— . ———— r 4 2 38ſſ. 2 Anleitung zur Fleisc h be sch au. Nach den Erfahrungen des Diſtrikts⸗Thierarztes Anton Obermangjer in Kaiſerslautern, . für Phyſiker, Polizeibeamte, Thierärzte und Fleiſchbeſchauer bearbeitet von Dr. C. Meuth, Koͤnigl. Bayer. Kantonsphyſicus in Zweibrücken. Zweibriicken, 4832. Gedruckt be i⸗ G. R er,. e 8 4 Crossh. Universitaets- 2„. Bib Vorwort. Wer nur irgend durch ſeine amtliche Stellung ſich veranlaßt gefunden, der Geſundheitspolizei ſeine Aufmerkſamkeit zuzuwenden, wird bald bemerkt haben: daß die Aufſicht auf den Verkauf der Nahrungsmittel uͤberhaupt, insbeſondere aber des Fleiſches, als eins der wichtigſten derſelben, häufig ganz vernachlaͤßigt wird. Die Urſache hiervon liegt indeſſen nicht ſowohl in einem Mangel an geſetzlichen Beſtimmungen, als darin, daß die Poli⸗ zeibehoͤrden faſt allgemein von der Wichtigkeit ei⸗ ner zweckmaͤßigen Beaufſichtigung des Fleiſchverkaufs zu wenig uͤberzeugt, und mit der Art und Weiſe der Anwendung der betreffenden Verfuͤgungen nicht gehoͤrig vertraut ſind. Es konnte dies auch nicht wohl anders ſeyn, da es bisher immer noch an einer zweckmaͤßigen Belehrung uͤber das worauf es bei der Aufſicht auf die Schlaͤchter und Fleiſch⸗ haͤndler eigentlich ankoͤmmt, fehlte. Die Abſicht, dieſem Mangel abzuhelfen, bewog den Unterzeich⸗ neten zur Herausgabe vorliegender Schrift. Er ———y— * 3 8.. 1— 4-— — b 1 ——; 111“ 8 3 )—)ͤſ““ 1 ——— E IV hofft damit um ſo weniger etwas Ueberfluͤßiges unternommen zu haben, als bis jetzt nur erſt von Tſcheulin in deſſen„thieraͤrztlicher Polizei“ die⸗ ſer Gegenſtand behandelt worden. Als die erſte vollſtaͤndige Zuſammenſtellung des Hierhergehoͤrigen hat dieſes Werk ſeinen anerkannten Werth, doch ergibt ſich bei deſſen Benuͤtzung ſogleich, daß es nicht praktiſch genug bearbeitet, keineswegs als eine wirkliche Anleitung zur Ausuͤbung der Fleiſchbeſchau angeſehen und gebraucht werden koͤnne. Eine ſolche iſt daher bis jetzt noch immer ein dringendes Beduͤrfniß geweſen, dem durch dieſes Werkchen zu entſprechen geſucht wird. Daſſelbe iſt ſowohl fuͤr Phyſiker, Thieraͤrzte und Fleiſchbeſchauer auf dem Lande, als fuͤr Polizeibeamte, und ſelbſt fuͤr hoͤhere Sani⸗ taͤts⸗ und Verwaltungsbehoͤrden beſtimmt. Erſteren ſoll es als Lehrer und treuer Rathgeber bei der Aufſicht uͤber den Fleiſchverkauf zur Seite ſtehen; dieſen einestheils zur Erlaͤuterung der bereits vorhandenen geſetzlichen Beſtimmungen die⸗ nen, anderntheils aber den Stoff zur Abfaſ⸗ ſung beſſerer und vollſtaͤndigerer, dieſen Gegenſtand betreffender Verordnungen und In⸗ ſtructionen darbieten. Wie Erſtere dieſes Werkchen zu gebrauchen haben, bedarf wohl keiner weiteren Auseinanderſetzung; Letztere aber werden ſich durch ein aufmerkſames Studium deſſelben bald in den Stand geſetzt ſehen: ſowohl die hohe Wichtigkeit „ berfluͤßige r erſt von olizei“ di s die ent ergehoͤrign erth, doc ), daß 66 keineswegt 1suͤbung ebraucht jetzt noh ſen, den icht wim, ieraͤrzte ,, als fuͤr re Sani⸗ beſtimmt. Kathgeber zur Seite rung der ingen die Abfaß r, dieſen und Ir⸗ ee dieſes ohl keinen er werden elben lald Lichtizieit dieſes Zweiges der Medizinalgeſetzgebung zu erken⸗ nen, als ſich von der dringenden Nothwendigkeit einer baldigen Reviſion der deßfallſigen geſetz⸗ lichen Beſtimmungen und deren Anwendung zu uͤberzeugen. Um das Werkchen nicht uͤber Gebuͤhr zu ver⸗ groͤßern, unterließ der Herausgeber die Angabe der einſchlaͤgigen aͤlteren und neueren, die Fleiſch⸗ beſchau betreffenden Verordnungen(wovon jene in Frank's„Syſtem der mediziniſchen Poli⸗ zei“, dieſe in den verſchiedenen Geſetzſammlungen der Regierungen zu finden ſind), ſo wie er auch all das uͤberging, was ſtreng genommen, nicht zur gewoͤhnlichen Fleiſchbeſchau gehoͤrt, u. z. B. in Be⸗ treff der Krankheiten des Gefluͤgels und Wildes, bei Tſcheulin ſich in groͤßter Ausfuͤhrlichkeit ange⸗ geben findet; endlich unterließ er die Anfuͤhrung von Belegſtellen, weil die rein praktiſche Tendenz der Schrift uͤberhaupt keine gelehrt ſcheinende Aus⸗ ſchmuͤckung der Art erlaubte. Aus ſchuldiger Dankbar⸗ keit moͤge uͤbrigens bekannt werden, daß beſonders Tſcheulin's obgenanntes Werk, ferner Lauben⸗ der's, Veith's und Dietrich's Handbuͤcher, und endlich die Dictate des Herrn Director Schwab in Muͤnchen, hier und da benuͤtzt worden. Die Grundlage des Ganzen jedoch bilden die Erfah⸗ rungen eines tuͤchtigen Thierarztes, des auf dem Titel genannten Herrn Obermayer, welcher be⸗ reits ſeit beinahe 43 Jahren in Kaiſerslautern die VI Fleiſchbeſchau mit dem groͤßten Eifer und der ſel⸗ tenſten Gewiſſenhaftigkeit ausuͤbt. Der Herausge⸗ ber hofft deſſen, mit großer Muͤhe und mancherlei Unannehmlichkeiten gewonnenen Erfahrungen, Denen zu Nutz und Frommen, welchen ſolche noch abge— hen, auf's beſte benuͤtzt, keinen beachtenswerthen Punkt uͤbergangen, vielmehr allenthalben auch dem mit dem Gegenſtand gaͤnzlich Unbekannten, einen moͤglichſt deutlichen Unterricht uͤber Alles was ihm zu wiſſen noͤthig, gegeben zu haben. Moöoͤchte er damit ſeinen Zweck, auch von dieſer Seite Etwas zum Wohle ſeiner Mitbuͤrger und der Menſchheit uͤberhaupt beizutragen, einigermaßen erreichen! Zweibruͤcken, im Juli 1832. Dr. Meuth. Einle et ſti fausge⸗ ncherlei Denen abge⸗ verthen ich dem „einen das ihm Mochte Seite nd der maßen Inzhalt. Vorrede. Einleitung. Erſter Theil. Wiſſenſchaftliche oder thierärztliche Fleiſchbeſchau. Erſter Abſchnitt. Fleiſchbeſchau bei der Schlachtung fuͤr den öffentlichen Verkauf. Erſtes Kapitel. Von den hierzu erforderlichen Anordnungen. Seite. §. 1. Behörde, welcher die Fleiſchbeſchau zukoumt. 13 §. 2. Schlachthäuſer und Fleiſchſchrannen... 14 §. 3. Nutzen und Einrichtung der Schlachthäufer. 14 §. 4.„Schrannen... 16 §. 5. Verkaufsplatz für Fleiſch von geringer Qualität 18 §. 6. Obliegenheiten der Fleiſchbeſchauer... 19 Zweites Kapitel. Von der Qualifizirung der Schlachtthiere und ihres Fleiſches. §. 7. Gattungen der Schlachtthiere und davon abhän⸗ gige Güte des Fleiſches..... 22 §. 8. Zeichen geſunden und kranken Fleiſches... 27 §. 9. Beſtimmung der Qualitäten des Fleiſches 27 §. 10. Taxbeſtimmung des Fleiſches..... 30 Drittes Kapitel. Von der Verkaufs⸗ und Aufbewahrungszeit des Fleiſches, je nach ſeiner Haltbarkeit. §. 11. Verkaufszeit des Fleiſcheoe.. 32 VIII §. 18. ö“.“ —ſ ſͤſ“ Seite Aufbewahrungszeit des Fleiſcheset. 35 Haltbarkeit des Fleiſches, je nach der Jahreszeit 35 7„ 5, 7„ Witterung 34 y ,,„ tr„„ dem Aufbewah⸗ rungsort........... Haltbarkeit des Fleiſches, je nach der Art des Schlachtens.......... 56 Haltbarkeit des Fleiſches, je nach der Zeit, in⸗ nerhalb welcher die Thiere nach ihrem Eintrieb geſchlachtet werden......... 36 Haltbarkeit des Fleiſches, je nach der Thiergattung 38 Viertes Kapitel. Von dem durch die äußerliche Unterſuchung aus⸗ zumittelnden Zuſtande der Schlachtthiere und vom Schlachten. §. 19. §. 20. §. 21. §. 22. §. 23. §. 24. §. 25. 9 5. 26. Geſundheitszeichen der Schlachtthiere 309 Zeichen des Fettzuſtandes der Schlachtthiere. 41 Bezeichnen der unterſuchten Schlachtthiere. 43 Beſtimmung der Schlachtzeit. 43 Verfahren beim Schlachten..... Unterſuchung des Blutes.. 46 Aufbewahrung des Blutes..... Aufblaſen der Thiere nach dem Schlachten 48 Fünftes Kapitel. Von dem durch die innerliche Unterſuchung aus⸗ zumittelnden Zuſtande der Schlachtthiere und deren Zerlegung. §. 27. §. 28. §. 29. §. 30. Art und Weiſe des Zerlegens der geſchlachteten Thiere 2 4.* 2 2 0 0* 4* 83 50 Eröffnung der Kopfhöhle....... 51 „„„„ Bauchhöhle... 53 75„„„ Bruſthöhle 3 0 2* 2*** 59 Sechstes Kapitel. Von dem zur längeren Aufbewahrung zubereite⸗ ten Fleiſche. §. 31. § §. 32. §. 33. §. 34. §. 35. ſ. 36. Vom eingeſalzenen und geräucherten Fleiſche. 63 Wurſtbereitung im Allgemeinen..... 64 Bereitung der Blutwürſte...... 66 79 75 22 Leberwürſte** 2 2 24 2 4 68 1„„ Bratwürſte. 69 „„„ Knoblauchswürſtee 69 2**— Seie à. 4 Jahreszeit zu itterun lufbewaß 3 „„. 5 r Art d .... p b Zeit, in⸗ Eintried , 5 lergattung 33 ng aus⸗ ere und 9. tihiere. Al J aus⸗ te und lachteten ... 50 SSSSSSSSS S S + 2A IX Seite. Zweiter Abſcchnitt. Fleiſchbeſchau bei der Schlachtung für den Pri⸗ vatverkauf.. Erſtes Kapitel. Von deren Nothwendigkeit und den dazu erfor⸗ derlichen Anordnungen. §. 37. Beſtimmung der hierher gehörigen Fälle im Allgemeinen........... §. 58. Obliegenheiten des Fleiſchbeſchauers hierbei. §. 39. Beſtimmungen hinſichtlich der Privatleute und der Schlächter 4. 2 A.. 4 4l 82.A.£A 4 AQ Zweites Kapitel. Von den Fehlern und Krankheiten der Schlacht⸗ thiere, bei welchen der Genuß und Privat⸗ verkauf des Fleiſches bedingungsweiſe zu erlauben. §. 40. Nothwendigkeit und Zweck einer genaueren Angabe derſelben. §. 41. Ueberſicht derſelben nach den beſonderen Thier⸗ gattungen........... §. 42. Allzuhohes Alter und große Magerkeit der Schlachtthiere........... §. 45. Aeußerliche Verletzungen, Knochenbrüche, Ver⸗ enkungen und Verſchlucken fremder Körper bei Schlachtthieren....... . 44. Blähſucht der Wiederkauer...... . 45. Trachtigſeyn und Mißgebähren der Schlacht⸗ t tere 4*£— 5 4..A.Q 4₰ 4 2..A. Bereſteruns einzelner Eingeweide bei Schlacht⸗ t teren* 4 2** 2* 4 2 2 2*. 2 Hautkraukheiten bei Schlachtthieren.... . 48. Durchfall bei Schlachtthieren...... Nichttödliche Vergiftungen bei Schlachtthieren Kälberkrankheit bei Kühen..... Perlkrankheit beim Rindvieh...... Knochenbrüchigkeit beim Rindvieh.... G ◻— ◻☛ 4£„£„ 4£„ *. & 8 ** Markflüſſigkeit beim Rindvieh.. Rücken⸗ oder Lendenblut beim Rindvieh. Langwieriger Huſten und Dampf beim Rindvieh . ₰ 2.£„ ☛☚ G. 0 .£„ ₰£ϑo 71 72 72 §. 56. . 57, 8 8 §. 58. §. 59. §. 60. §. 61. §. 62. S S. 65. Seite. Schwindel, Schlagflüſſe und Fallſucht beim Rindvieh........... Hartnäckige Verſtopfung, Harnverhaltung und Kolik beim Rindvieh. Steinkrankheit beim Rindvieh Krankheiten bei Kälbern. Egelkrankheit bei Schaafen Drehkrankheit bei Schaafen Rotz bei Schaafen.. Finnenkrankheit bei Schweinen Drittes Kapitel. „ 2Q „. *. . . 2A 4⁴ 0. 82 2*... * 2* 2* ** ** *„* ** Von der Genießbarkeit und Verkäuflichkeit des §. 64. §. 65. Fleiſches von Thieren, welche ohne vorheri⸗ ges Krankſeyn zu Grunde gegangen. Hierher gehörige Fälle....:... Zeichen, wonach das Fleiſch geſchlachteter von dem gefallener Thiere zu unterſcheiden.. Viertes Kapitel. Von den Krankheiten der Thiere, bei welchen der Genuß und Verkauf des Fleiſches gänzlich zu verbieten. 66. . 67. . 68. 69. 70. 71. 72. 75. 74. 75. 76. 77. 78. 79. 80. 81. 82. . 83. ....A 2 4. „.l 2...Q . Nothwendigkeit einer beſondern Angabe der hierher gehörigen Fälle....... Ueberſicht derſelben, nach den beſonderen Thier⸗ gattungen..... Bösartige Fieber bei Thieren.. Milzbrand bei Thieren.... Ruhr bei Thieren....... Krebs und bösartige Geſchwüre bei Thieren Waſſerſucht bei Thieren.... Gelbſucht bei Thieren..... Wuthkrankheit bei Thieren... 9 . . „¶. 4 .* 4 2A Tödliche Vergiftungen bei Thieren Rinderpeſt....... Lungenſeuche beim Rindvieh... Maul⸗ und Klauenſeuche beim Rindvieh Schaafspeſt......... Fäule der Schaafe....... Wurmige Lungenſeuche bei Schaafen. 9⁹ 2 2 24 2. Rothlauf der Schaafe..... Harnruhr der Schaafe.... . 9o 9„ 9*4*4„ 9 9?/⸗ *„ o„ 9„„„„„„ 0⸗ 95⁵ 10² 104 — —-— — CO GO SB —0 ⁸— ⏑☛*‿— * ——— —. —+½ —. 2—*.*—* 124 31 84. Darrſucht der Schaafe. 85. Gaubberkrankheit der Schaafe 86. Bräune der Schweine... Rothlauf der Schweine. 88. Zungenblatter der Schweine . 89. Borſtenfäule der Schweine . 90. Ruß der Schweine.... Zweiter Theil. Empiriſche Fleiſchbeſchau. Erſtes Kapitel. Von dem Zweck und der Nothwendigkeit der Einfuͤhrung derſelben in kleinen Orten und Landgemeinden. §. 91. Beyrif und Zweck der empiriſchen Tleiſch au... §. 92. Norywendigkeit derſelben auf dem Lande. §. 93. Fahrläßigkeit der Ortsvorſtände hinſichtlich der Fleiſchbeſchaunu.. Zweites Kapitel. Von der Wahl der Perſonen, denen die Fleiſch⸗ beſchau auf dem Lande zu übertragen. §. 94. Wichtigkeit dieſer Wahl....... §. 95. Eigenſchaften des zu Wähleneen Drittes Kapitel. Von der Art und Weiſe, wie empiriſche Fleiſch⸗ beſchauer zu unterrichten. §. 96. Nöthige Unterrichtung der Bleiſchbeſchaue. §. 97. Art des Unterrichts...„ §. 98. Umfang der Dienſtesobliegenheiten.... Viertes Kapitel. Von den beſondern Vorſchriften für empiriſche Fleiſchbeſchauer. §. 99. Zuſammenſtellung des Wichtigſten bei der em⸗ piriſchen Fleiſchbeſchau... 2 2 == ** 3*.* ₰ 4 2 2 4* 4* 9 2***£ 4£ 4 ₰ 2. 2„ ₰.A ₰ £ 2..„ §. 100. Vorſchriften in Betreff der Dienſtordnung §. 101.„„„„„„„ Ausübung.. Seite. 1³² 13³ 155 134 154 135 136 137 158 159 139 140 140 141 141 142 143 143 .... Seite. ...... Fünftes Kapitel. Von der Schlachtung und dem Fleiſchverkauf bei den Juden. . b§. 102. Molhvendigeit einer beſondern Berückſichti⸗— 1 3— gung derſelben... 147 §. 103. Qualität der Schlachtthiere der Juden.. 148 §. 104. Fleiſchhauſierhandel der Juden... 149 1 §. 105. Qualität des Fleiſches, welches die Juden 1 . ſelbſt genießen.. 149 §. 106. Betrügereien der Juden und dagegen nöthige Aufſicht.. 151— §. 107. Schlachtweiſe der Inden und Unreinlichkeit N. beim Zerlegen der Thiere.— Die tiir ſterſt eſt r ge m and .... .... — Anleitung zur Fleiſchbeſchau. „ Einleitun g. Die Fleiſchbeſchau beſteht in einer auf terſuchung der zur menſchlichen Nahrung beſtimmten Thiere und deren Theile, und hat den Zweck, den Buͤrger vor dem Ge⸗ nuſee kaͤuflich ungeſunden oder eckelhaf⸗ ten Fleiſches zu bewahren, und die Sor⸗ ge, daß ihm fuͤr eine, ſeinem Werth ent⸗ — ſprechende Taxe, das benoͤthigte Fleiſch zum Ankauf dargeboten werde. Die Nothwendigkeit einer ſolchen polizeilichen — aufſi icht auf den Verkauf eines der allgemeinſten Nahrungsmittel des Menſchen, welches ſeiner Na⸗ tur gemaͤß mehr als jedes andere, der Verderbniß und Verfaͤlſchung ausgeſetzt iſt, iſt laͤngſt anerkannt und wurde ſchon in den fruͤheſten Zeiten fuͤr ſo wichtig gehalten, daß mehrere alte Voͤlker, na⸗ mentlich die Aegypter und Israeliten dafür ddie genaueſten Vorſchriften hatten, welche ſehr weis⸗ — 1 lich mit den religioͤſen Gebraͤuchen verbunden, als ſolche aufs gewiſſenhafteſte beobachtet wurden. Als ein Denkmal der treueſten Vorſorge eines Geſetz⸗ gebers fuͤr das leibliche Wohl ſeines Volkes koͤn⸗ nen die durch die heilige Schrift uns uͤberlieferten moſaiſchen, die Speiſeordnung und den Fleiſch⸗ genuß betreffende Geſetze gelten. Wenn gleich die⸗ ſelben, beſonders was den erlaubten oder verbo⸗ tenen Genuß des Fleiſches mancher Thiergattungen oder der einzelnen Theile derſelben betrifft, uns jetzt als kleinlich erſcheinen muͤſſen, ſo laͤßt ſich doch nicht laͤugnen, daß das heiße Clima Aegyptens und Palaͤſtinas, und die bei den Israeliten von jeher vorwaltende Anlage zu Saͤftekrankheiten, dem juͤdiſchen Geſetzgeber aus diaͤtetiſchen Gruͤn⸗ den, das Verbot des Genuſſes ſehr fettreicher Thiergattungen, als der Schweine, und der in niedrigen, ſumpfigen Gegenden lebenden Sumpf⸗ und Waſſervoͤgel, und aasfreſſender Thiere welche meiſt ein wenig ſchmackhaftes und zum Genuſſe nicht einladendes Fleiſch haben, mußte raͤthlich erſcheinen laſſen. Aehnliche Gebote in Be⸗ treff des Fleiſchgenuſſes erhielten ſich unter den erſten Chriſten, und die Mohamedaner hal⸗ ten ſich noch jetzt ſehr ſtreng an die ihnen von ihrem Propheten gegebenen den juͤdiſchen aͤhnlichen Vorſchriften. Bei den uͤbrigen Voͤlkern des Alter⸗ thums findet man dieſen Gegenſtand nicht mehr heſonders beachtet, blos die Roͤmer hatten in dieſer hauy betre ten, Zwe erken wurde Vorſch da vo der 1 ten! tunge der he gemaͤf von g die in leicht zage Einſe doch ſchon auf d ſundh zſind „Sp. Rich Wͤre näit * verbunden, ag 4 wurden. A 1.incs Geſ s iberleftrn rind den gleiſc enn gleich die⸗ An oder verbu⸗ dhiergattungen 3 betrfft, uns 71, ſ last ſch * lima Legyptens Joraeliten von fiekrankheiten liſchen Grün dehr fettreichen in, und der i nden Sump rſender Thien araftes und zum d haben, mußte 1) Gebote in Be⸗ anich untet den omedaner hal⸗ n die ihnen vii t iſchen ühnlichen g ern des Alter⸗ wid icht nehr kiter hatten in 1 dieſer Beziehung noch einige Vorſchriften, die aber hauptſaͤchlich nur den Genuß des Ochſenfleiſches betrafen. Erſt der neueren Zeit war es vorbehal⸗ ten, die Wichtigkeit deſſelben, und zwar als eines Zweiges der Medicinalgeſetzgebung anzu⸗ erkennen. So wie letztere ſich mehr ausbildete, wurden auch deren dringende Vorſchriften und Vorſchlaͤge in Betreff des Fleiſchverkaufs, hier und da von den Regierungen, auf eine mehr oder min⸗ der zweckmaͤßige Weiſe, in Ausfuͤhrung gebracht. Wenn nun aber auch ſolche genaue Vorſchrif⸗ ten hinſichtlich des Genuſſes mancher Thiergat⸗ tungen, wie ſie fuͤr die Bewohner obgenannter Län⸗ der heilſam ſeyn mochten, fuͤr uns, die wir in einem gemaͤßigteren Himmelsſtriche wohnen, und weniger von gewiſſen Volkskrankheiten zu befuͤrchten haben, die in einem heißern Klima haͤufiger ſind, und viel⸗ leicht mit dem Genuſſe irgend einer Fleiſchgattung zugeſchrieben werden koͤnnten,— nicht mehr ohne Einſchraͤnkung anwendbar ſind, ſo erſehen wir doch hieraus, daß auch die fruͤhern Geſetzgeber ſchon die Nothwendigkeit einer genauen Aufſicht auf dieſen wichtigen Zweig der oͤffentlichen Ge⸗ ſundheitsflege bei ihren Voͤlkern einſahen, vund „finden, wie Franck mit Recht ſagt, uͤberall »Spuren einer uns beſchaͤmenden Fuͤrſorge in »Ruͤckſicht auf die geſunde Ernaͤhrung der »Buͤrger, und auch noch Vieles, was in wohl po⸗ plizirten Staͤdten und Staaten entweder eingefuͤhrt viſt, oder es mit Ueberlegung der Umſtaͤnde zu »werden verdient. Fruͤher ſey das Schlachten mehr „die Verrichtung des einzelnen Familienvaters gewe⸗ „ſen, der in dem gluͤcklichen Ueberfluſſe beßerer Zei⸗ „ten, den Segen ſeiner Heerden mit ſeinen Kin— „dern verzehrte, indem er ſich das geſuͤndeſte ſei— „ner Lämmer herauslaß, und alles, was er in den »Eingeweiden ſeines Schlachtviehes Widerna⸗ stürliches antraf, als unre in mit Abſcheu hin⸗ „wegwarf; jetzt aber, wo daſſelbe in den Haͤnden von Schlaͤchtern und Fleiſchhaͤndlern ſich befindet, „muͤßte eine vernuͤnftige Polizei mit wachendem »Auge ſeine Stelle vertreten, und der niedrigen »Gewinnſucht Schranken ſetzen., Wo alſo, wie in unſern heutigen volkreichen Staͤdten und Doͤr⸗ fern, der Einzelne nicht mehr der Waͤch⸗ ter des Schlaͤchters ſeyn kann, iſt eine ſtrenge polizeiliche Aufſicht auf den Ver⸗ kauf des Fleiſches unerlaͤßlich. Obgleich wohl nicht geleugnet werden kann, daß die meiſten Regierungen die Rothwendigkeit einer ſolchen Aufſicht ſchon fruͤher anerkannt, und die Sorge dafuͤr durch den Erlaß manchfaltiger, dieſelben betreffender Verordnungen ausgeſprochen haben, ſo lehrt doch die Erfahrung, daß die wohl⸗ gemeinten Abſichten derſelben durchaus nicht in der Art verwirklicht werden, wie es die Wichtig— keit des Gegenſtandes erheiſchete. Dies mag eines⸗ theils in der Mangelhafkigkeit der daruͤber zeſtehe und n Auff ren wen Aufſi uͤber. ſüüſig welche den ben, aus nöthig viele wor nur Mach. Einwu figen ſches, Folgen Lanz u gewo ſogart kher Umſtinde 1 Schlachten 1 rilienvaters a Sluſſe beßern jmit ſeinen ſ 1s geſuͤndeſe J, was er ing Shes Widen Amit Abſchen A in den hin Aeern ſich befni zmit wachene d der nia .Wo alſo, uü Dadten und d ur der Dih nn, iſtt ein auf den den nih. =6: werden lanl, — Natwwendigkeit rereannt, und nanchfaltiger, d¹ ausgeſprochen an daß die wohl ac aus vicht ie 3nz die Wihti jes mag eines⸗ Pet der darͤben 3ooooöö—ö—öoͤöſſſſ“ ö ſ beſtehenden Verordnungen, anderntheils aber und wohl hauptſaͤchlich in der Fahrlaͤßigkeit der Aufſichtsbehoͤrden liegen, und letztere wieder ih⸗ ren Grund darin haben, daß ſie ſelbſt von der Noth⸗ wendigkeit und Nuͤ tzlichkeit einer gehoͤrigen Aufſicht auf den Fleiſchverkauf nicht vollkommen uͤberzeugt ſind. Es ſcheint ſonach nicht uͤber⸗ fluͤſſig, Einiges hieruͤber fuͤr Diejenigen zu bemerken, welche vorhandene geſetzliche Beſtimmungen uͤber den Fleiſchverkauf in Anwendung zu bringen ha⸗ ben, damit ſie um ſo eher geneigt werden moͤchten, aus voller Einſicht und mit dem hiezu durchaus noͤthigen Eifer, die Vorſchriften der Geſundheits⸗ polizei und die daraus hervorgegangenen Regie⸗ rungsverordnungen in Ausfuͤhrung zu bringen. Wollte man in Bezug auf die Nothwendig⸗ keit und Nuͤtzlichkeit der Fleiſchbeſchau den Ein⸗ wand machen, ddaß ſeit undenklichen Zeiten wohl „viele kranke Thiere von Menſchen verſpeißt »worden ſeyn muͤßten, und doch verhaͤltnißmaͤßig „nur wenige Beiſpiele von daraus entſtandenem »Nachtheil bekannt geworden!«,— ſo iſt dieſer Einwurf ſowohl in Betreff der Thatſache der haͤu⸗ figen Nichtſchaͤdlichkeit des Genuſſes kranken Flei⸗ ſches, als auch hinſichtlich der daraus gezogenen Folgerung— der Entbehrlichkeit der Fleiſchbeſchau, ganz und gar unrichtig; denn es ſind der bekannt gewordenen Beiſpiele von nachtheiligen und ſogar toͤdtlichen Folgen des Genuſſes kranken Flei⸗ ſches gar nicht wenig), dieſe aber ſicher noch aͤußerſt gering im Verhaͤltniß zu den nicht offen kundig gewordenen; und dann moͤgen wohl gar viele verborgene Urſachen vieler Krankheiten in dem haͤufigen Genuſſe ſchlechten und kranken Flei⸗ ſches zu ſuchen ſeyn,— Urſachen, denen der Arzt oft erſt, durch irgend einen günſtigen Wink gelei⸗ tet, auf die Spur koͤmmt, waͤhrend er vorher lange nach anderwaͤrtigen geforſcht hat. Es kann aber auch nicht fehlen, daß ein ſo haͤufiges und bei vielen Menſchen taͤgliches Nahrungsmittel, wenn es nicht die natuͤrliche Friſche und Guͤte beſitzt, vielmehr alt und verdorben iſt, oder gar von kran⸗ ken Thieren kommt, nicht ſelten die Saͤfte und Kraͤfte des Genießenden veraͤndern, und in ſeinen Koͤrper den Keim zu einer vielleicht erſt ſpaͤter ſich entwickelnden Krankheit legen muͤſſe. Uebrigens auch angenommen, daß die Faͤlle von Erkranken nach dem Genuſſe des Fleiſches von kranken Thie⸗ ren ganz ſelten ſeyen, und in der Mehrzahl der⸗ ſelben der menſchliche Magen, wie der von aas⸗ freſſenden Thieren, im Stande ſey, auch kran⸗ kes Fleiſch in einen guten Nahrungsſaft zu ver⸗ wandeln, ſo iſt unter Tauſend der Art, welche ohne uͤbele Folgen abliefen, ein Einziger, der das Gegentheil lehrt, ſchon hinreichend, den Einzelnen, der ja auch gerade der Einzige unter Tauſenden ſeyn koͤnnte, als den Staat, dem die Sorge fuͤr *) S. Tſcheulin's thierärztliche Polizei, wo ſolche in Menge angeführt ſind. iber ſicher 1 nicht offen gen wohl a adrankheiten i u kranken Flai menen der An 4 Vink gelei⸗ id er vorher t. Es kann ſiges und bei muͤttel, wenn 1 Güte beſit, 3e gar von kran⸗ nie Saͤfte um mund in ſeina am erſt ſpaͤter ſi me. Uebrigene I von Erkranken en kranken Thie⸗ 4 Mehrzahl der⸗ oder bon aas⸗ — ſſcy, auch kran⸗ aJgsſaft zu ver⸗ „Art, welle D iger, der dar aden Einzelnen ater Tauſende die Sorge 1 M izei, wo ſolhti das Wohl aller ſeiner Buͤrger obliegt, von der Nothwendigkeit der Anwendung eines Mittels zu uͤberzeugen, durch welches moͤglicherweiſe am beſten den uͤbelen Folgen des Genuſſes kranken Fleiſches vorgebeugt werden kann, naͤmlich einer ſtrengen und ihrem Zwecke entſprechenden Fleiſchbeſchau. Daß uͤbrigens das Schlachten kranker und uͤber⸗ haupt fehlerhaften Thiere, deren Fleiſch entweder ganz unbrauchbar, oder doch nicht von einer Oua⸗ litaͤt iſt, die es fuͤr den oͤffentlichen Verkauf taug⸗ lich macht, ſo ſelten nicht ſey, beweißt die Erfah⸗ rung des Thierarztes Obermayer, welcher waͤhrend einer zwoͤlfjaͤhrigen Ausuͤbung der Fleiſchbeſchau, zufolge genauer Aufzeichnung und Zuſammenſtel⸗ lung, gefunden: daß nur wenig mehr als drei Viertheile der Schlachtthiere ganz gut und un⸗ tadelhaft, beinahe ein Viertheil aber theils ganz unbrauchbar, theils von ſehr geringer und nicht fuͤr den oͤffentlichen Verkau f erfor⸗ derlicher Qualitaͤt geweſen. Ein ſolches Reſul⸗ tat ergab ſich bei einer ſtrengen und gewiſſenhaften Aufſicht, welches aber wird wohl das Verhaͤltniß ſeyn bei einer minder ſtrengen oder ganz fehlen⸗ den? Guͤnſtiger moͤchte es ſicher nicht ausfallen! Bisher war beilaͤufig nur von der Nothwendig⸗ keit der allgemeinen Einfuͤhrung der Fleiſchbeſchau, als einer aus geſundheitspolizeilichen Gruͤnden hergeleiteten Pflicht der Staatsregie⸗ rung die Rede; es muß jetzt aber noch ein ande⸗ —— “ rer Grund, von der Verpflichtung derſelben herruͤh⸗ rend, auch den o konomiſchen Vortheil ihrer Buͤrger zu wahren, in Betracht kommen. Dieſelbe darf naͤmlich den Fleiſchverkaͤufern nicht erlauben, ein zwar unſchaͤdliches aber der Guͤte nach ge⸗ ringes Fleiſch, fuͤr den einem vorzuͤglichern Fleiſche entſprechenden Preis zu verkau⸗ fen. Die Taxregulirung der verſchiedenen Fleiſchſorten kann aber nur dann mit Sicher⸗ heit und Genauigkeit geſchehen, wenn eine auf thier⸗ aͤrztlichen Erfahrungen beruhende Controlle der Fleiſchverkaͤufer die verkaͤufliche Qualität zuvor beſtimmt hat*). Dies iſt ein weſentlicher und auch da wo die Fleiſchbeſchau bisher ſchon eingefuͤhrt war, noch nicht nach ſeiner ganzen Wichtigkeit erkannter, Vortheil derſelben; denn es kann dem Kaͤufer ſicher nicht gleichguͤltig ſeyn, ob er fuͤr eine geringere Waare denſelben Preis bezahlt, als fuͤr eine beſſere, fuͤr welche eigentlich allein die hoͤhere Taxe feſtgeſetzt iſt. Wenn demnach aus dem Angegebenen ſowohl der geſundheitspolizeiliche als oͤkonomiſche Vortheil einer zweckmaͤßigen Fleiſchbeſchau hervorgeht, ſo er— gibt ſich daraus hinlaͤnglich und auf's deutlichſte, die Nothwendigkeit der Einfuͤhrung derſelben allent⸗ *) Daß dieſe Qualitätsbeſtimmung des Fleiſches nicht von jedem einzelnen Käufer, dem hierzu in der Regel die nöthigen Kenntniſſe fehlen, geſchehen könne, iſt klar, und gerade dies ſpricht auf's entſchiedenſte gegen die ſchon öͤfters vorgeſchlagene Aufhebung der Fleiſchtaxen. halber ſtins giſpr dig e eracht Euro ſalten gibene die Fl nunge berech bliebe auwen ſer gr gkeiſh Eigenn jiden di riſchen daß in hierzu püben; eltwed danz von de lierzu oft nu ſzkeit dn J 9 heeeeabas halben, wo ſie bis jetzt noch nicht, oder wenig⸗ eil ih ſtens nicht in der Art beſtanden, daß ihr oben aus⸗ imen. Dieſelb geſprochener zweifacher Zweck wirklich und vollſtaͤn⸗ nicht erlaubn dig erreicht wurde. Daß dieſer Zweck aber, ohn⸗ üte nach g erachtet der in den meiſten civiliſirten Laͤndern t üglichern Europas daruͤber beſtehenden Verordnungen, aͤußerſt dis zu verkau⸗ ſelten erreicht wird, hat außer dem bereits Ange⸗ verſchiedenen gebenen, noch beſonders darin einen Grund, daß die n mit Sicher⸗ die Fleiſchnahrung betreffenden geſetzlichen Beſtim⸗ eine auf thier⸗ mungen, hauptſaͤchlich nur fuͤr groͤßere Staͤdte ntrolle der berechnet, und auf die meiſt ganz unberuͤckſichtigt ge⸗ Lalität zuvn bliebenen Verhaͤltniſſe der Landbewohner gar nicht mer und auchda anwendbar ſind; woher es denn kommt, daß die⸗ ungefuͤhrt wa ſer groͤßere Theil der Staatsbuͤrger, in Betreff des akkeit erkannter Fleiſchgenuſſes, faſt gaͤnzlich der Willkuͤhr und dem 3 Kaͤufer ſiche Eigennutze der Schlaͤchter und hauſirenden Fleiſch⸗ nringere Waare juden preisgegeben iſt. ze beſſere, ſu Dieſem Uebelſtande abzuhelfen, beſteht im Baye⸗ dee feſtgeſetztiß riſchen Rheinkreiſe die lobenswerthe Einrichtung, Zebenen ſowoll daß in jeder Landgemeinde zwei Maͤnner, welche amiſche Vorthelhierzu vereidigt ſind, die Fleiſchbeſchau zu beſorgen wvorgeht, ſoo haben; wenn dieſe aber, wie meiſt der Fall iſt, ifs deutlicſt entweder von dem ihnen uͤbertragenen Geſchaͤfte eerſelben alm ganz und gar nichts verſtehen, oder doch 4 von deſſen Wichtigkeit nicht ſo ſehr uͤberzeugt ſind, als des Fleiſches nit hierzu durchaus erforderlich iſt, und endlich noch eine, A zu in der Aa oft nur aus Leichtfertigkeit entſpringende Gewiſſenlo⸗ könne, iſ. ſigkeit ſie geneigt macht, das Beſte ihrer Mitbuͤrger 4 nit dem Intereſſe der Schläͤchte nachzuſetzen, ſo iſt be⸗ „)taren. “ 