e 9 ä 8 2 5 D 2 — por etliche k N MD. XXXXVI. Jium PGeser. Ein gemůt ist nit/ geliebter leser/ yemand ts oren mi W disem schreiben zů kurz len/ oder ainichen guthertzigm zůerpitteren/ sonder dem ainfeltigen Gotts förchtigen inn disen schwären leüffen ain spiegel fur die augen zůsetzen/ inn dem er wa nit volkommenlich doch zum thail die man⸗ cherlaygmüter der menschen wie die diser zeit ges püret war⸗ den/ ansehen vnd erkennen lerne/ nit dero ma inung/ das er ge⸗ gen yemandt dardurch erpittert/ sonder vil mex bey sich selb erinnert werde/ sich dester baß gegen dem Almechtigen vnd hernach auch gegen seinen nechsten darein zůschicken. Das fürnemenn ist nit boß der Allmechtig mache es mit seinenn gnaden yederman besserlic⸗. 7 Oaserst Gespräch⸗ Thůmherr vnd Schülmayster. 0. 8. 5 1 Hüͤͤmherr. Domine Magister. aa ists gschrey? hast nichts news. Schül. War lich Herr/ Es ist gichrays gnũg vorhand enn. Thümh. Lieber wa von! Schül. Bon dem Babst. Ich wolt das er nye geborn were. Thümh. wie so? was thůt er. Schũlm. wie ich vernim̃/ so fahet erain lach an/ die vns allen schwer gnũg sein wirdt. Zwar ich bin nur ain Schül⸗ mayster/ hab weder cappennoch platten/ bin weder gsalbet noch geweyhet/ will etwann weg finden/ das ich dem wetter entgänge. Schawt jr Gaystliche Herren zu. Ich sorg es werde müh mit euch werden. Thümh. Lieber was ach facht dañ Bäpstliche hayligkayt an/ die vns so schwer sein oll. Schũl. Mein Herr mich will beduncken/ jr solten mich nit fragen/ Ir werdt baß hieruon wissen dann ichs la⸗ gen kan. Wer wills glauben/ das Ir vnnd ewers gleichenn hieruon nichts wissen solten? wie offt habt jr euch inn zech en beym weyn merckẽ lassen/ man werde bald schönẽ schertz sehen? Es will sich ja der schertz machenn. Lũgt zũ/ wie er sich enden werde/ darz/ so habt ihr mit andern euch yetz et⸗ liche zeyt daher mehr der kriegs klayder vnnd rüstung dann ewerer siben zeyt/ Vigily/ vnd Meßlesens also lassen gelustẽ/ das freylich ain schlechter mensch sein müßte/ Ders nit solt greiff en/ was jr im sinn habent. Warlich Herr/ mir ist in mei⸗ ner ainfalt zů sinn/ Ir werdts Roß übergürtenn/ vnnd euch selbst mit dem Bapst ain groß vngläck erwecken. Er sigzer zů Rom/ dencktallweg daruon zů— gebe Wie . N„ij es uns es vnns haussenn gannge. Thũůmh. Noch waiß ich nit was doch Häpstliche hailig kayt handle/ das dir so vbel ge⸗ felt. was thůt er! Schl. Wanns ist/ Wie ich vonn leu⸗ tenn höre/ so hatt er yetz lange zeyt bey vnnlern Chustlichen Potentatenn angehaltenn/ Das sy sollenn die Lucherische Retzerey( also nennet jhr die leer die vor wenig Jarenn an tag kom̃en)mit dem sch wert außreüjtenn/ vnnd yetzund hat ex ain merck lichs groß gelt darzů geben/ wölchs er/ wie die Lucheris chen sagen/ Mit falsch vnnd betrug an sich gesam⸗ let/ Als das wider den Turckenn solte gebraucht werdenn/ darzů/ So will er ain grosse anzal Walhen herauß jnns Tetitschland schicken dasselbig zůüuerhergen/ wölchenn er/ als man lagt/ Das Creutz vnnd ablaß gibt/ als wann sye wider die vnnglaubigenn ziehenn soltenn. Thũmh. Ists nichts dann das? Solt Bapstliche haylig kait darann so vnnrecht thůn?! Er thůũts billich. Es hört jm ʒů Ketze⸗ rey auß zů rotten. Schülm. Ich laß sein/ Es höre jm zů. Doch wie wol ich gar nit Lutherisch bin/ will mich doch bedunckenn/ er solte Retzerey nit mit blůtuergiessenn/ sonder mit der H. Schrifft außreytenn. Dann also find ich im neüwenn Testamennt inn der Epistolenn Pauli zům Ti⸗ to im ersten Capitel geschriben/ das ain Bischoff mächtig soll sein mit gesunder leer/ zůuermanen/ Vnnd ʒů widerfech⸗ ten die widersprecher. Er sagt nit/ das er mit Kriegsuol⸗ cke schwert vnndrüstung/ sonder mit gesunder leer mäch⸗ tig sein vnnd fechtenn soll. Thũmh. Du bist ain gůtter mann. Mit der schrifft fechtenn höret den hohen schülen z. Der Babst ist ain gewaltiger Herr/ tregt drey Cronenn ist gesetzt über Rayser vnnd Runig/ Fürsten vnnd Herrenn/ hatt bayde schwerdt/ Gaystlichs vnnd weltliche Das Geistlich befilcht er seinen gelerten/ das weltlich seinenn vn⸗ r- ella lich ses derthonen krieg ßleüten/ Firsten vnd herren die sm alle vn⸗ der worffen seind/ waist du nit/ Das er ain stathalter Chri⸗ sti ist/ der allen gwalt im himmel vnnd erden hat? Woltest du meinenn/ Das vnnser H. vatter der Bapst ain chlechter Bil ckoff sey/ Wie der Apostel ainen Bischoff beschreibt/ der allain mit predigen vnd hailiger schrifft soll vmbgehn? Er hat vil ein höherenn gewalt. Schül. Mein herr ich bin nit hie/ dem Babst feinen gewalt außzürechnenn/ ist jm vll befolhen/ wirdt auch vil von jhm ersordert werdenn/ wirt sein sach dester vbler stan/ Aber wie dem allenn möcht ich dennocht gern von euch wissen/ von wem er solchen ge⸗ walt des schwerts vnd kriegens ent pfangenn habe. Dann yeder Apostel sagt was hastu/ das du nit en tpfangenn ha⸗ best. Thũům. was fragstu? Ist er ain stathalter Chri⸗ sti/ so mũß er ye allen gwalt Christi haben. So st aber Chri stus ain herr himmels vnnd der erdenn. Schül. Das Chuistus ain herr himmels vnnd der erden sey/ zweyflet mir gar nit/ das der Bapst sein stathalter sey/ sagt jr gaistlichen vnd er auch selb gibt sich darfür auß/ wie ich aber hör/ Wöl⸗ lents die Lutheris chen nit gestan/ agent/ es könne nit erwi⸗ en werdenn. Thũm. Lieber/ was sagstu vonn den Lu⸗ therischen/ sie seind ketzer/ vnnd vnnserm vatter dem Babst feind. Schũl. wer die Lutherischenn seyenn/ Laß ich in einem werdt ston/ Gott mach vnns all frum̃/ jr pfaffenn seindt/ ich wolt das jr besser werent. Noch bin ich nit ge⸗ wiß ob der Babst ain stathalter Christi sey oder nit. Tln. warumb olt ers nit sein/ ist er doch S Pe⸗ ters nachkommenn/ Vnnd was sant Peter für gew alt vonn Chiisto entpfangen/ hatt/ den hatt er auch empfangen. Schul. Ich kumm ʒũ weit in dise sach/ Ister S. Pet⸗ ters nach komen/ das waiß ich nit/ Das waiß ich aber wol/ A ij das das S. peter solchenn gwalt nit geübt hat/ den der Bapst ůbet. Hat er jn dann enẽpfangen vnnd nit geübt/ so hat er ze vnrecht than. So sind ich auch nit das Christus selb solchen yrdischen gewalt hie auff erden gepraucht habe. Ja er sagte zum pilats/ mein reich ist nit von diser welt. Aber dise dinng befilhe ich euch die jr gelert seindt. Ich wolte/ das der Bapft sich mer als ain Bil choff dann als ain Künig vnnd weltli⸗ cher Her: hielte/ vnnd mer lůgte wie er die yetzige srrung