hieraͤrztliche E . herausgegeben von den ausuͤbenden Ludwig von Mosel * — Seyfert von Tennecker. 1 1 Chemnitz 1805, 7 in der Schroͤterschen Buchhandlung. 5 1 kungen 1 522 Heta 3 ee „ 2. 15 e en Wat 2 Besonder id Freund Cad gesez b Art das dun Baba 88ͤͥͥð W 5 57 Zusammengestellte Erfahrungen und Bemer⸗ kungen uͤber die im vorigen Fruͤhjahr herr⸗ schend gewesene Seuche der Pferde, von mehrern praktischen Thieraͤrzten. Die Herausgeber dieses Sta ahbe durch Sammlung dieser Erfahrungen und Beobachtungen bieruͤber diesem Archiv einen interessanten Beitrag beizufuͤgen, der füͤr alle künftige Zeiten fuͤr ral eiche Thieraͤrzte Werth behalt. ä Besonders siehet sich jeder angehende Thierarzt 5 und Freund dieser Wissenschaft fuͤr immer in den . Stand gesezt bey wieder vorkommenden Faͤllen die⸗ ser Art das st icherste Resultat zu ziehen, denn nach den Beobachtungen mehrerer unserer ersten Thier⸗ t ärzte(3. B. wie aus denen des Herrn. Prof. Reu⸗ ter zu ersehen) ist die Erscheinung dieser Seuche eine nicht so seltene Sache und mehreremale da ge⸗ wesenn„ 8. Kein Anhaͤnger dieser Wissenschaft wird sich da⸗ her jemals in der Verlegenheit finden, sich durch Theorieen zu einer irrigen Heilmethode verleitet zu sehen, da hier die unleugbarste Erfahrung zum Grunde liegt. 3 Fuͤr uns ist es gewiß eine erfreuliche Beschaͤfti⸗. gung/ diese mit dem schaͤrfsten Beobachtungsgeist durchdachten Bearbeitungen so beruͤhmter Maͤnner in ein Ganzes zu sammeln„und sind stolz darauf Bekenner einer Wissenschaft zu seyn, die in ihrer Mitte eine so große Anzahl von gemeinnuͤtzigem Geist beseelter Maͤnner vereinigt, und die alle von klein⸗ lichen Nuͤcksichten gleich weit entfernt sind 5 gewiß 8 eine Erscheinung, welcher sich so wenig Wissenschaf⸗ 1 ten ruͤhmen werden. Von diesen Gesinnungen dieser großen Meister hoffen wir auch in Zukunft dem Publikum 5 in dieser Schrift eben so interessante Abhandlungen uͤberzeugt, uͤber Gegenstaͤnde von einer Wissenschaft zu liefern, in welcher sich eine Menge wissenschaftlicher Manner vereinigt haben, wodurch die belebende Aussicht ent⸗ stehet, daß nach und nach unsere Hausthiere den Haͤnden derer entrissen werden, die sich vermoͤge ihrer Kenntnise al dbeushes uus en Köpfen! deit widnnche 5 5 Die Bthand des Churf 5 stallmes „ Gaukzug ein i 5 5 15 J)dh al vberehcten wifrgsbau baiuels G dekraukheit übegeugt lb wliheg s lader 8 1 Der! 1 Kragken! 2= Verstandeskraͤfte und Mangel aller hierzu erforderlichen i d Die Behandlungsart der jetzt. herrschenden Pferdeseuche. —— 5 . vieles Gute geleistet, bey der jetzt herrschenden Pfer⸗ dekrankheit bekannt zu machen„da ich im Voraus aͤrztliche Zeitschrift von einem solchen Mann uͤber die⸗ Sie und das ganze Publikum viel Inetesse baben 5 wird. N Kranken und 1 die Verfabrungsort! zum Besten in Kenntnisse am allerwenigsten dazu eignen, eine Wis— senschaft auszuuͤben, der sich Maͤnner mit den offen⸗ sten Köpfen und b Anstrengung auf ihre ganze Lebens zeit widmen. N des Churfuͤrstl. Wuͤrtembergischen Landgestuts Ober⸗ 1 sters Freyherrn von Bouwingshaußen e 8 f 8. N 8. 3 4 duuelng eines Briefs aus zirdlinen an 5 lte a von Tennecker.) Ich eile Ihnen die Curmethode des so allgemein verehrten und geschaͤtzten Oberstallmeisters von VBou⸗ 5 wingshausen, der fuͤr die Thierarzneykunde schon so uͤberzeugt bin, daß ein Beitrag davon in Ihre Thier⸗ ses leider immer mehr um sich greifende Uebel fuͤr Der H Herr Obestalneise verordnet nemlich d den den eh le Gegenden von Schwaben bekam 0 gemacht, folgende: 8 Spiesglasleben 1 dotyh Schwefelblumen 3 Quent. 5 Enzian 1 Loth Calmus N in einem halben Maaß Wein dem Thiere eingege⸗ ben. Uebrigens laͤßt er den Kranken Kleienfutter und Mehlsaufen reichen, sie in einen luftigen Stall stellen, und taͤglich eine maͤßige Bewegung machen. Ist Verstopfung zugegen, laͤ aßt er Clistire applizi⸗ ren, und so sind denn verschiedene Pferde e worden. 5 8 Untenbang gehorsamstes Gutachten an E. hohe Landes⸗ Regierung uͤber die jetzt herrschende Pferdeseuche, von G. S. Reuter, Professorn, zweitem Lehrer an der Dresdner Thierarzuei⸗Schule und Ober⸗ eee. . 9705 landesregierung engt ich nicht, in aller Unterthaͤnigkeit gehorsamst zu berichten, daß die in den mir zugesendeten Berichten und Actenstuͤcken angezeigte herrschende Pferdekrankheit keine bei die⸗ sen Thieren neue noch unbekannte, sondern eine die⸗ selben zu Zeiten e e kaberdheige mit eine Fieber u den verb Mun sehr böse auch die ohngefah im Hann dieselbe! den, wo mäßige J halt zu t mehrern eingegan; auf dem hiit bei faͤhrlic steckend, lig, artet nicht alt läßt see n behaste, auch, we. für die lh Der deigen J 7 8 5 unt 5 mit einem fauligen entzuͤndlichen nervoͤsen gastrischen Fieber und brandigten entzuͤndeten edlen Eingewei⸗ den verbundene Krankheit sei. Man nennt diese Krankheit bei den Pferden die ü sehr bösartige Druse, das pestilenzialische Fieber, . auch die Brust⸗ oder Lungenseuche. Sie herrschte— 45 ohngefaͤhr 1780 in Sardinien, 1791 grassirte sie 5 er 1 im Hanndͤverschen sehr bösartig, und 1800 herrschte 5. 5 dieselbe Krankheit bei hiesigen Garde du Corps Pfer⸗ 900. den, wo ich aber so gluͤcklich war, ihr durch zweck⸗ 1 maͤßige Mittel mit einem wenigen Verlust bald Ein⸗ 5 halt zu thun; auch jetzt zeigt si ch dieses Uebel bei. mehrern Pferden in Dresden und nach schriftlich eingegangenen Nachrichten sowohl nah als entfernt auf dem Lande herum. Im Anfange ist diese Krank⸗ 1 heit bei zweckmaͤßig angewendeten Mitteln nicht ge⸗ 0 1 5 faͤhrlich fuͤr das Leben dieser Thiere, auch nicht an⸗ 1 steckend, im Fortgange aber wird sie aͤußerst boͤsar⸗ 3 tig, artet in einen Typhus aus, und koͤdtet alsdann 5 5 nicht allein fast alle damit befallene Pferde oder 5 laͤßt sie nur langsam, oft mit chronischen Gebrechen die 1 behaftet, zur Gesundheit zuruͤckkehren, sondern wird ien* 5 auch, wenn sie in einen Typhus ausartet, ansteckend e, fur die ubrigen gesunden Pferde. 3 di-. Der Anfang der Krankheit ist: Die Pferde 1 zeigen Mattigkeit, lassen ab von Futter, haͤngen 5 den Kopf und thun traurig b ihr Athem ist kurz, der Puls klein, matt, krampfhaft und geschwind, sie legen sich nicht, zeigen im Husten„und wenn man 4 in die Brustgrube druͤckt, Schmerz in der Brust; sie bekommen dicke Fuͤße, Geschroͤde und Schlauch, zuweilen auch einen angeschwollene n Bauch, der Kopf schwillt ihnen an, die Augen entzuͤnden sich, werden truͤbe und es faͤngt ihnen aus denselben wie aus beiden Nasenlöchern ein scharfes Wasser zu laufen an; dahei haben sie einen verstopften Leib und einen wenigen Abgang eines lehmfarbigen Urins. Misten sie, so ist der Mist stinkend und mit einem gelben Schleim uͤberzogen. Im Fortgange der Krankheit sind die Zufaͤlle folgende: Sie werden immer matter, versagen das Futter sowie uch das Saufen ganz, der Kopf und die Brust ist ihnen sehr eingenommen, sie betragen sich dabei sehr stille, haͤn⸗ gen den erstern immer tiefer unter die Krippe oder setzen ihn in dieselbe, ihr Athem wird kuͤrzer, der Puls matter, kleiner, geschwinder, krampfhafter; die Geschwüͤlste an den erwaͤhnten Theilen nehmen immer mehr zu, ste zeigen keine Empfindung„wenn man auf sie ruft oder sie schlaͤgt, die Augen entzuͤn⸗ den sich immer staͤrker, es faͤngt ihnen statt der waͤf⸗ serichten eine schleimige eitrige, nicht selten mit lutschaͤrfe fressende Feuchtigkeit aus denselben so⸗ 4. wie aus d ls auch js 147 oder besse in einen kommen des Kor 10 welchem der Obd Blut br. zuweilen brandigt Geschwi einzig Consit fen oder tes Fut wake die Sent den, und wie aus der Nasez zu laufen, und ht der Athem 9 als auch ihre Ausleerungen fangen an as haft zu 5 riechen. Gewoͤhnlich dauert die Krankheit ro, 12 de. bis 14 Tage, in welcher Zeit sie entweder sterben e 9 oder besser werden. Nicht selten fallen die Thiere e ch. iin einen stinkenden kolliquatipischen Durchfall, be⸗. g 1 kommen brandige Geschwuͤre an den Außentheilen 8 1 des Korpers, fangen an zu toben und zu rasen, in . welchem Zustand alsdann der Tod nicht weit ist, bei„„ nd der Obduktion findet man alles Fleisch entfaͤrbt, das 8 0 „ Blut brandig ü aufgeloͤst, das Gehirn, die Lunge, 1 1 1 zuweilen auch andere edle Theile mehr oder weniger 0 1 brandigt oder entzuͤndet„und unter der Haut in den. 5 5 Geschwöͤlsten eine scharfe ge lbliche Feuchtigkeit. 5 p . Die Ursache dieser seuchenhaften Krankheit ist 5 1 1 a 25 und allein in der jetzt herrschenden Witterungs⸗ a, 8 Constitution zu suchen, nicht ein schlechtes Verhal- 5 dern 85 teen oder uͤbele Stallung, oder verdorbenes schlechyn. 5 8 tes Futter und Getraͤnke ist schuld an diesem Uebel! 1 1 5 WM ware dieses der Fall, so wuͤrde dasselbe weder s. en vbepidemisch noch so zugleich in verschiedenen Gegen⸗ 48 ben 5 den, und nicht in so vielerlei Gestalt, sondern spo⸗ 3 tn ⸗ roadisch in verschiedenen Gestalten sich zeigen.. i 5 Praͤservativmittel wider diese herrschende Krank⸗ 3 mt 5 biit sind nach der Natur dieses Uebels 8 meiner N 1 22 8 Erfahrung folgende„„ 1 1) Man balte die Staͤlle rein und luftig. Essig, worinne vorher Wacholderbeere sind eingeweicht worden, gut aus, als welche Daͤmpfe und Stalluftreinigen der Brust ein Balsam, und nicht so schaͤdlich als die Raͤu⸗ cherung mit mineralsauern Daͤmpfen sind, und reinige die Staͤnde und beziehe ihn 2 so⸗ d gleich mit andern Pferden. „ dabey taͤglich, damit fie gehoͤrig aus⸗ duͤnsten und strapaziere sie sie nicht so sehr, damit sie ihre Kraͤfte behalten. des Gesoͤffs 4 Eßloͤffel Honig und 1 Loth Vi⸗ Abends aufs erste Futter eine starke Hand voll 92 N 5 gestoßene Karbe und Wacholderbeeren, statt der Karbe auch klein geschnittenen Maͤrrettig, 2 Dampfe dieselbe Abends und Morgens mit a entferne sobald die Krankheit boͤsartig wird, die kranken Pferde sogleich aus dem Stalle, 30 Man füttere sie nicht so reichlich i deage aber Sorge, daß ihnen gutes Futter gereicht werde, 4) Mische man denselben taͤglich zu jedem Eimer triolspiritus, dabey streue man ihnen fruͤh und von folgendem Gemisch, als: Man nehme gemeinen gepuͤlverten Schwefel, 4 Loth ge⸗ stoßenes Glaubersalz, 22 lb. eee 5 1 N von jedem 2 fd. dieses gut durch einander ge⸗ mischt, und wle oben gesagt, verbraucht. Kurativ muͤssen, sobald sich die Krankheit an einem Pferde zeigt, folgende Mittel 2 wer⸗ 5 Man 5 dem Thiere das bey der Präserpo⸗ 6 tiv ⸗Cur angezeigte Getraͤnk, und lege sogleich dem Pferde ein fit Terpentinoͤl getraͤnktes Ei⸗ terband von einem Stuͤck breiter Saalleiste vor die Brust, welches, weun es in Eiterung ge— rathen, taͤglich fruͤh und Abends geen und umgezogen werden muß. 2 Muͤssen dem kranken Thiere taglich früh Mit⸗ tags und Abends bis sich das Misten von selbst einstellt, zwey aus Leinsaamen ⸗Mehl zuberei⸗ tete Klistire, wozu noch, wenn der Absud fertig ist, ein Loth Baldrianwurzel⸗ Pulver und zwey gaffereossen Bieressig gesetzt wer⸗ 5 n 3) Streiche man n denselben ale 48 ver⸗ mittelst eines hoͤlzernen Spatels 3 Eßloͤffel voll von folgender Latwerge auf die Zunge, als: Goldschwefel 1 Loth, fein gepuͤlverten rohen Salmiack, 2 Loth gepuͤlverten rohen Weinstein und Glaubersalz von jedem 4 ß. Baldrian und 11 Kalmuswurzelpulver von jedem 8 goth, frisch 0 geriebenen Mirreetg 1 b. dieses gut durch einander gerieben und mit Honig Hollunder⸗ a mus und kochendem Wasser zu einer Latwerge gemischt und auf oben angegebene Weise ver⸗ braucht. 40 Benetze man die angeschwollenen Augen ͤfters mit folgendem Gemische: Als man nehme eine Kanne Hollunderbluͤthen-Thee, gieße da⸗ zu zwey Quentel Bleiertrackt und 1 28 Kam⸗ pferspiritus. 5 0 Daͤmpfe man die Thiere taglich es einige mal ver⸗ mittelst eines uͤber den Kopf gehaͤngten Sackes mit gekochter Gerste in die Nase. 6) Raͤuchere man die angeschwollene Theile mit 5 Weineßig ö worinnen vorher eine Zeit Wachol⸗ 8 derbeere eingeweicht worden, und frottire so⸗ 8 dann die Geschwuͤlste mit Strohwisch hen. 7) Vergesse man nicht die Staͤlle sters rein und t zu erhalten, die Thiere auf i immer trock⸗ jer Streu stehen zu lassen. 255 dieser Behandlung fangen die eie wenn anders die Krankheit nicht ganz boͤsartig ist, bald wieder an zu 5 ssen, sich niederzulegen und zu bessern. 5 Findet aber das Gegentheil statt, entzuͤnden sich die Augen heftiger, ist ihnen der Kopf mehr 5 eingtnomt dern The . 5 abzunehn zu sinken beiden E Halswi Eiterban behgegend das vots Terpent Man ke Fontane 5 Feuchtig Da 5 öfters m und He bostehe th E schale l entzuͤnd zeigten 3 schrde! e Delle de 1 Sauset Wucht eint genommen, schwillt ihnen. derselbe nebst den 8 dern Theilen mehr an, fangen die Kraͤfte mehr an 5 abzunehmen, die Ausleerungen und der Athem mehr zu stinken, so muß man nicht saͤumen, sondern an beiden Seiten des Halses, und zwar von dem ersten Halswirbelbein an, ein mit Terpentindl getraͤnktes Eiterband ziehen, und unter dem Bauch in die Na⸗ belgegend ein sehr reizendes Fontanell legen, und in das vorher gereinigte Eiterband an der Brust etwas Terpentinoͤl gießen, um es von neuem anzureizen. dan reinige oͤfters die gelegten Eiterbaͤnder und das Fontanell, weil sonst die herbei gezogene scharfe Feuchtigkeit Zerstorung anrichtet. Diabey baͤhe man die angeschwollenen Doe oͤfters mit einem Waschwasser„ so aus Feldkamillen und Heusaamen, in halb Essig und Wasser gekocht bestehen, und wozu noch auf 2 Kannen desselben 2 Loth Salmiak gemischt werden muß. Die Hirn⸗ schale benetze man öfters mit kaltem Wasser, und die entzuͤndeten angeschwollenen Augen mit dem ange⸗ zeigten Augenwasser. Auch muͤssen, wenn das Ge⸗ e und der Schlauch sehr e, beide 1 scaristzirt werden. Ferner gebe man statt des Wirriolpiittus in dem Saufen taͤglich Amal aus einer glaͤsernen Flasche mit vorsichtig aufgezogenem Kopfe folgenden Trank: Eine 13 14 Kanne reines Wasser, troͤpfle dazu 2 Quentchen konzentrirte Schwefelsaͤure, eben so viel schmerzstil⸗ lenden Geist, und mische noch eine Kaffeetass e reinen Syrup hinzu, und statt der vorigen Latwerge gebe man alle zwei Stunden 2 boffel von folgender Latwer⸗ ge, als: Man nehme mit etwas Branntwein aufge⸗ loͤsten Kampfer 1 Loth, Goldschwefel anderthalb Loth, Salmiak 3 Loth, fein gepuͤlverte Baldrian⸗ wurzel, Kalmuswurzel und Goldweidenrinde von jedem 8 Loth, gepuͤlverten rohen Weinstein und frisch geriebenen Maͤrrettig von jedem 3 15. dieses reibe man gut durch einander, und vermische es alsdann mit so viel, als genug ist, weißen Wein und Honig zur Latwerge„ wobei man dem Thiere von Zeit zu Zeit ein Klystir von vorhin angezeigten Aüpstrspezies geben kann. Der herrschende f ch W ie Gcbonke, daß 5 diese epidemische Krankheit durch Zug und Reit⸗ pferde„vorzuͤglich durch die Posten vermittelst An⸗ steckung verbreitet wuͤrde, ist ungegruͤndet, weil die Krankheit im Anfange nicht ansteckend ist, im Fort⸗ gange aber, wenn sie in einen Typhus ausartet„die Thiere nicht im Stande sind irgend einen Dienst zu thun und fortkommen konnen. Auch habe ich meh⸗ rere Staͤlle mit kranken Pferden hier, wo das Uebel nur einige ergriffen hat, die uͤbrigen aber bis jetzt noch alle 9 5 Krankheit suf he Körper get igen Gel. Krankheits 5 thum der 2 Roch et uͤber i 1 Hornhaut Salbe seh 5 Drachm. 2G Gran, zu Ferner ist geoße Ente ldsung nd ich in der M'edicam wesse, a gemeines lle vol Vun als si wird in 18 noch alle gesund sind. Pferde, welche von dieser Krankheit ergriffen werden, haben den Krankheits⸗ 8 stoff schon eine Weile vorher, jedoch unwirksam im Koͤrper getragen; es bedarf nur Zeit und einer guͤn⸗ stigen Gelegenheit, um diesen im Koͤrper liegenden Krankgeitsstoff zu entwickeln, woher denn 8 A 27 75 der Ansteckung kommt. e 1 Noch erinnere ich, daß, wenn die grantheit o vor⸗„ 1 uber ist, und Flecken oder gar eine Verdunklung der 1 4 Hornhaut im Auge zuruͤck bleiben, mir folgende Salbe sehr große Dienste geleistet. Nimm Nußbdl 1 Drachme, Ochsengalle 1 Skrupel, Hirschhornsalz. 1 2 Gran, zur Salbe gemischt und ins Auge gestrichen.. 1 5 1 Ferner ist die Freßlust gaͤnzlich verlohren, wodurch VĆr. große Entkraͤftung entstehet, und der fauligten Auf- 5 5 loͤsung noch mehr die Hand geboten wird,„„ ich in den Zwischenraͤumen der Kampferlatwerge als Medicamentum Alimentosum dem Thiere spatel⸗ weise, als: Nimm gestoßene Karbe 4 Unzen, gemeines Salz eben so viel, geriebenes Brod einen Teller voll, Mehl 4 Eßloͤffel, welches mit so viel i Wein als genug ist zur Latwerge gemacht wird. Die⸗ ses wird in einem Tage verbraucht. Aber die Pferde seuche, * Von bern Fiedler„Direktor der Thi terarzueischule N Hamburg. 5 Es berschet 1e eine Krentheit in den Stallen. 3 Pferdebesitzer, welche die wenigsten Pferde⸗ Eigenthuͤmer vielleicht dem Namen nach kennen, und die dennoch fuͤr das Ganze von gefaͤhrlichen Folgen werden koͤnnte. Ich glaube es dem All gemeinen schuldig zu seyn, diese Krankheit naͤher auseinander zu setzen, die ich auf mehrern Vererinaͤrschulen Gele⸗ genheit hatte bestimmt kennen zu ee und die ent⸗ ferntesten Folgen zu zeigen.. Frost, Hitze und Schauder sind die Vorboten dieser K rankheit, der Puls hat sich bis zu 75 und mehrern Schlaͤgen e so wie sich die Puls- schlaͤge vermehren, so vermehrt sich das Athemholen, und eine heiße duͤnstige zuft wird aus den Nasen⸗ loͤchern getrieben, die Lust zum Fressen verliert sich und endlich geht das Thier es ganz von seinem Futter ab. Die ersten Wege, Magen und e sind verschleimt, die Zunge unnatuͤrlich trocken, das Pferd matt und traͤge. Die Ohren sind bald kalt, bald brennend heiß. Gegen Zureden und Strafe ist das Pferd unempfindlich und die ganze Krankheit f 5 i a 5. i 25 17 ist mit Verstopfung verbunden. Jemehr das Pferd der letzten Krisis naͤher kommt, um so mehr vermeh⸗ ren sich diese Zufaͤlle, wobey die Augen woͤsserig trübe und der Kopf dick und aufgeschwollen wird. Die Ursachen, wodurch diese Krankheit entstanden, sind folgende: Bey dem vorjaͤhrigen Abmaͤhen unse⸗ ber Marschgefilde hatte sich ein ziemlich hohes Wasser uͤber unsere Wiesen ausgebreitet. Unsere Landleute waren genoͤthiget unter dem Wasser zu maͤhen, und so viel sie konnten auf den bergigten Gegenden ihre Gräser auszustreuen, wodurch die gleichfalls feuchte Luft das Gras nicht hinlaͤnglich trocknen konnte. Der Hafer unserer Felder war groͤßtentheils muͤchlig (dumpfig) und folglich als die zweite Ursache dieser Krankheit anzusehen, deren traurige Folgen sich nun auch leider in unsern Staͤllen zum Nachtheil en Eigenthumer waage er haben. ueber die i bragfeuge unter den i 8 von Herrn Oabemann, Direktorn 5 Pferdearzueischule in Hannover. 5 Die guigen dieser Brustseuche sind folgende: Die damit befallenen Pferde lassen ab vom Futter, Erster Vand.. Heft.. 0 1 fressen meistens lieber Heu und Stroh als Hafer, senken den Kopf, und haben einen matten sehr nie⸗ dergeschlagenen Blick. Im Anfang der Krankheit legen sie sich, stehen jedoch bald wieder auf, sobald aber die Krankheit bedeutender wird, stehen sie be⸗ Sie gehen sehr steif und matt. Vom An⸗ staͤndig. fang der Krankheit sind sie fieberhaft, so daß man 60 bis 70 und mehrere Pulsschlaͤge, die geschwind und matt sind, in einer Minute zaͤhlen kann. ter den Bugen gegen die Brust zu, so weichen sie dem Druck aus, lassen auch bei heftigen Schmerzen zuweilen ein Stoͤhnen hoͤren. Thraͤnen belaufen, in dem großen Augenwinkel sam⸗ melt sich Schleim an, die obern Augenlieder haͤngen herab und nicht selten schwellen die Augen ganz zu, oͤfnet man das Auge so findet man die unter dem obern Augenliede befindliche Haut mehr oder weniger angelaufen und roth. Die Druͤßen unter den Ga⸗ naschen sind gewohnlich besonders bey jungen Pfer⸗ den etwas angelaufen. Reizt man das kranke Pferd zum Husten, so hustet es kurz und schwach, und ver⸗ raͤth dadurch großen Schmerz in der Brust. Etwas rotziger Nasenausfluß stellt sich nur selten ein. Einige Pferde bekommen i im Verlauf der Krankheit ein waͤs⸗ seriges stinkendes Laxiren, andere lassen auch wohl Die Kranken ziehen mit dem Leibe und druͤckt man sie hin⸗ Die Augen sind mit 0 2 e 3 r „ . 2 ðV2Vv nlͤgte be tern im 5 unter de piel Ful, fle einige Tagen langer Na affektio auch b lande U aber bey bigger kerze . gewöhne mnueble ODdber. 1 Achat, * 19 viel klaren und hellen Urin fließen. Haͤusig ist der Fall, daß die Beine und der Schlauch anlaufen, seltner erfolgt eine Geschwulst an Maul und Nase, einige Pferde uͤberstehen diese Krankheit in wenig Tagen, bey andern haͤlt 95 e uͤber 8— 20. 8 laͤnger an. Nachricht aber die jezt e irende 8 bon Herm 4 Vieroth, Direktor der Thierarzneischule in Carlsruh. ö Nachdem durch verschiedene eingegangene Be⸗ richte beruͤhrt worden, daß die nach oͤffentlichen Blaͤt⸗ tern im noͤrdlichen Deutschland grassirende Seuche unter den Pferden, die sogenannte Druse, eine Lungen⸗ affektion ohne Entzuͤndung mit nervoͤser Schwaͤche auch bereits in mehrern Gegenden Churbadenscher Lande um sich gegriffen habe, die Krankheit selbst aber bey richtiger Behandlung nicht gefaͤhrlich, da⸗ hingegen aber die gewohnliche Behandlung der Af⸗ teraͤrzte durch Aderlassen und Abfuͤhrungen gewoͤhnlich tödlich und der Verlust der Pferde fast unausbleiblich ist: So wird hierdurch saͤmtlichen Ober- und Unteraͤmtern zur Nachachtung bekannt gemacht, die gemessensten Anstalten zu treffen, daß, 20 sobald ein Pferd mit dieser Krankheit befallen wird, 1 3 dasselbe abgesondert gestellt, jeder Unterthan vor allen 1 del Quacksalbern gewarnt, und die Cur lediglich an die angestellten Thieraͤrzte verwiesen werde. Dem Thierarzt selbst wird als bereits gemachte Erfahrung bekannt gemacht, daß Aderla sse, kuͤhlende und abfuͤhrende Mittel bey dieser Krankheit sor gfaͤltig zu vermeiden, dagegen wenig Heu, gekochte Gerste oder Hafer mit Wein benetzt, Kleien⸗ und Mehltrank gleich Anfangs kaͤglich zweimal, eine 5 Latwerge oder ein mit Wasser verduͤnnter Trank von Loth Baldrian, 1 Loth Calmuswurzel, 2 Loth Angelkga, 1 Loth Kampfer⸗ geist und 3 Lvoth Honig den Pferden beyzubringen; I Soth 3 Enzian, 2 nicht undienlich wird hierbey die so genannte Scharf⸗ Kraͤfte 10 bis 15 Tropfen Vitriol⸗Aether und Sy⸗ e denhams Tropfen unter den oben angefuͤhrten Trank gemischt zu geben, da staͤrker reizende Mittel nicht alle⸗ mal gute Folgen haben, auch trockene Umschlaͤge von mehrerem Nutzen gefunden worden sind, wobey man 5 jedoch dem Ermessen jedes Thierarztes anheim stellt, in Verminderung oder Verstaͤrkung der angegebe⸗ nen e auch e einer nach. e eee, schend we diger Biete Que Ge kungen u salbe Ungv. canth.) zwischen den Vorderfuͤßen ein⸗ 0, Si zureiben, und bey Verstopfung Clystire von Camil⸗ len⸗Dekokt und etwas Leinoͤl, auch bey Abnahme der f 5 wiklich % l belche i sch aof * Mage E E ld vadi . inne ein Jh f ni zende E. N 45 und, 85 1 8. an der Umstaͤnde abzuaͤndernden Curart nach vorhergaͤn⸗ 1 die 8 giger Ruͤcksprache mit dem Physikat vorzunehmen. „ 8. 