8ZöZö————,. ö 5“ it t e 1— 2 1 4 ,/ Li 2 1— Ma 4. 77* e 2—. en⸗ Mhe odr e Z. A 2ancihe. 2 4, 7. 4 27 4 A z AH De 2 Ar A 3 10 1 . M 3— Uu. A₰ 9 wie mag die g 3 durch E r bndae zuma Heinrich Felix Paulizky Grasich⸗Leiningiſchen Landphyſekus der Grafſchaft Guntersblum ic OGOA Anle t u n g eandle 4 t e zu einer L vernuͤnftigen Geſundheitspflege 24 worinn helehret wird 7 wie man die gewoͤhnlichſten Krankheiten durch wenig 8„ und ſt che ere Mittel 48 4 2— hauptſ chlich gber 24 durch ein gutes Verbhalten /— verhüten und heilen kann „ Ein Hausbuch fuͤr Landgeiſtliche,— Wundaͤrzte und verſtaͤndige 524 Hauswirthe A zumal in Gegenden wo keine Aerzte ſind 441013— 9O Dritte Auflage 444 mit Vermehrungen und Verbeſſerungen 44 S von 1 h Dr. Job. Cbriſtian Gottlieb Ackermann l4A, Profeſſor det Heilkunde zu Altdorf Arl 24 Pp p 1 4— /1 4 1* 1 Frankfurt am Main in der Andreaiſchen Buchhandlung 1799. 8 Der Verkaufpreis iſt Rthlr. oder u fl. 5ok. 8 N. kam luun Anwü richt verkenne bajnden, wo enbehten wͦ auf dem Land der Kenntniß ictet werde bömen. A volkemmen chend ſeyn, Es iſ nicht ſchindenem kennllic zu ſedeſ fßli ten. Die ddet jenem lin deswe dial Andre deör d utiich annanjht Vorbericht des Verfaſſers. an kann doch wuͤrklich den Nutzen der popu⸗ laͤren Anweiſungen zur ausuͤbenden Heilkunde nicht verkennen. Fuͤr Leute, die ſich in einer Lage befinden, wo ſie des Beyſtandes eigentlicher Aerzte entbehren muͤſſen, wie mehrentheils diejenigen, die auf dem Lande leben, iſts Wohlthat, wenn ſie in der Kenntniß und Heilung der Krankheiten ſo unter⸗ richtet werden, daß ſie ſich im Nothfall ſelbſt helfen koͤnnen. Aber freylich kann dieſer Unterricht nie vollkommen und uberall ſeinem Endzweck entſpre⸗ chend ſeyn, wenn er in einem Buche gegeben wird. Es iſt nicht moͤglich, Leuten von ſo unendlich ver⸗ ſchiedenem Faſſungsvermoͤgen alle Krankheiten ſo kenntlich zu beſchreiben, und das Heilyerfahren fuͤr jede ſo faßlich zu erklaͤren, daß ſie nicht irren koͤnn⸗ ten. Die dentlichſte Belehrung kann van dieſem oder jenem mißverſtanden werden; aber ſie ver⸗ lieret deswegen nichts von ihrer Nutzbarkeit fuͤr vciele Andre. Die Grundlichkeit und das Genaue des Syſtems der praktiſchen Heilkunde, laͤßt ſi ſich in keinen Volks⸗ unterricht bringen. Daher koͤnnen die populaͤren b 3 2 Arze⸗ 6 1V. Arzeneybuͤcher nicht viel mehr als bloße Eupirie lehren. Indeſſen iſt eine vernuͤnftige Empirie un⸗ endlich beilſamer, als die grobe Pfuſcherey, und es iſt ſehr daran zu zweifeln, ob dieſe unter dem b gemeinen Volk geringer ſeyn wuͤrde, wenn's keine dergleichen Buͤcher gaͤbe. Die oͤffentlichen Medicinalanſtalten nnaß ganz anders ſeyn, als ſie wuͤrklich in den mehreſten Ge⸗ genden von Deutſchland ſind, bevor man vom gemei⸗ nen Volk, zumal von den Landleuten, verlangen koͤnnte, daß ſie bey jedem Vorfall, der ihre Geſund⸗ heit betrifft, ſich einem ordentlichen Arzte anver⸗ trauen ſollten. Es iſt gewiß nicht bloßer Unver⸗ ſtand von ihnen, daß ſie, außer dem hoͤchſten? Nothe fall, ſo wenig Zutrauen zu eigentlichen Aerzten Plln, Die Schuld liegt mehrentheils an den Aerzten ſelbſt. Sie ſtehen zu weit von den gemeinen euten ab: ſie machen einen groͤßern, in die Augen fallenden Aufwand, und deswegen ſcheuen ſich jene deſto mehr vor den Unkoſten, die ſie ihnen verur⸗ ſachen moͤchten. In nnchen C. ſendan befindet ſich auch kein ordentlicher Arzt, aber Pfuſcher gibts 1 uͤberall. Da iſts doch wuͤrklich beſſer, ein gutes b Arzeneybuch nachleſen, als dieſe um Rath fragen. Die Krankheiten der Landleute ſind gemeiniglich weniger comwlicirt, als bey Leuten, die keine ſo ein⸗ ſoche Lebensart fuͤhren. Sie ſind nicht ſo verwoͤhnt, ihre Naturkraͤfte haben wennger ſchieſe Richtungen be⸗ 1 ennen ſad 4 h ünn 8 Mer 4 i5 4 thalten. Alemal, b piienberathen Pahallens d Wißtend wei vſtgewuͤnſch, aucd die prace Buch verwei nid auf ihre hrte. Abe Pölksarzene ſch aben das faſt allzun diateiſchen ur ſelten i nehteſten h —enarfen un dianaſche A diiht ſär ze ä dit ka rin lhae Daſe Li pire rie um 7, und ter dem io keine ken ganz jen Ge⸗ gemei⸗ rlangen Geſund⸗ anverg Unver Rolh Jetzten an den emeinen Augm ſich jent aver befinde zer gilt in gutes ſtagen. riuiglch ieſo eiw erwohle chlunps he — ,“ 8 bekommen, ſind beſſer erhalten und mehrentheils zu⸗ reichend eine Krankheit zu uͤberwinden, wenn ihnen nur keine Hinderniſſe in den Weg gelegt werden. Aber das geſchiehet ſehr oft durch ein leblerbaſtes b Verhalten. Allemal, wenn man Landleute in bbren Krank⸗ heiten berathen will, muß die Anordnung eines guten Verhaltens das erſte und wichtigſte Anliegen ſeyn. Waͤhrend meiner vieljaͤhrigen Ruralpraxis habe ich oft gewuͤnſcht, daß ich meine Kranken, und zumal auch die practizirenden Dorſwundaͤrzte— auf ein Buch verweiſen koͤnnte, das daruͤber hinreichende, und auf ihre Umſtaͤnde paͤſſende Anleitungen eut⸗ hielte. Aber das fand ich in keinem von allen unſern Volksarzeneybuͤchern. Die beſten von denſelben, die ſich uͤber das Allgemeine der Praxis verbreiten, ſind faſt alle zu weitlaͤuftig, zu viel umfaſſend, und die diaͤtetiſchen Vorſchriften, die ſie enthalten, paſſen nur ſelten in die Kuͤche des Landmanns; in den mehreſten hat man nur Rebenblicke auf die Diaͤt geworfen und in einigen ſie ganz uͤber angen. Blos diaͤtetiſche Anleitungen, Tiſe ſchücher ꝛc. taugen auch nichts fuͤr den Landmann. Er will nicht blos durch die Diaͤt knrirt ſeyn; ſondern eigentliche Arzeney⸗ mittel haben, wenn ihm was fehlet, und er wuͤrde alles Zutrauen zu einem mediziniſchen Buch verlie: b ren, wenn er keine Arzeneyvorſchriften darin faͤndg Dieſes bewog mich endlich den gegenwaͤrtigen 4 3 Ver⸗ VI . Verſuch einer Anleitung zu einem guten Verhal⸗ ten in Krankheiten zu wagen. Ich habe darinn die Regeln zur Erhaltung der Geſundheit fuͤr Landleute, die Hauptkennzeichen derjenigen Krankheiten, die auf dem lLande am mehreſten vorkommen, ihre gewoͤhnlichſten Urſachen, ihre Vorbauungs, und Heilungsmittel, und vor⸗ zuͤglich ihre diaͤtetiſche Behandlung, ſo gut ichs konnte, kurz und deutlich angegeben. Dieſe Krank⸗ heiten habe ich ſo eingetheilet und geordnet, wie mirs duͤnkte, daß es am faßlichſten ſeyn wuͤrde, und diejenigen zuſammengeſtellet, die einander zu aͤhnlich ſind, als daß ſie von Nichtaͤrzten gehoͤrig unterſchieden werden koͤnnten, und die beynahe auch das naͤmliche Verhalten erfordern. Ich habe nur wenig, und faſt lauter einfache, ſichere und bewaͤhrte Heilmittel empfohlen, und uͤberall, wo es nur einigermaßen wahrſcheinlich ſchiene, daß eine Krank⸗ heit mit einer andern verwechſelt werden koͤnnte, mehrentheils nur ſolche, die im Fall einer Verwechſe⸗ lung nicht nachtheilig werden koͤnnen. Oſt leſen die Kranken ſelbſt in Arzeneybuͤchern, und werdenfurcht⸗ ſam, und das manchmal ſehr ohne Noth, wenn ſie den ſchlimmſten Ausgang ihrer Krankheit erfahren; ich habe ihn daher mehrentheils verſchwiegen⸗ Manche fuͤr die Geſundheit nachtheilige Gewohnhei⸗ ten, an die, ſoviel ich weiß, ſich noch kein populaͤ⸗ rer Diaͤtetiker gewagt hat, habe ich freymuͤthig geta⸗ delt; 1hr i Cah nichede dtnäglch b gü hade l liit Abbet a Aeinlen. alſalende Eig ger auszeichne Paken des. Ryſenſtein Mllin,— w a pepöläre aber auch me rathen, was rem geſagtu Yerzte meinem Bu Manelhaft “ 3 Stnd ſet machen, un Aber fuͤ Stulmeiſt ic, ſell es fir laute, ſe le, nie Neman ſiſten wie Unänd, Verhal tung dr unzeichen ande am 4 Urſochen, und vor, At icj èſe Krant net, wie wuͤrde, ander zu nohe auch habe nr bewaͤhtte d es vut ne Krant koͤnne, derwechſe ſtleſen de den futch „wenn ſe erfahren; ſchwiegen wehhi in popult üthig gl d. — gehoͤrig VII delt; aber alles Tadelnswuͤrdige, alle Volksvorur⸗ theile, welche die Geſundheitspflege betreffen, konnt ich unmoͤglich beruͤhren— wer kennet ſie alle 2 Ich habe uͤberhaupt kein anderes Verdienſt bey dieſer Arbeit als die Auswahl und Darſtellung der Materialien. Ein Volksbuch ſoll ſich ja nicht durch auffallende Eigenheiten, oder durch neue Entdeckun⸗ gen auszeichnen. Das mehreſte habe ich aus den Werken des Herrn Tiſſot, v. Swieten, v. Roſenſtein, Buchan, Unzer, Zuͤckert, Mellin, Ackermann, Scherff, Fahner u. a. populaͤrer mediziniſcher Schriftſteller geſchoͤpfet; aber auch manches weggelaſſen, oder laut wider⸗ rathen, was zum Theil von klaſſiſchen Volksleh⸗ rern geſagt und empfohlen worden. Aerzte werden alſo wenig oder nichts Neues in meinem Buͤchelchen finden; aber vielleicht manches Mangelhafte. Ihre Belehrungen werden mich in Stand ſetzen es auszubeſſern und nutzbarer zu machen, und ich erbitte mir ſolche. Aber fuͤr Landgeiſtliche, Gutsherrn, Schulzen, Schulmeiſter, fuͤr Dorfaͤrzte und Balbierer, denk ich, ſoll es ein brauchbares Hausbuch ſeyn; denn fuͤr Leute, die gar nicht leſen, oder dasjenige, was ſie leſen, nicht uͤberdenken koͤnnen, ſchrieb ich nicht. Niiemand kann am Krankenbette ſo viel Gutes ſtiften wie die Herren Geiſtlichen. Sie kennen die Umſtaͤnde, die Lebensart, die Beduͤrfniſſe ihrer b Pfarr⸗ ——⸗⸗õ(S m o„„jÿÿ—== “ Pfarrkinder, und beſitzen ihr uneingeſchraͤnktes Ver⸗ trauen, oder koͤnnen ſichs leicht erwerben, wenn ſie einige Einſichten und guten Willen von ſich merken laſſen. Es gibt viele unter denſelben— gewiß viele, denen alles zum Beduͤrfniß wird, was ſie faͤhiger macht, zum Wohl ihrer Nebenmenſchen zu wuͤrken; die ſich deswegen auch gruͤndliche mediziniſche Kennt⸗ niſſe zu erwerben ſuchen, um im Fall der Noth einen vernuͤnftigen Rath geben, oder auch die noͤthi⸗ gen und ſchickli chen Mittel verordnen zu koͤnnen, und dieſen Menſchenfreunden eigne ich mein Buͤchel⸗ Shen vorzuͤglich zu. b Nie erinnere ich mich ohne das ubhaſteſt Ver⸗ gnuͤgen eines wuͤrdigen Landgeiſtlichen, der Vater, Freund, Wohlthaͤter ſeiner Pfarrkinder iſt, der die Liebe und das Zutrauen aller Einwohner ſeines Pfarrorts und ihrer Nachbarn beſitzet, die alle, Cbriſten und Juden, Rath, Troſt und Huͤlfe bey ihm ſuchen und ſinden. Nirgends habe ich die Arzeneykunſt mit ſo vielem Gluͤck ausgeuͤbet, als in dem Kirchſprengel, dem er vorſtehet. Ich wuͤrde den Edlen nennen, wenn ich nicht fuͤrchten muͤßte, ſeine Beſcheidenheit zu beleidigen; denn ihm iſt es nicht um oͤffentliches Lob zu thun. herzlicher Beyfall jedes Gutgeſinnten, und das lohnende Bewußtſeyn eines Menſchenſreundes, ſey ihm und Jedem, der ſo bandelt wie er. — —— 3——— Vor⸗ Der Dank und ir VNMaulizt rrͤnſuͤgen Wnſen medi lettung Na. Me Dtriigeler an der die handl ſei der ai leict ſich durch lnd heilu 3 die nn diee oſiben lm g eidnnt n ſali nc nerken viß viele, eſähiger wüͤrken, ſe Kennte er Nolh die nithi konnen, Däc iſte Ver⸗ Vater, der die t ſeines die ale, ülfe bey ich die als 1 wuͤrde muͤßte niſt ei ank und nd daß es, e b Vor⸗ tes Ve wenn ſſe Vorrede zur dritten Auflage. P. utizky's Anleitung fuͤr Landleute zu einer vernuͤnftigen Geſundheitspflege gehoͤrt unter die beſten mediziniſchen Volksſchriften, die ſeit Tiſſots Anleitung fuͤr den gemeinen Mann, erſchienen ſind. Mehr als die meiſten mediziniſchen Volks⸗ ſchriftſteller kannte der ſel. Verfaſſer, die Denkungs⸗ art der Menſchenklaſſe, für welche er ſchrieb, und die Handlungsweiſe derzelben: er kannte die Mittel⸗ die in der Hand dieſer Volksklaſſe ſind, die ſie auf eine leichte und bequeme Art anwenden kann, um ſich durch ſie bey ihren Krankheiten Erleichterung und Heilung zu verſchaffen. Die Abſicht, die der ſel. Verfaſſer bey Atfaß ſung dieſes Werkes hatte, zeigt ſich auf jeder Seite deſſelben unverkennbar. Er wollte den Landmann mit den gewoͤhnlichſten Urſachen ſeiner Krankheiten bekannt machen: er wollte ihn dieſe K rankheiten ſelbſt, nach ihren Zufaͤllen und Urſachen, kennen 9 5 ler⸗ lernen, die verſchiedenen Arten einer jeden Krank⸗ beitsgattung, die durch die Urſachen, welche die Krankheit hervorbrachten, beſtimmt werden, mit ihren Kennzeichen angeben, und vornehmlich auf dieſe ſeine Heilungsvorſchläge gruͤnden. Daß der ſel. Mann dieſe Abſicht in ſeinem Werk ſehr gut erreicht hat, daruͤber iſt bey dem mediziniſchen Publikum nur Eine Stimme. Sein Werk gehoͤrt wegen der aͤußerſt faßlichen und dabey ſehr genauen Beſchreibungen der Krankheiten unter die beſten und vorzuͤglichſten Werke dieſer Art.— Aber die Seite, von welcher es ſich ganz vorzuͤg⸗ lich auszeichnet, die es faſt zum einzigen in ſeiner b Art macht, iſt die vrattiſche Unter allen Volksklaſſen bat der tandwann, in Hinſicht auf das, was Diaͤt betrifft, am wenigſten helle Begriffe. Er lebt bey ſeiner innern Staͤrke, die ihm die Natur und ſeine Lebensart gab, geſund⸗ wenn er ſich auch taͤglich Verhaͤltniſſen ausſetzt, die Menſchen von andern Staͤnden ohne Beſchaͤdi⸗ gung ihrer Geſundheit nicht ertragen wuͤrden. Es erwaͤchſt daraus ſehr natuͤrlich in ſeiner Seele der Gedanke, daß, ſo wie die genaue Beobachtung einer guten Lebensordnung in geſundem Zuſtand unter die fuͤr ihn nicht nothwendigen Dinge gehoͤrt, eben dieſe auch bey Krankheiten nicht ſo unumgaͤng⸗ lich Uttutradg Nare badmar Ww überget hhen be Kra Nan bey Krank ud ſein Hau MWanr Art die fuüilen, nag daten bey La oamen, und All ſeyn wi Eine A ordoung be⸗ eher von, aeſe Leen Vethäͤltni Wneeſen ſe oiriſche die er nicht r die er di nan ih berenet we deren Ein hecänkt Eie de eine Kuank, hhe die 1 mit ih auf ſeinem ey dem Sein dabey runter t.— ohjuͤg⸗ ſeiner nn, in igſten taͤrke, fund, „die aͤdi⸗ Es der tung tand hoͤrt ing xrT lich nothwendig ſeyn werde. Gewiſſe Vorurtheile, die der Landmann hat, die von den Aeltern auf die Kinder uͤbergehen,— der Sinn fuͤr heißes Ver⸗ halten bey Krankheiten, beſonders bey ſieberhaften, und bey Krankbeiten mit Ausſchlaͤgen auf der Haut, und ſein Hang die Kranken mit Nahrungsmitteln aller Art, die ſie nur immer verlangen moͤgen, voll⸗ zufuͤllen, tragen ſehr vieles dazu bey, daß die Krank⸗ heiten bey Landleuten eine ſchlimmere Geſtalt an— nehmen, und oͤfter toͤdtlich werden, als ſonſt der Fall ſeyn wuͤrde. Eine Anleitung zu einer vernuͤnſtigen Lebens⸗ ordnung bey den Krankheiten des Landmannes iſt daher von der entſchiedenſten Wichtigkeit. Aber dieſe Lebensordnung muß der Faſſungskraft und den Verhaͤltniſſen des Landmannes aufs genaueſte ange⸗ meſſen ſeyn. Man muß dem Landmanne keine diaͤtetiſchen Mittel rathen, die er nicht kennt, oder die er nicht haben, oder nicht bereiten kann, oder fuͤr die er keinen Sinn hat. Die Nahrungsmittel, die man ihm vorſchreibt, muͤſſen von der Baͤuerin bereitet werden koͤnnen, und es iſt bekannt, daß deren Einſichten in die Kochkunſt? gewohnlich ſehr beſchraͤnkt ſind. Eine ſolche Lebensordnung fuͤr den Landmang hey ſeinen Krankheiten anzugeben iſt aber in einem hohen KIT 4.. ſen Aanddh hohen Grade ſchwer. Nur derjenige kann es, der, V ghh verſehen mit allen Kenntniſſen der Heilkunde, zu⸗ ang⸗ V gleich die Lebensweiſe des Landmannes voͤllig kennt, funst dieſe dem ſeine Nahrung, ſein Gerraͤnke, ſeine Koch⸗ 2 4 9 0( kunſt, ſeine Reigung fuͤr, und ſeine Abneigug eln Krankhei wider gewiſſe Speiſen und Getraͤnke, bekannt iſt. f Petſiſe von ihnen, daß ſie in jedem Lande Deutſchlandes Sehr ſelten iſt dieſes der Arzt, und nicht immer iſt b de londmann dieſes der Arzt, der als Volksſchriftſteller dem in dn un Landmann Anleitung zur Heilung ſeiner Krankhei⸗ luas das wich ten geben will. Bey muͤndlichen Rathſchlaͤgen ſo⸗ wohl, als bey denen, die in Volksbuͤchern gegeben werden, werden daher die diaͤtetiſchen Vorſchriften entweder ſehr vernachlaͤſſiget, oder es werden ſolche gegeben, fuͤr welche der Landmann entweder aus Inbekanntſchaſt mit ihnen, oder aus Vorurtheil wider ſie, keinen Sinn hat. des ſel. Paulizky auszeichnet, halte ich doch den Theil dieſes Werkes, in welchem er dem Landmanne faßliche, von ihm anwendbare, diaͤtetiſche Vor⸗ ſchriften bey faſt allen Krankheiten giebt, die ihn befallen koͤnnen, fuͤr den beſten und nuͤtzlichſten. Der Verfaſſer hatte die Diaͤtetik fuͤr Bauern bey deren Krankheiten da gelernt, wo man ſie allein lernen kann, bey den kandleuten ſelbſt, und alle ſeine diaͤtetiſchen Vorſchriften ſind vollkommen paſſend und voͤllig anwendbar. Schoͤn iſt es noch Bey aller Guͤte, b durch welche ſich der pathologiſche Theil des Werkes —— —— — *“ ͤͤ ͤſ ſbenen, die tthat. Ar dn Kraukh auf die Ar vier dieſe ang hat Dieſes iihh die Krmnkheite al, wesr lic ſogena 8s ſt . Wnen Po dennte— Ananen heſa nmn ſe i Ni les, den, inde, zu ig kan ine Foch bniſnng kanntiſ. macer ig ller dem raniei lägen ſo⸗ geleben en ſolcee det aus durtheil Gäte, Werkes och den dmanme Vorn die ihn ſichſten in beh allein nd all omen ſ 6 voc ſkaodes bon auch ahgewende des Landmannes fordern wenigere Mittel, tet hat. XIII von dem Landmanne werden verſtanden und alſo werden können.— — J 8 Auf dieſe diäteriſchen Heitungsvorſchläge iſt ben allen Krankheiten der groͤßte Theil der Heilung vom ſel. Verfaſſer gebauet worden. Die Krankheiten weil ſie bey dem Landmanne in einfacherer Defalt. und, was das wichtigſte iſt, gewoͤhnlich in Koͤrpern er⸗ ſcheinen, die eine verfeinerte Kultur nicht entkraͤf⸗ Auf die Lebensordnung kommt daher bey den Krankheiten der Landleute weit mehr an, als auf die Arzeneyen, auch deswegen, weil gerade wider dieſe zu fuͤndigen der tandann den zmeiſten Hang hat. Dieſes war auch die Urſache, weswegen Pau⸗ lizky die Lebensordnung der Kranken bey allen Krankheiten ſo genau, und oft ſo umſtaͤndlich an⸗ gab, weswegen er dagegen in Angabe der eigent⸗ lich ſogenannten Arzeneyen ſich ſo ſehr einſchraͤnkte. Es iſt dberhaupt eine ſehr ſchwere Sache, in einem Volksbuch dem Landmanne eigentlich ſo⸗ genannte Arzeneyen zu gebrauchen anzurathen. Die Arzeneyen ſollen helfen; dieſes iſt der Zweck, wegen deſſen man ſie vorſchlaͤgt: oft aber ſchaden ſie, weil ſie der Nichtarzt entweder dem Saf nicht anzupaſ⸗ ſen AaMIV ſen verſteht, oder weil er in der Gabe fehlt. Da dieſe beyden Faͤlle bey denen am ofteſten Statt finden, welche in die Verhaͤltniſſe kommen, ohne Beyrath eines vernuͤnftigen Arztes entweder ſelbſt Arzeneyen zu gebrauchen, oder ſie andern anzurathen; ſo muͤſſen die Arzeneyen, von denen man will, daß ſie der Landmen ohne Beyrath eines Arztes gebrau⸗ chen ſoll, nothwendig folgende Eigenſchaſten haben: 1) ſie muͤſſen wirkſam ſeyn, ohne doch betraͤchtlich zu ſchaden, wenn ſie in zu großer, oder in zu kleiner Gabe genommen werden; 2) ſie muͤſſen von der Art ſeyn, daß ſie nicht ſchaden koͤnnen, geſetzt daß auch der Nichtarzt den Fall, wo ſie eigentlich angewendet werden ſollten, nicht genau genug getroffen haben ſollte. Aus dieſem erhellet, daß die Arzeneyvorraͤthe in einer Apotheke fuͤr den Landmann von ganz anderer Art ſeyn muͤſſen, als die, deren ſich der ſeines Geſchaͤftes kundige Arzt bedient. Dieſer iſt oft im Stande, mit großen und wirkſamen Mitteln der Krankheit die Spitze zu bieten, die dem Landmanne anzurathen und gleichſam in ſeine Haͤnde zu geben, hoͤchſt bedenklich ſeyn wuͤrde. Von dieſen richtigen Grundſaͤtzen gieng auch der Verfaſſer bey Abfaſſung ſeines Buches aus. Nur ſehr ſelten, und nur in den Faͤllen, wo andere Mittel nicht hinreichen, empfiehlt er ein Mittel, welches die beyden oben ans anröen A dille , wenn) dut fnden Statt finden! znallen den äif don aines in ſein Ein W reinigte, eſer, und Perſchlaͤge b Mage de hatt ſich? deſflben trug mir nahm die b faſer, no b der Vorre g Beha gentt ha⸗ deruf de Kumann in diele hnatt haien des ſehlt. A ſen Emn en, ohn eder elbh utanhen, wil, doß es gebrau⸗ en haben; rrchtlih er in zu üſſen ben n, geſeht igentſich r genug rithein anderer ſeines oft im ln der nanne geben, htigen iſſung pur in ſcchen, oben ae xV angegebenen Erforderniſſe nicht beſitzt; und wenn er ja ein ſolches rathen muß, ſo thut er es immer mit ſo vielen Einſchraͤnkungen und Vorſichtsregeln, daß, wenn ja der Fall zu ſchaden bey denſelben Statt finden ſollte, derſelbe doch gewiß nur ſelten Statt finden wird. Ueberdem empfiehlt er ja immer in allen den Faͤllen, wo eigene Hulfe, oder die Huͤlfe von Nichtaͤrzten nicht hinreicht, die Huͤlfe eines in ſeiner Wiſſenſchaft wohl erfahrnen Arztes. Ein Werk, welches ſo viele Vorzuͤge in ſich vereinigte, mußte natuͤrlicher Weiſe viele Kaͤufer, Leſer, und ſolche finden, die die in ihm enthaltenen Vorſchlaͤge ausuͤbten. Die zweyte unveraͤnderte Auflage deſſelben, die im Jahr 1793 berauskam, hatte ſich vergriffen, und es war eine dritte Auflage deſſelben nothwendig. Die Verlagshandlung uͤber⸗ trug mir die Beſorgung derſelben, und ich uͤber⸗ nahm dieſes Geſchaͤft um ſo lieber, weil der Ver⸗ faſſer, nach ſeiner ausdruͤcklichen Verſicherung in der Vorrede zur erſten Auflage meine Vorſchlaͤge zur Behandlung der Krankheiten der Landleute genutzt hatte, und weil ich ſelbſt, erzogen und gebil⸗ det auf dem Lande, alſo mit den Verhaͤltniſſen des Landmannes wohl bekannt, und bey einer Praxis von vielen Jahren, es mir zur Angelegenheit gemacht hatte, mich mit den Urſachen der Krank⸗ heiten des Landmannes ſo genau, als ich konnte, b be⸗ von der, weiſen verdankt. XVI bekannt zu machen, ihm bey ſeinen Krankheiten beyzuſtehen, die oft die man bey andern Staͤnden anwenden muß, ſehr abweicht, einzuſchlagen. und die beſte Art und Weiſe Ich fand in dem Werke nur wenig zu veraͤndern und zu verbeſſern. Jeder einzelne Theil des Gan⸗ zen iſt mit ausgezeichnetem Fleiße, und großer Vor⸗ ſicht bearbeitet, und jeder iſt ein Beweis ſowohl von den trefflichen praktiſchen Einſichten des Ver⸗ faſſers, als beſonders von der aͤußerſt geſchickten Anwendung derſelben auf die Lebensart und uͤber: Nur haupt auf die Verhaͤltniſſe der Landleute. zwey Dinge mußten verbeſſert werden. Der Ver⸗ faſſer lebte zu einer Zeit, wo die Krankheitslehre die Aufklaͤrungen noch nicht erhalten hatte, die ſie jetzt den Bemuͤhungen ſo vieler Aerzte und Welt⸗ Mehrere ſeiner Erklaͤrungen, die man zu ſeinen Zeiten fuͤr wahr hielt, hat man zu unſern fuͤr unwahr befunden, und dieſe mußten berichtiget werden, welches auch uͤberall, ſo weit als es in einem Volksbuch geſchehen kann und darf, geſchehen iſt. Der Verfaſſer war gegen manchen Weg, Kraukheiten abzuhalten oder zu heilen, eingenommen, und auch dieſes mußte berichtiget werden. So war er z. B. nicht geneigt die Einofropfung der Pocken dem gemei⸗ nen Manne ſehr zu empfehlen, da doch dieſe b Ein⸗ —— öritſing, n u dnter die deVaſcct den aihgen eine d fäſbar u mach ba ſo genaniten ſh auf das ch ben dieſen. dn Suhl und 8 ſacht.. den beſſern Ein Aan alangt! ſin deren ſch de gewihalch bef Wo vitd od ſäe Biß Urſachen nir ſcienen; wo⸗ drückt werhen, liin, uſt es, An„ V 4 Ir, anch n deten.. ſhsg a, V d Vats 1 19 8 ſu„ n Weſe die hft awenden reindeen dsGan⸗ ußer Ir⸗ is ſewohl des Ver⸗ eſchicken ud uͤher⸗ .. Rur det Ver⸗ htlere , deſſie und Wilt⸗ ſarangerr, ct, pat und dieſe ſheralll, zſchehen dne ſſer zahalen hiees 3. nicht gemei⸗ h dieſe Ein⸗ BGluͤck ſuchte. VVII Einpfropfung, mit gehoͤriger Vorſicht vorgenom⸗ men, unter die wohlthaͤtigſten Wege gehoͤrt, die die Vorſicht den Menſchen bekannt werden ließ, um ihnen eine der ſchrecklichſten Plagen weniger fuͤhlbar zu machen. So war auch die Heilung der ſo genannten Gallen⸗ und Faulfieber etwas zu ſehr auf das Syſtem der Aerzte gebaut, wel⸗ ches bey dieſen Krankheiten in Abfuͤhrungen durch den Stuhl und durch das Erbrechen ſein einziges Auch dieſe Vorſchlaͤge mußten, nach den beſſern Einſichten, die die Aerzie in unſern Tagen erlangt haben, und nach den Verhaͤltniſſen, in denen ſich der Landmann bey dieſen Krankheiten gewoͤhnlich befindet, berichtiget werden. Wo mir der Verfaſſer zu dunkel zu ſeyn ſchien; wo ſeine Beſchreibungen der Krankheiten und ihrer Urſachen mir eine groͤßere Deutlichkeit zu geſtatten ſchienen; wo ſeine Vorſchlaͤge verſtaͤndlicher ausge⸗ druͤckt werden konnten, oder auch verbeſſert werden mußten, da iſt alles nach den Beduͤrfniſſen unſers Zeitalters, und nach den Fortſchritten die daſſelbe gemacht hat, veraͤndert, und, wie ich glaube, verbeſſert werden. Auch diejenigen neuen diaͤteti⸗ ſchen Vorſchlaͤge und Kurmethoden, die nach Er⸗ ſcheinung dieſes Werks zur Sprache gekommen ſind, und die in einer Anleitung fuͤr Landleute einen Platz finden mußten, ſind nicht uͤbergangen worden. 2 XVIII rer Bemuͤbungen batten. Altdorf, den 25. Aug. 17988. Johann Chriſtian Gottlieb Ackermann. Ich wuͤnſche, daß dieſes Werk den Nutzen ſtiſten moͤge, den ſein Verfaſſer und ich zum Zweck unſe⸗ ——— —.*— m— “ t nith eilu ſeiten des Land. rAbſchn. Uraath äͤſſch. Urſachen ſhlimmern 81 ſte Abthe heiten und inre anitte Abthe Aint Abthe bſchn. Alg athenen a Aiſch. Negel derſchiedene Von den galli Son dem hibe on het Drat on der Bru 1 2 4 8 —— —= — = — — = E — — 2— —g=—. veck unſer ihalts Erſte Abtheilung. Von den urſachen der Inhaltsverzeichniß. gewöhnlichen Krank⸗ heiten des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 17 ar Abſchn. Urſachen der gewöhnlichen Krankheiten des Landvolks S. 2. ar Abſch. Urſachen, welche die Krankheiten des Landvolks ver⸗ Zw ſchlimmern eyte Abtheilung. Von der Verſchiedenheit der Krante heiten und ihrer Kennzeichen ſchi denheit der Krank 4 Oritte Abtheilung. Von Verhütung der Krantheiten 565 Vierte Abtheilung. Von dem Verhalten in Krankheiren 49 1. Abſchn. Allgemeine Regeln der Lebensordnung in hitzigen 22 Krankheiten 2. Abſch. Regeln der Lebensordnung und des Verhaltens, welches verſchiedene hitzige Krankheiten insbeſondere erfordern 69 Von den galligen und faulen Fiebern— 20 5. 4. 6. Abſch. Von Schwachheiten, Nervenkrankheiten —2 Von dem hitzigen oder Entzundungsfieber 4 38 Von der Braune, oder dem Halswehe 3 Von der Bruſtentzündung und dem Seitenſtechen 87 Vou den Pocken 9½ Von den Naſern 11 Von dem Scharlach⸗ und Neſſelfieber 122 Von dem Nothlauf 1 121 lbſch. Von den Wechſelfiebern, kalten Fiebern. Abſch. Von den ſchleichenden Fiebern, der Auszehrung, Schwindſucht . 1 Von der Fallſucht, Epilepſie, den Gichtern, dem böſen Weſen 1255 Vom Schlagfluß 3 chrern, ſ 3 ſen 455 Von der Lahmung.— 168 5. Abſch. Von den Hautkrankheiten. 273 1) Von langwierigen Hautausſchlaͤgen 8 175 2) Von der Gelbſucht 182 7. Abſch. Von den Krankheiten, die ſich vornehmlich durch Schmer⸗ 1 8. 10 5) Von dem Scharbock, Scorbut zen in den Gliedern außern 1) Von dem Gliederreißen, den Gichtflüſſe b 1387 2) Von der Kriebelkrantheit— 193 Abſch. Von den gemeinſten Waſſer⸗ und Windgeſchwülſten 186 Von der Hautwaſſerſuch 1 Von der Bauchwaſſerſucht 3 Von der Trommelſucht, Windſucht 205 g. 2 beſh Von den Blutflüſſen . 297 ſch. Von den Gemuthskrankheiten, der Melancholie, Albern⸗ heit und Tollheit 1 11 bſch. Von denjenigen Krankheiten, wo einzelne Theile vor⸗ züglich leiden. 92½ Von den Augenkrankheiten, dem Augenwehe, der Blindheit 222. 2 Von den Ohrenkrankheiten, Schmierzen und Klingen in den „Ohren, dem ſchweren Gehör und der Taubheit 227 Vom Zahnwehe 230 Von dem Huſten 233 Von der Lungenſucht. 242 Von der Engbruſtigkeit und dem Stickfluß 249 Vom Magenwehe, Herzwehe, Herzgeſyann, und Sodbrennen 252 Von den Koliken 33% 25 9 2 Deer — 1 Die galligen Koliken Die Windkoli k Die Kolik von Unverdaulichkeit Von den Steiuſchmerzen Wie ſie zu behandeln ſind — Vom Brechene Von der Ve rſtoofung; und der Daymgicht, oder dem Miſerere 2r 2 Von dem Durchfall oder der Diarrhbe Von der Ruhr Von der Gallenkrankheit, der Gallenruhr, oder Choler 9 22. Abſch. 8 on den; enigen Fat len wo eine plötzliche Lebensgefahr 2 20 *Staͤrt fi indet Von den Ohnmachten, dem ſcheintodten Zuſtänden Voyn der Ohnmacht Vom ſcheintodten Inſtand Rettungsmittel für Ertrunkene Rertungsmittel fur Erfrorne MRerzungsmittel fur Erhaugte oder Erwürgte Rettungsmittet ur Dejenden„ die von Dunſten oder Dämpfen betaubt oder erſtickt ſind Vettungemitte! fur diejenigen, welche vom Blitz getroffen worden 34 35. bſch. Won ben Vergif frungen 14. à bich. Hülfsmittel bey der Gefahr von verſchluckten feſten Körpern, und der Erſeickungeaeſäer von verſchlu ten n. ſtecken⸗ 3 9 gebliebenen Dingen 22. Abſch. Von dem Biß giftiger Thiere Von⸗ dem Biß von tollen Hunden, u. der Hunbawu th, Waßerſchene 3 * den Biſſem u. Stichen gifriger Seylangen, u. anderer Th jere 26. 2 b ſch. Von den außerlichen oder ehirurgiſchen Krankheiten den Wunden Von den Sontuſonen, Auetſchungen, T P erſtauchungen, Verren⸗ 3 kungen, Beinbruchen Mon den Geſchwulſten Von den Geſchwüren zon dem Brand en den Bruchen bſch. Von den Krankheiten der Weiber 0 den monatlichen Reinidung 48 Serhal tungsregeln fuür Schwangere, Kreiſende u. Kindbetterinnen 447 28. Ab ſch. Lehensordnung fur Kinder, Regeln über ihre phyſiſche Erziehung, und über das Verhalten in ihren Krankheiten 34 Verhaltung sregeln bey Kinderkrankheiten 2 uha n g. Belehrung über d 3 Zubereitung der Heilmittel und der Art ſie zu gebrauchen 55 2. Abth. Einige Erinnerungen 2. Ab th. Von den gusleerenden inner lichen Mitteln 5. Abith. Von den Klyſtieren und Stuhlzadffchen 4. Abth. Von den Pül Inzenſaften 5. Abth. Von den Rathifen, Uebergüſſen, Thee .Abth. Von den Abkochungen, Decoeten 3 Abth. Von den Molken 5 3. Abth. Wie man die Vorra ſbenauflöſeng, Seifenſtederlauge,. und das Kalkmaſſer machk.— 59 „ Abrh. Von den Badei 4 0. Abrh. Von den Natſchlägen. Dahungen Ap. Verferkt asfhe einiger Selben 12. Abhrh. Jon den rorhma⸗ chenden MWit 6 15. A bth. Wie man Blaſen ziehet, Ve ſearre ſetzt und künſtliche 88 Geſchwüre macht 600 14. Abth. Wie man die Blutigel anſetzt 18. b 63. Wie man den Diutſchwamm zubereitet und braucht. ö“— öL“ ZE—ZE 5 1 7*. — — , ſad d gewd Erſ un den Urſac dandvolk JieLandleut ſcht auf m fürkerem K lam Krankheite Odadte, und un ven katen, die nan Doch werd Jheüen heimges mehrentheilt ſolle. Dieß ihre erſte E nachfolgenden nicht genug welce ſe nich Beruft nachge niſachen blos⸗ nd nch ifte die und lug von beyd Uünneni äbemiin ſtar Aaxanſ, An ür den engeagn 96 m Mi W u Wieane e olera 9r bensgeftze 9 dianin wed 19 8 ten fäten leccken⸗ 3 4 iſerſhent; 39 er. l Rer e Fß theiten n d „ Verren⸗ tte ſanen a9 ddyſt ſſche elter' 497 60 9' ittel und aucht. Erſte Abtheilung.. Von den Urſachen der gewöhnlichen 3 des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. J Landleute genießen ſehr große Vortheile in Ruͤck⸗ ſicht auf ihre Geſundheit. Sie ſind gewoͤhnlich von ſtaͤrkerem Koͤrperbau, und nicht ſo vielen und vielfaͤl⸗ tigen Krankheiten unterworfen, wie die Bewohner der Staͤdte, und unter dieſen letztern giebt es weniger Beyſpiele von Leuten, die ein hohes Alter erreicht haben, wie unter jenen. Doch werden die Landleute noch oft genug von Krank⸗ heiten heimgeſucht, und oͤfter als man es nach ihrer mehrentheils einfachen und thaͤtigen Lebensart vermuthen ſollte. Dieſe iſt aber auch nicht ganz natuͤrlich mehr: ihre erſte Erziehung legt oftmals den Grund zu einem nachfolgenden kraͤnklichen Leben; nicht genug gegen alle die Beſchwerlichkeiten abgehäͤrtet, welche ſie nicht vermeiden koͤnnen, wenn ſie einſt ihrem Berufe nachgehen. Sie ſind vielen zufaͤlligen Krankheits⸗ urſachen blosgeſtellet; oft ſchaden ſie ſich aus Leichtſinn und noch oͤfter aus Unwiſſenheit. Hitze und Froſt, vorzuͤglich aber die ſchnelle Abwechs⸗ lung von beyden, feuchte und unreine Luft, fehlerhafte Nahrungemittel und der unordentliche Genuß derſelben, uͤbermaͤßig ſtarke Arbeit und zu lange anhaltende Ruhe, Aergerniß, Anſteckung, und gewaltſame Beſchaͤdigungen ſind die gewoͤhnlichſten Urſachen, welche Krankheiten unter den Landleuten veranlaſſen, und durch Verſaͤumniß und A — 7 ſie werden zum Theil Hnass 2 Arſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten ungeſchickte Behandlung werden viele davon toͤdtlich, die es ſonſten nicht ſeyn wuͤrden. Ich werde dieſe gewoͤhnlichen Urſachen der Krankheiten des Landmannes, und ihrer Verſchlimmerung nach der Reißerdurchgehen, und uͤberall bemerken, wie man ihren nachtheiligen Folgen ausweichen muͤſſe⸗ — 4 14 Erſter Abſchnitt. Urſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten des Landvolks. §. 1. Wirkungen der Luft und ihrer verſchiedenen Beſchaffenheit auf die Geſundheit der Landleute. Da gute Geſundheitszuſtand der Landleute haͤngt davon mehr als von irgend einer andern Urſache ab, daß ſie den groͤßten Theil ihres Lebens in der freyen Luft zubringen. Denn dieſe erheitert das Gemuͤthe, ſie ſtaͤrkt und haͤrtet den Koͤrper, befoͤrdert die Eßluſt, die Ver⸗ dauung, die Ausduͤnſtung und die andern natuͤrlichen Ausleerungen und macht einen guten Schlaf. Allein wenn die Witterung zu heiß, zu kalt, oder ſehr veraͤnderlich iſt; wenn ſtarke Winde wehen, oder wenn die Luft nebelig und mit feuchten Duͤnſten erfuͤllt iſt: ſo kann der lange Aufenthalt im Freyen auch nachtheilig werden, vorzuͤglich denjenigen, die noch nicht derb und hart genug ſind: denn manche ſind es ſo ſehr, daß ſie die ſe chlimmſte Witterung ohne Nachtheil ertragen koͤnnen, and andern ſchadet ſie nur deßwegen, weil ſie ſich nicht vorſichtig genug dabey betragen. 1 anddo 4 die ſtatke diöwerlchkit umn leichtee, ſemäßige hite Uenie Schweiße, Wannuung, tro daßer entſtehen Kräge Krankheit nnn kann ihne n Glaͤck, daß ihe auͤnſtelter beder kennt ne ducc kͤhlende Nolken, ſuͤße welches mit Eſ ſin Bäut en eiſegen tann doch, wie ſie genießit, ſo ſeiſin und u ihne Schaden Doch darf in den heiſſſt banſmen; 1 ſjm goyfe⸗ ſan auft n Peaui, nas Ehzan des, tſn ean 1 iten tdtlich, die Krankpeiten ng nad) der ee man ihren t. nkheiten eenheit auf die dleute haͤngt ache ab, daß t freyeg Luft he, ſeſtarkt ſt, die Ver⸗ natuͤt ichen u kalt, oder n, oderwenn etfullt it: ſo h nachtheilig icht derh und ſeht, dß ſie tagen koönnen, 5. 2⸗ ohne Schaden der Geſundheit unternehmen und aushalten, ohne ſeinen Koͤrper mit der Kleidung bedeckt zu haben, des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 53 . 2⸗ Insbeſondere 1) der heißen Luft. Die ſtarke Sommerhitze iſt eine von den groͤßten Beſchwerlichkeiten der Landleute; doch ertragen ſie dieje⸗ nigen leichter, die ihr beſtaͤndig ausgeſetzt ſind. Die uͤbermaͤßige Hitze loͤſet das Blut auf und verurſacht ermat⸗ tende Schweiße, ſie macht die Galle ſcharf, ſchwaͤcht die Verdauung, trocknet den Koͤrper aus und entkraͤftet ihn. Daher entſtehen ſo leicht faule, gallige und entzuͤndungs⸗ artige Krankheiten auf eine ſehr warme Witterung. Aber man kann ihnen vorbeugen. Es iſt fuͤr den Landmann ein Gluͤck, daß er die Bequemlichkeiten der Vornehmen, ihre erkuͤnſtelten Erfriſchungen, ihre Grotten und Eisgruben weder kennt noch ſuchet. Fuͤr ihn iſts genug, wenn er durch kuͤhlende Dinge, ſaͤuerliche Fruͤchte und Getraͤnke, Molken, ſuͤße und ſaure Milch, Buttermilch, Waſſer, welches mit Eſſig ſaͤuerlich gemacht worden, Salate u. dgl. ſein Blut erfriſchen und die verlohrnen Feuchtigkeiten erſetzen kann. Wenn man dergleichen Dinge haͤufig, doch, wie ſichs von ſelbſt verſteht, mit gehoͤriger Vorſicht genießet, ſo kann man in der groͤßten Hitze, auch in heiſſen und ungeſunden Gegenden, die ſtaͤrkſten Strapazen Doch darf man bey ſehr heiſſem Wetter, wenigſtens in den heiſſeſten Mittagsſtunden, ſich nicht mit der Arbeit uͤbernehmen; man darf niemals in der Sonnenhitze mit bloßem Kopfe arbeiten, noch weniger ohne Bedeckung auf dem Kopfe in der heiſſen Sonne ſchlafen. In der kuͤhlen Abendluft, nach einem heiſſen Sommertag und nach ſtarker Erhitzung des Koͤrpers, muß man ſich nicht aufhalten, A 2§. 3⸗ Urſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten §. 3. Nachtheilige Folgen der plö tzlichen Abkühlung bey erhitztem Leibe. Man duͤrfte ſich vor den ſchaͤdlichen Folgen der Hitze weniger fuͤrchten, wenn ſie nicht zu Verkaͤltungen Gele— genheit gaͤbe. Die zu geſchwinde Abkuͤhlung bey erhitztem und ſchwitzendem Leibe— ein kalter Trunk, ein kuͤhler Abend, ein friſcher Regen, ein Gewitterſturm, kann die gefaͤhrlichſten Krankheiten und den Tod nach ſich ziehen. Und von dieſer Urſache kommen mehr Krankheiten unter dem gemeinen Volke her, als von irgend einer andern. Es iſt ſehr unvorſichtig, wenn man Erhitzung kaltes Waſſer ꝛc. trinket, oder an einen kuͤhlen Ort ſich hinlegt um auszuruhen, und des Abends, wenn man nach Hauſe geht, die Kleider, die man waͤhrend der Arbeit abgelegt hatte, nicht wieder anziehet. Man duͤnſtet ſtark aus, wenn man erhitzt iſt, und dieſes ſchadet nicht, wenn nur die Ausduͤnſtung und der Schweiß nicht uͤber⸗ maͤßig iſt, und wenn die Haut nicht im Schweiße auf einmal der Kaͤlte oder der Naͤſſe und Kälte zugleich aus⸗ geſetzt wird. Wenn man ſich aber geſchwind und ſtark abkuͤhlet, ſo wird die Ausduͤnſtung auf einmal unterbrochen, die Feuchtigkeit, welche wegduͤnſten ſollte, ſetzt ſich auf die inneren Theile und verurſacht gefaͤhrliche Krankheiten, Hals: und Bruſtentzuͤndungen, Seitenſtechen, Beſchwer⸗ den im Athemholen, Koliken, Durchfaͤlle, Entzuͤndungen der Leber und der uͤbrigen Eingeweide des Unterleibes: Die Erkaͤltung des Abends oder des Nachts nach warmen 4 Tagen und nach harter Arbeit iſt die gewoͤhnlichſte Urſache der Ruhr. Man ſieht daher, wie ſehr man Urſache hat, ſich vor jeder men. Man trinke niemals etwas Kaltes in die Hitze, am wenigſten mit ſtarken Zuͤgen. Wenn man von der auf eine ſtarke ſſozleich wieden zu geſchwinden Abkuͤhlung in Acht zu neh⸗ Arbeit anndeo Patund Bewe aſ in wenig, on lſct de 3 tinken: al btunddeit Penn man 5 ſchnelle e““ 5——— Drücken und d ſenfndung, 3 wieein Stein den, Schmer ho in Leibe— äner Krankhei und dabey vie Wuaſer mit et Hutermicch, alles lauligw wieder herdn ch ſozleih: ſo darf es ſt dann ſchäͤd angegebenen von warmem ein Bad uͤbe Hals, die T nder Druͤcken Paſer geta Peſen mite belleumt ſt wan halder, und durchſt dite, oc deiſen, ſh ankheittn tulung i n Folgen der 6h zer kaͤltungn Ge lung bey eiizun Trunk, ein lähhe terſturm, kann d nach ſich zieh Krankheiten un d einer andern. an auf eine ſiat er an einen kſe des Abends, nn man waͤhtend w iehet. Man diiſ dieſes ſchadet ni Schweiß nicht ihn im Schweihe af Käͤlte zugleich un geſchwind und fen einmal unterbroche ſollte, ſetzt ſcch 1 hrliche Kuanthein nſtechen, Beſchoe faͤlle, Entuͤndunge ide des Unterliltt gachts nach wat tn gewoͤhnlichſtei tat hr man Urſache ſ ing in Acht t zu Kaltes in die 96 genn man vit des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 5 Aebeit und Bewegung heiß und durſtig iſt, ſo ruhe man erſt ein wenig, bis man etwas verduͤnſtet hat; dann kann man trinken: aber nach und nach nur immer ein wenig. Man loͤſcht den Durſt ſo beſſer, und bewahrt ſeine Geſundheit. Wenn man auf einen dalten Trunk oder nach einer andern ſchnellen Abkuͤhlung einige Zufaͤlle bemerket— ein Druͤcken und das Gefuͤhl einer Schwere im Magen, die Empfindung, als wenn das getrunkene Waſſer u. dgl. da wie ein Stein laͤge, Beklemmung, Aufblaͤhung, Schau⸗ dern, Schmerzen und Stechen in der Seite oder ſonſt wo im Leibe— ſo kann man oft dem voͤlligen Ausbruch einer Krankheit dadurch noch vorbeugen, daß man ſich ſogleich wieder durch maͤßige Arbeit in Bewegung ſetzt und dabey viel von einem verduͤnnenden Getraͤnke z. B. Waſſer mit etwas Milch oder mit Eſſig vermiſcht, klare Buttermilch, Molken, oder Thee von Holderbluͤthen, aber alles lauligwarm trinket, damit die Ausduͤnſtung dadurch wieder hervorgebracht werde. Hat man es aber verſaͤumt ſich ſogleich wieder durch Bewegung in Schweiß zu bringen, ſo darf es ſpaͤter hinaus nicht mehr geſchehen. Es wuͤrde dann ſchaͤdlich ſeyn. Man trinke aber fleißig von den angegebenen Getraͤnken, und ſetze ſich in ein tiefes Fußbad von warmem Waſſer, oder, welches noch beſſer iſt, in ein Bad uͤber den halben Leib. Man kann auch uͤber den Hals, die Bruſt und den Leib, wo man etwa Schmerzen oder Druͤcken fuͤhlt, Tuͤcher uͤberſchlagen, die in warmes Waſſer getaucht worden, den Dampf von ſiedendem Waſſer mit dem Athem einziehen, wenn etwa die Bruſt beklemmt iſt, und ſich Klyſtiere von warmem Waſſer oder von Holder⸗ und Kamillenthee geben laſſen. Bey Koliken und Durchfaͤllen nach Erkaͤltung wirken warme wollene Tuͤcher, trocken auf den Unterleib gelegt und fleißig wie⸗ derholt, ſehr gut. Bey heſtigen Zufaͤllen kann das Ader⸗ A 3 laſſen 5 Urſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten laſſen noͤthig ſeyn; aber da eile man, um einen Arzt des⸗ wegen zu befragen. §. 4 — und der veränderlichen Witterung. Niicht ſo leicht koͤnnen die Landleute die Einwirkung einer veraͤnderlichen Witterung auf ihre Geſundheit ver⸗ meiden. Aber ſie iſt gluͤcklicher Weiſe nicht ſo betraͤchtlich, und die ſchnellen Abwechſelungen einer ſtarken Hitze und Kaͤlte, die kalten Winde und kalte Regen an heißen Tagen, ſind nur in ſehr gebuͤrgigen Gegenden und an den See⸗ kuͤſten gewoͤhnlich⸗ Wenn bey heißem Wetter ein kuͤhler Regen faͤllt und bald darauf wieder Sonnenſchein und warme Luft kommt, ſo hat es ſo leicht nichts zu ſagen: wenn aber die Kaͤlte anhaͤlt, ſo verurſacht ſie leichtlich Entzuͤndungen, Katarrhe, boͤſe Haͤlſe, Gliederreißen. Man muß ſuchen ſich durch hinlaͤngliche Kleidung und anhaltende, doch nicht uͤber⸗ triebene Arbeit, warm zu erhalten. Wenn man bis auf den Leib naß geworden iſt und ſich uͤbel darauf befindet, ſo iſt ein warmer Thee, ein Fußbad und alles uͤbrige, was im vorigen§. angerathen worden, zutraͤglich. 8. 5. 2) der Kälte, Mit der Kaͤlte im Winter verhaͤlt ſichs beynahe eben ſo wie mit der Sommerhitze. Sie ſchadet den Landleuten nicht leicht, als zufaͤlliger Weiſe, weil dieſelben von Jugend auf gewohnt ſind, Froſt und Hitze zu ertragen. Aber ſo wie ſich viele durch einen kalten Trunk auf die„ Erhitzung verderben, ſo ſchaden ſich umgekehrt auch nicht wenige durch unvorſichtig ſchnelle Erwaͤrmung nach einer ausgeſtandenen ſtarken Kaͤlte. de ludt EAu rrckne it tan u dele ind mach fit ic be e du ili Beweg fun aber auch fägt, und be Süſagfäüſſe, bricheitm, C ſchen. Doch Vorſchtigkeit ve Penn mal nanſch ſtark tern in die K. nuß. Erobe,! ſt dann am v die zu ſiſte anſ einige Blätter nen wollener die Schohe. mit Papieru und Schuhe vie durch P auch die Glie die Naſe, die weches voth worden. N vohl iinzieher dieder kocken iſtige alamminſien; Sroi und ſi icht g matt und ſch nkheiten einen Aieu ung. die Einditte „Geſundheit e ſccht ſo berrich ſtarken hite un an heiſen dagn und an den Et er Regen fäll ung arme dLuft komm, nn aber die Kilt dungen, Katarie 3 ſuchen ſich dut doch nicht übe Jenn man dis af el darauf hefdde und alles lri zuträͤglch ſichs bennche h det den Landie weil dieſeben m Hitze u unun tten Taunk auf h ngekehit auch nt aamung ncj i 1 des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung.„ Ein trockner Froſt iſt der Geſundheit allemal zutraͤg⸗ lich, wenn er nicht zu ſtrenge iſt. Er ſtaͤrkt die feſten Theile und macht den Umlauf des Bluts lebhafter. Man fuͤhlt ſich bey kaltem Wetter ſtaͤrker und muntrer, und iſt zu allen Bewegungen beſſer aufgelegt. Im Gegentheil kann aber auch die Kaͤlte, wenn ſie zu einem hohen Grade ſteigt, und bey weichlichen Leuten, viele Krankheiten, Schlagfluͤſſe, Schwindel, Entzuͤndungen, Fluͤſſe, Haut⸗ krankheiten, Erfrieren der Glieder— und den Tod verur⸗ ſachen. Doch kann man ſich allemal durch einige kleine Vorſichtigkeit vor dergleichen Ungluͤck ziemlich ſicherſtellen. Wenn man lange in großer Kaͤlte ſeyn muß, ſo bewege man ſich ſtark und anhaltend. Man gehe niemals nuͤch⸗ tern in die Kaͤlte, wenn man ſich lange darin aufhalten muß. Grobe, harte Koſt, Geraͤuchertes, Speck, Kloͤſe u. dgl. iſt dann am vorzuͤglichſten.— Man trage keine Kleider, die zu feſte anſchließen, keine zu engen Schuhe, man lege einige Blaͤtter dickes weiches Loͤſchpapier, Pferdehaare, einen wollenen Lappen, oder auch nur ein wenig Heu in die Schuhe. Wenn man die Glieder, Haͤnde und Fuͤße mit Papier umwickelt, dann die Handſchuhe, oder Struͤmpfe und Schuhe daruͤber anzieht, ſo werden ſie dadurch mehr wie durch Pelzwerk vor dem Froſt geſchuͤtzet. Man kann auch die Glieder mit Fett oder Oel reiben und das Geſicht, die Naſe, die Lippen und Ohren mit Vier waſchen, in welches vorher heißer Talch oder heißes Oel getroͤpfelt worden. Nur muß man das Fett erſt bey der Waͤrme „wohl einziehen, und die Theile, die man gewaſchen hat, wieder trocken werden laſſen. Geiſtige Getraͤnke, Wein und Brantewein ſind die allgemeinſten Verwahrungsmittel der Landleute gegen den Froſt, und ſie ſind wirklich ſehr gut. Aber man muß nicht zu viel davon trinken, damit man nicht berauſcht, matt und ſchlaͤfrig werde; denn man iſt in der groͤßten A 4 b Gefahr — — — — — 4 “—— . 3 8. 1 . —õy—— — — 8* 383 Arſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten Gefahr zu erfrieren, wenn man in heftiger Kaͤlte dem Schlafe nachgiebt und vor Muͤdigkeit die Bewegung unter⸗ laͤßt. Daher iſt auch der Brantewein im Allgemeinen nicht als Verwahrungsmittel gegen den Froſt anzurathen, weil er leicht Verkaͤltung und Muͤdigkeit, und die Geſahr zu erfrieren nach ſich zieht. Das Bier, oder ein leichter Wein, iſt weit mehr anzurathen, weil dieſe Getraͤnke nicht ſo leicht betaͤuben. Man darf endlich aus der harten Kaͤlte nicht gleich in ſtarkgeheitzte Stuben gehen, und die Haͤnde und Fuͤße nicht ſobald an den warmen Ofen bringen. §. 6. 3) Der feuchten Kälte. Bey naßkaltem nebeligen Wetter iſt mehr Vorſicht noͤthig, wie beym ſtaͤrkſten Froſte. Die Nebel ſind dann gefaͤhrlich, wenn ſie ſcharf und ſtinkend ſind. Man muß nie im Nebel ausgehen, ohne vorher etwas gegeſſen oder getrunken zu haben. Man eſſe eine Fleiſchbruͤh⸗, Wein⸗ oder Bierſuppe oder auch in deren Ermangelung eine Waſſerſuppe, die hinlaͤnglich geſchmelzt und mit ein wenig Salz und Kuͤmmel, Pfeffer oder Zwiebel gewuͤrzt iſt. Kann man keine Suppe vorher eſſen, ehe man hinaus muß, ſo ſollte man doch wenigſtens ein fettes Butterbrod oder ein Stuͤck Brod mit Kuͤmmel und Satz zu ſich nehmen, und einen Schluck Wein oder Brantewein darauf thun. Wenn man ans Tobakrauchen gewoͤhnt iſt, ſo hat man ein recht gutes Vorbauungsmittel daran. Uebrigens muß man ſich auch durch Kleidung und Bewe⸗ gung warm zu halten ſuchen. Man hat eben dieſe Vorſicht noͤthig, wenn man, vorzuͤglich bey rauhem Wetter, an naſſen, ſumpfigen Plaͤtzen arbeiten— und im Fruͤhling, wenn das Eis und der Schnee ſchmilzt. Die Luft wird dann nicht allein feucht, ſondern auch mit einer Menge ſchaͤdlicher Duͤnſte 2 ———— d kandt Dhde effäll Prur über be Eeſe faulten. Gazefter, ſaͤrn, 3u Es giebt; unker den Lan gddenken ſte ſi ihter Arbeiten ſ wenig Bewe hate Winterſ kaan die Ruh⸗ ſund, ihre V verden dick n Fiebern, angſamen 8 Kine au heiten unter emeinen D Da leuten, theil ertrager ſcdlich wer tinem unrein mabs ſo oftr großen Hiße flangen, die Ouube gehen kannihelen. fin eiſeitze le mehe ſe t ſaun nich iten b * Käͤlte den degung untet, lllgemeinen anzurathen, d die Geſahr ahr deer ein leichter ieſe Geträͤnk, aus der harten ehen, und de Ofen bringen. mehr Vorſich debel ſind dam d. Man muß s gegeſſen oder hbruͤh; Wein⸗ nangelung eine Hmit ein wenig del gewuͤrzt iſ⸗ de man hinaut ttes Buttetbroh SSalz zu ſch er Brantewen den gewohnt iſ gsmittel daran. dung und Beut g, wenn ma ſen, ſumpfemn wenn das E ird dann nih dange ſchädüct Dinſt des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 9 Duͤnſte erfuͤllt, die von Dingen aufſteigen, welche den Winter uͤber bedeckt waren und unter dem Schnee und Eiſe faulten. Zu ſolcher Zeit entſtehen gemeiniglich viele Wechſelfieber, Kararehe⸗ Fluͤſſe und Entzuͤndungskrank⸗ heiten, §. 7. Zufällige Urſachen der Winterkrankheiten. Es giebt zwey zufaͤllige Urſachen der Winterkrankheiten unter den Landleuten, die ſehr allgemein ſind. Theils gedenken ſie ſich im Winter bey dem Genuß der Fruͤchte ihrer Arbeiten guͤtlich zu thun. Sie machen ſich daher zu wenig Bewegung, und eſſen doch viel, und gewoͤhnlich harte Winterſpeiſen. Ihr Leib, den die Arbeit erhaͤlt, kann die Ruhe nicht vertragen; ſie werden daher unge⸗ ſund, ihre Verdauung wird geſchwaͤcht, und ihre Saͤfte werden dick und ſchleimig. Sie bekommen eine Anlage zu Fiebern, zu Stockungen in den Eingeweiden und zu langſamen Krankheiten. Eine andre ſehr fruchtbare Quelle von Winterkrank⸗ heiten unter den Bauersleuten, wie uͤberhaupt unter dem gemeinen Volke, iſt das unmaͤßige Einheitzen der Stuben. Den Leuten, die im Sommer eine große Hitze ohne Nach⸗ theil ertragen, kann eine eben ſo große Stubenwaͤrme ſehr ſchaͤdlich werden; denn hier befinden ſie ſich beſtaͤndig in einem unreinen Dunſtkreis, und im Sommer ſind ſie nie⸗ mals ſo oftmaligen und ſchnellen Abwechſelungen einer großen Hitze mit ſtarker Kaͤlte ausgeſetzt. Dieſe Abwech⸗ ſelungen, die allemal Statt finden, ſo oft ſie aus der Stube gehen, verurſachen Katarrhe und Entzuͤndungs⸗ krankheiten. Sie ſollten ihre Stuben um deſto weniger ſtark einheitzen, je oͤfter ſie dieſelben verlaſſen muͤſſen, und je mehr ſie in der freyen Luft zu thun haben, und uͤber⸗ haupt nicht waͤrmer als noͤthig iſt, daß ſie nicht frieren. Eben andern hitzige, faule und boͤsartige Fieber. renden Krankheiten ſind hier ſchlimmer und greifen mehr 5 4 Arſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten Eben ſo wenig ſollten ſie ſich unfern des ſtark erhitzten Ofens aufhalten, um da der Ruhe zu pflegen. 9. 8. 4) Der unreinen verdorbenen Luft— von der ungeſunden Lage und Einrichtung der Wohnungen. Nicht wenig Krankheiten der Landleute ruͤhren auch daher, daß ihre Wohnungen ſehr oft eine ungeſunde Lage und Einrichtung haben. Viele ſind in moraſtige Gegen⸗ den hingebauet, an ſtehende Suͤmpfe, in dickes Gebuͤſche, oder in tiefe und enge Thaͤler, wo die Luft nicht durch⸗ ſtreichen kann und faſt immer mit feuchten und fauligen Duͤnſten erfuͤllt iſt. Hier giebt es beſtaͤndig Krankheiten; in manchen Jahrszeiten erzeugen ſich kalte— und in Die graſſi⸗ um ſich wie anderwaͤrts. Die Wohnungen ſtehen oftmals dicht auf der Erde oder ſie ſind einigermaſſen in die Erde eingegraben und dabey niedrig; die Näͤſſe dringt durch den Fußboden durch, die Waͤnde ſtocken und die Stuben ſind daher feucht und fuͤr die Einwohner beſchwerlich. An ſchwaͤch⸗ lichen Leuten, Kindbetterinnen und Kindern kann man am deutlichſten wahrnehmen, wie ſchaͤdlich dergleichen feuchte Wohnungen ſind; ſie werden ungeſund, blaß, gedunſen, engbruͤſtig.— Es waͤre ſehr gut, wenn man den Fuß⸗ boden der Haͤuſer allemal wenigſtens einen halben Schuh hoͤher als das Erdeeich, und uͤber eine Lage Sand, kleine Kieſel⸗ oder zerbrochene Ziegelſteine legte. §. 9. — den Dünſten der Miſtlachen und der unreinlichkeit in den Wohnſtuben . der Landleute. Die faulen Ausduͤnſtungen von den Miſtlachen, die ſo gewoͤhnlich in den Doͤrfern vor den Wohnungen der — Bauers⸗ —— 8 de lundbe beurtur ſeehe män Sttaße aaiz nadtheile ſtlinme aulfe icß ande Krn ſochiegenden Or fahen Dünſte be ſittſs viel ſchad Poſſcht von ein ung her nichts in liebet die ghüälten Dung. nict gunz voll ſeze dheilchen am tichlichſten denigſens nich Roch weit Dinſt in den hält ſch Ane in aͤner enae und klaine auf, um es lch, daß ſe des Futters Uündemn, wo vüͤemer in de duſt von den den dobaks, der Lyeiſen, fir de Bewn ſe wantbene langſan E virda bant lieian uſ heiten ſen. tgeſunden dige e rͤhten and ungeſunde da raſtige Gege ickes Gebllſhe iſt nicht durg⸗ z und faulie g Krankheitm, ie— und in Die graſſ d greiſen mir auf der Erde ngegraben und den Fußbeden ben ſind daher An ſchwäch kann man am gleichen feuchte laß, gedunſet⸗ man den Fuh halben Schuh V Sand, kleine n den Wohnſtute niſtlachen, R zohnungen de ſant eihn en b Bauert des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 11 Bauersleute ſtehen und entweder gar nicht, oder in die gemeine Straße abfließen, ſind ihrer Geſundheit nicht wenig nachtheilig. Sie koͤnnen verurſachen, daß ſich ſchlimme Faulſieber in dergleichen Orten erzeugen, und daß andre Krankheiten boͤsartig werden. In offenen hochliegenden Orten, wo die Luft die anfſteigenden ſchaͤd⸗ lichen Duͤnſte bald verwehen kann, da koͤnnen ſie zwar nicht ſo viel ſchaden. Es iſt aber doch immer eine kluge Vorſicht von einem Landwirth, wenn er um ſeine Woh⸗ nung her nichts leidet, was die Luft verunreinigen kann, und lieber die Dunglacke auf ſeine Guͤter bringt. Die gefuͤllten Dungplaͤtze ſind nicht ſo ſchaͤdlich wie die, welche nicht ganz voll ſind; da aber doch immer faule und fluͤch⸗ tige Theilchen von denſelbigen aufſteigen, ſo iſts allemal am raͤthlichſten, daß man ſie, ſo wie auch die Viehplaͤtze, wenigſtens nicht zu nahe an den Wohnſtuben anlege. Noch weit nachtheiliger ſind die angehaͤuften unreinen Duͤnſte in den Wohnſtuben der Bauersleute. Gewoͤhnlich haͤlt ſich eine ganze Familie, beſonders zur Winterszeit, in einer engen und niedrigen⸗Stube auf, die nur wenige und kleine Fenſter hat. Man haͤngt allerley darinnen auf, um es zu trocknen, und manche Leute ſind ſo unrein⸗ lich, daß ſie ihren Vorrath von Eßwaaren, einen Theil des Futters fuͤr ihr Vieh, ihr Federvieh, und in den Laͤndern, wo der Seidenbau getrieben wird, die Seiden⸗ wuͤrmer in den Wohnſtuben haben. Da wird dann die Luft von den Ausduͤnſtungen der Menſchen und Thiere, dem Tobaks; und Lichterdampf, den Duͤnſten des Ofens, der Speiſen, und ſo mancher Unreinigkeiten vergiftet und fuͤr die Bewohner dieſer Stuben gefaͤhrlich, In einem ſo verdorbenen Dunſtkreiſe brennen die Lichter matt und langſam. Er beſchwert die gefuͤndeſten Leute und ſie wuͤrden krank davon werden, wenn ſie nicht oftmals in die freye Luft giengen. Die, welche das nicht koͤnnen, die 82 UArſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten die kleinen Kinder und Kranke, befinden ſich um deſto ſchlimmer. Jedem vernuͤnftigen Landmanne ſollte es eine Regel von großer Wichtigkeit ſeyn, ſeine Wohnſtube moͤglichſt rein zu halte und ſie taͤglich einigemal auszu⸗ luͤften. §. 10. Wirkung der gewoͤhnlichen Nahrungsmittel des Landmanns auf ſeine Geſundheit. Die grobe Koſt, welche der Landmann zu genießen pflegt, lehrte ihn die Gewohnheit vertragen und er befindet ſich wohl dabey. Auch ſchwachen Leuten ſchadet ſi ſie nicht, wenn ſie ihrer gewohnt ſind. Der Bauer pflegt langſam zu eſſen und alles wohl zu kaͤuen; dieſes hilft viel dazu, daß er auch ſchwere Speiſen leichter verdauet. Es iſt zur Erhaltung ſeiner Geſundheit ſehr zutraͤglich, daß er ſich mehrentheils einfacher, und nach Verſchiedenheit der Jahrszeiten abwechslender Nahrungsmittel bedient. Seine Sommerſpeiſen, die er zum groͤßten Theil aus dem Gewäͤchsreiche hernimmt, erfriſchen ihm das Blut und verhindern die zu große Aufloͤſung deſſelben. Eben dieſe Wirkung hat die Milch, die M olken und die Buttermilch. Im Winter genießt er haͤrtere und ſchwerverdaulichere Dinge, die ihm doch wohl bekommen, wenn er nur Bewegung genug hat und ſeine Arbeiten im Freyen fortſetzt: ſonſt aber verurſachen ſie ihm leicht Krankheiten, Verſtopfungen, Zufaͤlle, die von Verſchleimung der Saͤfte herruhren, Schleimfieber u. dergl. Im Winter ſchlachtet der Landmann ſein fuͤr ſich gemäͤſtetes Vieh, gewoͤhnlich in den kuͤrzeſten Tagen und wo er die wenigſte Arbeit hat. Da verderben ſich denn viele damit, daß ſie das friſche Fleiſch und die ſetten Wuͤrſte taͤglich und meiſtens unmaͤßig eſſen. Daher iſts um ſolche Zeit gar was Gewoͤhnliches, daß viele Landleute uͤber d kandbe 4 ſ zn Auornteſh di he kliner Enm ſnd u Säun ſchon m jberfällen. tnerlundt Chei Es giebt ungtſund ſind i mreinem Naen geſtande rälig reif ode za wahlen ur Tig bleibt b und kann nich ein zahes ur ſwar wict i aber wit d ſchwerverde men laͤßts drücken, L Man zu feucht e gangenes u hivlänglich fane mahl Nan es hat den teuen ſa. 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Wenn die Frucht lange im Regen geſtanden und zu ſeucht eingeſcheuert worden, nicht voͤllig reif oder gar ausgewachſen iſt, ſo iſt ſie ſchwerer zu mahlen und giebt weniger und groͤberes Mehl: der Teig bleibt beym Kneten zu fluͤſſig, gehr nicht recht auf und kann nicht wohl ausgebacken werden. Man bekommt ein zaͤhes ungahres Brod davon, das der Geſundheit, zwar nicht in der erſten Woche fuͤr jeden ſtarken Magen, aber mit der Zeit ganz gewiß nachtheilig iſt. Es iſt ſchwerverdaulich, blähend; im Magen und in den Gedaͤr⸗ men laͤßts einen zaͤhen ſcharfen Kleiſter zuruͤck, der Magen⸗ druͤcken, Leibwehe, und Verſtopfung verurſacht. Man kann doch noch aus demjenigen Getreide, das zu feucht eingeerndet worden, ein leichtes, wohl aufge⸗ gangenes und geſundes Brod erhalten, wenn man es hinlaͤnglich austrocknet, ehe es in die Muͤhle kommt, etwas feiner mahlen laͤßt, als ſonſt gewoͤhnlich iſt, und wenn man es haben kann, einen Theil vorjaͤhriges Mehl mit zu dem neuen nimmt, wenn es zu Brod verbacken werden ſoll. Man muß weniger Waſſer als gewoͤhnlich zum Einteigen nehmen, bamit der Teig um ſo ſteifer werde: aber etwas mehr und recht ſcharfen Sauerteig und ziemlich viel Salz. Man kann auch ein wenig Kuͤmmel oder Fenchel — ——— ——— ——— — — 14 Arſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten Fenchel dazu thun. Den Teig muß man laͤnger als ſonſt gehen laſſen, die Brode nicht zu groß machen und ſie ſtark ausbacken. Doch darf der Ofen auch nicht zu heiß ſeyn. Man laſſe das Brod wenigſtens einige Tage alt werden, ehe man davon iſſet. Ausgewachſenes und unzeitiges Getreide ſollte man gar nicht vermahlen. Es dient noch am beſten zum Branteweinbrennen oder zur Maͤſtung des Viehes. Wenn man aber kein andres hat, ſo kann man es auf folgende Art einigermaſſen verbeſſern: Man nimmt auf jedes Simmer Mehl eine Handvoll reingeſiebte wohl ausge⸗ brannte Holzaſche, bindet ſie in ein leinen Tuch und legt ſolches in das Waſſer, wenn es zum Einteigen erwaͤrmt wird; wenn dieſes heiß genug iſt, ſo nimmt man den Aſchenbuͤndel heraus, und zum Teig gießt man ein Glaͤßchen voll reinen Brantewein. Auch hier muß man viel und guten Sauerteig nehmen, den Teig etwas ſteif machen und ſolchen in guter Waͤrme ſtark gehen laſſen. Noch beſſer iſt es, wenn man das Mehl von ſolchem Getreide mit Mehl von reifem und gutem Getreide vermiſchen und ſo zum Backen des Brodes anwenden kann. Wenn ein Honigthau auf das Getreide gefallen iſt, ſo haben die Koͤrner einen anfangs ſuͤßen und klebrigen, hernach ſcharfen und widrigen Geſchmack; wenn man Waſſer darauf gießt, ſo ſetzt ſich ein vielfarbigtes Haͤutchen oben auf, und das Waſſer bekommt bald einen uͤblen Geruch. Dieſes Getreide wird unſchaͤdlich, wenn man es ſorgfaͤltig waͤſcht, und in der Sonne, duͤnne aus⸗ einander gebreitet, trocknet. Die Frucht muß wohl gereiniget werden, wenn ſie etwa mit Lolch, Treſpen, Hederich, mit Mutterkorn u. dergl. m. vermiſcht iſt. Etwas weniges davon kann zwar im Ganzen nicht ſchaͤblich ſeyn, wohl aber eine 1 4 groͤßere hndre alher Vange dat faveile n Gtde, votſt enun oder ſt in) vermiſht Fnar und ehe alauf ein Re aen Theilen ſe ſchwachſanig, dwien Juſtand d ien frihen G erwihrender? — doch ilemal Selhſtdn Thi gar zu feüͤhe den Menſchen Materdornd übethaupt ni der Enndte, kin grof fent ſ Tage inen, die Cyſe ſid, ſad ſner u ie ſteimig dleſeige Gat nſeuhia ulen kheiten adger is i uchen und Hrnicht ſu ſe inige de G V ide ſollte man m beſten un Vießes. Pn s auf figm umt auf 2 d wohl authr inen duch 1 zum Einkeizn iſt, ſo ninn Teig gieſt nu Auch hier nſ den Teig etwas ne ſtark geſen das Mil wn n und gum n des Dru de gefallen iſ und llebtign k; weng un bigtes Hautchn ld einen uͤhln h, wenn mi , duͤnne aug den, wenn ſ t Mutkerken F davon kanl ohl aber äne grißit des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 15 groͤßere Menge. Gegen den Herbſt empfinden die Land⸗ leute zuweilen nach dem Genuß des Brods aus neuem Getreide, vorzuͤglich wenn es voll von eingeſchrumpften Koͤrnern oder ſtark mit den ſchwarzen Kornzapfen(Mutter⸗ korn) vermiſcht iſt— ein Kriebeln in den Spitzen der Finger und Zehen oder unter der ganzen Haut des Koͤrpers, worauf ein Recken, oft auch Schmerzen in dieſen oder jenen Theilen folgen. Die Kranken werden ſehr gefraͤßig, ſchwachſinnig, oft bekommen ſie Zuckungen. Man nennt dieſen Zuſtand die Kriebelkrankheit. Sie kommt lediglich vom fruͤhen Genuß des neuen Korns her, welches bey fortwaͤhrender Naͤſſe erwachſen, nicht gehoͤrig reif gewor⸗ den, lange in der Naͤſſe gelegen und ausgewachſen iſt. Daher bleiben die Einwohner der Staͤdte gewoͤhnlich frey davon, weil ſie die friſche Frucht ſelten ſo fruͤhe, oder doch allemal viele andere Speiſen nebenher genießen. Selbſt den Thieren iſt das neue Korn ſchaͤdlich, wenn es gar zu fruͤhe verfüttert wird: um ſo weniger kann es den Menſchen dienlich ſeyn, zumal wenn noch vieles Mutterkorn darunter gemiſcht iſt. Man ſollte das Getreide üͤberhaupt nicht eher brauchen als einige Monate nach der Erndte. §6. 12. Kartoffeln, Erdäpfel, Platterbſen. Ein großer Theil des gemeinen Mannes näͤhrt ſich heut zu Tage faſt lediglich von Kartoffeln, oder Grund⸗ „birnen, die gleichwohl keine ſo gute und unſchaͤdliche Speiſe ſind, wie die Gemuͤſe und Getreidefruͤchte. Sie ſind ſchwer zu verdauen, und geben wenig Nahrung und dicke ſchleimige Saͤfte. Dieſes Urtheil trift vornehmlich diejenige Gattung, die weiße runde Knollen hat, die ſo an feuchten Orten wachſen, daher waͤſſerig ſind, und leicht ſaulen,— die rothgeſprenkelten Kartoffeln, die wegen ihres 16 Urſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten ihres ſtarken Wuchers in einigen Gegenden ſehr haͤufig gebauet werden, und die ausgearteten Schweinskartoffeln. Oft verurſachen dieſe ein heftiges Brennen auf der Bruſt und Druͤcken im Magen. Weil uͤberhaupt die Kartoffeln wenig naͤhren, ſo iſſet man ſie in großer Menge: dann erzeugt ſich ein haͤufiger Schleim daraus, der die Ver⸗ dauungswerkzeuge beſchweret, die Gedaͤrme werden von Blaͤhungen ausgedehnt, und man iſt unerſaͤttlich in andern Speiſen, wenn man keine Kartoffeln mehr hat. Erwach⸗ ſene, geſunde und ſehr arbeitſame Leute koͤnnen ſie zwar verdauen und dieſen ſind die beſſern Sorten der Kartoffeln nicht ſchaͤdlich, wenn ſie nur nicht die einzige, oder die vernehmſte Nahrung derſelben ausmachen: Kinder und zarte muͤßige Perſonen hingegen vertragen ſie ſo leicht nicht. Fuͤr dieſe ſollten ſie niemals ein Hauptnahrungs⸗ mittel ſeyn. Von den Erdaͤpfeln gilt das naͤmliche. Sie werden zwar nicht ſo haͤufig wie die Kartoffeln, aber doch noch in einigen Gegenden gezogen. Man hat insbeſondere eine gewiſſe Art davon, die ſchon im Auguſt faſt fauſt⸗ gros, rund und knollig iſt, ein duͤnnes glattes Haͤutchen, weiße Farbe mit hellrothen Flecken, auch inwendig hell⸗ rothe Cirkel und Streifen hat. Dieſe genießt man gerne als ein fruͤhes Wurzelgewaͤchs; aber ſie verurſachen leicht ſchaͤdliche Wirkungen, Magenwehe, Leibreißen, Brechen und Schwindel, wenn ſie noch unreif ſind. Sie muͤſſen bis zum October oder November in der Erde bleiben und auch dann noch zuvor eine Nacht in Waſſer gelegt werden, ehe man ſie genießet. Man kann auch einige Arten von Huͤlſenfruͤchten unter die ungeſunden Nahrungsmittel der Landleute rech⸗ nen, wie die Platterbſen und Steinwicken, eine Art ſchlechter grauer Erbſen, die, wenn ſie duͤrre ſind, nicht rund, ſondern vielmehr eckig ausſehen. Man pflanzt ſie hier ——— d land inr und da weg nj gwtiet ſee n, dß G. auj erſlgt ſ an manchen hotben und iſe Nahrung ſies Backw eiſes ſind den daunzskräfte h ſoig ausgeko udaſeben ger ſn hiſen hat her ſtarken N ſde Nahrung d ſind die zeiſtte vialen! Inknut enth dinkel, uerd kandig ware. id nachher idlich ſnd kagt der ſe e der Jeit ſparſam ſat i cid — en ehr duufg nskart toffen. der dn 3 Kartoffi tenge: dann er die Va werden von üich in andem V hat. Erwat, nen ſiee zun der Kenf d 4 ige, oder R. Kinder ud ſie ſo kit auptnahtungs Sie wadn aber doch nh t naheſanen zuſt fäſt ſüuſt lattes Häͤutchin, inwendig t ißt man gene rrurſachen lic rihen, Vnta Sie niſa de bleiben m jgelegt wenn Hülſenfrühm Landleute u fen, eine Nl dere ſind, nül MNan Kae ſ des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 17 hier und da wegen ihrer ungemeinen Ergiebigkeit haͤufig und genießt ſie auf mancherley Art. Man hat aber geſehen, daß Gliederſchmerzen und Laͤhmungen auf ihren Genuß erfolgt ſind. §H. 13. Mehlſpeiſen. SFettes Backwerk. In manchen Gegenden von Deutſchland, z. B. in Schwaben und Franken, ſind Mehlſpeiſen die gewoͤhn⸗ lichſte Nahrung des Landmannes: in andern Gegenden iſt fettes Backwerk ſeine Lieblingsnahrung. Die Mehl⸗ ſpeiſen ſind dem Landmanne, der gewoͤhnlich gute Ver⸗ dauungskraͤfte hat, ſo gar ſchaͤdlich nicht, wenn ſie nur gehoͤrig ausgekocht ſind, oder wenn man den Teig, der zu denſelben genommen wird, vorher durch einen Zuſatz von Hefen hat gaͤhren laſſen. Der Landmann bedarf einer ſtarken Nahrung, weil er ſtark arbeitet, und eine ſolche Nahrung hat er an den Mehlſpeiſen. Schaͤdlich aber ſind die M ehlſpeiſ en aus Gerſtenmeht, wenn die Gerſte vielen Lolch,(Doͤberig) oder anderes betaͤubendes Unkraut enthielt, oder wenn die Gerſte, der Weitzen, der Dinkel, verdorben waren, oder wenn dieſe Getreidarten brandig waren, und durch das Waſchen nicht gereinigt und nachher wieder getrocknet worden ſind. Eben ſo ſchaͤdlich ſind dieſe Speiſen, wenn ſie nicht gehoͤrig aus⸗ gekocht oder ſehr hart ſind, wie z. B. die Mehlkloͤße, die zu der Zeit, wenn der Landmann der Arbeiten weniger hat, ſparſam genoſſen werden ſollten. Alles fette Back⸗ werk iſt ſchaͤdlich, beſonders wenn der Teig, den man dazu nimmt, nicht gegohren hat, oder wenn das Backwerk ganz in Butter oder in Schmalz gebacken wird. Eine ſolche Nahrung fordert recht ſtarke Verdauungskraͤfte und eine wirkſame Verarbeitung, und ſollte daher nur dann geſtattet werden, wenn der Baugwemnann viele und anhal⸗ VB tends ——. 9 — 8 —— — —— ———— — —— 13 Arſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten tende Arbeiten hat. Wenn dieſes nicht iſt, ſo erzeugt ſie Schleim, Verſtopfungen, Mangel der Eßluſt, und ſchwaͤcht die Verdauung. Der Landmann ſollte mit Pflanzenge⸗ muͤßen und Mehlſpeiſen fleißig abwechſeln. In Gegenden, wo das Sauerkraut von den Landleuten haͤufig genoſſen wird, befinden ſie ſich geſunder und beſſer; nur muß das Sauerkraut von guter Beſchaffenheit, und nicht faul ſeyn, und darf in den gewoͤhnlich ſchlecht verwahrten Kraut⸗ faͤſſern niemals laͤnger als hoͤchſtens ſechs bis neun Monate aufbewahret werden⸗ §. 14. Das Fleiſch von krankgeweſenen Thierai⸗ Es kann leicht geſchehen, und es iſt wirklich gar nicht ſelten, daß man ſich ſehr uͤble Krankheiten zuziehet, wenn man das Fleiſch von krankgeweſenen Thieren iſſet⸗ Oft graſſiren zu der nehmlichen Zeit Ruhren, Flecken⸗ und Fauiſieber, wenn irgend eine Seuche unter dem Viehe iſt. Die kranken Thiere haben einen ſchaͤdlichen Stoff bey ſich, der, vom Menſchen genoſſen, und mit ſeiner Saͤftenmaſſe vermiſcht, auch ihm ſchaden, und nach Verſchiedenheit der Umſtaͤnde und abwechslenden Jahrszeiten bald dieſe, bald jene Krankheit hervorbringen kann. Man iſt beſonders auf dem Lande nicht aufmerkſam genug auf dieſe ziemlich allgemeine Krankheitsurſache⸗ Das Vieh kann ungeſund ſeyn, dhne daß es juſt liegen bleibt: daher wird es oft nicht bemerkt, und ſein Fleiſch aus Unwiſſenheit verſpeiſek; oder die Krankheit des Thierd wird zu geringe geſchaͤtzt und nicht ſelten auch aus Eigennutz verhehlet. Oft ſchlachtet der Bauer, um groͤßern Verluſt zu verhuͤten, ein wirklich krankes Stuͤck Vieh, und verſpeiſt es mit ſeinen Nachbarn und Bekannten. Außer dem Ekel, den ein ſolches Fleiſch immer erregen muß, hat man oft die gefaͤhrlichſten Folgen von dem Genuß deſſelben geſehen⸗ Wenn de Land Tenn man Gtie Vieh ge iht wegwarfe Am pocktle es je ſbädliche 8 man kann MNa häͤlt benn ſie es ni den hoͤhlunger und auf der i neniger einzet oemige Ausw s Vih hab leiſh davon Acherlihe fäͤl nicht ſhäͤdlich thr geſund Stüͤcken wiſ mit dem ſog wiſchen de gefunden u Finnen ſin und daßer theil, daß und zum Ge —,. 4 ON K. gäßenele ſchet glſr 5 ſahi lſtehalun kheiten „ſo uzeunt ie nd ſcnat nit t Dfanxee In Gegende däufg gennſe ¹ dur muß dnicht ful in rwahrten Kuuu bis neun Nung hierai. iſt wieklich 1 mkheiten zuzihe enen Thitken iſt Rahrn, Flün Zeuche unter dim einen ſchlichen genoſſen, und nit imm ſchaden, n nd aöwechelcht tdeit hervorbeine n enicht aufmerken Krankheitsutſete duß es jaſt et t, und ſein lih annhei des dhe auch aus Eigen enndh um gtzm d Dieh, und duiſ Außer dmen muß, hat nün 6 deſſelben ai des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 29 Wenn man nicht gewiß weiß, ob ein geſchlachtetes Stuͤck Vieh geſund geweſen, und doch das Fleiſch davon nicht wegwerfen will, ſo muß man es nicht friſch eſſen. Man poͤckele es ein und raͤuchere es ſtark. Dadurch wird der ſchaͤdliche Stoff, der etwa im Fleiſche ſteckt, veraͤndert, und man kann es dann mit groͤßrer Sicherheit genießen. Man haͤlt aber auch manchmal die Thiere fuͤr krank, wenn ſie es nicht ſind. Wenn man beym Rindviehe in den Hoͤhlungen des Koͤrpers, vorzuͤglich in der Bruſthoͤhle und auf der inwendigen Seite des Ribbenfelles mehr oder weniger einzele runde oder zuſammenhaͤngende trauben⸗ foͤrmige Auswuͤchſe oder Klunkern findet, ſo glaubt man, das Vieh habe die Franzoſen gehabt und verabſcheuet das Fleiſch davon. Aber dieſes iſt ein Irrthum, der ins Laͤcherliche faͤllt, denn dergleichen Fleiſch iſt ganz und gar nicht ſchaͤdlich; das Vieh kann ohngeachtet dieſer Klunkern ſehr geſund ſeyn, und juſt bey den beſten und fetteſten Stuͤcken trift man ſie am mehreſten an, Eben ſo iſts mit dem ſogenannten perlhaften Viehe, wo im Fett und zwiſchen dem Fleiſch kleine runde druͤſenhafte Knoͤtchen gefunden werden, und mit den finnigen Schweinen. Die Finnen ſind zwar in einer Blaſe eingeſchloſſene Wuͤrmer, und daher wohl ekelhaft; aber es iſt ein bloßes Vorur⸗ theil, daß das Fleiſch von ſolchen Thieren ſchaͤllich und und zum Genuß ganz untauglich ſey. §. 15. b Gefahr für die Geſundheit von ſchlechreni Küchen⸗ und Tiſchgeräthe. Das Kuͤchen; und Tiſchgeraͤthe der Landleute beſteht groͤßtentheils aus irdenem Geſchirre. Manchmal iſt ſolches ſchlecht glaſuret, wenn nun Kaͤſe, Butter, oder ſaure und ſalzige Dinge darin eingemacht, oder eine Zeitlang aufbehalten werden, ſo loͤſen ſie die Glaſur auf und B 2 werden .. ... —————————. ————————— 9————— *——— er.— 4——————— 3 n——yõiii ——“ 8 —*½ an.———. ——— — ——— ömö — —— — *—— — ſſſſſſſ — ———— —— ——— 2 ao Arſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten werden ungeſund. Denn die Glaſur beſtehet aus Bley, und das Bley iſt ein gefaͤhrliches Gift, wenn es aufge⸗ loͤßt wird und in den Koͤrper gelangt. Eben das geſchieht leicht bey alten Toͤpfen, an welchen die Glaſur inwendig ſchon angegriffen und voll Ritzen iſt. Man hat geſehen, daß viele Leute von heftigen Koliken, Magendruͤcken, Erbrechen ꝛc. befallen worden, wenn ſchlechte Toͤpferwaaren zum Kochen und Backen gebraucht worden waren. Indeſſen ſind doch gute irdene Geſchirre bey weitem vor⸗ zuͤglicher, als die bleyerne, mit wenigem Zinn verſetzte Loͤffel, Teller und Schuͤſſeln, deren ſich die Landleute ſehr haͤufig bedienen. Dieſe ſind bey keiner einzigen Gattung von Speiſen mit voͤlliger Sicherheit zu gebrauchen⸗ Man darf nicht leicht etwas lange darin aufheben, und wenn ſie gebraucht worden, muß man ſie allemal wieder rein abſpuͤhlen. Auch das Kupfergeſchirr muß ſehr rein erhalten werden. Es uͤberzieht ſich leicht mit Gruͤnſpan, welcher wie ein Gift wirken kann, wenn er ſich mit den Speiſen vermiſcht. Es iſt daher eine ſchaͤdliche Gewohn⸗ heit, die in vielen Gegenden im Schwange geht, die Milch in kupfernen Milchtoͤpfen aufzubewahren und in denſelben ſauer werden zu laſſen. Wenn dieſe Gefaͤße auch verzinnt ſind, ſo ſcheuert ſich doch das Zinn leicht ab, und ſie werden deſto ſchaͤdlicher, weil man auf ihre Unſchaͤdlichkeit zu ſorgenlos trauet. Der meiſte Brante⸗ wein wird in kupfernen Gefaͤßen gebrannt. Er wird daher kupferhaltig, und verurſacht manche ůͤblen Zufaͤlle, die einem reinen Brantewein nicht zur Laſt fallen koͤnnen. Man kann es ſehr leicht entdecken, wenn der Brante⸗ 2 wein kupferhaltig iſt: man wirft ein wenig zerfallenen oder abgeloͤſchten Kalk darein, und ruͤttelt die Vermi⸗ ſchung einigemal, Der Kalk zieht alle Kupfertheilchen heraus, und wird gruͤnlicht davon. Er iſt das beſte Mittel, einen ſolchen Brantewein zu reinigen, ohne ihm irgend ds kend iced äne d ze vrnige Ke gann der Be poli durch Mitder geit an fllſt ſil gazen hot, zactheilige Dir Lan Theilvon der Leute von feit Lir dinken Wein und wenn ſie die und ſene C Orantewein geſunder, nehmich i unenthehrli und die leu ſätttr, wi ſnd insgen und auch d ndi Ctafes vedibt den nd Blutge unfinge it Nnguiege daß Un beRäͤndd m eiten tt aus Dle n es au das gſchuſt ſar invendg Jhat zeſichn, dugantitn dyxſetonneg eden wautn. weitem per⸗ zinn deſſt die Landleut jeiner einzign tzu gebrauchen ufheben, und allemal wieder muß ſehr uin mit Graͤnſpan, tſch mit den düiche Gewohn⸗ nae geßt, die aahten und in t dieſe Gefize as Zinn liht man auf in. meiſte Brante at. Er bidh ablen zufäle fallen köanene n der Braute nig zetfalenn it die Temi Kupſertheichn ſt das bt zen, ohne iſn trgend des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 21 irgend eine nachtheilige Eigenſchaft mitzutheilen, indem der wenige Kalk, den man beymiſcht, nicht ſchaden kann. Wenn der Brantewein rauh und ſauer iſt, ſo wird er zugleich durch den Kalk verbeſſert, ſuͤßer und angenehmer, Mit der Zeit laͤßt auch der Brantewein die Kupfertheilchen von ſelbſt fallen: daher iſt derjenige, der ſchon lange gelegen hat, geſunder als der friſche. §. 15. Nachtheilige Folgen der Unmäaßigkeit im Wein⸗ und Brante⸗ weintrinken. Die Landleute ſind gluͤcklich, daß ſie den groͤßeſten Theil von denjenigen Getraͤnken nicht kennen, mit welchen Leute von feinerem Geſchmack ihre Ge ſundheit verderben. Sie trinken reines Waſſer, Milch— Bier, Obſtwein, Wein und Brantewein, und befinden ſich wohl dabey, wenn ſie die Graͤnzen der Maͤßigkeit nicht uͤberſchreiten, und jene Getraͤnke nicht fehr ſchlecht ſind. Der reine Brantewein iſt fuͤr Leute, die ſtark arbeiten, allemal geſunder, wie der nervenſchwaͤchende Kaffe. Er iſt vor⸗ nehmlich in den Laͤndern, wo kein Wein waͤchſt, zum unentbehrlichen Beduͤrfnis des gemeinen Volks geworden, und die Leute ſind da faſt durchgaͤngig vollleibiger und ſtaͤrker, wie in Weinlaͤndern. Aber die gemeinen Leute ſind insgemein ſehr zur Voͤllerey geneigt, die allemal, und auch den ſtaͤrkſten Menſchen ſchaͤdlich iſt, obgleich „die Strafe dafuͤr zuweilen nur langſam nachfolget. Sie verdirbt den Magen, ſchwaͤcht den Verſtand, die Neiven und Blutgefaͤße, und verurſacht Entzuͤndungen, Ver⸗ ſtopfungen in den Eingeweiden, die Waſſerſucht und viele langwierige unheilbare Krank! heiten. Es iſt ſehr gewiß, daß die Unmaͤßigkeit im Wein: und Branteweintrinken beſtändig und uͤberall viele Menſchen toͤdtet. B 3§. 17 . 8 8 7. .. 5 8 8..— ————————————. 1. 3 4 —————————————— ——.—————ÿ——— n————— 4———— .————————————* —— R————— 1———“——————— 2— 2 2 6 8 9 2—.——————¼—— ——————— 5—*————.—— S* —— dere——— 8 1- 2 ͤ — 1 4 9 4 4 “——— 3 ——— 2 ——— 2— 1——— ——. — — — 22 Arſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten §. 17. Vom ſchlechten Waſſer. Friſches Waſſer iſt fuͤr die Menſchen, ſo wie fuͤr alle Thiere, das natuͤrlichſte Getraͤnke, und dasjenige iſt am geſundeſten, welches rein und klar iſt, und weder Geruch noch Geſchmack hat. Das Quellwaſſer iſt unter allen am beſten, aber in manchen Gegenden hat man keins; ſondern man muß ſich mit ſchlechtem unreinem Waſſer aus ſtehenden Brunnen, oder auch mit Flußwaſſer behelfen. Davon koͤnnen denn ma ncher! ey Krankheit ten, beſonders bey Kindern und ſchwaͤcht ichen Leuten, herruͤhren. Man muß dergleichen Brunnen jaͤhrlich wehigſtens einmal aus⸗ ſchoͤpfen und von dem Schlamm reinigen, der ſich darinn anſammlet, Auch ſchadet es nicht, wenn man zugleich ein wenig Salz hineinwirft. Sonſt gibts noch manche Verbeſſerungsmittel des ſchlechten Waſſers. Wenn es truͤbe iſt, ſo muß man ſichs ſetzen laſſen, bis es durchgehends reine wird. Sollt' aber das nicht geſchehen, ſo gießt man es in ein bis zur Haͤlfte mit feinem und reinem Sand angefuͤlltes Gefaͤß, und ruͤhret es ſtark darinnen um. Wenn ſich der Sand dann wieder zu Boden ſetzt, ſo zieht er alle unreinigkeiten des Waſſers an ſich. Noch beſſer iſts, wenn man zwey hohe Gefaͤße uͤber einander ſtellt, von welchen das oberſte an ſeinem Boden eine Oeffnung hat, und halb mit Sand angefuͤllet iſt. Darein gießt man das? Waſſer, ſo wird es ſich durch den Sand laͤutern und helle in das untere Gefaͤß abfließen. Faules Waſſer kann man dadurch reinigen und trink⸗ bar, wenigſtens der Geſundheit zutraͤglicher machen, wenn man ein wenig reine Thonerde darin verbreitet, und es dann eine Zeitlang ſtehen laͤßt, bis ſich der Thon alle aögeſetzt hat, oder wenn man es aufkocht, hernach durch Sand des batdd 31 fiehen iſen lit Das hatte il, oder we grelch we ſaiz. Es i gſer, went ant ts weic die Get Kadleuten ſet ancher von geſchwaͤcht, Perrichtune ausgetrockn daß ſtarke Fetten, bekommt de ie ſehe mag üßer etwa ſialcen 1 22 da da en bennge ie ſt i nge iſt am der Gerah unter olen nan känt, Paſer un ſet behelen , Rſondas hren. M einmal aut er ſich datin men zuglec agemittel ſo niß n wird. Sald in ein hitſe fulltes Git ſich der Oud mnreinigtin enn man yn den das ohit zalb mit Em zaſſt, ſo n in das mm V 4 igen und t V machen, vet reitet, und! der Thoh —— 4 hernach uih 2 des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 25 Sand fließen und dann noch einige Zeit an der Luſt ſtehen laͤßt. Das harte Waſſer, welches mit Seife nicht ſchäͤumen will, oder womit die Erbſen und Linſen nicht koͤnnen gahrgekocht werden, iſt der Geſundheit gar nicht nach⸗ theilig. Es iſt daher uͤberfluͤßig, und man verdirbt das Waſſer, wenn man es kocht oder in die Sonne ſtellt, damit es weich werde. §. 18. Bom unmäßigen Tobackrauchen. Die Gewohnheit Toback zu rauchen, iſt unter den Landleuten ſehr gemein geworden, und viele uͤbertreiben es damit. Das kann man denn auch unter die Urſachen mancher von ihren Krankheiten zaͤhlen. Es wird vieler Speichel dabey verlohren, ein Saft, der nicht allein die Verdauung befoͤrdert, ſondern auch naͤhret. Die Schaͤrfe des Tobacks verunreiniget die Saͤfte, der Appetit wird geſchwaͤcht, das Verdauen und alle davon abhangende Verrichtungen kommen in Unordnung, der Koͤrper wird ausgetrocknet und ſchwindſuͤchtig. Man hat wenig Beyſpiele, daß ſtarke Tobacksraucher ſehr alt geworden waͤren. Fetten, ſaftvollen Leuten, die viel Schleim haben, hekommt der Toback noch am beſten; diejenigen hingegen, die ſehr mager und ausgetrocknet ſind, ſollten nicht rauchen, außer etwa bey feuchter, nebeliger Witterung, um die chaͤdlichen Duͤnſte abzuhalten. 6. 19. Wirkung der Vewegung guf die Geſundheit. Der Landmann muß ſich viel und oft in der freyen Luft bewegen, und das iſt eine von den Haupturſachen B 4 ſeiner ———— Lböbööböbͤbö — — —— m“ hat ſeine Geſundheit daruͤber zugeſetzt. 243 Urſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten ſeiner guten Geſundheit. Die Bewegung macht ihm ſeine harten und oftmals an ſich ungeſunden Speiſen geſund und unſchaͤdlich; ſie unterhaͤlt die natuͤrlichen Ausleerungen, und gibt dem Koͤrper Kraͤfte und Dauer⸗ haftigkeit. Sie macht viele krankmachende Urſachen unwirkſam. DDooch ſchaden ſich auch die Landleute manchmal durch uͤbermaͤßig ſtarke und zulange anhaltende Arbeit, haupt⸗ ſaͤchlich in der Sonnenhitze. Am meiſten geſchieht ſolches zur Erdtezeit. Sie entkroften ſich dadurch und koͤnnen in eine Auszehrung verfallen, oder ſie bekommen Entzuͤu⸗ dungskrankheiten, boͤſe Haͤlſe, Seitenſtechen, Bruſtent⸗ zuͤndungen, Gallenfieber, u. dergl. Im zweyten§. iſt ſchon bemerkt worden, wie man ſich verhalten muͤſſe, wenn man in der Hitze ſtark arbeiten muß. Esr iſt nicht weniger ſchaͤdlich, dem Eſſen ſtark arbeitet. in Unordnung gebracht. wenn man gleich nach Die Verdauung wird dadurch Mancher fleißige Arbeitsmann Nichts iſt natuͤrlicher, als zu ruhen, wenn man muͤde geworden iſt, und ſich mit Speiſe und Trank zu erquicken; allein es iſt eine in vieler Ruͤckſicht uͤble Gewohnheit der Landleute, daß ſie, um auf dem Felde auszuruhen, ſich auf die Erde hinlegen, und gleich nach verrichteter Arbeit, noch voller Schweiß ihre Nahrungs⸗ mittel zu ſich nehmen. Sie ſetzen ſich auf ſolche Art allen Gefahren einer zu ſchnellen Abkuͤhlung aus. §. 20. Nachtheilige Folgen ausſchweifender Gemüthsbewegungen. Die Bauersleute ſind weniger empfindlich, ſie haben daher nicht ſo viele und ſtarke Gemuͤthsbewegungen, wie die de kand dn iticheren ie huutlid Kuntheiten. gmeht ſind, hit igern. nühige, ftie ſh o keicht niſen, die ih und im uͤbrig nacen, die dauxthafte G Unter al der ausſchwei hſbige Gale Geltſocht, C Ohrmachten Man k heugen, wer ſeich nach Dadurch ergoſſene Man dar And noch verfetigte iſt; aber, Leben. E man Giſt, Vann Genüͤhhebe Ai hnr Nagan„und 8 wieder Sͤraen V Iianai ten mach in den Cyiſg natüͤlichtt Und Danen de Uin 6 naͤmal du rdeit, haux ſchaht uihs ind können in amen Entzü en, Druſtme en, wie uch er dihe ſi nan gleich nac z wird dadac he Atbeitamang. 1, wenn wen und Tunk;. Ruͤckſicht auf dem g und gleich ich ihre Nahrunei , auf ſolche 1 1 g al. 8 zbewesungen V dlich, ſieſht wegunghn, 1 uei,, des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 25 die zaͤrtlicheren Einwohner der Staͤdte. Der Jaͤhzorn iſt ihre Hauptleidenſchaft und eine Urſache vieler von ihren Krankheiten. Es gibt Leute, die ganz vorzuͤglich dazu geneigt ſind, und ſich bey jeder nichtswuͤrdigen Gelegen⸗ heit aͤrgern. Sie ſind aber auch ſelten geſund. Gleich⸗ muͤthige, friedliebende und genuͤgſame Leute hingegen, die ſich ſo leicht nicht aͤrgern, ſich in keine Zaͤnkereyen ein⸗ laſſen, die ihrer ordentlichen taͤglichen Arbeit nachgehen, und im uͤbrigen ſich nicht viel Sorgen und Bekuͤmmerniß machen, die leben am gluͤcklichſten, ſie genießen eine dauerhafte Geſundheit und werden alt. 4 Unter allen Affekten wirkt keiner ſo gewaltſam, als der ausſchweifende Zorn oder heftiger Verdruß. Er kann hitzige Gallenſieber, Koliken, galliges Erbrechen, die Gelbſucht, Entzuͤndungen des Magens und der Gedaͤrme,— Ohnmachten und manchmal einen ſchnellen Tod verurſachen. Man kann dergleichen uͤblen Folgen am beſten vor⸗ beugen, wenn man friſche Molken oder geſalzenes Waſſer gleich nach dem Zorn, aft und in kleinen Zuͤgen trinket. Dadurch wird die Wallung im Blute vermindert, die ergoſſene Galle wird verduͤnnt und allmaͤhlig abgefuͤhrt, Man darf kein Bier oder Wein auf den Aerger trinken, und noch weniger Brantewein, oder mit Brantewein verfertigte Sachen nehmen. Es geſchieht ſolches zwar oft; aber es kommen auch viele Menſchen daruͤber ums Leben. Es iſt eben ſo unvernuͤnftig gehandelt, als wenn man Gift zu ſich naͤhme. 3 Wenn jemand vom Zorn oder auch von andern heftigen Gemuͤthsbewegungen ſo ſehr uͤbermannt worden iſt, daß er in Ohnmacht faͤllt, ſo muß man ihn auf ein Bette legen, und ihm Weineſſig vor die Naſe halten. Wenn er wieder zu ſich gekommen, ſo gibt man ihm einige Schaalen warmen Thee, oder Waſſer mit Eſſig oder Zitronenſaft und Zucker verſetzt zu trinken. Dergleichen 4 ſaͤuer⸗ 26 Urſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten ſaͤuerliches Getraͤnke hilft auch mehrentheils, wenn etwa der Kranke noch Ekel, Herzwehe, Neigung zum Brechen und Schwindel hat. Brechmittel darf man da nicht geben, ſie koͤnnten den ſchlimmſten Erfolg nach ſich ziehen, Wenn aber jene Zufaͤlle fortdauren, ſo koͤnnen einige Kly; ſtiere und ein paar Meſſerſpitzen praͤparirten Weinſteins genommen werden, §6. 21. Bon der Anſteckung. Weil ſich die Landleute die mehreſte Zeit uͤber im Freyen aufhalten, ſo koͤnnen ſich anſteckende hitzige Krank⸗ heiten nicht ſo ſehr unter ihnen verbreiten, und ſie ſind an und fuͤr ſich auf dem Lande weniger gefaͤhrlich, wie in den Staͤdten und da, wo eine Menge von M enſchen in einem engen Raume zuſammengehaͤuft iſt. In der freyen Luft, wenn ſie trocken und rein iſt, werden die anſteckenden Theilchen zerſtreuet und vernichtet, daher wird die Staͤrke der Anſteckung vermindert, oder ſie wird ganz vertilgt. Eine ſtillſtehende und naßkalte Luft hin— gegen iſt ſehr geſchickt, ihre Gewalt zu vermehren. Daher werden die feuchten und ſumpfigen Gegenden von anſteckenden Krankheiten am meiſten heimgeſucht, und ſie greifen unter dem aͤrmſten Volk am mehreſten um ſich, weil es ſich am wenigſten gegen die widrige Witterung ſchuͤtzen kann, und ſeine Wohnungen gemeiniglich mit vielen Menſchen angefuͤllt ſind. Auch durch die Kranken⸗ beſuche, durch den⸗ Gebrauch der Betten, des Leinen⸗ geraͤths und der Kleider der Verſtorbenen und durch den Prunk mit den Leichen derer, die an anſteckenden Krank⸗ heiten perſtorben ſind, wird die Anſteckung immer weiter verbreitet. Man ſieht daher, wie noͤthig es ſey, fuͤr reine Luft in den Krankenſtuben zu ſorgen, und wie ſehr man ſich huͤten muͤſſe, die Kleider und Bettungen der Krank⸗ de landt rateveſtnen und gereiigt w iite it eine imm ſ diſe Kicht ſelt ſiin Thiere ddücher Pff fen ſind Darglichen ſſunden und ieſen heilen dhmungen abſehiende vieſes n Fannthiten fine dden finet gtn nd de ini tegeſiſi iten nue 1 ch ſch 8 1 einge g n Wanni 1 Jeit üer hitzige Kuu und ſie ſch eſährlich, w von Muſch iſ. Nu ſtt, werden d ſchtet, dan „ oder ſe vi kalte Luſt ſr zu vermehmn Gegenden m eſucht, und teſten un ſch rige Witterm meiniglich ni h die Keun , des Keing und duxch dn ckanden Kul immer ig es ſeh, ſ und wie ſiſ Bettungen de 27 Krankgeweſenen zu brauchen, ehe ſie genugſam ausgeluͤftet und gereinigt worden. Die Vernachlaͤßigung dieſer Vor⸗ ſichten iſt eine Urſache mit, warum manche Volkskrank⸗ heiten ſo verheerend werden, des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. Von äußerlichen Beſchädigungen. Nicht ſelten geſchieht es, daß die Bauersleute von giftigen Thieren verletzt werden, oder durch den Genuß ſchaͤdlicher Pflanzen in Gefahr kommen. Aber am haͤu⸗ figſten ſind ſie jenen Beſchaͤdigungen ausgeſetzet, zu welchen ihre Handthierungen Gelegenheit geben, Ver⸗ wundungen, Quetſchungen, Verrenkungen, Beinbruͤchen—. Dergleichen Ungluͤcksfaͤlle begegnen den guten Arbeitern, geſunden und ſtarken Leuten am meiſten, und gerade bey dieſen heil en ſie auch am leichteſten. Oft aber werden geringe unbedeutende Beſchaͤdigungen durch ungeſchickte Behandlung ſo ſehr verſchlimmert, daß mancherley Uebel, Laͤhmungen, Entzuͤndungen, langwierige Geſchwuͤre, und abzehrende Krankheiten daher entſtehen, 22. Zweyter Abſchnitt. teirt Kunb Urſachen, welche die Krankheiten des Landvolts verſchlimmern. Dece waren die Urſachen, welche die gewoͤhnlichſten Krankheiten der Landleute veranlaſſen. Die Verſaͤumniß einer ordentlichen Heilung, und die Vernachlaͤßigung einer guten Lebensordnung, ein unſchickliches Verhalten, und der unuͤberlegte Gebrauch ſchaͤdlicher Arzneyen machen ſis ie geſahrlicher u und oftmals toͤdtlich. §. 23⸗ —— — 28 Hrſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten §. 23. Verſäumniß. Faſt alle Krankheiten haben ihre Vorboten, und man kann ihnen oftmals noch ausweichen, oder ſie doch gelinder machen und abkuͤrzen, wenn man gleich, ſobald als man ſich uͤbel befindet, ein gutes Verhalten beobachtet, und die ſonſt zweckmaͤßigen Huͤlfsmittel braucht. Aber nichts iſt gewoͤhnlicher, als daß diejenigen, die krank werden, noch eine Zeitlang zuſehen wollen, ob ſich die Natur nicht etwa ſelbſt helfe, und indeſſen in der gewohnten Lebensart fortfahren, ſo lange ſie koͤnnen. Daruͤber verſchlimmert ſich die Krankheit und wird unordentlich, und oft ſieht man zu ſpaͤt erſt die Nothwendigkeit ein, einem Uebel auf gute Art zu begegnen, das leicht haͤtte abgewendet oder geheilt werden koͤnnen, wenn es im Anfang nicht waͤre zu geringe geſchaͤtzt und verwahrloßet worden. Manche darben aus Armuth. Bey dieſen ſteigt das Elend zum hoͤchſten, wenn ſie erkranken. Oft haben ſie keine Bedeckung, kein Pläͤtzchen, wo ſie gegen die widrige Witterung geſchuͤtzt waͤren, keine Pflege oder irgend einige Beyhuͤlfe, nichts um ſich zu laben, oder den Durſt zu loͤſchen.— Es iſt nicht zu verwundern, wenn der Mangel an allem, was nothwendig iſt, und die daher ruͤhrende Kleinmuͤthigkeit dieſer Unglücklichen, ihre Krank⸗ heiten, wenn ſie auch an ſich nicht ſo gefaͤhrlich ſind, zu einem Grad verſchlimmert, dem ſie unterliegen muͤſſen. §. 24. Unreinlichkeit in den Krankenſtuben— verdorbene Luft. Mehrentheils liegen die Kranken auf dem Lande in engen verſchloſſenen Stuben oder Kammern, wo die Luft durch ihre Ausduͤnſtungen, beſonders bey hitzigen und fauligen do land ſe lie dan föülen Fo m klch oder doſ git nich miß einer C wel ſe geii⸗ al Wan a tn, udm doch geine obald As man bachtt, u Aher ni trank weda die Natur ii haten leenent deiſchümnn und äſt ſe einem da tte atgewent n Aritng iih worden. eſen ſteigtne Oft ſalben ſ gen die wideie der irgend üni r den Duß ern, wenn d und die diſ hen, ihre Kan liegen mͤſen dorbene Luit fdem Lande 1 n, wo die dn hibbn u fauithe des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 29 fauligen Krankheiten ſehr bald verdorben wird, und dann zur Verſchlimmerung der Krankheit Gelegenheit giebt. Es iſt noch uͤbler, wenn die Kranken in der Wohnſtube liegen. Da wird die Luft durch die gehaͤuften Duͤnſte von Geſunden und Kranken, und ſo manchen andern Dingen noch geſchwinder verdorben. Sie werden durch das Geraͤuſche und die Geſchaͤfte der Anweſenden, ihre Geſpraͤche u. dergl. beunruhiget. Allch den Geſunden muß es nachtheilig ſeyn, wenn ſie die ſchaͤdlichen, von einem Kranken ausduͤnſtenden Theilchen beſtaͤndig mit dem Athem einziehen, und gleichſam durch jedes Schweißloch einſaugen. Dieſes iſt der gewoͤhnlichſte Weg, durch welchen ſich die Krankheiten fortpflanzen; und wenn ſchon die uͤblen Folgen von jenen Ausduͤnſtungen nicht allemal merklich oder ſo ſchlimm ſind, ſo darf man ſie deswegen doch gar nicht gering ſchaͤtzen. Es iſt Leichtſinn, wenn man einer Gefahr um deswillen nicht ausweichen will, weil ſie geringe ſcheint; denn oft kann ſie groͤßer ſeyn, als man gedacht hatte⸗ §. 2. Zu warmes Verhalten in hitzigen Krankheiten. Je allgemeiner das Vorurtheil iſt, daß man ins⸗ beſondere die Kindbetterinnen, Fieberpatienten, und dieje⸗ nigen, welche Ausſchlaͤge, Katarrhe und Fluͤſſe haben, ſehr warm halten muͤſſe, deſto verderblicher iſt es. Man erſtickt ſolche Kranke beynahe in dicken Betten, man macht die Stuben zur Winterszeit unertraͤglich heiß, und ver⸗ hindert mit verdoppelter Sorgfalt, daß keine friſche Luft eindringe. Nichts kann ſchaͤdlicher ſeyn, als dieſes. Die unmaͤßige Hitze iſt ſchon an und fuͤr ſich nachtheilig, und auch deswegen, weil ſie die Verderbniß und Verun⸗ veinigung der Luft beſchleuniget. Beide Urſachen ſind 1 allein 30 Arſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten allein ſchon im Stande, bey einem geſunden Menſchen hitzige Fieber und Entzuͤndungen hervorzubringen. Ein ſolcher iſt oft nicht vermoͤgend, nur eine kurze Zeit in einem ſo verdorbenen Dunſtkreis auszuhalten; um ſo mehr muͤſſen die Kranken darinnen leiden. Sie bekommen ſtaͤrkeres Fieber, mehr Durſt und Hitze, Schlafloßigkeit, Phantaſien, ſie werden aͤngſtlich, niedergeſchlagen und empfindlich, der Schweiß wird heftig und zur Unzeit getrieben, es entſtehen mancherley Ausſchlaͤge, Frieſel und Flecken— entzuͤndliche Stockungen, Fluͤſſe u. dergl.— Zufaͤlle, die oftmals den Kranken toͤdten, der ſonſten die Hauptkrankheit gluͤcklich wuͤrde uͤberſtanden haben. §. 2 65. 8 Ueble Diät, ſchädliche Syeiſen: Der gemeine Mann beurtheilt die Beduͤrfniſſe ſeiner Kranken nach denjenigen, die ſie hatten, da ſie noch geſund waren. Er kann nicht begreifen, daß ſie mehrere Tage ohne Nahrungsmittel leben, und ihre Kraͤfte behalten koͤnnten. Daher werden ſie oft in hitzigen Krankheiten wider ihren Willen genoͤthiget, Speiſen zu genießen, die ihnen ſchlechterdings nicht dienlich ſeyn koͤnnen. Es iſt ein großer ſehr gemheinſchaͤdlicher Irrthum, daß man die Kranken durch kraͤftige Nahrungsmittel, ſtarke Fleiſch⸗ bruͤhen, Gallerte, Kraftbruͤhen, Wein⸗ und Bierſuppen, Rahmſuppen, durch Bier und Wein, c. zu ſtärken ver⸗ meynet. Krankheit damit verſtaͤrket. Dieſe Dinge, die zum Theil ſchwer zu verdauen ſind, und leicht verderben, ſind in allen Fiebern ſchaͤdlich, und zwar um ſo mehr, je hitziger ſie ſind. Da fordert die Natur keine Nahrung, und die Kranken haben gewoͤhnlich keine Eßluſt. Die Verdauungs⸗ kraft iſt allemal um deſto geringer, je ſchwerer die Krankheit iſt; — Man ſchwaͤcht ſie vielmehr, indem man ihre kin t i Gpeiſ en ſtulich g vwähtendd evendorben, adin. Dal m ſie geg haneadüͤcken hüile deſſeb e Käfte un inmt. luch in pnn die Re⸗ — Vvarragen fiten eniſte ([muß man iten Ausn Kin die W dunzemi e ih ſe bich u — eiten den Munf ſcha eingen. e hure get ü u. un ſ 2chuf ſßige 1 dichlagen m) 2 uur Uni Re, Friſ 3 u. 8 9.- der ſonſten. haben. durfniſe ſim 1, da ſe uch daß ſie meſeen Kräſte behaten gen Krantfein u genießen, de önnen. Eſt , daß mande tarke Fleih ind Dierſubpm zu ſtärken uo — adem man iſt die zum T derben, ſind 1 neh, ſe hibi hrung, und die Verdauunt nerdie Kranht ſf 6 des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 31 iſt; die Speiſen werden durch die Fieberhitze, und von den faͤulich galligen und ſchleimigen Unreinigkeiten, die ſich waͤhrend der Krankheit im Magen abſetzen, geſchwin⸗ der verdorben, ehe ſie in Nahrungsſaft koͤnnen verwandelt werden. Daher werden die Kranken ſichtbarlich ſchlechter, wenn ſie gegeſſen haben, ſie bekommen Bangigkeit, Magendruͤcken, Ekel und Erbrechen; das Fieber und die Zufaͤlle deſſelben werden ſtaͤrker und natuͤrlicher Weiſe gehen die Kraͤfte um ſo mehr verlohren, je mehr die Krankheit zunimmt. Auch in langwierigen Krankheiten wird oft und viel gegen die Regeln einer guten Diaͤt geſuͤndiget. Dergleichen Kranke eſſen gemeiniglich mit den Geſunden, und alles, was auf den Tiſch kommt, ohne daran zu denken, ob ſie es vertragen koͤnnen. Die meiſten langwierigen Krank⸗ heiten entſtehen aus Diaͤtfehlern; ſollen ſie geheilt werden, ſo muß man dieſe vermeiden. Die Vernachlaͤßigung einer guten Auswahl der Nahrungsmittel iſt oft einzig und gllein die Urſache der Hartnaͤckigkeiten dieſer Krankheiten⸗ §. 27. Her Mißbrauch wirkſamer Heilmittel⸗ Ohngeachtet die mehrſten Krankheiten von unter⸗ druͤckter Ausduͤnſtung oder von Unreinigkeiten in dem Magen und den Gedaͤrmen herruͤhren, ſo folgt doch nicht, daß man ſie alle durch Schwitzen, durch Erbrechen oder Purgieren heilen koͤnne. Indeſſen iſt der gemeine Mann faſt durchgaͤngig dieſer irrigen Meynung, und er braucht daher ſehr haͤufig, wenn er von einer Krankheit befallen wird, hitzige, ſchweißtreibende, oder brechenmachende und Purgiermittel. Manchmal triffts von ohngefaͤhr zu, daß ſie ihm helfen; aber ſehr oft ſchaden ſie ihm auch uner⸗ ſetzlich piel. Man — 4 7 32 urſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten Uade dungen, in allen Man kann zwar dei Ausbruche mancher Krankheiten, der Fluͤſſe, des Gliederreißens, Seitenſtechens und dergl. zuvorkommen, und ſie oft noch in ihrem Anfange heilen, wenn dieſe Krankheiten durch Hemmung der Ausduͤnſtung entſtanden ſind, und wenn man die Ausduͤnſtung gelinde befoͤrdert. Aber das darf nur durch ſolche Mittel geſche⸗ hen, welche die Hitze und das Fieber mehr vermindern als veriſtaͤrken, und den Trieb der Saͤfte ſanft nach der Haut hinleiten: man darf es daher nicht wagen, ein anderes Mittel zu dieſem Endzweck zu gebrauchen, als etwa lauliges Waſſer, Thee von olderbluͤthen oder warme Milch, worin Holderbluͤthe gekocht worden. Man ſollte ſchlechterdings niemals den Schweiß erzwingen, weder G durch Stubenhitze oder dicke Bedeckungen, noch durch erhitzende ſchweißtreibende Mittel. Sonſt trocknet man b 8 2—=Z .— — 3— den Kranken aus, man verſtaͤrkt ſein Fieber, und verur⸗ ſacht gefaͤhrliche Entzuͤndungen, und mehrere ſchlimme Zufalle, die ſchon oben im 25.§. erzaͤhlt worden. Es iſt unglaublich, wie viel Unheil durch dergleichen Dinge, V wie durch gluͤhenden Wein, Theriak, Hirſchhornſpiritus, wen n ddͤfe 6 Schwitztropfen, Giftiropfen, die ehedem ſo beruͤhmte ken um, Halliſche Goldtinktur, ꝛc. angerichtet wird⸗ In den Haͤnden uu kunen der Unverſtaͤndigen ſind ſie ſchon zu Moͤrdmitteln fuͤr un 4 b Tauſende geworden. Insbeſondre verdient der große rn ch 4 1 Mißbrauch des Branteweins, der Liqueure und Aquavite m. erwaͤhnt zu werden. Die Hausvaͤter, welche dergleichemn nacj ’ geiſtige Liqueurs bereiten, oder doch ordentlich zu Haunſe(nn halten, ſind gemeiniglich ſehr geueigt, eine allgemeine. Fag Hausmedizin daraus zu machen. Sie geben ſie ohne fht ag Unterſchied bey jedem Anfall einer Krankheit, als erwaͤr⸗ h gli 6 mende und ſchweißtreibende Minel. In manchen Faͤlten 84 koͤnnen ſie dienlich ſeyn, wo kein Fieber, keine Wallung tin 4 im Blute, kein feſtſitzender Schmerz irgendwo im Koͤrper V dah fhe orhanden iſt; aber den Fieberkranken, denjenigen, die vorhanden iſt; F nken, Li engg ſtagne dnd deag. 4 fan ge 8 ühe da hes Nätl”g ce deht umin 4 ſanft nach l licht waden. 1 dagen, a debrauchen, g llden ahe dame den. Man ſi zwinzet, wie zen, uc u ſt datket un eir nd bemr nihm ſümm. t wnden. E derg rſet dan inge tſchhon ſiian, dem ſö krihon d. In dahindn Mormitzd ſi dient der gi nre und Jaloit welche dergln dentlich zu hu eine elaemtt. gebe el ſie tfh zheit, alt uwi mancen fillg : keine Talung wo im Kena roͤwo den, jerigen, En 1 des Landvolks und ihrer Verſchlim merung. 35 Entzuͤndungen, oder heilſame Ausleerungen haben,— ſind ſie in allem Betracht ſchaͤdlich. Nur der erfahrne Arzt muß die immer ſeltenen Faͤlle beſtimmen, wo bey Fiebern Wein und andere hitzige Mittel nothwendig ſind. Der gemeine Mann liebt die abfuͤhrenden Mittel mehr als diejenigen, welche Brechen machen, und gebraucht ſie oͤfters ſowohl in hitzigen als langwierigen Krankheiten. Wenn er ſich blos an gelind wirkende Mittel hielte, ſo wuͤrde er ſich ſelten damit ſchaden; allein er hat zu ſeinem Ungluͤck einen Hang zu nachdruͤcklich angreifenden Sachen. Daher finden keine Quackſalbermittel ſo ſtarken Abſatz, wie diejenigen, welche tuͤchtig purgiren. Mit ſolchen ſtarkwirkenden Dingen, wie mit den mancherley Univer⸗ ſalpillen, welche die Arzneykraͤmer im Lande herumtragen, mit den Purgierkoͤrnern, dem Jalappenharz, dem Lerchen⸗ ſchwamm, den Coloquinten, Zaumuͤben und zehnerley dergleichen, geſchieht nun viel Boͤſes. Dieſe Mittel und uͤberhaupt alle heftig wirkende Purganzen ſind eigentlich Gifte, die nie ohne die groͤßte Vorſichtigkeit gebraucht werden duͤrfen. Sie verurſachen große entkraͤftende Aus⸗ leerungen, Kraͤmpfe, heftiges Kneipen, Entzuͤndungen der Eingeweide, Zuckungen, Ohnmachten und oftmals den Tod. Die ſtaͤrkſten Leute koͤnnen durch ein einziges dergleichen Mittel ihre Geſundheit von Grund aus ruini⸗ ren, und ſich für ihr Lebenlang ſchwachl ich und ſiech machen. Schwangere, ſehr vollbluͤtige Leute, ſolche, die mit Bruͤchen behaftet, ſchwach auf der Bruſt, oder ſonſten ſehr ſchwäͤchlich ſind, duͤrfen uͤberhaupt weder Brechmittel, noch etwas wirkſamere Purganzen nehmen. Es giebt wenig Krankheiten, wo ſich keine Unreinig⸗ keiten in dem Magen und den Gedaͤrmen ſammlen. Daher ſind die ausleerenden Mittel allerdings von ſehr ansgebreitatem Nutzen; aber es iſt nicht gleichguͤltig, welche C davon 24 Urſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten davon und wann ſie gebraucht werden. Oft ſind ſie uͤber⸗ fluͤſig. Die Zeichen jener Unreinigkeiten(§. 36.) ſind nicht immer ſo ganz zuverlaͤſſig, und wenn auch der⸗ gleichen da ſind, ſo ſitzen ſie doch oftmals ſo feſte, oder ſind ſo zaͤhe und unbeweglich, daß ſie durch kein auslee⸗ rendes Mittel weggebracht werden koͤnnen. So iſts gewoͤhnlich im Anfang der hitzigen Krankheiten. So wie ſie nach und nach losweichen, ſo ſchafft ſie die Natur gemeiniglich von ſelbſt fort, und die Zufaͤlle davon, der bittere Geſchmack, der unreine Mund, die Ueblichkeit verlieren ſich allmaͤhlig. Wenn man der Natur dadurch behuͤlflich iſt, daß man viel aufloͤſendes und verduͤnnendes Getraͤnke genießet, ſo hat man nicht noͤthig, etwas zum Brechen oder zum Abfuͤhren einzunehmen. Ueberhaupt ſollte es niemals geſchehen, wenn man nicht offenbare Anzeigen hat, daß es noͤthig iſt, und niemals ſollte man ſich andrer Mittel bedienen, als ſolcher, die ſehr gelinde wirken. 1 Durch das unbedingte Aderlaſſen in Krankheiten wird nicht weniger Unheil angerichtet. Gewoͤhnlich iſt es das erſte Mittel, welches unwiſſende und gewinnſuͤchtige Bader und Dorfharbierer einem jeden bey der geringſten Beſchwerde anrathen, ohngeachtet es in beyweitem den meiſten Faͤllen nicht noͤthig, ſondern ſchaͤdlich iſt. So iſt es faſt bey allen langwierigen Krankheiren, bey allen Fiebern, die von Unreinigkeiten in den erſten Wegen herruͤhren, wo keine Vollbluͤtigkeit, aber Schwäͤche und Mangel an Lebenskraft zugegen iſt, ſchaͤdlich. Gutartige Krankheiten koͤnnen auf eine unzeitige Aderlaſſe auf einmal ſchlimm und boͤsartig werden. Man kann dieſes bey herrſchenden hitzigen Krankheiten oft genug ſehen; es giebt welche, die das Aderlaſſen durchaus nicht vertragen, und wo die wenigſten von denjenigen davon kommen, welchen man Blut weggelaſſen hat. NrIE §. 28. e w gaiinſite der Mi geßt auf 1 woͤdziniſc ſ vie unt gubſehlich n ſdeun An ſt ene— ¹ Puuähe u ihr Gel dm vit d ot ihre riſende De lzinn grüͤſ nſſcher, die fi genden 9 ſarftichte d ſie uͤbeg 36.) ſnd auch d ſeſße, de hin ausen Od ſt ten, Sonit de die Naur t davon, w die Uebüiche Natut daduh vetduͤnnne ig, uwas ſ —d. Uhhanhew nicht ofenda nals ſollte ni die ſehr gide rankhetn ud eulich it ede nyſuͤchtigt dhr gſten eſt en weiſtenſihn iſt es i gen Fiebem herrhn, N und Maut, artigt Kanhlg feinmal ſim z bey herſteit — z giebt teldt und ne 1 en, wähhn 1 3 „morden. des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 35 §. 28. Anhänglichkeit an Pfuſchern und abergläubigen Meynungen. Der Mißbrauch wirkſamer Heilmittel fuͤhrt mich zunaͤchſt auf eins der gröͤßten Uebel des gemeinen Weſens, die mediziniſche Pfuſchercy. Dieſe heerſcht nirgends ſo ſehr, wie unter dem gemeinen Volke, und ihr Schaden iſt unabſehlich groß. Sie toͤdtet mehr Menſchen als die Peſt und als die blutigſten Kriege. Liederliche und ver⸗ dorbene Leute, die zu dumm oder zu traͤge ſind, um ſich auf eine ehrliche Art zu ernaͤhren, wagen ſich an die Heilkunſt, die ſchwerſte und wichtigſte unter allen Kuͤnſten. Sie unterſtehen ſich Kranke zu kuriren, ohne daß ſie die geringſte Kenntniß von Krankheiten, ihren Heilmitteln und deren Anwendungsart beſitzen. Da giebt es Markt⸗ ſchreyer— dummdreiſte und unverſchaͤmte Leute, die das Land durchziehen, den Poͤbel beluſtigen, und die Kranken um ihr Geld, ihre Geſundheit, oft ums Leben bringen, dann mit ihrem Blutgeld weiter eilen, um im naͤchſten Ort aͤhnliche Betruͤgereyen zu begehen— Operiſten, reiſende Doctorn, die ſich mit falſchen Titeln und Privi⸗ legien bruͤſten, Arzneyhaͤndler— gewinnſuͤchtige Gift⸗ miſcher, die ihre verderbliche Waaren in Zeitungen und fliegenden Blaͤttern ausruͤhmen— Neftraͤger, Tyroler, Scharfrichter, Hirten, aite Weiber— und wer kann alle die Leute nennen, die ſich mit der Quackſalberey abgeben, die alle in ihrem Zirkel thaͤtig ſind, um Menſchen zu Sie finden bey dem ehrlichen, leichtglaͤubigen, unwiſſenden Landmanne den meiſten Eingang. Er hat keine Begriffe von der Wichtigkeit der Heilkunde, haͤlt Verſprechungen und Vorſpiegelungen unmoͤglicher Dinge fuͤr wahr, und glaubt es ſey unmoͤglich, daß Menſchen ſo boshaft ſeyn koͤnnen, um eines geringen Gewinnſtes willen ihre Nebenmenſchen unter dem Schein einer wohl⸗ C 2 thaͤtigen „† 36 AUrſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten thaͤtigen Huͤlfsleiſtung um Geſundheit und Leben zu bringen. Es iſt zum Erſtaunen, daß manchmal ſelbſt vernuͤnſtige und ſonſt einſichtsvolle Leute Zutrauen zu ſoͤlchen Betruͤgern haben, die oft ihren Namen nicht ſchreiben oder gar nicht einmal leſen koͤnnen. Man ver⸗ trauet dem geringſten Handwerker nichts an, wenn man weiß, daß er nichts gelernt hat, und das Wichtigſte, was wir beſitzen, Geſundheit und Leben, verdinget man an jeden Taugenichts, der, wenn er nur bezahlt wird, ſich uͤbrigens gar nicht darum bekuͤmmert, ob er zum Luͤgner werde, oder nicht, und ob die Kranken geheilt, oder Schlachtopfer ſeiner Unwiſſenheit werden. Wenn man keinen ordentlichen, von der Landes⸗ obrigkeit angeordneten oder genehmigten Arzt zu Rath ziehen kann, ſo iſts beſſer, daß man ſeine Kranke gar nichts gebrauchen laͤßt, und ſie nur ordentlich verpfleget, als daß man ſie dergleichen Pfuſchern anvertrauet. beſchweret ſonſt ſein Gewiſſen, und macht ſich der Mord⸗ ſuͤnden dieſer Leute theilhaftig. Leichtglaͤubigkeit, Unwiſſenheit und Aberglaube ſind gewoͤhnlich bey einander. Der Aberglaube war immer ein Eigenthum der Einfaltigen unter dem gemeinen Volke, und er wird ſchwerlich jemals ganz ausgetilget werden. Dergleichen Leute, die mit den Kraͤften der Natur nicht bekannt ſind, ſind ſehr geneigt, alle ungewoͤhnlichen Vor⸗ faͤlle von uͤbernatuͤrlichen Urſachen, von Bezauberungen, Einwirkungen des Teufels und der Geſtirne herzuleiten. Sie halten alle Krankheiten, deren Zufaͤlle nicht ganz gewoͤhnlich ſind, und die etwas wunderbar ſcheinen, vor⸗ zuͤglich Nervenkrankheiten, manche Gattungen der fallenden Sucht, die Starrſucht, den Veitstanz, die Duͤrrſucht der Kinder ꝛc⸗ fuͤr uͤbernatuͤrlich, und wollen ſie mit Segenſprechen, Naͤuchern, Amuletten, durch die Sym⸗ pathie und dergleichen Mittel, die eben ſo thoͤricht und laͤcher⸗ Man des lat dözlih nd angen, u tel geheilt Du Kale ſeſmhmen d won, 1 T gat ſc. ih? Geſund Khenders a K d W G zeſundhei hanſchen kin Munſe d andere. 1 we diglch ode Aͤinii 4 nehr Rackalber nagnag funde —— — ten Aben M chmal ſelh ſelſt Zutruun a Ranm niüt Man wen— wenn wan 6 Wihtſe erdinget mag brzahlt vi 0b er ſan tanten geſi en. i der Lande At Ih ine Kanke z tllich verxſtzt ertrauet. Man ſich de Nayx Abergſtchtd ube war inme gemeinen Ait⸗ sgetilget wend. der Natur ſüt ewoͤ hal Falich a d Bezeuberunge dirne hetzwlein gſalle nich geh ar ſcheinen, We ggen de falent di Däri belin ſi nt durch di 1 hhörict 1 ſiche des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 3) laͤcherlich ſind, wie ihre Begriffe von der Entſtehung jener Krankheiten, kuriren. Daruͤber verſaͤumen ſie dann die natuͤrlichen Mittel, die zur Rettung der Kranken haͤtten dienen koͤnnen. Es iſt traurig, daß man immer noch wiederholen muß, daß alle Krantheiten von natuͤrlichen Urſachen abhangen, und wenn ſie heilbar ſind, durch natuͤrliche Mittel geheilt werden muͤſſen. Der Kalenderglaube iſt nicht viel beſſer., Kurzſichtige Leute unter dem gemeinen Volke machen den Kalender zu ihrem Geſetzbuch: ſie fuͤrchten ſich irgend ein Mittel zu brauchen, wenn die Aſpekten nicht guͤnſtig ſind, und verſaͤumen deswegen die Zeit, wo es helfen koͤnnte, oder ſie nehmen ein andres Mittel, das nicht taugt, blos deswegen, weil der Kalender ſagt, daß es an demſelben Tag gut ſey. So machen ſie nicht ſelten ihr Leben und ihre Geſundheit von der Entſcheidung eines unwiſſenden Kalenders abhaͤngig. ESsI iſt eine handgreifliche Thorheit; denn geſetzt auch, daß die Geſtirne auf den menſchlichen Koͤrper und deſſen Geſundheit wirken, ſo kann es doch nicht bey allen Menſchen auf eine und die nehmliche Art geſchehen; denn kein Menſch hat ganz die nehmliche Beſchaffenheit, wie der andere. Alſo waͤre es ja unmoͤglich, daß man wiſſen koͤnnte, was allgemein nach dem Einſtuß der Geſtirne dienlich oder ſchaͤdlich ſey. §. 29. Abneigung vor ordentlichen Aerzten— unfolgſamkeit. Je mehr und je leichter ſich der gemeine Mann von Quackſalbern aller Art bethoͤren laͤßt, deſto groͤßer iſt ſeine Abneigung vor ordentlichen Aerzten. Er iſt von Jugend auf mit Vorurtheilen gegen ſie eingenommen, und laͤßt es 8 5 insge⸗ um Rath frage, 38 rſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten insgemein erſt aufs Aeußerſte kommen„ehe er ſie um Rath fragt, und dann iſt er ſelten beharrlich und folgſam genug. Man meynt, daß die ordentlichen Aerzte die Umſtaͤnde und die Krankheiten der gemeinen Leute nicht kennen, weil ſie weniger Umgang mit ihnen haben, und man fuͤrchtet ſich vor groͤßern Koſten; aber man irret in beyder Ruͤckſicht. Von einem Manne, der ſeine ganze Lebens⸗ zeit damit zubringt, oft Tag und Nacht arbeitet, um ſich diejenigen Wiſſenſchaften zu erwerben, die einem Arzte nothwendig ſind; von dem iſts doch wohl zu vermuthen, daß er die Krankheiten beſſer einſehen und geſchickter heilen koͤnne, als ein Afterarzt, der gar nichts weiß, als ein paar elende Recepte. Ein Arzt muß wahrhaftig viel wiſſen, wenn er dieſen Namen mit Recht fuͤhren will. Aber eben deswegen kann ihn der gemeine Mann nicht beurtheilen. Er muß das kluͤgern Leuten uͤberlaſſen, und insbeſondre ſeiner Obrigkeit ſo viele Einſichten und Sorg⸗ falt fuͤr das gemeine Beſte zutrauen, daß ſie keine andre, als geſchickte Leute zur Ausuͤbung der Arzneykunſt bevoll⸗ maͤchtige. Niemand kann mit geringern Koſten heilen, als der geſchickte Arzt, der unter der großen Menge von Heilmitteln die wohtfeilſten auswaͤhlen, und oft auch ſchwere Krankheiten ohne eigentliche Arzneyen heben kann, blos dadurch, daß er ein gutes Verhalten anordnet. So iſt es bey Quackſalbern nicht. Ihre Bemuͤhungen ſind unter allem Werth; aber dennoch thut der Geringſte unter ihnen nichts umſonſt. Er weiß ſeinen Anhaͤngern nach und nach mehr abzulocken, als der Arzt und der Apotheker. wuͤrde genommen haben, und gemeiniglich muß man dann deſto groͤßre Koſten fuͤr Arztlohn und Arzneyen anwen⸗ den, weun erſt die Krankheit durch Quackſalberey ver⸗ ſchlimmert worden iſt. Es iſt aber nicht genug, daß man den Arzt bey Zeiten man muß auch ſeine Verordnungen befols d let ſfobn; tic ralchen, un Huaniheit Il Beſon lun Syeiſe in Terort anken bett ſes wied ſieten ſie ng der o ten ſem gſan gnn⸗ ie Unſine dicht bann, 1, und man aret in beßer ganze dhene eitet, um ſch z einem Ahe w vemuha, eſchichr hi weiß, a ch wahhrſig u ot füem ul ine Nunn hü Huͤderdſſen, ud chten ui Eng ß ſie kawe anie, Irznerkti eu en Koſ hien koßen Mxe w n, und oft ut neyen ſeden w. ten anoddot d Bemüßungt ſ der Gerinzſtr Anhingn h und der het jniglich minn nd Arweven dtod Quackſaber e e Metdut Decoe iine Dan M des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 39 befolgen; nichts, was er nicht verordnet hat, dazwiſchen brauchen, und nicht gleich von ihm abgehen, wenn etwa die Krankheit auf die erſte Verordnung noch nicht weichen will. Beſonders muß man auſs genaueſte befolgen, was er an Speiſen, an Getraͤnken, u. dergl. verbietet, und ſeinen Verordnungen in allem, was das Verhalten der Kranken betrifft, auf das genaueſte nachkommen: denn zu Heilung der Krankheiten muͤſſen allemal zwey Dinge gemeinſchaftlich wirken, naͤmlich eine gehoͤrige Lebens⸗ ordnung, und der Gebrauch der Arzneyen. Aber alles dieſes wird von gemeinen Leuten ſelten beobachtet, daher verlieren ſie viel von den Vortheilen, die ihnen die Bera⸗ thung der ordentlichen Aerzte verſchaffen koͤnnte. C 4 3 Zweyte Vou der Verſchiedenheit der Krankheiten 1 8 1— 4— 4 Zweyte Abtheilung. Von der Verſchiedenheit der Krankheiten und ihren Kennzeichen. §. Zo. Kennzeichen der Krankheiten überhaupt. Me muß die Krankheiten kennen und von einander zu unterſcheiden wiſſen, wenn man ſie heilen will, dazu wird viele Aufmerkſamkeit erfordert; manche ſind zwar leicht zu erkennen, andere hingegen deſto ſchwerer, denn ihre Zeichen ſind oftmals ſehr ungewiß. Oft kann man von der Urſache, aus welcher eine Krankheit entſtan⸗ den iſt, auf ihre Beſchaffenheit ſchließen. Man muß ſich daher nach derſelben erkundigen. Man muß ferner den Puls fuͤhlen, ob er geſchwinde oder langſam, de oder klein, hart oder weich ſchlaͤgt, und nachſehen, die Zunge und der Mund rein iſt, oder nicht. 5 beobachtet die Geſichtsfarbe, und uͤberhaupt das aͤußere Anſehen des Koͤrpers, die Beſchaffenheit der Ausleernn⸗ gen, das Athemholen, und ſonſtige ungewoͤhnliche Zufaͤlle, Schmerzen, Kraͤmpfe, Geſchwuͤlſte, Entkraͤftung, die mehr oder weniger veraͤnderte Genuthoheſchaſſenheit der Kranken.— Man wird immer einige Zufaͤlle finden, andern hervorſtechen. Wenn man auf dieſe aufmerkſom genug iſt, ſo wird man leicht im Stande ſeyn, diejenigen Krankheiten zu unterſcheiden, die am gewoͤhnlichſten vor⸗ kommen. * die vor de meh 1he Ulnterſch bwiid blos ſod haupt Funet ſ Ädein Kran ¹wrgiſche ſe debense End Mac Äd z ver kaumt ankheinn un aupt. nd dun angn an ſeehelee d et; munqe ſ en deir ſöve, gewiſ. Oſt mn Kruuthet anfm ßen An uß Ma wi fanet der unſm, ul nd nahſehet, der lict An rhaupt dat ait eit der Tuutem ewihrlhezil, Entkriftung, ebeſchafendetn edieſe auireha de ſeon, düſge g ewoͤhnlichn me und ihren Kennzeichen. §. 31. 8 Haudteint heilung der Krankheiten. Die mehreſten Krankheiten koͤnnen alle Menſchen ehne Unterſchied des Alters und Geſchlechts befallen; andre ſind blos dem weiblichen Geſchlechte eigen und eini⸗ gen ſind hauptſaͤchlich die Kinder unterworfen. Ferner ſind alle Krankheiten entweder innere oder aͤußere, je nachdem ſie von innern oder aͤußern Urſachen entſtanden ſind, in innerlichen oder aͤußerlichen Theilen ihren Sitz haben, und vorzuͤglich inner⸗ oder aͤußerliche Huͤlfsmittel erfodern. Unter dieſen verdienen diejenigen Faͤlle eine vorzuͤgliche Betrachtung, wo durch ſchnellwir⸗ nkende Urſachen eine große und ploͤtzliche Lebensgefahr, oder ein ſcheintodter Zuſtand veranlaßt wird. Man theilt daher die Krankheiten in allgemeine— und in Krankheiten der Weiber und Kinder, in aͤußerliche chirurgiſche Krankheiten, und in ſolche, wo eine ploͤtz⸗ lüche Lebrnageſahr Statt fnnder. 6. 32. Endemiſche, epidemiſche und anſteckende Krankheiten. Manche Krankheiten ſind in verſchiedenen Gegenden und zu verſchiedenen Zeiten mehr und weniger gewoͤhnlich. So kommt z. B. der Scharbock in einigen Laͤndern ſehr haͤufig vor, in andern kennt man ihn nicht, und die Wechſelſieber ſind in hohen gebirgigen Gegenden ſelten; „in denjenigen hingegen, die tief liegen und feucht ſind, ſind ſie deſto gewoͤhnlicher. Andre Krankheiten, hitzige, beſonders Faulfieber, das Seitenſtechen, die Ruhr, die Pocken, Maſern, das Scharlachfieber, einige Gattungen vom Huſten u. d. m. machen Epidemien, das heiſt: ſie pflegen mehrere Menſchen zu gleicher Zeit zu beſallen, Einge von denſelben ſind zugleich anſteckend, 3. B. die Pocken, f 42 Von d. Verſchiedenh. d. Krankheu ihren Kennz. Pocken, aber nicht alle; und viele Krankheiten, die anſteckend ſind, ſind nie epidemiſch, z. B. die Luſtſeuche, die Kräͤtze, die Folgen von dem Biſſe wuͤthender Thiere, u. a. X 6. 33. Was ein Fieber iſt. Verſchiedenheit der Fieber. Unter den allgemeinen Krankheiten kommen die Fieber am haͤufigſten vor. 1 Wenn jemand einen Froſt oder Schaudern bekommt, worauf Hitze folgt, mit einem geſchwindern Puls, als er im natuͤrlichen Zuſtande ſeyn ſollte, und einer ungewoͤhn⸗ lichen Mattigkeit, ſo ſagt man, er habe ein Fieber. Wenn ein Fieberanfall, nachdem er einige Zeitlang gedauert hat, ſo voͤllig und mit allen Zufaͤllen nachlaͤßt, daß dem Kranken wenig oder nichts mehr zu fehlen ſcheinet, bis er nach einer laͤngern oder kuͤrzern Zwiſchenzeit wieder einen aͤhnlichen Anfall bekommt, ſo hat er ein Wechſel⸗ fieber. Wenn aber die Fieberzufaͤlle nicht ganz aufhoͤren, der Puls beſtaͤndig geſchwinder bleibt, als er ſeyn ſollte, ſo iſt es ein anhaltendes Fieber⸗ Kanche von dieſen ſind ſehr langwierig, meiſtens in ihrem Anfange kaum merklich, und gar gelinde in ihrem Fortgang. Man nennt ſie ſchleichende, langſame Fieber. Gewoͤhnlich begleiten ſie eine Abzehrung des Koͤrpers. Andre hingegen waͤhren nicht lange, und haben mehren⸗ theils heftige Zufäͤlle. Dieſes ſind ſogenannte hitzige Fieber, hitzige Krankheiten, die wichtigſten und gemeinſten Krankheiten unter dem Landvolk. 3 Dritte on der — — ttiderniſe aund derje ( d mehre L n und w E gubt ab de ensordnun de hüten, ſo⸗ ti ge kleiae unkr die Ar a Keckenden dnaͤodete Vor! hyſt, der Ltäze und Jſchert, d W heißt/ etſas von tiß, wenn Cſttalome NAor an p d, wen he bo ſhſene 3 weſen ſed nnan, e ten Kent. anthein g die duße 8 thender Yn Fiehtt. umen die Fie audetn bekome en Puls, 161 einer ungenij ein Fither r einige zeibeg dufilen nachtß, zeſihlen ſceit wiſchenzeit vam at ex iin Whſel ht aanz uuffäten, als u ſon ſlle, trig, weſſtenzän zeünde in im langſame pi des Kowa und habani ſogenannt ſt ten und gmilis Dritte Abtheilung. Von der Verhütung der Krankheiten. §. 34. Haupterfoderniſſe zur Verhutung anſteckender und epidemiſcher Krankheiten und derjenig zen, die von gewaltſamen Urſachen entſtehen. D⸗ mehreſten Krankheiten ſind Folgen von Diatfehlern, und man entgeht ihnen, wenn man dieſe vermeidet. Es giebt aber doch einige Verhaͤltniſſe, wo eine gute Lebensordnung nicht zureichend iſt, um Krankheiten zu verhuͤten, ſondern noch beſondre Vorſicht und manchmal einige kleine Huͤlfsmittel noͤthig ſind, die man doch nicht unter die Arzneyen zaͤhlen kann. Dies iſt der Fall bey anſteckenden herrſchenden Krankheiten und denjenigen, die von aͤußerlichen und gewaltſamen Urſachen entſtehen. Vor manchen anſteckenden Krankheiten, wie vor der Peſt, der Hundeswuth, der veneriſchen Krankheit, der Kraͤtze und ihren Arten, iſt man allemal und vollkommen geſichert, wenn man ſich der Anſteckung nicht ausſetzt, das heißt, wenn man weder den Kranken, noch irgend etwas von dem, was er verunreiniget hat, beruͤhret, oder, wenn man angeſteckt worden, das aufgenommene „Gift baldmoͤglichſt wieder wegſchafft. Vor andern anſteckenden Krankheiten kann man ſich huͤten, wenn man nur den angeſteckten Perſonen nicht zu nahe kommt, und wenn man alle ſolche Dinge von ſich entfernet, welche in der Naͤhe der angeſteckten Perſonen geweſen ſind, und das Gift der Krankheit in ſich enthalten koͤnnen. So bleibt man von den Pocken und den Maſern ſicher 44 Von der Verhuͤtung der Krankheiten. Praͤſervation vor Krankheiten zu bedienen pfleget. ſicher unangeſteckt, wenn man ſich nur huͤtet Pockenkranke, oder Sachen, die in der Naͤhe derſelben waren, zu beruͤhren, und uͤberhaupt den Dunſtkreis, den ſolche Kranken und ſolche Sachen um ſich haben, und der mit Ausfluͤſſen von dem Pocken; oder Maſerngifte erfuͤllt iſt, meidet. Ungleich ſchwerer iſt es, diejenigen Krankheiten zu verhuͤten, die zu gewiſſen Zeiten an einem Orte viele Menſchen zugleich befallen; denn ihre Urſachen ſind allge⸗ meiner, wirken auf jedermann, und ſind ſchwerer zu vermeiden— wie die ungeſunde Beſchaffenheit des Wetters und der Nahrungsmittel bey allgemeinem Mißwachs, Indeſſen bleiben doch diejenigen gemeiniglich von herr⸗ ſchenden Krankheiten verſchonet, die uͤberhaupt eine gute Diat fuͤhren, und man kann ſich bey ſolchen Umſtaͤnden, die nachfolgende Krankheiten drohen, bey langer anhaltend heißer Witterung im Winter und Fruͤhling, bey naßkaltem Wetter, beym Mißwachs— ziemlich ſicher ſtellen, wenn man die oben im z. 6. u. 12.§. empfohlenen Vorſichts⸗ regeln befolgt. Oft kommt es blos auf das gute Gluͤck an, daß man Krankheiten von aͤußern und gewaltſamen Urſachen entgehe: aber man koͤnnte ihnen noch oͤfter ausweichen, wenn man mit den Gefahren bekannt, und vorſichtiger waͤre. Es wuͤrden viele Ungluͤcksfaͤlle vermieden werden, wenn man die giſtigen Pflanzen, die Schaͤdlichkeit des Kohlendampfes, der lange eingeſchloſſen geweſenen Luft und der Duͤnſte von gaͤhrenden Dingen allgemeiner kennete, und wenn man ſich in Waſſer⸗ und Feuersgefahr, bey Ungewittern und dergleichen mit mehr Bedachtſamkeit betruͤge. Ich werde hier und da bey der Abhandlung des Ver⸗ haltens in einzeln Krankheiten angeben, wie man ſie verhuͤten koͤnne; gegenwaͤrtig aber nur einige Anmerkungen uͤber die Mittel beyfuͤgen, deren man ſich gewoͤhnlich zur * doas hen d g zur E athiſſen dſt de ſe dy ſhe. ſie weit enl ichet Acer ds Ad das berſt däch ncht K herf ſn nean nol bag ohn Na niien au heiten. ·t ulatatd in,zu briheg m e Knntmn i usſiſſa a meidet Kannhe tien inem Ore gii ſachen ſnd dah ſind ſchwete acrudne 49 nem Mache niglich vun ſen erhaupt ein n uich Umſinn, langer anhalde , dey naßkätg her ſtelen, vens b ſene Lorſchte uc n, wnmn lrſahmnthißt. eichen, denn u hlaget vit. 6 erden, wenn va es Kohlendamin und der dun ennete, und ba „bed Uagedinn it betruͤg danduung d n, wie mu nige Aumatme ach gewihrlch in pflese 9 Von der Verhuͤtung der Krankheiten. 45 §- 3 33: Ann nerkungen über die gewohnlichen peiſervatisnsmittet. Der Ausbruch einer Krankheit kann zwar oftmals durch eiin zur rechten Zeit angewendetes Mittel gluͤcklich verhindert werden; allein es waͤre ſehr traurig, wenn man allezeit Arzneyen gebrauchen muͤßte, um ſeine Geſund⸗ heit zu erhalten. Dieſes kann tauſendmal geſchehen, ohne daß man jener ein einzigesmal noͤthig haben ſollte, und niemand hat es weniger noͤthig, als der Landmann. Es giebt in allen Gegenden Leute, die geſund bleiben und alt werden, ohne jemals etwas zur Proͤſervation zu gebrauchen. Wenn man geſund iſt, ſo iſt es wirklich Thorheit um alle Praͤſervationsmittel; man macht ſi ich krank, um geſund zu bleiben. Das gemeine Volk ſteht faſt uurchazngig in dem Wahn, daß es zur Erhaltung der Geſundheit beytrage, wenn man zu gewiſſen Zeiten jaͤhrlich ein⸗ oder zweymal zur Ader laſſe oder ſchroͤpfe, und dann und wann etwas abfuͤhrendes einnehme. Aber das ſind Mißbraͤuche, wodurch man ſich weit oͤfter ſchadet, als den gehefſlen Endämac erreichet. . 1 36. 6 65 naber das Adertaſſen und Schröpfen zurx präſervation. Das Aderlaſſen kann keine andre Abſicht haben, als das uͤberfluͤſſige Blut wegzuſchaffen. Allein es iſt ſo „leicht nicht zu erkennen, ob uͤberfluͤſſiges Blut da iſt. Das kann nicht leicht jemand mit Gewißheit beſtimmen, als ein verſtaͤndiger Arzt oder Wundarzt: daher kann auch ſonſt niemand beurtheilen, ob und wann das Blutlaſſen nothwendig iſt. Indeſſen ſchadet es allemal, wo es ohne Noth orgenommen wird, und das geſchieht in den meiſten Faͤllen. Die Beyſpiele ſind gar nicht ſelten, daß 8 ſich 46 Von der Verhuͤtung der Krankheiten. ſich geſunde und ſtarke Leute durch unvorſichtiges zu ſtarkes und wiederholtes Aderlaſſen um ihre Geſundheit gebracht, ſich entkraͤftet und ſchleichende Krankheiten, ein gedunſenes Weſen, die Waſſerſucht, und ein fruͤhzeitiges Alter zuge⸗ zogen haben. Und doch glaubt man durch das Aderlaſſen ſich vor Krankheiten zu ſchuͤtzen. Ein Mittel, das ſo leicht und ſo unwiederbringlich viel ſchaden kann, ſollte man nicht ſo leichtſinnig brauchen. Niemanden kann das Aderlaſſen zur Praͤſervation vor Krankheiten weniger nothig und nuͤtzlich ſeyn ais den Landleuten. Sie ſollten es ganz und gar unterlaſſen, oder wenn ſie daran gewoͤhnet ſind, ſich nach und nach davon abgewoͤhnen, ſo daß ſie jedesmal die Aderlaͤſſe um einen oder auch zwey Monate weiter hinaus verſchieben, und ſich zu der Zeit, wo ſie ſonſt gewoͤhnlich Blut zu laſſen pflegten, aller erhitzenden Getraͤnke und aller ſtark naͤhrenden Speiſen enthalten. Ihre einfache und arbeitſame Lebensart laͤßt ſo leicht keine Vollbluͤtigkeit entſtehen; und wenn das ja bey einigen Leuten geſchiehet, die gut eſſen und trinken, wenig Bewe⸗ gung und keine Sorgen haben, ſo kann ſie weit ſichrer wie durchs Aderlaſſen vermindert werden, wenn ſolche Leute bey einer magern, nicht ſehr naͤhrenden Koſt, meiſtens von Baumfruͤchten, Gartengewaͤchſen, Brod und Waſſer— fleißiger arbeiten, weniger ſchlafen, und vielen Eſſig und andre ſaure Dinge genießen. Das Schroͤpfen kann nicht ſo viel ſchaden, wie das Aderlaſſen, mehrentheils iſt es ganz unſchaͤdlich, es muͤßte denn im Uebermaaß oder zu oft geſchehen; aber es iſt doch allemal ein uͤberfluͤſſiges Vorbauungsmittel. Man irrt ſich ſehr, wenn man glaubt, daß das boͤſe Gebluͤt dadurch abgezapfet, der Koͤrper gereiniget und vor Fluͤſſen verwahrt werde.. s in un y= na bnal Ke Un fanden— Kreſtheit z dhf hiendes ſin abet i A bloßer w kende 2 in 7 ſ. vi kende d d es Gift geſe ickter 3 Alein du brauche in nmeiſe nie lürthe ” iſe eit dal. ab tli ke de Beregns man die g kdeiten. cige ſr 8 mahm büut a, ein dednnſm iiiges Aia enn a Mänl, aden dau 1 jemande den kannge anthett eiten de aig eumm. diſg edarnaen gedäge 13% ſ h ſſe nuch Sweh Mar de z, u de en, dlr gſizenn din mfetn. ar liſtſ lict hine a ſt ſh elier rumn daade hm ſ va ſäm vaden, den ſh ehe uüheed R renzewicſen, d waitzer ſlaſen, 1 zerußm. riel ſhedm, di anſchddäh, Ann giſcehen; de 1 zauungswitt. M daß dat diſt G46 4* enigt un mih 6 1 Von der Verhuͤtung der Krankheiten 4 Ueber den Gebranch der audteeitnden Mittel.- Man erkennet es daran, daß⸗ man Unteinigkeiten in dem Magen und den Gedaͤumen habe, wenn man des Morgens nuͤchtern einen uͤblen, bittern, fauligen oder ſalzigen Geſchmack im Munde hat, ſchleimige Unreinig⸗ keiten auf der Zunge und an den Zaͤhnen, Ekel, uͤbles Aufſtoßen und Neigung zum Erbrechen verſpuͤrt, oder wirklich bittere und ſchleimige Materien wegbricht; wenn man keinen Appetit, ein Druͤcken in der Gegend des Magens, einen aufgetriebenen Leib, Kolikſchmerzen und unordentlichen Stuhlgang hat, bald einen Durchfall, dann wieder Verſtopfung, eine Schwere in den Gliedern, manchmal Kopfſchmerzen und Schwindel.— Bey dieſen Umſtaͤnden,— wenn kein Fieber, oder ſonſt eine offenbare Krankheit zugegen iſt, kann ein brechenmachendes oder abfuͤhrendes Mittel allemal nuͤtzlich ſeyn. Dieſe Mittel ſind aber im Gegentheil ſchaͤdlich, wenn ſie ohne Noth, aus bloßer Gewohnheit, und zu oft, oder wenn zu ſtark wirkende Dinge gebraucht werden. Ich habe ſchon oben im 27.§. die uͤblen Folgen erzaͤhlt, die dergleichen heftig wirkende Dinge hervorbringen, und ich wiederhole es, daß es Gifte ſind, die nur ſelten und unter den Haͤnden geſchickter Aerzte nuͤtzlich ſeyn koͤnnen. Allein es iſt doch allemal beſſer, kein Arzneymittel zu gebrauchen, wenn es nicht durchaus noͤthig iſt, und ein den meiſten Fallen kann man der Brech⸗ und Purgier⸗ mittel uͤberhoben ſeyn, wenn ſie ſchon noͤthig ſcheinen. Man eſſe weniger als gewoͤhulich, und taͤglich nur einmal; aber nichts ſchr nahrhaftes und fettes; man trinke viel friſches Waſſer dabey, und mache ſich mehr Bewegung, als man ſonſt gewohnt iſt. Dadurch wird man die Beſchwerden von Unreinigkeiten heſſer und . gruͤnd⸗ 48 Bon der Verhutung der Krankheiten. gründlicher vertreiben, als wenn man eigentliche Abfuͤh⸗ r smittel genommen haͤtte. V bandeMan kann es nicht oft und nachdruͤcklich genug erinnern, daß es hauptſaͤchlich auf eine gute Diaͤt Man kann ſich durch zu viele Beſorglichkeit vor bevor⸗ Sorgloßigkeit. 6 ankomme, wenn man Krankheiten verhuten will, und — 2* 2 4 daß die Landleute dazu gar keiner Arzneyen beduͤrfen. ſtehenden Krankheiten, und durch Mediziniren dagegen weit eher Krankheiten zuziehen, als durch eine unthaͤnge 4 gan gythen 6 ſie Heil I dunc An nicts a jäſhnet mue biche, Bees geſch die Narurkti K kamke Behüͤlſ, hbd, n do aus, d te theils: d. Natur gue lebene af das kheiten. an zm ine ae d. him dil, dneyen iin lchktit un ber dedizinien ua —— — —— 1 — uch än nſit d b 49 Vierte Abtheilung. Von dem Verhalten in Krankheiten. §. 38. Nothwendigkeit eines guten Verhaltens in Krankheiten. De Heilung der Krankheiten geſchiehet ganz allein durch die Kraͤfte der Natur. Ohne dieſe kann der Arzt nichts ausrichten. Sehr oft heilt die Natur Krank⸗ heiten ohne alle Beyhuͤlfe der Arzneykunſt, und zuweilen auch ſolche, die alle Kunſt der Aerzte nicht heilen konnte. Beydes geſchiehet am ofteſten unter den Landleuten. Wenn die Naturkraͤfte noch ſtark genug ſind, und wenn ihrer Wirkſamkeit nichts im Wege ſtehet, ſo iſt jede kuͤnſtliche Beyhuͤlfe, jedes Arzneymittel uͤberfluͤſſig, ſogar nach⸗ theilig, weil es die Naturwirkungen ſtoͤret. Man ſi jeht daraus, daß es, um von Krankheiten zu geneſen, groͤß⸗ tentheils nur darauf ankommt, daß man die Heilkraͤfte der Natur erhalte, und dieſen großen Dienſt leiſtet eine gute Lebensordnung und ſchickliches Verhalten. Sie muß alfo das erſte und vornehmſte Anliegen ſeyn, wenn man von einer Krankheit befallen wird. Alle hitzige Krankheiten erfodern uͤberhaupt einerley Lebensordnung. Nur in wenig Faͤllen wird durch beſon⸗ ‚dere Umſtaͤnde etwas eigenes im Verhalten noͤthig gemacht, Ich werde vorerſt die allgemeinen Regeln der Lebensord⸗ nung in hitzigen Krankheiten, die allemal dienlich iſt, vorſchreiben, dann diejenigen verſchiedenen Faͤlle beſtim⸗ men, wo die Krankheit etwas beſonders in dieſem Stuͤcke verlanget. 9 Erßen ..2 4. so Vom Verhalten in hitzigen Krankheiten. v“. 1 Er ſter Abſchnitt. Allgemeine Regeln der Lebensordnung in hitzigen Krankheiten.. . G 34 4 3 Soygr 4e De Regeln der Lebensordnung in hitzigen Krankheiten, und zwar je nachdem dieſelben entweder ſchon ganz zum Ausbruch gekommen ſind oder noch nicht, und fuͤr Gene⸗ ſende, ſind etwas— mehr und minder, von einander verſchieden. Ich muß ſie deswegen jede abſonderlich vortragen. b . 3). ¹. Regeln des Verhaltens beym Anfang der hitzigen Krankheiten. Man merkt es faſt allemal einige Tage vorher, wenn man eine hitzige Krankheit bekommen wird. Man befindet ſich nicht recht wohl, man iſt traͤge, unluſtig, ſchlaͤfrig, der Appetit fehlt, und es liegt etwas vor dem Magen, der Kopf iſt eingenommen, manchmal die Bruſt etwas beklemmet, man ſchaudert leicht und kommt leicht zum Schwitzen⸗ b Wenn man eine ſolche Veraͤnderung an ſich wahr⸗ nimmt, ſo kann man zum oͤftern der Krankheit durch ein gutes Verhalten doch noch vorbeugen, oder zum wenigſten allemal machen, daß ſie gelinder und weniger gefaͤhrlich wird⸗ Man muß, ſobald als man ſich unpaͤßlich befindet, 1. nur wenig und blos fluͤſſige Speiſen, kein Fleiſch,. keine Fleiſchſuppen, Eyer, Fettigkeiten, Kaͤſe, Mehlſpeiſen,— uͤberhaupt nichts ſcharfes und erhitzendes eſſen. Bey voͤlligem Mangel des Appetits eſſe man gar nichts. Man hat ſchon ſeit den aͤlteſten Zeiten beobachtet, daß diejenigen insgemein am ſeltenſten von hitzigen Krankheiten befallen werden, die 1 V Toar die gen jhel b Man ppey kein ſt ſaader wit E Eſſiig wordet Küͤche holde heilſa dem; abi ee am z. Ma laſter Nleie wan gel 4 hitz ehſte kann ſchte und eete —- n nserduun, teyr. L 7 3 und fit ir Gen ae 4 dan tinan. ſae thendett V V i9h 095 higtzen Aanfhete, Taze uiſ, un wind Nn bein unien, ſäüie as um Nam al du di aut d konu lit hn derung u ſh dh der Kraat 1 b) orbeugen, 95 1 gelinder und n erpißüch det Speiſen, kin d R. Fattgkeit, 4 V nichts ſoufe 1 r m Manal des Lict t ſe fün ti enigen ini mat deäles nin jeittn 1 Vom Verhalten in hitzigen Krankheiten. 51 die gewohnt ſind, ſtrenge zu faſten/ ſo oft ſie ſich uͤbel befinden. 32 Man muß hingegen viel trinten, taͤglich ein bis zwey Maas oder noch mehr, aber keinen Wein, kein ſtarkes Bier— Drantewein, keinen Kaffe; ſondern reines lanwarmes Waſſer oder ſo lches, das mit Eſſig oder Zitronenſaft ſchwach ſaͤuerlich oder mit Eſſig und Honig oder Zucker ſaͤuerlich ſuͤß gemacht worden: auch ſind warmes Waſſer mit ein wenig Kuͤchenſalz, friſche Molken und ſchwacher Thee von Holderbluͤthen, gute, und bey dieſen Umſtaͤnden heilſame Getraͤnke. Sie verduͤnnen das Blut, ſind dem Zuſtand der Reitzung, der mit jedem Fieber verbunden iſt, entgegen, und fuͤhren die fremdar⸗ tigen Stoffe im Koͤrper durch den Stuhlgang, den Harn und die Ausduͤnſtung aus. 3. Man muß alle ſtarke und heftige Arbeiten liegen laſſen. Doch darf man ſich deswegen eben nicht gleich ins Bette legen. Es iſt weit beſſer, wenn man ſich maͤßige Bewegung macht, ſo daß man gelinde dabey ausduͤnſter⸗ 4. Es hilft uͤberaus viel zum gluͤcklichen Ausſchlag der hitzigen Krankheiten, wenn in ihrem Anfang die erſten Wege rein ſind oder gereinigt werden. Dieſes kann man durch Klyſtiere auf eine ſehr gute und ſichre Art bewirken. Man kann ſich ihrer allemat und in allen Faͤllen bedienen; wohingegen andre aus⸗ leerende Mittel nicht immer gebraucht werden duͤrfen. Man thut daher ſehr wohl, wenn man ſich ſolche zeitig genug, und alle Tage etlichemal geben laͤßt. Sie koͤnnen aus bloßem warmem Waſſer oder Molkten beſtehen, oder man kocht eine Hand voll Kleyen in einem Schoppen Waſſer, und verſetzt die durchgeſeyhete Bruͤhe mit einer Meſterſpitse Satz und einem Loͤffel voll Honig⸗ 2— Wenn 32 Vom Verhalten in hitzigen Krankheiten. Wenn die Krankheit dennoch zu ihrem Ausbruch kommt, welches faſt allemal mit einem Schauder oder merklichein Frieren zu geſchehen pflegt, wobey der Kranke fehr hinfaͤllig wird— ſo muß man ihn zu Bette bringen, wenn er ſich nicht laͤnger aufhalten kann, oder ihn etwas “ mehr als gewoͤhnlich bedeckt, ruhig ſitzen laſſen, bis der — ſuͤr ſeine Lebensordnung ſorgen. §. 46. „ Regeln des Verbaltens in hitzigen Krankheiten men, reinlichen und trocknen Stube liegt. Wenn aber dieſes nicht moͤglich iſt, ſo muß man doch die Verderbniß der Luft da, wo er liegt, zu verhuͤten ſuchen und dieſelbe zum oͤftern erfriſchen. Man muß nicht zugeben, daß ſich zu viele Menſchen in der Stube aufhalten„man muß alle Unreinigkeiten, die ſchwarze Waͤſche, und alles, was einen ſtarken oder unangenehmen Geruch hat, daraus wegſchaffen. Sogar auch die Duͤnſte der wohlriechenden Blumen ſind ſchaͤdlich. Wenn der Kranke zu Stuhl geweſen iſt, oder ſein Waſſer abgeſchlagen hat, ſo muß es ſobald als moͤglich iſt, weggebracht und der Nachtſtuhl und Topf ſorgfaͤltig geſaͤubert werden. Man darf da, wo ein Kranker liegt, keine Spaͤhne von Foͤhrenholz brennen, und keine Oel oder Thranlampen, die ſehr ackein und durch ihren Dampf die Luft in der Stube perderben. Zuweilen muß man die Thuͤre und Fenſter eine ... 4 Froſt nachlaͤßt, und die Hitze anfaͤngt, dann muß man ihm oft etwas zu trinken geben, und in allen Stuͤcken Man ſorge für reine Luft in den Krankenſtuben. 6 Es iſt von der groͤßten Wichtigkeit, daß ein Kranker eine reine geſunde Luft einathme, und man muß daher nichts verabſaͤumen, ihm dieſelbe zu verſchaffen. Es iſt ihm am zutraͤglichſten, wenn er in einer beſonderen gerau⸗ derjenig iſalich ämer der Wüglaſt a Adeſ ulgen xnn me Nan me Perbeſſe herlielen ind, we tht, d abe beit 3 Ha vhiſtlit iſg lüe dang d6 tkheiten. idten Taad kün Wan n derſnn unn 4 Gen dans 84 in alen din 1 V 4 8 441 in Krantheiten it, daß an Kut nd man mij n verſchafea. 16 ner beſendergu liegt. WMu doch di Dtz en ſuchen u d ſcht zugehen diſ dalten, na nb he, und al61 Geruch hu. 9. rankengaden. rr Keante 19- 1 ˙M — ſchl agen! hat, 1 6 rahd V 6 Mah duf A ſ 3 ot und der⸗ rden. daͤdne voß u r nenn 9 de der veſtiten iſt nicht ſo nuͤtzlich. Bom Verhalten in hibigen Krankheiten. 55 eine Zeitlang oͤfnen, um friſche Luft in die Stube zu laſſen. Man muß uͤberhaupt ſorgen, daß der Kranke nicht im Luftzuge liegt: kann man ihn aber nicht ganz verhuͤten, ſo zieht man die Bettvorhaͤnge zu, oder haͤngt Tuͤcher um das Bett herum, damit der Kranke von der Zugluft nicht beſtrichen werde. Dieſe Vorſicht iſt vorzuͤglich nothwendig, wenn er im Schweiße liegt, oder einen Ausſchlag hat. Dieſe Erfriſchung der Luft kann ſo oft geſchehen, als man einen uͤblen Geruch in der Stube bemerkt, und zu jeder Stunde des Tages. Im Sommer geſchiehts doch am bequemſten des Morgens und Abends, und im Winter zu derjenigen Zeit, da die Kaͤlte am geringſten iſt, wie gewoͤhnlich um Mittag. Bey warmer Witterung kann man die Fenſter Tag und Nacht offen laſſen, doch muß immer der Kranke gegen den unmittelbaren Einfluß dee Zugluft auf ſeinen Koͤrper geſchüͤtzt ſeyn. Indeſſen iſts doch manchmal nicht zukeichend, die faͤuligen Ausduͤnſtungen aus einem Ort wegzuſchaffen, wenn man auch noch ſo viele friſche Luft hineinbringet. Man muß ſie dann zu verbeſſern ſuchen. Bey allen dieſen Verbeſſerungen iſt aber die Regel nicht aus den Augen zu verlieren, daß ſie ganz fruchtlos und oftmals ſchaͤdlich ſind, wenn man nicht mit ſtrengſter Sorge ſtets darauf ſieht, daß die Luft in dem Krankenzimmer durch friſche Luft erſetzt werde. Solches geſchieht dadurch am beſten, daß man den Stubenboden reichlich und oft mit Eſſig beſprengt, oder einen Topf mit kochendem Eſſig, in die Stube bringt, und da verdaͤmpfen laͤßt; man kann auch einige Haͤndevoll rohen geſtoßenen Kalkſtein auf einer Schuͤſſel in die Stube ſtellen, und da ſo lange mit gutem Eſſig uͤbergießen, bis es nicht mehr aufbrauſet. Der Dampf von Naͤucherpulvern, Walcholder und dergleichen Er kann dem Kranken in manchen Fällen nachtheilig werden. Er verbeſſert eigentlich die D 3 faulen 5½ Vom Verhalten in hitzigen Krankheiten. faulen Duͤnſte nicht, ſondern verdeckt ſie nur. Mit Schieß⸗ dulver muß man gar nicht raͤuchern, weil die Luft nuy noch mehr dadurch verdorben wird. Auch die Eſſigdaͤmpfe verderben ſie, wenn man ihn auf heißes Eiſen oder gluͤhende Steine gießt. §. 413 — und für temperirte Wärme. Nichts it d dem Kranken nachtheiliger, als eine allzuf warme oder allzukalte Luft, aber es wird durch ein zu kuͤhles Verhalten weit feltener und weniger Schaden angen richtet, wie dure 3 ein zu warmes. Man kann zwar nicht allgemein und ganz genau beſtimmen, in we lchem Grade man die Krankenſtuben erwaͤrmen duͤrfe. Man muß ſich darinnen nach der Jahrszeit, nach der Leibesbe ſchaffenheit und Gewohnheit der Patienten, u und der Art ihrer Krank⸗ heiten richten. Aber ſo viel iſt gewiß, daß eine gemaͤßigte Waͤrme(die zwiſchen dem 6oſten und 7oſten Grad des fahrenheitiſchen Waͤrmemeſſers faͤllt) den Kranken uͤberhaupt am zutraͤglich ſten ſey, Man muß im Winter ganz maͤßig einheitzen„ und im Sommer durch oftmalige Erfriſchung der Luft ihre Hibo zu maͤ aͤßigen ſuchen. Man kann in den ſchwuͤleſten Tagen von Zeit zu 5 Zeit den Fußboden mit Waſſer beſprengen, und auch große, friſche, volllaubigte Zweige von Weiden, Pappeln, Birken oder E Eſchenbaͤumen in Waſſereimern vor die Fenſter ſtellen, daß die Sonne darauf ſcheinen kann. Dieſes hilft auch viel zur Ver⸗ beſſerung der Luft, die allemal deſto geſchwinder verdirbt) je mehr ſie erhitzt wird. §. 42. Man gebe dem Kranken hinreichend und ſchickliches Getränke. Gar oft nehmen hitzige Krankheiten blos deswegen einen üͤblen Ausgang, weil die Kranken zu wenig oder undien; gudin ſichs fäh londe 8 nabehti Pin. 1 ſem wen ie es der 1 Dey uüheberr Das phadeo ije ſehr lhnken ſen N ühtend durchfe àn du nd mi ſheten, ux. M 4Sgih Kil die dit nn V die Lſiööimg ien aztha ne. V V ger, als e 4 wird durch, a iger Schad u 34 b an kann zwun in welchn G fe. Ma 1 Lüirutzin der Attihen a , daß ein uaht nd 7oſm bug den Krankn ie b a Winter zan u oftmalige dcta 1 Umtntt it den zrühnn „ſeiſche, ulut rken dder Eicale tellen, daß unn ift auch di eb do geſchwine ne und ſch ſch zicklichtt ar 9 athein b Krankan 9. ne — ' islchts Enith Vom Verhalten in hitzigen Krankheiten. 55 undienliches Getraͤnke zu ſich nehmen. Verduͤnnende und kuͤhlende Fluͤſſigkeiten ſind fuͤr hitzige Fieberkranke die unentbehrlichſten Beduͤrfniſſe. Sie muͤſſen recht viel davon trinken; aber niemals in großen Zuͤgen, ſondern ſehr oft und wenig auf einmal, etwa alle Viertelſtunden, und wie es der Durſt fordert, noch oͤfter, ein Weinglaͤschen voll. Bey entzuͤndungsartigen Fiebern muß das Getraͤnke lauwarm ſeyn; bey Faulſiebern hergegen nur uͤberſchlagen oder eigentlich kalt. Ueberhaupt ſind bey allen fieberhaften Krankheiten die duͤnnſchleimigen Abkochungen von Korn⸗ fruͤchten dienlich. Man macht ſie mit Eſſig oder Zitronen⸗ ſaft ſaͤnerlich und mit Honig, Zucker und Saͤften aus zeitigen Fruͤchten angenehm. Jenes iſt beſonders in Faulfiebern noͤthig, Das im Anhang Nr. 29. beſchriebene Gerſten⸗ und Haberdecoct iſt in hitzigen Krankheiten allgemein, und recht ſehr nuͤtzlich, wenn es in hinreichender Menge getrunken wird. Es verbeſſert die Unreinigkeiten in den erſten Wegen, ſpuͤhlt ſie ab, und vermindert die daher ruͤhrenden Zufaͤlle, die Ueblichkeit, das Erbrechen, den Durchfall u, d. m. Es mindert den Fieberreitz, loͤſchet den Durſt, ſchuͤtzt die Saͤfte vor der fauligen V Verderbniß, und mildert die Schaͤrfe, die ſich in denſelben, entweder vom Anfange der Krankheit, oder in ihrer Fortdauer erzeuget. Alle Abſonderr ungen beſoͤrdert es. Es wirket alſo wie ein kraͤftiges Heilungsmittel, das um ſo ſchaͤt⸗ barer iſt, weil es niemals ſchaͤdlich ſeyn kann. Man muß die Getraͤnke annehmlich machen, und dann und wann damit abwechſeln, damit die Kranken deſto mehr davon nehmen. Man kann außer dem eben gedachten Gerſtendococt auch Brodwaſſer, ein mit Semmel oder Weck abgekochtes Waſſer, das mit Zitronenſaft und Zucker ſchmackhaft gemacht worden, friſche Molken, oder klar durchgeſeyhete Buttermilch, Waſſer, worinn getrocknete 8 4 Pflaun 86 Vom Verhalten in hitzigen Krankheiten. Pflaumen, oder wilde Aepfel,(Holzaͤpfel, Ruͤſtlinge) ſaure Kirſchen u. dergl. gekocht worden— trinken laſſen. Hat man zeitige Kirſchen, Erdbeeren, Himbeeren und dergl. ſo kann man den Saft davon ausdruͤcken, und deſſen ein Glas voll mit einer halben Maaß Waſſer, oder duͤnner Gerſtenbruͤhe vermiſchen. Reines Waſſer mit Weineſſig oder Zitronenſaft und Zucker vermiſcht, ſo wie auch Waſſer mit dem Syrup von ſauren Kirſchen, Johan⸗ nisbeeren, Himbeeren u. dergl. vermiſcht, geben ange⸗ nehme und nuͤtzliche Getraͤnke zur Abwechſelung. Es muß immer von dem Getraͤnke ſo viel vorraͤthig ſeyn, daß der Kranke keinen Mangel daran habe. Es muß aber taͤglich friſch verfertiget werden; denn daszenige, ſo etwa uoch vom vorigen Tage uͤbrig iſt, iſt nicht mehr ſo dienlich. In einigen Faͤllen ſind weinige oder Malzgetraͤnke zutraͤglich. Das Bier hingegen, der Kaffe, und die unter dem gemeinen Mann gewoͤhnlichen kaffeaͤhnlichen Aokoch ungen ſind allemal ſchaͤdlich. §. 43- Aber nicht wider ſeine Neigung und nichts undienliches zu eſſen⸗ Man durf den Fieberkranken keine Nahrungsmittel aufdringen, wenn ſie nicht hungert. Sie duͤrfen gar nichts eſſen, wenn ſie ſehr krank ſind. In allen hitzigen Krankheiten, ſie ſeyen ſtaͤrker oder geringer, duͤrfen ganz und gar keine feſten Speiſen, kein Fleiſch, keine Eyer gegeſſen werden, ſondern blos weiche, ſaftvolle, ſchleimige und leichtverdauliche Dinge, die wenig naͤhren, die der Faͤulniß widerſtehen und den Stuhlgang auf eine gelinde Art befoͤrdern. Im Sommer kann man den hitzigen Fieberpatienten rohe, jedoch recht zeitige und ſaftige Fruͤchte, wie alle . Arten Imm tes un C rlth Jot G deofel! Ih, Aeyf giorhan dverdorbe Altſende ſtttungen ſrchen 1Adnden pfel dnd v Kauet, vocher Wer icht gar aliger ann mo te mit antheiten pfel, eJüta Auuh glſe „Kimter n w ausdün, m Naaß 3Bc, 1 de däins Ahan verwiſ ſch, ſ 1 en n ſcher, Ie Ia niſcht, g 9 vechſelung. akke ſo viel mi el darmn ſehr 3 den; dem daeh 3 it, Rn e dder AMägtt der Kaff, uh nlichen bfärtg ts undienbce it keine Nwer ert. Se dist nd. Ila ſs geringer, diina ein Fleiſch, Ri 1 1 de, ſofto tnt wenig uihm i ugm ag fs hizigm fiäc dftige ditn ⸗ te 1 5 ſtaͤrkungen in hitzigen Krankheiten, Vom Verhalten in hitzigen Krankheiten. 57 Arten von Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Maul⸗ beeren, Johannistrauben, Kirſchen, Weintrauben— auch Aepfel und Birnen geben, und im Winter gekochtes Obſt, Aepfelmus, gedoͤrrte und gekochte Pflaumen, Zwerſchgen, Kirſchen, Mirabellen. Dieſe Fruͤchte ſind in hitzigen Krankheiten von vielfachem Nutzen und oftmals ganz alleine hinreichend um ſolche zu heilen. Sie loͤſchen den Durſt, kuͤhlen und vermindern das Fieber. Sie widerſtehen der Faͤulniß, die bey vielen Fiebern entweder ſchon vorhanden oder doch leicht zu befuͤrchten iſt, verbeſſern die verdorbene Galle, halten den Leib offen und befoͤrdern die Abſonderung des Urins. Man hat keine beſſere Herz⸗ als die ebengedachten ſaͤuerlichen Fruͤchte. Nur darf man nicht auf einmal zu viel davon eſſen, ſonſt wird der Magen geſchwaͤcht. Die Aepfel und die Pflaumen werden von den Kranken leichter verdauet, und erregen ihnen weniger Beſchwerde, wenn ſie vorher gebraten oder gekocht worden ſind. 3 Wenn das Fieber maͤßig, die Hit itze und der Durſt nicht gar groß iſt, und wenn keine. Zeichen fauliger oder galliger Unreinigkeiten im Magen vorhanden ſind, ſo kann man den Kranken eine duͤnne Fleiſchbruͤhe geben, die mit wohlausgebackenem Brod oder mit Gerſte und Sauerampfer abgekocht oder mit gutem Weineſſig ſaͤuerlich gemacht worden, oder Huͤhnerbruͤhe mit einigen Zitronen⸗ ſchnittchen. Die Bruͤhe vom Kalbfleiſch, oder vom Lamm⸗ fleiſch, oder von jungen Huͤhnern und Tauben iſt der Bruͤhe vom Rindfleiſch allemal vorzuziehen. Keine von dieſen Fleiſchbruͤhen darf fett ſeyn. Diejenigen, die ſich nicht hinlaͤnglich damit ſaͤttigen koͤnnen, nioͤgen etwas Haber⸗ gruͤtze, Brod oder Gerſtenſchleim dazwiſchen eſſen: Man kocht etwa ein Viertelpfund Brod in einem halben Maaß Waſſer bis es faſt zergangen iſt, oder man kocht aus gerollter Gerſte mit Waſſer einen duͤnnen Schleimn, d9 ha 56 Vom Verhalten in hitzigen Krankheiten. ihn durch und thut ein paar Koͤrnchen Salz oder ſo viel Weineſſig dazu, daß er angenehm ſaͤnerlich ſchmeckt. Man kann auch noch Zucker und gewaſchene kleine Roſinen dabey thun. Die wohl ausgekochte und nicht zu dicke Dimkeigruͤtze iſt ebenfalls eine gute und dienliche Nahrung fuͤr Fieberkranke. Man giebt den Kranken innerhalb vier und zwanzig Stunden vier bis ſechsmal einen maͤßigen Teller voll davon, mehr oder weniger, nachdem ſie entweder viel zu eſſen gewohnt ſind, oder Appetit haben, oder es gut vertragen. Sie muͤſſen ſich aber allemal zuvor den Mund ausſpuͤhlen, ehe ſie etwas zu ſich nehmen. Man darf aber niemals einen Kranken zu der Zeit, wenn er ſich am kräͤnkſten befindet, und waͤhrend einem ſtarken Fieberanſtoß eſſen laſſen; ſondern nur dann, wann das Fieber nachlaͤßt. Es iſt uͤberhaupt am ſicherſten, wenn des Abends gar nichts gegeſſen wird⸗ §. 44 Man gebe ihm ein gutes Lager; aber keine Federbetten. So oft und ſolange es den Kranken moͤglich iſt, muͤſſen ſie ſich außer dein Bette aufhalten. Wenn ſie aber zu ſchwach dazu ſind, ſo iſt es ihnen zutraͤglicher, wenn ſie auf einer Matraze von Pferdehaaren, oder auf dem bloßen Strohſack liegen, als auf Federbetten. Dieſe ſind vor⸗ zuͤglich den Fieberkranken, denjenigen, die Blutfluͤſſe haben, und den Weibern, die in Gefahr ſtehen, zu fruͤh⸗ zeitig niederzukommen, ſchaͤdlich. vermehren die Wallung im Blut, der Schweiß wird zu ſehr getrieben und die Ausduͤnſtungen des Kranken bleiben darinn haͤngen. Man kann ſich ſehr gute, wohlfeile und unſchaͤdliche Betten verfertigen, wenn man die Kiſſen mit der Saamen⸗ wolle von gemeinem Waſſerrohr oder welches noch beſſer Sie erhitzen zu viel, iſt, ſt wit Bau in da add niſden u d ho D i lpft mm ſchran i da Püber! ſl ge negn nu mit i ben ken, d d Dan ſo ſt as de ge fulſ ei en dre pur über un der R ſic ſug 1 nüttn àd. denlich e Nam tranken inan däubn smal einen ni jnachdenſtang petit haben, n, der alemal fuhn ſich nehnm. Kranken ſde und vihſrada ndern nur dan, a derhanpt an ſthe en wird. 1 der keine Federktte anken mogichün een. Ben ſ en zuträͤglich, n ren, ä3 uff de betten. Dt i aſenigen, 1 Gtfahr ſeha d. Sie uhtn Vom Verhalten in hitzigen Krankheiten. 59 iſt, mit Baummoos ausſtopfet. Im Herbſt ſucht man in den Waldungen das laͤngſte und weichſte Moos das man finden kann, reiniget es von der anhaͤngenden Erde und den holzigen Wurzeln und trocknet es im Schatten. Dann klopft man es ſanſt und nimmt alles Harte, was noch daran iſt, weg. Mit dem alſo zubereiteten Moos kann man dann die Bettſaͤcke fuͤllen. Die Bedeckung der Kranken muß ſo ſeyn, daß ſie in einer maͤßigen Waͤrme liegen. Die Bauersleute ſind mehrentheils gewohnt, unter einer dicken ſchweren Feder⸗ decke zu ſchlafen. Sie koͤnnen ſie zur Winterszeit beybe⸗ halten, wenn ſie im Kalten liegen, oder die Stube nicht ſehr warm iſt, und wenn ſie kein ſtarkes Fieber haben. Allein in den warmen Jahrszeiten und in jedem Fall, wo das Fieber heftig und die Hitze groß iſt, muͤſſen ſie die⸗ ſel bige wegwerfen und ſich mit einer leichten Decke, oder nur mit einem Teppich, mit Tuͤchern oder andern Sachen bedecken, die weniger gefaͤhrlich ſind, als die Federn. Das Bette muß den Kranken taͤglich zurecht gemacht und ſo oft als es thunlich iſt, mit reinem und trocknem Leinen⸗ zeuge friſch uͤberzogen werden. Es iſt gut, wenn man einen drey; oder viermal zuſammengefaltenen Bettlacken quer uͤber das Bette auf den Platz legt, wohin die Lenden und der Ruͤcken des Kranken zu liegen kommen, um ihn damit deſto bequemer wenden, in die Hoͤhe heben und aus dem Bette bringen zu koͤnnen. Die Bettlade muß nicht zu hoch ſeyn, und wo moͤglich ſo geſtellt werden, daß ‚man zu beyden Seiten dazu kommen kann. S. 45. Man laſſe ihn zum öftern aufſitzen. Es iſt oben ſchon bemerkt worden, daß die Kranken gicht liegen muͤſſen, wenn ſie ſtark genug ſind, um auf⸗ bleiben duͤrfen ſie nicht aufſtehen. 66 Vom Verhalten in hitzigen Krankheiten. bleiben zu koͤnnen. Auch ſchwaͤchere Kranke werden gat ſehr dadurch erheitert und erquicket, wenn ſie taͤglich des Vormittags oder um die Mittagszeit, ſo lange als es ihre Kraͤfte erlauben, eine Stunde oder noch laͤnger aus dem Bette gebracht und auf bequeme Stuͤhle geſetzt werden. Sie müͤſſen jedoch hinreichend bedeckt ſeyn, damit ſie nicht kalt werden. Nur in dem einzigen Fall, wenn ſie ſchwitzen, Sonſt aber kann man ſie ohne Bedenken in jeder Gattung und in jedem Grade der hitzigen Fieber aufſitzen laſſen; denn nichts vermindert das Fieber, die Kopfſchmerzen und die Phantaſien ſo ſehr. Die ſchwaͤchſte Kranken, die nicht aus dem Bette koͤnnen, muß man dennoch täglich im Bette ein wenig aufrecht ſetzen, ſo daß der Kopf und Ruͤcken auf untergeſteckten Kiſſen ruhet. Dieſes kann anfangs nur eine kurze Zeit geſchehen; aber von Tag zu Tage immer laͤnger und oͤfter, bis ſie ſo kraͤftig werden, daß ſie ein wenig außer dem Bette auf dem Stuhl ſitzen koͤnnen. Waͤhrend der Zeit, in welcher der Kranke auf iſt, wird ſein Bette gemacht, das man ſo lange aufgedeckt laſſen muß, bis er wieder hineinkommt, damit es unter⸗ deſſen ausgeluͤftet werde. Man kann ihm auch ein anders Hemde anziehen, ehe er wieder ins Bett gebracht wird. §. 456. Man halte den Kranken möglichſt reinlich. Man kann die Vorſorge fuͤr die Reinäichkeit der Kran⸗ kenſtube, des Bettes und des Anzugs der Kranken nicht zu weit treiben. Es erhellet ſchon aus dem Vorherge⸗ henden, daß ſie eine nothwendige Bedingniß zur ſichern Geneſung ſey. Diejenigen Kranken, welche es koͤnnen, thun ſehr wohl, wenn ſie ſo oft ihr Leinenzeug wechslen, als das, welches ſie anhaben, unrein, oder von den Aus⸗ — Pam A Kiytunder w dit Sol ſeu den au die Haut ſh fen und i Kite ſhl ſfebeen, ie Umd Keeſtheiten n wa n, wen geſt piade ve ln pud, un hom at, bald eer fleman Ken wan daß er vicht ver t, ſo he 8s 48 ode von aat agen n vo ſer, e du hrauch weg ſc dm man dranthein. Krante derd 1 dn ſe d dit ſo(ange a ü och Knge in dhle gii K wh ſehn, undſn al, vanſtſt aber kem 1 d in ſeden Gu⸗ nichts verninden e Phantiſtn ſa aus dem Betke n tte ein weng un ken auf untg ags nur üin kn immer länzer wit eein wenig auſen n. her der Katkeu nan ſo lange uin zkommt, dami t kann ihm ußts 1 ins Bett zonth 6 e Räb 18 ugs der 10 zn U ndige Ood unin 5 14 chon aus N n dach d dir en, un Vom Verhalten in hitzigen Krankheiten. 61 Ausdünſtungen feucht iſt. Es giebt keine Krankheiten, wo dieſe Sorgfalt uͤberfluͤſſig waͤre, und am wenigſten iſt ſie es in denjenigen, wo die Unreinigkeiten vornehmlich auf die Haut abgeſetzt werden, und daher die Waͤſche mit ſcharfen und anſteckenden Theilchen beſudelt wird, wie in der Kraͤtze, den hitzigen und vornehmlich den Aus⸗ ſchlagſiebern, den Blattern, der Ruhr u. a. m. 1 Die Umwechſelung der Waͤſche muß jedoch in hitzigen Krankheiten mit Vorſicht geſchehen und man darf ſie nicht wagen, wenn die Umſtaͤnde des Kranken ſich oft und geſchwinde veraͤndern, wenn er oft mit Ohnmachten befal⸗ len wird, und der Ausſchlag auf der Haut bald hervor⸗ kommt, bald wieder verſchwindet. Iſt dieſes nicht, ſo erwaͤhle man die Zeit, dazu, wenn der Kranke nicht ſchwitzet. Wenn man dann nur die noͤthige Behutſamkeit anwendet, daß er nicht von der freyen Zugluft beruͤhret oder erkalter werde, ſo hat man nicht die mindeſte Gefahr zu befuͤrchten, Es iſt gleichguͤltig, ob das Leinenzeug erſt friſch gewaſchen oder von einem geſunden Menſchen ſchon einige Tage getragen worden, nur muß es ganz trocken ſeyn, und vorher, ehe es der Kranke anziehet, erwaͤrmet, aber nicht durchraͤuchert werden. §. 47. — Und ſorge dafür, daß er nicht beunruhiget werde. Man muß recht ſehr dafuͤr ſorgen, daß die Kranken auf keinerley Weiſe beunruhiget, insbeſondre nicht betruͤbet, beaͤngſtiget oder erſchreckt werden. Die haͤufigen Kranken⸗ beſuche hindern die Kranken ſehr an ihrer Bequemlichkeit, rauben ihnen die Ruhe, und verurſachen oft, daß die Kranken zu ihrem großen Nachtheile die Befriedigung der natuͤrlichen Beduͤrfniſſe verſchieben. Sie ſind auch des⸗ wegen ſchaͤdlich, weil die Patienten zu vielen Theil an dem mannigfaltigen Geſchwaͤtze nehmen, welches dann gewoͤhn: —jjjjy—— — 62 Vom Verhalten in hitzigen Krankheiten. gewoͤhnlich vorfaͤllt. Sie werden oft mißmuthig dadurch und bange. In vielen Krankheiten, bey Hals und Bruſt⸗ entzuͤndungen, dem Seitenſtechen, Blutſpeyen oder andern ſtarken Blutergießungen, bey gefaͤhrlichen Verwundungen u. dgl., iſt den Kranken nichts ſchaͤdlicher als vieles Reden, und gerade in ſolchen Faͤllen werden die Patienten am meiſten beſucht, mit Fragen uͤberhaͤuft und durch Bedauern, Achſetzucken, bange Mienen und Ausdruͤcke geaͤngſtiget. Man ſollte ſie vielmehr aufmuntern, ihr Zutrauen auf die Mittel, die ſie gebrauchen, ſtaͤrken und ihre Hoffnung einer baldigen Geneſung naͤhren. Auch durch den geiſtlichen Zuſpruch, durch die Gewiſ⸗ ſensruͤgen, das aͤngſtliche Vorbeten— wird oft und viel geſchadet. Es iſt hier der Ort nicht, wo dargethan werden duͤrfte, daß man, wenn der Koͤrper ſehr krank und die Seele verſtimmt iſt, viel eher uͤbertaͤubt als bekehret, oder durch lebhafte Ueberzeugung von der großen Wahrheit zur ſittlichen Beſſerung gebracht werden koͤnne. §. 433 In alien Fällen ſind erweichende Kiyſtiere nützlich. Man kann ohne Unterſchied in allen hitzigen Fiebern taͤglich den Leib mit erweichenden und kuͤhlenden Klyſtieren von Molken, von duͤnner Gerſten:, Haber; oder Kleyen⸗ bruͤhe, einer Abkochung von dem Kraut und den Blumen von Kaͤſepappeln oder von Eibiſchkraut, Holderbluͤthen u. dgl. mit Honig— oͤffnen⸗ Sie ſind in allen Faͤllen nicht⸗ allein unſchaͤdlich, ſondern ſehr nuͤtzlich, und dann insbe⸗ ſondre nothwendig, wenn der Kranke nicht alle Tage von freyen Stuͤcken Oeffnung bekommt. Sie ſind die zuverlaͤßigſten, ſicherſten und heilſamſten Mittel, um die Verdauungswege zu reinigen und um die Reizungen zum Erbrechen, die Fieberwallungen und die Kopf: und Leib⸗ ſchmerzen — Hon ſh man de ſamnen, ni ſh ſt, ſe hcer Zei hend 1 — den ſe nchts hü da K. ſau zene G nehem. 5 Bbd Rei we O weiß⸗ Oſt Kr ſtheit dieſ: and hlaſ. g kän Khſ Reanthein, mimußs a dey cus un iſpeyen n ne uan Dawun, ichet als vite Gn n die da ddietn und dri e dun cke ze zind jihr Juna ai⸗ 1 n und ißte aie h 1 ruch, duch e — wird oſt uw wo darzethen i der ſehr benk we raubt als debchw er großen Ahn n koͤnne, de Klyſtiert nuhich in allen hibunſe und kuhlenden Ke nt, Haber(he 2 Kraut und ded raut, Hoddetölthen ind in alen Füai nützlich, und n Franke kitt M bekommt. Si amſten? Nüt 1 die Nip fnt a 4 und* 3 Vom Verhalten in hitzigen Krankheiten. 65 ſchmerzen zu vermindern. Daher muß man ſie ja nicht verabſaͤumen, wenn es den Umſtaͤnden nach, irgend nur moͤglich iſt, daß man ſie anwenden kann. Man giebt ſte ein; oder auch etlichemal im Tage, nur nicht zu der Zeit, wenn der Kranke etwa erleichternde Schweiße hat. §. 49 Wie man ſich zu verhalten hat, wenn ſich Schweiß, oder bey Frauensperſonen das Geblüte einſtellet. Wenn ſich, beſonders zu Ende der hitzigen Krank⸗ heiten und bey maͤßiger Bedeckung von ſelbſt Schweiße einſtellen, welche dem Kranken Erleichterung verſchaffen, ſo muß man dieſelbigen zwar nicht ſtoͤren; man darf aber auch nichts beſonders thun, um ſie zu befoͤrdern. Man haͤlt den Kranken nach wie vor, und laͤßt ihn fieißig lauwarme Getränke, Hollunderthee, Meliſſenthee, u. dergl. nehmen. Man nimmt ihn dieſe Zeit uͤber nicht aus dem Bette; bedecket ihn aber auch nicht zu ſehr, damit die Natur nicht uͤbertrieben werde, und wechſelt, wenn der Schweiß voruͤber iſt, die Waͤſche. Oft geſchieht es, daß weibliche Kranke waͤhrend der Krankheit ihre monatliche Reinigung bekommen. Auch dieſes aͤndert nichts in dem bisher anempfohlenen Ver⸗ halten. Nur darf man ſo lange, als das Gebluͤt gehet, keine Klyſtiere applieiren⸗ §. 50. und wenn der Kranke ſchlaflos iſt. Es iſt allemal gut, wenn die Kranken einen ſanften erquickenden Schlaf haben; aber den bekommen ſie nicht leicht eher, als wenn die Krankheit abnimmt, und er iſt gewoͤhnlich ein Zeichen der Beſſerung. Der leiſe, unrühige und ———— 4 —— ———— —*———— —— 6 ½ Vom Verhalten in hitzigen Krankheiten. und dumme Schlaf hingegen, wie er gewoͤhnlich in ſchweren hitzigen Krankheiten, ehe ſie ſich beſſern, zu ſeyn pflegt, iſt mehr ſchaͤdlich, als nuͤtzlich. Die Kranken befinden ſich gewoͤhnlich uͤbler darnach, mehr erhitzet und ausge⸗ trocknet, ſie haben mehr Kopfſchmerzen. Da ſchadets ihnen gar nicht, wenn ſie ſchlaflos ſind und man darf nicht ſorgen, wie man ſte beruhigen moͤge; man muß im Gegentheil die ſchlafenden Kranken ohne Bedenken von Zeit zu Zeit aufwecken, um ihnen die noͤthigen Getraͤnke zu geben. §. 51. Einige Erinnerungen. Dieſes ſind die vornehmſten Regeln des Verhaltens— in hitzigen Krankheiten. Sie ſind einfach und leicht zu befolgen. Es iſt gewiß, daß die allermeiſten hitzigen Fieber ganz alleine bey dieſem Verhalten vollkommen geheilt werden, daß es ohne Ausnahm in allen Faͤllen Erleich⸗ terung verſchaffet, und daß ohne daſſelbige alle Arzneyen gewoͤhnlich unnuͤtze ſind. In jedem Fall, wo man von der eigentlichen Gattung einer gegenwaͤrtigen hitzigen Krank⸗ heit nicht ganz gewiß iſt, da halte man ſich lediglich an die hier vorgeſchriebenen Regeln, und mache ſichs zur Gewiſſensſache, ſonſt gar nichts, kein Arzneymittel, es ſey, welches es wolle, zu gebrauchen, wenn es nicht etwa von einem ordentlichen und geſchickten Arzt gebilliget worden. Krankheit ordentlich verhalte. Es muß auch bey der Gene⸗ ſung geſchehen. Man verzoͤgert ſie ſonſt und ziehet ſich Ruͤckfaͤlle oder langwuͤhrige Uebel zu. Es iſt aber nicht genug, daß man ſich waͤhrend der Ten „hh deT chmen iſe R ct. eſſe Fub d iſ 42. peme ihne ſaber in Fuh knach! ſodifman ſind duphen nät, Ger „Ale hühe wa ſe, ge dar vund Ka ifleiſch Ma jiem ich di But hit hocht ſie G in 1mig, man pcht Smm ſel 5d tu Pu einen 1 zuck vi Wei(and vhan zuna Kranthein Anas 4 en, in ha 6 8 däen erhite un a een. A. a en ſind und raw mͤge; man wi ohne Ded an die nlſign gen M G gen. Regeln des daz d einfach m l die allermeitn ſt alten vollkeonaet. in allen Flii daſſelbige ile h edem Fal, vo un enwaͤrtigen ſibgate alte wan ſch läbl a, und vate ſt es, kein Aepen brauchen, wen 1 d geſchicken Aig daß man ſch rim. Es maß uc oe ert ſte ſouſtu 1l del zu. Vom Verhalten in hitzigen Krankheiten. 65 §. 32. 3. Regeln des Verhaltens für diejenigen, die von hitzigen Krankheiten geneſen. Sie müſſen wenig, leichte und einfache Speſſen genießen. Die Geneſenden haben gewoͤhnlich großen Appetit und dennoch einen ſchwachen Magen. Sie koͤnnen ſich daher leicht verderben, wenn ſie ſich in der Diaͤt nicht ſehr in Acht nehmen; wenn ſie zu viele und grobe Speiſen, harte und zaͤhe Mehlgerichte, grobe Gemuͤſe, hartes Fleiſch, Fiſche ꝛc. eſſen. So lange als noch das geringſte vom Fieber da iſt, duͤrfen ſie keine andre als die oben im 42.§. gemeldeten Nahrungsmittel genießen; man kann ihnen aber immer etwas mehr davon geben, ſo wie das Fieber nach und nach abnimmt. Wenn es ganz weg iſt, ſo darf man andre und nahrhaftere Speifen waͤhlen. Dann ſind Suppen und Schleime dienlich, die aus Brod, Haber⸗ gruͤtze, Gerſte, Reis oder Hirſe mit Waſſer, Milch oder „Fleiſchbruͤhe gekocht werden, allerley friſche Pflanzenge⸗ waͤchſe, gelbe Ruͤben, Haberwurzeln— gekochtes Obſt, dann und wann ein weichgeſottenes Ey, ein wenig zartes Kalbfleiſch, Huͤhnerfleiſch, Tauben. Man laͤßt z. E. eine Handvoll Habergruͤtze mit Waſſer ziemlich dick einkochen, dann ruͤhrt man ein Stuͤckchen Butter hinein und gießt Fleiſchbruͤhe daran, oder man kocht die Gruͤtze mit Milch; in beyden Faͤllen thut man ein wenig Salz und ein zerklopftes Eygelb dazu; oder man kocht vier Loth trockenes und zerriebenes Weißbrod, Semmel oder Wecke mit einem Schoppen Waſſer und thut ein paar Eßloͤffel voll guten Wein und das Gelbe von einem Ey dazu, welches vorher mit einem Stuͤckchen Zucker wohl zerklopft worden. Die getrocknete, mit etwas Wein(und wenn man will, mit großen Roſinen) gekochten Hanebutten geben ein vortrefflich labendes Gerichts, das E vor⸗ 66 Vom Verhalten in hitzigen Krankheiten. vorzuͤglich denjenigen dieglich iſt, die von einem galligen Fieber geneſen. Die Wiedergeneſenden duͤrfen von der Koſt, die eben vorgeſchlagen worden iſt, nur nach und nach, und nicht eher voͤllig abgehen, als bis ſie ſich wieder vollkommen geſtaͤrkt fuͤhlen. Sie koͤnnen dagegen deſto oͤfter, etwa alle drey oder vier Stunden, etwas zu ſich nehmen. Des Abends duͤrfen ſie wenig oder nichts eſſen, ſonſt wird ihre Nachtruhe geſtoͤrt und weniger erquickend. Sie muͤſſen alle feſten Speiſen meiden, und wenn ſie ja ſolche genießen, ſie ſorgfaͤltig zerkaͤnen, weil dieſes dazu hilft, daß ſie leichter verdauet werden. §. 