inn glaubens sachen mit hailiger schrifft hinlegte/ dann muidem schwert. Dann glaubt mir/ mein herr/ es ist die sach so weßt kommen/ das jr vnnd ewrs gleichen/ wolt jr fechten/ wenig gwins darunon tragenn werdent. Derherr sagte zum Petro/ Wer das schwerdt nimpt wůrdt mit dem schwerdt vmb⸗ kommen. Thům. Du bist ain verzagter mann. Mainstu wir seyen so schwach/ das wir vns ab den Lutherischen sol⸗ len fürchten? Denckst nit wie vil grosser gewaltiger Potenta ten/ Land/ Rünigreich/ vnnd Bistumb auff vnnserer seyten leyen. Schul. Es ist war. Aber lieber Herz es wůrt da⸗ mit nit außgerichtet sein/ Ich sorg/ es werde Gott euweten/ mũtwoill/ vnzucht/ schand vnnd laster straffen. Ich hab et⸗ wan vonn meinen ältern gehört/ auch ist es auffgelchuiben vnd im truck/ wie vdr hundert Jaren Bapst Bischoff/ vnd das gantz Reich die hußsiten mit grosser heeres krafft vber⸗ zogen/ vñ doch nichts daruon bracht dann grosses verderbẽ/ also das sie vil tausent mann dahinden haben můͤssen lassen/ vnd die Hußsiten ain sch lechten Edelman/ mit namen Zißka/ zum Hauptman gehabt/ vñ der selbig vil tausent Monck vn Pfaffen vmbbrachtvnd vertilget habe. Das selbig spil hatt auch der Bapst dem Hailigen Römischen Reich vnd Teüt⸗ . chenland mit 0 einem hetzẽ vñ creijtz außgeben angerichtet. Wanlich/ es ligt mir die selbige geschicht nit wenig im kopf Daß jr gaistlichen vom Bapst an biß den wenigsten Capel lan/ habt euch seither nit bössert/ sonder seindt gar vil erger vnd verderbter worden/ dz wie mich die sach ansicht/ nichts anders darauß werden kan/ dann das euch ein grosse gaysel von Gott auff den rucken beraidt můß sein/ Vnd das wolc jr selb haben/ zundet ein feůr an/ welches auch am maistenn brennen wůrt/ vnd es doch nit werdt kunnen leschen/ wann es allain vber euch gienge/ Were es desto leidlicher. Aber es würdt weyt vmb sich greiff en. Goit ist gerecht. Ich besorg⸗ wir müssen mitt euch gestrafft werden/ Dieweyl wir ewrem schandtlichen/ verbůbtem/ vnd verhůrtem wesen so lang zů⸗ gesehenn habenn. Thůmher. Gemach mein Domine Magister. Wir ligen noch nit darnider. Es ist wol war. Mit den Hußsiten ist es also gangen. Es ist aber yetz weyt ain ander mainung. Kaiser Sigmundthete gemach zůr sach. Es wirtyetz ain annders. Schũlm. Es ligt ew er trost für vnd fur an weltlichem gwalt/ Vnnd denckt aber nit was Gott thũn werde/ vnd was jr beschuldet habt. Thũm. was solte Gott thůn! Er wurdt dem sterckeren helffen. Schül. Es ist war. wem er hilfft der wirt der stercker sein. Innsumma/ Nein herr/ Ich merck ewer ge⸗ müt wol. Fart nun hin mit ewerem kriegenn/ jhr werdent noch an eüweren Schůlmaister dencken. Thũm. Lieber gang hin vnd lege ain bantzer an/ du hast den hasen in dem bũsen. Schůlmaister. Daruon wöllen wir vber ain klai⸗ ne zeyt weyter mitt ainander reden. Ich gang yetz dahin. 3 5 Das Das ander Gespräch. P farrher: vnd Capelan. C Apelan. Soll ich euch her: Pfarz herr nit sagenn. Es ist vnn er Scd ůlmeister wol halb Lutherisch. Ex hat auch im ketzerischenn Testamennt gele⸗ sen/ ich wolte das die Testamennt all verprent werent. Pfariherz. Mein Domine Joannes, Ich habs lengest wol an jm gemerckt. Es hat jm vnser beder thůn/ yet lange zeyt nit wöllenn gefallenn. Habenn wir im Würtshauß zechet/ haben wür vnder der lindenn mit den töchterlin dan⸗ tzet/ ist etwañ ain junge beürin ʒů vnnser aim gangenn oder bey vns gestanden/ so hatt er alle mal das maul darüberge⸗ henckt/ der fantast maint mir ollen münch lein/ vnd vns an himmel hencken. Er helt mein köchin nit anders dann ain an dere gemaine metz/ ich wolt das er am galgenn wer/ Wille nit anders ich will in beim Bisch off verklagenn/ das er vom dienst komme. Capelan. Es wer gůt das wir sein ledig werent/ Er sicht alles was wir thünt/ Vnnd helt vns fürbů⸗ ben. Pfarr. Was sagt der fantast. Capel. Es küm⸗ mert jhn mechtig leer/ Das vnnser Hailiger Vatter der Bapst ain mal zůr sach thůn will Damit er vnnd wir arme feff lin vor den Lutherischen ketzeren bleiben mögenn/ Hat vil zancks daruon mit den Thümbherrn. Pfarr. Wie se? Capel. Da sagter/ es hör dem Bapst nit zũ krieg an zůrichten/ darzũ/ so werd es vns vbel geraten. Pfarrhert. was hat ermit disenn sachenn ʒũthũn/ Er warte der Schul. Der Bapst thũt recht/ Vnnd es ist hochzeit/ Es wol⸗ ten tach im gar 2 fc doch schier Edlen vnd vnedlen/ bauren vnd beürinen die füß an vns wischen. Darumbnur frisch daran. Ich hab noch ain gũten henngst am baaren/ der můß mit mir daran/ will mir vmb ain gũtenn harnisch lůgenn. Will nit der hin derst sein. Cap. Ich wolte auch geren/ wann ich nur baß ge⸗ fasset were. Pfar. Wir müssen dapffer zůsamenn setzen/ Es wöllen vnsere Bischoff auch dran. Sy haben jnen gũte yreß lassen schlagen/ habendt sich bey zeyt darzů gesqh ickt. Cap. das gefiel mir/ wir wöllen das metten bůch ain mal hinder den ofen legen/ vnd vns mit der faust dran machen. Par. Das würts thůn/ es würt heissen com pelle intrare. Cap. Also/ mũß man ein mal die luterischen mores leeren. Sy wöllen jmmerdar disputieren/ man müß jn mit mayster hemerlin begegnen/ der würt jn wol die bihel vmb das maul schlagen. Pfar. Ich woltd as die Bibel vor hundert jarn verbrant were/ sie macht vnns alles vngluck. Cap. Ich auch älso. Mich nimpt wun der/ was nur die Lutherischen indatday leck er darauß nemen kunden. Wenn ich nit hette dormi secure/ gene A gen = das wi d hat ten 5 gehapt. Tap. fir i do so wiste ichnit zůpredigen. Pfar. Nun wolan mein herr hanß/ die sach will wol stahn. Mein kellerin hats auch ge⸗ hört/ wie sprinngt dise? wie ist sie so frölich? Sie hofft man werde widrumb weydlich zů opffer gehn. Dann sie zů vor ehe vnd dise ketzerey auf kame/ auß dem opffer manchen gũ⸗ auch also/ wann der onmechtig pöfel waydlig opfferte/ gott gebe was 1 sie sonst glaubten oder wie sie lebten. Wollen sie zum Teuffel so farenn sie hin/ ich wolte sie—— wachs nit eil s⸗ sen/ wann ich nur das opffer hette. N t der weiß/ wie es yetz worden ist/ hab ich kain pfenning inns bad/ můß schier waf⸗ ser trinck enn/ vor wolte ich wol nebenn mir ain kellerin oder zwũerhalten haben/ yetʒ kan ich allain schweilich au 85 me 1 n —.