8 8 asse,„ Ueber die jezt herrschende Pferde seuche N und deren Behandlung von N dieser* 5 Herrn Ringler, 8 1.. Heu, 5 0 5 Daclen und Roßaͤrzte bey dem Herrn Hofrath. lin. 1 von Abendtanz i in Wallerstein. ene Auszug eines Briefs an den Thieratzt v. Tennecker.) M och pfer⸗ Gewiß erwarten Sie, mein theurer Lehrer, daß ic Ihnen uͤber die jetzt auch in unserer Gegend herr⸗ schend werdende Pferdeseuche ebenfalls meine Bemer⸗ en; 75 kungen und Erfahrungen mittheile, aber e fücche ich, Sie werden nicht damit zufrieden seyn, denn N wirklich weicht meine Behandlung derselben fast ganz 5 5 von der gewoͤhnlichen Kurmethode, selbst von der, welche uns die geschicktesten Thieraͤrzte in dieser Hin⸗ sicht vorschreiben, ab, indessen sie hat mir bei einer Menge Seuchenkranken die besten Dienste geleistet, und verdient daher— wenn auch Tadel— doch 5 äS immer einige Pruͤfung und Beherzigung. 5. 9 1 8 Ich fand nemlich weder die schwaͤchende, noch 8 5 a 1.. reizende Curart dem Zustand der Kranken ganz an⸗ 5 a„ gemessen, wich bei meinem Verfahren von beiden euer a ab, und gab die Rhabarber in kleinen Dosen mit uml 1 22 Wein, reinigte und befeuchtete die truͤben verschwol⸗ lenen und eiternden Augen oͤfters mit frischem Was⸗ ser, machte den Thieren maͤßige Bewegung, zog sie in einen luftigen Stall und hielt ihnen recht oft rei⸗ nes— auch abwechselnd Mehlsaufen vor— denn immer fand ich, daß die Thiere, wenn auch keinen 8 Appetit zum Futter, doch Neigung zum Saufen hat⸗ ken, und stellte so alle meine Seuchekranken her, zu welchem Zweck gewiß auch das oͤftere Saufen von reinem frischen Wasser sehr dienlich war. Miobchten Sie mich, wenn ich in der Behandlung fehlte, belehren und die Versicherung annehmen, daß 5 mit aller Hochachtung bi bin ꝛc. ueber die jezt herrschende pferdeseuche ä von J. G. Naumann, Professorn an der Thierarzneischule in Berlin. Die jetzt herrschende Seuche unter den Pferden ist ein Nervenfieber, und ist ansteckend. Es ist mit falscher Halsentzuͤndung i Leberentzuͤndung, zuweilen auch mit Darmentzuͤndung, jedoch mit lezterer Außerst selten verbunden. Diese Krankheit ist aber nur dann toͤdlich, wenn entweder eine falsche Behandlung statt gehabt, oder * 3 alk zog se e, — denn h keinen fen hal⸗ her, zu ufen von 1 jandlung ien, daß lin. n Pferden s ist mit „ zuweilen erer zußert deseuche 5 5— dlich, wenn chaobt, oder 23 wo schon innnere organische Fehler statt finden. Der Beweis, daß diese Krankheit an und fuͤr sich nicht toͤdlich ist, ist, daß von 400 Kranken, die seit dreh Wochen unter meiner Aufsicht von den Scholaren der Thierarzneischule sind behandelt worden, auch nicht ein Einziger, so schlecht sie auch waren, gestorben ist. Es waͤre dieses um so eher zu erwarten gewesen, da viele ihre Pferde nur dann erst nach der K. Thier⸗ arzneischule schickten, wenn die Krankheit ihren hoͤch⸗ sten Grad erreicht hatte, wie es im Allgemeinen auch bey andern Krankheiten der Fall ist, daß die Pferde nur dann erst nach der Schule gebracht werden, wenn ihre Krankheiten aus heilbaren in unheilbare uͤberge⸗ gangen sind. . 5 Kennzeichen der Krankheit. „„Das Pferd zeigt in den ersten Tagen große Mat⸗ tigkeit und Hinfaͤlligkeit, und die Freßlust ist vermin⸗ dert, den zten bis Aten Tag nimmt die Krankheit zu, dann bekommt das Pferd eine Schlummersucht, und verhaͤlt sich beinahe wie ein dummkollriges Pferd. Es laͤßt entweder den Kopf tief haͤngen, oder stuͤzt solchen fest in die Krippe. Die Augenlieder haͤngen tief uͤber das Auge herab, der Augapfel ist entzuͤn⸗ det und truͤbe, und in dem innern Augenwinkel zeigt sich ein Ausfluß einer Eiteraͤhnlichen Makerie, und 1 24 nun it die Sreßlost ganz e„bingegen b 25 sie mehr Durst. Einigen schwillt der ganze Kopf 5 an, bey andern hingegen ist nur das Maul ange⸗ schwollen. Bey denjenigen, welche mit Halsentzuͤn⸗ dung befallen sind, ist das Zahnsleisch, der Gaum und die Zunge angeschwollen, und steht blauroth aus. Die eine Leberentzuͤndung haben, bey denen ist das Zahnfleisch gelb, und die Zunge mit einem zaͤhen gelben Schleim belegt, und man findet oͤfters die waͤsserige Feuchtigkeit in der ersten Augenkammer ebenfalls gelb. Sie schlagen mit den Flanken, doch 80 nicht so heftig„wie bey einer sungenentzündung,„der Puls ist klein und geschwind, und schlaͤgt in einer Minute 60 bis 70 mal. Ohren und Extremitaͤten sind kalt, der Schlauch und die Hoden bei Hengsten schwellen betraͤchtlich an, sie bekommen geschwollene Beine, auch findet sich haufig eine waͤsserige Ge⸗ schwulst unter dem Bauche ein. Sie misten und stallen, nur bei einigen zeigt sich in den ersten Zeiten eine Verstopfung, einige misten nur einzelne harte Ballen weg. Bey einigen schwellen die Druͤßen im Kehlgang an. Die Krankheit dauert bis zum 7ten oder ten Tag mit gleicher Hinfaͤlligkeit fort, alsdann faͤngt sie allmaͤhlig an abzunehmen, und das erste Zeichen der eintretenden Besserung ist: daß das 8 etwas S aus seiner Streu 1 und Mga fils die sic nicht dee nicht zendes legen den 5 12b hort. indem Diese 1 Schle nig diese un; rungen nit Ke so bun 25 dieses mit Appetit frißt. Die Auger: bine nicht mehr so uͤber das Auge herab, und lassen den Augapfel mehr als zur Haͤlfte sehen, welcher eben⸗ falls seine Truͤbheit verloren und sein voriges glaͤn⸗ zendes Ansehn bekommen hat. Diejenigen Pferde, die sich waͤhrend der Krankheit nicht gelegt haben, legen sich nun, und liegen viel. Gemeiniglich tritt den sten, 7ten oder gten Tag ein Durchfall ein, der 12 bis 14 Stunden dauert, und alsdann von selbst auf? hoͤrt. Diese Wirkung der Naturkraͤfte darf man nicht unterdruͤcken, wenn sie nicht zu lange dauert, indem nach derselben! die Besserung si chtlich zunimmt. Dieser Durchfall ist bey manchen breiartig mit vielem Schleim vermischt, und sehr uͤbel riechend, nur ben einigen Pferden war er ganz waͤsserig. Die Ursachen dieser 8 Krankheit sind theils in dem schlecht gewonne⸗ nen Futter, theils in dem harten Winter, vorzuͤglich aber in einer eignen 3 dieses Srühhahes zu suchen. Curme thode. 5 Diät Man tntziehe den Kranken alle harte Nah⸗ rungsmittel, und gebe ihnen nichts weiter als ein mit Kleien dick gemachtes Trinkwasser„und zwar so lange, bis sich die Freßlust wieder eingestellt hat. 26 Hafer in die Krippe zu schuͤtten, Heu auf die Rau⸗ se zu stecken, ist nachtheilig, indem es unangeruͤhrt da liegen bleibt, und von der ausgeathmeten Luft des Thieres verdorben wird. Sobald sich die Freß⸗ lust wieder zeigt, gebe man ihnen zu erst etwas Heu, jedoch nur in kleinen Portionen, auch reiche man ihnen etwas Hafer, jedoch noch mit Kleien ver⸗ mengt, nicht viel auf einmal, aber oft. Diese Art Fuͤtterung bekommt ihnen am besten, und ersetzt sehr bald die verlohrnen Kraͤfte. Nach und nach . vermehre man die Portiones, und lasse laͤngere Zwi⸗ schenraͤume, und so fuͤhre man das Pferd allmaͤhlig auf die gewohnte Fuͤtterung in Hinsicht der Quan⸗ titaͤt und Zeit zuruͤck. So lange das Pferd krank sist, darf es nicht aus dem Stalle genommen wer⸗ den, in dem Zustande der Besserung aber, mache man ihm taͤglich einige Bewegung, indem man es bis Stunde an der Hand herumfuͤhrt. Die Staͤl⸗ le muͤssen reinlich gehalten, und von Zeit zu Zeit mit Essig, welchen man auf einen heißen Stein gießt, ausgerzucherf werden. Den Kranken die verstopft sind„oder nur ein⸗ 95 harte Ballen Mist von sich geben, gebe man 5 taglich 2 bis 3 lauwarme Klystire aus Leinsamen 4 Vb, Kamillen 4 Haͤnde voll mit einem reichlichen — 8 1 4 27 ber Wasser e wozu man, nachdem es durch ein Tuch W worden, 4 both Leinoͤhl zu- setzen kann. Innerlich gebe man alle 2 bis 3 Stunden ein maͤßiges Huͤnerey groß von folgender Latwerge, Kamillen⸗Blumen und Angelika⸗Wurzel, von jedem 8 Loth„Baldrian 6 Loth, Wolferleiblumen 2 Loth, Kampfer 1 Loth, alles fein pulverisirt und gemischt. Wachholdersaft so viel als genug ist eine Latwerge zu machen. Mit dieser Latwerge muß bis zur voͤlli⸗ gen Besserung fortgefahren werden. Man kehre sich nicht an die Geschwulst unter dem Bauche und Schlauche, sie vergeht von selbst, wenn das Fieber gehoben und die Kraͤfte wieder hergestellt 8 nd. Skarification dieser Theile oder gelegte Ei⸗ terbaͤnder nehmen leicht eine uͤble e an, und werden brandigt. Bey den Kranken, die starke Congestion nach dem Kopfe haben„und wo die Schwaͤche besonders l groß ist, kann man gleiche Theile von der spanischen Fliegenessenz und Kampfergeist an den Seitenthei⸗ len der Kruppe und des Halses einreiben, und die Einreibungen an frischen Stellen nach Beschaffen⸗ beit der Umstaͤnde wiederholen; man nimmt spani⸗ sche Fliegenessenz, Kampfergeist von jedem 2 Unzen und mischt es unter einander. 1 8 die 8 8080 28 5 gen des s flüchtigen e mit Kampfer im Kehl. gange und den Winkeln der Ganaschen am untern Theile des Halses„ist bey denen unentbehrlich, die eine falsche Halsentzuͤndung haben; auch ist es gut, wenn man diese eingeriebenen Theile mit einem Stuͤck Fries bedeckt. Ist das Hinunterschlucken sehr beschwerlich, und sind die innern Theile des i Mauls und Halses sehr verschwollen, so spritze man von nachstehendem Gurgelwasser lauwarm ein:: Nimm Raute und Salbei von jedem 2 Hände voll, i koche es mit 14 Quart Wasser, lasse ein paar Finger einkochen, druͤcke es durch ein Tuch und loͤse darinnen auf: Salmiac 1 Loth,. 1 4 Loth. die aͤußern und innern Winkel des Auges ein, und feuchte das S mit folgenden ee 8 ßig an. Augenbalsam: Nimm e Präzpitot 18 Gran, fein pulverisirtes Opium 4 Gran, frisch aus- gewaschene ungesalzene Butter 1 Quentchen, mische es gut untereinander. Augenwasser: Nimm Blei⸗ * Sind die Augen heftig entzündet, und sehr 15 5 schwollen, ist die durchsichtige Hornhaut verdunkelt, und die Absonderung der Eiterhaften Materie in den Winkeln betraͤchtlich so streiche man fruͤh und abends einer Nadelkuppe groß von nachstehendem Balsam in een e 5„ 29 etrakt 2 Loth,„rektiftzirten Wenge 45 158 fluͤssi⸗ ges Laudanum 2 Drachma, reines Flußwasser 1 Quentchen„ mische es unter einander, und schuͤttele es vor dem Gebrauch gut um. Die Anwendung letzterer Mittel ist nur dann nöthig/ wenn die Augen⸗ entzuͤndung einen hohen Grad erreicht,„ außerdem bedarf es keines andern Mittels, als daß man die Augen von Zeit zu Zeit mit etwas lauem Wasser von der klebrigen Materie reinigt, indem sich in den mei⸗ sten Faͤllen diese Augenentzuͤndung ohne weitern Ge⸗ brauch der aͤußern Mittel zertheilt. erfahrung 9 1 die diefes Frühjahr 5 schend gewesene Krankheit unter den 5 3 5 7 5. S. von Teunecker. ausuübendem Tierarzt in Leipzig. a 5 Fast wage ich es kaum, auch meine 5 uͤber die dieses Fruͤhjahr herrschend gewesene Pferde⸗ krankheit dieser Sammlung von Bemerkungen dar⸗ uͤber den beruͤhmtesten Thierärzten beyzugesellen, da alles was ich noch hierüber sage, diesen in wissen⸗ schaftlicher Hinst cht weit Aacebe„und nur einzig 6 Whetsache— durch gemachte Erfahrung— einigen Werth erhaͤlt. 45 Mir schien diese Krankheit nichts anders 1 ein 1 katarrhalischer Zustand zu seyn, bey welchem die Lunge mit affizirt war, und der si ch bald mehr bald weniger einem Faulfieber naͤherte— ich sage nur naͤherte, denn nie habe ich diese Krankheit so viel ich auch Pferde davon zu behandeln hatte, in ein N Faulfieber uͤbergehen gesehen. Eben so bestel nach meiner Erfahrung diese Krank⸗ beit zwar mehrere Pferde zu gleicher Zeit, allein sie war vorzuͤglich in dem ersten Zeitraum, wenn sie durch fehlerhafte Mittel— schlechte Pflege und Fut ter nicht in einen Uebergang, in ein Faulsieber ge⸗ neigt gemacht worden war, selbst 4355 in ihrem 1 85 gang nicht ansteckend. Diese Erfahrung aber hat die Erfahrungen 95 5 rerer Thieraͤrzte gegen sich, ich muß daher glauben, daß sie nur durch zufaͤllige Umstaͤnde herbey geführt bey meinen Kranken und den neben ihnen Rahe den Gesunden eintrat. Meine Heilart— ich bin verlegen— sie da, wo schon die Behandlung so vieler wissenschaftlichen und beruͤhmten Thieraͤrzte angefuͤhrt ist, beyzusetzen, noch dazu da sie so ganz einfach ja vielleicht zu einfach, und nichts weniger als gelehrt— umstaͤndlich und kostspie sie ben weit g kam e dem v. barkeit wenige Krank konnte von de mein Woar sei wie erigt 6 bis mehr Cur i. Kank N 31¹ kostspielig ist: Ich zog den Kranken, sowohl wenn ich sie bey dem Entstehen der Krankheit— als bey schon weit gediehenen Fortschkitten in ihr in die Cur be⸗ kam, ein Eiterband an die Brust, das ich nur nach dem verschiedenen Grad der Krankheit, der Reiz⸗ barkeit— Alter und Kraͤften des Thiers mehr oder weniger reizend machte, und brachte so alle meine Kranken, die sich bey den vielen Meßfremden Pfer⸗ den, so an der Seuche litten, leicht an x58 belaufen konnten, gluͤcklich durch, indessen dies waͤre vielleicht von der Naturkraft auch allein bewirkt worden, und mein Antheil an der Herstellung war weniger die aͤrztliche Behandlung als die gute Pflege und die Abwartung, welche ich ihnen verschafte. Doch dem sei wie ihm wolle, genug sie wurden durch die ver⸗ einigte Behandlung geheilt— ohne daß(höchstens 6 bis 8 Stuͤck ausgenommen„ bey welchen ich es mehr aus Charlatanerie, um bey den Besitzern die Cur umstaͤndlicher zu machen„ wle auf Anzeigen der Krankheit that) ein einziger Kranker innerliche Arze⸗ neien bekommen haͤtte, und da wo ich sie dem Savoir faire des Thierarztes gemaͤß ja geben mußte, bestan⸗ den ste aus einer Latwerge von einem Gemisch aus Wacholderbeeren, Enzian, Baldrian, Angelika, Calmus, etwas Spiesglas und Kochsalz. f Die verschwollenen triefenden Augen ließ ich df⸗ * ters mit it frischem Wa ser„ dem Thiere kaͤg⸗ lich Bewegung machen, und recht oft frisches Wasser oder Mehlsaufen reichen, ubrigens gar keine Diaͤt halten— sobald die Kranken Appetit zum Futter zeigten, wurde ihnen reiner guter Hafer, jedoch in kleinen Portionen gereicht, eben so gutes Heu— oder gruͤnes Futter, je nachdem ihr Instinkt Nei⸗ gung zu dem einen oder andern zeigte. Wo es moͤglich war, ließ ich aber die Thiere mit warmer Seifenlauge oder auch nur mit warmem VWasser und Seife uͤber den ganzen Koͤrper abwaschen, und dann recht nachdruͤcklich mit trocknen Stroh⸗ wischen uͤber den ganzen Leib abreiben. Das Eiterband welches ich immer uber 1 gten oder zten Tag mit Terpentinöl befeuchtete, erhielt ich waͤhrend den ganzen Verlauf der Krankheit und selbst waͤhrnd der Reconvaleszens in Eiterung, gab wenn es der Abgang von hart geballtem Mist oder die Spannung des Hinterleibes anzeigte, einige Kly⸗ stire aus bloßem warmen Wasser mit etwas Kochsalz und Leinoͤl vermischt, wendete ubrigens weder Raͤu⸗ cherungen noch Daͤmpfe an, und hatte in 14 Tagen, 3 bis 4 Wochen, je nachdem die Krankheit schon ei⸗ nen bohen Grad erreicht hatte, ehe ich die Thiere in die Kur bekam, die Freude die Heilung bezweckt zu baben. —— 2— 4 — —— EN 3 1 2 5 5 5 8 ü 8.. e 8 5 5 0 1 Interessanttr aber als dies einfache schlichte Be⸗ handlung, die gar keinen Anspruch auf Gelehr samkeit und hoͤchstens nur auf praktischen Werth macht, da sie bey dem aͤrmsten Bauer und Fuhrmann, der sein Pferd fast nicht einen einzigen T Tag muͤssig stehen lassen kann, wie bey dem reichsten Pferde⸗Besitzer, dem man nach seinen Wunsch die Kur durch eine Menge Umstaͤndlichkeiten kostspielig machen konnte, gleich leicht anzuwenden war,— interessanter als diese Behandlung sage ich, werden manchem Thierarzte folgende Bemerkungen seyn: 1) Daß da wo man dem kranken Thiere keine Ei⸗ terbaͤnder gezogen hatte, bey vielen rhevmatische Lähmungen, der groͤßte Beweis, daß diese Krankheit katarrhalischer Art war, zuruͤck blie⸗ ben, die man nun noch durch Eiterbaͤnder, oder wie dies die gemeinen Thierärzte lieber thun, durch scharfe Salben heilen mußte. i b 29 Daß bey dieser Verabsaͤumung oftmals Entzuͤn⸗ dung der Nieren, Blutstellen und ein stinkender Durchfall eintrat, und 3) daß bey ganz schlechter Wartung und Pflege, kaͤslichen Strapazen und Aderlassen die Krank⸗ heit in Rotz uͤbergieng, wenigstens war dies der Fall bey 16 Pferden, meist polnischen Ju⸗ den- Pferden, die, während daß sie an der Erster Band. 1. Heft. 5 5 3 * Such litten, die a Mürsche bey schlechtem Futter und Abwartung aus dem ent⸗ ferntesten Rußland, Gallizien ꝛc. auf die Leip⸗ 5 ziger Messe machen mußten, und die ich, als man mir sie zeigte schon vollkommen rotzig fand, ob sich schon vor z bis 4 Wochen keine. da⸗ 5 von gezeigt e sollte. a ueber die Seuche b L. von Mosel. 5 5 Wenn ich das folgende dieser Sammlung uber die Pferdeseuche hier mit einverleibe, so geschiehet dies keinesweges um eine Auseinandersetzung dieser Krankheit nach zu liefern, da schon mehrere der be⸗ ruͤhmtesten Thieraͤrzte uns und unsern Nachfolgern 5 eine immerwaͤhrende Norm bei wieder entstehender Seuche dieser Art zur Behandlung und zur Beob⸗ achtung angeben. Noch weniger ist es meine Absicht mein Heilver⸗ fahren anzugeben, da dieses alles schon von mehrern der Herren Professoren und Vorstehern der Thierspi⸗ taͤler so deutlich geschehen.„ wie aus dieser Zusammen⸗ stellung zu sehen, und Dank sei diesen Maͤnnern, daß 5 35 5 sie keinen Fleiß, keine Muͤhe sparten, uns genau mit 1 allen Symptomen dieser Krankheit und ihren Nuͤan⸗ 115 cen bekannt zu machen, nur sind wir freilich nicht b 5 immer in den Verhaͤltnissen ihre Vorschriften. trotz unsern bestem Willen in ihrem ganzen Umfange ausfuͤh⸗ ren zu duͤrfen, wir sind zu sehr gezwungen uns nach dem„bkale, den Launen und Einsichten der Besitzer. kranker Thiere einigermaßen zu richten, wenn wir einiges Gute stiften und die Thiere nicht in die Haͤnde N 5 gewissenloser Menschen uͤbergehen wollen sehen. Vor⸗ f f 5 5 zuͤglich muͤssen wir uns der einfachsten Behandlung 5 befleißigen nur die Lehrer der oͤffentlichen Institute c sind so gluͤcklich in ihren Krankenstaͤllen und außerhalb 35 0„ derselben vermoͤge ihrer Autorität nach ihren Koͤnnt⸗ „ 1 nissen uneingeschraͤnkt verfahren zu duͤrfen. „ ö. Meine Absicht ist hier nur gleichsam fragmenta⸗ W ö 85 risch anzugeben, wenn und wie sich diese 1 988 335 auch in hiesiger Gegend aͤußerte. 1 Schon im Anfang Februar befiel in einem Stall „ von 6 Pferden fuͤnfe davon diese Krankheit, das sech⸗ 5 „see davon blieb aber gaͤnzlich verschont, in der Folge 1155. hatte ich Gelegenheit eine sehr bedeutende Anzahl r dieser Kranken zu beobachten. Die Zufälle waren 1 mehr oder weniger verminderte Freßlust, truͤbe ver⸗ 6 i*. schwollene schwaͤrende Augen, kleiner geschwinder 5 Puls und Mattigkeit. In der Folge fraßen sie bei⸗ . 3 Beaͤngstigung und einen großen 36 e nahe gar nicht, völlige Bewußtlosigkeit mit den 5 Symptomen des hoͤchsten Grades des asthenischen Kollers traten ein, der Kopf, Schlauch und Schen⸗ 8 kel liefen an, mitunter fanden sich Geschwuͤre am Maule ein, der Rachen war heiß, einige hatten einen uͤbelriechenden Athem und einen schwarzen stinkenden 25 sehr duͤnnen Durchfall. Anfangs der Krankheit leg⸗ 5 ten sie sich, in der Folge gar nicht, sie verriethen große. ü Schmerz in der Brust, bey mehrern waren die Drusen im Kehlgang angelaufen, doch nur selten stellte sich ein Ausfluß ein. N e Alle diese Zufaͤlle waren mehr oder weniger zuge⸗ gen, ich betrachtete gleich anfangs die Krankheit im Ganzen als einen unterdruͤckten katarrhalischen Zu⸗ 5 stand, und wer konnte hier eine andere als die reizende Heilmethode angezeigt finden?— Der Verlauf der 8 Krankheit dauerte von 6 Tagen bis zu 3 Wochen, in welcher Zeit sie alle hergestellt waren bis auf Eins. Dieses fraß mit aller angewendeten Muͤhe bis zum 15ten Tag, wo es starb, nicht ein Loth schwer. In mehrern Staͤllen ward ein oder zwei Pferde N von der Krankheit befallen, die Absonderung war unmöglich und die uͤbrigen blieben verschont. Von mehrern Staͤllen, wo ich weiß, daß die Pferde den ganzen Winter reinen Hafer und Heu erhielten, wur⸗ N 5. ee eee e eee eee eee ee de ein oder das andere pferd k. ut, hingegen 3 ich Staͤlle auf dem Lande anzufüpren, worinnen den ganzen Winter verschlemmtes Heu gegeben ward, und die Pferde blieben gesund. Dieses verleitet mich zu glauben, daß diese Krankheit nicht ansteckend und blos in der veraͤnderlichen Temperatur, welche bier herrschte, zu suchen war. Eiterbaͤnder zog ich nur bey zweyen wegen des Widerwillen der Besitzer dagegen; das welches 5 starb war Eins von diesen beiden, eben so nahm ich keine Ruͤcksi cht auf die verschwollenen truͤben Augen, 5 selbst bey einigen wo sich die tunica conjunctiva bis zu einem Fell verdunkelt hatte; wie die Krankheit 8 gehoben war, verlsee sich auch alle Nebenzu⸗ 75 faͤlle. Noch füge ich hinzu, daß ich jetzt im August, u wo diese Seuche hier laͤngst verschwunden, noch von einem Fremden ein Pferd an 898 1 in der dee habe. * Wulkkune uͤber Debohens dieser Seuche ö 8 i s 45 1 über die. bewe Felle auf den Augen der Pferde 3 J 4 5 Carl Wilhelm Am mon.„5 i 10 K. Pr. Roßarzt.. i 3 ele Das Augenfell besteht in einer widernatuͤrlichen„„ f Verdickung der verbindenden Haut(tunica conjun c- 1 1 dich tiva). Diese Haut schwillt widernatuͤrlich auf, ver⸗ W a liert ihre Durchsichtigkeit und bekommt das Ansehen 1 nicht eines Fells,. st ich uber den 8 ver · 5 haut, breitet. 8 5 3. 2 Gewoͤhnlich faͤngt das gell o von dem innern ode uch e großen Augenwinkel an und breitet sich von d ich h allmaͤhlig weiter uͤber die Hornhaut aus. ö es le Manchmal bedeckt das Fell nur einen Theil de glei 1 Hornhaut, und bleibt nachher unveraͤndert, zuweilen— delt waͤchst es bestaͤndig fort, bis die ganze Hornhaut be⸗„ deckt ist. Oftmals geschiehet dieses Wachsen so N voti schnell, daß in kurzer Zeit die ganze Hornhaut davon. Aindes bedeckt ist. 5 Ac Die Erkenntniß des Augensels ist leicht. Die f. 5 den is Farbe des Augapfels ist bald milchweiß, bald blaͤu⸗ 5 licht grau, bald ganz grau. Es liegt eine ordentliche bit de dicke Haut(Fell) auf der Hornhaut, die gewoͤhnlich 5 1 39 beweglich ist, so daß man sie aufheben und in Falten oder Runzeln hin und her schieben kann. Selten sitzt diese Haut fest und unbeweglich. 8 Die naͤchste Ursache des Augenfells scheint eine Anhaͤufung der Saͤfte in der Bindehaut und in dem Zellengewebe zu seyn. Gelegenheitsursachen sind langwierige und perio⸗ dische Augenentzuͤndungen„Druse u. s. f. Die Vorhersagung ist bey den Fellen der Augen 5 4855 so unsicher als bey den e auf der Horn⸗ haut. 6 8 4 n Die meisten Felle ind zu vertreiben, wenn sie noch nicht so sehr veraltet und an der Hornhaut ange⸗ wachsen sind. Ist das Fell duͤnn und weich, so ist es leichter zu heilen als wenn es dickfleischigt und gleichsam lederartig ist. Je frischer ein Augenfell ist, desto mehr Hofnung hat man es zu heilen. Ben der Behandlung der Augenfelle hat man vorzuͤglich darauf zu sehen, ob das Auge dabey ent⸗ zůndet ist oder nicht; und ob der Schaden blos oͤrt⸗ lich oder mit einer allgemeinen Krankheit verbun⸗ den ist. Ist das Augenfell blos betlich, d. b. die Gesund⸗ heit dabey weiter nicht gestoͤret, so kann es gewoͤhn⸗ lich durch aͤußere Reizmittel vertrieben werden. . 