53. Weniger trinken, wie vorher. Ein Kranker, der bis zur Geneſung gekommen iſt, muß weniger trinken als er in der Krankheit ſelbſt hat thun muͤſſen, und es iſt nicht mehr noͤthig, daß ſein Getraͤnke imwerfort warm ſey. Es giebt verſchiedne Getränkarten, die ſich alsdann fuͤr ihn ſchicken, bloßes Waſſer oder ſolches, worinnen Brod abgekocht worden, mit ein wenig Wein vermiſcht; duͤnnes leichtes Bier, und zwar, wo es zu haben iſt, das braune vor dem weißen, und folgender Aepfeltrank: Man koche fuͤnf bis ſechs Stuͤcke geſchaͤlte Borsdorfer; oder Renettäaͤpſel mit einem Schoppen Waſſer in einem zugemachten Topf, etwa eine Stunde lang, druͤcke die Bruͤhe durch ein Tuch, und thuß wey Loth zerriebenes Brod, vier Loͤffel voll guten Wein und etwas Zucker dazu. Nuhis hilft ſo viel zur Wiedererlangung der verlohrnen Kraͤfte„als wenn man alle Morgen einen bis zwey Schoppen Ziegen⸗ der Kuhmilch, warm vom Thier weg, und das etliche Wochen lang trinket. Wenn man ſie rohe nicht 3 ver⸗ Jug du uhn la ſid ahe die i guß da ſen, ftut ehe ſnd ihee ſhe chen nie wieder po mn. Kaun erg iickend gruͦ en W miſſi ſe den ſtende ſart Kaͤl n vies gewe nen j Ge nheit V n hur ſce Dden beh Le hig ihn ſ danthen e don dem gi on der gif, h und nac, nd ſch vian den egen deſtd iſer 4, zu ſchme dum. 4 eſſen,„ſa aa anicknd die n nn ſie ſa ſeche deni es dau hin, un ie dorher. Geneſung umi der Kra rihei i ſijg mehr naͤthig, ü Es giedt nih fuͤr ihn ſchin, Brod testtd N ünne 7 leichtes 3. braune dat N k dan koche finf lä er Ren e tär dſel wc 1 8ʃ 4 „machten? Todf n emach n N 4 14 ah Fch n e durch ein Aon. S Vom Verhalten in hitzigen Krankheiten. 67 vertragen kann, ſo kann ſie abgekocht werden Man darf ſich aber dieſes Mitrels nicht eher bedienen, als bis das Fieber ganz au gehoͤret hat. §. 54. und ſich angemeſſene, nicht zu ſtarke Bewegung machen. Die Kranken muͤſſen, ſo wie das Fieber abnimmt, nach und nach immer laͤnger außer dem Bette bleiben, und wenn ſie voͤllig geneſen, taͤglich nur ſieben oder acht Stunden darinn zubringen. Dieſes traͤgt viel dazu bey, daß ſie deſto geſchwinder wieder zu Kraͤften kommen. Es iſt ihnen ſehr nuͤtzlich, wenn ſie allemal vor dem Eſſen ſich einige Bewegung machen: aber dieſe darf nicht zu heftig ſeyn, vielweniger duͤrfen die Krankgeweſenen zu fruͤhe, ehe ſie vollkommen hergeſtellt und ſtark geworden ſind, ihre gewoͤhnlichen Arbeiten wieder vornehmen. Sie ſchwaͤchen ſich ſonſt fuͤr ihre ganze Lebenszeit und werden nie wieder ſo gute und tuͤchtige Arbeiter, wie ſie vorher waren. Kaum iſt etwas fuͤr Geneſende, erquickender, als wenn ſie ſich im Sonnenſchein auf einer gruͤnen Wieſe, oder an gruͤnem Gebuͤſche aufhalten: nur muͤſſen ſie im Sommer die zu ſtarke und die kuͤhle Luft in den Abendſtunden meiden. Im Winter duͤrfen ſie ſich der ſtarken Kaͤlte nicht ausſetzen, als bis ſie voͤllig geneſen ſind. An vielen Orten iſt es herkoͤmmlich, daß die Krank⸗ seweſenen ihren erſten Ausweg zur Kirche thun. Dieſe Gewohnheit iſt ſehr verwerflich, wie loͤblich auch ihre Abſicht ſeyn mag. Man kann nicht waͤhlen, wann man zur Kirche gehen will; oft geſchieht es in rauher Jahreszeit oder bey ſchlechtem Wetter, und in den Kirchen iſt es gewoͤhnlich kuͤhl und dunſtig. Alles das kann deſto uͤblere Folgen fuͤr die Gensſenden haben, je empfindlicher ſie ☛ 2 onch die noch ſchwach ſind, 66 Vom Verhalten in hitztgen Krankheiten. mit einem wollenen noch ſind. Sie thun beſſer, wenn ſie zuerſt bey guter Witterung ſich einigemal im Freyen Bewegung machen, und die Kirche nicht eher beſuchen, als bis ſie wie der vollkommen geſund ſind. §. 75. Einige Mittel gegen die Fußgeſchwulſt und Nachtſchweiſe nach hitzigen Krankheiten. Die Geſchwulſt der Beine, die gar oft nach hitzigen Krankheiten folgt, verliert ſich deſto eher, wenn man dieſe Regeln§. 52— 54. befolgt, und insbeſondre ſich hin⸗ laͤnglich beweget. Der Magen verdauet dann beſſer, die Oeffnung des Leibes wird dadurch befoͤrdert, und die Krank⸗ geweſenen haben in den ſeltenſten Faͤllen noͤthig, ſonſt etwas zu gebrauchen, um ihre Geſundheit voͤllig wieder zu erhalten. Man kann doch die geſchwollenen Beine zum oͤftern Tuch reiben. beym Sitzen nicht herashängen laſſen, Schemel ſtellen. Manchmal haben die Geneſenden noch ſtarke Nachte ſchweiße, die es verhindern, daß ſie nicht ſo leicht wieder zu Kraͤften kommen. Sie ſind mehrentheils blos eine Folge von Schwaͤche, und verlieren ſich bald, wenn man zuwailen ein Glas guten alten Wein, oder ein paat Schaalen Thee von Salbeyblaͤttern trinket. ſondern auf einen Zweyter Man muß ſie auch —-— 9 ſbi RPuls fäͤulät dann ruch ſich ſo Etel ud Kaaf dfikei faaliſzagle und ſolle din keti ag ch ſe der enthü Zu dieſen heite. Nehe Knen 4 Ling vei Kranhſiin ſee d dn b n 4 als s ſe 8 1 V nd Nachtvi en. die zat eſt niſtg do ther, vmant nd insdeſon ſt erdautt dan i beſordert, wtne ten Faͤlle wüßiz Geſundheit üli m Uenen Bein gin inN. Man niu laſſen, ſonden uͤm ſenden noch ſen aß ſie nicht ſebär nd mehrenthäl 4 eren ſich bald, N en Wein, an tern ninket. Vom galligen und faulen Fieber. 69 Zweyter Abſchnitt. Regeln der Lebensordnung und des Ver⸗ haltens, welches verſchiedene hitzige Krankheiten insbeſondere erfordern. §. 56. Verſchiedenheit der hitzigen Krankheiten. D. hitzigen Fieber ſind entweder entzuͤndungsartig, da iſt der Puls voll, hart und geſpannt— oder gallig und faͤulig; dann iſt der Puls nicht ſo hart und gemeiniglich auch nicht ſo voll: die Kranken haben eine unreine Zunge, Ekel und uͤblen Geſchmack in dem Munde, und die Kraftloßigkeit iſt ſehr groß,— oder entzuͤndungsartig und faͤulich zugleich; da haben die Kranken einen mehr harten und vollen Puls und zugleich eine unreine Zunge und Bitterkeit in dem Munde. Mit großer Kraftloßigkelt ſind zugleich ſolche Zufaͤlle verbunden, welche von dem Sitz der Entzuͤndung in dieſem oder jenem Theil Beweiſe ſind. Zu dieſen letzten gehoͤren die mehreſten hitzigen Krank⸗ heiten. Mehrentheils ſind bey den entzuͤndungsartigen und zuſammengeſetzten hitzigen Fiebern anhaltende Schmerzen in den Theilen des Koͤrpers zugegen, in denen die Ent⸗ zuͤndung ihren Sitz hat. Daran erkennt man die beſon⸗ dern Gattungen dieſer Krankheiten. In der Braͤune haben die Kranken Schmerzen und Geſchwulſt im Hals und beſchwerliches Schlingen: bey der Entzuͤndung der Bruſt, des Ribbenfelles und der Leber haben ſie einen druͤckend⸗ und ſtechenden Schmerz auf der Bruſt oder in den Seiten, oder Schmerzen auf der Herzgrube und im Unter⸗ leibe ſind zugegen, wenn der Magen oder ein anderes Eingeweide im Unterleibe entzuͤndet iſt. E 3 Es 70 Vom galligen und faulen Fieber. Ausſchlaͤge von mancherley Art. 6 f ö 1 f f ͤ ö 4 1 8 1 6 8 1 8 1 4 3 Es giebt hitzige Fieber, die eine Entzuͤndung auf det Haut begleilten, wie das Nothlauf. Bey andern entſtehen Dergleichen ſind die Pocken, die Maſern, die Roͤtheln, das Scharlachfieber und das Neſſelfieber. Die Flecken und der Frieſel ſind mehrentheils Folgen eines uͤblen Verhaltens. Es wuͤrde zu weitlauftig ſeyn und vieles muͤßte zu oft wiederholt werden, wenn ich alle verſchiedene Gattungen der hitzigen Krankheiten durchgehen und bey jeder insbe⸗ ſondre angeben wollte, wie man ſich dabey zu verhalten habe. Daher werde ich mich nur bey den wichtigern und Hauptgattungen dieſer Krankheiten, die bey den Land⸗ leuten am meiſten vorkommen, aufhalten. Es giebt ſonſt keine, die nicht einer oder der andern ven dieſen aͤhnlich waͤren, und nach den naͤmlichen Regeln behandelt werden muͤßten. Von den galligen und faulen Fiebern. §. 57. Urſachen der galligen und faulen Fieber. Was Gelegenheit dazu giebt, daß die Galle verdirbt und ſich in den Magen ergießet, oder daß ſich ſonſt ver⸗ dorbene faule Materien in dem Magen und den Gedaͤr⸗ men ſammilen, oder ſelbſt den Saften beymiſchen, das alles kann gallige und faule Fieber verurſachen. Sie ſind die gewoͤhnlichen Fieber, die im Sommer und Herbſt vorkommen: ſie entſtehen oft von einer ſtarken Hitze im Sommer, von Hemmung der Ausduͤnſtung nach ſtarker Erhitzung in warmer Jahreszeit; von der Naͤſſe und den faulen Ausduͤnſtungen bey warmer Luft, wie wenn auf heiße Witterung anhaltendes Regenwetter, Nebel oder Ueberſchwemmungen folgen; von den Ausduͤnſtungen 6 ni nich in ſe⸗ Sul ſfen, 1 ſt war. ich d einen pige iſte ſanih he Eyid mie vor. D. voth d, ſie ſt) ni verän al ſtarke ſ Fit. En d er De dlädn 8 das e thaltens. ind vialts nüßeg derſchiedee 8 und bey dder ia ſich de n ut bey da uiin Heiten, die den dach fhalten. r guſ dern ven ii 1 Regeln heſent ne 4 1 fanlen ſihet *⁴ nd ſaulen Fiche öt, daß de Gah oder daß ſt t m Manen un an n Saͤſten denn n eber veru arſachen 8' y eim Semmi un 8 on eittr ftteh rA asdünkung uüi it; von der A Näſe 7 Vom galligen und faulen Fieber. 91 niedrigen feuchten Orten und an ſtzllſtehenden faulenden Suͤmpfen, den Dunſten von todten Koͤrpern, beſonders bey ſehr warmem Wetter; von unreiner und verdorbener Luft durch die Ausduͤnſtung vieler Menſchen, die ſich in einem engen Raum befinden, daher dieſe Fieber ſo oft in Kriegszeiten und in Gegenden wo Schlachten geliefert worden, desgleichen in Spitaͤlern, Feldlazarethen, Lagern, Waiſen:, Armen, Zuchthaͤuſern, ſ. f, graſſiren— von uͤblen Nahrungsmitteln, wie von ſchlechtem Brod aus dumpfigem Mehl, von verdorbenen Gartenfruͤchten, halbfaulem Fleiſch und Fiſchen, unreinem faulem Waſſer u, d. m. Wenn viele Kranke, die Faulſieber haben, in einem enge verſchloſſenen Orte beyſammen liegen, ſo kann ihre Krankheit leicht anſteckend werden. d. u. Ihre Zufälle und Keunzeichen. Die Gallen⸗ und faule Fieber machen gewoͤhnlich Epidemien und kommen im Sommer und Herbſt am meiſten vor. Die Kranken befinden ſich oft ſchon einige Tage vorher, ehe das Fieber ſelbſt eintritt, nicht recht wohl, ſie ſind niedergeſchlagen und matt; ſchlafen unruhig, haben faſt gar keinen Appetit, einen uͤblen Geſchmack im Munde, eine Schwere im Kopfe und Schmerzen uͤber den Magen, im Ruͤcken und in den Lenden. Bisweilen haben ſie einige Tage hindurch ſtarke Kopfſchmerzen ohne andre Zufaͤlle. Darauf folgt ein Schaudern und auf dieſes eine mehr oder weniger ſtarke Hitze. Der Puls, der waͤhrend dem Schaudern klein und geſchwinde iſt, hebt ſich bey der Hitze und wird oft ſtark, aber nicht ſo hart wie bey Entzuͤn⸗ dungskrankheiten, uͤberhaupt iſt er in dieſen Fiebern ſehr veraͤnderlich. Der Kranke iſt unruhig, hat gewoͤhnlich ſtarke ſpannende Kopfſchmerzen, einen faulen bittern 4 Geſchmack 92 Vom galligen und faulen Fieber. Geſchmack in dem Munde und dergleichen Aufſtoßen, eine unreine, weiße, gelbe, braune Zunge, uͤbelriechenden Athem, Ekel und Erbrechen. Er laͤßt wenig Urin.— Aus dieſen Zufaͤllen, und wenn eine oder mehr von den obengemeldeten Urſachen vorhergegangen ſind, kann man leicht erkennen, fieber ſey. Wenn die Krankheit durch Anſteckung entſtanden iſt, ſo iſt ſie gemeiniglich boͤsartig. Noch oͤfter wird ſie es erſt bey einer uͤblen Behandlung. ſchlimmert ſie ſich am vierten— manchmal auch ſpaͤter, am ſiebenten oder nennten Tage. Die Kranken werden aͤußerſt kraftlos und gleichguͤltig uͤber ihre Umſtaͤnde. Sie liegen beſtaͤndig auf dem Ruͤcken und ſinken immer zu den Fuͤßen hinab, ihre Geſichtszuͤge und Augen veraͤndern ſich, die Zunge wird ſchwarz und der Puls ſchwach, ſehr geſchwind und unordentlich: es erſcheinen Flecken und Frieſel auf der Haut, die Kranken bekommen Zuckungen, Phantaſien, abmattende und ſtinkende Schweiße und Durchfaͤlle, ihr Harn iſt mehrentheils helle, waͤſſerig oder rohe. §. 59. Wie man ſie verhüten kann. Vorſichtigkeitsregeln für diejenigen, die bey Kranken ſeyn müſſen, welche bösartige und anſteckende Fieber haben. Das Gallen⸗ oder Faulfieber befaͤllt niemand als diejenigen die eine Anlage dazu haben. daher verhuͤten, wenn man ſich uͤberhaupt durch eine gute Lebensordnung geſund zu erhalten ſucht, wenn man bey heißer Witterung durch kuͤhlende und faͤulniswidrige ſaͤuer⸗ liche Dinge der Verderbniß der Saͤfte vorbeuget, Fleiſch⸗ ſpeiſen und hitzige Getraͤnke nur mit Maͤßigkeit genießt, die warme, ſeuchte und mit faͤuligen Duͤnſten erfuͤllte Luft ver⸗ daß es ein Gallen⸗ oder Faul⸗ In dieſem Fall ver⸗ Man kann ſie .„ ——+ ve lbet, we bahtet A niken, zu ſttet v für d nu ſewitte neig d nie ſals Kih ſerhi falz W muth ſu) ſei ſüſ de Nmeſ un do⸗ dde dit er ſs m en Fiät. , en 3 adtu n eine e d. eigezangn ſu n Galln, — — =—ZV 3 nſteckung mütin; Noch üſer n 41 In diſm ſe zue manchna lud Die Kutn* der ihte Ueiia und ſinke ene : und Alan htin hder Pussäut erſchenn iih 1 en bekoma ea ſtinkende dha w rentheils ſel un 59 NA keittregeln fur Aoenn bozartigt un Viite den. bzer beſtlt nnh haben. Aaui Huͤberhaunt dutu len ſucht, un u e und ſuumtwige Sitii vtba,— mit Atüitit 3 u ugnd ndwn dn Vom galligen und faulen Fieber. 53 vermeidet, oder ſich doch gegen die Gefahren derſelben verwahret und insbeſondre ſich dem Dunſtkreis derjenigen Kranken, die boͤsartige Zufaͤlle haben, nicht ohne Vorſicht ausſetzet. Kann man das nicht vermeiden, ſo ſorge man doch fuͤr die ſorgfaͤltigſte Erneuerung und alle Verbeſſe⸗ rungsmittel der Luft in der Krankenſtube(§. 40.), und man nehme ſich wenigſtens in Acht, daß man dem Kranken nicht unter den Odem und in den Dunſt komme, der, wenn er ſich regt, unter den Bettdecken aus, und von ſeinen Abgaͤngen aufſteiget. Muß man ſich bey und um den Kranken aufhalten und ihn pflegen, ſo huͤte man ſich dabey vor allem, was den Köoͤrper entkraͤften kann, vor Schlafloſigkeit und heftigen Gemuͤthsbewegungen, und eſſe und trinke nicht in der Stube, worinnen er liegt. Man rauche Toback, wenn man daran gewoͤhnt iſt, und ſpucke fleißig dabey aus. Ueberhaupt darf man bey dem Kranken niemals ſeinen Speichel verſchlucken. Man gehe niemals ſehr erhitzt oder voͤllig nuͤchtern zu ihm, und trinke allen⸗ falls vorher ein Glas guten Wein. Das naͤmliche kann man thun, wenn man ihm etwa Handreichung thun und ſich ſeinen Duͤnſten ausſetzen muß; dann aber ſpuͤhle man ſich doch vorher den Mund mit Waſſer und Eſſig aus. Man eſſe nicht viel Fleiſch, ſondern mehr Gemuͤſe, gekochtes und rohes Obſt, Suppen, die mit Sauerampfer, Eſſig oder Zitronenſaft ſaͤuerlich gemacht worden, und trinke etwas mehr Wein als man ſonſt gewohnt iſt. Alle Morgen kann man einen Loͤffel voll Eſſig, oder mit Eſſig einge⸗ machte Wachholderbeeren nuͤchtern nehmen. Will man ſich auch das Geſicht und die Haͤnde mit Eſſig waſchen, ſo iſts deſto beſſer. Man ſey uͤberhaupt reinlich und vorſichtig; aber nicht furchtſam. Wenn man ſich im geringſten uͤbel befindet, Wider⸗ willen gegen die Speiſen bekommt und daͤmiſch im Kopfe wird, ſo darf man ſich weiter mit der Krankenwartung nicht 44 Vom galligen und faulen Fieber. nicht mehr abgeben, man muß fuͤr ſich ſelbſt ſorgen. Man muß gleich ein Brechmittel(Anh. Nr. 1.) einnehmen, und fleißig Kamillenthee nachtrinken, dann im Bette einen gelinden Schweiß abwarten, und viel von den im 4 2.§. angegebenen ſaͤuerlichen Getraͤnken trinken. So lange bis man wieder beſſer wird, muß man ſich aller Speiſen enthalten, und uͤberhaupt nicht eher Nahrung genießen, als bis man Appetit dazu verſpuͤhrt. §. 69. Wie man Gallen⸗ und Faulfieberkranke behandeln muß. r1. Man muß den Kranken in allen Puncten nach der im 40— 51.§. vorgeſchriebenen Lebensordnung halten und ganz vorzuͤglich fuͤr kuͤhle, reine und friſche Luft, fuͤr ſchickliches Getraͤnke und die Erhal⸗ tung eines ruhigen Gemuͤthszuſtandes des Patienten ſorgen. Man kann ihn eins von den Getraͤnken, die im 42.§. angegeben ſind, oder die im Anhang N. 42. beſchriebene Molken trinken laſſen. 2. Es kommt in dieſen Krankheiten alles darauf an, daß man gleich anſangs die Kraͤfte zu erhalten ſuche. Daher iſt das Aderlaſſen gemeiniglich ſchaͤdlich, weil es die Kranken ſchwaͤcht. Man muß es nie ohne Rathfrage bey einem geſchickten und ſehr verſtaͤn⸗ digen Manne vornehmen. Eben ſo wenig darf man dem Kranken gleich bey Anfang der Krankheit ſtark ausleerende Arzneyen geben. b Aber alle drey oder vier Stunden kann man ihn eine ſtarke Meſſerſpitze oder ein Theeloͤffelchen voll praͤparirten Weinſtein nehmen laſſen. Dieſes Mittel, das niemals ſchaͤdlich ſeyn kann, loͤſet die gallige und faule Krankheitsmaterie auf und verbeſſert ſie. Oft bewirkt es einige gallige Stuͤhle, wodurch die Krank⸗ Fiebe ſch ſeb ſ R. 1.1. Dennzan 4, aten viinken 8 muß man ſch Mn ncht ther dai a ver ſuͤh n R 1 19 ie dehandeln m en Pemam nat denen kedentordhn 9 ur kähle, m n traͤnke ud Ne Ehs ſſtandes ds uan von den tin, oder die in iug inken lſſa. citen ales dauuf u räſte ſo efete ſa einiglic ſhölch wi dan maf d ni i een und ſeht vucte Ehen ſo benig h Anſang der Kuhſ den. Juunden km ni ain Theübfte 10 Deeſes N I laſſen. am, Uit di n nuf und urbeſet euiſe, vaad Vom galligen und faulen Fieber. 25 Krankheit fehr vermindert, und jedes andre aus⸗ leerende Mittel uͤberfluͤſſig gemacht wird. Wenn der Kranke einige Tage hindurch die oben empfohlenen Getraͤnke haͤufig getrunken— und etwa auch den praͤparirten Weinſtein gebraucht hat, und dann ſein Mund noch ſehr unrein iſt, wenn er uͤber ein Druͤcken in der Herzgrube, uͤber ſehr bittern und faulen Geſchmack und Aufſtoßen, beſtaͤn⸗ digen Ekel und Neigung zum Brechen klagt, oder ſich auch von freyen Stuͤcken erbricht, und wenn er kein Stechen oder Druͤcken auf der Bruſt und keinen Schmerz in irgend einer Gegend des Unter⸗ leibes empfindet, der beym Befuͤhlen der ſchmerz⸗ haften Stelle und ſanften Druck auf dieſelbe ſtaͤrker und empfindlicher wird: ſo gebe man ihm ein paar Schlucke Kamillenthee oder viel lauliches Waſſer zu trinken. Dadurch wird gemeiniglich das Brechen auf eine ſehr gelinde und ſichere Art befoͤrdert. Erregt dieſes aber kein Brechen, ſo laſſe man ihn ein Brechmittel(Anh. Nr. 1.) nehmen. Man darf ſich gar nicht fuͤrchten das Brechmittel zu brauchen; doch darf man auch nicht zu voreilig damit ſeyn. Es iſt allemal noͤthig, daß der Kranke einige Zeit vorher die mehrgedachten Getraͤnke reich⸗ lich genommen habe, und niemals ſchadet es, wenn er vorher praͤparirten Weinſtein genommen hat. Oft verlieren ſich ſchon davon die Zufaͤlle, die von den unreinigkeiten im Magen abhiengen, und dann iſt das Brechmittel entbehrlich. 3. Es liegt viel daran, daß der Leib beſtaͤndig offen ſey, und dazu helfen zwar die erweichenden ſaͤuer⸗ lichen Fluͤſſigkeiten, wenn ſie reichlich genug getrunken werden, doch machen ſie die Klyſtiere nicht uͤberfluͤſſig. Dieſe ſind von dem groͤßten Nutzen; denn jemehr Feuch⸗ tigkeiten 2, Vom galligen und faulen Fieber. tigkeiten in den Koͤrper gebracht werden, je beſſer 74 es. Man gebe ſie alle Tage, und zwar vom Anfang der Krankheit an, ein⸗ oder zweymal, ſelbſt dann auch, wenn der Kranke ordentlich offnen Leib, bis⸗ weilen ſogar, wenn er ein wenig Durchfall hat. 4. Solange das Fieber ſtark iſt, darf der Kranke nichts anders eſſen als ſaͤuerlichen Gerſten⸗ oder Haberſchleim und zeitige ſaͤuerliche Fruͤchte(§. 43.). Beſonders kann ihm das gekochte und gebratene Obſt nicht genug empfohlen werden, desgleichen die mit Eſſig eingemachten raihen Ruͤben, und der Eſſig davon. Wenn die Krankheit nicht össartig oder von Anſteckung entſtanden iſt, und wenn ſie nicht eben in der Gegend graſſiret, ſo pflegt ſie insgemein bey dieſem Verhalten bald gelinder zu werden. Der Kranke wird ruhiger, die Zufaͤlle laſſen nach, das Fieber wird ſchwaͤcher und ſetzt einige Stunden aus. Gewoͤhnlich geſchieht dieſes am ſiebenten, neunten oder eilften Tage, manchmal aber auch ſpaͤter, erſt am vierzehnten oder ſiebenzehnten Tag. §. 61. Insbefondre, wenn die Krankheit bözartig iſt. Wenn die Krankheit ſehr ſchlimm und bssartig iſt, ſo muß man alles moͤgliche thun, um die Lebenskraͤfte zu erhalten und die faͤulige Verderbniß der Saͤfte zu verhuͤten. Die Natnr fordert ſelbſt die dazu dienlichen Mittel; denn die Kranken haben gewoͤhnlich eine gkoße Sehnſucht nach herzſtaͤrkenden, kuͤhlenden, ſaͤuerlichen Dingen. Die meiſten von denen im 42. und 60.§. genannten weinſaͤuerlichen Getraͤnken ſind hier uͤberaus heilſam. Sie muͤſſen reichlich und mehr kalt als warm genemmen wer⸗ den. Wenn der Kranke ſehr kraftlos und ſchmachtend, ſeine m. der g Rant tirt N) ach t Eſig pa rma weſn a⸗ Filbet derden ſe deuſeng zwar un lia b eymal, ſelhg an h offnen dib, 6 Durchf fal ſu darf f der Kaur ichen Guſim, ce Fräct 69) ochte und ürnen. den, d aus ühn g dden un hind eben in w 8 V den deſm Wie ake wird uon, d ſchwäͤche d t geſchieht ün „manchmal mah denzehnten di eit botartig it⸗ mmm und blerch im die kebenetiſt der Säfte u echte enlichen Mittlz d gloße Sehrf ſahtn hen Dingen und 60. 5. ganr aberaus! felſn 5 Vom galligen und faulen Fieber. 77 ſeine Stimme ſchwach und langſam, der Puls ſchwach iſt und der Urin blaß wird, ſo kann man ihm zuweilen einen oder etliche Eßloͤffel voll guten alten Wein geben, oder ſolchen unter ſeine Getraͤnke miſchen. Es giebt einen vortrefflichen labenden Trank, wenn man anderthalb Maaß Gerſtenwaſſer oder ſolches, das mit rohem Haber abge⸗ kocht worden, mit zwey bis drey Eßloͤffeln Weineſſig oder dem friſchausgedruͤckten Safte aus zwey Zitronen, einem Trinkglaschen voll Wein, und ohngefaͤhr vier Loth Zucker vermiſchet. Auch ein Abſud aus geroͤſtetem Hausbackenem Brod mit Zitronenſchaalen und etwas Wein iſt vortrefflich. Wenn man recht zeitige Himbeeren oder Maulbeeren hat, ſo kann man von dem daraus gedruͤckten Saft ein Glas voll dazu thun, oder man kann ſtatt dieſes Saftes den in den Apotheken vorhandenen Syrup von dieſen Fruͤchten, oder auch den Syrup von ſauren Kirſchen, oder von Ber⸗ berisveeren dazuſetzen. Aber ganz vorzuͤglich ſind die Weinmolken(Anh. Nr. 43.) dienlich, und ganz alleine mit denſelben, wenn ſie anſtatt des ordinairen Tranks getrunken worden, ſind ſchon viele Kranke vom Fleckſieber kurirt worden. Man waſche dem Kranken die Haͤnde und Fuͤße, oder auch wohl den ganzen Leib mit lauwarmem Waſſer, womit Eſſig vermiſcht worden. Dieſes kann alle Tage ein paarmal wiederholt werden und man darf ſich nicht ſcheuen, wenn auch ſchon Flecken auf der Haut ſind. Es verſteht ſich aber von ſelbſt, daß man ſehr behutſam dabey zu Werk gehen muͤſſe, damit der Kranke nicht erkaͤltet werde. Man verſaͤume dabey nichts in der uͤbrigen nothwen⸗ digen Pflege.(§. 40— 51. und§. 60.) Man ſey moͤglichſt fuͤr reine, und mehr kuͤhle als warme Luft und fuͤr Reinlichkeit der Krankenſtube, des Bettzeugs und der Waſche des Kranken beſorgt. Wenn er nicht etwa einen ſtarken und ſehr abmattenden Durchfall hat, oder der Unrath „838 Vom galligen und faulen Fieber. Unrath unwillkuͤhrlich und ohne ſein Wiſſen von ihm geht, ſo bringe man ihm taͤglich ein pear Klyſtiere aus Kamillenthee mit Honig bey. Wenn es die Jahrszeit erlaubet, ſo gebe man ihm rohe ſaftige weinſaͤuerliche Fruͤchte, vorzuͤglich ſaure Kir⸗ ſchen, oder Weintrauben. Er kann ſie den ganzen Tag eſſen. Aber waͤſſerige ſuͤße Kirſchen, welche haͤufige Blaͤ⸗ hungen erzeugen, die Eingeweide erſchlaffen und die Saͤfte ſehr verduͤnnen und aufloͤſen, ſind nicht dienlich, abſonderlich dann, wann ſchon ein entkraͤftender Durchfall zugegen iſt. Sonſt gebe man ihm gar nichts zu eſſen, es ſey dann, daß er von ſelbſt irgend worauf mit einem unwiderſtehlichen Appetit verfalle, und daß dieſes nicht unter die ſchaͤblichen Speiſen gehoͤre. Man verhuͤte auf alle Art, daß er nicht unruhig oder aͤngſtlich gemacht werde. Wenn ſich Ohnmachten einſtellen, ſo ſorge man gleich fuͤr Erfriſchung der Luft, man laſſe den Kranken an Weineſſig riechen, man gebe ihm etwas alten Wein zu trinken und waſche ihm das Geſichte, die Haͤnde und Fuͤße damit. Manchmal iſt die Ohnmacht ſo ſtark, daß der Kranke todt zu ſeyn ſcheinet: da waͤſcht man ihn uͤber den ganzen Koͤrper mit warmem Wein oder warmem Waſſer mit Weineſſig, man reibt ihn mit warmgemachten Tuͤchern und ſetzt ihm Klyſtiere von Wein und kaltem Waſſer. 3§. 6 2. Wie ſich die Geneſenden verhalten müſſen. Wenn das Uebel ſich endlich vermindert, das Fieber nachlaͤßt und alle Zeichen der Beſſerung da ſind, ſo iſt zwar die gegenwärtige Gefahr uͤberſtanden, aber der Kranke darf deswegen nicht ſorglos werden und nun die Diaͤt verabſaͤumen. Er koͤnnte leicht in eine ſchleichende Krank⸗ K iha ger d unt Faul he ſeuge dwnp Ge a6 ſer T und ſic Kaͤſe erl Loh Dde des Pa mer vor PMsi gleihföl die zlu Der ſe tine Nut „Zäit hes E dt wil in Er gt ſein da mit d der pin ſie den vb welche hüufaed. erſch claffen ud , ſind mäöt) heü entkraͤſte nder d 1Dutſi a gar nictt ſeennd woranf n n und daß Ree T — — — — —— — —— — — t ſetge da laſſe den Kerhn m eiwas ahhm a hie, die Händeui ſo ſiart, ſag am A, a waͤſcht nu ini Zein oder varna warmzemahmdh und kaltem Biſe derhalten nuſen. A 5 s vermindett, dih Deſſerung 1 ſed 1 ſe„ 2 üͤder ſie an aden, the 1 erden und m he 30 leicht rin eine thn Von dem hitzigen Fieber. 79 Krankheit verfallen. Er muß ſich noch lange an eine genaue Lebensordnung§. 52— 54 halten. Die Gallen⸗ und Faulfieber haben das eigen, daß ſie die Verdauungs⸗ werkzeuge ſehr ſchwaͤchen: um ſo noͤthiger iſt es, daß die davon Geneſenden ſich ſowohl in Anſehung der Menge als der Beſchaffenheit der Speiſen ſehr in Acht nehmen und ſich maͤßige Bewegungen machen, ſobald es ihre Kraͤfte erlauben, Von dem hitzigen oder Entzuͤndungs⸗ fieber. §. 6;3. Zufälle und Kennzeichen deſſelben. Die Entzuͤndungsfieber kommen mehrentheils zu Ende des Winters, im Fruͤhling, und zu Anfang des Som⸗ mers vor. Sie befallen vorzuͤglich geſunde ſtarke Leute, die in ihren beſten Jahren ſind, und einen derben feſten Koͤrper haben. Daher ſind ſie bey den Landleuten gar gewoͤhnlich. Nach einiger Mattigkeit und vorhergehendem leichten Schaudern ſtellt ſich eine widernatuͤrliche Hitze ein. Der Puls iſt dann hart, voll und geſchwinde; doch ganz gleichfoͤrmig. Die Pulsadern an den Schlaͤfen klopfen, die Blutadern ſchwellen auf, und das Geſichte wird roth. Der Kranke hat große Kopfſchmerzen und Schlaͤfrigkeit, eine Art von Betaͤubung und bisweilen Phantaſien zur Zeit des ſtaͤrkeren Fieberanfalls, der alle Abend eintritt. Er faͤhrt manchmal auf, beſonders wenn er einſchlafen will, und hat wenig oder gar keinen erquickenden Schlaf. Er holt geſchwinde und mit einiger Beängſtigung Athem, ſein Durſt iſt groß und die Zunge ſehr trockens manchmal mit Schleim bedeckt, der Leib iſt mehrentheils verſtopft, der Urin roth und hitzig, uͤbrigens natuͤrlic §. 64. Von dem hitzigen Fieber §. 64. Seine Urſachen. Alles was das Blut in Wallung bringt, kann dieſes Fieber erzeugen. Allzuſtarke Hitze und zu lange anhal⸗ tende Trockenheit der Luft, die Winterkaͤlte, lange Ent⸗ haltung vom Schlaf, uͤbermaͤßiges und lange fortgeſetztes Arbeiten, zumal in der Sonnenhitze, das Liegen und Schlafen in der Sonne, zu geſchwinde Abkuͤhlnng nach vorhergegangener Erhitzung— der Mißbrauch des Weins, Branteweins und anderer geiſtigen Getraͤnke, der Genuß hitziger, ſehr gewuͤrzter und nahrhafter Speiſen ꝛc. §. 65. Wie man es verhuten kann. Die Entzuͤndungsfieber laſſen ſich leicht verhuͤten. Man muß ihre Urſachen vermeiden oder ſich durch ein gutes Verhalten, wie ſchon im 2.§. gelehrt worden, vor ihren nachtheiligen Wirkungen verwahren. Oft kann man auch durch die im 39.§. empfohlene Maaßregeln ihrem Ausbruch noch zuvorkommen. §. 66. Wie man ſich während der Krankheit verhalten muß. Im Anfang iſt das Entzuͤndungsfieber leicht zu heilen; ſchub zu begegnen ſuchen. Man muß t. den Kranken alſobald nach der Lebensordnung in hitzigen Krankheiten halten. Er muß ausnehmend viel von den Getraͤnkarten, die im 42.§. angefuͤhrt ſind, und zwar laulig warm trinken. Haͤufiges Trinken und friſche kuͤhle Luft ſind die euie aber es artet leicht aus. Man muß ihm daher ohne Auf I bringt kann nd g us a nterkäͤlte lang a und ung ſan ſe itze, das baga unnde Uütütn Mümtu Getrinke, de h after Speſm. kann. en ſich lait ktn den oder ii wi §. gelehet va w epaht 1 empſohlem 5 1 n. aibeit nrhalt lm n ngsfiehet! liceu nuß ihn azje inl muß c der Abens zane Er mif runägt m 2 „die im 44 Lu an ratn. de d duft ſnd dn Von dem hitzigen Fieber. 31 Huͤlfsmittel in dieſer Krankheit, und in den meiſten Faͤllen zu ihrer Heilung alleine hinreichend. Man darf dem Kranken nur ſelten und wenig Nahrungsmittel geben, aber keine Fleiſchſpeiſen, Fleiſchſuppen, Eyer u. dgl. Selbſt Huͤhnerbruͤhen darf er nicht genießen, und in ſchweren Faͤllen darf er gar nichts eſſen. 2. May giebt ihm alle Morgen und Abende ein Kly⸗ ſtier von bloßen Molken oder von Molken mit Honig, oder von abgeſottener Kleye mit ein wenig Salz, und faͤhrt damit fort bis zur Entſcheidung der Krankheit. 3. Man waͤſcht ihm ſehr oft die Haͤnde und Fuͤße mit lanwarmem Waſſer und ſetzt ihn taͤglich zweymal in lauwarme Fußbaͤder. Dieſes kann allemal bald hernach geſchehen, wenn ihm Klyſtiere applicirt worden ſind. Wenn der Kopf ſtark leidet, ſo ſind die Fußbaͤder uͤberaus nuͤtzlich. Noch beſſer iſt es, wenn man den Kranken ganz in ein Bad von lau⸗ warmem Waſſer ſetzt. Dadurch iſt die Krankheit oftmals gar geſchwinde geheilt worden, wenn ſie auch ſchon zu einem hohen Grad geſtiegen und mit trockner Hitze und Raſerey verbunden war. §6. 67. ünd wie vey ihrer Entſcheidung⸗ Das Fieber endigt ſich zwiſchen dem vierten und neun⸗ ten, läͤngſtens dem vierzehnten Tag, manchesmal nach und nach, und ohne eine beſonders auffallende Ausleerung; ofterer hingegen nach einem vorhergegangenen Naſenbluten dder Schweiß, auch wohl, doch ſeltner, nach einem Durchfall. Bey der Beſſerung wird der Puls weicher und langſamer, die Kopfſchmerzen und die Betaͤubung dsx⸗ Von dem hitzigen Fieber. vermindern ſich, die Zunge wird etwas feucht und es geht mehr Waſſer ab, das nicht mehr ſo roth iſt, aber gewoͤhnlich einen weißroͤthlichen Bodenſatz fallen laͤßt. Nach und nach ſtellen ſich der Schlaf und die Kraͤfte wieder ein. Wenn aber die Krankheit verſaͤumet oder unrecht behandelt wird, wenn man das gehoͤrige Verhalten nicht beobachtet, oder unſchickliche Arzneymittel gebraucht, ſo nimmt ſie leicht eine andere und ſchlimmere Geſtalt an. Sie geht in ein Faulſieber uͤber, oder es entſtehen Ent⸗ zuͤndungen in den innern Theilen. Wenn ſich ein Naſenbluten gegen den vierten, ſiebenten oder neunten Tag einſtellet, ſo muß man ihm gaͤnzlich freyen Lauf laſſen, man darf es auf keine Weiſe ſtopfen; es ſey denn, daß es ſo ſtark wuͤrde, oder ſo lange anhielte, daß der Kranke ohnmaͤchtig und kalt an den Gliedern wird. Dem kann man aber zuvorkommen, wenn man ihn im Bette aufrecht ſitzen laͤßt, das Halstuch loͤſet und ihm ein Klyſtier ſetzet. Eben ſo muß man ſich auch bey dem Schweiß ver⸗ halten, den man nicht unterbrechen, aber auch nicht mit Betten, noch vielweniger durch große Stubenwaͤrme oder hitzige Sachen erzwingen muß. Es iſt genug, wenn man dem Kranken eine leichte Decke laͤßt, und ihm einige Schaalen warmen Holders, Meliſſen⸗ oder Kamillenthee zu trinken giebt. Wenn der Schweiß aufgehoͤrt hat, ſo kann er ein anderes Hemd anziehen, das aber vorher erwaͤrmet ſeyn muß. Wenn endlich das Fieber gaͤnzlich geendiget iſt, ſo muß ſich der Kranke noch eine Zeitlang nach der Lebens⸗ ordnung der Geneſenden halten und nur allmaͤhlig wieder zu ſeiner vorigen Lebensart zuruͤckkehren. —/—O———— — 8— degül garnicht Gdhe Neda. V etwat f ſact w 1 hhht ſ uh 4 4 9 Doden ſat* Schlaf erſäͤumet e me edoͤrige Deſalen d he debrauc d ſchumner gehut oder Ktha igen den nien iin muß uu ſa a auf beine düni ede, oder 6* rit alt an den Eihan nen, wem muü Halsuuch kuir ch bey dm lhi chen, ader uun große Sucn 3. Es it uann 16 8 A Decke läßt, wißt 15 ſen der Anc Meliſſen! Mel 1w 14 A et hweiß auiaeee 2 — Naan nziehen, das de rniut 1 zänzlich zen 1 Zeits unß uhmä n und uut Kuiſit ds kehem Jroth und ſchmerzhaft werden. Von der Braͤune. 5 Von der Braͤune oder dem Halswehe. §. 68. Was die Vränne iſt, ihre Verſchiedenhett. Wenn der Hals inwendig verſchwollen iſt, ſo daß dadurch entweder das Schlucken, oder das Athemholen, oder beydes zugleich, beſchwerlich und ſchmerzhaft oder gar verhindert wird, ſo nennt man es das Halswehe oder die Braͤune. Es giebt zwey Arten der Braͤune. Bey der einen haben die Kranken allemal ein merkliches hitziges Fieber. dan nennt ſolche die wahre Braͤune. Die andre Art, die falſche Braͤune, iſt meiſtentheils ohne Fieber, und wenn auch eins da iſt, ſo iſts doch ſehr unbetrachtlich, die Zufaͤlle ſind geringer wie bey der wahren, und zuweilen gar nicht gefaͤhrlich, zuweilen aber auch in einem hohen Grad hartnaͤckig, ja ſogar toͤdtlich, §. 69. Zufälle der wahren Bräune⸗ Die wahre Braͤune hingegen iſt mit einer groͤßern oder geringern Gefahr verbunden, je nachdem die Ent⸗ zuͤndung im Halſe mehr oder weniger ſtark iſt. Sie greift gewoͤhnlich die Mandeln, das Zaͤpfen und die weichen Theile im Gaumen an, welche aufſchwellen Oft iſt das nur auf einer Seite, manchmal aber zieht ſich die Entzuͤndung auch auf die andre. Das Geſicht iſt roth, bisweilen iſt der Hals aͤußerlich ein wenig geſchwollen, und viele Kranken klagen uͤber Schmerzen im Ohr auf der Seite die am kraͤnkſten iſt. Oft iſt das Fieber geringe, manchmal aber auch ſehr ſtark mit betraͤchtlicher Hitze und Kopfſchmerzen. Der F 2 Puls Von der Braͤune. Puls ſchlaͤgt dann geſchwinde und ſtark, und das Waſſer iſt hochroth. Das Fieber verſtaͤrkt ſich gegen Abend, des Morgens hingegen laͤßt es nach, oft ſo ſehr, daß es den Tag uͤber wenig verſpuͤrt wird. Zuweilen ſitzt die Entzuͤndung tiefer im Halſe, in der Gegend des Schlundes und des Kopfes der Luftroͤhre, und dann iſt die Krankheit ſeht gefaͤhrlich und mit einem heftigen Entzuͤndungsſfieber verbunden⸗ Hh. 76. Ihre uUrſachen. Dieſe Krankheit iſt an feuchten Orten und in dumpfi⸗ gen, niedrigen und feuchten Wohnungen gemein, bisweilen graſſiret ſie epidemiſch. Sie kann aus allen urſachen entſtehen, die Entzuͤndungsfieber hervorbringen koͤnnen. Indeſſen koͤnnen auch beſondre Urſachen dazu Gelegenheit geben, wie wenn man gewohnt war, warme Halstuͤcher zu tragen und ſolche abteget, desgleichen die kalte Zugluft, die juſt den Hals alleine trift, ein kalter Trunk bey erhitztem Leibe, Naͤſſe an den Fuͤßen ꝛc. 6. 71⸗ Wie man ſie behandeln muß⸗ t. Manchmal iſt das Aderkaſſen noͤthig, oft auch nicht, und in manchen Fällen koͤnnte es ſchaͤdlich feyn. Man muß es daher nie vornehmen, wenn man keinen Arzt deswegen befragen kann. 2. Wenn der Kranke noch etwas hinabſchlucken kann, ſo muß er ſehr oft kleine Portionen von den Getraͤnken §. 42. lauwarm zu ſich nehmen. Er muß taͤglich einmal eine halbe Stunde lang die Fuͤße in lauwarmes Waſſer ſetzen. Dieſes kann des Morgens geſchehen und des Abends wird ihm ein Klyſtier applieiret. 3. Man etn ſiſ 8 en 1 dten n und iab nungen Ngemen. kann aus aln zis r hervorbeinan b teſachen dag hhe war, darm he tgleichen diekzt kalter Trunti gin * f ndeln nuß. ſen näthig,ütli lon ante es ſoöhür vernehme, da! ragen zann. was hincbſd zatab „ vorticnen! vent nbt Eri gdie 3 aae 5 s Nrzn gith enEier altei ein Kyfi ii — Von der Braͤune. 3. Man kochet Brooͤkrumen mit Milch, daß ein Bee daraus wird. Dieſen ſtreicht man ziemlich dicke auf ein leinenes Tuch und legt es warm um den Hals, Der Kranke muß beſtäaͤndig einen ſolchen Umſchlag haben. Man muß ihn aber oͤfters erneuern, und ſobald einer kalt wird, einen andern friſchen auflegen. 4. Er muß ſich ſehr ofte mit einer Miſchung aus vier bis ſechs Theilen Waſſer, einem Theil Weineſſig und eben ſo viel Honig, oder mit Waſſer, worinn getrocknete ſchwarze Johannistrauben abgekocht, und wozu noch etwas Honig gemiſcht worden, gurgeln, auch den Dampf von heißem Waſſer und Eſſig mit dem Athem einziehen. Man laͤßt Waſſer mit dem dritten oder vierten Theil Eſſig gemiſcht, kochend heiß werden, tauchet einen Schwamm darein und haͤlt ihm denſelben vor den Mund, oder man ſtellt ein Gefaß mit dem heißen Waſſer und Eſſig unter ſein Geſichte und decket ein leinen Tuch uͤber ſeinen Kopf und das Geſchirre, damit der Dampf dadurch auf⸗ gehalten werde: oder man ſetzt einen Trichter auf das Gefaͤß, in welchem die kochende Miſchung aus Waſſer und Eſſig enthalten iſt, und laͤßt die Daͤmpfe ſo in den Mund gehen, Dieſes muß alle Tage verſchiednemale wiederholt, und allemal einige Zeit⸗ lung damit angehalten werden. Man muß uͤbrigens das Verhalten beobachten, welches in hitzigen und Entzuͤndungsfiebern uͤber⸗ haupt dienlich iſt.§. 40— 51. ung§. 65. Wenn die Krankheit ſehr ſchlimm iſt, und der Kranke gar nichts niederſchlucken, alſo auch nichts trinken kann, ſo muß man ihn taͤglich drey⸗ bis viermal klyſtieren und eben ſo oft in lauwarmen Fußbaͤdern ſitzen laſſen. Wenn man Plutigel haben kann, ſo laſſe man yier, fuͤnf oder 5 3 ſechẽ Von der Braͤune. ſechs Stuͤcke äͤußerlich an den Hals auf der Seite, wo die Schmerzen am groͤßten ſind, anſaugen. Bey ſehr dringender Gefahr, wie wenn der Kranke erſticken will, muß man ein Blaſenpflaſter um den ganzen Hals legen. Iſt das Uebel nicht zu heftig und nichts verſaͤumt worden, ſo vermindern ſich das Fieber, das Kopfweh, der Schmerz im Hals und die Beſchwerde im Schlingen ſchon am dritten, oder etwas ſpaͤter, am vierten oder fuͤnften Tage, und der Kranke iſt am ſechsten oder achten Tage wieder geſund. §. 72. — insbeſondere, wenn die Halsentzündung zum Verſchwären kommt. Wenn das Fieber und die uͤbrigen Zufaͤlle nach dem vierten Tage noch fortdauern, die Schmerzen im Hals zwar etwas gelinder werden; das Schlucken hergegen faſt eben ſo beſchwerlich bleibt, wie es vorher war, oder auch wohl noch beſchwerlicher wird, ſo erzeugt ſich ein Geſchwuͤr im Halſe. Dieſes wird insgemein am fuͤnſten oder ſechsten Tag zeitig, und bricht mehrentheils von ſelbſt auf. Man hat bey dieſen Umſtaͤnden gar keine Gefahr zu befuͤrchten, und nicht noͤthig viele Huͤlfsmittel zu brauchen. Man befoͤrdert die Zeitigung und das Aufbrechen des Geſchwuͤrs dadurch, daß man ſich zum oͤftern mit warmer Milch, mit warmem Waſſer und Honig oder mit einer Abkochung von Waſſer oder Milch mit Hollunderbluͤthen, Feigen und Eibiſchwurzeln gurgelt, allenfalls auch den Dampf von heißem Waſſer einziehet und den obengemeldeten Brey⸗ umſchlag um den Hals legt. Wenn das Geſchwuͤr ſich geoͤffnet hat und die Materie heraus iſt ſo laͤßt man eine Handvoll Salbey mit einem Schoppen heißen Waſſer etwa eine halbe Stunde lang abbruͤ⸗ han, delpiſe der P ler I nn Tich anſ auge n. wie detn de d b 1 enpfiaſte mmg 3 ſtig und tictg un Fieber, da aan eſchdee 1 üd ſdäͤt, an zn ſt am ſcchen an, 4. indung ſum dritrint. üͤorigen zi uh die Scea zt, das Schlutnſwmrii e es vorher n, Mu ſo erſeugeſtnt nein am ſtieteſts theilt dan ſi d keine Gejſä ten zmittel zu but d s Nuförecn Bb . ſtem nit un nig oder nit une ¹ h * f Follut 1 umt A 5 u u gebfnad ſu 1 6 Handvo 9 18 wa eine n 8 un na äden. fen 5 4 149 Von der Braͤune. 8 abbruͤhen, ſeyhet die Fluͤſſigkeit durch und thut ein paar Loͤffel voll Honig dazu, damit gurgelt man ſich oft. §. 73. Pon der falſchen Bräune— wie man ſie behandeln muß.⸗ In der falſchen Braͤune iſt die Geſchwulſt im Halfe nicht ſo roth, ſondern blaß und nicht ſo ſchmerzhaft. Sie befaͤllt vornehmlich Weiber, Kinder, diejenigen, die ſich in feuchter nebeliger Luft aufhalten, und die gewohnt ſind mit offenem Munde zu ſchlafen. Sie iſt gar nicht gefaͤhrlich, und kann im Anfang oft in wenig Stunden durch ein Fuß⸗ bad und ein paar Schaalen warmen Thee geheilt werden⸗ Der Kranke muß ſich etwas waͤrmer als gewoͤhnlich halten, ſich oft mit Salbeythee, der mit Eſſig und Honig vermiſcht iſt, gurgeln, Fußbaͤder gebrauchen; fleißig Thee von Holderbluͤthen trinken, und ein Halstuch von Wollenzeug umnehmen. Wenn dieſes nicht bald Linderung verſchaffet, ſo kann man ein rothmachendes Mittel(Anh. Nr. 55.) auf ein Tuch geſtrichen um den Hals legen. Wenn die falſche Braͤune auf dieſe Mittel nicht weicht, und wenn das Athemholen und das Schlucken bey der⸗ ſelben ſehr erſchweret iſt, ſo muß man dieſe Krankheit nicht gleichguͤltig anſehen, ſondern bald einen erfahrnen Arzt zu Rathe ziehen. Von der Bruſtentzuͤndung und dem Seitenſtechen. §. 74 Hauptkennzeichen und Verſchiedenheit dieſer Krankheitens tzigen Bruſtkrankheiten, Bruſtentzuͤndungen And Selten aſtechen gehoͤren mit zu denjenigen Krankheiten, 8 4 b die 88 Von der Bruſtentzuͤndung die unter den Landleuten, beſonders zu Ende des Winters und zu Anfang des Fruͤhjahrs ſehr gewoͤhnlich vorkommen. Ihre Hauptkennzeichen ſind ein mehr oder weniger lebhafter Schmerz in der Bruſt, oder Stechen in der Seite, ſo beym Einathmen ſtaͤrker wird, Beklemmung und Huſten. Man unterſcheidet die wahre, gallige und falſche Bruße entzuͤndung. Mit jener iſt allemal ein ſtarkes Fieber vei⸗ bunden; die falſche hingegen entweder iſt ohne Feber, oder ſolches iſt doch nur geringe. §. 75. Zufälle und. Kennzeichen der wahren Bruſtentzündungen, Die wahren Bruſtentzuͤndungen ſind im Winter, noch mehr aber im Fruͤhling, bey gaͤhling abwechslender Witterung gewöhnlich. Die Zufaͤlle, woran man ſie leicht, und ohne Gefahr ſich zu irren, erkennen kann, ſind: Ein Schauder, oder auch wohl ein ſtarker Froſt zu Anfange der Krankheit, worauf ſich Hitze einſtellt, die ununters brochen fortdauert, ohngeachtet ſie gegen Abend gemeiniglich nui etwas ſtaͤrker wird, und Morgens wieder ein wenig nach gob laͤßt, Kopfſchmerzen, Röthe auf den Wangen, ein geſchwinder, meiſtens voller und harter Puls, Durſt, Stechen auf der Seite oder eine ſchmerzhafte druͤckende Empfindung tief in der Bruſt, die beſtaͤndig auf einer Stelle bleibt, und beſonders beym Einathmen und Huſten fuͤhl⸗ bares wird, daher dann auch das Athemholen beſchwerlich iſt; Huſten, der gemeiniglich im Anfang trocken und. ſehr laͤſtig iſt, in der Folge aber leichter wird, und ſich dann mit einem gelblichen dicken Auswurf loͤſet. Der Auswurf iſt zuweilen bald anfangs, oͤfters erſt in der Folge mit Bluͤt vermiſcht. Der Kranke iſt mehrentheils gezwungen das Bette zu huͤten. ren Bruten a Deufteneinäana don 1 F nnd ¹ gen ſind in Dan, AANUII 2 Sahling recäen — 5 IAs 3 Jufalle, dym uaf ren, erkena im, fn. *„ 1 in ſtarke eiglhiug itze einſtet, N uuni tgegen Aadga int wiede in wihw auf da Dan i N 9 4 5 † 4 und harte 15, a 4 1” 7 AHS e Rſanen au e „ Bübi 1„ hän ſ 8 N aatdmen 1D. 1 34 Nemholen dane d? Aan NYaf 64 ie im a aas. er Na ſe 4 sen Ausruf hd u “ eichter wicd, W 4 A4 l ſal 4* 4 „ S 1 meen er Kras I 3 . nen,§. 64. und 70. ſind auch zur Erzengung der Bruſt⸗ 6— 41 ¹ SFort d N und dem Seitenſtechen. H. 76. Ihre Urſachen. Eben die Urſachen, welche Entzuͤndungskrankheiten überhaupt und die Braͤune insbeſondre hervorbringen kön⸗ entzuͤndungen geſchickt. Sie entſtehen beſonders oft von einem kalten Trunk, wenn man erhitzt iſt. Ein leichter Huſten kann, wenn er vernachlaͤßiget wird, bald in eine Bruſtentzuͤndung uͤbergehen und iſt ſehr oſt der Anfang dazu. Leicht entſtehet auch eine Bruſtentzuͤndung, wenn man bey kalter und rauher Luft gegen den Wind ſtark laͤuft oder reitet. es §. 72. Wie ſie behandelt werden muß. Gemeiniglich glaubt der gemeine Mann, wenn er Stechen bekommt, daß er ſich durch ſchwere Arbeit wehe, oder Schaden gethan habe. Daher braucht er oft ganz unrichtige und ſchaͤdliche Huͤlfsmittel. Man muß folgendes beobachten, wenn man dieſe Krankheit gut behandlen will: 1 Das Aderlaſſen kann ſehr nuͤtzlich ſeyn, wenn noch kein Auswurf da, und der Kranke nicht ſehr ſchwach iſt. Man muß ſich aber wohl vorſehen, daß man dieſe Krankheit nicht mit der folgenden, der gallig⸗ und faͤuligen Bruſtentzuͤndung, die auch haͤufig vorkommt, verwechſele. Denn hier koͤnnte durch das Aderlaſſen ein unerſetzlicher großer Schaden angerichtet werden. Man unterlaſſe es lieber ganz, wenn man nicht zuverläͤßig weiß, mit welcher Krank⸗ heit man es zu thun hat, oder man laſſe fuͤnf bis ſeche Blutigel auf der Bruſt, juſt an dem ſchmerz⸗ haften Ort anſaugen. Bey dieſen wagt man weniger. 2. Sonſt * 92 Bon der Bruſtentzuͤndung 2. Sonſt lege man friſche warm gemachte Kappisblaͤtter auf die ſchmerzende Stelle, oder erweichende Auß ſchläge: Man kocht ein paar Haͤndevoll Kamillen⸗ blumen mit einem Schoppen Waſſer, fuͤllt es zuſam⸗ men in eine Schweins⸗ oder Rindsblaſe, bindet ſie feſte zu und legt ſie noch warm auf.— Oder man bereitet folgenden Breyaufſchlag: Man kocht Brod⸗ kruͤmmeln, Gerſtengraupen, Gruͤtze oder Kleyen mit Waſſer und Milch zu einem Brey, miſcht etwas Seife darunter, und legt ihn uͤber ein Tuch geſtrichen auf den Ort, wo der Kranke die Schmerzen hat, ſo daß der Brey unmittelbar auf der bloßen Haut liegt. Auf der vom Leibe abgekehrtken Seite legt man eine drey⸗ oder vierfache Bedeckung daruͤber, damit die Feuchtigkeit nicht ſobald verdaͤmpfe und die Waͤrme deſto laͤnger erhalten werde. Dieſer Auf⸗ ſchlag darf aber niemals auf der Bruſt voͤllig erkalten, ſondern er muß zuvor abgenommen, und dagegen eine zwote gewaͤrmte Portion aufgelegt werden. Er darf aber auch niemals allzuheiß ſeyn. Man kann auch wollene Tuͤcher in warme Milch oder in warmes Waſſer tauchen und auflegen. Zur Nachtzeit, wenn der Aufſchlag nicht umgewechſelt werden kann, wird anſtatt deſſen ein vierfach gefaltenes und gewaͤrmtes Tuch, oder Flanell, aufgelegt, damit die Bruſt beſtaͤndig vor der aͤußern kaͤltern Luft verwahrt bleibe. 3. Wenn die Bruſt ſehr voll, das Athemholen ſehr beſchwerlich und die Beaͤngſtigung groß iſt, ſo laͤßt man den Kranken auf die Art, wie im 71.§. N. 4. gelehrt worden, den Dampf von heißem Waſſer und etwas Eſſig einathmen. Man kann das Waſſer mit etwas Hollunderblumen vorher auf⸗ kochen. Er muß den Dampf taͤglich zum oͤftern, fedesmal aber eine nur kurze Zeit einziehen, damit er ändung n gemachte d 1 oder erwai itan dar t Hindeul zn 4 dDuſer n 6 1 rNardeien„b aem euf.— dr dlag: Am e4 n, Gritze a e an inem Omn, nicht hn uͤber ein d aanke die Ocnenn ldar auf da u4 de abgekehein dn rſache eunkue ſcht ſobald mlnt. kdalten werde. Nil auf der Bnſtüle adgenemmin, mow rtion auſgelegt pan allzaheiß ſehn. Rn arme Mich nw legen. Zur Nacet wechſelt werda ue gefaltenes u ſ uſgelegt damt n taͤtem luſtwitt voll, das Aünin anaſtiamng zmi die An 62 „den Dem ii ſig tinathmen Holl lunderdonen 4 Damnf lüih 33 . r beres zü cf 4 A Seitenſtechen, und dem Seitenſtechen. 91 er nicht zu ſehr dadurch erhitzt werde. Kein Mittel traͤgt ſo viel zur Befoͤrderung des Auswurfs, und uͤberhaupt zur Erleichterung des Kranken bey, wie dieſes. 4. Man giebt dem Kranken alle Tage, Morgens und Abends ein erweichendes Klyſtier, laͤßt ihn viel lauwarmes Getraͤnke nehmen und beobachtet auch im uͤbrigen die Regeln eines guten Verhaltens in hitzi⸗ gen und entzuͤndungsartigen Krankheiten(§. 40. u. f. und§. 66.). Wenn ſich am vierten, ſiebenten, auch wohl erſt am vierzehnten Tage ein guter zeitiger Auswurf einfindet, bey welchem der Kranke erleichtert wird, ſo hat man nichts weiter dabey zu thun, als daß man ihn durch reichliches lauwarmes Trinken befoͤrdere. Das Fieber nimmt dann immer mehr und mehr ab und verſchwindet mehrentheils nach einigen Schweißen, die ſich von ſelbſt einſtellen. Man haͤlt den Kranken nach gaͤnzlich uͤberſtandener Krankheit nach der Lebensordnung der Geneſenden(§. 52. u. f.) und laͤßt ihn nicht eher, als wenn der Huſten mit dem Aus⸗ wurf gaͤnzlich nachgelaſſen hat, wieder Fleiſchſpeiſen genieſ⸗ ſen. Denn ſonſten ſetzt er ſich der Gefahr aus, einen Ruͤckfall der Bruſtentzuͤndung oder die Lungenſucht zu bekommen. §. 78. Zufälle und Kennzeichen der gallig⸗ und fauligen Bruſtentzündungen. Man kann die wahren Bruſtentzuͤndungen und die gallige oder faͤulige leicht von einander unterſcheiden. Die Kranken haben bey dem Schmerzen in der Bruſt oder dem der Beklemmung und dem Huſten alle Zufaͤlle eines Gallen⸗oder Faulfiebers, eine unreine Zunge, bittern Geſchmack, Ekel, Aufſtoßen und Neigung zum Erbrechen. Der Puls iſt geſchwinder; aber nicht ſo voll und — — — — —— 92 Von der Bruſtentzuͤndung und hart wie bey der wahren Bruſtentzuͤndung— und die Geſichtsfarbe iſt zwar roth; ſie faͤllt aber zugleich auch ins Gelbliche. 9§. 79. Wie man ſie behandeln musß. Dieſe Krankheit graſſiret oft epidemiſch, gewoͤhnlich im Spatjahr oder Herbſt. Sie iſt eine von den gemeinſten und toͤdtlichſten unter dem gemeinen Manne, ſowohl an und fuͤr ſich ſelbſt, als auch wegen der gewoͤhnlich ſchlechten Behandlung. Gemeiniglich iſts das erſte, was er thut, wenn er Stiche fuͤhlt, daß er 2 lder laͤßt und darauf zu ſchwitzen einnimmt. Ein ſehr nachtheiliges Verfahren! wodurch die Kraͤfte vermindert, die galligen und faulen unreinigkeiten aus den erſten Wegen in das Blut getrieben und die Fieberbewegungen verſtaͤrkt werden. Die Kkank⸗ heit wird allemal ſchlimmer und boͤsartig dadurch gemacht. Sie muß in der Hauptſache auf die naͤmliche Art tractirt werden, wie die galligen oder Faulfieber. Daher muß man alles genau befolgen, was im 60.§. u. f. angerathen worden. Man laͤßt den Kranken recht viel ſäͤuerliches Getraͤnke, Gerſtendecoct, Molken, Limonade, trinken. Man giebt ihm etwa alle drey oder vier Stunden eine Meſſerſpitze praͤparirten Weinſtein, und taͤglich etliche Klyſtiere. Wenn er nach einigen Tagen noch große Neigung zum Brechen hat, ſo laͤßt man ihn Kamillenthee oder ein Brechmittel nehmen. M. ſ.§. 60. N. 2. Aeußerlich kann man die im 77.§. N. 2. empfohlenen Aufſchlaͤge brauchen. Man huͤte ſich ſehr den Schweiß durch hibige Mittel, Stuben; und Bettwaͤrme herauszutreiben; wenn er aber von ſelbſt kommt, ſo verhuͤte man mit Sorgfalt, daß er nicht geſtoͤret oder unterdruͤckt werde, weil dadurch faſt im f im A hekvotg f za ſehr Seiten außerli heſchwe zanze? bine T koͤnnen Die K it ſelte dierter d deückt ⸗ batm d- ſcr d derdi Mi Auf? undung entſi indung.. w nt aber dug lichu, ein muz. idemi eoidemiſch, dediſe eine don den dnegi — 2 1 nen Num, ſau Ader läßt und darah 4 Riliges Deſ 81 s die an 1 1 4 a., was in(a.z t viel ſäuetchesGen nade, ninkn. Nen Itunden eite Ma alich etüche Kim och dn 1 en! 8 ae Da peiß d du . t p de auf die namaa ANr e n dder Faulfehet. N und dem Seitenſtechen. 95 im Augenblick eine neue und gefaͤhrlichere Entzuͤndung hervorgebracht werden koͤnnte. H. 8do. Zufälle des falſchen Seitenſtechens. Oft zieht ſich ein Fluß auf die Bruſt und verurſacht da ſehr lebhafte ſtechende Schmerzen, die dem wahren Seitenſtich aͤhnlich ſind. Der Schmerz iſt aber mehr aͤußerlich; obgleich auch das Athemholen deswegen beſchwerlich wird. Manchmal verbreitet er ſich uͤber die ganze Brüſt und bis in den Nacken. Die Kranken haben keine Beaͤngſtigung; aber oft einen trocknen Huſten. Sie koͤnnen insgemein auf der ſchmerzenden Seite nicht liegen. Die Krantheit faͤngt oft mit einem Schaudern an, doch iſt ſelten ein merkliches Fieber dabey. §. S1. Wie es behandelt werden muß. Das falſche Seitenſtechen iſt eine gar gemeine Krank⸗ heit; aber auch gar nicht gefaͤhrlich. Es kann aber leicht gefaͤhrlich werden, wenn man es mit hitzigen Mitteln vertreiben will. Bey einem guten Verhalten dauert es ſelten lange. Gemeiniglich endiget ſichs vom dritten, vierten oder fuͤnften Tag durch einen ſtarken Schweiß. Bisweilen entſteht das Stechen ploͤtzlich nach unter⸗ druͤckter Ausduͤnſtung. Wenn man denn ſogleich durch warmes Theetrinken, bey einem maͤßig warmen Verhalten, die Ausduͤnſtung wieder herſtellt, ſo erfolgt die Beſſerung ſehr geſchwinde. Ueberhaupt muͤſſen die Kranken ſich warm halten, viet areinnend⸗ Fläſſigkeiten, Thee von Holder, Wullkraut, Meliſſenblaͤttern, u. dgl. trinken, und ein Stuͤck Flanell auf die Bruſt legen⸗ Wenn 94 Von den Pocken. Wenn das Uebel hartnaͤckiger iſt, ſo muß man den Leib durch Klyſtiere reinigen und den Kranken in ein lau⸗ warmes Bad von Waſſer, worinn Heublumen gekocht worden, bringen, oder ein Blaſenpflaſter auf den Fleck legen, wo der Schmerz am fuͤhlbarſten iſt. Dieſes wird faſt allemal gar geſchwinde helfen. Von den Pocken, Blattern, Purpeln. §. 82. Allgemeine Bemerkungen über die Pocken, ihre Verſchiedenheit⸗ Die Pocken ſind eine der allgemeinſten Krankheiten. Sie verſchonen die wenigſten Menſchen, etwa nur einen unter zwanzig, und toͤdten nicht weniger, als den ſiebenten Theil derjenigen, die ſie angreifen. Sie ſind beſtaͤndig bald in dieſen, bald in jenen Gegenden gangbar und ver⸗ breiten ſich durch die Anſteckung. Ohne Anſteckung koͤnnen ſie nicht entſtehen, und man kann ſich vor ihnen ſicher verwahren, wenn man nur die Anſteckung meidet. Der anſteckende Zunder kann durch Menſchen und Waaren von einem Orte zum andern gebracht werden. Wenn ſie an einem Ort einreißen, ſo befallen ſie immer einen großen Theil dererjenigen, die ſie noch nicht gehabt haben, und hoͤren auch nicht auf, ſolange noch jemand daſelbſt befindlich iſt, welcher fuͤr dasmal angeſteckt werden kann. Insge⸗ mein bekommt man die Blattern in der Jugend, und ſie gehoͤren in ſoferne unter die Kinderkrankheiten; doch koͤnnen ſie auch Erwachſene, ſelbſt alte Leute noch bekommen. Es giebt zweyerley Arten der Pocken, wahre und falſche. Die wahren ſind entweder gut⸗ oder boͤsartig. 2 k n an die ſocke ddel in wel'ſesd tien mne wen mat un Eſrhe Duſ,. in Rac Weſahhe Rel ichte ſeunſt titzen ſch afer ſc rech ve bun wid, n. ſt, ſo dij na Kranken ia n dhdeen 8 ſen iſt. 1 1 — ern, Puryeln en, ihre derſtichenhet gemeinſtn Kruthe ſchen, etan uur a miger, als da ſtäm n. Sie ſay hiu nden gangdar mon Ohne Anſteckunz iar n ſich vot iſon in iſtcus meidt. A Menſchen und Bm cht werden. Sa n ſie immer eiden 4 icht gehadt hutn jemand uitii 1 8 werden kann. N. in der Juhend, n Kinder thunihein; 1 ſelbſt alt 1 1” n' der Decm, vin! a gut u düäurh 1 Von den Pocken. 9⁵ §. 33. Perlauf der wahren gutartigen Pockenkrankheit. Zufälle, die ſich von Anfang der Krankheit an bis zum Ausbruch der Pocken zu äußern pflegen. Man kann ziemlich ſicher vorausſehen, daß ein Kind die Pocken bekommen wird, wenn ſie eben an dem Orte oder in der Nachbarſchaft herrſchen; wenn ein Kind, welches die Krankheit noch nicht hatte, den Pockenpa⸗ tienten nahe gekommen, oder mit ihnen umgegangen iſt; wenn es in einer Zeit von hoͤchſtens ſieben Tagen nachher matt, unruhig und muͤrriſch wird, und keine Luſt zum Eſſen hat, dann Fieberzufalle, Schandern und Hitze, Durſt, Kopfwehe, Betaͤubung bekommt, uͤber Schmerzen im Ruͤckgrad, dem Kreuz und den Lenden, uͤber ein Wehethun in der Herzgrube, Beklemmung der Bruſt und Ueblichkeit klagt, ſich erbricht, kurz athmet und oftmals ſeufzet. Wenn denn noch das Geſichte dick und aufge⸗ trieben wird, wenn das Kind geneigt iſt zur Unzeit zu ſchlafen; aber unruhig ſchlaͤft und im Schlaf oͤfters ſchreckhaft zuſammenfaͤhrt, und das mit allen dieſen Zufaͤllen verbundene Fieber beſonders gegen Abend auffallend heftiger wird, aber doch bald nachlaͤßt und oftmals wechſelt, ſo kann man mit einiger Zuverlaͤßigkeit glauben, daß die Pocken unterwegens ſind. Dieſe Zuverlaͤßigkeit ſteigt zur Gewißheit, wenn der Athem der Kranken kurz vor dem Ausbruche einen auffallenden, eigenen, aber nicht zu beſchreibenden Pockengeruch annimmt. Das Fieber dauert beſtändig, obwohl nicht mit gleicher Heftigkeit fort bis zum Ausbruch der Pocken. Um die Zeit, da er erfolgen ſoll, gegen den dritten oder vierten Tag, werden einige Kinder mit Zuckungen oder Gichtern befallen, die aber— woſferne ſie nicht von Wuͤrmern ader ſchwerem Zahnen herruͤhren, nicht ſchon in den erſten Tagen 95 Von den Pocken. Tagen der Krankheit ſich einſtellen und nicht außerordentlich anhaltend ſind, insgemein nichts gefaͤhrliches zu bedeuten haben, ſondern vielmehr als ein gutes Zeichen anzuſehen ſind, indem die Pocken, die bald darauf ausbrechen, mehrenthells gutartig zu ſeyn pflegen. Bey recht geſunden Kindern, und zumal bey Saͤug⸗ lingen, ſind die Zufalle vor dem Ausbruch der Pocken oft ſo gelinde, daß man es kaum gewahr wird, daß ſie ein Fieber haben. 9. 34. Zifälle der gutartigen Pocken von der Zeit an, da ſie ausbrechen⸗ bis ſie zu reifen anfangen. Wenn die gedachten Zuſaͤlle bis in den dritten, oder bis gegen den vierten Tag, und zuwei en, beſonders bey gutartigen Pocken, eine noch kuͤrzere Zeit gedauert haben, ſo laͤßt die Hitze ein wenig nach, die Kranken bekommen Schweiß und die Blattern fangen dann an auszubrechen. Sie ſehen anfangs wie rothe Puͤnctchen, wie faſt kleine rothe Nadelkoͤpfe aus. Gewoͤhnlich zeigen ſich die erſten an der Oberlippe, hernach auf den Backen und an der Stirne, dann am Hals, auf der Bruſt, an den Armen und Haͤnden, den Lenden und Fuͤßen. Die meiſten Blat⸗ tern ſind allemal am Geſichte zu ſehen: auch an den Armen und Beinen ſieht man mehrere als am Unterleibe, wo gewoͤhnlich die wenigſten zu ſehen ſind. Der Ausſchlag vermehrt ſich allmaͤhlig, wird nach und nach, ſo wie er nach und nach ausgebrochen iſt, erhabner und breiter. Schon waͤhrend dem Ausbruch laͤßt das Fieber, wie wir eben bemerkt haben, ein wenig nach, und nach dem Ausbruch iſt dieſer Nachlaß noch bemerkbarer. So wie aber die Blattern anfangen zu wachſen, ſo zeigen ſich wieder Fieberbewegungen, die immer mit Nießen, Thraͤnen der Augen, und ſehr oft mit einiger Roͤths Röhe! da dic Ka thei baſd wä nnd uſgn die Pit ſt n uneſhſe Pum An Pe ken K nt fäͤlm un W md helre hilt zu tue ſir n vel ch winnſt 1 „ diem 8 au ſe derc be an in ile — 1— — = — — — — —. — Leit an, Ne ſe ußeg anfangen. dis in den hitn zuweilen, dändan 1 V zere Jeſt gedaunt e Krenkn käme en dann au rhabb Ancich en, wiſ n Kich zeigen n ſöd Rch den Backen uat er Briſt, mm k ͤßen. Demid ſtden. aod a Frere al am lhu 88 ſehen ſind. ch almͤhüg, ra! 4 18 nach atsge tätn w dtend dw 1 tt haben, mn bemerk z iſt diſtt ü Blattern auictt * 1 3 ezerdewegunden diir eien „ r—, udd ſeſt ff 7 den Haͤnden und Fuͤßen. Von den Pocken. 9 Roͤthe der Augen und mit Empfindlichkeit derſelben gegen das Licht verbunden ſind. Es gehoͤrt unter die ſicherſten Kennzeichen der gutartigen Pocken, daß nach dem Aus⸗ bruch der Ausſchlaͤge das Fieber und die Zufaͤlle, die waͤhrend des Ausbruchsfiebers vorhanden waren, nach⸗ laſſen muͤſſen. Die Spitze der Blattern wird, ſo wie die Blattern an Groͤße zunehmen, weiß, der Grund aber iſt roth. Der Athem hat einen uͤblen Geruch, das Geſicht und die Augenlieder ſchwellen auf, oft ſo ſtark, daß die Augen ganz zugeſchloſſen werden. §. 85. — und von da an bis zur Austrocknung! Am dritten oder vierten Tag nach dem Ausbruch der Pocken und folglich am ſiebenten oder achten Tage der Krankheit, fangen ſie an gelb und reif zu werden. Sie fuͤllen ſich und wachſen zuweilen, beſonders an den Armen und Beinen, bis zur Groͤße einer Zuckererbſe. Ihr Grund und die zwiſchen den Blattern leergebliebene Haut iſt hellroth und ſchmerzhaft. Die Geſchwulſt im Geſichte haͤlt ſolange an, bis die Pocken voͤllig reif werden und zu trocknen anfangen. Dann mindert ſie ſich, und legt ſich nach und nach, und wenn dem Kranken die Augen verſchloſſen waren, ſo kann er ſie nun wieder oͤffnen. So wie ſich die Geſchwulſt des Geſichtes zu mindern anfaͤngt, ſo ziehet ſie ſich nach den Haͤnden und Fingern, und von dieſen endlich nach den Fuͤßen. Die Pocken vertrocknen in eben der Ordnung wie ſie ausgebrochen ſind, und eben ſo vergeht die Geſchwulſt an Die Kranken werden munter, bekommen Appetit und Schlaf, und die Krankheit iſt am zwoͤlften, dreyzehnten oder vierzehnten Tag uͤberſtanden. E.§. 86⸗ —* 4— — 1—— 8 ——1,*=————— 8 —— 5——— Von den Pocken. §. 86. Wie man vorausſehen kann, daß die Pocken bösartig ſeyn werden, Jenes iſt der Verlauf der Pocken, wenn ſie gutartig und ordentlich ſind; aber oft ſind ſie ſehr boͤsartig. Man kann zwar nicht allemal aus den Zufaͤllen, die vor ihrem Ausbruch vorhergehen, mit Gewißheit vorausſehen, ob ſie gut ſeyn werden oder nicht: denn oft kommen nach den ſchwerſten und ſchlimmſten Zufaͤllen gute Blattern. Im Gegentheil ſind aber auch nicht ſelten nach ſehr leichten und gutſcheinenden Umſtaͤnden vor dem Ausbruch, boͤsartigſten Pocken erfolget. Doch hat man wahrſcheinlich zu befuͤrchten, daß jemand boͤsartige Pocken bekommen werde, wenn dergleichen juſt zu der Zeit an dem Orte herrſchen, und die oben erzaͤhlten Zufaͤlle alle heftiger ſind. Die Patienten werden ſehr matt, in allen Gliedern wie zerſchlagen, oftmals ohn⸗ mäͤchtig, ſie zittern an Haͤnden und Fuͤßen, bekommen heftige Ruͤcken: und Lendenſchmerzen, einen ſtarken Schau⸗ der und darauf große Hitze, Kopfwehe, Leibſchmerzen, Durchfall, fortwaͤhrende Ueblichkeiten und fortwaͤhrendes Erbrechen mit einem beſtaͤndigen Schmerz in der Magen⸗ gegend. Sie ſind ſehr unruhig, werfen ſich hin und her und entbloͤßen ſich. Sie ſchlafen mit halboffnen Augen, ſchreyen und erſchrecken im Schlaf, und bekommen oft ſehr heftige Zuckungen. Dieſe letzteren Zufaͤlle muͤſſen jedoch in einem hohen Grade und anhaltend vorhanden ſeyn, wenn man aus ihnen mit einiger Gewißheit auf die Voͤsartigkeit der Krankheit den Schluß machen will. Man hat zwar oftmals bemerkt, daß ſehr kraͤnkliche Kinder ſehr gute Blattern bekommen haben; indeſſen hat doch die Erfahrung faſt durchaus gelehrt, daß Kinder, die Wuͤrmer haben, oder deren Unterleib voller Unreinig⸗ keiten iſt, desgleichen ſolche, die auf der Bruſt ſchon vor bleſſar ſe u in der Ai w iße bünwe deN Km ken. locken voiarig inn n 3 en, dim ſe⸗ 1mu ſie ſe ſehr dösrit A Anfnn 1, Jufällm, mi wißheit 4 : denn df bnm. Zuſäͤllen gah n3s icht ſelten mi ie a vot den lun zu üs dn en, und es 1 ae— en und m u m n zen, eina de ah Ko dfwe 4, demn chkeiten und ſe de gen Schneä k ig, weſa ſi ta da zefa afen nit habeſti uen n 1 Schlaf, un wen. 7 9 teſe Khteren zuil 1 840n)„ e und anhelees ee brfi u mit einign t den C 21 n Ri c n zon men g hen m 6 g üt chaus gele⸗ 4 un ren„ uötib fN 2 4 Von den Pocken. 99 vor der Krankheit anhaltend litten„ſchlimmere Pocken hekommen, als andere, §. 97. Zufälle der bösartigen Pockenkrankheit. Die boͤsartigen Pocken pflegen zuweilen am dritten Tage nach dem Anfang der Krankheit, mehrentheils aber ſpaͤter, und nicht allmaͤhlig, ſondern ploͤtzlich und in großer Menge auszubrechen. Sie halten bey ihrem Aus⸗ bruch keine Ordnung, ſondern kommen bald im Geſichte und auf der Bruſt, bald an den uͤbrigen Theilen des Leibes unordentlich hervor, und ſind nicht ſo roth und kleiner wie die gutartigen Pocken, fließen aber doch oft, beſonders am Geſichte und an den Armen und Beinen, in einen einzigen großen Fleck zuſammen, und haben dann das Anſehen einer Brandſchelle. Sie wollen nicht gelb und reif werden, ſind in ihren Spitzen nicht recht rund, ſondern mehrentheils platt und mit einem Gruͤbchen einge⸗ druͤckt. Hier ſchwillt das Geſicht fruͤher auf und ſieht an dem achten oder neunten Tage wie eine weiße ſtraff ausge⸗ ſpannte Haut aus. Oft bekommen die Kranken um dieſe Zeit einen Speichelfluß, oder anſtatt deſſen einen Durchfall, der die ganze Krankheit hindurch dauert, Ddiieſes ſind die zuſammenfließenden Pocken. Sie ſind noch gefaͤhrlicher, wenn ſie eine ungewoͤhnliche weiße, bieyfarbige, violette oder ſchwarze Farbe annehmen, wenn ſie ausſehen, als ob ſie mit Blut angefuͤllt waͤren, oder in der Mitte einen ſchwarzen Punct haben und dabey ganz zuſammenfallen, wenn zwiſchen den Blattern ein weißer oder rother frieſelartiger Ausſchlag, oder rothe, blaue und ſchwarze Flecken zum Vorſchein kommen, wenn die Naſe und der Hals von Pocken voll iſt, ſo daß der Kranke nicht ſchlingen kann— wenn es ihm ſehr uͤbel 2 und — —— — — ſich einer geringen Krankheit zu unterwerfen, um einer 480 Bon den Pocken. und faul aus dem Hals riechet, wenn Blut und Eyter mit dem Stuhlgang, und Blut mit dem Harn vermiſcht iſt, und beydes der Harn und Stuhlgang ohne Wiſſen und Willen abgehen, der Puls ſehr ſchwach iſt, und der Koͤrper von einem kalten Schweiß triefet. Je mehrere von dieſen Zufaͤllen bey den zuſammen⸗ fließenden Pocken zugegen ſind, deſto gefaͤhrlicher ſind ſie. Die Gefahr wird vom eilften Tage an am dringendſten und groͤßten. Die Krankheit, wenn ſie uͤberſtanden wird, endiget ſich doch nicht leicht vor dem ein und zwanzigſten Tage. Die Pocken trocknen dann ſehr langſam ab, das Geſicht wird mit einem Grindſchorf bedeckt, der ſtuͤckweis abfaͤllt, und ſich zwey: bis dreymal aufs neue wieder anſetzet. §. 88. Wie man die Pocken verhüten und bewirken kann, daß ſie minder gefährlich werden. Von der Einpfropfung der Pocken. Man kann die Pocken verhuͤten, wenn man alle Gele⸗ genheiten vermeidet, wo man angeſteckt werden koͤnnte; aber das iſt bey den Landleuten nicht immer moͤglich, und auch nicht rathſam, außer bey boͤßartigen Blatterepidemien. Denn derjenige, welcher ſie noch nicht hatte, muß allemal, wenn ſie ins Land kommen, befuͤrchten, daß auch er davon befallen und deſto ſchwerer daran leiden werde, je aͤlter er iſt. Da man die Pocken der Regel nach nur einmal bekommt, und da die Zufaͤlle der ſehr gutartigen Blattern ſo gelinde ſind, daß ſie kaum fuͤr eine Krankheit gelten koͤnnen, ſo iſt es das zuverlaͤßigſte Mittel, ſich vor ſchlim⸗ men Pocken zu verwahren, wenn man ihnen zuvorkommt und ſich gutartige einimpfen laͤßt. Es iſt auch wirklich nichts widerſinniges in dem Gedanken, daß es klug iſt, weit 4 lgang thne dg ſan n wwach iſt, m uw allen bef de gen deſto geſthuüte, u age an in Nan venn ſie türien dem ein m rn inn ſeht lanſa horf Ka uih eymal uft ma 3. bewirken kan un. Einpfteyfunz dhe huͤten, vemnät angeſteck dia n nicht imnn un doͤßartgen dunae och nicht hin n efuͤrchten, Michth daran leiden de der Negel uin der ſehr olt triu um für eine drn igſte Mitt n wenn wen a däßt. Gn⸗ 4* edanken, 1 4 zu unt uncit Von den Pocken. 107 weit gefaͤhrlichern auszuweichen.— Man muß indeſſen dabey nur nicht glauben, daß man bey der Einpfropfung der Pocken vor aller Gefahr geſichert iſt; denn man hat Faͤlle, die aber ſehr ſelten ſind, daß Kinder auch an eingepfropften Pocken ihren Geiſt aufgaben. Aber man hat bey der Einpfropfung dieſes nie aus den Augen zu verlieren, daß die Zufaͤlle der Pockenkrankheit, die auf ſie folgen, im Ganzen allemal leichter ſind, und daß an den eingepfropften Pocken allemal unendlich wenigere Kinder ſterben, als an den natuͤrlichen, wenn ſie auch noch ſo gutartig ſind. Dieſe groͤßere Gutartigkeit der eingepfropften Pocken haͤngt von ſehr vielen Urſachen ab, von denen ich nur etliche anfuͤhren will. Es koͤmmt viel darauf an, auf welche Art das Pockengift in den Koͤrper kommt, ob es zuerſt in einen innerlichen Theil, in den Magen, in die Lunge kommt, oder ob es zuerſt in einen aͤußerlichen Theil gelangt. Dieſes letztere geſchieht bey der Einpfropfung. Es liegt mehrere Tage in der Impfwunde gleichſam ohne Wirkung, die Zufaͤlle von ihm verbreiten ſich allmaͤhlich weiter, und erſt wenn dieſes geſchehen iſt, entſteht das Fieber, welches vor dem Ausbruch vorhergeht. Der Koͤrper wird alſo bey der Einpfropfung gleichſam an die Reitzung von dem Pockengifte allmaͤhlich gewoͤhnt, und die Erfahrung lehrt uns, daß auch die ſchaͤdlichſten Dinge uns nicht ſo ſehr ſchaden, wenn wir daran gewoͤhnt ſind. Bey der Einpfropfung hat man außer dieſem noch andre große Vortheile. Man kann Kinder von einem zur Einpfropfung ſchicklichen Alter waͤhlen.(Das Kind iſt alsdann zur Einpfropfung am geſchickteſten, wenn die Augenzaͤhne durchgebrochen ſind.) Man kann zur ſchick⸗ lichſten Jahreszeit(im Mapy) einpfropfen. Man kann die beſte, reifſte und friſcheſte Pockenmaterie auswaͤhlen, und neuere Erfahrungen haben gezeigt, daß dieſer Punet G 3 18* — — —————————. 1 ———— ſſͤſſſäääää—— .——————— S—— —————*——— G Von den Pocken. fuͤr den ganzen Ablauf der Krankheit von entſchiedener Wichtigkeit iſt. Man kann nur geſunde, oder ſolche Kinder waͤhlen, die zur Einpfropfung am geſchickteſten ſind, und diejenigen, die dieſe Eigenſchaft nicht haben, ſo vorbereiten, daß man erſt ihre Geſundheit herſtellt, und dann ihnen die Pocken einpfropft. Außerdem iſt keine beſondere Vorbereitung nothwendig, außer derjenigen, die auch bey herrf ſchenden natuͤrlichen Pocken zu beobachten iſt, die ich eben angeben wiſl, und die bey geſunden Kindern nur in Beobachtung einer richtigen Lebensordnung beſtehen darf. Man kann auch ſeinen Kindern die Pocken einpfropfen laſſen, wenn die natuͤrlichen Pocken nicht herrſchen; und wenn man dadurch auch manche Gefahr fuͤr die Seinen vermeiden kann, die von der herrſchenden Pockenſeuche entſtehen könnte: ſo wird ſich doch ein Mann, der ſeinen Nebenmenſchen liebt, kaum entſchließen die Einpfropfung anders als waͤhrend einer eben vorhandenen und herrſchenden Pockenſeuche— am beſten zu Anfang derſelben— vornehmen zu laſſen, ungeachtet man auch Faͤlle hat, daß von den eingepfropften Pocken außer der Zeit einer Pockenſeuche die Pocken nicht weiter fortgepflanzt wurden. Die Einpfropfung der Pocken iſt endlich eine ſehr leichte, und alſo eine ſehr wohlfeile Operation. Selbſt in England, wo alles ſo theuer bezahlt wird, bezahlt man das Einpfropfen der Pocken bey einem Kinde kaum ſo theuer, als man eine Aderlaſſe bezahlt. Indeſſen iſt doch zu rathen, daß man ſeinen Kindern nur durch einen erfahrnen und geſchickten Mann die Pocken einpfropfen laſſe; denn man kann gegen die uͤbeln Folgen, welche auch die eingepfropften Pocken haben koͤnnen, alsdann noch mehr geſichert ſeyn. Wenn man aber gegen die Einpfropfung Bedenken hat, und wenn gutartige Pocken herrſchen, ſo muß man die 8 1: an gj dit⸗ Rge 1 de Giſnha dü ah fropft. löce ij dendig, ruir en den Pocm g a R3 tt „und de w i r ricüunlnn ſeinen Kidmaͤhe natuͤrlicen de ch auch mute gi die ven w diün o wird ſih amga t, kaun atuzan nd einet faenhn — an a plie ſſen, mammuu pfropften pchi ken nicht rirrſwen Hocken it wihn vohlſeile Doeit d 4 heuer bezahl 10, 9 ken bey einm dyt laſſe beyaht I. n zann die Datt n die übelt jimnt un haben kumn 3 a 4 8 nen Kindem m t. — Von den Pocken. 103 die Pockenanſteckung weder aͤngſtlich zu verhuͤten ſuchen, noch der Natur aufdringen. Aber man bemuͤhe ſich die Krankheit dadurch minder gefaͤhllich zu machen, daß man die Kinder, welche die Blattern noch nicht hatten, zu der Zeit, da ſie eben graſſiren, dazu vorbereitet. Wenn die Kinder recht geſund und die herumgehenden Pocken gutartig ſind, ſo iſt ſelbſt dieſe Vorbereitung uͤberfluͤßig; man hat nicht noͤthig das geringſte zu thun, die Kinder werden die Krankheit gluͤcklich uͤberſtehen, ohne eigentlich dazu vor⸗ bereitet zu ſeyn. In jedem andern Falle aber muß man die Kinder 1. von zu vielem Eſſen abhalten. Ihre Abendmahlzeit muß insbeſondre geringe ſeyn. Man darf ihnen wenig Fleiſch, kein Schweinenfleiſch, Duͤrrfleiſch, Speck oder Sachen, die mit ranzigem Fett zube⸗ reitet ſind, keinen Kaͤſe und verdorbenes oder abge⸗ backenes Brod, keine waͤſſerigen Kuchen, Kloͤſe u. a. dergl. zaͤhes Backwerk zu eſſen geben. Denn dieſe Speiſen geben Unreinigkeiten in den erſten Wegen und uͤble Saͤfte, bey welchen die Pocken leicht ſchlimmartig werden. Man laſſe ſie hingegen viel trinken, Waſſer mit Milch gemiſcht, friſche durchgeſeyhete Buttermilch, Molken. Man kann wirklich die Kinder zu den Blattern nicht beſſer vorbereiten, als wenn man ſie Molken, alle Morgen zu einigen Glaͤſern, oder auch den Tag hindurch, trinken laͤßt. Alles hitzige Getraͤnk, Wein, Bier, Kaffe, u. dergl. iſt durchaus ſchaͤdlich. 2. Man verhuͤte, daß ſie ſich nicht durch ſtarke, wilde Bewegung zu ſehr erhitzen. Wenn es die Gele⸗ genheit giebt, und im Sommer das Waſſer warm iſt, ſo koͤnnen ſie ſich manchmal in einer Bach baden. Man kann ſie auch alle Tage des Abends in ein lauliges Fußbad ſetzen. G 4 3. Wenn 3——— ————,— 8“——— 2. — 9—— — — 104 Von den Pocken. 3. Wenn die Kinder andre Krankheiten haben, z. B. einen Durchfall Waͤrmer, u. dgl. ſo thut man wohl, wenn man bey Zeiten dafuͤr ſorget, daß ſie ordentlich geheilt werden; denn wenn die Pocken dazu kaͤmen, ſo wuͤrden ſie allemal ſchlimmer werden, wie bey ſonſt geſunden Kindern. §H. 89. Warnung vor einigen Mißbräuchen und Vorurtheilen bey der Behandlung der Pocken. Die gutartigen Pocken ſind an ſich gar nicht toͤdtlich, und ſie wuͤrden es unter den Landleuten weit weniger, und weit ſeltner boͤsartig ſeyn, wenn ſie nicht durch eine unge⸗ ſchickte Behandlung verſchlimmert wuͤrden. Man pflegt oſt gleich beym Anfang der Krankheit durch ein verkehrtes Mediziniren zu ſchaden. Man giebt Brech⸗ und Pusgiermittel ein, und laͤßt zur Ader, ohne zu wiſſen, ob es noͤthig iſt oder nicht. Dadurch werden die heilſamen Wirkungen der Natur in Unordnung gebracht, die Kraͤfte des Kranken werden ohne Noth geſchwaͤcht, und die Pocken boͤsartig gemacht, die es ohne dergleichen unzeitige Mittel nicht geworden waͤren. Das Purgieren geſunder Kinder vor den Blattern iſt ſehr gewoͤhnlich; aber es bringt oftmals ſehr große Nachtheile, weil es den Koͤrper ſchwaͤcht und die Entwickelung des Ausſchlages auf der Haut hindert. Nur ſolchen Kindern darf man vor den Pocken etwas zum Abfuͤhren geben, die wirklich Unreinigkeiten in den Gedaͤr⸗ men haben. Noch unendlich groͤßer iſt der Schade, der durch ein zu hitziges Verhalten verurſacht wird. Der irrige Wahn, daß man den Ausbruch der Blattern durch Waͤrme und hitzige Arzneyen befoͤrdern muͤſſe, iſt auf dem Lande noch ſehr gemein und koſtet unzaͤhlig vielen Kindern das Leben. Man dha Alemal ſclinnt, dſtſetnsn. 1 4Na Adern. un 1 und Deerrtzeis et Pocken. 1 d an ſich zar iähe 6 andleuten peit dehe an ſie nich drhenn ert wuͤrden. Anfang da drien ſchaden. Nu z ßt zur Adar, aunſ dadurch deranſin rdnung geduat ui d geſchwich mulh dergleichn upnd Purgieren gied 8 9 4 G gewahnlch, vett „weil es da lmnſ 6 4 A hW 4 M 1 ſchlages auf dac Ntn thl ar Nen Dacdu the an vor den üetſe 8— Unreinigkeitm nd tt der Schde, R Von den Pocken. 1⁰5 Man ſteckt ſie unter dicke Federbetten, und verſchließt ſie in engen Stuben, wo ganze Familien beyſammen ſitzen, und wo ſich eine Menge unreiner Ausduͤnſtungen ſammlen. Dieſe Stuben heitzet man unbeſonnen ſtark, man ſtellt die Betten nahe an den Ofen, behaͤnget ſie, auch wohl die Fenſter und Thuͤren, mit Vorhaͤngen, und beraubet die armen Kranken der groͤßten Wohlthat, die ſie in dem Genuß der reinen und freyen Luft finden wuͤrden. Man giebt ihnen untaugliche hitzige Sachen zum Austreiben— Bezoarpulver, Alantwein, Wein und Pfeffer, Lorbeeren in Bier gekocht, Theriak, Brantewein u. dgl. Man wagt es nicht, die mit Eiter beſudelte Waͤſche und Betten mit andern reinen zu wechſeln, daher die Kranken in ihrem eigenen Geſtank faſt umkommen moͤchten. Durch alles dieſes wird den Pockenpatienten der moͤglichſt groͤßte Schaden zugefuͤgt. Ihr Blut wird in die groͤßte Wallung gebracht, ihre Saͤfte fangen an zu faulen, und die Pocken, wenn ſie vorher gutartig waren, veraͤndern ſich in die ſchlimmſte Art. Es iſt faſt ein Wunder, wenn die Kranken davon kommen. Man kann nicht dringend genug vor einem ſolchen Verfahren und ſolchen Mitteln warnen, die, wenn ſie auch die Krankheit nicht allemal toͤdtlich machen, doch immer ihre Heftigkeit vermehren und die gefaͤhr⸗ lichſten Zufaͤlle veranlaſſen. §. 9o. Was man zu thun hat, wenn die Pocken ſehr gutartig find Bey manchen Kindern iſt die Krankheit ſehr leicht, die Pocken brechen faſt ohne alles Fieber und nur in geringer Anzahl aus, wachſen, eitern und werden reif, und das Kind ſcheint faſt gar nicht krank zu ſeyn, lauft ohne viele Ermattung herum, ſchlaͤft gut und hat guten Apperit. Bey dieſen guten Umſtaͤnden hat man weiter nichts 106 Von den Pocken. nichts zu thun, als daß man verhuͤte, daß ſich das Kind den Magen nicht uͤberlade, und keine ſchwere, unver⸗ dauliche und hitzige Dinge genieße, daß man die Stube nicht zu warm mache; aber auch das Kind von jeder Erhitzung und von jeder Erkaͤltung außer der Stube abhalte, und ihm viel zu trinken gebe. Waſſer mit Milch gemiſchet iſt ſowohl in der erſten Zeit, ehe die Pocken ausgebrochen ſind, als waͤhrend der ganzen Krankheit, das dienlichſte Getraͤnke. Zur Zeit des Ausbruchs kann man es des Abends beym Schlafengehen etwas Holderthee, oder Meliſſenthee trinken laſſen. Wenn die Blattern eitern, ſo laͤßt man es ſaͤuerliche Fruͤchte, friſche und gedoͤrrte Kirſchen, Zwetſchen, Aepfel u. dergl. eſſen, und dann kann man ihm auch Buttermilch, Zitronenwaſſer und ſaͤuerliches Gerſtenwaſſer zu trinken geben. §. 91. 1 und wenn die Krankheit mit mehr, und ſtärkern Zufallen verknüpft iſt. Wenn aber vor dem Ausbruche der Pocken ein Fieber und andre bemerkliche Zufaͤlle(§. 33.) vorhergehen, ſo wird gleich vom Anfang an eine groͤßere Aufmerkſamkeit erfordert; denn dasjenige, was in den drey erſten Tagen geſchiehet, iſt von der wichtigſten Folge fuͤr die ganze Krankheit. Wenn ein Kind ſich zu klagen anfaͤngt, und man aus den oben angegebenen Zeichen ſchließen kann, daß es die Pocken bekommen wird, ſo darf man es nicht gleich ins Bette bringen. Es iſt ihm vielmehr ſehr zutraͤglich, wenn es in den erſten Tagen ſolange aufbleibet als es aushalten kann, und bey gelinder Witterung die freye Luft genießet. Gleich vom erſten Tage, da das Fieber anfaͤngt bis zum Ausbruch der Pocken, ſind warme Baͤder ſehr zutraͤg⸗ * Jeit, 8 ehen dd dn zun zas Zeit sdung aſengehen wa hüun ſen. Danh dn uiche Frttn, fihn Aggfelu. de. ſa utt nermild Na au tiaken gäa d. nehr, und ba pät K iſ. druche der hatg uſß (§. 33.)usthenza ere Aumerkankächr drey nfin dun g e füͤr die zu d klagen efing, R. iichen ſchlife im ſo darf unti 7a. m vielmeße ſhe w en ſkanze ufteädt ſen elinder Bitamd 3 in 7 da daß füher ui t 8 Von den Pocken. 10 zutraͤglich. Das reine warme Waſſer iſt am beſten, man kochet auch Kleyen mit Waſſer, gießt ſo viel kaltes Waſſer dazu, daß es noch milchlau bleibet, und badet das Kind darinnen uͤber den ganzen Leib. Das kann alle Tage einmal geſchehen: oder man ſetzet es des Abends und Morgens in ein Fußbad. Wenigſtens baͤhe man die Aerme und Beine der Kinder, die man nicht baden kann oder will, zum oͤftern mit warmem Waſſer und Milch, oder mit der Bruͤhe von gelben Ruͤben. Man tunket wollene Tuͤcher darein, ringet ſie aus und ſchlaͤgt ſie um; ſobald ſte aber anfangen kalt zu werden, muß man ſie mit andern warmen umwechſeln. ſehr dadurch erleichtert. Es traͤgt außerdem auch viel dazu bey die Pocken recht reichlich heraus und nach den aͤußern Gliedern zu locken, wenn man die Kinder vor und bey dem Ausbruch rauhe wollene Struͤmpfe tragen laͤßt. Man ſetze taͤglich bis auf die Zeit da man den Aus⸗ bruch der Blattern vermuthet, ein Klyſtier aus lauwarmen Molken mit ein wenig Salz und Honig; wenn das Fieber ſehr ſtark iſt, ſo kann das alle Tage zwey⸗ und mehrmal geſchehen. Nichts vermindert die Kopfſchmerzen, die Ueblichkeit und das Erbrechen ſo ſehr. Wenn die Kinder eine unreine gelbe Zunge haben, einen bittern Geſchmack im Munde, Ekel, Wuͤrgen, Erbrechen und blaßgelbe Geſichtsfarbe— ſo gebe man ihnen in den erſten Tagen des Vormittags, zwey⸗oder dreymal ein Theeloͤffelchen voll praͤparirten Weinſtein. Iſt mit dieſen Zufaͤllen kein fortwaͤhrender und eine beſtimmte Stelle im Unterleibe einnehmender Schmerz zugegen, ſo kann man das Brechen durch die Mittel, die§. 60. N. 2. empfohlen worden ſind, mit Vorſicht befoͤrdern. Es iſt in den Blattern, beſonders in den erſten Tagen, unumgaͤnglich noͤthig, daß viel getrunken werde, nur nicht Der Ausbruch der Pocken wird —y ——— —————— 3 —— —— —— 5“ — ————— ———. 5 ͤſſ“— 4— ——————————“ — 5———————— ſn — — — 108 Von den Pocken. nicht viel auf einmal, auch nicht ganz kalt oder warm 3 ſondern uͤberſchlagen. Man muß nicht warten bis der Kranke(zumal wenns ein Kind iſt) zu trinken fordert; ſondern ihm, wenn er wach iſt, ſo oft man es fuͤr noͤthig haͤlt, die Taſſe oder das Glas mit dem Getraͤnke an den Mund halten. Man kann den ſuͤßſaͤuerlichen Gerſtentrank und andre im 42.§. angefuͤhrte Getraͤnkarten geben. Eine Bruͤhe von einer Handvoll gedoͤrrter Kirſchen und eben ſoviel gewaſchener Gerſte, die man mit einander in fuͤnf Schoppen Waſſer etwa eine Stunde lang kochen laͤßt, ferner die friſche klar durchgeſeyhete Buttermilch, duͤnnes Gerſtenwaſſer mit dem dritten Theil Milch vermiſcht, oder auch drey Theile Waſſer mit einem Theil Milch, Thee mit Milch— ſind ebenfalls lauter ſehr dienliche Getraͤnke. Nur darf der Patient nichts Saures bekommen, wenn er eben Milch getrunken hat, weil dieſe ſonſt im Magen gerinnen und allerley Zufaͤlle, beſonders Durchfaͤlle, verur⸗ ſachen wuͤrde. Wenn er viele Pocken im Hals hat und deswegen beſchwerlich ſchlucket, ſo vertraͤgt er nichts Saͤuer⸗ liches, man muß dann lediglich die verduͤnnte Milch, duͤnne abgekochte Habergruͤtze, oder Gerſtenwaſſer zu trinken geben. Wenn der Kranke keine Neigung zum Eſſen hat, ſo noͤthige man ihn durchaus nicht dazu. Wenn er ja etwas zu eſſen verlanget, ſo kann man ihm Gerſten⸗ oder Haberſchleim(aber nicht mit Fleiſchbruͤhe gekocht), duͤnne gekochten Reiß, Grieß, Milchſuppen, leichtes und wohl ausgebackenes Brod, etwas leichtes Gemuͤß, gekochte getrocknete Pflaumen und Kirſchen, Aepfelmuß, auch wohl etwas friſches Obſtwerk geben. Man muß hingegen ſehr darauf Acht haben, daß er kein Fleiſch, keine Fiſche, Eyer, Kaͤſe, grobe, blaͤhende und fette Speiſen, keine Rahmſuppen, imgleichen nichts Gebackenes oder Gebra⸗ tenes bekomme. Bey Pa bocken. at gm ka i nuß R nicht dern 1 ii) 1 nnſe ſo eſt na 3b” mi d Geita fiata te Geri mtmnßat e Kirta n ² man nit einan t 4do ki Stunde lang bön; ſendett danmi tten Vel A m mit einem Jia 1a; lauter ſehe eihiht 8 Saures hnn „weil dißt ſäan „heſende redän n ele Po ca tiſeu dder Gefntnt ne Neimz in d us nicht da dr. kann un ans 22 t Fleiſchbeihe pie NRilch uvoen, litst as leichas Gai Kirſchen, Uii 8 geden. Iu nir aß er kein Fuiſt, hf aade und ſit Si 1 richs Stuates n Von den Pocken. 209 Bey zuſammenfließenden Pocken, wenn der Kranke ſehr ohnmaͤchtig und entkraͤftet da lieget, blaß ausſieht, einen kleinen und matten Puls hat, und wenn die Blattern ſich nicht erheben wollen, da kann man ohne Bedenken eewas Wein geben. Kindern kann man alle Tage ein paar Eßlöffel voll unter ihr Getraͤnke miſchen, auch wohl ihnen Obſt zu eſſen geben, welches mit etwas Wein und Zucker geduͤnſtet worden iſt. Die Bruͤhe von ſaͤuerlichen Aepfeln mit etwas Wein, desgleichen die ſauren Kirſchen, Johannisbeeren, Himbeeren u. d. m. ſind bey dieſen Umſtaͤnden ſehr dienlich. Man kann ſie haͤufig eſſen laſſen, auch die Saͤfte davon mit ein wenig Zucker vermiſcht den Kindern loͤffelweis geben. Wenn die Pocken anſangen gelb und reif zu werden, ſo verurſachen ſie ein empfindliches Jucken. Man muß dann verhindern, daß ſich die Patienten nicht kratzen. Es verſchafft ihnen einige Linderung, wenn man mit einem Federbart uͤber die Pocken im Geſichte hin und herfaͤhret. Wenn ſie von ſchlimmer Art und zuſammenfließend ſind, ſo iſt es von vielfachem Nutzen, daß man ſie oͤffnet, ſobald ſie reif werden. Man kann ſie mit einer Nadel auf⸗ ſtechen oder mit der Scheere aufſchneiden. Wenn man einige aufgemacht hat, ſo muß man den Eiter mehrmals hinter einander mit einem feinen, in lauliges Waſſer getauchten Schwamm, oder mit einem Baͤuſchgen von weicher Leinwand, abtrocknen. Weil ſich aber die Blattern bald wieder fuͤllen, ſo muß die Oeffnung nach kurzer Zeit wiederholt werden. Wenn die Pocken im Geſichte abtrocknen, ſo ſetzet ſich oft ein dicker Schorff an. Dieſer geht leichter ab, wenn man ihn oft mit warmer Milch anfeuchtet. Man ſuche den Kranken in allen Dingen reinlich zu halten. In keiner Krankheit iſt dieſes nothwendiger wie in den Pocken. Es iſt gut, wenn er eine eigne Stube haben kann, und wenn dieſe geraͤumig, hell und kuͤhl iſt. Die —,— — — 110 Von den Pocken. Die Stuben im zweyten Stock ſind die beſten, wenn ſie ſo gelegen ſind, daß ſie nicht beſtaͤndig von der Sonne beſchienen werden. Wenn es thunlich iſt, ſo muß man nur einen, hoͤchſtens zwey Kranken in ein Zimmer bringen; denn liegen ihrer viele beyſammen, ſo wird die Luft ſo verdorben, daß ſie fuͤr Geſunde und Kranke nachtheilig wird. Im Sommer muß man die Luft abzukuͤhlen ſuchen (§. 41.), und im Winter nicht ſtaͤrker einheitzen, als daß man noch eine gelinde Kuͤhlung an den Fingern merket, wenn man geſchwinde mit der Hand wedelt. Es darf auch in der Stube nicht rauchen, weil ſonſt die Augen des Patienten leiden wuͤrden. Man muß alle Tage, und ſonderlich dann, wann die Pocken zu ſchwaͤren anfangen, einigemal die Thuͤre und Fenſter oͤffnen, damit friſche Luft hereinkomme. Friſche reine Luft und vieles Trinken thun oft noch bey den boͤs⸗ artigſten Pocken die beſten Dienſte. Man muß aber den Kranken dabey ſorgfaͤltig gegen alle Zugluft und Erkaͤltung verwahren. Bey ſchlimmen zuſammenfließenden Pocken muß man den Stubenboden des Morgens und Abends mit Eſſig beſprengen oder warmen Eſſig in der Stube verdaͤmpfen laſſen. Das Bette muß ſo geſtellt werden, daß der Kranke nicht gerade gegen die Sonne oder ins Licht ſiehet, auch darf es nicht an eine ſteinerne Mauer oder feuchte Wand zu ſtehen kommen, denn an derſelben Seite wuͤrden die Pocken weit ſpaͤter reif und trocken werden als an der andern. Federbetten ſind in den Blattern nicht ſehr dien⸗ lich; es iſt am beſten, wenn der Kranke auf einer Matratze liegt und nur leicht bedeckt iſt. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß die Decke im Winter dicker ſeyn duͤrfe, wie im Sommer. Man halte die Fuͤße etwas waͤrmer als den uͤbrigen Theil des Koͤrpers. Wenn ocken. ſind dee iſtändi in da V mich ſi, ni. en in ein amnrih men, ſe dic b 1 Kranke nt hei n d Lf dhjath b ſtaͤrker einſetzn Kn da Fngen 1 : Hand dehe 8p den, wall ſuß u 9” 4 ſonderüich um za einigeml i di juft hereintene 1 thun eft uc ſ 6 43 4 4 ef nſte. Manitgt 4 Halle Jaztimatitn zuſammaiczea hir des Morzen w da à armen Eſig nnd t werden, daj v oder ins uitt ſit Mager eder aab derſelben Sein ud trocken werden 3, en Buitim rittiit e Krankt auf im de ſt. E vrriaſ ü ter dickt ſenn n e Fthe inaz im * ie dan Milch, die man fuͤr ſich, oder mit Von den Pocken. 111 Wenn das Hemde des Patienten vom Schweiß und Eiter unrein und ſteif geworden iſt, ſo muß man ihm ein andres reines anziehen. Das kann bey einiger Behut⸗ ſamkeit ohne alles Bedenken geſchehen. Es iſt nicht noͤthig, daß es jemand vorher getragen habe, wenn es nur trocken und etwas warm iſt. Wenn das Hemde an den Pocken anklebet, ſo kann man es am bequemſten mit warmer Milch losweichen. Viele Krankenbeſuche ſind auch hier ſchaͤdlich, und es ſollte eigentlich niemand zu den Patienten kommen, als diejenigen, ſo zu ihrer Wartung und Pflege noͤthig ſind. 6. 2. Verhaltungzregeln bey einigen beſondern Zufällen,— Ein leichter Durchfall iſt in den erſten Tagen der Krankheit nicht ſchaͤdlich und man muß nichts brauchen, um ihn zu ſtopfen, ſondern nur viele ſchleimige Dinge zu trinken geben, und die ſaͤuerlichen Sachen vermeiden. Bey zuſammenfließenden, boͤsartigen Pocken entſtehen manchmal um die Zeit, wenn ſie zum Ausbruch kommen, ſtarke Durchfaͤlle, wobey die Kraͤfte verfallen and die Kranken aͤngſtlich ſind und Schmerzen im Leibe haben. Da giebt es kein vortrefflicheres Mittel als die friſche Gerſtendecoct ver⸗ miſchet, zum ordentlichen Getraͤnke trinken laͤßt. Bey kleinen Kindern iſt der Leib in boͤsartigen Pocken gewoͤhnlich die ganze Krankheit durch, los, und das mehrentheils zu ihrem Vortheil. Kinder, die ſchon einige Jahre haben, und aͤltere Perſonen bekommen dagegen einen Speichelfluß. Er ſtellt ſich ſchon am fuͤnften oder ſechsten Tag ein. Der Speichel iſt anfaͤnglich duͤnne und haͤufig; wird aber gegen den zehnten oder eilften Tag dick, zaͤhe und ſo ſchwer auszuwerfen, daß er oft eine Erſtickung drohet. Nichts verſchafft ₰ 118 Von den Pocken. verſchafft in dieſem Fall eine groͤßre Linderung, als wenn der Kranke fleißig warme Milch mit ein wenig Zucker oder Honig, bald ſo fuͤr ſich, bald mit etwas Thee, Gerſten⸗ waſſer oder Haberſchleim vermiſcht, trinket. Er muß auf der Seite liegen, damit der Speichel leichter abfließen kann, man ſchiebet ihm ein weiches leinenes Tuch unter die Wange, worauf er liegt, und verwechſelt es ſo oft es noͤthig iſt. Damit die Augen keinen Schaden leiden, iſt es ſehr dienlich, daß man ſtie gleich anfangs, ehe die Pocken ausbrechen, einigemal des Tags mit lauligem Waſſer oder Milch vermittelſt eines zarten Laͤppchens anfeuchtet. Wenn man dieſes, ſolange die Krankheit dauert, ſehr oft, wenig⸗ ſtens alle Stunden einmal, wiederholet, ſo leiden die Augen niemals. Es iſt von großer Wichtigkeit, daß man nach dem Ausbruch der Pocken das Einfallen der hellen Lichtſtrahlen in die Augen verhuͤtet: denn die Augen ſind um dieſe Zeit ſehr empfindlich, und das helle Licht reitzt ſie zu ſehr. Das Sonnenlicht und das Licht, welches man in der Nacht anzuͤndet, darf niemals in die Augen der Kranken fallen. Man muß die Fenſter mit Vorhaͤngen verſehen, und durch einen Schirm die Lichtſtrahlen ableiten. Ein Stuͤck Seidenzeug von einer dunkeln, z. B. gruͤnen oder blauen Farbe, mit etwas Campfer ſo beſtrichen, daß es den Campfergeruch annimmt, und mit einigen Stichen an die Muͤtze ſo befeſtigt, daß es uͤber die Augen herab⸗ haͤngt, haͤlt das Eindringen des Lichtes ab, und traͤgt in etwas bey die Entzuͤndung in den Augen, von welcher alle Augenkrankheiten nach den Pocken eine Folge ſind, zu verhuͤten. Andere rathen etwas Fenchelſaamen zu kauen, und den Hauch davon in die Augen von Zeit zu Zeit zu hauchen. Wenn die Augen voͤllig zugeſchworen ſind, ſo fommt dieſes von der Geſchwulſt der Augenlieder her, und es iſt, wenn die Geſchwulſt betraͤchtlich iſt, immer ————— dheg. ößre Audna mi —— 8s mit lauhgm adn Läppe dens nſahn 8⁵* Anſn 42 3 en dauet„d h n 19 4 4 M, 1h. nilr 11 ͤtet: daua d, und da atam licht und wit u da ſ Ren ulg die Fmin 1' vh hirm die oeate „ Nun A Line unn M. 6 pi N awyf twe 3 umt. und n nse 1 4 sp„Jau daf ts üdn ulpt 9 6 n des Lichtet à, W 4 1 6ℳ naet, N 2 den Packn in i S d er Geſc h vult A die u Sete T Von den Pocken. 113 immer am beſten, wenn man ſich nicht bemuͤht die Augen zu oͤffnen, weil dieſes ohne Reitzung des Auges nicht abgehen kann, welche ſorgfaͤltig verhuͤtet werden muß. Man kann von Zeit zu Zeit ein Baͤnſchchen von Leinwand, ſo mit einer Miſchung aus Milch und Waſſer befeuchtet worden iſt, lauwarm auf die Augen legen. Oftmals aber ſetzt ſich die Geſchwulſt des Geſichtes und der Augenlieder, wenn die Pocken im Geſichte abzu⸗ trocknen anfangen, und die Augen oͤffnen ſi ich doͤch nicht. Dieſes kommt daher, daß die kleinen Haͤrchen, die an den Raͤndern des obern und untern Augenliedes ſtehen, vom Eiter u. dergl. zuſammengeklebt ſind. In dieſem Falle muß man die Stellen, deren Zuſammenkleben die Oeffnung des Auges hindert, mit einem Schwamme, der in warme Milch getaucht worden iſt, ſorgfäͤltig und anhal⸗ tend befeuchten, auch Baͤuſchchen von alter Leinwand, die mit einer Miſchung aus Milch und Waſſer befeuchtet worden ſind, lauwarm darauf legeh. Auch nach Oeffnung der Augen muß man noch immer das Eindringen der Sonnenſtrahlen und des hellen Lichtes eine Zeitlang zu verhindern ſuchen. Wenn die Augen ſo zugeſchworen ſind, daß man ſie noch ohne viele Muͤhe oͤffnen kann, ſo iſt es rathſam, daß man ſie taͤglich einmal aufmache. Man verhindert dadurch, daß die ſcharf⸗ Materie die Augen nicht angreifet. Es muß aber mit vjeler Behut⸗ Amkeit geſchehen. Man kann es am leichteſten mit der Spitze der Zunge bewerkſtelligen: wenn aber dieſes niemand thun will, ſo befeuchtet man ein Baͤuſchchen von alter Leinwand mit Milch, die mit ein wenig warmem Waſſer sder Holderthee verduͤnnet iſt, und haͤlt es maͤßig warm an die Augen, damit faͤhrt man ſo lange fort bis ſie ſich leichtlich mit den Fingern oͤffnen laſſen. Wenn ſich viele Blattern in den Hals geſetzt haben und das Schlucken daher beſchwerlich faͤllt, ſo muß man dafuͤr 4 8 1 5 * 5 * W 4 1 8 3* 1 1 ¹ 4 6 414 Pon den Pocken. dafuͤr ſorgen⸗ daß ſie bald vergehen, und dazu hilft es viel, wenn ſich der Kranke mit warmer Milch oder duͤnnem Gerſtenſchleim mit ein wenig Honig vermiſcht, den Hals fleißig ausgurgelt, oder eine ſolche Fluͤſſigkeit fleißig in den Mund nimmt, und auch zum oͤſtern etwas davon ganz ſachte hinabſchlinget. Wenn die Naſe durch Pocken zu ſehr verſtopft und der Kranke deswegen genoͤthiget iſt, mit offnem Munde Athem zu holen, ſo kann man ihm Luft verſchaffen, wenn man einen Schwamm oder ein Baͤuſchchen von Leinwand in warme Milch tauchet und ihm vor die Naſe haͤlt Nicht ſelten wird das Geſicht durch die Pockennarben ſehr verunſtaltet; um es wieder etwas glatt zu machen, muß ſich der Kranke, ſobald die Pocken abgedorrt ſind, die Haut zum oͤftern mit Weitzenkleyen reiben. Von einzeln ſtehenden Pocken entſtehen niemals ſehr tiefe oder große Narben, die das Geſicht ſehr verunſtalten, wohl aber von zuſammenfließenden, wo die Schorfe langſam abfallen, und mehrere male ein neuer Schorf den abgefallenen erſetzt. Wenn man von Zeit zu Zeit dieſe Schorfe mit lauwarmer Milch baͤhet, und ſie hin und wieder mit einer Nadel oöͤffnet, um das Eiter, welches ſich unter ihnen befindet, herauszulaſſen, ſo kann man große Verunſtaltungen durch die Pockennarben gewoͤhnlich verhuͤten⸗ §. 93. — und fur Geneſende⸗ Nach uͤberſtandenen Pocken muͤſſen die Regeln des Verhaltens fuͤr Geneſende(§. 52. u. f.) genau befolgt werden. Man muß ſich in Eſſen und Trinken noch ſehr maͤßig verhalten und zumal nichts hartes, ſchwerverdau⸗ liches und fettes genießen. Die Diaͤt muß um ſo ſtrenger aber ſelbſt nach guts ſeyn, wenn die Pocken boͤsartig waren; a 6 ni 4* im duft deraf duſda nhe un dm H ne a c de hs ockmn— eſi, a den deiben. 5 dals ſehe dunſtalten, da r Schorſe l 49 tn dorf den tgz 1 4 ſe C Scherſet TE id wieder R ſich vuer imi roßt Verutiubmnt verhuͤnn. en miſct w N 41 2 5 Eſſe en und T duna „ dertc i ie Dilt anm i8 gun; Von den Maſern. 115 gutartigen Blattern ſind oft ſehr ſchlimme Uebel, Durch⸗ falle, Bruſtbeſchwerden, Geſchwuͤre, abzehrende und andre langwuͤhrige Krankheiten erfolgt, wenn die Gens⸗ ſende ſich nicht ordentlich verhalten hatten. 5 §, 94. Von den falſchen Pocken. Die falſchen Pocken ſind ſeltner als die wahren und haben nichts mit ihnen gemein. Es ſind kleine Blaͤschen oder Erhabenheiten auf der Haut, die eine duͤnne waͤſſerige Feuchtigkeit, manchmal auch(doch aͤußerſt ſelten) eine haͤrtere Materie enthalten. Man nennt ſie daher Waſſer⸗ und Steinpocken. Sie ſind mit keinen ſonderlichen Zufaͤllen verbunden, entſtehen meiſtens im Sommer und Herbſt, duͤrren in wenig Tagen, und vergehen von ſelbſt. Pon den Maſern, §. 95. Zufälle dieſer Krankheit. Die Maſern kommen in vielen Stuͤcken mit den Blat⸗ tern uͤberein, ſie ſind eben ſo allgemein und anſteckend wie dieſe, graſſiren gemeiniglich epidemiſch, und belunen meiſtens nur Kinder; aber ſie ſind ſeltner boͤsartig, und nicht ſowohl an und fuͤr ſich, als wegen ihren goigen gefaͤhrlich, die oft ſchlimmer ſind, als diejenigen, woche die Pocken nachlaſſen. Manchmal ſind die Maſern leicht, daß ſie ausbrechen, ehe die Kranken uͤber einige Unpaͤßlichkeit klagen. Wenn jemand, ſo die Maſern noch nicht hatte, zu der Zeit und an einem Ort oder in der Gegend, wo ſie wirklich graſſiren, fieberhaſte Zufaͤlle bekommt, abwech⸗ 2 ſelndes —— 6 ſſſſ —— ——— —— —— —— hingegen bauern fort, 116 Von den Maſern. ſelndes Schaudern und Hitze mit einem trocknen Huſten, zfterm Nießen und dem A lusfluß einer waͤſſerigen ſcharfen Feuchtigkeit aus der Naſe— einem druͤckenden S Schnrerie Geſchwulſt und Entzuͤndung der Augen, mit Ausfließen ſcharfer Thraͤnen und einer ſo großen Empfindlichkeit, daß ſie kein Licht vertragen, ſo kann man gewiß ſeyn, daß er die Maſern bekommen wird Dieſe Zufaͤlle ſind meyt odet weniger ſtark; aber doch allemal, ſey es auch im mindeſten und kaum merklichen Grade, bey dieſer Krankheit, und gleich von ihrem Anfang an, zugegen. Sie nehmen den zweyten oder dritten Tag mehr zu, die Kranken werden matt und ſehr ungeduldig, das Geſicht ſchwillt etwas an, ſie bekommen Kopfwehe, die Kinder mehr Neigung zum Schlaf, eine druͤckende ſchwere Empfindung uͤber die Bruſt und beſchwerliches Ata emholen, Schmerzen im Hals und den Lenden, Leib⸗ wehe, galliges Erbrechen und manchmal einen Durchfall. Bey Kindern iſt der Stuhlgang gemeiniglich gruͤn. Wenn die Krankheit. ſehr ſchlimm iſt, Schlafſucht dazn, und dann iſt der Kranke in großer Gefahr. Am Ende des dritten oder am vierten Tag kommen im Geſichte k leine rothe F leckchen heraus, die wie Flöhſtiche ausſehen, und am folgenden? Tag in rothe breite Flecken zuſom heſla⸗ ifen, die nur wenig uͤber der Haut erhaben ſind. Sie vermehten ſich allmaͤhllg, und erſcheinen auch bald am uͤbrigen Ahien, und gemen niglich auf dem Nuͤcken am haͤufigſten. 2 Wenn die Maſern ge elinde ſiuͤd, ſo befinden ſich die Frankes nach dem Ausbruch etwas erleichtert. Gemeiniglich veilieret ſich dann die Schwachheit, das Brechen und d 853 Thraͤnen der Augen, und oft kommt ein ſtarkes Naſenbluͤten, welches das Kopfwehe und die Schmerzen im Halſe wegnimmt. Die uͤbrigen Zufaͤlle und das Fieber, der Huſten, uns ſo kommt Irrereden und Jaſerr n eiden dn t denig f hen. in ſten und kn u ad gleich un hai en zweneen e t natt und ar nh e b hman de m Säl, a. 6 Bruſt ni g 1 als und Ma ſan,„ nanchm dmk 1 gemeinilt Ir ſo konn mach ſt der Kru 9 im vierta e heraus, kKnſit 4 uch ba9 üͤber der ben dlſa. mde erſcerne ui jalich df md aeen fü zouch etwot tu M Scheat. 31 Lugen, und 5 ee Korft h Die urhn: 4 Fiehn, N 6 Von den Maſern. und die Beſchwerlichkeit im Athemholen werden oft noch ſtaͤrker. Am ſechsten oder ſiebenten Tag werden die Flecken blaß, trocken und fallen nach und nach wie Kleyen und 1u7 kleine Schuppen ab. Dann faͤllt die Geſchwulſt und das Fieber laͤßt nach. Am achten oder neunten Tage ver⸗ ſchwinden ſie am ganzen Leibe, und wenn alles ordentlich gehet, ſo hat der Kranke kein Fieber mehr und belindet ſich recht wohl. Gemeiniglich ſtellen ſich jetzt einige Ausleerungen ein, die große Erleichterung verſchaffen, wenn nicht ſchon dergleichen waͤhrend der Krankheit geſchehen ſind— ein Durchfall oder gelinde Ausduͤnſtung„wornach alle Zufaͤlle Luf einmal aufhoͤren. §. 96. Schlimme Folgen, welche die Maſern haben fönnen. Wenn dergleichen heilſame Ausleerungen nicht geſchen hen, oder nicht gehoͤrig gbgewartet, und geſtoͤrt werden, z. B. wenn ſich der Kranke erkaͤltet, ſo hat man uͤble Folgen zu befuͤrchten. Die Schaͤrfe, die noch nicht voͤllig aus dem Koͤrper fortgegangen iſt, faͤllt am leichteſten auf die Lungen und erweckt entweder Bruſtentzuͤndungen, langwierigen Huſten, oder giebt zu Lungengeſchwuͤren und abzehrenden Krankheiten Gelegenheit. Wenn das Fieber oder der Huſten anhaͤlt oder ſtaͤrker wird, das Athemholen aͤngſtlich, beſchwerlich und heiß iſt, die Wangen roth werden, und der Kranke Schmerzen in der Bruſt oder Stechen in der Seite bekommt, ſo hat er eine Bruſtente zuͤndung, und wenn das Fieber zwar abnimmt, aber nicht ganz aufhoͤret, ſondern ſich alle Nachmittage aͤußert, der Kranke engbruͤſtig und heißer wird, wenn er abzehret und Eiter aufhuſtet, ſo hat ſich ein Geſchwuͤr in der Lunge b H 3 erzeuget. 4 1 1„ Apß 116 Von den Maſern. erzeuget. Dieſes geſchieht oft erſt einige Woche nach den Maſern. §. 95. Wie man die Maſern verhüten und einer übeln Krankheit vorbeugen kann. Man kann die Maſern eben ſo wie die Pocken verhuͤ⸗ ten, wenn man die Gelegenheit zur Anſteckung vermeidet, und man kann ſie einimpfen wie dieſe. Indeſſen iſts am beſten, daß man die Kinder, welche die Maſern noch nicht hatten, zur Zeit, wenn ſie graſſiren, eine gute Diaͤt fuͤhren, ſich den Magen nicht uͤberfuͤllen, weniger Fleiſch als Pflanzenſpeiſen eſſen und viel— Milch und Waſſer, Molken und dergl. trinken laͤßt. Wenn viele Kinder die Krankheit ohne Gefahr uͤberſtehen, wenn keine Unreinigkeit in den erſten Wegen, das Blut fluͤſſig genug, und der Koͤrper uͤbrigens geſund, insbeſondre kein Fehler auf der Bruſt iſt, ſo darf man hoffen, daß die Krankheit leicht ſeyn werde⸗ §. 98. Wie man die Maſernpatienten behandeln mus. In den drey erſten Tagen wird ſelten etwas anders erfordert, als eine gute Wartung, die eben ſo ſeyn muß, wie bey den Pocken. Man muß ſich nach alle demſer nigen richten, was in Anſehung der Krankenſtube, der Bettung und der Speiſen und Getraͤnke in dem 9 1.§. erinnert worden. Doch giebt man den Maſernkranken wegen dem Huſten nicht gerne ſaͤuerliche Dinge, ſondern mehr ſchleimige Decocte, z. B. einen duͤnnen Abſud von der Althaͤewurzel, Thee von Wullkraut oder Holderblumen, und Milch. Die Stube muß mehr dunkel als helle ſeyn, weil dieſes den Patienten wegen ihren entzuͤndeten Augen laͤſtig faͤlt. Daher darf man auch zur Nachtzeit nicht viel daſern Muucf und einer dheh ſann. ui 4 nd ttan 5 di Näſa 12 praſſiten, zi 1 öerfüln reian dell— Mich az 8* Den vin ſen en, wenn keinlling un ſlüͤſſig zn Lut ſendre e,e edaß di Kahti 1. ten dehendan u wied ſelten ews a, die eben ſeſan uß ſich nach w ig der Kantaſh Geträͤnke in wn. man m Mriats zuerliche D oe, ſh einen unn ne⸗ 1 Ikraut edit fäbdice töt dunktl u h bem enhündetn 3 dac zer Jutyes M die Maſern vergangen ſind. Von den Maſern. 419 Weil die Maſern ſehr leicht zuruͤck⸗ ſchlagen, ſo muß die Wartung deſto ſorgfaͤltiger ſeyn und der Kranke vor aller Beunruhigung, vornehmlich aber vor viel Licht brennen. der Zugluft, in Acht genommen werden. Man muß alles Geraͤuſch in der Stube vermeiden, und es ſollte ſich daher niemand bey dem Kranken aufhalten, als wer zu ſeiner Pfeg nothwendig iſt. Manchmal, wenn die Maſern nicht ſo gutartig ſind, bekommen die Kranken ein ſtarkes Erbrechen oder doch eine große Neigung dazu, ſie haben eine unreine Zunge, bittern Geſchmack, Aufſtoßen, Kopfſchmerzen oder Schwindel⸗ Hier muß man das Brechen durch diejenigen Mittel befoͤr⸗ dern, die im b0.§. N. 2. empfohlen worden ſind. Bisweilen wird aber auch das Brechen zu ſtark, da kann man es denn durch einen Ueberſchlag aus Brodkruͤmmeln, Krauſemuͤnze oder Balſamkraut und Wein lindern. Wenn aber dieſe Zufaͤlle nicht da ſind, ſondern der Kranke einen aufgetriebenen Leib, Leibſchmerzen, Kollern von Winden und Draͤngen zum Stuhlgang hat, ſo iſt es noͤthig, daß man die Oeffnung befoͤndere. Man giebt dem Kranken alle Tage ein Paar Kiyſtiere und drey bis viermal ein Theeloͤffelchen voll Weinſtein, dabey laͤßt man ihn Molken und Zwetſchenbruͤhe trinken. Unter allen Zufaͤllen iſt keiner beſchwerlicher als der Huſten. Er iſt aber nicht leicht eher gefaͤhrlich, als wenn Ein Thee von Holderbluͤthen mit dem fuͤnften Theil Milch und etwas Honig vermiſcht, und fleißig warm getrunken, verſchafft noch die groͤßte Linderung. Und eben damit kann man ſich den Hals oftmals gurgeln, wenn er etwa ſchlimm werden ſollte. Gegen den vierten Tag, muß ſich der Kranke ſo ruhig als möglich verhalten, und viel uͤberſchlagen warmes Getraͤnke nehmen. Es iſt ſehr gut, wenn er in einer gelinden Ausduͤnſtung liegt, weil dann die Maſern am H 4 buſten 120 Von den Mafern. beſten ausſchlagen. Man muß ihn vor Erkaͤltung, Schrecken und Aergerniß in Acht nehmen, denn ſonſt koͤnnten die Maſern wieder zuruͤckſchlagen. Wenn das allenfalls geſchiehet und der Patient eine groͤßre Beklemmung, Huſten, Bangigkeit, ein ſtaͤrkeres Fieber, Phantaſten u. ogl. bekommt, ſo laſſe man ihn ſehr fleißig warmen Holderthee trinken, und lege das im Anhange Nr. 5 beſchriebene rothmachende Mittel auf die Waden. Wenn die Zufaͤlle der Bruſt he ftiger werden, und ſich auf die eben angege⸗ benen Mittel nicht vermindern, ſo muß man ein Pflaſter von Spaniſchen Fliegen auf die Bruſt legen. Wenn ſich gegen den ſechsten oder ſtebenten Tag eig gelinder Schweiß, oder auch nur eine etwas verſtaͤrkte Ausdaͤmpfung einſtellet, ſo muß man derſelben durch fleißiges warmes Trinken und Stilleliegen nachhellen Auch da iſt der Holderthee dienlich. Manc he Kranke bekommen ſtatt des Schweißes einen geſchwinden en Durchbruch, ſo daß manchmal zehen, zwoͤlf und mehr Stuhlgaͤnge gleich auf einander erfolgen. Dieſe verſchaffen ihnen die groͤßte Erleichterung; ſie werden munter, das Fieber hoͤrt auf, der Huſten und die andern Zufaͤlle vermindern ſich ſehr. Man muß dieſen heilſamen Durchfall ja nicht ſtopfen, er hoͤret von ſelbſt auf. Sollte er aber zu heftig werden, den Kranken zu ſehr abmatten, und zu lange daure en, ſo hilfts am meiſten, wenn man ihm Milch fuͤr ſich oder mit duͤnner Gerſten⸗, Haber⸗ oder Reißbruͤhe zu trinken giebt. Wenn ſtarkes Leibreiſſen dabehy iſt, ſo kann man es blos dadurch lindern, daß mau warme Tuͤcher auf den Leib leget. §. 99. Was man zu thun hat, wenn Bruſtzufälle nach den Maſern zurückbleiben. Wenn ſich die Krankheit weder durch die Ausduͤnſtung, durch einen Durchfall, noch durch haͤufigern Abgang des Urin⸗ Den hn 9 d ſch: auf! de ia a Nr O — nut am ne gi n muß mn ün d Suleen nts ſtatt des dpſm manchmalor dia einander ein Ae Erleichterm thn der Huſim wärn Man muß ha im ret von ſhiui d Kranken ſu iie ta Bam weiſm, dan dunner Gerin d Denn ſrttlinn dadur uum E t. b 9. „ Bruihrült uu g ehleiden. eder dur ec die Kudi 2 uimn 9 b 1 Von den Maſern. 121 Ueins entſcheidet; ſondern eine Bruſtentzuͤndung oder Seitenſtechen erfolget(§. 96.), ſo muß man alles das⸗ jenige beobachten, was bey dieſen Krankheiten im 77. 9. u. f. empfohlen worden. Bizßsweilen bleibt nach den Maſern ein trockner Huſten zuruͤck, mit vieler Hitze in der Bruſt, Durſt und Trocken⸗ heit der Zunge. Hier iſts nuͤtzlich, wenn man die Patienten den Dampf von warmem Waſſer einathmen, laulige Baͤder gebrauchen, und einige Tage hindurch nichts als Milch und Waſſer genießen laͤßt. Wenn aber Eiter aufgehuſtet wird, der Kranke ſchwindet und ſich alſo ein Geſchwuͤr in der Lunge erzeugt hat, ſo 58 man den Patienten eine lange Zeit nichts anders als Milch und Waſſer trinken, und zwar ſoviel als der Magen vertraͤgt. Wenn er ſeine ganze Diaͤt auf die Milch einſchraͤnket und außer derſelben ſonſt ganz kein andres Nahrungsmittel zu ſich nimmt, ſo wirkt ſie am kraͤftigſten. Wenigſtens darf er keine andre als gelinde ſchleimige Speiſen aus dem Pflanzenreich genießen, er muß ſich dagegen aller harten, ſchwerverdaulichen, ſauren und eingeſalzenen Sachen enthalten. Wenn man das Waſſer mit friſchen Quecken oder Graswurzeln abkocht und dann die Milch dazu miſchet, ſo iſts um ſo beſſer. Aber ſchwerlich giebt es bey dieſen Umſtaͤnden ein vortreflicheres Mittel als die Abkochung von ißlaͤndiſchem Moos, Anh. Nr. 24. Kinder, die dieſe Abkochung nicht trinken moͤgen, nehmen doch gerne den Syrup davon, Anh. Nr. 26. Bey dieſem kann man ſie die Milch trinken laſſen. Soͤnſt muͤſſen ſich die Kranken oft, aber nur maͤßige Bewegung in der freyen Luft machen, und auch ſonſt das Verhalten beobachten, welches fuͤr Lungenſuͤchtige ſchicklich iſt Von 192 Von dem Scharlach und Neſſeifieber. Pon dem Schatlach und Neſſelfieber. §. 100. Zufälle des Scharlachtebers Das Scharlachſieber hat faſt dieſelben Zufaͤlle, wir die Maſern, nur daß es weniger allgemein iſt und ſeltner vorkommt. Es iſt anſteckend, macht Epidemten und befaͤllt vorzuͤglich Kinder. Gemeiniglich kommen dieſe leichter durch als erwachſene Leute, doch iſt es mehrentheils eine leichte Krankheit. b Die Patienten werden insgemein mit Froſt, Hite, Kopfwehe, Druͤcken in der Gegend der Herzgrube, Abnei⸗ gung vor dem Eſſen, Ekel u. dergl. befallen, manchmal erbrechen ſie ſich. Am zweyten, dritten oder vierten Tage erſcheinen im Geſichte, am Halſe und auf der Bruſt eine Menge kleine rothe Puͤnktchen, die ſich nach und nach aus⸗ breiten, zuſammen fließen, und ſodann groͤßere oder kleinere Flecken bilden, die einigermaßen ſcharlachroth ſind. Der⸗ gleichen Flecken kommen hernach auch an den Gliedmaßen und an dem Koͤrper zum Vorſchein. Sogar die Augen⸗ ränder und die Naſenloͤcher werden inwendig roth⸗ Ueberall, wo ſich die Roͤthe zeiget, iſt die Haut etwas aufgedunſen. Ohngefaͤhr um den ſiebenten oder achten Tag verſchwindet dieſe Roͤthe wieder, und die Haut ſchilfert ſich nach und nach ab. Bisweilen iſt das Fieber betraͤchtlich ſtark, mehrentheils aber ſehr gelinde, oft ſo, daß man es gar nicht bemerket. Manchmal iſt in dieſer Krankheit gleich von ihrem Anfang an, ein ſchlimmes Halswehe zugegen; oft entſteht es erſt um die Zeit, wenn ſich die Roͤthe verlieret. Manche Kranke bekommen dann eine Geſchwulſt und Geſchwuͤre am Halſe und hinter den Ohren: andre, die ſich nach dem Abſchuppen nicht wohl in Acht nehmes und ſich zu fruͤhe und d und Reſſte 20. Arlach etz atd dieſel eh u e allgemein ta d, madt dem Gemtinigi eute lid bnn edag ſiunza nsgemein nit f di, jgend der hangu „derzl. beſalen de im, dritten er iina dalſe und auf ke di „die ſich nah nh⸗ ſodann zrizen ak den ſchatlateohin 36 auch an da er rſchein. Sen uh er werden indeh ziiget, iſt li aut mn den ſebentn het de wieder, u h . Bisweiken ſtuh s aber ſeßr gün et. Krankheit Jlat n n alswehe ſußtgen 3 die? Rüihe wnt! Geſchwul tm 4 andtt, u in Iche njs R, Von dem Scharlach⸗ und Neſſelſteber. 1225 fruͤhe in die freye Luft wagen, ziehen ſich leicht eine waͤſſerige Hautgeſchwulſt zu, die ſehr leicht und geſchwind in eine Waſſerſucht uͤbergehen kann. §. ror. Wie es behandelt werden muß. Das Scharlachſieber wird oft mit den Maſern ver⸗ wechſelt; das ſchadet aber nicht viel, weil heyde Krank⸗ heiten einerley Verhalten erfordern. Man halte den Patienten ruhig und temperirt warm und laſſe ihn fleißig Gerſtenwaſſer, Habergruͤtze, Thee (von Holderbluͤthen, beſonders am vierten und den fol⸗ genden Tagen) oder eine Miſchung von vier Theilen aufgekochtem Waſſer und einem Theil Milch, aber alles lauwarm, trinken. Er darf nichts von Fleiſch eſſen; ſondern nur ſchleimige Dinge, Obſt und ſaftige reife Fruͤchte, doch immer nur wenig auf einmal. Wenn die Haut ſehr heiß, und dem Kranken das Schlucken und Athemholen beſchwerlich iſt, ſo muß man ſaͤuerliche Getraͤnke, Molken ꝛc. und taͤglich Klyſtiere geben, den Kranken ſich oft mit Milch und Waſſer gurgeln, und die Daͤmpfe von warmem Waſſer und Eſſig einathmen laſſen(§. 71. Nr. 4.), Umſchlaͤge um den Hals legen oder Blutigel unter die Ohren anſetzen(dieſes muß aber gleich anfangs geſchehen und iſt bo Kindern, die zugleich beſchwerlich zahnen, ſehr dienlich, oft das einzige Rettungs⸗ mittel)— uͤberhaupt die Regeln befolgen, welche in der Abhandlung von der Braͤune(im angefuͤhrten§.) vorge⸗ ſchrieben worden. So gelinde auch die Krankheit geweſen ſeyn mag, ſo muß man doch die Kinder noch einige Wochen lang, nachdem das Fieber und der Ausſchlag vergangen ſind, es mag Winter oder Sommer ſeyn, einhalten, weil ſie dann 2 — — —, ——— ——— ——— 3 — — —— 2 — 2 5 ÿü K — —— 424 Von dem Scharlach: und Neſſeiſieber. ſo leicht nach der geringſten Stoͤhrung der Ausduͤnſtung eine waͤſſerige Geſchwulſt oder gar eine Waſſerſucht bekommen. Geſchaͤhe dieſes, ſo muͤßte man ihnen alle Morgen einen Thee von gelinde geroͤſteten Wachholderbeeren(Anh. N. 32», Mittags und Abends hingegen eine Knoblauch⸗ ſuppe geben, und den Leib, zumal aber die angeſchwollenen Theile, des Morgens und Abends mit einem wollenen Tuch reiben, das man vorher mit dem Dampf von Wachholderbeeren beraͤuchert hat. Eine ſtarke Handvoll friſcher Queckenwurzeln, die fein zerſchnitten worden ſind, mit einem Quint geroͤſteter und zerſtoßener Wachholder⸗ beere vermiſcht, und mit einem Maaß Waſſer bis auf zwey Drittheile eingeſotten, leiſtet ſehr gute Dienſte, wenn man von dieſem Abſude alle Stunden eine Theeſchaale voll trinken und die Kranken etliche mal des Tages ein Kaffeloͤffelein voll Weinſteinrahm nehmen laͤßt. Spuͤhrt man von dieſen Mitteln nicht bald Nutzen, ſo muß man einen Arzt zu Rathe ziehen: denn dieſer Zufall kann leicht ſehr gefaͤhrlich werden. v““ §. 102. Zuſälle des Neſſelfebers,— wie man es behandeln muß. Das Neſſelfieber kommt dem obenbeſchriebenen ſehr nahe. Bey einem gemeiniglich leichten anhaltenden Fieber ſchlagen am dritten oder vierten Tage kleine weiße Blaͤt⸗ terchen auf der Haut aus, die ſehr jucken und brenneu⸗ Sie ſind denjenigen aͤhnlich, welche von Brennneſſeln entſtehen. Insgemein iſt dieſe Krankheit gar nicht gefaͤhr⸗ lich und erfordert außer einer guten Wartung, einem temperirten Verhalten, und fleißigem Trinken— keine ſonſtige Huͤlfsmittel. Von Hber veru 1 deſide drung der noh. 1 da gar eine d Rr nan ihnen al den b Vachholdethe eennn an dingegen eine dui lader die en ſen ds wit enn a mit dem du Eine fun ias derſch numam rai Aüh 1” Nß 44 ſehr gut btunden eine d 1 liche mal u nehmen läßt. Id Nutzen, ſe 1ir a dieſer zufal a 4 „ 2* man es behandeln u em obendeſchtiben leichten anhaktnde Taze kleint dii ſehr jucken und r pelche uen Dun Krankheit gar ritei zuten Wantut 1 digen Tint 39⸗ Vom Rothlauf. 135 Bon dem Rothlauf, der Roſe, dem heiligen Hins §. 10z. Beichreibung des Rothlaufs. Seine Zufaͤlle. Der Rothlauf iſt eine Entzuͤndung, die ſich auf der Hberflaͤche der Haut verbreitet, einen brennenden Schmerz verurſachet, und meiſtentheils mit einem Fieber verbunden iſt. In den mehre ſten Faͤllen iſt er eine gar leichte Krank⸗ heit, die nichts zu bedeuten hat; aber manchtmal iſt ſie auch gefaͤhrlich, zumal bey alten Leuten, wenn ſtarke Zufaͤlle dabey ſind, und ſie kann todtlich werden, wenn der Rothlauf zuruͤckſchlaͤgt. Sie greift gemeiniglich das Geſicht, dder auch die Bruͤſte, die Haͤnde und Beine an. Die Haut wird geſpannt und roth, wenn man mit dem Finger auf den Fleck druͤcket, ſo verſchiindet die Roͤthe und kommt wieder, wenn der Druck aufhoͤret. Wenn die Entzuͤndung ſtark iſt, ſo iſt ſie gemeiniglich mit Blaͤschen beſetzt, die eine klare waͤſſerige Feuchtigkeit enthalten, wie diejenige, die vom Verbrennen eniſtehen. Gewoͤhnlich dauert die Krank⸗ heit, wenn ſie leicht iſt, nicht uͤber ſieben Tage, da denn die Haut gelb wird und des Oberhaͤutchen in großen Schuppen apbfaͤllt. Bey einem ſtarken Rothlauf iſt allemal ein betraͤcht⸗ liches Fieber zugegen. Die Krankheit faͤngt dann mit Schaudern, Hitze, Unruhe, Schmerzen im Kopf und Ruͤcken an, zuweilen iſt Brechen und Irrereden dabey⸗ Am zweyten oder dritten Tage bricht der Rothlauf aus, und dann nimmt das Fieber etwas ab. Wenn er das Geſicht trift, ſo ſchwillt es insgemein auf einer Seite und wird roth, die Augen werden durch die Geſchwulſt beynahe erſchloſſen,(man nennt dieſes in einigen Gegenden den Bauerm —— —— 126 Vom Rothlauf. wetzel) die Haut iſt uͤberall, ſo wie das Inwendige des Mundes, ganz trocken. Manchmal bleibt der Rothlauf bis zum eilften Tage, und noch laͤnger ſtehen. Endlich verlieret er ſich mit den uͤbrigen Zufaͤllen nach einem ſtarken Schweiß. §. 104. Seine Urſachen⸗ In manchen Gegenden kennen die Landleute keine zemeinere Krankheit als den Rothlauf, ſie nennen jede flußhafte Fieberbewegung ſo. Insgemein bekommt man ihn leicht, wenn man ſich auf eine vorhergegangene Erhitzung erkaͤltet. Es geſchiehet oft, daß die Landleute, wenn ſie nach geendigter Arbeit ſich auf die feuchte und kuͤhle Erde ſchlafen legen, einen Rothlauf haben, wenn ſie erwachen. Daher iſt er auch im Herbſte und bey kaltem feuchtem Wetter, welches auf warme Witterung folget, gewoͤhnlich. Er kann aber auch aus andern Urſachen, von allem, was das Blut erhitzet und von ſtarken Gemuͤthsbewegungen, Zorn, Furcht, Schrecken ꝛc. entſtehen. Diejenigen, welche den Rothlauf einmal hatten, bekommen ihn gerne und bey geringem Anlaß wieder. Er wird leicht zu einer Gewohnheitskrankheit, die ſogar zuweilen ihre Zeit richtig einhaͤlt, in der ſie wiederkommt. §. 10 5. Wie er behandelt werden muß. Wenn die Krankheit leicht iſt, ſo hat man weiter nichts noͤthig, als daß man ſich in gelinder Ausduͤnſtung erhalte; doch ohne ſich zu erhitzen. Denn man wuͤrde das Uebel verſchlimmern, wenn man ſich einen ſtarken Schweiß erzwingen wollte. Man halte ſich temperirt warm, man meide das Fleiſch und den Wein, und trinke viel Holderbluͤththee und friſche Molken. b Wenn — (achen. unen di dalzun, Ro lethlauf ſe umn Insgemei ſah 4 urrhetumt 1 aß die Lan ſente n die feucht u k haben, pemn ſt en und bey kltn ſa atterung ſo lau, t Urſachen, d 1 a, erken Gemlheca niſtehen. Rothlauf einnl ſe geringem Anuaß n jenchfhe 1 in der ſiewichets 95. werden nuſ. tt iſt, ſo u d in gel latdet lut hiten. Dan nun enn man ſch tnn Man halte ſgn und den Wii, N WMelken. Vom Rothlauf. 4 127 Wenn die Krankheit ſchlimmer, der Rothlauf groß und der Schmerz davon und das Fieber ſehr ſtark iſt, ſo muß man den Kranken ganz nach der Lehensordnung in hitzigen Krankheiten(§. 40. u. f.) halten. Man laͤßt ihn alle Tage oder doch einen Tag um den andern einen Loͤffelvoll praͤparirten Weinſtein nehmen oder Molken trinken, die mit Weinſtein geſchieden worden(Anh. N. 41.), damit er ein gelindes Laxiren davon bekommt. Man giebt ihm ſonſt viel ſaͤuerliche Getraͤnke, Holderthee mit ein wenig Eſſig— Klyſtiere— und wenn der Rothlauf am Kopfe iſt, ſo laͤßt man ihn oͤfters in lauligwarme Fußbaͤder ſetzen. Aeußerlich darf man durchaus keine fette, oͤlige Sachen, Salben u. dergl. auflegen; ſie verurſachen ſehr leicht, daß der Rothlauf einſchlaͤgt, ſich auf innere Theile wirft und nach Beſchaffenheit derſelben ſehr uͤble Krank⸗ heiten, die Braͤune, Bruſtentzuͤndungen ꝛc. hervorbringet, oder in Schwaͤrung, oder in den Brand, oder in boͤſe und langwierige Geſchwuͤre uͤbergehet. Wenn das Uebel leicht iſt, ſo iſts gemeiniglich hinreichend, wenn man weiche Wolle oder zuſammen gefaltene weiche Leinwand uͤberlegt. Manche pflegen ein Stuͤrk blau Papier, oder Bohnenmehl, oder trocken geroͤſtetes Mehl, trockne und abgezupfte Holderbluͤthen— aufzulegen, und auch das iſt gut. Wenn aber die Entzuͤndung betraͤchtlich iſt und große Schmerzen vexrurſachet, ſo verſchafft es die geſchwin⸗ deſte Linderung, wenn man Holderbluͤthen mit Waſſer abkocht, flanellene Tuͤcher darein tauchet, wieder auswindet und lauligwarm aufleget. Aber man muß ſie auf dem Platz nicht kalt werden laſſen, ſondern ſo oft als ſie anfan⸗ gen zu erkuͤhlen, andere warme auflegen. Wenn die Blaͤtterchen eine duͤnne Feuchtigkeit ausfließen laſſen, ſo belegt man ſie mit trockener Leinewand. Diejes 128 Von den Wechſelfiebern. Diejenigen Leute, die oft vom Rothlauf befallen werden, haben gemeiniglich einen Fehler an der Leber, der mit der Zeit weit ſchlimmere Krankheiten verurſachen kann. Sie haben daher Urſache eine genaue Diaͤt zu fuͤhren. Sie muͤſſen alle fette und dick ſchleimige Speiſen, das Backwerk, hitzige Gewuͤrze und Getraͤnke, ſtarke Leidenſchaften, ſehr heftige Bewegung und ploͤtzliche Erkaltung meiden. Sie muͤſſen groͤßtentheils von Speiſen äus dem Pflatrzenreich, Garten und Baumfruͤchten, leben und Waſſer, klare Molken, ſaure Milch oder duͤnnes wohl ausgegohrnes Bier trinken. Es iſt ihnen ſehr zutraͤglich, wenn ſie ſich im Fruͤh⸗ ling und Sommer eine Zeitlang der friſchausgedruͤckten Seis von Loͤwenzahn, Zichorien, Quecken ꝛc.(Anh. 5.) der mit Weinſtein geſchiedenen Molken(Anh. de 50) und des Selzer, Fachinger, oder eines aͤhnlichen Mineralwaſßers bedienen⸗ Dritter Abſchnitt. Böoͤn den Wechſelfiebern, kalten Fiebern. §. 106. Zufaͤlle der Wechſelſieber. 2 er Fieberanfall faͤngt gemeiniglich mit einer beſondern Empfindung von Mattigkeit, Ziehen in den Gliedern, Schmerzen im Kopfe, im Ruͤcken und in den Lenden, Gaͤhnen, Beklemmung, Zittern und Schaudern an, worauf ein mehr oder weniger ſtarker und anhaltender Froſt folget, bey welchem der ganze Koͤrper erſchuͤttert wird. Der Püls iſt wahrend deſſelben klein und geſchwinde, der Kranke hat Durſt, manche bekommen Ekel und Erbrechen, die Haut iſt trocken, der Urin duͤnn, durchſichtig und ohne Boden⸗ —-——.—— deneumg W— großtenhelt md 4 und Baunf 69 ſtnre Näh 3. en. ch, wenn ſi ſüe ang der ſiicutzt orien, Qucca a geſchiedenen dn hinger, tarani bſchrih ern, kaltanph 06. Bechſelſieder. einiglich mitue 6 Zuhen in d b Ruͤcken urd in de intrn und Sc 3 get ſtarker In) der gane Käede 1. eſſelben llein und 89 ckonmen Em 8 dänn, durch ſa⸗ Pon den Wechſelfiebern. 849 Bodenſatz. Wenn der Froſt eine Zeitlang angehalten hat, ſo folgt Hitze, die nach und nach zunimmt. Dann hat der Kranke Kopfwehe, Schmerzen in den Gliedern und großen Durſt; aber die Beklemmung vermindert ſich und der Puls wird voller und ſtaͤrker. Nach einer oder etlichen Stunden kommt ein allgemeiner Schweiß, mit dem ſich alle Zukaͤlle vermindern. Gewo oͤhnlich erfolgt ein Schlaf und der Kranke erwacht ohne vom Fieber weiter etwas zu fuͤhlen, als daß er noch matt iſt. Nun iſt der Urin roth, dicke, und ſetzt einen weißen, oder dem Ziegelſtaube aͤhnlichen Bodenſatz ab. Der Kranke bleibt nach die em vöon allen Fi ieberzu⸗ faͤllen eine Zeitlang frey; aber im folgenden zweyten, dritten oder vierten Tag, und oft zu der naͤmlichen Stunde, wird er von einem aͤhnlichen Paroxysmus befallen, der ſo wie der vorige mit Froſt und Hitze anfangt, und ſich wieder mit Schweiß endiget. Ihre Verſchiedenheit— Wenn der Fieberanfall alle Tage koͤmmt, ſo iſt es ein alltaͤgliches Fieber; kommt er einen Tag um den andern ſo, daß der Patient einen Tag von dem Fieber frey iſt, ſo heißt es ein dreytaͤgiges Fieber; wenn aber der Anfall zwey Tage ausbleibet und den vierten Tag wiederkommt, ſo wird es ein viertaͤgiges Fieber genennet. Die Fruͤhlingsfieber, weiche vom Hornung an bis zu Ende des Brachmonats herrſchen, ſind gemeiniglich leichter, weniger hartnaͤckig, und gehen nicht ſo leicht in andre langwierige Krankheiten uͤber, wie die Herbſtſieber, die vom Heumonat an bis in den Jenner vorkommen. „ 9. 108. 130 Von den Wechſelftebern. §. 108. and Urſachek. zelt Erkaͤltung, feuchte Luft, der Aufenthalt in niedri K zelegenen, flachen, moraſtigen Gegenden, an großen dde Fluͤſſen oder ſtillſtehendem Gewaͤſſer, regnichte Witterung, Sal heſonders im Herbſte, feuchte und dumpfige Wohnungen, he das Liegen auf feuchter Erde, unordentliche Lebensart,“ äm beſonders im Eſſen und Trinken, Unmaͤßigkeit und ſchlechte rinte Koſt— ſind die gewoͤhnlichſten Urſachen der Wechſelfieber Dieſe unnd machen ſie hartnaͤckiger. nde Aus den ebenerzaͤhlten Urſachen ſind die Wechſelſieber ddei in manchen Gegenden ſehr gemein. Da muß man denn ſce ganz vorzuͤglich darauf bedacht ſeyn, die Wohnungen 1 trocken zu erhalten. In naſſen Jahreszeiten muß man lühl ſich warm kleiden, die Stuben und haubtſaͤchlich die Iitd Schlafkammern oft mit Wacholderbeeren oder mit Raͤuchee und 3 pulver ausraͤuchern, oder trocknes Wachholdergeſtraͤuche 7 4 1 darinn anzuͤnden, dann die Fenſter öͤffnen, damit die get feuchten Duͤnſte mit dem Rauch hinausziehen köͤnnen— 6 und es iſt ſehr dienlich, wenn man taͤglich nuͤchkern etwa einen kleinen Loͤffelvoll Wachholderbecren kaͤuet, oder ein Glas voll Bitterbier, oder ſolches das mit Wachon lder gegohren hat, trinket. Dieſes ſind kraͤftige Mittel, nsl die Schlaffheit und Schwaͤche des Magens zu heben, de werd zur Er zeugung der Wechſe ſieber beſonders geſchickt macht: ll ſie beugen den Verſtopfungen vor und beſoͤrdern die Aus⸗ nnan duͤnſtung.. d §. 109. n. Wie man ſich während dem Fieberanfall verhalten muß— und Das Verhalten, welches man bey Wechſelſiebern zu) beobachten hat, iſt in der Hauptſache einerley, es moͤgen lu alltaͤgliche, drey⸗oder viertaͤgige Fieber ſeyn; aber ver 9 ſchied en in und außer dem Anfall. b d0 Waͤhtend kenh cſalgede 9z½. ſactt. der 2 uſ A fench gai 1 ri Kegnich N bem „ und dumpf ſ dan 4, unorden, lict 2 en, Unmz ffigtet tmein. Da nin icht ſenn, nn aſſen Jaßreten nn uben und ſauuut olderbeerm urm a ocknes Patzent 1” Aor Ifhn drn p „ dagen: ſ 1l 4 AN; 4 9 6 ondelt g p NALP un 9 heſt vnn ““ n „K anfall perdaleen DHen 3„adett “ 3 mah e M 4% n dtlache eineteh,. de Kieber ſenl gige Fiebe nfall. 8' Von den Wechſelfiebern. 131 Waͤhrend dem Anfall mus der Kranke warme und gelind ſchweißtreibende Getraͤnke zu ſich nehmen, verf ſchlagen Waſſer mit Wilch, Thee von Kamillen, Meliſſenblaͤttern, dder Holderbluͤthen. Es hilft oft viel zur geſch zwindern Heilung des Fiebers, wenn der Patient ſchon vorher, ehe das Fieber nach ſeinem gewohn! lichen Laufe wieder⸗ kommen muß, dergleichen warmen Thee in einiger Menge trinket und darauf im Bette den Schweiß abwartet. Dieſen darf man aber durchaus nicht dur ch heiße Stuben oder viele Bettung, noch weniger durch hitzige Mittel oder ſtarke Getraͤnke zu befoͤrdern ſuchen. Es koͤnnten ſehr nachtheilige Folgen daher entſtehen. Wenn die Fieberhitze betraͤchtlich ſtark iſt, ſo ſind kuͤhlende Getraͤnke dienlich, ſaure Molken, W aſſer mit Zitronenſaft oder Weineſſig, der ſaͤuerliche Gerſtentrank, und andre Ge ktrankarten, die im 42.§. angegeben worden. Sie muͤſſen zwar nicht warm, aber doch uͤberſchlagen getrunken werden. §6. 110. nnd wie außer dem Anfall. Außer dem Fieber muß zwar eine gute Diaͤt, uid insbeſondere Maͤßigkeit im Eſſen und Trinken beobachte werden; doch darf ſie eben nicht all zuſtrenge ſeyn. Man will oft ein kaltes Fieber durch Faſten vertreiben; aber man ſchwaͤcht ſich dadurch ohne Noth und verſchlimmert das Fieber. Die Fieberkranken muͤſſen ſich durch hin⸗ laͤngliche Nahrung ſo viel moͤglich iſt, bey Kraͤften erhalten, und das um ſo mehr, da ſie öft einen ziemlichen Appetit und gute Verdauungekraͤfte haben. Ihre S Speiſen muͤſſen zutſaftig, naͤhrend und ſtaͤrkend ſeyn, wie die Suppen von jungem Nindfleiſch, Kalbfleiſch und Huͤhnern, aus Gerſte, Habermehl, Reiß u. dergl. mit Fleiſchbruͤhe Lekocht, / Brodſuppen mit Fle lcherühe, in welcher man 3 e. 1 Peter⸗ — ſaft und dickes ſchleimiges Blut. 152 Von den Wechſelfiebern. Peterſtlien, Selleri, u. dergl. geſotten hat, gutes wohſt ausgebackenes Brod, leichte Gemuͤſe, junger Kohl, Kohlrabi, Wirſching, Svinat, Spargel, Hopfenkeime, junge gruͤne Zuckererbſen und Bohnen ꝛc. Salat von den jungen Zicho⸗ rienblaͤrtern, Moͤhren oder gelbe Ruͤben, Selleri, Peter⸗ ſilienwurzeln und Blaͤtter, Skorzonerwurzeln, Haber⸗ wurzeln, Paſtinack— reifes Obſt; doch weniger friſch als getrocknet und gekocht, friſche Eyer, gebratenes Kalb⸗ oder Rindfleiſch, gebvatene Voͤgel, kleine Bachfiſche.— Mehrentheils iſt auch ein Glas guter Wein ganz zutraͤglich. Zu weichlich und leicht darf aber auch die Koſt fuͤr diejenigen Fieberkranken nicht ſeyn, die in geſunden Tagen an eine gkoͤbere gewohnt ſind. Dieſes iſt der Fall bey akbeitſamen robuſten Landleuten. Sie befinden ſich recht gut dabey und bleiben bey Kraͤften, wenn ſie je und dann etwas geſalzen und geraͤuchertes Fleiſch, Schinken, Heringe, Sauerkraut und dergleichen eſen. Solche Speiſen aber, die ſehr rohſaftig, zaͤhe, ſehr blaͤhend oder zu fett ſind, ſind allemal ſchaͤdlich, wie die groben Huͤlſenfruͤchte, harte Erbſen, Linſen, Bohnen, die rohen zaͤhen Mehlſpeiſen, Kloͤſe, fettes Kuchenwerk, das Kappiskraut, die Ruͤben, Kartoffeln, Erdaͤpfel; alle Gattungen von Schwaͤmmen, Speck, fettes Fleiſch, harte Eyer, alte und trockene Kaͤſe, grobe Fiſche, Stockfiſche, Schelſiſche, Lachs, Buͤcking, Aale, Qüappen.— Dieſe Speiſen ſchwaͤchen die Verdauungskraͤfte, belaͤſtigen den Magen, und geben einen groben unreinen Nahrungs⸗ Daher verſchlimmern ſte die Wechſelſteber und verurſachen bey denjenigen, die erſt davon geneſen ſind, gar leichtlich Ruͤckfaͤlle. Bey der Auswahl der Speiſen und Getrkaͤnke muß man zugleich auf die Natur des Wechſelſiebers, und auf die Krankheiten, die zugleich mit herrſchen. aufmerkſam ſeyn. Die Speiſen und Getraͤnke, die ich bisher empfohlen habe⸗ 3——— —— itim Räͤt. . Sa d korhonerdang da 4 S diſt; uhm un riſche Sha, nnin dna Bä⸗ gel, leie dafi. gute er rVan en dn zaßg darf aber atut t ſeyn, de Id. Due 1 8 ein wina deſes ſ R ſüh di hünin hh vmiat ten. * kaften, * 4 5 ſch„ 1s Fleiſch, Laain zm eſſen e ſehr t rd 6 4 6 V lle Ind allem d K n e Ve V, Gtu aoke, de chtügee f ſtaͤrker naͤhren muß, dieſen aber muß die Koſt leichter ſeyn, ſie muß groͤßten⸗ Von den Wechſelſiebern. 483 habe, ſchicken ſich am beſten bey Heröſtwechſelfiehern, bey denen man, wegen ihrer langen Dauer, den Koͤrper etwas als bey Fruͤhlingswechſelfiebern. Bey theils aus friſchen Gemuͤſen beſtehen, und die Kranken duͤrfen nur weniges, weichgeſottenes, zartes, und nicht ſettes Fleiſch eſſen, muͤſſen ſich auch der geiſtigen Getraͤnke enthalten. Die Beobachtung dieſer letzten Regel iſt noch nothwendiger, wenn zugleich Entzuͤndungskrankheiten herr⸗ ſchen, und wenn das Fieber ſtarke und vollbluͤtige Koͤrper befaͤllt. Man muß uͤberhaupt bemerken, daß alle Speiſen im kalten Fieber ſchaͤdlich werden, wenn man ſie im Uebermaaß genießet, oder wenn der Magen mit Schleim und verdor⸗ bener Galle erfuͤllet iſt, und der Kranke daher keinen Appetit, ſondern Ekel, Ueblichkeit, Magendruͤcken u. dgl. Zufaͤlle hat; ferner daß zaͤrtliche ſchwaͤchliche Leute und diejenigen, die einen ſchwachen Magen haben, keine grobe, und dagegen die ſtarken keine zu leichte Koſt vertragen koͤnnen. Man darf wenigſtens zwey Stunden vor dem Fieber⸗ anfall keine feſten Speiſen mehr eſſen. Sie wuͤrden unverdauet im Magen liegen bleiben und den Paroxysmus ſtaͤrker machen. Die Fieberkranken muͤſſen ſich ſo viele Bewegung machen, als ihre Kraͤfte und die uͤbrigen Umſtaͤnde zulaſſen. Dadurch wird der Koͤrper geſtaͤrket, ſo wie im Gegentheil nichts ſo ſehr ſchwaͤchet, als zu viele Ruhe. Man hat blos dadurch, daß man die Kranken einige Stunden vor dem Anfall ſſch ſtark bewegen ließ, ſehr langwierige und hartnaͤckige Fieber vertrieben. Unter allen Arten der Bewegung iſt keine fuͤr die Fieberkranken nuͤtzlicher als das Reiten. Doch muͤſſen ſie nie bis zur Ermuͤdung reiten; aber ſie koͤnnen es von Tag zu Tag laͤnger fort⸗ ſetzen. In Gegenden, wo die Wechſolfieber herrſchend G. J 3z ſind, G 154 Von den Wechſelfiebert. — 2 — — 4 1 G ſind, dient das Reiten zu einem guten Vorbauungsmittel gegen dieſe Krankheiten. M ni §. 11. boch Ne Was man ſonſt noch gebrauchen kann. 1 Wenn das Fieber nur leicht iſt und den Kranken nicht ſc ſehr angreifet, wenn derſelbe ſich zwiſchen den Anfaͤllen boch wohl befindet, und dieſe immer kuͤrzer und ſchwaͤchen anfe G werde n, ſo hat man ſelten noͤthig beſondre Mittel dagegen lch anzuwenden; denn es bleibt mehrentheils nach ſieben bis ſond neun Anfallen von ſelbſt weg, zumal wenn es ein Fruͤh⸗ tein lingsfieber iſt. Wenn aber dieſes nicht geſchiehet, ſo kann giſ 14 8 ddings noͤthig ſeyn, daß man ſonſt noch etwas Gemeiniali ſind dann der Magen und die Gedaͤrme ad 1 6 mit Galle und Schleim verunreiniget. Dieſe muͤſſen vor dan allen Dingen weggeſchafft werden. Der Kranke muß N. brechen einnehmen(Anh. Nr. 1.), wenn er auch aufßet e dem Fieberparorysmus Unreinigkeit in dem Mund, zaͤhen ſt Schleim auf der Zunge, bittern Geſchmack, uͤblzs Auf⸗ ar ſtoßen, Ekel und Neigung zum Brechen hat— oder ein N Laxiermi ittel(Anh. Nr. 2.), wenn er Schmerzen und bl Poltern im Leibe hat, und der Unterl leib geſpannt und ode aufgetrieben iſt. Dieſes muß aber we enigſtens acht Stun⸗ 5e ” den vor der Zeit geſchehen, wenn man den Anfall erwartet. m Es muß viel warmes Getraͤnke, lauliges Waſſer, duͤnne A b Gerſten; oder andre Bruͤhe ꝛc. nachgetrunken werden. Eks m w iſt gewoͤhnlich nuͤtzlich, wenn der Kranke am Tag vorher, d ehe er das Brechmittel oder das A(bfuͤhrungsmittel nimmt, 1 alle drey Stunden ein Theeloͤffelein voll Weinſteinrahm. f nimmt; denn dieſer loͤſet die Unreinigkeiten auf, und macht 1 daß ſie leichter und vollkommener ausgefuͤhrt werden. n —— Oft Sh Aebr * v rauchen lmn 10*⁴ iſt unh de k 4 d jvüche ak No 5 1 nel dor dlher dethig deſendeg daß nam et u. — 8 181 einiagkeit in da. e dt ker n Ge ont 19 enn der Kranke uc men n 1 1 r 4 5 7 Heltenthejt ugn 6” Jumal dan p 1 Oteier n 14 A nich Wdi 5 s — 1 5 p 12 1. Ke N ger auszeich 3 1 Von den Wechſelfiebern. 155 Oft wird durch ein einziges Brech⸗ oder abfuͤhrendes Mittel das Fieber mit einemmal gehoben; aber manchmal muͤſſen dieſe Mittel auch wiederholt werden, wenn hernach noch jene Kennzeichen von Unreinigkeiten in den erſten Wegen zugegen ſind. Die Landleute bekommen aͤußerſt ſelten ein kaltes Fieber, ohne daß ſie Unreinigkeiten bey ſich haͤtten. Es iſt daher allemal am ſicherſten, daß man vorher ausleerende Mittel gebrauche, ehe man die Fieber⸗ anfaͤlle zu vertreiben ſucht. Denn darauf kommt es eigents lich nicht an, wenn man die Fieber gruͤndlich heilen will, ſondern man muß den Kranken von der Fiebermaterie reinigen, ſonſt ſtopft man es nur, und gemeiniglich zum groͤßten Nachtheil des Patienten. Wenn man alſo einige ausleerende Mittel gebraucht hat, und keine Zeichen von Verunreinigung des Magens und der Gedaͤrme mehr zugegen ſind, das Fieber aber dennoch fortdauert, ſo kann man ſich einiger fieberſtillenden Mittel bedienen. Unter dieſen ſind wenige ſo ſicher und bewaͤhrt wie die Kamillenblumen. Man kann von einem ſtarken Kamillenthee(Anh. Nr. 14.) zwiſchen den Fieber⸗ anfallen, alle drey Stunden ein Trinkglas voll trinken.— toch beſſer iſt es, wenn man das Gelbe aus den Kamillen⸗ blumen zu Pulver macht und davon ein Quentchen, drey⸗ oder viermal des Tags, entweder ſo fuͤr ſich, oder mit Honig vermiſcht, einnimmt, und allemal etwas Thee nachtrinket. Man muß eine Zeitlang damit fortfahren. Oft hilft dieſes Mittel ſehr viel und geſchwinde, und wenn auch nicht, ſo ſchadet es doch auf keinerley Weiſe— Die Wurzeln von Zichorien und Loͤwenzahn oder Pfaffen⸗ roͤhrchen ſind eben ſo unſchaͤdlich und heilſam. Man kann ſie mit etwas geſtoßenem Fenchel oder Paſtinackſaamen in Waſſer, oder in Molken abkochen und die Bruͤhe davon trinken.— Ferner die bitteren Kraͤnter, Tauſendgul⸗ denkraut, Kardobenedicten, Fieberklee, Wermuth. Man 34 gebraucht — — — — — v ————— * —— ———— — — — —.——— 1 1 5 1 1 1 —— —— ——— ——— 286 Von den Wechfelfiebern. gebraucht die waͤſſerige Abkochung oder die kalten Aufguͤſſe davom,(M. ſ. im Anh. z5. Abth. Nr. 15. und die éte Abth.) oder das Pulver, wovon an den fieberfreyen Tagen alle drey Stunden ohngefaͤhr ein halbes Quentchen oder ein Kaffeeloͤffelchen voll genommen wird. Man kann es mit Honig vermiſchen, oder mit Waſſer oder Eſſig ein⸗ ruͤhren und Zucker dazu thun— Auch folgendes Mittel iſt bewaͤhrt und ſicher: Man kocht anderthalb Loth geroͤ⸗ ſteten und gemahlenen Kaffe mit einer Theetaſſe voll Waſſer bis die Haͤlfte der Feuchtigkeit abgedaͤmpft iſt, miſcht eben ſo viel Zitronenſaft dazu, welcher friſch ausgedruͤckt ſeyn muß, und trinket es am guten Tag, des Morgens nuͤch⸗ tern. Ohngefaͤhr eine Stunde hernach iſſet man eine Suppe, und die uͤbrige Zeit des Tages bleibt man ruhig im Bette liegen. Man bekommt gewoͤhnlich reichlichen Schweiß und Oeffnung darnach. Man wuͤrde aber dieſer und anderer fieberſtillenden Mittel ſelten noͤthig haben, wenn man nur nach vorher⸗ gegangener Reinigung der erſten Wege, drey bis vier Tage lang lauter Waſſer, taͤglich zu anderthalb his zwey Maaß trinken wollte. Damit ſind die hartnaͤckigſten Fieber geheilt worden, welche auf die beſten Mittel nichts haben geben wollen. §. 112. Warnung vor unvorſichtigem Gebrauch wirkſamer und ſchädlicher Fiebermittel. Unter allen Fiebermitteln iſt keins von ſo zuverlaͤßiger Wirkſamkeit wie die Chinarinde; aber ihre Anwendung erfordert ſo viele Vorſicht, ſie kann ſo viel ſchaden, wenn ſie zur Unzeit gebraucht wird, wenn noch Unreinigkeiten in den erſten Wegen vorhanden ſind, oder Verſtopfungen und Verhaͤrtungen im Gekroͤſe und andern Eingeweiden des Unterleihes und der Bruſt— daß ſie nie gebraucht b werden —— „A 4 tinst 1 kommt 1en dach 1 2 r und andenr ze wenn man n numa erſten Degt ahn jglich zu andezagg it ſind die hanei die heſten Nau . 4 n g iſt keins un ſt „ grinde; ähe de M e ſie zann ſe i dan 1 9 den ſind, Re beße 1zie und nim bm = d8s 6 d, wenn nc ler Von den Wechfelfiebern. 15) werden ſollte, als auf Verordnung eines geſchickten Arztes. Eben ſo verhaͤlt ſichs mit einigen Mitteln, die etwas der Chinarinde aͤhnliches haben, den Weidenblaͤttern und der Rinde davon, der Roßkaſtanienrinde, der Nelkenwurzel. Man ruͤhmt ſonſt noch eine große Menge von Mitteln gegen die Wechſelfieber. Manche von denſelben ſind gefaͤhrlich und andre ganz unwirkſam. Man wagt bey jenen zu viel, als daß es rathſam waͤre ſie zu gebrauchen. Dergleichen ſind die Pulver von Tormentill ſwurzeln, von Eichenrinden, der Vitriol und Alaun. Dieſe ſtark zuſam⸗ menziehenden Dinge vermehren die Verſtopfungen in den Eingeweiden, welche ſo oft die vorlaͤufigen Urſachen des Fiebers ſind. Die geringſten Uebel, ſo von ihrem Gebrauch entſtehen können, ſind ſchlimme Ruͤckfaͤlle der Krankheit: oft verurſachen ſie Waſſerſuchten, die Gelbſucht, die Aus⸗ zehrung und andre langwierige Krankheiten.— Ferner die ſcharfen Dinge und hitzigen Gewuͤrze, die Bertrams⸗ wurzel, weißer Pfeffer, von dem man mehrere Koͤrner auf einmal verſchluckt, geſtoßner Pfeffer, Ingwer, Muſkat⸗ nuͤſſe, ꝛc. welche die gemeinen Leute in Brantewein ein⸗ nehmen, ſich ſtark darauf bewegen, dann im Bette den Schweiß abwarten. Manchesmal gelingt dieſe Kur; aber man hat auch Beyſpiele genug, daß das Fieber dadurch verſtaͤrkt und hitzige Krankheiten und Magenentzuͤndungen veranlaſſet worden. Es iſt noch gefaͤhrlicher, wenn man im Anfall des Fieberparoxismus hitzige Gewuͤrze mit Brantewein nimmt, oder ſich kurz vorher betrinkt. Davon ſind manche in dem Anfall ſelbſt ohne Verſtand und ſinnlos geſtorben.— Die zerquetſchten großen Spinnen und die Spinneweben ſollen ſehr zuverlaͤßige Fiebermittel ſeyn. Sie verurſachen gewoͤhnlich ein ſtarkes Erbrechen. Man kann aber dergleichen ſchmutzige Sachen, die zudem nicht ſicher ſind, ſo wie die unwirkſamen Dinge: Tobacks⸗ pfeifenpulver, gebrannte Eyerſchaalen, und dergl. leicht ent⸗ 8 — — — ——— — ſ 8 — 8— 9— 158 Von den Wechſelſiebern. entbehren, da es an guten und kraͤftigen Fieberarzneyen nicht fehlet. Die Arzneykraͤmer, Herumtraͤger, Dorfbader und vagirende Quackſalber verkaufen mancherley ſieberſtillende Mittel. Die brauche man gar nicht; denn man kann es nie mit Sicherheit thun. Mehrentheils enthalten ſie entweder heftig wirkende Brech oder Pusgiermittel, wodurch der ganze Koͤrper geſchwaͤcht und die Geſundheit auf immer zerruͤttet wird, oder wirkliche Gifte, vorzuͤglich Arſenik, den nur die gewiſſenloſeſte Habſucht in den gemeinen Arzneyhandel bringen konnte. Man hat ſich beſonders vor den Fiebertropfen zu huͤten, bern und Dorfbadern verkauft werden, und von denen oftmals eine ſehr kleine Quantitaͤt das Fieber auf einmal wegnimmt. Aber dieſe Tropfen enthalten Arſenik, dieſes iſt unter allen Giſten das heftigſte und geſaͤhrlichſte. Die Perſonen, die durch ſolche Tropfen ſich das Fieber vertrieben haben, verfallen d daher insgemein nachher in die Auszehrung und in die Waſſerſucht, und werden ein Opfer ihrer Unvorſt ichtigkeit. §. I133z. Etwas von bösartigen Wechſelfiebern. Es giebt einige Wechſelfieber die vor andern gefaͤhrlich ſind und heftige Zufaͤlle haben. Der Kranke iſt ſehr niedergeſchlagen, oͤſters ohnmaͤchtig, ſein Puls iſt klein und unordentlich, er hat uͤberaus große Vangigkeit, Zuckungen und Schlafſucht waͤhrend dem Anfall, oder anhaltende Raſerey. Dieſes Uebel iſt ſehr dringend, und man darf gar keine Zeit verſaͤnmen, die Huͤlfe eines ordente⸗ lichen Arztes zu ſuchen. Vierter die von vielen Quackſal Kia A ma „* 1* Nan ze 9 deftc ane 4 , die wn nh 9 8 B * 1 zuft werden u up 1 „*8 2 ntitat das fih w opfen enthaa 1 das 4 eft a h plht 3 Tropii ih h igen Wechſeliede 4 . z 1 ßieder dir der uh nbi Haben. Da dn 1** „zhrend den 1. paädrend? k 4 24 Uebel 6 44 5 wit umen, die H Pai .4 8 dar I Von der Schwindſucht. Vierter Abſchnitt. Von den ſchleichenden Fiebern, der Auszehrung, Schwindſucht. §. 114. Zufälle der Auszehrung und Schwindſucht. Kan ſagt, daß jemand die Auszehrung habe, wenn 8 er mager wird und ſeine Kraͤfte abnehmen. Naͤchſt den Fiebern iſt keine Krankheit ſo gemein und von ſo großem Umfang wie dieſe. Unter den Landleuten kommen aber vornehmlich drey Gattungen der Auszehrung vor, die Schwindſucht, Lungenſucht und Doͤrrſucht. Wenn jemand abzehret, ſo hat er entweder Bruſt⸗ beſchwerden und feucht oder trocknen Huſten oder nicht. In dem erſten Falle iſt entweder die Urſache des Huſtens in der Lunge ſelbſt— welches man daran erkennet, daß der Kranke allemal, wenn er tief Athem holet, huſten nuß; dann hat er die Lungenſucht,— oder nicht, ſo 9 es die Schwindſucht. Wenn keine ſonderliche Bruſt⸗ beſchwerden da ſind, hingegen der Bauch dicke und hart iſt, ſo nennt man es die Doͤrrſucht, eine Krankheit, die mehrentheils nur kleine Kinder befaͤllt. Die Lungen⸗ und Schwindſucht kommen ſehr mit einan⸗ der uͤberein, und bey allen Schwind fuͤchtigen pflegen ſich endlich auch Zufaͤlle der Lungenſucht einzuſtellen. Bey der Schwindſucht iſt allemal ein langwieriges ſchleichendes Fieber zugegen. Es ſtellt ſich gemeiniglich nach dem Mittageſſen und gegen Abend mit einem kaum merklichen Froͤſteln ein, und verurſacht in der Nacht Durſt, Hitze und Schweiß, anfangs nur am Kopfe und auf der Bruſt, hernach am ganzen Leibe. Der Schlaf iſt entweder unruhig vder doch nicht erquickend. Die Kranken haben eine — —— 2—. — —— —— 149 b Von der Schwindſucht. eine brennende Hitze an den Haͤnden und Fuͤßen, eine leichte Roͤthe auf den Wangen, ihre Lippen find tiefer roth als gewoͤhnlich und oft von der Hitze aufgeſprungen, die Zunge iſt ſelten unrein, ſondern mehrentheils roth; aber ungewoͤhnlich duͤnne und zugeſpitzt. Ihr Puls iſt klein und geſchwinder als natuͤrlich, der Stuhlgang bald feſte, bald einem Durchfall gleich, der Harn bald waͤſſerig, bald leichtgefaͤrbt, und mit einem vielfarbigten fetten Haͤutchen. Sie haben ein leichtes trocknes Huͤſteln, bis⸗ weilen aber auch einen ſtarken Huſten mit vielem Auswurf, Engbruͤſtigkeit, oft ein gedunſenes Weſen des Körpers, geſchwollene Fuͤße u. dergl. Zuletzt kommen noch ſtarke Nachtſchweiße und Durchfaͤlle, Schwaͤmmchen im Munde, Schmerzen im Halſe, Seitenſtechen.— Die Kranken dleiben insgemein ſo lange außer Bette, bis das Uebel einen hohen Grad erreicht hat: ihre Kraͤfts nehmen allmaͤhlig ab und die Zufaͤlle nehmen ſo unmerklich zu, daß ſſe es ſelbſt nicht gewahr werden. Sie hoͤren endlich auf zu leben wie eine Lampe, die nach und nach abbrennt. Aber zuweilen ſterben ſte auch ſehr ploͤtzlich. Es iſt kein Fieber ſo langwierig wie dieſes. Wenn die Lebensart gut iſt, ſo kann es ſich auf viele Jahre erſtrecken. 8. I15. Shreurſachen. Manche Leute haben von Natur eine Anlage zur Schwindſucht. Sie entſteht entweder fuͤr ſich; doch dieſes ſeltner unter den Landleuten, oder ſie geſellet ſich zu andern Krankheiten, und es iſt keine von dieſen, die nicht, wenn ſte lange genug gewaͤhret, den Kranken entkraͤftet, ſeiner beſten Saͤfte beraubt und die uͤbrigen unrein und ſcharf gemacht hat, endlich in eine Schwindſucht ausarten koͤnnte. Sie folgt nach uͤbelgeheilten, hitzigen, zumal entzuͤndungs⸗ artigen, ——- ͦ—--;— ———— 3, ſu den gat AAe- Ndindſuhe 84 n Händen md 4 „ hhe gen, jihre 9 I M Mpen 1 don der Kis⸗„ 3 Mihe uie IANS„ nde A Dehetag, RA w 1 M 1I 91 44 5. 1 ¹ 4 ee 8 A 3 4 81 4 AA w e amhe, Ankn *— 4 * 12 KA ſte den ſte 4 6 SAawWiert hn 8 N S kann es ſc un Von der Schwindſucht. 141 artiger, und kalten Fiebern, inſonderheit wenn der Kranke allzuhitzig oder mit ſtopfenden Dingen behandelt worden,— auf vernachlaͤßigte Katarrhe, zuruͤckgetriebene Ausſchlaͤge, nach lange angehaltener Engbruͤſtigkeit, Gelbſucht, Bleich⸗ ſucht, Waſſerſucht, dem weißen Fluß. Sie kann von Geſchwuͤren, und von allen lange dauernden ſehr ſchmerz⸗ haften Krankheiten entſtehen, desgleichen von einer Schwaͤche des Magens, von Unreinigkeit und Wuͤrmern in den erſten Wegen, vom Mißbrauch geiſtiger Getraͤnke, nach unvorſichtiger Erkaͤltung, nach vorhergegangener Ent⸗ kraͤftung durch unmaͤßigen Beyſchlaf, von Blutſtuͤrzungen, Durchfaͤllen, Sorgen, Verdruß und Kummer. Die Schwindſucht iſt nicht anſteckend. Man macht ſich oft vergebliche Sorgen deswegen. Aber erblich kann ſie werden, die Kinder von ſchwindſuͤchtigen Eltern haben oft eine Anlage dazu und muͤſſen alle Vorſicht anwenden um ihr auszuweichen. §. 116. Regeln zu einem guten Verhalten. a. Answahl ſchieklicher Speiſen und Getränke— beym Anfange der Schwindſucht, die Milchdiät. In keiner Krankheit faͤllt es mehr in die Augen, wie nuͤtzlich eine gute Lebensordnung ſey, als in der Schwind⸗ ſucht. Ihre Heilung beruhet mehr auf dieſer, als auf dem Gebrauch eigentlicher Arzneymittel, und iſt ohne ſie gar nicht moͤglich. Es giebt Beyſpiele genug von Schwind⸗ ſuͤchtigen, die es die Tage ihres Lebens geweſen, und bey einem guten Verhalten dennoch alt geworden ſind⸗ Hauptſaͤchlich kommts auf die Auswahl und den maͤßigen Genuß leichtverdaulicher und ſtaͤrkender Nahrungs⸗ mittel an. Man kann einen ausgemergelten ſaftleeren Koͤrper nicht anders wieder herſtellen, als wenn man ihm erſetzet, —— 144 Von der Schwindſucht. erſetzet, was er verlohren hat. Dieſes muß durch geſchwinde und leichtnaͤhrende Dinge geſchehen, und deren giebt es ſehr viele— die Fleiſchbruͤhen, die Gallerten, die Bruͤhen von Krebſen, Schnecken(unter allen faſt das nuͤtzlichſte Nahrungsmittel fuͤr entkraͤftete und abgezehrte Perſonen, wenn ſie gehoͤrig zubereitet ſind); Froͤſche, weiche Eyer, Milch und Milchſpeiſen, die Schleime und duͤnne Breye aus Getreidefruͤchten, Gerſten, Haber, Hirſen mit Waſſer, Fleiſchbruͤhe oder Milch gekocht, aus Reiß, den man zu Pulver ſtoͤßt und etwa vier Loth davon mit anderthalb Schoppen Waſſer kochen laͤßt bis es zu einer klaren Bruͤhe wird, dieſe dann noch heiß durch ein Tuch ſeyhet und mit Fleiſchbruͤhe oder Milch verduͤnnet,— ein duͤnner Brey aus gutem Weißbrod, oder aus Rockenmehl mit Waſſer und ungeſalzener Butter gekocht, zarte ſuͤßliche Wurzeln, die gelbe Ruͤben oder Moͤhren, rothe Nuͤben, die Zuckerwurzeln, Seorzonere, Paſtinack und Haber⸗ wurzeln, die Wurzeln von Sellerie und Peterſilien, die man fuͤr ſich, oder mit Gerſte in Milch, Fleiſchbruͤhe oder Huͤhnerbruͤhe kochet und in die Bruͤhe das Gelbe von Eyern einruͤhret. Ferner die Kohlrabi, Spargeln, junger Hopfen, die zarte Schoten von Zuckererbſen, in Gemuͤ⸗ ſern— die ſaftigen ſuͤßſaͤuerlichen Sommerfruͤchte.— Die mehreſten von dieſen Nahrungsmitteln haben ſonſt noch große Eigenſchaften. Sie ſind gelinde arzneylich, Sie verbeſſern und mildern die Schaͤrfe im Blute, welche das Fieber unterhaͤlt, ſie reinigen und heilen die inner⸗ lichen Geſchwuͤre, und oͤffnen die Verſtopfungen der Ein⸗ geweide. Sie ſind aber nicht alle in jeden Umſtaͤnden der Schwindſuͤchtigen dienlich, und es iſt daher nicht immer gleichguͤltig, welche man davon waͤhlet. Wenn das Fieber nicht beſonders ſtark, der Kranke noch nicht ſehr abgezehrt iſt, keine Nachtſchweiße hat, zut verdauet und noch bey Kraͤften iſt, daß er ſich hinlaͤng⸗ liche ſe Die Veriniun! n icht alle in ſda lr 55 24 jſt das ze 4 8 H 8* davon Kahlet⸗ 8 31 h 3 onders dunl a . 4 1 Py chiidebe iſt keine Nofte * 1 1 (Waldſchnecken), waͤſcht ſie wohl, Kräſten it d ä Pon der Schwindſucht. 145 liche Bewegung machen kann; ſo darf ſeine Diaͤt nicht allzuleicht und ſchlecht ſeyn. Doch verſteht ſichs, daß er ſich aller ſehr ſchwerverdaulichen und grobſaftigen Speiſen enthalten muͤſſe. Er darf noch conſiſtente ſtarknaͤhrende Koſt, Gallerte, Fleiſchbruͤhen, Milchſpeiſen und Eyer genießen. Es giebt einige Speiſen, die man vor andern in der Schwindſucht, wenn ſie noch nicht zu weit gekom⸗ men war, ſehr aut befunden hat, wie die Gallerte von Schnecken und Krebſen oder Froͤſchen(Anh. Nr. 34.), wovon ein Auszehrender des Morgens, Mittagse und Nachmittags allemal zwey oder drey Eßloͤffel in vier Theeſchaalen voll Huͤhnerbruͤhe, die nicht viel geſalzen iſt, nehmen kann,— der Brey von ißlaͤndiſchem Moos (Anh. Nr. 25.)— die Koͤrbelbruͤhe(Anh. Nr. 36.), wovon je uͤber zwey, drey oder vier Stunden eine Thee⸗ ſchaale voll getrunken wird— die Bruͤhe von Kaͤlber⸗ lungen(Anh. Nr. 35.). Vor allen andern aber hat ſich die folgende Schneckenbruͤhe nuͤtzlich bewieſen: Man nimmt ſieben, acht oder neun Stuͤcke rothe Erdſchnecken zerſtoͤßt ſie dann und kocht ſie mit einem halben Pfunde kleingeſchnittenem Kalb⸗ fleiſch und einigen Haͤnden voll Wurzelwerk(Quecken, Zichorien, Sellerie, Haberwurzeln u. dergl.) in einer halben Maaß Waſſer ſolange bis die Schnecken zergangen ſind, dann ſeihet man die Bruͤhe durch ein Tuch, und thut etwas Zucker dazu. Man kann auch das Fleiſch davon laſſen und die Schneckenbruͤhe mit gleichviel Kuh⸗ milch vermiſchen. Die angegebene Quantitaͤt wird nach und nach in einem Tage getrunken. Alle dieſe Gerichte kommen in Ruͤckſicht ihrer Kraͤfte und Wirkungsart ziemlich mit einander uͤberein, und man darf daher uͤber die Auswahl darunter nicht ſehr verlegen ſeyn. Man gebe dem Kranken dasjenige davon, ſo ihm sm beſten bekommt und ſich nach den Umſtaͤnden am beguem⸗ — ——— 1 4 ——————— ———————— 1 — — 1 144 Von der Schwindſucht⸗ bequemſten verfertigen laͤßt. Aber dieſes muß denn auch mehrentheils und eine lange Zeit hin, ſeins einzige Koſt ſeyn. Nichts iſt dem Schwindſuͤchtigen ſchaͤdlicher als eine zu große Mannigſaltigkeit der Speiſen. Auch vor Ueberladung des Magens muͤſſen ſie ſich ſehr in Acht nehmen: ſie moͤgen oft einige Nahrungsmittel genießen; abet es muß jedesmal nur wenig ſeyn, beſonders wenn ſie dick und ſtark ſind. Sie verdauen ſie um ſo leichter, obſchon in laͤngerer Zeit, wie ein geſunder Menſch. Daher duͤrfen ſie auch nie eſſen, wenn ſie fuͤhlen, daß die vorhergenoſſenen Speiſen noch im Magen ſind. Sie koͤnnen Milch, entweder alleine oder mit Waſſer (auch wo man es haben kann, mit Selzerwaſſer) ver⸗ miſcht, Mandelmilch, die im Anh. Nr. 28. beſchriebene Habertiſane oder den Matztrank Anh. Nr. 12. trinken. Die Milch iſt von jeher fuͤr ein großes Genesmittel in der Schwindſucht gehalten worden, und ſie iſt aller⸗ dings oftmals von vortrefflicher Wirkung; aber ſie iſt nicht allen Auszehrenden ohne Unterſchied nuͤtzlich, ſondern nur dann, wann ſie der Patient vertragen und verdauen kann. Wenn es aber ſchon zu weit mit ihm gekommen, wenn er voͤllig entkraͤftet iſt, Stechen in der Bruſt, ein ſtarkes Fieber und Nachtſchweiße hat, ſo wuͤrde ihm die Milch hoͤchſtſchaͤdlich ſeyn. Die Eſels⸗ und Pferdemilch iſt zwar leichter und ddünnet als die Ziegen⸗ und Kuhmilch, ſie hat aber dennoch vor dieſen keinen beſondern Vorzug. Es iſt beynahe gleich⸗ guͤltig, welche man trinket, wenn man nur die Milch von einem Thiere waͤhlet, welches geſund iſt, und welches nicht allzulange vorher gebohren hat. Man kann ſich aber eine beſonders kraͤftige und heilſame Milch verſchaffen, wenn man das Thier mit ſolchen Kraͤutern, die gelinde ſtarkende Kraͤfte haben, wie mit Gundelreben, Salbey, Neſſeln, Ehrenpreiß, Odermennig, Mauerraute, Wegerich z6. fuͤttert e N erdan.. Anane„S 1 ein 3 19 vu* ſen, dem a den nochi im W. h ha 5 19 uFN NS nfweder alleine M 423 kann 6„„ en I veritraten wru hm um I 69 † Wut 4 1 1 64117 6 ſ an 1 à 1„ 11 2. wenn uum ad lches geſnd. B on h zedodhrm der Man t und deilſem Rür. ſol ſchen Kräuun,! 3 » wi 7 m em ſehr wohl, mubtüc, 4 48 die Milch. Dieſe duͤrfen ſich nicht dazu zwingen. 1 Von der Schwindſucht. 145 fuͤttert. Dieſes geht bey den Ziegen am beſten an. Alle⸗ mal muß das Thier, von dem man die Milch nimmt, freye Luft und Bewegung haben. Bey der Stallfuͤtte⸗ rung giebts lange keine ſo gute Milch. Sie wird kurmaͤßig im Fruͤhjahr getrunken, wenn das Vieh die erſte Weide hat. Man kann allenfalls vorher⸗ ein gelindes Laxativ nehmen, ehe man damit anfaͤngt. Dann trinket man des Morgens nuͤchtern und Nachmit⸗ tags gegen vier Uhr nach vollbrachter Verdauung, ein Paar Glaͤſer voll, ſo warm und friſch wie ſie eben gemolken worden; man nimmt von Tag zu Tag ſtaͤrkere Portionen, ſo daß man endlich jedesmal bis zwey Schoppen trinket; aber nicht auf einmal und zu haſtig, ſondern langſam und nach und nach, und macht ſich allemal eine gelinde Bewe⸗ gung dabey. Des Mittags und Abends iſſet man Suppen aus Perlengerſte, Reiß, Hirſen und dergl. mit Milch gekocht, duͤnnen Brey aus Weißmehl und Milch, Brockeln aus Milch und Semmel, Weck oder Zwieback. Man vermeidet andre Speiſen, insbeſondre alle ſaure Sachen, ſtark geſaͤuertes Brod, Obſt, Wein und Bier. Dieſe Diaͤt wird nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde vier, ſechs bis acht Wochen lang ununterbrochen fortgeſetzt. In Faͤllen, wo die Kranken die bloße friſchgemolkene Milch nicht vertragen, beſonders aber wo Verſtopfungen der Eingeweide vorhanden ſind, und doch die Milchkur nothwendig iſt, um den Koͤrper gelind zu naͤhren und die uͤbermaͤßige Reitzung und Schaͤrfe zu mildern, thut man wenn man die warme Milch, ſo wie ſie von dem Thiere kommt, zur Haͤlfte mit Selzerwaſſer vermiſcht und ſo trinken laͤßt. Die Kranken verdauen alsdann die Milch leichter, und ſpuͤren mehtert Kuͤhlung der Hitze davon. Manche haben von Natur einen Widerwillen gegen Sie muͤſſen 136 Von der Schwindſucht. muͤſſen ſich lediglich an die kurzvorherbeſchrieben⸗ diaͤteti⸗ ſchen Genesmittel halten. b 6. IT7. — bey einem höhern Grad der Krankheit. Wenn ein Schwindſuͤchtiger ein ſtarkes Fieber, große Hitze und Nachtſchweiße, oder auch Unreinigkeiten im Magen und daher Magendruͤcken, Ekel und Abneigung vor dem Eſſen hat, ſo darf er keine unvermengte Fleiſch⸗ bruͤhen, keine Eyer, Milch und Milchſpeiſen genießen. Sie wuͤrden ihm hoͤchſtſchaͤdlich ſeyn, weil ſie im Magen verderben und die Hitze und das Fieber vermehren. Bey dieſen Umſtaͤnden muͤſſen die Nahrungsmittel kuͤhlend und faͤulnißwidrig ſeyn. Die ſaftigen und ſuͤß⸗ ſaͤuerlichen Fruͤchte, die Himbeeren, Erdbeeren, Johan⸗ nisbeeren, Maulbeeren, Brombeeren,— Kirſchen, Wein⸗ trauben, die friſchen rohen Gurken ꝛc⸗ ſind hier von bewaͤhrtem großen Nutzen; die Kranken koͤnnen ſoviel davon eſſen, als ihnen gefaͤllt. Ferner ſind ihnen die Gerſten⸗, Haber⸗ und Reißſchleime mit kleinen Roſinen, Zucker und ein wenig Zitr vonenſaft, dienlich, desgleichen die im vorigen§. benannte Wurzeln und mancherley damit zubereitete Speiſen, duͤnne gelindſaͤuerliche Bruͤhen, die weder zu ſtark noch fett ſind, wie die Bruͤhen von Kaͤlberlungen und Aepfeln (Anh. Nr. 35.), die ſaͤuerlichen Kal lbfleiſch⸗ und Huͤhner bruͤhen.— Man kocht ein Pfund zerklopftes Kal löſteiſh und zwey Loth reine Gerſte einige Stunden lang mit etwa anderthalb Schoppen Waſſer, thut dann eine Handvoll Skorzonerwurzeln und eben ſo viel Sauerampfer dazu⸗ laͤßts noch eintge Zeitlang aufwallen und ſeihet es dann durch, oder man kocht Zuckerwurzeln, die Winzeln von Skorzonere, Zichorien, Peterſtlien und Sellerie, von ſedem etwa ein Loth in einem Schoppen Huͤhnerbruͤhe und — ——— thut 2. Schwindſatt die terprtheiſt üͤchtiger ein at de, oder auc n gendruͤcken, En 1 darf er keint m Milch und Mätmn daͤdlich ſeyn, u und das Fiehem aden müſſen e ſor I 1 f. N 8* 9 3 Jäin 2 mit kleinen Wi 8 469 ienlich, desgleicent „ ait en ancherley damitſphet „ 41 SIA Bruͤhen ſe de Bruhen, 1 ANA K zeranad! 4 NU nunmn A erlichen Kalbtiht 1 Pfmd zerkett. in i— „1No N de einigt Senda X An gaſſit, hu dmc 3 5e . 9 eden-ſo vi E aufxalen und g aufwalen un h Ne then n 2 Peterſilten m 5 zinem Schepben 6 dhern 2 Von der Schwindſucht. 14„ thut hernach einen oder zwey Loͤffel voll Zitronenſaft dazu. Davon wird die eine Haͤlfte des Vormittags, und Nach⸗ mittags die andre genommen— Schneckenbruͤhe(Anh. Nr. 33.), die beynahe vor allen andern den Vorzug verdienet. Sie kann taſſenweiſe, etwa alle drey oder vier Stunden getrunken werden. „Wennn die Kranken Schmerzen auf der Bruſt und Huſten haben, ſo darf man ihnen keinen Zitronenſaft oder Eſſig, uͤberhaupt nichts eigentlich Saures in ihren Speiſen geben, weil ſonſt der Huſten dadurch verſtaͤrkt wird. Die ſchicklichſten Getraͤnke ſind die obengedachte Haber⸗ tiſane, der Malztrank, duͤnnes Gerſtenwaſſer, wozu der Saft aus Himbeeren, Johannistrauhen, Maulbeeren u. dergl. gemiſcht werden kann, die waͤſſerige Abkochung von geraſpeltem Hirſchhorn, welche jedoch bey ſtarker Hitze nicht gegeben werden darf, und bey ſchwacher Hitze mit etwas Zitronenſaft vermiſcht werden muß, klar durchge⸗ ſeihete friſche Buttermilch(dieſe hat manchmal die Schwind⸗ ſucht ganz alleine geheilet, wenn ſie anfaͤnglich in kleiner und allmaͤhlig in groͤßrer Menge getrunken wurde) und Molken, vornehmlich die ſuͤße(Anh. Nr. 38. und 3 9. und Nr. 39.*= 46 Dieſe Molken gehoͤren unter die vortrefflichſten Mittel fuͤr Schwindſuͤchtige. und feine nahrhafte Theile und man kann ſie noch kraͤftiger machen, wenn man Queckenwuͤrzeln, Skorzonere, Haber⸗ wurzeln, das Kraut und die Wurzel von Loͤwenzahn, Koͤr⸗ belkraut, ic. darinn abkocht. Man kann ſie ſtatt des und die ſaͤuerliche Sie enthalten fuͤr ſich ſchon viele * ordentlichen Getraͤnkes oder auch kurmäßig, alle Morgen, auch wohl des Nachmtttags, zu einem bis zwey Schoppen nach und nach trinken. Man darf ſich aber nie mit einer zu großen Menge davon den Magen uͤberſchwemmen„ und muß ſoviel moͤglich iſt, ſich gelinde Bewegung dabey machen. Da ſich die Molken nicht lange halten, ſo K 3 muͤſſen ——— — 8—— —— 8— e—. ——————— —————— — . — — 148 Von der Schwindſucht. muͤſſen ſie alle Tage friſch zubereitet werden, und man muß ſie vier bis ſechs Wochen lang trinken, wenn man etwas heilſames damit ausrichten will. §. 118. und beym höchſten Grad. enn endlich der Patient ganz ſchwach, ausgemergelt, zu einiger Leibesbewegung ganz untuͤchtig und beſtaͤndig bettlaͤgerig iſt, ſo darf man ihm nur wenig, und keine andern als die leichteſten Nahrungsmittel geben. Alle tonſiſtente Speiſen, Gallerte, Breye, ſtarke Fleiſch⸗ bruͤhen, die Milch von Thieren und Milchſpeiſen, die Molken und Eyer ſind nachtheilig. Die Kranken koͤnnen noch diejenigen Speiſen genießen, die im vorigen§. anges geben worden; doch ſind duͤnne Huͤhnerbruͤhen, worin das oftgemeldete Wurzelwerk abgekocht worden, mit ein wenig Zitronenſaft vermiſcht, die Bruͤhen von Schnecken, mit Huͤhnerbruͤhe verduͤnnet, und vielleicht die Ammen⸗ milch woht die einzigen Mittel, von welchen man noch einige Huͤlfe erwarten darf, wenn ſie uͤberhaupt moͤglich iſt. Von jenen Bruͤhen giebt man immer uͤber ein Paar Stunden ein Theekoͤpfchen voll. Weil ſie ſehr ſaͤttigen, ſo haben die Kranken ſelten noch zu andern Speiſen Appetit. Manche die aufs aͤußerſte abgezehrt und durch Nacht⸗ ſchweiße entkraͤftet waren, ſind wieder geneſen, wenn ſie die Milch von einer geſunden ſäͤngenden Frau getrunken haben. Aber den gemeinen Leuten iſts ſelten moͤglich, ſich dieſes vortrefflichen Mittels zu bedienen. Die Amme, die einen Schwindſuͤchtigen ſaͤngen ſoll, muß recht geſund ſeyn: ihre Milch darf nicht zu alt ſeyn, ſie muß eine gute Diaͤt fuͤhren, mehr Pflanzenwerk als Fleiſchſpeiſen eſſen, ſich hinreichend bewegen, ſich vor Zorn undandern Leiden⸗ ſchaften huͤten.—. Man * windſutt 1 1 bochten Tic. tient ganz ſcnach ai g3 gan unrdci u nan ihm um pa 4 a Nahrungenid a Uerte, Oect, ic Thieren ud Aum d theilig. Da a rnießen, bit angt ) duͤnne Hhreig derk adgekect nte ſcht, die Brüheria 4 nin die AhU — 8 Aℳ A alel 8 n Mn n* Dae 8 3 imm din Ai n n 4 4 7 R ſe e 1 1 A an f 4. hicu „ as Fbchf r ann u 3 6 Von der Schwindſucht. 149 Man ſehlt faſt durchgaͤngig, daß man die Auszeh⸗ renden um ſo mehr naͤhren will, je weiter es mit ihrer Krankheit gekommen iſt. Man giebt ihnen daher kraͤftige Sulzen, dicke ſtarke Fleiſchbruͤhen, Kraftbruͤhen, Kremen von Wein und Eyern u. dergl. Aber dadurch beſchleuniget man ihren Tod. Man ſollte gerade umgekehrt verfahren, je kraͤnker der Patient iſt, deſto leichter und duͤnner muͤſſen ſeine Nahrungsmittel ſeyn, und deſto ſeltner muß er davon genießen. Denn je kraͤnker er iſt, deſto ſchwaͤcher iſt natuͤrlicher Weiſe auch ſeine Verdauungskraft. Man haͤlt ferner manche Speiſen fuͤr ſehr nahrhaft, die es fuͤr Kranke nicht ſind, wie die dicken fetten Rahm⸗ ſuppen, den weichen Kaͤſe, die ſogenannten Eyerkaͤſe, Eyerfladen ꝛc. Es gehoͤrt ſchon ein ſtaͤrkerer Magen dazu, als die Kranken gewoͤhnlich haben, wenn dieſe Dinge verdauet werden ſollen, die daher leicht im Magen ver⸗ derben, ranzig und faul werden, und den Tod eher beſchleunigen als aufhalten. §. 119 2. Sonſtiges Verhalten. Freye reine Luft iſt ein ſehr nothwendiges Beduͤrfniß fuͤr Schwindſuͤchtige. Es iſt ihnen dienlich, wenn ſie ſich oft auf dem Felde, da wo die Erde friſch umgeriſſen oder geackert worden, aufhalten. Sie muͤſſen ſich taͤglich eine maͤßige Bewegung machen, vorzuͤglich durch Reiten oder Fahren; aber dieſes muß allemal des Vormittags geſchehen: denn nach Tiſche iſt die Bewegung mehr nach⸗ theilig als heilſam. Sie muͤſſen ſich auf alle Art zu erheitern ſuchen. Die Seelenruhe und Heiterkeit des Gemuͤths traͤgt allemal viel dazu bey, die Kranken zu ſtaͤrken, wie im Gegentheil Traurigkeit und Einſamkeit in jedem Falle die Krankheit vermehren. Sie muͤſſen K 3— alles .