“ ICHTE 8 RHEISE UiR 7/71& KRichters Reiseführer. Belgische Seebäder. Mit 3 Karten. 1912/13 Berner Oberland und Bern. Mit 12 Kart. 1912/13 Dänemark. 2. Aufl. Mit Plan von Kopenhagen 10 Karten und 7 Grundrissen. 1912/13 Düsseldorf. Mit Stadtplan. 1912/13... Eisenach u. Umgebung. Mit 4 Karten. 1911/12 Engadin(St. Moritz, Davos usw.). Unter be- sonderer Berücksichtigung des Wintersports. Mit 7 Karten. 1912/13........ Flensburger Förde. Siehe unter„Ost- schleswig. 1911/12.......... Frankfurt a. M. Mit Stadtplan. 1912/13.. Friedrichroda und Umgebung. Mit 3 Karten. 191112..... Genfer See, das obere Rhonetal und Chamonix. Mit 18 Karten. 1912/13... 191Esss Karte von Hamburgs Umgebung und der Lüne- burger Heide. 1:300 000. P Wemtarbis. 1911/12. In Umschlag.............. ten. 1912/13 Ll hun 3 08 GlESSEN 11 537 367 Nl Kart. Kart. Geb. Kart. Kart. Kart. Kart. Kart. Kart. Kart. Geb. Kart. Mk. Mk. Mk. ———— antelaisee Schweiz. Mit Karte. 1912/13 Holländische Seebäder. Mit 5 Karten. 1912/13 Kiel und Umgebung. Mit Stadtplan und Karte der Umgegend. 1912/13 3. Köln. Mit Stadtplan. 1912/13. Kopenhagen mit Ausflügen durch Dänemark. 10 Aufl. Mit Stadtplan. 10 Karten und 7 Grundrissen. 1912/13.. Dasselbe. Kleine Ausgabe. 2. Aufl. Mit 9 Karten und Plänen. 1912/13..... Kyifthäusergebirge. Mit 3 Karten. 1911/12 Lübeck. Stadtplan u. kurzer Führer. 1911/12 Lüneburger Heide. Von der Elbe bis zur Leine. Aufl. Mit 11 Karten. 191=l3. Karte der Lüneburger Heide.: 300 000. Vierfarbig. 1911/12. In ile, hlag.4. Mailand und die oberitalienischen Seen. Mit 10 Karten. 1912/13 Mecklenburg. Hauptstädte, Seebäder, Sommer- frischen. 2. Aufl. Mit 4 Karten. 1911/12 Norderney, Borkum, Juist, Spiekeroog, Wan- geooge, Eckwarden, Tossens, Dangast und Greetsiel. Mit 6 Karten. 1912/13.. Nordseebäder. Von Fanö bis La Panne. Mit 22 Karten. 1912/13...... Oberitalienische Seen und Mailand. Mit 10 Karten. 1912/13. Ostholstein, das Fürstentum Lübeck, He rzogtum Lauenburg, die Städte Lübeck und Kiel. 19. Aufl. Mit großer UÜbersichtskarte, 2 Stadt- plänen und 8 Wegekarten. 1912/13... Dasselbe. Kleine Ausg. Mit 8 Karten. 1912/13 Ostschleswig. Von Kiel bis Vejle. 3. Aufl. Mit 6 Karten. 1911/12...... Ratzeburg-Mölln und Umgebung. Karte mit Text. 1912/13....... Rhein. Mit 14 Karten. 1912/13 1 Dasselbe. Kleine Ausg. Mit 3 Karten. 1912/13 Riesengebirge, das Isergebirge und die Gebirge der Grafschaft Glatz. Mit 15 Karten. 1912/13 Dasselbe. Kleine Ausg. Mit 4 Karten. 1912/13 Rügen, nebst Ausflug nach Bornholm. 6 Aufl. Mit groß. UÜbersichtskarte, 11 Plänen. 1912/13 Rügen. Karte. In Umschlag. Schleswig-Holstein. Eisenbahn- und Straßen- karte. 1: 400 000. 1911/12. In Umschlag Geh. Kart. Kart. Kart. Geb. Kart. Kart. Kart. Geb. Kart. Geb. Kart. Geb. Kart. Geb. Kart. Kart. Kart. Geb. Kart. Geb. Kart. Geb. 0,50 Mk 1,— Mk 0,60 Mk 0,60 Mk 2,— Mk 1,— Mk 1,50 Mk 2,— Mk. 1,— Mk —— Schweiz, nebst Chamonix, den oberitalienischen Seen und Mailand. Mit 64 Karten. 1912/13 Geb. 4,50 Mk. Dasselbe. Kleine Ausg. Mit 10 Karten. 1912/13 Geb. 2,25 Mk. La Suisse, Chamonix, Veltlin et les lacs italiens. Avec 18 cartes, panoramas et plans de villes. 1903.......... Geb. 4,50 Mk. Switzerland, Chamonix et the italian lakes. 1902. With 18 maps, panoramas and plans Geb. 4,50 Mk. Sylt, Föhr und Amrum. Fanõ, Röm, Büsum und St. Peter-Ording. Mit 6 Karten. 1912/13 Kart. 0,60 Mk. Teutoburger Wald. Führer durch den Osning, den Lippeschen Wald und das Egge- gebirge. 2. Aufl. Mit 4 Karten. 1911/12 Kart. 1,20 Mk. Thüringen. Von der Werra bis zur Elster. Vom Kyffhäuser zum Staffelberg. Mit 23 Karten und Panoramen. 1911/12.. Geb. 2,— Mk. Dasselbe. Kleine Ausgabe. Mit 12 Karten und Panoramen. 1911/12....... Kart. 1. Ml. Vierwaldstätter See und seine Umgebung. Mit 15 Karten. 1912/13... Kart. 1,50 Mk. Wesergebirge und Teutoburger Wald. Führer durch das Oberwesergebiet, den Solling, Vogler, Hils, Ith, Süntel, Osterwald, Deister, Bückeburger Berge, Eggegebirge, Lippeschen Wald u. Osning. 2. Aufl. Mit 10 Karten. 19117-1Z 2..........Geb. 2. Mk. Wiesbaden. Mit Stadtplan. 1912/13.... Kart. 0,60 Mk. Zürich und der Vierwaldstätter See. Mit 15 Karten... Kart. 1,50 Mk. Reiselust und Reisekunst. Plaudereien von R. Seelig-Stanton........... Kart. 0,50 Mk. Meerfahrten.(Lisboa, Madeira, Las Palmas usw.) Von Ad. Goetz........ Geb. 3,— Mk. Nordland- und Spitzbergenfahrer. Von H. E. Wallsee. IIl..........(eb. 4,50 Mk. Island- und Spitzbergenfahrer. Von H. E. Wallsee. III... 4. Geb. 4,50 Mk. Nordfahrt. Von H. E. Wallsee. IIlustriert. Geb. 2,50 Mk. Richters Reiseführer werden besonders den Reisenden will- kommen sein, die neben Erholung und Vergnügen Kenntnis von Land und Leuten suchen und deshalb einen Führer brauchen, der auch dem historischen, ästhetischen und all- gemein wissenschaftlichen Interesse Rechnung trägt. Das überaus reichhaltige und treffliche Kartenmaterial erhöht die Brauchbarkeit der Führer. ————— Rlehters allacr, . Mnech feun Kfr ROUTEN-KARTE DEs HARZES 4 BPFEivenbahnen,:, ARoultlten das Führers. Dieæ beigefugten Zanlen weisen auf die Nummern 8 der Routarn im Fünrer hin(E. R.-Eintrittsrote./ 6G6 e „* ——. 1 ſSerude Morungaen deſ AE W Richters Reicfahulr. Der Harz. Mit großer Übersichtskarte, 21 Routenkarten und 1 Plänen und 4 Panoramen. 12. Auflage. Hamburg 1912/13. Verlagsanstalt und Druckerei-Gesellschaft m. b. H. Druck der Graphischen Kunstanstalt, Buch- und Steindruckerei H. G. Rahtgens, Lübeck. Das Format entspricht, den zwischen der„Brücke“, Intern. Institut zur Organisierung der geistigen Arbeit, München, und dem Institut International de Biblio- graphie, Brüssel, vereinbarten Welt-Einheitsformaten für Drucksachen(Taschenformat 11,3 16 cm). Vorwort. 3 Vorwort zur zwölften Auflage. Wie der Text ist auch das Kartenmaterial der neuen Auf- lage unsres beliebten Harzführers genau revidiert worden. Den vielen Freunden und Förderern unsres Buches, die uns bereitwilligst Beiträge und Berichtigungen für diese neue Auflage lieferten, sagen wir hierdurch unsern verbindlichsten Dank. Da bei dem steten Wechsel der Dinge eine absolute Genauigkeit nicht zu erreichen ist, bitten wir die Besitzer dieses Buches, uns über etwaige Veränderungen freundlichst Mitteilung zu machen. Solche Beiträge werden zu Nutz und Frommen der Reisenden aufs beste verwendet.— Die Notizen über die Verkehrsverhältnisse sind nach den neuesten Angaben gemacht, da indessen unausgesetzt kleine Anderungen eintreten, so können wir eine Garantie für unbedingte Richtigkeit nicht übernehmen. Unsere Führer sind, wie auch hier heryorgehoben werden soll, im Interesse der Reisenden geschrieben. Nur von diesem Gesichtspunkte aus sind unsere Empfehlungen gegeben. Die- selben sind durch keinerlei Beeinflussung zu erlangen. Der Anzeigenanhang gibt den Hotelbesitzern lediglich Gelegenheit, über ihre Häuser eingehendere Mitteilungen zu machen, für die der redaktionelle Teil des Buches keinen Raum bietet. Möge sich auch diese Auflage einer wohlwollenden Beur- teilung erfreuen. Hamburg, im Frühjahr 1912. Die Redaktion von Richters Reiseführern. 1* 4 Abkürzungen. Abkürzungen. abds.= abends Nm.= Nachm. Bhf.= Bahnhof n. ö.= nordöstlich bez.= bezeichnet n. w.= nordwestlich Di.= Dienstags pens.= Pension(Verpflegung mit Do.= Donnerstags Wohnung, falls nicht anders be- Einsp.= Einspänner merkt) Fr.= Freitag r.= rechts Gasth.= Gasthof 8.= Seite Jahrh.= Jahrhundert Sb. Sonnabend km= Kilometer St. Sonntag 1.= links St Stunde Meter s. südöstlich Mittwoch s. W. südwestlich Minuten(Vm.= Vormittag Mark Wegw.= Wegweiser Mo.= Montag(Zz.= Zimmer Inhaltsverzeichnis. 5 Inhaltsverzeichnis. Seite Vorwort... 3 Inhaltsv erzeichnis.....K..K..5—8 Kartenbeilagen............. 9 Allgemeines....... ll Reisezeit S. 11.— Reiscausp Stung S. 11.— Für Radfahrer S. 12.— Reisekosten S. 12.— Fahrkartenpreise der Staatsbahnen S. 12.— Gepäcktarif S. 13.— Fuhrwerk S. 13.— Führer S. 13.— Wander- veLeln für Touristen 88. 13.— Entfernungen S. 1 1.— Höhenangaben S. 14.— Karten S.— Harzklub S. 14.— Wegebezeichnungen des Marzkiabe S.— Verbandkästen S. 16. Sonnenauf- und-untergang S. 16. Land und Leute........ 16 24 Geographisches S. 16—18.— pie Höhen S. 17— 18.— Die Bewohner S. 18— 19.— Die Sprache 0.— Geologisches S. 20.— Vegetation S. 21.— Bewässerung S. 21.— Tierwelt S. 22.— Bäder und Luft- kurorte S. 22.— Winterfrischen, Wintersport S. 22—24. Geschichtlicher Riickblick............ 25.27 Reisepläne...... 28. 36 Reiseplan für Raddfahfef......... 46 Eintrittsrouten. 1. Von Berlin über Potsdam und Magdeburg nach Halber- stadt— Thale... 37— 44 2. Von Berlin über Magdeburg nach Harzburg. Goslar und Seesen... 44—45 3. Von Berlin über Dessau, Köthen und Aschersleben nach dem Harz... 45— 46 4. Von Berlin nach Nordhausen mit der Berlin- Wetzlarer Bahn........)........11748 5. Von Hamburg, Lübeck und Mecklenburg über Stendal und Magdeburg Hach dem Harz.. 48 6. Von Hamburg, Hannover oder Bremen über Lehrte und Braunschweig nach dem Harz.. 48— 50 7. Vom Nordwesten über Löhne und Hildesheim nach dem Harz............ 51—53 8. Vom Westen über Cassel und Kreiensen nach dem Nordharz.................. 53—55 Inhaltsverzeichnis. Seite 9. Vom Westen über Cassel nach Nordhausen. 55 10. Von Leipzig und Dresden über Halle und Aschers. leben nach dem Harz............. 55 11. Von Halle nach Nordhausen.......... 56—57 12. Von Erfurt nach Nordhausen.......... 58 13. Von Nordhausen nach Seesen....38 14. Von Nordhausen oder Sangershausen nach Rott- leberode—Stolberg... 30 15. Eintrittsrouten für Radfahrer. 5960 Routen durch den Harz. 1. Thale.... 61 69 2. Von Thale nach Treseburg 69— 76 A. Das Bodetal von Thale nach Treschurg 69—71 B. Von der Roßtrappe nach Treseburg...... 71— 74 C. UÜber Hexentanzplatz nach Treseburg..... 74— 76 3. Treseburg......76=q78 4. Von Treseburg nach Rübeland... 78.80 5. Blankenburg............ 83186 Von Thale nach Blankenburg 21*. 8341 Von der Roßtrappe nach Blankenburg. 84 Von Treseburg nach Blankenburg........... 81 Von Halberstadt nach Blankenburg.......... 81 6. Von Blankenburg zum Südharz..... 87— 88 Blankenburg— Hasselfelde— Ilfeld— Niedersachswerfen. 7. Von Blankenburg nach Wernigerode....... 88— 91 A. Auf der Chaussee über Michaelstein...... 88— 89 B. Fußweg über Michaelstein und Benzingerode.. 89— 90 C. UÜber Volkmarskeller und Hartenberg n. Wernigerode 90— 91 8. Von Blankenburg über Rübeland, Elbingerode, nach Rothehütte und Tanne... 891—102 9. Von Tanne nach dem Südharz..... 102. 104 A. Von Tanne über Trautenstein n. Hasselfelde, 3tolbe e äuser... B. Tanne— Trautenstein— Karlshaus— dornbacint mühle— Nordhausen...102 C. Von Tanne über Benneckenstein nach Bilrich, Niedersachswerfen oder IIfeld..... 102— 104 D. Von Tanne nach Braunlage und st. Andreasbere bzw. Walkenried(Südharzbahn)........ 104 10. Braunlage und Umgegend.. 105 11. Von Elbingerode über Susenburg, Trogfurter Brücke, Königsburg, Königshof nach Elend und Schierke 112— 116 12. Auf den Brocken....... 116 123 Allgemeine Notizen.... 116.117 1. Eisenbahnfahrt auf den Brocken...... 117 A. Von Wernigerode......... 11 B. Voen Nordhausen.......... 118 G. Ven Elbingerode.......... 118 Inhaltsverzeichnis. 1 Seite 2. Von Schierke auf den Brocken....... 118 3. Elbingerode— Schierke— Brocken...... 119 4. Elbingerode— Hohne— Brocken.. 119 5. Von Wernigerode über Steinerne Renne und Rennekenberg auf den Brocken.. 119 6. Von Wernigerode über die Plesse nburg auf den Brocken. 5 ½ St... 12⁰0 7. Von Wernigerode über Dreiannen u. Schierke auf den Brocken, 4 ½ St...... 8. Von Ilsenburg auf den Brocken.. 9. Von Harzburg direkt auf den Brocken 3 10. Von Harzburg über Torfhaus auf den Brocken 11. Von Altenau über Torfhaus auf den Brocken 12. Vom Torfhaus auf den Brocken.. 13. Von Clausthal über Oderbrück auf den Brocken. 14. Von St. Andreasberg auf den Brocken 15. Von Hasselfelde auf den Brocken 13. Der Brocken............. 123129 Brocken-Hotel— Postv- erbindung— Omnibusverbindung— Telegraphenverbindung— Aussicht— Name— Höhenver- hältnisse— Charakter des Berges— Sonnenaufgang— Geo- logisches und Orographisches— Brockenflora— Atmosphäre — Brockensage— Brockenliteratur. 14. Vom Brocken balwärts........... 129— 132 Verkehrsverbindungen.... 129 A. Vom Brocken nach schier rke und Elbingerode 130 B. Vom Brocken nach Wernigerode... 130 C. Vom Brocken nach IIsenburg........ 131 D. Vom Brocken nach Harzburg.. 1341 E. Vom Brocken über Torfhaus nach Harzburg. 132 F. Vom Brocken nach dem Kyffhäuser.. 132 5. Wernigerode und Umgegend......... 133— 142 Wernigerode Stadt. 1 Wernigerodes Umgebung A. östlich von Wernigerode Christianental— Mühlental B. Südlich von Wernigerode... 136— 139 Lindenberg-Armeleuteberg- Küsterskamp, Harburg— Scharfenstein . Westlich von Wernigerode... Sennhütte— Waldburg— Steinerne Renne, Plessenburg— Thumkuhlental, Hohnstein— Drängetal— Ottofels— Zeterklippen 16. Von Wernigerode nach IIsenburg....... 143 17. Ilsenburg..3.. 144.149 18. Von IIsenburg nach Harzburg..... 149 151 19. Bad Harzburg und Bungogene.. 1151 162 — 8 ‿ Harzburg Ort...... 151— 157 Großer Burgberg............... 155— 157 Harzburgs Umgebung............. 157 ............. 159 Spaziergänge Kleine Touren: A. Radantan--Molxenhaus- Muxklippo Raben⸗ klippe... 159— 160 8 Inhaltsverzeichnis. Seite B. Rabenklippen-— Kattnäse......... 161— C. Silberborn— Kästenklippe, Romkerhalle... 161 D. Nahe den Ahrendsberger Klippen..... 162² E. Nach IIsenburg............. 162² F. Nach dem Torfhaus............ 162 G. Auf den Brocken............. 163 20. Das Okertal.—. 163— 166 21. Goslar und Umgegend. 166—181 Goslar Stadt............... 166—178 Goslars Umgebung.............. 178— 179 Hahnenklee— Bockswiese............ 180— 181 22. Von Goslar nach Clausthal und Zellerfeld.. 182— 192 23. Von Goslar über Seesen nach Grund.. 192— 197 24. Von Clausthal nach Osterode. 198— 200 25. Altenau.. 201— 203 26. Hanskühnenburg.. 203— 205 27. Von Clausthal über den Reiberwer Graben nach St. Andreasberg. . St. Andreasberg und Umgegend. 3 . Von St. Andreasberg über Sieber nach Herzberg . Von Herzberg nach Scharzfeld . Scharzfeld- Lauterberg-—St. Andreasberg . Ravensberg und Stöberhai.. . Die Südharzbahn... Walkenried— Braunlage— Tanne. . 205— 206 206— 215 215— 218 . 218— 220 . 220— 225 . 225— 229 229 33. Bad Sachsa-— Walkenried— Ellrich.. 229— 233 33a. Von Ellrich nach Zorge. 233— 236 34. Von Ilfeld nach Stolberg.. 236— 241 35. Nordhausen..... 22241—244 35a. Die Harzquerbahn: Nordhausen— Brocken- 45. Register. . Das Kyffhäusergebirge und Umgebung. . Uber Rottleberode nach Stolberg . Stolberg. Von Stolberg ins Selketal- . Die Anhaltische Harzbahn 4 . Alexisbad.. . Von Alexisbad nach Ballenstedt.. .Von Ballenstedt nach Gernrode und Suderode . Viktorshöhe.. . Von Suderode über die Tauenbur und Georsshöhe Wernigerode nach Thale Das W irpertal . 244— 245 . 245— 253 253— 254 .. 254— 259 259— 262 . 262— 263 . 264— 270 . 270— 273 274— 275 . 275— 277 . 277— 279 280 u. f. Kartenbeilagen. 9 Kartenbeilagen. Seite Ubersichtskarte mit Routennetz....... vor dem Titel Routenkarten. 28, 209, 30, 32. 33 Die Umgebung von Thale 64 Blankenburg, Thale und das Bodetal. zwischen 7 Panorama von der Winzenburg.... Zwischen Braunlage und Urgrhune..... zwischen Brockenwege zwischen Panorama vom Brocke d... zwischen Wernigerode und Umgebung..... Zwischen Harzburg- Ilsenburg......... Zwischen Harzburg und Umge bung.. Goslar und Umgebung... zwischen Glausthal— Zellerfeld und U mge bung.. zwischen Die Umgegend von Seesen...... Zzwischen Harzburg— Lauterberg— Sachsa— Wieda. zwischen Panorama vom Ravensberg Hohegeiß und Umgebung....... Zwischen Das Kyffhäusergebirge... z wisohen Panorama vom Kyffhäuser... zwischen Der Südostharz von IIfeld bis Stolberg zwischen Suderode, Gernrode und das Selket al. zwischen Große Karte des Harzes..... am Schlusse des Buches. — Allgemeines. 11 Allgemeines. Reisezeit. Der Harz wird schon vom ersten Beginn des Frühlings an bis Ende September stark besucht. Das Pfingstfest bringt, abgesehen von den größeren Ortschaften des Harzes, die ständig besucht werden, die ersten größeren Touristen- schwärme hierher. Das Land prangt dann im ersten, frischen Waldesgrün; nur auf dem Brocken ist es um diese Jahreszeit meist noch rauh, der Tourist kann hier noch von einem Schneefall überrascht werden. Die schönste Zeit zur Reise bietet der klaren Luft und des beständigen Wetters wegen der Spätsommer. Im Juli und in der ersten Hälfte des August werden durch die oft übergroße Hitze Dünste angezogen, welche die Fernsicht beeinträchtigen. Auch im Winter ist eine Harzreise empfehlenswert und bietet ganz eigenartige Genüsse. Ausgedehnte Nadelholzwal- dungen erfreuen durch ihr bleibendes Grün das Auge und er- quicken durch ihren aromatischen, ozonreichen Duft. Einen großen landschaftlichen Reiz gewähren die unter der Schneelast gebeugten Zweige der Tannenriesen und die steilen Felswände, an denen gewaltige Eiszapfen herabhängen, die gefrorenen Wild- bäche und die gerade an klaren Wintertagen besonders guten Fernsichten von der Höhe der Harzberge. Eine besondere An- ziehungskraft üben auch die Wildfütterungen aus, die es ge- statten, die sonst so scheuen Bewohner des Waldes aus nächster Nähe zu betrachten. Die Einführung des Schneeschuhsportes, für dessen Ausübung der Harz besonders geeignet ist, und die Anlegung von Rodelbahnen(Thale, Schierke, Wernigerode usw.) hat schon die Aufmerksamkeit des sportliebenden Publikums auf den Winterverkehr im Harz gelenkt; der Besuch empfiehlt sich aber auch für die Touristenwelt, da geeignete, durch Schnee- pflüge passierbar gehaltene Wege für Fußw anderungen und Schlittentouren fast überall vorhanden sind. Reiseausrüstung. Unterzeug und wollene Strümpfe seien, selbst bei großer Hitze, allen Touristen als bester Schutz gegen Erkältungen empfohlen. Bequeme, starke Fußbekleidung 12 Allgemeines. ist selbstverständlich. Ferner gehören zur Ausrüstung leichter Uberzieher oder Plaid, Handstock, Messer mit Korkenzieher, Feuerzeug, Bürste, Seife, Nadel und Zwirn, auch etwas altes Leinen nebst Hirschtalg zum Einreiben wundgelaufener Stellen einige Heilmittel, z. B. Salmiakgeist gegen Insektenstiche, alles in der gebräuchlichen Seitentasche von Segelleinen oder Leder, welche durch zwei unten anzunähende Ringe auch zum Rücken- tornister umgeändert werden kann. Sehr bequem ist auch der Rucksack. Radfahrer lassen vor Antritt der Reise genau das Rad unter- suchen; besonders ob die Bremse tadellos wirkt. Laterne, hell- tönende Glocke und geordnete Werkzeugtasche.(Verbandzeug.) Hohe Ubersetzungen(über 70) sind zu verwerfen. Für den Harz gelten die Polizeibestimmungen der Provinz Hannover, Sachsen, Herzogtum Braunschweig und Anhalt. Reisekosten. Der Harz steht leider in dem Rufe, zu den teuersten Sommerfrischen Deutschlands zu gehören— aber vielfach mit Unrecht. Wenn man bedenkt, daß der Harz, im Herzen Deutschlands gelegen, eines der am leichtesten zu er- reichenden und daher auch frequentiertesten Touristenziele ist, so muß man anerkennen, daß die Preise verhältnismäßig doch keine übertriebenen sind. Bürgerliche Kost und gute Unter- kunft sind schon von 1 Mk. an zu haben. Die Durchschnitts- preise in den besuchteren Gegenden sind etwa: Zimmer, Licht und Bedienung von 2 Mk. an, Mittagstisch 1,50— 3 Mk. Mit 10 Mk. täglich kann ein Fußwanderer, welcher keine großen Ansprüche macht, auch im nördlichen Harz auskommen. Es ist falsche Sparsamkeit, unmittelbar vor oder während der Table d'hote andere Speisen zu bestellen; diese sind stets verhältnis- mäßig viel teurer als die Table d'hote. Fahrkartenpreise der Staatsbahnen. Mindestsatz für Personenzüge: 1 km I. Kl. 7 Pf., II. KI. 4 ½ Pf., III. Kl. 3 Pf., IV. Kl. 2 Pf. Schnellzug Zuschlag: 1 75 km I. u. II. KI. 50 Pf., III. KI. 25 Pf.; 76—150 km I. u. II. KI. 1 Mk., III. Kl. 50 Pf., über 150 km I. u. II. Kl. 2 Mk., III. Kl. 1 Mk. Hinzu kommt die Fahrkartensteuer. Zusam menstellbare Fahrscheinhefte mit Gültigkeit für alle Züge: Einheitspreis für 1 km I. KI. 7,3 Pf., II. Kl. 4,8 Pf., III. Kl. 3,2 Pf. Hinzu kommt noch die Fahrkartensteuer. G Allgemeines. 13 Fahrkartensteuer: Für den Fahrpreis von T. Kl. II. Kl. III. MI. 60 Pf. bis 2 Mk. Steuer: 20 10 5. Pf. 2 Mk.⸗ 5 ⸗ 40 20 10 5 ⸗ ⸗ 5 80 40 20 ⸗ 10 ⸗. 23 160 80 40 ⸗ 20 2 3 240 120 60 ⸗ Gepäck. Bis zu 200 kg für jede angefangenen 25 kg für 1 bis 25 km 20 Pf., 26 bis 50 km 25 Pf. und weiter bis 800 km für je 50 km um 25 Pf. steigend. Gepäck von über 200 kg auf eine Fahrkarte wird doppelt gerechnet. Die Gebühr für Aufbe- wahrung beträgt für jedes Stück für die beiden ersten Tage 10 Pf., für jeden folgenden Tag weitere 10 Pf. Für Motor- fahrräder werden in derselben Weise je 50 Pf. erhoben. Fuhrwesen. Fast in allen Orten sind Wagen zur Weiter- beförderung zu bekommen, und erhält man dieselben in den meisten Fällen am vorteilhaftesten in den Gasthäusern. Man zahlt in der belebtesten Reisezeit für einen Zweispänner täglich 20 Mk., für einen Einspänner 12 Mk. sowie das Chaussee- geld; das Trinkgeld für den Kutscher beträgt außerdem 2 Mk.— 2,50 Mk. Wagen für sehr weite Touren zu mieten, ist nicht an- zuraten, da der Kutscher, falls er unterwegs übernachten muß, Vergütung für die Rückfahrt zu beanspruchen hat. Genaue Abmachungen vor der Abreise ersparen viel Verdruß. Automobil- verbindung findet man zumeist im Oberharz(vgl. die Fahrpläne 4 und die Harzklub-Routenkarte). Führer. Die Wegebezeichnungen des Harzklubs und die Angaben dieses Buches machen Führer überflüssig. Wer schweres Gepäck mit sich führt, kann wohl überall einen Burschen zum Tragen des Gepäcks mieten; man vereinbare indes vorher den Preis. Wanderregeln für Touristen. Der Tourist breche am frühen Morgen auf, marschiere vormittags 4—5 Stunden, raste mittags mehrere Stunden, um dann gegen Abend den Marsch fort- zusetzen. Länger als 6—8 Stunden täglich zu wandern, ist der Gesundheit nachteilig. Auch Radfahrer brechen früh auf, und, um am Morgen nicht aufgehalten zu werden, bezahle man stets am Abend seine Rechnung. Man sorge dafür, daß man abends frühzeitig im Quartier eintreffe, um durch Überfüllung nicht gezwungen zu sein, bei einbrechender Nacht weiterzuwandern. Man marschiere nicht 14 Allgemeines. mit überfülltem Magen, die Hauptmahlzeit halte man nach vollendeter Tagestour.— Man vermeide unbedingt das Baden der Füße in kalten Gebirgsbächen.— Ein lauwarmes Fußbad vor dem Schlafengehen wirkt erquickend.— Sobald man auf einer Höhe angelangt ist, knöpfe man den Rock zu und werfe den Plaid über.— Schroffer Ubergang von starker, ermattender Bewegung zu vollständiger Ruhe veranlaßt leicht ein Steifwerden der Gliedmaßen, man mache sich daher, auf einer Station an- gelangt, zunächst noch mäßige Bewegung.— Gegen große Er- mattung in den Beinen sind Waschungen zuerst mit warmem, dann mit kaltem Wasser zu empfehlen.— Ein unmittelbar über den Kopf gelegtes leinenes Taschentuch gewährt bei großer Hitze Linderung, indem der Schweiß einzieht. Radfahrer nehmen abends eine kalte Abreibung vor und wechseln die Unterkleidung. Die Entfernungen sind in Kilometern angegeben. 7,5 km sind ungefähr einer geographischen Meile gleich. Auf ebenem Terrain legen Fußgänger 1 km in 12 bis 14 Min., bei Steigungen in 16 bis 20 Min. zurück, Radfahrer in 3 bis 4 Min. Die Höhenangaben, welche offiziellen Karten entnommen sind, sind stets in Metern der Hõöhe über der Ostsee gegeben. Karten. Die Karten in unserm Führer werden für die meisten Touristen ausreichen. Wer speziellere Karten wünscht, den verweisen wir auf die„Meßtischblätter des preußischen Staates“ (Maßstab 1: 25 000), von denen die meisten Blätter neu er- schienen sind. Sehr empfehlenswert ist die Routenkarte des Harzklubs 1: 150 000(25 Pf.), die zweimal jährlich erscheint, besonders weil ihre in praktischer und übersichtlicher Form gegebenen Notizen durchaus mit der vom Harzklub einheitlich durchge- führten Wegebezeichnung übereinstimmen. Die Rückseite der Karten trägt die Fahrpläne aller Harzbahnen. Ferner sei empfohlen die ebenfalls vom Harzklub herausgegebene Karte des Harz 1: 50 000, 9 Blätter zu je 1 Mk., von der 7 Blätter bereits erschienen sind. Radfahrern ist die„Deutsche Straßenprofilkarte“ zu empfehlen. Sektion 33(Magdeburg) genügt für den Harz. Preis à Sektion 1,50 Mk. Der Harzklub, in Seesen gegründet, hat für die Erschließung des Gebirges und die Vermehrung des Fremdenzuzuges außer- ordentlich viel getan. Der Jahresbeitrag ist auf 3 Mk. festgesetzt, wovon ⅜ in den Sektionskassen bleiben. Allen Mitgliedern wird das monatlich erscheinende Vereinsblatt„Der Harz““ unentgeltlich geliefert. Allgemeines. 15 Die Wegebezeichnungen des Harzklubs, welche den Touristen- verkehr im Harz wesentlich erleichtern, sind in einheitlicher Weise nach folgenden„Grundsätzen“ durchgeführt: 1. Alle Wegweiser, Auskunftstafeln u. dgl., die der Harzklub an- bringt, tragen sein Zeichen: die grüne Tanne.— 2. Die Ortszeichen sind tunlichst in vollen Namen an- gebracht.— 3. Alle Abkürzungen zeigen den großen Anfangsbuch- staben und die nächsten Konso- nanten, so z. B. Hasselfelde durch Hsslf., Hasserode Hssr.— 4. Alle Entfernungen sind in Kilometern angegeben, die Zahl derselben hinter der Ortsbezeichnung.— 5. Farben- striche an den Bäumen als Wege- bezeichnung sind wagerecht ange- bracht.— Überall da, wo sich Gelegenheit bietet, sind 30— 50 m von jedem Wegweiser an Bäumen oder sonst geeigneten Stellen senk- recht stehende Striche angebracht, die auf die Nähe des Wegweisers aufmerksam machen sollen. Jeder Touristenweg erster Ord- nung führt eine Nummer und einen in der Regel großen lateinischen Buchstaben. Jene bezeichnet den Wegezug, dieser den Wegeabschnitt. Führen mehrere Wegezüge eine Strecke lang gemeinsam, so sind die verschiedenen Streckenbezeich- nungen vermerkt. Alle Wegweiser führen die Streckenbezeichnung, die Nummer und den Buchstaben in roter Farbe links neben(bei mehreren Streckenbezeichnungen auf einem Schild) oder links unter der Orts- bezeichnung(bei nur einer Strecken- bezeichnung), z. B.: Wegweiser zwischen Brocken und Steinerner Renne. Brocken(3 km) — Steinerne Renne(4 km) 11 D 1 Wegweiser auf dem Brocken — 9 D Oderbrück(6 km) 10 F Torfhaus(7 km) Sind Bezeichnungen auf einem Wegweiser angebracht, welche über die Strecke hinaus eine Richtung angeben sollen, so ist gleichwohl nur die Streckenbezeichnung auf dem Wegweiser gegeben, z. B.: Von Braunlage nach dem„Dreieckigen Pfahl“ führt die Strecke 35 D. Hier zweigt der Weg nach dem Brocken ab(9 D). Soll nun ein Wegweiser in Braunlage nach dem Brocken weisen, so ist nur Brocken(12 km) — 35 D gesetzt, während beim„Dreieckigen Pfahl“ der Wegweiser zeigt Brocken(5 km) — 9 D Wegweiser, die innerhalb eines Wegeabschnitts erforderlich werden und nur die Richtung der Wege- strecke angeben sollen, enthalten nur die Streckenbezeichnung. Werden für eine Wegestrecke meh- rere Wege, die im Verzeichnis nicht besonders aufgeführt sind, als Touristenwege erster Ordnung benutzt, so ist die Hauptstrecke mit großen, die Nebenstrecke mit kleinen Buchstaben bezeichnet, z. B. Braun- lage— Oderbrück, die Chaussee als Hauptstrecke= 12 D. Dagegen der Nebenweg von Königskrug über die Achtermannshöhe nach Oderbrück 12 d. Führen direkte Wege von einem Wegeabschnitt eines Wegezuges nach einem andern Wegeabschnitt des- selben Wegezugs, so sind die Buch- staben der Wegeabschnitte, welche dieser Weg verbindet, nebenein- andergestellt, z. B.: von 1 A zweigt ein Weg über den Hausschildberg (bei Seesen) ab, der in 1 B(bei Lautenthal) den Hauptweg wieder erreicht. Dann ist die Bezeichnung dieses Nebenweges bei 1 A: 1 AB, bei 1 B: 1 BA. 16 Land und Leute. Verbandkästen zur unentgeltlichen Benutzung hat der Harzklub an folgenden Orten(Häuser durch rotes Kreuz in weißem Felde bezeichnet) aufgestellt: Brocken Plessenburg(Förster) Stiege(Post) Hasserode Ravensberg Stöberhai (Hotel Steinerne Renne) Roßtrappe Torfhaus(Förster) Hexentanzplatz Sieber(Förster) Treseburg(Präzeptor) Molkenhaus(Harzburg) Sonnenberg(Förster) Der Harzer Verkehrsverband, dem die Kommunen der meisten Harzorte angehören, 1893 in Goslar gegründet, hat sich die Hebung des Fremdenver- kehrs besonders durch Schaffung von Bahnanschlüssen und Einlegung neuer Züge, Propaganda für den Harz zur Aufgabe gemacht, so ist z. B. besonders das Ausland durch diesen Verband in letzter Zeit mehr herangezogen worden. Aufgang Untergang Aufgang 6 Untergang Juni 1. 