine Seele ſo ein hertzlich Verlangen nach G Ott habe. 2. Dolueru magnitudinem, daß ſeine Beglen zu G Htt nicht ſchlecht/ ſondern uͤber die maſſen groß/ daß man ſich faſt darob zu verwundern. y. Deſiderii certitudinem, daßts nicht nur bloſſe Worte/ ſondern es gewiß und warhafftigalb ſey mit ſeinem Durſt und Verlangen nach GOtt. Walo der David dem Teuffel bey ſeinen Anfeehtungen und Vablzungen Trotz bieten/ daß er ie uͤberhand haben und gewinna ſull/ wetl er ſich von ihm gantz und gar abgewand /ihm und ſinen Teuffels⸗ werck abgeſchworen/ im Gegentheil aber ſeine hochſte Hertzens⸗ Auſi und Begierde zu G Ott habe und rage.* — — ——. .— 3ſſ“ . 2 — — 4—————=—82Wöſͤſͤſſſ“ ͤͤͤͤ—.———ͤ—— ——ÿ—————————— (SEulenneyyyey uzsu⸗. . Weelches die beſte Luſt und Begierde/ die ein Chrift Die beſte haben ſolle/ und woran er ſie haben ſolle. Die beſte Luſt uſt unn Be⸗ und Begierde eines rechtſchaffenen Chuiſten/ iſt Luſtund Begier⸗ gierde eines de haben an G Ott und Goͤttliehen Dingen/ und nach denſelben Chriſten. Durſt und Verlangen tragen. Welches geſchicht/ wann ſie Luſt haben zum Geſetz des HErrn/ undreden davon Tag und Nacht/ Gul. wann das iſt ihre Freude/ daß ſie ſich zu plal. /². h GOtthalten/ und ihre Zuverſicht ſetzen auff den HErrn Frrn/ und verkuͤndigen alle ſein Thun/ ⁶r. 73. wann ihre lal⸗„vas. Seelen Verlangen haben/ und ſich ſehnen nach den Vor⸗ aa höfen des HErrn/ wann ihr Leib und Seele ſich freuet in e h dem lebendigen GOtt/ und ſaget mit dem David: Wie der Hirſch ſchreyet nach friſchem Waſſer/ ſo ſchreyet meine Seele GOtt zu Dir: meine Seele dürſtet nach GOTT/) nach dem lebendigen GOTT/ wann werde ich dahin kom⸗ men/ daß ich GOTtes Angeſicht anſchaue/ N/½ 44. 73. Pſal. 4. Wañ ſie ihreLuſt haben am Gebet und Lobgeſang in Betrachtung 8 einer Wunder und groſſen Thaten/ die Er an dem menſchlichen Geſchlecht verrichtet; wann ihre Luſt iſt dem Nechſten zu dienen und ihme Guts zu erweiſen; wann ſie mit Luſt thun die Ge⸗ ſchaͤffte ihres Beruffs; ſa wann ſie aueh Luſt haben dieſe Welt/ o darinn ſie eitel Muͤhe und Gefahr haben! zu verlaſſen/ abzuſche? 1. den/ und bey ihrem HErrn C hriſto zu ſeyn/ Pbil.". khil. va;. upii autem non ſic: Mit den Gottloſen aber iſts nicht alſo: die haben ſolchen Durſt und Verlangen ſo dem frommen G Ott ſtracks zu widern: Ihre Luſt iſt fleiſchlich/ die wider die Seele ſireitet/. Pes. 2. es iſt Augen⸗Luſt und hoffartiges Le⸗. per. 2. l an ſo nicht vom Vater iſ/ ſondern von der Well: Jobe⸗ es ſir loh.2. SAdie zum Boͤſen reitzet und locket/ Jacob. 1. Es iſt Epteuriſche nldienut auff Wolleben und gute Tage traehtet! dadie Welt⸗ inder einander zuruffen und ſagen: Wolher/ laſt uns wolle⸗ Sap.. v. 6. e ybbbh ben. Luſtemp Rom. 8,v.13, Die fünffte Predigt ben weil es da iſt/ und unſers Leibes brauchen/ weiler noch lung iſt: wir wollen uns mit dem beſten Wein und Sal⸗ ben fuͤllen/ laſt uns die Maͤyenblumen nicht verſeumen/ laſt uns Kraͤntze tragen von jungen Roſen/ ehe ſie welch werden: unſer keiner laſſe es ihm fehlen mit prangen/ Ser. 2. Es iſi Ehrgeitzige Luſt: die dem elenden Menſchen die Augen blenden/ daß er ſeinen Jammer und Niehtigkeit nichi ſehen kanz und ſich auffblehet/ erhedet/ ſtoltzieret und nur dahin trachtet wie er vor der Welt moͤge hoch geehret und gehalten ſeyn. Es iſſ Geldgeitzige Luſt/ die den Menſchen treibet mehr mit Vnrecht als mit Recht Geld und Gut zu ſamlen) einen Acker an denan⸗ dern/ ein Hauß an das ander zu ziehen/ biß kein Raum mehr da ſey: Von welcher Luſi auch Salomon ſaget/ daß ſie die jenige/ die hr nachhengen/ todt: Vnd der Apoſtel Jaco⸗ Iae.1.v. 4. ½5 bus:. Ein jeglicher wird verſucht/ vann er von ſeiner eige ⸗ nen Luſt gereitzet und gelocket wird: Demnach wann die 39 en hat/ gebieret ſie die Suͤnde/ die Sunde aber/ wann ſie vollbracht iſt/ gebieret ſie den Todt: dann wer des Fleiſches Geſchaͤffte thut/ und vollbringet/ der 1 uß ſterben. Kouu. 4“ 1 Dann gleich wie die Frommen/ ſo ißre geiſtliche Luſt an S Ottund ſeinem Wort haben/ endlich das ewige Leben eretben der Err gibt ihnen/ was ihnen heilſam iſt ſa was ihr Hertz wuͤn⸗ † ſchet hier zeitlich und dort ewiglich 72 ,37. Alſo un Ghegen thell die Sottlofen die den welllichen Luſten nachhengen! haim endlich den Todt zum Lohn davon:wie David/ daeerhindan acftt G Ottes Gebot mit boͤſer(uſt gegen Bathſeba entbrant umE he⸗ buuch treibet ein Mañ des Todes genant Wwird/ 2,Same Wi el Delila mit ihren glatten tuͤcliſchen Worten den Helden Simſon betreuget/ und in die Hand der Phlliſtet aberantmat’ deihn aͤndlich eracten und unte die teneh un laheigene -ee Peche beuen: lſ betkan Jelhes augun ebn 8 uuigen die ihr trauen und ſich in ihren Schoß legen uͤberantwor⸗ tet ſie der Gewalt des Satans/ bringet ſie in ſchwere Leibes⸗und Seelen Gefahr: Es iſt die fleiſchliche Wolluſt das ſchnoͤde Hu⸗ n renweid die den albern und naͤrriſchen Juͤnglingen gantz verſchla⸗ gener Weiſe nachſtellet/ ihnen gute Wort gibt/ ſie unverſchaͤm: kuſſet in ihr Nauß fuͤhret/ aber unterdeß wie Ochſen zur Fleiſch⸗ danck lieffert/ ſie toͤdlich verwundet und faͤllet/ und gar auff den Weg zur Hoͤllen bringet/ da man hinunter faͤhret in des Todes Kammern/*„*.7 Woruͤber Brnſblagus ſehr wol or.. S. ſehreibet: Coucupiſcentia couvipis fuis ab initio propinat aulcia, eg. an eum incbr iari fherint, letbale virus miſceat. Die boͤſe Luſt ſetzet ihren Gaͤſten zumerſten den aller⸗fuͤſſeſten Wein auff/ da⸗ 3* wann ſie truncken/ ſie ihr toͤdliches Gifft drunter miſchen enneee. Das Kraut Sardon oder Sardona hat die Art an ſichh! daß wann es der Menſch zu ſich nimit/ er lachend ſtirbt; es iſti1hſm ſuſſe in dem Mund aber greifft ihm nach dem Hertzen/ und ziehet hm den Mund von einander/ daß er auch nach dem Tod nicht unn ders außſiehet/ als wann er lachte: daher iſas Sardonius bepy deen Latinis ſo viel heiſt/ als ein elend/ erbaͤrmlich oder bitter Gen 3 a ͤchter. Eben ein ſolch Kraut iſt der Gottloſen ihre Welt⸗Luſt/ dee ſchmeckt zwar dem Fleiſehe wol/ und ergetzt den aͤuſſerlichen Menſchen aber unterdeſſen wircket ſie den Todt und machet/ daß der unverſtaͤndige Welt⸗Narr mitten in ſeiner Wolluſt dem Sode zu Thelle wrrd. I7. Der vierdte Troſt/ ſo von dem Koͤnige Davſd den 1. fechtungen des Teuffels entgegen geſetzt wind/ iſt/ daß er ſhmm dlre ren. othaͤlt Doideri fructum, was doch ſolch hertzlich Verlangen Err erhs. Otehey ihm gefruchtet/ nemlich ſein Gebet ſey gar ge⸗ re mich bal⸗ we erhoͤret wie er dann ſpticht: HErr erhoͤre mich bald/ de/ e⸗t. 4 Geiſt vergehet/ verbirge dein Antlitz nicht von mir⸗ a c nucht glich werde denen die indiePräſbefoßren. 1 1 1. 0 55555 1 A— 3864 Die fuͤnffte Predigt Hiemit wil nun Koͤnig David G Ott dem HERRN nicht Zat⸗ Ziel oder Maß fuͤrſel relben/ wie und wann Er ihm heiffen ſolle: Sondetn dieſe Wort ſind Glaubenswort/ und ſo viel geſagt Du wirſt mich bald erhoͤren/ well mein Geiſt ſo vergehet/ Du wirſt dein Antlitz nicht von mir verbergen/ daß ich nicht gleich werde denen/ die in die Grube fahren. Vnd weil ich du Teuffel und alle ihr geiſtliche Feinde/ das weiß/ was wird mir euer Verfolgung und Anfechtung groß ſchaden/ es iſt noch umb ein kleines zu thun/ ſ bin ich erhoͤret/ und hat G Ott ſein Antlitz wieder zu mir gewandt. Usus. Darumb weichet von mir alle ihr Feinde und Vbelthaͤter/ dann der HErr hoͤret mein weinen/ der HErr hoͤret men flehen/ mein Gebet nimt der HErr an. Es muͤſſen ale meine Feinde zu ſchanden werden/ und ſehr erſchrecken/ ſich zu rücke kehren/ und zu ſchanden werden plotzlich/ aln. (SGSibt uno dieſes zu erkennven: Gottlaͤft de Wie GOtt die ſeinen unter dem Creutz recht wol ver⸗ ſeinen erſt unrer dem Creutz ver⸗ krieffen. Pſal. 91.v. 15. trieffen und außſchwitzen laͤſſet/ und letzlichen komme Ermit der Haͤlffe bald: datumb Er dann auch kein ſchlechter Helfferoder Erloͤſer/ ſondern ein Nohthelffer genandt wird/ /al en der gaune zu helffen pfleget/ wann gleich bey allen C reaturen ausgehoffet iſt dann ſpricht Er: Ich bin dey ihm in der Noth. Deswegen wir auch an ſeiner Huͤlffe nicht verzagen ſollen/ Ihm nicht geitz Ziel/ Maß und Weiſe fuͤrſchreiben/ ſondern es ſeinem gnaͤdigen vaͤterlichen Willen/ ſeiner Allmacht und Weißheit anheim ſiul⸗ len. Er weiß wol wanns am beſten iſt/ Er braucht anuns kein arge Liſt/ das ſollenwir Iym vertrauen. G Olden OEnn Zeit und Maß fürſchrelben das dienet nicht Sneezuar Lrrn ſagtdie Judich euers Gefallens/ Zeit un Tagebe⸗ Judith. 3. v. 3. ſeg. fuͤr Iym beten/ daß Er ſeines Gefallens Barmnherwͦgket muns erwelſen ont/ eches Wadlon gdihna⸗ ſtimmen/ wann Er helffen ſoll: darumb ſollalwir uns de⸗ muͤtigen von Hertzen, mit Thr und Ihm dienen/ u 4 unhertagkett or ſtrin. d. a9. Auguſt. Anno 1650, “ 4 ö“ ““ ““ Guade/ dann ich 8 Eingang. b Llebte Freunde in CHriſio: Wir leſen in den . S Hiſtorien von dem Aexandre Magno, als ex noch enn ein kleiner Knab geweſen/ kaum von zwoͤlff Jah⸗ 1. N een! daß er von etlichen/ die ſeines gleichen wa⸗ X Kren gefraget worden ob er nicht mit ihnen /n Ftaauo Ohmpio in die Wette lauffen wolte? Al ſdanner ſonſt ſehr geſchwinde zu Fuſſe war] da hat er darauff ge⸗ Kochen: Jagar gern: Wann ich Koͤnige zum Widerpart e Hante, mſt welchen ich kaͤmpffen/ und in die Wette lauffen rfesn h koͤnte. Wir Chriſten haben alle einen Lauff welchte iſt der bauf 55 d 9 5 Dec ſechſte Predigt der Bonſeleen den witlaßfen maſſent⸗ ene Fslnvis uns gleich ſind/ ſondern auch die uͤder uns ſeynd/ als Heitigen G Ottes/ die in G Oites Wort wegen kei auffs beſte gelobet werden. Mit denen ſollen w Uckei ſtreiten! auffs beſt wir koͤnnen /daß wir OOt wir dann auch Gottſelige Koͤnige fuͤruns haben/ m jſellen, die als da ſeyn die hrer Froͤmmag, kan Gotſſe⸗ tgefallen: da twelchen wir dißfalls ſtreiten koͤnnen/ unter welchen nicht der ſchlechteſte/ ſon⸗ dern wol fuͤrnehmſte/ der Koͤnig und Prophet Daoid/ als welchet es ihm einen hefftigen Eꝛnſi ſeyn laſſen ein Gottfuͤrchtiges/ Chnſ⸗ liches Leben und Wandel zu fuͤhren/ wie ſolches ietzt ab verleſene Wort genugſam bezeugen/ welche wir wollen ohn ferneren M ſchweiff fuͤr uns nehmen/ und draus beſchen: Dayiditam, zas 4 peer atum auxilum, vivendi rationem, Was fuͤr ein G hriſt⸗ lich Leben und Wandel Kon gDavid/ nach erlangterGtit⸗ licher Hülffe/ begehre zuffibren. Diervon zu teden/ daß es ohne ddutznicht ahgehe ſuſßn wir zuvor alſo: Hilff/ Err hüf/ laß wol gelingen /dir zue hren/ und dann auch zu unſer aller Seelen Heil und Seligkeit/ Amm. I Abhandlung. Lus. Jo, y.38 Seingekehret/ und die Ey dem Evangeliſten Luea 10. C apitel leſen wir als unſe Heyland C Hriſtus bey Marien und Marthen zu Gaſe d die Martha ſich ſehr beſtkaͤffng den Herrn zu bewirthen erwieſen/ Maria aber ſich geſetzt zu des henm JElu Fuͤſſen/ und ſeiner Nede zugehoͤret/ daß E Hriſtun geſpro⸗ chen: Maria hat das gute Theil erwehlet/ das bl nicht von ihr genommen werden. Eben das moͤgen ut auch wol ſagen allhiet bey dieſem Teyt von dem Koͤnige Dahbaßerhahe nach erlangter goͤttlicher Huͤlffe ihm das Theilerwehlet/ welches auch nicht von ihm genommen worden. Dann — 4 M — eÿüj ——ÿõmyy——* ————————— ————————a————— tberden u Pſtt 3 wen Gehorſam/ das iſieinen recht Chriſtlichen Wandel/ ſo er dde e Seit ſeines Lebens fuͤhten moͤge. In und bey welchem Chriſili; chen Leben und Wandel er haben wolle es auch allhier von OOtſt Sttet und begeret asßſsbsbs . Srudium conciones Evangellcas audienai; daß er nur 1. immer von G.O/ von ſeiner Guͤte und Gnade hoͤten moͤge Membrutmn. dann/ ſpricht er: Laß mich früh hoͤren deine Gnade. Koͤnig extus. Dapvtd wil nicht ſeyn unter dem Hauffen der Vnglaͤubigen und kaß micch Gettloſen/ von welchen in der Schrifft geſaget wird/ daß ſie taub fruͤh hoͤren und nich hoͤren noch hoͤren wollen das iſt/ O Ott dem HEr⸗ deine Gna⸗, t en wideſireben/ ſein Wort nicht achten/ noch dem gehorſamen: Gi ſI. pil 68 g Sondern dabittet erumbs Hoͤren daß Er hoͤren und vernehmen gac. lib. z. i mge/ und zwar nicht erſt uͤber eine/ und etliche geraume Zeit: pag. 360. Sondern fruͤhe in mane, wie es in ſeiner Sprache lautet/ das iſt wie es der Herrutberus am Rande gegeben/ uͤber das Wott fruͤhe/ u dahes heiſſe Bald /und Zeitlich nicht ſpat noch langſam. Was ſoll CE rihm dann aber hoͤren laſſen? Seine Gnade: Laß mich fruͤh doͤren deine Gnade. Das iſt/ Er ſoll ihn hoͤren laſſen von ſei⸗ mmnen Volthaten/ ſo von ſeiner lautern Onade herkommen/ welche eriemals ſeinen Glaͤubigen erwieſen/ unter welchen ſeinen Glaͤu⸗ 4 1 bigen und Gehorſamen er ſich auch finde. Darumb ſetzt er hin⸗ a. Dann ich hoffe auff dich. Peravi in re, das iſt: Ich 1e ehre/ fuͤrchte/ liebe dich: da dann das Herarein DElMs hoffen Sort edere Glaͤuben/ nimere GOtt fuͤrchten/ znvocare Ott anruffen: daruͤber wir Exempla weillaͤufftig anietzo nicht anfaͤhren wollen: Sondern wenden uns nur zum Nutz. Da ann anzumercken haͤbeen Eine troͤſtliche Information⸗ Wie GOtt der HErr usuls. gegen uns/ wann wir fromm und bußfertig ſenn Wee 5 usgpn. 964 Die ſechſte Predigt 1 zung gegen ret und geſinnet/ nemüch/ gans gnaͤdiglich Er wollenns Gna, ie 1 b Bußſerige de hoͤren laſſen! ſeine Gnade ſoll uͤber uns walten/ Er wolleuns i und woduꝛch Suͤnde vergeben/ und Gutes thun und darumb/ gleich wiewi ſch wir derſel⸗ ſieiſſig ſeinen Zorn/ Grimm und Eifer wider alle Gottloſeſſicher⸗/ d ben koͤnnen pohe/ harte Hertzen/aus den Draͤwungen und ſchrecklichen Staff. a verſichert Exempeln/ zu Vermeidung aller Vnbußfertigkeit betrachten undz b ſeyn. verſtehen ſollen: ſo fleiſſig ſollen wir auch hinwiederumb zumbe⸗ ſtaͤndigen Troſt in allen Anfechtungen ſeine Gnade /den Bußfen⸗ iigeen verheiſſen, erkennen lernen) derſelben fundamenta und Gruͤnde recht faſſen: damit/ wann das boͤſe Stuͤndlein koͤmmi wir beſtehen/ und alles wol ausrichten koͤnnen. Wir etzehlen zwar die Glaubens⸗Artickel offt und unter denſelben wir auch be⸗ ennen thun/ daß G Ott gnaͤdig ſey/ der gerne Suͤnde verghht: wann wir mit unſern Kinderlein beten und ſprechen: Ich glaͤub eine Vergebung der Suͤnden: Aber es wil zur Zeit der An⸗ feehtung offterſt ſehr hart halten/ und groſſer Zweiffel eniſtehen: dasvon ein ieder Chriſt aus eigener Erfaßrung am beſtenzuteden weiß. Darumb von noͤthen/ daß wir uns die rechte fundamea· ꝛzza und Gruͤnde/ die uns des gnaͤdigen Goͤttlichen Hertzens gegen uns verſichern bey guter Zeit wol bekand machen/ fleiſſig vetwah⸗ ren/ offt wiederholen: damit wir ſie im Fall der Noty bald an die Hand haben moͤgen. Es ſind aber/ mit wenigen davon zu reden die fuͤrnehmſte Fundamenta und Gruͤnde/ dadurch wir unsé goͤttlichen Gnaden zu verſicherrn. (L Pwmilones die Verheiſſungen/ dannnen Erzuuft allen armen Suͤndern/ und traͤget iynen die Gnade ſelbſt anbemi⸗ het ſich gleichſam auffs aͤuſſerſie dieſelbe an ihnen zuuͤben Kehre Jer. z.v. z. 3 Wieder/ ſpricht er Ferem. 3. du abtruͤnniger Menſch ſo wlich mein Antlitz nicht gegen dir verſtellen: allein mennedeine 1 Miſſethat/ daß du wider den HErrn deinen Olt geuͤn⸗ Ezns. van diget haſt/ Ezecb.„F. Wo ſich der Gottloſe beichret von auln ſeinen Sünden dleer geihan at unnthut ecͤtnd vol/ ſo ſoll er leben und nicht ſterben/ ai 1. Waſchet euch/ Ef.v 6.ry. unnn. Wann eure Sünde gleich blutroth iſt/ ſoll ſie doch ſchneeweiß werden: wann ſie iſt wie Roſin⸗Farbe/ ſoll ſie SDoch wie Wolle werden. Im Neuen Teſtament werden der⸗ gleichen Snaden⸗Verheiſſungen nicht weniger gefunden: Ja dieweil die Gnade zur Zeit des Neuen Teſtaments in gewiſſer Maß ſich herrlich herfuͤr gethan/ als im Alten Teſtament/ ſo ſind auch die Verheiſſungen deſto herrlicher und troͤſtlicher. Vber⸗ auß⸗troͤſtlich lauteis ja/ wann der ewige Sohn G Ottes CHria« ſtus ſpricht Mateb. n. Kommt her zu mir alle/ die ihr muͤh⸗Matth. n. ſelig und beladen ſeyd/ ich wil euch erquicken. Ihr ſollt v.s. Ruhe finden fuͤr eure Seele. Iſtes nicht troͤſtlich/ wann der Apoſtel Paulus ſpricht/ Rom.. Wo die Suͤnde maͤchtig wor⸗ Rom.z. v.ꝛr. den/ da iſt die Gnade noch viel maͤchtiger. So auch/ wann der Apoſtel Johannes ſaget⸗ Fp ſẽ.. Wann wir unſere Suͤn⸗ I. Ioh. I. V.9. de bekenne/ ſo iſt GOtt getrew und gerecht/ daß Er uns die Sünde vergibt/ und reiniget uns von aller Vntugend. „Welches alles in der troͤſtlichen Parabel vom verlohrnen Sohne 1 Luc. ⁰. ſehr ſchoͤn fuͤrgemahlet/ da G Ott der HErr ſeine Gnade/ Luc. 15. v.:. daß Er den Bußfertigen ſo geneigt iſt/ dermaſſen abbildet /daß es ſog. kein menſchlich Hertz faſſen und begreiffen kan. Ja was Er im 1 Alten Teſtament mit Worten ſaget) Jer. 22. Iſt nicht Ephraim ler. 31 vao. mein theurer Sohn/ und mem trautes Kind: dann ich den⸗ eke noch woldran/ was ich ihm geredet habe/ dar umb bricht mir mein Hertz gegen ihm/ daß ich mich ſeiner erbarmen muß: Das ſtellet Er in angezogener Parabel gleichſam als auff einem Teatros oder Schauplatz Maͤnniglich fuͤr Augen: da er anzeiget/ wie immer ein gradus Gratiæ, eine Krafft der Gnaden nach der andern auß dem Abgrund ſeiner Liebe gegen die wahren Dußfertige herfuͤr gehe. ca..) Das ander Fundament/ dadurch wir uns der Goͤtt⸗ lichen Gnaden zu vergewiſſern/ iſt Keopus, der Zweck oder End⸗ 4 Jiiiii urſach/ “ N 4 8 1 4 di * 4 N 4 Matth. 5. 12. Eſ. 61. v. 1. Joh 3. v. 7. Die ſechſte Predigt urſach/ warumb der ewige Sohn GOttes in dieſe Wett kommen/ und Menſch worden: nemlich/ daß Erallen armen bußfertigen Suͤndern Gnade erwuͤrbe/ und wircklich erzeigete; darumb Er dann auch iſt gecreutziget und getoͤdtet/ darumd Eriſt aufferſtanden/ gegen Himmel gefahren/ und ſitzet nun zur Rechten G Ottes des Vaters/ daß Erdie gantze Welt mit ſeinem Vater verſuͤhnete/ und alle bußfertige ſolcher Verſuͤhnung in der That *n theilhafftig machte. Er ſelber ſagts Aatt.s. Ichbin koin⸗ men die Suͤnder zur Buſſe zu ruffen. Vnd in Alten Teſta⸗ ment α1. 7ν. Der Geiſt des HErrn iſt uͤber mir darumb hat mich der HErr geſaldet/ Er hat mich geſandt Wonuꝛ Den Elenden zu predigen/ die zerbrochene Hertzen zu ver⸗ binden/ zu predigen den Gefangenen eine Erledigung/ den Gebundenen eine Eroͤffnung/ zu predigen ein gnaͤdiges Jahr des HErrn/ zu kroͤſten alle Traurigen. Darumb auch der HErr/ als Er ſichtbarlich in dieſer Welt ſein Amptge⸗ fuͤhret/ meiſtentheils mit armen Suͤndern/ mit Zoͤllnern/ und we⸗ gen ihrer Vbertretung geaͤngſteten Perſonen umbgangen/ und ſie getroͤſtet/ daß ſie bey G Ott in Gnaden waͤren: wie Mattb,. Lus. Z. und an andern Orten neues Teſtaments zu erſehen: und es ih⸗ me von den Werckheiligen ſtoltzen Phariſeern uͤbel gedeutet wor⸗ den/ hat Er ſich gruͤndlich verantwortet/ und ihnen zu erkennen ge⸗ geben/ das ſey ſein Ampt/ drumb ſey Er in die Welt kommen nicht daß Er die Welt richte/ ſondern daß die Welt durch Ihnſe⸗ ig werde/ 70b.3. 