—-——— —— ͤͤ— 2——— 150 Von der Schwindſucht, alles vermeiden, was den Koͤrper ſchwaͤcht, zu ſtarke Bewegung, Arbeiten, die einige Anſtrengung der Kraͤfte erfordern, den Beyſchlaf,— Leute, welche die Schwind⸗ ſucht oder eine g toße Anſage dazu haben, ſollten ſich nicht verheyrathen. Sie beſchleunigen ihr Verderben dadurch, und wenn ſie Kinder zeugen, ſo ſind dieſe der Gefahr ausgeſetzt, eben en die Krankheit zu bekommen. 6. 120. Was man ſonſt noch gebrauchen kann, Es iſt oben ſchon hemerkt worden, daß die Schwind, ſucht nicht ſowohl eigentliche Arzneyen erfordere, als daensehr ſchickliche Nahrungsmittel und eine gute Diat, Wirkſame Heilmittel ſind hier gemeiniglich unſicher. Doch giebts einige unſchuldige Mittel, von welchen man mit Sicherheit Gebrauch machen, und ſich oft einen guten Erfolg verſprechen kann. Dergleichen iſt der friſche aus dem Koͤrbelkraut ausgedruͤckte Saft. Man nimmt davon des Morgens ſechs, acht bis zehen Loͤffel voll in Molken oder einer duͤnnen Br ruͤhe. Es iſt ein vortreffliches Mittel, das auch deshalb einen Vorzug hat, weil man das Kraut uͤberall und faſt zu allen J Jahrszeiten leicht bekommen kann. Ferner der Saft von Loͤwenzahn, oder Pfaffenroͤhrchen, Zichorien, Lattichkr rant, mit ein wenig Honig vermiſcht. Man darf aber dieſe friſchen Kraͤuterſaͤfte nicht gebrauchen, wenn ſie den Magen ſehr ſchwaͤchen, die Verdauung mindern, oder ſtark vrapen In dieſem Falle iſt es beſſer, wenn ſich die Kranken der mit friſchen Kraͤutern und Wurzeln abgeſottenen Molken§. 117. bedienen. Auch der Eichelnkaffe(Anh. Nr. 31.) iſt in der Schwindſucht mit großem Nutzen gebraucht worden. Man kann ihn zum ordinairen Getraͤnke, warm oder kalt, mit oder ohne Milch trinken. Man darf nicht beſ ſorgen, daß zuviel davon —— Anſ ne, he 9 a e dam be⸗ 8 Sazu haben. ſele 4 ½„ La igen ihr Daheza M 3 — 4, ſ ſind dt 8 9 et p t Romen. 7 1. 110. A. * ac rauchen Rnt. ,. Woerden uw Rn, A 6 liche Anneden eh 1zmitnel und iwn Dier gemeiniglih u tel. vs 1 don r. ſcwaͤchn, R X 5 1t 2 8 1' A n 1 i⸗— 8 1 der I 5 1 6 en 41 1 .„ „Molken§. 115 „* drey: oder viermal gebrauchen; neue Grube gemacht werden, und ſie duͤrfen auch nur bey warm odet nat, T darf nicht beſtß Von der Schwindſucht. 162 davon genommen werden koͤnne, denn die Eicheln koͤnnen im geringſten nicht nachtheilig ſeyn: doch vermehrt dieſer Kaffe zuweilen die Hitze, den Durſt und das Fieber, und ln dieſem Falle darf er nicht angewendet werden. Manche Voͤlker bedienen ſich ihrer, wenn ſie geroͤſtet und in Waſſer geweicht worden, als einer nahrhaften Speiſe. Er iſt vorzuͤglich nutzbar, wenn der Kranke verhaͤrtete Gekroͤß⸗ druͤſen oder Verſtopfungen andrer Eingeweide im Unter⸗ leibe hat, die mau außerlich oft wie harte, mehr und weniger große Knoten fuͤhlen kann. In den meiſten Faͤllen ruͤhret die Schwindſucht ent⸗ weder von ſolchen Verſtopfungen her, oder es erzeugen ſich doch dergleichen waͤhrend der Krankheit, daher ſind faſt allemal die aufloͤſenden und gelinde ſtaͤrkenden, oder ſogenannten Viſceralklyſtire aus ſuͤßen und bitterlichen Wurzelu, Quecken, Loͤwenzahn, Zichorien ꝛc.(M. ſ. im Anh. Nr. 3.) dienlich. Sie muͤſſen auf die da angegebene Art alle Tage, und eine lange Zeit gebraucht werden. Man hat endlich noch die Erdbaͤder gegen die Schwind⸗ ſucht geruͤhmt, ein Mittel, das vielleicht einigen Nutzen verſpricht, und von niemand leichter als den Landleuten in Gebrauch kann gezogen werden. Man wirft einen Haufen friſche und von Steinen und allem Unrathe gerei⸗ nigte Garten: oder andere reine Erde zuſammen, graͤbt in derſelben ein Loch aus, ſo daß der Kranke darinnen liegen kann, und bedeckt ihn dann mit der friſchen Erde, ſo daß ſie ſeinen Koͤrper uͤberall beruͤhrt, und daß nur ſein Kopf noch hervorragt. Er muß ſo lange darinn bleiben, bis er zu frieren anfaͤngt, eine unangenehme Empfindung im Magen bekommt oder ſich ſonſt nicht wohl befindet. Dann nimmt man ihn heraus und laͤßt ihn eine kurze Zeit im Bette liegen. Man kann dieſe Erdbaͤder die Woche aber allemal muß eine K 4 eines — —ͤ —. ———— ꝗ% ů——.—= E.*————..— 8——————*.———* öböhöhoooöoöhöoͤoͤͤoͤ—————y—————y—————— ——— 8——————— 152 Von den Schwachheiten, Nervenkrankheiten. einer guͤnſtigen Witterung und in der waͤrmern Jahrszeit gebraucht werden. Fuͤnfter Abſchnitt. Von den Schwachheiten, Nerven⸗ krankheiten. 9. 121. Verſchiedenheit und Unterſcheidungszeichen der Nervenkrankheiten⸗ D. ejenigen Krankheiten, in welchen vornehmlich das Gefuͤhl und die Bewegungskraft vermindert oder gar ver⸗ lohren wird, nennt man insgemein Schwachheiten oder Nervenkrankheiten. Es giebt ihrer eine große Menge; ich werde mich aber nur bey denjenigen aufhalten, die unter den Land⸗ leuten am meiſten vorkommen, dem Schlagfluß, den Ohnmachten, der fallenden Sucht und der Laͤhmung. Die drey erſteren machen allemal ploͤtzliche Anfaͤlle und man verwechſelt ſie oft mit einander. Sie ſind doch leicht zu unterſcheiden. Bey dem Schlagfluß und den Ohnmachten werden die Gl lieder nicht krampfhaft zuſammen und hin und hergezogen, wie bey der Fallſucht; und im Schlagfluß ſchlaͤgt der Puls noch und das Athemholen dauert fort, welches beydes in Ohnmachten entweder fehr geſchwacht, oder gar nicht mehr zu bemerken iſt. Zu den Ohnmachten gehoͤret der ſcheintodte Zuſtand⸗ Es ſind Zufaͤlle, die eine beſonders ſchleunige Huͤlfe erfordern, von welchen unten insbeſondre ſoll gehandelt werden. 7 1“ — ich heitm, dunzzzeichen) b 2* A 8 d d 3„ ſchen L Nrdene. N in weſchen nig 14 Kraf 36kraft verminden u 9 insgemein Ochn große Menze in aufhalten, die dag nmen, dem eu n Sucht und den allemal dzha mit einander. Bey dem Sähtt liedet nicht kam wit bey der fulu 1s noch und du es in Ohumachta t mehr zu demette vehret der ſchitt * in deſondert ſc N 7 unden insbeſeant 4 4 . Von der fallenden Sucht. Von der Fallſucht, Epilep ſie, den Gichtern, dem boͤſen Weſen ꝛc. 155 §. 122. Zufälle der Fanſucht. Wenn jemand ploͤtzlich das Bewußtſeyn und die Empfindung verlieret, und ſeine Glieder krampfhaft zuſam⸗ mengezogen und verdrehet werden, und dieſe Anfälle in kuͤrzern oder laͤnger dauernden Zwiſchenzeiten wiederkom⸗ men, ſo hat er die Fallſucht. Vor dem Anfall empfinden manche Kranke gar nichts: andere haben einige Betaͤubung und Schwindel und zuweilen die Empfindung, als ob eine kalte Luft von unten herauf nach dem Kopf gienge. Waͤhrend dem Anfall iſt der Kranke ohne alles Bewußtſeyn und Gefuͤhl, das Athem⸗ holen iſt etwas beſchwerlich, es tritt ein Schaum vor den Mund, die Finger und Zehen werden eingezogen; alle Glieder ſtehen bald ſteif und unbeweglich, bald werden ſie auf die gewaltſamſte Weiſe hin und hergezogen und geworfen.— Wenn ſich der Kranke erholet, ſo weiß er nichts von dem Zuſtand, worinn er geweſen iſt; aber er iſt muͤde und hat Kopfſchmerzen. Die Anfaͤlle kommen oft wieder, gewoͤhnlich gegen den Vollmond. Bey manchen kommen ſie nur des Naͤchts. Sie ſind uͤbrigens ſowohl in Ruͤckſicht ihrer Heftigkeit als Dauer ſehr verſchieden. Am gewoͤhnlichſten dauern ſie eine Wiertelſtunde lang, etwas mehr oder weniger. Dieſe traurige Krankheit iſt unter dem Landvolk gar nicht ſelten. Die Kinder ſind einer Gattung von derſelbigen vor⸗ zuͤglich unterworſen; ſie haben eine größre Anlage dazu als Erwachſene, und die Krankheit wird bey ihnen von mehrern Urſachen veranlaſſet, die bey Erwachſenen nicht ſtatt finden. Ich werde davon insbeſondre noch bey den Kinderkrankheiten peden. §. 123. erſten Wegen, Von der fallenden Sucht. §H. 123. Ihre Urſachen. Die Fallſucht kann durch vielerley Urſachen hervorge bracht werden. Oft ſind dieſe ſo verborgen, daß man ſie gar nicht auffinden kann. Sie iſt manchmal erblich, Am allergemeinſten wird ſie von Unreinigkeiten in den dickem Schleim, Galle und Wuͤrmern, beſonders dem Bandwuͤrm verurſachet, auch entſteht ſie oft, nach zuruͤckgetriebenen Ausſchlaͤgen oder ploͤtzlich geheil⸗ ten alten und lange gewohnten Geſchwuͤren, von aͤußerlichen Verletzungen des Kopfes, von ſtarken Gemuͤthsbewegun⸗ gen, Schrecken und Aergerniß ꝛc. Wenn die fallende Sucht angeerbt iſt, ſo iſt wenig Huͤlfe zu hoffen. Wenn die Krankheit ſchon lange gedauert hat, ſo wird die Neigung dazu ſo groß, daß dann die leichteſten Urſachen Anfaͤlle hervorbringen; wenn ſie aber nicht eingewurzelt und der Kranke noch jung iſt, die Anfaͤlle auch kurz und ſelten ſind, ſo kann man hoffen, daß ſie geheilt werden koͤnne. Kinder, die damit geplagt ſind, verlieren ſie oft, wenn ſie in die Juͤnglingsjahre treten; dagegen iſt ſie nach dem fuͤnf und zwanzigſten Jahr ſehr hartnaͤckig und ſchwer zu heben, und dieſes noch mehr bey alten abgelebten Leuten. Zuweilen verlieret ſich die Epilepſte, wenn der Kranke ein viertaͤgiges Fieber bekommt. §. 124. Wie man ſich inn⸗ und gußer den Anfällen verhalten muß. Waͤhrend dem Anfall hat man wenig zu thun. Es iſt nicht allein ohne Nutzen, ſondern auch gefaͤhrlich, wenn man den Kranken mit ſtarkriechenden geiſtreichen Dingen anſtreicht, oder ihm ſolche gar eingießet, wenn man ihn ſtark frottiret, ſehr feſt haͤlt und die eingeſchlagenen Daumen mit Gewalt aufbricht. Man thut am allerbeſten, wenn ““ 4 au. 8 1 4 e ASILe den ma ſtarken ai † 1 Ar ankheit ſchnan 5 azu 0 KAin 9„ he rinaa ** Kranke noch ſuu * kann mn NaA 44 8 4 ader 3 di 8 8 an die Jünaln n ſkaf und zwazit 4 deden, und ket 5 8 2 Juwenlen! n t ein diertgizeti 4 121* 2 den Ane 1 dat man waut ſit 6 ſondern aud beſchäaͤdige. I huns 155 Von der fallenden Sucht. und nur daß er ſich durch Stoßen und Fallen nicht Man kann ihm ein Roͤllchen von feſt zuſam⸗ mengewickelter Leinewand zwiſchen die Zaͤhne ſtecken, um dadurch zu verhindern, daß er ſich die Zunge nicht verbeiſſe. Nur dann, wann der Anfall gar zu heftig iſt, oder zu lange dauert, muß man ſuchen, ihm ein Klyſtier von Kamillenthee mit Baumoͤl und Seife beyzubringen. Wenn ein Fallſuͤchtiger nach dem Anfall ſehr lange wie betruͤbt und leblos liegen bleibt, ſo muß man ihm das Ruͤckgrat, die Arme und Beine mit wollenen Tuͤchern reiben, man muß ihm kaltes Waſſer ins Geſicht ſpruͤtzen, pder das Geſicht mit Weineſſig waſchen. Wenn etwa das Geſicht aufgetrieben, braun oder blau iſt, ſo muß man am Halſe oder am Arme zur Ader laſſen. Man bringe den Kranken in ein Bad von lauwarmem Waſſer oder wenigſtens in ein tiefes Fußbad, und wenn es moͤglich iſt, ſo applizire man ihm ein Klyſtier. Sobald er wieder zu ſich gekommeu iſt und ſchlucken kann, ſaͤßt man ihn eine Schaale warmen Thee von Holderbluͤthen oder Meliſſen, mit einem Loͤffel voll Weineſſig trinken. Allemal kann der Kranke nach dem Anfall etwas warmen Thee trinken, um die Ausduͤnſtung dadurch zu befoͤrdern, Leute, welche die fallende Sucht haben, ſind insge⸗ mein zwiſchen den Anfällen ſtark und munter und haben mehrentheil s einen guten Appetit. Sie eſſen alles, was ihnen vorkommt, überfuͤllen ſich gerne und naͤhren ihre Krankheit dadurch; denn ſie verderben den Magen, es ſammlen ſich um ſo mehr Unreinigkeiten, und ſelbſt die überfluͤſſige Nahrung vermehrt die Anfaͤlle der Fallſucht. Die Maͤßigkeit im Eſſen und Trinken iſt daher fuͤr Falls fuͤchtige von der groͤßten Wichtigkeit, die Kranken muͤſſen ihrem Appetit ſo viel abbrechen, als ſie koͤnnen, und ſich nur wenn man den Kranken ſich ſelbſt uͤberlaͤßt, Acht giebt, 1 3 4 1 f 1 156 Von der fallenden Sucht. nur auf eine geringe Menge von Nahrungsmitteln einſchraͤnken. Sie muͤſſen alle Speiſen vermeiden, die im Magen leicht zu einem dicken zaͤhen Schleim werden, die blaͤhend, ſcharf und erhitzend ſind, und die Nerven angreifen. Alle rohe Mehlſpeiſen, Mehl⸗ und Gruͤtzbreye, Klöͤſe, Pfannkuchen, trockne Erbſen, Bohnen, Linſen, Kar⸗ toffeln, Erdaͤpfel, Buttergebackenes, harte Eyer und Eyergebackenes, friſches oder ſchlecht ausgebackenes waͤſſe⸗ riges Brod, der alte Kaͤſe und Speck, Schweinenfleiſch, geraͤuchertes Fleiſch, Gaͤnſe, Enten, Aale, Stockſiſch— alle ſtark geſalzene und gewuͤrzte Sachen, Zwiebeln, Knoblauch, Rettig, Meerrettig, Senf, die Kreſſe, Selleri, Peterſilien— ſind ihnen in aller Abſicht ſchaͤdlich; auch den Kaffe, das Bier, den Wein und Brantewein muͤſſen ſie meiden, zumal wenn ſie bey der Krankheit ſchon alt geworden ſind. Die Enthaltung von dieſen Dingen hilft oft mehr als alle Mittel, die man gegen die Krankheit gebrauchet: wenigſtens koͤnnen dieſe niemals etwas helfen, wenn keine Diaͤt beobachtet wird. Ddie Fallſuͤchtigen beſinden ſich allemal deſto beſſer, je einfacher, milder und leichter ihre Koſt iſt. Man hat Beyſpiele, daß ſich die Krankheit verlohren, wenn die Kranken nichts anders als reines Waſſer getrunken— oder ſonſt nichts genoſſen haben, als Milch, Gemuͤſe und andre Speiſen aus dem Pflanzenreich. Ihr Abend⸗ eſſen muß insbeſondre gering ſeyn, und ſie duͤrfen nicht mit vollem Magen zu Bette gehen, denn dieſes verur⸗ ſachet unruhige aͤngſtliche Traͤume, mit welchen die Fall⸗ ſuͤchtigen ohnehin ſchon ſehr beſchweret ſind. Es iſt noͤthig, daß ſie ſich viele Bewegung machen. Das Reiten iſt ihnen vorzuͤglich zutraͤglich. Sie muͤſſen ſich in einer trocknen, reinen und temperirt warmen Luft auf⸗ Nange don 9 Aen ver 4 Scht A im ua und ¹ di den Lehle und Grien en, BDahnm un, ſa n SA NvA kkentt, daen W X*⁴ g A 4 der ſchiicht AAaauhth zhanh und 05½ Chac, Li e CLuim, Aaa 5 1 8 — gewürzu Saha Kerrettig, Saf ** 1e ad ihnen imalu hi den Wein m dieſen Dinzm ſit degen die Kraaka niemalß etwat ſi — 2 efinden ſich allemale 7 4 4 keichter ihre Kii 1 wopishet e Krantheit Nerieſe S. als reines Waſet. Hf 4 Rh Haden, as 1' 6 A 8 1 L Rm Pflanzentze Anfaälle. Von der faltenden Sucht. 157 aufhalten. In dumpfigen Stuhen befinden ſie ſich uͤbler: der Kohlendampf und jeder ſtarke Geruch, es ſey was fuͤr einer es wolle, auch der ſuͤße Geruch von Blumen greift ihre Nerven an, und beſchleuniget und verſtaͤrkt ihre Eben dieſes geſchiehet von einer ſtarken Hitze und Kälte. Gemeiniglich ſind dieſe Kranke ſehr empfindlich; aber bey jedem heftigen Affekt laufen ſie Gefahr, einen Anfall zu bekommen. Sie muͤſſen daher, ſo viel es moͤglich iſt, aller Gelegenheit ausweichen⸗ §. 125 Was man ſonſt noch gebrauchen kann. Wenn man die fallende Sucht gruͤndlich heilen wil, ſo muß man ihre Urſachen aufſuchen und wegſchaffen. In den meiſten Faͤllen muß der Leib gereiniget werden; aber die gewoͤhnlichen abfuͤhrenden Mittel ſind nicht hin⸗ reichend dazu, und man koͤnnte manchmal damit ſchaden. Nur ein Arzt kann es beurtheilen, ob und welche davon dienlich ſind. Man ſollte uͤberhaupt nicht verſaͤumen, einen Arzt bald um Rath zu fragen, wenn man Gelegen⸗ heit dazu hat; denn je laͤnger die Krankheit dauert, um deſto hartnaͤckiger wird ſie.— Eben ſo iſt es mit der Baldrianwurzel, der Fieberrinde, den Pomeranzenblaͤt⸗ tern, den Blumen von der Ochſenzunge, den Blumen von der Wieſenkreſſe, den Kraͤhenaugen, Zinkblumen, ꝛc. welche Mittel insgeſammt man ſich nicht ſelbſt verordnen darf, indem ſie leicht ſehr großen Schaden thun koͤnnen, wenn man ſie verkehrt anwendet⸗. Man toͤnnte ein großes Verzeichniß von ditteln liefern, die wider die fallende Sucht geruͤhmt worden; aber nur wenige davon ſind wirklich bewaͤhrt und die wenig⸗ ſten von dieſen darf man ohne unterſchied anwenden⸗ Die - 3 —ͤ — 2— ſſſſ —“ ͤͤͤͤͤͤͤͤͤ — —— —=— — 158 Von der fallenden Sucht. Die Miſtel kann in jedem Falle gebraucht werden. Man hat ſie ſchon in den aͤlteſten Zeiten als ein wirkſames Heilmittel hochgeſchaͤtzt. Man waͤhlt am liebſten die Eichenmiſtel, die man fuͤr die wirkſamſte haͤlt, trocknet die Stengel mit der Rinde in der gelindeſten Waͤrme, ſtoͤßt ſie zu Pulver, und nimmt alle Morgen und Abende ein halbes Quentchen davon. Oder man kocht ein Paar Loth von den kleingeſchnittenen Stengeln mit anderthalb Schoppen Waſſer und trinket dieſes wie ein oldinaires Getraͤnke.— Man verfertiget ferner aus den Regen⸗ wuͤrmern ein Mittel, welches nicht leichtlich ſchaden kann, aber ſehr oft, wenn es gehoͤrig gebraucht worden, vor⸗ treffliche Wirkung hatte. Man ſaͤubert die Wuͤrmer, laͤßt ſie allmaͤhlig austrocknen, und macht ſie zu Pulver. Von dieſem werden einzle Portionen, der dritte Theil eines Quentchens, oder ein halbes Quentchen, abgewogen und irgendwohin an einen bequemen Ort gelegt, damit man ſie im Nothfall augenblicklich bey der Hand habe. Wenn nun der Kranke merket, daß er einen Anfall bekommen werde und ehe das noch geſchiehet, geſchwinde eins von den Pulvern einnimmt, dann ſich ruͤcklings auf das Bett leget und ſtille liegen bleibt, ſo wird er ſtark an der Stirne zu ſchwitzen anfangen, der Anfall wird ausbleiben, und endlich gar nicht mehr wiederkommen, wenn das Pulver allemal, ſo oft ſich ein Anfall einſtellen will, auf die beſchriebene Art gebraucht wird.— Wenn man den Saft aus friſchen Paͤonienwurzeln ausdruͤckt und mit Zucker verſuͤßet, ſo hat man ein Mittel, von dem ſich Fallſuͤchtige und andere, die mit gichteriſchen Zufaͤllen behaftet ſind, viel verſprechen koͤnnen. Man nimmt davon taͤglich viermal ein, zwey Theelöͤffelchen voll, oder noch mehr, und faͤhrt ein paar Monate damit fort. Man kann das Decoct von der Miſtel dabey trinken. Das Pulver von der Paͤonienwurzel nutzt viel weniger, und 8. ———y——— von. inenen Sugat er aket dieſes de derſern 41 iget ſerner a elches nicht e ſan 1 gehorig gedraugn n ſaͤubert un, und macht ſe bb ckuch dey der üu daß er emei R geſchiehet, geſh dann ſj ch rückuat zaiot, ſo wird i unt der Anſall wirt u⸗ wiederkommen, d in Anfall einſtele 4 d hA 1 wild. 414„ hn! 3 zonienwurzemn auht N 8 man ein m * dic 6, die m M Naben M Miſtel jenwutzel Aast n Oder 4 nat 1 „ tbur dn. 5 Monate! zwii Von der fallenden Sucht. 159 66 hilft vollends gar nichts, wenn man die Wurzel nur aͤußerlich anhaͤngt.— Man hat endlich auch den friſch⸗ ausgepreßten Saft von Hauslauch(Hauswurzel) als ein vorzuͤgliches Mittel gegen die fallende Sucht geruͤhmt. Man miſcht vier Loth davon mit eben ſo viel oemenem Kornbrantewein und nimmt dieſes auf einmal. Die Anfaͤlle ſollen oft ſchon wegbleiben, wenn man nur ein ſolches Traͤnkchen genommen hat. Man darf es daher auch nur in dem Fall wiederholen, wenn die Anfaͤlle wiederkommen. Auch das Baden im reinen kalten Waſſer iſt von großem Nutzen; und wenn es mit Vorſichtigkeit geſchiehet, ſo hat man niemals uͤble Folgen davon zu befuͤrchten. Es kann taͤglich einmal, des Morgens bey nuͤchternem Magen, oder auch, wenn die Anfaͤlle ſehr oft kommen, alle Tage zweymal geſchehen. Das Waſſer darf nicht warm ſeyn, wenigſtens nicht waͤrmer als das Flußwaſſer bey der groͤßten Sommerhitze zu ſeyn pfleget. Der Kranke muß bis an den Hals, und wenigſtens eine Stunde lang darinn ſitzen, auch von Zeit zu Zeit den Kopf untertauchen. Aber noth⸗ wendig muͤſſen allemal einige geſetzte Leute zugegen ſeyn; denn es koͤnnte geſchehen, daß der Kranke im Bade ſeinen Anfall bekaͤme, und dann wuͤrde er ertrinken, wenn man ihm nicht ſchleunig zu Huͤlfe kaͤme⸗ §. 126. Warnung vor ſchädlichen und unnützen Mitteln. Es vergroͤßert das traurige Schickſal derjenigen, unter den gemeinen Leuten, welche die Epilepſie haben, daß man ſie mit ſo vielerley Mitteln, theils ſehr ſchmutzigen und aberglaͤubiſchen, zum Theil unwirkſamen, oder im Gegentheil giftartigen Dingen quaͤlet. Dergleichen ſind die faulen Wurzeln vom Johanniskraut(der gemeine Mann haͤlt ſie fuͤr Kohlen und meynt, man koͤnne ſie nur in der Johan⸗ — — ———ö—ö———ö—ͤͤͤIſ—— — 4—— ————— 160 Vom Schlagfluß. Johannisnacht unter dem gedachten Kraute finden), der Bilſenkrautſaamen, Bergkryſtall, Marienglas, Pfauen⸗ und Taubenkoth, das Schwalbenwaſſer, das Herz von einem Maulwurf, getrocknete Kroͤten, Wolfsleber, Schnecken⸗ haͤuſer, der Haſenſprung— friſches Menſchenblut, die getrocknete Nachgeburt, menſchliche Hirnſchaale und das Moos ſo darauf waͤchſt ꝛc. Man hat dieſen Mitteln allen große Heilkraͤfte gegen die fallende Sucht zugeſchrieben; aber ſie helfen entweder gar nichts, oder verſchlimmern das Uebel, und man verſuͤndigt ſich an den Kranken, wenn man ſie noͤthiget, dergleichen zu nehmen. Es werden auch viele geheime Mittel gegen die fabende Sucht in Zeitungen angeruͤhmt und von Arzneykraͤmern gewoͤhnlich um fehr theures Geld verkauft. Aber man hat viele Urſachen gegen Mittel dieſer Art ſehr auf ſeiner Hut zu ſeyn. Sie ſind entweder ganz unwirkſam, und man verliert bey ihrem Gebrauche ſein Geld und verſaͤumt die Zeit beſſere und wirkſamere Mittel zu gebrauchen; oder ſie ſind zwar zuweilen und wider eine oder die andere Art der fallenden Sucht, nicht aber wider jede wirkſam, und dann muß immer erſt ein verſtaͤndiger Mann zu Rathe gezogen werden, der ſolche Mittel erſt pruͤfen und ergruͤnden muß, ob ſie anzuwenden ſind, oder nicht. Manche von dieſen geheimen Mitteln ſind durchaus ſchaͤdlich, z. B⸗ diejenigen, welche Rartenpyſver enthalten. Vom Schlagfluß. §. 127.. Zufälle und B Verſchiedenheit des Schlagfluſſes. Wenn jemand ploͤtzlich niederfaͤllt, alle Empfindung und Bewegung verlieret und die Glieder ſchlapp haͤngen laͤßt, wobey aber gleichwohl der Puls noch ſchlaͤgt und das agfluß. oien Krem g 4,aa nas, übennaſſt, dus 6 duen,Baltthe 8 ſtiſches Nuſad 4 liche hinſchaat a Nan hat dieſen e alende Sacht puei nichts, dder with t ſich an dn gatd, zu nehmen. eime Mitte zan in int und von Pans Geld verkaun⸗ br tel Drie 1 196 nche ſein e nere Mittel ſu ſan nd wider eint ehahe ht aber wider fune verſtäͤndiger Rut ditte erſt prüſen man d, oder nicht 4 ad durch rcha 4 ſchödb 1 Aper anthalten 1 ag 1 127. denteit des Cchlaskuſe m etſaͤlt, al Em Gl jeder chuu 1 d Pu uac ſtu Vom Schlagfluß. 161 das Athemholen fortdauert, ſo hat er einen Schlagfluß⸗ Ein Menſch, der vom Schlage geruͤhrt worden, hat die groͤßte Aehnlichkeit mit einem Schlafenden, nur daß man dieſen aufwecken kann, und jenen nicht. Der Mund ſteht gewoͤhnlich offen, die Augen ſind ſtarr, der Puls iſt langſam und gleichſam wallend, das Athemholen beſchwerlich und ſchnarchend, der Stuhlgang und Harn geht unwillkuͤhrlich ab. In den meiſten Faͤllen werden die Lippen und das Geſicht bleich oder erdfarben, der Puls iſt nicht ſehr ſtark und die Glieder ſind eher kalt als warm. Manchmal aber verhaͤlt ſichs gerade umgekehrt: das Geſicht iſt wider⸗ natuͤrlich roth und angelaufen und der Puls voll und ſtark. Dadurch unterſcheidet man zwey Arten des Schlagfluſſes, den hitzigen, oder Blutſchlagfluß, und den kalten. Allein dieſer Unterſchied iſt blos fuͤr Aerzte wichtig. Fuͤr Nicht⸗ aͤrzte ſind jene Zeichen zu truͤglich, als daß ſie in der Behand⸗ lung der Krankheit beſondre Ruͤckſicht datauf nehmen koͤnnten. Bisweilen erbricht ſich der Kranke, oder es bricht ein Schweiß uͤber den ganzen Koͤrper aus, und dann ſtellt ſich das Gefuͤhl und die Bewegung bald wieder ein. Aber oft wird ein Glied oder der halbe Koͤrper gelaͤhmt. Der Schlagfluß gehoͤrt unter die gefaͤhrlichſten Krank⸗ heiten, manchmal toͤdtet er den Menſchen in wenig Augen⸗ blicken: oft aber iſt das Uebel ſo heftig nicht, und dann kann es einige Stunden, ja gar etliche Tage anhalten. §. 12 8. Seine Urſachen. Der Schlagfluß iſt entweder die Folge von einer andern Krankheit, oder er entſtehet fuͤr ſich. In dieſem Falle wird er mehrentheils durch langen Aufenthalt in L großer „ 3 8 h 3 1” 1 ͤͤͤ 6 1 1 pf 3 ö 4 1 1 1 1 1 6 4 1 1 1 4 3 . f 162 Vom Schlagfluß. großer Kaͤlte, durch große Erhitzung in den Sonnenſtrahlen, plöͤtzliche Erkaͤltung nach ſtarkem Schweiß und Erhitzung, durch zu feſtes Binden der Halstuͤcher, vom Genuß vieler berauſchenden Getraͤnke, von einer zu ſtarken Anfuͤllung des Magens, ſtarken Gemuͤthsaffekten, Schrecken u. dergl. verurſacht. Er befaͤllt ſelten Kinder, ſondern vorzuͤglich aͤltliche, fette und vollſaftige Perſonen, die eine ſitzende Lebensart führen, viele nahrhafte und erhitzende Speiſen und Getraͤnke genießen und diejenigen Leibesbewegungen und Arbeiten nicht mehr vornehmen koͤnnen, an die ſie ſonſt gewoͤhnt waren. Er befaͤllt auch gern Leute, die ſonſt arbeitſam waren, und bey herannahendem Alter ſich zur Ruhe begeben, und dann wohl leben. Daher kommt er auch unter den Landleuten ſo gar oft nicht vor. Aber in manchen Gegenden iſt er gewoͤhnlicher, wie in andern. §. 129. Wie mau dem Schlagfluß vorbeugen kann. Der Anfall vom Schlagfluß kommt zwar ſchleunig; man kann aber mehrentheils lange vorher merken, ob man in Gefahr ſtehe, damit befallen zu werden. Der Kopf wird einem ſchwer, man bekommt oft Anfaͤlle von Schwin⸗ del, druͤckende Schmerzen im Hintertheil des Kopfes, Klingen und Sauſen in den Ohren, man wird vergeßlich und ſchlaͤfrig. Der Schlaf iſt doch nicht erquickend, man iſt oft mit Alpdruͤcken beſchweret, und zuweilen mit einer voruͤbergehenden Laͤhmung und Taubheit der Glieder. Die Kraͤfte nehmen ohne ſichtbare Urſachen ab, endlich wird die Zunge ſchwer, man kann nicht mehr deutlich reden.— Wenn man auf dieſe Zufaͤlle aufmerkſam iſt, ſo kann man oft noch dem Schlagfluß vorbeugen. Diejenigen, die damit bedrohet werden, muͤſſen eine vorzuͤglich genaue Diaͤt 1— ☛‿—————— Magfluß. zung ng i den èmaß dem Scweiß un die alstüͤch 1 lchen, un ai einer zu uta lin saffekten, etn — — ſondern vrſ ) die ein ha ad erhitznde den nigen Lebeammn gen können, uk t auch gun! dan,h. herannahende la ohl leben. 4 7 gar oſt nicht u. oͤhnliche, unn 12²9. lagiuß dorbeugch Mn lagfluß kommt ſait s lange vorher ah eſallen zu werdan 1 kommt oft Anſikeu⸗ im Hintethel u n Ohren, wu dot f iſt doch nict mnt eiN N” dweret, und zwräln! und Taubheit dei „ur ſahma 4 4 zufäll eafaa ui asfiuß ꝛu erbeugen 9 müſſen eine rniſt Vom Schlagfuß. 165 Sie haben zwar nicht noͤthig ſich an eine ſehr ſtrenge Auswahl der Speiſen zu binden; aber ſie muͤſſen wenig eſſen, und mehr Gemuͤße und Obſtwerk als Diaͤt halten. Fleiſch. Alle hitzigen Gewuͤrze, die ſtarken Weine, der Brantewein, die Liqueure, das ſtarke Bier und der Kaffe ſchaden ihnen, und muſſen deswegen vermieden werden. Si duͤrfen nicht zu viel, und niemals gleich nach der Mahtzeit ſchlafen, und dann muͤſſen ſie mit dem Kopf hoch liegen. Bewegung iſt nothwendig, ſie muß anhal⸗ tend, aber nicht zu ſtark ſeyn, und nicht in der Sonnen⸗ hitze, im Wind oder bey ſchlechtem Wetter vorgenommen werden. Diejenigen Arbeiten ſind fuͤr ſolche Leute gefaͤhr⸗ lich, bey welchen man ſich tief buͤcken muß, das Aufheben ſchwerer Laſten von der Erde— ſo auch das ſtarke Rufen, Singen, laut und anhaltendes Reden. Die Fuͤße muͤſſen warm gehalten werden; aber der Kopf nicht. Im Winter ſind die allzuheißen Stuben ſchaͤdlich. Sie duͤrfen keine zu engen Kleider tragen und das Halstuch nicht zu feſt umbinden. Außerdem muͤſſen ſie bey Zeiten zur Ader laſſen und einen oder zwey Eßloͤffelvoll praͤparirten Weinſtein zum Laxieren einnehmen. Dieſes muͤſſen ſie alle Monate einmal thun, jenes aber ſo oft wiederholen, als ſie ein ſtarkes Aufſteigen des Blutes nach dem Kopfe merken. Fuͤr diejenigen, welche die guͤldne Ader, oder nur Anzeigen darauf haben, iſt nichts beſſer als Blutigel an den After geſetzt.— Man kann ſich Fontanelle am Arm ſetzen laſſen, auch iſts ſehr dienlich, wenn man den Kopf abſcheeret und ihn alle Tage ein Paarmal mit kaltem Waſſer waͤſcht; doch darfs nicht geſchehen, wenn man eben ſchwitzt oder ſehr warm iſt. 167 Vom Schlagfluß⸗ §. 130. Waͤs man zu thun hat, wenn jemand vom Schlage getroffen worden. Wenn jemand vom Schlage geruͤhrt worden iſt, ſo muß man ihm 1. ſogleich den Kopf entbloͤßen, das Halstuch, die Strumpfbaͤnder und Kleider losmachen und ihn ſo viel moͤglich mit dem Kopf hoch, mit den Fuͤßen hingegen niedrig legen. Man muß einige Fenſter oͤffnen, damit die Luft in der Stube erfriſcht werde. 5 Alles dieſes muß geſchwinde geſchehen. Man muß ihm 2. gleich und durch den erſten Barbier, den man haben kann, eine Ader oͤffnen laſſen, zumal wenn ſein Geſicht roth, aufgetrieben, und der Puls voll und hart iſt.— Es giebt zwar einige Arten der Schlagfluͤſſe, wo das Aderlaſſen nicht noͤthig iſt 6¹(wie nach ſtarken Verwundungen): aber ſie ſind uͤberaus ſelten. Nur muß man nicht etwa Ohn⸗ machten fuͤr Schlagfluͤſſe anſehen.— Eine Ader⸗ laͤſſe am Hals ſchafft den meiſten Nutzen; kann aber der Barbier ſolche nicht verrichten, ſo laſſe man am Arm. Wenn ſchon eine Laͤhmung da iſt, ſo oͤffnet man die Ader an der nicht gelaͤhmten Seite. Man kann auch Blutigel an den Schlaͤfen und unter den Ohren anſaugen laſſen, oder hinter den Ohren, an den Schultern und am Oberarme ſchroͤpfen. b 3. Man gebe ihm ein Klyſtier von warmem Waſſer, oder, wenn man es in der Geſchwindigkeit haben kann, einer Abkochung von Kamillenblumen, mit einem Trinkglasvoll Weineſſig und ein paar Loͤffelvoll Salz. Wenn das erſte Kiyſtier keine ſtarke Aus⸗ leerung verurſachet, ſo wiederhole man es bald . hernach noch ein⸗ oder etlichemal⸗ b 6 Aber — lagfluß, dom. f M d lage gerüͤh K gerührt d glaf 5 Ropen, das zu eder Kopf hoch Rm A “ Man mm mn) 1 . R 1 in der Oinhe itn 3 dinde geſchezan z — N„ 11 4 11 laſſen, zunl n den, und da „ tn »wundunaen Rbt erwund ungen muß man moh — 4 ſſe anſehen.— dh 6 o— N 3 K L menten M. A enicht verrichis, au Serarme ſcludt d am Oberaewe ſei 9 Hloſtier dor varna: nz zeſchw man? in der Geſcomech 1 Sam. 43 den Kamilenoee, 4 3. S dan a zeſfig und an We. 34p gp ſtier keine ſa 19 ne 3 d ar etlichemal m 4 demachen mi 8 * . A☛☚ 2 1 viedtthalt Kn Vom Schlagfluß. 165 Aber allemal muß der Kranke gleich wieder in die aufrechte Lage(Nr. 1.) gebracht werden. Es iſt ein uͤbles Zeichen, wenn die eingeſpruͤtzte Feuchtig⸗ keiten gleich, und ohne gewirkt zu haben, wieder abfließen. Man waſche ihm das Geſicht mit kaltem Waſſer und lege kalte Aufſchlaͤge uͤber den ganzen Kopf⸗ Man tunkt ein Stuͤck von dreybis vierfach zuſam⸗ mengelegter Leinwand in recht kaltes Waſſer, oder in Weineſſig, in welchen man eine Handvoll Koch⸗ ſalz geworfen hat, und legt es uͤber. Man muß aber dieſen Aufſchlag laͤngſtens alle halbe Stunde erneuern, damit er nicht warm werde. Im Winter kann man Schnee auf den Kopf legen. Auf den Unterleib hingegen lege man Tuͤcher, die in warmes Waſſer getaucht worden, oder man bringe den Kranken, wenn es ſonſt die Umſtaͤnde erlauben, in ein lauwarmes Fußbad, oder gar in ein halbes Bad. Da darf aber das Waſſer durchaus nicht waͤrmer ſeyn, als milchlau, damit es nicht groͤßere Wallung im Blute mache.— Man kann auch auf die Waden und Fußſohlen ein Senfpflaſter (Anh. Nr.*4.), oder ein Blaſenpflaſter legen, oder man kann zu dem lauen Waſſer, in welches die Fuͤße geſetzt werden, eine ſtarke Handvoll zerſtoßenen Senfſagmen miſchen. Sobald der Kranke wieder zu ſich gekommen iſt, und ſchlucken kann, giebt man ihm drey oder vier Loth Bitterſalz in Waſſer ein und laͤßt ihn zum öͤftern einen Schluck Kamillen; oder Holderthee, oder auch nur reines Waſſer mit Eſſig und Honig trinken. . Der Anfall endigt ſich entweder mit dem Tode, oder es folgt ein Fieber hernach, welches entweder alle Tage oder einen Tag um den andern kommt. 62 3 Das — ——— —— 1 8.—————— 8——————— ———-————y—— ͦ———————————— ——— b—ͤͤöͤöſͤͤͤöͤöͤſoöſͤſͤͤſͤſſ—————— ͦy—— 4———————— 8 —“———————*———-⸗—⸗—ðͦõðͦᷣʒhꝛ-———— —. ———.—— Vom Schlagſtuß. Das hauptſaͤchlichſte, was man dabey zu thun hat, beſtehet darinnen, daß man die taͤgliche Oeffnung des Leibes durch Klyſtiere und kleine Doſen von Bitterſalz oder praͤparirtem Weinſtein zu erhalten ſucht, und dem Kranken unterdeſſen keine andern, als die leichteſten Speiſen, Waſſerſuppen, Gerſten⸗ ſchleim, Huͤhnerbruͤhe ꝛc. giebt. Oft hilft ſich die Natur durch einen Schweiß, dem man durch die ebengedachten warmen Getraͤnke nachhelfen muß. Er muß wenigſtens einige Tage lang unterhalten werden. Aber gewoͤhnlich bleibt doch eine Laͤhmung zuriͤck. Man nimmt insgemein bey Schlagfluͤſſen ſeine Zuſtucht zu erhitzenden, geiſtigen, gewuͤrzhaften Dingen, den ſoge⸗ nannten Schlagwaſſern, Schlagbalſamen, dem ungari⸗ ſchen Waſſer, Lavendel:, Meliſſen⸗, Hirſchhorngeiſt, Salmiakgeiſt, Engliſchen Riechſalz, u. dergl. m. Man giebt ſie dem Kranken ein, beſtreicht ihn damit und laͤßt ihn daran riechen. Aber alle dieſe Dinge ſind ſehr ſchaͤdlich. Indem ſie das Blut in noch groͤßre Wallung bringen und den Trieb deſſelben nach dem Kopf vermehren, machen ſie den Anfall ſtaͤrker und unheilbar, und wenn man ſie nach dem Anfkall erſt braucht, ſo giebt man zu gefaͤhrlichen Ruͤckfaͤllen Gelegenheit. Auch das iſt nachtheilig, wenn man den Kranken durch Schuͤtteln und Reiben wieder zu ſich zu bringen ſucht. Man muß ihn vielmehr ſo ruhig halten, als es bey der nothwendigen Huͤlfsleiſtung möglich iſt, und alle ſtark erſchuͤtternde Bewegung ſorgfaͤltig vermeiden. §H. 131. Wie ſich diejenigen verhalten müſſen, die ſchon einmal vom Echlase getroffen woͤrden. Der Schlagfluß macht leichtlich Ruͤckfaͤlle, die immer gefaͤhrlicher ſind als der erſte Anfall. Man kann ihnen a ber e. gieht. A weiß 8, den nc Getränke dutginn age lang umt doch eine! he ey Schl aoſilſe ſa irz uͤ hhaften da chlagbat ſana ſa Meliſſen hüün hch ſahz. u. r beſtreit r an dieſe Dinſthit och gräßte Lw dem Kopf venau nheilhar, m mmn „ſo giebt anpet wem au ad wieder zu ſc te audig haiten, 1 9 hsfs ft, u ſältig derweia ſeichtlic dn 5 Anfal Hk Vom Schlagfluß. aber durch eine gute Lebensart zuvorkommen. Sie iſt die naͤmliche, die im 129.§. empfohlen worden, nur daß ſte noch ſorgfaͤltiger und ſtrenger ſeyn muß. Diejenigen, die einmal vom Schlag getroffen worden, muͤſſen viel weniger als ſie ſonſt gewohnt waren, und keine ſehr nahr⸗ hafte, gewuͤrzte und ſcharfe Speiſen, wenig Fleiſch, kein Wildpret— ſondern lediglich Gartengewaͤchſe, Kern⸗ fruͤchte, Obſtwerk und ſaure Sachen eſſen, und keinen Wein oder andre hitzige Getraͤnke, ſondern Waſſer trinken. Im Fruͤhling koͤnnen ſie ſich der Molken bedienen. Sie duͤrfen gar nicht zu Nacht eſſen, und nie mit vollem Magen zu Bette gehen. Sie muͤſſen alle ſtarke Bewe⸗ gung und Arbeit, die Sonnenhitze und zu warme Stuben, aber auch zu ſtrenge Kaͤlte meiden, und ſich vor allen heftigen Gemuͤthsbewegungen, vornehmlich vor Zorn huͤten. Sie muͤſſen mit Sorgfalt auf Erhaltung und den gehoͤrigen Fortgang aller natuͤrlichen Ausleerungen ſehen. Sie muͤſſen ſich vor Erkaͤltung huͤten, wenn ſie ſchwitzen, oder in ſtarker Ausduͤnſtung ſind: ſie muͤſſen den Stuhlgang durch lockere Koſt, Obſt, u. dergl. und durch Klyſtiere unterhalten: ſie muͤſſen bey vorhandener Vollbluͤtigkeit das Aderlaſſen am Fuße nicht uͤbergehen, und wenn ſie etwa ein Geſchwuͤr z. B. am Schenkel, oder ein Fontanell haben, den Ausſluß aus ſolchen Geſchwuͤren mit Sorgfalt zu unterhalten ſuchen. §H. 132. Wie Rejenigen zu behandlen ſind, die ſich unmäßig mit Speiſen erfüllt, oder berauſcht haben. Wenn man den Magen mit gar zu vielen und unvere daulichen Speiſen angefuͤllt hat, ſo kann man daher einen Zufall bekommen, welcher dem Schlagfluſſe ſehr aͤhnlich iſt. Aber da hilft das Aderlaſſen nicht. Man muß den 2 4 Kranken 4 ö 5 1 8 1 1 3* 1 1 1 3 168 Von der Laͤhmung. Kraaken gleich mit einer Feder im Halſe kitzeln, damit Man giebt ihm die oben im 9. Nr. 3. erwaͤhnten Klyſtiere, und ſobald er ſchlucken kann, ſo viel von einer Bitterſalza ig i 1 tterſalzaufloͤſung als noͤthig iſt, es zum Drechen komme. 135. daß er Laxieren davon bekommt. Ein hoher Grad der Trunkenheit kann ſehr leicht zu Es iſt bekannt, wie einem Schlagfluß Gelegenheit geben. viele Leute unter dem gemeinen Volke durch den unmaͤßigen Genuß ſtarker Getraͤnke das Leben einbuͤßen. In einer geringern Trunkenheit kann man ſich bald helfen, wenn man nur viel warmes Waſſer trinkt, damit man zum Erbrechen komme, und kaltes Waſſer uͤber das Gemaͤchte ſchlaͤgt. Wenn ſie aber ſehr ſtark iſt und Gefahr drohet, ſo muß man eben ſo verfahren wie bey Schlagfluͤſſen. Man legt den Betrunkenen mit dem Kopfe hoch, haͤlt ihm einen mit Waſſer und Eſſig befeuchteten Schwamm vor den Mund und die Naſe, man bringt ihm Klyſtiete bey aus warmem Waſſer, Eſſig und Salz, und laͤßt ihn warmes Waſſer mit Eſſig trinken, ſobald er es kann. Von der Laͤhmung. §. 133. Hauptzufalle und Verſchiedenheit der Lähmungen. Ein Glied iſt geläͤhmt, wenn es die Bewegungskraft derlohrem hat. Juweilen iſt auch ein Mangel des Gefuͤhls dabey. Die Laͤhmung befällt entweder den ganzen Koͤrper, oder eine Seite deſſelben, oder nur einzelne Glieder, wie die Arme, die Beine, die Zunge ꝛc.— Sie folgt entweder auf andre Krankheiten, oder ſie entſteht faͤr ſich, zuweilen ploͤtzlich, oͤfters aber nach und nach und dann geht eine Taubheit und die Empfindung don Kalte in den Gliedern vorher. 6 §. 134 — hn kif und güt 91 4 11 wie 9 ded da 1* de 4 ein K 1 „ — beſeutr 9 „ 9 aſe man drie a hn. Jo„ A A e a 13 4 enn e8 die Dh t auch ein Nmuhi A entweder den zun oder nur eicheite üet In 1 K. XS„ 9 i. if andre Keuntſet 5 6 4 b 3 ich. Bſters A N “ Fuit „Taubdeit und R eft 1 5 vo 4. Von der Laͤhmung. 169 §. 134. Ihre urſachen. Nach Schlagfluͤſſen bleiben gewoͤhnlich Laͤhmungen zuruͤck. Sie koͤnnen aber auch ſonſt noch aus ſehr ver⸗ ſchiedenen Urſachen entſtehen, von aͤußerlichen Verletzungen, die insbeſondere den Nacken oder die Ruͤcken⸗ und Lenden⸗ wirbel treffen; von Verrenkungen, Beinbruͤchen, Wunden; von einem hohen Grad der Kaͤlte, von vielem und dickem Biut; einer gichtiſchen oder andern Schaͤrfe in den Saͤften; nach entkraͤftenden Ausleerungen und heftigen Schmerzen, wie nach der Kolik; von heſtigen Gemuͤthsbewegungen, ploͤtzlicher Furcht ꝛc. §. 135. Wie ſich die Gelähmten verhalten müffen. Da die Urſachen der Laͤhmung ſo verſchieden und einander gerade entgegengeſetzt ſeyn koͤnnen, ſo darf ſie nicht immer auf einerley Weiſe behandelt werden. Die Diaͤt der Gelaͤhmten darf nicht in allen Faͤllen die naͤmliche ſeyn. Man ruͤhmt faſt ohne Einſchraͤnkung ſcharfe, gei⸗ ſtige und gewuͤrzhafte Dinge, Zwiebeln, Knoblauch, Senf, Meerrettig, Kreſſe, Majoran, Thymian, Kuͤmmel, und Aniesbrod, ſtarkes hitziges Bier, feurige Weine.— Allein dieſe Dinge ſind nur dann dienlich, wenn die Laͤh⸗ mung bey kaltbluͤtigen, feuchten, ſchwammigten Leuten, und von dicken ſchleimigen Saͤften entſtanden iſt, oder wenn ſich bey lange angehaltener Laͤhmung eine ſolche Beſchaffenheit der Saͤfte erſt erzeuget hat. Jenes iſt unter den Landleuten der ſeltenere Fall. Die Diaͤt der Gelaͤhmten darf eben auch nicht zu waͤſſerig und erſchlappend ſeyn. Daher ſind ihnen die rohen Mehlſpeiſen, Breye ꝛc. die grobſaftigen Dinge, Kartoffeln, Nuͤben, die Huͤlſenfruͤchte, die waͤſſerigen Gemuͤſe, 195 Von der Laͤhmung. Gemüuſe, Kohl, Salatpflanzen, ſelbſt die Milch, Milch ſpeiſen und das Obſt, wenn es im Ueberfluß gegeſſen wird nicht dienlich. Sie koͤnnen dagegen ein gut ausgebackenen Brod und Brodſpeiſen, ſchmackhafte Gartengewaͤchſe, bitterliches und milchendes Wurzelwerk, gebratenes Fleiſch von jungen Thieren, Voͤgel, Wildpret, und mit unten etwas muͤrbes Poͤckelfleiſch, Heringe— genießen. Ihre Speiſen koͤnnen immer reichlich geſalzen werden. Auch ſchadet ihnen ein Gläschen Wein nicht, oder gutes Bier. Zum ordinairen Getraͤnke koͤnnen ſie Waſſer mit etwas Honig vermiſcht und dann und wann ein Glas reines kaltes Waſſer trinken. Beydes ſind nützliche Mittel in Laͤh⸗ mungen. Alle warme Getraͤnke ſind ihnen nachtheilig. Auch der Aufenthalt an feuchten dumpfigen Orten, zu viele Ruhe und langes Schlafen iſt den Gelaͤhmten nicht zutraͤglich. Sie maͤſſen ſich, ſo viel ſie koͤnnen, fleißig bewegen, ſich Veraͤnderungen und Vergnuͤgen machen. Beſonders iſt ihnen die erſchuͤtternde Bewegung, das Reiten, das Fahren auf ſteinigten Wegen, dienlich. Sit daͤrfen ſich nicht zu warm halten; aber die gelaͤhmten Theile muͤſſen ſie in Wollentuch oder Flanell einwickeln. §. 136. Einige Hülfsmittel gegen die Lähmung. Man empfiehlt mehr aͤußerliche Mittel gegen die baß muͤng als innerliche, und von dieſen ſind nur wenige, die man in jeder Gattung dieſer Krankheit anwenden darf. Die Blumen von Wolverley, oder Fallkraut, und dit Miſtel kann man ſo ziemlich in jedem Falle der Laͤhmung anwenden; indeſſen muß man doch bey dem Gebrauch der Blumen der Wolferley vorſichtig ſeyn, wenn die Laͤhmung von Vollbluͤtigkeit entſtanden iſt, weil dieſe Blumen das Blut erhitzen und in ſtarke Vewegung ſetzen. Man muß 4 —-——— —— er dihnum anhe n, ſel löſt d in es im ledrrfuß 39 ngen und ka h erſch ütternde a„4 de anigten Baa 4 eel genen die kähun außerliche Nite pn von disſct ſihnk dieſer Krantſei wrne lley, oder flktatt d in jedem ſele 1 nan doch bey bn s ſchtig ſern vn ul n ſt, valtiid Dewezuß ſin 4 Von der Laͤhmung. 171 ſte auch mit Vorſicht brauchen, wenn bey einer in einem Theile vorhandenen Laͤhmung das Nervenſyſtem ſehr empfindlich iſt, oder wenn auf den Gebrauch der Wolver⸗ leyblumen Magenſchmerzen entſtehen. Von den Wolver⸗ leyblumen nimmt man zweymal ſo viel als man zwiſchen drey Fingern faſſen kann, gießet einen Schoppen kochendes Waſſer darauf, und laͤßts wie einen Thee ausziehen. Dieſer wird mit etwas Zucker oder Honig verſuͤßt, und die Haͤlfte davon des Morgens, des Abends das uͤbrige nach und nach getrunken. Man muß mehrere Wochen lang damit fortfahren. dan kann auch die Wolverley⸗ blumen mit duͤnnem Biere uͤbergießen und ſich deſſen zum gewoͤhnlichen Getraͤnke bedienen. Die Miſtel kann— wie bey der fallenden Sucht im 125.§. gelehrt worden— entweder gepuͤlvert oder in einer waͤſſerigen Abkochung gebraucht werden. Manchmal iſt eine Aderlaß noͤthig; aber nicht immer. Wenn die Laͤhmung auf eine aͤußerliche Beſchaͤdigung erfolget iſt, ſo wird die Huͤlfe eines geſchickten Wund⸗ arztes erfordert. Sonſt giebt es unter den äußerlichen Mitteln doch verſchiedene, die in den mehreſten Faͤllen ſicher und nuͤtzlich ſind. Dahin gehoͤret das oftmalige trockene Reiben der gelaͤhmten Glieder mit der bloßen Hand, mit leinenen oder wollenen Tuͤchern, oder mit Buͤrſten. Man kann die Tuͤcher vorher mit dem Dampf von Wachholder, Vernſtein, Maſtix u. dergl. durch⸗ raͤuchern. Man muß allemal anfangs gelinde und nach und nach ſtaͤrker und immer von den Gliedern aufwaͤrts nach dem Koͤrper zu, reiben.— Ferner das Peitſchen mit friſchen Brennneſſeln— die Blaſenpflaſter. Bey einer Laͤhmung der Arme legt man ſie auf den Nacken etwas ſchief gegen den gelaͤhmten Theil zu, und auf das Heiligebein, oder ganz unten auf den Ruͤcken, wenn dis untern Glieder gelaͤhmt ſind. So helfen ſte mehr, wenn —— ooobſ ——— ⁰ñs-—— ———— 3 —. 4 3 ͤoood——. 5——— ——* 2———————— 5——*— 1 4— 3.—— -———-———ͤ————————— 48 —————————.——————————— ———— 8— 5—— 2——————— 8 *——— ·—————————— 4 ——————— 8——* ————— 5——————— — 152 Von der Laͤhmung. wenn man ſie ſelbſt auf die gelaͤhmten Theile legt.— Endlich die Baͤder, vornehmlich das thieriſche Dampfbad, wenn man die gelaͤhmten Glieder in den Leib eines Thieres ſteckt, das eben erſt geſchlachtet, und noch ganz warm iſt;— die Ameiſenbaͤder: Man fuͤllt einen Haufen großer Ameiſen in einen Sack, ſteckt dieſen in kochendes Waſſer, und laͤßt den Dampf davon an die geſchwaͤchten Theile gehen. Des folgenden Tags wird der Sack mit den Ameiſen in dem naͤmlichen Waſſer gekocht und eben ſo gebraucht. Dieſes wiederholet man drey oder vier Tage, bis kein ſtarker Geruch mehr von dem Badwaſſer empfun⸗ den wird. Dann wirft man dieſes weg und nimmt friſche Ameiſen und friſches Waſſer— Manchmal ſind auch die Baͤder von Weintreſtern nuͤtzlich geweſen. Man braucht ſie dann, wann ſie ſich auf einander erhitzt haben. Mau hat aber nicht allezeit und uͤberall Gelegenheit dazu. Man mag nun von dieſen Baͤdern eins brauchen, welches man will, ſo muß es taͤglich geſchehen, wenn ſie etwas helfen ſollen, und man muß ſolange damit fortfahren, bis erwuͤnſchte Wirkung erfolget. Man darf ſichs nicht irren laſſen, wenn der Kranke ein Stechen, wie von Nadeln, in den gelaͤhmten Gliedern bekommt; denn gewoͤhnlich geſchieht das, wenn dieſe ihre Bewegung wieder bekommen. Um eine Laͤhmung der Zunge zu heilen, iſts gemei⸗ niglich hinreichend, wenn man von einer Miſchung aus einem halben Loth gepuͤlverten Senfſaamen, 2² Loͤffelvoll Weineſſig oder Brantewein, und 3 Loͤffelvoll Waſſer, oftmals des Tags etwas in den Mund nimmt, und nach einem Weilchen wieder ausſpuckt. Man kann auch ſcharfe Gewuͤrze, Pfeffer, Ingwer, weißen Zimmet, Bertrams⸗ wurzeln ꝛc. kaͤuen. Sechſter 3 11 6. gie der Hal daß ſie Rüͤckſich aber da Geſund M die vor von P ihren Duuͤſel gange, verbund tichtung Haut in Heilung Eingewe tenen I ſeeht i auf ein da es keuten deingen Sechſter Abſchnitt. Von den Hautkrankheiten. 1. Von den langwierigen Haut⸗ ausſchlaͤgen. §. 137. Einige allgemeine Vemerkungen. E⸗ giebt vielerley Arten von langwierigen Ausſchlaͤgen der Haut. Manche ſind von ſo geringer Bedeutung, daß ſie kaum den Namen einer Krankheit und eine beſondre Ruͤckſicht verdienen; ſie vergehen gemeiniglich von ſelbſt: aber dagegen giebts auch andre, die ohne Nachtheil der Geſundheit nicht verſaͤumt werden duͤrfen. Manche Hautkrankheiten ſind Folgen der Anſteckung, die vornehmlich auf die Haut wirkte. Andere entſtehen von Verletzung des Baues der Haut. Andere haben ihren Grund in Verſtopfungen der Eingeweide und der Druͤſen, und mit allen iſt, wenigſtens in ihrem Fort⸗ gange, eine widernatuͤrliche Beſchaffenheit der Saͤfte verbunden. Man hat beſonders bemerkt, daß die Ver⸗ richtungen des Unterleibes mit den Verrichtungen der Haut in der genaueſten Verbindung ſtehen, daher bey der Heilung aller Hautkrankheiten auf die Beſchaffenheit der Eingeweide des Unterleibes und der in denſelben enthal⸗ tenen Materien vornehmlich geſehen werden muß. Man ſieht es augenſcheinlich, wie ſehr viel bey Hautkrankheiten auf eine gute Diaͤt und Auswahl der Speiſen ankomme, da es einige Nahrungsmittel giebt, die bey manchen Leuten ſehr bald einen Ausſchlag auf der Haut hervoe⸗ bringen, z. B. die Krebſe, die Aale, oft auch die Eyer, das — — —— — — — — 5 — 174 Von den Hautkrankheiten. das unzeitige Obſt. Man kann ſehr oft aller innerlichen Arzneymittel zur Heilung dieſer Krankheiten entbehren, wenn man nur eine gute Lebensordnung haͤlt. Ohne dieſe werden die Arzneyen meiſtens vergeblich gebraucht. Die gemeinſten von dieſen Krankheiten ſind die Kraͤtze, die Flechten und ihre Abarten, und die ausgeſchlagenen Koͤpfe. Von den letztern werde ich bey den Kinderkrank⸗ heiten handeln. 9. 138. Kennzeichen der Krätze, ihre Verſchiedenheit und urſachen. Die Kraͤtze beſteht aus einzelnen kleinen Blaͤtterchen die bald eine bloße waͤſſerige Feuchtigkeit, bald eine dickliche Materie enthalten. Sie zeigen ſich gemeiniglich zuerſt zwiſchen den Fingern und in den Ellenbogengelenken, gehen hernach weiter an den Armen, Beinen und dem Koͤrper, und verurſachen ein beſchwerliches Jucken, das in der Waͤrme ſtaͤrker wird. Man unterſcheidet die feuchte und trockne Kraͤtze, ihre Behandlungsart iſt eben nicht verſchieden. Sie ſteckt leicht an, und wird gemeiniglich auf dieſe Art weiter gebracht. Daher iſt ſie beſonders in ſolchen Wohnungen gemein, wo viele Menſchen bey⸗ ſammen leben. Die Anſteckung wird mehrentheils durch Unreinlichkeit, ſchlechte und verdorbene Nahrungsmittel, die unreine Saͤfte geben, den haͤuſigen Genuß ſcharfer, geſalzener und geraͤucherter Speiſen, des unreifen herben Obſtes— beguͤnſtiget. Sie iſt daher eine gewoͤhnliche Krankheit in Waiſenhaͤuſern, Spitaͤlern, Lazarethen, Zucht⸗ und Armenhaͤuſern, bey Armeen im Felde, und uͤberall, wo, wid in Fabriken, viele Menſchen beyſammen leben. Selhſt manche Handthierungen geben Gelegen! hen dazu, 2—— hrr Ver en aa aus e tinhen bn e rige Feuchr ein. da 1 hengen is waa. and in den ane den Ama, ig 7 ein deſchpetts 4 d. Nun urtauin Oehandunz ig. eicht in, mmna acht. Deße ihüt mein, wo pit daur eckung vird nürfe 10 verderdem Aürne den härfga drit Speiſen, Rs mnſt die iſt dahtr eir nit in, Srittkn, bht dey Ammen in k n, viete Wmihn n tdierunin zehe S Von den Hautkrankheiten. 175 9§. 139. Wie ſich diefenigen verhalten müſſen, welche die Krätze oder andre langwierige Auzſchläge haben. Diejenigen, welche die Kraͤtze oder andre langwierige Hautausſchläge haben, muͤſſen ſich vor allem Uebermaaß im Eſſen huͤten, und alle fetten, ſalzigen und geraͤucherten Speiſen, vieles Fleiſch, beſonders Schweinenfleiſch, Wildpret, Fiſche— Gewuͤrze, erhitzende, geiſtige und warme Getraͤnke, meiden. Dieſe Dinge unterhalten die Krankheit, und manche davon verurſachen ein unertraͤg⸗ liches Jucken in dem Ausſchlag. Auch die Huͤlſenfruͤchte, Erbſen, Linſen, Bohnen ſind nachtheilig, weil ſie einen groben Nahrungsſaft geben. Dagegen ſind faſt alle Gartengemuͤſe, Wurzeln, die Getreidearten, die Kernfruͤchte, das friſche Obſt, Milch und Milchſpeiſen dienlich. Einige von jenen ſind vorzuͤglich blutreinigend, wie die Zichorien, Skorzonere und Haberwurzeln, die jungen zarten Blaͤtter von Zicho⸗ rien und Loͤwenzahn, die in Salaten gegeſſen werden koͤnnen, die Keime von jungem Hopfen, die wilden Spargeln. Sie verſchaffen großen Nutzen, wenn man ſie reichlich iſſet. Man muß viel trinken. Reines Waſſer, duͤnnes Bier, Waſſer mit Milch vermiſcht. Molken oder die im Anhange Nr. 28. beſchriebene Habertiſane. Denjenigen, die ein ſcharfes hitziges Blut haben, und vornehmlich im Som⸗ mer, im Geſichte oder ſonſt leicht ausfahren, wuͤrde es ſehr wohl bekommen, wenn ſie dieſe Tiſane in jedem Fruͤhling einige Wochen lang trinken wollten, und dazwiſchen zuweilen einen Theeloͤffelvoll Weinſteinrahm gebrauchten. Man muß ſich bey dieſen Krankheiten der aͤußerſten Reinlichkeit befleißigen, ſich fleißig waſchen und baden, und insbeſondre oftmals das Leinenzeug, die Struͤmpfe, Hemden 176 1 Von den Hautkrankheiten. Hemden und Betttuͤcher wechſeln, denn ſonſt ſtehet man immer in Gefahr aufs neue wieder angeſteckt zu werden. Eben wegen der zu befuͤrchtenden Anſteckung iſts auch rathſam, daß dergleichen Kranke alleine ſchlafen. Sie muͤſſen ſich mehrentheils in der freyen, reinen und trockenen Luft aufhalten und anhaltend arbeiten, damit ſie gut dabey ausduͤnſten. Bey denen die beſtaͤndig⸗ inne ſitzen und keine Bewegung haben, ſind dieſe Krank⸗ heiten allemal hartnaͤckiger. Doch muß jede ſtarke Erhitzung vermieden werden; und eben ſo eine zu große Kaͤlte, weil ſie verurſachen kann, daß der Ausſchlag zuruͤcktritt. §. 140. Was man ſonſt noch zur Heilung der Krätze gebrauchen darf. Wenn die Kraͤtze noch friſch und bloß durch die Anſteckung bey einem ſonſt geſunden Menſchen, entſtanden iſt, ſo kann ſie in wenig Tagen geheilt werden, wenn man ungebrauchte Gerberlohe, junge Birkenblaͤtter, oder friſche Alantwurzeln in Waſſer abkocht, und ſich oft damit waͤſcht. Auch die Alantſalbe(Anh. Nr. 53.) iſt von bewaͤhrtem Nutzen. Sie wird des Abends vor Schlafen⸗ gehen auf alle Stellen, die von der Keaͤtze angegriffen ſind, eingerieben und jedesmal am folgenden Morgen mit Seife und Waſſer wieder abgewaſchen. Zu gleicher Zeit muß der Patient des Morgens und Abends ein Paar Schaalen Thee von Alantwurzeln trinken, der wie gemeiner Thee gemacht wird, nur daß man ihn etwas ſtaͤrker ziehen laͤßt. Man kann dieſe Heilart in allen obgedachten Faͤllen mit Sicherheit anwenden. Wenn aber die Kraͤtze ſchon alt und haͤufig iſt, und der Patient zugleich noch andre Beſchwerden hat, ſo darf man ja nicht verſaͤumen innerliche Mittel dazu zu gebrauchen⸗ Man ———— wr8 den Kit 94): 1 li c 3a durſei eins ei ige 97 Nc aut . n, den i i Pätde Wäzr bein. enth dils 5 in d de. ſaa naſäte . Be de u des Tranke aten und i Frhhn Lthisunz Rrdäg. „„ Kane u Kälte, niim uruͤckteitt. 148 4 0. ag r drize caße w d fri 4 n 7 1 3 1 en Merr N ne Tagm ehena n 4 R 4 . un ode, ſunge Dettta. 4.4 35 4g 1 abkocht, Wne M a 4 Aoh. R p à Ybent ud Ue 8 der nin an am ſolg den den 1 Daan 6 N 2r 8 aſchen⸗ u zen und Abende ti dus inken, Rt vi Win 4 tſcr n alen dögtäthmn 8 an ihn etwas fit ſchon 4 dre deütren i rlche Vuni aipe lt un dbuin 1 Von den Hautkrankheitelt. 199 Man empfiehlt insgemein Laxiermittel. Sie ſind nicht immer noͤthig; aber man ſchadet doch nicht, wenn man ſie braucht, nur daͤrfen ſie nicht zu ſtarkwirkend ſeyn. Die friſch ausgedruͤckten Saͤfte von Erdrauch oder Tauben⸗ kropf— Loͤwenzahn— Köͤrbelkraut ſind in allen Gattungen der Kraͤtze und andern Hautkrankheiten von vortrefflichem Nutzen. Man nimmt im Fruͤhling einige Wochen lang alle Tage des Morgens eine Theeſchaale voll und trinkt ohngefaͤhr einen oder anderthalb Schoppen Molken darauf nach. In Jahrszeiten, wo man die friſchen Kraͤuterſaͤfte nicht haben kann, bediene man ſich der aufloͤſenden und eroͤffnenden Wurzeltiſane(Anh. Nr. 21.) zum ordentlichen Getraͤnke, oder des Decocts von Hindſchkrautſtengeln (Anh. Nr. 22.). Auch der Birkenſaft(Anh. Nr. 5.) iſt ſehr dienlich. Es werden taͤglich zwey oͤder dreymal, jedesmal ein Paar Trinkglaͤſer voll davon genommen. Man hat ferner eine Abkochung von Haarſtrangwurzeln, taͤglich zu einem Maas bis vier Wochen lanz getrunken, in ſehr hartnaͤckigen Faͤllen nuͤtzlich befunden. Ich uͤbergehe eine Menge andrer Mittel, die gegen die Kraͤtze geruͤhmt worden, den Eichelkaffe, den Thee von Odermennig, vom Freyſamtraut, ꝛc. 8 Sonſt wird auch der Schwefel innerlich gegen die Kraͤtze und andre langwierigen Ausſchlaͤge haͤufig gebraucht, und man wagt nichts dabey. Man ſtoͤßt ihn ſehr ſubtil, und nimmt davon des Morgens und Abends ein Kaffe⸗ loͤffelchen voll, oder auch mehr oder weniger, nach Maaß⸗ gabe des Alters, in Milch mit Zucker, in Honig, oder auf einem duͤnnen Butterbrod. Aeußerlich darf man eher nichts vornehmen, als bis eins oder das andre von jenen innerlichen Mitteln ſchon einige Zeitlang gebrancht orden. Dann kann man ſich ber Alantſalbe, des Decocts von Gerberlohe ic. bedienen. Vorzuͤg! ich gut iſts, weuu ſich der Kranke öft in lauwarmem M duͤnnem 1783 Von den Hautkrankheiten. duͤnnem Seifenwaſſer badet, oder auch in warmem Waſſer, worunter Milch und ein wenig Honig gemiſcht worden. Auch das Schroͤpfen iſt dienlich. §. 141. Warnung vor zurücktreibenden Dingen— was man zu thun hat⸗ wenn der Ausſchlag zuruckgetreten iſt. Nichts iſt gewoͤhnlicher, als daß man die Kraͤtze, ohne etwas innerlich dagegen zu brauchen, bloß durch außerliche Arzneyen, und vornehmlich durch Schwefel: und Queck⸗ ſilberſaben zu vertreiben ſucht. Aber die helfen nicht immer, und oft ſchaden ſie unſaͤglich viel, indem ſie den Ausſchlag zuruͤcktreiben. Daher koͤnnen denn ſehr viele und ſehr ſchlimme Krankheiten entſtehen: Fieber, Bruſt⸗ entzuͤndungen, Huſten, Blutſpeyen, Steck und Schlag⸗ fluͤſſe, Laͤhmungen, Geſchwuͤre und Auszehrungen. Die Queckſilberſalben ſind etwas ſicherer als diejenigen, zu welchen man Schwefel nimmt; aber man thut am beſten, wenn man ſich keiner von beyden bedienet. Die Kraͤtze iſt ſehr verſchieden, und Leute die keine Aerzte ſind, koͤnnen unmoͤglich diejenigen Gattungen davon unterſcheiden, und alle uͤbrigen Umſtaͤnde beurtheilen, bey welchen man es wagen darf, dergleichen Mittel zu brauchen. Man kann ſie um ſo mehr entbehren, da es an ganz ſichern Heil⸗ mitteln nicht fehlt, die ſelten ſehlſchlagen, wenn ſie ordentlich gebraucht werden. Iſt aber der Ausſchlag von aͤußerlichen Mitteln, von — Erkaͤltung oder groben Diaͤtfehlern zuruͤckgetreten, ſo muß man gleich ſuchen ihn wieder herauszubringen. Dazu hat man kein beſſeres Mittel, als den Schwefel, auf die im vorigen§. angegebene Art gebraucht: dabey kann man Thee von Holderbluͤthen trinken, ſich fleißig in warmem Waſſer baden, die Glieder mit wollenen Tuͤchern reiben und ——— 1 Din Daher länn was ſichere a mn ammt;, ader naa bepden ah 1 en, da es ga e ſelten ſehlſca en. ag von zuferüta N aatſehlern 1 zwriitgen 1 4 herausabengt: 4 3 den Stmii 4 act: dun der d 16 et gebra trinken, ſch 4 n der mit vollnn d Von den Hautkrankheiten. 179 und ein Senfpflaſter(Anh. Nr. 54. 55.) an die Gelenke legen, wo die Kraͤtze hauptſaͤchlich geſeſſen hat. Mit alle dem fahre man eine Zeitlang fort. Wenn es nicht hilft, ſo laſſe man den Kranken ein Kleidungsſtuͤck anziehen, das ſonſt ein Kraͤtziger getragen, und mit der Ausſchlagmaterie beſudelt hat. Dadurch laͤßt ſich der Ausſchlag faſt noch am zuverlaͤßtgſten wieder herſtellen. H. 142. Kennzeichen der Flechten— wie man ſie heilen kann Die Flechten, Schwinden, haben viele Aehnlichkeit mit der Kraͤtze. Es ſind ganz kleine blaßrothe Blaͤtterchen, die eine Roͤthe auf der Haut und Jucken verurſachen. Wenn ſie aufſpringen oder aufgekratzt werden, ſo geben ſie etwas von einer klebrichen ſcharfen Feuchtigkeit von ſich, die um ſich frißt und kleine Geſchwuͤrchen macht. Sie trocknen in Schuppen; aber es entſtehen immer wieder neue an ihrer Stelle. Sie befallen ohne Unterſchied alle Theile, ſogar das Geſicht, breiten ſich aber nicht ſo ſchnell aus wie die Kraͤtze, und ſind ſchwerer zu heilen. Alte Leute, die Fehler im Unterleibe und verdorbene Saͤfte haben, bekommen ſie vor andern, auch diejenigen, die an Moraͤſten und feuchten Orten wohnen. Sie pflegen oft von ſelbſt zu vergehen, aber zu gewiſſen Zeiten, gegen den Fruͤhling und Sommer, manchmal auch im Herbſte, ſich wieder einzuſtellen. Man muß eben die Lebensordnung wie bey der Kraͤtze beobachten, und je hartnaͤckiger die Krankheit iſt, deſto milder muß die Diaͤt ſeyn. Es hilft viel, wenn man ſich bloß an Gemuͤſe, Obſtwerk und Milch haͤlt. Oft ſind die Flechten, und auch andre Ausſchlaͤge, ganz allein durch den haͤufigen Genuß ſaurer Aepfel geheilt worden, Man muß ſ ſich oͤfters waſchen, warm baden ꝛc. M 2 Sſß 180 Von den Hantkrankheiten. Die im vorigen§. empfohlnen Krauterſaͤfte, Molken, die Abkochungen von Wurzeln und der Schweſel ſind auch hier zutraͤglich. Aber mehr als alles andre nutzt das Decoct von Hindſchkrautſtengeln(Anh. Nr. 22.). Man miſcht es mit gleichviel friſcher Milch, und trinket davon des Morgens nuͤchtern etwa einen halben Schoppen, und eben ſo viel des Abende bey Schlafengehen. Manch⸗ mal iſt noͤthig, daß man zuvor, auch wohl einigemal zwiſchenher, ein abfuͤhrendes Mittel gebraucht. Man muß nih ſolches von einem Arzte verſchreiben laſſen, Mit aͤußerlichen Mitteln, Salben, Waſchwaſſern und dergleichen muß man ſehr behutſam umgehen. Man kann die Flechten nicht damit heilen, wohl aber zuruͤck⸗ treiben, und dadurch zu einer Menge von gefaͤhrlichen Krankheiten Gelegenheit geben. Am ſicherſten iſts noch, wenn man den Ausſchlag oft mit einem ſtarken Kamillenthee waͤſcht oder mit Tuͤchern verbindet, die in Waffer getaucht worden, worinn man die Rinde vom Ulmenbaum, oder vom Hollunder gekocht hat. Einzelne Flechten kann man ſehr ſicher heilen, wenn man ein Pflaſter von Spaniſchen Fliegen ſo lange darauf legt, bis das Pflaſter eine Blaſe gezogen hat. Man heilet, die Blaſenwunde mit einer Salbe aus gleichen Theilen von Wachs und Leinol. Die Art der Flechten, die ich eben heſchrieben habe, gehoͤrt noch im Vergleich zu den andern, zu den gutartigen, obgleich auch dieſe ſchon langwierig genug iſt. Die boͤs⸗ artigen Flechten ſind weit hartnaͤckiger, freſſen um⸗ und unter ſich, und gehen oftmals in uneilba und krebs⸗ artige Geſchwuͤre uͤber. Man muß bey dieſen einen erfahrnen Arzt um Rath fragen, und deſſen Vorſchriften genau befolgen. Folgendes Mittel hat ſich bey ſolchen boͤsartigen Flechten, bey denen man auch die oben beſchrie⸗ bene Diaͤt und die Reinlichkeit des Koͤrpers auf das puͤnktlichſte beobachten muß, ſehr wirkſam erwieſen: Man nimmt afengrſe 4 1 1 4 dor fuder, 6, n * 2 n 4 99 Atorung. 4 8 A ¹ 7 7. NoPrA„ 4 69 nt rerſcheta n Kein Salben W 4 4 Calden, Dan. A 7-t dehutſam main! — 6 hei en eſa iner W Nenzt v F gehen un hah geden. ſe mit einem ſtuknier erb indet, die in Aam N Ne Aam L Nnde vom mer 6 Einzelne Fiecdn an ein Pfaſte mir N N„] gt, bis das Pioitat t. die Olaſendude n von Wache ulu die ich eben kitn 1 Hgr den andem uiß wierig gingz i figer, fſt mals in unheilbet n Man muß ber en ragen, und diſen 3 2 Mit tel hat 31 4 en man auch dit ſch zeit des Kl-e 9 4 ſehr urtas mie Von den Hautkrankheiten. 181 nimmt ein halbes Loth zerſtoßene rothe Myrrhen, gießt auf dieſe ein Maaß braunes Bier, und laͤßt es zwoͤlf Stunden lang auf dem warmen Ofen ſtehen. Wenn dieſes geſchehen, ſo laßt man es eine Viertelſtunde lang ſieden. Von dieſem Abſude muͤſſen die Krankon alle zwey Stunden ine reichliche Theeſchaale voll trinken. 9. 143. Etwas vom Ausſatz— einige Heilmittel dagegen. Bey einer ſchlimmen Art von kraͤtzigen und flechten⸗ artigen Ausſchlaͤgen, dem Ausſatze, werden die Theile mit einer dicken weißlichen Kruſte uͤberzogen, die ſich nach und nach abſchuppet, aber immer wieder von neuem entſtehet. Es iſt eine ſehr hartnaͤckigte Krankheit, die oft eine Auszehrung nach ſich zieht. Man muß eben ſo wie bey der Kraͤtze und den Flechten eine gute Diaͤt halten, fleißig warme Baͤder, und wenn es die Jahrszeit geſtattet, die Saͤfte von Erdrauch und Loͤwenzahn(ſo wie im 140.§. gelehrt worden) brauchen. Sonſt kann man ſich auch mit Vortheil einer ſtarken Abkochung von Wachholderwurzeln bedienen. Man trinkt ſie Morgens und Abends warm, ſo daß eine ſtarke Aus⸗ duͤnſtung darnach erfolgt. Die Abkochung von Ulmem rinde(von der kleinblaͤtterigen oder pyramidenfoͤrmigen Ulme) hat manchmal den Ausſatz und andre Ausſchlaͤge geheilet, die ſonſt allen andern Mitteln widerſtunden. Man kocht vier bis acht Loth von der friſchen innern Rinde mit etwa drey Schoppen Waſſer, ganz gelinde, bis ein Schoppen von der Feuchtigkeit verdaͤmpft iſt. Davon trinkt man des Tages einmal, allemal ein Paar Glaͤſer voll. Den Ausſchlag kann man mit dem naͤmlichen Decocte waſchen. Man muß aber lange genug mit dem Gebrauch dieſer Mittel ſortfahren. . M 3 Jo Von — —— — 1 2 S. ——. 3— ————.————— —.——.—*———————** ——— 5———————— —— 8——————— ———*————= ¹ — — Von der Gelbſucht. 2. Von der Gelbſucht. §. 144. Hauptzufälle und Urſachen der Gelbſucht. Man erkennet die Gelbſucht leichtlich an einer allge meinen und ſtarken gelben Farbe der Haut, wobey ſelbſt das Weiße im Auge gefaͤrbt iſt. Die Kranken empfinden ein beſtändiges Jucken in der Haut. Gemeiniglich haben ſie einen bittenn Geſchmack im Munde, Bluaͤhungen und verſtopften Leib. Wenn ſie Oeffnung bekommen, ſo iſt der Abgang weiß oder grau, der Harn iſt braungelb und faͤrbt die Leinwand. Manchmal entſteht die Gelbſucht t ſehr geſchwind nach ſtarkem Zorn und Aergerniß, nach genoſſenen ſcharfen Dingen, auch nach dem Biß giftiger Thiere, gemeiniglich aber langſam und nach und nach. Sie folgt oft nach andern Krankheiten, langwicrigen oder zu fruͤh unter⸗ druͤckten Fiebern, nach der Ruhr, wenn man ſtopfende Mittel gebraucht hatte, und iſt eine gewoͤhnliche Begleiterin der Leberentzuͤndung und der Gallenſteine. Sonſt wird ſie durch eine uͤble Diaͤt, ſchlechte unverdauliche Koſt (daher ſie in theuren Zeiten unter dem aͤrmern Volke oſt vorkommt), auch durch Erkaͤltung verurſachet. Schwangere Weiber bekommen ſie manchmal in den letzten Monaten der Sch wangeſchaſt §. 145. Wie ſich Gelbſüchtige verhalten müſſen. Die Gelbſuͤchtige muͤſſen ſich an eine leichte und duͤnne Koſt halten. Alle zaͤhen grobſaftigen und ſcharfen Sachen ſind ihnen nachtheilig, die dicken, zaͤhen und klebrigen Mehlſpeiſen, Breye, Klöſe, Nudeln, Pfann⸗ kuchen, der Selſat 4r 64 * 1 44. Sübe. Kacht la in Far de der 1 de. dau Ä lackh im Mande, 8 1 ſ ſe oihem 72 1 tau, der Hem d nu die Gelſacht ſc erniß, uac oenſar Diß giſtiger Thee e und nach, Lu i ang vicrigen doa in der Rahe, wu an diſt eine zewzuitin der Ga lenſei. A ſchlechte wau ten unter dem iani. käͤltung vernrſte d anchmal in da kae 14. 4½ d o btize derdalten Tuhe gen 7 an W. zr r6iin ui gäͤden 34 ⸗ . lig die l, 4 1. areye, 1 he 1 1 du, 7. Gewuͤrze, auch der Wein ſchadet ihnen mehr als er nutzet, gehopftes Bier bekommt ihnen beſſer. Von der Gelbſucht. 138 kuchen, das ſette Kuchenwerk, die Huͤlſenfruͤchte, die Grundbirnen, Erdaͤpfel, die harten Eyer, trockner Kaͤſe, Rettig, Meerrettig, Zwiebeln, Knoblauch— und ſie Gutes wohl⸗ Der Brantewein duͤrfen ſich ſeiner nur ſehr maͤßig bedienen. iſt durchaus ſchaͤdlich. Dagegen koͤnnen ſie ganz duͤnne Schleime aus Haber⸗ gruͤtze, gerollter Gerſte, Hirſen ꝛc. allerley Gemuͤſe, Spinat, Endivien, Salat und Kohlkraͤuter, die jungen Schoten von Zuckererbſen und Bohnen, und vorzuͤglich =Se die ſaͤuerlichen, ſuͤßen und ſuͤßbitterlichen Kraͤuter und Wurzeln, die Skorzonere, Haberwurzeln, Peterſilien, die jungen und zarten Blaͤtrer und Wurzeln von Zichorien und Loͤwenzahn, Spargel, Sauerampfer— ſaftige Fruͤchte, Erdbeeren, Himbeeren, Kirſchen, gekochte und gebratene Aepfel und Pflaumen— muͤrbes leichtes Brod genießen. Man kann die Speiſen reichlich ſalzen. Zum ordentlichen Getraͤnke koͤnnen ſie bloßes Waſſer, guten Aepfelwein, Buttermilch oder Molken, fuͤr ſich, oder mit ein wenig Hontg vermiſcht, nehmen. Die Kranken muͤſſen ſich oftmals bey guter Witterung Beſonders eine maͤßige Bewegung in freyer Luft machen. iſt ihnen das Reiten dienlich. Wenn ſie nicht zu matt ſind, ſo koͤnnen ſie noch Feldarbeiten verrichten; ſie duͤrfen ſich aber doch auch nicht zu ſtark dabey angreifen. §. 146. Einige ſichre Heilmittel für die Gelbſucht. Die Gelbſucht die nach ſtarken Gemuͤthsbewegungen entſtanden iſt, kann geſchwinde geheilt t werden, wenn man nach und nach ſo viele Molken oder duͤnnes Salzwaſſer trinket, daß man ein gelindes Laxieren davon bekommt. einen entweder ſo — M 4 Es 2 n— nn———— ““ — 2 /18 ʃ Von der Gelbſucht. Es giebt einige diaͤtetiſche Mittel gegen die Gelbſucht, die in den hartnaͤckigſten Faͤllen heilſam waren, und die nicht ſchaden koͤnnen, wenn ſie auch nicht in jeder Gattung dieſer Krankheit nuͤtzlich ſind. Dergleichen ſind die Bors⸗ doͤrfer Aepfel, in Menge gegeſſen— der Zitronenſaft, taͤglich zu etlichen Eßlöffel n voll genommen, und vornehm⸗ lich die rohen Eyer. und des Tags hindurch noch drey⸗ oder viermal, jedesmat zwey rohe Eyer in einem Glas kalten Waſſer. Dabey trinkt man Molken, oder eine Abkochung von nue wurzeln. Wenn man einige Tage damit fortfaͤhrt, bekommt der Stuhl lgang ba ld wieder eine natuͤrliche Gar Manchmal erfolgt nach einigen Tagen ein Durchfall, und die Krankheit verliert ſich nach und nach. Wenn ſie ganz weg iſt, ſo muß man doch noch eine Zeitlang mit dieſem Mittel fortfahren. Sogar den Schwangern hilft es, wenn ſie Morgens und Abends zwey rohe Eydotter nehmen. Die Saͤfte von Erdrauch oder Tauhenkropf, Koͤrbel, von dem Kraut und Wurzeln von Loͤwenzahn, von Zicho⸗ rien und Queckenwurzeln ſind in der Gelbſucht ebenfalls ſehr dien! ich. Alle Morgen koͤnnen vier Loͤffel, bis zu einem Theekoͤpfchen voll davon genommen werden. Man kann auch dieſe Kraͤnter und Wurzeln, oder auch die gruͤnen Blaͤtter vom Rocken im Herbſte und Fruͤhjahr mit Waſſer, oder noch beſſer mit Molken N. 39.*) abkochen, das Decoct mit Honig verſuͤßen und einige Zeitlang trinken. Es traͤgt auch ſonſt viel zur geſchwindern Heilung bey, wenn man den Unterleib, vornehmlich aber die rechte Seite in der Gegend unter den kurzen Ribben, des Morgens und Abends jedesmal eine Viertelſtunde mit wollenen Tuͤchern reibet. Auch ſind die laulichen Halbbaͤder dienlich, nnd. man kann ſie alle Tage gebrauchen. Man nimmt bloßes Waſſer dazu. Der Kranke muß bis an die Bruſt, z00 ſo lange darin ſitzen, als er es leiden kann. 3 Vor Man nimmt des Morgens nuͤchtern, i Gela N e N dttel, dA en Fälen heinnn i „ d 4 „ 2 der thedie 6 4 Iigen 8 ſich n dagn in d d nach und nnn 4 — 4 4 11 3 50 M ₰ 1z Sn en Söree A ends zwe mhe Huen eh„ auch eder Tantentn 4 19 n AAℳ 9 1 11 903 dedena 8 8 un N p ane in r Gehee zen ⸗ gen köanen per W 8 Savon genanmer n „„ unz eme en und tinize Jutm 4 3 e 59 at chwiaderr e 4 5 4 19; N N vernedmlch weru p 5 49 kurgen Nola, W 3ene W ine Dierteitane W! Bom Scharbock, 185 5. Von dem Scharbock, Skorbut. §. 147. Zufälle dieſer Krankheit und ihre Urſachen. Der Scharbock iſt eine ſehr hartnaͤckige und lang⸗ wierige Krankheit. Seine Hauptkennzeichen ſind ein ſchwammiges auſgetriebenes Zahnſleiſch, welches leicht und bey der geringſten Beruͤhrung blutet, ein ſtinkender Athem, aufgedunſenes, bleiches, bleyfarbenes Geſicht, Mattigkeit und Schmerzen in den Gliedern, auf der Bruſt, und in der Gegend des Magens, die zur Nachtzeit am merklichſten ſind. Im Fortgange der Krankheit entſtehen gelbe, rothe und blaue Flecken auf der Haut und oft ſchlimme Ge ſchwuͤre, hauptſaͤchlich an den Fuͤßen, Buunſläſſe ꝛc. Er kommt auf dem platten Lande, in trocknen hoch⸗ gelegenen Gegenden ſelten oder gar nicht vor; ſondern mehr an niedrigen ſumpfigen Orten, die oft uͤberſchwemmt werden, nahe am Seeufer, wo die Luft feucht, kalt und neblicht iſt. Diejenigen werden am mehreſten davon angegriffen, die ſich meiſt mit ſalzigen Speiſen naͤhren und wenig oder kein Gemuͤſe, auch kein gutes, ſondern unreines und ſtehen des Wa ſſer haben. Zuweilen folgt er auch nach langwierigen und uͤbelgeheilten Wechſel iebern. In Feldlagern, die in ſumpfigen Orten, an ſtehenden Waſſern, uͤberhaupt in niedrigen Gegenden aufgeſchlagen worden, iſt er eine ſehr gewoͤhnli iſche Krankheit. §. 148. Wie man ſich bey dem Scharbock verhalten muß, und wft man ihn heilen kann. Wenn es nicht gar zu weit mit der Krankheit gekommen iſt, ſo find ſaure Dinge und Nahrungsmittel aus dem Gewaͤch 2 183 Vom Scharbock. Gewaͤchsreiche allein hinreichend ſie zu heben, und faſt die einzigen Mittel, die mit Nutzen gebraucht werden koͤnnen. Alle Arten von Salaten ſind den ſcorbutiſchen Kranken dienlich, man kann dergleichen aus den Salat⸗ kraͤutern, Endivien, den jungen Zichorienblaͤttern, Selleri und Peterſtlienwurzeln zurichten— alle uͤbrige Gartengs. waͤchſe in Gemuͤſe und Suppen— das Sauerkraut, eine vortreffliche Speiſe, wie Salat mit Weineſſig zugerichtet, oder auch unter anderen Gerichten— duͤnne Schleime aus Getreidefruͤchten— reifes Obſt, ſowohl roh als gekocht und andere ſaure und ſuͤßſaͤuerlichen Fruͤchte. Zum Getraͤnk dienen Milch, Buttermilch, ſaure Milch, Gerſtenwaſſer mit ein wenig Eſſig vermiſcht, gutes Bier, Aepfelmoſt, zuweilen ein Glas Wein. „Die Kranken duͤrfen nur wenig friſches Fleiſch, aber kein eingeſalzenes und geraͤuchertes, keine Fiſche, keinen alten ſcharfen Kaͤſe, ranziges Fett, Speck u. dergl. eſſen. Es iſt ihnen ſehr zutraͤglich, wenn ſie ſich meiſten⸗ theils in der freyen Luft aufhalten und ſich Bewegung machen. Ihre Stuben muͤſſen oft geluͤftet und mit 8 Wachhoͤtderbeeren ausgeraͤuchert werden. Wenn man dieſes Verhalten lange genug beobachtet, ſo kann man aller andern Mittel leicht entbehren. Allen⸗ falls kann man noch den friſchen Saft von Klettenkraut, taͤglich zu einem Theekoͤpfchen voll, und dann und wann einen Loͤffel voll praͤparirten Weinſtein zum Laxieren Linnehwen, In den ſchlimmſten Faͤllen bedient man ſich der Saͤfte aus Löͤffelkraut und Sauerampfer oder Sauerklee mit dem groͤßten Vortheil, oder man nimmt auch Bruͤhen und Molken, worinnen dieſe Kraͤuter friſch gekocht worden, ferner des Saftes oder einer Abkochung von Katzentraͤubchen oder Mauerpfeffer— des im Anh. Nr. 12. beſchriebenen Malztranks ꝛc. Gegen tichen ſäe „ it p 6 4 3. Ruten ng, Jalaten ſioh 1 kann an Mn me aan dergeite un 2 8 4 34 1 a ſang n MWarenitde, ten— ale n de lg — 5„— daß durk 6 41 6 4 NR. ſedae . 3 ee ün p 1 HIN APſauerſicher n — 8 9 den Mlch, Durn 3₰ mn an dmin ſen Wuweilen en glue n pe 4 7 penig ſeiſches ſai 34 geräͤnchertet, kia ig zziges Fett, Sucku m⸗ puträͤglich, dein ſi t ift aufhaiten un ſt ih — Verhalten lauge zan Mineel licht mien friſchen Saſt m he ſchen vol, u ſur Weinin nt — 1 Fällen bedimt un 9 1 1 Nn „ b 95 K auter fe hot ſe Krautel 3ynhil „ Npkochuns m tb „Aah Wu ich* Von den Gichtfluͤſſen. 28 9 Gegen die kleinen Geſchwuͤre an dem Zahnfleiſch, den Lefzen und inwendig im Munde, die ſich bey dem Scharbock gewoͤhnlich einfinden, muß hald etwas gebraucht werden, weil ſie ſonſt weiter um ſich greifen, und endlich die Zaͤhne los werden und ausfallen. Der Saft von der Hauswurzel mit gleichviel Honig vermiſcht, bringt ſie am geſchwindeſten zur Heilung. Auch der Saft von Gundelreben und vom Loͤffelkraut iſt dienlich dazu. Man muß das Zahnfleiſch und alle angegriffenen Theile fleißig damit beſtreichen, und den Mund oͤfters mit ſaurem Wein, mit etwas Honig vermiſcht, ausſpuͤhlen. Siebenter Abſchnitt. Von den Krankheiten, die ſich vornehmlich durch Schmerzen in den Gliedern aͤußern. 1. Von dem Gliederreißen, den Gichtfluͤſſen. §. 149. Verſchiedenheit der Gichtſlüſſe. M. unterſcheidet die hitzigen und kalten Gichtfluͤſſe. Bey jenen iſt allemal ein Fieber und gemeiniglich eine Roͤthe und Geſchwulſt auf den ſchmerzenden Stellen. Oft ziehen die Schmerzen von einem Orte zum andern. Die Krankheit endiget ſich mehrentheils in einigen Wochen. Diie kalten Gichtfluͤſſe hingegen waͤhren viel laͤnger, oft Monate oder Jahre lang: es iſt kein Fieber dabey, und nur ſelten ſind die ſchmerzenden Glieder roth oder geſchwollen. Die Gichtfluͤſſe koͤnnen alle Theile befallen. Wenn ſie ſich auf den Kopf, die Zaͤhne, die Augen, die Bruſt ſetzen, 4 5 — —— — 188 Von den Gichtfluͤſſen, ſetzen, ſo verurſachen ſie die heftigſten Kopf⸗ und Zahm ſchmerzen, Augenentzuͤndungen und Seitenſtechen. Am gemeinſten aber fallen ſie auf die aͤußern Glieder, beſonders auf die Gelenke. Man benennt ſie nach Verſchiedenheit der angegriffenen Theile: ſo hat man das Huͤftwehe, Len⸗ denwehe— die fliegende Gicht, wenn die Schmerzen umherwandeln ꝛc. 9. 150. Wie die hitzigen Gichtflüſſe behandekt werden müſen. *. Die hitzigen Gichtfluͤſſe ſind entzuͤndungsartige Krankheiten. Man muß daher in allem die Lebens⸗ ordnung beobachten, die in hitzigen Krankheiten empfohlen worden. Man halte den Kranken tempe⸗ rirt, aber nicht zu warm; man gebe ihm nichts anders als Schleime aus Getreidefruͤchten, reife Sommerfruͤchte, gekochte Aepfel und Pflaumen zu eſſen, und fleißig lauwarme Gerſten⸗ oder Haber⸗ depocte, eine Abkochung von Queckenwurzeln mit Waſſer oder Molken, klare Molken mit ein wenig Honig verſuͤßt, u. dergl. zu trinken: man ſetze ihm oͤfters Klyſtiere aus Molken und Honig. 2. Wenn die Schmerzen nicht gar zu ſtark ſind, ſo halte man den ſchmerzenden Theil nur maͤßig warm, man hedecke ihn mit weicher Wolle. Sonſt kann man leinene Tuͤcher, die in warme Milch, oder nur in lauwarmes Waſſer getaucht und ausgedruͤckt wor⸗ den, oder auch einen warmen Brey aus Kamillen, Holderbluͤthen und geſtoßenem Hanfſaamen mit Milch gekocht, uͤberſchlagen. Aber dieſe Aufſchiaͤge muß man wegnehmen, ehe ſie wieder kalt werden. Noch nuͤtzlicher iſts, wenn ſich der Kranke eine Stunde lang in ein halbes oder ganzes Bad von laulichem Waſſer, worinn Heublumen abgekocht worden, ſetzet. gaftſe ſe an mm † 181 dn deher in d e die in hitan D.. M Man ſalle dn ſg, 1 derm. Nan 119 e a Gerridiltn ekochte Nepfel un lin 19 arme Oerin⸗ u Mchung von Luima are M kn atar dergl. zu kinin: au Molken und zent en nicht gar g i rzenden Thal merißt weicher Wolt 5 d die in da me Mit n 1 oßzenem n dufamnns Aber dieſ Viften vieder utean! ach der Kunk uen uun du 4 umen ztgehceute b Umſchlaͤge. Von den Gichtfuuͤſſen. 189 Er muß aber vorher wenigſtens einige Klyſtiere bekommen, auch wohl, wenn er ſehr vollbluͤtig, und ſein Puls voll und hart iſt, zur Ader gelaſſen haben. Gemeiniglich vermehren ſich die Schmenzen im Bade; allein wenn der Kranke darauf ins Bette kommt, ſo geraͤth er in Schweiß, der oft die ganze Krankheit auf einmal hebet. Die gar arge Schmerzen leiden durchaus keine In dieſem Falle iſt es zutraͤglich, daß man den Dampf von kochendem Waſſer durch eine Roͤhre, wit etwa einen unngekehrten Trichter, an den leidenden Theil gehen laͤßt. Dieſes muß aber oft und lange geſchehen, und man muß ſich huͤten, daß der Theil nach dem Dampfbad nicht erkalte. Man kann auch einige Schropfkoͤpfe auf die ſchmerzende Stelle ſetzen, oder Blutigel da anſaugen laſſen. Dieſe thun oft die herrlichſte Wirkung. Meiſtens endiget ſich die Krankheit durch einen Schweiß, dem man mit Holderthee oder Holdermus (Anh. Nr. 10.) nachhelfen muß. Man kann von dieſem taͤglich zwey, drey, oder vier Loͤffel voll mit Molken verduͤnnet, nehmen. Zuweilen entſtehen Geſchwuͤre an dem kranken Theil, oder in der Naͤhe deſſelben, oder es kommt ein Ausſchlag hervor. Beyde heilen bey einer guten Lebepsordnung von ſelbſt. 4. Wenn nach der Krankheit, und wenn die Schmerzen nachgelaſſen haben, noch eine Schwaͤche und Traͤgheit in den krankgeweſenen Theilen zuruͤckbleibt, ſo muß man ſich Morgens und Abends mit wollenem Zeuge reiben laſſen, in den man vorher den Rauch von Wachholderbeeren oder von anderm Nauchwerk hat gehen laſſen, ſich oft Bewegung machen, manchmal in kaltem Waſſer baden, und eine guts Diaͤt beobachten. §. 151. — —— —— ——— ——— F 190 Von den Gichtfluͤſſen. § 151. Von den kalten und langwierigen Gichtflüſſen, wie e behandelt werden müſſen. Die hitzigen Gichtfluͤſſe koͤnnen in langwierige uͤber⸗ gehen, wenn ſie nicht gehoͤrig abgewartet werden. Oft entſtehen ſie aber auch von ſelbſt, vornehmlich auf Erkaͤl⸗ tungen. Wenn ein Theil des Koͤrpers vor andern von der Kaͤlte, beſonders von der naſſen und feuchten Käͤlte, betroffen worden, ſo leidet derſelbe allemal am meiſten. Alte und ſchwaͤchliche Leute ſind dieſer Krankheit am meh⸗ reſten unterworfen. Sie iſt am hartnaͤckigſten, wenn ſich die Schmerzen in einzelnen Theilen, z. B. in den Huͤften, feſtſeben. 1. Die Nahrung der Kranken muß mehrentheils aus dem Gewaͤchsreich ſeyn, Wurzeln, Gemuͤſe, ſaftige Sommerfruͤchte, Obſt, Getreidefruͤchte, gutes Weizen⸗ brod— auch die Milch und Milchſpeiſen ſind ihnen dienlich. Fiſche aus ſuͤßem Waſſer vertragen ſie beſſer als Fleiſch. Sie muͤſſen ſich aller gewuͤrzten, ſauern, ſchwer; oder unverdaulichen und klebrichen Speiſen, auch des Weins und des Bieres enthalten. 2. Sie muͤſſen viel trinken, gekochte Milch mit Waſſer vermiſcht, etwa einen Schoppen des Morgens als Fruͤhſtuͤck und eben ſoviel des Mittags und Abends, Molken, beſonders Anh. N. 39.“* die blutreinigende Wurzeltiſane(Anh. Nr, 21.) mit Milch, oder die Habertiſane(Anh. Nr. 28.) zum ordinairen Getraͤnke, und außerdem oͤfters eine Schaale voll von einem ſtarken Thee von Kamillenblumen oder von den Blaͤttern der kleinen Brennneſſeln. Vor allen andern Getraͤnkarten iſt eine Tiſane von Klettenwurzeln(Anh. Nr. 19.) zutraͤglich. Man trinkt etwa einen Schoppen davon mit gleichviel Milch, 965 n twitrige. Anheir w. 80 4 Miſn 4 48 MMaſſe fönam; „ T- N, 46 3 2 1 1 ℳ5 7 Wegedea don df 3 6 eldſt 9 ℳ . Wni 4 8½ 6 Theil des n 3 8 3- ? K et n or 1 1 der naſen a ddet Ra. 1 8 4 4 1 la, 4 ſ XX 8 3 Aſer den u Die iſt tle Macae 8 „ elnen T hen en di A 2 4 der Kranke ni a 2 5 4 e 1 1. hc e. 1 X 6 141 Oöſt, Getandeßttn a 1 4 1 ahn NSS„ imver„Nan d. A 4 * n I * 4 3 442 des Nant n 20 134* 4 rinten, N e 4 3 ₰6 484 N „ Pr r 29. 3.„ an 1 Ir. 8.) Thee„un m kle einen d Zeenidh 1 dern Suan 11 4) — — — — — — — Von den Gichtſluͤſſen. 191 Milch, lauwarm, des Morgens, allenfalls ſtatt des Fruͤhſtuͤcks, mit einem Stuͤck Brod und eben⸗ ſoviel des Abends anſtatt der Abendmahlzeit. 3. Der Leib muß beſtaͤndig offen erhalten werden. Wenn der Kranke verſtopft iſt, ſo muß er ſich ein Klyſtier geben laſſen. Er kann auch alle Wochen einmal ein Paar Loth Bitterſalz in einem Schoppen Molken einnehmen. 4. Den ſchmerzenden Ort bedecke man mit Flanell. Wenn der Schmerz in den Armen oder Beinen feſt⸗ ſitzt, ſo kann man dieſe Glieder ſo dichte als moͤglich iſt, mit ganz duͤnnem Wachstuch umwickeln, ſo, daß die glatte Seite deſſelben die Haut unmittelbar beruͤhret. Es verurſacht eine ſtarke Ausduͤnſtung. Faſt allezeit iſt dieſes Mittel nuͤtzlich, und zuweilen hilfts wunderbar. Man kann auch mit Waſſer abgekochte und gequetſchte Stickruͤben warm uͤber⸗ ſchlagen, und endlich, wenn dieſe Mittel nicht helfen, ein Blaſenpflaſter auf die ſchmerzende Stelle legen, Bey dem hartnaͤckigen Huͤftwehe ſind ſieben bis acht Schroͤpfkoͤpfe auf den leidenden Theil geſetzt, oft⸗ mals von großer Wirkung. Wenn die Schmerzen nicht bald darauf vergehen, ſo muß das Schroͤpfen wiederholt werden. Auch Blutigel leiſten oftmals außerordentliche Dienſte, wenn ſie in gehoͤriger Menge an den leidenden Theil geſetzt werden. In der fliegenden Gicht kann man die warmen Bader(§. 1 50. Nr. 2.) gebrauchen. Viele ſind dadurch geneſen, daß ſie ſich uͤber und uͤber, den Kopf ausge⸗ nommen, mit friſchen Birkendlattern bedeckt haben, wovon ſie in einen ſtarken Schweiß geriethen. 1. Wenn eine Steifigkeit des Gelenks zuruͤckbleibt, nachdem ſich die Schmerzen veriohren haben, ſo muß — —— 5 —— 8 Von den Gichtfluͤſſen. muß man den kranken Theil taͤglich etlichemal uͤber den Dampf von kochendem Waſſer halten, hernach mit warmen Tuͤchern wohl abtrocknen, gelinde reiben und endlich mit zerfloſſenem Rindermark ſchmierenn. 6. Um Ruͤckfälle zu verhuͤten, muͤſſen ſie eine maͤßige Lebensart ſuͤhren, kalte und feuchte Luft meiden, ſich fleißig bewegen, keine hitzigen Getroͤnke genießen. Es iſt ihnen, ſo wie denſenigen uͤberhaupt, die zum Gliederreißen geneigt ſind, ſehr zutraͤglich, wenn ſie im Winter ein wollenes Hemde oder Bruſttuch auf dem bloßen Leib tragen, oder ſich des Morgens und Abende den ganzen Leib, inſonderheit aber die etwa krank⸗ geweſenen Theile mit Flanell reiben laſſen. Unter allen Vorbauungsmitteln iſt das kalte Bad am beſten. Nan muß ſich aber allmaͤhlig daran gewoͤhnen. §6. 152. Warnung vor ſchäͤdlichen Heitungomitteln. Die Gichtfluͤſſe ſind ſelten gefihrlich, wenn ſie in den außern Theilen bleiben; deſtomehr aber, wenn ſie ſi ſich auf innere Theile werfen. Es koͤnnen daher die gefaͤhrlichſten und ſchnelltoͤdtenden Krankheiten entſtehen. Deswegen muß man alles vermeiden, was dazu Gelegenheit geben kann, betaͤubende, ſchmerzſtillende und hitzige Arzneyen und Getraͤnke, Erkaͤltung; insbeſondre aber aͤußerliche kalte Ueberſchläge, fette Salben, Kampferſpiritus, Bran⸗ tewein und damit verſertigte Waſchwaſſer. Dieſe Dinge verſtopfen die Schweißloͤcher und verhindern die Ausduͤn⸗ ſung der gichtiſchen Materie: daher faͤllt ſie leicht auf andre Theile, oder wenn das nicht geſchiehet, ſo⸗ vermehren ſich die Schmerzen in dem leidenden Theil, und das Uebel wird hartnaͤckiger⸗ 3. Von aber nicht zu ſehr erhitzen, auch⸗ ☛ — MW 4 4 Mrhe M 4 S Jo a* 9 N * ir s„„ im n 12 1 d 1 I N o 1905 M * 8 „. 4 4 1, 5 den Halmimet 8 34 KAe N. 8 A A . 1 1 6 Es kännen dahe H„ 1 Rei en F git rda I Bunn, Kane „ Waß ſcchoaſe ſe 4 nnant 4 und 95 N manchmal, Von der Kriebelkrankheit. 8. Von der Kriebelkrankheit. §. 153. Ihre Kennzeichen-—. Ich habe ſchon oben im 11.§. die Hauptzufaͤlle det „Kriebelkrankheit erzaͤhlt und angemerkt, daß ſie lediglich von dem Genuß des zu friſchen und verdorbenen unreinen Korns herruͤhre. Dieſe den Landleuten faſt ganz eigne Krantheit, iſt bald nach der Erndte, zumal nach einem vorhergegangenen Mißjahr, epidemiſch. Man haͤlt ſie fuͤr anſteckend, ſie befaͤllt jedermann, nur ſaͤugende Kinder nicht. Sie kommt nicht haͤufig vor, machte aber in den Jahren 1770 und 1771 in einem großen Theile von Deutſchland große Verheerungen. Sie verraͤth ſich beſonders durch ein Jucken und Kriebeln auf der Oberflaͤche des Koͤrpers, und vornehmtlich in den Fingerſpitzen und Zehen, das ſo iſt, als wenn Ameiſen darinn kroͤchen. 9. 154. Wie ſich diezenigen verhalten müſſen, die von der Kriebel⸗ krankheit befallen werden. Man hat gar nicht viele und beſondre Mittel noͤthig, um die Kriebelkrankheit zu heilen; nur muß man ihr fruͤhe genug begegnen, ehe ſich ſchlimme Zufaͤlle, heftige Schmerzen in dieſen oder jenen Theilen, allgemeine Kraͤmpfe, Fallſuchten, Contracturen, Ohnmachten, der Brand an den Fuͤßen, einſtellen. Sobald jemand die mindeſte Spur der Krankheit bemerket, ſo muß er 1. noch an demſelben Tag ein Brechmittel(Anh. Nr. 1.) nehmen. Es kann noͤthig ſeyn, daß ſolches nach etlichen Tagen wiederholt werde. N 3. Des Von der Kriebelkrankheit. 2. Des Abends muß er ſich ein erweichendes Klyſtier geben laſſen, ſo auch an den folgenden Tagen, des Morgens und Abends. 3. Die befallenen Theile mit warmem Oel reiben. 4. Er muß das Brod aus neujaͤhrigem Korn augen⸗ blicklich bey Seite ſetzen. Dieſes iſt durchaus noth⸗ wendig. Dagegen kann er Brod aus altem Korn, Weitzenbrod, und ſonſt duͤnne leichte Speiſen, Schleime aus Gerſten, Habergruͤtze, Reiß, mit duͤnner Kalbfleiſchbruͤhe, Fleiſchſuppen, Gemuͤſe, Wurzelwerk, aber nichts fettes, keine dicken, zaͤhen Mehlſpeiſen, auch keine Milch eſſen. Mehrentheils haben die Kranken dieſer Art einen unmaͤßig ſtarken Appetik. Sie muͤſſen ſich aber ſehr huͤten, ſo viel zu eſſen, als ſie koͤnnten, oder mehr wite ein andrer geſunder Menſch. Er kann gutes, wohlgehopftes Bier trinken. Er muß ſich in freyer Luft viele Bewegung machen, und ſo viel arbeiten, als er kann. Es iſt ihm ſehr zutraͤglich, wenn er dabey in Schweiß geraͤth. Wenn die Zufaͤlle in drey oder vier Tagen noch nicht naͤchlaſſen, ſo muß ſich der Kranke z. alle Tage einmal in ein warmes Bad ſetzen, und nach dem Bad mit erwaͤrmtem und vercſchtherten Flanell reiben laſſen. 6. Er muß oͤfters eine Schaale Thee von Kamillen oder Holderbluͤthen trinken. Ein Thee von gemeinem Sinau(Frauenmantel) iſt bey einem gelindern Grad der Krankheit, wenn nur etwa die Finger und Jaͤben krampfhaft zuſammengezogen ſind, von vor⸗ bewaͤhrtem Nutzen; wenn die Krankheit a iſt, ſo heilt er ſie zwar nicht, verhindert abe bbey lange fortgeſetztem Gebrauch, daß 8 wacht noch ſchimmer wird. 7. Dle ſich en e auch an den e ldende. An Vail nit vrnn, Ornd eus un 8 be ue ſezen. d des in igen kang u da und ſenſt dn 8 Ger eſten, debexi chbrüͤhe, ſeitin der wae etteg, as, . keine Mich ſſa haden die Kuk d ppetit. Sn dah 1 eſſen, als ſi peunt eſunder Manſch. wodlaehepſtes den n freper buſt vaitdena ten, als er kam. b ner dabey in Särin in drey oder dit dar der Kranke l in ein varnes doß nit erwärmtem mühe ſen. eine Schaale Tha n n winken. En dhewf iſt dey einn 5 wenn nut tnt N t zuſe anmengepat 3, Nutzen; damn 1 ilt er ſe uun 44 nae ſertgeſetzun immer witd. lu Von der Kriebelkrankheit. 195 7. Die Aerzte in Niederſachſen, in welchem Lande die Kriebelkrankheit in den Jahren 1770 und 1771 mit großer Wuth herrſchte, bemerkten von folgen⸗ den Mitteln den beſten Erfolg: Die Kranken mußten Nahrung aus geſundem und in einem der vorigen Jahre gewachſenem Getreide erhalten: es war aber oft ſchwer dieſen Punct in Erfuͤllung zu bringen, weil der Mangel des guten Getreides und die Theu⸗ rung deſſelben außerordentlich waren. Daher ver⸗ miſchte man das in der Naͤſſe gewachſene und ungeſunde Getreide, welches man vorher ſorgfaͤltig ausgetrocknet hatte, mit beſſerem, und ſpuͤhrte Nutzen davon. Von der Beobachtung der Regeln, die ich bisher angegeben habe, ſpuͤhrten die Kranken Erleichterung; den groͤßten Nutzen aber hatten ſie von ſolchen Mitteln, welche den Schleim aufloͤſen und die Wuͤrmer in den Gedaͤrmen toͤdten und hinausſchaffen. Eine Miſchung aus gleichen Theilen von Rhabarber, Baldrianwurzel, Wurmſaamen und Glaubersſalz leiſtete unter allen Mitteln, welche wider dieſes verheerende Uebel verſucht wurden, die beſten Dienſte, wenn alle zwey bis drey Stuͤnden ein gutes Kaffeloͤffelein voll davon genommen und ein Thee aus gleichen Theilen von Kamillenblumen und Baldrianwurzel nachgetrunken wurde⸗ * * 4 196 Von der Waſſerſucht. Achter Abſchnitt. Von den gemeinſten Waſſer und Windgeſchulſten. Von der Hautwaſſerſucht⸗ §. 155. Berſchiedenheit der Waſſerſuchten. Zufälle der Hautwaſſerſucht, D. Waſſerſucht iſt eine von den gemeinſten langwie⸗ rigen Krankheiten unter dem Landvolk. Es giebt ſehr verſchiedne Arten davon, je nachdem ſich die waͤfferigen Feuchtigkeiten unter der Haut, in den Hoͤhlungen des Unterleibes, der Bruſt, des Kopfes, der Gelenke u. ſ. w. anſammlen. Die Haut⸗, Bauch⸗ und Bruſtwaſſerſuchten kommen am haͤufigſten vor. Ich muß aber die letzte uͤbergehen, weil ſie, auch ſelbſt den Aerzten, ſo ſchwer zu erkennen iſt. Bey der Hautwaſſerſucht ſchwellen anfangs die Fuͤße. Des Abends iſt die Geſchwulſt am ſtaͤrkſten. Sie zieht ſich bald hoͤher hinauf bis zum Unterleibe, und nach und nach wird der ganze Koͤrper dick. Die Geſchwulſt iſt blaß, kalt, unſchmerzhaft, und wenn man mit dem Finger darauf druͤckt, ſo bleiben Gruben zuruͤck. Das Geſicht wird aufgedunſen, oder mager und bleich. Die Kranken uriniren wenig und duͤnſten gar nicht aus. Sie holen beſchwerlich Athem, und koͤnnen zuletzt nicht liegen, ohne Gefahr zu erſticken. Es koͤmmt endlich ein Fieber dazu mit Durſt, Hitze c. Ihre urſachen. Sie wird unter dem Landvolke am meiſten durch den Mißbrauch des Branteweins und anderer geiſtigen Getraͤnke verur⸗ 9 1 1 ſ S 1 1 4 1 4— — Bäafer a und 8 — 3 F„ 2 at daſſen 1— eine don d 4 don Rn ken „„* 1 1 ater demn Landdo von, K nachden a der Haut, n ah 4 9 „ des Kopfes b . N 3„ „Bauch uin on vor 4; 4 2 4 ℳ“ auch ſelbſt da W icht ſchveln m iſchwulſt an h 3 zum Unterbie Kn der dick A oA 1 venn 14! 441 1 4 a gat mdt i und köͤnnen zuekt 1 Umant 1An! 176. 3 14ʃʃ 434 „ dam Lant 41* 4 SA4 4 n u „nd Andet anewems mhan Von der Waſſeerſucht. 197 verurſacht, oft auch durch Erkaͤltung, durch einen kalten Trunk nach vorhergegangener Erhitzung, durch feuchte und dumpfige Luft. Daher iſt ſie in niedrigen, mora⸗ ſtigen Gegenden gemein, und diejenigen Leute, die ſich wenig bewegen, ſind ihr vorzuͤglich unterworfen. Nicht ſelten iſt ſie eine Folge von andern Krankheiten, von kalten Fiebern, wenn ſie zulange angehalten oder zu fruͤhe geſtopft worden, von dem Scharlachfieber— ſie folgt endlich nach langwierigen Gelbſuchten, nach allzuſtarken Durch⸗ faͤlee, Ruhren, Verblutungen, nach langwieriger Ver⸗ ſtopfung der monatlichen Reinigung.— Schwangere Weiber bekommen oft geſchwollene Fuͤße, die aber nach der Niederkunft von ſelbſt wieder vergehen. A 9. 157. Regeln einer guten Lebensordnung für Waſſerſüchtige⸗ Die ſchwerverdaulichen blaͤhenden zu waͤſſerigen und fetten Nahrungsmittel, vieles Suppenwerk, die Milch und Mehlſpeiſen ſind den Waſſerſuͤchtigen nicht dienlich. Sie muͤſſen leichte, nahrhafte, doch mehr derbe als fluͤſſige Speiſen genießen, muͤrbes gebratenes Fleiſch von Thieren, die nicht zu jung ſind, das ſaͤuerliche, ſuͤßbitterliche und etwas ſcharfe Kraͤuterich und Wurzelwerk, Koͤrbel, Sauerampfer, Kreſſe, die zarten Blaͤtter von Zichorien und Loͤwenzahn, Spargel, die jungen Sproͤßlinge vom Hopfen, die Skorzonere, Haberwurzeln, Peterſilie, Sel⸗ lerie, Rettig, Meerrettig, Zwiebeln, Knoblauch— die ſaͤuerlichen Obſtarten. Man kann jene Wurzeln und Kraͤuter auf mancherley Art zurichten, in Bruͤhen kochen, oder als Salate, als Zugemuͤſe, und am Fleiſch eſſen. Das Salz iſt den Waſſerſuͤchtigen faſt immer zutraͤglich, und ſie haben gemeiniglich Neigung dazu. Es wird daher etwas reichlich an die Speiſen gethan. N 3 Auch der Eſſig iſt ihnen — ——— ſͤſͤſſſe“ 195 Von der Waſſerſucht. ihnen heilſam. Man muß immer etwas davon an die Fleiſchſpeiſen nehmen, oder mit Eſſig eingemachte Dinge, Kapern, die Bluͤthen von Ginſter oder Pfriemenkraut, die, ehe ſie ganz aufgegangen, mit Eſſig und Salz einge⸗ macht worden, Eſſigaurken u. dergl. mit dem Fleiſch eſſen. Der haͤufige Gebrauch des Eſſigs bey einer leichten Diaͤt und hinreichender Leibesuͤbung hat manche Waſſerſucht in ihrem Anfang geheilet. Aber auch dann, wann die Krankheit ſchon lange gedauert hat, iſt er noch nuͤtzlich.— Wenn kein Fieber da iſt, und wenn die Kranken keine Hitze und Durſt haben, ſo kann man auch allerley Gewuͤrze, Muſe ſcatennuͦ üffe. Ingwer, Pfeffer, Anies, Kuͤmmel, Wachholderbeeren zc. an ihre Speiſen thun. 68 e muͤſſen eine große Maͤßigkeit im Eſſen beobachten. Sie werden ba ange, beklemmt und ohnmaͤchtig, wenn ſie ſich den Magen uͤberladen. Beſonders duͤrfen ſie des Abends nur wenig genießen. Man verbietet den Waſſerfuͤchtigen gewoͤhnlich das Trinke n, weil man fuͤrchtet, daß das viele Getraͤnke die Menge des angehaͤuften Waſſers vermehren moͤchte. Aber dieſe Furcht iſt ungegruͤndet. Wenn die Kranken einen großen Durſt haben, ſo muß man ſie nach Gefallen trinken laſſen. Manche ſind ganz alleine dadurch hergeſtellt worz den. Sie koͤnnen zu Mittag ein Glas guten alten Wein, oder wohl gehopftes Bier und ſonſt zum ordent⸗ lichen Getraͤnke, Waſſer mit Eſſig oder Zitronenſaft ſaͤuerlich gemacht, oder ſolches, worinn praͤparirter Weinſtein auf⸗ geloͤſet worden, Limonade, oder Sauerwaſſer nehmen. Die öfrere Leibesbewegung iſt durchaus nothwendig. Wenn die Kranken noch bey Kraͤften ſind, daß ſie gehen koͤnnen, ſo iſt dieſes am beſten, ſonſt muͤſſen ſi ſie reiten oder fahren. Trockne, reine und temperirt warme Luft— und Aufheiterung des Gemuh⸗ it hier, wie in jeder andern Krankz ———õ„ͤ n —— oder mit Efhs a. t eſe lan, G den Ginſher ain „ * mnt eſew A 9 Nn. 1 A 04 3 4 ſ 6 4 134 de⸗ dh. en u. 8 Subung Hat 5 1 en— 5 A auch 9 X„5 M 1 49 Nor 4 Ln Rebe. 1 139 4 4 Inn man uut N ⁸ Jin 1, A 4 4 Sheiſen fhan 5. . 43 irkeitin J r unX 4 ( Sonran 8 * N d 3 Waſſe 5 4 her* 4 4. diet, daß das nee X ſſer 44 Waſſers vermenn 4 4 det. Wenn e r muß man ſee nach de a alleine dadard ſe Wr. 1 Rttag ein Gef ** 4 tes Bier und ſtt *„ 36 nit Eſſig oder Zätn . vorinn präparictr N. F oder Sauvuſtt begung iſt durönt n 8, hey Kräſten ſnd, N . 1 4 e a heſten, ſont 7 temperitt vat d⸗ 4— 4 1] ul. 9 1 h »„* „ A n Von der Waſſerſucht. 199 Krankheit zutraͤglich. Daher bekommt es den Waſſern ſuͤchtigen ſo wohl, wenn ſie reiſen, oder ihren Aufenthalt in hoͤhern gebuͤrgigen Gegenden nehmen koͤnnen. §. 158. Einise Heilmittel für die Hautwaſſerſucht. Diejenige Waſſerſucht, welche nach einer Erkaͤltung in katter feuchter Luft oder auch von kaltem Trinken auf die Hitze entſtanden iſt, und noch nicht lange gedauert hat, wird oftmals leicht und geſchwinde geheilet, wenn man die Geſchwulſt taͤglich ein Paarmal, wenigſtens eine Stunde lang, aber gelinde mit wollenen Tuͤchern reibet, die wohl gewaͤrmet oder mit Maſtix, Agtſtein, Wachholderbeeren u. dergl. durchraͤuchert worden, ferner wenn man den Kranken oft von einem Thee von Kamillen⸗ blumen, Quendel oder Cardobenedicten trinken, und etwa alle drey bis vier Stunden einen Loͤffelvoll Attich⸗, Hol⸗ lunder⸗, oder Ebreſchenmus(Anh. Nr. 10.) oder halb ſoviel Wachholdermus(Anh. Nr. 9.) nehmen laͤßt. Er muß ſich dabey in einer gleichmaͤßigen Waͤrme halten und ſich zum oͤftern eine maͤßige Bewegung machen, Wider dieſe Art der Waſſerſucht iſt auch ſolgendes Mittel von bewaͤhrter Wirkung: Man nimmt eine ſtarke Handvoll, wo moͤglich friſche, gereinigte, und ſein zer⸗ ſchnittene Quecken, die Haͤlfte ſo viel von den wo moͤglich friſchen Wurzeln vom Loͤwenzahn, die ebenfalls fein zer⸗ ſchnitten ſeyn muͤſſen, und zwey bis drey gehaufte Kaffe⸗ loͤffelein voll von dem Pulver von geroͤſteten Wachholder⸗ beeren. Man kocht dieſes mit einem Maaß Waſſer bis auf die Haͤlfte ein, und ſetzt, wenn man ihn haben kann, einen ſtarken Eßloͤffel voll von dem eingedickten Safte von gelben Ruͤben(Anh. N. 7.) zu dem abgeſeiheten Decocte. Wider dieſe Art der Waſſerſucht iſt auch ein Pulver N 4 vor — .. —— — —— — — —— — * 4 1 4 4 11 f 4 1 1 4 1 4 1 4 1 4 * 4 42 ’ 3 4 5 4 4 1 6 3 4 . 3 5 f . 1 3 1 4 4 4 3 4 1 3 8 4 4 A “ 3 4 4 1 4 1 4 1 ¹ 1 41 209 Von der Waſſerſucht. ftiefflich, welches aus gleichen Theilen von weißem Lundre) ucker und geroͤſteten Wachholderbeeren bereitet wird. Man laͤßt die Kranken alle zwey bis drey Stunden ein Arfeibhfele in voll von dieſem Pulver nehmen, und dabey Queckentrank fleißig trinken. Die geroͤſteten Wach⸗ holderbeeren bereitet man folgendermaßen: Man ſucht reife, vollkommene, nicht wurmſtichige Wachholderbeeren.* mit Sorgfalt t aus. Dieſe bringt man in einem reinen eiſernen oder irdenen Gefäͤße uͤber gluͤhende Kohlen, und laͤßt ſie unter beſtaͤndigem Umruͤhren ſo lange roͤſten, bis ſie auf der Oberfla che anfangen etwas hart zu werden. Es iſt em gutes Zeichen, wenn der Kranke haͤufiger uriniret und zu ſchwitzen anfaͤngt. Um dieſes auch an den a eſchwoll enen Theilen zu bewirken, kann man ſie im Da mpf von angezuͤndetem Brantewein baͤhen oder friſche Birkenblaͤtter üͤberſchlagen, oder in gruͤnes Wachstuch wickein. Auch das Einwickel in der Theile in trockene und durchraͤncherte wollene Tuͤcher iſt zur Befoͤrderung des Schweißes vor theilhaft. Wenn die Geſchwulſt an den untern Gliedmaß zen ſich zu vermindern anfaͤngt, ſo iſts zutraͤgl lich, wenn man ſolche mit breiten Binden etwas feſte umwickelt. Man muß aber nicht zu fruͤhe mit dem Gehrauch dieſer Mittel aufhoͤren, und wenn das Uebel gehoben iſt, ein gutes Verhalten beobachten, damit keine Ruͤckfaͤlle erfolgen. Man kann ſich dann zu einer Nachkur eine Zeit! lang des zuſammengeſetzten Bit tterweins(Anh. Nr. 17.) oder der eingedickten Rindsgalle(Anh. Nr. 11.) bedienen. Wenn die Waſſerſucht von andern als den obenge⸗ dachten Urſachen herruͤhret, und die eben empfohlene Behandlung keinen Erfolg hat, ſo muß man wirkſamere, eroͤffnende und harntreibende Mittel anwenden. Es giebt deren eine große Menge, von welchen bald eins bald das M tan kann ſchwerlich vorausbeſtimmen, welches andre hilft. ——. —— 3 — ———— —— —,— — —— 2* ͤ — Von der Waſſerſucht. 201 welches helfen wird. Deswegen, wenn mit einem Mittel der erwuͤnſchte Endzweck nicht erreicht wird, ſo muß man ein andres dafuͤr brauchen; aber allemal muß man erſt mit gelindern Arzneyen anfangen, und nur wenn dieſe nicht wirkſam ſind, zu wirkſamern fortſchreiten. Unter die ge lindeſten Mittel gehoͤren vorzuͤglich die friſchausgepreßten Saͤfte vom Koͤrbel, Loͤwenzahn, und Peterſtlien. Von jenem nimmt man alle vier Stunden ein kleines Trinkglas, und von dem S afte von der Peterſilie zwey bis vier Loͤffelvoll. Man kann ſie entweder ſo fuͤr ſich, oder in weißem Wein nehmen. Ferner der prä pa⸗ rirte Weinſtein. Er leiſtet oft die vortrefflichſten Dienſte, wenn exr des Tags drey⸗ oder viermal zu einem oder zwey Theeloͤffel lchen voll genommen wird. Man kann ihn zug leich mit den oben gedachten N Nuͤſern und Kraͤuter ſaͤften zebrauchen— oder auch fol gendes: Man gießet auf ein Pfund 2 lſchen von Ginſter, oder auch von Wachholder, oder Bohnenſtroh, drey bis vier Schoppen weißen, etwas ſaͤuerlichen Wein, laͤßt es einige Zejt ſtehen, und ruͤhrets oft um. End lich wird es duechgeſeyhet, und des Tages viermal ein Glasvoll davon genommen. Es iſt gut, wenn man einen Thee von Cardobenedicten oder duͤnnen Wacholderkaffes(Anh. Nr. 30.) dabey trinket. Dieſe Mittel ſchicken ſich in den meiſten Faͤllen der Waſſer ſucht und man kann ſie allemal mit Sicherheit brauchen; aber oft muß man ſaͤrkere geben, wie den Saft aus Kreſſe oder Me rerrettig, alle vier Stunden zu ein Paar Loͤffelvoll mit Wein und Zucker— einen Loͤffelvoll Senfſaamen oder geſtoßenen Meerrettig, des Morgens und Abends mit Bier, die Aſche oder den Aufguß von Toback, die Mee ezwiebel und manche 8 Zubereitung daraus,— Gummi Ammoniak, manche Bereitungen aus dem Spies⸗ glaſe, ſtarke abfuͤhrende Mittel, Klyſtiere aus Knahen⸗ harn, Terpentin und Salzꝛ41l. Aber 202 Von der Waſſerſucht. Aber dieſe Mittel muß ein Arzt verordnen; denn mah köͤnnte durch unzeitigen Gebrauch dergleichen ſcharfer und retzender Dinge großen Schaden anrichten. Sie muͤſſen wie Gifte vermieden werden, wenn die Waſſerſuͤchtigen ein Fieber, Hitze und großen Durſt, oder gar ſchon Flecken auf der Haut haben. pder zu ſtarken Ausleerungen entſtanden ſind. §. 159. MWarnung vor unſichern Mitteln. Es giebt ſonſt noch eine Menge von ſtarkwirkenden Dingen, die man in der Waſſerſucht empfohlen hat, z. B. der Syrup von Zaunruͤben(Stickwurzel) das Pulver davon, das Pulver von der Hollunder und Attichrinde, der Wolfsmilch, dem wilden Aurin, der Saft von Eſels⸗ kuͤrbis, von der blauen Schwertelwurzel, der Thee vom rothen Fingerhut u. d. m. wenn man dergleichen gebrauchet, ob es gleich bisweilen bey robuſten Leuten, im Anfange der Krankheit, und wo die Eingeweide nicht verletzt waren, mit Gluͤck geſchehen iſt; aber weit oͤfter iſt das Uebel dadurch verſchlimmert und der Kranke ums Leben gebracht worden. Man muß ſie wenigſtens niemals eigenmaͤchtig und ohne Beyrath eines Mannes gebrauchen, der die Umſtaͤnde zu beurtheilen weiß, unter welchen man ſie geben kann. b Die kuͤnſtliche Ausleerung des Waſſers hilft ſelten zu einer gruͤndlichen Kur der Krankheit. Man hat ſehr viele Faͤlle, daß ſolche waͤſſerige Geſchwuͤlſte geſchroͤpft wurden, um das Waſſer herauszubringen, und daß doͤsartige Geſchwuͤre mit großem Schmerzen an den Stellen, wo man geſchroͤpft hatte, ja der Brand und der Tod erfolgten. Man muß daher bey der Anwendung ſolcher Mittel, zie das Auch in denjenigen Waſſerſuchten ſind ſie nicht dienlich, die nach Verblutungen Es iſt aber allemal gewagt, —— das ſoll 3 ger all rtig nu do ent bre ein nu ſi = — Sein Jn en Getrauc r „ 44 * à Derden A„ n 4 groſen N 8* Du hn a0 A) 86 haden— 4. * Sienich 5 11* † 43 3 trungen mſtunda 6. 1 6½ 3 dan N ℳ Mp MW eie Menzt der 8.3 4 — Au 1 A 5*, 4 3 en Se i e 4 4,„ u 15 1 3 vilden Aurin, khe nM 1 Schretuipen —* m. Es it wer 5 68 dct, Hn * 44 anae 1 64„ * 1* 999 t * 9 ar, 8 1 AA Whs t das Ueda a * 9 3 A “ * SN! der Anwendang 8 mh lit 1 4 4' —„ 3 4 denn 1 d du tigkeit auszufließen anfaͤngt. 1c. Von der Waſſerſucht. das Waſſer aus den geſchwollenen Theilen herausbringen ſollen, ſehr vorſichtig ſeyn. Das gemeine Volk pfleget Zaunruͤbenwurzeln, ein wenig zerquetſcht und warm gemacht, an die Beine zu legen, und dieſen Auſſchlag alle zwoͤlf Stunden zu erneuern, bis endlich die Feuch⸗ Aber es geht manchmal nur wenig davon weg. Selbſt der haͤuſtgſte Ausfluß ſchafft doch oft keine Erleichterung; die Wunden, welche daher entſtehen, heilen gewoͤhnlich ſchwer, und werden leicht brandig. Man legt auch geſtoßene und in Brantewein eingeweichte Zwieheln auf die Fußſohlen. Dieſe wirken auf die naͤmliche Art, wie das vorhergedachte Mittel und ſind eben ſo zweydeutig. 2⁰3 2. Von der Bauchwaſſerſucht. §. 1560. Shre Zufälle.— Man verwechſelt die Bauchwaſſerſucht oft mit andern Krankheiten des Unterleibes, mit der Trommelſucht, dem Aufſchwellen von Verhaͤrtungen und Gewaͤchſen, am meiſten aber bey Weibsperſonen mit der Schwangerſchaft. Der Leib faͤngt nach und nach an zu ſchwellen, beym Stehen ſenkt er ſich abwaͤrts und iſt unten am dickſten; beym Liegen ſenkt ſich das Waſſer auf die Seite hin, auf welcher der Kranke liegt. Man kann das Schwappen des Waſſers deutlich fuͤhlen, wenn man eine Hand auf die Seite des Leibes legt, und auf die Seite gegen uͤber mit der andern Hand aufſchlaͤgt. Die Fuͤße find nicht immer zugleich mitgeſchwollen. Die obern Theile zehren allmaͤhlig ab. Mit zunehmender Geſchwulſt wird das Athemholen immer beſchwerlicher, die Kranken laſſen wenig Urin, haben großen Durſt ꝛe. §. 161. —— 6 2 5 —— ———— —— 3— ͤ — — 1 —— 2⁰4 Von der Waſſerſucht. §. 161. Hülfsmittel dagegen. Sie entſteht aus den naͤmlichen Urſach hen und erforder eben die Diaͤt und die Ve handlung wie die Hautwaſſer⸗ ſucht; iſt aber weit hartnaͤckiger wie dieſe. Durch die gelinderen Mittel kann man ſelten viel ausrichten. Der tägliche und haͤuſige Genuß der friſchen rohen Eyerdotter„von welchen ein oder zwey Stuͤcke des Mor⸗ gens nuͤchter n, und hernach alle pier Stunden genommen werden— der praͤparjrte Weangein. alle zwey Stunden zu zwey Kaffeloͤffelnvoll genommer der oben§. 153. beſchriebene Aufgu uß von Aſche und Wein, die Klyſtiere, und der aͤuſſerliche Gebrauch des Baumoͤls haben noch am meiſten geholfen. Der ganze Unterleib wied des Morgens und Abends mit einer in Baumoͤl getauchten Hand eine Stunde lang gerieben. Auch außerdem iſt das Reiben mit durchge⸗ kaͤucherten T Tuͤchern zutraͤglich; aber es muß ſehr gelinde geſchehen, Wenn ſich die Geſchwulſt bey dem Gebrauche dieſer Mittel etwas vermindert, ſo muß man den Leib mit einer breiten Binde umwinden, die nach und nach immer feſter, und ſo ſtark, als es der Kranke ertragen kann, zugezogen wird. Mit den uͤbrigen Huͤl fsmitteln wird indeſſen fortgefahren. Wenn aber nach einiger Zeit der Urin nicht haͤufiger, auch das Waſſer durch den Stuhlgang nicht abgehet, ſo darf man nicht laͤnger warten, bey einem geſchickten Alzt Rath zu holen. Denn es kann oft noch das Waſſer abgezapft und dadurch zur Heilung der Krankheit der Weg gebahnt werden; allein wenn ſie ſchon lange gedauert hat, und tief eingewurzelt iſt, ſo geſchiehet es nicht mehr mit Sicherheit. Von V Von der Windſucht. 205 „ Von der Trommelſucht, Windſucht. §. 162. Ihre Zufälle und Kennzeichen, Man muß dieſe Krankheit kennen, damit man ſie hicht mit der Bauchwaſſerſucht verwechſele, die eine ganz verſchiedne Behandlung erfordert. Es iſt eine harte Geſchwulſt des Unterleibes, die von verſchloſſenen Winden herruͤhret. Der Leib iſt mehr nach vornen aufgetrieben, auf den Seiten aber eingefallen. Die Geſchwulſt veraͤndert ſich nicht, der Kranke mag ſtehen oder auf einer oder der andern Seite liegen. Er fuͤhlt die Laſt nicht im Leibe, auch iſt kein Schwappen zugegen, wie bey der Bauchwaſſerſucht. Wenn das Uebel ſehr hoch geſtiegen iſt, ſo vernimmt man einen hohlen Schall, wenn man auf den Leib ſchlaͤgt. Gemeiniglich ſind hartnaͤckige Verſtopfungen dabey, und Schmerzen in den Seitenweichen und um den Nabel herum. §. 163. Ihre urſachen. Sie entſteht am meiſten von zu haͤufigem Genuß ſehr blaͤhender Speiſen, von jungem Bier und andern gaͤhrenden Getraͤnken, nach heftigen Koliken, von ploͤtzlich unter⸗ druͤckten natuͤrlichen Blutfluͤſſen, der monatlichen Reini⸗ gung, der Geburtsreinigung bey Woͤchnerinnen ꝛc. Kinder und Weibsperſonen ſind ihr am meiſten unter⸗ worfen; ſie iſt weit ſeltner als die Bauchwaſſerſucht, aber nicht weniger gefaͤhrlich und ſchwer zu heilen. Sie hat ihren Sitz entweder in den Gedaͤrmen, und dann iſt ſte leichter zu heilen, wenn ſie nicht ihren hoͤchſten Grad erreichet hat; oder in dem Unterleibe, wo ſie allemat ſehr — 8 4 ————— — — — 4 3 1 9* 1 G 4 1 8 ö ö 1 8 1 — 1 v 6 1 3 ſͤ 1 8 3 4 4 3 4 ¹ 1 Von der Windſucht. ſehr ſchwer zu heilen iſt. Die Windſucht von beyden Arten iſt ein ſehr gefaͤhrlicher Zufall bey Faulſiebern. 9§. 164. Wie ſie behandelt werden muß. Die Diaͤt der Windſuͤchtigen muß ſehr genau ſeyn, Sie muͤſſen alles blaͤhende, fette und ſchwerverdauliche ſorgfaͤltig vermeiden, und um ſo weniger eſſen, je groͤßer die Verſtopfung iſt. Sie muͤſſen ſich viele Bewegung machen, vorzuͤglich iſt ihnen das Reiten und Fahren zutraͤglich, und das in einem Wagen, der tuͤchtig ſchuͤttelt. Den Leib muͤſſen ſie ſich taͤglich etlichemal mit wollenen Tuͤchern reiben laſſen, dann Saͤckchen uͤberlegen, die mit gewuͤrzhaften Kraͤutern, Majoran, Quendel, Thymian, Muͤnze oder Balſam, Pfeffermuͤnze, Meliſſe, u. dergl. gefuͤllt und in Wein gekocht worden. Umſchlaͤge von kaltem Waſſer uͤber den Unterleib, auch die kalten Baͤder ver⸗ ſchaffen oft Huͤlfe; man kann ſeine Zuflucht dazu nehmen, wenn andre Mittel unwirkſam ſind. Die Kranken muͤſſen oftmals eine Taſſe Thee von Kamillen und Wachholderbeeren, oder von Balſamkraut, Pfeffermuͤnze, Meliſſe, Zitronenſchaalen, Kuͤmmel und Fenchelſaamen, oder von Sternanies trinken und dabey taͤglich etwas eroͤffnendes(vorzuͤglich Rhabarber) einnehmen. Auch Klyſtiere ſind ihnen dienlich und koͤnnen taͤglich ein Paarmal genommen werden. Man kocht dazu Kamillen⸗ blumen mit Waſſer und laͤßt ein wenig Seife in der durch⸗ geſeyheten Bruͤhe zergehen. Man muß ſie aber kalt werden laſſen, ehe man ſie beybringt; denn warme Kly⸗ ſtiere ſind in dieſer Krankheit nachtheilig. Wenn die Krankheit noch nicht lange gedauert hat, ſo wird man ſie mehrentheils mit dieſen Mitteln heilen koͤnnen⸗ 3 5 ſ. De Sa ahrüche zufal 8 9 * 1⁵½ ſie detande a Derhe ni D. 4 Windſuͤchtigen ni. Nähende, ſa m 4 und um ſo denia dlele d 4 ſie ſich i acd a 1, dann Säͤchta k 15 M aaſoran 8 ſeffermäns, t worden. Uan kterleib, auch det 3 4 4 1 Ans mall kann ſeit zuie —)— virkſam ſind, 4 auſfen ftmans g 1 dolderbeeren, a n . „ ſe. Ztrenenſchau. von Sienmu i0 Jduüct en vor gur K t en dnli m dm bt d werden. Mm ba nd läßt tin vaiz ei s 5 b Von den Blutfluͤſſen. 207 koͤnnen. Man muß ſie ohne Aufhoͤren fortgebrauchen, bis der Kranke ordentliche Oeffnung bekommt, die Winde abgehen, und der Leib bis zu ſeiner gehoͤrigen Groͤße niedergeſunken iſt. Dann wird aber das Reiben mit warmen wollenen Tuͤchern immer noch einige Zeit fortgeſetzt und auch woh! eine breite VBinde um den Leib gewickelt. Neunter Abſchnitt. Von den GBlutflaͤſſen. Urſachen und Verſchiedenheit der Blutflüſſe, D. Blutfluͤſſe ſind ſowohl ihrer Urſache als Beſchaffen⸗ heit nach ſehr verſchieden. Sie koͤnnen von aͤußern Ver⸗ wundungen entſtehen, von zu ſta ker Bewegung, zumal bey großer Hitze, von anhaltendem oder gewaltſamem Heben oder Tragen großer Laſten, wobey der Athem angehalten wird, vom Mißbrauche geiſtiger und erhitzender Getraͤnke und von allem, was das Blut in Wallung bringt. Oft folgen ſie auf andre Krankheiten, wo das Blut aufgeloͤſet, ſcharf und nach beſondern Theilen hings⸗ trieben wird⸗ Man theilet die Blutfluͤſſe in innerliche und aͤußerliche. Dieſe haben gemeiniglich eine aͤußerliche gewaltſame Urſache. Es iſt keine Stelle an dem ganzen Koͤrper, der gegen Verwundungen vollkommen geſichert waͤre, und wo alſo nicht ein Blutfluß entſtehen koͤnnte. Jene werden nach den Theilen unterſchieden, aus welchen das Blut kommt. Man hat daher Naſenbluten, Blutſpeyen, Blutbrechen, Mutter⸗ blutfluͤſſe u. dergl. Man nimmt aber bey der Diaͤt auf dieſe Verſchiedenheit keine beſondre Ruͤckſicht. §. 18 6. 48 t Von den Blutftuͤſſen. §. 166. Allgemeine Verhaltungsregeln bey Blutſtuſfens Die Blutfluͤſſe moͤgen entſtehen, woher ſie wollen, ſo muß der Kranke 1. ſich bey jedem, wenigſtens bey einem lange anhal⸗ tenden Blutfluß, all zu vieler Speiſen, des Fleiſches, der Fleiſchbruͤhen, roher ſchwerver⸗ daulicher, falziger und ſcharfer Dinge enthalten⸗ Er darf keine andre als leichte, duͤnne, ſchleimige Koſt genießen, Milch⸗ und duͤnne Mehlſpeiſen, Gerſtenſchleim mit ein wenig Eſſig, duͤnne Waſſer⸗ ſuppen aus Habermehl, Perlengerſte, Reiß mit Zitronenſaft, Brodſuppen, Weckſchnittchen mit Waſſer gekocht und mit ein wenig friſcher Schmatzbutter uͤbergoſſen, leichtes lockeres Brod, ſaͤuerliche Fruͤchte, reifes Ol pſ. Zum Gettaͤnke iſt Waſſer mit dem dritten Theil Milch gemiſcht dienlich, oder duͤnnes Gerſtenwaſſer, Waſſer mit Habergruͤtze abgekocht. Bey Hitze und Durſt muß man es mit Eſſig oder Zitronenſaft ſaͤuerlich machen und etwas Zucker dazu thun— einfache Molken, oder ſolche, worin Borſtorfer⸗ oder Renettaͤpfel abgekocht worden, die Molken mit Hahnebutten(Anh. Nr. 42.), die Buttermilch. Erhitzende, geiſtige und warme Getraͤnke muͤſſen vermieden werden. Solchen Leuten, die laͤngſt an ſtarkes Wein⸗ und Branteldeintrinken gewohnt waren, kann man doch, bey langwierigen Blut⸗ fluͤſſen, etwas davon zulaſſen. Ueberhaupt muß alles, was der Kranke genießet, . den Eſſen und Trinken, mehr kalt als warm ſeyn. . Man muß die Kleider des Patienten, wo ſie feſte anſchließen, die Strumpfbaͤnder und Kniäha auf vörzuͤglich ——— „ͤ—— un umg fite les lockeres Ben en Mſ. L 4 de iſ Waſſer ui ke 4 ½ 1, oher ſolche, nei — C dl de 1 ul, 1. in! 4 8 p A aund Becn rieinti 4 un doch, bey angeu aeen me d M Lleider 5 uinn 1 Kleider des 1 141 2 ¹ Sarunpſteche Von den Blutfluͤſſen. gog aufloͤſen. Sein Bette darf nicht zu ſchwer ſe und keine Hitze erregen. Daher ſind die Matrazz und Couverte beſſer als Federbetten. 3. Man muß alles vermeiden, was die Bewegung des Bluts verſtaͤrken kann. Der Kranke muß ſich daher ganz ruhig verhalten. Man ſorge, daß die Luft um ihn her nur gemaͤßigt warm, trocken und rein ſey, und verhuͤte, daß ſich nicht zu viele Menſchen bey ihm verſammlen, daß kein Geraͤuſch gemacht oder der Kranke beunruhiget werde. Er muß alle Gemuͤthsbewegungen ſorgfaͤltig vermeiden. 4. Wenn er nicht von ſelbſt gehoͤrig offnen Leib bekommt, ſo muß man ihm Klyſtiere aus ſauren Molken und Honig, oder aus einer Abkochung von Kleyen mit etwas Salz, Honig und Baumoͤl geben. Bey dieſem Verhalten werden die meiſten Blutfluͤſſe von ſelbſt aufhoͤren. Man kann in keinem Falle damitz ſchaden, wohl aber durch die eigentlichen blutſtillenden Mittel, wenn man ſie zu fruͤhe braucht. So lange die Kraͤfte des Blutenden noch nicht ſehr abnehmen, der Puls noch ziemlich voll, der Koͤrper uͤberall und gleich⸗ foͤrmig warm iſt, und das Geſicht und die Lippen ihre natuͤrliche Roͤthe behalten, ſo lange hat man von dem Blutfluß, wenn er auch noch ſo ſtark waͤre, nichts zu befuͤrchten; allein wenn der Puls klein, matt, und zitternd wird, wenn das Geſicht und die Lippen blaß und die Glieder kalt werden, wenn der Kranke Ohnmachten oder Ueblichkeiten und Herzwehe bekommt, ſo iſt ſchleunigs Huͤlfe noͤthig. §. 1567. Was man zu thun hat, wenn das Bluten aufhöret. b Wenn ſich der Blutfluß geſtillet hat, ſo muß man bie Kraͤfte nah und nach wieder herzuſtellen und die 9 vsr⸗ — P. — — — — ——— — — *. 210 Von den Blutflaͤſſen. verlohrnen Saͤfte zu erſetzen ſuchen. Die Kranken koͤnnen, außer denen im vorigen§. gemeldeten Nahrungs⸗ mitteln, das Gelbe von feiſchen Eyern mit gleichviel Waſſer und Milch verduͤnnet, duͤnne Fleiſchbruͤhen, Huͤhner, das junge weiche Kalbfleiſch, Rindfleiſch ꝛc. genießen. Ob ſie ſchon nach ſtarken Blutfluͤſſen ſehr entkraͤftet ſind, ſo darf man ihnen doch keinen Wein geben, oder nur ſehr wenig. Er koͤnnte gefaͤhrliche Ruͤckfalle verurſachen. Aus eben der Urſache muß der Kaffe und das Bier vermieden werden. Ueberhaupt muͤſſen alle dieſe Nahrungsmittel nur nach und nach und mit Vorſicht angewendet werden, weil der durch den Blutfluß geſchwaͤchte Koͤrper ſtarke Nahrung nicht gleich verdauen kann, und weil Nah⸗ rungsmittel, welche ſtark und ſchnell naͤhren, leicht machn köͤnnen, daß der Blutfluß wiederkommt. §. 16 8. Wie ſich die verhalten müſſen, welche zu Blutflüſſen geneigt ſind. Diejenigen, welche leicht Blutfluͤſſe bekommen, ſee moͤgen nun ſeyn, von welcher Art ſie wollen— von zu vielem oder ſcharfem Blute herruͤhren, muͤſſen eine ſehr maͤßige Diaͤt beobachten, ſich meiſtens an vegetabiliſche Koſt, Wurzeln und Kraͤuterwerk, Gartengewaͤchſe, Obſt und Kernfruͤchte halten, und wenig nahrhafte Speiſen, Fleiſch, Fleiſchbruͤhen, Milch und Mehlgerichte, Fiſche, Eyer und fette Sachen eſſen. Alles Gewuͤrze, hitzige Getraͤnke, Wein, ſtarke Biere, Brantewein, Kaffe, Chocolade, auch alle heftige Bewegung, ſtarke Hitze und Kälte— zumal die Erkaͤltung der Fuͤße— muͤſſen ſie vermeiden, auch ſich vor ſtarken Gemuͤthsbewegungen huͤten. Es iſt ihnen nuͤtzlich, wenn ſie ſich oftmals in maͤßigkaltem Waſſer baden. 1ä Buutitf 1 erſes en ua: . 4** 3 7 müſſen ale zas Ph. A 8 1 4 NA 3 mit Tarſict naan R ſ 4 8 * utuh 1 .2 Odaon. 2 4 uen kann, 9 2 ind p W 4 R. 4 1 wiederhma. 3 . 165 Feu/ velche zu Tac 1464 N de eicht Dl K herrühru, u 2 4. ich M 44 meiſent u verk, Gaua Von den Blutfluͤſſen. 21½ Man kann zwar auch durch Aderlaſſen die Vollbluͤ⸗ tigkeit vermindern und den davon abhangenden Gefahren zuvorkommen. Aber man verſchafft ſich nur auf eine kurze Zeit dadurch Sicherheit; und wenn das Aderlaſſen zu oft wiederholt wird„ſo ſchadet es mehr als es nuͤtzet. 9. 169. Beſondre Hülfsmittel gegen das Naſenbluten, wenn es zu ſtark iſt. Das Naſenbluten kommt unter allen Blutfluͤſſen am haͤufigſten vor, beſonders bey jungen Leuten, da es auch mehrentheils eine heilſame Wirkung der Natur iſt—. Es waͤre daher unvernuͤnftig es zur Unzeit zu ſtopfen; aber eben ſo ſehr, wenn man es gar nicht ſtillen wollte, wenn es allenfalls gar zu heftig iſt, oder zu lange dauert. dan laͤßt in dieſem Falle den Kranken entweder auf⸗ rechts ſtehen, oder wenigſtens beſtaͤndig den Kopf empor⸗ halten. Man giebt ihm alle halbe Stunde einen Loͤffelvoll Eſſig in kaltem Waſſer zu trinken und laͤßt ihn die Fuͤße bis an die Kniee in lauwarmes Waſſer ſetzen. Dieſes darf aber ja nicht zu heiß ſeyn. Er muß ſo lange darinn ſitzen bleiben, bis der Blutfluß nachlaͤßt. Man wickelt ein Stuͤckchen feine Leinewand zuſammen, tunkt es in Weineſſig oder ſtarken Brantewein und ſteckts in das blutende Naſenloch, anfaͤnglich nicht tief, hernach aber ſo hoch als moͤglich iſt. Man kann auch die Leinwand mit ausgedruͤcktem Brennneſſelſafte oder mit einer Aufloͤ⸗ ſung von Hauſenblaſe in ſchwachem Brantewein befeuchten. Wenn dieſe Mittel nicht helfen, ſo macht man Wicken von rohem Zunderſchwamm(ſ. im Anh. die 15. Abth.) und ſteckt ſie in die Naſe. Er kann auch zu Pulver geſtoßen und ſolches vermittelſt einer Federſpuhle in das Naſenloch geblaſen werden. Man muß aber jene Wicken, oder das ſich anſetzende geronnene Blut ſitzen laſſen, 2 bis ☛ ———— ————— 8 —— 4— 65 8 —,.—— k— 1..————— 4 — 8—— ————————— ———— ö—ſſſſſſſſſſſſ— —————— 2—— — 212 Von den Blutfluͤſſen. bis es von ſelbſt abgehet, ſonſt faͤngt das Bluten von neuem an. Bey den gefäͤhrlichſten Umſtaͤnden befeuchtet man Tuͤcher mit kaltem Waſſer und Eſſig, oder mit Eſſig, in den man eben etwas Kochſalz geworfen hat, und legt ſie über die Stirn und auf die Gegend der Herzgrube. iſt das heftigſte Naſenbluten in einem Augenblicke geſtillt worden, wenn man kalte Auſſchlaͤge uͤber das Gemaͤchte angebracht hat. Sonſt wird noch mehreres geruͤhmt, z. B. daß man den Kranken erſchrecken— daß man ihm kaltes Waſſer uͤber den Nacken gießen, Binden an die Arme und Beine legen ſolle ꝛc. Aber dieſe Mittel ſind unſicher, und man kann ſehr ſchlimme Zufaͤle dadurch veranlaſſen. Peſondere Verhaltungsregeln beym Blutſpeyen⸗ Wenn mit Huſten oder Rauſpern rothes duͤnnes Blut ausgeworfen wird, ſo nennt man es das Blutſpeyen. Es iſt allemal eine ſehr gefaͤhrliche Krankheit; mehrentheils folgt die Lungenſucht darauf. Alle heftige Bewegung des Koͤrpers kann Gelegenheit dazu geben, ſchleunige Abkuͤh⸗ ltung, wenn man warm iſt, aͤußerliche Gewaltthaͤtigkeit, welche die Bruſt trifft, ein Schlag, Stoß oder Fall, das Heben einer ſchweren Laſt, ſtarkes Rufen oder Tanzen—. Oft kommt es von Verſtopfungen und Verhaͤrtungen in der Lunge her, und dann iſt es ſehr gefaͤhrlich. Es kann auch von einer Schaͤrfe im Blute herkommen, oder von ſcharfen Sachen, welche in die Lunge gekommen. Nanch⸗ mal entſteht es ohne vieles Huſten, bey Vollbluͤtigen, wenn die natuͤrlichen und gewohnten Blutausleerungen, die monatliche Reinigung, guͤldne Ader, das Naſenbluten unterdruͤckt wordsn. 35 of * n R den Dutiſe geder 4 ichſte 1 1 1 lmf aſſer g 68, ka nt e4 ah zewun ze ſ dir G 5 Kluten in einm n kal 4 Auſſchag a⸗ de a mehrerts grihm, len— daß nen 4 en, Dinden un zaan dieſe Mitul ſad vr Sufäͤhe dadarch neriee 6. 170. erhaltunz regeln kon be en oder Räuſpen utßt gennt mm 4 Kb f Nlich dt Knkat rauf. Ale hett t dazu geden, g em iſt, Auzerche 4* S Berſtopfunzn m * „ 3 die 4 dn f 4 5 1 U i 4 Huſtet, X epodaten du aoͤldne M⸗ u het, ſent ſing u be t Geam. Nand R he Von den Blutfluͤſſen. 21⁵ Ich habe ſchon bemerkt, daß das Blutſpeyen allemal eine ſehr gefaͤhrliche Krankheit iſt: dasjenige indeſſen, welches bey ſonſt geſunden Perſonen als Folge der Voll⸗ bluͤtigkeit ſich einfindet, iſt nicht ſo gefaͤhrlich, als dasje⸗ nige, welches ſich als Folge von ſchon vorhergegangenen Krankheiten der Bruſt einſindet und oftmals wiederkommt. Diej ſes gehet in den allermeiſten Faͤllen in die Lungenſucht uͤber. Demjenigen, welcher Blut auswirft, ſtichts entweder auf oder in der Bruſt, oder nicht. Im erſten Fall muß er r. ſich genau nach den im§. 166. vorgeſchriebenen Regeln halten; er darf ſich gar nicht bewegen, nicht viel oder laut reden, lachen, und ſo wenig als ihm moͤglich iſt, huſten. Seine Stube und Bette darf nicht warm, die Decke nicht ſchwer ſeyn, er darf nichts erhitzendes und warmes, aber auch nichts gar zu kaltes weder eſſen noch trinken. 2z. Er muß ſogleich und reichlich zur Ader laſſen, 8 iſt gleichguͤltig, ob am Arm oder am Fuß. 3. Er muß haͤufig von den obenempſohlenen ſchlei⸗ michen und ſauerlichen Getraͤnken— kuͤhles Waſſer fuͤr ſich, oder mit Weineſſig vermiſcht, trinken. Doch muß weniger Eſſig genommen werden, wenn der Huſten ſtark iſt. Auch Klyſtiere von Molken und lauwarme Fuß⸗ baͤder ſind nuͤtzlich. 4. Wenn das Blutſpeyen aufgehoͤrt hat, ſo muß noch ein gutes Verhalten(nach dem 167. und 187.§.) beobachtet werden. Es iſt ſehr rathſam noch einige Zeitlang Molken zu trinken. Im andern Fall, wenn der Kranke keine Schmerzen auf der Bruſt hat; aber engbruͤſtig und dabey ſchwach und ausgemergelt iſt, ſo muß . 1— —“——— 9 8*——— — Z— 2 9 3 1. bas —————— — ——— —— — — — 8 ½ Von den Blutfluͤſſen. *. das Verhalten zwar meiſtentheils das naͤmliche ſeyn; aber man laͤßt nicht zur Ader, und macht das Getraͤnke nicht ſaͤuerlich. duͤnner Gerſten⸗ und Haberſchleim, Milch mit Waſſer gemiſcht— ſchicken ſich am beſten dazu. Sie muͤſſen in Menge getrunken werden. Auch muß der Kranke. 8 ℳ☛ 2. erweichende Klyſtiere gebrauchen, und 3. alle drey oder vier Stunden einen reichlichen Loͤffel voll friſches und kaltgeſchlagenes Leinoͤl einnehmen. Bey einem geringen Bluthuſten iſts genug, wenn man taͤglich nur zweymal davon nimmt. Auch Baumoͤl iſt dienlich, nur muß es rein und ohne auffallenden Geſchmack und Geruch ſeyn. In Ermanglung eines guten Lein⸗ oder Baumoͤls iſt das friſch ausgepreßte Oel aus ſuͤßen und friſchen Mandeln anzuwenden. Dasjenige Blutſpeyen, ſo von ſcharfem Staube oder Duͤnſten, die man eingezogen hat, herruͤhret, erſordert die naͤmlichen Mittel, Oele und haͤufige ſchleimige Getraͤnke. Wenn der Kranke nach dem Blutſpeyen Huſten mit ſchleimigem und endlich eiterigem Auswurf behaͤlt, dabey ſeine Kraͤfte verlieret und ein ſchleichendes Fieber bekommt, ſo hat ſich eine Lungenſucht erzeugt. Man kann ihr oft noch vorbeugen, wenn man fruͤhe genug die Ghi lichen Mittet dagegen gebrauchet. §. 1 7 1 9 — und beym Blutbrechen. Die naͤmlichen Urſachen, welche zum Blutſpeyen Gelegenheit geben, koͤnnen auch ein Blutbrechen hervor⸗ bringen. Hier iſt das Blut ſchwaͤrzlich und geronnen, und Bloßes Waſſer oder ——— Inten Lein am da .* *½ 9** R 34 ſde 4 3 1 I wen, ſo den ſcheim “““ Insezegen dal, hetnhe Oele n hi A Lach der eiterigem Auswrſt 11 8 81 7 5 . 4 à nd ein ſchleichendes pe n ſucht erzeugt. Nn. 41 man fruͤhe gans e Von der Melancholie und dem Wahnſinn. 215 und die Kranken haben vorher, ehe ſie es wegbrechen, Magendruͤcken und Ekel. Es iſt eben das Verhalten noͤthig wie bey dem Blut⸗ ſpeyen, die groͤßte Ruhe, gelind ſaͤuerliche und ſchleimige Getraͤnke, oͤftere Klyſtiere und Fußbaͤder—. Waͤhrend dem Brechen kann man die Glieder mit Wein oder Wein⸗ eſſig waſchen und kaltes Waſſer mit Eſſig auf die Herz⸗ grube uͤberſchlagen. Das Aderlaſſen iſt ſelten noͤthig, außer wenn der Kranke ſehr vollbluͤtig iſt, oder ein ſtarkes Fieber hat. Zehnter Abſchnitt. Von den Gemuͤthskrankheiten, der Melancholie, Albernheit und Tollheit. §. 172. Verſchiedenheit dieſer Frankheiten, ihre Zufälle und Urſachen⸗ Ln die hitzige Fieber haben, ſind oftmals irre dabey, wahnfinnig oder raſend. Dieſes iſt ein Zufall des Fiebers. Oft macht aber auch der Wahnſinn eine Krankheit fuͤr ſich aus. Da iſt kein, oder doch kein ſonderliches Fieber dabey. Es giebt gar vielerley Gattungen dieſer Krankheit. Man unterſcheidet hauptfaͤchlich die Schwermuth, Me⸗ lancholie, die Albernheit und die Tolhheit. Jede von dieſen kann fuͤr ſich entſtehen, oft entſteht auch eine aus der andern. Melancholiſche Leute ſind furchtſam, traurig, verzwei⸗ felnd: ſie erſchrecken leicht, ſie haͤngen mehrentheils einem gewiſſen Gedanken nach, und werden von andern Gegen⸗ ſtaäͤnden weniger geruͤhrt; manche machen ſich Religions⸗ ſcrupel(da ſagt man, daß die Leute geiſtliche Anfechtungen 08 4 haben). . 5—— — — S ais Von der Melancholie haben). Sie lieben die Einſamkeit, ſind ſtille, nach⸗ denkend, argwoͤhniſch, oft graͤmen ſie ſich um einer Kleinigkeit willen— dabey werden ſie bleich im Geſichte und ſchwach, ohngeachtet ſie immer noch guten bpen haben. Ihr Puts ſchlaͤgt traͤge und langſam. Sie ſind verſtopft, mit Blaͤhungen geplagt. Oft klagen ſie uͤber Aengſtlichkeit, Druͤcken in dem Magen, Herz zwehe, manch⸗ mal bekommen ſie galliges Erbrechen. Die Albernen find l langſam, gegen alles gleichguͤllig, fie koͤnnen gar nicht denken, nichts beurtheilen. 1 Die Tole en, Raſenden haben mehr Thaͤtigkeit. Sie ſind manchmal ausſchweifend luſtig, laͤrmend und kuͤl hn, ein andersmal furchtſam und menſchenſchenu. Sie ſind hoffaͤrtig jaͤhzorn nig, rachgierig, boshaft. Der Kopf, das Geſicht und die Augen ſind ihnen warm, ſie haben Kopfiwehe, K elingen vor den Ohren, wenig und unruhigen Schlaf. Sie koͤnnen lange hungern, und die groͤßte Kaͤlte ertragen. Oft ſind ſie unglaublich ſtark.— Endlich werden ſie voͤllig dumm und ſinnlos. Dieſe traurige Krankheiten koͤnnen von gar vielerl eh ürfachen entſtehen. Am gewoͤhnlichſten kommen ſie von lange fortgeſetztem Genuſſe harter trockner Speiſen bey voͤlliger Unthatigkeit; von oͤfterer ſchwerer Arbeit bey großer Hitze, wovon das Blut dicke wird, von großer Entkraͤftung durch zu haͤnfigen Beyſchlaf oder fruͤhe Selbſt⸗ befleckung, von njederſchlagenden Semuthsaſfeten, anhals tenden Sorgen, Kummer, tiefer Traurigkeit. Ueber⸗ haupt entſtehen ſie ſehr gern, wenn die Seele ſich anhaltend mit einem Gegenſtande, mi it Ausſchließung anderer, beſchaͤf⸗ tiget. Manchmal folgen ſie nach andern Krankhagn 3. B. von zur uͤckgeſch! lagener Kraͤtze ꝛc. Wahnſinnige Weibsperſone en kommen oft wieder zur Vernunft, wenn ſie ſchwanger werden, manche ſi ſind nur waͤhrend der S Schwangerſchaft ft wahnſt nnig. Oſt werden auch —— — ine 16 23 lraa⸗ un ln 2 N Nazn 5 „ e 1 5* e ſch 4— nencäaſte 3„ tach 18, dasda 1* 9 9„ 1 ntheiten kann we * 2. 44 ewoͤhnlichſten he 2 4„ 9 86 uſſe harter teoched ** pon öſterer ſchert 4 B 3t dich 6 84 2 vͤ 8 1* daänſigen de hlaf he dlagenden Gemttzice umer, tiefer wanger werden, 3 t wahafmt 1 ſchaf und dem Wahnfinn. 21p auch Woͤchnerinnen melaucholiſch oder raſend: die Krankheit dauert bey il ihnen aber ſelten fort, ſondern iſt gewoͤhnlich nach kuͤrzerer oder laͤngerer Zeit heilber. §. 173. Wie die Diät der Melancholiſchen und Wahnſinnigen muß eingerichtet, und wie ſie ſonſt müſſen behandelt werden. Durch eine gute Lebensordnung, ſchickliche Speiſen und Getraͤnke und einige diaͤtetiſche M dittel kann man weit mehr zur Heilung der M elancholie und des Wahnſinns beyrragen als durch eigentliche Arzneyen. Dergleichen Kranken ſind mehrentheils gefraͤßig. Sie eſſen alle les was ihnen vorkommt. Man darf ihnen aber keine harten trockenen Speiſen, getrocknetes, eingepoͤckeltes und geraͤuchertes Fleiſch, zumal hartes und zaͤhes Fleiſch von alten Thieren, grobe Fiſche, rohe Mehlſpeiſen, Huͤlſenfruͤchte, herbes unzeitiges Obſt, alten Kaͤſe, auch nichts ſcharfes, keine Gewuͤrze, Knoblauch, Zwiebeln zc. geben. Dieſe Dinge vermehren die Dickbluͤtigkeit, beſchweren den Magen, und reitzen die empfindlichen Nerven, daher unterhalten und verſchlimmern ſie die Krankheit. Auch das dicke Bier— der Brantewein, die Ligneure, der Kaffe, ſind ihnen nachtheilig. Der Wein kann zwar denjeni gen, die ſeiner gewohnt gewe⸗ ſen, zum Getxaͤnke erlaubt werden; aber es darf kein ſtarker hitziger? Wein ſeyn, und ſie dͤrfen nur gar wenig dovon, und nicht pur, ſondern mit Waſſer vermiſcht trinken. Sie muͤſſen lauter leichte Speiſen bekommen, vor⸗ nehmlich Pflanz enwerk, Wurze in, Gemuͤſe, Salatkraͤuter, Endivien, Lattich Kohl, Spinat, Sauerampfer, die jungen Blaͤtter von Zichorien und Loͤwenzahn, die ſehr keſcht ich in Suypen, als Gemuͦ uͤſe und Salate muſſen gegeſten — —— õ —— ——— —— 8 — — ſ— 2* 35 4 4——— α— oö——————————— ——————— ———— 5= 1————————— ʃ——* —————,— 8———— 9— —————— 1— —* ———* —— 218 Von der Melancholie gegeſſen werden— friſches reifes Obſt, ſaftige ſuͤßſaͤner⸗ liche Fruͤchte, Kirſchen, Erdbeeren, Derulleehen. Wein⸗ trauben, die gar oft die Melancholie und die heftigſte Wuth ganz alleine geheilt haben, wenn man ſie einige Wochen lang hintereinander in Menge eſſen ließ. Sie wirken am kraͤftigſten, wenn ſie des Morgens nuͤchtern, und ſo haͤufig genoſſen werden, daß ſie einen Durchfall erregen.— Mit Eſſig eingemachte Sachen, Gurken, Kapern—, leichtes wohlausgebackenes Brod, müͤrbes Fleiſch von jungen Thieren, kleine Voͤgel, Bachfiſche Krebſe ꝛc. und zum ordentlichen Getraͤnke reines Waſſer, ein leichtes Halbbier, Sauerwaſſer, Decocte von Wurzeln. Diejenigen, die niedergeſchlagen, melancholiſch, ſchuͤchtern ſind, muß man anhalten, daß ſie ſich fleißig bewegen. Man muß ſie auf allerley Art, durch Geſell⸗ ſchaft, Spiele, Muſik, zur Freude und Hoffnung ermun⸗ tern und ihre Gedanken zu zerſtreuen ſuchen: man muß ſie reiſen laſſen, an Orte bringen, wo etwas Neues zu ſehen iſt; man darf ihnen nie geradezu widerſprechen, wenn ſie auch Ungereimtheiten vorbringen. Man muß es auf alle Art zu verhuͤten ſuchen, daß ſie nicht in ſolche We hi wuſe kommen, durch welche die Gedanken, denen ſie beſonders nachhaͤngen, rege gemacht werden koͤnnen. Man muß es zu verhuͤten ſuchen, daß die Raſenden ſich und andern nicht ſchaden. Daher iſt es gut, wenn ſie zur Zeit der eingeſperrt werden, und wenn alles entfernt wird, was ihre Raſerey unterhalten und verſtaͤrken kann. Wenn man dieſes thut, ſo iſt das Binden und Feſſeln ſolcher ungluͤck⸗ lichen Leute eben ſo wenig nothwendig, als es Drohungen und Strafen ſind, die weit oͤfter die Raſerey vermehren, als daß ſie dieſelbe mindern. Man muß daher mit Beſtra⸗ fungen aller Art bey jeder Art des Wahnſinnes ſehr vor⸗ ſichtig ſeyn, und das Elend ſolcher Ungluͤcklichen durch Miß Raſerey in ein wohlverwahrtes Zimmer ——— — 4½ 4 ν „ p 1e 4 dur Frahe uü ie 8 2 1 e 8 1 11 un „4 3 3 1 8 3 Ain 3 1 4 de S hah ʃ½* 34 din derde n — 44 NN AIA a ein vaſdernahi. und dem Wahnſinn. 219 Mißhandlungen nicht vermehren. Kann man durch eine ſanſtere Begegnung mit ihnen zurecht kommen, ſo iſts Barbarey, wenn man ſie mit Haͤrte behandelt. Eben dadurch werden ſie noch unheilbarer. Niemals dauert auch die heftigſte Raſerey immer in gleicher Staͤrke fort. Die Kranken haben zuweilen lange ‚Zwiſchenraͤume, wo ſie ſich viel leichter befinden, vernuͤnf⸗ tiger ſind, und vernuͤnftigen Vorſtellungen Gehoͤr geben. In dieſem Zeitpuncte muß man ihnen, aber immer mit der nothwendigen Vorſicht, einige Freyheit geſtatten, man muß ſie zu zerſtreuen ſuchen, und vornehmlich in dieſem Zeitpuncte muß man ſich bemuͤhen, ſie durch Heil⸗ mittel von ihrer traurigen Krankheit zu befreyen, ſo wie auch alsdann alles anzuwenden iſt, um ihren Gedanken eine andere Richtung zu geben. §. 174. Fortſetzung des vorigen. Die uͤbrige Behandlung der Melancholiſchen und Raſenden muß in einigen Stuͤcken etwas verſchieden ſeyn, je nachdem ſie ſich entweder in dieſen oder jenen Umſtaͤnden befinden. Denjenigen, die geſchwind reden, die einen warmen Kopf, rothe Augen und trockne Lefzen haben, die kuͤhn, jaͤhzornig und wuͤthend ſind, darf man weder Fleiſch noch Wein, noch ſonſt etwas erhitzendes geben. Man muß ihnen 1, am Fuße zur Ader laſſen. Da muß man aber wohl Acht geben, daß ſie hernach die Binde nicht abreißen und ſich verbluten. 2. Man muß ſie taͤglich viermal, jedesmal ein Paar Eßloͤffelvoll Weineſſig nehmen, und dabey reichlich Molken trinken laſſen. Es iſt gleichguͤltig welche, doch Bon der Melancholie doch iſt N. 39.* am vorzuͤglichſten. Man kann ſie mit Honig verſuͤßen. Aber ſie muß in Menge, täglich zu einer bis anderthalb N Naaß, und zwar eetliche Monate lang getrunken werden. 3. Man giebt ihnen zum oͤftern Kiyſtiere von Maltat — Eſſig und Honig. warmem Waſſer, der Kopf muß ihnen waͤhrend dem Bad, und auch ſonſt zum oͤftern mit kaltem Waſſer gewaſchen wer de n. Jene hingegen, die niedergeſchlagen, furchtſam und ſchwach ſind, die leicht eiſchrecken, und gelb, ſchwarz⸗ gelb, erdſarben im Geſt ſicht ausſehen, vertragen das Ader⸗ laſſen nicht ſo leicht. Man gebe ihnen r. einen Trank von Zichorien, Loͤwenzahn, Quecken und Klettenwurzeln. Man kocht ſie, von jeder eine gute Handvoll, in einer Maaß Waſſer und verſuͤßet lange trinken. Man kann die Kranken manchmal ein Stuͤck Hering eſſen laſſen, damit ſte Durſt bekommen. Auch die Wurzeltiſane(einh. Nr. 21.) iſt ihnen dienlich, oder ein Dekokt von L Queckenwurzeln mit Molken, und das Selzerwaſſer. Man kann dieſes im Fruͤhling oder Herbſt, fuͤnf bis ſechs Wochen lang, entweder fuͤr ſich oder mit dem vierten Theile Vesennns ich gemiſcht, trinken laſſen. 42 voll von den ausgedruͤckten Saͤften von Grasblaͤttern und Wurzein, Loͤwenzahn und Zichorien mit Honig verſuͤßt, nehmen und z. gebe ihnen alle Tage ein oder zwey alteritende Klyſtiere(Anh. Nr. 3.) Mit 4. Man badet ſie die Woche ein Paarmal in milch⸗ Man laſſe ſie alle Tage ein oder zwey Theekoͤpſchen die Bruͤhe mit Honig. Davon muͤſſen ſie viel und —— —————- . 4„ Ait ders 99 4 3 NM 6 * 8 f ½ ant h, Wru 7 8 „ aehe Uan „ 3 8 n AMen 1 9 1 dan hot ſe a „ 11 N 1 ₰ 8. 1. Iuu de die Kranke mueat S h AAu 1 N mne(A N Jt 1 8 3 6 4 N N L ¹ — 4 4 ra 3 3 n Herdt, M 4 1111 4 4 4 dee M . 4 h krintm hs * 1„ 4 23 1mn M We 281 und dem Wahnſinn. Mit dem allen fahre man eine gute Zeitlang fort. Man laſſe auch den Kranken 4. wenigſtens ein Paarmal die Woche in einem lau⸗ warmen halben Bad ſitzen. Allemal wenn er aus dem Bade kommt, muß ihm der Unterleib mit einem Stuͤck Flanell wohl gerieben werden. Der Wahnſinn, welcher von Entkraͤftung, von zu großen Ansleerungen, von der Selbſtbefleckung ꝛzc. her⸗ ruͤhret oder nach ſchweren Krankheiten entſteht, kann nicht anderſt als durch ſtaͤrkende Mittel geheilt werden. Aber die muß ein Arzt verordnen. §. 1734 Wie ſich diezenigen verhalten müſſen, die wieder zurechs gekommen ſind. Auch dieſe Krankheiten machen Ruͤckfaͤlle, und dann ſind ſie allemal hartnaͤckiger, als ſie vorher waren. Die⸗ jenigen, welche geneſen ſind, muͤſſen 1. alle Urſachen ſorgfaͤltig vermeiden, welche ihnen die Krankheit zugezogen hatte.— Jungen Leuten, die ſich ſelbſt beſlecken, iſt ſchlechterdings nicht zu helfen, ſo lange ſie nicht davon ablaſſen. z. Sie muͤſſen keine, oder nur wenig trockne und grobſaftige Speiſen eſſen und ſich fleißig bewegen, damit ſie deſto beſſer verdauen. Sie muͤſſen viel trinken; aber keine erhitzenden geiſtigen austrocknenden Getraͤnke; ſondern Waſſer, Waſſer mit Milch, ſaure Milch, Molken. z. Sie thun wohl, wenn ſie ſich oft in fließendem Waſſer baden, und ſich alle Tage den Kopf mit kaltem Waſſer waſchen. Eilfter Eilfter Abſchnitt. Von denjenigen Krankheiten, wo einzelne Theile vorzuͤglich leiden. Von den Augenkrankheiten, dem Augen⸗ wehe, der Blindheit ec. 9. 176. Urſachen und Verſchiedenheit der Augenentzündungen. D. Augenentzuͤndungen ſind unter den Landleuten gar gemein. Oft entſtehen ſie von innerlichen Urſachen, von einer Schaͤrfe im Blute, auch nach andern Krankheiten z. B. den Blattern und Maſern. Am meiſten aber werden ſie von aͤußerlichen gewaltſamen Verletzungen der Augen, durch Stoßen, Schlagen— von den rauchenden Stuben, vom Rauch beym Schwenden des Landes, vom Staub beym Getreidedreſchen, Worfeln und Ackern, beſonders da, wo die Aecker gekallt werden— vom Zuruͤckprallen der Sonnenſtrahlen, vom Schnee, ſtarken Nordwinden u. dergl. verurſachet. Sie ſind in Anſehung ihrer Staͤrke und Dauer ſehr verſchieden. In den meiſten Faͤllen ſind nur die Augen⸗ lieder und das Weiße in dem Auge roth, geſchwollen und ſchmerzhaft, manchmal wird aber auch das ganze Auge angegriffen; oft ſind es beyde Augen zugleich, oͤfters aber nur eins, und zwar abwechſelnd eins um das andre, und in dieſem Fall iſt die Krankheit hartnaͤckiger⸗ Wenn die Entzuͤndung ſehr ſtark iſt, ſo iſt gewoͤhnlich ein Fieber dabey, und die Krankheit endiget ſich bald⸗ Diejenigen Augenentzuͤndungen, die von ſcharfen Saͤften herkommen, ſind meiſtentheils ſehr langwierig⸗ §. 177. er Aenerraar. 4 4 1 . 4 2„ 9 dt. 1 4 * 1 ſſe B 4 3„„ . 4 A 1— 1 * „. m ““ ʃ 4 8 e 8 2* „ 3 44 A 4 J— vird 4* 44 82 434 „ JIna ge9 44⁰0 ecen 4 * 33ʃ* 4— „ 6 43 hi Khee * 17 4 1 ) 1 S K 4 ae Dungplaͤtzen aufhaͤlt, ler ha bal ⁴ 5 1 ven imrica b Von den Augenentzuͤndungen. §. 177. Wie man ſich bey Augenkrankheiten verhalten muß. Bey allen Augenkrankheiten muß man ſich vor Rauch, ſcharfem Staub und Duͤnſten huͤten. Es iſt nicht zutraͤg⸗ lich, wenn man ſich lange in den Viehſtaͤllen und auf den oder an Orten, wo es zu helle iſt. Man darf daher weder das Sonnenlicht, noch den Schein vom Feuer oder dem Lichte in die Augen fallen laſſen. Man muß alle Erhitzung vermeiden. Man darf weder Tobak rauchen noch ſchnupfen und keine groben ſtarkge⸗ ſalzenen oder ſcharfen, ſondern nur milde und leicht ver⸗ dauliche Speiſen genießen. Bloßes Waſſer, Waſſer mit Milch, abgeſottenes Gerſtenwaſſer und die Habertiſane (Anh. Nr. 28.) ſind allemal die beſten Getraͤnkarten. Starke Getraͤnke ſind nachtheilig. Oefters hat die Ent⸗ haltung vom Wein ganz alleine geholfen. §. 173. Wie man die friſchen Augenentzündungen behandeln mut Eine geringe Ent, zuͤndung der Augen, die etwa von eingefallenem Staub, Sandkoͤrnchen u. dergl. oder auch von der Sonner nhitze verurſacht worden, laͤßt ſich leicht heben, wenn man die Augen oftmals mit warmem Waſſer und Milch waͤſcht. Man kann dasjenige, was ins Auge gekommen iſt, leichtlich wegbringen, wenn man das Augenlied, unter welchem es ſteckt, ein wenig aufhebet und uͤber das andre in die Hoͤhe zieht, dann mit einem duͤnnen Stuͤckchen Leinwand unter demſelben, von einem Augenwinkel zum andern hinfäͤhrt, ſo haͤngt ſich das was im Auge iſt, daran. Wenn aber die Entzündang betraͤchtlich iſt, der Kranke heftige Schmerzen in den Augen, ſtarkes Kopfwehe und fieberhafte Zufaͤlle hat, ſo muß man ihm 1) vor 224 Von den Augenentzuͤndungen. 1. vor allen Dingen am Arm zur Ader, oder vier b6 faͤnf Blutigel unter den Augen anſaugen, und wenn ſie abgefallen, die Wunden ſo lange bluten laſſen, bis es von ſelbſt aufhoͤret. 2. Man gebe ihm je uͤber den andern Tag einen Loͤffel⸗ voll praͤparirten Weinſtein: man laſſe ihn Molken und ſaͤuerlichen Gerſtentrank trinken, lauliche Fuß⸗ baͤder oder halbe Baͤder gebrauchen. Ueberhaupt man beobachte alles, was bey entzuͤndungsartigen Krankheiten(im 66.§. u. f.) angerathen worden. 3. Wenn die Entzuͤndung von einer aͤußerlichen Gewalt herruͤhret, ſo iſt es von großem Nutzen, wenn man gleich anfangs kaltes Waſſer mit leinenen Tuͤchern uͤber das Auge ſchlaͤgt, und damit umwech⸗ ſelt, ſo oft es ein wenig warm geworden. Im Winter kann man auch Eis oder Schnee in ein Tuͤchelchen gebunden uͤberlegen. Wenn aber die Eatzuͤndung ſchon einige Zeit gedauert hat, und eine ſcharfe beißende Feuchtigkeit aus den Augen fließet, ſo lege man das Mark von gekochten Aepfeln, Eyerweiß oder einen Brey von Weckgruͤmmeln mit Milch gekocht, uͤber. Wenn die Entzuͤndung nach dieſen Mitteln etwas abgenommen hat und die Schmerzen aufhoͤren, ſo kann man die Augen oͤfters mit etwas Wein, oder mit kaltem Waſſer, worunter ein wenig reiner Brantewein gemiſcht worden, auswaſchen. Man darf keine ſcharfe Augenwaſſer odoe fette Augenſalben brauchen, wenn ſie auch noch ſo ſehr geruͤhmt werden; ſie ſind gefaͤhrlich, weil ſie die Entzuͤndung ſo leicht verſtaͤrken, und Eiterung in den Augen und Blinde heit verurſachen. 6. 179⸗ ☛— Rrant dntb 2 3 4 6* l Nu Keohm anfangs katns Sa 22 M 143 84* wen n 1 den dr „ „ 4 7 4„. — 4 0* Me. d* 4 4 4 42 4 6 eag I 6 . 6 n. 4 4½„ . Nw. 2 4 „ Aode 4 11 K 4 41 eln 8* An K DVon den Augenentzuͤndungen. 225 §. 179. Wie die langwierigen Augenentzündungen und triefende Augen geheilt werden können. Fuͤr langwierige Augenentzuͤndungen, wo beſtaͤndig eine ſcharfe ſalzige Feuchtigkeit aus den Augen fließt, hilft es viel, wenn man 1. eine lange Zeit die Habertiſane(Anh. Nr. 28.) taͤglich zu zwey, drey Schoppen, oder die blutrei⸗ nigende Wurzeltiſane(Anh. Nr. 21.), oder Molken trinket. In hartnaͤckigen Faͤllen kann man auch blutreinigende Kraͤuterſaͤfte, z. B. von Erdrauch, Löwenzahn, Bachbungen, Quecken ꝛc. dabey brauchen und woͤchentlich einmal ein gelindes Laxiermittel einnehmen. 2. Man laͤßt ohngefaͤhr den ſechsten Theil von einem Quentchen Gallitzenſtein oder weißen Vitriol in einem guten Trinkglas voll Waſſer ſchmelzen, und waͤſcht die Augen oft damit aus, oder man tunkt Laͤppchen darein und legt ſie uͤber. Dieſes Augen⸗ waſſer darf aber kein ſtarkes Beißen im Auge erre⸗ gen: thut es dieſes; ſo muß es mit noch etwas Waſſer verduͤnnet werden. Auch ein Saͤlhchen aus dem Weißen von einem Ey und einer Erbſen groß Alaun, wohl zuſammen geklopft, kann mit Nutzen uͤbergebunden werden. Man braucht eben dieſe Mittel bey triefenden Augen, wenn bloß die Augenlieder leicht entzuͤndet ſind, und viele Feuchtigkeiten abfließen. 4 Wenn das Uebel nicht gar zu ſchlimm und eingewurzelt iſt, ſo helfen ſie faſt allemal. Sonſt muß man außerdem noch oͤftere Fußbaͤder brauchen, ein Blaſenpflaſter in den Nacken oder hinter das Ohr oder die Seidelbaſtrinde an den Arm legen—. Auch etliche Blutigel gleich unter 4 P 4 4 dem — 2 ——— — 4 4 226 Von den Augenentzuͤndungen. dem leidenden Auge angeſetzt, leiſten große Dienſte, und die Heilung der Entzuͤndung kann ohne ſie entweder nicht, oder nur ſchwer bewirket werden. Man muß die Stellen, wenn die Blutigel abgefallen ſind, wohl ausbluten laſſen. §. 1 8 9. Einige Mittel für ſchwache Augen. Diejenigen, welche ein ſchwaches Geſicht haben und zu Augenkrankheiten geneigt ſind, muͤſſen ſich die Augen oͤfters mit kaltem Waſſer waſchen. Sie muͤſſen ſichs zur Gewohnheit machen, allemal die Augen auszuwaſchen, ſo oft ſie an ein friſches fließendes Waſſer kommen. Das erhält das Geſicht gut und iſt eins der beſten Mittel gegen langwierige und oft wiederkommende Augenennjäne dungen. Sonſt hilfts auch etwas gegen die Schwoͤch der Augen, wenn man Raute in Waſſer kocht und den Dampf davon, nicht zu heiß, an die Augen gehen, oder ſich von einem geſunden Menſchen, welcher Raute gekauet hat, die Augen anhauchen laͤßt. Bey ſehr heißer ſtiller Witterung bekommen manch mal die Leute in kurzer Zeit ein bloͤdes Geſichte. Sie können zur Nachtzeit nicht mehr ſo recht ſehen, wie ſonſten. Da hilft man ſich bald, wenn man die Augen einigemal uͤber den Dampf von heißem Waſſer haͤlt. §. 181. Urſachen der Blindheit. Warnung vor unbedachtſamem Gebrauch der Augenmittel. Das Geſicht kann durch vielerley Urſachen verloren gehen: wenn die Augen nach Entzuͤndungen eitern, wenn ſich Felle uͤber den Augen erzeugen, Woͤlkchen und Ftecken in 1 mnhau , leißzen M 4,5 Dan 0 dn en ſind, dehl aäsßäan. 9 18 Ar ſchvahe Men. t ein ſchwaches Liit ſa neigt ſind„Riſan a jtu twaſchen. Lh riſa i 1n die Jugn uz fießendes Vafr me und iſt eins de ifn eft wirderktmnen hen ttwas gegen dir Ehn te in Waſſer kicht wn⸗ an die Angen geſen, di den, walchtr Naun gia ft. ler Witterung bemm „ Zeit ein blödes Gijtn madr ſe recht ſch, N 8 d* 4 3 Aazennute dunch viekeriey! lnagat —— 14 mi N. ſan de d Augenfehler und ihre Urſachen ſo deutlich zu maͤchen, Staaroperateurs, 5 46 anbedactunm Von den Ohrenkrankheiten c⸗. 227 in den Augen— der graue und ſchwarze iſt nicht moͤglich, die Kennzeichen Staar ꝛc. Es dieſer verſchiednen daß uc Nichtaͤrzte ſie unterſcheiden und beurtheilen koͤnnten. Man frage allemal bey Zeiten einen verſtaͤndigen Arzt oder Wundirh um Rath, wenn man dergleichen merket, und huͤte ſich vor dem eigenmaͤchtigen Gebrauch ſcharfer und beizender Augenmittel, deren gar viele geruͤhmt werden. Im Anfange kann man oft noch-helfen; aber eben ſo leicht kann man auch ſolche Augenfehler, die noch heilbar waren, durch unſchickliche Mittel ſo ſehr verſchlimmern, daß keine Huͤlfe mehr moͤglich iſt. Daher werden auch kranke Augen uuch die vieten herumziehenden Augenaͤlzte, a. dergl. gewoͤhnlich und leider! oft ſo verdorben, daß duch der geſchickteſte Arzt nicht mehr zu helken vermag⸗ 1 Von den Ohrenkränkheiten, Schmiergen und Klinge in den Ohren, dem ſchweren Gehoͤr und de Taubheit. §. 182. b Was man bey Ohrenſchmerzen von innerlicher Entzündung, Fluſſen ꝛc. zu thun hat. Eine Entzündung der innerlichen Theile des Ohrs verurſachet heftige klopfende und brennende Schmerzen tief in den Ohren, mit einem ſtarken Fieber, bisweilen mit Irreden und Zuckungen. Es iſt eine gefahrliche Krank⸗ heit, die geſch winde Huͤlfe erfordert. Man muß zur Ader laſſen, Blutigel hinter die Ohren ſetzen n, Fußbaͤder, Klyſtiere, ſaͤuerliche Getraͤnke brauchen⸗ Das Verhalten muß in allen Stuͤcken ſo ſeyn, wie in entzuͤndungsartigen Krankheiten(§. 66.). Aeußerlich laͤßt man den 2 Dampf von warmem Waſſer an die Ohren gehen, oder man legt P 2 Blaſen 228 Von den Ohrenkrankheiten, Blaſen mit warmem Waſſer, oder einen Brey von Milch und Brod mit gebratenen Zwiebein uͤber den leidenden Ort. Die ſlußhaften Ohrenſchmerzen ſind weniger gefaͤhrlich. Es iſt kein Fieber dabey, der Schmerz iſt nicht ſo heftig, ſondern nur druͤckend und ſtumpf. Oft iſt zugleich ein Schnupfen zugegen, oder die Mandeln und das Zaͤpſchen ſind geſchwollen. Sie entſtehen gewoͤhnlich von Erkaͤltung. dan trinke fleißig Holderthee, oder man nehme Holdermus mit Molken, man brauche Fußbaͤder und außerlich die eben angegebenen Mittel. Wenn dieſe nicht helfen, ſo kann man Blaſenpflaſter hinter die Ohren legen. Manchmal kriechen Inſekten und Wuͤrmer ins Ohr und verurſachen Schmerzen und Entzuͤndung. Dagegen wickelt man ein Roͤllchen von Baumwolle zuſammen, beſtreicht es unten mit ein wenig Honig und ſteckt es ins Ohr. Dieſes lockt ſie hervor, und man zieht ſie gewoͤhnlich mit der Baumwolle heraus. Sonſt kann man auch Tobacksrauch ins Ohr blaſen oder etwas Oel hineinfließen laſſen. §. 183. urſachen des ſchweren Gehörs und der Taubheit— Heilmittel dafür. Man kann das Gehoͤr aus mancherley Urſachen ver⸗ lieren, in hitzigen Krankheiten, von einer Entzuͤndung und Eiterung in den Ohren, von Fluͤſſen, Verſtopfung der Gehoͤrgaͤnge durch Ohrenſchmalz und andere Materien, von einem ſchweren Fall, von ſtarkem Getoͤſe ꝛc. In hochgelegenen gebuͤrgigen rauhen Gegenden iſt dieſes Uebel ſehr gemein. Leute die zu Fluͤſſen geneigt ſind, ſind ihm beſonders unterworfen. Einige Gattungen der Taubheit ſind unheilbar, andre werden es erſt, wenn man ſie verſaͤumt oder mit unſchick lichen Mitteln behandelt. Sie —— uum a, ade de N tig 1 T aL 2ie en! Daa Sle eniſtehen gedihu ldertde e, 44 l m Aer Den Ahm drauche Fufdäͤde ww. W lh um diſe 1 17 Müutel nter de Open i 1 dzen und 8 män M f Ruce von danr, b nit ein wenig Heniz wiſt ⸗ 8 4 hervor, and man ſithie le hemnt. Dor dlaſen oder etwes An Soni mr Gedzr a2 mancher en “ Krankdeiten, * 1 Flüſg. 5 in Ohrm, ven Fllſe d Ohem Cma un urf gat den ſtatkem 2 4 9 ran 191 E Ge gen! dri 4— 24 k Fuüffen geteiſ 5 ven iin! die 1 3 2 A † 21 hei ſt ſind Afthh nt wa3. B * der ſaumt 1 4 den ¹ Wen Inſet den m Dir Sie muͤſſen ſich dann warm halten, mit kaltem Waſſer waſchen. 229 ſchweren Gehoͤr und Taubheit. Sie iſt am leichteſten zu heilen, wenn ſie daher ruͤhrt, daß ſich zuviel Ohrenſchmalz angehaͤufet und ver⸗ haͤrtet hat. Man laͤßt warme Milch in die Ohren laufen und putzet ſie aus, wenn das Ohrenſchmalz genug erweicht worden. Blos in dem einzigen Fall, wenn die Urſache des ſchweren Gehoͤrs in dem aͤußern Gehörgange befindlich iſt, koͤnnen die Mittel etwas helfen, die man in die Ohren bringt; in allen uͤbrigen Faͤllen ſind ſie unnuͤtz und nach⸗ Itheilig, beſonders wenns ſcharfe reizende Sachen ſind⸗ Dieſe koͤnnen erſt eine gaͤnzliche Taubheit verurſachen. Da die Urſachen der Taubheit ſo verſchieden ſeyn koͤnnen, ſo werden auch mancherley Mittel erfordert, um ſie zu heilen— aufloſende, zertheilende und nervenſtaͤr⸗ ende Arzneyen, Brech⸗ und Purg jermittel, Blaſenpflaſter im Nacken und hinter den Ohren, die oft erneuert werden muͤſſen, Fontanelle oder Seidelbaſt an den Armen, u. dergl. Man muß die Anordnung derſelben einem verſtaͤndigen Arzte uͤberlaſſen; aber auch fruͤhe genug ſeinen Beyrath ſuchen, ehe die Krankheit eingewurzeit iſt. Diejenigen, die ein ſchweres Gehoͤr haben, befinden ſich gewoͤhnlich, bey naßkalter Witterung am uͤbelſten. auch ſonſt verhuͤten, daß ihnen der Kopf nicht von rauhen Winden beſtrichen wird. Sie muͤſſen alle Tage den Hals mit friſchem Waſſer wohl ausgurgeln, ſich oft kaͤmmen, den Kopf reiben und Im Sommer iſt ihnen der reichliche Gebr Much mineraliſcher Waͤſſer ſehr zutrͤglich. 8. 184. Einige mechaniſche Hültsmitten für Schwerhörende und Taube. Leute, die ſchwer hoͤren, koͤnnen die Toͤne etwas leichter vernehmen, wenn ſie die hohle Hand hinter das Ohr halten, oder wenn man ihnen in den offnen Mund P 3 redet⸗ Vom Zahnwehe, redet. Man hat auch eigne Gehoͤrroͤhrchen. Aber ſe helfen demjenigen nichts, der voͤllig taub iſt. Doch kann man auch mit dieſem ieden, wenn man ihn ein kegel⸗ foͤrmiges, ohngefaͤhr einen oder anderthalb Schuh langes, und aus einem elaſti chen Holz, z. B. von Foͤhrenhol, gedrechfeltes Rohr mit dem eugen Theil zwiſchen die Zaͤhne nehmen laͤßt, doch ſo, daß es nicht mit den Lippen beruͤhrt wird, und dann in die weite Oeffnung des Rohrs hineigg ſpricht. b b 43 b VBom Zahnwehe. §. 185. 1 Berſchiedenheit der Zahnſchmerzen= Zufäle und Heilarf 68““ der entzundlichen. Die Zahnſchmerzen haben verſchiedne urſachen, ſie koͤnnen entzuͤndungsartig ſeyn, von Fluͤſſen, oder von angefreſſenen verdorbenen Zaͤhnen heeruhren. Daher helfen nicht innner einerley Mittel, und diejenigen, die in einem Falle nuͤtzlich ſind, vermehren das Uebel in einem andern. Den entzuͤndungsartigen Zahnſchmerzen ſind junge vollbluͤtige Leute am meiſten unterworfen. Sie entſtehen gemeiniglich nach einer vorhergegangenen ſtarken Erhitzung. „ DOft har der Kranke ein Fieber dabey, ſein Puls iſt geſchwinde, hart und voll, und der M und außerordentlich heiß und trocken. Das Zahnfleiſch ſchwillt auf, manchmal aauch der Backen auf der ſchmerzenden Seite. Bisweilen ſind die Schmerzen nicht ſo gar heftig, dauern aber deſto laͤnger und kommen leicht wieder, wenn man ſich von neuem erhitzet oder hitzige Sachen genießet. Man muß zur Ader laſſen, alle Abend ein laues 1 Fußbad brauchen und viel kuͤhlende Fluͤſfigkeiten, duͤnne ſchleimige ſaͤuerliche Getranke genießen. Man nimmt 4 4 en M. don Füſan den herm rüheen. 1 4 , umd durſemat 41 Zäͤhn nehren das ledel in en nen Zahnſchmeri 3 2 5 aten umteweren d r dergee gangenen ſerbe. ein Fich er dader, A 2 MPg), und der Mund ut „Zadufteiſch ſcwiltalt r laſfen, ale Noh 1ihlede Füſttin R. 43 anke geuben kommt gewoͤhnlich von Erkaͤltung her. Halswehe. Vom Zahnwehe. 231 einen ſtarken Kamillenthee mit Milch, oder Gerſtenwaſſer, zum oͤftern laulicht warm in den Mund, und legt erweichende Aufſchlaͤge, etwa geriebenes Brod mit Waſſer zu einem Brey gekocht, ſo warm ats leidlich auf die Backen. Man darf kein Fleiſch eſſen, keinen Wein, Brante⸗ wein oder Kaffe trinken, und durchaus keine erhitzende Alrznsyen brauchen. §. 186. — der flüſſigen Zahnſchmerzen. Das fluͤſſige Zahnwehe kommt am mehreſten vor. Es Hier ſchmerzt kein einzler Zahn; ſondern die ganze Kinnlade an einer Seite. Der Puls iſt weder voll noch geſchwinde, und der Mund auch nicht ſonderlich heiß. Man hat einen ziemlich ſtarken Speichelfluß und oft zugleich Huſten, Schnupfen und Das Zahnfleiſch ſchwillt etwas, aber nicht ſo ſtark, wie bey dem entzuͤndungsartigen Zahnwehe. Wenn der Backen aufſchwillt, ſo pflegt ſich der Schmerz zu legen, wenn man ſich nur innehaͤlt. Auch hilft es, wenn man uͤber den ganzen Leib in Schweiß geraͤth. Man muß ſich etwas warm halten, lauwarme Fuß⸗ baͤder brauchen und taͤglich ein Paar Loͤffelvoll Holdermuß mit einer warmen Bruͤhe oder Thee einnehmen. Bey ſehr hartnaͤckigen Zahnſchmerzen muß man blutreinigende Decocte trinken, z. B. die Wurzeltiſane(Anh. Nr. 21.) oder das Decoct von Klettenwurzein(Anh. Nr. 19.). Man kocht Rosmarin und Eppichblaͤtter zu gleichen Theilen in Waſſer und Eſſig, und ſpuͤhlt ſich oft mit der warmen Bruͤhe den Mund aus. Epben ſo kann eine Abkochung von Bertramswurzeln mit Wein oder Eſſig gebraucht werden. Auch Dampfbaͤder ſind nuͤtzlich: Man ſtellt einen Trichter auf ein Gefaͤß, worinne kochendes Waſſer iſt, der Kranke haͤlt den offnen Mund daruͤber, P 4 uͤber 233 Vom Zahnwehe. uͤber ſeinen Kopf und Hals und das Gefaͤß deckt man ein Tuch. Nach einer Viertelſtunde trocknet man ihm den Schweiß wohl ab, und bindet ihm ein Tuch um den Kopf, damit er ſich nicht zu geſchwinde abkuͤhle. b Auf den Arm der ſchmerzenden Seite kann man ein Senfpflaſter, oder auch ein Blaſenpflaſter legen. §. 197. — und der Schmerzen von verdorbenen Zähnen. * Zahnſchmerzen von angefreſſenen und hohlen Zaͤhnen werden oft dadurch gelindert, wenn man die Wurzel von gemeinem gelben Waſſerſchwertel kaͤuet, oder wenn man Gaͤnſerichkraut in Waſſer kocht und ſolches im Mund haͤlt. Sonſt ruͤhmt man noch eine Maſſe von gleichviel geſtoßnem Pfeffer, Salz und weißem Zucker, wohl unter einauder gemengt, und in einem eiſernen Loͤffel uͤber ein Paar Kohlen geſchmolzen, womit der hohle Zahn ausge⸗ fuͤllet wird— den Kampfer(eine Meſſerſpitze voll in ein Paar Loͤffel Eſſig gekocht, und von dieſem Eſſig etwas in den Mund genommen), das Burxbaumoͤl, Nelkenoͤl ꝛc. In die Achſelhoͤhle oder in das Gelenke des Ellnbo⸗ gens, auf der Seite, wo der hohle Zahn iſt, lege man geſtoßnen Knoblauch, oder geriebenen Meerrettig, oder ein Senfpflaſter. 1 Wenn dieſe Mittel nicht helfen, ſo muß man den Zahn durch einen Wundarzt brennen, und mit Bley ausfuͤllen, oder wenn er ganz verdorben iſt, ausziehen laſſen. §. 1 8 8. Leichte Mittel, die Zähne rein und geſund zu erhalten. Die Bauersleute, die hartes Brod, keine Speiſen von hohem Geſchmack, kein Zuckerwerk eſſen; die wenig oder 3 bom Zahadeſ. 1, wenn un 65 eſchwer rte käͤuet,* r kocht und ſol ſchetind 1 go 4 - eime Maſe m und veien git a in einem eiſerna zi en, wemit der ſeßleze pyfer(eine Meſazibt tt, und von dieſem hs das Burdbaumal, hi. oder in das Gelekl do der hohle Zaha t er geriehenen Mantz icht helſen, ſo mufne engen, und mit vee den iſt, auzjiefen b 183. ee rein und zefund K hartes Ordd, kins e ein zuckervet iſa⸗ Vom Zahnwehe. 23³ oder keine warmen Getraͤnke, ſondern friſches Waſſer trinken und keinen Toback rauſchen— haben mehrentheils ſchoͤne und geſunde Zaͤhne. Sie wuͤrden etwas ſehr uͤber⸗ fluͤſſiges thun, wenn ſie an denſelben kuͤnſteln wollten, um ſie ſo zu erhalten. Aber diejenigen, welchen die Zaͤhne unrein, mit „Weinſtein belegt oder ſchwarz ſind, haben groͤßre Sorgfalt anzuwenden, um zu verhuͤten, daß ſie nicht angefreſſen werden. Sie muͤſſen ſich alle Morgen, und allemal, ſo oft ſie gegeſſen haben, den Mund und die Zaͤhne mit friſchem Waſſer reinigen. Es giebt wirklich kein Mittel, das zur Erhaltung der Zähne geſchickter waͤre, als dieſes. Aber manchmal ſitzen die Unreinigkeiten ſo feſte, daß ſie ſich mit bloßem Waſſer nicht leicht abwaſchen laſſen. Da kann man ſie mit einem Zahnpulver abputzen. Man hat aber keines von den geruͤhmten zuſammengeſetzten Zahn⸗ pulvern noͤthig, deren es eine unendliche Menge giebt. Sie ſind nicht alle gut und ſicher. Denn manche enthalten ſcharfe und abſcheurende Theilchen, welche die auswendige glatte Rinde der Zaͤhne angreifen, wornach ſie deſto eher verderben. Je geſchwinder ein ſolches Mittel die Zaͤhne weiß und glaͤnzend macht, je verdaͤchtiger iſt es. Das beſte und ſicherſte unter allen iſt die gepuͤlverte Kohle von verbranntem Brod, mit ein wenig Salz, oder auch das feine Pulver von gebrannten Kaͤlberknochen. Von dem Huſten. §. 189. Verſchiedene Arten des Huſtens. Der Huſten gehoͤret mit unter diejenigen Krankheiten, die ſehr gemein ſind, und am meiſten vernachlaͤßiget werden. Man ſollte ihn niemals ſo gar geringe achten; denn obſchon —— 2— 4 — —— obſchon nicht leicht jemand am Huſten ſtirbt, 234 Von dem Huſten ſo kann doch derſelbe zu andern gef faͤhrlichen Krankheiten den Weg bahnen, wenn er lange dauert und uͤbel behandelt wird. Die Urſachen des Huſtens ſind ſehr verſchieden, und er iſt entweder eine eigne Krankheit, oder ein Zufall von einer andern. Man hat den trocknen und feuchten Huſten. Bey jenem wird nichts oder nur wenig Schleim ausge⸗ worfen. Er iſt entweder 1. ein Braſthuſten. Empfindung im Schlunde, die zum Huſten reizet. Dieſer Huſten entſteht meiſt von Erkaͤltung und iſt katarrhaliſch; kann aber auch ſonſt von einer Schaͤrfe, die ſich auf die Bruſt wirft, von zuruͤckgeſchlagener Kraͤtze, von Gichtfluͤſſen— auch von eingeathmeten ſcharfen Duͤnſten, Staub u. dergl. entſtehen. Oft iſt Schnupfen und Fieber dabey; aber nicht allemal. Wenn ein trockner Huſten lange anhaͤlt und allemal durch Bewegung, Reden und tiefes Einath⸗ men ſtaͤrker wird, wenn man zugleich etwas engbruͤſtig iſt und oͤfters Stechen, oder einen ſtumpfen druͤcken⸗ den Schmerz auf der Bruſt fuͤhlet, ſo muß man fuͤrchten, daß verhaͤrtete Knoten oder verſteckte Geſchwuͤre in der Lunge ſind: a. oder ein Magenhuſten. Man hat eine Kuͤtzelung oder Schmerzen in der Herzgrube kurz vor dem Huſten. Er kommt beſonders nach dem Eſſen. Gewoͤhnlich fehlt der Appetit. Man hat Magen⸗ druͤcken, uͤbles Aufſtoßen, einen riechenden Athem, oͤfters auch Brechen, worauf man einige Zeit vor dem Huſten Ruhe hat. Es macht einen huſten, wenn man den Athem an ſich haͤlt. Die Kinder ſind dem Magenhuſten oft unter⸗ worfen, und eine Gattung davon, der Keichhuſten, iſt ihnen beynahe eigen. Bey Da hat man eine kutzelnde ——— S dem Heir Nan) 4 m 9 ouße r fire I hen a ant theim a And Fe nd el he dhen den dn. 4 4 3 ens ſin) 6 91 idr vnd ne Krannn 1 n hel, Ma — 1 p kock nen ifathe or dr aar pa z 8 1s 1N 9 Da hat * ₰ A. He. 19 4 1 1 „* ockner Huſen 1 „ hdn 4 32 Nedn m n a * H 1n loi S * A 1 Alch me „ 3 2₰ 4 5„ n . N 1 auf der Beuſt ſähkt z dan int Von dem Huſten. 235 Bey dem ſeuchten Huſten wird entweder Schleim ausgeworfen, und dieſer Auswurf erleichtert den Kranken:— dieſes iſt der ordentliche feuchte Huſten; oder es wird Eiter ausgehuſtet und ſehr zaͤhe Materie, die ſich in Faͤden zieht, manchmal Blut. Dieſes iſt der lungenſuͤchtige Huſten, §. 190. Wie man den Katarrhalhuſten behandeln muß, Der Katarrhalhuſten iſt ſelten gefaͤhrlich; wenn man ihn aber verſaͤumt, wenn er lange anhaͤlt und er ſtark iſt, ſo kann er Blutſpeyen und endlich die Lungenſucht nach ſich ziehen, Wenn der Huſten noch im Anfange und gelinde iſt, ſo iſt weiter nichts noͤthig, als daß man ſich etwas waͤrmer haͤlt, wie gewoͤhnlich, und fleißig Viermolken(M. ſ. im Anh, Nr. 44.) oder nur Waſſer mit Milch, und Abends ein paar Schaalen Holderthee trinket. Wenn aber der Huſten zu heftig iſt, und zu lange dauert, wenn ein merkliches Fieber und Schmerzen im Halſe und der Bruſt dabey ſind, ſo muß man 1. eine gute Diaͤt halten. Man darf weder Saures noch Geſalzenes, keine zaͤhen, klebrigen, rohen Mehl⸗ ſpeiſen, Huͤlſenfruͤchte, harte Eyer, Kaͤſe, und nicht viel Fleiſch eſſen. Auch der Wein, Brantewein und hitziges ſtarkes Bier iſt ſchaͤdlich. Wenn das Fieber ſtark iſt, ſo eſſe man gar nichts; ſonſt aber lauter weiche, loſe Speiſen, Haber: und Gerſten⸗ ſuppen, Reißſchleim mit Waſſer oder Milch gekocht, duͤnne Suppen von Weißmehl mit ein wenig Butter, Zucker und etwas Safran, allerley Wur⸗ zein und Gemuͤß, gelbe und rothe Ruͤben, Spinat, Zuckererbſen, zarten Kohl und ganz vorzuͤglich das kafiige ſuͤßſaͤuerlichte Obſt, Erdbeeren, Himbeeren, Maul⸗ Von dem Huſten beeren, Kirſchen, Borſtorfer Aepfel, Zuckerbirnen u. d. m. 2. Man trinke vorzuͤglich viel Milch mit Waſſer, Biermolken mit Honig, abgekochtes Kleyenwaſſer, duͤnnen Gerſten oder Haberſchleim, Thee von Hol⸗ derbluͤthen, Fenchel, Hyſſop ꝛc. 3. Man brauche des Abends ein Fußbad; doch darf es nicht zu warm ſeyn, und man darf nicht zu lange darinn ſitzen. 4. Es kann in keinem Falle ſchaden, und wenn Unrei⸗ ————=— 2 4————————————— ———— 1— 2 5——————— ͦ——— 1— 5———— —*— 2.— Be— —*————*— 5*—*-88ZZöZö——— nigkeiten im Magen ſind, ſo iſt es nothwendig, daß man einigemal des Tags einen Theeloͤffelvoll gereinigten Weinſtein, in einem Glas voll Molken nehme. z. Wenn der Huſten ſehr trocken iſt, und der Aus⸗ wurf nicht losgehen will, ſo kann man den Dampf von warmem Waſſer, worinn Leinſaamen abgekocht worden, einathmen. Man kann die Bruͤhe von abgekochten Ruͤben trinken, oder alle Morgen ein friſches Ey nuͤchtern einſchlurfen. Auch eine Miſchung aus Eyerdotter mit geſtoßenem Candiszucker, in Holderbluͤthen⸗ oder Pappeln⸗ oder Althaͤewurzelthee aufgeloͤſt und warm getrunken, iſt heilſam. Auch eine Miſchung von Gaͤnſefett oder friſcher Butter, Eyergelb und Honig iſt nuͤtzlich, um den Auswurf zu befoͤrdern. Man nimmt manchmal einen Loͤffelvoll davon. b Fuͤr den Kuͤtzelhuſten hat man ein gutes Mittel, wenn man ein Paar Meſſerſpitzen geſtoßnen Ingwer mit einem guten Eßloͤffel voll Honig nüſſchet, und von Zeit zu Zeit einen Theeloͤffelvoll davon nimmt. Oder man kocht ein Stuͤck ganzen Ingwer, eiwas Candiszucker und ungeſalzene Butter in ſchwachem Bier, ſeyhet es durch und trinkt davon jedwede Stunde, ——y—— darm ſenn „ ö“ dem Falle ſchah „ haha, an Kaden ſind ſ * „in einen Gan ſien ſehr trockm t, hen will, ſo kann ua worinn Leigam zmen. Man kaun w dden trinken, oder al tern einſchlurſen. Jazt mit geſtoſenem Cod N 4NS Dapdeln oder h Afgei⸗ 1 parm aitrunkm, iſ ut ⸗ * KAn ſg foff on anſſell er a — 3 4 6 ℳ Honig iſt nützlich, m dan nimmt manchmin. 