4 U.— Min. 8 U. 25 Min. August 1. 4 U. 34 Min. 8 U. 06 Min. „ 15. 3 55 ⸗„ 3 36 ⸗* 15. 5 ⸗ 02 7 40 ⸗ Juli 1. 3 ⸗ 58 8 30 ⸗Septbr. 1. 5 ⸗ 26 ⸗ 7 ⸗ 03 ⸗ - 15. 4 ⸗ 12 8 ⸗ 29 ⸗ 15. 5 ⸗ 46 6 30 ⸗ Land und Leute. Der Harz, nächst dem Riesengebirge die höchste Erhebung in Deutschland zwischen den Alpen und dem Meere, ist ein nördlicher Vorposten des deutschen Gebirgslandes. Der latei- nische Name ist Hercynia silva, der niederdeutsche de Hard, welche Form noch in dem Worte Hardagau(Harzgau) enthalten ist. Das althochdeutsche Wort Hart bedeutet Hochwald, z. B. Gotthard, Spessart(Späherwald). Der Harz ist gewissermaßen nur ein Berg, welcher durch eine Menge von Taleinschnitten in viele Anhöhen geteilt wird; seine Ausdehnung ist daher genau zu bestimmen. Die Länge von der Leine bis zur Saale beträgt 90 km, die Breite durch- schnittlich 35 km. Der Flächeninhalt beträgt 2045 dkm, wovon 1184 qkm preußisch, 743 qkm braunschweigisch und 118 qkm anhaltinisch sind. Der höchste Teil des Harzes ist der nord- östliche; derselbe erhebt sich zirka 250 m hoch fast unmittelbar über der Ebene und überragt den westlichen Teil des Gebirges um die Hälfte. Durch den Brocken wird der Harz in den kleineren Oberharz(westl.) und den größeren Unterharz(östl.) geteilt. Der Oberharz, größtenteils mit Nadelholz bedeckt, trägt überall einen düsteren Charakter. Seine Hauptteile sind: 1. das Brockengebirge, welches sich im Brocken 1142 m ü. M. erhebt; — mnann— Ünmnm nn— Land und Leute. 2. das Brockenfeld, zirka 1000 m hoch, eine weite Sumpffläche mit mächtiger Torfbildung, mit Moor und Heide bekleidet und mit Felstrümmern übersät, welchem die Bode, Oker, Radau und Oder entspringen; 3. die zirka 600 m hohe Hochebene von Clausthal und Zellerfeld.— Im Oberharz liegen die sogen. sieben Bergstädte: Clausthal, Zellerfeld, St. Andreasberg, Grund, Lautenthal, Wildemann und Altenau. Außer im Bergbau sind viele Einwohner des Oberharzes im Forstbetriebe beschäftigt. Der Unterharz. Im Gegensatz zu der geschlossenen Masse des Oberharzes zeigt der Unterharz eine Reihe durchklüfteter Felspartien. Die Laubwaldung ist hier überwiegend; auch werden weitere Strecken als im Oberharz landwirtschaftlich bebaut. Der Unterharz enthält größere Hochebenen um Elbinge- rode, Hasselfelde, Güntersberge und Harzgerode. Höhenlage der wichtigsten Orte und Berge des Harzes. (In Metern über dem Spiegel der Ostsee.) 1141 Brocken 682 Ebersberg 552 Gr.-Staufenberg 1044 Heinrichshöhe 682 Schnarcher 550 Braunlage 1029 Königsberg Klippen 550 Kummel 968 Wurmberg 664 Matthias-Schmidt- 550 Rote Sool 929 Zeterklippen Berg 549 Zellerfeld 929 Renneckenberg 660 Ravensberg 542 Signalfichte, 926 Bruchberg 643 Glückaufer Klippen Drei-Annen 926 Achtermann 642 Hohegeiß 540 Bockswiese 919 Wolfswarte 636 Rammelsberg 540 Friedrichsbrunn 902 Gr.-Winterberg 627 Andreasberg, 536 Clausthal, Bahnhof 901 Lautenklippe oberer Ort 531 Benneckenstein, (Hohne) 625 Auerhahn Bahnhof 881 Quitschenköpfe 607 Ahrendsberg 522 Molkenhaus 860 Acker 600 Schierke, Ort bei Harzburg 856 Erdbeerkopf 600 Clausthal, Ort 508 Elend, Bahnhof 835 Kl.-Winterberg 600 Borberg 501 Güntersberge, 810 Hanskühnenburg 592 Johanneser Kurhaus oberer Teil 800 Torfhaus 590 Kattnäse 501 Gierskopf 781 Oderbrück 588 Birkenkopf 499 Tannengarten 778 Sonnenberger 582 Victorshöhe 499 Rote Schuß Wegehaus 580 St. Andreasberg, 496 Eichenforst 763 Schalke unterer Ort 490 Altenau 762 Hahnenklee- 575 Josephshöhe, Auer- 487 Stiege, Bahnhof klippen bei Braun- berg 487 Ahrensberg lage 575 Heiligenstock(Lauterberg) 732 Stöberhai-Turm 672 Scholm 487 Hartenberg, Forst- 725 Bocksberg 571 Kuckholzklippe haus 724 Oderteich 569 Benneckenstein 486 Sorge, Bahnhof 720 Stöberhai 561 Iberg 486 Königsburg(Ruine) 696 Scharfensteiner 560 Hahnenklee 484 Burgberg(Harz- Klippe 560 Ramsberg burg) 688 Schierke Bahnhof 556 Steinerne Renne, 482 Stiege 687 Große Knollen oberer Wasserfall 480 Tanne, Ort 373 Frankenscharrn- bütte, Bahnhof Hüttenrode, Bahnhof Scharfenstein Stöberhai, Bahnhof Elbingerode Tanne, Bahnhof Kyffhäuser Trautenstein] Friedrichshöhe, Bahnhof Hasselfelde Hexentanzplatz Elbingerode, Bahnh. Ilsenstein Rothehütte, Bahnhof Hübichenstein Wildemann Hausberg Königerode Sternhaus Tiefenbach-Mühle, Bahnhof Wildemann, Bahnhof Ziegenkopf Straßberg Güntersberge, unterer Teil Roßtrappe Ebersburg Kamschlacken Rothenburg(Ruine, Kyffhäuser) Georgshöhe Harzgerode Knollen bei Grund Scharzfeld(Kuine) Weißer Hirsch bei Treseburg Sternhaus, Bahnhof Rübeland, Bahnhof Mägdetrappe Falkenstein, Schloß 363 Lindenberg, Bahnhof 360 schen Thüringer. Wieda Land und Leute. 356 Zorge 352 Eisfelder Talmühle Bahnhof 350 Hohnstein(Ruine) 350 Lerbach 348 Meiseberg 346 Lauenburg(Ruine) 340 Sieber 337 Blankenburg, Schloß 337 Romkerhall 336 Silberhütte, Bahnhof 330 Wendefurth 325— 301 Sachsa 319 Teufelsmauer 317 Odertal, Bahnhof 316— 310 Alexisbad 312 Steinerne Renne, Bahnhof 307 Hoppelberg 305 Lautenthal, Bahnhof 303 Grund 302 Sachsa, Bahnhof 300 Stolberg 300 Altenbrak 295 Regenstein 295 Talbrauerei, Bahnh. 292— 282 Mägdesprung 286 Lauterberg, Bahnhof 284 Lauterberg, Stadt- bahnhof 281 Stubenberg 281 Hasserode 274 Walkenried, Bahnhof 270 Treseburg 260 Neustadt und Hohn- stein 260 Michaelstein 260 Heimburg 259 Goslar 255 Ilfeld, Bahnhof 254 Scharzfeld, Bahnhof 249 Eckertal, Bahnhof 249 Stapelburg, Bahnhof 247 Lindthal, Bahnhof 247 245 244 244 242 238 238 235 234 234 232 23 225 224 224 213 213 211 211 210 208 208 198 189 182 179 175 153 150 141 13² 124 125 123 113 Harzburg Selkemühle Juliushütte Ellrich, Bahnhof Schimmerwald Bahnhof Ilsenburg, Bahnhof Harzburg, Bahnhof Wernigerode, Bahn- hof Blankenburg, Stadt Herzberg, Bahnhof Wernigerode 230 Osterode, Ort 230— 220 Ballenstedt Regenstein Gernrode Harzburg, Bahnhof Rottleberode, Bahn- hof Oker, Bahnhof Gittelde-Grund, Bahnhof Gernrode, Bahnhof Oker Niedersachswerfen, Bahnhof Seesen, Bahnhof Blankenburg, Bahn hof Suderode, Bahnhof Nordhausen Sangerhausen, Ort Thale, Bahnhof Roßla Sangerhausen, Bahnhof Vienenburg, Bahn- hof Frankenhausen Eisleben Quedlinburg Halberstadt Aschersleben Höhenlage einiger norddeutschen Städte. 38 Berlin 148 Göttingen 118 Leipzig 110 Halle 105 Dresden 89 Hildesheim 73 Braunschweig 56 Hannover 50 Magdeburg 7 Bremen 6 Hamburg Die Bewohner des Harzes sind im Unterharz Niedersachsen, im Oberharz meist Franken, im Stolbergischen und Mansfeldi- Sie leben hauptsächlich vom Bergbau und Land und Leute. 19 Hüttenbetrieb, von der Viehzucht, dem Forstgewerbe, der Spinnerei, Holzschnitzerei sowie vom Fange und Verkauf von Vögeln. Der Export der Harzer Kanarienvögel nach Amerika ist sehr bedeutend. Die im Harz vorherrschende Religion ist die evangelische. Die Harzbewohner sind kräftig und rauh, kühn und tätig, unverdrossen und gutmütig, mit geringem zu- frieden, stolz auf ihre Berge und nur in ihnen glücklich. Die blassen Wangen, die scharfen, starken, kalten Gesichtszüge, die straffen, fettlosen, aber kräftigen Muskelformen erzählen von den Mühseligkeiten arbeitsvoller und entbehrungsreicher Tage, die Augen des Harzer aber sprechen von gesundem Herzen und heiterer Gemütsart. Es grüne die Tanne, es wachse das Erz, Gott schenke uns allen ein fröhliches Herz! lautet ein alter Harzer Spruch. Im Oberharz werden Silber, Blei und Kupfer, außerdem Steinkohlen und Salz gewonnen, im Unterharz Silber und Kupfer. — Doch geht der Bergbau immer mehr zurück, so daß jetzt viele Werke vollständig still liegen. In Clausthal existiert eine Bergschule, welche ihre Zöglinge nach allen Ländern der Welt entsendet. Besondere Beachtung verdient die Verwendung des Reisigs wie des Stock- und Wurzelholzes zur Herstellung von Kohlen, sowohl wegen des Ver- fahrens als wegen der eigentümlichen Lebensweise der dabei beschäftigten Arbeiter. Im Mai zieht der Unternehmer(Meister), welcher die Hölzer von der Forstverwaltung gekauft hat, mit seinen Gehilfen(Knechten) in den„Hai“, errichtet hier an einer günstig gelegenen Stelle eine kegelförmige Hütte(Köte) aus Stangen, mit Deckung aus Rasen oder Fichtenrinde, die Tür mit Schutz- dach aus gleichem Material nach Osten; das Innere wird geebnet, in der Mitte mit Feuerherd, einigen flachen Steinen, in ½ der Höhe mit Vorrichtung zum Trocknen von Holz und Kleidern versehen und mit 4 bis 5 breiten niedrigen Bänken möbliert. Als Tisch dienen die Knie. Hält der Meister auf alten Brauch, so baut er vor der Tür der Köte eine Bank und bringt an einem großen, zwischen zwei benachbarten Stämmen eingespannten Holz die„Hillebille“ an, ein dünneres Stück Holz von 60 cm Länge, 30 cm Breite, das an zwei Riemen an dem erwähnten Knittel ganz lose hängt. Ein oder zwei Hämmer, gleich- falls aus hartem Holz, dienen zum„Spielen“ auf diesem Gerät, mit denen die Gehilfen zum Essen gerufen werden usw. Der Köhler lebt bei schwerer Arbeit und langen Schichten sehr einfach. Drei Mahlzeiten, bei denen Brot (meist als Köhlersuppe), Kartoffeln, Butter, Schmalz und Käse sowie Kaffee und Braunbier die Hauptrolle spielen, müssen reichen; je nach der Entfernung von der Heimat werden Lebensmittel alle zwei bis vier Wochen herangeholt. Früher hatte jeder Ort seinen Köhler; seit Verdrängung der Holzkohle durch Steinkohle befassen sich nur noch die Einwohner bestimmter Ortschaften, wie Wolfshagen, Stiege, Allrode und Sieber, mit der Köhlerei. Im Harz wird die Kohle in sogenannten„stehenden Meilern“ gewonnen. Der Köhler gräbt auf alter Kohlstelle, die sorgfältig geebnet und in der Mitte mit Anlauf versehen ist, etwa 30 cm voneinander entfernt zwei Stangen in die Erde, bindet sie in Meilerhöhe(etwa 3,5 m) zusammen, legt leicht brenn- 2* — um— 2 —— 20 Land und Leute. bares Holz dazwischen, feine Holzkohlen außen herum und nennt diese Vor- richtung den„Quandel“. Nun wird das Holz angerichtet, 50— 100 davon in einem Meiler, vom Quandel ab kreisrund, halbkugelförmig, in der obersten Schicht mit Anlauf nach der Mitte zu. Das Ganze wird mit Fichtenhaake oder Rasen, oft mit beidem, sorgfältig gedeckt und eines Morgens früh durch einen Kanal mit langer Stange, an deren Enden gepichtes Werg oder Birken- rinde befestigt und angezündet ist, an der Unterseite des Quandels in Brand gesetzt. Sobald das Feuer im Quandel hochgegangen ist, wird der Meiler von oben an, je nach dem Vorrücken des Feuers mit„Stikke“, alter Kohlen- erde, beworfen und nun 24 Stunden sich selbst überlassen, unter steter auf- merksamer Beobachtung, damit die Gase nicht die Haube(Decke) abwerfen. Jetzt muß der Meiler(„das Ding“) von oben her„gar“ werden, und die Kunst besteht darin, durch„Räume“, eingestochene öffnungen in der Decke, das Feuer so zu teilen, daß mit möglichst geringem Verlust durch Verbrennung möglichst viele und gute Kohlen erzielt werden. Nach Beendigung der Feuerarbeit— des weitaus schwierigsten Teiles der Köhlerei— wird der Meiler, der nun in der Köhlersprache„Kohlenbär“ heißt, durch Ersticken des Feuers gekühlt, und bei Nacht, um alles Glühende sofort löschen zu können, werden die Kohlen„gelanzt“, aus dem Meiler entfernt. Bei großen Haien pflegen sich die Arbeiten bis in den Oktober, ja bis in den November hinein- zuziehen. Die Sprache. Der Oberharz ist eine hochdeutsche Sprach- insel(harzfränkisch) inmitten der niederdeutschen Mundart. Im Süden und Osten des Harzes findet man das thüringische Sprachidiom. Im Oberharz herrscht in Zellerfeld, Clausthal, Wildemann und Lautental die fränkische, in Buntenbock, Riefensbeck, Grund der niederdeutsche Dialekt; in Altenau wird niederdeutsch und fränkisch gesprochen, in Andreasberg thü- ringisch. Leider verwischen sich die Dialekte immer mehr. Geologisches. Die Hauptmasse des Harzes besteht aus Eruptivgesteinen. Der Harz ist wahrscheinlich das älteste Gebirge Deutsch- lands, da die ältesten Schichten der Erdrinde hier an die Ober- fläche gehoben erscheinen. Die Masse des Harzes besteht aus Grauwackenbildungen. Diese sind an zwei Stellen von Granit durchbrochen, welcher im Brocken und im Rammberge die höchsten Kuppen des Harzes bilden, besonders deutlich aber im Bodetal bei Thale hervortritt, hier Felsen von un- geheuren Dimensionen zeigend. Beide Kernmassen sind von Hornfels und einer Art Blattstein umgeben. Auch Grün- steine mancher Art sind hindurchgebrochen und haben kleine Kuppen oder Riffe gebildet. Aus Quarz-Porphyr besteht der Auerberg bei Stolberg. Dasselbe Gestein tritt bei IIfeld in einer malerischen Gruppe(mit Manganerz) hervor, und bei Sachsa erhebt sich der Porphyr im Ravensberge zu 600 m Höhe. Als der Grauwacke untergeordnet erscheint Quarzit(im Ackerberg und Bruchberg), ferner Kieselschiefer, Alaunschiefer(Goslar und Land und Leute. 21 Harzgerode), Rot- und Brauneisenstein sowie Kalkstein(Elbinge- rode, Rübeland, Marmorbrüche). Den südöstlichen Teil des Grauwackegebietes umgibt ein Saum von Rotliegendem sowie ein wallartiger Streif der Zechsteinformation, der die mächtigen Gipsmassen angehören, welche am Südrande schneeweiße Hügel- ketten von 200 bis 300 m Höhe bilden. Am Nordrande erscheinen diese Bildungen in sehr geringem Maße, außerdem Buntsandstein, Muschelkalk, Keuper, Jura und Kreideformation. Geologen nennen die Umgegend von Oker die klassische Quadratmeile der Geologie, weil hier wie auf keinem andern Fleck der Erde fast alle Schichten der festen Erdrinde eng zusammengedrängt zutage stehen. Für den Sammler, namentlich den Mineralogen, ist besonders das Bodetal nebst den anliegenden Bergformationen ergiebig. Interessante Sammlungen finden sich u. a. in Claus- thal, Goslar, Wernigerode und Harzgerode. Die Vegetation. Von Bäumen ist im Oberharz die Fichte vorherrschend; die Baumarten des Unterharzes sind Buche, Ahorn, Eiche, Ulme, Birke und Fichte. Bei Wernigerode und Blankenburg findet man die echte Kastanie, im Bodetal auch die sonst seltene Eibe. Fast neun Zehntel des Harzes sind bewaldet. Getreide wird nur auf einigen der Hochebenen des Unterharzes gebaut, die Kartoffel gedeiht überall. Wo die Täler sich erweitern, treibt man Leinwandbleicherei. Flachs- bau existiert im Harz nicht, Obstbau findet man im Oberharz in geringem Maße, im Unter- und Vorharz häufiger. Im Ober- harz wächst die Eberesche. Der Brocken trägt eine reiche Moos- und Flechtenflora. Die Bewässerung. Uberall auf den Bergen sprudeln Quellen hervor, die sich zu kleinen Bächen vereinigen; Wiesen- und Strauchwuchs ist daher überall üppig. Der Brocken ist die Wasserscheide des Elbe- und Wesergebirges. Das an der west- lichen Seite des Brockens gelegene Brockenfeld ist das große Wasserreservoir des Harzes. Diese große, mit Moos bedeckte Fläche saugt Schnee, Regen und Nebel ein und strömt die ein- gesogene Feuchtigkeit in vielen Quellen wieder von sich. Die auf dem Harz entspringenden Flüsse sind: Bode, Ecker, Gold- bach, Gose, Holtemme, IIse, Innerste, Oder, Oker, Radau, Romke, Selke, Söse, Zorge, Tyra, Wieda, Wipper, Lonau, Sperrlutter, Sieber, Leine, Bähre, Schildau. Neuerdings ist man bestrebt, Talsperren anzulegen und die Wasserverhältnisse zu regeln. Zu diesem Zwecke hat sich eine Gesellschaft zur Förderung der Wasserwirtschaft im Harz gebildet, der die meisten in Frage kommenden Gemeinden angehören. 22 Land und Leute, Der Harzwald, mit einer Gesamtfläche von über 165 000 ha, birgt eine Menge von Rot-, Reh-, Schuarz- und in der Brocken- gegend auch Auerwild. Der Handel mit, einheimischen Sing- vögeln und mit Kanarienvögeln ist im Harz kein unbedeuten- der Erwerbszweig, doch schränkt der gesetzliche Vogelschulz den Vogelfang immer mehr ein. Die Harzer Rinderherden(u. a. in Goslar, Wernigerode und Osterode) mit ihrem melodisch abgetönten„Glockenspiel“ haben schon manchen Sommergast und Wanderer erfreut; für die Bewohner selbst sind sie eine Quelle großen Nutzens. Ziegen gibt es in den Bergstädten, Schafe in den Vorlanden. Einen guten Ruf haben der Elbingeroder Schafkäse, der Stieger und Börnecker Kuhkäse und der Osteroder Ziegenkäse. Bäder und Luftkurorte. Bergesluft und Waldeinsamkeit sind die starken Magnete, die alljährlich eine stets wachsende Schar von Sommerfrischlern auf die Höhen und in die Täler des Harzes führen. Wo soll man wohnen? ist eine Frage, welche von denen, die längere Zeit an einem Orte die Sommerfrische ge- nießen wollen, vom pekuniären sowie vom gesundheitlichen Standpunkt aus wohl in Erwägung gezogen werden muß. Der Harz besitzt nahezu 100 Kurorte und Sommerfrischen, die sich bezüglich ihres klimatischen und landschaftlichen Cha- rakters zwar ähnlich sind, aber in sozialer Beziehung durchaus voneinander abweichen, so daß der Suchende einen seinem Geschmack und Bedürfnis sowie seinen Verhältnissen ent- sprechenden Aufenthalt ohne große Schwierigkeit finden kann, zumal ihm hierbei die Auskunftstellen des Harzklubs, die Orts- behörden und Badeverwaltungen behilflich sind. Behördliche Kurhäuser sind in Thale, Harzburg, Braunlage, Grund. Der Sommeraufenthalt ist in Harzburg und Schierke am teuersten, dafür genießt man hier auch allen Komfort und Luxus von Modebädern ersten Ranges(Pensionspreis 30— 60 Mk. wöchentlich). Thale hält sich in der Mitte. Am billigsten sind die Preise in den Tälern am Südrande(Pension 20— 30 Mk. wöchentlich). Der Harzer Verkehrsverband ist bestrebt, die Preise möglichst einheitlich zu regeln. Winterfrischen, Wintersport. Seit kaum mehr als einem Jahrzehnt hat sich die Anerkennung der mächtigen Heilkraft der Winterluft in weiteren Kreisen Bahn gebrochen. Bis vor wenigen Jahren waren es einige hochgelegene Orte der Schweizer Alpen, die man für das Palladium der Genesungsuchenden und Erholungsbedürftigen hielt. Die Erkenntnis, daß unsere winter- Land und Leute. 23 lichen deutschen Mittelgebirge die gleichen Bedingungen der Erholung bieten, ist seitdem in die weitesten Kreise gedrungen. Die Winterfrischen des Harzes werden von Jahr zu Jahr be- suchter. Die Hauptsportplätze sind Schierke, Andreasberg, Thale und Braunlage. Der Winterzauber, der den Harz umgibt, das sind nicht allein die weiten Schneeflächen, die herrliche frische Winterluft, die eisbezapften Tannen, die im Sommer zahmen, jetzt brausenden Wildbäche, das interessante Schauspiel der Wildfütterung, das ist auch der fröhliche Wintersport— Skilauf und Schlittenfahrten —, der in allen größeren Orten des Gebirges geübt wird. Schnee- schuhe, Rodel- und Hörnerschlitten sowie Rennwölfe sind dort überall zu haben und werden auch leihweise gegeben. Die Winter- feste des Harzes(Preis-Wettrodeln usw.) haben einen Ruf er- langt. Veranstalter derselben sind hauptsächlich der Oberharzer Skiklub, sowie der Wintersportverband des Unterharzes(Sitz Thale). Uber den gesundheitlichen Wert des Wintersports schreibt Dr. Manstedt in der„IIl. Ztg.“:„Je weiter wir uns durch eine gekünstelte Lebensführung von der Natur entfernen, um so wichtiger wird auch für das große Ganze der Sport als das er- folgreichste Mittel der Rückkehr zur Natur. Zahlreiche Ver- kümmerungen und Schwächezustände des Nervensystems, der Säfte, der Knochen, einzelner weiblicher Organe usw. würden gewiß weniger fühlbar werden, wenn die Betroffenen zeitiger oder regelmäßiger Leibesübungen gepflegt hätten. Wie einst dem Riesen Antäus, so liegen auch uns die ewigen Kraftquellen des Daseins bei der Allmutter Erde. Deshalb war die im Winter vielfach eintretende Pause der Leibesübungen auch hygienisch eine Lücke. Der Wintersport wird hier zur befreienden Tat, er bietet ja auch wie kaum ein anderer Sport alles das, wonach der gesunde Mensch heutzutage förmlich hungert: Naturgenuß, körperliche Ausarbeitung, Gefahr. Jeder Kenner der Verhält- nisse bestätigt, daß die Natur im Winter ihre größte Schönheit offenbart, und die Lust, auf Ski oder Rodel wie ein Vogel dahin- zuschweben, ist höchstens mit einem Ritt auf feurigem Pferd zu vergleichen; übertroffen wird sie nicht.“ Hiermit vergleiche man die Ausführungen unsres ärztlichen Mitarbeiters unter Route 10 dieses Führers. In höchster Blüte steht der Wintersport in folgenden Orten des Harzes: Altenau, Andreasberg, Benneckenstein, Braunlage, Claust al-Zellerfeld, Goslar, Gernrode, Harzburg, Hohegeiß, 24 Land und Leute. Ilsenburg, Lauterberg, Osterrode, Sachsa, Rübeland, Schierke, Thale, Wernigerode, Zorge. Weitere Mitteilungen geben wir unter den betreffenden Orten. Literatur: Max Schneider, Katechismus des Wintersports. Mit 140 Abbildungen. J. J. Weber, Leipzig. 3 Mk. Stolles Winterführer vom Harz. Reich illustriert. Verlag von Rud. Stolle, Harzburg. 50 Pf. Dr. W. Kühne, Der Harz vom hygienisch-klimatischen Standpunkte aus. Dr. Wichmann, Der Harz, ein Kuraufenthalt für Nervöse. 35 Pf „Der Harz im Winter“(mit Abbildungen), herausgegeben vom Harzer Verkehrsverband, wird kostenlos verabfolgt-. Geschichtlicher Rückblick. 25 Geschichtlicher Rückblick. Spuren der vorgeschichtlichen Bewohner des Harzes sind in den letzten Jahrzehnten in den mannigfachsten Höhlen und alten Gräbern des Landes gefunden worden. Reiche Ausbeute boten die Einhornhöhle bei Scharzfeld, der Stuckenberg bei Wernigerode, der Lindey bei Uthleben, die große und kleine Harzburg, die Roßtrappe und die Siebenspringe bei Thale, die Umgegend der alten Stadt Aschersleben. Man fand hier Knochen, Stein- und Bronzegeräte, Münzen usw.— Spuren alter Befestigungen tragen die Rotenburg bei Pöhlde, die große und kleine Harzburg, der Spielberg bei Neustadt, die daneben liegende Heinrichsburg, die Susenburg bei Elbinge- rode und die Roßtrappe bei Thale. Mit dem Namen„Harz“ wird das Gebirge zuerst im 8. Jahr- hundert erwähnt:„silva quae vocatur Haertz“, und im folgen- den Jahrhundert„saltus qui vocatur Harz“;„Hercynia silvia“ nennen es Cäsar und Tacitus.— Im frühesten Mittelalter bildete der Harz die Grenze zwischen den Cheruskern und den Ostfalen- Sachsen einerseits und dem suevischen Stamm der Hermunduren andrerseits, später wurde das Gebirge eine Scheide zwischen den Sachsen und Thüringern. Harte Grenastreitigkeiten und Kämpfe zwischen diesen beiden Völkerschaften sah das sechste Jahrhundert. Mit der Besiegung der Sachsen durch Karl den Großen gegen Ende des achten Jahrhunderts beginnt die urkund- lich beglaubigte Geschichte des Harzes. Das Christentum und mit ihm dessen Kulturträger, die Mönche, zogen in das Land ein. Jahrhundertelang hielten sich indeß noch die Reste des Heidentums in den Bergen. Noch heute haben aus der heidni- schen Urzeit stammende Sagen, wie die vom wilden Jäger(de Wode jagt), der Frau Holle usw., hier ihre Stätte. Als 918 Heinrich I. von seinem Vogelherde bei Quedlinburg hinweg auf den deutschen Kaiserthron berufen war, und mit ihm die Krone des Reiches an den sächsischen Stamm kam, da- begann eine neue Zeit für den Harz. Einige Monate des Jahres hielten sich fast alle Kaiser dieses Stammes in dem ergiebigen 26 Geschichtlicher Rückblick. Jagdreviere des Harzgebirges auf. Viele Ortschaften stammen aus dieser Zeit. Die Namen Königshof, Königsberg, Königskrug erinnern daran; auch das Jagdschloß Bodfeld wurde damals erbaut. Die Glanzperiode des Harzes hub aber an, als Kaiser Heinrich III. Goslar zum clarissimum regni domicilium, zur Reichshauptstadt erhob, als er jenen Kaiserpalast schuf, dessen romantischen Bau wir heute noch bewundern. Eine breite Straße, der Kaiserweg, deren Spuren wir noch jetzt verfolgen können, wurde quer durch den Harz, von Goslar nach Nordhausen, ge- führt; in Bodfeld, Siptenfelde, Hasselfelde usw. entstanden kaiserliche Jagdschlösser, deren Trümmer wir heute vergebens suchen. Bis zum Ende des 12. Jahrhunderts dauerte die Glanz- periode des Harzes. Die Kaisermacht verfiel, und das Ritter- tum verwilderte. Da erstarkte die Macht des Bürgertums. Die größeren Städte des Nordharzes schlossen sich dem mächtigen Hansabunde an, namentlich wurde Quedlinburg ein wichtiges Mitglied des Bundes. Die Burgen der Raubritter wurden ge- brochen, die Sicherheit des Verkehrs wurde hergestellt, wichtige Straßen wurden gebaut: das ist die Signatur dieser Kultur- periode. Ein neuer Aufschwung der Industrie begann mit dem Auf- plühen der Städte; der Bergbau erstarkte und wurde die wich- tigste Einnahmequelle der Harzer. In diese Zeit, in das 15. und 16. Jahrhundert, fällt die Gründung und die Entwicklung der sieben bergbautreibenden Städte des Oberharzes: Clausthal, Zellerfeld, St. Andreasberg, Grund, Wildemann, Altenau und Lautenthal. Der dreißigjährige Krieg wurde den Harzbewohnern mit allen seinen Schrecken fühlbar; kein Ort des ganzen Harzgebietes plieb gänzlich verschont. Ein übersichtliches Bild dieser vielen Einzelkämpfe zu geben, würde hier zu weit führen. Episoden des Krieges von hervorragender Bedeutung, welche sich im Harzgebiete abspielten, waren die Entscheidungsschlacht bei Lutter am Barenberge und die Einnahme von Clausthal sowie die Erstürmung und Plünderung von Zellerfeld durch Tillys Truppen. Die Berge des Harzes wurden um diese Zeit eine Zufluchtsstätte für Deserteure, ihrer Habe beraubte Bauern und Bürger, Tagediebe usw., welche sich hier zu Räuberbanden zusammenscharten und bis ins 18. Jahrhundert hinein das Land unsicher machten. Nur langsam erholte sich der Harz von den schweren Wunden des Krieges Erst im vorigen Jahrhundert nahm der — Geschichtlicher Rückblick. 27 Bergbau einen neuen Aufschwung, und gegen Ende des Jahr- hunderts begann der Harz ein Ziel für Touristen zu werden. In unserm Jahrhundert, welches den Sinn für landschaftliche Schönheit erschloß, wurde die Harzreise von Jahr zu Jahr be- liebter bei Touristen aus allen deutschen Gauen. Immer voller, immer mächtiger ergießt sich allsommerlich der Touristenstrom durch das Harzgebiet, alljährlich mehrt sich die Zahl derer, die in den Sommerfrischen und Heilstätten des Harzes Kräftigung suchen und finden. Der größte Teil des Harzes gehört heute zur preußischen Provinz Hannover(Oberharz), der anstoßende mittlere Teil des Nordharzes zu der unter preußischer Hoheit stehenden Graf- schaft Stolberg-Wernigerode(zus. 21 Quadratmeilen); daran schließt sich(12 Quadratmeilen) Braunschweiger Gebiet. Der östliche Teil des Harzes(2 Quadratmeilen) ist anhaltinisch. Wer sich über das Harzgebirge näher orientieren und dessen Geschichte, Land und Leute, Sitten, Gebräuche, geolo- gische usw. Verhältnisse eingehender studieren will, findet bei den einzelnen Orten die näheren Literaturangaben. Altere, nicht mehr im Buchhandel befindliche Werke können, falls nicht am Orte selbst, von der fürstl. Bibliothek zu Wernigerode und von der Zentral-Harz-Bücherei zu Thale entliehen werden. 28 Reisepläne. Reisepläne. wir empfehlen nicht, sich unbedingt an die nachstehende Routenein- teilung zu binden; in der Praxis wird die Reiseroute von der Stimmung des Touristen und seiner Rüstigkeit sowie vom Wetter bestimmt werden. I. Haupttour durch den ganzen Harz von Thale aus in 15 Tagen. Grund G 0 Osterod 6 6 f uderode 5 R Gec:rode Ballenstedt Hlerzberg iede 6 2 Ter, So, Scharzfeſld Ifeld, 7s4s., 2 4 6063,. 4 Niedersachswerfen ρ 1. Tag. Von Thale über den Hexentanzplatz(Hirschgrund) ins Bodetal, die Schurre hinauf zur Roßtrappe, oder von Thale direkt dahin. 2. Tag. Von der Roßtrappe nach Treseburg.— Fußweg über Wilhelmsblick und das Jagdhaus Totenrode nach Blanken- burg.— Von Blankenburg per Eisenbahn nach 3. Tag. Rübeland(Herrmanns-Baumannshöhle).— Mit der Bahn und Omnibus über Elbingerode nach Bahnhof Dreiannen. — Uber Schierke mit der Bergbahn auf den Brocken. 4. Tag. Vom Brocken über die Steinerne Renne nach Wernigerode. 5. Tag. Per Bahn nach IIsenburg-IlIsetal— Rabenklippe — Burgberg— Radautal— Harzburg. 6. Tag. Uber die Kästenklippe nach Romkerhalle und Oker.— Bahn nach Goslar. Reisepläne. 29 7. Tag. Bahn nach Clausthal oder mit Omnibus über Bock- wiese— Hahnenklee und Wildemann dahin.— Tour nach Grund und zurück. 8. Tag. Uber Lerbach nach Osterode. 