— ö„55 2* 2 5 3 1 9 T 4 6 8 8 menn. Pfarrer. Es will vnns schier allenn also gan ¶ Mir ist auch vil abgangenn. wann ich nit etwas het hinder mir behalten/ so stünde ich yetz vbel/ aber ich wils alles vol⸗ les daran setzenn vnnd darzũ helffenn/ das wit aintweder Bischoff odet bader werdent. Capelan. Glück auff vn ser seyten. Pfarrher:. Wañ jr etwas gůts hören so sagen mirs. Capelan. Das will ich thůn. Das drit Gespräch. . Schůlmaister/ vnd Pfleger. Schũlma. Derr pfleger/ wie sitzt jr so ainig vnnd be⸗ triebt ob euch selb? Pfleger. was solt ich thůn/ es ist fei tag. Schũlma. Wollt jr nit zum wein gehn. Pfleger. Es will mich nit lusten. Trag sorge/ es werde vnns ain nul des wein trinckens gnũg werdenn. Schůlm. waulich/ mir ist wie euch/ Ich waiß nit was mir anligt/ Ehs ist mi immer/ es seye vnns ein groß vnnglück voi der thůͤr/ hab erst mit vnnseren Thůmherren ein wenig daruon gemeldet/ S wöllen sie gantz kriegerisch sein/ vnnd gleich mit der hellen⸗ parten dran. Pfleger. Gott müß erbarmen. Ee solte vn ser Pfarrer die vnzucht des auffens/ s. chwörens/ Vnnd hũ⸗ rens eff der Cantzel straffenn/ so ligt er mit seins gleichen n disen lasterenn biß vber die oren. r setzt sich zum wein/ siagt schönenn weyblen nach/ will junner fechten vnnd bal⸗ gen ich kan nit denckenn/ was diß für leijt seienn/ ob sie auch glauben/ das ayn Gott seye/ Der das vbel straffenn wer⸗ de. Schsilmaister. Ja wol Gott. Sie achten Gottes nit Der Bapst ist jrhoffnong. Der soll jn alle ihre büberr) handthaben/ vnsere Thůmherren haltenn vil vonn jhm. . Gefelt jhn wol/ Das ehr yetz mitt dem schwerde daran will Pflege „ flehnh wann es auch so bald gewendet were. Was künden ich vnd u lo jhr vnnd vnsers gleichenn d arzů rhũn? Es ist wol die sag/ Saad es machenn sich erlichestend imm Reych auff/ was sie aber f 5 1 außrich g— außrichten werden/ das weißt Gott wol. Ich sorg /es werd vnns Gott straffen. Schůl. warlich mir ist gerad al so aber vnsere thũmherren sagen ich sey verzagt. Pfleger. Sie reden wie sie feind. Mich tauret das Teütsche lannd/ Ich bin nit lutteris ch. Bin aber ain gůter Teuts cher mir it es solten no hvil gůter leit sein die sich in diß spil legten vnd den pfaff en jhr farnemen brechen/ sie woltendi das ihnen zů jrer bůberey geholff en wurde/ wann schon das teütschland im blůt g schwemmet werden solte/ das soltent Fürsten vnd Herrenzwar gnůgsam verstahn. Schül. Ach mein Her: sie habent sich also bey Fursten vnnd Herren eingeschraufet vnnd die sach dahin bracht/ das die selbigen auch ain thail am Kirchen gůt haben vnd derhalben nit allain von der pfaf fen sonder vil mer von jre selbs wegen ʒůdisem vngluck vnd empdrung helffen. Pfleger. Gott erbarme es/ es ist lay⸗ der also. Schůl. Mr ist warlich angst/ wann vnnsere pfaffen solten wider inn den sattel gehaben werden/ für jtem stoltz vnnd hock mũt/ ich gedenck das schůlmayster ampt zů ubergebenn/ damit ich nur nit vil mit jhnen zůthůn habe Pfleger. Nun wolan es gannge recht wie Gott will/ der helff eder gerechtikayt. Ich waiß jhm nit zũthůn. Werrecht habe im glauben waiß ich nit/ will Got bie ten/ das die war⸗ heyt zů vnser aller hail bleybe/ sonst sihe ich wol das der pfaf fen leben/ vnd auch vnser aller/ vast verderbt ist. Ain gůt rũt habenn wir wol verdient. Gott geb das es gnedigklich ab⸗ Sean„Schül. Amen. Pfleger. was wölt ihr thůn: ch müß ein gang ʒů meinem gnedigen herren. Schül. So will ich haim zũ meinem volck. Gott richte alle dinng zum besten. n a W Das DOSDas vierde Gespräch Bians Taler Christian Gott lieb. 5„ Ans Thaler. Das seind mir schöne achenn/ was will darauß werden! Gottlieb. was fehlet disem/ das er also mit jm selb redt/ die hennd hin vnnd her würfft/ vnd das angsicht entstelt? Sihe er will mir zũ. Hans Taler. Wie aber nun Gortlieb? habicks nit lengst gsagt? Es werde ain mal die sach dahin kom⸗ menn das wir all diehend vber die köpff schlagenn wer⸗ den. Ich main es woll sich machenn. Gottlieb. Was ists mein Taler? Was will sich machenn? Thaler. Das werdenn wor bald jnnen werden. Nun wolan es soll andern wol als laur werdenn als mir. Gottlieb. Lieber biß nit so verzagt. Ich merck wol was dir anligt/ Es wirt nit so schwer als du mainenn wilt. Thaler. Nit so schwer!? Wie kans nitt schwer sein/ Wann ain eerlicher mann/ der mit eerenn vnnd gůt herkommenn/ on not in gfar leibs vnd gũts gesetzt wirt Man hette wol gmecherthon vnd der gewaltigen vnnd mächtigenn herren vnwillenn nit so freuenlich vbervnns bewegt. Gottlieb Warinn het⸗ te man künnenn gemächer thůn/ Vnnd warmit habenn wir grosser herren zom auff vnns geladen. Thaler. Werenn wir schlecht ein feltig bey dem wort Gottes bliben/ vnnd het⸗ tenn vnns nit an etliche andere stend gehänckt/ Man wurde vns von der religon wegen noch lang nichts thůn. Gottl. Mein Thaler/ Glaubstu aber das dises ain grund vnnd be⸗ stand habe? Meinstu/ wir wurdenn sicher sein vor gewalt wann wir vnns nit zů anderen Christlich Furstenn vnnd 5 ü Sten. Sienden gethan hetten? Thal. Warumb wolte ichs nit mainen? Wurt es doch yetzt also offenlich fůrgeben/ das wir noch sollen friden haben/ wañ wir still sessen/ vnd ons vnse⸗ rer mituerwanten nit annemen. Ist doch diserkrieg nit võ der Religion wegen/ sonder belangt nur etlichevngehorsamenn im Reich/ die man flirgenom̃en hat zůstraffen. Was haben dañ wir darmit zůthůn: warum̃ wöllen wir von anderer leit wegen vnser leib/ gůt/ weib/ kinnd/ Vatterland/ Ja auch die Beligion/ inn solche gefar setzen/ so wir doch wol zůũrũwenn sitzen/ Vnd frid haben kunden? zwar wañs vns anders gon wůrt dañ wol/ werden wir ye müssen bekennen/ das wir selb schuldig an vnserem verderben seyent. Gottlieb. welche seind doch dise vngehorsamen? Thaler. Die seinds/ die erstlich andere stend im Reych wegich gmacht/ an sich zo⸗ gen/ vnd dahin bracht haben/ dasim Reich yetzt weder fui⸗ den noch gleichs recht ist. Doch mir zimpt nit daruon zůte⸗ den. Es werdents die wol wissen die es angadt. Gottlieb. Warlich mein Thaler es würt diß fürgeben etwas weytters inn jhm haben weder die wort vermögen. Mir ist nit anders bewußt/ dann das die genannten Gaystlichen lampt shrem Bapst dise vnrũw imm Reych nit erst hetzt/ sonnder lengst zuuor practiciert habenn. Vnnd ich habs auß deinem mund elbst zum off termalenn vernommen/ mit was praticken diß volck vmbgannge/ vnnd wie sie nit růw werdenn haben/ biß das sie das Teitschlannd im blũt sehen schwemmenn/ wie das du dise ding yerʒ vergessen hast? Wie keme man herzů wenn man sich wider vn billichen gwalt niemand zůbelay⸗ digen sonder vns vnd