4 gelhuſten hat man ſ N A T 6„fesn . deſſerſoisen Daat . „ Eſloͤffet vol Horn d. 4 ½ 4* AAFlol dud einen Theckéfibel dn 1 4 1 ein Stück zunſc 8 4 E IA d unatſalhene dutr d keh. 4 4 nnt 4 duech und d Von dem Huſten. Stunde, oder eine Stunde um die andre, ein Theekoͤpfchen voll warm. Es darf aber kein Fieber da ſeyn, wenn man ſich dieſer Mittel bedienen will. 6. Sobald der Huſten nachlaͤßt, oder wenn der trockne Huſten ſich in einen feuchten verwandelt, wo nun ein haͤufiger Schleim ausgeworfen wird— darf man keine von den ebengedachten fetten und ſchlei⸗ migen Bruſtmitteln mehr gebrauchen, auch jſts nicht mehr noͤthig, daß man ſo viel trinke. §6. 191. — Wie den langwierigen trocknen Huſten. Bey einem langwierigen trocknen Huſten muß man hauptſaͤchlich von Brod, Gartengewaͤchſen, Getreide⸗, Kern⸗ und Baumfruͤchten, Milch, Molken und Waſſer leben. Man darf wenig Fleiſch eſſen, wenig oder keinen Wein, ſtarkes Bier, und keinen Brantewein trinken. Man muß alle ſtarke Erhitzungen vermeiden. Wenn dennoch bey einer guten Diaͤt der Huſten fort⸗ dauert, ſo darf man nicht verſaͤumen etwas dagegen zu brauchen. Man hat viele gute Mittel, wie die Abkochung von Alantwurzeln mit Bier oder Molken, und mit etwas Honig verſetzt— den eingedickten Gelbruͤbenſaft(Anh. Nr. 7.)— die Abkochung oder den Saft von Braunkohl. (Man zerſtoͤßt etliche Haͤupter davon, fuͤllt ſie in einen Topf, den man wohl vermachen muß, dieſen ſtellt man eine Viertelſtunde lang in einen warmen Backofen. Her⸗ nach druͤckt man den Saft aus dem Kraute und vermiſcht ihn mit Zucker oder Honig. Es wird oͤfters ein Loͤffelvoll davon genommen.)— Aber unter allen iſt das Koͤrbelkraut vorzuͤglich. Man nimmt entweder von dem ausgedruͤckten Safte alle Morgen nuͤchtern ein Theekoͤpfchen oder Trink⸗ glaͤschen 937 233 Von dem Huſten glaͤschen voll und trinket einen Schoppen Molken darauf nach, oder man kocht ein Paar Haͤndevoll von dem Kraute in Molken und trinket ſolche. Auch die im Anh. Nr. 37. beſchriebene Koͤrbelbruͤhe iſt von vortrefflichem Nutzen. Durch den Gebrauch derſelben ſind Leute, die gegen beſchwer⸗ lichen Huſten und Bruſtſchmerzen, jahrelang die beſten Arzneyen vergeblich verſucht hatten, und wirklich ſchen abzehreten, wieder hergeſtellet worden. Nan trinkt alle Moͤrgen zwey bis drey Schaalen voll davon, etwas warm, und ebenſoviel des Nachmittags. Man muß aber, wenn man eins von dieſen Mitteln gebraucht, lange genug damit fortfahren. Man kann dabey die Habertiſane(Anh. Nr. 48.), Waſſer mit Milch gemiſcht, oder Selzer Waſſer trinken. b Sonſt iſt es auch dienlich, wenn man alle Tage wenigſtens eine Viertelſtunde lang, den Dampf von war mem Waſſer einathmet⸗. ———— §. 192. 3— den feuchten Huſten, Der feuchte langwierige Huſten erfordert eine ganz andre Behandlung. Man muß 1. alle weichliche, ſuͤße und fette, auch die ſchwer⸗ verdaulichen und blaͤhenden Speiſen, die ein ſchlei⸗ L miges dickes Blut geben, vermeiden— die Milch⸗ “ und Mehlſpeiſen, Schleime, Breye, Kloͤſe, das Kuchenwerk, die Huͤlſenfruͤchte, Kartoffeln, Ruͤben, V Kappis, Kohl, die Ever, Eyerkuchen, Kaͤſe c.— “ ferner alle ſcharffaure Sachen, die mit vielem Eſſig zubereiteten Speiſen— ſuͤßen Moſt, junges Bier⸗ 2 Auch das haͤufige warme Trinken iſt nachtheilig. 4 Dagegen ſind die bitterlichen etwas ſcharfen “ Wurzeln und Kraͤuter dienlich, die Wurzeln und 6 b zarten —. —— — — — — — —— 4 1 Knei bo den 12 4h 441 4 Haalen az Aann 5 Wel ecdn a A 1 498 9. Bogg dwenn ma 1 1 eins 1 ſo ſah Ah. ö v 1 8 4 Lern ie A . 4 den du M M 4* 1 A 11 Mal 3 1 drinken un 4 9 And 5 aeterlt den 2 dienuch, N 98 1M dn 1 Von dem Huſten. zarten Blaͤtter von Zichorien, die Skorzonerwurzeln, Haberwurzeln, die Nebenſproſſen vom Braunkohl, die im Merz an den Struͤnken hervorkommen, die zarten Keime vom fruͤhen Sommerrettig, der Spar⸗ gel, die Hopfenkeime, Koͤrbel u. a. leichte Gemuͤſe, die Kreſſe, der Senf, Meerrettig, das reiſe Obſt, . zumal dasjenige, ſo etwas herbe iſt, die Kornel⸗ kirſchen, Miſpeln, Hahnbutten, Quitten ꝛc. muͤrbes gebratenes Fleiſch, dann und wann etwas einge⸗ ſalzen und gepoͤckelt Fleiſch,(aber kein Speck) oder ein Hering, gutes wohlausgebackenes Brod, Zwie⸗ back, Brodſuppen, Wein: und Bierſuͤppen. Das beſte Getraͤnk iſt Waſſer, doch kann man auch⸗ loichtes Bier, Wein und Kaffe trinken; aber nicht im Uebermaaß. Ueberhaupt muͤſſen ſich diejenigen, die einen lang⸗ wierigen feuchten Huſten haben, vor aller Ueber⸗ ladung des Magens in Acht nehmen, und vor⸗ nehmlich des Abends wenig oder nichts eſſen. Sie muͤſſen ſich maͤßig warm halten, zumal die Fuͤße und Bruſt. Es iſt daher dienlich, ein wollenes Bruſttuch auf der bloßen Haut zu tragen. Sie muͤſſen reine und trockene Luft athmen. Die freye Luft bekommt ihnen am beſten. Feuchte dumpfige Stu⸗ ben, der Lichtdampf, dicke faule Duͤnſte von den Miſtſtaͤtten, ſind ihnen ſehr ſchaͤdlich. Sie muͤſſen ihre Stuben oft mit Agtſtein oder Wachholder aus⸗ raͤuchern. Die Bewegung iſt ſehr noͤthig. Das Reiten und Fahren iſt am allerdienlichſten. 2. Bey einem lange anhaltenden ſchleimigen Huſten iſt gemeiniglich der Magen mit verunreinigt. Man thut daher wohl, wenn man dann und wann ein gelindes Laxiermittel, etwa praͤparirten Weinſtein, dder auch etwas zum Brechen einnimmt. 4. Unter ——— ———— — Von dem Huſten. z. Unter ſo manchen Mitteln, die man gegen den feuchten Huſten empfohlen hat, iſt das Pulver von Gundelreben am meiſten ſicher und bewaͤhrt. Man nimmt taͤglich zweymal ein halbes oder ein Auentchen davon in einem Glaſe Waſſer, oder mit eingedicktem Wachholderſaft(Anh. Nr. 9.) zu einer Lattwerge gemacht. Man kann auch die Gundelreben mit Waſſer abkochen und ſolches mit Honig verſuͤßt trinken, oder den aus dem friſchen Kraute gepreßten Saft nehmen. Auch folgendes Mittel iſt nuͤtzlich: Man nehme ſo viel, als man mit vier Fingern faſſen kann, von den kleinen roͤthlichen, inwendig gruͤnen, har⸗ zigten Zaͤpfchen, die in den Spitzen der Fichtenzweige haͤngen, koche ſie eine Viertelſtunde lang gelinde in einem halben Maaß Waſſer, thue drey bis vier Loͤffelvoll Holderſaft dazu, und trinke taͤglich viermal ein Weinglas voll davon. Wider den feuchten Huſten, der ohne Hitze 8d Fieber iſt, iſt auch die Myrrhe ein ſehr bewaͤhrtes Mittel. Man nimmt von Zeit zu Zeit ſo viel als einer Zuckererbſe groß davon in den Mund, und laͤßt es ſo nach und nach im Speichel aufloͤſen. Was ſich aufloͤſt, das ſchluckt man hinunter: was unauf⸗ geloͤſt bleibt, ſpeyet man aus. Auch der Myrrhen⸗ ucker iſt ein ſehr wirkſames Mittel wider den feuchten Huſten mit vielem Schleimauswurf, ohne Hitze und Fieber. Man bereitet ihn folgendermaßen: Man nimmt eine Quente waͤſſeriges Myrrhenextract und reibt dieſes mit zwey Loth Milchzucker, oder weißem Candiszucker zu einem Pulver, von welchem taͤglich etliche male ein maͤßiges Kaffeloͤffelein doll mit Waſſer genommen wird. 4. Es iſt nuͤtzlich, wenn man oͤfters Fußbaͤder aus warmem Waſſer mit Aſchen und Kleyen, brauchet— ſch ſolgendes Mauui i e funii raih duchen, mpenhä 8 die in den E dihe derz 11 ie eine Vierteſſtunde la „ 1 As man mn uer Maaß Waſſer, thu ſaft dazu, und tin ü. achten Huſten, de the uch die Myekhe iin ta nimmt von zeit zu zuſt groß davon in da k and nach im Speiche uit ſchluckt man hinunm.n wet man aus. NAud k wirkſames Mittel vie Schleimausvuff tn⸗ ereitet ihn folgende emit att päſſeriges WMrhas wey Leth? Micchzuckn 1n nnem Pulder, rut mäßiges njffius 1 = — 1 — — — Von dem Huſten. 241 ſich mit wollenen Tuͤchern reiben laͤßt, und ein Pechpflaſter zwiſchen die Schulterblaͤtter legt. Man ſchmieret einer welſchen Nuß groß, burgundiſches Pech, oder, in Ermangelung deſſen, Schuhpech, auf ein Tuch oder Leder, einer Hand groß, und legt ſolches auf; man laͤßts drey bis vier Tage liegen, nimmts dann ab, wiſcht die Feuchtigkeit, die ſich daran geſetzt hat, ſauber davon, und legt es wieder auf. So kann es vierzehn Tage und laͤnger gebraucht werden. Es iſt eins der gewiſſeſten Mittel fuͤr den hartnaͤckigen Huſten. Auch eine Seidelbaſtrinde auf den Arm gelegt iſt oft von vortrefflichem Nutzen. §. 193. Wie der Magenhuſten behandelt werden muß. Beym Magenhuſten ſi ſind die gewoͤhnlichen aufloͤſenden und anderen Bruſtmittel eher ſchaͤdlich als nuͤtzlich. Sie verderben den Magen noch mehr und vermehren den Huſten. Er verlieret ſich nur dann, wenn man den Magen reiniget und ſtaͤrket. Nichts hilft geſchwinder als ein Brechmittel(Anh. Nr. 1.). Man kann es wiederholen, wenn der Huſten nicht bald darauf nachlaͤßt. Wenn dadurch die Unreinigkeiten weggeſchafft worden, ſo kann man taͤglich etlichemal ein Theeloͤffelchen voll gepuͤlverte Krauſemuͤnz, oder Balſamkraut mit Zucker einnehmen. Man kann auch den zuſammengeſetzten Bitter⸗ wein Anh. Nr. 17. anwenden. Aeußerlich kann man den magenſtaͤrkenden Aufſchlag Anh. Nr. 49. zugleich gebrauchen. Die Kranken koͤnnen bitteres Vier oder einen guten Wein maͤßig genießen. Man muß ſich den Magen nicht uͤberladen, am wenigſten des Abends. Manchmal verlieret ſich der Q lang⸗ — —— — 4 — —— ’ —— 3—— .—*———— 8— 2 —— 8 ——yy————— ͤZoͤöoöoͤöoöoöͤͤͤhͤhhͤhh — ——— 3— n—— 242 Von der Lungenſucht. langwierigſte Huſten darnach, wenn man nicht mehr zu Nacht iſſet. Man muß ſich viele Bewegung machen, viel friſches Waſſer trinken. Von der Lungenſucht. §. 194. Zufälle der Lungenſucht, ihre Urſachen. Wenn jemand einen anhaltenden Huſten mit einem ſchleichenden Fieber hat, und dabey am Koͤrper ſchwindet, ſo hat er die Lungenſucht. Sehr oft ſcheint dieſe Krankheit in ihrem Anfange ganz unbeträchtlich zu ſeyn. Der Kranke hat ein kleines trocknes Huͤſteln und einen mehr und weniger kunzen Athem, beſonders nach dem Eſſen, nach der Bewegung, wenn er berg an ſteiget oder den Athem inne haͤlt; oſt uͤben⸗ laufende Hitze mit rothen Backen; des Nachts ſchwiht er leicht, er hat gemeiniglich guten Appetit und nimmt doch nicht dabey zu. Dieſe Zufaͤlle koͤnnen, beſonders bey Perſonen, die uͤher das vierzigſte Jahr ihres Alters hinaus ſind, Jahre lang anhalten, ohne merklich ſchlimmer zu werden. Manchmal verlieren ſie ſich ganz, kommen aber nach einiger Zeit wieder. Allmaͤhlig vergroͤßert ſich das Uebel. In juͤngern Jahren und bey einem unordentlichen Verhalten nimmt es geſchwinder zu, die Engbruͤſtigkeit wird ſtaͤrker, der Kranke bekommt Schmerzen in der Bruſt, oder ein ſtumpfes Druͤcken, beſonders unter dem Bruſt⸗ bein, und gemeiniglich kann er nicht wohl auf einer oder der andern Seite liegen. Wenn ein Auswurf zu dem Huſten kommt, ſo iſts entweder ein zaͤher Schleim, manchmal mit kleinen Knoͤtchen, die uͤbel riechen, wenn man ſie zerdruͤckt, oder eine aſchgraue, gelbe, oft ſtinkende Materie, die in laulicht Waſſer geworfen, zu Boden ſinkt „ 4* 1 1 mgenſucht, ihrn bu einen anhaltenden diin acht. dieſe Krankheit in ſa ſeyn. Der Krantz en einen meht u m ſch dem Eſſen. naeh doder den Athem inat den Backen; des Nai glich guten Yopuit un ieſe Zufälle kane, n 3 rierjigſte Jahr iub Halten, ohne malchi verlieren ſit ſich geg 3 Almäͤhlig writ gahren und dey eimme zeſchwt Ve bekommt Schmnat 42 Ir beſonders u 1 düt nder zu, d 4 ücken zann er nicht wed Wenn ein Atel 9 1 r eine 4d. ügraut, g icht Waſ ſer— at, und dadeg in zea Von der Lungenſucht. 243 ſinkt und dem Kranken ſuͤßſalzigt oder faulicht ſchmeckt. Oefters iſt dieſe Materie mit Blut vermenget. Die Stimme des Kranken iſt gemeiniglich etwas rauh, gedaͤmpft oder klingend: zuletzt wird er heißer, bekommt ſtarke Nacht⸗ ſchweiße, und andre Zufaͤlle des auszehrenden Fiebers. Sie entſteht nach Bluthuſten, nach hitzigen Bruſt⸗ krankheiten, von langwierigem katarrhaliſchen Huſten, von Verletzungen der Bruſt, die durch heftige Gewalt verurſacht worden, von ſcharfen Duͤnſten und feinem Staub, den man einathmet. Daher ſind ihr alle Pro⸗ feſſioniſten, die mit Materien umgehen muͤſſen, welche ſtark ſtauben, die Steinhauer, Kalkmeſſer, Aſchenhaͤndler und Muͤller vor andern unterworfen. Manche haben eine natuͤrliche Anlage zu dieſer Krank⸗ heit; magere, ſchmaͤchtige und empfindliche Leute, die einen langen Hals, hohe Schultern, eine flache und enge Bruſt, eine zarte Haut, weiße Zaͤhne und eine bluͤhende Geſichtsfarbe haben. Solche Leute haben Urſache auf ihrer Hut zu ſeyn, vorzuͤglich, wenn etwa ihre Eltern mit der Lungenſucht behaftet geweſen; denn oft iſt ſie Familien⸗ krankheit. §. 195. Wie diejenigen ſich verhalten müſſen, die eine Anlage zur Lungenſucht, 4 oder die erſten Zufalle derſelben haben. Diejenigen, die eine Anlage zur Lungenſucht haben, koͤnnen ſich blos durch eine wohl eingerichtete Lebensord⸗ nung vor dem Ausbruch derſelben verwahren, und die, welche ſchon den Anfang der Lungenſucht haben, die Vnd nach vorgaͤngigem Blutſpeyen Huſten und andre Bruſt⸗ beſchwerden behielten, koͤnnen dadurch verhindern, daß ſte nicht weiter greift; oft auch ſich voͤllig heilen. Es koͤnnen uͤberhaupt ſchwindſuͤchtige Leute bey einer ſtrengen Diaͤt ihr Leben noch lange erhalten, und die Beyſpiele Q 3 ſind 244 Von der Lungenſucht. ſind nicht ſelten, daß ſie ein hohes Alter erreichten, ohn geachtet ſie den groͤßten Theil ihres Lebens gehuſtet hatten. So lange die Krankheit noch im Anfange, der Huſten trocken und noch kein ſonderliches Fieber merklich iſt, muß alles vermieden werden, was eine Volbluͤtigkeit erzeugen, das Blut in Wallung bringen, und insbeſondre die Bruſt angreifen kann. Daher ſind 1. dieſenigen Speiſen und Getraͤnke nachtheilig, die vieles Blut geben und daſſelbe erhitzen. Man darf nur wenig Fleiſch, Fleiſchbruͤhen, Milch und Eyer, fette, ſehr ſchleimige und ſuͤße Koſt eſſen— keine ſcharfen, ſtarkgewuͤrzten, geſalzenen, oder ſehr ſauren Dinge, denn ſolche fallen auf die Bruſt und ver⸗ mehren den Huſten— aber auch keine ganz groben und ſchwerverdaulichen Speiſen. Denn die Ver⸗ dauungskraͤfte ſind auch beym Anfang der Lungenſucht mehrentheils ſchwach, die Saͤfte werden dick davon und ſtocken deſto eher auf der Bruſt. Starke hitzige Weine und Bier, ſaure Weine, Brantewein, auch die warmen Getraͤnke, ſind alleſammt ſchaͤdlich. Man thut wohl, wenn man ſich mehrentheils von Pflanzenſpeiſen naͤhret. Man kann ſaſt alle Getreidearten, Wurzeln und Gemuͤſe(nur diejenigen ausgenommen, die gar ſchwer zu verdauen und blaͤhend ſind, wie die Kartoffeln, die trocknen Huͤt ſenfruͤchte, Ruͤben, Weißkohl) und alles friſche, gekochte und gebackene Obſt eſſen. Im Sommer koͤnnen insbeſondre die ſaftigen weinſaͤuerlichen Fruͤchte in Menge gegeſſen werden. Zum Trinken iſt nichts dienlicher als reines Waſſer, Waſſer, worinn Aepfel abgekocht worden, oder auch Waſſer mit Milch gemiſcht, duͤnnes Bier, oder die Habertiſane(Anh⸗ Nr. 2 8.), oder die ſuͤßen Molken, oder die Molken Anh. Nr. 39*. Man kann zuweilen etwas weniges weißen ——— u der kungenſag 1 en A das eine delä Nin Ken, und etea, Na 8 * ader ſind 7 Ing 2peiſen und Getrin 1 teden und da aſſelbe thäa 1 ch Fleiſchbrähn,g 8. im NAN T. 4.1 dieimige und ſüße din. 1. 4 3 41 gewuͤrzten, geſalzan. ſolche fallen auf hen Huſten— aber auc en rdaulichen Speiſm h. ſind auch beym Irſee hwach, die Säſte w ſto cher auf der Bet dier ſaur Wein d Getraͤnke, ſind alcem wehl, wenn mun ſi 41 e gfpeiſen nähret Aat nnin und Genhe 1r ſch 14 5 4, die chwer 4 wit di e Kar toffeln 1,¹ 1 AAen Vei n to5!)! gehackene Ooſt eſt. nde die ſeſtigm weintt zun d D. T nes Waſer Wiſa us Bin NSr* ie Huc 9 1 fmn 4 da 1 In a kan amalait werden. * h Von der Lungenſucht. 245 weißen verlegenen Wein oder Kaffe mit Milch trinken; aber er darf nicht ſtark ſeyn. Da, wie ich ſchon oben bemerkt habe, alle hitzigen Getraͤnke bey dieſer Krankheit durchaus ſchaͤdlich ſind, ſo darf der Kranke dieſe erhitzenden Getraͤnke nur mit Vorſicht, und nur in kleinen Quantitaͤten und ſelten genießen. 2. Man muß alle heftigen Bewegungen und Arbeiten meiden, beſonders ſolche, bey denen die Bruſt leidet, ſtarkes Laufen, Schreyen, Rufen(— man ſollte in der Kirche nicht ſingen), das Aufheben oder Bergantragen ſchwerer Laſten. Selbſt das viele Reden iſt Lungenſuͤchtigen nachtheilig. Unter allen Bewegungsarten iſt das maͤßige Reiten fuͤr diejenigen, die ſchwach auf der Bruſt ſind, oder einen Anſatz zur Lungenſucht haben, am zutraͤglichſten; wenn es aber ſchon weit mit der Krankheit gekommen iſt, ſo taugts nicht mehr. Ferner iſt das Schauckeln (Schwingen, Gappen) gar fehr zutraͤglich, auch noch denjenigen, welche die Lungenſucht ſchon in einem ziemlich hohen Grad haben. Es muß alle Tage etlichemal, und ſtundenlang hintereinander geſchehen. Man muß eine reine dunſtfreye Luft athmen, ſich vor ſtarker Erkaͤltung, vor zu großer Hitze, vor ausſchweifenden Gemuͤthsbewegungen huͤten. 3. Solche Lungenſuͤchtige, die Blut ausgehuſtet haben, bey denen der Blutauswurf von Zeit zu Zeit wieder⸗ kommt denen oͤſters warm und bange in der Bruſt wird, und die von Zeit zu Zeit ſliegende Roͤthe im Geſicht haben, muͤſſen oͤfters zur Ader laſſen, aber niemals duͤrfen ſie vieles Blut auf einmal verlieren. Bey juͤngern Perſonen iſt die Aderlaſſe am Arm, bey aͤltern am Fuße vorzuͤglicher. Man laͤßt auf einmal drey bis fuͤnf Unzen heraus, und wiederholt Q 3 dieſe ——— —= 1 —— —— Von der Lungenſucht. dieſe Ausleerung, ſo oft ſich wieder Zufaͤlle des Andranges des Blutes nach der Bruſt zu zeigen. §. 196. —₰ und wie bey einem höhern Grad der Krankheit? Einige Mittel gegen die Lungenſucht. Wenn es ſchon weiter mit der Krankheit gekommen, und ein merkliches Fieber und eiterig oder koͤrnigter Aus⸗ wurf da iſt, ſo muß man ſich in Ruͤckſicht der Diaͤt an dasjenige halten, was bey der Schwindſucht im 11 7— 119. 9. geſagt worden, und man kann ſich auch der daſelbſt ange⸗ gebenen Mittel bedienen. Denjenigen Lungenſuͤchtigen, die ſehr reizbar ſind, die ein hitziges Blut, rothe Wangen, harten und vollen Puls haben, und oftmals Blut auswerfen, bekommen die ſuͤßſaͤuerlichen Sommerfruͤchte vortrefflich wohl. Sie koͤnnen drey, vier Wochen lang hintereinander taͤglich eine gute Menge Erdbeeren, Heidelbeeren, Maulbeeren, mit oder ohne Zucker, oder auch friſch geſchaͤlte Gurken eſſen. Auch duͤnne ſchleimige Getraͤnke, verduͤnnete Milch und Molken ſind ihnen heilſam; ganz vorzuͤglich aber die ſaͤuerliche Schneckenbruͤhe(Anh. Nr. 33.), allenfalls mit Molken verduͤnnet. Sie duͤrfen ſonſt keine Fleiſchbruͤhen, Kraftbruͤhen, Gallerten, Bruͤhen von Krebſen und Fro⸗ ſchen— und ſonſt ſehr naͤhrende Sachen eſſen. Dieſe ſind hergegen denjenigen dienlich, die ein mehl waͤſſeriges Blut, eine blaſſe Geſichtsfarbe und einen weichen Puls haben. Sie koͤnnen die Bruͤhen von Schnecken (Anh. Nr. 32.) und Kaͤlberlungen(Anh. Nr. 35.), die Koͤrbelbruͤhen(Anh. Nr. 36. 37.) und die Gallerte von Krebſen, Froͤſchen und Schnecken(Anh. Nr. 34.) genießen. Man muß ſich aber doch allemal darnach richten, ob ſie der Kranke noch verdauen, und ob er ſich noch Bewegung machen dungenſ uns, ſo aſ ſhn 84 * 9 196. 8 höhern 1 Brad de 3 de duke ben die kunzmitt a weiter mit de a uß Dan a Jüc dey der Zchwindſuttd * man kann ſich aah n. enen. ngenſuͤchtigen, di ſh at, rothe Wangm, ſen oftmals Blut ausnit dommerfrüchtt dertrt Eochen lang hintettun eren, Haidelbeeren, N oder auch ſriſch geſchid nige Getraͤnke, dadin deilſam; ganz da abrühe(Aah. N 3z) Qu dürſen ſoaſt lin in, Drüden von Kn ſahr nahtende Saän gegen derſenizen dinih, eine diaſſe Geſchui Snu thanen dirdehen ad Käldeclungen Gin r 35. 37) M 3 55 Schnecken 1d doch allemal darn ui auen, und 5 ſül nhe — 4 Oluns nacj an Von der Lungenſucht. 247 machen kann. Denn wenn er das nicht mehr kann, ſo darf man ihm nichts conſiſtentes geben. Es giebt manche Mittel, die bey der Lungenſucht, auch dann, wann ſie ſchon einen hohen Grad erreicht hatte, zuweilen noch ſehr gute Dienſte gethan haben, und die in jedem Falle mit Sicherheit verſucht werden koͤnnen⸗ Dergleichen ſind: das Decoct von ißlaͤndiſchem Mooß mit ſuͤßen Molken und Queckenwurzeln(Anh. Nr. 24.), wovon taͤglich ein bis zwey Schoppen getrunken werden.— Die Roſenconſerve, ein vortreffliches Mittel, das ſchon vielen geholfen hat. Man zerſtoͤßt friſche rothe Roſenblaͤtter (aber nicht von der Lentifolienroſe, rosa centifolia, ſondern von der eigentlich rothen, oder Zuckerroſe, rosa gallica) in einem Moͤrſer zu einem Brey, miſcht gleich⸗ ſchwer geſtoßnen Zucker darunter, und hebts in ſteinernen Toͤpfen auf. Man muß aber viel davon nehmen, wenn es nuͤtzen ſoll, taͤglich zum wenigſten ein viertel Pfund, und das eine lange Zeit, drey Monate oder noch laͤnger. Man kann Ziegenmilch dabey trinken, duͤnnes Gerſten⸗ waſſer, oder einen Thee von Huflattichblaͤttern— die ausgedruckten Saͤfte von Gundelreben, Genſerichkraut, Schaafgarbenkraut, Wegerich mit etwas Honig verſuͤßt, und taͤglich viermal zu einem oder etlichen Eßloͤffeln voll genom⸗ men. Ferner ein Pulver aus einem Loth Huflattichblaͤttern und einem halben Loth Lachenknoblauch, oder aus einem Theil Gundelreben und ſo viel Neſſeln, mit gleichſchwer Zucker gemiſcht, oder mit Honig zu einer Lattwerge gemacht, und taͤglich drey⸗ bis viermal zu einem guten Theloͤffelchen voll genommen. Wenn man ſich eines oder des andern von dieſen Mitteln bedienet, ſo kann man Milch, ſuͤße Molken, die Schneckenbrühe, oder das Decoct vom ißlaͤndiſchen Moos dabey trinken. Wenn die Lungenſucht ſo weit uͤberhand genommen, daß ſie nicht mehr geheilt werden kann, ſo muß man ſie Q 4 wenig⸗ 948 Von der Lungenſucht. wenigſtens nicht durch unſchickliche Mittel noch mehr ver⸗ ſchlimmern. Es giebt manche, die man allgemein in dieſer Krankheit empfohlen hat, und die dennoch ſehr ſelten gebraucht werden duͤrfen. Dergleichen ſind die ſoge⸗ nannten Wundmittel und balſamiſche Arzeneyen, von welchen man glaubt, daß ſie die Bruſt ausheilen. Sie haben manchmal bey langwierigen feuchten Huſten und in der ſchleimigen Lungenſucht gut gethan. Aber dieſe Gattung der Lungenſucht iſt unter den Landleuten ſelten, und bey den uͤbrigen Gattungen dieſer Krankheit taugen ſie nichts. Einige Lungenſuͤchtige ſind dadurch geheilt worden, daß ſie ſich eine lange Zeit in Viehſtaͤllen aufhielten, andre von den Daͤnſten von geſchmolzenem Wachs und Hatz. Aber dieſe Mittel haben dagegen andern wieder nichts geholfen, ſondern das Uebel vielmehr verſchlimmert. So viel iſt ausgemacht, daß eine helle, trockene, reine und kalte Luft den Lungenſuͤchtigen in einem recht hohen Grade, und eben ſo nachtheilig iſt, als die kalte und feuchte Luft. Dieſe beyden Arten der Luft ſind fuͤr Lun⸗ genſuͤchtige zu reitzend, ſie beguͤnſtigen den Huſten und die entzuͤndliche Reitzung in der Lunge. Alle diejenigen Perſonen, die eine ſchwache Bruſt und Anlage zur Lun⸗ genſucht, oder die Lungenſucht ſelbſt haben, befinden ſich daher beſſer, wenn ſie ihre hochliegende Wohnung ver⸗ laſſen und eine tiefer liegende beziehen. Die Luft an der Seekuͤſte in mittaͤglichen Gegenden iſt Lungenſuͤchtigen vornehmlich heilſam, daher auch die an der Lungenſucht kranken Englaͤnder und Deutſchen nach Marſeille oder in di Grafſchaft Nizza, oder nach Neapel gehen, und ſich dieſen Laͤndern wohl befinden. Noch heilſamer iſt die Geelgfe beſonders in warmen Klimaten. Ein Mann auf der Inſel Jamaica hatte eine unheilbare Lungenſucht aus England hinuͤbergebracht. Er wohnte und lebte auf einem 1 4 42 e daß ſie die Dand u 2 lann 6 7 langwierigm futa Lungenſucht aut zecha 4 6 8 dr Aiuch„ acht iſt unter den lu Kal. en Gattungen dirſe di dchtigr ſind dadu eZeit in Viehſtäle nn don geſchmolzenen 8e haden dagegen audent s Uedel vielmehr nrſe zmmacht, daß eine ſek Lungenſuͤchtigen in in * nachtheilig iſt, un 4 deyden Arten der bi und, ſie degünſtign ei nhung in der bunge d ſchwache Bruſt und d Lungenſucht ſeldſt han ſie iher hochliegee d eUegende deſiehen di alichen Gegenden ii d a., daher auch die n R und Deutſchen nac Iri a, odet nach Nen ſ vohl befinden. hus h warmen Kiian. 4 rn Von der Engbrüſtigkeit ze. 249 einem Schiffe, das er an einer geſunden Gegend des Ufers vor Anker gelegt hatte, noch drey und zwanzig Jahre lang.— Nach den neuern Verſuchen der Englaͤn⸗ der, die aber noch Wiederholung und Berichtigung ver⸗ dienen, iſt die mit thieriſchen Ausduͤnſtungen geſchwaͤngerte Luft, und uͤberhaupt eine ſolche Atmoſphaͤre, der man einen Theil der reinen Luft(Orygen) entzogen hat, fuͤr lungenſuͤchtige Perſonen nuͤtzlich⸗ Von der Engbruͤſtigkeit und dem Stickfluß. §. 197. Verſchiedenheit der Ensbrüſtigkeit, ihre Urſachen. Man macht einen Unterſchied zwiſchen dem Stickſluß und der Engbruͤſtigkeit(dem Dampf). Jener entſteht gemeiniglich ploͤtzlich, oder eine geringe Engbruͤſtigkeit nimmt unverſehens ſo ſehr zu, daß man alle Augenblicke befuͤrchten muß, der Kranke werde erſticken. Er hat große Angſt und Unruhe, und holet muͤhſam und roͤchelnd Athem. Dieſe, die Engbruͤſtigkeit, iſt mehr langwierig, und entweder feucht oder trocken, je nachdem entweder Huſten und Auswurf dabey iſt oder nicht. Sie kann von allem demjenigen herruͤhren, was einen Huſten verurſachen kann. Oſft kommt ſie daher, daß der Schweiß unterdruͤckt, Hautausſchlaͤge zuruͤckgetrieben, alte Geſchwuͤre zugeheilt worden, daß Fluͤſſe auf die Bruſt fielen, daß bey Weibs⸗ perſonen die monatliche Reinigung ſtocket— von unvor⸗ ſichtiger Erkaͤltung, dem Mißbrauch geiſtiger Getraͤnke, allzuſtarker Bewegung, großer Furcht und Schrecken, von eingeathmetem Staub und ſcharfen Duͤnſten.— Manch⸗ mal haͤngt ſie von andern Krankheiten ab⸗ Von der Engbruͤſtigkeit §. 198. Was man zu thun hat, wenn jemand von einem Stickfluß befallen wird. Der Stickfluß kann in ſehr kurzer Zeit toͤdtlich werden, man muß daher dem Kranken geſchwinde zu Huͤlfe kommen: 1. Wenn er ſtark und vollbluͤtig iſt, wenn er einen vollen und harten Puls hat, und die Adern im Geſicht und am Halſe aufgetrieben ſind, ſo muß man ihm gleich am Arm reichlich zur Ader laſſen. 2. Dann giebt man ihm ein Klyſtier aus warmem Waſſer mit einem Loͤffelvoll Salz. 3. Man buͤrſtet die Fußſohlen, reibt die Arme und Beine mit Tuͤchern, und laͤßt die Haͤnde und Fuͤße in lauwarmes Waſſer ſetzen. Wenn der Stickfluß mehrentheils von Kraͤmpfen herruͤhret, ſo verſchaffet kaum etwas ſo große Linde⸗ rung, wie ein laues Fußbad. 4. Man laͤßt ihn den Dampf von warmem Waſſer mit gleichviel Weineſſig vermiſcht, einathmen. Man kann einen Schwamm oder Tuch damit anfeuchten, und ſolchen dem Kranken vor den Mund halten. 5. Wenn er ſchlucken kann, ſo giebt man ihm gleich einen Loͤffelvoll friſchen Zitronenſaft oder Weineſſig, hernach einige Schaalen Holder⸗ oder Kamillenthee, und 6. wenn die aͤußerſte Gefahr des Erſtickens voruͤber iſt, alle zwey Stunden ein Theeloͤffelchen voll praͤ⸗ parirten Weinſtein mit ebengedachtem Thee. Man verfaͤhrt eben ſo, wenn vollbluͤtige Leute nach heftigem Zorn oder Schrecken ploͤtzlich engbruͤſtig werden, wo ihnen das Geſicht und die Augen roth und geſchwollen, die Glieder kalt ſind, und der Puls ungleich, klein und hart iſt⸗ Wenn hat, u 4) 5 2 Lalſe auſgeniazen t . Me, um Arm reichlich pr he 41 „„ 56 5 „und läßt die ha I ſeten. „ 7 4 mehrentheils za daffet kaum etvas hi mes Fußbaed. en Dampf den dacunt ſig vermiſcht, eiaate vamm oder Tuch damn Kranken vor den Mwiſe ten kann, ſo gieht vat Hen Zitronenſeſt e d haalen Holdet dde a 3e Gefaht des erſen kunden ein Theülffütn! mit ehengtdachan I 1 ſo, wenn volbtliir e drecken plötzlich nzt die Yugm tath ud der Puls ungleih baanſß 1 und dem Stickfluß. 251 Wenn der Stickfluß kraͤnkliche und ſchwache Perſonen befaͤllt, die viel Schleim haben, wenn das Geſicht nicht roth; ſondern blaß und eingefallen, und der Puls klein iſt, ſo darf man nicht zur Ader laſſen. Man kann aber Schroͤpfkopfe auf die Bruſt ſetzen, Klyſtiere und Fußbaͤder brauchen, die Bruſt und Glieder reiben, Thee von Hol⸗ derbluͤthen, und alle halbe Stunde einen Loͤffelvoll von folgendem Mittel geben: Man zerſtoͤßt eine Zwiebel mit einem Glas voll ſiedend heißem Weineſſig, druͤckt den Saft durch ein leinen Tuch, und thut eben ſo viel Honig dazu⸗ §. 199. Wie man ſich bey der feuchten und trocknen Engbrüſtigkeit verhalten muß. Die feuchte Engbruͤſtigkeit kommt weit öͤfter vor als die trockne. Sie erfordert die naͤmliche Lebensordnung wie der langwierige feuchte Huſten(§. 193.). Um den Auswurf zu befoͤrdern kann man täglich viermal einen Loͤffelvoll von dem im vorigen§. beſchriebenen Zwiebelſafte einnehmen, und um den Schleim von der Bruſt abzu⸗ ziehen, iſts ſehr dienlich, wenn man ſich Fontanelle an die Arme ſetzen laͤßt. Auch bey der trockenen Engbruͤſtigkeit muß man die Diat beobachten, die bey dem trockenen Huſten(§. 192.) empſohlen worden. Bey jeder ſtarken Engbruͤſtigkeit kann man ſich der Blaſenpflaſter mit dem groͤßten Nutzen bedienen. Man lege ſie ſelbſt auf die Bruſt. 8 0 M —— ——————— . 2——.——— ———— ———— 3 —— — — — 4 —— ——— Vom Magenwehe. Vom Magenwehe, Herzwehe, Herzgeſpann, und Sodbrennen. §. 200. Verſchiedne Urſachen des Magenwehes. Das Magenwehe kann viele Urſachen haben. Am meiſten entſteht es von Unverdaulichkeit, von ſchweren Speiſen, von Saͤure im Magen, Verſchleimung und Winden, oder von faͤuligen Unreinigkeiten und ſcharfer verdorbener Galle, ſonſt auch von angehaͤuftem Blute bey verſtopfter monatlicher Reinigung, bey der Schwan⸗ gerſchaft, von Verſtopfungen der Eingeweide des Unter⸗ leibes, beſonders der Leber, von zuruͤckgetrettenen Aus⸗ ſchlägen, Fluͤſſen ꝛc. Man kann es leicht unterſcheiden, ob das Magenwehe von Saͤure herruͤhret: man hat gemeiniglich ſaures Auf ſtoßen dabey, und ſaure Speiſen, diejenigen, wozu Eſſig kommt, das Obſt, auch der Wein und ſaures Bier ver⸗ mehren die Schmerzen. Wenn aber der Kranke ein bitteres und faules Aufſtoßen hat, und ſein Magenwehe nach dem Genuß fetter und oͤlichter Sachen, oder nach einer Aergerniß entſtanden iſt, ſo gehoͤren die ſäͤuerlichen Sachen unter die beſten Huͤlfsmittel. §. z0r. Hülfsmittel dagegen. Wenn Unreinigkeiten im Magen ſind, ſo iſt das Brechen ſehr dienlich. Oft kommt es von ſelbſt. Man muß dann vieles lauwarmes Waſſer, oder Thee von Kamillenblumen trinken. Auch hilft es viel, wenn der Kranke einige Tage lang faſtet, oder weniaſtens keine andere als ſchleimichte und duͤnne mehligte Nahrungsmittel ge enießet. Der — * „ 2 43 4⁴ Unper 14. “ auüchkn h 4 e in Lagen N 8 A s 8 Rſen . 5 Un„ 1 1 Kneintsanta 3 Anu„ 4 d von dd 4. 8*† 4⁴ cher fan 3 Reiniqunz e 19 A 35 1„ au der Eine A 1 8 1 er von 1ℳ,K, 8 zurdenen Mhn n* 6 dt unkerſcheiden, z u man hat gemeinirih 4 3 un Speiſen, dieſanm, auch der Wein und ſm in. Wenn da t Jaſſtoßen hat, und ſan „ 41„ tter und ölichter Sata, A . * 2* v in R. N— „ kriten im Magen fu, 8* 4 44 Of konmt es wor * —, M! 1; * uch bult s 4 der Tei3 N. Je Jen aa faltt un„ „ und dunne Penag diele 1 3 da. 4 u Hn Vom Magenwehe. Der Kamillenthee kann ganz ſicher in allen Arten dieſer Krankheit gebraucht werden. Man kann Milch dazu nehmen, wenn einem ſcharf aufſtoͤßt. Er muß aber oft und lange genug getrunken werden. Bloß damit, und mit lauwarmen Halbbaͤdern ſind ſtarke und veraltete Magen⸗ kraͤmpfe geheilt worden. Auch Klyſtiere von Milch und Kamillen ſind nuͤtzlich und aͤußerlich Rinds: oder Schweins⸗ blaſen, die mit einer Abkochung von Kamillen angefuͤllet ſind, und ſo warm als ertraͤglich iſt, auf den Magen gelegt werden. Faſt noch wirkſamer, und uͤberall eben ſo ſicher iſt ein Thee von den bluͤhenden Spitzen von Schaafgarben. Das Magenwehe, ſo von Saͤure herkommt, wird mehrentheils dadurch gehoben, wenn man des Morgens nuͤchtern ein Butterbrod iſſet. Man kann auch eine oder ein Paar Meſſerſpitzen gepuͤlverte Krebsſteine oder Eyer⸗ ſchaalen; oder auch eine Doſis von der Potaſchenaufloͤſung (Anh. Nr. 45.) einnehmen. Wenn aber Galle in den Magen ſich ergoſſen, oder faule Unreinigkeit da iſt, ſo iſt der präparirte Weinſtein zutraͤglicher. b Wenn das Magenwehe von einer andern Krankheit herruͤhret, ſo erfordert es eine eigne Behandlung, die von einem Arzte verordnet werden muß⸗ §. 202. Wie ſich diezenigen verhalten müſſen, welche oft Magenwehe . bekommen. Diejenigen, welche dem Magenwehe oft unterworfen find, muͤſſen ſich mehrentheils an eine leichte Koſt halten. Der Kaͤſe, altes Fett, ſchweres grobes Brod, zahes Backwerk, die trocknen Huͤlſenfruͤchte, Kartoffeln und grobes Gemuͤß, Kappis u. dergl. bekommen ihnen iusbe⸗ ſondre nicht wohl. Sie duͤrſen ſich nicht gleich nach dem Eſſen 254 Vom Magenwehe. Eſſen ſtark bewegen. Zum ordentlichen Getraͤnke taugt nichts beſſer fuͤr ſie als bloßes Waſſer. Sie koͤnnen etwa ein Stuͤckchen geroͤſtet Brod darein werfen. Es iſt ihnen ſehr dienlich, wenn ſie etwas zur Staͤr⸗ kung des Magens brauchen. Im Sommer koͤnnen ſie etwa ein eiſenhaltiges Sauerwaſſer trinken. Der waͤſſerige Kardobenedictenaufguß(Anh. Nr. 15.) iſt ein vortreffliches magenſtaͤrkendes Mittel. Taͤglich koͤnnen ein Paar Loͤffel⸗ voll davon, ein oder etlichemal genommen werden. Sd kann man ſich auch des zuſammengeſetzten Bitterweins (Anh. Nr. 17.) bedienen, oder die eingedickte Rindsgalle (Anh. Nr. 11.), oder auch ein Pulver von Krauſemuͤnz⸗ blaͤttern und Zucker, taͤglich zu ein Paar Theeloͤffelchen voll, nehmen. §. 203, Ein Mittel gegen das Sodbrennen. Das Sodbrennen hat gewoͤhnlich die naͤmlichenurſachen wie das Magenwehe.— Unter allen dagegen empfoh⸗ lenen Mitteln ſind die friſchen Eicheln am meiſten bewaͤhrt. Man iſſet eine oder zwey, wenn einem der Sod antritt. Werden ſie, wenn man ſie lange aufhebt, zu hart, ſo macht man ſie zu Pulver und nimmt dieſes. Von den Koliken. §, 204, Verſchiedenheit der Koliken, Zufälle der Kolik von Entzündung. Es giebt gar vielerley Arten von Koliken. Ditje⸗ nigen aber, die auf dem Lande am gewoͤhnlichſten vorkom⸗ men, entſtehen entweder von einer wirklichen Entzuͤndung des Magens und der Gedaͤrme, oder von angehaͤuften galligen oder andern Unreinigkeiten, von Unverdaulichkeit und Blaͤhungen. 1. Dis t als hfees 4— eßes Daſr Aſtet Brad darein daf d daſa t dienlich deng ſn tauchen. n e. 1 S Sauerwaſfer dta. * Ins 8 me A Nr. 1)ſün, Täalich kma ſ 11 ich mal 9 Jenone dar. des huſammengeete Inen, oder die wrtich 8* A 8*½ auch ein Pube a e Käglich zu ein pa 3 4 Cedd den das Seßhemn 4 AAtaem 47 vͤhnlich du urie de.— Anut alm ag te friſchen Eichein an un e zoo, penn einen has man ſie lange aufſet, alder und nmmt hec den Koliket 6. 10⁰½ Faken, Zrfäke ha Keit m er deterley Itun un 0 den Lande an reriiniüt der von einer vitlche 6 Gedärme, N NM rn lrr Unctinigfrinn, Von den Koliken. 1. Die Kolik von Entzuͤndung. §. 205. Karakter und Urſachen. Wenn der Unterleib ſehr geſpannt und brennend heiß iſt, wenn die Schmerzen auf einem Orte feſt ſitzen und A heftiger werden, wenn man den Leib beruͤhret oder darauf druͤckt, ſo iſt eine Entzuͤndung der Gedaͤrme vorhanden. Allemal iſt ein Fieber dabey, mit ſtarker Hitze, großem Durſt, geſchwindem, gewoͤhnlich kleinem, geſpanntem und hartem Puls; der Kranke laͤßt wenig brennend rothen Urin, er ſieht roth im Geſicht aus, ſchlaͤft nicht viel und phantaſiret zuweilen. Wenn der Kranke die Schmerzen mehr in der Gegend der Herzgrube empſindet, dabey Verſtopfungen, Erbrechen, große Bangigkeit und oftmalige Phantaſien hat, ſo iſt der Magen entzuͤndet und das Uebel iſt deſto gefaͤhrlicher. Dieſe Kolik entſteht mehrentheils von einer ploͤtzlichen Abkuͤhlung nach einer ſtarken Erhitzung. Sie iſt auch eine fehr gewoͤhnliche Folge eingeklemmter Bruͤche. Es iſt allemal eine gefaͤhrliche Krankheit, die ſehr leicht und geſchwinde toͤdtlich werden kann, wenn nicht bald ſichre Huͤlfe verſchaffet wird⸗ §. 206. Wie ſie behandelt werden muß. Nan muß 1. am Arme reichlich zur Ader laſſen. Dadurch wird die Heftigkeit der Schmerzen gemei⸗ niglich alſobald vermindert. Wenn das nicht geſchiehet, ſo muß die Aderlaſſe nach einigen Stun⸗ den wiederholt werden. Wenn der Kranke vorher an der guͤldnen Ader gelitten hat, ſo muß am Fuß zur zur Ader gelaſſen werden. Entzuͤndung der Gedaͤrme, Koliken. Auch ſind Von den bey jeden beſonders aber bey der, welche von gehemmten Haͤmorrhoiden entſtanden iſt, Blutigel am After von großem Nutzen. Man giebt dem Kranken recht fleißig von einer Abkochung von Gerſte, oder von einem Thee von Leinſaamen(Flachsſaamen), duͤnner Mandelmilch, oder auch ſchwacher Fleiſchbruͤhe, worinn Sauerampfer abgekocht worden, und laulich warm zu trinken. ſetzt ihm alle zwey bis g drey Stunden ein ☛☚ Man Klyſtier. Waſſer, der Bruͤhe. allemal nur wenig auf einmal, Dazu kocht man Gerſte oder Kleyen in und thut friſches Lein oder Baumoͤl zu Man muß von dieſen Klyſtieren in jedem Falle Gebrauch machen, es mag ein Durchfall zugegen ſeyn oder nicht. Klyſtier niemals glaͤſer voll von der F dan legt große mit warmem Waſſer angefuͤllte Blaſen uͤber den Unterleib, die in lauwarmes Waſſer getaucht wechſelt mit denſelben alle halbe S oͤfter, Wirkung erfolget, s mehr, Fluͤſſigkeit nehmen. Stunde, Man darf aber zu einem als ein Paar kleine Trink⸗ oder wollene Tuͤcher, worden, und oder noch weil ſie ſehr bald trocken werden. Man reibt oftmals warmes Leinoͤl in den Unterleib gelind ein. Man kann auch, wenn von dieſen Mitteln keine den Kranken bis an die Bruſt in lauwarmes Waſſer ſetzen und ſo lange darinn als er es ohne Ohnmacht aushalten kann. laſſen, Wenn die Schmerzen nachlaſſen, das Fieber geringer wird, und der Kranke wieder ein wenig mehr Schlaf und Kraͤfte bekommt, ſo iſt es rathſam ihn nach und nach ſoviel friſche Molken, die mit praͤparirtem Wein⸗ ſtein geſchieden worden, laſſen, (Anh. Nr. 41.) daß er ganz gelinde davon laxieret. trinken zu 6. Se Von den Koliken. 257 6. So lange die Krankheit dauert, darf der Patient gar keine Nahrungsmittel genießen, und auch nachher noch eine gute Zeitlang keine anderen als die uͤber⸗ haugt in Entzuͤndungskrankheiten erlaubt ſind. 1 (§ 66. u. a.) Wenn die Heſtigkeit der Schmerzen zwar nachlaͤßt, raber doch noch eine ſtumpfe Empfindung zuruͤckbleibet; wenn der Kranke oͤfteres Schaudern bekommt, uͤberhaupt ſich uͤbel befindet und ſeine Kraͤfte nicht wieder erhaͤlt, ſo hat ſich ein Geſchwuͤr in den vorher entzuͤndeten Theilen erzeüget. Dieſes iſt ein bedenklicher Fall, der gemeiniglich eine Auszehrung nach ſich ziehet. Man thut da am beſten, wenn man die noͤthigen Huͤlfsmittel von einem Arzte ver⸗ ordnen laͤßt, und dem Krauken nichts anders giebt, als erweichende Bruͤhen, Milch, Haber; und Gerſtenſchleime, Mehlſuppen, die Schneckenbruͤhe(Anh. Nr. 32.) u. dergl. m. 2. Die gallige Kolik. §. 207* Ihre Zufäaͤlle, und Unterſcheidungszeichen. Der Unterleib iſt nicht geſpannt, noch ſo brennend heiß wie bey der entzuͤndungsartigen Kolik, der Schmerz wird nicht ſehr merklich ſtaͤrker, wenn man gelinde auf den Leib druͤcket. Das Fieber iſt geringer, oft iſt gar keins da. Der Puls iſt zwar geſchwinde; aber nicht ſtark, oder ſehr hart, es geht mehr Urin ab, und er iſt nicht ſo roth. Gewoͤhnlich hat der Kranke Ekel und bittern Geſchmack und oft Erbrechen oder Durchfall, wornach ſich die Schmerzen ein wenig lindern. 1 Von den Koliken. 1 Wie ſie behandelt werden muß 6 1 Hier kommt alles darauf an, daß man die gallige G 6 Schaͤrfe in den erſten Wegen zu daͤmpfen und wegzu⸗ ſchaffen ſuchet. Daher giebt man dem Kranken, 1. wenn er Ekel hat, einen Thee von Kamillenblumen, der denn gewoͤhnlich Erbrechen macht. 2. Sonſt laͤßt man ihn jedwede Stunde eine Meſſer⸗ ſpitze voll praͤparirten Weinſtein nehmen, oder einen h Loͤffelvoll Zitronenſaft. Gemeiniglich lindern ſich die Schmerzen gleich, wenn man zwey oder drey Loͤffelvoll davon genommen hat. Er muß dabey 3. ſehr fleißig friſche Molken, oder eine duͤnne Abkochung von Haber oder Gerſten, duͤnne Fleiſchbruͤhe mit viel Sauerampfer abgekocht, oder auch nur reines Brun⸗ nenwaſſer, uͤberſchlagen warm trinken. Es iſt das nothwendigſte Stuͤck bey der Heilung dieſer Krank⸗ heit, daß viel getrunken werde. 9 4. Man ſetzet ihm oft Klyſtiere von Molken und Honig. V 5. Man macht Ueberſchlaͤge von lauwarmem Waſſer uͤber den Leib, und nimmt, wenn dieſe nicht hin⸗ reichen, das halbe Bad mit zu Huͤlfe(§. 206. Nr. 4.) Man faͤhret mit dem Gebrauch des praͤparirten Weinſteins, auch wenn die Schmerzen aufhoͤren, noch ſo lange fort, bis keine galligen Unreinigkeiten mehr weggehen. Waͤhrend dem darf der Kranke keine andre Speiſen als duͤnne Suppen mitt Kraͤutern, Schleime von Gerſtengraupen, Gruͤtze u. d. eſſen. Die Windkolik. §. 209. Ihre unterſcheidungszeichen. Hülfsmittel dagegen. 3. Wenn der Unterleib aufgetrieben iſt, jedoch ohne Haͤrte, wenn es im Leibe kollert und der Kranke jedesmal Erleich⸗ luten Wanken nien Emriagit d gle ich, wenn nan 89 zmammen hat dn „ Molken, oder ein 1 ien,„dünne feiheth Acht, oder anch m dlagen warm ninkn. 9 dck hey der Heibunh Runken werde. Kloſtiere von Nalbih derſchläͤge von launrmt dimmt, wenn duin Bad mit zu Hütſe 3 ait dem Gedraut Rg h wenn die Schmaat keine galigm ln Bäͤdeend dem dar ſer au 4 dünae Supom A 1 dengraupen, Gritr Bindkolik 109. zmitel Daaeger ubm ban ſſ⸗ 4 1 Von den Koliken. 259 Erleichterung davon hat, wenn Blaͤhungen abgehen, ſo kann man vermuthen, daß die Kolik von Winden herruͤhre. Die Schmerzen bleiben gewoͤhnlich nicht immer auf einer Stelle, die Bruſt iſt etwas beklommen. Insgemein iſt weder Fieker, noch Hitze, noch Durſt zugegen. Die Windkolik wird gemeiniglich bey ſchwaͤchlichen Leuten durch blaͤhende Speiſen und Getraͤnke, z. E. von neuem Wein oder Bier, von einigen Fruͤchten und Gar⸗ tengewaͤchſen, wie von Kappis, weißen Ruͤben, Kartof⸗ feln ꝛc. verurſachet. Man ſetzet Klyſtiere von Kamillenblumen oder Fleiſch⸗ bruͤhe, worinn Kuͤmmel gekocht worden, reibet den Unter⸗ leib mit trocknen warmen Tuͤchern, laͤßt Thee von Kamillen oder Schaafgarbenblumen, oder von Kuͤmmel trinken, und einigemal ein halbes Quentchen praͤparirten Weinſtein nehmen. Der Thee von der Pfeffermuͤnze und vom Sternanies hat oft bey der Windkolik ſehr gute Dienſte geleiſtet. Oft hilft es geſchwinde, wenn man kaltes Waſſer, mit etwas Eſſig vermiſcht, uͤber den Leib ſchlaͤgt: auch ſchadet es nicht, wenn man den Unterleib mit Krauſe⸗ munzenbranntewein oder mit Wachholderbranntewein waͤſcht und dabey wohl reibt. Die Kolik von Unverdaulichkeit. §. 210. — Wie ſie behandelt werden muß. Sie entſteht, wenn man entweder zuviel, oder unver⸗ dauliche und ſchaͤdliche Nahrungsmittel genoſſen hat. Gewoͤhnlich iſt ſie mit der eben vorhergehenden Gattung verbunden. Man laͤßt viele laulige waͤſſerige Fluͤſſigkeiten trinken, . B. lauwarmes Waſſer mit ein wenig Salz, einen R 2 ſchwachen — — ———— —— 4—— —— 5* — ͤ 260 Von den Koliken. ſchwachen Thee von Kamillen oder Holderbluͤthen, gemei⸗ nen Thee—. Es gilt gleich viel, welches davon, wenns nur haͤufig getrunken wird. Man laͤßt dabey den Unterleib mit warmen Tuͤchern ſtark reiben, und wenn Verſtopfung da iſt, ſo nimmt man zwey bis drey Loth Bitrerſalz und laͤßt Klyſtiere von warmem Waſſer und Salz appliciren. Sobald der Kranke Erbrechen oder einen Durchfall bekommt, wird es ihm leichter. Man befoͤrdert dieſe Ausleerungen durch haͤufiges Trinken. Wenn ſie aufhoͤren und der Schmerz nachlaͤßt, ſo bleibt oft noch ein fauler Geſchmack, im Munde zuruͤck. Dagegen nimmt man einigemal praͤ⸗ parirten Weinſtein und trinket viel friſches Waſſer. Was man zu thun hat, weun die Kolik gemiſcht iſt. Oft ſind mehrere Gattungen der Kolik mit einander verbunden, z. B. die gallige Kolik mit einer Entzuͤndung oder mit der Windkolik, dieſe mit der Kolik von Under⸗ daulichkeit. Dieſes macht aber keinen Unterſchied in der Behandlung der Krankheit; man richtet ſich nach der Hauptgattung. Wenn man aber die Kolik nicht zu unter⸗ ſcheiden weiß, ſo halte man ſich an folgende Mittel, die in keiner Gattung Schaden thun, hingegen allemal helfen koͤnnen, wenn das Uebel nicht gar zu heftig iſt. Man⸗ gebe nemlich dem Kranken zum oͤftern Klyſtiere aus Kamillen, thee mit Honig, man laſſe ihn viel lauliches Waſſer oder Thee von Kamillen, Schaafgarben oder Holderbluͤthen trinken, und lege ihm Tuͤcher, die mit warmem Waſſer befeuchtet ſind, uͤber den Leib: oder man ſetze ihn in lau⸗ warme Halbbaͤder. A Bey allen Verbindungen der verſchiedenen Gattungen der Kolik unter einander iſt vornehmlich darauf zu⸗ ſehen, oh nicht eine Entzuͤndung mit im Spiele iſt. ⸗Alle andere 4 e Gattun⸗ ſ womehmli truf 2α g miit im Cpial 4 1. A 4 281 Von den Koliken. Gattungen der Kolik ſind bey weitem nicht ſo gefaͤhrlich, als die entzuͤndliche: dieſer muß man alſo in jedem Falle, wo ſie vorhanden iſt, zuerſt begegnen, und keine Mittel gebkauchen, welche die Entzuͤndung unterhalten, oder wohl gar befoͤrdern koͤnnten. Man kann die Gegenwart der Entzuͤndungskolik leicht aus den Zufaͤllen§. 205. erken⸗ nen, und wenn dieſe Zufaͤlle vorhanden ſind, ſo darf keine andere Behandlung Statt finden, als diejenige, welche §. 206, beſchrieben iſt. §. 212. Einige Erinnerungen. Man pflegt ſehr gewoͤhnlich bey jedem Anfall einer Kolik hitzige Mittel, Branntewein, bittern Branntewein, Aquavite, warmen Wein mit Gewuͤrzen, geiſtige Magen⸗ tropfen u. dergl. zu nehmen. Oft helfen ſie bey einigen Gattungen der Kolik und bey einem leichtern Grad der Krankheit; aber nicht ſelten wird auch durch den Gebrauch dieſer Dinge ein an ſich geringes Uebel verſchlimmert und ſogar toͤdtlich gemacht. Sie verurſachen leicht eine Ent⸗ zuͤndung— das ſchlimmſte, was man bey Koliken befuͤrchten kann; und wenn Unreinigkeiten da ſind, und man ſchafft ſie nicht bald weg, ſo verderben ſie noch mehr, und es koͤnnen gallige und faule Fieber entſtehen. Leute, die oͤftern Kolikſchmerzen unterworfen ſind, haben allemal eine ſchlimme Verdauung, und ſie ſtehen. in Gefahr endlich in langwierige Krankheiten zu verfallen. Sie muͤſſen eine gute und maͤßige Diaͤt halten, nicht viele fette Sachen, Fleiſch⸗ und Milchſpeiſen eſſen, alle hitzigen Getraͤnke vermeiden, und ſich vor Erkaͤttung in Acht nehmen. Es iſt ihnen ſehr dienlich, wenn ſie ein wollenes Hemd, oder auch nur ein Fuͤrtuch von Flanell unmittelbar auf der bloßen Haut tragen. R 3 Von 1 1 Von den Steinſchmerzen. §. 213. Zufaͤlle die von Steinen herrühren. Die Steinſchmerzen kommen in manchen Gegenden auch unter dem gemeinen Manne gar haͤufig vor. Man ſchiebt insgemein die Schuld auf die ſumpfige und feuchte Lage ſeiner Wohnungen, auf das Waſſer, und den Genuß vieler herben Speiſen, beſonders des Kaͤſes und ſaͤuerlicher Weine. Man unterſcheidet den Grieß, den Nieren: und Bla⸗ ſenſtein. Es iſt nicht leicht zu erkennen, ob Steine da ſind, und man kann niemals ganz gewiß davon ſeyn, wenn nicht welche abgehen. Man haͤlt oft die Beſchwerden, welche von Steinen herruͤhren, fuͤr eine Kolik— ein Irrthum, der ohne ſchaͤdliche Folgen iſt, wenn man ſte vernuͤnftig behandelt. Es kann ein Nierenſtein zugegen ſeyn, ohne daß der Kranke etwas davon empfindet, alt etwa ein ſtumpfes Druͤcken in einer oder der andern Seite. Es koͤnnen aber auch ſehr heftige Zufaͤlle daher entſtehen: ſtarke Schmerzen in der Lendengegend und in der Seite, die ſich abwaͤrts gegen das Gemaͤchte und den Schenkel hin, oft auch uͤber den ganzen Leib ausbreiten, Ueblichkeit und anhaltendes Erbrechen, und bey einem hoͤhern Grade der Uebels Magenkraͤmpfe, Engbruͤſtigkeit, eine große Unruhe, Ohnmachten, Convulſionen. Die Hode auf der kranken Seite wird ſtark in die Hoͤhe gezogen, der Kranke hat ein todtes Gefuͤhl in dem dicken Bein und Fuß, und einen beſtaͤndigen Trieb den Urin zu laſſen. Dieſer iſt manch⸗ mal mit Blut vermiſcht und zuweilen gehen Steinchen mit ab. Oft iſt ein Fieber dabey; aber nicht allemal. Man kann vermuthen, daß ein Blaſenſtein zugegen ſey, wenn das Urinlaſſen beſchwerlich iſt, wenn der Urin oͤfters de 1 Otrinſten 4 11;, e den Seer nen mn 1 . 8 4 1 Dmerſen kommen i 1 1 na Nanne in b * Schald auf 31 min magen, euf das Sß a. iſen, heſ men w hen eaidet den Grigz, de ge de zu erkennm, 4 8 mals ganz gewif bn n. Man zatt zſt an a herrüͤhren, ſir ein ſchäͤdliche Folge iſn t. Es kann ein Nag Kranke etwas danan t rrüͤcken in einer oder det h ſehr heſtige Zuſtb der bendengegend an t 2 das Gemächte und ad nzen deid ausdfeittt, M a, and hey einen ſtſe ſe, Enabrtſkigkeit, ting Hfonen. Dir hede u fe Hähe ghogen, dde a dicken Bein 1nd 11 llrin zu lſen. det 61 and zu aweilen hen en e dabey; aber richt tlat athen, daß ein Sheſet iim deſchverlich f, 18 oͤfters nur tropfenweiſe abgehet, zwang beym Uriniren. der Blaſe ruhig liegen. er unausſtehliche Plagen. Von den Steinſchmerzen. 263 manchmal ploͤtzlich zu ſtinkt, und einen dicken weißen Schleim Gewoͤhnlich haben die Kranken einen Stuhl⸗ Endlich wird das Urinlaſſen außerſt ſchmerzhaft oder ganz verhindert. Es entſtehen Entzuͤndungen, Geſchwüre in der Biaſe, abzehrendes Fieber— Die Kranken haben doch zwiſchen den ſchmerzhaften Anfaͤllen oͤftere ruhige Zwiſchenzeiten. Manchmal laſſen die Schmerzen nach, wenn viel Grieß oder Schleim, oder ein Stein abgehet. Dieſer gute Zuſtand dauert ſo lange, fließen aufhoͤrt, abſetzet. bis ſich neuer Schleim, Grieß, oder ein neuer Stein in den Nieren oder der Blaſe erzeugt hat, dann erneuern ſich die Schmerzen. Oft aber geht auch kein Stein ab, wenn ſchon die Schmerzen nachlaſſen, ſondern er bleibt in Von Zeit zu Zeit aber verurſacht §. 214. Wie ſie zu behandeln ſind. 1. während dem Anfall Man muß waͤhrend dem Anfall die Schmerzen zu lindern und außer demſelben die Steine, den Grieß und Schleim wegzuſchaffen, die neue Erzeugung derſelben zu verhindern, und alle Urſachen, welche die Anfaͤlle rege machen koͤnnten, zu entfernen ſuchen. Die Behandlung waͤhrend dem Anfall iſt ganz die naͤmliche, welche die entzuͤndungsartige Kolik erfordert: 1. Wenn eine Vollbluͤtigkeit da iſt, oder wenn der Kranke ein Fieber mit hartem und vollem Pulſe hat, ſo laͤßt man am Arm, auf der Seite wo der Schmerz iſt, zur Ader. Von außerordentlicher Wirkung ſind auch Blutigel, die bey allen Steinbeſchwerden an R 4 den 264„Von den Steinſchmerzen. den After, und bey den Schmerzen vom Blaſenſtein an das Mittelfleiſch gelegt werden. 2. Man legt erweichende Umſchlaͤge uͤber die Stell, wo der Schmerz am heftigſten iſt, ein Stuͤck Flanell in warme Milch getaucht, oder eine Baͤhung von rohen Hanffaͤden,(ungewaſchenem Haͤnfengarn) die vorzuͤglich geruͤhmt wird. Man kocht einen Strang davon mit ein Paar Haͤndevoll Pappelblaͤttern in einem Schoppen Milch, ringet es aus und legte uͤber.— Oder man ſetzt auch den Patienten in ein halbes Bad von lauwarmem Waſſer, worinn Kamillenblumen abgekocht worden. Nichts iſt zur Linderung, auch der heftigſten Schmerzen zutraͤglicher, als ein ſolches Bad. Man reibt auch den Kranken b warmes Leinoͤl, oder gekochtes Kamillenoͤl, welches noch wirkſamer iſt, beym Nierenſchmerz in die Len⸗ 4 dengegend, und beym S Schmerz vom Blaſenſtein in den Unterleib und in das Mittelfleiſch ein. Nach dem Bade laͤßt man den Kranken langſam in der Stube herumgehen. 3. Man giebt i hm Klyſtiere aus einer Abkochung von Leinſaamen, oder von Kamillenblumen, oder von einer Miſchung aus beyden, mit Baumoͤl⸗ Dieſes ſind die Hauptmittel gegen die Stein⸗ ſchmerzen. Man laͤßt aber doch auch 4. innerlich erweichende und lindernde Dinge nehmen. Dergleichen ſind der Thee von Leinſaamen, von 5 Kamillenblumen, Waſſer mit Milch gemiſcht, Man⸗ b b delmilch, Molken, die Abkochungen von Haber, Gerſte, Graupen— duͤnne Fleiſchbruͤhen ꝛc. Man muß dieſe Feuchtigkeit laulicht warm, wenig auf einmal, aber oſt und ſolange trinken, bis die Schmerzen nachlaſſen. Bey † An* us.. nS6n Keiſch. au 9 4 ast der 6 3 veichende m . Um ag ‿— an n am wini, 3 A d 1242 d * aucht, 80““ den K 1 1 geda deor. 4 1 dirh. 1 . di An 4 ein. a Händeal. 99 pe 1 M .* magn 4 ¼ der m lekt— 1 20 ſn De ha B 1 laudarnn g 191 11 cht derhm. ** c Riigſten San Oad. 2 Man tüdean. 16, oder get üs in i, her 1 keneuſte om Schmaz zu 2 in das 7 Mittei man den Kranken 4* X 1 diert aus eine h aApemittel aer 3. nittel ge 3 dan liße aher doc u AANan n un Inde WM n“ 7 “ . den ind der Tder den euchtigkeit ue und ſelauze e duh. Von den Steinſchmerzen. 255 Bey ſehr heftigen Schmerzen leiſtet es viele und ſchleunige Huͤlſe, wenn man vier, fuͤnf oder ſechs Eßloͤffelvoll gutes Baumoͤl, oder friſches Mandelnoͤl, odevoreines und aus ungeroͤſtetem Saamen gepreßtes Leinoͤl, oder friſches Gaͤnſefett mit dem Gelben von szwey Eyern und einer Schaalevoll warmer Fleiſch⸗ bruͤhe wohl untereinander miſchet, nach trinket. zundetes nach und Fuͤr diejenigen, die ſchon oͤftere Anfaͤlle von Steinſchmerzen hatten, miſcht man ungefaͤhr Zeinen Loͤffelvoll Eſſig oder Zitronenſaft zu fuͤnf oder ſechs Loͤffelvoll Oel, und laͤßt ſie alle drey Stunden einen Loͤffelvoll davon nehmen. zen bewirkt. bruͤhen, Kalbfleiſch, Kalbsfuͤße, Huͤhner, Die Steinſchmerzen ſind mehrentheils mit einer Beſchwerlichkeit des Urinirens, und nicht ſelten mit einer gaͤnzlichen Unterdruͤckung des Urins verbunden. Gemeiniglich kann denn der Kranke den Harn von ſich laſſen, wenn er auf dem Ruͤcken liegt, oder wenn er ſich mit dem Kopfe tief, mit dem Hintern aber hoch auf den Ruͤcken legt, oder den Koͤrper ruͤckwaͤrts beuget. Wenn aber dieſes nicht hilft, und auch die bisher vorgeſchlagenen Mittel keine Beſſerung verſchaffen; ſo muß man ohne Verzug durch einen geſchickten Wundarzt den Urin abzapfen laſſen. So lange die Schmerzen waͤhren, duͤrfen nur wenig weiche und leichte Speiſen gegeſſen werden, leichtes Gemuͤß, junge gelbe Ruͤben, Haberwurzeln, friſches und gebackenes Obſt, Milchſpeiſen, duͤnne Fleiſch⸗ Tauben u. dergl. m. Vielen Steinkranken hat der Genuß von friſchem Milchrahm, alle halbe Stunde zu einer halben Theeſchaale voll, große Linderung der Schmer⸗ Wenn ein Fieber da iſt, ſo muß man ſich gaͤnzlich an die im 42.§. vorgeſchriebene Diaͤt binden. §. 215. - . Von den Steinſchmerzen. 6. 215. 2. außer den Anfällen. Außer den Anfaͤllen muß man ſich ganz vorzuͤglich um b eine gute Diaͤt bekuͤmmern. Man kann dadurch, und den Gebrauch einiger diaͤtetiſchen Mittel, allemal dem Stein vorbeugen, oder wenn er ſchon da iſt, die Zufäͤle davon ſehr hindern und ihre Dauer verkuͤrzen. Man muß keine grobe, blaͤhende und hitzige Koſt eſſen, wenig Kaͤſe und trockne Huͤlſenfruͤchte, Erbſen, Linſen, Bohnen—, keine Kartoffeln, herbe und ſaure Fruͤchte, trocknes geſalzenes und ge uchertes Fleiſc, gedoͤrrte und eingeſalzene Fiſche, harte Eyer, Schwaͤmmt und dergleichen. Ferner muß man auch die ſauren und hefigen Biere, ſaure und herbe Weine, den Branntewein und gar hartes Waſſer vermeiden. Sonſt kann man allerley Gartengewaͤchſe, Wutzel werk, die Kohlkraͤuter, Fleiſch und Fiſche zur Speiſe waͤhlen. Manche von jenen, wie die Keime von Hopfen, der Spargel, die gelben Ruͤben, die Peterſilie, der Sel⸗ lerie und die Paſtinakwurzeln, das Körbelkraut,(die Zwie⸗ beln, der Knoblauch, die Rettige, der Meerrettig,) und die ſuͤßſaͤuerlichen Fruͤchte, die Erdbeeren, Himbeeren, Kirſchen, Johannistrauben, Weintrauben— ſind zugleich Nahrungs und Heilmittel. Man muß ſie deswegen fuͤr ſich und bey ſonſtigen Speiſen fleißig genießen. Insbe⸗ ſondre gehoͤren die Erdbeeren unter die vorrtrefflichſten Mittel gegen den Stein, und ſie thun oft mehr Wirkung als alle andre, wenn man ſie recht haͤufig iſſet. Es traͤgt viel zur Verhuͤtung des Steines bey, wenn man alle Tage fruͤhe nuͤchtern eine gute Menge reines Waſſer trinkt. Unter allen Getraͤnkarten iſt es das beſte fuͤr diejenigen, die mit Nierenwehe und Steinſchmerzen geplagt ſind. Auch der Thee und Kaffe ſind nicht ganz 1 undien⸗ 3 11. naten— 1 Arfallan Millen nufß — un 1 eiger—— 4 oder wenn 1n bau 1 und ihre Daua w grobe, bühe n 1 * und trochde züſaith —, keine Karufitd zan grſalzenes und geh atzene Fiſche, ſan aa Ferner maß man aßhi te und herbe Weint, at vermeiden. han allerley Garte inter, Fleiſch und h don jenen, wie die n gethen Rühen, dir den atwurzenn, das Kütea 0, die Rertige, der Ae Früchte, die Enbem erauben, Weinterta- aimittek. Man nif Opeiſen fiſi Ei — unter R Itrin, und ſe he f en man ſie necht hlu 4 Verdütung der erus de 9 an ein h 4 zer allen Geriotun ie mit N ermweßt! 1m„ 62 Ther und Lefe t Hauhechel, Von den Steinſchmerzen. 267 undienlich. Man hat die richtige Bemerkung gemacht, daß die Steinkrankheiten weit ſeltener geworden ſind, ſeitdem der Thee und der Kaffe mehr in Gebrauch gekom⸗ men ſind. Sonſt kann man das Selzeroder Fachinger⸗ waſſer mit Milch, und wenn man an den Wein gewohnt ‚iſt, außer den Anfaͤllen, etwas davon bey der Mahlzeit trinken. Es giebt viele diaͤtetiſche Mittel, die ganz vorzuͤgliche Kraͤfte haben, um die Steinſchmerzen zu verhuͤten und zu heilen. Sie reinigen das Blut, zerſchmelzen manchmal den Stein, vermehren die Abſonderung des Harns, und ſpuͤhlen mit demſelben die kleinen Steine, den Sand und den Schleim aus den Harnwegen ab. Dergleichen ſind: der Honig,(alle Wochen bis zu fuͤnf Viertelpfund, etwa mit Sauerwaſſer genommen, und damit eine geraume Zeit fortgefahren) der ausgedruͤckte friſche Saſt von gelben Nuͤben, der Rettigſaft mit Honig, der Zitronenſaft, der Birkenſaft, die Abkochung von Ochſenbrechwurzel oder von Klettenwurzeln und den Wurzeln von rothem Steinbrech, das Wachholdermus(Anh. Nr. 9.) oder ein Aufguß von Wachholderbeeren mit Ziegenmilch, ein ſtarker Thee von Schaafgarben, die Judenkirſchen.— Unter allen iſt der Saamen von wilden Moͤhren(Carotten) eins der kraͤftigſten und ſicherſten Mittel. Man laͤßt einen Loͤffelvoll mit einem halben Schoppen kochendem Waſſer ausziehen und trinkt des Morgens und Abends einige Schaalen davon, warm wie Thee, oder man puͤlvert ihn und nimmt davon taͤglich zweymal ein Quentchen. Oft hat dieſes Mittel bey einem hohen Grad des Uebels in wenig Tagen Huͤlfe verſchaffet. Vor allem andern aber haben ſich die Blaͤtter von der Sandbeerſtaude oder Baͤren⸗ traube bewoͤhret. Man nimmt ſie entweder gepuͤlvert zu einem halben Quentchen, ein oder ein Paarmal des Tags, oder man trinkt die waͤſſerige Abkochung davon. ¼ . In — — — ——— — —— 1 4 8 „Huͤlfe davon haben will. Von den Steinſchmerzen. In keiner Krankheit ſind die Mittel weniger zuver⸗ Aaͤßig als bey Steinbeſchwerden. Man kann ſich nie darauf verlaſſen, daß dasjenige, welches einem Kranken geholfen hat, das naͤmliche bey einem andern leiſten werde; ſondern man muß meiſtentheils lange Proben mit verſchiedd nen Mitteln anſtellen, bis man dasjenihe ausfindet, welches dem Kranken zutraͤglich iſt. Man muß aber auch lange genug mit dieſen Mitteln fortfahren, wenn man Wenn das Uebel hartnaͤckig iſt, ſo kann man ſich von einem Arzte noch wirkſamere ver⸗ ordnen laſſen. Im außerſten Fall hat man keinen Ausweg ‚mehr, als daß man ſich einer ehirurgiſchen Operatien unterwerſe. s Es iſt ſonſt noch zu bemerken, daß man dieſe Mittel, zumal diejenigen davon, die etwas hitzig ſind, niemals gebrauchen duͤrfe, waͤhrend dem man heftige Schmerzen hat; ſondern nur außer den Anfaͤllen. Sie treiben meh⸗ rentheils auf den Urin, und bringen eine Menge von Feuchtigkeiten nach den Nieren und der Harnblaſe. Wenn nun der Abgang dieſer Feuchtigkeiten verhindert, oder gaͤnzlich unterdruͤckt iſt, wenn Steine, Grieß und Schleim die Harnwege verſtopfen, ſo muͤſſen nothwendigerweiſe die Schmerzen groͤßer werden. Oft wird auch der Stein durch ſtarke harntreibende Dinge aus ſeiner bisherigen Lage in engere Orte getrieben, wo er nicht fort kann. Sie machen alſo uͤbel aͤrger und verurſachen leichtlich Entzuͤn⸗ dungen und Vereiterungen der Nieren und der Blaſe. Im uͤbrigen iſts den Steinpatienten ſehr zutraͤglich, wenn ſie ſich oftmals lauwarmer Baͤder bedienen und ſich hinlaͤnglich Bewegung machen. Doch darf dieſe auch nicht zu ſtark ſeyn. Ueberhaupt muß alles vermieden werden, was das Blut erhitzen und in Wallung bringen kann. Sie duͤrfen den Urin nie lange an ſich halten.— Viele Menſchen pflegen den Urin liegend abzuſchlagen, wenn —— wn dan Stirfzun enthen 1 ananaan 8. uue 8 nethn 1 Renideils 4 ladgt falm mar 2 1, ¹dn us glich i. dan Wien Mäuenn ffiin Dil. Wem ds lua den einem Ahn uns aßerſen Fal za ub man ſich eine; tarupi ech ſu bemerken, dw davon, die etwat cht während dem mu ußer den Anſilen. ſ Aun und bann den Nieren und da zt. deſer Feuchtigkeim kt iſt, wenn Steine, Au zepfen, ſo mäſſ uuttnt werden. Oſt wid a. tidende Dinge aus ſcnt riuden, wo tt nict ir rge ungen der d Nern u b a dan Steinyatentn 1l lauwaumer Scc aen ung machen. dad u Alederhaupe 1 v 46 zut erdihen and i R a Ulin nie bae 1 den ſegen den krin 997 wenn man liegend uriniret, Ausſchlaͤgen, et und derurſache! utt Vom Brechen. 3 4 2694 wenn ihnen etwa des Nachts ein Trieb dazu ankommt.⸗ 8 Dieſes iſt eine uͤble Gewohnheit, die nachtheilig werden kann. Die Harnblaſe kann ſich nicht ganz entledigen, und dann erzeugt ſich um ſo leichter ein Stein, wenn ſonſt ſcha eine Anlage neäu vorhanden iſt. 2 om Brechen. Die gewöhnlichſt ſten Urſachen des Brechens. 3* Sehr oft kommt das Brechen von einer Zandern Krankheit her. So entſteht es bey Fiebern, bey den Pocken und Maſern, bey Entzuͤndungskrankheiten, eihöou, Steinbeſchwerden, von ſtarken Kopfſchmerzen und Ver⸗ letzungen des Köhſe. Oft wird es von zurückgetrettenan. auegetrockneten Geſchwuͤren, Wuͤrmern, Bruͤchen, und bey Weibsperſonen von einer Unterdruͤckung der monatlichen Reinigung und von der Schwangerſchaft verurſaches; am allermeiſten aber durch eine uͤble Diaͤt, Unmaͤßigkeit im Eſſen und Trinken, durch den Genuß ſcharfer Speiſen, Arzeneyen und Gifte. 3 Oft iſt es heilſam; oft aber auch ſchaͤdlich. ſchadet es, A lensal §5. 217. . Was man dabey zu thun hat. Das. Brechen iſt oft ſo gelinde, daß man nicht uzchia hat, das geringſte dafuͤr zu brauchen. Allemal wenn jemand Brechen bekommt, ſogleich weiß, muß man unterſuchen, ob er keine andre nan Krank⸗ 8* 4 wenn es zu lange anhaͤlt, oder zu oft wieder⸗ kommt und uͤbermaͤßig ſtark iſt. wovon man die Urſache nicht — —— 270 Vom Brechen. Krankheit dabey, oder vielleicht einen Bruch habe. In dieſem Falle muß man ſo verfahren, wie es die Haupt⸗ krankheit erforderr. Es wird in dem Folgenden noch beſonders gelehrt werden, was man bey dem Erbrechen der Schwangern und Kinder, und demjenigen, das von genoſſenem Gifte herruͤhret, zu thun habe. Wenn das Brechen von einer Ueberladung des Ma⸗ gens herkommt, wenn vieler Schleim, Galle, und andre Unreinigkeiten weggebrochen werden, ſo iſts gemeiniglich nuͤtzlich und hoͤret von ſelbſt auf, wenn jene ausgeleeret worden. Man muß es daher zu unterhalten und zu erleichtern ſuchen. Das ſicherſte Mittel dazu iſt, daß man viel laulichtes Waſſer trinket. Man kann zu einer halben Maaß davon ein Paar Loͤffelvoll Butter oder Baumoͤl thun— und etwas Kuͤchenſalz, wenns ein zaͤher Schleim iſt, was weggebrochen wird. Auch ein Thee von Kamil⸗ lenblumen oder Cardobenedicten iſt zu dieſer Art dienlich. Wenn keine Unreinigkeiten mehr ausgeleeret werden, das Erbrechen aber doch nicht nachlaͤßt, oder gar zu heftig wird; Sonſt muͤſſen lauter erweichende und ſchleimige Bruͤhen getrunken werden, welche die etwa noch zuruͤckſeyende Schaͤrfe abſtuͤmpfen und die Kraͤmpfe ſtillen, duͤnne Fleiſch⸗ bruͤhen, Gerſtentiſane.— Man kocht weiße Brod⸗ gruͤmmeln, geſtoßnes Krauſemuͤnz⸗ oder Balſamkraut und gequetſchten Kuͤmmel, mit altem Wein zu einem Brey, und legt ihn, in einem leinenen Tuch, warm uͤber den Magen,— man giebt dem Kranken erweichende Kiyſtiere, die denn ſonderlich noͤthig ſind, wenn der Leib verſtopft iſt,— man laͤßt Fußbaͤder brauchen, und die Haͤnde und Fuͤße mit warmen Tuͤchern reiben. Wenn die Unreinigkeiten mehrentheils weggebrochen, und die Neigung zum Brechen geringer geworden; ſo kann d man ſo kann man ein Paar Loͤffelvoll Zitronenſaft nehmen. Es iſt ein vortreffliches Mittel, um das Brechen zu ſtillen. ——*— errühent, ia thm ſa rechen pon ein lenta enn dieler Schlan, aa Zebrochen werden, 1 den ſelbſt auf, dan m uß 1 daher n rte Dat ſicherſte Datu 4 Haſſer trinket. Nu Paat Loͤffelvol Duna Aüchenſäh, umeaß den wird. Auch ein der tnedicten iſt zu diſe tiinigkeiten mehr auchis doch nicht nachlßt, ne 0 Paar Lüffecdol Jitnn d48 Mittel, um das dutt „ erveichende und ſcuun welche die etos neh. and die Krämpfe ſillu,u ae. Man bott d Krauſemdd eda di 1. nit altem Wein ſ ih em leinenen Tuch, uin. 7 dum Kranken trwiin 49 ſund, us der brauchin, me ern reiden. V jakeiten nejentdii V Br hen geingn an Von der Verſtopfung ꝛc. 271 man ein halbes Glaͤßchen alten Wein mit dem Gelben von zwey Eyern und einem Loͤffelvoll geſtoßnen weißen Zucker gemiſcht, nach und nach trinken, und ſchleimige Speiſen, 4 Gerſten, Haberſchleim. duͤnne Reiß⸗ und Mehlbreye ꝛc. Weſſen. Endlich, wenn das Brechen ganz nachgelaſſen hat, And magenſtaͤrkende Mittel zutraͤglich, das Wachholdermus, (Anh. Nr. 9.) der Quittenſaft,(Anh. Nr. 3.) der Aufguß von Kardobenedicten, und die Bitterweine,(Anh. Nr. 17. 18. 19.)— Waſſer worinn ein in glühendes Eiſen oftmals abgeloͤſcht worden ꝛc. Von der Verſtopfung und der Darmgicht, oder dem Miſerere. §. UArſachen der Hartleibigkeit und Verſtopfung, Hülfsmittel dagegen. Die Naturen ſind in Ruͤckſicht der ordentlichen Aus⸗ leerungen durch den Stuhlgang verſchieden. Einige, und zwar gemeiniglich die ſtaͤrkſten und geſuͤndeſten Leute, bekommen nur alle zwey oder drey Tage einmal Oeffnung, und befinden ſich ganz wohl dabey; andre, und zwar insgemein die ſchwaͤcheren, muͤſſen des Tags etlichemal zu Stuhl gehen. Am natuͤrlichſten iſt wohl, daß man alle Tage einmal Oeffnung hat. Zu ſtarke Arbeit, Erhitzung, Mangel an noͤthigem Getraͤnke, trockne, erdige und ſtopfende Speiſen, ungewohnte Ausſchweiſungen in gei⸗ ſtigen Getraͤnken u. dergl. verurſachen manchmal eine Hart⸗ leibigkeit, die aber mehrentheils von keiner Bedeutung iſt und von ſelbſt weichet. Trockene und magere Leute, die ein hitziges Blut haben, ſind oft damit beſchweret; 218. koͤnnen ſich aber mit erweichenden Speiſen und Getraͤnken Man iſſet des Morgens ein Paar gebratene Aepfel leicht helfen. —— — 8] — 272 Von der Verſtopfung ꝛc. — Aepfel und trinkt etwas Warmes darauf, oder nimmt einer Baumnuß groß Butter in einer warmen Bruͤhe. Der Kaffe bewiunkt ſolchen, die ſeiner nicht gewohnt ſind, ſicher Oeffnung. Auch diejenigen, die an dieſes Getraͤnk gewoͤhnt ſind, bekommen Oeffnung davon, wenn ſie es entweder zu einer ungewöhnlichen Zeit, oder ſtaͤrker oder ſchwaͤcher als ſonſt, oder in einer ungewoͤhnlichen Verbindung trinken. So befoͤrdert der braune Kaffe die Oeffnung bey denen, die an den Milchkaffe gewohnt ſind. Auch das Tohacks⸗ rauchen fruͤh Morgens iſt ein ſehr gutes Mittel zu Befoͤr⸗ OõO derung der Oeffnung. Zu Mittag genießt man vorzuͤglich Wurzelwerk und Kohlkraͤuter; gelbe Ruͤben, rothe Ruͤben, ͤͤ Haberwurzeln, Skorzonere, gut eingemachtes Sauerkraut, braunen Kohl, gekochten Salat, Melden, Spinat.— “ Man muß aber die erſte Bruͤhe von dieſen Gemuͤſen nicht weggießen, ſondern miteſſen. Des Abends ſind allerley 9 Obſtarten, ſowohl rohe als gekocht, getrocknete Pflau⸗ “ men, Mirabellen, Kirſchen, mit einem Butterbrode oder Brod und Kaͤſe dienlich. Das Rockenbrod iſt denjenigen, die zu Verſtopfungen geneigt ſind, dienlicher als anderes. Alle he Speiſen muͤſſen wohl geſalzen werden. Man hat ſonſt auch an der friſchen Ochſengalle ein gutes Mittel gegen die Hartleibigkeit. Man nimmt etwa uͤber den dritten Tag ein bis zwey Quentchen davon in Bier oder einer Bruͤhe. Auch die eingedickte Galle(Anh. Nr. 11.) kann zu dem Endzweck gebraucht werden. Man handelt nicht wohl, wenn man ſogleich gegen eine Verſtopfung abfuͤhrende Mittel nimmt. Man bekommt immer eine deſto groͤßere Neigung dazu, weil jene Mittel, und ſelhſt die gelindeſten davon, wenn man ſie zu oft gebrauchet, den Magen und die Gedaͤrme ſchwaͤchen, und endlich unwirkſam werden. Nicht ſelten erregen ſie auch Kraͤmpfe, und andere ſchümmere Zufaͤlle. — — — ——————⸗—⸗—⸗————n — 4„ — —— Wenn — 1 u4n miaen. „di and dites hea 1n 1, dan ſe ode. ſi 3 zau und der Darmgicht. 275 Wenn die Verſtopfung lange anhaͤlt, wenn leblich⸗ keiten, Brechen, Kolikſchmerzen, Kopfwehe und dergl. dabey ſind, ſo hat es mehr zu ſagen und es iſt noͤthig, daß man wirkſamere Mittel anwende, um Oeffuunng zu ver⸗ chaffen. Man kann ein bis drey Loth Bitterſalz oder 3 ngexè 44—. 3 Rüiche das an ein Loth praͤparirten Weinſtein nehmen, oder auch Molken dram e Keſſe„ An im a5. gexo 5at g H b 1 ſind. 1 lw as iſt ein ſchr Aaat Aan. 25 NP. 1 Walt klag ge dan im. e dbe Aün a — 38„ 414.. atl, 3ul dneneaae. — — 8 ⁸ N . as Rockendeen 4 Lds n0. dieniae den 3 an wohl geſ 4 44 zen den 5 auch an der fii cher d . die Hartleibigkeit. Aar 1m 3„ 4* 83 ein dis zwey Qurue 8 5 4 3 Ide. Juch die einzedihe 44 A im Endaweck gebraudt ke „ icht wehl, weng mcd ſ 8 f 4 5 Adrende Mittel nimmt. W 8 13 4 Meigung dazt, Peüſ deſten denen, nan 94 — † 17 41 4 and* Or Kal den erbt Nicht ſeten e nni herden. oder zwey Loͤffelvoll Honig oder Oel, oder Butter, und ſich wozu man eine Handvoll trinken, die mit Weinſtein geſchieden worden, Kiyſtiere appliciren laſſen, Kamillen mit einem Schoppen Waſſer abkochet, die Bruͤhe durch ein Tuch ſeyhet, und zu dem Durchgeſeyheten einen und halb ſo viel Salz thut. Den Leib kann man mit Tuͤchern baͤhen, die in warmes Waſſer getaucht und wieder ausge⸗ rungen worden. Oft hilft es auch, wenn man den Dampf von abgekochtem Kraußkohl an den After gehen laͤßt, und ſich zugleich in ein warmes Fußbad ſetzet. Man kann endlich auch Stuhtzaͤpſchen z. B. von Salz, Seife, Honig und eingedickter Ochſengalle beyſtecken. Ein Stuͤckchen Alaun auf dieſe Art gebraucht, iſt vorzuͤglich wirkſam, darf aber nicht zu oft wiederholet werden, weil es den After zu ſtark reitzt. §. 219. Zufalle der Darmgicht. Die ſchlimmſte Gattung dieſer Krankheit iſt die Darm⸗ gicht oder das ſogenannte Miſerere, wo der Leib hartnaͤckig verſtopft iſt und alles durch das Erbrechen weggehet. Das Uebel ſtellt ſich mehrentheils nach einer Verſtopfung von einigen Tagen ein. Der Kranke bekommt heftige ſchnei⸗ dende Leibſchmerzen um die Gegend des Nabels herum, eine große Beaͤngſtigung, Aufſtoßen von Winden, Ueblich⸗ keit und endlich Erbrechen. Die Zufaͤlle werden immer ſtaͤrker, Anfangs bricht der Kranke bloßen Schleim, Galle, und die zuletzt genoſſenen Speiſen und Getraͤnke weg, S bald 274 Von der Verſtopfung bald aber auch faulenden und ſtinkenden Unrath. Der Unterleib iſt um den Nabel herum aufgeſchwollen und hart, es erfolgt gar kein Stuhlgang, es gehen nicht einmal Winde ab, und bisweilen iſt auch das Waſſer verhalten. Der Kranke hat Hitze, Durſt, einen fieberhaften geſchwinden und harten Puls, und wird ſehr entkraͤftet. Wenn die Schmerzen noch hin; und herziehen, das Brechen nicht beſtaͤndig anhaͤlt, und die Klyſtiere unter⸗ waͤrts abgehen, ſo darf man noch hoffen, daß der Kranke davon kommen werde. Hingegen ſtehts gefaͤhrlich um ihn, wenn er Schluckſen oder Zuckungen bekommt, wenn er bleich im Geſicht, und ſein Puls matt und klein wird. Wenn die Glieder kalt werden, die Schmerzen und das Erbrechen aufhoͤren, der Leib ſehr aufgetrieben wird, und der Kranke von Zeit zu Zeit ohnmaͤchtig wird, ſo iſt der Tod nicht weit. 4 §. 220. JIhre urſachen. Dieſe Krankheit kann durch alles dasjenige verurſacht werden, was die Gedaͤrme verſtopfen und entzuͤnden kann. Es gibt dieſer Urſachen ſehr viele. Die gewoͤhnlichſten unter den Landleuten ſind, eingeklemmte Bruͤche, ver⸗ ſchluckte feſte Koͤrper, wie die Kerne von Steinfruͤchten, der Mißbrauch des Brannteweins, ſchleunige Erkaͤltung, nach⸗ dem man ſich erhitzt hatte;— ſie kann nach ſtarken Kolikſchmerzen, wenn ſie uͤbel behandelt worden, von ſtarken Arzeneyen, beſonders von ſtarken Purganzen, von Wuͤrmern, von heftigem Jorn ꝛc. entſtehen. §. 221. Wie man ſie behandeln muß. Da die Darmgicht aͤußerſt gefaͤhrlich iſt, ſo darf man keinen Augenblick verſaͤumen, die noͤthigen Huͤlfsmittel anzu⸗ Den der Mer ſauf ſend und vird ſeht ene d ſa athn anhaͤlt, uh — der f man noch ch hefen 9. erde. Hingegen het ackſen oder Zucmm Me und ſein Puls au a alt werhen, die Senn t kn t kann durch ales dit, Bedaͤrme derſtopſen un e chen ſehr vielt. R 7 4 in ſind, einzetlemat i wie die Kerne ven Dii ennteweint, ſchleurige de at hatte;— ſt kun unn ſie ubel behadet ke onders ꝛan ſinke deß eugem Zern K. ecthet 6. 111. ze dedandeln 13. richt ¹ zuferſ aeſthübb t n ncigg erſaͤumen, den 2 dt und der Darmguht. 275 anzuwenden. Sie erfordert beynahe eben die Behandlung wie die Kolik von einer Entzuͤndung: 1. Wenn der Kranke noch bey Kraͤften, und ſein Puls voll iſt, ſo muß man ihm am Arme zur Ader laſſen. Je fruͤher dieſes geſchiehet, deſto beſſer iſt es. 2. Gleich darnach giebt man ihm ein Klyſtier und wiederholet ſolches zum oͤftern, des Tags vier: bis ſechsmal. Man kann diejenigen dazu nehmen, die im 206.§. Nr. 3. oder im 218.§. angegeben worden. Klyſtiere aus Eſſig haben vorzuͤglich gute Dienſte gethan. Man nimmt ohngefaͤhr einen halben Schoppen Eſſig dazu, und laͤßt ihn mit halb ſo viel Waſſer gelinde aufkochen; im außerſten Nothfall, wenn die uͤbrigen Mittel keine Huͤlfe verſchaffen, kann man auch Tobacksrauchklyſtiere (Anh. Nr. 4.) beybringen. 3. Man ſetzt den Kranken bis an die Bruſt in ein Bad von lauwarmem Waſſer, ſo lange als er es ohne Ohnmacht aushalten kann, und wiederholt ſolches taͤglich einigemal. Außer dem Bade macht man beſtaͤndig Ueberſchlaͤge von warmer Milch mittelſt eines flanellenen Tuches uͤber den Unterleib, und reibt bey jeder Wiederholung der Ueberſchlaͤge gekochtes Kamillenoͤl oder warmes Leinoͤl in den Unterleib gelind ein. 4. Man giebt dem Kranken alle Stunde, oder alle zwey Stunden zwey Eßloͤffel voll ſuldhee reines Leinoͤl mit einer warmen Bruͤhe, Molken, oder warmen Bier. Man kann mit jedem Loͤffelvoll von dem Oel eine Meſſerſpitze gepuͤlvertes Kuͤchenſalz geben. Man darf mit dem Gebrauche dieſes Mit⸗ tels nicht nachlaſſen, wenn ſchon die erſten Portionen wieder weggebrochen werden. Folgendes Mittel gehoͤrt unter die wirkſamſten beym Miſerere: Man S 2 laͤßt 296 Von der Verſtopfung und der Darmgicht. lͤßt zwey Loth Engliſches Salz in einem Schoppen Brunnenwaſſer aufloͤſen, und ſetzt zu dieſer Auf⸗ loͤſung vier bis ſechs Loth von friſchem und aus ungeroͤſtetem Leinſaamen ausgepreßtem Leinol. Man miſcht die Aufloͤſung des Salzes mit dem Leinoͤl in einer glaͤſernen Flaſche zuſammen. Von dieſer Miſchung, die allemal fleißig umgeſchuͤttelt werden muß, giebt man den Kranken alle Stunde eine halbe Theeſchaale voll. 5. Wenn ein eingeklemmter Bruch vorhanden iſt, ſo werden zwar die naͤmlichen Mittel gebraucht, man muß aber dabey auch den Bruch zuruͤck zu bringen ſuchen, wovon in dem Folgenden noch wird gehan⸗ delt werden(§. 3 16.). Wenn das Brechen und die Schmerzen aufhoͤren, und die Oeffnung ſich wieder einſtellet, ſo iſt es genug, wenn der Kranke taͤglich nur zwey: oder dreymal noch einen Loͤffelvoll Leinoͤl, und ein oder zwey Klyſtiere nimmt. Waͤhrend der Krankheit darf er gar keine Nahrungs⸗ mittel genießen, weil ſie alle wieder weggebrochen werden. Aber auch nach voͤllig uͤberſtandner Krankheit iſt es noͤthig eine Zeitlang noch eine ſehr maͤßige Diaͤt zu halten. Es duͤrfen wenig feſte Speiſen und niemals viele auf einmal gegeſſen werden. Um die Eingeweide wieder zu ſtaͤrken und die Oeffnung in Ordnung zu bringen, kann der Gebrauch der Bitterweine,(Anh. Nr. 16. 17.) oder eines ſtaͤrkenden und gelinde oͤffnenden Magenelixiers nuͤtzlich ſeyn. Es iſt aber wohl zu bemerken, daß dieſe bittern Mittel erſt nach voͤllig uͤberſtandener Darmgicht, wenn alle Schmerzen vollkommen aufgehoͤrt haben, und der Stuhlgang vollkommen wieder im Gange iſt, gebraucht werden duͤrfen. den S 4 84 2* arf e 4— gu! biire g p ies 4 Km peazehrrnd 4 3 3 r Kraniheit * atean n n und Aiem Nals biue 4 veide * Einzewe dee aden Mazene 4 4 AI merkan, A3 N Nner arac N. „ S 9 4 5 1 „ ſaedert)„nne ND 1 4* 8„ 9 f ebrauct 1 Gans 7 e 1 ſ ammn. A Von dem Durchfall oder der Diarrhoͤe. §6. 222. Verſchiedenheit und Urſachen des Durchfalls. Man hat einen Durchfall, wenn man oͤfter zu Stuhle gehen muß, und die Stuhlgaͤnge duͤnner ſind, als man gewohnt iſt. Es giebt viele Arten davon. Nicht ſelten geſellet ſich ein Durchfall zu andern, ſowohl hitzigen als langwierigen Krankheiten, wo er oft heilſam, oft aber auch von ſehr uͤblen Folgen iſt. Durchfaͤlle, die fuͤr ſich entſtehen, und nicht gar langwierig und hartnaͤckig ſind, ſind mehrentheils mehr nuͤtzlich als ſchaͤdlich. Ihre gewoͤhnlichſten Urſachen ſind Erkaͤltung, Ueber⸗ fuͤllung des Magens, vornehmlich mit ſolchen Speiſen, die leicht im Magen verderben und ſcharf werden, der allzuhaͤufige Genuß des fetten Fleiſches, beſonders wenn kalt darauf getrunken wird, und vieler ſanern und ſuͤßen Sachen, wenn man zugleich Milchſpeiſen iſſet, oder ſchaales Bier dabey trinket. Das reife und friſche Obſt ſchlaͤgt zwar auch zuweilen durch, es verurſachet aber keine anhaltenden oder gefährlichen Durchfaͤlle; im Gegentheil iſt es bey vielen, ſonderlich hitzigen und galligen Diarrhoͤen eine heilſame Arzney. Aber das unzeitige Obſt macht ſchlimme Durchfaͤlle, weil es in den Gedaͤrmen gaͤhret und ſcharf wird. Oft ruͤhren auch die Durchfaͤlle von Wuͤrmern her, vom ſchlechten Waſſer, daher ſie an manchen Orten gar haͤufig vorkommen, von Gemuͤthsaffecten u. d. g. 9§. 223. Wie man ſich bey einem leichten Durchfall zu verhalten hat. Man erkennet, daß der Durchfall nicht ſchaͤdlich iſt, wenn er ohne eine vorhergegangene Krankheit entſtanden iſt, und der Patient dabey kein Fieber, und nur wenig S 3 oder ——* ——— ——— 8 273 Von dem Durchfall. oder gar kein Reißen im Leibe hat; wenn er den Appetit zum Eſſen und die Krafte nicht verlieret, ſondern friſcher, leichter und munterer wird, und nach jeder Oeffnung eine Erleichterung verſpuͤret. Ein Durchfall von dieſer Art iſt mehr eine Wohlthat der Natur, als eine Krankheit, weil dadurch oft eine Menge von Unreinigkeiten und verdor⸗ benen ſchaͤdlichen Materien, dem Magen und den Gedarmen geſammlet haben, abge⸗ gefuͤhrt, und auf dieſe Art viele Krankheiten, die ſonſten entſtanden ſeyn wuͤrden, verhuͤtet werden. deswegen durchaus keine ſtopfenden Mittel gebrauchen. Der Durchfall hoͤret gemeiniglich von ſelbſt auf, wenn alles Schaͤdliche fortgegangen iſt. Es ſind alſo keine Arzeneyen noͤthig. Aber man wuͤrde irren, wenn man glauben wollte, daß um deswillen auch in der Diaͤt nichts duͤrfe veraͤndert werden; denn eben dieſe iſt es, welche die Arzeneyen erſetzet und uͤberfluͤſſig macht. Wenn man ſie zu ſehr vernachlaͤßiget, ſo kann es geſchehen, daß der Durchfall langwierig, und endlich zur Gewohnheit wird. Die gute Diaͤt, die man bey einem ſolchen geſunden Durchfall zu beobachten hat, beſtehet darinn: 1. daß man weniger als gewöhnlich eſſe, und keine zaͤhen und blaͤhenden Speiſen, kein Fleiſch und keine Eyer. Man muß ſich mit einigen Suppen, einer Brodſuppe mit Kuͤmmel, Reißſchleim, Gerſtenbrey, Hirſen, duͤnnem Haberſchleim, ſchwachem Kalb⸗ fleiſche und Huͤhnerſuppen mit Reiß gekocht— leichtem Zugemuͤſe, und ein wenig gekochtem, fri⸗ ſchem und gebackenem Obſte begnuͤgen. Man muß hingegen viel trinken. Das Obſt und viele Getraͤnke ſind zwar nicht geſchickt einen Durch⸗ fall zu ſtopfen: allein ſie befoͤrdern die Reinigung der Gedäͤrme, ſpuͤhlen die Unreinigkeiten ab; und ver⸗ die ſich ſeit langer Zeit in Man darf eit,de h d dh eit langer zi mmiet haben, 1ig niheiteg, di ein derden. Man 1 V Mätte gebrautg ꝛn ſelbſt auf, un Es ſad alſ th man glauhen da ichts dͤrſe verind delche die Jhenen in nan ſee zu ſ „daß der Ducchſü heit wied Die zu ſunden Dachult lich eſe,, und kin ein Fleiſch und u 4 gen Suppen, ien pleim, Gerſenden, chwachem 4 Reff gehtt- ni gtrcun, ü ügen. Das Oh dn V zickt einn Außt die Nirinh ſigkiten d/ n h — Von dem Durchfall. 279 verkuͤrzen dadurch die Dauer der Diarrhoͤe. Man trinkt lauwarmes Gerſtenwaſſer, Habergruͤtze, abge⸗ kocht Hirſchhornwaſſer, ordinairen Thee, Holder⸗ blumenthee, oder friſche Molken. Wenn man vieles Kneipen bey dem Durchfall hat, ſo iſt eine ſchwache Kalbfleiſchſuppe oder die Bruͤhe von einem gekochten Hammelskopf, oder von Hammel⸗ und Kaͤlberfuͤßen, vorzuͤglich dienlich— und wenn viele Blaͤhungen da ſind, ſo kann man ein wenig Kuͤmmel oder Zitronenſchaalen dazu thun. Man muß ſich dabey, ſo viel als moͤglich iſt, in Acht nehmen, daß man nicht kalt oder naß werde, zumal an den Fuͤßen und am Unterleibe, ſelbſt dann noch, wenn der Durchſall ſchon lange aufgehoͤret hat, weil ſonſt leichtlich Ruͤckfaͤlle entſtehen. Es iſt daher bey jedem Durchfalle nuͤtzlich, die Fuͤße und den Unterleib warm zu halten. . Wenn der Durchfall nach einigen Tagen nachlaͤßt, oder ſich doch ſehr vermindert, ſo kann man, um den Magen zu ſtaͤrken, ein Glas guten Wein trinken, oder auch diejenigen Mittel gebrauchen, die nach dem Brechen(im 218.§.) empfohlen worden. Man muß ſich aber immer noch eine Zeitlang auf eine maͤßige Diaͤt einſchraͤnken. Wenn ein Dnrchfall von Erkaͤltung entſtanden iſt, ſo muß man ſich warm halten und fleißig Thee von Kamillen oder Holderbluͤthen trinken. Er wird ſich dann mehren⸗ theils ſehr geſchwinde verlieren. §. 224. — und wie bev lange anhaltenden, entkräftenden und ſchmerzhaften Durchfällen. Ein zu lange anhaltender Durchfall iſt allemal ſchaͤb⸗ lich. Der Magen und die Gedaͤrme werden ſehr dabey S 4 erſchlaffet 280 Von dem Durchfall. erſchlaffet und zum Verdauen unfaͤhig, die nuͤtzlichen Feuch tigkeiten, die zur Ernaͤhrung des Koͤrpers nothwendig ſind, gehen verlohren, das Blut wird ſcharf, die Kraͤfte verr ſchwinden und es erfolgen endlich ſchlimmere Krankheiten, Langwierige Diarrhöͤen, die ſich im Julius und Auguf, wenn es am Tage heiß und des Abends kuͤhl iſt, einſtellen, ſind vor andern verdaͤchtig, weil ſie ſich leicht in die rothe Nuhr verwandein. Man muß daher einen Durchfall zu ſtillen ſuchen, wenn er uͤber acht Tage lang anhaͤlt und die Kraͤfte mit⸗ nimmt, wenn die Leibſchmerzen waͤhrend dem ſtaͤrker wer⸗ den, und beſonders wenn der Trieb zum Stuhl oͤfters wiederkommt. Aber man darf deswegen eben keinen Theriak, Muskatennuß, Bolus, Kreide abgezogene Waͤſſer, rothen Wein, Branntewein, oder Wein mit Gewuͤrzen, und dergleichen unter den gemeinen Leuten ſo gewoͤhnliche, ſtopfende und erhitzende Dinge nehmen. Man erreicht den Zweck nicht damit, den man ſich vorſetzet. Zum Theil lindern ſie zwar die Schmerzen eine Zeitlang, und halten den Durchlauf zuruͤck, daß er ſeltner kommt: allein die Stuhlgaͤnge kommen hernach in großer Menge auf einmal, und ſind eben ſo duͤnne und noch ſchaͤrfer und ſtinkender wie vorher. Und wenn man auch den Durchlauf wirklich damit zwingt, ſo verſchließt man der Krankheit den Weg, die Unreinigkeiten bleiben zuruͤck und verderben deſto mehr, der Leib wird aufgetrieben und der Kranke bekommt weit uͤblere Zufaͤlle, Koliken, Entzuͤndungen der Gedaͤrme, die Windſucht ꝛc. Der Kranke muß die obenbeſchriebene Diaͤt in allen Stuͤcken genau beobachten, und wenn er Ekel und Neigung zum Erbrechen, Aufſtoßen, einen uͤblen Geſchmack im Munde und unreine Zunge hat, ſo muß er ein Brechmitten, ſonſt aber, wenn dieſe Zufaͤlle nicht vorhanden ſind, eine Abfuͤhrung nehmen. Zu jenem ſchickt ſich die Ruhrwurzel · amn es denn da d aß. Delus Kriide daerd anntewei, ader an naa 1 geige rura lde Dingr dehchen. N den man ſich wo ri * Pen 1 4 gen eine? f 8I. n. 4 Uck, daß er ſättner ban . ernach in grofer Ma Inm und goch ſchärſer n denn man auch den Daus⸗ Hließt man der Kube⸗ aiden zurüͤck und verdetet ttrieden und der Kukte ken, Entzündunga ne 1 4 „ obenbeſchriebem d bunge dat ſo maß cud 4 3 Jufaͤlle ma 5t votdasos 3 ich Zu jenem ſcickt ic 8. 4 am beſten, und zu dieſem die Rhabarber. Von dem Durchfall. 281 Man nimme dieſe Arzeneyen nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde, in einer hinlaͤnglichen Doſe, und nach ein Paar Stunden faͤngt man alle halbe Stunde eine Taſſevoll duͤnner Fleiſchbruͤhe oder Haberdecoct lauwarm nachzutrinken an. Oft iſt eins dieſer Mittel allein hinlaͤnglich den Durch⸗ lauf zu ſtillen: manchmal aber ſitzen auch die Unreinigkeiten in den Gedaͤrmen ſo feſt, daß ihre Wirkung von keiner Dauer iſt. Wenn alſo nach einigen Tagen der Durchlauf wieder kommt, ſo muß man das abfuͤhrende Mittel wiederholen. Wenn dennoch der Durchlauf anhaͤlt, aber keine gal⸗ ligen, ſchleimigen oder fauligen Unreinigkeiten mehr abge⸗ hen, wenn man vermuthen kann, daß keine mehr zuruͤck ſind, und die Diarrhoͤe nur noch von einer großen Schlaff⸗ heit und Schwaͤche der Gedaͤrme abhaͤngt: ſo kann ſich der Kranke, neben den oben empfohlenen magenſtaͤrkenden Dingen, einiger gelinde anhaltenden Nahrungsmittet bedienen. Dergleichen ſind die Hahnebutten, die Quitten. Man kann beide mit Wein kochen, und etwas Zucker und Gewuͤrze dazu thun. Man kocht auch den ausgedruͤckten Quittenſaft mit Zucker zu einem Mus,(Anh. Nr. 8.) welches in hartnaͤckigen Durchfaͤllen nicht unnuͤtzlich iſt.— Ferner die Suppen aus geloͤſtetem Brod, mit einem Eyer⸗ dotter, Wein und etwas Gewuͤrz, die Breye von Reiß, Hirſen, Buchweizen, oder von geroͤſtetem Habermehl mie Milch, oder mit Hammelfleiſchbruͤhe gekocht und mit ein wenig Muſcatennuß gewuͤrzt, und eine Abkochung von geröſteten Kleyen mit Waſſer oder Milch.— Man kann auch taͤglich zwey⸗ oder dreymal ein Paar Taſſen warme Milch trinken, worein jedesmal ein friſches Ey geſchlagen worden; oder eben ſo oft das Weiße von einem friſch⸗ gelegten Ey; mit einem Stuͤckchen Zucker zu Schaum S 5 geſchla⸗ mit ein wenig warmen Getraͤnke, —jyj—— —* — 282 Von der Ruhr. geſchlagen, dann mit etlichen Tropfen friſcher warmer Kuh⸗ milch und einem halben Trinkglas voll Sauerwaſſer ver⸗ duͤnnet, nehmen. Bey einem ſolchen lange anhaltenden Durchſall leiſtet eine kleine Meſſerſpitze voll Rhabarber mit ein wenig gepuͤlverter Pomeranzenſchaale vermiſcht, und taͤglich zwey bis dreymal genommen, nuͤtzliche Dienſte. Statt der gepuͤlverten Rhabarber kann man von der Rha⸗ barbertinctur taͤglich zweymal einen kleinen Eßlöffelvoll nehmen. Wenn der Durchfall ſchmerzhaft iſt, ſo verſchafft es gemeiniglich bald Erleichterung, wenn man die obere Kruſte von einem Brod etwas aushoͤhlet, einige geſtoßene Gewuͤrze darauf ſtreuet, ferner mit gutem lanwarmem Weineſſig beſprengt, und ſo uͤber den Leib bindet. Wenn der Schmerz auf dieſe Mittel und auf die Diaͤt§. 223. N. 1.2. nicht weicht, ſondern fortdauert, ſo kann der Durchfall leicht gefaͤhrliche Folgen haben, und man muß daher einen verſtaͤndigen Arzt um Nath fragen. Weenn ſich, wie gewoͤhnlich, ein Stuhlzwang zu der Diarrhoͤe geſellet, ſo muß man alle Tage ein⸗ oder zweymal ein erweichendes Klyſtier nehmen. Man kann auch die Oeffnung des Maſtdarms mit friſchem Leinoͤl, oder Man⸗ delöl, oder mit friſcher ausgeſchmelzter Butter einſalben. Von der Ruhr. §. 225. Verſchiedenheit, Zufaͤlle und Urſachen der Ruhr. Man verwechſelt insgemein die Ruhr und ſchmerzhafte Durchfaͤlle mit einander; aber beyde ſind ſehr von einander verſchieden. Die Ruhr iſt mehr eine Verſtopfung; die Kranken muͤſſen zwar oft zu Stuhle gehen, es geht aber nur wenig ab. Anfangs iſt dieſes duͤnne und gelblich, hernach ticen a Wn ee 3 Ale; e 14 Pemera 1 henicun n. 4 4 fall 5 * e 4 4 9 peſt 1 Kichterung pem An n 24 aushehaat unge giia V it gutem laarana * den baßs ban eel und auf die Din 1 449 7 n ſortdauet 1 ortdauent, ſe kam k 9 3 37R Haden, un nan 4 S 1 fragen. „ 7 gewoͤhnlich, tin Sauer 1ß man alle Tage en e dier nehmen. Mu kme em t⸗* friichemn deioii i, er ausge cwehzr dr 13 der Raht. 44 4 3 Zafale an. Arlacen N. A nsaemein die Rfem 6r er. aber dende fid enne de iſt weht eine vrii oft u Smhe aa, 4 it nuius Mn A, 1 an3* als durch den Stuhl weg. 8 283 Von der Ruhr. hernach ſchleimig, braun, gruͤn, ſchwaͤrzlich und ſehr ſtinkend. Gemeiniglich kſt ein wenig Blut darunter, und dann nennt man es die rothe Ruhr; aber nicht immer geht Blut mit ab. Oft gehen Wuͤrmer, ſowohl durch Brechen Beym Stuhlgang hat der Kranke Schmerzen im Leibe und einen Zwang im After, und oft iſts ihm, als wenn alle Gedaͤrme mit herausgepreßt wuͤrden. Die Krankheit faͤngt allemal wie ein Fieber an, mit allgemeinem Uebelbefinden, Schaudern, geſchwindem Puls, Durſt, Ekel.— Gemeiniglich graſſirt die Ruhr epidemiſch, vorzuͤglich zu Ende des Sommers und im Herbſte, wenn es am Tage heiß, des Morgens und Abends hingegen kuͤhl iſt. Sie entſteht gewoͤhnlich von unterdruͤckter Ausduͤnſtung, von ſcharfer Galle und andern reizenden Unreinigkeiten in dem Magen und den Gedaͤrmen. Fehler in der Lebensart, die man meiſtentheils leicht vermeiden koͤnnte, Erkaͤltung, nachdem man ſich vorher ſtark erhitzt hatte, verdorbene Nahrungsmittel, faules und unreines Waſſer, faule und zugleich warme und feuchte Luft, geben hauptſaͤchlich Gele⸗ genheit dazu. Manchmal iſt ſie ſo ſchlimm, daß ſie in kurzer Zeit viele Menſchen todtet; aber ſie iſt doch nicht ſo oft ihrer Natur nach gefaͤhrlich und toͤdtlich, als ſie es durch Vernachlaͤßigung, noch mehr aber durch unſchickliche Behandlung wird. 1 §. 226. Wie man ſich vor der Ruhr präſerviren kann. Man ſollte zu der Zeit, wenn die Ruhr graſſiret, nur wenig Fleiſch, zumal Schweinenſteiſch, Butter und andere fette Sachen, Eyer, Kaͤſe— eſſen; aber mehr Gemuͤſe, beſonders gutes reifes Obſt, ſowohl rohe als gekocht, und uͤberhaupt lauter leichtverdauliche Speiſen, und zuweilen ein — * —— ſ 4* ſ— ——— 4——— — ——————— 5 — v—-———— — ÿ⅓⁰³⁰ Sbedienen. Von der Ruhr. ein gutes Glas alten Wein trinken. Diejenigen Nahrungs⸗ mittel hingegen, weſche leicht einen Durchfall oder Leih⸗ ſchmerzen verurſachen, wie das nicht ganz zeitige Obſt, junges oder dickes ſaures Bier u. dergl. ſollte man nicht, wenigſtens nicht in Menge genießen. Aber ganz vorzuͤglich kommt es darauf an, daß die Ausduͤnſtung niemals geſtoͤrt oder unterdruͤckt werde. Man muß ſich deswegen vor jeder ſchleunigen Abkuͤhlung huͤten; man darf, wenn man ſich durch Arbeiten erhitzt hat, das kalte Getraͤnke nicht zu geſchwinde und gar zu haͤufig ein⸗ gießen,— man muß bey nebeliger und naßkalter Witte⸗ rung warme Kleider tragen— der kuͤhlen Abendluft darf man ſich nicht zu ſorglos und unangekleidet ausſetzen, und des Nachts muß man unter einer guten Bedeckung ſchlafen. Insbeſondere muͤſſen die Fuͤße und der Unterleib warm gehalten werden, daher darf man nicht baarfuß gehen, und es iſt nuͤtzlich, wenn man ein Stuͤck Flanell auf dem Leibe traͤgt. Man darf des Morgens nie ganz nuͤchtern aus⸗ gehen; ſondern man muß vorher ein erwaͤrmendes Fruͤh⸗ ſtuͤck, etwa ein gutes Warmbier mit ein wenig Kuͤmmel zu ſich nehmen. Die Ruhr iſt an und fuͤr ſich ſelbſt nicht anſteckend, ſondern wird es erſt, wenn man zu unſauber iſt, wenn man den Abgang der Kranken nicht bald wegſchafft, und wenn viele Perſonen in einem engen Raum bey einander liegen. Geſunde Leute muͤſſen daher den Umgang mit Ruhrkranken, ſo viel ſie koͤnnen, vermeiden, beſonders duͤrfen ſie nicht mit ihnen zuſammen in Einem Bette ſchlafen, ihre Kleider tragen, noch ſich des nehmlichen Nachtſtuhls Wenn man zum Kranken muß, ſo kann man zuvor ein Stuͤck Brod in Eſſig getancht eſſen, oder Eſſig unter Waſſer trinken— auch Tobak rauchen. Man ſey aber nicht zaghaft oder furchtſain. Wenn man dieſes beobachtet, ſo kann man ſicher ſeyn, daß 4 AA 2 Lna 3 nangatleider n le p zoe 5. 4 1 ger alen Gehe. * dis 4 Füße und her lde 8 man an nicht deufli . „ 4 4 n ein Stüͤck Flaua 21 Nare 1 Lorgens uie zm ih muß dorher ein erdemn 4 4 28 Walmdiur ant un! 97 „* 4 be 3 42 R an! en dicht dal. 1 in ein enzen? Ran bi rute muͤſſen dahen ah 4 h ſie konnen, verneda, u 1 5 Linn ör 4 4 och ſich des ne Aräto N9 Kranken nn, 19 3 1 ctſang. Von der Ruhr. 985 daß man ſo leicht nicht von der Ruhr befallen werde. So leicht iſt es einer fuͤrchterlichen Krankheit vorzubeugen, wenn man nur will. Eigentliche Arzeneymittel hat man gar nicht dazu noͤthig, und die mehreſten ſonſt geruͤhmten Vorbeugungs mittel koͤnnen mehr ſchaden als nutzen. Wollte man je etwas eignes gebrauchen, ſo koͤnnte es der bittere Aufguß ſeyn, (Anh. Nr. 15.) oder einer von den Bitterweinen(Anh. Nr. 16. 17.). Sie ſtaͤrken den Magen und befoͤrdern die Ausduͤnſtung, und inſoferne koͤnnen ſie allerdings etwas zur Verhuͤtung der Ruhr beytragen. §. 227. Auf welche Art die Ruhr muß behandelt werden. Wenn ſich einige Zufaͤlle der Ruhr, ſieberhaftes Schau⸗ dern, Leibſchmerzen, haͤufige Reizungen zum Stuhlgang, Ekel und Neigung zum Erbrechen, und dergleichen ein⸗ ſtellen, ſo muß man ihr ohne Aufſchub mit ſichern Huͤlfs⸗ mitteln begegnen, ſonſt waͤchſt mit jedem Tage die Heftig⸗ keit der Krankheit, ſie wird langwieriger und ſchwerer zu heilen. Es iſt in allen Gattungen der Ruhr von uͤberaus großem Nutzen, wenn die Kranken viel von einem verduͤn⸗ nenden und einwickelnden Getraͤnke laulich warm, zu ſich nehmen. Sehr oft wird die Krankheit blos dade urch und ohne alle andre Mittel geheilet. Man laͤßt die Patienten alle Viertelſtunde eine Theetaſſevoll von einem duͤnnen Gerſtenwaſſer(welches mit praͤparirtem Weinſtein ſaͤuerlich gemacht werden kann) oder dergleichen Abkochung von abgehuͤlſter Gerſte, warmem Waſſer gemiſcht, lauwarmes Waſſer trinkeh; getrunken werden. oder von Habergruͤtze, Milch mit Molken, Thee, oder ſogar nur denn ganz kalt darf niemals Leinſaamen in Waſſer gekocht, etwa ein 4 ſſſſſ 25*—— A—————* — — 286 Von der Ruhr. ein Loͤffelvoll auf ein Maaß, geben das beſte Getraͤnke; man kann es ſtaͤrker oder ſchwaͤcher machen, nachdem man es laͤngere oder kuͤrzere Zeit kochen laͤßt. Da der Abſud vom Leinſaamen wegen ſeines Oelgeſchmackes vielen Leuten ekelhaft iſt, ſo kann man dem Kranken auch einen duͤnnen Abſud von der Althaͤewurzel, oder von Malvenblaͤttern geben: man kann ſie auch von Zeit zu Zeit eine kleine Theeſchaale: voll von duͤnner Mandelmiich trinken laſſen. Wenn es die Umſtande erlauben, ſo kann man etwa auch folgendes Getranke verfertigen, das nicht weniger gute Dienſte thut: Man bindet ein oder ein Paar Pfund feines Weißmehl ſehr feſte in ein leinen Tuch ein, tunket dieſen Buͤndel oft in Waſſer, und beſtreuet ihn jedesmal auswendig met Mehl, wovon eine Rinde entſteht, die hernach das Eindringen des Waſſers verhindert, wenn das Mehl gekocht wird. Man kocht alsdann den Buͤndel ſo lange in Waſſer bis eine harte Maſſe aus dem Mehl wird. Von dieſer Maſſe wird etwas mit Waſſer gekocht, und ſolches dem Kranken zum ordinairen Getraͤnke gegeben. Es iſt ferner ungemein nuͤtzlich, wenn der Unterleib mit erweichenden warmen Auſſchlaͤgen fleißig gebaͤhet wird. Man kocht Kamillenblumen mit Hanf oder Leinſaamen. Buchweitzen, Gruͤtze, Kleyen u. dergl. in Milch zu einem Brey, und legt dieſen zwiſchen Tuͤchern, noch ganz warm uͤber den Leib. Wenn die Kranken von ſolchen Breyuͤber⸗ ſchlaͤgen uͤber den Unterleib vermehrte Schmerzen empfinden, ſo taucht man doppelt oder dreyfach zuſammengelegte Fla⸗ nelltuͤcher in einen warmen Kamillenabſud, ringt die Tuͤcher wohl aus, und legt ſie ſo warm als es der Kranke leiden mag uͤher den Unterleib, wiederholt auch dieſe lUeberſchläge fleißig. Die Kinder kann man oft mit lauwarmem Waſſer waſchen. 3 Dann ſind oͤftere, tiefe, warme Fußbaͤder dienlich Der Kranke kann ſich taͤglich ein Paarmal hineinſeben ie in 43 Ma a5 n 1 zehen aen eines O. 1 2 Naze taut n. ſo 1 4 aum un 4 m An ddr ud 71, dar n das nicht dmize . 8 in ae 7 Ln ſelhet Nen W A 8. 4 8 N t hernach N Penn 4 Sy 6 denn das Mahl uhhn * 1 1 Pie! a Anenl ſo lange ncez “* 4 Lehl wird. Dan mn 4 1.. zekocht und ſolches n b 4 zezeden. Naemein nuͤtlich den 4 KAa 4 1 dlase ſeit n Aaflhe enblumen mit Hauft tet 4 1 S 54, Kieven u. deczl u W „4 4 en zwiſchen Tichern, wn 14 „ ¹ An d enn die Kranken von ſüts 1 tericid vermedete Schagh eit oder dreyfach Pant varmen Kamillenad e t ſte ſe warm a6 8 K 9 7ih, wiederhett uuch u zann man oſt mi aorr eee, tieſe, wun 5 ach täglich ein Puumi — m Von der Ruhr. Die halben Bäͤder von warmem Waſſer, worinn Heu⸗ blumen gekocht worden, nuͤtzen noch mehr. Aber da muͤſſen die etwa noͤthigen Ausleerungen vorher geſchehen ſeyn. §. 228. Wann man Brechmittel geben muß— Die uͤbrige Behandlung der Ruhr iſt verſchieden, je nachdem verſchiedene Umſtaͤnde ſtatt finden. Die Kranken haben entweder beſtaͤndig anhaltende Leibſchmerzen, welche an einem Orte, vornehmlich unter dem Nabel, feſt ſitzen und ſtaͤrker werden, wenn man auf den Leib druͤcket; oder die Schmerzen ſind nicht beſtaͤndig anhaltend, ſondern kommen nur dann, wann der Kranke zu Stuhl gehet. In der Zwiſchenzeit ſind keine da; das Fieber iſt nicht ſtark, oftmals kaum merklich, und die Kraͤfte dee Patienten ſind noch nicht ſehr mitgenommen. In dieſem letzten Fall, welcher am mehreſten vor⸗ kommt, muß man ein Brechmittel geben, und es iſt daſ⸗ ſelbige beſonders nothwendig, wenn der Kranke ein Druͤcken uͤber dem Magen, unangenehmen Geſchmack im Munde, uͤbles Aufſtoßen und Neigung zum Brechen hat. Man gibt entweder die Ruhrwurzel oder die Auf⸗ loͤſung des Brechweinſteins(Anh. Nr. 1.). Wenn Brechen erfolget, ſo wird vieles lauwarme Waſſer mit Honig nachgetrunken. Wenn nach dem Brechen die angefuͤhrten Zeichen von Unreinigkeiten in dem Magen doch noch zugegen ſind, und die Umſtaͤnde der Krankheit die nehmlichen bleiben, ſo kann die Wiederholung des Brechmittels am folgenden, auch wohl am dritten Tage noch nothwendig ſeyn. Nach dem Brechen iſt es dienlich, daß der Kranke außer den oben angegebenen Getraͤnken auch fleißig von einem Thee von Kamillenblumen trinket. Er muß ſich warm 288 Von der Ruhr. warm halten und eine gute Lebensart beobachten, bis es ihm beſſer wird. Wenn die Schmerzen und andre heftige Zufaͤlle endlich ganz nachgelaſſen haben, wenn die Stuhlgaͤnge ſeltener werden, weniger mit Blute gefaͤrbt ſind, und nicht mehr ſo uͤbel riechen, ſo kann Milch, worinn ein gluͤhendes Eiſen etlichemal abgeloͤſcht oder Fleiſchbruͤhe, worinn Schaafgarben abgekocht worden, getrunken, oder auch der Wachholderſaft(Anh. Nr. 9.) gebraucht werden. §. 229. Und wanngniſcht. In dem Fall aber, wenn der Kranke ſehr vollbluͤtig iſt, beſtaͤndig anhaltende feſtſitzende Schmerzen hat, die, wenn man auf den Leib fuͤhlet, ſich vermehren; wenn der Leib etwas geſpannet, das Fieber ſtark, der Puls voll, geſchwinde und hart, der Kranke ſehr unruhig und empfind⸗ lich iſt und etwas ſtarr aus den Augen ſiehet, als wenn er erſchrocken waͤre— und uͤberhaupt wenn die Krankheit ſchon ſehr zugenommen hat, da koͤnnte ein Brechmittel ſehr ſchaͤdlich werden. Man darf daher keins geben; ſondern man muß am Arme zur Ader laſſen, und dieſes auch wohl, wenn ſich die Heftigkeit der Zufaͤlle nicht vermindern will, wiederholen. Man muß ferner dem Kranken ein duͤnnes Gerſten⸗ oder Haberdecoct(wozu man ein wenig Salpeter thun kann) einen Thee von Leinſaamen, oder ſonſt erweichende Bruͤhen geben, den Unterleib ſehr fleißig baͤhen und damit ſo lange fortfahren, bis ſich die haͤufigen Stuhlgaͤnge und die ſtarken anhaltenden Schmerzen vermindern. Dann laͤßt man Kamillenthee trinken. §. 2 30. Ven da Ar d eine gute g ddente. r chmerzen! 4 haden, Denn 5 8 nu Blut zeftett a lann Mi aogels 1 8 chi Rer Feic denman N.3) gautn „ di wad den, Anh. J 6. AI 41 1 3 1 ader, denn da dutt Haltende ſeſſſthende Sen n Leid ſählet, ſich mnir get, das Fusder tat di art, der Kranke ſed maißt 4 ſtart aus den Jugen ſit *— nund uͤderhauyt um amem dat, da kFante mie Man darf daher kiutg mne gur Ader lſſ, ud h tigkit der Zufäle dich m ener dem Kranken ei i vozu man em penig Oader aiaamen, oder ſanſt eraut 45 ſehr ſteißig! dähen u N 4 die diufiam 2 th n Schmerjen unum 54 grinken. A. 4 1 M Dnn, Von der Ruhr. §. 2z. Ein Hülfsmittel, wenn ein Durchfall nach der Ruhr zurückbleibt. Nanchmal laͤßt die Krankheit zwar nach, das oͤftere ſchmerzhafte Draͤngen zum Stuhl, die Leibſchmerzen und das Fieber verlieren ſich; aber es bleibt doch noch ein Durchfall zuruͤck, die Kranken haben einen ſchwachen Ma⸗ gen, wenig Appetit, und verdauen ſchlecht. Da koͤnnen ſie ſich zwar derjenigen Mittel bedienen, die im 223.§. u. f. gegen den Durchfall empfohlen worden; aber vor⸗ zuͤglich nuͤtzt es in gegenwaͤrtigem Falle, wenn ſie von einem Pulver aus gleichen Theilen Rhabarber und Kaska⸗ rillrinde taͤglich zwey⸗ oder dreymal eine Meſſerſpitze nehmen und einen Thee von Krauſemuͤnze oder Balſamkraut trinken⸗ §. 231. Was man ſonſt noch in der Ruhr gebrauchen darf und was nicht? Man kann durch die beſchriebene Behandlungsart und bey einem ordentlichen Verhalten in den mehreſten Faͤllen die Ruhr heilen, und man iſt ſicher, daß man durch die⸗ ſelben nicht leicht ſchaden koͤnne. Von den uͤbrigen ſehr vielen Mitteln, die gegen die Ruhr geruͤhmt worden, kann man einige ohne Gefahr brauchen. Z. B. ein Gemenge von zwey, drey oder vier Loth friſchem Baumoͤl, eben ſo viel Zucker und dem Gelben von einem Ey, ſtark mit ein⸗ ander verruͤhret, daß es eine gleichfoͤrmige Miſchung wird, oft zu einem Thee⸗ oder Eßloͤffelvoll genommen.— Gute friſche Kuhmilch, worinn das Gelbe von einem Ey geſchlagen iſt, ſtatt des ordinairen Getraͤnkes. Beyde Mittel thun unvergleichliche Wirkung, nur darf man ſie nicht brauchen, wenn der Magen mit Galle oder fauligen Unreinigkeiten erfuͤllet it. Ein Pulver von arabiſchem oder Kitſchen⸗ gummi und Eibiſchwurzeln, wovon alle zwey oder drey Stunden ein Paar Meſſerſpitzen in dem warmen Getraͤnke X gsnom⸗ — ——. —— —-———— 290 Von der Ruhr. genommen werden,— gewoͤhnliche Mandelmilch oder der, gleichen von Mohnſaamen mit Gummi verſetzt— ſchlei⸗ mige Klyſtiere, wozu man Leinſaamen in Milch kocht, und von der ſchleimigen Bruͤhe, welche daher entſtehet, ohn⸗ gefaͤhr einen Viertelſchoppen dem Kranken taͤglich etlichemal appliciret. Man kann auch noch friſch ausgepreßtes Leinzl dazu thun. Dieſe Klyſtiere ſind vornehmlich dann nuͤtzlich, wenn der Maſtdarm von der Schaͤrfe des abgehenden Unraths wund wird, und der Patient daher einen ſtarken und ſchmerzhaften Stuhlzwang hat. Wenn der After nicht ſehr wund iſt, ſo thut oft ein Stuhlzaͤpfchen von friſchem Talg auch gute Dienſte. Viele andere Mittel ſind aber offenbar und in den meiſten Faͤllen ſchaͤdlich, wie die ſtopfenden, erhitzenden, gewuͤrzhaften und geiſtigen Sachen, der Theriak, Wein, Branntewein und die damit verfertigten Sachen, die getrockneten Attichbeeren, Muskatennuͤſſe, Bolus u. dgl. m., durch welche Dinge ſchon tauſend und tauſend Kranke ums Leben gebracht worden; theils erfordern ſie die Beurthei⸗ lung eines vernuͤnftigen Arztes, wenn ſie richtig ſollen angewendet werden, wie die abfuͤhrenden, ſchweißtrei⸗ benden, beruhigenden und ſtaͤrkenden Arzeneyen. Ich kann es hier nicht deutlich machen, wann und wie man dieſelben gebrauchen muͤſſe, weil die Gattungen und Um⸗ ſtaͤnde der Krankheit ſo gar ſehr verſchieden ſeyn koͤnnen. Aber die mehreſten, welche das Ungluͤck haben, von der Ruhr befallen zu werden, duͤrfen mit Zuverſicht von den oben angegebenen Mitteln die geſchwindeſte und ſicherſte Huͤlfe erwarten. Wenn die Kranken gleich bey Anfang, oder von zu langer Dauer der Krankheit ſehr kraftlos werden, nieder⸗ geſchlagen und bange ſind, wenn das Geſicht blaß und erdfarben wird, der Puls ſehr geſchwinde, zitternd und matt ſchlägt, Flecken auf der Haut und Schwaͤmmchen 3 Mundt de n,— Bedlheite da In aamen mit Gen 8* dezn 9,. * man! 9 en ſara ad ſtdarm von hde on der düa X der Datar i, 1 eas wan 4. sang hat Der 9 ſt em Saaht. afde urie — * 8 di te feu 4 geiſtigen Sache. W —* 1* d a1 derſerirn! 4½ n Mus Kkataniſe 8n don tauſen m un den; theils erſerdem i 4 Arztes, vanjt abſüͤheum genden und ſtürkenden P deutlich machen, daun den müſſe, veil di Gecn Heit ſo gat ſeht derſchebe herſten, weiche das lptt a zu wodden, dürfen nus amnen Mutteln die geſcrat wie die ranken gleich bey Jrich! 8* ankdeit ſehr kajttt i ſiad, venn des der Puls ſehr aiitran gen auf der Haut 10* ange Von der Ruhr. Munde entſtehen, die Stuͤhle ſehr uͤbelriechend ſind. ſehr viel Blut weggehet, oder und bey jeder Ausleerung ſich Ohnmachten einſtellen— dann darf man weder zur Ader laſſen, noch ſtarke Ausleerungsmittel geben. Man muß den Kranken ſo behandeln, wie beym boͤsartigen Faulfieber (§. 60.), und bald moͤglichſt die Bekathung eines geſchiekten Arztes ſuchen. §. 233. b Diätetiſches Verhalten, welches in der Ruhr nothwendig iſt⸗ Die Kranken muͤſſen temperirt warm; aber in jeder Ruͤckſicht ſehr reinlich gehalten werden. Es iſt ihnen ſchaͤdlich, wenn ſie ſich bey dem oftmaligen Aufſtehen erkaͤlten. Man muß ihnen oftmals die Haͤnde und Fuͤße mit warmem Waſſer waſchen, und die Stube oder Kammer mehrmals im Tage durchluͤften. Man muß die Fenſter oftmals oͤffnen, oder wohl gar des Tags uͤber eins beſtaͤ⸗ ndig offen halten, doch ſo, daß der Kranke nicht in dem Zug⸗ wind liege oder kalt werde. Wenn es moͤglich iſt, ſo muß man nicht mehrere Kranke in eine Stube legen. Der Abgang des Kranken, und alles was einen uͤbeln Geruch hat, muß gleich weggeſchafft, und jener in tiefe, von den Wohnungen entfernte Gruben geſchuͤttet, und ſogleich mit Sand und Erde bedeckt werden. Man darf ihn weder in einen Abtritt, noch in die Miſtgrube ſchuͤtten. Die Geſchirre muß man mit Waſſer und Eſſig gleich wieder ausſpuͤhlen. Der Kranke kann auf dem bloßen Leibe, ein flanellen Bruſttuch tragen, welches ſo wie die Waͤſche, oft, aber mit der Behutſamkeit, daß er nicht kalt wird, muß gewechſelt werden. Den Kindern muß man immer friſches Windelzeug geben. Zur Nahrung ſind die Schleime aus Perlengerſte, Graupen, Haber⸗ und Buchwaitzengrütze, Reiß, Schwaden oder der im 227.§. beſchrie⸗ welche mit Zitronenſaft, kleinen Hirſen, benen Zubereitung von Mehl, T 2 29² Von der Gallenkrankheit. kleinen Roſinen und Zucker koͤnnen angenehm gemacht wer⸗ den, weißes Brod, Weintrauben, und ſaftiges, vollkommen zeitiges Obſt dienlich. Fiſche, Fleiſch, und uͤberhaupt alles, was leicht in Faͤulniß uͤbergehet, alles was ſchatf und erhitzend iſt, Bier, Wein, Kaffe, Gewuͤrztes ꝛc. muß vermieden werden. Wenn ſich das Fieber verloren hat, und der Kranke ſich zu erholen anfaͤngt, ſo ſind ihm auch die Bruͤhen von Huͤhnern, Kalb⸗ und Hammelfleiſch, mit Gerſten, Reiß, Peterſilgen⸗, Haber⸗, Zelleriewurzeln u. dergl. und der maͤßige Genuß eines alten weißen Weins nicht ſchaͤdlich. Den Wiedergeneſenden iſt doch das Obſt weniger zutraͤglich, ſie muͤſſen ſich eine Zeitlang deſſelbigen enthalten, und uͤberhaupt nach uͤberſtandener Krankheit noch eine ſtrenge Dtaͤt beobachten, ſich vor allen Ausſchweifungen, und insbeſondere auch vor Erkaͤltung in Acht nehmen, weil ſonſt gar zu leicht Ruͤckfaͤlle kommen koͤnnen. Von der Gallenkrankheit, der Gallen— ruhr oder Cholera. §H. 233. Zufälle der Gallenkrankheit ꝛc. Die Gallenkrankheit iſt ein mit Durchfall, Schmerzen im Unterleibe und Stuhlzwang vergeſellſchaftetes heftiges Erbrechen, wobey der Kranke gleich aͤußerſt entkraͤftet wird. 4 Es iſt gemeiniglich eine epidemiſche Krankheit, die im Sommer und Herbſt oft um eben die Zeit graſſirt, wenn die Ruhr herrſchet, oder doch bald nachher, beſonders in warmen Gegenden, wenn der Sommer ſehr heiß geweſen, und man wenig oder gar keine Sommerfruͤchte bekommen hat. Doch kann ſie auch zu jeder andern Jahrszeit von einer Von der Gallenkrankheit. Aden' dr.*... ¹ch. ſüſche A n einer unmaͤßigen Lebensart, von Berauſchung und darauf N in Faulais thenin a folgender Erkaͤltung u. dergl. entſtehen. Oft wird ſie auch N k. A durch unreines faules Waſſer, junges ungegohrnes Bier verden. n oder Wein und unreines Obſt verurſachet. das Ein ſaures Aufſtoßen, Magendruͤcken, Leibwehe, und mfängt, ſe Ras ſa eine große Niedergeſchlagenheit ſind gewoͤhnlich die Vor⸗ eni ua boten dieſer Krankheit, die bald hernach mit oftmaligem n und haͤufigem Erbrechen und Stuhlgaͤngen eintritt. Zuerſt e n uh m werden die Ueberbleibſel der zuletzt genoſſenen Speiſen aus⸗ n wuütm Uanz geworfen, dann aber eine gelbe, gruͤne und ſchwarze Galle. in iſt doch das Oh ung, Dieſe iſt ſehr ſcharf, mehr und weniger mit Schleim, oft mit ine Seitlang zeſtdga a. Blut vermiſcht. Indeſſen hat der Kranke beſtaͤndiges anmn Kanhaa Kollern und reißende Schmerzen im Leibe, beſonders um auln Aetane den Nabel, großen Durſt, trockene Haut, und einen fieber⸗ Ertimg h hen haften, geſchwinden, ungleichen Puls. Wenn die Krank⸗ amn un heit zunimmt, ſo bekommt er Herzklopfen, Bangigkeiten, der Puls wird unmerklich klein, das Geſicht faͤllt und wird todtenfarbig, die Glieder werden kalt, und uͤber den ganzen it Leib bricht ein kalter Schweiß aus. In den Haͤnden und ader Chelu Fuͤßen entſtehen ſchmerzhafte Spannungen und Kraͤmpfe, der Kranke läßt wenig Urin, er bekommt Schluckſen, Zuk⸗ 43;. kungen, Ohnmachten.— Es gibt faſt keine Krankheit, die geſchwinder toͤdtlich wwerden kann, als dieſe, beſonders wenn ſie Kinder und enkheit iſ en ni dntn alte ſchwache, oder durch andere Krankheiten entkraͤftete Qeahlwang derzeatt Leute befaͤllt. Sie kann auch den ſtaͤrkſten Menſchen der Kuank geic kir innerhalb wenig Stunden gaͤnzlich kraftlos und unkenntlich machen, und in vier und zwanzig Stunden den Tod alich eine wihenihete verurſachen. erbſt eſt um then Rzuſt§. 234. der doch hald mäſt Sallerkrante 8' Wie ſie behandelt werden muß. wenn der Sommr 11. „ Sranus. Sie erfordert daher die ſchleunigſte Huͤlfe. Man er er keint Cemme. darf aber die ſtarken Ausleerungen durchaus nicht gleich 8 auch zu ſedet a * 3 im e ͤöͤͤͤͤZö—ͤö—öͤſͤͤͤſſͤſſſſſ — 294 Von der Gallenkrankheit. im Anfang durch ſtopfende und beruhigende Mittel zu hemmen ſuchen; denn entweder wird das Uebel aͤrge dadurch, oder der Kranke verfaͤllt in einen noch gefäͤhr⸗ licheren Zuſtand. Aber eben ſo wenig darf man Brech⸗ mittel oder Abfuͤhrungen nehmen, weil man keine zZeit dazu hat, und auch nichts gebrauchen darf, was nur im geringſten reizen kann. Es ſind uͤberhaupt bey dieſet Krankheit wenig eigentliche Arzeneymittel anzuwenden. Wenn der Patient jung, ſtark und ſehr vollbluͤtig iſt, einen vollen und ſtarken Puls und gleich anfangs aͤußerſt heftige Schmerzen hat, ſo kann eine Aderlaß am Arme nuͤtzlich ſeyn; aber ſie kann auch unerſetzlich großen Scha⸗ den anrichten, wenn ſie zu ſpaͤt und ohne Noth vorge⸗ nommen wird, wenn entweder die Kraͤfte ſchon ſehr erſchoͤpſt ſind, oder jene Umſtaͤnde, die ſie noͤthig machen, nicht ſtatt finden. Die Hauptſache kommt darauf an, daß man die heftige Reizung in dem Magen und in den Gedaͤrmen zu vermindern und die ſcharfe Galle zu verduͤnnen, und ſo bald als moͤglich aus dem Magen und den Gedaͤrmen wegzuſpuͤhlen ſuche, Dieſes geſchiehet: 1. Durch haͤufiges Trinken. Es iſt eins der beſten Mittel, wenn man von einer ſchwachen Huͤhner⸗ bruͤhe, oder dergleichen von magerm Kalbfleiſch, zu anderthalb bis zwey Maaß des Tags, ſobald hinter einander als moͤglich iſt, trinket. Man kann auch bloßes warmes Waſſer nehmen, oder Waſſer mit dem achten Theil Milch gemiſcht, friſche Molken, Buttermilch, Gerſtenwaſſer, duͤnne Habergruͤtzbruͤher Man waͤhlt unter dieſen Getraͤnken welches man will, und am geſchwindeſten haben kann; es iſt aber allemal nothwendig, daß man eine reichliche Menge davon trinket, So lange die Kraͤfte noch nicht ſehr geſunken ſan un als m 821 1n 4 d a) in den Gehne „ 4 3 4, ſtark enh 6 rlm Dalg un 1„ 4 1 ent. N 1 4 kommt darauf an Rir A N de den dergleichen den Teaseas 4 4 NASr Theil Müch gemſc 4 11. * a e die Kräfte vod k WN 5 dis zrey Maaf des d 1 14 — alich. tri ae aemet Waſſer nedmm,. 1 Verſtenwaſer dunt 42 4 6 eer dieſen Gerrin 1 Von der Gallenkrankheit. 295 und noch viele Galle weggehet, haͤlt man ſich ledig⸗ lich an dieſerley Getränke, durch welche die Auslee⸗ rungen ein wenig befoͤrdert werden; wenn aber wenig oder keine Unreinigkeiten mehr weggehen, ſo kann man eine Abkochung von geroͤſtetem Habermehl, oder Brodtiſane trinken laſſen. Man verfertiget dieſe, indem man ungefaͤhr ein Pfund geroͤſtetes Rok⸗ ken⸗ oder Haberbrod, mit etlichen Maaß Waſſer eine halbe Stunde lang kochen laͤßt, die Bruͤhe durch⸗ ſeyhet, und etwas ſehr weniges von gutem alten Wein dazu thut; b und durch haͤufige Klyſtiere. Man gibt dem Kranken alle Stunden oder alle zwey Stunden eins, und nimmt eben die Bruͤhen dazu, die zum Getraͤnke dienen. Man muß außerdem Umſchlaͤge von warmem Wein auf den Unterleib, die Haͤnde und Fuͤße machen, die Fuͤße in warmem Waſſer baden, oder den Kranken in ein lauwarmes halbes Bad ſetzen. Dieſes kann taͤglich ein Paarmal geſchehen. Man muß ihn aber lange genug darinn ſitzen, und waͤhrend dem immer⸗ fort von den obengedachten Bruͤhen fleißig trinken 4 laſſen. Das Bad verſchafft gemeiniglich Erleichte⸗ rung, ſo lange man darinnen iſt: oft aber kommen die Schmerzen bald nachher wieder. Doch dauert auch bisweilen die Erleichterung laͤnger. Man hat oft, zumal bey alten Leuten, das Erbrechen und Laxieren durch ein einfaches Mittel geſtillet. Man zuͤndet guten Branntewein an, und laͤßt ihn ſo lange brennen, bis er von ſelbſt aufhoͤrt. Dieſes laͤßt man loͤffelweis nehmen. Es hat ſogar in Faͤllen geholfen, wo alle uͤbrigen Mittel nicht anſchlugen. Man darf mit dieſen Mitteln nicht gleich aufhoͤren, T 4 wenn — — ſſ —* — —ꝛ — . 2 —.———————— 8*. ͤͤͤͤͤͤIͤIͤͤſͤſſͤſͤſſſͤſ— 2———————.————— ——————————————————— 2 —— 23————————— —————————————————— 3—— 3— öZ8Zö—ö—ö—ö—ö—ö—ö—ö—öö—— ,—————————— .*——————————*———— 2— 8——ÿÿ———————————— 4— ————.———————————— 4*——y——————* .—. 3———————— ———.———————*— 9-—.————„———— 8——————— —— —— — — — —— W — 296 Von der Ohnmacht. wenn ſchon die Zufaͤlle nach einigen Stunden zum Theil nachlaſſen; denn ſie pflegen oft mit groͤßerer Heftigkeit wiederzukommen. Wenn endlich das Brechen und Laxieren gaͤnzlich nach⸗ gelaſſen haben, ſo muß der Kranke noch eine gute Zeitlang aͤußerſt vorſichtig in der Diaͤt ſeyn. Gerſten und Haberſchleim, duͤnne Kalbfleiſchſuppen mit Reiß— und davon immer nur wenig auf einmal, aber deſto oͤfter, eſſen. Zur Nachkur koͤnnen endlich auch die im 219. 9. angegebenen Mittel gebraucht werden. Z woͤlfter Abſchnitt. Von denjenigen Faͤllen, wo eine ploͤtzliche Lebens⸗ gefahr ſtatt findet. Von den Ohnmachten, den ſcheintodten Zuſtaͤnden. Seor oft gerathen Menſchen in eine ploͤtzliche Lebens⸗ gefahr, wo die ſchleunigſte Huͤlfsleiſtung noͤthig iſt. Die Gefahr waͤchſt bey ermangelndem oder gar widerſinnigem Beyſtand mit jedem Augenblick. Die Rettung der Verun⸗ gluͤckten haͤngt meiſtens davon ab, ob ihnen dieſer Beyſtand sin Paar Stunden fruͤher oder ſpaͤter geleiſtet wird. Unter dieſe dringenden Faͤlle gehoͤren oft die Schlag⸗ fluͤſſe, Stickfluͤſſe, von welchen oben ſchon gehandelt wor⸗ den,— die Ohnmachten, der ſcheintodte Zuſtand bey Ertrunkenen, Erfrornen ꝛc. ferner die Vergiftungen, die Erſtickungsgefahr von verſchluckten Dingen⸗ Von n. Er darf keine andere Nahrungsmittel als die vbenbeſchriebene Brodtiſane, Milch, * — Don der Ohm chon die zuit a aachl aſſe,—. 3. 3 Von d e r Ohnmacht. he auß de un g. 235. Laun b ding in der Diät 6 29 Ihre Unterſcheidungszeichen und urſachen. el alg dis 4,Rℳ4. 8 dn danteſhntaße Wenn jemand eine ploͤtzliche Schwaͤche anwandelt, ſo ai 3 aberſchieim, dünn 4. ſagt man insgemein, daß er ohnmachtig werde. — dadon imger nar un Bey einer Ohnmacht iſt allemal der Puls und das dea. 188 Athemholen geſchwaͤcht, das Geſicht wird blaß, und die Empfindung und Bewegung verlieret ſich entweder gaͤnzlich oder zum Theil. Die Ohnmachten ſind ihrer Starke nach ſehr ver: ſchieden. Wenn ſie gar geringe iſt, ſo bleibt der Kranke d 5 Ifter Adſön noch bey ſich; er kann aber nicht reden. Bey einem Arſctn ſtaͤrkern Grad verliert er die Empfindung und das Bewußt⸗ igen Fäͤllen, de ein ai ſeyn voͤllig, der Puls und das Athemholen iſt kaum noch zu bemerken. In der ſtaͤrkſten Ohnmacht, die aber ſeltener vorkommt, ſcheint beydes aufzuhoͤren, der Kranke wird —— kalt, ſein Geſicht blaß und bleyfarbig— er ſcheint todt . u ſeyn.„ Ohamacten, der t Man unterſcheidet a eine Ohnmacht vom Schlagftuß 3ufinden. dadurch, daß bey dieſem der Puls und das Athemholen nooch fortdauert— und von der fallenden Sucht, daß keine rathen Mamſchn ninth Kraͤmpfe zugegen ſind. b ſchleunigkte Hlftliten Schwaͤchliche, vollbluͤtige Leute, Weibsperſonen und Kinder ſind den Ohnmachten am meiſten unterworfen. den Aaganbhs. Daes Sehr oft geſellen ſie ſich zu andern Krankheiten. Sonſt ens dasen a dpe koͤnnen ſie von vielen Urſachen herruͤhren, von einer Voll⸗ 6⸗ di ik. bluͤtigkeit, von Erhitzung, zu ſtarker Arbeit, von großer en früder tae hi Kaͤlte, Nuͤchternheit, von U eberfuͤllung des Magens, von 21 1 int! 3 dringenden flle g zu ſtarken Ausleerungen, Gennuͤthsbewegungen zc. von welche to ſta⸗ b.4 Le amach ten, der ſcained b frornen c. ferner N 1a.d6r von richluckm cten Duh gefahr ſtatt fnda ey ermanzelndem ede gen 64 ☛ §. 236. ——— f 2—»— 8— —— —— — 2— — 5— ñ — —. ———— ———— ———— — einblaſen. 298 Von der Ohnmacht. §. 236. Allgemeine Hülfsmittel bey Ohnmachten.— Luft einbläst). (Wie man Bey kleinen Ohnmachten iſt die Gefahr ſehr geringe, 1 ſie vergehen meiſtentheils, wenn man nur friſche Luſt ſchoͤpfer. Iſt aber die Ohnmacht etwas ſtaͤrker, ſo daß der Kranke hinſinket, ſo lege man ihn auf ein Bette, das aber ziemlich eben ſeyn muß, und loͤſe ihm die Kleider, das Halsband und die Strumpfbänder auf. Man oͤffne die Fenſter und wedle ihm friſche Luft zu oder blaſe ihm ins Geſicht. Man ſpruͤtze ihm mit der Hand oder einem Buͤſchel, kaltes Waſſer oder Eſſig mit einiger Gewalt in das Geſichte, oder waſche das Geſicht, die Stirne, Schlaͤfe und die Haͤnde mit Wein oder Weineſſig. Allenfalls gebe man ihm auch ein wenig Salz in den Mund. Wenn die Ohnmacht laͤnger als eine Stunde anhaͤlt, ſo muß man den ganzen Leib, vorzuͤglich die Aerme und Beine mit warmen wollenen Tuͤchern, und die Fußſohlen und hohlen Haͤnde mit Buͤrſten reiben. Man kann ihm auch Tobaksrauchklyſtiere(Anh. Nr. 4.) beybringen und Luft in die Lungen blaſen: Es muß ein ſtarker Menſch, der eine geſunde Bruſt hat, ſeinen Mund feſt auf den Mund des Kranken halten, und ihm den Athem ſtark Man muß ihm aber dabey die Naſe zuhalten, damit die Luft nicht wieder durch die Naſe heraus, ſondern in die Lunge gehe, und damit ſie nicht in den Magen trete, muß man waͤhrend des Einblaſens, den untern Theil des Halsknorpels(des ſogenannten Adamsapfels) ganz gelinde einwaͤrts druͤcken; aber die Bruſt muß man ganz frey laſſen. Wenn man einen Athemzug eingeblaſen hat, ſo ſetzt man ein wenig ab, und druͤckt alſobald den Unterleib aufwaͤrts gegen die Bruſt zu; man legt beyde Haͤnde an nac* 14 dcht eives ſerte, 19n auf iir d0 — M ug e 4 4 2 1 8 2 lhe 4 1+ Kla eNe dNlaſe ihe an. .—6 aAN⸗ 4 » 1 diſ 1 er emm Oüſe „ 4— Aℳs Kan das Lir, 4 * Sdläſe) 2 dhn Alaſals ihe an jag Ddamae— kacht länger als ein 4 1 à 4 K4 2 alen dalten, und iſe w „ m 4 4 4 1 aher 4.2! A „ 1 Le cht wieder durch die Ntſe „ 2 8 am 4 4 de. und danit ſie met 41 IS3 4 während des Entdie 8 zorpels(des ſogenann. 4 Je X 4 n Wenn man einn lha à A un Von der Ohnmacht. Haͤnde auf die kurzen Ribben, und reibt von dieſen an, bis oben die Bruſt hinauf, ſo daß man gleichſam die Ribben hinaufwaͤrts hebt. Mit dieſem Drucke laͤßt man bald und ploͤtzlich wieder nach, und blaͤßt dann gleich wieder Luft ein. Man ſucht auf dieſe Art das Athemholen ſo gut als möglich nachzuahmen. Kann man die Luft nicht durch den Magen einblaſen, ſo muß es durch die Naſenloͤcher geſchehen. Man nimmt die erſte beſte Roͤhre, die man haben kann, wickelt an dem einen Ende ein Laͤppchen darum, ſteckt ſie in ein Naſenloch, haͤlt das andere und den Mund zu— und blaͤßt durch die Roͤhre die Luft anhaltend und mit aller Kraft ein. Man wechſelt da eben ſo mit dem Einblaſen und der Bewegung der Bruſt ab. Das Einblaſen kann endlich auch vermittelſt eines Blaſebalgs oder andarer, eigends dazu erdachter Inſtru⸗ mente geſchehen; und dieſe Verfahrungsart iſt allerdings beſſer als die obengedachte. Wenn ſich der Kuanke ſo weit wieder erholet, daß er etwas ſchlucken kann, ſo thut man wohl, wenn man ihm etwas warmes, etwa einen Thee von Meliſſenblaͤttern, oder von Zitronenſcha alen zu trinken gibt. Die gewoͤhnlichen Riechwaſſer ſind mehrentheils unnuͤtzlich. Sie koͤnnen auch ſchaͤdlich werden. Das beſte unter allen iſt noch der ſtarke Eſſig, den man dem Kranken unter die Naſe haͤlt, und mit dem man ihm auch die Stirn und die Schhlaͤfe waſchen kann. §. 237. — insbeſondere für ſolche, die von Vollblütigkeit, Gemüthsbewegungen von großer Entkraftunig, verdorbenem Magen ꝛc. herrühren. Wenn vollbluͤtige robuſte Leute, nach einer ſtarken Erhitzung, oder auf der Genuß geiſtiger Dinge, ohnmaͤchtig werden, ſo gibt man ihnen, ſobald ſie ſchlucken koͤnnen, zwey —— 8. 4 B— 3“—‿— 8 ——.— 4 8————— —— 4———————— ———— 8 500 Von der Ohnmacht. zwey oder drey Eßloͤffelvoll Weineſſig mit Waſſer verduͤnnet zu trinken. Wenn die Ohnmacht hartnaͤckig anhaͤlt und die Adern am Hals und im Geſicht aufgeſchwollen ſind, ſ muß am Arm zur Ader gelaſſen werden, nachher bringt man ein erweichendes Klyſtier bey⸗ Nach dieſem, und wenn der Kranke wieder zu ſich gekommen iſt, laͤßt man ihn ruhen, und alle Viertelſtunde ein Glaͤschen voll warm Waſſer mit Weineſſig und ein wenig Zucker, oder auch Limonade trinken. Man verfaͤhrt faſt eben ſo, wenn die Ohnmacht von ſtarker Gemuͤthsbewegung, heftigem Schrecken und Zorn, Aergerniß, Furcht und Freude herruͤhret. Man verſchafft dem Ohnmaͤchtigen friſche Luft, man legt ihn auf ein Bette, doch ſo, daß die Fuͤße abwaͤrts haͤngen, die ſogleich in ein Bad von warmem Waſſer geſetzt werden muͤſſen. Man waͤſcht ſein Geſicht mit Eſſig, man laͤßt am Arm zur Ader, und gibt ihm ein oder etliche Klyſtiere. Wenn er wieder zu ſich kommt, ſo gibt man ihm Thee oder warmes Waſſer mit Eſſig, oder Limonade zu trinken.(M. ſ. auch im§. 19.) Kommt die Ohnmacht von Entkraͤftung, von uͤber⸗ maͤßiger Arbeit, nach ſtarken Ausleerungen, nach einem großen Blutverluſt, anhaltendem oder ſtarkem Durchfall zc ſo bringt man den Kranken in ein gewaͤrmtes Bette, man waͤſcht ihn mit Wein ab, und gibt ihm ein Paar Loͤffelvoll davon in den Mund— bey Ohnmachten, nach ſtarker Verblutung, Eſſig mit Waſſer. Nach den Anfäͤllen muß man dem Kranken leichte nahrhafte Speiſen, Fleiſchſuppen mit Eyerdotter, Brodſuppen mit Fleiſchbruͤhe, Milch, weichgekochte Eyer ꝛc. geben. Man laͤßt ihn oſt davon eſſen, aber allemal nur wenig auf einmal. Wenn man gleich nach dem Eſſen ſich uͤbel befindet und ohnmaͤchtig wird, ſo hat man entweder den Magen uͤberladen oder etwas undienliches gegeſſen. Hier muß man hauptſaͤchlich viel laulich warmes Waſſer trinken, oder er. ber gelaſſen achendes K 8.. Rier hen died er ſe 18= 12 4 alle Dier tel d ande ¹ neſſig und ein ,“ 2 faft eden ſo, d Ddegang, zeſß nn 57r 1de derrlin ce buh n —— Vom ſcheintodten Zuſtand. Ohnnett 3 oder einen Thee von Kamillen oder Cardohenedicten. Die L. im 6s ggeneſſenen Speiſen werden dadurch weggeſpuͤhlet, ihre Scharfe wird gemildert und die Entledigung des Magens entweder durch Erbrechen oder nach unten befoͤrdert. Wenn d man ſich erbricht, ſo wirds einem gleich beſſer. Wenn der Anfall voruͤber iſt, ſo muß noch einige Tage hin eine 8 ſehr maͤßige Diaͤt gehalten werden. hen 4 Wenn man zu lange nuͤchtern geblieben iſt, und daher ohnmaͤchtig wird, ſo muß man eſſen. Wenn eine zu große Stuben waͤrme ſchuld daran iſt, ſo oͤffnet man die Fenſter. Empfindliche Leute werden leichtlich von Ohnmachten befallen, wenn ſie zur Ader laſſen. Das iſt denn ein nn a Zeichen, daß das Aderlaſſen nicht viel fuͤr ſie tauget. In⸗ 4 Swärn 13 1 4 deſſen kann man den Ohnmachten vorbeugen, wenn man ermem Weſer geett man vor der Aderlaß ein wenig warme Suppe ißt, wenn man mie d dn. man i ah kliche dihge r 2 Aide man ihm Tha zan 1** a ¾ nonade zu n(Aia * 4 7 t Ohanacht don Ertin en Kranken in ein arkatei 8 in a0, und giot ir! at Lund— hey Oomin g mit Waſt. Ldhn! a leichte nahedaſte Srin i Drodſupoen mit fitth „ Lu, das undient e diel laul lich v m? ſarkm Juserung * 1 oſt, anhaltendem odr irtt⸗ zu werden, ſich dabey niederlegt und kaltes Waſſer mit Eſſig in den Mund nimmt, auch wenn man das Blut nicht anhaltend fließen laͤßt; ſondern die Oeffnung der Ader je und dann, immer ein Weilchen zuhaͤlt. * Vom ſcheintodten Zuſtand. §. 238. Merkmale, wodurch man einen wirklich Todten von einem Schein⸗ todten unterſcheidet,— ihre Nothwendigkeit. Es fehlt nicht an Beyſpielen, daß Leute, die einige Zeit, auch wohl einen oder mehrere Tage lang, todt ſchienen, durch geſchickte Huͤlfsleiſtung wieder erweckt worden, oder von ſelbſt, und noch im Grabe auflebten. Es iſt gewiß ein ſehr hartes Schickſal, lebendig begraben und es trifft mehrere Menſchen, als man glauben ſollte. Man kann nicht vorſichtig genug ſeyn, um ein ſo großes Ungluͤck zu verhuͤten. ſ“ 5— — — —— ——— —— — —-— — —— 2—— —— — — 8 — 1 4 5 8 3 1 3 ir 1 1 ; 4 4 A 1 4 4 4 4 1 1— 4 9 1 5 3 a 4 1 4 3 5 3 8½ f 1 3 4 1 1 1 1 4 1 1 i 4 302 Vom ſcheintodten Zuſtand. In keiner Krankheit, es ſey eine hitzige oder lang⸗ wierige, und in keinem einzigen gaͤhlingen Zufall, ſind weder die Kaͤlte, die Erſtarrung und das ſcheinbar ſchwerere Gewicht des Koͤrpers, die gebrochenen und wie mit einer Haut uͤberzogenen Augen, der offenſtehende Mund, det Mangel des Pulsſchlags und Athemholens, noch die Unempfindlichkeit gegen die angebrachten Reizungsmittel, Stiche u. dergl. ſichere Merkmale vom Daſeyn des Todes. Man muß es ſo lange immer noch bezweifeln, ob der Verblichene wirklich oder nur dem Scheine nach todt ſey, bis man eine angehende Verweſung an dem Leichnam bemerkt. Es ſind untruͤgliche Zeichen davon, wenn die inneren Theile der Naſe, des Mundes und die Leßzen ſchwaͤrzlich werden, die Gegend des Koͤrpers, worauf der Kranke geruhet, blaulich anlauft, und endlich braune, blauliche, ſchwaͤrzliche und gelbgruͤne Flecken auf der Haut zum Vorſchein kommen, wenn der Todte uͤberſchießt oder eine faulige Materie aus dem Mund gaͤhret, der Leib auflauft, und der ſuͤßlichte Leichengeruch in einen faulen uͤberzugehen anfaͤngt. Man bemäuͤhet ſich auf mancherley Art, den etwa verborgenen Reſt des Lebens zu erforſchen. Man haͤlt dem Verblichenen ein brennendes Licht, eine Flaumfeder oder ein wenig gezupfte Wolle, und hernach einen Spiegel vor die Naſe und den Mund, und ſieht zu, ob erſtere ſich bewegt und letzterer anlaͤuft; man ſetzt ein mit Waſſer ganz angefuͤlltes Gefaͤß auf die Bruſt, und gibt Achtung, ob auf der Oberfläche des Waſſers einige Bewegung wahr⸗ zunehmen ſey ꝛc. Aber alle dieſe Proben ſind unſicher. Man hat genug Beyſpiele von Leuten, die Tage lang kein Zeichen einiger Empfindung von ſich gaben, bey welchen durch den Spiegel und die Federprobe nicht das mindeſte Athemholen, und nicht die geringſte Spur eines Pulſes konnte entdeckt werden, wo das Geſicht todtenfarben und der 8 Dem und und Ahaie Segen die Mas wmer 5 345 2 ite— : denen a anügliche Zäiche n N de Raſe, des Dans A die Gend Rs Sr, 9 iaot 9 451 lauſt, WM nn und 1 güs 3 4 amen Aran M A 49 den Dm r K 1 6 4 8 4 4 Laichengeat * 1 de auf manchei k. des as zr rierſte 4 5 4 nned des Fct, 1” 7 te Bale, un) deru n a„ und ſeht 7 4 ſa rer„. t: mMan 1 9 8 die d eui, p 7 Sache des Waſſers nir dnr 2* 14— „ 3 undunz v09 11 ,2 Lm 11 nd dit jaemuti di gmingh D⸗ po das idis 4* „ z rachtn d denaſe mn d befallen: Vom ſcheintodten Zuſtand. 303 der Koͤrper kalt, ſteif und unbeweglich geweſen— und die doch zuletzt wieder belebt worden ſind. Es gibt Krankheiten, deren Zufaͤlle ihrer Natur nach denjenigen des Todes ſehr aͤhnlich ſind, ſolche die jaͤhling entſtehen, eine kurze Zeit dauern, theils von gewaltſamen aͤußern Umſtaͤnden herruͤhren, und ſonſt geſunde Leute Wie der Zuſtand der Ertrunkenen, der Erwuͤr gten, vom Rauch und ſchaͤdlichen Duͤnſten Erſtickten, der Erfrornen, derjenigen, die vom Blitz getroffen, die geſchlagen worden oder ſchwere Faͤlle gethan haben— Schlagfluͤſſe, ein hoher Grad von Betrunkenheit, ſtarke Ohnmachten, insbeſondere bey Gebaͤhrenden, nach großen Verblutungen, nach heftigen Mutterkraͤmpfen, und nach ſtarken Gemuͤthsbewegungen— der Zuſtand mancher neugebohrnen Kinder. In allen dieſen Faͤllen und uͤberhaupt allemal, wenn nur der geringſte Verdacht moͤglich iſt, daß der Menſch nicht voͤllig todt ſey, darf man ſich mit unſichern und ver⸗ geblichen Pruͤfungszeichen des Lebens nicht aufhalten; ſon⸗ dern man muß wirkſame Rettungsmittel anwenden. Der Erfolg dieſer Mittel wird es entſcheiden, ob der Menſch noch lebe, oder wirklich todt ſey. Zum wenigſten muß man einen Menſchen, den man fuͤr todt haͤlt, auf keine Art behandeln, die ihn, wenn er auch nicht todt waͤre, erſt toͤdten wuͤrde. Die Gewohnheit iſt beynahe uͤberall eingefuͤhrt, daß man den Sterbenden das Kopfkiſſen wegziehet und die Todten ſogleich aus dem Bette auf Stroh in eine kalte Stube oder in Gewoͤlbe legt, ohne daß ſie bewacht werden, daß man ihnen den Mund zubinder und das Geſicht bedeckt. Dieſes alles iſt hoͤchſtunrecht, und kann einem ſcheinbar Todten erſt toͤdtlich werden. Man ſollte keinen Todten ſogleich nach dem Tode aus ſeinem Bette herausnehmen, ſondern dieſes ſollte immer erſt etliche Stunden nach dem Tode ——* 4 —=— e * — — ——* Vom ſcheintodten Zuſiand⸗ 3⁰4 Tode geſchehen. ihm die nothwendige Kleidung, aber wohl durchwaͤrmt, anlegen. Es iſt eine ſchaͤdliche Gewohnheit, den Todten auf ein Bret zu legen, feſt an den Oberkiefer anzubinden, auch wohl, wie in vielen Gegenden gewoͤhnlich iſt, ihm die Haͤnde zuſammen⸗ und ihn ſo ohne alle Bewachung in ein kaltes Zimmer, oder wohl gar in ein Gewoͤlbe oder in einen Keller zu legen. Man ſollte die Todten auf ein Lager von Stroh in ein geheiztes Zimmer bringen, den Leichnam maͤßig zudecken, und jemanden dabey laſſen, der ſeiner wahrnehmen und auch gleich Huͤlfe leiſten koͤnnte, wenn etwa Spuren von dem wieder erwachenden Leben ſich zeigen ſollten. Man begraͤbt auch die Leichen, beſonders auf dem Lande, viel zu bald nach dem Tode, und laͤßt oft zwiſchen dem Tod und der Beerdigung kaum vier und zwanzig Stunden verſtreichen. Dieſe Gewohnheit kann hoͤchſtens nur gebilliget werden, wenn die Todten an anſteckenden Seuchen, an der Peſt, an boͤsartigen Faulfiebern, u. dergl⸗ geſtorben waren: außerdem iſt ſie durchaus widerſinnig und unmenſchlich, und in mehreren Laͤndern ſind obrig⸗ keitliche Verordnungen vorhanden, daß kein Todter eher begraben werden darf, als bis wenigſtens acht un und vierzig Stunden nach dem Tod verfloſſen ſind. Man hat in unſern Zeiten auch hin und wieder ſoge⸗ nannte Leichenhaͤuſer aufgebaut und eigne Waͤrter dabey angeſtellt. In dieſe Haͤuſer werden die Todten gebracht, und der Waͤrter iſt verpflichtet genaue Aufſicht zu haben, ob ſich nicht irgend ein Merkmal des wiederkommenden Lebens an ihnen aͤußere. Man beerdiget die Todten als⸗ dann erſt, wenn man die vollkommene Ueberzeugung haben kann, daß der Tod wirklich vorhanden iſt. zubinden, Dann Sngg man ihn aus dem Bettt herausbringen, ihn mit waͤrmem Waſſer waſchen, und ihm den Unterkiefer durch ein Tuch 4 tes Ammer hian, und ſemanden dabe te duch gleich Hilſt eiznh Dn dem wieder ewacheba 5 1 4 d 14 43 Neichen, dece 4 a X m 1W R ag 1 71 Oterliagan kaun Die So eb Lwn e d) 8 g * 1 4 1 7 4 4 n 4 Jen 1 4 3, ais pen RKeus u 3 „* H3 4 2 5 9 4 X 2 1 „ Deiton auc u 9 Aie** 6 mman e 6*¼ 4 1 I ue vola. auich vorhande „„ 4* ³⁹ 1 5 0»0 395 Vom ſcheintodten Zuſtand. §. 239.. Allgemeine Bemerkungen über die Behandlungsart der Scheintodten. Alle Mittel, die man bey Scheintodten anwendet, in, un haben den Hauptendzweck, die thieriſche Waͤrme wieder zu erregen und das Athemholen und die Bewegung des Blutes wieder in Gang zu bringen. Dergleichen ſind: das Reiben des ganzen Koͤrpers, vornehmlich der Bruſt, des Unterleibes, der ganzen Gegend dem Ruͤckgrate entlang, der Geſchlechtstheile, der flachen Haͤnde und der Fußſohlen, mit wo moͤglich wollenen warmen Tuͤchern und mit Buͤrſten, das Eintauchen der Haͤnde, Aerme und Fuͤße in warmes Waſſer, das Begießen des Geſichts mit kaltem Waſſer, das ſchnelle und abwechſelnde Zuſammendruͤcken des Unter⸗ leibes und der Bruſt, das Einblaſen der Luft in die Lunge, das Zurufen, der Gebrauch des fluͤchtigen Salmiakgeiſtes, des Eſſigs, der Nieſemittel,— reizender Klyſtiere, der Tobaksrauchklyſtiere, das Reizen des Gaumens mit einer Feder, das Schlagen mit einem Stocke, oder mit einem langen und etliche Zoll breiten Bret auf die Fußſohlen, das Buͤrſten der Fußſohlen, der elektriſche Schlag, den man in verſchiedener Staͤrke durch den Koͤrper dringen laͤßt, die Erfuͤllung des Koͤrpers mit elektriſcher Materie, und das Ausziehen elektriſcher Funken aus dem Nacken, dem Ruͤck⸗ grate und der Bruſt, endlich die Einfloͤſung belebender Mittel, wie etwa eines Loͤffelvoll Rheinweins, oder in deſſen Ermangelung Brannteweins— und das alles in temperirter reiner Luft. Je fruͤher dieſe Huͤlfsmittel angewendet werden, deſto groͤßere Wirkung darf man von ihnen hoffen. Man muß ſich nicht abhalten laſſen, dieſe Mittel anzu⸗ wenden, wenn auch der Menſch ſehr lange ſich in einem ſcheintodten Zuſtand befunden hat, und nur die ſichern und offenharen Kennzeichen der Faͤulniß allein duͤrfen uns U veran⸗ Grade ungluͤcklich ſind. 5⁰⁶ Rettungsmittel fuͤr Ertrunkene. veranlaſſen einen Menſchen, an dem keine Kennzeichen des Lebens zu bemerken ſind, ohne weitere Verſuche ſein Lehen wieder zu erregen, zur Erde zu beſtatten. Man darf ſich nicht ermuͤden laſſen, wenn ſie gleih in vielen Stunden nicht von Erfolg ſind; man muß ſo lange damit anhalten, bis man uͤberzeugt iſt, daß ſich die Seele unwiderruflich vom Koͤrper getrennet habe. Oft wird die Rettung ſolcher todtſcheinenden Menſchen b : 3 aus bloßem Vorurtheil, aus Verzweiflung an einem guten Erfolg der anzuwendenden Erweckungsmittel, oft auch aut Heahueignes und einer liebloſen Gleichguͤltigkeit verſaume. Man ſchenet ſich einen todten Koͤrper zu beruͤhren, ver⸗ zuͤglich Ertrunkene, Erhaͤngte und am alletmeiſten die jenigen, die ſich ſelbſt ums Leben gebracht haben. Aber dieſe haben doch allemal nicht weniger Recht auf das thätige Mitleiden ihrer Nebenmenſchen, weil ſie in einem hoͤhen Man verſuͤndiget ſich an ihnen und verſchuldet ihren Tod, wenn man ihre Rettung nicht verſucht, da ſie vielleicht noch moͤglich war. Rettungsmittel fuͤr Ertrunkene. §. 2 4o. Man muß in jedem Fall die Rettung eines Ertrunkenen verſuchen. Je eher man einem Ertrunkenen zu Huͤlfe kommen kann, deſto mehr darf man hoffen ihn wieder beleben zu koͤnnen. Doch hat man auch Exempel genug, daß Ertrun⸗ kene, die eine und mehrere Stunden unter dem Waſſer gelegen und voͤllig todt ſchienen, dennoch gerettet worden. Man kann nicht allemal genau wiſſen, wie lang der Ver⸗ ungluͤckte im Waſſer geweſen, und man weiß uͤberhanpt nicht, wie lange ein Menſch unter dem Waſſer zubringen kann, ohne der Rettung ſchlechterdings unſaͤhig zu werden. Man 4 ſ0 z . the 4⁄ ar Enrcnan liedis ſe Heisgte einen keozen den u 1 49 er 7 Erhiam u H ⁸ ſſ an ſeidſt ums Lem peran d allenal niche veniar ht. Nedenmenſchen, deil he flich ſind. Man wthaan dem dTod, venn au in ie vialeicht nach aögu ne 4— angsmittel fuͤr ketm „. 3 8 1 1 mMan ffen 19' 1 6 dat man auch En =4⁴ 5) mehrert L guunn „ 4* n449 0 a todt ſchienen, Kunant 3 1„* 5 at ᷑ Aumn . Maſſer deweſen,! a Menſch! unr M d mn 8 rr ein Renrunz ſchletmes 1 1 0 3n, nus To weüte— Man darf daher in ſeinen Vermuthungen uͤber den wirk⸗ lichen Tod und die Unmsglichkeit der Wiederbelebung eines Ertrunkenen nicht zu voreilig ſeyn und in keinem Fall ver⸗ abſaͤumen, wenigſtens einen Verſuch zu machen, um ihn wieder herzuſtellen, wenn er auch ſchon ſeit einigen Stunden im Waſſer gelegen iſt und gar kein Lebenszeichensmehr von ſich gibt. §. 241. Wie man mit Ertrunkenen verſahren muß. 1. Iſt jemand ins Waſſer gefallen, ſo ſuche man ihn ſobald als moͤglich iſt, wieder herauszubringen; doch ſey man vorſichtig dabey, damit der Kopf, der Hals und die Bruſt nicht etwa durch einen Stoß oder Druck beſchaͤdiget werden. zum Aufſuchen der Ertrunkenen im Waſſer keiner ſpitzigen, oder wohl gar mit Eiſen beſchlagener Stangen, ſondern ſolcher Stangen, die an ihrem untern Ende dick mit Leinwand umwickelt worden ſind. Auch ziehe man den Verungluͤckten wo moͤglich mit den Aermen aus dem Waſſer, und verfahre dabey ſber⸗ haupt ſchnell und behutſam. Man ziehe ihm ſogleich die naſſen Kleider und das Hemd aus. Um ſie geſchwinder vom Leibe zu bringen, kann man ſie von oben bis unten auf⸗ ſchneiden. Man trockne ihn ab und huͤlle ihn in trockne, und wo moͤglich warme Decken, oder in Kleidungsſtuͤcke ein, die eben jemand ausgezogen hat. Wenn eben die Sonne ſehr heiß ſcheinen ſollte, ſo iſt nichts beſſer, als daß man den nacketen Koͤrper gleich am Ufer des Waſſers, auf untergebreitete Kleider oder Decken, in die Sonnenwaͤrme legt, und zugleich alle uͤbrigen zur Erweckung des Lebens noͤthigen Mittel anwendet. u 2 Rettungsmittel fuͤr Ertrunkene. 30z Man bediene ſich daher Sonſt ————— —ͤͤö“b—ö“ö—ö—“b—“—“b“b“bbbͤbſſſͤſſ — +———— —, 8 I 1 8 En 5 ö 3 6 4⁴ 6 3 B ö 4 6 1 V ¼ * * 1 5 5 4— Rettungsmittel fuͤr Ertrunkene. Sonſt aber muß man den Verungluͤckten, ſobalh als moͤglich, in das naͤchſte Haus bringen, das man erreichen kann. Man legt Stroh, Heu, Matten, Kleidungsſtuͤcke, oder Bettung auf ein Fuhrwerk, eine Tragbahre, ein Bret, was man in der Geſchwin⸗ digkeit haben kann, und den Ertrunkenen darauß auf die rechte Seite, ganz ausgeſtreckt, und mit den Kopfe und der Bruſt etwas hoch. Man muß Sorge tragen, daß der Kopf nicht nieder; oder hinterwaͤrts haͤnge oder vorwaͤrts auf die Bruſt gebeugt werde. Im Nothfall traͤgt man ihn auf den Aermen fort. Wäaͤhrend dieſen erſten Bemuͤhungen kann man beylaͤufig den Schaum, Schlamm, Sand und andere Unreinigkeiten, die ſich etwa im Munde und Halſe befinden, mit den Fingern oder mit einer in Oel getauchten Feder herausſchaffen⸗ 2. Wenn die Stube, wohin man den Ertrunkenen gebracht hat, zu warm oder dunſtig iſt, ſo mache man die Fenſter auf. Es iſt beſſer wenn ſie kalt iſt; man kann ſie aber nach und nach, doch maͤßig, warm machen. Man ſorge vorzuͤglich dafuͤr, daß nicht mehrere Leute hereinkommen als zur Huͤlſe⸗ leiſtung noͤthig ſind; denn die Menge macht nur Verhinderung und verunreiniget die Luft. Man muß ſich vor allen Dingen und mit moͤg⸗ lichſter Sorgfalt bemuͤhen, den Koͤrper gelinde zu erwaͤrmen. Iſt er nicht ſchon vorher entkleidet und abgetrocknet worden, ſo muß es jetzt gleich geſchehen. Man legt ihn auf ein leichtgewaͤrmtes Bett, oder auf ein weiches Lager von Stroh oder Heu, wo man zu beyden Seiten beykommen kann, mit dem Kopf und dem Oberleib ein wenig erhaben gegen die rechte Seite, und deckt etliche zuſammengelegte trockene und gewaͤrmte Betttuͤcher, wollene Decken, oder Klei⸗ La d der Ba„ Hn huit. nteesen — 1. A Dartt auf nda 4 44 * 5— 3* Jeder derausſchafa. X½„ 4 die Seude, paßen an k zu dern der duin Fenſter euſ. Erſt baſen ann ſie aher nach anh mu machen. Mu ſeegr mn rere Leute heniabma! nzehig ſiad; dem he de Kerung und verunrmigt ei nuß ſich dor aln damt falt bemida, n k „ 4 3* * † in eichwen ““ 5 4 Laan vene Srn! 3 lu 3 ermn um.I 4½ Seiten!* ut r — 1 2 h nt 4 1““— Stunden liegen laſſen. Rettungsmittel fuͤr Ertrunkene. Kleidungsſtuͤcke uͤber ihn her. Man waͤrmt trockene wollene Tuͤcher und legt ſie um die Beine, auf die Schenkel, zwiſchen die Beine auf die Schaamgegend, an den Unterleib, uͤber die Herzgrube, in die Knie⸗ kehlen und unter die Achſeln. Dieſe Tuͤcher und Decken muͤſſen beſtaͤndig von neuem gewaͤrmt wer⸗ den, weil ſie ſehr bald wieder erkalten. An die Fußſohlen legt man warme Backſteine, die man in trockene leinene Tuͤcher einwickelt, oder mit warmem Waſſer gefuͤllte Flaſchen. c. Man muß uͤberhaupt fuͤr Erwaͤrmung des ganzen Koͤrpers Sorge tragen, vornehmlich aber fuͤr Erwaͤr⸗ mung der Herzgrube und des Nuͤckgrates. Auf die Herzgrube kann man daher auch eine mit warmem Waſſer angefuͤllte Blaſe legen. Um die Gegend des Ruͤckgrats zu erwaͤrmen, umwickelt man eine mit heißem Waſſer angefuͤllte Waͤrmflaſche mit einem wollenen oder leinenen Tuch, und faͤhrt damit langſam laͤngſt dem Ruͤckgrat auf und nieder. Wenn man ungefaͤhr viel warmes Waſſer bey der Hand hat, oder leichtlich bekommen kann, ſo iſt es von vorzuͤglichem Nutzen, daß man den Ertrunkenen ſobald als moͤglich in ein warmes Bad bringe. Er muß uͤber und uͤber mit Waſſer bedeckt ſeyn, nur daß das Geſicht, welches daher nebſt der Bruſt etwas — hoͤher liegen muß, frey iſt. Das Waſſer dazu darf anfangs nur milchwarm ſeyn, man muß aber zum oͤftern heißes zugießen, damit das Bahwaſſer all⸗ maͤhlig waͤrmer werde. In dieſem Bade muß man den Ertrunkenen einige Nan reibt ihn zugleich mit groben Tuͤchern und Buͤrſten, blaͤßt ihm Luft ein ꝛc. Es kann Faͤlle geben, wo man nichts von alle dem thun kann, wenn man z. B. auf dem freyen u 3 Felde S0g —8ſſſſſſſſſſ ————, — Felde, und gar zu weit von den Wohnungen entſetut iſt. Hier waͤrme man Kleidungsſtuͤcke bey dem Feuer, und bedecke den Ertrunkenen damit, man V reibe mit dieſen warmen Kleidungsſtuͤcken den Koͤrper, beſonders an den oben§. 239. bemerkten Theilen, „Man kann auch den Ertrunkenen an ein maͤßiges Heuer legen, und ihn oͤfters umwenden, damit ale Theile der Waͤrme ausgeſetzt werden. Doch muß man dabey ſehr vorſichtig ſeyn, damit nicht etwa ein Theit des Koͤrpers der Hitze zu ſehr ausgeſezt wird, indem andere Theile zu ſehr erkalten: man muß auch dabey die uͤbrigen moͤgl ichen Huͤlfsleiſtungen b nicht verſaͤumen. 51⁰ Rettungsmittel fuͤr Ertrunkene. ͤͤͤ 3. Man reibt mit trockenem, warmem und allenfals durchraͤuchertem Flanell oder andern wollenen und .“ groben leinenen Tuͤchern, die Aerme, Schenkel, Fuͤße, und vornehmlich in der Gegend der Herz grube, und zwar ſo, daß man nach der Bruſt hin⸗ aufwaͤrts ſtreichet. Man legt auch den Koͤrper aufeine Seite und reibt den ganzen Ruͤckgrat herunter. Dit Fußſohlen buͤrſtet man ſtark mit einer ſteifen Buͤrſte⸗ dit dem Reiben und Buͤrſten muß lange, auch waͤhrend der Anwendung der uͤbrigen Mittel, angen halten werden. Wenn man etwa einige Augenblicke b“ damit aufhoͤren muß, ſo lege man unterdeſſen warme in ein Tach gewickelte Steine, Waͤrmflaſchen oder Saͤckchen mit warmem Sand, Aſche oder trockenen und warmem Salz zwiſchen die Schenkel, unter die Achſeln, an die Haͤnde und Fußſohlen, und friſch gewaͤrmte Tuͤcher uͤber den ganzen Leib, vornehmlich aber auf die Herzgrube und auf die Bruſt. V Immer muß der Koͤrper bedeckt gehalten werden. und alle Huͤlfsleiſtung muß, ſoviel moͤgl ich iſt, unten ¹ 4 b der Decke geſcheh hen mu ͤ n de aader. Theile 4 s 1 ites 4. 3 4 3 üürtgen n umen 8 mil trockem. derut. * 5 3 u Flanal aher hcr einenan Tüchem, de lm vewehalih u da g „s Jrar ſe, daß dan uh ‚ treichet. Man legt rc al — 4 den gue Rächbu Harütt man ſiaet ni emi dam Reiden ud Därinn der Im den Aunz der 1 nden. Wenn nan mia (dären nuß, ſe kze ume ach gewickettt E Suuu, Ir are d 2 Tan ““ Rettungsmittel fuͤr Ertrunkene. 311 Waͤhrend der Zeit, daß man mit dem Reiben nachlaͤßt, kann man dem Verungluͤckten warmes Waſſer von einiger Hoͤhe herab aus einem Topfe in nicht allzuſtarkem Strome auf die Herzgrube gießen, oder warmes Waſſer, vermittelſt einer Spritze, gegen die Herzsrube ſpritzen. Man kann auch von Zeit zu Zeit dem Verungluͤckten mit der Hand warmes Waſſer in das Geſicht ſpritzen. So wie dieſes geſchehen iſt, muß der Koͤrper mit warmen Tuͤchern abgetrocknet und die Herzgrube wieder mit eben ſölchen Tuͤchern gerieben werden. Nun muß man auch ohne Zeitverluſt entweder durch die Naſenloͤcher oder durch den Mund Luft in die Lungen blaſen.(M. ſ. im 236.§.) Man muß aber ja wohl zuſehen, daß keine Unreinigkeiten in dem Munde oder in der Naſe ſind, weil dieſe Unrei⸗ nigkeiten die Luft hindern wuͤrden in die Lunge zu gelangen. Dieſer Handgriff iſt naͤchſt der allgemeinen Erwaͤrmung das allervorzuͤglichſte Rettungsmittel, und man hat oft ganz alleine dadurch Ertrunkene wieder zurecht gebracht. Wenn es nur immer moͤglich iſt, muß man ſich zum Einblaſen der Luft eines Blaſebalges bedienen: denn die Luſt, die man mit dem Munde einblaͤßt, iſt zur Erregung des Lebens weit weniger geſchickt, als die aͤußere reine Luft. Das Einblaſen muß gar oft wiederholet und mit Beharrlichkeit eine oder etliche Stunden fortgeſetzt werden, wenn es nicht ſchon fruͤher von gutem Erfolg iſt. Ein Beweis von dieſem Erfolg iſt es, wenn die Bruſt ſich von ſelbſt in heben und zu ſinken anfaͤngt. Man darf aber dennoch mit dem Einblaſen der Luft nicht gleich aufhoͤren, wenn man dieſe Bewe⸗ gungen der Bruſt ſiehet, ſondern man muß noch u 4 eine 512 Rertungsmittel fuͤr Ertrunkene. eine Zeitläng damit fortſahren, weil jene gar leich wieder aufhoͤren koͤnnen. 3. Sobald als es moͤglich iſt, uns gleich, nachden man einige Verſuche gemacht hat, die Luft einzu blaſen, muß man dem Ertrunkenen Tobaksraucht “ klyſtiere(Anh. Nr. 4.) beybringen. G Kann das nicht geſchehen, ſo ſpritze man ihn wenigſtens eine gute Menge warmen Waſſers mit einem ſtarken Eßloͤffelvoll Satz und ein wenig Wein D mit Branntewein vermiſcht, ein. 6. Wenn das Geſicht des Ertrunkenen widernatuͤrlich aͤauſfgetrieben und ſchwarzgelb oder braunroth iſ, wenn die Adern am Halſe dick und ſehr vollgefült ſind, wenn man Quetſchung oder Wunden am Kopfe findet, oder auch, wenn man weiß, daß der Ver⸗ ungluͤckte betrunken war, da er ins Waſſer ſiel, ſo iſt das Aderlaſſen eins der erſten und noͤthigſten Mittel, das man ja nicht verſaͤumen darf. Am ti eſten iſts, wenn man die Kehlader öͤffnet. Kann dieſes nicht geſchehen, ſo oͤffnet man die Ader am Arme. Man laͤßt ohngeſaͤhr ein halbes Pfund Blut weg. Wenn kein Blut kommt, ſo faͤhrt man doch 8 mit den andern Huͤlfsmittein fort; aber man gibt immer Achtung darauf, ob das Blut nicht endlich b noch zu fließen anfaͤngt. Der Kranke köoͤnnte in dieſem Falle zu viel verlieren, wenn die Ader nicht zur gehoͤrigen Zeit verbunden wird. 7. Wenn alle dieſe Verſuche keinen Erfolg auf die Wies derbelebung des Ertrunkenen haben, und wenn ſcch das Athemholen nicht bald einſindet, ſo muß man 6 ſtaͤrkerreizende Mittel anwenden. 1 Man reibt den Koͤrper mit Sand oder Salz, und buͤrſtet die Schlaͤfe und die Gegend hinter den Ohren anhaltend und ſtark. Es ſchadet nicht, wenn durch “ das wenn * 1 s 1 5* 8 1 4 /* „Anaeſ MN ein ka 4 „ Denn an dii dak, d ai NI 5 45 4 IAn ie Kehae K 4 5 et Dehen, d* hne um haen. * N 1 4* r “ komm, 1 1 . 4. emttein fer 4 Punien . 4 1 95 dat da N H! De dm „ eun h. au viel verlieren, dem △ n Norh au N 1 Käeper mu Cm ** * N. 1* 8 „ 7 n 8,6 „ uche keinn ei 8 444 Ertrunkenen habn, d. 8 4 1 N 1 zen nicht bald in, 7 anwe enden. 1 Man th und dit Re8sa, . kommt. Schnupftobak, Rettungsmittel fuͤr Ertrunkene. 5¹⁵ das ſtarke Reiben die Oberhaut auch an einer oder der andern Stelle abgeht: denn dieſen Schaden kann man heilen, wenn der Ertrunkene wieder zum Leben Man nimmt Tobaksrauch in den Mund und blaͤßt ihn dem Ertrunkenen in die Lungen. Man laͤßt ihm ein Paar Tropfen fluͤchtigen Salmiakgeiſt in den Mund fallen, man kitzelt ihn mit einer Feder in der Naſe, man befeuchtet kleine Roͤllchen von Loͤſchpapier oder von gezupfter Leinwand mit fluͤchtigem Salmiakgeiſt, Hirſchhorngeiſt, oder auch, wenn nichts anders bey der Hand iſt, mit ſcharfem Eſſig oder ſtarkem Branntewein, und ſteckt ſie hoch in die Naſe, man haͤlt zerriebenen Meerrettig oder zer⸗ ſchnittene Zwiebeln vor die Nafe, oder blaͤßt fluͤchtigen z. B. Breſiltobak oder Spaniol, geſtoßenen Pfeffer, Ingwer, oder aͤhnliche Dinge, vermittelſt einer Federſpuhle in die Naſenloͤcher. Man muß aber von dieſen Dingen nicht anderſt als mit großer Vorſicht Gebrauch machen; und ſobald als es ſcheint, daß der Ertrunkene wieder anſange Athem zu ſchoͤpfen, muß man ſich ihrer gaͤnzlich enthalten. Mit den vorher angegebenen Mitteln(Nr. 2. 3. 4. 5.) muß man indeſſen immer noch rtahran⸗ und immer vorzuͤglich dafuͤr ſorgen, daß der Ertrun⸗ kene erwaͤrmt werde und bleihe. §. 242. Noch einige Hülfsarten für Ertrunkene. Man darf mit gutem Gewiſſen vor drey, hoͤchſtens vier Stunden nicht aufhoͤren auf die oben angegebene Art zu arbeiten. Wenn aber alle Bemuͤhungen vergeblich ſind und man verliert die Hoffnung den Verungluͤckten zu retten, N 5z oder 314 Rettungsmittel fuͤr Ertrunkene. oder wenn es etwa den Umſtaͤnden nach nicht moͤglich iſ jene Rettungsmittel anzuwenden, ſo lege man den Ertrun⸗ kenen in ein warmes Aſchenbad. Man laͤßt unausges laugte und durchgeſiebte Holzaſche ſo eilig als es ſeyn kann, in Keſſeln oder in vielen großen Toͤpfen warm werden, ſo daß man die Hand noch darinn leiden kann. Dieſe ſtreuet man einer halben Handhoch auf ein Bett tuch, legt den Ertrunkenen nackend, aber wohl abgetrock⸗ net darauf, und bedeckt ihn uͤberall, nur das Geſicht nicht, wieder einer halben Handhoch mit warmer Aſche, Um den Hals legt man einen Strumpf, der mit warmer Aſche angefuͤllet, und bedeckt endlich den ganzen Koͤrper mit einer gewaͤrmten Decke.. So laͤßt man ihn viele Stunden lang liegen, man ſtreuet aber immer noch von neuem friſchgewaͤrmte Aſche auf. Wenn es vorher nicht geſchehen iſt, ſo muß man jetzt noch Luft einblaſen, mit einer Feder in der Naſe kuͤtzeln ꝛc. Wenn man eine Ader geoͤffnet hatte, ſo muß man ſie vorher zubinden, ehe man den Ertrunkenen in die Aſche bringet. Hat man nicht genug Aſche, ſo nimmt man feinen warmgemachten Sand und trocknes zerriebenes Salz dazu, oder wenn gar keine Aſche vorhanden iſt, Salz und Sand unter einander, Man hat auch dadurch Ertrunkene wieder zurecht gebracht, daß man ſie nackend in warmen Miſt aus einem Stalle, beſonders Pferdemiſt, oder in warme Weintreſtern ſteckte, und nur das Geſichte frey ließ⸗ Man kann ſich dieſer Huͤffsmittel bedienen, wenn man kein anders haben kann, muß aber bey Anwendung aller dieſer Huͤlfsmittel, beſonders des warmen Sandes, des warmen Pferdemiſtes und der warmen Weintreſtern, dar⸗ auf ſehen, daß die Bruſt und der Unterleih von der 99 — — ———— N A lic ag 4 2* 1 ma Otunden ua aoch daa nauen 3 Rnem füter ¹ 44„ e. Aiche geſcheha ii „* 2 elaſen, du anr zihe 15 in eine Ider geifatt ſen, N;, “ „* 44 4 m, the nan di em 4 1 Sand und trcknes ertee 4* dor handen 6 2 auch dadurch Emmta w man ſie nackend am beſonders Pferdemit, n 2nr, und nar du 8 tfemittel belun. n kann, muf aber do à 8 4 Rrs N* pne 4 un der vama u “ Beuſt und dar Luu und kurze Schlaͤge thut, Rettungsmittel fuͤr Ertrunkene. 315 der darauf liegenden Koͤrper nicht zu ſehr gedruͤckt werde. Ein ſolcher zu ſtarker Druck wuͤrde dem Athemholen bey ſeinem Wiederentſtehen hoͤchſt hinderlich ſeyn. 1 §. 243. Was man zu thun hat, wenn der Ertrunkene wieder zu ſich kommt. Man kann hoffen, daß der Ertrunkene geneſen wird, wenn ein Gepolter in den Gedaͤrmen entſtehet, und die Luft mit einem Geraͤuſche aus der Lunge wieder austritt, wenn von neuem Schaum aus dem Munde kommt, wenn man einige Bewegung der Lippen, ein gelindes Zucken im Geſicht oder in den Gliedern bemerket, wenn die Bruſt von ſelbſt anfaͤngt ſich ein wenig, und langſam zu erheben und niederzuſinken, wenn das Herz einige ſchnelle und endlich der Puis wieder fuͤhlbar wird. Wenn ſich einige von dieſen Zeichen, als die erſten Spuren des zuruͤckkehrenden Lebens, aͤußern, ſo iſt die groͤßte Vorſicht in der ferneren Huͤlfsleiſtung noͤthig⸗ Man darf zwar nicht unthaͤtig werden; aber man muß ſich auch auf der andern eite nicht uͤbereilen. Denn man koͤnnte durch ein u mes und gewaltſames Ver⸗ fahren leichtlich den auftooernden Lebensfunken wieder ausloͤſchen. Deswegen darf man die ſtaͤrker reitzenden Mittel(§. 241. Nr. 7.) jetzt nicht mehr anwenden. Mit den uͤbrigen hingegen, und zumal mit denjenigen, auf deren Gebrauch jene Zeichen des wiederkehrenden Lebens zunaͤchſt gefolgt ſind, muß man auf eine mehr ſanfte und gelinde Art wie zuvor, forifahren, aber doch immer ein wenig damit einhalten, um die Natur ſelbſt wuͤrken zu laſſen. Ganz vorzuͤglich ſuche man jetzt den Koͤrper des Ertrunkenen mehr zu erwaͤrmen. Dieſerwegen darf man aber die Stube durchaus nicht ſtark einheitzen, ſondern man waͤrme Decken, leinene Wäher, oder Bett;⸗ decken ——— —8ſſſſſſſſſſſſſſ“ —.“ ————— — — —— , ————— 516 Rettungsmittel fuͤr Ertrunkene. decken und lege ſie uͤber; uͤber die Herzgrube lege man warme Tuͤcher, und zwiſchen die Schenkel, unter die Aerme, und an die Fußſohlen warme in Tuͤcher gewickelte Oürine, warme Sandſaͤckchen, oder Flaſchen mit heißem Waſſer. So fahre man fort bis der Puls und das Athemhe⸗ len ſich deutlich wieder eingeſtellt haben, der Kranke warm wird, ſich bewegt und die Augen auſſchlaͤgt. Dann iſt 1. in den mehreſten Faͤllen nothwendig, daß man eine Ader am Arme oͤffne, wenn es nicht etwa ſchom vor⸗ her geſchehen iſt. Man muß aber nur wenig Blut weglaſſen, damit der Wiederbelebte ja nicht ohn⸗ maͤchtig werde. Wenn er noch ſehr betaͤubt und ſinnlos iſt, wenn er ſehr ſchwer und aͤngſtlich Athem holet, wenn der Puls voll und unregelmaͤßig iſt, das Geſichte noch braun und blau ausſiehet, und die Adern von Biut ſtrotzen, ſo muß man reichlicher Blut laſſen oder auch die Aderlaß wiederholen. 1 Wenn nach dem Aderlaſſen die Betaͤubung und Sinnloſigkeit doch nes fortdauert, ſo kann man Blutigel an die Stirne und hinter die Ohren ſetzen, und Tuͤcher, die in kaltes Waſſer oder in kalten Eſſig, dem man etwas Kochſalz beygeſetzt hat, ge⸗ taucht worden, uͤber den Kopf ſchlagen. Nach dem Aderlaſſen wird ein Klyſtier aus war mem Waſſer mit Salz beygebracht. Man darf einem Ertrunkenen nichts Fluͤſſiges in den Mund gießen. Wenn er wieder auflebt, ſo muß man oft probiren, ob er etwas hinunterſchluk⸗ 44☛ ken kann, indem man ihm von Zeit zu Zeit ſehr wenig warmes Waſſer in den Mund laufen laͤßt. daß er dieſes hinabſchlucket, ſo kann Wenn man ſiehet, Nan n ie mn , damit dar Deatti werde. 1 er noch pht hetzaze tmim ſchwer mnh angſiich Ahe t. † vell and ungemißg, n and blau ausſiehet, uh ohze, d die Aherlaf viederheia 2 nach demn Nattſe hi d gkei doch dr ¹ſercheut, ſ an die Stiene und ſan bh der, die in kattes Piſt t im man etwas Kochſch ift erden, über den Hif ſten in Nderlaſſen vich in Hi fer mit Sah benguttt ff einem Errmken ris afefen. Wenn t nunt oft probiren, t ds mu indem man in mmi zmes Waſſet in da 8 a ſehet, daß tt dins a ſe unf um mäche geſchriebene Art noͤthig ſeyn, ſo muß man deren Verordnung einem Arzte 5¹⁷ Rettungsmittel fuͤr Ertrunkene. kann man ihm erquickende Dinge geben, ein wenig Wein mit Waſſor verduͤnnet, Kamillenthee, Me⸗ liſſenthre, oder blos warmes Waſſer mit Eſſig ver⸗ miſcht. Nan kann ihn einige Tropfen Hofmanni⸗ ſchen Liquor, Lavendelwaſſer, Kampferſpiritus, Salmiakgeiſt u. dgl. in Thee nehmen laſſen. 4. Wenn es dem Kranken brecherlich iſt, und wenn man merket, daß er vielen Schleim auf der Bruſt hat, ſo kuͤtzelt man ihm den Schlund mit einer in Oel getauchten Feder, und laͤßt ihn einen ſtarken Thee von Kamillenblumen oder Cardobenedicten trinken, oder wenn man nichts anders hat, nur lauliches Waſſer, wozu man ein wenig Satz thut. Wenn er ſich davon nicht erbricht, ſo giebt man ihm die Aufloͤſung von Brechweinſtein(Anhang Nro. 1.). Man muß ihm zugleich die Herzgrube reiben und ihn aufrecht ſitzen, oder auf der Seite liegen laſſen.—. 5. Man giht ihm endlich erquickende warme Geträͤnke, Thee mit Eſſig oder Zitronenſaft, warmes Bier, oder wenn der Puls nicht ſtark ſchlaͤgt, eine Wein⸗ ſuppe, und wenn ſich weiter keine beſondre Zufaͤlle mehr aͤußern, ſo laͤßt man ihn nunmehr ruhen. Mehrentheils faͤllt er dann in einen ſanften Schlaf und bekommt eine gelinde Ausduͤnſtung. Aber gemeiniglich folgt nach der Wiederbelebung ein hitziges Fieber, wobey der Kranke nicht außer Gefahr iſt. Dann muß man ihn auf die im 39.§. u. f. vor⸗ pflegen. Sollten irgend noch Arzneyen uͤberlaſſen. §. 244. Rettungsmittel fuͤr Ertrunkene. §. 244. Wie man mit denjenigen umgehen muß, die zugleich ertrunken und erfroren ſind.“ Leute die zur Winterszeit eine Zeitlang unter dem Eiſe oder in eiskaltem Waſſer gelegen haben, ſind doch ſelten zugleich erfroren. Man muß ſie aber ſogleich, nachdem man ſie abgetrocknet hat, mit Stroh oder Kleidungsſtuͤcken hinreichend bedecken, damit ſie nicht erſt, waͤhrend dem man ſie fortſchafft, erſtarren. Sonſt werden ſie nach den obigen Vorſchriften behandelt, nur darf man ſie nicht ſo⸗ bald in warme Stuben oder ans Feuer bringen. Wenn aber der Ertrunkene zugleich auch erfroren, und der Koͤrper hart und ſteif iſt, ſo muß er vor allen Dingen erſt wie ein Erfrorner behandelt werden. Man legt den nackten Koͤrper in Schnee, oder wickelt ihn in Tuͤcher, die mit eiskaltem Waſſer befeuchtet worden,— bis man merket, daß der Froſt ausziehet, und die Glieder wieder etwas beweglich werden. Wenn alles weich und beweg⸗ lich geworden iſt, ſo faͤngt man allmaͤhlig an den Koͤrper zu erwaͤrmen und die uͤbrigen oben erwaͤhnten Huͤlfsmittel anzuwenden. Das Aſchenbad(§. 242.) iſt in dieſem Fall vorzuͤglich dienlich. §. 245. Nothwendige Erinunerungen. Alle gewaltſame Bewegung und heftiges Ruͤtteln iſt nachtheilig, und vergroͤßert die Gefahr. Daher iſt es ſehr unrecht, wenn man den Verungluͤckten ſtuͤrzet, auf einem Faß hin und her rollet, oder auf dem Ufer hi⸗ und herwaͤlzet. Eben ſo gefaͤhrlich iſt es, wenn man eihn bey den Fuͤßen aufhaͤnget. Man muß zwar dem Ertrunkenen moͤglichſt geſchwind zu Huͤlfe kommen, weil mit jeder Minute die Todesgefahr 3e 3 .— 1 149 agen un ehen 2, Efchem ſa „ m H Wenterheit ien tem Waſfg 7 zeiezn 4 1— ech hat us Enzt. 6 acken, damet ſec 15 Kat mhann 2 e N Dahm der a 8 es r 18 trunt kne üdns Erfrorner † chant un dr in SGnee, ein nat item Waſer heſtuctt una. der Froft aaghihet, niut ich werden. Wam als na mit, ſe ſängt nan alntichn und die üheigen tim mä Das Aſchenbc(ſ. 1ſi h dienlich. . 245. erhwmdige Eenen rſame deen aſs 75 vergeüßet di Gtt. venn man den T— und der rollt, ir uit Eden ſo reſtlg i ißen aufdängtt. 18 ſwar dem Errunkne. a, weil mit ſede Retranggni Slaittef di Ueberreſt des Lebens vollends vernichten. ———— Rettungsmittel fuͤr Erfrorne. 319 zunimmt; aber dieſe Huͤlfsleiſtung darf nie zu uͤbereilt, zu heftig und tumultuariſch betrieben werden. Man koͤnnte ſonſt den vielleicht noch vorhandenen geringen Es muß alles mit einer gewiſſen Bedachtſamkeit geſchehen. Sechs bis acht Menſchen ſind allemal zur Huͤlfsleiſtung bey einem ſolchen Verungluͤckten genug, und mehrere muß man nicht herzulaſſen. Damit die Huͤlfsleiſtenden einan⸗ der nicht ſelbſt verhindern, ſo muͤſſen ſie ſich in die Ge⸗ ſchaͤfte eintheilen. Einer muß lediglich dafuͤr ſorgen, daß Feuer gemacht, brennende Kohlen herbeygeſchafft, Waſſer, Aſche, Steine ꝛc. gewaͤrmet werden. Einer oder etliche muͤſſen ſich beſtaͤndig mit Erwaͤrmung der Decken und Tuͤcher, mit Herbeyſchaffung warmer Steine ꝛc. beſchaͤf⸗ tigen. Zwey Perſonen reiben und buͤrſten an den untern Gliedmaßen und einige andre an dem Leibe, dem Ruͤcken, den Aermen. Einer blaͤßt Luft ein, bringt die Klyſtrere bey,: c. Rettungsmittel fuͤr Erfr orne. §. Wie man mitt Erfrornen verfahren muß. 246.. Es iſt gewiß, daß man die meiſten Erfrornen, welche nach wenig Stunden wieder gefunden werden, durch eine ſchickliche Behandlung wieder herſtellen kann. Man hat ſogar Leute, die ſchon verſchiedene Tage lang erſroren und vom Froſte erſtarret geweſen, wieder ins Leben gebracht. Hier laͤßt ſich mehr als bey allen andern Un⸗ gluͤcksfaͤllen von dieſer Art, ein guter Erfolg von den angewendeten Rettungsbemuͤhungen hoffen, und man darf ſie niemals mit gutem Gewiſſen unterlaſſen, wenn man einen Erfrornen findet, ſey es auch noch ſo lange, daß er im Froſt zelsgen habe⸗ t. Man 520 Rettungsmittel fuͤr Erfrorne. r. Man bringt den Erfrornen ſogleich behutſam, auf die Art, wie oben bey den Ertrunkenen§. 241. Nro. 1. angegeben worden iſt, in eine kalte Stube, eine Scheuer oder an einen eoffenen Ort, der nicht zu 1 von den Winden beſtrichen wird. Hier ent⸗ kleide man ihn, oder ſchneide die Kleider los und jege ihn nakt auf ein Lager von ein Paar Haͤnde hoch Schnee, und eben ſo hoch bedecke man ihn wieder uͤber und uͤber, Mund und Naſenloͤcher aus⸗ genommen, mit Schnee, den man etwas feſte an den Koͤrper andruͤcken muß. So laſſe man ihn liegen, bis ſich die erſten Zeichen des Lebens, die Waͤrme und Beweglichkeit der Glieder wieder ein⸗ ſtellen. Hat man keinen Schnee, ſo legt man den Erfror⸗ nen bis an den Kopf in eiskaltes Waſſer, worun⸗ ter auch zerſtoßnes Eis gethan wird, oder man taucht Tuͤcher in kaltes Waſſer und wickelt ihn dar⸗ ein. Auf den Kopf legt man in eiskaltes Waſſer getauchte Tuͤcher. Wenn man merket, daß der Schnee zu ſchmelzen anfaͤngt, ſo muß man immer friſchen zulegen— und immer anderes kaltes Waſſer nehmen, wenn das erſte von ſeiner Kaͤlte verlieret, auch die Tuͤcher zu den Ueberſchlaͤgen wieder in kaͤlteres Waſſer tauchen. 