6.) Der dritte Grund/ dadurch wir gewiß ſeyn koͤnnen der troͤſtlichen Gnaden G Ottes/ ſind die vielfaͤltige Exempelal⸗ kes und Neues Teſtaments. Exempel haben wiinganken Voͤlckern und Gemeinen/ die auff ihre Buß und Gottesfurcht Goͤttlicher Gnaden genoſſen. Es ſind ja die Kinher Iſtael Al⸗ ken Teſtaments dißfalls remplum Exemplarun, ein Exempel aller Exempeſ. Dann wann wir die Bͤchergliles Jeſeena b uͤber den 143. Pſalm. MNiichter und Koͤnige durchgehen/ finden wir/ wie ſie allezeit wann ſ r ſich von Hertzen zu G Ott bekehret/ Huͤlffe Troſt/ Rettung und h Gnad ellanget/ wie groß und ſchwer auch ihre Miſſethat und V⸗ a h bertretung geweſen. Alſo haben wir auch ein fuͤrtrefflich Exem⸗ nmyel an der Stadt Ninive/ uͤber welche ſchon das Decret und Goͤtt⸗ licher doch bedingter Rathſchluß ergangen war/ ſie ſolte und muͤſte untergehen: Aber da ſie ſich bekehret/ und beyde Koͤnige und Vn⸗ mterthanen Buſſe gethan/iſt ihnen Gnade wiederfahren. Es kan Dapvid nach ſeinem ſchweren aͤrgerlichen Fall/—.Sam. 2 aum das ·Sac. 1.. k. Wwort ausreden und ſagen: Ich habe wider den HErrn ge, 34 fuͤndiget/(welches Wort aber gleichwol nicht nur auff der Zun⸗ gen gewachſen/ ſondern aus einem zerknirſchten und zerſchlagenen Feertzen herkommen) gleich ſaget der Prophet Nathan zu ihm: Spo hat auch der HErr deine Sünde weggenommen: du wirſt nicht ſterben. So bald Manaſſes in Erkaͤntnuͤß ſeiner Suͤnde und wahrer Rew ſich demuͤtiget/ und fuͤr dem HErrn/ dem G Ott ſeiner Vaͤter flehet; hoͤret ihn der HErr gnaͤdiglich/ 2. Cbron. 3. Ehe das Weib/ die groſſe Suͤnderin/ Luc. 7. von Lue. 7 v. ſe. E Hriſti des HErrn Fuͤſſen/ die ſie mit Bußthraͤnen genetzet wie⸗ at der auffſtehet; hoͤret ſie die holdſelige 4%ution, ohne Mittel! aus Criſti Mund: Dir ſeynd deine Suͤnde vergeben: gehe hin mu Frieden. Ja/ da der Gichtbruͤchtige/ Martb. 9. auff ſei⸗ Matth⸗y.v.a nem Siechbette ligt/ und nur das bußfertige glaͤubige Verlangen nach der Gnade traͤgt/ unangeſehen er kein Wort fuͤrbringt/ wird er von dem HErrn auffs freundlichſte angeſprochen: Sey ge⸗ troſt/ mein Sohn/ deine Suͤnde ſind dir vergeben. Der Sechecher am Creutz ruffet nur: HErr/ gedencke mein in dei⸗ c. 23. v. nem Reich: gleich iſt die Antwort drauff: Heute ſollſt du mit 2,4,, wir im Paradiß ſeyn. Welche und andere Exempel mehr/ 4 wann wir ſie hoͤren/ ſollen wir veſtiglich wiſſen/ und glaͤuben/ daß (SOuder himmliſche Vater/ und unſer Heyland C Hriſtusſeben Kſo/ vnd gar nicht anders/ noch heutiges Tages gegen lle di * Jliiin 4 Ihn 9⁸⁸ Die ſechſte Predigt Ihn fuͤrchten/ und ſich warhafftig zu Ihm bekehren geſinnerſche: dann Er hat ſeine Gnaden⸗Verheiſſungen ohn alles Perſom an⸗ ſehen/ einem wie dem andern Bußfertigen gethan; Auß aller⸗ ley Volck/ wer Ihn fuͤrchtet/ iſt bey Ihm in Gnaden und A.10.vzs. angenehm/ c7. 10„ 3 Bey ſolchem Zuſtand muͤſſen wir uns nicht gruͤnden auf unſere Empfindligkeit und Fuͤhlen daß wir ſagen wolten: Ich empfinde in meinem Hertzen keine Gnade G Oltes keinen Troſt und Friede/ ſondern eitef Zorn/ Vngnaden und daher Schrecken/ Angſt und Furcht: darumb bin ich auſſer der Gnade/in dem Zorn. dann auff unſer Fuͤhlen ſeynd wir weder in einem noch den andern Weg gewieſen/ ſondern allein auff das Wort/ das ſagetuns in was Stand wir ſeyn. Es iſt ja dem alſo/ und wir ſehens taͤglich in der Welt fuͤr Augen/ daß viel tauſend ſichere Menſchen in Vnbußfertigkat taͤglich hingehen/ und keinen Zorn G Oites fuͤhlen; ſolten ſiraber darumb nicht unter dem Zorn ſeyn? Ja/ der Zorn G Ottes ligt auff ihnen/ ob ſie ſchon nichts davon empfinden. Dann das ſa⸗ get das Goͤttliche Wort: Der Zorn koͤmmt über die Kinder Eph 5. ve. des Vnglaubens/ 2pes. Der Zorn GOttes iſt offenbaret Rom.1.w.1H.üͤber alles Gottloſes Weſen/ Kemnund C⸗p.z. Die Vnbuß⸗ Swirfertige und Halsſtarrige haͤuffen ihnen den Zornauff den Tag des Zorns/ ꝛc. Alſo hinwiederumb: Ob ſchonein buß⸗ fertiger Menſeh die Gnade nicht ſo kraͤfftig in ſeinem Hettzen em⸗ yfindet und fuͤhlet/ ſoll er darumb nicht denclen oder ſagen/ eſey nicht in Gnaden: Ja/ er iſtin Gnaden: dann das ſagt die jalige Schrifft reichlich/ die die wahre Buſſe und G Ottes Cnahe beſ aneinander knaͤpffet. Darumd ſoller vielmehr widaſein Fuͤh⸗ len und Empfinden ſagen: Es reuen mich meine Gaͤnde von Hertzen/ ſie ſeynd mir inniglich leid/ ich haſſe mich ſabet daß ichan meinen gutthaͤtigen G Ott ſo uͤbel gethan/ und hahe kennen Troſt dann an dem Vententi Eyhrſßi JEſn meuns hlandes it - —— 6— v“ .. †————— ——————⸗ʒ——J——-- y———õmmmmmm—õ——Jõÿõ— —— y————————y— über den 143. Pjalm. 959 age wahre Begierde/ hinfuͤro anders zu leben/ wie G Ott mein FHeertz kennet Vnd wañ er dieſes alſo mit Watheit und ohne Falſch ſagen kan/ alsdann unerſchrocken draus zu ſchlieſſen: darumb bin ich bey GOt in Gnaden/ und habe ſeine Hulde: und ob ſchon ich in meinem Hertzen nichts fuͤhle/ ja mein Hertz das Widrige ſa⸗ get/ und mich verdammen wil/ ſo halte ich mich doch an den veſten Grund G Ottes/ der ewiglich beſtehet: ja/ da habe ich ſeine Ver⸗ s peiſſung: da habe ich ſein Vaterhertz/ gegen dergleichen ſchweren Suͤndern wie ich bin/ abgemahlet: da hab ich E oriſti Verdienſt and Gnugthuung: da hab ich Exempel derer die eben wie ich be⸗ ht ſchaffen geweſen daran halte ich mich und glaube/ wider alles Fuͤh⸗ en und Empfinden: Das Wort muß mir gewiſſer ſeyn/ und ob mein Hertz ſpraͤch lauter nein/ ſo muß michs doch nicht ſchreken. 2. Haben wir auch ein feine Aamonition hierbey/ und mit 2⸗ anheim zu nehmen/ wann wir dieſes allertenerſten und gantzun⸗de ete Sne vergaͤnglichen Schatzes der Gnaden G Ottes wollen genieſſen, ubegehren/ daß wir derſelben auch mit rechten Hertzen entgegen gehen/ und wann unnd ſie mit dem David fruͤhe begehren/ und darnebenſt auff man ſie er⸗ 6 Ott hoffen/ daß/ wann uns G Ottes Gnade wiederfaͤhret/ wir langet/ ſich auch ein Goͤltlich Leben fuͤhren muͤſſen. Weltkinder mißbrau⸗ dranff zu chen dieſe Lehr/ und machen ihnen ſuͤſſe aber betriegliche und recht beſſern Sataniſche Einbildungen/ wann ſie den /r. Pſalm erzehlen/ oder mit dem Zoͤllner/ Luc.§. an die Bruſt ſchlagen/ und ſprechen: GOtt ſey mir Suͤnder gnaͤdig; ſo meinen ſie/ ſie ſitzen ſchon S Ott im Schoß und ſeynd mit uͤberſchwencllichen Gnaden be⸗ ſchuͤttet und umbgeben: laſſen ſich auch wol frech verlauten unan⸗ geſehen ihre Gemuͤther voller Boßheit ſtecken/ und ich weiß/ Golt hat mir dieſe Suͤnde ſchon verziehen; ich habs Ihm abge⸗ t dten; Er iſt mit mir wol zu frieden: Jadas iſt em techter Teuffelsgriff/ dadurch er die Menſchen ie laͤnger ie ferner von der CSnade bringet und im Zorn verſencket: Hoͤte aber lieher Menſch! Jitili ſi— wiſt 1I. 990 Die ſechſte Predigt wilt du der Gnade G Ottes gewiß ſeyn/ ſo folge treulich nach den Exempeln der buͤſſenden Suͤnder/ die allbereit Gnade erlanget ha⸗ ben: ſtellle dir fuͤr Ohren das winſeln/ klagen/ ſeuffzen des Koͤnigs Davids in ſeinen Bußpſalmen: ſielle dir fuͤr Augen das bitterliche weinen Petri/ da er den HErrn verleugnet: beſiehe die haͤuffige Thraͤnen der groſſen Suͤnderin/ Luc. J. ſa/ pruͤfe und exemamit dich ſelbſt/ ob du einen rechten Abſcheu und Greuel ein wahtes Mißfallen habeſt an deinen angebornen Suͤnden/ an deinen wirc⸗ lichen Vbertretungen/ an Sicherheit/ Gotteslaͤſtern/ Vngehor⸗ ſam/ Rachgier/ Vnzucht/ haſa⸗ Trunckenheit/ Geitz und der⸗ gleichen: ob dein Furſatz auffrichtig/ und deine Meynung im her⸗ tzen beſtaͤndig ſey/ hinfuͤro alles/ was der Ehte G.Olt s und der Liebe des Nechſten zu wider iſt/ zu meiden/ in keine Suͤnde meht fuͤrſetzlich zu willigen/ ſondern in heiligen G Ott⸗gefaͤlligen Wer⸗ tlen dein Leben zu fuͤhren. Vnd wann du das alles ohne Heuche⸗ ley bey dir befindeſt/ auch fuͤr deinem G Ott ſagen kanſt: Siehe HErr/ der du prufeſi den innerſten Grund meines Hertzens/ du weiſſeſt/ daß mir meine Suͤnde leid ſeynd: ich wuͤndſche/ daß ich niemaln in dieſes oder jenes Laſter gerathen waͤre: ich habe einen Greuel an meinem vorgefuͤhrten Wandel/ trage auch Begierde durch deine Huͤlffe/ dir hinfuͤro zu dienen in Heiligkeit und Getech⸗ tigkeit: ſo troͤſte dich deines HErrn C Hriſti Verdienſt/ und ſey gewiß/ du ſteheſt bey G Ott in Gnaden. Thuſt du das nicht/ haſt auch kein recht Berlangen nach dieſen Stuͤcken/ ſo biß d ein Veraͤchter Goͤttlichen Ordnung und haſt kein Theil bey Gott. Ja ſo wenig die zerbrochene und zuſchlagene Hertzen/ wegen des b ewig⸗beſtaͤndigen Worts der Verheiſſung/ an G Ottes Gnade zu zweiffeln haben; ſo wenig haſt du dir bey ſolcher hohaunlichen Sicherheit ein zerbrochen und zerſchlagen Hertz zu hofenund daß dit einige Gnade bey ſoleher Beſchaffenheit wiedetilten wende. 24 alſo das Wontvon der Ona⸗ Membrum. de Weil es dann alſo nicht gnug/ das Won vond den hoten ſondemn auch dem Evangelio/ ſo us 1e Seuat uͤber den 143. Pſalm. 99t GOnade anbeut wuͤrdiglich nachwandeln/ als hat ihm auch Koͤng Daoid dißfalls das beſte Theil erwehlet/ bittet von G Ott cien⸗ auiam in vils mandatorum DEI ambulanai, daß er auff GOt⸗ ees Wegen wandeln moͤge: Thue mir kund/ ſpricht er/ den Textus,; Weg/ darauff ich gehen ſoll. Das Wort Wegallhier/ wie Was das auch ſonſt in H. Schrifft/ bedeutet die Gebot und den Willen des Woeree 1 Herrn/ ſo Er uns in ſeinem Wortgeoffenbaret/ und zu erkennen E criffe be⸗ gegeben hat/ von welchem Weg die Gottloſen im Buch der Weiß⸗ deute. eit ſagen und klagen/ daß ſie ihn nicht gewuſt: Nicht daß er ihn nicht ſolte gezeigt und furgehalten worden ſeyn/ alſo/ daß ſie gantz und gar davon nicht gewuſt: dann Gott hat denſelben aller Welt/ und alſo auch den Gottloſen Verdammten/ durch ſeine Propheten und Apoſiel offenbaren und allen Creaturen zeigen und predigen alaſſen/ ³2 o. Marc. 1 in dem Er den gantzen Tag ſeine Hand Eſa. z0. v.ar. aaußgerecket zu einem ungehorſamen Volck/ a. o5, Proy.:¹, Matc 16. v. Ferem. 7. Sondern weil ſie ihn nicht wiſſen/ drauff nicht wan⸗ 5. deln/ noch darnach ihr Leben nicht anſtellen wollen/ Fſa. d2. und dr3o7 9n 4 daß ſie den Rath des HErrn verachtet/ or.. gewandelt Jer. 7. v. 13. auff einen Weg der nicht gut nach ihren Gedancken/ und da⸗ prov. 1. v. z1. durch den HErrn zum Zorn wider ſich gereitzet/ a.&. quch ge⸗ Eſa. 65. v.2. than/ was boͤß fuͤr den Augen des HErrn/ und erwehlet wmas der HErr nicht gewolt/ ¼à. s. Vnter ſolchen Hauffen c. 66.v. 4. h wil nuoͤnig David nicht ſeyn/ ſondern da bittet er/ daß ihm Gott wolle kund thun den Weg ſeiner Gebot/ darauff er gehen r ſolle. Das Wort Gehen heiſſet G Ottes Gebot und Befehl errichten/ demſelben gehorſamen und in aller Gottesfurcht leben. ESo begreifft aber ſolches Gehen in ſich:.Conſer vationem, Was das daß ihn G HOtt der HErr auff ſolchen Weg ſeiner Gebot wolle Waugche kraͤfftiglich erhalten und bewahren/ daß/ wei Er ihn auff den rech⸗ iſ ch habe. ten Weg gebracht/ daß Er ihn ja wolle drauff erhalten/ damit er nicht moͤge ausſchreiten/ und unter die Thoren und Narren gera⸗ b bben) und mit denſelbigen verderben. Esbegteifft fuͤts Anden b b. 598 Die ſtchſte Predigt ſich Confrmationem, Staͤrckung/ daß Er ihn immer mit in ar und mehr geiſilicher Krafft wolle begaben und ausruͤſten wie 6. Zach. 10. v. ſagt 24c5. 10. Ich wil ſie ſtaͤrcken in dem HErrn/ daß ſie 122 ſollen wandeln in ſeinem Namen; Er wil ihnen Krafft und Staͤrcke genug geben/ daß ſie ſollen aufffahren mit Flu⸗ geln/ wie Adler/ daß ſie lauffen/ und nicht müde werden/ El. 40. v.z1. daß ſie wandeln/ und nicht matt werden/ ½. 0. Dann 2,Cor.). V. 7 wer da hat/ dem wird gegeben: wer da ſuchet/ der findet. Vnd iſt G Ott begieriger ſeinen Heiligen Geiſt/ den Geiß der Weißheit zu geben denen/ die Ihn darumb bitten/ als ein natut⸗ licher Vater begierig iſt ſeinen Kindern gute Gaben zu geben/ Las, 2. Es begreifft fuͤrs Dritte das Gehen in ſich Promorionem, daß ihn der HErr immer hoͤher heben/ ehren und zieren wolle/ undihn von einer Klarheit zur andern bringen. Dann das hanget allis gneinander: Wo viel Weißheit iſt da iſt viel Ehre; und ie mehn ein Menſch auff G Ottes ſeinen Wegen gehet /ie hoher ihn6Olt zu Ehren bringet/ wie wir an den Exempein der Heiligen ſehen. Endlich begreiffts auch in ſich ad cœleſem cademian evedhis- vem, die Auffnehmung in das Reich himmliſcher Herrligkel. Wañ ein Diſcipulus durch die Claſſes fein ordentlich und ruͤhmlich durchgehet/ ſo koͤmmt er a4 Arademiam und zur Hohen Schul/ ds er hoͤhere und wichtigere Sachen hoͤret und lernet dann zuvor: Alſo wer in ſeinem Chriſtenthumb auff GOttes Wegen imme fortgehet/ und in dieſer Harricular-Schul von einem Graduzum andern ſteiget/ den bringet der HErr endlich in die Hohe himml⸗ ſche Schull und begabet ihn mit Engeliſcher Weißheit: Aufdas Gottſelige Gehen in dieſer Welt folget das freudenreiche Gehen Pf. u16. v. 9. im Lande der Lebendigen: darauff ſich David freuet an un Ich werde wandeln fuͤr dem HErrn im Landeder Leben⸗ digen/ da wandelt man dann nicht mehr um Glauben/ ſon⸗ dern im ſchauen /⸗Cor. 7. Wnddas iſt auchdes Davids ſeine Meynung allhier. Damit aber ſo viel deſto gewiſſeres hn * fuͤrchtet/ der gehet auff rechter Bahn/ wer Ihn aber ver⸗ über den 13. Pſalm. 99 derfaßren moͤge/ auf G Httes ſeinen Weg zu gehen/ und daß ihm derſelbe kund gemacht werde/ hat er Verlangen darnach er bitter drumd; ſpricht: Dann mich verlanget nach dir/ Ad te levay⸗ anmam meam, laukets in ſeiner Sprachen: Meine Seele erhe⸗ bet ſich deswegen zu dir: Ich ruffe dich dum au. Stehet uns alſo allhier David zum Exempel/ ihm nachzu⸗ Uslls. b folgen/ und nicht allein ein hertzliches Verlangen haben wollen) Auff Gottes des HErrn Wege zu lernen/ ſondern auch in der That und War⸗ des HEren heit drauff zu wandein. Welches geſchicht/ wann wir nemlich waugeh. gehen in genere, in wahrer Gottesfurcht/ in Heiligkeit und Ge⸗ rechtigkeit/ die ihm gefaͤllig iſt/ Luen. Dann wer den HErrn Luc.. v.75. — achtet/ der weichet aus ſeinem Wege/ 2nov.*. Wandelt im prov. 14. Geiſt/ vermahnet der Apoſtel Gal, Ff. Darnach wann wir in Gal. 5.v. 16. eziein denen Chriſtlichen Tugenden einhergehen/ ſo allen ſchaͤndaà; chen Laſtern zu wider. Als: wann wir einhergehen in Niedrig⸗ tet und Demuth/ wider den Stoltz und Ehrgeitz/ und anziehen/ ass die Außerwehlten GOttes Heiligen und Geliebten/ hertzliches Erbarmen/ Freundligkeit/ Sanfftmuth/ De⸗ muth/ Gedult/ und daß eieer den andern vertrage/ Coloſ. Col. 3. v.2. 3. Wann wir einhergehen wider den Geitz und Reichthumb in 3z. as Chriſtlicher Freygebigkeit/ außſtreuen unter die Armen/ und 96 nt unſere Handreichung den Mangel der Heiligen erfül⸗ n/2. Cor. g. und bey unſerm Reichthumb unſtraͤfflich erfunden 2. Cor. 9. v. erden/ und nicht allein das Geld ſuchen/ Sn.z. ſondern Uns u. egnuͤgen laſſen an dem/ das da iſt/ dann Er hat gohagt, 8yr. 3.r. 3. Ich wil dich nicht verlaſſen noch verſeumen/ Nel. 5. Wann eb. 3.14. wir einhergehen wider die fleiſchliche Luſt/ in Heiligkeit und Rei⸗ b es daß wir Hurerey und Vnreinigkeit von uns nicht ſen geſagt werden/ wie den Heiligen zuſtehet/ Fob r. uns Eph. v3. am Leid und Geiſtheiligbalten/„Cor. Wann wir einher⸗.Cor.7. r. gehen indet Liche/ wider allen Seelh 5daf und Mißgunſt/ nicht 3 eiteler do Dit ſechſte Predigt eiteler Ehrgeitzig ſeyn/ uns untereinander zu enirüſtenund zu haſſen/ ſondern durch Liebe einer dem andern dienet/ Gal. 5.v. 3. Sal.]z. Wann wir uns wider die Nachlaͤſſigkeit in Goͤtllichen 26. Sachen uns einer Chriſtlichen Devotion, Gottſeligen Fedultaͤt/ und embſigen„ietaͤt befleiſſigen/ allezeit wacker ſeyn/ und beten Luc. z1.v.36. Lue. 21. uns bemuͤhen einzugehen durch die enge Pforte/ Matth. 7. Mattb. 7. Vnd in Summa uns befleiſſigen/ ein gutes Ge⸗ A. wiſſen zu behalten allenthalben/ gegen GOtt und den K4 v. Menſchen/ 161. 2. Das iſt des HErrn Weg: ein guker Td, richtiger Weg/⸗Lam.z2. ein rechter Weg/ Exoa.. ein Weg Pial:6. u. des Lebens /al, 6. ein unbefleckter Weg⸗/ Pſal,1o2. der Weg Pf. 102,v. 2 der Warheit/ haluo. ein Weg der Weißheit, r.4. Weg PfI 9. v.; 8. der Gerechtigkeit/ Prous. ein Weg der Fuͤrſicht igleit/ eroy. Prov. 4.v. 1.. Weg des Friedes/ F/a.59. ein Wegder Seligken/ Attorus. c. 8. v. e. Wol demnach nun dem/ der nicht wandelt im Rath der c. 9. v. 6. Gottloſen/ noch trit auff den Weg der Suͤnder/ noch ſitzet EIa. 9. v.s. da die Spoͤtter ſitzen. Sondern hat Luſt zum Geſttzdes Ache.J, HErrn/ und redet von ſeinem Geſetze Tag und Nacht /der . ſſt wie ein Baum gepflantzet an den Waſſerbaͤchen/ der ſei⸗ ne Frucht bringet zu ſeiner Zeit/ und ſeine Blaͤtter verwel⸗ 1 ckennicht/ und was Er macht das geraͤth wol: Aber ſo ſind die Gottloſen nicht/ ſondern wie Sprew die der Wind ver⸗ ſtreuet. Darumdb bieiben die Gottloſen nicht im Gericht/ noch die Suͤnder in der Gemeine der Gerechten/ dannder Hrr kennet den Weg der Gerechten/ aber der Gottloſen „Weg vergehe.. 4M 1II. Trm. Wer nun gedachter maſſen auf dem Wegdes Enn Membrum. gehet/ der hat viel Feinde und thut ohne Anfechtung um Verf ol⸗ gung bey ihm nicht abgehen. Das verſtehet auch Konsz David wol/ darumb hater ihm abermal das beſie Theil etmahle welehes auch nicht von ihme genommen worden:nemlich aher von Gott erbeten Occaſtonem bend ſabprotectone Aivins aueudbdß 8 39 ö—— — 24—— ͤͤͤ .