40 S. das Auge ale entzündet, so kann man zu 8 gelinden Reizmitteln; seine Zuflucht nehmen. Sehr wirksam ist eine Infusion von Wolferlel und Camillenblumen mit einem Zusatz von weißen Vitriol. Ist k nach dem Verschwinden der entzuͤnd⸗ lichen Zufall das Fell noch vorhanden, so muß man kraͤftige Reize anwenden. Vorzuͤglich wirksam ist eine Aufloͤsung von weißen Vitriol und Alaun in Wasser;(. Mo. 1.) Ein Pulver aus Weinstein⸗ rahm, Bolus und Zucker; Ein Pulver aus Zucker, weißen Vitriol und gebrannter Alaun 06 No. 2.) Eine Salbe aus Gallmeistein Tutia u. d. gl. (. No. 3.) Aus Butter, rothen Pröcipitat und Kampfer oder weißen Vitriol(. No. 4.) Von diesen sehr wirksamen Mitteln kann man sich eins nach Befinden der Umstaͤnde auswaͤhlen und es so lange anwenden„bis die gaͤnzliche 9 er⸗ folgt ist. Man erkennt die anfangende Besserung davon: daß das Fell sich von dem aͤußern Augenwinkel im⸗ f mer mehr und mehr zurück zieht und duͤnner wird, und alle Theile des Auges wieder sichtbarer werden. Wenn durch den Gebrauch der aͤußern Reizmittel sich das Auge mehr wepschlanmne, als gebessert. hat, so sind sie ee zu stark angewendes, bun alfa tzünd⸗ um fam st zun in nein cker, 2.) . gl. und u man en und ing er ⸗ davon: el in⸗ td und N. izmittel ebessert wende, weißen 41 * oder die e aumabechasuber i 315 ge· hoͤrig beruͤcksichtiget worden. Wenn man mit Gluͤck und in kurzer Zeit die 0 Augenfelle vertreiben will, so hat man vorzuͤglich auf den allgemeinen Zustand zu sehen. Sehr haͤufig bemerkt man zugleich eine allgemeine asthenische Krankheit z. B. die Druse dabei. Wenn das allge⸗ meine Uebel nicht zugleich mit dem Fell entfernt wird, so ist die Heilung immer unvollkommen und von kei⸗ ner Dauer. Nach dem Grade der allgemeinen Asthenie muͤssen d die innerlichen Reize fänger werden. In den meien Faͤllen wird ein Pulver aus Wacholderbeeren, Kalm uswurzel, Andornkraut und Baldrianwurzel die erlangte Wirkung leisten und dieses um so leichter, wenn nach Befinden der Um⸗ staͤnde ein oder zwei Haarseile gezogen werden. Bey den veralteten Augenfellen haben sich die Haarseile vorzüglich wirksam erwiesen. Man kann, wenn sich nur auf dem einen Auge ein Fell befindet, unter dem kranken Auge auf den Kinnbacken ein Haar⸗ seil ziehen, und es vermittelst Eingießen von Terpen⸗ tinoͤl mehrere Wochen in Eiterung erhalten. Sollte sich auf jedem Auge ein Fell vorfinden, so muß auch an beiden Seiten des Backens ein Haarseil angesetzt werden. So nuͤtzlich die Haarseile sich bei den Au⸗ gensellen schon öfters gezeigt haben, so ist es jedoch keine kleine Thorheit, wenn man von solchen die Hei⸗ Na lung allein erwarten will. Man darf schlechterdings. ben 1 dabeyn den Gebrauch zweckmaͤßiger, örtlicher und nach. ahherieben Befinden auch e 8 2 verabsaͤu⸗ bei Pferde men. 5 ben so le Einige Roßaͤrzte 3 die Augenfelle ami 5 Luc wird einer Operation zu entfernen; man soll das Fell ver Operlione mittelst einer feinen krummen Nadel in der Mitte durchstechen und einen Zwirnsfaden durchziehen; hierauf mit den Faden das Haͤutch en gegen sich zie du. k, Ni ben und es mit einem scharfen Messerchen allenthalben 6 1 5 von dem Auge ablöͤsen und abschneiben. W N 9 Oe bei Diese Operation ist aus der Menschenarzneikunde. 2. Ni entlehnt, wo sie auch bisweilen von Nutzen seyn„ kann; aber leider haͤlt das Pferd bey solchen Opera⸗ 3 tionen den Kopf nicht so stille als die Menschen, und 5 wie geschwind kann es geschehen, daß waͤhrend man ö 0 Mache mit dem Messer arbeitet, das Pferd ploͤglich den ä ang. gi Kopf erhebt und sich das Messer durch die Hornhaut 8 stoͤßt, wornach die Feuchtigkeiten auslaufen und das f Auge verloren ist. Bey veralteten mit der Horn⸗ haut verwachsenen Wande ist Melee schon ohnehin nicht e 8 a * 2 C Handbuch Th. 2. S. 83. Einige haben angerathen, im großen Augenwin⸗ kel alle die kleinen Aederchen, welche dem Fell die 1 I mabeung zufuͤhren, zu durchschneiden, wornach das Feell vertrocknet und nach und nach von den Augenliedern abgerieben werden soll.“) Ich kann diese Operation bei Pferden. ebenfalls nicht anrathen, weil dabey eben so leicht die Hornhaut verletzt werden kann. Auch wird das vorne angegebene Verfahren ale Operationen entbehrlich machen. f Arzueiformeln. 1 Mo. 1. Nimm weißen Vitriol(Vitriol 55) 2 Serup. rohen Alaun(Alum crud.) 1 Quent. Löse beides in 16 Lth. Wasser auf. 3 No. 2. Nimm weißen Zucker Gacchar. alb.) 2 Qtl. weißen Vitriol(Vitriol alb. 5 gebrannte Alaun(Alum. ust.) von jed. „. Mache alles zu feinem Pulver. No. 3˙ Nimm Gallmeistein(Lap. calamin) Tutia(Tutiae praep.) weißen Vitriol(Vitriol alb.) gebrannte Alaun(Alumin ust.) von jedem 2 Loth. Kampfer(Champhor) ein halb Qtl. 7 0 Vusch at. Talheukuc fuͤr Tierärzte E. 10, Mache alles zu 8 Pulver, vermische es ber 800 mit 8 Loth frischer Butter zu einer Salbe. Von dieser Salbe wird taͤglich zweimal jedesmal einer 1 Erbse groß im großen Augenwinkel N (Vitriol alb.) 1 Quent. 5 0 die vorige Salbe. Sonderbirer„ Sufalt eines e Von Franz Ludwig Königstädter, Thierarzt; in Kisergeeh Velen: 8 No. 4. Nimm frische ungesalzene Butter(Butyr. rec. non alt) 4 Loth, rothen Praͤcipitat(Mercur. pPraecip. rubr.) 14 Quent., weißen Vitriol 5 Miche es zu einer Salbe und Ge es wie 4 Ich fand ben Sglauch des 80505 fo berrächtüch 0 verschwollen, daß der Urin nur Tropfenweise abflie⸗ ßen konnte, zugleich war die Geschwulst so schmerz⸗. haft, daß ich es unmoglich fand eine genauere Unter⸗ suchung vorzunehmen, ich mußte dieserwegen den 0 0 6 Ochsen werfen; nun fand ich von der Ruthe einen beträchtlichen Theil abgefault. Ich— das Abge⸗ pu lter gen Pbagad. 0. ser) inspr dae Ginge in kurzer! che de s if und Qua Ohren Ch n zu gel 6 Begriffe ö sters ge r Herbst ließ mich der Herr Kammerrath 20 Eichel auf e 9755 zu einem 1 Oer„ f 0 il ver, 5 dig ird, einen Krad Außen; gude kung mal ener 9 vorzubeugen, nach und nach einige Loth Nitr. depur. n. ahn fs rer. Glercur. u Nl en, mera) 1 25 2 se abfie⸗ hne re Unter ⸗ egen den the einen das Alge 3 „ faulte rein 85 5 5 alsdann täglich von der Aqua 5 w Phagad. duplex(doppeltes reinigendes Wunderwas⸗ 5 ser) einspritzen, gab innerlich, um einer Entzuͤndung (gereinigten Salpeter) ins Saufen, und bewirkte so 5 in kurzer Zeit die e Were 5 Ueber das Christwurzelstecken bey Schweinen c von ebendemselben. e 6 ist sehr gebraͤuchlich„daß Hirten, Schaͤfer und Quacksalber den Schweinen in die Lappen der Ohren Ehristwurzel stecken, in der Absi cht Krankhei⸗ ten zu heilen, von denen sie gewohnlich eben so viel Begriffe haben wie ich von der Sede, und die oͤfters gar nicht existiren. 1 5 Zwar if ist es nicht zu laugnen, daß die Chrictpur⸗ zel vermoͤge ihres Reizes als kuͤnstliches Geschwuͤr bey mehrern Krankheiten, wo ein Gegenreiz nothwen⸗ dig wird, oder um die Erregung zu beguͤnstigen, oder einen Krankgheitsstoff von einem edlen Theile nach den Aeußern zu leiten, mit vielem Nutzen anzuwenden ist 9 1 Die Herren S en werden dieses schon genauer auseinander zu setzen wissen; hier spricht blos die Erfah⸗ rung eines in der thierischen Heilkunde sehr erfahrnen Praktikers. d. R. c 46 nur f nd die gappen der Ohren keine schickliche Stelle 5 hierzu, weil hier zu wenig fleischige Theile liegen, um in selbigen einen gehörigen Eiter zu bilden. Passendere Stellen hierzu sind der Hals, die Brust oder irgend ein anderer Theil, wo mehrere M uskelparthieen liegen. Hier wird selbige bei der Lungenentzuͤndung, Milzsucht, der Braͤune, bey Augenkrankheiten, in der Schlafsucht, bei der Dreh⸗ krankheit und bey finnigen See sehr gute Dienste liter N operotien eines Polypen in det Na se n eines N von Herrn Mensch en bring, Robarzt bei dem Regiment Dragoner Prinz Clemens. Ein. ersuchte mich 5 Pferd zu besehen, welches nach dem Vorgeben eines Schmidts, welcher es in der Cur gehabt, an einer Drusenkrankheit leide, da aber dessen Bemuͤhungen diese Druse zu heilen, alle fruchtlos geblieben, so habe der Schmidt das Pferd fuͤr unheilbar daͤmpfig erklaͤrt, und nun werde die Krankheit von Tage zu Tage schlimmer. Als ich das Pferd untersuchte, es zum Husten weden reizte, 5 0 gar keine Dewpiskei zu⸗ „ en nau. fu, ich e inet Wu und des r Nase temen. 0 besehen, welcher eit leide, 3 heilen, lidt das n werde Husten keit y⸗ ein Stuͤck schwammiges Fleisch aus selbiger trennte. Wegen Unruh des Pferdes konnte ich keine ge⸗ nauere Untersuchung vornehmen, ich mußte es wer⸗ fen, und nun fand ich in der Nasenhoͤle, nachdem ich selbige aufgeschlitzt, ein speckartiges Gewaͤchs ge⸗ gen 5 Zoll lang und einen Zoll stark, welches ich mit einem Instrument abloͤßte, hierauf befeuchtete ich die Wunde mit Spirit. Salamoniac. und Ad. Commun. und das Pferd war von diesem(nach Aussage des Schmidts) unheilbaren Uebel befreiet. Bemerkungen ä über die 2 51% der Hornhaut, uagenftecen von Carl Willhelm Am m o n, K. Pr. e in Anspach. Die sogenannten Augenslecken beruhen auf einer Stoͤrung in der Organisation der Hornhaut, sie verursachen immer eine mehr oder wenigere betracht ⸗ liche Verdunkelung des durchsichtigen Theils dieser Haut, meistens ist nur ein einziger kleiner oder groͤ. gegen, wohl aber bemerkte ich ein Rasseln in der linken Nasenhoͤle, wobey sich geronnenes Blut und VU! ßerer Fleck zu bemerken, selten ist die Hornhaut im groͤßten Theil ihres Umfangs verdunkelt. Im ersten Fall wird der Fleck von Zeit zu Zeit groͤßer, oder er bleibt wie er ist, und verandert sich niche, Der Sitz der Augenflecken ist verschieden: Einige 1 8 0 1 3 befinden sich nur in der Oberflaͤche, andere liegen tie⸗ fer in der Hornhaut, und noch andere sind erhaben. Es giebt Falle a wo man dieses sehr deutlich unter⸗ scheiden kann„zumal wenn man das Auge von der Seite ansieht, aber auch Faͤlle, wo man keinesweges bestimmen kann, wie tief der Fleck oder die Verdun⸗ kelung liegt, oder wie tief er in die Hornhaut ein⸗ dringt.„„ 3 3 Alle Flecken der Hornhaut hindern das Sehen bald mehr weniger, je nachdem ste sich dem Augen⸗ stern naͤhern oder je größer und undurchsichtiger sie sind. Eine gänzliche Verdunkelung der Hornhaut durch einen großen Flecken verhindert das Sehen gaͤnzlich 5 und verursacht eine vollkommene Blindheit. Es ist fuͤr ein Gluͤck zu halten, daß große Flecken der Horn- haut selten vorkommen. Die Erkenntniß der Hornhautflecken ist immer leicht; die verdunkelte Stelle ist bleichweiß, oder weißblaͤulicht oder kreideweiß oder gelblicht und im⸗ mer mehr oder weniger undurchsichtig. Zuweilen sitzt der Fleck gleich einem neblichten Woͤlkchen auf der 5 . h 5 8—— e N wel E. . df dc! N 5 sud, 5 in de N gleichsam einen weißen Huͤgel vorstellt, der auf der Hornhaut liegt. Unerfahrne haben zuweilen den grauen Staar fuͤr einen Flecken der Hornhaut ange⸗ sehen. Man darf nur das Auge von der Seite be⸗ trachten so wird man sogleich sehen, daß die Horn⸗ haut truͤbe und undurchsi ichtig ist, und daß die Lcht⸗ strahlen nicht durch dasselbe dringen können. f Die naͤchste Ursache der Flecken der Hornhaut g scheint eine Stockung, Verdickung von ausgetretenen Feuchtigkeiten, vielleicht auch eine Zusammenwach⸗ sung in den Canaͤlen der Hornhaut zu seyn. Gele⸗ genheitsursachen hierzu sind jedesmal vorhergegan⸗ gene Augenentzuͤndungen. Am haͤufigst ten entstehen Flecken der Hornhaut nach ft olchen Augenentzuͤndungen, welche von aͤußerlicher Gewalt(z. B. Stoß, Hieb, 5 Stich u. s. w.) hervore gebracht worden. Die Heilung der Hornhautflecken macht dem Roßarzt meistens viel zu schaffen und sehr oft sind sie gar nicht wegzubringen. Wenn sie flach oder seicht sind, sind sie leichter zu vertreiben, als wenn sie tief in den Blaͤttern der Hornhaut ihren Sitz haben; je kleiner der Flecken ist, je leichter ist er wegzuschaffen. Meblichte Truͤbigkeiten der N 2 89 5 dem Ge⸗ Erster Band. J. Heft. 4 4 Hornhaut und ist nicht ganz undurchsichtig und ver⸗ ursacht eine vollkommene Verdunkelung. Nicht sel⸗ ten ist er auch nach auswaͤrts erhaben, so daß er Flecken lassen sich niemals im Mittelpunkt der Horn⸗ haut ganz wegbringen, auch wenn sie seicht und neu sind. Je dicker der Fleck, je undurchsichtiger die Ver⸗ dunkelung ist, desto ungewisser ist der Erfolg der Behandlung. Alle neue noch nicht lang entstandene Flecken lassen Heilung hoffen. Alte Flecken sind meistens unheilbar. Immer erfordert die Heilung der Hornhautflecken auch unter den guͤn⸗ stigsten Umstaͤnden eine geraume Zeit und eine anhal⸗ tende Beharrlichkeit in dem Gebrauche der zweck⸗ maͤßigsten Mittel. Ehe man zur Behandlung der Flecken der Hornhaut schreitet, muß man vorher den Gesundheitszustand des Thieres unter⸗ suchen, es sind zwar in den meisten Faͤllen diese Flecken blos oͤrtliche Fehler; indessen kann doch auch biswei⸗ len ein allgemeiner Krankenzustand zugegen seyn. Ist das Uebel blos örtlich— welches fast immer der Fall ist, so hat man auch allein von ortlichen oder aͤußer⸗ lichen Reizmitteln Huͤlfe zu erwarten. Ein sehr gu⸗ tes Mittel ist folgendes Pulver: Nimm weißen 3(Sacchar. alb.) 2 Quent., Zinkvitriol(Vi- riol alb.) gebrannte Alaun(Alum. ust.) von jedem 1 Quent., mache alles zu einem feinen Pulver. Hier⸗ von bringt man taͤglich zweimal etwas mittelst einem feinen Pinsel von weicher gezupfter Leinwand auf den brauch h weckmäßiger Mittel 5 Sehr 255 3 guten 6 Ein sehr. We ist a0 fiene Salbe: Nimm frische c Butter(Butyre xe rec. non 1525 salit.) 4 Loth, rothen Quecksi lberpraͤcipitat (Mere. peaecip. rubr.) 12 Qv., weißen Vi⸗ triol(Vitriol. alb.) 2 Qv. 8 mische es, und mache alles zu einer Salbe. Hier⸗ von muß man taͤglich einer Erbse groß ins kranke . streichen. Diese Mittel muͤssen, wenn 15 die verlangte Wirkung leisten sollen, eine lange Zeit anhaltend ge⸗ braucht werden. Wenn man gleich nach einigen Wochen die Gedult verliert, so wird man nie etwas ausrichten. Sollten diese Mittel das Auge zu sehr reizen, so daß Schmerz und Entzuͤndung entstuͤnde, so muͤssen sie sogleich mit lauer Milch weggewaschen und einige e mit den Reizmitteln ausgeseht werden. Als ein sehr gutes und de wirksumes Miteel neh len einige Roßaͤrzte das Nußdl. Ich halte das oben angegebene Pulver und die Salbe fur wirksamer, da das Nußdl nur dann wenn es ranzig ist einige rei⸗ zende Kraͤfte besitzt. Einige Roßaͤrzte rathen an, die en mit dem Hoͤllenstein zu betupfen. Wider die es Verfah⸗ ren ist manches einzuwenden; ich bemerke nur, daß 32 die Pferde sich selten so b a verhalten werden als es noͤthig ist, wenn das Betupfen ackurat verrichtet werden soll und man mit dem heftigsten Aetzmittel nicht auch den. Theil der 8 88 e will. Noch verdient unter die Mittel g gegen die Flecken der Hornhaut das Haarseil bemerkt zu werden. Man hat wirklich einige Faͤlle, die sehr vortheilhaft von deren Wirksamkeit sprechen; indessen muß man da⸗ bey niemals die außern Reizmittel versaͤumen. 8 c In aͤußerst seltenen Fallen stehen die Flecken der Hornhaut mit einer allgemeinen Krankheit in Ver⸗ bindung. Gewoͤhnlich ist dann eine asthenische Krankheit, z. B. die Druse, mit im Spiele. Hier ist es nöͤthig/ sich auch zweckmaͤßiger innerer Reiz- mittel zu bedienen. Wirksame Mittel dieser Art sind Calmuswurzel, Baldrianwurzel, die Wolferlei⸗ blumen, die Belladonna u. s. f. Nach dem Grade der innern Asthenie muͤssen auch die innern Reizmit⸗ tel eingerichtet werden. 53 5 5 5 5. leber: tel 3 das Aderlassen 8 e 1 von 1 Franz Ludwig Königstäptet, 1 F ersol. Thierarzt zu Eisenach. n 1 Mbtbigen 8 s kann den Schweinen so gut wie andern Thieren 10 gelassen werden, jedoch ist die b Art und Weise hierzu, welche mehrere Thieraͤrzte an⸗ 5 krlatben, den Schweinen ein Stuͤck vom Schwanze N 3 abzuschneiden, beynahe ganz zwecklos, weil durch die wenigen Tropfen Blutes, welche dadurch abfließen, . der beabsichtigte Zweck nicht erlangt wird, ja selbst t Gaumen Zungen- den Schlaf ⸗ und * 5 Schenkel⸗Pulsadern fließt das Blut nicht haͤufig/ 1 und öfters stillt si ch hier der Blutfluß von se lbst, i i... jedoch si sind die genannten Pulsadern immer die schick⸗ „ ü llichsten, weil die großen Pulsadern alle zu tief lie⸗ 8 5 1 gen, um eine Aderlaß daran vorzunehmen. Frey⸗ lich kann man bei den Schweinen durch das Unter⸗ suchen des Pulses niemals die Aderlaß angezeigt fin⸗ den, und man muß sich blos nach den Zufaͤllen rich⸗ ten. Nuͤtzlich und zweckmaͤßig ist das Aderla ssen in allen entzuͤndlichen Krankheiten, z. B. bey der Lun⸗ genentzuͤndung, bei der Braͤune, beim Hinterbrand, , bei 8 des Magens, bei der n r 5 1 34„„ Hirnen nd N Korn oder Gankkon und 185 der Hirschkrankheit. 5 Ach dekrsch be selhes mite d der Fliet oder auch mit einem Federmesser, der Schnapper ist gar nicht . anwendbar. a 1 eber die oebärmutter⸗ Entzündung der Kuhe ven Ebendemselben. Vielfaͤltige Erfahrung beweist mir, daß die Ent⸗ zuͤndung der Gebaͤrmutter bei den Kuͤhen ein haͤufig vorkommender Fall ist. Es ist ein gefaͤhrlicher Zu⸗ fall, welcher die Anwendung der zweckmaͤßigsten Mittel heischt. Zu den Gelegenheitsursachen, welche selbige hervorbringen koͤnnen, kann man vorzuͤglich zaͤhlen: Schwere unnatüͤrliche Geburten, alle Arten Mißhandlungen und Verletzungen bei der Geburt, gegebene sogenannte Geburtbefoͤrdernde Mittel, ver⸗ anlaßt und verordnet von unwissenden Schmieden, Hirten, Schaͤfern, alten Weibern und ktoͤfpischen Helfern, ferner angesammeltes geronnenes Blut in der Gebaͤhrmutter, starke Erkaͤltung ꝛc. auch kann dieser Zufall ein en von andern Krankheiten senn l * 0 3 Die gusele, ilch das Daseyn dieses Uebels bezeichnen, sind: Die Kuh stellt sich wegen des in⸗ nerlichen Schmerzes in der Gebaͤrmutter als wenn sie den Urin lassen will, die Kuh geht wie verschla⸗ gen“), zuweilen fließt etwas Blut aus der Mutter- scheide, Frost und Hitze wechseln ab, die Kuh hat viel Durst, der Puls ist geschwind und hart. Wenn die Zufaͤlle steigen, wird die Kuh matt und kraftlos, der Puls ungleich und schwach, das Athemholen aͤngstlich und muͤhsam, endlich bekommt das Thier Convulst stonen, Ohnmacht und Schwindel, die Augen werden truͤbe, fallen ein, die Zunge wird trocken, auch schwarzbraun„es stellt sich ein Durch⸗ fall ein oder Verstopfung, und der Tod beschließt die Scene. Bey der Obduktion sidet man Entzündung, Eiterung, Brand, und eine Menge gesammelte Feuchtigkeiten in der Bauchhoͤle, nicht selten findet man die in Eiterung getretenen Theile im Umkreis verhaͤrtet und caribs und mannichfaltige Verwach⸗ sungen. 8 5 * Die Mittel„ e 0 dieser Krankheit 4055 i 5 zeigt si sind, bestehen in einer reichlichen Aderlaß, wenn das 188 sich 5 in einem zu e ultande 00 rhevmatisch lam. 8 5 befindet— in Dampfbaͤdern unter dem Bauch ange⸗ wendet— die Hinterschenkel, welche hier gewohnlich kalt und krampfhaft sind, werden fleißig gebaͤhet. In die Mutterscheide applizirt man einen Schwamm„der in warmen Essig und Wasser und (laud. Iiq. Sydenh.) fluͤssiges Opium eingeweicht wor⸗ den, oͤfters, tief aber behutsam. Erweichende Kly⸗ stire mit Oel geschwängert, 208 hier. ä Nutzen. um der Entzündung und dem daraus folgenden Brand vorzubeugen, giebt man öfters aber in kleine. Portionen kuͤhlendes Getraͤnke mit Leinoͤl und dem fluͤssigen Opium geschwaͤngert. e Sollten die Theile in der Gebaͤrmutter buch die uͤberhand genommene Entzuͤndung schon in Eiter uͤbergegangen seyn, welches man aus dem Abfluß des Eiters aus der Gebaͤhrmutter erkennt, so muͤssen die aͤußern Theile fleißig ausgewaschen und in die Scheide selbst lauwarme Einspruͤtzungen angewendet werden, dies letztere gilt auch, wenn sich der Eiter einen andern Weg nach außen bahnt. Ist nun die Entzuͤndung und mit ihr die Zufaͤlle gedaͤmpft, der Ausfluß des Eiters gehemmt, so sind Angelikawurzel Eichenrinde und Kalkwasser die nun angezeigten Mit⸗ tel. Hierdurch wird dem Verderbniß der Saͤfte Ein— halt gethan und im Ganzen auf die allgemeine Erre⸗ gung und Erhoͤhung der Lebenskraft gewirkt. Kraͤf⸗ tige Nahrungsmittel duͤrfen um so weniger vergessen werd den. Es versteht sich schon von selbst, daß wenn der? rand fon. nichts zu 5 it. * ueber die 50 der ef. von dem Herren Oberroßarzt Reuter. Die Raude ist eine arsteckende Krankheit und ein mit dieser Krankheit behaftetes Schaaf muß sogleich von der Heerde abgesondert werden. Zuerst zeigt si ch die Raude an Stellen, die von Wolle entbloͤßt si ind, im Anfange der Krankheit fangen die Schaafe an auf den Hinterbeinen zu hinken, weil es ste zwischen den Beinen spannt, oder wenn im Verlauf der Krankheit sich tiefe Geschwuͤre erzeugen. Die Raude wird meist durch Ansteckung. hervorgebracht, jedoch kann sie auch durch ungesunde Weide und Unreinig⸗ keit erzeugt werden. Da aber die Raude mehren⸗ theils durch Unreinigkeit erzeugt wird, so muß sich ein Schaͤfer fuͤr solche Gegenden und Weiden huͤten, wo raͤudige Schaafe sind. Zweitens muß er immer eine gute Raude⸗Salbe vorraͤthig haben, um in sei⸗ ner Heerde die Schaafe, 88 nur die geringste 58 Spur davon F vetruchen ö damit einzuschmitren, 7 und ö i Schaafe von der Heerde entfernen. 8 Innerlich giebt man den Schaafen: 9* Nimm sein pulverisirten Schwefel 1 1 g Cordibenediktkrautpulver Enzianwurzelpulver von jedem 1 1b. mische alles durcheinander und gieb jedem Schaaf taglich zweimal 2 bis 3 Loth, oder Nimm Schwefelleber Schwefelblumen, von jedem deo 5 Enzianwurzelpulver Gestoßene Wacholderbeere Hollunderbeerpulver, von jedem th; Salpeter 1 lb. . es zusammen z zu einem feinen Pulver und gieb dem Schaaf taͤglich zweimal 2 Loth. Traͤchtigen Schaafen giebt man nur Salz und Schwefel„ weil sie sonst leicht verwerfen. Auch kann man sie gelinde dabey laxiren lassen. Aeußerlich wendet man dabey folgende Mittel an: Nimm Tabaksblaͤtter, koche diese in ue und wasche die Schaafe damit. 5 Auch muͤssen die raͤudigen Schaofe oͤfters mit Baum⸗ oder Leinoͤl gestrichen werden ö weil si f e sonst leicht 1 8 8 kleben, oder:; e ä Nimm Nauchtabak 6 th Glanzruß 16 Soth 5 Wasser 6 Kannen, 5 koche dieses alles zusammen, und thue alsdann 2 Loth Gruͤnspan hinzu, nachdem es vorher durchgeseihet 5 ist, lasse es mit dem Gruͤnspan noch ein wenig am b. Feuer aufwallen. Mit diesem Wasser werden nun Schaf, die Schaafe uberall tuͤchtig gewaschen, und dann muß man die Schaafe vor dem Regen bewahren.. Auch ist es den raͤudigen Schaafen nachtheilig, wenn ten, 5 man sie unter freiem Himmel uͤbernachten laͤßt. Soll⸗ N te sich die Raude auf das erstemal nicht verlieren, 8. wie das gewoͤhnlich ist, so wird es wiederholt. 555 hz Nach der Cur muͤssen die Schaafe mit Lauge 4. ober warmen Wasser rein abgewaschen und dieses so d gb lange wiederholt werden, bis die Salbe rein herun⸗ ichtgen ter ist. Besonders muß der Schaͤfer acht haben, daß , weil wenn ein Schaaf sich von neuem reiben sollte, selbi⸗ 15 1 ges sogleich wieder von neuem eingerieben und von 1 uh. der Heerde abgesondert wird. an:. * e eee Nachricht von Dresden. Auszug eines Sgreibens an den Redakteur. — Und nun nur noch etwas uͤber den Erfolg von der Staaroperation.