2. Wenn der Koͤrper aufthauet, ſo wird er mit einer Eisrinde uͤberzogen. Wenn dieſe wieder abſchmel⸗ zet, ſo iſt es ein Zeichen, daß der Koͤrper um etwas waͤrmer geworden iſt. Dann wird er aus dem Schnee oder Waſſer hervorgezogen, mit kalten Tuͤchern abgetrocknet und in ein Bette, aber ja noch nicht in eine geheitzte Stube gebracht. 3. Man an heigar Un. 2 3en. Rettungsmittel fuͤr Erfrorne. 521 ohen be. 5 ¹. angegehen 4 ½ 3. Man reibt ihn dann von allen Seiten mit kalten Schener oher a 8 und trockenen Tuͤchern, und wenn das Athemholen ea den Daaden t b noch ausbleibet, ſo blaͤßt man ihm Luft in die Lun⸗ * Nan ihn, a„ gen(§. 236.) und bringt fluͤchtigen Salmiakgeiſt iha uan af an. I in die Naſe.— Sen un dena Hilft dieſes noch nicht, ſo kann man Klyſtiere „ tha a. aus Waſſer, das nicht ganz kalt iſt, mit ein wenig dt hher und üher Dund Salmiakgeiſt, oder Kampferſpiritus, oder Wein⸗ men, mit Ochan, ann eſſig, oder Branntwein vermiſcht, oder auch Lrder andrückm uns 8 Tobacksrauchklyſtiere(Anh. Nr. 4.) beybringen. it ſch die ain zuag 4 Wenn die Kinnbacken feſt geſchloſſen ſind, ſo muß 2e und Oewgzlichtit za gia man ſie unter den Ohren her, mit kaltem Brannte wein(oder Kampferſpiritus) und Leinoͤl oder Baumoͤl ſtark reiben. 5. Wenn ſich Spuren von Wiederbelebung zeigen, ſo muß man immer noch mit dem Reiben mit kalten und trockenen wollenen Tuͤchern fleißig fortfahren, auch das Zimmer noch nicht heitzen laſſen. Man man keiam Schan ſ hgn an den Kapf in eisktes d. d zerſtesaes Eis grthu n Tuäͤcher in kaltes Daſer Mr . Md dm Ka bh ane laͤßt neben den Verungluͤckten auf jeder Seite eine à Thc Perſon in das Bett legen, damit dieſe Perſonen an man merket, deß de etn ihn nach und nach erwaͤrmen. Die eine von dieſen „ aß n nan mner fite Perſonen muß die Herzgrube, die andere das Ruͤck⸗ mer anderes kaltes Biſe u grat von Zeit zu Zeit reiben. tven ſeiner Kälte vrlert, 3 6. Wenn endlich der Kranke wieder zu ſich gekommen, ℳ Ueserſchligm dum u k und etwas ſchlingen kann, ſo gibt man ihm nur etwas warmen Thee aus Holderbluͤthen, Meliſſen⸗ blaͤttern oder Zitronenſchaalen, wozu man etwas Weineſſig und Zucker thut. In der Folge kann man ihm auch eine Miſchung aus gleichen Theilen von etwas Wein und Waſſer geben. Und nun her Kaeper uuſtheut, üͤderzogen. Wenn Rem. em Zeichen, diß n ewotden it. Dm k kann man ihm auch die Fuͤße mit warmen Tuͤchern eder Waſſet henaesh umwickeln und warme Paͤuſchchen, Saͤckchen mit aetrocknet!: und uts d warmen Aſchen u. dgl. zwiſchen die Fuͤße, und an ine geheißte Qube ſen den Leib legen. 2 7. Mei⸗ b 328 Rettungsmittel fur Erfrorne. 9 7. Meiſtens ſtellt ſich nach der Wiederbelebung ein ſtarkes Fieber ein. Dann maß am Arme zur Ader gelaſſen, und das Verhalten, wie beym Entzun⸗ dungsfieber(§. 65.) beobachtet werden. Das ibrige Nothwendige muß ein Arzt verordnen. 9. 247. Warnung vor plötzlicher Erwärmung ꝛc. So leicht gemeiniglich die Rettung eines Erfrornen iſ, wenn man ihn erſt aufthauen laͤßt, und dann ganz allmaͤhlig wieder erwaͤrmet, ſo nachtheilig iſts, wenn er ſogleich aus der Kaͤlte in warme Stuben oder ans Feuer gebracht wird. Dadurch wird auf einmal alle Hoffnung zur Wiederbelebung vernichtet, und eine ſchnelle Faͤulniß verurſacht. Auch dann, wenn die von Kaͤlte erſtarrte Perſon noch einige Zeichen des Lebens von ſich gibt, darf man ſie durchaus nicht gleich in die Waͤrme bringen. Eben ſo iſt es nachtheilig, wenn man dem Erfrornen, ſobald er wieder zu ſich gekommen iſt, Wein, Branntewein oder andere hitzige Getraͤnke gibt. Dadurch gibt man Gelegenheit, daß leicht Entzuͤndungen entſtehen, und macht, daß das Fieber, welches nachher erfolgt, deſto ſtaͤrker wird. b So iſt es auch aͤußerſt nachtheilig, wenn man einen Erfrornen, ehe er aufgethauet iſt, durch ſtarkes Reiben, Ausſtrecken der Glieder u. dergl. gewaltſam behandelt. Man kann einem ſolchen Menſchen die Glieder leicht verrenken oder zerbrechen. §. 248. Wie man erfrorne Glieder behandeln muß. Wenn man ein einzelnes Glied, die Naſe, Ohren, Finger, die Fuͤße oder die Zehen erfroren hat, ſo darf man tict nenisi d 1 man aßt rufihun li, er er tese 1 nn a der Kälte in dam Spuhn . ℳ* 119 Pd a0 im — “ Ao 4 7 AA * KAnchet e 4 4½ 1 84 Lant, vem m einige Zeichen hes kehens mi K„ dauf nicht gleich in hie Bin⸗ K es Aachehetlig, denn un 33 5 0. han 5 d 44 den K. 4 . Ir KA 1 iae tänkt zit n nndan 34 G dat Fieher, velctes uiſei 4 46 † fauch anfert mothentz, m erbauet in, Ss ter aufgahauet it, Aa. mlr r0 us dergl. Fewact den Menſchm he bas 3 5. 141. 4,1 Zlicd annen* „ rerne her Jedue n4 7 elnes Gled, 9 die ehen wirn a ein. der 4 A⁵⁵ Rettungsmittel fuͤr Erwuͤrgte. 325 man es eben ſo wenig ſogleich an die Waͤrme bringen oder ſalben, ehe man den Froſt ausgezogen hat; denn ſonſt ſchläͤgt der Brand dazu. Man muß es erſt mit Schnee reiben, oder in kaltes, auch wohl mit Schnee und Eis gemiſchtes Waſſer ſtecken, bis man die Empfindung und Bewegung wieder darinnen bekommt, nachher umwickelt man es mit weicher Wolle. Man kann es dann auch mit kaltem Waſſer, ſo mit Branntewein oder Kampferſpiritus vermiſcht worden— oder auch mit einer Miſchung aus Schweinsgalle, Branntewein und Waſſer waſchen, oder kaltes Sauerkraut darauf legen, worauf es gemeiniglich die natuͤrliche Waͤrme wieder erhaͤlt. Dann legt man ſich in einer kalten Stube zu Bette, trinkt einen Thee von Holderbluͤthen und wartet einige Stunden lang eine gelinde Ausduͤnſtung ab. Auch dann, wann ein erfrornes Gi ed unvorfſchtig erwaͤrmt, und hernach ſchmerzhaft, geſchwollen und roth, blau oder ſchwarz angelaufen iſt, kann es oft noch geheilt werden, wenn es augenblicklich in Schnee oder Eiswaſſer geſteckt, und ſolange darinn gehalten wird, bis alle dieſe Zufaͤlle verſchwinden. Eine Miſchung aus Weineſſig and Kochſalz, oder aus Weineſſig und etwas Salmiak, iſt auch zu kalten Ueberſchlaͤgen unter ſolchen Umſtaͤnden zutraͤglich. Rettungsmittel fuͤr Erhaͤngte oder Erwuͤrgte. §., 249. Wenn der Erwürgte völlig leblos ſcheint. Wenn man jemand vermittelſt eines um den Hals geſchnuͤrten Bandes erwuͤrgt oder haͤngend findet, ſo muß man ihn augenblicklich losſchneiden. Man muß aber ver⸗ huͤten, daß der Koͤrper im Herabfallen keinen Schaden leide. ¾ 2 Dann 5 5 8 1 3 594 Rettungsmittel fuͤr Erwuͤrgte. Dann bringt man ihn an einen kuͤhlen Ort, in eine Stube, die weder dumpfig noch warm iſt, eine Scheuer od. a. loͤßt alle druͤckenden Kleidungsſtuͤcke, Halsbinden, Strumpf⸗ baͤnder, die Hoſen, das Mieder u. dergl. auf, und legt ihn ausgeſtreckt, ſo daß der Kopf und die Bruſt etwas aufrecht liegen, auf ein weiches Lager, gegen die linke Seite zu. Wenn der Koͤrper ſchon kalt iſt, und keine Syuien des Lebens von ſich gibt, ſo muß man 1. eiligſt die Droſſelader am Halſe, oder eine Ader am Arme oͤffnen. Man koͤnnte auch ohne alles Bedenken eine von den Schlagpulsadern, dicht vor der Mitte des aͤußern Ohrs, durchſtechen, und wenn Blut genug ausgefloſſen iſt, ein in Leinwand gewik⸗ keltes Stuͤckchen Geld auf die Oeffnung binden. Wenn Blut kommt, ſo laſſe man etliche Teller voll fließen. Je mehr das Geſicht und der Hals aufgelaufen und roth ſind, deſto mehr muß man weglaſſen. Fließt das Blut nicht, ſo faͤhrt man doch mit den folgenden Mitteln fort. Man verbindet die Ader nicht; ſieht aber doch immer zu, ob das Blut in Fluß kommt. 2. Man muß auch ſogleich Luft einblaſen(§. 236.) und dem Verungluͤckten mit einem Huthe oder ſonſt einem Werkzeug kalte und friſche Luft ins Geſicht zuwehen⸗ Man muß ihm ferner bald 3. ein Klyſtier aus warmem Waſſer mit der Haͤlfte Weineſſig und einem Loͤffelvoll Salz beyzubringen ſuchen. 4. Man reibe den ganzen Koͤrper, vorzuͤglich aber den Hals, die Bruſt und das Ruͤckgrat mit wollenen warmen, oder mit warmem Weineſſig befeuchteten Tuͤchern, und die Fußſohlen und d Schenkel mit ſteifen Buͤr⸗ 9 ült, ſo mſan „— * 4 Ame iſn * in eine den 1 41 en ohg 9 „ 3 1. Selckhhe Geg f Wenn Blat hnat. 1 uſin lteßen.—* nehe des geit llauſen aad woch ſid, win 1ſſen fliaßt das Olat nich, ſi ſh ſolgenden Mtnalg ſoet. NM. nicht; ſieht aber dech inar, kemmt. muß auch ſogleich dufteitr Derunglückun nit einm hrhet eng kaln und fiiſch euf 2 n rier dah 43 1“ 111 —. 3 a und einen Llfftdel eh ide den aenhen Kleper, 9 „ N un and das Ter Sui oder mit Kam d ar 3 1 a die Fußſe juc 46 1. 8* 4 3 kal i 4 1 44 er mn u, 6 in 40n Rettungsmittel fuͤr Erwuͤrgte. 3a5 Buͤrſten, reibe aber, beſonders im Anfang, nicht zu ſtark, enthalte ſich auch dabey der ſtarken Reiz⸗ mittel, z. B. des Salmiakgeiſtes, ſtarkriechender Sachen, die vor die Naſe zehaben werden, und der Nieſemittel. 5. Man ſetze die Fuͤße bis an die Kniee in warmes Waſſer. In das Geſicht ſprenge man kaltes Waſſer und Weineſſig mit einiger Heftigkeit, und lege Ueberſchlaͤge von kaltem Waſſer oder Eſſig mit Koch⸗ ſalz uͤber den Kopf.— Man kann den Schlund mit einer in Oel getunkten Feder gelinde kitzeln, und Wolle oder ein Stuͤck Flanell, mit warmem Oel benetzt, um den Hals wickeln, auch Weineſſig vor die Naſe halten. 6. Man druͤcke auf die Herzgrube und die Gegend der Guͤrgel gelinde, und ſuche letztere durch ſanften Druck hin und her zu bewegen. Man kann auch auf den Kopf und die Herzgrube kaltes Waſſer von einer betraͤchtlichen Hoͤhe herabfallen laſſen. 7. Man ſuche zugleich bey Anwendung dieſer Reizmittel den Koͤrper allmaͤhlig zu erwaͤrmen. Man reibe, wie ſchon Nr. 4. bemerkt worden iſt, mit warmen Tuͤchern: man huͤlle den Koͤrper in warme Tuͤcher oder Betten ein, lege eine mit warmem Waſſer gefuͤllte Blaſe auf die Gegend der Herzgrube, halte mit warmem Waſſer gefuͤllte Flaſchen an die Fuß⸗ ſohlen und fahre damit am Ruͤckgrate hinab. Man kann auch den ganzen Koͤrper in ein Bad von milch⸗ lauem Waſſer bringen. Wenn man endlich alle Hoffnung aufgibt, den Verungluͤckten zu retten, ſo lege man n ihn doch noch in ein Aſchenbad(§. 242.). 3 5. 2,59. 536 Rettungsmittel fuͤr Erwuͤrgte. §6. 250. Bas zu thun iſt, wenn der Erwürgte wieder zu ſich komms oder noch nicht ganz leblos iſt. Wenn der Erwuͤrgte noch nicht kalt iſt und nicht voͤllig leblos ſcheinet, wenn man noch ein Zucken im Geſicht und einiges Zittern der Glieder wahrnimmt, ſo muß man ihm ebenfalls, wenn das Geſtcht dunkelroth und aufgetrieben iſt, geſchwinde zur Ader laſſen, mit einem Hut, Wedel oder Blaſebalg vielen Wind gegen das Geſicht zuwehen, kaltes Waſſer ins Geſicht ſpritzen, ihm ein Klyſtier von Waſſer mit einem Loͤffelvoll Kochſalz beybringen.— Vor⸗ zuͤglich muß man ihn aufrecht ſitzend erhalten und ſeinen Kopf, der immer vorwaͤrts ſinken will, beſtaͤndig unterſtuͤtzen. Sobald er ſchlucken kann, gibt man ihm warmen Thee mit Zitronenſaft oder Eſſig, oder auch wenigem Wein vermiſcht. b. Nachher, wenn er voͤllig wieder zu ſich gekommen iſt, ſind erweichende Klyſtiere, und innerlich Weinſteinmolken (Anh. Nr. 41.) dienlich. Von dieſen wird oft ein Glaͤschen voll zu trinken gegeben, bis ſie durchſchlagen. Wenn der Kopf und Hals immer noch ſehr aufgetrieben und natuͤrlich roth, und der Kranke nicht recht bey ſich und ſchlafſuͤchtig iſt, ſo muß man das Aderlaſſen wiederholen und kalte Umſchlaͤge uͤber den Kopf machen— Wenn die Spannung und der Schmerz im Halſe von der Wuͤrgeſchnur noch anhaͤlt, ſo laͤßt man ihn Baumoͤl loͤffelweiſe einnehmen, uͤber die gedruͤckte, gequetſche und unterloffene Stellen am Halſe, die leicht brandig werden, legt man eine Baͤhung von Kamillenblumen in Weineſſig gekocht und mit etwas Salz verſetzt. Man kann auch blos Dinte mit doppelt ſoviel Waſſer vermiſcht, oder Eſſig mit Branntewein uͤbers ſchlagen. Gleich im Anfang kann man auch die bey der Erwuͤr⸗ * Rettungsmittel fuͤr Erſtickte. 527 Erwuͤrgung gequetſchten Stellen mit warmem Lein⸗ oder 1 asd ac, 4 Baumoͤl ſalben. Denn nn Mns 2 82 dn Plirder rihrim 3 1n das G. itr tdutitjr ſar Mer uſ, 1 Talg dielen Weah A 19 ten — hen us. 21 Eei. eiten, ijdet im käͤff hvel 1thh g an ihn enſtect ſhenh aie * mmer perpäetg ſakr n n ſchlackm kam, git au tronenſaft ader Eſſg ahe ut. * ⸗ 1 4 34. 7, Dean K lig piter u ſt “ 1 4„. 8 21 1 nde Klyſtiere, und ineri 8 6 4.„₰ 32 Nenlich. Den hau pihei 5—* 4 gtgeben, dis F derchſchs r ro und 5 2a Pbn 44 mer vd 41 1 ach, und der Kakerchet 4 muf man es Pauſtt 9 1 1 3 4 1 §1ze über den Korf nage- . 6 im Ahe h 4 Schmerz in huſe m. z 8 Baumt ihe nm 19 199 Baunn 19 1. 1 4 1. 4 41 enrn K tt Frandig verden, nit chit 41 kann au ℳ 203 8 8 e 1 2 Wei an 428 .— Serr mnn 4 oder Eſit c im Anſang! un and, Der Wiederbelebte darf nichts anders als Puttermilch „ Molken, ſaͤuerliches Gerſtenwaſſer, Waſſer mit Weineſſig und Zucker u. dergl. trinken. Er muß eben die Lebens⸗ ordnung beobachten, wie einer, der an einem hitzigen Sieber darniedet liegt. Rettungsmittel fuͤr diejenigen, die don Duͤnſten und Daͤmpfen betaͤubt oder erſtickt ſind. §. 251. Vielfältigkeit der ſchädlichen Dünſtt. Es gibt eine Menge von Duͤnſten, welche die Men⸗ ſchen, die ſich ihnen ausſetzen, betaͤuben, erſticken und wirklich toͤdten. Ein dicker Rauch kann fuͤr ſich ſchon eine Erſtickung verurſachen. Die Duͤnſte von brennenden Kohlen, die Duͤnſte die ſich in Kellern ſammlen, wo viele gährende Dinge oder ſtarkriechende Sachen, und ſtarke ausdaͤmpfende ſaure Fluͤſſigkeiten befindlich ſind, die Schwa⸗ den in den Schaͤchten und Stollen bey Bergwerken und in manchen Berghoͤhlen—(ind alle gefaͤhrlich und koͤnnen toͤdtlich werden. Die Luft, die lange in alten Brunnen, Gewoͤlben ꝛc. verſchloſſen geweſen, wird verdorben und gefaͤhrlich, eben ſo in friſch uͤbertuͤnchten und verſchloſſenen Stuben, und an verſchloſſenen Orten, wo man ſtarkriechende Blumen, weiße Lilien, Maͤrzviolen u, dergl. aufgeſtellt hat. Oft ſind faule ſtinkende Duͤnſte, die bey Reinigung der Cloake, beym Abzug alter Miſtlacken oder moderichter Waſſer, beym Noͤſten des Flachſes und des Hanfes ꝛc. aufſteigen, ſo bitäubend, daß die Leute davon wie todt niederfallen. X 4§. 252. 528 Rettungsmittel fuͤr diejenigen, §. 252. Wie gefährlich die Kohlendämpfe ſind— Unzulänglichkeit einiger vermeyntlichen Vorbauungsmittel. Es iſt die groͤßte Unvorſichtigkeit, die ſchon ſehr vielen Menſchen das Leben gekoſtet hat, wenn man Kohlen in einer Stube, wo kein Luftloch oder Fenſter offen iſt, brennen und vergluͤhen laͤßt, wenn man Glutpfannen, Feuernaͤpfe ꝛc. bey großer Kaͤlte unter den Tiſch ſtellt, oder gar mit ſich in die Schlafkammer nimmt. Der Dampf davon nimmt den Kopf ein, verurſacht dumpfes druͤckendes Kopfwehe, Schwindel, Schlaͤfrigkeit, Betaͤubung und Verwirrung der Sinnen, Herzwehe, Krämpfe, Zuckungen— und wenn man nicht Kraͤfte oder Beſinnung genug hat, um ſich zu entfernen, ſo folgt endlich eine anhaltende, dem Tode aͤhnliche Ohnmacht. Man wendet zwar allerley Mittel an, um die Kohlen⸗ daͤmpfe minder gefaͤhrlich zu machen, die aber alle nicht ganz hinreichend ſind; denn die Kohlen geben ſo lange als ſie brennen, ſchaͤdliche Duͤnſte von ſich. Die Kohlen von Holz, das bey offnem Feuer gebrannt worden, ſind zwar lange nicht ſo gefaͤhrlich, wie die eigentlichen Meiler⸗ oder Schmiedekohlen; doch ſind ſie auch nicht gaͤnzlich ſchaden⸗ frey.— Es iſt nicht genug, daß man die Kohlen einige Augenblicke in der freyen Luft brennen laͤßt, um ſie unſchaͤd⸗ licher zu machen, auch iſt es nicht hinreichend, um alle Gefahr zu entfernen, wenn man Salz uͤber die gluͤhende Kohlen ſtreuet, ehe man ſie in die Stube traͤgt, oder Waſſer in der Stube abdaͤmpft, wo man Kohlen hat. Die Gewohnheit ein Stuͤck Eiſen auf die Kohlen zu legen, iſt vollends ganz ungegruͤndet; denn es hilft gar nichts. Das einzige ſichere Mittel, um der Gefahr von Koh⸗ lendaͤmpfen auszuweichen, beſteht darinn, daß man ſie an keinem verſchloſſenen Ort hrenne; ſondern allemal die Thuͤre oder —— — 4 e ““ on 4504. 4 894 A * 4 J n 12 Lim 44 he Kan er “ 1 4 4 5 1 9 n 4*⁴ 3 5 6 ct dunit det Deliane 1e. d. Kinſe, au dumme ſoigt 80 dach an. 2 ich 1 gacen N dem 5 Nn 1 44 2 Dünken dnn ſit.— nem Feur geheem un 4 4 uch, Wie u agent. 4.„ doch ſind ſe auc uth 4 icht gang, dai unkl . er frem Luft ammr 1* t Nrr renn nnn Eih en man ſit ig de Eeh fi nl 1 A „ r! r den. 1 1 4* „ Wiral. un e “ Nvit 3,* detteht dn v“ 3 1jeRr alerie? Meun „* 4m 3 anen Ort Hem, eten noͤthig. die von Duͤnſten erſtickt ſind. 329 oder Fenſter, oder wenigſtens ein Zugloch, und wo moͤglich unten am Boden oͤffne, wodurch der Dunſt abziehen und friſche Luft hereinkommen kann. §. 253. Hülfemittel für diejenigen, die vom Kohlendampf angegriffen ſind. Wenn man von Kohlendampf angegriffen, aber noch nicht zu ſehr betaͤubt iſt, um die Gefahr zu merken; wenn man ſchwindelnd, daͤmiſch und enge auf der Bruſt wird, ein Druͤcken vor der Stirne bekommt ꝛc. ſo kann man ſich dadurch retten, daß man eilig aus dem gefaͤhrlichen Dunſt entfliehet und ſich in die freye Luft begibt. Mehr iſt nicht Sollte auch noch einiges Uebelbeſinden zuruͤck⸗ bleiben, ſo vergeht es doch bald, wenn man ſich das Geſicht mit kaltem Waſſer oder Eſſig waͤſcht, und Waſſer mit Eſſig oder Limonade trinkt. Wenn aber jemand die Empfindung und das Bewußt⸗ ſeyn vöͤllig verlohren hat, und der Puls kaum oder gar nicht mehr fuͤhlbar iſt, ſo ſind folgendes die einzigen Rettungsmittel. 1. Man muß ſogleich die Thuͤren und Fenſter oͤffnen und den Leblosſcheinenden heraus und in die friſche Luft bringen, oder in ein kuͤhles Gemach, wo die Fenſter offen ſeyn muͤſſen, die Witterung mag ſeyn wie ſie will. . Man muß ihn ſchnell entkleiden, alle druͤckenden 2 Klerdungsſtua oͤſen, und ihn in eine aufrechte, halbſitzende Lage bringen, in welcher er durch einen Gehuͤlfen gehalten werden muß. Dann muß man ihm das Geſicht und die Herzgrube mit recht kaltem Waſſer begießen. Man wirft ihm kaltes Waſſer,« da auch mit Eſſig gemiſcht, aus großen Gläͤſern, Lechern oder mit Waſſerſpritzen aus einiger En⸗er ung 330 Rettungsmittel fuͤr diejenigen, gewaltſam und anhaltend ins Geſicht und an die Herzgrube. Dieſes kann von mehrern Perſonen zugleich geſchehen, und es muß ſo lange damit fort⸗ gefahren werden, bis der Verungluͤckte wieder deut⸗ liche Merkmale des Lebens von ſich gibt— die Bewegung und auch wohl die Sprache wieder⸗ bekommen hat. 3. Mam beſtreicht dabey das Geſicht und den Kopf mit kaltem Weineſſig, und bedeckt den ganzen Koͤrper mit flanellenen Decken oder mit wollenen Tuͤchern. Man reinigt den Mund von dem eftmals darinnen angehaͤuften Schleim. 4. Waͤhrend dem dieſes geſchieht, kann ſonſt jemand die Bruſt, die Aerme und Fuͤße mit einer in kaltes Waſſer getunkten Buͤrſte reiben, auch muß man ihm, wenn ſich keine Spur von Athemholen zeigt und die Bruſt flach und gleichſam eingedruͤckt iiſt z. Luft einblaſen(§. 236.), und 6. wenn das Geſicht aufgetrieben, roth oder unn eiroth iſt, am Arme, oder wo moͤglich aus der Droſſelader, Blut laſſen. Auch kann man ihm in jedem Falle Alyftlar aus Eſſa und Waſſer beybringen. . Wenn dieſe Mittel nichts fruchten, ob ſie gleich eine und mehrere S Stunden lang fleißig angewendet worden, ſo muß man Papierroͤllchen mit Salmiak⸗ geiſt oder ſtarkem Eſſig angefeuchtet, in die Naſe ſtecken, ein wenig Kuͤchenſalz in den Mund bringen und Klyſtiere aus gleichviel kaltem Waſſer und Eſſig mit einem Loͤffelvoll Salz appliciren, indeſſen aber immer noch mit dem Waſſerwerfen und Reiben fortfahren. Hilft auch dieſes nicht, ſo kann man noch ein bbacksrauchklyſtier beybringen, und den Kranken ein Bad von warmem Waſſer legen. Endlich die von Duͤnſten erſiickt ſind. 551 leſes kand n. 4 geſchehm, ng uw Endlich, wenn alle Bemuͤhungen fruchtlos ſeyn 1en 1 ſollten, trockne man den Koͤrper ab, und wickle 1 dis e d„ 4 3 p 7 Markmale des 90, 3 ihn in gewaͤrmte Tuͤcher, oder man bedecke ihn mit gag n 44 3 dna ni warmem Miſt, warmer Aſche ꝛc.(5§. 242). am het. 4 n 1 2ktrricht dahen da beit.. 9. 254 1 Wenn eſig, ung ha 1n 2 a2 man zu thun hat, wenn ein ſolch Verunglückter wieder zu a 3e! benm D das Ang. ſich kommt; 11 nder At reinigt den Dad m u Wenn man deutliche Zeichen des widerkehrenden leſten Soteim 8 Lebens wahrnimmt, ſo muß man nd den dieſes zhih 6 1 1. immer noch fortfahren zu reiben, Waſſer und Eſſig uſt. du Aen w in, in das Geſicht zu ſprengen, doch in Fortſetzung getanken Hä ta ußß dieſer Huͤlfsmittel nach Verhaͤltniß des wiederkeh⸗ 6, 1 renden Lebens gemaͤßigter ſeyn. 1 9 keine Sour ian Ateſee, 2. Man muß vorzuͤglich die Mundklemme, die ſich “ch un glachen eigedtht gewoͤhnlich einſtellet, zu verhuͤten ſuchen. Man ablafc( 136.), na) bemuͤhet ſich mit einem Finger den untern Kinn⸗: daf Geſicht uuſgeweim at backen herabzubringen und den Mund zu oͤffnen, Jeme, oder vo nägüch uek. unnd reibt die Kinnbacken erſt mit warmen trocknen fen. Nuch kann um ürn Tuͤchern, hernach mit warmem Oel. auf Sra und Seſeelhe 3. Man ſucht den Kranken durch das Kuͤtzeln des dieie Wittel nicht futm, Schlundes mit einer in Oel getauchten Feder zum . Hrhreh zu bringen. „ Wenn endlich der Kranke wieder ordentlich athmet 4 uund die Sprache wiederbekommt oder ſchreyet, ſo trocknet man ihn ab und legt ihn in ein gewäumn⸗ tes Bette. z. Man laͤßt ihn, ſobald er etwas niederſchlucken kann, einen Thee von Zitronenſchaalen, Holder⸗ meheire Stunden lun ilt d muf um Duirilinn gat zem Eſig mgſettc, in emig 4nef un N ere aus glichni ahm B V 1 Sah t mitim . ſer an ſch mit dem B. Befane bluͤthen, Meliſſe, Kamillen, oder bloßes Waſſer 40 K mit ein wenig Weineſſig oder Limonade trinken, uch dieſes nichkt, tn und gibt ihm alle halbe Stunden einen Eßloͤffelvoll chelyſtier bepkringn, un. von einer Miſchung aus einem guten T rintglas voll ua umSäsENN Waller Rettungsmittel fuͤr diejenigen, Waſſer, einem Loͤffelvoll Salz, ſoviel Honig und zwey Loͤffelvoll Weineſſig. Es iſt ſehr gut, wenn der Kranke einen Durch⸗ fall darauf bekommt, daher muͤſſen ihm auch 6. oftmals abfuͤhrende Klyſtiere aus Molken, Eſſig, Salz und Honig gegeben werden. Mit beydem faͤhrt man ſo lange fort, bis keine ſchwarze ſtinkende Materie mehr weggehet. 7. Wenn der Kranke etwa ein ſtarkes Herzklopfen bekommt, ſo iſt es mehrentheils noͤthig, das Ader⸗ laſſen zu wiederholen. Man legt Tuͤcher in ſtarken Weineſſig getaucht, auf die Herzgrube, und laͤßt Thee von Meliſſen oder Zitronenſchaalen trinken. Wenn die mehreſten Zufaͤlle voruͤber ſind, und nur noch eine Schwachheik, Dummheit und Ekel zuruͤck iſt, ſo iſt nichts beſſer als Limonade mit dem vierten Theil Wein, wovon dann und wann ein Glaͤschen voll mit einem Stuͤckchen ſchwarzer Brodkruſte kann genommen werden. 9. 255. Wie die von Kellerdünſten, von eingeſchloſſener verdorbener Luft, von Bergſchwaden. und ſauren Dünſten Erſtickte zu behandeln ſind.— Einige Vorſichtigkeitsregeln. Die Zufaͤlle, die von den Duͤnſten von gaͤhrenden Fluͤſſigkeiten, von verdorbener Luft in alten Gruben, in verſchloſſenen Gewoͤlbern, Brunnen u. dgl. und von dem Dampfe der gluͤhenden Kohlen entſtehen, ſind faſt von einerley Natur, und erfordern voͤllig die nämlichen Huͤlſs⸗ mittel(§. 253.). Ich werde ſie hier nicht wiederholen; ſondern nur noch einige Vorſichtigkeitsregeln empfehlen. Es iſt allemal gewagt, in einen Keller zu gehen, in welchem vieler Wein, Obſtwein, Bier und dergl. in der Gährung iſt, wenn er auch eine kurze Zeit verſchloſſen geblieben. Man hat eine Menge Beyſpiele von Leuten, die ig genauche, anf hez 8 1. 8 A 3 8 1 Milzm ahn 2 Jrugin 82 me r Jujäle welee 6 Feit “ Dennhit n „ 3 11 3— enade n 94 5 aun 1p) v 421 en 9tan A 54 a13 Drrku uun zan le, die von den Din von verderhentt lut iunt „Geväͤlbem, Brun elt lätzenden Khler uttin, ad erfordern alg! uc Jich verde ſi ſu ket gezuͤndetes Stuͤck Papier vor ſich hineinwerfen. befahren; einzugehen, ſondern man oͤffne die Thuͤre und die Luft⸗ ſeyn, ehe man jenen herauszubringen ſucht. erſt die Duͤnſte zerſtreuen und die Luft verbeſſern. Man der Hand iſt.— ungluͤckte herausgezogen wird, die von Duͤnſten erſtickt ſind. 3⁵53 die beym Eintritt in ſolche Keller geſtorben ſind, und von andern, die ſich kaum haben retten koͤnnen. Der aam Sicherheit wegen, ſollte man allezeit, ehe man in den einen brennenden Strohwiſch oder ein an⸗ Wenn ſolche verbrennen, ſo hat man von dem Dunſte nichts zu wenn ſie aber ausloͤſchen, ſo huͤte man ſich hin⸗ Keller ſteigt, loͤcher, dann ſuche man durch wiederholtes ſchnelles Auf⸗ und Zumachen der Thuͤre, oder durch Anzuͤndung eines vor die Thuͤre gelegten Strohbundes einen Luftzug zu erre⸗ gen. Hernach verſuche man aufs neue, ob angezuͤndetes Papier verloͤſche, und wenn ſolches geſchiehet, ſo wieder⸗ hole man das Verbrennen des Strohes. Wenn jemand in einem Keller hingeſunken iſt, ſo muß man vor allen Dingen erſt auf ſeine eigne Sicherheit bedacht Man muß ſuche durch fortgeſetztes und ſchnelles Auf⸗ und Zumachen der Kellerthuͤre bey geoͤffneten Luftloͤchern an die Stelle der verdorbenen Luft, friſche zu ſetzen; man verbrenne Stroh⸗ buͤndel in der Kellerthuͤre, man gieße eine Menge Waſſer eymerweiß in den Keller. Wenn man friſches Kalkwaſſer in der Geſchwindigkeit haben kann, ſo thut ſolches die beſten Dienſte. Man kann auch eine reichliche Menge ungeloͤſchten Kalk dazu werfen, wenn eben dergleichen bey Man ſchieße einigemal in den Keller, werſe brennende Strohbuͤndel hinein ꝛc. Aber mit glle dem darf man ſich freylich nicht zu lange aufhalten; denn je laͤnger es anſtehet, ehe der Ver⸗ je ſchwerer haͤlt es, ihn wieder zurecht zu bringen. Will man ſich ja in den Keller wagen, ehe die Luft genug gereiniget werden konnte, ſo verziehe man doch nur einen 4 A — öö————— d— —j———öö*— ——————““ K 4— † ————* 2——“ — ⁴— ͦ⸗ ————— ——— Rettungsmittel fuͤr diejenigen, einen Augenblick darinnen, und man halte den Athem ſo lange an ſich, bis man wieder herauskommen kann. Man kann auch vorher ein wenig Branntewein trinken und um den Mund ein Tuch binden, welches mit Aſchenlauge, oder beſſer mit fluͤchtigem Salmiakgeiſt angefeuchtet wor⸗ den. Da die durch die Gaͤhrung entbundene Luft allemal ſchwerer iſt als die gemeine Luft, ſo muß man in ſolchen Kellern nicht gebuckt, ſondern vielmehr aufrecht gehen, und das Geſicht dem Boden ſo wenig als moͤglich naͤhern. Wenn man unterirdiſche Gewoͤlbe oͤffnet, die lange Zeit verſchloſſen waren, oder tiefe Brunnen reiniget, die einige Jahre her nicht beſorgt worden, oder bedeckt waren, ſo ſetzt man ſich ebenfalls nachtheiligen Duͤnſten aus. Man muß auch da die eben empfohlene Vorſicht brauchen und eben die Mittel anwenden, um die Luft zu reinigen. Man darf uͤberhaupt in kein lange verſchloſſen geweſenes Gewölbe und in keinen Brunnen hineinſteigen, bis man verſucht hat, ob ein hineingelaſſenes Licht fortbrennt; wenn das Licht fortbrennt, ſo kann man ohne Gefahr hineinſteigen. Man thut wohl, wenn man demjenigen, der einen Verungluͤckten etwa aus einer Grube oder einem Brunnen herausholen will, ein Seil um den Leib bindet, und noch ein anders in die Hand gibt, damit er, ſobald er Gefahr merkt, durch Ziehen daran ein Zeichen geben, und dann gleich wieder herausgezogen werden kann. Man laͤßt auch ſolche Perſonen, die ſich zur Rettung von der⸗ gleichen Verungluͤckten erbieten, einen mit Eſſig getraͤnkten Schwamm in den Mund nehmen, ſie etwas Branntwein trinken, und behaͤngt ſie mit naſſen Tuͤchern. Diejenigen, die von den Ausduͤnſtungen neugetuͤnch⸗ ter Stuben, vom giftigen Bergſchwaden, vom Schwefel⸗ dampf oder ſtarken ſauren Duͤnſten erſtickt ſind, muͤſſen eben ſo behandelt werden, wie die vom Kohlendampf An⸗ gegriffenen(§. 253.), nur daß man ſie ſogleich, wenn ſie * 1 die von Duͤnſten erſtickt ſind. 335 mMnune mn dieha en 8 te ſich wieder erholt haben und etwas verſchlucken koͤnnen, 22 an da h 42 m oͤlige Sachen, Leinoͤl, Baumoͤl o. a. löffelweiſe nehmen, A4 den, nnn. und Milch, Gerſten, und Haberſchleim, oder Thee von dun Sas Leinſaamen dabey trinken laͤßt. 242 5: tGn enn Wenn man in friſch ausgetuͤnchten Stuben ſchläft, ſo 1 ſun bekommt man leichtlich Schwaͤche, Fieber, Engbruͤſtig⸗ 4 1 ſenen äc keit, ſchnupfige Zufaͤlle. Man kann dieſen Zufaͤllen ent⸗ dem dum e nh gehen, wenn man die Zimmer vorher fleißig luͤftet, mit Daͤmpfen von angebrenntem Schwefel ausraͤuchert, und „e ui i nachher wieder ſorgfaͤltig luͤftet: auch kann man ihnen der nicht heiang aatn durch haͤufig lauwarmes ſchleimiges Getraͤnk mit Eſſig, ich edenfs aad ls und ein temperirt warmes Vedhaltau abhelfen. 1 8 4 Daren un due ehan eryfötem hit „— „ Clanwenhen §. 256. un die an 9 Mt 3. — und die von faulen Dünſten Erſtickte. R in knn! lanzt xritia ze Remmaen hintinſtezn, g. Auch bey denjenigen, die von faulen Duͤnſten— zulaſns uct umm maͤchtig und erſtickt worden, muß man die eb bengedachte unt, ſe kang manehae bit Rettungsmittel(§. 253.) anwenden. Man bringt den hut wehl, van un zaiae Kranken in die freye reine Luft, entkleidet ihn, begießt en etwa aut einer Geueuem ihn mit kaltem Waſſer und Eſſig, wehet ihm kalte Luft i e 1 Oel m a lüſn zu, ſetzet Klyſtiere aus Waſſer und Eſſig, auch wenn es n die Hand abe dnte u nöthig iſt, Tobacksrauchklyſtiere, man reibt ihn mit Tuͤchern, die mit Eſſig befeuchtet worden, bringt ſtarken Eſſig in die Naſe,— aber keinen Salmiakgeiſt, man kitzelt mit einer Feder in den Schlund, um den Kranken elwa zum Erbrechen zu bringen. Sobald er ſich erholet und ſchlucken kann, laͤßt man ihn ven Zeit zu Zeit einen loͤffelvoll Eſſig einnehmen. Endlich gibt man ihm Thee oder lauwarmes rch Ziahen darm eir Füie Dieder herautzezezen rea h 84— ee aan 1aläͤckten erdieten, tin uc 1 den Nan nhnm icit Aas Ir nir nrſn d , die von dm Jattan Waſſer mit Zitronenſaft und Wein zu trinken. vom giſtigen d drici n Wenn man noͤthig hat, ſich an Orte zu begeben, wo arken ſauren Din eti die Luft mit faulen ſtinkenden Duͤnſten erfuͤllt iſt, alte elt werden, vit R mis ſumpſigte Gruben zu oͤffnen, Miſtlacken, Cloake zu reini⸗ 1.), mr i m 4 gen —————V EO— ͦ—— ——— Waſſer mit Wein, Weineſſig und Zucker verſetzt, oder 4 — — — ͦ— 336 Rettungsmittel fuͤr diejenigen, gen— ſo thut man wohl, wenn man ein mit Eſſig gut durchnaͤßtes Tuch vor den Mund und die Naſe haͤlt. Man kann zuvor einen Schluck Branntewein trinken, oder auch ein Stuͤck Brod darinn weichen und in den Mund nehmen. Man kann den Geſtank der Cloake und Kothgruben ſehr dadurch vermindern, wenn man ſtarken Eſſig hin⸗ eingießet(oder auch den Kehricht aus dem Hauſe hinein⸗ wirft); das verdeckt aber nur den uͤbeln Geruch, und aͤndert eigentlich die ſchlimme Beſchaffenheit der Luft nicht. Dazu iſts weit tauglicher, daß man eine gute Menge Geſtuͤbe von Holzkohlen darein wirft.— Stuben, kleine Gemaͤcher, die faule Luft haben, muß man ausluͤften, und Eſſig darinnen ausſprengen oder abdaͤmpfen laſſen; aber in großen Raͤumen, die mit faulen Ausduͤnſtungen ange⸗ fuͤllt ſind, wie in Kirchen, wo etwa alte Graͤber einge⸗ ſunken oder geoͤffnet worden, hilft das nicht viel. Man muß uͤberhaupt in allen den Faͤllen, wo man vermuthen kann, daß die Luft an irgend einem Orte verdorben und zum Athemholen untuͤchtig iſt, an die Stelle einer ſolchen Luft, friſche und reine Luft zu ſetzen ſuchen. Dieſer Weg iſt immer der zuverlaͤſſigſte, und auch derjenige, der ſich am leichteſten ausfuͤhren laͤßt. Ein angebrachter ſtarker Luftzug, das Feuer, das Anzuͤnden des Schießpulvers in ſolchen Orten, wo die Luft zum Athmen untuͤchtig iſt, das Hineinſchießen in ſolche Oerter, u. dgl. ſind zu dieſem Endzweck vortreffliche Mittel: auch darf man nie in einen lange verſchloſſenen Keller oder in ein lange verſchloſſenes Gewoͤlbe gehen, ohne es vorher eine ziemliche Zeit lang offen ſtehen gelaſſen und gepruͤft zu haben, ob ein Licht darinnen brennt. Zur Verbefferung der mit faulen Aus⸗ duͤnſtungen geſchwängerten Luft ſind auch die Daͤmpfe von angezuͤndetem Schwefel ſehr nuͤtzlich. Man kann auch etwa ein Pfund Kuͤchenſalz, mit halb ſoviel Vitrioloͤl in — einer Maee einen O6 lc 88 11. 8 n naf bas den Kaßr na ui deckt aber anr mm b 5— — en anm Ojafe 1 ſcher, das Helzkohlen darrin an r ſaale euß Haden, anh n ea autſprengen ada ahoie. läumn, die ne ſeulm ui pi in Kiechen, de ndn 0 gelffart weeda, ä uh in alm den Fülm, nn du Laſt an iezend inm hat elen unclchtig iſt an eu and rriae Luſt ſe ſezen ſaa e zwoericſſigſte, and nf cn V uflhna lit En ue Feuer, das Jafnden 4, no die Lſt zen Ahen irien in ſolche 2 Jerte 1i auch dufn Mithi: W * Fiiche genen Kuler odrr i ti li mn. ohne es vochen tin ſaſ eleſſen und gent ſln 2 Veriefeer k. duft 6 3 —₰ 4 4 mehr verdorben worden iſt. friſchem Kalch ausgetuͤncht, die vom Blitz gettoffen worden. 337 einer irdenen Schuͤſſel uͤbergießen, und dieſe auf Kohlen ſetzen. Dann muß man geſchwind davon Hehen, und den Raum verſchließen. Oftmals kommt man auch in den Fall, daß man Woh⸗ nungen beziehen muß, wo die Waͤnde und der Fußboden mit faulen Ausduͤnſtungen angefuͤllt ſind, die beſonders ¹ dann hoͤchſt gefaͤhrlich fuͤr die Geſundheit werden, wenn ſolche Zimmer vorher lange verſchloſſen waren und die eingeſperrte faule Luft durch Mangel der Erneuerung noch Solche Gemaͤcher muͤſſen mit und der Fußboden muß mit ſcharfer Seifenſiederlauge aufgewaſchen werden. Rettungsmittel fuͤr diejenigen, welche vom Blitze getroffen worden. .§. 2 5 7. Wie die, ſo vom Blitze getroffen, oder vom Gewitter erſchlagen worden, zu behandeln ſind. Der Blitz toͤdtet nicht immer denjenigen, welchen er trifft. Wenn er auch todt zu ſeyn ſcheint, ſo darf man doch die Hoffnung nicht aufgeben, ihn wieder zu beleben⸗ dan darf wenigſtens in keinem Falle die noͤthigen Huͤlfs⸗ leiſtungen verabſaͤumen. Dieſes ſind eben dieſelben, die bey denen von Duͤnſten erſtickten Perſonen im 272.§. u. f⸗ angegeben worden. Man muß den Verungluͤckten, ſobald es nur geſchehen kann, in die freye Luft bringen, ihn mit kaltem Waſſer begießen, ihm kaltes Waſſer mit einiger Gewalt in das Ge⸗ ſicht werfen, kalte Klyſtiere beybringen, den ganzen Koͤrper mit Tuͤchern und Buͤrſten, die in kaltes Waſſer getaucht worden, reiben, Luft einblaſen, am Halſe oder am Arme zur Ader laſſen((zumal wenn das Geſicht aufgetriben, roth *☛ 538 Rettungsmittel fuͤr diejenigen, roth und braun iſt), Tuͤcher mie kaltem Waſſer und Eſſig befeuchtet uͤber den Kopf legen, Salmiakſpiritus in die Naſe und den Mund bringen, in Wein oder in Weineſſig getauchte Tuͤcher auf die Herzgrube legen— und wenn das alles nicht hilft, noch Tobak srauchklyſtiere appliciren zc. Wenn er wieder zu ſich kommt, ſo gibt man ihm kaltes Waſſer mit ein wenig Wein— einige Tropfen Hoſ⸗ manniſchen Liquor, oder Salmiakgeiſt in Waſſer. Wenn er ſchlafſuͤchtig oder verwirrt iſt, Sauſen in den Ohren und Zuckungen hat, ſo macht man einen kalten Aufſchlag aus einer Miſchung von kaltem Waſſer, Eſſig und Kochſalz uͤber den Kopf. Wenn einige Glieder ſchmerzhaft oder gelaͤhmt ſind, ſo ſchlage man warmen Wein oder Kampfer⸗ geiſt uͤber, oder man lege ein Blaſenpflaſter auf. Die Brandſchaͤden, welche vom Blitz herruͤhren, werden eben ſo behandelt, als wenn ſie von einer andern Urſache entſtanden waͤren. §. 258. Vorſichtigkeitsregeln bey Gewittern. Gewoͤhnlich ſtellt man ſich die Gefahr bey Gewittern groͤßer vor als ſie iſt, und fuͤrchtet ſich zu ſehr. Es werden bey weitem weniger Menſchen durch den Blitz getoͤdtet als durch andere Ungluͤcksfaͤlle, oder aus Urſachen, welche den mehreſten Menſchen Kleinigkeiten duͤnken, ums Leben kommen. Indeſſen iſt doch allemal einige Vorſich⸗ tigkeit nicht uͤberfluͤſſig. In einem Gebaͤnde, das mit einem gehoͤrig angelegten Blitzableiter verſehen iſt, hat man nicht viel von Gewittern zu fuͤrchten. Die Aüllelie ver ſchaffen zwar keine ganz vollkommene Sicherheit; aber doch immer eine ſo große, wie ein Damm gegen lhesſchwennungen. In einem Gebaͤude, das keinen Ableiter hat, hale man ——-, ͤeͤ e— à Lan duhhn. 6 m 8 auft dnn tda Irude len doch 7— 7 ha— m 8 Nära au 4 af 9 842 4 Ml ie ima „ 2 m lacht man einen n ng von kaltem Waſt⸗ ei Jenn einige Gliehn ſhn age man warmen Denth nan lege ein Be häden, weiche von dh dehandelt, als wenn ſe me aht man ſich die Geſche t 1. und färchtet ſch gi veniger Menſchen datß nalücksſälle, dad en iſt dech alena c 1 mi* t ein zen rüen „ ze man 6 dt uüm 4 ½ wan ſchaffn zuu det doch imntt 1 Dleſenpſtaira. die vom Blitz getroffen worden. 339 man ſich waͤhrend einem Gewitter unten in der geraͤu⸗ migſten Stube auf. Sie darf aber nicht zu ſehr mit Leuten angefuͤllt ſeyn. Wenn die Stube klein iſt, ſo kann man die Thuͤre und die Fenſter offen laſſen; es iſt ein Irrthum, wenn man glaubt, daß der Blitz der Zugluft nachziehe.— Miitten in der Stube oder auf der Diele, nicht zu nahe 2 bdh den Waͤnden, dem Ofen und Feuerherd iſt man am ane ſicherſten; am meiſten aber in trockenen Kellern, und zumal in ſolchen, die gewoͤlbt ſind. Am gefäͤhrlichſten iſts oben unter dem Dache, beſonders bey Schornſteinen. Wer ſich bey dieſer Vorſicht noch nicht beruhiget, der kann ſich niederlegen, oder auch einige Bettkiſſen oder Matratzen auf den Boden mitten in der Stube uͤbereinander legen, oben darauf einen Stuhl ſtellen und ſich auf den⸗ ſelben ſetzen. Auf der Gaſſe iſt man allemal ſicherer als in irgend einem Gebaͤnde. Man ſtelle ſich aber nicht zu nahe an die Haͤuſer, am wenigſten dahin, wo das Regenwaſſer von Dachroͤhren niederfaͤllt. Diejenigen, die auf dem Felde ſind, Arbeiter, Rei⸗ ſende ꝛc. thun beſſer im Freyen zu bleiben, als etwa in einem einzelnen, zumal hochliegenden Hauſe, oder unter Baͤumen, Schutz zu ſuchen, oder ſich in Heuhaufen, unter Korngarben und dergl. zu verbergen. Man entferne ſich von Teichen, Baͤchen und Suͤmpfen, und von Orten, wo r en Kueinizkimt Baͤume ſtehen, zumal Eichen, Linden und Weiden. Daher eile man auch aus den Waͤldern. In Hoͤhlen oder Kluͤften an Bergen hat man die ſicherſte Zuflucht, auch in tiefen hohlen Wegen. Ein Graben hingegen, woran eine Hecke oder Zaun ſteht, iſt ein gefaͤhrlicher Platz. Wenn man zu Pferd iſt, ſo reite man ſehr langſam, oder man ſteige lieber ab, und halte ſich nicht zu nahe 11 dem Pferde auf. Auch von einem Fuhrwerk muß man abſteigen und ſich in 2 340 Huͤlfsmittel faͤr diejenigen, die nach einem in einiger Entfernung davon halten. Es iſt am beſten, wenn man ſtille haͤlt. Am allerwenigſten darf man ſchnell fahren. §. 259. Hülfsmittel fär dieienigen, die nach einem Fall, Stoß oder Schlag leblos ſcheinen.. ☛ Auch diejenigen, die von einer Hoͤhe herabgeſtuͤzt find, geſtoßen, gedruckt oder geſchlagen worden und nunmehr todt ſcheinen, darf man nicht ſchlechterdings fuͤr todt halten und ganz ohne Beyſtand laſſen; es ſey denn, daß die Verletzungen des Kopfes ganz augenſcheinlich toͤdtlich waͤren. Man muß ihnen ohne Zeitverluſt: 1. Am Arme zur Ader laſſen. Wenn es ſcheint, daß der Kopf vorzuͤglich gelitten habe, ſo muß die Ader am Halſe geoͤffnet werden. 2. Man muß Luft einblaſen(§. 236.) und Klyſtiere aus Waſſer, Eſſig und Salz appliciren. 3. Unterdeſſen macht man Waſſer warm, gießt Eſſig dazu und ſetzt den Verungluͤckten darein, zu gleicher Zeit ſchlaͤgt man kaltes Waſſer mit Eſſig vermiſcht uͤber den Kopf, nachdem man vorher die Haare abgeſchoren hat, und ſpritzt kaltes Waſſer in das Geſicht. Man kann die Fußſohlen und hohlen Haͤnde mit Buͤrſten reiben; aber man muß ſich huͤten, daß man den Koͤrper nicht ſtark bewege. Man darf ihn nicht ſchuͤtteln, etwa in der Abſicht ihn wieder zu ſich zu bringen; denn eben dadurch koͤnnte man ſeinen Tod befoͤrdern. Sobald der Verungluͤckte wieder Athem holt, muß man ihn aus dem Bade nehmen. Mit dem kalten Aufſchlag auf den Kopf kann man fortfahren und jetzt erweichende Klyſtiere aus warmer Milch, oder warmem Waſſer mit Oel beybringen. Man wieder⸗ —ZöZöööͤͤͤſͤſͤͤſͤſͤſͤ1 —— aittel fär diejeri if. efernung daden ſenn e dal. n älnvag ün . 159, 1 n zen, e. 3 1 54 ſce iun. eangen, die pon ti za „ eduackt oder zeſc Geinen, darß d 4 fnan aat ſtan. zan) ohne Deyſtand lſ 1 azen der Lopſts gan nzen at. muß ihnen ohne deiterui e zur Ader laſſen. Ven 6 vorzüͤglich gelitten ſahe, in geffnet verden. 8 Luft eidlaſen(. 236)9 er, Eſſig und Satz aptin im macht man Paſct dan ſetzt den Derunglüͤcknn dun, gt man kaltes Waſte un dh Koof, nachdem mu bahtt g dat, und ſorizt kns d. Man kann die Fiſſer u Därſten miben; ahn man den Kücper nict fnt nicht ſchätteln, ehpa in 1 dch zu beingen; dem cia. a Tod befärdem. (der Vernnther naek on aus dem dede ries 4 ag auf den Kopf umnent veichenze Ahfittr an u a Biſir ni 00 n nat aamh . — 8 2 341 Fall oder Stoß leblos ſcheinen ꝛc. A wiederholet die Aderlaß, wenn der Puls noch ſtark ſchlaͤgt. Man laͤßt Thee von Fallkraut oder Wolver⸗ leyblumen mit Weineſſig und Honig, oder Holderthee, und zum ordentlichen Getraͤnke Molken mit Honig nehmen.— Die weitere Huͤlfe muß man dann von einem Arzt oder Wundarzt ſuchen. Wenn jemand nach einem heftigen Fall ꝛc. zwar nicht leblos ſcheint, aber betaͤubt iſt, wenn ihm das Blut aus der Naſe oder den Ohren herausfließt, wenn er ſehr beklommen iſt oder eine ſtarke Spannung im Unterleibe fuͤhlt, ſo muß man ebenfalls ſchleunig zur Ader laſſen, und wenn vornehmlich der Kopf getroffen worden, kalte Auf⸗ ſchlaͤge uͤber den Kopf machen, man muß Klyſtiere und warme Baͤder brauchen und haͤufig Molten mit t Honis trinken laſſen. Dreyzehnter Abſchnitt. Von den Vergiftungen. §. 260. b Mannigfaltigkeit der Gifte. Uer der unendlichen Menge von Dingen, welche dem Menſchen nachtheilig ſeyn koͤnnen, gibt es viele, die auch in einer ſehr kleinen Quantitaͤt ihre ſchaͤdlichen Wirkungen, und mehrentheils ſchnell und auf eine gewaltſame Att außern. Dieſe Dinge nennt man Giffte. Ihrer ſind ſo viele, und ihre Wirkſamkeit haͤngt von ſo mancherley Umſtaͤnden ab, daß man ſchlechterdings nicht vermoͤgend iſt alles aufzuzaͤhlen, was Gift iſt oder ſeyn kann. Manches iſt dem Menſchen unſchaͤdlich, was den Thieren ein Gift iſt, und ſo auch umgekehrt. Nicht allen Menſchen iſt die nehmliche Sache gleich nachtheilig; Y 3 manche — —— A ——. ——yjj—— ————————— 3 — ——— 54 Von den Vergiftungen. manche haben es durch die Uebung ſo weit gebracht, daß ſie Dinge dertragen koͤnnen, die allen andern Menſchen toͤdtliche Gifte ſeyn wuͤrden. Die beſte, unſchuldigſte Speiſe oder Medizin kann unter gewiſſen Umſtaͤnden zum aͤrgſten Gifte werden, und die ſtaͤrkſten Giſte werden oft unter den Haͤnden geſchickter Aerzte zu herrlichen Genesmitteln. Es gibt einige Gifte, die man ohne Schaden vel⸗ ſchlucken kann, die aber ſehr geſchwind toͤdten, wenn man ſie in eine Wunde bringt: es gibt andere, die, wenn ſie innerlich genommen werden, toͤdtlich ſind, aber ohne Schaden in Wunden oder auf die Haut gebracht werden koͤnnen, und noch andere, die allemal ihre uͤblen Wirkungen aͤußern, ſie moͤgen an oder in den Koͤrper kommen wie ſſe wollen. Einige Gifte wirken ſehr geſchwind, andere ſada allmaͤhlig und erſt in langer Zeit. Ich muͤßte vieles ſchon Geſagte wiederholen, wenn ich nur das Hauptſaͤchlichſte anfuͤhren wollte, womit ſich der Landmann, in weitem Sinn, vergiftet. Ich habe es aber gegenwaͤrtig blos mit den Giften in engerm Verſtande, mit Dingen, die faſt allemal und unter allen Umſtaͤnden giftartige Wirkungen hervorbringen, zu thun, und ich werde nur diejenigen anfuͤhren, die in unſern Gegenden am gewoͤhnlichſten ſind, und durch welche beym gemaine Volke die mehreſten Ungluͤcksfaͤlle geſchehen. Zu dieſen gibt die Unwiſſenheit, Unvorſichtigkeit, de 1 Zufall,„ auch die Bosheit mancher Menſchen, gar aſt Gelegenheit. Die Gifte kommen aus allen drey Naturreichen und die Vergiftungen ſind entweder innerliche oder aͤußerliche. §. 261. Die gewöhnlichſten Gifte— Zufalle, welche ſie verurſachen. Die mineraliſchen Gifte ſind faſt alle ſcharf, beitzend und freſdnd, ſie veruſachen eine brennende Empfindung im +, Aerzie z— 3s Sh de mi z. e aber geſchxinh! tn. betan gt. 68 gibt a anden,, in we rden täotſich 2 den oder auf die Haug andere, die alenal ihret in an oder in den Käepe zifte wirken ſedr geſchviy t in langer Zeit. Reles ſchon Geſagte dun diſaͤchlichſte anführen di dn em Sinn, vergi os mit den( Füim ies t ſaſt allemal und unt e agen derverbringen, en anfudem, die in ue⸗ und durch wecce n mn Unalicksüäle geſchehet die Unwiſſendeit, lmeſt her Naſt S Bosdeit man Allen Ri Rauurn. 4 nen a94 entweder inmerliche d i 161. 1 . 1 5v Isfale mel⸗ 4 ““ — in der Herzgrube, Herzensangſt, heftiges Wuͤrgen, Von den Vergiſtungen. 343 im Munde, Hals und Magen, ſtarkes Kneipen und Druͤcken Er⸗ brechen, Leibſchneiden und Durchfall, wobey oft Blut mit weggehet, manchmal Verſtopfung und ſchmerzhaften Stuhlgang. Es erfolgen endlich Ohnmachten, Kraͤmpfe, Zuckungen, kalter Schweiß, und nicht ſelten ein ploͤtzlicher Tod. Unter dieſen Giften iſt der Arſenik(das Maͤnſe⸗ gift, Rattenpulver, Giftmehl) das ſtaͤrkſte, und das⸗ jenige, wodurch das meiſte Ungluͤck geſchiehet. Es toͤdtet auch in ſehr kleiner Quantitaͤt, und wenn es nicht toͤdtet, ſo verurſacht es doch Laͤhmungen, Zittern der Glisder, Gliederſchmerzen, Hautausſchlaͤge ꝛic. Das Muͤckengift, der Kobold oder Fliegenſtein iſt faſt eben ſo giftig, auch das Operment, Rauchgelb, eine bekannte gelbe Farbe. Doch wirkt dieſes nicht ſo gar ſchnell und heftig. Der ſcharfe Queckſilberſublimat iſt ſtaͤrker, er verurſacht faſt die nämlichen Zufaͤlle wie der Arſenik. Von den Wirkungen der Kupfer; und Bleygifte iſt oben im 14.§. ſchon Er⸗ waͤhnung geſchehen. Einige Zubereitungen vom Bley, das Bleyweiß und die Menninge werden auch von gemei⸗ nen Leuten zu Farben, und auch in aͤußerlichen Wund⸗ und Heilmitteln, Salben zc. ſtark gebraucht. Sie ſind aber ſehr ſchaͤdlich, wenn man ſie innerlich einnimmt. Das Bley wirkt als ein langſames Gift, es verurſacht ſehr heftige Koliken, hartnaͤckige Verſtopfungen des Leibes, Zuckungen, Laͤhmungen, die Auszehrung und mehr der⸗ gleichen kaum, oder gar nicht heilbare Uebel. Auch der Gyps und der ungeloͤſchte Kalk gehäisn unter die inner⸗ lichen Gifte. Die Landleute haben ſich doch weit mehr vor Pftan⸗ zengiften als vor mineraliſchen zu faͤrchten. Unter dieſen gibts viele, die eine freſſende Schaͤrfe bey ſich haben und die obenerzaͤhlten Zufalle verurſachen. Dahin gehoͤren vor⸗ zuͤglich die Kuͤchenſchelle oder Oſterblume; die mehreſten . Arten 2 4 544 Arten vom Hahnenfuß; der Waſſerpfeffer; die Zwiebeln, Von den Vergiftungen. Blumen und der Saamen von der Herbſtzeitloſe, Wieſen ſafran, Michaelsblume; Wurzeln und Kraut von Aron; die Wurzeln vom Schweinsbrod, Saubrod, Waldruͤben; die Wurzeln und Blaͤtter von Waldreben, die Waſſerreben⸗ dolde, Waſſerſteinbrech, beſonders die Wurzeln dadn;. die Wurzeln und Blaͤtter der gelben Rebendolde; der Saaͤ⸗ men und die Rinde vom Kellerhals oder Seidelbaſt.— Sie machen die Haut roth und ziehen zum Theil Baaſen, wenn man ſie auflegt. Sie geben theils ſo ſcharfe Duͤnſte von ſich, daß ſie die Augen angreifen und Nieſen machen. Doch ſind manche von jenen Giſtpflanzen zuweilen auch ziemlich mild, und viele verlieren alle ihre Schaͤrfe und giftige Eigenſchaften, wenn ſie abgekocht oder getrocknet werden. Die mehreſten ſtarken Purgier⸗ und Brechmittel ſind von dieſer Art, die Haſelwurzel; die weiße und ſchwarze Nießwurz; die Coloquinten; die Spring; oder Purgir⸗ koͤrner; die Zaunruͤben oder Gichtruͤben; die Wolfsmilch; der braunrothe Fingerhut, braunes Waldgloͤckchen ꝛc. Sie wirken alle wie ſcharfe Gifte, wenn ſie in zu großen Por⸗ tionen genommen werden. Noch weit gefährlicher ſind die betaͤubenden Pflanzen⸗ giſte: die Wurzeln, das Kraut und der Saamen von ſchwarzem Bilſenkrant oder Tollkraut, wovon die Wurzel leichtlich mit der rothen Entzian⸗, Wegwart:, oder Paſti⸗ nakwurzel, und der Saamen mit Dill⸗ oder Mohnſaa⸗ men verwechſelt werden kann;— der Saamen vom Stechapfel oder Stachelnuß, der oft ſtatt Schwarze uͤmmel genommen wurde, welcher 8 frrthum deſto leichter vorfallen kann, da dieſe Pflanze faſt allenthal jben waͤchſt;— der kleine ſchwarze Nachtſchatten; der Dorant oder die Kalbs⸗ naſe, wild Loͤwenmaul; das Chriſtophskrant, Schwarz⸗ wurz, Wolfswurz; der Saumen von Sommerlolch, Toll⸗ korn, — nen 90 d 8 4 e NM„ A Warzeig u.. 2 f d dan, Coeinshroh M.. * 42 Sälhen), Diditer don Wahen Wacetben un dech, be 9 5 5 dent die N 8 S* 4 1 der gelhen Neiene 6 1 85 Ktlrhat an K Nant roth und w d und ſiehe zanz ₰ Sie zeden theilst 4 1 ½ 3 Augen angrtiſen unhg „ „ 4 2n ſenen Giſgieneg „ 9 MS 4 8 3 ren ale Ä! „„ ten, wenn ſie ehgebce 2„ „ „ e, 4) 2 4) 1 F Ann .— 3 5 die Haſelwurjel; die daß 4 1 1 zrinten; die Len 11 randes a Hoeſe Giſte, wenn ſie i 1 torhen Entzian, Bantt der Gaamen nit Dli verden kunn;— e dachelnuß, der iſt ſiet 62 icher Jerthum Rhe 1 Inhe ſaſt 4 alertbabd n ni der Druk t Haten; 44 Cde eneu “ “““ „ 1 der una a 1 korn, Schwindelhaber, morden,— der gemeine große rothgefleckte Schierling, Von den Vergiſtungen. 345 einem bekannten Saatunkraut. Er macht das Bier und den Branntewein berauſchend, und verurſacht die ſchlimmſten Zuſaͤlle, zuweilen einen ſchnellen Tod, wenn es in einiger Menge in den Mehl⸗ ſpeifen, im Brod, zumal wenn es noch warm iſt, gegeſ⸗ ſen wird. Etwas weniges davon unter vielem ſonſt gutem NMehl, iſt doch weniger ſchaͤdlich;— die Blaͤtter und Kirſchen von der Belladonna, Wolfskirſchen, Tollkirſchen. Das verfuͤhreriſche ſchoͤne Anſehen und der ſuͤße Geſchmack der Beeren hat ſchon oͤfters und ſeit den aͤlteſten Zeiten, ſehr traurige Zufaͤlle veranlaſſet;— die einſchlaͤfernden Judenkirſchen; die Beeren vom Taxbaum oder Eibenbaum. Sie haben faſt alle einen widrigen eckelhaften Geruch, der den Kopf einnimmt, betaͤubt, ſchwindlich und ſchlaͤf⸗ rig macht. Auf ihren Genuß folgen Verwirrungen der Sinne und des Verſtandes, Wahnwitz, Albernheit oder Tobſucht, der Kranke ſieht und hoͤrt nicht recht. Er lacht, gaukelt, ſchwaͤtzt viel und albernes Zeug, oder iſt im Gegentheil ſtille und ſprachlos. Einige von dieſen Giften verurſachen eine unuͤberwindliche Neigung zum Schlaf, der Kranke liegt in einem aͤngſtlichen Schlummer, Wenn er daraus erweckt wird, ſo ſieht er ſtarr und wild um ſich her; aber er ſiehet, hoͤret und verſteht nichts und faͤllt gleich wieder in den Schlummer zuruͤck. Von andern ent⸗ d zen gleich anfangs Zuckungen, Wihter und wunderliche Verdrehungen der Glieder. Manche Giftpflanzen ſind ſcharf und betaͤnbend zu⸗ gleich: das blaue und gelbe Eiſenhuͤtlein, Sturmhur, Kappenblume; der Waſſerſchierling, giftige Wuͤthrig, bey⸗ des die aͤrgſten Pflanzengifte unter allen;— der kleine Schierling, Hundspererſilgen. Das Kraut von dieſen iſt manchmal anſtatt Peterſilgen und Koͤrbel, und die Wur⸗ zeln davon fuͤr Pat ſtinatwurzel und Moͤhren genommen P z Toll⸗ 56 Von den Vergiftungen. Tollkoͤrbel; die Wurzeln vom wilden Koͤrbel; die Waſſer⸗ peterſilge, Froſcheppig; der wilde und Giftlattig, Gift⸗ ſalat; die ſtinkende Nieſewurz, Chriſtwurz, die wilde Chriſtwurz; das Bergbingelkraut, Hundskohl, Hunds⸗ nelke; der Tobak; die Zwiebeln von der Kaiſerkrone; die giftigen Schwaͤmme ꝛc. 3 Sie ſchmecken ſcharf und riechen uͤbel. Ihre Aus⸗ duͤnſtungen ſind eben ſo ſchaͤdlich als die von den vorgemel⸗ deten. Die Zufaͤlle, die von dieſen Giſten herruͤhren, ſind aus denjenigen zuſammengeſetzt, welche die ſcharfe freſſenden und die betaͤubenben Gifte erregen. Sie verur⸗ ſachen brennende Schmerzen im Schlunde, dem Magen und den Gedaͤrmen, ein Kneipen in der Herzgrube, Schluck⸗ ſen, Wuͤrgen, Erbrechen, ſehr großen Durſt— Be⸗ taͤubung, Schwindel, Schlafſucht, Verwirrung der Sinne, Blindheit und falſches Gehoͤr, eine ſtille Schwermuth und Gleichguͤltigkeit oder Wahnwitz und Tobſucht— Kraͤmpſe, Zuckungen, Flecken auf der Haut, Verblutungen ꝛc. Auch manche ſonſt unſchaͤdliche Speiſen koͤnnen unter gewiſſen Umſtaͤnden giftige Eigenſchaften bekommen; das Getreide, wenn es verdorben, oder mit Mutterkorn durch den Brand und Mehlthau verunreiniget worden(§. 11.), das Fleiſch, wenn es faul oder vom Ungeziefer, Fliegen, Spinnen ꝛc. beſchmeißt worden, die Eyer, wenn ſie gefault ſind, der Speck oder andre Fettigkeiten, wenn ſie zu alt oder ranzicht geworden u. dgl. m. Manche von den obengemeldeten Dingen koͤnnen auch aͤußerlich vergiften, wenn ſie in Wunden kommen, oder wie es mit dem Arſenik und Queckſilberſublimat zuweilen geſchiehet, auf Geſchwuͤre und offne Fluͤſſe gebracht wers den. Vorzuͤglich aber gehoͤren die Biſſe giftiger Thiere zu den aͤußerlichen Vergiftungen. n 9 6.8 dehmne* Her gn techen, ſehe gußm Dij. 2 4 f 36 „ 10E MN, lafſdcht, Herwireme 32, „ tnt ſtile Scna 6. 4 4 Bahnwitz und Toöſect- . 2 N Iu Norginm 1 auf er Haut, Derdiuerma des Gehzr dunſchädliche Sorim k in ziftige Eigenſchaſten bea verdorden, oder mit Nnt tedltdan verunreinigtt vac es faul oder dem Uugjit mmeift worden, Opeck oder andee Fetiigtien dgl. n. 6, die Er, t zewerden 1. 4 N en obengrueldetn Duun venn ſie in Wunden unr ſenik und Qucklbrſtun, wüͤr und offte Jüſ enöeen die diſe M ℳ gütungen. Von den Vergiftungen. §. 362. Vorſichtigkeitsregeln⸗ Einige mineraliſche Gifte kommen ziemlich haͤufig in die, Haͤnde der gemeinen Leute. Der Arſenik und Kobold . wild in manchen Handthierungen gebraucht, und vornehm⸗ Slich um die Ratten, Maͤuſe und Inſekten damit zu ver⸗ tilgen. Aber man gehe vorſichtig damit um, Wenn man Arſenik zu Hauſe hat, ſo verſchließe man ihn ſorgfaͤltig, damit niemand dazu komme; denn es iſt nicht ſelten geſchehen, daß Kinder und ſonſt unverſtaͤndige Leute dieſes Gift fuͤr Zucker genommen haben. Man lege keine Gift⸗ kugeln an Orte, wo ſie von Kindern oder zahmem Haus⸗ vieh koͤnnen gefunden werden, oder auf Fruchtboͤden, wo ſie leicht unter das Getreide verzettelt werden moͤchten. Die ſicherſte Art den Arſenik zu gebrauchen, um die Maͤuſe damit zu toͤdten, iſt dieſe, daß man etwas davon auf eine Speckſchwarte ſtreuet und ſolche hier und da an einem Balken anreibet. Aber wenn dieſe Thiere von dem Gift gefreſſen haben, ſo koͤnnen ſelbſt ihre Exeremente noch vergiften. Ganze Geſellſchaften ſind von Backwerk vergiftet wor⸗ den, wozu Bleyweiß unter dem Mehl gekommen war, von Kaͤſe, der in uͤbelglaſurten Toͤpfen verfertiget, und vom Brod, das in einem Ofen gebacken worden, welchen man mit altem, mit Oelfirniß und einer Bleyfarbe ange⸗ ſtrichenen, Holz heiß gemacht hatte. Es iſt ſehr gewoͤhn⸗ lich, daß man die Kinder mit Bleyweiß beſtuͤppet, wenn ſie fratt werden. Dieſes iſt an ſich ſchon nachtheilig; aber die groͤßte Unvorſichtigkeit iſts, wenn man die Kinder an dem Stuͤpper, worinn das Bleyweiß eingebunden iſt, ſaugen laͤßt. Man ſahe, daß die Kinder ſehr krank davon wurden. Eben das geſchahe, wenn die Muͤtter ihre auf⸗ geſprungenen Bruſtwarzen mit Bleyſalben beſtrichen, und 348 Von den Vergiftungen. die Kinder anlegten, ohne die Warzen vorher ſorgfaͤltig abgewaſchen zu haben. Auch mit den buntbemalten Spiel⸗ ſachen werden den Kindern viele und oft gefaͤhrliche Zufaͤlle zugezogen. Dieſe Sachen ſind gewoͤhnlich mit ſchaͤdlichen Farben angeſtrichen, und die Kinder bringen ſie gerne in den Mund. S Man huͤte ſich uͤberhaupt vor allen Malerfarben und Farbewaaren, weil oft gefahrliche Dinge, Zubereitungen aus Arſenik, Bley, Kupfer und Queckſilber dazu kom⸗ men— und vor allen Pulvern, die durch ihre Schwert einen metalliſchen Gehalt verrathen. Das Kuͤchengeraͤthe halte man immer ſehr reinlich, und man nehme ſich vor allen Speiſen und Getraͤnken in Acht, die eine Weile in kupfernen oder meſſingenen Ge⸗ faͤßen, oder auch in ſolchem irdenen Geſchirre geſtanden haben, woran die Glaſur abgefreſſen iſt, oder weißliche Flecken entſtanden ſind, und vorzuͤglich dann, wann ſie einen zuſammenziehenden, metalliſchen Geſchmack davon bekommen haben. Es waͤre ſehr zu wuͤnſchen, daß ſich wenigſtens einige Leute an jedem Orte auf dem Lande, die innlaͤndiſchen giftigen Pflanzen bekannt machten. Sie wuͤrden mancher Gefahr ausweichen; aber auch vieler unnoͤthigen Furcht überhoben ſeyn. Wer eine Kleinigkeit dazu anwenden kann, der thut ſehr wohl, wenn er ſich des Herrn J. S. Halle deuiſche Giftpflanzen zur Verhuͤtung tragiſcher Vorfaͤlle in den Haushal tungem— Berlin 1784. an⸗ ſchaffet. Aus Unkenntniß dieſer Tfanzen kann es gar leicht gef ſchehen, daß man giftige Wurzeln, Kraͤuter und Blu⸗ men in die Suppen, unter das Gemuͤſe oder den Salat bekommt, oder vergiftete Beeren fuͤr angenehme unſchaͤd⸗ liche Sommerfruͤchte genießet; denn manche davon haben ſo viele Aehnlichkeit mit bekannten Kuͤchen: und Speiſe⸗ gewaͤchſen, 8 B8n 8 411 Vergfftn Rtünhen at i N 6* 1 1 hie, In pdie 4 Aet aa ti eütea 1Sachen ſ 1 Un 1 43 * 2 154 4 Adt vor aln „ a— gefä het 10 V ..* liche dan, zr Kupſer und d necſie Sn len ing Palvern, zi zuc 1 Nop alden 41 1 8 d ꝛ dalte man imne d der allen Spai 1 kupfernen ader niſar 4„ f dlchem irdenen Gechen „ 4 ar 9. zeſreſe üi,— 18 and dor f glich dan, henden, meualliſchen Gate 1„. zu waͤnſchen, da ſih da * 4 5 Vm bune. d 1 hekannt Wachnn. Si rir ader auch Sor mri 1 r eine Kkenigkeit duf N. dl. wem ir ſih M B.A Derdlun 9 lanzen fur aughaltungen— Darli eſer— um. Warzenn, Kut. unter das vemäe! A 6 en ſir daze tuit dann— 5 8 A 81, 1 4. 1,9 at mit dakannten dit nttza n deu 12 — ger lhrüic 1 d die Kade naa. e1 nnd K. Von den Vergiftungen. 549 gewaͤchſen, daß man leicht eins fuͤr das andre anſehen kann. Das Kraͤuterwerk, das man zum Eſſen zurichten will, muß allemal ſorgfaͤltig ausgeleſen werden. Diejentgen Pflanzen, die einen ſcharfen, beißenden, ekelhaften Geſchmack und einen widerlichen Geruch haben, ſind mehrentheils verdaͤchtig, zumal wenn ſie an Graͤben — und ſtehendem Waſſer, an dumpfig, ſchattigen Oiten, unter Zaͤnnen oder in Waͤldern, beſonders an ſumpfigen Plaͤtzen wachſen. Ferner alle Schwämme, Champignons und Pfifferlinge oder Morcheln, die ſehr klebrig anzufuͤh⸗ len ſind, ein unangenehmes, ſchwarzblaues, gruͤnes, buntſcheckiges Anſehen, einen faulen Geruch d und einan hohlen Stengel haben. Auch von ſolchen Schwaͤmmen, deren man ſch ge⸗ woͤhnlich zur Speiſe bedient, und die man daher fuͤr un⸗ ſchaͤdlich haͤlt, hat man ſehr ſchlimme Wirkungen beob⸗ achtet, wenn ſie in zu großer Quantitaͤt genoſſen wurden. Man hat geſehen, daß von den gelben Pfifferlingen, von den Broͤtlingen und von den Pilſen, welche drey Arten von Schwaͤmmen in Deutſchland die gewoͤhnlichſten eßba⸗ ren Schwaͤmme ſind, die gefaͤhrlichſten Zufaͤlle entſtanden ſind, und man handelt daher allemal beſſer, wenn man von dieſen Gewaͤchſen nicht viel auf einmal genießt, und ſich durch ihren Genuß allein nicht ſaͤttiget. Mit den Champignons muß man beſonders vorſichtig ſeyn: denn es gibt unter ihnen giftige, die auch ein erfahrner Kenner nicht leicht zu unterſcheiden vermag. Es gibt aber doch auch wohlſchmeckende Wurzeln, Kraͤuter, Saamen und Beeren, die fiuchterliche Zufaͤlle verurſachen. Der Kluge genießet nichts, was ihm unbe⸗ kannt, und von deſſen Unſchaͤdlichkeit er nicht uͤberzeugt iſt, und verhuͤtet auch, daß ſeine Leute nichts davon bekommen. §. 2 63. Von den Vergiftungen. §. 263. Die Zeichen einer innerlichen Vergiftung find ſehr ungewiß. Wenn jemand ploͤtzlich, ohne vorhergegangene beſondere Unpaͤßlichkeit, von ungewoͤhnlichen heftigen Zufaͤllen befallen wird, dergleichen die ſcharfen oder betaͤubenden Gifte zu verurſachen pflegen(§. 261.), ſo kann man vermuthen, daß er etwas giftartiges bekommen habe. Da aber die naͤmlichen Zufaͤlle auch von innerlichen Urſachen, von irgend einer Krankheit herruͤhten koͤnnen, ſo trifft dieſer Verdacht nur bey denjenigen zu, die kurz vorher noch vollig geſund geweſen ſind. Dennoch kann man niemals von einer geſchehenen Vergiftung voͤllig gewiß ſeyn, ſo lange man die Beſchaffenheit desjenigen, was der Kranke zuletzt genoſſen hat, und was er durch Brechen oder Pur⸗ gieren von ſich gibt, nicht kennt. Da wo man zweiſelhaft iſt, muß man ſeine Zuflucht zu allgemeinen Huͤlfsmitteln nehmen, die nicht leichtlich ſchaden koͤnnen, woferne man ſich anch in dem vorgefaßten Verdacht geirret haͤtte⸗ 9. 264. b Augemeine Hülfsmittel bey innerlichen Krankheiten. a. Hülfsmittel gegen ſcharfe Gifte. Oft weiß man nicht, was der Vergiftete empfangen hat, oft iſt es nicht thunlich, daß man deswegen Unter⸗ ſuchungen anſtellen koͤnnte, und man wuͤrde zu viele Zeit daruͤber verlieren. In dieſem Falle muß man ſich an allgemeine Mittel halten.— Das Gift muß weggeſchafft und gemildert werden. Jenes geſchieht am beſten durch Erbrechen. Es iſt das allergemeinſte Rettungsmittel fuͤr Vergiftete, und je eher der Kranke dazu kommt, je beſſer iſt es⸗ Man muß aber auf die Verſchiedenheit der Zufaͤlle merken, die ſich gleich im Anfang einſtellen, ob der Kranke Waͤrgen, —— 1 1— n. 3 aht 2 ad Denn tuan *. Rraiftun 18 R 8* 1 zeri 4 ſ. en Hei t desſenizen, duet und was er darch Beetg ant. Da wonn, Zuſlucht zu— crlich ſchaden knam, m „*„* gtſaßten Derdacht gina 1 nitnt zezen ſcerfe Eid nicht, was der Dazittt §e chunlich, daß nan kett tzante, und nas nän In dieſem Fale d n .— Da Gift neid M den. Jats geſchu i 16 aus alergmeintt Jetth eher der Kunkt da le auf die veſteicſat 8 tln, 9 4ʃ ch im Anfanz toſ Von den Vergiftungen. 351 Wuͤrgen, Brechen und Schmerzen im Leibe hat, ohne daß die Sinne und der Verſtand verwirrt ſind, oder ob er e ſinnlos, betaͤubt, albern und ſchlafſuͤchtig iſt, oder Krämpfe ¹ und Zuckungen hat. Im erſten Falle erbricht ſich entweder der Kranke für ſich ſchon ſtark genug, oder gar uͤbermaͤßig— da laͤßt mnan ihn mildernde, ſchleimige, warme Getraͤnke in großer Menge trinken, Milch, Gerſten: und Haberſe chleim, Milch mit vielem friſchem Oel, gleichguͤltig mit we lchem, mit Butter odel Fett vermiſcht, Milchrahm, faſt das beſte Huͤlfsmittel, welches oft alleine hilft, wenn es in hin⸗ reichender Menge genommen wird, rohe zerklopfte Eyer mit Haberſchleim oder mit Milch vermengt, u. dergl. Von dieſen Dingen muß der Kranke in der Geſchwindigkeit ſo viel nehmen, als moͤglich iſt; denn ſeine Rettung haͤngt groͤßtentheils davon ab. Im Nothfall, wenn ſonſt nichts bey der Hand, laͤßt man ihn auch nur warmes Waſſer in reichlicher Menge trinken. — Oder der Kranke hat zwar Wuͤrgen und Neigun zum Brechen, das aber nicht erfolgt, oder nicht hinlaͤnglich iſt. Auch hier muͤſſen die ebengedachten ſchleimig und oͤligten Dinge haͤufig, und ſo lange getrunken werden, bis das Brechen kommt, oder ſtaͤrker wird. Auch Kamil⸗ lenthee hilft dazu, und kann zwiſchen unter getrunken werden. Man muß dem Kranken mit einer in Oel getunkten Feder im Halſe kitzeln.— Manchmal pflegt der Schlund von der Schaͤrfe des Giſtes ſo zuſammengezogen zu werden, daß es dem Kranken ſchwer faͤllt, etwas niederzuf ſchlucken. In dieſem Falle gebe man ihm zum oͤftern etwas von einer M iſchung aus friſcher Butter oder Baumoͤl und Eyerdotter. Dieſes pflegt endlich hinabzugehen, wenn es eine Weile hinten im Munde gehalten wird. ——————— 8 ö—— öͤͤͤͤ11——— 5 Von den Vergiftungen. So lange als die Zufaͤlle, das Wuͤrgen, Brechen, Kneipen fortdauern, und auch nachher noch, wenn ſie. gelinder werden, und das Brechen aufhoͤrt, muß man die gedachten mildernden Getraͤnke und fetten oͤligen Sachen, insbeſondere viele Milch mit Rahm immer noch, wenigſtens 5 einige Tage hin, fortnehmen. 3 Man muß dem Kranken auch Klyſtiere von Milch oder⸗ Haberſchleim mit Al, oder von einer Abkochung von bein⸗ ſaamen beybringen. Dieſe Klyſtiere muͤſſen gar oft wier derholt werden, auch wenn das Brechen aufhoͤrt. Sie ſind unentbehrlich nothwendig, wenn der Kranke verſtopft iſt, ſtarke Leibſchmerzen hat, und der Nabel geſchwollen oder der Leib uͤberhaupt aufgetrieben und geſpannt iſt⸗ Aber auch dann, wann ſchon ein Durchfall zugegen iſt, ſind ſie dienlich. Wenn das Geſicht und die Augen roth ausſehen, der Puls voll und ſtark, die Herzensangſt groß iſt, und die Schmerzen in der Herzgrube und dem Leibe ſehr heftig ſind, ſo muß man am Arme zur Ader laſſen. §. 265. 2. Hülfsmittel gegen betäubende Gifte, oder ſolche, die ſchatf und betäubend zugleich ſind. IZm andern Falle, wenn Zufaͤlle der Betaͤubung da ſind, wenn der Kranke ſchwindlich, ſinnlos, albern und ſchlaffuͤchtig iſt, oder Kraͤmpfe hat, da erbricht ſich entweder der Kranke von ſelbſt,—(welches gewoͤhnlich geſchiehet, wenn das genoſſene Gift ſcharf und betaubend zugleich iſt) das muß man auf alle Art befoͤrdern. Man laſſe ihn recht viel lauwarmes Waſſer mit Eſſig vermiſcht, trinken, Kamillenthee mit Eſſig; man kitzle ihm in dem Schlund mit einer Feder, oder man ſtecke ihm den Finger in den Hals, dabey ——— 8 dee zaſile, Von den Vergiftungen. 353 R, und anch naͤin 2.. 4 und das din ſa. dabey laſſe man ihn aufrecht ſitzen, und klopfe ihm 4☛ d uiftt a. im Ruͤcken; b ekranke nd fete 4 m Kranken auch Khfen n 4* 5 der d S “ Wer nun eine htan gen. D deſe Kldſture niſa 4 auch wenn das Ürece u 4 4„ 8 4 8 ndi, den de de merzen dat, und mn du dderhaupt aufzedieben uh 4, wann ſchon ein Daczi Beſicht und die Jnaen hn ſark, die Herzeneangt zuf „ 4 4 der Herzaruhe und dem K an am Ame zu Ahu lit 1 165. 1nde Fige, edet ab mwaleich ir) 4 6 IN Tale, wenn IMale ki Dnnlat . 443 n Kran* cwindlich, 1 4 4à 4* 1„ 5 „der Krimpſe det, 2 der der Krante der el arwoe A 444„1 Hehet, wenn das Jen 3 48“. N r jan Act 3 3ʃ 4 tntn, 112ℳ 8 wn Säls utle idm in de I gr Man ſickt In laſſen. — oder er erbricht ſich nicht. Da gebe man ohne Zeitverluſt von der Aufloͤſung des Brechwein⸗ ſteins(Anh. Nr. 1.) oft hinter einander, und in - kurzen Zwiſchenzeiten, ſo lange bis hinreichendes Erbrechen kommt. Oft wird ungewoͤhnlich viel da⸗ von erfodert. Aber es iſt ein Hauptmittel, das man in dieſem Falle niemals verſaͤumen muß. Man unterhalte das Brechen auf die ebengedachte Art, ſo lange bis man gewiß iſt, daß nichts mehr von dem Gifte im Magen zuruͤck iſt, welches man daran er⸗ kennet, wenn nichts mehr als das bloße Getraͤnke wegge⸗ brochen wird, und die Zuſaͤlle der Betaͤubung voͤllig nach⸗ Wenn dann das Erbrechen doch noch anhaͤlt und ſtark iſt, ſo kann man Haber, und Gerſtenſchleim mit Eſſig oder Zitronenſaft haͤufig nehmen laſſen. Von dieſem ſchleimig ſauren Getraͤnke, oder auch bloßem Waſſer, ſo mit Eſſig ſehr ſauer gemacht worden, ſauren Molken oder Buttermilch, muß der Kranke beſtaͤn⸗ dig, und recht viel trinken. Der Eſiig iſt in dieſen Faͤllen das vortrefflichſte Gegengift. Der Kranke muß in eine kuͤhle und friſche Luft gebracht werden. Man kann ihn entkleiden, und ihm Luft mit einem Wedel zuwehen, damit er deſto mehr abgekuͤhlt werde, auch das Geſicht zum oͤftern mit kaltem Waſſer und Eſſig beſprengen und anwaſchen. Man darf ihn nie ruhig ſeyn und ſchlafen laſſen, ſo ſehr er auch dazu geneigt ſeyn moͤchte; ſondern man muß ihn aufmuntern, herumfuͤh⸗ ren ꝛc. Wenn ſchon laͤnger als eine Stunde verftoſſen iſt, ſeit⸗ dem das Gift genommen worden, ſo muß man zwar auch Brechmittel geben; aber unmittelbar darauf muß man den n een Leib zu oͤffnen ſuchen⸗ Deswegen bringt man dem Kran⸗ 3 ken 554 Von den Vergiftungen. ken gleich darnach, als er ſich erbrochen hat, Klyſtiere bey, aus gleichviel Eſſig und lauwarmem Waſſer, oder aus warmer Buttermilch, oder ſauern Molken mit ein Paar Loͤffelvoll Kuͤchenſalz. Man wiederholet ſie oft, und wenn ſie nicht hinreichend wirken, ſo thut man noch eine Por⸗— tion von dem Brechmittel(Anh. Nr. 1.) dazu, oder applicirt Klyſtiere aus gleichen Theilen von Waſſer und“ Eſſig, worinnen man ſechs Grane Brechweinſtein aufoͤſt. Wenn die Adern im Geſichte aufgetrieben ſind, der Puls voll iſt und der Kranke raſet, ſo laſſe man am Arme Blut weg. Wenn man ſo ſpat erſt zu Huͤlfe kommen kann, daß unterdeſſen die Zufalle ſehr ſchlimm geworden, der Kranke gelaͤhmt und fuͤhllos iſt und faſt todt zu ſeyn ſcheinet, ſo verſuche man ihn dennoch zum Brechen zu bringen, wenn er noch ſchlucken kann, durch ein Brechmittel, ſonſt da⸗ durch, daß man ihm im Schlund kitzelt ꝛc. Man gehe ihm zum oͤftern einen Loͤffelvoll Eſſig ein, man waſche ihm das Geſicht mit Eſſig, und reibe das Ruͤckgrat und gan⸗ zen Koͤrper mit groben Tuͤchern oder Buͤrſten, die mit Eſſig befeuchtet ſind. Hilft dieſes nicht, ſo bringe man den Kranken in ein Bad von kaltem Waſſer, und lege Blaſenpflaſter auf den Kopf, den man vorher abgeſchoren hat, an die Schlaͤfe, hinter die Ohren und an die Fuß⸗ ſohlen. Wenn das Gift ſchon voͤllig weggeſchafft worden, und die Zufaͤlle nachlaſſen, ſo muß der Kranke doch noch eine Zeitlang mit den ſauern Getraͤnken, Waſſer, Gerſten⸗ und Haberſchleim, mit Eſſig oder Zitronenſaft fortfahren⸗ Er kann etwas alten Wein mit dazu nehmen, und ſaure Kir⸗ ſchen, Johannisbeeren und in den Suppen viel Sauer: ampfer eſſen. Der Leib muß immer durch Klyſtiere aus ſauern Molken, Honig und etwas Salz offen erhalten werden. §. 366. ich . 44 1 ¹ 1 laudanen Ne „ Ahhe „ r auern 5 3 2 9 4— Mmn viezeſan 4. ſo th f 4 4 5„ lu 26 . 8 A. W. I.h 11 — 3 7 . en 1 an 3g” . 8 in ſechs Erm di a pe 1 Wem. „ 2 84 anſ* 4 181 Aufge Ken 1 „ N 4. faſel 0 ſ 7 ſ uſen 4 dat erſt zu Häſſ urn 4 AAt. Nale ſehr ſchlimm gaprza 1 2 7&4 441 8 faſt AWIIA „ ½ 1, 6 1 man Ma 4 43 Nä 1 n N— 7,, a —* 5 1 der Zitrenenſaſt ¹ den 1 unn N ain ut “ n 83 Knh un „Giftes, ſolche keine Oeffnung kommt, Von den Vergiftungen. §. 266. — Befondre Hülfsmittel— gegen die Vergiftung mit Arſenik und Kobold. Im Grunde iſt die Behandlung der Vergifteten in jedem Fall die naͤmliche, man mag nun die Natur des womit das Ungluͤck geſchehen iſt, kennen oder nicht. Allemal muß man ſuchen, ſolches ſo geſchwinde aus dem Koͤrper zu ſchaffen, als es ſeyn kann, und es im Koͤrper noch zu mildern. Kennet man aber das Gift, ſo koͤnnen doch in einigen Faͤllen noch manche beſondre Gegengifte gebraucht werden. Wenn man es weiß, daß der Kranke Arſenik oder Kobold bekommen habe, ſo iſt eine dicke Seifenbruͤhe das beſte, was man ihm geben kann. Man laͤßt etwa ein Pfund gute weiße Seife, die man vorher auf einem Reib⸗ eiſen zerreiben muß, in 3 Schoppen heißem m Waſſer zer⸗ gehen, und giebt ihm davon oft hintereinander, zum laͤngſten je uͤber eine Viertelſtunde, eine Theeſchaale voll lauwarm zu trinken. Man ſaͤhrt ſo lange damit fort, bis es Erbrechen macht. Wenn ſolches nicht bald erfolgt, ſo muß nian es dadurch zu erregen ſuchen, daß man mit einer Feder im Halſe kitzelt⸗ Dann unterhaͤlt man dieſe Ansleetung durch ſehr fleißiges Trinken von einer duͤnnern Seifenbruͤhe. Man verduͤnnet jene mit gleich, oͤder doppelt ſo vielem warmem Waſſer oder Milch, und thut noch eine gute Menge friſches del, geſchmolzene Butter oder Milchrahm dazu. Auch Klyſtiere von Milch und Oel, und wenn auf von Seifenbruͤhe mit Oel, muͤſſen beygebracht und der Unterleib muß mit Tuͤchern, die mit einer dicken warmen Seifenbruͤhe befeuchtet wor⸗ den, gebaͤhet werden. Beydes iſt um ſo udthiger, wenn ſtatke Leibſchmerzen da ſind⸗ —— — —— d ———.——— 4—— 3. — 4——————ä——— 8— ———— 1————— 8 — 2——— 3——— 8—.—.—— ————————————————————— —;—————;————ÿ—— — ͤͤſͤſͤſͤſͤſſſſſſ———— ͦy————— —— 5——————.— 3 Von den Vergiſtungen. Wenn man keine weiße Seife bey der Hand hat, ſd kann man auch ſchwarze und gruͤne nehmen; doch iſt jem weniger ekelhaft. Auſſer jenem, was alles mit der groͤßten Geſchwin⸗ digkeit bewerkſtelliget werden muß, iſt ein halbes Bad von lguwarmem Waſſer dienlich. In leichten Faͤllen iſt ſchon ein Fußbad hinreichend. Nan muß zur Ader laſſen, wenn Zeichen einer Vollbluͤtig⸗ keit oder Zufaͤlle einer Entzuͤndung(heftige brennende Schmerzen, die vom aͤußern Druck vermehrt werden, ein geſchwinder, harter Puls ꝛc.) vorhanden ſind. Wenn die Gefahr uͤberſtanden iſt, ſo ſuche man den langwierigen Folgen der Vergiſtung vorzubengen; es koͤnnte ſonſt leichtlich fuͤr das ganze Leben eine beſondre Schwaͤch⸗ lichkeit, Zittern der Glieder, Gliedergicht u. dgl. zuruͤck⸗ bleiben. Das ſicherſte Mittel dieſem zuvorzukommen iſt, daß man eine lange Zeit, einige Monate hindurch, nichts anders genießet als Milch, einige friſche Eyer, die man, ohne ſie zu kochen, in die Milch einruͤhret, und duͤnne Gerſten, und Haberſchleime. Gegen die Folgen der Ver⸗ giftung mit Arſenik bedient man ſich mit Vortheil der Schwefelbluͤthen und der ſchwefelhaltigen Waſſer, ſowohl zum Trinken als Baden, und zuletzt noch der kalten Baͤder und Rarkender eiſenhaltiger Sauerwaſſer. §. 267, — Mit Aueckſilber und Kupfergiften; Auch dann iſt die Seife ſehr dienlich, wenn man Queckſilberſublimat bekommen hat, und man braucht ſie auf die im vorigen§. angegebene Art. Oder man miſcht Potaſche zu den ſchleimichten Getraͤn⸗ ken, etwa ein Paar Meſſerſpitzen auf jeden Schoppen. Wenn dieſe nicht bald genug zu haben iſt, ſo laͤßt man in 1 ſäl it ſchen da tin der laſen vnn zütg a einer Entfindmg en Außinn Das „ Dals: K.)) derhen nn rütd zerſtndm ſt, ſ in n der Verziſtung den tubena das ganze Lehen eine beinh. * G lieder, Gliederzitt derſte Muntl dieſem ſeungt e Zeit, einige Monat hun „Milch, enige ſtiſche En in die Mich eiatlzt, derſchleime. Gegen die jitt ik hedient man ſcch mit de ad der ſchwefelhaltigen Dir daden, und zulett vochda haltiger Gauervaſi . 277. Amcilber end Aryfekgifer: te Qeiſe ſeht imlch, N bamen he t, unh ut s 4 t 1 4 Dota che u den tmin Pris 76 ar Meſſerſpiden anf j S i ſo t 38 öoö Von den Vergiftungen. 35„ 8 in der Geſchwindigkeit Holzaſchen mit Waſſer, eine Hand⸗ vonl auf jeden Schoppen, aufſtedeu, ſeyhet die Lauge durch und miſcht Gerſten⸗ oder Haberſchleim, oder auch friſches Oel und Eyerdotter darunter. Dieſes laͤßt man in großer Menge trinken. 8 . Allemal ſucht man dabey ein Erbrechen zu erregen, und verfaͤhrt im Uebrigen nach den im 364. und 266. S. gegebenen Vorſchriften⸗ Man gebraucht die azmlichen 5 Mittel, wenn man rothen oder weißen Praͤcipitat, oder etwa mit den Spei⸗ ſen Gruͤnſpan bekommen hat. Man kann dieſes allemal vermuthen, wenn jemand bey oder nach dem Eſſen Ueblichkeit, Magenkrampf, Wuͤr⸗ gen und Erbrechen bskommt, und das Herausgebrochene einen ſauern und metalliſchen Geſchmack hat. Wenn das Ekbrechen fuͤr ſich nicht hinlaͤnglich ſtark iſt, ſo befoͤrdre man es auf eine ſchickliche Art, damit dasjenige, ſo man genoſſen hat, je eher je lieber wieder gusgeleeret werde. Man trinke ſehr haͤufig duͤnne Sei⸗ fenbruͤhe, oder Aſchenlauge mit Oel und Milch, friſches Kalkwaſſer mit gleichviel Milch und etwas Oel, oder wenn man nichts von alle dem haben kann, nur Milch, Milchrahm, oder lauliches Waſſer in reichlicher Menge. Wenn alles wieder weggebrochen iſt, ſo kann man nach und nach eine Miſchung aus gleichen Theilen Eyer⸗ dotter und Oel oder Butter und halb ſo vieler weißer Seiſfe loͤffelweiſe nehmen, und Fleiſchbruͤhe oder Haber⸗ ſchleim nachtrinken. Wenn Leibſchmerzen und Verſtopfung da ſind, ſo ſind. Klyſtiere noͤthig, und wenn langwierige Folgen zuruͤck⸗ bleiben, ſo muß man ihnen ſo begegnen, wie denjenigen vom Arſenik(§. 266.), 3 3 268. — ———* ſ 1 1 1 h 6 Von den Vergiftungen. §. 268. — mit Bleygiften⸗ Je langſamer die Bleygifte wirken, deſto ſchlimmer find ihre Folgen, und gewoͤhnlich deſto hartnaͤckiger. Man kann ihnen zuvorkommen, wenn man gleich die Brechweinſteinaufloͤſung(Anh. Nr. 1.) nimmt, ſohald. man gewahr wird, daß man etwas von Bley, Menninge, Bleyweiß, Bleyaſche, Silbergloͤtte, Bleyzucker oder damit angeſchmierten Wein, mit Bley verunreinigte Spei ſen ꝛc. verſchluckt hat. Iſt dieſes verſaͤumt worden, und es erfolgen Zufäle die von dieſem Gifte herruͤhren, z. B. heftige Koliken, ſo muß man dem Kranken ſchleimig oͤlige Getraͤnke mit Potaſche oder Aſchenlauge(§. 267.) verſetzt, in Menge zu trinken geben; man muß ihm den ganzen Unterleib mit warmem Baumol fleißig und anhaltend reiben, und wenn es moͤglich iſt, daß man mit einem Klyſtier beykommen kann, oͤfters dergleichen aus Oel und Milch appliciren. (Man laſſe ihn abwechſelnd mit den obengedachten Getraͤnken alle drey Stunden den vierten Theil von einem Pulver aus zwey Quentchen Rhabarber und anderthalb Loth Krebsaugen mit Kamillenthee nehmen.) Wenn er Kraͤmpfe hat, und ſem Leib tief eingezogen iſt, ſo ſetze man ihn bis uͤber den Nabel in ein Bad von lauwarmem Waſſer. §. 269. Kalk und Gyps. Wenn nur wenig geloͤſchter Kalk oder Gyps verſchluckt worden, ſo hat es nicht viel zu bedeuten. Eine groͤßre Menge muß gleich durch ein Brechmittel wieder wegge⸗ ſchafft werden, nachher kann man Klyſtiere und Bitterſalz zum Laxieren nehmen. Wenn 2 „ zumt word V deeden, dnd a ci 4 4 A 4„ 1 ren 92 55 n. † d heig. Kranken ſchleiis 1u... en ſchleimig aua „ N 40* 6 4„ 167.) . . der. an p 4 8 Nf* 44* HN„ Sanhen 4 * 4 1 man mit einem pire richen aus Oel und Mite. dn adwechſelnd mit d g 2 Stunden den diera dir Auentchen Rhabarher a ait Kamillenthee veſn 4„ 4 en keid tief eingezezai den Nahel in ein Bal wb 4 4. 4 dalt und Grs 8.gA b a gellichter Kalk oder 92 nicht viel zu kedeutn. 8 . ritte rio s 5 der kann nan Apfin m durch ein Brr 1 4 Von den Vergiſtungen. 359 Wenn Kalk genommen worden, ſo trinke man vieles Waſſer mit Weineſſig vermiſcht, und mache ſich fleißig Bewegung dabey.. War es ungeloͤſchter Kalk, ſo muß man piele Milch mit Oel oder Fett vermiſcht, trinken. §. 270. — und freſſenden Flüſſigkeiten. Hat man ungefaͤhr ſcharfe freſſende Fluͤſſigkeiten, Schei⸗ dewaſſer, Seifenſiederlauge, und dergleichen getrunken; ſo muß man geſchwinde darauf eine groͤßere Menge laues Waſſer, oder wenn ſie gleich bey der Hand ſind, ſchleimige Gerränke, Milchrahm, Gerſten; und Haberſchleim trinken. Wenn dadurch die Schaͤrfe vorerſt verduͤnnet und geſchwaͤcht worden, ſo vermiſche man, wenn Scheidewaſſer getrunken worden iſt, dieſe ſchleimigen Getraͤnke mit ſo vieler Aſchenlauge oder Potaſchenaufloͤſung(§. 2 67.), als der Geſchmack des Kranken vertragen kann, und laſſe ſie fleißig und ſo lange trinken, bis ſich die Zufäͤlle gelegt haben. Man kann auch zum oͤftern einen Loͤffelvoll Rahm, oder von einer Miſchung aus Eyerdotter, Butter und Seife dabey nehmen. §. 271. — gegen Vergiftung mit ſchädlichen Speiſen. Wenn man irgend eine verdaͤchtige Speiſe gegeſſen hat z. B. Schwaͤmme, Champignons, faulendes unreines Fleiſch, oder ſolches, das vielleicht von kranken Thieren genommen worden, und ſich darauf uͤbel befindet, Auf: ſtoßen, Herzwehe, Erbrechen, Durchfall und Fieber bekommt, ſo nehme man ohne Zeitverluſt ein Brechmittel mit vielem Kamillenthee von lauem Waſſer mit Eſſig und 3 4 Honig ———ö—oooſſ. 2 ———= “ ———— ——— ſſſ ———— — — „» — ——— B —— — — 2—— —— mä— —— 360 Von der Erſtickungsgefahr Honig vermiſcht. Mit dieſem Getraͤnke fahre man nachhe noch fort, bis die Zufaͤlle verſchwinden.— Iſt Leibwehe oder ein Stuhlzwang da, ſo nehme man nach dem Erbrechen einen Loͤffelvoll praͤparirten Weinſtein, und ſey es auch, daß ein ſtarker Durchfall zugegen iſt, Klyſtiere aus Milch und Oel. Die Pilze oder Schwaͤmme ſind allemal eine unſichere Speiſe, ſie moͤgen ſo gut ſeyn, als ſie wollen, ſo haben ſie doch immer etwas Boͤsartiges an ſich, und auch die beſten werden giftig, wenn ſie nicht gut aufbewahret werden. Daher iſt einige Vorſicht bey ihrer Zubereitung nie uͤberfluͤſſig, wenn man ſie eſſen will. Man thut wohl, wenn man ſie allemal erſt in Waſſer kocht, womit etwas Eſſig vermiſcht worden, dieſes Waſſer weggießt, und hernach erſt die Schwaͤmme zur Speiſe zurichtet. Vierzehnter Abſchnitt. Huͤlfsmittel bey der Gefahr von verſchluckten feſten Koͤrpern, und der Erſtickungsgefahr von ver⸗ ſchluckten und ſteckengebliebenen Dingen. §. 272. Was zu thun iſt, wenn man feſte Körper verſchluckt hat. W. chuckte feſte und unverdauliche Koͤrper koͤnnen ſo ſchlimme Zufaͤlle veranlaſſen, wie Gifte. Von ihnen entſtehen heftige Schmerzen im Magen und in den Ge⸗ daͤrmen, eine unuͤberwindliche Verſtopfung des Leibes, Zuk⸗ kungen, Ohnmachten, Auszehrungen.— Man muß ſich mit den Huͤlfsmitteln bey dergleichen Ungluͤcksfaͤllen nach der verſchiedenen Beſchaffenheit der verſchluckten Sachen richten. S ind — —-——— —y——ä— vänne ſid alern daln. tiges 8d ſt. d Wenn ſie nict, zu 3 N. 6 1 lat ſicht 11 3 mag ſie eſſe 111 ema er ſt m Daſe 4 ch werden, d leſes N Veſ gehnter Idfchnit h der Gefahr don derſc X der Erſtiet Se i Li nckungsgen 8 ſeste Kerper derdes 4 und mnteuſeig vie Gifte gen im Magen and i pind liche Derſtoyfeng de 9 aen.— Aut „deraleichen Uagllefſt tder vaſttthe 8— B1 11 4 19 Hmer 4 4„* Danchen ſplitter sder Graͤten, ion, as ſ t din von verſchluckten u. ſt kengebliebenen Dingen. 361 Sind es Glasſpitzen, ſcharfes Steinpulver, Knochen⸗ ſo eſſe man gleich einen dicken Kar⸗ toffel⸗, Mehl⸗ oder Milchbrey und nehme ein Paar Loͤffel⸗ voll Oek darauf, oder man laſſe die Blaͤtter von Braunkohl in ſchmale Streifen zerſchnitten, mit Waſſer und ein wenig Butter, nur einmal aufſteden. Von dieſem halbrohen Kraute eſſe man eine kleine Portion, ohne es vorher zu kauen. Gleich darauf nehme man ein Brechmittel(Anh. Nr. 1.) mit Waſſer. Wenn man dasjenige, was hinunter Leſchle worden, nicht in dem Weggebrochenen findet, ſo wiederhole man das Mittel noch einmal. Auch metalliſche Dinge koͤnnen, wenn ſie klein ſind, durch ein Brechmittel weggebracht werden, nachdem man her dicke einhuͤllende Speiſen gegeſſen hat; aber bey ecdern beſonders, wenn ſie ſpitzig und ſcharf ſind, wie die Nadeln, Naͤgel ꝛc, waͤre es zu unſicher. Da muß man Waſſer mit Eſſig oder Zitronenſaft ve rmiſcht, trinken, dabey dicke Mehlbreye und Schleime mit vieler Butter, Kloͤſe mit Speck u. dergl. eſſen, und manchmal, um die Oeffnung zu befoͤrdern, praͤparirten Weinſtein und Klyſtiere aus Milch oder Gerſtenbruͤhe mit Oel und Honig nehmen. Mit dieſen Dingen muß man ſo lange fortfahren, bis man daher, daß die Zufaͤlle nachlaſſen, muthmaßen kann, daß das Metall anfgeloͤßt und abgegangen ſey. Iſt der verſchluckte Koͤrper grob und ſtumpf, ein Stuͤck Geld, eine Kugel, ein Knochenſtuͤck u. dergl. ſo bedient man ſich lediglich vieler dicken, ſchleimigen und fetten Speiſen, man nimmt viele Milch mit Butter oder Oel, und zum oͤftern ein erweichendes Klyſtier. Außerdem muß man in jedem Falle zur Ader laſſen, wenn die Schmerzen im Magen ſehr heftig ſind, und die Perſon ſehr vollbluͤtig iſt. Von der Erſtickungsgefahr §. 273. Wie man ſich helfen muß, wenn etwas in die Luftröhre gekommen iſt. Es koͤnnen ſehr ſchwere Zufaͤlle daher entſtehen, und manchmal kann ein ſchneller Tod folgen, wenn etwas im Schlunde oder in der Speiſeröoͤhre ſtecken bleibt, oder gar 9 in die Luftroͤhre fallt. Oft iſt in dieſen Faͤllen die Huͤlfe eines Wundarztes noͤthig, und man thut allemal wohl, wenn man ihn bey Zeiten herbeyruft. Doch muß man ſich in dringendem Nothfall auch ſelbſt zu helſen wiſſen. Wenn man ſich verſchluckt, oder wenn etwas in die Luftroͤhre, in die umrechns Kehle kommt, ſo erſolgt augen⸗ blicklich ein gewaltſamer Huſten, ein Sticken, Bangigkeit, zuweilen eine ploͤtzliche e Etſeicenng⸗ Wenn fluͤſſige Dinge in die Luftroͤhre gekommen ſind, ſo muß man ſogleich den Dampf von warmem Waſſer mit dem Athem einziehen, und viele warme Miſch, fette Bruͤhen oder ſchleimige Fluͤſſigkeiten mit reinem Baumöl allmaͤhli ig hinabſchlucken. Waren es kleine feſte Koͤrper, Brodkruͤmeln und dn gleichen, ſo ſuche man ſich in eine ſolche Lage zu bringen, in welcher man am wenigſten zum Huſten gereizt wird; man raͤuſpere ſich zuweilen und ſchnupfe Tobak, um zum Nieſen zu kommen. Man trinke warme Milch und Oel⸗ Es iſt ein gar gefaͤhrlicher Zufall, wenn eine Graͤte, Nadel oder ſonſt etwas ſpitziges und ſtechendes in die Luft⸗s roͤhre kommt. Hier kommt das meiſte darauf an, daß man ſich ruhig verhaͤlt. Man muß das Huſten ſoviel moͤglich iſt, vermeiden, und auch wenig ſchlucken. Der Kranke darf ſonſt nichts genießen, als Haber; oder Ger⸗ ſtenſchleim und Milch. Zuweilen muß er einen Loͤffelvoll reines Oel nehmen. Man kann ihm auch einigemal etwas Blut weglaſſen. Bon der E uitnshi 4 betſen anz, „ dem, 94 eahn Annen t A in duin ze 68 adthig, und man tae de Zeiten herhanf. Re n Nothſall auch ſettae 1 ſich verſchlückt, der du unrechte Kehle konm, a ſamer Huſte iche Erſtickung iin, ¹ 1 8 d,, ein Sita⸗ . * 3 8 Na 1° den Dampf ven panm⸗ tehen, und viele dumh eimige Fluſſigkeinen win hlucken. ene feſte Körper, Dnltd e man ſich in eine ſelche ke am wenigſten zum Hale 5»y zuweilen und ſchnupſe 1 n. Man ninke verme 2 1 ar gefährlicher Zufal, unt „ „ 3 1e ttwas ſoibiges und ſteche „ 4 mei Sier kemmt das weiſte bir 41 W „ 7 da4 49 verbaͤlt. Man ulh du 5 geiden, und „ 5 4* dich. Zuweibn uitt 44 1 a. Man taun ihn ut u 4 3 1 Were Awere Juſält ſa n 85„ 8 Tcheut. p 4 1— 1 5 n in ie ufdeizn eh auch veiit ü 4 5 7 hut/ ichts genießen, ale 9. 3EEEEEöEEöEE — von verſchluckten u. ſteckengebliebenen Dingen, 363 Im aͤußerſten Nothfall, wenn das verſchluckte Stuͤck groß und die Erſtickung ſonſt unvermeidlich iſt, muß ein Wundarzt die Luftroͤhre oͤffnen und jenes herausnehmen. Man muß uͤberhaupt zu verhuͤten ſuchen, daß kein fremder Koͤrper in die Luftroͤhre gelangt. Man darf daher nicht erlauben, daß Kinder beym Eſſen und Trinken einander durch Kitzeln, Schlagen auf den Ruͤcken u. dergl. ſtoͤhren, wodurch leicht Lachen erregt und etwas von den Speiſen oder Getraͤnken in die unrechte Kehle kommen kann. Ueberhaupt muß man, wenn man Speiſen oder Getraͤnke im Munde hat, nicht laut lachen und keine Bewegung machen, bey der der Athem ſchnell und heftig eingezogen wird. Kleine Koͤrper, die ſich aufloͤſen laſſen, z. B. Brodkrumen, werden freylich gewoͤhnlich wieder aus⸗ gehuſtet und mit dem Auswurf ausgeleert: aber ſpitzige und groͤßere Koͤrper von jeder Art, die ſich nicht aufloͤſen laſſen, toͤdten, wenn ſie in die Luftroͤhre gelangen, entweder durch eine ſchnelle Erſtickung, oder ſie fallen in die Lunge hinab und erregen da eine Entzuͤndung, Eiterung, bie Auszehrung und den Tod. §. 274. Und wenn etwas im Schlunde oder in der Speiſeröhre ſtecken geblieben, oder in irgend einen andern Theil des Körpers gefommen iſt. Wenn etwas im Magenmund, in der Speiſeroͤhre, oder wie man ſich gewoͤhnlich ausdruͤckt, im Halſe ſtecken geblieben iſt, und außer einigem Druͤcken ſonſt keine Zufälle erreget, ſo darf man mehrentheils nur etwas fluͤſſiges, oder auch einen groͤßern Biſſen, z. B. von wohl zuſammengekaͤueten Brodrinden, verſchlucken, um es hinab in den Magen zu bringen. Wenn aber dieſes nicht hilft und der ſteckengebliebene Koͤrper lebhafte Schmerzen, und indem er auf die Lufträͤhre druͤckt, Erſtickungsgefahr verz ———— ————-—— ————————ÿÿ—— 8 —.— 4—— 8 —— 2 8 8 8————ÿÿ—————ÿy ——————— 3— 4 ——. 5— — — —— — —— ———————ſ 1 ————— hhöhöhͤͤöͤͤöhͤöͤöo—ſ 1— 4 B 66g— e— ———y— 2 2———. —— 2——— 8——u————*— 2————— —ͤ —— ———— — —— 364 Von der Erſtickungsgefahr verurſacht, oder das Schlucken unmoͤglich macht, ſo muß man ihn entweder herausziehen, oder vollends in den Magen hinuntetſtoßen Iſt es ein Stuͤck von einer gewohnten Speiſe, oder ſonſt etwas, das keinen Schaden bringen kann, wenn es in den Magen kommt, ſo iſts am beſten, wenn man es mit einem duͤnnen biegſamen Staͤbchen von Fiſchbein, Weiden⸗ oder Birkenholz, woran unten ein Stuͤckchen Schwamm, oder ein Paͤuſchchen von Leinwand feſt gemacht worden, oder mit einem Eiſendraht, an dem man das untere Ende umgebogen, und mit einem gewichsten Faden ſtark umbunden hat, hinunterſtoͤßt. Ehe dieſe⸗ geſchieht, laͤßt man den Kranken Haberſchleim oder Milch mit Oel trinken. Auch jene Werkzeuge muͤſſen mit Hel beſtrichen werden. Wenn der Hals verſchwollen iſt, muß man vorhey am Arme zur Ader laſſen, und ſolches, wenn es noͤthig, wiederholen. Unverdauliche Sachen, oder ſolche, die im Magen gefaͤhrliche Wirkungen hervorbringen koͤnnten, z. B. Holz⸗ ſtuͤcke, Splitter, Glas, Steine, Metall, muß man gleich wieder herauszuziehen ſuchen. Dieſes kann leicht mit den Fingern oder mit einer kleinen Zange geſchehen, wenn die Sache noch oben im 24 unde ſteckt. Wenn ſie aber tiefer hinabgekommen iſt, ſo bringe man einen mit Oel beſtrichenen ſtumpfen Eecerdtnhe, der an einem Ende hakenfoͤrmig umgebogen, und am andern, ſtatt eines Handgriffes, gekruͤmmt iſt, in den Hals bis unter den ſteckengebliebenen Koͤrper, man ſuche dieſen mit einer Wendung des Drahts zu faſſen und herauszuziehen. Oder man binde ein Stuͤckchen trockenen Schwamm ſehr feſt an einen Draht, oder ein Fiſchbeinſtaͤbchen, und bemuͤhe ſich dieſen bis unter den feſtſteckenden Koͤrper hinunter zu dringen, hernach laſſe man den Kranken ein wenig Waſſer, Milch oder Oel niederſchlucken. Wenn der Sehmann 1 Halſe 9 K 4 git d auſleheg 4 3 .— 8 dhn ₰ ad en ener 3mn 1 einen 944 2 en Scat K ve h ment ſo its an bein, n 1 eigſamen Sütan 1 h3. deran u una nm Ei endreht, a tozen. t ind mit inn a hinunterſtoͤßt dhea anken Haberſchleim e d ene Werkheuge müſſe dig e Hals verſchwolen i nir er aſſen, und ſochet, der oder ſolae, ſii gen herdetbringen lhaun, „ Dul, (NA ſuchen. Dn 07las. Steine ommen iſt, ſe heitze di⸗ 4 T 44 4 1 4 endkaht, der uG 8 1 1 Särper, mn mä du 7 ſſſen L⸗ “ von verſchluckten u. ſteckengebliebenen Dingen. 365 Halſe von der Feuchtigkeit aufſchwillt, ſo nimmt er das⸗ jeniße, was ſtecken geblieben iſt, mit ſich fort, wenn man ihn wieder zuruͤckzieht. Bisweilen hat auch eine ſtarke er ſchuͤtternde Bewegung, ſtarkes Reiten, Fahren, Lachen, Nieſen, das Klopfen auf den Ruͤcken, die feſtſteckenden Koͤrper losgemacht, und man kann noch einige Huͤlfe daher erwarten, wenn jener auf andere Art weder auf, noch niedergehracht werden kann. Wenn es dem Kranken moͤglich iſt, ſo laſſe man ihn immer viele ſchleimige Getraͤnke, fette Fleiſchbruͤhen und Oel niederſchlucken. Im aͤußerſten Nothſall ſucht man ihn zum Brechen zu bringen, nachdem vorher etwas Plut weggelaſſen worden. Kann er ſchlucken, ſo muß er Brechweinſteinaufloͤſung (Anh. Nr. 1.) nehmen, wo nicht, ſo ſteckt man ihm eine Feder in den Hals, man blaͤßt ihm Tobaksrauch in den Mund und bringt ihm ein Klyſtier bey aus einer Abkochung von zwey Loth geſponnenem Tobak mit hintaͤnglich vielem Waſſer— oder ein Wundarzt muß auſgeloͤßten Brech⸗ weinſtein in eine geoͤffnete Blutader einſpritzen. Zuweilen kommt auch der Fall vor, daß fremde Koͤrper in andere Theile des Koͤrpers von anßen gelangen. Wie man ſich zu verhalten hat, wenn Inſekten in das Ohr gekrochen ſind, iſt§. 182. gezeigt worden. Wenn andere fremde Koͤrper, z. B. Erbſen, kleine Bohnen u. oͤgl. ins Ohr geſteckt worden ſind, ſo muß man ſie bald moͤglichſt heraus⸗ zubringen ſuchen, weil ſolche Koͤrper leicht aufquellen, und große Schmerzen, Entzuͤndung, Eiterung und den Verluſt des Gehoͤrs verurſachen koͤnnen. Man laͤßt etliche Tropfen reines Baumoͤl in das Ohr fallen, und ſucht alsdann den fremden Koͤrper mit einer kleinen Zange oder mit einem Draht, den man zugeſpitzt und an der Spitze etwas umgsbogen hat, herauszubringen, wendet aber dabey alle Vorſicht an, damit das Ohr durch ein ſolches Inſtrument nicht 366 Vpon der Erſtickungsgefahr ꝛc. nicht verletzt, oder der fremde Koͤrper nicht noch tiefer i in das Ohr hineingeſtoßen werde. Man hat auch Faͤlle, daß fremde Koͤrper in die Geburtstheile geſteckt und nicht wieder herausgebracht werden konnten. Wenn bey Perſonen maͤnnlichen Ge⸗ ſchlechts dieſes S Statt findet, ſo macht man Ueberſchlaͤge von warmer Milch, von warmem Oel, oder auch von duͤnnem Milchbrey, uͤber das maͤnnliche Glied, und laͤßt duͤnnes und ſchleimiges Getraͤnke fleißig trinken. Man kann auch reines und warmes Leind l mit einer kleinen Spritze in die Harnroͤhre ſpritzen, und ſich bemuͤhen den fremden Köoͤrper mit den Fingern vorwaͤrts zu druͤcken. Wenn alle dieſe Mittel nicht helfen ſo muß man einen Wundaktzt zu Rathe ziehen, der den ſremden Koͤrper, wenn er nicht weit von der Oeffnung der Harnroͤhre liegt, heraus⸗ ziehen, oder wenn dieſes nicht moͤglich iſt, die Harnroͤhre von außen oͤffnen und den Koͤrper herausbringen muß. Beym weiblichen Geſchlecht koͤnne n fremde Koͤrper in die Harnroͤhre und in die Mutterſcheide gebracht werden. Man muß ſich alle Muͤhe geben ſie herauszubringen, weil ſie ſonſt in die und Veranlaſſung zur Erzeugung des S es nur immer geſchehen kann, muß aus der Harnroͤhre Harnblaſe ſchluͤpfen teines geben. Wenn man ſolche Koͤrper mit den Fingern oder mit einer kleinen Zange zu packen und herauszubringen ſuchen. Iſt di eſes nicht moͤglich, ſo muß man warme Milch uͤber die Geburtstheile fleißig uͤberſchlagen, man muß ſich ruhig verhalten, ſchleimiges Getraͤnk in Menge trinken, und einen geſchickten Wundarzt kommen laſſen, der mit einer kleinen Zange gewoͤhnlich den fremden Koͤrper herausbringen wird. Auch aus der Mut⸗ terſcheide laſſen ſich fremde Koͤrper gewoͤhnlich bey gehoͤriger Vorſicht und beym Gebrauch oͤliger Einſpritzungen mit den Fingern oder einer Zange herausziehen⸗ Fuͤnf⸗ 4 1 mn Fuͤnfzehnter Abſchnitt. 3 h Won dem Biß giftiger Thiere. — daa dm— 1t, ſe dattaat den warnn Ruch . 4, R,⸗ i, dber das n daite gx, kamiges Getränke fhige — ränke bi Hundeswuth, Waſſerſcheue. 4 and warmes ang 11.§. 275. Hargroͤhrr dritet, uhe Urſachen der Wuth bey den Hunden— Zeichen der herannahenden e 5. und wirklich ausgebrochenen Wuth. an den Fingem Maün, 4 4—. e 44..„-. Münel nicht hafen, hn U⸗ allen Thieren ſind die Hunde der Wuth am meiſten he ziehen, der dan ſamat unterworfen, einer fuͤrchterlichen Krankheit, die mehrentheils der Oeffar frung zerchunet durch den Biß des kranken Thieres auf andere und auf in dieſes nicht mäzich, Menſchen verbreitet wird. Doch kann ſie auch dann und den Köwe hern entſtehen, wenn man von einem Thier, ſogar von Feder⸗ lichen Geſchlecht mafm vieh, oder einem Menſchen gebiſſen worden, ſo nur zornig, ind in die Mutmſcehemu aber nicht wuͤthig war⸗ alle Mühe gehen ſit aut n. „veil ſe ſent in de hm Getraͤnkes, geben den Hunden eine Anlage zur Wuth, die trockenem Wetter von ſelbſten entwickelt oder durch den Biß eines andern wuͤthigen Thieres erregt wird. — Jt diſs i Das muntere und geſellſchaftliche Thier wird traurig, agen ſuchen. nn ſieht ganz ſchlaͤfrig und verwirrt aus, laͤßt die Ohren und 1n Md k deeun den Schwanz haͤngen, und ſucht die Einſamkeit. Es iſt an muß ſc raßig mnben gegen Freſſen und Saufen, und gegen ſeinen Herrn gleich⸗ ge trinkn und tinm gihen guͤltig, es bellt nicht mehr, ſondern knurret und iſt beißig. er mit einer llenn na e Bald nimmt das Uebel zu, das kranke Thier verab⸗ erausbringen widd„ ſcheuet nun alles Waſſer und alles Naſſe, ſeine Augen femde Kümt geriſi 4 werden unrein und triefend, endlich faͤngt es an umher⸗ n Gebrauch bünr Erfcr zulaufen; aber taumelnd, mit niederhaͤngendem Kopf und edenge heraache niemals gerade vor ſich, ſondern in die Kreuz und Queere. Es * hehen kann, muf nu „ 4 9 oder mit einer keenth Von dem Biß von tollen Hunden, und der Faule unreine Nahrungsmittel, und der Mangel des 8, heiner heftigen Winterkälte, oder ſehr hitzi b ſnr Erxeugeng de Otutt ſich nach einer heftigen Winterkaͤlte, oder bey ſehr hitzigem 8 2 —— — ——yy— Von dem Biß toller Hunde Es keuchet, ſchaͤumet vor dem Manl und ſtreckt die Zunge heraus, die trocken und bleyfarbig iſt. Es beißt nach allem, was ihm begegnet. Andre Hunde, die dieſen von ferne riechen, ſliehen vor ihm. Endlich ſtirbt es entkraͤf⸗ tet nach etlichen Tagen. Wenn man nicht gewiß weiß, 05 ein Hund, der einen Menſchen gebiſſen hat, wuͤrklich wuͤthig iſt, ſo iſts nicht rathſam einen ſolchen verdaͤchtigen Hund gleich zu toͤdten; ſondern man ſperre ihn ein, oder lege ihn an eine Kette, und warte ſo lange ab, bis ſich die obenangefuͤhrten Zufaͤlle aͤußern. Wenn aber das Thier bereits todt iſt, ſo benetze man ein Stuͤck Fleiſch mit ſeinem Geifer, oder man reihe es ihm an den Zaͤhnen, und ſehe denn zu, ob es andre Hunde freſſen. Freſſen ſie es nicht; ſondern ſcheuen ſich davor, ſo iſt der Hund wuͤrklich wuͤthig geweſen. Man kann oft durch dieſe Proben, Leute die von Hunden gebiſ⸗ ſen worden, welche nicht toll waren, von einer quälenden Angſ befreyen. §6. 276. Folgen des Biſſes wüthiger Thiere bey Menſchen. Zufalle der Waſſerſcheue. Ddiie von dem Biß eines wuͤthigen Hundes entſtan⸗ dene Wunde iſt oͤfters ganz unbetraͤchtlich, ſie heilet leicht, und eine Zeitlang hernach bemerket man nichts widriges. Nach Verlauf einiger Zeit, innerhalb einem bis drey Monaten, erfolgen erſt die daher ruͤhrenden Zufaͤlle. Sie aͤußern ſich deſto fruͤher und ſind um ſo heftiger, je ſchwaͤ⸗ cher, reizbarer und furchtſamer die gebiſſene Perſon, je größer ihre Wunde iſt, und je hoͤher die Wuth des Hun⸗ des geſtiegen war, von welchem ſie verwundet wurde. Nach dieſer Zwiſchenzeit empfindet der Gebiſſene ein Jucken oder einen ſtumpfen, zuweilen auch reißenden Schmerz —. ihei 1 andachtan hr A5 82 di, oder bege ina 31, bis ſc di taeßh * 8 1 n ein das Thier bereits ddtit, 36 mit ſeinem Geiſer, er — Freſſen ſſe et nicht, ſeabe a0 w v ürk! klich dith en eſe Proben, Leute di mi de de nicht toll warm, vn §. 1756. . 3 4 purdiger Thier den Naſte; eines vithigen zin ſters aanz underrichtäch 7 hernach bemerket un it Zeit, imerheih en en erſt he daher rihrende 8 eaher und ſind un pi ad fucchrant die piſa de iſt. und ſe boͤder de En don velchen ſi mnan 1 * chenzeit mnfindet N 9 1 umpfen, 8 Aun Nen, Und ſehe dann g und der Waſſerſcheue. Schmerz in der Wunde, oder an dem Ort, wo ſie gewe⸗ ſen. Dieſer geſchwillt, wird roth und bricht wieder auf. Der Schmerz verbreitet ſich in der Folge auf das ganze Glied. Der Kranke verlieret den Appetit, er wird ſchwach und iſt beſtaͤndig froͤſterlich, oft bricht ihm ein kalter Schweiß aus. Er bekommt Herzklopfen, er ſchlaͤft wenig, ii⸗ im Schlaf erſchrickt er oft und wird durch fuͤrchterliche Traͤume beunruhiget. ſam und ſchwermuͤthig. Krankheit. Jene Zufaͤlle vermehren ſich, der Kranke bekommt Hitze, brennenden Durſt, Schmerzen im Schlunde, auf der Herzgrube und in den Gedaͤrmen, er bricht die Ge⸗ traͤnke und einen zaͤhen, gruͤnen und gelben Unrath weg, ſeine Stimme wird heiſer. Bald verabſcheuet er alles Fluͤſſige, bisweilen moͤchte er gerne trinken; er iſt aber nicht im Stande es zu thun.— Die Beruͤhrung, der Anblick des Waſſers, oder auch nur der Gedanke davon, macht ihm gewaltige Angſt. Feſte Dinge verſchluckt er zuweilen; allein er faͤhrt zuſammen und bekommt Convul⸗ ſionen, wenn man ihm Waſſer vors Geſicht oder an den Mund bringt. Der Ungluͤckliche behaͤlt ſeinen Verſtand, nur zuweilen hat er wilde ausſchweifende Einbildungen, die aber ſelten bis zur Wuth aufſteigen. Dann tritt ihm in Anfaͤllen, die mit ruhigern Zwiſchenzeiten wechſeln, der Schaum vor den Mund, er knirſcht mit den Zaͤhnen, ſeine Blicke ſind wild und ſchreckhaft, er fliehet in einer fuͤrch⸗ terlichen Angſt aus einem Winkel in den andern, und fuͤhlt Neigung andere zu beißen und anzuſpeyen. Dieſer traurige Zuſtand kann drey bis ſieben Tage dauern, endlich ſtirbt der Ungluͤckliche unter Ohnmachten und Zuckungen. Sein ganzes Betragen iſt furcht⸗ Dieſes iſt die erſte Stufe der — — — —— ——— —— 570 Von dem Biß toller Hunde §. 277. Wie man allen übeln Folgen vorbengen kann, wenn jemand von 1 einem wüthigen Thier gebiſſen worden. Wenn jemand von einem wuͤrklich wuͤthigen Hunde oder einem andern wuͤthigen Thiere gebiſſen, aufgeritzt oder geſtreift worden, ſo zoͤgere man nicht, den daher zu befuͤrchtenden Folgen vorzubengen. Dieſes kann ſehr geſchwind und unſehlbar geſchehen, wenn man ſogleich die angebiſſene Stelle ausſchneidet, oder die Wunde mit einem gluͤhenden Eiſen tief ausbrennet. Weniger zuyerlaͤſſig iſts, wenn man Schießpulver in die Wunde reibet und dann anzuͤndet. Die gebrannte Stelle kann mit einer gemeinen Digeſtivſalbe, z. B. von Terpenthin und Eyerdotter, bedeckt wernden. Wenn der Schorff abgehet, ſo halte man das Geſchwuͤr noch einige Monate lang offen. Man kann deswegen Erbſen, oder, wenn das Geſchwuͤr zufallen will, kleine Kugeln von Spaniſchfliegenpflaſter hineinlegen. Wo dieſes wegen Zaghaſtigkeit des Verungluͤckten, oder aus andern Urſachen nicht geſchehen kann, da muß man die Wunde tief und bis zum Bluten ſchroͤpfen, und wenn ſie enge iſt, ringsumher durch tiefe Einſchnitte erwei⸗ tern,— dann wohl verbluten laſſen, und mit Kalk⸗ oder Seifenſiederlauge auswaſchen. Die Lauge muß mit ſo⸗ viel lauem Waſſer verduͤnnet werden, daß ſie nicht mehr ſehr ſcharf iſt und ohne Nachtheil in den Mund kann genommen werden. Man verbindet die Wunde mit aus⸗ gezupfter Leinewand, die mit eben dieſer Lauge befeuchtet worden, und erneuert den Verband im Anfang des Tages etlichemal. Die Wunde kommt endlich in Eiterung. So lange als dieſe dauert, muß das Verbinden mit der Sei⸗ fenſiederlauge fortgeſetzt werden.. Wenn man dieſe Lauge nicht gleich etwa von einem Seifenſieder bekommen kann, ſo verfertiget man ſie auf die im Anhang Nr. 46. gelehrte Art. Kann — n Biß p Ai nlr za * * — » 3 15, 3* n he,. 1 1 30 d uan ¹ 29 einen„ 1. 4 un dlthigen Thin 4 Dorden in gü h 2 zögen d de e, 4b Annen orqadengen. d —;— 45⁸ ⸗ Fhei 55*¹ G 4 e der die de 4 4 4 AHNo RNnel. Deien Danke 1 ** 3 antt 1 lle an In M V Monate lang efe a5 4 Geſtu 1n aſii les fuh 8 1 4 1 [8„ 8 Netch. zad 4 ſtigkeit a 1n mder durch tieſe dn 1 ne 44 an 4 * 4 4 de in. Man derbindet die dr. . 5 p and die mit chen beſet . — Verden 2nd in Aun „ 4 1 nde 10 m eadl d abn r n on „ dat Vert K. 34 perden. — 313 tu auzt nicht gleih c 3r 4. det en 4 ½ 1. und der Waſterſch cheue. 371 Kann man etwa keinen Kalk und auch keinen Aeßſein haben, oder verſtatten es ſonſt die Umſtaͤnde nicht, daß man dieſes Mittel anwende, da waſche man die Wunde mit lauwarmem Salzwaſſer, oder auch nur in der Ge⸗ ſchwindigkeit mit friſchem Urin wohl aus. Dieſes Aus⸗ waſchen wiederhole man zum oͤftern, dann ſtreue man ein Pulver aus gleichviel ſpaniſchen Fliegen und Kuͤchenſalz in die Wunde, reibe ſolches ein, und lege noch ein Blaſene pflaſter daruͤber. Wenn Blaſen davon entſtehen, ſo ſchneids man ſie auf, und verbinde hernach die Wunde mit der obengedachten Digeſtivſalbe, oder mit Baſtlikenſalbe, wo⸗ mit der vierte Theil Spaniſchflliegenpulver gemiſcht wor⸗ den. Dieſes muß taͤglich zweymal geſchehen, und allemal muß die Wunde mit Salzwaſſer ſorgfaͤltig ausgewaſchen werden. Wenn auf ſolche Behandlung ein tiefes eitern⸗ des Geſchwuͤr entſtanden iſt, ſo wird ſolches blos mit der Digeſtivſalbe verbunden, worunter aber doch noch dann und wann etwas Spaniſchſtiegenpulver eingemengt werden muß, wenn etwa das Geſchwuͤre zu fruͤhe vertrocknen wollte; denn es muß bis acht Wochen lang eitern. Her⸗ nach kann man es zugehen laſſen. Auf dieſe Art wird das Gift aus der Wunde weggee ſchafft und deſſen Uebertritt in den Koͤrper verhindert. Innerliche Mittel ſind dabey ganz uͤberfluͤſſig. Wenn man ſich indeſſen durch den Gebrauch derſelben noch ſichrer zu ſtellen vermeynet, ſo kann man ſich der Maywuͤrmer, der ſpaniſchen Fliegen, oder vorzuͤglich des Pulvers von den Wurzeln der Belladonna oder Wolfs⸗ kirſchen bedienen. Da aber dieſes ſehr heftigwuͤrkende giftartige Dinge ſind, ſo darf man den Gebrauch derſelben nicht anderſt, als unter der Anordnung eines geſchickten Arztes wagen. Auch vom Weineſſig, in Menge genom⸗ men, hat man ſich große Wuͤrkung verſprochen. Man Die Roſen⸗ kann ihn reichlich unter das Getraͤnke miſchen. Aa 2 — - —— ——— . ——.— 7 872 Von dem Biß toller Hunde Roſenwurzek, das Kraut von rothem Gauchheil, rothem Huͤhnerdarm, das Erdmoos— das Kupfer, das Queck⸗ ſilber u. d. M. m. ſind weniger bewaͤhrt, zum Theil ganz unnüuͤtze. Man thut wohl, wenn man ſich alle Tage des Mor⸗ gens in ein halbes Bad von lauwarmem Flußwaſſer, oder wenigſtens in ein Fußbad ſetzet. Den Kopf, die Haͤnde und Fuͤße muß man oft mit warmem Waſſer abwaſchen. Man darf nicht zur Ader laſſen, wenn die Adern nicht ſehr aufgetrieben, und der Gebiſſene vollbluͤtig iſt. Waͤhrend der Kurzeit darf der Gebiſſene nicht ſoviel als er ſonſt gewohnt war, und zumal wenig oder kein Fleiſch genießen. Er muß ſich mit Suppen, gekochtem Obſte, Gemuͤſen, Mehl⸗ und Milchſpeiſen begnuͤgen. Des Weins, Brannteweins, der Gewuͤrze und anderer hitzigen Dinge, muß er ſich enthalten. Er darf ſonſten nichts trinken, als duͤnne Gerſten⸗ oder Haberbruͤhe, mit Eſſig oder Zitronenſaft und Zucker, Buttermilch, ſaure Molken oder Wa ſſer mit Milch vermiſcht. Vor allem, was das Blut in Wallung bringet, vor allzuſtarker Warme und hitzigen Stuben, vor jeder heftigen Leibesbewegung und vor ſtarken Gemuͤthsaffecten muß er ſich in Acht nehmen. Dadurch wird man allen den fuͤrchterlichen Zufaͤllen, die ſonſten auf den Biß wuͤthiger Thiere erfolgen koͤnnen, ſo gewiß vorbeugen koͤnnen, daß man deshalben vollkom⸗ men beruhiget ſeyn kann. Man muß den Gebiſſenen Muth zuſprechen, man muß ſie zu bereden ſuchen, daß die ganze Sache wenig oder nichts zu bedeuten habe; denn wenn ſie erſchreckt und bange werden, ſo bekommen ſie eher die Waſſerſcheue, als ſonſten geſchehen ſeyn wuͤrde. 32 A Dad von 1nen 8 „and der Gebiſen nith t Karzei darf de Gaſa ehnt war, und n m Er muß ſch mit Sna, Mehl: und Micag rannteweins, der Gertt muß er ſich enthalten. 8. 14 düͤnne Eerſten, edn za miaft und Zucker, Dut Milch vnmiſct Wallung hringet, voraly * der jeder heſtigen emüthsafferten muj ei man allen den ſirchit en 2 9 vüthiger Thien ei en Wanen, daß man daſen „ . den 4 „ uchen, daß di zagde Sabe; denn dent 4 6 demmn ckemm ſcyn hte —* 4 4 Gebaſſinen Muth zat, ſo iſt wenig Hoffnung zur Rettung des Ungluͤckl und der Waſſerſcheue. 378 §. 278, WBas man zu thun hat, wenn jemand nach dem Biß eines wüthigen 3 Shiers die Waſſerſcheue bekommt. Wenn man hingegen die Wunde dernachläßtget, wenn . ſie bald nach dem Biß und ohne vorgaͤngige Eiterung zu⸗ gegangen iſt oder zugeheilt worden, ſo kann man nicht ſicher ſeyn, daß der Gebiſſene die Waſſerſcheue nicht be⸗ kommen werde. Wenn man in dieſem Fall die geringſte Spuren der anfangenden Krankheit bemerket,— wenn die Wunde zu jucken anfaͤngt, der Gebiſſene ſieberhaft, furchtſam und traurig wird ꝛc. ſo muß man augenblicklich die Wunde, wenn ſie zugeheilet und vernarbet iſt, wieder aufſchneiden oder tief aufritzen, und ſo wie im vorigen d. gelehrt wor⸗ den, behandeln. Wenn der Kranke gleich im u Anfang Druͤcken in der Herzgrube und Beklemmung hat, ſo iſt ihm ein Brech⸗ mittel dienlich, und wenn ſein Puls voll, und das Geſicht feurig iſt, ſo muß er zur Ader laf ſſen. Moehr iſt bey einer guten Diaͤt nicht noͤthig. Doch kann zum Ueberfluß auch eins von den im vorigen§. an⸗ gegebenen innerlichen Mitteln gebraucht werden. Wenn die Waſſerſcheue vollkommen ausgebrochen iſt, ichen mehr uͤbrig; aber man muß ihn doch noch mit Menſchenliebe verpflegen, auch dann noch, wenn die Krankheit zum hoͤchſten und bis zur Wuth geſtiegen iſt. Es waͤre Grau⸗ ſamkeit ihn in dieſem Zuſtand zu verlaſſen und— tieſe Barbarey war es, wenn man das Leben ſolcher Ungluͤck⸗ lichen gewaltſamer Weiſe verkuͤrzte. Unter allen Mitteln, die man gegen dieſe traurige Keankheit empfohlen hat— der Fieberrinde, dem Kam⸗ Queckſilber und den Zuberei⸗, tungen Vieſam. wuyne. pfer, Aa z 574 Von dem Biß toller Hunde tungen daraus ꝛc. iſt kein einziges zuverlaͤßig, und blos ein Arzt kann es beurtheilen, welches davon nach den vor⸗ ſeyenden Umſtaͤnden gebraucht werden darf. Das ſchreckende Untertauchen des Kranken in kalteg Waſſer iſt mehrentheils ſchaͤblich. Wenn es aber moͤglich iſt, ſo bade man ihn alle zwey, drey oder vier Stunden in lauwarmem Waſſer, und gebe ihm zum oͤftern Kiyſtiere von warmem Waſſer und Milch. Man quaͤle ihn nicht mit Zunoͤthigungen zum Trin⸗ ken, es verſchlimmert ſeine Umſtaͤnde, und beſchleuniget ſeinen Tod, wenn er ſſch dazu zwinget, §. 279. Wie man verhüten kann, daß die Hunde nicht wüthig werden. Man ſollte ſich keine Hunde halten, die beißig und zum Raufen geneigt ſind, ſie erhitzen ſich eher und werden leichter wuͤthig als andere. Man kann die Anlage zur Wuth bey den Hunden vermindern, wenn man verhindert, daß ſich keine faule Schaͤrfe in ihrem Blut erzeuget. Man darf ihnen daher im Sommer wenig oder gar kein Fleiſch, am wenigſten ſolches das faul iſt, oder unreines faules Waſſer geben, und ſie nicht in der brennendſten Hitze auf trocknen Gefiß den umher laufen laſſen. Sie muͤſſen hinlaͤngliches friſches Trinken haben, welches manchmal mit ein wenig Eſſig vermiſcht werden kann. Es iſt nuͤtzlich, wenn man ſie taͤglich waͤſcht. Aber es hilft gar nichts zur Verhuͤtung der Wuth, wenn man die Hunde vor den Kopf brennet, wenn man ſie verſchneidet, oder den ſehnigten Theil unter der Zunge, den man den Wurm nennet, weg⸗ nimmt. §. 280. dn dem ðñß tia a K. kein tinjges 1 burn riheil len, 1 e ens,dennag nde Uueertauchen 1 umnhaus ſcädt. ats. 3—n le ng, waa 1 Baſſer, und gehe in ah. haſſer und Micch. ihn nicht mt Zun lähgn, nmert ſeine Umſtände, 9 Ner ſcch dazu Iwiaze. 4. 173. 1 kana, dat Ne Hank ace. ich keine Hunde halte, k gt ſind, ſie erhihen ſc ie 3 andere. 8e Aalage zur Waff ſc in man verhindert, deß ſil Blat Nu uit g oder gar kem Fkſch, a. d., oder anreines ſäals de erzeuget. der hrennendſten Hihe auf n aſfen. Sie müſen ſinüntt pelches manchmal nit 1 tann. Es iſt utzüch, 1a a er es hilſt gar nichts u man die Hunde ror da u oder den ſüit rſchneidet, urn uM zen man den 8 wuͤthigen Hunde leicht ausweichen. 8 und der Waſſerſcheue. §. 280. Wie man gebiſſene oder wüthige Thiere behandeln muß. Wenn eine ungewoͤhnliche Traurigkeit und mehrere im 275.§. erzaͤhlte Zufaͤlle, die bey einem Hunde ent⸗ ſiehende Wuth vermuthen laſſen, ſo muß man ihn ſogleich anbinden, oder in eine beſondere Verwahrung bringen. Man werfe ihn oͤfters ins Waſſer, oder begieße ihn damit, und gebe ihm viel friſches Waſſer mit Eſſig ver⸗ miſcht zu trinken, aber nur wenig zu freſſen. Wenn es beſſer mit ihm wird, ſo darf man ihn doch innerhalb etlichen Monaten nicht freylaſſen. Man muß eben ſo verfahren, wenn Hunde oder an⸗ dere Thiere von einem andern wuͤthigen gebiſſen worden. Die Wunden muß man mit einem gluͤhenden Eiſen aus⸗ brennen, und zum oͤſtern mit ſcharfer Seiſenſiederlauge auswaſchen, oder Spaniſchſliegenpulver, lebendigen Kalk und Salz hineinſtreuen. Die offenbare Wuth bey den Thieren macht es theils unmoͤglich, ihnen etwas beyzubringen, theils iſt ihre Behandlung auch mit zu großer Gefahr verknuͤpft. Es iſt am ſicherſten, daß man ſie toͤdtet, §, 281. Einige Erinnerungen. In der Nachbarſchaft eines Waſſers kann man einem Eine glänzend weiße Kleidung ſchreckt ihn zuruͤck und gewaͤhret in ſo ferne einige Sicherheit. Es iſt leichter der Wuth vorzuhauen, als ſie zu heilen. Ein Gebiſſener muß ſich daher ohne Zeitverluſt nach Huͤlfe umſehen, wenn auch die Wunde dem Anſehen nach noch ſo geringe und unbedeutend ſcheinet. zoͤgerung erhoͤhet die Gefahr. Jede Ver⸗ Die anfangende Krankheit Aa 4 wind 896 Von den Biſſen und Stichen wird ſelten geheilet, und niemals wird ſie e0 wenn ſie zu einem hohen Grad geſtiegen iſt. Man ruͤhmet, außer den obengedachten, ſonſt noch viele, theils ganz unwirkſame, zum Theil heftig brechen⸗ machende Mittel. Dieſe muß man durchaus nicht gebrau⸗ chen. Es iſt ſehr gefaͤhrlich, wenn man die von einem wuͤthigen oder zornigen Thier gebiſſene Wunde mit dem Mund ausſauget. Auch der aͤußerliche Gebrauch der Haare eines wuͤthigen Hundes iſt unnuͤtz und ſogar ſchaͤdlich, weil dieſe Haare leicht mit dem Geifer des wuͤthigen Thieres beſudelt ſeyn koͤnnen, und weil man im Vertrauen auf ein ſo unnuͤtzes Mittel den Gebrauch der zuverlaͤſſigen Mittel vernachlaͤſſiget. Bey der Behandlung eines Wuͤthenden, darf man weder zu furchtſam noch unvorſichtig ſeyn. Zwar beißen dergleichen Ungluͤckliche nicht, oder ſehr ſelten, und auch der Speichel iſt ohne Biß nicht anſteckend; aber man huͤte ſich doch, daß man nicht ſonſt auf irgend eine Art verletzt werde. Alles was der Speichel eines Waſſerſcheuen beruͤhrte, ſeine Kleider— das Geſchirre, woraus er getrunken, alles was er an den Mund gebracht, oder ſonſten beſudelt hat, ſelbſt das Inſtrument, womit die Wunde erweitert worden, muß ſorgfaͤltigſt weggeſchafft werden. 1 Der Stall, wo ein wuͤthiges Thier geſtanden iſt, muß gereiniget werden, ehe man wieder ein geſundes hinein⸗ bringt. Stirbt jenes, ſo muß man es tief in die Erde vergraben. Von den Biſſen und Stichen giftiger Schlangen und anderer Thiere. §. 282. Zufälle, welche der Biß der Vipern verurſacht und Hülfsmittel dagegen. In unſern Gegenden giebts nur wenig von Natur ziſtige Thiere. Unter den innlaͤndiſchen Schlangen iſt nur 4 1 zer de n T mtgan— naifer Jach der zu nethiht des iſt unni ni geſi R m u dem Ganſie ba 3 An 11 und weil rna b — nhaet. Achandlung ein Pühen um nech unnanſctt aa Kiche nicht, ode ſiſeſte . d nicht anſtechad, aan nicht ſonſt auf ir pen 1 der Speichel eines Diſſcta — das Eeſchiert, daerut den Mund zeüratt, ntit Inſtrument, pentt he Ar. ergfältigſt wezgeſchtff de po ein wüͤthiges dhar gir n, ede man viche en ſ t jenes, ſe uuf un awin en und E Stiouſ igen und andertt J 111. d4 R Vann wrd Mi Gegenden 8 1r 3s Unat den WMu tel den Senug r, “ ““— * 2 —— giftiger Thiere. 37„ nur die Viper giftig, die Nattern, Ottern und die Blind⸗ ſchleiche ſind es nicht. Nicht leichtlich iſt der Biß von der Viper fuͤr ſich toͤdtlich, ohngeachtet er ſehr heftige Zufaͤlle verurſachen kann, ſtechende Schmerzen in der Wunde, eine Geſchwulſt —an dem verletzten Theil, die ſich bald auf die naheliegen⸗ den Theile ausbreitet, Fieber, abwechslendes Schaudern und Hitze, Ueblichkeit, Brechen, Beklemmung auf der Bruſt, Beaͤngſtigung, Herzklopfen und Ohnmachten. Doch uͤberwindet die Natur in den mehreſten Faͤllen das Gift, und man kann den ebenerwaͤhnten Zufaͤllen durch einige Mittel leichtlich vorbeugen. Es iſt gar was gewoͤhnliches, daß man das Glied uͤber der Wunde, wenn man von einer Viper gebiſſen worden, mit einer Schnur oder ſonſt etwas umbindet, in der Meynung, daß man dadurch das Gift vom Koͤrper ab⸗ halten koͤnne. Einigen Kraͤutern, unter andern dem Eiſen⸗ kraut und Ginſter ſchreibt man insbeſondre eine giftabhal⸗ tende Kraft zu, wenn ſie ſo gebraucht werden. Aber das nutzet zu nichts, und das Vinden kann ſogar Gelegenheit dazu geben, daß der verletzte Theil brandig wird. Kan thut wohl, wenn man gleich auf der Stelle mit dem erſten dem beſten Meſſer, das man haben kann, einige Einſchnitte in die Wunde macht, die mehrentheils ſehr klein iſt, und ſie dann mit friſchem Urin wohl auswaͤſcht. Hernach muß man die Wunde und das ganze Glied mit Baumoͤl beſtreichen, und ſolches uͤber einem Kohlfeuer wohl und lange einreiben— dann Leinwandfaͤden mit Baumoͤl befeuchtet, uͤberlegen, und das ganze Glied mit in Baumoͤl getauchten leinenen Lappen oder koͤſchpapier umwickeln. Kann aber das alles nicht geſchehen, ſe baͤhe man das Glied eine Viertelſtunde lang mit warmer Milch und reibe hernach die Wunde mit dem Saft von Knoblauch 4“ 8 Von den Biſſen und Stichen oder Zwiebeln, oder man lege etwas Schießpulver auf die Wunde und zuͤnde es an. In einigen Gegenden bedient man ſich der Erdbaͤder gegen die Schlangenbiſſe. Die Gebiſſenen laſſen ſich bis uͤber die Stelle, wo der Biß geſchehen iſt, in die Erde eingraben, und halten in dieſer Stellung ſo lange aus, his ſie Linderung verſpuͤren. Alle zwey bis drey Stunden, gebe man dem Puantet jedesmal zehn Tropfen vom fluͤchtigen Salmiakgeiſt mit Waffer oder warmem Thee, oder ſtatt deſſen einen Loͤffel⸗ voll von dem ausgedruckten Saft von zerquetſchten Eſchen⸗ blaͤttern. Wenn keins von dieſen Dingen bey der Hand iſt, ſo laſſe man ihn je uͤber zwey Stunden einen Eßloͤffel⸗ voll Baumoͤl nehmen. Hat man kein Baumöͤl, ſo kann man ſich auch jedes andern Oels, inn; und aͤußerlich bedienen. Der Kranke darf keinen Wein, keine ſaure Speiſen und Getraͤnke genießen. Er muß fleißig Thee von Hols derbluͤthen oder warme Milch trinken, damit er in Schweiß komme; denn davon haͤngt die mehreſte Huͤlfe ab. §. 283. Einige Mittel, wenn man von Spinnen geſtochen, oder Kröten beſpritzt worden. Einige große auslaͤndiſche Spinnen ſind allerdings giftig, aber die unſrigen, ſelbſt die groͤßern Kreuzſpinnen, ſind es nicht. Ihr Stich verurſacht hoͤchſtens eine geringe Entzuͤndung, die man leicht heilen kann, wenn man die verletzte Stelle mit warmer Milch baͤhet.— Man hat gar nichts davon zu befuͤrchten, wenn man ungefaͤhr eine Spinne verſchluckt hat, und es iſt nicht koͤthig, etwas des⸗ wegen zu brauchen. Auch vfen dem uüta a 1 um Ther, eha iin e gtoruckten Q46 1 D 9 1„„41„ R Kume dmn durſen dam 1 5 4 1 4 dher 2 79 Lenaa en. Daumäl, ſo kan na und aͤugerlich koiene arf keinen Wein, bie i eten. Exr au ſtg der ¹ v 1 7 4* enKK 2n hangt die vehat zih 2 — 4 335 5 et. 0 nn den Seinen ſeech de „ ei Ler. auslladiſche Erimn h eigen, ſäbk di gihm de D ich derur ece ſac ta d man kaicht heum kun, 4 emer Mlc bhe- def Urchtan, umn nu 3 t und u ijnit i tuz „ 41 Speichel vergiften. giftiger Thiere. Auch die Keoͤten, die Eidexen und die Molche haben kein Gift. Es iſt eine Fabel, daß die Kroͤten manche Gewaͤchſe, wie die Salbey und Erdbeeren, mit ihrem Die Feuchtigkeit, welche ſie von ſich ſpritzen, wenn ſie gereizt werden, iſt zwar ſcharf, und verurſacht eine rothlaufartige Entzuͤndung auf der Haut. Man darf ſich aber deswegen nicht bange ſeyn laſſen; denn es erfolgen keine ſchlimmern Zufaͤlle. Man ruͤhmt die friſchen Rautenblaͤtter, oder eine Abkochung davon uͤberzu⸗ legen; das aber iſt nicht einmal noͤthig, man waſche ſich nur ſogleich mit Waſſer ab, oder, wo das nicht zu haben iſt, mit friſchem Urin. §. 234. Hülfsmittel für die Stiche von. ücken, Weſpen, Bienen 18. Man kann die Stiche von Muͤcken, Bienen, Weſpen, Horniſſen faſt fuͤr vergiftete Wunden anſehen. Sie erre⸗ gen oft heftige Schmerzen, Geſchwulſt, und wenn man an einem empfindlichen Ort, oder an mehrern Orten zu⸗ gleich geſtochen worden, ein mehr oder weniger ſtarkes Fieber, Kopfwehe, Schlafloſigkeit— Ohnmachten und Zuckungen. Man kann doch die Geſchwulſt und Schmerzen von dergleichen Stichen mehrentheils verhuͤten, wenn man den ſteckengebliebenen Stachel des Thieres ſogleich herausziehet, und den Ort mit Vaumoͤl reibet. Man kann auch geſtoßne Peterſilienblaͤtter oder zerſtoßene Mohnblaͤtter auflegen, oder gequetſchte rohe Kartoffeln, oder die geſtochene Stelle mit dem milchartigen Safte aus unreifen Mohnkoͤpfen ſalben. Die Peterſtlienblaͤtter, die Mohnblaͤtter und die Kartoffeln muß man ſo oft friſch auflegen, als der erſte Aufſchlag warm geworden, und das ſo lange, bis alle Schmerzen verſchwinden. Wenn ſonſten nichts bey der Hand iſt, ſo darf 379 Von den aͤußerlichen darf man nur etwas Ohrenſchleim auf den Stich einreiben, oder die geſtochene Stelle mit friſcher und ſeuchter Gartem⸗ erde bedecken. Wenn der Stiche ſehr viele, und die Zufalle heftig ſind, ſo muß man zur Ader laſſen, vielen Holderthee, warme Gerſtenbruͤhe mit Eſſig und Honig oder Molken trinken, und zum oͤftern ein Klyſtier nehmen. Man kann ſich vor den beſchwerlichen Muͤckenſtichen etwas ſicher dadurch ſtellen, wenn man die Fuͤße ꝛc. mit gemahlenem Senf reibet— und in den Sommernächten, wenn man entweder in der Nebenſtube, deren Thuͤre offen ſtehet, oder auch da, wo man ſchlaͤft, doch in der wei⸗ teſten Entfernung vom Bette, ein Nachtlicht brennet. Sechzehnter Abſchnitt. Von den aͤußerlichen, oder chirurgiſchen Krank⸗ heiten. §. 285. Einige allgemeine Anmerkungen. De aͤußerlichen oder chirurgiſchen Krankheiten begreifen die Wunden, Quetſchungen, Verrenkungen, Beinbruͤche, Brandſchaͤden, Geſchwuͤlſte, Geſchwuͤre, Bruͤche.— Von vielen gilt eben das, was ſchon mehrmals von innern Krankheiten erinnert worden, daß ihre Urſachen und Zus faͤlle ſo mannigfaltig, oft ſo verſteckt und verwickelt ſeyn koͤnnen, daß niemand als ein geſchickter Arzt oder Wund⸗ arzt im Stande iſt, ſie zu beurtheilen, und ſchickliche Genesmittel dagegen zu verordnen. Die Natur leiſtet bey der Heilung der außerlichen Krankheiten ſo gut, wie der innern unendlich viel. Der Wund⸗ 1 5 1 ſeücche u 5 5 3 in A* drite N de du u be— unzj an . Nadante kr 4 a! VA A[p 5G 4 A 9 4 A es ͤrr. ir A Aiin. menn neun 4 Pder chirurn iccee duh ] geichunaen, Derrendge d 1.14 Geſchwuͤlſe Geſorin, 22 en d4 Det ſchon neens ſt ¹ derſiick! 57 zand alf ein ee die nicht hat, i 4 8 4 2 an ſoa, 33 Ih. oder chirurgiſchen Krankheiten. 581 Wundarzt traͤgt nichts anders dazu bey, als daß er die Hinderniſſe der Heilung wegraͤumt, z. B. die Theile in ihre gehoͤrige Lage bringt, fremde 88 per und Unreinig⸗ keiten aus den Wunden und Geſchwuͤren wegnimmt ꝛc. Aber dazu gehoͤrt ſchon viele Kenntniß und Uebung. Wer ſt kein Wundarzt, ſondern ein chirurgiſcher Pfuſcher, ein* ſo ſchaͤdlicher Mann, als der Quack⸗ ſalber, der innerliche Krankheiten heilen will, ohne daß er ſie kennet. Man kann in ſehr vielen Faͤllen die Huͤlfe eines Wundarztes ſchlechterdings nicht entbehren, und man thut allemal wohl, wenn man ſie zeitig genug ſucher, und ſich ſeinen Verordnungen willig unterwirft, geſetzt auch, daß er eine ſchmerzhafte Operation vornehmen wollte; denn oft iſt ſolche das einzige Mittel, um das Leben zu retten. Man traͤgt ſich mit einer Menge von aͤußerlichen ge⸗ ruͤhmten Mitteln, Pfiſtern, Salben, Wundbalſamen u. dergl. Ein jeder Stuͤmper beruͤhmt ſich ein geheimes Mittel zu beſitzen, dem er Wunderkraͤfte beylegt. Aber alle dieſe hochgelobton Dinge ſtiften unſaͤglich viel Schaden und— uutzen faſt gar nichts. Die Na atur thut alles, wenn ihr keine Hinderniſſe im Wege lie⸗ gen, und ihre wohlthaͤtigen Bemüuhungen unterſtuͤtze und befoͤrdert werden. Und das muß hauptſaͤchlich, durch eine gute Diaͤt geſchehen. Sie iſt ſo noͤthig, daß ſogar die leichteſten Wunden durch Diaͤtfel hler gefaͤhr⸗ lich werden koͤnnen. Von den Wunden. §. 286. Welche Wunden man ſelbſt heilen kann. Wenn eine Wunde ſehr groß, oder in eine Hoͤhlung des Leibes, in die Bruſt oder den Unterleib eingedrungen —— —.—— “ 382 Von den Wunden. iſt, wenn Gelenke verletzt ſind, oder die Wunde bis auf die Knochen eingienge, wenn ſie gefaͤhrlich blutet, oder wenn ſich ſchwere Zufaͤlle, ſehr heftige Schmerzen, Ohn⸗ machten, Kraͤmpfe, Zuckungen ꝛc. dabey einſtellen, ſo iſt es durchaus nothwendig, daß man ſchleunig bey einem Wundarzt Huͤlfe ſuche. Aber geringere Wunden, die nur in die Haut und das Fleiſch gehen, die nicht ſehr groß ſind oder ſtark blu⸗ ten, und ſonſt keine ſonderliche Zufaͤlle verurſachen, kann man ſich leicht ohne Beyhuͤlfe ſelber heilen. H. 287. Einige Heilungsmittel für geringe Wunden. Bey ganz kleinen Wunden iſt nichts beſſer, als daß man ihre Raͤnder an einander zu bringen ſucht und ein Stuͤckchen ven engliſchem Pflaſter mit Speichel benetzt, oder ein Eyhaͤutchen aufleget. Diejenigen Wunden, die etwas berraͤchtlicher ſind, laͤßt man erſt ausbluten.— Wenn das Blut nicht gar zu ſtark kommt, ſo kann man es allemal ſo tange laufen laſſen, bis es mehrentheils von ſelbſt aufhoͤret— dann reinigt man die Wunde durch Auswaſchen mit warmem Wein vom Blute, und druͤckt ſie zuſammen, ſo daß die Raͤnder ſo genau als moͤglich an einander kommen, legk ferner ein leinenes Paͤuſchchen in Eyweiß oder zerlaſſenen Schreinerleim getaucht, oder auch ein Pſtaſter von Schuſter⸗ pech daruͤber, und befeſtiget ſolches mit einer Binde; die aber nicht feſter angezogen werden darf, als eben noͤthig iſt, daß ſich das Paͤuſchchen oder Pflaſter nicht verſchiebe⸗ Dieſen Verband kann man ſo lange darauf laſſen, bis die Wunde voͤllig geheilt iſt. Wenn er fruͤher losgehet, ſo verbindet man wieder auf die naͤmliche Art⸗ Wenn Von den „ Aun. 8 ni zntett Von den Wunden. 583 „ l, zakn sss, denn ſe cs Wenn man eine Wunde nicht ausbluten laͤßt, wenn 4 4 ſehr wen ſte nicht rein gehalten worden, oder wenn ſie gequetſche ikungen r* worden, wenn ſie ſehr betraͤchtlich, und von dem verwun⸗ ndig, daß na ba deten Theil etwas verlohren gegangen iſt, ſo daß man die uche Naͤnder der Wunde nicht an einander bringen kann, ſo men entſteht allemal eine Entzuͤndung und Eiterung. Wenn Mk 7. dis Sice rg das geſchiehet, ſo muß man waͤhrend der Entzuͤndung, M n 1 9„ 8 1 2 3 de onderhs, ,. wenn die Raͤnder der Wunde aufſchwellen, roth und ſchmerz⸗ Aoerliche zafälea ae Denhüͤlte ic 90 haft weiden, taͤglich etlichemat einen erweichenden Aufſchlag von Brodkruͤmmeln mit Milch zu einem Brey gekocht, und mit ein wenig Oel vermiſcht, uͤberlegen. Man darf aber 8 9 den Schorf, oder das geronnene Blut, ſo ſich etwa in der detlangtm tnn ſir mnn 4. Wunde angeſetzt hat, nicht abſtoßen, es geht endlich von ſelbſt los. Sobald ſich die Röͤthe, Geſchwulſt und Schmer⸗ zen wieder verlieren, und die Wunde anfaͤngt zu eitern, an einander p nat ſo verbindet man ſie etwa taͤglich, oder alle zwey Tage naliſchem Pfale ut n allemal mit ausgezupften Leinwandfaͤden, die rein und den aufßeacr. trocken ſeyn muͤſſen. Man legt ſo viel davon in die Wunde, unden, die tau atz als man kann;— doch darf man ſte nicht hineindruͤcken, blnten.— Sm uh und daruͤber ein Leinwandpaͤuſchchen und Binde. Bey kann man w mahh dem folgenden Verband nimmt man ſo viel von der gezupf⸗ „derntbehls aus ſehtene ken Leinwand weg, als ſich thun laͤßt; denn man darf ande darh Tunte dasjenige, was feſt ſitzt, nicht losreißen, und legt wieder . 32 wi h um ein wenig friſche auf. Wenn die Wunde ſo nicht heilen will, ſo gehe man zu einem Wundarzt. Die Oele, Salben, Wundbalſame, Wundtraͤnke und aun dergl. ſind mehrentheils ganz uͤberſtuͤßig, und zum Theil aucht, oder zac aiin ſchädlich. Ob etwa bey ſtarken Verwundungen, Aderlaͤſſe, d befeſtaet eicei ann Klyſtiere und eigne Arzneymittel noͤthig ſeyn moͤchten, das ngeſege werden uf, N muß man lediglich der Beurtheilung des herzugerufenen * 3 einen Wanden iſ niht ⸗ * in 414 mäalich an eintnee n 4 Päyſchchen in Srui 12 Ap n · Päuſchche dier enn Arztes oder Wundarztes uͤberlaſſen. tunn Dan ſö Unte er 4ℳ Nem* d weNeiit if. ader auf de mnit 1* 7 Von den Wunden. §S. 288. Wenn man das Bluten ſtillen muß, und wie? Die Verblutung kann in manchen Faͤllen ſo arg ſeyn, daß der Verwundete davon ſterben wuͤrde, ehe es moͤglich waͤre, daß ein Wundarzt herbeykommen koͤnnte. Allemal, wenn große Adern in der Wunde verletzt ſind, und daher das Blut mit Gewalt herausſchießet, oder wenn ſonſt das Bluten ſtark iſt, und nicht aufhören will, und der Ver⸗ wundete daruͤber bleich und ohnmaͤchtig wird, ein Klingen vor den Ohren, Herzwehe oder Ueblichkeit bekommt, wenn ſein Puls klein, matt und zitternd wird— da muß man es ohne Zeitverluſt ſtillen. Man befeuchte geſchabte oder gezupfte Leinwand oder feines Loͤſchpapier mit ſtarkem Weineſſig, oder abgezoge⸗ nem Branntewein, und lege es auf die Wunde: oder man lege ein Stuͤck zubereiteten Eichenſchwamm(Zunder⸗ ſchwamm, Anh. 15. Abth.) auf. Man legt viele ge⸗ ſchabte Leinewand daruͤber, auf ſolche ein zuſammengeleg⸗ tes leinenes Paͤuſchchen, und umwickelt es mit einer Binde⸗ Man kann auch trocknes Weißmehl, gepuͤlverten Tiſchlet⸗ leim und Alaunpulver in die Wunde ſtreuen, oder geſchabte Leinewand mit dem Dicken, ſo ſich in der Dinte zu Boden ſetzt, befeuchten und uͤberlegen. Wenn ſich davon das Bluten nicht ſtillet, und die Wunde an einem Arm oder Bein iſt, ſo binde man den verletzten Theil uͤber der Wunde nach dem Koͤrper zu, mit einem etliche Finger breiten Band, und ziehe es etwas feſte, doch nicht gar zu ſtark zu Der Verblutende muß an einen luͤftigen kuͤhlen Platz gebracht, und mit dem verwundeten Theil ein wenig hoch gelegt werden. Man darf ihn nicht zu warm zudecken, und er muß immer in der groͤßten Ruhe erhalten werden⸗ Man ſollte ihm nicht einmal geſtatten, viel und laut zu reden. Er darf ſchlechterdings keinen Wein, Vier, Branntes wein „—— ——— — Nz de; 7 Herausſch 409 1 44 6 auſöen 8 8, teßet zan * e— [Tehe oder Ueächa 1n z „ n de- en. e 4 4* de dcheyſte nit Sutn een a im,. b und leot es af e * 8*⁴⁵ 7inbertiteten Eimibem 4.„ Ibch.) auf Nan auf ſolct 9 A am Mgi5 znähr * n6— Ff b 2 anhe Ereun 41 in it A M 11 berkeeen. Runhe mn t 1 und die m 35 1 „ 4* 8 p 4! 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Es muß in allen Stuͤcken dasjenige beobachtet werden, was oben§. 3 9. u. f. und§. 635. bey hitzigen und Entzuͤndungsfiebern empfoh⸗ len worden. Der Verwundete muß uͤberaus maͤßig leben, lauter duͤnne, ſchleimige, theils gelind ſaͤuerliche Getraͤnke und leicht zu verdauende Speiſen, aber keinen Wein, Branntewein, ſtarkes Bier, Kaffe, keine Fleiſchſpeiſen, Fleiſchſuppen, Speck, Eyer, gewuͤrzte oder geſalzene Sachen, ſcharfen Kaͤſe oder ſonſt etwas ſcharfes und er⸗ hitzendes, und niemals von einer feſten Speiſe viel auf einmal genießen. Je ſtrenger die Diaͤt iſt, deſto nuützlicher iſt ſie⸗ Manche, die ſo ſchwer verwundet waren, daß man zwei⸗ felte, ob ſie noch einige Tage uͤberleben koͤnnten, ſind den⸗ noch geheilt worden, da ſie Wochenlang nichts anders, ais duͤnne, mehlig⸗ ſchleimiche Getraͤnke ohne Salz, zu ſich genommen und ſich vor allem, was die Entzuͤndung befoͤrdern konnte, gehutet hatten. Dagegen haben ſich manche, deren Wunden eben ſo ſchlimm nicht waren, da⸗ durch den Tod zugezogen, daß ſie ſich an die eingeſchraͤnkte Diaͤt nicht binden wollten. B 5 Der ————— — —— — — — Von den Wunden. Der Verwundete muß an einem Orte liegen, wo eine reine und friſche Luft iſt. Der verwundete Theil muß warm gehalten, aber alle Bewegung deſſelben muß ſorg⸗ faltig vermieden werden.— Der Kranke muß ſich üͤber⸗ haupt ſehr ſtille halten, beſonders auch ſich vor Gemuͤthe⸗ bewegungen, vor Zorn, Bekuͤmmerniß ꝛc. ſehr in Acht nehmen. Der Beyſchlaf iſt den Verwundeten nachtheilig. §. 290. Von Splittern, Dornen und dergleichen, die in die Hant ein⸗ gedrungen. Es ſcheint eine Kleinigkeit zu ſeyn, wenn man ſich mit einem Dorn, Holz⸗ oder Knochenſplitter, Schiefet u. dergl. ſticht oder ritzet. Indeſſen ſind doch die Folgen davon oft ſchmerzhaft genug. Wenn man den ſtemden Köoͤrper Bieich wieder herausziehen kann, ſo hat die kleine Wunde gemeiniglich nicht viel mehr zu bedeuten. Doch kann man, um alle Geſchwulſt und Entzuͤndung zu verz hindem, d e Wunde durch einen leichten Verband gegen die Luft ſcht ben, oder einige Tropfen Schweinsgalle(die gan durchgeſeihet hat, und in einem Glaſe aufhebt) auf die Wunde fallen laſſen, oder welches noch beſle iſt, etwas davon auf ein leinenes Laͤppchen geſtrichen uͤberlegen. Wenn der fremnde Koͤrper ſtecken bleibt, ſo folgt alee mal eine Entzuͤndung, und ein mehr oder weniger betraͤchte liches Geſchwuͤr, nachdem der Theil iſt, welcher verletzt worden. b Um dieſem zuvorzukommen, ſucht man entweder die Haut zu erweichen, indem man den verletzten Theil in warmes Waſſer haͤlt, oder etwas Schmalz darauf legt, oder man macht einen kleinen Einſchnitt, damit man den Dorn ꝛc. deſto bequemer, etwa mit einer kleinen Zange ergreifen und herausziehen koͤnne. Dieſes darf aber nicht mehr vor G. d. ſeſi Ai 1i aine 1 denn nof ſch lte, eſet doch di ſ on n den ſt den ieeine cr e tht ntwedt die 1 T in darauf egt, it maß den ne 3 nge aher icht fehr m 4 bit din T Von den Contuſionen, ꝛc. 387 mehr geſchehen, wenn ſchon eine Geſchwulſt dazu geſchla⸗ gen iſt.. Erzeugt ſich wirklich Eiter, ſo oͤffnet man die Beule, und legt dann ein Stuͤckchen ungeſalzenen Speck darauf, bis die Heilung erfolget. Von den Contuſionen, Auetſchungen, Verſtauchungen, Verrenkungen, Beinbruͤchen. §. 2 9 1. Aeußerliche Mittel bey Contuſtonen. Wenn man ſich durch einen Stoß, Fall, oder eine Klemmung gequerſcht hat, ſo iſt entweder eine Wunde dabey, oder die gequetſchte Stelle iſt blos mit Blut unter⸗ laufen. Manchmal ſieht man aͤußerlich nur wenig, wenn dennoch die innerlichen Theile viel gelitten haben. Diejenigen Quetſchungen ſind gefaͤhrlich, walche den Kopf, die Bruͤſte bey Weibsperſonen und andre empfind⸗ lichen Theile betreffen, wo zugleich große Blutgefaͤße, oder Nerven zerriſſen, oder Knochen verletzt ſind. Wenn die Gelenke gelitten haben, ſo erfolgt die Heilung allemal langſam, es entſteht auch oft eine Steifigkeit, oder es erzeugt ſich ein Gliedſchwamm. Bey leichten Contuſionen hat man weiter nichts, als einige aͤußerliche Mittel noͤthig, um das ausgetretene Heronnene Blut zu zertheilen. Man loͤſet in einem Glas voll Brunnenwaſſer ſo viel Salz auf, als ſich darin auf⸗ loͤſen laͤßt, und vermiſcht hernach eben ſo viel Eſſig da⸗ mit. In dieſe Miſchung tunket man ein vierfaches leine⸗ nes Laͤppchen, legt es uͤber und umwickelt es mit einer Binde. Dieſes thut man taͤglich drey⸗ bis viermal. Man kann auch das Salzwaſſer oder den Eſſig, jedes fuͤr Bb 2 ſich 888 Von den Contuſionen, ſich gebrauchen, fengeiſt(Anh. Nr. 5 2.). Man legt ſie taͤglich ein paar⸗ mal mit einem Läppchen auf Die Beulen, welche von dem ausgetretenen Blut entſtanden ſind, darf man nicht. aufmachen, weil ſonſt leicht ein uͤbles Geſchwür daher entſtehen koͤnnte. Sie verlieren ſich nach und nach von ſelbſt. Es iſt ſehr ger woͤhnlich, daß man ſtarken B Sranntewein, Kampferſpiritus, Schußwaſſer u. dgl. m. uͤberlegt, wenn man ſich geſtoßen oder ſonſt eine Contuſton bekommen hat. In ſehr leichten Faͤllen kann man dieſe Dinge ohne Beden⸗ ken brauchen; aber bey etwas ſtaͤrkern Verletzungen nicht, weil ſie gar leicht ſchaͤdlich werden, und Entzuͤndung, Vereikerung und Brand verurſachen koͤnnen. Die Pflaſter und Salben ſind allemal ſchaͤdlich; das geringſte Uebek, ſo ſie verurſachen, iſt, daß die Heilung des Schadens verzoͤgert wird. Diejenigen Contuſionen, wo zugleich eine Wunde zu⸗ gegen iſt, koͤnnen nicht anders geheilt werden, als nach einer vorgaͤngigen Eiterung. Man kann erweichende Auf⸗ ſchlaͤge, Brodkruͤmmeln, Kleyen und dergl. mit Milch zu einem Brey gekocht— oder geſtoßnes friſches Peterſtlien⸗ kraut, Koͤrbel und Hauslauch uͤberlegen. Wenn aber die Wunde zu eitern anfaͤngt, ſo muß man ſie mit trockner gezupfter Leinwand verbinden, nach der im§. 287. gege⸗ benen Anleitung. Wenn man ſich an das Schienbein ſtoͤßt, Wunde in Eiterung gehet, und die ſo erzeugt ſich gar leicht ein offner Schaden, der ſchwer zu heilen iſt, zumal bey aͤlt⸗ lichen Leuten, die unreines Blut haben. Man kann ſie doch allemal verhuͤten, wenn man ein Stuͤcèchen eoͤſch⸗ papier mit Branntewein befeuchtet, auf die von der Haut entblößte Stelle legt, und ſolches oft wieder benetzt; aber immer darauf liegen laͤßt, bis die Stelle geheilt iſt. 8 ₰ 12 2 8₰ oder auch d Seifenſalbe und den Sei . Aen Kem eſhöiga reden, ü gn es be caenden laf dlun, nach knen, und n einige hamal de imen. in die d † G. 38. HOhen i ithan hat nöt oder ülkemittel s iſt iſtauchen u der n — — Uüige Schn Jander geg V d. m à ii wieder ad Paſer ihe lberl 10 und d ſuanng Bran — belomnen ſi kohne Heda ebungen nich Lntndung Depfua eringſe Uebe, des Scjadent m Pande ſe⸗ en, als nac weichende A mit Mich e s Peterſtl Lenn aber Re mit trockmn . 157, get t, und die t leicht ti mal bey ih Ndon kaan ſ jachen liſh zan der Hu beneßt; n ilt iſt 7 1 97 ölth in an 17 ulce in arf ha rich eſhvir ahn Und ruch m 6 worden, Dranntane, berlegt, h a Verrenkungen, Beinbruͤchen. §. 292. Wenn innerliche Mittel nöthig ſind, und welche 1 Wenn man ſich durch einen Fall oder Stoß ſehr ſtark heſchaͤdiget hat, oder wenn der Koͤrper heftig erſchuͤttert uͤberhaupt bey jeder gefaͤhrlichen Contuſton, darf man es bey dem Gebrauch der außerlichen Wittel nicht bewenden laſſen, ſondern man muß ſogleich zur Ader laſſen, nachher einen Thee von Fallkraut oder Wolverley⸗ blumen, und beyher haͤufig Molken trinken. Auch kann man einige Klyſtiere von Molken und Honig, und ein paarmal des Tages einen Loffelvoll praͤparirten Weinſtein nehmen. Der Kranke muß ſich ruhig verhalten, und eben die Lebensordnung beobachten, wie ein Verwunde⸗ ter(§. 289.). b Oben im 259.§. iſt ſchon gelehrt worden, was man zu thun habe, wenn jemand nach einem ſchweren Fall berzubt oder ſehr beklommen iſt, oder gar todt ſcheinet. §. 293. Hülfsmittel für Berſtanchungen, Verrenkungen, das Wehethun.— Es iſt faſt nichts gemeiner als das Vertreten oder Verſtauchen der Fuͤße. Man bekommt nach einem Fehl⸗ tritt, oder nach einer gewaltſamen Ausdehnung des Fußes. hektige Schmerzen im Fußgelen?. Doch iſts nicht aus⸗ einander gegangen. Eben ſo verſtaucht man ſich oft die Haͤnde. Das beſte, was man thun kann, iſt, daß man gleich im Anfang kaltes Waſſer uͤberſchlaͤgt, und ſolches ſo oft wiederholet, als es ſeyn kann. Oder man kann auch Waſſer mit Eſſig vermiſchen und dareingetauchte Tuͤcher uͤberiegen. Wens man keine Schmerzen mehr faͤhlt, und die Geſchwulſt vergangen iſt, ſo thut man ein wenig Branntewein dazu. Man muß ſich ſo lange ruhig Bb 3 halten, 390 Von den Contuſionen, ꝛc. halten, und hernach das Glied noch eine Zeitlang in einer Binde tragen, damit es nicht von neuem verſtaucht werde. Wenn man ſich verrenkt hat, und die Knochen aus ihrer natuͤrlichen Lage gekommen ſind, ſo iſt es durchaus noͤthig, daß ſie durch einen Wundarzt wieder eingerichtet werden, und je eher das geſchiehet, je beſſer iſt es. Allemal bleibt nach ſtarken Verrenkungen, beſonders wenn ſie veraltet ſind und vernachlaͤſſiget worden, eine Schwaͤche des verletzt geweſenen Theils und oft eine kleine Geſchwuiſt zuruͤck. Es hilft dagegen, wenn man das verrenkte Glied, nachdem es wieder eingerichtet worden, wechſelsweiſe alle zwey Stunden, einmal einige Minuten lang mit warmgemachtem Eſſig beſchlaͤgt, und das andre⸗ mal mit ſtarkem Branntewein benetzet, und ſolchen ſanft einreibet. Auch iſt es noͤthig, daß man das verrenkte Glied dann und wann gelinde bewege. Wenn es der Fuß iſt, ſo muß der Patient zuweilen vier bis fuͤnf Minu⸗ ten lang in natuͤrlicher Stellung ſtehen ꝛc. Wenn man beym Aufheben einer ſchweren Laſt, Schmerzen im Ruͤcken und Stechen in der Seite bekommt, oder ſich wehe gethan hat, ſo trinke man eine Abkochung von Faͤrberroͤthewurzeln(Anh. Nr. 20.), oder einen Thee von Fallkraut. Sind die Schmerzen ſehr heftig, ſo muß man zur Ader laſſen, und das uͤbrige gebrauchen, was bey ſtarken Quetſchungen im vorigen§. angerathen worden. Oft geſchieht es, daß man nach einer ſtarken Anſtren⸗ gung der Kraͤfte, nach einem Sprung oder Fall einen Krampf in den Fuͤßen bekommt. Da ſſt nichts beſſer, als daß man warmes Baumol einreibet. . 294. Einige Erinnerungen wezen den Beinbrüchen. Ein gebrochenes Bein muß von einem Wundarzt, ſobald als es moͤglich iſt, wieder eingerichtet werden. Dieſer dir oin he und! crrdnen ſict befſe ſch eie 1 - Gurh die bäroch dich den in ſem. 2 e de Mh ſittlich Aa dem vert Wemn date näthi Fſer ange dn, ader ſo deen geworn lam keine, Nſtnte finr Wunzüg au füßt n be, Und ſbotden.— ſtäalch, unn ech Tena T en Nadel tber man d hernach le 3 känvand dila NA, teſtutnn ſt hn 1 ſt Gun ſer aan eſſeſtag didet aac dai R Mittel fuͤr Brandſchaͤden. 391 Dieſer wird dann nicht verſaͤumen, die noͤthige Diaͤt, Ruhe und Enthaltſamkeit von erhitzenden Getränken zu verordnen. Beinbruͤche, die an ſich nicht arg ſind, heilen leicht bey ſonſt geſunden Leuten. Ihre Heilung iſt ledig⸗ lich eine Wirkung der Natur, und man kann ſie weder durch die ſo geruͤhmten Bruchpflaſter, durch das Einwickeln des gebrochenen Glieds in warme Hundeſelle— noch durch den innerlichen Gebrauch des Bruchſteins u. a. be⸗ foͤrdern. Dieſe Mittel ſind alle wenigſtens unnuͤtzlich; aber die Pflaſter koͤnnen auch ſchaͤdlich werden, weil ſie leichtlich Ausſchlaͤge, Blaſen, Geſchwulſt und Entzuͤndung an dem verletzten Theil verurſachen. 9. 295. Mittel für Brandſchäden. Wenn man ſich nur leicht verbrennet hat, ſo iſt weiter nichts noͤthig, als daß man alte leinene Lappen mit kaltem Waſſer angefeuchtet, uͤberlegt, und damit alle Viertelſtun⸗ den, oder ſo oft wechſelt, als es auf der verbrannten Stelle warm geworden iſt. Man wiederholt es ſo lange, bis man keine Schmerzen mehr fuͤhlt. Das Waſſer vom Naͤrzſchnee wird vorzuͤglich dazu geruͤhmt; es hat aber keine Vorzuͤge vor anderm gemeinen Waſſer.— Oder man ſtoͤßt rohe Kartoffeln zu einem Brey, legt dieſen kalt uͤber, und verwechſelt ihn mit friſchem, ſobald er warm geworden.— Auch die Dinte und bloſes Salzwaſſer iſt dienlich, wenn man die verbrannte Stelle zum oͤftern damit beſchlaͤgt. Wenn Blaſen entſtanden ſind, ſo muß man ſie mit einer Nadel aufſtechen, damit die Feuchtigkeit herausfließe: aber man darf das duͤnne Haͤuechen nicht wegnehmen. Hernach lege man feiſchen Milchrahm oder eine Brand⸗ ſalbe(Anh. Nro. 50.) auf. Man ſtreicht ſie auf alte Leinwand und ernenert den Aufſchlag des Tags zweymal. Bb 4 Man 592 Von den Geſchwuͤlſten. Man kann ſich eben dieſer Salbe bedienen, wenn man ſich ſo ſtark verbrannt hat, daß die Haut hart, und auch das Fleiſch verletzt worden. Doch iſts noch beſſer, wenn man die Kruͤmmein aus einem Weck oder Semmel mit Milch zu einem Brey kocht, Eyern und drey bis vier Loͤffelvoll Leinoͤl darunter miſcht, und ſolches des Tags viermal friſch uͤberſchlaͤgt. In die⸗ ſem Fall entſteht faſt allemal eine Verſchwaͤrung, oft auch der kalte Brand. Wenn man ſich etwa durch heiße Suppe den Mund und Hals ſtark verbrannt hat, ſo iſt nichts beſſer, als daß man nach und nach eine gute I Menge ſuͤßen Rahm iſſet, Bey jedem großen Brandſchaden muͤſſen außerdem alle Mittel gebraucht werden, deren man ſich bey ſtarken Ent⸗ zuͤndungen bedienet. Man muß zur Ader laſſen, Klyſtiere nehmen, Molken und andere kuͤhlende Getraͤnke trinken, und uͤberhaupt die im 6 5§. vorgef ſchriebene Lebensorde nung beobachten. Von den Geſchwuͤlſten. §. 296. Vielfältigkeit der Geſchwülſte. Alle Theile des menſchlichen Koͤrpers koͤnnen anſchwel⸗ len, und alles, was die Gefaͤße verſtopft, kann Gelegen⸗ heit dazu geben. Daher gibt es gar vielerley Arten der Geſchwuͤlſte. Ich kann ſie hier nicht alle aufzaͤhlen, viel⸗ weniger abhandeln. Ich werde mich nur bey denjenigen aufhalten, die unter den gemeinen Leuten am haͤufigſten vorkommen, und die ſchicklichſte Art ſie zu behandein lehren. Dieſes ſind theils entzuͤndungsartige Geſchwuͤlſte, Geſchwaͤren, Bluteyſen, Froſtbeulen, der Wurm am Zinger. theils kalte Druͤſen; und Knotengeſchwuͤlſte, Ueber⸗ das Gelbe von ein Paar Por ernirden 59 We lwmnn, ſähen wei 7 w dan, E an von zif nd duch de dübn md ühulie ſadder auchà ntgebrach , und: lvrun. de jn 4 8 — —— nl ane En Wnläſing kache rn ii 3 brulenen nSnlgwaſ nanie W i Sene Dunn en gie danſchriehe ſn un uherlich a thaädal G lata iſtn Fhn rnte kit e heng ihſen, den rini Kfhiſ hhend eſhni Pum g ſcni A Von den Geſchwuͤlſten. 593 Ueberbeine, Kroͤpfe, der Gliedſchwamm, Warzen und Huͤhneraugen. §. 297.„ Von entzündungsartigen Geſchwülſten, Geſchwaren und Bluteyſen. Bey Wunden, Quetſchungen, Beinbruͤchen und Ver⸗ renkungen, entſteht gemeiniglich eine Entzuͤndung, des: gleichen, wenn man ſich irgend womit geſtochen hat, und der Dorn, Splitter, Schiefer, ſtecken geblieben iſt, wenn man von giſeigen Thieren geſtochen worden. Sehr oſt wird auch die Entzuͤndung erſt durch die Pflaſter, ranzige Salben und ſcharfe, geiſtige Mittel, deren man ſich bey aͤußerlichen Beſchaͤdigungen ſo haͤufig zu bedienen pflegt, oder auch durch ungeſchicktes und zu feſtes Verbinden her⸗ vorgebracht. Der Theil ſchwillt dann auf, wird roth und heiß, und man hat klopfende und ſtechende Schmerzen darinn. Bey jungen vollbluͤtigen Leuten entſteht auch manch⸗ mal eine Entzuͤndung von ſich ſelbſt, ohne aͤußerliche Veranlaſſung. Leichte Entzuͤndungen, die von einer gering en Ver⸗ letzung herruͤhren, haben insgemein wenig zu bedeuten; wenn man ſie aber vernachlaͤßiget, ſo koͤnnen ſie doch ſehr ernſthafte Folgen nach ſich ziehen. Man halte den ge⸗ ſchwollenen Theil etwas warm, und lege Paͤuſchchen, die mit Satzwaſſer und Eſſig befeuchtet ſi ſind, daruͤber, oder wenn eine Wande oder Quetſchung zugegen iſt, einen Brey aus Semmelkruͤmmeln und Milch oder Honig. Wenn eine Entzuͤndung ſtark iſt, ſo geſellet ſich alle⸗ mal ein Fieber dazu. Dann muß man das im 65.§. vorgeſchriebene werhaſtan beobachten. Die Anord dnung der aͤußerlichen Mittel, der innerlichen, wenn ſolche noͤthig ſind, des Aderlaſſens ꝛc. erwarte man von einem geſchick⸗ B b 9 Ken 394 Von den Geſchwuͤlſten. ten Wundarzte, der ohnehin bey ſchweren Verletzungen allemal geſucht werden muß. Wenn aber der Kranke vom Wundarzte entfernet iſt, wenn viele Zeit daruͤber verſtrei⸗ chen wuͤrde, ehe er herbeykommen— und unterdeſſen die Beſchaͤdigung verſchwellen koͤnnte, ſo muß man einſt⸗ weilen zertheilende Aufſchlaͤge machen. Man laͤßt ein Paar Haͤndevoll gewuͤrzhafte Kraͤuter und Blumen, Wer⸗ muth, Krauſemuͤnze, Meliſſen, Majoran, Raute, Salbey, Thymian, Quendel, Poley, Schaafgarben und Kamillen⸗ blumen ꝛc., welche man davon haben kann, mit einem Schoppen Waſſer nur einmal aufwallen, gießet halb ſo viel Eſſig dazu, tunket Tuͤcher in die warme Bruͤhe, druͤcket ſte wieder wohl aus und legt ſie uͤber: oder man naͤhet die Kraͤuter in ein Kißchen, weicht dieſes in warmen Wein und legt es uͤber. Man muß aber dieſe Aufſchlaͤge oft erneuern, ſonſt richtet man nicht viel damit aus. Entzuͤndungen, die von ſich ſelbſt und ohne aͤußerliche Beſchaͤdigung entſtehen, zertheilen ſich oft wieder, wenn man den entzuͤndeten Theil in warmgemachte Laͤmmerwolle einwickelt und warmen Thee trinket, oder etwas Holder⸗ mus in Molken einnimmt. Aber oft iſt dergleichen Ent⸗ zuͤndung eine heilſame Wirkung der Natur, die einen Theil von boͤſen Feuchtigkeiten dahin abſetzt, weiche ſonſt im Koͤrper haͤtten Schaden verurſachen koͤnnen, wie bey Kin⸗ dern, die oftmals Beulen hinter den Ohren bekommen. Sie neigen von ſelbſt zur Vereiterung, und es entſteht dann ein Abſceß, Geſchwaͤr, oder Schlier. Da muß man ſuchen die Geſchwulſt zuſammen und aufzuziehen. Man legt die Kruͤmmeln von Rockenbrod auf, die man mit Honig ſo vermiſcht, daß es einen ſteifen Brey gibt, den man dicke auf ein Tuch ſtreicht und etwas warm uͤberlegt. Das wiederholk man ſo oft, als der Brey kalt und trocken wird. Eine Miſchung aus weißem Mehl und Honig leiſtet bey ſolchen Beulen vortreffliche Dienſte. Wenn man ſieht, daß die gdaut ic Mdem utge üttn Ae tie(n. ghin 1 wn D bunnageſt 4 nd dicht liui ven 1 mwijn unfſi . Nan! thtus, h udvoüm m niem N fale cen ge dun der ſbn ore iſt picn man k Maane beſ tangſen lang nänsin die de Blut ſüdend als tit dreyeuf h vame sAhl und (üchn i. m n der donſttf 6 ( ſarutge ge mit eir uſt an Tenn— Mn d dera datcig und Vade mß nn Ma 1 Bunn, g un) ang d, nie tin tieſalſoij he die na rihe vne N Von den Geſchwuͤlſten. 395 die Beule ſich zur Eiterung neigt, ſo kann man etwas von dem ausgepreßten Saſte aus gebratenen Zwiebeln bey⸗ miſchen. dan kann auch ein reifmachendes Pflaſter auf⸗ legen(und das iſt faſt der einzige Faul, wo man ein Pflaſter ohne Nachtheil zu befuͤrchten, gebrauchen kann). Das beſte Pflaſter dazu iſt ſowohl das einfache als das zuſammengeſetzte Diachylonpflaſter. Wenn der Abſceß zeitig iſt, und nicht zu tief liegt, ſo geht er gemeiniglich von ſelbſt auf; verzoͤgert ſich aber dieſes, ſo iſts beſſer, wenn * man ihn aufſticht, damit ſich die Materie nicht zu tief ein⸗ freſſe. Man laͤßt ſie herausfließen und druͤckt das Geſchwaͤr gelinde aus, hernach verbindet man es noch mit dem Brey aus Biodkruͤmmeln und Honig, oder mit der Miſchung aus weißem Mehl und Honig, oder mit einem von den beyden eben gedachten Pflaſtern, bis es ausheilet. Wenn der Abſceß ſehr groß, oder an einem gefaͤhr⸗ lichen Orte iſt, z. B. auf der Bruſt oder am Bauch, ſo handelt man kluͤglich, wenn man ihn bey Zeiten von einem Wundarzt beſorgen laͤßt. Hier darf man die Oeffnung am wenigſten lange verſchieben, weil ſonſt der Abſceß leicht einwaͤrts in die Bruſt oder Bauchhoͤhle aufbrechen koͤnnte. Die Bluteyſen, Blutſchwaͤren ſind gewoͤhnlich mehr belaͤſtigend als gefaͤhrlich. Man kann ſie in etlichen Tagen durch Breyaufſchlaͤge von Brodkruͤmmeln und Honig oder durch warme Ueberſchlge von einem gewoͤhnlichen Brey aus Mehl und Miſch zur Eiterung bringen. Wenn dieſes geſchehen iſt, ſo oͤffnet ſich mehrentheils das Geſchwuͤrchen oben in der Spitze. Man muß dann den zäaͤhen dicken Eiterpfropf einige Tage nachdem das Geſchwuüͤr aufgegan⸗ gen herausziehen, und hernach das Geſchwuͤr noch ſo lange mit einem erweichenden Brey belegen, bis die Ge⸗ ſchwulſt ganz vergangen iſt. Wenn viele Blutſchwaͤren zu gleicher Zeit entſtehen, oder oft wiederkommen, ſo verrathen ſie einen innerlichen 6 1 4* Fehler, 396 Von den Geſchwuͤlſten. Fehler, von dem man noch ſchlimmere Folgen zu befuͤrch⸗ ten hat. Man thut in dieſem Fall wohl, benn man manchmal einen Loͤffelvoll praparirten Weinſtein zum Laxiren einnimmt, unz ſich in ſeiner Diaͤt etwas einſchraͤnket. Fleiſch, Fettigkeiten, Gewuͤrze, traͤnke, ſind da nicht dienlich. Man muß Phauptſaͤchlich von Pflanzenſpeiſen, Gartengewaͤchſen, Obſt und Milch leben, und viel Waſſer— Molken, oder die Habertiſane(Anh. Nr. 4⁸) trinken. §. 2 9. Von dem Wurme am Finger. Der Fingerwurm oder das Nagelgef ſchwuͤr, iſt eine ſehr ſchmerzende Entzuͤndung an der Spitze eines Fingers. Sie entſteht gewoͤhnlich nach einer ploͤtzlichen Erkaͤltung dieſer Theile, auf vorhergegangene Erwaͤrmung. Oft gibt auch eine Auetſchung, ein Stich mit einer Nadel oder einem Splitter, ein Biß u. dgl. Anlaß d dazu. Man har erſt einen ſtumpfen klopfenden: Schmerz, der aber bald unerträglich ſtark wird, ſonderlich um den Nagel herum: der angegriffene Ort wird ſehr dies und roth, und wenn das Uebel heftig wird, ſo ſchwellen auch die benach⸗ barten Finger, die Hand oder wohl gar der ganze Arm. Man darf dieſen Zufall nicht gering achten; denn wenn die Entzuͤndung nicht bey Zeiten zertheilt wird, ſo entſteht ein Geſchwuͤr, und wenn dieſes tief gehet, oder vernach⸗ laͤſſiget wird, ſo können die Knochen angehen, und man kann leichtlich den Finger, oder wenigſtens ein Giied da⸗ von veriieren. Manchmal ſchlaͤgt der Brand dazu, und dann iſt der Kranke in großer Gefahr. Allemal, wenn die Ent zuͤndung ſtark iſt, iſt auch ein Fieber mit Uaenhs, manchmaln mit Phantaſiren dabey. De Der Krauke muß dann voͤllig die Lebensordnung beob⸗ achten, geiſtige erhitzende Ge⸗ b Am kann gin g: zeiten ſee zin te 1 Tuem a6 es ul ns Wein füreden 4 ſan Glied, At aher unt ah nan von imn deſee M ttlcnal gute Naaln ſeinem mmüſſiget e ijctuicht met de zerthe lebel ſchon du nuß dann im Uſchlag m axiebeln üt MGiie don en Sah. 1 d ſchmme ſau fnict! m a ganger aiche dan V ih dmit 1 (an den Dan aht nhen, an des Ar mtt. E m, und a 1 , bn 1 in an tin 6 eäſce dheben Kntſchih 1 M 6 aija — liegen, und erneuert dann die Salbe. Von den Geſchwaͤlſten. 597 achten, wie einer, §.65.). Man kann den Fingerwunm allemal zertheilen, wenn man bey Zeiten dazu thut. Man haͤlt den Finger eine lange Zeit in recht warmes Waſſer oder warmen Eſſig, ſo warm als es der Kranke nur erleiden kann. Oder man macht aus Weinrebenaſche eine ſtarke Lauge. die man ſo heiß werden laͤßt, als ertraͤglich iſt, darein ſteckt man das kranke Glied, und haͤlt es etliche Stunden lang darinnen. Damit aber unterdeſſen die Lauge nicht zu kuͤhl werde, ſo muß man von Zeit zu Zeit andre heißgemachte zugießen. Wenn dieſes Mittel fruͤhe genug gebraucht wird, ſo thut es allemal gute Wirkung. Aber man verkennet ln das Uebel in ſeinem Anfang, haͤlt es fuͤr eine Kleinigkeit, und vernachlaͤſſiget es, bis es ſo ſehr uͤberhand genommen hat, daß es nicht mehr zertheilt werden kann. der ein entzuͤndliches Fieber hat Die Zertheilung kann nicht mehr geſchehen, wenn das Uebel ſchon bis in den vierten Tag gedauert hat. Man muß dann die Schwaͤrung beſoͤrdern. Man legt einen Umſchlag von Brodkruͤmmeln, Honig und gebrate⸗ nen Zwiebeln uͤber, oder ſolgende Salbe. Man nimmt das Gelbe von einem friſchgelegten Ey, und eine Meſſer⸗ ſpitze voll Salz, zerklopft es wohl untereinander, damit das Salz ſchmelze, und das Gelbe recht fluͤſſig werde. Dieſes ſtreicht man auf geznpfte Leinewandfaſern, womit man den ganzen kranken Finger umwickelt, man legt ein Pauſchchen daruͤber, und verbindet es danf; doch niche zu feſt, damit der Finger nicht gedrückt werde. Man laͤßt dabey den Vorderarm in einem um den Hals gebundenen Tuche ruhen, weil die Bewegung und beſonders das Herab⸗ haͤngen des Armes die Schmerzen allemal auf das aͤußerſte vermehrt. So laͤßt man es vier und zwanzig Stunden Nach acht und vierzig 395 Von den Geſchwuͤlſ len. vierzig Stunden iſt das Geſchwuͤr gewoͤhnlich auebeen und gibt eine ſcharfe freſſende Materie von ſich. Sollte in dieſer Zeit das Geſchwuͤr ſich nicht zfner. ſo muß man es ohne Verzoͤgerung von einem Wundarzte aufmachen laſſen. Eine kleine Verſpaͤtung kann ſehr uͤble Folgen haben, weil die ſcharfe Materie gar leicht tiefe Hoͤhlungen frißt, und die Knochen angreift. Wenn die Oeffnung gemacht, und die Materie gelinde herausgedruͤckt worden, ſo lege man ein Paͤuſchchen mit ſtarkem Branntewein und Kalkwaſſer befeuchtet um das Glied, auf die Wunde aber lege man ein wenig Roſenſalbe oder nur ein Stuͤck ungeſaſzenen Speck, und in zwey bis drey Tagen iſt alles geheilet. Wenn ſchwammiches, oder ſogenanntes wildes Fleiſch in der Wunde gewachſen iſt, ſo vertreibt man es mit ein wenig zerſtoßenen Canarienzucker, oder mit etwas gebranntem Alaun, den man daruͤber ſtreuet. §. 299. Von drn Froſtbeulen. b Es iſt oben im 248.§. gelehrt worden, erfrorne Glieder wieder zurecht bringen muͤſſe. Die Froſtbeulen entſtehen nie von der bloßen Kaͤlte, wenn ſie auch noch ſo ſtrenge iſt; ſondern nur dann, wann man einen erwaͤrmten Theil ploͤtzlich erkaͤltet, und um deſto gewiſſer, wenn der Theil nicht blos warm, ſondern auch ſchwitzend iſt. Man kann leicht dergleichen bekommen, wenn man Pelzhandſchuhe traͤgt, und ſolche eine Zeitlang in der Kaͤlte weglegt, oder wenn man mit warmen ſchwiz⸗ zenden Fuͤßen in die Kälte gehet. Es entſteht eine Geſchwulſt, welche Hitze, Jucken und Schmerzen verurſachet. Wenn das Uebel ſtark iſt, ſo fahren kleine Blaͤßchen auf dem geſchwollenen Theil auf, die bald aufſpringon, und wornach ſich die Haut abſchaͤlet. Dar⸗ aus wie man en muſchlen nsftt ſe a if his üelſ jauch nn vied rut, in Se gſann inter — Nanalezgend mbhomen ſe ne Kälte! 1 hu ſin beinge Fro⸗ iwicder: wer ent, ſo kas hn naden, de zabin kaan. Nu hat ein —— ewwon hiſt jine ſär jat mn Dinter ni ſeine Miſch amyſerſviti Algehene Glt h daſtr ve aüa de Ftoſ deeMlnuatenla enn. Man aie N Ninuten in Gabr Kkauch des leganta 1 dnn dn Ksäi tod ——;:— — 1 näaße ttie rind uſtch nit jlet 1 das ſ nſabe ——— it ls niet dher atſn natig uck, un ſeiber 1 fen ann, vant deßc den zuch kam zen, 3 ſang en ſwiy 1ds unb ſo hren bald .Dar alhe, t mg Von den Geſchwuͤlſten. 899 aus eneſteht ſehr bald ein uͤbles hartnaͤckiges Geſchwuͤr, welches tief bis auf die Knochen einfrißt, und eine duͤnne und ſcharfe Jauche von ſich gibt. Man wird nur zur Winterszeit von Froſtbeulen be⸗ ſchweret, im Sommer verſchwinden ſie; kommen aber im ſolgenden Winter, bey manchen ſchon im Herbſt, bey „andern erſt gegen den Fruͤhling, wieder. Kinder und junge Leute bekommen ſie am leichteſten; doch diejenigen ſeltner, die an die Kälte und freye Luft bey allen Arten der Wittes rung gewoͤhnt ſind. 1 Geringe Froſtbeulen vergehen nach einiger Zeit von ſelbſt wieder: wenn man ſie aber vernachlaͤſſiget oder ſchlecht behandelt, ſo kann die Geſchwulſt und der Schmerz ſo ſtark werden, daß der Kranke den leidenden Theil nicht brauchen kann. Man hat eine Menge von Mitteln gegen die Froſt⸗ benlen empfohlen, und auch mit Nutzen gebraucht; aber keins davon hilſt allemal, und ſie vertreiben auch nur die Froſtbeule fuͤr jetzt; hindern aber deren Wiederkehr im ſol⸗ genden Winter nicht. Eins von den zuverläͤßigſten Mit⸗ teln iſt eine Miſchung aus gleichen Theilen von Seifen⸗ und Kampſerſpiritus, womit man das mit den Froſtbeu⸗ len behaftete Glied oftmals waſcht, desgleichen das recht kalte Waſſer, worein man die Hand oder den Fuß, an welchem die Froſtbeule iſt, des Tages einigemal, allemal etliche Minutenlang eintauchet, bis die Beule ganzlich ver⸗ ſchwindet. Man kann auch eben ſo oft den kranken Theil einige Minuten lang mit Schnee reiben. Jedesmal nach dem Gebrauch des Waſſers oder Schnees muß das Glied wohl abgetrocknet und vor der aͤußern Luft verwahrt wer⸗ den. Wenn das Uebel dringend iſt, und wenn man kein kaltes Waſſer oder Schnee gebrauchen kann, ſo laſſe man den Dampf von heißem Eſſig an den leidenden Theil gehen, und wiederhole ſolches zum öftern: oder man bade ihn einlge⸗ 400 Von den Geſchwuͤlſten. b b einigemal des Tags, allemal eine Viertelſtunde lang, in a un be einer Bruͤhe von weißen Nuͤbenſchaalen, die etwas mehr rniſicſe als lauwarm ſeyn muß. Man laͤßt ein Paar Haͤndevoll aJiſbn, in Ruͤbenſchaalen in drey Schoppen Waſſer kochen, und gießt h inneeüche noch einen halben Schoppen Eſſig zu der Bruͤhe. Auch anr Eingewei eine Kalklauge(Anh. Nr. 47.) iſt kraͤftig und wird eben. Esgitnele ſo gebraucht. Nach dem Bad trocknet man den Theil ab, baus Anl reibet Hirſchtalg oder andres Unſchlitt darauf ein, und hlnlagt da, verhuͤllet ihn, damit er wohl gegen die Luft verwahret ſey. us Blut ve⸗ Unter allen Mitteln gegen die Froſtbeulen, ſind dieſes ſclechen die beſten; man hat ſich ihrer in den mehreſten Flen tuſtofgem mit gutem Erfolg bedienet. a Neinlichke Wenn die Froſtbeulen in Eiterung gehen, ſo muß ii feuchten! man ſie uͤberhaupt wie Geſchwuͤre behandeln. Es thut Etaltung, b gute Dienſte, wenn man den Schaden zum oͤftern in den aenen deuͤſig Dampf von Eſſig haͤlt, und Kalkwaſſer uͤberſchlaͤgt. Man ze Dre muß dabey eine gute Diaͤt halten, und dann und wann an mm Halſe eine Abfuͤhrung nehmen. geten will Wenn die Knochen angefreſſen ſind, wenn das Ge⸗. Aijenigen 1 ſeilen auch drietet. 6 id laange ſchwuͤr ſehr boͤsarte, tief und hohligt iſt,— oder wenn die Beule brandig wird, ſo muß man bey einem Wund⸗ arzte Huͤlfe ſuchen. ſaſe wan §. 30o. qme 3. a. aber n Von den Drüſengeſchwülſten. ija und Die Druͤſengeſchwuͤlſte kommen am meiſten in Staͤd⸗ da dieſes ten vor, bey Kindern und jungen Leuten, die eine weich⸗ am drüſ liche ſchlaffe Leibesbeſchaffenheit haben; doch ſind ſie auch unter den Landleuten nicht ſo gar ſelten. 6 ſökeni un Es ſind mehrentheils einzelne, oder aus mehrern ein⸗ — — — — —— — — — — zelnen zuſammengehaͤufte harte, unſchmerzhafte und beweg⸗ b ben tin I liche Knoten, die nach und nach, bald langſamer, bald ſverden geſchwinder entſtehen. Die Druͤſen an den Seiten des anaſeng, Halſes t driße 3 an ur dji darauſ 4, di venja elle, fohh dinis zi n zn dn. S n ijemu eichag.. ant anh d denn 8 fam u anderer Eingeweide. b eine erbliche Anlage zu Druͤſengeſchwuͤlſten haben. ſchwuͤre. Von den Geſchwuͤlſten, 401 Halſes, unter den Ohren und unter dem Kinne ſchwellen am gewoͤhnlichſten an, oft aber auch die Druͤſen unter den Achſeln, in den Weichen und Bruͤſten, und ſelbſt die Druͤſen innerlicher Theile, des Gekroͤſes, der Lunge und Es gibt viele Leute, die von Natur eine Neigung oder Iſt dieſe Anlage da, ſo koͤnnen ſie eher von allem entſtehen, was das Blut verdirbt und die feſten Theile ſchwaͤcht, von groben ſchlechten Nahrungsmitteln, ſchlechtem Waſſer, von zu haͤufigem Gebrauch des Brannteweins, dem Man⸗ gel an Reinlichkeit, an Bewegung, dem langen Aufent⸗ halt an feuchten Orten.— Sie erzeugen ſich manchmal von Erkaͤltung, beſonders von kalter feuchter Zugluft, die etwa einen druͤſigen Theil anwehet, von einer Schaͤrfe, die ſich auf die Druͤſen wirft. Kinder bekommen oftmals Knoten am Halſe, wenn ein Ausſchlag auf dem Kopfe ausbrechen will, oder vertrieben worden. Diejenigen Druͤſengeſchwuͤlſte, die geſchwinde entſter hen, heilen auch bald, und vergehen gemeiniglich von ſelbſt wieder. Solche hingegen, die langſam entſtanden ſind, und lange gedauert haben, ſind hartnaͤckiger. Man kann ſie manchmal Zeitlebens ohne weitere Ungemaͤchlichkeit tragen; aber mehrentheils brechen ſie doch endlich von ſelbſt auf, und machen uͤble, manchmal krebsartige Ge⸗ Dieſes hat man beſonders bey langwierigen Kno⸗ ten in den Bruͤſten zu befuͤrchten. Wenn dergleichen Knoten geſchwinde zunehmen, ſehr hart, hoͤckerig und uneben werden, und die Adern um die Geſchwulſt herum aufſchwellen, wenn der Kranke dann und wann ein Jucken, Brennen, und einige Stiche darin fuͤhlt, ſo werden ſie boͤsartig. Man ſagt dann, daß ſich ein verborgener Krebs erzeuge. Wenn moͤglich, man muͤßte ſie dann ausſchneiden laſſen. muß man ſich nur in Acht nehmen, daß man das Uebel durch einen Stoß oder Fall gequetſcht werde. wohl, wenn man einen Pauſchen von Wolle, ein Pelzchen, das Uebel, naͤhret. nen Huͤlſenfruͤchte, unnd auch den Kaffe vermeiden. 