————————— 3— ———ʒ;;—;ʒÿ—B—B—B—B—B—B—B:—ÿ—ꝛ—ꝛ—ꝛ—Pjͤ—nmn——— uͦber den 1a3. Pfalm. ge unter G Ottes Schutz und Schirm verwahret ſeyn/ darzu er auch ſeine Zuflucht nimt/ wanner ſpricht: Errette mich/ mein GS8tt/ von meinen Feinden/ zu dir habe ich Zuflucht. Da⸗ vid bittet hier umb ein rechtes Leben. Nun heiſſt es/ pibene la- et, beue vivit, wer wol verborgen ſeyn kan/ der lebt ſo viel deſto beſſer. Drumb weil bey ſeinem Leben es ohne Anfeindung nicht wil abgehen/ ſo bittet er/ daß er zu O Ott ſeine Zuflucht haben moͤ⸗ ge und bey und unter demſelben verborgen ſeyn. Wil alſo/ G. Ott ſolle ſeine Zuflucht ſeyn/ welcher maſſen dann auch G Oit der err dieſen fuͤhret/ Joel. 3. iſt eine figuͤrliche Rede/ damit zu ver⸗ Joel.3. v. 7. ſiehen gegeben wird/ daß wie die Menſchen in Kriegslaͤufften ihre veſte Staͤdte /Schloͤſſer und Burge haben/ dahin ſie/ wanns die Noth erfordert/ fliehen. Alſo die Glaͤubigen zur Zeit der Noth/ wanns Vngluͤck uͤberhand nimt ihre Zuflucht zu G Ott haben. Wie dann auch Koͤnig David alſo davon redet/ Fal. GOtt Pſal, 46. iſt unſer Zuverſicht und Staͤrcke/ eine Huͤlffe in den groſ⸗ ſen Noͤthen/ die uns troffen haben. Da dann das Wort Kofugium eine Zuflucht im Lateiniſchen gebraucht, Baßluius M. ſchreibet in Erklaͤrung gemeldtes Pſalms/ daß allda verſtanden werde lun, ein heiliger Ort /„da man niemand darff antaſten: oder acus tutus veluti pertex acutus fortimuro circumdatus. Ein ſicherer Ort/ wie eines hohen Berges Spitze mit einer ſiarcken Mauren umbgeben/ dahin man in Kriegslaͤufften ſeinen Recurs 1 nehmen mag. Andere gebens latibulum, qvo uos recipimus in 8 empeſtatibus protectionus cauſa. Wie es dann auch all hier die⸗ ſes Orts ſolche Bedeutung hat. DVnd zwar/ daß dieſem alſo ſey/ wird uns mit gleichſtimmi⸗ gen vielen Worten und Namen/ ſo an andern und mehr Orten n Oit dem HErrn gegeben werden/ zu Gemuͤthe gefuͤhret und Mlaͤret. In ſolcher Meynung er dann genennet wird ein veſte Burg/ P/H.„. eine Errettung/ 7oela⸗ ein Fels/ Deut. 32. ſal 5 1 1 . 4 1 8 e an Veſte zur Zeit der Noth/ Nebamaaeine Mauer/ Nahum. . 4 Kkkkkk Ä Zacb a. 7.4 usus. Daß wir ſer Noth Luth, tom. 402. und Gefahr 996 Die ſechſte Predigt Zaab. 2. ein arcker Thurm/ /alcαh. Welehe und dergleichen Namen alle gar fein anzeigen/ was damit gemeinet ſey wann Da⸗ vid allhier ſaget: Zu dir habe ich Zuflucht. b Dann da gibt er uns zu erkennendie groſſe Noth und Ge⸗ fahr darinn/ gleich wie er/ alſo auch wir alle mit einander von Natur ſtecken von Natur. Dann warumd ſolten wir Brſach mh⸗ alle in groſ⸗ men/ unſere Zuflucht zu G Ott zu haben/ wann wir ohn alle Ge⸗ fahr und an einem ſichern Ort waͤren. Wie wir dann ſa alle ge⸗ ſtehen muͤſſen/ daß wit von vielen maͤchtigen Feinden zum heſſ⸗ eigſten verfolget werden/ und daher in aͤuſſerſter Gefahr ſtehen. Sintemal die Suͤnde/ der Zorn G. Oites/ der Fluch des Geſetzes/ der Teuffel/ der Todt/ und die Hoͤlle grauſame maͤchtige Feinde ſind/ die uns an Leib und Seel mit groſſem Orimm zuſetzen. Ju dem ſiehen wir auch in Gefahr wegen der argen boͤſen Welt darin viel blutduͤrſtige Tyrannen/ ete. alſo/ daß wir ſolche Gefahr nicht koͤnnen ausſprechen. Vnd darumb wir uns wol zu unſerm G Ott/ der unſer Zuflucht und Veſte iſt/ halten ſollen/ inſonders zu dieſer betruͤbten elenden Zeit/ da der Teuffel gantz und garaus⸗ gelaſſen und bandloß worden/ Mautbnz. und entweder durch ſchwere geiſtliche Anfechtung oder durch Rotten und Secten/ oder durch grimmige blutduͤrſtige Tyrannen die Rechtglaͤubigen zum hefftigſten verfolger. Da ſollen wir nun dieſes Nameno eingedenck ſeyn/ uns allein zu G Ott halten/ ſo wird Er auch un⸗ ſere Zuflucht/ unſer Mauer/ Burg und ſtarcker Thurm in der That und Warheit ſeyn. Wann wir ſolches zur Zeit der An⸗ fechtung koͤnten veſt ins Hertz faſſen/ und glaͤuben(ſchrelher der Herr Lutberus) O wie ſelig waͤren wir. Es wuͤtde uns kain Vnglaͤck wie groß es auch iſt und ſich fuͤhlen laͤſſt/ hoßbekum⸗ mern noch detruͤben. Man ſoll es aber offt und wolbedencken! und G Ott hertzlich bitten/ daß er ſolche liebliche noſtliche Ver⸗ heiſſung durch ſeinen H. Geiſi/ als ein Siegel munſere Herten wolle druͤcken/ und uns durch dieſelben in aler Gefahr eRa 8—.— auffrichten und ſiaͤrcken. 1 „ ä—.—— ber den 1az⸗Pſalm. Ir. Wann dann bey dieſem allengleichwolkoͤnig David Iv. ſich ſeiner Schwachheit erinnert/ und bedencket/ wie leicht es ge⸗ Membrum. ſchehen koͤnne/ ſo habe ihm doch der Teuffel wider ein Beinlin untergeſchlagen/ daß er falle und darlige/ als hat er ihm auch fuͤrs vierde den beſten Theil erwehlet/ und von G Ott dem Errn er⸗ beten Modum per Piritum S. operanai, daß Er ihn mit ſeinem Heiligen Geiſi regiren wolle: Die Wort des Texts lauten hier⸗ von aſſo: Lehre mich thun nach deinem Wolgefallen/ dann Tert... du biſt meim GOtt/ dein guter Geiſt fuͤhre mich auff ebenirr 4* Bahn. Dieſes iſt auch ein ſchoͤnes Seuffzerlein und Gebet des 2 2u 3 5 leben Davids/ umb Erhaltung eines Chriſtlichen Lebens und Aaihun 3 Wandels/ welches wir taͤglich/ ja ſtuͤndlich und augenblicklich lich Leben nachzuſprechen. So groß iſt unſere Schwachheit/ und ſo ſchreck⸗ und Wan⸗ lich des Teuffels Grauſamkeit als welcher uns verſucht mmedia del zubitten. t& wediate. Mittelbarer und unmittelbarer Weiſe. Ohne Mittel verſucht er zu weilen/ wann er ſich ſelber ſehen und hoͤren laͤſſt/ wie wir Matrb. 2. ein Exempel haben/ da er in der Wuͤſten Marth. 4. C Hriſtum verſuchte/ denſelben auch fuͤhret auff die Zinnen des Tempels in der heiligen Stadt/ und auff einen ſehr hohen Berg. Durch Mittel: als⸗. Sug geſtione interuà, durch heimlich Ein⸗ geben und Reitzen/ wie er den Ananiam verſuchet hat/ A tor. 5. Act. 7. v.z. zu dem Petrus ſaget: Warumb hat der Satan dein Hertz ecrfuͤllet/ daß du dem Heiligen Geiſt logeſt. 2. Verſucht der Satan auch die Menſchen durch ihr eigen Fleiſch und Blut/ und es Hertzens boͤſe Luͤſte und Zuneigungen: wie S. Jacobus ſchreibet: Ein ieglicher wird verſucht/ wann er von ſeiner ggenen Luſt gereitzet und gelocket wird. Darnach wann de Luſt empfangen hat/ gebieret ſie die Suͤnde/ die Suͤnde 1. aber/ wann ſie vollendet iſt/ gebieret ſie den Todt/ Jaxob. I. Jac.I. v. a. Wie dann auch Lurberus ſchreibet an einem Drt: Non ceſſat 1ſ. Diabolus nos ex noſtra arce per carnem noſtram impugnare: Der SKeuffel horet nicht auff aus unſerer eigenen Veſtung das iſt durch etit m unſes 998 Die ſechſte Predit unſer Fleiſch/ uns zu verſuchen und anzufechten. 3. So ber⸗ ſucht der Teuffel die Menſchen auch durch die betriegliche Welt/ und derſelben aͤrgerliche Exempel: Dann die boͤſen Exempel Sap. 4.v.⸗ perderben einem das Gute/ Sap. 4. Pnd das thut nun der Teuffel/ wie in dem Geſange Lutleri es lautet/ zur techten und zur luncken Hand. Derwegen wol zu beten mit dem Daid: Lehre mich thun nach deinem Wolgefallen/ dann du biſt mein GOtt/ dein guter Geiſt fuͤhre mich auff ebener Bahn. Es wuſie der Koͤnig David gar wol/ wie hochnoͤtig das Re. Limen des Heiligen Geiſies/ und wie es ihm zuvor ergangen. Dañ da er ſich von dem Heiligen Geiſt regiren ließ/ fuͤhrete er mit ꝛecht Chriſtlicher Bedacht und Hertzens⸗Freude die Lade des HErmin 4. Sam. 6. v. ſeine Stadt/ ⸗ am, 6 da er aber das Regimen des Heiligen Gei⸗ . ſies aus ſchluge/ ſiel erin Mord und Ehebruch/*.Sam... Iſt alſo Sap.. imſt uns Menſchen beſchaffen/ wann wir des Heiligen Geiſtes Negſtung und Gnade betrachten als die Lufft mit der Sonnen. Die Sonne/ wann ſie zugegen iſt/ iſt die Lufft helle/ liecht und klar/ und kan man alles ſehen: Wann aber die Sonne untergan⸗ gen/ und gax hinweg iſt/ ſo iſt die Lufft dicke finſter/ und kan nichts geſe hen werden/ alſo/ daß man auch offterſt nicht eine Hand fuͤrdie Augen ſehen kan: Alſo auch/ wo die Erleuchtung und Regierung des Heiligen Geiſtes bey einem Menſchen/ da iſt alles auch richtig und klar/ da laͤſſt Er ſein Liecht leuchten für den Menſchen NMatih. 5. daß ſie ſeine gute Wercke ſehen und GOtt im Himmelge⸗ ». 16. preiſei werde/ Mateb.r. Woaber die Regierung des Heiligen GHeſſtes binweg iſt/ da iſts ſehr uͤbel beſtellt/ und jſt alsdann der Menſch gleich einem /der ſeiner Vernunfft und Sinnen beiaubt: gleich wie der nicht recht thut: alſo kan auch fuͤr G Ott ein ſolcher nicht chun/ was ihm gefaͤlli. In Betrachtung deſtn man ohn unterlaß mit dem David zu ſeuffzen: Den guter 2zm 2 Geiſt fuͤhre mich auff ebener Bahn Su aufdma.... Habita Cs- Septemb. Anno 16 ·0. — 8. PFerl.„“ Eerr/ erauicke mich umb deines Namens willen/ fuhre meine Seele aus der Noth umb deiner Gerechtigkeit willen/ und verſtoͤre meine Feinde umb deiner Guͤte willen/ und bringe umb alle/ die meine Seele aͤngſten/ dann ich bin dein Knecht. Eingag. Elebte Freunde in C Hriſto: Der beruͤhmte Themiſto- Athenienſer⸗Fuͤrſt Vemahtocles, als er von A⸗ elis exilium then, und folgendes drauff aus gantz Griechen⸗ gereicht ihm e Land vertrieben ward kam er zum PerſerKoͤnige zum beſten. welcher ihn mit groſſen und vielen Geſchencken oerehrete und reich machte: Als er nun eins⸗ mals ſoiche Geſchencke anſahe/ ſprach er: Opueri, periuſemus, ni periuſemus: Olieben Kinder/ wir haͤtten muͤſſen ver⸗ derben/ wann wir nicht verdorben waͤren. Zeiget darmit an daß ihm das Exihum mehr Nutzen und groͤſſern Wolſtand vernrſachet/ als er zuvor zu Athen nicht gehabt haͤtte. Eraſan. op be ſib. f. de Tbemiſt. ex plur. in Apopbt.““ Dns * Die ſiebende Predigt Vns Menſchen mifft diel Vnglucl und Widercatzgken/ Fl. 4. v. 20. ſonderlich die Frommen/.2. Die Welt haſſet uns und iſ Pſal. 13z. v. ⁊. Joh. 15. v. 8. uns feind/ Sal,. Job. if. dieſes/ ob es uns zwar ſauer und beſchwert fuͤrkommt/ dennoch iſt es gewiß/ daß uns ſolche Widerwertgkeit groͤſſern Nutz bringet als der allergluͤckſeligſte Weltſtand. Dann wie unſere Gottesfurcht im Wolſtand bey uns abnimt/ und als⸗ dann wahre Gottſeligkeit bey uns gar ſchlecht zu finden/ wie des reichen Schlemmers Exempel außweiſet/ welcher alle Tage gele⸗ bet herrlich und in Freuden/ und dannenhero nach Moſen und die Propheten wenig gefraget/ Luc. ⁰ Alſo im Gegentheil/ wann es uns uͤbel gehet/ werden wir reich an guten Chriſilichen Tugen⸗ den/ fuͤrchten G Ott beten fleiſſig/ſehnen uns nach dem Himmcl und ſo fort. Daß wir wol ſagen koͤnnen: Periuſemus niſperi ſemus, wir waͤren in groß Seelen⸗Vugluͤck getathen/ wann wii nicht in ſolch Creutz und leiblich Vngluͤck gerathen waͤren. Ein Exempel haben wir auch dißfalls an dem Koͤniglichen Propheten Daold: nimmermehr waͤre der ſo fleiſſig in und bey ſeiner Andacht geweſen) haͤtte auch nicht wuͤrden ſo herrliche ſchoͤne Pſalmen ſchreiben/ wann ihm nicht ſo viel Noth und Vngluͤck zugeſtoſſen. Hoͤret nur aus dem Beſchluß des 143. Pſalms/ wie herzlich und inbruͤnſtig er in und bey ſeiner Noth zu G Ott mffet: H̃Err/ erquicke mich umb deines Namens willen/ eit. Wwoollen demnach ſolchen Beſchluß unſers bißhero fuͤr un gehabten 143. Pſalms zu dieſem mal abhandeln/ und beſehen ole er zu Erbawung unſers Chriſtentzumbs gereichen moͤge: Seuff⸗ zet aber zuvor mit mir alſo: Hilff/ HErr/ huͤff/ laß wolgeln⸗ Ken/ dir zu Ehren/ und dann auch zu unſer aller Seelen halum Selgkeit/ Amen. 745 A bbandlung. Vberwehlte Freunde in C Hriſto: In den Geſchichten der 2 Apoſtel am 1. leſen wir/ als der Leprpunctwitd Rraugge — —— uͤber den 4. Pſaum. door n macht/ ob die neuen Chriſien von Nothswegen ſich muͤſten be⸗ ſhneiden laſſen/ und Petrus und Jacobus drauff ihre Meynung gegeben/ daß es nicht ſonderlich noth waͤre; ſo vereinigen ſie ſich/ die Apoſtel/ in einer gewiſſen Meynung/ und faſſen alles in die Fe⸗ der/ erwehlen drauff aus ihnen Maͤnner/ und ſenden ſie mit ſol⸗ cherSchrifft gegen Antiochiam. Da die Abgefertigte gegen An⸗ nochien kommen/ verſamlen 6 die Menge/ und uͤberantworten den Brieff. Da ſie den laſen/(meldet der Text) wurden ſie t des Troſtes froh. Dieſe Wort/ Geliebte Freunde/ laſſt uns wol mercken. Dann da habt ihr auch fuͤr euch Legaten/ nemlich die Mundboten G Httes des HErrn/ die euch den Brieff Goͤtt⸗ e taß licher Heiliger Sehrifft fuͤrtragen/(wie dann die heilige Schrifft nichts anders iſt/ als ein Brieff G Ottes an euch) derſelbe/ ſage ich/ u wird euch fuͤrgetragen/ und namentlich aus demſelben auch das BPfalm⸗Buch des Koͤniglichen Propheten Davids. Werdet ihr nun auchſolchen Brieff/ den Pſalter Davids/ fleiſſig hoͤren/ oder eſen/ ſo werdet ihr auch drauß werden des Troſtes froh. Daß doas gewiß ſey/ nemht nur drauß fuͤr euch ietzt abverleſenen Be⸗ ſehluß unſers bißhero fuͤr uns gehabten 143. Pſalms/ da werdet ihr veſinden/ wann ihr denſelben mit Hertzens⸗Andacht hoͤren oder le⸗ eee i ſen werdet/ wie ihr auch werdet und koͤnnet werden des Troſtes e froß. Dann da gehet euch Koͤnig David in abverleſenen Wor⸗ een mit ſeinem Exempel fuͤr/ folueitiret und bittet in ſeiner Noth von G Ott dem HExrn. . F wifcarionem, umb Exquickung oder Lebendigmaa J. ung) und daß er ihm dieſelbe wolle wiederfahren laſſen ropter Membrum, aminuis ſui gloriam, umb ſeines Namens Ehre willen; ſpricht al⸗ ſo Hrr erquicke mich umb deines Namens willen. Das Tenye. Wott erquicken heiſſt in ſeiner Sprachen/ ꝛvifcare, jebendig ma⸗ chen: anzuzeigen/ die Noth und das Elend ſey ſo groß bey dem Daod daß es mit ihm nicht anders als mit einem ohnmaͤchtigen/ Pdenhenſeten dſeietedaf Erquickung/ und daß ſh eit — 1002 Die ſiebende Predigt ſein Leben erhalten werde. Weil demnach es auch alſo mitihm beſchaffen ſo rufft er zu G Ott/ Vivihcabis me, du wolleſt bey mei⸗ ner Seelen⸗Angſi und Ohnmacht da ich einer toden Leiche ehn⸗ licher weder einem geſunden Menſchen/ wieder erftiſchen und le⸗ Glaff. Phil. bendig machen. Sonſt wird auch in der Sthrifft das? vifrar⸗ Sac. lib. 3. oder Lebendigmachen denen zugelegt/ welche andern das Leben tract.3. pag· ſchencken/ daß/ da ſie ſie ſonſten Macht haͤtten zu toͤdten und umb⸗ 218. zubringen/ ihnen das Leben gleichſam von neuen wieder geben und Exod.1. v.7 heym Leben erhalten/ E&xod.:, Deut. 20. Joſ-. Cap.9ar. Sam.27, 2,Sam. Peut. 19.v.é Wil demnach Koͤnig David da er umb das? zwiſßwar oder Le⸗ Iol. 3 9 4 bendigmachen bittet/ anzeigen/ es ſey mit ihm nicht anders/ dann I. Sam. 27. n. unter Gottes Zorn/ewigen Todt und Verdamnuͤß/ und demnach 2. Sam.. er ihm daſſelbige wieder ſchencken/ und ihn alſo auffs neu wieder e⸗ v.z. bendig machen wolle/ das werde alsdann ihm ſeyn eine rechte Er⸗ quickung. Wearumd ſoll er dann ſolehes thun/ und ihn alſo erquiceen? Vmpb ſeines Namens willen. Durch G Ottes Nam wurd . in gemein/ vermoͤge heiliger Schrifft/ verſtanden viererley. 1. Keg. 5. GOtt ſelbſt und das Göttliche Weſen: als Reg.5. da Sa⸗ lomon ſagt: Ich habe gedacht ein Haus zu bauen dem Na⸗ plal. 0. men des HErrn meines GOttes. Alſo tedet auch det heili⸗ Nar 20. ge Geiſt/ alm.. Der HErr erhore dich in der Noth/ der Pſal. u5.. Name des GOttes Jacob ſchuͤtze dich. Item Pſalaus. MNit uns/ HErr/ nicht uns/ ſondern deinem Namen gib Ehll. Da dann durch den Namen G Ottes nach der rechtglaͤnbigen Lehrer Erklaͤrung G⸗Ott ſelbſt verſtanden wird. 2. GOtlles wahre Erkaͤntnuͤß/ beydes nach ſeinem Goͤttlichen Weſen und nach ſeinem Willen/ oder die wahre Religion/ wie& Hiſtus ſelbſ Joh. 1y. davon redet/ Jot. 7. Vater/ ich habe deinen Mamen geof⸗ Ad. y. fenbaret den Menſchen/ ꝛc. und 0.„. da er von Paulo ſaget: Dieſer iſt mir ein außerwehlter Ruͤſtzeug/ daß emehen * daß er das Leben mit ſeinen Suͤnden bey G Ott verwirciet er ſey über den a Pfatpn. we) . Namen trage fuͤr den Heyden. Alſo redet auch der H. Gei Ai. ½. Ein ieglich Volck n dihendein i enal Mich. 4. en. nes GOttes/ aber wir werden wandeln im Namen unſers G Ottes. 3. GOttes Ehre/ Majeſtaͤt und Herrligkeit/ . HErr/ was wilt du bey deinem groſſen Namen thun? joſ. 7. al. F. HErr unſer Herrſcher/ wie herrlich iſt dein Nam Pſal. 8. in allen Landen/ Phau.%. Hilff uns/ GOtt/ unſer Helffer/ Fſal. 79. mumbdeines Namens Ehre willen/ Errette uns/ und ver ib nns unſere Suͤnde/ umb deines Namens willen. 4. GOt⸗ mees Wercke und Wolthaten/ dadurch Er ſich hat kund gethan: as daß Er Allmaͤchtig/ Sen. 7. a. Fo. daß Er Gerecht/ /al. Sen. 17. v. daß Er Weiſe/*al. ½/. daß Er Gütig/ Langmuͤtig/ 33. an Barmhertzig und Gedultig/ Exod. 142. Pal. 03. daß Er auch.35, v. 284 an ein eiferiger GOtt/ Exod. 0. Wie dann auch O. Lurberus Excch 943. ſehreibet/ daß aller Tugenden Namen G Ottes Namen ſeyen. plal. 103. Irnſonderheit durch GOttes Namen zu verſtehen die ge⸗ ann wiſſe Namen/ ſo Ihm in heiliger Schrifft gegeben werden als 1 daß Er unter andern auch dieſen fuͤrtrefflichen Namen fuͤhret/ und an heiſſet FENovud, HeRR wie Ihn alſo der Koͤnig David all⸗ her nennet und ſaget: HeRR erquicke mich/ ꝛc. welcher Nam inder Grundſprache her Lerivitet wird/ wie die Gelehrten wiſſen/ en von dem Haa, das iſt/ ſeyn oder beſtehen; und wird dadurch an⸗ gezeiget/ daß G Ott nicht allein ſeinem unwandelbaren Weſen nach beſtehe /beſondern auch in ſeinen dromiſfs oder gnadenreichen Derheiſſungen: Dann was Er zuſagt/ das haͤlt Er gewiß/ Lier 192. Er iſt warhafftig /nicht ein Menſch daß Er loge/ Num. 8 8* 3. wie dann auth im Ainis in ſeinen harten Draͤwungen dann Lnn. 23. wasEr draͤuet zu ſtraffen im gefaſſten gerechten Zoꝛn an den Gott⸗ wſen das muß an ihnen geſchehen/ oder an ihrem Samen an 80 Kird und Kindes Kind/ wie die Schreckwort lauten: Exod. 0. daß Exod. 28. 4 Er dieSuͤnde der Vaͤter wolle heimſuchen an den Kindern/ biß ins dritte und vierdte Guled. Wnd wo es nicht hiege⸗ Khicki ſo wud es doch dort ewig geſtrofft werden. Lgh Usus. den noch von Gott er Die Noth⸗ I m leidendewer⸗ auch hernacher dafuͤr geruͤhmet und geprieſen: Alſo auch noch 1004 Die ſiebende Predigt Iſt dann das nun nicht ein hohes und groſſes nemlich det Name G Ottes/ davon wir ietzo gehoͤtet haben. Wmd enſoi⸗ ches und groſſes/ welches ſein Name iſt/ und daß derſelbige von ihm geruͤhmet und geprieſen werden moͤge bittet der Koͤnig Da⸗ vid: Vivifcabis, Erqulcke mich. Hierbey wollen wir ein we⸗ nig ſtille halten und uns zum Nutz wenden: 8 Koͤnig David iſt bey ſeinet Noth der Erquickung theilhaff⸗ tig worden von G Ott umb ſeines Namens willen/ welcherer heut zu Tage alle Nothleidende und Beaͤngſtigte werden b heur zuTage dieſes Troſtes froh/ und werden erquicket von GOtt. Nut auicket. Pſal, 9l. Pſal, 103. 6 1 ö unſer eigen Exempel in dieſen unſern Landen anzuſehen: Sind wir nicht bey voriger Zeit/ da das Kriegs feuer brandte/ geweſen/ in groſſer Noth und Gefahres war mit uns und unſern Landen/mit unſern Kirchen/ Schulen und Rath⸗Haͤuſern ſa faſt auff die todte Neige: Aber da hat G Ott durch den lieben Frieden etliche Jahr nacheinander uns wieder erquicket/ alſo/ daß wir ietzt koͤnnen wañ wir nur wollen/ G.O Tes Namen dafuͤr ruͤhmen und prelſen. Dann da haben wir ja Vrſach zu ruͤhmen? Dei Veritaten, wie wahr es ſey da Er ſagt/ ſal.n. Ich bin bey ihm in der Noth/ Ich wil ihn herauß reiſſen/ und zu Ehren machen/ Ich wil * ihn ſaͤttigen mit langem Leben/ und wil ihm zeigenmmein und barmhertzig iſt der HErr/ gedultig und von groſſer Gtite/ Pſat.