2—— —, o—“ 10 greiflich, daß die gute Abſicht der Regierung auch in dieſer Hinſicht, in den wenigſten Faͤllen verwirk⸗ licht werden koͤnne, wie denn dies auch erfahrungs⸗ maͤßig aͤußerſt ſelten, ja faſt niemals auf dem Lande geſchieht. Damit alſo die beſtehenden Verordnungen wirklich und ihrem Zwecke vollkom⸗ men entſprechend in Vollzug geſetzt werden koͤnnen, ſcheint es vor Allem noͤthig, eins der Haupthin⸗ derniſſe, naͤmlich die Unkenntniß der ob⸗ liegenden Verpflichtungen der mit der Fleiſchbeſchau Beauftragten, und deren Unbekannt⸗ ſchaft mit Allem, was ſich auf die Ausuͤbung derſelben bezieht, aus dem Wege zu raͤumen. Dies kann nur auf die Weiſe an ſicherſten geſchehen, daß dem Fleiſchbeſchauer eine umfaſſende, aber deutliche und leicht verſtaͤndliche, durchaus auf Er⸗ fahrung gegruͤndete Anleitung zur Ausuͤ⸗ bung ſeines Geſchaͤfts in die Haͤnde gegeben, und damit zugleich den oberen und namentlich den Polizeibehoͤrden ſelbſt,— von deren Einſicht in die Sache und daraus entſpringendem Eifer fuͤr dieſelbe, die Erreichung des Zweckes der Fleiſchbeſchau faſt einzig und allein abhaͤngt,— eine Zuſammenſtellung alles deſſen dargeboten werde, was ſich aus ſicherer Erfahrung als das Beach⸗ tenswertheſte gezeigt hat, und worauf ſie ihre ſpe⸗ ziellen und Localpolizeiverordnungen zu gruͤnden, in Stand geſetzt wuͤrden. V In den oben beruͤhrten, von einander abwei hender ner, iſ nach Anwe Staͤd räͤthli dieſell alf de Solch piriſ Hiern Allgel virij neſen ſheu! ken un gebil da di Erfüͤl lung jene perſor zſtim den. Abthei wiſen ſen n ehrun beſcha 11 egierung auß Fäl chenden Verhaͤ tniſſen der Staͤdte⸗ und Landbewoh⸗ allen verwiſner, iſt die verſchiedene Art und Weiſe begruͤndet, Knach welcher die Fleiſchbeſchau verſchiedentlich in Auch erfahrun emals auf iaAnwendung kommen muß; denn in größeren die beſtehend Staͤdten iſt es in der Regel moͤglich, und dann auch 3wecke vollkon raͤthlich, wiſſenſchaftlich gebildeten Thieraͤrzten werden käͤnnen dieſelbe zu uͤbertragen, in kleineren Staͤdten und de Haupthin auf dem Lande hingegen, kann ſie gemeiniglich nur ttniß der ob Solchen anvertraut werden, welche ſich blos em⸗ der mit der piriſch einige Kenntniß davon erworben haben. Seten Uadekaun Hiernach unterſcheidet ſich die Fleiſchbeſchau im ie Ausuͤbun Allgemeinen in die wiſſenſchaftliche und em⸗ au raumen. Mpiriſche. Dieſe Eintheilung iſt uͤbrigens nicht Kerſten geſchann weſentlich in ihr ſelbſt begruͤndet, indem zu wuͤn⸗ nfaſſende, eſcheu und dahin zu trachten iſt, daß ſie allenthal⸗ Barchaus auft ben nur auf eine mehr wiſſenſchaftliche Weiſe, von aig zur Au gebildeten Thieraͤrzten ausgeuͤbt werde. — Haͤnde gega Da dieſer Wunſch aber wohl noch lange nicht in d namentliht Erfuͤllung gehen duͤrfte, ſo muß in einer Darſtel⸗ Zen Einſicht Iung der Geſchaͤfte eines Fleiſchbeſchauers auf Jingendem Eiſ jene Verſchiedenheit der Localverhaͤltniſſe und der g des Zweces Perſonen, welche zur Ausuͤbung der Fleiſchbeſchau Zein abhangt, beſtimmt werden koͤnnen, Ruͤckſicht genommen wer⸗ dargeboten wi den. Dieſe Anleitung zerfaͤllt demnach in eine als das Ar Abtheilung welche Alles das enthaͤlt, was einem rauf ſie ihn wiſſenſchaftlich gebildeten Fleiſchbeſchauer zu wiſ⸗ agen zu gui ſen noͤthig, und in eine andere, welche die Be⸗ lehrung des nichtthieraͤrztlichen, empiriſchen Fleiſch⸗ einander t beſchauers zum Zwecke hat. 12 Eine weitere Abtheilung der abzuhandelnden Gegenſtaͤnde wird nun noch dadurch bedingt, daß zwar einerſeits nur vollkommen geſundes Vieh ge⸗ ſchlachtet und oͤffentlich verkauft werden ſoll, welcher oͤffentliche Verkauf den zuͤnftigen oder patentirten S Schlaͤchtern allein zuſteht, an⸗ dererſeits aber auch dem Privatmanne, zur Ver⸗ meidung großer Beeintraͤchtigung ſeiner Rechte in Benuͤtzung ſeines Eigenthums, es nicht ganz und gar verboten werden kann, ein zwar nicht vollkom⸗ men geſundes, aber doch noch ohne Nachtheil zur Ver⸗ ſpeißung dienliches Stuͤck Vieh abzuſchlachten, und nach beſonders eingeholter obrigkeitlicher Erlaub— niß, das von ihm ſelbſt nicht zu verbrauchende Fleiſch privatim zu verkaufen. In ein gleiches Ver⸗ haͤltniß tritt auch der Schlaͤchter, wenn das von ihm zum oͤffentlichen Verkaufe beſtimmte Fleiſch, nicht die gehoͤrige Oualitaͤt hat, und er dann von Polizeiwegen angewieſen wird, dies Fleiſch nur privatim zu verkaufen. Die Fleiſchbeſchau zerfällt dieſemnach in die fuͤr den oͤffentlichen und in die fuͤr den Privatverkauf des Fleiſches. Eine beſondere Beruͤckſichtigung verdient noch die Art und Weiſe, wie die Juden das Schlaͤch⸗ tergewerbe betreiben, weshalb denn auch, wie⸗ wohl auf dieſelben die allgemeinen Regeln und geſetzlichen Beſtimmungen in Anwendung kommen b ſiben, angeſtel muͤſſen, noch eigens hiervon gehandelt wird.— — — 1 Voy Die: ſchau k ich m vom E ichtli leſerger lleiſtb abzuhandeln ch bedingt, i undes Yieh aift ft werden; 1 nftigen 1 in zuſteht, al unne, zur Ver e nahe Erſter Theil. icht ganz und Wiſſenſchaftliche oder thierärzliche zvicht vollkom⸗ Fleiſchbe ſch au theil Nar Ver b— auſchlachten, n“ gtlicher Erlau Erſter Abſchnitt. Fleiſchbeſchau bei der Schlachtung für den i gleiche k „werr 2 öffentlichen Verkauf. thzat, ur Von den hierzu erforderlichen Anordnungen. 4 dies A Jleiſhtet§ 4. oͤf Die wiſſenſchaftliche oder thieraͤrzliche Fleiſchbe⸗ . f des Flaſt ſchau kann nur in groͤßeren Staͤdten, und eigent⸗ ig verdient n lich nur in ſolchen Orten eingefuͤhrt werden, wo In das Shli vom Staate angeſtellte Thieraͤrzte ſowohl die ge⸗ Z)enn auch, 1 richtlich⸗ als polizeilich⸗thieraͤrztlichen Geſchaͤfte zu on Regeln beſorgen haben, zu welchen letzteren denn auch die gendung kom Fleiſchbeſchau, als einer der wichtigſten Theile der⸗ delt wird.- ſelben, gehoͤrt. Ein ſolcher als Fleiſchbeſchauer angeſtellter Thierarzt bildet dann, zunaͤchſt mit der Behörde, welcher die Fleiſchbeſchan zukömmt. 14 ihn noͤthigenfalls in ſeiner amtlichen Autoritäß 9 unterſtuͤtzenden Polizeibehoͤrde und mit dem Gerichts⸗ 3 arzte, das Aufſichtsperſonal hinſichtlich der bein Schlachten und Fleiſchverkauf in Anwendung kom⸗ menden geſetzlichen Verfuͤgungen. §. 2. Schlachthäu⸗ Um mit Genauigkeit und der moͤglichſten Sia W Blelee cherheit die Schlaͤchter und Fleiſchverkaͤufer beauf⸗ 1 ſchrannen. ſichtigen zu koͤnnen, iſt es nothwendig, in nur ei⸗ nigermaßen volkreichen Staͤdten, beſondere Lokalis taͤten fuͤr das Schlachten, und andere fuͤr den Fleiſchverkauf, naͤmlich Schlachthaͤuſer und Fleiſchſchrannen einzurichten, welche zu beſtimm⸗ b ten Stunden von der Polizeibehoͤrde geoͤff⸗ f net und geſchloſſen werden, und den ganzen Un Tag uͤber, unter polizeilicher Aufſicht ſtehen muͤſſen. rihtun §. 3. nanme Nutzen und Die Errichtung von Schlachthaͤuſern in groͤ⸗ Etaͤd Einrichtung ßeren Staͤdten bietet die weſentlichen Vortheile bewol Schlachthäuſer dar, daß hierdurch gpen 1) die geſundheitsgemaͤße Reinlichkeit in den riſch f Straßen wenigſtens von dieſer Seite erzweckt, aus de beſonders aber nng we 2) die zerſtreuten Heerde uͤbler Geruͤche und Punm Ausduͤnſtungen, als welche die gewoͤhnlichen an Metzgerbuden bekannt ſind, an einen entfern⸗ enli ten und zur Fortſchaffung der Blutreſte und geſent aller beim Schlachten ſich ſammelnden Unrei— ales E nigkeiten geeigneteren Ort verlegt werden; ſhen u lichen A Utor„... tit dem Gerih 3) das fuͤr jeden Voruͤbergehenden unangenehme cchlih der Schauſpiel des Abſchlachtens von Thieren elnwendung i wird dadurch den Augen der Einwohner ent⸗ ruͤckt, und damit zugleich eine Urſache der in jugendlichen Gemuͤthern, bei dem taͤglichen Anblick von Mordſcenen ſo leicht ſich ein⸗ ſchleichenden Hartherzigkeit entfernt; 4) endlich wird dadurch, daß die zu ſchlachten⸗ den Thiere an einem Orte verſammelt wer⸗ den, die Unterſuchung derſelben ſowohl im lebendigen als im toden Zuſtande außeror⸗ dentlich erleichtert, und jedem moͤglichen Un⸗ terſchleif von Seiten der Schlaͤchter am Be⸗ ſten vorgebeugt. Um dieſe Vortheile zu erreichen, muß bei Er⸗ richtung von Schlachthaͤuſern darauf Ruͤckſicht ge⸗ nommen werden, daß dieſelben außerhalb der ethaͤuſern int Staͤdte, oder doch an gaͤnzlich abgelegenen, un⸗ Litlichen Vat bewohnten, von allen Seiten dem Luftzuge zugaͤn⸗ gigen Stadttheilen, hauptſaͤchlich aber an einem inlichkeit n raſch fließenden Waſſer, und am Ausfluſſe deſſelben der Seite ehg aus der Stadt, erbauet werden. Ein großer Vor⸗ zug waͤre noch, wenn dieſelben mit laufenden ger Geruͤche Brunnen verſehen werden koͤnnten. 3 die gewöhn In dieſen Schlachthaͤuſern muß die groͤßte San einen ui Reinlichkeit herrſchen, und hauptſaͤchlich dafür gyer Blutrſte geſorgt werden, daß nach jeder Schlachtung ſogleich mmelnden! alles Blut und ſonſtige Unreinlichkeiten ausgewa⸗ erlegt wedt ſchen werden, und in der waͤrmeren Jahres⸗ moͤglichſten S herkaͤufer beau ddig, in nut ei Weſordere Lokal * andere fuͤr h 2) thaͤuſer u lche zu beſtir vehoͤrde gei und den gm richt ſtehen nij 16 zeit ſtets nur in den Fruͤhſtunden zu ſchlachten erlaubt ſeyn darf. Einen weſentlichen Nutzen gewährt außerdem noch die Verbindung von Staͤllen mit den Schlachthaͤußern, in denen alles zu ſchlachtende Vieh von der Zeit des Eintriebs bis zur Schlach⸗— tung aufgeſtellt werden muß. Einestheils wird dadurch dem Fleiſchbeſchauer das zeitraubende Um⸗ dei herlaufen in den Privatſtaͤllen erſpart, anderntheils nog aber die genaue Beſtimmung der Schlachtzeit fuͤr 9 Be die einzelnen Stuͤcke, nach gehoͤrig eingehalte⸗ ner Ruhezeit, allein erſt moͤglich gemacht. In ü groͤßeren Staͤdten ſind dieſelben daher unerlaͤßlich. cj tigl §. 4. dii Ruyen nd Von dem Schlachthauſe verſchieden iſt die 1 der Fleiſch⸗ Fleiſchſchranne, als der Ort, wo das ausge⸗ i ſchrannen. hauene Fleiſch nur allein verkauft werden ſoll. 1 Durch die Errichtung ſolcher Schrannen wird der„ Polizeibehörde die Beaufſichtigung des Fleiſchver⸗ kaufs ſehr erleichtert, und das Publikum kann hier wo alles zum Verkaufe beſtimmte Fleiſch vor ſei⸗ nen Augen ausgelegt iſt, am fuͤglichſten ſelbſt die Controlle uͤber die Reinlichkeit der einzelnen Ver⸗ kaͤufer und die Oualitaͤt des Fleiſches ausuͤben. Unterſchleife, beſtehend in Einſchwaͤrzung auswaͤrts geſchlachteter Thiere und ihrer Theile, ſo wie der Verkauf ſchlechten Fleiſches, ſind ohne Schrannen, beſonders in großen Staͤdten, nicht wohl zu ver⸗ en zu ſchlagh währt außen aͤllen mit 3 zu ſchlachten bis zur Sylat Einestheils wir zeitandende Um Hart, andernche ⁵ Schlachtzeit Aorig eingehat ech gemacht. aaher unerli eſchieden iſ wo das auf auft werden Srannen win 3 des Fleiſt blikum kam a: Fleiſch va Zlichſten ſel r einzelnen! eiſches au Zaͤrzung auin eile, ſo vi gohne Schty cht wohl i huͤten, deren Errichtung ſonach an ſolchen Orten durchaus nothwendig. Daß auch in den Schrannen und in den ein⸗ zelnen Fleiſchlaͤden, wo erſtere nicht vorhanden ſind, oder ſeyn koͤnnen, die groͤßte Reinlichkeit herrſchen muͤſſe, ergiebt ſich aus Obigem; insbeſonders aber waͤre bei der Anlage neuer darauf zu ſehen, daß dieſelben nicht in engen, dumpfigen Gaſſen, wo moͤglich gegen Norden, und hoch und luftig er⸗ bauet wuͤrden. Alle Geſchirre, als: Wagen, Beile und Meſſer, ſo wie Tiſche, Haukloͤ— tze und Fleiſchbaͤnke muͤſſen von groͤßter Rein⸗ lichkeit zeugen, und zum Auslegen des Fleiſches taͤglich friſche Leinwand genommen werden. Auch darf das Fleiſch nicht außerhalb der Buden in die Straße haͤngen, ſondern muß im Innern der⸗ ſelben frei an Hacken befeſtigt werden. Beide Locgalitaͤten, Schlachthaus und Schran⸗ ne, koͤnnen auch miteinander verbunden ſeyn, naͤmlich in einem Gebaͤude ſich befinden, muͤſſen aber doch ſo von einander getrennt werden, daß die Fleiſchlaͤden durchaus in keiner unmittelbaren Verbindung mit den Schlachtplaͤtzen ſtehen, und der Schlaͤchter, wenn er auch zugleich den Fleiſch⸗ verkauf beſorgt, darf dieſes Geſchaͤft nur erſt dann vornehmen, wenn er ſich vorher von Kopf bis zu Fuß gereinigt hat, weil die an ihm vom Schlach⸗ ten klebende Unreinigkeiten und davon ausgehen⸗ den Gexuͤche, dem Kaͤufer nur Eckel erwecken, und 2 b 18 von dem Ankaufe des Fleiſches, welches ein un⸗ reinlicher und noch mit Blut und dgl. beſudelter V Schlaͤchter ihm vorlegt, abſchrecken muͤſſen. Ueber alles dieſes muß eine beſondere Schlacht⸗ haus⸗ und Schrannenordnung das Naͤhere und Beſondere, je nach den localen Verhaͤltniſſen, von der Polizeibehoͤrde ausgehend, enthalten, ſol⸗ che dem Publkum bekannt gemacht, und im Schlacht⸗ hauſe und an den Fleiſchlaͤden mehrfach angeſchla⸗ gen werden. §. 5. Verkaufsplatz Außer dieſen Einrichtungen iſt noch ein weſent⸗ lienneyſ e liches Erforderniß, die Beſtimmung eines eige⸗ Qualität. nen Locals wo nur allein Fleiſch von geringe⸗ rer, jedoch genießbarer Qualität, verkauft werden ſoll, als welches von dem Fleiſchbeſchauer das Fleiſch von Thieren bezeichnet werden muß, die wegen zu geringen oder zu hohen Alters, und zu mageren Koͤrperſtandes, bei ſonſtiger Geſund⸗ heit, oder wegen blos oͤrtlicher Fehler, oder in Folge von Blaͤhſucht und Mißgebaͤhren und dgl. geſchlachtet, kein zum oͤffentlichen Verkaufe dienli⸗ ches Fleiſch 1. und 2. Qualitaͤt liefern. Durch die Beſtimmung eines ſolchen beſondern Verkaufsplatzes fuͤr geringere Fleiſchſorten, wird es der Polizei nur allein moͤglich zu verhuͤten, daß nicht das geringer taxirte Fleiſch dennoch mit dem hoͤher tarirten und um den gleichen Preiß ellches ein 1 dgl. beſuden muͤſſen. dere Schlag g das Nihe n Verhaͤltniſe enthalten, ii nd im Schlag rfach angeſch toch ein weſen g eines eige von geringe⸗ ttät, verkauf leiſchbeſchauen nwerden muß, Alters, und iger Geſund verkauft werde, und hierdurch dem Publikum zugleich eine Garantie gegen einen ſolchen Betrug gegeben. Außerdem wird aber mit dieſer Einrichtung noch erzweckt, daß die Schlaͤchter ſich bemuͤhen wer— den, nur allein Thiere einzukaufen, deren Fleiſch von guter Qualitaͤt iſt, weil es ſowohl ihrem Rufe als ihrem Beutel großen Nachtheil bringen muͤßte, wenn ſie oͤfters mit einem geringeren Fleiſch an dieſen beſonderen Verkaufsplatz verwieſen wuͤrden. Endlich moͤchte hierdurch noch den aͤrmeren Leu⸗ ten die Gelegenheit gegeben ſeyn, fuͤr eine gerin⸗ gere Taxe eine zwar geringere, doch aber vollkom⸗ men genießbare Fleiſchſorte zu erkaufen. §. 6 Der Thierarzt, welchem die Fleiſchbeſchau in einem Orte uͤbertragen wird, iſt fuͤr dieſe Verrich⸗ tung amtlich zu beeidigen und ihm eine beſondere Inſtruktion zu uͤbergeben, an deren Beſtimmungen er ſich ſtreng zu halten hat. Dieſe Inſtruktion ihler, oder in kann nur das Allgemeine uͤber ſein Verhaͤltniß zu aren und dgl arkaufe dienl den. hen beſonden ſthſorten, wi verhuͤten, d der Polizeibehoͤrde, zu den Schlaͤchtern und Fleiſch⸗ verkaͤufern, und im Beſondern nur ſolche Vorſchrif⸗ ten enthalten, welche ſich auf das Formelle des Dienſtes beziehen, alles Uebrige was auf das Techniſche deſſelben, namentlich auf die Unter⸗ ſuchung der Schlachtthiere, deren Qualitaͤt und ennoch mit d auf die ihres Fleiſches, ferner auf Krankheiten der⸗ eichen pu ſelben die das Fleiſch ungenießbar machen, und Obliegenhei⸗ ten der Fleiſchbe⸗ ſchauer 20. dergleichen ſich bezieht, kann nur angedeutet wer⸗ den, muß aber im Weſentlichen ſeiner eigenen Be⸗ urtheilung uͤberlaſſen bleiben, mit dem Vorbehalte je. doch der Entſcheidung einer hoͤheren competenten Be⸗ hoͤrde, als der gerichtsaͤrztlichen,— welcher ohnedieß die Ueberwachung dieſes Zweiges der Geſundheits⸗ polizei vom Staate uͤbertragen iſt,— wenn ſi ch Faͤlle ergeben, wo eine ſolche Entſcheidung nothwendig erachtet und nachgeſucht wird. 1 Zu den Dienſtverrichtungen des Jleiſcheſchauers gehoͤren: 1) die Unterſuchung der Schlachtthiere im leben⸗ den Zuſtande, und ihres Fleiſches, nachdem ſie getoͤdtet worden; 2) die Unterſuchung und Beaufſichtigung der Schlachthaͤuſer, Schrannen, Fleiſchlaͤden und der Werkzeuge der Schlaͤchter und Fleiſch⸗ verkaͤufer. ſicht vorgenommen werden ſollen, ergiebt ſich im Verlaufe dieſer Schrift, deren ganzer Inhalt die weitere Ausfuͤhrung dieſes Gegenſtandes iſt, und als Anleitung zu den Geſchaͤften eines Fleiſchbe⸗ ſchauers dienen ſoll. gegen jeden Schlaͤchter und Fleiſchverkaͤufer, wel cher irgend einer polizeilichen Beſtimmung hinſicht lich der Ausuͤbung ſeines Gewerbes zuwider han⸗ Wie dieſe Unterſuchungen in techniſcher Hin⸗ In formeller Hinſicht ſteht dem Fleiſch beſchauer, kraft ſeiner Beeidigung, das Recht zu angedeutet ner eigenen 2m Vorbehalt competenten welcher ohne der Geſundze — wenn ſich zung nothwan Fleiſchbeſcha otthiere im la eiſches, nan aufſichtigung Fleiſchlaͤden! der und Flai chniſcher Hit D, exgieht ſch it anzer Inhalt d andes iſt, u eines Fleiſch geht dem Fli⸗ 3., das Necht hverkäufer, aſtimmung bun erbes zuwidet delt, eine protocollariſche Anzeige an die competente Gerichts⸗ oder Polizeibehoͤrde zu ma⸗ chen, welcher dann die Beſtrafung der Zuwider⸗ handelnden zukoͤmmt. Außerdem hat der Fleiſchbeſchauer ein genaues Tagebuch zu fuͤhren, welches in groͤßeren Staͤd⸗ ten taͤglich, in kleinern aber an den gewoͤhnlichen Schlachttagen, der Polizeibehoͤrde vorgelegt werden, und auf's beſtimmteſte die Zahl der geſchlachteten Thie⸗ re und die Oualitaͤten des Fleiſches, wie es ſich bei den einzelnen Schlaͤchter vorfindet, enthalten muß. Hiernach wird dann die Taxe der einzelnen Sor⸗ ten regulirt, und dieſe dem Publikum durch oͤffent⸗ lichen Ausruf, oder durch den Druck, und durch Anheftung an die Fleiſchlaͤden bekannt gemacht. Das Formular zu einem ſolchen Tagebuch iſt die⸗ ſem Werkchen beigefuͤgt. Dieſe eben angegebenen Amtsverrichtungen ſoll aber der Fleiſchbeſchauer nicht blos mechaniſch aus⸗ uͤben, noch uͤberhaupt glauben, daß es mit der bloßen Fuͤhrung von Tagebuͤchern und zeitweiſer Anfertigung eines Protocolls gethan ſey; er muß vielmehr ganz von der Wichtigkeit ſeines Dienſtes und ſeiner Pflichten, von deren Ausuͤbung ſo haͤu⸗ fig Geſundheit und Leben ſeiner Mitbuͤrger ab⸗ haͤngt, erfuͤllt ſeyn. Es iſt auch nicht genug, daß er nur in die Fleiſchlaͤden geht und nachſieht, was und wie viel der Metzger geſchlachtet habe, die Gebuͤhren fuͤr die geſchlachteten Stuͤcke einzieht, 22 ohne das geſchlachtete Thier vorher bei Leben unterſucht und ſich von deſſen Geſundheits- und Fettzuſtand uͤberzeugt zu haben. Er muß ers ſich zur ſtrengſten Pflicht machen, alle ſeine Obliegen— heiten auf's puͤnktlichſte zu erfuͤllen, ſich nicht, wie nicht ſelten geſchieht, mit Leckerbiſſen und fetten Braten zum Vortheil der Schlaͤchter ſtimmen laſ⸗ 1— ſen, ſondern dadurch, daß er ſtrenge ſeinem Dienſt lebt, das Vertrauen ſeiner Oberen und des Publi⸗ kums zu verdienen und zu erhalten ſuchen, und er wird dann alle Unannehmlichkeiten, welche bei pflichtgemaͤßer Aufſicht auf die Schlaͤchter, ihm Gattungen der Schlacht— thiere und davon abhän⸗ gige Güte des Fleiſches. wiederfahren koͤnnen und werden, mit dem lohnen⸗ den Bewußtſeyn eines redlichen Handelns ertra⸗ gen koͤnnen! Zweites Kapitel. Von der Qualificirung der Schlachtthiere und ihres Fleiſches. §. 7. Die insgemein zur Schlachtung kommenden Thiergattungen ſind: 1) Rindvieh, als: Farren, Ochſen, Stiere, Kuͤhe Rinder, Reiblinge, Kaͤlber; 2) Schaafe, als: Haͤmmel, Mutterſchaafe, Boͤ— cke, Laͤmmer; 3) Schweine, als: Eber, Loßen, Eberborgen, Loßenborgen, Spanferkel; 4) Ziegen, als: Boͤcke, Geißen, Zickel. rrreererrreerre —— der bei en eſundheits⸗n ir muß es ſeine Oblieg n, ſich nit biſſen und fi ir ſtimmen h ſe ſeinem die und des qit en ſuchen, u ten, welche! zchlaͤchter, 1 nit dem lohm andelns ern — tel. hlachtthiern eng kommenden *,, Stiere, Kuͤh Pterſchaafe, B 3— Cieig Zickel. 23 Die verſchiedenen Arten dieſer Thiergattungen verhalten ſich hinſichtlich der Guͤte ihres Fleiſches ſehr verſchieden. Die Erfahrung lehrt hieruͤber Folgendes: 1) Rindvieh. a) Bei Farren(SZuchtthiere maͤnnlichen Ge⸗ ſchlechts) und Kluppern(verſchnittene Farren,) welche gewoͤhnlich erſt dann zur Schlachtung kommen, wenn ſie laͤngere Zeit zum Begattungsgeſchaͤft gebraucht worden, ſind die Fleiſchfaßern feſt und hart, das dieſelben verbindende Zollgewebe weniger ausdehnbar, das Fett nicht weich, das Fleiſch iſt daher ſelbſt dann, wenn die Thiere auch durch eine reichliche Maſtung ſehr fett geworden, ſtets zaͤhe, feſt, ſelbſt hart und trocken, ſomit ſchwer verdaulich, wenig nahrhaft und uͤberhaupt von geringer Qualitaͤt. Werden ſolche Thiere jedoch in einem fruͤ— heren Alter, noch ehe ſie zur Zucht verwendet wurden, geſchlachtet, ſo iſt deren Fleiſch auch weicher, ſaftiger und von beßerer Qua⸗ litaͤt. b) Das Fleiſch von Stieren(maͤnnliche ver⸗ ſchnittene Thiere vor dem Zahnwechſel) iſt locker, zart, noch nicht vollkommen ausgebil⸗ det, ohne Fett, daher unſchmackhaft, wenig nahrhaft, ſomit nur von mittlerer Qua⸗ litaͤt. *) Das Fleiſch der Ochſen(maͤnnliche ver⸗ ſchnittene, voͤllig ausgewachſene Thiere) wenn dieſe gehoͤrig fett ſind, iſt von hoͤchſter Guͤte und Vollkommenheit. Die Fleiſchfaßern ſind derb ohne weich zu ſeyn, das Fett iſt koͤrnig, von gehoͤriger Conſiſtenz, gleichmäßig im Zell⸗ gewebe und zwiſchen den Fleiſchfaßern ver⸗ theilt, das Fleiſch daher ſehr nahrhaft und von beſter Qualitaͤt. d) Kuͤhe werden gewoͤhnlich erſt in der Ab⸗ nahmsperiode geſchlachtet, wo dann die Fleiſch⸗ faßern ſchon hart und ſtraff ſind, das Fleiſch daher zaͤhe und unſchmackhaft, und nur von geringer Qualitaͤt iſt. Werden Kuͤhe aber im fruͤheren Alter(zwiſchen 5 und 10 Jah⸗ ren) und bei gutem Fettzuſtande, geſchlachtet, ſo liefern ſie oft noch ein beßeres und ſchmack⸗ hafteres Fleiſch als Ochſen in demſelben Alter. Rinder(weibliche ausgewachſene Thiere) verhalten ſich hinſichtlich der Qualitaͤt ihres Fleiſches wie Stiere. Reiblinge(zwiſchen Stieren oder Rin⸗ dern und Kaͤlbern in der Mitte ſtehend, in dem Alter vom Zahnausbruche bis zu dem des Zahnwechſels, von einigen Wochen bis zu 2 Jahren) liefern ein Fleiſch, welches we⸗ der Kalb⸗ noch Rindfleiſch, fuͤr jenes zu alt, fuͤr dieſes zu jung, zu derb iſt, um als Kalb⸗ fleiſch gelten, und zu weich, um als Rind⸗ (maͤnnliche ene Thiere)w ön hoͤchſter lleiſchfaßern Fett iſt 1 chmäßig im leiſchfaßem r nahrhaft zeerſt in der dann die glai ſind, das zie aft, und nart eden Kuͤhe 25 und 10 ⅓ unde, geſchlach ceres und ſchm demſelben Ne vvachſene Tii 2 Qualitit ijn Sieren dfr Rin litte ſtehend, Biche bis zu d zgen Wocen eiſc, welhei ur jenes u 25 fleiſch benuͤtzt werden zu koͤnnen, daher von geringer Qualitaͤt. g) Kaͤlber haben ein zartes, ſaftiges, weni⸗ ger mit Fett, als mit Gallerte verſehenes Fleiſch, welches zum gewoͤhnlichen Gebrauche als Braten ganz geeignet iſt. Die beſte Qualität koͤmmt aber nur von ſolchen Käl— bern, welche das gehoͤrige Alter, und zwar von wenigſtens 16— 21 Tagen haben. Vor dieſer Zeit iſt das Fleiſch zu weich, ſchmierig und eckelhaft. Das ſicherſte Zeichen, woran zu erkennen, ob ein Kalb alt genug ſey zum Schlachten, iſt dieſes, daß es bereits ſeine 8 Milchſchneide⸗ zaͤhne habe, wovon das vierte Paar eben ſo ausgebildet ſeyn muß als das erſte, und daß dieſe Zaͤhne mit einem feſten, weißen Zahn⸗ fleiſch umgeben ſind. Vor dieſer Zett iſt das Kalbfleiſch von geringer Oualitaͤt, es muß daher das Schlachten juͤngerer Kaͤlber verboten, bei dieſem Verbot aber nicht ein be⸗ ſtimmtes Alter, etwa von 14 Tagen, ſondern allein das Vorhandenſeyn der Milchſchneide⸗ zähne als Regel angenommen werden. 2) Schaafe. Von dieſer Thiergattung liefert der Hammel dt um als d das beſte Fleiſch, nach dieſem das Schaaf, wenn um als wwes in gutem Fettzuſtande und nicht zu alt iſt. . f„—— 26 Alte Schaafe und Boͤcke liefern Fleiſch von nur dem geringer Qualitaͤt, was beſonders dann der Tlier Fall iſt, wenn die Zaͤhne bereits ſchmal und ſchne locker ſind, das fruͤher roſenrothe Zahnfleiſch weiß oder gelb zu werden anfaͤngt. 3) Schweine. zan Bei dieſen wird nur allein auf den groͤßeren eie oder geringeren Fettzuſtand Ruͤckſicht genommen, duth und das eigentliche Fleiſch kommt bei ihnen weni⸗ wii ger in Betracht. Es verſteht ſich indeſſen von 1 ſelbſt, daß das Fleiſch von aͤlteren Thieren dieſer wiſß Gattung, namentlich von Ebern und Looßen, von ge⸗ ringerer Qualitaͤt iſt als das von jungen Maſtſchwei⸗ nen, beſonders von ſolchen welche Waldmaſt, als Eicheln⸗- und Buchelnmaſt genoſſen haben. Bei V erſterer wird das Fett und Fleiſch feſter, bei letz⸗ terer weicher, fluͤſſiger, jenes iſt daher das beſſere. Spanferkel werden gewoͤhnlich im beſten Alter geſchlachtet, und ſelten zu fruͤhe, da mit dem laͤngeren Saͤugen derſelben kein Vortheil verloren geht. Der Regel nach ſollten Schweine, deren Fleiſch im ungeräucherten Zuſtande und bei warmer Witte⸗ rung ſehr leicht ein uͤbeles Anſehen bekoͤmmt, und uͤberhaupt in der warmen Jahreszeit der Geſundheit die nicht zutraͤglich iſt, in den eigentlichen Sommermo⸗ it 1 naten gar nicht geſchlachtet werden duͤrfen. 1 dor 4) Ziegen b ſande werden nur ſehr ſelten, und dann gemeiniglich nur mh l jung oder als Zickeln geſchlachtet, deren Fleiſch hle 5—— n 27 ,—. Fleiſch von, dem von jungen Schaafen gleich koͤmmt. Aeltere onders dan Thiere dieſer Gattung liefern nur ein zaͤhes un⸗ eits ſchmal ſchmackhaftes Fleiſch von geringer Qualitaͤt. Zahnfleiſh §. 8. Geſundes Fleiſch muß beim Anfuͤhlenund Zeichen deſun⸗ ruf den guiß Zerſtuͤckeln eine gewiſſe Feſtigkeit und Derbheit, dön, 5 kſicht genan eine lebhaft rothe Farb zeigen, es muß mit Fett Kleiſches. t bei ihnen n durchwachſen ſeyn, auf der Schnittflaͤche roth und ſich indeſn weiß marmorirt ausſehen, und einen eigenthuͤmlich en Thieren angenehmen Fleiſchgeruch haben. Das Fett muß d ooßen, w weiß und feſt ſeyn; doch iſt auch gelbliches Fett ungen Maſſſt nicht als krankhaft oder ungeſund anzuſehen, weil de Waldunß dieſe Farbe von dem Alter der Thiere und von ſen habe deſſen Futter, zum Theil auch davon abhaͤngt, daß h feſter, in daſſelbe ſchon einige Zeit der Luft ausgeſetzt war. b Schlechtes Fleiſch, naͤmlich ſolches wel⸗ daher de iches von zu alten, zu jungen oder kranken Thieren vhnlich u koͤmmt, oder bereits zur Faͤulniß hinneigt, erſcheint uͤhe, da nihart, zaͤhe oder weich, ſchmierig blaß, waͤſſerig, Etheil vetlum das Fett weich, gruͤnlich⸗gelb von Farbe, und riecht veine, dernſ unan genehm. sbei warmelit zen bekomm, S litz iſches der Schl jeit der Geüut Die Oua itaͤt des Fleiſ hes er chlachüthiene Beſtemunung — Sounn iſt verſchieden, und haͤngt im Allgemeinen ab: ten des Flei⸗ richhen Sunn 4) vom Alter der Thiere, 2) vom Geſundheitszu⸗ ſches. aen dürfe ſtande und 3) vom Fettzuſtande derſelben. Hier⸗ nach laſſen ſich 3 Qualitaͤten feſtſetzen. .e einialih 1 gemeitilt Fleiſch von I. oder beſter Qualitaͤt muß zet, deren ſ b §. 9. 