„ Ich bin von ihrer Theil⸗ nahme überzeugt, und kenne Sie als einen großen Verehrer dieses verdienstvoll en geschickten Mannes, ohnstreitig hat sich unser R. dadurch einen ausgebrei⸗ teten Ruf erworben, da soviel ich weiß noch kein Thierarzt diese Operation anders als auf dem Papier a mit Erfolg unternommen, aber hier entspricht der Erfolg ganz der Erwartung trotz allen Wuͤnschen und Hofnungen seiner Neider, welche, wenn auch die Operation, doch die Heilung des Auges fuͤr unmoͤg⸗ lich hielten. Kurz das Auge ist doͤllig gesund und nur eine kleine, einen Zwirns faden dicke Narbe, die sich taͤglich mehr verzieht und vollends ganz e wird, ist noch zugegen. Der Herr Professor wird diese Pprrdetbn in kurzem abermals in Beyseyn des beruͤhmten Augen⸗ 4. 5 i* ) Da diese hier angefuͤhrte Operation fast woͤrtlich in den Haußthieren des Hrn. v. Tennecker wie mir der Ein⸗ sender diese beschreibt bereits fast wörtlich stehet, so habe ich hier solche gaͤnzlich um nicht zu wiederholen weggelase sen; nur so viel fuͤr diejenigen, welche die Tenneckerschen Haußthiere nicht lesen, daß von dem Herrn Professor R. ein mit dem grauen Staar ee Pferd wirklich. b rirt wurde. eden. 9 4 n Ersg f hannes, geh. ch kn np icht der uch die 4 unmög⸗ 1 und und be, die dagehen ation in Augen- sich in den det Ein⸗ iet, so habe n weggels nneckerschen roßesot KK virklic pe- hiesigen Au sten Erfolg, nachdem dieses anke ich dem Herrn Einsender fur die mir Nachrichten und bitte angelegenlichst ieses Versprechens, mir bald aͤhnliche würdigen Lehrer zu ertheilen. p. Ml. 828 * arztes D. Poͤnitz und mehrerer Aerzte und zwar mit einiger Veraͤnderung, wodurch die Heilung noch ge⸗ schwinder vor sich gehen soll wiederholen; ich bin begierig darauf und werde nicht unterlassen„Ihnen ßsogleich Nachricht davon zu geben“), ubrigens em⸗ großen ßpfehle ich mich Ihrer fernern Freundschaft e. . 1. N Correspondenz ⸗Nachricht von einem Schüler der Dresdner Thierarzneischule 8 i aan den Redakteur. Da ich weiß, welchen Antheil Ew. noch immer an allen Ereignissen unserer Veterinaͤrschule nehmen und sich dadurch im Geist in die Zeit Ihres ehemaligen fenthalts und den hier erhaltenen Unter⸗ so bin ich uͤberzeugt, daß Ihnen alle richt versetzen, Nachrichten daher sehr willkommen seyn. Vor 14 Tagen operirte der Professor R. d. zte an einem Fohlen einen Nabelbruch von der Groͤße eines Kinderkopfs mit sehr großer Fertigkeit und dem be⸗ ses Thier bereits von andern ) Recht sehr d hier mitgetheilten um die Erfuͤllung d Notizen von diesem meinen 62 Tagen reconvaleszirt entlassen. Ueber 100 Seuchenkranke hat er ohne ein Ein. ziges zu verlieren dieses Fruͤhjahr hergestellt. Jetzt hat er ein fuͤr rotzig erklaͤrtes Pferd in der Behandlung, zu deren Herstellung er sich die groͤßte Hofnung macht, wir sind auf den Ausgang sehr be-. gierig. Ich wuͤrde auch gegen Sie hieruͤber schwei⸗ gen, wenn ich Sie nicht als einen Augenzeugen von einem mit dieser Krankheit behafteten und durch in hergestelltes Pferd kennte!), da dieses Uebel fuͤr un. heilbar erkannt wird. 0 Ich war wirklich Augenzeuge, daß ein fuͤr rotzig erklaͤrtes ä und zum Tode bestimmtes Pferd von dem Herrn Professor Reuter d. aten in die Behandlung genommen wurde, um einen abermaligen Versuch damit zu machen; der Versuch gluͤckte. Er haͤlt die Heilung dieses boͤsen Uebels bedin⸗ gungsweise fuͤr moglich und man zeigte mir mehrere Pfer⸗ de, die nach der Versicherung glaubwürdiger Zeugen rotzig gewesen seyn sollen, an denen keine Spur davon zu sehen war, vorzüglich sagt er: Wenn die Heilung bewerkstelliget werden soll, duͤrfen weder die Siebbeine noch andere Kno⸗ chen von dieser giftigen Materie angefressen seyn ꝛc. Ob nun zwar wohl der Herr Professor die Guͤtigkeit hatte, mir seine Behandlungsweise mitzutheilen, vermoͤge welcher ich selbst jetzt nur erst das Pferd eines angesehenen Mannes, das alle Anzeigen dieses Uebels hatte, voͤllig herstellte, so trage ich doch aus mancher Ruͤcksicht Bedenken, bier etwas 5 Thieraͤrzten fuͤr unheilbar erklart worden war; das 1 Thier befindet sich völlig wohl, und wird in einigen di Noch hat er ein mit einer rhevmatischen Labmung eng, behaftetes für ünbellkeszerklärte(esselleb⸗ mes Pferd in der Cur, dessen Herstellung sich ihrem Ende nahet. Der ich mit vollkommenster Hochachtung binn 925 5 va% ein e, d in der 8 8 8 0 gehe 8 8 N. Ueber f 5. 5 a ö. 5 unh n N von dem Wen.. 8 1 Triedrich Leonhard Kruͤgel. e fit u. Die Magen⸗Entzuͤndung bei Schweinen koͤmmt l sehr haͤufig vor, wahrscheinlich weil sie sich so oft etklittes 5 3„ Mofesse davon zu sagen, ich hoffe aber gewiß, der Herr Professor zutde, um 5 werde solche selbst noch bekannt machen. Ich bin stolz; det Versuh darauf, mich den Schuͤler eines sich um die Thierheilkunde hels bedin⸗ so verdient machenden Mannes nennen zu duͤrfen. Ich bin tere et- ihm viel, sehr viel schuldig diesem meinem guͤtigen Lehrer, igen rozig der mit so vielem Eifer sich meiner Belehrung unterzog; zu sehen in meinem dankbaren Herzen, in meinem Eifer seine Leh⸗ erksteliget ren auszuuͤben allein kann er seinen Lohn finden. Waͤre dere Anub⸗ ich ein Wallstein, koͤnnte ich schreiben wie dieser, hier c, Ob nun wuͤrde ich sagen, was dieser verdienstvolle verkannte Mann ate, nt in den Buͤchern der Wundarzeney seinem Lehrer, seinem 0 velchet ic Wohlthaͤter sagt— aber fuͤhlen kann ich gleich ihm— sein 5 Mannes, Gefuͤhl ist meins— wird es seyn mein Lebelang. 1 1 0 rstellte, p von. Mosel. holen und haben einen heißen Athem, sie bezeugen sich sehr matt und kraftlos, sie fressen nicht, haben 1 aber viel Durst, saufen viel frisches Wasser/ sogar Mistsudel„welche ihnen auch sehr wohl! bekommt.. Ein besonderes Kennzeichen der Entzuͤndung des Magens ist das bestaͤndige Erbrechen und Kotzen; zwar kotzen und brechen die Schweine sich auch nach dem Genuß andrer schaͤdlichen Sachen, dieses aber ist von keiner Bedeutung und vergeht von sich selbst, auch fehlen hierbey alle uͤbrigen Kennzeichen der Ma⸗ genentzuͤndung, sie haben keine Hitze, kein aͤngst⸗ liches Athemholen, e keine Mattigkeit und fressen dabei. Um die Entzuͤndung des Magens zu e gebe man den Schweinen alle 2 Stunden 1 Loth Weinsteinrahm in ein Glas Altheaschleim, und andre dergleichen schleimige und kuͤhlende Dinge, damit fahre man bis zur Besserung fort. Aber nicht Sal⸗ peter, wie einige Thieraͤrzte wollen, weil selbiger Reiz verursacht, welcher den Brand beschleunigt. Faͤngt das Schwein zu fressen an, so gebe man kei⸗ ne sehr naͤhrende und erhitzende Nahrung, sondern reiche 5 saure 9. e Aepfel ꝛe. — 7 abersressen. Sie zeigen ein sehr angsülches Abe 1 18 3 2 5 8 8 4 1 7 FFP. 5. 9 88 Ahn. 5 ä NP n dien Hinter brand der Schweine t. 0% Kotzen;. h ses aber 1. A, det MW. aͤugst⸗. ind von 1 Franz Ludwig abelsgtte⸗ Herzocl e zu Eisenach. . 3 Hinterbrand nennt man bei Schweinen, wenn sich die Hintertheile dieser Thiere, aus welcher Ursach es auch sey, stark entzuͤnden, und geschieht nun keine Huͤlfe, so tritt der Brand wirklich ein. Vorzuͤglich giebt zu dieser Krankheit das Ver⸗ 8 8 schneiden Anlaß, besonders dann, wenn dies in N 1 Brunstzeit unternommen wird und dabei die Geil⸗ kerioͤpfe, Rosen⸗ oder Eierstoͤcke ohne sie zu unterbin⸗ theilen,* den abgeschnitten werden und das Blut in den holen 0 Uth 3 8 0 eintreten kann. d andre Ist nun dieser Zufal eingetreten„ so entzuͤnden „ damit* sich die Hintertheile und verhaͤrten, jedoch wird da⸗ Sl. ben der ganze Leib mehr oder weniger von der Ent⸗ sbiger zuͤndung ergriffen, und der ganze Leib hat das Anse⸗ leunigt. hen, wie bey der Braͤune. Die Gedaͤrme sind ver⸗ nan kei⸗ stopft, das Schwein liegt bestaͤndig„die Freßlust ist orden verloren, desto groͤßer ist der Durst, wie 155 allen . 5 Entzuͤndungskrankheiten.— Die hier angezeigten Mittel bestehen aus Kübst. 35„%%%%ͤ;«;’Owÿ ren von Leinsaamen oder Altheenschleim. 0. Erster Band.. Heft.— 66 3 Innerlich gebe man bis zu Eröͤfnung des Hinter- leibes aller 3 oder 4 Stunden an der Luft zerfalle⸗ nes Glaubersalz 1 Unz. in Wasser. 55 Ist nun aber der Hinterbrand wirklich von aus⸗ getretenem Blut entstanden, so muß benebst dem Gebrauch der Klystire selbiges entfernt werden, zu welchem Endzweck der beim Verschneiden gemachte Schnitt aufs neue geoͤfnet und durch diese Oefnung das Blut heraus geholet wird. Ist dieses geschehen, so gieße man einen ziemlichen Theil Lendl in die Oefnung„hierdurch wird nicht nur die Entzuͤndung 5 gedaͤmpft, sondern auch die verhaͤrteten Cruditäͤten erweicht und fortgeschaft; ich habe bey dieser Gele⸗ genheit nicht selten ganze Kannen angesammeltes Blut aus dem Leib entfernt. Vor einiger Zeit ret⸗ tete ich durch dieses Verfahren ein sehr großes Schwein, welches dem verstorbenen Herrn Vize⸗ praͤsidenten Feilitzsch in Eisenach gehoͤrte, welchem ich in Beyseyn vieler Personen eine sehr große Par⸗ thie geronnenes Blut und gelbes Wasser durch die gemachte Oefnung heraus holte. EE e die ecutebang der Zunge ben Rind vieh von dem Thierarzt Herrn 33 Da eine Entzuͤndung der Zunge bei dem Rind⸗ vieh ein so haͤufig vorkommender Fall ist, so glaube ich, daß meine Beobachtung und Heilverfahren da⸗ bey, da solches sich gewiß auf praktische Ausübung gruͤndet, zur Einruͤckung in das 3 0. 8 wöchte. i Unter die Entstehungsursachen ben man n rechnen Erkältung durchs Saufen, den Genuß mit Reif uͤberzogenen Grases, kalte Winde, eine verhärtete Mundes, auch kann eine allgemeine Krankheit zuge⸗ W * steinartige Coneretion und andere durch Druck und Reiz oͤrtlich wirkende Fehler der Zunge und des gen seyn. Man erkennt das Daseyn dieses Uebels an einer harten dunkelrothen schmerzhaften Ge⸗ schwulst der Zunge; sie ist heiß und trocken und haͤngt mehrentheils mit einem zaͤhen Schleim behaf⸗ tet zum Maul heraus. Das Thier zeigt Angst, Unruhe, vermehrten Kreißlauf, Husten und Durst, die Augen stehen aus dem Kopf hervor, das Fressen und Saufen sowie das Athemholen gebt 10 be⸗ ee von 2 . F T TCC r ͤ Ä FFC 68 Bisweilen bat die Entzündung nur einen Theil, bisweilen auch die ganze Zunge eingenommen. Meh⸗ rentheils sind die zuruͤckziehenden Muskeln der Zunge am meisten entzuͤndet, wodurch das Thier an dem Hinunterschlucken der Nahrung fast gaͤnzlich verhin⸗ dert wird. Ist nur ein Theil der Zunge von der Entzuͤndung eingenommen„der vordere Theil mehr als der hintere so ist das Uebel. so gefährlich. Diese Entzündung dauert gewöhnlich 10— 12 8 mehrere Tage, wo entweder die Natur eine Crisis bewirkt, oder sie gehet in Eiterung und Brand uͤber. Ersteres geschieht schon bisweilen in wenig ö Tagen nach Anwendung einer antiphlogistischen Heil- art. Nimmt aber die Entzuͤndung demohngeachtet nicht ab, vermehrt si sich selbige wohl gar, und nimmt man eine klopfende Bewegung in der Zunge wahr, so geht die Entzuͤndung in Eiterung uͤber. Die hier angezeigten Mittel bestehen: In einem reichlichen Aderlaß am Halse, am Gaumen oder, wenn es die Geschwulst zulaͤßt, unter der Zunge, vorzügliche Huͤlfe leistet eine oͤrtliche Aderlaß(das Scaristziren) auf der Zunge, wodurch oft beinahe augenblickliche Linderung erfolgt, und man hat nicht leicht zu befuͤrchten, daß man zu tief schneide, denn ist die Geschwulst verschwunden; so wird man 69 on einem Absud aus erwei⸗ mit einem Zusatz des fluͤssigen Opiums in den Hals. Innerlich gebe man Glaubersalz und Salpeter. Hoarseile an beiden Seiten des Halses gezogen,* vermittelst des Gegenreizes die Entzündung nach den Außern Theilen zu leiten, leisten gleichfalls gute Dienste. Die Zunge selbst bestreiche man oft mit Schleim von Quitten. 33 Ueber die Entzündung und Verstopfun g der Leber oder Egelkrankheit, Gelbsucht und 285 5 Wassersucht der Schaafe 5 Herrn Hberroßarzts teutter. sehen, daß ohngeachtet der vorher tief scheinenden Eimschnitte selbige sehr flach erscheinen.* Ferner spritze man v chenden Kraͤutern lauwarm mit Honig, oder Milch Diese Wuͤrmerkrankheit der Leber ist den Schaa⸗ fen eigen, zwar tragen sumpfige feuchte faulichte Weideplätze zur Ausbildung und zur Vermehrung der Egel außerordentlich viel bey, jedoch ist der Keim dazu in der Leber schon vorhanden, deswegen konnen in einem nassen Jahre die Schaafe mehr an dieser * * . * 70 5 Krankheit leiden, als in einem andern trocknen Jahre. Man will bestimmen, daß diese Egel in der Leber durch die Weide erzeugt wuͤrden, und zwar sagt man, die Schaafe verschluckten auf der Weide mit dem Fut⸗ ter die sogenannten Egelschnecken, diese Schnecken liebten das Bittere, giengen daher den Gallengaͤn⸗ gen nach, und vert ursachten dort in der Leber diese verheerende Krankheit. Aber dieses bey Lichte be⸗ trachtet, so scheint dieses sehr unwahrscheinlich zu seyn. Denn 1) ist das Schaaf ein ekeles Thier, 2) verschluckt es nie seine Speisen ganz, sondern kaut sie sattsam, vermengt sie mit Speichel und dann schluckt es das d Futter erst hinunter, 3) aus dem Ma⸗ gen geht die Futtermasse wie sie hinein kommt nicht sogleich wieder heraus, sondern sie bleibt auf 2 bis 3 Stunden in dem Magen, wird dort von neuem erst wieder durchgearbeitet und zu einem Brei umgeaͤn⸗ dert, dieser geht zwar in den 12 Fingerdarm, worein die Galle sich ergießt 5 jedoch dieser Eingang des . 2 ist in dem 12 Fingerdarm mit einer Wulst oder Klappe versehen, der zwar alle Galle in 995 12 Fingerdarm erlaubt sich zu ergießen, aber nicht zugiebt, daß aus dem 12 Fingerdarm in den Gallengang etwas zurückgehen kann. Folglich aus dieser anatomischen Erklarung wird gewiß ein jeder leicht einsehen Ane daß es mit den verdauten 1 71 Egelschneden nicht 1955 seyn kann Daher wollen wir bey unsrer ersten, der Natur angemessenen Mei⸗ nung verbleiben, und nicht glauben, daß zerkaute in dem Magen verdaute Eier im Stande waͤren, sich in den Gallengang herein zu schleichen(welcher von innen verschlossen ist und nicht erlaubt, daß etwas hin⸗ ein, wohl aber heraus gehen kann) und dort wieder von neuem aufleben koͤnnten. 1 Diüese Krankheit wird durch fügen canada erkannt. 3 Erstlich sieht die Haut, statt daß s f. 6 bei gesnden Schaafen roͤcthlich belebt aussieht, hier ganz blaß, weißgelblich, wie todt; fuͤhlt man sie an, so greift sie sich weich und molzig an, ja hat die Krankheit schon einen gewissen Grad erreicht, so kann man mit den Fingern Gruben in die Haut drücken, die sich erst nach einiger Zeit wieder erheben. Mit der nem⸗ lichen Farbe der Haut ist auch die Zunge, das Maul, das Zahnfleisch bekleidet, die Augen sind truͤbe, blaß⸗ gelb und eingefallen. Das erkrankte Schaaf ist traurig, matt, faul und faͤllt von Fleisch. Die mei⸗ sten bleiben gewoͤhnlich bey Freßlust, der Kopf laͤuft ihnen auf, und sie lassen die Wolle leicht gehen. f Endlich schwillt ihnen der Bauch auf, und wenn man mit der Hand darauf schlaͤgt, spuͤrt man das Schwanken des darin munten Wassers. Zulche 4 3 72 erzeugt sich eine Sistige Geschwulst am Halse, wo⸗ durch auch das Athemholen beschwerlich wird, wor⸗ nach gewoͤhnlich ein uͤbermaͤßiger stinkender Durchfall und der Tod erfolgt. Ansteckend ist diese Krankheit nicht, sollten aber die zuletzt erwaͤhnten faular⸗ tigen Durchfaͤlle eintreten, so wuͤrde ich nie als Arzt rathen, dergleichen Schaafe unter der abri⸗ gen Heerde zu lassen„ denn dadurch kann sich eine faulartige Krankheit erzeugen, die endlich allgemein werden koͤnnte. Mittel gegen diese Krankheit. Nimm Eichenholzasche, gestoßenen glaͤnzenden Kaminruß und Salz, und gieb den Thieren davon zu lecken, so viel sie wollen, oder gb ihnen fein zerstoßenen glaͤnzenden Kaminruß mit Honig ein, auch thut folgendes sehr gute Wir⸗ kung: Nimm Kampfer 20 Gran, reibe ihn mit 3 Mandelkörnern klar, oder einige Tropfen Oel, Rha⸗ pontikapuloer 2 Loth, rohes Spiesglaspulver 1 Loth, Cordobenedictenkraut 2 Loth, Honig soviel genug ist zur Latwerge, gieb dem Schaafe fruͤh und abends jedesmal ein Quentchen ein. Will es davon noch nicht besser werden, so gieb venedische Seife, Schier⸗ lingsextraet von jedem 1 Loth, gepuͤlverte Meerzwie⸗ bel 2 Quencchen,* 1 Loth, machs 1, d wos unkhel fun- ie ds er übti⸗ sc en mm mit Wacholdermus einen Teig daraus, und gieb dem 5 Schaafe davon taͤglich dreimal jedesmal 10— 12 Gran davon, will man es daben abfuͤhren, so gieb 3 Quentchen Leberaloe mit Honig vermischt ein, denn das gelinde Abfuͤhren ist sehr gut bei dieser Krank beit. Von diesen erwaͤhnten Pillen giebt man fort bis die Kur vollendet ist. Nach dem Gebrauch die⸗ ser Mittel nehme man folgendes Pulver: Nimm ganz feine Eisenfeilspaͤn! 4 Loth, Lorbeeren, Wachol⸗ derbeeren, Cordobenediectenkraut, rothen Enzian und Wermuth von jedem 4 Loth, mische alles gut unter⸗ einander, und gieb dem Schaafe Morgens und Abends 8 Eßloͤffel mit 2 Iffel voll Kuͤchensalz zum Lecken, man kann auch ein wenig Hafer dazu thun, oder das Pulver mit Honig zur Latwerge vermischen, oder mit Wasser eirschütten, das e man jedesmal vor dem Futter. Hat man die vorgenannte 3 einige Tage gebraucht, so kann man die Latwerge mit der Meer⸗ zwiebel wieder brauchen, wenn es nothwendig ist, nemlich wenn man bemerkt, daß das Schaaf noch nicht ganz sollte hergestellt seyn. Und so wechselt man mit diesen Mitteln bis zur Vollendung der Kur ab. Wenn man es mit Quecken, Cichorien, Cordo⸗ benedietenkraut fuͤttern kann, so ist es sehr gur. Auch muß man in das Saufen Salz thun. Bey 74 der Gelbsche ist anzumerken„daß sie besonders in einer Verstopfung oder Verhaͤrtung der Leber bestehet, f und gewöhnlich Wassersucht eine Folge davon ist; es kann auch weiter nichts als henne Mittel angewendet werden. Bemerkung eines Zufalls bei der im Fruͤh⸗ jahr herrschend gewesenen Brustseuche, von L. v. Mosel. l Ich erinnere mich des Zufalls eines Pferdes bei der heurigen Seuche, und erwaͤhne solchen hier darum, weil er selten oder nicht dabei vorgekommen seyn mag, da ich nirgends etwas darüber angemerkt finde. Man ersuchte 18 bei einem Pferd n meinen udath zu ertheilen, welches schon seit zehn Tagen krank sei und schlimmer werde. Ich fand das Pferd in einem bewustlosen Zustande mit dickem Kopf, Schlauch und Schenkel, den Puls sehr klein und geschwind, die Drusenknoten im Kehlgang angelaufen und den vorhanden gewesenen Nasenausfluß durch schwaͤchen⸗ de Behandlung unterdruͤckt. Als ich noch dabei stand das Pferd zu beobachten, fing es an zu zittern und stuͤrzte zu Boden; als es eine Weile ruhig gelegen, 5 1 123 5 5 5 4 4 g 8. 5 6 8 d 7 5 ndetz 15 tand es auf und war etwas munterer als zuvor.— besthe,. Nach Aussage des Besitzers und des Waͤrters waren on if; diese Zufaͤlle seit 2 Tagen entstanden,„ nur daß solche Miel immer oͤfterer wiederkehrten— und im Verlauf einer „ halben Stunde sah ich diesen a noch zweimal repetiren. Nach eben angefuͤhrten Umstaͤnden schloß ich, daß diese Krankheit nicht durch einen Andrang des Fru Blutes herruͤhre(durch welchen dergleichen Umstaͤnde iche, wohl auch veranlaßt werden koͤnnen) sondern daß sie 15 asthenischer Form sei. Daher ließ ich sogleich ein sehr reizendes Eiterband ziehen, gab einige Traͤnke von 1 1 1 65 5 Weidenrinde⸗ Absud mit Kampfer, bereitete Tages 1 darauf eine Latwerge aus Baldrian, Enzian, Cal⸗ 1 mus, Rhap.„rad. serp. Virg. und Alla, gab davon istarke Dosen, ließ Dampfbaͤder machen— worauf „ 5 st ch die Zufaͤlle verminderten und im Verlauf von 10 a bis 12 Tagen das 1 zu seinem 1 55 verwendet 12 e wurde. 1 n einem schlauch„ 5 oo hwöchen⸗ dei snd ten und glegen, i e 0 16% der S von dem Tierarzt 8 Herrn Ferdinand Lebrecht Kunath. ä Nach meiner Erfahrung werden die Schweine von der Gelbsucht mehr wie alle andere Thiere ge⸗ plagt. Man erkennt dieses Uebel an den ins Gelbe fallenden Augen; sie sind traurig; kogen und brechen sich oder stellen sich doch oͤfters zum Brechen an. Die wahrscheinliche Ursache scheint mir in einer angehaͤuften Menge von Galle zu liegen, welche durch eine leichte Verstopfung der Labs ins Bur e a nommen wird. Die Heilart diese Uebels 0 in 92 Brech⸗ mittel aus einer, hoͤchstens zwei Messerspitzen gepuͤl⸗ verten weißen Nieswurzel mit suͤßer Milch ver mischt. Mehrere Thieraͤrzte geben 6— 8 Gran Brech⸗ weinstein(Tart. emet.)— Ich kann dieses Verfah⸗ ren nicht gut heißen, denn ich habe mehreremal 25 1. bis 30 Gran gegeben, ohne nur auch eine Neigung zum Brechen damit hervorzubringen, daher ist dieses hier gar nicht anwendbar, und empfehle nach sicherer 1 Erfahrung die weiße Nieswurz als das beste Brechy N mittel, nur muß freilich solche nicht in der Quantitat gegeben werden, wie sie der Herr Apotheker von Kreuzburg verord— 1 weil sich dadurch die Schweine zu todte brechen 8„ n muͤssen. Nach dem Brechmittel gebe man einige e Schwee Tage 3— 4 Loth zerfallenes Glaubersalz. Sollte N aber nach Anwendung obiger Mittel dieses Uebel. cb. nicht weichen wollen, so gebe man einige Zeit in jedes 35 0 und brchn Futter eine kleine Messerspitze Eisensafran und eben 3 1 n, swo viel pulverisirte Aronswurzel. Auf diese Weise 1 10 1 9 wird diese Krankheit gewiß gehoben, wenn nicht, 3 8 ahedurh 8 feat der Fall ist, der Gallengang durch Steine a verstopft ist, wo denn freilich mir kein Mittel dafür g bekannt* N net, ken Buh ⸗ ien gepll. Milch ver. 1 5 9 5 5 7* l. a a 4 a 5 i i 8 8 a 5 5 5 0 9 i i a 5. 0 5 1 8„„ ü ö 5 . 5 5 9 teremal 25*„%% e„ er ist dieses. sach schrer les beytraͤgt, sollte dieser durch seine Anhaͤng⸗ Pflege werth seyn wie das edle Pferd 2D) Ich daͤchte Ein sehr einfaches Mittel den Wurm in den Ohren der Hunde zu heilen g g. 3 5. Herrn E— e einem Freunde der Thierarzneikunde⸗ 5 Da der Hund sich uns so nothwendig gemacht hat, 1 mehrentheils sich noch größerer Zuneigung der Men⸗ 5 schen schmeicheln darf, als sich selbst der stolze Spanier, der feurige Araber und der muthige Tartar oͤfters nicht ruͤhmen darf, ja da der Hund zu unserm Erwerb, Schutz, zu unserm Vergnuͤgen so vie⸗ lichkeit und Treue nicht eben so gut der thieraͤrztlichen ) Ich wußte nicht weswegen ich Bedenken tragen sollte, die⸗ ses manchem Hundeliebhaber gewiß sehr willkommene Mittel hier aufzunehmen, etwa weil der Gegenstand einen Hund betrift, oder weil der Herr Einsender sich nicht zu der Zunft der studirten Thieraͤrzte zaͤhlt?— In unserer beinahe immer noch empirischen Kunst, welches wenigstens wir Thieraͤrzte bescheiden von unserer aͤrztlichen Wissen⸗ schaft eingestehen, muß uns jede Erfahrung,„die auf Wahr⸗ heit und praktische Tendenz sich gruͤndet“ willkommen seyn. Theorieen von theoretischen Schriftgelehrten, die sich nicht auf praktische Ausübung gründen, in der Stube beim warmen Ofen, aber nicht bei Kranken ausfuͤhrbar sind, haben wir von allen Arten ohnehin zur Gnuͤge.— Und ich wurde hier nagt 1% der Men⸗ 1 e eam 5 tar stet 5 1 im 1 so bie. 15 U solte, bie⸗ willkommene stand einen ch nicht u In unseter wenigstens n Wissen⸗ auf Wahr⸗ nmen seyn. ie sich nicht im warmen haben wit würde hier doch! und in dieser Huscht glaube ich, daß Sie nachfolgendem kleinen Aufsatz einen Plat in Ihrem Archiv anweisen werden, da ich gewiß überzeugt bin„daß manchem Liebhaber der Hunde, und wer waͤre das nicht? manchem Forstbedienten, dem der Hund unentbehrlich ist und deren Hunde dieses Uebel am meisten trift, aber durch nachfolgendes Mittel sehr leicht gehoben 8 ein— damit. wird. Man schuͤttet ein„ Hauschen Schiepulser einer halben welschen Nuß groß auf ein Bretchen, legt die 5 schadhafte Stelle des Ohres auf das Pulver, zuͤndet solches an und der Schade heilt durch dieses einfache Mittel gewiß. Sind beide Ohren von diesem Scha⸗ den ergriffen, so versteht es sich von selbst, daß man mit dem andern Ohr gleiche Prozedur vornimmt. Nur ist noch zu bemerken, daß man dabei, um die eben so 9915 die Krankengeschichte jedes andern Thieres aufnehmen, und waͤre es einer Katze— alles sind Thiere, die sich uns nothwendig gemacht haben; und ist doch die Katze oͤfters der groͤßere Liebling mancher Dame wie der Hausherr selbst, machen doch diese Thiere in manchen 5 Haͤusern das ganze Hauspersonale aus.