9. Tag. Herzberg. Durch das Siebertal nach St. Andreas- berg. 510. Tag. Über Stöberhai und Sachsa nach Walkenried.— Eisenbahn über Ellrich und Niedersachswerfen nach IIfeld. Oder: Andreasberg— Hohegeiß- Benneckenstein. Per Bahn nach Ilfeld. 4 11. Tag. IIfeld— Poppenberg.— Uber Ruine Hohnstein und Ebersburg nach Stolberg(5 ½ St.). 12. Tag. Stolberg.— UÜber den Auerberg(mit neuem Aussichts- turm in Form des früheren Josephskreuzes) nach Lindenberg (2 ¼ St.).— Von Lindenberg Eisenbahn nach Alexisbad und Mägdesprung. 13. Tag. Im Selketal nach Schloß Meiseberg, Schloß Falkenstein und zurück zum„Falken“.— Nach Ballenstedt. 14. Tag. Besichtigung von Ballenstedt.— Bahn nach Gernrode— Stubenberg— Suderode. 15. Tag. Suderode— Abstecher Victorshöhe—- Lauenburg— Georgshöhe— Thale. II. Fünfzehntägige Tour von Harzburg aus und dahin zurück. „ienenburg Grund de 2 0 de 1 9⁰ Osferdde freseburg Wcforsh..2⁴auenstedt hennesens ein/ agdesprung Lauferber 4 14 Snge ha Hlarzgerode 30 Reisepläne. 1. Tag. Von Harzburg nach IIsenburg. 2. Tag. Ilsetal— Ilsenstein— auf den Brocken. 3. Tag. Durch die Steinerne Renne nach Wernigerode-— Rübeland. 4. Tag. Mit der Zahnradbahn Blankenburg-— Roßtrappe. 5. Tag. Schurre— Fußweg durch das Bodetal nach Trese- burg— Weißer Hirsch— Hexentanzplatz— Thale. 6. Tag. Zur Georgshöhe— Lauenburg-—Abstecher Victors- höhe— Suderode-Gernrode-Stubenberg- Ballenstedt. 1 7. Tag. Selketal— Falkenstein— Mägdesprung— Alexis- bad. 8. Tag. Eisenbahn bis Lindenberg(Wagen- oder Fußtour) über Auerberg(Josephshöhe) nach Stolberg. 9. Tag. Kyffhäuser— Nordhausen. 10. Tag. Von Nordhausen Bahn nach Walkenried, Bahn nach Wieda und Stöberhai— Ravensberg— Lauterberg. -11. Tag. Scharzfels— Einhornshöhle— Lauterberg. -12. Tag. Durch das Siebertal nach St. Andreasberg. 13. Tag. Rehberger Graben— Oderteich— Clausthal. 14. Tag. Clausthal— Grund— Wildemann— Goslar. 15. Tag.†½ Uber Oker. Romkerhalle und Ahrendsberger Forsthaus nach Harzburg. III. Neuntägige Tour von Thale und dahin zurück. Menenburg Suderode SEerprode Magdesprung A Alexisbad Hjosephshöhe Nefèkater Stolderg 1.7Tag. Thale— Roßtrappe— Bodetal— Fußweg nach Treseburg. Reisepläne. 31 2. Tag. Jagdhaus Totenrode— Blankenburg—Zahnradbahn bis Rübeland— Elbingerode— Dreiannen— Brocken. 3. Tag. Harzburg— Rabenklippe—IIsenburg. 4. Tag. Ilsenburg—Steinerne Renne— Wernigerode. 5. Tag. Benzingerode— Heimburg— Michaelstein— Regen- stein— Blankenburg—- Bahn nach Thale oder über Eggeroder Forsthaus. 6. Tag. Georgshöhe— Lauenburg— Stubenberg— Ballenstedt. 7. Tag. Falkenstein— Mägdesprung. 8. Tag. Alexisbad— Josephshöhe— Stolberg. 9. Tag. Breitenstein— Güntersberge— Friedrichsbrunn— Victorshöhe— Hexentanzplatz— Thale. IV. Neuntägige Tour von Thale aus und dahin zurück. 1. Tag. Im Bodetal bis zum Bodekessel, über die Schurre zur Roßtrappe— Herzogshöhe— Wilhelmsblick— Treseburg— durch das Bodetal nach Rübeland. 2. Tag. Eisenbahn über Elbingerode nach Rothehütte oder nach Dreiannen und über Schierke auf den Brocken. 3. Tag. Vom Brocken nach Harzburg.— Umgegend. 4. Tag. Ilsenburg— Bahn nach Wernigerode— zur Steinernen Renne und zurück. 5. Tag. Hartenberg-Michaelstein— Regenstein— Blankenburg — Thale. 6. Tag. Georgshöhe— Lauenburg— Stecklenburg— Suderode — Stubenberg— Gernrode— Bahn nach Ballenstedt. 7. Tag. Selketal— Falkenstein— Mägdesprung— Alexis- bad. 8. Tag. Bahn bis Lindenberg— zu Fuß oder mit Wagen über den Auerberg(Josephshöhe mit eisernem Aussichtsturm) nach Stolberg. 9. Tag. Breitenstein— Güntersberge— Victorshöhe— Hexen- tanzplatz— Thale. V. Zehntägige Tour von Thale, zurück nach Blankenburg. 1. Tag. Thale. UÜber die Wolfsburg nach der Roßtrappe. Schurre, Bodetal, Thale und hinauf zum Hexentanzplatz über Hirschgrund. 2. Tag. Treseburg. Altenbrak. An der Bode entlang nach Rübeland. 3. Tag. Bahn nach Elbingerode. UÜber Dreiannen Bahn nach Wernigerode. 32 Reisepläne. 4. Tag. Wernigerode. Bahn nach IIsenburg. 5. Tag. UÜber die Rabenklippe nach Harzburg. 6. Tag. UÜber die Ahrendsberger Klippen und Romterhalle nach Oker. Bahn nach Goslar. 7. Tag. Goslar. Bahn nach Clausthal. 8. Tag. Uber Lerbach nach Osterode. Bahn nach Scharz- feld. Lauterberg. 4 F MWecQlgerode d Klausthal! 5 Lerbech Fadreasb Rübelagd E— 2 Thele 9. Tag. Bahn bis Andreasberg. Rehberggraben— Dreieckiger Pfahl— Brocken. 10. Tag. Schierke. Uber Dreiannen oder Rothehütte nach Elbingerode und Blankenburg. VI. Achttägige Tour von Thale aus, zurück nach Goslar. 1. Tag. Thale— Georgshöhe— Lauenburg— Suderode— Eisenbahn nach Ballenstedt— Falkenstein. 2. Tag. Mägdesprung— Alexisbad— Victorshöhe— Fried- richsbrunn— Hexentanzplatz und zurück nach Thale. 3. Tag. Roßtrappe— Herzogshöhe oder Totenrode— Trese- burg und zurück durch das Bodetal nach Thale. 4. Tag. Blankenburg— Großvater— Regenstein— Ziegenkopf— Eisenbahn nach Rübeland. 5. Tag. Eisenbahn nach Elbingerode— Wernigerode— Christianental— Schlobgarten— Lindenberg. 6. Tag. Wernigerode— Steinerne Renne oder Bergbahn— Brocken. ———— Reisepläne. 33 7. Tag. IIsetal— IIsenstein— Ilsenburg— Eckertal— Harzburg. 8. Tag. Burgberg— Radautal— Okertal— Goslar. VII. Achttägige Tour von Harzburg aus nach Ballenstedt. de Thale Searode 68 pBallenstedt Pfalenstein Wagdesprung A Mexisbad 1. Tag. Harzburg und Umgegend. 2. Tag. Eckertal— Ilsenburg— Brocken. 3. Tag. Steinerne Renne— Wernigerode und Umgegend. 4. Tag. Elbingerode— Rübeland— Blankenburg. 5. Tag. Treseburg— Bodetal— Thale. 6. Tag. Roßtrappe— Hexentanzplatz— Georgshöhe— Lauenburg— Suderode. 7. Tag. Victorshöhe— Alexisbad— Mägdesprung. 8. Tag. Selketal— Falkenstein— Ballenstedt. VIII. Siebentägige Tour von Harzburg aus, zurück nach Thale. 1. Tag. Harzburg und Umgegend. Abends Eisenbahn nach Goslar. 2. Tag. Goslar.— Zu Fuß durch das Okertal nach Claus- Abstecher nach Grund. 3. Tag. Lerbach— Osterode— Eisenbahn bis Herzberg— Fußtour nach St. Andreasberg. 4. Tag. Uber Oderbruch zum Brocken. 5. Tag. Vom Brocken nach IIsenburg. 6. Tag. Eisenbahn nach Wernigerode— Blankenburg. 7. Tag. Thale und Umgegend. Richters Harz. thal. 34 Reisepläne. IX. Siebentägige Tour von Harzburg aus und dahin zurück. 1. Tag. Eisenbahn von Harzburg nach Goslar— Fußtour durch das Okertal nach Clausthal. 2. Tag. Lerbach— Osterode— Eisenbahn nach Herz- berg— Fußtour nach St. Andreasberg. 3. Tag. Rehberger Graben— Oderbruch— Brocken. 4. Tag. Uber Schierke nach Dreiannen und Elbingerode nach Rübeland— Fußtour nach Treseburg. 5. Tag. Bodetal— Thale. 6. Tag. Blankenburg— Regenstein— Michaelstein— Wernigerode. 7. Tag. Steinerne Renne— IIsenburg und Umgegend— Rabenklippen— Harzburg. X. Sechstägige Tour durch den Nordharz von Ballenstedt aus, zurück nach Harzburg. 1. Tag. Ballenstedt— Falkenstein— Schloß Meiseberg— Mägdesprung Alexisbad. 2. Tag. Bahn nach Gernrode— Uber Suderode— Lauen- burg— Georgshöhe— Hexentanzplatz nach Thale. 3. Tag. Thale— Im Bodetal aufwärts bis Treseburg— Wilhelmsblick Roßtrappe— Blankenburg. 4. Tag. Blankenburg— Eisenbahn nach Rübeland(Her- mannshöhle)— Uber Dreiannen und Schierke zum Brocken. 5. Tag. Brocken.— Steinerne Renne— Wernigerode— Bahn nach IIsenburg. 6. Tag. Ilsenburg— Harzburg und Umgegend. XI. Vier- bis fünftägige Tour durch den Südharz von Nordhausen aus(mit Kyffhäuser). 1. Tag. Eisenbahnfahrt bis Scharzfels— Steinkirche— Einhornhöhle— Burg Scharzfels Eisenbahn weiter nach Lauterberg. 2. Tag. Lauterberg— Wiesenbeker Teich— Ravens- berg— Sachsa— Walkenried. 3. Tag. Eisenbahn bis Niedersachswerfen und Ilfeld— Poppenberg Ruine Hohnstein— Stolberg. 4. Tag. Josephshöhe— Eichenforst— Stolberg. 5. Tag. Kyffhäuser. Zurück nach Nordhausen. ————)-— Reisepläne 35 XII. Thale— Kyffhäuser und zurück in fünf Tagen. 1. Tag. Thale— Bodetal— Hexentanzplatz— Georgshöhe— Lauenburg— Suderode(Gernrode). 2. Tag. Sternhaus ev. Meiseberg und Selkenmühle— Mägdesprung-Alexisbad. 3. Tag. Bahn nach Lindenberg— Wagen- oder Fußtour über den Auerberg(Josephshöhe) nach Stolberg. 4. Tag. Kyffhäuser. Zurück nach Stolberg. 5. Tag. Breitenstein— Güntersberge— Treseburg oder Friedrichsbrunn-Victorshöhe— Thale. XIII. Fünftägige Tour von Stolberg aus und dahin zurück. 1. Tag. Kyffhäuser— Stolberg. 2. Tag. Eichenforst— Ebersburg— Hohnstein— Ilfeld. 3. Tag. Durchs Bähretal oder über Birkenmoor nach Stiege und Treseburg. 4. Tag. Bodetal— Suderode oder Gernrode. 5. Tag. Mit Bahnbenutzung durchs Selketal— Alexisbad— Lindenberg— Josephshöhe— Stolberg. XIV. Viertägige Tour von Stolberg aus und dahin zurück. 1. Tag. Stolberg— Breitenstein— Stiege— Hasselfelde— Rübeland. 2. Tag. Hermannshöhle— Elbingerode(Bahn)— Drei- annen— Bergbahn über Schierke— Brocken. 3. Tag. Dreieckiger Pfahl— über Oderbrück oder Wurm- berg nach Braunlage über Hohegeiß oder Benneckenstein, Rothehütte und Netzkater nach IIfeld. 4. Tag. Poppenberg— Hohnstein— Ebersburg über Eichenforst oder Hainfeld nach Stolberg. XV. Dreitägige Südharztour ab Nordhausen. A. 1. Tag. Nordhausen— Bahn bis Netzkater— über Rothe- hütte, Hohegeiß nach Braunlage. 2. Tag. Uber Schierke nach dem Brocken.— Uber Drei- eckiger Pfahl— Oderbrück und den Rehberggraben nach An- dreasberg. 3. Tag. Stöberhai—- Ravensberg— Sachsa— Walkenried— Nordhausen. B. 1. Tag. Nordhausen— Harzquerbahn— Brocken. 2. Tag. Dreiannen— Elbingerode— Rübeland. 3. Tag. Hasselfelde— Tiefenbachmühle mit der Bahn nach Nordhausen. 3* 36 Reisepläne C. 1. Tag. Kyffhäuser—Stolberg. 2. Tag. Josephshöhe— Lindenberg-—Bahn bis Alexisbad— Victorshöhe— Treseburg. 3. Tag. Stiege— Bähretal oder über Birkenmoor nach Ilfeld und Nordhausen. Reiseplan für Radfahrer. 5—6 Tage. A. Goslar— Kyffhäuser. Vorbemerkung. Wer vom Norden kommt, beginne die Harzreise in Goslar; wer vom Süden kommt, beim Kyffhäuser. Goslar— Oker= 4,4 km— Romkerhalle 4,0— Altenau 10,6— Dammhaus 4,2— Forsthaus Sonnenberg 7,4— St. Andreasberg 5,8— zurück 1,7 und rechts ab durch den Reh- berger Graben nach Braunlage 14,5— Hohegeiß 12,0— Ilfeld 14,0— Nordhausen 10,3— Kelbra 18,8— Kyffhäuser 6,2. Insgesamt 112,2 km. Verteilt sich auf 2 Tage. B. Kyffhäuser— Goslar. Kyffhäuser— Kelbra= 6,2 km— Stolberg 18,4— Auer- berg(Josephshöhe) 4,6— Straßberg 6,8— Alexisbad 7,4— Mägdesprung 4,0— Falkenstein 13,1— Ballenstedt 6,1— Gernrode 8,1— Thale 8,7— Treseburg 10,9— Blankenburg 11,8— Rübeland 12,3— Elbingerode 3,8— Elend 10,6— Schierke 2,6— Brockenhaus 8,2— Wernigerode 23,9— Ilsen- burg 8,0— Harzburg 12,0— Oker 6,5— Goslar 4,4. Insgesamt 198,4 km. Verteilt sich auf 3— 4 Tage. Man kann diese Tour um 20 km abkürzen, indem man von Mägdesprung direkt nach Gernrode fährt. 1. Eintrittsroute: Berlin— Potsdam— Magdeburg- Halberstadt. 37 Eintrittsrouten. 1. Eintrittsroute: Berlin— Potsdam—-Magdeburg nach Halberstadt— Thale. Eisenbahn(229 km). Abfahrt vom Potsdamer Bahnhof oder den Stadt- bahnhöfen in Berlin. Nach Thale in 4—7 St., Blankenburg in 6— 8 ½ St. Fahrpreise von Berlin nach Thale I. Kl. Mk. 17,70, II. 11,20, III. 7,10(Eilzug); 19,20, 13,20 und 8,10(Schnellzug); Gepäckzone 5. Die erste größere Station ist (26,1 km) Potsdam, zweite Residenz, in anmutiger Lage an der Havel, 62 230 Einw. Bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof rechts prächtiger Blick über die Stadt, links oberhalb der Brau- hausberg. Durch den königlichen Wildpark und über eine lange Eisenbahnbrücke über die Havel gelangt der Zug nach (36 km) Werder, Städtchen mit 6580 Einw., auf einer Insel gelegen, Obstgarten Berlins, von da über(47 km) Groß-Kreul= nach (61 km) Brandenburg, 53(00 Einw., der alten„Kur- und Hauptstadt“ an der Havel. Die Bahn durchschneidet die Havelseen und gelangt über die Stationen(91,5 km) Genthin und(106 km) Güsen nach (118 km) Burg, Garnison- und Fabrikstadt mit 24 000 Einw. Es folgt(134 km) Biederitz. Die Bahn führt dann auf einer Gitterbrücke über die Elbe vom Nordwesten her in den groß- artigen Zentralbahnhof von (141,9 km) Magdeburg, 54 m üb. M. Gasthöfe. Nahe dem Bahnhof: Central-Hotlel, Z. von 2,50 Mk. an.— Continental-Hotel, Z. von 2,50 Mk. an.— Muüullers Hotel.— Suhrs Hotel garni, Z. v. 2,50 Mk. an.— Keublers Hotel, Z. von 2 Mk. an.— Hotel Bellevue, Z. von 2 Mk. an.— Kochs Hotel zur Stadt Braunschweig.— Fürst Bismarck. In der Stadt: City-Hotel, Z. von 2,75 Mk. an.— Magdeburger Ho, Z. von 3 Mk. an. — weißer Schwan.— Kaiserhof.— Stadt Prag.— Weißer Bär. Restaurants. Wein: Dankwarth& Richters, Breiter Weg 55.— Fuhrmann& Co., Himmelreichstr. 4.— Est-Est, Prälatenstr. 1.— Rathaus- keller, Alter Markt 15.— Hohenzollern, Breiter Weg 140. Bier: Dessauer Waldschlößchen(Schultheiß), Breite Weg 29.— Franke, Schöneeckstr. 1.— Hackerbräu, Himmelreichstr. 3.— FürstenhoJ, Kaiser- straße 94.— Gr. Kurfurst, Breite Weg 232.— Würzburger, Alte Markt 29. Cafés. Caufeé Hohenzollern, Breite Weg 140.— Café National.— Café Peters.— Café Dom. 38 1. Eintrittsroute: Berlin— Potsdam— Magdeburg— Halberstadt. Droschken. Touren in der Stadt: 1—2 Pers. bis 800 m 60 Pf., für je fernere 400 m 10 Pf., 3—-4 Pers. bis 600 m 60 Pf., für je fernere 300 m 10 Pf. Straßenbahnen verbinden die verschiedenen Teile der Stadt. Sonntagskarten nach dem Harz von Magdeburg aus: Bad Harzburg(zurück auch ab Oker gültig) Mk. 6,70, 4,30. Ballenstedt(über Güsten) Mk. 4,90— 3,20, Ballenstedt(über Halberstadt— Quedlinburg oder Güsten) Mk. 6, 3,90. Blankenburg a. H. Mk. 5, 3,30. Goslar 6,90, 4,50. Ilsenburg Mk. 6, 3,80. Thale oder Gernrode(über Halberstadt) Mk. 5,70, 3,60. Wernige- rode Mk. 5,20, 3,50. Magdeburg an der Elbe, Hauptstadt der Provinz Sachsen, ist eine der bedeutendsten Handels- und Industriestädte Deutschlands. Zuckerfabriken, Maschinenfabriken, Eisen gießereien, Wollenwaren-, Zichorien- und Schokoladefabriken. Zwei städtische Häfen. 285 000 Einwohner einschl. 7500 Mann Garnison. Generalkommando des 4. Armeekorps. Harzklub. Verkehrsverein. Magdeburg, schon 805 Handels- 1631 und das darauffolgende Blut- platz, wurde im Jahre 968 unter bad. Bis auf 139 Häuser wurde die Otto dem Großen Erzbistum; 1524 Stadt eingeäschert: der Getöteten fand der im Erwachen begriffene sollen 20 000 gewesen sein. Ein protestantische Geist in Magdeburg, welches sich in diesem Jahre der neuen Lehre zuwandte, eine seiner festesten Stützen. 1550 wurde die Stadt 13 Monat durch Moritz von Sachsen, 1629 7 Monat lang durch Wallenstein belagert. Bekannt ist die Eroberung durch Till" am 10. Mai Haus am Breiteneg(Nr. 146) trägt die Inschrift:„Gedenke des 10. Mai 1631.“ 1680 kam M. an Kur- brandenburg. 1806 schmachvolle UÜbergabe der Festung an die Fran- zosen. 1807— 14 zum Königreich Westfalen gehörig. Das ehemalige Kloster Bergen ist 1812 zerstört. Die lebhafteste Straße, der Breite Weg, durchschneidet in fast gerader Linie die Stadt von Norden nach Süden. Der Dom, 1208— 1363 in frühgotischem Stil erbaut, liegt südlich von der älteren Stadt. Von den beiden Türmen ist der südliche unvollendet, es fehlt die steinerne Kreuzblume, welche 1540 vom Blitz herabgeworfen wurde. Im Innern das in Erz gegossene Grabmal des Eraebischofs Ernst von Peter Vischers, ferner das Grabmal des Kaisers Otto des Großen(† 973) und seiner Gemahlin Editha. Kaiser-Friedrich-Museum, Kaiserstraße, Gemälde, Skulpturen, Kunstgewerbe.— Museum für Natur- und Heimatbunde, Domplatz 5. Vor dem Rathause am Alten Markte die vergoldete Reiter- statue Kaiser Otto I., ein Denkmal frühgotischer Skulptur(um 1300). In der Nähe das Bronzestandbild des Oberbürgermeisters Otto von Guericke. Andere Denkmäler für Kaiser Wilhelm I., Bismarck, Luther, Immermann, Friesen, Hasselbach, Krieger. Spaaiergänge: Fürstenwall.— Friedrich-Wilhelms-Garten (Palmenhäuser).— Vogelsang(Rosen- und Dahlienkultur).— Glacisanlagen.— Luisengarten.— Rotehornpark.— Herrenkrug. 1. Eintrittsroute: Berlin- Potsdam— Magdeburg— Halberstadt. 39 Bei etwa zweistündigem Aufenthalt in Magdeburg findet man Zeit zu einer flüchtigen Besichtigung des Doms. Es folgt(174 km) Station Dodendorf, bekannt durch ein siegreiches Gefecht der Schillschen Truppen am 7. Mai 1809, von dem E. M. Arndt singt:„Bei Dodendorf färbten die Männer gut das fette Land mit französischem Blut“. Uber Langen- weddingen, Blumenberg und Hadmersleben geht es nach (180 km) 0Oschersleben(Bahnhofswirtschaft), preußische Kreisstadt mit 13 300 Einw., an der Bode. Harzklub-Zw. V. Ausflug nach(zirka 5 km) dem Neindorfer Holz mit den Waldhotels Kurhotel Waldfrieden und Hubertushöhe. Zwelgbahn über Jergheim und Fienenburg nach Harzburg.. In blauer Ferne wird das Harzgebirge sichtbar, rechts überragt die Kuppe des Brocken den Höhenzug. An den Stationen Krottorf, Nienhagen(Kleinbahn nach Aschersleben) und Groß- quenstedt vorüber fährt der Zug nach (201 km) Halberstadt(123 m ü. M.), preußische Stadt an der Holtemme mit 47 000 Einw. Garnison: 27. Inf.-Reg., 7. Kür.-Reg. (Seydlitz- oder„Bismarck’“-Kürassiere), Stab der 14. Inf.-Brigade. Elektr. Straßenbahn vom Bahnhof in zwei Linien zur Stadt (S Min.) und weiter darüber hinaus bis zu den Glusbergen(End- punkt„Sternwarte“, 20 Min.).— Landungsplatz für Luftschiffe und ständiger Flugplatz am Exerzierplatz in den Thekenbergen; Fliegerschule. Droschken. 50 Pf., 2 Pers. 70 Pf., 3 Pers. 90 Pf., 4 Pers. 1,20 Mk. Gasthöfe. Hotel Prinz Pugen, mit Restaurant, Z. von 2 Mk. an, Fr. 1 Mk T. d'h. 2,50 Mk, gut.— Goldenes Roß, Z. von 2 Mk. an, T. d'h. 2 Mk.— Zentral-Hotel, Z. von 1,50 Mk. an, T. d'h. 1,75 Mk., gelobt, Rdf., allen am Breiten Weg.— Weißes Roß, Quedlinburger Str. 2, Z. von 2 Mk. an, T. d'h. 2 Mk., Café und Theaterrestaurant.— Halberstädter Ho, Z. v. 2 Mk. an, Fr. 1 Mk., D. 2 Mk., gelobt.— Hotel Ratskeller, Holzmarkt 24, Z. von 1,25 Mk. an, T. d'h. 1,25 Mk. mit gutem Restaurant, reiche figürliche Schnitzarbeit, Figur des St. Severinus(Beschützer des Hand- werks) v. J. 1559.— Bahnhofshotel, Z. von 1,50 Mk. an, Fr. 75 Pf., T. d'h. 1,50 Mk., P. 6 Mk.— Hotel Schultheiß, Breite Weg 16.— Zu den drei Lilien. — Stadt Breslau.— Thüringer Ho Breite Weg 62, Z. 1,75 und 2,25 Mk., T. d'h. 1,50 und 2 Mk., P. 5— 6 Mk. Restaurants und Bierstuben. Ratskeller.— Plantagen-Garten.— Stadt Hamburg.— Wehrstedts Restaurant.— Stadtpark.— Dolle.— Caufé Kurhaus. Cafés. Café Katserhaus.— Caé Zentral.— Linden-Cacfé.— Café Deesen. — Cayé Post.— Café Richardt. Welnstuben. Martinsklause.— C. H. Naeters Weinstube.— Hampels Weinstube. Reuters Weinrestaurant. Stadtbad. Johannisstraße. Warme Bäder I. Kl. 80 Pf., II. Kl. 50 Pf., Schwimmbassin 40 Pf. Harzklub. Auskunft: Buchhandlung J. Schimmelburg, Holz- markt 11 und Erich Schröder, Breite Weg 29. Eisenbahn. Nach(28 km) Thale.— Nach(19 km) Blankenburg, Ab- zweigung nach(28 km) Wernigerode.— Nach(28 km) Vienenburg(Harzburg). — Nach(28 km) Ballenstedt. 40 1. Eintrittsroute: Berlin— Potsdam— Magdeburg— Halberstadt. Halberstadt, ein alter Bischofssitz, 1648, kam die Stadt an Brandenburg. eine der ältesten Städte Deutschlands, Der Ursprung eines unserer ältesten erhielt im Jahre 9891Stadtrechte. Die Kinderlieder,„Buköken von Hal- Gründung des Bistums Halberstadt- berstadt, bring min lütten Kinneken wird Karl dem Großen zugeschrieben. wat“, ist auf den Bischof Buko von Im 12. Jahrhundert wurde die Stadt Halberstadt zurückzuführen. durch Heinrich V. und später durch Im 18. Jahrhundert wohnten hier Heinrich dem Löwen eingeäschert. die Dichter Gleim, Clamer Schmidt und Durch den Westfälischen Frieden, Lichtaer. Literatur: Schmidt, Urkundenbuch. Halle 1878/79. Clajus, Bistum Halberstadt. Osterwick 1901. Zschiesche, Halberstadt sonst und jetzt. Halberstadt 1895. Die alte Stadt besitzt eine Fülle von hochinteressanten Holzbauten aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Ein go- tischer Steinbau mit Renaissance-Elementen ist das Rathaus, 1365 bis 1381 erbaut(davor ein kolossaler Roland); hervor- ragende Holzbauten sind der gegenüberliegende Ratskeller von 1461 und der Stelzfu ß. Die dem Rathause gegenüberliegende Kommisse(Steueramt) diente einst zur Beherbergung fürstlicher Gäste. Am Domplatz liegen die romanische Liebfrauenkirche und der Dom, in der Mitte zwischen beiden das Kriegerdenkmal von 1870-71, seitwärts der Bogengang der Zwicken mit dem wiederhergestellten Domprobsteigebäude mit Wandgemälden von Barlösius(Besuch Sonntags von 10—1 Uhr unentgeltlich). Die Liebfrauenkirche, ein rein romanischer Bau aus der Mitte des 11. Jahrhunderts, 1848 restauriert, enthält die Reste alter Wandmalereien und Relieffiguren. Außen an der Kirche hängt das„blutende Schwert“. Gegenüber liegt der Dom, eines der schönsten Baudenkmale fein durchgebildeter Gotik aus dem 13. Jahrhundert. Wegen Besichtigung(wochentags 8— 12 ½ Uhr und 2 Uhr bis abends) wende man sich an den Küster. Eine Person 1 Mk., zwei und mehrere Personen je 50 Pf. Das Innere. Das stilvolle, 30 m gen. Buxo(1059 bis 1088). Der große hohe, 105 m lange Schiff der Kirche, Kinderfreund hält in der Hand zwei von schlanken Säulen getragen, die Kinderschuhe(„Buköken von Hal- schmalen hohen Seitenschiffe, der berstadt, bring doch mine leiwen prächtige Chor, dazu das durch Kinder wat!“). Glasmalerei gedämpft einfallende In dem spätgotischen Kapitelsaal Licht, alles vereinigt sich hier zu befindet sich der Domschatz, reich einer mächtigen Totalwirkung. Be- an alten Meßgewändern. Der Teufels- achtenswert sind: die Kanzel von oder Lügenstein nahe dem Haupt- 1592, der Lettner von 1510, welcher eingang des Domes, wahrscheinlich den Chor vom sSchiff trennt; im ein altgermanischer Opferaltar, wurde Chor Gobelins aus dem 13. Jahr- der Sage nach von dem Teufel hundert. Chorgestuhl aus dem 14. auf das Gebäude geschleudert. Er Jahrhundert. Unter den Standbildern hatte beim Bau geholfen und be- an den Pfeilern, die zum Teil erneuert merkte zu spät, daß das Haus eine sind, das des Bischofs Burckhardt II. Kirche wurde. 1. Eintrittsroute: Berlin— Potsdam— Magdeburg— Halberstadt. 41 Von der Liebfrauenkirche liegt nordwestlich der Petershot, ein Renaissancebau aus dem XVI. Jahrhundert, jetzt Amts- gericht. Hier stand früher das bischöfliche Schloß. Das einst von Gleim bewohnte Haus Domplatz Nr. 31(Be- sichtigung von 10— 6 Uhr unentgeltlich) enthält den sog. „Freundschaftstempel“, eine Sammlung von 138 Porträts der meisten Dichter des 18. Jahrhunderts, eine Sammlung von Briefen derselben sowie Gleims Bibliothek. Das städtische Museum in der ehemaligen v. Spiegelschen Kurie am Dom, geöffnet Sonntags von 9— 1 Uhr unentgeltlich, wochentags 9— 1 und 2—6 Uhr(i. W. 10— 1 und 2—3 Uhr), 30 Pf. Eintritt, enthält u. a. prähistorische und ortsgeschicht- liche Sammlungen, den berühmten Plesiosaurus(Liasfund bei Halberstadt). Damit verbunden das Museum Heinemann, eine der größten ornithologischen Sammlungen Deutsch- lands. Das Architekturmuseum befindet sich im Liebfrauenstift. Stadttheater nach dem Entwurf von Sehring, 1905 erbaut. Umgegend. Die Promenade um die Stadt, besonders die Plantage mit dem Seminar und Kehr-Denkmal und der Poetengang mit Schwanenteich und Gleims Garten. Schattiger Spazier- gang— oder mittels elektrischer Bahn(10 Pf.) nach: (4 km) Spiegelsberge. Parkanlagen aus der„Schäferzeit“ mit Aussichts- turm und Mausoleum des Freiherrn v. Spiegel. Jagdschloß(großes Wein- faß). Bismarckturm. (4 km) Clusberge.(Halberstädter Schweiz.) Uralte, in den Fels ge- hauene Troglodyten-Wohnungen. Tannenwaldung, darin Restaurant „Felsenkeller“. (5 km) Die Thekenberge(vom End- punkt der elektrischen Bahn aus 35 Minuten), ausgedehnte städtische Forsten mit interessanten Fels- und Klippenbildungen.„Gläserner Mönch“ (absonderliche Felsbildung), altheid- nische Opferstätte, Fundstelle zahl- reicher alter Gefäße und Grabfunde (siehe Museum), Restaurant und Kurhaus„Forsthaus“. (7 km) Der Hoppelberg, 309 m, 1 St. hinter dem Forsthaus, mit umfassender, fesselnder Aussicht. (Von Goethe besucht.) (S km) Der Huywald mit der Huys- burg, alte Klosterkirche, herrlicher Buchenwald, sagenhafte Danneils- höhle. Sargstedter Warte.(2 St. Fußweg.) Die Eisenbahnfahrt führt weiter über Wegeleben(208 km), (Abzweigung nach Aschersleben) und Ditfurth nach (18 km) Quedlinburg, 123 m ü. M., preußische Stadt an der Bode, 27 233 Einw. der deutschen Kaiser. Im 10. u. 11. Jahrhundert Residenz Viele mittelalterliche Fachwerkbauten, alte Befestigungen. Größte Blumenstadt Deutschlands. Garnison einer Schwadron des Kürassier-Rgts. Nr. 7 v. Seydlitz und von zwei Bataillonen und Stab des Inf.-Regts. Nr. 165. Gasthöfe. Quedlinburger Hof, beim Bahnhof, Z. 1,50— 4,50 Mk., Fr. 75 Pf., D. 1,75— 2,50 Mk., 1. Rgs.— Zum Bär, Am Markt, Z. 2—4 Mk., T. d'h. 2 Mk.— Goldener Ring.— Braunes Roß, Z. 1—1,50 Mk.— Buntes LZamm.— Weißer Engel, in der Nühe des Schlosses und Museums. Z. von 42 1. Eintrittsroute: Berlin—- Potsdam— Magdeburg— Halberstadt. 1 Mk. an. Im 1. Stock sehenswerte Stuckreliefs aus dem 17. Jahrh., s. unten. Stadt Hamburg, Z. von 1 Mk. an.— Ferner: Sonne.— Prinz Heinrich. — Magdeburger Hof. Weinrestaurants: Harburg— Ratsweinkeller. Restaurants. Kasino-Restaurant u. Café mit großem Garten, nahe der Bahn.— Quedlinburger Hof.— Kadserhof.— Braunes Roß.— Cuté Roland, musikalische Unterhaltung.— C é Hohenzollern.— C( 6 Gisecke.— Schillings Theaterhaus. Gärtnereien(sehenswert): Gebr. Daippe.— Heinr. Mette.— Sattler& Bethge.— Wehrenpfennig u. a. Harzklub. Auskunftsstelle: H. C. Huch, Buchhändler, Bockstr. 12. Städt. Verkehrsamt: Rathaus, Z. 14. Eisenbahn. Nach(10 km) Thale.— Nach(18 km) Blankenburg.— Nach(36 km) Aschersleben. Quedlinburg ist eine der ältesten burgisch. Olto I. errichtete hier Städte Deutschlands, deren Ursprung ein„reichsunmittelbares Frauen- auf Heinrich den Vogler zurückführt. stift“, welches bis zum Jahre 1812 Im 10. und 11. Jahrhundert war bestand. In Quedlinburg wurde die Stadt Residenz der deutschen Klopstock 1724, der Geograph Ritter Kaiser sächsischen Stammes, dann 1779, der Turnvater Guts Muths 1759 bis zum Jahre 1477 Mitglied des geboren. Hansabundes, seit 1697 branden- 3 Vom Bahnhof geht man über die Brücke, r. Siegesdenkmal, 1I. Friedensdenkmal von Manzel. Geradeaus gelangt man durch die Heiligen-Geist-Straße(r. das 1540 gegründete Gymnasium und das Kreishaus), vorüber an dem Geburtshause des Geographen Karl Ritter(Ecke Word- und Steinbrücke), nach dem Markt, auf dem am Rathause der steinerne Roland steht.— Auf dem Mummentalplatz steht das Standbild des Pädagogen Guts Muths von ER. Anders, nahe dabei(Pölle Nr. 39) sein Geburtshaus. Das Rathaus am Markt wurde 1615 erbaut und 1902 durch zwei Flügel erweitert. Eintritt 30 Pf., jede Person mehr 10 Pf. Im Innern eine alte Bildnisgalerie. Albrecht von Regenstein gefangen Im Stadtverordnetensaal Wandge- hielten. mälde von Marcus und Glasgemälde. Im östlichen Flügel des Rathauses Hier wird auch der Kasten gezeigt, liegt der Ratskeller, ein gutes Wein- in welchem angeblich die Quedlin- restaurant. Im Hof beachtenswerte burger den raublustigen Grafen Brunnenfigur„Jäger mit Hund“. Vom Markt geht man durch die Blasii- und die Hohe Straße und das enge Gäßchen„Finkenherd“, wo Heinrich I. beim Vogelfang die deutsche Kaiserkrone erhalten haben soll, zum Schloßplatæ. Klopstocks Geburtshaus am Schloßplatz ist durch zwei Säulen und eine Gedenktafel kenntlich. Im Hofe des Klopstock-Hauses liegt das städtische Museum. (Eintritt für Museum und Klopstock-Haus 1— 3 Personen 50 Pf., jede Person mehr 10 Pf.) Das Innere. Im Untergeschoß schoß prähistorische Funde, mittel- Innungsgeräte, kleinere kirchliche alterliche Trachten. Eine Siegel-, Me- Geräte und Hausaltertümer. Altes daillen- und Münzsammlung. Unter Wurfgeschoß. Im Treppenaufgang alte den Handschriften ein Kodex des Waffen und Trophäen. ImOberge- Sachsenspiegels aus dem 15. Jahrh. 72 — 1. Eintrittsroute: Berlin— Potsdam-— Magdeburg— Halberstadt. 43 Das Schloß, aus dem 14. Jahrhundert stammend, einst Sitz der Abtissinnen des Stiftes Quedlinburg, liegt, ebenso wie die Schloßkirche, auf einem Sandsteinfelsen 155 m üb. M. Eintritt. Meldung beim Kastellan, im Hof links. Keine feste Eintrittsgebühr, beliebig. Im Schloß ein beachtenswertes Altarbild im Rokokostil, ein Abend- mahl darstellend, von einem unbe- kannten Meister des 17. Jahrhunderts. Beachtenswert ist das Skatzimmer Friedrich Wilhelms IV. sowie das Abtissinnenzimmer. In der reichen Bildnisgalerie des Schlosses sind bemerkenswert ein Bildnis der Gräfin Aurora von Königsmark, der Geliebten Augusts des Starken von Sachsen, welche 1728 hier als Stifts- propstin starb, ferner ein Bildnis der Kaiserin Katharina II. von Rußland. Die Schloßkirche(Dom), in romanischem Stil, wurde von Heinrich I. gegründet, in ihrer jetzigen Gestalt erst von Otto III. erbaut und 1021 unter Heinrich II. vollendet. 