28 ganz untadelhaft, weder zu weich noch zu derb, ſyiief gehoͤrig von Fett durchwachſen ſeyn, friſch roth he d ausſehen und einen angenehmen Fleiſchgeruch ha⸗ hoͤher ben. Ein ſolches Fleiſch liefern Thiere im mittlen Spa ren Lebensalter, bei vollkommener Gcundhe und der, gutem Fettzuſtande, und zwar: veſa 1) Ochſen, welche gehoͤrig gemaͤſtet, vollkom⸗ ſouſt men geſund, 5— S Jahre alt, im erſten 5 Jahre verſchnitten worden ſind; ooher 2) Käaͤlber, welche nicht vor dem Ausbrun mage der beiden letzten Paare der Milchſchneide nicht zaͤhne, oder nicht vor Ablauf der dritten Le⸗ beuswoche geſchlachtet werden, gehoͤrig flei⸗ ſchig und geſund ſind; 3) Haͤmmel, welche in den erſten 6 Mona⸗ ten verſchnitten, vollkommen geſund ſind, un im Alter von 2— 4 Jahren gemaͤſtet uni geſchlachtet werden; 4) Schweine, ſowohl maͤnnliche als weibtiche welche fruͤh verſchnitten worden, vollkommen fett und geſund ſind. Fleiſch von II. Qualitaͤt iſt entweder weich oder zu derb, wenn auch gehoͤrig fett und von ſonſt geſunder Beſchaffenheit. Ein ſolches Fleiſch liefern Thiere von zu geringem oder ſi hohem Alter, bei ſonſt gutem Fettzuſtande un 1 vollkommener Geſundheit, als: alle obengenannte Thiere, welche die dort angegebenen Eigenſchaften, nicht in gehoͤrigem Grade beſitzen, und dann aus eich noch gi ſeyn 3 friſt ꝛFleiſchgen Thiere im er Geſundze gemaͤſtet, de hre alt, in ſind; vor dem Au der Milchſt auf der drit teden, gehtn n erſten 6 ren geſund ſin ihren gemät unliche als wei orden, volli t iſt entwi och gehoͤrig ft Fheit. Ei geringen 0 ² Feettzuſtande alle obengen enen Eigenſt „n, und daut ſchließlich alle Mutterthiere und ſolche, wel⸗ che das mittlere Alter noch nicht, oder bereits ein hoͤheres erreicht haben, mit Ausnahme der Kaͤlber, Spanferkel, und Zickeln, naͤmlich: Stiere und Rin⸗ der, Reiblinge, alte Kuͤhe und Mutterſchaafe, alte verſchnittene Mutterſchweine und Eber, welche aber ſonſt geſund und gehoͤrig fett ſind. Fleiſch von III. Qualität iſt auch zu weich oder zu derb, oft ſchmierig und zaͤhe, dabei noch mager, von blaſſem oder dunkelrothem Ausſehen und nicht beſonders angenehmen Geruch. Ein ſolches Fleiſch koͤmmt von Thieren, welche zu jung oder zu alt, dabei mager ſind und an oͤrtlichen oder allgemeinen Fehlern gelitten haben, die aber doch das Fleiſch nicht gerade ungenießbar oder gar ſchaͤdlich machen. Hierher gehoͤren alle erſtgenannten Thiere, welche ſowohl hinſichtlich des Alters als des Fettzuſtandes und der Geſundheit ſich zu ſehr abweichend verhalten, wie dies na⸗ mentlich der Fall iſt bei alten, magern Farren, Ebern, Schaafboͤcken, Ziegenboͤcken; alten, magern Ochſen, Kuͤhen und Mutterſchweinen, uͤberhaupt bei allen maͤnnlichen und weiblichen Zuchtthieren, welche ſchon in der Abnahmsperiode begriffen ſind; dann bei ſolchen Thieren, welche das mittlere Al⸗ ter noch nicht erreicht haben, ſo wie bei ſolchen, die noch zu jung ſind, als: Reiblinge und unge⸗ bohrene Kaͤlber, und endlich noch bei denen, welche an oͤrtlichen Fehlern oder allgemeinen Krankheiten gelitten haben. Tarbeſtim⸗ mung des Flei⸗ ſches. §. 10. Nach den angegebenen verſchiedenen Qualitäà- ten des Fleiſches wird die Taxe regulirt. Obgleich ſolche eigentlich nur von der Polizeibehoͤrde feſtge⸗ ſetzt wird, ſo gehen doch die Grundſaͤtze, wornach bei deren Beſtimmung verfahren werden muß, zu⸗ naͤchſt aus der Fleiſchbeſchaukunde hervor, und der Fleiſchbeſchauer traͤgt ſonach durch ſeine Angaben weſentlich hierzu bei. Die Taxregulirung iſt uͤbrigens nichts weniger als eine leichte Aufgabe, ſoll ſie anders nicht oben⸗ hin, ſondern nach Recht und Billigkeit geſchehen. Was dabei beſonders in Betracht koͤmmt, iſt: 1) der allgemeine Werth des Schlachtviehs; 2) der Preis des Fettes zum techniſchen Gebrauche als Unſchlitt; 3) der Preis der Haͤute. Nach dieſen 3 Punkten wird der Preis des Fleiſches im Allgemeinen, und namentlich der der I. Qualitaͤt, und hiernach der der uͤbrigen Quali⸗ taͤten beſtimmt. Es iſt daher nöthig, jene Preiße wie ſie ſich nach Zeit und Verhaͤltniſſen veraͤndern, d von verlaͤßigen Leuten, und zwar den Werth der Schlachtthiere auf Maͤrkten und von Viehhaͤndlern, jenen des Unſchlitts von Seifenſiedern und den der letzteren von Gerbern, zu erkundigen. Iſt man hiermit bekannt, ſo ergibt ſich hieraus, wenn man die mittlere Schwere eines Schlachtthiers und den mittleren Werth deſſelben als Regel annimmt, ein mittlerer Preiß des Fleiſches, welchem dann nach bei e Anja Eitze der danit d.). ger d 4* onac lich Ku man z 31 1 Orts⸗ und Landgebrauch, noch eine beſtimmte Er⸗ iedenen QM hoͤhung als Verdienſt des Schlaͤchters und Fleiſch⸗ regulirt. dh verkaͤufers zukoͤmmt. Als Beiſpiel moͤge dienen: lizeibehorde Ein Ochſe, deſſen Fleiſch I. Qualitaͤt iſt, undſaͤte, un wiege.... 800 Pf. und koſte 110 fl. werden un b die Haut wiege 125 à 11 kr.= 22 fl. 55 kr. e hervor, u 3 3 4 4 das Unſchlitt w. 80„à 10 kr.= 13 fl. 20 kr. rch ſeine An bleiben.. 595 Pf. zu 73 fl. 45 kr. ns nichts p Das Pf. Fleiſch koſtet alſo den Schlaͤchter et⸗ anders nict’ wa 6 ¾ kr., in runder Summe 6%¾ kr., dazu nun zillgkeit geß fuͤr den Abgang und als Verdienſt des Schlaͤch⸗ icht komm, ters 1½— 2 kr. gerechnet, wird ſich die Taxe IJ. lachtviehs;! Qualitaͤt auf 8— 8 ¼ kr. beſtimmen. n Gebrauß Auf aͤhnliche Weiſe wird auch bei den uͤbrigen tte Thiergattungen verfahren. rd der Pu. leichteſten iſt die Taxe da zu reguliren, wo werbsfreiheit eingefuͤhrt iſt, weil es hier, ner gemeiniglich mehr als nothwendig großen Anzahl von Schlaͤchtern, im Intereſſe eines jeden Einzelnen liegt, daß die Taxe nicht zu hoch, ſon⸗ dern ſo gering als moͤglich angeſetzt werde, indem damit der Abſatz im umgekehrten Vrhaͤltniſſe ſteht, zamentlich d* ei er uͤbrigen d thig, jene ltniſſen verin zar den Wert von Viehſin d. h. immer um ſo mehr abgeſetzt wird, je gerin⸗ 1 unſiedern unſ ger die Taxe iſt: 2 undigen. Rt eraus, went!*) Ob es übrigens im Intereſſe des Publikums und kichtthiers un ſonach räthlich ſeye, die Taxe für den Fleiſchverkauf gänz⸗ gel anninm lich aufzuheben, alſo den Schlächtern ſelbſt die Preisbeſtim⸗ elchem dam mung zu überlaſſen, wie dies dem Vernehmen nach ohnlängſt Verkaußzeit des Fleiſches. Drittes Kapitel. Von der Verkaufs⸗ und Aufbewahrungszeit des Fleiſches, je nach ſeiner Haltbarkeit. §. 11. Alles Fleiſch welches ſogleich, nachdem das Thier von welchem es kommt geſchlachtet wor⸗ den, ausgehauen, noch warm verkauft und ver braucht wird, hat ein ſchlechtes Ausſehen, bleid zaͤhe und geſchmacklos, es ſoll daher niemals gan friſches Fleiſch zu verkaufen erlaubt ſeyn. di Zeit innerhalb welcher nach der Schlachtung den Verkauf zu erlauben, iſt verſchieden nach den Gat tungen des Fleiſches. Nach daruͤber angeſtellte Verſuchen iſt es am beſten, wenn Nindfleiſch erſt 18 Stund. nach der Schlachtun Schweine⸗ und Hammelfleiſch 12„„„„ I Kalbfleiſch, Laͤmmerfleiſch u. Zickelnfleiſch 6„„„„ zum Verbrauche zubereitet wird, wornach die L kaufszeit zu beſtimmen iſt. rung entſcheiden, für dieſen Fall aber beſonders bemel werden, daß die Aufſicht auf die Schlächter dann noch m ſo ſtrenger gehandhabt werden müßte, weil ſonſt wohl dan Publikum wohlfeileres, aber auch um ſo ſchlechteres F cin zu eſſen bekommen dürfte. V in Augsburg geſchehen ſeyn ſoll, darüber muß die Erfaß⸗ 4 haͤng und Y rum von dem tung ſtſ und 5 zur itel. §. 12. ewahrungg Haltbar Wie lange ſich das Fleiſch aufbewahren laͤßt, Aufbewah⸗ 3 41 4 rungszeit des haͤngt im Allgemeinen von deſſen Haltbarkeit, o Fleiſches. und dieſe zunächſt ab: 1) von der Jahreszeit; h, nachden 2) von der Witterung; 3) von dem Aufbewah⸗ geſchlachtet rungsort; 4) von der Art des Schlachtens; 5) eekauft und von der Zeit innerhalb welcher die Thiere nach Ausſehen, dem Eintrieb geſchlachtet werden; 6) von der Gat⸗ her niemuls tung des Fleiſches. aubt ſeyn.§. 13. ehußan Es wird als Regel angenommen, daß alles dHaltharfeßt Fleiſch im Winter ſich beſſer erhalte, als im die wteiſches, iber angeſtel Sommer, es iſt dies aber nicht immer der Fall, Jahreszeit. weil daſſelbe, wenn es gleich nach dem Schlachten der Schlachn da es noch nicht ausgetrocknet iſt, gefriert, und bei gelinder Witterung wieder aufthauet, eben ſo ſchnell in Fäulniß übergeht als im Sommer. Thhauet ſolches Fleiſch auch nicht wieder auf, ſo iſt gefrorenes Fleiſch doch nicht mehr beſonders „„ ſchmackhaft, ſchmeckt vielmehr wie aufgewärmtes, onnach die Ve iſt widernatürlich weich und von widrigem Aus⸗ ſehen. Iſt jedoch der Winter trocken, die Kälte nicht ſo heftig, daß das Fleiſch in ſeinem Auf⸗ ber muß diet bewahrungsorte gefriert, ſo erhält es ſich in die⸗ beſonders ben ſer Jahreszeit am längſten. Nach dem Winter er⸗ zter dann 4 hält ſich das Fleiſch am längſten im Frühlinge bei ſaen und Herbſte; am wenigſten lang im Sommer. ſchate Zur Fäulniß hinneigendes Fleiſch verliert an⸗ 3 7 7f fänglich ſeine ſchoͤne rothe Farbe, es wird dunk⸗ 34 ler, ſpäter aſchgrau, die ganze Oberfläche feucht, I näßend, ſchmierig, endlich ſchwarzblau, die ſehni⸗ gen Ausbreitungen grün, gelb und violet, das Innere blaß und weich; zugleich riecht es faulig und ſchmeckt ſelbſt nach dem Kochen oder Braten höchſt widerlich. b Haltbarkeit des Fleiſches je nach der Witterung. §. 14. Den größten Einfluß auf die Haltbarkeit des Fleiſches hat eine feuchte Witterung, denn dabei wird es nicht allein nicht trocken, ſonden zieht noch mehr Feuchtigkeit an ſich, bleitt daher weich, und neigt früher als gewöhnlicz zur Fäulniß. Am ſchnellſten tritt dies im Son mer ein, wenn bei ſchwüler Hitze ſich Gewitte einſtellen: alsdann iſt das Fleiſch von Thieren welche erſt kurz vorher geſchlachtet worden, daß daher noch nicht ausgetrocknet iſt, in 48 Stun den ſchon weich, von bläulichem Ausſehen, und in 72 Stunden faulig. 3§. 45. Nicht weniger kommt es hinſichtlich der Halt Haltbarkeit barkeit des Fleiſches auf den A ufbewaß des Fleiſches rungsort deſſelben an, denn in einem luftige je nach dem Aufbewah⸗ rungsorte. reinlichen, kühlen und trockenen Behälter erhäl ſich das Fleiſch ſelbſt im höchſten Sommer 5—”b Tage lang, ohne daß man die geringſte Spu von Fäulniß an demſelben bemerkt, woraus ſi die fruͤher angedentete Wichtigkeit beſondern gleiſ tung thig. beac und wen der wo e dunc an d unre gern kann ſon Ausd übeln untei verde den hier a und Kot ſtände poliz ben d ſuche h nach d feuchte *‿ 35 es wird w emäche ſ Fleiſchſchrannen, ſowie deren Lage und Einrich⸗ blau, die tung ergiebt. Insgemein werden jedoch die nö⸗ und violet, thigen Eigenſchaften der Fleiſchläden gar wenig riecht es ſu beachter, beſonders in kleineren Städten, Flecken en oder W und Dörfern, wo keine Schlachthäuſer und noch weniger Schrannen vorhanden ſind, vielmehr je⸗ der Schlächter ſein Fleiſch an jedwedem Orte, wo er kann und will, verkauft, und oft in ganz dunckeln und dumpfigen Winkeln, nicht ſelten auch an den ſtets mit Blut und Thierexcrementen ver⸗ trocken, ſonn unreinigten Schlachtplätzen, die gleich Schindan— an ſich, bi gern riechen zum Verkaufe aufbewahrt. Hier als gewöhn kann das Fleiſch ſich nur kurze Zeit erhalten: dies in So ſchon nach wenigen Stunden nimmt es von den ſich Gewin Ausdünſtungen ſeines unreinen Behälters einen von Thien übeln Geruch an, und wird eckelhaft, ſowohl nach worden, dAusſehen als Geſchmack. Damit nun ſolchen „in ¹s Syw unreinlichen Schlächtern das Fleiſch nicht ganz Ausſehen, ¹1 verderbe, wird es von denſelben gewöhnlich vor den Häuſern in der freien Straße aufgehängt, hier aber nicht ſelten von Schweinen, Gänſen ütlich der he und Hunden angebiſſen und beſudelt,. oder durch „Aufbem Koth und Staub verunreinigt. Auf dieſe Uebel⸗ einem luft ſtände habe daher der Fleiſchbeſchauer und die . Polizeibehörde ein wachſames Auge, helfe denſel⸗ Behaͤlter et ocher 5= ben durch ſtrenge Verbote gänzlich ab, und unter⸗ Somm s ſuche bei unreinlichen Schlächtern das Fleiſch auch Haltbarkeit tterun g, d geringſte woran nach dem Schlachten noch oͤfters, beſonders bei 4 n feuchter Witterung und im Sommer. 4 gkeit beſo Haltbarkeit des Fleiſches je nach der Art des Schlachtens. nach ihrem Eintrieb ge⸗ ſchlachtet wer⸗d den. den, §. 16. I Was die Art des Schlachtens betrifft in Bezug auf die Haltbarkeit des Fleiſches, ſo lehrt die Erfahrung, daß je vollſtändiger und je ſchnel⸗ ler das Thier ausblutet, je reinlicher beim Aushauen verfahren wird, man alſo nicht nöthig hat, das Fleiſch vor dem Verkaufe und Verbrauche abzuwaſchen und auszuwäßern, deſto beſſer ſich daſſelbe erhält. §. 17. Nicht geringen Einfluß auf die Haltbarken des Fleiſches hat auch die Zeit, innerhal welcher die Thiere nach ihrem Eintrie geſchlachtet werden. damit verbundene Hetzen, ſehr erhitzt ankommen und alsbald, bevor ſie noch voͤllig ausgeruht ha ben, geſchlachtet werden,— kocht ſich nicht weich, iſt zahe und geſchmacklos, hat ein übles Ausſehen und erhält ſich nicht lange. Denn durch die m dem Treiben verbundene Anſtrengung, welche vor⸗ züglich bei ſchwerem Maſtvieh ſehr bedeutend iß kommt das Blut im ganzen Körper in ſtärken, Bewegung, das Athmen wird ſehr beſchleunig, die Säfte drängen ſich mehr gegen die Oberflaͤch des Körpers, und die früher, beſonders bei bedey tenden Fettzuſtande ſchlaffen Faßern werden ſtraß Das Fleiſch vol Thieren nämlich, welche weit her getrieben won und durch das Treiben und in der Reg tens betrf eiſches, ſo er und je ſih reinlicher lſo nicht m eund Verbry deſto beſſe die Haltban it, in nerhe em Eintri 8 Fleiſch getrieben w in der Re witzt aniomw. g ausgetuht ſich nicht we rübles Audſeh mn durch die zung, welche hr bedeuten örper in ſtüt ehr beſchlem en die Oberf onders bei l ern werden 37 das Fleiſch daher zäher, blutreicher und mehr zur Fäulniß geneigt. Dieſemnach darf das alsbaldige Schlachten der erſt eingetriebenen, noch unausgeruhten Thiere, niemals erlaubt werden, und der Fleiſchbeſchauer hat ſtets auf's genauſte zu wachen, daß die feſtgeſetzte Zeit zum Ausruhen der Thiere eingehalten werde. Dieſe Zeitbeſtimmung hängt ab von dem Grade der Anſtrengung, mit welchem die Ruhezeit in gera⸗ dem Verhältniß ſtehen muß. Wird nänlich ein Thier weither getrieben, tobt und raßt es unterwegs, iſt es wegen ſeiner Schwere unbeholfen, ſind die Wege ſchlecht und holperich, oder eiſig und kothig, iſt die Witterung warm oder ſchwül, ſo muß die Ruhezeit länger dauern, als wo von allem dem das Gegentheil ſtatt hat. Am beſten iſt immer dies, daß der Fleiſchbeſchauer bei der Beſichtigung der Thiere im lebenden Zuſtande, genau unterſuche, ob der Blutumlauf und das Athmen in Ordnung ſind,das Thier mit Schweiß dedeckt oder trocken iſt, ob es die Fuͤße wechſelt(was bei großer Er⸗ müdung beſtändig geſchieht) oder nicht. Iſt erſte⸗ res der Fall, ſo darf das Thier vor einer zwei⸗ ten Unterſuchung, wobei ſich Letzeres ergeben muß⸗ nicht geſchlachtet werden. Die Ruhezeit der Schlachthiere kann nur in den Fällen abgekürzt oder ganz aufgehoben wer⸗ den, wenn: Haltbarkeit des Fleiſches 38 1) der Schlächter wegen gänzlichen Fleiſch⸗ mangels in Noth iſt; 2) ein Thier unterwegs ein Bein bricht oder buglahm wird, welche Unfälle ein alsbaldiges Schlachten, noch ehe eine Entzündung am gebrochenen oder verenkten Gliede eintritt, nöthig machen; und 3) bei Kälbern, welche ſich wegen der Tren⸗ nung von der Mutter, und in einem frem— den Stalle, zu Tode blöcken würden, wollte man ſie lange bis zur Schlachtung auf⸗ behalten. Von dem wegen ſolcher Unglücksfälle unter⸗ wegs geſchlachteten Vieh, ſoll das Fleiſch indeſſen niemals zum öffentlichen Verkaufe ausgeboten werden dürfen.— §. 18. In wiefern das Fleiſch der verſchiedenen je nach der Schlachtthiergattungen an und für ſich mehr Witterung. oder weniger haltbar iſt, ergiebt ſich aus den, zu dieſem Endzweck angeſtellten Verſuchen, deren Reſul⸗ tate Tſcheulin in folgender Ueberſicht aufgeführt hat: Rind⸗ und Schweinefleiſch hält ſich im Som⸗ mer 3, im Winter 6 Tage; Hammelfleiſch hält ſich im Sommer 2, im Winter 3 Tage; Kalbfleiſch hält ſich im Sommer 2, im Win⸗ ter 4 Tage. 1 — lichen 1 ein alsbald Entzündung Gliede ein ein brich egen der d in einem fn würden, wa chlachtung Ä ücksfälle unte Feeiſch indeſſe ſe ausgebotz verſchieden für ſich me ſch aus den, en, deren Riſt aufgeführt hi it ſich im En Sommer 2, ner 2, im A 39 Aus dem früher Angegebenen geht jedoch her⸗ vor, daß die Haltbarkeit des Fleiſches, je nach der Thiergattung von der es kommt, ſich nicht wohl im Allgemeinen beſtimmen läßt, indem ſolche von mehreren beſondern Umſtänden abhängt. Das beſte Mittel daher, das Publikum vor dem An⸗ kaufe eines nicht mehr friſchen und guten Fleiſches zu bewahren, bleibt ſonach immer eine gewiſſen⸗ haft genane Aufſicht von Seiten des Fleiſchbe⸗ ſchauers, und die Beſtimmung, daß derſelbe die Schlachtthiere eben ſowohl vor der Schlachtung als nach derſelben auf's genauſte unterſuchen, und zugleich gehalten ſeyn muß, fortwährende Aufſicht über das ausgehauene Fleiſch zu ha⸗ ben, bis daſſelbe verkauft iſt. Viertes Kapitel. Von dem durch die äußerliche Unterſuchung auszumittelnden Zuſtande der Schlacht⸗ thiere und vom Schlachten. §. 19. Die Zeichen, welche auf eine gute Geſundheit Geſundheits⸗ der Schlachtthiere ſchließen laſſen, ſind: A. Beim Rindvieh. 1) Die Thiere ſehen munter aus, und bewegen Ohren und Schweif; 2) ſie halten den Kopf aufrecht und haben lebhafte Augen; 5) der Körper iſt gut gebildet und wohlgenährt; 4) die Haare liegen gleichmäßig und glatt an, und die Oberfläche des Körpers iſt matt⸗ glänzend(ſpiegelt); 5) der ganze Körper iſt mäßig warm; 6) die Haut iſt rein, liegt nicht feſt auf, fühlt ſich weich und locker an; 2) die Thiere halten den Schweif an, wenn man verſucht, ihn vom Leibe zu entfernen; 8) Maul und Naſe ſind außen und innen ge⸗ hörig warm und feucht, letztere glänzt und iſt mit hellen Waſſertropfen beſetzt, hat kei⸗ nen widernatürlichen Ausfluß und ein blaß röthliches Ausſehen; b 9) die Zunge haͤngt nicht aus dem Maule, das Thier beleckt damit aber häufig die Naſe; 10) die Zähne ſtehen feſt und ſind geſund; nur bei Thieren, welche mit Brandtweinſpülicht fett gemacht worden, erſcheinen die Zaͤhne ſchwarz, oder fallen ſchon im mitteleren Alter aus; 11) Das Athmen geht leicht von ſtatten, der Athem hat keinen üblen Geruch; 12) der Blutumlauf iſt regelmäßig; 13) die Thiere haben gute Freßluſt; 14) Harn und Miſt gehen in gehüriger Menge und Beſchaffenheit ab; 15) Das Thier verhält ſ ch im Liegen ruhig, kauet wieder, und ſtreckt ſich beim Aufſtehens endlich 9 9 und glat -pers iſ 1 warm; feſt auf, deif an, w zu entfernen und innen tere glänzt beſetzt, hat und ein h em Maule, do g die Naſe; d geſund; nn dtweinſpülicht een die Zaͤhne im mitteleren on ſtatten, d ich; iig; uſt; thöriger Man Liegen rußf zeim Aufſtehe 4 41 16) zeigen ſich an demſelben außerlich keine Ver⸗ letzungen. B. Bei den Schaafen. Der Kopf wird gut gehalten; der Gang iſt regelmäßig, ohne Schwanken; die Augenhäute ſind lebhaft roſenroth; das Zahnfleiſch iſt roſenroth, nicht gelblich; die Zähne ſtehen feſt und ſind weiß; die Wolle ſteht feſt und iſt elaſtiſch; die ganze Oberfläche des Körpers iſt rein, ohne wollenloſe, räudige Stellen, die Haut roth durchſcheinend. Außerdem gelten hier noch die unter A an⸗ geführten Geſundheitszeichen, und dieſe wie jene auch C. Bei den Ziegen. D. Bei den Schweinen. 1) Sie tragen den Kopf hoch und ringeln den Schweif; 2) Die Borſten ſtehen feſt und bluten nicht beim Ausziehen; 3) die Haut iſt allenthalben rein, ohne Ge⸗ ſchwüre und Verletzungen; 4) Die Stimme iſt nicht rauh und dumpf. 1) 2) 3) 49 5) 6) 7) §. 20. Gemeiniglich kann man ſchon durch den bloßen iſt, um ſich jedoch vollkommen von dem Fettzu⸗ der ſtande zu überzeugen, befühlt man bei allen Thie⸗ ren nachbenannte Stellen, als: Zeichen des Anblick erkennen, ob ein Thier fett oder mager deittandes r Schlacht⸗ thiere. 2 ☛ 1) den äußern Rand des Sitzbeins; 2) die Mittellinie ihrer ganzen Laͤnge nach, von dem Bruſtbein bis zur Vertiefung, welche durch die Vereinigung der inneren Sitzſchenkelbein⸗ und der Schamſchenkelbein⸗ Muskeln— die Nath— gebildet wird, bis zum Hodenſack, Euter und After; 3) die große Woͤlbung der erſten falſchen Rip⸗ pen; 4) die aͤußeren Winkel des Darmbeins, die Huͤften; 5) die Quergraͤthe der Schulterblaͤtter, und hin⸗ ter dieſen die wahren Rippen; 6) den Widerriſt und den ganzen Ruͤcken; 7) den vorderen Rand und untern Winkel der Schultern, den Bug; 8) die Bruſtſpitzen; 9) bei Ochſen den Hod nſack, welcher ſich nach Entfernung der Hoden durch's Verſchnei⸗ den, mit Fett anfuͤllt; b 10) bei Kuͤhen den Voreuter, eine Fettge⸗ ſchwulſt die ſich vor dem Milcheuter waͤhrend der Maſtung bildet, waͤhrend der letztere kleiner wird. Fuͤhlen ſich alle dieſe Stellen fleiſchig, feſt, derb und gerundet an, laͤßt ſich keine waͤſſerichte und entzuͤndete Geſchwulſt beim Zufuͤhlen entdecken, ſo kann das Thier als in gehoͤrigem Fett⸗ und ſchlacht⸗ baren Zuſtande anerkannt werden. eins; en Läͤngen ur Vertiefn ng der im chamſchenket ebildet win, ffter; en falſchen Darmbeins, blaͤtter, und n; rRuͤcken; ern Winkel ?, welcher ſich acch's Verſchne er, eine Fett Milch eute , waͤhrend iſchig, feſt, d waͤſſerichte! en entdecken, ette und ſchl §. 21. Damit von Seiten der Schlaͤchter kein Unter⸗ ſchleif und keine betrügeriſche Verwechslung der bereits unterſuchten, und zur Schlachtung fuͤr den oͤffentlichen Verkauf tauglich befundenen Thiere, mit andern weniger tauglichen und nicht unterſuch⸗ ſuchten geſchehen, der Fleiſchbeſchauer ſich demnach uͤberzeugen koͤnne, daß nur allein ihm vorgezeigtes Vieh geſchlachtet worden, iſt es noͤthig, ſogleich nach der Unterſuchung im lebenden Zuſtande die Thiere zu bezeichnen. Dies geſchieht am leichte⸗ ſten mittelſt einer nach der Schneide gebogenen Schee⸗ re, womit man an der Schweifwurzel die Haare oder Wolle in einem ganzen Bogen ausſchneidet. Dieſe Bezeichnungweiſe iſt ſchnell ausgefuͤhrt und nicht leicht nachzumachen. Bei Schweinen, denen die Borſten nach dem Abbruͤhen abgeſtreift werden, muß man ſich das Geſchlecht, ohngefaͤhr Groͤße und allenfalls vorhandene Abzeichen, als: Riſſe in den Ohren, geſtuͤmpfte Schwaͤnze und dgl. auf⸗ zeichnen. §. 22. In dem 3. Kapitel, wo von der Verkaufs⸗ und Aufbewahrungszeit des Fleiſches und den Einflüſ⸗ ſen, von welchen die groͤßere oder geringere Halt⸗ barkeit deſſelben abhaͤngt, die Rede war, kam auch bereits die Beſtimmung der Zeit innerhalb welcher die Schlachtthiere nach dem Eintrieb geſchlachtet Bezeichnen der unterſuchten Schlachtthier. Beſtimmung der Schlachtzeit. 44 werden duͤrfen, zur Sprache; hier nun noch das Weitere, was Bezug hat auf die regelmaͤßige Dienſt⸗ ordnung bei der Fleiſchbeſchau, hinſichtlich der Feſt⸗ ſetzung einer eigentlichen Schlachtzeit. Damit naͤmlich der Fleiſchbeſchauer im Stande ſey, jedes ihm zur Schlachtung angewieſene Thier zu unter— ſuchen, ohne ſeine ganze Zeit bloß mit Hin⸗ und Herlaufen zn verlieren, und damit das Schlachten auch zu einer fuͤr dieſes Geſchaͤft und fuͤr das Fleiſch ſelbſt paſſenden Zeit geſchehe, iſt es noth⸗ wendig letztere zu beſtimmen. Hierzu iſt immer und beſonders im Sommer, die fruͤhe Morgen⸗ zeit am dienlichſten, indem alsdann 1) die Thiere ſtets in der Kuͤhle geſchlachtet werden und. 2) das Fleiſch noch vor eintretender Waͤrme ab⸗ kuͤhlen und austrocknen kann, wovon deſſen Haltbarkeit ſo ſehr abhaͤngt. Indeſſen gibt es Faͤlle, wo von dieſer Regel ab⸗ gewichen werden muß: ſie ſind im§. 17 angefuͤhrt Verfahren beim Schlachten. worden. Das Schlachten zur Nachtzeit ſollte jedoch, in der Regel, nur in den dringendſten Faͤl⸗ len erlaubt werden, und die Erlaubniß hierzu je⸗ desmal bei der Polizeibehoͤrde nachgeſucht werden muͤſſen. §. 23. Bei der Toͤdtung der Thiere iſt haupt⸗ ſaͤchlich darauf zu ſehen, daß dieſelbe ſicher, ſchnell und ſo geſchehe, daß das Blut aufs vollkommenſte nun noch lmaͤßige di ſichtlich der tzeit. Da tande ſey, ſ Thier zu um mit Hin⸗ das Schlat ft und für! he, iſt es m ierzu iſt im ruͤhe Morgt un hle geſchlah der Waͤrme a wovon deſſ edieſer Regel! §. 17 angefl achtzeit ſt⸗ dringendſten rubniß hierzu hgeſucht wet jiere it e elbe ſicher, ufs vollkomg aus dem Koͤrper entfernt werde. 45 Das Toͤdten der Schlachtthiere geſchieht auf ſehr verſchiedene Weiſe. Die grauſamſte und martervollſte iſt 1) 2) 3) die des Schlagens auf den Kopf mittelſt einer Keule, da ſolches oft mehrmals wie⸗ derholt werden muß, bis das Thier tod lie⸗ gen bleibt. Dieſes Verfahren iſt gaͤnzlich zu verbieten. Das Genicken beſteht darin, daß n man ein doppelſchneidiges, 6 Zoll langes, Zoll brei⸗ tes Meſſer dem Thiere, deſſen Kopf man abz waͤrts gebogen, mit großer Gewalt in das Genicke, zwiſchen das Oberhauptsbein und den erſten Wirbel, bis aufs Ruͤckenmark ein⸗ ſtoͤßt, wornach daſſelbe wie vom Blitze ge⸗ troffen, niederſtuͤrzt. Das Stechen wird bei großen Thieren noch nach dem Schlagen und Genicken, bei kleineren allein angewandt. Es geſchieht a) durch Einſtechen in den Hals und Durch⸗ ſchneiden der Droſſeladern; b) in die Bruſt, und zwar in das Herz. Erſteres(3. a.) toͤdtet langſamer als letzteres,(b⸗) iſt aber dieſem vorzuziehen, weil hierbei gewoͤhnlich Blut in die Bruſthoͤhle ausfließt, welches dann nicht allein verloren geht, ſondern auch das Fleiſch beim Zerlegen beſudelt, und das Waſchen deſſelben noth⸗ wendig macht, wornach es hen bekommt. gets ein uͤbeles Anſe⸗ Unterſuchung des Blutes. 46 Bei beiden Arten des Toͤdtens durchs Stechen, muß der Schlaͤchter die Verletzung der Schlund⸗ und Luftroͤhre zu vermeiden ſuchen, weil ſonſt nicht allein Blut verloren geht, ſondern alles uͤbrige auch mit dem Mageninhalte verunreinigt wird. Von den verſchiedenen Toͤdtungsarten verdient das Genicken, der Schnelligkeit der Toͤdtung und des vollkommneren Ausblutens wegen, den Vorzug. Der Schlaͤchter hat beim Schlachten uͤberhaupt dafuͤr zu ſorgen, daß das Thier ſo vollſtaͤndig als moͤglich ausblute. Hiervon haͤngt hauptſaͤchlich mit die Haltbarkeit des Fleiſches und deſſen geſunde und appetitliche Beſchaffenheit ab; denn da von allen thieriſchen Theilen das Blut am ſchnellſten in Faͤulniß uͤbergeht, ſo wird das Fleiſch, in deſ⸗ ſen Adern dergleichen noch in einiger Menge ent⸗ halten iſt, beſonders im Sommer ſehr leicht anſtoͤ— ßig, faͤngt an in Faͤulniß uͤberzugehen, und bringt dann leicht nachtheilige Wirkungen, zum wenigſten Eckel bei denen hervor die es genießen. b Eine beſondere Art der Toͤdtung— das Schaͤch⸗ ten— koͤmmt am Ende dieſer Schrift, bei der Schlachtweiſe der Juden, vor. §. 24. Das Blut hat oft bei einerlei Thiergattung ein ganz verſchiedenes Ausſehen, indem es bald hell⸗ bald dunkelroth, und ſelbſt zuweilen ſchwarn erſcheint. durchs Sh ig der Shha ,weil ſonſtn rn alles ig reinigt wit Zsarten vemh er Toͤdtung 1 en, den Von achten uͤberzan vollſtaͤndig auptſaͤchlich! deſſen geſun ; denn da u am ſchnellt kleiſch, in de er Menge ent ar leicht anſto en, und bring zum werigſte ßen. — das Schih chrift, bei d „Tdhiergatt indem es weilen ſchu 47 Dieſe Verſchiedenheit der Farbe wird theils durch das Alter, theils durch die Nah⸗ rung der Thiere, und dann auch wohl durch die Beſchaffenheit der Staͤlle begruͤndet. Eben ſo verſchieden verhaͤlt ſich daſſelbe oft hin⸗ ſichtlich ſeiner Gerinnbarkeit: bald enthaͤlt es viel, bald ſehr wenig Blutwaſſer und Faſerſtoff. Dieſe Verſchiedenheit in Farbe und Menge des Blutwaſſers im Verhaͤltniß zum Faßerſtoff, hat uͤbrigens, falls es nicht wirklich aufgeloͤßt er⸗ ſcheint(was man daran erkennt, daß man eine gehoͤrige Menge in einem beſonderen Gefaͤß auf⸗ faͤngt und einige Zeit ungeruͤhrt ſtehen laͤßt, wor⸗ nach ſich das aufgeloͤßte Blut duͤnnfluͤſſig und un⸗ geronnen zeigt) und das Thier ſonſt geſund iſt, keinen nachtheiligen Einfluß auf die Geſundheit derer, die es friſch und in gehoͤriger Zubereitung genießen. §. 25. Zum Auffangen und Aufbewahren des Blutes bedient man ſich beſonderer Gefaͤße, welche theils aus Erde, theils aus Eiſen, verzinntem Blech, Meſſing und Kupfer, oder auch aus Holz beſte⸗ hen. Dieſelben werden bei unreinlichen Schlaͤch⸗ tern das ganze Jahr hindurch oft nur durch das Belecken der Hunde gereinigt, und nicht ſelten klebt auch fingerdick getrocknetes Blut daran. Bei Solchen, welche nicht taͤglich ſchlachten, wird in —ͤ—”‧”²ł²“nʒdꝝͤͤꝝͤſͤſͤͤſͤſͤſͤ 5 ͤͤͤʒä86äʒ8»ʒ8»8»8ä86ä8ä838ö-)-0-000ö050ö0˙a‧²“ jenen Gefaͤßen das Blut oft 4— 5 Tage lang bis zum Verbrauche aufbewahrt, oder auch daſſelbe von mehreren Schlachttagen und von verſchiedenen Thiergattungen geſammelt, und dann in groͤßerer Menge auf einmal zu Wuͤrſten und dergleichen verarbeitet. Eine ſolche der Geſundheit nachtheilige Un⸗ reinlichkeit hat der Fleiſchbeſchauer ganz beſonders zu beachten, und darauf zu ſehen, daß namentlich zur Aufbewahrung von Blut, nur allein ganz reine irdene oder hoͤlzerne, niemals aber dem Roſte und Gruͤnſpan unterworfene metallene Gefaͤße gebraucht werden. Im Winter, bei trockener Wit⸗ terung, kann Blut 1 hoͤchſtens 2 Tage lang auf— bewahrt werden, im Sommer haͤlt ſich daſſelbe gar nicht, es wird bald ſchwarzgruͤn und waͤſſerig, die Faßern des verruͤhrten Blutkuchens ſchwimmen in Stuͤcken in demſelben, auf dem Boden des Gefaͤ⸗ ßes ſetzt ſich eine theerartige, ſchmierige Maſſe an, und der Geruch wird aashaft, weßhalb als Regel gilt, das Blut alsbald nach der Schlachtung zu verbrauchen. §. 