02 Von den Geſchwuͤlſten. Wenn der Kranke ein Spannen im Leibe hat, und der Unterleib dick iſt, wenn er mager dabey wird und ſchwaͤch⸗ lich, ſo, daß ihn eine geringe Bewegung ermuͤdet, wenn und wenn ihm ger keichet und einen kurzen Huſten hat, die Oberlippe geſchwollen iſt, ſo kann man vermuthen, daß auch die Druͤſen der innern Theile verſtopft ſind. Es hartnaͤckige Fentſtehen mancherley uͤble Krankheiten daher, Augenentzuͤndungen, die engliſche Krankheit bey Kindern, abzehrende Fieber, Lungenſuchten ꝛc. Wenn die Druͤſen nicht blos verſtopft, vertrocknet und verhaͤrtet ſind, ſondern auch ſo iſt keine Heilung mehr Da nicht verſchlimmere. Man muß eine gute Diät halten, und ſich ſehr huͤten, daß die Geſchwulſt nicht gedruͤckt, oder Man thut oder ſonſt etwas weiches auf dem geſchwollenen Theil traͤgt. Das Weſentlichſte bey der Heilung der Druͤſengeſchwuͤlſte kommt auf die Diaͤt an. Man kann mehr von derſelben, als von allen Arzneymitteln erwarten, und oft die Krank⸗ heit allein dadurch heilen. Die Druͤſengeſchwuͤlſte kom⸗ men daher, daß die Druͤſen von einem dicken, zaͤhen, ſchleimichten Weſen verſtopft werden. Man vermehrt alſo wenn man ſich von dickſchleimigen Speiſen Auch die ſcharfen und erhitzenden Sachen koͤnnen nachtheilig werden, und eine gefaͤhrliche Entzuͤndung und Vereiterung um die verhaͤrteten Stellen verurſachen. Man muß daher die rohen und dicken Mehtſpeiſen, die krock⸗ Kaͤſe, harte Eyer, fettes, geſalzenes, gepoͤckeltes und geraͤuchertes Fleiſch, alle ſehr geſalzenen, herben, ſcharfen und gewuͤrzten Sachen— hitziges Bier, und ſolches das dicke und heſig iſt, ſtarke hitzige Weine, Man eſſe hingegen mehr Gruͤu⸗ ——— — Ntüökeien nuun Get Naun Oche lane tih un de kins dus man kann un beauchen mmahen darf emn ber Dru gnind, H e, Jusſche nn de Kräut .uunr us Qucc Jleuſer dabey u ſnder kuben UAun bot die Jaben ſeyt regtnen den m haflarigb i, wenn wülchvaren dn ine d Masgäache S did teie 66 1 dühlafe A latie dagn, zaß, Von den Geſchwuͤlſten. Gruͤnlichkeiten, Zugemuͤſe, Wurzeln und Obſtwerk. Zum ordinairen Getvaͤnke taugt das friſche Waſſer am beſten; aber keins das gar zu weich iſt, und etwa von geſchmol⸗ zenem Schnee und Eis kommt. Man darfs auch nichk 1 gar zu kalt, und zumal niemals in der Nacht kalt trinken. eraſcſſn. Man kann in jedem Falle auch innerliche diaͤtetiſche daße fana..Mittel brauchen, und ſie ſind nothwendig, wenn man nchäg za vermuthen darf, daß innerliche Druͤſen verſtopft ſind, und wenn bey Druͤſengeſchwuͤlſten auch andre Krankheiten zu⸗ gegen ſind, Huſten, Zufaͤlle der Lungenſucht und Abzeh⸗ rrung, Ausſchlaͤge auf der Haut, Geſchwuͤre ꝛc. Man ueth 4, kann die Kraͤuterſaͤfte aus Koͤrbel, Loͤwenzahn, Kletten⸗ daß mal kraut und Quecken(Anh. Nr. 34) nehmen, und Setzer⸗ gdüßt waſſer dabey trinken, oder Molken, die mit der weißbluͤ⸗ Ruit ante thenden tauben Neſſel(Bienenſaug) verfertiget worden⸗ tne Me Man kocht dieſes Kraut in Milch, die davon gerinnet; Rale nag die Molken ſeyhet man ab. Wenn offne Schaͤden da ſind, vlaa dalni. ſo legt man den geronnenen Theil daruͤber. Die Abkochung Kdingnl: von Huflattigbläͤttern(Anh. Nr. 23.) iſt oftmals heilſam näecn wit. geweſen, wenn auch ſonſt die wuͤrkſamſten Arzneymittel noſtu vergeblich waren gebraucht worden. Man nimmt alle zwey Stunden eine Theetaſſe voll davon. Im Fruͤhling iſt der ausgedruckte Saſt aus dieſen Blaͤttern noch beſſer. Er wird wie die obengenannten Kraͤuterſaͤfte gebraucht. Auch der Eichelkaffe(Anh. Nr. 31.) hat oft geholfen. Die Patienten muͤſſen ſich viel, aber nicht ſo ſtark bewegen, daß ſie ſehr davon erhitzt werden— und ſoviel ſie koͤnnen, ſich in einer trocknen und reinen Luft aufhalten. Es iſt ihnen gar zutraͤglich, wenn ſie ſich oft in kaltem „Waſſer baden. Ohne Beobachtung der ſtrengſten Rein⸗ lichkeit iſt eine gruͤndliche Heilung der Druͤſengeſchwuͤlſte faſt unmoͤglich. Es laͤßt ſich leicht begreifen, daß man mit aͤußerlichen Mitteln wenig ausrichten werde, wenn innerliche Druͤſen Cc 2 ver⸗ 404 Von den Geſchwuͤlſten verſtopft ſind, oder die Druͤſengeſchwuͤlſte von innerlichen fortdauernden Urſachen abhangen. Man muß dieſe durch vorgedachte Mittel zu heben ſuchen, und dann uberliche zertheilende Dinge zu Huͤlfe nehmen. Diejenigen Druͤſengeſchwuͤlſte, welche durch Kaͤlte er⸗ zeugt werden, und gemeiniglich geſchwinde entſtehen, ver⸗ lieren ſich bald, wenn man nur fleißig trockne und warme Tuͤcher auflegt und warmen Thee trinkt, damit die Aus⸗ duͤnſtung wieder hergeſtellt werde. Bey friſchen Verhaͤrtungen, ſonderlich der Bruͤſte, iſt ein warmer Aufſchlag von kleingeſchnittenen Peterſilien, in dem Harn des Kranken gekocht, oder von zerquetſchtem Körbelkraut, ſehr wuͤrkſam, ſo auch die Seifenſalbe(Anh. Nr. 5a.). Aber noch kraͤftiger iſt die zertheilende Salbe (Anh. Nro. 51.). Man beſtreicht Hanfwerg damit, und legt ſolches des Tags zweymal auf die Geſchwulſt. Alle⸗ mal muß ſie vorher gelinde mit einem weichen Flanell gerieben werden. Wenn die Haut davon roth wird, oder Blaͤtterchen darauf erſcheinen, ſo muß man den Gebrauch der Salbe ſo lange ausſetzen, bis ſie wieder heil geworden. Helfen dieſe Mittel nicht, uͤbrig, als daß ein Wundarzt den Knoten wegnehme. Man ſuche einen geſchickten Mann, der es zu beurtheilen weiß, ob ſolches rathſam und noͤthig ſey? Es iſt unnoͤthig, wenn die Geſchwulſt nicht zu große Beſchwerden macht, oder in einen Krebs auszuarten drohet. Wenn eine Druͤſengeſchwulſt aufbricht, und ein Ge⸗ ſchwuͤr daher entſtehet, ſo muß man ſich der oben angege⸗ benen innerlichen Mittel bedienen. Aeußerlich iſt nichts beſſer, als daß man leinene Tuͤcher mit kaltem Waſſer befeuchtet, uͤberlegt, und ſo oft ſie trocken werden, ver⸗ ändert, damit ſie an dem Geſchwuͤr nicht ankleben blei⸗ ben. Ueber Nacht kann man irgend ein Klebpflaſter, etwa das engliſche Pflaſter, auflegen. §. 30. ſo iſt kein anders mehr d9 Einwt bnnKrthäu mritchber 5 mn untei — gen and Trac öemn Rſeru⸗ rri ticeen(B at begend tift bey Wes — D gheit wer in ſ nagen Ir Jrſang hühe herhan ſehs Ache ſterihhen. Uner allen 3 ſen oder mas Nitel ei n uhmn iſ ſ Mnxt, und we kezunta G „Vn. Nal in ſanen ——— —— — — ſe d0 time 413 en duß wu — 1 ſce ui n de aſhſe athen 1. dereN diche nih b u 1 haunſein 4 ſtunnith a 1 4, W ind wuhm dugn Ffeic itut Vrhhm en weden, ct ankebe ſnnind 1 Von den Geſchwuͤlſten. §. 391. Von den Kröpfen. Bey Einwohnern gebuͤrgiger Gegenden kommen die Kroͤpfe weit haͤufiger vor als bey andern, und bey Wei⸗ Man glaubt, daß ſie mehren⸗ theils von unreinem Waſſer, zuweilen auch von ſtarkem Heben und Tragen, und bey Weibern oft von ſchweren bern mehr als bey Maͤnnern. Geburten herruͤhren. In Gegenden, wo man alles in Grastuͤchern(Buͤhren) zu tragen gewohnt iſt, deren Zipfel in der Gegend des Halſes befeſtiget werden, ſind die Kroͤpfe bey Weibsperſonen aͤußerſt haͤufig, und koͤnnen nicht geheilt werden, wenn die Kranken dieſe Gewohnheit Laſten zu tragen nicht unterlaſſen. Im Anfange ſind ſie noch leichtlich zu heilen. Wenn ſie aber uͤberhand genommen und ſehr groß geworden, ſo daß ſie das Athemholen beſchweren, dann iſt wenig mehr auszurichten. Unter allen Mitteln gegen die Kroͤpfe, iſt keins gewiſſer, als der gebrannte Schwamm. Man miſcht von demſelben, von weißem Bohnenmehl und geſtoßnem Kan⸗ delzucker, dem Augenmaaß nach, gleichviel untereinander. Davon werden, ſobald der Mond in das Abnehmen kommt, his er wieder zu wachſen anfaͤngt, alle Morgen beym Auf⸗ ſtehen zwey ſtarke Meſſerſpitzen nach und nach hinunter gelecket. Man darf nicht eher, als eine Stunde hernach, etwas eſſen oder trinken. Zuletzt nimmt man ein abfuͤh⸗ rendes Mittel ein. Wenn hierauf der Kropf noch nicht vergangen iſt, ſo wiederholt man das naͤmliche im naͤchſten Monat, und wenn es noͤthig iſt, zum drittenmal. Auch die gebrannten Eyerſchaalen werden ſehr gegen die Kroͤpfe geruͤhmt. Man laͤßt ſie nur ſo lange im Feuer, bis ſie braun werden wie geroͤſteter Kaffee, dann ſtoͤßt man ſie zu einem feinen Pulver. Davon nimmt man des Morgens Cez und 4⁰⁶ Von den Geſchwuͤlſten. und Abends ein Paar Meſſerſpitzen. Man kann es auch anſtatt des Vohnenmehls zu dem obengedachten Pulver nehmen. Von aͤußerlichen Mitteln laͤßt ſich insgemein wenig erwarten. ſchwulſt zum oͤftern mit der bloßen Hand gelinde reibet, oder wenn man etwas Bernſtein auf gluͤhende Kohlen wirft, daß es einen Rauch giebt, Stuͤck rauhen Flanell haͤlt, und mit dieſem die Geſchwulſt reibt, auch wohl den durchraͤucherten Flanell um ſie wickelt. Das Ausſchneiden iſt aͤußerſt gefaͤhrlich. 15. 102. Von Knotengeſchwülſten, Balggeſchwilſten und Ueberbeinen. Es gibt eine Art von mehr und weniger runden Ge⸗ ſchwuͤlſten, den Kroͤpfen ſehr gleich ſehen, nur daß ſie ſich nicht am Halſe oder an druͤſigen Theilen befinden. Man unter⸗ ſcheidet ſie in Honig⸗, liegen gewoͤhnlich gleich unter der Haut, ſind ganz un⸗ ſchmerzhaft und im Anfang immer beweglich. Bald wachſen ſie ſehr langſam, bald ſehr ſchnell, mal bis zu einer ungeheuren Groͤße. Man ſucht ſie durch diejenigen Mittel zu zertheilen, welche gegen die Druͤſengeſchwuͤlſte angerathen worden— man reibt ſie zum oͤftern, und legt die Salbe aus Ochſen⸗ galle und Seife(Anh. Nr. 51. 52.) auf, oder eine Miſchung aus gleichviel Baumoͤl und gemeiner Seife mit viermal ſoviel Waſſer. Wenn die Zertheilung nicht von ſtatten gehet, und die Geſchwulſt durch ihre Lage und ſo muß ſie von Groͤße beſchwerend oder gefaͤhrlich wird, einem Wundarzt ausgeſchäſer werden. An Am meiſten hilfts noch, wenn man die Ge⸗ uͤber dieſen Rauch ein welche den geſchwollenen Druͤſen, oder auch Brey; und Speckgeſchwuͤlſte. Sie und manche n 6 Frit hihſen 1 den, de i de uut 3 di nac bigün .n kr gäenſels dur aut lict weg m un Daur ſn in lettge djinſtauch d burgenchn. ATmn aber Mw md he Mhehin gehe —— àe glädſch eGiinte,„ tirecn Schr Aclit uch e l, jenn S 8 n. Dald e glicſötn V—* go un us Gli ehe lber m Aade G. iſ Demn nduc hie 1 meiigich mi — — —— —— Nun de dge aäe IT egna denn nm A un gine fal e9 9 A din ag tirugfi tnänſi nnd läetimn enigt wmy dün, ten füſtu n. Naw. tgitrin t ſch z dvegich. nl, u9nd dIp enii rhr wrd ahusOt An den Haͤnden, Fuͤßen und den Fingern, nahe an den Flechſen, entſtehen oft kleine blattrunde unſchmerzhafte Knoten, die man Ueberbeine nennet. Sie ſind meiſtens unter der Haut beweglich, manchmal aber ſitzen ſie auch feſt. Sie wachſen langſam, und werden ſelten gtöͤßer als eine Haſelnuß. Wenn der Knoten noch weich iſt, ſo fann man ihn mehrentheils durch oͤfteres Reiben, oder einen gelinden Druck leicht wegbringen. Oft verſchwindet das Ueberbein unter dem Daumen, wenn man darauf druͤcket. Man kann ein plattgeſchlagenes Stuͤckchen Bley feſt aufbinden, und ſonſt auch die ebengedachten aͤußerlichen der heilenden Mittel brauchen. Wenn aber ein Ueberbein ſchon lange gedauert hat, und groß und hart geworden iſt, ſo kann es nur durch den Schnitt geheilt werden. 1 6. 303. Vom Glied(dwamm. Die Gliedſchwaͤmme oder die weißen Geſchwuͤlſte an den Gelenken, gemeiniglich am Knie, die ſich weichlich, faſt wie ein Schwamm, anfuͤhlen laſſen, entſtehen meh⸗ rentheils nach einer aͤußerlichen Verletzung, nach einem Fall, harten Stoß, einer Verrenkung oder nach Bein⸗ bruͤchen. Bald nach dieſer Veranlaſſung zeigt ſich eine ſtarke, gleichfoͤrmig um das Gelenk gehende Geſchwulſt, die in ihrem ganzen Umfang ſchmerzhaft iſt, vorzuͤglich wenn das Glied bewegt wird. Die Haut iſt geſpannt, uͤbrigens aber mit der geſunden von gleicher Farbe. Manche Gliedſchwaͤmme entſtehen aber auch ganz von ſelbſt. Dann ſind ſie anfangs klein, und wachſen nach und nach bis zu einer gewiſſen Groͤße. Die Kranken haben gemeiniglich mitten im Gelenke Schmerzen, auch ehe noch einige Geſchwulſt zu bemerken iſt. c 4 Dieſes Von den Geſchwüͤlſten. 4⁰ Von den Geſchwuͤlſten. Dieſes Uebel iſt ſo hartnaͤckig und ſo mißlich zu heilen, daß man allemal, wenn es irgend nur moͤglich iſt, einen geſchickten Mann daruͤber um Rath fragen, und ſeine Verordnungen mit Beharrlichkeit brauchen muß. Vor 408 allen Dingen huͤte man ſich vor dem eigenmaͤchtigen Ge⸗ brauch der fetten Salben und Pflaſter— der erweichen⸗ den und zeitigenden Aufſchlaͤge; denn es hat die ſchlimm: ſten Folgen, wenn Gliedſchwaͤmme aufbrechen oder geoͤffnet werden. Allemal entſtehen boͤſe Geſchwuͤre, und oft iſt dann kein Mittel mehr uͤbrig, als daß man das ganze Glied abnehme. Man muß die Geſchwulſt zu vertreiben ſuchen. Mehrentheils iſt das noch moͤglich, wenn ſie nicht zu ſehr veraltet, oder allzugroß geworden iſt. Insgemein muß man dasjenige Verhalten bey dieſer Krankheit beobachten, welches bey den Druͤſengeſchwuͤlſten (§. 300.) empfohlen worden. Oft iſt es zu Anfang des Uebels nothwendig, daß man zur Ader laſſe oder ſchroͤpfe, Brechmittel, und dann ſtark aufloͤſende inn⸗ und außerliche Arzeneyen gebrauche. Der Theer und das Colophonium(Geigenharz) in Wein⸗ geiſt aufgeloͤſet, und die Aufloͤſung des Ammoniakgummi mit Meerzwiebeleſſig, ſind unter dieſen die vorzuͤglichſten. Ein gutes Mittel iſt auch die Heringslacke, das heißt die Bruͤhe aus Tonnen, in welchen eingeſalzene Heringe befindlich ſind, kalt uͤbergelegt. Aber oft hilft auch keins davon, insbeſondere bey veralteten Gliedſchwaͤmmen, und ſolchen, die von ſich ſelbſt nach und nach entſtanden ſind. Es entſtehen Geſchwuͤre, der Kranke verfaͤllt in eine Ab⸗ zehrung, die ihn endlich toͤdtet, wofern es nicht durch eine zeitige Abſetzung des Glieds verhuͤtet wird. 32. 8 gm die (jeu n ei dan urich finit eine gunan ſie llueteſachte aiah anſsr bn venn n mellächen auniſhr, t an, ſö berſt uc n nach ata Seiſe imi ſoufahn düwenen zu un äbftl dey ditſer Aa irtran brrn wezöt m nithvür, luuſ nu nier ſtrir meger miänicht al d dähr (w duke d m ſäüſt 1i genng ſ ſanſt nit —ede Ant ſ len keg n ugmn ſo neferi d nin nüg nan ghn gape ide Annmün müin K4, w it gfän imd ji tjugtii üüränum beiiemm ſt riguinl ziiſtni — Zeugwaͤſche, reibet. wird, ſo berſtet endlich die Warze auf ihrer Oberflaͤche Von den Geſchwuͤlſten. Von den Warzen und Hühneraugen. Wenn die Warzen eine duͤnne Wurzel haben, ſo daß ſie wie an einem Stiele haͤngen, ſo kann man ſie mit einem gewichſten Faden, einem Pferdehaar, oder am beſten mit einem duͤnnen Draht abbinden. Sonſt ver⸗ treibt man ſie dadurch, daß man ſie oft mit einer ſcharſen Lauge beſeuchtet, oder mit ſtarkem Weineſſig, worinn ſo⸗ viel Salz aufgeloͤſet iſt, als ſich aufloͤſen laͤßt. Am beſten thuts, wenn man ſie recht oft mit einem glatten und trock⸗ nen Stuͤckchen Seife, etwa mit dem Ueberbleibſel von einer Wenn dieſes einige Zeit fortgeſetzt nach und nach immer tieſer. Dann wird zwar das Reiben mit der Seife etwas empfindlich, man muß aber dennoch damit fortfahren, nur mit einiger Vorſicht, um ſich keine Schmerzen zu verurſachen, bis endlich die Warze nach und nach apbfaͤllt. Bey dieſen Mitteln kann man alle andere entbehren. Man hat von ſehr vielen Dingen geruͤhmt, daß ſie die Warzen wegbringen. Manche davon ſind abergläubiſch und nichtswuͤr kend, andre ſehr ſcharf und freſſend. Dieſe darf man niemals auflegen, weil ſie leichtlich boͤſe Ge⸗ ſchwuͤre erregen köͤnnen. Auch das Ausſchneiden der War⸗ zen iſt nicht allezeit ſicher. Die Huͤhneraugen, Leichdorne, kommen allemo pon dem Drucke der harten und engen Schuhe. Sie vergehen oft von ſelbſt, ſobald man Schuhe traͤgt, die weich und weit genug ſind, wenigſtens ſchmerzen ſie nicht mehr, wenn ſie nicht gedruͤckt werden. Man kann ſich auf fol⸗ gende Art ſehr beqnem helfen: Man nimmt ein Stuͤck⸗ chen dickes weiches Leder, und ſchneidet ein Loch darein, das genau ſo groß iſt, als der Leichdorn. Dieſes Leder Cez dege 410 Von den Geſchwuͤren. lege man ſo auf den Fuß, daß der Leichdorn in das Loch zu liegen kommt, und alſo von dem Schuh oder Strumpf nicht beruͤhrt wird. Wenn dieſes einige Wochen ſo getra⸗ gen wird, ſo verſchwindet gemeiniglich der keichdorn, ühne den Gebrauch andrer Mitteelä. 6. Sonſt iſt es ſehr zutraͤglich, wenn man den Fuß zum oͤftern in warmem Waſſer, womit Kleyen abgekocht wor⸗ den, badet. Hernach kann man gruͤnes Wachs, das man am Licht oder uͤber Kohlen recht weich werden laͤßt, oder die Blaͤtter von Hauslauch(Hauswurzel) uͤberlegen. Nan zieht das Haͤutchen von der einen Seite eines Blattes ab, oder man zerquetſcht es, beizt es in Weineſſig und regts fruͤh und abends friſch uͤber. So ſoll es unfehlbar helfen. Sonſt kann man auch nur ein Stück Speck, oder geknetete Kruͤmmeln von ſchwarzem Brod auflegen. Das Ausſchneiden der Huͤhneraugen iſt mißlich, kann oftmals uble Folgen dach ſich ziehen und dvuf doche nicht immer. Von den Geſchwuͤren. §. 305. Rerichisdenheit und Urſachen der Sawie Nothwendigkeit einer verſchiednen Behandlung derſelben. Die Geſchwuͤre, offne Schaͤden, ſind ſowohl thee Beſchaffenheit nach, als in Ruͤckſicht ihrer Urſachen un⸗ Die gutartigen Eitergeſchwuͤre geben endlich verſchieden. eine dicklichte milde Materie von ſich, ſchmerzen nicht ſehr und heilen leicht. Aus den Geſchwuͤren, die nicht ſo gutartig ſind, fließt eine mehr und weniger ſcharfe, freſſende und üͤbelriechende Jauche. Es gibt Hautgeſchwuͤre, ſo⸗ genannte Satzfluͤſſe, andre, welche tief in das Fleiſch gehen, und um ſich oder einwaͤrts tiefe Loͤcher und Hoͤh⸗ lungen — ☛ — —— —— Gahn ſin eezeinſi iſi 4 9 d — wtde uh atit däützes Nmſe an unige ſwit de dia, ſih bſc udd szete bettkin an. L ga ſe düeme ſüfen jene, L i inig gne ſ ander haüan . 2as et 1 Von den Geſchwuͤren. 4¹²½ lungen freſſen, Geſchwuͤre, bey welchen die Knochen an⸗ gefreſſen ſind, faule und krebsartige Geſchwuͤre, u. d. m. Am meiſten entſtehen die Geſchwuͤre von Geſchwuͤlſten und Entzuͤndungen, die zum Aufbruch kommen, vom Roth⸗ lauf, von Auetſchungen, Wunden, Brandſchaͤden, wenn ſie entweder vernachlaͤßiget und unrein, oder auch auf eine unſchickliche Art behandelt worden. Leute die eine Schaͤrfe im Blute— etwa ſcorbutiſche Ausſchlaͤge haben, bey welchen die Flechten, die Kraͤtze und boͤſe Köpfe zuruͤck⸗ geſchlagen ſind ꝛc. bekommen leichtlich Geſchwuͤre von ſehr geringfuͤgigen aͤußerlichen Urſachen, oder auch ganz von ſelbſt. Bey Geſchwuͤren, die kange gabauevt haben, iſt aſler mal das Blut mehr oder weniger verdorben; wenn ſie groß ſind oder ſtark fließen, ſo wird der Kranke nach und nach entkraͤftet, und voufaln ndlich in ein abgehrendes Schleichfieber. 31 Man ſetzt gewöhnlich ſein Vertrauen auf aſlerley ſette. oft ranzige Salben, Pflaſter und Balſame, und macht damit, daß aus Kleinigkeiten, unbedeutenden kleinen Wunden, Buaͤtterchen ꝛc. Geſchwuͤre entſtehen, und daß ſolche Geſchwuͤre, die leicht heilbar waren, langwierig und boͤsartig werden. Die klebrigen Salben und Pflaſter uͤberkleiſtern ſie, und verhindern den Ausfluß der ſcharfen Materie, ſie frißt daher weiter und tiefer ein. Wenn man zu ſcharfe und geiſtige Dinge, wie die mehreſten Balſame ſind, in Geſchwuͤre bringt, ſo verurſachen ſie gkoͤßere Schmerzen und Entzuͤndungen.— Man hat hundert Heilmittel mit ausſchweifenden Lobſpruͤchen bey Geſchwuͤren erhoben. Es kann ſeyn, daß jedes davon in einigen Fällen nuͤtzlich geweſen iſt; aber die Faͤlle ſind ſo gar ſehr verſchieden, und es koͤnnen ſo mancherley, oft einander entgegengeſetzke Umſtände ſtatt finden, welche die Heilung verhindern, und die ein Unkundiger weder erra⸗ then 4¹² Von den Geſchwuͤren. then noch wegſchaffen kann— daß unmoͤglich irgend ein einzelnes aͤußerliches Mittel, ein Heilpflaſter, eine Wun⸗ derſalbe, ein Univerſalbalſam, allemal nuͤtzlich ſeyn kann. Wo Schaͤrfe im Blute iſt, da hilft kein aͤußerliches Mit⸗ ſondern man muß das Blut reinigen, und die Ge⸗ ſchwuͤre von innen heraus heilen. Fremdes in dem Geſchwuͤr verborgen iſt, oder wenn die Knochen angegriffen ſind, wenn das Geſchwuͤr zu trocken oder zu feucht iſt, wenn es nicht offen genug iſt, oder Hoͤhlungen hat, wenn ſeine Raͤnder verhaͤrtet ſind, und in mehr dergleichen Fällen, kann niemand wiſſen, was zu thun ſey, als ein Wundarzt. Man thut daher ſehr wohl, wenn man in jedem nur etwas bedenklichen Falle einen ſachkundigen Mann zu Rath ziehet. Wenigſtens muß man ſich allemal gehoͤrig in Obacht nehmen, und kein aͤußerliches Mittel brauchen, von dem man nicht weiß. ob es das Uabel aͤrger machen koͤnnte §. 306. Wie man ſich bey Geſchwüren überhaupt zu verhalten hat. Die Geſchwuͤre heilen leicht bey Leuten, die geſundes reines Blut haben; aber deſto ſchwerer bey denjenigen, deren Saͤfte unrein und ſcharf ſind, weil ſich die Schaͤrfe immer dahin ziehet, wo ſie ausfließen kann, wodurch denn der Schaden unterhalten, groͤßer und ſchlimmarti⸗ ger wird. Wenn man die Heilung eines Geſchwuͤrs befoͤrdern will, ſo darf man keine Schaͤrfe ins Blut bringen, und wenn welche da iſt, ſo muß man ſie wegzuſchaffen ſuchen. Man muß alle groben, ſcharfen, ſauren, erhitzenden Speiſen und Getraͤnke vermeiden— die Huͤlſenfruͤchte, eingeſalzenes Fleiſch, alle geſalzene Speiſen, alten Kaͤſe, den Meerrettig, Rettig, Knoblauch, Zwiebeln, Senf ꝛa, die Wenn irgend etwas besri 1 4* ücke ———————— nalii nutn, lla n ſou bei Ine un, ſtun AMan n die Gewuͤrze, ſehr ſaure Sachen, eigentlich ſcharbockigten Geſchwuͤren) und den Wein. Die an be, uäit ſin ken, 4 e oälant ſa, hen 3— a, 7 Von den Geſchwuͤren. den Eſſig(außer bey Kranken, welche Geſchwuͤre haben, befinden ſich allemal uͤbler, und die Schaͤden verſchlimmern ſich, wenn ſie ſo was ſcharfes gegeſſen oder Wein getrunken haben. Man darf nur wenig Fleiſch eſſen, und bey ſchlim: men, faͤuligen Geſchwuͤren gar keins, keine Fleiſchbruͤ⸗ hen, keinen Speck, keine Wuͤrſte und mit Fett oder Oel zubereitete Sachen, keine Fiſche, Aale, Krebſe, Eyer ꝛc. Man muß ſich lediglich mit denjenigen milden ſchlei⸗ migen und blutverſuͤßenden Nahrungsmitteln begnuͤgen, welche bey langwierigen Haüuͤrauaſchlagen im 139,8 em⸗ pfohlen worden.. Das Geſchwuͤr muß rein gehalten und oft genug ver⸗ bunden werden. Man darf es niemals der Luft lange aus⸗ geſetzt ſeyn laſſen. Der neue Verband muß ſchon fertig da liegen, bevor man den vorigen aufloͤſt. Denjenigen Cheil des Koͤrpers, an welchem ein Geſchwuͤr befindlich iſt, muß man maͤßig warm halten und nicht viel oder ſtark bewegen. §. 307. Wann man die alten Geſchwüre heilen darf; wann nicht und was man in beyden Fällen zu thun hat. Die alten Schaäden, alte Geſchwuͤre, meiſtens unten an den Schenkeln und Fuͤßen, offne Beine, ſind beſon⸗ ders bey aͤltlichen Leuten weit ſchwerer zu heilen, als ſolche, die noch friſch ſind, weil die Natur ſich ſchon daran gewoͤhnt hat, und oft iſt es gefaͤhrlich, wenn man ſie zu⸗ heilet. Es koͤnnen Krankheiten daher entſtehen, die weit ſchlimmer ſind, als die Geſchwuͤre waren, Schlagfluͤſſe, Seeckfluͤſſe, Laͤhmungen, die Waſſerſucht ꝛc. Allemal, wenn die Naturkraͤfte zu ſchwach ſind, als daß man hoffen duͤrfte, daß die uͤblen Saͤfte, welche bis⸗ 414 Von den Geſchwuͤren. her aus dem Schaden gefloſſen ſind, durch andre Auslee⸗ rungen aus dem Koͤrper gehen wuͤrden, wie dieſes bey alten Leuten der Fall iſt; ferner wenn derjenige, ſo einen Salten Schaden hat, ſich uͤbrigens ganz wohl dabey befin⸗ det, und beſſer als zuvor, ehe er das Geſchwuͤr bekommen zthatte; oder wenn der Schaden nach einer innerlichen Krank⸗ heit entſtanden iſt, und dieſe ſich darnach gebrochen hat: da iſt es nicht rathſam, ſolchen zuzuheilen, ſondern es iſt beſſer, daß man ihn der Natur uͤberläßt. Man muß ihn nur rein halten, ihn oͤfters mit friſchem Waſſer auswa⸗ ſchen, dann allemal mit ausgezupften trocknen und reinen Leinewandfaͤden verbinden, und durch ein gutes Verhal⸗ ten(nach dem vorigen§.) zu verhuͤten ſuchen, daß er ſich nicht verſchlimmert. s Wenn dergleichen alte Geſchwuͤre etwa zugehen, und „gar keine Geſchwulſt, kein Schmerz und keine Empfind⸗ lichkeit in dem verletztgeweſenen Theil zuruͤckbleibet, ſo ſteht man in der groͤßten Gefahr, daß ſchlimme Zufaͤlle erfolgen moöͤchten. Man muß daher, ſobald man nach der Zuhei⸗ lung eines alten Geſchwuͤrs die mindeſte Aenderung im Koͤrper bemerket, von der etwas zu befuͤrchten waͤre, jenes ſogleich wieder zu oͤffnen und in Fluß zu bringen ſuchen. Man muß warme Fußbaͤder gebrauchen, Blaſenpflaſter auf die Stelle legen, wo das Geſchwuͤr war, und in die „Wunde davon eine Salbe von Kalk, Seife und Honig, oder Sauerteig mit Honig und ſcharfem Weineſſig. In allen andern Faͤllen kann man die Geſchwuͤre zu⸗ heilen; doch geht man allemal am ſicherſten, wenn man in der Naͤhe des Schadens ein Fontanell ſetzt. Dann muß man vorzuͤglich das Blut zu reinigen ſuchen. Man kann zu dem Endzweck alle Morgen nuͤchtern einen Loͤffel⸗ voll zerſtoßenen Waſſerfenchelſaamen in Milch nehmen, oder auf eine mit ungeſalzener Butter beſtrichene Brod⸗ ſchnitte ſtreuen, und ſo aufeſſen und damit bis zur voͤlligen Gene⸗ —-— Fürnem ni vin da dſrbode aſſe aſs inſa eüeit —— — fendnian anuön, mſu ſub däpen —— neide ei ſehwemn mtes i R 3n Mm de Rehe, un n. N ie nh ſan ſe fer don den a dißen hnazt. ani à nnjtaa 6 G dnd. ban V nenntzn mägen he il dl, ahh 9 lin ag ſcen la 4 tataahaa dch nazi ten ſun en en wupn 3 und k H wie lunm lath un mr iindeit lam deſütnn duf ze tiuit den, daiwicn jir in, u 4, Scjvih jfem 9 nen Möüta ſchein nut — — ontmmäſ aiiitiüt ¹ niae 5 Von den Geſchwuͤren. 415 Geneſung fortfahren, auch die Abkochung von Hindiſch⸗ krautſtengeln(Anh. Nr. 22.), die blutreinigende Wurzel⸗ tiſane(Anh. Nr. 21.) oder die Habertiſane(Anh. Nr. 28.) eine geraume Zeitlang trinken. Man muß dazwi⸗ ſſchen dann und wann etwas zu arirem Linnahmen, und tine gute Diaͤt halten.. Was die aͤußerliche Beſorgung des Schadene betrift ſo iſt es oft ſchon hinreichend, wenn man ihn blos mit ſchwachem, lauwarm gemachten Kalkwaſſer, oder mit geſundem nuͤchternen Speichel verbindet. Den Theil, an welchem das Geſchwuͤr iſt, muß man oͤfters mit friſchem Waͤſſer baden. Iſt es am Fuß, ſo gehet man in fließen⸗ dem Waſſer gerade dem Strohm entgegen. Blos durch dieſes einfache Mittel ſind ſchon manche alte unreine Schaͤ⸗ den geheilt worden, und es iſt das ſicherſte, ſo man an⸗ wenden kann. Hilft dieſes nicht, oder kann man es nicht brauchen, ſo koche man ein Paar Loth friſche, gruͤne(oder auch halb ſoviel getrocknete) Wallnußſchaalen mit einem Schoppen Waſſer, tunke ausgezupfte Leinewand darein, und lege ſie, mehr kalt als warm, uͤber. Oder man ſchneide ein duͤnnes Stuͤckchen vom feinſten, recht weichen Schwamm, gerade ſo groß, daß es in das Geſchwuͤr paſſet, tunkt es in jene Abkochung, druͤckt es wieder aus, und legt es in das Geſchwuͤr, und einen Verband daruͤber. Man verbindet es alle Tage oder alle zwey Tage aufs neue, und nimmt jedesmal ein friſches Stuͤck Schwamm dazu. Man kann auch einige Haͤndevoll von der Spreue, die nach dem Dreſchen des Hanfs zuruͤckbleibt, und halb ſoviel zerſtoßnen Waſſerfenchelſaamen mit zwey Schoppen Waſſer abkochen, die Bruͤhe durchſeyhen, und wie e jens von den Wallnußſchaalen anwenden. Wenn das Geſchwuͤr unrein iſt, ſo ſtreuet; man erſt weißen geſtoßnen Zucker ein, the man dieſe Mittel ge⸗ braucht. Man 416 Von den Geſchwuͤren. Man mag aber ein Mittel gebrauchen, welches man will, ſo iſt es immer unumgaͤnglich noͤthig, daß man ſich ruhig dabey verhalte. Wenn das Geſchwuͤr an einem Bein iſt, ſo darf man wenig gehen, man muß das Bein mehrentheils auf einem Schemel oder auf einer Bank liegen 1 Es hilft viel zur Heilung, wenn man den ganzen haben. Fuß von den Zehen bis uͤber den Schaden hinaus mit einer Binde umwickelt. §. 308. Wie die Salzflüſſe zu behandeln ſind. Die ſogenannten Salzfluͤſſe, Flußgeſchwuͤre, flache Hautgeſchwuͤre, die viele und ſcharfe Feuchtigkeiten von ſich geben, erfordern faſt die naͤmliche Behandlung, und eben die Behutſamkeit, wie die alten Geſchwuͤre. Man darf ſie niemals zu geſchwinde vertreiben, und man wagt zu viel, wenn man austrocknende Pflaſter, Salben und Pulver, oder zuruͤcktreidendes Waſchwaſſer gebraucht. Man halte eine gute Diaͤt, man bediene ſich blutreinigen⸗ der Getraͤnke, nehme dann und wann ein Laxiermittel, man waſche den Schaden zum oͤftern mit Kalkwaſſer, und belege ihn mit friſchen Klettenblaͤttern, Erlenblaͤttern, oder auch mit geſtoßnem Erdbeerenkraut. Er muß ſo oft friſch verbunden werden, als der vorige Verband durch die aus⸗ fließende Feuchtigkeit durchnaͤſſet worden. 9. 309. Einige Hülfamittel für faule bösartige Geſchwüre und Krebsſchaden. Manchmal entſtehen nach hitzigen Fiebern, und auch ſonſt bey Leuten, die ſchlimme Saͤfte haben, boͤsartige, faule und borkige Geſchwuͤre, in denen ſich oft Wuͤrmer erzeugen, und die ſehr ſchmerzhaft ſind. Auch venn dag m da fanat, e ſa fuuite, 1 ufe attäin he hzia n Geſten tin, vm Ri, zh ziſheuſt zauh — din fi tann um i lhm nit Kabdiß 4, Steleta E uiſtiin rrin uik da Frird diſtis 1 fahm 1 fän 6 an nd Von den Geſchmaͤlſten. 41 Auch da muß man vorzuͤglich die Saͤfte zu veebeſſern ſuchen. Der Kranke muß eine ſtrenge Diaͤt halten, und hauptſaͤchtich duͤnne Schleime, Gartengewaͤchſe, ſaftige Sommerfruͤchte und Obſt eſſen. Die Erdbeeren aͤußern iin dergleichen Faͤllen eine vorzuͤgliche binkreinigende Kraft, wenn ſie einige Wochen lang taͤglich zu vielen Pfunden gegeſſen werden. Friſche Fleiſchſpeiſen ſind bey ſolchen Geſchwuͤren insgemein zutraͤglich, nachtheilig aber ſind fette Fleiſchſpeiſen, ſo auch das geraͤucherte und gepoͤkelte Fleiſch. Zum Getraͤnke ſind Molken, die Habertiſane (Anh. Nr. 28.) und der Malztrank(Anhang Nr. 12.„ 1 ienlich. Aeußerlich kann man friſche Raute mit Wein und Eſſig geſtoßen, oder geſchabte ſaure Aepfel wie ein Pftaſter auf⸗ binden, oder friſche Zitronen, in duͤnne Scheibchen zer⸗ ſchnitten, uͤberlegen. Man muß dieſe Aufſchlaͤge zum oͤftern erneuern: wenn ſich die faͤulige Beſchaffenheit des Geſchwuͤrs dadurch verloren hat, ſo kann man es hernach mit einer Abkochung von Wallnußſchaalen(in. ſ. im vori⸗ gen§.) oder mit einem Decoet von Weiden⸗ oder Ulmen⸗ tinden verbinden. Man kocht dazu eine gute Handvoll von jenen Rinden, klein geſchnitten, in zwey Schoppen Waſſer ſo lange, bis der dritte Theil eingekocht iſt. Die krebshaften Geſchwuͤre, offene Krebsſchaͤden, ſind ohne Zweifel die ſchlimmſten unter allen. Sie ſehen ſehr uͤbel aus, ſind oft mit ſchwammigen Auswuͤchſen beſetzt, und haben harte umgebogene Raͤnder. Sie verurſachen heftige Schmerzen, bluten leicht und ſtark, und es fließt eine duͤnne, ſehr ſcharfe und ſtinkende Jauche heraus. Der Krebs kann an allen Theilen des Koͤrpers entſte⸗ hen, wenn irgendwo harte knotigte Geſchwuͤlſte ſchmerz⸗ haft werden und aufbrechen. An den Bruͤſten kommt er am haͤufigſten vor, und der Bruſtkrehs iſt unter allen am do oͤs⸗ 418 Von den Geſchwuͤren. bösartigſten. Aeltliche Weiber bekommen ihn weit oͤſter als juͤngere, die ihre Reinigung noch haben. Es geht hier wie bey allen ſchweren, kaum heilbaren Krankheiten. Man hat eine Menge von Huͤlfsmitteln gegen den Krebs angerathen; aber man hat noch keins, auf welches man ſich verlaſſen koͤnnte, und nur der un⸗ wiſſende Quackſalber verſpricht es, den Krebs zu heilen. Aber man huͤte ſich um ſo mehr vor ihm, je dreiſter ſeine Verſprechungen ſind. er wird allemal das Uebel aͤrger machen. b Man verwechſelt; gar oft den wahren Krebs und trebs: artige Geſchwuͤre, und man glaubt manchmal den Krebs geheilt zu haben, wo keiner geweſen iſt. Daher kommt oft das taͤuſchende Vertrauen zu gewiſſen Mitteln. Es gibt aber doch manche Mittel, die zuweilen gut gethan haben, der Schierling, das Tollkraut, Tollkirſchen (Belladonna), der rothe Fingerhut, die Queckſilber⸗ und Arſenikalzubereitungen. Aber das ſind Gifte, die nicht anders heilſam werden koͤnnen, als wenn ein verſtaͤndiger Arzt ihren Gebrauch gehoͤrig anordnet und einrichtet. Diejenigen, die mit dieſem grauſamen Uebel behaftet ſind, muͤſſen eine beſonders gute Diat halten. Ohne dieſe iſt ſchlechterdings nichts zur Heilung eines Krebſes oder krebsartigen Geſchwuͤrs auszurichten. Manchmal aber hilft ſie aleine. Man hat Beyſpiele, daß Krebsſchaͤden von der ſchlimmſten Art, endlich zur Heilung kamen, nach⸗ dem die damit behafteten Kranken Jahrelang nichts anders als Milch, duͤnne Gerſten: uud Haberſchleime, und eine geſaͤttigte Abkochung von Queckenwurzeln(Anh. Nr. 18.) genoſſen hatten. Man muß alle ſcharfen, erhitzenden, fetten, ranzigen und ſauren Sachen außs ſorgfaͤltigſte ver⸗ meiden. Auch die geiſtigen Getraͤnke ſind ſchaͤdlich. Man kann Milch und Waſſer, das obengedachte Queckendecoct, die Häbereilon⸗(Anh. Nr. 28.), oder einen ſriſch zube⸗ reiteten ottn. th di feteten. ut zan ——— ſara Dagnah Genlth nijhnas MHand ie Tabht lhter anſct, daraus u its e eiſ u nadihe the, 1 iavan an de! ſehg nA Rc ſuen Ehne Kunke Raebe Nean n ſerſ a d ſm tri untu wüi dir mn wiſſen dea. 1, Ugaza dalten d d die dchlem ied Sh, Rn den awith it l intn. 1 59 zema Lesche tfahn do thd P- a. KMfe prürrth n ran na b eei, nd dA icüngi wann fſth fi Von den Geſchwuͤren. 4¹9 reiteten Malztrank(Anh. Nr. 12.) taͤglich zu zwey, drey oder vier Schoppen trinken. Man darf ſich nicht zu ſehr bewegen, nicht zu ſtark arbeiten; aber auch die Bewegung nicht ganz verabſäͤumen. Man muß Ermunterung und Vergnuͤgungen ſuchen, und ſich aller niederſchlagenden Gemuͤthsaffecten moͤglichſt entſchlagen. Man muß ſich maͤßig warm— den ſchadhaften Theil immer mit einem Flanell bedeckt halten, und vorzuͤglich dafuͤr ſorgen, daß die Ausdünſtung niemals geſtoͤret werde. 1 Unter den aͤußerlichen Mitteln, die in einigen Faͤllen nuͤtzlich geweſen ſind, und die mit Sicherheit gebraucht werden koͤnnen, gehoͤret vorzuͤglich der Aufſchlag von Moͤhren oder gelben Ruͤben(Anh. Nr. 48.). Er haͤlt das Ge⸗ ſchwuͤr rein, und vermindert die Schmerzen. Man muß ihn des Abends und Morgens erneuern; allemal aber⸗ vorher den Schaden mit weicher Leinewand reinigen.— Ferner das Kraut von der Wolldiſtel oder Zellblume. Man quetſcht es und legts uͤber: oder man druͤckt den Saft daraus und befeuchtet den Verband damit. Man muß dieſes ſo oft wiederholen, als er trocken wird.— Der Saft von Katzentraͤubchen, Mauerpfeffer, wird auf die naͤmliche Art gebraucht. Manchmal hat es gute Dienſte gethan, wenn man die Krebsgeſchwuͤre durch Thiere aus⸗ ſaugen oder auslecken ließ. Man hat insbaſondere geruͤhmt, daß es gut ſey, wenn man lebendige Kroͤten in ſehr duͤnne 3 Leinwand oder Neſſeltuch gewickelt, in die Geſchwuͤre oder an die Loͤcher, z. B. der krebshaften Bruͤſte lege, und ſie da ſo lange liegen laſſe, bis ſie ſich vollſaugen, dann mit Zuckungen abfallen und ſterben. Aber mehrentheils ſaugen ſie nicht, oder ſie verurſachen beym Saugen ſo heftige Schmerzen, daß man ſie wegnehmen muß. Wenn der Kranke keine groͤßre Schmerzen davon bekommt; ſondern dieſelben vielmehr gelindert werden, ſo thut man wohl, wenn man mit dieſem Mittel fortfaͤhret. Auch dadurch, Dd⸗ daß ſchwuͤren, zu Wunden, 420 Von dem Brand. daß man einen Hund lange Zeit an der Bruſt ſaugen ließ⸗ iſt ein boͤsartiger Bruſtkrebs geheilt worden. Von großem Nutzen iſt es auch allemal geweſen, wenn man nicht weit von dem Krebsſchaden, z. B. bey dem Krebſe an der Bruſt am Arm, ein Fontanell gelegt und dadurch einen Theil der Materie abgeleitet hat. Alle dieſe bisher angegebenen Mittel wider den Krebs ſind aber nur ſelten von ſolcher Wirkſamkeit, daß man die Heilung des Schadens von ihnen mit Grund erwarten kann. Sie ſind oftmals ſchaͤdlich, weil ſie die mit dieſer ſchweren Krankheit Behafteten in leerer Hoffnung hinhalten, und ſie veranlaſſen, die Operation des Wegſchneidens des Krebsſchadens, als das einzige zuverlaͤſſige Mittel, ſo lange hinauszuſchieben, bis auch dieſe nicht mehr angewen⸗ det werden kann. Oft muß man ſich auch begnuͤgen, ein Uebel das man nicht heilen und durch die Operation nicht entfernen kann, blos zu lindern, und dazu iſt nichts dienlicher, als oͤſteres Waſchen und Baden des ſchadhaften Theils mit reinem Waſſer. Man hat eine eigne Vorrichtung, vermittelſt welcher man auch die krebshaften Bruͤſte baden kann. Von dem Brand. §. 310. Urſachen und Zufälle des Der Brand befaͤllt ſowohl innere als aͤußere Theile. An innern Theilen wird er faſt allemal toͤdtlich. Oft geht eine Entzuͤndung in den Brand uͤber: manchmal entſteht er auch ohne dieſelbe. Er ſchlaͤgt zu Wunden, Quetſchnun⸗ gen, Beinbruͤchen, Brandſchaͤden, zu faulen alten Ge⸗ die vom Biſſe giſtiger Thiere Erfrorne Glieder werden leicht brandig, wenn man Brandes. herruͤhren. =——OO——————— unſe Küſer nacliß ung - ſub A Feriae klnde anden bandb biſchn. aaber daß w. enpfin Eüner nindeen NMatur Flehal: dac. dA An md ſama darghi Ne n Gh Aumil biht. 8 nol ſeite ha tael mr T K 3 amia enn⸗ it Geh aan 1 vei f 1 1 b räſt d, 9 nt nä umn tn iwn 1oi. t und al mha, utb A — Von dem Brand. man ſie unvorſichtig erwaͤrmet: oft kommt der Brand zt Waſſerſuchten, eingeklemmten Bruͤchen ꝛc. lung aͤußerlicher Schaͤden, der Mißbrauch fetter Salben und Pflaſter, und ein zu feſtes Verbinden geben am mei⸗ ſten Gelegenheit dazu.. Der Theil, an welchem der Brand entſtehet, wird weniger empfindlich, und bekommt eine braune oder dun⸗ kelrothe Farbe mit dunkelrothen Striemen in den anlie⸗ genden Theilen. Es ſchießen Blaſen, die ſogenannten Brandblaſen, auf der brandigen Stelle auf. Wenn eine Geſchwulſt da war, ſo faͤllt ſie nach und nach„der Theil verliert endlich alle Waͤrme, Vewoͤgung und Gefuͤhl, fo daß man hineinſchneiden kann, ohne daß es der Kranke empfindet, er wird trocken, ſchwarz und ſtinkend. Wenn ſich im Anfange des Brandes die großen Schmerzen, Hitze, Geſchwulſt und Haͤrte des Theils ver⸗ mindern, ſo tauſchet ſich der Pattent gemeiniglich mit der Meynung, daß es beſſer mit ihm werde; er hat aber doch allemal mehr innerliche Hitze und Durſt, und wird matter dabey.— §. 3 1 1 5 Erinnerung wegen der Behandlung des Brandes. Die Behandlung dieſes Uebels iſt eine Sache fuͤr den Arzt und Wundarzt, und man muß keinen Augenblick ver⸗ ſaͤumen denſelben zu Huͤlfe zu rufen. Dieſer wird es dann beurtheilen, ob innerlich die China, Wein, Vitriolgeiſt, Mohnſaft, oder andre Mittel, faͤulniswidrige Auſſchlaͤge von China, den Rinden, Blaͤttern von Bruchweiden, von Kamillenblumen, Wermuth, Eſſig, Wein, Sauerkraut⸗ bruͤhe— oder reizende von Sauerteig, Zwiebeln u. dgl. m. nothwendig ſind. Von Die Ver⸗ nachlaͤßigung eines guten Verhaltens, und die uͤble Behand⸗ mehr als die Weiber. Von den Bruͤchen. Von den Bruͤchen. §. 312. Verſchiedenheit, Urſachen und Kennzeichen der Brüche. Es gibt mancherley Gattungen der Bruͤche, Leiſten⸗ und Hodenſackbruͤche, Nabelbruͤche, Bauchbruͤche, Magen⸗ bruͤche ꝛe. Die erſteren kommen am gewoͤhnlichſten vor, und nur von dieſen werde ich im Folgenden reden. Die gemeinen Leute ſind den Bruͤchen wegen ihren harten Arbeiten vorzuͤglich unterworfen, und die Maͤnner Bey Kindern entſtehen ſie haͤufig von ſtarkem anhaltenden Schreyen, von ſtarkem Huſten oder Erbrechen und oft auch davon, daß ſie auf den Ar⸗ men uͤberſchlagen, anfangen. Es iſt wichtig, daß man einen Bruch von einer an⸗ dern Geſchwulſt zu unterſcheiden wiſſe, damit man ihn nicht auf eine unſchickliche Art behandle. Wenn jemand ploͤtzlich, und bey einer Gelegenheit, bey welcher Bruͤche zu entſtehen pflegen, bey einer ſtarken Anſtrengung der Kraͤfte, einem Stoß auf den Leib, einem Fall oder Sprung von der Hoͤhe, bey ſtarkem Reiten u. dgl. am Nabel oder in den Weichen, eine unſchmerzhafte Geſchwulſt bekommt, die kleiner wird, oder ganz verſchwindet, wenn er auf dem Ruͤcken liegt, hingegen groͤßer und geſpannt wird, wenn er eine Zeitlang ſtehet, ſich ſtark bewegt, und vornehmlich, wenn er zugleich den Athem an ſich haͤlt, auch wenn er gegeſſen hat;— wenn ſie kleiner wird, oder gaͤnzlich in den Leib zuruͤcktritt, wenn man mit der Hand darauf druͤcket, und ſogleich wieder zum Vorſchein kommt, wenn mit dem Druck nachgelaſſen wird; wenn ſie bey Tage und waͤhrend der Kranke auf iſt, ſich ſichtbar und fuͤhlbar zeigt, in der Nacht aber, wenn der Kranke liegt, ſich zuruͤcks zieht oder ausgleiten, wenn ſie zu gehen enien Püchen r ac a ſ deus fle niot dalkem Ctme genber natſ de dichen de 5 iſe, wum noie Bu gu , i ptta d rke Aripe inmflthehe tAc luic ftrifche nht n tahi regua en n 34 A ajtig füt, un umt n,enhh t n in ſtei ben m ſ 9 Von den Bruͤchen. 425 zieht und verſchwindet, ſo kann man verſichert ſeyn, daß es ein Bruch iſt. S8. 313. b Wann und wie man die Brüche gründlich beilen kann. Bey Kindern kann man die Bruͤche leicht und voll⸗ kommen heilen, wenn man ſie nur, ſobald als ſie ſich zeigen, zuruͤckbringt, und auf eine ſchickliche Art zuruͤck⸗ haͤlt. Man legt das Kind auf den Ruͤcken, und ſchiebt den Bruch nach und nach zuruͤck. Wenn es verſtopft iſt, ſo muß ihm vorher ein Klyſtier beygebracht werden. Man nimmt ein Theekoͤpfchen voll Milch oder Gerſtenbruͤhe dazu, mit etlichen Loͤffelnvoll Baumoͤl und etwas Zucker. Wenn der Bruch zuruͤckgebracht iſt, ſo waſche man den Ort recht oft mit kaltem Waſſer, oder mit Kalkwaſſer, und lege ein Bruchband an. Man kann ſolches von einer leinenen oder barchenten Binde machen, und das Kißchen daran mit Haaren oder Wolle ausſtopfen. Auch erwachſene Leute, die nicht gar zu alt ſind, köoͤn⸗ nen hoffen, gruͤndlich geheilt zu werden, wenn ihr Bruch noch friſch und klein iſt. Der vorgetretene Theil muß aber gleich wieder zuruͤckgebracht und dann ein gutes Bruchband angelegt werden, und der Kranke muß ſich bequemen, einige Wochen lang ruhig zu liegen. Das Bruchband darf aber nur alsdann angelegt werden, wenn der Bruch vollkom⸗ men zuruͤckgebracht worden iſt, denn ſonſt wuͤrde es die herausgefallenen Theile druͤcken und die gefaͤhrlichſten Zu⸗ faͤlle erregen. Es muß auch auf die Stelle des Bruches nicht zu ſtark druͤcken. Wenn das Bruchband den Bruch vollkommen zuruͤckhaͤlt, und dabey dem Kranken keinen Schmerz und keine Beſchwerden verurſacht, ſo kann man glanben, daß es gut ſey. Die Bruchbaͤnder fuͤr Ers wachſene muͤſſen ſtark und mit einem Eiſen verſehen Dd 4. ſeyn. 42 3 Von den Bruͤchen, ſeyn. haben. dan kann die Wirkung des Bandes noch um ein großes befoͤrdern, wenn man ſich zugleich eines ſtaͤrkenden Aufſchlags bedienet. der Eichenrinde, das man in den Lohmuͤhlen von den Waͤnden und Balken zuſammenkehren kann, leinenes Saͤckchen uͤber die Haͤlſte an, und legt es in warm⸗ gemachten rothen Wein, daß das Pulver durch und durch feucht wird. Wenn nun der Bruch zuruͤckgebracht wor⸗ den, ſo legt man das Saͤckchen auf den Ort, wo er ſich befindet, und daruͤber das Bruchband, ſo daß der Ballen davon auf das Saͤckchen zu liegen kommt. Jeden Abend beym Schlafengehen wird dieſes von neuem mit heißem Weine befeuchtet. So faͤhrt man bey Kindern vier bis ſechs, und bey Erwachſenen acht bis zwoͤlf Wochen tang fort. Wenn man dabey auch noch innerlich das Pulver von Waſſerſenchelſaamen, taͤglich zu drey bis vier Quent⸗ chen gebrauchet, und ſich wenigſtens die erſte Zeit hindurch ruhig verhaͤlt, ſo kann man ziemlich ſicher ſeyn, daß der Bruch heilen, und in der Bolge ſo leicht nicht von neuem heraustreten wird. Man hat mancherley, und geruͤhmte Zuſammenſetzun⸗ gen von Bruchpflaſtern; aber jedes ſtarkklebende Pflaſter thut die naͤmlichen Dienſte. Sie helfen uͤberhaupt nicht viel und ſchaden oft, indem ſie die Schweißlöcher an einer Stelle, wo man gewoͤhnlich viel ausduͤnſtet, verkleiſtern und berengen. Die ſympathetiſchen Kuren, auf welche das gemeine Volk mehrentheils ein großes Vertrauen ſetzet, heifen zu gar nichts. Man wendet ſie gemeiniglich bey Kindern an; aber bey dieſen heilen die Bruͤche von ſelbſt, wenn ſie nur eine Zeitlang zuruͤckgehalten werden, und die Stelle des Bruches von Zeit zu Zeit mit kaltem Waſſer, oder mit Kalkwaſfer gowaſchen wird, §. 314. Diejenigen ſind am beſten, die eine Stahlfeder Man ſaͤllt mit dem Staubmehl von ein kieines vertder desd ſo ni und ſende luadg feor ſeht d hnn tinke band tn dr S the m duüc l. denn ntard erieß 4 Man ſir Aiele Ki nüh cch ene 8 III ens dien ihr dich ſte e ſo leiheotan erühnt diei des ſutthe 1 ie hein aou ie Söaiett ausdhs, hd chen u G in zmſsn nat t wül en di dünd Kcyehete nn. 4 1 u di n Gal Von den Bruͤchen. §. 314. Verhaltungsregeln für diejenigen, die unheilbare Brüche haben⸗ Die im vorigen§. angegebenen Mittel helfen nur⸗ dann, wann der Bruch noch friſch iſt, und gleich wieder zuruͤckgebracht worden: wenn er aber ſchon lange gedauert hat, ſchon oft vorgefallen und wieder zuruͤckgetreten war, ſo iſt keine gruͤndliche Kur mehr zu hoffen. Ein Bruch verurſachet keine Gefahr, ſo lange er noch zuruͤckgebracht werden kann, ob er ſchon immer wieder hervortritt. ſelbſt uͤberlaſſen; denn er wird ſonſt immer größer, ſo daß er endlich gar nicht mehr zuruͤcke gebracht werden kann, und der Kranke muß immer beſuͤrchten, daß er ſich einklemmen werde. Man muß ſich daher ein gutes Bruch⸗ band zulegen, welches alle Unbequemlichkeit und Gefahr verhuͤtet. Aber es iſt ein Hauptumſtand, daß allemal der Bruch vollkommen wieder zuruͤckgebracht werden muß, ehe man es anlegt, und dieſes iſt oft bey alten und hrof ßen Bruͤchen nicht leicht zu bewerkſtelligen, oft gar nicht moͤg⸗ lich. Manchmal gehen ſie doch endlich wieder zuruͤck, wenn der Kranke eine lange Zeit auf dem Ruͤcken liegt, unterdeſſen ſehr ſparſam lebt, und lanter weiche Dinge genießet, die den Leib offen halten. Wenn aber der Bruch auf keine Art t zuruͤckgebracht werden kann, ſo kann man weiter nichts thun, als daß man ſich eines Haͤngebeutels bedienet, der nach der Groͤße des Bruchs eingerichtet ſeyn muß. ſo viel moͤglich Verhuͤtung aller Anſtrengung des Koͤrpers Der Kranke muß dabey und durch ein vorſichtiges Verhalten dem fernern Anwach⸗ ſen deſſelben und andern uͤblen Folgen vorzubeugen ſuchen. Es kann denjenigen, die mit Bruͤchen behaftet ſind, ſehr nachtheilig werden, wenn ſie Speiſen genießen, dis diele Blaͤhungen machen, oder zu ſtarke Mahlzeiten thun. Aber man darf ihn deswegen doch ſich nicht 426 Von den Bruͤchen. Sie muͤſſen ſich alſo davor huͤten. Vorzuͤglich duͤrfen ſle nichts hartes, keine Kerne, Knochenſtuͤcke u. dgl. m. ver⸗ ſchlucken. Dergleichen Dinge gehen oft bis an den Bruch, bleiben da ſtecken, und geben durch ihren Druck und Reiz Gelegenheit, daß eine Entzuͤndung und Einklemmung ent⸗ ſtehet.— Es iſt noͤthig, daß ſie in der Arbeit ſich etwas ſchonen, zumal wenn ſie eben gegeſſen haben, weil dann allemal der Bruch leichter vortritt als ſonſten. Iſts ihnen möglich, ſo muͤſſen ſie alle erſchuͤtternde Bewegungen, das Reiten, Springen— und jede Anſtrengung der Kräfte vermeiden, wobey der Koͤrper ſtark ausgeſtreckt oder wobeh der Athem zuruͤckgehalten wird, z. B. das Ziehen eines Rollenſtricks, das Herablangen einer ſchweren Laſt von einer gewiſſen Hoͤhe, das Aufheben einer ſchweren Laſt, das Aufkiettern mit den Haͤnden, wobey man den Koͤrper herabhaͤngen laͤßt, das Berganſteigen mit einer Buͤrde auf dem Kopf, wobey man dieſe mit aufgereckten Armen feſte halt ꝛc. In gebuͤrgigen Gegenden ſind die Bruͤche des⸗ wegen ſo haͤufig, weil Arbeiten von dieſer Art da kaum zu vermeiden ſind. Wenn man eben gegeſſen hat, und vornehmlich blaͤhende Speiſen, und dann dergleichen Ar⸗ beiten unternimmt, ſo iſt nichts leichter, als daß man einen Bruch bekommt. Leute, die Bruͤche haben, muſſen ſich warm halten, und ſolches vorzuͤglich, wenn der ausgetrettene Theil nicht wieder zuruͤckgebracht werden kann. Der Froſt verurſacht in dieſem Falle gar leicht gefaͤhrliche Einklemmungen. Endlich haben ſie noch eine ſehr wichtige Regel zu merken: Wenn ihnen eine Krankheit zuſtoͤßt, und ſie des⸗ wegen einen Arzt um Rath fragen, ſo duͤrfen ſie ihm ihren Leibesſchaden ja nicht verhehlen. Es iſt von der groͤßten Wichtigkeit fuͤr ihn, daß er es wiſſe, weil er ſonſt die Krankheit leichtlich falſch beurtheilen und unrichtig behan⸗ deln koͤnnte. Gar viele Krankheiten koͤnnen von dem Bruche 1 . i ete „u ade Ar ed urzeit 1 dücken —— — — —2 — S— — — — —— —— G den iie ton ſg eien aan m voöa ran h den nithegehar aufßenraa — n ſid hedt eon diet Puce tden zufſeik, ad dan wuihd V beich, ühr üfmn ſt wih nsgerra he Endenn dit 1a het pinu a,ſo kaiit Gii ANA — ien un n un khein d 4 N 1 Von den Bruͤchen. 427 Bruche entweder ſelbſt herruͤhren, oder verſchlimmert wer⸗ alle Arzneymittel geben, die etwa ſonſt nach den Umſtaͤn⸗ den erforderlich waͤren, z. B. keine Brechmittel. Eine unzeitige Schaamhaftigkeit bey Kranken iſt allemal vige große und oft ſehr verderbliche Thorheit. §. 315. Zufälle der eingeklemmten Brüche. Es iſt ein ſehr gefaͤhrlicher Umſtand, wenn der Bruch eingeklemmt wird. Es entſtehen dann Schmerzen im Bruche, die ſich vom Anfuͤhlen, vom Huſten, Nieſen, und jeder andern erſchuͤtternden Bewegung verſtaͤrken, und ſich nach und nach uͤber den ganzen Unterleib verbreiten. Der Bruch wird gemeiniglich groͤßer, aufgetrieben und geſpannet, und zuletzt ſchwillt auch der Leib auf: der Kranke bekommt eine hartnaͤckige Verſtopfung, und bricht anfangs die im Magen noch ruͤckſtaͤndige Speiſen„ dann Schleim, Galle und Koth weg: er bekommt eine wirkliche Darmgicht(§. 219.); dabey iſt er ſehr beaͤngſtiget und unruhig, ſein Puls iſt zuſammengezogen und klein, und wenn das Uebel hoch geſtiegen iſt, ſo klein, daß man ihn kaum fuͤhlen kann. Er bekommt endlich Schluchſen, die Glieder werden kalt, und im Geſichte bricht ein kalter Schweiß aus. Wenn er nicht bald Huͤlfe erhaͤlt, ſo erfolgt gemeiniglich der Brand. §. 316. Hülfsmittel bey eingeklemmten Brüchen. Man darf die Anwendung dienlicher Huͤlfsmittel keinen Augenblick verzoͤgern, ſobald man die erſten Zufaͤlle einer Einklemmung wahrnimmt. Je fruͤher es geſchiehet, je . leichter den, und man darf denjenigen, die Bruͤche haben, nicht 428 Von den Bruͤchen. leichter kann man helfen. Die Krankheit nimmt mir jeder Minute zu, und die Hoffnung, daß man noch helfen koͤnne, nimmt in eben dem Verhaͤltniß ab. Vor allen Dingen muß man den Bruch zuruͤck zu bringen ſuchen. Dabey kommt vieles auf eine gute Lage des Kranken an. Er muß auf dem Ruͤcken liegen, mit der Bruſt und dem Kopfe etwas hoch, und noch hoͤher mit dem Theil, an welchem der Bruch iſt, mit dem Bauche hergegen niedrig und zuſammengebogen. Man ſteckt ihm Kiſſen unter die Beine und den Kopf. Ex muß den Fuß auf derjenigen Seite, wo der Bruch iſt, beugen und an ſich ziehen, ſo daß das Knie in die Hoͤhe ſtehet. Dieſe Lage muß er ſo viel moͤglich immer behal⸗ ten, bis es beſſer geworden. Bisweilen ſind betraͤchtliche Bruͤche bey derſelben von freyen Stuͤcken zuruͤckgetreten. Wenn man nnun den Kranken in die gehoͤrige Lage gebracht hat, ſo ſucht man den Bruch zuruͤckzuſchieben. Man umfaßt ihn mit der Hand, und druͤckt ihn aufwaͤrts nach dem Ort des Vorfalls zu, und auch in ſeinem ganzen Umfang einwaͤrts gegen den Mittelpunkt der Geſchwulſt, anfangs ganz gelinde, allmaͤhlig ſtaͤrker, und endlich ſo ſtark, als es der Kranke ohne große Schmerzen ertragen kann. Man bringt den Bruch allemal leichter zuruͤck, wenn man das, was zuletzt vorgefallen iſt, zuerſt hinein⸗ zubringen ſucht, wenn man alſo bey einem gelinden Druck von dem Umfang der Geſchwulſt gegen die Stelle, wo ſie hervorgetreten iſt, die Theile nach und nach, und ſo wie ſie herausgefallen ſind, zuruͤckzuſchieben ſich bemuͤht. Mit dieſen Bemuͤhungen faͤhrt man lange genug, wenigſtens eine Stunde lang fort, wenn der Bruch nicht fruͤher zuruͤcktritt. b Hilft dieſes nicht, ſo laͤßt man einen ſtarken Mann vor das Bette des Kranken hintreten, ſich da etwas nieder⸗ beugen, dann die Fuͤße deſſelben auf ſeine Schultern nehmen — — ——— ite 9 ah 10 3dsteg (nbumi drin iatt üchn eit 3 n in Wh ih rühh daut gt nd dütta duudſimg rorat ie bwun dirka, uuut ſe Stren n Klenlt eb alenii, giſbb Heinr zihndut an bdh R 1 vb en ſ te M u mn „ dh uäri — — — thn nu ht ſc uc nnin nf ſn de 1 üſ 1 —— — . gekruͤmmt lieget. Von den Bruͤchen. nehmen— ſo daß ihm auf jeder Schulter ein Kriegelenke des Kranken liegt, und ſeine Fuͤße uͤber den Ruͤcken herab⸗ haͤngen,— und ihn nach und nach ſachte in die Hoͤhe Mit der Bruſt und dem Kopf bleibt der Kranke indeſſen auf dem Bette liegen, wo man ſie mit Kiſſen wohl unterſtuͤtzen muß, daß alſo ſein Koͤrper vyrwaͤrts tief Wenn er nun in dieſer Lage iſt, ſo verſucht man aufs neue den Bruch auf die vorbeſchriebene ziehen. Art zuruͤckzubringen. Wenn alle Verſuche mißlingen, ſo muß man ſogleich zu andern wirkſamern Mitteln vorſchreiten. Aber da iſt es noͤthig, daß man auf die Natur des Uebels und die Folge erſt aufſchwillt, Verſchiedenheit der Umſtaͤnde Acht gebe. Wenn die Einkl lemmung ploͤtzlich entſtanden, wenn der Bruch gleich im Anfange ſchmerzhaft iſt, und in der ſo iſt ſie von hitziger Art. Bruͤche, die klein und noch nicht alt, aber nicht hart und ſchwer wird, Sie betrifft gemeiniglich oder nachdem ſie lange zuruͤckgehalten worden, von neuem vorgefallen ſind. Hier muß man 1. eine reichliche Aderlaſſe a am Arme ocneßmnen. Man muß die Oeffnung der Ader groß machen, und wenn der Kranke etwa in Ohnmacht faͤllt, ſo verſucht man waͤhrend derſelben den Bruch zurückzubringen. Wenn es nicht gar zu weit gekommen iſt, ſo beſſern ſich die Umſtaͤnde oft gleich nach der Aderlaſſe, und die vorgefallenen Theile gehen faſt von ſelbſt wieder zuräck. Manchmal muß das Aderlaſſen wiederholt werden. 2. Man ſetzt den Kranken bis an den Nabel in ein Bad von lauwarmem Waſſere und ſucht auch in dem Bade den Bruch zuruͤckzubringen. Hat man keine Gelegenheit dazu, ſo legt man einen Brey von Kamillenblumen und geſtoßnem Flachsſaamen mit Von den Bruͤchen. mit Milch gekocht, oder flanellene Lappen, die in eine Abkochung von Kamillen⸗ und Holderbluͤthen getaucht worden, warm uͤber den Bruch und den ganzen Unterleib. Dieſe Aufſchlaͤge muß man oͤfters erneuern. 3. Man gibt ihm erweichende Klyſtiere. Dazu kocht man Kleyen in Molken, und nimmt zu der Bruͤhe ein Paar Loͤffelvoll Oel, oder ein gutes Stuͤck friſche Butter. Wenn dieſe nichts wirken, ſo vermiſcht man warmes Waſſer und Weineſſig von jedem gleich⸗ viel mit einander, und bringt es als ein Klyſtier bey. Dies wiederholet man zum oͤftern. 4. Man laͤßt ihn friſches Leinoͤl einnehmen, wie bey der Darmgicht(6. 221. Nro. 4.). Doch darf man hier kein Salz dazu nehmen. Eine andre Art der Einklemmung entſteht langſam: der Bruch ſchwillt erſtlich auf, wird ſchwer und hart, und erſt nachher, manchmal nach vielen Tagen, ſchmerzhaft. Die Zufaͤlle ſind ſo heftig wie bey der vorigen Art. Die langſame Einklemmung kommt nicht ſo oft vor, wie die öhitzige, und gewoͤhnlich nur bey großen und alten Bruͤ⸗ chen, die ſeit langer Zeit nicht zuruͤckgebracht worden. Sie entſteht gemeiniglich daher, daß ſich der Unrath in dem vorgefallenen Theil der Gedaͤrme angehaͤuft und verhaͤrtet hat. Die kraͤftigſten Mittel ſind, daß man 1. vielfach zuſammengelegte Tuͤcher, mit eiskaltem Waſſer befeuchtet, uͤber den Bruch legt. Man muß alle Viertelſtunden damit umwechſeln, und wenn es noͤthig iſt, einen ganzen Tag lang damit anhalten. Auch Schnee und geſtoßenes Eis kann man aufiegen. Wenn der Bruch nicht groß iſt, ſo zieht er ſich unter dieſer Behandlung oft von ſelbſt zuruͤck. Wenn man merket, daß er kleiner wird, ſo kann man ihn dann leicht noch vollends zuruͤck⸗ brin⸗ 4 di mi ſernſaeze nat hs u mpa. dt tniea ſ nun ai eaar dſtunug in dan ſer de wian h d cht ſe Ri, R anſe wahh dezeöntemir it wkunu nachut mſ ·, daf nn Tüce, u in dat M mnt wa 1 aza d mſ mnd witd 1 3 6 uätueit dat ii ——— a4h Mein — — Von den Bruͤchen. 431 bringen. Man muß aber dieſes Mittel gleich an⸗ fangs gebrauchen, ehe noch der Bruch ſehr ſchmerz⸗ haft geworden. 8 a. Man laͤßt den Kranken ein gelindes abfuͤhrendes Mittel nehmen. Das beſte unter allen, iſt das Bitterſalz. Man laͤßt drey bis vier Loth davon in einem halben Schoppen Waſſer zergehen und giebt ihm jede Viertelſtunde ein Paar Loͤffelvoll. 3. Man bringt ihm Stuhlzaͤpſchen bey von Salz, Honig und Ochſengalle„ oder Klyſtiere aus einer Abkochung von Rauchtoback, mit Salz, Honig und Oel vermiſcht. 4 Wenn dieſes nicht hilft, ſo appliciret man Tobacks⸗ rauchklyſtiere(Anh. Nr. 4.). Man muß aber einen ſtarken Toback dazu nehmen, und den Dampf ſtark und lange einblaſen.“ Wenn alle Huͤlfsmittel, und alle ernſthafte Verſuche, den Bruch zuruͤckzubringen, fehlſchlagen, ſo iſt der Schnitt das einzige Mittel, wodurch der Kranke etwa noch kann gerettet werden. Man darf nicht zaudern, ſich dazu zu entſchließen; denn das Uebel iſt dringend, und der Tod unvermeidlich, wenn nicht ſo noch geholfen wird. Die Operation iſt weder ſehr ſchmerzhaft noch gefaͤhrlich, wenn ſie durch einen geſchickten Wundarzt verrichtet wird. Vagi⸗ renden Bruchſchneidern darf man ſich aber ja nicht anver⸗ trauen. Dieſe Leute, die gleich wenig Geſchick und Ge⸗ wiſſen haben, machen aus Eigennutz ihre marternde Ope⸗ rationen uͤberall, auch da, wo es im geringſten nicht noͤthig iſt, und aus Unwiſſenheit verſtuͤmmeln ſie die⸗ jenigen, die das Ungluͤck haben, in ihre Hande zu ſallen, oder toͤdten ſie gar. 3 43 Von der monatlichen Reinigung. Siebenzehnter Abſchnitt. Von den Krankheiten der Weiber. Da⸗ weibliche Geſchlecht iſt viel mehrern Krankheiten unterworfen, als das maͤnnliche. Es giebt nur wenige, welche den Mannsleuten in Anſehung ihres Geſchlechts eigen ſind; aber bey Weibsperſonen gieöts deren gar viele⸗ Soiches ſind theils Fehler der monatlichen Reinigung, theils Zufaͤlle der Schwangerſchaft, der Entbindung und die Folgen derſelben. Von der monatlichen Reinigung. §. 317. Natürliche Beſchaffenheit der monatllchen Reinigung— Zufalle, welche den erſten Ausbruch zu besleiten pflegen— Wie man ſich dabey zu verhalten hat. Die monatliche Reinigung faͤngt in unſern Gegenden gemeiniglich im vierzehnten oder funfzehnten Jahre an zu fließen, und hoͤrt im neun und vierzigſten wieder auf. Bey einigen kommt ſie doch, und endiget ſich bald fruͤher, bald ſpaͤter. Sie ſtellt ſich mehr und weniger regelmaͤßig alle vier Wochen ein, mehrentheils iſt ſie innerhalb drey oder vier Tagen voruͤber; aber bey manchen dauert ſie faſt eine ganze Woche lang. Es geht bald mehr, bald weni⸗ ger Gebluͤt weg. Bauersweiber, die ſtark und viel arbei⸗ ten, verlieren gemeiniglich nur wenig. So unendlich verſchieden die Leibesbeſchaffenheit und Lebensart der Weibsperſonen iſt, ſo verſchieden müſſen auch die Um⸗ ſtaͤnde bey der monatlichen Reinigung ſeyn. Immer kann man annehmen, daß dieſe Umſtaͤnde natuͤrlich ſind, wenn ſich die Weiber wohl dabey beſinden. Selbſt diejenigen, hey tham be Aacie n gjeltse ij unah nonatih banng, : wdta en Netn 4 a Rnas-Mn lan- Rnſh 6 ungti ni hm funieien n herißta hna, duae ſt ai tund dage taig b eilt ſeſrud w e vatuunt euurh m r. Rben Ma. dn d and 7 hen a brbtn h nt aa V wn„. Anteit zun ſeon N ud uilttN 9 ℳG jewie 5 dn. E Von der monatlichen Reinigung. 45³3 bey welchen die Reinigung nie zum Ausbruch kommt, kann man deswegen nicht fuͤr krank halten, wenn ihnen ſonſt nichts fehlt. Man darf daher, wenn dergleichen Verſchie⸗ denheit vorkommt, nicht etwa glauben, daß die Natur in Unordnung ſey, und kuͤnſteln wollen, um ſie in Ordnung zu bringen. Man darf ſchlechterdings nichts dafuͤr brau⸗ . chen; es ſey dann, daß beſondre kraͤnkliche Umſtaͤnde zugegen waͤren, machten. Wenn die Reinigung zum erſtenmal eintreten will, ſo werden die Maͤdchen vorher gemeiniglich ein wenig fieber⸗ haft: ſie fuͤhlen ſich muͤde, bekommen fliegende Hitze im die irgend eine Huͤlfsleiſtung noͤthig Geſicht, die ploͤtzlich kommt und vergehet, Kopfwehe, Herzklopfen, Schmerzen im Ruͤcken und in der Gegend der Nieren, ein Spannen in den Bruͤſten, eine ſchwere und druͤckende Empfindung in den Leiſten, und ein Jucken und Aufſchwellen der Geburtstheile,— Mangel an Eß⸗ luſt, manchmal auch Ekel, Durchlauf oder Verſtopfung. Dieſe Zufaͤlle verlieren ſich alle, wenn das Gebluͤt zum Ausbruch kommt, und wenn ſie nicht zu ſtark ſind, oder ein ordentliches Fieber entſteht, ſo iſt es nicht noͤthig, ihrentwegen etwas zu brauchen. Aber allemal muß doch ein gutes Verhalten beobach⸗ tet werden. Die Maͤdchen duͤrfen um dieſe Zeit keine andre, als leichtverdauliche gute Speiſen eſſen, und nicht mehr, als ihr Magen verkragen kann. Sie muͤſfen ſich vor Erkaͤltung, beſonders der Fuͤße und des Unterlerbes, in Acht nehmen, und ſich, vornehmlich des Morgens bey nuͤchternem Magen, durch Gehen, Fahren und leichtes Handthieren in freyer Luft Bewegung machen. Man muß ſie fleißig dazu anhalten; daenn ſie ſind bey dieſen Umſtaͤnden gewoͤhnlich traͤge und nicht ſehr geneigt ſich zu bewegen. Indeſſen iſt es doch das beſte Mittel, um den Durchbruch des Blutes zu befoͤrdern. Ee Wenn 434 Von der monatlichen Reinigung. Wenn die Zufaͤlle aͤrger werden, ſo muß man unter⸗ ſchiedene Huͤlfsmittel nach Verſchiedenheit der Umſtaͤnde anwenden. Wenn ein ſonſt bluͤhendes, ſtarkes, arbeitſames Maͤd⸗ chen, große Hitze und einen vollen, harten Puls dabey hat, ſo laſſe man ſie zum oͤftern ein Glasvoll klare Mol⸗ ken trinken, die mit praͤparirtem Weinſtein geſchieden wors den(Anh. Nro. 41.) und alle Abend ein Fußbad von lauwarmem Waſſer brauchen. Sie muß ſich tief darein ſetzen, daß das Waſſer bis an die Kniee geht, und ſo daß der Dampf davon an die Geburtstheile gehen kann. Noch wirkſamer ſind die halben Baͤder, die bis an die Lenden reichen. Aber das Waſſer darf nicht zu warm ſeyn. Die Kranke kann eine gute Stunde lang darinn bleiben, und ſich nachher ins Bette legen. Man kann ferner Kamillen⸗ blumen mit Waſſer und Milch abkochen und die Bruͤhe davon in Kiyſtieren geben, auch Duͤcher darein tunken, und warm auf den Unterleib legen. Dergleichen Baͤder, Bahungen und Klyſtiere ſchaffen unter allen? ditteln den beſten Nutzen. Man ſetzt ihren Gebrauch ſo lange fort, bis das Gebluͤt durchbricht. Wenn die Patientin ſchwaͤchlich iſt, bleich, von einer weniger arbeitſamen und beweglichen Lebensart, wenn ſie nicht ſowohl einen vollen Puls und ſtarke Hitze hat, als vielmehr Schmerzen und krampfige Zufaͤlle, ſo ſind ihr die Molken nicht dienlich. Anſtatt derſelben laſſe man ſie fleißig Kamillen; oder Meliſſentheo trinken. Wenn die Zufaͤlle vergehen, ohne daß das Gebluͤt durchbricht, und ſich eben ſo nach vier Wochen wieder einſtellen, ſo verfahre man dann auf die naͤmliche Art, und wenn der Erfolg auch diesmal nicht beſſer iſt, ſo ſuche man Huͤlfe bey einem Arzte. Man huͤte ſich ja vor dem eigenmaͤchtigen Gebrauch hitziger und ſcharfer, treibender Dinge. Zum Ungluͤck hat man Reiniun a, ſomin idenjen d) — — — arkes, Kthgtee len, hung ein Gieh, dn Taiſti ſcjonm le Ao g — — 3 Su uf B 1 if ur dit diu rlti ia M dr, heäna rilgenſn d etg amin M Bu unſ uin d ahca h, Ad ach Tlhe ua — —— eoma daucad ſen unt ia D d een Geöna ſ n — ääd i, u mdh güche läg, unſ 6 nn btish mnia aül 1 änn wäetij un antſe ti a, 1d uh ne Leic n u Rült ſei — Maat K zam litt d d — fädeh m 3l Von der monatlichen Reinigung. 43⁵ man eine Menge dergleichen unter hin gehoͤren der Sadebaum, Safran, Zimmt und andre Gewuͤrze, die Oſterluceywurzeln— die Alse und aloeti⸗ ſche Sachen, die Frankfurter Pillen, Polychreſtpillen— das junge Bier, ſo eben zu gaͤhren anfaͤngt, der Brauſe⸗ moſt, u. dgl. m. Alles, was das Gehluͤt antreibt und in Wallung bringt, iſt aͤußerſt ſchaͤdlich, ſo lange noch die Gefaͤße der Gebaͤrmutter nicht offen genug ſind, und beswegen das Blut nicht durchbrechen kann. Da verur⸗ ſachen dergleichen Dinge Bangigkeiten, Herzklopfen, Blut⸗ ſtuͤrzungen, innerliche Entzuͤndungen, die Schwindſucht und Auszehrungen. Vom Mangel der monatlichen Rei⸗ nigung erkranken nur wenige unter den arbeitſamen und maͤßigen Landmaͤdchen, daher waͤre es allemal vernuͤnfti⸗ ger, daß man lieber gar nichts gebrauchte, um ſie zu befoͤrdern, als ſolche Mittel„ wodurch man ſich die trau⸗ rigſten Zufaͤlle zuziehen kann. den Hausmitteln. Da⸗ §. 319. Folgen des verzögerten erſten Ausbruches der Reinigung. Zufälle dez Bleichſucht.— Wie man ſich da bey zu verhalten hat. Wenn ein Maͤdchen das mannbare Alter erreicht, aber doch die Reinigung noch nicht bekommen hat, ſo iſt man insgemein ſehr geneigt, alle Krankheiten, die ihr zuſtoßen, dem verhaltenen Gehluͤte zuzuſchreiben. Aber man irret ſich oft. Das Außenbleiben der Reinigung iſt weit oͤfter eine Folge als Urſache von Krankheiten. Bey denjenigen, die einen weichlichen ſchlaffen Koͤr⸗ ber haben, und ſich wenig Bewegung machen, kann die Reinigung leicht ausbleiben. Dann verlieren ſie den Appetit, oder er fäͤllt auf ungewoͤhnliche Dinge. Sie werden matt, traͤge, und wenn ſie ſich nur ein wenig geſchwind oder ſtark bewegen, ſo bekommen ſie Herzklopfen. Ee 2 Oft 36 Von der monatlichen Reinigung. Oft haben ſie Koyfwehe, noch oͤfter Schmerzen im Ruͤcken, in der Gegend der Nieren und den Weichen. Sie wer⸗ den blaß im Geſichte, aufgedunſen, und gegen Abend laufen ihnen gewoͤhnlich die Fuͤße an. Wenn das Uebel uͤberhand nimmt, ſo folgt die Waſſerſucht und Aus⸗ zehrung.. Man nennt dieſe Krankheit die Bleichſucht. Ihre Urſache iſt eine große Schwaͤche der feſten Theile und der Gefaͤße, und Verſchleimung des Blutes. So lange dieſe nicht gehoben wird, ſo lange darf man nicht erwarten, daß die Reinigung zu Stande kommen werde. Bey ihrer Heilung kommt es vorzuͤglich auf ein ſehr gutes diaͤtetiſches Verhalten an. Die Kranken duͤrfen uͤberhaupt keine andere als leichtverdauliche Nahrungsmit⸗ tel genießen. Die blutreinigenden und ſchleimzertheilen⸗ den Pflanzenſpeiſen ſind ihnen insbeſondre zutraͤglich, die Wurzeln und zarten Blaͤtter von der Zichorie, die Skor⸗ zonere(die ganz vorzuͤglich in dieſer Kronkheit geruͤhmt worden), Zellerie, Peterſilgen, Rettig, Meerrettig, Koͤr⸗ bel, Kreſſe, Sauerampfer, Spargel, Hopfenſproͤßlinge ꝛc.; alle Speiſen koͤnnen reichlich geſalzen werden. Zuweilen konnen ſie ein Stuͤckchen Hering oder rohen Schinken eſſen. Aber die fetten oͤlichen Sachen, Speck, ſettes Fleiſch, die teigigen, ſchlapperigen und waͤſſerigen Spei⸗ ſen, die rohen Mehlſpeiſen, Breye, Nudeln, Backwerk, die Milch, ſaure Dinge, das wäſſerige Obſt, Suppen und warme Getraͤnke ſind ihnen nachtheilig. Sie koͤnnen doch etwas Kaffe trinken; er muß aber ſtark ſeyn, und nicht mit vieler Milch oder Rahm gemiſcht werden. Ueber Tiſche koͤnnen ſie ein Glas Wein trinken; ſonſt auch Sauerwaſſer, Waſſer, worinn ein gluͤhendes Eiſen ab⸗ geloͤſcht worden, gutes Bier. Site muͤſſen nicht zu lange ſchlafen, ſondern Morgens zeitlich aufſtehen und fruͤhe nuͤchtern ſchon ſpazieren gehen, 2 oder ——— daan. nan dn Liin n ia : a ul — — Aſat m, ebätit: fibum tes. Aagä u näa j verde orgiguc ſe Dir kaͤlit aulice ags und ſüiaxiſw ſondn wiit, b r Zitn Vehh ſer daſſeiw ttis Aan Zeu 3 v. fhchee „Putz dehe rrallt Euhen 2 bün 2 ir ſn, w 5 nade mal, ſontc aährde uc a ſttden Tyr tu ſämm 8 8 —— 3 eu ——— 457 oder ſich ſonſt Bewegung machen, anfangs gelinde, bis ſte derſelben gewohnt werden, nach und nach ſtaͤrker. Sie thun wohl, wenn ſie ſich die Glieder oft mit trocknen Tuͤchern reiben laſſen. Die Stube oder Kammer, wo ſie ſich aufhalten, muß trocken ſeyn, oft mit Wachholder oder Flußpulver ausgeraͤuchert werden. Von der monatlichen Reinigung. §. 319. Regeln eines guten Verhaltens beym Fluß der monatlichen Reinigung. Wenn die monatliche Reinigung einmal da geweſen iſt, ſo ſtellt ſie ſich bey arbeitſamen und ſonſt geſunden Weibsperſonen in der Folge, gemeiniglich ohne ſonderliche Beſchwerden, alle vier Wochen wieder ein. Dieſes iſt dann mit eine Haupturſache ihrer guten Geſundheit. Um ſo ſchlimmere Zufaͤlle koͤnnen aber auch erfolgen, wenn die Reinigung unterdruͤckt oder in Unordnung gebracht wird⸗ Deswegen ſollten ſich alle Weiber waͤhrend der Zeit, daß ſte ihr Gebluͤt haben, vor allem, was ihnen Schaden thun kann, vorzuͤglich in Acht nehmen. Ihr Leben und ihre Geſundheit, und die Geſundheit ihrer Kinder haͤngt groͤßtentheils davon ab, wie ſie ſich waͤhrend dieſer Zeit verhalten. Sie haben zwar nicht noͤthig, ſich in der gewohnten Lebensart aͤngſtlich einzuſchraͤnken; aber grobe Diaͤtfehler, die entweder einen zu ſtarken Antrieb des Bluts, oder eine Stockung deſſelben veranlaſſen koͤnn⸗ ten, muͤſſen ſie doch, ſo viel moͤglich iſt, vermeiden. Von der Zeit an, als ſie die erſten Anzeigen der ſich einſtellenden Reinigung bemerken, duͤrfen ſie keine groben, zaͤhen, unverdaulichen Speiſen eſſen. Es kann gar leicht geſchehen, und geſchiehet wirklich ſehr oft, daß das Ge⸗ dluͤt ſtocket, wenn man Kuchenwerk, ſo warm wie es eben erſt aus dem Ofen kommt, friſches Brod, oder auch Ee z andre 455 Von der monatlichen Reinigung. andre teigige und fette Sachen, grobe Mehlſpeiſen, Kloͤſe, Mehlbreye u. dgl. warm, und dazu haͤufig iſſet, und etwa noch einen kalten oder ſtarken Trunk darauf ſetzt. Alle ſtark blaͤhenden Sachen, blaͤhendes Gemuͤſe, Nuͤben, Weißkraut, Kappis, Bohnen, Erbſen, Linſen, ferner ſolche Speiſen, die ſtark gewuͤrzt, geſalzen und ſcharf ſind, die Zwiebeln, Rettige— und die hitzigen Getraͤnke, ſelbſt der Kaffe, ſind denjenigen nicht dienlich, welche die monatliche Reinigung haben. Auch die ſaure Milch kann ſchaͤdlich werden, wenn ſie in Menge getrunken wird. Es giebt kein ſchicklicheres Getraͤnk, als reines Waſſer; aber es darf doch niemals gar zu kalt getrunken werden. Sie muͤſſen ſich um dieſe Zeit viele Bewegung machen, doch nicht ſo ſtark, daß ſie dadurch erhitzt werden. Sie duͤrfen dann nicht zu anhaltend ſtrenge arbeiten.; Vor Naͤſſe und Erkaͤltung der Fuͤße und des Unters leibes muͤſſen ſie ſich ſorgfaͤltig huͤten. Empfindlichen, weniger an Kaͤlte, Wind und Regen gewoͤhnten Perſonen, bekommt es allemal uͤbel, wenn ſie ſich dem rauhen uͤblen Wetter ohne Vorſicht ausſetzen, und etwa in kaltes Waſſer oder mit bloßen Fuͤßen auf kaltem Steinpflaſter gehen. Auch die ſehr warmen Stuben im Winter ſind ihnen nicht dienlich. Sie koͤnnen eher als andre Schaden davon haben, wenn ſie aus ſolchen ſich ploͤtzlich heraus in die kalte Luft begeben. b Zu vieles Wachen iſt ihnen eben ſo, und aus eben der Urſache nachtheilig, wie zu viele Arbeit, weil naͤm lich das Blut dadurch in Wallung kommt. Furcht, Schrecken, und uͤberhaupt alle gar zu ſtarke Gemuͤthsbewegungen, gehoͤren mit zu den gewoͤhnlichſten Urſachen der Verſtopfung der monatlichen Reinigung. Die Frauensperſonen muͤſſen ſich um ſo mehr vor denſel⸗ Ddigen huͤten, jemehr ſie gemeiniglich um die Zeit, wenn ſie e i 11 hi dun ſi iſtt n 1 arauf ſi d Genie,. 1 a, dan, ſn uaha h ſhaf ir hizigng, tih, t dini, n uch di de w n lih Knge ptonnui als di 8 getukdnd. it den da ſe dag in b a aſſämm in dſe unds thew 4 bmitht, ewiſeta Dring Gem wim ia wein kees Biſe Srruyfti gin dr ſitmai t Eton dn ai feusin 1 „ u nt dn dt v uwle aee mmüſäin 3 51 9 Vu „nit w ut 1 ni Si, W h 1 ———— 4³9 ſte die Reinigung haben, empfindlich und zu raſchen Ge⸗ muͤthsaffeeten geneigt ſind. Von der monatlichen Reinigung. §. 320. Wie man ſich Linderung verſchaffen kann, wenn der Abgang des Gebküts ſchmerzhaft iſt. Nanche Weibsperſonen erleiden allemal, ſo oft ſie ihre monatliche Reinigung bekommen, eben die Beſchwer⸗ den, weiche den erſten Durchbruch des Gebluͤts zu beglei⸗ ten pflegen: Froͤſteln, Schwindel, Kopfwehe, Beaͤngſti⸗ gung, Magendruͤcken, Ueblichkeit und Erbrechen, kolik⸗ artiges Schneiden im Leibe, Schmerzen im Kreuz ꝛc.— Rehrentheils iſt doch die genaue Befolgung der im vorigen§. gegebenen Regeln eines guten Verhaltens, hin⸗ reichend, um dergleichen Zufaͤlle zu hindern. Geſchieht dieſes nicht, ſo muͤſſen ſie Thee von Ka⸗ millen; oder Schaafgarbenblumen trinken, Klyſtiere von Kamillen in Milch gekocht, oder von einem ſtarken waͤſſe⸗ rigen Kamillendecoct mit Oel nehmen, und dergleichen warme Aufſchlaͤge auf den Unterleib legen. Leute von einer derben ſtarken Leibesbeſchaffenheit, koͤnnen ein Paar Tage vor dem Eintritt des Monatfluſſes, und ehe ſich die dabey gewoͤhnlichen Zufaͤlle aͤußern, ein Paar Loth Bitter⸗ ſalz zum Laxiren, und wenn ſie Schmerzen haben, einen Loͤffelvoll friſches Baumoͤl oder Leinoͤl taͤglich ein Paar⸗ mal einnehmen. Fuͤr zaͤrtliche, bleiche, aufgedunſene Perſonen aber iſt dieſes nicht zurrägüich 8. 321. Bas man zu thun hat, wenn die monatliche Reinigung plötlich unterdrückt worden. Es hat allemal nachtheilige Folgen fuͤr die Geſund⸗ heit, wenn die Reinigung entweder gleich bey ihrem Aus⸗ Ee 4 bruche, 440 Von der monatlichen Reinigunz. bruche, oder waͤhrend ihrem Fluß ploͤtzlich unterdruͤckt wird⸗ ob ſchon ſolche nicht allemal ſich ſogleich aͤußern. Manche Weibsperſonen befinden ſich eine geraume Zeit hernach, oft einige Monate oder Jahre lang, eben nicht uͤbel; aber wenn ſich indeſſen die Natur nicht hilft, ſo fuͤhlen ſie end⸗ lich doch nach und nach, daß ſie nicht mehr ſo geſund ſind wie vorher. Sie bekommen oͤftere heftige Koliken, Entzuͤndungen, Gliederreißen, Verſtopfungen der Einge⸗ weide und langwierige Krankheiten. Weit oͤfter erfolgen allerley Beſchwerden, bald hernach als das Gebluͤt ſtockte — ein Spannen und Druͤcken unter den kurzen Ribben, einige Beaͤngſtigung und ſchwerer Athem, Magenwehe, Kolikſchmerzen und eine Neigung zur Verſtopfung, manch⸗ mal ſtarke Fieberhitze, heftiges Kopfwehe und Mattigkeit, oder irgend ein andrer Blutfluß, Naſenbluten, Blutſpeyen, Blutbrechen ꝛc. In jedem Falle, wo die Reinigung ploͤtzlich unter⸗ druͤckt worden, muß man ſich gleich in ein tiefes lauwar⸗ mes Fußbad, oder in ein halbes Bad ſetzen, eine Vier⸗ telſtunde lang darinn bleiben, und ſich hernach ins Bette legen, oder doch ſonſt die unteren Theile wohl bedeckt hal⸗ ten, denn auch ein Klyſtier von Kamillenblumen mit Waſſer abgekocht, oder auch deren etliche, und alle Stun⸗ den eine Taſſe Kamillen, Schaafgarben⸗ oder Meliſſen⸗ thee nehmen. Wenn Fieberhitze, oder etwa ein anderer Blutfluß da iſt, ſo muß man gleich am Fuße zur Ader laſſen. Wenn die Reinigung bey dem Gebrauch dieſer Mittel wieder in Gang kommt, ſo wird die Kranke hergeſtellet ſeyn. Geſchieht es aber nicht, ſo thut man am beſten, wenn man bie zum folgenden Monat abwartet, und gegen die Zeit hin, da das Gebluͤt ſich einſtellen ſollte, ſich wieder der ebengedachten Fußbaͤder, Halbhaͤder, Baͤhun⸗ gen, Klyſtiere und des Thees bedienet. §. 322. en nich ih — — it ne gſuh 5 un ſiiß gaſe eforgage 4 Se rülgn s k g hih Kn da ghn ha, deſ, Daftin nui Ahe wh dan üunn diga zung htic mr V nei tiſt uwe dſczen, zie dw henac ns dih le viiſtäth amilenohma d te vndal St n Ar Nyüm anhn dühcuß r lher aſſn. ui diiſ Ri Kut ſenatt raa m län aaatt, vnd 390 13 ——— abetde, din Von der monatlichen Reinigung. 442 8§. 322, — und wenn ſie nicht ordentlich wiederkommt. 8 Wenn die Unterdruͤckung der Reinigung nicht ploͤtzlich und zur Zeit des Abfluſſes ſelbſt, ſondern nach und nach geſchehen iſt, oder wenn ſie nicht ordentlich wiederkommt, ſo ruͤhrt ſolches entweder von einer Schwangerſchaft, oder von einer Krankheit, oder daher, daß die Perſon ſich dem Alter naͤhert, wo die Reinigung gaͤnzlich aufhoͤren ſoll. Es muͤſſen Saͤfte genug da ſeyn, dieſe muͤſſen duͤnne und fluͤſſig genug ſeyn, und mit hinreichender Kraft nach der Mutter hingetrieben werden, wenn die Re folgen ſoll, und dazu gehoͤrt eine gewiſſe Staͤrke der Ge⸗ ſundheit. Daher können ſie diejenigen Weibsperſonen nicht bekommen, die etwa durch Blutfluͤſſe, ſonſtige ſtarke Ausleerungen und andre Krankheiten entkraͤftet ſind, die ein zu dickes Blut haben, welches in den Eingeweiden ſtehen bleibt und Verſtopfungen verurſacht— und mehren⸗ theils auch diejenigen, die ſich in der Arbeit uͤbernehmen und Kinder ſaͤugen. b In dieſen Faͤllen iſt es keine Krankheit fuͤr ſich, wenn inigung er⸗ die monatliche Reinigung ſich nicht einſtellet, es wuͤrde vielmehr ſchaͤdlich ſeyn, wenn ſie ſich einſtellete. Man kann hier keine allgemeine Regeln des Verhal⸗ tens geben, da jene Krankheiten ſo mancherley und ſo ver⸗ ſchieden ſeyn koͤnnen. Entkraͤftende Ausleerungen muͤſſen durch gehoͤrige Mittel geſtillet, und wo es an Saͤften fehlt, da muͤſſen ſie durch gute Diaͤt, leichtzuverdauende, ſaftige und nahrhafte Speiſen erſetzt werden. Die Dick⸗ bluͤtigkeit und die Verſtopfungen in den Eingeweiden muͤſſen durch Bewegung, aufloͤſende Kraͤuterſaͤfte(worunter der ausgedruckte Saft aus der Klettenpflanze, vorzuͤglich ge⸗ ruͤhmt wird(M. ſ. im Anh. Nr. 5.), durch Bruͤhen von Kraͤutern und Wurzeln, Sauerwaſſer u. dgl. m. gehoben werden. Ee z In 442 Von der monatlichen Reinigung. In den mehreſten Faͤllen dieſer Art, kann man der Huͤlfe eines Arztes nicht entbehren. Allemal muͤſſen die Hauptkrankheiten erſt durch ſchickliche Mittel und ein an⸗ gemeſſenes Verhalten geheilet werden, ehe man daran denken darf, etwas zu brauchen, um die Reinigung zu befoͤrdern, und auch dann darf man nichts treibendes neh⸗ men. Es iſt gewiß, daß ſich ſehr viele Weibsperſonen in das groͤßte Ungluͤck geſtuͤrzt haben, weil ſie die Rei⸗ nigung erzwingen wollten. Man gehe ſicher und wage bey dieſen Umſtäͤnden nichts nach eigenem Gutduͤnken; ſondern uͤberlaſſe ſich der Beſorgung eines Arztes. Wenn die Reinigung im gehoͤrigen Alter aufhoͤren will, ſo wird ſie gemeiniglich ſehr unordentlich, ſie haͤlt keine gewiſſe Zeit mehr, und es geht bald viel bald wenig Gebluͤt weg, endlich bleibt ſie ganz aus. Arbeitſame Weibsperſonen haben ſelten einige Beſchwerden davon, und ſie merken gar keinen Unterſchied gegen ihr voriges Befinden, da ſie die Reinigung noch hatten; aber bey manchen, die ſich mehr ſchonen und gut eſſen, ereignen ſich doch um die Zeit hin, da ſonſt die Reinigung zu er⸗ ſcheinen pflegte, mancherley Zufaͤlle, die manchmal ſo ſtark ſind, daß ſie eine beſondre Huͤlfe erfordern: Wallungen, fliegende Hitze, unruhiger Schlaf, Herzklopfen, Ueblich⸗ keit, Leibreißen, Ruͤckenwehe ꝛc. Dieſe muͤſſen ihre Diaͤt etwas einſchraͤnken, weniger näͤhrende Speiſen eſſen, viel Waſſer trinken, ſich fleißig Bewegung machen, und dafuͤr beſorgt ſeyn, daß ſie ims mer offnen Leib behalten. Um die Zeit, wo die Zufaͤlle eintreten, muͤſſen ſie ſich ruhig verhalten, hitzige Dinge, Gewuͤrze, Wein, Kaffe— auch zu warme Stuben mei⸗ den. Vollbluͤtigen Leuten, die ſonſt einen ſtarken Abgang von Gebluͤt hatten, die einen vollen und harten Puls haben, und bey den Anfaͤllen ſtarke Hitze bekommen, iſt es zutraͤglich, wenn ſie einigemal ein wenig Blut weglaſſen. b§. 323. S dthende 7 e Bühinn del ſe eſön u ug an Gn, Jhx. ln ufſte danit, ſaſ dnit ud neg ue, Aheiene chvadn datn, zemn ſr win faten, tn do eſſe eignen Periens nanhrtltſu em. Palanon, laſ a rartn, venhes tr, ſih ſiſi ** n, dij ſeim ne de düh ſihie Due m Suben wi Kkutn Art and hökten a tt jekomnan, Diu näſa b 3— 1 die Glieder kalt werden, und Ueblichkeiten, Von der monatlichen Reinigung. 443 S. 323. Wie man ſich bey Mutterblutflüſſen zu verhalten hat. Alle Urſachen, die uͤberhaupt zu Verblutungen Gele⸗ genheit geben(§. 165.), koͤnnen Mutterbmtfluͤſſe veran⸗ laſſen. Sie entſtehen insbeſondre oft von einer zu großen Erhitzung waͤhrend der Monatzeit, von dem Mißbrauch hitziger, treibender Arzneyen, und von der Gewohnheit der gemeinen Weibsleute ſich uͤber gluͤhenden Kohlen zu waͤrmen. 9 Vollbluͤtige Weibsperſonen, diejenigen, welche oͤſters gebohren haben, und die ſehr ſchwere Arbeiten verrichten, ſind ihnen vor andern unterworfen, und am meiſten in den Jahren, wo ſie die Reinigung verlieren.. Die Blutfluͤſſe kommen entweder zu der naͤmlichen Zeit, wo die Reinigung ſich einſtellen ſollte, oder auſſer derſelben; das Blut fließt entweder in Menge ab, oder langſam und nur tropfenweiſe, aber deſto laäͤnger. Das Verhalten bey dieſen Blutfluͤſſen muß voͤllig das naͤmliche ſeyn, welches im 166.§. gelehret worden. Wenn die Verblutung nicht ſehr ſtark iſt, und die Patientin eine lebhafte Geſichtsfarbe, gleichmaͤßige Waͤrme uͤber den ganzen Koͤrper, und vollen Puls hat, ſo darf ſie ſich nur ruhig und kuͤhl halten, ſich vor Zorn und an⸗ dern Gemuͤthsbewegungen in Acht nehmen, fleißig friſches Waſſer oder Gerſtenbruͤhe, mit Eſſig ſaͤuerlich gemacht, trinken, und ſo lange das Bluten anhaͤlt alle Fleiſchſpei⸗ ſen und hitzige Dinge vermeiden. Alles ihr Eſſen muß ſaͤuerlich ſeyn. 8 Wenn aber ſoviel Blut abgehet, daß der Puls klein und zitternd, und das Geſicht blaß zu werden anfaͤngt, Beaͤngſtigung ſo iaſſe man die Kranke ruhig in einer geraden Lage, mit den un⸗ tern und leichte Ohnmachten erfolgen, ſehr ſtille und 44½3I Von der monatlichen Reinigung. tern Thellen etwas erhoͤhet liegen; man gebe ihr zum oftern einen ſtarken Schluck kaltes Quellwaſſer, oder bey einer großen Entkraͤftung ſchwache Fleiſch- oder Huͤhner⸗ bruͤhe kalt zu trinken. Man kann das Waſſer oder die Bruͤhe auch mit Eſſig oder Zitronenſaft ſaͤuerlich machen. Man laſſe die Haͤnde in ganz laues Waſſer ſtecken und lege ihr ein mehrfach zuſammengelegtes leinenes Tuch, welches mit gleichviel kaltem Waſſer und Eſſig beſeuchtet worden, uͤber den Unterleib, die Lenden und Geburts⸗ theile, und wechſele ſo oft mit ihnen ab, als ſie warm werden wollen. Im zußerſten Nothfall ſtelle man die Fuͤße der Kran⸗ ken in kaltes Waſſer, man ſtopfe ihr weiche leinene Laͤpp⸗ chen, oder ausgezupfte Leinewandfaͤden, mit Weineſſig befeuchtet, behutſam in die Mutterſcheide bis ſie voll iſt, und gebe ihr alle zwey Stunden eine halbe Theeſchaale Alaunmolken kalt zu trinken. Um dieſe zu verfertigen, laſſe man ein Quentchen Alaunpulver mit einem Maaß Milch zuſammen kochen; wenn die Milch geronnen iſt, ſo ſeyhe man die Molken durch ein Tuch. Wenn man will, ſo kann man noch ein Paar Loth Zucker darinnen zergehen laſſen. Man darf aber dieſe Mittel, zumal die Alaunmolken, ja nicht leichtſinniger Weiſe, und ohne daß es Noth thut, gebrauchen, ſondern nur dann, wand die Gefahr von der Verblutung dringend iſt, und alles andere nicht helfen will. Wenn man ſie zu fruͤhe, und von Leuten die voll⸗ bluͤtig ſind, nehmen laͤßt, ſo entſtehen leicht Verhaͤrtun⸗ gen oder ein Krebs in der Gebaͤhrmutter. Man raͤth auch, daß man die Schenkel und Ober⸗ arme mit Binden umwickeln ſolle; b theils ſchaͤdlich. Auch der innerliche Gebrauch beruhigen⸗ der und ſtaͤrker ſtopfender Dinge, als die ebengedachten Alaunmolken ſind, und das Einſpruͤtzen kalter oder zu⸗ ſam⸗ aber das iſt mehren⸗ —— 3 Teſa Vaſaien des linaa d reie imme da, n Ja dideii ſu t ſalb dſettun iſe ſ witihe, Rut umn uu A tama t, dat. An naſ ih dutr wien 1lie Tunngnlin ufe E Güßr wn we nütjef lam di ul ee — ebrauch heed — — — — — — — —— —— 445 ſammenziehender Fluͤſſigkeiten in die Gebaͤhrmutter, iſt zu bedenklich, als daß man es eigenmaͤchtig wagen duͤrfte. Iſt der Blutfluß nicht ſo heftig, aber langwierig und anhaltend, ſo uͤbereile man ſich nicht, um ihn zu ſtopfen; ſondern man warte erſt bey einem guten Verhalten und bey Verhuͤtung aller Erhitzung des Koͤrpers die Wuͤrkung der Natur ab. Oft hoͤrt der Blutgang von ſelbſt auf. Wenn aber das nicht geſchiehet, und die Kranke endlich davon entkraͤftet wird, ſo gehe man zum Arzt. Es kann in dieſem Falle gar zu leicht geſchehen, daß man ſich durch eigenmaͤchtigen Gebrauch ſtopfender Mittel Schaden zus fuͤgt, und der Blutgang kann von Urſachen abhangen, die nicht leicht ſonſt jemand errathen und wegſchaffen kann. Von der monatlichen Reinigung. §. 323. ⁴) Von dem weißen Fluff der Frauen. Bey denjenigen Frauensperſonen, die einen weich⸗ lichen und ſchlaffen Koͤrper haben, die ſchwaͤchenden Ur⸗ ſachen von jeder Art ausgeſetzt geweſen waren, die ihren Koͤrper nicht ſtark bewegen und eine ſitzende Handthierung treiben, die den Unterleib durch untergeſetzte gluͤhende Kohlen erwaͤrmen, und vieles warme, erſchlaffende Ge⸗ traͤnk, beſonders vieten duͤnnen Kaffe oder Thee trinken, kommt die monatliche Reinigung ſehr leicht in Unordnung, ſte wird ſparſamer und verliert ſich endlich ganz. Dabey ſind gewoͤhnlich Zufaͤlle der Bleichſucht(§. 3 18.) gegen⸗ waͤrtig. Aus den Geburtstheilen fließt anfangs vor und nach der Zeit, wenn das monatliche Gebluͤt kommt, weißer Schleim: die Menge deſſelben vermehtt ſich mit der Zeit, und ſo wie die Urſachen, die ihn erzeugen, fort⸗ dauern, immer mehr, und in gleichem Verhältniß ver⸗ mindert ſich das monatliche Gebluͤt, bis es endlich ganz verſchwindet. Statt des Blutes fließt dann ein weißer, gelb⸗ ein 446 Von der monatlichen Reinigung. gelblicher, eyweißartiger, oder auch dunkel gefaͤrbter Schleim aus den Geburtstheilen, und zwar nicht allein zu der Zeit, wenn die monatliche Reinigung da ſeyn ſollte, ſondern auch außer derſelben. Dieſer Schleim wird zu⸗ weilen ſcharf und frißt die Theile an. Dire Weiber, die dieſe Krankheit haben, ſind matt, klagen uͤber ſchlechte Verdauung, Magendruͤcken, Kraͤmpfe im Unterleibe, Blaͤhungen, u. ſ. f. Sie ſind wenig faͤhig Kinder zu empfangen, und wenn ſie ja ſchwanger werden, ſo gehen ihnen die Kinder vor der Zeit ab. Dieſe Krankheit kann ſogar durch eine Abzehrung toͤdten, wenn ſie lange dauert, wenn ihre Urſachen fortdauern, und wenn ſie in den innern Geburtstheilen Geſchwuͤre und Zerfreſſungen erregt hat. Sie iſt auf dem Lande nicht ſehr haͤufig weil die arbeitſame Lebensart und der Genuß geſunder Speiſen und Getraͤnke die Bauersweiber gegen dieſelbe ſchuͤtzt: in Staͤdten aber, ſowohl unter den Wei⸗ bern vom Handwerksſtande, als unter den Vornehmen, iſt ſie ſehr haͤuſig. b Man muß ſich Muͤhe geben, dieſe Krankheit zu ent⸗ ſernen, ehe ſie ſehr tief einreißt: denn wenn ſie lange gedauert hat, iſt ſie ſehr ſchwer zu heilen. Man kann ihr durch die Entfernung der Urſachen, die ſie bewirkt hatten, den meiſten Abbruch thun. Die Weiber, bey denen ſich der Anfang dieſer Krankheit zeigt, muͤſſen daher ihren Koͤrper fleißig bewegen, den Aufenthalt in den Stuben und die ſitzende Lebensart ſo viel als moͤglich mei⸗ den, den haͤufigen Gebrauch des warmen Getraͤnks auf⸗ geben, und uͤberhaupt das diaͤtetiſche Verhalten beobach⸗ ten, welches im 318.§. wider die Bleichſucht empfohlen worden iſtl. Sie muͤſſen dabey die Geburtstheile oftmals mit kaltem Waſſer, oder mit duͤnnem Kalkwaſſer waſchen, welches letztere beſonders nothwendig iſt, wenn die ſchlei⸗ mige Materie, welche abgeht, die Theile auffrißt. . Wider 1 dunte tſhie dar näage ng ia ſi nib. Otlin di 4 ain, ſinn, dita tiwj ei th vn leh tumnge aai Diß ng thmn wenn fadaren, ud Gſtuin ud da un dt t und de Gen ruerabeiht gan ſt unter den W dn Vmote dathät n venn ſe kne un. Dmthn den , di ſe umit 4 9 1 1 9 it 1 Mſeh, au niäglch na Gaänt 4 b chahen b 1 Fiodt emh aathile i 1 ltwaſ ſ vic 4 . n 1 V 1 eis aüſi 5-õ—— — Theeloͤffelein voll genommen, gute Dienſte geleiſtet. Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere ꝛc. 447 Wider die Schaͤrfe der ausfließenden Materie hat in vielen Faͤllen die Bitterſalzmagneſia, mit etwas zerſtoſſe⸗ nem Fenchel vermiſcht, und taͤglich zweymal zu einem Ueber⸗ haupt aber muß man, wenn der weiße Fluß auf die Ver⸗ aͤnderung in der Lebensart und auf das eben angegebene diaͤtetiſche Verhalten nicht weicht, einen erfahrnen Arzt zu Rathe ziehen, und deſſen Anordnungen ſo lange befol⸗ gen, bis das Uebel gehoben iſt. Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, Kre⸗ iſende und Kindbetterinmen. §. 324. einige Erinnerungen.— Zeichen der Schwangerſchaft. Die Schwangern haben in Anſehung der Lebensord⸗ nung mancherley Pflichten, von deren Beohachtung ſo⸗ wohl ihre eigne Geſundheit, als die Geſundheit und das Leben ihres Kindes abhaͤngt. Die Natur fodert ſie ſelbſt dazu auf, und es iſt gewiſſenlos, wenn ſie ſich leichtſtn⸗ nig daruͤber wegſetzen, oder ſich um die Regeln eines guten Verhaltens nicht bekuͤmmern. Das geſchieht zwar ſehr haͤnfig, ſowohl unter dem gemeinen Volk als den Vor⸗ nehmen. Aber eben dieſer Leichtſinn iſt auch die Haupt⸗ urſache einer Menge von Weiberkrankheiten, zufruͤher und ſchwerer Geburten und der angehohrnen Gebrechlichkeit ſo vieler Kinder. Es iſt wichtig, daß man die Zeichen der Schwanger⸗ ſchaft kenne, damit man nicht ans Unwiſſenheit fehle. Wenn eine Weibsperſon nach einem Beyſchlaf ihr Reinigung verlieret, wenn ihr der Leib nach und nach aufſchwillt und ſie mancherley ſonſt ungewoͤhnliche kraͤnk⸗ liche 448 liche Zufaͤlle bekommt, Muͤdigkeit, verderbten Appetit, Ekel vor ſonſt gewohnten Speiſen und Getraͤnken, oder Neigung zu ungewoͤhnlichen Dingen, Erbrechen, Ohn⸗ machten, Herzklopfen, Kopf⸗ und Zahnwehe u. d. m., ſo kann man vermuthen, daß ſie ſchwanger ſey, und die Vermuthung wird zur Gewißheit, wenn ſie, ungefaͤhr in der zwanzigſten Woche, die Bewegung des Kindes fuͤhlt. Man kann ſich manchmal irren; denn es giebt Krank⸗ heiten, din in ihrem Anfange viel aͤhnliches mit einer Schwangerſchaft haben. Aber auch die bloße Vermuthung Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, einer Schwangerſchaft macht es ſchon zur Pflicht, daß man in der Lebensart vorſichtig ſey. Man kann insbeſondere in den erſten Monaten der Schwangerſchaft dem noch zarten Kinde am meiſten ſcha⸗ den und am leichteſten einen Mißfall veranlaſſen. Viele glauben zwar, daß das Kind dann noch nicht lebe; aber das iſt ein Irrthum. Es lebt allerdings vom Augenblick der Empfaͤngniß an, und es iſt eben ſo gut ein Kinder⸗ mord, wenn man feuͤhe in der Schwangerſchaft Gelegen⸗ heit dazu giebt, daß es abſtehet, als wenn ſolches ſpaͤter geſchieher. §. 325. Verhaltungsregeln für Schwangere⸗ Starke, geſunde, arbeitſame Weiber, die an grobe Nahrungsmittel gewoͤhnt ſind, vertragen ſolche auch ſehr gut, wenn ſie ſchwanger ſind, weil es ihnen bey ihrer geſchaͤftigen Lebensart nicht an Bewegung fehlt, und ſie bringen bey einer magern Koſt geſunde und ſtarke Kinder zur Welt. Aber diejenigen, die mehr ſchwaͤchlich ſind, verdauen dann nicht ſo gut wie ſonſten; und dieſen ſind, die gar zu groben und blaͤhenden, die fetten, ſtark geſalze⸗ nen, ——————————;—x——————— —— danger, derderte )Ge ange ſo, h denn 7 myiij deggg ds Fnes Kuit einer bo denrheng dhar hfe, aß iſten Nonn de de en njn te deranlaſen. Tah c nicte, ae 3s von Aupndit d gut in gaden nperſchat Glw venn ſolchs ſn 1 en Jn, eniit dhet E nchn hr, 4 d8 = e, die at grabe ſche ruc ſif ihnan diy hhe fehll, andſ nd ſintke Ki ſonählih u md dein ſh dan, ſtar däih 1 L wein oder Kaffee zu trinken, 449 nen, ſcharfen und ſehr ſauren Speiſen nicht zutraͤglich. Je einfacher ihre Koſt iſt, deſto beſſer verdauen ſie; aber ſie duͤrfen ſich den Magen nicht uͤberladen, heſonders des Abends nicht. Es bekommt den Schwangern insgemein becht nzoht, wenn ſie etwas mehr als gewoͤhnlich trinken. er Durſt kommt von ſelbſt, wenn ſie ſich genng Deneuns machen. Das reine Waſſer iſt das geſundeſte Getraͤnk fuͤr ſie. Die⸗ jenigen, die gewohnt ſind, Bier, Wein— Brannte⸗ muͤſſen ſich wenigſtens ſehr darinnen einſchraͤnken, ſonſt koͤnnten ſte ie ſich Wallungen, Kreiſende und Kindbetterinnen. Kraͤmpfe, Blutſtuͤrzungen und unzeitige Niederkunft zu⸗ ziehen. Die Weiber, welche berauſchende Getraͤnke lieben, bekommen nie viele Kinder.— Zuvieles Sitzen iſt den Weibeperſonen allemal nach⸗ theilig, aber niemals mehr, als wenn ſie ſchwanger ſind. Sie bekommen leicht Verſtopfungen daher, geſchwollene Fuͤße ꝛc. Sie muͤſſen ſich ohnausgeſetzt alle Tage in der freyen Luft gemächlich bewegen und leichte Arbeiten vor⸗ nehmen. Es wird ihnen ſehr wohl bekommen, wenn ſie das allemal thun, nachdem ſie gegeſſen haben. Aber alle zu heftige Bewegungen, bey welchen der ganze Koͤrper, und vorzüglich die Mutter erſchuͤttert wird, muͤſſen ſie. wenigſten s nach der Haͤlſte der Schwangerſchaft durchaus vermeiden: ſtarkes Laufen, das Fahren auf rauhen We⸗ gen, das Tanzen, das Reiten, ſchwere Arbeiten, zumal ſolche, bey welchen ſie ſich dehnen und ihre Kraͤfte anſtren⸗ gen muͤſſen, das Dreſchen, ſchweres Tragen, Auf⸗ und Ablangen, das Heben und Ziehen an ſchweren Laſten. Weil es ihnen ſchwerer faͤllt, ſich im Gleichgewicht zu er⸗ halten, ſo muͤſſen ſie die Gelegenheiten deſto ſorgfaͤltiger vermeiden, wo ſie leicht fallen, gedruͤckt oder geſtoßen werden koͤnnen. Mutter und Kind koͤnnten dadurch in Gefahr kommen, wenn dergleichen aͤußerliche Gewalt be⸗ Ff ſen⸗ 450 Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, ſonders auf den Unterkeib trifft. Sie duͤrfen daher keine unſichere Leitern beſteigen, ſich nicht aufs Glatteis wagen, oder ins Gedraͤnge auf Maͤrkten und bey andern Gelegen heiten. Ferner duͤrſen ſie ſich nicht in zu enge Kleider e emnzwin⸗ gen. Es iſt auch unter den gemeinen Weibern gar was gewoͤhnliches, daß ſie durch enge Mieder, auch wohl durch Schnuͤrbruͤſte zu verhindern ſuchen, daß der Leib nicht zu hoch ſteige und das Kind nicht zu groß werde. Aber das iſt eine unſinnige Kluͤgeley und wird oftmals ein wirklicher Kindermord. Allemal leidet das Kind von dem unnatuͤrlichen Druck, oft ſtirbt es davon, und es erfolgt eine unzeitige Geburt. Auch zu ſchwere, oder zu viele Roͤcke uͤber einander ſollten die Schwangeren nicht anthun, weil die Laſt davon zu ſehr auf den Leib druͤcket. Der Sicherheit wegen ſollten Schwangere den Bey⸗ ſchlaf ganz vermeiden. Er iſt zwar nicht immer ſchaͤd⸗ lich, kann es aber leicht werden, wenn er zu oft und niche mit gehoͤriger Behutſamkeit getrieben wird. Allemal leidet das Kind einige Gewalt dabey, und die Erhitzung und Wallung im Blute, welche daher entſtehet, kann Kraͤm⸗ pfe, Blutſtuͤr zung und zu fruͤhzeitige Niederkunft veran⸗ laſſen. Keine Schwangere ſollte in den letzten vier Wochen im Sommer, und im Winter in den letzten zwey Monaten in die Kirche gehen, weil ihr da mancherley begegnen kann, das ihr ſchaͤdlich und den uͤbrigen Anwefenden anſtoͤßig ſeyn koͤnnte. Es iſt nichts feltenes, daß ſehr reizbare zärtliche Frau⸗ ensperſonen von einem unangenehmen Geruch, vom Licht⸗ dampf und dem Geſtank ausgeloͤſchrer Unſchlittlichter, Miß⸗ ſaͤlle bekommen haben. Bey derben Bauersweibern iſt das zwar ſo leicht nicht zu befuͤrchten, doch thun ſie wohl, wenn ſie allezeis dafuͤr beſorgt ſind, ſich eine gute reine Luft zu ver⸗ ——— —.———— ..—— — — ——— nge Flüe⸗ tinaa en Waian g. h dnh h) ſalh ſiier agh L 3 um, gh, mſöra, ang Ocvuntn ni auf ba i i. hrangen h d0 nit imaſ La u Ruh adt ed Almekhe de Eſteng nh ſüßet, umn Käw Niederkuuſt whur er eir Necm in in mh Amum rtertt leztunen erftoenauith inſprüchedw ruch, vom dch zütchrr, R erzwober h n ſe veßl dn ane nine 1 4— — verſchaffen, und deswegen zum oͤftern ihle Stuben aus⸗ Es kommt hanptſaͤchlich daher, daß ſich die luͤften. Schwangeren mehrentheils im Sommer beſſer befinden, als im Winter, weil ſie dann mehr im Freyen zubringen. Furcht, Schrecken, Zorn, und uͤberhaupt jede heftige Leidenſchaft, kann ſowohl den Schwangern, als ihren Kindern, gefaͤhrlich werden. Sie muͤſſen alles vermei⸗ den, was ſolche Leidenſchaften erregen oder ſonſt einen ſchnellen und ſtarken Eindruck auf ſie machen kann. Das aber iſt ein irriger Wahn, daß ein Kind koͤnne gezeichnet werden, wenn ſich die Fran, die mit ihm ſchwanger gehet, an etwas verſtehet, oder irgend woruͤber erſchrickt, und dann ſich am Leibe irgendwo anruͤhret. Die unzaͤhlig vielen Beyſpiele von Muttermaͤhlern, die man erzaͤhlet, ſind mehrentheils Maͤhrchen, und jene, die es nicht ſind, hatten immer ganz andre Urſachen, als die Einbildung der Mutter. Wenn es aber auch ein Vorurtheil iſt, daß eine ſchwangere Frauensperſon ſich an dieſem oder jenem Gegenſtand, der ſie unverſehens heftig erſchreckt, verſehen kann; ſo iſt es doch ſehr anzurathen, daß eine Schwan⸗ gere ſich vor allen ſolchen Gelegenheiten huͤte, wo ſie heftig erſchrecken, oder wo ihr etwas Unerwartetes begegnen kann. Bey allen Schwangern ſind die Nerven empfind⸗ licher als ſonſt, und ſie ſind nicht allain zu Leidenſchaften leichter geneigt, ſondern dieſelben koͤnnen auch auf ſie und auf ihre Leibesfrucht leichter ſchlimme Folgen haben. Bey weitem die allermeiſten Mißfaͤlle der Schwangern haben ihre Urſache in heftigen Leidenſchaften. Diejenigen Schwangeren kommen gewoͤhnlich am gluͤcklichſten durch, die ſich uͤber ihre Umſtaͤnde wenig Be⸗ kuͤmmerniß machen, gelaſſen und voll Hoffnung eines guten Erfolgs ſind. Und in dieſer Stimmung ſollte man ſie immer zu erhalten ſuchen; man ſollte ihnen alles leicht machen, und ſich bemuͤhen, ſie zu uͤberzeugen, daß nur f 2 ſelten Kreiſende und Kindbetterinnen. 451 452 Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, ſelten eine Frau in der Geburt oder im Wochenbette ſtirbt. Gegen dieſe Regel wird ſehr haͤufig geſehlt. Nichts iſt gewoͤhnlicher, als daß man die Schwangeren mit Erzaͤh⸗ lungen von ſchweren, ungl luͤcklich abgelaufe nen Geburten, oder mit beſorglichen Anmerkungen uͤber ihre Umſtaͤnde, uͤber ihren dicken Leib und ihre bevorſtehende Nieder kunft quälet. Dadurch macht man ſie kleinmuͤthig und verzagt, und verurſachet oft, daß eben daher eine ſchwere Geburt folgt. Wenn das nicht aus großer Dummheit geſchiehet, ſo iſts arge Bosheit, die ihre Freude. daran findet, ihre Nebenmenſchen zu aͤngſtigen. Das Aderlaſſen iſt bey der Schwangerſchaft nicht ſo oft nothwendig, als man insgemein glaubet. Vollbluͤ, tigen Weibern, die gut eſſen und ſich wenig bewegen, und die ſonſt die monatliche Reinigung gewoͤhnlich ſtark zu hoben pfle gten, kann'es idinas dienlich ſeyn. Sie kaͤnnen öfters einem Mißfall vorbeugen, wenn ſie in den erſten Monaten der S Wwangger rſchaft Blut laſſen, und wenn ſolches kurz vor der Entbindung geſchiehet, ſo kann es viel zur Erleichterung derſelben beytragen. Wenn aber ſolchen, die keinen lieberfluß an Blut haben, zur Ader gelaſſen wird, oder wenn auch bey Vol lbläͤtigen die Ader⸗ laſſe ohne Noth wiederholt wird, ſo iſt es allezeit ſchaͤd⸗ lich; die Kinder werden ſchwach und elend davon, und es geht den Schwangern leicht unrichtig. Sie duͤrfen keine brechenmachenden ſtark abfuͤh enden, oder andere wirkſame Arzneymittel nehmen. Diejenigen Dinge, wodurch man die Mutter und das Kind zu ſtaͤr⸗ ken glaubt, die Kinderbalſame, Confortative, das Canel⸗ waſſer ꝛc. taugen zu gar nichts. Sie bringen das Blut in Wallung, und geben ihm einen ſtaͤrkern Antrieb zur Gebaͤhrmutter, woher ſehr nachtheilige Folgen entſtehen koͤnnen. Mit groͤßrer Sicherheit kann man ſie aͤußerlich auf den Leib einreiben; doch nutzt auch dieſes nicht viel. Da⸗ — ſtäene as 699 u Lant Ih ſich it nat unn, aung wii 1 eotrteen. Tandh 41 ſaden, m M u 4 darüch en. 6G un. din ſe 1 tit nh tt Dhr lſn, a as eſchüt, h lmn bſütgn mün d it G altei bb tead dran, w chat dr frt lierer inn. Die ſen gen dus Knd g b arta 1 didom R Bh ſtͤten 1 ticg ige fülomn? R uti en naſ hi h ees rütt w d — rattite dus don auf die I oft auch davon her, Kreiſende und Kindbetterinnen. 453 Dagegen ſind warme halbe Baͤder ſehr dienlich. Sie bekommen vorzuͤglich denjenigen wohl, die zum erſten Male ſchwanger ſind. Nur duͤrfen ſie nicht zu heiß ſeyn, ſon⸗ dern laulichwarm. Man muß ſie niemals des Nachmit⸗ tags bey vollem Magen, ſondern vor dem Mittagseſſen brauchen, und ſich nachher vor Erkaͤltung wohl in Acht nehmen. Aber die, welche ſchon viele Kinder hatten, oder zu Blutfluͤſſen geneigt ſind, nicht bedienen. duͤrfen ſich ihrer §. 326. Bon den Zufallen der Schwangern— Kopf⸗ und Zahnwehe, Ekel Erbrechen, Durchfall und Verſtopfungen⸗ Man kann die Schwangerſchaft fuͤr einen Mittelzu⸗ ſtand zwiſchen Geſundheet und Krankheit anſehen. Sie hat allemal einige Beſchwerlichkeiten zu unzertrennlichen Gefaͤhrten, und oft werden ſolche ſehr ſtark. Sie ruͤh⸗ ren mehrentheils von einer gewiſſen Empfindlichkeit, von der Ausdehnung der ſchwangern Gebaͤrmutter und dem Druck derſ ſelben auf die Eingeweide des Unterleibes, und blutgefaͤße, und von der Bewegung der Frucht, daß die Schwangern mehr Blut haben, als zur Ernaͤhrung der Frucht erforderlich iſt. Manchmal ſind Unreinigkeiten in den erſten Wegen und andre Urſachen ſchuld daran. Unter die Beſchwerden, welchen die Schwangeren im Anfange der Schwangerſchaft und bis gegen das Ende des vierten Monats am meiſten unterworfen ſind, geho⸗ ren vornehmlich die Kopf und Zahnſchmerzen, Herzwehe, Ekel vor allen oder doch vor mancherley Speiſen, und Erbrechen, vorzuͤglich des Morgene. Wenn dieſe Zufaͤlle nicht ſehr ſtark ſind, ſo thut man am beſten, wenn man ſie mit Geduld ertraͤgt. Sie verlieren ſich endlich von ſelbſt. Aber manchmal werden ſie ſeſ tark, daß ſie Gefahr brin⸗ F f 3 gen. 454 Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, gen. Wenn ſie von Vollbluͤtigkeit herruͤhren, wie es meiſtens der Fall iſt, ſo verſchafft eine Aderlaſſe am Arm geſchwinde Huͤlfe. Bey dem Mangel des Appetits, dem Ekel und Er⸗ brechen, brauche man keine hitige Magentropfen. Wenn Unreinigkeiten da ſind, welches man an der unreinen Zunge erkennet, ſo muͤſſen ſolche vorerſt weggeſchafft werden. Man nehme zu dieſem Endzweck fruͤh und abends ein Thee⸗ loͤffelein voll von einer Miſchung aus gleichen Theilen von Bitterſalzmagneſia und praͤparirtem Weinſtein, wozu man ein wenig geſtoßenen Zimmet ſetzen kann, oder man nehme taͤglich viermal ein Theeloͤffelein voll bloßen praͤpa⸗ rirten Weinſtein, oder Bitterſalz. Wenn zu viel Blut da iſt, ſo laſſe man zur Ader. Es thut auch gut, wenn dann und wann ein kleines Stuͤckchen ganzer Zimmet oder ein Loͤffelchen voll Kuͤmmel gekaͤuet oder auch ein wenig Auittenmus genommen wird. Oft hilft es ſchon, wenn man nur ein Glas voll kaltes Waſſer trinket. Klyſtiere von einer Abkochung von Kamillenblumen mit etwas Oel, und Ueberſchlaͤge auf den Magen von Brodrinden und Balſam, oder Krauſemuͤnzblaͤttern, mit Wein zu einem Brey unter einander geſtoßen, thun ebenfalls gute Dienſte. Diejenigen, die ſich nur des Morgens bey nuͤchternem Magen erbrechen, muͤſſen fruͤhe eine Habermehl⸗, oder Gerſten- und Kuͤmmelſuppe mit Eyergelb eſſen. Bey einem Durchfall ſind eben dieſe Suppen und ſonſt ſchleimiche Dinge, die Bruͤhe von abgekochtem Reiß, von Kaͤlberfuͤßen, Hammeſſteiſchhoühen ꝛc. dienlich. Sie muͤſſen den Leib und die Fuͤß uͤße warm halten. Wenn der Durchfall zu lange anhad, zu ſtark und mit Schmerzen verknüpft iſt, ſo koͤnnen ſie etwas Rhabarder ein nehmen, und ſich Klyſtiere von Kamillendecoct mit vielem Oel geben laſſen, und endlich feines Staͤrkm ehl in ſuͤßer Milch zu einem duͤnnen Brey gekocht, eſſen. Die / n, tie e ſem Amm elndE 1. Pm nen Jung werden din Then Yalen 1 eſu der man dn pläͤpa din Biut at, dann mcet ohe din werig in, benn Alſtieg was O, inden und zl ünen Dienſe dchteee l’, oder n ſont iß, vol Si enn der hwerzer nehinen, d gbmn Mich f — —— 2 3 Haͤlfte der Schwangerſchaft. Kreiſende und Kindbetterinnen. 455 Die Hartleibigkeit und Verſtopfung iſt eine gar ge⸗ wöhnliche Plage der Schwangern, zumal in der letzten Sie koͤnnen ſie doch ertraͤg⸗ licher machen, wo nicht ganz verhuͤten, wenn ſie mehr als gewoͤhnlich trinken, und unter andern Speiſen vor⸗ zuͤglich ſolche, die eroͤffnend ſind— Pflaumenſuppe, ge⸗ daͤmpftes Obſt u. dgl., oder dann und wann einen Loͤffel⸗ voll praͤparirten Weinſtein nehmen. Wenn die Verſtopfung ſchon lange angehalten, ver⸗ nachlaͤßiget worden, und Leibwehe oder ein Stuhlzwang zugegen iſt, ſo iſt es rathſam, daß man vorerſt eine ganz kleine Aderlaſſe am Arme vornehme, und dann, um die Oeffnung zu befoͤrdern, hauptſaͤchlich erweichende Klyſtiere brauche, Diejenigen Schwangeren„ die ſehr zu Blaͤhungen geneigt ſind, muͤſſen ſich deſto mehr vor blaͤhenden Spei⸗ ſen und Getraͤnken in Acht nehmen, des Abends wenig oder gar nicht eſſen, und ſich viele Bewegung machen. Sie koͤnnen zuweilen ein wenig Kuͤmmel, Fenchelſaamen, Zitronen oder Pomeranzenſchaalen, Meliſſe und Thymian an den Speiſen oder im Thee nehmen. Hitzigere Gewuͤrze, gewuͤrzte Weine, Brannteweine und Liqueure ſind ſchon zu ſtark, als daß ſie ſich derſelben mit Sicherheit bedienen koͤnnten. Ein wenig Wein, Mittags nach Tiſche getrun⸗ ken, ſchadet Schwangern nicht: vielmehr befoͤrdert es die Berhauung und treibt die Blaͤhungen. §. 327 4. Engbrüſtigkeit, beſchwerliches Uriniren, Beſchwerden von der güldnen Ader, Aderknoten⸗ Geſchwulſt und Kräampfe der Füße. Wenn der Leib zu Ende der Schwangerſchaft zum hoͤchſten geſtiegen iſt, ſo entſteht gemeiniglich von dem Druck deſſelben gegen die Bruſt zu, eine beſchwerliche Ff 4 Eng⸗ 456 Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, Engbruͤſtigkeit, die ſolange anhaͤlt, bis der Leib anfaͤngt ſich zu ſenken. Dann bleibt noch eine ſpannende Empfin⸗ dung in der Herzgrube zuruͤck. Die gewoͤhnlichen Bruſt⸗ mittel helfen hier nichts, und man hat auch nicht noͤthig, etwas zu brauchen. Nur wenn die Engbruͤſtigkeit ſehr 4 ſtark iſt, muß man etliche Unzen Blutes aus der Ader laſſen.; Wenn die Schwangeren ein anhaltendes Draͤngen zum Uriniren, und beym Abgange des Harns Brennen und Schmerzen haben, ſo bringt es ihnen einige Erleich⸗ terung, wenn ſie eine breite Binde uͤber den Huͤften, um den Leib binden, und ſolchen damit unterſtuͤtzen. Auchh erweichende Klyſtiere ſind dienlich und ſchleimiche Getraͤnke, oder Waſſer mit der Haͤlfte Milch gemiſcht. Manchmal koͤnnen die Schwangern den Urin gar nicht laſſen. Ge⸗ 8 meiniglich widerfaͤhrt ihnen dieſes kurz vor der Nieder⸗ kunft. Dann muͤſſen ſie ſich ruͤcklings auf ein Bette mit dem Unterleibe hoch legen, den Leib mit beyden Haͤnden gelinde in die Hoͤhe druͤcken, und in dieſer Poſitur das Waſſer laſſen. Mehrentheils koͤnnen ſie es dann. Im Nothfall muß es ein Wundarzt abzapfen. Man huͤte b ſich ſehr vor allen harntreibenden Dingen; denn dieſe machen bey dieſen Umſtaͤnden allemal das Uebel aͤrger. 3 Der blinden guͤldnen Ader, von welcher manche Schwangere viel leiden, den Aderknoten, den Kraͤmpfen und der Geſchwulſt der Fuͤße, den Schmerzen, der Ueb⸗ 6 lichkeit und dem Brechen von der ſtarken Bewegung des Kindes— iſt kaum abzuhelfen. Mit der Zeit und Ge⸗ duld werden ſie immer noch einigermaß en ertraͤglich, und V ohnehin dauert es dann, wann dieſe Beſchwerden ſich ein⸗ ſtellen, nicht lange mehr bis zur Entbindung, die ihnen allen auf einmal ein Ende macht. Man kann ſich aber doch wenigſtens etwas gegen die Geſchwulſt der Goldader, und den daher ruͤhrenden Schmerz b 1 * itedrn rne itt ſiatei ſr j der ur Dingeg Senen ge Eitice üfin, um m. Auch eGeninke Nunhaus laſtn. Ge dr NMeder. in Bate me dmn Ginder peſtae dut ann. In Nan ie „ denn Ue 6 Ftge Ger wange Hinxſel , hi let texung des it und Gw iooch, u aſch ir „die iha — — — Kreiſende und Kindbetterinnen. 457 Schmerz helfen, wenn man ſie oͤſters mit kaltem Waſſer abwaͤſcht. Auch ein Brey aus dem Mark eines zeitigen Kuͤrbis, kalt uͤbergelegt, oder ein Stuhlzaͤpfchen daraus in den After geſteckt, verſchafft einige Linderung. Eine Hauptſorge muß es bey dieſen Umſtaͤnden ſeyn, daß man beſtaͤndig offnen Leib habe. 8 Der Krampf in den Fuͤßen wird gemindert, wenn man ſie mit dinem Tuche reibet, mit Branntewein und Baumoͤl waͤſcht, und dann warme Aſche oder nur ein warmes Kiſſen dmegt. Wider eine geringe Geſchwulſt der Fuͤße und der Un⸗ terſchenkel wird kaum ein Mittel anzuwenden ſeyn. Sie kommt vom Drucke der ausgedehnten Gebaͤrmutter her, und verliert ſich nach der Entbindung. Oftmals aber wird eine ſolche Geſchwulſt außerordentlich groß und be⸗ ſchwerlich. Dann muß man die Fuͤße mit Binden um⸗ wickeln, und dieſe mit einer Miſchung aus gleichen Thei⸗ len von veinem Branntewein und Eſſig ein wenig befeuch⸗ ten, oder, weiches noch beſſer iſt, Schnuͤrſtruͤmpfe anle⸗ gen. Dabey muß die Kranke die Schenkel hoch legen, wenn ſie ſitzt: auch beym Liegen vermindert ſich die Ge⸗ ſchwulſt in etwas. Auch die Aderknoten laſſen ſich während der Schwan⸗ gerſchaft nicht wegbringen: ihr Wachsthum aber laͤßt ſich durch den Gebrauch der eben bey der Geſchwulſt angera⸗ thenen Mittel vermindern, auf welche Mittel auch die Schmerzen weichen, die ſie oftmals verurſachen. Dieſe Schmerzen mindern ſich auch, wenn man eine Miſchung aus gleichen Theilen von Branntewein und Eſſig dar⸗ auf legt. Die Aderknoten bleiben bey den Weibern oft auch nach der Entbindung noch zuruͤck, und werden, wenn die monatliche Veraͤnderung auſſen bleibt, zahlreicher und ſchmerzhafter. Wenn man die Unterſchenkel ſteißig in Ff 5 kal⸗ 458 Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, kaltem Waſſer badet, und die ſchmerzhaften und vom Blute ausgedehnten Stellen fleißig mit Eſſig, mit Eſſig und Branntwein, oder auch mit Seifenſpiritus waͤſcht, ſo laſſen die Unbegnemlichkeiten von ihnen bald nach. Aderknoten werden auch durch die Umwickelungen mit einer leinenen Binde, oder durch den Schnuͤrſtrumpf, gruͤndlich gehoben. Zuweilen ſpringt die zu ſehr ausgedehnte Ader auf, und es fließt oft eine betraͤchtliche Menge Blutes her⸗ aus. Wenn der Blutverluſt nicht gar zu groß wird, ſo laͤßt man es ausbluten. Die Blutung laͤßt ſogleich nach, wan man vierfach zuſammengelegte Leinewand in eine Miſchung aus Eſſig und Branntwein tauch, und dars auf legt. 6. 328. — Blutflüſſe, Mißfälle. ℳ Nicht jeder Blutabgang bey Schwangern iſt gefaͤhr⸗ lich. Manche, die zu vieles oder zu duͤnnes Blut haben, bekommen in den erſten Monaten der Schwangerſchaft, und bisweilen ſelbſt bis uͤber die Haͤlfte derſelben, ihre Reinigung, obwohl nicht ſo ſtark und ſo lange dauernd wie ſonſt. Dieſer Blutfluß iſt unſchaͤdlich, und man darf nichts dagegen brauchen, ſo lange ſie ſich nicht uͤbel dabey, ſondern im Gegentheil erleichtert befinden. Wenn aber die Perſon ſehr vollbluͤtig iſt, und davon Beſchwerden hat, wenn bey dieſen Umſtaͤnden das Gebluͤt zu ſtark abgehet, oder der Blutgang zu lange dauert, ſo kann man am Arme etwas Blut weglaſſen. b Auch andern geſchiehet es gar oft, daß ein blutiger Schleim, oder auch reines, aber nur wenig Gebluͤt abge⸗ het, und zwar ohne Schmerzen oder vorhergegangene er⸗ hebliche Gelegenheitsurſachen. Auch dieſes hat nichts zu bedeuten, und man darf ſich nur ruhig dabey halten. b Wenn Diefe „ ee — 3— —— n mitaa rriuih nte Aher lutes hern dieb, ſo ſic nach, din ie dhh dan dlnſäött, angeichäſt, ehen, iſn tge bauen ann uj Th dahth arn dherlle edn ſa, tigiha, mn h ae blaicen b ät g gangene nthh felen T — 65 „. — Kreiſende und Kindbetterinnen. 459 Wenn hingegen das Gebluͤt in Menge aus der Mut⸗ ter zu rinnen anfaͤngt, oder viel geronnene Blutklumpen abgehen, oder auch, wenn der Blutgang zwar nicht ſtark iſt, aber lange anhaͤlt, und dabey noch herumziehende und abwechslende Schmerzen im Kreuze, tief im Unterleibe und in den Weichen zugegen ſind; ſo iſt die Schwangere in Gefahr, einen Mißfall zu bekommen. Das Mißgebaͤhren ereignet ſich am meiſten im dritten — oft auch im zweyten und vierten Monat der Schwan⸗ gerſchaft, und gemeiniglich geben heftige Bewegungen des Koͤrpers, ſtarkes Arbeiten, Springen, Tanzen, ein Fall oder Stoß auf den Unterleib, oder auch ſtarke Gemuͤths⸗ bewegungen, Schrecken und Aergerniß, heftigwuͤrkende Arzneymittel, Krankheiten, und große entkraͤftende Aus⸗ leerungen Gelegenheit dazu. Man kann doch dem Mißgebaͤhren oft noch zuvor⸗ kommen. Sobald ſich einige Zufaͤlle einſtellen, die ſolches befuͤrchten laſſen, wie der ebengedachte Blutfluß, ſo muß ſich die Schwangere ſogleich niederlegen und ſich einige Tage lang vollkommen ruhig verhalten. Sie darf ſich wenig bewegen, und nicht einmal viel reden. Wenn ſie vollbluͤtig iſt, roth und feurig im Geſichte, einen vollen Puls und Fieberhitze hat und das Blut nicht ſehr ſtark abfließer, ſo muß man ihr am Arme zur Ader laſſen, und ſolches auch wohl nach einigen Stunden wiederholen, wenn der Puls noch voll und die Hitze betraͤchtlich ſtark bleibet. Wenn die Frau etwa ſchon einige Tage her keine Oeff⸗ nung hatte, ſo giebt man ihr gleich nach dem Aderlaſſen ein Klyſtier aus Milch, Waſſer und Oel. Sie muß kaltes Waſſer oder Gerſtenbruͤhe, ſo mit Eſſig ſaͤuerlich gemacht worden, inken, und etwa auch drey bis viermal des Tags ein kleines Theeloͤffelchen voll von einem niederſchla⸗ genden Pulver, z. B. aus gleichen Theilen von gereinig⸗ tem Seltner kommts von ſich ſelbſt und ohne ſichtbare Urſachen. 460 Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, tem Salpeter und praͤparirtem Weinſtein, nehmen. Ihre Diaͤt muß ſehr leicht ſeyn: ſie darf nichts genießen als dehlſuppen, gekochte Gerſte, Milch und duͤnne Fleiſch⸗; bruͤhen; aber alles, was ſie zu ſich nimmt, muß kalt ſeyn. Feſte Speiſen, Fleiſch, Eyer, Kaffe, Wein, und ſonſt alle hitzigen Speiſen und Getraͤnke muͤſſen vermieden werden. Wenn aber der Blutfluß ſtark iſt, wenn der Puls klein, zitternd iſt, und wenn die Glieder kalt ſind, ſo lege man Tuͤcher mit glelchviel Waſſer und Eſſig befeuch⸗ tet, ganz kalt uͤber den Unterleib und zwiſchen die Schen⸗ kel uͤber die Geburtstheile. Man tauche die Haͤnde in warmes Waſſer und die Fuͤße in kaltes. Starke Kreuzſchmerzen erfordern beruhigende Mittel. Wenn ein Draͤngen nach den untern Theilen dazu kommt, welches den Geburtswehen gleichet; wenn die Bruͤſte zu⸗ ſammenfallen, und der Blutfluß ſich nicht ſtillen laſſen will, ſo koͤnnte das Leben der Schwangern in Gefahr kommen. Man muß dann die Entbindung durch Klyſtiere, vor⸗ nehmlich aber durch geſchickte Handanlegung beſchleunigen. Eben das muß geſchehen, wenn man daher, daß das Kind ſich lange nicht mehr bewegt hat, oder auch aus an⸗ dern Zeichen vermuthen kann, daß es todt ſey. Dazu aber iſt die Huͤlfe eines geſchickten Arztes oder Wundarztes ſchlechterdings noͤthig, und man thut in dergleichen Faͤl⸗ len, wo Mißfaͤlle zu befuͤrchten ſind, allemal am beſten, wenn man ihn, ſobald als möglich iſt, herbeyrufet. Iſt man aber ſo gluͤcklich geweſen, den Blutfluß zu ſtillen, ſo muß die Frau noch eine Zeitlang ſich ſehr ruhig verhalten, und wenn ſie vollbluͤtig war, eine magele Diaͤt fuͤhren. Wenn eine Schwangere etwa heftig erſchrocken, und daruͤber in Gefahr iſt, unzeitig niederzukommen, ſo raͤth man, te imn ahe Hrijn Nag ünm deſch niß lalcen. 1, und 1 1 vermieda n der Pul 1 ſd ſ dNe tuc aRSczen⸗ d hine in ſade N en uga bem. 3 dht w. tt ſhhen aſe 9 d büüſe G Fhſten w. an lächevi. aſm, W0 d ud um d Dn terdehe jeditn fü a u wh. Fcanie. dn doi un tſtch Kn, ün b 1 füt at 1 dahr,i 4 „ 1' Kreiſende und Kindbetterinnen. 461 man, baß ſie gleich einen Theeloͤffel voll geſtoßnen Kap⸗ pisſaamen in Waſſer eingelaht nehmen ſoll, und man verſichert von dieſem Mittel, daß es alle uͤble Folgen verhuͤte. Man kann es brauchen, weil es wenigſtens nicht ſchaden kann. Auch die Frau muß ſich dabey aufs Bette legen, bis ſie ſich von dem Schrecken wieder er⸗ holt hat, etwas warmes trinken, ſunſzehn bis zwanzig Tropfen von Hoffmanns ſchmerz ſtillensem Geiſt mit etwas Zucker nehmen; allenfalls auch zur Adet laſſen ꝛc. Der erſte Mißfall zieht leicht noch mehrere nach ſich, und bey manchen Weibern wird das Mißgebaͤhren zur Gewohnheit. Sie tragen ihre Frucht gemeiniglich nur bis zu einer gewiſſen Zeit. Wenn es vollblutige, robuſte Perſonen ſind, die ſonſt ſtarke Reinigungen, ſonderlich mit vielen Schmerzen zu haben pflegten, ſo koͤnnen ſie dieſem Unfall dadurch vorbengen, daß ſie gegen die Zeit, wo der Mißfall ſonſt zu geſchehen pflegte, zur r Ader laſſen, und ein ſehr ruhiges Verhalten und maͤßige Dit beobach⸗ ten. Weiß man dieſen Zeitpunkt nicht genau, ſo kann das Aderlaſſen zu Ende des deſdden und ſiebenten Monats der Schwangerſchaft geſchehen, kurz vor der Zeit, da ſonſt die Reinigung eingetreten woͤre. Wenn hingegen die Perſon ſchwächlich, bleich, arm an Saͤſten und ſchlecht genaͤhret iſt, oder eine Krank⸗ heit ausgeſtanden hat, ſo wuͤrde das Aderlaſſen den Mißfall eher befoͤrdern. Hier ſind gute naͤhrende Spei⸗ ſen, gelinde Bewegung und ſtaͤrkende Mittel noͤthig. Sie koͤnnen etwa vom dritten Monat, oder von der Nitte der Schwangerſchaft an, alle Tage des Morgens nuͤchtern ein Stuͤckchen Brod in guten firnen Wein ge⸗ tunkt, eſſen. 462 Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, §. 329. Zeichen der herannahenden und innſtehenden Geburt— Verhaktungs⸗ regeln bey derſelben. Gegen Ende des neunten oder im Anfange des 4 ehne ten Monats der Schwangerſchaft ſenkt ſich der Leib all⸗ maͤhlig abwaͤrts, und wird mehr und weniger rund und hart. Die Schwangere bekommt einen oder etliche Tage vor der Geburt vorausſagende Wehen, Schmerzen im Ruͤcken, im Kreuz, und oft auch um den Nabel herum, die ſich beſonders gegen Abend einſtellen; oft aber eine geraume Zeit ausſetzen— oftmaliges Draͤngen auf den Urin, und endlich fließet ihr ein Schleim aus der Mut⸗ terſcheide, der nicht ſelten mit Biut gemiſcht iſt. Dann iſt die Geburt nahe: es ſtellen ſich wahre Geburtswehen ein, die Kreuzſchmerzen fangen an ſich gegen die Geburts⸗ theile zu ziehen und verurſachen ein Draͤngen; ſie werden heftiger, anhaltend, und machen immer um ſo kuͤrzere Pauſen, je mehr das Kind nach abwaͤrts ruͤcket, die Kreiſende wird endlich uͤber den ganzen Koͤrper erſchuͤttert⸗ Unterdeſſen tritt die Kindesblaſe hervor, die Waſſer ſprin⸗ gen und das Kind ſolgt ihnen nach. Dann hoͤren ge⸗ meiniglich alle Schmer, zen in einem Augenblick auf. Bald folgt die Nachgehurt mit einigen gelindern Wehen und einem ſtaͤrkern Abgang von Gebluͤte. So verhaͤlt ſichs mit der natuͤrlichen Geburt. Sie endiget ſich hald und erfordert ſehr wenig Huͤlfe. Aber oft iſt auch die Entbindung langwierig, ſchmerzhaft und gefahrvoll. Manchmal ruͤhrt dieſes von einer unrechten Lage des Kindes her, oder von einem andern Umſtand; am allermehreſten aber von den üͤbeln Dienſtleiſtungen ungeſchickter Hebammen oder anderer huͤlfeleiſtenden Wei⸗ ber und ihren heilloſen Kuͤnſteleyen. Daher kommt es auch, daß bey den Weibern auf dem Lande, und in Ge⸗ gen⸗ ————:-—— ——— gnt, ſenge de ts he N ihn an nh) R düche Tage iangm in Nüſerm Kchtt ine Kdmn u w nansda r⸗ ſtſt du a Gntoßſ gen di Gehn zoen; ſbein mſi ther ets t, Re dc tältn de Pftt hü dan ſum g Füſeu d0 dn Wuw 1 Büt de züſe e borſi M Kaut untn tnden e m duitürſt ina diſ hen 1 , ſub 1 3 —-—- fuͤr wahre Geburtsſchmerzen, 465 genden, wo es an geſchickten, wohlunterrichteten Wehe⸗ muͤttern und Geburtshelfern fehlt, die ungluͤcklichen Ge⸗ burten zum Erſtaunen haͤufig vorkommen. Sie wuͤrden ſehr ſeiten ſeyn, wenn dieſe Weiber bey ihren Entbindun⸗ gen lieber gar nichts thun, ſondern die Wuͤrkung der Natur mit Gedult abwarten wollten. Gott hat dem weiblichen Koͤrper die zweckmaͤßigſte Einrichtung zu dieſem Geſchaͤfte gegeben, und ſo viele Kraͤfte als zur Vollendung deſſelben hinreichen. Es veeraͤth ein grobes Mißtrauen in die Kreiſende und Kindbetterinnen. goͤttliche Vorſorge und Weisheit, wenn man da, wo alles gut ſtehet, noch meiſtern will. Wenn hochſchwangere Weiber die Zeichen der heran⸗ nahenden Entbindung bemerken, ſo thun ſie wohl, wenn ſte alles nothwendige zurecht legen. Sie duͤrfen ſich nicht mehr weit von ihrer Wohnung entfernen, damit ſie nicht etwa an einem unbequemen Ort von der Geburt uͤberraſcht werden. Erſtgebaͤhrende halten oft die vorausſagenden Wehen und bearbeiten ſie zu ihrem Nachtheil; denn ſie erhitzen und ermuͤden ſich dadurch. Jene Wehen ſind viel ſchwaͤcher wie dieſe, und nicht ſo anhaltend. Bon beyden ſind die ſalſchen oder wilden Wehen ganz unterſchieden. Dieſes ſind kolikartige Schmer⸗ zen, die ſich nicht gegen die Geburtstheile, ſondern gegen den Nabel zu, oder aufwaͤrts, oder gegen das Kreutz hin ziehen. Die vorausſagenden Wehen kann man nicht ver⸗ treiben, man muß ſich nur ruhig dabey verhalten. Die wilden Wehen hingegen koͤnnen durch warme Auſſchlaͤge uͤber den Leib, Kiyſtiere von ſtarkem Kamillenthee mit etwas Oel und ein Paar Taſſen Kamillenthee geſtillet werden. Es iſt allemal ſehr nuͤtzlich, wenn die Schwangere ſich kurz vor der Geburt, oder auch noch biym Anfang derſelben ein erweichendes Klyſtier geben laͤßt, damit ſie Oeffnung 46½ Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, Oeffnung bekomme. Wenn ſie einige Tage her verſtopft war, ſo darf ſie es um ſo weniger verſaͤumen. Auch muß ſie ſich des Harns zu entledigen ſuchen, ſobald die Geburts⸗ arbeit begi ena Die Weiber handeln ſehr aͤbel, wenn ſie kurz zuvor, ehe ſie niederkormen. noch viel eſſen, um ſich kraͤftig dadurch zu machen. Sie ziehen ſich dadurch mancherley Zufaͤlle zu, welche die Geburt erſchweren, und oft auch ſchlimme Krankheiten nach derſelben. Gleich vom Anſang an, und ſolange die Geburtsſchmerzen dauern, darf eine Kreiſende nur gar wenig und leichte Speiſen eſſen, ein wenig Brodſuppe, Habergruͤtze, gerollte Gerſte, gekochtes Obſt. Sie darf nicht zu viel trinken, und nichts anders, als Waſſer mi⸗ etwas Eſſig oder Zitronenſaft oder lauwar⸗ men Thee. lle hitzigen Getraͤnke, Wein, Brannte⸗ wein, Bier, Aaehi ſind da ſehr ſchaͤdlich. Beym Anfang der Geburtsarbeit kann die Kreiſende noch umhergehen, und wenn eine kleine Wehe kommt, ſich ſo lange an eine Wand lehnen, oder niederſetzen, bis ſie voruͤber iſt. Wenn aber die Wehen nachdruͤcklicher werden, ſo iſts rathſamer, daß ſie ſich aufs Bette lege. Dieſes muß ſo gemacht werden, daß die Frau mit dem Kreuz ein wenig hoch lieget. Zu den Fuͤßen an der Bett⸗ ſtelle kann man eine lange Binde befeſtigen, welche die Frau wie ein Leitſeil in die Haͤnde nehmen, und ſich waͤh⸗ rend den Wehen damit anhalten kann. Wenn ſie einen ſchiefſtehenden Leib hat, ſo muß ſie ſich auf die entgegen⸗ geſetzte Seite legen, und ſich ruhig in dieſer Lage halten, bis ſich die Mutter geoͤffnet hat, und das Kind eintritt⸗ Dann lege fie ſich auf den Ruͤcken. Waͤhrend einer Wehe koͤnnen ihr einige Gehuͤſfinnen die Knie und Vorderfuͤße halten. Die Kreiſende wird bey einem ſchicklichen Lager auf dem Bette allemal leichter entbunden, als auf dem Ge⸗ burts⸗ öͤͤ ——————=— toce daxe ſen Fufin 4 i m tal ian 3 d k aa im ſich diſd u nunzan nd öft auch thun Juſang un, df eine din ein, din Geſß vhates mduüdämer, ſt ha anw Ten, Dama M. enn du Käſend a Weſ kam, rniedesege, de en rahääde j auſt da e die Fwon„ züjnawolh riig, ui 9 un, w) hni ſi lnen untde tothe din Len ien das Sed diti 8 um n 8 — Kraͤfte muͤßten angeſtrenget werden, Gebaͤhrende von ſelbſten zum Nachdruck. arbeiten; Kreiſende und Kindbetterinnen. 465 Dieſer hat ſelten auf dem Lande eine bequeme Er dient zu nichts als der Gebaͤhrenden Furcht einzujagen, und es iſt wirklich marternd ſuͤr ſie, wenn ſie Stunden lang darauf ſitzen muß. Zum wenig⸗ ſten ſollte ſie nicht fruͤher auf den Stuhl geſetzt werden, als bis das Kind ſchon eingeruͤckt iſt. Es iſt eine allerwegen uͤble Gewohnheit der Hebam⸗ men, daß ſie die Kreiſende gleich bey dem Anfang der Geburt zur Arbeit anhalten, indem ſie glauben, daß alle um das Kind mit Sie ſtiften unendlich viel Scha⸗ burtsſtuhl. Einrichtung. Gewalt herauszudruͤcken. den dadurch, die Gebaͤhrende wird erhitzet und geſchwächt, und die Geburt, die ſonſt vielleicht ſehr gluͤcklich abgelau⸗ fen waͤre, wird erſchweret, wo nicht gar unmoͤglich gemacht. Die Wehemutter kann es der Kreiſenden nicht ſo gut ſagen, wann ſie nachdruͤcken, oder die Wehen verarbeiten ſoll, als ſie es ſelbſten fuͤhlet. Sobald die Wehen nachdruͤck⸗ lich und hinabdraͤngend genug werden, ſo reizen ſie die Dann fordert ihn die Natur. Aber auch dann darf ſie nicht gar zu heftig ſondern nur ſo, als wenn ſie ſich des Stuhls entledigen wollte, und nur ſo ange als das Drängan dauert. Auch das iſt nachtheilig, wenn die Hebammen zu oft nach der Geburt fuͤhlen, die Geburtstheile mit Gewalt ausdehnen und ohne Unterlatz einſchmieren. Dadurch verurſachen ſie der Kreiſenden ſehr uͤberfluͤſſige Schmerzen, Geſchwulſt und Entzuͤndungen. Man kann dann und wann zufuͤhlen, und die Theile mit ein wenig friſcher un⸗ geſalzener Butter oder Schmalz ſalben; aber es muß ſelten und mit großer Behutſamkeit geſchehen, damit es der Frau keine Schmerzen errege. Wenn der Kopf des Kin⸗ des gegen den Damm(das Mittelſteiſch) andringet, ſo kann man dieſen mit einem Stuͤckchen zuſammengelegter . Gg Leine⸗ 466 Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, Leinewand, welches mit Schmalz beſchmieret worden, von Aber auch das darf und nicht eher, unten ruͤck⸗ und aufwaͤrts halten. nicht anders als mit großer Maͤßigkeit, als um den gedachten Zeitpunkt geſchehen. Man legt gewoͤhnlich den Kreiſenden ein Tuch um den Hals, damit er nicht dick werde, aber es hilft zu nichts, wenn man es locker bindet; und wenn es feſte gebunden wird, ſo haͤuft ſich das Blut im Kopfe an, und die Frau koͤnnte einen Schlagfluß davon bekommen. Beſſer iſts, man laſſe es gar weg. Es iſt ohnehin uͤber⸗ fluͤßig; denn wenn die Kreiſende nicht ſtaͤrker arbeitet als noͤthig iſt, ſo hat es keine Geſahr, daß ihr der Hals anſchwelle⸗ Auch das Naͤuchern und Andaͤmpfen gehoͤrt unter die überfluͤßigen Huͤtfsmittel. Wenn dergleichen Dinge auch an ſich nicht ſchaͤdlich ſind, ſo werden ſie es doch dadurch, daß ſie die Einbildung der Kreiſenden erregen, und ſie „Gefahr vermuthen machen, wo keine iſt. Viele von ſol⸗ ꝛchen Daͤmpfen nehmen auch den Kopf ein, und werden dadurch wirklich ſchaͤdlich⸗ Aus eben dieſem Grunde iſt es auch ſchädlich, die Krei⸗ ſenden an ſtark riechenden Dingen bey etwa vorhandener Schwaͤche und Anwandelung von Ohnmacht riechen zu taſ⸗ ſen. Alle Schlagwaſſer, Schlag und Lebensbalſame, die man zu dieſem Endzweck anwendet, ſind durchaus ſchaͤdlich: ſie betaͤuben und erhitzen und treiben das Blut noch ſtaͤrker nach dem Kopf zu. Wenn man ja etwas zu riechen haben will, ſo tauche man ein leinenes Laͤppchen in kalten Weineſſig, und halte es vor dis Naſe. Auch iſt es hin und wieder unter den Hebammen gewoͤhnlich, den Kreiſenden, bey zu befuͤrchtender Anwandelung von Ohn⸗ macht, Rautenblaͤtter in ein Buͤſchel zuſammengebunden und in Eſſig getaucht, vor die Naſe zu halten⸗ Nichts noer, eett dahen aac a tn und nigih en Ahm Ker s f vnn as ſn in Kepfe an nn letommen. dühnejin iber derabeitt als ir de hals hdt wwe die ien Dan auh dts dac düuch eregen, und . Nte dan ah iin, md be ſchädl dc wa Vöhhehimt nact ieha i mt Sebenbaie 4 t, fw niim b n man ſ ud V lient dänth s Naſt du nen zußea 1 zandeluns W. zinazi z zaln, ſey. Kreiſende und Kindbetterinnen. 467 Nichts iſt unter den gemeinen Leuten gewoͤhnlicher, als daß man bey der geringſten Verzoͤgerung der ehurt. oder bey einiger Anwandlung von Schwachheit, ſeine Zu flucht zu hitzigen Dingen nimmt, um die Wehen zu beföre dern und die Kreiſende zu ſtaͤrken. Man gibt ihr Wein, Branntwein, Aquavite, hitzige Muttertropfen, Biber⸗ geileſſenz, die Essentia dulcis, Theriak, Safran, Mus⸗ catblumen, Zimmt, Lorbeeren, Kuͤmmel, Satureyſaa⸗ men— und mancherley zuſammengeſetzte Mittel. Da⸗ durch wird unſaͤglich viel Ungluͤck geſtiftet. Es entſtehen Fieber, Entzuͤndungen der Mutter und toͤdtliche Blutſtuͤr⸗ zungen. Die mehreſten ſchweren Wochen auf dem Lande kommen lediglich von dem Mißöbrauch der auf die Geburt treibenden Mittel. Sie ſind niemals noͤthig, und alle⸗ mal ſchaden ſie um ſo mehr, je mehr ſich die Frau vorher ſchon durch angeſtrengtes Arbeiten erhitz: hat. Bey einer ſoriſt geſunden Frau, die ſich waͤhrend der Schwangerſchaft wohl befunden hat, kann man verſichert ſeyn, daß Schwachheit oder Mangel an Wehen die Geburt niemals verhindern werde. Man darf nicht glauben, daß die Kreiſende keine Kraͤfte zur Geburt mehr uͤbrig habe, wenn ſie etwa ohnmaͤchtig wird. Man gebe ihr in dieſem Fall, ſtatt aller andern Mittel, allenfalls nur ein Glas friſches Waſſer zu trinken. Eine ſanfte Behandlung, Troſt und Ermunterung ſind die beſten Herzſtaͤrkungen, und das vor⸗ zuͤglichſte Mittel, die Geburt zu befoͤrdern, iſt, daß man die Gebährende niemals etwas von einer vorhandenen, sder nur moͤglichen Gefahr merken laͤßt; denn es kommt unendlich viel darauf an, daß ſie muthvoll und herzhaft Wenn ſie die Geiſtesfaſſung und Geduld verlieret, ſich unruhig herumwirft, ſchreyet, ſo erhitzt und ermuͤ⸗ det ſie ſich bis zur Hinfäalligkeit, wodurch dann die Ge⸗ burt nur noch mehr aufgehaten wird. G g 2 Wenn 66 Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, Wenn die Geburt an ſich etwas ſchwer, ſchmerzhaft und zoͤgernd iſt, ſo muß man ſie keineswegs durch treibende Mittel oder durch ſtarkes Anſtrengen erzwingen wollen; ſondern man lege Tucher, die in warmes Waſſer getaucht, und wieder ausgedruͤckt worden, der Kreiſenden uͤber den Unterleib, und gebe ihr alle vier Stunden ein erweichen⸗ des Klyſtier. Wenn ſie ſehr ſtark und vollbluͤtig iſt, wenn ihr das Geſicht und die Geburtstheile roth werden und aufſchwellen, und wenn ſie ſtarke Wehen hat, ſo kann man ihr etwas Biut ablaſſen. Im entgegengeſetzten, wie⸗ wohl zußerſi ſeitnen Fall, wenn ſie ſchwach; aber nicht, erhitzes iſt und die Wehen ploͤtzlich verſchwinden, und nicht wiederkommen wollen, ohngeachtet die Mutter geoͤffnet iſt, die Btaſe vorſtehet, und das Kind eine gute Lage hat, da kann es dienlich ſeyn, ihr ein Paar Loͤffelvoll Wein zu geben.. Wenn unter der Geburt ein ſtarker Blutſturz entſte⸗ het, oder eine innere Mutterblutung, bey welcher der Leib ploͤtzlich aufſchwillt, die Kreiſende blaß, an Haͤnden und Fuͤßen kalt, der Puls klein und unordentlich wird, und uͤber den ganzen Leib ein kalter Schweiß ausbricht— ſo iſt das Leben der Mutter und des Kindes in Gefahr, und die Entbindung muß moͤglichſt beſchleuniget werden. Da darf man keinen Augenblick verſaͤumen, einen Ge⸗ burtshelfer herbeyzurufen. So auch, wenn irgend eine Hinderniß der Entbindung im Wege ſtehet, wenn etwa das Kind eine unrechte Lage, oder die Fran einen Fehler an den Geburtstheilen hat. Fuͤr Leute, welche die Ge⸗ burtshuͤlfe gruͤndlich verſtehen, iſt es oft eine Kleinigkeit in dergleichen Faͤllen zu helfen, aber oft werden auch durch das ngeſchiee Verfahren unwiſſender Hebammen, alle Umſtaͤnde ſo ſehr verſchlimmert, daß keine Huͤlfe mehr moͤglich 9 3 E⸗s , jſtatſui dic tbende gen dulln; ſer gauch en üüber d den erweiche löläng i dth wenden dt, ſo kann ſähten wie⸗ der richt . Waͤvicht güfaetit in Kage hat, üfeul Bnn Iüſter entſe elcee derbeih hiaden und h citd, und autbeicht— bin Geſehe niget wethi. „einen Ges tpend eine penn elwa einen Fihlet ſch die Ge „Kainigket onden aih Helbamna, tän bit 9 —;— ſelbſt einige Tage zuruͤckbleiben. Kreiſende und Kindbetterinnen. 469 Es iſt ſehr nuͤtzlich, wenn man gleich nach der Ge⸗ burt, und auch nachher, wenn die Nachgeburt abgegan⸗ gen iſt, den Leib der Entbundenen gelinde reibet, bis ſich die Gebaͤhrmutter wieder zuſammengezogen hat, und klein, rund und hart geworden iſt. Es gibt kein beſſeres Mittel, um einen Blutfluß nach der Entbindung zu verhuͤten und zu heilen, als eben dieſes. Man ſollte niemals die Nachgeburt durch Zerten an der Nabelſchnur geſchwinder herauszubringen ſuchen, oder felbſt aus der Mutter herausholen, es ſey dann, daß eine Blutung zugegen waͤre. Sonſt thut man der Mutter Gewalt an und verurſacht leicht gefaͤhrliche Blutſtuͤrzun⸗ gen, Entzuͤndungen der Mutter, Vorfaͤlle ꝛc. Nicht weni⸗ ger ſchaͤdlich iſts, wenn man der Kreiſenden treibende Mit⸗ tel gibt, wenn man ſie Nieſepulver ſchnupfen, anhaltend in die Hand blaſen oder heftig draͤngen laͤßt. Man brauche und unternehme gar nichts, ſondern uͤberlaſſe dieſes Geſchaͤfte lediglich der Natur. Da ſie die Geburt ſelbſt bewiykt hat, ſo darf man ihr in dieſer weit geringern Ver⸗ richtung Kraͤfte genug zutranen. Es har nichts zu ſagen, wenn die Nachgeburt nicht gleich nach der Entbindung von ſelbſt kommt, ſie kann ohne uͤble Folgen einige Stunden, Sie geht doch endlich, und ſehr ſeiche ab, wenn man nur den Seh eigen Zeit⸗ punkt abwartet. Sobald die Frau entbunden it, muß man ihr ein breites Handtuch oder eine lange breite Binde, nicht zu feſte um den Unterleib wickeln. Dann zieht man ihr ein reines warmgemachtes Hemd an, legt ſie trocken, und empfiehlt ihr ein ruhiges Verhalten. Die Leibbinde muß mehrere Tage hintereinander getragen und taͤglich zweymal etwes ſeſter zugezogen werden. Dieſes hilft zur Befoͤrde⸗ rung der Geburtsreinigung, und verhindert, daß die Frau keinen ſchlappen ſackigen Leib behaͤlt. Gg 3§. 338. Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, §.1 3309. Folgen der Geburt. Verhaltungsregeln für Kindbetterinnen. Nach einer gluͤcklichen Geburt hat die Kindbetterinn ordentlicher Weiſe keine, oder nur ſehr geringe Schmerzen. Sie betommt die Geburtsreinigung, die bis in die dritte, vierte Woche, oder auch noch laͤnger anhaͤlt. Anfangs fließt eine gute Menge dickes Gebluͤt ab, in der Folge allmaͤhlig weniger, endlich geht eine roth und weiß gemiſchte Feuchtigkeit, dann bloßes fleiſchfarbenes Waſſer, und zu⸗ letzt weißer Schleim weg. Gegen den dritten oder vierten Tag ſtellt ſich gewoͤhnlich ein kleines Fieber(das Milch⸗ fieber) ein; die Woͤchnerinn bekommt oͤfteres Froͤſteln mit abwechslender Hitze, die Bruͤſte ſchwellen ihr an, und ſie fuͤhlt ein Ziehen und Spannen darinn. Nach unge⸗ faͤhr achtzehn Stunden, manchmal auch wohl erſt nach etlichen Tagen, fließzt die Milch aus, die Geſchwulſt und Spannung der Bruͤſte verliert ſich, und das Fieber laͤßt nach. Bey dieſen Umſtaͤnden iſt weiter nichts noͤthig, als ein gutes Verhalten. Eine Kindbetterinn muß uͤberhaupt behandelt werden, wie eine Verwundete, daher iſt ihr die Ruhe ſchlechterdings noͤthig. Es iſt grauſam, wenn man eine Kindbetterinn gleich nach der Niederkunft nicht ſchla— fen laͤßt, da ſie doch den Schlaf zur Erquickung ſo noͤthig hat. Man laſſe ſie ſchlaſen, wenn, und ſo lange ſie kann, auſſer in dem Fall, wenn ſie aͤußerſt ermattet und in Gefahr iſt, eine Ohnmacht zu bekommen. Auch in dieſem Fall kann ſie ſchlafen, wenn ſie nur ordentlich ath⸗ met, und wenn man ſicher ſeyn kann, daß wegen des etwa vorhandenen Blutfluſſes keine Gefahr iſt. Sonſt iſt es gut, wenn ſie des Tags uͤber weniger ſchlaͤft, damit 8 fie des Nachts deſto beſſer ruhen koͤnne. Sie ge ndätnann t aim nge Sämeſn b in di dit in der falg dußgſcher Diſe, mh z- te tder verten 7(ds Micha das dſäa mi d ſe m, nnd n. Nah ung ˖vefl ni nac di Giſtwuſt ad das ſicer fts rühit, d ruſ hazjeue daherſt ſtie ſem, wem am anitrich ſcl jemng brühi nh ſ ltge ſe iemattt eh n. Juhhſ aduntic ui d von gſt em ſhlüh unt ei 5 8 45 31— ·* 4 1——— F Stube, die taͤglich ausgeluͤftet werden muß. — Kreiſende und Kindbetterinnen. 471 Sie muß ſich in den erſten Tagen, und ſo lange bis das Milchfieber voruͤber iſt, unter einer leichten Bedeckung halten, in einer reinen, warmen, aber ja nicht zu heißen Die Stu⸗ benhitze, und eine durch dicke und viele Betten erregte Waͤrme, iſt gleich nachtheilig, weil ſie entkraͤftende Schweiße, Fieber und Frieſel verurſachet. Sie muß ſich vor aller Erkaͤltung, ſonderlich der untern Theile, in Acht nehmen, wenn ſie etwa auſſtehen muß; denn ſie koͤnnte dadurch verurſachen, daß die Geburtsreinigung ſtehen bliebe. Man kann ihr den Leib dann und wann mit laulich⸗ tem Waſſer und Milch abwaſchen. Sie muß uͤberhaupt ſo viel als nur moͤglich iſt, reinlich gehalten werden, und die untergelegten Tuͤcher, die die ausfließende Reinigung aufnehmen, muͤſſen oft gewechſelt werden. Reinlichkeit, Ruhe und Maͤßigkeit ſind die Haupterforderniſſe zu einem gluͤcklichen Wochenbette. Nichts kann verderblicher ſeyn, als die Gewohnheit der gemeinen Lente, ihren Kindbetterinnen gleich nach der Geburt ein Glas Bier oder Wein, Branntewein oder auch Wein; und Bierſuppen zu geben, um ſie zu ſtaͤrken und die Mutter abzukuͤhlen. Sie koſtet vielen das Leben; denn alle hitzigen Dinge ſind Gifte fuͤr friſche Kindbette⸗ rinnen. Sie duͤrfen in den erſten Tagen nichts eſſen als duͤnne Suppen, Gerſten, und Haberſchleime, duͤnne Reiß⸗ ſuppen, gekochtes Obſt,— uͤberhaupt nur leichte, weich⸗ liche Speiſen, und nicht viel auf einmal, dagegen deſto oͤfter, wenn ſie Appetit haben. Fleiſchbruͤhen ſind ihnen noch nicht dienlich, und noch weniger grobe und ſette Sachen. Daher iſt es ihnen in den ſeltenſten Faͤllen gut, wenn man ihnen Mandeloͤl, Baum oder Leinöl eingibt, um den Nachwehen vorzubeugen, ohngeachtet es ſehr ge⸗ woͤhnlich iſt. Man verdiebt nur den Magey damit. G 4 Das Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, Das beſte Getraͤnke iſt Waſſer mit einem Stuͤck Brod abgekocht. Wenn die Frau Hitze hat, ſo kann man Eſſig oder Zitronenſaft und Zucker dazu thun. Es iſt thoͤricht, und kann ſehr ſchaͤdlich werden, wenn man den Kindhbette⸗ rinnen in den erſten Tagen nach der Geburt das Getraͤnke verſagt, ohngeachtet ſie noch ſo ſehr duͤrſten, aus Beſorg⸗ niß, daß der Blutgang zu ſtark werden moͤchte. Man gebe ihnen ſo viel als ſie haben wollen; aber niemals ganz kalt zu trinken. Kaffe erhitzet zu viel, und muß in den erſten Tagen vermieden werden. Wenn das Milchſieber voruͤber iſt, ſo kann ſie duͤnne Fleiſch⸗ oder Huͤhnerbruͤhen, leichte Fleiſchſpeiſen, ein weichgeſottenes Ey, Milſchſpeiſen, duͤnne Mehlſuppen eſſen, und endlich, wenn auch die Reinigung aufhoͤret, nach und nach zu ihrer vorigen Diaͤt zuruͤckkehren. Geſunde ſtarke Bauersweiber koͤnnen ſchon etwas mehr vertragen, und ſie haben nicht noͤthig, ſich ſo genan an eine weichliche Diaͤt zu binden. Aber durch zu viele Vorſicht ſchaden ſie ſich doch wenigſtens nicht. Nichts iſt den Kindbetterinnen ſo zutraͤglich, als ein ruhiges und frohes Gemuͤth. Man dark bey Behand⸗ lung der Woͤchnerinnen nicht vergeſſen, daß ſte leichter zu afficiren ſind, als in andern Verhaͤltniſſen des Lebens. Starke Affecten, Zorn, Schrecken, Traurigkeit, koͤnnen ſie in großes Ungluͤck ſtuͤrzen. Meiſtens bringen ſie die Geburtsreinigung in Unordnung. Selbſt zu vieles Reden kann denjenigen, die zaͤrtlich ſend, nachtheilig werden, indem es das Blut erhitzet. Daher ſollten Woͤchnerinnen, wenigſtens in den erſten Tagen, mit Beſuchen verſchont hleiben. Wenn das Milchfieber vorbey iſt, gegen den ſiebenten oder achten Tag, fruͤher oder ſpaͤter, kann die Woͤchnerinn um Mittagszeit ein wenig aufſtehen, ſich warm ankleiden und in der Stube umhergehen. Aber ſte darf ſich noch 2 4 nicht iocge, n z 1 kan n a ſh 8 R at en n Ihn b dn ldas ee 4 alg din rt 8 1 diemaſt kaun amjin fehe ſ eülhae diegeia, an en Näage tinun aſan rithmn Kſin munit ſh gmn a dr duch g ies di plätng diſc he bhm. rruijttt, Anen uiee äanis Jn aztans Ka in Gläͤnktenn. Grucn it Kreiſende und Kindbetterinnen. 475 nicht herauswagen, oder Arbeiten und Hausgeſchaͤfte unter⸗ nehmen. Sie iſt noch zu ſchw ach dazu, und wuͤrde ſich leicht erhitzen oder erkalten. Vielen geraͤth es zwar, und ſie erkranken nicht, wenn ſie ſi ſich fruͤhe heraus und an ihre Geſchaͤfte wagen; aber dagegen gibts auch unzaͤhlig viete Beyſpiele von Weibern, die ſich die gefaͤhrlichſten Krank⸗ heiten, und Kränklichkeit fuͤr ihr ganzes Leben dadurch zugezogen haben. Die Woͤchnerinnen koͤnnen alle e Arzneyen enthehren, wenn keine beſondre Umſtände da ſind, die ſie erfort dern. Sie haben gar nicht noͤthig, Muttertraͤnke, Kindbetterin⸗ mirturen, oder balſamiſche Pillen zu nehmen, um die Gebaͤhrmutter zu reinigen, und wenn ſie ſich dergleichen Dinge zu fruͤhe bedienen, ſo kann es ihnen ſchaͤdlich wer⸗ den. Es wird ſie mehr reinigen als jene Mittel, und wird ihnen weit beſſer bekommen, wenn ſie ſich in der dritten oder vierten Woche nach der Entbindung, eines Bades von lauwarmem Waſſer bedienen. §. 331. Zufälle der Kindbetterinnen und Säugenden. Die Kindbetterinnen und ſaͤugenden Weiber ſind man⸗ cherley Zufaͤllen unterworfen, zum Theil gefaͤhrlichen Krankheiten, die nicht ſelten toͤdtlich werden. Mehren⸗ theils ſind es Folgen einer ſchlechten Behandlung in der Geburt, eines unordentlichen Verhaltens in der vorher⸗ gegangenen Schwangerſchaft oder im Kindbette felbſt. Die gewoͤhnlichſten davon ſind die Nachwehen, ein uͤbermaͤßiger Blutverluſt, zu ſtarker, zu ſchwacher, oder auch gaͤnzlich unterdruͤckter Abgang der Geburtsreinigung, das Milchfieber, das Kindbetterinſieber, Mutterentzuͤndun⸗ gen, En zuͤndungen der Bruͤſte und Warzen, Milchknoten und Mangel an Milch.— G g z§. 332. 474 Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, §. 332. — die Nachwehen. Die Kindbetterinnen pflegen kurze Zeit nach der Ge⸗ burt ziemlich heftige krampfhafte Schmerzen in der Ge⸗ gend der Mutter zu bekommen, die bald nachlaſſen, bald wiederkommen. Bey dem ſchmerzhaften Anfall iſt der Puls geſchwinde, ſobald jener nachlaͤßt, wird er wieder natuͤrlich. Man nennt dieſe Schmerzen die Nachwehen. Siendauern ohngefaͤhr bis in den dritten Tag nach der Entbindung. Doch entſtehen ſie ſelten nach der erſten Niederkunft; wohl aber nach allen folgenden. Reiſtentheils ruͤhren ſie entweder von der zuruͤckge⸗ bliebenen Nachgeburt oder von geßocktem Blute her, oder auch von Erkaͤltung, Unruhe und zu großer Empfindlich⸗ keit der Woͤchnerinn. Man kann ſie leicht von kolikarti⸗ gen Schmerzen unterſcheiden, die von Winden oder Un⸗ reinigkeiten in den Gedaͤrmen entſtehen, und von den Schmerzen, die von einer M Lutterentzuͤndung herruͤhren. Dieſe ſind anhaltend, verbreiten ſich uͤber den ganzen Unterleib und werden heftiger, wenn man auf den Leib druͤcket. Wenn die Nachwehen noch vor dem Abgang der Nachgeburt kommen, ſo muß man ſie dulden, weil ſie denſelben befoͤrdern. Kommen ſie von Erkaͤltung ꝛc., ſo kann man warme Umſchlaͤge von Kamillenblumen in Milch gekocht, auf den Unterleib legen, und der Woͤchnerinn ein Paar Taſſen Kamillenthee, oder Thee von Schaafgarben⸗ blumen, auch wohl ein Klyſtier von ſtarkem Kamillenthes und Baumoͤl geben. Hitzige Gewuͤrze, Safran, duskatblumen und dergl. darf man durchaus nicht brauchen. ———*—— a R Nin. m g en näi enda. un n polte n Danſg areßer Ewinit ſeicht dinönn in, mum zündeng ſeiſn h Üün la ſon man uM den Wbe tduda, uüſ Erim ldswedh de Bäumt un Liaüah Gaber uth Kreiſende und Kindbetterinnen. 475 6. 333. — Abermäßiger Blutſtuß nach der Geburt, zu ſtarke und zu lange anhaltende Geburtsreinigung. Nach dem Abgange des Kindes und der Nachgeburt bekommen die Kindbetterinnen allemal einen Blutfluß, der unſchaͤdlich iſt, wenn er in den gehoͤrigen Schranken bleibt, aber auch toͤdtlich werden kann, wenn er zu ſtark wird. Mit dem Abgange der Nachgeburt erfolgt gewoͤhnlich auch ein ziernlich ſtarker Abgang des Blutes, der aber ſogleich wieder nachlaͤßt. Wenn aber klares Blut ſo haͤufig ab⸗ fließet, daß die Frau dabey kraftlos, ohnmaͤchtig und kalt an den Gliedern wird, ſo muß man ſie auf den Ruͤcken, mit den Beinen ein wenig hoch legen, man muß ihr den Unterleib in der Gegend der Mutter, mit der bloßen Hand ganz gelinde reiben, und kaltes Waſſer und Eſſig mit Tuͤchern üͤber den Leib, die Lenden und Geburtstheile ſchla⸗ gen. Wenn das nicht hilft und die Gefahr ſehr groß wird, ſo gibt man ihr friſches Waſſer zu trinken, man ſucht den Unterleib an der Stelle, wo die Mutter liegt, bey fortgeſetztem fleißigen Gebrauch der Eſſiguͤberſchlaͤge, einen gelinden Druck, entweder mit der Hand oder durch Binden, anzubringen; man ſetzt ihre Fuͤße in kaltes Waſ⸗ ſer, und ſteckt zuſammengerollte, mit Eſſig befeuchtete Leinewand in die Mutterſcheide. Man wendet uͤberhaupt die Huͤlfsmittel an, die bey Mutterblutfluͤſſen(im 323.§.) empfohlen worden. b Das Leben und die Geſundheit der Woͤchnerin haͤngt großentheils davon ab, daß die Geburtsreinigung gehoͤrig von ſtatten gehe. Sie kann zu ſtark und zu geringe gehen; das letzte geſchiehet oͤfter, und iſt von gefaͤhrlicheren Folgen. Bey manchen iſt eine ſtarke Reinigung natuͤrlich. Es iſt ihnen wohl, wenn viel Gebluͤt weggehet; wenn ſich hin⸗ 4276 Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, hingegen eine Woͤchnerin äbel dabey hefindet, ſchwach wird, und ſtarkes Herzklopfen bekommt, ſo muß man den Blut⸗ gang zu maͤßigen ſuchen. Man muß ihr den Leib ein wenig feſter binden. Sie muß ſich ruhig verhalten, und mehrentheils auf dem Ruͤcken, auf einer Matratze, oder in deren Ermangelung auf dem bloßen Stroh oder Spreu⸗ ſack liegen; denn Federbetten ſind bey dieſen Umſtänden ſchaͤdlich. Alles was erhitzen kann, hitzige Speiſen und Getraͤnke, Stubenwaͤrme, Unruhe— muß mit doppei⸗ ter Sorgfalt vermieden werden. Die Frau muß ſich kuͤhl hatten, und ſchleimige Getraͤnke mit Eſſig vermiſche, trinken. Wenn ſie Leibſchmerzen dabey hat, ſo koͤnnen ihr einige erweichende Klyſtiere geſetzt werden. Eben ſo muß man ſich verhalten, wenn die Geburts⸗ reinigung ungewoͤhnlich lange anhaͤlt, und die Kindbette⸗ rinn offenbar ſchwaͤchet. 9. 334. In geringe oder gänzlich verſtopfte Geburesreinigung. Die Geburtsreinigung fließt gemeiniglich bey denjeni⸗ gen Woͤchnerinnen ſehr ſparſam, die ſich bey der Entbin⸗ dung ſtark verblutet haben, oder bey welchen ſonſt die monatliche Reinigung geringe war. Auch bey dem Ein⸗ tritt des Milchſiebers pflegt ſich die Reinigung zu vermin⸗ dern, ſie wird aber wieder ſtaͤrker, wenn das Fieber geen⸗ digt iſt. Man wuͤrde in allen dieſen Faͤllen ſehr uͤbel handeln, wenn man ſie antreiben wollte. Man kann allemal glauben, daß die Reinigung ſtark genug ſey, wenn die Woͤchnerinn ſich wohl dabey befindet. Wenn ſie hingegen bey einem geringen Abgang derſelben uͤber Druͤcken im Unterleibe und auf der Bruſt, Beaͤngſti⸗ gung, Schwindel und Kopfwehe klaget, ſo muß man ſie zu veſoͤrdern ſuchen; aber nicht mit hitzigen ſtark treiben⸗ den 5 — mct pumne dif wi hurak a banmen tetſtt MG m poäle V giedle ch Din lemale llſebie der Ge Gect di tidigu * käh g dehn ran it dang m j n n ehrtzerrxn. za ne tud räte rth Zus wm E rauN uumur Fitteeww Fün ſ; U ſw m air nt gthe Kreiſende und Kindbetterinnen. 477 den Mitteln. Man laͤßt die Frau des Tags ein oder ein Paarmal in lauwarmen Fußbaͤdern ſitzen, und uͤber einem Topf mit heiße m Waſſer, damit ihr der warme Brodem davon an den Leib gehe: oder man legt ihr Tuͤcher, mit warmem Waſſer befeuchtet, uͤber den Unterleib, und ver⸗ wechſelt ſie ofſt. Man gibt ihr zum oͤftern Klyſtiere von Milch und Waſſer, oder von Kamillenthee, und laͤßt ſie zuwetlen eine Taſſe Kamillenthee, oder Thee von Schaaf⸗ garbenblumen, und zum ordentlichen Getraͤnke eine duͤnne Abkochung von Quecken⸗ und Klettenwurzeln trinken. Wenn ſich die Reinigung gaͤnzlich verſtopft, ſo pflegt allemal ein Fieber zugegen zu ſeyn. Der Unterleib wird aufgetrieben, die Kindbetterinn empfindet ein Druͤcken in der Gebaͤhrmutter und dem Schooße, ſie wird roth im Geſicht, engbruͤſtig, bekommt öͤfteres Froͤſteln ꝛc. Die Urſachen, welche zur Unterdruͤckung der Geburts⸗ reinigung Gelegenheit geben, ſind unzaͤhlig. Die vor⸗ nehmſten und gewoͤhnlichſten find Erkanung, ſonderlich der Fuͤße, Leidenſchaften, Zorn und Traurigkeit, grohe und erhitzende Speiſen, hitzige Arzneyen.— Es iſt ein gar gefaͤhrlicher Umſtand, der die ſchlimm⸗ ſten Krankheiten, am allermeiſten aber eine Entzuͤndung der Mutter und andrer Theile des Unterleibes und das ſo⸗ genannte Kindbettſieber nach ſich ziehet. Da muß man nicht warten, bis die Kindbetterinn ſich ſehr uͤbel befindet, ſondern ſich gleich bemuͤhen, durch die eben angezeigten Mittel, die Reinigung wieder in Gang zu bringen. Man kann zu dem Endzweck auch dann und wann ein wenig milchwarmes Waſſer in die Gebaͤhrmutter einſpritzen. — — —— —-——— 2 ———*———— — ſ — r— — 3———* 1—“—— — ö———— 8 2 4 8 8 ————— — 88 trieben und hart, 478 Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, §6S. 335. Kennzeichen der Kindbetterin⸗ oder Mutterfieber und der Mutterent⸗ zundungen— wie man ſie behandeln mas. Die Kindbetterinnen ſind vornehmlich zweyerley Gat⸗ tungen Fieber unterworfen, dem Kindbetterinnfieber und dem Milchfieber. Wenn ſie am zweyten, dritten oder vierten Tage nach der Entbindung mit fieberhaften Zufaͤllen, einem mehr oder weniger ſtarken Schaudern und darauf folgender Hitze befallen werden, wozu ſich anhaltende Schmerzen im Un⸗ terleibe geſellen, ſo iſt es ein Kindbetterinn⸗ oder Mutter⸗ fieber. Bey einem bloßen Milchſieber ſind keine Leib⸗ ſchmerzen zugegen. Jene Krankheit iſt einer Kolik ſehr aͤhnlich, und wird oft dafuͤr gehalten. Ein uͤbler Jerthum, wenn man ſich dadurch verfuͤhren laͤßt, hitzige Mittel zu gebrauchen. Bey dem Kindbetterinnfieber iſt der Unterleib aufge⸗ und die Schmerzen werden ſtaͤrker, wenn man ihn anfuͤhlt. Die Kranken ſind dabey ſchwach, niedergeſchlagen, ſchlaflos und haben Kopfwehe, oft auch wehe Augen. Der, Puls iſt etwas hart, klein und ge⸗ ſchwinde. Die Kranken bekommen gemeiniglich bey dem erſten Anfall des Fiebers ein galliches Erbrechen, gewoͤhn⸗ lich iſt der Leib verſtopft, und mehrentheils bleibt auch die Geburtsreinigung aus. In der Folge kommen haͤufig Frieſel und Flecken zum Vorſchein. Wenn die Kranken zu phantaſiren anfangen, Schlucken und Zuckungen bekom⸗ men, ſo ſind ſie in großer Gefahr. Die Entzuͤndung der Mutter verurſacht faſt die nehm⸗ lichen Zufaͤlle. Der Leib iſt nebſt den aͤußerlichen Ge⸗ burtstheilen brennend heiß, die Kranken haben Stuhlzwang und beſtändiges Draͤngen auf den Urin. Statt der Ge⸗ burtsreinigung fließt eine braune ſtinkende Feuchtigkeit ab. Beyde der Jutage . terley b iftebee uh doge nj einem niſt Guie ie then in Un der Mateer ˖keine(ai , und wid nn nan ſch ruchn. rlib auffe en ſtüker, dhſchvac, , oft auch in und ge⸗ h bey dem gemäͤhe auch die J häͤufg Kranket bekom⸗ de neßw hen E hhweng der Ge gkeit 1l Deh Kreiſende und Kindbetterinnen. 479 Beyde ſind geſaͤhrliche Krankheiten⸗ Sie köoͤnnen durch alles, was das Blut erhitzen, und was die Geburts⸗ reinigung unterdruͤcken kann, veranlaſſet werden, durch üble Diat und daher entſtandene Verunreinigung der erſten Wege, durch Erkaltung, Schrecken und Zorn, durch ein zu hitziges Verhaiten, große Stubenwaͤrme, erhitzende Speiſen und Getraͤnke ꝛc. Die Regeln des Verhaltens bey dem Kindbetterinn⸗ fieber und der rMutzenrzinihung ſind einerley. Die Kran⸗ ken Muſhen . ſehr fleißig lau warme Getraͤnke trinken, Waſſer mit dem dritten Theil Milch gemiſcht, Gerſtenwaſſer mit ein wenig Salpeter ober mit Eſſig und Honig, (Anh. Nr. 21.) Limonade ohne Wein, vor allen andern aber ſind die Molken zum ord entlichen Ge⸗ traͤnke dienlich, weil ſie die Oeffnung des Leibes befoͤrdern, worauf bey dieſen Krankfeiten ſhr viel ankommt: daher muͤſſen auch die Kranken a. alle zwey bis drey Stunden ein Theeloͤffelchen voll praͤparirten Weinſtein oder Bitterſalz und 3. taͤglich wenigſtens zwey erweichentde Klyſtiere neh⸗ men. Man kann eine Abkochung von Kleyen, mit Milch vermiſcht, Huͤhner⸗ und Rindfleiſchbruͤhe, oder die Bruͤhe von abgeſottantm Leinſaamen dazu . uh „Aeußerlich legt man ihnen i warme erweichende Auf⸗ r(atage auf den Leib. Man tunkt Stuͤcke Flanell in eine Bruͤhe von Kamillenblumen, und legt ſie uͤber, oder Blaſen, die mit warmem Bzaſſer gefuͤllet ſind. Ran kann auch den Unterleib mait warmem Leinoͤl fleißig ſalben. Der folgende Aufſchlag iſt vor allen andern von vorzuͤglichem Nutzen: Man laͤßt ohnge⸗ faͤhr ſechs Loth feine(venetiſche) Seiſe in einem halben Maaß friſchem Kalkwaſſer zergehen, dieſe Mi, Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, Miſchung laͤßt man warm werden, tunket Flanell oder auch leinene Tuͤcher darein, druͤcket ſie wohl aus und legt ſie auf. Man muß dieſe Auff ſchlaͤge zum oͤftern mit andern, die friſch gewärmer werden, umwechſeln. 5. Man laͤßt die Kranken taͤglich etlichemal die Fuͤße etwa eine Vierteiſtunde lang in lauwarmes Waſſer ſeben. Die Kranken muͤſſen ſich uͤbrigens ſehr ruhig ver⸗ ha älten. Man darf ſie weder zu ſehr bedecken, noch die Stube, in der ſie liegen, zu warm machen⸗ Sie duͤrfen nichts eſſen, als ſaͤuerlich gemachten Ger⸗ ſten und Haberſchleim, gekochte Zwetſchen, gedaͤmpf⸗ tes ſaftiges Obſt. Alle ſeſte Nahrungsmittel, alles was hitzig iſt, ſelbſt die F leiſchbruͤhen und Huͤhner⸗ hruͤhen ſind hier ſchaͤdlich. Ueberhaupt muß die nehmliche Diat heotachrsr werden, wie bey Entzuͤn⸗ dungsſiebern(§. 65.). Man verfaͤhrt am ſicherſten, wenn man dieſee Ver⸗ haltungsregeln in jedem Falle befolget, wenn ſich ſe und anhaltende Leibſchmerzen in der erſten Whehe n nach der Entbindung einſtellen. Man wage es ja nicht, dieſe Schmerzen durch geiſtige gewirnhe hafte Dinge Deet eiben, oder die etwa fehlende Geburtsreinigung durch hitzige trei bende Sachen wieder in Gang bringen zu wollen. In einigen Faͤllen kann es noͤthig ſeyn, daß man zur Ader laſſe, oder Brechmittel und, wirkſamere Abfuͤhrun⸗ gen gebrauche. Aber das muß durch einen Arzt verordnet werden, den man bey einer ſo wichtigen Krankheit immer zu Rathe ziehen muß. 8 J wenn ditt tn; l perſen n 3 N nan d (uchd B nlsgel ud S J Vſan, gende baſſe and man ri ken! — derd edie di inf anher, ' danke, Jana ne kt b dema! zfe V vames Woſe ſ dihiß ue. theeän uch vnm man. gemachte Ge ſzen, gaimf gemittl, äls N and hähhe aupt muß Ni ehey Enna an dieſ Veu un ſich ſarte Voche urh a nich, die ze verteen, h hbige ie Aln. 8f man ſut Pfiheune t verordnet hheit inma nach der Entbindung vermeidet, b Bruͤſten wegſchaffe. Kreiſende und Kindbetterinnen. 4921 §. 336. Wie man die Zufälle behandeln muß, die von der mih entſtehen. Nicht alle Weiber bekommen das Milchſteber(§.3 3 6) wenn auch ſchon die Milch ordentlich in die Bruͤſte ein⸗ tritt. Bey vielen iſts ſo geringe, daß ſie es kaum bemer⸗ ken; bey manchen aber, zumal jungen und vollbluͤtigen Perſonen, kann es auch ſehr ſtark werden und von hefti⸗ gen Zufaͤllen begleitet ſeyn. Man kann ihm mehrentheils zuvorkommen, wenn man alle hitzigen Speiſen und Getraͤnke waͤhrend und und das Kind bald an die Bruſt legt; denn je mehr und je fruͤher die Bruͤſte ausgeleeret werden, deſto geringer ſind die Spannungen und Schmerzen darin, von welchen das Fieber abhaͤngt. Man hat bey dem Milchſieber eigentlich nichts zu thun, als daß man ſich ruhig verhaͤlt, und viel verduͤn⸗ nendes Getraͤnke, Milch und Waſſer, Thee, Gerſten⸗ waſſer, Mandelmilch ꝛc. trinket. Wenn aber das Fieber und die Entzuͤndung der Bruͤſte ſehr ſtark iſt, ſo muß man zur Ader laſſen und taͤglich einige Klyſtiere von Mol⸗ ken nehmen. Das nothwendigſte iſt, daß man die Milch aus den Sie muͤſſen zum oͤftern ausgeſogen werden. Nan legt entweder das Kind an, oder man bedient ſich der ſogenannten Ziehglaͤſer. Man muß die Bruͤſte warm halten, und deswegen etwa ein Pelzchen oder ein flanellenes Tuch uͤberlegen. Wenn ſie ſtrotzend, aufgeſchwollen, verhärtet, ſchmerz⸗ haft und roth ſind, ſo darf man ſie nicht ausſaugen, bis vorher erweichende und zertheilende Baͤhungen gebraucht worden. Man legt zum oͤftern abgewelkte Kohlblaͤtter oͤber, oder einen warmen Brey aus Weckkruͤmlein und H h ein 482 Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, V ein wenig feiner Seife, mit einer hinreichenden Menge bn Milch gekocht. Man kann ſie auch mit Fenchelkraut, b Kamillen und Holderbluͤthen in Milch gekocht, belegen, und taͤglich zwey⸗ bis dreymal den Dampf von warmem ach Waſſer, oder von ſchwachem Bier, worein gluͤhende Kie⸗ duſac ſelſteine geworfen worden, an die Bruͤſte gehen laſſen. lice Die Milch wird endlich von ſelbſt auszufließen anfangen. m Auch außer dem Milchfieber koͤnnen ſich die Bruͤſte eeſ entzuͤnden, wenn die Milch zu haͤufig einſchießet und ſtocket. n Wenn die Frau das Kind nicht ſelbſt ſtillen kann, oder aüfle nachdem ſie es geſtillet hat, nun ſolches entwoͤhnen will— sd wenn ſie ſich ſtark erzuͤrnet, erkaͤltet, kalt trinket, und Nnan 1 allerhand ſaure Speiſen genießet. Dann ſind die nehm⸗ wied lichen Mittel dienlich. 2 La Man darf keine Pflaſter auflegen oder ſette Salben, eht Dele, Schmalz u. dgl. brauchen. Mehrentheils gibt man e durch dergleichen Dinge Gelegenheit dazu, daß Eiterges lu ſchwuͤre und Loͤcher in den Bruͤſten entſtehen. ent Aus den ebengedachten Urſachen koͤnnen ſich leicht Kno⸗ Nann ten und Verhaͤrtungen erzeugen. Wenn ſolche noch friſch und find, und keine Roͤthe und Entzuͤndung zugegen iſt, o pft laſſen ſie ſich mehrentheils zertheilen, wenn man ſie nur Di dann und wann mit einem Stuͤckchen Flanell gemaͤchlich M reibet. Wenn ſie davon nicht bald vergehen, ſo kann va man Koͤrbelkraut oder das Kraut und die Wurzeln von in Peterſilgen, geſtoßen und wam gemacht, oder auch einen ei Ueberſchlag von zwey Theilen Ertenlaub, einem Theil e Peterſilgen und eben ſo viel Koͤrbel unter einander gehackt ſ und in einem irrdenen Topf bis zum Schwitzen heiß ge⸗ 85 macht, ſo warm als es zu leiden iſt, auflegen. Man muß dieſe Aufſchlaͤge taͤglich zwey⸗ und mehrmals erneu⸗ a ern.— Mit einem warmen Auſſchlag aus zerſchnittener n und in dem Harn der kranken Perſon, oder mit ſchwacher b Aſchenlauge gekochter Peterſilge ſind die hartnaͤckigſten 4 Bruſt⸗ — fange, nreichend d d. 1 mit fu gebocht myf dn vn tein gühenee wn düſte gehen lſe Pflißn dfanmn. n ſch ſi duüke ciieuhh. ỹlen in, zhr wi mmnl tat tiig, ud 1 derche t ſett ebn⸗ ttheilegiänm daß Eler eh. apegen it, ſ mnan ſe ur nel genätih zer, ſhm Pyhyeht voh raucheinen inem Thel deet geack en heij ge en, Man maäls ernels eichnittee t ſchwache vnickigfer Yuuſ⸗ mi g, dn jſt littam ch uc fiſh 6 3 fau, ————:4——— fort, als die Bruſt noch hart und entzuͤndet iſt. Kreiſende und Kindbetterinnen. 43⁵ Griſtverhaͤrtungen zertheilt worden. Man kann ſich ihrer bedienen, wenn jene nicht helfen. Wenn die Knoten ſich nicht zertheilen wollen; ſondern roth werden und einen ſtechenden klopfenden Schmetz ver⸗ urſachen, ſo gehen ſie in Eiterung uͤber, und es wird eine loͤcherichte Bruſt geben. Da muß man einen Mehlbrey, ſo mit Milch gekocht worden, und zu dem man etwas Seife ſetzen kann, und Honig, oͤder von Nockenmehl, Sauerteig und Honig auflegen, um die Eiterung zu befoͤrdern, und abwarten, bis das Geſchwuͤr von ſich ſelbſt aufgehet. Dann druͤckt man die Materie gelinde heraus, und verbindets hernach wieder mit dem nehmlichen Aufſchlag(M. ſ. im 297.§.). Wenn der Beulen aufgegangen iſt, ſo muß man nicht zu ſehr daran druͤcken, um die Materie rein heraus zu brin⸗ gen; denn dieſe ſtießt ſchon von ſelbſt hera aus, und der zu ſtarke Druck auf die vereiterte Stelle vermehrt leicht die Entzuͤndung und die Schmerzen. Man legt auf die Oeff⸗ nung ein Saͤlblein aus gleichen Theilen von gelbem Wachſe und friſchem Leinoöͤl, oder auch ein ſo genanntes Honig⸗ pflaſter aus weißem Mehl und Honig, oder das einfache Diachylonpflaſter. In die Wunde ſelbſt dreht ma an keine Meiſel, man legt hoͤchſtens einige zuſammengelegte Leine⸗ wandfaden ganz locker hinein, und auch dieſes iſt nicht einmal nothwendig; denn die Wunde kann, ſo lange das Eiter noch ausfließt, nicht zuheilen. Man ſetzt dabey die Ueberſchlaͤge vom Mehlbrey mit etwas Seife ſo lange Beobachtung dieſer Regeln werden alle boͤſen Bruͤſte der Moͤchneri innen und Saͤugenden ohne große Schmerzen und bald heilen. Dieſes wird aber nicht geſchehen, wenn man erhitzende, reitzende und ziehende Pflaſter und Sal⸗ ben darauf legt, oder rechte dicke und ſteife Meiſel in die Loͤcher hineinſteckt.— Wenn bey dem vorgeſchlagenen Hh 2 oder einen Brey von Brodkruͤmlein Bey Ver⸗ 484 Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, Verfahren die Bruſt nicht bald heilet, ſo geht man am ſicherſten, wenn man bey Zeiten einen Wundarzt zu Rath ziehet. herruͤhren, iſt es zutraͤglich, wenn man ſleißig Koͤrbels ſuppen mit Molken genießet, und etwa viermal des Tages, jedesmal eine Meſſerſpitze Doppelſ ſalz(arcanum dupli- catum) einnimmt. Wenn die Bruſtwarzen wund geworden, oder gufge⸗ ſprungen ſind, ſo beſtreiche man ſie mit Quittenſchleim, oder mit dem Schleim vom arabiſchen Gummi, oder mit friſchem Milchrahm und Eyweiß unter einander geklopft. Wenn man Zucker an einem Lichte brennet, dann im Keller wieder zerfließen laͤßt, ſo hat man ein vortreffliches Mittel, welches die geriſſenen Warzen in kurzer Zeit zur Heilung bringt. Wenn man ſich dieſer Mittel bedient, ſo hat man nicht noͤthig, allemal vorher die Warzen ſo ſorgfaͤltig ab⸗ zuwaſchen, wenn man das Kind anlegen will; denn ſie ſchaden ihm nichts. Aber allemal, wenn es getrunken hat, muͤſſen ſie mit einem Wachshuͤtchen oder dicken Wachs⸗ ringe bedeckt werden. Sind die Warzen ſehr ſchlimm, und wollen ſie bey jenen Mitteln nicht heilen, ſo muß die Frau einige gelinde Abfuͤhrungen nehmen. Kan kann verhuͤten, daß die Warzen ſo leicht nicht aufſpringen oder wünd wernen, wenn man ſie einige Wochen vor und nach der Niederkunft taͤglich ein Paarmal mit Branntwein waͤſcht, oder mit zerfloſſenem gebrannten Zucker beſtreicht. Es hat gewoͤhnlich verdraß liche Folgen, wenn eine Frau zu kleine und tief in der Bruſt ſitzende Warzen hat, welche das Kind nicht faſſen kann. Man muß dieſem Fehler noch vor der Niederkunft abzuhelfen ſuchen. Die⸗ ſes geſchieht am bequemſten dadurch, daß man ein gewiſſes Werk⸗ —————— qo, Bey allen Zufaͤllen, die von einer Stockung der Milch * ͤ— 2ꝑ 0 Ohck a dan ſü ga 1 diern 9 9 6 4 (arcauun ipl. dder, ie ih nt Liuin, Gimn ſeri then iſt et, damalle Krteflihe gah, inſn zimn dimt dſon Nſ eitt. en dil, ginſt denn Ggehunten der dim Gait d veli ſech zu thie ſie n h lckkni n ſe tnige Hen Paurnal in gchanet 7, ten eit „Kanzen hi muſ diſſn mneineviſt Kah — Kreiſende und Kindbetterinnen. 1435 Werkzeug von leichtem Holz, welches wie ein kleiner nicht aufgeſtuͤlpter Hut geſtaltet und oben an der Spitze mit ver⸗ ſchiedenen kleinen Loͤchern verſehen iſt, innwendig mit Baumol ausſchmieret und dann auf die Warze ſetzt. Es muß ſo lange darauf getragen werden, bis ſie groß genug iſt. Wenn einer ſaͤugenden Frau die Milch gebricht, ſo wird es ihr wohl bekommen, wenn ſie Kuͤhmilch, worin etwas Fenchelſaamen oder Holderbluͤthen abgekocht worden, mit Waſſer verduͤnnet, zum ordentlichen Getraͤnke nimmt. Sie muß nahrhafte und zugleich fluͤſſige Speiſen fleißig genießen, z. B. Mehlſuppen, Fleiſchbruͤhſuppen mit etwas Peterſilgen oder Koͤrbelkraut und Eydotter, gekochtes Fleiſch mit nahrhaftem Gemuͤſe, z. B. mit Reiß, u. dgl. Gutes Bier hilft auch viel zur Vermehrung der Milch. Man kann dunne Bierſuppen eſſen, oder die im Anh. Nr. 44 · beſchriebene Biermolken trinken. Es iſt aber doch hierdey zu bemerken, daß nicht bey jeder Saͤugenden der Vorrath von Milch gleich groß iſt. Bey manchen Frauen iſt die Milch in außerordentlicher Menge zugegen, und dieſes beſonders bey ſolchen, die noch nicht oft gebohren haben. Bey ſolchen, die ſchon oftmals gebohren haben, desgleichen bey aͤltlichen Perſonen, iſt die Erzeugung der Milch ſpar⸗ ſamer, und kann oft auch durch die nahrhafteſten Speiſen nicht vermehrt werden. Nanchmal verlieret ſich die Milch ploͤtzlich, die vollen Bruͤſte werden auf einmal ſchlapp, ohne daß etwas durch die Warzen ausgefloſſen iſt. Dieſer Zufall erfolgt gemei⸗ niglich nach vorhergegangener Erkaͤltung, Schrecken oder Aergerniß. Die Milch tritt zuruͤck in andre Theile des Leibes, und daher koͤnnen mancherley, zum Theil ſchlim⸗ me Folgen entſtehen, ein Durchfall, der weiße Fluß, das Kindbetterin⸗ und andre hitzige Fieber, Wahnwitz, Geſchwuͤlſte an den aͤußern Theilen, vornehmlich oft an Hh 3. den ——— 5——— ö— 8 —— 2— 11. — — — — 486 Verhaltungsregeln fuͤr Schwangere, ꝛc. den Hand⸗ und Knieegelenken, hartnaͤckige Hautausſchlaͤge u. dgl. m, Da muß man uͤberhaupt die Abſonderung der Milch wieder herzuſtellen ſuchen. Man trinke Thee von Holders bluͤthen und Fenchel; wan halte die Bruͤſte uͤber den Dampf von warmem Waſſer und laſſe ſie von einer erwachſe⸗ nen Perſon oft und ſtark anſaugen, oder man ſetze trockne Schroͤpfkoͤpfe auf beyde Bruͤſte: Man wuft ein Stuͤck⸗ chen brennend Papier in ein Bierglas;; wenn es ver⸗ brennt iſt, ſo ſtuͤlpt man das Glas geſchwinde uͤber die Bruſt und haͤlt es ſo feſte an, daß keine Luft von auſſen hineindringen kann. Wenn ein Durchfall erfolget, bey welchem ſich die Kranke wohl befindet, ſo muß ſolcher unterhalten, und ſo wie im 223.