1862 wurde der Unterbau, 1880 die Türme erneuert. Eintritt. Karten nur im Klopstockhause: Pers. 25 Pf. Im Innern ist besonders bemerkens- wert die Unterkirche(Krypta) in byzantinischem Stil, die noch aus der Zeit Heinrichs I.(† 938), des Finklers, stammt, welcher hier neben seiner Gemahlin Mathilde ruht. Durch die Bußkapelle gelangt man unter dem Südschiff der Kirche hin- durch zu einer Gruft, welche u. a. auch die Gebeine der Gräfin Aurora von Königsmark enthält. In der CGyther(Sakristei) neben der Oberkirche befinden sich inter- essante Reliquien und Kuriositäten. Ein Reliquienschrein Heinrichs I. mit roher Elfenbeinarbeit, ein Krug von der Hochzeit zu Kana, Geschenk Schöne Aussicht von der auf die Stadt und die Berge. Im Gasthof Zum weißen Engel, in der Altentopfgasse, einem Fachwerk- bau aus dem Jahrel623(renoviert), im oberen Stockwerk befinden sich 12 Stuckreliefs aus dem 17. Jahrh. Sechs von ihnen stellen die Ge- schichte des Tobias dar, fünf ver- sinnbildlichen die fünf Sinne. Das zwölfte Relief zeigt einen lang- 1 Person 50 Pf., jede weitere der Kaiserin Theophania, der Ge- mahlin Ottos II., drei Evangelinarien, darunter der in Gold und Elfenbein gebundene Codex areus, ein Evan- gelienbuch aus dem 9. Jahrhundert, ein Teil der Itala, der ältesten lateini- schen Bibelübersetzung, ums Jahr 400 n. Chr. geschrieben, Teppiche aus dem 13. Jahrhundert, von den Damen des Stiftes Quedlinburg ge- wirkt, ein Bischofsstab und schließlich der angebliche Bartkamm Hein- richs I. in Elfenbein. Beachtens- werte Grabsteine aus dem 13. und 14. Jahrhundert in der Mitte des Hauptschiffes der Kirche. Schloßterrasse vor der Kirche schnäbligen Vogel mit einem Men- schenantlitz auf der Brust, der mit dem Schnabel an die Nase dieses Antlitzes faßt. Die lateinische In schrift„Nosce te ipsum“ scheint hier dem deutschen Spruch„Zupfe dich an deiner eignen Nase“ zu ent- sprechen. Quedlinburgs Gärtnereibetrieb ist weitberühmt, insbesondere ist der Samenhandel sehr bedeutend. Die Gärtnereifirma Ge- brüder Dippe bebaut 12 000 Morgen Land und beschäftigt gegen 2000 Arbeiter. 44 2. Eintrittsroute: Berlin- Magdeburg— Harzburg-— Goslar. Umgegend. 1. Der Brühl(städt. Halberstadt. Jenseits der(2,8 km) Park), 5 Min. südwestlich von der Brücke führt ein Fußweg links durch Stadt, mit den Büsten Klopstocks, die Petersberge zum Steinholz.— des Geographen Carl Ritter und des 5. Der Bismarckturm, östl. der Stadt. Oberbürgermeister Brechts. Im— 6. Der Münzenberg und dasWiperti- Brühlrestaurant im Sommer Konzert. Kloster. Vom Schloß unterhalb der — 2. Die höchste Erhebung ist die Klippen 7. in die Mühlenstraße, über Altenburg(227 m ü. M.) mit Restau- die Treppe auf dem Münzenberg hin- rant. Unterhalb der Altenburg eine ab durch die Langenbergstrabe zum Walderholungsstätte.— 3. Auf den Münlgraben, an diesem stromauf bis Altenburger Höhen entlang zum zum Wiperlti-Kloster mit sehenswerter städt. Forstort Eselstall, mit Renn- Krypta.— 7. Anlagen im Osten der platz. Zwei Wirtschaften.— 4. Stadt: an der Bode die„Flotten“ (5 km) Das Steinholz ist ein kleines mit neuem Krankenhaus und der Lusthölzchen mit Kaffeehaus. Man Galgenberg. folge nordöstlich der Chaussee nach Weiter mit der Bahn(links sitzen) erreicht man in 10 Min. (25 km) Neinstedt. Dorf mit 1700 Einwohnern. Bahnhofs-Restaurant.— Gasthof zum Landhause. In Neinstedt sind die Grabstätten von Philipp und Marie von Nathusius bei den von ihnen gegründeten Rettungshäusern. Tiedge, der Dichter der Urania, wohnte einst in Neinstedt als Hauslehrer.— Aussicht vom Osterberge und vom Kirchhof. In der Nähe die Reste der Teufelsmauer mit herrlicher Fernsicht. Umgegend. Nach Suderode 1 St.— Nach der Lauenburg über Stecklenberg St.— Nach der Georgshöhle 1 St. (28 km) Thale, Endpunkt der Eisenbahn. Die beliebteste Eintrittspforte der Harzbesucher, 225 m üb. M. 2. Eintrittssoute: Von Berlin über Magdeburg und Börssum, Harzburg, Goslar und Seesen. Eisenbahn. Abfahrt in Berlin vom Potsdamer Bahnhof. Fahrpreise für Personen- und Eilzüge. (Schnellzugzuschlag I. u. II. Kl. Mk. 2, III. Kl. Mk. 1, Gepäckzone 5.) Bis Harzburg über Magdeburg- Halberstadt—Vienenburg: I. Kl. Mk. 18,80, II. 11,90, III. 7,60; über Braunschweig— Vienenburg: Mk. 20,80, 13,20 und 8,50. Bis Goslar über Magdeburg— Halberstadt—(oder Börssum)— Vienenburg: Mk. 19,10, 12,10, 7,70. Bis Goslar über Magdeburg— Braunschweig—Vienenburg: Mk. 21,20, 13,40, 8,60. Bis Seesen über Magdeburg— Börssum— Salzgitter: Mk. 20,20, 12,80, 8,20. Bis Seesen über Magdeburg-— Börssum(oder Halberstadt)—Vienenburg— Langelsheim: Mk. 20,80, 13,10, 8,40. ——— 3. Eintrittsroute: Von Berlin über Dessau, Köthen und Aschersleben. 45 Bis Magdeburg vgl. Eintrittsroute 1. Bei(173 km) Eils- leben, Knotenpunkt der Bahn nach Helmstedt und Braunschweig, überschreitet man die braunschweigische Grenze. Es folgen die Stationen Schöningen, Söllingen, Jeræheim, wo die Bahn nach Wolfenbüttel abzweigt, dann Mattierzoll, Hedeper und (224 km) Börssum. Nach Harzburg, Goslar, oder Zellerfeld Fahrende steigen hier um und fahren weiter über Station Schladen nach (238 km) Vienenburg. Hier zweigt sich die Bahn 1. nach Harzburg(7 km) links ab, 2. nach Goslar(12,3 km) rechts ab, Zwischenstation Oker, 3. nach Clausthal-Zellerfeld(43 km) rechts über Langels- heim, Lautenthal, Waldemann u. Silberhütte. Die Hauptbahn führt von Börssum nach Seesen weiter über (240 km) Salzgitter, Flecken mit 2160 Einw. Gasthof: Zum Rathaus. In der Nähe die Saline Liebenhall, Steinsalzlager, 229 m tief. Es folgen Stat. Ringelheim und Lutter am Barenberge, be- kannt durch den Sieg Tillys über Christian IV. von Dänemark am 29. August 1626. Station Neuekrug. (264 km) Seesen(s. Route 22), 209 m üb. M. 3. Eintrittsroute: Von Berlin über Dessau, Cöthen und Aschersleben nach dem Harz. Eisenbahn. Abfahrt über den Anhalter Bahnhof-Berlin. 6 Züge täglich. Berlin— Thale(243 km) Mk. 16,40, 9,60, 6,60, Schnellzüge 2 und 1 Mk. mehr; Gepäckzone 5. Nach Ballenstedt, Blankenburg, Vienenburg und Harzburg ist nur einmal täglich Anschluß. Uber Berlin-Lichterfelde gelangt der Zug nach (18 km) Großbeeren, bekannt durch den Sieg Bülows am 23. August 1813 über die unter Oudinot auf Berlin vorrückenden Franzosen. Es folgen die Stationen Ludwigsfelde, Trebbin, Lucken- walde. (63 km) Jüterbog, Kreisstadt mit 7630 Einw.— In der Nähe das Schlachtfeld von Dennewitz. 46 3. Eintrittsroute: Von Berlin über Dessau, Köthen und Aschersleben. UÜber Blönsdorf und Zahna nach (95 km) Wittenberg, 22 410 Einw., ehemalige Festung. Ausgangspunkt der Reformation. die erste deutsche Bibelübersetzung Hier schlug Luther am 31. Oktober aus.„Die wittenbergisch Nachti- 1517 die 95 Thesen an die Tore der gall, die man jetzt hört mit lautem Schloßkirche, hier verbrannte er Schall“, nennt Hans Sachs den am 10. Dezember 1520 die Bann- Reformator. bulle des Papstes. Von hier ging Weiter geht die Bahn über s, Kliecken, Roßlau, dann auf langer Brücke die Elbe überschreitend nach Wallwitzhafen und (133 km) Dessau, 56 000 Einw., Hauptstadt des Herzogtums Anhalt. Sehenswertes Schloß; altes Rathaus. UÜber Mosigkau und Vlsnigh nach (153 km) Cöthen, einstiger Residenz von Anhalt, mit 23 000 Einw., weiter über Biendorf nach (173,2 km) Bernburg, 35 000 Einw., mit hochliegendem Schloß an der Saale. Bärenzwinger mit lebenden Bären. Es folgen Stat. Gäüsten, Giersleben und (197 km) Aschersleben, alte preußische Stadt mit 29 000 Einw. Gasthöfe: Deutsches Haus, Z. 2— 2,75 Mk., F. 75 Pf. bis 1 Mk., D. 2 Mk., gut.— Hotel Schmidt, Z. 1,75— 2,50 Mk., F. K.— Schwarzes Ro, Z. v. 1,25 Mk. an. Bedeutender Eisenbahnknotenpunkt. Vor dem Rathaus der neue Hennebrunnen, von Wrba. Auf dem Burgberg die Reste der 1140 zerstörten Askanierburg. Aussichtsturm und Gedenk- stein an Fürst Bismarck, ½ St. sö. Solbad Wilhelmsbad. Die Burg Arnstein, eine der sie durch Kauf an die Grafen von schönsten Ruinen Mitteldeutschlands, Mansfeld. Der Geist der grau- ist von hier 12 km entfernt. Der samen Grafen Hoyer von Mansfeld Weg führt über(10 km) Dorf Harke- soll noch in der Burg umherirren. rode. Die Burg stammt aus dem In der Ruine Gastwirtschaft. 12. Jahrhundert. 1378 gelangte (204 km) Frose(Bahnhofsrestaurant). Umsteigen für die Zweigbahn nach(14 km) Ballenstedt über Reinstedt, Ermsleben. (212 km) Wegeleben(Bahnhofsrestaurant). Umsteigen für die Zweigbahn nach(20 km) Thale über Quedlinburg. (219 km) Halberstadt(Bahnhofsrestaurant)(s. S. 39). Um- steigen nach(19 km) Blankenburg. (234 km) Heudeber(Bahnhofsrestaurant). Umsteigen nach(9 km) Wernigerode, Ilsenburg, Harzburg. Bereits hinter Frose erscheinen links die Harzberge, jetzt sieht man deutlich den Brocken und den ganzen nördlichen Teil des Harzes. (256 km) Vienenburg, Knotenpunkt der Linie über Börssum nach Braunschweig und Magdeburg(Eintr.-R. 6). Umsteigen nach(7 km) Harzburg. 4. Eintrittsroute: Von Berlin nach Nordhausen m. d. B. Berlin-Wetzlar. 47 4. Eintrittsroute: Von Berlin nach Nordhausen mit der Bahn Berlin— Wetzlar. 245 km. Eisenbahn. Abfahrt ab Potsdamer Bahnhof oder Stadtbahn Friedrich- straße in Berlin. Schnellzug 4 ½ St. Schnellzug I. Kl. Mk. 20,80, II. 13,90, III. 8,60. Personenzug I. Kl. Mk. 18,80, II. 11,90, III. 7,80. Für Besucher des Südharzes ist diese Linie die empfehlenswerteste. Besucher des Nordharzes würden bei Station Gästen umsteigen und gelangen über Aschersleben auf die Linie Cäthen— Vienenburg.(Eintr.-R. 4.) Die Bahn, direkt von Berlin nach Metz führend, wurde für militärische Zwecke(daher ihr Name„Kanonenbahn“) aus Mitteln der 1871 Deutschland zufließenden Kriegsentschädigung erbaut. Über die Stationen Dreilinden(Wannsee), Drewwitz(Potsdam), Michendorf, Beelitz, Brück, Belzig, Wiesenburg, Nedlitz, Lindau, Güterglück, Barby(Elbüberschreitung), Stadt Calbe, Neu-Gatters- leben führt die Bahn nach (154 km) Güsten, Wagenwechsel für Reisende, welche über Aschersleben(Eintr.-R. 3) nach dem Nordharz fahren wollen. UÜber Sandersleben(Kreuzungspunkt der Linie Halle— Aschersleben) und Hettstedt nach (186 km) Mansfeld.(Gasth.: Preußischer Hof.— Goldener Lõroe.— Tanne.— Sonne.) Die Stadt(2440 Einw.) liegt 6 km von der gleichnamigen Station entfernt. Straßenbahn. Oberhalb des Ortes liegt Schloß Mansfeld(265 m), aus dem 11. Jahrh., das Stammschloß der Grafen von Mansfeld, jetzt im Besitz des Herrn v. d. Recke. Aussicht auf Mansfeld, Leimbach und Gräfenstuhl. Sehenswerte Gartenanlagen(50 Pf. dem Gärtner), Schloßkapelle, Brauerei, Münze, Keller. UÜber einem Keller die in Stein gehauene In- schrift Quid est? Bapsi(mönchisches Perfekt von bibo).— Im Ort das Lutherhaus(jetzt Lutherschule), in welchem Luthers Vater wohnte, ferner in der Kirche ein Gemälde von Lucas Cranach „Die Auferstehung Christi“.— Sehr bedeutende Silberberg- werke(„Segen des Mansfelder Bergbaues“).— Straßenbahn 16 km nach Eisleben. Ausflüge. Schloß Neu-Asseburg(4 km). Aussicht auf den Südharz. Über Leimbach und Biesenrode nach Schloß Rammelburg. Von hier weiter zum Falkenstein und Wippra. Uber Blankenheim und Riestedt nach (208 km) Sangerhausen(s. S. 57). 48 5. Eintrittsroute: Von Hamburg-Lübeck-Schwerin üb. Stendal-Magdeburg. Sehenswert: Ulrichskirche aus dem 11. Jahrhundert. Von hier bis Nordhausen erstreckt sich die Goldene Aue, eine fruchtbare Ebene, teils preußisch, teils schwarz- burgisch. Uber Wallhausen und Bennungen weiter nach (224 km) Robla, Residenz der Fürsten zu Stolberg-Roßla, mit 2300 Einw.(s. R. 36). (228 km) Berga-Kelbra.(Kelbra s. Route 36.) Zweig- bahn nach Rottleberode— Stolberg(s. Route 38). Weiter über Aumühle, Heringen nach (245 km) Nordhausen(s. Route 35). 5. Eintrittsroute: Von Hamburg, Lübeck und Schwerin über Stendal und Magdeburg. Von Hamburg-Altona. Schnellzüge nach Thale in 7 St. I. Kl. Mk. 28,30, II. 18,220, III. 11,70.— Nach Blankenburg in 7 ½ St. I. Kl. Mk. 27,80, II. 17,80, III. 11,80.— Nach Wernigerode in 8 ½ St. I. Kl. Mk. 28, II. 18, III. 11,60.— Eil- und Personenzüge 2 bzw. 1 Mk. billiger. Von Hamburg über Stendal 8 Züge täglich. Von Lübeck über Büchen— Lauenburg— Ulzen nach Stendal 7 Züge täglich. Von Schwerin über Hagenow und Wittenberge nach Stendal 5 Züge täglich. (206 km) Stendal. Knotenpunkt der Bahnen Berlin— Lehrte, Magdeburg— Wittenberge, Ulzen— Stendal. Alte Stadt mit 27 250 Einwohner. Sehenswürdigkeiten: Tangermünder Tor von 1460, Dom von 1188, Altmärkisches Museum, Roland auf dem Markte. Von Stendal führt die Bahn über die kleinen Stationen Dember, Tangerhütte, Mahlwinkel, Angern, Rogãäl= und Wolmur- stedt nach Magdeburg(Eintrittsroute 1). Fortsetzung der Tour von hier, wie in Eintrittsroute 1 beschrieben. 6. Eintrittsroute: Von Hamburg, Hannover oder Bremen über Lehrte und Braunschweig nach dem Harz. Von Hamburg-Altona Schnellzüge nach(254 km) Harzburg. dreimal, in 5—8 St. I. Kl. Mk. 21,70, II. 14,50, III. 9.— Nach Goslar 5— 8 St.“ I. Kl. Mk. 20,90, II. 14, III. 8,70.— Nach Wernigerode, 6— 8 St., für Schnellzüge, I. Kl. Mk. 23,30, II. 15,50, III. 9,70.— Nach Blankenburg, 9 St., I. Kl. Mk. 25,90, II. 16,70, III. 10,50.— Nach Thale, I. Kl. Mk. 26,50, II. 17, III. 10,70.— Eil- und Personenzüge 2 bzw. 1 Mk. billiger. 6. Eintrittsr.: Von Hamburg, Hannover oder Bremen nach dem Harz. 49 Von Hannover nach(105 km) Hareburg in 2 ½— 4 St. Personen- und Eilzug: I. Kl. Mk. 8,30, II. 5, III. 3.— Schnellzug I. Kl. Mk. 9,30, II. 6, III. 3,50.— Nach Wernigerode in 4— 6 ½ St. Personen- und Eilzug: I. Kl. Mk. 9,90, II. 6,30, III. 4.— Schnellzug: I. Kl. Mk. 10,90, II. 7,30, III. 4,50.— Nach Blankenburg in 6 St. Personen- und Eilzug: I. Kl. Mk. 12,50, II. 7,40, III. 4,80.— Schnell- zug: I. Kl. Mk. 13,50, II. S, 40, III. 5,20.— Nach Thale in 4 ½— 6 ½ St. Per- sonen- und Eilzug: I. Kl. Mk. 13,10, II. 7,50, III. 5. Von Bremen nach(229 km) Harzburg. I. Kl. Mk. 17,70, II. 11,20, III, 7,10.— Nach(214 km) Goslar über Hannover, Hildesheim. I. Kl. Mk. 16,60. II. 10,10, III. 6,70.— Nach(233 km) Goslar über Hannover(Peine)— Braun- schweig— Vienenburg. I. Kl. Mk. 18, II. 11,30, III. 7,20.— Nach(252 km) Wernigerode(Staatsbahnhof). I. Kl. Mk. 19,30, II. 12,20, III. 7,80.— Nach (286 km) Thale. I. Kl. Mk. 22,50, II. 13,70, III. 8,80.— Nach(277 km) Blanken- burg, Harz. I. Kl. Mk. 21, II. 13,30, III. 8,60.— Schnellzugszu- schläge I. und II. Kl. je 2 Mk., III. Kl. 1 Mk. Von Braunschweig nach Goslar, für alle Züge I. Kl. Mk. 4,40, II. 3, III. 1,80; für Eil- und Personenzüge I. Kl. Mk. 3,90, II. 2,50, III. 1,55, IV. 1; Sonntagskarten II. Kl. Mk. 3,20, III. 2,05.— Nach Harzburg, für Eil- und Personenzüge I. Kl. Mk. 3,60, III. 2,30, III. 1,45, IV. 0,90; Sonntagskarten II. Kl. Mk. 2,90, III. 1,85.— Nach Ilsenburg über Harzburg, für Eil- und Personenzüge I. Kl. Mk. 4,60, II. 2,90, III. 1,85, IV. 1,20; Sonntagskarten II. Kl. Mk. 3,80, III. 2,50.— Nach Ilsenburg über Wasserleben, für Eil- und Personenzüge I. Kl. Mk. 6,30, II. 3,80, III. 2,50, IV. 1,60.— Nach Thale(oder Gernrode), für Eil- und Personenzüge I. Kl. Mk. 8,80, II. 5,50, III. 3,50, IV. 2,30; Sonntagskarten II. Kl. Mk. 6,60, III. 4,30.— Nach Wernigerode, für Eil- und Personenzüge I. Kl. Mk. 5,20, II. 3,30, III. 2,20, IV. 1,40; Sonntagskarten II. Kl. Mk. 4,30, III. 2,90.— Nach Blankenburg, für alle Züge I. Kl. Mk. 7,90, II. 5, III. 3,25; für Eil- und Personenzüge I. Kl. Mk. 7,40, III 4,50, III. 3, IV. 2,15; Sonntagskarten II. Kl. Mk. 6,10, III. 3,90. Die meisten Reisenden fahren über Lehrte, 6550 Einw., Knotenpunkt der Berlin-—Lehrter Bahn, der Bahnen von Harburg, von Hildesheim und von Magde- burg. Uber die Stationen Gr.-Gleidingen, Vechelde, WMoltorf, Peine, Hämelerwald nach Braunschweig(Bahnhofsrestaurant). 74 m üb. M., 143 319 Einw., Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Braunschweig, an der Oker, altertümliche, sehr besuchenswerte Stadt. Be- deutende Industrie. Braunschweiger Wurst, Honigkuchen, Spargel und sonstige Konserven haben einen Weltruf. Zwei Messen. Elektrische Bahn, sieben Stadtlinien und Linie nach Wolfenbüttel(12 km) in 45 Min.; vorm. alle 30 Min., nachm. alle 15 Min., an verkehrsreichen Nach- mittagen alle 6 Min. Gasthöfe. Deutsches Haus, Z. von 3 Mk. an.— Park-Hotel und Cahé Lück, dem Hoftheater gegenüber, Z. von 3 Mk. an.— Hotel Monopol, Z. von 2,50 Mk. an.— Schraders Hotel, Z. von 2 Mk. an.— Kaiserhof, Z. von 2,25 an.— Frühlings-Hotel(Stadt Bremen), Bankplatz, Z. von 2 Mk. an, F. 1 Mk., Mittagessen 1,50— 2 Mk.— Preu ſischer Hof, Z. v. 2 Mk. an.— Hotel St. Peters- burg, Z. von 1,70 Mk. an.— Dannés Hotel, Z. m. F. von 3 Mk. an.— Börsen-Hotel, Z. von 2 Mk. an.— Hotel Warnecke, Z. von 1,75 Mk. an.— Braunschweiger Hof, Z. mit F. von 2,50 Mk. an.— Blauer Engel, Z. von 1,50 Mk. Richters Harz. 4 50 6. Eintrittsr.: Von Hamburg, Hannover oder Bremen nach dem Harz. an.— Sächsischer Hof, Z. von 1,50 Mk. an.— Evangel. Vereinshaus, Z. von Mk. 1,25 an.— Bahnhofs-Hotel, Z. von 1,75 Mk. an. Restaurants: Brünings Saalbau mit großem Theatersaal(Theater und Spezialitäten) und Garten.— Waälhelmsgarten, Konzertsäle und Garten.— Holst's Garten, Theater und Konzert. Die Stadt, von Heinrich dem Löwen meisters und Vertreibung der Patri- gegründet, war im Mittelalter eine zier wurde die Stadt aus dem bedeutende Handelsstadt und Mit- Hansabund gestoßen. Der Handel glied des Hansabundes. Aus jener verfiel, bald kam die jetzt macht- Zeit stammen die hochinteressanten lose Stadt unter die Herrschaft der Bauten der Stadt. Infolge einer Wolfenbütteler Herzöge, welche im Empörung der Bürger gegen den 17. Jahrhundert die Stadt zu ihrer Magistrat, Hinrichtung des Bürger-. Residenz machten. Eine Stadtwanderung beginne man vom Altstadtmarkt. Daran liegt das Altstadt-Rathaus, gotischer Bau aus dem 13. Jahrhundert, gegenüber die Martinikirche, ein romanischer Bau(ca. 1190) mit gotischem Maßwerk(1280). Marktbrunnen von 1408.— Durch die Schützenstraße zur Brüderkirche(1350— 1450), durch Packhofstraße und Hagenmarkt mit dem Heinrichs- brunnen zur Katharinenkirche(im 12. Jahrhundert als romani- sche Basilika begonnen, wurde der Bau im 13. Jahrhundert in gotischem Stil fortgeführt).— Durch den Bohlweg, Steinweg und Promenade zum Herzogl. Museum. Geöffnet wochentags 9— 3 Uhr(März, April, Mai, Okt. 9—2 Uhr, Novbr. bis Febr. 10—1 Uhr); Sonntags 11—2 Uhr(geschlossen an hohen kirchlichen Feiertagen), für Fremde auch während der achttägigen Haupt- reinigung im Frühjahr und Herbst zugänglich. Spezialführer beim Kastellan. Das Erdgeschoß enthält die(Rembrandt, belde Teniers, Wouwer- Antiken, fürstliche Ausstattungs- mann, Molenaer, Everdingen, Metsu, gegenstände des 18. Jahrhunderts, Miervelt u. a.).— Unter den Italienern geschichtliche Merkwürdigkeiten, sind Bilder von Paolo Veronese, größere Bildhauerarbeiten und Gips- Palma Vecchio, Tintoretto, Guido abgüsse. Das erste Stockwerk Reni usw. Das zwelte Stock- umfaßt die Gemäldegalerie, welche werk enthält die keramische Samm- hauptsächlich Bilder der vlämischen lung, italienische Majollken, Smalten und holländischen Schule enthält u. a. Kostbarkeiten.— Am Burgplatz liegt der Dom, von Heinrich dem Löwen erbaut, eine Pfeilerbasilika in vollendetstem romanischen Stil, im Innern Wandmalereien des Chores, Standbild und Grabmal Heinrichs des Löwen. Der Bau wurde 1173 von Heinrich dem Löwen begonnen, 1340 wurde das südliche Seitenschiff erbaut. Neben dem Dome die wiederhergestellte Burg Dankwarderode aus dem 13. Jahrhundert, auf dem Platze vor der Burg der 1166 errichtete bronzene Löwe, vor dem die herzoglichen Statt- halter Gericht hielten.— Uber den Steinweg zum Hoftheater (daneben das Franz-4bt-Denkmal) an der Promenade, an deren südlichstem Ende, dem Löwenwalle, ein 21 m hoher Obelisk zum Gedächtnis des 1806 bei Auerstädt gefallenen Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand und des 1815 bei Quatrebas getöteten ¹ —-—— — —— 7. Eintritter.: Vom Nordwesten üb. Löhne u. Hildesheim n. d. Harz. 51 Friedrich Wilhelm. Neben dem Platz der Windmühlenberg mit schöner Aussicht.— Am herzoglichen Park entlang zum Residenz- schloß, Prachtbau nach Ottmars Plan, mit kolossaler Brunonia und den Reiterstandbildern der Heldenherzöge Karl Wilhelm Ferdinand und Friedrich Wilhelm, von Howald.— Durch die Stobenstraße zum Lessingdenkmal von Rietschel.— Bei aus- reichender Zeit besuche man die Andreaskirche(um 1200 erbaut), das Denkmal Schills, das Grab Lessings und Gerstäckers auf dem Magnifriedhof, sowie die Parkanlagen Bürgerpark, Prinz-Albrecht- Park und den Stadtpark. Wolfenbüttel(Gasthöfe: Erbprinz— Löwe), braunschwei- gische Stadt mit 20 000 Einw. Stammschloß der Herzöge. Die weltberühmte herzogl. Bibliothek(geöffnet an Wochentagen von 9— 1 Uhr), welcher einst Lessing 1770— 81 vorstand, der hier „Emilia Galotti“,„Nathan“ und die„Wolfenbütteler Frag- mente“ schrieb. Das Haus, in dem er von 1777— 81 wohnte, liegt neben der Bibliothek. Sein Denkmal vor der Bibliothek. Beachtenswerte Bauten sind: Marienkirche aus dem 17. Jahr- hundert, mit dem Grabgewölbe der alten Herzöge von Braun- schweig. Schloß aus dem 18. Jahrhundert. Uber Hedwigsburg, Börssum und Schladen nach Vienenburg. Dorf mit 4200 Einwohner.(Hess Hotel.) Spaziergang nach dem Harlyberg. Bedeutendes Kalisalzberg- werk. Knotenpunkt der Bahnen 1. nach Grauhof, Clausthal, Zellerfeld, 2. nach Goslar, 3. nach Heudeber, Halberstadt, 4. Braunschweig— Harzburg, 5. nach Hildesheim— Löhne. Auf der Strecke bis Harzburg steigt der Bahnkörper um 100 m. Harzburg, Endpunkt der Bahn. 7. Eintrittsroute: Vom Nordwesten über Löhne und Hildesheim nach dem Harz. Eisenbahn von Löhne nach Harzburg 7 mal in 5 ½ St.— nach Wernigerode in zirka 8 St.— nach Blankenburg in 8 und 10 St.— nach Thale in 7 ½— 8 ½ St. Für die aus dem nordwestlichen Hannover, aus Westfalen und Holland kommenden Besucher beginnt unsere Führung in Löhne, Station der Cöln-— Mindener Eisenbahn. Es folgt Station Bad Oeynhausen, berühmtes Solbad. Vber Rinteln(l. die Schaumburg und die Paschenburg), Oldendorf und Fischbach nach Hameln, Stadt mit 22 054 Einw., an der Weser, bekannt durch die Rattenfängersage, an die das Rattenfängerhaus er- innert. 4* 52 7. Eintrittsr.: Vom Nordwesten über Löhne u. Hildesheim n. d. Harz. Uber eine Reihe kleinerer Stationen nach Nordstemmen, Knotenpunkt der Bahn Hannover-— Kassel, l. die der Königin von Hannover gehörende Marienburg. Weiter über Station Emmerte nach Hildesheim, alte Bischofsstadt mit 55 000 Einwohnern (½ Katholiken) 89 m üb. M., der Ort ist insbesondere von archi- tektonischem Interesse. Prächtige Giebelfassaden der mittel- alterlichen Holzbaukunst; besonders schön das Knochenhauer- Amtshaus, das„schönste Fachwerkhaus der Welt“. In den Bauformen bemerkt man den zähen Widerstand, den die Gotik der deutschen Renaissance entgegensetzte; erst um die Mitte des 16. Jahrhunderts wird sie vollständig verdrängt. In dem reichen Schmuck der Fassaden, von Holzschnitzern und Malern hergestellt, erfreut der frische Humor und der bilderfreudige Sinn, der von einer tüchtigen, lebonsfrohen Bürgerschaft Zeugnis ablegt. Prächtige moderne Villenviertel umgeben die Stadt. Gasthöfe. Hotel d' Angleterre, Z. 2,50— 10 Mk., Fr. 1 Mk., M. 1,50— 2 Mk. Elegantes Haus.— Kaiserhof(am Bahnhof), Z. 2— 5 Mk., Fr. 1 Mk., M. 1,50 bis 2 Mk.— Hotopps Hotel(am Bahnhof), Z. von 2 Mk. an, Fr. 1 Mk., M. 1,50— 2 Mk.— Wiener Hoy, architektonisch interessantes Gebäude aus dem Jahre 1609, Z. von 2 Mk. an, Fr. 1 Mk., M. 1,50— 2 Mk.— Poangelisches Hospiz.— Hotel Europäischer Hof, am Bahnhof, Z. von 2 Mk. an, Fr. 1 Mk., M. 1,50 Mk.— Hotel Germania, Goslarer Str., Z. von 2 Mk., an, Fr. 1 Mk., M. 1,50 Mk.— Hotel Rheinischer Hof, Kaiserstr., Z. von 1,50 Mk. an, Fr. 1 Mk., M. 1,50 Mk.— Hotel zum Schwan, Schuhstr., Z. von 1,50 Mk. an, Pr. 75 Pf., M. 1,25— 1,50 Mk.— Hotel zur Krone, Preise wie im Schwan.— Einfacher: Gasthoy Stadt Bremen, unweit des Bahnhofs. Elektrische Straßenbahn(drei Linien) vom Hauptbahnhof durch die Stadt und nach Hannover. Auskunftsstelle des Vereins zur Hebung des Fremdenverkehrs, Bureau, „Knochenhauer-Amtshaus“, am Markt. Vom Hauptbahnhof südl. zum Altstädter Markt, einem von altertümlichen Bauten eingefaßten Platze. Hier liegt das Rat- haus, ein spätgotischer Bau aus dem 14. Jahrhundert. Im renovierten 1. Stock(Aufgang r.) Deckenmalereien von Mittag und Fresken von Prell.— Vom Rathaus r. liegt das gotische „Tempelhaus“ und neben demselben das Wedebindsche Haus (die jetzige Sparkasse) von 1598. Dem Rathaus gegenüber das einstige Knochenhauer-Amtshaus von 1529. Der Rolandbrunnen auf dem Platze wurde 1540 errichtet.— Sw. vom Markt steht die Andreasbirche(evang.) mit Chor von 1389 und Kanzel von 1642.— Von hier zur Magdalenenkirche(kath.) aus dem 13. Jahr- hundert, darin das mit 230 Edelsteinen geschmückte Bernward- kreuz und der silberne Sarg des Heiligen, zur Michaeliskirche (evang.), einer romanischen Basilika aus dem 11. und 12. Jahr- hundert. — 8. Eintrittsr. Vom Westen über Kassel u. Kreiensen n. d. Nordharz. 53 In der gotischen einstigen Martinikirche befindet sich das Roemer-Museum, so genannt nach dem Gründer, Senator Roemer, dessen Standbild vor dem Eingang steht. Im Museum befindet sich der Abguß des römischen Tafelgeschirres, des„Hildesheimer Silberfundes“(75 Stück), welcher 1868 gefunden wurde. Eintritt Sonntags von 11— 1 Uhr frei, im Sommer auch Mittwochs von 3— 6 Uhr, sonst durch den Kastellan, der hinter dem Museum wohnt. Nebenan das Pelizäusmuseum(seltene ägyptologische Sammlungen). Der Dom(kath.), gegründet 815 von Ludwig dem Frommen, ein romanischer Bau, stammt aus der Mitte des 11. Jahrhunderts, die Seitenschiffe, gotisch, sind Ende des 14. Jahrhunderts an- gebaut. Im Innern ist die Kirche im 18. Jahrhundert im Barock- stil ausgebaut. Eine Tür des nördlichen Seitenschiffes ist ge- wöhnlich offen. Das Innere. Das eherne Tor, Bischof Bernward 1022 anfertigen welches Vorhalle und Schiff trennt, ließ.— In der Krypta das Grab wurde im Jahre 1015 gegossen. des hl. Godehard. Beachtenswert sind: ein steinerner Der Kreuzgang aus dem 12. Jahr- Lettner in Renaissancearbeit(1545), hundert, am südlichen Querschiff, der Radleuchter des Bischofs Hezito ist hervorragend schön.— Der (1050), ein Taufbecken vom 13. Jahr- Domschatz wird einzeln gezeigt. hundert. Die Christussäule, die(1 Mk.) Der 1000 hrige Rosenstoch am Dom ist besonderer Be- achtung wert. Die Godehardikirche(kath.) ist eine rein romanische Basilika aus dem 12. Jahrhundert. Malereien von Prof. Wetter, Cöln. Reich ist die Stadt an Denkmälern. Beachtenswert ist das Kaiser-Wilhelm-Denkmal von Lessing, das Bernward-Denkmal von Hartzer, das Hildesia-Denkmal und das Huckauf-Denkmal und die Eckartsgruppe, beide von Röder, das Jul.-Wolff-Denkmal von Juckoff. Es folgen Station Düngen, Derneburg mit altem Zister- zienserkloster, jetzt Schloß des Grafen Münster, Baddeken- stedt, Ringelheim, Othfresen und Grauhof, ehem. Kloster, jetzt Domäne. In der Nähe das Etablissement des berühmten Harzer Sauerbrunnen Grauhof. Goslar siehe Route 21. Vienenburg, Knotenpunkt von vier Bahnen. Weiterfahrt nach Heudeber, Halberstadt(Wernigerode, Blankenburg, Thale). — Umsteigen nach Harzburg und Goslar. 8. Eintrittsroute: Vom Westen über Cassel und Kreiensen nach dem Nordharz. Eisenbahn über Kreiensen nach Harzburg sechsmal täglich in 4 St.— nach Wernigerode in 5 St.— nach Blankenburg in 5 ¼ St.— nach Thale in 5 ½ St. 54 8. Eintrittsr.: Vom Westen über Kassel u. Kreiensen n. d. Nordharz. Cassel, Hauptstadt der Provinz Hessen(135 m üb. M.), an der Fulda, hat 153 000 Einwohner. Gasthöfe: Hotel du Nord.— Hotel Roual.— Hotel Monopol.— Deutscher Kaiser.— König von Preußen.— Casseler Hof.— Schirmers Hotel.— Central-Hotel.— Kaiserhof. Billiger: Hotel Golze.— Eoang. Vereinshaus.— Hessischer Hof.