26. Die Schlaͤchter haben den Gebrauch, die Haut aller geſchlachteten Thiere, der Schweine ausge⸗ nommen, vor der Zerlegung, gewoͤhnlich mittelſt eines Blaſebalgs, oft bis zum Zerſpringen aufzu⸗ blaſen. Dieſes Manoͤver hat keinen andern Zweck — Tagr der auch daſ von verſchiede ann in griße und dergleit achtheilige er ganz beſond⸗ daß namenn allein ganz u ber dem R. tallene Gefß trockener I Lage lang a ſich daſſelbe g vaͤſſerig, ſchwimmen den des Geff gerige Maſſe a 1zhalb als Re Schlachtung kauch, die 9. zchweine aut oͤhnlich mit pringen auf Hen andern 3 49 als den, dem Fleiſche, beſonders von magern Thie⸗ ren, ein truͤgeriſches Anſehen von Fett⸗ heit und Lockerheit zu geben, die es an ſich nicht beſitzt. Durch die unter die Haut geblaſene Luft wird naͤmlich das Zellgewebe unter dieſer und zwiſchen den Fleiſchfaſern ausgedehnt, und es ſieht dann das Fleiſch ſchoͤn weis und ſo aus als waͤre es fett, waͤhrend dieſes angeblaſene Fett doch ei⸗ gentlich nur aus Luft beſteht, welche beim Kochen entweicht, worauf das Fleiſch zuſammenfaͤllt und einſchrumpft. Uebrigens erleichtert dieſes Aufbla⸗ ſen auch noch das Abziehen der Haͤute. Dann bedienen ſich die Schlaͤchter noch zuweilen des Aufblaſens bei lebenden Thieren, um dieſen ein fetteres Ausſehen zu geben, namentlich blaſen ſie bei Ochſen, Kaͤlbern und Schaafen den Hoden⸗ ſack auf, womit ſie wohl ſich ſelbſt nicht, aber das Publikum und den Fleiſchbeſchauer zu taͤuſchen bezwecken. Es geſchieht letzteres gewoͤhnlich mit⸗ telſt des bloßen Mundes oder einer metallenen Roͤhre. Beide Arten des Aufblaſens ſind gaͤnzlich zu verbieten, indem das Publikum damit einestheils betrogen wird, anderntheils dieſer Gebrauch, be⸗ ſonders das Aufblaſen mit bloßem Munde, gar eckelhaft iſt und ſelbſt ſchaͤdlich werden kann, wenn der Schlaͤchter mit einer anſteckenden Krankheit behaftet iſt. —ſͤͤͤͤſſſ .“ 3 f‧“ Art und Wei⸗ ſe des Zerle⸗ gens der ge⸗ ſchlachteten Thiere. Fuͤnftes Kapitel. Von dem durch die innerliche Unterſuchung auszumittelnden Zuſtande der Schlacht⸗ thiere und deren Zerlegung. §. 27. Das Oeffnen der Thiere und Herausnehmen der Eingeweide geſchieht von den Schlaͤchtern nicht nach den Regeln der Zergliederungskunſt, folglich kann auch die Unterſuchung der einzelnen Theile nicht nach jenen Regeln vorgenommen werden. Die Art der Ausfuͤhrung dieſes Geſchaͤfts muß der Gewohnheit der Schlaͤchter und dem Ortsge⸗ brauche uͤberlaſſen bleiben, indem jeder einzelne ſich auf ſeine Weiſe eingeuͤbt hat, und darnach auch am ſchnellſten zu Ende kommt. Das handwerksgemäße Verfahren der Schlächter bei'm Eroͤffnen der Thiere ſoll in den folgenden§§. beſchrieben werden, damit der unerfahrene Fleiſchbeſchauer daſſelbe kennen lerne, indem bei voöoͤlliger Nichtkenntniß deſſelben, einem darauf zu ſehen: ſolchen Fleiſchbeſchauer von den Schlaͤchtern gar leicht innere Fehler verdeckt, und verdorbene und krankhafte Eingeweide aus den Augen geſchafft werden koͤnnen, ohne daß er das Geringſte davon inne wird. Im Allgemeinen iſt von dem Fleiſchbeſchauer ob kein Eingeweide entzuͤndet, verhaͤrtet, verwachſen, vereitert ſey oder auf tel. Unterſuchu der Schut Herausnehm ſchlaͤchtern i skunſt, folzſ einzelnen The Immen wernd Geſchaͤfts m dd dem Ortin der einzelne darnach au Verfahre Thiere ſoll in den, damit d dee kennen ler g'eſſelben, ein „Schlaͤchtern und verdortt a Augen geſht „Heringſte di .Fl leiſchbeſhe veide entzin zert ſey ode ſonſt eine Weiſe von dem geſundheitsgemaͤßen Zuſtande abweiche. Worauf derſelbe bei den einzelnen Theilen zu achten habe, wird bei der beſonderen Angabe der Zerlegung derſelben im Einzelnen angegeben werden. §. 28. Bei dem großen Schlachtvieh wird ſtets mit der Eroͤffnung des Kopfes der Anfang ge⸗ macht, und zwar auf folgende Weiſe: die Haut mit dem Hautmuskel wird bis gegen die Hoͤrner geloͤßt und zuruͤckgeſchlagen, dann der ganze Kopf mittelſt einer Art zwiſchen dem Oberhaupts⸗ bein und dem erſten Halswirbel getrennt, hierauf das ganze Oberhauptsbein mit demſelben Werkzeug auf eine ziemlich rohe Weiſe losgehauen, ſo daß gewoͤhnlich noch ein Theil der Geſichtsknochen mit⸗ genommen wird, und das Gehirn oͤfters ganz zer⸗ fetzt aus ſeiner Hoͤhle hervordringt. In dieſem Zuſtande laͤßt ſich ſolches alsdann nur unvollſtaͤn⸗ dig unterſuchen; wo es daher darauf ankommt ſich eine genauere Kenntniß davon zu verſchaffen, hat der Fleiſchbeſchauer anzuordnen, daß die Eroͤffnung der Kopfhoͤhle auf eine minder gewaltſame Weiſe, allenfalls mittelſt einer Saͤge geſchehe. Die Schlaͤchter laſſen ſich indeſſen in der Regel nur ſchwer von ihrer gewohnten Weiſe abbringen. Iſt die Kopfhoͤhle geoͤffnet, ſo werden Schlund⸗ 51 Aiung Kop hühle. und Luftroͤhre ihre ganzen Laͤnge nach, ſo weit der Arm des Schlaͤchters reicht, losgetrennt, da⸗ mit ſie mit den Maͤgen zuſammenhaͤngend heraus⸗ genommen werden koͤnnen. Iſt der Schlund vor der Herausnahme der Maͤgen nicht vollſtaͤndig geloͤßt und unterbun⸗ den, ſo zerreißt er leicht, und es fließt der Ma— geninhalt in die Bruſt⸗ oder Bauchhoͤhle. Die Lostrennung der Luftroͤhre bezweckt die leichtere Herausnahme der Lungen, es wird damit aber oͤfters noch die betruͤgeriſche Abſicht verbun⸗ den, das Vorhandenſeyn von ſogenannten Perlen, welche in der Bruſthoͤhle befindlich, und nicht ſel⸗ ten nur an dem Rippenfall der vordern Bruſtwand ſitzen, und dann bloß aus einigen Knoten und Ei— terſaͤcken beſtehen, in aller Eile loszureißen, und dem Fleiſchbeſchauer unvermerkt aus den Augen zu ſchaffen. Iſt ſolches geſchehen, ſo erkennt man es an Riſſen im Bruſtfell, der Fleiſchbeſchauer hat dann guten Grund Verdacht zu hegen, und iſt ge⸗ noͤthigt und verpflichtet, alle Theile auf's genaueſte wegen jener Krankheitsprodukte zu unterſuchen. Er hat daher bei der Eroͤffnung der Schlachtthiere ſtets Alles ſcharf im Auge zu behalten, weil er ſonſt gewiß nicht ſelten von betruͤgeriſchen und ſchlauen Schlaͤchtern hintergangen wird, und ſich ſowohl in den Augen dieſer ſelbſt, als in denen des Publikums und ſeiner Vorgeſetzten ſchadet, wenn einmal ein ſolcher Betrug, der in ſeinem 6 nach, ſon osgetrennt, haͤngend hen derausnahwe and unterh s fließt da ihhoͤ‚hlt. öhre bezwech n, es wird d e Abſicht veuh enannten Penl ich, und nißt rdern Bruhmf „Knoten und ſoszureißen, naus den A , ſo erkennt! leiſchdeſchaver hegen, und iſ Ple auf's geuun zu unteüht g der Schladtt zyehalten, 1 hetruͤgeriſche an wird, 1 ebſt, als ind yxgeſetzten „ der in ſi 2 ⸗22 Beiſeyn veruͤbt wurde, bekannt wird. Beſonders auch fuͤr die gerichtliche Veterinaͤrkunde iſt es von großer Wichtigkeit, daß der Fleiſchbeſchauer geuͤbt ſey in ſchneller Erkenntniß krankhafter Veraͤnderun⸗ gen, und im Auffinden derſelben beim Eroͤffnen der Thiere. §. 29. Die Eroͤffnung der Bauchhoͤhle geſchieht Cee her bei dem groͤßeren Schlachtvieh theils auf der Erde, theils im Haͤngen mittelſt einer ſogenannten Schlachtwinde. Zuerſt wird die Haut vom Ende des Bruſtbeins bis zum Schambein, in der Mittel⸗ linie durchſchnitten, dann bei maͤnnlichen Thieren der Hodenſack, bei weiblichen das Euter in gleiche Theile getrennt; hierauf werden die Schambein⸗ ſchenkelmuskeln— der Schluß— von ihrem ſeh— nigten Theil bis zur Schambeinfuge ſehr kuͤnſtlich getrennt, ſo zwar, daß nicht ſelten die ſehnige Aus⸗ breitung dieſer Muskeln frei daliegt, und man nicht eine Fleiſchfaſer von den Muskeln zu ſehen bekoͤmmt. Dieſe kuͤnſtliche Trennung der Schambeinſchenkel⸗ muskeln hat im Allgemeinen den Zweck, dem Fleiſche, ſo lange es unzerlegt in ſogenannten Vierteln iſt, ein beſſeres Ausſehen zu erhalten, und es im Som⸗ mer vor den Schmeißfliegen zu verwahren. Bei den Schweinen hat es indeſſen den beſondern Zweck, das Vorhandenſeyn von Finnen zu ver⸗ bergen, welche, wenn ſie nicht in großer Menge vorhanden ſind, meiſt nur an einzelnen Theilen, 54 und dann gerade hier vorkommen. Gelingt nun dem Schlaͤchter dieſe Trennung vollkommen, und ſind ſonſt keine Finnen mehr zu finden, ſo iſt der Fleiſchbeſchauer uͤberliſtet, und er heißt dann ein Finnen ſind, daß man ſie kaum benutzen kann. unterſuchen: 1) Das Netz. An demſelben findet man oͤfters, beſonders beim Rindvieh, faſernaͤhnliche Verlaͤngerungen, auch manchmal das Fett warzenartig gebildet, beides vorzuͤglich bei Thieren, welche mit Malztrebern und Brandweinſpuͤlig gemaͤſtet wurden. Sind Perlen in großer Menge vorhanden, ſowohl Hinterleib allein, ſo findet man ſolche nicht ſelten auch am Netz. Wer dieſelben indeſſen nicht genau kennt, kann leicht obige Verlaͤn⸗ gerungen und warzeuartige Bildungen mit ihnen verwechſeln. Die wirklichen Perlen haͤngen zwar oͤfter auch an Stielen, welche jenen Verlaͤngerungen aͤhnlich, aber ohne Knoten am Ende ſind; auch haben die Per⸗ len immer eine gelblich⸗braune Farbe, und erſcheinen bei'm Durchſchneiden koͤrnig, waͤh⸗ und im Innern auch das Ausſehen des Fet⸗ tes haben. Schwein gar leicht gut, deſſen Schinken ſo voller in der Bruſt⸗ als Bauchhoͤhle, oder nur im Nach voͤlliger Eroͤffnung der Bauchhoͤhle iſt zu 1 rend jene Verlaͤngerungen im Netz die Farbe, . Gelingt ollkommen, inden, ſo in heißt dam ſchinken ſo w benutzen kan Bauchhoͤhlei findet man in faſer naͤhn manchmal beides vont Malztreben— wurden. orhanden, ſan ale, oder mm man ſolchen dieſelben in Aht obige A 5 Bildungen zirklichen Ne „ Stielen, we lich, aber z haben dir dune Farbe, hen koͤrnig,“ n Netz die h usſehen des 2) 55 Bei den Schaafen finden ſich nicht ſel⸗ ten Blaſen von der Groͤße einer Welſchnuß bis zu der eines Eies, welche mit einer hel⸗ len Fluͤſſigkeit angefuͤllt ſind; auch oͤfters Waſſer frei in der Bauchhoͤhle enthalten, was beweißt, daß die Thiere fruͤher gutes, ſpaͤter aber ſchlechtes Futter erhalten haben, und daher im Abnehmen begriffen waren. Bei Kaͤlbern und Schweinen trifft man dieſe Veraͤnderungen auch oͤfters an, und bei Letzteren nicht ſelten Blaſenwuͤr⸗ mer. Die Maͤgen. Auf deren Oberflaͤche, be⸗ ſonders bei'm Rindvieh, zeigen ſich oͤfters Perlen, vorzuͤglich am Wanſt. Dann er⸗ ſcheint die Haube zuweilen mit dem Zwerg⸗ fell verwachſen, eine gewoͤhnliche Folge von aus derlſeben hervorgedrungenen fremden Koͤrpern, als Naͤgeln, Nadeln und derglei⸗ chen, welche die Thiere bei'm Freſſen ver⸗ ſchluckt hatten, und welche beim Durchdrin⸗ gen dieſer Theile gemeiniglich Entzuͤndungen, Vereiterungen und Verwachſungen veranlaſ⸗ ſen. Auch findet man den Wanſt zuweilen mit der Bauchhaut in der ſogenannten Hun⸗ gergrube verwachſen, als Folge des Stechens der Thiere bei der Blaͤhſucht, wodurch haͤu⸗ fig nicht allein derlei Verwachſungen, ſondern ſelbſt bedeutende Vereiterungen ſich bilden, und bei der Eroͤffnung große Eiterſaͤcke und Ab⸗ lagerungen einer roͤthlichen Sulze vorfinden laſſen. Außer dieſen Zerſtoͤrungen erſcheinen auch haͤufig, veranlaßt durch jenes unſinnige und unnoͤthige Verfahren,*) bei der Blaͤh⸗ — *½) Unnöthig nennt der Herausgeber die Operation des Stechens bei der Blähſucht, wenn auch mittelſt eines guten Trocars, weil wir ſchon längſt ein ſicheres Mittel gegen dieſe Krankheit, wenn ſie, wie gewöhnlich, in Folge von grünem unvergohrenem Futter entſtanden iſt, und zwar in dem Kalke haben, deſſen vortreffliche Wirkung in ſolchen Fällen ſein Vater als Oekonom, ſeit mehr denn 25 Jahren, ſowohl an eigenem als an dem Vieh anderer Leute, denen er das Mittel angerathen, hundertfach erprobt und zuerſt in dem Kaiſerslauterer Anzeiger, wie⸗ derholt aber im Wochenblatt des landwirthſchaft⸗ lichen Vereins in Bayern, Jahrgang 1819 be⸗ kannt gemacht hat. Obgleich Herr Director Schwab in München dieſes Mittel auch mit anderen in ſeinem Schrift⸗ chen über die Blähſucht, München 1823, angeführt hat, ſo ſcheint daſſelbe doch weder von Thierärzten bis jetzt gehörig gewü rdigt, noch von Landwirthen überhaupt nur gekannt zu ſeyn; der Herausgeber ergreift daher dieſe Gelegenheit den Kalk als das wohlkfeilſte und ſicherſte Mittel gegen die benannte Krankheit aufs dringendſte zu empfehlen, und gibt nachfolgend kurz die Art der Anwendung an. Man nimmt wohl durchgeglühten Kalkſtein friſch aus dem Ofen, ver⸗ klopft ſolchen ſo ſchnell als möglich in kleine, etwa nußgroße Stückchen, füllt ſie in eine kleine, nicht zu enghal⸗ ſige Bouteille, verſchließt ſolche luftdicht mit einem Kork⸗ ſtopfen, verbindet ſie noch überdieß mit angefeuchteter Schweinsblaſe, und bewahrt ſo das Mittel zum Gebrauche auf. Hierzu nimmt man für ein ausgewachſenes Stück einer kſaͤcke und„ ulze vorfind ugen erſchenn jenes unſim bei der Bh die Operation aittelſt eines zu cheres Mit. Löhnlich, in den iſt, und liche Wirkn n, ſeit mehr i nyem Vieh anden undertfach erpul Anzeiger, w. N dwirthſchai Pgang 1819 b ector Schwa an ſeinem Schrift rangeführt hat, ſ av bis jeht gehhr daupt uur gekan A dieſe Gelegen De Mittel gegen a npfehlen, und 1 z. Man nimmt as dem Ofen, ochh in kleine, e nicht zu en er d nit einem 1 nit angef feuch Jel zum Geb acjſens Stiu 57 ſucht des Rindvieyhs, die benachbarten Einge⸗ weide, als die Milz und Leber krankhaft veraͤndert, dieſe mit dem Zwergfell, letzteres mit dem Rippenfell, und ſelbſt zuweilen ein Theil der Lungen mit dieſem verwachſen. Am Labmagen kommen aͤußerſt ſelten krankhafte Veraͤnderungen vor. Der Blaͤttermagen enthaͤlt oft zum Zerreiben trockenes Futter, und dieß wahr⸗ ſcheinlich dann, wenn die Thiere waͤhrend des Beitriebs kein Waſſer erhalten haben und bald geſchlachtet wurden. 3) Die Gedaͤrme erſcheinen faſt niemals krank⸗ haft veraͤndert, falls die Thiere ſonſt geſund ſind; nur bei Schweinen findet man oͤfters bald den Zwoͤlffingerdarm, bald den Blind⸗ darm, in Folge des Verſchneidens der weib⸗ lichen Thiere, in der linken Seite verwachſen. 4) Das Gekroͤß iſt gewoͤhnlich geſund, aus— genommen bei Schweinen finden ſich zu⸗ weilen verhaͤrtete Druͤßen an denſelben, welche Nuß groß, für junge Thiere etwas weniger, lößt es in 1 Schoppen oder c¼ bayer. Maaß kauem Waſſer durch Umſchütteln ſchnell auf, und ſchüttelt dieſe Kalkauflöſung dem aufgeblähten Thier ſo ſchnell als möglich ein. Aeußerſt ſelten hat man nöthig, dieſe Gabe zu wiederholen, denn ſchon nach wenigen Minuten fällt der Leib zuſammen, und das Thier iſt gerettet— ohne Operation. von Unerfahrenen fuͤr Finnen gehalten werden. 3) Die Urinblaſe findet man faſt immer in naturgemaͤßem Zuſtande. 6) Bei'm Tragſack hat der Fleiſchbeſchauer genau darauf zu achten, ob ſolcher traͤchtig ſey, denn in dieſem Falle ſuchen die Schlaͤch— ter denſelben aͤuſſerſt ſchnell und liſtig zu entfernen; der erfahrene Fleiſchbeſchauer er⸗ kennt aber ſchon aus dem aͤußeren Ausſehen, und namentlich aus den deutlich hervorſprin⸗ genden Blutgefäßen an demſelben, ob er an⸗ gefuͤllt iſt oder nicht. Die Eierſtoͤcke findet man bei Kuͤhen und Schweinen oft verhaͤr⸗ tet, die Bläschen mit Waſſer angefuͤllt. 7) Die Milz zeigt ſich gewoͤhnlich geſund, nur zuweilen bei'm Rindvieh mit Perlen beſetzt, manchmal zwar von abweichender Form, da⸗ bei aber von guter Beſchaffenheit. Die Leber iſt derjenige Theil, welcher bei Thieren am haͤufigſten krankhaft veraͤndert erſcheint, ſo daß bei alten Ochſen und Kuͤhen unter 100 Stuͤcken kaum 10 ſind, welche eine ganz geſunde Leber haben. Gewoͤhnlich iſt dieſelbe mißfarbig, verhaͤrtet, knotig, ſteinig, ſandig, geſchwuͤrig, mit Egeln beſetzt. Bei Schweinen findet man ſie oft wie gekocht, muͤrbe und blaß, nicht ſelten Blaſen in derſelben, mit roͤthlicher Fluͤſſigkeit. 59 Anen gehal Bei Schaafen iſt ſie vft widernatuͤrlich gelb und dabei ſehr weich, wahrſcheinlich faſt imme in Folge langen Durſtleidens und Hetzens 1 b bei'm Beitrieb. Fleiſchbeſcha Die Gallenblaſe iſt bald kleiner, bald ſolcher ninh groͤßer als im geſunden Zuſtande; die Galle jen die Schli bald dunkler, bald heller von Farbe, in der— und liſig ſelben oft ein ſandiger, dem Eiſenroſte aͤhn⸗ eiſchbeſchauer licher Satz. heren Ausſtz 9) Die Nieren ſind gewoͤhnlich geſund. lich heworſtt 10) Die Bauchſpeicheldruͤße zeigt ſich bis⸗ ulben, ob er weilen verhaͤrtet. ierſtoͤcke fin oien oft verzt§. 30. mangefuͤllt. Die Bruſthöͤhle wird in der Mitte des Eröffnung der zich geſund,n Bruſtbeins vom ſchaufelfoͤrmigen Knorpel bis Bruſthöhle. Perlen beſez zum Halſe geoͤfftet, und zwar zuerſt durch ander Form, d einen Einſchnitt in die Haut bis auf jenen haheit. Knochen, wobei beſonders bei Schweinen, Seil, welhet um allenfalls ſich vorfindende Finnen zu verber⸗ nthaft verän gen, die Schlaͤchter die Bruſtbeinvorderarm- und chſen und g Bruſtbeinarmbeinmuskeln ſehr vorſichtig in ihrer lſind, welche! Vereinigung auf dem Bruſtbeine trennen, was der „ Gewoͤhulit Fleiſchbeſchauer zu beachten hat. Hierauf wird 4 tnotig, ſt das Bruſtbein mittelſt einer Knochenſaͤge oder eines Sl beſetzt Veils geſpalten, und ſomit die Bruſthoͤhle ſelbſt an ſie i geoffnet, dann das Zwergfell auf beiden Seiten 4 lten I n ſeinem ſehnigen Theil durchſchnitten, und nun ht ſe end die große Pulsader im Ruͤcken(Aorta), mit den — Fluͤſſigkeit. 60 Lungen und dem Herz in Verbindung, herausge⸗ nommen. Von Fehlern an den einzelnen Theilen in der Bruſthoͤhle ſind zu beachten: das Zwergfell iſt oͤfers nach oben mit den Lungen und dem Herz— beutel, nach unten mit der Leber verwachſen. An beiden Flaͤchen, ſowie an der Oberflaͤche des Herz⸗ beutels und der Lungen finden ſich bei'm Rindvieh die Perlen, bei den Schweinen die Finnen. Außer Verwachſungen der Lungen mit dem Rippenfell, Zwergfell und untereinander, zeigen ſich nicht ſelten, beſon ders bei'm Rindvieh, Verhaͤrtungen, Knoten und Eiterſaͤcke an denſel⸗ ben, welche zuweilen ein Drittheil oder die Haͤlfte der Lungen einnehmen, ſo daß es ſchwer begreiflich iſt, wie ſolche Thiere ſich im lebenden Zuſtande noch munter und friſch darſtellen, und bei ſolchen Zerſtoͤrungen ſelbſt noch fett werden konnten. Die Verwachſungen ſowohl der Lungen als der Leber mit dem Zwergfell und Bruſtfell ſind ver⸗ ſchiedenartig: oft finden ſich dieſe Theile ganz feſt und dicht mit den angraͤnzenden vereinigt, oft nur mittelſt langer roͤthlicher, fleiſchfaßernaͤhnlichet Faͤden, welche nicht ſelten ſehr roth und wie blu⸗ tig ausſehen, waͤhrend die dichten Verwachſungen ein weißliches Ausſehen haben. Solche faßern⸗ artige Verwachſungen koͤnnen leicht fuͤr anderwei⸗ tige krankhafte Produkte angeſehen werden, und muͤſſen daher dem Fleiſchbeſchauer bekannt ſeyn. — — ung, heraug inen Theilen as Zwergf 2i und dem 8 vverwachſen. flaͤche des t mbei'm Rin „die Finne Ungen mit dinander, z d'm Rindvi ſaͤcke an de nfoder die H Srhwer begrei enden Zuſt ez und bei ſoll ean konnten. 8 Lungen all ruſtfell ſind 8 Theile gan An vereinigt — ſchfaßernät oth und wi =n Verwalſ Solche cht fuͤr and = hen werden Ir bekannt 61 Bei Kaͤlbern bemerkt man ſelten Veraͤnderun⸗ gen an den Lungen, doch kommen Verwachſungen vor. Bei Schaafen finden ſich in naſſen Jahren die Lungen oft auffallend zerſtoͤrt, dieſelben ſind dann fleiſchigt, voller Eiterſäcke und Geſchwuͤre. Am Herzen und Herzbeutel kommen bei'm Rindvieh oftmals Perlen, bei Schweinen Fin⸗ nen, ſonſt aber ſelten Veraͤnderungen vor. Am Bruſtfelle kommen oͤfters, ſowohl an der inneren als an der aͤußeren Fläche, verſchie⸗ denartige Produkte vor, an erſterer beſonders rothe, häutige Verlaͤngerungen von verſchiedener Laͤnge, welche wie mit Blut gefuͤllt ausſehen, aber nur ſelten eine waͤſſerige Fluͤſſigkeit enthalten. Bei vollkommener Maͤſtung ſind dieſelben mit Fett an⸗ gefuͤllt, und haͤngen in Geſtalt von halbrunden Lap⸗ pen, in der Dicke von einigen Fleiſchfaſern bis zu der eines Daumens, und in der Laͤnge von ½— 1 Zoll und mehr, von den Rippen in die Bruſthoͤhle hinein, in aͤhnlicher Art wie ſolche auch am Ge⸗ kroͤße, und uͤberhaupt an der innern Flaͤche des Bauchfells ſich darſtellen. Viele halten dieſe Af⸗ terprodukte fuͤr Anfaͤnge der Perlen, was ſie aber nicht ſind, da man bei einer genauern Un⸗ terſuchung deutlich ihre ſtufenweiſe Ausbildung verfolgen kann, und zwar von rothen Punkten zu rothen, fleiſchfaſernaͤhnlichen Faͤden, von dieſen zu breiteren Strängen, welche fett und ſackig, zu⸗ 62 letzt blaſig, und indem ſie groͤßer werden, all— maͤhlig ſich mit Fett anfuͤllen. Sie kommen in— deſſen oft gleichzeitig mit den Perlen vor, dieſe ſind aber als Folge einer entarteten, jene Produkte hingegen als die einer nur vermehrten Bildungsthaͤtigkeit, wie ſie ſich im ganzen Koͤrper bei bedeutendem Fettzuſtande erkennen laͤßt, anzuſehen. Die Unterſcheidung beider Zuſtaͤnde iſt fuͤr den Fleiſchbeſchauer ſowohl in polizeilicher als in ge— richtlicher Hinſicht wichtig. Eben ſo ſind auch die in den Lungen nicht ſelten ſtellenweiſe vorfind⸗ lichen Knoͤtchen, welche theils verhaͤrtet, theils mit Eiter gefuͤllt erſcheinen, und traubenartig zu⸗ ſammengewachſen, durch den Bruſtfelluͤberzug durch⸗ ſcheinen, von den Perlen zu unterſcheiden, welche auf dem Bruſtfell ſitzen, jedoch ſo innig mit dem⸗ ſelben verwachſen ſind, daß ſie ohne Zerreißung deſſelben nicht entfernt werden koͤnnen, wodurch, falls naͤmlich bei einem geſchlachteten und bereits geoͤffneten Thiere ſolche Zerreißungen vorkommen, dem Fleiſchbeſchauer ein Wink gegeben iſt, genauer an den uͤbrigen Theilen nach vorhandenen Perlen zu forſchen. Wie ſich die Perlen an dem Bauch⸗ felle und an den uͤbrigen Theilen darſtellen, wird bei der Darſtellung der Perlenkrankheit(§. 54) weiter auseinandergeſetzt werden. 63 werden, Sechstes Kapitel. die kommen Von dem zur längeren Aufbewahrung zuberei⸗ rlen vor, d teten Fleiſche. irteten, i§. 31. r vermehr Es geſchieht nicht ſelten, daß Schlaͤchter Fleiſch, ſich in gm welches ſich zur Faͤulniß neigt oder ſchon wirklich ſe erkennenh faulig iſt, entweder in Folge feuchten und warmen Wetters, oder wegen verzoͤgerten Verkaufs, und ſelbſt auch Fleiſch von kranken Thieren, deſ⸗ ſen oͤffentlicher Verkauf als vollkommen gutes Fleiſch, nicht erlaubt wurde, einſalzen und raͤuchern, was indeſſen vorzugsweiſe nur mit zerhaͤrtet, ne Schweinefleiſch geſchieht. Solches Fleiſch hat im rtraubenartiz Innern nicht die ſchoͤnrothe Farbe, wie im ganz alliberzug da guten Zuſtande eingeſalzenes und geräuchertes, ſon⸗ dern es ſieht gelblich oder ſelbſt blaugruͤn aus, wenn es vor dem Einſalzen bereits faulig war; und auch ſein Geſchmack iſt von dem eines geſun— den Fleiſches verſchieden und oft aͤußerſt unan⸗ nehm. Der Fleiſchbeſchauer hat auch auf derlei Betruͤ⸗ unde iſt fuͤrt eicher als in ſo ſind auch llenweiſe vorff nſcheiden, we innig mit der ae Jerreißu⸗ onnen, wode neten und ba ge Zigen vorkom zeben iſt, gen Ihandenen h J an dem b immer ſehr ſchwer, ſowohl ſolche zu entdecken als ſie zu verhuͤten. Am zweckmaͤßigſten moͤchte es ſer immer ſeyn, das Einſalzen und Raͤuchern von darſte 11 Schweinefleiſch nur fuͤr eine beſtimmte Zeit, und atankheit b namentlich nur fuͤr die Wintermonate zu er⸗ 4 lauben. Dann waͤre von Zeit zu Zeit eine Un⸗ terſuchung der Vorraͤthe von geraͤuchertem Fleiſche Vom eiuge⸗ ſalzenen und geräucherten Fleiſch. gereien ſein Augenmerk zu richten; indeſſen iſt es ——— .. bei den Schlächtern vorzunehmen, und wenn ſich V darunter welches von ſchlechter Qualität vorfände, V daſſelbe nicht allein zu confisciren, ſondern auch den Eigenthümer zu beſtrafen, und zwar V nißmäßig um ſo ſtrenger zu beſtrafen, als hier Betrügereien ſchwerer zu entdecken ſind, als beim Verkaufe von friſchem Fleiſche. † 1 In größeren Städten, wo Unterſchleife dieſer 43 Art noch leichter geſchehen können, wird deren Verhütung nur dadurch einigermaßen möglich ſeyn, daß bloß einzelnen Schlächtern oder Fleiſchver⸗ 1 käufern erlaubt würde, Fleiſch einzuſalzen zu räu⸗ chern, und alſo zubereitet zu verkaufen, indem eine V geringere Zahl leichter zu controlliren iſt, als eine größere, beſonders wenn mit zubereitetem auch friſches Fleiſch von einem und demſelben Schläch⸗ ter verkauft wird. —— 4 1½„.— §. 32. 1 Murſtberei⸗ Wenn man erfahren hat, wie ſelten bei der Allgemeinen. Wurſtbereitung die gehörige Reinlichkeit beob⸗ achtet wird, vielmehr häuſig gerade das Ge⸗ gentheil; und wie hierbei die größte Gewiſſen⸗ loßigkeit von Seiten betrügeriſcher Schlächter, ſo⸗ wohl in Benützung halbfaulen Blutes, übrigge⸗ bliebenen, anſtößigen Fleiſches und ſo mancher eckelhaften und unpaſſenden Theile der Schlacht: thiere, als in der ganzen Verfahrungsweiſe ſtatt fin⸗ det, ſo thut es dringend Noth, angehenden Fleiſch⸗ 65 und um beſchauer und die Polizeibehörden hierauf aufmerk⸗ ualität da ſam zu machen, damit endlich einmal ſolchem Unwe⸗ n, ſonden ſen geſteuert, und die auch von dieſer Seite bedrohte nd zwar w Geſundheit der Staatsbürger geſchützt werde. trafen, al Man könnte freilich hier einwenden:„daß bei n ſind, atz„dem ſo allgemeinen Genuſſe von Würſten doch „ſo ſelten Krankheiten vorkämen, als deren Ur⸗ nterſchleife„ſache der Genuß von ſchlecht bereiteten Würſten nen, wird„anzuklagen wäre, und es ſonach damit nicht ſo aßen mögliz„gLenau genommen zu werden brauche!“ Dieſer Ein⸗ n oder Fliſ wurf beruht aber auf unzulänglichen Gründen, denn nzuſalzen gi 1) ſind in der neuern Zeit, namentlich in Wür⸗ kaufen, inda temberg, nicht ſelten ſelbſt tödliche Krankheiten in Folge des Genuſſes von Würſten, beſonders von Blutwürſten beo⸗ bachtet worden; Niren iſt, als zubereitetem emſelben Sch 2) ſchützt zwar die Beimiſchung von Gewürzen und Salz, ſowohl die aus halbfaulem Fleiſch und Blute bereiteten Würſte einigermaßen vor baldi⸗ wie ſelten be ger Verderbniß, als auch die Verdauungsorgane Reinlichkeit und den ganzen Körper des Genießenden vor g gerade d übeler Einwirkung; wenn aber die ganze großte G. Bereitungsart unzweckmäßig, die Beimiſchung ſche Schläct von Gewürzen und Salz nicht in hinläng⸗ licher Menge, die allenfallſige Räucherung tes, i BVlutes, unvollſtändig, und die Aufbewahrung auf un⸗ 3 ¹ 7„„„ 2 un n4 geeignete Weiſe geſchieht, ſo bleiben die uͤbeln heile Hucſ Folgen, wie ſie neuerlich beobachtet worden, ſrung oder doch der Eckel vor ſolch ſchlechtem Ge⸗ angehenden b 5 Bereitung der 9 Blutwürſte. würſte, ſo wie alle Sorten von Würſten das mengſel nicht aus. Beides iſt ſonach wohl zu beherzigen. Was die Haltbarkeit der Würſte betrifft, ſo lehrt die Erfahrung, daß dieſelben im Som— mer nur 24 Stunden, im Winter 4— 6 Tage längſtens friſch bleiben, und daher innerhalb die⸗ ſer Zeit verkauft werden müſſen. Verdorbene Würſte erſcheinen im Innern wei— cher, bläſſer und ſchmierig, riechen im Anfange ſauer, dann faulig und zuletzt aashaft. Auch äußerlich werden ſie dann ſchmierig. Sie verder⸗ ben um ſo eher je dicker ſie ſind. Geräucherte Würſte zu verkaufen, ſollte den Schlächtern gar nicht erlaubt ſeyn, weil man bei dieſen niemals wiſſen kann, wie alt ſie be⸗ reits ſind. 1 Ueberhaupt wäre es zweckmäßig, wenn an ſol⸗ chen Orten wo eigene Schrannen beſtehen, die Wurſtbereitung nur in dieſen geſchehen dürfte, wo die Aufſicht leichter iſt, und die aus dem na⸗ hen Beiſammenſeyn der Schlächter ſich entwickelnde Eiferſucht, ein wünſchenswerthes Streben nach Reinlichkeit und hiervon abhängigen Ruf, erzeu⸗ gen und unterhalten würde. 6. 33. Gewoͤhnlich werden von den Schlächtern Blut⸗ ganze Jahr hindurch bereitet, was bei erſteren ſonach w Vürſte bet ben im Sn 4— 6 1 innerhalb m Innern en im Anfy aashaft.