— Indessen ich fuͤr meine Person gestehe aufrichtig, daß ich so gern ich auch Thierarzt bin, voͤllig Verzicht auf die Heilung dieser Art Thiere leiste, man meyne es noch so gut mit diesem Ge⸗ 1 Isie e laben doch das B nicht. von M. Augen des Furdes für Nachehel zu 1 0 bige mit einem Tuch verbindet.. Zwar bin ich weder praktischer noch beoretif her 3 1 dessen Name schon hinreichend ist, 90 as hier angegebene Mittel zu verbürgen, ich stehe aber demungeachtet fuͤr die 2 zirksamkeit desselben; ich babe diese Verfahrungsart von. einem alten Jaͤger gesehen, 5 der solche das Auss chießen nannte, habe solche hernach bei mehrern meiner Hunde angewendet und eme den besten Erfolg gesehen. den Fuͤßen, legen sich, stehen bald wieder auf und sind sehr aͤngstlich u.„ w. 8 5) Nach dem Saufen bekommen sie einen 5 der oder ein Froͤsteln und nicht selten Husten, die Haare straͤuben sich dabei und N bor stenartig. Alle diese Zufälle, besbnders die ersten, ien oft 8 3— 6 Tage, ja selbst Wochen vor dem volligen Aus⸗ bruch der Krankheit ein, wechseln bei manchen Pfer⸗ den oft ab, so daß sie diesen Tag oder diese Stunde gesunder zu seyn scheinen, als vorher und nachher,. auch ist uͤberhaupt die Dauer dieses Zusandes, wie gessgt, sehr N 85 Spezielle Veshreibung der Krantbeit. Die Krankheit naͤhert sich nun schneller oder 9 85 1 samer ihrer Entwickelung, die allgemeinen Zufaͤlle erreichen einen hoͤhern Grad und werden deutlicher. Die Kranken verschmaͤhen entweder alles Futter, oder kauen lieber Stroh, Heu, oder gar ihre schmu⸗ zige Streu, sie legen sich, stehen bald wieder auf, und bei weiterm Zunehmen der Krankheit stehen sie bestaͤndig mit gesenktem Kopf, und nahe zusammen ge⸗ stellten Beinen. In ihren Blicken nimmt man etwas Mattes, Trauriges, Wdetdechlaseees wahr, der 5 ders im Fieber, etwas haͤrter gegen die Finger schnel⸗ lend, außer demselben etwas weicher und unterdruͤckt, seine Schlaͤge erstrecken sich in einer Minute von 40 bis 60 ja 90 und noch mehrere, die Zunge ist schmu⸗ zig, bald trocken bald etwas feucht, mehr oder we⸗ niger heiß und meistens welk und schlaff. Die Schleimhaut in der Nase ist bald blaß, bald roth, auch gelbroth, von gleicher Farbe ist die Verbin⸗ dungshaut(die Haut unter den Augenliedern). Aus den Nasenloͤchern fließt eine mehr oder weniger fluͤs⸗ sige oder consistente Feuchtigkeit von weißer oder brauner Farbe. Eben so ist die aus den Augen trie- fende und sich in den großen Augenwinkeln sammeln⸗ 5 de Materie. N Bei einigen troͤpfelt auch ein Blutwasser 0 aufgeloͤstes Blut aus der Verbindungshaut ꝛe. So wie die allgemeinen Zufaͤlle steigen, nehmen die örtlichen ihren Anfang, als schmerzhaftes dum⸗ pfes Husten, das bei einigen im Anfange der Krank⸗ Gang ist matt und taumelnd. Der Puls ist im Allgemeinen klein und geschwind, bisweilen, beson⸗ . „ *.. heit oͤfter oder seltner, bey dem weitern Fortgange derselben immer seltner aber schmerzhafter wird. Bei jedem Athemzuge bildet sich an der Seite eine Furche, d. i. die Kranken gebrauchen beim Ath⸗ men mehr die Bauch als Brustmuskeln. 8 hel. rückt, pu we⸗ die toih, erbin. as fü. oder ttie⸗ wan ⸗ er odet t. ahmen s dum⸗ Krank⸗ dtgange rd. er Seite im Ath⸗ 1 im Fruͤhjahr und Herbst, oder auch in einem veraͤn⸗ 85 desto weniger legen sie sich nieder, einigen schwellen die Augenlieder und der Kopf an, andre bekommen Geschwuͤlste unter den Ganaschen, vor der Brust, unter dem Leibe und an den Vorder⸗ und Hinterbei⸗ nen, die sehr schmerzhaft sind. Noch andere bekommen einen Ausschlag uber die ganze Haut, welche troz aller Reinigung stets schmuzig bleibt. Diese ortlichen f Zufaͤlle sind mit den allgemeinen so genau verbunden, daß sie mit diesen steigen und fallen. Alle diese hier beschriebenen Symptome sind nicht bei allen Individuen und nicht zu allen Stunden und Tagen gleich. 355 3 Bei manchen findet man sie des Morgens gelin⸗ der und am Abend heftiger, bei andern tritt dieses Steigen und Fallen mehrere Male an einem Tage ein... Da nun der Eintritt, Fortgang und Verlauf aller dieser allgemeinen und ortlichen Erscheinungen nicht bei allen Kranken sich gleich verhalten, indem dabei alles von den intensiven Kraͤften und der aͤrzt⸗ lichen Behandlung abhaͤngt, so ist auch die Dauer und Zeit des Ausganges der Krankheit sehr verschie ⸗ den. Wenn Luft und Witterung oft mit Waͤrme und Kalte, Trockenheit und Naͤsse abwechseln, also W 8 derlichen Sommer, werden die Thiere schneller und heftiger krank, die Zufaͤlle folgen geschwinder auf einander, das Fieber ist anhaltender, und die Thiere krepiren den loten, sten, 21sten bis Zosten Tag nach dem voͤlligen Ausbruch der Krankheit. Die Genesenden bessern sich auch in eben diesen Zwischen⸗ raͤumen, wenn sie zweckmaͤßig behandelt werden, doch werden auch manche erst nach 5 und N W wieder hergestellt. b Bey trockner gesunder Witterung ist der Gang der Krankheit langsamer, die Zufaͤlle folgen nicht so schleunig auf einander und die Krankheit entscheidet sich erst in der gzten, Aten, sten bis öten Woche. Die Entscheidung tritt also nie zu bestimmten Zeiten ein, auch die sogenannten kritischen Ausleerungen, als Nasenausfluͤsse, von welcher Farbe sie auch seyn moͤgen, ferner uͤbel- oder nicht uͤbelriechender Durch⸗ fall u. s. w. entscheiden N weder fuͤr noch wider die Genesung. e a In prognostischer Sucht laͤßt sich also nur so viel sagen, daß es gewoͤhnlich gefaͤhrlich mit den Patienten stehet, wenn das Fieber trotz der besten Behandlung immer steigt, die Brustzufaͤlle gar nicht nachlassen, sondern zunehmen, und in den Muskeln der Ober- und Unterlippe ein unwillkuͤhrliches Ziegen (Sehnenhuͤpfen) sich wahrnehmen laͤßt. 91 1 Aus diesen allen dect scch nun, daß je staͤrker„. 2 9 oder je laͤnger die Summe der schwaͤchenden Kraͤfte. 5 re auf den Korper gewirkt haben, je schwaͤcher der Koͤr⸗ 5 g per vor der Einwirkung der schwaͤchenden Kraͤfte war, 9 5 de desto hoͤher mußte der Grad der erfolgten Schwaͤche* „ sein. Schwaͤche war also hier die primaͤre Folge 16 och deer eingewirkten Schoͤdlichkeiten, die sich in den Or⸗ ö hn ganen vorzuͤglich aͤußern mußte, worauf sie unmit⸗ 5 . ttelbaren Einfluß hatten, z. B. auf die Lungen und 8 ang das Verdauungsgeschaͤft, daher der Husten und Mangel an Freßlust. Die zweite oder secundaire „ Folge der Schaͤdlichkeiten besteht in einer staͤrkern i . 6 oder geringern Assimilationskraft, einer unvollkom⸗ 8 ten menen Ab⸗ und Aussonderung, einer Verartung und ,, C Zersetzung und Aufloͤsung aller fluͤßigen Theile, da⸗ sehn her die große Mattigkeit und Koͤrperschwaͤche, die N urch ⸗. ortlichen Anschwellungen der Lungen„des K Kopfs. a de. der Schenkel ꝛc. daher bei den gelegten Eiterbaͤn⸗ 1 N dern ꝛc. der. Eiter und e ee i so Brand u. s. w. 5 9 1 Behandlung der duanthet. desten„ 1 5„ „ Obgleich diese Krankheit oder die naͤchste urch„„ 18k! derselben in einer allgemeinen direkten oder eigent⸗. 1 f zehen lichen Schwaͤche besteht, so ist doch der Schwaͤche⸗ grad bei den mancherlei Individuen ehe. 0 i 0 2 8 1 K 3 und es ist daher auch in klinischer Hinst cht eine ver iche Behandlung noͤthig. Diese mancherlei Verschiedenheiten lassen sich, da 8 der Grund der Krankheit auf Schwaͤche des ganzen Systems und der damit verbundenen Fieber beruht, am zweckmaͤßigsten durch Brustfieber vom ersten, zweiten, dritten und vierten Grade bezeichnen. Durch diese Bestimmung lassen sich die Gaben der Arznei⸗ mittel nach den Graden des Uebels am besten fest⸗ setzen, und die Verschiedenheit der Behandlung deutlich machen. Je hoͤher der Schwaͤchegrad ist, desto wirksamer und oͤfter muͤssen die zweckmaͤßigsten Mittel angewendet werden. Ich enthalte mich hier, der Kuͤrze wegen, der Beschreibung des sonstigen warlich unzweckmaͤßigen Verfahrens bey dieser Krank⸗ heit, wie nicht weniger ein Aufzaͤhlung aller der Mittel, welche hier nuͤtzlich seyn koͤnnten; ich beziehe mich nur auf die, welche ich aus eigner Erfahrung und vorzuͤglich nuͤtzlich und wirksam bey der Heilung dieser Krankheit in ihren verschiedenen Graden be⸗ 8. habe. 1 5 Grad der Krankheit. In diesem Grade der Krankheit ist die allgemeine Thaͤtigkeit des kranken Thieres oder die Erregung nur wenig gemindert. Das Thier verschmaͤhet zwar „„ S geen rad i, higsten onstigen gemeine Erregung g he e Reizmittel. c hier, . ine. 1 einige Fulterarken, geaehe aber doch immer noch .. etwas, besonders Heu, Stroh und Gras. Das ichn Fieber ist kaum zu bemerken, der Husten nicht sehr schmerzhaft, der Puls nur etwas kleiner und ge⸗ bent. schwinder als im natuͤrlichen Zuf stand, das Thier ist ersin, noch nicht sehr kraft⸗ und gefuͤhllos und sein Gang Arznei⸗ 1 tien et 4 andlung nicht sehr schwankend; s kurz alle Symptome, die zwar alle zugegen sind, werden noch nicht so deutlich bemerkt als ich. eben e babe. Dieser Grad esbrdert zur Heilung nur gelinde Man giebt den Kranken taͤglich 3 bis Amal einen Aufguß aus der Angelika⸗ und Kalmus⸗ wurzel, gießt 1 Quartier kochendes Wasser darauf, deckt das Gefaͤß dicht zu und laͤßt es so ausziehen. Krank. aler der. c besche fahrung Heling 0 aden be⸗ Wenn dieser Aufguß den Grad der natuͤrlichen Milch⸗ waͤrme erreicht hat, seihet man das Fluͤßige durch ein Tuch oder Sieb, thut ein paar Eßloͤffel voll Holundersaft und ein halb Glas guten Kornbrannt⸗ wein hinzu, und gießt diese Portion auf zweimal, nemlich Morgens und Mittags, dem Pferde in den Hals(nicht nach der Gewohnheit der Quacksalber i in die Nase). Am Abend erhalt das Pferd abermals ein solche Portion. Am folgenden Tage wird die Dosis um ein Drittheil verstaͤrkt und wenn die Krankheit nachlaßt, das Pferd wieder gute Freßlust — bekommt, giebt man ihm diese Arzenei als Pulver aufs Futter, nemlich„ 1 „ i. pulverisirte Angelikawurzel w. 5 PMaseerfenchelsaamen(Sem. phellandri') 8 Loth 5 gemischt; und dem Pferde Morgens, Mittags und Abends einen gehaͤuften Eßloͤffel voll auf etwas an⸗ 1 1 e Futter gestreuet. N Die zußerlichen Mittel bestehen in Statifteation 8 5 der Brust, Einreibungen der Canthariden⸗Mit⸗ 1 N tel, Fontanellen und Eiterbaͤndern. 45* f i e N Wie kurz oder lang diese Cantharidenmittel, Fon⸗ 1 . i b 3 tanelle ꝛc. angewendet werden muͤssen, und wie lange 0 5 5 35 85 sie zu gebrauchen si sind, haͤngt von der fruͤhern oder 0 1. spaͤtern Besserung ab. 9 5 i. Wenn das Pferd wieder freier athmet, ohne a 5 „ Furchen an den Seiten zu ziehen, und der Husten bpheeler, oder mit Wollstein zu reden, spitzer wird, kann . i. man diese Entzuͤndung erregenden Mittel aussetzen. 8 e en diesem Grad ist die Krankheit noch nicht an⸗ . 8 steckend, doch thut man wohl„die Kranken von den Gesunden zu separiren. 5 Die Diaͤt muß in leicht verdaulichem nahrhaftem Futter bestehen. Daß dieses rein und gesund seyn 1 8 muß, versteht si ch von selbst. Da die Patienten 0* 1 33 den Hafer verschmaͤhen und lieber Heu und Stroh „„ besen so legt man ihnen z gutes reines Rockenstroh 10 f Puber a nbi 95 I Nutz 0 auf ewas n. Saatiftatun f ariden Mt. enmittel Fon⸗ nd wie lange g sruͤhern oder Ahmet, ohne 5 nd der Husen izer wid, knn feel aussehen. noch nicht n ⸗ anken von den m nahrhaftem o geind sen die Patienten en und Stroh 15 Nockenstoh Rp P. HB. o. fl arnie, 2 1b. Rob. Sambuc. mell. orud. von 85 d- 8.. u electuar.. 5 D. S. Alle Stunden einen ezuff voll auf die f Zunge zu streichen. 5 Man kann auch den Kranken Dampfe v von in Wasser und Essig gekochten aromatischen Kraͤutern, als: Krausemuͤnze, Salbei, Kamillen, Hopfen ꝛc. von jedem gleich viel, in die Nase ziehen lassen. Manche Pferde koͤnnen dergleichen Dampfbaͤder nicht vertragen, manchen bekommen sie gut, wornach man sich mit deren Anwendung richten muß. Das obige Infusum aus Arnica wird dem Pferde in der bestimmten Dosis alle 2 Stunden am ersten Tage eingegeben, den folgenden, wenn die Zufaͤlle noch heftig sind, faͤhrt man damit fort, mischt aber zu jeder Gabe anfangs 2 Quent. mit dem Gelben eines Eies abgeriebenen Kampfer, oder man giebt folgende Latwerge: 8 Rp. Pulv. HB. e. fl. arnic 2 16. G. Camph. 6 ne ut f. electuar. ie were Latwerge zu brauchen. Bei der dritten und vierten G vermehrt man sowohl die Dose des Aufgusses als auch des 5 Erster Band. 2. Hest. 3 8 Rob. sambuc. o. mel. crud. von jed.. 8. M. N 1 . Kampfers, ere zu 3 5 lebten bis zu einen Quent⸗ t chen. Am dritten Tage stellt sich bei manchen schon die Genesung ein oder doch wenigstens auffallende Re⸗ mission. In diesen Faͤllen muß man die Arzenei in groͤßern Dosen und laͤngern Zwischenraͤumen geben. Ruͤckt die Genesung noch weiter vor, so gebe man ein Dekokt aus Weidenrinde und Infusum Arnica abwechselnd. Zum erstern nimmt man 3 Loth grob. lich gestoßene eee kocht mit derselben 1 Quart Wasser um F ein, mischt 2 Loth virginische Schlangenwurzel(rad. serpent. virg) ein Weinglas voll Franzwein und 3 boffel voll Fliedermus hinzu und giebt dieses alle drei Stuuden ene, mit dem obigen Arnica Aufguß. Treten aber colliquative Durchfaͤlle ein, so mische man zu jedem obigen Arnica⸗»Einguß ein Quent. pul- verisirtes Opium so lange, bis der Durchfall auf⸗ hoͤrt. Ist hingegen der Kothgang hart und glaͤn⸗ zend, so gebe man des Tages einige Klystire aus Kamillenbruͤhe, worinne 1 Quent. assa foed. auf- geloͤset ist. Zum Nachgebrauch 15 man W Pulver dem Pferde aufs Futter geben: Weidenrinde 1 5. Rothe Gentians⸗. oder Alen. schon die ende Re. stgenei in n geben. ebe man Arnie ach gb. selben ginische Veinglas Is hinzu nd mit pounsge Muent. pul⸗ schfall auf— und glaͤn⸗ tire aus oed. auf⸗ des Puder. 15 5 Annissaamen von jedem Ib. pulverisirt. Praͤparirte Ei senfeil 14 Leh. gemischt fruͤh, Mittags und Abends einen Eßloͤffel voll aufs Futter oder mit Syrup oder Honig zur Latwerge ge⸗ 1 und taͤglich viermal 2 Eßloͤffel zu geben. Sind an den aͤußern Theilen Geschwuͤlste, so ist 5 das Leiden in der Brust gewoͤhnlich nicht beftig. Man kann sie mit in Essig gekochten aromatischen Kraͤutern oͤfter fomentiren und folgendes Linament taͤglich ein⸗ mal einreiben: 2 Loth Kampfer mit gutem Baumoͤl 8 Loth abgerieben und 1 Loth kaustischen Salmiak geist hinzugesetzt. Die Geschwuͤlste zertheilen sich oft sehr langsam und bleiben noch lange, wenn die Krankheit selbst schon gehoben ist, alsdann kann man folgende Cancharidensalbe einreiben um den zten oder Aten Tag, worauf sie sich dann bald 1e Rp. Ungt. laurin. 8 Loth neapolit. 4 Loth cantharid. 3 Quent. ol. terebint, 3 Loth M. D. S. Nach obiger Vorschrift anzuwenden. Dlaͤt. 1 it wie bei den 88 Grad. Dritter Grad. br etwa 8 Jahren arge diese Krank. 5 a beit in dice Grad sporadisch, und si ie 85 1 sonders, wenn sie sich dem Ausgange naͤhert, an⸗ e Man wendet auch hier die Canthariden Einrei⸗ bungen an der Brust und den Rippen so zeitig wie moͤglich an. Innerlich giebt man die kraͤftigsten Reizmittel in den der Krankheit angemessenen Dosen und macht mit den fluͤchtigen den Anfang und endigt 5 mit den permanenten. 355% Z3iauerst giebt man Quark von dem Arnika ⸗Auf⸗ guß und setzt diesem? Quent. Naphta vitrioli oder wenn das Pferd alt und nicht von Werth ist, ein Glas voll guten Kornbranntwein hinzu; anfangs alle 12 Stunden und wenn sich der Puls etwas hebt alle 2— 3 Stunden in etwas staͤrkern Dosen. Am 2ten oder zten Tage kann man, wenn die Fluͤs⸗ sigkeiten nicht gut einzugeben sind, folgende Latwer⸗ gen nehmen. 1. Rp. HB. c. fl. arnie. N rad, calam. arom. 6 Loth Camph. 9 Quent.. Rob. sambuc. d. mel. erud. von jed. g. 8. M. ut f. elect. PD. S. Alle 1— 2 Stunden einen Eßloͤffel voll. 7 1 1 No. H. 18 Rp. pulv. HB. menth. piperit. bie 1 Krad. angelic. von jed. 6 doth aun Serpent. virg 2 Loth. 1* opii thebaic. 1 Loth i. 3 5 mel. d. rob. sambuc. aa. q. s. M. utf. elect. N D. S. Mit No. I. abwechselnd in dersellben Zelt 1 zu geben, womit man so lange eie N die 2 8 Zufälle sich legen. 8 ahr* Haben sich die Zufaͤlle merklich Sender, der 1. Puls gehoben, hat sich etwas Freßlust ee so 1 1 giebt man folgende Latwerge: . 3 Rp. P. Cort. Salic. 1 15 Nen. f 1 Kad. angelic. 2 15. Fü.. 1 f Assa foed. 8 18 Ane 3 r 1 lc ß N mel. crud. d. S. ut lat elect. D. S. Taͤglich 3— 4 mal 2 Eßloͤffel vol, hier⸗ mit 1. Sa man bis zur 20. e Vierter Grad. 8 5 N Dieser ist der heftigste und ansteckendste. Das l. Pferd ist ganz gefuͤhl-und sinnlos, so daß man 3 wegen der Heftigkeit der allgemeinen Zufaͤlle nicht sel⸗ 1 ten die Lokal⸗ Affektion der Brust ͤͤberst iehet, laßt man das Thier aber.(welches bei e 5 4 * 1 557 5 f 9 8 8 25 3. 2 2 5 8 2 n 5 5 8 3* qq KT 8 5——³— 3 8 88. 32323. dTVTT00000GT0T0T0b0b00b00b0 3 12 * 255 8—. 22 5—— 9 8 i— e 102 1 a nicht leicht zu erregen, da fast alles Gefühl erstickt ist) so bemerkt man einen sehr dumpfen Ton und die wirklichen Leiden der Brust; doch ist die Brust we⸗ gen des vermischten Gesahie nicht sehr es 1 Das Fieber ist heftig, der r Puls aͤußerst klein, f er hat 80 bis 100 Schlaͤge in einer Minute. Manche Thiere sterben schon den sten bis öten Tag nach dem wahren Ausbruch d er Krankheit. Legt man in diesem Grade Fontanellen, so werden sie leicht bran⸗ digt und ganze Portionen Haut und muskulbse We⸗ sen sterben ab. Die Verbindungshaut draͤngt sich unter den Ai ugentiedern hervor und aufgeloͤstes Blut rinnt aus denselben. Der Kopf, Nase und Unter⸗ lippen sind bei vielen 3 Aus der Nase fließt ein blutiger Schaum. Einige geifern auch einen stinkenden Schleim aus dem Maule, bei an⸗ dern ist dieses und die Zunge trocken, schmutzig und schlaff i kurz die Erscheinungen variiren sehr. Ohngeachtet dieser Grad hoͤchst gefährlich und oft schnell toͤdlich ist, so kommen doch viele 5 einer zweckmaͤßigen Behandlung davon. Pferden in diesem Grad giebt man 3 Rothwein 2 4 Bouteille Arnic. infus. 12 th 15 . Naht vitriol 1 Quent. gemischt an f * 8 FF 7˙²äèä—. ̃—ͤP3v—...... 1 3 hei an⸗ ig und ich und ei einet und au 0 1 103 einmal zu geben. Diese Eingaben werden alle 1— 2 Stunden fortgesetzt, bis die Sinn ⸗ und Fuͤhllosig⸗ keit abnimmt, welches bei manchen schon nach der gten oder Aten Eingabe zu bemerken. Wenn man diesen Zweck erreicht hat, kann man die Naphta 5 vitrioli weglassen und dafuͤr 1 Quent. Campher zu⸗ setzen, die Arzenei alle zwei Stunden eingeben und so lange fortfahren, bis ein hoͤherer Grad von Bes⸗ serung erfolgt, alsdann aber folgende Latwerge ab⸗ wechselnd mit der Mixtur in laͤngern Zwischenraumen und staͤrkern Dosen geben. Rp. P. HB. fl. arnic. 2 lß. 3 cort. salic. 6 Sothy rad. serpent. virg. 2 Loth Camphor 5 Quent. rob. junsp d. möl. crud. aa. 8. d. m. ut f. elect. MI 8. Alle 2 Stunden einen Eßloͤffel voll. Bei der Reconvaleszens leistet die beim dritten Grad vorgeschriebene Latwerge gute Dienste. 8 Da es in diesem Grad gefaͤhrlich ist, Fontanellen zu legen, so reibt man entweder die im ersten Grad vorgeschlagene Cantharidensalbe oder folgendes ein: 3. Spir. sal. amon. gaust. 12 Loth ol terb. 3 Loth 5 9 N. D. 8. Digkich zweimal, b losigkeit dauert, einzureiben. 104 Das bmi Gefahren der samösse schen Thier⸗ ärzte ist folgendes: sie legen den Kranken mehrere Eiterbaͤnder an die Brust und Lenden, wodurch starke Eiterungen und sogar Brandblasen entstehen, so daß ganze Stuͤcke abgestorbene Haut wegfielen. Bei einer aͤußerst kargen Diaͤt wenden ste die innern Mit⸗ tel mit einer eben so großen Sparsamkeit an. Ein f Quartier Nothenwein mit Wasser vermischt und ein⸗ geworfene Brodstuͤcke wird gekocht und mit etwas Honig ins Trinkwasser geschuͤttet, und dies muß so ohne weitere innere Arzenei fuͤr 4 Pferde hinreichen. Die Thiere, welche noch hinreichend intensive Kraͤf⸗ te besitzen, kommen bei dieser Behandlung kuͤmmer⸗ f lich durch und verfallen doch noch in gefaͤhrliche Nach⸗ krankheiten, die sie meistens toͤdten. Eine Menge sind bereits an dieser ene und ihren olgen gestorben. . unge ihk so daß .. Bi n Mit. n. Mn fund en. mit ts te muß niche. we Kraͤf⸗ kuͤmmet⸗ lache Nach⸗ ine Menge en Folgen 403 f 5 Bemerkungen 4 die im verflossenen Fenhiahe herr⸗ 4„ 5 von Michael Giesker. Thierarzt in Osnabruͤck. 6 Die Krankheit, wovon die Pferde im Va 5 Fruͤhjahr so haͤufig ergriffen wurden, halte ich fuͤr eine Halsseuche, Braͤune oder Halsentzuͤndung.(Au- gina) Die ersten Zeichen, womit sie sich aͤußert, sind: i auffallende Trauer des Pferdes, Mangel der gewoͤhn⸗ lichen Freßlust, Unvermoͤgen das Futter hinunter zu schlucken und mattes Herabhaͤngen des Kopfes. Das Pferd hat Anfaͤlle von Fieber, einen kleinen geschwin⸗ den Puls; es ist bald heiß anzufühlen bald froͤstelt es, hebt wechselsweise die Beine auf, und pflegt oft zu gaͤhnen. Die Nasenhaut ist trocken und roth, die Zunge und das Maul beiß; um die Kehle herum fühlt man eine schmerzhafte Haͤrte, vermehrte Waͤr⸗ me und eine Anschwellung der Mandeln druͤckt man 0 29 Gegenwärtige Abhandlung schrieb ich durch Aufforderung der im Fuͤrstenthum Osnabruͤck verordneten Regierung, welche dieselbe im 26sten St. der Westphaͤlisch en Beitrage zum Nutzen und Vergnügen abdrucken lies. In der Hofnung, daß sie auch fuͤr den praktischen Thierarzt einigen Werth haben kann, theile ich sie hier in dies e m en dem Wierärztlichen Publikum mit. M. Giesker. 0 106 diese Theile nur ge so hustet! das Pferd 5 und mit vollem Maule. Am zweiten und dritten Tag. fangen die Augen an zu thraͤnen, das Pferd haͤlt den Kopf ausgestreckt und den Hals steif, es kann sich ohne Schmerzen nicht umdrehen, und zeigt eine Stei⸗ figkeit in allen Bewegungen. Die Schenkel der Schlauch und die Beine schwellen gemeiniglich an; die letztern in einem so hohen Grad, daß der Aug⸗ apfel gaͤnzlich verschlossen ist, und aus den Augen und Nasenloͤchern fließt eine klebrigte Materie. Bei etlichen Subjekten, wobei die Entzuͤndung sehr ef. tig ist, schwillt der Kopf oft so stark an, daß das Pferd an Erstickung sein Leben endigt. Ist das Pferd diese Periode der Krankheit hin⸗ durch seiner selbst uͤberlassen, mit, der Natur der Krankheit wiederstrebenden Mitteln behandelt, oder hat es einen alten Fehler der Lungen, so gesellet sich sich zu der Halsseuche auch die Brustentzuͤndi ing, was man daran erkennen kann, wenn das Pferd kurz und mit Beschwerde Athem holet, mit den Seitenthei⸗ len des Bauches stark schlaͤgt, beim Athemholen die Nasenl loͤcher weit aufspert, einen aͤußerst kleinen und schnellen Puls hat und sich nicht niederlegt. c Bei denjenigen Pferden, die schon alte Lungenfehler ha- ben, ist die Cur sehr beschwerlich, und einen tödtli⸗ chen Ausgang der Krankheit kann man mit Gewiß⸗ 107 beit eee so bald man einen ee Aus- 8 fluß aus der Nase gewahr wird. Die Ursache, welche die jetzt herschende Wb F bei den Pferden erzeugt, suche ich vorzuͤglich in der Witterungs⸗Constitution, die im vergangenen Früͤh⸗ a 5 jahr so allgemein geherrscht hat. Alle Pferde koͤnnen ohne Unterschied damit h werden, am vorzig ·. lichsten aber 9 5 5 2 5 Die Postpferde, und elbe die zu bond. 5 len Fahren und Reiten 0 den e ge⸗ i braucht werden. c 2 Frachtpferde, die 1 einer starken An- strengung ihrer Kraͤfte, dadurch verursachten Erhitzung, und hierauf. ausgesetzt werden. 