— Krone.— Deutsches Haus.— Döhne.— Stadt Dresden.— Maus.— Nürnberger Hof.— Reichshof.— Thüringer Hof. Beachtenswert das Rathaus, ein herrlicher Renaissancebau. Schönes Hoftheater, Landesbibliothek mit berühmter Hand- schriftensammlung.— Akademie der bildenden Künste. Königl. Palais, am Friedrichsplatz mit prachtvollem Innern.— Kunst- ausstellung. In der St. Blasiikirche Grabdenkmal des Herzogs Erich(† 1540). An der Agidienkirche Grabdenkmal des be- kannten Dr. Eisenbarth(† 1727). ¹4 St. entfernt Tillys Schanze mit Aussichtsturm. Halbtagstour nach Wilhelmshöhe, Schloß mit prächtigem Park und großartigen Wasserwerken(spielen Sonnt. und Mittw. 3 ½ Uhr nachm.). Der den Kolossalbau des Oktogons 415 m über der Fulda krönende Herkules, eine in Kupfer getriebene Figur von 10 m Höhe, ist weithin sichtbar. Straßenbahn vom Königsplatz aus. Die Bahn führt von Cassel weiter über Thringhausen, Kragen- hof und Speele nach Hannöversch-Münden, altertümliche Stadt mit 11 000 Einw., am Zusammenfluß der Fulda und der Werra. Die Bahn nach Kreiensen führt über Oberscheden und Drans- feld nach Göttingen. Gasthöfe: Krone, Z. m. F. v. 3,50 Mk. an; Gebhardt, Z. m. F. 3,50— 6 Mk.; Deutscher Hof; Hotel Royal; Zentralhotel. Universitätsstadt mit 37 600 Einw., am Fuße des Hainberges. Bei beschränkter Zeit: Alleestraße, Markt, Weenderstraße; Spaziergang auf der Wallpromenade vom Feuerteich zum Bis- marckhaus(Aussicht), Dauer 2—3 St. Folgt Station Bovenden, darüber Ruine des Schlosses Plesse, Duellstätte der Göttinger Studenten,— dann Station Nörten, kurz davor Ruine und Schloß Hardenburg— weiter folgt Station Northeim, altes Städtchen an der Ruhme, mit 8625 Einw. Gotische Stadtkirche mit geschnitztem Altar und Glasgemälde von 1400. Uber Edesheim und Salzderhelden nach Kreiensen. Bahnhofsrestaurant. Knotenpunkt, Abzweigung nach Hannover und Holzminden, r. Fortsetzung der Route über Seesen nach 9. Eintrittsroute: Vom Westen über Cassel nach Nordhausen. 55 Goslar. Abzweigung nach Hildesheim— weiter nach Vienenburg. Abzweigung nach Harzburg. Fortsetzung nach Wernigerode, Blankenburg. 9. Eintrittsroute: Vom Westen über Cassel nach Nordhausen. Eisenbann. Cassel— Nordhausen. Schnellzug I. Kl. Mk. 10,30, II. 6,90, III. 4,30, Personenzug I. Kl. Mk. 9,30, II. 5,90, III. 3,80. Schnellzugfahrzeit zirka 3 St. Die Bahn führt über(24 km) Münden(s. oben) und(32 km) Hedemünden und(42 km) Wilzenhausen die Werra entlang. R. Ruinen der Burgen Hanstein und Arnstein. Weiter über (48 km) Eichenberg und(51 km) Ahrenshausen, über das Eichs- feld, jetzt dem Laufe der Leine folgend, nach (63 km) Heiligenstadt, alte Stadt mit interessanten Kirchen, 8200 Einw. Es folgen Stationen(79 km) Leinefelde,(84 km) Bernte- rode,(94 km) Sollstedt,(103 km) Bleicherode,(107 km) Pust- leben,(114 km) Wolbramshausen. (121 km) Nordhausen(s. Route 35). Wer den Kuffhäuser besuchen will, fährt weiter nach Berga oder Roßla (s. Route 36). 10. Eintrittsroute: Von Leipzig und Dresden über Halle und Aschersleben nach dem Harz. Eisenbahn. Von Leipzig(Berliner Bahnhof) bis Ballenstedt 113 km in zirka 4 ½¼ St.; bis Thale in zirka 5 ½ St.; bis Blankenburg in zirka 5 ½ St.; bis Wernigerode in zirka 6 St.; bis Vienenburg(Harzburg, Goslar) in zirka 6 St. Von Dresden Fahrzeit zirka 2 St. länger. Fahrprelse von Lelpzig nach Ballenstedt(über Ermsleben), Personenzug II. Kl. Mk. 5,50, III. 3,50; Schnellzug II. Kl. Mk. 6,50, III. 4.— Nach Thale, Personenzug II. Kl. Mk. 6,50, III. 3,40: Schnellzug II. Kl. Mk. 7,60, III. 4,80. — Nach Blankenburg a. Harz, Personenzug II. Kl. Mk. 6,90, III. 4,50; Schnell- zug II. Kl. Mk. 7,90, III. 5.— Nach Wernigerode, Personenzug II. Kl. Mk. 7,10, III. 4,60; Schnellzug II. Kl. Mk. 8,10, III. 5,10.— Ab Dresden Personenzug II. Kl. Mk. 5,70, III. 3,60; Schnellzug II. Kl. Mk. 6,70, III. 4,10 mehr als von Leipzig. Die Mehrzahl der Reisenden fährt über (34 km) Halle(Bahnhofsrestaurant). Knotenpunkt von 7 Bahnen. Sehr alte preußische Universitätsstadt mit 180 500 Einw. Markt- oder Liebfrauenkirche mit Bildern von Cranach.— Moritzkirche.— Franekesche Stiftungen, bestehend aus großem Waisenhaus mit vielen aus- gedehnten Schulanstalten.— Händeldencmal auf dem Markt und Standbild von Aug. Herm. Francke im Hof der Franckeschen Stiftungen. 56 11. Eintrittsroute: Von Halle nach Nordhausen. Lohnende Ausflüge durch das Saaletal nach der Bergschenke zu Cröllwitze, der Burgruine Giebichenstein und dem vielbesuchten Solbad Wüttekind. Der Zug über Trotha, Wallwitz(rechts der Hohe Petersberg mit großer Fernsicht), Nauendorf und Könnern überschreitet die Saale und läuft über Belleben und Sandersleben, wo die Bahn nach Nordhausen abzweigt, nach Aschersleben, von wo sich die Route fortsetzt wie Ein- trittsroute 4. 11. Eintrittsroute: Von Halle nach Nordhausen. Eisenbahn. 98 km, in 2—3 St., Personenzug I. Kl. Mk. 7,70, II. 4,70, III. 3,10; Schnellzug I. Kl. Mk. 8,70, II. 5,70, III. 3,60. Die Bahn führt über Schlettau, Teutschental und Ober- Röbling(Bad) an den Mansfelder Seen vorüber nach (38 km) Eisleben. Alte Stadt in der preußischen Provinz Sachsen mit 24 629 Einw. Gasthöfe. Monopolhotel, Z. 2 Mk., Fr. 75 Pf., M. 1,50 Mk.— Goldenes Schiff, Z. 2 Mk., Fr. 50 Pf., T. d'h. 1,75 Mk., Omn. 50 Pf.— Kaiserhof.— Walds Hotel, ¼ St.— Graf Hoyer, am Bahnhof.— Tanne.— 4 er.— Mansfelder Hof. Elektrische Straßenbahn Stat. Eisleben— Plan-— Friedhof—Stadt Eisleben 15 und 10 Pf.— Helfta— Eisleben—-Wimmelburg-— Kreisfeld— Hergisdorf— Ahlsdorf— Helbra— Mansfeld-Bahnhof— Kloster-Mansfeld— Mansfeld-Stadt— Leimbach— Groß- und Burg-rner nach Hettstedt-Markt, 28,5 km in 2 4¼ St. für 1,45 Mk. und 95 Pf. Die Stadt ist berühmt als Luthers Geburtsort(10. No- vember 1483) und Sterbeort(18. Februar 1546). Vom Bahnhof l. durch die Bahnhofstraße gelangt man zu der spätgotischen Petri-Paul-Kirche, in welcher Luther getauft wurde. Nahe dabei ist Luthers Geburtshaus(Luther- straße Nr. 16). Für Führung 25 Pf. Luthers Geburtszimmer ist unten l. vom Eingang. Im oberen Stockwerk, welches 1689 zum Teil abbrannte und erneuert ist, befinden sich die Samm- lungen des Mansfelder Altertumsvereins, die in nächster Zeit in das besonders eingerichtete Altertumsmuseum überführt werden sollen.— Auf dem Markt ein bronzenes Lutherdenkmal(der Reformator die päpstliche Bannbulle verbrennend) von Sieme- ring; die Reliefs am Sockel stellen dar: die siegende Reformation — Luthers Disputation mit Dr. Eck— Bibelübersetzung— Luther in seiner Familie. In der Nähe des Marktes steht auch Luthers Sterbehaus (Eintrittskarten für Erwachsene 20 Pf., für Kinder bis 14 Jahren 10 Pf.), im Innern 1894 hergestellt. Im oberen Stockwerk Luthers Schlaf- und Sterbezimmer. In der Mitte des Zimmers das Bahrtuch seines Sarges. 1 11. Eintrittsroute: Von Halle nach Nordhausen. 57 Dem Sterbehause gegenüber liegt das von Luther ge- stiftete alte Gymnasium, auch jetzt noch Schulzwecken dienend. Nahe dabei liegt die spätgotische St. Andreaskirche. Im Innern, welches der Kastellan am 14. Februar 1546. In den von Luthers Sterbehaus zeigt, ist Kapellen viele Grabmäler mans- die Kanzel, auf der Luther predigte feldischer Grafen. Er hielt seine letzte Predigt hier Spätgotisches Rathaus, an der Nordostecke desselben der in Stein gehauene gekrönte Kopf des sogen. Knoblauchkönigs, des Gegenkönigs Hermann von Salm-Luxemburg. In der Königstraße, am Stadtgrabenpark das Denkmal Friedr. Königs, des Erfinders der Schnellpresse(geb. 1774 zu Eisleben, † 1833) von Schaper. Rings um Eisleben sind Kupferschieferbergwerke. Die Stadt ist Sitz der Mansfeldischen Kupferschiefer bauenden Ge- sellschaft. Ausflüge nach Mansfeld und ins Wippertal nach Wippra. Die Eisenbahn hat hinter Eisleben starke Steigung und fährt dann durch einen langen Tunnel über(53 km) Riestedt nach (59 km) Sangerhausen, preuß. Kreisstadt mit 12 436 Einw. Gasthöfe. Kaiserin-Augusta-Hotel, am Bahnhof, Z. von 2 Mk. an, M- 2 Mk.— Thüringer Ho, Bahnhofstr.— Prinz von Preu pen. Postverbindung nach(17 km) Wippra zweimal täglich in 2 ½ St., einmal täglich Anschluß nach Harzgerode. In der Stadt das Rathaus aus der ersten Hälfte des 15. Jahr- hunderts, südlich gegenüber das„neue Schloß“ aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit ist die St. Ulrichskirche, eine Pfeilerbasilika aus dem 11. Jahrhundert, angeblich 1079 von Ludwig dem Springer gegründet. Sie wurde im 13. Jahrhundert umgebaut.— Im Stadtpark befindet sich das Rosarium des Vereins Deutscher Rosenfreunde(12 000 Edel- rosen, über 500 Wildrosen).— Spaziergang nach dem 5 km nw. gelegenen Schlößchenkopf mit der Moltkewarte. Uber Wallhausen— Bennungen nach (76 km) Roßla, Residenzschloß der Fürsten von Stolberg- Roßla(s. R. 35). UÜber Berga-Kelbra, Station für das ½ St. südlich gelegene Kelbra(Ausgangspunkt der Zweigbahn nach Rottleberode und Stolberg).— Dann über Aumühle und Heringen nach (97 km) Nordhausen(s. Route 35). Fortsetzung der Route nach Seesen(s. Eintrittsroute 14). 58 12. Eintrittsr.: V. Erfurt— Nordhausen. 13. V. Nordhausen— Seesen. 12. Eintrittsroute: Von Erfurt nach Nordhausen. Eisenbahn. 78,3 km. 3 Züge täglich in 2 ½ St. I. Kl. Mk. 6,40, II. 3,80, III. 2,50. Die Bahn führt nordwärts an der Gera entlang über die preußischen Orte(8 km) Gispersleben,(14 km) Wäschleben nach (18 km) Ringleben. In der Nähe das alte Städtchen Gebesee (2150 Einw.). Weiter über(25 km) Straußfurt ins Sonderhau- sensche, dann über(36 km) Greußen,(41 km) Wasserthalleben und(58 km) Hohenebra nach (59 km) Sondershausen. Gasthöfe. Tanne.— Deutsches Haus.— Münch. Hauptstadt des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen (7800 Einw.), mit hochgelegenem, parkumgebenem Schloß. Bahn nach Frankenhausen(20 km) über Rottleben(Barbarossa- höhle im Kyffhäusergebirge, elektrische Beleuchtung!). In dem Kunst- und Naturalienkabinett wird der Püstrich, ein vielfach zu religiösem Schwindel mißbrauchtes hohles, bronzenes Götzenbild, gezeigt. Ausflüge in die Umgegend. Der Spatenberg, der Fürstenberg, der Bis- marckturm, der Possenturm, der Kyffhäuser(2 St., über Barbarossahöhle und Ratsfeld). Berühmt sind die öffentlichen Loh-Konzerte. Weiter über(67 km) Klein-Furra und(70 km) Wolkrams- hausen nach (78 km) Nordhausen(s. Route 35). 13. Eintrittsroute: Von Nordhausen nach Seesen. Elsenbann. 74 km in 2 ½— 3 ½ St. I. Kl. Mk. 6, II. 3,60, III. 2,40· Die Bahn führt über(6 km) Niedersachswerfen(von wo Post nach 5 km Ilfeld) und(14 km) Ellrich, dann durch einen Tunnel, durchschneidet dann die für den Südrand des Harzes charakteristischen Kalxsteinberge(der Nord- rand ist Sandstein) und gelangt über die Station(19 km) Walkenried(24 km), Teltenborn(3 km entfernt liegt Sachsa) und(28 km) Osterhagen nach (36 km) Scharzfeld. Der Bahnhof liegt in der Nähe der Ruine Scharzfels(Hotel zum Scharzfels). Zweigbahn nach (5 km) Lauterberg und(15 km) St. Andreasberg. Es folgt Station (42 km) Herzberg. Umsteigen nach Seesen. Die Haupt- bahn, welche wir verlassen, führt nach Northeim weiter. UÜber Osterode,(61 km) Gittelde-Grund und(68 km) Münch- hof nach (73 km) Seesen(s. Route 23). 14. Eintrittsr.: Von Nordhausen—Stolberg— Rottleberode. 59 14. Eintrittsroute: Von Nordhausen oder Sanger- hausen über Roßla bzw. Berga nach Station Stolberg- Rottleberode im Südharz. Eisenbahnen: 1. Berlin-Sangerhausen(206 km)— Roßla (222 km)— Berga(226 km)— Stolberg-Rottleberode(236 km); 2. Magdeburg— Sangerhausen(102 km)— Stolberg-R.(132 km); 3. Leipzig— Halle(33 km)— Sangerhausen(92 km)— Stolberg-R. (122 km); 4. Cassel-Nordhausen(121 km)— Berga(138 bzw. Roßla 142 km)— Stolberg-R.(148 km); 5. Kgffhäuser(Fußtour nach Tilleda 2 km, Sittendorf 5,8 km— Roßla 10 km, Bahnhof Roßla 11 km)— Berga(15 km)— Stolberg-R.(25 km); 6. Kyff- häuser(Fußtour: nach Rotenburg 4,5 km, Kelbra 7 km, Bahnhof Berga 10 km)— Stolberg-R.(20 km).— Post und Omnibus vom Bahnhof Stolberg-Rottleberode zur Stadt(6 km). Touristenwege I. Ordn. von Stolberg aus: 1. Josephshöhe— Alexisbad— Gernrode oder Ballenstedt. 2. Güntersberge— Friedrichsbrunn— Thale. 3. Güntersberge— Treseburg. 4. Hassel- felde(Bahn von Friedrichshöhe ab 10 km)— Rübeland. 5. Birken- moor— Talmünde an der Harzquerbahn— Brocken. 6. Ilfeld— Harzquerbahn. 7. Ilfeld— Hohegeiß— Braunlage— Oberharz. 8. Hohnstein— Niedersachswerfen— Bahn nach Walkenried, Südharzbahn oder nach Lauterberg. Eintrittsrouten für Radfahrer. 1. Von Hamburg nach Goslar. A. Hamburg(Dampfer v. St. Pauli)— Harburg— Soltau 59,9 km— Celle 45,7— Braunschweig 30,8— Wolfenbüttel 12,4 — Goslar 36,4. Insgesamt 185,2 km. B. Hamburg-Bergedorf 20,5 km— Lüneburg 43,2— Ulzen 35,5— Braunschweig 80,7— Goslar 48,8. Insgesamt 228,7 km.— Erstere Tour ist vorzuziehen. 2. Von Hannover nach Goslar. Hannover— Wülfel 6,5 km— Gleidingen 6,9— Hildesheim 17,0— Uppen 5,4— Baddekenstedt 18,7— Ringelheim 9,0— Goslar 18,7. Insgesamt 82,2 km. 3. Von Berlin nach Wernigerode. Berlin— Potsdam 29,5 km— Brandenburg 37,5— Genthin 29,0— Magdeburg 50,8— Egeln 27,9— Halberstadt 28,7— Wernigerode 22,7. Insgesamt 226,1 km. 60 Eintrittsrouten für Radfahrer. 4. Von Leipzig zum Kyffhäuser. Leipzig— Halle 35,4 km— Eisleben 24,9 km— Sanger- hausen 19,0— Kelbra-Kyffhäuser 20,6. Insgesamt 99,9 km. Von Eisleben nach Quedlinburg 55,3 km. 5. Von Chemnitz nach Quedlinburg-— Thale. Chemnitz— Altenburg 40,9 km— Zeitz 26,6— Naumburg 30,5— Querfurt 33,0— Eisleben 18,8— Quedlinburg 55,3. Bis Thale noch 11,4. Insgesamt 205,1 km. 6. Erfurt—Sondershausen- Nordhausen. Erfurt— Sondershausen 50,0 km— Nordhausen 19,)0. Insgesamt 69,0 km. 7. Von Eisenach zum Kyffhäuser. Eisenach— Langensalza 32,0 km— Sondershausen 38,7— Kelbra 15 1— Kyffhäuser 6,2. Insgesamt 92,0 km. S. Von Cassel zum Kyffhäuser. Cassel— Hann. Münden 22,4 km— Heiligenstadt 41,2— Leinefelde 13,7— Worbis 5,0— Nordhausen 36,1— Kelbra 18,8 — Kyffhäuser 6,2. Insgesamt 143,4 km. 1. Route: Thale. 61 Routen durch den Harz. 1. Route: Thale. (Solbad und Kurort.) Gasthöfe. Hotel Zehnpfund, dem Bahnhof gegenüber, umgeben von Parkanlagen. Größtes Haus am Platz, 150 Z. v. 1,50— 5 Mk., gut.— Hotel Waldkater, in prächtiger Lage im Bodetal, renommiertes, gutes Haus.— Hotel Daheim und Villa Helene, Haus I. Ranges, durch Neubau vergrößert, komfortabel, große Glasveranda, Automobil, sehr empfohlen.— Hotel Hubertusbad und Villa Diana, unmittelbar im Bodetal auf einer Insel mit großem Park(alter Baumbestand), mit eigener Solquelle und Bad. Sehr empfohlen.— Ritter Bodo, mit Dependance. Garten, Veranden. Gut.— Hotel und Pension zur Heimburg. Garten mit geschlossener Veranda, Bäder. Gut.— Hotel Prinzeß Brunhilde, am Eingang des Bodetals. Aussicht auf Roßtrappe und Hexentanzplatz, Z. von 1,50 Mk. an, P. mit Z. 5 Mk. Gutes Touristenheim. Recht gelobt.— Hotel Bodetal, mit großer Veranda., Wird empfohlen.— Alle an der Hubertusstraße in schöner Lage.— Gebirgshotel, nahe der Hubertusstraße, am Wege zum Hexentanzplatz freundlich gelegen. — Zum wilden Jäger, am Bahnhof. Gut.— Gasthof Hohenzollern, dem Kurhaus gegenüber am Wege nach dem Hexentanzplatz. Gut.— Gasthaus Sonntag, Poststraße, vorzüglicher Mittagstisch. Gut.— Hotel zum Forsthaus, 15 Min. vom Bahnhof.— Forelle.— Außerhalb des Ortes: Hotel Königsruhe, 20 Min. im Bodetal aufwärts, am Fuß der Roßtrappe und des Hexentanzplatzes in malerischer Lage. Wird sehr gelobt.— Hotel zur Wolfsburg, 15 Min. vom Bahnhof, auf dem Wege zur Roßtrappe, prächtiges Panorama.— Hotel Lindenberg, am Walde, Logis von 1 Mk. an, P. von 3,50 Mk., gutbürgerlich. — Ferner die Hotels auf der Roßtrappe und auf dem Hexentanzplatz, beide 34 Std. von Thale. Gute Pension im Kurhaus. Restaurants im neuen Kurhaus(Eingang zum Steinbachtal) und in allen Gasthöfen.— Ferner Walpurgis-Restaurant am Hexentanzplatz und Berg- theater.— Bahnhofs-Restauration.— Aktien-Brauerei, am Eingang zum Bodetal.— Kaches Konditorei und Café, Hubertusstraße.— Café Hälbig, Poststraße.— Restaurant Georgshöhe, Wildfütterung. Café und Konditorel. Kache s. vorher. Empfohlen.— Café Hilbig, Poststraße. Bäder. Flußbäder in der Zementmühle und der Kleinauschen Mühle, Bad 25 Pf. Im Hubertusbad Wannen-, Sol- und besonders Fichtennadel- Bäder. Ferner alle Arten Bäder in der Volksbadeanstalt, dem Kurhaus und der Badeanstalt des Hotels zur Heimburg.— Badeärzte: Sanitätsrat Dr. Bode, Kronprinzenstraße, Dr. Loew und Dr. Simeon, Poststraße, Dr. Wolff, Hüttenchaussee. Im Kurhaus„Unter den Birken“, am Eingang des Steinbachtals(Fremden- zentrale, Veranstaltung von Tanzabenden, täglich Konzerte der Kurkapelle) be- finden sich die Lese-, Musik- und Spielzimmer sowie Bureaus der Kurverwaltung, außerdem das Unterharzer Altertumsmuseum. Die Kurverwaltung erteilt jede Auskunft und versendet kostenfreie Sommer- und Winterprospekte sowie Wohnungsverzeichnisse. Vom Kurhaus aus sind die interessantesten Punkte der Gegend leicht zu erreichen. 62 1. Route: Thale. Kurtaxe. Bei einem Aufenthalt bis zu 8 Tagen: 1 Person 3 Mk., die Familie 4,50 Mk.; länger 8 Mk. bzw. 12 Mk. Vor- und Nachsaison(Mai bzw. September) billiger. Eisenbann nach Quedlinburg(Abzweigung nach Suderode-Gernrode). Ferner nach Blankenburg über Timmenrode und weiter nach Dreiannen— Hohne— Brocken. Omnibus. Nach Blankenburg, Suderode und mehrmals täglich nach Treseburg nach festem Pahrplan. Fuhrwerk. Am Bahnhof und in den Gasthöfen. Taxe, außer Chaussee- und Trinkgeld, ½ Tag 1 Mk., 1 Tag 1,50 Mk. Für 1 Tag außerhalb des Ge- birges Einspänner 10 Mk., Zweispänner 15 Mk.; ½ Tag 5 Mk. und 7,50 Mk.— Nach Saderode und zurück 5 Mk. und 7,50 Mk.— Stubenberg und zurück 6 Mk. und 9 Mk.— Gernrode, Stubenberg, Mägdesprung, Stubenberg und zurück 13,50 Mk. und 20 Mk.— Victorshöhe, Aleæxisbad, Mägdesprung, Stubenberg und zurück 12 Mk. und 18 Mk.— Mãägdesprung und Alexisbad und zurück 10 Mk. und 15 Mk.— Victorshöhe und zurück 7 Mk. und 10,50 Mk.— Lauenburg und zurück 5 Mk. und 7,50 Mk.— Hexentanzplatz und zurück 5 Mk, und 7,50 Mk. — Roßtrappe und zurück 5 Mk. und 7,50 Mk.— Blankenburg und zurück 5 Mk. und 7,50 Mk.— Blankenburd, Ziegenkopf und zurück 6 Mk. und 9 Mk.— Hezentanzplatz, Treseburg, Roßtrappe und zurück 10 Mk. und 15 Mk. Führer sind als solche überflüssig; sie werden als Träger gemietet. Man akkordiere. Lohn 3 Mk. bis 6 Mk. täglich. Kurverwaltung. Vorsitzender: Kurdirektor Schönermark.(Bureau Hütten- chaussee 50, Telephon 50) erteilt jede Auskunft und versendet Prospekte. Harzklub-Zw.-V. Auskunft bei Kaufmann w. Rauch. Buchhandlung und Leihbibliothek. W. Rauch, am Bahnhof und in der Poststraße, Jacobi, Hüttenchaussee, außerdem befindet sich eine Bibliothek im Bureau der Kurverwaltung, Hüttenchaussee 50. Ortsliteratur. Führer durch Thale mit Ortsplan, 1 Mk.; Schönermark, Geschichte von Thale, 30 Pf.; Behme, Geol. Führer durch Thales Umgebung; Karte vom Bodetal, 30 Pf.; Nolte, Roßtrappe und Hexentanzplatz, 50 Pf.; Nolte, Meinem Bodetal, 50 Pf. Radfahrer fahren mit dem Rad bis zum Hotel Waldkater und gehen von hier zu Fuß auf dem Präsidentenweg zur Roßtrappe; abwärts über die Schurre. Nach dem Hexentanzplatz auf sehr schattigen Wegen durch das alte Stein- bachtal oder den Sachsenwallweg hinauf und abwärts durch den Hirschgrund. Auf den Fußwegen ist das Radfahren und auch das Schieben von Rädern verboten. Radfahrer gehen darum zu Fuß eine Strecke aufwärts im Bodetal und dann zurück zum Waldkater. Wer am folgenden Tag per Rad nach Treseburg will, sollte auf der Roß- trappe oder dem Hexentanzplatz übernachten(Sonnenaufgang und-unter- lang!). Wintersport. Schöne Rodelbahn, 3000 m lang, vom Kurhause beginnena in das Steinbachtal. Eisbahn auf dem Bleicheplatz. Schlitten bel Fuhr- unternehmer Junker und in den Hotels. Auskunft durch den Unterharzer Rodelklub in Thale. Thale, 225 m über dem Meere, die schönste Perle im Perlen- kranze des Harzes, ist ein Ort mit 13 250 Einw., zur preuß. Provinz Sachsen gehörig. Der Tourist versteht unter Thale hauptsächlich den oberen Teil des Ortes, welcher in der Nähe des Einganges zum Bode- und Steinbachtal auf dem rechten Bodeufer liegt. 1. Route: Thale. 63 Hier befinden sich das neue Kurhaus mit herrlichem Wald- park, ein Museum sowie beide Bahnhöfe, die ebenfalls neue Kirche St. Petri in den Parkanlagen an der Hubertusstraße und am Eingang des Bodetals die malerisch gelegene katholische Kirche. Ein neues Kriegerdenkmal schmückt die Anlagen vor dem Hotel Zehnpfund. Das Denkmal trägt die Inschrift: erblüht der heilige Friede, nur aus Heldenmut die Macht.“ „Nur aus Streit Der alte Ort Thale liegt sehr langgestreckt auf der linken Seite der Bode. Geschlchtliches. Der Ort, früher zur Grafschaft Reinstein gehörig und entstanden aus Wendhausen, Walddalen und Bährensdorf, kommt zum ersten Male nachweislich in einer Urkunde von 1046 vor, obschon das alte Kloster Wendhausen, welches in den Bauernkriegen zerstört wurde, weit älteren Ursprungs(ca. 800) ist. In der Geschichte spielen die Herren von Dale und von Steuben lange Zeit— erstere bis 1643— als Lehns- mannen der Grafen von Reinstein eine Rolle. Die alte Burg Thale (Schloß Wendtal), wahrscheinlich zum Schutz des Klosters Wend- hausen erbaut, scheint 1365 bereits zerstört gewesen zu sein. Der Ort hatte im 30 jähr. Krieg und auch sonst viel von Truppendurchzügen zu leiden und konnte sich lange Zeit nicht erholen, zumal sich oben- drein Preußen und Braunschweig lange um den Besitz der Herrschaft stritten. Erst durch das Emporblühen der uralten Hütte begann ein ge- wisser Wohlstand einzutreten. Das Eisenhüttenwerk Thale A.-G. beschäftigt ca. 5000 Arbeiter. Es verfertigt hauptsächlich emaillierte und verzinnte Geschirre, besitzt große Stabeisen- und Blechwalzwerke, be- deutende Eisengießerei(Spezialität: Badewannen), ferner Maschinenfabrik und Achsenschmiede. Neuerdings hat das Werk auch die verschie- densten Lieferungen für Armee und Marine. Die Besichtigung wird nicht gestattet. Als Sommeraufenthalt kommt Thale nunmehr auch für kranke Leute und Naturschwärmer in Aufnahme, die einerseits die Sole des Hubertus- brunnens zum Baden benutzen, andrerseits sich an der herrlichen Gebirgsszenerie des Bodetals er- freuen. Das Solbad Hubertusbad(von den Bahnhöfen 5 Min.) liegt neben der Brauerei auf einer Insel der Bode, unmittelbar am Eingang des Bode- tals. Das Bad war schon im Mittel- alter als heilkräftige Solquelle bekannt und wird namentlich in neuester Zeit wieder stark frequen- tiert. Ausführliche Beschreibung über die Wirkungen der Quelle verendet die Kurverwaltung kosten- rei. Jetzt ist Thale Sommer und Winter hindurch ein Gebirgsluftkurort ersten Ranges, der in jeder Beziehung mit Schierke und Harzburg konkurieren kann und jährlich von ca. 250 000 Per- sonen aufgesucht wird. Der Winterverkehr spez. Winter- sport ist sehr in Aufnahme gekommen, die neu angelegte, über 4000 m lange Rodelbahn im Steinbachtal wird wöchentlich von Tausenden besucht, da der Harz eine solche Bahn nicht weiter aufzuweisen hat. Dazu kommen die günstigen Bahnver- bindungen nach allen KRichtungen, die selbst im Winter eine schnelle Verbindung gewährleisten. Die Legitimation Thales als Kurort beruht auf den Faktoren Wald- klima, Gebirgslage, Heilquelle und deren zweckentsprechenden Kom- binationen. Die Lufttemperatur der den am rechten Bodeufer befind- lichen Bergen unmittelbar vorge- lagerten Partien ist im Sommer bis zu 5% durchschnittlich kühler und im Winter um fast ebensoviel wärmer als die der weniger gegen Sonne und Wind geschützten örtlich- Blankenbung Thale e V NSee J nob 2, 1 3 5 oberen! 5„(Ontsreil) 2= 5 XD f M ᷣ annefaps 2 Linden 5 -307 S W 307 3 — Wns Robßtrᷣα w Auysttst„ 5 7 8 R 6 6 2 2 ſadne C Lug ins Land N 4 8 5 2 unt,„H boderor Unker den HSinken 3 12 8 ffeidess 2, 8⁴ M. 70 Bmden ſ , I*as, 3 ſ ˖ſ xe 431 A nl⸗ Ic F 8 Hexent 9—— 2 lavjereshöhe 95 Sh 2— 2— 8— Aℳ Sſ A 8 1, Umgegend von Thale. 5 K—— 8 1: 30000 5 1, 0 500— 3 l 9 D Vounistenuwege— Dambachshs Tresebung. u Friedrichsbrnunn 2* 1. Route: Thale. 65 keiten. Die Luft ist fast absolut nicht komplizierten, kompensierten staubfrei und ozonreich. Die Fehlern des linken Herzens Behaf- Schwankungen des Luftdrucks sind tete, für an chronischen und akuten in Thale gering. Die Unterschiede Kehlkopf-, Nasen- u. Nasenrachen- des Luftsäulengewichts bei Er- Katarrhen Leidende, für Abgear- steigung der auf bequem angelegten beitete, Blutarme, Bleichsüchtige, Wegen leicht und in relativ kurzer Skrofulöse, für Stoffwechsel-Kranke Zeit zu erreichenden, unmittelbar in Auswahl, sowie auch für Hämor- aus der Talsohle steil sich erheben- rhoidarius. Der Gebrauch des Hu- den Berggipfel sind trotzdem be- bertusbrunnens fordert zudem keine trächtlich genug, um die Körperober- streng geregelte Diät. Außer für fläche um einen Atmosphärendruck aus ganz heterogenen Klimaten Zu- bis ca. 600 kg zu erleichtern. Es gereiste ist bei vorsichtigem Ver- ist die Möglichkeit gegeben, außer hnalten auch kein den Aufenthalt Luftdruck- auch Temperatur- erschwerendes und verlängerndes wirkung zu Heilzwecken zu ver- Akklimationsstadium erforderlich. wenden. Die Sole des Hubertus- In geologisch-mineralogischer Be- brunnens ist dabei in ihrer chemi- ziehung ist das Bodetal bei Thale be- schen Zusammensetzung fast einzig sonders interessant; an Mineralien dastehend. Diese Heilpotenzen, zu findet man hier Granaten, Turmalin denen die überwältigend groß-(Schörl), Cordierit, Karneol, Piste zit, artige, vielfach alpinen Charakter Olivin, Rauchquarz usw. Die Flora tragende Gebirgsszenerie als phy- ist sehr reichhaltig, an der Roßtrappe sisches Adjuvans hinzutritt, machen und im Steinbachtal blüht besonders Thale hervorragend geeignet als schön der gelbe Fingerhut(Digita lis Kurort für Rekonvaleszenten von ambigua). Lungen- und Brustfellentzündungen, Von der Tierwelt ist außer seltenen wie überhaupt von langen, er- Schmetterlingen und Käfern das Vor- schöpfenden, besonders fieberhaften kommen des fast ausgestorbenen Krankheiten, für Emphysematiker Siebenschläfers zu erwähnen, der und Asthmatische, außer für solche mehrfach unterhalb der Roßtrappe mit profusem Schleimauswurf, und im Steinbachtal beobachtet für mit nervösen Affektionen und wurde. Thales nächste Umgegend. 1. Die Wolfsburg(15 Min. von dem Bhf. in Thale). Vom Staatsbahnhof aus rechts, an dem Hüttenwerk entlang über die Bodebrücke, von hier zeigt die Tafel am Bahnhof Bodetal aufwärts zur Wolfsburg, einem wald- umgebenen Hotel im Schweizer Stil, von dessen Veranda sich eine hübsche Aussicht über Thale bietet. Denkmal zum Gedächtnis der Gefallenen des 7.(Magdeburger) Kürassier-Regiments. Vor dem Denkmal Aussichtspunkt.— Weiter aufwärts von der Wolfsburg führt der Weg zur Roßtrappe(Wegweiser). 2. Der Lindenbergskopf(Tannenkopf) am Kurhause„Unter den Birken“ bietet freundliche Promenaden mit schöner Aus- sicht und Ruhebänken sowie eine Schutzhütte. Der ganze Lindenbergskopf ist vom herrlichsten Fichtenwald bestanden. Er ist ein beliebter Aufenthaltsort der Kurgäste; es finden in dessen unmittelbarer Nähe die Kurkonzerte im Freien statt. Vom Kurhause aus, das mit seinen Spielplätzen(Tennis-, Krocket- und Kinderspielplätzen) inmitten dieser herrlichen Natur male- risch gelegen ist, ziehen sich gegen Süden die Anlagen„Unter Richters Harz. 5 66 1. Route: Thale. den Birken“ bis ins romantische Steinbachtal, hier Spaziergänge und Ruheplätze in Menge bietend.(Steinbachköthe, Luginsland, Am Stern, Triftplatz mit Andreaseiche, Neuer Jägerstieg mit Mausofalle, Pionierstieg mit Feuerfelsen, Wotanskopf mit Wen- zelsruhe, Philosophensteige mit Helenensitz, Thaleblick, Fo- rellenstieg mit Zwergloch, Wilhelmsblick usw.) 3. Nach dem Hexentanzplatz. a) Der Fußaweg(14 St.), ein bequemer Weg, bietet fast ununterbrochen die vorzüglichste Aussicht. Von den Bahnhöfen gehe man durch den Park ent- weder am Hotel Zehnpfund vorbei über die Hubertus- und die Kronprinzstraße nach dem Kurhause und von da zur Steinbach- brücke, oder der Weg überschreitet beim Hotel Bodetal die Fahr- straße und führt dann linksum in gerader Richtung auf den alten Heimburg-Promenadenweg, der am Waldrande hier bald zu dieser Brücke leitet.