„ ig. Sie ven verkaufen, ſeyn, weil! wie alt ſie g, wenn an ſ a beſtehen, zoceden dun die aus den er ſich entwich ges Streben zigen Ruſ,! „Schlächten! von Wünt it „ was bi am allerwenigſten in der wermen Jahreszeit ſollte geſchehen dürfen. Dieſelben ſind dabei ſo profi⸗ tirlich, daß ſie das Blut, wie angegeben, häufig von mehreren Schlachttagen und Thiergattungen ſammeln, um es auf einmal zu Würſten zu ver⸗ arbeiten, wo es dann nicht gar ſelten geſchieht, daß bereits halbfaules mit friſchem Blut vermiſcht, dazu benützt wird. Wie es ſich hinſichtlich der da⸗ bei nöthigen Geräthſchaften in der Regel verhält, iſt bereits im§. 25 angegeben worden. Die Polizeibehörde ſollte demnach die Berei⸗ tung der Würſte überhaupt, beſonders aber der Blut würſte in der warmen Jahreszeit gänzlich verbieten, und den Verkauf aller Arten auf eine beſtimmte Zeitfriſt, allenfals auf höchſtens 3 Tage von deren Bereitung an, beſchränken, auch endlich, damit kein Unterſchleif mit geräucherten Wür⸗ ſten geſchehen könne, den Schlächtern den Ver⸗ kauf von ſolchen gar nicht erlauben. Ueberdies ſollte der Fleiſchbeſchauer die ſtrengſte Aufſicht auf die Bereitungsweiſe, insbeſonders der Blut⸗ würſte halten, und genau darauf ſehen, daß außer gutem friſchem Blute, friſchem, kleingeſchnit⸗ tenem Speck, und einer hinlänglichen Menge von gutem Gewürz und Salz, keine andere Dinge, z. B. kleingeſchnittenes Brod oder Semmel beige⸗ miſcht würden, da derlei Zuſätze hauptſächlich Ge⸗ legenheit zur ſchnell eintretenden ſaueren Gährung, und zur Bildung einer äußerſt giftigen Säure 1 — 68 der ſogen. Fett ſäure geben, welche von Chemi⸗ 3 kern als die nächſte Urſache der ſchon ſo häufig vor⸗ m gekommenen Wurſtvergiftung angeſehen wird. Aus dem eben Angegebenen geht demnach her⸗ vor, daß als ein Haupttheil der Pflichten eines t Fleiſchbeſchauers die Aufſicht auf die Wurſtberei⸗«( tung gelten, und er gewiſſenhaft dazu beitragen muß, den argloſen Bürger auch von dieſer Seite vor Beſchädigung ſeiner Geſundheit ſchützen zu b helfen. §. 34. V Bereitung Was von dem Zuſammenſparen des Blutes 1 der Leberwürſte, zu Blutwürſten eben geſagt worden, gilt auch in Betreff der zu Leberwürſten verwendet werdenden Eingeweide, als: der Leber, Lunge und des Darm⸗ W fetts, welche die Schlächter gar häufig, ſelbſt auch wenn ſie mit Egel⸗ und Blaſenwürmern, Verhär⸗ tungen und Eiterknoten beſetzt, oder ſonſt krank⸗ haft verändert ſind, zu Würſten zerhacken. Kaum daß gewiſſenhaftere darunter, die an dieſen Einge⸗ weiden vorhandenen krankhaften Entartungen weg⸗ ſchneiden, und nur das Uebrigbleibende verbrauchen. Daß dieſem höchſt eckelhaften und der Geſundheit der Genießenden, ſchon des Eckels wegen, nach⸗ theilig werdenden Gebrauche Einhalt gethan wer⸗ den müſſe, verſteht ſich ohne weiters, und hier kann ein thätiger und gewiſſenhafter Fleiſch⸗ l beſchauer gar Manches der Art verhüten, wenn er das bei beim Eröffnen der Thiere ſich als che von Cha ſo häufig y Angeſehen wi ht demnach! Pflichten ei die Wurſtba dazu beitm don dieſer d hheit ſchützen daren des R den, gilt au wendet wer ge und des Di riufig, ſelbſt a atmern, Verh oder ſonſt die Wihacen. 8 ean dieſen 6 Entartungen reibende verbe und der Geſe „kels wegen, inhalt geth z weiters,! ſenhaftei gt ver hüten der Thiett ſches Fleiſch 69 krankhaft Darſtellende, ſogleich in ſeiner Gegen⸗ wart auf eine Weiſe entfernen läßt, daß es zu keinerlei Gebrauche mehr dienen kann. Daß ſolche gewiſſenloſe Unreinlichkeit der Schläch⸗ ter in polizeilicher Hinſicht ſtark verpönt werden müſſe, erſcheint als nicht weniger unerläßlich. §. 35. Die Bratwürſte werden gemeiniglich nur aus Schweinefleiſch und Schweinefett bereitet und es iſt daher darauf zu ſehen, daß nur allein fri⸗ dazu verbraucht, und die nöthige Reinlichkeit dabei beobachtet werde. Zu billigen iſt aber nicht die Beimiſchung von Wein welcher gar bald ſauer wird. Solches geſchieht aber in der Regel nur bei deren Berei⸗ tung für Privatleute, ſelten oder niemals bei den für den öffentlichen Verkauf beſtimmten Bratwür⸗ ſten. Uebrigens hält ſich dieſe Art von Wuͤrſten im Sommer noch weniger lang als Blut und Le⸗ berwürſte, weßhalb deren Verkauf nur auf die erſten 24 Stunden nach ihrer Fabrikation erlaubt ſeyn ſollte. §. 36. Mit den Knoblauchswürſten wird von den Schlächtern das faulige Fleiſch eigentlich am leichteſten fortgebracht; denn hierzu können alle Fleiſch⸗ und Fettabfälle benützt werden, da der ſtarke Zuſatz von Salz, Pfeffer, beſonders aber Vereitnug Bratwürſte. Bereitung der Knoblauchs⸗ würſte. 70 von Knoblauch, jeden von fauligem Fleiſche herrührenden Geſchmack einhüllt, und nur den Geſchmack und Geruch der Ingredienzien vorſte⸗ chen läßt. Da ſie nicht fuͤr den Feinſchmecker taugen, ſo wird damit beſonders die ärmere Klaſſe betrogen, von dieſer aber auch bei einer thätigeren Lebens⸗ weiſe und kräftigerer Verdauung, verbunden mit Kartoffeln und Brandwein, dieſelben noch am häu⸗ figſten ohne allen Nachtheil genoſſen. Demohnge⸗ achtet muß die unredliche Bereitungsweiſe aus fauligen Fleiſchreſten geſetzlich verboten, und von dem Fleiſchbeſchauer gegen die Zuwiederhandeln⸗ den rückſichtslos protocollirt werden. Von dieſen Würſten werden das ganze Jahr hindurch fabri— zirt und im Sommer noch mehr als im Winter, was wohl zu erlauben iſt, indem ſie, wie nicht weniger die Cervelatwürſte und Schwarte⸗ mägen oder Preßköpfe, ſich recht gut halten, wenn ſie von friſchem und geſundem Fleiſche und hinlaͤnglich vielem Gewürz und Salz bereitet, und alsbald gehörig geräuchert werden. igem Fleiſt und nur da Anzien vorſt⸗ der taugen, ſ aſſe betrogen, ſeren Lebens⸗ erbunden mit —„. noch am hi⸗ . Demohnze ngsweiſe aus ten, und von viederhandell⸗ Von diſen ndurch farri im Winter , wie nicht Schwarte⸗ ht gat halten, ben Fleiſche z und Sal. geräuchen Zweiter Abſchnitt. Fleiſchbeſchau bei der Schlachtung für den Privatverkauf. Erſtes Capitel. Von deren Nothwendigkeit und den dazu erforderlichen Anordnungen. §. 37. Für den Privatverkauf und Verbrauch kann Beſtimmung auch das Schlachten von ſolchen Thieren erlaubt der hierher gehörigen werden, welche nicht vollkommen geſund ſind, 2hill im deren Fleiſch aber noch ohne Nachtheil genießbar wenn gleich nicht von ſolcher Qualität iſt, daß es als ganz gutes, untadelhaftes, zum öffentlichen Verkaufe ausgeboten werden dürfte. Nicht ſelten näm⸗ lich führen Knochenbrüche, überhaupt äußerliche Be⸗ ſchädigungen der Thiere nnd Mißgebähren, ſo wie ſchnell verlaufende Krankheiten, deren Behandlung bei der Ungewißheit eines glücklichen Ausgangs nicht zu wagen iſt, wenn dieſelben erſt entſtanden und nicht mit Veränderung und Verderbniß der Säftemaſſe verbunden ſind, und endlich die Auf⸗ findung krankhafter Veränderungen einzelner Theile in den geſchlacht eten Thieren, bei ſonſt geſunder Beſchaffenheit und gutem Fettzuſtande derſelben,— gemeinen. 72 die Nothwendigkeit herbei, den Eigenthümern oder Schlächtern die Erlaubniß zu ertheilen, das Fleiſch ſolcher Thiere zu eigenem Gebrauche benüu⸗ tzen oder privatim verkaufen zu dürfen. §. 38. Obliegenhei: In dieſen Fällen hat der Fleiſchbeſchauer dar⸗ tnidie über protokolariſche Anzeige zu machen, die Art beſchaders der Krankheit der Thiere anzugeben, die Genieß⸗ barkeit oder auch Ungenießbarkeit des Fleiſches, und im erſteren Falle die Qualität deſſelben zu beſtimmen, damit hiernach der Preis feſtgeſetzt werde, unter welchem ſolches privatim verkauft werden darf. §. 39. Beſtimmungen Privateigenthümern iſt der Verkauf in der Privat⸗ ihrer Wohnung zu erlauben, und ſelbſt zu gebie⸗ eigenthümer ten; Schlächter aber dürfen Fleiſch dieſer Art, Schlächter. um allem Unterſchleif wegen Vermiſchung mit an— derem, zum öffentlichen Verkaufe beſtimmten Fleiſch zuvorzukommen, nur an beſonderen, hierzu im voraus oder für den einzelnen Fall beſtimmten Orten, für den feſtgeſetzten Preis verkaufen. Die⸗ ſer Preis wäre als beſondere Taxe an dem Fleiſch⸗ laden von Polizei wegen anzuſchreiben und zu⸗ gleich beizuſetzen: warum dieſes Fleiſch nur allein privatim verkauft werden dürfe, d. h. an welchen Gebrechen das Thier, von welchem es —. hümern a das Fleſt iche ben ürfen. ſchauer do⸗ n, die die Geui Fleiſches deſſelben is feſtgeſet in verkauf Verkauf in mu gebie⸗ dieſer Art, ung mit ar⸗ imten Fleiſt —, hierzu in beſtimmta kaufen. Ä dem Fleit den und Fleiſch 1 ffe, d.h. welchen 73 kommt, gelitten habe. Auf dieſe Weiſe ſteht es dann Jedem frei, ſich ein minder gutes und we⸗ nigen appetitliches, aber gerade nicht ungeſundes Fleiſch, um einen geringeren Preis zu kaufen oder nicht. Tritt außerdem der Fall ein, daß wegen ganz geringer Onalität des Fleiſches von Thie⸗ ren, welche zu alt oder zu mager, dem Schläch⸗ ter deſſen öffentlicher Verkauf nicht erlaubt wer⸗ den kann, ſo iſt er gleichfalls auf den Privatver⸗ kauf an dem beſonderen Verkaufsort zu beſchränken. Zweites Kapitel. Von den Fehlern und Krankheiten der Schlacht⸗ thiere, bei welchen der Genuß und Pri⸗ vatverkaufdes Fleiſches bedingungsweise zu erlauben. Im Beſondern. .§. 40. Da es viele Fehler und Krankheiten der Thiere gibt, welche den ganzen Körper der⸗ ſelben und namentlich die Theile, welche gewöhn⸗ lich zum Genuße der Menſchen dienen, nicht ſo ſehr verändern, daß ihr Fleiſch ungenießbar oder gar ſchädlich wird, ſo iſt es nothwendig, um die⸗ ſelben kennen zu lernen, und beſonders auch ſol⸗ che Fleiſchbeſchauer, welche nicht Thierärzte ſind, und die Fleiſchbeſchau in kleineren Städten und Landgemeinden zu beſorgen haben, damit ſo weit Nothwendig⸗ keit und Zweck einer genauen An⸗ gabe der⸗ ſelben. Ueberſicht derſelben nach den beſon⸗ deren Thier⸗ gattungen. 74 es thunlich, bekannt zu machen— daß dieſelben einzeln aufgezählt, ſo deutlich als unſer Zweck es erlaubt und fordert, beſchrieben, und ſtets darauf aufmerkſam gemacht werde: in wiefern und unter welchen Umſtänden der Genuß des Fleiſches ſolcher fehlerhaften oder kranken Thiere, noch erlaubt werden darf oder nicht. §. 41. A. Faſt allen Thiergattungen kommen zu: 1) Allzuhohes Alter und große Magerkeit; 2) äußere Verletzungen, Verſchlucken fremder Koͤr⸗ per, Knochenbruͤche und Verenkungen; 3) Blaͤhſucht (bei Wiederkauern); 4) Traͤchtigſeyn und Mißge⸗ baͤhren; 5) Vereiterungen einzelner Eingeweide; 6) Hautkrankheiten; 7) Durchbruch; 8) nichttoͤd⸗ liche Vergiftungen. B. Dem Rindvieh kommen beſonders zu: 1) Kalberkrankheit; 2) Perlenkrankheit; 3) Mark⸗ flüſſigkeit; 4) Knochenbruͤchigkeit; 5) Dampf und langwieriger Huſten; 6) Ruͤcken⸗ oder Lendenblut; 7) Schwindel, Schlagfluß und Fallſucht; 8) hartnaͤ⸗ ckige Verſtopfung, Kolik; 9) Steinkrankheit und Harn⸗ verhaltung; 10) Kaͤlbern ſind eigen: Gelbſucht, Hautausſchlaͤge, Nabelgeſchwuͤlſte und Teigmaul. C. Den Schaafen kommen zu: 4) Egelkrankheit; 2) Drehkrankheit; 3) Rotz. D. Den Schweinen kommt allein als hier⸗ hergehoͤrig zu: die Finnenkrankheit. ———— — daß dieſelh ſer Zwec ſtets darn efernm Genuß 1 anken Tiie ommen w. Nagerkeit; fremder ſ 3) Bläͤhſat und Mizy Eingewede 8) nichttö onders zu. deit; Man ) Dampf u der Lendenb icht; 8 hau kheit und hi hen: Gelhit nd Teigmu 1: jeit; 3)A allein als §. 42. Hohes Alter und große Magerkeit der Schlachtthiere ſind leicht zu erkennen. Da das Allzuhohes Alter und große Mager⸗ Fleiſch von ſolchen Thieren entweder zaͤh und kraft⸗ Ein ugr. los oder ſchlaff und waͤſſerig, daher von ganz ge⸗ ringer Qualitaͤt iſt, ſo taugt es nicht zum oͤffentli⸗ chen Verkauf, es iſt daher niedriger zu taxiren und dem Privatverkauf anheim zu geben. §. 43. Aeußerliche Verletzungen kommen am thiere. Aeußerliche erletzungen, haͤufigſten vor, in Folge von Bauchſtichen wegen Herleaahn Blaͤhſucht, von Hundebiſſen und ſonſtigen Mißhand⸗ lungen waͤhrend des Beitriebs; Knochenbruͤche und Verenkungen, beſonders bei ſchwerem Vieh, durch Niederſtuͤrzen auf ſchlechten und eißigen We— gen, und auf andere Weiſe. Dieſe Beſchaͤdigungen ſind ſchon aͤußerlich erkennbar; innerlich erſcheinen ſolche Stellen oft in großem Umfange mit Blut unterlaufen, entzuͤndet, die benachbarten Fleiſchla⸗ gen mißfarbig und angeſchwollen. Auch tritt nicht gar ſelten der Fall ein, daß die Schlaͤchter genoͤ— thigt ſind, ſolche verungluͤckte und auch ganz wi— derſpenſtige Thiere, welche nicht fortzubringen ſind oder oͤfter ausreißen, unterwegs ſchon zu ſchlach⸗ ten und auf Waͤgen einzubringen. Bei ſolchen Thieren, welche vorher abgehetzt und mißhandelt worden, iſt nun das Fleiſch, wenn auch gerade nicht ungeſund, doch nichts weni⸗ che, Veren⸗ kungen und Verſchlucken fremder Kör⸗-. per bei Schlachtthie— ren. 76 ger als appetitlich ,noch von der Art, daß Jeder⸗ mann ohne Eckel davon eſſen koͤnnte. In allen dieſen Faͤllen koͤmmt es daher der Polizeibehoͤrde zu, den oͤffentlichen Verkauf zu verbieten, und die Benuͤtzung dieſer Thiere nur allein fuͤr den Privat⸗ verkauf zu erlauben, und der Fleiſchbeſchauer hat insbeſonders darauf zu ſehen, daß alles Verletzte rein ausgeſchnitten und entfernt werde. Wenn dieſe Maßregel ſtreng ausgefuͤhrt wird, ſo wird ſie, außer dem Vortheil fuͤr das Publikum, daß es nur gutes und mit Appetit genießbares Fleiſch, und der Aermere weniger ſchoͤnes, doch aber ganz brauchbares Fleiſch um einen geringeren Preis erhaͤlt,— noch den Nutzen bringen: daß die Schlaͤchter waͤhrend des Beitriebs auf eine ſchonendere und menſchlichere Weiſe mit ihrem Vieh umgehen als bisher, und daß ſie ſich beei⸗ fern, nur allein zum oͤffentlichen Verkaufe brauch⸗ bare Thiere einzukaufen, indem ſie ſonſt durch eigene Schuld haͤufig zu großen Verluſt erleiden wuͤrden. In den Faͤllen, wo Thiere wegen drohender Erſtickungsgefahr beim Verſchlucken fremder Koͤrper geſchlachtet werden, gilt ebenfalls die Regel, daß das Fleiſch nur privatim verkauft wer⸗ den darf, und der Fleiſchbeſchauer hat insbeſon⸗ dere darauf zu halten, daß ſolche Thiere ſo viel als moͤglich ausbluten, weil ſonſt das Fleiſch, wegen der mit den Erſtickungszufaͤllen verbunde⸗ nen Blutanhaͤufungen in den inneren und aͤußeren daß Jede . In alg vlizeibehin en, und d den Priben eſchauer 8 les Verliz gefuͤhrt wih Publikmu genießban hoͤnes, dei n geringern ringen: W bs auf äm mit ihren ſie ſich beii aufe brauch⸗ duech egen iden wuͤrden gen drohend en frend ebenfalls verkauft hat insbei Thiere ſor ſt das Fli llen verbu in und äuß 77 Theilen ein ſchlechtes Ausſehen bekoͤmmt und oft ganz unbrauchbar iſt. 4 §. 44. Die Blaͤhſucht, welche in einer Auftreibung des ſogenannten Panſern mit Luft beſteht, die ſich aus unvergohrenen, gruͤnen, ſaftigen Futterkraͤu⸗ tern, namentlich aus rothem oder deutſchem Klee entwickelt, kommt im Fruͤhling und Sommer beim Nindvieh und bei Schaafen aͤußerſt haͤufig vor, und iſt jedem Viehbeſitzer nur zu bekannt. Da in manchen Faͤllen der Art die noͤthige Huͤlfe gleich im Anfange verſaͤumt wird, oder der Eigenthuͤmer die bisher uͤbliche ungewiſſe Behandlung*) nicht wagen will, ſo werden ſolche Thiere in der Regel geſchlachtet. Der Genuß des Fleiſches ſolcher Thiere iſt nicht ſchaͤdlich, und nur in den Faͤllen weniger appetitlich, wenn die Krankheit den hoͤchſten Grad erreicht hat, wobei der Blutumlauf außerorbentlich geſtoͤrt iſt, die Blutgefaͤße daher ſehr mit dunkel⸗ farbigem Blute uͤberfuͤllt ſind, und das Fleiſch ein dunkelrothes Ausſehen hat. Es wird ſolches bei ſonſtigem gutem Koͤrper⸗ und Fettzuſtande der Thiere auch nur als Fleiſch III. Qualitaͤt priva⸗ tim zu verkaufen erlaubt werden koͤnnen. *) S. die Anmerkung zu 9. 29. Trächtigſeyn und Mißge⸗ bähren der Schlacht⸗ thiere. Vereiterun⸗ gen einzelner Eingeweide der Schlacht⸗ thiere. §. 45. Das Traͤchtigſeyn in den erſten Monaten wird haͤufig erſt beim Schlachten entdeckt, und da das Fleiſch ſolcher Thiere nicht von ganz guter Qua⸗ litaͤt iſt, ſondern weniger derb, die Fleiſchfaßern blaß und ſchlaff, das Zellgewebe und Fett mehr waͤſſerig ausſehen, ſo darf es nur zum Privatver⸗ kauf benutzt und fuͤr einen geringeren Preis abge⸗ geben werden. Wenn Fehlgeburten, betraͤcktliche Scheidevorfaͤlle und Tragſackumſtuͤlpun⸗ gen es nothwendig machen, zur Verhuͤtung groͤße⸗ ren Schadens, das Thier zu ſchlachten, ſo darf das Fleiſch hiervon, als von aͤhnlicher, jedoch noch geringerer Qualitaͤt wie das von traͤchtigen Thie— ren, auch nicht oͤffentlich, ſondern nur privatim nach einer geringeren Taxe zu verkaufen, erlaubt werden. Der Genuß und Verkauf des Fleiſches der ausgeſchnittenen Jungen iſt, als hoͤchſt eckel⸗ haft, gaͤnzlich zu verbieten, und zur Verhuͤtung von Mißbrauch, der Tragſack mit ſeinem ganzen Inhalt, in Gegenwart des Fleiſchbeſchauers, auf eine Weiſe zu beſeitigen, daß ein fernere Benuͤtzung nicht mehr moͤglich iſt. §. 46. Nicht ſelten kommen die Faͤlle vor, daß Thiere, welche an Vereiterungen der Lungen, Nie⸗ ren, Milz, Leber, des Trag ſacks, der Maͤ⸗ en Monan „ und day guter Om Fleiſchfazn d Fett 1 Privatm Preis ahy traͤchtlith umſtuͤlpm uͤtung grißt dten, ſo di r, jedoch uh htigen Tha rivatim nad Laubtwerden Fleiſches de s hdchſt eckt zur Verhütm ſeinem gan eſchauers, nere Benütr or, daß dh lungen, icks, derg gen und Gedaͤrme leiden, bei welchen die Her⸗ ſtellung in der Regel ungewiß, oder ganz unmoͤg⸗ lich, oder ſehr koſtſpielig ſeyn wuͤrde, von den Eigen⸗ thuͤmern geſchlachtet werden. Der Genuß und Verkauf des Fleiſches von ſolchen Thieren kann nur dann erlaubt werden, wenn die Krankheit noch nicht lange gedauert hat, noch kein merkliches Zehrſteber und keine waſſerſuͤchtige Anſchwellungen vorhanden ſind; wenn die mit jenen Uebeln ſtets in mehr oder minderem Grade verbundene Abma⸗ gerung noch nicht ſo bedeutend iſt, daß ſie beim erſten Anblick in die Augen faͤllt; ferner bei der Eroͤffnung der Thiere in den kranken Theilen noch keine bedeutende Zerſtoͤrungen gefunden werden, der in ihnen enthaltene Eiter noch geruchlos, das Fleiſch uͤberhaupt noch gehoͤrig derb und von ge⸗ ſundem Ausſehen iſt, weder ſchlaff und waͤſſerig, noch blaß oder gar gelblich⸗weiß erſcheint. Hierbei iſt jedoch noch zu bemerken: daß jedenfalls die krankhaften Theile ſaͤmmtlich und gaͤnzlich nach der Schlachtung entfernt, und ſelbſt nicht einmal anderen Thieren, z. B. den Hunden, vorgeworfen werden ſollen. Das Fleiſch von ſolchen Thieren iſt nur III. Qualitaͤt, darf als ſolches nur priva⸗ tim zu einem niederen Preiße und mit dem Aus⸗ haͤngeſchild„Fleiſch von Lungen⸗, Leber⸗, Milz⸗ kranken Thieren u. ſ. w.“ verkauft werden. Hat indeſ⸗ ſen die Abzehrung einen bedeutenden Grad erreicht, iſt ſchon ſtarkes Zehrſieber vorhanden, ſind waſſerſuͤch⸗ Hautkrank⸗ heiten der Schlacht- thiere. 80 tige Anſchwellungen zu bemerken, die kranken Theile ſchon ſehr zerſtoͤrt, iſt der in ihnen enthaltene Eiter von uͤbelm Geruch, ſtinkend und jauchig, iſt das Fleiſch uͤberhaupt von ſchlechter Beſchaffenheit, ſo darf ſolches weder verkauft noch genoſſen werden, und iſt nur als Nahrungsmittel fuͤr Thiere zu benuͤtzen. §. 47. Obgleich die Faͤlle, wo Thiere wegen Haut⸗ krankheiten, und namentlich wegen Pocken⸗ krankheit, wegen Räude oder Kraͤtze, Flech⸗ ten und wegen der Läuſeſucht, geſchlachtet werden, außerſt ſelten ſeyn duͤrften, indem dieſe Uebel in der Regel durch die Kunſt oder Natur geheilt werden und ohne Gefahr vorübergehen, ſo iſt es doch noͤthig, auch fuͤr den entgegengeſetz⸗ ten Fall, in Bezug auf die Genießbarkeit des Flei⸗— ſches ſolcher Thiere Einiges zu bemerken. Es gilt hier im Allgemeinen: daß, ſo lange ſolche Krank⸗ heiten bloß aͤußerliche, alſo noch nicht mit innerer Verderbniß der feſten und fluͤſſigen Theile verbun⸗ den ſind, das Fleiſch noch nicht ſchlaff und waͤſſe⸗ rig, das Blut nicht beſonders duͤnnfluͤſſig und un⸗ gewoͤhnlich dunkelfarbig, der Koͤrper noch nicht ab⸗ gemagert, noch kein Zehrfieber vorhanden iſt, und überhaupt noch kein bedeutender Fehler irgend eines beſonderen Eingeweides im Koͤrper bei der Schlach⸗ tung gefunden wird,— der Genuß des Fleiſches kranken de thaltene gn chig it ſchaffenhei ch genoſſt ttel fuͤr di wegen Han egen Pock raͤtze, Flat t, geſchlact , indem ii ſt oder Nm vorübergehe utgegengeſet keit des Flei atten. Es g. eſolche Kran icht mit inm Theile ven laff und wi nfluͤſſig un 4 r noch nicht handen iht gler irgendi bei der Eh iß des dli von derlei Thiere nicht wohl verboten, wenn gleich nur deſſen Privatverkauf erlaubt werden könne. Findet aber von dem Angegebenen das Gegen⸗ theil Statt, ſind mit jenen Krankheiten Zehrfie⸗ ber, Abmagerung, bedeutende innere Fehler, oder ſelbſt Faul⸗- und Nervenſieber verbunden, ſo iſt der Fleiſchverkauf und Genuß gänzlich zu verbie⸗ ten, und für die Hinwegſchaffung der unzerleg⸗ ten Thiere von Polizei wegen Sorge zu tragen. §. 48. Sehr häufig kommt bei jungen Thieren, nicht ſel⸗Durchfall bei ten auch bei älteren, der Durchfall vor. Wenn derſelbe erſt entſtanden iſt, und bloß von ungün⸗ ſtiger Witterung, Verfütterung und von dem Ge⸗ nuſſe vielen grünen Futters herrührt, ſo wird es ſelten geſchehen, daß deßhalb ein Thier geſchlach⸗ tet wird; wenn aber die Krankheit ſchon lange danert, die Thiere anfangen abzumagern, oder junge Thiere, als: Kälber und Lämmer, gar nicht zunehmen, ſondern immer elender werden, ſo wer⸗ den ſie von den Eigenthümern, je eher je lieber, an Schlächter verkauft, oder von ihnen ſelbſt ge⸗ ſchlachtet. Liegen bloß die angegebenen Urſachen zum Grunde, hat das Uebel noch nicht lange ge⸗ dauert, ſind die Thiere noch nicht ſehr abgemagert, finden ſich bei der Eröffnung keine beſondere oder bedeutende innere Zerſtörungen vor, iſt das Fleiſch nicht eckelhaft, weich und wäſſerig, vielmehr noch 6 Schlacht⸗ thieren. 82 einigermaßen derb und von geſunder Farbe, ſo iſt der Genuß und Privatverkauf noch zu erlauben. Solches Fleiſch iſt aber nur III. Qualität. b§. 49. Nichttödliche Wiewohl bei Thieren nur äußerſt ſelten Ver⸗ Vergiftungen bei Schlacht⸗giftungen, und dann entweder durch den Ge⸗ thieren. nuß giftiger Pflanzen, oder durch zufällige, zuwei⸗ len wohl auch abſichtliche Beibringung von mine⸗ raliſchen Pflanzen⸗ ſelten oder niemals aber von thieriſchen Giften, vorkommen, ſo ſcheint es der Vollſtändigkeit wegen doch nöthig, hierüber das Wiſſenswertheſte zu bemerken. Als Regel muß angenommen werden: daß ver⸗ giftete Thiere nur dann geſchlachtet, das Fleiſch privatim verkauft und genoſſen werden darf, wenn 1) die Art des Giftes noch vor oder nach der Schlachtung ſicher entdeckt worden, 2) das entdeckte Gift eins der weniger hef⸗ tigen, nicht ſchon in geringer Menge töd⸗ lichen iſt, 5) das zu ſchlachtende oder geſchlachtete Thier daſſelbe nicht in großer Menge genoſſen, und 4) ſolches noch keine bedeutende Zufälle und Veränderungen im Körper deſſelben hervor⸗ gebracht hat. Treffen dieſe vier Bedingungen nicht alle zuſammen, ſo darf das Fleiſch ſolcher Thiere nicht genoſſen, noch weniger verkauft, ſondern es Farbe, ſeif zu erlanden lität. ſelten Vn urch den Ge⸗ ällige, zuw ng von wiwe nals aber w ſcheint es d hierüber d den: daß ker⸗ „ das Fa n darf, wem toder nac deck worden Heuiger he er Menge 6 chlachtete I ge genoſſe, de Zufäle eſſelben ſe en nict 1 eer Thiete 1 aft, ſo onden 83 muß unter Aufſicht der Polizeibehurde verſcharrt werden. Es würde zu weit führen, wollte man hier alle einzelnen Stoffe, welche als Gifte für eine oder die andere Thiergattung anzuſehen ſind, und insbeſonders alle diejenigen Zufälle aufzählen, welche ſolche hervorbringen, weil damit doch ſchwer⸗ lich der zu beabſichtigende Zweck— aus dieſen Zufällen die Art des genoſſenen Giftes noch vor der Schlachtung zu erkennen— erreicht werden würde, indem die Zufaͤlle von oft ganz verſchiede⸗ nen Stoffen einander ähnlich ſind, und daher meiſt nur aus den, im Futter oder erſt im Magen vor⸗ gefundenen Ueberreſten, mit mehr oder weniger Beſtimmtheit auf die Natur des Giftes g geſchloſſen werden kann. Solche Fälle müſſen ſtets der Beurtheilung und Begutachtung der ſtaatsärztlichen Behörde übergeben werden. Damit indeſſen damit ganz Unbe⸗ kannte, die Stoffe wenigſtens dem Namen nach kennen lernen, welche leichtere und nicht tödliche Vergif⸗ tungen hervorbringen können, ſo ſollen nachſte⸗ hend alle diejenigen genannt werden, welche ge⸗ wöhnlich und am hänufigſten ſchädliche oder gift⸗ artige, in der Regel aber nicht tödliche Wirkun⸗ gen verurſachen, und den Genuß des Fleiſches daran erkrankter Thiere nicht abſolut ſchädlich machen. Von den übrigen und gefährlichen Giſ⸗ ten wird im§. 75 die Rede ſeyn. 84 Hierher gehören: A. von ſchädlichen Pflanzen: 1) der Seidelbuſt— 2) die Wolfsmilch— 3) der Sumpfhahnenfuß— 4) das Läuſekraut.— 5) die Waldrebe— 6) die Butterblume— 7) die Herbſtzeitloße. B. Von ſchaͤdlichen mineraliſchen Stoffen: 1) Schweſelſäure und ſchwefelſaure Dämpfe; 2) Salzſäure und ſalzſaure Dämpfe;— 3) Chlorgas;— 4a) Mehrere Salze, als: kohlenſ. Kali;— kohlenſ. Natron; ſalzſ. Baryt; ſalzſ. Kalk, ſowie die reinen Kalſen, be⸗ ſonders der Kalk, wenn er friſch gebrannt iſt; 5) Phosphor in geringer Menge, in welcher aber auch heftigere Gifte oft keine töd⸗ lichen Wirkungen haben. §. 50. Kaͤlberkrank⸗ Wegen der ſogenannten Kälberkrankheit, be bei— dem Kalb⸗ oder Mil ch f ieber— werden Kühe huäufig geſchlachtet. Sie iſt gewöhnlich Folge von hartem Kalben und zu nahrhafter Füt⸗ terung nach demſelben, verbunden mit Erkaͤltung u. ſ. w. Das Uebel beſteht in einer Entzündung des Tragſacks und Bauchfells und verläuft ſehr ſchnell. Der Ausgang iſt oft bei der beſten Be⸗ handlung ungewiß, die Gefahr groß und der Eigen⸗ —— gen: ffoͤmilch- ſekraut.- aliſchen ure Dämpfe Dämpfe;— e Salze, tron; ſehſ Kalfen, e ebrannt ü denge, i t keine töd rkrankhtit àr— went ſt gewiſſt ahrhafteräh mit Erkäͤlet er Entzünde verläuft der teſten und der Eif dig, ſo darf das Fleiſch nicht mehr als unſchäd⸗ 8⁵ thümer daher in der Regel geneigt, das Thier nicht dem Wagniß einer ungewiſſen Cur Preis zu geben. Wenn ſolche Thiere frühzeitig genug ge⸗ ſchlachtet werden, bevor noch die Entzündung den höchſten Grad erreicht hat, oder in Brand über⸗ gegangen, iſt der Genuß des Fleiſches nicht ſchäd⸗ lich, und deſſen Privatverkauf als Fleiſch III. Qua⸗ lität zu erlauben. Iſt das Thier ſchon dem Tode nahe, wenn es geſchlachtet wird, hat die Krankheit einen bösar⸗ tigen Charakter, iſt das damit verbundene Fieber fauligter oder nervöſer Art, findet man bei der Eröffnung die genannten Eingeweide der Bauch⸗ höhle im höchſten Grade entzündet oder gar bran⸗ lich angeſehen und daher nicht verkauft, ſondern muß unter polizeilicher Anfſicht verſcharrt werden. §. 51. Dieſe Krankheit, welche gewöhnlich auch Stier⸗Perlkrankheit (ucht, Franzoſenkrankheit, Hirſeſucht, Rirein Luſt ſeuche genannt wird, iſt ein langwieriges Uebel des Rindviehs mit einer krankhaft ausgear⸗ teten Bildungsthätigkeit der ſogenannten ſeröſen Häute, wobei an denſelben manchfaltige Auswüchſe hervorſproßen. Sie werden immer erſt beim Schlachten der Thiere gefunden und erſcheinen als blaßenartige, gelbbraunliche Knötchen von der Größe eines Hirſekorns bis zu der einer Erbſe, welche einzeln oder zu mehreren, ohne oder mit ſtielähnlichen Verlängerungen am Bruſtfell, wo es die Lungen und das Zwergfell überzieht, an den Luftröhrenveräſtelungen, am Bauchfellüberzug der Leber, Nieren, am Netz und Gekröße feſtſitzen, und beim Durchſchneiden körnig erſcheinen. In der Bauchhöhle zeigen ſie ſich oft als Waſſerblaſen, welche eine klare oder gallertartige Fluͤßigkeit, oder eine breiigte Maſſe, ſo wie zuweilen auch Blaſen⸗ würmer enthalten. Dieſe krankhaften Produkte können, wie bereits in den§§. 