vnsere Christliche Religion mit Got⸗ tes hilff im friden zů haltenzůsamen thũt/ vn d dabeysich al⸗ le ʒeyt yederman aller schuldiger pflicht vnnd gehorsam/ so vil es ymmer mit Gott sein mag/ erpeijtet/ vnnd auff allenn Sigi 5 gh 1 aft bleiben. Das spil mainent sie an zůfahen sein erstlich nit mit Reich ßtagen vmb ain bestend igen lanndostiden vnd gleich⸗ mässigs recht anhalten/ dz wir yetzund müssen für vngehor⸗ samen/ vnrüwigen/ vnd frid brecher gehalten ond mit heeres krafft vbetzogen werdenn? Mein lieber Taler/ du waists vil baß dann du dich yetz hören lassest/ hast auch selbst vil ann ders hieuor daruon geredt. Aber yetz so es sich etwas gefär 5 lichs an sehen laßt/ jo bist du schon erhaset/ vnnd kumst da⸗ 2 hin/ das du disem gefärlichem furgeben glaubẽ geben wilt als ob mit disem krieg nit werde vnderstanden/ vnser Christ liche Religion außzütilg ken/ sonder allain etlich wenig vnge horsamen im Reich zũ straffen/ Wann es die mainung solt haben/ sag mir mein Thaler/ Wie keme dann der Babst mit seinen vil tausent Cronen ins spil! Was hettent dann etlich vnrüwig Bischöff vnd Romische Cardinal in disem han⸗ del zũthůn/ die/ Wie menigklich waißt/ yetz etlich zeit daher vnd noch/ nur seer geschäfftig seind/ vñ zů dilem fewr weid lich blasen? Darzů was solte der Bapst herzũ thůn/ mit sei⸗ nen 12000. Italianern/ Welche doch offenlich darumb an⸗ nommen werdent/ das sie im Teijnschen land sollen die Lu herischen ketzerey helffen außreyten/ Wie schicktsichs zůsa⸗ men. wiltu mainen/ das dem Bapst vnd den Bischoffen vil daran gelegen sey/ ob gehorsam frid vnd recht im Reich seye oder ni? Was solten sie herzũ geben? Nit ainen Pfen⸗ ning. Es ist jn anderß wo glegen. Sie mainen alle mit ain⸗ ander/ Wann nur das schiff ainmal angienge/ es geriedte ya wie es wolte/ Geriet es jnen wol/ so wolten sie jubilieren/ vnd 2 b als dann den armen teütschen esel widerumb vnd also gůͤrtẽ das er freülich solt zam gnũg werden. Geriet es nit/ so solten sie doch souil erlangen/ das vns diß Euangelion saur gnüg würde/ vnd sye dennocht allwegen weg finden wie sie herrn allen Euangelischen stendenn sond er nur mit denenn/ die sie halten vnser allet ruckenn sein. Wa die hinunder/ so achte 1 ten sie/ es soltvnns der ruckenn geprochnen sein/ Wer ist aber i e also blind/ der dise ding nit sehe vnd mercke.? Vnd ich waiß Junge e das dein aigenn hertz vil anders haltet/ dann du dich jetz mit 00 UU wo. ten veinemen lassest. Thaler. Lieber/ darff stmirnit we „ vom Bapst/ Bischoff vnd pfaffen sagen. Ich waiß ja wol wie du sagst/ das diß fürnemenn ist/ Ich mainte aber man 3 solte R. II. nit vrsach darzů geben/ das sie etwas im Reich tym vnderstünde/ wölches den pfaffen in sattel helffen mochte. fache Das ligt mir an/ hielten wir vnszů K. M. so wurdenn die 155 plaffen desto weniger zů jrem fürnemen kommen kündenn. 00 Gottlieb. Ich acht nit das ain Euangelischer stand sey/ 10 al Der jemals imm sinn gehabt sich wider Kai serliche Maie⸗ inch stat zũsetzen. Wir wissenn zwar wol/ lo hörest du es doch Run lelb für vnnd für von vn seren predicantenn/ das wir sollenn 80M 1 vnnsern vonn Gott geserztenn obern alle gehorsam laistenn liger 10 allain außgenommenn/ was Goit vnnd sein wort belangt/ fabi „ dar inn man Gott mehr dann den menschenn gehor sammm Ip . mũüß. So hat sichs auch noch bißher funden/ das vnser ständ fuld 0 wiewol sie die vnngehorsammen vom gegenthayl genennet hl, werden in allenn zeytlichenn nit allain Keichs sonnder auch fend hren aignen sachen alle zeyt K. M. gehorsam gewesenn f vnnd mer thon habennt weder alle genannte Gaistlichenn 100 N ober einen hauff enn/ vnnd zwarnoch auff disen tag zůthün hg N vnderthenig genaigt sein. Wolte Gott/ das R. M. recht hihi 10 grůndtlich erkandte/ welche semner hochhait vnnd wolfatt ch 10 am basten genaigt/ oder welche sich selb vnder jhren namen e 9 vd gewalt su en/ vnnd sonst im hertzen wenig gunst vnd unh 1 gls willens ʒũ jr tragen. Glaub mir wann sich die genan⸗ Afftcgt . ten geystlichen mit jrem Bapst noch kündten in jrem 00 1 2 B un selb onainige des Kay sers hilff erhaltenn sie wurden vm l 10 den Raiser nit ein pfiff erling geben/ wie dann die Bäpst nie e Bir Raylerisch 5 sonder sich alle zeit Raiserliche höhe wol züringern beflissen haben: Aber yetz so sie sehen/ daß das an Wobe sehens jres Bapsts verblichen/ des banns damit sie Rayser/ — Fuůͤrsten/ Herren vnd yederman getrungen haben/ kain forcht 2 0 mer ist/ sonder offentlich am tag/ das sie alle welt betrogen/ habent sie alle jhre sach auf den Kayser gesetzt/ vermament . 5 nen durch desselbigen reputation vnd gewalt widerumb in sattel n . n zukommen. Gott verhüte es das es nit geschehe. wa es ge⸗ N an schehenn solte glaub mir/ es wurde es Ray. May. wol als 1 mot bald jnnen werden als wir. Diß volck ist kainer rechtmessi⸗ cha gen Oberkayt nie von hertzen günstig gewesen/ sonnder hat Nite 2 allwegen beflissen den mantel da en bee ee ust windt hergangen ist. Kayserliche Mayestatt gonne ich al⸗ i dae ler eren vnd gůts/ wie ainem frommen vnderthonen gezim⸗ hohen mer/ Aber das thũt mir wee das so vil aygennütziger/ vñ arg wo listiger leůt platz bey jhm haben/ die inn der warhait nur sich gh elb suchendt/ Gott gebe was hinnden nach darauß werde. 5 baun Aßer was ists von nöten/ das ich mit dir mein thaler/ hieuon 200 1 leull rede/ so du doch selbs diß ding als wol wayst als ich? So Thaler. Du wilt mir ymmer vonn des Bapsts vnd seiner ang pfaffen bůberey vñ arglistigkait sagen. Ich weyß zũuor selb wol/ es ist nichts news/ sie habents für vnd fürtriben. Aber dr Gi noch halte ich das K. M. ain frommer Herr sey/ welchem F isen 1 man etwas bessers vertrawen solt. Gottlieb. Das wider Ai sprich ich nit/ mein Thaler/ hab es auch bißher allwegen dar itvnndg für gehalten/ denck aber du dagegen ob vns damit geholffen def sey. Wañ ein M. nit so vil mit Bapst/ Card inälen/ Bischof Heng gi fen vnnd Münchenn zůthũn hette/ durch welches volck sein aich auff richtigs gemüt wolmag/ als ains mennschens/ dahin gien gefürt 1 e 2———ͤ——* 5 a 1 3 K. ⁰˙-.m ̃ Mm1nñwUü— 8 maiung etwas vnderstande/ das dem allmechtigen wenig mag. Darumb/ ob ich schon auf seiner M. person kain bösen 9 on trage/ so ists doch gefarlich das sie sich durch dise gefallen vnd vns seinen vnderthonen klainen from̃en bringẽ leut zů solch em gefarlichen