3) Reit ⸗ und Kutschpferde, da diese gemeiniglich gut genaͤhrt sind, gewohnlich eine Tour schnell⸗ laufen muͤssen, so findet bei diesen die nehmli⸗ che Ursache zur Krankheit statt. 4) Auch Herrenpferde, die an keine rauhe Luft ge⸗ woͤhnt sind, in warmen verschlossenen Staͤllen stehen, koͤnnen mit einem Spatziergang bey sol⸗ cher Beschaffenheit der Witterung, die auf ih⸗ i ren verzäͤrtelten Koͤrper desto eher Ein⸗ druck macht, von dieser Krankheit aßeiffen 5 werden. 5 7 ueber bie Ansteckung oder Huchtenseckung dieser Seuche kann ich bis jetzt noch keine entscheidende Er- b aufstellen. Ich bezweifele aber die Ansteckung, weil die Witterungs. Constitution, die uberall die nem⸗ liche ist, nicht anders, als auch die nehmliche Krank⸗ heit bei den Pferden erzeugen muß. Außerdem habe 5 8 5 ich mehrere Faͤlle bei den Pferden gehabt, die, wenn sie gleich als völlige Beweise wider die Ansteckung 5 5 anzunehmen sind, doch dieselbe in Zweifel setzen. Mehrere Pferde, welche man um die Gemeinschaft 1 mit Kranken zu verhuͤthen, in ihren Staͤllen ver⸗ schloß, und sie nicht anders, als zum Pfluͤgen ober Spazierenreiten gebrauchte, wurden demohngeach⸗ tet von der Krankheit ergriffen. Von vier Pferden die blos zum Spazierenrei⸗ ten gebraucht, und was ich gewiß weis, mit keinen kranken Pferden in Gemeinschaft gewesen sind, er⸗ hielt eins im bedenklichen Grade die Halsseuche; die drei ubrigen blieben gaͤnzlich verschont, obgleich der nehmliche Waͤrter das kranke Pferd und die gesun⸗ den derpssegte. Von rei Pferden, wovon zwei im bestigsen Grade an dieser Krankheit litten, blieb das dritte frei davon, obgleich es mit den Kranken in gleicher Atmosphaͤre lebte, mitten zwischen beiden. ihr ö Genet Stͤlen du. Mugen oder enohrgeach⸗ Sbm, 8, mit keen sen sind, er⸗ 50 bucht die „obg lich dee id die gesun⸗ im beten e 109 zuruͤck gelassenes Futter genoß, mit ihnen aus 8 b. nehmlichen Eimer soff, und von einem Knecht ge⸗ wartet wurde. e 5 Aehnliche Erfahrungen 0 1 10 eee allein ich halte sie noch nicht fuͤr zureichend, die 1 ansteckung dadurch zu beweisen. Da die Ansteckung der Halsseuche noch im a geh N fel ist, so befiehlt es die Vorsicht, die Kranken von den Gesunden abzusondern, um jenen auch zugleich eine angemessene Pflege geben zu koͤnnen. Ihre Aufenthaltsstelle muß warm und der Zugluft nicht ausgesetzt seyn. Was die Diäͤr anbetrift, so reicht man ihnen, weil sie wegen der Entzuͤndung im Schlunde„den Haͤckerling und Hafer nicht schlucken koͤnnen, Weitzenkleyen und lauligtes Mehlsaufen nebst gutem Heu. Die Kranken muͤssen gut gestriegelt„ zwei bis drei mal des Tages den Ruͤcken und vorzuͤglich die Beine mit Strohwischen gerieben und bei guter Witterung in der Mittagszeit langsam dusgeführet werden. Was die aͤrztliche Behand- lung betrift, so richtet si ch diese nach den verschiedenen Perioden der Krankheit„ihren Zufäͤllen und Neben⸗ umstaͤnden. Ist die Kante in ihrem Entstehen, so leb das dritte ken in gleicher den 155 1 9 0 einem Stalle zusammen stehen, wurde nur ein Pferd von der Seuche ales die ubrigen blieben unangesteckt. f 1 5 1 1 5. 3 7 41 * 4. 3 1 4 7 5 1 1 5 4 3 5 5 Von den Pferden der hiesigen fh. Gendarmerie, die alle in 1 2 1 3 5 7 3 * 110 kann f e sehr leicht oft in 3—4 Tagen gehoben 5 werden. Dies bewirkt man, wenn man um die Keh⸗ le herum, nachdem daselbst die Haare genau wegge⸗ schoren sind, die spanische Fliegentinktur(Tinct. 5 Canthar.) einreibt, eine Salpeter Aufloͤsung in Essig 6 ins Maul zum Rachen hinein spritzt und dem Kran⸗ ken 3— 4 mal des Tages einen Spatel voll von 9 folgender Latwerge giebt: Nimm Pulver von Bal⸗ 8 drianwurzel(rad. valer.) Alantwurzel(rad. enule.) Wolferleiblumen(flor. arnic.) von jedem 4 Loth, Schwefelblumen 2 Loth. Dieses Pulver wird mit Syrup, rohen Honig oder Moͤhrruͤbensaft zur Latwerge oder in Ermangelung dessen mit Wasser zu einem Brei angeruͤhrt. Sobald an der Kehle herum, wo man die spanische Fliegentinktur eingerieben hat, heißes Wasser heraussickert und Schaͤrfe entstehet, hoͤrt die Entzuͤndung im Schlunde auf, und das Pferd ist zu gleicher Zeit im Stande, wieder etwas 1 Hafer zu genießen. Die meisten Pferde, die ich in 1 dieser Periode der Krankheit zu behandeln erhielt, 1 waren innerhalb 4— 6 Tagen geheilt. Hat das kranke Pferd zugleich Diarröͤh;; so ist es dienlich, wenn man zu der erwaͤhnten Latwerge noch einige Loth praͤparirte Austerschalen oder weiße Kreide mischt. Ist die Halsentzuͤndung zugleich mit der Brustentzuͤndung vergesellschaftet, so muß man dem 0 1 8 8 0 5 8 e 5— 5 3 N r 8 — ̃——.... ß jr— 3 dun ga, zan undi K. Z beg, —(Tut 8 dung! in Eg d dem Kraß. patel voll von hr dun Ba, 1 jedem 4 uch. 1 lber wird mit übensast zur it Wasser zu Kehle herum, ngetieden hat, 111 Kranken iich e ein mit ende Fliegenkinktur be⸗ feuchtetes Fontanell legen oder Haarseil vor die Brust appliziren, und zu obiger Latwerge fuͤr jedes Pferd taͤglich ein Loth Salmiak mengen lassen. Klystire von einem Aufguß von Kamillenblͤͤthen sind dann zugleich von großem Nutzen. Entsteht nach dem Fontanell eine Geschwulst und guter Eiter, so hat man Hofnung zur Besserung; sicher ist diese, wenn das Pferd ruhiger und langsamer Athem holt, a zu fressen anfaͤngt und sich nieder legt. Erreicht die Halsentzuͤndung einen so großen Grad der Heftigkeit, daß der ganze Kopf anschwillt, und das Pferd wegen Zuschwellung des Schlundes nichts mehr schlucken kann, so ist die Heilung mit groͤßerer Schwierigkeit verbunden. Oeftere Einspri⸗ 15 tzungen von Salpeter und& ssig und aͤußerliche Baͤhun⸗ aufe entstchet, gen mit einem Dekokt von Salbei, Melisse und Camil⸗ auf, un ds lenblumen, nebst warmen Umschlaͤgen von diesen Kraͤu⸗ wieder bas 5 tern, die man um den geschwollenen Kopf befestiget, sind 5 de, die ih n 1 dann nur im Stande das 8 vom ede 1 5 retten). andeln ahilt, . rröh; fr. utwerge noh r peiße Kreide gleich mit det * 8. Soll ahrsceh„asthenischer Koller“ heißen. 9 Mit dieser heftigen e hatte ich ein Kutschwagen⸗ 92 zu behandeln, es war ein zehujaͤhriger stark gebau⸗ ter, aber mit dem Dummkoller 1) behafteter Dane. Im Aunsange der Krankheit, wo das Pferd einen groͤßern Grad . d. R. nuß man den 4 4 1 1 2 1 5 * 3 1 13 1 * 5 3 1 1 2 1 5 1 4 1 17 1 3 5 3 1 0 8 eee e e e 112 Kann das Pied noch ein wenig schlucken,„ so gebe man 1 15 Mehl i in lauem Wasser angeruͤhrt, und . 5 Dummheit zeigte, hatte der Etgentbüger eine Ader⸗ laß daran vornehmen lasseu, die Krankheit nahm hierauf merklich zu und man konnte nun nicht mehr den Karakter der herrschenden Seuche verkennen.— Ich behandelte das Pferd nach meiner gewoͤhnlichen Methode; trotz dem wurde die Braune so heftig, daß der Kopf zu einer enormen Dicke anschwoll und die geschwollene Zunge zum Maule 5 heraushing; Lippen und Nase wurden so dick, daß das Pferd kaum Athem schoͤpfen und man ihm weder Nahrung noch Arzenei durchs Maul beibringen konnte. Aus den Nasenloͤchern, so wie auch aus den fuͤrchterlich angeschwol⸗ lenen Augen floß immerwaͤhrend eine Menge Schleim. Alle 4 Schenkel, Brust und Bauch waren zum Entsetzen angeschwollen. Das Pferd hatte schon in 6 Tagen nichts mehr genossen, und stoͤhnte und roͤchelte so heftig, daß ich und alle die es sahen sein Ende nahe glaubten. Bei die⸗ sem Zustand gab ich alle Hofnung zur Genesung auf. Auf dringendes Bitten des Kutschers, der das kranke Pferd 5 leidenschaftlich liebte, und dessen Sorgfalt wirklich den groͤßten Antheil an der Heilung mit hatte, verschrieb ich die erwaͤhnten Kraͤuter. Der Kopf und die Gurgel wurde unablaͤssig damit ge baͤhet, und Umschlaͤge daran befestigt. Innerliche Arzeneien konnte man ihm weiter nicht beibrin? gen, als eine Jufusion der Camillen vermittelst der Kly⸗ stirspritze. Kaum hatte ich 24 Stunden die Baͤhungen an⸗ gewendet, so schien sich die Geschwulst etwas zu mindern. Ich seßzte diese Behandlung fort und in 3 Tagen war es schon so weit, daß es etwas feines Weizenmehl in Wasser geweicht hinunter schlucken konnte. Zum innerlichen Ge⸗ brauch verordnete ich jetzt die Arnikg, Valeriana und Wein. Die Besserung ging hierauf immer geschwinder von 11 0 it 80 s r den Karat: rah hem wurde einer euotmen e zum 7 dic, daß dus weder dm inte. Aus n tlic angeschul⸗ lrme en dum Endsezen Tagen nichts 10 tig, daß ich en. Bel die⸗ fung auf. Auf b fue eh Gugel vue heren befestigt. r nicht beibrin⸗ telst det Kly⸗ Bahungen au⸗ b zu mindern. g weng e über die im 1 Serwechr en Früh . „ . . 8 ö behandelt 2 6 1 ich und alle bier Studirende halten sie Tüten bar es nehl in Masser 3 nnerlichen Ge⸗ eschwindet vn * Pferd nach uͤberstandener Krankheit daleriana und erser Band.„ Heft, 113 bringe ihm selbiges duch einigemal n mite einer durch den After bei. Dies ist die Behandlung,„ die i den Kranken gegeben babe, welche man meiner Aufsicht anver⸗ traute. Von den vielen, die ich in der Cur gehabt, fi nd nur vier gestorben. Zwei davon hatten schon seit langer Zeit Fehler in den Lungen, eins mußte wegen zu schleuniger Anschwellung des Kopfes an N eme sterben und das vierte bekam ich erst am ten Tage der Krankheit zu behandeln, wo bereits die Halsentzuͤndung i in Brustentzůndung übergegan⸗ ben und uch ese schon zu h war.— enge eee jahr alen Seuche unter den fer den. von Ai Cundidaten der Thierarzneikunde zu Benin. Diese Pferdekrankheit fuͤllte unser ganzes Spital, für einen . statten, und 50 14 Tagen hatte ich schon das Vergnuͤ⸗ gen, das Pferd gelinde Spazierfahrten in der Stadt ma⸗ chen zu sehen. Das Merkwurdigste hierbei ist, daß das nicht das geringste Zeichen des Kollers, auch selbst in 8 heisesten Sommer⸗ tagen nicht merken laͤßt. 8„„ 8 Typhus 4 der bald mit einer Affektion der dungen, g des Kopfes und der Verdauungsorgane vorkommt. f In erst en Fall zeigen die Kranken nebst ver⸗ , Freßlust geschwollene Augenlieder, Stumpf⸗ f 3 88 heit der Sinne, große Schwaͤche(ettenrio) mißfar⸗ bige braunrothe Nasenhaut, geschwollene Fuͤße, Schlauch de., kleinen geschwinden Puls, in der Fol. ge legen sie sich nicht, schlagen staͤrker mit den Flan⸗ ken, husten auch wohl etwas. 5 Im zweiten Fall ist der ganze Kopf mehr 5 geschwollen, sie deliriren, so daß man sie ohne genaue Untersuchung fuͤr dumm halten koͤnnte. Inm dritten Fall ist die Nasenhaut, das Maul, die durch und undurchsichtige Hornhaut gelb, der Mist gruͤnlich mit Schleim bedeckt. Diese verschiedenen Affektionen findet man oft zusammen. Die Krankheit waͤhrt ohngefaͤhr 14 Tage, am sten oder 7ten Tag pflegt sich ein Durchfall einzu⸗ stellen, auf welchen fast immer erst Besserung erfolgt, 5 L eine Erscheinung, die ich mir nicht befriedigend . 5 erklären kann.— 5. 1 Die Heilung ist hier gluͤcklich, man giebt im Anfange folgendes:.„ * rio) n 5 ollene di 4 in der 0 5 it den da „e e ohne gau haut, ge Horshu dedect. W t zusammn f I Lage,: urchfall e gung eris bete un gt! 5 tung ꝛc. zu schieben. Rp. Pulv. rad. Valeriana angelica, von e 2 cb Calam. arom. 1 Loth Rob. junip. 9. 8. ad f. Elec. Hiervon Keen des 19 79 einen n Satt vol zu u geben.. Bei einigen wird folgendes been Pulv. flor. arnic. mont. 1 Loth Sulph. Stib. aurat. 1 Drachme Dabei wird essent. cantharid. cum Spirit. Camph. auf den Ruͤcken, auch wohl Spir. aeth. e a man auf den Kopf eingerieben. Zur Reconvaleszenz wird gegeben: N 15 Rp. P. Flor. Chamom. 4 Loth rad. Calam. arom. 2 Loth gentiana 4 Loth Roab. junip. d. S. ad Elect. S. Davon 5 täglich drei 1 voll 10. 0 Se d 155 und wohl nicht ohne Grund fuͤr ansteckend gehalten. Denn 1) bekommen alle Pferde im Spital, die den ganzen Winter gutes Futter, Pflege, Bewegung ꝛc. gehabt haben, die Krankheit sobald sie neben solchen Patienten stehen. Hier ist wohl nicht die Schuld auf schlechte Nah⸗ 116 8. 2) Bleiben die Pferde frei, welche man fuͤr Zusammenkunft mit solchen Kranken und ihren Auf- enthalt huͤtet, wie hier die im koͤniglischen Mar⸗ stalle. N. 9) Es kamen einige Maulesel mit Hufschaͤden, uͤbrigens ganz gesund ins Spital, sie giengen bald geheilt ab, kamen aber 2 Tage darauf wieder und litten am Typhus; und bald verbreitete sich die Krank⸗ heit im ganzen Maulthierstalle. Sollten nicht die ersten Esel in unserm Spital, wo sie neben Kranken stan⸗ den, angesteckt seyn? Die koͤniglichen Esel leiden gewiß nicht an Futtermangel ꝛce. Wie Herr Profes⸗ sor Havemann die Krankheit fuͤr eine Brustseuche hat bestimmen koͤnnen, sehe ich gar nicht ein, da sich oft gar keine Affektion davon zeigt. Doch vielleicht zeigte sich dort die Krankheit in anderer Form. 3 4 Ueber die jetzt herrschende Seuche unter den Pferden und deren Behandlung, vorzuͤglich bei einigen der K. Pr. Regimenter. 8 Die jetzt unter den Pferden herrschende Brust⸗ seuche ist ein akutes Fieber mit Entzuͤndung meistens der Brust⸗Eingeweide verbunden, mit einer groͤßern oder geringern Verdorbenheit der Saͤfte. 5 5 bar 1 de K chtdiern zunke u, Gel u 4 Pra 5 seuche hat da sich a5 0 della Nun. 5 117 8 Die Erfahrung hat die folgende Cur⸗ Methode als si cher und reell bestaͤtigt: sie ist aus antiphlogisti⸗ schen und reizenden Mitteln zusammengesetzt. Man nehme 1 f rohen Salpeter, 2 lb Salmiak, 1 16 Arnica, 2 Loth Meerzwiebeln, 4 Loth Campher mit 2 Honig oder gemeinen Syrup zur Latwerge. Tages 3— 4 mal einen guten Eßloͤffel voll auf die Zunge gestrichen. Sollte das Pferd anfangen zu laxiren, 8 so muß man seltner geben. Im Fall eines großen Schwaͤche⸗ Zustandes und wenn die Lungenentzuͤn⸗ dung schon gehoben, laͤßt man die Salze weg und gebraucht blos die Arnica, den e Eichen. rinde und China. 5 8 zu Anfang der Brustseuche, wenn das Athemholen beschwerlich und starke Brustbeklemmung zugegen ist, muß man ein gutes Aderlassen am Halse von 2— 3 Quart Blut vornehmen und solches nach Umstaͤnden und in angemessenen Proportionen wieder- bolen. Hierbei wird ein tuͤchtiges Eiterband an die Brust gelegt und die vorgeschriebene Latwerge ge⸗ braucht. Die Gefahr der Krankheit haͤngt von der eintretenden Lungen⸗ Entzuͤndung ab. Ist diese ge⸗ hoben„ so hat man zur Heilung des noch uͤbrigen . e Fiebers mit fücheigen Nehme 118 5 5 Auch als Praͤservativ ist diese Latwerge sebr gut, oder in eben der Ruͤcksicht Abends und Morgens ei⸗ nen guten Eßloͤffel voll eines Pulvers des Antimonii cdrudi aufs Futter zu streuen. Kranke Pferde muͤssen gar keinen Hafer haben, sondern gesundes Stroh, Heu, und Weizenkleyen. Das Trinkwasser muß verschlagen seyn und die Luft zum Einathmen gesund und rein gehalten werden. Kranke Pferde muͤssen sogleich von den gesunden separirt werden, weil die Krankheit sehr e ist. Aus allen den vorhergehenden Beobachtungen, Bemerkungen und Erfahrungen uͤber diese Krankheit ergehet denn, daß nur allein in der reizenden Heil- methode das einzige sichere Heilmittel liegt, nur in diesem letzten Aufsatz hieruͤber ist ein fast ganz entge⸗ gengesetztes Heilverfahren angegeben; und wird sol— ches als sich er und reell angepriesen. Schon hatte ich diesen Aufsatz ganz bei Seite gelegt, nur als Gegenstuͤck zu den Erfahrungen mehrerer der vor⸗ zuͤglichsten Thieraͤrzte glaubte ich solchen diesem Archiv beifuͤgen zu muͤssen. Ist diese Krankheit in der dor⸗ tigen Gegend wirklich so erschienen, als sie beinahe alle andere Thieraͤrzte beobachtet, und sind dadurch e müssen* weil de tungen, ruukheit den Heil. „ hur in iz entge⸗ wird sol⸗ Schn gt, nun der vor⸗ m der dor⸗ 5 bene dauurh 119 8 die Pferde wirklich bergestelt, was i dann die ganze aͤrztliche Wissenschaft? was wird sie noch lange seyn? Wenn anders dieses Quodlibet von aͤrztlicher Be⸗ bandlung, wo staͤrkend und schwoͤchend, alles durch 5 einander angewendet wurde, wirklich die Pferde her⸗ . stellte, wenigstens nicht umbrachte. Alle resp. Thieraͤrzte haben unumsiößlich darge ⸗ tber, daß nur die reizende, staͤrkende, auf die Lebens⸗ kraft wirkende Heilart mit Erfolg anzuwenden sei; und sind uͤberzeugt, daß Schwaͤchungen, unter wel⸗ che doch in dieser Krankheit das Aderlassen vorzuͤglich gehoͤrt, die schaͤdlichsten Folgen habe; und doch wird hier das Blutlassen und die Gaben der Salze aus Erfahrung als die sicherste und reellste Heilart empfohlen, und soll dadurch die Herstelli ung der Kranken bewirkt worden seyn. Waͤre dem nun 5 wirklich so; so frage ich noch einmal, was ist die Arztliche Wissenschaft? Beruhet sie nicht blos auf Hypothesen, Theorien und Trugbildern,. die wir uns von unserer aͤrztlichen Behandlung selbst schaf. fen! Warum opferten binn einer so trüglichen Wissn⸗ schaft Maͤnner von Kopf und gluͤhenden Eifer im Herzen, den Menschen zu nuͤtzen, ihre ganze Lebens⸗ zeit? und uͤberließen nicht lieber das ganze tbierische 5 Heilgeschaͤft; 62 rohen Menschen„die oft mit einem 120 2 . Griff in ihre Ne teue nie aus Altvater Noahs Zeiten ohne Muͤhe, Fleiß, Sorgen und N eben so gluͤcklich heilten. 5 Doch man verzeihe mir, daß ich einige meiner Gefuͤhle hieruͤber laut werden ließ, die aus meiner so warmen Anhaͤnglichkeit an eine so nuͤtzliche Wis⸗ senschaft und aus der Verehrung fuͤr so manchen wuͤrdigen Mann in dieser Kunst entsprangen. Mochte es doch einem oder mehrern der Herren Thieraͤrzte gefallen, seine Meinung uͤber das Verfah⸗ ren, welches der letzte Aufsatz enthaͤlt, hier mitzu⸗ theilen. Meine Beruhigung ist, daß ich den Ein⸗ sender dieser Verfahrungsart weder kenne, noch zu . nennen weiß— ich erhielt diesen Aufsatz durch den. Herrn von T., vielleicht sind einige Umstaͤnde anders, als sie dargestellt sinddz. v. M. Krankbeitsgeschichte eines pferdes, das 8 einer besondern Nervenkrank⸗ 1 heit litt. dabager 8 mitgetheilt von Ch. Thielmann, b dem Thierarzte in Cassel. Imi Anfang des Monats Juli 1804 wurde ich von einem hiesigen Buͤrger ersucht, sein Reitpferd, einen zwoͤlfjaͤhrigen Schimmel⸗ Wallach, der Tages * hitr mh ben Enn. noch zu N urch den de anders,. U. M. 4 zuvor von einer Reise zuruͤck gekommen und nun, da er auf einmal im Gehen mit dem Hintertheile wankte, seiner Meinung nach, Kreuzlahm sen„zu besehen und in die Kur zu nehmen. Als ich dieses Pferd mir vorfuͤhren ließ 18 un⸗ tersuchte, fand ich, daß es nicht blos mit dem Hin⸗ tertheile N sondern, indem es auch vorn unregelmäs⸗ sig ging, mit seinem ganzen Koͤrper wankte, d dabei die Fuͤsse auf eine ungewohnliche Art in die Hohe 8 bob, und wenn man es kurz umwenden wollte,„mit dem Hintertheile nieder zu fallen drohte. Im Stal⸗ le bezeigte es sich in Allem gleich einem gesunden f Pferde, sah sich munter um, fraß und soff mit dem gewohnlichen Appetit und legte sich gehörig nieder. Auch an seinem Puls war keine Veränderung zu be⸗ merken. Alle diese Erscheinungen veranlaßten mich, das Pferd fuͤr blos schwindlich zu halten. In dieser Nuͤcksicht legte ich ihm sogleich eine Fontanelle aufs Kreuz und vor die Brust, und ließ sie 14 Tage liegen. Dabei applicirte ich ihm taͤg⸗ lich einige reizende Klistiere, ließ ihm den Stall ge⸗ höͤrig luͤften und es des Tages ein paarmal ins Freie fuͤhren; jedoch ohne den mindesten Anschein von Besserung wahrzunehmen. Im Gegentheil hatte das Uebel nach drei Wochen so zugenommen, daß das Thier im Gehen dergestalt hin und her schwankte, 122 5 als wenn alle Theile seines Körpers nur swach zu sammen hingen. Jedesmal mußte es durch zwei Manner gefuͤhrt werden, indem es jeden Augenblick nieder zu fallen drohte, 8 auch e mehr⸗ mals geschah. Von nun an 5 es sich 5 der besten Streu un⸗ echte 15 durchaus nlcht mehr nieder, und wenn es beim Herausführen zu Boden stuͤrzte, war es nicht mehr i im Stande, allein wieder aufzustehen. Uebri⸗ gens bemerkte man an ihm keine Stumpfheit der Sin⸗ ne, es achtete auf Zurufen und Schlaͤge, taumelte auf ersteres im Stalle sogleich herum, und fraß auch sein Heu gehoͤrig von der Raufe, wie uͤberhaupt sein Futter mit der vorigen Beglerde. Jedoch knirschte es jetzt oͤfters stark mit den Zaͤhnen„und seinen Puls fand ich klein, ziemlich frequent und unregulaͤr; auch bekam es nun mehrmals folgenden neuen Zufall. Es ließ namlich plötzlich. ein schnarchendes, rocheln⸗ des Athemholen hoͤren, bald hierauf stellte es sich auf die Hinterbeine, riß die Halfter entzwei, schmiß zu Boden, schlug alsdann heftig mit den Flanken, be⸗ kam einen Schaum vor das Maul, und stoͤhnte da⸗ bei, daß man glaubte, es wuͤrde jede Minute seinen Geist aufgeben. Half man ihm indessen wieder auf die ä so befand es sich, ein 5 Mat⸗ ese.. 2 Un 3 wenn etz r es nicht * Uebri.. der Sin. taumeste auch apt sein nürschte d seinen tegulät; n Zufall. then. sch auf ß zu en, be⸗ nte da⸗ e seinen wieder Mu- tigkeit abgerechnet, Zustande. 5 Bei Betrachtung dieser Symptome. ic ä nun das Uebel nicht mehr fuͤr einen bloßen Schwin⸗ del halten; es ward mir nun klar, daß es eine Ner⸗ venkrankheit sey, denn Asthenie beherrschte die ganze Organisation und vorzuͤglich das Nervensystem. In dieser Hinsi cht wendete ich die ineitirende Heil⸗ . methode in ihrem ganzen Umfange an. Ich behan delte das Pferd innerlich mit Baldrianwurzel, Wol ⸗ ferleiblumen, Kalmuswurzel, in Verbindung mit 123 8 wieder in. vorigen Opium, Kampfer, Assa foetida und Belladonna. Diese Mittel verordnete ich abwechselnd in kleinen,. Aeußerlich ließ ich ihm taͤglich ein paar mal, das ganze Hinter ⸗ und steigenden und großen Gaben. Vordertheil mit Branntweingespühl warm baͤhen, und es ͤfters tuͤchtig uͤber den ganzen Koͤrper mit ei⸗ nem Strohwisch reiben. Zugleich legte ich ihm aufs neue hinter jedes Ohr eine Fontanelle, und rieb ihm einigemal auf das Kreuz und die Schulterblaͤt⸗ ter die Cantharidentinktur ein; aber alles ohne den a mindesten Erfolg, das Thier besserte si ch nicht um ein Haar breit. Nachdem ich es nun so sechs Wochenlang srucht⸗ los behandelt hatte, wollte der Eigenthuͤmer keine Kosten mehr anwenden, und es todt stechen lassen. 