29 und 30 bemerkt worden, nicht ohne Zerreißung der Häute an denen ſie ſitzen, losge⸗ trennt werden, was, wenn es geſchehen iſt, leicht in die Augen fällt, und auch noch daran zu er⸗ kennen iſt, daß an den losgeſchälten Stellen ſich eine wäßrige Flüſſigkeit in Tropfen zeigt, und das Fleiſch darunter beſonders weich erſcheint. Auffallend iſt dieſe Erſcheinung, wenn die Perlen nur auf einer Seite in der Bruſt⸗ oder Bauch⸗ höhle, am Zwergfell u. ſ. w. vorkommen, was ſehr oft der Fall iſt, wo dann jene Waſſertropfen dentlich bloß an dieſer Seite herablaufen, während die andere, nicht perlige trocken iſt. Die Perl⸗ krankheit kommt ſowohl bei ganz mageren, als bei fetten Thieren vor: bei erſteren iſt ſie gewoͤhn⸗ lich mit krankhaften Veränderungen in der Leber und in den Lungen, als: knotigen Verhärtungen und einet Eriſ he oder mi ffell, wo 6 ht, an da überzug d eſtſitzen, m n. In w Laſſerblaſe higkeit, on auch Blaſan „wie bereit —, nicht ohre tzen, losw en iſt, leike gran zu er⸗ Stellen ſich zeigt, und ch erſcheint n die Perlet oder Baud ommen, wii Waſſertrof fen, wähtt Die M. nageren,“ ſt ſie genit in der 19 härtungenu Eiſenſäcken verbunden, wodurch die Ernährung leidet, und daher auch bei der beſten Maſtung kein Fettanſatz zu bewirken iſt. Wenn die Krankheit bei fettem Vieh vor⸗ kömmt, ſo beweißt dies eben, daß dieſelbe weiter keinen Einfluß auf die Ernährung des Körpers haben könne, das Magerſeyn der Thiere alſo nicht von ihr, ſondern von anderen krankhaften Zuſtän⸗ den abhängen müſſe. Daher iſt auch die Einthei⸗ lung in fette und magere Stierſucht ganz unrich⸗ tig. Ob dieſes Uebel mehr bei männlichen als weiblichen Thieren, mehr bei Sprungſtieren als bei Ochſen vorkomme, iſt noch ungewiß, daß daſ⸗ ſelbe aber bei Thieren von mittlerem Alter häufiger als in der Jugend ſich vorfindet, iſt unbezweifelt. Ob die Krankheit ſich durch den Zeugungsakt fort⸗ pflanze, iſt noch nicht völlig erwieſen.*) Die Perlſucht wird in mehrere Grade einge⸗ theilt, und dieſe Eintheilnng iſt in polizeilicher Hinſicht wichtig. Bei'm 1. Grade ſind nur ſehr wenige Per⸗ ten vorhanden, die Thiere ſonſt noch geſund und fett, das Fleiſch derſelben weder weich noch wäß⸗ rig, noch überhaupt von ganz geſundem abweichend. Bei'm 2. Grad erſcheinen ſie ſchon in großer *) Unter 7283 Kaͤlbern, welche wißrend 6 Jahren in Kaiſerslautern geſchlachtet wurden, war nur ein ein⸗ ziges mit dieſem Uebel behaftet, bei deſſen ſpäter ge⸗ ſchlachteten Mutter ſich daſſelbe gleichfalls vorgefunden. Menge, jedoch der Körper der damit behafteten Thiere nicht krank, noch das Fleiſch von krank⸗ hafter Beſchaffenheit. Bei'm 3. Grade findet man außer einer gro⸗ ßen Anzahl von Perlen, noch krankhafte Stoͤrun⸗ gen in den Lungen oder in der Leber, als: Knoten und Vereiterungen. Dabei ſind die Thiere allge⸗ mein krank, ihr Körper mager, die Säfte auf⸗ gelößt, das Fleiſch weich und wäßrig. Hiernach muß beſtimmt werden, in wie fern der Verkauf und Genuß des Fleiſches perlkranker Thiere zu erlauben oder zu verbieten iſt. Bei'm 1. Grade wäre ſonach ohne Bedenken, nach Ent⸗ fernung der in geringer Anzahl vorhandenen Per⸗ len, das Fleiſch auch noch zum öffentlichen Verkaufe zu benützen; bei'm 2. Grade ſchon nur zum Privatverkaufe mit geringerem Preiſe und dem Aushängeſchild„Fleiſch III. Qualität von einem perlkranken Thiere.“ Bei'm Vorhan⸗ denſeyn des 3. Grades aber iſt die Benützung des Fleiſches ſowohl zum öffentlichen als zum Privatverkaufe gänzlich zu verbieten, und das ganze Thier unter polizeilicher Aufſühe zu ver⸗ ſcharren.) — *) In Bezug auf die allenfallſige Bedingung zur Ent⸗ ſtehung und Ausbildung der Perlkrankheit und ein hier⸗ aus ſich ergebendes Mittel zu deren Verhütung, erlaubt ſich der Herausgeber die Bemerkung: daß ſowohl die Per⸗ t behaften von raii er einer guſ afte Störn als: Kuon Thiere al e Säfte 1 in wie ſe es perlkrante en iſt. Beyn en, nach Gr⸗ andenen ha⸗ ffentlichen e ſchon nu gerem Preiſ Ml. Qualiti Zeym Vorha die Benuͤtz ſchen als ten, und euſſicht zu edingung ui eit und ein 1 erhütung, 1 z ſowohl die 1 §. 52. Die Knochenbrüchigkeit kommt mehren⸗ Knochenbrü⸗ theils nur bei jungerem Rindvieh vor, und be⸗ ſteht in einer beſondern Sprödigkeit und Leicht⸗ len als die Finnen bei Schweinen vielleicht hauptſächlich einer zweckloſen Maſtung dieſer Thiere ihr Entſtehen rerdanken. Man findet nämlich, daß perl⸗ und finnenkranke Thiere am häufigſten in ſolchen Ställen vorkommen, wo das Fettmachen zu künſtlich und ſchnell, wahrhaft über⸗ eilt, und mit ſehr nahrhaftem Futter, als: Erbſen⸗ und Wickenmehl, beſonders aber mit Brandweinſpülig, geſchieht, und die Thiere ohne alle Bewegung noch an dumpfigen dunkeln Orten in großer Anzahl beiſammen ſtehen. Bei dieſer Mäſtungsweiſe werden dieſelben ſehr bald fett, und da es mit einem gewöhnlichen Fettzuſtande dem Eigenthuͤ⸗ mer noch nicht genug iſt, jene noch immer fortgeſetzt. Dies hat nun die Folge, daß die auf's Höchſte geſteigerte Bil⸗ dungsthätigkeit endlich in üppige Wucherung, und Er⸗ zeugung jener beſonderen Auswüchſe und blaſigen und kör⸗ nigen Körperchen ausartet. Die bei'm 3. Grad dieſes Uebels aber vorkommenden Lungen⸗ und Leberverknotungen und Vereiterungen hängen wahrſcheinlich nicht mit der Perl⸗ krankheit weſentlich zuſammen, vielmehr können beide von einander unabhängig beſtehen. Zur Verhütu ug des häu⸗ figen Vorkommens dieſes Uebels wäre demnach das beſte Mittel: die Mäſtung in anderer als der gebränchlichen Weiſe zu betreiben, nämlich die Thiere nur allmählig an das nahrhafte Maſtfutter zu gewöhnen, ihnen ſolches daher anfangs nur in geringer und erſt ſpäter in größerer Menge, niemals aber im Uebermaß zu geben. Dann ſollte auch das Mäſten nur bis zu einem gewiſſen Grade geſteigert, nicht übertrieben werden, weil in dieſem Falle in der Regel eher ein Rückgang als ein Zunehmen des Fettes, vielmehr eine Ausartung deſſelben erfolgt. chegkeit en bei'm Markflüſſig⸗ . keit beim Rindvieh. 90 brüchigkeit der Knochen, in Folge von ſchlech tem Futter, und einer dadurch bedingten Ausartung und Umänderung des Säfte und der ganzen kör⸗ perlichen Ernährung. Die Thiere magern im Verlaufe der Krankheit ſehr ab, ſehen ſtruppig und unrein aus, haben einen wackeligen Gang, liegen meiſt und bekommen davon leicht Brandſtellen an den Hüften. Dabei ſind die Augen matt und glanzlos, Maul und Naſe blaß und unrein, der Speichel zähe. Kühe geben keine Milch mehr. Die Verdauung iſt ſchlecht. 4 Bei der Eröffnung findet man große Abma⸗ gerung, brandige Stellen, die Knochen ſpröde, fleckig, das Mark dünnflüſſig, von grauer oder oder ſchmutzig gelber Farbe. Das Fleiſch iſt ſchlaff und wäßrig, das Fett ſulzig, aufgelöſt. Thiere welche an dieſer Krankheit leiden, können nur im Anfange derſelben zum Privatverkauf benützt werden, wenn ſie noch gut bei Fleiſch ſind. Deſſen Genuß iſt dann nicht ſchädlich, aber nur IHI. Qualität. Hat die Krankheit ſchon weitere Fortſchritte gemacht, ſindet man bei der Eröffnung die angegebenen Abweichungen, ſo iſt der Feiſch⸗ verkauf und Genuß gänzlich zu verbieten und das Thier zu verſcharren.— §. 53. Ddie ſogenannte Markflüſſigkeit erſcheint beim Rindvieh gewöhnlich in Folge ſchlechter Pflege ſchlechten Ausartun ganzen kä. magern in ſtruppig un zang, lem Brandſtelen en matt 1 unrein, n Nilch 1 große Aönw cchen ſprde grauer ohn Fleiſcht „aufgelöſt. den, können atverkauf Fleiſch ſnd h, aber um ſchon weitm der Eröffuun itt der Feſt ieten und i lechter M. 91 und Futtermangels, während anhaltend feucht⸗ warmer, ſchwüler Witterung, verbunden mit über⸗ mäßiger Anſtrengung bei der Feldarbeit oder bei forcirten Märſchen ganzer Heerden, die zum Ver⸗ kaufe aus weiter Ferne beigetrieben werden. Sie iſt als der Anfang eines in dieſen Thieren ſich entwickelnden fauligen Zuſtandes anzuſehen, und geht häufig in wirkliches Faulfieber über. Man findet bei ſolchen Thieren im Leben im Allgemei⸗ nen ähnliche Erſcheinungen wie bei der Knochen⸗ brüchigkeit, nur entwickeln ſich dieſelben ſchneller. Bei'm Schlachten erſcheint das Knochenmark ganz beſonders flüßig und aufgelößt. In Betreff der Genießbarkeit und Verkäuflich⸗ keit des Fleiſches gilt daſſelbe, was im§. 52 an⸗ gegeben worden. §. 54. Dieſe Krankheit beſteht in Auftreibung des Räͤcken⸗ Maſtdarms als Folge einer Anſammlung von theerartig geronnenem Blute in demſelben, und hat ihrem Weſen nach Aehnlichkeit mit dem Milz⸗ brande, beſonders wenn ſie feuchtenartig herrſcht. Sie iſt mit Fieber verbunden, verläuft ſchnell und es entſteht dabei entweder Brand des Maſtdarms oder ein allgemeiner ſaͤuliger Zuſtand wie bei'm Milzbrand. Die Krankheit entſteht gern im Früh⸗ jahr bei großer Dürre und in Folge des Genuſ⸗ ſes von Sumpfgräßern und ſumpfigem Waſſer, beim Rindvieh. oder Lentenblut 92 und häuſiger bei gut genährten, kräftigen, ſeltener bei mageren Thieren, daher denn auch die Eigen— thümer ſolcher Thiere dieſelben gern ſogleich ſchlachten, indem der Verluſt dann nicht ſehr groß iſt. Der Verkauf und Genuß des Fleiſches kann nur dann erlaubt werden, wenn die Krankheit, einzeln (ſporadiſch), nicht aber wenn ſie ſeuchenar⸗ tig vorkömmt, und im erſten Falle auch nur, wenn dieſelbe erſt angefangen hat, und noch kein Brand des Maſtdarms, und kein allgemein fauliger Zu— ſtand eingetreten iſt. Wo Letzteres ſtatt findet, muß das Thier verſcharrt, und die Haut mit aller Vorſicht bei dem Gerber ſogleich mit Kalk behandelt werden, damit durch dieſelbe keine Gelegenheit zur Weiterverbreitung der Krankheit gegeben werde. Das Fleiſch iſt nur III. Qualität und muß als ſolches, und damit zugleich die Krankheit der Thiere an dem zum Privatverkauf beſtimmten Orte angeſchrieben werden. §. 55. Langwieriger Langwieriger Huſten und D ampf kom⸗ Huſten und men bei'm Rindvieh einzeln und zuſammen vor, bei'm uer ieh. und ſind gewöhnlich Folge von vorhergegangenen Lungenentzündungen, und hierauf oder auch für ſich entſtandenen Knoten, Verwachſungen und ſelbſt Vereiterungen der Lungen. Den Dampf insbe⸗ ————-’— — igen, ſeltene th die Eig gern ſoglen —n nicht ſ ches kann n heit, eine ſeuch enn uch nur, in ch kein Imm fauliger ſtatt finde die Hautn ich mit Kill dieſelbe iu der Krankee gtät und m. Krankheit auf beſtiman Dampf! zuſammen rhergegun 1 oder ahi ſungen undſ Daupf h 93 ſonders ſchreibt man ſchlechten, feuchten Ställen, ſchlechtem, blähendem, dumpfigem Futter und dem Mangel an gehöriger Bewegung zu. Beide Uebel werden meiſt erſt dann berückſich⸗ tigt, wenn ſie ſchon einen ziemlich hohen Grad erreicht haben, und die Thiere hierauf der Schlacht⸗ bank überliefert. Das Fleiſch ſolcher Thiere kann wohl im All⸗ gemeinen nicht als ungenießbar oder ſchädlich an⸗ erkannt werden, iſt aber doch immer von ſchlech⸗ ter Beſchaffenheit, wenn dieſelben nicht vorher noch einigermaßen gemäſtet worden. Dies iſt jedoch in der Regel der Fall, indem hierdurch das Gewicht und damit der Werth der Thiexe erhöht wird. Dadurch kann das Fleiſch bisweilen dem der II. Qualität ähnlich werden, beſonders wenn die Thiere noch jung ſind und nicht an bedeutenden Lungenſtörun⸗ gen leiden. In der Regel kann es aber nur als Fleiſch III. Qualität privatim zu verkaufen, erlaubt werden, und wird dann noch als ſolches, wenn es gehörig fett iſt, hinlänglichen Abſatz finden. §. 56. Schwindel, Schlagflüſſe und Fallſucht Sahwinder, bei'm Rindvieh entſpringen gemeiniglich aus glei⸗ un cher Urſache, äußern ſich im Allgemeinen faſt auf gleiche Weiſe, und werden hervorgebracht durch ſtarken Andrang des Blutes nach dem Kopfe, theils in Folge eines ſchnellen Uebergangs von karger, magerer Fütterung zu ſehr einer reichlichen, ſ als durch ſehr ſchwere Arbeit bei großer Hitze und— eng anliegendem Geſchirr, und andere ähnlich wir⸗ m kende Urſachen, wie ſie namentlich bei Zugochſen V vorkommen. Die Thiere fallen dabei oft plöͤtz⸗ lich um, und leiden hintennach an theilweiſer Hirn⸗, Lungen⸗ und Gliederlähmung, weßhalb na⸗ 1 türlich ſolche Thiere zum Dienſte nicht mehr brauchbar ſind, und von den Eigenthümern bald geſchlachtet werden. V 3 Da dieſes Uebel meiſt ſehr blutreiche, gut ge⸗ nährte Ochſen oder Zugſtiere trifft, ſo iſt deren Flleiſch gewöhnlich von guter, ſelbſt noch II. Qua⸗ lität, und da deſſen Genuß nicht ſchädlich iſt, ſo iſt der Privatverkauf ohne Anſtand zu erlauben. Daſſelbe gilt namentlich auch für die Falle ſucht der Geißen, bei welchen Thieren dieſe 3 8. Krankheit noch am hänfigſten vorkömmt. 3 §. 57. fü Hartnäckige Hartnäckige Verſtopfung, Harnver⸗ Benſtefhat, haltung und Kolik kommen beimm Rindvieh m tung vod Ku⸗ ſowohl einzeln, als miteinander verbunden vor, te Rindvieh. und ſind häufig die Urſache, daß ſonſt geſunne Thiere, welche in Folge von Erkältung, ungeeig⸗ ni neter Nahrung und Verfütterung an einem dieſer Ue⸗ bel oder an allen zugleich leiden, geſchlachtet werden. 3 Dies geſchieht in der Regel gleich Anfangs, ſobald der die Anwendung der gewöhnlichen Hausmittel nicht d er reichlit her Hiten eähnlichw. ei Zugoge dei oſt u theilvit weßhalm nicht un thümern eiche, gut g „ſo iſt den noch II. Qu idlich iſt, werlauben. die Fall hieren dieſ amt. zum Abſchlachten werden. 95 ſogleich einen günſtigen Erfolg hat. Die Thiere ſind daher ſtets in Fleiſch und Säften nicht ver⸗ ändert, und zum Genuſſe ganz brauchbar. Sol⸗ ches Fleiſch ſollte zwar, den früher feſtgeſtellten Grundſätzen gemäß, eigentlich nur III. Qualität ſeyn, kann aber doch, falls das frühzeitig geſchlach⸗ tete Thier ſonſt ganz geſund, in mittlerem Alter und dabei im gehörigen Fettzuſtande ſich befindet, als Fleiſch II. zweiter Qualität angeſehen, wenn gleich nicht öͤffentlich als ſolches verkauft werden. §. 58. Die Steinkrankheit kommt am häufigſten bei männlichen Thieren vor, und kann hier Urſache Dies wird freilich ſel⸗ ten im Anfange der Fall ſeyn, weil dann gewöhn⸗ lich die Krankheit nicht erkannt wird, ſondern die damit verbundenen krankhaften Erſcheinungen nur 7, Harnben 'm Rindoh rbunden de rſonſt geſt ung, ungan unem dieſerl Kh jachtet went afangs, ſ ausmittel it H für Harnbeſchwerden angeſehen werden. Iſt das Uebel weiter vorgeſchritten, ſo findet man bei der Eröffnung gemeiniglich ſchon Verei⸗ terungen und Steine in der Blaſe. Hiier kann das Fleiſch nur dann als nicht ge⸗ nießbar und verkäuflich angeſehen werden, wenn die Thiere zu ſehr abgemagert ſind und längere Zeit an Zehrſieber gelitten haben. Iſt dies nicht der Fall, ſo iſt der Genuß und Privatverkauf deſſelben als Fleiſch III. Qualität zu erlauben. Steinkrank⸗ heit beim Rindvieh. = 5 5—* “ 8 5 Krankheiten bei Kälbern. §. 59. Kälber leiden nun noch insbeſondere an: 1) 2) Gelbſucht, welche gewöhnlich in den er⸗ ſten Tagen nach ihrer Geburt entſteht und oft mehrere Wochen dauert. Solche Kälber liefern kein gutes und appetitliches Fleiſch, und dürfen daher nicht zum Genuß geſchlach⸗ tet werden. Hautausſchläge, welche, wenn ſie erſt und zwar durch Anſteckung entſtanden, ge⸗ wöhnlich nicht mit inneren Veränderungen verbunden ſind, das Schlachten und den Pri⸗ vatverkauf ſolcher Thiere erlauben, falls nur dieſelben in einem Alter ſind, daß ſie ge⸗ ſchlachtet werden können.* 5) Nabelgeſchwülſte, welche meiſt von Zer⸗ rungen dieſer Theile bald nach der Geburt, oder von Nabelbrüchen herrühren, und das Fleiſch ſo wenig verändern, daß ſelbſt der öffentliche Verkauf deſſelben erlaubt werden kann. 4) Teigmaul(nicht mit Teigmahl oder Teig⸗ mehl, welches flechtenartige Ausſchläge ſind, die nur bei größerem Rindvieh vorkommen, zu verwechſeln) beſtehend in kleinen, ſpäter eiternden, um ſich freſſenden Bläschen im Maule, kann, wenn die Krankheit ſchon weit gediehen, das ganze Maul geſchwürig ge⸗ worden iſt, noch kaum die Erlaubniß des ndere an: ch in den e entſteht u Solche Käͤls gliches Fleiſ nuß geſchlat⸗ wenn ſie m ntſtanden, Veränderunge n und den N uben, falls m , daß ſie neiſtvon 39 h der Geburt ſren, und da erlaubt wel Privatverkaufs ſolchen Fleiſches räthlich ma⸗ chen. Jedenfalls iſt daſſelbe nur III. Qual. §. 60. Die Egelkrankheit kommt am häufigſten Egelkrankheit bei Schaafen, jedoch auch beim Rindvieh vor; bei bei Schaafen. erſtern beſonders in naſſen Jahren, wenn dieſelben in regneriſchen Nachſommern und im Herbſte auf ſumpfigen Wieſen weiden. Da dieſe Krankheit nicht ſchnell verläuft, ſo iſt ſie in der Regel, be— ſonders beim Entſtehen, im lebenden Zuſtande nicht leicht zu erkennen. Bei der Eröffnung der Thiere findet man be⸗ deutende Zerſtörungen in der Leber, dieſe ſehr mürbe, aufgetrieben, vergrößert, an der Oberfläche uneben oder knotig, oft mit Waſſerblaſen beſetzt, von veränderter fahler, bläulicher oder ſchwärzlicher Farbe, die Gallenblaſe vergrößert und mit Galle überfüllt. In der Leber und Gallenblaſe erblickt man beim Einſchneiden eine große Menge von ſoge— nannten Eg elſchnecken, von der Größe einer mahl oder d Ausſchläße 4 jieh vortemn kleinen, üt Linie bis zu der eines Zolles, und von grünlicher oder bräunlicher Farbe. Dieſe Thiere kriechen bei friſch geſchlachtetem Vieh nach dem Einſchneiden der Leber, aus ihren Hohlgängen hervor, ſterben aber an der Luft ſehr bald. Dabei findet man nicht ſelten auch die Lungen krankhaft verändert, beſonders mit Knoten und Eitergeſchwüren verſe⸗ hen. Außer dieſen Veränderungen in Leber und 7 Drehkrank⸗ heit der Schaafe. 98 Lungen findet man gemeiniglich die Thiere mager, das Fleiſch ſchlaf und wäßrig.— Dieſemnach iſt der Fleiſchgenuß und Verkauf nur dann zu er⸗ lauben, wenn die Zerſtörungen im Körper noch nicht zu weit um ſich gegriffen haben, das Thier noch nicht abgemagert, das Fleiſch nicht weich und wäßrig iſt, jedenfalls aber nur der Privatver⸗ kauf als III. Qualität, mit dem Anſchlage: „Fleiſch von egelkranken Thieren,, wobei noch darauf zu ſehen, daß alle krankhaften Theile, beſon⸗ ders die Leber und Lungen, gänzlich entfernt und vernicht et werden. §. 61. Die ſogenannte Drehkrankheit befällt ſehr häufig Lämmer vom 3.— 20. Monate, zuweilen aber auch 2— 3jährige Schaafe. Sie ſchreitet langſam vor, und beſteht in der allmähligen Aus⸗ bildung einer mit lebenden Würmen beſetzten Blaſe im Gehirn. Meiſt werden die dem Anſcheine nach beſten und geſündeſten Lämmer, und ſolche, die ſich am ſchnellſten entwickeln und zunehmen, dabei aber doch ſchlaff und matt ſind, von dieſem Ue⸗ bel befallen. Selten wird dieſe Krankheit gleich im Anfange erkannt, ſondern erſt dann, wenn be⸗ reits die Wurmblaſe in ihrer Ausbildung und das Thier demzufolge im Abnehmen begriffen iſt. Werden ſolche Thiere jetzt geſchlachtet, ſo fin— det man außer jener Hirnblaße keine auffallende — Thiere van — Dieſenn r dann zun n Körper ſh ben, das d nicht weichn Privathe dem Anſchn „ wobei w en Theile, bie ch entfernt u eeit befällt ſ onate, zuwei . Sie ſchrei almahligen Ä en beſetzten I em Anſcheine! und ſolche, zunehmen, „von ditſel Krankheig tdann, nnt Ausbildut zmmen begrife ſſchlachtt, e keine aufin Veränderungen im Körper; das Fleiſch iſt noch genießbar und als III. Qualität zum Privatver⸗ kaufe dienlich. Hat ſich indeſſen die Krankheit vollſtändig aus⸗ gebildet, iſt die Abmagerung bedeutend, und findet man bei der Eröffnung, außer vielen Egelwür⸗ mern, die Leber von jauchigtem Eiter durchfreſ⸗ ſen, und andere Blaßenwürmer am Bauchfell, ſo iſt das Fleiſch eine eckelhafte Speiße, und darf daher weder verkauft noch genoſſen werden. §. 62. Der Rotz der Schaafe beſteht in einem nicht ſelten mit Fieberhitze verbundenen ſchleimigten, oder oder wenn er bösartig iſt, jauchigten und übelrie⸗ chenden Ausfluſſe aus der Naſe, bei gleichzeitig mehr oder weniger bedeutender Abmagerung des Körpers. Findet man bei der Eröffnung die Naſen⸗ und Stirnhöhle, ſowie auch die Luftröhre bloß mit gut⸗ artigem, klarem, nicht übelriechendem Schleim an⸗ gefüllt, und dieſe Theile nur erſt mehr oder weni⸗ ger entzündet, ſo kann das Fleiſch noch genoſſen und privatim als III. Qualität verkauft werden. Zeigt ſich aber an den benannten Theilen ein übel⸗ riechender Eiter oder gar Jauche, ſind die Schleim⸗ häute entartet und geſchwürig, und findet man zugleich noch andere Entartungen im Körper, ſo Rotz der Schaafe. ——j Finnenkrank⸗ heit der Schweine. 100 iſt das Fleiſch ungenießbar gänzlich zu verbieten. und deſſen Verkauf §. 63. Die Finnenkrankheit der Schweine wird mit Beſtimmtheit erſt bei der Eröffnung der Thiere erkannt, aber von unerfahrnen Fleiſchbeſchauern am leichteſten überſehen; dieſelben haben daher ganz beſonders die Stellen im Auge zu behalten, an denen die Finnen in der Regel vorkommen. Sie erſcheinen als kleine, rundliche oder linſenförmige, hirſekorn- bis erbſengroße Knötchen und Bläschen im Zellgewebe der Fleiſchfaßern, an den häutigen Scheiden der Muskeln, ſeltener im Fette, und zwar am häufigſten in der Rückengegend, an den Schultern, in der Weichen⸗ und Schaamgegend, in den Fleiſchfaßern des Herzens, zwiſchen den Hirnlappen; dann am Zwergfell, in den Zwiſchen⸗ rippenmuskeln, Pſoasmuskeln; ferner in der Le— ber, unterhalb der Zunge, im Rachen, Kehlkopf und am Schluß.⸗ Dieſe Finnen beſtehen einzeln aus kleinen Würmchen, deren Körper ſich in ein Bläschen en⸗ digt. Bei friſch geſchlachteten noch warmen Thie⸗ ren leben ſie noch einige Zeit lang und bewegen ſich. Beim Kochen quellen die Bläschen auf, und das damit wie durchſäete Fleiſch knirſcht beim Einſchneiden. Dieſe Finnen kommen ſowohl bei männlichen Verkan eine wih der Thin beſchaum daherſaf halten, u men. Gi enſütng d Blasth n häͤungn zette, u d, an namgegen viſchen mn Zviſchy, in der ke Helllnuf — keinen hen en⸗ n Thie bewegen uf, Ind ht bein nüzen 10⁴½ als bei weiblichen Thieren und bei jungen wie bei alten, auch ſo außerordentlich häufig vor, daß Herr Obermayer unter 3128 Schweinen 63 Stück mit dieſem Uebel behaftet gefun⸗ den, was das ohngefähre Verhältniß von 1: 45 ergibt. Eben dieſes häufigen Vorkommens wegen, ſuchen die Schlächter deren Vorhandenſeyn liſtig zu verbergen, was den Fleiſchbeſchauer zu ver⸗ doppelter Aufmerkſamkeit auffordern muß. Da es aber demſelben an ſolchen Orten, wo keine beſon— dern Schlachthäuſer ſind, nicht möglich ſeyn dürfte, bei der Eröffnung eines jeden Schweins gegenwärtig zu ſeyn, ſo muß ihm das Recht zuſtehen, von dem Schlächter alle die Stellen durch Einſchnitte bloß— legen zu laſſen, an denen ſich gewöhlich die Finnen befinden, und vorzugsweiſe die Schluß⸗, Bruſt⸗ und Halsmuskeln, das Herz, die Lungen und Leber. Zeigen ſich an dieſen Stellen keine Finnen, kommen aber doch hier und da einige vor, die ſich erſt beim Aushauen des Fleiſches zeigen, als: in den Lendenmuskeln, am Rücken u. ſ. w., ſo iſt das Uebel jedenfalls nicht von Bedeutung, und das Fleiſch daher nicht von geringer Qualität. Sind alſo die Finnen in geringer Menge vorhanden, und das Fleiſch ſonſt von guter Qua⸗ lität, ſo kann deſſen Genuß und Verkauf erlaubt werden; letzteres aber nicht öffentlich, ſon⸗ dern an dem beſondern Verkaufsplatz, um einen hierhergehöri⸗ 102 geringeren Preiß, mit dem Anſchlag:„Fleiſch von finnigen Schweinen.“ Iſt das Uebel im ganzen Körper verbreitet, ſind Finnen in Menge vorhanden, ſo iſt das Fleiſch gewöhnlich wäßrig, wie aufgelößt, daher eckelhaft und ſelbſt ungeſund, deſſen Verkauf und Genuß daher ganz zu verbieten, und auch das Fett nur als Wagenſchmier zu benützen. —— Drittes Capitel. Von der Genießbarkeit und Verkäuflichkeit des Fleiſches von Thieren, welche ohne vorheriges Krankſeyn plötzlichzu Grunde gegangen. §. 64. Nicht ſelten geſchieht es, daß Schlachtthiere theils beim Transport, theils ſonſt plötzlich zu Grunde gehen, und dies entweder durch Erdroß⸗ lung, wenn kleinere Thiere, als Kälber und Schaafe, von rohen, ungeduldigen und trägen Metzgerknech⸗ ten an Stricken geſchleift, und von ſchlecht abge— richteten Hunden an der Kehle gepackt werden; oder durch Schlagflüſſe bei fetten Thieren, wel⸗ che längere Zeit im Stalle gehalten, und bei großer Hitze oder Kälte ausgetrieben oder weithin trans⸗ portirt wurden; dann durch anderweitige mecha— niſche Verletzungen, als durch Treten ins Kreutz, in die Milz⸗ und Nierengegend; und endlich in —————— ——— 2 4 = ——, :„Fleiſch un per verbrein, iſt das Fleſt daher eckelhi zuf und Gen das Fett m⸗ tel. erkäuflichka ;, welche ofn lich zu Grun Schlachtthit onſt plötzlich durch Erdrt ber und Schat en Metzgerie don ſchlecht gepackt vet teen Thieren , und beir r weithin w berweitige ve reten ins d ; und endh 103 Folge von Blähſucht und Erſtickung beim Stecken⸗ bleiben von unzertheilten Kartoffeln und derglei⸗ chen im Halſe, wenn Thiere gierig freſſen. Damit nun ſolche beim Transport verunglückte Thiere den Schlächtern nicht ganz zu Verluſt gehen, werden ſie von denſelben, wenn es nur einiger⸗ maßen thunlich, gewöhnlich in der Nacht einge⸗ bracht, alsbald ausgehauen und das Fleiſch mit dem von lebend geſchlachteten Thieren verkauft. Obgleich ſolcherlei Fleiſch wohl nicht als ſchädlich angeſehen werden kann, ſo iſt doch deſſen Verkauf als gute Waare durchaus nicht zu geſtatten. Nach vorgängiger Deklaration von Seiten des Eigenthümers könnte indeſſen die Erlaubniß zum Privatverkaufe, jedoch nur mit dem öffentlichen Anſchlage, daß es von einem„vorher geſunden aber plötzlich gefallenen Thier komme, und als Fleiſch III. Qualität taxirt ſey“, ertheilt werden. Damit übrigens Unterſchleife nach oben ange⸗ gebener Weiſe, welche am leichteſten da ſtatt finden können, wo keine Schlachthäuſer vorhanden ſind, entdeckt oder vielmehr unmöglich gemacht werden, muß der Fleiſchbeſchauer im Dienſte auch hierauf ſein beſonderes Augenmerk richten, daher nicht bloß zur beſtimmten Stunde und bei der gewöhnlichen Schlachtzeit, ſondern zu jeder andern, beſonders auch zur Nachtzeit öfters nachſehen, und außerdem genau mit den Zeichen bekannt ſeyn, wodurch man Fleiſch gefallener Thiere von dem Fleiſche wirk⸗ ———— ⁄⁄ e “ ö“ ͤͤſſ Zeichen, wor⸗ nach das Fleiſch g ſchlachteter von dem gefallener Thiere zu auterſcheiden. 