§. gelehrt worden, behandelt werden. Kommen Leihſchmerzen und Fieber, ſo iſt das bey dem Kindbetterinfieber(§. 535. aaedeſcehene Verzet lten noͤthig. Kan wird aber der Huͤlfe eines Arztes bey hitzigen und langwierigen Kran kheiten, die von Nuchyerſetung herruͤhren, ſo wenig entrathen koͤnnen, wie eines Wuynd⸗ arztes bey den Milchgeſchwulſten. Dieſe muͤſſen bald ge⸗ oͤffnet werden, wenn ſie weich und ſchwappend ſind. S ind ſte aber hart, ſo reibt man das Seiſenſaͤlbchen(Anh. Nr. 52.) ein, oder man legt gruͤne Seife wie ein Pfia⸗ ſter uͤber. Dabey laͤßt man die Kranke fleißig Koͤrbelbruͤ⸗ hen mit Molken nehmten und laxiret ſie je uͤber einige Tage mit Bitterſalz. Um die Milch zu vertreiben, wenn das Kind ent⸗ woͤhnt ſoll werden, nehme man einige Loth Bitterſalz zum Laxiren. Man halte ſich warm, man mache ſich viele Bewegung, und eſſe und trinke weniger wie ſonſt und keine nahrhafte S Sachen. Auf die Bruͤſte lege man einen Aufſchlag von ſchwarzer Seife, oder den obengedachten von Koͤrbel, Peterſilgen und Erlenblättern. —— D lomy loſur ihne lung her zu ſ leiſt wot dav wiſ 2 uber Per ſoll Angere 1 dang, ndexm d 1 N dam t, mneanatz ddu e tnch f a nitt enhe 8, mtw ſöra b. deliͤmuſg deta we meetjehn, Kjendi keit eit das lhc Datzeltnttii un ſthg Nichaſng vit eins An find ub h dnteh. gache ſcri rie ſeſ Md ae nan db geacnnt 1u unterbindet. Achtzehnter Abſchnitt. Lebensordnung fuͤr Kinder, Regeln uͤber ihre phyſiſche Erziehung und uͤber das Verhalten in ihren Krankhei⸗ ten. §. 337. Regeln über die Verpflegung der neugebohenen Kinder und Sauglinge. De meiſten Menſchen ſterben in ihrer Kindheit. Das konimt mehrentheils von der uͤbeln Wartung und Verwahr⸗ loſung der Kinder, der ſchlechten Nahrung, die man ihnen gibt, der Unreinlichkeit und der verkehrten Behand⸗ lung in ihren Krankheiten. Die Ammen und Kinderwei⸗ ber haben manche Gebraͤuche, die ordentlich dazu erdacht zu ſeyn ſcheinen, um die Kinder kraͤnklich und ihre Dienſt⸗ leiſtungen unentbehrlich zu machen. So boshaft denken nun wohl die wenigſten; aber der Schaden, den die Kinder davon haben, iſt um nichts geringer, wenn ſie aus Un⸗ wiſſenheit, oder auch ſeldſt in guter Abſicht, um in ihrer Pflege nichts zu verſaͤumen, gemißhandelt werden. Eine uͤbertriebene Sorgfalt kann ihnen nicht weniger ſchaͤdlich werden, als der Mangel an gehoͤriger Wartung. Man ſollte nur ſoviel thun, als die Natur wuͤrklich erfordert. Das erſte, was man nach der Geburt eines Kindes zu thun hat, iſt, daß man die Nabelſchnur loͤſet und Wenn ſie die Hebamme abgeſchnitten hat, ſo muß ſie erſtlich das Blut aus dem Stuͤck, das noch am Koͤrper des Kindes haͤngt, gelinde, aber moͤglichſt rein ausſtreichen und es dann erſt unterbinden; dieſes darf nie⸗ mals unterlaſſen werden, auch dann nicht, wenn das Hh 4 Kind — 438 Von der Verpflegung Kind ſchwach iſt. Es ſoll viel dazu beytragen, nicht ſo leicht von der Gelbſucht, und in der Folge von boͤsartigen Blattern befallen werde. Man bindet ein zu⸗ ſammengelegtes leinenes Laͤppchen entweder trocken auf den Nabel, oder befeuchtet es mit Wein. Sobald dieſes geſchehen iſt, muß man mit einem Finger den Schleim aus dem Munde wegſchaffen und das Kind mit ſchwach laulichem Waſſer abwaſchen. Wenn die Unreinigkeit, womit ſein Koͤrper bedeckt iſt, dicke und zaͤhe anklebet, ſo kann man ein wenig Seife zu dem Waſ⸗ ſer nehmen. Aber man muß es nicht zu rauh tractiren. — Man darf das Kind nicht mit ungeſalzener Butter oder Schmalz, weder vor noch nach dem Bad, ein⸗ ſalben. Nach dießm beſichtiget man alle Theile des Kindes. daß es Man ſiehet genau nach, ob es uͤberall naturgemaͤß beſchaf⸗ fen iſt, ob es in der Geburt nicht verdruͤckt oder verſehrt worden, ob nicht etwa der After oder die Harnroͤhre ver⸗ wachſen iſt ꝛc. Man muß aber auch die Natur nicht hofmeiſtern, nichts verbeſſern wollen, wo wirklich kein Fehler iſt, oder nur kleine Entſtellungen vorhanden ſind, welche die Natur mehrentheils von ſelhſt, und gewiß am beſten heilet, Bey den meiſten neugebohrnen Kindern iſt die Stirn hoch⸗ gewoͤlbet, viele bringen einen geſchobenen Kopf mit auf die Welt, oder krumme Fuͤße. Da iſts Unwiſſenheit deſſen, was natuͤrlich iſt, wenigſtens dumme Voreiligkeit, wenn die Hebammen den Kopf zurecht druͤcken, oder die Fuͤße gerade biegen wollen. Natur uͤberla ſſen. Nur dann iſt Huͤlfe noͤthig, wenn die Ungeſtaltheit ſehr groß, wenn z. B. ein Fuß ſtark ein⸗ und der andre ſtark auswaͤrts gebogen iſt. Aber man wage es auch da nicht, ſelbſt zu kuͤnſteln; ſondern man berathe ſich in dieſen Faͤllen, wie bey jedem weſentlichen Fehler, Sie ſollten das alles der thn ujunin. rüühmn dune 5 80 dheie u ea. uutme iſth rdaict e mißn di hmiſem nüt pſaim, din Fißte ih an becce de h jen hiin ſil it di din t nan ZBftaf mi W viſe nfet unn Ar s deben, tn n al M niths um h 1 fuj ſe ſui 1 ſt. uan 4 —— — —— — ——— — worden, ſo kann man vermuthen, geklemmt oder gedruͤckt wird, Wenn es trinket, ſo muß man es aufmachen. — der neugebohrnen Kinder und Saͤuglinge. 439 Fehler, den man an einem Kinde findet, bey einem ge⸗ ſchickten Manne, der die Huͤlfsmittel nach den Umſtaͤnden anzugeben weiß. Endlich bekleidet man das Kind„ und bringt es auf ſein Lager. Koͤnnte man eben ſowohl mit der Wartung der Kinder zurecht kommen, wenn man ſie nicht wickelt, ſo waͤre es allemal beſſer. Aber die gemeinen Leute kon⸗ nens am wenigſten entrathen, es iſt auch den Kindern auf keine Weiſe nachtheilig, wenn es nur ordeutlich geſchie⸗ het. Man muß beym Wickein ſorgfaͤltig darauf Acht geben, daß die Glirder des Kindes nicht in eine uͤble Lage kom⸗ men. Wenn ein Kino ſchreyet, nachdem es eben gewickelt daß es falſch lieget, und man muß es daher gleich wieder aufmachen. Es darf nie zu feſt gewickelt werden, beſonders nicht uͤber die Bruſt und den Magen. Das kann auch mehrentheils geſchehen, wenn es liegt und ſchlaͤft. Nach den erſten Wochen kann man ihm die Aermchen auſſer dem Wickel laſſen; dieſen darf man aber dann nicht zu hoch unter die Arme anlegen, damit ihm die Schultern nicht zu hoch hinaufgeſchoben werden. Die Betten, das Leinenzeug, die Windeln und Wickelbaͤnder muͤſſen rein⸗ gehalten werden, und allemal recht trocken ſeyn, wenn man das Kind darein wickelt. Wenn es ſie naß oder ſchmutzig macht, ſo muß man es bald wieder rein und trocken legen, ſonſt wird es wund und man wird alle Muͤhe vergeblich anwenden, um es ruhig zu erhatzen. Man muß gleich nach der Geburt, und in den erſten Tagen nach derſelben, das Kind ſorgfaͤltig vor dem ſtarken Eindruck des hellen Lichtſcheins in ſeine Augen in Acht nehmen. Das Licht des Nachts darf nie gerade in ſeine Augen fallen, und beym Saͤnnenſchein, bey Tage muß das Fenſtes, durch welches die Sonnenſtrahl en auf das Kind Hh 5 fallen — 490 Von der Verpflegung fallen koͤnnen, mit einem Tuche verhaͤngt, oder mit einem Vorhange verwahrt werden. Wenn die Angen der neu⸗ gebohrnen Kinder dem hellen Lichtſchein zu unvorſichtig ausgeſetzt werden, ſo thut dieſes den Kindern ſehr wehe, und man hat oftmals beobachtet, daß die hartnaͤckigſten und gefaͤhrlichſten Entzuͤndungen der Augen davon entſtan⸗ den ſind. 4 Ueberhaupt iſt es noͤthig, daß man die Kinder ſehr reinlich halte. Man muß ſie alle Tage, von ihrer Ge⸗ burt an, uͤber den ganzen Koͤrper waſchen. Man nimme anfangs uͤberſchlagen warmes, maͤch und nach aber etwas kaͤlteres Waſſer dazu. Wenn ſie etwa ſechs Wochen alt ſind, ſo kann man anfangen, ſie zu baden. Das kann woͤchentlich zwey bis dreymal geſchehen. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß auch dazu das Waſſer nicht gar zu kalt ſeyn darf; aber nach unh nach kann man kaͤlteres nehmen. Die Kinder werden des Bades ſehr bald gewohnt, und gehen endlich gerne hinein. Dieſes, das Waſchen und Baden der Kinder, iſt ein großes Huͤlfsmittel zur Erhaltung ihrer Geſundheit. Der geringſte Vortheil davon iſt, daß ihre Haut gereiniget wird. Sie werden ſtark und munter davon und verdauen beſſer: die natuͤrlichen Ausleerungen gehen beſſer von ſtat⸗ ten, und uͤberhaupt wird manchen Urſachen dadurch abge⸗ holfen, die ſonſt zu ſchlimmen Krankheiten Gelegenheit geben koͤanten, Selbſt die Stuben ſollten mit größerer Sorgfalt rein⸗ lich gehalten werden, wenn man Kinder darin hat. Sie leiden von einer idürbena feuchten, unreinen Luft mehr als Erwachſene. Man ſollte nie die beſchmutzte Kin⸗ derwaͤſche in der Kinderſtube waſchen, die gewaſchene Waͤſche ſollte man eben ſo wenig, als das naßgewordene Kinds⸗ zeug an den Ofen haͤngen, um es zu trocknen, und wenn die Kinder ſch unrein gemacht haben, ſo iſts allemal belſer, ———— 8 gt, dde dio en gu unrigi Kaden ſ im ſän. die ſamnätt dhen inon enza in di Kinde , dan ien d nac cber abh ſechs Tohan aden. Datim 1. Etreſihi jdicht gar an kaͤlteres nam 1 ˖ hewohnt, e Kinder, iſt Geſundhet. 9 Haut guuiht von und vahe hen biſſe mi chen dahtjig dheiten Geheſ zerer Qrud 3 e daeiſt M n, Wtihm a die ürti b detaihmBt b cevodi h nockhen, mdnn „hit in dichen „ den. Manninu , men leichtlich Hautausſchlaͤge daher. der neugebohrnen Kinder und Saͤuglinge. 491 beſſer, wenn man die Fenſter zffnet, um friſche Luft her⸗ einzubringen, als wenn man raͤuchert, um den Geſtank zu verdecken. Man darf die Kinder nicht zu warm halten. Sie werden dadurch verzaͤrtelt, ſo daß ſie Fluͤſſe bekommen, ſobald ſie nur ein geringes Luͤftchen beruͤhrt; ſie ſchwitzen zu viel, und werden dadurch entkraͤftet, ihre Verdauung wird geſchwaͤcht, ſie bekommen Anlagen zu ſchleichenden Krankheiten, zur engliſchen Krankheitꝛc.— Man ge⸗ woͤhne ſie ſoviel als moͤglich iſt, an die freye Luft. Ihre Stuben duͤrfen nie zu heiß ſeyn, man darf ſie nicht zu warm einhuͤllen, oder in dicke Beiten ſtecken. Sie bekom⸗ Dis Betten, in die man ſie wickelt, muͤßſen nur wenige Federn enthalten, und dieſe muͤſſen zuweilen gewechſelt werden. Wenn die Kin⸗ der außer dem Wickel ſind, ſo legt man ſie am beſten auf einen Spreuſack, auf Haberſtroh oder weiches Baum⸗ mooß, und im Winter auf weiche mit Baumwolle, oder Saamenwolle von Kolbenbinſen, u. dergl. ausgeſtopfte Natratzen. Die Betten duͤrſen ihnen nicht gewaͤrmet werden, und man thut wohl, wenn man ſie in kalten Stuben ſchlafen laͤßt, ohne es zu achten, wenn ſie die Haͤnde nicht unter der Decke laſſen. Man wird ſelten ſehen, daß Kinder, die nicht verzaͤrtelt find, von Erkaͤp tung Schaden leiden. 1 Wenn die Kinder nicht mehr gewickelt werden, ſo gebe man ihnen eine leichte Kleidung von gefuͤttertem Leinen⸗ oder Baumwollenzeug, die weder zu warm noch zu enge ſeyn darf, und leicht aus: und angezogen werden kann. Die erſten Monate durch bedecke man ihnen den Kopf mit duͤnnen Hauben von Leinewand oder Cattun. Sie duͤrfen aber nicht zu enge ſeyn, und muͤſſen oftmals gewaſchen werden; denn weil die Kinder am Kopfe ſtark ausduͤnſten, ſo werden die Hauben in wenis Tagen ſchmierig, und wenn man — 492 Von der Verpflegung man ſie dann nicht wechſelt, ſo halten ſie den Schweiß zuruͤck, und machen, daß Kneiſt und Schuppen auf dem Kopfe, entſtehen. Wenn ſich dergleichen Unreinigkeiten erzeugt haben, ſo muß man ſie bald wegzuſchaffen ſuchen; aber man darf deswegen den Kopf nicht mit Butter oder andern Fettigkeiten ſchmieren, ſondern man muß ihn oft kaͤmmen, buͤrſten und mit lauwarmem Waſſer und Seiſe waſchen. Doch muß das mit Behutſamkeit geſchehen, damit das Plaͤttchen(die Fontanelle) nicht beſchaͤdigt werde. Die Kinder bringen die erſten Monate durch ihre meiſte Zeit mit Schlafen zu; es iſt ihnen Beduͤrfniß, und man darf ſie darin nicht ſtoͤren. Man laͤßt ſie ſchlafen, ſo lange als ſie wollen; man weckt ſie nicht auf, auch nicht einmal um ihnen zu trinken zu geben. Aber man muß ſie doch auch fruͤhzeitig daran gewoͤhnen, daß ſie ſo leicht gicht durch einiges Geraͤuſch beunruhiget und wach wer⸗ den. Man darf daher nicht zu gemaͤchlich, zu leiſe in der Stube thun. Dieſes iſt um ſo weniger noͤthig, weil die Kinder im Anfange nur ein ſchwaches Gehor haben. Man darf niemals, und unter keinerley Umſtaͤnden, den Kindern etwase eingeben, um ſie zu beruhigen und ſchlafen zu machen. Die ſchlafmachenden Arzneyen, Mi⸗ thridat, Theriak, die Ruhelatwerge— ſind Gifte fuͤr ſte. Auch iſts ihnen ſchaͤdlich, wenn man friſche, ſtark⸗ riechende Blumen, Lilien, Holderbluͤthen u. dgl. m. zu dem Endzweck in die Stube bringt: ſie werden dumm und ſchwaͤchlich davon, und bekommen eine Geneigtheit zu Gichtern. Sie muͤſſen jederzeit mit dem Kopfe etwas hoͤher ges legt werden als mit dem Leib. Man darf ſie nicht immer auf dem Ruͤcken oder auf einer Seite liegen laſſen, man muß —— I d WMi in b wies und Halt 5 dir ſe pen. Feein wdde ſeher piß onde d Stunxia ſlichen n tien degguſcafu dn. didt n dan een n aj hi Vn nen Liam e thorſre titin u) u ha, donat düinnik dedün wan a lh bän,5 tnict ui, Mh 4 üm. Aaman dun, hijſtſlh müiu wntm mäcüt ſe 7 ſe pait Ui, ein ſoud din er kinei bitt ſt ſt wrign t 9 rt= mna nufite iche nm ſe Teo vam n en Saiſit Ppoße ti ſieg pi an biſ rt 1 49 ſad, 1 in lcha une, . l der neugebohrnen Kinder und Saͤuglinge. 495 muß ihnen, ſo oft ſie wach werden, oder zu ſchreyen an⸗ fangen, eine andre Lage geben. Man thut nicht wohl, wenn man die Kinder an das Wiegen gewoͤhnt, denn man ladet ſich allemal eine große und mehrentheils unnoͤthige Beſchwerde damit auf den Hals. Schaͤdlich iſts eigentlich nicht, es muͤßte dann zu ſtark, ſchleudernd oder unſanft geſchehen, wovon die Kin⸗ der ſchwindlich und dumm werden, oder Brechen bekom⸗ men. Manche Kinder ſind ſo zaͤrtlich, daß ſie von jeder Kpleinigkeit unruhig werden und zu weinen anfangen. Da iſt das ſanfte Wiegen das bequemſte und unſchuldigſte Mittel, um ſie zu beruhigen. Aber man darf ſie doch eben nicht beſtaͤndig wiegen; man darf ſie niemals dadurch wider ihren Trieb zum Schlaf zwingen, und wenn man ſiehet, daß ſie ſich dadurch nicht beruhigen und ſtillen laſſen, ſo iſts vernuͤnftig, daß man ſie aufhebe, und ihnen auf andre Art zu Huͤlfe komme. Die Muͤtter und Waͤrterinnen ſollten die Kinder durch⸗ aus nicht des Nachts zu ſich ins Bette nehmen: ſie liegen da zu warm, die Ausduͤnſtung der Mutter macht ſie un: geſund, und dieſe kann bey der groͤßten Sorgfalt ſich nicht immer des Schlafs erwehren. Wenn ſte einſchlaͤft, ſo kann es denn leicht geſchehen, daß das Kind aus dem Bette faͤllt oder gar erdruͤckt wird. Ein noch zartes Kind muß mehrentheils liegen; wenn man es aufhebet, ſo muß ihm der Kopf unterſtuͤtzt wer⸗ den. Eher darf man es nicht auf den Arm nehmen, bis es ſtark genug iſt, um ſich auſsscht erhalten zu koͤnnen, ſonſt bekommt es leicht einen gebogenen Ruͤcken. Wenn es ſo weit iſt, ſo kann man es mehrentheils auf ein Kiſſen in einen Korb ſetzen; denn es iſt beſchwerlich, wenn man es gewoͤhnt, daß es immer getragen ſeyn wil. Man muß die Kinder nicht immer auf dem nehmlichen Arm, ſondern wech⸗ 4943 Von der Verpflegung wachſelsweiſe, bald auf den rechten, dann auf den linken neihmen. Unter die ganz unndͤthigen und ſchaͤdlichen Geraͤth⸗ ſchaften fuͤr Kinder gehoͤren auch die mit einem Loche ver⸗ ſehynen Kinderſtuͤhte. Wenn man die Kinder lange und aftaꝛals darinnen ſitzen laͤßt, ſo kruͤmmt ſich nach und na ch der Ruͤckgrat, und ſie werden hoͤckerig. Durch eben dieſe Stuͤhle wird oftmals auch ein Vorfall des Maſtdarms veranlaßt. Es iſt vergebliche und mehrentheils unnuͤtze Muͤhe, 5 3 wenn man die Kinder gehen lehren will. Sie muͤſſens von ſich Kelbſt lernen. Die gemeinen Leute laſſen gemeiniglich ihre Kinder, ehe ſie laufen lernen, auf den Haͤnden und Fuͤßen herumkriechen. daß ſie ihre Kleider beſudeln; aber ſie bewegen ſich mehr, lerner ihre Glieder eher gebrauchen und werden ſtaͤrker; ſie Kod denn auch gegen die Gefahr des Fallens am beſten geſich ert. Man darf nicht fuͤrchten, daß ſie ſich zu ſehr daraͤm gewoͤhnen: denn wenn ſie merken, daß ſie Kraft genng haben, ſo richten ſie ſich von ſelbſt auf, und ler⸗ nen nach und nach gehen.— Wenn man auf dieſe Art, die Kinder ſich mehr ſelbſt überlaͤßt, ſo ſind alle Huͤlfsmittel überftuͤſſig, die man er⸗ funden hat, um ſich ihre Wartung um die Zeit bequemer zu machen, wenn ſie anfangen auf die Beine zu kommen, als die Laußzaͤume, Gaͤngelbaͤnder, Laufſtuͤhle und Baͤnke. Es ſind lauter ſchaͤdliche Erfindungen. Wenn ein Kind in dem Gaͤngelband haͤngt, ſo werden ihm die Schultern in die Hoͤhe gezogen, die Gelenke ſchieben ſich allmaͤhlig auseinander, die Bruſt wird einwaͤrts gepreßt, das Athem⸗ holen und der freye Kreislauf des Bluts wird geſtoͤret. Beynahe eben die uͤble Folgen, und noch ſchlimmere ſind zu befuͤrchten, wenn es ſtundenlang im Gaͤngelwagen ſteckt. Es lernet wuͤrklich ſpaͤter aufen, als wenn man es ſich b ſelbſt ef–*‧ Der einzige Nachtheil davon iſt, ———— — deng u dand ahſ 6 1 1 ene niheit u w. will 8 en, 3 dl. Ehaſaem Lun ſa tilich 1, auf a aauh ge Nuhil de ai t ſi n ſn. und de lur. ir desaln i n, uaſeſig c nakt, ſ di aon ſhi ei, Ww ie Kde G vie iberſtſig Rrnc g mRt fäm fdie dirſeimng euttten M Möhh, gger 4nen 1 . bun ut h ge neiit N dülhe 4 du 1 1 6 6 1 ni 4 nn 10 — 495 ſelbſt uͤberlaſſen haͤtte, und da ſich beym Lauſen des Kindes der neugebohrnen Kinder und Saͤuglinge. im Gaͤngelwagen der obere Koͤrper ſtark vorwaͤrts begiebt, ſo liegt die ganze Laſt des Koͤrpers auf den A⸗ chſeln und auf der Bruſt. Die Achſei werden aufwaͤrts geſchoben, die Bruſt wird zuſammengedruͤckt, der obere Theil des Ruͤck⸗ grates wird zuſehr nach auswaͤrts und der untere Theil zu ſehr einwaͤrts gekruͤmmt. Viele Menſchen haben die unheilbare Verunſtaltung ihres Koͤrpers einzig und allein dem Gaͤngelwagen zuzuſchreiben, in den man ſie in ihrer Kindheit zu oft und zu lange geſteckt hatte. Man elte den Kindern uͤberhaupt nicht zumuthen, daß ſie laufen ſollen, ſobald ſie einige Augenblicke auf den Fuͤßen ſtehen koͤnnen. Wenn ſie auch ſtark genug waͤren, ſo haben ſie doch noch kein Geſchicke dazu, und ihre Knochen ſind noch nicht feſte; daher bekommen ſie leicht krumme Beine, wenn man ſie zu viel und zu lange ſtehen laͤßt. Wenn man dem Kinde einen Fallhut auff etzen will, ſo muß er weich und weit genug ſeyn, damit er den Kopf nicht druͤkkt. Man darf ihn aber nicht beſtaͤndig tragen laſſen, weil er den Kopf zu ſehr erwaͤrmet, und wenn das Kind fertig laufen kann, ſo iſt er gar nicht mehr noͤthig. Es iſt ſehr unverſtaͤndig, wenn man die Kinder an einem Arm ſchleppet oder aufhebet; denn es kann leicht geſchehen, daß er verrenket, verdrehet, oder durch die gewaltſame Ausdehnung fuͤrs ganze folgende Leben des Kindes geſchwaͤcht wird. 1 §. 338. Ueber die Nahrung der kleinen Kinder, Diät der Saͤngenden, Alle Kinder bringen in ihren Gedaͤrmen einen zaͤhen und verdorbenen Schleim(das Kindspech) mit zur Welt, der zu gefahrlichen Zufaͤllen Gelegenheit gibt, wenn er nicht 496 Von der Verpflegung nicht zeitig weggehet. So lange ſich ein neugebohrnes 1' Kind deſſen nicht hinlaͤnglich entlediget hat, darf es keine 10 Nahrung bekommen. Man laſſe es zwoͤlf bis ſechzehn Uuht Stunden oder ſo lange faſten, bis die Mutter Milch in ſaet die Bruͤſte bekommt. Es ſaugt dann deſte herzhafter, ſun wenn es hungrig iſt. So lange jener Unrath nicht abge⸗ dhe gangen iſt, verdirbt alle Nahrung, die man dem Kinde iin gibt. Es bekommt Grimmen davon, und noch ſchlimmere t0 Zufaͤlle. Man handelt alſo ſehr uͤbel, wenn man einem neugebohrnen Kinde, ſobald es den Mund auſſperret oder gate ſchreyet, einen Lutſcher in den Mund gibt, der mit geweich⸗ da tem Zuckerbrod, Weck, Semmel, Zwieback u. dgl. ge⸗ in fuͤllet iſt, oder wenn man ihm Milch und Suppen ein⸗ ie foͤſet oder gar Mehlbrey einſtepft. Ein Kind iſt nicht immer hungrig, wenn es ſchreyet. nn Will man ihm unterdeſſen ja was geben, ſo floͤſe man ſan, ihm nach und nach, innerhalb einigen Stunden, ein Paar Theeloͤffelchen von einer Miſchung aus einem Theil Honig und zwey Theilen Waſſer ein, oder auch friſchzus n bereitete ſuͤße Molken(Anh. Nr. 39.). Die Oeffnung des 1 Leibes und die Ausleerung der Unreinigkeiten wird dadurch a beſſer befoͤrdert, wie durch die Rhabarber: und Manna⸗ un ſaft, den man gewoͤhnlich zu dem Endzweck zu geben pflegt. Die erſte noch duͤnne Muttermilch iſt dem neugebohr⸗ ſ nen Kinde ſehr zutraͤglich. Sie hat eine gelinde laxirende; Kraft, ſie verduͤnnet die zaͤhen Unreinigkeiten und fuͤhret ſie ab. Aber viele Weiber melken ſie ſich aus, ohne daß n es irgendwarum nothwendig iſt, und entziehen ſie ſomit 5 ihren Kindern. Daher werden ſo viele von denſelben wenig r Tage nach ihrer Geburt gelbſuͤchtig. So widerſinnig han⸗ delt man. dan gibt den Kindern Dinge, die ihnen nicht dienlich ſind, und beraubt ſie desjenigen, was die Natur zu wohlthaͤtigen Abſichten fuͤr ſie beſtimmt hat. A ber 1 an rhen. nd gü. hr Nt ha 9 ea! M 1 M mät en AGN — — din 5 5 8* a i; 1 n 6 aaixzan aii nus d dig ua 1 in, a nt ſt 33) Döest nnn diti wvrh Föer in u 3 — eunnftui dih. wird — jenigen Kinder, 497 Aber deswegen darf die⸗ Muttes ihre erſte Milch nicht eben durchaus fuͤr das Kind aufſparen, wenn es etwa nicht gleich ſaugen will, und ihr unterdeſſen die Bruſt hart und mit Knoten beſetzt wird. Da muß ſi ſie ſich gleich von einer dazu ſchicklichen Perſon, oder einem jungen Thiere die Milch ausſaugen laſſen, ſonſt ſteht ſie in Ge⸗ fahr, noch weit uͤblere Zufaͤlle, Geſchwuͤre an den Bruͤſten, Fieber u. dgl. m. zu bekommen. Wenn die Mntter Milch genug hat, uhd ſolche von guter Beſchaffenheit iſt, ſo hat das Kind hinreichende Nahrung, und man darf ihm wenigſtens ſo lange, bis es ein Vierteljahr alt iſt, ſonſt keine Speiſe geben. Die⸗ die im erſten Vierteljahr nichts anders, als die Milch ihrer Mutter bekommen, befinden ſich alle⸗ mal beſſer, ruhiger und werden mehrentheils fetter, als die, welchen man andere Koſt gibt. Indeſſen gibts doch Fälle, wo man die Kinder mit andern Nahrungsmitteln aufziehen muß: wenn ſie ihre Mutter verloren haben, wenn dieſe keine oder zu wenig Milch hat, oder Krankheiten bekommt, welche die Milch verderben.— Wenn man da keine geſunde Amme haben kann, ſo gebe man dem Kinde in den erſten drey oder vier Tagen ſeines Lebens, die ſuͤße Molken(Anh. Nro. 39.), hernach koche man die hartgebackene Kruſte von einem Waſſerweck oder franzoͤſiſ ſchen Broͤdchen mit Waſſer, die Bruͤhe vermiſche man mit halb ſoviel Kuh, oder Ziegen⸗ milch, oder mit der Milch von einem Thier, das gutes Futter bekommt. Sie muß ungekocht ſeyn, ſo warm wie ſie eben gemolken worden. Davon gibt man dem Kinde alle zwey oder drey Stunden, drey bis vier Loͤffel voll, nach und nach mehr, ſo wie es zunimmt und aͤlter wird. Man muß es aber alle Tage friſch zubereiten, weil ſondern leicht ſauer Iſt dieſes zu weitlaͤuftig, ſo gebe man dem Kinde blos der neugebohrnen Kinder und Saͤuglinge. es ſich nicht lange aufheben laͤßt, wird. — e*— —— —-— ————— ——— ———— — ——— — — ————— — woran ſie ſonſt gewohnt war. 495 Von der Verpflegung. blos friſch gemolkene Milch mit etwas Waſſer verdanner, und dieſes iſt faſt beſſer als die Vermiſchung der Milch mit dem Waſſer von weißem Brode, welches in dem Magen der Kinder leicht ſauer wird. Wenn man die Milch von einem Thiere haben kann, welches noch nicht lange vorher gebohren hat, ſo iſt es beſſer. Es iſt allemal beſſer, wenn man ihm mit einem Loͤffelchen ſeine Nahrung gibt, als vermittelſt eines Zulps oder Zutſch kaͤnnchens. In der erſten Zeit muß eine ſaͤugende Frau ſowohl ihrer eigenen Ge ſundheit, als des Kindes wegen, ſich wenigſtens der ganz harten, blaͤhenden, ſuͤßen, ſauren und ſchalfen Speiſen, des Eſſigs, ſauren Biers, Weins und Brannteweins enthalten. Bey gemeinen Leuten kann man taͤgl lich beobachten, daß die Kinder Blaͤhungen und Grimmen bekommen, wenn ihre Muͤtter Erbſen, Ruͤben, Gelberuͤben, Kohl, Zwiebeln, Duͤrrfleiſch u. dgl. gegeſſen haben. Gutgebackenes Brod, Milch und duͤnne Mehl⸗ ſpeiſen, Suppen von Getreid efruͤchten, Fleiſchbruͤhen und leichtverdauliches friſches Fleiſch, weiche Eyer, weicher Käſe— ſind ihnen dann am zutraͤglichſten. In der Folge aber, wenn einmal ſechs bis acht Wochen herum ſind, hat ſte nicht mehr ſo noͤthig, ſich an eine beſondere Diat zu binden. Sie kann dann alles genießen, Nur muß es ihr nicht an hinlänlicher Bewegung ſehlen. 8 Wenn ſie erſchrocken iſt, oder ſich erzuͤrnet hat, ſo darf ge dem Kinde die Druſt nicht geben. Sie muß ſich erſt ausmilchen, gen laſſen. Auch iſts nicht rathſam, daß ſie gleich nach dem Eſſen das Kind ſtille, oder des Morgens, ehe ſie ſelbſt etwas genoſſen hat. Man kann ſchon die ganz kleinen Kinder an einige Ordnung gewoͤhnen. Kan gebe ihnen des Tages hindurch etwa nur alle zwey oder drey Stunden zu trinken, und uͤber oder von ſonſt jemand die Milch ausſaus —————— dung. dat dn w t untd dug 6 diaaaa en un u de dach ritt 1 1 8i lauf 5 ſu) ſtan ſen n 1 ſe, aaG hem n, ſch Lp ſir feich ſ in aden dus niatun Kae ur n di un din an 9 eſen , dote de tn arui 8 tie. anrlſcdld 4 Pig anig, täu kanuntleit N m 6Kiin M din e chu t, h atge durih enat un hſan, n Ruh l er del N tad, lenn ne eihnm! Snden ufmn, ant. d dagt gſte 1 uͤber Nacht nur ein; oder zweymal. ſo oft an eine wie an die andre Bruſt legen. und dabey zunimmt, waͤchſt,. wird, bloßem Waſſer zu einem duͤnnen Brey kocht. 18 eyn. der neugehohrnen Kinder und Saͤuglinge. 499 Man nuß ſie eben Es ſchadet nicht, wenn ein Kind an der Bruſt einſchlaͤft, nur darf man es dann nicht lange daran liegen laſſen. Am meh⸗ reſten muß ſich die Mutter davor huͤten, daß ſie das Kind nicht des Nachts im Bette an der Bruſt liegen laſſe, und ſelbſt daruͤber einſchlafe. So lange das Kind mit der Muttermilch zufrieden iſt ſo lange iſts nicht rathſam, daß man ihm nebenher noch zu eſſen gebe: allein wenns ein⸗ mal uͤber drey bis vier Monate alt iſt, wenn es ſtark die Bruͤſte ausleeret und doch nicht ſatt davon ſo muß man ihm beyher auch noch ſonſt was geben. Die beſte Nahrung, die man ihm noch außer der Bruſt geben kann, beſteht in Wock⸗(Semmel:) kruͤm⸗ oder Kruͤmmeln von weißem gut ausgebackenem die man auf einem Reibeiſen klar reibet, und in Der Weck muß aber nicht neubacken, ſondern ſchon alt und trocken Man kann etwas friſche Milch dazu thun, oder e Weckkruͤmmeln mit Milch weichen, oder auch, wenn d Kind Saͤure hat, mit Fleiſchbruͤhe kochen. Der meln, Brod, gewoͤhnliche Milchbrey iſt den Kindern nicht nachtheilig, wenn man ihn nur ordentlich zubereitet, und die Kinder nicht damit uͤberfuͤlllt. Man muß das Mehl vorerſt auf einer Pfanne uͤber gelindem Kohlfeuer trocknen. Der. Brey muß duͤnne bleiben, aber doch auch recht gar gekocht werden. Man darf keine Butter und kein Schmalz daran thun. Auch die abgekochte Habergruͤtze mit Milch gemiſcht, iſt eine gute Nahrung fuͤr Kinder. Man darf zu allem ihrem Eſſen keine Butter, Ge⸗ wuͤrze, oder Zucker thun. Das Fett koͤnnen ſie noch nicht verdauen, die Gewuͤrze ſind zu hitzig fuͤr ſie, und der Zucker verurſacht leicht Saͤure. Diejenigen Kinder, denen J1 2 man 3———— 8—— 2 · 1 — 3———.—————.=—————— ———— 4.—————— 2— ——— 8—4——— 3 ———————. 8———— 22— 4.—— 2 5* 5————————— ——————————— ——————— .————————————————— 2 500 Von der Verpflegung. man die Speiſen mit vielem Zucker verſuͤßet, bekommen gewoͤhnlich Grimmen und gruͤnen Durchfall davon. Es iſt uͤberhaupt ſehr uͤberffäſſig, daß man den Kindern ihr Eſſen ſchmackhaft machen will; ſie haben gewiß nicht den naͤmlichen Sinn fuͤr dasjenige, was de wohl und uͤbel ſchmecket, wie die Erwachſenen. Man darf die Kinderſpeiſen nicht zu lange aufheben, weil ſie leicht ſauer werden, und eben deswegen muß man die Gefaͤße zum oͤftern reinigen, worin man ſie kocht oder Haufbehaͤlt. Es iſt genug, wenn man einem Kinde im Anfang, bis es ohngefaͤhr ein halbes Jahr alt iſt, taͤglich nur ein⸗ mal zu eſſen gibt, und auch dann darf es nicht zu viel bekommen. Nach dem Eſſen darf man ihm nicht gleich die Bruſt reichen, und ſo auch umgekehrt, nicht gleich aufs Trinken zu eſſen geben. Es iſt am beſten, wenn man es wenigſtens eine Stunde lang warten laͤßt, damit die vorhergenoſſene Speiſe oder die Milch groͤßtentheils verdaut worden, ehe es was Friſches in den Magen be⸗ kommt. Man ſollte auch den Kindern allemal den Mund auswa ſchen„ſo oft ſie gegeſſen haben. Die Muͤtter: und Kinderwaͤrterinnen haben die äble Gewohnheit, daß ſie jeden Loͤffel voll von den Speiſen des Kindes erſt in den Mund nehmen, wo ſich denn alle⸗ mal etwas von ihrem Speichel dazu miſchet. Wenn ſie 8 nicht recht geſund ſind, oder wenn ſie einen unreinen Mund haben, ſo iſt ihr Speichel nicht milde und kann dem Kinde ſchaͤdlich werden. Gegen die Zeit, wo man das Kind entwoͤhnen onr muß man ſeine Speiſen ein wenig dicker machen; es ge⸗ wöhnt ſich deſto eher von der Brnſt. Wenn es zum letzten⸗ mal angelegt wird, ſo kann man die Warzen mit etwas Bitterem z. B. mit einer dicken Abkochung von Wermut, beſtrei⸗ Ann i na 3 ot r 1 1I ändig, dt at 4 eiss an la 61 räg u. eiſ ru it i a de d WM d ch dadi richet u dun dindern a 12 an 1 49 da daden An zrter 1erd 33g l 9 fi uel mnard 1. na An ke R unAM 1 89 An mön ig dicke race ℳ 5 Sm8 4 V 11 dit 2 Vef Phkadzens d es keinen Appetit hat. der neugebohrnen Kinder und Saͤuglinge. 501. beſtreichen; es wird ſo bald nicht mehr nach der Bruſt verlangen. Man ſollte kein Kind eher entwoͤhnen, als bis es he erſten Zaͤhne bekommen hat. Geſchiehet es zu fruͤhe, wirds leicht ſchwach und kraͤnklich, weil es andere enf rung noch nicht ſo gut vertragen kann, als die Mutter⸗ milch. Es iſt daher meiſtens dem kuͤnftigen Wachsthum und der Geſundheit des Kindes nachtheilig, wenn es vor der vierzigſten Woche entwoͤhnt wird. Aber es iſt auch fuͤr die Mutter nachtheilig, wenn ſie ihr Kind uͤber ein Jahr ſaͤugt. Sie verliert zu viele Saͤfte, der Koͤrper, und vornehmlich die Eingeweide des Unterleibes, werden geſchwaͤcht, wenn ſie ihr Kind zu lange ſaͤugt. Man hat auch bemerkt, daß das allzulange Saͤugen der Geſundheit und den Verſtandskraͤften der Saͤuglinge nachtheilig gewe⸗ ſen iſt. Wenn eine Mutter durch das Saͤugen krank wird, oder waͤhrend deſſelben in eine Krankheit verfaͤllt, bey der ſie die Milch verliert, oder wobey die Milch ſchlecht und ungeſund wird, ſo muß das Kind entweder fruͤher ent⸗ woͤhnt werden, oder man muß es durch eine geſunde Awine ſaͤugen laſſen. Auch fuͤr entwoͤhnte Kinder iſt die Milch noch die beſte Koſt: man kocht ihnen Muͤſe und Breye davon mit weißem Brod, getrocknetem Mehl, Habergruͤtze, Gerſte, geſtoß⸗ nem Reiß u. dgl. Man laͤßt ſie friſchgemolkene Milch ſo fuͤr ſich, oder mit Waſſer vermiſcht trinken, man kann ihnen dann und wann auch reine und friſche Butter⸗ milch geben. b Gleich nach der Entwoͤhnung muß eine gute Ordnung im Eſſen eingefuͤhrt werden. Man muß dem Kinde oͤfters, aber niemals zu viel auf einmal, und nicht alles geben, was es verlanget; denn es iſt ſehr nachtheilig, wenn man es mit Speiſen vollſtopft, oder zum Eſſen noͤthiget, wenn Es kommen viel mehr Kinderkrank⸗ J1 3 heiten so2 Von der Verpflegung der neugebohrnen zc. heiten vom Verfuͤttern her, als von der ſchlechten Beſchaf⸗ fenheit der Speiſen. Man darf nicht glauben, daß ein Kind deſto ſtaͤrker und um ſo mehr zunehmen werde, wenn es viel iſſer. Es erfolgt gerade das Gegentheil, wenn man ihm mehr gibt, als es verdauen kann. der Magen geſchwaͤcht, die Speiſen verderben, die Ge⸗ baͤrme werden mit Unreinigkeiten angefuͤllet, die zu einer Menge von Krankheiten Gelegenheit geben. Man gebe ihm etwa alle zwey Stunden einmal, und dann zur Saͤtti⸗ gung in der Zwiſchenzeit nichts. auch nicht hungern laſſen; denn ſonſt uͤberladet es ſich hernach. Sobald die Kinder ſich ſelbſt Bewegung machen koͤn⸗ nen, ſo kann man ihnen ſchon mancherley Speiſen geben, z. B. Haberſchleim, Gerſtenſchleim, duͤnne Milch: und Mehlſpeiſen, Reißſuppen, Fleiſchbruͤhen, ſelbſt etwas zartes Fleiſch, gelbe Ruͤben, Kohlraben, Haberwurzeln, Gemuͤſe.— Man gibt ihnen anfangs duͤnnere Speiſen und gewoͤhnt ſie nach und nach an haͤrtere. Aber ganz grobe Sachen, Kartoffeln, trockne Erbſen und Bohnen, die dicken kletſchrigen Mehlſpeiſen, Kloͤſe, Waſſerkloͤſe, fette Kuchen, Pfannenkuchen, friſches teigiges Brod, Speck, harter Kaͤſe ꝛc. ſind den kleinen Kindern zur gewoͤhnlichen Nahrung nicht zutraͤglich. Bey ſtarken nicht verzaͤrtelten Kindern, die viele Bewegung haben, merkt man zwar nicht ſobald, daß ſie ſich uͤbel darauf befinden: ihr Magen verarbeitet einen Theil dieſer Dinge, und was nicht verdauet werden kann, das ſchafft die gute Natur wieder fort; aber nach und nach wird doch die Verdauung geſchwaͤcht, die Kinder bekommen Verſchlei⸗ mung der Gedaͤrme, dicke Baͤuche, Wuͤrmer, Grimmen, Gichter, die Duͤrrſucht ꝛc. Es gibt kein beſſeres Getraͤnke fuͤr Kinder, als reines Waſſer. Auch Brodwaſſer, Waſſer mit Milch gemiſcht, Butter⸗ Dann wird Zu lange darf man es ——— — 1 eine dan ——, ühedchen, dderſlte diic p nich glan 2 1 dho, M 9 3t z. angsſte, tan deit ann N 4 A g 1, mmein A negſan a ſini ea 1 Dertza rüa amncrig eni em, m Na M eiſchbrihe, ſi nat throben, däenne, anſangs dina hin in härten. Kartffln, ndig igen Räſzein K enke fthn ſod dar Kn en zutrizich. N niee der n daf ſi h Än 4 einm dh kann, da nww und nach un d der bekere din he, Tume Gumn 1f ke ſir Kande. 4 4 aſſer mi NA” M 69 Ueber die phyſ. Erztehung der Kinder. 505 Buttermilch— kann man ihnen zu trinken geben; aber keinen Kaffe, Wein und am allerwenigſten Branntewein; denn dieſer iſt ein Gift fuͤr ſie. §. 339. Einige Regeln über die phyſiſche Erziehung der Kinder. Je mehr die Kinder heranwachſen, je weniger Pflege haben ſie noͤthig. Sie werden deſto ſtaͤrker und dauer⸗ hafter je mehr Freyheit man ihnen laͤßt, und es iſt ihnen nicht ſo nachtheilig, wenn ſie gewiſſermaſſen verſaͤumt werden, als wenn man zu viele Sorgfalt bey ihrer Er⸗ ziehung anwendet. 4 In Ruͤckſicht der Auswahl der Speiſen fuͤr die Kin⸗ der, die nicht mehr ganz klein ſind, laͤßt ſich keine allge⸗ meine Regel feſtſetzen. Es waͤre freylich gut, wenn man ſie an alles gewoͤhnen koͤnnte; aber das kann man nicht immer. Wenn ein Kind bisher nicht verzaͤrtelt worden, ſtark und geſund iſt, und voͤllige Freyheit hat, ſich ſo viel zu bewegen, als es will, ſo kann man es alles eſſen laſſen; denn es kann auch harte Speiſen vertragen. Die Kinder der armen Leute bekommen nichts anders, als was ihre Eltern auf dem Tiſche haben, und es gedeyhet ihnen. Solche Kinder hingegen, die nicht ganz ſtark ſind, befin⸗ den ſich allemal uͤbel, wenn ſie mit harten und ſchwer verdaulichen Speiſen genaͤhrt werden. Sie verdauen ſie nicht, daher bekommen ſie Unreinigkeiten in den erſten Wegen und manche uͤble Krankheiten. Die Kinder ſind alle gefraͤßig, und ſie uͤberfuͤllen ſich ſicher, wenn man ihnen ſo oft und ſo viel zu eſſen gibt, als ſie haben wollen. Man muß ihnen niemals etwas geben, als bis dasjenige verdauet iſt, was ſie vorher gegeſſen haben; denn ſonſt wird die Verdauung geſtoͤret, und daher koͤnnen eben die uͤblen Folgen entſtehen, wie von der Ueber⸗ Ji4 fuͤllung 5 Ueber die phyſ. Erziehung der Kinder. fuͤllung des Magens mit unverdaulichen Dingen. Man muß jedoch bey Beſtimmung der Nahrung der Kinder nicht den Appetit erwachſener und ausgewachſener Menſchen zum Maasſtab nehmen. Die Kinder verdauen weit ſchneller, als Erwachſene, und verlangen im Verhaͤltniß weit oͤftere und auch mehrere Nahrung. Ihre Kleidung darf, wie oben ſchon bey juͤngern Kindern bemerkt worden, weder zu enge, noch zu warm ſeyn. Es iſt ein wahres Glaͤck fuͤr die Landleute, daß ſie von der Thorheit noch nicht angeſteckt worden, ihren Kindern durch Schnuͤrleiber eine ſchlanke Geſtalt zu geben, und daß ihnen ihre Umſtaͤnde verbieten, dieſelbe mitzu⸗ machen. Die Schnuͤrleiber gehoͤren unter die verderblich⸗ ſten Trachten, und Eitern, die es fuͤr noͤthig halten, ihre ſonſt geſunden Kinder darein zu zwingen, beweiſen damit, daß ſie nicht Verſtand genug haben, die Einrich⸗ tungen der Natur gut und ſchön zu finden. Es iſt der geringſte Schaden, daß man dem Koͤrper damit die Men⸗ ſchengeſtalt nimmt: man verhindert, daß ſich die Einge⸗ weide gehoͤrig ausdehnen koͤnnen, man macht, daß ſie eine falſche Lage bekommen, daß ſich Verſtopfungen erzeu⸗ gen, woher denn die nachtheiligſten Folgen fuͤr die Ge⸗ ſundheit und das Leben entſpringen. Struͤmpfe braucht ein Kind nicht eher, als bis es ohngefaͤhr dreyviertel Jahr alt, und Schuhe ſind unnö⸗ thig, bis es zu anderthalb Jahren gekommen iſt. Auch dann duͤrfen ſie nicht zu enge ſeyn. Ueberhaupt ſind lederne Schuhe den Kindern nachtheilig. Sie werden leicht hart und druͤcken die Fuͤße, geben auch beym Wachſen der Fuͤße nicht gehoͤrig nach. Schuhe von wollenem Tach ſind ſo haltbar, oft noch haltbarer, als lederne; ſie ſind eben ſo wohlfeil, und haben die Unbequemlichkeiten der ledernen Schuhe nicht. Man koͤnnte auch den Kindern ſtatt Küygi a,Khrhx öeen un Aw 801 ie es ſi i m 1 hl ſraza, ſanin maug huüe b da, Mena erdun 1zr fuw büm 4 Köou mäh dm dt, dai ſtubnt 7, uu a Wi ſch Deri riue zern zuzn ſtiut zen. nicht the, Ä36 und Stüubu er nnai h ſeon. lähmſ öchelig. A zel zen nä e bndi tuhe der nhr, a”(cdera ſi s an zante aah W 4 — Ueber die phyſ. Erziehung der Kinder. ſtatt der Schuhe nur Sohlen geben, die mit Baͤndern an die Fuͤße befeſtiget werden. Man bedecke ihnen den Kopf nicht mehr, Haare genug haben. bloßem Kopfe ſchlafen. oder dicke wollene Kappen tragen laͤßt. Fluͤſſen, Schnupfen, Schwindel, Kopfaus⸗ ſchlaͤgen c. Nichts iſt den Kindern gedeyhlicher, als die Bewegung in freyer Luft. Ihnen ſchadet eine Bewegung nicht, welche fuͤr Erwachſene gefahrvoll ſeyn, und Blutſtuͤrzungen oder Entzuͤndungen erregen wuͤrde; denn ihre Theile ſind weich und nachgiebig, und das in ſtarke Bewegung geſetzte und ausgedehnte Blut findet weniger Widerſtand, daher es nicht ſo leicht ſtocken kann. Deswegen iſt die Beſorgniß mehrentheils uͤberfluͤſſig, daß Kinder ſich zu ſehr erhigen moͤchten. Aber dafuͤr muß man ſorgen, daß ſie ſich nicht zu ſchnell abkuͤhlen, wenn ſie ſehr warm ſind— daß ſie dann nicht kalt trinken oder ins Waſſer gehen. dan muß zwar die Kinder in Obacht halten, daß ſie ſich bey ihren Spielen und Leibesuͤbungen nicht beſchaͤdi⸗ gen; aber man darf auch nicht zu furchtſam ſeyn, und ſie abhalten, ſich einige Geſchicklichkeiten zu erwerben, die ihnen in der Folge oftmals ſehr nuͤtzlich werden koͤnnten. Es iſt ſehr gut, wenn ſie ſchwimmen und auf dem Eiſe laufen, oder ſchleifen lernen. Auch ſollte man ſie, beſon⸗ ders die Maͤdchen gewoͤhnen, ſich beyder Haͤnde mit gleicher Fertigkeit zu bedienen; denn es iſt blos eine Folge der Gewohnheit, daß man die rechte Hand beſſer gebrau⸗ chen kann als die linke, Wenn 505 ſobald ſe Auch des Nachts laſfe man ſie mit. In einigen Gegenden herrſcht die üͤble Sitte, daß man die Kinder fruͤhzeitig Pelzmuͤtzen. Dadurch wird ihnen der Kopf geſchwaͤcht, ſie bekommen Neigung zu Kopf⸗ ſchmerzen, * 56 Ueber die phyf. Er ziehung der Kinder. Wenn man ͤberzeugt iſt, daß den Kindern die freye Luft und Bewegung nothwendig ſey, wenn ſie geſund bleiben follen, ſo kann man nicht laͤugnen, daß die Schu⸗ len, ſo wie ſie gewoͤhnlich ſind, ihrer Geſundheit nicht zuͤtraͤglich ſeyn koͤnnen; und wirklich lehrt es die Erfah⸗ rung, daß viele ihre Krankheiten aus der Schule holen. Einem Kinde, das nicht ſehr ſtark iſt, muß es allemal nachtheilig ſeyn, wenn es drey Stunden und laͤnger in einem hin meiſtentheils in engen und verſchloſſenen Stu⸗ ben ſtille ſitzen, und die von den Ausduͤnſtungen ſo vieler Kinder verdorbene Luft einathmen muß. Dazu kommt noch, daß die Gefahr von andern angeſteckt zu werden, nirgends groͤßer iſt, als in den Schulen. Am meiſten ſind die Nachmittagsſchulen zu tadeln. Wenn ein Kind gut verdauen ſoll, ſo darf es nach dem Eſſen nicht ſogleich zum Lernen angehalten werden, und es hat ohnehin wenig Fähigkeit dazu, wenn ſein Magen voll iſt. uͤberall in den Schulſtuben gute Luftzuͤge, Ventilatoren anbringen; man ſollte die Schulſtunden abkuͤrzen, die Nachmittagsſchulen wenigſtens bis drey Stunden nach Mittag verſchieben, keine zu jungen Kinder, und dieſeni⸗ gen, die eine anſteckende Krankheit haben, nicht eher, als bis ſie voͤllig geheilt worden, zur Schule gehen laſſen. Die Kinder koͤnnen immer zu einigen Arbeiten ange⸗ halten werden, die aber nicht ſo ſchwer ſeyn duͤrſen, daß ſie ihre Kraͤfte ſtark dabey anſtrengen muͤſſen. Sie ſollten insbeſondre nicht gezwungen werden, ſchwere Laſten auf dem Kopf, oder auch lange auf den Schultern zu tragen. Dagegen wird unter dem gemeinen Manne gar haͤufig gefehlet. Der Schaden davon iſt groͤßer, als wenn die Kinder verzaͤrtelt wuͤrden.— Man ſchont die jungen Laſtthiere, damit ſie nicht zu fruͤhe veralten, und gibt ihnen einige Jahre frey, da ſie noch nicht arbeiten dauͤrfen. Die Kinder verdienten doch wohl eben dieſe Schonung. Zu Man ſollte ugnen, aii A Ner Giſaße ich lehet 4 aus der ei t en ſt, nigg the Sunden n Wir 3 und vriöeßn Auhhd 8 a agſſt Schule 13 — de 1' LE d ts ha d 1h im 8 4* dol ä 1 h Luſtzähe, bauwn aſſtunden ütg, k is diey Stie u en Kiader, näuhh dit heden, nät zur Stut ſeli enign ns aͤwer emn ba miſm. äih 9n, tenki en Schulemln 1a Nmff 6 grißer 1E 9 Re 8 Au ſcen Rrd man keiner Ueberlegung faͤhig, Ueber die phyſ. Erziehung der Kinder. 5 ⁰ Zu harte Arbeit laͤßt ſte niemals zu Kraͤften kommen. Es ſcheint zwar, daß ſi ſie geſchwinder ſtark werden: allein wenn ſie denjenigen Grad der Stärke erreicht haben, den ſge als Kinder erreichen konnten, ſo bleiben ſie dabey ſtehen, und aus ſtarken Kindern gibts ſchwacho Maͤnner, die kenh. zeitig alt werden. Wenn man noͤthig findet, ein Kind zu beſtrafen, ſo muß es mit Bedachtſamkeit geſchehen. Im Jaͤhzorn iſt und bleibt ſelten in den Grenzen der Maͤßigkeit. Es iſt uͤberaus unverſtaͤndig, wenn man ein Kind, ohne Ruͤckſicht, ob man ihm Scha⸗ den zufuͤget oder nicht, mit Pruͤgeln oder Stoͤßen tractiret. Die Beyſpiele ſind gar nicht ſelten, daß Kinder von der⸗ gleichen Mißhandlungen todt blieben, oder doch eine Ge⸗ brechlichkeit fuͤr ihr ganzes Leben davon trugen⸗ Nichts kann jungen Leuten, die ihr voͤlliges Wachs⸗ thum noch nicht erreicht haden, nachtheiliger ſeyn, als die fruͤhzeitige Reizung des Geſchlechtstriebes„ die Selbſtbe⸗ fleckung oder Onanie. Auch unter den Kindern des Land⸗ manns hat dieſes unnaruͤrliche Laſter ſich weit ausgebreis tet. Daher gibts jetzt ſo viele Nervenkrankheiten untee ihnen, wie niemals ſonſten; daher ſo viele ſieche, ſchwaͤch⸗ liche, ſchwindſuͤchtige Juͤnglinge und kraftloſe Maͤnner, die nicht mehr faͤhig ſind, geſunde und ſtarke Kinder zu zeugen. Dieſes Laſter ruinirt ganze Familien, in welche ſichs einſchleicht. Daher ſollte es Eltern, Erziehern und Schullehrern ein großes Gewiſſensanliegen ſeyn, ihre eigenen und die ihnen anvertraueten Kinder davon abzu⸗ holten, und zu ſorgen, daß ſie nicht durch boͤſe Geſell⸗ ſchaften verfuͤhret werden. Aber durch Schaͤrfe und koͤr⸗ perliche Beſtrafungen laͤßt ſich da nichts ausrichten. Es wenn man den jungen Leuten, welche das Ungluͤck haben, mit dieſem Laſter bekannt geworden nutzt weit mehr, zu ſeyn, die Abſcheulichkeit deſſelben und ſeine traurigen 1 Fol⸗ 5⁰3 Vexrhaltungsregeln bey Kinderkrankheiten. Folgen lebhaft genug vorſtellet; denn ſie wiſſens oft nicht, daß es Suͤnde und ſchaͤdlich iſt. Man muß ſie dabey aber auch zu beſtaͤndiger und ernſthafter Be ſchaͤftigung anhalten, man muß ſie wenig, milde, nicht ſehr nahrhafte oder hitzige Speiſen und Getraͤnke genießen, und nicht lange ſchlafen laſſen. Insbeſondre muß man ſie anhalten, daß ſie des Morgens, ſobald als ſie aufgewacht ſind, augen⸗ blicklich aufſtehen, und ſich an ihre Arbeit begeben.— Man erbitte ſich guten Rath und Mitwirkung von ſeinem Geiſtlichen, wenn man bey ſeinen Kindern Unrath merket. Verhaltungsregeln bey Kinderkrank⸗ heiten. §. 3 40. Einige vorlaufige Erinnerungen. 2 dos Schreyen iſt bey kleinen Kindern die Sprache des Beduͤrfniſſes, es iſt allemal ein Zeichen, daß ihnen etwas fehlet. Aber ſie ſchreyen ſehr oft nicht deswegen, weil ſie hungrig ſind. Daher iſts unvernuͤnftig, wenn man ihnen allemal gleich die Bruſt gibt, um ſie zu beru⸗ higen. Wenn ſie krank ſind, Saͤure, Winde und Grim⸗ men haben, ſo vermehrt ſich das Uebel, wenn ſie viel trinken. Man muß ſie aufwickeln und trocken legen, und wenn ſie dann noch nicht ruhig ſind, ſo muß man unter⸗ ſuchen, ob ſie etwa wund oder ſonſten krank ſind. Faſt alle ihre Krankheiten kommen von Schaͤrfe oder andern reizenden Urſachen in dem Magen und den Gedaͤr⸗ men, oder vom Zahnen her, Man muß deswegen in jedem Falle vorzuͤglich darauf ſehen, ob nicht eine von dieſen Urſachen zugegen ſey. Man muß Acht darauf geben, ob ſie Aufſtoßen, Brechen, einen Durchfall, oder Ver⸗ ſtopfung detarhen Aſie viug tani den tu ragu. 9 Kinde AS Ä dn Kaden hhh ein duta, üim ſeht iſt uid wd iie mrenäiſt m uſt gidt, mf 11” inn, Dehe- ... ſind, ſe nn ſeoim kan it. n aucht eme 7 vod W 1n Dun n ut 7 an 1 mnni Behandlung der ſchwaͤchl. todrſcheinenden c. 569 ſtopfung haben, ob dasjenige ſauer riecht, was ihnen auf⸗ ſtoͤßt, ob ein gruͤner oder weiß und gelber Unrath von ihnen geht, ob die Windeln von dem Harn gefaͤrbt ſind, wenn ſie trocken geworden, ob der Leib hart und aufge⸗ trieben iſt, wie der Mund beſchaffen iſt, ob Zahne her vorkommen wollen u. dgl. m. Bey allen Kinderkrankheiten huͤte man ſich vor dem innerlich⸗ und außerlichen Gebtauch beruhigender Dinge. Wenn man einem Kinde, we lches ſcharfe Unreinigkeiten bey ſich hat, einſchlaͤfernde Arzneyen eingibt, ſo bekommt es die Gichter(Convulſt jonen); denn waͤhrend der Zeit, daß es ſchlaͤft, werden jene moch ſchaͤrfer u und d taipendere §. 341. 88 5 Wie man ſcwäͤchliche, todtſcheinende und erdrüſfte Kin der behandeln muß. Diejenigen Kinder, welche zu frähjeitig, oder von einer kraͤnklichen Mutter gebohren worden, ſind oft ſehr ſchwach, ſie ſchreyen nicht, ſondern wimmern nur. Man muß ſie in gleich viel lauwarmem Waſſer und Milch baden, und nachher noch oft mit warmem Waſſet und Wein abwa⸗ ſchen, bis ſie mehr Kraͤfte bekommen. Man legt ſie in ein weiches, leicht gewaͤrmtes Bette und haͤlt ſie ruhig⸗ Wenn ein neugebohrnes Kind kein Zeichen des Lebens von ſich gibt, ſo darf man es deswegen nicht gleich fuͤr todt hinlegen; ſondern man muß ſich alſobald und anhal⸗ tend bemuͤhen, um es wieder zu beleben. Man darf nie⸗ mals die Hoffnung aufgeben, ein ſolches Kind zu retten, wenn noch keine Zeichen der anfangenden Wetiveſung zu⸗ gegen ſind. 4 Man muß unterſcheiden, ob das Kind blaß oder roth⸗ braun und blau im Geſichte ausſtehet. Im erſten Falle wird die Nabelſchnur gleich unterbunden, man legt das Kind ——— — e 4——————— 7 8 .“““““——— *—*———.— — 4 8* 8—j44————.—— A 4———*„———. 2 5——““——— 3——— — 8 2 5——— 8—. ,. 2——„ 5—— 8 4 4 ———*—— 8———— —. 3*——.——— 2— .——O———— 4——————— —————— 2——————— m—— ——————— 5———.————— ——————— 8———————— 4— — 5*— 3 8— — —— —— —— 50 Behandlung der ſchwaͤchl. todtſcheinenden Kind in ein warmes Bad, und ziehet oder melkt gelinde Kind in ein warmes Bad aus Waſſer und Wein, und reibt es uüberall gelinde mit der flachen Hand, vornehm⸗ lich auf dem Ruͤcken, auf der Bruſt und der Herzgrube. Man kann ihm auch die Fußſohlen und die Handflaͤche mit einer Haarbuͤrſte und mit einer Feder in der Naſe kitzeln. dan raumt ihm den Schleim mit einem Finger aus dem Munde, haͤlt ihm die Naſe zu, und blaͤßt ihm ganz ſachte den Athem ein. Waͤhrend dem Einblaſen muß man die Bruſt allmaͤhlig von unten nach oben druͤcken und von den Nippen nach der Bruſt zu aufwaͤrts ſtreichen. Mit dieſem Druck muß ploͤtzlich nachgel aſſen werden, ſobald man auf⸗ hoͤret, Luft einzublaſen. Das Einblaſen wiederholet man oft. Zwiſchenher faͤhrt man auch mit dem Reiben fort, und giebt ſich alle Muͤhe durch gewaͤrmte Kiſſen und Tuͤcher und durch Ueberſchlage von warmem Wein uͤber die Herz⸗ grube, Waͤrme in den Koͤrper des Kindes zu bringen. Man gibt endlich dem Kinde auch ein Klyſtierchen aus ein wenig warmem Waſſer mit einigen Koͤrnchen Salz. Mit dieſen Bemuͤhungen muß eine gute Zeitlang ſort⸗ gefahren werden. Man darf die Hoffnung eines guten Erfolgs nicht fahren laſſen, wenn er ſich auch nicht gleich aͤußert; denn man hat Beyſpiele, daß todtſcheinende. Kinder erſt nach einer halben oder einer Stunde wieder zurecht gebracht worden. Wenn aͤns Kind wieder zu ſi 1 ch kommt, ſo muß man mit dem Reiben und Lufteinblaſen doch noch ſo lange fort⸗ fahren, bis es Farbe bekommt, und ordentlich ſchreyet. Ran legts dann in ein gewaͤrmtes Bette, bedeckts aber nur leicht mit warmgemachten Tuͤchern. Iſt das Geſicht des Kindes blau, oder roth und auf⸗ getrieben, ſo laͤßt man einen oder ein paar Loͤffel voll Blut aus der Nabelſchnur auslaufen, ehe man ſie unterbindet. Wenn das Blut nicht mehr fließen will, ſo legt man das an 1 e d 1 4 daig tägh f Lwacn teßnn auch 7 44 aa 6 aenute — r nm Ss kahg . dℳ 9 i di dehes m g mu nſt utiügt ſpun, l nat, aa in dah 5 9 3 Nachgeburt in warmes Waſſer oder Wein. das Blut aus dem Munde, fließt, . keine Zeit verlieren; und erdruͤckten Kind der. 5 ½ an der Nabelſchnur. Hernach blaͤßt man ihm euſt ein, man reibt es gelinde und gibt ihm Kuyſtiere von Waſſer und Salz oder Zucker. Es ſind ſonſt noch manche Handarife gewoͤhnlich, um todtſcheinende Kinder wieder zu beleben. So pflegt man das Kind auf den Ruͤcken und auf die Bruſt zu klopfen, man ſtuͤrzt es, man blaͤßt ihm Luft in den After, man loͤſet die Nabelſchnur nicht ab, und legt unterdeſſen die Aber alle dieſe Huͤlfsarten ſind theils an ſich ſchaͤdlich; zum Theil verlieret man daruͤber die Zeit, die zu einer ſchicklicheren Behand⸗ lung haͤtte angewendet werden koͤnnen. Man bedient ſich eben der Mittel, wie bey ſcheinbar Todtgebohrnen, um diejenigen Kinder wieder zurecht zu bringen, die ungluͤcklicherweiſe im Betzr. oder ſonſten er⸗ druͤckt worden. Wenn ein Kind ſo ſtark erdruͤckt oeden daß ihm der Naſe, und den Ohren ſo iſt keine Rettung mehr zu hoffen. Aber. oft iſts ſo ſehr nicht beſchaͤdiget, es iſt mehr erſticket, und dann iſts wenigſtens nicht unmoͤglich, daß ihm geholfen werden koͤnne, wenn es auch voͤllig todt ſcheinet. Nur muß man ſor dern eiligſt die gehoͤrige Huͤlfe leiſten. Man muß e ein ſolch verungluͤcktes Kind gleich auſ⸗ wickeln, und uͤber den ganzen Koͤrper gelinde reiben. Man muß es auf eine Seite legen, und ihm den Athem: in den Kund blaſen. Unterdeſſen, daß man ſich damit beſchaͤf⸗ tiget, laͤßt man Waſſer warm machen, gießet Wein dazu, und badet das Kind darin, man bringt ihm auch Klyſtiers bey ans warmem Waſſer und Zucker. Wenn ein Wundarzt bey der Hand iſt, ſ kann ſolcher ein wenig Blut am Arm wegloſſen, wenn etwa das Ge⸗ ſich des Kindes 4 1hi. und braun ange lauſen iß. Erholt 812 Huͤlfsmittel, wenn ein Kind nicht ſaugen kann. Erholt ſichs, ſo waͤſcht man es mit warmem Wein, und laͤßt es ruhig liegen. Verfehlen aber die angewende⸗ ten Rettungsmittel ihre Wirkung, ohngeachtet man lange genug damit fortgefahren hat, ſo wickle man das Kind endlich noch in warme, mit Wein befeuchtete Tuͤcher, und wechſele ſie zum oͤftern mit andern friſchgewaͤrmten ab. §. 342. Wie man helfen muß, wenn ein Kind nicht ſaugen kann⸗ Wenn ein Kind nicht ſaugen kann, ſo liegt die Schuld entweder an der Mutter, oder an dem Kinde ſelbſt. Ente. weder ſind: 1. Die Bruſtwarzen der Mutter zu groß oder zu tlein, 41 daß ſie das Kind nicht faſſen kann. Im 336.§. iſt gelehrt worden, wie man dem letzten Uebel abhel⸗ 8 fen kann. dr 2. Oder das Kind iſt zu ſchwach. Da muß man es 6 nach der im vorigen§. angegebenen Art behandeiln uunnd abwarten, bis es an Kraͤften zunimmt. ſu 3. Zuweilen geſchiehet es, daß ein Kind deswegen nicht n ſangen kann, weil ihm die Zunge am Gaumen an⸗ klebt. Man muß ſie mit einem in warmes Waſſer 9 b getauchten Finger losmachen und niederdruͤcken. ſ 4. Oder weil das Zungenband zu enge oder zu kurz iſt. T Da muß es gelöſet werden. Dieſer Fall iſt indeſſen ſeltijer als man glaubet. Die Hebammen ſind ge⸗ 1 meiniglich ſehr fertig, die Zungen zu loͤſen; aber ſie koͤnnen es nicht beurtheilen, obs noͤthig ſey oder nicht. 1 Sollte es ja nothwendig ſeyn, ſo iſts kein Geſchaͤfte. fuͤr ſie; ſondern ſie muͤſſen es einem Wundarzte uͤber⸗ laſſen, denn ſie koͤnnen leicht die nahegelegenen Blut⸗ gefäͤße verletzen und eine gefaͤhrliche Verblutung ver⸗ anlaſſen. In manchen Gegenden Deutſchlandes iſt es d nicht dhn 1 en düt 9 4 1 ehn zrachet ag ſt dicke dn nk ſeutte p Kaha u 1 ). dr n4. Maih Nht. 1 uenh — 1 trr 3 a ſ ſaſa in der a tän la nes Annc anarräan lt 1 Kin mm aß en ka Wrwatt die Jmum buns t une em d dun m 6 den ncdet nd ſn dat eih Dee eeſ 1 ſlii M 6 Die Heen 1 12 r ita n fiſtyatan n äwde e Huͤlfsm. fuͤr Beulen, Bruͤche ꝛc. der Kinder. 515 es gewoͤhnlich, daß man faſt jedem neugebohrnen Kinde die Zunge loͤßt. Dieſe ſo ohne alle Urſache unternommene Overation kann aber, wenn ſie auch noch ſo gut gemacht worden, auf die kuͤnftige Fertig⸗ keit des Kindes zum Reden den ſchlimmſten Einfluß, und auch noch manche andere gefaͤhrliche Wirkungen haben. 9. 343. Sulſämittel für Beulen, Brüche, Geſchwulſt der Geſchlechtstheite, der Füße und Drüſen bey kleinen Kindern. B Cs kann leicht geſchehen, daß ein Kind in der Geburt 1 Pgeauetcht wird und blaue Flecken und Beulen bekommt. Solche werden am beſten zertheilt, wenn man warmen Wein, oder gleichviel Waſſer und Wein aufſchlaͤgt. Man darf da keinen Branntewein, Kampferſpiritus und der⸗ gleichen ſtarke Dinge brauchen. BVenn Kinder Bruͤche mit auf die Welt bringen oder ſolche von heftigem Schreyen bekommen, ſo behandelt man ſte, wie oben im 313.§. gelehrt worden. Manchmal bekommen die Knaben eine harte waͤſſerige Geſchwulſt an den Geſchlechtstheilen, die einem Bruche aͤhnlich iſt. Mehrentheils entſteht dieſer Zufall von Erx⸗ kaͤltung, beſonders wenn man dem Kinde des Nachts kalt zu trinken gibt. Man muß es warm halten, und ihm dann und wann warmen Holderthee mit Milch geben, damit es in Ausduͤnſtung kommt. Die Geſchwulſt kann entweder mit trocknen gewaͤrmten Tuͤchern, oder mit ge⸗ waͤrmtem ſchwachen Kalkwaſſer, mit etwa dem achten Theid Wein gemiſcht, gebaͤhet werden. Aus eben der Urſache bekommen die Kinder leicht eine Geſchwulſt an den Beinen. naͤmliche Art. Man haͤlt ſie dann auf die Aeußerlich legt man Flanell oder warme K Kraͤu⸗ 615§ b Von der Gelbſucht der Kinder. Kraͤuterſaͤckchen von Holder⸗ und Kamillenblumen uͤber die Geſchwulſt, und reibet ſie zum oͤftern mit der bloßen Hand. Und eben ſo verfaͤhrt man, wenn ihnen die Druͤſen hinter den Ohren, am Hals und am Kopf angelaufen. Dieſes kommt meiſt von Erkaͤltung, von ſchlechter Milch, oft auch von zuruͤckgetrettenen Hautausſchlaͤgen her. Wenn dergleichen Geſchwuͤlſte hartnaͤckig ſind, ſo muß man dem Kinde einigemal zu laxiren eingeben. Es iſt allemal beſſer, wenn Druͤſengeſchwuͤlſte zertheilt werden, als wenn ſie reifen und aufbrechen. man kein Pflaſter daruͤber legen. Ueberhaupt iſt der Ge⸗ brauch der Pflaſter nirgends unſchicklicher, als bey kleinen Kindern. Ihre Haut iſt noch zu zart, und jedes Pflaſter waͤrket bey ihnen als ein reizendes und Ziehmittel. §. 344. Was man bey der Gelbſucht der Kinder zu thun hat. Von der Augen⸗ entzündung der neugebohrnen Kinder. Von der Verſtopfuns der Naſe. Die Gelbſucht iſt eine der gemeinſten Krankheiten der neugebohrnen Kinder. Sie befallt ſie gewoͤhnlich einige Tage nach der Geburt, und dauert oft neun und mehr Tage. Erſt wird die Haut gelblich, dann das Weiße im Auge. Sie ruͤhrt mehrentheils daher, daß das Kinds⸗ pech nicht gehoͤrig ausgeleeret, und das Blut aus der Nabelſchnur nicht ausgedruͤckt worden. Gemeiniglich hat es wenig damit zu bedeuten, und wenn das Kind munter dabey iſt, ordentlich ſchlaͤft und trinket, ſo kann man alles der Natur uͤberlaſſen. Wenn aber das Kind unruhig wird, wenn es viel ſchreyet und ſich dabey kruͤmmt, und die Fuͤße an den Leib ziehet, wenn ihm der Banch aufgetrieben iſt, wenn es ſich oͤfters bricht und nicht mehr ſangen will, ſo muß man ihm ſuͤße Molken Daher darf data. hn nit ma äeu „ wem en ues dung, Me u 5 aurttzaſe h di u an n zge c. 4 n Mdass ntan d u erte 4¹ en. 13 ie he Ge ſa weüte athee ups ngi 1 nn 3u 1 44 aden u derſe Mene 7 Hrhe. Un w Webhſuz taenenin drüit zeiätt ſe griſi t deun Kmd zead ur„'Din eils daht. 4 1n 4, MMkW Ls ℳℳ denn dna. 1 t 17 9 b uf V Von der Gelbſucht der Kinder. 515 Molken mit Honig, oder Rhabarberſaͤftchen, taͤglich etlicher mal zu einem Theeloffelchen voll, und alle Tage ein oder zwey Klyſtierchen aus Milch und Zucker geben. Etwas aͤltere Kinder bekommen die Gelbſucht mehren⸗ theils von unſchicklicher Nahrung, von dicker Milch, von rohen kleiſterigen Mehlſpeiſen, oft auch von Wuͤrmern. Man gibt ihnen die naͤmlichen Mittel, nur in etwas groͤße⸗ ren Gaben. Wenn ſie ſauer aus dem Munde riechen, ſo miſcht man allemal unter ein Paar Loͤffelchen voll Rhabar⸗ berſaft ein klein Meſſerſpitzchen weißer Magneſia, oder man gibt ihnen innerhalb vier und zwanzig Stunden nach und nach einen friſchen Eydotter mit ein wenig Zucker ab⸗ gerieben, und laͤßt ſie ſuͤße Molken dabey trinken. Man darf ſtie uͤbrigens nicht zu oft und nicht zu viel auf einmal ſaugen laſſen. Wenn ein Kind die Gelbſucht oft wieder bekommt, oder wenn ſie gar nicht nachlaſſen will, ſo hat die Mutter keine gute Milch. Sie muß dann mehr trinken, etwas leichtere Speiſen eſſen, und ſich mehr Bewegung machen, auch zur Verbeſſerung der Milch taͤglich fruͤh und Abends ein Theeloͤffelchen voll Bitterſalzmagneſia mit etwas geſtoßenem Benchelſaamen nehmen. Oft laufen den Kindern zwiſchen dem zweyten, dritten, zehnten oder vierzehnten Tag nach der Geburt die Augen⸗ deckel etwas auf und entzuͤnden ſich. Eine gelbliche dick⸗ liche Feuchtigkeit verkleiſtert die Augenlieder, und ſammelt ſich im innern Augenwinkel, beſonders im Schlafe, an. Dieſer Ausfluß vermehrt ſich immer mehr und mehr, und nach einigen Tagen ergreift die Entzuͤndung auch die Augen. Die Kinder werden in der Folge unruhig, ſto bekommen Hitze, das Eiter fließt in großer Menge aus den Augen, die gegen das Licht ſehr empfindlich und daher beſtaͤndig verſozloſſen ſind, und wenn nicht Huͤlfe geſchafft wird, ſo Kk 2 geht 516 Von der Gelbſucht der Kinder. geht auch das Auge in Schwaͤrung uͤber, und die Folss davon iſt eine unheilbare Blindheit. 4 Neugebohrne, die man unvorſichtiger Weiſe dem hellen Sonnenlichte, oder dem Lichte bey der Nacht ausſetzt, ſind dieſer Augenentzuͤndung am meiſten unterworfen: man muß n daher, wie ſchon oben bemerkt worden iſt, die Kinder in den erſten Tagen nach der Gebnrt gegen die nachtheiligen Einftüſſ des hellen Lichtes verwahren. Man muß ſolche Kinder ſehr reinlich halten und ihnen die Augen oftmals mit einem feinen Schwamm, der in warme Milch getaucht worden iſt, auswaſchen. Iſt dieſes 3 nicht hinreichend, ſo ſetzt man zu einer halben Theeſchale 3 voll Milch zwey Tropfen Bleyextract, und waͤſcht damit 2 die Augen fleißig und ſubtil aus. Innerlich gibt man von d Zeit zu Zeit dem Kinde ein Kaffeloͤffelein voll Mannaſaft, d und laͤßt ihm fleißig Klyſtiere von abgeſottenem Leinſaa⸗ 8 1 men mit ein wenig Seife beybringen. Wenn dieſe Mittel ſ nicht bals helfen, ſo muß man einen Arzt um Rath fragen. Zuweilen entzuͤndet ſich bey Kindern in den erſten Tagen nach der Geburt der Nabel, und dieſe Entzuͤndung errege nicht allein Schmerzen, ſondern ſie kann auch, wenn ſie 8 in Eiterung uͤbergeht, gefaͤhrliche Foigen haben. Man 1 miſcht zu einer Theeſchaale voll von duͤnnem Kalkwaſſer einen Eßloͤffel voll Branntewein, und legt dieſes mit leine⸗ b 3 nen Laͤppchen auf. t Wenn den Kindern die Naſe werſtopft iſt, ſo käͤnnen ſie nur mit Muͤhe an der Bruſt ſangen und ſchlafen auch V ſehr unruhig. Dieſe Verſtopſung kommt von dickem Schleim her, der ſich in der Naſe angeſammelt hat. Man ſchmiert dem Kinde die Naſe auswendig mit etwas Schmalz, ſteckt auch wohl ein wenig Schmalz in die Naſenloͤcher. Wenn dieſes einſache Mittel nicht hilft, ſo beſchmiert man die V Naſe Kuswi din mit etwas Majoranbutter AMajoran⸗ aͤlblein), laͤßt aber davon nichts in die Nafenloͤcher gelan⸗ — — 11—— ————— 1 u 2 8— 7 f 6f tin bel dii mn iiglatn lun Kirza. Dakelh ina Ium um „ wmut hia un dise endem f dern ft hr uuh, u Riihe fu ſin d dal un wwa lh din miytbiieti Ns uii K rn ü 69 2u11 ſſtoin a0d unz b rtuab wämdhhe annah Du 4 ten werden, ſo dehnen ſie den 2 Von d. Zufaͤllen v. Saͤure, Blaͤhungen ꝛe. 54„ gelangen, weil der Majohan zu ſtarkes Deuſen verur⸗ ſachet §. 345⸗ und bey den Zufallen von Sanre und Blähungen, dem Herzgeſpank, Grimmen— Wenn die Milch in dem Magen des Kindes ſauer wird, ſo entwickeln ſich Winde, und wenn dieſe verhal⸗ Magen aus und verurſachen eine Geſchwulſt um die Herzgrube und in den Seiten, Hitze, Unruhe, Schlafloſigkeit, oder das ſogenannte Herzgeſpann. Das gewoͤhnliche Abſtreichen, ein gelindes Streichen von der Herzgrube an gegen die Seiten hin, iſt ganz dienlich dagegen. Oft werden die eingeſperrten Blaͤhungen ſehr geſchwinde dadurch fortgeſchafft, und die Kinder beſſern ſich zuſehende. Es muß aber doch mit gehoͤriger Behut⸗ ſamkeit geſchehen, damit man ihnen nicht noch groͤßre Schmerzen verurſachet. Haͤlt das Uebel an, ſo hifft man mit Kiyſtieren aus Milch, worin Kamillen oder Balſamkraut gekocht worden, mit ein wenig Zucker und Oel. Wenn Saͤure und Blaͤhungen dem Kinde Grimmen verurſachen, ſo erkennt man es an folgenden Zufaͤllen: Das Kind ſchreyet viei, und zieht dann die Beine heftig an den Leib, es nimmt die Bruſt nicht. Oft laͤchelt es im Schlafe, es iſt bald verſtopft, und ein andersmal hat es einen Durchfall: gemeiniglich iſt ſein Stuhlgang mehr fluͤſſig, gelb, manchmal kaͤſig, wie geruͤhrte Eyer und wird in den Windeln gruün, oder geht ſchon gruͤngefaͤrbt ab und riecht ſauer, der Bauch iſt geſpannt und dicke, oft töts ihm ſauer auf.— Wenn das Uebel zunimmt, ſo kann es gefaͤhrlich wer⸗ den, es koͤnnen Zuckungen, Gichter und ein Brand in Kk 3 den 518 Von d. Zufaͤllen v. Saure, Glaͤhungen ꝛc. den Gedaͤrmen entſtehen. Man muß deswegen bald zu helfen ſuchen. Wenn ein Durchfall zugegen iſt, ſo hilft ſich die Natur mehrentheils ſelbſt, man muß nur ihre Wuͤrkung unterſtuͤtzen. Man gibt daher des Tages vier⸗ mal ein Theeloͤffelchen voll Rhabarbertinctur; ſonſt aher etwa alle drey Stunden ein gutes Loͤffelchen voll von einem friſchen Eydotter, der mit ein wenig weißem Zucker zer⸗ klopft worden. Dieſes geringe Mittel iſt bey ſolchen Um⸗ ſtaͤnden von großem Nutzen, es dient dem Kinde zur Nah⸗ rung, es daͤmpft die Schaͤrfe, lindert die Schmerzen, und befoͤrdert den Abgang der Unreinigkeiten. Man kann auch, wenn das Kind keine ſonderliche Hitze hat, einen Loffelvoll Pottaſchenaufloͤſung(Anh. Nr. 45.) mit fuͤnf oder ſechs Loͤffelvoll Milch oder Waſſer und einem Eydotter vermiſchen, und ihm davon Theeloͤffelchenweis— oder auch alle drey Stunden ein Meſſerſpitzchen gepuͤlverte Krebs⸗ ſteine, Eyerſchaalen, oder(welches beſſer iſt,) Bitter⸗ ſalzmagneſta mit Fleiſchbruͤhe geben. Man muß ſo lange mit einem von dieſen Mitteln fortfahren, bis der Abgang wieder natuͤrlich gefaͤrbt iſt, und die Zufaͤlle verſchwinden, Dabey gibt man fleißig Klyſtiere aus Milch oder Fleiſchbruͤhe mit Eydotter und ein wenig Oel. Sie thun vorzuͤglich gute Dienſte, wenn der Abgang ſehr ſcharf iſt. Aeußerlich kann man einen warmen erweichenden Aufſchlag uͤber den Leib machen, z. B. man kocht eine Handvoll Kamillenblumen in einem Schoppen Milch, taucht einen etlichemal zuſammengelegten Lappen darein, und legt ihn dem Kinde warm uͤber den Leib. Das wiederholet man oft. Wenn man ſiehet, daß die Leibſchmerzen ſehr heftig ſind, ſo ſetze man das Kind eine Viertelſtunde lang in ein lauwarmes Bad von Milch und Waſſer. Man darf keine hitzigen Oele und Salben einreiben oder Branntewein überſchlagen, und innerlich keine er⸗ hitzenden blaͤhungtreibenden Pulver oder Tropfen, und noch weni⸗ ————— 3(1i Krf 9 N er Baſee u a 1 AA Maldcend p Leſerſica Mter rachs ſni in egebm Aan c n fertihen uhan und dit zuſch witt Kheſin ul dht d ein wa 4 d an der Aösasz ttt dee Oropen Qih A Lappen datti a 6. Dus r ell. eie niſchn ine Dereſtnah und BWiſet. Oett und Slbt ä en, und init h alvet ddir drhn hen, und Eyer genießen. Vom Erbrechen der Kinder. 519 Weniger beruhigende Sachen eingeben. Dieſe Dinge ſind allemal deſto ſchaͤdlicher, je ſchaͤrfer die Unreinigkeiten ſind, die das Kind bey ſich hat, und je kraͤnker es daher iſt. Die Mutter kann taͤglich etlichemal ein Theeloͤffelchen voll Eyerſchaalen oder Krebsſteinpulver einnehmen. Noch beſſer thut ſie, wenn ſie von einem Pulver aus einem Loth Bitterſalzmagneſia und einer Quente zerſtoſſenen Fenchel täͤglich etlichemale ein Theelöffelein voll nimmt. Sie muß ſich mehr bewegen. Sie muß die Gemuͤſe und Mehlſpei⸗ ſen eine Zeitlang ausſetzen, und mehr Fleiſch, Fleiſchbruͤ⸗ Selbſt dem Kinde kann man Fleiſchbruͤhe zu trinken geben. §. 346. von dem Erbrechen.— Die Kinder brechen ſich ſehr leicht, und es iſt das gewoͤhnlichſte Huͤlfsmittel der Natur bey ihren Krankheis ten, weil die meiſten davon ihren Grund in der Verunrei⸗ nigung des Magens haben. Man kann daher ſaſt alle⸗ mal glauben, daß es den Kindern zutraͤglich ſey, wenn ſie ſich von ſelbſt erbrechen, und man darf nichts dazu thun, um es zu ſtillen, wenn es nicht etwa zu lange dauert, zu heftig iſt, oder zu oft wiederkommt. Mehrentheils kommt das Erbrechen von einer Ueber⸗ ladung des Magens, und es hoͤrt auf, ſobald der Ueber⸗ ſiuß ausgeleeret worden. Oft kommt es von einer Saͤure im Magen, und dann iſts manchmal ſtark und anhaltend. Man braucht dann die im vorigen§. angegebenen ſaͤure⸗ daͤmpfenden Mittel, und wenn das Kind keine Oeffnung hat, ſo gibt man ihm Kihſtiere. Manchmal ruͤhrt das Erbrechen auch daher, daß man die Kinderſpeiſe in unreinen kupſernen Geſchirren gekocht oder lange aufgehoben hat. In dieſem Fall muß man Kk 4 ba — 520 Von dem Durchfall bey Kindern. dem Kinde viel laues Waſſer mit Butter, und wenn das Brechen aufhoͤret, viele Milch, Eyerdotter mit Waſſer zerruͤhrt und ſette ungeſalzene Fleiſchbruͤhe zu trinken geben. Wenn ein Kind uͤber den Magen kalt wird, ſo be⸗ kommt es Schluchzen, legt man es gleich darauf an die Bruſt, ſo erbricht ſichs. Um da zu helſen, iſt weiter nichts noͤthig, als daß man ihm gewaͤrmte Kuͤchen auf den Magen legt. Manchmal bekommen Kinder Erbrechen dadon, wenn man gluͤhende Kohlen in der Stube hat. die Luft in der Stube erfriſchet, Bey Kindern, die Bruͤche haben, muß man oͤfters nachſehen, ob ſie herausgetreten ſind, und wenn das geſche⸗ hen iſt, ſogleich dafuͤr ſorgen, daß ſie wieder zuruͤckgebracht werden. Sind ſie verſtopft dabey, ſo verſaͤume man nicht ihnen bald ein Klyſtier zu geben. Bey jedem ſtarken und anhaltenden Erbrechen kann man ein Tuch in Wein oder in eine Abkochung von Ka⸗⸗ millenblumen mit Milch getaucht, warm uͤber den Magen legen. §. 3427. dem Durchfall,— Wenn ein Kind einen maͤßigen Durchfall bekommt, Doaen es munter iſt, guten Appetit behaͤlt und nicht ſchwach wird, ſo iſts keine Krankheit; ſondern eine heilſame Wuͤr⸗ kung der Natur, welche die Unreinigkeiten weſchaffe und dadurch manchen Krankheiten vorbeuget. Man darf ſie daher nicht ſtoͤren. Man muß dieſe Ausleerung vielmehr durch duͤnne ſchleimiche Fluͤſſigkeiten, die man dem Kinde zu trinken gibt, zu befoͤrdern ſuchen. Deswegen iſt auch der Rhabarberſaft und die Rhabarbertinctur bey den meh⸗ reſten Durchfaͤllen der Kinder von vortrefflichem Nutzen. Wenn Es vergeht doch bald wieder, wenn man die Kohlen wegringt und —„ l b dm di duhe W 4, onn 1 heidth u M 6 Aun 1.— 444 3 1] 4 ad, nbh 1 1 in ſad, u daaaie „deiſ derxuan daben, ſe ima dm. anhatedn dien g in eine 5 8 Aanu üch, ren badl 1— 4 14 e näfigm Drifen rpeii'ihltuttt ſanden inſt lnreiuigkeite mäit uht velt. wi uf duſ Austeus 1 gnin, run ſuchen. Däde 4 dabat .(e det * hertidetn Mhiſft. „ . — 1 85 rrfü ven dett 66 8* 3 e. Von dem Durchfall bey Kindern. Wenn aber das Kind bey dem Durchfall ſehr krank wird, wenn es Fieberhitze, ſtarkes Leibreißen oder gar Zuckungen bekommt und der Abgang ſehr ſcharf iſt, ſo iſts allerdings noͤthig, daß man dagegen helfe. Man muß aber doch allemal auf die verſchiedenen Urſochen der Krankheit Ruͤckſicht nehmen. Wenn der Abgang ſauer riecht und eine gruͤne Farbe hat, ſo verfahrt man, ſo wie oben bey den Zufaͤllen, die von einer Saäure herruͤhren(§. 345.), gelehrt worden. Kommt der Durchſal von Erkaͤlt tung, das Kind in ein warmes Bette, und g bluͤchthee mit Milch zu trinken. Wenn ein Durchfall ſo ſtark und anhaltend iſt, d aß das Kind aͤußerſt dadurch ermattet wird, ſo kocht man ein wenig weiße Staͤrke oder geſtoßnen Reiß mit halb Milch und halb Waſſer ab; aber ſehr duͤnne, man thut etwas Zucker dazu, und gibts ihm zum ordinairen Getraͤnke. Eigentlich ſtopfende Mittel darf man ihm ja nicht geben. Sonſt kann man auch Brodrinde, die in Wein einge⸗ weicht worden, oder etliche Bogen mit Branntewein an⸗ gefeuchtetes Löf ſchyapier zwiſchen duͤnnen Püchein, auf den Leib legen. 521 ſo lege man gebe ihm Holdens Wenn ſich bey der r Zahnareit 3 5 er. noch Ausſchlag⸗ krankheiten, nach den Blattern, Roͤtheln, Schwaͤmm⸗ chen ꝛc. ein Durchfall einſtellet, ſo darf man weiter nichts thun, als daß man das Kind viele Milch und ſchleimiche Getraͤnke nehmen laͤßt. Wenn Wuͤrmer einen Durchfall veranlaſſen, ſo muͤſſen Wurmmitte! und her⸗ nach abfuͤhrende Dinge gegeben werden. Kk§. 348. —— “ 2 ö——0E1ùł4 “ e 2— ſ ———— sar Von ber Verſtopfung bey Kindern. 6. 348. und bey der Verſtopfung, In den erſten Tagen nach der Geburt, muß ein Kind taͤglich drey: oder viermal Oeffnung haben, hernach iſts genug, wenn es ſich innerhalb vier und zwanzig Stunden nur ein⸗ oder ein Paarmal unrein macht. Geſchiehet das nicht, ſo iſt es verſtopſt. Man hat aber doch nicht noͤthig deswegen ſogleich etwas zu brauchen; denn auch die geſun⸗ deſten Kinder ſind oͤfters mit Verſtopfungen behaftet, und ſie befinden ſich weit beſſer dabey, als diejenigen, die einen zu fluͤſſigen Leib haben. Wenn die Verſtopfung an⸗ haͤlt, ſo muß man ſie zwar zu heben ſuchen; aber doch auch deswegen nicht gleich abfuͤhrende Arzneyen eingeben. Gewoͤhnlich iſts hinreichend, wenn man dem Kinde Stuhlz zaͤpfſchen aus einem Stuͤckchen Speck, Unſchlicht, oder eine ausgekernte Roſine mit Oel beſtrichen, beyſteckt, oder wenn man ihm ein Klyſtierchen gibt von Molken und Zucker, oder Honig. Diejenigen Kinder, welche zu oͤftern Verſtopſungen geneigt ſind, kann man endlich doch noch in Ordnung brin⸗ gen, wenn man ihnen alle Tage des Abends den Unter⸗ leib mit ungeſalzener Butter oder Baumoͤl vor dem Feuer reibet, und des Morgens darauf das Gefaͤß und die Schen⸗ kel mit kaltem Waſſer abwaͤſcht. Oder man reibt dem Kinde des Morgens den Leib mit der warmen Hand, gibt ihm dann etwas Waſſer und Milch mit Honig ver⸗ ſuͤßt, zu trinken, laͤßts darauf eine Weile herumlaufen und ſteckt ihm dann ein Stuhlzaͤpfchen bey, damit es Oeffnung bekomme. Dieſes wiederholt man einige Mor⸗ gen nach einander zu einerley Zeit, ſo gewoͤhnt ſich end⸗ zich die Natur, daß ſie zur geſetzten Stunde die Oeffnung brwuͤrket. Meh⸗ 8 e ahn ening dn Len 1 ha 4 2. tem t n ba an hal 8 ddhiütne iſß ute, mah yin Ver Srtc Pnianig n 8n. ae „ Rin ſch a fähr dade lhra he denn vn adh Opeck, diitt na beſtrcha, nit, ar hen gibt n Ah ihe zu hm ien 1 doch noh dOkmw. ds Padab dar d Bunuu us hus h Da iunt nit det dn 1 „Mic nia fane Süt 5 „ aseses 1 19, ℳ widehal 4 at, ſe gen eie aM, ſen en Otuus 199 5 — Won der Verſtopfung bey Kindern. 525 Mehrentheils kommt die Hartleibigkeit der Kinder von einem Fehler ihrer Nahrungsmittel her. Die Mutter hat gemeiniglich zu alte oder zu dicke Milch, und dann muß ſie mehr trinken, oder wenn das Kind ſchon andere Nahrung bekommt, ſo muß man ſie duͤnner machen, und ihm dann und wann etwas ſuͤße Molken zu trinken geben. Jene hartnaͤckige Verſtopfung, welche mit Erbrechen, heftigen Leibſchmerzen und Poltern in den Gedaͤrmen ver⸗ geſellſchaftet iſt, die von einem eingeklemmten Bruch oder einer Verſchließung des Darmkanals herruͤhret und leicht in die Darmgicht uͤbergeht, erfodert erweichende Ueber⸗ ſchlaͤge, haͤufige Klyſtiere, laue Bäͤder, innerlich Molken, Leinol— uberhaupt die Behandlung, Welche im 221. und 316.§. gelehrt wordon. 5. 349. Einige Hülfsmittel bey der Zurückhaltung und dem caͤmetlhaften Abgang des Urins. rehrantheuis kommts von Erkaͤltung oder Leibſchmer⸗ zen her, wenn Kinder den Urin nicht laſſen koͤnnen. Nan legt wollene Tuͤcher, die man in warmes Waſſer oder in warme Milch getaucht hat, auf den untern Theil des Unterleibes und auf die Geburtstheile; oder man fuͤllt warme M lich in eine Blaſe, und legt ihnen ſolche zwiſchen die Beine und auf den Bauch. Man kann auch gebratene Zwiebeln auf das Gemaͤchte, oder bey Knaben das Haͤut⸗ chen von einem ſriſchen Ey uͤber die Eichel legen. Zu⸗ gleich gibt man ihnen Kl lyſtiere ans Milch und Hel, und ſaͤuredaͤmpfende Mittel, vorzuͤglich den Eydotter(§. 34 5.2 wenn man ſieht, daß ſie Saͤure haben. Auch die Mutter muß ſolche nehmen, und kurz zuvor, ehe ſie das Kind ah die Bruſß legteo einen Thes von Peterſilgen trinken. Eben — —— 1 4 1 * 1 5az Von den Hautkrankheiten der Kinder. Eben dieſe Mittel gebraucht man, wenn die Kinder beym Urinlaſſen ſich winden und weinen, und der Harn nur tropfenweis abgehet. Man kann ihnen dabey einen Thee von keinſanmen oder Eibtſchwurzeln zu trinken geben. §. 35o0. Von den Hautkra nkheiten der Kinder, der Wundigkeit den Ans⸗ ſchlaͤgen„ Fluſſen,— Wenn die Kinder wund oder fratt werden, ſo iſt mehrentheils nichts anders ſchuld daran, als daß man ſie nicht reinlich genug haͤlt. Wenn ſie ſich naß und unrein gemacht haben, und man laͤßt ſie lange im Schmutze liegen, ſo iſts nicht zu verwundern, wenn ihnen die Haut an dem Hintern und zwiſchen den Beinen davon wund gebiſſen wird; und wenn an andern Theilen, zumal den⸗ jenigen, die immer dichte uͤbereinander liegen, wie unter den Aermchen, am Halſe, hinter den Ohren, die Haut unrein wird, ſo verſtopfen ſich die Schweiß gloͤcher, die Schaͤrfe, welche wegduͤnſten ſollte, bleibt in der Haud ſtecken und feißt ſie an. 3 Man waſche daher d dieſe Theile zum oͤftern mit lanem oder kal tem Waſſer. Das iſt ſelbſt dann noch das beſto Mittel, wenn ſie ſchon wund geworden ſind. Iſt aber ſolches nicht hinreichend, ſo beſtreue man den wunden leck mit Baͤrlappſaamen oder Hexenmehl. Manchmal wirft auch die Natur bey zarten Kindern da oder dort eine ſcharfe Feuchtigkeit auf die Haut aus; ſie bekommen die ſo genannten Hitzbluͤthen, einen frieſel⸗ artigen Ausſchlag am Kopfe, an der Naſe, um den Mund, und zuweilen am ganzen Koͤrper, wobey ſie ſe doch kein ſonder iche Hitze haben. 1 1 Wenn die Kinder bey dieſem Ausſchlag ſich uͤbrigens vodl befinden, ſo hat man nicht noͤthig, etwas dafuͤr zu brau⸗ zenn ſt ſh iung üßt ſe bag une adm, du in 6 —n dut dena wan anden Dan 4 reinenb n 2 da Dim u ſich di 2hnüit an ſoln, kidi Pottaſchenaufloͤſung(Anh. 9 Thall ſen imnt t ſalbt u uah gewndn ſid 3 efree! nuw me „Nm eh un nauis uif u btsh lh 2 — 49 ich 1as, 4o Von den Hautkrankheiten der Kinder. 525 hrauchen. Er vergeht leicht und von ſich ſelbſt. Man halte ſie nur reinlich, nicht zu warm, und ſorge bafuͤr, daß ſie immer offnen Leib haben. Wenn ſie aber merklich krank werden, wenn der Ausſchlag ſehr haͤufig iſt und hartnaͤckig anhaͤlt, ſo muß die Mutter eine Tiſane von blutreinigenden Wurzeln(Anh. Nr. a1.) zum erdentlichen Getraͤn?, und taͤglich ein Paarmal eine Doſe von der r. 45.) nehmen. Dem Kinde werden alle Tage etliche Meſſerſpitzchen Vitterſalz⸗ magneſie oder auch Krebsaugenpulver, und je uͤber den dritten oder vierten Tag ſuͤße Mo elken mit Honig odes Rhabarbertropſen zum Laxieren gegeben. Man muß uͤberhaupt alle Ausſchlaͤge der kle inen Kinder immer eine Zeitlang der Narur uͤberlaſſen, und wenn ſie nicht vergehen wollen, ſo kann man enal die ebeng ges dachten Mittel anwenden. Wenn der Ausſchlag naͤßt, und eine ſchnrfe Feuch⸗ tigkeit von ſich gibt, welche die benachbarte Haut wund macht, ſo waſche man ihn fleißig mit lauwarmem Waſſer und Milch, und trockne ihn allemal wohl ab. Man thut das naͤmliche, wenn die Kinder Fluͤſſe haben. Wenn es ihnen hinter den Ohren naͤßt, ſo Vaun man allenfalls ein wenig Baͤrlappſaamen aufſtreuen, nachdem man die Stelle vorher gewaſchen und abgetrocknet hat. Kommt die ſcharfe Feuchtigkeit ſelbſt aus dem Ohrengang„ ſo ltäßt man zum öfte en etliche Dadpſſen warme Wuc hin⸗ enldufeh⸗ Auch bey Aafſigen dngen iſts nuriguch, e 1 mit dtPaſesn mad AAauch answaſchte 2 8,3 9 S daß man 135 1. den Mitteſſern.— t Wenn ſchwaͤchliche Kinder nicht reinlich gehalten n wer⸗ den, wenn man ſie wenig waͤſcht und ihr Leinenzeug ſelten wech⸗ 526 Von den Hautkrankheiten der Kinder. wechſelt, ſo bekommen ſie leicht, und ſchon in den erſten Tagen ihres Lebens, die Miteſſer oder boͤſe Dinger, eine ſehr bekannte Kinderkrankheit, von der man ſi 9 wunder⸗ liche Begriffe macht. Die Haut an den Oberaͤrmen, den Schenkeln, auf der Bruſt und dem Ruͤcken fuͤhlt ſich etwas rauh an, ſie iſt mit zahlloſen kleinen, dunkelgefaͤrbten Puͤnktchen beſaͤet⸗ Wenn man das Kind in ein warmes Bad bringt, und die Haut gelinde mit einem wollenen Tuch oder auch nur mit der bloßen Hand reibet, ſo kommen laͤnglichte maden⸗ aͤhnliche Koͤrperchen hervor. Sie haben ohngefaͤhe die Dicke einer Stecknadel, ſehen braun und ſchwaͤrzlich aus, und haͤngen feſte an die Haut an.— Man haͤlt ſie ins⸗ gemein fuͤr Wuͤrmchen, die in der Haut ſaͤßen; ſie ſind aber nichts anders, als ein ſchleimicher Schmutz, welcher die Schweißloͤcher verſtopfet. Nach und nach koͤnnen die Kinder ſehr krank davon werden, ſie werden gefraͤßig und doch mager, der Leib ſchwillt ihnen an, und ſie bekom⸗ men endlich die Duͤrrſucht. Dieſe Krankheit befaͤllt keine Kinder, die nicht mehr gewickelt werden. Ihre Heilung iſt leicht. Vorerſt badet man das Kind in lauwarmem Waſſer, nachher wird ihm ein Mengſel aus zwey Theilen Weißmehl, eben ſoviel Bierhefen und einem Theil Honig, welches mit einander gegohren haben muß, ein wenig warm gemacht, mit der Hand gelinde auf die Haut eingerieben. Nach ein Paar Minuten waͤſcht man es wieder ab, und reibt die Haut mit einem Lappen und Seifenwaſſer. Dieſes wiederholt man drey bis vier Wochen lang, woͤchentlich zweymal. In der Folge, wenn das Kind wieder geheilt iſt, muß man es reinlicher halten, ſonſt kommt die Krankheit leicht wisdor⸗ §. 2152. Gir 1 9 bam u 29.— Dah a da hu e. ii hleimice etm Nach nh u ka en, ſi daagezd tihan u, Ui dine Kunde, uut ung iſtkeict. Aec Waſter, uient ſen Waimi denig, nisu enig— agerieben N eer ab, ns waſſer. Dt g, räette Kind wiede fal dbumt di doß 5³7 Von den Hantkrankheiten der Kinder. 9. 352.— dem Milchſchurff,— Der Milchſchurff oder Anſprung gehurt unter be gewoͤhnlichſten Hautkrankheiten der Kinder. Im Geſichte, auf der Stirne und vorzuͤglich an den Backen kommen vothe Flecken zum Vorſchein mit kleinen Blaͤtterchen, die eine weißgelbe klebriche Feuchtigkeit von ſich geben. Dieſe trocknet ein, und macht weiße und gelbliche Schurffe, die nach und nach groͤßer und dicker werden. Sie fallen ab, erzeugen ſich immer wieder von neuem, und breiten ſich immer mehr und mehr aus, ſo daß manchmal das ganze Geſicht damit bedeckt iſt. Selbſt der Hals, die Bruſt und Leib bleiben nicht frey davon. Mehrentheils bekommen nur ſaͤugende Kinder, die noch keine Zaͤhne haben, den Milchſchurff, ſelten erſcheine r ſpaͤter. Allemal iſt eine uͤbelbeſchaffene Milch ſchuld dpunun. und diejenigen Kinder ſind dieſer Krankheit am meiſten unterworfen, deren Muͤtter in ihrer Kindheit eben damit behaftet waren. Sie verlieret ſich mehrentheils von ſelbſt, wenn das Kind abgewoͤhnet wird, doch kann ſis auch bis ins ſechste oder ſiebente Jahr dauern. Gemeiniglich befinden ſich die Kinder ganz wohl dabey, und dann kann man dieſen Ausſchlag kaum fuͤr eine Krank⸗ heit halten. Man darf ihn nicht heilen, ſondern man muß abwarten, bis er von ſelbſt vergehet, und nur dafuͤr ſorgen, daß die Kinder die Schurfen nicht herabkratzen. Wenn aber der Ausſchlag gar zu ſehr uͤberhand nimmt, und auch dann nicht vergehen will, wenn das Kind von der Bruſt entwoͤhnt worden, ſo kann man es endlich eine Abkochung von Freyſamkraut(Dreyfaltigkeitskraut) trin⸗ ken laſſen. Dieſes Mittel hilſt zwar nicht immer; doch kann es auch in keinem Faͤlle ſchaͤdlich werden. Man kocht eine halbe Handvoll von dem friſchen Kraut, ohne die 528 Von den Hautkrankheiten der Kinder. die Bluͤthen und Wurzeln in einem halben Schoppen Milch, ſeyhet es durch, und gibt davon dem Kinde fruͤhe und Abends jedesmal eine Theeſchaale voll. Im Winter kann man das getrocknete Kraut in der Milch kochen, oder man pülvert es, und gibt dem Kinde des Morgens und Abends etwa ein halbes Quentchen in einer Suppe oder duͤnnem Brey. Wenn es etwa acht Tage lang gebraucht worden, ſo tritt der Ausſchlag ſtaͤrker heraus und der Harn des Kindes bekommt einen beſondern Geruch. In der zweyten Woche fallen die Schurfen ab, und die Haut darunter iſt rein. Doch ſaͤhrt man noch laͤnger mit dem Gebrauch des Mittels fort, bis das Geſichte weich, nicht mehr aufgedunſen iſt, und der Uein wie natuͤrlich riechet⸗ b§. 353e dem Kneiſt, den Kopfausſchlägen⸗ Grind⸗ IAWZenn den Saͤuglingen der Kopf nicht reinlich gehal⸗ ten wird, ſo bekommen ſie Schuppen sder Kneiſt. Das beſte Mittel dagegen iſt, daß man ihnen den Kopf oͤfters buͤrſtet, kämmt und waͤſcht(M. ſ. im 337.§.). Wenn aber die Schuppen ſchon ſo ſehr uͤberhand genommen haben, daß ſie davon nicht mehr abgehen. wollen, ſo kann man friſche Kohlblaͤtter, den Kopf mit lauwarmen ſuͤßen Molken waſchen. Da⸗ durch werden die Schuppen ſo erweicht, daß man ſie her⸗ nach mit dem Kamm leicht wegbringen kann. Auch der Kopfausſchlag, der Grind, iſt oft eine Folge der vernachlaͤßigten Reinigung des Kopfes. Ein andersmal hat es aber auch die naͤmliche Bewandniß da⸗ mit, wie mit dem Milchſchurff. Er iſt ein heilſamer Auswurf, den die Natur veranſtaltek, und wodurch ſie das Kind vor andern Krankheiten ſichert. Man muß ein ſolches grindiges Kind ſleißig kaͤmmen und reinigen, taͤglich ein Paarmal auflegen, oder um nur — — —— — demn in ga n ien 9 teſchann n 99 uti e ht 1 m daa Ara nnes 8 ves lchaug 3 fnmu aan! aem Schriau n 8* A na atſarw 69 d büu u her Ulin de ma der Aufrh wütt Achpim na d men ihnn w. * 5 P 1 4 9 1 1 d 1 1 K.. in 3] 8 r überhendgetaf m e h ringm 4 6 der Gein, 1 zeinigung die naͤmli ice R uf. Eri 5 3. tr ranſtaltet, hn⸗ 1 einn ſchet. Ie künmnn 1 i 1 Von den Hautkrankheiten der Kinder. 529 nur immer die Haare auseinander zu halten, die Aus⸗ duͤnſtung des Kopfes zu unterhalten, und zu verhuͤten, daß ſich das Ungeziefer nicht einniſtele. Damit die Grin⸗ der deſto leichter abgehen, kann man ſie mit warmer Milch, worin etwas Seife aufgeloͤſet worden,— mit einer Abkochung von Klettenwurzeln, oder von Tauſendgulden: kraut und Erbſen, waſchen. Wenn der Ausſchlag ſo ſtaͤrk iſt, daß ohngeachtet der oͤfteren Reinigung die Haare zuſammenleimen, ſo ſchneide man ſie an den Stellen, wo die meiſten und ſchlimmſten Schuͤrfe ſind, dichte auf dem Kopfe ab. Dadurch wird die Heilung des Kopfes gar ſehr befoͤrdert. Um das Ungeziefer zu vertreiben, wenn es zu ſehr uͤberhand nimmt, pflegt man geſtoßnen Peterſilgenſaamen aufzuſtreuen; es reizt aber ſtark und verſchlimmert daher oft den Grindkopf. Eine beſonders genaue Diaͤt iſt dabey nicht noͤthig, nur laſſe man das Kind keine ſtarkgeſalzene und ſehr ſaure Dinge, kein unzeitiges Obſt und kein Schweinenfleiſch eſſen. Man muß auch verhuͤten, daß es ſich nicht an dem Kopf erkaͤlte. Will man es ſonſt noch etwas gebrauchen laſſen, ſo gebe man ihm eine blutreinigende Tiſane(Anh. Nr. 21.), und etwa alle acht oder vierzehn Tage einmal ein gelinde aͤbfuͤhrendes Mittek. Aber man huͤte ſich vor allen außerlichen fetten und zuruͤcktreibenden Dingen, Oelen, Salben— beſonders vor ſolchen, worunter etwas von Bley, Aueckſt lber oder Schwefel kommt, moͤgen ſtie auch noch ſo ſehr und allge⸗ mein angeruͤhmt ſeyn: denn die Kinder koͤnnen in Lebens⸗ gefahr kommen, wann der Ausſchlag zuruͤcktritt. 9. 354. 536 Von den Hautkrankheiten der Kinder⸗ §. 354⸗ und böſen, oder Erbgrind. Der boͤſe oder ſogenannte Erbgrind, iſt von dem oben⸗ gedachten Kopfausſchlag ſehr verſchieden, er iſt anſteckend, ſehr hartnaͤckig und lange, oft bis in die mannbaren Jahre fortdauernd. Er faͤngt gemeiniglich an einzelnen Stellen an. Da entſtehen dicke trockne Grinde von einer weißlich, gelb⸗ oder gruͤnlichen Farbe, unter welchen die Haut ſtark an⸗ ſchwillt. Sie blutet leicht, wenn man jene abreißt. Die Grinde werden nach und nach immer groͤßer und dicker, und breiten ſich endlich uͤber den ganzen Kopf aus. An manchen Stellen berſten ſie, und es fließt eine ſtinkende ſcharfe Materie aus den Riſſen. Die Haare werden weiß, oder fallen nach und nach aus.— Der boͤſe Grind heilt ſelten von ſelbſt. Man hat aber doch auch die gewoͤhnliche ſo qualvolle Heilart mit den Pechhauben nicht noͤthig; denn man kann die Heilung gar oft mit gelindern Mitteln bewuͤrken, beſonders wenn das Uebel noch nicht veraltet iſt. So hilft es oft, wenn man den Kopf taͤglich einigemal mit warmer Seifenbruͤhe waͤſcht. Die harten Grinder werden endlich dadurch erweicht, daß ſie leicht abgehen. Das naͤmliche leiſten die Blaͤtter von wildem Spinat(Allgut, guter Heinrich,) wenn man ſie täglich friſch auffegt— wie auch folgende Salbe: Man nimmt friſche Brunnenkreſſe, zerſchneidet und ſtoͤßt ſie, laͤßt ſie dann mit friſchem Schweinenſchmalz in einem irrde⸗ nen Topf zu einer Salbe einkochen. Dieſe ſtreicht man auf leinene Laͤppchen, die man auf den Grind legt und vier und zwanzig Stunden darauf liegen laͤßt, und dann wieder erneuert. Wenn man durch eins von dieſen Mitteln die Grin⸗ der weggeſchafft und den Kopf rein gemacht hat, ſo waſche man ai t e 4 an eem ke. an 1 nde mn in h uh ner peiha n d- uh an g* K da zum ait 14 , t ſii Aaieh Kiſen Ahanti 434.— ſete in ili e t ſe qutude iii denn un imüa dewärkn, benem t. Es tehn nit uuns Jdiieii den mndü Hunss v nümlite tta f dn b enanch K „zntauf lit 9 Kit K 4 dieien: 9 4 Kat 3af kei nm n Von den Hautkrankheiten der Kinder. 551 man ihn mit einer Lauge aus gemeiner Buchenaſche und Wein. Man gießt davon ſoviel uͤber die Aſche, als genug ſcheinet, und laͤßts uͤber Nacht in der Waͤrme ſtehen, daß eine Lauge daraus wird. Wenn dieſe Mittel nicht helfen und die Grinder wie⸗ derkommen, ſo muß man die Haare nach und nach mit den Naͤgeln oder mit einer kleinen Zange ausziehen, dann die Stellen zum oͤftern mit ſchwacher Lauge, oder mit einer geſaͤttigten Abkochung von Tauſendguͤldenkraut, zu welcher ein wenig Alaun gemiſcht wird, waſchen, und das alles oft wiederholen. Es iſt aber eine langwierige Kurart, oft iſt ein ganzes Jahr dazu noͤthig, ehe ſie vollendet werden kann. Folgende ſoll kuͤrzer ſeyn, und iſt ſehr geruͤhmt worden: Man trocknet Kroͤten in einem irrdenen wohl vermachten Topf, in einem heißen Ofen und puͤlvert ſie. Nun wird der Kopf mit friſchem Schweine⸗ fett gut beſtrichen, das Pulver aufgeſtreuet, ſo daß aller Grind damit bedeckt wird, und daruͤber her eine vorher angefeuchtete Schweinsblaſe gelegt. Man laͤßt alles vier und zwanzig Stunden liegen. Dann ſoll der Grind ohne Schmerzen abgehen. Nachher ſtreicht man bloßes Fett auf, ohne das Pulver, und wiederholt ſolches einige Tage. Die ganze Zeit uͤber muß der Kopf wohl bedeckt und vor dem Zugang der Luft verwahrt werden⸗ Es gibt noch mehrere und wuͤrkſamere Mittal; aber ſie koͤnnen nicht anders als unter der Anordnung eines ver⸗ ſtaͤndigen Wundarztes gluͤckliche Wuͤrkungen leiſten. Man ſollte es bey dieſer Krankheit niemals verſaͤnmen, einen ſolchen zu Rath zu ziehen, wenn man die Gelegenheit dazu hat. Ohngeachtet man durch innerliche Mittel nur wenig zur Heilung des Erbgrinds beytragen kann, ſo thut man doch wohl, wenn man ſleißig von einer blutreinigenden L1 2 Tiſane 552 b Von den Hautkrankheiten der Kinder. keiten aus den Saͤften auf die Haut abſetzt. Tiſane trinken, und zum oͤftern etwas zum Larxieren ein⸗ nehmen laͤßt. §. 3 5 5. Allgemeine Anmerkungen über die Ausſchläge der Kinder, Warnung vor zurücktreibenden Dingen— Hülfksmittel bey zurückgetriebenen Ausſchlägen. Die Kinder duͤnſten ſtaͤrker aus als Erwachſene, und weil ihre Haut weich und nachgiebig iſt, ſo haben ſie eine große Anlage zu Ausſchlaͤgen. Es iſt ihnen mehrentheils ſehr zutraͤglich, wenn die Natur die ſchaͤdlichen Unreinig⸗ wahrt ſie vor andern Krankheiten. So bekommen die Kinder, welche ausgeſchlagene Koͤpfe haben, gemeiniglich gar gutartige Pocken. Aber deſto ſchlimmer ſind die Folgen, wann derglei⸗ chen heilſame Ausſchlaͤge zuruͤckgetrieben werden. Es koͤnnen Schlag: und Steckfluͤſſe, Bruſtöeſchwerden, Ab⸗ zehrungen, Zuckungen, Fluͤſſe, Entzuͤndungen der Augen, Taubheit, und noch eine Menge nicht weniger boͤſer und theils unheilbarer Krankheiten daher entſtehen. Manch⸗ mal gibt eine ſtarke und ſchnelle Erkaͤltung Gelegenheit dazu, daß die Ausſchlaͤge zuruͤcktreten, am allermeiſten aber der unvernuͤnſtige Gebrauch aͤußerlicher zuruͤcktreiben⸗ der Mittel. chen ſollte, weil es nie ohne Gefahr geſchehen kann. Ganz vorzuͤglich ſollte man ſich vor denjenigen aͤußerlichen Mitteln huͤten, worunter etwas von Bley— Bleyweiß, Silbergloͤtte, Mennig, Bleyeſſig— oder von Queck⸗ ſilber, Schweſel, weißem Vitriol, Gallitzenſtein, Gallmey u. dgl. kommt. Wenn Das ver⸗ Es gibt eine Menge von austrocknenden, und, wie man ſagt, heilenden Pulvern, Waſchwaſſer, Fettig⸗ keiten, Salben und Pflaſter, von denen man keins und in keiner Gattung von Ausſchlaͤgen bey Kindern gebrau⸗ eii Gautji Natur di ſaätg. 6 4 B 4 8 e N. ent Knſt ſi aa n dit F4 ind dit Fen, wah nurithriia un! „ käuſfe, daſttet N. oſſe, Erzörwmanl Mung rict nin i 9 1 AANA AA. W Iten dadet enteh N. p 4.emn b ſch Rl Erkätme 19 * zurickrumn, nin “ rauch ufericep ) 11eallh Menge von uuenc 4 d G a Pulvern, 89” de ar 5 an 7, von denen u h 1 9 4 6 aichlägen bey we.. asſchlas A Seſaßr getäan 8 n 4 a por denfeniae von Dle⸗ S — 4 3 i— 4 7. J g trioh, 4* . ſ 11 8 „Siltzain Von den Schwaͤmmchen. 533 Wenn man aber ſo unverſtaͤndig geweſen iſt, einen Ausſchlag oder Fluß bey einem Kinde durch dergleichen Mittel zu vertreiben;— wenn es hernach den Kopf haͤngen laͤßt, die Augen verdrehet, oder boͤſe Augen, kurzen Athem und Huſten bekommt und mager wird, ſo iſts ſchon ſehr uͤbel, und man muß keinen Augenblick verſaͤumen, die noͤthigen Mittel anzuwenden, um den zuruͤckgetriebe⸗ nen Ausſchlag wieder hervorzubringen. Man muß das Kind in lauwarmer Milch oder in warmem Waſſer, worin Kleyen abgekocht worden, baden, man muß es warm halten, und zum oͤſtern mit einem Tuche reiben. Man gebe ihm Holderthee zu trinken, und taͤglich drey⸗ oder viermal, fuͤnf, zehn bis fuͤnſzehn Tropfen von der Brech⸗ weinſteinauſloͤſung(Anh. Nr. 1.). An die Fuͤße lege man Senſpflaſter(Anh. Nr. 54.) und Blaſenpflaſter in den Nacken. Die Grindkoͤpfe kann man auch oft ſo, wie die Kraͤtze, durch eine neue Anſteckung wieder herausbrin⸗ gen, z. B. daburch, daß man dem Kinde das Hemde eines Kraͤtzigen anziehet, oder die Haube eines andern, ſo einen Grindkopf hat, aufſetzet. Wenns aber irgend nur möͤglich iſt, ſo verſaͤume man nicht, von einem Arzte die zweckmaͤſigſten Mittel verordnen zu laſſen. * §. 356. Von den Schwämmchen, dem Voß oder Scar. Wenn ein Kind kleine weiße oder auch gelbliche Flecken und Blaͤtterchen auf den Lippen, am Zahnfleiſch, auf der Zunge und am Gaumen bekommt, ſo hat es die Schwaͤmm⸗ chen. Sie verwandeln ſich bald in einen Schurff, der ſchuppenweiſe abfaͤllt. Wann ihrer viele da ſind, ſo ſcheint es, als wenn manche Stellen inwendig im Munde mit einer weißen Rinde uͤberzogen waͤren. L1 3 Wenn 534 Von den Schwaͤmmchen. Wenn der Mund nicht zu voll davon iſt, wenn die Schwaͤmmchen bleich ſind und leicht abfallen, ſo ſind ſie ohne Gefahr, ob ſie ſchon das Saugen und Schiucken beſchwerlich machen. Wenn ſie hergegen tief in den Schlund hinab und bis in den Magen gehen, oder eine braune und ſchwaͤrzliche Farbe haben, ſo iſt das Uebel ſchlimmer. Die Kranken haben dann Fieber und ſind un⸗ ruhig, ſie bekommen Schlucken, Erbrechen und Durch⸗ fall, ihre Stimme klingt hohl, ſie geifern viel, und holen ſchwer Athem. Bey gutartigen Schwaͤmmchen hat man wenig zu thun, das meiſte kommt darauf an, daß man den Mund oͤfters reiniget. Man weicht Salbeyblaͤtter in gleichviel Waſſer und weißen. Wein, thut noch ein wenig Honig dazu, taucht ein Stuͤckchen Leinewand darein und waͤſcht damit dem Kinde den Mund und die Zunge ab. Folgendes Mittel iſt eins der vorzuͤglichſten: Man zerreibt friſche gelbe Ruͤben(Moͤhren) auf dem Reibeiſen und zwaͤngt daraus den Saft aus. Von dieſem Safte nimmt man eine halbe Theeſchaale voll, und ein halbes Quint venedi⸗ ſchen Borax. Mit dieſer Miſchung laͤßt man die Schwaͤmm chen fleißig vermittelſt eines leinenen Laͤppchens befeuchten oder auch pinſeln. Oder man druͤckt den Saft aus zer⸗ ſtoßnem Hauslauch(Hauswurzel), vermiſcht ihn mit eben ſoviel Honig, kochts mit einander, und thut ſoviel Alaun dazu, daß es einen ganz gelinden herben Geſchmack be⸗ kommt, damit beſtreicht man, vermittelſt einem weichen Haarpinſelchen, zum oͤſtern, etwa jedwede Stunde einmal, die Stellen, wo Schwaͤmmchen ſind, und faͤhrt ſo lange damit fort, bis ſie abfallen. Bemerkt man Saͤure bey dem Kinde, ſaures Auf⸗ ſtoßen, ſauerriechende, gruͤngeſaͤrbte Stuhlgaͤnge ꝛc. ſo muß man die oben im 245.§. angegebenen Mittel da⸗ gegen brauchen. Gewoͤhnlich ſind Unreinigkeiten im Magen zu⸗ * ————— daht, ag 1 M immchen ſatda, wji s das ndh näAbt AaK 1 desſetne ſezadi . noch in das mn 1„ 1 u. wwand darr wrg 9 1 1d die Inat n ſn 4 hArn(T m lichſten. Vo ſi auf den Niüitun Au v K12. ₰ A 8 und tin ſabe un N 4 1 Ash Niſchunz tnnen, es leigenen läpöelſ . man deick mei waneh, uwitin tinander, un tſ eelinden ſerie 3 8 1 ſ man wrmittlt tu AlAn 7 * 6 N 13 ſ a. dtr jedwede Atn . Ft nchen firh, mh “— Käru and une 1 jing Vom Zahnen. zugleich vorhanden. Dieſe muß man durch ein Brech⸗ mittel wegzuſchaffen ſuchen. 1 Wann die Schwaͤmmchen tief gehen, wann das Kind heißer iſt— wann es Schlucken hat ꝛc. ſo zerreibt man weiße Ruͤben mit ſamt der Schaale, und druͤckt den Saft davon aus. Dieſen laͤßt man ein wenig aufkochen und thut noch etwas Honig dazu. Davon gibt man dem kranken Kinde zum oͤftern ein Paar Theeloͤffelchen voll. Eben ſo kann man den eingedickten Saft von gelben Ruͤben (Anh. Nr. 7.) gebrauchen. Dann und wann muß man auch ein Klyſtier aus Milch und Honig geben. Wenn das Kind ſehr hinfaͤllig und der Ausſchlag im dunde mißfarbig, ſchwarz oder braun iſt, ſo werden wuͤrkſamere faͤulnißwidrige Mittel erfordert. Aber die muß ein Arzt verordnen. §. 357⸗ Zufälle vom beſchwerlichen Zahnen, Hülfsmittel dagegen. Die Kinder bekommen gewoͤhnlich zu Ende des fuͤnf⸗ ten Monats die erſten Zaͤhne, einige fruͤher, andre ſpaͤter. Erſt brechen die Vorder⸗ oder Schneidezaͤhne, dann die vordern Backenzaͤhne, dann die Augenzaͤhne, und zuletzt, mehrentheils erſt im zweyten Jahre, die hintern Backenzaͤhne durch. Im ſiebenten Jahre fallen die Schneidezaͤhne alle⸗ mal, insgemein auch die Augenzaͤhne, ſelten aber die Backenzaͤhne wieder aus, und es kommen ſtatt ihrer andre hervor. Nur die zwey hinterſten Backenzaͤhne bekommt man erſt zwiſchen dem zwanzigſten und fuͤnf und zwan⸗ zigſten Jahre. b Geſunde und ſtarke Kinder zahnen gemeiniglich leicht, faſt ohne alle Schmerzen. Andre hingegen, die zaͤrtlich gepflegt worden, leiden oft ſehr viel daran, und manche ſterben ſogar an den Zufaͤllen, die dadurch verurſacht wer⸗ b 214 den. 536 Vom Zahnen. den. Gemeiniglich geht das Jahnen bey den Knaben ſchwerer von ſtatten, als bey den Maͤdchen. Ohngeachtet dieſe Zufaͤlle gar gewoͤhnliche Kinderkrank⸗ heiten ſind, ſo darf man doch nicht allemal, wann ein Kind krank wird, gleich auf das Zahnen ſchließen; denn oft liegt eine andre Urſache zum Grunde, und bey den Krankheiten derjenigen Kinder, die ſchon zwanzig Zaͤhne haben, kann man gar nicht mehr vermuthen, daß ein Zahnausbruch ſchuld daran ſey; denn vor dem ſiebenten Jahre bekommen ſie ſelten noch mehr Zaͤhne. Die Kinder greifen oft nach dem Munde, wann die Zaͤhne ausbrechen wollen, ſie ſtecken alles in den Mund, was ſie in die Haͤnde bekommen: nach und nach wird das Zahnfleiſch dicke, roth, und wenn man ihnen den Finger in den Mund ſtecket, ſo fuͤhlt man eine ſtarke Hitze darin. Sie bekommen Hitze, rothe Backen, manchmal wehe Augen, ſchnupfige Zufaͤlle, Ausſchlaͤge im Geſichte, Schwaͤmmchen. Sie geifern viel, und wenn ſie den Geifer verſchlucken, ſo bekommen ſie Erbrechen oder Durchfall. Dieſer iſt ihnen ſehr zutraͤglich, denn wenn ſie verſtopft ſind, ſo folgen leicht Zuckungen und andre Zufaͤlle. Man muß daher, wenn kein freywilliger Durchfall zugegen iſt, die Leibesoͤffnung durch Klyſtiere befoͤrdern, und dem Kinde, wenn es ſchon entwoͤhnt iſt, viele ver⸗ duͤnnende Getraͤnke, duͤnnes Gerſtenwaſſer, ſuͤße Molken, oder auch Honigwaſſer geben. Gemeiniglich haben ſie wenig Appetit, dann darf man ihnen das Eſſen nicht auf⸗ noͤthigen. Man darf ihnen insbeſondere nichts fettes und erhitzendes geben, ſondern Brodſuppen, duͤnne Schleime, Milch und Obſt. Man kann mehrentheils den uͤbeln Zufaͤllen beym Zahnen zuvorkommen, wenn man den Kindern ſchon fruͤhe, vom dritten Monat an, oͤfters mit dem Finger uͤber dem Zahnfleiſch hinſtreichet; aber harte Sachen darf man ihnen nicht ahan. dan e ſaka ha 13u 26 dicht lln tm t neht a dhe f an dangg doch ne 2 ſie 7s dan à ſen. den: dach u dus venn dn ſudi Nit man ene irhäh Dackm, anted ge im Gejät dhat an ſie dn Gchri der Dacchſal. Nihe i ſie dertes b dü Zuſäͤll. enn kein fnnüpl ung dard Kdie ſchon anſa Gerſenniſe, en. Gmuihn cf rld mani idnen dt? fl 4 1 3s dhuc. Brodſuppen, A 3„ A . Mns„ n den Kindes 9 14 r 4 4 mit dem 7 ſits 9 atte Saten: 14 6es insbeſeodete N 4 Vom Zahnen. 557 nicht geben, um darauf zu beißen, z. B. Wolfszaͤhne, Schwertel; oder Violenwurzeln; denn das Zahnſleiſch wird dicke und hart davon, woburch das Durchbrechen der jungen Zaͤhne nur erſchwert wird. Wenn das Zahnfleiſch nicht ſehr angeſchwollen und roth iſt, ſo beſtreicht man es oͤfters mit Zitronenſaft oder Wenefan.; iſts aber ſtark entzuͤndet, ſo ſchmiert man dilchrahm oder Honig daruͤber her, oder man kocht eine Bagmhe in Honig und gibt ſie dem Kinde, um daran zu kaͤuen. Wenn die Zufäͤlle beym Zahnen ſehr heftig ſind, wenn das Kind ſehr unruhig und lange ſchlaflos, oder im Ge⸗ gentheil ſchlafſuͤchtig iſt, wenn ſeine Augen roth, mit Blut unterloffen, ſtarr und ſunkelnd ſind, oder wenn es die Augen verdreht und Zuckungen bekommt, ſo muß man ihm vor allem erſt Klyſtiere geben, damit es offnen Leib bekommt: dann ſetze man es bis an den Nabel in ein lau⸗ warmes Bad von Milch und Waſſer, und in der Buge hinter einem oder dem andern Ohr laſſe man einen Blut⸗ igel von mittlerer Groͤße anſaugen. Dieſes einzige Mittel hilft allemal und geſchwinde. Man ſollte es allezeit an⸗ wenden, wenn bey Kindern, indem ſie zahnen, der Kopf und vorzuͤglich die Stirne mehr erhitzt iſt, als der uͤbrige Koͤrper. Auch kleine Blaſenpflaſter hinter die Ohren oder zwiſchen die Schultern gelegt, ſind bey Zuckungen, die vom Zahnen herruͤhren, oft recht ſehr nuͤtzlich. §. 338. Von den Bruſtbeſchwerden der Kinder. Manchmal bekommen Kinder wenig Stunden nach ihrer Gebuet einen Anſall vom Steckfluß, ſie haben den Mund voll Schleim, roͤcheln und werden blau im Ge⸗ 21 5 ſichte. 538 Von den Bruſtbeſchwerden der Kinder. ſichte. Da muß man ihnen geſchwinde mit einem Finger den Schleim aus dem Munde nehmen, man muß ihnen Klyſtiere von Waſſer, Milch und Zucker— und alle Viertelſtunden zehn bis fuͤnfzehn Tropfen von der Aufloͤ⸗ ſung des Brechweinſteins(Anh. Nr. 1.) geben, bis ſie ſich erbrechen. Koͤnnen ſie nichts einnehmen, ſo ſucht man ſie dadurch zum Erbrechen zu bringen, daß man ihnen mit einer in Oel getunkten Feder im Halſe kitzelt. Man braucht eben dieſe Mittel auch bey aͤltern Kin⸗ dern, wenn ihre Bruſt ſo ſehr mit Schleim uͤberfuͤllt iſt, daß ſie daruͤber in Gefahr zu erſticken kommen. Nur muͤſſen ſie nach Maasgabe ihres Alters etwas mehr von Nr. 1. bekommen, etwa ein oder zwey Theeloͤffelchen voll, und in ihre Kiyſtiere, die taͤglich drey⸗ oder viermal wie⸗ derholt werden koͤnnen, muß man ein wenig Salz nehmen. Der Huſten der Kinder kann von mancherley Urſachen herruͤhren. Wetter von Verkaͤltung, oft von Unreinigkeiten im Magen, von zuruͤckgetretenen Ausſchlaͤgen ꝛc. Man kann denjenigen Huſten, der von Erkaͤltung herruͤhret, von andern Arten leicht unterſcheiden. Bey jenem haben die Kinder zugleich Schnupfen, Nieſen, und oft auch Heißerkeit und einen rauhen Hals. Sie huſten des Abends am ſtaͤrkſten. Anfangs iſt der Auswurf duͤnne. Wenn er dicker und gelblich wird, ſo endiget ſich die Krankheit bald. Man muß das Kind in einem maͤßig warmen Zimmer und Bette halten. Mutter Thee von Fenchel trinken, ehe ſie ihm die Bruſt gibt. Iſt es aͤlter, ſo laͤßt man es fleißig Thee von Holderbluͤthen und Klapperroſen mit Kandelzucker oder Honig verſuͤßet, Biermolken, Waſſer, ſo mit Roſinen und Weizenkleyen abgekocht worden, oder die Bruͤhe von gel⸗ hen Nuͤben trinken. Es Sehr oft bekommen ſie ihn bey ſchlechtem Wenns ein Saͤugling iſt, ſo muß die ehn dunſen un 4 45 N. 16 1h. RM. 1.) g N 1 nich imnäſes Izu beiazan bai der im Hal te 4 Ninl auch ia de wit Sclen a a erſticke 5. . det Alns tua dder ſde de güch de z in man ein nazhn lann von nutilg men ſie ihe h zn don Unreinigkemte gen x Huſten, de m be n keicht murſtehn ich Scruſa Na n rauhen Hu d iſangs iide June rich, ſe aiig inem mifn drn aun Säusten t, aken, ehe ſe i u 18 5% 6 man di ſüit 1 14ℳ gſen nit Kdifi ſa, Prtd * htl, 99, Ha d * Von den Bruſtbeſchwerden der Kinder. 539 Es iſt gar nicht gut, wenn man den Kindern bey jedem Huſten ſuͤßes Mandeloͤl oder Wallrath gibt. Man kann dieſe Dinge ſelten friſch dekommen, und wenn ſie ranzigt und ſcharf ſind, ſo ſchaden ſie mehr als ſie irgend ſonſt nutzen koͤnnten. Diejenige Art von Huſten, welche von Unreinigkeiten im Magen herkommt, erkennet man daran, daß die Kinder eine unreine Zunge, einen uͤbelriechenden Athem, harten aufgetriebenen Leib, und entweder Widerwillen gegen das Eſſen, oder im Gegentheil zu ſtarken Appetit haben. Der Huſten iſt nach dem Eſſen aͤrger. Sie bringen mit vielem Wuͤrgen ein wenig zaͤhen Schleim heraus. Oft erbrechen ſie ſich, und wenn das geſchiehet, ſo bleibet der Huſten eine laͤngere Zeit aus wie ſonſten.— Hier wuͤrden die oben angegebenen und aͤhnlichen Bruſt⸗ mittel eher ſchaͤdlich als nuͤtzlich ſeyn: ſie wuͤrden den Huſten vermehren, weil ſie den Magen ſchwaͤchen. Da⸗ gegen hilft man am geſchwindeſten, wenn man die Unrei⸗ nigkeiten aus dem Magen wegſchafft. Man gebe dem Kinde von dem im Anhange Nr. 1. beſchriebenen Mittel ein oder etliche Theeloͤffelchen voll alle Viertelſtunden, ſo lange bis es einigemal Brechen bekommt. Dieſes wieder⸗ hole man um den andern Tag, bis der Huſten nachlaͤßt. Wenn einige Stunden nach dem Brechen keine Oeffnung erfolgt, ſo befoͤrdert man ſie durch ein Klyſtier⸗ 9. 359. Von dem Keichhuſten. Die ſchlimmſte und heftigſte Art des Kinderhuſtens iſt der Keichhuſten, der blaue Huſten, der Stickhuſten. Mehrentheils iſt er graſſivend, und man haͤlt ihn fuͤr an⸗ ſteckend. Aber ein aͤhnlicher krampfartiger Huſten kann auch ohne Anſteckung bey ſonſt geſunden und ſtarken Kin⸗ dern b 540 Von dem Keichhuſten. dern entſtehen, wann ſie der Naͤſſe und Kaͤlte lange aus⸗ geſetzt geweſen, oder beh warmem Leibe ſchleunig abgekuͤhlt wurden. Dieſer Huſten haͤlt nicht beſtäͤndig an, ſondern er macht gewiſſe Anfaͤlle. Wenn ein ſolch er Anfall eintritt, ſo kommt das Kind faſt außer Athem; wenn es die Luft einzieht, ſo machts ein Geraͤuſche, als wenn es erſticken wollte, es wird blau im Geſicht, die Augen laufen ihm uͤber, oft faͤngt ihm die Naſe an zu bluten, manchmal iſt Blut unter dem Auswurf. Der Huſten haͤlt mit gleicher Heftigkeit an, bis ſich das Kind erbricht; dann hät es eine Zeitlang Ruhe, bis wieder ein neuer Anfall kommt. Gemeiniglich ſind die Zufaͤlle der Krankheit um den andern Tag merklich ſchlimmer. Wenn man die Krankheit ſich ſelbſt uͤberlaͤßt, ſo kann ſie ein Vierteljahr und noch laͤnger dauern. Sie iſt gefaͤhr⸗ lich und oft toͤdtlich, indem ſie Erſtickungen, Blutſtuͤrzun⸗ gen, Schlagfluͤſſe, Abzehrungen und waſſerſuͤchtige Ge⸗ ſchwuͤlſte verurſacht. Man muß ſie faſt eben ſo behandeln wie den Magen⸗ huſten. Man gibt dem Kinde ſogleich nach einem Anfall, wenn es ſich wieder etwas erholet hat, von dem Brech⸗ mittel(Anh. Nr. 1.) theeloͤffelweiſe ſo lange, bis es wuͤrket, und wiederholt ſolches einigemal um den andern Tag. Beyher laßt man es einen Thee von wildem Roſmarin (Anh. Nr. 13.) taͤglich fuͤnf⸗ oder ſechsmal zu einer oder zwey Schaalen voll trinken. Iſt es verſtopft, ſo niuß man ihm Klyſtiere geben; denn es iſt noͤthig, daß es immer offnen Leib habe. Man kann ihm die Fuͤße in ein Bad von warmem Waſſer ſetzen, und die Fußſohlen und Bruſt mit einer Salbe aus gebratenen Zwiebeln oder Knoblauch mit Gaͤnſe⸗ fett reiben, auch blaues Zuckerpapier mit Lichttalg uͤber⸗ zogen, warm auf die Bruſt legen. 2 Durch dergleichen aͤußers aüit Mah ſicht, de Luaa 77 Rſ tan zu blum⸗ s 4 4* 1 De Huſten ſ 13„ 4 der ein naun dn 1 der Kranhhet ada 4 7 613 1„ 3 t ſich ſalhſ ben 4 8 e.A mger dauem. Aſß 1 „— en FAh ſe Erſtickwam dath „ 1 ngen und dſcithh behanden run de ſogleich ut imk holet hat, mhb eiweiſt elcagr lüit zemal un da od Then ven vida „enal uuA oder ſechenal z man iön Kwin umtr effin bit in ein dd ſohken und de ns in eder Kradleuc 18 ewarur Ni(tzu ſuet dah 1 legen 3 Von der Duͤrrſucht. aͤußerliche Mittel und eine gute Diaͤt, wird oft mehr genuͤtzt, wie durch alles andre. 4 Die Diaͤt muß ſehr genau ſeyn. Die kranken Kinder duͤrfen wenig feſte Nahrungsmittel bekommen, ſondern mehr Fleiſchſuppen, duͤnne Bruͤhen von Gerſte, Haber mehl, mit gelben Ruͤben, Zuckerwurzeln, Peterſilgen, Zichorien, Haberwurzeln— leichte Gemuüͤſe, die nicht mit Fett zugerichtet ſind, wenig und wohl ausgebackenes Brod. Sie duͤrfen niemals viel auf einmal eſſen; denn wenn ſie den Anfall vom Huſten bey angefülltem Magen bekaͤmen, ſo wuͤrden ſie in Gefahr ſeyn, zu erſticken. Man muͤßte ihnen in dieſem Falle ſogleich den Finger in den Hals ſtecken, um ein Erbrechen dadurch zu erwecken. §. 360. Kennzeichen der Dürrſucht, ihre Urſachen, und Hülfsmittel dagegen. Wenn Kinder, die vorher friſch und geſund waren, nach und nach abnehmen, matt und ſchwaͤchlich werden, wenn ihnen der Leib aufſchwillt und hark wird, oder knotig anzufuͤhlen iſt, ſo haben ſie die Duͤrrſucht, das Abneh⸗ men, die Abzehrung. Sie ſind mehrentheils ſehr gefraͤßig; wollen aber nicht gerne Suppen, ſondern mehr feſte Spei⸗ ſen, Brod und mehlige Sachen eſſen. Sie bekommen manchmal Durchbruch; ein andersmal ſind ſie verſtopft und haben harten Stuhlgang. Gegen Abend bekommen ſie Hitze, des Nachts Durſt und Schweiß. Oft haben ſie Wuͤrmer. Dieſe Krankheit ruͤhrt ganz allein von der Menge und der uͤbeln Beſchaffenheit der Nahrungsmittel her, die man den Kindern gibt; von Verfuͤttern, von der Ueberladung mit Mehlſpeiſen, mit Brod, Brey, Kuchenwerk, Kar⸗ toffeln. Man kann ſie daher leicht verhuͤten, wenn man den Kindern dergleichen grobe Nahrungsmittel entweder gar 542 Von der Duͤrrſucht. gar nicht, oder doch nicht mehr davon gibt, als ſie bey hinreichender Bewegung vertragen koͤnnen, und wenn man durch fleißiges Waſchen und fleißigen Wechſel der Waͤſche die Kinder ſo reinlich haͤlt, als es nur immer moͤglich iſt. Um dieſe Krankheit zu heilen, iſts durchaus nothwen⸗ dig, daß man den Kindern nicht mehr ſoviel zu eſſen gebe; denn jemehr man ihrer Eßbegierde Genuͤge thut, deſto mehr wird der Leib aufgetrieben, deſto ſtaͤrker die Auszehrung, und das Uebel wird endlich ganz unheilbar. Man gebe ihnen keine dicken kleiſterigen und ſchweren Spei⸗ ſen, ſondern duͤnne Breye aus muͤrbem Brod oder trock⸗ nen Semmeln oder Wecken mit Milch und Waſſer oder mit Fleiſchbruͤhe gekocht, duͤnne Suppen aus Perlengerſte, Habergruͤtze, Reiß, Brod, mit Waſſer oder Fleiſchbruͤhe. Kinder, die ſchon einige Jahre alt ſind, kann man Peter⸗ ſilgen⸗, Zellerie⸗, Haberwurzeln eſſen laſſen. Zum ordi⸗ nairen Getraͤnke gibt man ihnen kaltes Waſſer mit Milch oder mit ſuͤßen Molken, wenn es etwa an der gehörigen Leibesoͤffnung ſehlt. Man kann ſie eine Zeitlang alle Tage des Morgens ein friſches rohes Eyergelb mit Waſſer oder Milch verruͤh⸗ ret, oder auch des Morgens und Abends eine oder ein Paar Schaalen Eichelnkaffee(Anh. Nro,. 31.) nehmen laſſen. Man muß ſie ſehr reinlich halten und machen, daß ſie ſich viel in trockner freyer Luft bewegen. Den Unter⸗ leib muß man ihnen fleißig mit einem wollenen Tuch reiben. Des Morgens und Abends reibe man ihnen un⸗ gefaͤhr einen Loͤffelvoll eingedickte Rindsgalle(Anh. Nr. 1 1.) auf den Bauch ein. Wenn man das eine Zeitlang hin⸗ tereinander thut, ſo bekommen die Kinder gewoͤhnlich fluͤſſige Stuhlgaͤnge, und erholen ſich nach and nach wieder⸗ Es iſt ferner von dem groͤßten Nutzen, wenn man ſie alle Tage f„——————C;— eilen, iſt dne its dät n nicht det et Erl 4 1eſ ter Eßdegierhe te 2 zie 11 p. aofgetribe 1 N 4 l 1d en n picd anüc . Bu m h aut mürden deg a . WM. mit Mit uhe n 0 1 1 Unne Suau en mit WM s mit Waſer z ie kleiſterigm e K 1Ar 3) As 41 1 alt pir), wrue * 4* 4 urzeln eſſen läſen ad 8* N hnen kaites Deieah dnn et une wet 4. tlang ale de e nit Weſſe e Re nt und Aoan iat 1 43: 1 et(Anh. Tr zſs zlich halben un ki A buſt dewege. de 1 ag mit tidem rin 164 Abends nie nen ene Nindszale(An 5 6 8 6 4 uht zeim ſth ch n in Tuhm, N 1 auf den Beinen ſtehen. 545 Von der engliſchen Krankheit. Tage in Flußwaſſer badet, und den ganzen Koͤrper, vor: nehmlich aber den Unterleib, mit Seife und einem wolle⸗ nen Lappen fleißig abwaͤſcht. Es muß anfangs uͤberſchla⸗ gen warm, nach und nach aber immer kaͤlter genommen werden. Nach dem Bad kann man ſie allemal ein wenig aufs Bette legen. §. 361. Zufälle der engliſchen Krankheit, ihre Urſachen und Heilart. Die engliſche Krankheit aͤußert ſich gemeiniglich zuerſt um die Zeit, wann die Kinder zahnen, oder wann ſie gehen lernen. Wenn ein Kind dann unluſtig, traͤge und mager wird, ſo daß die Haut ſchlapp uͤber den ausgezehr⸗ ten Gliedern herhaͤngt, dabey einen dicken, beſonders auf der rechten Seite aufgetriebenen Leib, einen großen Kopf, ein volles, blaß aufgedunſenes Geſicht hat, und wenn ihm die Knochen um die Gelenke auſchwellen und dicker werden, ſo hat es ſchon einen ſtarken Anfall von der engli⸗ ſchen Krankheit, und wann ihr nicht begegnet wird, ſo vermehren ſich die Zufaͤlle von Tage zu Tage. Die Kno⸗ chen werden krumm und ungeſtaltet, daher bekommen dieſe Kinder krumme Beine, einen ſchiefen Ruͤcken, Hoͤcker oder Verunſtaltungen der Bruſt. Sie koͤnnen nicht mehr Die Zaͤhne kommen langſam hervor, oft werden ſie faul und fallen aus. Sie ſind mehrentheils ſehr gefraͤßig und zu Wurmkrankheiten, Zu⸗ faͤllen, die von Saͤure herruͤhren und zu Bruſtbeſchwer den geneigt. Wenn das Uebel ſehr uͤberhand nimmt, ſo bekommen ſie endlich abzehrende Fieber oder die Waſſer⸗ ſucht. Wenn die Krankheit noch in ihrem Anfang iſt, ſo iſt ſie gemeiniglich noch zu heben, und viele werden wuͤrklich, und blos durch die Kraͤſte der Natur, davon befreyet. Ihrs 544 Von der engliſchen Krankheit. Ihre Knochen und Gliedmaßen bekommen nach und nach ihre natürliche Geſtalt wieder. Aber es bleiben auch viele fuͤr ihr ganzes Leben ſchwaͤchlich und kruͤppelhaft. Schwaͤchliche Kinder, wie die von alten oder kraͤnk⸗ lichen Eltern, ſind der engliſchen Krankheit vorzuͤglich unterworfen. Ueberhaupt kann alles, was die Kinder ſchwaͤcht, Gelegenheit dazu geben: jede Krankheit, die eine große Schwaͤche hinterlaͤßt, das Ueberfuͤttern mit ſchlechten Speiſen, Unreinlichkeit und Mangel an Bewe⸗ gung, der beſtaͤndige Aufenthalt an feuchten, ſumpfigten Orten, in moderigen feuchten Stuben ꝛc. Man ſollte nicht glauben, daß ſie bey der freyen und harten Erziehung der Bauerskinder unter denſelben ſo oft vorkommen koͤnnte, als wuͤrklich geſchiehet. Man muß gleich zu verhuͤten ſuchen, daß ſie nicht weiter zunimmt, ſobald man nur die erſten Spuren davon bemerket. Man muß die Kinder in einer geſunden, reinen und trocknen Luft halten. Daher iſts ſehr gut, wenn man ſie im obern Stockwerk des Hauſes ſich gewoͤhnlich aufhalten und ſchlafen laͤßt. Ihre Stuben möuͤſſen oft ausgeluͤftet werden. Sie muͤſſen ſo viele Bewegung in freyer Luft haben als moͤglich iſt. Man ſetze ſie, ſo oft es nur ſeyn kann, der Sonne aus, deren Waͤrme eins der groͤßten Mittel wider die engliſche Krankheit iſt; man laſſe ſie fleißig gehen, wenn ſies koͤnnen— auf trock⸗ nem Sand ſpielen, man fahre ſie in kleinen Wagen, man laſſe uͤberhaupt ſie im Freyen ſich bewegen, wie und auf welche Art ſie koͤnnen. 8 Wetter muͤſſen ſie zu Hauſe behalten werden. Man waſche oder bade ſie alle Morgen uͤber den ganzen Leib in kaltem Waſſer, und reibe ihnen oͤfters den Ruͤckgrat, den Unter⸗ leib, die Aerme und Fuͤße mit der Hand, oder mit wolle⸗ nen und mit Wachholder oder Maſtix durchraͤucherten Tuͤchern, ſo ſtark als ſie es leiden koͤnnen. Vor allen Nur bey feuchtem, regnerichtem Dingen ——— ſchen Kranhen dhe üitann ugn d eaan dli 1 W ich t wi i t un t agliſchen an „ kann als ui i den ſe zt ue 1 14 verhäten ſtin i 5 an um i tin in darr Kinder in äun peenn Dazer is iegn derk des Henſ iwi it. Ihm Laat müſſe ſe a den lich iſt. Da ſtei onne aut, dn te enaliſche dnbtt an ſes kimn- ahre ſie in keien 4 den n ſa bertz, den ſmim d alten wedden⸗ 5 1 du zunn Uüit ſiers den Aietuu, „ der Hant. e mit der n uu dder Puſt Me immer trockne, reine Kleider und Betten. Wein, vorzuͤglich rothem, Selzerwaſſer. Von der engliſchen Krankheit.* 645 Dingen ſorge man dafuͤr, daß ſie ſehr reinlich gehalten werden: man wechſele ihr Weißzeug oft, und gebe ihnen Dieſe kann man anſtatt der Federn mit trocknem Farrenkraut fuͤllen. Noch beſſer iſt es, wenn man ſie gar nicht auf Betten legt, ſondern entweder auf recht wohl ausgetrocknetes Gerſten⸗oder Haberſtroh, oder auf duͤrres Heu. Man breitet ein Tuch daruͤber, und auf das Tuch legt man das kranke Kind.— Man gebe ihnen weder zu oft noch zuviel auf einmal zu eſſen oder zu trinken. Ihre Speiſen muͤſſen leicht und naͤhrend ſeyn: Suppen aus Reiß, Gerſte, Habergruͤtze, mit etwas Wein und Zucker, Bierſuppen, Eyerſuppen mit Fleiſchbruͤhe, Zichorien⸗ Peterſilgen⸗ u. a. Wurzeln, Koͤrbelkraut, die jungen Spitzen von Neſſeln— in Gemüͤſen oder Fleiſchbruͤhſuppen, gut ausgebackenes weißes Brod, weiche Eyer, gebratenes Fleiſch. Alle ihre Speiſen koͤnnen mit Salz, Lauch, Thymian, Kuͤm⸗ mel u. dgl. m. gewuͤrzt werden. Zum Getraͤnke dient ihnen duͤnnes wohlgehopftes Vier, Waſſer mit ein wenig Die warmen und erſchlaffenden Getranke, Thee und Kaffe ſind ſchaͤd⸗ lich, ſo auch viele Milch und Mehlſpeiſen, Breye, kletſche⸗ riges Backwerk, das warme oder weiche Brod, die Fiſche, fettes Fleiſch, fette Suppen, Butter, Kaͤſe, ſaure Dinge, oder ſolche, die leicht ſauer werden.— Man bemuͤhe ſich dem Kinde auf allerley Welſe Freude und Vergnuͤgen zu machen; man ſuche es zu Spielen auf⸗ zumuntern, beſonders zu ſolchen, bey welchen es ſich Be⸗ wegung macht. Die Heilung der engliſchen Krankheit haͤngt groͤßten⸗ theils von der ſorgfaͤltigen Befolgung dieſer Regeln ab. Man kann ſie noch durch einige ſonſtige Mittel befordern, wie durch die gepuͤlverten Krebsſteine und Muſchelſchaalen, von welchen taͤglich etlichemal eine Meſſerſpitze in Waſſer Mm ein⸗ 546 Von der engliſchen Krankheit. eingeruͤhrt, gegeben wird, oder die Potaſchenaufloͤſung (Anh. Nr. 45.), von welcher man vierzig, ſechszig bis achtzig Tropfen des Morgens und Nachmittags eingibt. Man gibt ſie drey bis vier Tage hinter einander, und ſetzt ſie dann eben ſo viele Tage wieder aus. Beyher, und auch an den Zwiſchentagen, kann man dem Kinde des Tags drey; oder viermal, ein halbes Theekoͤpſchen voll von einer ſtarken Abkochung von Kamillenblumen, oder von dem Färberroͤthedecoct(Anh. Nr. 20.), oder auch vom Eichelnkaffe(Anh. Nr. 31.) zu trinken geben. Wenn das kranke Kind ſchon ſehr elend, abgezehrt und ſieberhaft iſt, ſo iſt ſchwerlich noch einige Huͤlfe uͤbrig. Die Milch von einer Ziege, die mit der Abkochung von getrockneten Eicheln, und mit Faͤrberroͤthe gefuͤttert wor⸗ den, mit Selzer oder Fachinger Waſſer gemiſcht, iſt bey dieſen Umſtaͤnden noch eins der beſten Mittel. Selbſt bey den hoͤhern Graden der engliſchen Krankheit leiſtet indeſſen ein trockenes Verhalten, die moͤglichſte Reinlichkeit, und Bewegung des Koͤrpers in der freyen und trockenen Luft entweder zur vollkommenen Herſtellung der Kranken, oder wenigſtens um ihren Zuſtand ertraͤglicher zu machen, ſehr vieles. §. 362. Von den Würmern. Zeichen ihrer Gegenwart, ihre Verſchiedenheit. Auch Erwachſene koͤnnen Wuͤrmer haben, wenn ſie ſchwaͤchlich ſind und viel Schleim erzeugen; doch ſind die Kinder am haͤufigſten damit beſchweret. Saͤuglinge haben ſie ſeltner, ſo lange ſie nur Muttermilch genießen. Es iſt zwar allemal ein Zeichen von einer kraͤnklichen Beſchaf⸗ fenheit, wenn Wuͤrmer zugegen ſind, und ſie koͤnnen ſehr viele und ſchwere Krankheiten verurſachen; aber ſehr oft ſind ſte doch nicht Urſache der kraͤnklichen Zuſaͤlle derjenigen Perſonen, die Wuͤrmer haben. Denn manche haben viele, ohne e 17 dhe k e hag delcher nn zu dar 1 6 drgens unh p Nä N üda 9 3 a Fin der ſeum mus s Pe *„1 de bab nenen HerfelngMe 1 8 tzitc un an tuanm Bün (Schleim ezfeuhe 3 er zmit deſchwertl. N Von den Wuͤrmern. 647 ohne dadurch beſchweret zu werden; andre aber nur wenig, und ſind doch dabey ſehr krank,— und oͤfters ſind auch keine Wuͤrmer da, wo man ſie vermuthet; denn die Zeichen ihres Daſeyns ſind alle ungewiß, bis auf das einzige: wenn wuͤrklich welche abgehen. Wenn Kinder Wuͤrmer haben, ſo ſehen ſie gemei⸗ niglich ungeſund und bleich im Geſichte, um die Augen ein wenig blau und gedunſen aus, ihre Farbe veraͤndert ſich oft und geſchwinde, beſonders nach dem Eſſen, die Oberlippe iſt ihnen aufgetrieben, ſie haben einen dicken harten Leib, wobey die uͤbrigen Theile des Koͤrpers mager ſind. Mehrentheils ſind ſie heißhungerig, zumal nach feſten, mehligen und ſuͤßen Speiſen, ein andermal haben ſie keinen Appetit; aber faſt beſtaͤndigen Durſt. Sie kriebeln ſich viel in der Naſe, haben des Morgens bey ledigem Magen einen ſanuern oder ſtinkenden Athem, der Speichel fließt ihnen im Munde zuſammen, und es wird ihnen uͤbel, wenn ſie nicht bald was zu eſſen bekommen. Sie haben oͤfters einen kleinen trocknen Huſten, Leib⸗ ſchmerzen, verſtopften Leib oder einen ſchleimichen Durch⸗ fall, einen ploͤtzlichen und oftmaligen Stuhlzwang(welcher faſt das gewiſſeſte Zeichen von Wuͤrmern abgibt): der Stuhlgang riecht uͤbel und ſaͤuerlich, ihr Harn iſt truͤb und milchfarben. Sie ſind traͤge, ſchlaͤfrig, im Schlafe ſchwitzen ſie, knirſchen mit den Zaͤhnen, und erſchrecken oft. Oft bekommen ſie auch Ohnmachten, Zuckungen und Gichter, manchmal Laͤhmungen, Verluſt der Sprache, hartnaͤckige Hautausſchlaͤge, Fieber u. d. m. Es koͤnnen ſich mancherley Wuͤrmer in dem menſch⸗ lichen Koͤrper aufhalten; aber die gewoͤhnlichſten ſind die Spuhlwuͤrmer, Maden und Bandwuͤrmer. Die beyden erſten kommen bey Kindern am meiſten vor. Die Spuhl⸗ wuͤrmer ſehen den Regenwuͤrmern n ſehr aͤhnlich, ſo wie die Madenwuͤrmer den Kaͤſemaden. Dieſe halten ſich meiſtens Mm 2 nur 548 Von den Wuͤrmern. nur in dem Maſtdarm auf, wo ſie Kitzeln und oͤftere Neigung zum Stuhl verurſachen. Der Bandwurm iſt ſeltner bey Kindern. Er iſt platt, lang und gegliedert, ſein Kopf beſteht aus einem langen duͤnnen Faden. Die einzeln Glieder ſehen meiſt den Kuͤrbiskernen aͤhnlich⸗ Manchmal waͤchſt dieſer Wurm zu einer ungeheuren Groͤße, bis zu achtzig und mehr Ellen. b §. 363. Verhaltungsregeln für Wurmkranke. Man darf den Kindern, welche Wuͤrmer haben, oder Bey welchen man ſie vermuthet, keine dicken, rohen Mehi⸗ ſpeiſen, Kuchenwerk, friſches Brod, keine fetten Suppen, Kaͤſe, Fiſche, Eyer und Eyergebackenes, keine warmen Getraͤnke, nicht zu viele, wenigſtens keine fette Milch geben; ſondern duͤnne leicht zu verdauende Speiſen, duͤnne Schleime, Gemuͤſe, die nicht viel blaͤhen, Wurzelwerk, beſonders ſolches, das bitterlich iſt, Zichorien, gelbe Ruͤben, u. dgl. und mit unter geſalzene, etwas ſcharfe Dinge, Sauerkraut, Heringe, Zwiebeln, Lauch, Knob⸗ lauch(in Milch gekocht, das Durchgeſeyhete mit Zucker verſuͤßt und fruͤhe nuͤchtern zu trinken gegeben, auch ſonſt an den Speiſen—) Rettig, Meerrettig, Kreſſe(klein geſchnitten und des Morgens nuͤchtern auf Butterbrod ge⸗ geſſen), Obſt, Gewuͤrze. Dieſe Dinge zertheilen den Schleim, worin die Wuͤrmer niſten, und ſind ihnen ohne⸗ hin entgegen. Die Wuͤrmer werden davon abgemattet und hernach leicht abgetrieben. Die rohe gelbe Ruͤben treiben die Wuͤrmer ab, wenn die Kinder ſoviel davon eſſen koͤnnen, bis ein Durchfall erfolget: auch die friſche Baum⸗ nuͤſſe, wenn ſie reichlich gegeſſen werden. Sie beſchweren aber den Magen. Zum —„———w ·———— de ſi Kit dh 1. 8 d dand 2 ugn naji 3 den Küttn g Izu eine eag a. ¹ 3⁵3. ſu Srun velche Sim ſa. tt, kein dag h On kenſen da⸗ dergthackas, kaun wrnisuns bin ſu zu veideumte hi b cht diet zuhe Dete terlich i, Jan 6 ater um, du te 9 Zwiadea, lu u4, b as Drruri h ain trinta 14oc, 3 4 . Meertetit I 1. K brbt Duſe D du r a nimiß „ erden 3 n ¹ zer Pet 6 4 Die nd . wilt a dir Lirder eil olget: auch „ Sh ſſen we 1. d ge niſten, 1 und 4— 1 ii K6 ſdo Jäee E H Von den Wuͤrmern. 59 Zum Gekraͤnke dient kaltes Waſſer, ein wenig rother Wein, Sauerwaſſer. Es iſt von großem Nutzen, wenn ſolches in Menge getrunken wird. Die Wurmkranken muͤſſen ſich viele Bewegung ma⸗ chen, vorzuͤglich ſolche, bey welcher der Unterleib erſchuͤt⸗ tert wird. Erwachſenen iſt daher das Reiten zutraͤglich. Sie muͤſſen ſich oft in kaltem Waſſer baden. §. 364. Wie man die Würmer vertreiben kann. Es gibt ſonſt noch eine Menge von Mitteln gegen die Wuͤrmer. Manche davon, die auch unter den gemei⸗ nen Leuten bekannt ſind, ſind unſicher, und koͤnnen fuͤrch⸗ terliche Zufaͤlle verurſachen, wenn man ſie ohne Behut⸗ ſamkeit und in zu ſtarker Doſe gebraucht, z. B. die hefti⸗ gen Purgiermittel, die Coloquinten, die Wurzeln und Blaͤtter von der ſchwarzen und ſtinkenden Nießwurzel, die Sadebaumblaͤtter, der Sabadill, oder Laͤuſeſaamen, das Queckſilber und die Zubereitungen daraus. Man ſollte ſie nie eigenmaͤchtig gebrauchen, und eben ſo wenig ſollte man ſich der Wurmkuchen, Wurmpillen und aͤhnlicher Arzneyen gegen die Wuͤrmer bedienen, welche die Markt⸗ ſchreyer verkaufen; denn ſie enthalten mehrentheils heſtige Dinge, und koͤnnen wie Gifte wuͤrken. Die ſicherſten Wurmmittel, deren man ſich ohne Gefahr bedienen kann, ſind: das gemeine Kochſalz, wo⸗ von Kindern von mittlerem Alter des Morgens nuͤchtern, ein Theeloͤffelchen voll, juͤngern Kindern etwas weniger, in Waſſer aufgeloͤſet, gegeben wird,— das Bitterſalz, auf eben die Art gebraucht,— die Kreide mit Eſſig: Man laͤßt Kindern von acht bis zwoͤlf Jahren etwa zwey Meſſerſpitzen rein gepuͤlverte Kreide in einem Loͤffelvoll Eſſig, waͤhrend dem, daß es mit einander aufbrauſet, Mm 3 des 8—“ 550 Von den Wuͤrmern. des Morgens nuͤchtern, einige Tage nach einander einneh⸗ men,— der reife Saamen von Brennneſſeln, in Milch gekocht, und das Durchgeſeyhete zu trinken gegehen,— der Zittwer⸗ oder Wurmſaamen, der von allen Unreinig⸗ keiten, Stengeln und Blaͤtterchen geſaͤubert und geſtoßen werden muß, oder ſtatt deſſen der Saamen von Rhein⸗ farn. Man laͤßt davon des Morgens ein oder zwey Thee⸗ loͤffelchen voll auf einer mit Butter oder Honig beſtriche⸗ nen Brodſchnitte, oder in lauwarmer Milch, oder mit Honig, oder mit Zucker nehmen. Wenn man eins von dieſen Mitteln brauchen will, ſo muß man es wenigſtens drey Tage hinter einander geben⸗ Am vierten Tag gibt man eine Abfuͤhrung. Man verfehlt ſeinen Endzweck faſt niemals, wenn man einige Tage lang die Salze auf die angegebene Art, und dann von einer Lattwerge aus gleichen Theilen gepuͤlvertem Wurmſaamen und Rhabarber, mit Honig gemiſcht, des Morgens alle halbe Stunden ein Theeloͤffelchen voll nehmen laͤßt, bis es Laxieren macht. Wenn die Kinder nichts vinnehmen wollen, ſo reibe man ihnen die eingedickte Rindsgalle(Anh. Nr. 11.) auf den Bauch ein: oder man lege einen Breyaufſchlag aus den Spitzen von Wermuth, Salbeyblaͤttern, friſcher Ochſen⸗ galle und Rockenmehl mit Bier(oder von gepuͤlverter China, Wermuth und Salbey in Waſſer und Wein) gekocht, auf den Leib. Wenn man damit kortfaͤhrt, und zugleich Klyſtiere aus einer Abkochung von Kamillenblumen mit ein wenig Salz, ohne Oel, ayppliziret, ſo gehen nicht ſelten die Wuͤrmer ab. Wenn man ein Stuͤckchen friſchen Speck, das an einen Faden feſte gebunden wird, in den After ſteckt, und es nach einigen Stunden an dem Faden wieder heraus⸗ zieht, ſo bleiben allemal gewiß Madenwuͤrmer daran haͤn⸗ gen, wenn welche zugegen ſind. Wenn man dieſes oft und 22ͤ——.,—4,——— ꝗꝑ3 — ürnenn. dage nach tnun n denſt de 1n ege ſu tinkan tn. n, da von al d lan chen geſäud eru 9 gi 6 n der Bams NRorgen tategy o Lutter eta auwarne d den. in Mitteln han 9 Tage jutr emnſ Aö fihen ¹ drit wenn dan uund a Art, ummm n gerüldenm Amwin Anu gemiſch„ Manl 4 ſchen 1 uira i ginnehnn ult 1 dsgalle(di dun 84 einen dererſtt albeyblättm füblr (oder unmb 3 ſer und Sen) 9 d mit fortfähtt, t, 1g g ven uiean appl liien, tuig Beydes wiederholet man oͤfters. Von den Wuͤrmern. 551 und allemal mit friſchem Speck wiederholet, ſo kann man ſte endlich alle herausbringen. Doch kann man ſie durch oͤftere Klyſtiere von Milch, worin Kamillen gekocht wor⸗ den, und Oel, noch geſchwinder vertreiben. Es iſt doch gut, wenn man zugleich des Morgens etwas Bitterſalz, ſoviel als genug iſt, um einige Oeffnungen damit zu bewuͤr⸗ ken, einnehmen laͤßt. Man kann verſichert ſeyn, daß e ein Bandwurm m zuge⸗ gen iſt, wenn mit dem Stuhle kuͤrbiskernaͤhnliche, oder weiße platte, beynahe viereckte Koͤrper abgehen. Er iſt immer ſchwer abzutreiben; doch geſchiehets noch im? Fruͤh⸗ ling am leichteſten. Man nehme dann einige Wochen lang taͤglich des Morgens nuͤchtern ein Paar Theeloͤffelchen voll Salz in Waſſer, man eſſe viele rohe gelbe Ruͤben, und trinke ein eiſenhaltiges Sauerwaſſer dabey. Alle Tage laſſe man ſich ein Kl lyſtier ſetzen, aus einem Kamillen⸗ decoct und Salz. Endlich nehme man des Morgens zwey bis drey Quentchen gepuͤlverte Farrenkrautwurzeln, und ein Paar Stunden hernach eine Abfuͤhrung; geht der Wurm dann nicht ganz weg, ſo wiederhole man das naͤmliche Verfahren. Oft thut auch der Knoblauch gute Dienſte. Man nimmt davon taͤglich nuͤchtern zwey bis drey Zehen kleingeſchnitten und nach einigen Tagen ein abfuͤhrendes Mittel, oder die obengedachten Klyſtiere. Wenn man fruͤh mor⸗ gens nuͤchtern täg lich ein Maaß eiskaltes Waſſer, oder auch druͤber, trinkt, und bis Mittag weiter nichts genießet, ſo ſchwaͤchet dieſes den Bandwurm, und er gehet dann auf eine genommene Purganz gewoͤhnlich ab.— Auch das fein granulirte engliſche ZBinn, Abends zu einen Loth mit Honig genommen ſchwaͤcht den Bandwurm, der auf eine Purganz, die am Morgen darauf genommen wird, gewoͤhnlich abgeht. — — — — — — 552 Von den Zuckungen u. Gichtern d. Kinder. In jedem Falle, wenn die Wuͤrmer abgetrieben wor⸗ den, muß man ſich bemuͤhen, den Magen und die Ge⸗ daͤrme wieder zu ſtaͤrken. Dazu iſt eine gute Diat erfor⸗ derlich, fleißige Bewegung, oͤfteres Baden. Kinder kann man taͤglich des Morgens und Nachmittags ein oder zwey Theeloͤffelchen von der eingedickten Rindsgalle in Wein aufgeloͤßt, und mit Zucker verſetzt(Anh. Nr. u1.) oder auch von dem Bitterwein(Anh. Nr. 17.) geben. Er⸗ wachſene muͤſſen nach Verhaͤltniß mehr davon nehmen. Wenn ſich Fieberhitze bey den Wuͤrmern einſtellet, ſo iſts am beſten, wenn man dem Kranken erſt ein gelindes Brechmittel(Anh. Nr. 1.) und hernach Waſſer, ſo mit Queckenwurzeln abgekocht, und mit Zitronenſaft oder Eſſig ſaͤuerlich gemacht worden, zu trinken gibt. Wenn das Fieber voruͤber iſt, ſo kann man die andern Wurme mittel anwenden. §. 365. Von den Zuckungen und Gichtern der Kinder. Die Kinder haben ſehr empfindliche und reizbare Ner⸗ ven. Daher ſind ſie den Zuckungen und Gichtern ſo ſehr unterworfen. Manche haben vor andern eine große Anlage dazu. Sie machen ſelten eine Krankheit fuͤr ſich; ſondern faſt allemal ſind es Wuͤrkungen einer andern. Daher koͤnnen ſie gar vielerley Urſachen haben. Mehrentheils entſtehen ſie bey Saͤuglingen von Ver⸗ ſtopfungen, von zuruͤckgebliebenem Kindspech, Saͤure und daher ruͤhrendem Leibreißen, von Diaͤtfehlern der Mut⸗ ter. Bey etwas aͤltern Kindern entſtehen ſie von beſchwer⸗ lichem Zahnen, von Wuͤrmern, oft auch von zuruͤckgetre⸗ tenen Ausſchlaͤgen, vor dem Ausbruch der Pocken, Maſern ꝛc. Wenn wſa g 1 miß neir in 6 dey den Dan. p 90 1 dem wnse 8 S den, 1 ruk: 4. 4 kang 841 Ra 365. „ 4 9nd Sichtem M Wwe emofindlice n hr 4 suckungen 5 m) Site. en vor endern eeeri ich ine K Kranthet i angen eine u ij chen haben. ſie bey Säuite a benem tunh kan 1 „von Düin ed 1 dern entfemuütbt b en, oft auch 3 if t 1 dem Autt bauh hh Von den Zuckungen u. Gichtern d. Kinder. 555 Wenn ein Kind, bey welchem einer oder der andre von dieſen Faͤllen zutrifft, im Schlafe lächelt, ſo hat man Grund zu beſorgen, daß es die Gichter bekommen werde.— Wenn es darauf anfaͤngt, die Augen zu verdrehen, und blau im Geſicht wird, ſo iſt die Krankheit wuͤrklich vor⸗ handen. Manchmal wird nur eins oder das andre Glied, ein andersmal der ganze Leib krampfhaft bewegt. Dann hat die Krankheit viel aͤhnliches mit der fallenden Sucht. Da dieſer Zufall von ſo mancherley Urſachen herruͤh⸗ ren kann, ſo faͤllts in die Augen, daß man nicht einer⸗ ley Mittel dagegen gebrauchen duͤrfe. Die, welche in einem Falle helfen, ſind in dem andern unwuͤrkſam oder gar ſchaͤdlich. So iſts mit den mancherley Gichtpulvern, dem Marggravenpulver, Doctor Michels Pulver, der Poͤonienwurzel, den erhitzenden und beruhigenden Arz⸗ neyen, dem Hirſchhorngeiſt, Agtſteinoͤl, Theriak, Mithri⸗ at, Klatſchroſenſaſft.— Manche helfen zu gar nichts, wie die Anhaͤngſel von Elendsklauen, Eiſenkraut ꝛc. Man muß die Urſachen des Uebels aufſuchen, dann iſt es mehrentheils leicht, daſſelbe zu entfernen. Kommen die Gichter von verhaltenen Unreinigkeiten in den erſten Wegen, von Verſtopfung, dem zuruͤckgeblie⸗ benen Kindspech, oder Saͤure, ſo muß man diejenigen Mittel anwenden, die in dem 345. und 348.§. dage⸗ gen empfohlen worden.. Wenn die Mutter oder Amme ſich geaͤrgert hat, oder erſchrocken iſt, und gleich darauf das Kind an die Bruſt legt, ſo kann dieſes ſehr krank davon werden; denn die Milch wird verdorben und ſcharf. Sie verurſacht gemei⸗ niglich Erbrechen, Leibreißen, Unruhe, das Kind faͤhrt im Schlaf auf, und oft bekommts Gichter, die manches⸗ mal toͤdtlich werden. Das naͤmliche kann bisweilen bey zuͤrtlichen Kindern geſchehen, wenn die Mutter grobe Diät⸗ fehler begehet, z. B. wenn ſie ungewohnte ſcharfe und ſaure em 5 Dinge 55 ½ Von den Zuckungen u. Gichtern d. Kinder. Dinge genießet, wenn ſie nuͤchtern Branntewein trinkt, und gleich hernach das Kind ſaͤuget. Hier kommt alles darauf an, daß die verdorbene Milch weggeſchafft werde. Daher muß man dem Kinde ſogleich ein Klyſtier aus Milch, Zucker und Oel beybringen, und ſolches, wenn es nicht beſſer darauf wird, nach einiger Zeit wiederholen. Man kann ihm Lindenbluͤththee zu trinken geben; aber in einem oder zwey Tagen darfs nicht an der Bruſt trinken. Man naͤhrt es indeſſen mit Weckſuppen, oder andern ſchicklichen Speiſen. Manchmal bekommen die Kinder die naͤmlichen Zu⸗ faͤlle, wenn ihnen die Mutter, bey der eben die Monats⸗ zeit eintritt, die Bruſt gibt. ebengedachten Mittel und entwoͤhnt das Kind. Was man bey Zuckungen und Gichtern, die vom Zahnen entſtehen, zu thun habe, iſt im 357.§. gelehrt worden. Die Gichter, welche von Wuͤrmern herruͤhren, ſind mehrentheils ſehr heftig; aber man kann die Anfalle leicht heben, wenn man dem Kranken unverzuͤglich ein Klyſtier von lauwarmer Milch ſetzt. Wenn es verſtopft iſt, ſo muß man ein wenig Salz dazu thun, ſonſt aber nicht. Wenn der Anſall voruͤber iſt, ſo muß man nach der im vorigen§. angegebenen Art, die Wuͤrmer zu vertreiben ſuchen. Wenn die Gichter daher entſtehen, daß Ausſchlaͤge zuruͤckgetreten, oder durch aͤußerliche Mittel vertrieben worden, ſo muß man ſich bemuͤhen, ſie wieder hervor⸗ zubringen(M. ſ. im 355.§.). Am wenigſten hat man Urſache ſich vor den Gichtern zu fuͤrchten, die bisweilen kurz vor dem Ausbruche der Blattern, Maſern oder dem Scharlachſieber vorhergehen. Sie ſind ſelten gefaͤhrlich. gute Vorbedeutung, daß die Krankheit gutartig ſeyn wird. Man Man gebraucht dann die Im Gegentheil geben ſie eine 2seͤ it Kinde Ruap t, boy R aiha t. Aa paazan twaͤhnt de a en und Gom, hn aahe, it a ſn ſ 4 Wärnen h 1 er man kann dellület iken unenituttit Dan u ninti azu thm, ai ten ſ mij mnhkt die Sina p utal entfeeja, il dül ußerliche Da Kahn mäßen, neſpn acze ſi mw t vot du A gorte 2hataiine ruirin n Gszenihel k boeße 1 rantheit zunn tr Von den Zuckungen u. Gichtern d. Kinder. 555 Man hat daher nicht noͤthig, etwas beſonders dagegen zu brauchen. Kinuten lang in ein laues Bad, Allenfalls ſetzt man das kranke Kind ein Paar trocknet es dann ab, bringt es in ein warmes Bette, und gibt ihm Polder, oder Lindenbluͤththee zu trinken. Waͤhrend dem Anfall der Gichter, haupt wenig thun. ſind Klyſtiere und lauwarme Baͤder. kann man uͤber⸗ Die einzigen und nuͤtzlichſten Mittel Wenn der Anfall ſehr heftig und anhaltend iſt, ſo kann man dem Kranken das Geſichte mit kaltem Waſſer beſpruͤtzen, und ein Tuch, das in warmen Wein getunkt worden, um ihn herum⸗ ſchlagen, oder auch ein Tuch mit Eſſig oder Branntewein befeuchtet, auf den Magen legen. Man kann den Kranken nichts eingeben, weil ſie entweder gar nicht, oder doch nicht leicht ſchlucken koͤnnen. Es iſt ſchaͤdlich, wenn man ſie waͤhrend dem Anfall mit ſtarkriechenden geiſtigen Dingen beſtreicht, wenn man ſtie heftig ruͤttelt, die Dau⸗ men ausbricht und den Körper feſte haͤlt. Man muß ſie nur auf ein Bette legen, und ihnen etwas zwiſchen die Zahne ſtecken, damit ſie ſich die Zunge nicht zerbeißen. Anhang. ——— Anhang. Belehrungen uͤber die Zubereitung der Heil⸗ mittel und der Art ſie zu gebrauchen. Erſte Abtheilung. Einige nothwendige Erinnerungen. Mn kann ſeine Geſundheit nicht beſſer erhalten, als wenn man bey einer guten Lebensordnung ſich vor allen Arzeneyen huͤtet, und vor allem, was einer Arzeney aͤhnlich iſt. Denjenigen fehlt immer was, die gewohnt ſind fuͤr jede Kleinigkeit etwas einzunehmen. Wem es Ernſt iſt um ſeine und der Seinigen Geſund⸗ heit, der ſollte niemals die Apotheke ſuchen, wenn er nicht von einem Arzt dahin geſchickt worden. Dieſe Arzeney⸗ laͤden, die jedermann offen ſtehen, ſind ein groͤßeres Uebel fuͤr das gemeine Weſen, als die Wein⸗ und Branntewein⸗ ſchenken. Beſſer waͤrs, man haͤtte gar keine. Indeſſen kann man freylich die Arzeneyen auch nicht im⸗ mer entbehren. Aber man halte ſich doch allezeit an diejenigen, die gelinde wuͤrken, und der Natur keine Gewalt anthun. Jedes Arzeneymittel verurſacht eine kuͤnſtliche Krank⸗ heit, und man wird geſund, wenn ſolche derjenigen K⸗ak⸗ heit juſt entgegengeſetzt iſt, die man vorher hatw, und um derentwillen man die Arzeney einnahm. Aber wenn man es nicht genau trifft, ſo muß man natuͤrliche Weiſe kraͤnker werden, als man war. Das — 1 deit nice ſt eich a Ledentadg ſh h h lem, vsenn han üt ner wes, n ſaſr u mnehme. eine uni M eruh Ypeihet ſhe dunh hickt vaie Dächm ſtehen, i u iehk die Den d detwni nan hün met lich die vmndhtti tte ſch det wtnäh „aut kubauhn tbiütt Ar rrurſact in büt 5 an „penn ſöchedeſonih Anhang. Dae hat man nun bey dem Gebrauch der gelinderen Mittel ſo leicht nicht zu befuͤrchten. Sie wuͤrken zwar langſam, aber ſicher, und heilen gruͤndlich. Man kann ſie lange fortbrauchen, und ſie helfen immer mehr wie die ſtaͤrkeren, angreiſenden Arzeneyen. Man hat auch nicht ſo leicht eine uͤble Folge davon zu beſorgen, wenn etwa in der Doſis ein Fehler begangen wird. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß man Kindern, jungen oder ſehr alten und ſonſt ſchwaͤchlichen Leuten, nicht ſo viel von einer Arzeney geben darf, wie ſolchen, die voͤllig erwachſen und ſtark ſind. Man kann zwar nicht ganz genau beſtimmen, wie viel davon fuͤr dieſen oder jenen zu einer Doſe erfoderlich iſt, doch gibt man insgemein den Kindernt von einem Jahre, ohngefaͤhr den zwoͤlften Theil desjenigen, was Erwachſene bekommen, und ſolchen, die zwey bis drey Jahre alt ſind, den achten oder ſechsten Theil. Fuͤr Kinder von vier, fuͤnf oder ſechs Jahren iſts mehrentheils hinreichend, wenn ſie den vierten Theil und etwas daruͤber von der Doſe eines Erwachſenen be⸗ kommen. Jungen Leuten von acht bis zwoͤlf Jahren gibt man die Haͤlfte, und ſolchen, die zwoͤlf bis achtzehn Jahre alt ſind, zwey Drittheile davon. Sehr alte Leute ſchaͤtzt man den Kindern gleich. Eine Maaß von Fluͤſſigkeiten haͤlt vier Schoppen, deren jeder ohngefaͤhr ein Pfund Kramergewicht ſchwer iſt. Eine gemeine Theetaſſe, ein volles Theekoͤpſchen, und ein kleines Trinkglas werden alle zu ſechs Loth gerechnet⸗ Ein voller Eßloͤffel enthaͤlt ein Loth Fluͤſſigkeit, und ein Theeloͤffelchen voll etwa dreyßig Tropfen. „Eine Handvoll von Wurzeln bedeutet ſoviel als zwey Loth; von Kraͤutern und Blumen aber nur ein Loth. Man muß dieſes wiſſen, um die folgenden Vorſchrif⸗ ten zu verſtehen. Zweyte —ſſſſͤſ e— “ -- chen und beweglich machen(M. ſ. im 26.§.). vorzuziehen. 558 Anhang. Zweyte Abtheilung. Von den ausleerenden innerlichen Mitteln. Nr. I1. Von den Brechmitteln. iſt, daher iſt es mehrentheils in denjenigen Krankheiten ſehr dienlich, die von Unreinigkeiten im Magen herruͤh⸗ ren, oder in welchen ſich Unreinigkeiten dahin abſetzen. Solche verurſachen dann gemeiniglich einen uͤbeln Dacchs Erbrechen wirdſalles ausgeleeret, was im Magen Geſchmack im Munde, uͤhbles Aufſtoßen, Ekel und Nei⸗ gung zum Erbrechen(§. 36.). Da iſt es oft ſchon hinreichend, um das Brechen zu befoͤrdern, wenn man nur laulich warmes Waſſer, Kamil⸗ lenthee, Thee von weißen Kleebluͤthen ꝛc. trinket. In den wenigſten Faͤllen, wo zu vermuthen iſt, daß ſich nach und nach Unreinigkeiten im Magen geſammlet haben, darf man gleich zu wuͤrkſamern Brechmitteln greifen; ſondern man muß jene erſt durch fleißiges Trinken loswei⸗ Zu dem Endzweck kann man vorher auch etlichemal eine Meſſer⸗ ſpitze voll praͤparirten Weinſtein einnehmen. Man ſollte nie ein Brechmittel gebrauchen, woferne der Leib nicht vorher durch ein Klyſtier geoͤffnet worden. Dieſe Vorſicht, wodurch manchen uͤbeln Folgen vorgebeugt werden kann, iſt bey Kindern beſonders nothwendig. Es gibt verſchiedene Mittel, welche Brechen machen, und man pflegt einige in dieſen, andre in jenen Faͤllen So wird die Brech⸗ oder Ruhrwurzel vor⸗ zuͤglich in der Ruhr und bey Durchſaͤllen angewendet. Aber das ——³— 1 dam mag in. 4 loies Juſthn d 5 36.) hinneiche, näig ar lauüch urns d a den Klecdikim t nat fillen, u g mmtil i d n Tun in nirkndwttf riſt derz ſinn dten 3 8 — 44 4 der dc dar. * 8 * inei n m An 5 Drccmititrtt Vin 4 ein Kir cfan e nut ze owaw u . 1han 3sen n' 95 „dii,: die Dac 49 d Dr — — 4 ede d Jpac — räſalen 1 a Anhans. 559 das ſicherſte in allen Faͤllen, ſowohl fuͤr Erwachſene als Kinder, iſt ſolgende Aufloſung des Brechweiſteins. Sie hat den Vorzug, daß wan ſie auch den Kindern leicht bey⸗ bringen kann, weil ſie keinen ſonderlichen Geſchmack hat. Man zerreibet drey Grane Brechweinſtein, gießet zwey Theekoͤpſchen voll warmes Waſſer daruͤber, und ruͤhrt es um, bis er ſich aufgeloͤſet hat. Noch beſſer iſt es, wenn man ſich zur Aufloͤſung des Brechweinſteins diſtillir⸗ tes Brunnenwaſſer aus der Apotheke kommen laͤßt. Davon gibt man nach und nach ſoviel, bis es einige⸗ mal Brechen macht. Einem Erwachſenen etwa je uͤber eine Viertel- oder halbe Stunde ein Paar Loͤffel voll. Ganz kleinen Kindern gibt man zehn bis funfzehn Tropſen, groͤßern aber ein oder etliche Theeloͤffelchen voll. Es muß nuͤchtern eingenommen werden. Man darf nicht viel trinken, ehe noch das Brechmit⸗ tel wuͤrkt; aber hernach muß es deſto haͤufiger geſchehen, wenn der Kranke ſtarke Neigung zum Brechen bekommt, oder wuͤrklich anfaͤngt ſich zu erbrechen. Da gibt man ihm aber nichts anders als bloßes lauwarmes 4 Weſſer. Je mehr er davon trinket, je leichter geht die Ausleerung von ſtatten. Waͤhrend dem Brechen muß man ih hm den Kopf halten, und den Ruͤcken ein wenig unterſtüßen. Wenn das Brechen aufhoͤret, ſo gibt man dem Kran⸗ ken, wenn er ein Fieber hat, einen duͤnnen, warmen, ſaͤuerlichen Gerſten; oder Haberſchleim, oder eine Fleiſch⸗ bruͤhſuppe, wenn kein Fieber zugegen iſt. Derjenige, ſo ein Brechmittel genommen hat, darf denſelben Tag keine ſeſte Nahrung genießen. Wenn man jemand brechen machen will, und ihm doch kein Brechmittel eingeben kann, ſo kitzelt man ihn im Schlund mit dem Bart von einer Feder, den man in Oel getunkt hat, oder man ſteckt ihm einen Finger in den Hals. Man Krankheiten gebrauchen. 660 Anhang. Man muß nie vergeſſen, daß es gewiſſe Umſtaͤnde gibt, bey welchen man kein Brechmittel geben darf. Sie ſind im 26.§. erwaͤhnt worden. Aber es gibt doch einige außerſt dringende Fälle, wo es noͤthig iſt, daß man den Kranken brechen mache, die uͤbrigen Umſtaͤnde moͤgen ſeyn wie ſie wollen, z. B. wenn jemand Gift bekommen hat. Nr. 2. Von den abführenden Mitteln. Man bedient ſich der abfuͤhrenden oder Laxiermittel in denjenigen Faͤllen, wo ſich Unreinigkeiten in dem Magen und den Gedaͤrmen durch ihre Zeichen zu erkennen geben. (§. 36.) Es gibt eine große Menge von Dingen, die Laxieren machen, unter allen aber iſt der praͤparirte Weinſtein, und naͤchſt dieſem das Bitterſalz am ſicherſten. Man kann beyde, ſowohl in Fiebern als andern Wenn man wenig davon ein⸗ nimmt, ſo loͤſen ſie die Unreinigkeiten auf, die in den Verdauungswegen vorhanden ſind, und machen ſie geſchickt, daß ſie hernach leichter ausgefuͤhrt werden koͤnnen. Nimmt man mehr, ſo oͤffnen ſie den Leib gelinde und faſt ohne alle Beſchwerden. Man nimmt von dem Weinſtein, wenn man damit laxieren will, des Abends vor Schlafengehen einen Eß⸗ loͤffel voll, oder ohngefaͤhr ein Loth, mit Waſſer einge⸗ ruͤhrt. Man darf aber vorher nicht viel gegeſſen haben. Fruͤhe Morgens darauf nimmt man wieder einen Loͤffel voll, und trinkt warmen Thee oder Molken nach. Wenn es etwa in zwey Stunden noch nicht wuͤrket, ſo wird noch ein Loͤffel voll genommen. einzunehmen. Vom Wenn man den Weinſtein mit gleichviel Zucker miſchet, ſo iſt er deſto angenehmer wo 8s R A 169 e n5 leng 3 kdöfthrma uat 1 ſch Ur deih uieg denge dan diyn ühin ſt der ninnn Pain z am fihatm. ſowohl u zue Brin Denn un nah wnw unreinigkat uf, Rah. in ſind, mhränprtt tführt deia ünn N den ki pun w i Beiritt, wnwnnk ver E 0 uineig na p 4 w Sſ iag ein Lat gſa ſba † ict uit un bt Bemn. 1 den gii an einem oder anderthalb Loth genug. Anhang. 561 Vom Bitterſalz ſind fuͤr einen Erwachſenen zwey bis drey Loth noͤthig: ſchwaͤchere Perſonen haben mehrentheils Es iſt gleichguͤl⸗ tig, ob man boͤhmiſches oder engliſches Salz, oder Glau⸗ berſalz nimmt. Man laͤßts in Waſſer oder Zwetſchenbruͤhe zergehen, und trinkts des Morgens. Kindern muß man nach Verhaͤltniß weniger geben. Aber es iſt ihnen gemeiniglich nicht ſo leicht beyzubringen. Am erſten nehmen ſies noch, wenn man ein Stuͤckchen Kandelzucker in das Glas wirft, worin die Bitterſatzauf⸗ loͤſung iſt, die ſie nehmen ſollen, und ihnen verſpricht, daß ſie das haben ſollen, wenn ſie die Fluͤſſigkeit ausge⸗ trunken haben. Auch das gemeine Kuͤchenſalz macht laxie⸗ ren, und kann im Nothfall anſtatt des Bitterſalzes genom⸗ men werden, zumal bey Krankheiten, die von Verſchlei⸗ mung herruͤhren, bey verſchleimtem Magen, der Waſſer⸗ ſucht, geſchwollenen Fuͤßen ic. Man nimmt etwa einen offelvoll in Waſſer aufgeloͤſet, des Morgens fruͤhe, nach und nach. Aber manchmal machts Erbrechen. In einigen Faͤllen iſt die Rhabarbertinetur vorzuͤglich dienlich, zumal bey Krankheiten der Kinder. Man gibt ihnen die Rhabarbertinetur oder den Rhabarberſaft thee⸗ loͤffelweiſe. Sonſt hat man noch manche ganz gute abfuͤhrende Dinge unter den Hausmitteln, z. B.— die Pfirſchen⸗ blaͤtter. Sie ſind vorzuͤglich nutzbar, um die Wuͤrmer abzutreiben, zumal bey Kindern. Man nimmt von den jungen Blaͤttern, die im Fruͤhling geſammlet und getrock⸗ net worden, ein bis anderthalb Loth, gießet einen halben Schoppen Waſſer daruͤber, laͤßts uͤber Nacht ſtehen, und des Morgens darauf ein Paarmal aufwallen, dann ſeyhet man die Bruͤhe ab, und thut ein wenig Honig dazu. Die⸗ ſes wird Morgens auf einmal genommen. Wenn man friſche Blaͤtter anſtatt der getrockneten nimmt, ſo ſind ihrer Nn doppelt —— Heilmittel. 562 Anhang. doppelt ſo viele noͤthig. Aber fuͤr ſtarke Leute iſt dieſes Mittel doch zu gelinde, ſie muͤſſen noch ein oder andert⸗ halb Loth Bitterſalz dazu nehmen.— Ferner die blaß⸗ rothe Roſen(Molkenroſen), und die Schlehenbluͤthe. Man läßt eine Handvoll davon oder doppelt ſoviel in heißem Waſſer oder Molken ausziehen, verſuͤßet die Bruͤhe mit Zucker, und trinkt ſie ſchaalenweiſe wie Thee. So bedient man ſich ihrer beſonders bey Hautkrankheiten, Ausſchlaͤgen ꝛc. oder man kocht ſie in Zwetſchenbruͤhe und trinkt ſolche des Morgens nuͤchtern. Dritte Abtheilung. Von den Klyſtieren und Stuhlzaͤpſchen. D. Klyſtiere gehoͤren unter die nuͤtzlichſten und ſicherſten Es gibt wenig Krankheiten, wo man ſie nicht anwenden duͤrfte, und in vielen ſind ſie ganz unent⸗ behrlich. Eine jede Hausfrau ſollte ſichs bekannt machen, wie man ein Kiyſtier verfertiget und auf eine gute Art beybringt, und ſich mit der dazu noͤthigen Geraͤthſchaft, einigen Schweins⸗ oder Rindsblaſen, einem kleinen Kly⸗ ſtierroͤhrchen fuͤr Kinder, und einem groͤßern fuͤr Erwach⸗ ſene verſehen. Wenn man jemand ein Klyſtier geben will, ſo muß ſich derſelbe auf die rechte Seite legen. Wenn man nun die Fluͤſſigkeit in die Blaſe gefuͤllt hat, ſo beſtreicht man das Roͤhrchen mit Oel und ſchiebt es in den After, indem man es nach dem Ruͤcken zu wendet, ſo hoch hinauf, als man es, ohne Gewalt anzuwenden, bringen kann. Dann muß man die Fluͤſſigkeit mit einiger Kraft einſpruͤtzen. Wenn das geſchehen iſt, ſo thut man wohl, wenn man den Kranken mit den Fuͤßen ein wenig in die Hoͤhe hebet. Sonſt ☛—————* — — 2ͤ— 22ͤn „„ mter di thitſ tin vrmig Keein, na mlu nen whicn meau ſilh ſor ema rerferig ufu ſ t ber en Atzn beth Rindchum, un but „und tam gietet tin fpüe ged i e Seitt bea KAl t wih lenatn 1 gut 3as U M J. drM b ſau 1 verſchiedentlich zubereitet. Anhang. Sonſt muß er eine Weile auf der rechten Seite ruhig liegen bleiben, und nicht tief Athem holen. Man darf nicht zu viele Fluͤſſigkeit zu einem Klyſtier nehmen; fuͤr ein Kind, das noch kein Jahr alt iſt, nicht mehr als ungefaͤhr ein halbes Theekoͤpſchen. Ein Kind von fuͤnf bis ſechs Jahren kann ſchon etliche Theeköpf⸗ chen voll bekommen. So nimmt man nach Verhaͤltniß immer mehr, und fuͤr einen Erwachſenen etwa die Haͤlfte, oder drey Viertel von einem Schoppen. In einigen Faͤllen gibt man die Klyſtiere kalt; ge⸗ woͤhnlich aber warm. Sie duͤrfen nicht waͤrmer ſeyn, als daß mans leiden kann, wenn man die Blaſe mit der Fluͤſſigkeit auf ein Auge haͤlt. Man kann zu jeder Zeit ein Klyſtier ſetzen; doch iſts dann weniger dienlich, wenn etwa der Magen mit Speiſen angefuͤllet iſt. Die Klyſtiere werden nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde Wenn man den Leib oͤffnen, und Kraͤmpfe und Schmerzen im Leibe lindern will, ſo gibt man erweichende Klyſtiere. Man kocht z. B. eine oder etliche Handvoll Kamillenblumen, Holderbluͤthen, Kaͤſepappeln, Kleyen, einen Loͤffelvoll Leinſaamen u. dgl. in einem Schoppen Waſſer, Milch oder Fleiſchbruͤhe, ſeyhets durch ein Tuch und thut einen oder zwey Loͤffelvoll Honig, Oel oder Butter dazu. Wenn Blaͤhungen vor⸗ handen ſind, ſo nimmt man gewuͤrzhafte Kraͤuter und Saamen, Balſamkraut, Fenchel, Kuͤmmel ꝛc. mit zum Decoct. Solls mehr abfuͤhren, ſo macht man es mit Molken, oder man thut einen Loͤffelvoll Kuͤchenſalz dazu. Mehrentheils iſts bey der Abhandlung der Krankhei⸗ ten angegeben worden, was man in jedem Falle zu den etwa erfordßrlichen Klyſtieren nehmen ſoll. Nr. z. Nn 2 Anhang. Nr. 3. Dey den Viſceral⸗ oder alterirenden Klyſtieren hat man die Abſicht, daß ſie bey dem Kranken blei⸗ ben ſollen. Man nimmt dicke wohlgeſaͤttigte Decocte dazu, und applicirt auch Erwachſenen nicht mehr auf einmal als zwey Theekoͤpſchen voll. Man bringt durch ſolche Mittel die naͤmlichen Mittel bey, die auch ſonſten innerlich gebraucht werden. Daher muͤſſen ſie auch nach Beſchaffenheit der Krankheiten, eben ſo verſchieden ſeyn. Wenn ſie ſuͤr Abzehrende beſtimmt ſind, die ein ſchlei⸗ chendes Fieber haben, ſo kocht man z. B. die Wurzeln von Zichorien, oder von Loͤwenzahn, Quecken,— eiwa vier Loth, klein geſchnitten mit einem halben Loth Weizen⸗ kleyen in einem Drittheil Schoppen Waſſer. Bey lang⸗ wierigen Krankheiten, wo Verſtopfungen in den Einge⸗ weiden, aber noch keine Fieberbewegungen zugegen ſind, nimmt man ein Paar Loth Seifenkrautwurzeln, eine Handvoll von irgend einem bittern Kraut, Andorn, Tau⸗ ſendguldenkraut ꝛc. und ein Loth Kleyen. Bey ſolchen Krankheiten, wo die Hauptzufaͤlle Kraͤmpfe im Unterleibe ſind, macht man das Decoct von Kamillen, dem Kraut und den Blumen von Schaafgarben, Rheinfarnbluͤthen.— Man darf zu dieſen Klyſtieren weder Salz, Oel, oder Honig nehmen. Ehe man ſie dem Kranken beybringet, muß er allemal vorher Oeffnung gehabt haben, oder man muß ihm zuvor ein gewöoͤhnliches erweichendes Klyſtier geben, und wenn ſolches wieder fortgegangen iſt, ſo gibt man ihm das alterirende. Das muß er dann ſo gut, als er kann, bey ſich zu behalten ſuchen. Man kann mit dieſen Klyſtieren oſtmals ſehr ſchwere und hartnaͤckige Krankheiten heilen. Allein, wenn man in 2 44 2 3. er alterrnden hän daß ſe hey da . icke wohlgaſ ta dan enen nicht t na Sefan de Mitte ueaen lich get tauch de ur affeneit de den zn bct ne 1 8 öwenzaha, ucgen mit einm ſatathda Schopden Brſt. inch Verſtopfanm: 95 lederdewegungn oenn th Seifentwegn a bittern Kraat, Wm d ; Loth Klerm. dhih anfälle Kräſt i be zdct von Kamilh, oh garben, Iheuſmthe⸗ ſtierin ved en beyktingt nialm n, oder man nu bap 24 Alfür gim, un iſ, ſt züt m 1 an ſo gut 1u ebt nſtierrn oſtmal tin. heilen. Ylein, N3 Anhang. 665 in dem Fall iſt, daß man ſie noͤthig hat, ſo muß man alle Tage eins nehmen, und lange genug damit fortfahren. Nr. 4. Die tobacköraucht lyſtiere braucht man in Faͤllen, wo ein tebh zaſter ſtarker Nei aund ſchleunige Huͤlſe äihig iſt, wie bey Scheintodten, Ertrunkenen zc. Man hat eigene Maſchinen, vermittelſt deren man den Tobacksrauch ſehr bequem in den After blaſen kann. In deren Ermangelung ſteckt man das Ende von einer hoͤlzernen oder beinernen Tobackspfeiffenroͤhre„ die vorher mit Oel beſtrichen worden, ein Paar Finger breit in den Aſter, dann nimmt jemand einige volle Zuͤge Tobacksrauch in den Mund, und blaͤßt ihn nach einander ſo ſtark als er kann, durch die Roͤhre hinein. Oder, welches beſſer iſt, man ſtopft eine Tobackspfeife nicht ganz voll mit To⸗ back, zuͤndet ihn an, und ſteckt die Roͤhre davon in den After, uͤber den Pfeiffenkopf legt man ein Schnupftuch, ein Stuͤckchen Leinewand, oder ein durchloͤchert Papier, dann faßt man ihn in den Mund, und blaͤßt mit aller Kraft, anhaltend, und ſo lange es ſeyn kann, den Rauch ein. Ueber ein Weilchen haͤlt man doch mit dem Einblaſen ein wenig inne, und reibt mittlerweile queer uͤber dem Unterleib, und zwar am meiſten uͤber dem Nabel. Der Kranke muß auf der rechten Seite liegen, wenn man ihm den Rauch einblaͤßt. Man muß alle⸗ mal vom ſtaͤrkſten Toback nehmen, den man haben kann. * Nu LKhe. 1 7. 8 — — Zwetſche in den After. Anhang. Nr.. Von den Stuhlzäpfchen, Man bedient ſich der Stuhlzaͤpfchen zu verſchiedenen Endzwecken, mehrentheils um den Stuhlgang zu erregen, da vertreten ſie die Stelle der Klyſtiere bey denſenigen, die keine nehmen koͤnnen. Kindern ſteckt man eine ausgekernte und in Oel ein⸗ getunkte große Roſine oder eine umgekehrte getrocknete Sonſt macht man ven Seife, hartem Kaͤſe, oder Lichttalg ein laͤnglichtrundes eichelfoͤr⸗ miges Zaͤpſchen, von der Dicke des kleinen Fingers des jenigen, dem es beygebracht werden ſoll. Oder man laͤßt ein Paar Loͤffelvoll Honig, oder gleichviel Honig und friſche Ochſengalle mit einer Meſſerſpitze feingeſtoßnem Salz, in einem eiſernen Loͤffel, uͤber ein Paar Kohlen gelinde kochen, bis es dick wird, dann laͤßt mans ein wenig verkuͤhlen, und formt es in der Hand. Wenn dieſe nicht helfen, ſo ſteckt man ein gehoͤrig geformtes Stuͤckchen Alaun bey. Man muß aber alles vorher in Oel tunken oder mit Butter beſtreichen, ehe man es beybringt, und beym Hin⸗ einſtecken muß man ſich in Acht nehmen, daß man den Kranken nicht beſchaͤdige. Man laͤßts ſo lange beyſtecken, bis es ſeine Wuͤrkung gethan hat. Stuhlpillen. Vierte Abtheilung. Von den Pflanzenſaͤften. Ir die mehreſten langwierigen Krankheiten hat man keine beſſeren Mittel, als die friſchen Kraͤuterſaͤfte. Die ͤ 1 ½ J. da, Etuhpun. rahlhbthn ticta den Sdigan d Klyſtiere ſh tmenne his 4 ausgekern M9 lii eine umaat enkel onſt maaht nan eii, ein Ünglitt hſb icke des kwinn ſun n werden ſol. Manmih dder geeichil zahe eſſerſoize ſineaiiono er ein Paur Kiſte pin dern lißt un m der Hand ſeo ſuact un ia h w. I zer in Oel utn t S beydriagt, u tan t ſcht nehatn, uj un dan lüßts ſ e äpt hat. theilung anzen ſaͤftet. nen Keantheitn ſt ſeiſchen Fratehe Anhang. b 8967 Die Saͤfte aus dem Kraut und den Wurzeln von Auecken, Loͤwenzahn, Zichorien, Meerrettig, dem Kraut von Koͤrbel, Sauerampfer, Huflattich, Kletten, Tauben⸗ kropf, Gundelreben, Hauslauch, Peterſilgen, Loͤffelkraut, Brunnenkreſſe, aus Gurken und andern zeitigen Fruͤchten, der Birkenſaft— ſind im Vorhergehenden oft, und gegen mancherley Zufaͤlle empfohlen worden. Man nimmt die ganzen friſchen Wurzeln und Kraͤu⸗ ter, waͤſcht ſie ſauber und laͤßt das Waſſer davon abtroͤp⸗ feln, dann ſchneidet man ſie groͤblich, ſtoͤßt ſie in einem eiſernen Moͤrſer, bis ſie ganz zerquetſcht ſind, und druckt dann den Saft durch ein grobes leinen Tuch ſtark davon aus. Dieſen Saft laͤßt man noch ein Weilchen ſtehen, damit ſich die erdigen unreinen Theilchen daraus abſetzen. Wenn die Wurzeln und Kraͤuter wenig oder einen dicken klebrichen Saft enthalten, den man nur mit Muͤhe herauspreſſen kann, ſo muß man, waͤhrend dem ſie geſtoßen werden, ein wenig Waſſer, oder von einer Abkochung von der nämlichen Pflanze dazu thun. Will man die Kraͤuterſaͤfte laͤutern, ſo ſtellt man ſie in einem Schuͤſſelchen auf ein Paar Kohlen und nimmt den Schaum davon weg, ſo wie er aufſteigt: oder man nimmt etwa auf einen Schoppen Saft, das Weiße von einem Ey, klopft es voͤllig zu Schaum, miſcht es zu dem Saft und laͤßts mit einmal ein Paarmal auſwallen. Wenn es hernach kalt geworden iſt, ſo laͤßt mans durch ein Tuch laufen. Dadurch wird der Saft zwar helle und angenehmer fuͤr den Geſchmack, er verliert aber auch viel von ſeinen Kraͤften. Daher iſts immer beſſer, daß man ihn ſo braucht, wie man ihn ausgedruckt hat. Die Saͤfte aus ſcharfen Pflanzen, Meerrettig, Loͤf⸗ felkraut ꝛc. nimmt man loͤffelweiſe, die uͤbrigen zu einem Thestäſchan voll und daruͤber, des Morgens, ehe man Nn 4 b viel 568 Anhangs. viel gegeſſen hat. Mehrentheils dabey. Wenn man die Birken im Fruͤhling, ehe ſie ausbre⸗ chen, am Stamme oder an den Aeſten anbohret, ſo fließe der Saft in Menge aus. Derjenige aus den bte ne zwey oder drey Finger dicken Aeſten iſt am beſten. Man faͤngt ihn in einem glaͤſernen oder ſteinernen Geſchirre auf. Wenn man ihn in Flaſchen fuͤllt und ein wenig Baumoͤl darauf gießet, ſo kann man ihn ziemlich lange aufheben. Er iſt ein gutes blutreinigendes und harntreibendes Mittel. Man nimmt zwey Therköͤpſchen voll, taͤglich zwey: oder dreymal. Da man nicht allezeit friſche Wurzeln, Kraͤuter und Fruͤchte haben kann, ſo pflegt man die Saͤſte von einigen, wie von Loͤwenzahn, Moͤhren, Quitten, Wachholderbee⸗ ren, Hollunderbeeren ꝛc. einzudicken, um ſie aufheben zu koͤnnen. Es ſind lauter ſehr gute, bey vielen Krankheiten brauchbare Hausmittel, und man thut wohl, wenn man ſie immer vorraͤthig haͤlt. trinkt man Molken Nr. 6. Eingedickter Saft von Lowenzahn. Kan druͤckt den Saft aus den zerſtoßnen Wurzeln und dem Kraute von Loͤwenzahn, und laͤßt ihn ein Weil⸗ chen ſtehen, bis ſich die Unreinigkeiten abge etzt haben. Den obenſtehenden lautern S Saft gießt man ſachte in eine zinnerne Schuͤſſel ab, und dämpft ihn uͤber Kohlen ſo lange ab, bis er ſo dicke wird wie Honig. So muß er n einem kuͤhlen Ort, in einem ſteinernen Geſchirre aufe gehoben werden. Man nimmt einen zweymal, als ein blutreinigendes und aufloͤſendes Mittel wider n Loͤffelvoll davon taͤglich ein oder ——— —— , — 4 1. renthitt di a) im Frthlng,, 3 n den iin tizn 6 Denmig u ac— ſten iſt un a 4 9 ſteiner run Säar g und ein dadele diemlich kan 6 es und denras ſchen dal, üxs ſeiſche Ornn, hn egt un n Ehmag dien, Qui Stze nzudicken, mi gag ’r guts da wateim ad man hun, mu r. 6. aft won kwwchuh ſt aus da etir Sa nzaßn, m bl Unrtnin g ſin an züm ſtti 3 5 uri p h in vird vie u an⸗ cinim feume unf lhh Im leu A han.. 539 wider die Hautkrankheiten, die Gelbſucht u. a. e Jalgen von verſtopften Eingeweiden. Nr. 7. Gelberüben⸗ oder Möhrrübenmuk. 1 Man macht es aus den beſten ſaftigſten Gelberuͤben. Nachdem ſie geſchabt und gewaſchen worden, kocht man ſie mit Waſſer bis ſie weich ſind, dann gießt man das Waſſer weg, zerſtoͤßt die Wurzeln, und druͤckt aus ihnen den Saft durch ein Tuch ſtark aus, und daͤmpft ihn gelinde ab, bis ungefaͤhr zur Dicke eines Syrups. Man kann ſich dieſes eingedickten Saftes anſtatt des Zuckers oder Honigs an den Speiſen bedienen. Fuͤr Kinder iſt er ein vortreffliches Mittel, wenn n ſi Huſten oder Schnupfen haben. Sie koͤnnen ihn auf Brod eſſen, oder taͤglich einigemal einen Loͤffelvoll davon ein⸗ nehmen. Nr. 8. Quittenſaft oder Quittenmus. Man druͤcket den Saft aus zerſtoßnen Quitten, und ſeyhet ihn durch ein doppeltes reines Tuch. Davon nimmt man einen Schoppen, kocht ihn bey ſehr gelindem Feuer unter beſtaͤndigem Umruͤhren und Abſchaͤumen ſo lange, bis er anfaͤngt dicklich zu werden, dann thut man ein Paar Trinkglaͤſer voll alten Wein und ſechs Loth Zucker dazu. Man laͤßts dann noch weiter in gelinder Waͤrme abdaͤmpſen, bis es dicke wird, ohngefaͤhr wie eine Gallerte. Das Quittenmaus iſt ein gutes magenſtaͤrkendes Mit⸗ tel. Es iſt bey langwierigen Durchfaͤllen nuͤtzlich, nach dem Brechen, nach uͤberſtandenen Ruhren ꝛc. Es wird des Tags einigemal zu einem Loſfe voſ genommen. Nn z b Nr. . . . —————— — ———— ———— —— — Anhang. Nr. 95 wachholdermus. Friſche und zeitige Wachholderbeeren werden groͤblich geſtoßen, in einem irrdenen Gefaͤß mit ſo vielem Waſſer, daß es nur etwas uͤber die Wachholderbeeren ſtehet, eine halbe Stunde lang bey gelindem Feuer gekocht, nachher wird die Bruͤhe durch eine dichte Leinewand geſeyhet, und ſtark ausgepreßt. Die durchgeſeyhete Fluͤſſigkeit wird ganz gelinde bis zur Honigdicke abgedaͤmpft. Wenn man will, ſo kann man zuletzt noch etwas geſtoßnen Zucker dazu thun, um den Geſchmack angenehmer zu machen. Es iſt ein vortreffliches Mittel, um den ſchwachen Magen zu ſtaͤrkeu, die Blaͤhungen zu treiben, den Schweiß und Urin zu befoͤrdern. Man laͤßt einen Theil davon in zwey Theilen guten alten Wein zergehen, und nimmt davon nach Tiſche und vor Schlafengehen jedesmal zwey, drey oder vier Loͤffelvoll Nr. ro. Hollundermus, Holderlatewerge. Man zerquetſcht recht zeitige Holderbeeren, und laͤßt den Saft davon durch ein grobes leinen Tuch laufen, den⸗ ſelben kocht man uͤber gelindem Feuer unter beſtaͤndigem Umruͤhren, bis zur gehoͤrigen Dicke. Will man es an⸗ genehmer haben, ſo nimmt man zu jedem Maaß von dem Safte ohngefaͤhr ein Viertelpfund Zucker. Man muß ſich aber ſehr in Acht nehmen, daß es waͤhrend dem Kochen nicht anbrennet. Auf die naͤmliche Art macht man das Mus von Attiche beeren und Ebreſchenbeeren. Die Hellunders und Attichmuͤſer ſind ſchweißtreibend: de ſind bey Zufaͤllen, die von Erkaͤltung herdhhen de 4 uͤß ——— huahen derden. 