vnnd vnbreuchlichen fürnemenn vewegen laßt. Thaler. Mein lieber Gottlieb wer weist/ er wůrdts villei ht hinden nach selb wol verstan/ vnnd sich eins bessern bedencken. Gotil. Ach das Got geb das ers thet. wie frölich wolten wir sein/ wie mechtig vñ groß kunte er werden wañ er sich des Romischen Tyranen des Bapsts erweret vnd ain gewaltiger rechter Römischer Reyser wür⸗ de: wolten wir doch gern vnser gůt vnd blůt darzũ strecken Thal. Ja man müste aber hie zwischen mit jm ain gedult tragen vnnd nichts wider jhn handlen ͤdami er nit erpittert wurd. Gottlieb. Mein Taler/ wer wolt nit geduldt tra⸗ Zen/ wann solche schwere ristung nit verhannden/ vnnd dez Bapste vnnd seins hauffens reüffelhafftige pratickenn ut offenbar werend? Es ist warlich das fürnemenn gegenwer tiges kriegs zůschwwer/ zů sorglich/ vnnd züvnträglich. Ach das yemand wer/ der sein Mayestat hieruon wise. Thal. werwaiß/ es möcht sich yemands findenn. Gottl. Das waißt Gott. Aber wie es yetz ain gestale hat/ kan man jhm wailich nit anders thůn dann sich auffs nechst vnndgewar⸗ samest zů samen halten. Vnd glaub mir/ es mag sich bege⸗ ben das Rayserlicher Mayestat vnnd dem Romi. Reich/ auch vnserm Vatterland/ mer wollfarts hierauß ent springe/ dann wann yetz yederman ließ hennd vnnd fieß fallenn/ vnd den Römischenn pfeffischen Praticken/ damit sein Mayestoa t verstricket wůrdt statt gebe/ wellichs ich ainem yeden recht? verstendigenn zůbe denckenn gebenn will. Thaler. Nun gefürt werden/ das es auß aim vnwissend eyser vnnd allen wol Wala bir ab Reiche hüften Nite wehen und k La, dee be den, G0) Was. hint Got. Mein zw cht mir vnd meins mb das mein. wer n E den g ain wol innen wer⸗ Ede za den. Gottl. Ach mein Thaler du wilt mit zů wen in an fr Aan Got/ auff er vnd billichait/ vnd zümilauff bas zatlich fehr. jn Was loll dises? Du vnd deins gleichen maynent man werde mag hie nit leben künden/ wann des vberslu ng ůt knit 0 was weniger würde. warumb daf—.— auß 88 den disem vberfluß for vnrat volgen kan vnd was vnradts auch 5 dal dardurch angerichtet wordenn/ daruon ich dir wol exempel een 1 3 wolte. Das ist war/ es mag sich auß diser sach be de ig den/ das dises brachts an bauwen/ essen vnd trincken/ 140 2 in ö der/ vnd anderm vberfluß vil weniger dann bißhergess— l 61 werde/ solten wir aber darumb nit mer leben kunden. Thal. in Lieber du sagst Jetz wol von sachen/ aber solte es darzũ kom 10 men/ würste wol jnnen werden. Es würde noch manch 5 5 N noch manchenn 3 nach diser Sonnen seervbel frieren. Got. Gibs zũ/ wie ab⸗ Sni a er wann die selbige frost gesünder oder besserlicher wer/ we⸗ aun der dile Sonn/ welliche doch manchem zů haiß scheinet/ vñ E tasfaß zm schier mer einttucknet/ dann er an leyb vnd gũt verma eh la Aber/ ich radt/ wir lassen vonn diser materien ab/ vnnd re e tshst dich als ainen lieben Brůder/ wöllest dich diser reden enthal⸗ ansla, ten. Es hanget vnnser aller woll fardt an aynem andernn Aci nagel/ Da vül mer angelegenn ist. Thaler. Nun 8 r E ˙»A. 3* 1. 8 — o- 1 1 2 n 25 28 2— 7 1 7 1 8 1 4 8 155 15 2 5* .* E— .. Nun wolan/ ich wills gleich dem allmechtigen befelhen ber weist jm wol recht zůthũn/ er ists ye der da gibt vnd nimpt/ gibt er mir so hab ich/ laßt er nur so behaltich/ nimbt er mir das zeitlich/ so hoff ich/ er laß mir das ewig. Gotil. Das was ain wort/ also soll ein Christ wann er schon vmb alles das sein kompt mit dem H. Job sagen/ der herrhats gegebẽ/ der herr hats wider gnom̃en/ wie es dem herren gefallen hatt allo hat er jm thon ein nam sey gebenedeyet in ewig kait/ vñ weiter/ haben wir gůts vom herren empfangen/ warum̃ wol ten wir nit auch das böß von jm dulden? Thaler. Noch ains mũß ich melden. Gottl. was? Es werdenn vil vn⸗ freiindtlicher reden außgestossenn die eim eeren man nit wol gefallen künden/ darauß etwan ain bitterung gespürt wün/ wölche mich nit wenig entsetzet. Gottl. Mein thaler laß dich weniger vnartiger leüt reden nit betrieben/ es seind noch vil from̃er gůthertziger leüt/ zů denen man sich alles gůtsver⸗ sehen darff/ wer kan yederman das maul stopffenn des wills nit thůn/ das man von weniger leit reden wegenn ain bösen argwon auff ain gmain werffen wolte/ Du mũst dargegenn auchbedenckenn was redenn zů ʒeytenn auch vonn etlichenn deines gleichen fürganngen/ Solt man darumb alle eheren leüt des bösen verdencken. Thaler. Man solt aber vn⸗ z imlichen meuleren ain biß einlegen. Gottlieb. Ach mein thaler/ es müste ain seltzamer schlosser sein der das biß ma⸗ chen kündt/ damitvnzogne meüler verschlossen vnnd gemai⸗ steret würdenn/ Doch zweyflet mir nit/ wann ain Ober⸗ kait ain mal darhinnder kemesie wurde solchenn leijtenn ain scharpffs biß einlegen. Ich wolte/ vnnd were auch Chust⸗ lich vnnd burgerlich das niemand ts vermüg lich den armenn verachtet oder sich etwas vnnburgerlichs zů jhme versehe Gin bud Esk der gucht wille wede fiat Gach bild hende lcher wolte gern wann halg macht umd. Doch pollen U fend. guchn buskal em e imm; Mo mi lachbi gen ade fanden ch, 0 W erde ö * auch ich daa allmächti seind. Wir sollen niemandts verachten/ sollenn vnns aber vnnd hergegenn kain armer die vermüglichenn leüt neydete. Es kommen bede reichen vnnd armenn von Gott. Es kan der Reich am armen dem Allmächtigen wol dienen. Soll es auch in dien schwerenn leu ffenn treulich vnnd mit gůttem willen thůn vnd dencken/ es habe jm Gott sein hab vnd gůt weder zů vberfluß noch zůũr vntrew/ Sonder zů eines nech⸗ stenn nottuifft gegebenn. Herwiderumb kan der arm dem Keichen in disen läffen auch seer vil nutzen vnnd in vil weeg breüchlich sein. Ach wie fein stůnde es wann bede thail die hende zůũsamen gebent/ vñ amander mit Christlicher brůder licher trew gemaintent? Thaler. Ich ließ mirsgefallen/ wolte das mein geren darzũ thñn. Gottlieb. Ich höre es gern von dir. Es wirt Gottin disen leüffen wol weg finden/ wann wir nur trewlich zůsamenn haltenn. Thaler. Ich hette gůtte hoffnung. Aber wenn ich an den gewalt vnnd machtonnsers gegentheils denck/ So schaudert mir wider⸗ umb. Gotlied Es ist war/ Der gewalt ist nitt gering/ Doch so ists auch war/ wir habents je nit bschuldt/ das wir lollenn mit heereskrafft vberfallen werdenn. So ist Gott g/ Ob schon die herrenn diser welt großmechtig auch nit zũtod ab yemandts gewalt fürchten. wir rümen vns kainer sterck noch macht Sonnder vnnser stercke ist inn dem Herren vnnd seinem Almächtigenn wordt/ Dardurch himmel vnd erden bschaffen vnd erhalten werden/ Derwirt vns mit seiner gnad wol zůhilff kommen. So wöllen wir jn auch bitten/ das er R. M. vnnd andern Potentatenn jhre hertzen die er in seiner handt hat/ auff ain bessers bedencken wende/ damit dz Christenplůt nit vnder vns selb vergossen/ onder wider dengrausamenn Türcken behaltenn werde. ü Thaler. Das gebs Gott. Dannck hab mein Gottlieb iij du hast — 7 N 5 N N P ee, 2222. 