*. Zu ruͤhmen haben wir Dei Sapientiam Goltes Weißheit/ der ſo wunderbarlicher weiſe uns aus ſolchem Jammer und Elend zu erretten. Kan demnach ein ieder ſich ſelbſtanteden und ſagen: Lobe den HErrn meine Seele/ und was in mit iſt ſeinen heiligen Namen: Lobe den HErrn menne Seele/ und vergiß nicht was er dir Gutes gethan hat/ a, 1z. Vnd damit wir ſolches Troſtes noch fernerſtoh ſeyn moͤ⸗ gen als ſollen wir ermahnet ſeyn an dem heutigen Buß⸗und de “ Heil. Zu ruͤhmen haben wir Oei Sonitatem, wie ſo gnaͤdig 1 uͤber den 143. Pſalm. 14005 age mit dem lieben Daoid G. Ottes des HErrn ſeinen Ramen faͤr Augen zu haben. Koͤnig David gedencket allhier des Namens G6 Ottes und hat denſelben fuͤr Augen: Alſo ſollen wir ihm auch thun. Welches geſchicht und geſchehen kan i. per Ortbodoxian ſeu doctrinæ ſinceritatem; wann die reine Lehre des ſeligmachen⸗ den Worts G Ottes wahr und klar/ ohne Zuſatz/ ohne Abthuung mmit allem Fleiß fuͤrgetragen wird/ wie ſie der Sohn G Ottes aus dem verborgenen Schooß ſeines himmliſchen Vaters hat geoffen: baret/ 7o. ‧dafuͤr colectiret und bittet unſet Hoherprieſter JEſus joh.-. CHriſtus in ſeinem durch den Himmeldringendem Gebet/ Fob.. Lap I7. Erhalte ſie in deinem Namen/ das iſt/ in der Lehre/ dadurch nn ht nicht allein mein Name/ ſondern auch alle wahte Glaͤubigen ge⸗ anatags ht heiliget werden. Heilige ſie in der Warheit/ dein Wort iſt die Warheeiirrrr. Wei aber die Lehre des Worts privatim und publice,oͤffent⸗ aan iich und zu Hauſe ſoll und muß nach Oites geoffenbarten Rath und Willen getrieben werden: ſo gehoͤren allerley Leute darzu in allen Regimenten und Staͤnden. Darumb ſo ſollen die ſo da At⸗ n beiter ſeyn in dem Weinberg der Chriſtlichen Kirchen/ mit dem u Namen des HErrn alſo umbgehen daß ſie denſelbigen ihren Zu⸗ 21 porern alſo fuͤrtragen/ damit ſie kommen und gelangen moͤgen zu dem wahren Erkaͤntnuͤß G Ottes und ſeines Sohnes/ auff wel⸗ bdan ſchen doch das ewige Leben beruhet: wie C Hriſtus der HErr ſelber ſaget 7ob.. Das iſt das ewige Leben/ daß ſie dich Bater/ Joh. 17. und den du geſandt haſt/ deinen Sohn IEſum C Hriſtum/ eekennen. Oberkeit und Regenten mit dem Namen des HErn alſo umbzugehen/ daß ſie dem Koͤnig der Ehren die Thore weit/ und die Thüren in der Welt hoch machen/ daß ermit reuden einzlehe/ Pal. 24. Alſo auch Hausvaͤter und Haus, klal. 24. maͤtter den Namen des HErrn alſo handzuhaben/ damit ihre auff⸗ wachſende Jugend und Geſinde auch von dieſem Namen wiſſen 1 moͤgen/ und ſie ihn kadteeie krge Dann was wir Leh⸗ Fer 3006 Die ſiebende Predigt uat ſeynd in der Kirchen/ das muͤſſen Bater und Muttet Heten und Frauen verrichten in ihrer Haus⸗Kirchen daheime wiederlie, a be Abraham bey ſeinen Kindern gethan/ welcher von O Otiſelbreg das Zeugnuͤß erlanget hat/ Gen. 1§.* W So kan es auch geſchehen/ daß wir den Namen des HErmn fuͤr Augen haben ². per vite integritatem, durch ein helliges un⸗ ſtraͤffliches und untadelhafftiges Leben: daß wir nicht allein laſſen predigen/ ſondern es auch hoͤxen ſa nicht allein hoͤren/ ſonden auch lacob. 1. Thaͤter des Worts ſeyn/ Jacos.-, welches uns auch der Hert 4* Lutberus fein zeiget in der Erklaͤxung der erſten Bitte des Gebets des Vater unſers/ alſo lautend: Geheiliget werde dein Name. Darauff er in ſeinem Catechiſmo eine ſolche Frage anſtellet: Wie geſchicht das K Nemlich: Wo das Wort G Ottes lauter und rein gelehret wird/ und wir auch heilig/ als die Kinder G Ottes darnach leben/ das hilff uns lieber Bater im Himmel: Wer aber anders lehret und lebet/ dann das Wort O Ottes lehret/ der enthel⸗ ligt unter uns den Namen G Ottes. Dafuͤr behuͤt uns fuͤt lieber himmliſcher Vater. b DOehe nun ein iedes in ſich/ und befrage ſich wie er bißhero mit dem Namen des HErrn umbgangen/ er wird gewiß Defecle und Maͤngel befinden: und ſo das/ ſo beſſere er ſeinen Wandel! Faſſe und laſſe das Boͤſe/ liebe und uͤbe das Gute/ fleiſſige ſich der Gottſeligkeit/ welche Verheiſſung hat dieſes und des zukuͤnfftigen .* 11. 77. Gehet uns Koͤnig David mit ſeinem troͤſtlichen Genn⸗ Membrum. pel fuͤr/ und bittet von G Oit Anima/ſuæ ex tribulatione linais. aen, daß Ex ſeine Seele aus der Noth fuͤhren wolle/ und zwar Propter Juſiitiam, wegen ſeiner Gexechtigkeit/ wann eyſpricht: Textus. Fuͤhre meine Seele aus der Noth/ umb deiner Gerechtig⸗ = feit willen. Durch die Seele verſtehet er nicht allen bloß die Seele/ ſondern ſich und ſein gantzes Leben/ wie hiervon zu anderer Zelt ausfuͤhrlich gexedet worden, Er und ſeine Seele ae uͤber den iaz. Pſalm. 68, Noth* u lauts in ſeiner Sprachen eine ſolche Notß/ da einer Tatnov. in auff allen Seiten dergeſtalt geaͤngſtigt wird/ ais wie eine Stabt/ lonane cap. die vom Feinde belagert und auff allen Seiten geaͤngſtiget oderbe⸗“ as. 56. ſchoſſen wird. In ſolcher und noch groͤſſerer Seelen⸗Noth ſtecke c auch da ſetze auff ihn zu die Suͤnde der Fluch des Geſetzes/ es ſioſſe auff ihn zu der Teuffel mit ſeinen feurigen Pfellen und ſchwe⸗ een Anfechtung/ der Todt und ewiges BVerdamnuͤß ſchrecke ihn: Wer kan und mag da erretten? Das thuſt du HErr alleine/ ſinget die Chriſiliche Kirche. Darumb ſo wendet ſich auch Koͤ⸗ ĩ g David zu Ihm/ iſt eingedenck/ wodurch G Ott aus ſolchen Noth errette per ſuam Fuſtitiam, durch ſeine Gerechtigkeit; ver⸗ ſiehet nicht dadurch die Gerechtigkeit/ da G Ott an und fuͤr ſich an gerechs/ und ſonſt genandt wird juſtiria legalis, dann durch ſoleche an ſeine Gerechtigkeit wuͤrde der David viel mehr auffgerieben/ weder errettet werden: Sondern da verſtehet er dadurch Juſlitiam Eyan- n gelcam; die Evangeliſche Gerechtigkeit/ in C Hriſto JEſu uns Igeſchencket/ umb der Gerechtigkeit ſolle er aus Noth/ das iſt/ von SGuaͤnde/ Todt/ Teuffel und Hoͤll erretten 13 aaſſet uns auch hier den Nutzen faſen. Usus. Dann gleich wie Koͤnig David umb E Htiſtt Gerechtigkeit Wir werden zus Noth das iſt/ von Saͤnde/ Todt/ Teuffel und Hoͤll errettet durch c Hri⸗ worden: Alſo werden wir auch noch heut zu Tage dieſes Troſtes dun 1 5 froß/ ſind auch ſchon dieſes Troſtes froh worden/ wann wir von Dauffet dud Sunde/ Todt/ Teuffel durch C Hriſtum errettet worden. Dann Hoͤll erret⸗ 1*α s ſſi die Gerechtigkeit ſo fuͤr G Ott gilt: Das iſt die theure tet. llommene Gereehtigkeit des ewigen Sohns G Httes/ die er 44— und erworben 7. Aocenao, mit lehren/ in dem er ſeine aͤnger und alle Glaͤubigen darauff gewieſen/ und geſprochen: 8o ſage euch/ es ſey dann euer Gerechtigkeit beſſer/ dann der Schrifftgelehrten und Phariſeer/ ſo werdet ihr nich ins Himmelreich kommen/ Mattb.5. 2. Ersando, mit ſeinem Matth. 3. Thun/ in dem Er fuͤr uns das gantze Geſetz erfuͤllet/ und dem L.2O. eines 5—. TMM N MEreSrr uhn nahneunenmuner anende ber eh eene eerenee ————— ö, “ 1008 ſeines Vatern Zorn geſtillet/ der uͤber uns gieng alle. Dann Er hat den vollkommenen Gehorſam vollkoͤmmlich geleiſten welthen das Geſetz begehret/ und hat ſich unter das Geſetz gethan/ auff daß Er die ſo unter dem Geſetz waren/ erloſete/ und wir die Die ſiebende Predigt Gal. 4. Kindſchafft empfiengen/ Gal. z. 3. Patiendo, mit ſeinem bit⸗ tern Leiden in dem Er alle Marter und Pein /die wir haͤtten leiden ſollen/ ausgeſtanden/ und uns erloſet vom Fluch des Geſetzes/ daEr ward ein Fluch fuͤr uns/ auff daß der Segen Abrah⸗ unter die Heyden kaͤme/ dann die Straffe unſerer Suͤnden lag auff Ihm/ auff daß wir Friede haͤtten/ und durch ſeine Gal.z3. v. 13. Wunden geheilet würden/ Gal.⸗ Fha.. 2. Imputando mii Eſa. 53: Rom.z.& 3. Zurechnung/ in dem Er ſeine Gereehtigkeit unſerm Glauden ſchenckt und zu eigen uͤbergibt/ aus lauterer Onaden/ daß wir dar⸗ innen fuͤr G Ottes Thron unvergleichlich und unerreichlich mehr als Engelrein mit allen Ehren erſcheinen und beſtehen koͤnnen. Dann das dem Geſetz unmuͤglich war/ ſintemal es durchs Fleiſch geſchwaͤchet ward(nemlich daß es der Suͤnden wigen keinen gerecht und ſelig machen konte) das that GOtt/ Und ſandte ſeinen Sohn in der Geſtalt des ſuͤndlichen Fleiſches/ und verdammete die Suͤnde im Fleiſch durch Sünde/ auff daß die Gerechtigkeit/ von uns im Geſetz erfordert/ erfuͤllet wuͤrde/ und Er allein gerecht ſey und gerecht macht der da iſt des Glaubens an JEſum/ Rou. 3. und S. Cap. Dieſe Gerechtigkeit witd allhier genandt ſeine nemlih G Ottes Gerechtigkeit/ theils wegen der hohen Perſon/ die ſiect⸗ worben/ die da iſt derewige Sohn G. Ottes/ thells wegendes in dem geheimen Rath der hochheiligen Dreyfaltigkeit von Ewig⸗ keit her getroffenen Heerets und Schluſſes/ daß durch funne ande⸗ re/ als durch dieſe die Glaͤubigen in der Fuͤlle der Zeitgetecht und ſelig werden folten: theils wegen der aurarion undunvertuciten Verbleibung/ daß ſie ewig dauren und waͤren ſol/ und ihrerdie da 2 d Gerechten in Ewigkeit fruchtbarlich zu genieſſenhaben. Anh b ——qg—— iber den 1zz. Pſalm. o⸗ n g ſen Troſt uns dann auch weiſet der Prophet Eſalas 40. da er wil n daß man dem geiſtlichen Jeruſalem /der Chriſtlichen Kirchen/ pre⸗ ne h digen ſolle daß ſie ein zwiefaͤltiges empfangen von der Hand des HErrn umb ihrer Sünde. Was iſi dann wol das Zwie⸗ a fattige? Eins/ daß das Boͤſe von uns gewandt/ und wir davon errettet worden: dann da iſt dem Vbertreten gewehret/ die Suͤnde u seſiegelt/ und die Miſſethat verſuͤhnet. Das Ander/ daß das Gute uns geſchencket/ und die ewige Gerechtigkeit uns zugebracht u worden durch Cyriſtum/ dann Er iſt der HErr unſerer Ge⸗ b matl rechtigkeit/ welchen uns GOtt gemacht hat/ nicht allen zur Weißheit/ zur Heiligung und zur Erloͤſung/ ſondern h auchzur Gerechtigkeit/ auff daß/ wer ſich ruͤhmet/ ſich des Hrrn ruͤhme/ wie geſchrieben ſiehet: Wer ſich rühmen wil/ deer rühme ſich deſſen/ daß Er mich wiſſe und kenne/ daß ich d der HErr bin/ der Barmhertzigkeit/ Recht und Gerechtig⸗ ceit uͤbet auff Erden/ dann ſolches gefaͤllt mir/ ſpricht der eErr ferem,„. jex. 9.v.5, Weil wir dann ſolcher Getechtigkeit und Troſtes auch froh ud) und noch taͤglich froh werden/ wie unſere Vaͤter/ durch den HOaanben/ ſo erfreuet ſich deſſen billich ein jeder glaͤubiger Chriſ von Hertzens⸗Grund/ und ſaget mit /ai½ o. Sch freue mich Eſa. 6¹, ₰ mm Horrn/ und meine Seele iſt froͤlich in meinem GOtt/ au dann Er hat mich angezogen mit Kleidern des Heils/ und mit dem Rock der Gerechtigkeit gekleidet. Vnd mit Paulo⸗: Wer wil die Außerwehlten GOttes beſchuldigen/ GOtt Kom., iſt hie/ der da gerecht macht? Wer wil verdammen? Chri⸗ ſtus iſt hie/ der geſtorben iſt/ ja viel mehr der auch auffer⸗ weecket iſt: Werzu? Vmb unſere Suͤnde willen iſt Er da⸗ in gegeben/ und umb unſere Gerechetzkeit willen auffer⸗ ſecket worden/ daß ſeine Gerechtigkeit uns ger e, werden ſoll/ ſo wir glaͤuben an den/ der unſern rrn JE⸗ 7,9. ſum aufferwecket hat von den Todten/ Kom. 4..af. 4. Ammmmm Woß⸗ b uͤber den 143. Pſalm. eigkeit die Ihm gefaͤllig/ daß er mit Hertzen/ Geberden Mund Wercken Ihm ergeben ſey/ und dennoch auff ſeine eigene Ge⸗ heigkeit/ ſo aus guten Wercken fleuſſt/ nicht baue/ ſondern auff et die Gerechtigkeit/ die ihm C Hriſtus durch ſeine gute Werck am . Dißfalls iſt eines alten Waldbruders zu gedencken/ der hielt Pxamen unter ſeinen jungen Munchen/ und fragte einen nach h dem andern/ worinn er ſich bißher haͤtte geuͤbet. Einer ruͤhmele ſich/ daß er miemals haͤtte Fleiſch geſſen; der ander/ daß er nie auff ueainem Bette gelegen/ ꝛc. Endlich ſprach der alte Herr: Meine Dbung iſt die beſte/ ich wil ſie euch auch ſagen:(dann es iſt billich daß die Jungen von den Alten lernen) Wann die Sonne auff⸗ gehet/ wende ich mich gegen Morgen/ und falle auff meine Knie und ſage: Ach GOtt biß mir armen Suͤnder gnaͤdig/ die Son⸗ ne gehet auff am Himmellieber himmliſcher Vater/ deine Barm⸗ erzzigkeit gehe auff in meinem Hertzen daß ich ungerechter Mann elig werde. Wann die Sonne am hohen Mittage ſtehet/ wende ich mich gegen Mittage/ und ſpreche: HErr JEſu/ Du biſt die Sonne der Gerechtigkeit/ Du biſt meine Gerechtigkeit Deine Gerechtigkeit helffe meiner Vngerechtigkeit/ daß ich ſelig werde. Wann die Sonne untergebet/ wende ich mich gegen Abend/ und ſage: O Heiliger Geiſt/ die Sonne am Himmel gehet unter/ laß die Sonne meiner Gerechtigkeit JEſum C Hri⸗ uum in meinem Hertzen nicht untergehen/ ſondern verklaͤre Ihn)/ e ich alle Augenblick bedencke/ daß ich durch Ihn habe Verge⸗ der Sunden) Hoffnung der Aufferſtehung des Fleiſches/ und ein ewiges Leben/ und regire mein Hertz daß ich in Heiligkeit un Gerechtigkeit/ die Dir gefaͤllig iſt/ mein Leben beſchlieſſe. MKann es finſter worden iſt/ wende ich mich gegen Mitter⸗ n und ſage: Mein GOtt/ wie finſter iſts anietzo: meine Augen auch finſterwerden/ Ach G Ott/ wann die finſtere Nachs meines Todes koͤmmt/ ſo ſiehe mir bey daß ich nicht verzagelver⸗ Mmmmmm ſ gib 4 ¾ 2 1 * 4 6 1 1012 Die ſiebende Predigt 8 b gib mir meine Suͤnde/ ich wil allch gerne vetzeihen denenie mich detruͤbet haben/ und hilff/ daß ich ſeliglich von dieſer Weltabſchex de/ und das ewige Leben ererre. Dieſer alte Waldbruder haͤlt nichts von ſeiner eigenen Geo“, rechtigkeit/ ſondern bekennet/ daß er voll Vngerechtigkeit ſeyrſeh⸗ net ſich aber hertzlich nach der zugerechneten Gerechtigkeit aus den Berdienſt IEſu CHriſti herflieſſende/ und hat darneben einen Vorſatz/ ſo viel muͤglich/ in Heiligkeit und Gerechtigkeit ſein Le⸗ den zu fuͤhren. Vnd das thut auch ihr meine G Ott /ergebene Hertzen/ ſonderlich wann euch die Suͤnde und Todtunter und fuͤr die Augen ſchwebet ſo wendet euch mit andaͤthtigem Gehet zu G Ott/ und haltet Ihm fuͤr ſeines Sohnes/ euers Heylandes E Hriſti Gerechtigkeit/ ſprecht mit der Chriſtlichen Kirchen: Ach GOit/ meine Suͤnde bekenne ich Dir/ Vater gehe nicht ins Gericht mit mir/ ich wil Dir ſetzen einen Fuͤrſtand/ Eſum ChHriſtum meinen Heyland: O Vater nim den Buͤrgen an/ dann Er gar wol bezahlen kan/ mit ſeinen Gehorſam und Gedult/ was Adam und wir alle haben verſchuld/ auff Ihn ſetz ich mein Heil und Troſt/ der mich durch ſein Blut hat erloͤſt/ ich weiß keine andere Gerechtig⸗ keit/ Vater/ dann deine Barmhertzigkeit/ die mir din Sohn CHriſtus erworben/ da Er fuͤr mich am Creutz ge⸗ ſtorben/ ſein Opffer wolleſtu ſehen an/ und mich ſeins Tods genieſſen lan/ daß ich durch Ihn der Suͤnden frey/ inſſe⸗ nem Reich ſein Mit⸗Erb ſey/ und dich ſamt dein hinual⸗ ſchen Heer/ allezeit lobe preiß und ehr/ Anen. 11I. 771. Sehet uns Koͤnig David mit ſeinem Troſt Erempet Membrum. fuͤr/ und bittet von G Ott Roſtiums auſpertenem, daß ſiGeinde 4 ſollen zerſtoͤret werden/ und zwar propter A4iſericordiaa umb ſei⸗ Textus, ner Guͤte willen: Zerſtöre meine Feinde umb uner Güte willen. In ſeiner Sprachen lautet das Zerſtoͤren ohet aiſpergere Lo viell ale außrotten/ von Orund auß vertiigen und ſ be 5 N— 8 3 8 1 — 1 1 3 3 4 4 4 4 — X½ 8 8 3 6 Erkennet zum Nutz: . lUsus. Was dem Koͤnig David von G Ottes Gnaden⸗Hand GOtt thut s wiederfahren! nemlich/ daß ſeine Feinde die ihn haben wollen ver⸗ unſere Dein⸗ ren die hat Er/ G.Ou der HErr verſtoͤret. Eben dieſes Tro⸗ verſtänn⸗ ſies werden auch noch rechtſchaffene Chriſten froh/ daßl ob ſie woͤ! auff allen Seiten viel Feinde haben/ ſo ſie gedencken zu verſtoͤren/ BOſo iſt doch der HErr bey ihnen in der Noth/ Ex thut ſie herauß at reiſſen und zu Ehren machen/ ao. Im Gegentheil aber die Pſal.„r. Sande zerſoörten. Gleich wie nun diß den Frommen ſehr troͤſſtlich/ alſo auch den Gottloſen dienets zum Schrecken! weil wir allhier ſehen us alnu, den gleichen Wiedergelt/ ſo den Gottloſen zu widerfah⸗ en pfleget. Die Feinde gedencken allhier den David zu verſtoͤ⸗ ren ſſo werden ſie verſtoͤret. Und ſo gehets in andern Faͤllen auch: Woemit einer ſuͤndiget/ damit wird er geplagt. Das iſt der Na⸗ nmrund G Ottes Geſetz gemaͤß; darumb kans nicht fehl ſchlagen/ noch auſſenbleiben. Es iſt der Gerechtigkeit ſelbſt gemaͤß; jaes zu allen Zeiten der Welt durch alle Suͤnde und Laſter mit Ex⸗ empeln bewaͤhret/ wird auch noch die Stunde an andern bewaͤhret/ wirds ſchon nicht an dir bewaͤhret/ drumb wirds nicht fehl ſchla⸗ in noch auſſen bleiben. Eo iſt G Ottes Wort/ es fehlet nim⸗ mermehr wird dir auch nicht fehlen..“ SSoll derwegen ein ieder ins gemein und inſonders gewarnet Kehnl daß er nicht worinn/ in groben wiſſentlichen Suͤnden/ in Ab⸗ eerey und Verachtung/ Schaͤnd⸗ und aͤſterung G Ottes/ in Fluchen und Meineyd/ Spott⸗ und Verfolgung Lehret und Pre⸗ diger/ Hoͤhn⸗und Verachtung Eltern und Obern/ Mord und Mimmmmm i STodt⸗ 4 1 1. .— 1 8. 8 8 3 3— — 8. 3. 3 1 3 1 4 eeze 3 1 K“ 8 crͤſſ““““. 8.— 8— e 3 e en 3 ö ₰*.. 4 8 8. 3 2,. . 0. 8. 2. 3. 2 1— 1 8. 6 8* 5.—*. — 5 3 18— 8“ 8 4 8“ 4 3— 9 2 6“ 3. 1 1 1. 3. 8 1 2 1 2 * 4 85 4“ 4—— 3 4 ͤͤͤͤͤͤͤö“ͤöͤͤͤͤͤͤͤͤh“ 2 — 3 3 1014 Die ſiebende Predig Todeſchlag/ Hurerey und Vazucht/ Dieberey und Rauberey Wucher/ Finantz und Schinderey/ Verleumbden/ Afftenreden Schaͤnd⸗und Schmaͤhung des Necehſten/ und andern Saͤnden mehr/ ſie ſeyen waſſerley ſie wollen/ ſeyen wie ſie wollen faͤtſetzig⸗ lich lebe und beharre/ weil es gemeiniglich alſo/ womit einer ſuͤndi⸗ 4 ge⸗ daß er auch damit geplaget werde. Als/ ſuͤndigeſt du mit Abgoͤtterey/ du wirſt mit Abgoͤtterey geſtrafft; ſuͤndigeſt du mit Hurerey und Vnzucht/ du wirſi mit Hurerey und Vnzucht geſtrafft/ ꝛc. dann mit der Maß da mit du miſſeſt/ wind dir gewiß wieder mit gemeſſen. Macheſt du das Suͤnden⸗Maß voll/ GOti wird ſein Straff⸗Maß auch voll machen/ wud dem Faß den Boden ausſtoſſen; und wann du lange im Tuncleln gemau⸗ ſet/ gefiſchet und gekrebſet/ in dieſen und ſenen Suͤnden gelebel wird dich der HErr mit dieſen und jenen Suͤnden wieder plagen. Welches wir ſonderlich heut ſollen uns geſagt ſeyn jaſſen, Was gehet doch fuͤr ein Vn⸗Chriſtlich und recht Teuffelſſch Werck ietzo mit wuchern/ ſchinden und uͤberſetzen im ſchwange? Es iſt keine Liebe/ keine Erkaͤntnuͤß/ keine Erbarmnuͤß mehrim Lande: iederman ſchindet/ ſchrapt/ krapt wie er kan/ wo er kanſwas er kan: iederman uͤberhoͤcht/ uͤberſetzt/ uͤberſchwert/ uͤbertheuen was er hat/ was er kan/ wie er kan/ und wo erkan. Daruͤber ſchreyet Groß und Klein/ und thuts doch Groß und Klein. Es beſchweret ſich druͤber Reich und Arm/ und thuts doch Reich und Arm. Jederman ſagt davon/ und laͤſſt doch niemand darvon. Man predige/ ſchreye/ ſage und klage von der Cantzel was man wolle. Weil wir dann nun alle mit der S chinderey fuͤndgen ſo macht euch nur die Rechnung/ wir werden auch alle dantge⸗ plaget/ wir werden wieder beſchwert uͤberſetzt/uͤberſteiger geſchun⸗ den/ beraubet/ gepluͤndert und außgeſogen werden. Iſiſchon geſchehen in den nechſt vorigen Kriegszeiten/ trage Solgeſes wer⸗ de noch weiter geſchehen: ja es werde geſchehen/ che es dir lieb und Da Pauſanias eine Jungfrau zu Conſtantinopel/ Namens Cleonicen ſo er ſchaͤnden wollen/ unverſehens ermordet/ ſagt man/ eos habe ihm eine Saule dieſe Wort zugeſchrien: ana luenda ribi est, aſfert iujuria clades: Du Gottloſer Menſch muſt deine Serraffe leiden/ dein Vntecht laͤſſt dich die nicht meiden: hat ihn aauch endlich troffen. Ach ſolten unſere Kirch⸗Seulen reden koͤn⸗ en ſſie wuͤrden auch manchen Gottloſen dieſes Orts zuſchreyen: npna enda tibi est, afferr iujuria dades: Ihr Gottloſen muͤſſt j ee Straffe leiden euer Vnrecht laſſt euch die nicht meiden, Wud ſie auch ungezweiffelt treffen/ die Straffe wird kommen /und FAKFromme Gottſelige Chriſten ſollen ermahnet ſeyn, daß ſie as h immer zu des Guten ſich befleiſſigen/ ingedenck deſſen/ was der Apoſtel ermahnet: Laſſet uns Gutes thun/ und nicht müde werden dann zu ſeiner Zeit werden wir erndten ohne auff.