— Rechts, kurz vor der Brücke, beginnt der neue Fußaeg(Sachsenwallweg), welcher im Zickzack über Wenzelsruhe und Wotanskopf hinaufführt zur Homburg, einem aus Granitblöcken bestehenden zyklopischen Wall mit präch- tiger Aussicht auf die Schlösser Blankenburg, Quedlinburg und Ballenstedt. Bequemer verfolgt man bei der zweiten Biegung des Sachsenwallweges den neuen, herrliche Aussicht ins Stein- bachtal bietenden Pionierweg, der später durch ein Labyrinth von Felsen oder direkt über das Bergtheater zur Homburg führt. Will man schon früher den Blick ins Bodetal genießen, so wähle man bei der dritten Biegung des Sachsenwallweges den soge- nannten Mittleren Weg, dieser stößt später auf die Hexenstiege. Vor Durchschreitung des Sachsenwalles, einer uralten, sehr be- merkenswerten, heidnischen Befestigung, lohnt es sich, rechts wenige Schritte am Walpurisrestaurant vorbei, zum eigentlichen Homburgfelsen zu gehen; in dessen vorderster Klippe, jetzt Bismarchfelsen genannt, ein wohlgelungenes, bronzenes Bismarck- relief mit Widmung eingelassen ist. Dicht dabei die in altger- manischem Stil erbaute Walpurgishalle mit großen Wandge- mälden(Motive aus Goethes Faust) von Prof. Hendrich und das Bergtheater von Dr. Wachler. Auf dieser in die Felsen hineingebauten offenen Bühne, welche neuerdings mit einer Schutzhalle versehen ist, werden gewöhnlich vom 15. Juli bis 15. August Theaterstücke, meist altgermanischen Inhalts, auf- geführt. Preise der Plätze: 3, 2, 1 und 0,50 Mk. Aufwärts führt der Weg in wenigen Minuten zum Hexentanaplatz. b) Die Ohaussee(1 St.), zu der man durch die Post- und Kronprinzstraße(Kirschallee) am Kurhause vorbei gelangt, führt an der östlichen Talwand des Steinbachtals(zwischen diesem 1. Route: Thale. 67 und dem Bodetal liegt der Hexentanzplatz) in weiten Windungen zum Plateau vor dem Hexentanzplatz empor. Entfernung 6,0 km.(Vorsicht für Radfahrer, Für Automobile verboten!) Oder durch den ersten Steinbruch auf dem Theaterweg, welchen das Magdeburger Pionierbataillon Nr. 4 anlegte, nach dem Bergtheater und der Walpurgishalle(dort gutes Restaurant und Ausspann). Von hier einige Minuten zum Hexentanzplatz. Fußgänger können auch die alte Chaussee im Steinbach- tal, welche im Winter als Rodelbahn benutzt wird, hinaufgehen. Vom Bahnhof wie bei a) durch den Park und am Kurhause vorbei bis zum Steinbach, hier dann beim Wegweiser geradeaus und rechts im Tal aufwärts. Kurz bevor alte und neue Chaussee sich treffen, führt ein neu angelegter Weg rechts in wenigen Minuten entweder über Walpurgishalle und Bergtheater oder direkt zur Höhe des Hexentanzplatzes. Noch schneller gelangt man auf der hier gleichfalls beginnen- den kleinen Hexentreppe zum Hexentanzplatz empor. c) Durch den Hirschgrund führt ein schöner, schattiger und mit Ruhebänken versehener, mehrfach Aussicht bietender Weg in 1 St. zum Hexentanzplatz. Derselbe beginnt gegenüber dem Hotel Königsruh auf dem rechten Ufer der Bode un- mittelbar vor der Jungfernbrücke. Kurz vor Erreichung der Höhe zweigt rechts ein Weg nach dem Kaulserblick und der Prinzen- sicht ab; von beiden Punkten genießt man herrliche Blicke in das Bodetal. Bei klarem Wetter sieht man in weiter Ferne den Brocken.— Links hinauf kommt man an Lavieres Höhe vor- über nach dem Hexentanzplatz. d) Vom Hotel Prinzeß Brunhilde ab bis zum Brunhilden- weg, auf diesem rechts so lange weiter, bis man die nach oben führende neue Hexenstiege(prachtvolle Aussicht), die mit Ruhe- bänken versehen ist, erreicht. Dieser Weg übertrifft alle andern an Naturschönheiten, an ihm liegt der Schönermarkfelsen. 4. Nach der Roßtrappe. a) Direkt(4 St.). Man gehe vom Staatsbahnhof rechts, dann links an dem Hüttenwerk entlang und über die neu erbaute, steinerne Bodebrücke am Bahnhof Bodetal durch in den Wald, den Wegweisern folgend auf dem sogenannten Eselstieg bis zum Präsidentenweg, nun entweder in Serpentinen über Bülowshöhe oder geradeaus am EFsels- brönnchen durch auf neu angelegtem Fußsteig zur Roßtrappe. b) Uber die Wolfsburg(1 St.). Bis zur Wolfsburg(4 St.) s. S. 65. Von dort führt der Weg links zunächst zum Präsidenten- weg und von hier in Serpentinen an der Bülowshöhe vorbei zur Roßtrappe(45 Min.). 68 1. Route: Thale. c) Durch das Bodetal vom Bodekessel aufwärts über die Schurre zur Roßtrappe(1 ½ St.). Die Schurre beginnt zwischen dem Gasthause Königsruh und der Teufelsbrücke am linken Ofer der Bode. d) Uber den Präsidentenweg zur oßtrappe. Dem Wald- kater, am Eingang des Bodetals, gegenüber geht der Weg rechts (am linken Bodeufer) an der Höhe entlang durch das Wild- gatter. Der Weg ist neu angelegt, führt durch prachtvollen Buchenwald und bietet vorzügliche Aussichtspunkte. Am Ende des Präsidentenweges führen die Wege wie unter a) nach oben. e) Radfahrer fahren über die Oberbrücke durch die Brücken- und Roß trappenstraße auf anfangs gut fahrbarem Weg, dann starke Steigung, zur Roßtrappe(4 km). Abwärts mit Vorsicht! 5. Nach der Georgshöhe(50 Min.). Man gehe durch die Poststraße und Kronprinzenstraße ins Steinbachtal bis zum neuen Kurhaus(3 Min.), dann nicht rechts der Straße folgend, sondern geradeaus bei dem steinernen Wegweiser zur„Georgs- höhe“ in den Wald hinein. Der Weg führt steil aufwärts bis zum Gatter, dann auf guter Fahrstraße, welche herrliche Aus- sichten in die Täler bietet, zur Georgshöhe, 40 Min. Restaurant im Forsthause. Im Winter interessante Wildfütterung. 6. Nach Friedrichsbrunn(1 ½ St.). Am Kurhause vorbei durch das Steinbachtal, dann rechts der Straße folgend, weiter geradeaus auf prachtvollen, die abwechslungsreichsten Aus- blicke erschließenden, genau bezeichneten Waldpfaden auf die hochgelegene Chaussee, welche zur Victorshöhe führt, und in wenigen Minuten nach Friedrichsbrunn(Automobilweg) oder eben dorthin 10 Min. früher den rechts von der Chaussee ab- führenden Fußpfad benutzend; dieser mündet unweit der Försterei direkt vor Friedrichsbrunn. Gasthöfe. Kurhaus Friedrichsbrunn(Bes. W. Sommer), Z. v. 2 Mk. an, F. 75 Pf., P. v. 4,50 Mk., sehr gut.— Hotel Schawarzer Adler, Z. 1 Mk. bis 1,50 Mk., Fr. 60 Pf., P. von 4,50 Mk. an. Sehr empfohlen.— Jungs Hotel und Restaurant, gelobt.— Grebes Hotel. Sanatorium für Nervenleidende und leichtere Kranke von Dr. Strohkorb. Der von schönem Hochwald umgebene Ort liegt am West- abhange des Ramberges 560— 580 m hoch. Von Friedrich dem Großen am Ende des 18. Jahrhunderts als Kolonie ge- gründet, ist dieses kleine preußische Dorf(500 Einw.), welche sich meist mit Holzarbeit(Fabrikation von Stöcken) beschäftigen, neuestens als Höhenkurort in Aufnahme gekommen. In der Tat sind durch die günstige geographische Lage zwischen Bode- und Selketal, die Nähe einiger Glanzpunkte des Harzes, wie „„h' 4 36 2. Route: Von Thale nach Treseburg. 69 Viktorshöhe, Hexentanzplatz, Georgshöhe, Lauenburg sowie durch die beträchtliche Höhe und das erfrischende Waldklima- gute Bedingungen zur Entwicklung als Kurort und Sommer- frische gegeben. Gebirgswasserleitung. Auskunft erteilt und — 5— 3 4— Prospekt versendet der Gemeindevorstand. In der Nähe die Victorshöhe(³4 St.) und der Erichsburger See(Bergrat Müllers Telch) ³⁸½⁴ St., weiter zu der auf dem Wege nach Alexisbad am nördlichen Ausgang des Friedenstales gelegenen Ruine Erichs- burg, 1¹4 St.(1301 zuerst erwähnt, 1347 bereits zerstört). Schöner Waldweg und neue Chaussee nach Allrode(1 St.). Nächste Bahnstationen: Thale(1 4 St.), Suderode(2 St.), Güntersberge (1 ½ St.), Alexisbad(2 St.). Autoverbindung nach Bahnhof Suderode, Abfahrt vom Kurhause Friedrichsbrunn. Vom 15. Mai bis 15. Sept. täglich 3 Fahrten in jeder Richtung. Fahrpreise Suderode— Friedrichsbrunn 1,50 Mk., umgekehrt 1 Mk. Gepäck für jede angefangene 50 kg 50 Pf. Anschlußrouten: 1. Von Thale nach FPreseburg 6. Vom Hexentanzplatz nach (Bodetal 10 km) und weiter(s. R. 2) nach Rübeland(25 km). 2. Von Thale nach Blankenburg (s. R. 5), 9,4 km. 3. Von der Roßtrappe Blankenburg(9,4 km). 4. Bahnhof Thale über Stecklen- berg nach Suderode(7,5 km) und Gernrode(S,5 km). nach Victorshöhe(10 km) und Alexisbad (17 km). 7. Vom Hexentanzplatz über Victorshöhe(10 km), nach Lindenberg (21,5 km), Auerberg-Josephshöhe(27 bis 28 km) und Stolberg(32 km). 8. Vom Hexentanzplatz über Friedrichsbrunn(6 km), Güntersberge über nach 5. Vom Hexentanzplatz Georgshnöhne und Lauenburg Gernrode(8,5 km). (14 km), nach Stolberg(25 km). 2. Route: a.) Das Bodetal von Thale nach Treseburg. 5) Roßtrappe, Treseburg.— c) Hexentanaplatz, T'reseburg. Von Thale nach Treseburg. A. Von Thale durch das Bodetal nach Trese- burg. Entfernungen. Bahnhöfe— Hubertusbad 5 Min.— Waldkater 8 Min.— Königsruhe 10 Min.— Bodekessel 10 Min.— Die Tour bis zum Bodekessel 35 Min.— Bodekessel bis Treseburg 2 St. Für Automobille ist der Fahrweg nach dem Waldkater, für Radfahrer ist der VäNide vom Waldkater an verboten; dieselben müssen Route b) oder c) Bei Hubertusbad eröffnet sich das Bodetal. Zwischen steilen, viel zerklüfteten Felswänden stürzt die klare, grünlich schimmernde Bode über Granitblöcke dahin. Das wildroman- tische Tal ist der Glanzpunkt des Harzes und eine der schönsten Gebirgspartien Norddeutschlands. 70 2. Route: Von Thale nach Treseburg. Die Eingangspforte des Bodetales bilden Granitfelsen, die Felswände des mittleren Tales(Roßtrappe bis Bodekessel) be- stehen aus Grünstein und Hornfels, das innere Tal(vom Kessel bis Treseburg) aus jaspisartigem Kieselschiefer. Vom Hubertusbad nach dem Waldkater(8 Min.) führt der Fahrweg auf dem rechten und ein schattiger Fußpfad auf dem linken Ufer der Bode. Man gehe vor dem Hotel Hubertusbad über die Brücke auf das linke Ufer. Der Weg führt an der 15 m tiefen Schallhöhle vorüber, hinter dieser über die Brücke zum großen Waldkater. Der Waldkater, ein elegantes Hotel mit Restaurant, hat sich einen der schönsten Punkte des Bodetales, gerade gegen- über dem Roßtrappefelsen, erwählt. Die Hexentreppe, 1100 steinerne Schönermark in Thale hat nebst Stufen, führt vom Waldkater direkt vielen anderen Wegen und herrlichen zum Hexentanzplatz empor. Der Aussichtspunkten auch diesen Weg äußerst beschwerliche Weg ist teil- bauen lassen, weshalb man den weise verfallen und deswegen von betreffenden Felsen nach ihm be- der Forstverwaltung verboten. Als nannte) nach dem Bergtheater(Wal- Ersatz ist in den letzten Jahren purgisrestaurant) und der Wal- ein bequemer Fußweg, die sogenannte purgishalle zum Hezentanzplatz führt „Hexenstiege“ nach oben angelegt, und prächtige Blicke in das Bodetal welcher über den Schönermark- und die Ebene gewährt. Felsen(der jetzige Kurdirektor Immer grotesker und wildromantischer wird zu beiden Seiten die Gebirgsgestaltung, immer sonderbarer geformt die Bergkegel. Da ist der„Mönch“, das„Bodetor“, die„Berg- kanzel“ und der„Bodetempel“. Die etwas breitere Stelle der Bode ist der„Kronensumpf“; hier liegt noch heute, der Sage nach, die goldene Krone, welche die Riesenmaid beim Sprunge über das Tal vom Hexentanzplatz nach der Roßtrappe verlor. Am linken Ufer erhebt sich der neu erbaute, eigenartige Kronen- tempel. Vom Waldkater talaufwärts, auf beiden Ufern der Bode bis zur Jungfernbrücke, erreicht man in 6 Minuten Hotel Königsruhe, die frühere„Konditorei“, einen ange- nehmen, schattigen Aufenthalt an einem der schönsten Punkte des Bodetales. P. 5 Mk., Z. 1,50— 2 Mk. Wird gelobt. Nach dem Hexentanzplatz(1 St.) den Hirschgrund über Lavières Höhe. führt, dem Gasthaus Königsruhe Der Weg ist mit Ruhebänken ver- gegenüber, jenseits der Bode ein sehen und gewährt mehrfach Aus- direkter schattiger Fußpfad durch sichtspunkte. Vom Hotel Königsruhe führt der Weg am linken Ufer der Bode weiter zum Denkmal Bülows, der 1818 hier den ersten Weg ins Bodetal bahnte. Der Weg führt am Fuß des Roßtrappe- felsens entlang in 6 Min. zur Teufelsbrücke, über dieselbe zum 2. Route: Von Thale nach Treseburg. 71 Bodekessel. Eingeengt zwischen mächtigen Felsenmauern, welche sich scheinbar ringsherum vollständig schließen, hat hier die im Wasserfall niederstürzende Bode ein kesselartiges Becken in den Felsen gewühlt. Die durch Einsturz eines Teiles des Felsens jetzt weniger erkennbare Stelle ist durch eine ent- sprechende Inschrift bezeichnet. Ober die schurre zur Roßtrappe führt der Weg über die Schurre zur (½ St.). Vom Bodekessel kehre man Roßtrappe hinauf. Der Weg ist über die Teufelsbrücke zurück; links nicht zu verfehlen. Vom Bodebessel nach T'reseburg(2 St.) führt ein(nur im Sommer geöffneter) schattiger, mit Ruheplätzen versehener Weg am rechten Ufer der Bode entlang. Der Weg ist sehr lohnend; der prächtige Wald und oben die grotesken Felsfor- mationen bieten mannigfache Abwechslung. Vom Kesselräcken, einem vorstehenden Felsen(4 St.), zu welchem rechts ein Weg hinaufführt, hat man einen prächtigen Blick über das Bodetal. Treseburg s. S. 76. In mineralogischer Beziehung bietet das Bodetal viel Bemerkenswertes. Der Granit der Roßtrappeschlucht enthält Schörl, Quarz und Eisenstein als Gangmassen. Neben gelblichem Felspat zeigt sich viel Chlorit. Statt des Grünsteins, welcher sich an den Granit des Brockens anschließt, erscheint hier bunter Sandstein. Pistazit(grüner Exidot) sowie splitteriger Hornstein, Bitterspat mit Hornblende kommen im Grünstein vor. B. Von Thale über die Roßtrappe nach Treseburg. Von Thale über die Wolfsburg oder direkt zur Roßtrappe ½¼ St.(s. S. 65). Von Thale durchs Bodetal über die Schurre zur Roßtrappe 1 ½ St.(s. oben u. S. 73). Radjfahrer müssen vom Dorf Thale aus die Chaussee be- nutzen; anfangs eben, dann steil hinauf. Bei der Gablung links ab zur Roßtrappe. 4,0 km. Die Roßtrappe(403 m), eine der großartigsten Felspartien im nördlichen Deutschland, ist der äußerste Vorsprung eines senkrecht aus dem Bodetal aufsteigenden Granitkegels. Präch- tige Niederblicke auf die zerrissenen Felswände des Bodetales, auf den unten schäumenden Fluß, weite Ausblicke über die Ebene, über Thale nach Quedlinburg hin, alles vereint sich zu einem imposanten, unvergeßlichen Eindruck für den Besucher. Siebenfach hallt das Echo wider. Ein Invalide weckt dasselbe durch einen Pistolenschuß(Schuß 15 Pf.). Auf einem der großen Granitblöcke, welche den Gipfel des Berges bilden, zeigt man die„Roßtrappe“, eine Felsvertiefung von 4 cm in Form eines kolossalen Pferdehufes. Die Entstehung der Trappe erklärt Klopstock: „Druiden haben und Barden, mit erobertem Felsen gehauen das einzige Mal Der Urjahrhunderte Deutschlands, Den Huf des heiligen Weißen Rosses.“ begeisterte Barde trat in den Umkreis Des nachgebildeten Hufes, und so durch die Weihe Der Götter geweiht, weissagt er aus des stürzenden Baches Mannigfalter Welle die Wechsel der fernen Tage.“ Der ganze Berg, welcher den Roßtrappefelsen trägt, weist Reste vorgeschichtlicher Befestigung auf und ist durch zahlreiche Gräber- und andere Funde aus der Heiden- zeit unsres Volkes ausgezeichnet, wovon viele im Hotel zur Roßtrappe aufbewahrt sind. Daß die Trappe von Priestern eingehauen ist, daß sie eine gottesdienstliche, dem Gott Woutan geweihte Stätte war, ist nicht erwiesen. Die Sage berichtet: Der im Böhmerwald hausende Bodo verlangte die Ecs c hter Brunhilde vom Riesen- gebirge zur Gemahlin. Das Riesen- fräulein verabscheute jedoch den rohen, ungeschlachten Bodo und wußte geschickt allen Nachstellungen Eisen, in den „Der desselben zu entgehen. Als Brun- einst auf ihrem Riesenroß einen Spazierritt auf der Schnee- koppe machte, erblickte sie zu ihrem Schrecken den gefürchteten Berggeist Bodo, welcher sie ver- folgte. Brunhilde flüchtete durch das Thüringerland und kam bald an die Grenze des Harzgebirges. Bodo jedoch, dessen Pferd meilenlange 2. Route: Von Thale nach Treseburg. Fluren ebenfalls in einer Minute übersprang, jagte der Geliebten nach und hatte sie bald eingeholt. Plötzlich stutzte das Pferd Brunhildes, es stand auf der Platte des Hexen- tanzplattes. Mehr als 300 Meter ging, senkrecht wie ein Turm, die Felsenmauer hinab zum grausigen Abgrund. Tief unten hörte sie das dumpfe Brausen des Stromes, der hier in einem furchtbaren Wirbel sich dreht. Schon reckte Bodo seine Hand aus, um die Flüchtige vom Pferd zu reißen, als sie in der Verzweiflung mit solcher Gewalt über den schaurigen Abgrund nach dem entgegengesetzten Felsen setzte, daß ihr Kiesenroß seinen Fuß tief in das harte Felsgestein schlug. So heftig war der Anprall, daß die stiebenden Funken wie Blitze das ganze Land erhellten. Bodo, im Nachsetzen begriffen, hatte bereits die goldene Krone Brunhildes er- hascht, stürzte jedoch, da er den Abgrund nicht sah, in den reißenden Bergstrom und versank mit der kostbaren Krone in die Tiefe. Man gab danach dem Fluß den Namen „Bode“. Literatur. Die Roßtrappe. Nach einer Sage aus dem Harzgebirge von Dr. Maæx Oberbreuer. 75 Pf. Zwei alte, interessante Schriften, Erinnerung an die Roßtrappe, eine Beschreibung ihrer erhabenen Natur- erscheinungen und Erzählung der sich daran knüpfenden Volkssagen. 1832. Preis 50 Pf. Die Roßtrappe und das poetisch geschildert von Fr. Gutsmuths. Preis 1 Mk. Sämtliche Schriften sind in Stolles Harzverlag, Harzburg, erschienen. Sagen aus dem Bodetal. Aus Stolles Harzsagen. 10 Pf. Bodetal, IWälh. Die Aussicht von der nahen Olbergshöhe auf den Hexen- tanzplatz und Lavières Höhe ist zwar romantisch, doch minder interessant als von der Roßtrappe. Vom Aussichtspunkte gelangt man in 10 Min. durch den Wald(Wegweiser) zum Hotel zur Roßtrappe. Hause. Prächtiger Blick in die Ebene. Mit Veranda und 600 m langer Terrasse vor dem Sehr besucht. Gut. Fuhrwerk. 4 2. Route: Von Thale nach Treseburg 73 Als Zeichen, daß noch Unterkommen zu finden ist, wird abends von 7 Uhr ab eine zote Laterne aufgezogen, welche vom Staatsbahnhof Thale aus sichtbar ist. Wenn es sich mit der Reiseroute irgend vereinigen läßt, so übernachte man auf der Roßtrappe, um den bezaubernden Anblick des Sonnenaufganges von hier aus zu genießen. Sehr schön ist auch der Blick von der Terrasse auf die umliegenden Ortschaften bei Abendbeleuchtung. Sehr interessant ist die Sammlung von Hirschgeweihen im Speisesaal des Hotels. Die Aussicht vom Hotel aus umfaßt einen Umkreis von mehr als 100 km. Man sieht Thale, Quedlinburg, Halberstadt, Magdeburg, Bernburg, Staßfurt, Seehausen, Aschersleben; das Bodetal sieht man von hier aus nicht. Nach Bülows Höhe, einem vorspringenden Granitkegel, führt vom Hotel aus in wenigen Minuten ein Waldpfad. Die Aussicht ist ähnlich der von der Roßtrappe. Hinter dem Gasthaus auf der Roßtrappe, 1 Min. entfernt, auf„Winzen- burg“, ragt ein 20 m hoher, massiver Aussichtsturm empor, welcher einen Rundblick von 100 km im Umhkreis gewährt. Eintritt 10 Pf. Geschichtliches. Auf der„Win- von Homburg durch Konrad von zenburg“ sowie auf der jenseits der Eberstein getötet. Der letzte Besitzer Bode liegenden Höhe„Homburg“, des Schlosses Homburg soll 1445 südlich vom Hexentanzplatz, sollen durch den Grafen von Eberstein einst zwei Ritterburgen gestanden vor dem Altar des Klosters St. haben. Nur einige Vertiefungen Wiperti zu Quedlinburg erstochen zeugen noch vom Dasein der Win- worden sein. zenburg, und ein langer, teilweise Die Winzenburg soll im 11. Jahr- erhaltener Steinwall schützte einst hundert erbaut und 1130 niederge- die Homburg. Der Wall ist auch brannt sein; ihre Grundmauern sind unter dem Namen Teufelsmauer im vor einigen Jahrzehnten teilweise Volksmund bekannt. Im Jahre 1129, bloßgelegt worden. erzählt die Chronik, wurde Bodo Von der Roßtrappe zur Schurre leitet ein breiter Fußweg, welcher von dem Weg vom Gasthaus zur Trappe rechts abbiegt. Um von der Roßtrappe nach Thale zu gelangen, gehe man den Fußweg bei der Veranda hinab. Der Weg ist nicht zu verfehlen. Radfahrer fahren auf dem früher beschriebenen Fahrweg hinab nach Thale. Vorsicht! Non der Roßtrappe nach Treseburg.(2 St.). Vom Gasthaus Roßtrappe führt in 15 Min. ein Fahrweg auf die Chaussee. Hier zweigt rechts ein schatliger Fußweg, anfangs parallel mit der Chaussee laufend, ab, jedoch ist die Aussicht auf der schönen Chaussee besser. Wer den Fußweg weiter verfolgen will, der nicht zu verfehlen, wende sich, sobald er die Chaussee Wienrode- Treseburg erreicht, auf dieser links aufwärts bis zum steinernen Wegweiser. Benutzt man von der Roßtrappe die Chaussee links nach Treseburg, so erreicht man in 20 Min.(links von der Chaussee) die Herzogshöhe, von der sich ein prächtiger Blick in das Bodetal bietet.— Der Chaussee weiter folgend, wende man sich bei der nächsten Wegeteilung nicht rechts(nach Wien- rode), sondern links; die Chaussee führt in 3½ St. nach Wilhelmsblick(r.). Entfernung von der Roßtrappe 4,0 km. Anfangs ansteigender Weg, dann stark hinab. Vorsicht für ungeübte Radfahrer. ——— 74 2. Route: Von Thale nach Treseburg. Aussichtspunkt, Wilhelmsblick Auf des Bergstroms wilder Flut; liegt ganz nahe der Chaussee. Ein Und du fühlst nur Lust, doch Grauen, 22 m langer Tunnel führt durch Wenn du nahst, hinabzuschauen. die Rieffen. Zum Eintritt ladet eine Tritt in diese Höhle ein.“ Inschrift auf eiserner Tafel mit folgenden Worten ein: Beim Austritt aus dem Tunnel zeigt sich ein völlig neues Bild: Die „Wanderer, halt die Schritte ein! Bode, von der andern Seite ein Willst du Sinn und Herz erfreun, idyllisches Waldtal durchfließend. Leicht ersteigen Bergeshöhen, Man sieht, wie der Fluß in mannig- Wo der Vorwelt Schauer wehen fachen Krümmungen fast zur Und vor längst entschwundenen früheren Stelle zurückkehrt. Julius Jahren wolff besingt in seiner Dichtung Türme nur und Zinnen waren,„Der wilde Jäger“ diesen Teil der Aber jetzt dein Auge ruht Bode. Man durchschreite den Tunnel. Prachtvoll ist von hier der Blick auf die vielgewundene Bode, welche man hier auf der andern Seite sieht. Steigt man noch einige Stufen bis zum Rücken des Berges empor, so sieht man, daß der Lauf der Bode hier einen in sich fast abgeschlossenen Kreis bildet(vgl. Karte). Nach Treseburg(15 Min.) kann man dann die Chaussee weiter verfolgen oder man gehe vom Wilhelmsblick die Steinstufen an der Westseite des Tunnels hinauf über Krügers Lust und auf einem(nicht zu fehlenden) Waldpfade über Dobbelers Höhe und die alte T'reseburg(S. 77). Treseburg s. S. 76. C. Uber den Hexentanzplatz nachTreseburg. (Wegelänge für Radfahrer 13,4 km.) Von Thale zum Hexentanaplatz ½ St. s. S. 66. Der Hexentanzplatz, ein 450 m üb. M., 250 m über der Talschle hervorragender Felsvorsprung, bietet eine Aussicht von großartigster Wirkung. An seinem Hang liegen die Wal- purgishalle(Ausstellung von Gemälden aus der Faustsage) und das Bergtheater(S. 14). Tief unten liegt, von schroffen Klippen- wänden eingeschlossen, das Bodetal; nördlich streift der Blick weit hinaus über die Landschaft nach Thale und Quedlinburg. Dem Felsvorsprung gerade gegenüber ist die Roßtrappe(Zirka 80 m niedriger als der Hexentanzplatz). Vom Hexentanzplatz kann man den Anblick des Sonnenunterganges vorzüglich ge- nießen. In der Nacht zum 1. Mai wird hier oben alljährlich das Walpurgisfest bei allerlei Kurzweil gefeiert, zu dem jung und alt, Männlein und Weiblein, hoch und niedrig von nah und fern herbeieilen, um nur Frohsinn walten zu lassen. Hotel Hexentanzplatz. Z. 1,50— 2,50 Mk., Fr. 1 Mk., T. d'h. 2 Mk., P. 5— 6 Mk. Gut. Kichters„Harzu BLANKENBURG-THALE 8ObEfAl 1160000 2. 4 1 asaheean—— Fufme⸗ Tursewege Druck von H. G. Rahigens. Lübeck Panorama von der Winzenburg. 45 7* E 2 5 5 8 ₰ ddon Sialo⸗ Thekenberge(o Gersdorfer Wurmberg 28. Neinrichswinkel as8 Braed 23. Archersleben 29 Aermanmahohe 32—+◻½f Acker 42.ſ Narde eese La e 16. Masselkopfe. Heraogchöbe 1.3- Seemmenbers ee 2 29. versbe ee er. 4 1 — he 3'* 1— 24 — Hanskühnenburg 45 8. * 87 * 72 2 8 2 1s 1 * 2 2. Route: Von Thale nach Treseburg. 75 Der Hinabweg vom Tanaplatz durch den Hirschgrund (beim steinernen Wegweiser beginnen) ins Bodetal oder über die Walpurgishalle entweder den Sachsenwallweg, Pionierstieg (Blicke in das Steinbachtal) oder die landschaftlich hervor- ragende Hexensteige nach Thale(4 St.) hinab ist nicht zu verfehlen. Zum Kurhaus Thale geht man vom Walpurgis-Re- staurant in 25 Minuten. Vom Hexentanzplatz nach dem Weißen Hirsch(1 ¼ St.). Belebter Fahrweg durch den Wald, an allen Kreuzungen Granit- wegweiser. Rechts vom Fahrwege(¼ St. vom Tanzplatz) führt ein vielbetretener Waldpfad nach dem Hirschgrund und nach Lavières Höhe, gerade der Roßtrappe gegenüber belegen, mit schönem Einblick in das Bodetal. Der Punkt ist nach dem Staatsrat Lavière benannt, welcher sich viele Verdienste um die Verschönerung und den Wegebau im Vorharz erworben hat. Vom Hexentanzplateæ dirext nach gelangt man auf schönem Prome- Lavieères Höhe gelangt man, scharf nadenweg zu dem Aussichtspunkt am Gebirgsrand oberhalb des Bode- Prinzensicnt und weiter in den tals entlang gehend(ohne Führer), Hirschgrund. in ¼ St. Von der Lavières Höhe * Vom Fahrweg nach dem Weißen Hirsch aus sieht man nach ½ St. rechts zirka 20 Schritte vom Weg auf einer Lich- tung das Denkmal Pfeils, des berühmten Forstmannes, Gründers der Forstakademie Neustadt-Eberswalde und Bahnbrechers Ein liegender Hirsch, nach Kurecks Modell in Bronze gegossen, krönt einen hohen Sockel von Marmor und Granit. Die Seiten tragen die Inschriften: Die deutschen Forstwirte dem verdienstvollen Lehrer, 1865“ und„Friedrich Pkem Leopold Pfeil, geb. den 28. März 1783, gest. den 4. Septbr. 1859.“ Vls Vorderseite trägt das Bildnis Pfeils, die Rückseite die von ihm herrührenden erse: Tief in des Buchenwaldes Schweigen, Das birgt in seinen engen Räumen Da liegt ein kleines, enges Haus Die schönste reinste Jägerlust, Und schaut, umschirmt von alten Und wenn ich mich dahin kann Eichen, träumen, Weit in die blaue Fern' hinaus. Schwellt mir die Sehnsucht oft die Brust. Kühn hebt der Stamm sich aus den Hier ist der Welt Geräusch ver- .—. Bäumen, klungen, Zu Füßen liegt der Wälder Grün, Hier leb' ich dir allein, Natur; Die Bode hört man unten schäumen, Bis hierher ist kein Streit gedrungen; Die Berge sieht man abends glühn. Hier herracht der tiefste Friede nur. 76 3. Route: Treseburg. Hier spricht der Wind mit Geister- Du kleines Haus voll süßem PFrieden, lauten, Versag' mir niemals ein Asyl. Und was er meint, versteh' ich wohl; Und biete einst dem Lebensmüden Sag' ich auch nicht, was sie vertrauten, Ein stilles Grab als letztes Ziel. Ist mir das Herz doch davon voll. Ein Waldweg führt in 5 Min. zu dem idyllisch gelegenen Försterhaus Dambachhäuschen. Restaurant. Im Herbst Jagdaufenthalt des deutschen Kronprinzen. Im Winter interessante Wildfütterung. Für Radfahrer. Der eigentliche Fahrweg nach Treseburg, den auch die Radfahrer benutzen müssen, führt nicht über das Dambachhäuschen und Weißer Hirsch, sondern 4 St. vor dem Dambachhäuschen an einer durch steinerne Wegweiser kenntlich gemachten Stelle links ab bis zum sogenannten dreieckigen Stein(Wegweiser) und von hier rechts in weitem Bogen durch das Tiefenbachtal(1 ½ St.). Die Straße führt von Pfeils Denkmal aus über den Dam- bach in ½ bis ½ St. zum Weißen Hirsch(420 m), einem hohen Felsvorsprung im Walde, unmittelbar oberhalb T'reseburg. Auf den zu den Füßen liegenden Ort blickt man wie aus der Vogelperspektive hinab. Das freundliche Bild ist von bewaldeten Höhen umrahmt; aus der Ferne winkt der Brocken herüber. Vom Weißen Hirsch nach Treseburg. Ein neu angelegter Fußweg führt unmittelbar vom Weißen Hirsch in 15 Min. über die Luppbode ins Bodetal nach T'reseburg. Der Weg von Treseburg nach dem Hexentanzplatz würde, da man stets bergauf geht, längere Zeit als umgekehrt(zirka 2 ½ St.) in Anspruch nehmen. 3. Route: Treseburg. Treseburg(270 m), ein braunschweigisches Dorf mit zirka- 200 Einw., an der Mündung der Luppbode in die Bode, der Schlußstein der hochromantischen Partien des Bodetales, ist einer der beliebtesten Zielpunkte der Touristen, besonders der- jenigen von Thale und Blankenburg. Malerisch zwischen steilen, waldgekrönten Höhen gelegen, ringsum gegen rauhe Winde geschützt, von herrlichen Promenaden umgeben, ist Treseburg auch als Sommerfrische besonders empfehlenswert. Im Winter Endziel der Thaler und Blankenburger Schlittenfahrten. Gasthöfe. Weißer Hirsch mit Dependance„Wäühelmsblick“, prächtig gelegen mit Garten an der Bode. Z. von 1,50— 3 Mk., T. d'h. 2,50 Mk. Empfohlenes, gutes Haus.