5 1 1 du hast mich etwas wid erumb erquickt. Ich wil hin zu bauß. Sotilieb. Der Herz stercke dich alle zeyt. Das fünfft Gespräch Frechmũt. Onsorg. Angstmüt. Gotlieb. Angstmütig. Ach wie kan der mensch so frech sein? Er wagt nit inn was nöten wir eyend! Frechmütig. Sie müssen sehen was hinder dem Teüjtschen blůt stecke. Ang. Ach wir seindt all verdorben. Frechmũt. Es seind noch vil tausent dapfferer krieg sgurglen/ vnd gũte schlucker vor⸗ handen/ so haben wir auff vnserer seytenn vil herilicher Für⸗ sten vnd gůtte starcke Stet/ so habenn wir gũt geschütz har nisch vnd weer Es wirt nit not haben. Angst. Ich sihe das vns Gott straffen will/ wie wollen wir jmmer thůn. Ich waiß weder auß noch ein/ weder radt noch hilff. Mich tau⸗ rent mein weib vnd kind. Werend doch die selbigenn an aim si heren ort. Ach Gott ach Ggtt des ellenden wesens. Solt ichs vor etlichen wuchen gewißt habenn/ wolt freylich gse⸗ hen habenn/ wie ich jhm there/ das ich yetz inn diser anngst nit stecke. Soll ich sehen mein weib vnnd kinnd not leyden/ odet erwirget wer denn/ wie wills mir doch müglich sein. On sorg. Das seind mir gůt leüt. Der ein will mit der hellen⸗ parten dran/ ist frisch vnnd will wunder würcken. Der an⸗ derist halb todt will gar verzagenn. Ich halt es werde kai⸗ ner feind gegen shm turffen/ er werde shm bald selb den todt anthůn/ ich thũ jm noch recht. Es kümmert mich gleich gar Bechmüt. Da farher. Es will sich ain mal machen. Ich main wir wöllen sie mores leren. nichts wz yedermã sagt. Ists krieg? jo sey es krieg. Es 7 5. ott Gott wol machen. Mancher zablet vnd ist engstig/ lauf hin vnd her/ weer da weer doit/ Da mach bol werck/ da greben/ da soll man diß da das thůn/ Da ist man zũlangsam/ da zů schnell/ Da soll man lo vil zů fůß/ souil zñ Roß haben. Ich befilchs gleich Gott. Der wurdis wol machen, Er schlafft nit. Es soll mir diser krieg mein schlafnic prechen. Gottl. Du güriger Gott/ wie ist die welt so wund erparlich. Der ain ist garzũ frech/ Der annder zůuil ängstig/ Der drit wills alls Gott befelhen ist ʒñuil sorgloß. Ich můß gleichsie all drey an spràchen. Nein Gott gib gnad das sie sich weisen lassen. Itech. Sihe da kumpt eden Gottlieb mein nachpaur. Wie Gottlieb? bist auch keck vnnd mannlich? Gottlieb. Ich bin mein Frechmũt gar nit verzagt. Doch sehe ichs gern das du mich hieruon anredst. Angstmůt vnd Onsdig ists euch nit zuwider kompt auch herz/ wir wellen vns ain wenig mitein ander ersprachenn. Ich habe ei wer aller drey můth vnd sinn auß ewren worten vernummen/ ists euch gelegenn/ will ich geren nit euch dauon redenn/ Onsorg. Lieber hasts gehst/ was diez wen für redenn tribenn habenn. Seinds nit gůt leut Der ein wills mit seiner faust außrichtenn/ der an⸗ der will gar vetzagen. Aber ich laß gleich den liebenn Gott pf alles walten. Lieber was sagst du dazü. Gottlieb. wann nig ihr mich on allen vnwillenn hören wölt/ will ich euch nicht on verhalten/ wie mir eror reden gefallenn. Angst. Sag pi an mein Gottlieb. Ach das du vnns etwas güts vom friden müde lagtest. Gottlieb. Es hat ewer ain yeder etwas gůis/ Doch mit angehencktem manngel/ wie sichs dann ge⸗ mainlich vndervnns mennschen findet. Niemandts ist vol⸗ kommenlich wie er sein soll. Gũt were/ das ain yeder sein aignenn manngel an jhm/ vnnd was gůts an seinem nech⸗ sten were/ erkandte/ so kandtenn„ * 2 — .—* 1 8— 8 1— 3„. 3 P 1— 1 ö——— „F ä 1 dabey auch ye einer den andern vnd erwisenn. Onsorig. Mich nimpt wunder was du gu s an disenn zwaienn/ oder mangels an mir fündenn kündest. Wie kans gůtt sein/ das Frechmůt/ gleich wie lein nam lautet/ als mit der faust will auß richtẽ/ gleich als dürffe er Got s nit darzů/ vn angstmũt auch wie er genennet also gesinnet/ gar verzagen will/ gleich als were Gott gestorbenn. Frech. Du bist mir ain guter mañ. Lieber setz Gotalles haim/ vnd leg du dieweil die hend in die schoß. Angst. Zwar warum̃ lolt mir nit angst sein Ists dann ain schertz/ das wir in leis vñ lebens gefar/ sam̃t allem dem vn eren gesetzt werden? Wie kan ich frölich sein⸗ Mit Frechmůt kan ichs nit halten/ dañ ich waiß das wir der sach zũschwach seind. So sihe ich auch wol/ wie liederlich man sich datzũ schickt. Mit Onsorgẽ kan ich auch nitstim̃en. Dañ ob ich schon waiß das Gott vil mechtiger ist/ dann aller gewalt auf erden/ vñ die seinen wol erretten kan/ sie auch zum oftermalen errettet hat/ so kan ich doch nit glaubẽ/ das er sich vnser werde annemen. Dann w erhaben shn erzürnet/ vnnd erzürnen jhn noch für vnd für mit vnserem ver:ůchten leben, Wie kan er vnns dann zů hulfkommen? Darumb mein Gott⸗ liebists nit vergebens/ das ichs mit dem On sorgen nit halten kan. Gottl. Ich hab euch alle dreynugar wol zũ vor vñ yetz widerum̃ vernommen vnd sag noch wie vor/ es hat ain yeder etwas gůts an jm/ doch mit aim mangel vermischt. Frechmůtg felt mir an dem nit vbel/ das er vnuerzagt vnnd mannlich ist will dem blů:durstigennolck/ das on alle recht messige vrsach/ zum tail auß neyd vnnd haß/ zum thail auß hochmůt/ zum thail außaignem gesuch/ vnnser Vatterland sich vnderstat zůuertilg ken/ vnnsere weyber vnnd kinnder z chenden vnsere manschafft ʒũ erwürgen/ vnnd was vberig vnder das joch des Römischen Antichrist vnnd seiner Pf 75 6 5 fen ersich nit gnůg inn den willen Gotts ergidt/ vnnd sein hertz sem sampt so schwerer abgötterey vnnd so mancherlay greñ welen zůstürtzen/ mit vnuerzagtem mũt/ vnd dürstiger hand entgegen gan. Werwolte ain solchs gemüt schelten! Aber das will jm manglen/ das sein hertz zůuil auff flaysch vnnd blůt/ leibliche vnd jrrdische stercke sicht/ vnd daher ein wenig zů frech wůjrt/ das zũ belorgen es werde jm dester mer an göt lichen gnaden vnd beystand abgehn/ vnnd glaub mir/ mein frechmüt/ es ist nit die klaineste sorg/ die ich vnsers kriegs glücks halben trage/ das ich fljrchte/ sie seyen zůũ frech/ das sie