⸗ oren/ Gal 6. Sintemales aue alſo/ daß/ womit einer Guts Gal. 6.7. hhut/ damit wird ihm auch gelohnet. Dienet einer G Ott in wwmahrer Religion und Gottesfurcht; er dienet ihm wieder Ehret einer G Ott und ſeinen Namen zer ehret einen wieder: Hat einer Oues Wort liebz er liebet einen wieder: Ehret einer Vaurund Mutter; ſeineKinder ehren einen wieder: Thut emer dem Nech⸗ ſen kein leid; er thut ihme keines wieder: Bricht einer keine Ehe; an e ſeine Ehe wird ihm wieder nicht gebrochen: Stillt einer nicht/ er ard wieder nicht beſtolen: Verleumbdet einer nicht; er wird wie⸗ der nicht verleumddet; und ſo fortan. Das iſt auch der Natur emaͤß G Hetes Wort gemaͤs, der Gerechtigkeit gemaͤß /und iſt es Exempeln in der gantzen Welt hewaͤhret. MNun ſolten wir auch zu dem vierdten Stuͤck dieſes unſers e habenden Teytes ſchreiten/ die Zeit iſt aber verfloſſen/ und mag auer Chriſttiche Liebe uͤber gebuhr nicht auffhalten/ wollens rwaret ſeyn laſſen/ geliebts G Oit davon zu teden in kuͤnſſtigen. Oehe der vielguͤnge G⸗Ott/ daß wirs int Nutz und Frucht ag . ö““ 6.. 14 3 4“ 8 8 3—““ 5 8 ..— 8.— 4... 6.. 1 3 4 8 8 R 3 8——, 6:“ 1 8e“ 6 5 . 8 8 ee 8 3 .. 5. A 3 48 3 3 6— — 8 1 8“““ eee Sn—— EE——--“ 3““ 3 . 4— 2 4 3 6 1. 4 8.— 3 2. 3 2* 2——„ 8 3 1. 3 6 1. 8 3““ 12 ö“- ds—*. 4 4 1* 3 4 9 3... 8 4*..*——————.—— 2 44—.—.———— .*.„ 4 8 2 4.— 2 3 2——————————— 31 4 ————*—. 2 3 4.. 3 3 1 ————]]jjj 3—— 1was 1 e ee V„ 7 3 1 5 3 W ————— 4— 4 2.— 3* — 5——————— 1— 1 8— 8 8———— 8 den—— .——————————— ———õ—yÿy=——————— ———“—— Habita Cü- ſtrin. die 2. Octobr. Anno 16/o. f. 3 2,Tim.a.v.z. 8 ſſſſ ancee haben /und wolleg auch uns ennuaaen umb ſeines Na,. mens willen/ Er wolle fuͤhren unſere Seele aus der Roth unbd ſeiner Gerechtigkeit willenſund 11 unſere 1 unh ſane 5 Gaͤte wien/ 2 Amen. 1 Vber Sn hebenden Ee Pewn des e Kon ges und Propheten Davids/ ſo da iſt der DOrdnung nach im Pſalter⸗ Ha der Hun⸗ deerr und Drey und viertzigſte. r EXT uUSA. Verſ. n. § nd ringe umb alle/ die meine Selle un ꝛgen/ dann ich bin dein Knecht. S Eimgang. As der Apoſtel Paulus/ gellebte und außer ßte Freunde in C Hriſio/ ſeinem Juͤnger dem Fite. 8 theo anbefiehlet/⸗². Tim.2. Leide dich alsanan⸗ W ter Streiter JEſu C Hrifii; Vnd ſomane 9 2 Sauch kaͤmpffet/ wirder doch nich onet/ er kaͤmpffe dann recht. Eben diſſbehaben alle und tde Chrſſten wol zu mercken/ und ſollen eben ale dle gu⸗ ten Streiter IEſu CHtiſti: in Berrachtung/ daß niemand g⸗ krönet werde er jeide dann nccht. Rerchnwamaai Auſhan 0 8 uͤber den 143. Pſalm. foi⸗ aig ͤyſer als manihn Anno 1 619. zu Franckfurt am Maͤyn zum Roͤmiſchen Kaͤyſer erwehlete und kroͤnete/ ließ er guldene und ſil⸗ berne Muͤntz ſchlagen und außwerffen/ darauff eine Hand/ wel⸗ he eine Krone hielte aus einer Wolcken/ daruͤber dieſe Wort ge⸗ praͤget: Legitims certantibus, Denen die recht ſtreiten. Hier⸗ mit andeutende/ daß die Krone des Reichs waͤre eine Ehren⸗Krone! ſo denen gegeben werde von oben herab/ von der Hand des HErrn t ſo rechtmaͤſſig ſireiten und kaͤmpffen. W Wrr ziehen das von dem irddiſchen auff das himmliſche Ehren⸗Neich/ und deſſen ſchuͤne Krone und ſagen mit dem Apoſtel Paulo auß angezogener 2. TLim. ². Niemand wird gekroͤnet/ nemlich im Himmel mit der unverwelcklichen Krone/ mit der Krone des Lebens/ mit der Krone der Gerechtigkeit) er kaͤm⸗ pfe dann recht(in dieſer Welt. Dieſes hat auch wol verſtan⸗ den Koͤnig Daoid/ ob er gleich groſſe Widerwertigkeit Anfech⸗ rtung leiden muͤſſen in dieſer Welt/ dennoch er Ritterlich gekaͤm⸗ pfe und außgehalten /in ſeinem Beruff trew und fleiſſig geweſen/ apo daß er zum Beſchluß des 143. Pſalms kan aufftreten und ſa⸗ geen von dem Vntergang ſeiner Feinde/ wie ſie werden umbge⸗ dracht werden; wann er ſpricht: Vnd bringe umb alle/ die meine Seele aͤngſten/ dann ich bin dein Knecht. b WMann wir dann zunechſt den Beſchluß dieſes Pſalms vor uns gehabt/ und aber noch uͤbrig blieben dieſe wenige Wort/ als wollen wir ſie zu die hmen/ und alſo mit Erklaͤrung au vids beſchlieſſen/ da wir lin⸗ elen 106 Die achte Predige Lue. 9. v. 44 Aobbandiung. Eliebte Freunde in C Hriſio: Wann gleich der Sohn b G Ottes C. Hriſtus Luc. o. ſeinen Juͤngern verkuͤndigen ſein Leiden/ daß des Menſchen Sohn muͤſſe uͤberant⸗ wortet werden in der Suͤnder Haͤnde/ ſpricht Er zu ihnen: Faſſet ihr zu euren Ohren dieſe Rede. Vnſers Heylandes C Hri⸗ ſti/ wegen ſeines Leidens/ iſt ein Vorbild geweſen Koͤnig Da⸗ vid/ als welcher auch viel leiden und außſtehen muͤſſen von ſeinen Feinden/ wie hin und her in ſeinen Pſalmen ſolches zu erſehenſſon⸗ derlich auch in ſeinem 43. Pſalm/ den wir bißhero vor uns ge⸗ habt/ darumb er dann auch zum Beſchluß dieſes Oſamls ſo etnſ⸗ lich zu G Ott ſeuffzet und bittet/ welches ſein Seufftzen und Ge⸗ bet/ ſo er zu G Ott wegen ſeines Leidens abgehen laͤſſet/ ihr auch wol zu euern Ohren zu faſſen habt. Dann da bittet er endich bey dem letzten Stuͤcklein dieſes Beſchluſſes von G Oli/ Ho⸗ ſlium totalem perditionem, das gaͤntzliche Verderben ſetner Feinde; und zwar propter ſuam in functione obedientiam, well er ſich im Gehorſam bey ſeinem Beruff und Ampt gegen ihm finden laſſe: ſpricht alſo: Vnd bringe umb alle/ die meine Seele ängſtigen/ dann ich bin dein Knec„ht. Wann allhier Koͤnig David ſeine Feinde eigendlich be⸗ ſchreiben wil wie ſie es mit ihm machen/ und was er iprenthalben leiden muͤſſe/ ſo ſetzet er in ſeiner Sprachen ein ſolehes Wort vel⸗ ches ſo viel heiſſet/ als hgare, comprimere aMtionubus, elnen anfeſſeln/ und hart bedruͤcken/ oder uͤberladen mit Angſ und Qua⸗ r ſal.ng.v.J len/ wie es dann auch alſo ſtehet al. 120. Exoa. 22. Vnd ſi ſagel Erod. 23.v. Koͤnig David/ habens nicht allein mit ihm gemacht dieaffentie 224 chen Feinde/ von welchen er in den vorhergehenden geſtgt/ und GHit gebeten daß Er ſie verſtoͤten wolle ſondemts ehens auch andere heimliche/ tuckiſche und dockmaͤuſerige Feitegethan die ba binterruͤcke ſolche Poſſen auß gifftigen Herzn deln — uͤber den 143. Pſalm. 1019 ſe ihn nicht allein bey dem Koͤnige Saul verrahten und angege⸗ en: ſondern auch hernacher/ da er zum Regiment kommen/ mit 3 dem Abſolon haben helffen verjagen von Land und Leuten(wie dann dieſes Pſalms Titul in der Lateiniſchen/ erſion außweiſet/ daß Koͤnig Dasvid dieſen Pſalm ſoll gemacht haben/ als er von dem Abſalom verfolgt worden.) Nun dieſe Feinde alle/ heimli⸗ che ſo wol als oͤffentliche/ faſſet er allhter zuſammen/ und bittet G Ott/ Er wolle ſie umbbringen/ das iſt/ alſo ſchicken und ſchaf⸗ fen daß ſie umbgebracht werden. Iit dann das nicht ein wenig zu eiferig/ daß der Koͤnig Da⸗ oid ſo hart dringet auff das umbbringen ſeiner Feinde? Hierauff 8 ſſt zu wiſſen/ daß David nicht allein ein Koͤnig/ ſondern auch ein Prophet: Nun iſt der heiligen Propheten Gebrauch im Alten Te⸗ ſtament/ wann ſie von zukuͤnfftigen Dingen reden/ daß ſie ſolches ucht allein thun in forma optanai, Wunſchungs Weiſe. Alſo 86 l auch der Koͤnigliche Prophet David einen feinen Wunſch thut t daß der HErr Meſſias ſich moͤchte bald einſtellen/ al.. wann Pſal. 4. v.7. e ſpricht: Ach daß die Huͤlffe auß Zion über Iſrael kaͤme/ un und der HERR ſein gefangen Volck erloͤſete/ ſo wuͤrde gacob froͤlich ſeyn/ und Iſrael ſich freuen. Nitcht allein die eligen Propheten im Alten Teſtament reden in forma imperan .. Gebietungs Weiſe: als eine ſolche Art zu reden gefuͤhret wud bey dem Propheten Eſa. 47. Herunter Jungfraw/ du Eſa. 47. Vals Tochter Babel/ ſetze dich in den Staub/ ſetze dich in die Erde; beſondern es reden auch die Propheten Altes Teſtaments forma zwprecanai, Verwuͤnſchungs oder Verflu⸗ chungs Weiſe/ da ſie bitten! daß G Ottden Feinden ſeines Na⸗ meno alles Vbels und Boͤſes wolle widerfahren laſſen. Vnd das thun ſie nicht auß Privar⸗- Haß wider die Feinde/ ſondern auß Oattichem Eingeben: Alsdann ſolche Art auß Prophetiſchem(al,9,2.6 Sehh u verwuͤnſchen gefunden wird /alz. z9. da alſo ſiehet: Pſal,79.7 6. Schuͤttedeinen Grimm aufidee Hedenſdle dah mheden⸗ nnnnn ij 120 Die achte Predigt nen/ und auff die Koͤnigreiche/ die deinen Namen nicht atſ⸗ Pſal. 69. v. ruffen. Ingleichem auchim 9. Pſalm und im 109 und alſo 25. ſeq. Flal. 109. v. 6. ſeg. usus. 1. Gottſelige und fromm Leute wer⸗ den gehaſſe und verfol⸗ get. auch allhier der Prophet David von G Ott bittet: Bringe umb alle /die meine Seele aͤngſtigen Wuarumh ſoll dann nun aber G Ott ſolches thun und ſeine Feinde umbbringen? Dann/ ſagt er/ ich bin dein Knecht. Was wil hier David /moͤchte iemand gedencken/ fuͤrein Groß⸗ ſprecher werden/ daß er mit dem E2ꝛ oder Ich koͤm̃t auffgeneten Wil er ſich ſeiner Meriten ruͤhmen/ daß ers umb G Ott wol vet⸗ dienet/ weil er ihm diene/ und dieſes oder jenes gutes Wercl ver⸗ richtet habe? Onein: Sondern da wil er durch das Beo odet Ich ſich abſondern von dem Gottloſen Hauffen, dem es umb die Chriſtliche Religion kein Ernſt/ G Ott und ſein Wort meht groß achten meynen es muͤſſe GOTE wol mit ihnen zu ſricden ſeyn daß ſie alles nach ihren Luͤſten/ Gewalt und Eigennutz thin wann gleich G OStes ſein Nam und Reich vernichtet welde. Pmpo derer willen trit allhier David auff/ und ſagt: Ego, Ich bin dein Knecht: das iſt: Ich wende alle meine Sinne und Ge⸗ dancken dahin/ daß dein Name moͤge geruͤhmet und geptieſen werden der ſonſt in der Welt verachtet wird/ und demnach binich in meinem Betuff und Ampt getrew/ ob ich gleich druͤber eiren muͤſſe ſo biſt Ou doch G Ott mein proſiaium, wie Du dich dann auch alſo gegen mir verſprochen haſt. Hier laſt uns nun ſtill halten/ und auff den Nutz mercken/ 2 der nicht geringe ſeyn wird/ dann da haben wirzu b erkennden 7. Weil Koͤnig David allhier klagt/ daß ſeine Sul von ſeinen Feinden ſey geaͤngſtigt worden: wie die Gollſellgen und frommen Leute auff Erden gehaſſet/ verſoget/ ge⸗ auͤngſtigt und gequaͤlet werden. Vnd das hat auch ein weiſet Heyd/ der Keneca, bekennet/ ſagend: Qvambis aguiuj, ut usovui merito tuo ie oderit, erunt tumen ſeuper gi vakrint. 4 e 4—— 8— — 1 1 8 uͤber den z. Pſalm. dich ſchon ehrlich und redlich verhalten wirſt daß dich niemand von Rechtswegen haſſen kan/ ſo werden ſich doch deren allezeit Anden/ die dich haſſen/ neiden und quaͤlen werden. Diß bewaͤh⸗ et unſer Text: Koͤnig David/ wem iſt doch wol der groß zu wi⸗ ddern geweſen? Faſt niemand: Er ſahe vielmehr/ daß GOKtes Ehre allenthalben befordert wurde/ dennoch hatte er ſeine Feinde/ ddie ihn haſſeten/ verfolgeten und Asf antegeten. Diß bewaͤh⸗ ren auch andere Erempla heiliger Schrifft: Abel war der nicht ein blutfrommer Menſeh? noch wurde er von ſeinem Bruder dem 6 Can gehaſſet/ der ihn auch auß Haß endlich erwuͤrgete/ Gen. ½. Sen. 4. Noah lehrete und predigte bey der erſten Welt und ſuchte G HOt⸗ es Ehre aber dieſes gerechten Mannes Seeie/ ſſt ſie nicht geaͤng⸗ ſugt worden? Loth der meinete es gut mit den Sodomitern und eap. 19. Goomorrithen/ aber ſie plagten ihn ſo viel deſto baß dafüͤr. Moe⸗ ſes ließ es ihm ſanuer werden bey den Iſraeliten/ richtete ſie vom Erod. 12. MNorgen an biß auff den ſinckenden Abend/ Aber wie hefftig iſter und. nicht von ihnen geaͤngſtigt worden/ alſo daß es nicht weit gefaͤhlet ſie haͤtten ihn geſteinigt. Andere Exempla zu geſchweigen. So bewaͤhrens ja gnugſam die Exempel taͤglicher Erfahrung, Dann was thzun fromme/ gerechte/ gottſelige Leute Boͤſes umb deſſen willen man ſie neiden/ haſſen und aͤngſten ſolte? noch ſind wnen die Gottloſen ſo feind/ widerwertig und gram/ daß ſie dieſel⸗ be auch kaum vor ihren Augen leiden/ dulden und ſehen moͤ⸗ gen: und das umd keiner wichtigen/ verdienten/ ſchuldigen Vrſa⸗ chen/ ſondern nur umb ihres redlichen/ ehrlichen/ auffrichtigen CEhriſtlichen Gewiſſens und eugendhafften Wandels willen. Sie haſſen ſie darumb/ daß ihr Leben ſich nicht reimet mit den andern/ und ihr Weſen iſt gar ein anders/ wie§ap. ⸗. ſtehet. Sap. 2. v. ¹5. was iſt doch das Boͤſes? Was iſt das Vnrecht; Dañ daß das b rechtanihnen/ iſt dannenhero offenbar/ weil ihnen dieſes außdruͤck⸗ lchin OOttes Wort geboten: Stellet euch nicht dieſer Welt leſch/ ſondern veraͤndert euch durch Erneuerung eures Nnnnnn iij. Sinnes/ — — 4 4 8 ereren ue——— d. 9 3 e—Eſ 1 8 1 1 3“.“ T 1 8 3 3 E 4„ 2 3 4. 1 5 8 8 2 7*“ u— 4 2 5 — 8 u— 3 1. 3 3 „.=,. ͤͤͤ)ͤͤͤbb 6 4 5 1 3* 2 8 4 5 4 83 3 2 3— 4 4— 8. 3). 4 4 4 4- 3 3 .— 8. eane—.. 6 1— 8„ 4 22— 2. 5 3 4 3 8. 4—.————— 1—.. 4.—— 8 3—————.. 5 .— 3.———„“ 1 8.. 3— 8 4 8 2—..———————„ 3 3 8.————ꝙ 4 3 3 ͤͤͤͤͤͤöͤöZͤöͤöͤͤͤſͤſͤhͤſͤͤͤͤſͤͤͤſͤͤ 3 1 3 6.. ———P—ꝛ—ꝛꝛꝛõ„—— 3 G— 4— 7 ——— 2 4 4—. 4 4 * F— 4„. 3—.*. 3 8———— 4 25—— 3 f. 8„* ———— ———. ——— 3— 3 5 3.— 1— 3 3 3 *——————— 2————,——— 8—* 4————— 5——— — — 1 ————— ———— 5— 3— 5 G——— .. 8———— ———*———— ————————— —————— eseæ Dit achte Predigt 3 Sinnes/ auff daß ihr pruͤfen moͤget/ welches daſey der gu⸗ Kom. 12.v. te/ der wolgefaͤllige und der vollkommene Wille Ottes Rom. ¹1. Es erforderts ja auch ihr Chriſtenthumb/ weiches in anders nichts beſiehet als im Glauben an G Ott/ und Liehe gagen — dem Nechſten; davon der Apoſtel: Es iſt erſchienen die heilſa⸗ Tit 2. v.an me Gnade GOttes/ und zuͤchtiget uns/ daß wir ſollen ver⸗ leugnen das ungoͤttliche Weſen/ und die weltlichen Luͤſten/ und züchtig/ gerecht und gottſelig leben in dieſer Welt/ Tit.2. Vnd wo gehen die Apoſtoliſche Vermahnungen in allen ihren Epiſteln anders hin/ als daß ſie die Glaͤubigen abmahnen von dem ſchaͤndlichen/ fleiſchlichen/ uͤppigen Weltweſen: im Ge⸗ gentheil aber zu den Fruͤchten des Geiſtes anmahnen: Vnd die Gal 5, v. 2. auch C Hriſtum angehoͤren/ creutzigen ihr Fleiſch/ ſampt den Luͤſten und Begierden /Gal. 5. da ſie es auch nicht thaͤten/ Gottloſe ſeyn, b Nun verdienen zwar fromme Chriſten ſchmalen Dancl darmit bey der Welt/ ohne daß ſie dafuͤr gehaſſet/ geneidet/ geaͤng⸗ Gellius ſtiget und verfolget werden. Gellus gedencket/ daß in Uhria leu⸗ koͤngen ſie nicht gerechte Chriſten ſeyn/ ſondern muͤſten auch Welt⸗ Nock. Attie. fe ſeyn/ vi interimant videndo, vos diutius irati videriu, ſo 1.9.5. wann ſie erzurnet und ergrimmend und die Leute im Grimm und Zorn lange anſehen/ dieſelbe mit dem Anſehen toͤdten. Wann es den Gottloſen Welt⸗Buben nach ihrem Sinn ergienge/ ſie wuͤrden die Frommen auß lauter brennendem Gifft und Groll im erſten Anblick ertoͤdten: ſo gar unleidlich ſind ihnen dieſelben/ daß ſie ſie auch nicht anſehen moͤgen. Aber ſie geben darmilht roh⸗und Epicuriſches Hertz an Tag. Welches rechtſchaffene Chriſten nicht groß achten ſollen ſondern in gutem Wandel fortfahren/ nach Ermahnunzuis Apo⸗ dl E.g. ſtels Pauli Pbil⸗. da er ſagt: Was wahrhafftig i was ehr⸗ 1. 4.v. 8. bgr/ was gerecht/ was keuſch/ was lieblich, was wollautet/ ittwa emn Lod/ ſi eiwa eine Tugend/ dem diſcet nahp w K 4 uͤber den 143. Pſalmn. en gvird der HERR des Friedes mit euch ſyyn. Auch ſolche Gokttloſe/ ſo da nicht anders als mit dem Vnflat der Suͤnden umbgehen/ deſto mehr fliehen und meiden/ und ſich deren Geſell⸗ Pech angreifft/ der beſudelt ſich damit/ w 3. Bey der arheit verkehret haben. 12. Wann Koͤnig David allhier bittet/ Bringe umb alle die meine Seele aͤngſtigen/ haͤtten wir darbey anzumerclen/ 4„, was es doch hiermit fuͤr eine Meinung habe/ und daß der David/ A wann er ſeinen Feinden Pbels wuͤnſchet/ nicht handele wider das haſſen/ und wolthun/ ſo uns verfolgen; und daß man nicht Boͤ⸗ ſes mit Boͤſem vergelte: Aber hiervon haben wir bey Erklaͤrung des erſten Buß Pſalms/ und zwar zum Beſchluß deſſelben geredet/ ader Koͤnig David ſeinen Feinden alſo nachwunſcht: Es müſ⸗ ten alle meine Feinde zu ſchanden werden/ und ſehr erſchre⸗ ceen/ ſich zu ruͤcke kehren/ und zu ſchanden werden ploͤtzlich. Setzt behalten wir nur und nehmen mit anheim zu erwegen dieſes Koͤnig Daold des Vmbbringens der Feinde gedenclet/ und auch ſeine Feinde in der Thatund Warheit umbgebracht worden: — ſchafft entſchlagen/ damit ſie nicht durch deren unflaͤtigen Sauer⸗ b eig im Leben und Wandel angeſteckt werden. Dann/ wer— 9. Va. 1r. 13. V. ke eiligen biſt du heilig/ bey den Frommmen biſt du fromm/ dey den Reinen biſt du rein/ dee bey den Bdufron biſt aletera du verkehrt/.. Wer mit Weiſen umbgehet/ der wird weiſe/ wer aber des Narren Freund/ der wird ihm Sir. z vo⸗ gleich/ Lir. ³. Johannes wolte nicht in der Badſiuben bleiben/ Eufeb. arein der Laͤſterer Cerinthus kommen. Die Knaben zu Sa⸗ mohada wolten allerdings den Ball nicht anruͤhren/ der wider den Theod. Arrianer Lueinm geſprungen. Vnd ſo leſen wir in den Kirchen⸗ Irenaus⸗ n 33. Hiſtorien/ daß die Apoſiel und deren Diſeipel ein ſolehe Abſchew as Aühattdaß ſie auch nicht ein Wort mit denen gewechſelt/ ſo da die 2. Die Gott⸗ kloſen wer⸗ den endlich geſtuͤrtzt und umb⸗ gebracht. We enhüch die Gottloſen und Feinde der Frommen betritt Conih- b 1. Sam. 21. contumela exuiſonis, daß ſie geſtuͤrtzet und umbgebracht werden? Dann wann ſie lange auff Erden in hohen Dignaa⸗ ten und Ehren geſeſſen/ darinn nach allem Luſt und Gnuͤge wider die Frommen und Sullen im Lande Aominiret/ und ihre Muͤht⸗ lein gekuͤhlet haben vermeinende/ es mit ihnen immer ſo hinauß gegen werde, da koͤmpt dann G Ott der ſo Err endlich ſpielet mie ihnen das Depyſuit, und thut ſie umbbringen. Welches Vmb⸗ bringen dann in ſich begreifft 1. die ſchreckliche/ plotzliche Faͤlle/ ſo ſich vielmals mit ihnen zutragen/ daß ſie herunter gefloſſen P;z5. v.24†ꝗ werden in die kieffe Gruben//½*†. darzu er dann nicht viei dicentes oder krumme Spruͤnge und weitlaͤuffliges Weſen ma⸗ chet/ ſondern ſie uhrploͤtzlich und gantz unverſehens uͤbetfallen thut/ und daſſelbe/ wann ſie ſichs am wenigſten verſehen/ wann ſie ſagen Pax& tran vilitas, Es iſt Friede und hat keine Ge⸗ 1. Theſſ. 