1 5 5 e 8 5 5 e rr 8 2 5 Doch bat er mich, dem Pferde zuvor(diese hatte er namlich schon lange gewollt, wovon ich ihm aber natuͤrlich immer abgerathen hatte) zur Ader zu las⸗ sen, und um zu sehen, was dieses Mittel fuͤr einen Effekt hervorbringen wuͤrde, wolle er es noch einige Zeit stehen lassen. Jetzt nun, da es zum Todtstechen bestimmt war, und ich von der reizenden Kurmetho⸗ de nicht den geringsten Nutzen wahrgenommen hatte, c machte ich einen Versuch mit der e 88 Zu dem Ende 10 i 25 drei 1 Pfund Blut ab, und verordnete ihm zum innerlichen Gebrauch Glaubersalz und Weinsteinrahm. Da ich aber hier⸗ auf an dem Thiere nicht die mindeste Veraͤnderung bemerkte, ließ ich ihm acht Tage darnach zum zwei⸗ tenmale zur Ader; allein auch hierauf nahm ich wei⸗ ter keine Veranderung wahr als daß sein Puls sehr matt, kaum fuͤhlbar wurde. Uebrigens war es mit ihm weder schlimmer noch besser geworden, es fraß 5 sein Futter beständig mit dem besten Appetit und b batre an Fleisch gar nicht abgenommen.. Ungeduldig hieruͤber wollte der Eigenthuͤmer es nun nicht laͤnger mehr im Stalle wissen und uͤbergab es, nachdem es eilf Wochen lang gestanden hatte, dem Wasenmeister zum Todtstechen. Gerade andem Tage, als dies unternommen unde, etlaubten mir 8 5 Ane dringende Gesche nicht, der S Sektion mit 5 beizuwohnen. Nach der Aussage des Wasenmei⸗ ters und auch des Eigenthuͤmers„der bei der Oeff⸗ nung zugegen war, sollen st 0 alle Eingeweide der Brust⸗ und Bauchhoͤhle in einem See ee 5 Zuf tande befunden haben. e 4 Aus dieser Krankengeschichte erhellet,„ wie un⸗ 74 scher noch manche unserer Heilmethoden sind 75 und 3* wie viele Erfahrungen noch an einander gereihet wer⸗ 0 den muͤssen bis die Thierheilkunde eine vollkommene Wissenschaft wird.— Moͤchte es daher doch altern„ und erfahrnern praktischen Thieraͤrzten gefallen, falls sie diese Krankheit bereits beobachtet haben sollten, ihre Erfahrungen g Bemerkungen und Resultate daruͤber dem chierärztlichen Publikum in dieser Zeit⸗ 1 schrift mitzutheilen! Ueber eine Krankheit, deren Heilungsart noch problematisch ist, mit der wir uͤber⸗. haupt noch nicht im Reinen sind,„ verdient unstreitig 1 . jede Beobachtung,„jeder Beitrag die Aufmerkf am⸗ nat.. keit des denkenden Thierarztes„ und dies um so mehr, — 6 2 en, e 5 5 rden, es saß 5 wenn die Darstellung getreu, der Natur und Wahr- 1 205 entsprechend, Kane wird. 1 standen hatte, i F 5 12 5 Gerade andm. 1 glaubten mir 126 . Beitrag 8 un See der eindringenden Bauchwunden bei Pferden 5 von . 0 Giesker ble in Osnabrück. Bei Heilung der Bauchwunden bat der Thier⸗ arzt mit Beschwerlichkeiten zu kaͤmpfen, von welchen der Menschenwundarzt gar nichts weiß. Jener kann seine Patienten nicht in einer ruhigen Lage auf den Ruͤcken erhalten, wohin dieser den Menschen legen kann. Der Menschenwundarzt heilt oft große Bauch⸗ wunden blos durch die vereinigende Binde, der Thierarzt aber kann ohne die Bauchnath durch sel⸗ bige gar nichts bewirken; die horizontale Stellung der Pferde, wodurch die Gedaͤrme vermoͤge ihrer Schwere auf der Grundflaͤche des Bauchs ruhen, 5 verursacht eine wechselseitige Beruͤhrung der Wunde mit dem Eingeweiden. Die Entzuͤndung der Wunde theilt sich leicht den Gedaͤrmen mit, und eine Darm⸗ entzuͤndung endigt gemeiniglich dann das Leben des Thieres. Mit dem groͤßten Recht sagt dahero der um die Thierarzenei am meisten verdiente Woll⸗ stein):„Alle Wunden, die die untere Flaͤche des e e ö die tief, oder durch die aͤußern * Man sehe sein 1 9 88 Buch fuͤr Tuierirzte im e S. 90. gluͤckt eine in die Bauchhoͤle dringende Wunde schleu⸗ 8 1 19 3 nig und vollkommen zu heilen„ich glaube deshalb f 4 daß die Bekanntmachung meines Heilverfahrens hier⸗ 5 1 bei fuͤr das Thieraͤrztliche Publikum nicht unange⸗ J 1 Das verwundete Pferd war eine 4 jaͤhrige Blau⸗ 1 schimmel Stute, die einem Bauer in einem vier Stun⸗ ö 22 10 fl. den von hier n ae 1 Schledehausen ge 5 mile Sulu nannt, zugehoͤrte, wohin ich am 13ten July dieses wm 8 N Jahres abgeholet wurde. 0 N Sage 2 6 Die Wunde war unter dem Bauche in der Na⸗ 5 8 1 * 3 belgegend mehr nach der linken Seite hin. Sie war. 5 1 ae 5. eine Hand lang und drang durch den linken geraden 85 1 g 4 b de Bauchmuskel in die Hoͤhle des Bauchs. Der Bauch 1 und ene Darn und die an der Wunde angrenzenden Theile waren n das keen des angeschwollen das Netz hing einen Fuß lang, schwarz sagt daheto dern 8 ind dick von geronnenem Blute zur Wunde heraus. 15 erden Woll. Das Pferd hatte sich die Wunde dadurch zugezo⸗ ere Flache des gen, daß es uͤber einen Zaun springen wollte und ä ech die aͤußern sich auf einen hervorstehenden Pfahl spießte. Um die Wunde gehoͤrig untersuchen und eine Vereinigung der ir Thierirzte lit e ö„„ 7 05„Theile dringen, erregen gemeiniglich den Tod, auch 8 N 9 J„dann noch wenn sie gute Thieraͤrzte besorgen; die Huursache davon ist die wagerechte Stellung der Thie *„und der Druck, den die Gedaͤrme auf die Grund⸗ 2 „flache des Bauches machen.“— Es ist mir ge⸗ ** 128 5 Wundlefzen bewirken zu koͤnnen, mußte ich das b Thier niederwerfen. Die Gedaͤrme traten jetzt in die 1 Oefnung des Bauches, einige kleine Pulsaderrisse bluteten stark, und vermehrten eine Ergießung des Blutes im Hinterleibe. So bald ich die Arterien unterbunden hatte, suchte ich das in der Bauchhoͤle ergossene Blut zu entfernen. Ich steckte meinen Arm in den Bauchhinein„und fand einige Holz⸗ splitter und geronnene Blutstuͤcke. Ich legte das Pferd auf die Seite, druͤckte an verschtedenen Stel⸗ len des Bauches und erhielt auf diese Weise mehr wie 2 Maas Blut aus der Bauchhoͤle. Den her⸗ aus haͤngenden Theil des Netzes schnitt ich weg, und die zerrissenen gleichsam kodten Raͤnder der Wunde beschnitt ich mit dem Bisturium, so daß ich zwei frische Wundlefzen erhielt. Nachdem ich das Pferd auf den Ruͤcken gelegt hatte, heftete ich die Raͤnder der Wunde durch die Knotennath zusammen, die ich jedesmal 3 Finger breit von einander machte. Die Haut selbst ließ ich unvereinigt. Hierauf wurde das Pferd seiner Fesseln entlediget; etwas Blut floß nun noch zur Wunde heraus. Ich ließ das Pferd nun. langsam herumfuͤhren, um den Ausfluß des Blutes zu beguͤnstigen. Sobald dieser aufgehört hatte, legte ich ein mit Thedens Wundwasser befeuchtete Com⸗ presse auf die Wunbe, die ich aller 2 Stunden wie⸗ 5 der anfeuchten ließ, und befestigte eine 1 Fuß breite dereinigende Binde um den Bauch. Die ganze untere Flaͤche des Bauches wurde mit Essig gebadet. ue Nahrung reichte man dem Pferd jungen Klee 5 und Kleyenwa sser. Am andern Morgen fand ich l„„ 9 meinen Patienten sehr traurig, er wollte das Futter„. 1 4 kaum anriechen, er bewegte die Flanken stark und g ashlden St. schnob ziemlich heftig. Ich nahm die Binde ab und diese Veit nibr fend die Stelle wo sie angelegen hatte ziemlich warm 8 1 bac. Den. und hart. Die Hintertheile des Bauches, wo die 5— ir ih neh, 110 Vinde nicht angelegen hatte, waren sehr geschwollen.. ber ber W 1 Ich ließ die Binde einen halben Tag entfernen, die ich wu fiche Wunde und die nah gelegenen Theile mit dem er⸗ des Ned af aͤhnten Wundwasser fleißig befeuchten, das Thier. de Munde un uf einer Wiese gelinde bewegen, und seine Nahrung ä 8 5 bannen, 5 nach eignem Triebe suchen. Um Mittag legte„„ 8 e wöhn d wieder die vereinigende Binde an und befestigte zu⸗ 8 gleich eine Bandage um den Hintertheil des Bau⸗ ee ches, um hier eine staͤrkere Anschwellung zu verhuͤten. a Been Fuͤr den dritten und vierten Tag verordnete ich aro⸗. 0 1 3 matische Kraͤuterabsude zur oͤftern Baͤhung des Bau⸗ us N ches und das Thedensche Wundwa fer zur Anfeuchtung gehort hatte, 1 1 der Wunde. Ich gab den Rath, das Pferd gar 5 beseuchttte kon. 1 nicht aufzustallen, sondern es in einer schattigen 8. 2 Stund bie n e herum zu fuͤhren. N Ich gieng jetzt wieder nach Hause und d erwartete Erster Band. 2. Heft. 8„„ g * eine Nachricht von dem Besuden des Kranken. Nach 4 Tagen schrieb mir der Eigenthuͤmer, daß das Pferd den Tag nach meiner Abreise stark gezittert und nichts gefressen haͤtte; die Geschwulst des Bau⸗ ches sei gaͤnzlich verschwunden; die Wunde eitere gut, aber nach seiner Meinung sei wildes Fleisch darinne, und ein Faden sei herausgefallen„weswegen er wuͤn⸗ 55 daß ich das Pferd noch einmal besuchen möͤch⸗ Uebrigens befaͤnde sich das Pferd außerordent⸗ — wohl. Freudig uͤber den Ausgang einer so gefährlichen Verwundung ritt ich hinaus. Ich fand das Pferd in einer grasreichen schattigen Wiese an der Hand eines Fuͤhrers freudig weiden; die Raͤnder der Wun⸗ de aufgeworfen und uneben, den Eiter gut. Ich ließ den Gebrauch der Kraͤuterbruͤhe und des Theden⸗ schen Wundwassers aussetzen, und verordnete eine Aufloͤsung des Schwefelsauern Kupfers in Wasser, zur Aufspritzung auf die Raͤnder der Wunde, und die Wunde befahl ich mit frischem Wasser oft 8 reinigen. Nach Verlauf von 3 Wochen meldete man mir, daß das Pferd schon voͤllig heil sei, und zu jeder Arbeit wieder gebraucht werden könne.— Bei der am 8ten Sept. dieses Jahres geschehenen Ausnahme von 300 Remonte⸗Pferden fuͤr die fran⸗ zoͤsische Kavallerie, wo die Bluͤthe der Pferdezucht besuchen nöch d außerordert⸗ 0 gefahren 0 des Pferd der Hand tr der Wun⸗ * gat. Jh des Miden⸗ ordnete eine u Wunde nd Vassr ot z yochen melhitt heil sei, und den konne.— ies gishehenn fir die fran⸗ r fedduch 5 131 15 4 unsers Fuͤrstenthums in biesiger Stadt erscheinen 3 mußte, war auch dieses Pferd mit darunter, wobei ich Gelegenheit hatte, die geheilte Wunde noch ein⸗ mal zu untersuchen. Druͤckte man auf die verwun⸗ ö det gewesene Stelle so war sie weich anzufuͤhlen und 1 gab dem Drucke eher nach wie ein anderer Theil des F Bauches, uͤbrigens war sie so schöͤn geheilt, daß man 1 außer einer feinen Narbe und Mangel des Haares Wan davon sehen konnte. 4 1 doduktien einer Kuh, welche ein ganzes Jahr an einer ununterbrochenen Auf⸗ 8 blaͤhung litt, von . Giesker, Thierarztti in Denabrück. Ein Brauer hieselbst ließ 10 rufen, um ihm 5 0 einer Kuh, die immerwaͤhrend aufgetrieben sei, meinen Rath zu ertheilen. Die Kuh war von frieslaͤndischer Rasse, 9 Jahr alt; sie hatte straͤubi⸗ 5 ges Haar und tiefliegende Augen. Sie gab wenig Milch, verzehrke ihre gehoͤrige Portion Futter, aber mit weniger Begiede⸗ und wiederkaͤuete nur selten; ihr Mist ging in geringer Menge ab, war hart und von dunkelbrauner Farbe. Die linke Flanke oder 1 Hungergrube war so aufgetrieben, daß sie uͤber die maͤchtig hervorragte; klopfte man auf diese Erhoͤhung des Bauches, so gab es keinen Laut wie bei der Trommelsucht von sich sondern man konnte wann eine Anhaͤufung von Futter verspuͤren. Nach des Eigenthuͤmers Aussage hatte die Kah schon seit einem Jahr diese Aufblaͤhung in dem vor⸗ hin erwähnten starken Grad gehabt, schon mehrere male habe er der Kuh ein Pfund Glaubersalz gege- ben, wornach weder Laxiren noch Abnahme der An⸗ schwellung im Bauche erfolgt sei. Er bat mich den Versuch zu machen, ob es moͤglich sei, das Thier zu heilen. Ich aͤußerte meine Meinung, daß wenn kein Fehler in irgend einem Eingeweide sei, die Aufblaͤhung nachla ssen muͤßte.— Ich wendete in betraͤchtlicher Gabe reinigende und Magenstaͤrkende Arzeneyen an, namentlich die Valeriana, Wolferlei, Assa, Senfsaamen und die aromatische Calmuswur⸗ zel. Nach 14taͤgiger Behandlung mit diesen Mit⸗ teln blieb die Aufblaͤhung dennoch dieselbige. Ich versuchte nun die Einspritzung der weißen Nieswur⸗ zeltinktur in die Adern, von deren auffallendem Nutzen bei Indigestionen ich bei der Veterinairschule zu Copenhagen oft Augenzeuge war, aber hier leistete mir dieses vortresliche Mittel auch nicht den mündeten ppen und Querfortsaͤtze der dendenwirbelbeine 0— f aut wie b de . hatte die Kuh g in den vn. schon. nehme aubersalz% nahme der Au- bat mich den daß wenn Augewedde se, — V wendet Magenstärkude he Calmuswur⸗ mit diesen Mit diestlbige. 9 eißen Nieswur⸗ nlendem Nußzn erinairscule u be hier leisttte den mindesen lonnte bal 1 ber fast gaͤnzli ch verzehrt; N Mutzen. 5 war ich voͤllig uͤberzeugt, daß ein organischer Fehler im Hinterleibe die Ur sache zur Aufblaͤhung seyn mußte und daher auch an keine Herstellung zu denken waͤre. Auf diese Nachricht ließ der Besitzer das Thier schlachten. Bei der Oef⸗ nung fand man alle Organe der Brusthoͤle von einer vollkommen gesunden Beschaffenheit, aber die Le⸗ von der druͤsigten Masse war nur ein zwei Hand großer Lappen befind⸗ lich, und der uͤbrige Theil war nur in einen haͤuti⸗ tigen Sack, der einer Muͤtze glich, verwandelt. Der Wanst war mit vielem Futter angefuͤllt; die Waͤnde desselben fand ich an einigen Stellen auf ihrer it innern Flaͤche dunkelbraun und so n daß sie wie dickes Wer aabkikeh ueber e verlor ne Freß lu st von dem Oberroßarzt Reutter.* Vielmals fressen die Schaafe nicht, 3 daß sie krank thun, sondern sie scheinen ganz munter zu seyn, oder wenn sie ja fressen, so ist es aͤußerst wenig, kaum daß sie sich das Leben damit. die unsachen, 8 die diese Krankheit hervorbringen kann, sind: Ueber⸗ 5 fressungen„schlechtes genossenes Futter, Ekel fur diese oder jene Nahrung, Unreinigkeiten, Verschlei⸗ mungen in dem Magen und Gedaͤrmen; Schwaͤche des Magens. Folgende Mittel muͤssen dagegen an⸗ gewendet werden: Erstlich fleißiges Salzlecken, be⸗ sonders mit den bittern aromatischen Kraͤutern ver⸗ mengt. Wenn dieses nicht helfen will, so giebt man den Schaafen 2 Loth Theriack; oder folgendes: Kal⸗ mus, Wermuth, Pimpinelle, rothen Enzian, von jed. 1 Loth, Salz 2 Loth mit Rauden⸗Absud auf zweimal einzugeben, oder gieb ihm ein paarmal hin⸗ tereinander Knoblauch mit Brod vermengt ein. Soll. te Verschleimung des Magens statt finden, so laxire es mit Aloe. Ist schlechtes Futter oder schlechte Weide daran schuld, so muß dieses wo moͤglich abge⸗ aͤndert werden, oder man muß i immer mit den angege⸗ benen Huͤlfsmitteln 5 Saglaken zu helfen suchen. 836ꝙ—* ä ueber bas Aufschwellen. oder Windsucht der Schaaf von Ebendemselben. Das Ausschwellen der Schaafe ist lichte anders als eine Ueberfressung in gruͤnem oder auch trocknem Futter, besonders aber i in Klee, 3. Ruͤben und 1 35 andern Sachen, so viel Wind in sich enthalten. Bei dieser Krankheit bilft zuweilen augenblicklich: Leber⸗ aloe, Teufelsdreck von jed. 1 Quentchen in bitterm Branntwein aufgeloͤst und dem Thiere eine kleine Caffeetasse voll eingeschuͤttet, oder: Ungeloͤschten Kalk 2 Loth, Wasser eine Kaffeetasse, schuͤtte es ein, und gieb alle halbe Stunden ein Klistir von schwarzer ab⸗ gekochter Tabaksbruͤhe. Oder: Nimm zerstoßene gruͤne Pomeranzen, Wermuth, Pfeffermuͤnze, Ka⸗ millen, von jedem zu gleichen Theilen, mit kochendem Wasser aufgebruͤhet und ziehen lassen, und mit etwas bitterm Branntwein vermischt, nebst gelindem Rei⸗ ben des Bauchs. Auch ist der N e ah wenden. ueber 5 den Ro tz der S Gefe von Ebendemselben. Der Rotz der Schaafe ist ein schleimiger 155. wurf aus der Nase, wobei die Nasenloͤcher und der a Kopf etwas angeschwollen ist. Man muß den Aus⸗ 5 fluß des Schleims zu befoͤrdern suchen; denn da ge⸗ i Gi b woͤhnlich dieser Schleim sich von der Lunge ablöset H oknem und zu den Nasenldchern ausgeworfen wird; so muß be n: man. 9 als eine 3 betrach⸗ ten, und den Rotz im An⸗ ange nich gleich 0 ein⸗ mal verstopfen, thut man dieses nicht; so verstopft sich der Schleim in den feinen Aestchen der euftgefaͤße und es kann daraus ein hartnaͤckiger Husten, wohl gar Lungensucht oder Lungenfaͤule entstehen. Man wende folgendes an: Nimm Kampfer 1 Quentchen, Baumoͤl einen Loͤffel voll, Kuͤmmel 2 Loth, zerreibe alles in einem Moͤrsel, und bestreiche die Nasensöcher des Schaafes taͤglich zweimal damit. Auch kann man dem Schaaf von Zeit zu geit ein wenig Schnupf⸗ tabak i in die Nasenloͤcher thun. Innerl lich wende man folgendes an: Pimpinelle, Alant, Holunderbluͤthen, geinsaamenmehl von jedem 115. Man zerstoße alles, vermische es mit Salz und gebe dem Schaafe taͤglich dreimal 2 Loth; oder nimm Ochsenzungenwurz el, Althewurzel, v. jed. 6 Loth, rohes Spiesglas 4 Loth, Honig so viel genug ist eine Latwerge zu machen, und geb, dem* taͤglich zweimal 2 Loth. Heeren bei 3 einer rheematischen Lähmung. von Joh. August Lessing. Ich wurde uͤber ein Pferd zu Rathe gezogen, welches seit einem halben Jahr an einen hintern Schen n, Mmnpinel, wahl vun jeder es wit Sai und th; oder nin sed. ödöth, tohs 5 el genug ist ent i Schaase filh ahnung. 9. 1 Rathe gepogen, hintern chen 3 kel lahmte. Man hatte schon einen Schmidt daruͤber 137 gehabt; dieser es fuͤr huͤftlahm erklaͤret, ein Loch in die Huͤfte geschnitten und etwas binein gegossen,* ne die Laͤhmung zu heilen. 55 5* Ein auf der Thierarzueischule zu D. e Roßarzt hatte da, wo der Spat sich anzusetzen pflegt, gebrannt, in der Absicht, den Spat zu heilen, der hier aber gar nicht zugegen war; und das Pferd blieb lahm. Nachdem ich mir das Pferd einigemal her⸗ umfuͤhren ließ, zeigte es sich sehr deutlich, daß die Laͤhmung rhevmatischer Art sey, und daher war der Schmidt in seiner Unschuld dem Zweck der Heilung immer noch am naͤchsten gekommen, nur daß der Reiz durch das sogenannte Delgiezen nicht 2 85 8 genug gewesen war. Daß also hier nur ein recht reizendes Eiterband Hülfe leisten wuͤrde, war gewiß, indessen der Besitzer f wollte sich nicht hierzu entschließen; 3 es war ein fuͤnf⸗ jähriger huͤbscher Schimmel, den der eigenchünder liebte, und den er dem Schmerz nicht aussetzen woll⸗ te; indessen war ihm an der Herstellung doch viel gelegen, ich machte daher noch einen Versuch. An der innern Flaͤche des Schenkels befand sich ein Gichtknoten„welcher das Thier sehr schmerzte; ob mit dessen, Zertheilung sich die Laͤhmung verlieren wuͤrde, wollte ich versuchen. Die Zerthelang durch * e 55 0 N r* 138 Anwendung der Cieuten⸗Salbe und anderer reizen⸗ der Dinge gelang mir zwar, aber das Pferd blieb lahm— und ich erklaͤrte: daß ich ohne ein Eiter⸗ band nichts mehr unternaͤhme, verbuͤrgte mich aber für die Herstellung.— Durch einige andere gluͤcklich ausgefallene Elten hatte ich mir das Ver⸗ trauen des Mannes erworben, von der Lähmung wollte er es hergestellt wissen, und so uͤbergab er mir das Thier. Ich zog nun ein sehr reizendes Eiter⸗ band, unterhielt es sechs Wochen und dadurch gluͤckte mir die Herstellung vollkommen. Hierdurch ist meine Erfahrung uͤber die sichere Wirksamkeit der Eiter⸗ baͤnder abermals bestaͤtiget worden. .. a 863 ä 3 Ich wuͤnschte sagen zu koͤnnen: ich babe t ahnliche Erfahrungen gemacht, mir will es nicht gluͤcken, manches Uebel, was andere durch ein Eiter⸗ band heilen, auch herzustellen, ob mir dies darum wiederfaͤhrt, weil ich eben nicht so gar große Vor⸗ liebe dafuͤr habe? und ich ein gleiches Schicksal mit denen theile, die von einem Arzneimittel nicht gesund werden sollen, weil sie kein Vertrauen zur Arznei baben? ich weiß es nicht! Ob ich zwar vollig überzeugt bin, daß manches Uebel nur ur das Fontanell gehelt werden kann, habe fdenet vill es nicht ch ein Eiter dies datum große Vor⸗ Schichal mit nicht gesund zur Arznei aß manches erden kann, 2 . sehenen Pferde nicht zum Vortheil gereichen. 139 oder man doch dadurch mit viel weniger Umstaͤnd⸗ . lichkeit und Kosten zu seinem Zweck kommt, so gestehe ich doch, daß ich nicht so unbedingt davon eingenom⸗ men bin, wie der in jedem Betracht gewiß verdienst⸗ volle Thierarzt Herr von Tennecker, der mehr wie einmal sagt, er moͤchte ohne dieses Mittel nicht Thier⸗ arzt seyn. Wo ich nur denke, ohne das Eiterband durchzukommen, wende ich es nicht an; unlaͤugbar ist es doch, ein widerliches Mittel bleibt es immer, sei es auch Vorurtheil; ich nehme es keinem Pferde⸗ besitzer uͤbel wenn er lieber ein Pferd ohne, als mit Eiterband reitet; und ich verarge es keinem Pferde⸗ waͤrter, wenn er solches je eher je lieber entfernt wuͤnscht, oder uͤberhaupt dagegen protestirt. An meinen eignen Pferden wende ich zwar das Eiterband sogleich an, sobald es die Umstaͤnde heischen, mache i mir auch kein Bedenken daraus, ein Pferd damit zu reiten; aber soviel bleibt ausgemacht, daß man ein Pferd, welches man mit einem oder mehrern Haarseilen gesehen hat, mit mehrern Schwierigkeiten verkaufen kann, sei es auch noch so gut geheilt; man macht sich nun einmal Vorstellungen davon, die, waͤren sie auch noch so ungegruͤndet, einem damit ge⸗ Und wollte man an einem mittelmaͤßigen Ort jedem Pferd, 0 welchem es dienlich ist, ein Haarseil bicben; 3 man wurde 1 bald in den Ruf kommen, daß man nichts als dieses verstuͤnde; in einem groͤßern Ort mag das 8 eher gehen, und den Widerwillen der meisten Pferde 5 besitzer dagegen rottet man doch nicht aus. In die⸗ 1 Voraussetzung ist mir es jederzeit peinlich, wenn 8 ich dem Best sitzer eines kranken Pferdes erklaren muß, daß ich solches durchaus anzuwenden fuͤr nöthig finde. Auch weiß ich einige Faͤlle anzufuͤhren, wo mehrere Tierärzte durchaus ein Eiterband anriethen, ich aber ohne dieses die gluͤckliche Heilung vollendete. Hin⸗ gegen sind mir zwei Faͤlle ganz kuͤrzlich vorgekommen, wo mich das Eiterband ohne Huͤlfe ließ. Diesen Sommer schickte man mir eine Sjaͤhrige Stute in die 8 Behandlung/ sie litt an einer periodischen Augenent⸗ zuͤndung; ich zog an der Kammfoͤrmigen Erhoͤhung ein Eiterband, hielt es sechs Wochen in Eiterung, zog darneben ein neues, weil dieses herausfallen wollte, ließ das e wieder beinahe eben so lange darinne, und heilte— das Pferd nicht! Einem sechsjaͤhrigen Polen, welcher auf einen Hirterschenkel rhevmatisch lahm war, zog ich ein sehr reizendes Eiterband, erhielt es gegen 8 Wochen rei⸗ zend, gab mir alle e Muͤhe, weil mir an der Herstel⸗ lung so viel lag als waͤre es mein eignes Pferd, und f 85 das Pferd— ist bis jetzt noch lahm, jedoch etwas 5 weniger, aber die Hofnung zur nn gebe ich 8 8 fan?: ößenn Ort; 0 95 uuf, Diese zwei bier angeführten Faͤlle, die zwar der fg it immer kein Ganzes machen, haben mir meinen Glau⸗ ih, f ben an die unbedingte Wirksamkeit gar sehr vermin⸗ die dert. J Ich weis, diese Bemerkungen laufen denen mehre- Woch rer Thieraͤrzte namentlich denen des Hrn. von T. ganz N D entgegen, von diesem aber bin ich im voraus uͤber⸗ 1 Ude zeugt, daß er jede Erfahrung, liefe sie auch der sei⸗ „ de nen nigen gerade entgegen, doch einiger Beherzigung uriethen, ich aber. werth haͤlt.— Indessen benimmt diese einzelne Er⸗ olladete. Hin. 15 fahrung diesem in seiner Art dennoch sehr wirksamen F racgckamme, 5 n seinen We e..„„ laß. Diesen. ö Mosel. 1 /J§²§ðẽͤ 2 ien in Eitttung, Ich erlaube mir die Behandlung einiger Krank⸗. ses hirtussslen 8 der. Hunde hier einzuschalten. Diese Thiere be then ole sind so mancherlei Krankheiten unterworfen, sie selbst icht! den Menschen aus mancherlei Ruͤcksicht zum Bedarf geworden, zur Heilung der Krankheiken anderer elcher auf enen i Thiere so viel, nur fuͤr diese bis jetzt so wenig ge⸗ jog ich ein sehr g Wochen ri. than, wenigstens ist hieruͤber nicht viel bekannt ge⸗ an der Hl. macht worden; ich hoffe daher keinen Undank zu ver⸗ 5 dienen, wenn ich des Herrn Oberforstrath Jesters da Heilungsarten uͤber verschiedene Krankheiten hier 1 , n 1 einrücke, besonders derer, von deren Wirksamkeit lung gebe ic 142 5 i 5* ich aus vielfaͤltiger eigner Erfahrung uͤberzeugt bin. 5 d. R. ueber 8 die Seuche, Rotz, Staupe der Hunde . von dem a Oberforstrath Jester. Der Rotz oder Seuche der Hunde entstehet vor⸗ zuͤglich durch Naͤsse und Erkaͤltung.