104 lich lebend geſchlachteter unterſcheidet, dieſelben ſollen daher im folgenden§. klar und deutlich an⸗ gegeben werden. H. 65. Findet man bei Schlächtern ein Thier unzer⸗ legt vor, bei welchem der Körper übermäßig auf⸗ getrieben iſt, aus deſſen Maul und Naſe blutiger Schleim fließt, die Augen vor den Kopf getrieben ſind, das Weiſe in denſelben und die Naſenhaut blutroth ausſehen, die Füße ſteif ausgeſtreckt und der After ſtark hervorgedrängt erſcheinen, ſo kann man hieraus ſchon mit ziemlicher Zuverſicht ſchlie⸗ ßen, daß daſſelbe an der Blähſucht oder auch an Erſtickung gefallen ſey. In jenem Falle findet man dann bei der Eröffnung der Bauch⸗ höhle den Wanſt entweder geplatzt oder doch un⸗ geheuer ausgedehnt. Beim Einſchneiden deſſelben fährt ſtinkende Luft mit großem Geräuſch heraus, und das darin enthaltene Futter iſt in ſtarker Gährung begriffen. Bei erſtickten Thieren zeigt ſich Letz— teres nicht, dagegen im Schlunde öfters noch der fremde Körper, welcher durch ſeinen Umfang die Luftröhre zuſammengedrückt oder den Anfang der⸗ ſelben verſtopft hatte. Außerdem findet man be— ſonders bei an Blähſucht gefallenen Thieren, die Milz ausgedehnt und mit ſchwarzem Blute über— füllt, die übrigen Hinterleibseingeweide aber faſt blutleer und blaß. In der Bruſthöhle ſind die et, dieſelben ddeutlih a. Thier unſe bermäßig n Naſe blutin Kopf getrieun die Naſenha sgeſtreckt un einen, ſo kan verſicht ſch cht oder an genem Fal der Bauch⸗ der doch un⸗ iden deſſelben auſch heraus arker Gährung eigt ſich dch ſters noch de n Umfang d 1 Anfang di indet manb Thieren i in Blute ür eide aber i zöhle ſindn 105 Lungen ſtellenweiſe mit dunkelrothem Blute über⸗ füllt, ſonſt aber ſchlaff, die Luftgefäße enthalten blutigen Schleim; das Herz iſt ausgedehnt, ſchlaff, beide Höhlen, mit geronnenem Blute angefüllt. In der Kopfhöhle zeigen ſich die Blutgefäße ſtrotzend von Blut. Bei der Abnahme der Haut(was beim Rind⸗ vieh und bei Kälber erſt nachdem ſie ausgenom⸗ men worden ſtatt hat) findet man alle Gefäße am Kopfe, Halſe und über den ganzen Körper bis zu den ⸗Gliedmaßen, gleichfalls ſtrotzend von Blut. Haben ſolche Thiere einige Zeit vor dem Ausneh⸗ men auf einer Seite gelegen, ſo erſcheinen nach oben hin die Eingeweide mehr oder weniger blaß, nach unten aber ſtellenweiſe Blutunter⸗ laufungen. Da das Fleiſch geſunder, lebendig geſchlachte⸗ ter Thiere ſein gewöhnliches blaßrothes Ausſehen nur bei vollſtaͤndigem Ausbluten erhält, bei gefal⸗ lenen Thieren ſolches aber nicht ſtatt finden kann, daher alle Blutgefäße mit Blut angefüllt bleiben, ſo hat das Fleiſch letzterer immer eine mehr dun⸗ kel⸗ oder hochrothe Farbe, deſſen Faßern ſind ſchlaff und weich, es trocknet nicht leicht aus, und geht deßhalb leicht in Fäulniß über. Findet man daſſelbe abweichende Verhalten hin⸗ ſichtlich der Blutüberfüllung des Kopfes und der übrigen Höhlen des Körpes, mit der gleichen Be⸗ ſchaffenheit des Fleiſches, ohne obige Auftreibung 106 des Leibes und Wanſtes, und ohne Ueberfüllung mit gährendem Futter, bei der Abweſenheit eines halb verſchluckten fremden Körpers, ſo kann man daraus ſchließen, daß ſolche Thiere am ſogenannten Kopf⸗ und Herzblute— Hirn⸗ und Lungenſchlag⸗ flüſeen— gefallen ſind. Finden ſich, ohne die Zeichen der Blähſucht, äußere Verletzungen am Kreutz, in der Gegend der Nieren und Milz, im Innern dieſe ſelbſt geborſten, am Halſe bedeutende Wunden und OQuetſchungen, und hat das Fleiſch gleichfalls die angegebene Beſchaffenheit, ſo läßt ſich als gewiß annehmen, daß das Thier in Folge von roher Mißhandlung, und zunächſt durch Er⸗ ſtickung zu Grunde gegangen ſey. In dem Falle, daß ohne vorhergegangene An⸗ zeige ſolche Theile oder gar deren Fleiſch bereits ausgehauen, bei einem Schlaͤchter entdeckt wuͤrde, ſollte derſelbe mit der Wegnahme und Conſiscirung deſſelben zugleich mit dem bei ihm vorhandenen geſunden, in Wiederholungsfalle aber noch an⸗ derweitig ſtreng beſtraft werden..— 4 *—ü—„——ͤ—é ——— —— 3 Ueberfillng eſſenheit inß ſo kann ua m ſogenannte Lungenſcha ſich, ohne 1 rletzungen m und Mih,n dalſe bedeutane hat das Feſt heit, ſo läßtſt ier in Folgem üchſt durch rgegangene h Fleiſch bera entdeckt wͤn und Conftseirn hm vorhanden e aber mh moͤchte, die hierhergehoͤrigen Krankheiten, wie im Vorhergehenden, wieder ſaͤmmtlich einzeln, mit ih⸗ Angabe der darbietenden krankhaften Veränderungen aufzufuͤh⸗ Fleiſchgenuß betreffende Vorſchriften erlaſſen wer⸗ 107 Vtertes Kapite l. Von den Krankheiten der Thiere, bei welchen der Genuß und Verkauf des Fleiſches gänzlich zu verbieten. §. 66. Obgleich es unnoͤthig und uberfluͤſſig ſcheinen Nothwendig⸗ keit einer beſonderen ren beſonderen Kennzeichen und den im Tode ſich hierhers Hae heiten. ren, indem man bei allen derſelben nach der Er⸗ oͤffnung immer ſolche Abweichungen vom geſund⸗ heitsgemaͤßen Zuſtande findet, die nach den fruͤher gegebenen allgemeinen Regeln als ſolche ſich er⸗ weiſen, welche den Genuß des Fleiſches unter allen Umſtänden muͤſſen verbieten laſſen; außerdem auch das Vorhandenſeyn dieſer gemeiniglich ſeu⸗ chenartigen Krankheiten, bei einer geordneten Ge⸗ ſundheitspolizei ſtets einer aͤrztlichen und thieraͤrzt⸗ lichen Unterſuchung unterliegt, wonach dann ſo⸗ wohl allgemeine polizeiliche Verfuͤgungen gegen deren Weiterverbreitung, als auch beſondere den den,— ſo fordert doch der Zweck unſerer Schrift, welche als vollſtaͤndige Anleitung zur Fleiſchbe⸗ ſchau, auch fuͤr die geſundheitspolizeiliche Aufſichts⸗ behoͤrde dienen ſoll, die naͤhere und ausfuͤhrliche Darſtellung aller der Krankheiten, bei denen der 108 Genuß des Fleiſches damit behafteter Thiere ver⸗ boten werden muß. §. 67. Ueberſicht A. Bei allen Schlachtgattungen können derſelben nach vorkommen: den beſonde⸗„.—. ren Thier⸗ 1) Bösartige Fieber; 2) Milzbrand; 3) Ruhr; gattungen. 4) Krebs und alle bösartige Geſchwüre; 5) Waſ⸗ ſerſucht; 6) Gelbſucht; 7) Wuthkrankheit; 8) Töd⸗ liche Vergiftungen. B. Bei'm Rindvieh kommen insbeſondere vor: 1) Rinderpeſt; 2) Lungenſeuche; 3) Maul⸗ und Klauenſeuche. V C. Bei den Schaafen: 1) Schaafpeſt; 2) Fäule; 3) Wurmigte Lun⸗ genſeuche; 4) Rothlauf; 5) Harnruhr; 6) Darr⸗ ſucht; 7) Gaubberkrankheit. D. Bei den Schweinen: 1) Bräune; 2) Rothlauf; 3) Rankorn; 4) Borſtenfäule; 5) Ruß.— §. 68. Bösartige Zu den bösartigen Fiebern zählt man Fieber der das Nerven⸗, Maul⸗ und Galleufieber, Thiere. ſo wie das Schleim⸗ und Wurmſieber in manchen Fällen. 1) Nerven⸗ und Faulfieber kommen häufig zuſammen, und in der Art bei Thieren vor, daß letzteres ſich aus jenem entwickelt, und e Thien 3 ungen tin and; 3) Rl. vüre; 5) A. akheit; 8) d ¹ insbeſonde z 3) Maubm kurmigte Lun ahr; 6) Darr⸗ Rankorn; 1 eern zähltn alleufien aber in man kommen hi gei Thieren Jentwickelt, 109 überhaupt nicht ſelten am Ende anderer bös⸗ artiger Krankheiten ſich einſtellt. Gewöhn⸗ lich herrſchen beide ſeuchenartig. Das Ner⸗ venfieber ſtellt ſich unter folgenden Er⸗ ſcheinungen dar: die Thiere ſind entweder unbändig und widerſpenſtig oder leiden an großer Stumpfheit und Schwäche. Der Pulsſchlag iſt ſchwach und ungleich. Zuerſt tritt Froſt, dann Hitze ein; die Haut iſt bald trocken, bald heiß, bald kalt, ſchlaff oder krampfhaft, die Haare daher glatt oder ge⸗ ſträubt. Die Freßluſt nimmt mehr und mehr ab und hört endlich ganz auf. Es iſt Ver⸗ ſtopfung oder Durchfall vorhanden. Die Thiere ſind entweder ſchläfrig, die Sinne wie betäubt und abgeſtumpft, oder ſie befin⸗ den ſich in einem Zuſtande von lebhafter Auf⸗ regung und Spannung. Zuletzt aber ſtellen ſich Schlafſucht und übermäßige Ausleerun⸗ gen ein. Treten Veränderungen in den Säf⸗ ten hinzu, ſo erſcheint ein fauligter Zu⸗ ſtand. Hierbei ſind die Maul⸗, Naſen⸗ und Rachenhöhle entfärbt, und es fließt aus den⸗ ſelben ein bräunlkcher, ſchaumiger und übel⸗ riechender Schleim. Der Miſt iſt weich, mit vielem ſelbſt blutigem Schleim vermiſcht und äußerſt übelriechend. Der Urin erſcheint trüb, bläulich und geht ſelten und in gerin— ger Menge ab. Im höchſten Grade der Krank⸗ heit nimmt die Säfteverderbniß immer mehr zu, es ſtellen ſich Zuckungen, Auftreibung, Waſſergeſchwülſte und Luftgeſchwülſte und endlich der Tod ein. Das eigentliche Nervenſieber läßt ſelten ganz deutliche Veränderungen im Körper der Thiere zurück, nur das Gehirn und die Ner⸗ ven ſcheinen röther, feſter oder auch weicher als gewoͤhnlich zu ſeyn, und das Fleiſch iſt zuweilen blaß, ſchlaff, ſo wie welk und mürbe. War dieſes Fieber aber mit Faul⸗ ſieber verbunden, ſo findet man bei Thieren, welche gleich im Anfange der Krankheit ge⸗ tödtet wurden, das Blut immer dunkel und dünnflüſſig, nicht gerinnbar. Das Fle iſch hat ein dunkles Ausſehen, iſt ſchlaff, weich und ſelbſt breiigt. Hatte die Krankheit einen höhern Grad erreicht, ſo findet man alle Eingeweide in der Bruſt⸗ und Bauchhöhle mürbe, aufgelockert, breiweich, oft mit blaurothen wie brandig ausſehenden Flecken beſetzt, oder wie mit ſchwärzlichem Blute unterlaufen, und im Fette und zwiſchen den Fleiſchfaßern röthliches Waſſer und ſalzige Flüſſigkeiten ergoſſen. Das Blut iſt ganz dünnflüſſig und ſchwärzlich. Die todten Thiere riechen bald aashaft, und gehen überhaupt gern in Fäulniß über. Das Fleiſch von Thieren, welche an — iß inmer m „Auftrebn geſchwülſt eber laͤßt 1 n im Körpen en und die er auch wit das Fleiſt wie wel daber mit ſ nan bei Thi r Krankhei nmer dunkele x Das Flei At ſchlaff, wi a Krankheit ein ondet man d Jund Bauchhi — weich, oſt! e ſchenden Fle a arzlichen B „ ind zwiſchen ſeer und ſ Blut iſt; hie todtende eheu übeſt Iren, welt 111 dieſer Krankheit leidend, gleich anfangs ge⸗ ſchlachtet werden, taugt nicht zur menſchli⸗ chen Nahrung, nur andern Thieren kann es noch gegeben, und die Haut benützt werden. Hatte die Krankheit aber den höchſten Grad erreicht, ſo muß das Thier mit Haut und Haaren verſcharrt werden. 3) Das Gallenfieber gibt ſich im Allge⸗ meinen durch große brennende Hitze der Thiere, verbunden mit gelblichem Ausſehen der Maul⸗ Naſen⸗ und Rachenhöhle und der Augen, ſo wie durch gelbliche Färbung des Urins und Miſtes zu erkennen. Nicht ſelten iſt daſſelbe mit einem Nerven⸗ oder Faulſieber verbunden, und dann kommen die Erſchein⸗ ungen von dieſen noch hinzu. Bei der Eröffnung geſchlachteter oder gefallener Thiere findet man beſonders die Leber verändert: vergrößert, ſchwarzgelb von Farbe; die Gallenblaſe ausgedehnt mit Galle überfüllt, alle benachbarten Theilen, ſo wie alles Fett, alle Häute und Flechſen gelblich gefärbt, das Fleiſch iſt dunkel von Farbe und ſoll bitter ſchmecken. War das Gallenſieber mit Faulſieber verbunden, ſo findet man noch außerdem diejenigen Veränderungen, welche dieſe Krank⸗ heit im Körper zurückläßt. Das Fleiſch von Thieren, welche wäh⸗ — rend eines, wenn auch anſcheinend gutarti⸗ gen Gallenfiebers geſchlachtet worden, kann nicht wohl als genießbar angeſehen, es muß daher damit wie mit dem von nervenſieber⸗ oder faulfieberkranken Thieren verfahren werden. 3) Das Schleim⸗ und Wurnfieber haben V beide ihren Grund in einer übermäßigen Verſchleimung der Eingeweide, beſonders der Bauchhöhle, zu welcher ſich bei letzterem noch die Erzeugung vieler Würmer von mancher⸗ lei Art geſellt. Beide Fieberarten geben ſich im Allgemeinen kund, durch einige, gewöhnlich nicht ſehr bedeutende Fieberhitze, durch Schleim⸗ Ausflüſſe aus Maul und Naſe, ſo wie durch ſchleimigten Huſten und Schleimabgang mit Urin und Miſt; ferner durch verminderte Freßluſt und ſchlechte Verdauung, wobei die Thiere träg und ſelbſt ſtumpf und ge— fühllos ſind, ohne alle Kraft bei Bewegun—⸗ gen, und der ganze Körper wie aufgedunſen iſt. Bei vorhandenen Würmern treten noch mancherlei Krampfzufälle hinzu, nämlich öf⸗ teres Herzklopfen, Bauchſchmerzen, zuweilen Harnſtrenge und Harnverhaltung und Zähne⸗ knirſchen; der Augenſtern iſt dabei gewöhn⸗ lich erweitert, der Speichel läuft häufig aus dem Maule, und die Thiere haben bald ver⸗ ſtärkte bald gar keine Freßluſt. Mit dieſen — H õͤ——Q—Q—.⸗—·—ÿ—ͦ—ᷣ—ÿ—ꝭ—ñ·—— nend gutart, worden, im ſehen, es wi nervenfiela, ren verfazmn fieber hin uͤbermäͤß beſondersd ii letzterem ue von mante rten geben ſt ige, gewhnt j, durch Schlen ſe, ſo wie dunz Sleimabgang mi z:ch verwinderte auung, wobe umpf und g' „ bei Bewegl die aufgedunſ mern treten n czu, nämlich 4 6 derzen, zuwelt „ung und Zihſ zdabei gewle zuft häufgä haben bald b Uebeln verbindet ſich öͤfters ein nervöſer oder fauligter Zuſtand, und dann treten noch Zufälle ein, welche dem Faul⸗ und Nerven⸗ fieber zukommen. Bei der Eröffnung der auch frühzeitig geſchlachteten Thiere findet man die Einge— weide blaß und verſchleimt, die Drüßen et⸗ was vergrößert; bei einem höheren Grade der Krankheit noch außerdem Waſſerergie⸗ ßungen und ſulzige Flüßigkeiten, allgemeine Abmagerung, daher kein Fett. Das Fleiſch iſt blaß, ſchleimig und eckelhaft weich, oder ſelbſt breiigt. Bei gleich⸗ zeitigem Nervenfieber oder Faulfieber finden ſich auch noch die dieſen Krankheiten eigen⸗ thümlichen Veränderungen. Fleiſch von ſolchen Thieren, wenn ſie auch im Anfange der Krankheit geſchlachtet worden, iſt ſeines eckelhaften Ausſehens und ſeiner geringen Nahrhaftigkeit wegen, nicht wohl genießbar, am allerwenigſten aber dann, wenn die Thiere erſt in einem ſpäteren Zeit⸗ raum und bei höherem Grade der Krankheit getödtet worden. Hinſichtlich der Benützung deſſelben gilt das eben Angeführte. §. 69. Der Milzbrand gehört zu den bssartigſten Milzbrand Seuchenkrankheiten, erſcheint aber unter ſo ver⸗ der Thiere. ſchiedenen Formen, daß es ſelbſt nach Veith's 8 144 Geſtändniß, ſchwer hält, ein alle dieſe Abweichungen umfaſſendes Bild davon zu geben. Da dieſe Krank⸗ heit ohnedies zur genauen Kenntniß derſelben, eines beſondern Studiums aller einzelnen Er— ſcheinungen und Abänderungen, je nach den Thiergattungen welche davon befallen werden, be⸗ darf, eine ausführliche Darſtellung derſelben aber hier zu weit führen, und doch dem Nichtthierarzte nicht ganz verſtändlich ſeyn dürfte, ſo ſoll davon nur das Allgemeine, dann aber das weitläufiger angegeben werden, was man bei der Eröff⸗ nung ſolcher Thiere findet. Dieſe Krankheit iſt eine fieberhafte und dies Fieber ein Gemiſch von den Erſcheinungen bei'm Nerven⸗, Faul⸗, Gallen⸗ und Schleimfieber, aber gleich anfangs mit einer Staͤrke und Heftig— keit auftretend, daß daraus alsbald die große Gefaͤhrlichkeit des Uebels hervorleuchtet. Doch hat daſſelbe zuweilen auch einen langſamen, mehr ſchlei— chenden Verlauf, beſonders bei'm Hornvieh und bei Pferden. Am ſchnellſten toͤdlich iſt der Milzbrand bei Schaafen und Schweinen, ſo daß das offen⸗ bare Erkranken und der Tod oft in weniger als einer halben Stunde auf einander folgen. Am characteriſtiſchſten bei dieſer Krankheit iſt jedoch das b Erſcheinen der ſogenannten Beulen oder Car⸗ bunkeln, welche, obgleich in manchen Faͤllen mehr verborgen, in anderen durch ihr Hervortreten im Zellgewebe der Haut, als das auffallendſte Awweichunga da dieſe Krant niß derſelben einzelnen Er je nach da len werden, derſelben ahn Nichtthierane ſo ſoll damm ¹s weitläufier ei der Eröff rhafte und die zeinungen bein 3 Schleimfiebe aze und Heftiy uld die große „htet. Doch h Jan, wehr ſohl⸗ rornvich und bi der Milzotnd * daß das ofe — in weniger 1 ni folgen. i rit it jedochd en oder i winanchen Fähh hr Hervorttn s aufalcn 115 Zeichen erſcheinen. Dieſe Carbunkeln oder Anthrax⸗ beulen kommen an vielen Gegenden des Koͤrpers hervor, am gewoͤhnlichſten aber finden ſie ſich an der vordern Bauchgegend und an den Seitenthei⸗ len des Halſes, ſind oft ganz klein, gewoͤhn⸗ lich von der Groͤße eines Huͤhnereys bis zu der eines Menſchenkopfs und daruͤber, und ſitzen ein⸗ zeln oder zu zwei, drei und mehreren beiſammen. Sie ſind ſelbſt anfaͤnglich weder heiß noch ſchmerz⸗ haft, werden aber noch um ſo kuͤhler und ſchmerz⸗ loſer, je mehr ſie an Umfang zunehmen, ſo daß ſie ſich oft ganz kalt anfuͤhlen, und ſind bald hart und genau begraͤnzt, bald weich und im Umfange verfließend. Bei der Eroöͤffnung der Thiere findet man die Milz weich, locker, meiſt ſehr vergroͤßert, mit dickem ſchwarzem Blute angefuͤllt; ebenſo gewoͤhnlich die Leber; die in der Gallenblaße enthaltene Galle ſchwarzbraun und duͤnnfluͤßig. Zwiſchen Haut und Fleiſch zeigen ſich hellere oder dunklere Flecken, Erguß von Blut undſultziger Fluͤſigkeit. Die oft an vielen Stellen vorkommenden Beulen enthalten eine ſpeckartige Maſſe oder ſultzige mit blutigem Waſſer vermiſchte Fluͤſigkeit. Die Magenhaͤute ſind ſchwarz, wie verbrannt, und bleiben oft an dem trockenen, brandſchwarzen Futter haͤngen. Auch die Gedaͤrme ſehen ſtellenweis wie brandig aus, und zuweilen iſt Blut in dieſelben ergoſſen. Die Druͤßen ſind haͤufig vergroͤßert und mit einer ſultzigen Maſſe Ruhr bei Thieren. 116 umgeben. Das Zwergfell erſcheint oft entzuͤndet und fleckig. Die Lungen findet man welk oder von Blut aufgetrieben, zuweilen brandig. Das Herz iſt weich und gelb, blutleer oder mit aufgeloͤßtem, ſchwarzem Blute angefuͤllt. Das Fleiſch hat eine dunkle Farbe, iſt weich und aufgeloͤßt. Der Genuß deſſelben iſt aufs ſtrengſte zu verbieten, und ſelbſt bei der Eroͤffnung der Thiere muß die groͤßte Vorſicht gebraucht werden, daß nicht die damit Beſchaͤftigten, durch Verunreinigung der entbloͤßten Hautſtellen, von einer der boͤsar⸗ tigſten und haͤufig toͤdlichen Krankheit— der ſoge⸗ nannten Brandblatter befallen werden. Es iſt daher von Polizei wegen anzuordnen, daß alle an Milzbrand gefallenen Thiere, wenn einmal die Krank⸗ heit durch die aͤußerlichen Kennzeichen und durch einige Leichenoͤffnungen erkannt worden, alsbald mit Haut und Haaren tief vergraben werden muͤſſen. §. 70. Die Ruhr der Thiere beſteht in einem mit Fie⸗ berhitze und heftigen Bauchſchmerzen verbundenen haͤufigen, ſchleimigen oder blutigen Durchfalle, zu welchem ſich nicht ſelten ein Nerven- oder Faul⸗ fieber geſellt. Die Krankheit herrſcht gewoͤhnlich ſeuchenartig im Fruͤhling und Herbſte, entweder als Folge von Erkaͤltung bei rauher, naßkalter Wit⸗ terung, oder bei ſchnellem Uebergange von trocke⸗ =— oft entzuͤnde welk oder 5 g. Das Hen t aufgelößten Fleiſch ſu fgeloͤßt. Di ſtrengſte n (ung der Thin — werden, de SVerunreinigm ner der boͤsg —jeit— der ſeg werden. Es ſf — n, daß äle u Anmal dieſtii michen und dund orden, alcbad rgraben wetde * ¹ einem mit J nen verunder — Durchfalle, — u oder ir 4 niemals zum Genuſſe benuͤtzt werden. 147 nem zu gruͤnem Futter auf ſumpfigen, naſſen Wie⸗ ſen u. dgl. Gewoͤhnlich werden mehr junge Thiere davon befallen, zuweilen aber auch alte und er⸗ wachſene. Bei gleich anfangs geſchlachteten Thieren findet man die Gedaͤrme leicht entzuͤndet und mit vielem Schleim angefuͤllt. Bei hoͤherem Grade der Krankheit zeigt ſich die innere Darmhaut er⸗ ſchlafft, aufgeloͤßt, theilweiſe wie angefreſſen und verzehrt, eiternd und geſchwuͤrig, oft verdickt und ſelbſt brandig. Bei hinzugekommenem Nerven⸗ oder Faulfieber zeigen ſich auch noch die dieſen Krank— heiten eigenthuͤmlichen Erſcheinungen. Das Fleiſch ſolcher, wenn auch gleich anfaͤng⸗ lich geſchlachteter Thiere iſt immer verdaͤchtig, daher deſſen Genuß gaͤnzlich zu verbieten. Hat die Krank⸗ heit den hoͤchſten Grad erreicht, und iſt ſie mit Faul⸗ und Nervenfſieber verbunden, ſo kann das Fleiſch auch nicht mehr fuͤr Thiere benuͤtzt, ſondern muß verſcharrt werden. §. 71. Wenn bei Thieren krebſige oder üͤberhaupt boͤs⸗ artige Geſchwuͤre, die gemeiniglich aus inne⸗ ren Urſachen, beſonders aus allgemeiner Saͤftever⸗ derbniß ſich entwickeln, vorkommen, ſo duͤrfen die⸗ ſelben weder im Anfange noch bei hoͤherem Grade der Krankheit, zur Schlachtung, das Fleiſch aber Die einzel⸗ nen Theile derſelben, als das Fett und ſelbſt die Krebs⸗ und bösartige Ge⸗ ſchwüre bei Thieren. 118 Haͤute ſollten außerdem, einer moͤglichen Anſteckung anderer Thiere wegen, nicht einmal zum techniſchen Gebrauche, noch das Fleiſch als Thierfutter ver⸗ wendet, ſondern die Thiere ganz und gar vergra⸗ ben werden. Waſſerſucht §. 72. Bei der Waſſerſucht findet man mehr oder bei Thieren. weniger bedeutende Anſammlungen von waͤßeriger Fluͤßigkeit in verſchiedenen Theilen des Koͤrpers, und zwar im Kopfe, in der Bruſt⸗ und Bauch⸗ hoͤhle, und damit verbunden oder allein, in der Haut des ganzen Koͤrpers. Außer dieſen Waſſer⸗ anſammlungen findet man bei der Eroͤffnung ſol⸗ cher Thiere alles Fleiſch blaß und waͤßerig, das Blut duͤnnfluͤßig, das Fett an Menge gering, weich, das Zellgewebe mit Waſſer angefuͤllt. Das Fleiſch dieſer Thiere iſt aͤußerſt eckelhaft, ganz ohne Nah⸗ rungsſtoff, daher deſſen Verkauf und Genuß gaͤnz⸗ Gelbſucht bei Thieren. lich zu unterſagen. §. 73. Bei der Gelbſucht, welche in Folge von Le⸗ berentzuͤndungen und Verhaͤrtungen, von Gallen⸗ ſteinen u. ſ. w. entſteht, und oft mit Waſſerſucht verbunden iſt, findet man in geſchlachteten oder gefallenen Thieren jene krankhaften Veraͤnderungen in der Leber, und gewoͤhnlich noch Waſſer in einzel⸗ nen Hoͤhlen oder unter der Haut. Das Fleiſch iſt 2 Anſtettug tchniſta futter ve, ar vergr V V mahreder n wißegt es Körpets und Lang⸗ lein, ind eſen Wiſer öffnun ſi ig, das du -ring, uit, das fleiſch z ohne N Genuß gin⸗ Ge vun de on Galleu⸗ Vaſſerſuht hteten oder derungenin er in tirzi⸗ s geiſh t — 119 durchaus roͤthlich gelb und weicher als gewoͤhnlich, das Fett citrongelb, die waͤſſerigen Anſammlungen gleichfalls gelblich gefaͤrbt. Der Genuß des Fleiſches iſt durchaus zu verbieten. H 4 74. Die Wuthoder Waſſerſcheu wird gemeinig⸗ lich durch den Biß wuͤthender Hunde dem Rindvieh, den Schaafen und Schweinen mitgetheilt. Vor dem Ausbruche der Krankheit ſind die Thiere traurig und traͤg in allen Bewegungen, werden darauf ſchuͤhhtern und zuletzt boßhaft, ſtoͤßig und bißig. Die Augen ſind dabei angeſchwollen, truͤb und triefend, der Blick iſt ſcheu. Aus dem Maul fließt eine Menge ſchaumigen Schleims; ſie bruͤllen und ſchreien oͤfters, aber mit ganz veraͤnderter, mehr rauher, klangloßer Stimme. Die Freßluſt iſt ganz verſchwunden. Zuweilen ſcheuen ſie das Waſſer, oͤfters auch nicht; haͤlt man ihnen dergleichen vor, ſo fahren ſie mit Haſt darnach als ob ſie ſaufen wollten, ſobald ſie es jedoch mit dem Maul beruͤh⸗ ren, fahren ſie erſchrocken zuruͤck, toben und bruͤllen, ſuchen ſich loszureißen wenn ſie angebunden ſind, bohren mit dem Kopfe gegen die Wand, und beißen wuͤthend nach allem was man ihnen vorhaͤlt. Solche Wuthanfaͤlle treten oͤfters ein, bis ſich end⸗ lich das Thier erſchoͤpft hat und todt niederſtuͤrzt. Die Veraͤnderungen, welche man bei der Eroͤff⸗ Wuth⸗ krankheit bei Thieren. nung ſolcher Thiere im Innern findet, ſind meiſt nicht ſo bedeutend, oder wenigſtens nicht von der Art, daß man daraus auf die vorhergegangene 120 Krankheit ſchließen koͤnnte; um daher hieruͤber Ge⸗ ki wißheit zu haben, muß das Thier im Leben beobach: S” tet worden ſeyn. Der Genuß des Fleiſches von wuthkranken V 2 Thieren muß nicht allein fuͤr Menſchen und Thiere 24 ſtreng verboten, ſondern auch von Polizei wegen 3 geſorgt werden, daß dieſelben ſo ſchnell als moͤglich 3 mit Haut und Haaren tief verſcharrt, und ihre Stallung mit Freß⸗ und Saufgeraͤthe durchaus auf's ſorgfaͤltigſte gereinigt, am beſten aber letztere verbrannt werden. oödrüche ergiftungen bei Trerdn 49, wo von den Stoffen die Rede war welche nur voruͤbergehende und leichtere Vergiftungszufaͤlle her⸗ vorbringen, geſagt worden, und wird daher aus⸗ §. 75. Hier gilt alles das was bereits fruͤher im§. bel druͤcklich darauf verwieſen. nur noch diejenigen Stoffe aufzufuͤhren, welche hef⸗ ne tigere Gifte ſind, und oft ſchon in einer nicht großen Mengetoͤdliche Folgen haben. Dieſe ſind: A. Aus dem Pflanzenreiche: 1) Alpenroſe(roſtfarbige); 2) Bleiwurz; 3) Bit⸗ un terfuͤß; 4) Eiſenhut; 5) Erdſcheibe; 6) Eſels⸗ zuſ gurke; 7) Fingerhut; 8) Gummigutt; 9) Hunds⸗ der Wir haben daher jetzt 3) ſeu nicht von der rhergegangen er hieruͤber Ge⸗ eben beobah, n wuthkrante zien und Thim ¹Polizei wenn eell als mägli arrt, und ijn Zaͤthe durhanz —nn aber lezten = war welche war g ngszwälle he d daher aus ben daher jih 1en, welce hi in einer nit Zen. Dieſe ſinn eiche: We iwurz; J 'e; 6) E Rit; 9) Hun derſelben ſind: 121 peterſilie; 10) Kraͤhenaugen; 11) Kokkelskoͤrner; 12) Lattich(wilder); 13) Kuͤchenſchelle; 14) Mut⸗ terkorn; 15) Nießwurz; 16) Opium; 17) Ruhr⸗ kraut; 18) Sevenbaum; Sumpfnabelkraut; 21) Sumach; 22) Schierling; 23) Schwaͤmme(mehrere Arten); 24) Taxus; 25) Taumellolch; 26) Tabak; 27) Ticunna⸗ und 28) Upasgift; 29) Waſſerſchierling; 30) Waſſer⸗ eppich; 31) Wunderbaum; 32) Waldanemone; 33) Zaunruͤbe und einige Andere. B. Aus dem Mineralreiche 1) Arſenik und deſſen Bereitungen; 2) Blei⸗ bereitungen; 3) Kupferbereitungen; 4) Schwefel⸗ wmaſſerſtoffgas; 5) Spießglanzbereitungen; 6) Queck⸗ ſilbereitungen; 7) Wismuthbereitungen; 8) Zinn⸗ — ſtuͤher im g. bereitungen. C. Aus dem Thierreiche: 4 Spaniſche Fliegen; 2) alle Schlangengifte; 3) die Stiche der Scorpionen, Hoſzwespen⸗ Bie⸗ nen und Bremsfliegen. §. 76. Die Rinderpeſt oder Loͤſerduͤrre iſt eine ſeuchenartige Krankheit und befaͤllt allein Rindvieh, und zwar ohne Unterſchied des Alters und Fett⸗ zuſtandes. Die hauptſächlichſten Erſcheinungen bei ungewoͤhnliche Traurigkeit oder 19) Stechapfel; 20) Rinderpeſt. 3„ 4““ 8 4 8 — ——— —— “ „ — * 8 ——— 122 Munterkeit, uͤberhaupt ein abweichendes Benehmen der Thiere. Die Augen ſind glaͤnzend und etwas geroͤthet, der Blick ſtier. Zuweilen ſtellt ſich eini— ger Huſten ein, die Haare ſtraͤuben ſich auf dem Ruͤcken und an den Lenden, und dieſe Theile ſind beſonders empfindlich. Hierauf tritt Froſt und Zit— tern des Koͤrpers ein, dann Hitze und Unruhe, ver⸗ bunden mit Schuͤtteln und Ueberwerfen des Kopfes. Die Augen thränen jetzt. Maul und Naſe ſind Anfangs heiß, bald aber fließt aus denſelben ein zaͤher, geiferartiger Schleim, es entſtehen Blaͤschen im Maul, und mit ihrem Aufplatzen rothe blutende Stellen. Der Athem iſt nun beſchleunigt, mit Flankenſchlagen verbunden, der Huſten kommt oͤfters, iſt tief und hohltoͤnend. Die Freßluſt hoͤrt jetzt ganz auf, ebenſo das Wiederkauen, dagegen iſt der Durſt ſtark. Die Milch bei Kuͤhen verſiegt. Es geht nur wenig trockener, wie verbrannter Miſt mit Schmerzen ab, der Harnabgang iſt gering. Wenn dieſe letztern Erſcheinungen einmal eingetre⸗ ten ſind, ſo nimmt die Krankheit immer zu; die Thiere werden immer empfindlicher in der Lenden— gegend, unter der Haut ſtellen ſich Windgeſchwuͤlſte ein. Jetzt tritt noch ein nervoͤſes, am Ende ein fauligtes Fieber und damit Vermehrung und fau⸗ ligte Beſchaffenheit der Ausfluͤſſe aus Maul, Naſe und Augen, ſo wie ein heftiger ſtinkender Durchfall ein. Die Thiere werden immer matter, liegen ſtets, ſind aber unruhig, es tritt ein krampfhaftes nd und etwa ſellt ſch in, ſich auf da eſe Theile ſi Froſt und zu d Unruhe, a din des Kopft⸗ aund Naſe ſi b z denſelben in tehen Bläͤshen rothe blund chleunigt, u a Huſten koun re Freßluſt ha Zeuen, dagegen zruͤhen verſiegt acranntet Mi ang iſt gerin winmal eingetn immer zu; d iin der Lerde, a Lindgeſchvit — am Ende t rung und ſ 6 Maul, R n ender Durtji rmatter, an tranpfbrſt Seitwaͤrtsziehen des Halſes, und endlich der Tod ein. Bei der Eroͤffnung der im Verlaufe der Krankheit getoͤdteten Thiere findet man, wenn die⸗ ſelbe noch im Beginnen war, das Fleiſch und Blut noch von friſcher, hellrother Farbe, auch noch Fett vorhanden, und dieſes nicht beſonders veraͤndert. Die Maͤgen, beſonders den dritte Magen— Löoͤſer— findet man dann aber ſchon aufgetrieben und das in ihm enthaltene Futter ganz ausgetrocknet, der vierte Magen und der Umfang der Gedaͤrme ſind entzuͤndet, und mit braunrothen Flecken beſetzt. Die Leber iſt blaß und muͤrbe; die Milz klein und welk; die Gal⸗ lenblaſe ausgedehnt, und mit einer duͤnnfluͤſſigen, roͤthlich⸗-gruͤnen Galle angefuͤllt. In der Bruſt⸗ hoͤhle findet man keine beſondern Abweichungen. Hatte die Krankheit ſchon Fortſchritte gemacht, bevor das Thier getoͤdtet wurde, ſo ſind die Ver⸗ aͤnderungen im Koͤrper deſſelben ſchon bedeutender. Das Fleiſch hat alsdann ſchon ein mißfarbiges Ausſehen, es iſt weich und breiigt, das in gerin— ger Menge vorhandene Fett ſchmierig und von gelblicher Farbe; das Blut aufgeloͤßt, duͤnnfluͤſſig, an manchen Stellen, beſonders in der Lendenge⸗ gend, oͤfters ausgetreten, zuweilen auch ſulzige Ergießungen vorhanden. Der Mageneingang zeigt ſich nicht allein entzuͤndet, ſondern iſt ſchon muͤrbe und zerreißbar. In den Maͤgen findet ſich alles Lungenſeuche bei'm Rindvieh. 124 Futter vertrocknet, die innerſte Haut mit blaßro⸗ then Flecken beſetzt, der Loͤſer iſt kugelfoͤrmig auf— getrieben, mit Brandflecken verſehen, das darin enthaltene Futter ganz vertrocknet, von ſchwarzgruͤ— ner Farbe, und zwiſchen den Blaͤttern dieſes Ma⸗ gens kuchenartig zuſammengepreßt. Die innere Haut deſſelben hat ein aſchgraues Ausſehen, und reißt bei'm Herausnehmen jener Futterkuchen mit derſelben loß. Der vierte Magen enthaͤlt kein Fut⸗ ter, dagegen eine jauchige, roͤthlich oder gruͤn ausſehende, ſtinkende Fluͤſſigkeit. Deſſen Haͤute ſind roͤthlich, entzuͤndet oder ſchon brandig; ferner bemerkt man Brandſtellen an den Geduaͤrmen. Leber und Milz ſind bedeutend veraͤndert: auf⸗ gelockert, muͤrbe, mißfarbig. Auch die Lungen findet man bisweilen entzündet, verhaͤrtet, und ſo faſt alle uͤbrigen Eingeweide der Bauch- und Bruſt— hoͤhle. Das Fleiſch von Thieren, welche an der Loͤ⸗ ſerduͤrre, wenn auch nur in einem geringeren Grade gelitten, iſt als ſchaͤdlich niemals zum Ge⸗ nuſſe zu erlauben; auch ſoll daſſelbe nicht einmal mit anderen Thieren verfuͤttert, vielmehr muß das Thier zur Verhuͤtung weiterer Anſteckung, mit Haut und Haaren tief genug an einem abgele⸗ genen Orte vergraben werden. §. 