5. fahrſr. Tbeſſal.. Wann ſie ſprechen: Meine Seele/ iß und v. 3. trinck/ und habe einen guten Muth/ Luc. z. Wann ſſe Lue..v. 9: dencken/ ſie ſeyn noch ferne vom boͤſen Tage/ und alſo am wenigſten Gedancken auff ihren Fall haben/ da thut er ſie gleich in einem Sturm uͤberfallen herunterſtuͤrtzen: Dann du ſetzeſt ſie auffs Schlipfferige/ und ſtuͤrtzeſt ſie zu Boden: Wie werden ſie ſo plotzlich zu nicht? ſie geben unter und nehmen ein Endemit Schrecken, Wie ein Traum/ wann Pfa⸗. vas einer erwachet/ ſo machſt Du HErr ihre Bidde zu nicht i der Stadt/ 0. 23. Wolleihrdißfals Erempethaben nehm vor euch den Nabal/ der ſaß uͤber ſeinem Tiſch/ aß und kant/ ploͤtzlig ruͤhret ihn der Schlag/ daß ſein Hertz warwie ein Staln und er ſo ligen muſt/ biß an den zehenden Tagꝛ¹. Saun, Da Herodes auff ſeinem Koͤniglichen Stul in einem guͤldenen Stuͦd ſeine Pracht ſehen ließ und jederman iym zutſeffd as te Oles „9.. v. Stimm/ und nicht eines Menſchen/ ſchlug hnde Sndeld 11. v. HERRNund wutde von den Wuͤrmen gefreſſen 6. e. 4 1. ſed.* war ein greulicher Syrann/ vor dem ſich Lanh und Piren v. 38. ſ uber den 13. Pſalm. 1035 een muſte/ hat gelebet zu den Zeiten Kaͤyſers Alartiani, umbs Jahr C Hriſti 454. der zog mit dreymal hundert tauſend Mann ſarck/ verwuͤſtet Laͤnder und Staͤdte: Daer wieder in Vngarn kam und Hochzeitlich Beylager hielt/ ſchweiſſt ihm die Naſen/ mund ſcheuſſt ihm das Blut in den Hals/ davon iſt er erſtickt/ und in ſeinem eigen Blut erſoffen. Euer Chriſtliche Liebe haben zu le⸗ ſen die Hiſtoriam/ ſo von dem groſſen Reichs⸗Tag zu Augsburg Anno 530. in den Schrifften Lutberi verzeichnet/ da waren viel voſher Potentaten und Herren/ die ſich vernehmen lieſſen/ die du-u/⸗ theraner haͤtten eine Confe Ron uͤbergeben mit Dinten geſchrieben/ wanns bey ihnen ſtehen ſolte/ ſo wolten ſie ihnen wieder Schriffe geben mit Rubricken/ das iſt/ mit rothem Blut geſchrieben. Dar⸗ auff von den andern Herren der Proteſirenden geantwortet wor⸗ den: Man muͤſſe gleichwol auch zuſehen/ daß einem die Rubricken oder Priſilgen nicht unter die Augen ſpruͤtzte: welches auch GOtt aiſobald drauff ſehen laſſen. Dann wie er ſolche Feinde der Lu⸗ 4 theraner damals gewarnet/ auch zum theil geſtraffet/ meldet die ''iſtoria daſelbſt/ fuͤrnehmlich von einer hohen Perſon welcher bald drauff des Morgendes todt im Bette funden ward. Doctor Tuͤrck/ ein greulicher Feind und Verfolger des Evangelii/ ob er wol durch den Herrn Latberum von des Papſithumbs Vnflath gereiniget/ iſt er dennoch wieder anders worden/ hat der Lutheri⸗ ſchen im Deutſchen Krieg laͤſterlich pflegen zu ſpotten/ mit dieſen Worten: Wo ſind nun/ die bißher geſungen haben: Ein veſte Burg iſt unſer GOtt/ ꝛc. Dieſe veſte Burg iſt nun zuriſſen/ und ich wil auch darzu helffen/ daß ſie ſoll weiter zuriſſen werden. Wie er ſich auff ſolch laͤſterlich Draͤuen wil auffmachen an die DOerter/ da er meinet mehr Vngluͤrks wider die Lutheriſchen zu er⸗ gen bereit geſtieffelt war und zur reiſe geſchickt: Was geſchichte Ermuß ſich in ſeinen Stieffeln niederlegen; auff dem Kranclbette ſiheter r aufen Teuffel umb ſich ſtehen; und als mit Bruͤllen/ Ach und Weh die Seele außgefahren/ haͤnget ihm ſeine laͤſtrige Oooooo Zunge — —— — E 2— 4—. 5. 3— 3 3““ 2. 3 8 1 8— 5* 4“* 3 “ 2 1.* 3 8“——„ 222 8 4 3 4. 4 4— . 3 3 1—.. 4 8 8 e 4 een—. 4 2. 4 —. e e 8———* 3 8 4 4 4 8 2 4 4.— 1 2 2— . 1————-——— 1„ 1 5——2₰— 422. 2.—2 en—..—— 4 3 8 4 3—„ 4*———————* A———/ — 8 3— 3 8— 3.. 2 4 8 α “— 1— 3 ————— 2——— 2 t er e n. 8— 3—. 4——*— 3—— 3— 3 3. 3—— .—*———————— 2——— 8——— ——.————————.—* 5—— 8 4 8— 8————— X△ ————— — 5— — ————— ———— 8— —————— ———— 4——— 8 1 — 4————————— 1 — ks auch alſo pekgehlich/ wie Nehucad Nezar that, als er ſage Das 4 ÿ 10z6 Diteachte Predigt Zunge Fingers lang als eine Kohle zum Halſe hinauß/ und ſiinche ſein todter Leib ſo uͤbel und faul/ daß man nicht umbihn ſeyn koͤnnen. b 1 2. Begreifft dieſes Vmbbringen auch in ſich, daß ſie manchmal die Gottloſen mit ihrer gantzen Wurtzel außgereu⸗ tet werden/ wie Haman der ſtoltze Schnarcher nicht allein am Galgenſtrick ſein Leben geendet/ ſondern auch mit Wurtzel und Stamm)/ mit ſeinen zehen Soͤhnen/ und alle ſeinem Haab und Eſth. 7.v 10. Gut zu grund und zu boden gehet/ F6. 7. Alſo auch Achab c.9. v. 10. ſchrecllich mit ſeinem Koͤniglichen Hauſe hingerichtet/ ſeine Gott⸗ loſe Jezabel von Hunden gefreſſen/ ſeine ſiebentzig Sohne und alls ſeine Verwandte ſaͤmmerlich erwuͤrget/ und ſein gantzes Haus ver⸗ 2. Reg. 22. lilget/ daß nicht einer davon uͤbrig geblieben/ 1. Reg. 22. Ich melne v. 34. ſa diß ſind ſchreckliche Faͤlle. Welches allen Spoͤttern und Veraͤchtern G Ottes/ und allen Feinden derFrommen und Gerechten zur treuhertzigen War⸗ nung dienen ſoll. Zwar ſie ſpotten G Ottes Wort/ treiben ihr Hohnlachen damit. Was predigen/ ſagen oder dencken ſie? Aber was ſpricht Auguflinus? Si Ppicuraus eris, inter filior DE7 nou eris: Wann du ein Epicurer ſeyn wilt/ ſo wirſt du nicht unter den Kindern GOttes ſeyn. Der Neiche war auch ein ſolcher Weltbruder/ wolte Moſen und die Propheten nicht hoͤren/ verachtete darnebenſt den armen Lazarum: Aberda lhlhm der Glaub in die Hand kam/ Oda ſang er weit ein ander ieh⸗ Tewenss ſein: Ich leide Pein ſehrye er/ in dieſer Klammen/ Luc. 6 5 3 ort haben wir zu erkennen bey dem Ego oder Ich/ das hertzliche Ver⸗ Wort eines krauen des lieben Davids zu G Oie. Dann da iſt dieſts Wor hertzlichen— ifh Aulpse 2 Dh edn Anvertrau⸗ ſonſten G Ott allein zukoͤmmt/ der wil der Ego ſeyn und bleiben ens/ und wir Er wils gethan haben. Wir Menſchen ruͤhmm uns fiaß oſſe 117. Wann Konig David ſpricht/ Ich hin dein Knecht/ ELo, Ich/ nicht allhier verbum glorie, ein Nußmwwan belches 152——ͤ* — uͤber den iz. Pfaltl. wa⸗ groſſe Babel/ die ich erbaut habe/ zum Koͤniglichen Hauſe/ gebrauchen durch meine groſſe Macht/ zu Ehren meiner Herrligkeit/ ſolen. Dan.. Aber was ruͤhmet ſich doch die arme Erd und Aſche: Wer hat uns den Verſtand und Vermogen zu bauen gegeben? Ser hat Gold/ Süber/ Holtz und Steine geſchaffen? Wiegar leichtlich fehlen unſere Anſchlaͤge? Ach wie gar nichts ſind 3 alle Menſchen/*0. Aber G Ott allein iſt der HErr/ der alles Fſ. B9. v. u. hut/ der allein maͤchtig iſt der groſſe HErr aller Herren/ fuͤr welꝛ chem alle Inſulen/ za alle Creaturen/ ſind/ wie ein Tropff⸗ Syr. 43. V.5. kein Waſſer/ das am Eimer hangen bleibet. Dem allein gebuͤhrt allein der Ruhm und alle Ehre. Von uns Menſchen aber heiſſt es: Der Weiſe ruͤhme ſich nicht ſeiner Weißheit/ ein Starcker ruͤhme ſich nicht ſeiner Staͤrcke: ein Reicher ruͤhme ſich nicht ſeines Reichthumbs/ ſondern wer ſich rüh⸗ men wil/ der ruͤhme ſich deß/ daß er mich wiſſe/ und kenne/ daß ich der HErr bin/ der Barmhertzigkeit/ Recht und Gerechtigkeit libet auff Erden/ dann ſolches gefaͤllet mir/ 1 ſpricht der HErr/ Ferem. 9. Daß alſo und auff ſolche Weiſe Ier. 9. v. 23. das Wort Ee Ich allhier von dem David nicht gebrauchet wird: 24. DSondern da iſt es erbun ſangularis fiduciæ, ein Wort ſonderli⸗ cher Zuverſicht/ damit er anzeiget/ wie er von G Ott nicht verſioſ⸗ en ſey/ und daß er Ihm dennoch diene ob er gleich viel leide/ und wiſſe/ daß ihm O Oit wol werde Schutz halten. Welcher geſtalt wir dann auch alſo das Wort Ego, Ich/ zu gebrauchen haben/ und es entgegen zu ſetzen 1. Peckru dubit atio- aus, allen Verſilchungen des Zweiffelmuths der Papiſten/ die ecken in einem ſchrecklichen Zweiffel⸗Feuer/ und verdammen die da ihrer Seligkeit wollen gewiß ſeyn/ da ſie gewißlich 2 Bernbardum, und andere Heiligen/ auch it Schwerdt und Feuer wo ſie wollen ſelig werd en oder im Zweiffel 1 1 * 103 Die achte Predigt b 6 zum Teuffel fahren. Dann der Gereehte wird doch ſeines Glau⸗ 8 bene/ nieht aber ſeines Vnglaubens Mißtrauens und Zweiffel⸗ muths leben. Es gehet ja unſer Chriſilicher Glauß dahin daß wir nicht ſagen Credimus, wir glaͤ uben/ ſondern Credo, Ich glaͤu⸗ be: Ich glaͤube Vergebung der uͤnden: Ich glaͤude Aufferſtehung des Fleiſches/ und ein ewiges Leben. Das iſt der Apoſtoliſche Glaube/ und wer daran zweiffelt/ machet G Ott zum Luͤgner/ und ſtoͤſt umb den Grund von gnaͤdiger Vergebung der Suͤnden/ als ob wir mit unſern Wercken ſelbige verdienen er⸗ faſſen oder beſtaͤtigen muͤſten. 1 2. Haben wir ſolches Wort Ich entgegen zu ſetzen 1e⸗⸗ riculamentis moruss, allem Schrecken des Todes: daß/ ob es zwar klaͤglieh iſt/ daß wir in der Welt ſo angefochten werden/ und muͤſſen endlich dem Tode gar herhalten/ der nimt und bringt uns unter die Erde/ daß wir zu Staub und Aſchen/ zu Motten und Wuͤrme werden muͤſſen/ und wie dort Lazarus Job. n faulen und ſtincken: Jedennoch ſoll uns das Wort 0, Ich/ wiederumb troͤſten/ daß eben wir/ unſer Leib/ der hier die Mahlzeiehen C Hriſti getragen/ ſoll wiederumb herfuͤr kommen: Dann das oo das iſt Job. 1I. v.25. des HErrn C Hriſit/ wann er ſaget: Eo ſum reſurrediio, Ich 26. bin die Aufferſtehung und das Leben: und im 14. Cap. Ig0 6.14. V. 6./11 pia. Ich bin der Weg/ die Warheit und das Leben; **9. das beut unſerm 0 die Hand/ und macht es gewiß/ daß ein iedes Glledmaß C Hriſii auch ſoll leben; wie dann der Sohn GOttrs ſeine und unſere Aufferſtehung veſt zuſammen knuͤpfft: Vipogo S vos viver, Ich lebe/ und ihr ſollt auch leben. 4. y. Endlich we ſaae/ Err ſyn ſorn Gni⸗ Die Knecht⸗ ſedar Endlich wann er ſagt/ Er ſey ſein Knecht/ haben ſchafft der bey zu erkennen/ was ſolche Knechtſchafft in ſichhabe? Frommen/ Da dann zu wiſſen/ daß allh er nicht die jenige Knechtſtlufftver⸗ da ſie GOtt ſtanden werde die ſich uͤber alle/ auch lebloſe Creatunn erſtreckt/ dienen/ was dann HeꝛR/ du haſt die Erde zugerichtet/ und ſie bleibet kabeuf ſich ſtehen/ es bleibt taͤglich nach deinem Wort/ dann tomuß —.—— ———— — über den 143. Pſalm. 1029 dir alles dienen/ /2l. w. Soleher geſtalt heiſſen Sonn/ Mond/ Sternen. die Alementa unter dem Himmel/ Feuer/ Lufft/ Waſſer/ Item/ die wilden Thiere G Ottes Knechte/ dann ſie alle richten GOttes Befehl auß/ Pal. 116. Or zo. Sondern es wird allhie verſtanden die Pecial- und ſonderliche Knechtſchafft OS Hites/ nach welcher allein die Menſchen G Ottes Knechie mbeiſſen: da doch nieht fuͤrnehmlich hiermit geſehen wird auff un⸗ nmerſchiedene Aempter /die ſie in gewiſſen Staͤnden an Gottes ſtatt agen und daher G Ottes Knechte heiſſen; auff welehe weiſe Moſe/ Joſua/ David/ Salomo/ ja auch der ungiaͤubige Heydaꝭ niſche Nebucad Nezar im Weltliehen Regiment: Vnd im Geiſt⸗ n hh liehen/ oder im Kirchenſtand/ die Propheten/ Apoſtel/ Prediger eea htz und Kirchendiener G Ottes Knechte genennet werden/ dann ſol⸗ n(her geſtalt auch die Vnglaͤubigen/ wegen ihrer Aempter/ wahre gKnechte des HErrn ituhret werrden. DSondenn es begreifft die Knechtſchafft GOTtes allhie ei-⸗ gantlich in ſich die jenige Wercke/ die zum allgemeinen Chriſten⸗ humb aller Glaͤubigen/ wes Standes oder Ordens ſie auch ſind/ gehoͤren: da ein Menſch auß der Tyranney und ſchaͤndlichen Dienſtbarkeit des Satans und der Suͤnde erloͤſet/ und durch den Glauben in das Gnaden⸗Reich GO Ttes verſetzet/ Ihn den HERAN nach ſeinem Weſen und Willen recht erkennet/ durh Wurcckung des Heiligen Geiſtes an ſeinem Wort Luſt und Freu⸗ de hat/ demſelbigen mit willigem Hertzen Gehorſam leiſtet in allen Chriſtlichen Tugenden ſich uͤbet/ und des herrlichen Gnaden⸗ Phne allen treuen Knechten G Ottes in helliger Schrifft ver⸗ itu⸗ prochen iſt/ theilhafftig wirird. ſSiorum. Weleh Seaaenan iſt 1. Res pretioma, ein edles/ hkespreti theures/ werthes Werck. Zwar in dieſer Welt iſt die Knecht⸗/ ogſlima.. ſchafft ſonderlich wann die Leibeigenſchafft/ wie vorzeſten ge⸗ raͤnchlich geweſen/ dran hanget ein elender/ armſeliger Zuſtand/ woll Schmach! Verachtung!/ Muͤhe/ Arbeit/ Sorg Gefahr und Doodoooo ſij Furcht! 1 — Die achte Predigt Furcht/ daher auch G. Ott der HErr in ſeinem heiligen Wort den Vngehorſamen und Gottloſen dreuet/ daß Er ſie ihren Feinden u Knechten uͤbergeben/ und der Dienſtbarkeit unterwerffen wolle/ Deut- 198. Heut. 24, Fer. 11. Aber ſo elend und jaͤmmerlich/ ſo arm und un⸗ Jerem. J7. ſelig die weltliche Knechtſchafft und Leibeigenſchafft/ ſo herniich/ aͤrtrefflich/ erwuͤnſcht und ſelig im Gegentheil die Knechtſchaffe G Ottes da ein Menſch in den Dienſt G Oites koͤmt/ und deſſel⸗ ben Leib/ und Seel⸗ eigen wird. Dann theuer und werth iſt ſolche edle/ freye Knechtſchafft: 1.(1) Daß ſie theuer erkaufft und zu wegen gebracht; Magno pre. dgpon der Apoſiel redet. Cor. 5. Ihr ſeyd theuer erkaufft/ . werdet nicht der Menſchen Knechte/ das iſt dienet nicht den 1. Gor.7,v. 3 Menſchen dieſer Welt in allerley Suͤnden zu ihtem Gefallen/ 1.SO7eY, z ſondern bleibt in dem Dienſt G Ottes/ als der euch theuer zu ſeinen Knechten erkauffet hat. Welches in der Außlegung des andern Artickels Chriſtliches Glaubens etwas deutlicher vom H. Luube. do erklaͤret wird/ da wir mit allen Glaͤubigen bekennen daß IE⸗ us CHriſtus GOttes und Marien Sohn uns erloͤſet ha⸗ be von allen Sünden/ ꝛc. auff daß wir ſein eigen ſeyn/ und in ſeinem Reich unter dhn leben und Ihm dienen/ in ewi⸗ ger Gerechtigkeit/ Vnſchuld und Seligkeit. 2.„(2.) Daß ſolche ſelige Knechtſchafft mit eitel koͤſtlichen/ Res pretio: ſwerthen Geſchaͤfften und Vbungen umbgehet. Der Apoſtel be⸗ Serrsctat. greiffts mit einem Wort/ Rom. 4daer ſagt Nun hrſeyd wor⸗ Bom, 6. den von der Suͤude/ ſo ſeyd ihr Knechte worden der Ge⸗ rechtigkeit. Iſt alſo die Gerechtigkeit das 342 und Watl/ in welchem ſich die Glaͤubigen allezeit finden laſſen/ da der Apoſtel die Juſtitiam unierſalom, die jenige allgemeine Gerechtigtel bet⸗ Keht die alle Chriſuliche Tugenden in ſich begreifft/ welche ndas allerfoͤſtlichſte Werckiſt. 3. 63.) Weil dadurch der Menſch ſelbſt vor Gecc dem flowiner in Eyrn/demer dienetſtagleh werthen leber und angened ner win⸗ ——————.——————————,—— —— 8——— 8—*———— wieder HERRſelber zu ihnen ſagt N². 45. Du biſt werth vor eontpecku meinen Augen geachtet/ du mein Knecht Jacob; darumb Hei prerio⸗ muſt du auch herrlich ſeyn/ und Ich habe dich lieb. Wie ſos reddit. hoch muß der theure Prophet Daniel ſeyn erfreuet worden/ als ihm der Engel Gabriel auß Goͤttlichem Befehl anzeiget/ er ſey bey G Ott lieb und werth: maſſen die Wort des Engels lauten Dan. Dan 9.& 10 , v.. Du lieber Mann/ dubiſt lieb und werth. Woher kam aberſolches? Daher /daß er ein treuer Knecht war des leben⸗ digen G Ottes. (4.) In dem ſie nichts andets/ dann die eigentliche aller⸗ 4 wertheſie geiſiliche Freyheit iſt. Gar wol laͤſt ſich hier plirren, Eſtapſapte- was. Corintb. 7. ſiehrt: Wer ein Knecht beruffen iſt in dem dioa Hibeß. Sues Hrrn der iſt ein Gefreyter des HErrn. Indem Augen⸗ n tt blich da er in den Dienſt G Ottes tritt koͤmt er iur wahren Frey⸗ veit der Kinder G Ottes. 1.COf. 7.V.12 2. Iſt auch die Knechtſehaff GOCtes/ davon alßßie der ². 1 2 Daoid redet/ Res jucundiſſima, ein überauß⸗ lieblich und er⸗ Res jucun⸗ creulich Werck/ deſſen Suͤſſigkeit warhafftig alle die jenige diſſima, meclen/ die mit rechtſchaffenem Hertzen in den Dienſt O Occ⸗ neetten. Dann ſolte das nicht wahr ſeyn/ was in dem 19. und 119. Pſalmen etliche mal wiederholet wird: Die Rechte des HErrn ſind lieblich/ die Gebot des HErrn ſind ſuͤſſer dann Honig und Honigſeim/ nemlich dem/ der ſie haͤlt; ſolte die Ber⸗ Heiſſung unkraͤfftig feyn/ a. 65. da der HERRſagt: Meinlle Rſa. 65. v.zz⸗ Knechte ſollen froͤlich ſeyn/ und für gutem Muth jauch⸗ zen; das ſey ferne: es bleibet viel mehr ewig wohr/ was Sitach ſgt 2. Cop. Es iſt nichts beſſers dann GOtt fuͤrchten/ und 3t3 137. n hes füſſers/ dann auff GOttes Gebot achen. 3. Endlich iſt dieſe Knechtſehafft GOttes Res Fudtuoſts- hma, das allernuͤtzlichſte Ding. Nuͤtzlich nicht eigentlich Kes fän iu- b GSOE dem HErrn/ ſondern welches eine rechte wunnderbare oſiſſima⸗ Knechtſckafftiſt ihnen den Knechten ſelbſt. Wer in dieſer Welt 8 n 1051 Die achte Predigt ein Knecht iſt/ muß ſeinem Henn Nuß ſthaffen /demſelhen exem. P gratia, den Acker bauen/ die Fruͤchte einſam̃ien/ des Viehes warxtenc. und alles/ was einkoͤm̃t lieffern: der Herr behaͤlts dann vor ſich/ und gibt dem Knecht uͤber ſeinem geringen ohn nichts. Aber G Ottes Knecht iſt/ der hat den beſten Nutzen ſeines Dien⸗ ſies fuͤr ſich einzunehmen und zu empfahen. Dann totunn, gvod redle colitur, OEIIS„ Bomini prodest non DE 9, das alles/ was ein Menſch im Gotrtesdienſt verrichtet/ nutzet ihm dem Menſchen/ und nicht GOtt. b Dann wie die Ooitloſen/ die G Oetdem HErrn nicht die⸗ nen wollen/ nur ihnen ſelbſten die groͤſte Vngelegenheit und Schaden verurſachen/ G Ott dem HErrn aber keinen Schaden zufuͤgen koͤnnen: Alſo im Gegentheil/ wann wir Ihm als treue Knechte dienen/ haben wir den Nutzen davon und nicht Er. 6 wir klat befinden/ wann wir auff den Augenſchein gehen; Dann /lieber Menſch bedencke/ wann du G Ottes Wort fleiſtig anhoͤreſt/ betrachteſt/ lerneſt/ und Tag und Nacht deine Luſt dran haſt/ wem nutzet es? G Ott dem HErrne Nein) kei⸗ nes weges/ dann das waͤre eben ſo verſtaͤndig geredt/ aſs ſo einer ſagte/ wann er der Sonnen Liecht brauchte/ ſo dienete erder Son⸗ nen/ und die Sonne nicht ihm: oder wann er auß einem Brun⸗ nen truͤncke/ ſo thue er dem Brunnen eine ſonderbare Gutthat/ a aber empfahe nichts. Du ſelbſt wirſt ſa lieber Menſch/ durch de fleiſſtge Handlung Goͤttliches Worts erleuchtet/ mit Weiß heit und Berſtand begabet/zu G Ott gezogen/ und mit herrlichen Su⸗ genden gezieret. Alſo wann du GOtt anruffeſt und biteſt/ wer hat den Nutzen darvon? Abermal nicht G. O&/ ſondern du/ der du durchs Gebet geiſtliche und leibliche Guͤter dErinſei⸗ nem Wort verſprochen/ erlangeſt. Wann dur das heilige Abendmahl braucheſt nach C Hriſti Befehl/ wer hat Nutzen darvon? Freylich nicht Cyoriſtus dein HEn/ ſendern aunaſan 4 über den taz. Pfalim. 