— Hotel zur Forelle, in schöner Lage, mit Veranden und Terrasse an der Bode. Sehr gut. Logis von 1,50 Mk. an. Diners an kleinen Tischen 2,25 Mk.— Hotel Bodetal mit großem, schattigen Garten, unmittel- bar an der Bode. Z. 1— 2 Mk. Sehr gut.— Deutsches Haus, mit Depen- dance, Garten und Veranda. Z. v. 1 Mk. an, M. 75 Pf.— 1,50 Mk., P. v. 4 Mk, an. Gute bürgerliche Küche.— Müllers Hotel und Restaurant zur Treseburg, mit hübschem Garten und Veranden. Aussicht in das Bodetal, wird gelobt; Z. 1— 1,75 Mk., M. 1— 1,75 Mk., P. 4— 5 Mk.: passendes Logis für Schulen und Vereine. —1 —1 3. Route: Treseburg. Oberhalb des Ortes, an der Bode: Hotel Bad Wadstein. Volle Pension 4,50— 6 Mk.; Bäder: Wellenbad 50 Pf., Kiefernadelbad 1,50 Mk., Wannenbad 1 Mk., Solbad 1,50 Mk. Der ruhigen Lage wegen als Pensionshotel geeignet. Wird recht gelobt.— Bielers Logierhaus, beim Aufstieg zum„Weißen Hirsch“; Mittag 1,30 und 2 Mk., Pension 3,50— 4 Mk. In den Gasthöfen Verkauf der bekannten Katzenaugen*), die bei Treseburg im Grünstein des Burgfelsens in besonders schöner Qualität vorkommen. Es sind mehrfach berechtigte Klagen über aufdringliches Benehmen der Hausdiener und Kutscher laut geworden. Es ist den Reisenden zu raten, sich energisch dagegen zu wehren. Postverbindung. Personenpost nach Blankenburg dreimal täglich in 2 St. für 1,30 Mk.— Omnibus nach Rübeland nach Bedarf, Fahrpreis 2 Mk. Omnibusverbindung im Sommer mehrmals täglich durch das Fuhrgeschäft und die Posthalterei von Junker mit Hexentanzplatz und Thale.(Einfache Fahrt 2 Mk., Hin- und Rückfahrt 3 Mk., bis zum Hexentanzplatz 1 Mk.) Im Winter auf Bestellung auch Schlittenverbindung mit Thale(15 Mk., für Hin- und Rückfahrt.) Abfahrt Thale 9 Uhr vormittags, Ankunft Treseburg 12 Uhr mittags ⸗ ⸗ 1,15 ⸗ nachmittags, ⸗ ⸗ 4 ⸗ nachm. ⸗Treseburg 3 ⸗ ⸗ Thale 5 .. 6.—— S 2 Im Anschluß an die Bahnzüge. Haltestelle Treseburg: Hotel Bodetal. Haltestelle Thale: Staatsbahnhof und Kurhaus. Fernsprechverbindung. Fuhrwerk. Nach Thale Zweispänner 12 Mk., Einspänner 9 Mk. Nach Blan- kenburg 8— 11 Mk. Nach Rübeland direkt 15 Mk., an der Bode entlang 18 Mk. Harzklub. Auskunft beim Vorstand des Harzklub-Z.-V. Wintersport. Rodelbahn Roßtrappe— Treseburg. Rodelschlitten leih- weise. Fahrschlitten 12— 15 Mk. täglich. Die alte Treseburg, von welcher heute auf dem Burgplatz nur noch einige Mauerreste sowie Spuren von einstigen Wall- gräben zeugen, über welche die Geschichte aber ganz schweigt, liegt unmittelbar oberhalb des Dorfes Treseburg auf einem waldigen Bergkegel(Grünsteinfelsen), welcher fast ringsum von der sich windenden Bode umflossen wird. Der Berg ist ein noch uneröffneter Fundort für alte Waffen und Geräte. Auch Katzenaugen(s. unten) werden hier gefunden. Prächtig ist die Aussicht von der alten Treseburg auf die waldigen Höhen und die unten schäumende Bode sowie der Blick von dem ganz nahen Aussichtspunkt Hackelberendsrast auf Bad Wildstein und die Falkenklippe. Von dem nahen Aus- sichtspunkt Waldtrautsruh aus sieht man das Bodetal zu beiden Seiten. *) Katzenaugen oder Schillerquarz nennt man einen grünlich-weißen bis grünlich-gelben Quarz, von parallelen Amiantfasern durchzogen, welche, sobald der Stein halbkugelig geschliffen ist, einen wogenden Lichtschein, ähnlich dem Auge einer Katze, hervorrufen, weshalb er als Ringstein ver- arbeitet wird. Vorzügliche Katzenaugen findet man in Ceylon und Malabar, die besten in Europa liefert die Umgegend Treseburgs. Sie finden sich in den Geschieben zwischen Asbest und Grünstein. Die Preise differieren zwischen 50 Pf. und 10 Mk. für einen Stein. 78 4. Route: Von Treseburg nach Rübeland. Ausflüge von Treseburg: 1. Nach Auch für Radfahrer ist diese Wulhelmsblickh(20 Min.), Krúgers Lust Tour lohnender, 14,0 km. Bis Alten- und Dobbelers Höhe. Von Treseburg brak eben; dann stark ansteigend folge man der Chaussee am linken zur Chausseegabelung und von hier Ufer der Bode ca. 15 Min. bis zu Fall. dem links nach Wilhelmsblick zei- 5. UÜber Altenbrak, Wendefurth und genden Wegweiser(s. S. 73). Neuwerk nach Rübeland 18 km(zwei östlich führen Stufen aufwärts Meilen), s. Route 4. zu Krügers Lust. Von Krügers Lust(1 A lier Sen, 4 h, 2n) Büer dselct führt ein Fußweg über den Berggipfel Chan(ardremcho d 5 z dan Dobbelers Höhe nach Treseburg zurück. 3 n thedie 21 1 dn 55 ebei pireh Die ganze Tour nimmt ¼ Std. in 5 Uber aenScnilche Doratehnee. Ansbrueh. 3 7(12 km Chaussee), auch für Fuß- 2. Nach dem Wädstein und der Falken- gänger zu empfehlen. Bis Bärenrode klippe(1 Std.). Interessante Partie. großenteils Steigung. 3. Nach Blankenburg. Fu bweg. Von Treseburg führt die Chaussee 10 Min. oberhalb des Wilhelmsblicks über die Bode, dann links am linken führt links von der Chaussee ab Fuß- Ufer der Luppbode aufwärts, immer weg, rechtsvon Jagdschloß Todtenrode an der Luppbode entlang nach(8 km) Ceie Rerdiwuan aues 6 e urk aieha Nee med ensheee atten, enburg 4 9— 3 1 Fahrstraße über Wienrode und anhaltischen Gut(10 km) Bärenzode Cattenstedt. Radfahrer wählen und naoh(13,5 km) Güntorsher9e diesen Weg(11,9 km). 8. Von Treseburg über Güntersberge 4. Uber Altenbrak(s. S. 79) nach(12 km) nach Stolberg(22,5 km). Blankenburg 3 ½ Std. Die Tour ist 9. Von Treseburg über Güntersberge sehr interessant und des Umweges(12 km) nach der Josephshöhe(22 km). wert. Von Altenbrak aus Fahrweg, 10. Nach Victorshöhe über Forst- nicht zu verfehlen. haus Friedrichsbaum(12 km). 4. Route: Von Treseburg nach Rübeland. Entfernungen. Treseburg- Altenbrak 3,5 km; Altenbrak- Wendefurth 5 km; Wendefurth— Rübeland 8 km.— Ganze Tour 16,5 km(2 ¼ M., 4 ½ St.) Omnibusverbindung täglich zu jeder Zeit. Radfahrer fahren bis Altenbrak 3,5 km; dann 4,5 km ansteigend nach Chausseekreuzung(Blankenburg-— Hasselfelde) und geradeaus ansteigend zur Hüttenrode 3,3 km. Links ab mit Fall nach Rübeland 5,5 km. Ganze Tour 16,8 km. Zwischen Hüttenrode und Rübeland, beim Hotel Krokstein, zweigt links ein guter Weg ab nach Neuwerk(1,0 km). Der Weg von Treseburg bis Rübeland, an der vielgewundenen Bode entlang, gehört zu den schönsten Partien des Gebirges. Er bietet eine Fülle fesselnder Bilder, bald idyllischer, bald wildromantischer Natur, welche man in solcher Ausdehnung und Mannigfaltigkeit im Harz, abgesehen vom Bodetal bei Thale, nicht so leicht wieder findet. Durch das Dorf Treseburg führt]die Chaussee am linken Ufer der Bode entlang zu dem schön gelegenen Bad Wildstein. Prächtiger Blick von hier aus auf die alte Treseburg. Die Chaussee überschreitet zweimal den Fluß und führt dann zu dem male- risch am linken Bodeufer gelegenen 4. Route: Von Treseburg nach Rübeland. 79 (4 km) Altenbrak, der Mittelpunkt zwischen Rübeland und Thale, 300 m hoch, einem braunschweigischen Dorf mit 500 Einwohnern, meist Wald- und Hüttenarbeitern. Försterei. Als klimatischer Kurort erfreut sich der von Fichten- und Buchen- wäldern umgebene Ort einer steigenden Beliebtheit. Am An- fang des Ortes neue Fährbrücke über die Bode. Nach Wende- furth geht man am besten über dieselbe rechts abbiegend am herrlichen Bodeufer zwischen Wald und Bode entlang(ca. 25 Min.). Von Wendefurth nach Altenbrak wähle man denselben Weg in umgekehrter Richtung. Zahlreiche schöne Promenadenwege, von denen sich schöne Ausblicke in das Tal und in die Berge eröffnen, umziehen den Ort. Der geschützten, ruhigen Lage wegen eignet sich Altenbrak besonders für Nervenkranke und Rekonvaleszenten. Von Alten- brak nach Thale über Treseburg durch das herrliche Bodetal (3 Std.). Die Tour ist eine der schönsten im Harz und sehr lohnend. Gasthöfe. Weißes Roß, unmittelbar am Walde und an der Bode, mit Garten, Veranden. Bäder im Hause. Gut.— Hotel Brauner Hirsch, der Bode- brücke gegenüber. Garten, Badeanstalt. Wird gelobt.— Hotel Wald- frieden, am Wald, mit eigenem Park. Bäder im Hause. Sehr empfohlen. — Hotel Schoeneburg, an der Bode, einfach, aber zu empfehlen.— Pension in allen Gasthöfen von 4 Mk. an. Viele Privatwohnungen. omnlbusverkehr zwischen Blankenburg und Altenbrak dreimal täglich. Harzklub-Zw.-V.(Auskunftstelle: Vorsteher Röbbeling.) Ausflüge von Altenbrak macht sicht auf den Brocken, nach der man nach der Schöneburg(4 St.), Falkenklippe(1 St.), der Hohen mit prächtiger Aussicht über die Sonne(½ St.), dem Jagdschloß Bode, dem Bielstein(½ St.), dem Todtenrode(½ St.), der Försterei Schreckentalskopf(1 St.), mit Aus- auf dem Stemmberg(1 St.). Von Altenbrak nach Rübeland führt der Weg links am rechten Ufer der Bode entlang durch Buchenwald nach (9,5 km) Wendefurth, einem kleinen braunschweigschen Weiler, nahezu im Mittelpunkt der ganzen Bodetalstraße gelegen. Wende- furth ist schon, abgesehen von den vielen Touristen, die es als will- kommene Rast benutzen, als Luftkurort und ange- nechme Sommerfrische seit einer Reihe von Jahren beliebt, und in der Tat ist diese Harzidylle dauzu sehr ge- eignet. 333 m über dem Meeresspiegel gelegen, wird der Ort von 100 m hohen Bergen rings umgeben, liegt also in einem voll- ständig geschützten Kessel. Als schöne Aussichtspunkte in unmittelbarer Nähe bei längerem Aufenthalt sind zu emp- fehlen: Der Rothestein, der überraschenden Blick ins schöne Bodetal sowie über Berge und Höhen bis zum Brocken bietet; der Kirchhofsberg, die Schöneburg, der Armesberg, Todtenrode. 80 4. Route: Von Treseburg nach Rübeland. Ein herrlicher Spaziergang durch die„Sieben Gründe“ durch Buchenwald zum Stemmberge. Halbe Tagestouren: nach Rübeland, Ziegenkopf, Blankenburg, Roßtrappe, über Altenbrak nach Treseburg, über Stemmberg nach Hasselfelde. Gasthöfe. Quensels Hoteal Kurhaus mit 3 Dependancen, schön gelegen, von Veranden umgeben. Vorzügliche Sommer- und Winterpension, tadel- lose Verpflegung bei mäßigen Preisen. Eigene Rodelbahn. Sportgeräte leih- weise. Empfehlenswert. Z. von 1,25— 2,50 Mk. an, P. von 4,50— 6 Mk. an. — Hotel und Pension Grasshoff, Z. von 1,25 Mk. an, P. von 4,50 Mk. an. Vorzügliche Küche, altrenommiertes Haus.— Zur Erholung, Logis von 1 Mk. an, P. von 4,50 Mk. an. Gut bürgerlich.— Gasthof Zum Waldfrieden. Neu erbaut, komfortabel, unmittelbar an der Bode. Z. von 1,25— 2 Mk.,, P. von 4 Mk. an. Gut. Post nach Blankenburg 7,5 km.— Nach Hasselfelde 8 km. Am rechten, hohen Ufer der Bode hin führt der Weg weiter durch Waldung in ½ St. bis zum Einfluß der Rappbode in die Bode, nun am rechten Ufer der Rappbode hin bis zur ersten Brücke(4 St.), über dieselbe auf den Fahrweg. Rechts auf dem Fußwege aufwärts im Zickzack über den bewaldeten Berg und dann weiter am rechten Ufer der Bode entlang zu den (13 km) Diabas*)-Steinbrüchen. Interessante, durch kom- primierte Luft getriebene Bohrmaschine, welche in einer Stunde m tief in das harte Gestein einzudringen vermag. Steinzerkleinerungs- maschine. Auf Verlangen werden die Einrichtungen gezeigt. An der Bode hin führt der Weg weiter nach (15 km) Neuwerk, einem malerisch gelegenen, braunschwei- gischen Hüttenorte mit 600 Einw. Gasthöfe. Hotel z. Krockstein, mit großem Garten. Empfohlen.— Zum wei ſen Rõßl', einfach. Z. 1 Mk., F. 50 Pf., D. 1,50 Mk., im Ab. 1,20 Mk., P. 3,50 Mk.— Restaurant von Stahlberg. Post, Telegraph und Telephon,„im weißen Rößl’ö“. Am rechten Bodeufer führt der Weg weiter. Hinter Neu- werk treten die Felswände schroff aus dem Bergwalde hervor; der bisher idyllische Charakter der Landschaft wrl ein wild- romantischer. Der Weg führt über eine Steinbrücke(5 Min. von Neuwerk) auf das linke Ufer der Bode hinüber. In unmittel- barer Nähe liegt die frühere Marmormühle. Talauf am linken Ufer führt der Weg. Je näher man an Rübeland kommt, desto großartiger wird die Landschaft. Zunächst gelangt man an den Bahnhof Rübeland. Von dort nach 10 Min. in den Ort (18 km) Rübeland(s. S. 93). *) Diabas ist ein sehr hartes Eruptivgestein von dunkelgrüner bis grünlich- grauer Farbe; er wird daher gemeinschaftlich mit Diorit oft als Grünstein bezeichnet. 5. Route: Blankenburg. 81 5. Route: Blankenburg. von Thale nach Blankenburg(9,5 km). 1. Eisenbahn: 11 km in 20 Min. über Timmenrode und Helsungen (Helsunger Krug) unterhalb der Teufelsmauer mit Ludwigsfelsen und Kucksburg. 2. Chaussee über Timmenrode(Gasthof Deutsches Haus), an der Teufels- mauer entlang.(Für Radfahrer: kurz vor Blankenburg starker Fall.) 3. Für Fußgänger vom Bahnhof rechts, dann an dem Hüttenwerk entlang geradeaus über die Bode zum Bahnhof Bodetal. Von hier rechts nach Angabe der Wegweiser unter der Wolfsburg durch, links etwas bergan zum„Rübchen“, einer kleinen Restauration, und weiter, durch Harzklubschilder geführt, entweder am Forsthaus Eggerode vorbei und dann über kahles Feld auf Cattenstedt zu, oder an den braunschweigischen Orten(rechts) Timmen- rode,(links) Wienrode und Cattenstedt vorüber nach Blankenburg(1 ¹½ St.). Von der Chaussee Timmenrode zweigen übrigens, sobald man ans Holz kommt, rechts Fußwege ab, die am sogenannten Sautrog vorbei durch den Heidelberg führen. Von der Roßtrappe nach Blankenburg(ca. 2 St.). Vom Gasthaus folge man dem Waldfahrweg bis dahm, wo er links abgeht. Man gehe geradeaus, kreuze die Chaussee und folge am Grenzpfahl dem Fußweg geradeaus, der in ½ St. abwärts bei den Steinbrüchen wieder zur Chaussee führt; dann folge man dem bald links abgehenden Fußweg, welcher in 20 Min. wieder auf die Landstraße stößt. Hier hat man Wienrode(Gasthaus zur grünen Tanne,— Gasthaus zum Deutschen Kaiser), Cattenstedt und Blankenburg bereits vor sich. Der Weg ist nicht mehr zu verfehlen, man geht entweder den Fußweg geradeaus auf Wienrode zu oder benutzt die Chaussee nach Wienrode, um vom Ende dieses Ortes einen Fußweg über den Anger direkt auf Cattenstedt zu einzu- schlagen. Radfahrer fahren am besten über Thale nach Blankenburg. 11,5 km. Von Treseburg nach Blankenburg, 11 ½ km Chaussee. Bald hinter dem Eingang zum Wilhelmsblick zweigt aber ein Fußweg links ab, der wieder in die Blankenburger Chaussee vor Wienrode einmündet. Dieselbe führt, den zweiten abkürzenden Fußweg wie von der Roßtrappe bietend, über Wienrode und Cattenstedt bis Blankenburg. Von Altenbrak nach Blankenburg wunder- voller Fußweg. Gleich hinter dem Hotel Waldfrieden steil bergan, dann entweder rechts über das Forsthaus Todtenrode oder links(geradeaus), schließlich steil den Eschenberg herab nach Wienrode, stets durch Schilder bezeichnet. Radfahrer fahren entweder über Wilhelmsblick nach Blankenburg mit der Chaussee(11,9) oder über Altenbrak im Bodetal(14,4). vVon Halberstadt nach Slankenburg, 19 km. Eisenbahn. 8 Züge täglich. Stationen: Spiegelsberge, Langenstein(Abzweigung nach Derenburg), Minsleben, Station der Staatsbahn Halberstadt nach Wernigerode, Börnecke und Blanken- burg. Die Fahrt von Halberstadt bis Blankenburg ist eine sehr interes Fortwährend hat man die Harzberge vor sich. Kurz vor Blankenburg ers rechts der Regenstein. Prächtig ist der Blick vom Bahnhof Blankenburg auf die umliegenden Berge und auf Stadt und Schloß. Für Radfahrer gute Straße über Wilhelmshöhe(5,9).— Pfeiffenkrug (6,1).— Etwas weiter starke Steigung, abwärts Vorsicht!— links der Regen- stein.— Blankenburg(4,0). Ganze Tour 16,0 km. Blankenburg, 200— 337 m hoch gelegen, mit 11 500 Einw., leicht zugänglich durch ein Netz von Eisenbahnlinien vom Eisenbahnknotenpunkt Halberstadt in 31 Min. Fahrzeit, von Thale in 20 Min., von Wernigerode in 50 Min., von Tanne in Richters Harz. 6 82 5. Route: Blankenburg. 1 ½ St., von Dreiannen-— Hohne in 1 ¼ St., von Quedlinburg in 30 Min., ist die Hauptstadt des gleichnamigen braunschwei- gischen Kreises und ehemaligen Fürstentums. Die Mannig- faltigkeit der Umgebung und die vor rauhen Winden geschützte Lage des Ortes(mittlere Jahrestemperatur 9,55 C) machen Blankenburg zu einer beliebten Sommerfrische und einem der empfehlenswertesten klimatischen Kurorte des Harzes. Kreisdirektion, Amtsgericht, Garnison des 2. Bataillons Inf.-Reg. Nr. 165, Gymnasium, Realschule(mit Alumnat). Höhere Mädchenschule sowie mehrere Privat-Lehrinstitute. Gasthöfe. Im Ort: Weißer Adler, nahe der Post, mit hübschem Garten. Z. von 2 Mk. an, T. d'h. von 2,50 Mk an, P. von 7 Mk. an. Vortreffliches Haus. — Hotel-Pension Bestehorn, elegant, im Villenviertel, Pens. für längeren Auf- enthalt geeignet, gelobt.— Hotel Kaiser Wälhelm, dem Bahnpark gegenüber. Z. 1,50— 4 Mk., T. d'h. von 1,75 Mk. an. Bäder im Hause. Gelobt.— Hotel Stadt Braunschweig. Z. 1,25— 2 Mk., T d'h., 12 Uhr, 1,75 Mk. Gelobt. — Gebirgshotel, an der Straße nach der Roßtrappe, Rübeland und Thale, mit Garten. Z. 1,50— 3 Mk., T. d'h., 1 Uhr, 2 Mk., P. von 5 Mk. an. Gut.— Hotel zur Krone, Z. 1,50— 2,50 Mk. Mitten in der Stadt. Volle Pension von 5 Mk. an. Altbekanntes, gutes Haus.— Goldener Engel, am Markt. Altestes Haus am Platze. Z. von 1 Mk. an, M. 1,25 Mk. Wird gelobt.— Hotel Deutsches Haus. Gut bürgerlich. Z. 1—1,75 Mk. — Forsthaus, nahe dem Bahnhof, einfach.— Schwarzer Bär, Neue Halberstädter Straße.— Sonnenbergs Logierhaus, am Tie. Z. 1,25— 1,75 Mk. — Nahe der Stadt: Hotel und Pension zum Heidelberg, im Wald, an der Teufels- mauer. Gut.— Hotel zum Großvater, auf der Teufelsmauer, in malerischer Felsen- und Waldumgebung.— Hotel und Pension Silberborn, hoch gelegen, mit prächtiger Aussicht. Z. von 1,50 Mk. an, M. 1— 1,50 Mk., P. von 4,50 Mk. an. Wird gelobt.— Hotel und Pension Eichenberg, auf dem Wege zum Eichen- berg, mit hübscher Aussicht.— Außerhalb: Hotel und Pension Waldmühle, in Michaelstein. In 45 Min. auf schöner Waldpromenade zu erreichen, 15 Min. von Station Bast der Harzbahn. Neu erbaut, sehr komfortabel einge- richtet. Gut.— Restaurant und Pension Waldfrieden, ebendaselbst, P. von 5 Mk. an.— Hotel auf dem Ziegenkopf.— Hotel auf dem Regenstein. Restaurants. Damköhlers Konditorei, Café und Restaurant, modern, am Markt.— Richard(mit Konditorei).— Café und Konditorei Kurhaus.— Schützenhof, Schützenstraße. 7 Bäder. Badeanstalt Blankenburg, am Markt, sehr komfortabel und mit den neuesten, bewährtesten Einrichtungen versehen. Wannenbäder, Kiefernadelbäder, Dampfbäder, irisch-römische Bäder, elektrische Glühlicht- bäder, Moorbäder, Massage. Eine Dampfwaschanstalt ist mit dem Etablissement verbunden.— Städtische Badeanstalt am Tie, Wannen- und Schwimmbäder. Heilanstalten. Sanatorium von Dr. Muller& Dr. Rehm.— Sanatorium Euselein(Inh. Dr. med. Matthes), mit Park. Pension inkl. Bäder und ärztlicher Behandlung 210— 300 Mk. pro Monat. Sehr besucht und beliebt. Beide für Nervenleidende.— Sanatorium„Villa Bergfried“ des Sanitätsrats Dr. Retzlag.— Sanatorium und Erholungsstätte„Villa Daheim“ von Jahn, mit großem Garten. P. 5,50— 9 Mk. Eisenbahn. Nach Halberstadt, 31 Min., 8 Züge täglich.— Uber Rübeland — Elbingerode— Rotehütte nach Stat. Tanne(Zahnradbahn) täglich 8 Züge. — Die neuen Bahnen nach Quedlinburg und Thale(Abzweigung bei Timmenrode) sind in Betrieb gestellt. Diese neuen Bahnstrecken 5. Route: Blankenburg. 83 sowie die von Elbingerode nach Drei-Annen-Hohne(Anschluß an die Brocken- bahn) sind ihrer wundervollen Aussichten wegen besonders zu empfehlen. Fuhrwerk täglich 12,50— 15 Mk.(zweispännig). Sonst Taxe. Postverbindung. Nach Hasselfelde in 2 ½ Std.(Privatpost).— Nach Bahnhof Thale in 1 ½ Std. nachm.— Postomnibus nach Altenbrak und Trese- burg verkehrt täglich in 2 ½ Std. Harzkluh-Zw.-V. Auskunftstellen: Bahnvorstand, Magistrat und Verkehrs- verein, Fernsprecher 39, übersenden kostenlos Prospekte und erteilen Aus- künfte, Buchhandlung von Höfer, auch Wohnungsnachweis, Viewegs und Schimmelpfengs Buchhandlung. Wintersport. Sportmaterial leihweise bei Krach& Meinders, Rodelbahn am Schieferberg, mit elektrischer Beleuchtung, Eisbahn. Historisches. Blankenburg wird Barbarossa, Burg und Stadt. bereits im 12. Jahrhundert als feste Stadt genannt. Die Burg wird zu- erst zur Zeit des Kaisers Lothar(um 1131) genannt; dieser verlieh Burg und Grafschaft dem ihm verwandten Grafen Poppo(von Blankenburg), dessen Nachkommen sich in die Blankenburger und Reinsteiner Linie verzweigten. Sie waren Lehns- leute und eifrige Anhänger der Welfen, und im Kampf mit diesen zerstörte ein Heer Kaiser Friedrich I. 1599 kam Blankenburg durch Lehns- folge an die Herzöge von Braun- schweig. Als Unterpfand für 50 000 Taler Kriegskosten nahm Max von Wallenstein die ihm vom Kaiser verpfändete Grafschaft Reinstein bis zur Zahlung der Summe durch dieselbe in Besitz. Zu dieser Zeit wurde der Regenstein von kaiser- lichen Truppen besetzt und kam später in kurbrandenburgischen Besitz. Ortsliteratur. Steinhoff, Geschichte der Grafschaft Blankenburg, 1891 Eichler, Sagen von Blankenburg(Harzburg, Stolle). Leibrock, Chronik von Blankenburg(Blankenburg 1864). Stübner, Denkwürdigkeiten von Blanken- burg(Wernigerode 1788). Hassel& Bege, Beschreibung des Fürstentums Blankenburg(Braunschweig 1802). v. Liebhaber, Vom Fürstentum Blanken- burg(Wernigerode 1790). Dr. Witte, Blankenburg als Ruhewohnsitz. Dr. Behme, Geolog. Führer(Hannover 1911). In dem Eckhaus an der Marktstraße und später an dem der Tränkestraße, wo bis 1899 das Amtsgericht war, wohnte nach seiner Flucht aus Dillingen Ludwig XVIII. vom 24. August 1796 bis 10. Februar 1798 unter dem Namen eines Grafen von Artois. Am Markt das Rathaus aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts, 1586 restauriert. Am Rathause führt ein Treppenpfad auf- wärts zur Bartholomäikirche, deren älteste Teile aus dem 12. und 13. Jahrhundert stammen; restauriert, viele Grabsteine, sehens- wert. Das städtische Museum befindet sich im städtischen Elektrizitätswerk. Das Schloß Blankenburg, auf dem 330 m üb. M. hohen Kalksteinfelsen Blankenstein, 100 m über der Stadt, ist einer der schönsten Punkte des Harzes und als einstige Residenz der Gaugrafen im Hartingau und der Grafen von Blankenburg und Reinstein sowie auch der braunschweigischen Herzöge von historischem Interesse. Eintritt 1 Mk. für 1 Person, mehrere Personen à 50 Pf. 6* 84. 5. Route: Blankenburg. Die Blankenburg soll vom Kaiser Lothar zu Anfang des 12. Jahr- hunderts erbaut sein; sie war dar- auf Sitz der Grafen von Blanken- burg und Reinstein, welche als Lehnsleute Herzog Heinrichs des Löwen mit Kaiser Friedrich Bar- barossa in Fehde lagen. Bischof Dietrich von Halberstadt zerstörte 1181 die Blankenburg. Nach dem Wiederaufbau kam die Burg 1344 an die jüngere Linie der Reinsteiner. Im Jahre 1546 brannte das Schloß nieder; die Gräfin von Blankenburg verlor dabei ihr Leben, und der Graf wurde schwer verletzt. Nach dem Aussterben der KReinsteiner Grafen, 1599, ging das Schloß wieder in den Besitz der Lehnsherren, der Herzöge von Braunschweig, über. 1625 nahm Wallenstein, welcher Blankenburg als Pfand für 50 000 Taler Kriegskosten vom Kaiser erhalten hatte, von Stadt und Burg Besitz. Kaiser Karl VI., welcher eine Tochter des auf der Blanken- burg residierenden Herzogs Ludwig Rudolph heiratete, erhob die Graf- schaft zum Fürstentum. Die Prinzessin Charlotte von Blanken- burg, die Schwester der Erstge- nannten, wurde 1711 Gemahlin des russischen Großfürsten Alexis, des Sohnes Peters des Großen. Nach der Sage wurde ihr Tod simuliert, sie floh nach Amerika und ver- mählte sich mit einem Chevalier d'Aubert; sie starb 1770.(Vergl. Zschokke, Die Prinzessin von Wolfenbüttel.) Dem jetzigen Re- genten von Braunschweig, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, dient die Blankenburg häufig als Aufenthalt, und fast alle zwei Jahre ist Hofjagd, zu der die deutschen Kaiser hier geweilt haben. sehenswürdigkeiten besitzt das Schloß vorzüglich in seinen Ge- mäldten. Bilder von Albrecht Dürer, Lukas Cranach, Wouvermann, Te- niers, van der Werffs, Quintin Massys usw.— Von hohem, kunst- historischem Wert sind die Waffen, Trinkgeschirre, Schnitzereien usw. Beachtenswert ist das Kruzifix nach Michelangelo in der Schloßkirche sowie die Marmorstatuette„Susanne im Bade“ von Pozzi.— Es geht auch hier die Sage der Weißen Dame, deren Bild im Schloß hängt. Zum Schloß gehört ein wohlgepflegter Wildpark(Eintritt 50 Pf.) mit reichem Wildstande. Im Park auf dem CGalvinus- berge, mit reizender Aussicht, liegt das verfallene Lustschloß Luisenburg. Durch den Park hindurch kann man zum LZiegen- kopf gehen. Von dem Kriegerdenkmal auf dem nahen Schnappel- berg vorzügliche Rundsicht. Die Teufelsmauer ist eine aus Quadersandsteinen bestehende Klippenreihe. Sie beginnt 15 Min. östlich von Blankenburg und zieht sich über Timmenrode und Neinstedt bis zu den Gegensteinen bei Ballenstedt hin. Ein freund- liches Gehölz, der Heidelberg, liegt am Fuße der Teufelsmauer, für Forscher interessant durch seine Petrefakten. Die schönen Laub- und Nadelwälder des Heidelbergs gehören zu Blanken- burgs lieblichster, nächster Umgebung(Blankenburger Stadt- park). Am Ende einer Villenstraße, ungefähr 10 Min. von der inneren Stadt, in schöner Lage das Hotel zum Heidelberg. Ruhe- plätze unter schattenspendenden Bäumen befinden sich direkt vor dem Hotel, zahlreiche hübsche Promenaden mit reizenden Aussichtspunkten in unmittelbarer Nähe. Von hier sowohl wie direkt von der Stadt und von der Cattenstedter Chaussee 7. 5. Route: Blankenburg. 85 führen Wege hinauf zum Großvater, einem wilden Felsenvor- sprunge mit prächtiger Aussicht(Hotel zum Großbater. Logis von 1,50 Mk. an. T. d'h., 1 Uhr, 1,75 Mk., P. von 4,50 Mk. an.) — 6stl. vom Heidelberg, in der Nähe des Sautrogs, gewähren die Aussichtspunkte Hohe Sonne und Hermannsfelsen weiten Blick ins Land. Auf dem Kamm der Teufelsmauer entlang führt der durch Treppenanlagen und eiserne Geländer gefahrlose Löbbekesteig, den man zur Wanderung nach Thale benutzen kann. Die Sage von der Teufelsmauer berichtet: Der böse Geist hatte sich ein- Blankenburg an. Der liebe Gott stens unterstanden, die Erdkugel sah der vermessenen Arbeit des oder die ganze Welt mit Gott zu Teufels eine Zeitlang zu, doch als teilen, und zwar so, daß dem er bemerkte, daß die Mauer gar großen Gott die eine Hälfte zu gewaltig wurde, hat er sie in seiner Beherrschung übrig bleiben, seinem gerechten Zorn zerstört, und die andere Hälfte aber ihm über- es sind nur die Stücke übrig ge- lassen sein sollte. Der Teufel wollte blieben, welche bis auf den heu- nun eine Mauer auftürmen, welche tigen Tag den Namen Teufelsmauer sich durch die ganze Welt er- führen. strecken sollte, und fing damit bei Der Ziegenkopf, 45 Min. von Blankenburg, ist am bequem- sten zu erreichen, wenn man die Harzbahn bis zur Haltestelle Braunesumpf benutzt, von dort Chaussee 25 Min. Der direkte Fahrweg von Blankenburg führt durchs Tränketor und die viel- fach gewundene, aussichtsreiche neue Chaussee aufwärts bis zum Wegweiser, dann links hinauf zum Gipfel. Zwei direkte Fußwege(45 Min.) führen dahin, der eine über das Roh, die neue Straße kreuzend, der andre aus dem Harztor am Schiefer- berge hinauf im Walde(Handweiser). Der Ziegenkopf, 408 m hoch, die höchste Erhebung in der Umgegend Blankenburgs, bietet einen herrlichen Rundblick. Die schönste Aussicht bietet der Platz vor dem Hotel, zu dem aber nur Gäste Zutritt haben. Die Aussicht vom Tiegenkopf stadt und. die Türme Magdeburgs; gibt einen prächtigen Überblick unter dem Beschauer liegt das über die Bergeskuppen des öst- freundliche Blankenburg im Kranz lichen Harzes, die Josephshöhe, die seiner Bergesumgebung, dem Regen- Victorshöhe, die Roßtrappe, den stein, dem Hoppelberg, der Heim- Hexentanzplatz, die Georgshöhe, burg und der Ttufelsmauer. Im den Stubenberg, Schloß Ballen- Westen sieht man den Brocken, stedt, die Gegensteine; fernerhin daneben die Heinrichshöhe und die erblickt man Quedlinburg, Halber- Hohneklippen. Zwischen dem Ziegenkopf und der Station Bast liegt auf dem PEichenberge der vom Harzklub erbaute Aussichtsturm, die Kaiserwarte genannt. Eintrittskarten(10 Pf.) liefert ein Auto- mat am Turm; im Sommer kleines Restaurant neben der Warte. 86 5. Route: Blankenburg. Der Regenstein oder Reinstein, ein 296 m hoher Quader- sandsteinfels, liegt 2,5 km(½ St.) nördlich von Blankenburg. Ein Fahrweg, der von der Halberstädter Chaussee bei dem Bahn- wärterhaus abzweigt, führt bis oben hinauf; von hier aus Feldweg. Fußwege: entweder vom Bahnhof aus den unteren über die Wein- bergstraße oder über das Tie und den Platenberg den oberen Fußweg(Handweiser) ½ St. durch das Burgtor. Im Hotel Altertümersammlung, Auskunftstelle des Harzklub-Zw.