77. Die ſogenannte Lungenſeuche oder Lungen⸗ mit bleze elformig aui „ das da ſchwargi dieſes M. terkuchen n haͤlt kein u ) oder gi Deſſen hin randig; fen n Gedaͤrm raͤndert: u die Lung irtet, und „ und Bru he an der! em geringe mals zum! e nicht ein mehr muß! ſteckung, einem al oder Lune 1 —“ ““ ““ 4 4 “— 8 faͤule herrſcht gewoͤhnlich ſeuchenartig unter dem Rindvieh, und beſteht in einem entzuͤndungsartigen Zuſtande der Lungen, wobei dieſelben ſich haͤufig leberartig veraͤndern. Die haͤuptſaͤchlichſten Kennzeichen derſelben ſind: muͤhſames Athemholen mit Flankenſchlagen, und Schmerzaͤußerungen bei'm Befuͤhlen der Bruſt. Dabei iſt die Stimme dumpf, hohl und ſchwach, und ein trockener, anſtrengender Huſten vorhanden. Die Thiere freſſen anfangs noch und kaͤuen wieder, aber ſchwach. Die Ober⸗ flaͤche des Koͤrpers iſt heiß, die Haut trocken, die Haare geſtraͤubt, der Puls ſchwach und klein. Nimmt die Krankheit zu, ſo wird der Athem im⸗ mer beſchwerlicher, das Flankenſchlagen heftiger, der Huſten ſtärker aber feuchter. Zuweilen fuͤhlt man ein deutliches Klopfen auf der rechten oder linken Seite der Bruſt. Die Freßluſt hoͤrt endlich ganz auf, und die Fieberhitze vermehrt ſich. Im hoͤchſten Grade der Krankheit nehmen alle dieſe Erſcheinungen immer mehr zu, es treten ſtinkende Ausfluͤſſe aus Maul und Naſe, ſo wie Trommel⸗ und Waſſerſucht, und ſtarke Durchfaͤlle, und mit endlicher Laͤhmung der Glieder, der Tod ein. Bei Eröͤffnung der an dieſer Seuche leiden⸗ den Thiere zeigen ſich hauptſaͤchlich die Lungen ver⸗ aͤndert: im Anfange der Krankheit mit ſtocken dem Blute uͤberfuͤllt, oder ſelbſt ſchon ſchwer und von marmorartigem Ausſehen; beim hoͤchſten Grade des Uebels aber hart, vergroͤßert und ſehr ſchwer, Maul⸗ und Klauenſeuche bei'm Rindvieh. 126 ſo daß ſie oft 8— 10mal mehr wiegen als ge⸗ ſunde Lungen. Im Innern ſind ſie ſleiſchartig, oͤfters knorpelig, und roth oder gelb und braun marmorirt. Außerdem findet man noch Waſſerer⸗ gießungen und Verſulzungen. Die in den uͤbrigen Eingeweiden vorfindlichen Veraͤnderungen ſind ver⸗ ſchieden, aber nicht von der Art, daß dieſe Krank⸗ heit aus denſelben allein erkannt werden koͤnnte. Von im Anfange der Krankheit geſchlachteten Thieren ſoll das Fleiſch noch ohne Nachtheil ge⸗ noſſen werden koͤnnen, doch iſt dieß nicht raͤthlich, indem die Krankheit mit Erſcheinungen verbunden iſt, welche auf eine ſchon vor derſelben vorhan⸗ dene allgemein uͤble Koͤrperbeſchaffenheit ſchließen laſſen; es waͤre daher der Genuß des Fleiſches von ſolchen Thieren nicht allein dann, wenn die⸗ ſelbe ſchon den hoͤchſten Grad der Krankheit er⸗ reicht, ſondern auch im Anfange derſelben, durch⸗ aus zu verbieten. Selbſt die Benuͤtzung der Haut ſollte nur mit Vorſicht und nur bei einem nicht ſehr boͤsartigen Charakter der Seuche erlaubt werden. §. 78. Die Maul⸗ und Klauenſeuche kommen zuſammen oder auch einzeln beim Rindvieh, zu⸗ weilen auch bei den Schaafen, als Seuchen vor. Sie beſtehen, erſtere in einem blaſigen Ausſchlage im Maul, Rachen und auf der Zunge, letztere in fall gro ein der und mer ode gen gro daß gen als toch Paſe n den iübin ngen ſiid m 6 dieſe er erden ann wgeſchhue e Nachthl jnicht rih ngen veran rſelben don enheit ſchli ß des flitt inn, venn di r Kraniet erſelben, di zung der he bei einem Seuche elt euche ka Rindviet, s Seuchm ſigen Ausſt unge, lebte einer ſchmerzhaften Geſchwulſt und Geſchwuͤren an den Klauen, bei den Kuͤhen oft verbunden mit einem Ausſchlage an dem Euter. Beide Uebel ſind mit Fieber verbunden, und dauern 14— 24 Tage. Sie ſind fuͤr ſich allein nicht gefaͤhrlich, werden es aber leicht, wenn ſie mit dem Milz⸗ brande oder der Rinderpeſt gleichzeitig vorkommen und ſich damit verbinden. Im erſtern Falle wer⸗ den ſelten die Eigenthuͤmer daran leidender Thiere ſich bewogen finden dieſelben zu ſchlachten, ſollte jedoch dieſes Mittel ergriffen werden, um allen⸗ falls der Verbreitung der Seuche unter einem großen Viehſtande vorzubeugen, ſo koͤnnte nach einer vorhergegangenen genauen Unterſuchung von Seiten eines Thierarztes und der Sanitaͤtsbehoͤrde, der Genuß ſolchen Fleiſches als nicht ſchaͤdlich, und deſſen Privatverkauf als Fleiſch III. Qualitaͤt, in beſondern Faͤllen noch erlaubt werden. Kom⸗ men dieſe Krankheiten aber mit der Rinderpeſt oder dem Milzbrand verbunden vor, ſo iſt das Fleiſch verdaͤchtig, und deſſen Genuß und Verkauf gaͤnzlich zu verbieten. §. 79. Die Schaafspeſt gehört unter die ſeucharti⸗ gen Krankheiten, und gibt ſich zu erkennen: durch große Mattigkeit der davon befallenen Thiere, ſo daß ſie nicht ſtehen noch gehen können, daher immer liegen, nicht mehr freſſen noch wiederkauen. Da⸗ Schaafspeſt. Fäule der Schaafe. 128 bei haben ſie ſtarke Hitze, die Augen ſind trüb, aufgelaufen und mit Schleim verklebt; die Zunge V iſt trocken, braun, ſelbſt ſchwarz. Bald zeigen ſich röthliche Flecken oder Streifen an den zarteren— Hautſtellen und zuweilen am ganzen Körper. Da⸗ zu geſellt ſich gewöhnlich ein ſtinkender Durchfall. Bei der Eröffnung findet man das Blut dunn und mißfarbig, die Lungen ſchwarz, das Fleiſch weich, mürbe; Blutflecken auch im Innern. Das Fleiſch von Thieren, welche an dieſer Krankheit gelitten haben, darf niemals, auch wenn 4 ſie im Aufange derſelben geſchlachtet werden, von Menſchen genoſſen werden, und ſelbſt als Nahrung für Thiere iſt es nicht mehr dienlich, wenn die Krankheit bereits einen hohen Grad erreicht hatte. §. 80. Die Fäule der Schaafe, auch Faulſucht, Waſſerſucht und Bleichſucht genannt, herrſcht meiſt ſeuchenartig allgemein oder nur in einzelnen Ge⸗ genden. Dieſe Krankheit beſteht in einem Verderb⸗ niß der feſten und flüſſigen Theile, welche ſich vor⸗ a züglich an einer Veränderung ihrer natürlichen— Farbe erkennen läßt. Der ganze Körper iſt näm⸗ lich blaßgelb, ſchlaff und aufgedunſen, das Blut wird wäſſerig, und es treten Ergießungen von d wäſſeriger Feuchtigkeit in die verſchiedenen Höhlen 1 des Körpers ein. Der Körper der Thiere fühlt ſ ſich faſt kalt an. Die Augenlieder ſind aufgedun⸗ “ n ſind nit z die Jan ld zeigen den zarten Körper. d der Durtfil an das gh ſchwan, du h im Iman. elche an diſt ls, auch ven werden, w tals Nahran ch, wenn e erreicht hatte ach Fanlduch „herrſcht mi einzelnen d einem Verh welche ſichn rer natürlt dorper iſt ü ſen, dast gießungen! iedenen hit er Thiett ſ ſind aufhi- 129 ſen, blaßröthlich, das Weiße in den Augen bläulich⸗ weiß. Die Lippen und der Gaumen ſind blaß, das Zahnfleiſch angeſchwollen. Die Thiere ſind dabei traurig, ſehr matt und magern ab; die Haut iſt daher ſchlaff und blaß, die Wolle trocken, leicht ausgehend. Der Appetit iſt noch ziemlich, das Wiederkauen aber geht langſam von ſtatten, dabei leiden die Thiere an Verſtopfung oder Durchfall. Außerdem zeigt ſich eine Geſchwulſt zwiſchen der Unterkinnlade, welche weich, kalt, ſchmerzlos, am Morgen kleiner, am Abende aber gewöhnlich grö⸗ ßer iſt, und ſich endlich über's ganze Geſicht ver⸗ breitet. Jetzt tritt großer, unlöſchlicher Durſt ein, die Thiere ſaufen daher äußerſt häufig, laſſen aber doch nur wenig Urin; es ſtellt ſich Huſten ein, aus der Naſe fließt Schleim, die Augen triefen, die Durchfälle werden bedeutender, die Geſchwulſt verſchwindet zuletzt, und dann tritt der Tod ein. Bei der Eröffnung findet man das Zellge⸗ webe zwiſchen Haut und Fleiſch voller Waſſer, das Fleiſch ſchlaff, blaß und wäßerig, das Fett aufgelößt, wie Gallerte ausſehend, die Maul⸗ und Rachenhöhle voller Schleim; die Leber knotig, öf⸗ ters zerſtört und voller Wuürmer; die Gallenblaſe verſchrumpft, wenig ſchwarze Galle enthaltend; die Nieren ſchlaff, blaß und aufgedunſen; Magen und Darmkanal weißlicht, feucht und wie gewäſ⸗ ſert, das Gekroöſe fettloß, die Drüßen veraͤndert; alle Höhlen ſind voller Waſſer; die Lungen ſchlaff 9 Wurmige Lungenſeuche der Schaafe. 130 und mit Auswüchſen beſetzt, der Herzbeutel gleich⸗ falls voller Waſſer, das Herz ſchlaff; alles Blut in den Adern wäßrig und aufgelößt; Körper übelriechend. Das Fleiſch von ſolchen Thieren muß, ſei⸗ ner geringen Nahrhaftigkeit und Unappetitlichkeit wegen, wenn die Krankheit auch erſt im Entſtehen war, wenigſtens als ungenießbar, bei hohem Grade derſelben aber als ſchädlich angeſehen, und darf daher weder zum Verkauſe noch zum Genuſſe er⸗ laubt werden. §. 81. Die ſogenannte wurmige Lungenſeuche befällt ſowohl junge als alte Schaafe, welche da⸗ bei an großer Schwäche, ſchlechter Verdauung und Ernährung leiden, einen trägen Gang haben, eng⸗ brüſtig ſind, häufig dumpf und trocken oder in Schleim gehüllte Würmer aus huſten. Die Thiere ſind dabei traurig, die Wolle geht an einzelnen Stellen aus und verwirrt ſich. Im Innern fin⸗ det man die Lungen blaß, welk und aufgedunſen, knotig, in der Luftröhre einen zähen, ſchaumigen Schleim mit Ballen von Würmern. Das Blut iſt dünn, wäſſerig, das Fleiſch blaß und welk, das Fett verzehrt. In der Leber findet man auch bisweilen Egelwürmer. Das Fleiſch ſolcher Thiere iſt nicht genießbar, deſſen Verkauf daher zu verbieten. der ganze ——— —,—,—., Heutel gleit alles Bu der gan en muß, ſi ppetitlichte im Entſteſn hohem Gmy i, und iu Genuſee ngenſeuch fe, welche de erdauung und haben, eng⸗ ocken oder i n. Die Thien t an einzelwe Innernh d aufgedurt en, ſchaumi n. Das 8 blaß und w ndet man t nicht genih §. 82. Der Rothlauf der Schaafe hat einige Aehn⸗ Rothlauf der lichkeit mit dem Milzbrand, und iſt eben ſo ge⸗ fährlich. Die davon befallenen Thiere ſind anfangs traurig, haben Froſt und Hitze und ſtarkes Fieber; ſie freſſen wenig oder nichts, widerkauen nicht, und der Miſt iſt ſehr trocken. Am Kopf, Hals und Rücken erſcheint ein rother, zuweilen blaſiger Ausſchlag. Iſt die Krankheit bösartig, ſo entfärbt ſich der Ausſchlag und es treten Zuckungen ein. Bei der Eröffnung findet man die Haut an den Stellen, wo der Ausſchlag ſich befand, welk; die Leber brandig, die Milz mürbe, die Augenhäute geſchwürig, die Lungen enzündet, mit Brandflecken beſetzt, die Hirnadern ſtrotzend von Blut. Das Fleiſch von ſolchen Thieren darf weder von Menſchen noch von Thieren genoſſen, ſondern dieſelben müſſen alsbald unter polizeilicher Auf⸗ ſicht verſcharrt werden. §. 83. Schaafe. Die Harnruhr der Schaafe beſteht i in einer Harnruhr krankhaften Abſonderung des Urins, theils ſeiner der Schaafe Menge, theils ſeiner Beſchaffenheit nach, wobei die Thiere einen kaum zu löſchenden Durſt haben, das Maul und die Haut zetändis Locen, und die Nierengegend gegen Druck empfindlich iſt. Im Verhältniß zum Getränk wird zu viel, oft eine Darrſucht der Schagafe. ungeheure Menge von Urin ausgeleert. Der Koͤr⸗ per magert daher bald ſehr ab, und es ſtellt ſich Zehrfieber ein. Bei der Eröffnung findet man die Nieren mürbe und bläulich, das Nierenfett gänzlich ver⸗ zehrt, die Blaſe verdickt, verkleinert oder vergrö⸗ ßert. Bei hohem Grade der Krankheit zeigen ſich noch dieſelben Veränderungen wie bei der Fäule. Das Fleiſch iſt nicht wohl genießbar, daher deſſen Verkauf nicht zu erlauben. §. 84. Die Darrſucht der Schaafe beſteht in einer allgemeinen Abnahme des Körpers, verbun⸗ den mit ſchleichendem Fieber. Die Kennzeichen derſelben ſind: große Mattigkeit der Thiere, häu⸗ ſige Durchfälle, aufgetriebener Hinterleib, bald ge⸗ ringe Freßluſt, bald Gefräßigkeit. Die Haut ſieht gelb aus, alles Fett iſt verſchwunden, die Mus⸗ keln ſind verſchrumpft, und außerdem noch alle diejenigen Erſcheinungen vorhanden, welche bei Abzehrungen vorkommen. Die Eröffnung zeigt die Druͤſen verhärtet und vergrößert, Leber, Milz und Nieren verän⸗ dert, das Fleiſch faſt verſchwunden. Solche Thiere ſind nicht zur Schlachtung ge⸗ eignet, der Verkauf ihrer Theile daher nicht zu exlauben. Der Ko es ſtellt ſih die Nier gänzlich ver oder vergie eit zeigen ſh ei der Fäule leßbar, daer fe beſteht i pers, verbm e Kennzeiche Thiere, häh leib, bald ge⸗ Die Haut ſeh en, die Mui rdem noch d n, velche ſi tüſen verhit Nieren vei schlachtung! daher nicht heraus. und Blut dunkelrorh, die Geſchwulſt im Halſe deß⸗ 433 §. 85. Die Gaubberkrankheit der Schaafe hat Aehnlichkeit mit der Darrſucht, und beſteht in einer allmähligen Abzehrung der Thiere, wobei ſie große Mattigkeit und Schreckhaftigkeit zeigen. Man findet bei der Eröffnnng im Innern nichts Auffallendes, nur eine große Magerkeit und Fettloſigkeit. Gaubber⸗ krankheit der Schaafe. Das Fleiſch iſt nicht zur menſchlichen Nah⸗ rung geeignet, daher deſſen Verkauf zu unterſagen. §. 86. Die Bräune der Schweine hat ihren Sitz im Schlundkopf und Rachen dieſer Thiere und kommt häufig mit dem Milzbrand verbunden, und als ſeuchenartige Krankheit vor, die Zunge iſt dabei dunkelroth, angeſchwollen und heiß, das Schlingen ſehr beſchwerlich, verſchluckte Flüſſigkei⸗ ten kommen wieder durch die Rüſſelöffnung her⸗ aus. Am Halſe, längs der Luftröhre, dem Schlund, und zwiſchen der hintern Kinnlade entſteht eine heiße, harte und geſpannte Geſchwulſt von dun⸗ kelrother oder bläulicher Farbe. Der Athem iſt gleichfalls erſchwert, keuchend, die Thiere ſper⸗ ren dabei das Maul auf und recken die Zungen Dieſe Krankheit verlaͤuft eben ſo ſchuell, als der Milzbrand und iſt eben ſo gefährlich. Bei der Eröffnung findet man das Fleiſch Braͤune der Schweine. 134 gleichen und häufig brandig. Außerdem noch die Veränderungen im Körper wie beim Milzbrand.— Das Fle iſch iſt als ungenießbar und ſchädlich anzuſehen und die Thiere ganz und gar alsbald nach dem Tode unter polizeilicher Aufſicht zu ver⸗ graben. §. 87. de Ktheanne Der Rothlauf der Schweine iſt eine ſchnell⸗ verlaufende Krankheit und gibt ſich zu erkennen: durch Mattigkeit und Traurigkeit der Thiere bei geringer oder ganz fehlender Freßluſt, heftigem Fieber und beſchleunigtem Athmen, entzündeten Augen, trockenem Rüſſel und aufgeſträubten Bor⸗ ſten. Die Thiere werden dann bald unruhig, ge⸗ hen von einer Stelle zur andern, liegen niemals lange. Bald geſellt ſich ein rothlaufartiger(Schar⸗ lach⸗) Ausſchlag hinzu, der an der Bruſt und am Bauche am ſtärkſten und früheſten zum Vorſchein kommt, und endlich den ganzen Körper überzieht. Der Genuß des Fleiſches ſolcher Thiere muß als nachtheilig angeſehen, und deſſen Verkauf darf daher nicht erlaubt werden. §. 88. Bungeublefter Die giftige Zungenblatter oder Ran⸗ korn der Schweine beſteht in einer weißen, gerſtenkorn⸗ oder erbſengroßen Geſchwulſt am Gau⸗ men, an der Zunge oder ſonſt im Maule, welche —.“ V n noch i lzbrand.— d ſchädli zar alsbat ſicht zuwe eine ſchuel⸗ u erkennen eThiere bei ſt, heftigen entzündetn äubten Bor enruhig, g een niemall er(Schar⸗ euſt und an im Vorſchei er überzitt lcher Tiia eſſen Vertu oder Rai einer weiß ulſt am G kaule, ri bald mißfarbig, bräunlich oder ſchwärzlich wird, wobei die Thiere heftiges Fieber haben, ſehr matt ſind, nicht mehr freſſen, mit den Zähnen knirſchen und bald crepiren. Beim Eröffnen findet man außer der Blat⸗ ter im Maul, alle benachbarten Theile brandig, den Rachen, Schlund, Magen und Gedärme theils entzündet theils brandig; die Lungen und das Blut ſchwarz, das Fleiſch dunkelroth. Da dieſe Krankheit bösartig iſt, ſo muß der Fleiſchgenuß für Menſchen und Thiere als nach⸗ theilig erachtet, das Thier daher unter polizeili— cher Aufſicht verſcharrt werden. §. 89. Bei der Borſtenfäule der Schweine ſte⸗ hen die Borſten an den Seiten des Halſes büſchel⸗ weiſe auseinander, und dieſe ſind ſteifer, härter und von matterer Farbe als die Borſten am übri— gen Korper. Beim Berühren und Zupfen empfin⸗ den die Thiere Schmerz. Die Stelle wo ſolche Borſten ſtehen, iſt eingeſunken, und die Hautfarbe bei ſchwarzborſtigen weiß, bei weißborſtigen ſchwarz. Die Thiere ſind dabei niedergeſchlagen, knirſchen mit den Zähnen, haben keine Freßluſt, aber gro⸗ ßen Durſt. Bei höherem Grade der Krankheit werden ſie ganz ſtumpf und gefühllos, bleiben immer liegen, köoͤnnen nicht mehr ſtehen, und es tritt ein heftiges Fieber hinzu; die Flanken bewe⸗ 136 gen ſich dann ſtark, das Maul iſt heiß, es fließt viel Schleim aus demſelben, der Athem iſt heiß und zuletzt ſtinkend. Endlich tritt Durchfall ein, der Bauch erſcheint geſpannt, es kommen Beäng⸗ ſtigungen und das Thier ſtirbt gleichſam an Er⸗ ſtickung.. Bei der Eröffnung findet man das Fleiſch und die Druͤſen am Halſe, ſo wie die Luftröhre, den Schlund und die Kehle krebsartig entartet, das Gehirn und deſſen Häute von ſchwarzem, di⸗ ckem Blute unterlaufen, auch die Eingeweide der Bauchhöhle zuweilen voller Geſchwüre. Das Fleiſch dieſer Thiere iſt weder für Men⸗ ſchen noch für Thiere genießbar, vielmehr ſchãäd⸗ lich, und dieſelben müſſen unter polizeilicher Auf— ſicht vergraben werden. §. 90. Ruß der Der ſogenannte Ruß der S chweine beſteht Schweine. in einem Hautausſchlage, wobei ſich ſchwarze Schuppen am Halſe, Bruſt und Bauche, nicht ſel— ten auch am ganzen Körper bilden. Die Borſten ſind ſtruppig und verwirrt. Die Thiere haben dabei gewöhnlich noch gute Freßluſt, magern aber ab, und bekommen zuletzt Durchfälle nebſt After⸗ zwang und Vorfall. 4 Das Fleiſch ſolcher Thiere darf weder ge⸗ noßen noch verkauft werden.— V o ☛9 —]ͤſ)1)1)“)‧s)ſꝝſſͤͤſa esn — ö“——8ſſ“ „es ſliß m iſt hei ſchfall ei en Weing, m an Er⸗ 1 as Fleiſh Luftröhr, g entarte, darzem, de geweihe der r für Mer⸗ nehr ſchäd⸗ icher Auf ine beſteßt h ſchwan e, nicht ſ die Borſtn iere haben nagern ab gebſt Au weder w ͤͤͤͤſ Zweiter Theil. Empiriſche Fleiſchbeſchau. Erſtes Kapitel. Von dem Zweck und der Nothwendigkelt der Einführung derſelben in kleinen Orten und Landgemeinden. §. 91. Die empiriſche Fleiſchbeſchau unterſcheidet ſich von der wiſſentſchaftlichen nur in Hin⸗ ſicht der, den beſondern Ortsverhältniſſen angemeſ⸗ ſenen Art der Ausführung, indem ſie in kleinern Städten, Flecken und Dörfern, wo keine Thierärzte ſind, nur ſolchen Perſonen übertragen wer⸗ den kann, welche die, zur Aufſicht auf das Schlach⸗ ten und den Fleiſchverkauf nöthigen Kenntniſſe, ſich mehr erfahrungsmäßig(empiriſch) und durch bloße Routine erworben haben. Im Uebrigen hat ſie den gleichen Zweck mit der wiſſenſchaft⸗ lichen Fleiſchbeſchau, nämlich den: die Bürger von dem Genuße käuflich ungeſunden Begriff und Zweck der empiriſchen Fleiſchbeſchau 138 oder eckelhaften Fleiſches zu bewahren, und Sorge zu tragen, daß ganz gutes nur füreinen ſeinem Wertheentſprechen⸗ den Preiß, geringeres aber für eine geringere Taxe, zum Verkaufe ausge⸗ boten werde. §. 92. Nothwendig⸗ Daß eine polizeiliche Aufſicht auf den Fleiſch⸗ keit derſelben verkauf in kleinen Orten und in jedem Dorfe, wo auf dem Laͤnde. nur irgend ein Schlächter oder Fleiſchverkäufer ſich aufhält, eben ſo nothwendig ſey, als in grö— ßeren Städten, geht ſchon im Allgemeinen aus der uneingeſchränkten Pflicht des Staates hervor, für den Städter ſowohl als für den Landmann die gleiche geſundheitspolizeiliche Sorgfalt zu hegen, und ohne Bevorrechtung des einen oder andern, den Vortheil Beider im Auge zu behalten. Es ſcheint jedoch die Fleiſchbeſchau in kleineren Staͤd⸗ ten und Dörfern ſelbſt noch nothwendiger zu ſeyn, als in größeren Städten, da in jenen ſo— wohl wegen des geringeren Abſatzes, als auch we⸗ gen der minderen Vermöglichkeit der Schlächter und der damit gewöhnlich im umgekehrten Ver⸗ hältniſſe ſtehenden Gewinnſucht derſelben, die Verſuchung zu gelegentlichem Betruge näher liegt und auch meiſt leichter ausgeführt wird; wie denn auch die Erfahrung lehrt, daß gerade in kleineren Orten und auf dem Lande das meiſte fehlerhafte den Fleiſt Dorfe, u ſchverkäufer als in gii nen aus de hervor, fü dmann di zu hegen, er andern, zalten. E eeren Staͤd dendiger n jenen ſe als auch we Schläct ehrten We elben, d näher lil d; wie del in kleitent — fehlerze ͤ⸗ 139 Vieh geſchlachtet, das Fleiſch ungewöhnlich lang, oft bis zur bereits anfangenden Fäulniß aufbehal⸗ ten, und dann doch noch zum gewöhnlichen Preiße verkauft wird. §. 93. In der Regel wird außerdem noch den Schläch⸗ Fahrläßigkeit er Ortsvor⸗ tern und beſonders den Fleiſchhauſirern und ſtände hinſicht⸗ Fleiſchjuden der Betrug gar ſehr durch eine weniger ſtrenge, meiſtens läßige, oft ganz feh⸗ lende Polizeiauſſicht von Seiten der Vor⸗ ſtände in Landgemeinden, erleichtert, und es wäre daher in dieſer Hinſicht höchſt nothwendig, daß dieſelben mehr als gewöhnlich von ihren Pflichten durchdrungen wären, und die obern Verwaltungs⸗ behörden gerade auf dem Lande, die einſchlägigen Verordnungen auf's ſtrengſte in Ausführung zu bringen, ſich angelegen ſeyn ließen. Zweites Kapitel. Von der Wahl der Perſonen, welchen die Fleiſchbeſchau auf dem Lande zu übertragen. §. 94. Dieſe Wahl iſt ſehr wichtig, und ſollte ſtets nur von den betreffenden Gemeinderäthen in Ver⸗ eine mit dem Vorſtande, nicht aber von dieſem allein ausgehen. Schlächter dürften jedoch dabei keine Stimme haben, noch weniger ſelbſt als lich der Fleiſchbe⸗ ſchau. Wichtigkeit dieſer Wahl. 140 Fleiſchbeſchauer gewählt werden, da es nicht in der menſchlichen Natur liegt, daß jemand ſein eigener Aufſeher oder auch nur der ſeiner Gewerbs⸗ genoſſen ſeyn kann; beſonders wenn ſich die Ge⸗ legenheit zur pflichtgemäßen Hintanſetzung eigenen Vortheils ſo oft darbietet als hier. §. 95. Eigenſchaften Der Fleiſchbeſchaner ſey ein anerkannt recht⸗ Wäͤhlenden. licher, zufolge ſeiner Vermögensverhältniſſe un⸗ abhängiger Mann aus der Gemeinde, der zn⸗ gleich ſelbſt einigen Viehſtand und im Allgemeinen ſchon ſo viele Kenntniſſe von dem Gegenſtand be⸗ ſitzt, daß er zu beurtheilen vermöge, ob ein Thier krank oder geſund, ob es zu alt oder zu jung, fett oder mager ſey, Kenntniſſe, die jedem vieh⸗ haltenden Landmanne nicht leicht fehlen. Drittes Kapitel. Von der Art und Weiſe, wie empiriſche Fleiſch⸗ beſchauer zu unterrichten. §. 96. Mithider, 8. Damit der Fleiſchbeſchauer auf dem Lande im der Fleiſch. Stande ſey, das ihm übertragene Amt mit Sach⸗ beſchauer. kenntniß zu verwalten, iſt es nothwendig, daß derſelbe mit ſeinen allgemeinen Obliegenheiten bekannt gemacht, dann aber noch beſonders in den zur Ausübung der Fleiſchbefchau nöthigen Kenntniſ⸗ —— 888öſſſſa ͤͤ— ——“ C..„.“ s nichte mand ſei Gewerth ch die 6 ag eigeng / unt rete ltniſſe un de, der zu Allgemeinan enſtand be ein Thin r zu jung, dem vieh⸗ 1. * Lande i mit Sat⸗ endig 3 1 liegenhelut ders in del n Keuutne che Fleiſte ——*² 1441 ſen unterrichtet werde. Beides kann wohl durch eine für dieſelben zu entwerfende genaue Inſtruk⸗ tion bezweckt, dieſer Zweck aber ſicher und voll⸗ ſtändig nur dadurch erreicht werden, daß dieſe In⸗ ſtruktion oder Anweiſung, praktiſch erläutert und eingeprägt werde. §. 97. Nach dem eben Angegebenen wäre es nicht allein zweckmäßig, ſondern nothwendig, jedwede zum epiriſchen Fleiſchbeſchauer beſtimmte Perſon von einem wiſſenſchaftlichen oder thierärztlichen Fleiſchbeſchauer in Unterricht nehmen, nach deſſen Beendigung von dem betreffenden Gerichtsarzte im Beiſeyn der einſchlägigen Polizei⸗ oder Verwal⸗ tungsbehörde prüfen, und erſt nach erkannter voll⸗ kommener Befähigung zu ſeinem Dienſte, beeidi⸗ gen zu laſſen. Ein ſolcher praktiſcher Unterricht koͤnnte in größeren Städten, wo Thierärzte als Fleiſch⸗ beſchauer angeſtellt und die Schlachtung und der Fleiſchverkauf bedeutend ſind, in ganz kurzer Zeit und mit nur geringen Koſten ertheilt werden, würde aber einen mit letzteren nicht im Verhältniß ſtehenden großen Nutzen bringen. §. 98. b Auf dieſe Weiße unterrichteten und geprüften Art des Unterrichts. Umfang der ienſtes⸗ Fleiſchbeſchauern, ſind nun in ihren reſpectiven Ge⸗ obliegenheiten meinden alle diejenigen Geſchäfte zu übertragen, Zuſammen⸗ ſtellung des Wichtigſten bei der empiriſchen 142 welche den wiſſenſchaftlichen Fleiſchbeſchauern in Städten zuſtehen, und in den vorangehenden§§. vorgetragen worden, nur mit dem Vorbe⸗ halte: daß in ſchwierigen und daher zweifelhaf⸗ ten Fällen, wo ihre empiriſche Kenntniß nicht aus⸗ reicht, dieſelben die Entſcheidung einem thier⸗ ärzlichen Fleiſchbeſchauer anheim zu ſtellen, und daher die Herbeirufung eines ſolchen, durch Ver⸗ mittlung der von dem Falle in Kenntniß geſetz⸗ ten Polizeibehörde, zu veranlaſſen, gehalten ſeyn müßen. Viertes Kapitel. Von den beſondern Vorſchriften für empi⸗ riſche Fleiſchbeſchauer. §. 99. Alles was im Vorhergehenden als erfahrungs⸗ gemäße Anleitung für thierärztliche Fleiſchbeſchauer angegeben worden, iſt auch für empiriſche gültig, Fleiſchbeſchau. es müßte daher, wollte man für dieſe eine beſon⸗ dere Anweiſung geben, alles früher Geſagte wie⸗ derholt werden; ſonach wird hierauf ausdrücklich verwieſen, und ſolches dem Gedächtniß einzuprä⸗ gen empfohlen. Damit indeſſen demſelben die Ueberſicht aller Hauptpunkte, worauf zu achten iſt, erleichtert werde, ſollen letztere nachſtehend nochmals kurz aufgezählt werden. ———= auern i§. 400. enden h. 1) Der Fleiſchbeſchauer hat ſein Amt mit Treue Vorſchriften Vorbe und Gewiſſenhaftigkeit, ſoweit ſeine Kennt⸗ der Betref weifel niſſe reichen, auszuüben. ordnung. nata⸗ 2) Er hat in Gemeinſchaft mit der polizeibe⸗ din hörde das Fleiſch nach ſeinem wahren Wer⸗ ellen, um b the zu ta xiren. u 79 2) In Fällen, wo ſeine eigene Erfahrung nicht ausreicht, und die Entſcheidung, ob z. B das Fleiſch von kranken Thieren noch für den Privatverkauf benützt werden dürfe, oder nicht, wichtig iſt, hat er darüber der Poli⸗ zeibehörde Anzeige zu machen, und dieſe hierauf einen wiſſenſchaftlichen Fleiſchbe⸗ für empi ſchauer herbeirufen zu laſſen. 4) In allen Fällen, wo die Schlächter den be⸗ ſtehenden Vorſchriften und ſeinen eigenen vorſchriftsmäßigen Anordnungen nicht Folge zalten ſehn erfahrungz... iſchbeſchan leiſten, hat er darüber gleichfalls der Poli⸗ iſche zült zeibehoͤrde protocollariſche Anzeige zu machen. eine beſon§. 401. eſa 5) Jedes Stück Vieh muß vor und nach der In Betreff me Schlachtung unterſucht werden. der Ansübnno. iß ein bu 1 6) Bei den Unterſuchungen iſt darauf zu ſehen, u att ob das Thier für den öffentlichen Verkauf f d geeignet, d. h. ob daſſelbe vollkommen ge⸗ ſund ſey. Dies erkennt man daran, daß es leicht athmet, ordentlich frißt, ſäuft und widerkäut, der Miſt gehörig abgeht, und die Haare glatt und glänzend auf der Haut liegen, das Thier überhaupt lebhaft und 1 munter ausſieht, und keinen unnatürlichen Ausfluß aus Maul und Naſe hett. Das Fleiſch eines Thiers iſt nicht zuim öffentlichen Verkaufe geeignet, wenn es krank iſt. Dies erkennt man daran, daß daſſelbe nicht munter und lebhaft ausſieht, nicht ge⸗ hörig frißt und ſäuft, nicht widerkäut, der Miſtabgang fehlt, oder trocken und wäßrig iſt, die Haare nicht glatt anliegen und glän- zen, ſondern ſtruppig ſind, die Haut trocken und zu feſt anliegend oder ganz ſchlaff iſt, Kopf und Ohren abhängen, die Augen trüb, Maul und Naſe trocken und heiß oder voller Schleim ſind, die Zunge ſchmierig und un⸗ rein, der Athem beſchwerlich und mit Hu⸗ ſten verbunden iſt, das Thier mit großer Beſchwerlichkeit geht, und hauptſächlich, wenn 4 man Augſchläge oder Geſchwülſte im Maul, auf der Haut, am Euter oder an den Füßen ſo wie auch betkächtliche äußere Verletzun: gen, als: Wunden und Knochenbrüche ge⸗ wahr wird. 3) Sind einige von dieſen Krankheitszeichen zuſammen vorhanden, ſo iſt das Thier von dem Fleiſchbeſchauer für krank zu hal K bhaft u natürliche 2* nicht zu un es krac daß daſſtt t, nicht g erkäut, d und wäͤßth en und glin Haut trocn ſchlaf ü Augen trüh ddet volle rig und nd mit mit großt ſächlich, nm ſte in Al an den Fih 4 ukheitsxiche 1 das 19 rank 1 — 7 “ — “ 3 3 8 8.““ ** 4 3—— 8 4 8 “ 4 4 4 3 8 3 8 5 5“ Sae ie 4 ½ 4 4 5 “ 4 1 4 ͤ“ 4 —“ 4 4“ 8 1 4 “ —“ v“““ C “ A* 3 4 3 3 5 85 4½ ͤlł10ſſ“ſſſſſſſ.“ 8 4 8 3 4 “ “ —— 5/79 els ee*dae —