5,8 an Diener und Knecht biſt: dann da empfaͤheſt du ja die Verſi⸗ cherung der Vergebungdeiner Suͤnden/ Gerechtigkeit und Se⸗ lgkeit. Wann du dem Nechſten die Wercke der Liebe be⸗ weiſeſt/ die Hungerigen ſpeiſeſt/ die Durſtigen traͤnckeſt/ die Nackenden bekleideſt die Krancken beſucheſt/ ſo haſi zwar du und dein Nechſter Nutz davon’ nicht aber/ eigentlich davon zu eden/ dein HERR CHriſius der gleichwol ſolches Ihme zu⸗ ſchreibet/ als haͤtteſt du es Ihme gethan/ und dich mit zeitlichem und ewigen Segen vielfaͤllig dafuͤr belohnen thut. Sum⸗ ma) wann wir durchgehen alle Stuͤcke des Gottesdienſis und W Chriſtlicher Bbung/ bezeuget das Werck ſelbſt/ daß da mit nicht GOTC dem HERXN/ ſondern uns genutzet wird. Wie der Ackermann/ der ſeinen Acker fleiſſig bauet/ nicht dem 1 Acker ſondern ihm ſelbſt Nutzen ſchaffet/ er ſamlet zu ſeiner Zeit die Fruͤchte ein/ und geneuſſt derſelben: Alſo wer im Dienſte des HERR trew iſt/ machet GOcC den HER⸗ REx damit nicht beſſer; er aber der Menſch wird reichlich oceſſert/ und empfaͤhet zu ſeiner Zeit vielfaͤllige Frucht/ zeitll⸗ che und ewige, mit welchen uns allen auch GOTE der HAR auß Gnaden beſeligen wolle umb C HRIJSSI willen/ Amen. b Weil wir dann nun alſo die ſieben Buß⸗Pſalmen des Koniges und Propheten Davids mit Erklaͤrung zu Ende ge⸗ racht/ und es aber heiſſet/ laut des us. Pſalms: Non nobis Domine, Nicht uns HERR/ nicht uns/ ſondern deinem Namen gib die Ehre: Als dancken wir Dir auch viel⸗ guͤtiger GOTT)/ von Grund unſers Hertzens/ daß Du uns eerzu nicht allein Geſundheit/ Staͤrcke und Krafft verliehen/ daß wir in offentlicher Verſamlung ſolche Predigten haben halten und verrichten/ ſondern auch Gnade und Verſtand ge⸗ cben] daß wir ſolche Predigten auß den ſieben Buß⸗ Pſal⸗ Pppppr men 1034 Dite achte Predigt uͤber den 43. Pſalm. men Koͤnigs Daoids zu Wercke richten koͤnnen. Verlei⸗ he’/ Water aller Barmhertzigbeit/ daß alle/ ſo dieſe Pre⸗ digten gehoͤret/ zu wahrer Bußfertigkeit/ Gottſeligken und Chriſtlichem Leben moͤgen erwecket worden ſeyn, und drauff empfahen das ewige Leben und die ewige Seligkeit. Laß dein Reich/ O him̃liſcher Vater/ in die weite Welt außge⸗ breitet werden/ daß dein gebenedeyter Name allenthalben/ an allen Orten der Welt/ geheiliget werde/ und alle Poͤlchen mit einhelligem Munde Dich anſingen und ſagen: Ehre ſey dem Bater und dem Sohn/ und dem Heiligen Geiſte/ wie es war im Anfang ietzt und immerdar/ und von Ewigkeit zu Ewigkeit/ Amen. “ 98 4 8 45 822eee en Regſſter/ darin die allerdenckwuͤrdigſten Sachen und Materien/ ſo in dieſen Buß⸗Predigten angeführe. und abge⸗ handelt werden/ begriffen/ Nach des in GOtt ſeeligen Autoris Tode verfertiget b von David Grafundern/ der Schulen — zu Cuͤſtrin anitzo Sub kectore- gegeſſen und getruncken. 654. 1 ABel: Vnterſcheid des Opffers Ca. Aibsneher M. ſtoſſet einen Soldaten 142 ins und Abels/ und wie GOTT dem auß ſeinem Krieges⸗Volck/ der erſt die Cain zugeruffen. 34. b Waffen putzte/ da er ſtreiten ſolte. 71. Ach: Was wir uns bey dem Woͤrtlein Alexandri Sprichwort: Regium eſt be- Ach zu erinnern/ ſonderlich daß im ne facere& malè audire. 345. menſchlichen Leben lauter Ach und Kla. Alexander nach dem er Chium erſto⸗ gen ſey. 37. Das Woͤrtlein Ach ein chen. wil ſich ſelber wieder entlei⸗ nachdencklich Woͤrtlein 74. ſeg. Wo ben. 691. das Ach mit Andacht und Ernſt ge⸗ Alexander M. als er den Darium uͤber⸗ ſprochen wird/ gehet es ohne Nutz nicht wunden/ nnd ihm von der Beut ei ſehr abe, 59. b koͤſtliches Kaͤſtlein dargereichet ward/ Achab thut heucheliſche Buſſe/ und erlan ſahe er es mit Verwunderung an und er dennoch dadurch Abwendung der ſagke/ man ſolte des Homer Buch/ Straffe. 137. Iliada genand/ darein legen. 825⸗ Agathocles hat zu Erinnerung ſeiner Alexander Magnus, da er noch ein Kna⸗ Starblgkeit auß irdenen, Gefaͤſſen be von Jahren war/ und von erli⸗ ““ Pppppy ü m — 3 3 4 8 4 — 8—-— 8* ward: Od er nicht im Sradio Olym. pied mit in die Wette lauffen wolte/ Antworrtete er: Libens eqvidem de- certarem, ſi decertaturos mecum Re- ges ſim habiturus. 98r. Allmaͤchtig: GOtt iſt nicht allein unend⸗ lich/ ſondern auch allmaͤchtig. 710. ſeg. Wozu uns GOTtes Allmacht dienen ſolle. Jur. b Alphonſus ein Chriſtlicher Koͤnig. 345. Fuͤhret einen Pelican mit dieſem Sym⸗ bolo: pro lege& grege. 409. Altar. Altar bawen iſt nicht ein von Men⸗ ſchen gedichtetes Werck/ ſondern von GOtt beſohlen. 603. Ambroſius, als er auff dem Todt⸗Berte lag/ und viel von Adel ihn vermahne⸗ ten/ er ſolte GOtt ums Erlaͤngerung ſeines Lebens bitten/ ſprach er: Ich habe gelebet/ daß ich mich nicht ſchaͤ⸗ men darff laͤnger zu leben/ qvia tam bonum Dominum habemus, 918. Amurates, der ander Tuͤrckiſcher Kaͤyſer auß Schwermuht geſtorben. 309. Anaſtaſius Kaͤyſer zu Conſtantinopel/ wird ein Arrianer. 550. b Andacht/ das beſte beym Gebete. 157. ſeq. Anfechtung. Ohne Anfechtung laͤſſet GOtt die ſeinigen nicht: Laͤſſet ſis aber auch nicht darinnen ſtecken. 14. Bey der Anfechtung wegen Auffſchie⸗ bung der Huͤlffe muß man mit dem 9 Oeha nchr eſdiren 628. feg. Angerona bey den Roͤmern ein Bild mit Regiſter. b chen/ die ſeines Alters waren/ gefeaget Angeſicht GOttes was es hei ſſe Sin it. 6 Von wem ſich GOtt der HErr d 1993 digem Angeſicht wenden wolle, 69). Werbergun GO Ttes Antlitzes zweyer⸗ ey. 635 35. Was das Verbergen GO Ttes Antlitzes in ſich halte. 637. Angſt. In Angſt der Suͤnden ſollen wir uns zu GOtt dem HErrn wenden und warumb. 464. Erkaͤntnuͤß der Suͤnden macht groſſe Angſt. z0. Angſt des Hertzens iſt die groſeſte Angſt und Noth. 307. Wie die Seelen⸗Angſt einen Menſchen zurich⸗ te. 317. Seelen⸗Angſt ein Bild und Vorſchmack des Todes und der Haͤl⸗ len. 960. Daß GOtt der HERR den ſeinigen Angſt und Truͤbſal zufuͤge/ ſo wol mittelbahrer als unmittelbah⸗ rer Weiſe. g10. Angſt⸗Beladene werden von G Ott erquicket, 1004. Antinomi. der Antinomer Lehre und Irrthumb. 395. Antonius ſiehet im Geſichte die gantze Argliſtigkeit/ was fuͤr Schaden darauß entſtehe. 92. b Argwohn ein ſchaͤndliches ſchaͤbliches Ding. 319. Arme und Nothleidende werzen von GSOtt erquicket. 300 ½3 Armuth. Troſt fuͤr uns alle widet alle Trauernis in Armuth 47/½.. Aſche. Warumb das Brod der Bettüh⸗ rr bundenem uñ verſiegeltem Munde.338 3 00 4 dgr. ten Aſche genand Sebe, on. Anliegen ſoll man von ſich ſagen. 10.it. 7. Welt voller Stricke und Netze. 322 24, Blute. 1024. Auffrichtigkeit des Koͤniges Davids ge⸗ geen ſeine Feinde. 87. Was uns zur Auffrigtigkeit anmahnen ſolle. 88. Belohnung und Nutz der Auffrichtig⸗ keit. 328. Auge GOTtes was es heiſſe. 180. 448. G8T ſiehet/ wie ſich ein Ding ver⸗ haͤlt. 317. Wie ſolches zu verſtehen/ wann von Aagen habe. 816. feg. Auguſtinus laͤſſet die Buß⸗Pſalmen an die Wand vor dem Bett mahlen. 5. 8. Beicht. Wie wir unſere Sünden ſollen 104. Wil keine Verleumbder an ſei⸗ nem Tiſche wiſſen. 334. Auguſtus der Kaͤyſer liebete die Poeten ſchen dem Virgilio, hatte/ ſpr GOtt geſaget wird/ daß Er Regiſter. Attila der Tyrann erſticket in ſeinem der Barmhertzigkeit GOttes ſollen wir uns troͤſten in der Noth.„17. GOrr der HErr gebraucht ſich ſeiner Gerech⸗ tigkeit und Barmhertzigkeit. 788. Baſilius Camaterus Patriarch zu Con⸗ ſtantinopel gibt einen Revers dem Kaͤyſer Andronico, daß er ein Placen⸗ tiner ſeyn wolle. 396. Begierde. Luſt eines Chriſten an GOtt und geiſtlichen Dingen: Im Gegen⸗ theil Begierde und uſt der Gottloſen am Fleiſch und weltlichen Dingen. 977 Der Menſch hat unterſchiedliche Be⸗ gierde. 300. beichten. 439. Bekehrung. Warumb etliche bekehret ſehr/ und hatte ſie allezeit uͤmb ſich. Als er nu einsmals ſaß zwiſchen Ho. ratto, der immer ſeufftzete/ und zwi⸗ der boͤſe Augen ach Auguſtus⸗ IIle lacry- V werden/ etliche nicht. 78. 562. Der Menſch kan bey ſeiner Bekehrung nichts thun; ſondern GOtt muß ſie in ihm wircken. 250. 500. In der Be⸗ kehrung ſollen wir mitbringen einen mas inter ſedet& ſuſpiria Cæſar. 94⁰ B. Bärmhertzigkeit GOttes/ wie wir uns icht verza⸗ an derſelben halten und n gen ſollen. 44. ſeq 67. GOTTES Barmhertzigkeit iſt die Seule/ darauff ſich unſer Gebet/ Glaub und Hoffnung gruͤndet. 6 6. Wer auff GOTtes Barmhertzigkeit ſuͤndiget/ der wird mit Vnbarmhertzi em wir gedencken an GOttes Barm⸗ ertzigkeit/ wird der Glaube in uns ge⸗ ſtarcet. 15. Was Gottes Barmhertzig⸗ keit ſey und wie ſie beſchaffen. 314. Mit ohn Vnterlaß. 9 8. Warumb 6 betruͤbten Geiſt. 0. Belohnung GOTtes. GO2T belohnet wol/ die auff Ihn hoffen und Ihm die⸗ nen. 211. Beſcheidenheit des Davids gegen ſeine Feinde. 100. 3 Beſtaͤndigkeit. Zur Zeit der Noth be⸗ ſtaͤndiglich auff den HErrn zu harren. gkeit gelohnet. 410. In 352. Gegen GOtt beſtaͤndig zu ver⸗ bleiben. 143.874. 8 Beten iſt eine ſchwere Kunſt. 1. Vnter⸗ ſcheid des Weinens/ Flehens und Be⸗ tens. 97. Beten ſoll man ſtets und Ppppyp iij zu GOtt beten ſolle. G20. ſeq. Beten ſollen die Vnterthanen fuͤr ihre Obrig keit; und hingegen wieder die Obrig⸗ keie fuͤr ihre Vnterthauen. 591. Im Jammer und Elend ſoll man beten. 61I. 623. Beten ſoll man uͤmb die zeit⸗ lichen Guͤter mit Bedingung/ uͤmb die geiſtlichen ohne Bedingung, 614. ſeq. Beten ſoll man an allen Orten/ vor⸗ nemblich in der Kirchen. 616. In weſ⸗ ſen Nahmen wir beten ſollen. 618. Singen und beten ſtehet nicht allein denen im geiſtlichen Stande zu; ſon⸗ dern auch allen und ieden. 798. ſeg. Beter. Welches da ſeyn/ die faulen und ſchlaͤfferigen Beter. 921. Betruͤbt. Ein betrübter Chriſt ſoll ſeine Noth von ſich ſagen. 10. 37. Blut C Hriſti/ was es fuͤr herrliche Krafft und Wirckung habe, 497. Blutſchulden. Was durch die Blutſchul den verſtanden werde. 565. Boßheit. In der Welt lauter Boßheit/ da einer dem andern uͤpel wil. 3²8. Brod. Dreyerley Brod in heil. Schrifft zu finden/ an welchem wir uns in un⸗ ſeem Leben zu halten haben. 682. Buͤcherdrucken iſt ein groſſes Gnaden Werck GOttes/ und wer ſolches zu erſt erfunden. 755. ſeq. Buß ſoll man thun/ weil unſere Wieder⸗ geburth unvollkommen wegen der Suͤnde.. Zur Buſſe ſollen wir uns reitzen laſſen. 8. Buß wollen die Gott⸗ Regiſter. V iſcher/ Griechiſcher und Lateiniſcher Sprache. 16. Buſſe nicht auffzuſchle⸗ ben. 5. 103. Sondern in ſteter Buſſe zu leben. 71. Rechte Buſſe muß ſen eine Hertzens⸗Buſſe. 75. Auff wahre Buſſe ſoll erfolgen Auffrichtigkeit ge⸗ gen dem Nechſten. 88. Buß und Ver. gebung der Sunden wird allen Sün⸗ dern geprediget. 1143. Das erſte el⸗ ſential Stuͤck wahrer Buſſe/ nemblich Erkaͤntnuͤß und Bekaͤntnuß/ Reu und Leid. 127. leq. Wie es zu machen/ daß man rechte Reu und Leyd uͤber die Sunde empfinden moͤge. 129. Das ander eſſential Stuͤcke der Buſſei wahrer Glaube. 133. In dieſem zehen muß Buß gethan werden; nach die⸗ ſem Leben iſt kein Raum zur Buſſe. 136. Achab that heucheliſche Buſſe/ und erlanget dennoch Abwendung der Straffe/ nicht daß GOtt die Heuche⸗ ley billige; Sondern daß Er bezeuge/ wie ſehr Ihm gefalle die rechte Buſſe. 137. Buß⸗begitrige/ wie ſie zu dem Grad der Buſſe des Davids gtlangen moͤgen. 76. Buß und Geber gehoͤren zuſammen. 140. ſeq. 607. Warumb auff ſo viel Buß⸗und Bet⸗Tage/ den⸗ noch nicht beſſere Zeiten erfolgen. 1. ſeg. Des Zöͤllners ſeine Buß wird kuͤrtzlich beſchrieben. 142. Buß iſtvor dem Fall nicht von noͤthen geweſen. 653. ſeq. Buſſe muß GOtt in uns er⸗ wecken. 173. 250. Den Wegzur Buſſe loſen nicht thun. 9. Bedeutung des Woͤrtleins Buſſe in Deutſcher/ Ebre. zeiget uns GOtt in ſeinem Worte 176. Warumb wir ſollen Buſſe thun. 90. 4⁰ —⸗⸗.— ————— —— 1 8—„ 4 3— “ 5 8* 8 4 ³ “ 4 wen 4 2“ —*-—— 8*— en 2 402. Buß ſoll auch die Dbrigkeit thun und wie ſolches von ihnen geſchehen kan. 242. Freude im Himmel uͤber ei⸗ nen Suͤnder/ der ſich bekehret und Buſſethut. 220. Buſſe bringet GOtt gefallen/ nicht Buſſe thun und Verge⸗ 383. Paͤbſtler gehen vor/ die Buß ſey Guͤnden erlanget werde. 425. Daß werden/ iſt ohne Noth. 429. 419. Die uußfertig. Der Bußfertigen Beloh⸗ Regiſter. und Menſchen wieder zuſammen. 277. In der Buſſe ſollen wir mitbringen ei⸗ nen betruͤbten Geiſt. 306. Der No vatianer/ Donatiſten und Wieder⸗ taͤuffer Irrthumb/ daß die jenigen/ ſo bung der Suͤnden erlangen koͤnnen⸗ ein Mittel dadurch Vergebung der alle Suͤnde bey der Buß ſpecificiret zwey weſentliche Stuͤcke der Buſſe/ als Reu und Leyd uͤber der Sunde/ und der Glaube an CHRIſtum entſtehen auß dem Geſetz und Evangelio. 477. Auff gethane Buſſe muß man von Suͤnden abſtehen. 536. Woher es komme/ baß nicht alle Menſchen Buſſe thun. 562. 178. Daß auch wahre Buſ⸗ im Alten Teſtament gethan⸗ welches die Paͤbſtler leugnen. 687. Fruͤchte der Buſſe. 137. nung. 34. ſed. Ein bußfertiger Menſch muß im neuen Gehorſam fortfahren/ ſonſt iſt ſein Geber nichts. 142 ſeq. Beweiß/ daß die bußfertigen Chriſten eine Freude des Geiſtes. 224. Ein dußfertiges Leben macht gar leicht das gedencken an GOtt. 373. GOttes gnaͤdige Junelgung gegen die Bußfer⸗ tige/ und wodurch wir derſelben koͤn⸗ nen verſichert ſeyn. 983. feg« Den bußfertigen Suͤndern iſt die gantze H. Dreyfaltigkeit mit groſſer Barmher⸗ tzigkeit zugethan. 889. Buß⸗Pſalm. Wie hoch die Buß⸗Pſalme zu halten. 4. Wann Herr Lutherus daran geſchrieben. ibid. Auguſtinus hat ſie offt mit weinenden Augen ge⸗ ſprochen/ und an die Wand vor ſeinem Bette ſchreiben laſſen. 5.10 4. Sind vor⸗ zeiten den armen Suͤndern vorgeleſen worden. 6. 104. Begreiffen in ſich drey Stuͤcke(1) Reu und Leyd uͤber die Suͤnde.(1) den Glauben an CHri⸗ ſtum.(3) einen neuen Gehorſam. 6. Sind ſehr nuͤtzlich hochangefochtenen Perſohnen. 11. Die Buß Pſalme lie⸗ ſet zuvor Caraffa ein Cardinal zu Rom/ ehe er ſich dem Hencker ſtrangu⸗ liren laͤſſet. 104. C. Clin. Vnterſcheid des Opffers Cains und Abels/ und wie GOtt dem Cain zugeruffen. 34. Carolus M. hat die Außtheilung der E⸗ vangelien und der Epiſteln auff die Son⸗ und Feſt⸗Tagen. durch Alcui- num und Datilum Longobardum ſei⸗ ne Caplaͤne angeſtellet und verordnek. 5§0. It. Er hat ihm ſtets unter dem Morgen⸗ und Abendmahl die Bibel und des Auguſtini Buͤcher de C. D. vorleſen laſſen. 973 Caro- Sarolus V. als er zu Gent in Flandern gebohren/ ſchenckten ihm die Aepte zum Paten⸗Gelde die Bibel. 4 9. Cherubim. Erklaͤrung des Geſichtes Ezech. 41. da am Hauſe des HErrn allenthalben Cherubim geweſen. 820. Chor. Im Chor ſingen/ was es ſey. 798. Im hoͤhern Chor zu ſingen/ was es ſey. 802. Chriſten koͤnnen in dieſer Welt ohne Creutz und Leiden nicht ſeyn. 2. Koͤn⸗ nen die Zeit nicht beſſer als mit GOttes Wort vertreiben.. Der Chriſten Weinen und Thraͤnen ſind nicht umb⸗ ſonſt. 15.. Rechtſchaffene Chriſten werden vergli⸗ chen mit der Sonnen⸗Blumen. 338. Eines Chriſten hoͤchſtes Werck iſt GOtt loben. 163. b Ein Chriſt muß ſeyn rectus corde, auff⸗ richtiges Hertzens/ und was fuͤr Freude er dabey habe. 239. Vns ein erfreulicher Nahme/ daß wir Chriſten genant werden. 658. Chriſten ſind in ihrer Einſamkeit und Betruͤbnis nicht allein. 665. Chriſten ſollen ihnen ihr Creutz und An⸗ liegen nicht vermehren. 667. Chriſten ſollen wachen und was ſolches wachen ſey. 671. Rechtſchaffene Chriſten muͤſſen vielen Feinden herhalten. 672. b Wahre Chriſten werden verglichen mit einem Lerchen⸗Baum. 878. Rechtſchaffene Chriſten werden noch heut Regiſter. Rechtſchaffener Chriſten Prebe 933 Eines Chriſten beſte Luſt und Begierde. 977. Chriſtenthumb. Die Beſchaffenheit des Chriſtenthumbs/ in dem es mit einem der da wandelt verglichen wird. 179. In unſerm wol angefangenem Chriſten⸗ thumb ſortzufahren. 204. CHriſtus iſt nicht allein ein Menſch/ ſon⸗ wegen Macht Sündezu vergeben. 62. CHriſti Angſt wegen unſerer Suͤnden a. lich. 83. ſeq. b V Warumb Chriſtus das beſte thun muſ⸗ ſen bey Vergebung der Suͤnden. zu. CHA Iſtus mit allen ſeinen Wolthaten und Verdienſt iſt unſer Schirm. 86. CHR Iſti unſichtbahre Gegenwart wil rechtſchaffenen Chriſten zuweilen be⸗ ſchwerlich ſeyn. 27. Beweiß daß CHriſtus ſey der EHOVA und wahrer GOTT. 707. Worzu uns ſolches diene/ daß Chriſtus wahrer GOtl. 708. leq. Wir werden durch CHriſtum von Suͤnd/ Todt/ Teuffel und Hoͤll errettet. 19007. Warumb CHriſtus in dieſe Welt kom⸗ men. 985. ieg. Zu CHriſto ſollen wir eilen/ wann wir geſuͤndiget. 477. LᷣHriſti Blut/ was es fuͤr Krafft und herrliche Wirckung habe. 497. Was wir an CHRIſto haben/ nemhlich Freude und Huͤlffe/ und wem Er ſol⸗ ches wieder fahren laſſe. 543¼ Hat zu Tage vom Teuffel verfolget. 973. — ůõõ 4— ——— 5 3 —————-—--A—— uns gehol von Suͤnden pid. uns geholffen 2 Suͤnden Wae dern auch GOttes Sohn/ und hat deß⸗ EHriſti Gerechtigkeit iſt uns ſehr troͤſt⸗ Regiſter. Wezu Er dann geholffen/ nemblich zur Seeligkeit. 544. CHriſtus iſt wegen unſerer Suͤnde ſehr uͤbel zugerichtet worden. 657, CHIſto hangen viel Voͤlcker an. 733. CHriſtus iſt ohne Suͤnde. 835. CHriſtus wird in heili⸗ ger Schrifft David genennet und war⸗ umb. 904. ſeq. Daß es nicht unrecht ſey/ von GOTT und ſeinem Sohn CHR Iſto zu ſchreiben. 754. Von CHriſto wird ſonderlich geprediget in dem Gnaden⸗Neich der Chriſtlichen Kirchen. 763. Chriſti Reich iſt an kei⸗ nen gewiſſen Ort und Volck gebun⸗ den. 765. Daß der ewige Sohn GOt⸗ es ChHriſtus ſey ein Schoͤpffer Him⸗ mels und der Erden. 782. Verglei⸗ chung Chriſti mit der Lade des Bun⸗ des. 716. Auff CHRIſtum hat man jederzeit geſehen. 721. ſc4. Vnd ha⸗ ben die Alten ein gros Verlangen nach Ihm getragen. 723. 734. Warumb man ſo eben auff CHriſtum ſehen ſoll. 26. Was wir durch CHriſium erlan⸗ gen. 728. feq. Warumb ſie ſchon im Alten Teſtament ein gros Verlangen nach CHriſti Reich gehabt. 736. Cleanthes, als er gefraget ward/ was Traurigkeit ſey/ gab er zur Antwort: anime reſolutio. 777. Cochab ein Jude ſchreibet GOTT dem HErrn vor/ wie der Meſſias ſoll be⸗ ſchaffen ſeyn. 44. Colneas ein Prieſter bey den Heyben bauet Litern in den Himmel zu ſtei⸗ gen. 9n. b Conſtantinus der Kaͤyſer hat allezeit die Predigten ſtehend und mit entbloſſe⸗ tem Haͤupte angehoͤret. 560. It. hat ihm die Bibel vortragen laſſen/ wo er hingereiſet. 