Sott etwan ain wenig werde lassen sincken/ damit sie dester baß auff jn lernen sehen. Angstmũt hat an dem nit vnrecht das er jc vor Gott vnserer sünden halben fürchtet/ vnnd sich ab der schwerenn tũten entsetzet. Dann es ye war ist/ wie er lagt/ wir haben ja Gotterzürnet/ vnd will noch ain schlechte erung bey vns gespüret werden/ aber da felet es jm/ das mit gedult zum creütz befestiget/ sonder zũuilgablet/ sich selbs vnd yederman zũ ängstig machet damit weder jmnoch an⸗ deren geholffen übe d sicht er auch nit inn die haubt vr⸗ sachdises krieges/ warumb doch des Antichristi Reich disẽ empoòͤrung im Teütschen land erwecke/ nemlich/ das es erhal ten/ vnnd das Reich Christi zů bodenn gericht werd/ wölche sach zwar zũ foderst das wort/ die warhait/ die herrlichhait vnd Mayestat des sons Gottes belanget/ vnd darumb/ wie⸗ e wol wirs nit werdt seindt/ doch von der eeren Chiisti wegẽ/ die krafft Gottes sich wol würt sehen lassen/ damit alle feind der warhait Christi zũschanden gesetzt werden. Darzů solt er auch bedencken/ das noch vil frommer gůthertziger vñ got gefelliger leute funden werden/ deren hertz vud gmůt on vn⸗ derlaß zũ dem Allmechtigen vnnsetem vatter seüfftzen vnnd schreyen/ vm̃ deren willen er der vbrigen wol vers*— wie 4 3 * wie er auch thonhette zů Sodomavnd Gomorta samptden andern dreyen Stetten/ wann nur zehen from̃en menschen in allen fünffen gefunden werent. Zůũ dem/ so istdas fürnemen st vnserer feind/ jo tück isch/ arglistig/ blůtttiistig/ vnd Tyran · Gt nisch/ das Got nit wol kan zůs ehen/ sonder ob wir schon ain ul Kũt verdienet haben/ so würdt er dannocht die selbig mitdes ch maß schicken/ das freylich solchs blũtd ürstigs furnemendes zn Kömilchen stůls seinen fürgang vnd volstreckung nit gewinn ig nen soll. Vber das/ wann es schon fein fürgang habẽ solte/ dan . so würdt vns doch darmit vnser hail vnd säligkait nit entzo 960 h gen/ ja wir werden dardurch zů dem ewigen gefarderet/ ond dt n souil das zeillich belanget/ wanns auffs höchst kom̃pt/ das der W wir tödtet werden/ ge chicht vnns doch nichts anders/ dann fed das wir on das alle dag gewariẽ müssen/ dem auch die gas bh tigen diser welt/ vnd eben die so vns nach dem leben stellen/ sehe nit entrinnen kunnen. So seind vnsere feind so mechtig nit/ dz o 1 sie vns etwas weitters zůfügen kunden/ dann was vñ wie vuñ den N wenn es der Almechtig vnser lieber vatter vber vns verhengg ah 1 hat. So werden sie unser kainen wann wir ain mal gestorde un 9 zům andern mal tödtẽ/ noch sonst etwas anders vnserem le h mt „ oder seelen schedlich zůfiegen kenden/ wie dann auch Chi wa M stus vnser getrewer her: vnd hailand die seinen. Luce. xi us bie „ stet vnd mannlich macht daer spricht. Ich sage euch aba d U meinen freiinden/ sörchtet euch nit vor denen die den leyb tos 10 dendtlond darnach nichts habend das sie mer thügent. wan da Angstmũ leiwe gedanck en auch zů disen dingen wandte /o dug wurde er nit so gar angstig sein. Vnd dumeln Onsoig thut de an dem nit vnrecht das du alle sorg auff den Herren wůrffst/ f W der alles inn seiner hand h at/ vnd alle di n g na ch se nem wl 1 len recht vnd wol regieret. Dann wa der selb nit hand anle⸗ i 1 get/ so itt alle mennschliche/ ja auch Englische krafftdand Alles men schlichs sorgen vnd zablen/ vergebens. Darinn aber mangletes dir/ erstlich/ das du die mittel/ so vns Gott in di⸗ sen vnd anderen nöten zũprauchen gibt/ nit achtest vñ gleich Gott versůchest/ welchs vns nit gezimmen will. Es habens vil frummer gottsförchtiger Kunig inn kriegs nöten alle sa⸗ chen ja Gott dem Allmechtigen besolhen/ auch jhr volck jim zũuertra wen vermanet/ vñ aber nit dester weniger alles was zůr gegen weer dienstlich für die hend genommen. Zum an⸗ deren felet dir auch das/ das du on forcht Gottes bist/ gerad als ob wir kain rũthvonn Gott verdienet haben/ oder als ob dir wenig daran gelegenn sey/ wann vnns Gott schon mit der rũttenn haimsůchet/ welchebayde stuck dein vertrawen/ sodu zů Gott setzenn wilt/ verderbend. Man soll ja Gott vonn hertzenn vertrawen vnnd wissen/ das er alle dinng inn seiner hannd habe/ aber darumb nit liederlich/ müssig/ vnnd sorgloß sein. Gott will den menschenn helffenn/ aber nit dem müssigenn vnnd liederlichen sonnder den emsigen vnd arbaittenden. Mainestu er werde ainem lied erlichen faulen bauren seinen vnerpawnen vnnd ongesegten acker fruchtbar machen/ wann er schon laung sagt/ Eyes würdts Goit wol machenn? freylich nit. Er will das wir wachen/ sorgen/ ar⸗ baiten vnnd schaffen/ doch im glauben vnnd trawen zũ jm/ das gedeyenn will er gebenn. So sollen wir auch nit forcht⸗ loß sein/ grad als ob vnns Gott nit billich straffenn müjge oder werd/ sonnder ob wir wol ain gůts vertrawenn zů jhm tragen solle/ so ists doch warlich pillich/ das wir vns schul⸗ dig erkennen/ vnd ab seinem zorn fürchten. Wie maint jr aber yetz lieben Brüder! Frech. Warlich ich kan nit hinumb⸗ Mũß bekennen/ wie du sagst/ das ich zů frech bin/ vnnd zũ⸗ uil auff flaischlicb enn armen vnnd stercke sihe. Angstmũt. Ich mũß auch bekennen/ das ich vilzũängstig. wolt ge⸗ 3 .— 1. 1 1 5 32 5 e 5 c 1 5 E33 ˖ͤ˖ß i.. 24444 0 r e 1 P. 66 2* m 2 E 1 8 ren/ ich were nit so klainmůtig⸗ Onsorg. Du hast mie mein Gotlieb/ warlichdie warhait gelagt/ ich bin zůuil sorg loß/ vnd forchtloß/ ain maß vnd mittel were gůt. Frech. wie thůũn wir jm aber mein Gottlieb? Gottlieb. Wie? Das ist bald gsagt/ was ain yeder gũts an jm hat/ das behalt er/ vnd was er mangels hat/ das erstatte er auß dem so inn den andern gůt ist/ Was dir Frechmůt manglet/ das erstatte mi dem gůten so Angstmũt vñ On sorg habent/ also das du wo keck vnd mannlich seyest/ dabey aber auch Gotts förchtig vñ Gott vertrawend/ vnd du Angstmũt/ würff dein sorgen vnd fürchten nit von dir/ sonder temperiere es mit ainem dapfferẽ gayst oñ gũtem vertrawen z Gott/ deßgleichen du Onsorg/ halt deingũt vertrawen zũ Gott/ doch also das du darzũ ne⸗ mest die gschefftigkait des Frechmůts/ sorg vnnd foicht des Angstmůts. Also würt ewer ain yeder dem allmächtigẽ wol trawen jn auch mit pillicher forcht vor augen haben/ im di⸗ sen leüffen nit faul vnd liederlich sonder sorgʒ feltig/ geschäff tig vnd vnerschrocken sein. Onsorg · Liebe Biüder/ wi⸗ ich sihe so kan vnserkainer den andern verachten/ sonder můß sich ain yeder mangelhafftig erkennen/ darumb bit ich euch wellent mir verzeyhen/ was ich im an fanng wider euch bebe geredt habe/ will hinfürten gewarsamer lein. Frechmũt. vnd Onsorg. Deßgleichen bitten wir dich auch. Der chert gebe vns allen sein gnad/ vnnd erhalte vns inn disen vnd al⸗ len andern nöten. Gottlieb. Das gefiel mir. Es würdt Gott thũn/ wie jhr bittend/ vnnd vns nit lassen/ wa wir vns nur an jn haltent/ vnd vnser leben bessern. Frechmũt. vñ Angstmůt/ Amen. e Das Sechst Gespräch. Gottfrid/ Gottlieb. 