— Da die Aus⸗ duͤnstung bei den Hunden nicht wie bei andern Thie⸗ ren durch den Schweiß, sondern durch die Absonde⸗ rung des Speichels vor sich gehet, so entstehet, wenn diese gehindert wird, eine Stockung in den lympha⸗ tischen Gefaͤßen, die Saͤfte verdicken sich und es er⸗ zeugt sich ein zaͤher scharfer Schleim, der jene Krank⸗ heit zuwege bringt. Die Symptome und Wirkungen des Rotzes au. ßern sich auf eine zwiefache Art. Einmal sucht sich diese Krankheit einen Ausweg durch die Nase zu ver⸗ schaffen, oder sie wirft sich auf die innern Theile, und dieser Ausgang ist allerdings der schlimmste und ge⸗ faͤhrlichste. Husten, triefende Augen, immerwaͤhrendes Schnuͤf⸗ feln, stinkender Athem, Dummheit, Schwindel, Hin⸗ und Herwanken sind im ersten Fall. Laͤhmung in uistehet, wenn u den kmh 4 a sch und ez er. der fene Kalk. des Notes au. mal igt sch die Nase zu ver⸗ ern Theile, und lmste und ge rendes Schnuͤf⸗ Schwindel, Hin⸗ Ahmung in dem Ruͤcken und den Hintertheilen des Hundes, star⸗ ke Zuckungen, periodische Convulsionen und Jammer mit Schaum vor dem Maule, sind im letztern Fall die außern Kennzeichen dieses Uebels. Im ersten Fall kommt man oft dadurch zum Zweck, wenn man der Matur durch solche Mittel, die den Ausfluß aus der Nase befördern, zu Huͤlfe kommt. Man schuͤtte eine Hand voll Maͤrrettig in eine glaͤserne Flasche, gieße ein Berliner Quart Franzbranntwein darauf, lasse es 24 Stunden an der Sonne stehen, und traͤufle dann und wann ein paar Tropfen mit einer Federkiele in die Nase, lege auch, wenn die Augen . stark schwaͤren, oͤfters einen mit kaltem Wasser ange⸗ feuchteten Lappen auf, gebe ihm dabei einen starken Speiseloͤffel voll Baumoͤl mit Zucker. Oder man nehme ein Iltisfell, werfe es auf Kohlen und halte die Nase des Hundes uͤber den Dampf. Beide Mittel pflegen gute Dienste zu leisten), den Aus- fluß des Rotzes zu befoͤrdern und den Hund wieder berzustellen; dagegen sie, wenn die Materie sich blos auf die innern Theile verbreitet, zu schwach sind. In diesem Fall nehme man eine Hand voll weiße Nieswurz, schneide solche in kleine Giote und lasse 90 Ich habe nur von dem ersten Mittel 1 Ersahtung gemacht, Pelches mir 3 Dienste e d.. ö eee e 144 diese in einem Berliner Quarter Kofent oder Holb 15 bier in einem neuen mit einem Deckel versehenen und mit Teig oder Lehm verklebten Topfe so lange kochen, bis die Haͤlfte eingekocht ist; man schuͤttet dann eine Miesserspitze Ant. crud(Spiesglanz) hinzu und waͤscht den Hund tuͤchtig, so warm er es vertragen kann, uͤber den ganzen Leib. Gewoͤhnlich leckt sich der Hund darnach, worauf ein Brechen erfolgt. Sollte sich aber der Hund nicht lecken, so gebe man ihm 4— 8 Gran(einem kleinen schwaͤchern die Haͤlfte, weil alle angegebene Mittel auf einen starken Hund berechnet sind) weiße gepulverte Nieswurzel mit Gummi oder sonst etwas zur Pille gemacht. Bleibt aber die Wirkung auch hiernach außen, und die Krankheit erreicht den hoͤchsten Grad, so gebe man folgendes„ Rp. Antim. en 8— 10 Gr. Mer er dul. Herb. Bellad. von jed. 6— 8 Gr. Alles! unter einander gemischt und e ein Polen eingegeben.. Noch ist hierbei zu ten daß wenn dieß Krankheit wirklich den hoͤchsten Grad erreicht„man bei der Eingabe dieses Mittels Handschuhe von star⸗ kem Leder anlege; denn alsdann ist der Speichel des Hundes giftig.— Uebrigens sondere man einen der⸗ gleichen Kranken von den Gesunden ab, denn die Krankheit ist ansteckend. eee, Sollten demohngeachtet nach Anwendung dieser Mittel, welche ich als sehr zweckmaͤßig empfehlen kann, da ich solche oftmals mit dem besten Erfolg angewendet, dennoch Laͤhmungen zuruͤckbleiben, wie mir die Faͤlle selbst vorgekommen, so ziehe man vorne de hilt, 5 4 uͤber beide Schultern ein Eiterband„die zurückge⸗ . bliebene Laͤhmung vergeht darnach bald, sollte die arken Hund 1 Lähmung aber mehr den hintern Theil eingenommen wel nit 1 1 1 haben, so wird da ein Fontanell gelegt.. de mn T„ e N Empfehlung der Schutzblattern als Verwahrungsmittel gegen die Seuche der Hunde 5 So zweckmaͤßig und sicher auch jene von dem . Herrn Oberforstrath Jester angegebenen Mittel bei der en puben eingetretenen Seuche der Hunde sind, so bleiben doch 1 5 oͤfters nach der Herstellung sehr unangenehme Folgen wenn diese zuruͤck, die, wenn auch der Hund vom Tode gerettet icht, man wird, ihn doch zu seinem Dienst vorzuͤglich fuͤr den 5 e von sar⸗ 0 Forstbedienten und Jagdliebhaber unbrauchbar ache de machen. 8 5 einen der⸗ 9 N Erster Band.„%% 5 Die mehresten jungen Hunde werden von dieser . Krankheit befallen; bringt man sie nun auch durch, 1 5 so ist es hoͤchst unangenehm, einen jungen Hund, „ welcher vielleicht noch dazu viel Anlage hat, ein ganzes Jahr und druͤber gezogen zu haben, und ihn nun entweder zu verlieren, oder wegen zuruͤckbleiben⸗ der Laͤhmung oder Verlust der Nase(des Geruchs) noch todt schießen zu muͤssen; zwar wider die Laͤhmung huͤlfe ein Eiterband, aber den Verlust des Geruchs kann Niemand herstellen. Es laͤßt sich daher erwarten, daß es 3 15 1 unangenehm seyn moͤchte, wenn ich hier ein Vorbeugungsmittel wider alle diese Uebel empfehle, wodurch die Hunde von der Seuche verschont bleiben. Dieses ist das Einimpfen der Schutzblattern. In der Dresdner Thierarzneischule macht der Herr Pro⸗ fessor R. d. ate damit sehr geltende Versuche, die vaceinirten Hunde wurden der Ansteckung ausgesetzt, er ließ selbige zu Seuchekranken Hunden sperren, und sie blieben befreiet von dieser Krankheit. Man impft die Blattern an einer haarlosen Stelle z. B. an der innern Seite eines Schenkels ein. Wenigstens verdient dieser Gegenstand meines Dafuͤrhaltens auch die weitere Pruͤfung anderer Thieraͤrzte.—„ Mosel. dee 5 5 anal n jung 0 Uilcg gat, d l haben, di en den cs Gauche) n er die ahnung 1 luft des Gru. daß es mann penn ich hier in rschont bleiben. sugatterg. dt der Herr Pu f nde Versuche, M. steckung ausgesc 5 Hunden n Krunkhet Ju rlosen Stele;* Fels ein. Genf fand wund Prüfung un 15 Bemerkung und Heilung einer astheni schen Dundee, Veranlaßt durch fehlerhafte Behandlung e einer Colick, vom Thierarzt Mosel. Vor einiger Zeit ersuchte mich Herr Bi, ein hie⸗ siger Kaufmann, eines seiner kranken Pferde, wel⸗ ches auf einem Fabrikgebaͤude in einiger Entfernung von der Stadt stand, zu untersuchen; es habe zwar schon solches der Schmidt aus Hein der Cur, dieser verfuͤhre nicht nur sehr ungeschickt damit, sondern es werde auch nicht besser. Ich ritt hin, fand das Pferd angespannt, und dessen Krankheitszustand verrieth sich schon aus der Ferne. Als ich den Zweck 8 meiner Sendung zu erkennen gab, wurde mir von einem Geschaͤftsfuͤhrer oder dem aͤhnlichen, gesagt: Der Hr Schmidt habe es schon in der Cur, wel⸗ cher versichert haͤtte, es wuͤrde schon besser werden und es konne kein Mensch etwas anderes daran thun, und sie waͤren mit diesem Menschen sehr wohl zufrieden. Bei so bewandten Umstaͤnden war nichts zu thun, als das Thier seinem Schicksal zu uͤberlassen und ohne ein Wort daruber 10 sagen meinen 3 weiter zu setzen. Kurz darauf redete mich der Besi ter wieder an, und fragte mich, warum ich ihm nicht die Gefaͤllig keit ene und sein Pferd in die Behandlung naͤh⸗ 2 Ich gab ihm meinen gehabten guten Willen zu erkennen, den man aber nicht angenommen i und erzaͤhlte ihm den Verlauf.— Er rechtfertigte si si ch mit der Dummheit seiner Leute, mochte von dem Schmidt nichts wissen, und ersuchte mich abermals, doch ja noch einmal hinaus zu reiten und zu sehen, ob noch etwas an dem Pferde zu thun waͤre, es sei jetzt ganz unbrauchbar und werde immer schlimmer. Dies geschah; aber diesmal ließ ich mir ein Be⸗ glaubigungsschreiben geben, um nicht abermals blos spazieren zu reiten. Als ich ankam, fand ich das Pferd mit einem sehr hohen Grad des asthenischen Kollers behaftet; der Kopf stand in der Krippe, nur sehr heftige Erinnerungen waren im Stande, das Thier aus seinem bewußtlosen Zustande zu reißen; es fraß beinahe gar nicht mehr, und das wenige Heu, was es etwa noch nahm, mußte man ihm fast ins Maul stecken, und nun kauete es gedankenlos ein paarmal und hielt wieder inne— kurz es geberdete sich wie jedes Pferd in diesem unverkennbaren Zu⸗ stande, nur dieses alles in einem sehr vermehrten Grade. Man hatte es diesen Tag einzuspannen ver⸗ sucht, allein bald hatte es angefangen zu taumeln und man war genothigt gewesen von diesem Versuch abzustehen. Ich gestehe, ich konnte mir nicht recht erklaͤren, wie das Thier zu diesem Uebel gekommen, da solches nach der Beschreibung des Besitzers an inne shlnn ih nir end icht abemubg an, sud 10 u ad des alba n der Klippe, I 0 Sande, du 3 de zu reißen; es* 508 wenige 000. man ihm sast z* s gedankenlos h kurz es gcheng werkennbuurn. i sehr vermeht einzuspannen augen zu kaun on diesem i nte mit nich 2 Uebel eka des a 145 i einer Föftig en Colick ae hatte, ich auch das Thier als ein sehr braves Pferd kannte— bis mir der Knecht nach erhaltenem Trinkgeld referirte. Aus dessen Relation erhellte folgendes: Das Pferd sei 8 erhitzt gewesen, habe sich bei der naßkalten Witterung, wo es noch uͤberdieses einigemal durch einen 0 fenen Fluß gemußt, wahrscheinlich erkaͤltet, und sich dadurch eine Colick zugezogen. Der dazu geholte Schmidt, welcher sich durch sein Lieblingsgetraͤnk den Branntwein in einem indirekt asthenischen Zustand selbst befunden, habe dem Pferde einen ganzen Traͤnk⸗ eimer Blut weggelassen(man sollte meinen es waͤre genug an der Haͤlfte gewesen) und einen Trank durchs Maul? ey behuͤte das wissen dergleichen Leute viel geschickter zu machen, durch die Nase eingegossen und versichert„es muͤsse anders werden; allein dies ge⸗ schah wenigstens diese Nacht nicht, und den andern Tag, als er ahnliche Prozeduren vornahm, wurde es zwar anders, nur nicht viel besser, die Form der Krankheit aͤnderte sich nun in den Zustand der wah⸗ ren Schwaͤche; alle Symptome des asthenischen Kol⸗ lers traten ein. Als ich kam, laxirte das Pferd im mer noch heftig. Dies muͤsse seyn! hatte der Schmidt noch diesen Tag versichert; die Krank⸗ heit kaͤme vom boͤsen Gebluͤt her, dies muͤsse gereini⸗ get werden.— Indessen ich hatte viel Muͤhe, die⸗ r 150 ses so schr geschwächte und gandemelt Thier in die Stadt zu bringen„zu diesem Ende und um das Thier zu staͤrken, goß ich ihm eine Bouteille guten Wein im Hals; und nachdem ich solches an Ort und Stelle hatte, wendete ich die entgegengesetzte Heilart an. Zwei reizende Eiterbaͤnder an beiden Seiten des Halses machten den Anfang; ich gab starkende„im Allgemeinen die Lebenskraft erhoͤhende Mittel, als: Assa, Valeriana, die aromatische Kalmuswurzel, Arnika, Enzian, Rapontika abwech⸗ selnd vierzehn Tage lang fort, und das arme gemiß⸗ handelte Thier erholte sich bei seiner dauerhaften Gesundheitsanlage i in kurzer Zeit und it bis jetzt von allen Ruͤckfaͤllen frei. Ich fand uͤberdieses 8000 ein von. Schmidt fuͤr buglahm erklaͤrtes und von ihm besalb⸗ tes Pferd in diesem Stalle— ohne mich lange mit der Untersuchung dabei aufzuhalten, weil die bereits aufgebrochene Krone mir ohnehin den Sitz der Laͤh⸗ mung deutlich zu erkennen gab, nahm ich solches vermoͤge meiner uneingeschraͤnkten Vollmacht auch mit, und entriß dadurch diesem Menschen zwei Thiere, die sonst eee ein 85 seiner e wurden. lüsangz ih gg 6 kraft achlhalt N die crrmatshe wong abveh⸗ s arme gemiß⸗ r dauerhaften ois hetzt on u don. i vun ihn kuh. nit lunge nt bei diebe dn Ei der. sahm ich solch Wulmacht uh hen zwei din, der lenk 151 Eben als ich dieses schrieb, war der Richter aus Dorf Ch. bei mir, dieser erzaͤhlte mir unter andern eine aͤhnliche Geschichte von diesem Schmidt. Vor einiger Zeit habe er eine Blauschimmelstute gehabt; das Pferd sey traͤge geworden und habe ein paarmal sein Futter versagt, aber auch wieder angefangen zu fressen; indessen waͤre doch der Schmidt geholt wor⸗ den, welcher gesagt haͤtte: er wisse schon was dem 5 Pferd fehle, es sei dumm! er wolle ihm gleich helfen; hierauf habe er ihm beide Halsadern, alle vier Schenkeladern, die Bauchader und die Schweifader zugleich geoͤfnet und eine ungeheure Menge Blut abgezapft; bald darauf sei das Pferd so ermattet, daß es nicht aufstehen koͤnnen. Da nun der Besitzer geglaubt, es werde nicht viel damit werden, so habe er es todt schlagen lassen. Bei der Oefnung sei alles gesund befunden worden, das Pferd 580 aber einen Fehler im Leibe gehabt.— a 5 Mehrere ahnliche Geschichten koͤnnte ich von die sem Heilkuͤnstler erzaͤhlen, indessen si sie gehoren eigent⸗ lich alle nicht hierher. Sollte es aber nicht obrig⸗ keitliche Sache seon, 75 ace Unwesen 1 88 2 8 2 888——. e 2 ö eee D „fer „ ̃᷑òĩ 1 8 ehen en „ 7 S. 5 Ftenzel, 8 5 Autsphpstus und Thierarzt in Wittenberg. Mehrere erfahrne Oekonomen haben bemerkt, daß die Braͤune unter den Schweinen oͤfters vorkomme und mehrentheils toͤdtlich werde, welches man sonst f nicht so haͤufig gefunden habe. Man glaubte, die Witterung, die zu trockene Weide, die anhaltende Naͤsse, und andere aͤhnliche Ursachen gaͤben zu dieser meistens toͤdtlichen Krankheit die Veranlassung. Mehrere Beobachtungen belehrten endlich manchen Landwirth, daß die haͤufige Fuͤtterung der sogenann⸗ ten polnischen Erdaͤpfel, Knollen, die eigentliche Ur- sache der Braͤune wuͤrden. Diese enthalten viele waͤßrigte Theile, und in dieser ist sehr wahrscheinlich der Stoff der Schaͤdlichkeit; wenn diese waͤßrigte Unreinigkeit nicht von den Erdaͤpfeln weggegossen wird, so werden nicht allein bei den Schweinen, son⸗ dern auch bei anden Wien all derlei Krankheiten er zeugt werden. Man hat gefunden, daß der Taubenmiß n ein zu⸗ e verlaͤssiges Mittel wider die Braͤune der Schweine sei. Auf jedes S Schwein nimmt man eine gute Hand voll Taubenmist, vermischt solchen mit Molken oder 1 an gl 9 labt, e f de erholen sohen zy beer Vaanlosüng. duch manchen du sogrnamn. eigentlche ll. enthalten vie wahrsceinlch diee näirgt u neggosa dchbeinen, son. kukheiten en, enmis ein zu. der Schweine ine gute Hand Molken oder woͤchentlich zweimal. * in der Oberflache des ganzen innern Mundes. Es 5 135 einer deen saͤuerlichen Brühe, und giebt diese Dies Gemische fressen auch die Schweine sehr begierig. Es dient dieses Mittel nicht allein zur Verhinderung der Krankheit und als ein Vorbauungsmittel, sondern es ist auch als ein f gutes Huͤlfsmittel bei der e selbst befunden worden. In der Stadt Prezsch wurden in einigen Leg 5 einige 40 Stuͤck Schweine an der Braͤune krank, aber f e wurden bis auf einige wenige gerettet. eee 8 8 Bemerkungen 8 uͤber 85 die Sch w à m m me des Rindviehes . von 3 Franz Ludwig Kbnisstadter, Herzogl. Thierarzt zu Eisenach. In. Schriften der chierischen Heilkunde findet man zwar uͤber die Behandlung der Schwaͤm⸗ me der jungen Kaͤlber geschrieben, wenig aber uͤber die Schwaͤmme des erwachsenenen Rindviehes, und nach meiner Erfahrung e 85 Uebel 22 55 fig auch dieses. Es sind kleine runde 8 oder Blöschen 8 ist keine Stelle im Munde, welche nicht damit besetzt seyn kann und sie treten bisweilen selbst uͤber die Lippen. Sie stehen entweder einzeln oder haͤufiger zusammen, oder sie bilden auch eine zusammenhaͤngende Haut, welche die Zunge, den Gaumen, das Zahnfleisch, den Schlund allenthalben uͤberzieht; ja ich habe bei der Oefnung dieser Thiere nicht selten solche Schwaͤmme in der Luftroͤhre und der Lunge gefunden; auch in dem Magen und Gedaͤrmen findet man sie. Es ist leicht begreiflich, daß diese Schwaͤmme nach dem viel oder wenigen Daseyn und nach ihrer Beschaffenheit mehr oder weniger Spannung, Schmerz und Braͤune verursachen, und das Kauen sehr beschwerlich machen. Der Mund ist immer trocken, weil alle ausson⸗ dernde Gefaͤße verschlossen sind, oder es entstebt von dem bestaͤndigen Reize der Speichelorgane ein natuͤr⸗ licher Speichelfluß. Befinden sich Schwaͤmme in dem Schlunde, so kann das Thier fuͤr Schmerz fast nicht mehr schlingen, und es zeiget sich dann beson⸗ ders ein starker Husten. Befinden sich die Schwaͤmme 5 zugleich in der Lunge, so entstehet nebst dem Husten 1 auch ein sehr aͤngstliches Athemholen. Schwaͤmme, die in dem Magen und Daͤrmen entstehen, verursa⸗ chen mehrentheils boͤsartige ruhrartige Durchfaͤlle ꝛc. ge gefunden; det nan se. Schwann nach ihrer Spannung, das Kauen ale ausson⸗ entsteht ven ne ein nat chwaͤmme in Sonen fast dann beson⸗ Schwaͤmme dem Hustn Schwinn, , vetursa⸗ urchfale r. 1735 Oft fressen die Schwaͤmme so tief unter sich, daß haͤßliche krebsartige A und N falten, der Brand erfolgt. Die Schwaͤmme entstehen 15 erwachsenem Rind⸗ vieh durch einen verdorbenen Gallensaft, daher sind sie mehrentheils zugegen in gallicht faulichten Fie⸗ berkrankheiten; wie ich solches in e gar oft bemerkt habe. Bei j jungen Kaͤlbern bingegenss ind solche neh ei⸗ ner Schaͤrfe in den ersten Wegen zuzuschreiben. Bei Anwendung der Mittel dagegen muß sich nach der Entstehungs⸗Ursache gerichtet werden. Die Veranlassungskrankheit kann entzuͤndlich, entzuͤndlich gallicht, gallicht faul sein. Folglich passen alle Mittel, welche man bei Fiebern anwendet. Die Schwaͤmme selbst erfordern indessen besondere Huͤlfe. Die Erweichung, die Absonderung und ihr Abfallen muß bewirkt und die neue e b e tet werden. 8 So vielerlei Mittel es auch giebt, 3 jenes bewirken koͤnnen, so rechne ich den Borax mit drei oder viermal so viel Rosenhonig dazu gerieben und den ganzen Mund damit ausgerieben, zu den vor⸗ zuͤglichsten. Auch spritzt man, wenn die Schwaͤmme 8 in den Schlund und weiter hinunter gehen,„ diesen Saft mit Salbeidekokt oder Kamillenthee als Gur⸗ 8 N menziehendes verbinden. f f 5 f i.* 8 gelwasser tief in den Hals. Man kann auch Rosen⸗ honig mit Vitriolgeist etwas saͤuerlich machen und c damit den Hals fleißig auspinseln; auch der weiße Vitriol ist sehr wirksam bei hartnaͤckigen Schwaͤm⸗ men. Man nehme davon 2 oder 3 Loth in vier Schoppen oder Noͤsel Wasser aufgeloͤst und thue 12 bis 16 Loth Rosenhonig hinzu, womit der Mund fleißig ausgewischt wird. Zur Reinigung und Hei⸗ lung der kleinen Schwaͤmme dient Myrrhen⸗Essenz mit drei oder viermal so viel abgeschaͤumten Honig. Zusammenziehende Mittel, als Alaun u. dergl. muß man immer mit großer Vorsicht anwenden, in⸗ dem sie die Schwaͤmme leicht zuruͤcktreiben und daher eine heftige Entzuͤndungsgeschwulst, Braͤune u. s. w. verursachen koͤnnen; eben darum muß auch alles was man anwendet, lauwarm seyn. Wollen die Schwaͤm⸗ me brandigt werden, so pinselt man die Stelle mit einer Mischung aus Salzgeist, Chinadekokt und Bleizucker. Bei innerlichen Schwaͤmmen und ge⸗ gen Durchfälle wendet man schleimige Dekok te und besonders das arabische Gummi in Traͤnken und Kly⸗ stiren an. Wenn keine Schwaͤmme mehr zuruͤck und der Durchfall von den zu sehr erschlafften und erweiterten aushauchenden Gefaͤßen fortdauert, dann muß man mit den schleimigten Mitteln etwas zusam⸗ Hier kann der Alaun in anwenden, in. Aden und daher räume u.. w. 5 auch alles waß len die Schwäm⸗ an die Stelle mit Ainadekokt und wämmen und ge. nige Delikte und Tuärken und Kl. ume mehr zuruͤc t erschlafften und N n fortdauett, hann tteln etwas zusam⸗ f am der Alaun nn Wasser aufgelbser u und im Gotha etwas Moohisest gute Dienste leisten. Abfuͤhrende Mittel duͤrfen bei innerlichen Schwaͤmmen durchaus nicht angewendet werden, denn sie entzuͤnden leicht die Eingeweide, be⸗ sonders die Gedaͤrme. Daher wendet man immer blos verduͤnnende schleimigte Getränke, so ng die Krankheit dauert, an. 3 N erwaͤhne bierbei einer saubern Methode der Hirten, Schaͤfer und Schmidte, welche die Schwaͤm⸗ me durch Ziegelstuͤcken abreiben, man denke sich die⸗ ses grobe Verfahren und die Wirkung davon. Ge⸗ meiniglich entstehen darnach neue Schwaͤmme, welche viel tiefer eindringen. Die Schwaͤmme der jungen Kaͤlber werden blos durch fleißige Reinigung des Mundes mit Salbeidekokt, Borax und Honig gaͤnz⸗ lich geheilt, doch muß man auch innerlich, weil das Uebel von Schaͤrfe und Saͤure der ersten Wege her⸗ ruͤhrt, abfuͤhrende und einsaugende Mittel brauchen. Um diesen Zweck zu erreichen, giebt man einigemal zwei oder drei Quentchen Rhabarber und eben so viel Magnesia mit Altheawurzeldekokt. 1 8 Ueber * o. love. 8 der erbat a von ä Carl Wilhelm Ammon, N pr. Thierarzt in anspach. Bisweilen entstehen wahrend der Entzündung der Augen Eiterblattern auf der Hornhaut, welche bald aufplatzen und sich in Geschwuͤre verwandeln. Es sind diese Geschwuͤre oftmals sehr klein, so daß Kersting solche beobachtet hat welche kaum die Groͤße eines Stecknadelkopfs gehabt haben; es giebt aber auch größere. Die Erkenntniß dieser Geschwuͤre ist leicht, be⸗ sonders wenn man das Auge von der Seite betrach⸗ tet; man bemerkt sogleich eine Ungleichheit auf der Oberflaͤche der Hornhaut, und eine Erhohung, wel⸗ che mehr oder weniger tief ist. Die Heilung dieser Geschwuͤre ist oftmals mit großen Schwierigkeiten verknuͤpft. Je kleiner und oberflaͤchlicher die Geschwuͤre sind, je mehr die Horn⸗ baut klar ist, und je weniger Schmerz und Entzuͤn⸗ dung zugegen ist, je weniger ist Gefahr vorhanden. Je groͤßer und tiefer dagegen die Geschwuͤre sind, und je mehr die Hornhaut verdunkelt ist, je mehr ist ein uͤbler Ausgang zu fuͤrchten. Bei Behandlung * 15 4 7 * * Herhin 8 e ee, faut welche f in denen, . lein, so daß ekeumdie rie z es git ab: st leicht, be⸗ Soe. dettach⸗ heichheit dis det Erhöhung, wel. 1 5 ist oftmals mit NH je mehr die Horn⸗ merz und Entzün⸗ Hesahr vorhanden. Beschaffenheit derselben richten. So bald man eine 5 Eiterblatter bemerkt, muß selbige sogleich mit einem schicklichen Instrument geoͤfnet werden, weil sonst der Eiter leicht wieder um sich greifen koͤnnte. Es versteht sich ohnehin, daß man bei dieser Operation vorsichtig zu Werke gehen muß, damit man nicht die Hornhaut verletze, sondern blos die Blase oͤfne. Zur voͤlligen Heilung wird das oͤftere Baͤhen mit einem Augenwasser aus Kalmuswurzel und Casta⸗ nien Rinden⸗ Absud mit einem Zusatz von etwas Branntewein hinreichend seyn. 5 Ist die Eiterblatter von selbst aufgebrochen und bas sich in ein Geschwuͤr verwandelt, so ist nachste. bendes Mittel anzuwenden, vorzuͤglich dann, wenn noch einige Entzuͤndung vorhanden ist. Nimm Wolferleiblumen(lor. arnicae) Kamillenblumen lor. Chamomille) von jedem 2 Loth, uͤberg ieße bei⸗ . des mit 3 Schoppen siedenden Wassers, lasse es wohl zugedeckt erkalten, seihe es durch und setze hinzu weißen Vitriol 12 Quentel. Hiermit muß das Au⸗ ge kaͤglich einige mal warm gebaͤhet werden. Ist das Auge matt und ohne Glanz, das Geschwuͤr bleich And unrein, so wird eine Aufloͤsung aus weißem Vi⸗ e Geshwüre telt ist, je meh t Bei Behandlung kriol und Alaune, oder die schon unter dem Artickel von den Augenflecken beschriebene rothe Salbe mit e 3 ö„ 5 . 2 3 a 2 85— 4* 1399 ä* der Geshwürs der Hornhaut muß man sch nacher 3 . ——— —— . 3 —— . 160 — r dung die genannten Reizmittel anzuwenden. Man. . 5 Quecksber. Prazipitat 05 sehr nützlich 1 2 Roßaͤrzte scheuen sich aus Furcht vor der Entzüͤn⸗ hat keinen Nachtheil zu befuͤrchten, wenn man. mit der noͤthigen Vorsi cht anzuwenden versteht. Die etwa vorhandene Entzuͤndung ist immer asthenischer Natur und vertraͤgt daher Reizmittel Helfer als schwaͤchende Dinge. 9 Sieh Archiy für Thierärztliche Erfahrung erstes Heft . 31. 3. 3. über die uuzensece von Ammon.