4 Beſtß nit o nünge adhedenenn g 1 en Feuer Baae 1 hte Leinewand Kicw doeſeyhen flſtan tabgedämyſt 1 1n ttwat geſtoßen zuh a eneßmer ſu mon⸗ Nitel, um ian a amn zu treiben, zneh don in zvey Jjiln e amt davon nach dſcc) p, deeg oder iitftal 10. ddexlattderht ge Holdetenn, nlh ds leinen dus luſt h n Feuer unte gfnim Dickt. A unn G 3h e u jeden gu mdan , Zucket. Tu uüſ wihem da dis unn du Nu m t nin nüͤſer ſind twii w. enn, kiunz fha Zlüſſen ꝛc. nützlich, wenn ſie gleich anfangs gebraucht werden. Das Ebreſchenmus treibt mehr auf den Urin. Man nimmt ſie zu einem Ldffelvoll zwey, drey⸗ oder viermal des Tages. Zu den eingedickten Saͤften gehoͤret auch Nr. 11. die eingedickte Galle. Man laͤßt friſche Ochſengalle uͤber ganz gelindem Feuer bis zur Honigdicke abdaͤmpfen. Man bedient ſich ihrer ſowohl aͤußerlich als innerlich. Zum innerlichen Gebrauch laͤßt man etwa ein Loth davon in einem Trinkglaͤschen voll Wein zergehen, und thut noch ein Loth Zucker dazu. Davon nimmt man dann, um den Magen zu ſtaͤrken, die Verdauung zu befoͤrdern, bey Gelb⸗ ſuchten— des Tages ein Paarmal einen Loͤffelvoll. Fuͤnfte Abtheilung. Von den Aufguüͤſſen, Ueberguͤſſen, Thee. M. macht warme und kalte Aufguͤſſe. Zu jenen nimmt man mehrentheils Waſſer, manchmal auch Mol⸗ ken. Man gießt es kochend heiß auf das Kraut, die Blumen ꝛc. decket das Gefaͤß zu, damit nichts verdaͤmpfen kann, und laͤßts ſo lange ſtehen, bis das Waſſer halb erkaltet iſt. Man nimmt mehr oder weniger von den Species zum Thee, je nachdem dieſer ſtark oder ſchwaͤcher werden ſoll, gewoͤhnlich ein⸗ oder zweymal ſoviel, als man zwiſchen dem Daumen und den beyden erſten Fingern faſſen kann, der eine halhe Handvoll, auf einen Schoppen. So macht 4 —— —“— —“ —————õõõ—õ—õÿ— —— — macht man den ordinairen Thee von Holder, Kamillen, Garben, Fallkrautblumen, von Balſamkraut, Fenchel, Meliſſe, Heiderneſſeln ꝛe⸗ Die Bereitungsart des Malztranks, und einiger Thet⸗ arten, muß ich abſonderlich beſchreiben. Nr. 1 2 9 Nalltrank. Man nimmt bis ſechs geſtrichene Loͤffelvoll zartes Mehl von Gerſtenmalz, das in der Luft getrocknet wor⸗ den, gießet ein Maaß kochendes Waſſer darauf, ruͤhret es um, laͤßts einige Stunden lang ſtehen, und ſeyhets dann durch. Es gibt ein wohlſchmeckendes ſuͤßliches Getraͤnke. Man kann ſeinen Geſchmack noch angenehmer machen, wenn man ein Paar Loͤffelvoll weißen Wein, oder Zitro⸗ nenſaft, und etwas Zucker dazu thut. Aber es haͤlt ſich nicht lange, nach zwey Tagen wirds ſchaal und ſauer. Der Matztrank iſt erweichend, kuͤhlend und blutreini⸗ gend. Nan kann ihn mit großem Nutzen in hitzigen Gallenfiebern(mit Zitronenſaft, ohne Wein) und bey Hautkrankheiten, Geſchwuͤren, im Scharbock— zum ordentlichen Getraͤnke, taͤglich zu einem, zwey Maaßen, und daruͤber trinken. Wenn man ihn bey langwierigen Krankheiten braucht und zu offnen Leib davon bekommt, ſo muß man ihn bey Seite ſetzen. Nr. 13. Thee vom Poſt oder wildem Roſmarin. Man nimmt ein oder zwey PWoötchen voll von den Blaͤttern und kleinen Zweigen von wildem Roſmarin, oder von der etwas klein gehackten Pflanze, gießt einen 3 Schop⸗ de don bolde 1 dal ſamkzaut k htranke reiden. 1. 4 8 ſſtrichene Mf der duft wer „ Paſeet deuu i lang fehen, uh ufn ades ſäßliches Genih ooh angenehme nuls, deißen Wein, dha zh thut. Iber u lih irds ſchaal und ſebr d, kühlend ud üh oßem Nuten in ſiin „ chne Win) mi in Scartek— ſ neinem, ſoe Dun zn ihn bey lani a Leih davon hut dem Neſmerin. ſiccen wl mn en widen oſden e, giit in hen, she und iaige 4 d u Waͤrme ausziehen. des Magens. Schoppen kochendes Waſſer daruͤber, und laͤßts dann un⸗ gefaͤhr eine Stunde lang am Feuer ſtehen und ausziehen. Er wird bey Ausſchlagkrankheiten, beym Keichhuſten, bey der Ruhr— je uͤber zwey Stunden zu einer Thee⸗ ſchaale voſt getrunken. 90 Nr. 14. Starker Kamillenthee. Man uͤbergießet zwey gute Haͤndevoll Kamillenblumen mit einem Schoppen kochendem Waſſer, thut noch ein Paar Loͤffelvoll guten reinen Branntewein dazu, vermacht dann das Gefaͤß wohl, und laͤßts einige Stunden in der Dann drſicet man die Brühe durch ein Tuch davon aus. Es wird vornehmlich bey Wechſelfühern geraucht. Die kalten Aufguͤſſe haben gemeiniglich keinen ſo un⸗ angenehmen Geſchmack wie die warmen. Ne. 15. Waſſeviger Kardobenedictenaufguß. Wenn man auf zwey Loth zerſchnittene Kardobene⸗ dictenblaͤtter einen Schoppen kaltes Waſſer gießet, und ſolches nicht laͤnger als etwa eine Viertel⸗ oder halbe Stunde daruͤber ſtehen laͤßt, ſo bekommts einen angenehmen bittern Geſchmack. Laͤßt man es laͤnger, etwa ſechs Stunden lang ſtehen, ſo wirds bitterer; aber auch unangenehmer. Von jenem nimmt man ein Theekoͤpſchen, und von dieſem einen oder zwey Loͤffelvorull, des Tags zwey⸗, drey⸗, oder viermal, bey Verſchleimung und Schwaͤche Na. 4 4 —— 2 ſſſſſͤ*—— 8““— —.— 2— — 2 3———— Anhang. Nr. 16. Einfacher Bitterwein. Man uͤbergießet die Lardobenebietenblätte anſtatt des Waſſers mit Wein. Man braucht dieſen Bitterwein eben ſo, und gegen die naͤmlichen Beſchwerden, wie den waͤſſerigen Kardobe⸗ nedictenaufguß. Nr. 17. Zuſammengeſezter Bitterwein⸗ Auf zwey Loth Kardobenedictenblaͤtter, eben ſo viel Kamillenblumen, und ein halbes Loth friſche Zitronen oder Pomeranzenſchaalen, gießt man zwey Pfund weißen Wein, und laͤßts etliche Tage in einer verſtopften Flaſche ſtehen, dann ſeyhet man es durch. Man nimmt zur Stärkung des Magens taͤglich zweyr mal ein halbes Weinglaͤschen davon. Sechste Abtheilung. Von den Abkochungen, Decocten. M.. macht Decocte, Bruͤhen und Suppen zum arzes neylichen Gebrauch von Wurzeln, Kraͤutern, Hoͤlzern, Rinden, Koͤrnern, Saamen— von Fleiſch und andern thieriſchen Theilen, mit Waſſer, Molken, Fleiſchbruͤhe ꝛe⸗ Man nimmt diejenigen Dinge, die abgekocht werden ſollen, in dem naͤmlichen Verhaͤltniß zu den Fluͤſſigkeiten, wie bey den Aufguͤſſen. Gewuͤrzhafte Sachen darf man nicht zu den Decocten nehmen, weil das heſte davan waͤhrend dem Abkochen vers duͤnſten wuͤrde. Man ——— Ir arwein. ſenedittenbſite enia nn uag, w e den däſſerge de 7. Ditrerwein, 8 dieenblüttr, aing 4 loth ſtiſche humnu zwey Pfund wiin ge verſteyſten fuchit des Nage lieg avon. b theilung. en, Derottet a und Suma n h 1, Kiunn, qn, . unn Fieich mum Dolken, Fkiſtihn ge, di üzehin niß uu den Füſti 1 n nicht ſu det De hrend dem Aöuace M M Anhang. 575 Man muß alle Abkochungen langſam und bey kleinnvmm Feuer machen. Diejenigen Dinge, die ſich leicht aus⸗ ziehen laſſen, z. B. die Kraͤuter, duͤrfen nur eine kurze Seit gekocht werden, wenn man die Abkochungen nicht etwa ſehr geſaͤttigt haben will. Wurzeln, Holz, Rinden, Kraͤuter, muß man klein ſchneiden. Wenn ſie ſehr hart und trocken ſind, ſo thut man wohl, wenn man ſie in der Fluͤſſigkeit, womit ſie gekocht werden ſollen, vorher eine Zeitlang einweichet. Man macht die Decocte am beſten in irdenen Ge⸗ ſchirren. Man kann diejenigen Decocte, welche truͤb ſind, ſo wie die Molken, mit Eyweiß klaͤren. Man verbeſſert ſie aber nicht dadurch. Nr. 1 8. Wurzeldecocte, Man kocht zwey oder drey Haͤndevoll gereinigte und kleingeſchnittene Wurzeln von Quecken, Zichorien, Loͤwen⸗ zahn ꝛc. in einem Maaß Waſſer ganz gelinde; aber ſo lange bis der vierte Theil von der Fluͤſſigkeit abgedaͤmpft iſt. Dann thut man noch ein wenig zerſchnittenes Suͤß⸗ holz und Zitronenſchaalen dazu, und laͤßts verdeckt ſtehen, bis es mehrentheils verkuͤhlet iſt. Endlich ſeyhet man es durch ein Tuch. Man bedient ſich dieſer Decocte in langwierigen Krank⸗ heiten, ſtatt des ordinairen Getraͤnkes. Nr. 19. Tiſane von Klettenwurzeln. Auf ſechs Loth von den zerſchnittenen Wutzeln von großen Kletten, gießet man ein Maaß kochendes Waſſer, laͤßts —yͤͤ— ————— 2 ——————————-————— —4——————— 1——————————— ———.——————————————— ——y———— 3————. 4—— 4 3———— gießt dann die Bruͤhe davon ab, 576 Anhang. laͤßts ein Paarmal mit einander aufwallen, dann in einem verdeckten ſteinernen Gefaͤß ſtehen, bis es kalt geworden, und laͤßt ſie durch ein Tuch laufen. Sie iſt blutreinigend und vorzuͤglich bey Gichtfluͤſſen dienlich. Unreine grindige Koͤpfe werden dadurch geheilet, wenn man ſie oͤfters warm damit waͤſcht. Nr. 20. Decoct von Faͤrberröthe oder Grappwurzeln. Man uͤbergießet ein Quentchen zerſchnittene Faͤrber⸗ roͤthe(wenn ſie noch friſch iſt, ein halbes Loth) mit einem Schoppen kochenden Waſſers, thut noch zwey Eßloͤffelvoll von der Pottaſchenaufloͤſung(Nr. 4 5.) dazu, und laͤßts ſo uͤber Nacht ſtehen. Des Morgens kocht man es bey gelindem Feuer, etwa eine halbe Stunde lang, ſeyhet es durch, und miſcht, wenn es noch warm iſt, einen Loͤffel⸗ voll klaren Honig darunter. Es iſt ein vorzuͤglich gutes Mittel fuͤr Kinder, welche die engliſche Krankheit haben. Man gibt ihnen davon des Tags zwey⸗, drey⸗ oder viermal eine Theetaſſe voll. Nr. 2. Blutreinigende Wurzeltifane⸗ Man macht aus einer gleichen Menge von den Wur⸗ zeln von Seifenkraut, Quecken, großen Kletten und Loͤwenzahn, eine Abkochung auf die Art, wie Nr. 18. gelehrt worden. Sie iſt in allen Krankheiten, die von dicken und uns reinen Saͤften herruͤhren, von vortrefflichem Nutzen. —‿̈ꝙ—₰,—„ 4„„ 113. drenſwelen, dan, mi ſen, z ht „119 Ppſe wern anh i wit viſg. nzſ 10. de Eumt. rnichen ſerihtim ſtict ein halhes luſ uim lhat noch zre Kilft Nr. 45.) dau, u t Morams hit nn g de Stunde lang gir noch vaum iß üniſtt Mittel fir Kow ut Mun züt ihen h iemal eit dheun n 11. Dutjeltiſane he— Mang bon den un Be⸗ ken, gein ten W. auf d N, di Aa 3 „ die win düän u um effüten Dun Ber ig An h a n g. b 577 Nr. 22. Decoct von Hindſchkrautſtengeln. Ein Loth von den trockenen Stengeln vom Hindſch⸗ 1 kraut(Bitterſuͤß, Dulcamara) wird klein geſchnitten und mit einem Schoppen kochenden Waſſers uͤbergoſſen. Man laͤßts eine Weile ſtehen, und kocht es dann ganz gelinde; aber nicht laͤnger als ohngefaͤhr ſechs bis acht Minuten. Davon werden des Morgens und Abends ein Paar Theeſchaalen voll getrunken, man kann es mit Zucker ver⸗ ſetzen, und auch im Anfang, bis der Magen daxan gewoͤhnt iſt, die Haͤlfte Milch dazu thun. Nach und nach nimmt man immer mehr von den Siengell e bis zu zwey Loth und druͤber. Es iſt bey Krankheiten, die von einer Schäͤrfe: in den Saͤften herruͤhren, vorzuͤglich bey den Flechten, der Kraͤtze, und bey langwierigen Geſchwuͤren von bewaͤhrtem Nutzen⸗ Nr. 23. Decoct von Huflattigblättern. Man kocht drey Loth Huflattigblaͤtter mit einem Schoppen Waſſer ſolange, bis die Haͤlfte eingekocht iſt; gibt aber Acht, daß ſie nicht anbrennen. Man druͤckt die Bruͤhe durch ein Tuch davon, und 94 einen koffel⸗ voll Honig dazu. Es hat in Drüͤſenverhaͤrtungen, in der Lungenſucht, die daher ruͤhret, in der eiterigen Lungenſucht, bey triefen⸗ den Augen, hartnaͤckigen Geſchwuͤren, bey ſchlimmen Ausſchlaͤgen, bey dem Milchſchorf der Kinder und dem Kopfgrind, ſehr gute Dienſte geleiſtet. Erwachſene nehmen alle zwey Stunden eine Thertaſf voll. — ——,— 2 1— — ——— mittel vorzuͤglich; Anhang. Nr. 24⸗ Deevet vom ißländiſchen Moos. Man kocht ein Loth kleingeſchnittenes ißlaͤndiſches Moos in einem Schoppen Waſſer, bis der dritte oder vierte Theil davon abgedaͤmpft iſt, ſeyhet die Bruͤhe durch, und thut eben ſo viele ſtiſche Milch und ein wenig Honig dazu. Oder man tocht ein Loth von jenem Moos und zwey Loth Queckenwurzeln, in einem halben Maaß fuͤßer Molken(Nr. 33. 39.). Es iſt eins der vorzuͤglichſten Mittel bey Lungenſuche ten und abzehrenden Fiebern. Ran trinkt taͤglich bis zwey Schoppen davon. Nr. 25. Brey vom ißländiſchen Moos. Von ſehr fein zerſchni ktenem ißlaͤndiſchen Moos kocht man zwey Loth mit einem Schoppen Milch ga anz gelinde, ſo lange bis eine Gattung von Brey daraus wird, den macht man mit Zucker ſchmackhaft. Man kann auch das Moos in Fleiſch⸗ oder Huͤhner⸗ bruͤhe kochen. Das ißlaͤndiſche Moos iſt nicht allein als Arzeney⸗ ſondern auch naͤhrend. Manche Schwindſuͤchtige ſind fett davon geworden. Aber nicht alle koͤnnen den Brey vertragen. Man muß wenig auf einmal davon eſſen, aber deſto oͤfter, ſo daß man jene Portion nach und nach in einem Tage vey⸗ zehrt. diſchen dd 6. ingtſchnittens iſinige aſſer, 1 de di ke b — ſeyhen dedije an und ah dag kag don jenem Das w. dh. nem ſal gu ſü ſten Mätal ze fit Dan ti uhg 43. 1 N ſiſchen MNool. i ißlöndichn du hih hoypen Mh gu giei ‚eey dataus di,. aſt. in Flich! the gb nicht dlit 1 Ahngy aach riftat Nute en gurin Ad 1 aen. An Vah dm ber Wh iſte, i uac N um D h. deſſen ab. ſchirre in den Keller, und laͤßts vier und zwanzig Stun⸗ Anhang. Nr. 26. Gyrup vom ißländiſen Moos. 4 Zu der waͤſſerigen Abkochung von ißlaͤndiſchem Moos (Nr. 24.) thut man ſo viel geſtoßnen Zucker als noͤthig iſt, daß ein honigdicker Saft daraus werde. Man gibt dieſen Syrup den Kindern, welchen man andre Zuͤbereitungen von dem Mooſe nicht beybringen kann. Nr. 27. Decocte von Büchſenmoos. Man kocht ein Loth vom duͤchſenfoͤrmigen Moos (Buͤchſenmoos, buͤchſenfoͤrmiger Flechte) in einem Schop⸗ pen Waſſer, und thut etwas Honig zur durchgeſeyheten Bruͤhe⸗ Siee iſt ein ſehr gutes Mittel beym Huſten, zumal beym krampfartigen und Keichhuſten. Man trinkt des Morgens und Abends ein Paar Schaalen, oder alle zwey Stunden eine. Nr. 1 8⸗ paherrifan Man kocht anderthalb Pfund guten wohlgereinigten Haber, und eine gute Handvoll kleingeſchnittene Zicho⸗: rienwurzeln mit zwoͤlf Maaß Waſſer ſo lange, bis ein Drittheil davon abgedämpft iſt. Das uͤbrige ſeyhet man durch ein Tuch, thut ein Paar Loth gereinigten Weinſtein und ein Viertelpfund Zucker, oder reinen Honig dazu, laͤßt es noch einigemal aufwallen, und ſchaͤumt es unter⸗ Dann ſtellt man es in einem ſteinernen Ge⸗ den da ſtehen, damit es voͤllig erkalte⸗ Nachher wird Oo 2 das 3 3 5* ½ “ ooͤöoͤooͤo-ʒ-ʒ-6-6-6-6-0-0(0((QHEh(Qh--—-————————— 2— ͤ—¼—.-——,—— 3 2 -““ 8 4— — B — ——-„— 8..*— —,——. 5—— ſſſ 4—ͤͤͤ 8— ——— 1—— 3 2 —— ——. * 9„— — 580 Anhang. das Klare von dem dicken Bodenſatz abgegoſſen, und in reinen Kruͤgen aufgehozen. Dieſe Tiſane oͤffnet die verſtopften Gef⸗ äͤße, verbeſſert die Schaͤrfe im Blute, verduͤnnet und reiniget es. Man bedient ſich ihrer ſtatt des ordinairen Getraͤnkes. Nr. 29. Säuerliches Gerſten⸗ und Haberdecoct. Man laͤßt ein Viertelpfund rohe Gerſte, die vorher vom Staube gereiniget und mit warmem Waſſer abgewa⸗ ſchen worden, mit drey Maaß Waſſer ſo lange kochen, bis ſich die Koͤrner geoͤffnet haben. Soviel als von dem Waſſer einkecht, wird waͤhrend dem Kochen wieder zu gegoſſen. Man läͤßt endlich die Bruͤhe durch ein leinen Tuch laufen. Nach einer halben Stunde wird das Klate von dem Bodenſatz abgegoſſen, und mit drey bis vier Eß⸗ köffelvoll Honig, und ſoviel Weineſſig verſetzt, daß es einen angenehmen ſuͤßſaͤuer! ichen Geſchmack bekommt. Man kann auch anſtatt des Honigs vier bis ſechs Loth Zucker, und Zitronenſaft fuͤr den Weineſſig nehmen. Man kann das Decoct auch vom Haber verfertigen, und eine Handvoll zerſchnittene Queckenwurzeln mit der Gerſte oder dem Haber abkochen. Auch kann man ſtatt des Habers Habergruͤtze nehmen, wo man aber auf drey Maaß Waſſer nur vier Loth nimmt, und dieſe Quanti⸗ tät eine halbe Stunde mit dem Waſſer kochen laͤßt. Waͤh⸗ rend dem Kochen gießt man auch da ſo viel Waſſer zu, als einkocht. Es dient in hitzigen Fiebern zum ordentt lichen Ge⸗ teänke. ee 1. denſet Kigegeſn n 8 itepſten Giſiße n net und ndiniget mairn Garanh — — 29, und Haderhent V nd mhe Gerfe, urſ it warvem Vißr trne 1s Waſſr ſt e wh den. Sevinl as mg nd dem Kochn vihtg die Orüͤhe dacz in li den Stunde vid d fi und mit den lisn 2 1 gu eh Weineſſig deiſch, d 4 Geſchmat ehnt. Nn ritt bis ſehs ui zun eſſis momen, ch von Habtr veffrte 8 Quecenrnnehn ni d NAuch hnn man 1 n, Pt Ton ahn auf dee „n Jſe Auanth au un Püſer mn S- ndenliche 4 keine Hitze haben, oder auch alle zwey oder drey Stunden getrunken. Anhang. 5523 Nr. 30. WVachholderkaffe. Man laͤßt zwey Loͤffelvoll leicht geroͤſtete und geſtoßne Wachholderbeeren mit einem Schoppen Waſſer ein Paar⸗ mal aufwallen; und verſuͤßet es mit ein wenig Zucker. Er iſt den Waſſerſuͤchtigen dienlich, die kein Fieber, und wird taſſenweiſe des Morgens, Nr. 31. ctichelnkaffe. Man lieſet reife, nicht wurmſtichige Eicheln aus, macht die Schaale davon, ſchneidet die Kerne in vier Stuͤcke, trocknet ſie auf dem Ofen, und roͤſtet ſie wie Kaffebohnen. Man muß ſie aber nicht verbrennen, oder auch zu trocken brennen; ſondern nur eben ſo hart, daß ſie ſich leicht ſtoßen und zerreiben laſſen. Von dieſen alſo gebrannten und zermahlenen Eicheln, nimmt man ein oder zwey Loth(allenfalls mit dem vierten Theil Kaffe ver⸗ miſcht) und kocht es wie gewoͤhnlich mit etwa einem Schop⸗ pen Waſſer. Man trinkt dieſen Kaffe mit oder ohne Milch und Zucker, wie man will. Er hat zertheilende und ſtaͤrkende Kraͤfte, und iſt ein ſehr nuͤtzliches Mittel fuͤr Kinder, wenn ihnen die Gekroͤßdruͤſen verſtopft ſind, wenn ſie die Duͤrrſucht haben— bey der Schwindſucht, Ge⸗ ſchwuͤren und daher entſtehenden auszehrenden Krank⸗ heiten zc. Anhang. Nr. 32. Schneckenbrühe. Man kocht ein halbes Pfund kleingeſchnittenes Kalb⸗ fleiſch und einige Handevoll Wurzelwerk(friſche Quecken, Zichorien, Zellerie, Haberwurzeln ꝛc.) mit einem halben Maaß Waſſer, in einem verdeckten Gefaͤß, ohngefaͤhr eine Stunde lang, dann thut man ſechs bis acht Stuͤck rothe Erdſchnecken(Waldſchnecken), die zuvor wohl gewaſchen, zerſchnitten und geſtoßen worden, dazu, und laͤßts noch ſo lange kochen, bis die Schnecken zergangen ſind. Dann ſeyhet man die Bruͤhe durch ein Tuch. Man kann etwas Zucker dazu thun, auch das Fleiſch davon weglaſſen, und die Schneckenbruͤhe mit halb ſoviel, oder dem dritten Theil Kuͤhmilch vermiſchen. Ddie Schnecken haben unter allen nahrhaften Dingen den Vorzug. Sie erſetzen den verlohrengegangenen natuͤr⸗ lichen Schleim, und mildern die Schaͤrfe im Blute. Sie ſind bey einer großen Magerkeit, bey Bruſtbeſchwerden, hartnaͤckigem Huſten, ſcharfen Fluͤſſen, Lungengeſchwuͤren, der Auszehrung und Schwindſucht von ſehr gutem Nutzen. Durch rohe Gartenſchnecken iſt die Schwindſucht geheilt worden, wenn die Kranken eine Zeitlang des Vormittags, taͤglich vier bis acht Stuͤck aufaſſen. Aber ſo beſchweren ſie den Magen. Jene Bruͤhe kann leichter vertragen werden. Man trinkt zum oͤftern eine Taſſe voll davon, ſo, daß die angegebene Quantitaͤt nach und nach in einem Tage verzehret wird. & Nr. 33. Süßſäuerliche Schneckenbrühe. Man nimmt zehn bis fuͤnfzehn Stuͤck rothe Wald⸗ ſchnecken, fuͤnf ſuͤßſaͤuerliche Aepfel, und eine hulbe Hand⸗ voll rihe und leigftnitadi urgeldant(iſch dan Jeln u.) ni ina 2 Kue Giſt zhn ſecht bis att dun die zuvor di ſtn,. n, dezn, ulähng ken ſerzengaſt dm ein Tach. azu thun, u düßit neckenbruhe niſud mn ch verniſchen er allen naſtſiin qun verlohrengenwmnni e Schärſt in dan d it, hey Brubtſdhk, Fluſſen, vmgmitwin iot von ſchraumn ͤin . die Schomdt ghä te Zeitlang dee Tomit aſſen. Mrſ lſttem an leichte enttgn had iſſe ul dam, ſt d und ußu inm Dh 2 reckenbalde. jehn Sti uhe B dl, und tine hub 6 * Anhaugs. voll getrocknete Pflaumen oder kleine Roſinen. Die Schnecken werden zerſtoßen, die Aepfel mit der Haut in Scheibchen zerſchnitten, und dies alles eine Stunde lang in einem Maaß Waſſer gekocht. Dann wird die Bruͤhe durchgeſeyhet. Man gibt ſie denjenigen Schwindſuͤchtigen, die ſtarkes Fieber, Hitze und Nachtſchweiße haben. Gallerte von Schnecken und Krebſen oder Fröſchen. Man laͤßt dreyßig reingewaſchene Schnecken, eben ſo diele Krebſe, beyde zerſtoßen, und zwey geſaͤuberte und kleingehackte Kaͤlberfuͤße, zuſammen mit zwey Maaß Waſſer ſo lange kochen, bis nur noch ein Schoppen von der Fluͤſſig⸗ keit uͤhrig iſt. Dann wirft man eine Meſſerſpitze geſtoßne Muſcatbluͤthe und eine Handvoll geſchnittenes Koͤrbelkraut hinein, laͤßts noch ein Paarmal aufwallen, und druͤckt es durch ein leinen Tuch. Wenn es kalt wird, ſo gerinnet es zur Gallerte. Man gibt ſie den Schwindſuͤchtigen, die noch gut verdauen, des Morgens, Mittags und Abends zu ein Paar Eßloͤffelvoll, in einer Theeſchaale voll ungeſalzener Huͤhnerbruͤhe aufgeloͤſet. Wenn man anſtatt der Krebſe die Hinterfuͤße von Froͤſchen nimmt, ſo wird die Gallerte um vieles beſſer. Nr. 35. Brühe von Kälberlungen. Man nimmt eine friſche reinlich gewaſchene Kaͤlber⸗ lunge, einen Loffelvoll geſtoßnen Reiß, Gerſte oder Haber⸗ grüͤtze, ein Paar Loth ausgekernte Roſinen und zwey Borſtorfer oder Renettenaͤpfel. Alles wird zerſchnitten, 9 4 und 534 Anhang. und mit einem halben Maaß Waſſer in einem feſt ver⸗ machten Topfe einige Stunden lang gelinde gekocht. Dann wird die Bruͤhe durchgeſeyhet. Nr. 36. Körbelbrühe.— Ein Pfund Kalbfleiſch wird in ſo vielem Waſſer als noͤthig iſt, ſo lange gekocht bis es gar iſt, dann werden ſechs Haͤndevoll kleingeſchnittenes Koͤrbelkraut dazu gethan, und man laͤßts noch einigemal aufwallen. Das Fluͤſſige wird endlich durch ein Tuch ausgedruͤckt. Nr. 37. Eine andre Körbelbrithe. Man nimmt eine alte Henne, reiniget ſie wohl, ohne ſie zu bruͤhen, fuͤllet den Kropf und Leib wechſelsweiſe mit kleingeſchnittenem Koͤrbelkraut und Habergruͤtze, thut zuletzt noch, wenn ſie ganz gefuͤllet iſt, ein klein wenig ganzen Safran hinein, nahet die Henne zu, thut ſie ohne alles Salz, in einen irrdenen Topf, der etwa vier Maaß haͤlt, gießet ſiedendes Waſſer darauf, bis an den Rand, verklebet den Deckel mit Mehlteig und Papierſtreifen, laͤßt es bey gelindem Feuer beſtaͤndig, ſechs Stunden lang kochen, bis es zur Haͤlfte eingekocht iſt, alsdann ein wenig abkuͤhlen, und ſeyhet endlich die Bruͤhe durch ein Tuch. Man hebt ſie an einem kuͤhlen Ort auf. Man bedient ſich dieſer und der heyden vorhergehen⸗ den Bruͤhen bey langwierigem trocknen Bruſthuſten, bey der Schwindſucht, der Lungenſucht.— Man nimmt davon je uͤber zwey, drey oder vier Stunden eine Theetaſſe voll. Sie⸗ 1½ Wäſtr in eimn. lang geline beh. 8 36. brh dd in ſo nü b ses gar it, 54 es ahscads Haufwallen. 19 sgedruͤck, 37. dordelbeuhe. b ne, minigtt ſech opf und Leid wehſidi raut und Habetig,. ffüͤllt ite, ein hum die Henne ſu, huit Toof, der eiwi in dh darauf, bis un dh hlüeig und Powinins, deſtändig, ſechs un eingekocht iſ aihme nolich die Sriͤhe unt kählen Dr auf ad der beyden volſen tnis naei Bruſfofg4 1 — Mun rinnti 1,, dine dhe ruße 13 6 Anhang. 885 Siebente Abtheilung. Von den Molken. 81 ie Molken ſind faſt bey allen Krankheiten nuͤtzlich, weil ſie die Saͤfte verduͤnnen, die Schaͤrfe abſpuͤhlen, Verſtopfungen in den Eingeweiden heben, die Leibesoͤff⸗ nungen unterhalten ꝛc. Bey langwierigen Krankheiten trinkt man ſie im Fruͤhling und Sommer kurmaͤßig, taͤglich einen oder zwey Schoppen und daruͤber, zwey, vier bis ſechs Wochen lang. Da darf man aber den Magen nicht mit uͤberſchwemmen, ſonſt erſchlappt und ſchwaͤcht man ihn. Man trinkt die Molken nach und nach, mehren⸗ theils des Vormittags, macht ſich gelinde Bewegung dabey, und haͤlt uͤbrigens eine gute Diaͤt. Man hat ſuͤße und ſaure Molken. Die ſauren be⸗ kommt man, wenn man die Milch durch ſaure Dinge ſcheidet, oder von ſich ſelbſt gerinnen laͤßt. Wenn man die Milch eine Zeitlang ſtehen laͤßt, ſo wird ſie ſauer, die butterigen und kaͤfigen Theilchen gehen zuſammen und ſcheiden ſich von den waͤſſerigen. Dieſes ſind die ordinairen Molken. Man gebrauucht ſie zu Klyſtie⸗ ren und laͤßt ſie in Krankheiten trinken, wo viel kuͤhlen⸗ des, woͤſſeriges und ſaͤuerliches Getraͤnke noͤthig iſt, wie in hitzigen, entzuͤndungsartigen und galligen Fiebern. Die Buttermilch iſt weiter nicht von den Molken ver⸗ ſchieden, als daß noch fette und kaͤſige Theilchen darinnen herumſchwimmen. Daher iſt ſte angenehmer. Sie bekommt den Fieberkranken und Auszehrenden wohl, nur darf kein Durchfall zugegen ſeyn. Von den kuͤnſtlich Kubereſteten Nolten ſind folgende die a wshn ichſten; Anhans. Nr. 38. Süße Molken. Nan laͤßt friſchgemolkene Kuh⸗ oder Ziegenmilch in einem zinnernen Geſchirre uͤber gelindem Feuer, unter beſtaͤndigem Umruͤhren, ganz verdaͤmpfen, ſo bleibt endlich ein fettes weißgelbliches Pulver zuruͤck. Darauf gießet man eben ſoviel Waſſer, als es Milch war, laͤßts ein wenig kochen, und ſeyhet es dann durch ein leinen Tuch. Dieſe Molken ſind fetter und mehr naͤhrend als die gewoͤhnlichen. Man gibt ſie den Schwindſuͤchtigen, zu⸗ mal ſolchen, welche die Milch nicht vertragen koͤnnen, auch kleinen Kindern zum gewoͤhnlichen Getraͤnke ſtatt der Milch. Die folgende Zubereitungsart der ſuͤßen Molken iſt nicht ſo umſtaͤndlich. Nr. 39. Eine andre Art von ſüßen Molken. Man zerklopft das Weiße von friſchen Eyern(auf jeden Schoppen Milch etliche Eyweiß), miſcht es unter die Milch und laͤßts mit einander kochen. Oder man laͤßt Hausblaſen in Waſſer zergehen, thut es zur Milch und kochts damit. Die Eyer oder die Hausblaſe und das Dicke der Milch vereinigen ſich und ſallen zu Boden. Die obenſtehende klare Molke wird durchgeſeyhet. Nr. 39.*) Noch eine andere Art von ſüßen Molken Man laͤßt zwey Maaß friſche und abgerahmte Kuh⸗ milch oder Ziegenmilch am Feuer ſo warm werden, daß die Milch den Finger, wenn man ihn hineinbringt, nicht brennt. 8. llen Kah oder Napenng e gelindem deun, an adinehn ſ bü 5 8 i 8 ann 23 tin n 6 und meht nähef 6E den Schvinüg g h vicht dernazaten woͤhnlichen Eichi zart der ſäßen eni 9. ſazen Nolkn. von ftiſchu dm n Enweiß), niſttam der kochen. OM mi eaucs t die Hautblit 9 und falſu den 1 durchgeſeyhet .„ een ſthm Aukig che und abgen iee ſo waem bit 3 abein an ihn ſine 5 — ö ſre t 9 1 Anhang. brennt. Dann ſetzt man zu derſelben etwas von der geronnenen Milch, die man in dem Magen der eben geſchlachteten Kaͤlber findet, oder man wirft ein Stuͤck von einem friſchen Kaͤlbermagen von der Breite und Laͤnge dreyer Finger hinein. Wenn man keine friſchen Kaͤlber⸗ magen hat, ſo vertritt ein aufgeblaſener und getrockneter Magen auch die Stelle. Man ſchneidet ein Stuͤck davon herunter, weicht es in etliche Loͤffel voll warnies Waſſer, und gießt es zu der Milch. In einigen Laͤndern hat man Laab, welches aus dem kaͤſigen Theile der Buttermilch beſteht, den man von dem waͤſſerigen Theil der Butter⸗ milch abſondert, mit etwas von der geronnenen Milch, die ſich in friſchen Kaͤlbermagen findet, vermiſcht, in einen friſchen Kälbermagen fuͤllt und dann trocknet. Von dieſen Laabe loͤſet man ein wenig mit warmem Waſſer auf, und vermiſcht es mit der lauwarmen Milch⸗ b Man läͤßt nun die Milch ſo lange vor dem Ofen ſtehen, bis ſich der kaͤſige Theil von der Nolke abgeſchieden hat, welches in einer bis zwey Stunden geſchieht. Dann zer⸗ ruͤhrt man alles mit einem Loͤffel, oder mit der Hand, und laͤßt es durch ein Tuch, oder durch einen Seiher laufen. Die helle Molke, die man auf dieſe Art erhaͤlt, wird noch einmal aufgeſotten, wo ſich noch einige Kaͤſetheile von ihr abſondern, und noch einmal durch ein Tuch geſeihet. Dieſes iſt eins der angenehmſten. euͤhlenden und gelind naͤhrenden Getraͤnke, welches den ſuͤßen Molken Nr. 38. und Nr. 39. desgleichen den ſauren Molken weit vorzuziehen iſt, und deſſen ſich die Landleute in Sachſen im Sommer mit großem Vortheil zur Nahrung und zum Getrank bedienen. Anhang. Nr. 40. Sauf Molken. 3 Eine ettebige Menge Milch wird zum Kochen gehrache Wenn ſie uͤberlaufen will, ſo wird ſoviel Zitronenſaft oder Weineſſig dazu gethan, als noͤthig iſt, ſie zum Gerinnen zu bringen. Zu einem Maaß wird gewoͤhnlich etwas mehr als ein Eßloͤffelvoll erfordert. Man laͤßt dann das Klare durch ein Duch in ein reines Gefaͤß ablaufen. b Wenn ſie zu ſauer ſchmeckt, ſo werfe man ein Paar Meſſerſpitzen geſtoßne Krebsſteine oder Eyarſchaalen hin⸗ ein, und ruͤhre ſie fleißig darin um. Will man ſie klar haben, ſo muß man ſie mit Eyweiß laͤutern. Man nimmt zu einem Maaß Molken das Weiße von vier Eyern, quirlet und ſchlaͤgt es wohl unter einander, und laͤßt es bey einem gelinden Feuer einige Minuten lang kochen. Dann breitet man ein reines Tuch uͤber eine blecherne Seyhe, legt uͤber ſolches ein Paar Bogen Loͤſchpapier, und gießt die Molken darauf. Sie fließen dann ganz langſam durch⸗ 3 helle wie Quell⸗ waſſer. Sie ſind angenehmer wie die ungelaͤuterten Wate und liegen weniger ſchwwer auf dem Magen Nr. 41. VWeinſteinmolken. Man thut zu einem Maaß kochender Kuh; oder Zie⸗ genmilch ein Loth präparirten Weinſtein, ruͤhret die Milch mit einem Loͤffel um, bis ſie ſich voͤllig gekaͤſet hat. Die M dolken ſeyhet man ab. Kan laͤutert ſie auf die eben beſchriebene Art. 511n. Molken mit Nanakten.— 7 nn 8 Dan kocht ein Paar in dunne Scheibchen geſchnit ig it euh tene Renett⸗ oder andere angenehm ſaͤuerliche Aepfel eine tun n. Viertelſtunde lang in einem halben Maaß Molken, die 8 zewiͤhe üidan mit Zitronenſaft geſchieden worden(Nr. 40.), ſeyhet die Man lßt dnw Bruͤhe durch, und thut etwas Zucker dazu. eſäß alauſa Man kann auch anſtatt der Aepfel k kleine Roſinen, t, ſo waſe maz. getrocknete Carharinenpflaumen, Zwet ſchen oder Amarellen eine oder Lhaka mit den Molken abkochen. n um. Wenn man Hahnebutten mit Milch kocht, gerin unar ſo muß manſenite ſie, und man erhaͤlt eine ſehr angenehme und wuͤrkſame einem Maiz ira. Molke. Sie kann ſo wie die vorigen, in galligen und t und ſcün ünim faulen Fiebern, alle anderthalb d Stunden zu einem Glas⸗ einem geimdn ſur t voll gerrunken werden.— breitet men atach—ſſſ legt über ſtsmn Nr. 44434. it die Malkn un d Weinmolken. 4 arch, ſo ſcle u d 7 Man gießet einen halben S Shdppen Wein zu einen Maaß kochender Milch und ruͤhret es um. Wenn die e ungtbenab5 t die unz V Milch geronnen iſt, ſo ſeyhet man die Flüͤſſigkeit ab. 1m Wh Siee ſind bey boͤsartigen Faulfiebern dienlich, auh 4 denjenigen Kranken, die ſich nach hitzigen Fiebern erholen, 3 41. aber doch ve. nicht wagen dünfen, Wein u trinken. molken. 3 8 3 hiadn 4„4„...... Keinſtein küheti a 2 ermolkten.. 1 Man laͤßt feiſche Milch auflochen, gießt Pnaefähe 3 den vierten Theil gutes Bier dazu, und ruͤhrt ſt ſie fleißig. ben beſchtieben e Wenn ſie geronnen iſt, ſo ſeyhet man die Molken ab, und veſüͤher ſ ſie mit ein wenig Zucker oder Honig. ic eüllg wkiſeſs . —— 8 8————“ — ͤ 3—*—*— — 1— ——=—„. 8* ——.. 2 8——— ...—————* —ͤ ———— 4 90 Anhang. Klare vom Bodenſatz ab, und ſeyhe es durch. Achte Abtheilung. Wie man die Pottaſchenaufloͤſung, Sei⸗ fenſiederlauge und das Kalkwaſſer macht. Nr. 45. Pottaſchenauflöſung. 1 Ma ſaͤßt ein Loth reine Pottaſche in einem Schoppen Dueiwaſſer zergehen, ſeyhet es durch doppelt gelegtes Loͤſchpapier, und hebet es zum Gebrauch auf. Sie dient gegen Zufaͤlle, die von Saͤure herruͤhren, bey der engliſchen Krankheit.— Wenn man ſoviel davon in guten Weineſſig troͤpfelt, bis es nicht mehr mit einander aufbrauſet, ſo erhaͤlt man ein gutes aufloͤſendes, verduͤnnendes, kuͤhlendes, eroͤffnen⸗ des und den Harn gelind befoͤrderndes Mittel, welches in allen Krankheiten von Dickbluͤtigkeit, Verſchleimung und Verſtopfungen, bey hartnaͤckigen Wechſelſiebern, in der Mitzkrankheit, der Gelbſucht, Waſſerſucht, bey der Duͤrr⸗ ſucht und Abzehrung bey Kindern ꝛc. des Tages zwey“, drey- oder viermal, jedesmal zu einem oder zwey Loͤffel⸗ voll genommen werden kann. Nr. 46. Seifenſiederlauge. Man gieße ohngefaͤhr ein Maaß gemeine ſcharfe Aſchen⸗ lauge auf ein Pfund ungeloͤſchten Kalk, und laſſe es zwoͤlf bis vier und zwanzig Stunden ſtehen, unterdeſſen ruͤhre man es oft mit einem Stuͤck Holz um, gieße dann das Wenn eeilung. dalflſts 1 d das Fulkde ſ. flifung. diſt ttaſche in Uunze es durch dennah Gehrauch aſ ie von Suur iana — guten Wetrſthet, auſdrauſet, ſiſtäm ndes, küßlendes dffe erndes Mitnl, d b gkeit, Verſlianm n Wechſaffehem, Rn Taſſerſucht, dey! mdh en c. des danet h, einem ade h 5. Ianze. aß gemeine ujlin Kalk, und uſſeun czen, mierdſa ig 2 um, gieſe dann) erze s durch. G Wenn man keinen ungeloͤſchten Kalk haben kann, ſo nehme man ein Loth kauſtiſchen oder Aezſtein aus der Apotheke, und laſſe ihn in einem Sahoppen Waſſer zer⸗ gehen. Nr. 47. Kagalkwaſſer. Man gießet zwey Maaß Brunnenwaſſer uͤber ohnges faͤhr ein Pfund lebendigen Kalk, ruͤhrt es dann und wann unter einander, und wenn ſich der Kalk aufgeloͤſet, ſo gießt man das klare Waſſer davon ab, und hebt es in verſtopf⸗ ten Kruͤgen auf. Man bedient ſich des Kalkwaſſers aͤuſſerlich mit Nutzen, bey alten fließenden Geſchwuͤren, bey Entzuͤndungen, Brandſchaͤden, Froſtbeulen ꝛc. NKeunte Abtheilung. BVBon den Baäaäader n. Ma. gebraucht ganze und halbe Baͤder, Fußbaͤder, und ſolche entmeder warm oder kalt, Dampfbaͤder, Tropf⸗ baͤder— Erdander, Aſchen, Lohe⸗ und Treſterbaͤs der ꝛc. Die warmen Baͤder haben uͤberhaupt die Eigenſchaf⸗ ten, daß ſie die Haut reinigen und erweichen, das Blut, in lebhaftern Umtrieb, und die ſtockenden Saͤfte in Bewe⸗ gung bringen, die Ausduͤnſtung und den Abgang des Harns befoͤrdern. Daher ſind ſie in einer Menge von Krankheiten dienlich, bey Kraͤmpfen und Schmerzen ſo⸗ wohl im Unterleibe als in den Gliedern, bey der Kolik, der Steinkolik, der Darmgicht, dem Gliederreißen, bey Haut⸗ 4 8 59a Anhang. Hautausſchlaͤgen, der Kraͤtze und andern Hautkrankheiten, bey Zufaͤllen von zuruͤckgeſchlagenen Hautausſchlaͤgen und vertrockneten alten Geſchwuͤren, bey Verſtopfungen natuͤr⸗ licher Ausleerungen, der monatlichen Reinigung c. Aber diejenigen, die einen Blutfluß haben, und Weibs⸗ perſonen, bey welchen eben die Reinigung fließet, muͤſſen ſich des Badens enthalten. Mehrentheils nimmt man Waſſer zum Bad, entwe⸗ der ſo blos fuͤr ſich oder mit Heublumen abgekocht, bey Hautkrankheiten mit etwas Seife verſetzt ꝛc. Das Bach⸗ waſſer taugt vorzuͤglich vor dem Quell, und Brunnen⸗ waſſer dazu. Milchbaͤder ſind mehr anfeuchtend, naͤh⸗ rend; ſie daͤmpfen die Hitze und Schaͤrfe der Saͤfte, und ſind fuͤr alte Leute, deren Koͤrper ſteif und trocken iſt, fuͤr Leute, die lahme und verdorrte Glieder haben, fuͤr Aus⸗ zehrende und Schwindſuͤchtige von vortrefflichem Nutzen. Man badet ſich des Vormittags, wenn man noch nicht gegeſſen hat, oder Nachmittags, wenn die Ver⸗ dauung geendiget iſt. Am bequemſten geſchiehets in einer Wanne oder Buͤtte. Man ſchuͤttet mehrere Eimer kaltes Waſſer darein, und zu dieſem kochendheißes, ſo viel als noͤthig iſt, daß alles lauwarm wird, ſo daß man es wohl leiden kann, wenn man mit dem entbloͤßten Arm bis uͤber den Elnbogen hineinfaͤhrt. Nun ſetzt man den Kranken hinein, auf ein mit Heu oder Haberſtroh ausgeſtopftes Kiſſen. Woferne ihm das Waſſer nicht bis an den Hals, an die Herzgrube oder den Nabel gienge(je nachdem er entweder ein ganzes oder ein halbes Bad brauchen ſoll), ſo muͤßte man noch ſoviel als noͤthig waͤre, kaltes und warmes zuſchuͤtten. Man bedeckt endlich die Wanne mit ihrem Deckel oder einem Leiltuch. Solange der Kranke im Bad ſitzet, muß beſtaͤndig jemand zugegen ſeyn. Man laͤßt ihn gemeiniglich ſolange darin, als er es aushalten kann; doch nicht ſo lange, bis er ſtark ſchwitzet. Wenn es — Dlut ufs ſan dd die Reinigug 3 d n Waſſer thendh ang Heud llumen; en'p Seife ver ſett a. d dc dem Quell l Nu ind meht anſette 11 und Schaͤrſe med örder ſteif undn Autrft nte Glitder ſi ih ſe von vortfitaua ormittags, um wn Lachmittazs, dm hd bequemſten geſctſebde ſchuttet maheen bers im kochendheifs, Au im wird, ſe daß amät dem entbllitn Amt Nun ſezt vumtit ader Haberſtt u rin Waſſer nicht bixuheh. m Nabel gienge e. n ha bes d matail am eha m3 darin, als dl 6 04 is r fark ſcwih und Aſchen, auch Salz dazu zu werfen; 1 40 b Anhang. 895 es ihm uͤbel, ohnmaͤchtig, daͤmiſch im Kopfe wird, ſo muß man ihn gleich herausnehmen; ſich aber wohl huͤten, daß er dann nicht kalt wird. Man trocknet ihn wohl ab, und taͤßt ihn ein Paar Stunden zu Bette liegen. Wenn das Bad mehrmal gebraucht werden ſoll „ ſo thut man wohl, wenn man es jedesmal feiſch macht. Zu einem Fußbad nimmt man lauwarmes Waſſer in einem Zuber oder Eimer, und ſtellt die Fuͤße ſo tief darein, daß es bis unter die Kniee reicht. Nach dem bedeckt man die Fuͤße und das Geſchirre mit einem mehrfach zuſammen⸗ gelegten Tuch. Man bleiht ſo eine Viertel⸗ oder halbe Stunde ſitzen, oder ſo lange bis das Waſſer ſeine Waͤrme verlieret, dann muß man die Fuͤße wohl abtrocknen und ſie warm halten. Man pflegt Kleyen, Heublumen, Kamillen, Pappeln u. d. m. in dem Waſſer zu kochen aber die Fuß⸗ baͤder werden eben nicht wuͤrkſamer davon. Es geſchiehet nicht ſeiten, daß empfindliche Leute ohnmaͤchtig werden, wenn ſie in einem Fußbad ſitzen. Wenn das jemand wiederfaͤhrt, ſo darf man ihn nur uͤberzwerg aufs Bette legen, und eben nicht eilen, ihm die Faͤße aus dem Waſſer zu thun; denn dieſer Zufall iſt gar nicht nachtheilig. Die kalten Baͤder ſind ſtaͤrkend. Man thut ſehr wohl, wenn man die Kinder von ihrem erſten Jahre an ans kalte Baden gewoͤhnet, man erhaͤlt ſie geſund, und ſie werden munter und kraftvoll davon. Knaben und Juͤnglingen iſt das Baden und Schwimmen in fließendem Waſſer nicht weniger zutraͤglich. Die kalten Baͤder gehoͤren zu den beſten Heilmittein der Duͤrrſucht und engliſchen Krankheit, der Entkraftungen, Nervenkrankheiten, der Folgen einer ausgeſtandenen großen Hitze. Erfrorne Glieder muͤſſen im kaͤlteſten Waſſer gebadet werden. Es wird aber einige Behutſamkeit bey dem Gebrauch der kalten Baͤder erſordert, wenn man ihrer nicht ſchon b Pp gewohnt Anhang. gewohnt iſt. Man darf dann nicht gleich in ganz kaltes Waſſer gehen, man muß nicht ſolange darinn bleiben bis man frieret, oder man muß auch im kalten Bad ſo arbei⸗ ten, daß man darauf ſchwitzet. Dieſes geſchiehet durchs Schwimmen, und es iſt gewiß die beſte Art ſich kalter Baͤder zu bedienen, daß man in einem Fluſſe ſchwimmet. Damit kann man im Sommer den Anfang machen, wenn das Waſſer ein wenig warm iſt. Hat man aber keine Gelegenheit dazu, ſo nehme man erſt uͤberſchlagen warmes Waſſer in die Badwanne, nach und nach kaͤlteres, und endlich ganz kaltes. Nach dem Bad ziehe man ſich warm und trocken an. Man gebraucht Dampfbaͤder von bloßem Waſſer, von Eſſig, Branntewein, thieriſche Dampſbaͤder ꝛc. Es giebt eigne Maſchinen, vermittelſt deren man ben warmen Dampf von Fluͤſſigkeiten ſehr bequem an diejenigen Theile bringen kann, welche gebaͤhet werden ſollen. Hat man keine ſolche, ſo laͤßt man WBaßfer in einem eiſernen Topf kochend heiß werden, haͤlt den kranken Theil daruͤber, macht ein kleines Geruͤſte uͤberher,(etwa von Stecken oder Faßreifen) und uͤberdeckt es mit einem Tuch. Wenn das Daͤmpfen abnimmt, ſo wirft man gluͤhende Kieſelſteine in das Waſſer. Damit heilet man hartnaͤckige Glieder⸗ ſchmerzen, Fluͤſſe ic. Die warmen Eſſigdaͤmpfe ſind ſehr zertheilend, und daher bey harten Geſchwulſten, Druͤſen⸗ geſchwulſten, Knoten in den Bruͤſten, Froſtbeulen u. d. m. dienlich. Mit dem Dampf von warmem Branntewein vertreibt man die waͤſſerige Fußgeſchwulſt. Von dem thieriſchen Dampfbad und den Ameiſenbaͤdern iſt bey der Abhandlung von der kaͤhmung im 136.§. das nöthigſte geſagt worden. Von den Tropfbaͤdern koͤnnen gemeine Lente nicht vielen Gebrauch machen, weil ſie zu viele Umſtaͤndlichkeit erfordern. Man kann ſie auch wohl entbehren, da andre und —-— wiß di bieuſ 1 den*9 den Anfeng uin un nan erſt lüerſtan ung ach und uic len mh. im Dad ſii reſun V 1 der ven büfm dan iiſche Damzſäche. h nttelſt dern unw uam deguem an hijan d et werden ſele. hem aſger in einm titma dh her,(etwa wn dicil mit einem duh. Sm man glihmie Kfitine : man hevieg bi zarmen Lſichirktin 4 ten Geſträn Aü von warmen deutwit Fußaeſchrllt dan de n Ameiſenbiden tw Anha n g. 595 und bequemere Mittel die naͤmlichen Wuͤrkungen hervor⸗ bringen. Die Erdbaͤder ſind Schwindſuͤchtigen, Seorbutiſchen, deren Saͤfte in faͤuliche Verderbniß uͤbergiengen, denjeni⸗ gen, die von Schlangen gebiſſen, oder vom Blitze geruͤhrt waren, nuͤtzlich geweſen(m. ſ. ra 0. und 2 82.§.). Von den Treſterbaͤdern kann man den 136.§. und vom Aſchen⸗ bad den 242.§. nachſehen. 3 b Zehnte Abtheilung. Von den Aufſchlaͤgen, Baͤhungen. Da aͤußerlichen Aufſchlaͤge ſind bald trocken, bald feucht, und dieſe entweder kalt oder warm. Man legt trocknes Bohnenmehl, geroͤſtete Kleyen, Kraͤuterkißchen mit Holderbluͤthen, Kamillen ꝛc. auf das Rothlauf, Aſchen und Salz auf kalte Geſchwuͤlſte.— Alles was man aͤußerlich auflegt, muß man ſehr fein zerſchneiden oder ſtoßen, damit die harten Theile davon, die Pflanzenſtiele zc. die Haut nicht ſtechen, man muß es in Saͤckchen von dunner Leinewand thun, und ſolche warm uͤberlegen. Zu kalten Aufſchlaͤgen braucht man mehrentheils bloßes Waſſer, oder auch Waſſer mit Eſſig oder mit Salz gemiſcht. Man tauchet Tuͤcher darein und legt ſie uͤber. Man muß ſie alle halbe Stunden, oder noch oͤfter erneuern, damit ſie nicht warm werden. Man bedient ſich ihrer bey hefti⸗ gem Naſenbluten und Mutterblutfluͤſſen, hartnaͤckiger Verhaltung des Urins, bey Quetſchungen, eingeklemm⸗ ten Bruͤchen, bey alten Schaͤden, Schlagfluͤſſen ꝛc. Unter den naſſen warmen Aufſchlaͤgen werden die erweichenden am meiſten gebraucht. Sie ſind faſt uͤberall b Pp a mit 596 Anhang. mit Nutzen anzuwenden, wo Schmerzen und Spannun⸗ gen zu lindern ſind. Man taucht entweder ein Tuch in warmes Waſſer, Milch, oder eine Abkochung von Holder⸗ und Kamillen⸗ bluͤthen, druͤckts aus, und legts uͤber: oder man gießt dieſe Fluͤſſigkeiten in eine Schweinsblaſe und legt ſie auf. oder man kocht das Kraut von Kaͤſepappeln, Eißhiſch, Huflattig, die Bluͤthen von Wullkraut, Holder, Kamillen — Kleyen, Mehl oder Weck:, Semmel⸗ und Brod⸗ kruͤmmeln, die Oelkuchen oder das Ruͤckſtaͤndige von Kohl⸗ Flachss und Hanfſaamen, woraus das Oel geſchlagen worden u. dergl. m. mit Milch und Waſſer zu einem Brey, wozu noch Seife und Lein⸗ oder Baumoͤl gethan werden kann, ſtreicht ihn fingersdick auf ein leinen Tuch und legts warm uͤber. Es iſt faſt gleichguͤltig, welche von dieſen Aufſchlaͤgen man nimmt: nur iſt zu merken, daß man ſie niemals auf dem leidenden Theil darf kalt werden laſſen; ſondern man muß immer friſche auflegen, wenn die vorigen ihre Wäͤrme zu verlieren anfangen, beſonders muͤſſen die Breyaufſchläge, zu welchen Mehl oder Brodkruͤmmeln kommen, zum oͤftern erneuert werden; denn wenn ſie eine Zeitlang gelegen haben, und am Rande getrocknet ſind, ſo fallen ſie beſchwerlich, und koͤnnen nicht ohne einigen Schmerz wieder weggenommen werden. In einigen Faͤllen braucht man Nr. 48. den Aufſchlag von Gelberüben. Maͤn nimmt friſche Gelberuͤben, ſchabet die Rinde davon ab, reibt ſie auf einem Reibeiſen, und laͤßt das Zerriebene auf einem irdenen Teller uͤber einigen Kohlen warm werden, legts uͤber, und bedeckt es mit warmen lkeinenen Tuͤchern. Er 119 4 von Hulder w) Kn 3 legts üͤber n nnr 1 hweintblaſe agin von Käſeyw giſ 6, Dullkrant S krl das Rückkändguti draus das dfäwn dilch und Tiſe ſ in Lein! ther deni agersdick eif ei hnn d iſt ſaſt glech'üc d nimmt: nur it ſe wth zm leidenden dhel wt muf immer ſiit nign eme zu vrtian wiſct, iſſchläge, n vihn M hun oͤftem munrin 3 zelegen haben, 1m h ſchwerich n teun wegginemmen na 3 85 ſcht man oa Gelhettdet. berüden, Neibeiſen „) *. ict, Smn h ſchhet ü 9.— nnd l 4 Tü über eiige R an bedeckt g nins gethan, die Schmerzen gemindert, Geſtank gemaͤßiget, und nach eine voͤllige Heilung bewuͤrket. 4 Geſchwuͤr mit t euhar Leinewand auswaſchen.. A n 5 a n 9. 69, Er hat oft bey ſchlimmen Geſchwuͤren gute Dienſte die Eiterung und den die harten Raͤnder erweicht und nach Man muß ihn Morgens und Abends erneuern; aber allemal vorher das 4 Nr. 49. 8„ 1 Mapenſtärtender ufſchlag. Man zerreibt drey gute Haͤndevoll trockene Pfeffer⸗ muͤnze, oder in Ermangelung dieſer Balſamkraut oder Krauſemuͤnze, ſetzt dazu eine Handvoll zerſtoßene Wach⸗ 1. 9. holderbeeren, eben ſoviel Brodkruͤmmeln und von weißem Wein ſeviel, als noͤthig iſt daß ein dicklicher Brey baraus wird. Man legt ihn auf die Gegend der Herzgrube bey eines WMageaſchugche, Ahabenoem Ekel und Erheechen. 9 Eilfte Abt heilung. Berfertigungsart einiger Satben. 24 4 6 41 a, Man laͤßt ein halbes Loth Wachs mit vier Loth friſchem Leinoͤl zuſammenſchmelzen. Wenn es wieder verkuͤhlt iſt, ſo thut man das Gelbe von einem Ey dazu, und ruͤhrets wohl durcheinander. Oder man ſchlaͤgt nur ein Ey, das Weiße ſowohl als das Gelbe, und ein Paax öſt voll Oel wohl durch⸗ einander. 4 — — S Anhang. Nr. 51. Zertheilende Salbe. Man nimmt die Gallenblaſe von einem Ochſen, ſamt der in ihr enthaltenen Galle, ſo wie man ſie findet, thut drey Loͤffelvoll Kuͤchenſalz und eben ſoviel Nußoͤl dazu, bindet die Blaſe zu, und laͤßt ſie zwey bis drey Tage lang⸗ im Sommer in der Sonnenwaͤrme und im Winter am warmen Ofen haͤngen. Nachher ruͤhrt man alles wohl unter einander, daß es eine duͤnne Salbe wird. Nr. 52. Seifenſalbe. Man läͤßt zwey Loth feine geſchabte Seife in acht Loth ſtarkem Hefenbranntewein zergehen, zuͤndet hernach den Branntewein an, und laͤßt ihn ſo lange brennen, bis er von ſelbſt verloͤcchet. Waͤhrend dem ruͤhret man die Miſchung beſtaͤndig mit einem irdenen Pfeiffenſtiel. Man erhaͤlt eine Gattung von Salbe. Wenn ſie kalt geworden, ſo kann man ein halbes Quentchen Kampfer darunter miſchen. Seifenſpiritus: Man nehme neun Loth feine venes tianiſche Seife, ein Loth reine Pottaſche oder Weinſtein⸗ ſalz, und zwey Eßloͤffelvoll weiße oder braune Bierhefen, auf dieſe Dinge gieße man, nachdem vorher die Seiſe geſchabt worden, ein halbes Maaß guten Franzbrannte⸗ wein(oder abgezogenes ungariſches Waſſer) in einem geraͤumigen Glas, und ſetze es zwoͤlf bis vier und zwanzig Stunden lang an einen warmen Ort, bis es ſich aufgeloͤßt und groͤßtentheils wieder geſetzt hat. Wenns kalt gewors den iſt, ſeyhet man es durch Bey⸗ Ealhe. ſaſe ven eine den a ſo dienn ſedon, e 6 d ebm adn ſe ſpeg bis un uwh waͤrme und agng oher tiet! man un duͤnne Lale din 7¹. albe tine geſchahtt Eiß a in zergehen, ſtnde paß läßt ihn ſo lang ban Wöhrend dem tietaat zirdenen Pfeffenidl Ih de. Wenn ſe kitgutz aneatchen Kanpſe aau nedme venn luiſſint ne Petuiche tr Ei deiße dder brumn d. nachden wihu adh Ddaaß zuten feman guriſdes Fiſt) us s lrolf di dier und Brey. chen mit einem Schaumloͤffel ſorgfaͤltig herausnehmen, s bis es 6 An h A 3 g. 8 599 * Beydes ſind ganz guke Mittel bey Quetſchungen, Verrenkungen und andern Balen, wo eine Zertheltung aſorder wird. 6 Nr. 53. alant ſal h e. * Man kocht ein Viertelpfund geſchaͤlte Alantwurzeln, die vorher in Stuͤcken geſchnitten worden, mit einer genugſamen Menge Waſſer, bis es ſo dicke wird wie ein Waͤhrend dem Kochen muß man die Wurzelfaͤſer⸗ damit nichts hartes zuruͤckbleibt. Endlich thut man vier Loth ungeſalzene Butter dazu, und laͤßt die Miſchung kalt werden. Zwöͤlfte Abtheilung. Von den rothmachen den Mitteln. Nr. 54. 4 6e.» IHee., M. nimmt ein Loth geſtoßenen und in Eſſig einge⸗ weichten Senfſaamen und vier Loth ſcharfen Sauerteig, 3 und beſeuchtet es mit Eſſig, daß es ein Mus wird. Soll es ſtaͤrker reizen, ſo thut man noch ein halbas halh heſioßen Süchenſah denn Nr. 35. Aufſchlag von Meerrettis. Man tnetet ein Loth Senfmehl, zwey Loth friſch⸗ geriebenen Meerrettig, eben ſovial Sauerteig und ein 12 halbes Pr* 1 600 Anhang. halbes Loth Salz mit ſoviel Weineſſig als noͤthig iſt, zu einem Teige zuſammen. Man ſtreicht ihn etwas dicke auf ein Tuͤchelchen, legt ihn ſo auf, und laͤßt ihn ſo lange liegen, bis die Haut roth wird, etwa einige Stunden lang dann nimmt man ihn weg, man waͤſcht die Stelle mit Waſſer und Milch, und legt ein Kohlblatt, mit friſcher Butter beſtrichen, daruͤber. Man bedient ſich dieſer Mittel, um außerlich einen Neiz auf der Haut zu erregen, und um Entzuͤndungen und boͤsartige Feuchtigkeiten auswaͤrts auf die Haut zu ziehen. Bey eingetretenem Rothlauf oder unvorſichtig zuruͤckgetrie⸗ benen Ausſchlaͤgen, legt man ſie auf die Waden, unter die Fußſohlen oder an die Arme, bey der Braͤune um den Hals, und beym Seitenſtechen auf die Bruſt, dahin, wo der Schmerz am lebhafteſten iſt. Dreyzehnte Abtheilung. Wie man Blaſen oder Schellen ziehet, Veſikatore ſetzet und kuͤnſtliche Ge⸗ ſchwuͤre macht. Wan man Blaſen ziehen will, ſo bedient man ſich des Spaniſchfliegenpflaſters, das man in aben Apotheken haben kann. Man ſtreichts ziemlich dicke auf ein Stuͤck Leder oder Leinewand, nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde bald groͤßer bald kſeiner, mehrentheils in der Groͤße eines Reichsthalers. An der Stelle, auf welche das Pflaſter gelegt werden ſoll, ſchneidet man erſt die Haare ab, hernach reibt man ſie ſtark mit einem in Eſſig getauchten Tuch, bis Ke roth wird: endlich legt man das Pflaſter auf, daruͤber ein Paͤuſchchen, und befeſtiget alles mit einer Binde, 8—— an. Weintſig a däig, dicke auf ein düta, lange liegen, zi d nden len dn uunn — — ielle mi Piſa m M T fi iſcher Dutn ſ i M* ſn Nittel, um bejeid nn, a, und un Eminenn 15 wärtt auf die Hur a in eder unvotſcht mn nſie auf die Paden ung de, dey der Otäa my auf die Dnf h auf A mn vil, ſo bdint un das man i alen Aht nien lic dice u and „ Beſcheffenßeit der lvit drentdeils inl de Gaht 1 4 12e auf ubt d ſi 6 m R A — ag erſt die Haal e ah Fggig attuche en in Eſtg! t wan k das ii⸗ b 75 de 4 feftigen alls 4 Butter beſtrichenes Kohl:, Rinde von der Wurzel. * Anhang. 601 Binde, oder nach Beſchaffenheit des Orts, auf welchen das Pflaſter gelegt worden, auf eine andre Art. Nach ſechs, acht oder zwoͤlf Stunden, ſieht man nach, ob eine laſe gezogen worden. Man oͤffnet ſie mit einer Scheere, und laͤßt die Feuchtigkeit ausfließen, man nimmt aber das Haͤutchen nicht weg. Endlich legt man ein mit friſcher Mangold; oder Rebenblatt uͤber die wunde Sielle, und verbindet ſie. Dieſes muß hernach taͤglich einmal geſchehen, bis ſie geheilt iſt. Wenn man woͤhrend der Zeit, als das Blaſenpflaſter auflieget, haͤnfiges und ſchmerzhaftes Draͤngen auf den Urih bekommt, ſo muß man viele Milch, Mandelmilch, Hühner⸗ oder Kalbfleiſchbruͤhe trinken. Die Blaſenpflaſter ſind in ſehr vielen Krankheiten nuͤtzlich, ſie bringen oft ganz bewundernswuͤrdige Wuͤrkun⸗ gen hervor. Bey Zahnſchmerzen, beym beſchwerlichen Zahnen der Kinder, bey entzuͤndeten und fluͤſſigen Augen, dem Ohrenwehe ꝛc. legt man ſie hinter die Ohren, oder hinten in den Nacken. In der Braͤune legt man ſie um den Hals oder in den Nacken, im Seitenſtechen auf die Bruſt, dahin wo der Schmerz empfindlich ſuͤhlbar iſt, bey feſtſitzenden Schmerzen in dem Unterleibe, bey Ent⸗ zuͤndungen der Eingeweide, der entzuͤndungsartigen Ruhr, auf den Leib oder an die innere Seite der Schenkel drey oder vier Finger breit unter den Geburtsgliebern: beym Huͤftwehe auf den ſchmerzenden Ort, bey Laͤhmungen der Glieder auf die Halswirbelbeine, oder aufs Heiligebein, hey langwieriger Engbruͤſtigkeit, wenn Hautausſchläge nach innern Theilen zuruͤckgetreten ſind ꝛc. auf die Wade, ein⸗ waͤrts, zwey oder drey Fingerbreit von der Knieekehle.— Statt der Blafenpflaſter braucht man auch die Seidel⸗ baſtrinde, und ſie iſt ihnen bey einigen langwierigen Krankheiten noch vorzuziehen. Man nimmt die gelbbraune Kan bindet ein friſches Stuͤck⸗ Pp 5 chen 602 Anhang. chen davon, das man erſt in Eſſig gelegt hat, etwa eines Daumens breit und lang, auf die Haut, bedeckt ſolches mit einem Epheu⸗(Eppich:) blatt, legt ein Paͤuſchchen von Leinewand daruͤber, und befeſtiget alles mit einer Binde. Anfangs legt man alle Morgen und Abend ein friſches Stuͤckchen auf, ſolange bis die Haut naͤſſet, hernach nur alle Tage oder uͤber den andern Tag eins. Wenn man keine friſche Rinde hat, ſo nimmt man trockne, die aber allemal einige Stunden vorher in Eſſig geweicht werden muß. Wenn die Rinde eine Entzuͤndung, ſtarke Schmerzen und Roͤthe auf der Haut verurſachet, ſo waͤſcht man die Stelle mit warmer Milch ab. Man legt ſie mehrentheils auf den ſleiſchigen Theil des Arms bey langwierigen Augenentzuͤndungen, triefenden Augen, Schwachheiten des Geſichts und Gehoͤrs, flußhaften Beſchwerden, Gliederſchmerzen, Hautausſchläͤ⸗ gen ꝛc. In den naͤmlichen Krankheiten ſetzt man auch mit Nutzen Fontanelle an den Armen oder Beinen, an der innern Seite des Schenkels, ohngefaͤhr vier Finger breit uͤber dem Knie. Man legt ein kleines Blaſenpflaͤſterchen in der Gröͤße eines Dreyers auf den beſtimmten Ort; wenn es eine Blaſe gezogen hat, ſo ſchneidet man ſie auf„legt eine Erbſe hinein, daruͤber ein Epheublatt, ein Paͤuſch⸗ chen, und uͤber das alles eine Binde. Man muß die Fontanelle alle Tage friſch verbinden, und nachdem man ſie gereinigt hat, jedesmal eine neue Erbſe einlegen. Wenn ſich wildes Fleiſch darin erzeuget, ſo beſtreuet man es mit ein wenig Zucker oder gebranntem Alaun. Fontanelle am Arm ſind in hartnaͤckigen Bruſtkrank⸗ heiten dienlich, und wenn man ſie an die Fuͤße ſetzt, ſo Feöfine ſie oft die verſtopſte monatliche Reinigung. Vier⸗ Eſſu Peleg ſu, uuf us Hau, ze ae ) katt,„let n p and defeſige als ns alle Margen id na ge bis ut hu riſt e ndern Tag eint, Nane ſ nun age 81 lund zen mſei in die Rinde eine auf der H— varmer Milch ab. eils auf den ſtiſtind lugenentzündunzm, ta Geſcchts und Gat, lederſchmerzen, htuuh ankheiten ſetzt na un Armen oder Deitn, a0 ⸗ 7 „ohngefähr dier ſdeh ein kleines Blcſenüth auf den beſtimmtn dan ſo ſchneidet men ſei ein Esheublat, u eine Binde. Nu. verbinden, und mten al eine neue Eiſſten arin ereugtt, d beſtnen tr zebrenntem Jam. ad in„ 14 Kindern, Anhang. Vierzehnte Abtheilung. Wie man die Blutigel anſetzt. an haͤlt insgemein diejenigen Blutigel fuͤr die beſten, die auf dem Ruͤcken gruͤn und gelblich, unter dem Bauch aber etwas roͤthlich ſind, Waſſer aufhalten; doch ſind die aus ſchlammichtem Waſſer, die ſchwarzblauen oder auf dem Ruͤcken ſchwaͤrzlich gefleck⸗ ten, dickkoͤpfigten Blutigel eben ſo gut und ſo wenig giftig, wie jene. Man kann ſie lange in einer geraͤumigen Flaſche aufheben, wenn man ihnen ein Paar Finger hoch groben Flußſand und alle drey oder vier Tage friſches Waſſer darein giebt. Wenn man ſie irgendwo will anſaugen laſſen, ſo legt man ſie auf ein gebogenes Kartenblatt oder zuſammen⸗ gerolltes Stuͤck Papier und haͤlt ſie ſo mit dem Kopf an den beſtimmten Ort. Wollen ſie nicht gleich anbeißen, ſo bedupft man die Stelle mit ein Paar Tropfen Milch. Man laͤßt ſie ſo lange ſaugen, bis ſie von ſelbſt abfallen. Will man ſie fruͤher abfallen machen, ſo beſtreue man ſie mit Salz oder haucht ſie mit Tobacksrauch an. Wenn ſie abgefallen ſind, bluten, bis es von ſelbſt nachlaͤßt; ſollte aber das Blut zu ſtark oder zu lange fließen, ſo muͤßte man den Stich mit geſalzenem Waſſer abwaſchen. Die Blutigel koͤnnen oft ſtatt des Aderlaſſens dienen, wo man ſolches bedenklich findet, bey Kindern und bey Erwachſenen, die zum Aderlaſſen zu ſchwach ſcheinen. wenn ſie ſchwer zahnen, legt man einige hinter die Ohren, ſonſt auch bey Kopfſchmerzen, Schwindel, Augenentzuͤndungen, Zahnſchmerzen, Halswehe. Bey der Büüehergicht, wenn die damit befallsnen Theile auf⸗ geſchwollen und ſich in reinem fließenden Aber ein ſolcher geſtandener Blutigel beißet nie ſo gut an, wie ein friſchgefangener. 4 ſo laͤßt man die kleine Wunde ſolange 6 Anhang. geſchwollen ſind, werden ſie mit großem Nutzen an dieſe Theile ſelbſt angeſetzet, bey Bruſtentzuͤndungen auf die Bruſt, an die am mehreſten ſchmerzenden Stellen. Fuͤnfzehnte Abtheilung. Wie man den Blutſ chwamm zubereiten und brauchet. Pan ſammlet im Herbſt den Schwamm von Eichbaͤu men, beſonders den, welcher da waͤchſt, wo große Aeſte abgeſchnitten worden. Von ſolchem macht man das weiße harte Haͤutchen und alles Harte und Holzige ab, klopft ihn dann ſolange mit einem Hammer, bis er weich und wollig wird. „Er iſt ein ſehr gutes blutſtillendes Mittel. Auf geringe kleine Wunden legt man ein Stuͤckchen davon, und haͤlt es ein Weilchen feſte auf. Es bleibt ſo lange auf der Wunde haͤngen, bis ſie geheilt iſt. Bey großen Wunden muß man noch ein Paͤuſchchen von Leinewand uͤber den Blutſchwamm, und daruͤber eine Binde an⸗ legen. Regiſter. ——, Lan. ſe mit gißm i . daia dundig— den Schwen uig der da wächſt, uh. n ſolchem mattnauthzh Harte und Hahgeh,h. Hautausſchlaͤge. 173. Abendluft. Verhalten bey der⸗ ſelben, 3 3. ukheiten, 36, ſchadliche m Hammer, bisun Folge felben, 37. Apfuͤhke nndta e1 Anmen. blutſtibendes Anh. Bnnun, hiplichkeit der⸗ 8 at man ein Sttötahg Abkuͤhlung ſchnelle Regeln den bey derſ. 5. Krankheitsur⸗ ſeſte auf. Es biſ dis ſie geheiltt das ein Puuſcta m be 1 und dacdbet i dl ſache bey Landleuten, 4. bösartigen Fiebern. 72. Aderknoten der Schwangern, Behandlung derſ. 4 54 458. derlaſſsam Armtdena chwan⸗ gern, 454 Anwendung derſ. bbey der Braͤune, 84. Anu⸗ wendung derſ. bey Ertrun⸗ kenen. 312. Anwendung derſ. bey Vergifteten, 352- etwas verſchluckt haben, 364. am Halſe, 458. bey Blur⸗ fluͤſſen der Schwangern, 458. bey Bruſtentzuͤndungen, 39. bey der Darmgicht, 225. bey der Gal lenkrankt heit, 294. bey durch Arſenik 2 Vergifte⸗ ten, 355 bey eingeklemm⸗ ten Bruͤchen, 429. bey Er⸗ ſtikten, 330. bey Erwuͤrg⸗ ten,3²4 bey gehemner mo⸗ Lale. Einfluß derſelben auf 3 aberglaubs der Landleute bey Abwaſchen der Kranken bey am Arm, fuͤr diejenigen ſo nanlichen Reinigung, 440. bey hitzigen Krankheiten, 34. bey Krankheiten uͤberhaupt, 34. bey Kre eifenden, 468. bey Laͤhmungen, 121. beym Schlagfluß, 164. bey Schwan⸗ gern, 452. bey Steinſchmer⸗ 3 zen, 2 33. bey Verkaͤltung, 5. bey Wiederbelebu ng Ertrun⸗ kener, 516. Gebrauch derſ. beym Gliedſchwamm, 408. MNot)wendjökeit deeſelh bey durch Verſchluckung feſter Koͤrper verur ſachten Folgen, 361. Schaͤdlichkeit derſelben bey Gallenkrankheiten, 92. bey Landleuten, 34. 45. zur Praͤſervation, Schaͤdlichkeit derſelben. 4 5. Aepfel. Bors doͤrfer. Nutzen— derſ. bey der Gelbſucht. 184. K8 Aepfel. Heilmittel wider Ver⸗ ſtopfung, 272. zur Heilung fauler Geſchwuͤre. 417. 1 Aepfeltrank fuͤr Geneſende, 66. MNutzen deſſelben fuͤr Lungen⸗ llüchtige 244. Aer zte. Abneigung gegendieſ. auf dem Lande, 37. Befol⸗ gung der Verordnungen der⸗ 4 ſelben. 38. Alantſalbe. Verfertigung der⸗ ſelben, 599. Wann u. wie ſie in der Kraͤtze gebraucht werden dart⸗ 176. Alant⸗ a —jjj 4— — 606 Alantwurzeln. Gebrauch der⸗ ſelben. 176. Alaun zirerreguns des wil⸗ den Fieiſches, 398. Nutzen deſſelben bey Augenentzuͤn⸗ dungen. 228. Alaunmehl zur Stillung des Blutens. 384. Ananmolken bey Mutterblut⸗ fuͤſſen. 4 Albernheit. Ligenſchaften der⸗ ſelben. 216. Ameiſenbaͤder. Bereitung der⸗ ſelben, 176. Gebrauch der⸗ ſelben. 172. Anpangſel wider die Gichter. Anffeckung der Ruhr. Ver⸗ huͤtung derſ. 284. Folgen derſ. 1. Mittel zur Verhů⸗ tung derſ. 73. Urſachen? zur Befoͤrderung derſ. 26. Ver⸗ haltungsregeln zur Verhuͤ⸗ tung derſ. 73. Verhuͤtung derſ. 43. Vorſichtigkeits⸗ regeln in Hinſicht derſ. 27. Aquavit ſ. Branntewein. Bey Krankheiten. 32. Arbeit bey warmer Witterung, 3. Folgen derſelb. 1. Fol⸗ gen derſ. nach dem Eſſen, 24. nach Verkaͤltung, s. Schaͤdlichkeit derſ. tletun ſte zu anſtrengend iſt.. Arbeiten ſchwere. S Schaͤdlich⸗ keit derſ. fuͤr Kinder, 506. zu ſtarke, verurſachen Krank⸗ heiten. 24. Armuth. Einfluß derſelb. bey Krankheiten 298. Aronwurzel giftige. ſchaften derſ. 344. Arſenik ſ. Giftmeßt, Maͤuſe⸗ gift. Aeuerleche Teraiieung durch denſ. 3 Arzneyen bey dar Pocken, 107. Gaben derſ⸗ nach dem Alter der Kranken, 557. gelind⸗ wirkende, Bemeꝛkungen uͤber Eigen⸗ Regfiſter. dieſ. 557. Misbrauch; mir denſ. beym gemeinen Mann, 32.556. ſtarkwiꝛkende,Schaͤd⸗ lichkent derſ. 557. unnsthig bey geſunden Woͤchnerin⸗ nen, 473. zur Heilung des Gliedſchwamms. 452 Arzneymittel, abfuͤhrende, ſ. abfuͤhrende Mittel. Schaͤd⸗ lichkeit derſ. fuͤr Schwan⸗ gere 452. brechenmachende ſ.Brechmittel. Schaͤdlichkeit derſ. fuͤr Schwangere. 453. fuͤr Muͤtter beym Bauch⸗ grimmen der Kinder. 619. zur Verhuͤtung der Anſtek⸗ kung. 283. Aſchenaufguß weſnigter. Be⸗ reitung und Nutzen deſſel⸗ ben. 201. Aſchenbad ſ. Baͤder. Anwen⸗ dung deſſ. bey Ertrunkenen. 314. be Erwuͤrgten. 325. Aſchenlauge fuͤr vom Scheide⸗ waſſer Vergiftere. 339. Atrichbeeren. Ruhr. Antichmus. Bereitung deſſel⸗ Attichrinde. Unſicheres Mit⸗ tel gegen die Waſſerſucht. 202. Aufguß von Wacholderbeeren bey Steinbeſchwerden. 267. Nueß iſ e kalte, von Kamillen. Außmunterung der Finder bey Krankheiten. 54 Aufſchlaͤge ſ. limchläͤge. An⸗ wendung derſelben bey den Pocken. 107. erweichende bey Bruſtentzuͤndungen— Gebrauch derſ. 90. erwei⸗ chende bey der Ruhr. 280. erweichende bey entzuͤnde⸗ ten Bruͤſten. 483. erwei⸗ chende beym Kindbettfieber. 479. kalte, bey eingeklemm⸗ ten Bruͤchen. 430. uͤber Bruͤche. 429. warme ülber Aiin aande —= ahfuh Rende— Arla lich dieit de. ue gere 454 wntatg ſ. Drach 4 3 K ſdüühr. ninnen dea aut Derh. irun. dd „hn 35 Aſchenanfzu enn reitung un da dn. wt. Aſchendah T Mh dung deſ lgegun 314. do dnihng Aſchenlause ienrein daſſer Veyi Aruichdeeren 1d Atrichmas. dxaus den. 574 na inde. Wiesss til geut N di auerrj in Athe⸗ der en akänad. Auf aſe kateen ln Söan truuvi 8 inhheta F 9 nn men. 518. zertheilende, Be⸗ reitung derſ. 394. magen⸗ ſtaͤrkender. 597. Augen, Beyandlung derſelben bey den Pocken, 112.— 115, ſchwache. Heilmittel. fuͤr dieſelben. 226. triefende. Peilmittel gegen dieſ. 225. Oeffnung derſelben nach den Pocken. 113. Verhalten nach Eroͤffnung derſ. bey den Poöcken. 113. Augenentzuͤndungen, Behand⸗ lung derſ. wenn ſie noch neu ſind. 2 Der neugebohr⸗ nen Kinder. 515.516. hef⸗ tige. Behandlung derſelv. 223. langwierige. Behand⸗ lung derſ. 225. Verhalten bey derſ. 224. Urſache derf. 222. Verſchiedenheit derſ. 222. Augenkrankheiten, ſchaͤdliche Mittel gegen dieſelbe. 224. Verhalten hey denſ. 223. Augenmittel, Warnung vor unbedachtſamem Gebrauch derſ. 226. Auripigment ſ Operment. Ausduͤnſtung. Aufrechthaltung derſ.a. gehemmte bey Krank⸗ heiten, 32. gehemmte. Fol⸗ gen derſelb, 4. Mittel zur Wiederherüelinng derſ. 32. ehärige Aekerhaltun g der⸗ ſelben 28 Ausleerung kͤnſtliched Waſ⸗ ſers bey Wa ſſerfuͤchtigen. Folgen derſß 203. Ausſatz. Heilmittel deſſ. 181. Zufaͤlle deſſ. 181. Ausſchlag ſ. Hautkrankheiten. Wiederherdellung deſſ. 533. Ausſchlaͤge. Diaͤtetiſches Ver⸗ halten bey denſ. 173. Lang⸗ wierige. Allgemeine Be⸗ merkungen uͤber dieſ. 173. Ausſchlaͤge der Kinder. Un⸗ Regiſter. 6⁰7 den Unterleib beym Grim⸗ ſchaͤdlichkeit derſ. 532. naſſe der Kinder. Behandlung derſ. 585. Urſachen der Zur ruͤcktreibung derſ. 532. Zu⸗ ruͤkgetriebene. Folgen derſ. 53² Ausſchneidung der vom Biß wuͤthender Thiere verur⸗ ſachten Wunden. 370. der Druͤſen. 402. Auszehrung. Gattungen derſ. 139. Zufaͤlle bey derſ. 139. B. Backſteine, warme, an die Fuͤße der Scheinzodten zu legen. 309. Backwerk, fettes. Schaͤdlich⸗ keit deſſelben. 17. Bad. Gebrauch deſſ. bey un⸗ terdruͤckter monatlicher Rei⸗ niaung 440. kaltes, Nutzen deſſelben, wenn es mit Vor⸗ ſicht gebraucht wird. 593. lauwarmes, Anwendung deſſelben bey Entzuͤndungs⸗ fiebern. 81. Gebrauch deſſ. bey Bleyvergiftigungen 358. Nutzen deſſ. bey Gichtern, 555. von wuͤthenden Thie⸗ ren Gebiſſenen. 372. kaltes, Gebrauch deſſ. bey Vergif⸗ tungen. 334. von Eſſig u. warmem Woſſer fuͤr Schein⸗ todte. 340. Waͤrme des Waſ⸗ ſers bey demſ 502. wie lang der Kranke in demſ. bleibt. 592 warmes, Anwendung deſſ. bey Ertrunkenen. 309. Baden bey Bandwurmkrau⸗ ken 552. bey der engliſchen Krankheit 344. bey einge⸗ klemmten Bruͤchen 429. der Fuͤße bey Huͤhneraugen, 410. bey Wurmkranken, 549. der Kinder. Nutzen deſſ. 490. der K Krebsſchaͤden 420⸗ 2 608 der. Patienten an Druͤſen⸗ geſchwuͤlſt ten 403 Nutzen deſſelben fuͤr llſuͤchtige 159. WSerhenneeh U bey demf 592. wenn es am be⸗ quemſten geſchieht 592. zur Parbereitung bey den Pok⸗ ken. 103. aͤder, Bachwaſſer zu den el⸗ ben 592. Be chaffenheit des Waſſers zu denſ. 592. beym Eintritt der monatlichen Neinigung 434. bey Laͤh⸗ mungen 172. fuͤr Krauke an der Darmgicht 225. lau⸗ warme, bey Gallen rankhei⸗ teu 295. bey Steinbeſchwer⸗ den 264. Gebrauch derſ in der Ruhr 286b. lauwarme. Nutzen derf fuͤr Steinpati⸗ enten 263. Nutzen derſ. bey durch Arſenik Vergifteten 356. halbe bey der Gelbſucht. Nutzen derſelben 184. bey gallichten Kolt ken 258. bey Steinſchmerzen Nutzen der⸗ ſelben 254 Nutzen derſelb. beym Magenwehe 253. Ver⸗ ſchiedenheit derſ. 591. war⸗ me. Anwendung derſ. bey den Pocken 136. von Milch, fuͤr alte Leute, 592. fuͤr Schwindſuͤchtige 592. zen derſ. 592. Nutzen der⸗ ſelben fuͤr Schwangere 453. Anwendung derſelben bey Hautkran kkheiten 592. Ei⸗ genſchaften derſelben, 59 1. Krankheiten, bey welchen ſie „dienlich. 591. Bahungen verſchiedene Zu⸗ bereitungen derſelben 595. Gebrauch derſelben bey der Braͤune, 85. zertheilende uͤber die Bruͤſte beym Milch⸗ ſieber 481. bey alten Schaͤ⸗ den ꝛc. 596. Baͤrentraube. Mittel gegen Steinbeſchwerden. 261. Nuz⸗ Regiſter. Baͤume. Gefaͤhrliche Zu⸗ luctaurte bey Gewittern. W Baldria nwurzel. Gebrauch der⸗ ſelben. 15 57. Balggeſchwuͤlſte ſ Geſchwuͤlſte. Bandwurm. Abtreibung deſ⸗ ſelben im Fruͤhling zsr. Groͤße deſſelben 338. Natur und Eigenſchaften deſſelben 548. ſchwere Heilbarkeit der Kranken daran 551. Zeichen deſſelben. 581. Bandwurmkrauke dintetiſches Verhalten derſ, 552. Hei⸗ lung derſ. 551. Bauchgrimmen ſ. Grimmen. Bauchwaſſerſucht ſ. Waſſer⸗ ſucht. Huͤlfsmittel dagegen 204. Urſachen derſelben 204. Zufaͤlle derſ 203. Bauern ſ. Landleute. aummoos zu Betten 50. Baum luͤſſe. Nutzen derſ 548. Baumdoͤl. Einreiben deſſ. bey Erfrornen 321. fuͤr diejeni⸗ gen, welchen etwas in der Luftroͤhre ſtecken geblieben 362 Gebrauch deſſelb. bey Vergifteten. 351. Beintruch, Einrichtung deſſ⸗ Beinbruͤche, Heil una derſelb. 391. Schaͤdliche Mittel ur Heilung derſ. 391. Verhal⸗ ten bey denſ. 391. 1 Belladonna, 345. Gebrauch deri. 371. Verzzinzen kraut, giſtige Pflan⸗ Bienate Schaͤdliche Duͤnſte in denſ. 327 Berufteln, zur Heilung der Kroͤpfe 409. Be⸗ lchaͤdigunge en, Folgen derſ. 1. Betten ſ Federbetten. Baum⸗ moos, bey der enaliſchen Krankheit 345. wie ſie fuͤr Blatter⸗ aͤuſſerliche —,.—— . 1e ſen⸗ en ze lde 12 Ser an i.. 0 Dal wnamnia, ſehben. 5 8 iigftaii, denam be 5 ſ hen h h ih 8 d 50 8 baia deͤem gaß unw Suudgane e. da abaſet i ſur härna n. Nüatan. win Surt kuid. Senraes gdenn duriſ. Nad dan den Ernrun thw 43, A ea nin deün ikn 3 Ben Snh drr ten g. dn neu un eul 8 eden ſuͤchtige 155. Regi Blettertrant ſeyn muͤſſen, Bällkiſen. Gebrauch derf. bey Gewittern 339. Bettlade. Stellung derſelben fuͤr Kranke 59. Beulen der neugebornen Kin⸗ der. Huͤlfsmittel gegen die⸗ ſelbe 513. Brwegung bey hitzigen Krank⸗ heiten 51. heftige Schaͤd⸗ lichkeit derſ. bey Schwan⸗ gern 449. heftige. Unſchaͤd⸗ lichkeit derſ. fuͤr Kinder 503. Nothwendigkeit derſelb. bey grober Koſt der Landleute 12. Nothwendigk keit derſ. bey der engliſchen Krankheit 544. beym Fluß der monan lichen Reinigung 438. Nothwen⸗ digkeit derſ. fuͤr Kranke am Wechſeifieber 133. Noth⸗ wendigkeit derſ. bey Waſſer⸗ ſuͤchtigen 198. Nerymen⸗ digkeit derſ. fuͤr Geneſende 67. Nutzen derſ. fuͤr Band⸗ wurmkranke 552. fuͤr Fall⸗ . f uͤr Gelbfuͤch⸗ tige 183. für Kinder s03. fuͤr Kraͤtzige 175. Nutzen derſ. fuͤr S fuͤr Schwinduͤchtige 149. fu r Seelenkranke 218. Wind⸗ ſuͤchtige 206. fuͤr Wurm⸗ kranke 549. ſtarke. Vermei⸗ dung derſelb. bey Kindern, welche man zu den Pocken vorbereitet 10z. Bewegungen heftige. Vermei⸗ duna derſ. bey Bruͤchen 426⸗ Bienenſtiche. Mittel wider dieſ. 379. Bier. Nutzen deſſ bey heftiger Kaäͤlte 8. Schaͤdlich fuͤr Ruhr⸗ kranke 292. Schaͤdlichkeit deſſ. fuͤr Kranke 66. warmes fuͤr wiederbelebte Ertrun⸗ kene 317.— Piermolken. Bereitung d. 389. Schwangere 449. fer. Bg Bieſam gegen die Waſſer⸗ ſcheue 373. Bilſen raut. Betaͤubende Ei⸗ genſchaften deſſ. 344. Bikenfaft. Gewinnung und Nutzen deſſelb. 508. Nutzen deſſ. bey Steinde ſchwerden 267. Biſſe wuͤthender Thiere, ſ. Wuth. Folgen derſelb. 368. 31 der Viper. Folgen derf⸗ 377. Bitterſalzmagneſia wider die Sch Arfe beym weißen Fluß der Frauen 447. Bitterfuͤß ſ. Hindiſchkraut. Bitterwein, einfacher und zu⸗ ſammengeſetzter. Vereitung und Heilkraͤfte deſſelb. 674. Blaͤhungen. Miitel gegen die ſelbe 455. Blaſen, wie man ſie zieht 600 Blgenienn ſ. Steinſchmerzen. Zufaͤlle bey denſ. 263. Blaſenpflaſter, wie damit zu verfahren b06 Anwendung derſ. bey der Braͤune 86. bey Vergifteten, 354. auf den Kopf der Vergifteten, 254. Gebrauch derſelb. be Geſchwuͤren 4143. Was z1 thun, wenn waͤhrend deren Gebrauch ſich Urindrang ein⸗ ſtellt 6501. Ihre Anwendung bey Zahn d. merzen, fluͤſſigen Augen und Ohrenwehe 601. allwo ſie bey jedem oͤrtlichen Schmerz zu appliziren ſind 601. Blattern ſ. Pocken. Bleichſucht, diaͤtetiſches Ver⸗ halten bey derſ. 436. Folge des Ausbleibens der m gt⸗ lichen Reiniaun 3 436. halten bey derſ. 436. Bley. Wirkungen deſſ. 343. zur Heilung der Ueberbeine Bkeyweiß. bolgen zon Ge⸗ Q9 auch 616 brauch deſſ. 343. ſtreuen bey Kindern. ljehreit deſſ. 347. Bleygifte Folg gen derſ. 358. Gebrauch icger Getraͤnke, bey durc veeſe Vergifteten, 162.„ Eagſäme Wirkung der eiejliden. Schaͤdlichkeit der⸗ ſelben 347 Blindheit, urſachen derſ. 226. Waruung vor unbedachtſa⸗ mem Gebrauch ſcharfer Au⸗ genmittel 227. Bündſchleichen 377. Biitzableiter ſ. Gewitter. Nuz⸗ zen derſ. 338. Blitz, Vehandlung der von demſ. gelaͤhmten Glieder; 338. Gang deſſelben 339. Getroffene davon 338. Um⸗ ſchlaͤge uͤber den Kopf bey von demſ. Getroffenen 338. Wiederbelebung derErſchla⸗ genen vond demf. 337. Blutader, geoͤffnete. ſpritzen in dieſ. 368. Blumen wol hlriechende. S Schaͤd⸗ lich fuͤr Kranke 52. Gluthrechen Urſachen deſſel⸗ ben Bluten f Berblutung. Wenn man es ſtillen muß, 384. Wie es zu ſtillen 384. Bluteyſen ſ. Blurſchwaͤren. Blutfluß ſ. Aderlaſſen. Diaͤt bey Der.208. uͤbermaͤßi⸗ ger d Woͤchuerinnen. Ver⸗ Honen bey demſ. 476. Ver⸗ halten nach demſ. 209. Blutfluͤſſe ſ. Aderlaſſen, Blut⸗ 6 heubey Schwangern 438. der Woͤchueri unen 433. Mit⸗ tel wider dieſelben 208. Ur⸗ ſachen derſ. 207. Werf halten derjenigen, we elche zu denſ. geneig at ſind 210. Verſchie⸗ denheit derſ. 207. Blutigel, wie man ſie anſetzt/ zum Ein⸗ Schaͤd⸗ Ein⸗ Regiſter⸗ 603. welches die beſten ſind, ebend. koͤnnen oftmals ſtatt des Aderlaſſens dienen 683. Anwendung derſ. bey wie⸗ derbelebten Ertrunkenen, 316. Gebrauch derſ. bey der Braͤune 85. bey Brus zent⸗ zuͤnd ungen 89. bey de er Gl ie⸗ dergicht 603. bey Augen⸗ entzuͤndungen, Zahn⸗ und Halswen he, 60z. Blütſchwären, Behandlung derſ. 395. Blutſchwamm, Zubereitung und Gebrauch deſſelben 604. Blutſpeyen. Regein nach En⸗ digung deſſ. 213. Verhalten bey demſ. 213. Zufaͤlle bey demſ. 213 Boͤſes Weßen f. Fall ſucht. Bohnenmehl weißes, zur Hei⸗ lung der Kroͤpfe 405. Bolus, wider die Ruhr. Schaͤd⸗ lichkeit deſſ. 290. Braͤune ſ. Halsent uͤndung, 85 eichen derſelben, 87. falſche, Verhal teu bey d derf 5 Keunzeichen derf. Kennzeichen, wenn die En. zuͤndung zum Schwaͤren kommt 86 Kr iſis der K ank⸗ heit 86. Verhalten bey derf⸗ 85. Verhalten bey derſelben wenn die Krankheit boͤsartig iſt 85. Verſchiedene Arten und Unterſcheidungskenn⸗ zeichen derſ. 83. 84. Brand an innern Theilen. Toͤdtlichk eit deſſ. 420. Be⸗ handlung deſſelb. 2 ur⸗ ſachen deſſ 420. Zufaͤlle deſ⸗ ſelben 421. Brandſchaͤden. Heilmittel da⸗ gegen 391. leichte. Behand⸗ lung derſ. 301. Mitt e. Air dieſe 391. vom Blitz. handlung derſ. 338. Brandſalbe 597. Brandtewein. Anwendung deſf. — — x— dagcht er A 1 ent. unn 4 1, t. 71 14 1 — R zrich.; ‚äutſchnenn, Van g KAN Hedrahch rh,, 4 1 2 A Dfans 52 1,2 4„† 1 Diuteepen. Taranzen, *. Ded d Juna dſ 1— uan 9 49 Wieh 9 11 N de denſ az pag demſ 2uz V 4 D. Böſes Veſer 1ht. RA A Dedneame. Rahefſpihe na„ rnn;. dun 8 Nnt g Bolus, ddaeaec lichkeirdeſ zn Bräune i NMentu Ketzace deihe g felſche. Daemewm g. Keuwacen 1 Lertzacen enlch zindut un dtnu tenntp tie u deit 36. Nahatenta 8 Deteherdayxän dende duberühe it 55. vrüuwerm un Annübehdbfc kechen a fand tt nen Uh 7d d n didlcttuf m d deeſan ih ut.J dandlun with achetde ü Zrend ähd N 1 hu Srundtekal 326. Folgen des zu haͤufigen — Genuſſes deſſ. 21. Gehrauch deſſ. bey erfrornen Gliedern 323. in kupfernen Gefaͤßen gebreunt 20. kalter, Ge⸗ brauch deſſ bey Erfrornen, 321. Nutzen deſſ 21. Nutzen deſſ. bey Gallenkrankheiten, 295. Schaͤd ichkeit deſſ. fuͤr wiederbelebte Erfrorne 322. Schaͤdlichkeit deſſ. nach dem Zorn 25. zu Kiyſtieren fuͤr Erfrorne 321. Brechen ſ. Erbrechen. Erre⸗ gung deſſ. ohne Brechmittel 559. Mittel zur Erregung deſſelben 558. Nutzen deſſ. bey Erſtickungsgetahr, durch im Halſe ſtecken gebliebener feſter Koͤrper 365. Urſache deſſ. 269 Verhalten bey u. nach demſ. 271. 359. Ver⸗ halten der Ruhrkranken nach demſ. 287. von Ueberladung des Magens. Verhalten bey demſ. 270. Brechmittel ſ. Arzeneymittel 538. Anwendung derſelben 47. Anwendung derſ. bey galligen Fiebern 76. bey der Ruhr, nachtheilige 288. bey Vergiftung von ſchaͤdlichen Speiſen 350. fuͤr diejenigen ſo feſte Koͤrper verſchluckt haben 361. Gebrauch derſ. 33.558. Gebrauch derſ. bey Vergifteten, 354. Schaͤd⸗ lichkeit derſ. 47. Schaͤdlich⸗ keit derß nach dem Jorn, 26. Vorſicht beym Gebrauch derſ. 558. wann ſie bey der Ruhr anzuwenden, 287. Wiederholung derſ. bey der Ruhr 287. Brechweinſtein. Anwendung deſſ. bey wiederbelebten Er⸗ trunkenen 317. Prechweinſteinaufloͤſung 559. deſſ. 334. bey Erwuͤrgten, Nutzen derf. bey durch Bley⸗ gifte Vergifteten 383. Breſiltaback. Gebrauch deſſ. bey Ertrunkenen 313. Brey ſ. Mehlbrey, von ißlaͤn⸗ diſchem Mvos. Bereitung deſſelben 378. Brod ſ. Getreide. Aus aus⸗ gewachſenem Getreide. Fol⸗ gen deſſ. 13. Verbeſſerung deſſ. 14. aus ſchlechtem Ge⸗ treide. Mittel zur Verbeſſe⸗ rung deſſ. 13. weißes fuͤr Ruhrkranke 292. Brodtiſane fuͤr Patienten an der Gallenkrankheit 293. Brodrinde ſchwarze. Gebrauch derſ. 332. Brodſchleim als Krankenſpeiſe 57. 9„. Broͤtlinge, giftige 349. Bruchband. Anlegung deſſ⸗ 423. bey unheilbaren Bruͤ⸗ chen 428. Bruchbaͤnder fuͤr Erwachſene. Wie ſie beſchaffen ſeyn muͤſ⸗ ſen 423. wie ſie gemacht werden muͤſſen 423. Bruͤche ſ. Häͤngebeutel, bey kleinen Kindern. Heilung derſ. 513 eingeklemmte; Lage der Kranken bey denſ⸗ 42²8. Zufaͤlle derſelb. 427. Zuruͤcktreibung derſelb. 428. haͤuſig in gebuͤrgigten Gegen⸗ den 426. Heilung derſ. bey Erwachſenen und Kindern, 423. Langſame Einklem⸗ mung derſ. 430 leichte Hei⸗ lung derſ. bey Kindern 423. Keunzeichen derſ. 422. ſym⸗ pathetiſche Kuren derſ 424. unheilbare. Verhalten bey denſ. 426. Urſachen derſelb. 422. Verſchiedenheit derſ. 422. Zuruͤkbringung derſelb. Bruchpflaſter. Schaͤdlichkeit derſ. 424. 94 2 Bruͤ⸗ 61½ Re g Bruͤhen ſchleimige zur Stil⸗ lung des Brechens 270. Nutzen des Genuſſes derſ. fuͤr Schwangere 54. von Kaͤlberlungen. Bereitung derſ. 583. Brunnen. Reinigung derſelb. 22. zugedeckte. Vorſichtig⸗ keitsregeln bey Eroͤffnung derſ. 334. Brüſte, entzuͤndete, ſ. Aufſchlaͤ⸗ ge. Beyandlung. derſ. 483. Behandlung der gen in denſ. 482. lo⸗ cherichte Folgen fali cher Behandlung derſ. 4 Brußzbeſcherden der Kinder. Huͤlfsmittel gegen dieſ. 338. Bruſtentzuͤndung ſ. Ader! aͤſſe. Charakter, derſ. 87. Diaͤte⸗ tiſches Verhalten bey derſ⸗ 91. Folge der Maſern 117. 121. Urfachen der Entſte⸗ hung derſ. 89. gallige. Cha⸗ rakter derſ 92. Kennzeichen derſ. 91. Verhalten bey der⸗ ſelb. 9⸗ wahre. Enrſtehung derſ. Zufaͤlle derſ. 88. Bruſtentzändungen. Unter⸗ ſcheidung derſ. 88. Bruſthuſten ſ. Huſten. Eigen⸗ ſchaften deſſ. 234. Beuſteraukhelten ſelb. 118. Bruſtwarzen, Werhi itung des Aufſpringens derſelben 484. wunde Heiln ng derſ. 484. Buchws eizengruͤtze e. Nahrungs⸗ mittel fuͤr Ruhrkranke 29 1. Buͤchſeumpos. Abſud davon Folgen der⸗ 579⸗ Buͤrſten der Fresunkenen 310. Reiben mit denſ. bey Schein⸗ todten 340. Butter fuͤr diejenigen ſo fremde Koͤrper verſchluckt haben, 361. Gebrauch derß bey Ver⸗ gifteten 351. Mittel gegen Verſtopfung 272. Verhaͤrtun⸗ i ſter. Vurtermilch fuͤr Patienten an der Gallenkrankheit 294. fuͤr Vergiftete 353. Getraͤuk fuͤr Kranke 55. Nutzen derſ. fuͤr Schwindſuͤchtige 147. C. Caffe. Nutzen deſſ. bey Ver⸗ ſtopfungen 272. bey Stein⸗ ſchmerzen 235. Schaͤdblich⸗ keit deſſ. fuͤr Kranke 56. fuͤr Ruhrkrauke 292. fuͤr Woͤch⸗ nerinuen 472. Eanartenzucker ſ. Zucker. Zur Vertrei bung des wilden Flei⸗ ſches 398 Candiszucker zur Heilung der Kroͤpfe 40. Cardobenedikten. Thee von denſ. 301. Thee von denſ. fuͤr wiederbelebte Ertrun⸗ kene 317. Carotten ſ. Gelberuͤben. Champignons, giftige, Worſicht beym Genuß derſ. Cölnarinde ſ. Fiebermittel. Chirurgif ſchs Kra ankheiten, ſ. Bruͤche, Querſch ungen, Ver⸗ renkungen, Cholera f. Gallenkrankheit. Chriſtophskraut. Giftige Ei⸗ geuſchaften deſſ 344. Chriſtwurz, giftige Pflanze, 346. Citronen, Citronenſaft, Citro⸗ nenſchaale ſ. Zitronen. Elvaken ſ. Holzko hlen.(Keh⸗ richt) Geß ſtauk davon wie er zu vermindern 335. Coloquinten. Eigenſchaften derſ. 344. Contuſionen ſ. Quetſchungen. Aeußerliche Mittet bey den⸗ ſelben a87. Gebrauch ſchaͤd⸗ licher Mittel bey de ouſ 388. mit Wunden, Heilung derf. 388. 349⸗ —— Etan Ren 6 Cafe. Aahe wf ag wefungen ninn ſonenan a ehi kat deſf firdn Vg. dude tumeri ae nenuden e Luan rnuc an„ dananus ſches 398. Cuidauta a häehw Kripfe e. Eerdedendirn. hn denſ. pr. Demni für nieheralit er fene 35. Luntt ten Stbeie Champuatts ſin g Terſict dar dan 4, Cheimn imn. (drrziide imen, Briche ducitutn tenkunean delat öeinit Chrikenne bekat N hn zel gad duſ 4 en nr Eern tiCi neuichu! nua nr 7 9 il um hel 4) nn 1 ar kel. diti der. 1. 34 (er rrriumn A. enien tnic I Ca 388. leichte. Behandlung derſ. 387. Schaͤdliche Mittel gegen dieſ. 388. D. Dampfbad, thieriſches, 172. Dampfbaͤder ſ. Baͤder, Ge⸗ brauch und Nutzen derſ. 594. Daͤmpfe, faule, Erſtikte davon 335. heiße. Gebrauch derſ⸗ bey Bruſtentzuͤndungen 90. fuͤr Kranke an der Braͤune 85. Nutzen derſ. bey der Braͤune 85. von warmem Waſſer bey Erkaͤltung 5. armgicht ſ. Miſerere. Ge⸗ falrlche Zufaͤlle derſ. 273. 274. Decken, flanellene. Gebrauch derſelb. bey Erſtickten 330. wichte fuͤr Fiederpatienten Deedete. Bereitung derſ. 574. 575. von Buͤchfenmoos 579. von Faͤrberroͤthe 576. von Hindſchkrautſtengeln 377. 577. von Huflattigblaͤttern 577. von ißlandiſchem Moos dalei bey der Duͤrrſucht 542. bey Durchfaͤllen 278. a eutzuͤndeten Bruͤſten, 484. bey Geſchwuͤren 413. bey Cteinſchmer zen auſſer den Anfaͤllen 267. bey Unrei⸗ nigkeiten in den erſten We⸗ gen 47. bey Verſtopfungen 272. bey Pwero uangen 385. beym Katarrhalhußen 235 4 beym Miſerere, 276. derjenigen ſo von Schlangen gebiſſen 378. derjenigen, ſo von wuͤthenden Thieren ge⸗ biſſen 372. der Kinder zur Vorbereitung zu den Pocken 103. der Kinder beym Zah⸗ en 536. der Kranken beym Regiſter. ſchwuͤren 415. Perſonen 128. Dinte Droſſelader. 6¹⁸ Keichhuſten z 541. beym Kind⸗ bettſieber 4a80. bey Stein⸗ ſchmerzen 265. beym Wech⸗ ſelſieber 131. 132. der Mut⸗ ter beym Grimmen der Kin⸗ der 519. der Scharbockkran⸗ ken 185. der Wöcheriunen 472. Einſluß derſelben auf Druͤſengef ſchwuͤlſte 403. feh⸗ lerhafte bey langwierigen Krankheiten 31. fehlerhafte bey Schwindſuͤchtigen 149, Fvigen von Fehlern in derſ⸗ 43. fuͤr angehende Schwind⸗ fuͤchtige 142, fuͤr Fal ſuͤch⸗ tige 155. fuͤr Geibſuͤchtige 183. fuͤr Geneſende 65. für Perſonen welche Anlaze zur Lungenſucht haben 244. fuͤr Schwindſuͤchtige beym Ge⸗ Arauch der Milch 143. fuͤr Waſſerſuͤchtige, 197. fuͤr Windſuͤchtige 20b. genaue zur Veryütung der Krank⸗ heiten 48. gute bey Ge⸗ gute bey Salzfluͤſſen 416. gute Noth⸗ wendigkeit derſ. bey Gallen⸗ krankheiten 206. gute, Nuz⸗ zen derſ. bey Krebsſchaͤden, 418. gremge Nothwendig⸗ keit derſ. bey Durchfaͤllen, 278. Nutzen derſ. ber Ver⸗ wundungen, 385. Nutzen 8 derſ. fuͤr Faliüchtino⸗ 156. zum Rothlauf geneigter zur Verhuͤ⸗ tung der Ruͤckfaͤlle bey Sch lagfluͤſſ en 167. Diarrhde ſ. Durchle Digeſtivſalbe Dinkelgruͤtz e. 32 Nahrung fäͤr Fieberfranke 58. Anwendung derf. bey Erwuͤrgten 326. zur Hei⸗ lung der Brandſchaͤden z91. Eroͤffuung derſ. bey Erſtickten 330. Druͤſen, angelaufene, bey dlei Q 3 gen 614 nen Kindern. Beyandlung derſ. 514. der innern Theile, Folgen von Verſtopfung der⸗ ſelben, 402. Kennzeichen wenn dieſelben verſtopft ſind, 402. Nothwendig⸗ digkeit diaͤtetiſcher Mittel bey denſ. 403. verhaͤrtete. Unheilbarkeit derſ. 402. Druͤſengeſchwuͤlſte. Behand⸗ lung derſ. bey wiſchen Ver⸗ haͤrtungen 404. Behandlung derſ. wenn ſie aufbrechen 404. durch Kaͤlte entſtan⸗ dene. Heilung derſ. 404. Ei⸗ genſchaften derſ. 400. Hei⸗ lung d. uͤberh. 401. ſchlimme Folgen derſ. 4017. Urſachen derſ. 401. Bethan ten dabey, 403. wo ſie gewohnlich ge⸗ funden werden 400. Zeichen Wennt ſie boͤsartig werden Oeßnknoten. Wann ſie weg⸗ geuommen werden muͤſſen 404. 8 Druck, gelinder, bey Erwuͤrg⸗ ten 325. Duͤuſte, Dungplätze, ſchaͤd⸗ liche, ſ. Keller. Cloaken. Vielfaͤltigkeit derſ. 327. un⸗ reine in den Wohnungen der Bauersleute. Schaͤdlich⸗ keit derſ. 1r. Verbeſſerung derſ. in Kellern 333. Duleamara, ſ. Hindiſchkraut. Dunaplae. Anlegung derſ.I1. Durchfall, anhaltender. Diaͤt bey demſ. 280. anhaltender. Schaͤdliche Folgen deſſelben 280, Verſtopfung deſſelben 280. bey Schwangern. Verhalten bey demſ. 455. Entſtehung deſſ. bey Ma⸗ ſernkranken 420. heftiger bey Kindern. Huͤl fsmittel gegen denſ. 521. leichter. Nutzen deſſ. 275. maͤßiger. Unſe haͤd⸗ lichteit deſf. hey Kindern Regiſter. 520. nach der Ruhr, Mittel dagegen 289. nach Krank⸗ heiten. Behandiunge deſſ. 521. Unſchaͤdlicher, Kenn⸗ zeichen deſſ. 277. Urſachen [. 277. Verhalten nach deſe⸗ 279. Verhuͤtung der Erkaͤltung bey demſ. 279. Verſchiedenheit deſſ. 27. von Erkaͤltung. Ver. hallen bey demſ. 279. Durchfaͤlle bey Blatterpatien⸗ ten. Verdatten bey demſI11. Duͤrrſucht. Diaͤt bey derſ. 542. Behandlung derſ. 542, Kennzeichen derſ. z41. Ur⸗ ſachen derſ. 541. E. Ebreſcheumus. Gebrauch deſſ. bey der Waſſerſucht 201. Eibiſchwurzeln wider die Ruhr 289. eicheltaffe Bereitung und Heilkraͤfte deſſelben 581. Eichenrinden f. Staubmehl. Eichenſchwamm ſ. Binut⸗ ſchwamm. Eidechſen. unſchaͤdlichteit der⸗ ſelben 379 Einblaſen der Luft durch die Naſe bey Ohnmachten 299. Einheizen zu ſtarkes in den Stuben der Landleute g. Einklemmung ſ. Bruͤche. Einpfropfung der Blattern 100. Bemerzungen uͤber dieſ. 101. ohlthaͤtigkeit derſ. 101. Eis. Gedrauch deſſ. bey ein⸗ geklemmten Bruͤchen 430. Eiſen gluͤhendes. Anwendung deſf 370. Eiſe ndraht zum Hinunterſtoſ⸗ ſen im Halſe ſtecken ge⸗ bliebener Koͤrper 364. Elektriſcher Schlag. Anwen⸗ dung 2 liſter San duzega a 4 (ereſceem Beni „der da deſtina Sdiſchaczaranu 1*9. kichekaſe, dam u „Heultite ſnn g Kichenrinder emen Eichercem annan Edechſen lätdiäng ſelden e 4 Eindleſen drRiM Naſe n dieneina Eindeien nita Studen denen eintleumau die kinyinyfun n 1co. derſ. lot. * echemmten: Eitn alidendts dietdener Katyer „(eiceihls Senena 3 drer. lol. Wwchiui 8 4 85 4 Hedraud d h 6,6 1r Vrtu 9 Prenn 5 Ent Regiſter. dung deſſ. bey Scheintodten 305.. Endemiſche Krankheiten 41. Enabrüſtigkeit ſ. Huſten. Der Schwangern. Urfache der⸗ ſelben und Nutzen der Ader⸗ laſſe, 456. Veſchieden⸗ heit derſelb. 2a 9. Urſachen derſ. 249. Verhalten bey derſ, 251. Engliſche Krankheit. Folgen derſ. 543. Urſachen derſ. 544. Zufaͤlle derſ. 543. Euntwoͤhnung der Kinder. Ver⸗ haltungsregeln bey derſ. 00.. zuͤndung ſ. Bruſteutzuͤn⸗ dung. Der Bruͤſte. Urſache derſ. 482. der Mutter. Zu⸗ faͤlle derſ. 478. Enzzuͤndungsſteber. Charakter deſſ. 79. Endigung deſſen 21. Erſcheinung deſſ. 79. Uebergang deſſ. in Faulßte⸗ ber 82. Urſachen der Entſte⸗ hung und Verhuͤtung deſſ. g0. Entzuͤndungen, heftige. Be⸗ handlung derſ. 394. leichte. Behandlung derſ. 393. Epidemiſche Krankheiten 41. wie man ſich vor denſ. praͤ⸗ ſerviren kann 43. Epilepſie, ſ. Fallſucht. Erbgrind. Unterſcheidung deſſ. 530. Entſtehung deſſ. 530. Gebrauch innerlicher Mittel gegen denſ. 532 Heilung deſſ. 530. langwierige Heilung deſſ. 531. Salbe zur Heilung deſſ. 530. 1 Erbrechen ſ. Brechen. Beför⸗ derung deſſ. bey Vergiftun⸗ gen 353. bey den Maſern 119. der Kinder. Mittel ge⸗ gen daſſ. 520. Erregung deſſ, bey Erſtikten 331. Nutzen deſſ. bey Kupfergiften 357. Urſache deſſ. bey Kindern Erdbaͤder ſ. Qa 4 615 519. Unſchaͤdlichkeit deſſ. bey Kindern 519. Unterhaltung deſſ. bey Vergiſtungen 353. Erdaͤpfel, Eigenſchaften derſ. 16. Folgen des Genuſſes derſ. 16. Regeln beym Genus derſ⸗ 16. Baͤder. Fuͤr Schwindſuͤchtige 151. Ge⸗ brauch derſ. bey von Schlan⸗ gen Gebiſſenen 378. Ver⸗ halten dabey 1s1. Erdbeeren, Nutzen derſ. bey Steinbeſchwerden 266. Erfriſchung der Luft in Kran⸗ kenzimmern 53. Erfriſchungen, Nutzen derſ. 3. Erfrorne, Behandlung derſ. 320, Behandlung derſ. wenn ſie wieder zu ſich gekommen 321. Eingraben derſ. in Schnee 320. Eutkleidung derſ. 520. Folgen gewaltſa⸗ mer Behandlung derſ. 322. Kortbringen derſ. 320. in kal⸗ tes Waſſer, bey Ermange⸗ lung des Schnees, gelegt 320. Reiben derſ. mit Tuͤchern 321. Wiederbelebung derſ⸗ 319. Erhaͤngte ſ. Erwuͤrgte., Ab⸗ ſchneiden derſ. 323. Ader⸗ eroͤffnung bey denſ. 324. Auwendung des Leinoͤls bey denſ. 327. Aufrechte Lage derſ. 324. Behandlung der am Halſe mit Blut unter⸗ loffenen Stellen 326. Le⸗ bensordnung der wieder zu ſich gekommenen 327. Erhitzung. Schaͤdlichkeit des kalten Getraͤnks bey derſ. 4. Erkaͤltung. Schaͤdlichkeit derſ⸗ bey der Ruhr 29 1, Erſchlagene vom Blitz. Be⸗ handlung derſ. 337. Be⸗ handlung derſ weun ſie wie⸗ der zu ſich gekommen 338. Erſtikte. Anwendung des kal⸗ ten 616 Regiſter. ten Waſſers bey denſ. 329. Behandlung der von faulen Duͤnſten Erſtikten 332. Be⸗ hanudlung der wieder zu ſich gekommenen 331. Eutklei⸗ dung derſ. 329. Erwaͤrmung derſ. 331. friſche Luft fuͤr dieſelben 329. Reiben derſ.⸗ mit Buͤrſten 330. Reinigung des Mundes bey denſ. 330. Ueberſchlaͤge uͤber die Herz⸗ grube derſ. 332. von faulen Duͤnſten, Verhalten derſ. wenn ſie wieder zu ſich ge⸗ kommen 333. Erſtickungsgefahr, Huͤlfsmit⸗ tei dagegen 362. Ertrunkene, die zugleich er⸗ froren, Behandlung derſ. 313. Fortbringung derſ. 308. Kennzeichen wann ſie wieder zu ſich kommen 315. Lage derſ. bey Verſuchen zu ihrer Wiederbelebung 308. Noth⸗ wendigkeit der Verſuche zu Rettung derſ. 306. Reiben derſ. mit Flauell z10. Reini⸗ gung des Mundes derſ. 308. Reizeude Mittel zur Wieder⸗ belebung derſ. 312. Rettuig derſ. 306. Schaͤdlichkeit hef⸗ tiger Bewegungen mit denſ. 318. Siunloſigkeit derſ nach ihrer Wiederbelebung 316. Verhalten nach Wiederbe⸗ lebung derſ. 316. Vorſich⸗ tigkeitsregeln beydenſ wann ſie wieder zu ſich ſelbſt zu kommen ſcheinen 375. wie ſie geſucht werden muͤſſen 306. Zeichen, wenn ſie ins Leben zuruͤckkehren 313. Erwaͤrmung, gelinde, der Er⸗ frornen 321. der Extrunke⸗ nen 310. der Ermürgten 325, der wiederauflebenden Er⸗ trunkenen 316. plötzliche der Erfrornen. Schaͤdlichteit derſ. 323. der Umwickelung des Halſes ſ. 325. Verhalten bey denſ; wen ſie wieder zu ſich zu kommen ſcheinen z26. Verhalten bey denſ wenn ſie wieder zu ſich gekommen ſind 326. Vorſicht beym Abſchnei⸗ 4 den derſ. 323. Eſelskuͤrhis. Saft von demſ. ſchädlich gegen die Waſſer⸗ ſucht 202. Eſelsmilch fuͤr Schwindſuͤch⸗ tige 144. Eſſia. Auwendung deſſ. bey Erſtickten 329. Anwendung deſſ. bey Kreiſenden 466. fuͤr Vergiftete 3653, fuͤr vom Kohlendampf Angegriffene 329. Gebrauch deſſ. bey Blatterkranken 110, Ge⸗ brauch deſſ. bey Ohnmach⸗ ten 298. Gebrauch deſſ. bey Vergifteten 354.Nutzen deſſ. als Gegengift 353. Nutzen deſſ. bey Ohnmachten 299, zur Verbeſſerung der Luft 53. zur Verminderung des Geſtanks in Clogken 335. Eſſigdaͤmpfe. Schaͤdlichkeit derf. 54. zur Heilung der Froſtbeulen 399. Excremente der vergifteten Thiere. Schaͤdlichkeit derſ. 347. Eyer. Einfluß derſ. auf Haut⸗ ausſchlaͤge 173. rohe Nutzen derſ bey der Gelbfucht 164. ungeſottene. Huͤlfsmittel für Vergiſtete 351. Eydotter. Gebrauch derſ. 289⸗ Gebrauch derſ. bey Vergifte⸗ ten 351. Gebrauch derf. bey von 1 ee Kelsa berm br Seuin — — — — xE — — 2 2 — ſſ — — ——— —. A NKr allen a ⸗ —— —— — di, 1 * — — — ſucht m. 6 Eſalsni z tlge Eſin. 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Verhalten waͤh⸗ rend den Anfaͤllen 154. Ur⸗ ſachen derſ. 154. Zufaͤlle derſ. 153.. Farbwaaren. Schaͤdlichkeit derſ. 348. Faſten das beſte Vorbauungs⸗ mittel gegen hitzige Krank⸗ heiten o. Faulſieber,ſ. Fieber, Auſteckung derſ. 71. Charakter der. 71. der Herbſtconſtitution 72. Federbetten. Schaͤdlichkeit derſ. fuͤr Kranke 58. Fieber anhaltendes 42. der Er⸗ frornen nach ihrer Wieder⸗ Regiſter. 617 belebung 322. faule. Ur⸗ ſachen zur Entſtehung derſ. 70. gallig⸗faulige 69. gal⸗ liges. Kriſis der Krankheit 26. gallige. Urfachen der Entſtehung derſ. 70. hitzige 42. hitzige entzuͤndungsar⸗ tige. Charakter derſ. 69. hitzige, mit Eutzuͤndung auf der Haut 70. hitzige. Ver⸗ ſchiedenheit derſ. 69. hitzi⸗ ges. Folge bey wiederbeleb⸗ ten Ertrunkenen 317. nach dem Schlagfluß. Verhalten bey demf. 166. ſchleichende. Charakter derſ. 44. Fiebermittel. Schaͤdlichkeit derſ. 137. Vorſicht beym Ge⸗ brauch derſ. 136. von Quack⸗ ſalbern verkaufte. Schaͤd⸗ lichkeit derſ. 118. Fiebertropfen. Schaͤdlichkeit derſ. 138.— 6. Fieberrinde gegen die Waſſer⸗ ſcheue 373. Fingerhut, braunrother. Ei⸗ genſchaften deſſ. 344. Fingerwurm. Befoͤrderung der Schwaͤrung bey demſ. 397. Endliche Heilung deſſ. 303. Eroͤffnung des Geſchwaͤrs 398. Urſache der Entſtehung deſſ. 396. Verhalten bey demſ. wenn die Entzuͤndung heftig wird 396. Zertheilung deſſ. 397. Zufaͤlle welche derſelbe erregt 396. Finnen der Schweine 19. Fiſche. Schaͤdlichkeit derſ. fut Ruhrkranke 292. Flachs ſchaͤdliche Duͤnſte beym Roöoͤſten deſſ 322. Flanell ſ. Frottiren, Gebrauch deſſ bey Ertrunkenen 325. Flaſchen mit warmem Waſſer gefuͤllte. Gebrauch derſ dey Erwuͤrgten 325. Flaumfedern. Berauch derſ. bey Scheintodten 382. 29 Schei t Flechten 6¹18 Flechten boͤsartige. Heilung derſ. 180. gutartige. Heilung derſ. 179 Kennzeichen und Urſachen derf. 179. Fleiſch ſ. Schlachtfleiſch, fau⸗ les. Schaͤdlichkeit deſſ 346. Schaͤdlichkeit deſſ. fuͤr Ruhr⸗ kranke 292. Schaͤdlichkeit deſſ. fuͤr von wuͤthenben Thieren gebiſſene 372 von krankem Vieh, Einpoͤkeln deſſ. 19. von kranken Thie⸗ ren, Folgen vom Genuß deſſ. 18. Haufiger Genuß deſſ. bet Landleuten 18. wildes, Ver⸗ treibung deſſ. 398. Fleiſchbruͤhen fuͤr Ruhrkranke 292. ſaͤuerlich gemachte fuͤr Kranke 57.. Fleiſchſuppen fuͤr wiederbe⸗ lebte Ohnmaͤchtige 300. Fleckfieber ſ. Fieber, gallichte Fieber, Faulſieber. Fliegen, ſpaniſche. Gebrauch derſ. 371. Fluß, weißer. Folgen deſſ. 446. diaͤteriſches Verhalten bey demſ. 446. Urſachen deſſ. 445. Zufaͤlle deſſ. 445. Fontanell, Gebrauch deſſelben 602. Nutzen bey Geſchwuͤ⸗ ren 414 Nutzen bey Krebs⸗ ſchaͤden 240. in Bruſtkrank⸗ heiten 602. Franzoſenkrankheit beym Rindvieh iſt irriger Wahn 19. Fraiſch ſ. Fallſucht. Fratſeyn bey Kindern ſ. Wund⸗ ſeyn. Froſcheppig, giftige Pflanze 346: Froſtbeulen. Behandlung derſ. wenn ſie in Eiterung uͤber⸗ gehen 400. Eigenſchaften derſ. 398. Entſtehung derſ⸗ 398. Folgen der ſchlechten Heilung derſ. 399. Heilung Regiſter. derſ. 399. Urſachen welche ſte hervorbringen 398. Froſt ſ. Kaͤlte trockner. Nutzen deſſ. 7. Urſache zur Erregung von Krankheiten 1. Frottiren ſ. Reiben, der Er⸗ frornen 321. Fruͤchte. Genuß derſ. von Fie⸗ berkranken s6. faͤuerliche. Nutzen derſ. fuͤr Krauke 57. weinſaͤuerliche, Genuß derſ⸗ von Kranken an bopartigen Fiebern 78. Fruͤhlingskrankheiten von auf⸗ ſteigenden Duͤnſten 9. uhrwerk. Entfernung von demſ. bey Gewittern 340. fußbad bey Erkaͤltungen s. beym Kindbettſieber 480. Fußbaͤder ſ. Baͤder, derſelben Zubereitung 593. bey Ent⸗ zuͤndungskrankheiten 81. fuͤr Kranke an der Braͤune 34. Gebrauch derſ. bey heftigem Erbrechen 270. Gebrauch derſ. bey Geſchwuͤren ara. Gebrauch derſ. beym Oh⸗ renzwang 228. warme bey der Ruhr 286. zur Stillung des Brechens 270. Fuͤße. Erwaͤrmung derſ. bey Erfrornen 32r. Warmhal⸗ ten derſ. bey Blatterkranken 110. Fußſohlen. Buͤrſten derſ. bey Erfrornen 310. G. Gaͤngelband der Kinder. Schaͤdlichkeit deſſ. 494. Galle ſ. Ochſengalle. Gallenſieber ſ. Bruſtentzuͤn⸗ dung. Charakter derſ. 71. durch Auſteckung entſtan⸗ dene. Boͤsartigkeit derſ. 72. Verhuͤtung derſ. 72². Zufaͤlle bey denſ. wenn ſie boͤsartis „ — „ ſind 73. Gallen “ hic 8— innn ſen — 8 4¹ lun 8 3 deigenden duir Funma. eum g dem. ean duſd d de Stäcun deyn An 8 Ffdtda d 811 in Zaderumn ghin müuncknbernu Kranke u Mäiwna Gedrauch wri nt hin Erdretm m tu derſ de aing — w mn tenz vans 1 mu der Naht a r eih des Brechet de ſüie Enem Erſtarnn uu den te deri.dn Vetet niääla duh Erftornen 3ue 6. hand a. tü ehattenn 4 Gallenkrankheit. Heilung derſ. 291. ſchnelle⸗ Toͤdtlichkeit derſ. 293. Urfachen und Vor⸗ boten derf 293. Zufaͤlle derf. 292. Gall llenruhr ſ. Gall enkrankheit. Gallerte von Schnecken und Krebſen. Bereitung und Gebrauch derſ. 583. Gallitzenſtein. Gebrauch deſſ. bey Augenentzuͤndungen25. Gebaͤhrende. Folgen der unge⸗ ſchickten Behandl. derſ. 462. Gebtür ſ. Reinigung. Geburt. Folgen derſ. 420. wie man ſich waͤhrend derſ. zu verhalten hat 465. Zeichen der Herannah hung derſ. 462. Beichen der Einſtehung derſ. Geburtsreinigung, Abgang derſ. 476. gehemmte, Ur⸗ ſachen derſ. 477. Nothwen⸗ digkeit des gehoͤrigen Ab⸗ gangs derſ. 476. Verhalten bey uͤbermaͤßigem Abgang derſ. 477. Verhalten wenn ſie zu gering oder gaͤnzlich verſtopft iſt 476. Wichtigkeit des gehoͤrigen Abgangs derſ. 475. zu ſchwache. Befoͤrde⸗ rung derſ. 476. zu arke Verhalten bey derſ. 4 Geburten ungluͤckliche. Paang auf dem Lande 462. Geburtswehen. Regeln hes Verſchwindung derſ. Verarbeitung derſ. 464.? 97 halten bey denſ. 464. Gefaͤße, kupferne, ſ. Brannte⸗ wein, Schaͤdlichkeit derſ. 348. meſſingene. Schaͤdlich⸗ keit derſ. 348. Gefluͤgel. fuͤr Kranke 52. Gehoͤr, ſchweres, ſ. Taubheit, Mittel gegen daſſelbe 229. Urſachen deſſelb. 223. Ver⸗ halten bey demſ. 239. Regiſter. Bruͤhe von demſ. Gelbruübenmus. Bereitung und Nutzen deſſelben 569. Geibſucht, bey aͤltern Kindern. Behandl. derſ. 515 Urſuche derſ. 516. der kleinen Kin⸗ der. Behandlung derſ. 513. Urſache derſ. 514. Reiben m. Tuͤchern b. derſ. 184.Urſachen derſ. 182. Zufaͤlle derſ. 183. Geeh berkezngen der Landleute 24. Gemuͤthskrankheiten ſ. Me⸗ lancholie. Urſachen derſ. 216. Verſchiedenheit derſ. 218. Geneſende. Aufhalten derſ. auſſer dem Bett 67. Folgen fur dieſe beym erſten Gang uach der Kerche 67. Verhal⸗ ten derſ. beym Genuß der Nahrungsmitrel 66. Ver⸗ halten derſ. in Hinſicht der Diaͤt 65. von Bruſtentzuün⸗ dungen. Ver halten derf. 91. von den Pocken. Verhalten derſ. 114. vom Scharlach⸗ ſieber. Behandlung derſ. 123. Gerſtengraupen ſ. Graupen. Gerſtenſchleim. Nahrung fuͤr Kranke 57 Gerſtenwaſſer fuͤr Patienten an der Gallenkrankheit 294. Nutzen deſſelben 308. faͤuer⸗ liches. Bereitung deſſelben 581. fuͤr Erwuͤrgte 327. Geſchirr, bleyernes. Schaͤdlich⸗ keit deſſ. 20. irdenes. Schaͤd⸗ lichkeit deſſ. wenn es von ſchlechter Beſchaffenheit 19. Geſchwüre, alte. Behandlung derſ. 414. ſchwere Heilung derſ. 413. alte zugegangene. Wenn ſie geoͤffnet werden müſſen 414. Beyandlung derſ. 413. bey Halsentzuͤn⸗ dungen. Behandlung derſ. 86, faule. Entſtehung derſ. bep. Gebrauch innerlicher Mittel bey denſ. 414. Krank⸗ heiten weiche aus der Hei⸗ lung 620 lung derſ. entſtehen 413. kuͤnſtliche, wie man ſie macht 600.Iangwierige Folgen derſ. 411. leichte Heilung verſ. 412. Nahrung bey denſ. 415. Reinhaltung derſ. 414. ru⸗ higes Verhalten bey denſ. 416. ſchwere Heilung derſ⸗ 412. unrichtige Behandlung derſ. 411. Urſachen derſ 411 Verhalten bey denſ. 414. Verſchiedenheit derſ. 410, Geſchwulſt bey kleinen Kin⸗ dern. Behandlung derſ. 513. der Unterſchenkel bey Gene⸗ ſenden. Verhalten bey denſ. 68. bey Schwangern. Ver⸗ halten bey deuſ. 457. Geſchwuͤlſte. Entſtehung derſ. 392. entzundungsartige, Ur⸗ ſachen derf. 393. Vielfaͤltig⸗ keit derſ. 392. Zuſammen⸗ ziehung derf. 393. Getraͤnke. Abwechſelung derſ. bey Kranken sz. aufloͤſente bey Krankheiten 34. bey der engliſchen Krankheit 45. bey der Kraͤtze 175. bey Durchfaͤllen 278. bey Druͤ⸗ ſengeſchwuͤlſten 403. bey Gallenkrankheiten. Beſchaf⸗ fenheit derſ. 295. bey hitzi⸗ gen Krankheiten„1. der Ge⸗ neſenden 66. der Geneſenen von der Ruhr 288. der Land⸗ leute 21. der Kranken an der Braͤunesa. der Pockenfran⸗ ken 108: dienliche fuͤr Ge⸗ baͤhreude 464. dienliche fuͤr Woͤchnerinnen 472. fuͤr ganz entkr aͤſtete Schwinde chtige 148. für Kinder 502 friſche fuͤr Kranke 56, fuͤr Kranke an Blut fluͤff n 208. fuͤr Schwi Fſuͤchtige 147. fuͤr Waſſerfuͤchtige 198. geiſtige. Nutzen derſ. bey heftiger Kaͤlte. 7. geiſtige. Schaͤd⸗ lichkeit derſ. bey Krebsſchaͤ⸗ Regiſter. den 418. geiſtige. Schaͤdlich⸗ keit derſ. bey uͤbermaßigem Genuß 7. hitzige. Schaͤdlich⸗ keit derſ. bey wiederaufge⸗ lebten Erfrornen z22. kaltes bey Erhitzung 4. kuͤhlende, bey hitzigen Krankheiten 545½. lauwarme beym Kindbett⸗ fieber 479. mildernde, bey Vergiftungen 331, nuͤtzliche bey faulen Geſchwuͤren 417. nuͤtzlicze bey Krebsſchäͤden 418. nuͤtzliche fuͤr Scharbock⸗ krauke 186. ſchaͤdliche fuͤr Kreiſende 464. ſchaͤdliche fuͤr Schwangere 449. ſaͤuerliche bey boͤsartigen Fiebern 77. ſaͤuerliche nach dem Zorn 26. ſchleimige bey Vergiftung von freſſenden Fluͤſſigteiten 359. undienliche bey Krank⸗ heiten 55. verduͤnnende bey hitzigen Krankheiten 53. ver⸗ duͤnnende. Nutzen derſ. 51. verduͤnnende. Nutzen derſ. bey der Ruhr 283. verduͤn⸗ nende, nach Verkaͤltung z. zur Vermehrung der Milch bey Kindbetterinnen 485. Getreide ſ. Brod, Griebel⸗ krankheit, v. ausgewachſenen 13. Anwendung deſſ. 14. auf welches Honigthau gefallen⸗ Verbeſſerung deſſ. 14. neues Folgen des zu fruͤhen Ge⸗ nuſſes 15. Reinigung deſſ. 14. verdorbenes, giftige Ei⸗ genſchaften deſſ. 34. Gewitterableiter. Sicherheit⸗ derſ. 338. Gewitter, gefaͤhrliche Orte dabey 334. Vorſichtsregeln bey denſ. auf dem Felde 339. in Gebaͤuden 338. 339. Gewoͤlbe, unterirdiſche. Vor⸗ ſichtigkeitsregeln bey Eroͤff⸗ nung derſ. 334. Gicht, fliegende. Behandlung derſ. 191. Gicht 8 35. die ain de — 2— — — 4 —— — — . tan 1 9 dt den Tren 46 Lcnante deri 2 benan d ur, ſalim un Ut, n fechae 3 nrten aene ſatag neng „ aoieen aätatzs der. danan zut : verdurnen d der a a Juare 845. Kandt, nsa, zr Den mak u⸗ ſe uinaam⸗ de⸗ Sane da. 11 3 4 krantheit. aa tzi. Anrerrai 1 htsunaſ enen Saicſeant 17d, faltm d ſt 1” n 4 ndedöeles ih 4 maün 9 eſn fr ea güte. 5 4 ce Game Falde unum ri. raug de 39 gic ſieuede Sichtflüͤſſe. er denn 349.. Glieder, erfrorne. de deni alft d 8 3 u zauuders n 1 iit rüktttraun eü Sun 94.„ Behandlung der⸗ ſelb. 188. Eudigung derſ. 189. hitzige, Lebensordnung bey denſ. 188. langwierige, Behandlung derſ. 191. lang⸗ wierige Entſtehung derſelb. 190. Schaoliche Hrilungs⸗ mittel gegen dieſ. 102. 553 Verhuͤtung der Ruͤckfalle, 191. Verſchiedenheit und Zufaͤl le derſ. 187. Gichter ſ. Fallſucht, Zuckun⸗ gen, Verhalten bey dem An⸗ fall derſ. 353. von Unreinig⸗ keiten in den erſten Wegen 583. von verd rbener Mut⸗ termilch 553.554. von Wuͤr⸗ mern 554. vom Zahnen 554. von zuruͤckgetretenen Aus⸗ ſchlaͤgen 654. vor Ausbruch der Hautausſchlaͤge 554.555. Zeichen u Zufaͤlle derf. 553. Gifte. Mannigfaltigkeit derſ. 341G mineraliſche„ 342. Zufaͤlle welche dieſe gen, 343. Werchtedene Wirkungen derſelben, 342. Vorf ſcheggkeitszegetuin B⸗ 1 ſicht derſ. 347. Giftlatrig, Gift falat 345. Gittmehl ſ. Arſenik. Giftpflanzen ſ. Pflanzen ſcharfe betaͤubende, Arten derf 3485. „ Zufalle weiche dieſ. erregen Behand⸗ lung derſelb. 322. Mittel, wenn ſie unrecht behandelt worden 323. „*Gliederreißen f. Gichtfluͤſſe. Gl Gliedſchwamm Entſtehung deſſ. 407. Folgen unrechter MNitttel zur Heilung deſfelb. 408. ſchwere He lung deſſ 408. Verhalten bey de felb. 408 Galdader ſ. Haͤmorrhoidalbe⸗ ſchwerden. Ge chwuſ derf. 457. Ib. erre⸗ Verhalten hey 3 6 Reg iſter. Graupen ſ. Perlengerſte. Nah h⸗ dungunitre fuͤr Ruyrkranke Griminen der Kinder. Süͤlfs⸗ mittel dagegen 318. Schaͤd⸗ liche Mittel gegen daſſ. 519. Zufaͤlle deſf. bey kleinen Kin⸗ Pern 517. Gruͤtze Dinkelgruͤtze. Gurgeln der Krauken an der Braule 88. Gypovergiftun igen 343.** 4ue von N wuͤrhenden Thie. reu, ſchaͤdlicher Gebrauch derj. 376. der daac, 53. Bereitung deſſelben, 3579. Gebrau deſſeiben 380. ſaͤuerliches, Nutzen deſſelben 581. Habergeuͤtzabfud fuͤr Partenten an der Gallenkrantheit 294. fuͤr Krauke 57. Nutzliche Nahrung fur Kinder 499. zur Reconvaleſcentenkoß t 65. Hauerichleim fuͤr Vergit 55 4 Hamorrhoidalbeſchwerden f. Goldader. 8 4 Haͤngebeutel bey unheilbaren Bruͤchen 425. Hahneuſup giftige Pflanze, Halbbader bey der Geioſusht 184.„. Halle 348.— Hreinana, eigenſchaften derſ. 3 14 Hals Bethalten wenn Pocken in demſ. entſtehen 113. Zutemtaindung ſ. Braͤule. Hal swehe ſ. Braͤune, beym Schartachſieder Foigen deſſ. Hanebutten fuͤr Geneſende 656 Hauf. Schaͤdt iche Duͤnſte beym Roͤſten deſſ. 32a4a4. Hart⸗ —— —————— — ———— — 6a2 Regiſter. Hartleibigkeit ſ. Verſtopfung. Hauslauch, Hauswuriel 159. zur Vertreibung der Hüh⸗ neraugen 410. Hautgeſchwuͤlſte, Ausſchaͤlung *derſ. 4 6. Behandlung derſ. 406. Bemerkungen üb. dieſ. 173. Eigenſchaften derſ. 406. gemeinſte Arten derſ. 174. Hautwaſſerſucht ſ Waſſerſucht Heilmutel fuͤr dieſ. 199. Ur⸗ ſachen derſ. 195, Verhalten nach Endigung derſelb. 200. Zufaͤlle derſ. 195. Hebammen, üble Gewohnhei⸗ ten derſ. 468. Heiligding ſ. Rothlauf. Heilkraͤfte der Natur. Erhal⸗ tung derſ. 49. Heilmittel! äͤußerliche zur Hei⸗ lung der Flechten 180. auf⸗ loͤſende fuͤr Schwindſuͤchtige 151. fuͤr die Waſſerſucht 201. fuͤr Fallfuͤchtige. Regeln bey & denf 157. für Schwind⸗ ſuͤchtige 150. gegen die Ruhr wenn die Krankheit ſehr zu⸗ genommen 288. innerliche zur Heilung derFlechten 180. Mißbrauch derſ beym gemei⸗ nen Mann 31. vorzuͤgliche, der Kriebelkrankheit 195. Herbſtzeitloſe. Giftige Eigen⸗ ſchaften derſ. 344. Herzgeſpann. Huͤlfsmittel ge⸗ gen bieſe Krankheit 517. Herzgrube. Erwaͤrmung derſ⸗ bey Ertrunkenen 318. 399. Heringslake, zur Heilung des Gliedſchwamms 408. Hirſchhorngeiſt. Gebrauch deſ. bey Ertrunkenen 313. irſchtala. Reiben des leiden⸗ den Theils mit demſ. bey Froſtbeulen 4oo0.. Hirfen. Nahrungsmittel fuͤr Ruhrkranke 291. Hitzblattern 525. Hitzbluͤthen der Kinder. Be⸗ handlung derſ. 525. Hitze, uͤbermaͤßige. Folgen derſ. fuͤr Kranke z0. Urſache von Krankheiten i. Holderbluͤthen. Thee von den⸗ ſelb. fuͤr Erfrorne 321. Hollundermus. Bereitung, deſſ. 570. Gebrauch u. Nuz⸗ zen deſſelb. 570. 572. Holzkohlen. Geſtübbe von den⸗ ſelb. zur Vermindernng des Geſtanks in Clogken 336. Honig. Gebrauch deſſ. 332. Nutzen deſſelb bey Steinbe⸗ ſchwerden 267. Honigthau, der auf Getreide gefallen 14. Horniſſenſtiche. Heilung derſ. 379. Huflatrichblaͤtter. Anwendung derſelb. bey Lungenſuͤchtigen 247-. e Huͤftwehe ſ. Gichtfluͤſſe. Huͤhneraugen ſ. Baͤder, Leich⸗ dorne. Urſachen derſ. 409. Huͤhnerbzuͤhen fuͤr Ruhrkranke 292. fuͤr Patienten an der Gallenkrankheit 294. Huͤlfsmittel bey Ohnmachten 298. fuͤr vom Kohlendampf augegriffene, 329. gegen ſcharfe Gifte 350. mechani⸗ ſche, fuͤr Schwerhoͤrende u. Taube 229. Hunde. Ausſaugen der Krebs⸗ ſchaͤden durch dieſ. 420 U. vor⸗ zuͤglich der Wuth ausgeſetzt 361. Wie man verhuͤten kann daß ſie nicht wuͤthend werden 374. Hunde, wuͤthende, ſ. Waſſer⸗ ſcheue. Wuth. Hundskohl, giftige Pflanze⸗ 346. Huſten ſ. Bruſthuſten, Katar⸗ rhalhuſten. Huͤlfsmittel da⸗ gegen, 538. der Kinder. Schaͤdliche Mittel wider deuſ. Nuzen eſcl he ſchverden h ſe Honithan der Gätie geſalen 1 Henſſata äaw Hrianitätnn Amew derſehh. muuan 1 29. Häche Kni 9 beene e 36 hi ni 5 ae 3 wr. ſit Pauan un Zalenktantet u Hutsmun! oiwt 18. füt un Ktheam ungentiftue, zn. gl ſoufe Hehe h nan de, fir Sotatämn allbe z2 5 iunan erhe 8 ſhiden duchhü 1 3 zialich wun ſuenie 2 nan nin lunn da i is nada nun zhl, ü 4 1 65 n 355., n „Zruihdi rien.3 Henn 3 5 1 4 ph Ehusr 43 6 5 denf. 539. der Maſerkrau⸗ ken 119 feuchter, Dehald⸗ lung deſſ. 238. Diaͤt bey depſ. 239. Folge der Ma⸗ ſern, 117. Verhalten bey demſelb. 121. langwieriger. Diaͤt bey demſ. 237. Lun⸗ genſuchtiger. Charakter deſſ. 235. trockner. Mittel wider denſ. 237. Urſachen deſſ. bey Kindern 538. Verſchiedene Arten deſſ. 234. von Unrei⸗ nigkeiten im Magen. Kenn⸗ zeichen deſſelb. 539. Hei⸗ lung deſſ. 539. J. Jaͤhzorn. Folgen deſſ. in Hin⸗ ſicht der Geſundheit 25. Jammer der inder ſ.Fallſucht. Ingwer. Anwendung deſfelb. bey Lrirnakenen 313 Iuleetenſtche Huͤlfomittel da⸗ gegen 3 Inſecten, a Ohr gekrochene. Verhalten dabey 363. Johannisbeeren fuͤr Wieder⸗ geneſene Vergiftete 354 Ißlaͤndiſches Moos. Geh rauch des Abſudes von demſ. 573. des Syrups von demſ. 579. Nutzen des Breyes von dem⸗ ſelb. fuͤr Lungenſuͤchtige 578. Judenkirſchen, betaͤubende Ei⸗ genſchaften derſ. 345. Jucken der Pocken. Verhalten hey demſ. 109. K. Kachexie ſ.¹ Bleichſucht. Kaͤlberlungenbruͤhe. Nutzen derſ. fuͤr Schwindfuͤchtige, 146. Käͤlte. Einfluß derſ. bey Land⸗ leuten, 6. heftige. Schaͤd⸗ Regiſter. Kamillenthee. liche Einfluͤſſe derſ. 7. Ver⸗ wehrnngomfrtel gegen die⸗ ſelb. Kalbſleiſchbruͤhe fuͤr Kranke, 57. Käl bennſe, giſtige Pflanze. Ka eiderglaube der Landleute 37. F* eigen davon beyKrank⸗ heiten 37. Kaiſerkro de Wurzein von der⸗ felb. 34 Kalltause ,e Seifenſiederlauge. Gebr Fuchd derſ. 400. Kalk, ungeloͤſchter. Anwen⸗ dung deſſ. 333. zur Verbeſ⸗ ſerung der Luft 337. Kalkwaſſer, Gebrauch deſſ 333. 590. zur Heilung der Ge⸗ ſchwuͤre 415. Verfertigung deſſ. 591 Kalkſtein zur Verheſſerung der Luft 53. zur Verbeſſerung des Brandteweins 20. Kalkvergiftung. Geringe Ge⸗ fahr derf 358. Huͤlfsmittel dagegen 359. Kamillen. Anwendung derſ. 331. Kam ſtenblumen. Baͤhung von denſ. 326. Dey Eintre⸗ tung der monatlichen Rei⸗ nigung 334. Nutzen deſſelb. bey Gal lenfiebern 76. zur Erregung d⸗ s Brechens 351. ſtarker. Bereitung d eſſ. 573- Kandelzucker zur Heilung der Kroͤpfe 403. Kampferſptritus, fuͤr wieder⸗ belebte Ertrunkene 317. Ge⸗ brauch deſſ. bey Erfrornen, 321. Gebrauch deſſ. bey er⸗ frornen Gliedern 323. Kaßpendlume. Eigenſchaften derſ. s 45 Kappisblaͤtter. Anwendung derſ. bey Bruſtentzuͤndun⸗ Kar⸗ gen 90o. 624 Regiſter. Kardobenedietenaufguß, Be⸗ reitung u. Gebrauch deſ. 573. Kartoffeln, haͤuſiger Genuß derſ. beym gemeinen Mantt 15. Schaͤdlichkeit derſ. 15. zur Heilung der Brandſchaͤ⸗ den 391. Kaskarillrinde. Gebrauch derſ⸗ bey von der Ruhr zuruͤckge⸗ bliebenen Durchfaͤllen 289. Katarrhalhuſten. Behandlung deſſ. 235⸗ Mittel gegen den⸗ ſelb. 236. Katzentraͤubchen zur Heilung des Krebſes 410. Kehlader. Eroͤffnung derſ. bey Ertrunkenen 312. Kehricht zur Verminderung des Geſtanks in Klogken 336. Keichhuſten. Behandlung deſſ. 540. Diaͤt der Kranken an demſ. 541. Folgen deſſ. 540. Urſachen deff. 540. Zufaͤlle deſſ. 540. Keller, lang verſchloßne. Vor⸗ ſichtigkeitsregeln bey Eroͤff⸗ nung derſ. 333. Kellerduͤnſte. Vorſichtigkeits⸗ regeln in Hinſicht derſ. 333⸗ Kennzeichen der Krankheiten 40⸗. Kerufruͤchte. Abkochungen von denſ. bey hitzigen Krankhei⸗ ten 55. Kindbetterinnen, ruhiges? Verhalten derſ. 470. Krank⸗ heiten welchen dieß. ausge⸗ ſetzt ſind 473. Schaͤdlichkeit der Beſuche fuͤr dieſ. 472. Schaͤdlichkeit hitziger Dinge fuͤr dieſ 421. Zufaͤlle wei⸗ chen dieſ ausgeſetzt ſind 478. Kinöbettfieber. Diaͤt der Kran⸗ ken an demſ. 480. Kennzei⸗ chen deſſ. 478. Verhalten der Kranken bey demſ. 480. Urfachen deſſ. 479. Zufaͤlle bey demſ. 478. Kinder. Anlagen derſ. zu Aus⸗ ſchlaͤgen 332. Auswahl der Speiſen fuͤr dieſ. 303. Be⸗ handlung derſ. unmittelbar nach der Geburt 487. Be⸗ merkungen über das Herum⸗ kriechen derſ. 494. die nicht ſaugen koͤnnen. Huͤlfsmi⸗ tel fuͤr ſie 512. erdruͤckte. Behandlunz derſ. 511. Er⸗ innerungen beym Beſtrafen derſelb. 567. Erinnerungen beym Tragen derſ. 493. fal⸗ ſche Behandlung derſ. 487. Folgen der Ueberfuͤlung mit Speiſen fuͤr dieſ. 503. Mit⸗ tel wider des Wundwerden derſ. 524. Neugeborne. Au⸗ genentzuͤndung derſelb. 4890. Erinnerungen deym Wickeln derſelb. 489. Schaͤdlichkeit des Lichtſcheins fuͤr dieſelb. 489. Schaͤdlichkeit zu früh gereichter Nahrung fuͤr die⸗ ſelben, 496. ſchwaͤchliche. Behandlung derſelben. 389. Schaͤdlichkeit des fruͤhen Schulgehens fuͤr dieſ. 506. Schaͤdlichkeit grober Speiſen fuͤr dieſ. 502. Schaͤdlichkeit uͤbermaͤßiger Waͤrme fuͤr die⸗ ſelb. 491. Schaͤdlichkeit zu vieler Speiſen fuͤr dieſ. 302. todtſcheinende. Behandlung derſ. nach ihrer Wiederbele⸗ bung 510. todticheinende. Vorſchriften ur Wiederbe⸗ lebung derſ. 509. Urſachen des Wundwerdens der. 524. Urſachen wie ſie nicht ſaugen koͤnnen 512. Vorbereitung derſ.dey herrſchenden Pocken 103. Vorbereitung derſ. zu den Maſern 118. Wurm⸗ krankheiten der elben, 543. Zeit zur Entwoͤhnung derſ. 501. zu den Pocken vorbe⸗ reitete. Verhalten bey den⸗ felben, wenn ſie an andern Krantheiten leiden ſoh ei Ki⸗ — ſchi Ä. Aui 8. ſen fü edie ü in 91 derſ 68 „* m 1. Gedurt g n merknnen der Naehe tre den rran teie 10 1494 nr duten 1 kännen, üh S ſe ſe ſu tyn 7 edandiun 19 6 in ne un Dh ur gi h derſe 7 dh Tuhaey 100 aT 31 rarnie d ſe Behar vuni d. Fol hen de gßme S deiſe 1 ſü 1 na i di der 1 Peaa derſ. z44. Nehene gen ereni duagdaſed. Lnnner angertenaban derſeld. 4809. Schälät des lahtſchn fit) 1 — ſh eben 1, 496. h Bedendlung derfelen gh Schddlichken de din Schulgehens fir deſ g Schädlichkeitgtobee 5 ſt dieſ. 50⸗. Schdi Gie dberwizit er Wärme 5 eld 4. 1 ien derſ. Arachi hrer d,hin 1nn S10, Vdnchehtenle es 7 7 f M A Vänan Sa der⸗ S09. lrichen de Perdrer) jersdeiſ.z23. zaroie ſie nichtaäge ber Vordereitueh vo erti henn n8 5 48 Atern n n ankder ten der 3 1759 dit zut Eutnohunn 3 . za d de Pocen tete. Vazatede de en mſt an dl asg leidel 0n ddi. d — 1 Kinderkrankheiten ſ. Zahnen. Schaͤdlichkeit beruhigender Mittel bey denſ. 509. Ur⸗ ſachen derſ. 503. Kinderſpiele. Nutzen derſ. 505. Kindenſühle Schaͤdlichkeit erſ. Kidarpa ken, Re ben derſ. bey Erfrornen 321. Kleider, naſſe. Entfernung derſ. von Ertrunkenen 306. enge, Schaͤdlichkeit derſ. fuͤr Schwaugere 450. Kleibung. Aufloͤſung derſ. bey Lrwuͤrgten 324. Beſchaf⸗ feuyeit derſ. fuͤr Kinder 491. gehoͤrig weite. Nothwendig⸗ keit derſ. fuͤr Kinder 304. Klettenkraut Nutzen deſſ. fuͤr Scharbockkranke 186. Klenenmurz eln. Nutzen derſ. Klhſtlere, alterirende, Anwen⸗ dung und Zubereitung der⸗ ſelb. 364 Anwendung der⸗ ſelben bey Blaͤhungen 563. bey der Darmgicht 275. bey eingeklemmten Bruͤchen z31. bey Eintretung der monat⸗ lichen Reinigung 434. bey Entzuͤndungsfiebern 31. bey Gallenkrankheiten, 76. 295. beym Grimmen der Kinder 518. bey hitzigen Krankhei⸗ ten 57. bey Kraͤmpfen 364. bey den Maſern 110. bey den Pocken 107. bey ſchmerzhaf⸗ ten Abgang der mouatlichen Reinigung 439. bey Stein⸗ ſchmerzen 264. bey unter⸗ druͤckter monatlicher Reint⸗ gung 440. bey Vergiftun⸗ gen 352. 354. 355. 360. bey Wiederbelebung Ertrunke⸗ ner 516. bey Wurmkrank⸗ heiten 551. 580. Beybrin⸗ gung derſ. 562. 563. erwei⸗ chende, bey Bruſtentzuͤndun⸗ gen 91. bey eingeklemmten Regiſter. Koͤrper, feſte. Bruͤchen 430. beym K Kind⸗ bettfieber 479. bey Kreiſen⸗ den 468. bey berſopiungen „d. Schwangern 455,5 Zuberei⸗ tung derſ. 563. fuͤr Abzeh⸗ rende 354. für Erwachſene 563. fuͤr K Kinder 563. Ge⸗ brauch derſelb. bey Bleyver⸗ giftungen, 338. Gebrauch derſ. bey boͤsartigen Fiebern 78. Gebrauch derſ. bey Er⸗ frornen 324. 321. Gebrauch derſ. bey Erſtiekten 330. Ge⸗ brauch derſ. bey Krauken an der Braͤune 8 ½. Gebrauch derſ. bey Schwangern 454. Nutzen derſ. 362. Nutzen derſ. bey durch Lupfergifte Vergifteten 357. Nutzen der⸗ ſelb. bey Gebaͤhrenden 463. von kaltem Waſſer bey Er⸗ frornen 321. von Kochſalz bey Erſtikten 326. zur Oil lung des Brechens 270. Knaben ſchweres Zahuen der⸗ ſelb. 536 Kneipen ſ. Grimmen. Knoblauch. Gebrauch deſſ. J bey Wunden v. Viperbiſſen, 377. Knoch endruͤche ſ. Beinbruͤche. Kobolt ſ. Gifte. Kochſalz Ueberſchlaͤgevon dem⸗ ſelb. bey Erwuͤrgten 3235. Koͤrbelbruͤhe, Ber eitung und Nutzen derſelb 584. Nutzen derf fuͤr Lunzenfuͤchtige 246. Koͤrbelkraut. Nutzen deſſ. fuͤr Schwindf fuͤchtige 147. Folgen derſelb. wenn ſie verſchluckt worden find z61. fremde, die in ver⸗ ſchiedene T heile gekommen⸗ 365 d der Speiſeroͤhre, Kohtein iihende Schuͤdlich⸗ keit derſelb. in Kellern 327. Urſache des Erbrechens bey Kindern 520. wie man ſie ſicher brennen kann 328. R Koh⸗ Kohlendaͤmpfe. Heilmittel wi⸗ der die Wirkungen derſ. 329. Mittel dieſ. unſchaͤdlich zu machen 328. Schaͤdblichkeit derſ. 325. Unzulaͤnglichkeit der Mittel dieſelb. weniger gefaͤhrlich zu machen 328. Kolik, gallige. Behandlung derſ. 258. Unterſcheidungs⸗ zeichen derſelb. 257. Zufaͤlle derſ. 257. gemiſchte. Ver⸗ halten bey derſ. 260. Hitzige Mittel wider dieſelb. 26 1. von Entzuͤndung. Behand⸗ lung derſ. 255.256. Charak⸗ ter derſ. 255. Folge derſ. 2537. Urſache derſ. 255. von Un⸗ verdaulichkeit. Behandlung derſ. 260. Urſachen derſelb. 250..— 8 Koliken. Verſchiedenheit der⸗ ſelb. 254. Kopfausſchlag, Heilung deſſ⸗ 529. Urſache deſſ. 528. Kopfbedeckung bey warmer Witterung 3. der Kinder 491. Koſt, grobe, der Landleute⸗ Unſchaͤdlichkeit derſ. 12. Kraͤfte. Erhaltung derſelb. bey Gallenkranken 74. Kräͤtze. Aeuſſerliche Mittel bey derſ. 177. Charaiter derſelb. 174. Folaen der Zuruͤcktrei⸗ bung derſ 778. Heilung derſ. 176. Heilung derſelb. wenn ſie alt iſt 177. Keun⸗ zeichen derſ. 174. Wieder⸗ herſtellung des Ausſchlags 179. Zuruͤcktreibung derſ⸗ 178.„e Kraͤnter zu Psanzenſaͤften 567. Krampf in den Fuͤßen bey Schwangern. Mittel zur Linderung deſſ. 457. Kranke. Behandlung derſ. in Hinſicht der Diaͤt, 30. in Wohnſtuben, Nachtheile von denſ. 29. Nutzen des Regiſter. Aufſitzens derſ. 60. Sorge fuͤr die Ruhe derſ. 61. Sor⸗ ge fuͤr dee Reinlichkeit derſ. 60. Verhalten beym Auf⸗ ſitzen derſ. 60. Warmhal⸗ ten derſ. 29.. Krankenbeſuche von Geiſtli⸗ chen, u. ſ. f. Schaͤdlichkeit derſ. 61. 62. 111... Krankheit, engliſche. 544. Krankheiten, außere. 41. Ver⸗ huͤtung derſ. 44. anſteckende. 41. chirurgiſche. Bemerkun⸗ gen über dieſ. 380. der Land⸗ leute, Urſachen ihrer groͤßern Tödtlichkeit, 27. Endemi⸗ ſche 4r. Erkennungszeichen derſ. 40. epidemiſche, an. Haupteintheilung derſ. 41. hitzige. Reinigung der erſten Wege 51. Verhalten beym Ausbruch derſ. 52. Verhal⸗ ten vor Ausbruch derſ. 50. Wenigere Verbreitung derſ. auf dem Lande 26. Zufaͤlle vor dem Ausbruch derſ. 50. innere. 41. Verhütung der⸗ ſelben 44. Verhuͤtung der⸗ ſelben durch gute Diaͤt 48. Ungewiſſe Zeichen derſ. 40. welche leicht ſcheintodten Zuſtand bewirken 303. Krauſemuͤnze. Gebrauch der⸗ ſelben 289. Krebs ſ. Druͤſengeſchwuͤlſte, Druͤſenknoten. Unterhal⸗ tung der Ausduͤntung bey denſ. 419. Verhalten bey denſ. 419. Krebſe. Einfluß derſauf Haut⸗ ausſchlage 173. Krebsſchaͤden ſ. Kroͤten. Mit⸗ tel zur Heilung derſ. 418. offne. Eigenſchaften derſelb. 417. Schaͤdliche Mittel bey denſ. 418. Schwere Heilung derſ. 418. 8. 420. Krebsaugen, fuͤr Vergiftete, 358. 8 Krei⸗ ——————ʒ———ꝛõ— — 2giſter, 1 Kra nt hei emite, Kr anbenen i 4 1 zur Heilung der fin Einenſchafte M,4 S derſ. 41§ 429. 8e degn, ir Dann — 358* bh uen derſ. 20. 1 na Kra ken nbei uce bal ai den, 4 1 Shl 6 dͤtun nndeiſg. aeh. 41. Chirurgiſ. ewi gen über die⸗ w de leune, Ueſochen hn, aiia Tädtlicken,„ v ddeg ſche 4.. Eennzi di derſ. o. egia 8 Hrnyteintheiuun a, ditige. Neinigun duun Wegt zt. Derhannka Ausdruch deuf zu u ten vor Ausdruch an Wenigere Verdreimme 1 euſdem kande d. der dem Auah ruch der„ jugere.4 41, Tatne eider 4 Verdruu ſiden durch gut rat Uugewiſe zei den! Ms delche leicht ſckinehu auf iand dewirken p aminn Guzn den:5 7. eis. Nlenechviſh, 4 Drenknren, Ahrergal⸗ nu den dené 4r, Hdt eauhuih asddge 17 Nr Auvinfang den chäden. Ldäug M 9 — Schaͤdliche R Tun 1 Sch nene hül 1 Kuͤtzelhuſten. denſelb 236. Kupfergeſchirr. Schaͤdlichkeit 1ℳ Daßaltes der tenderee KRegi ſte r. 627 Kreiſende. Behandlung derſ. 457. Behandlung derſ. nach der Entbindung 469. Schaͤd⸗ lichkeit des Eſſeus fuͤr dieſ. 4564. Schaͤdlichkeit hitziger Dinge fuͤr dieſ. 467. Schaͤd⸗ lichkeit ſtarkriechender Din⸗ ge fuͤr dieſ. 466. Verhalten derf 464. Zeichen der Ge⸗ fahr fuͤr dieſ. 468. Kriebelkrankheit ſ. Getreide. Heilung derſ. 193. Kenn⸗ zeichen derſ. 193. Urſachen derſ. 15. 104 Verheerungen derſ. 19 Kroͤten, Giftvon denſelb. 379. Unſchaͤdlichkeit derſ. 379. zur Ausſangung der Krebsſchaͤ⸗ den 419. zur Heilung des Erbgrinds 531. Kroͤpfe. Gebrauch abfuͤhren⸗ der Mittel zur Heilung derſ. 405, haͤufig bey Weibsper⸗ ſonen 40. Heilung derſ. 405. Urſachen der Entſte⸗ hung derſ. 403. wo ſie am haͤufigſten 405. ¹Kichengeſchit ſchlechtes, der Landleute 19. Kuͤchenſalz. Gebrauch deſſelb. 371. in den Mund der Er⸗ Alabten 330.. Mittel wider deſſ. 20. Kuren, ſompathetiſche. 424. 4. Laͤhmung. Hauptzufäͤlle derf 158. Huͤlfsmittel gegen die⸗ ſelb. 170. urſache derſ. 169. Verhalten der Gelaͤhmten, 169. der Zunge, Heilung d, 172. Laner fuͤr Ertrunkens 309. fuͤr Fieberkranke 58. Lammmſeiſchbrüͤhe fuͤr Krauke Laudleute. Aeuſſerliche Ver⸗ letzungen derſelben 27. Aus⸗ ruhen derſ. auf dem Felde 24. Erfriſchungen der 3 Gem thsatlagen derſ. 24. Geſundheitsvortheile derſ⸗ 1. Hau derſ. zu medizini⸗ ſchen Pfuſchereyen, 35. Krankheitsurſachen derſ. 1. ſtarkes Einheitzen derſ. 9. Urſachen der groͤßern Toͤdt⸗ lichkeit der Krankheiten der⸗ ſelb. 87. Urfachen der Win⸗ terkrankheiten bey denſ. 9. Vortheile des Genuſſes der freyen Luft fuͤr dieſ. 2. Vor⸗ urtheile derſ. gegen ordent⸗ liche Aerzte 48. Laufſtuͤhle der Kinder. Schaͤd⸗ lichkeit derſ. 494. Lauge ſ. Aſchenlauge, pott⸗ aſche. Gebrauch derſ. bey daſch den Biß wuͤthender Thiere verurſachten Wun⸗ den 370. zur Heilung des Erbgrinds s31. zur Vertrei⸗ bung der Seander 400. kabendeitaſſer.3 Loriernittef Aüfährungs⸗ mittel. Lebenskraͤfte. Erhaltung der⸗ ſelb. bey Fiebern 76. Lebensordnung ſ. Diaͤt. Der Faulfieberkranken 24 der Geneſenden vom Entzuͤu⸗ dungsſieber 82. der Gene⸗ ſenen vom Miſerere, 276. der Kranken an Entzuͤn⸗ dungsfiebern 80. der Kran⸗ ken an langwierigen Gicht⸗ fluͤſſen 190. fuͤr Lungenſuͤch⸗ tige 246. fuͤr Seelenkranke 217. gehoͤrige bey Krank⸗ helten. Befolgung derſ. 39. 556. genaue. Einfluß derſ. auf Krankheiten 72. Late r 2 Nu⸗ 628 Nutzen derſelben bey der Schwindſucht 141. Leblosſcheinendeſ. Scheintode. Leder zur Vertreibung der Huͤ⸗ nwzugen 469. 1 Leibinde fuͤr Woͤchnerinnen, 490. Leichdorne. Urſachen und Hei⸗ lung derſ. 409. Leichenhaufer. Anlegung derſ⸗ 304. Leidenſchaften der Landlente; 24. Folgen derſ. 1. heftige. Schaͤdlichkeit derſelben fuͤr Schwangere 451. Leinoͤlbey eingeklemmten Bruͤ⸗ chen 430. Leinſaamen zu Klyſtieren 352. Licht, brennendes, den Schein⸗ todten fuͤr das Geſicht gehal⸗ Sten os. Lichterdampf, Folgen deſſelb. 460. b Limonade fuͤr, vom Kohlen⸗ dampf Angegriffene 329. ur widerbelebre Erſtickte, 331. 332. fuͤr wieder zu ſich ge⸗ kommene Ohnmaͤchtige 300. Liquor, Hofmanniſcher. 317. Gebrauch deſſ. 338. Schaͤd⸗ lichkeit deſſ. fuͤr Kranke 32. Loͤffelkraut, Nutzen deſſ. beym Scharbock 186.. Loͤwenmaul, giftige Eigen⸗ ſchaften deſſ. 344. Loͤwenzahn ſ. Saft. Nutzen deſſ. in der Schwindſucht, 147. Nutzen deſſ. für Gelb⸗ ſuͤchtige 184. Loͤwenzahnwurzeln. derſ. fuͤr Gelbfüchtige 184. Luft, durch die Naſe kingebla⸗ ſen bey Scheintodten, 298. 299. 311.321. 324 330. Ein⸗ )luſſe derſ. auf Lungenfuͤch⸗ tige 248 ſelb.2 Gewoͤhnung der in⸗ der au dieſ. 491. Nutzen der⸗ ſelb. fuͤr Geneſende 67. Nu⸗ Luftroͤhre. Nutzen freye. Nutzen der⸗ Regiſter. 6 zen derſ. fuͤr Schwindſuͤch⸗ tige 149. Nothwendigkeit derſelb. fuͤr Vergiftete 353. Sorge fuͤ dieſ. in den Zim⸗ mern der Blatterpatienten 110. in Krankenzimmern. Erfriſchung derſ. 53. reme. Norywendigkeit derſelb. fuͤr Kranke, 52. Nothwendig⸗ keit derß fuͤr Waͤſſerſuchtige 198. Sorge fuͤr dieſelbe in Kranken;immern 52-ſchlech⸗ te. Verbeſſerung derſ. 33. 336. verdorbene in Krauken⸗ zimmern 29. unreine. Fol⸗ gen derſ. 1. zur Befoͤrderung der Anſteckung 26. Eroͤffnung derſelb. wenn etwas in dieſ. gekom⸗ men iſt 363. Folgen von den darinnen ſtecken gebliebenen Dingen 363. Lungengeſchwuͤre ſ. Lungen⸗ ſucht, Schwindſucht. Folge der Maſern, 147. 121. Lungenſucht ſ. Diaͤt. ſiehe Schwindſucht. Folge vom Blutſpeyen, 214. Mirtel wider dieſ. 247. Urſache derſ. 243. Verhalten bey Anlage zu derſ. 243. Zu⸗ faͤlle derſ. 242. Lungenfuͤchtige. Diaͤt fuͤr die⸗ ſelb. 244. M. Maͤuſegift ſ Arſenik. Maͤrzſchnee. Gebrauch des Waſſers davon 391. Madenwuͤrmer der Ninder 548⸗ 551. Magenhuſten ſ. Huſten. Be⸗ handlung deſſelb. 241. Dickt bey demſ. 24r. Eigenſchaf⸗ teu und Unterſcheidungs⸗ zeichen deſſ. 234. Ragenkrampf ſ. Magenwehe. Magen⸗ giſer. 8 t W ſt ehn 3 1h. Natheedn ndt weiad ſ di Mo. Emiſt⸗ die un u. wern der dun 110. in Kaniia Ertiſcung pfun Hew Parzednng iign Kot wentiean, NKuante, za. aan derſ. kiait derſ fbenes 4 PWrtg de, 188. Lngeſe iing 1 Kunkeninnna e. i Daeſam kit fit ps pendachanae zimmern 2 ane drü zeude deäse der Anteckuna 352. kufprdee Enfuni ein. wau aoazumm dal nmniſziz Ahanat 2 derinnen fccigfu ſeld. Dingen z. bongengeſchuin bh Nlen⸗. ſucht, Echaht r der Raſeru un Ju. knaenſucht u H ge Schwindſuct m wo. Slutſpepen, 14 33 31z. picet dieſ 27, l 41d, da 13. Tatän dza. Alaen daf 1 heha fle der 24. 1 dut gem feld. 244. jsen icht, 1 cld 7 e guint Awent 1 84. r u. Rinſoler. Herrauch Puſets daven ar nawürmerdeti teihedd — denſ. 118. Ft. 2 1 1. agenduſten 1 huin handlung deſen un, des demſ. 241. vene ten und mn geichen deſ. 39 Ragenttan 9 Magentropfen, hitzige. Schaͤd⸗ lichkeit derſ. fuͤr Schwattgere 454. Magenwehe. Mittel dagegen 252. Unterſcheidung deſſ. 252. Urſachen deſſelb. 252. Verhalten derjenigen, die oftmals daſſelbe erleiden 253. Mahjerfarben. Schaͤdlichkeit derſ. 348. Malztrank. Bereitung und Nutzen deſſ 572.— Maſern ſ. Bruſtentzuͤndung, Ausbruch derſ. 116. Be⸗ haundlung der Kranken an Behandlung der Kranken vor dem Ausbruch derſ. 119. Brechen bey denſ. 119. Charakter derſelb. 115. Endigung d. Krankheit 117. Folgen derſ. 177. Maſern⸗ kranke dem Durchfall ſehr ausgeſetzt 120. Verhuͤtung derſ. 118. Zufaͤlle bey Ent⸗ ſtehung derſ. 115. Zufaͤlle vor dein Ausbruch derſ. 116. Mauerpfeffer zur Heilung des Krebſes 419. ½ Maywuͤrmer. Gebrauch derſ. & zur Verhuͤtung der Wuth! 371. Meerrettig, Aufſchlag davon, 599. Gebranch deſſelben als Reitzungsmitiel 313. Mehl ſ. Weißmehl!.. Mehlbrey Heilmittel nach Verſchluckung feſter Koͤrper 361. Mehlſpeiſen der Landleute 17. Melancholie ſ. Gemuͤthskrank⸗ heiten. Eigenſchaften derſ. 2185. 5 Meliſſe. Anwendung derſ. 331. Meliſſenvlaͤtter⸗Thee von denſ. zur Erwaͤrmung 321. Mennige. Gebrauch derſ. 343. Michaelsblume, aiftige Eigen⸗ ſchaften derſ. 344. 3 Milch. Aufbewahrung derſ. Regiſter.. 69 in kupfernen Geſchirren 20. fͤr entwoͤhnte Kinder 501. fuͤr Geneſende, 66⸗ fuͤr Schwindſuchtige. Verbeſſe⸗ rung derſ. 144. fuͤr wieder⸗ belebte Ohnmaͤchtige, 300. Gebrauch derſ. bey Pocken⸗ kranken 1c9. bey Schwind⸗ ſuͤchtigen 145. fuͤr Vergif⸗ tete 351. 144. Schäͤdlichkeit derſ. fuͤr Schwindſuͤchtige, 144. zu Klyſtieren fuͤr Schein⸗ todte, 349. zuruͤckgetretene, Wiederherſtellung derſ. 488. Zuruͤcktretung derſ.bey Kind⸗ betrerinnen a88. Milchbrey Unſchaͤdlichkeit deſ⸗ ſelb bey gehoͤriger Zuberei⸗ tung 499. 1 Milchfieber der Kindbetterin⸗ nen. Diaͤtetiſches Verhal⸗ ten bey demſ. 48r. Verhüͤ⸗ tung deſſelb. 481. Zufaͤlle deſſ. o. Milchgeſchwuͤlſte. Behaudlung Milchrahm fuͤr Vergiftete 351. Milchſchurf der Kinder. Ent⸗ ſtehung deſſelb. 527. Heil⸗ mmittel dagegen 527. Unſchaͤd⸗ lichkeit deſſ. 527. Urſachen deſſ 527..., Mineraliſche Gifte, ſ. Gifte. Eigenſchaften derſelb. 343. Zufaͤlle, welche ſie erregen! 343.„ Miſerere ſ Darmgicht. Urſa⸗ chen deſſ. 274 Mißfaͤle bey Schwangere. Urſachen derſelb. 450. 459 Verhaltungzregeln zur Ver⸗ huͤtung derſ. 459 460. 467. dißgebaͤbren ſ. Mißfaͤlle. Miſt, warmer. Nutzen deſſ. zu Wiederbelebung Schein⸗ todter 314 zur Bedeckuns der Erſtickten 331. der Er⸗ trunkenen 314. Rr 3 Miſtel. ———— 630 Regi ſt er. Miſtel. Nutzen derſ. fuͤr Fall⸗ luͤchtige 1s3. Miſtlachen. Einfluͤſſe derſ. auf die Geſundheit der Landleute 10. Schaͤdliche Ausduͤnſtun⸗ gen von denſ. 327. Miteſſer der Kinder Entſte⸗ hung derſ. 525. Heilung derſ. 526. Urſache derſ. 526. Mittel, abführende. 33. bey Hartleibigkeit 272. dey ein⸗ geſperrten Bruͤchen, 431. Gehrauch derſ. 34. Nutzen derſ. 33. diaͤtetiſche aegen die Gelbſucht 184. Nutzen derſ. beym Steinſchmerzen 267. erweichende beym Steinſchmerzen 265. gegen das Gift der Kroͤten, 379. gegen die Ruhr, wann ſie zu gebrauchen 289. gelind⸗ wirkende 34. hitzige, Folgen derſ.bey Steinſchmerzen 268. innerliche bey anhaltenden Durchfaͤllen 280. innerliche bey der Darmgicht 275. bey durch den Biß wuͤth. Thiere verurſachten Wunden 371. bey gefaͤhrlichen Contuſto⸗ nen 389. bey Schlaugenbiſ⸗ ſen, 378. bey inuerlichen verſtopften Druͤſen 403. fuͤr Kinder 361. Gebrauch derſ. im Allgemeinen 560. reitzen⸗ zende zur Wiederbelebung Scheintodter, 312 roth⸗ machende, 599. ſchaͤdliche zur Heilung der Fallſucht, 160. ſchmerzſtillende bey ſchmerzhaften Durchfaͤllen, 282. wenu man ſich wehe gethan hat, 390. zur Ver⸗ treibung der Milch bey Eut⸗ woͤhnung der Kinder 486. Mohuſaft gegen die Waſſer⸗ ſcheue 373. Malche Unſchaͤdlichkeit der⸗ ſelb. 379. Molken ſ. Weinmolken. Wein⸗ ſteinmolken, friſche, Getraͤnz fuͤr Kranke 53. fuͤr Vergif⸗ tete 353. füͤr wiederbelebte Erhaͤngte, 327. Gebrauch derſ. 341. 583. mit Renetten 339. Nutzen derſelben fuͤr Schwindſuͤchtige 147. bey Eintritt der monatlichen Reinigung 434. ſaurg. Be⸗ reitung derſeld. 388. ſüße, 5 86. Verhaltungsregeln beym Gebrauch derſ 585. Molkenroſen. Gebrauch derſ. als Abfuͤhrungsmittel 362. Monatliche Reinigung ſ. Rei⸗ nigung. Moͤhren ſ. gelbe Ruͤben. Zur Heilung des Krebſes 419. Morcheln, giftige. 3490o. Muͤckengift, giftige Eigen⸗ ſchaſten deſſelben 343. Muͤckenſtiche, Mittei wider dieſelben 379. Mundklemme bey wiederbeleb⸗ ten Erſtickten 331. Muskatennuͤſſe wider d. Ruhr. Schaͤdlichkeit derſ. 200. Mutterblurfluß ſ. Blutfluß. Mutterdlurfluͤſſe, Urſachen derſelb. 443. Verhalten bey denſ. 443. wenn die Verblu⸗ tung heftig 444. Mutterkorn ſ. Kriebelkrank⸗ heit. Schaͤdlichkeit deſſ. 15. Muttermilch. Nutzen derſelb. fuͤr Kinder 497. verdorbene 253. Muͤtter, ſaͤugende, diaͤtetiſches Verhalten derſ. beym Grim⸗ men der Kinder 519. N. Nabelentzuͤndung der kleinen Kinder. Behandlung derſ. 516. Nachgeburt. Regeln bey Weg⸗ nehmung derſelb. 469. Un⸗ ſchaͤd⸗ ——— dey diere 371. uſin⸗ ndiß ichen 3 far deri. Nangung 4 2 rennng da Woariice aagi 13 an. a Rüuren gähe Nalung des in Ranthn ſüheg Rltean chein ſörten Rſüag Nickenüice, Tem Nrſelden„ Arnllenn iarinh ten Erndterz Mskerenriſeneüa Sdidtioketdn Rrrreröerius Iuh Drrrerllarfüſe, Wi Mih. 3 Vatt N. agz vende un he. Rurenit. Mabit fir Funde ey mnth ... Rinre turnt älſte Derdeir altemöit nenhe itdd ilh R deumemmf Uun duuin ziö.— Nachzedun. autiid⸗ h 9. 5 ſchaͤdlichkeit des Ausblei⸗ bens derſ. 469.— Nachmittagsſchulen. Schaͤd⸗ lichkeit derſ. fuͤr Kinder 306. Nachtſchatten, giftige, Eigen⸗ ſchaften deſſ. 344. b Nachtſchweiße bey Geneſen⸗ den. Verhalten bey denſ. 68. Nachwehen der Kinbetterin⸗ nen 474. Mittel zur Stil⸗ lung derſ. 474. Schaͤdlich⸗ keit hitziger Gewuͤrze bey denſ. 474. Urſachen derſel⸗ ben 474. Nagelgeſchwuͤre ſ.Fingerwurm Nahrung der Pockenkranken, 103. fur die, ſo von wuͤthen⸗ den Thieren gebiſſen worden 372. fuͤr Kinder in Erman⸗ gelung der Muttermilch 497 fuͤr Kinder. Regeln bey Zu⸗ bereitung derſ. 499. Regeln beym Genuß derf. fuͤr Fie⸗ berkranke 58, ſchaͤdliche fuͤr Saͤugende, 498. ſchaͤdliche fuͤr Scharbockkranke 186. wie ſiedem Kinde gereicht werden muß 500. wie ſie fuͤr neu⸗ geborne Kinder nuͤtzlich 406. Kahrungsmittel, anhaltende, bey entkraͤftenden Durchfaͤl⸗ len 281. dienliche fuͤr Kraͤz⸗ zige 175. einfache der Land⸗ leute 12. fehlerhafte. Folgen derſ. fuͤr die entwoͤhnte Kin⸗ der zol. fuͤr Fieberkranke 56. fuͤr ganz entkraͤftete Schwindſuͤchtige, 148. für Geneſende 65, fuͤr Schwind⸗ ſuchtige 141, 146. nuͤtzliche bey Druͤſengeſchwuͤlſten 453. nuͤzliche bey faulen Geſchwuͤ⸗ ren 417. nüuͤtzliche fuͤr Kind⸗ betterinnen 471. ſaͤuerliche fuͤr Kranke an galligen Fie⸗ bern 76, ſchaͤdliche bey Bruͤ⸗ chen, 426. ſchaͤdliche bey Druͤſengeſchwuͤlſten, 402. Regiſter. bey faulen Geſchwuͤren 417. beym Flus der monatlichen Reinigung, 438. bey Ge⸗ ſchwuͤren 412. fuͤr Lungen⸗ ſuͤchtige 146. 244. fuͤr Gelb⸗ ſuͤchtige 183. fuͤr Kraͤtzige, 176. fuͤr Kranke 30. zutraͤg⸗ liche, fuͤr Saͤugende 408. Naſe, Verſtopfung derſ. bey den Pocken 114. Naſenbluten bey Entzuͤn⸗ dungsfiebern, Verhalten dey demſ. 82. Haͤufige Erſchei⸗ nung deſſ. 211. Mittel zur Stillung deſſ. 218. Naſeuverſtopfung bey kleinen Kindern. Huͤlfsmittel da⸗ Nattern 377. Natur. Heilkraͤfte derſ. 49. Nebel, Schaͤdlichkeit derf 8.„ Nervenkrankheiten. Chargkter derſ. 152. der Landleute 152. Unterſcheidung derſ. 152. Neſſelfieber. Zufaͤlle deſſ. 124⸗ Niederkunft unzeitige, ſ. Miß⸗ faͤlle, v. gehabtem Schrecken. Verhaltungsregeln bey derſ⸗ 461.. Niederlegen bey Gewittern 339..— Nieſemittel bey Scheintodten 305.— Nieſen. Erregung deſſ. weun erwas in die Luftroͤhre ge⸗ kommen iſt 362. Nießwurz, ſchwarze. Eigen⸗ ſchaften derſ. 344. ſtaͤrkende. 346. weiße, Eigenſchaften derſ. derſ. 344. d Nuͤſſe, zur Vertreibung der Wuͤrmer 548. O. Obſt ſ. Kernfruͤchte friſches fuͤr Kranke 57. Genuß deſſ. b sou Nr 4 652 Regiſter, von Blatterkranken 109. getroknetes fuͤr Kranke 57. Schaͤdlichkeit deſß fuͤr Ge⸗ neſende von der? Kuhr 292. unzeitiges, Einfluß deſſ. auf Hautausſchlaͤge 174. zeiti⸗ ges fuͤr Ruhrkrante 292. Ochſengalle. Mittel gegen Hartleibigkeit 272. Oel. Anwendung deſſ. bey Er⸗ wuͤrgten 325. 326. bey Bley⸗ giften 358. bey ſchmerzhaf⸗ tem Abgang der Merzhen Reinigung 489. Gebrauch deſſ. fuͤr Vergiftete 331. zu Kiyſtieren fuͤr Leblosſchei⸗ nende 340. zum Erregen des Bre chens 351. Ohnmacht beym Aderlaſſen. Verhuͤtung derſ. 301. Folge des Zorns. Verhaltungsre⸗ geln dabey 25. zornige. Zu⸗ faͤlle derſ. 297. ſtarke, Zu faͤlle derſ. 297. Unterſcheioung derſ. von der fallens en Sucht 397. vom Schlagfluß 297. Unterſcheidungszeichen derſ. überhaupt 297. Urſache derſ. 297. Verhalten lan derſ. wenn ſie von ſtarken Ge⸗ muͤths bewegungen herruͤhrt 300, vot n Entkraͤftung. Ver⸗ halten bey derſ. 300. von Ueberladung des Mageng, Verhalten bey derſ. z01. Ohnmachten bey boͤsartigen Fiebern. Verhaltungsregelt bey denſ. 78. kleine. Geringe Gefahr derſ. 298. Ohrenſchmerz, fußt hafter. Ver⸗ halden bey demſ. 223. von innerlicher Entzuͤndung. Verhalten bey demſ. 227. Hyeralen Eigenſchaften deſſ. Dert. gefaͤhrliche bey Gewit⸗ tern 339. Oſterhlume. Giftige Eigen⸗ ſchaften derſ 343. Ottern 377. — P. Paͤonienwurzeln. Nutzen derf. fuͤr Fallſuͤchtige 158. Papier, brennendes. Anwen⸗ dung deſſ. 333. Gebrauch deſſ. bey Wunden von Vi⸗ perbiſſen 377. Nutzen deſſ. bey heftiger Kaͤlte. Patienten ſ. Kranke. Pe mi tzen. Schaͤdlichkeit derſ. Perlengerſte Graupen. Nah⸗ rungsmittel fuͤr Ruhrkranke 291. Perl haftes Vieh. Genießbaxr⸗ keit des Fleiſches von demſ. Peterſilgenwurzeln fuͤr Ruhr⸗ kranke 292. Gebrauch derſ⸗ bey der Waſſerſuücht 260. Pferde. Enrfernung von denſ. bey Gewitte ern 539. Pferdemilch fuͤr Schwindſuͤch⸗ tige 144. Pfeffer. Gebrauch deſſ. bey Ertrunkenen 313. Pfifferlinge, giftige 349. Pfirſchenbl aͤtter, ein Wurm⸗ 5 561. Pflanzen, giſtige. V Vorſichtig⸗ keitzregein in Hinſicht derſ. Pffanzengifte ſ. Gifte, betaͤu⸗ bende, Arten derſ. 343. 344. Geſchmack derſ. 345. Krank⸗ heiten, welche dieſ erregen 346. welchen die Landleute vorzuͤg lich ausgeſetzt ſind 343. Zufaͤlle welche dieſ. erregen 3485. Pflanzenſäfte friſch bereitete 566. 567. eingedickte 568. ſcharfe 567. Pflaſter, engliſches. Gebrauch deſſ. 382. Schaͤdlichkeit deſſ⸗ bey kleinen Kindern 514. Pfuſcherey, medieiniſche 35. Folgen derſ. 33.. Pilze⸗ Fregein aerinze t. Der 4. ul 8 4 Ferit kum 7 piuier, dul Narhhaftet d keu dreſtte 19 Peteril emaran kranke ae. gd de d Jttt Dierde. Enennan dey gedung Tſerdenij tet lge 144 Dieer. S4 Ertan ena Tifferline, ginn birſchemer uh nutel b. pdima, riin di keitzregeilujia 399 Jiiremin dih dende Nam u Seibmsn u l heiten Rie hr us. uin udhi nels nc 33 M nücen aruaa 5.. piu ſi ee 366. S0 eäntuhs ſberſ zir ta tl 331 dtuͤlüi 1 de Reins punlie fuſcher naioyi felbern en 5 Pockennarven. Pomeranz Pilze ſ. Schwaͤmme, giftige 349. Vorſicht bey Zuberei⸗ tung derſ. 360. Platterbſen. Beſchaffenheit derſ. 16. Schaͤdlichkeit derſ⸗ 17. 2. Pocken ſ. Augen, Blattern, Ein⸗ pfropfung, Geneſende, Spei⸗ chelfluß. Ausbruch der bös⸗ artigen 99. Behandlung der gutartigen 105. Behand⸗ lung derſ, wenn ſie mit hef⸗ tigen Zufaͤllen verbunden 106. boͤsartige. Urſachen derſ. 98. boͤsartige. Zufaͤlle bey deuſ. 99. Eintheilung derſ. 94. Entſtehung derf. 94. Mißbraͤuche in der Be⸗ handlung der Patienten hey deuſ. 104. falſche. Zufaͤlle derſ. 115. Oeffnung derſ. 109. Reife derſ. 97. Schaͤd⸗ lichkeit des Purgierens vor deuſ. 104. Schaͤdlichkeit des zu hitzigen Verhaltens bey denſ. 104. Toͤdtlichkeit derſ⸗ 94. Trinken der Kranken bey denſ. 107. Verhuͤtung derſ. 1w0 Verhalten der Ge⸗ neſenden von denſ 114. Ver⸗ trocknung derſ. 97. Zufaͤlle beym Ausbruch derſ. 96. Zu⸗ faͤlle vor dem Ausbruch derſ. 95. Zufälle bey denſ. 98. Pockenfranke. Gebrauch des Eſſigs bey deuſ. 110. Verhuͤtung derſ. 114. zeublaͤtter. Gebrauch derſ. fuͤr Fallſuͤchtige 257. Pottaſchenaufloͤſung fuͤr vom 5 Scheidwaſſer Veraiftete 359. Nutzen derſ bey durch Queck⸗ ſilber Vergifteten 356. Ver⸗ 590. Praͤſervation ſ. Aderlaſſen. Praͤſervationsmittel. Einfluß derſ. 45. Regiſter. Purganzen. Folgen derſ. 33. 2 Schaͤdlichkeit derſ. 33. Purgirkoͤruer 344. keit derſ. zag. Purpeln ſ. Pocken. Q. Quackſalbermittel 33. Pulver, ſchwere. Schaͤdlich⸗ Quendel. Gebrauch deſſelben 32 ½ Queckenwurzeln ſ. Druͤſenver⸗ ſtopfung, Gelbſucht, Me⸗ lancholte ꝛc. Quetſchungen ſ Contuſionen, gefährliche 387. leichte. Be⸗ handlung derſ. 387. wenn ſie gerährlich ſind 387. Queckſilber. Anwendung deſſ. 372. damit Vergiftete. Heil⸗ mittel fuͤr dieſ. 357. Heilmit⸗ tel gegen d. Waſſerſcheuez73. Queckſilberſublimat. Aeuſſer⸗ liche Vergiftung durch deuſ. 46. Eigenſchaften deſſ. 343; Heilung der Zufaͤlle von demſ. 344. Zufälle welche daſſelbe erregt 343. Quellwaſſer, Nutzen deſſ. 22. Quittenmus. Bereitung und Nutzen deſſelben 369. R. Raͤuchern bey Kreiſenden. Schaͤdlichkeit deſſ. 466. Raſende. Behandlung derſ. 218.. Raſerey. Zufaͤlle derſ. 216. Rattenpulver ſ. Arſenik. Rauchgelb. ſchaften deſſ. 343. Raute zur Heilung fauler Ge⸗ ſchwuͤre 417. 4= Regenguͤſſe, kalte, ihre Fol⸗ gen 6. Rr 5 Re⸗ 6353 Giftige Eigen⸗ ——— * Regenwuͤrmer. Nutzen derſ. fuͤr Fallſuchtige 158. Reiben der Erſtickten 330. der Errrunkenen z10. der Er⸗ trunfenen mit Salz 312. der Erwuͤrgten 324. der Ge⸗ ſchwulſt bey Kroͤpfen 406 der Herzgrube der Erfrornen 321. der Herzgrube bey Er⸗ trunkenen 311. der Kranken bey Ohnmachten 208. des Rüͤckgrates der Erfrornen 321. der Scheinkodten 305. der vom Blitz Erſchlagenen 337. Nutzen deſſ. fuͤr Ge⸗ lühmte 170. Reinlichkeit. Nothwendigkeit derſ. bey Heilung der Druͤ⸗ ſengeſchwuͤlſte 403. bey Kin⸗ dern 489. in Kinderſtuben 490. fuͤr Kraͤtzige 175. fuͤr Woͤchnerinnen 471. Sorge fuͤr dieſ. bey Blatterkranken 109. in den Stuben der Landleute 11. bey boͤsarti⸗ gen Fiebern 77 Reinigung des ſchlechten Ge⸗ treides 14. Reinigung, monatliche, ſ. Baͤ⸗ der, Gebluͤt. Folgen des Ausbleibens derſ. 435. Fol⸗ gen, wenn dieſelbe gehemmt wird 440. natuͤrliche Be⸗ ſchaffenheit derſ. 432. Schaͤd⸗ lichkeit hitziger Dinge zur Treibung derſ. 434. ſchmerz⸗ hafte 409. nnordeutliche Er⸗ ſcheinung derſ. 44r. Urſachen der Unordnung derſ. 44r. Verhalten bey erſter Eintre⸗ tung derſ. 433 Verhalten bey Endigung derſ. im Alter 442. Verhalten beym Fluß derſ. 437. Zufaͤlle bey erſter Eintretung 433. Reiten. Nutzen deſſ. fuͤr Wech⸗ ſelfieberpatienten 133. fuͤr Wurmkranke zao. Regiſter. Reiß zur Nahrung fuͤr Ruhr⸗ kranke 291. Reizmittel. Anwendung derſ. bey Erwuͤrgten 325. Rettigſaft. Nutzen deſſ. bey Steinbeſchwerbun 267. Rettungsmittel ſ Ertrunkene, Scheintodte, fuͤr Ertrun⸗ kene und Erfrorue zugleich 318. fuͤr vom Kohlendampf Angegriffene 329. Rhabarber fuͤr Vergiftete 358. Gebrauch derſelb. bey von der Ruhr zuruͤckgebliebenem Durchfalle 289. Rheinfarnſaamen ſ. Wuͤrmer. Rheinwein. Gebrauch deſſ. bey Scheintodten z05. Riechwaſſer. Schaͤdlichkeit derſ. bey Ohnmachten 299. Rindsgalle. Nutzen derf. fuͤr doͤrrſuͤchtige Kinder 542. Roͤteln ſ. Maſern.— Rockenbrod zur Verfertigung der Brodtiſane 293. Roſinen fuͤr Ruhrkranke 292. Rothlauf. handlung deſſ. 127. Behand⸗ lung deſſ. uͤberhaupt 126. Eigenſchaften deſſ. 125. Ur⸗ ſachen deſſ. 126. Wieder⸗ kommen deſſ. 125. Zufaͤlle deſſ. 125.. Ruͤben, gelbe, ſ. Gelbruͤben Nutzen derſ fuͤr Wurmkranke 548. Nutzen derſ. bey Stein⸗ beſchwerden 267. Nuͤbenſchaalen weiße zur Hei⸗ lung der Froſtbeulen 400. Ruhr. Aufang derſ. 283. diaͤ⸗ tetiſches Verhalten der Kran⸗ ken in derſ. 291. Durchfall nach derf 289. Folgen derſ. 292. friſche Luft in den Krankenzimmern derſ. 291. Gebrauch der Mandelmilch bey derſ 290. Heilmittel ge⸗ gen dieſ. 289. Nutzen der ſchleimigen Klyſtiere Tben . ſe Aeuſſerliche Be⸗ derſ. egiſer Nei eiß zur h Na henie; umſ 11 1— ng Riecht niſe eon R der O mact 9 Andeule Tue mi N nicrie in a d 8 reis Meern. 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Saamenwolle von Waſſerrohr, zu Betten 58. Saͤugen ſ. Kinder, zu langes der Kinder. Schaͤdlichkeit deſſ. 501. Saͤugende. Ausſaugen der Milch bey denſ. 497. Erin⸗ nerungen fuͤr dieſ. 498. Saft, eingedickter von Loͤwen⸗ zahn. Gebrauch Feſſ. 569. Eindickung deſſ. 568. Salbe, zertheilende 598. Salmiakgeiſt. Anwendung deſſ. bey Erſtickten 330. bey Er⸗ trunkenen 313. Gebrauch deſſ. 334. bey von Blitz Ge⸗ troffenen 338. Salz. Gebrauch deſſ. 325. in den Mund bey Ohumachten, zum Reiben bey Ertrunke⸗ nei 312. Salzfluͤſſe. Behandlung derſ. 301. Scharlachſieber 635 Salzwaſſer. Gebrauch deſſ. 371. zur Heilung der Brandſchä⸗ den 301. Sand zur Reinigung des Waſ⸗ ſers 22. Sauerampfer fuͤr wiedergene⸗ ſende Vergiftete 354. Sauerkraut. Beſchaffenheit deſſ. 8. Gebrauch deſſ.bey er⸗ fror antiedern 323 Nutzen deſſ. 1 Lanerwaffer, eiſenhaltige, zu Baͤdern fuͤr wiedergeneſene Vergiftete 356. Schaafgarben. Nutzen derſ. beym Magenwehe 353. Schaͤden, offene, ſ. Geſchwuͤre. Scharbock. Pylraßehr deſſ. 185. Heilmittel gegen denſ. 186. Urſachen deſſ. 185. ſ. Halswehe. Charakter deſſ. 122. Verhal⸗ ten bey demſ. 123, Zufaͤlle deſſ. 122. Scheidewaſſer. Huͤlfsmittel fuͤr Vergiftete von demſ. 359. Scheintodte. Gewoͤhnliche Be⸗ handlung derf 305. nach Außerlichen Verletzungen 340. ſchaͤdliche Be handlung derſ. 303, Vernachlaͤßigung der Rettung derſ. 306. wie der verborgene Reſt des Le⸗ bens zu erforſchen z02. Schellen ſ. Blaſen. S Gisßen zur Verbeſſerung der Luft echterins Eigenſchaften deſſ⸗ Shönbeinwunden. Heilung derſ. 388. Schießpulver zurVerbeſſerung der Luft 336. Schlachtſleiſch, friſches. Nach⸗ theile von demſ. 13. Schlachtſupden. Folgen derſ. Schlaf der Kranken. Eigen⸗ ſchaften deſſ wenn er er igade v — 3 5—— lich iſt 64. Erſcheinung deſſ. bey Kranken 63. Nothwen⸗ digkeit deſſ. fuͤr Kinder 492. Nutzen deſſ. für Kranke 63. Nutzen adeſ fuͤr Woͤchnerin⸗ nen 4 Sclafplllsader Oeffnung der⸗ ſelben bey Scheintodten 324. Schlagſluß durch Trunkenheit entſtanden. Verhalten bey demſ. 168. durch Unmaͤßig⸗ keit entſtanden. Verhalten bey demſ. 168. Endigung des Anfalls 165. Fieber nach demſ. 166. Regeln zur Ver⸗ huͤtung der Ruͤckfaͤlle 167. Ruckfaͤlle deſſ. 166. Schaͤd⸗ lichkeit heftiger Bewegun⸗ gen bey demſ. 166. Schaͤd⸗ lichkeit hitziger Mittel bey demſ. 166. Toͤdtlichkeit deſſ. 161. urſachen deſ. 161. Ver⸗ halten bey demſ. 164. Ver⸗ ſchiedeuheit deſſ. 161. Vor⸗ zeichen deſſ. 162, was man nach demſ. iu thun hat 164. wie man demſ. vorbeugen kan 162. 163. Zufaͤlle deſſ. 160. Schlagen der Scheintodten 305 blangenii, Vipern, Schlau beubiſſe Mittel gegen dieſ. 378 Schle heolten. Gebrauch der⸗ ſeſ als Abfuͤhrungsmittel 2. S chlter ſ. Abſeeß. Schluchzen der Kinder, Mittel b gegen daſſ. 520. Schueckenbruͤhe. Bereitung und Gebrauch derſ. 582. Nutzen derſ. fuͤr Schwind⸗ ſüͤchtige 148. ſaͤuerliche. Be⸗ reitung und Nutzen derſ. 583. ſaͤuerliche im»hoͤhern Grad der Schwindſucht 142. Schnee. Gebrauch deſſ. bey eingeflemmten Brüͤchen a30 Regiſter. Reiben der Erfrornen mit demſ. 323, zur Bedeckung Erfroruer 320. zur Heilung der Froſtdeule u 399. Schuitt. Rettungsmittel bey eingeklemmten Braͤchen 431. Schnuͤrleiber. Schaͤdlichkeit derſ. fuͤr Kinder 504. Schreinerleim. Gebrauch deſſ. bey Wunden 382.) Schreyeu der Kinder 508, Schroͤpfen. Anwendung deſſ. beym Gl edichwamm 408. bey vom Biß wuͤthender Thiere perurfuchten Wun⸗ den 370. zur Erhaltung der Geſundheit 45 Schuhe, Beſcha ffenheit derſ. fuͤr Kinder 504 wann ſie die Kinder brauchen 504. Schulen, Einfluß derſ. auf die phyſiſche Erziehung der Kin⸗ der 506. Schupden der Kinder auf. dem Kopf. Urſachen derſe 5 Schwaden zur Nahrenrs für Ruhrkranke 29r. Schwamm, gebrannter zur Heilung der Kröpfe 405. Schwaͤmmchen der Kinder. Eutſtehung derſ..533. Huͤlfs⸗ mittel dagegen, 534. inner⸗ liche Mittel bey Heilung denf. 5 534. wann ſie gefaͤhr⸗ lie Schwäntne ſ. Bilſe, Pfiffer⸗ linze. Folgen vom Genuß ded 349. giſtige 346. Vor⸗ ſichtigkeitsregeln bey Zube⸗ reitung derſ. 360. Schwaͤren ſ. Blutſchwaͤren. Schwangere ſ. Aderknoten, Arzneymittel, Genaſanif der Fuͤße, Weiber, diaͤtetiſches Verhalten derſ. 449. Erin⸗ nerungen ür dieß 447. Nei⸗ gung derſ. zu heftigen Lei⸗ denſchaften 451. Verſehen derſ. 451. Urſachen der n ifen eſ. 1 94. * Teihen de dh 4 W. 333, au 3 L Erfrarng 1n eu Koſtheulen g — ni annee enzetlemnengeitne danplaader dtud derſ füt Kine a d M. Echreinerleim. zatn 1 34 1 dey Wunde . Loregan de dudg Erriyfen. Junea denn Gledſtond dn dn di nm Thiere pernnſecen der Jro zur Eht Geüumhen 4 3 Earde, deſtefent ſtt ndeza amni Kinder drauchng Schuten Linzus wr nirüice Enſchunnat da e. Somen der Kune dig Tog. Vrſacheneſn Eöoder un Mum Xudtkrante ahl. Sonann, Hedrannt Hains der Khjeg Earinncen der Ne Enieduns der n hA datrett;. K. nide Rttd d der. 334 Hand ſ tü b Eoninnt, Sie ff ln e. F. 5 derſ. 349 Ä4 ieratttan a 44) reuns da. bui erangenfirdee „ 1 9 ar rnnh — Regiſter. paͤßlichkeit derſ. 453. Ver⸗ halten derſ. wenn ſie durch Bläaͤhungen leiden 455. Zu⸗ faͤlle welchen ſie unterworfen ſind 453. b Schwangerſchaft. Zeichen derſ. 447 1 Schwarzwurz. Eigenſchaften derſ. 344. Schwefel. Gebrauch deſſ. in friſchgetuͤuchten Stuben 335. Heilmittel der Kraͤtze 177. Schwefeldaͤmpfe, zur Verbeſ⸗ ſerung der Luft 333. Schweine, finnige. Unſchaͤd⸗ lichkeit des Fleiſches von denſ. 19. Schweinsbrod, giftige Eigen⸗ ſchaften deſſ. 344. Schweinsgalle. Gebrauch der⸗ ſelb. bey erfrornen Gliedern 323. Schweiß bey Entzündungsfie⸗ bern. Verhalten bey demf. 83. bey galliger Bruſtent⸗ zuͤndung 92. Schaͤdlichkeit deſſ. wenn er kuͤnſtlich erregt wird 32. Verhalten der Kranken deſſ. 53- Schwimmen. Nutzen deſſelben 594.— Schwindſucht ſ. Lungenſucht. Folge von Krankheiten 140. ürſachen derſ. 148. Verhal⸗ ten beym hoͤchſten Grad der Krankheit 148. Zufaͤlle bey derſ. 136. Schwindſuͤchtige ſ. Butter⸗ milch. Getraͤnke fuͤr dieſ. 148. Nutzen der Ammen⸗ miülch fuͤr dieſ. 148. Nutzen der Eſelsmilch fuͤr dieſ. 430. Schaͤdlichkeit heftiger Ge⸗ muͤthsbewegungen fuͤr dieſ. 148. Schaͤdlichkeit zu groſ⸗ ſer Mannigfaltigkeit der Speiſen fuͤr dieſ. 144. Scorbut ſ. Scharbock. Seeluft. Nutzen bey Eintretung 688 Serofeln ſ. Druͤſengeſchwuͤlſte. Seelenkranke, medleluiſche Behaudlung derſ. 218. 219. Verhalten der Geneſenen 221. 14 Seelenſtimmung, ruh ige. Nothwendigkeit derſ. fuͤr Schwangere s. 1 derſ. fuäͤr Lungenſuͤchtige 2489. Seidelbaſt. Anwendung deſ⸗ ſelben bor. Eigenſchaften deſſ. 344. iſt bey einigen langwierigen Krancheiten den Blaſenpflaſtern oft noch vorzuziehen 600. Seife. Nutzen derſ. bey durch Queckſilber Vergifteten 356. Seifenbruͤhe. Bereitung und Gebrauch derſ. bey durch Arſenik Vergifteten 355. Seifenſalbe. Zubereitung und Anwenduns derſelben 598. Seifenſiederlauge. Gebrauch derſ. 337. 591.⸗ Mittel wider Vegißtungen von derſ4559. Verfertigung derſ. 590. Seifenſpiritus 598.. Seitenſtechen, falſches. Be⸗ handlung deſſ. 93. Zufaͤlle deſſ. 93. Selzerwaſſer. Genuß deſſ. von Schwindſuͤchtigen 145. Semmelbrey zur Nahrung fuͤr Kinder 199. Senfpflaſter, Verfertigung deſſelben 599. 4 Skorzonerwurzeln. Gebrauch derſ⸗fuͤr Schwindſuͤchtige 146. Sodbrennen. Mittel gegen daſſelbe 254. 4 1. Sommerhitze. Nachtheile der⸗ ſelb. 3. Sommerlolch. Eigenſchaften deſſ. 344. 8 Sonnenwaͤrme. Nutzen derſ⸗ bey der engliſchen Krank⸗ heit 544. Nutzen derf. fuͤr Ertrunkene 307. Spa⸗ 8 1 ““— — — ——— 4—+— Spielſachen, 638 Spanisl. Gebrauch deſſ. bey Ertrunkenen 313. Spauiſchfliegenpflaſter. wenduus def. 370. Speichel der Waſſerſcheuen. Vorſicht mit demf 310 Ge⸗ brauch des Speichels bey Wunden 382. zur Hei der Geſchwuͤre 383. Speichelfluß bey Bl atterpati⸗ enten. Verhalten be y demſ. 111. Speiſen. Genuß derſ. beynt Weihſelfieber 133. nuͤtzliche fuͤr Seelenkrauke 217. ſchaͤd⸗ liche. Folgen vom Genuß derſ⸗ bey Kranken 31. ſchaͤdl. fuͤr Seelenkranke 277. unſchaͤd⸗ liche, unter welchen Umſtaͤn⸗ den ſie zu Giſt werden köoͤn⸗ nen 346. Speif eibhke. ſem de K Koͤrper ſo in derſ. ſtecken 363. Spec zur Vertreibung der Hühneraugen 410. zur Ver⸗ elkeitung der Madenwürmer Smegel. Gebrauch derſ. bey Scheintodten 302. der Kinder. Schaͤdlichkeit der.348. Epinnen als Fiebermittel 137. auslaͤndiſche 378. Spinnenſtich. Mittel wider denſ. 378. Spnier enweben als Fiebermit⸗ te Eplitterwunden. Beh handlung derſ. 386. Spul hlwuͤrmer, der Kinder, 547. Siaur ſ Blindheit. Stangen zur Auff ſuchung Er⸗ trunkener. Wie ſie beſchaf⸗ fen ſeyn muͤſſen 397. Staubmehl von Eichen rrinden. Gebrauch deſſ. bey Bruchen 424. Regiſter. An⸗ lung buntgemahlte, Stechapfel. Giftige Eigen⸗ ſchaften deſſ. 344. Stein ſ. Blaſeuſtein. Steinſchmerzen Behandlung derſ. 253. Unterſcheidung derſ. 262. Urſache derſ. 262. Zufaͤlle bey denſ. 262. S einwicken Schaͤdlichkeit derſ 16. Stukfluß. Toͤdtlichkeit deſſ⸗ 250. Verhal ten bey demſ⸗ 250. Stickfluß der Kinder 338. Stickhuſten ſ. Keichhuſten. Stickwurzel. Gebrauch derſ⸗ 202. Stroh, brennendes. dung deſſ. 33 Stri uͤmpfe, wana ſie bey Kin⸗ dern noͤthig 504. wollene. Tragen derſ. bey dem Aus⸗ bruch der Pocken 1⁰7. Stuben friſch ausgetuͤnchte. Folgen des Schlafens dar⸗ innen z335. Suubenwaͤrme Schuͤdlichkeit Anwen⸗ erſ. 9 S rugſz b che n. Anwendung derſ. 566. Bereitungen derſ⸗ 366. Beybringuna derſ. 566. bey eingekiemmten Bruͤchen 431. bey Verſtopfungen 322. Stuhlzwang bey Diarryoͤen. Mittel dagegen 282. Sumpfigte Plaͤtze. Verwah⸗ rungsmittel weun man au ſolchen arbeiten muß 9. T. Taubheit ſ. Gehoͤr. Heilung 3 derſ. 229. Urſache en derſ. 228. Taxbaum. Eigenſchaften der Beeren von demf 245. Terpenthin. Gebrauch deſſ. 370. Thee ſ. Aufguͤſſe. Ben ge⸗ hemm⸗ der 79 der Ver⸗ rmer bg te, hlen rn dufült ae Lreunda 3 derſ 5 8 Enh hadhn 1 er 5 irj der ſi Suickaien zit erde 8 Errah t rernende „duns deſ. 33 Srinis Bnz dern titzi e W Trezen der dant druch der potarr Etoden frich atet Felger des Etznd Iuten zzz. Saus eädde eeai ſczer Unn derſ z. Sredu 354 Banr nuudai d anckenmt 43t. uhne Etadhnen dn Rei Nittel uuut Ermim Tl n tung mwitt tas u8d ſacgen aucua yemmter monatlicher Rei⸗ nigung 440. bey ſchmerz⸗ haftem Abgang der monat⸗ lichen Reinigung 439. fuͤr wiederbelebte Erſtickte 335. fuͤr wiederbelebte Ertrun⸗ kene 317. Nutzen deſſ. bey Steinſchmerzen, 267. von Weiiſſenblaͤttern bey Ohn⸗ machten 299. von Kamillen fuͤr wiederbelebte Erſtickte, 332. von wildem Roßmarin. Bereitung und Gebrauch deſſ. 572. 573⸗ Theriak wider die Ruhr. Schaͤdlichkeit deſf 290. Thiere, wuͤthende„.‚Ausſchnei⸗ dung. Wuth. derſ. 375. Folgen von dem Biß derſ. 368. Vorſichtig⸗ keitsregeln in Hinſicht der⸗ zelb. 376. Tyonerde zur Verbeſſerung des Waſſers 22. Tiſane von Klettenwurzeln. Biſfituns und Gebrauch de Toback f. Breſiltaback. Be⸗ ſchaffenheit deſſ. zu Tobacks⸗ rauchsklyſtieren 565. betaͤu⸗ bende Pflanze 346. Schnu⸗ pfen deſſ. 362. Fohackrouchen der Landleute, Nutzen deſſ bey Ver⸗ ſeßfuna 272. Schaͤdlichkeit deſſ. 2 Tobackorauch. Einblaſen deſſ. bey Ertrunkenen 312. Tobacksrauchklyſtiere. Anwen⸗ dung derſelb. bey Erfrornen 321. bey Ertrunkenen 312. Beybringung derſ. 565. bey Erſtikten 330. Maſchinen dazu 563. wendet werden muͤſſen 563. Todte. Schaͤdliche Behand⸗ lung derſ. 304. wie ſie be⸗ handelt werden muͤſfen 303. Regi 3 e r. Behandlung wann ſie ange⸗ iu fruͤhe Beerdigung derſ. 304. Tollheit ſ. Wahnſinn. Telrorn. Eigenſchaften deſſ. Tolerbel, giftige Pflanze 346. Triuken haͤufiges, bey Gallen⸗ krankheiten 292.294. Regeln bey denſ. bey Erhitzung 4. Trommelſucht. Kennzeichen derſ. 205. Urſachen derſelb. 205. Zufaͤl! te derſ 205. Tropfbaͤder 594. Tuͤcher, gewaͤrmte. Gebrauch derſelb. bey Erſtikten, 33t. durchraͤucherte. Reiben der Kranken an der engliſchen Krankheit mit denſelb. 344. naſſe. Gebrauch derſ. 334. um den Hals der Kreiſen⸗ den. Schaͤblichkeit derſ. 466. warme. Aunwendung derſ. bey Erwuͤrgten 3285. wollene, Gebraͤuch derſ. bey Schein⸗ todten 330. u. Ueberbeine ſ. Bley. Behand⸗ lung derſ. 393. Entſtehung desſe 407. Heilung derſelb. Uche ſchlaͤge Anwendung der⸗ ſelb. bey Schwangern 454. bey der Darmgicht 275. bey Gallenkꝛankheiten 295. kalte bey Mutterblutfluͤſſen 444. kalte, uͤber den Kopf der Er⸗ frornen 320. von Kochfalz bey Erwuͤrgten 325. war⸗ me bey, durch Arſenik Ver⸗ gifteten 353. warme bey Kreiſenden 46g. Ulmenrinden. Nutzen derſelb. beym Ausſatz 181. zur Hei⸗ lung fauler Geſchwüre 417. Umſchlaͤge ſ. Aufſchlaͤge, er⸗ weichende bey Brußzentzun⸗ un 2 dungen 90. erweichende bey Steinſchmerzen 264. kalte. Anwendung berſelb. bey Er⸗ wuͤrgten 326. um den Hals der Kranken bey der Braͤune 35. zur Stillung des Bre⸗ chens 270. von Gelberuͤben, Zubereitung u. Anwendung derſ. 596. . Unreinigkeiten in den erſten Wegen. Mittel gegen dieſ. 33. Natuͤrliche Fortſchaffung derſ. 33. Urſachen zu hitzigen Krankheiten 33. Urin. Gebrauch deſſ 371. Ur⸗ ſache und Heilung des Zu⸗ ruͤckhaltens deſſ- bey Kin⸗ dern 523 Uriniren ſchweres der Schwan⸗ gern. Verhalten bey demſ⸗ 456.. Urinlaſſen bey Steinſchmer⸗ zen 265. V. Perband bey Wunden 383. Verblutung ſ. Bluten. Verdrutz. Wirkung deſſ. 235. Vergiftete 353. durch Atſenik. Verhalten derſelben nach ihrer Wiederherſtellung 356. durch Gruͤuſpan, Verhalten derſelb, 357. Gebrauch des Eſſigs bey denſ. 354. Mit⸗ tel zur Erregung des Erbre⸗ chens bey denſ. 353. Noth⸗ wendigkeit ſchueller Huͤlfe fuͤr dieſ. 35 3. Nutzen der Seifenbruͤhe fuͤr dieſ. 355. Reiben derſ. 354. Verhalten derſ. nach ihrer Wiederher⸗ ſtellung 354. von ſchaͤdlichen Speiſen. Mittel fuͤr dieſelb. 359. Vergiftungen ſ. Brechmittel, Getraͤnke. Eintheilung der⸗ Regiſter. ſelb. 342. Erbrechen dabey 353. Zeichen derſ. 350. Verkaltung. Folgen derſ. 4. Verletzungen, außere Folgen derſ. 27. Heilung derſ. 27. Verrenkungen, leichte. Be⸗ handlung derſ. 390. ſtarke. Behandlung derſ. 300. Verſaͤumung bey Krankheiten. Folgen davon 2a8.. Verſchlucken feſter Koͤrper. Huͤlfsmittel dagegen, 360. 3061. Veſtkatore ſ. Blaſen. Verſtauchung der Fuͤſſe. Huͤlfs⸗ mittel gegen dieſ. 389. Verſtopfung bey Schwangern. Mittel wieder dieſ. 485. der Druͤſen 402. des Durchfalls 280. der Kinder. Huͤlfsmit⸗ tel gegen dieſelb. 522. hart⸗ naͤckige der Kinder. Be⸗ handlung derſ. 523. Huͤlfs⸗ mittel dagegen 271. lang⸗ wierige. Verhalten bey der⸗ ſelb. 273. Urſachen derſelb. 271. ÜUrſache derſ. bey Kin⸗ dern 523. Verweſung. Kennzeichen derf⸗ 302. Verwundete. Verhalten der⸗ ſelb. 386. Verwundungen von Splittern Behandlung der. 386. Vieh, krankes, ſ. Fleiſch. Vipernbiſſe. Behandlung der⸗ ſelb. 377. Schießpulver auf die Wuͤnden derſ. 378. Vorboten der Krankheiten, 28. Vorſichtigkeitsregeln bey Ge⸗ wittern 339. Voß bey Kindern ſ. Schwaͤmm⸗ Wacholder affe Bereitung u. brauch deſſ. 331. Wachsle eeafe. Sräedruft as fül T 36 n 4 Dentettee ha erKeucun defßſ, „A nel zezene La itzfun Men. NanlneeRet Drtſen w dih 1se Nr din ſä telgezen deih u Waͤrme, gemaͤßigte. tung derſ. in Sommer 54. Nutzen deſſ. 537. Wachs, gruͤnes, zur Vertrei⸗ bung der Huͤhneraugen ato. Erhal⸗ heftige. Schaͤdlichkeit de ſ. fuͤr Woͤchnerinnen 471. tem⸗ perirte in Krankenzimmern 54. üͤbermaͤßige. Schaͤdlich⸗ keit derſ. 29. Waͤſche. Haufiger Wechſel der⸗ nächge det zine. derdlung dn. a nutel dagegen h deenngt. Verhäkebn ſeld. 233. Witad w't. Urſache we r dern 5tz b Dernefung. fanahht 91. Srurna Teiütten ſch 3. Dernundutsenrer en Zedendien de Deey krenkes R. duentiſe Peesat. ſh pr Sthä de Wanden A 14 Bertender Krnans Derſcnis etskesn 1 winerr 389„ Drin Südennitäs Truind. 00 deſ ul 96 — ſelben bey Kranken, 59, 60. Vorſicht beym Wechſel derſ, bey Kranken, 61. Wechſel derſ.bey Blatterkrauken 111. Wahnſinn ſ. Gemuͤthskrank⸗ heiten.. Wald. Eutfernung von demſ. bey Gewittern 339. Waldruͤben. Giftige Eigen⸗ ſchaften derſ. 344. Wallnußſchaalen zur Heilung der Geſchwüre 426. Warzen ſ. Bruſtwarzen. Warzen an der Haut. Be⸗ handlung derſ. a0o. Waſchen der Kranken mit lau⸗ warmem Waͤſſer bey Ent⸗ zuͤndungsfiebern 81. der neu⸗ gebornen Kinder 490. Waſſer, faules. Verbeſſerung deſſelb. 22. friſches. Nutzen deſſ 22. friſches Nutzen deſſ. fuͤr Kreiſende 467. Gebrauch deſſ. bey erfrornen Gliedern 323. Gebrauch deſſelb. bey Scheintodten 305. hartes, 23. kaltes. Anwendung deſſ. bey Erſtickten 329. kaltes fuͤr vom Kohlendampf Angegrif⸗ fene 329. kaltes. Gebrauch deſſelb. bey Erwuͤrgten 325. kaltes. Gebrauch deſſ bey Schwangern 454. kaltes, zur Heilung der Froſtbeulen 399. laues. Genuß deſſ. bey Ueber⸗ ladung des Magens 300 mit Obſt fuͤr Kranks 55. Nutzen Regiſter. Wacholdermus. Bereitung u. deſſ.bey Steinſchmerzen 266. Nutzen deſſ bey Wechſelfie⸗ bern, 135. ſchlechtes. Ein⸗ fluß deſſelb. bey Entſtehung von Krankheiten 22. truͤbes⸗ Verbeſſerungsmittel deſſ. 22. warmes. Gebrauch deſſ. bey Ertrunkenen z11. warmes, für Vergiftete 351. zur Er⸗ haltung temperirter Waͤrme in Krankenzimmern 54. zur Heilun der Geſchwuͤre 415. zur Wiederbelebung Erfror⸗ ner 320. Waſſerfenchelſaamen, inner⸗ liches Mittel zur Heilung der Bruͤche 424. zur Hei⸗ lung der Geſchwuͤre 415. b Waſerpeterfilge giftige Pflan⸗ 3e 346b64 Waſſerpfeſſer. Giftige Eigen⸗ ſchaͤften deſſ. 344. 3 3 4 Waſſerrebendolde. Eigenſchaf⸗ tten derſ. 3154 Waſſerſcheue Wuth. Hunds⸗ wuth, wuͤthende Thiere. Huͤlfsmittel gegen dieſ. 373. Verhalten bey derſ. 374. Zu⸗ faͤlle derſ. 369. Waſſerſucht ſ. Bruſtwaſſer⸗ ſucht. Hautwaſſerſucht. Fol⸗ ge des Scharlachfiebers. Fol⸗ handlung derſ 124. Kuͤnſt⸗ liche Auslee ung des Waſ⸗ ſers bey derſ. 202 Verſchie⸗ denhet derſ 196. Warnung vor ſchaͤdlichen Mitteln bey derſ. 202. Wechſelfieber ſ. kalte Fieber. Behandlung deſſ. 134. boͤs⸗ artiges. Zufaͤlle bey demſ. 138. 42. Endig ung deſſ. 134. Gebrauch ausleerender Mit⸗ fieberſtillender Mittel bey demſelb. 135. Schaͤdlichkeit hitziger Dinge bey demſ. 137. dinhen derſ. Rs Werhal⸗ ten außer dem Anfall, 131. Ss Ver⸗ 4 4 642 Regiſter⸗ Verhalten bey demſelb. 130. Verhuͤtung derſ. 130. Ver⸗ ſe chiedenheit derſ. 129. Wehen ſ. Geburts zwehen, fal⸗ ſche. Stillu Ug derſelb. 462. Unte chenn dungskenzzeichen derſ. 463— Weiber, hochſchwaugere. Ver⸗ haltungsregeln fuͤr dieſ. 463. Wein, alter, fuͤr wiedergene⸗ ſene Vergiftete, 354. Ge⸗ drauch deſt. bey boͤsartigen Fiebern, 77. Auwendung deſſelb. bed Blatterkranke en 109. fuͤr 3 der e ebte Er⸗ trunkene 3 tzen deſſ. ben ddene hn genn 300. Nuz⸗ zen deſſ. bey dadee 8 alte 8. Nutzen derſelb. fuͤr Schwan⸗ hete 458. rother. gebraugh deſſ. bey Heilung der Bruͤ⸗ che 42.. Schaͤdlichkeit deſſ. fuͤr wi jederbe lebte Erfrorne 322. Sch aͤdlichke eit deſf nach dem Jorn 28. ſchaͤd lich fuͤr Ruhrkranke 20 Weinmolten ſ. Nolken f. Be⸗ reitung derſ. 589. Gebrauch derſ. 389. Nutzen derſ. bey boͤsartigen Fiebe ern 2 Weineſſig. Anwendung deJ. bey Erwürgtem, 323. fuͤr wieder belebte Erhaͤugte 327. Geb Irguch deſſ. Seg Erſtikte 45 330. mit Waſſer, fuͤr Krau⸗ ke 36. zu Kiyſtieren ur Er⸗ frorne z21. und Thee fuͤr Erfrorne 321. zur Vertrei⸗ bung der Warzen 40 9. Weinſtei pränarirter Ru. zen deſf bey Gallenſiebern, 74. Weinſteinmolken. Bereitung 1 derf. 38. Weintrauben fuͤr Ruhrkranke We 292. N 8 94 3 Veintreſtern. Nutzen derſ. zur Wiederdelebung Ertrunke⸗ Uer 31. Weißmehl zur Stillung des Biurens 384. Wermuth. Gebrauch deſſ. bey Adgechöynung der Kinder 501. Weſpeuſtiche. Heilung derſelb. Wiegen der Kinder. Unſchaͤd⸗ Aichkeit deſſ. 403. Wieſenſafran. Giftige Eigen⸗ e ſchaften deſſ. 344 Wind olik. Be haudlung der⸗ 1b. 259. Unterſchei idungs⸗ zeichen derſ. 258, Urſachen derſ. 259. Windfunhr ſ. T Trommelſ fucht. Winterkr ankheiten. mſach hen derſ. den Land euten 9. Wittert undden eraͤnderliche, Ein⸗ luß derſ. 6 Nachtheile de r⸗ ſelb. 2. Regelu! bey den Fol⸗ gen von derſelb. 6. warme. Krankheiten welche durch dieſ. entſte hen 3. Woͤchnerinnen,. Arzneyen. Blutfluͤſſe. eindbetterin⸗ uen. Einfluß heftiger Lei⸗ denſchaften auf dieſ. 473. Urſachen des oͤftern Uebei⸗ beſindeus derſ. 413. Wohnunge n der Landleute. Folgen der ungeſunden Lage derſ. 10. Wohuſtuben ſ. Kranke. Walldäſe zur Heilung des Wolle ebrau ch derſelb. bey intodten 2 zur Um⸗ wickelung der erfroꝛnen Glie⸗ orle y f. Krankhe iten. Weiwarleaſune zum Thee, 41. 3 1 Woölfsmilch Eigenſchaften der⸗ ſelb. 34 4. S chäͤdliches Mit⸗ tel gegen die Waſſerſucht 222.. Wolfswurz 44. Wun⸗ tziſet 130. Der⸗ 2 * Tuurij 4 Bju 1m⸗ „Nääless We aih muth. deir edähen 2 3 bhn k * 28 Mhſ ad 9. 1. 33 1 e 1 der Dinich 1 bns Heüitne u Tu neritut 6 ein diſ da Lahern Oreunzanh ſuid n 1 n 1 1 ſch huas/ zetott u 8 Vuhhena 1 ew di enttehat; T dicteri ter. in Früſße ter uun Färin 9 dröete n d dücen d 8 la d M. 8 1 A b dannd nuh 8 eri 00 . rrudral de dern rantt 3 4 Et unu Wuͤrm am? Wurzeldecoete. Wurzeltiſaue. 4— R 5 g i ſt 8 r.. Wunden durch den Biß wuͤ⸗ thender Thiere verurfachte 321 geringe. Diaͤtetiſches Verhalten bey denſelb. 385. zesfer Heilung derf 382. Heilung derſ. wenn ſie ent⸗ zünder ſind, 383. kleine e ſie zu heilen 382. Wiperdiß verurfachte. haͤndlung derſ. 377. von ſelbſt heilen 381. Wundſeyn de Kinder. ſachen und Heilung d deſſelb. 524 Würiier Arten derſ die ſich int menſchlichen Kyrper auf⸗ halten 547. Gewiſſe Zei chen derſ. 547⸗ ungewiſſe Je eichen ihres Daſeyns 546. Unf ſicher⸗ heit der Mittel gegen dieſ. 549. Zufae walche dieſeld. erregen 24 Wurmtrante. Diaͤtetiſches Verhalten derſ. 545. Nuͤtz⸗ lich 4 Getraͤn ke uͦr diſ 339. e derſ. 532. mmnitteh außerliche. 550. SGe brauch derf. 550. Schaͤd⸗ lichkeit derſ. 549. ſichere, 49. Finger, ſ. Finger⸗ wurm. Gebranch derſ. 375. 576. Gebrauch d dorſ. 576. Wuth ſ. Hunde. ur ſache der⸗ G ſelb. ges Hunden 392. Zei⸗ chen der ausgebrochenen bey Zeichen der Herannahung derſ.bey Hun⸗ Hunden, 367. den 367. 2 ... 3— Zaͤhne. Ausbruch derſelb. bey Kindern, 535. Erhaltung Be⸗. welche ur⸗ Lüt 1 Veryalr te. ben Fieber⸗ Bere; tungnu. Bereitung und 66 derſelb. 230,1 Zufäne bem Ausbruch derſ. 536. Zahnen der Kinder. rungsmittel dabey, 536. Hülisniere bey deftigen än⸗ faͤllen deſſ 336. 5 4 Zahnfleiſch, Sareichen deſſ.. vom beym Zahnen 537. Zal b ſchmerz von vetdorbenen 4 Zaͤhuen. Mittel fuͤr denſelb. f3. Zahnſ ſchmerzen, entzuͦ ͤndungs⸗ artige. Zufalle derſelb. und Heil art derf. 230. fluͤſt ſſige. Henua derſ. 231. fluͤſſige. Ufaͤlle derſ. 231. Verſchie⸗ denheit derſ. 230. Zahnpulver, nuͤtzliche, 283. ſchaͤdliche 233. Zannruͤbe n ſ. Stickwurzel, Eigen ſhaften derſ. 344. Zichorienwu⸗ zeln. Gebrauch derſ. als Wurmmittel sa8. Ziezenmi ch. Nutzen derſ. bey der engliſchen Krankheit 546. Zitronen zur Heilung fauler Geſchwuͤre 417. Zitronenſaft. Anwendung deſ⸗ ſelb. bey Erwuͤrgten, 326. fuͤr Ruhrkranke 292. Vergiftete 333. mit Waſſer⸗ Getrank fuͤr Kraͤnke, 36. Nutzen deſſelb. bey der Gelb⸗ ſucht 184. Nutzen deſſ. bey Steinbeſchwerden 267. zur Stillung des Brechens 270. Zitronenſchaalen Anwendung derſ⸗ 331. fuͤr Erfrorne 321. Zorn, ſiehe Gemuͤthsaffecten. Schaͤdlichkeit geiſtiger Ge⸗ traͤnke dabey 25. ſäͤnerliche Dereänke nach demſelb. 26.5 Verhaltunagsregeln demſ. 25. Wirkun i deſſ 25, Zugluft. Verhuͤtung derſelb. bey Kranken s3. urker f Eanarien zucker. An⸗ wendung deſſ. bey Helnee Ss 2 Nah⸗ fuͤr Thee von denſ. ! der Geſchwuͤre, 415. fuͤr Ruhrkranke 292. fuͤr wie⸗ derbelehte Erhaͤngte, 327. ins Waſſer fuͤr Kranke 56, zum Thee fuͤr Erfrorne 321. Huckungen ſ. Gichter. Kinder. der Kinder. Bemerkungen uͤber dieſelb. 552. Urſachen derſ. bey Saͤuglingen 532. 6443 Regiſer. Zunderſchwamm, ſiehe Blut⸗ ſchwamm. Eichenſchwamm. Zungenband. Loͤſen deſſ. bey Kindern 512. Zweige, gruͤne, zur Verbeſſe⸗ rung der Luft 543.. Zwiebeln. Gebrauch derſ. bey Ertrunkenen 313. 1 4 7. le 6 6 4 e 4* 46 7 5 6 ₰ 4 * * 3 4 5 — A⁴ — 4 E r ,“ . 8 2 2 n za 4 2 A 2““ 2 6 2 4 2* 48 e k4 —— — r 7, e. 4 ——“ * 3 8 —— —2˙2Iöoöoöoöohoböoohͤhͤhͤhͤͤſͤſſ“ ———— 1I 11 Run 9 10 8 Rnnannanmmannnn 7 1 1 I D