9 59 rn 85 2 1 1 — N 2— 8 5 — — — ——— 2 varlich. Wie seind souil seltzamer köpff auf diser welt/ pas můß man fur vnbillicher reden hören/ die yeder⸗ man laßt frey vnngestrafft hingon. Gottl. Waher mein Gottsryd? vnd wie so traurig! Gotfrid. Sihe mein Got Gele. Ach mein Gott/ wie ist die welt so wunder lieb/ du kombst mir eben recht. Du waist wol wa ich gewes⸗ sen bin. Warumb ich aber so trawrig sey/ will ich dir kürtz⸗ lich sagen/ du waist was schwerer leuff vorhanden sein/ die solten vns zůerkantnus vnserer fünd/ vnnd warer hertzlicher bũßfertig kait treiben/ so heben ain thayl an vnd erdichten vr lachen diser gfar/ dariñ wir seind/ die nitt war auch nit dem Allmächtigen löblich/ noch zůr besserung dienlich. Es will niemand seinen mund mer im zaum halten/ Gott gebe/ das es vns nit ain mal ʒũ lchwer werde. Soll ich dir nit sagen. Bin dort fürijber gangen/ da hab ich můͤssen hören/ das etlich sa⸗ gen/ Secht zů das ist die frucht des schönen Euangeljj/ dar⸗ auß man den kaum wol kemien mag. Vorhin ist allenthalb guütter frid gewesen/ es ist ain nachpaur mit dem anderen in gůter fraintschafft gestanden/ yetzt aber/ seyd dise newe leer aufkom̃en 4— man kain ainigkait meer/ sonder eytel zwi tracht vnd 1 paltung/ kain frid ist mer im Keich/ sonder krieg vñ sorgkliche entpörung. Das habẽ wir diser newen religion zũůdancken/ Es will mir das hertz zerprechen/ das ich solche u grosse lesterung wider dz hailig vñ selig Euangelion Chri⸗ sti hören mũß. Darumb ich mein lieber Gottlieb nit on vrsach traurig bin. Gotlieb. Man kan dirs nit verargen/ das dich guuch dise schmachred beltim̃ert? Darffst dich aber darumb nit zů tod trawren. Es singt ain yeder vogel seinen gesang. werent es fir leyt seyent/ die dises redẽt/ lo můß ich auch mit dir stim⸗ dile leüt besser/ so gienge auch bessers auß jrem mund. Got. Es ist warlich wie du sagst. Wann ich jm nach denck/ was men. men. Dañ eoszwar auch leüt darnach sind. Ich halt dae hertzen seyen biter als ein och sen gall. Gotl. Es ist warlich dise red nit allain lesterlich/ onder auch vber die maß lugen⸗ hafftig vnd vnpillich. Dañ sag mir ainer was die schuld ge⸗ wesen sey/ das vor hundert jaren ain solcher schwerer sched⸗ licher vñ langwüriger krieg in teijtschem land zwischen fur⸗ sten vñ Reichsstetten gewesen ist/ der lenger alls xx. jar an⸗ ainander geweret/ vñ hernach auch biß dz hundert jar herum sich zũoftermalen wid ernm̃ erregt hat. Besehe man die Cio⸗ nick von 1352 jar an biß auff das 140. vnd lũg was für ein schwere eniporung jm Reich gewesen sey. Ist so gůtter fre im Reich auch hernach gwesen/ wz ists dañ von nöten gw sen den Schwebischen bund auff zůrichtẽ. Wz seind grössa krieg in andern landẽ auch Welschland/ Franck reich/ Engel land/ Behem vñ Vngern vor vnserer zeit gwesen? Ist dañ di lelbige welt auch Euangelisch gwesen? Vñ zwar/ w istdi schuld/ dz der Türck zů vnsern zeyten dz Vngerland einnift Ist villeicht diß Euangelium dariñen predigt worden. Was hat die liebe stat Wien in Osterreich than/ dz der Türck zwe mal darfor mit heeres krafft gelegẽ ist? Nu ist sy ye nit Eu gelisch/ auch noch auff disen tag. Unnd wann schon das hh Euangelium andisen schwerẽ leüffen schuldig wer/ wie sol man jm aber dañ thũn. Hat nit Christus vns er herr selb ge⸗ sagt/ er seye nit kom̃en friden zũsenden/ sonder das schwer/ Math. x. Nu es tregt sich wol al sozů/ das von diserleer wi⸗ gen die welt vnnrüwig wirt/ Ist aber nit der leer/ sonder da weltkinder schuld. welche allen zanck/ zwitracht/ krieg vnd blũtuergiessen wider das H. Euangelium anfangen. Lieber sag mir/ wes ist die schuld im puluer/ das ein solche vngstl⸗ migkait sich erhebt/ wann ein wenig seürs darzñ kom̃t. Es sind im puluer bey amnanð schwebel kolẽ vñ salpeter. wölche vnder disen drepẽ schlecht also vm̃ sich/ wañ das felt daa e 2 „ . kun guch tüm daft fen, 0 faahe die w. bock kalte darn döder wpeke 0 sucẽ bing * . 4 9. J 3 F E 1 ö — 2 = . 2 ner väterlichẽ gnadẽ allezeit bewarẽ vñ bhütẽ. Gotf. Amẽ. kombt. De schwebel nim̃t dz feür an/ ist zůfriden/ deßgleichẽ auch der kolen/ aber der salpeter/ der ausserhalb des feurs wol rüwig beim schwebel vñ kolen ist/ will das feijrnit leidẽ/ son der facht von desselbigen wegen ein solchs rumoren an/ das niemand sicher dabey dleibẽ kan. Also mein Gott frid helt es sich auch zũ diser zeit/ wie auch zurzeit Christi/ der Apostlen/ ja auch der propheten. Wañ dz fer des Götlichen wortes in die welt komt/ o nemen es die erweltenn/ so auß Gott seind/ gütlich vñ fridlich an/ aber die verworfnen weltkind wie ain kalter glitzender salpeter mogents nit leidẽ/ onder setzent sich darwider/ fangen romor/ scheltẽ/ lesterẽ/ kriegen/ Wirgẽ vñ toden* nit hie weß die schuld seye. Gotf. Es were kein wunder Got strieffe dise leut von solcher lesterung wegẽ Gotl. Ach man solte in solchẽ sachen die schuld baß sůchẽ vñein jeder seinẽ bůsen bsichtigẽ Gottes wort predigẽ/ bringt der welt kainẽ hader/ zanck/ zwitracht/ krieg oder blůt nergiessung/ sonder Gotes wort nit wöllẽ hörẽ/ dasselig wi⸗ derfechten/ oder wañ mans schon hört/ den selbigẽ nit wöl⸗ eas len folgen? Gottes wort leeret yed erman liebs vñ gts thůn/ dẽ Allmächtigen gehorsamẽ/ vñ von hertzen vertrawen/ da bey auch ain einzogens frum̃s Christlichs leben fürẽ. Doch/ wz darffs vil wort/ Es ist offenbar gnũg/ waher die jetzige vñ der gleichẽ bewoegungẽ entspringend. Gotfty. Der Al⸗ mächtig wöll dis er leüt hertzvñ gmüt endern/ vñvns geben ein demütigẽ bůß fertig ẽgayst/ der jm g fellig sey. Gotl. Amen. Mein Gottfrid/ ich kan nit wollenger bleyben. Wiltu etwz weiter. Gotfryd. auff diß mal nit. Es wirts villeicht Gott gebẽ dz wir bald widerum̃zůsamẽ komẽ/ so wöllẽ wir võ diser empörũg weyter mit ainander red ẽ. Gotl. Wz Got wil. Der wölle dich vñ die deinẽ/ auch dise gãtze gmain sam̃t allẽ gũthertzigen Euangelischẽ stendẽ vor allẽ laid mit sey⸗