973.— b Conſtantinus M. bauete nicht allein hin und wieder ſchoͤne Kirchen/ ſondern richtete auch durch einen Befehl die zer⸗ ſtoͤrten Chriſten⸗Kirchen wieder auff/ und verwandelt die heydniſchen Goͤ⸗ tzen⸗Tempel in Chriſten⸗Kirchen. 605. M. Craſſus als er von den Parthis gefan⸗ gen ward/ ward ihm geſchmoltzen Gold in den Hals gegoſſen mit dieſen Wor⸗ ten: Aurum Craſſe ſitiſti, aurum ad ſaturitatem bibe,. 5 2. Creutz. Chriſten koͤnnen in dieſer Welt oh⸗ ne Creutz nicht ſeyn. 2.14. Iſt gar nicht ein Zeichen Goͤttlicher Vngnade. 12. Muß den Frommen zum Beſten ge⸗ deyen. 14. Mit Creutz und Elend ſind wir Menſchen in dieſem Leben umbge⸗ ben. 37. Komt inſonders den Kindern GOTtes obhanden. 39. Wann der Menſch in Creutz ſteckt kan er ſich nicht ſchicken in GOttes Verzug. 63. ſe. Troſt in Creutz und Verfolgungen. 151. Ottes Schutz in Creutz und Gefahr. gr Im Creutz ſoll man GOtt nicht Maaß und Ziel ſetzen. 184. Vnterſcheid zwiſchen dem den der Frommen/ und Plagen und Straffen der V ſen, 216. In und beym TCreu G9tt gedultig zu ſeyn. 368,1 93 Jaa Creutz und Lei⸗ zwiſchen den Gottlo⸗ Creutz und Leiden gegen 2.1t.§§ Wang Regiſter. Wann ein Menſch in Creutz und Vngluͤck preiſen. 69. Koͤnig David hat gefuͤh⸗ ſtecket/ hat er mehr Feinde dann Freun⸗ ret eimzwiefaches Ampt. 55§5. 3 de,. 318. Im Creutz und Elend ſoll David/ was das Wort heiſſe. 904. man beten⸗ 611. it. 623. Warumb Chriſtus in heil. Schrifft Creutz befordert zu GOTT. 623. Vnſer David genennet werde. ibid. Ccreutz und Elend vergehet bald. 656. Demetrius ein Koͤnig wolte keine Suppli. Chriſten ſind in ihrem Creutz und Ein⸗ cation durchleſen/ endlich ließ er auß⸗ ſamkeit nicht allein. 6666G. ruffen/ wer zu luppliciren haͤtte/ der Chriſten ſollen ihnen nicht ſelbſt ihr Creutz ſolte ſein Klag⸗Libel einlegen/ man wol⸗ und Anliegen vermehren. 667. ee ſie gnaͤdiglich durchſehen. Wie ſol⸗ Durch Creutz und Leiden muͤſſen wir ein⸗ ches geſchehen/ nimbt er ſie alle und ggehen in die ewige Herrligkeit. 677. wirfft ſie is Waſſer 719. leg. Warumb Creutz und Leiden GOTT der Demuth. Der wahren Demuth wir uns HERR uns Menſchen wiederfahren befleiſſigen ſollen beydes vor GOtt und laſſe, 965. den Menſchen. 29 2. GOtt laͤſſet die ſeinen erſtlich im Creutz Diogenis Antwort warumb er in ſeinem außſchwitzen und letzlichen kount Er, Alter ſo fleiſſig ſtudiere/ als in ſeiner mmit der Huͤlffe hald. 9goo. AIJugend. 204. Niemand ſoll in ſeiner Noth und Creu Ein Doctor zu Wien/ wie er ſich mit ſei⸗ an GOttes Gnade zweiffeln. 737. nen Gedancken geplaget auff ſeinem Bnſer Creutz/ Jammer und Noth iſt Sieg⸗Bette/ und endlich durch Er⸗ kheils aͤuſſerlich/ theils inuerlich g12. greiffung des Verdienſtes C.hRoIſti Worzu uns Creutz und Trübſal dienet. davon befreyet worden. 67, feq. 8 33. Vnter dem Creutz ſollen wir das Oonatiſten Vrſprung und kehre/ daß ein liebe Gebet zur Hand nehmen, und Menſch/ wann er gefallen/ nicht koͤnne unſere Stimme erheben. 817. Buſſe thun 3z. Draͤwung GOttes gehet auch groſſe Her⸗ ſſſͤ D. ren an. 267. D ncken und loben ſoll man GOtr zu Durſt der Seelen/ was fuͤr ein Gleichnis. gutker und boͤſer Zeit. 21. It, fuͤr ſei⸗ 975. ſeq. b ne Wolthaten. 113..— Danckſagung zu GOT wegen zu End⸗ 8 E gebrachter Erklaͤrung des Propheten Hebruch. Was für ein berruchtes La⸗ Daniels. 261. ſter und erſchrecklicher Gnuel Hurerey Dawpid wil gerne laͤnger GOTT 95 und Ehebruch 3z3S. errn hier zeitlich und dort ewiglich Ennbil⸗ 3 3—————— ——————————— ᷣ— —y————— —y— ſſͤbͤſſſſſ—— ——— nn 3 Regſſter. Einbilsung. Die Weit betläſet ſich auff Eyd GOttes. 167, feg. lauter Einbildungen und wird betto„.ã —————*—— 1—. 3———.— „ 8 gen. 316. Einſame Leute zu GOtt thre Zuflucht zu nehmen. 670. Einſiedler. Wie der Teuffel zu einem an⸗ daͤchtigen Einſiedler mit einem langen Regiſter kommen. 118. ſeg. Eitelkeit in allen Dingen. 236. Elend. Mit Elend ſind wir Menſchen in dieſem Leben uͤmbgeben. 37. Engel. Der Engel Werck iſt GOtt den HERRNloben. 164. Erklaͤrung des e Geſichts Apoc. 15 von den 7. Engeln/ ſo dem johanni geſchehen. 364. Ennius ruͤhmet ſich er habe drey Hertzen/ weil er drey Sprachen wuſte. 299. Enthuliaſten was es fuͤr Geſellen. 28.176 Epiphanius iſt genand worden iru NA ☛*† 300. b Erbſuͤnde vide Suͤnde. Erde. Ob Himmel und Erde dem Weſen/ oder den Talitaͤten nach vergehen werden. 784. Wann Himmel und Erde vergehen koͤnnen wir nicht wiſ b ſen. 786. Erkennen wases heiſſe. 427. Warumb wir GOtt erkennen ſollen. 702. ſeg. Erneuern was es heiſſe. 516. Sall unſerer erſten Eltern. Was es fuͤr J) einen ſchlechten Zuſtand mit uns Men⸗ ſchen nach dem Fall/ nemblich daß wir greoſſe Suͤnder ſeyn. 109. 496. Wie der Fall unſerer erſten Eltern anzuſe⸗ hen/ nicht als wann ſie allein geſuͤndi⸗ Falſch. Was da heiſſe Geiſt ohne falſch. 113. Falſchheit Was fuͤr Schaden auß der Falſchheit entſtehe. 92. (Feind. Des Koͤniges Davids Ernſt wi⸗ der die Feinde. 9z. David hat guten Grund wider ſeine Feinde zu bitten. 96. feq. Feinde des Davids ſind zwey⸗ erley. 100. Welcher Geſtalt wir wi⸗ der unſere Feinde bitten ſollen. 100. Wann der Menſch im Vngluͤck ſtecket/ hat er mehr Feinde/ als Freunde. 318. Troſt wider der Feinde diſt und Ge⸗ walt. 259. Drey Feinde/ welche einem jeden Chriſten das Leben ſauer machen. 672. GOtt verſtoͤret unſere Feinde. 1013. Ob David der Sachen nicht zu viel gethan/ wann er gebeten/ daß Erſchrecken. Was durch das Erſchrecken der Gebeine und der Seelen verſtan⸗ den werde. 48. feq. Eßen und Trincken ſoll man nicht uͤber⸗ Evangeum. Geſetz und Evangelium ind Haupſtuͤcke Goͤttlicher Lehre. 477, GOtt ſeine Feinde wolle ümbbringen. 1019. ſeq. (Ferdinandus II. als er zum Roͤmiſchen Kaͤyſer erwehlet und gekroͤnet ward/ ließ er Silberne und Guͤldene Muͤntze ſchlagen/ und außwerffen/ darauff eine Hand/ welche eine Krohne hielte auß Q94aaaa ü einer 8 Reg einer Wolcken/ daruͤber dieſe Wort ge. praͤget: Legitimè certantib. 1016. ſeq. fſer⸗ SOtt dienen/ was ſie auff ſch habe. 1028. Feuer. Die Suͤnde wird verglichen mieee was das Wort Fruͤhe in helliger dem Feuer. 645. ſeg. Finſternis. Dunckel und Finſternis/ was es in heiliger Schrifft heiſſe. 959. Fluchen. Ein ſchaͤndlich Ding entweder ihm ſelbſt oder andern fluchen. 675. Franciſcus Spira vid. Spira- Schrifft heiſſe · 983. Furcht. Ob man wegen bevorſtehende Straffen ſolle GOtt fuͤrchten, 26. ſed. Wie wir uns fuͤrchten ſollen. 269. Furcht iſt zweyerley piorum ſ. fllialis, impiorum I. ſervilis. 850. Freiſtaͤdte im Alten Teſtament ſind ein Fuß. Wancken der Fuͤſſe/ was es hedeu⸗ Borbild geweſen auff CHriſtum 9n, ſeg. Freude uͤber einen Suͤnder im Himmel der Buſſe thut. 220. Beweiß auß der heiligen Schrifft/ daß eine Freude dee Geiſtes in und bey rechtſchaffenen buß⸗ fertigen und glaͤubigen Chriſten. 224. Worinn die Freude des Geiſtes beſtehe. x22²7, ſeq. b te. 359. G. GEbet. Ob man ſich ſolle an gewiſſe Gebete binden. 21. Gebet ohn An⸗ dacht gefaͤlt GOtt nicht. 22. 1t. 57. Ge⸗ bet ſoll allein zu GOtt gerichtet ſeyn. 4 Gebet ſoll man vorbringen mit Weinen⸗ Gegenſatz der Freude des Geiſtes und der Welt Freude. 238. Daß unterſchied⸗ liche Freude. 537. Freund. Vnſer beſter Freund iſt GOtt. 278. Wann der Menſch in Vnglück ſtecket/ hat er mehr Feinde dann Freun⸗ de. 318. Freyer Wille des Menſchen in GOttes Sachen gilt nichts. 173. ſeq. Friderieus der Kaͤyſer geſagt/ daß man widerwertige Schmach⸗Reden ver⸗ ſchmertzen ſolle. 345. Fromm. Zuſtand der Frommen und Gott⸗ loſen. 662. b Gottſelige und fromme Leute werden ge⸗ haſſet. 1020. Die Jnechtſchafft der gromun/ i ſe 81. Mit dem Geber treiben die Gottlo⸗ ſen ein Geſpoͤtt 99. Das Gebet erfor⸗ dert GOtt und die Nuth. 100. Buß und Gebet gehoͤren beyſammen⸗. 40. ſeq. 607. Im Gebet GOit eine gewiſſe Noth vorzutragen. 160. Jen Gebet auff die geiſtliche Noth am mei⸗ ſten zu ſehen. 161, Die Heiden haben nur allein uͤmb das Zeitliche gebeten. 162. Wie ihm alſo auch etliche unter den Chriſten thun. ibid. Gebet iſt zweyerley/ ordentlich und ſon⸗ derlich. 168. Das Gebet erhoͤret GOtt gargerne. 17¹, ſe. Das Gebet muß geſchehen in wahrer Demuth und Beſtaͤndigkz49. Puſer Warumb man ſein Regiſter. Vnſer Gebet ſoll nicht umbſonſt und ver⸗ gebens ſeyn. 357. GOtt hat ein Wolge bet und erhoͤret ſolches gerne. 358. beet wird verglichen einer Harffen. 365. Im Gebet gen das Elend und Kirrchen. 613⸗ In weſſen Nahmen wir un richten ſollen. 6. Gebet GOTT dem HErrn vortragen ſolle. 610. fallen an unſerm Ge⸗ Bedraͤngnis der ſer Gebet ver⸗ Ge⸗ ſol man GOTT vortra⸗ ſey umb verkehrte Gehancken und ruchloſen Duͤnckel. aaz.. n Gedaͤcht⸗ Gedaͤchtnis. Ein Pſalm zur nis/ was es heiſſe. 244. Was GOttes und ſeines Sohns CHriſtt Gedaͤchtnis. 713. Daß GOTtes des HErrn ſein Gedaͤchtnis nicht allezeit unter uns, ibit. Gedancken ſind nicht Zoll frey 257:it. 300. Gedencken an GOTT macht ein gottſe⸗ liges bußfertiges Leben gat leicht. 253. Die ſo gar ſelten oder gaͤr ſchlecht an GOtt, gedeucken/ was dieſelben thun Beweiß/ daß GOtt unſer Gebet erhoͤren wolle. 621. Wie das Gebet ſolle ver⸗ richtet werden. 622. Beym Gebet ſoll man nicht zweiffeln. ibid. Durch das Gebet erheben wir uns und ſteigen zu GOtt. 624 Mit dem Ge⸗ bet muß man nicht auffhoͤren bey der Anfechtung wegen Auffſchiebung der b ſollen. 276. 3 edult. Mit Gedult muß ertragen. 2. it. S55. Die Wuͤrde der Gedult. 347. Nothwendigkeit der Gedult, 348. Gedult bey Ver⸗ leumbdungen. 335 Gedult ſoll man haben gegen ſeine Feinde. 344- In und beym G man das Creutz Huͤlffe. 628. fe gꝗ. Vnſer Gebet ſoll wachſen mit der Noth. 630. Zu wem unſer Gebet zu richten. 718. Wie unſerer Andacht im Gebet ie oͤher und hoͤher zu kowmen. 803. Vn⸗ er Gebet muß bußfertig ſeyn/ wo es GOtt ſoll erhoͤren. 805. Vnter dem Creutz ſollen wir das liebe Gebet zur Hand nehmen/ und unſere Stimme er⸗ heben. 817. Vnſer Gebet komt gewiß vor dem HErrn/ und wird erhoͤret. 926. Vnſer Gebet hat zweene Gruͤnde GOTtes Gerechtigkeit und Warheit 4 A. Gedangen. Was fuͤr ein boͤſes Ding 6 V I zu ſeyn. 368. Im Truͤbſal gedultig zu ſeyn. 654.857: feq. it. 9 58. Was uns darzu anhalten ſoll⸗ 878 b efahr. In was fuͤ n Creutz und Leiden ge⸗ dultig gegen GOtt r Gefahr wir von Na⸗ tur ſtecken. 179. Was muthwillige Gefahr verurſache. 778. Daß wir von Natur alle in groſſer Noth und Gefahr ſtecken. 997. Gehen/ was es fuͤr Bedeutung in hei⸗ heiliger Schrifft habe. L14. 991. leq. Gehorſam wird von GOTT wol be⸗ lohnet. 2114 Saaaa ii 6 MNeuer Menſch muß im neuen Gehorſam fort. fahren/ ſonſt iſt ſein Gebet nicht. 142. neue Gehorſam nicht ein weſentlich Stuͤckder Buſſe/ ſo kan er doch keines ze4. Die innerliche Jrucht des neuen unſerm neuen Gehorſam am meiſten G Was der H. Geiſt ſey/ und daß er wah⸗ rer GOtt. 19. Was fur Gnade uns gewiſſe. 523.(2) Daß er uns heilig liger Geiſt genant werde. 546. Der freyen Willen des Menſchen/ ſondern wird von GOTT durch den Heiligen Geiſt gegeben. 8. Ein bußfertiger ſeq. Neuer Gehorſam ſtehet nicht in unſern Kraͤfften. 173. Neuen Gehor⸗ ſam erfordert GOtt. 190. Od wol der weges von der Buſſe geſchieden wer⸗ den. 499. Woher der neue Gehorſam ſeinen Anfang habe, ibid. Neuer Ge⸗ horſam iſt zur waren Buſſe hochnoͤtig. 502. Der neue Gehorſam geſchicht nicht in puncto mathematieo, ſon dern hat ſeinen Anfang und Forrgang. Gehorſams. 5z7. 546. Worin wir koͤnnen ſehen laſſen, 55 7.. eiſt. Was da heiſſe Geiſt ohne falſch, nz. H. Geiſt wohner in uns. 355. Der H. Geiſt wird verglichen mit dem Saltz des Bundes im Aiten Teſtament. 514. der H. Geiſt erweiſe/(1) daß Er uns mache. 26. Warumb Er ein Hei⸗ Beyſtand des H. Geiſtes macht ein Regſſter. 3 NReuer Schseſam iſt nicht zu fin den Jhen und Gold hilfft nicht zur Seligkeit. 107. Berecht. Welcher Geſtalt die Frommen gerecht genant werden. 447. Gerechtfertigung. Der meiſte Theil in der Welt achtet den Artieul von der Gerechtfertigung eines armen Suͤn⸗ ders vor GOtt nicht ſo gar groß. 107. Bey der Gerechrfertigung eines Suͤn⸗ ders vor GOtt wird der Glaube erfor⸗ dert, 115. Gerechtigkeit GOttes/ was dadurch ver⸗ ſtanden werde. 566. Wie Cöhriſtus uns ſeine Gerechtigkeit gebracht.„63. GOtt der HErr gebrauchet ſich ſeiner Ge⸗ rechtigkeit und Barmhertzigkeit. 738. GOttes Gerechtigkeit iſt zu erſehen an den ſchrecklichen Straff⸗Exempeln. 838. GOTTES Gerechtigkeit iſt zweyerley. 928. Was fuͤr ein Vn⸗ terſcheid zwiſchen unſerer eigenen Gerechtigkeit und zwiſchen der fremb⸗ den/ dadurch wir gerecht und ſelig werden. 943. Vnſer Verkrauen ſol⸗ len wir auff eine frembde Gerechtig⸗ keit ſetzen. 946. Gericht GOttes. Wie einem Suͤnder/ der vor GOrtes Gericht ſtehet/ und vor demſelben in ſeinem Hertzen angekla⸗ ger wird/ koͤnne geholffen werden. 939. Gerichtshandlung. Daß die gerichts⸗ handlung ſo bey GOtt vorgeher! ein Gottſeliges Leben gar leicht. 531. Vom Heiligen Geiſt ſollen wir uns regieren laſſen. 535. ſcharffer Proceß. 9s5. Geſang. Geſaͤnge ſoll man gerne im Mun. de fuͤhren. 20. Wann man ſich derſel⸗ ben gebrauchen ſolle, ibid. Ob hr * b R ſich ſolle an gewiſſe Geſange binden. 21. Geſellſchafft der Gottloſen ſoll man mei⸗ Geſetz. Fall gegeben. 154. Was das Geſetz nuͤtze. 391. Der Geſetz⸗Stuͤrmer Leh⸗ re. 395. Das Geſetz und Evangellum ſind Haupſtuͤcke Goͤttlicher Lehre. 477. Geſichter. Auff Geſichter und Offenbah⸗ rungen ſoll man nicht hoffen. 409. Geſpraͤch. Vnſere Geſpraͤche und Reden ſollen ſeyn von SOTtes Thaten und Wercken/ und was uns da ſoll. 969. Gewiſſen. Was ein boͤſes Gewiſſen fuͤr Pnaxrt an ſich habe. 273. Eines gu⸗ ten Gewiſſens ſoll man ſich befleiſſigen. 1774. Gewiſſens loſe welche dieſelben ſeyn. 275. Ein böß Gewiſſen iſt wie ein Ketten⸗Hund. 275⸗ Beſchaffenheit eines boͤſen Sewiſſens. 134·ſeq. Des bös Gewiſſens Klag⸗Geſang. 437. Glaube. Warumb GOTT den Glauben von uns fordere. 1§. ſeq. Der Glau⸗ be iſt das ander eſſential Stuͤck der Buſſe, 137. ſeq. Glaube wird ge⸗ ſtaͤrcket/ wann wir gedencken an SOt⸗ tes Gnade un Einwurff wegen Vubeſtaͤndigkeit im SGlauhen zur Zeit der Noth und was darauff zu antworten. 355. Im Glauben ſo den. 355. Der und die Reu und Leid uͤber 1 Wie das Geſetz vor dem Suͤnden⸗ Gnade. An GOttes Gna zu reitzen durch wir uns Gnaden⸗Wahl Gold und Gel G02T wil allein Daß ein GOtt ſey. 701. d Barmhertzigkeit. 135 4 llen wir nicht ſchwach wer⸗ Glaube an CHriſtum egiſter. entſtehet auß dem Geſetze und Evar⸗ gelio. 477. Die Grundfeſte des Glau⸗ bens. /12. Zum Glauben ſoll zwar die O⸗ brigkeit niemand zwingen; Vnd den⸗ noch ſoll ſie doch auch keine Adgoͤtteren in ihren Landen leiden/ ſondern die Vn⸗ terthanen zur Erkaͤntniß GOttes be⸗ fordern. 599. Vnd was ſie darzu an⸗ halten ſoli. ib. ſegg. Die im Alten Teſtament ſind auff keine andere Wei⸗ ſe ſelig worden/ als durch den Glauben an CHriſtum. 889.“ ade ſoll niemand ſeiner Noth. 737. Wo⸗ der Goͤttlichen Gnaden koͤnnen verſichern. 984. GOttes Gna⸗ de mit Ernſt zu begehren/ und wann man ſie erlanget/ wir auch ein goͤttlich Leben fuͤhren ſollen. 99. d hüffe nichts zur Selig⸗ ſte Gefallen an denen/ es Hertzens ſind. z. aͤmb Vergebung der Suͤnden angeruffen ſeyn. 6 114. feq. Warumb kennen ſollen und auff ſolch e und Gedancken zweiffeln in keit. 107. Ott hat das mei die da geaͤngſtigt wir GOtt er Erkaͤntniß alle Muͤh wenden. 702. feqq. Was GOtt ſey. 706. GOtt iſt kein Anſehen der Per⸗ ſonen. 109. GOtt iſt unſer Vater 181. ſeqq. Zu GOtt den in Angſt der Suͤnden und warumb. eus und leiblich. 9A die Suͤnde 264. GOtt iſt nicht corpor ſollen wir uns wen⸗— 2 “ ‧ſſ“ 1 e.“ 3 L“ 1„— ö““ 4* 3 M 5“ den— 1 äääöäö 8 8. 2 3 4“.— 4— 8 ö 3 4 5 3 5 4 2 2 19n 3 8— 8 8 Ss 1“ — 1 1 3*. 1 7 4“ 3 4 4——.*—“ 5 8 3 1e e .„ 4 9— 8 44 3 ͤſͤ — ſ-— 9, — ſollen wir uns wenden. 916. Wie wir Gottes Guͤte iſt die Seule darauff ſich un⸗ lelblich. 276. Zu GOtt dem HErrn ᷣOtt dem HErrn dienen ſollen. ibid. Regiſter. met. 346. Gotteslaͤſterung was fuͤr ein erſchrecklich und ſchaͤndlich Ding. 166. SOtt muß ſich rechtfertigen/ meiſtern Gottes Lob. Warumb der Menſch Got⸗ und tadeln laſſen vom Teuffel/ Welt und unſerm Fleiſch. 454. GOtt iſt nicht ein Vhr⸗ und Anheber der Suͤn⸗ tes Lob verkuͤndigen ſolle. 567. Zu Gottes Lob iſt der Menſch erſchaffen. 69. ſeq. den. 327. Daß es nicht unrecht ſey Gott loben iſt das hoͤchſte Werck eines von GOtt und ſeinem Sohn CHriſto Chriſten. 163. leq. zu ſchreiben. 754. Eines Antwort auff Gottloß. Der Gottloſen Beſchreibung. die Frage/ was dann GOtt gemachet/ ehe Er die Welt erſchaffen. 722. GOtt iſt unſer beſter Freund. 278. G0 TT dem HErrn wil David gerne laͤnger hier zeitlich und dort ewig preiſen. 69. Wie GOtt zu uns redet/ ſo iſt Er auch im Hertzen geſinnet. 89. Gottes Belohnung. Gott belohnet wol die auff Ihn hoffen. 215. Gottesdienſt/ beym Gottesdienſt ſoll man ſtill ſeyn. 337. b Gottes Eyd vid. Eyd. Gottesfurcht/ warumb man Gott fuͤrch· ren ſolle. 268. ſeq. Gottes Gaben vid. Gaben. b Gottes Gnade die Er beweiſet bey Verge⸗ bung der Suͤnden. 110. Iſt nach dieſem Leben nicht mehr zu hoffen 53& ſeq. ſer Glaube gruͤndet. 66. Gottes Hand was dadurch angedeutet werde. 136. it. 273. ſeq. Gottes Huͤlffe. Gott iſt der uns hilffet 46. Wann die Noht am groͤſſeſten iſt komt Gott mit ſeiner Huͤlffe, 95. Gottes Langmuͤtigkeit. 36. Wird geruüh 207. Die Gottloſen fragen nicht viel nach der Buz. 9. Der Gottloſen Ge⸗ ſellſchafft ſoll man meiden. 95. Mit den Gottloſen hat es keinen Beſtand. 198. Die GSottloſen haben in der Welt den Vorzug. 21†. Gottloſen maͤſſe getroſt zureden. 193. Der Gottloſen Plagen ſind zweyerley. 208. Vnterſcheid zwiſchen dem Creutz der Frommen und Plagen der Gottlo⸗ ſen. 216. Der Gottloſe ſaget es iſt umbſonſt daß man Gott dienet/ aber Malachias antwortet drauff/ etc. 233. Die Gottloſen ſetzen ſich wider die Frommen. 94. Golt ſtraffet die Gott⸗ loſen und ſuchet ſie heim mit vielen Plagen. 213. Die Gottloſen werden endlich geſteupet und umbgebracht. 1023. Ein gottloß Weſen heute zu Ta⸗ ge in dieſer Welt. 121. Zuſtand der Frommen und Gottloſen. 662. SGottes Nahmen/ ſo Ihm in der heiligen Sprache gegeben werden. 297. Gottes Ohren/ was dadurch verſtanden werde. 640. Wie ſolcheszu verſtehen/ wañ von Gott geſaget wird daß Er Ob⸗ ren habe. 816. Wie man — SeMen raee Tee