-V. Die Aussicht nach allen Seiten hin ist eine vorzügliche. Von dem oberen Teil der Ruine hat man den vollkommensten Uberblick über den ganzen Nordharz, von der Kattenäse bei Harzburg bis zur Konradsburg bei Ermsleben. In der Ruine zeigt man das 20 m tiefe Burgverlieſßß— der verlorene Posten(Aussicht)— daneben ein verfallenes Burgverli ß, aus dem sich einst ein dort ge- fangenes Fräulein von Heimburg vermittels eines Ringes einen Ausweg durch den Felsen gebahnt haben soll.— Am südöst- lichen Ende des Bergzuges, 10 Min. von der Ruine, liegt eine groteske Felspartie, die Kleine Roßtrappe. Die Ruine Regenstein ist eine deutschen Kaiser Leopold empörte, der interessantesten alten Berg- wurde hingerichtet, und die Burg vesten Deutschlands. Ein großer fiel trotz des Widerspruchs der Teil der Burg ist in den Felsen braunschweigischen Herzöge an dehauen und dadurch unzerstörbar. Brandenburg und ist seitdem Kaiser Heinrich II. soll die Burg preußische Enklave im braun- m Jahre 919 erbaut haben; im 12. schweigischen Land. Die vom Jahrhundert hatten hier die Grafen Großen Kurfürsten befestigte Burg von Reinstein(Regenstein) ihren wurde 1757(im sSiebenjährigen Sitz. Sie teilten sich in zwei Linien, Krieg) von den Franzosen erobert, die auf dem Regenstein und die auf doch schon im folgenden Jahre fiel Heimburg. Letzterer, die die Re- sie an die Preußen zurück, welche gensteiner bald überflügelte, ge- nun die Festungswerke schleiften. hörte Albrecht II. an, dessen ritter- Manche Sage knüpft sich an diese liche, fehdelustige Gestalt von der Ruine. Es ist das Mauerwerk der Sage umwoben ist, besonders in Grafenburg von dem der späteren den Kämpfen um Quedlinburg und Festung zu unterscheiden. mit Bischof Albrecht II. von Halber- Literatur. Steinhoff, Der Regen- stadt(der Raubgraf). stein(Blankenburg 1905); Bürger, Ein späterer Besitzer dieser Der Regenstein(Osterwieck 1907); Burg, ein Graf von Tattenbach- Steinhoff, Geschichte von Blanken- Reinstein, welcher sich gegen den burg(Blankenburg 1891) Vom Regenstein nach Michaelstein(34 St.). Will man vom Regenstein nach Wernigerode weiter, ohne nach Blankenburg zurückzukehren, so empfiehlt sich der Weg über Michaelstein. Vom Regenstein aus folge man dem Fahrweg, welcher nach 4¼ St. über die Halberstädter Chaussee und nach wieder ¹½4 St. auf die Blankenburg- Michaelsteiner Chaussee führt, auf dieser linkes nach Michaelstein.(Michaelstein und Weiterweg nach Wernigerode s. S. 88). 6. Route: Von Blankenburg zum Südharz. 87 6. Route: Von Blankenburg zum Südharz. Blankenburg— Hasselfelde— Ilfeld— Niedersachswerfen. Post von Blankenburg nach(16,6 km) Hasselfelde(einmal täglich in 2% St.), von dort zur Haltestelle Tiefenbachmühle(7 km) an der Harzquerbahn (zweimal täglich in 1 St.). Radfahrer kommen bei der Kaserne auf die Chaussee. Bis kurz vor Hasselfelde viel Steigung; hinter Wendefurth sehr starke, bei der Rückfahrt große Vorsicht!l. Von Hasselfelde stets schöner Fall bis Niedersachswerfen und noch weiter bis Nordhausen. Die Poststraße führt über das braunschweigische Dorf Cattenstedt(700 Einw.) nach(8 km) Wendefurth, überschreitet hier die Bode und führt dann, anfangs bergauf, über den Stemm- berg(Erfrischungen), dann eben, weiter wieder bergab und vor Hasselfelde steil aufwärts, nach (11 km) Hasselfelde, 460 m hoch, Endpunkt der anhalti- nischen Harzbahn, ist eine braunschweigische Stadt mit 3000 Einw. Hasselfelde hat nach dem letzten großen Brande von 1893 zum Teil neue schmucke Häuserreihen erhalten, die dem Ort ein sauberes Aussehen geben. Besonders freundlich ist der große Marktplatz mit der Kirche von Ottmer, 1845—51 auf heimischem Sandstein erbaut. Die Stadt hat zwei Oberförstereien. Amtsgericht, zwei Arzte und Apotheke, Wasserleitung und Bade- anstalt. Gute Wohnungen sind vorhanden, hübsche Prome- naden nahe der Stadt, und an Ausflügen(s. unten) mangelt es nicht. Die Lage ist hoch und frei; der Gesundheitszustand der Einwohner nachweislich gut. Erholungsbedürftigen und Nervenschwachen ist Hasselfelde als Luftkurort zu empfehlen. Im Winter Schnee- und Schlittschuhlaufen. Gelegenheit zu Schlittenpartien. Gute Rodelbahnen. Gasthöfe. König von Schweden, am Markt.— Zur Krone, mit gutem Restaurant.— Deutscher Kaiser, einfach.— Bahnhofswirtschaft, auch Logis, Z. 1,50 Mk.— Ratskeller, vorzügl. Restaurant. Auskunftstellen des Harzklubs bei Architekt Kettner und dem Magistrat, welcher einen illustrierten Prospekt und Wohnungsverzeichnis versendet. (Telephon.) Eisenbahn nach Gernrode und über Stiege-— Eisfeldertalmühle nach Nordhausen und Wernigerode und Brocken. Sonntagskarten nach Lindenberg, Alexisbad und Gernrode. Geschichtlichnes. Hasselfelde, aus zerstört sein, nachdem 500 Berg- Ost-, West- und Mittelhasselfelde knappen von hier die Nonnen im entstanden, hatte im Mittelalter nahen, jetzt wüsten Gertrudenkloster bedeutenden Bergbau.— Kaiser überfallen hatten. 1559, 1705, 1794, Heinrich III. hatte hier ein Jagd- 1834, 1893 brannte die Stadt zu schloß. Hasselfelde soll in die größeren Teilen nieder. Acht erklärt worden und später Ausflüge. 1. Käseberg, städtische Anlage bei der Stadt mit Teich und Wasserfall. 2. Wilder Rabenstein, Aussicht auf das Rappbodetal, 5 km. 3. Rothestein, 5 km. 4. Karlshaus mit Aussichtsturm, 7 km,(3 km von Hst. 88 7. Route: Von Blankenburg nach Wernigerode. Tiefenbachmühle). 5. Uber Radeweger Weghaus zur Tiefenbachmuhle, Hst., 7 km. 6. Trautenstein(450 m), braunschw. Dorf mit 650 Einw., neuerdings beliebter Luftkurort. Gasth. zum Druidenstein, Z. 1,25 Mk., P. v. 4 Mk., hoch- gelegen; waldreiche schattige Spaziergänge an den Hängen und im Rapp- bodetal. Gegenüber der Butterkopf. In der Nähe die UÜberreste der Trage- burg und der wilde Rabenstein, nach Süden zu der Aussichtsturm Karlshaus (626 m), ³4 Std., und das idyllisch gelegene Forsthaus Gräüntal, Erfrischungen, in dessen Nähe Zeche Gertrud liegt, 4 km. Mit Holzkirche und Drudenstein im Pfarrgarten. Luftkurort. In der Nähe die ÜUberreste der Trageburg. Von Trautenstein ab herrlicher Waldspaziergang nach Benneckenstein. Auskunft und Führer vom Harzklub. 7. Tanne, 11 km, Endpunkt der Harzzahnrad- bahn und der Zweigbahn Braunlage— Tanne(s. S. 100). 8. Rübeland, 10 km, Bahnhof 11 km. 9. Wendefurth, 8,5 km. 10. Altenbrak, 7,5 km. 11. Trese- burg, 12 km. Nächste andre Bahnhöfe. Tiefenbachmühle, 7 km, Tanne und Bennecken- stein je 10 km, Rothehütte, 10 km, Elbingerode über Gr.-Trogfurtherbrücke, 12 km, Rübeland, 11 km. Die Straße von Hasselfelde nach(16,1 km) IIfeld führt in sehr schöner Gegend durch das Bähretal an dem Kreuzungs- punkt Nonnenforst vorüber. Von Lfeld nach(3 km) Nieder- sachswerfen führt die Chaussee durch Felder. 7. Route: Von Blankenburg nach Wernigerode. A. Auf der Chaussee über Michaelstein, Heimburg und Benzinge- rode. Entjfernungen. Blankenburg- Michaelstein 3,5 km(½ M.). Michael- stein— Heimburg 3,5 km(½ M.). Heimburg-— Benzingerode 3,1 km. Benzin- gerode— Wernigerode 6,0 km. Die ganze Tour 16,1 km. Diese Tour wird meistens zu Wagen gemacht. Im Sommer(unregel- mäßiger) Omnibusverkehr bzw. stehen sowohl in Blankenburg wie in Wernige- rode Omnibusse auf Wunsch zur Verfügung. Täglich einmal Postverbindung hin und zurück während des ganzen Jahres. Rüstigen Fußgängern sei die unter B. beschriebene Tour empfohlen. Für Radfahrer. Der direkte Weg nach Heimburg ist 1 km näher, aber nicht so lohnend wie über Michaelstein. Von Blankenburg führt die Fahrstraße durchs Tränketor geradeaus, bei der dreifachen Wegeteilung 4 St. vor der Stadt über den mittleren Weg, in à½ℳ Stunde nach Michaelstein(15 Min. vom Bahnhof Bast-— Michaelstein, in dessen Nähe sich die herrlich gelegene Restauration und Pension zur Bast sich befindet), Dorf mit 100 Einw., einem ehemaligen Zisterzienserkloster, inmitten prächtiger Waldungen. An einem Torturm ist ein Relief des Erzengels Michael, welcher den Lind- wurm besiegt. Geführt wird man ins Kloster von dem Lehrer, welcher neben dem Turm wohnt. Interessante Kreuzgänge, Kapitelstube und Refektorium. 7. Route: Von Blankenburg nach Wernigerode. 89 Die älteste Stätte des Klosters beiteten ihn. 1146 wurde durch die Michaelstein ist am Volkmars Abtissin Beatrix von Quedlinburg keller. Den Grund legte im Anfang und Mönche aus Altenkampen das des 9. Jahrhunderts die Klausnerin Zisterzienserkloster begründet, 1167 Luitburg und im 10. Jahrhundert nach seinem heutigen Platz ver- eine Einsiedlerbrüderschaft, die legt. 1544 ward das Kloster den sich um den hl. Volkmar gesellte Grafen von Blankenburg über- (daher Volkmarskeller). Gleich- geben. Im Jahre 1710 wurde hier gesinnte bauten sich in der Nähe ein Predigerseminar errichtet, welches an. Niedrige, aber umfangreiche bis 1721 bestand. Das Klostergut Umfassungsmauern, kürzlich ausge- ist jetzt ein Vorwerk der Domäne graben, zeigen ziemlich genau Heimburg. die einzelnen Gebäude des Klosters. Literatur. Steinhoff, Geschichte Das Kirchlein wurde ein beliebter der Grafschaft Blankenburg und des Wallfahrtsort. Die„Volkmars- Klosters Michaelstein(Blankenburg brüder“ gewannen Marmor in den 1891), Geyer, Kloster Michaelstein nahen Steinbrüchen und bear-(Leipzig 1907). Von Michaelstein in den Klostergrund bis Volkmarskeller(4 St.) und von da nach Forsthaus Eggeröderbrunnen; hier alkoholfreie Erfrischungen(zus. 1 St.). Neben der Domäne eine Forellenzuchtanstalt, welche den Fremden gern gezeigt wird. Nahe dabei in reizender Lage und malerischer Waldumgebung das an Stelle des alten Gasthofs erbaute, mit modernem Komfort eingerichtete Hotel zur Wald- mühle, mit großem Saal und Restaurationsgarten, eine der an- genehmsten Rast- und Erholungsstätten. Zur nahen Mönchs- mühle(10 Min.), malerisch am großen Mönchemühlenteich gelegen, gehe man auf der Chaussee nach Heimburg an einer Wegsäule vorbei und folge dem ersten Fußweg rechts. Von Michaelstein 3,5 km Chaussee nach Heimburg, einem braunschweigischen Dorf mit 1150 Einw. (Gasth. Zum deutschen Hause.) Oberhalb des Dorfes lag, 283 m hoch, die vielleicht von Kaiser Heinrich IV. gegründete und 1525 in dem Bauernkriege arg mitgenommene Heimburg, von der nur noch geringe Reste da sind; der Berg darf nur mit Er- laubnis des Domänenpächters besucht werden. Von Heimburg führt Chaussee über das braunschweigische Dorf Benaingerode nach Wernigerode. Von Heimburg nach Wernigerode, durch das schöne Drecktal(viel Schwarz- wild), führt eine Straße in 1 ½ St. nach dem Forsthaus Hartenberg, von wo man in 1 ½ St. über Voigtstiegsmühle nach Wernigerode gelangt. Für Radfahrer. Bis kurz vor Elbingerode stark ansteigend(9 km); dann rechts ab und starker Fall bis Wernigerode(8 km). Heimburg 225 m, Gablung vor Elbingerode 531 m, Wernigerode 235 m; also 300 m Steigung und Fall. B. Abkürzender Fußweg über Michaelstein und Benzingerode. 3 Std. Nächster Weg. Von Blankenburg an den Lausebergen vorbei zur Mönchs- mühle 3½ St. Von hier auf die Heimburger Chaussee, bis 90 7. Route: Von Blankenburg nach Wernigerode. dieselbe in den Wald tritt, dann Fußweg links durch Wald und Tal, jetzt die Elbingeroder Chaussee überschreitend nach Benzingerode, am besten am oder im Walde links.(Von der Höhe der Kalkberge Aussicht bis Halberstadt.) In 1 St-(von Michaelstein) erreicht man Benzingerode. Von Benzingerode nach Wernigerode gehe man, das Dorf rechts lassend, stets am Waldrande entlang. Nach 10 Min. führt ein Fahrweg durchs Wolfsholz. Aus dem Holz tretend, passiert man links den fürstlichen Marstall. Von hier könnte man sofort zum Schloß aufsteigen. Nach Wernigerode gehe man geradeaus am Marstall vorüber. C. Uber Volkmarskeller und Hartenberg nach Wernigerode. 4 ½— 5 St. Weitester, aber interessantester Weg. Von Blankenburg nach Michaelstein führt Chaussee in ½ St. und Fußweg am Waldrande. Von der Waldmühle geht man am Silberteich und Kloster- wasser(alias Rippenbach) vorüber auf schönem Waldfahrweg in den Klostergrund hinauf, zirka 45 Min. bis zu einem Wald- teich. Rechts ist durch Handweiser der Platz markiert, wo am Volkmarsteich in einer Talschlucht rechts der Volkmars- keller liegt. Um 820 wohnte in einer Felsen- brüder“, um sich. Im 12. Jahrhundert höhle hier die fromme Klausnerin siedelte die Abtissin Beatrix von Luitburg; später siedelten sich mit Quedlinburg hier ein Zisterzienser- Unterstützung der Königin Mathilde kloster an. Der Platz war aber und Ottos I. Einsiedler(u. a. auch selbst Zisterziensern zu einsam, einer namens Volkmar) hier an, deshalb stiegen sie 1167 zu ihrem welche eine Kirche auf dem Felsen Außenhof Evergodesrode herunter, St. Michaelstein erbauten. Volkmar woselbst sie ein neues Kloster,(Neu-) sammelte hier eine Gemeinde von Michaelstein, erbauten. frommen Männern, die„Volkmars- Man gehe nun zum Teich zurück bis zur Einmündung des Forsthauswassers, am linken Ufer desselben ½ Stunde entlang zum Forsthaus Eggeröderbrunnen(alkoholfreie Erfrischungen), passiere das Gatter und gehe über die Wiesen zum Hartenberge, wohin man auf schönem Waldwege in ½ St. gelangt, oder man folge der nördlich ziehenden Waldchaussee, die auf die Chaussee durchs Drecktal führt. Die Waldchaussee zieht um den Forstort Jagdhaus herum, auf dessen Kuppe einst' ein Jagdhaus König Heinrichs I. stand(Burg Ala?). Die Reste von zwei Gebäuden sind noch vorhanden; man erreicht sie, wenn man da, wo die Drecktalchaussee eine starke Windung ————— 8. Route: Von Blankenburg nach Rothehütte und Tanne. 91 vornimmt(die Bratwurst), über den Bach zur Linken geht, den Berg emporsteigt, um das Gatter herum bis zur Tür geht; in dem nordwestlichen Teil des Gatters und darüber hinaus liegen jene Reste. Im Forsthaus Hartenberg ist ein einfaches Restaurant. In der Nähe Marmorbruch. Von Hartenberg breiter Fußweg über die Voigtsstiegmühle(Restaur.) 1 ½ St. nach Wernigerode. vom Forsthaus führt links ein Weg über Wiesen in ½ St. nach Rübeland. 8. Route: Von Blankenburg über Rübeland und Elbingerode nach Rothehütte und Tanne. Eisenbahn nach(13,5 km) Rübeland in 1 St. 30 Min., für I. Kl. Mk. 1,90. II. 1,40, III. 0,95.—(17,3 km) Elbingerode in 1 ¾ St., I. Kl. Mk. 2,60, II, 1,80, III. 1,15.—(23,7 km) Rothehüutte— Königshof in 2 ¼ St., für I. Kl. Mk. 3,30, II. 2,40, III. 1,55.—(30,5 km) Tanne in 2 ½ St., für I. Kl. Mk. 4,20, II. 3,60, III. 1,95. Für Radfahrer. Zum Tränketor hinaus. Bis zum Ziegenkopf 200 m Steigung, Hüttenrode 7,2 km schöner Fall nach Rübeland 5,5 km— an- steigend nach Elbingerode 3,8 km— Fall nach Rothehütte 4,8 km— Tanne 8,2 km. Insgesamt 29,5 km. 1☛☚ 1₰ 334 Die interessante, aussichtsreiche Fahrstraße, welche seit Eröffnung der Harzeisenbahn seltener von Fußtouristen benutzt wird, führt von Blankenburg 34 St. bergan in mehrfachen Krüm- mungen zum Ziegenkopf(s. S. 85). Aussicht nur den Gästen des Hotels gestattet.(Ein abkürzender steiler Fußweg führt links ab von der Chaussee, dieselbe mehrfach durchschneidend, gerade auf den Ziegenkopf hinauf.) Die Chaussee führt weiter in ½ St. über den Bielstein(Aus- ichtspunkt) durch das Braunesumpftal am Bahnhof Braune- umpf vorbei nach Hüttenrode. Abkürzender Fußweg nach Hüttenrode aus dem Harztor, den Herzogweg kreuzend, über den Schieferberg hinab in das Braune- sumpftal, am Sägemühlenteich vorbei, links um den Astberg herum, rechts in das Schöttal nach Hüttenrode(Handweiser, schattiger Weg). Ein anderer, ebenso hübscher und noch kürzerer Weg führt über den Astberg(Astbergs- klippen sehenswert), ist aber nur mit wegekundigen Führern zu machen. Von hier(Chaussee ¼ St.) geht 25 Min. hinter Hüttenrode, da, wo die Chaussee rechts bergab führt, ein abkürzender Fuß- weg geradeaus über die Bergwiesen hinunter zum Krockstein und zur einstigen Marmormühle am Fuße desselben. Die Mühle, die einst Harzer Marmor verarbeitete, ist abgebrochen. Hübscher Blick vom Gipfel des Krocksteins aus. Unterhalb s. w. liegt das Hotel zum Krockstein. 92 8. Rout e: Von Blankenburg nach Rothehütte und Tanne. Von der Marmormühle nach Rübeland führt die Chaussee stets an der Bode entlang in 5 Min. zum Bahnhof, von hier in 5 Min. zum Dorf Rübeland. Die Eisenbahn. Bahnanlage. Die mit Anwendung der dreiteil. Zahnstange„System Abt“ erbaute„vereinigte Adhäsions- und Zahnradbahn“ überwindet die Unebenheiten des Terrains bei wech- selndem Gefälle bald mit dem ge- wöhnlichen Mittel einer normalspurig. Adhäsionsbahn, bald, und zwar bei stärkeren Steigungen, unter Zuhilfe- nahme einer in der Mitte zwischen den Schienen eingelegten Zahnstange. Die Berglokomotive besitzt dem- entsprechend einen Doppelmechanis- mus, d. h. 2 Maschinen unter einem Kessel, eine gewöhnliche Maschine und eine Zahnradmaschine, welche ganz unabhängig von der ersteren arbeiten kann. Die 23 km langen Strecken ohne Zahnstange haben als stärkste Steigung 1 auf 40, oder 25 auf 1000(Gotthardtbahn 27, Arlberg- bahn 31,44 auf 1000); die 7,5 km langen Strecken mit Zahnstange, welche in 11 Abteilungen von je 227— 1522 m Länge mit den Adhäsionsstrecken ab- wechseln, haben als Maximalsteigung 1: 16,66 oder 60 auf 1000(Rigibahn 250 auf 1000). Auf allen Steigungen mit Zahnstange unterstützt die Zahn- radmaschine die Adhäsionsmaschine, indem sie mit 2 gekuppelten Zahn- rädern in die Zahnstange eingreift. Interessant, ist der automatisch er- folgende Ubergang von einer Ad- häsions- in eine Zahnstangenstrecke und umgekehrt; er geht mit großer Leichtigkeit ganz ohne Stoß und ohne weiteres Zutun des Lokomotivführers von statten. Das erste und letzte Ende der einzelnen Zahnstangen- strecken ist nämlich beweglich und ruht auf Spiralfedern. Wenn also die Die Bahn verläßt Blankenburg Zahnräder der Lokomotive auf die Zahnstange auflaufen, so wird dieses bewegliche Anfangsstück der Zahn- stange nach unten gedrückt und der Eingriff ist sofort hergestellt.— Die in Eßlingen gebauten Lokomotiven kosten jede 57 000 Mk. und besitzen in Sa. 620 Pferdekräfte. Eine solche Maschine befördert einen Zug von 8 beladenen Güterwagen mit 12 km Geschwindigkeit in der Stunde. Bei jeder Bergfahrt befindet sich die Lo- komotive hinter dem Zug, den sie vor sich herschiebt, während sie bei der Talfahrt stets an der Spitze des Zuges ist, um denselben mit ihrem bedeutenden Eigengewicht bremsen zu können. Daher fast auf jeder Station Platzwechsel der Maschine. Dieser Umstand und die zu über- windenden Steigungen erklären die im Verhältnis zur Strecke etwas lange Fahrtdauer, wobei jedoch immerhin viel erreicht wird, indem z. B. auf der Strecke Blankenburg— Hüttenrode in 50 Min. eine Höhe von 279 m über- wunden wird. Da die Zahnstange nicht, wie auf dem Rigi, einteilig, sondern dreiteilig ist(es liegen drei schmale Zahnstangen nebeneinander), so ist die Betriebssicherheit eine sehr große. Die Bahn ist eingleisig mit. Sekundärbetrieb, aber durchweg nor- malspurig gebaut, so daß sie mit allen Vollbahnen in direkten Güterverkehr treten kann. Die Bahn ist vom da- maligen Eisenbahndirektor Schneider in Blankenburg gebaut, dem das Verdienst der ersten praktischen An- wendung des Systems Abt gebührt. Die Linie wurde 1886 eröffnet. in nördlicher Richtung und wendet sich dann in großem Bogen nordwestlich und wieder südwärts. Bei den Hüttenwerken im Nordwesten der Stadt tritt das Zahnrad in Tätigkeit und bleibt bis zur Station Hütten- rode fast fortwährend in Arbeit. Das Steigungsverhältnis beträgt 1: 16,6(das Maximum), dann 1: 40, 1: 28 und endlich wieder 1: 16,6. 8. Route: Von Blankenburg nach Rothehütte und Tanne. 93 Die erste Station ist: (5,6 km) Bast-Michaelstein, Stationshaus im Buchen- walde. Umspann der Lokomotive. Die Trasse steigt anfangs im Verhältnis zu 16,6 bis vor den Bielsteintunnel, wo die Zahnstange aufhört. Durch den 480 m langen Bielsteintunnel führt die Bahn nach (S,2 km) Braunesumpf. Nächste Haltestelle am Ziegen- kopf. Bald hinter der Station beginnt das Zahnrad seine Tätigkeit; der Zug steigt 736 m lang 1: 16,6, 110 m lang 1: 40 und 309 m lang 1:: 16,6 und gelangt so nach (9,9 km) Hüttenrode, 477 m über dem Meeresspiegel, 279 m über dem Ausgangspunkt der Eisenbahnlinie. Hüttenrode, ein braunschweigisches Dorf mit 1500 Einw., ist eine der höchst gelegenen Ortschaften des Vorharzes, man sieht dessen Kirchturm schon von Thale aus über die waldbekränzten Höhen ragen. Aussichtspunkt vor dem Orte nach dem Bahnhoôf zu. Gasthöfe. Hotel Brockenblich, 6 Min, vom Bahnhof. Neues Haus mit allen Bequemlichkeiten. Prächtige Aussicht. Z. v. 1 Mk. an, P. 4 Mk., M. 1,25— 2,50 Mk.— Zum Deutschen Kaiser.— Grüne Tanne.— Ilses Gasthaus. Privatwohnungen weist der Harzklubzweigverein nach Die Aussicht von der Station Hüttenrode umfaßt den ganzen Brocken mit dem Rennekenberg, dem großen Winter- berg und dem Wurmberg, dem Erdbeerkopf, die Hohneklippen usw. Der Zug geht jetzt, unter Zuhilfenahme des Zahnrades, bei einem Gefälle von 1: 18 und 1: 16,6 talwärts; die Loko- motive, welche ihn bergauf schob, wird vor denselben gesetzt. Die Bahn durchläuft den 188 m langen Bismarcktunnel und tritt in das Bodetal. Die Landschaft des oberen Bodelaufes schildert Julius Wolff: Im Harzgebirg entspringet Mit Wassersturz und Bad. Am Blocksberg aus dem Quell, Bevor von ihren Bergen Rauscht durch den Wald und singet Sie fröhlich herunterklimmt Die Bode klar und hell; Und von den Nixen und Zwergen War Wode sonst geheißen, Den letzten Abschied nimmt, Muß treiben manch' Mühlenrad Muß sie sich krümmen und winden Holz sägen und Eisen schweißen In Bogen ohne Zahl.— (31,5 km) Rübeland, 378 m hoch(gutes Bahnrestauranl), ist ein braunschweigischer Hüttenort mit 1450 Einw., welche fast sämtlich Berg-, Holz- und Hüttenleute sind. Dieser Ort ist nächst dem Brocken und Thale einer der besuchtesten im ganzen Harz, einmal durch die Naturschönheiten der Höhlen, welche dem Fremden auch bei ungünstigem Wetter stets einen sicheren Genuß versprechen, anderseits durch die Lage an der Hauptverkehrsstraße Thale— Bodetal— Brocken, die fat von 94 8. Route: Von Blankenburg nach Rothehütte und Tanne. jedem Touristen beschritten wird. Dichte Fichtenwaldungen, aus welchem graue, verwitterte Felsen als Kalkstein und Marmor hervortreten, umgrenzen den Ort. Rübeland ist den Harzbe- suchern früher nur als Touristenplatz bekannt gewesen, doch als man auch hier anfing, den berechtigten Ansprüchen der Reisewelt auf modernem Komfort gerecht zu werden, wird der Ort auch zu längerem Aufenthalt aufgesucht. Die früher herzog- lichen Hütten befinden sich jetzt im Besitz der Aktiengesell- schaft„Harzer Werke“. Der Name Rübeland wird von Röve- land, d. h. Raubland, fälschlich abgeleitet; mehrere Burgen sollen in früheren Zeiten am oberen Laufe der Bode gestanden haben. Unmittelbar bei Rübeland Ruine Birkenfeld. Gasthöfe. Hotel Hermannshöhle, dem Bahnhof am nächsten. Großes, mit modernem Komfort eingerichtetes Haus. Z. 1,50— 3 Mk., Fr. 75 Pf. bis 1 Mk., T. d'h. 3 Mk. von 12— 2 Uhr. Empfohlen.— Hotel Grüne Tanne, 10 Min. vom Bahnhof, der Hermannshöhle gegenüber. Garten, Veranden. Gutes Haus, Z. 1,50— 2,25 Mk., Fr. 75 Pf., P. v. 5 Mk. an.— Hotel 2ur Baumannshöhle, neben Hotel Grüne Tanne.— Hotel Bodetal(W. Schünemann). In ruhiger Lage. Neu eingerichtet. 5 Min. von der Höhle. Z. v. 1 Mk. an, Fr. 60— 75 Pr. Schulen und Vereinen Ermäßigung. Gute Küche. Empfohlen.— Hotel, Restaurant„Zur Erholung“. Z. v. 1 Mk. an, P. v. 4,50 Mk. an, gelobt.— Grüne Eiche, Z. v. 1 Mk. Fr. 60 Pf., M. 1,25— 1,50 Mk., renoviert, elek- trisches Licht, bürgerlich.— Hotel zum Krockstein, an der Marmormühle, 10 Min. vom Bahnhof, zur Gemeinde Neuwerk gehörig. Restaurants: Hönlenschenke, neben der Hermannshöhle, in die Felsen eingebaut, mit Veranda. Gut. omnibusverbindung in der Richtung nach Wernigerode und Treseburg nachm. in der Hauptsaison, nicht regelmäßig. Wintersport. Skitouren nach Elbingerode, Hohne, Schierke. Geschützte Rodelbahn von 2000 m Länge. Auskunft erteilt die Gemeindeverwaltung. Wagen und sSchlitten nach amtlicher Taxe. Arzt am Orte. Rübeland ist Station für den Besuch der Hermanns- und der Baumannshöhle. Hier ist der schönste Teil der Bahnfahrt, die bewaldeten Felsen drängen sich enger und enger zusammen und werden immer malerischer. Die Höhlen besichtige man möglichst während der warmen Jahreszeit, doch soll man sie auch nicht nach eben beendeter Tour aufsuchen, sondern sich erst vorher gehörig abkühlen. Temperatur der Höhlen ca. 80 R. Die Hermannshöhle ist das ganze Jahr hindurch geöffnet, die Baumannshöhle nur während der wärmeren Jahreszeit; beide sind elektrisch beleuchtet. Das sehenswerte Höhlenmuseum, eine Sammlung vorgeschichtlicher Tiere enthaltend, ist in der Wartehalle vor dem Eingang zur Hermannshöhle untergebracht. 8. Route: Von Blankenburg nach Rothehütte und Tanne. 95 Die Hermannshöhle, nach ihrem Entdecker auch Sechser- lingshöhle genannt, besteht aus drei Stockwerken und hat eine Gesamtlänge von 413 m und ist bis zu 38 m hoch. Die Haupt- höhle ist die obere, die Bärenhöhle. Weiße Tropfsteingebilde von großer Schönheit erglänzen im Widerschein des teilweise bunten elektrischen Lichtes. Bereits am Eingang ziehen kegel- förmige Stalagmiten*), die Wächter der Haupthöhle, die Auf- merksamkeit an; es folgen an Tropfsteingebilden die Orgel, die Kanzel, die versinterte Kaskade in der Haupthöhle, Tropf- steingletscher und Säulenkakteen im östlichen Höhlengange sowie die Figur des Kaiser Wilhelm I. mit Mantel und Helm. Durch die Erschließung der Kristallkammer, einer Verzweigung der Höhle mit wundersamen, korallenartigen Kristallgebilden, zauberhaft im Glanze des elektrischen Lichtes schimmernd, hat die interessante Höhle einen neuen Glanzpunkt aufzuweisen. Die Höhle hat eine reiche Ausbeute an Knochenresten vor- weltlicher Tiere, des Höhlenbären, des Edelhirsches, der Höhlen- hyäne, des Renntieres usw., ergeben. Besuchszeiten und Eintrittspreise. In der Zeit vom 15. Mai bis 15. Okt. von 8— 12 und 2—6 Uhr; während der übrigen Jahreszeit ist der Besuch bei der Höhlenverwaltung in dem vor der Hermannshöhle belegenen Ver- waltungsgebäude anzumelden. Eintrittspreise(Billetts in der Halle vor der Hermannshöhle). I. Während der wärmeren Jahreszeit Bei dem Besuche einer Höhle, bd. Höhlen ℳ ℳ 1. für Erwachscnle............... 1 1,50 2. Vereine mit mehr als 40 Pers. Erziehungspensionate mit 10—20 Pers. pro Höhere Lehranstalten mit 10— 20 Pers. J Person 0,75 1,00 3. Kinder unt. 12 Jahr. in Begleit. d. Eltern Erziehungspensionate und Höhere Lehr- 8 anstalten mit mehr als 20 Pers. 2 Wissensch. Vereine mit mehr als 10 Pers. 8 0,50 0,75 Mitglieder des Lehrervereins, Militär v. Feldweb. abwärts.— Eltern der 8 Schüler beim Besuch von Volksschulen 52 4. Volksschulen unter Führung der Lehrer pr. Pers. 0,20 0,30 II. Während der Winterzeit für den Besuch der Her- mannshöhle bei Führung von 1— 2 Pers.... 4,00 bei Führung von 3 Pers. u, mehr je 1,50 Kinder unter 12 Jahren 1 Mk., jedoch ist für jede Führung mindestens 4 Mk. zu zahlen. Vereinen, Schulen u. dgl. kann Ermäßigung bewilligt werden. Die Baumannshöhle ist im Winter geschlossen. Baumannshöhle. Der Eingang zur Baumannshöhle liegt 42 m oberhalb des linken Bodeufers. Durch ein schmales Felsen- tor gelangt man durch einen engen, in Schneckenwindungen *) Stalagmiten(Getröpfel) sind von unten aufstrebende Tropfstein- gebilde.— Stalaktiten(tröpfelnd) sind von oben her ansetzende Tropfsteine. 96 8. Route: Von Blankenburg nach Rothehütte und Tanne. sich hinziehenden Gang in die innere Höhle. Uberall hört man das leise Tropfen des an den Felswänden herabsickernden Wassers. Die Wände bestehen aus gewaltigen Blöcken von schwärzlichem Marmor, von Sinterkalk überzogen. Vielge- staltete Tropfsteingebilde(Stalaktiten) überziehen Wände und Decke. Da zeigt man die„klingende Säule“, welche, ange- schlagen, wie Glockenton erschallt,„das steinerne Meer“,„den steinernen Wasserfall“, das„Schloß“,„Mönch und Nonne“, „Mutter und Kind“,„Orgel“,„Kanzel“,„das Hamburger Wappen“ u. a. m. Durch sieben große Höhlen bis zu 11 m Höbe, 260 m weit in den Felsen hinein, geht die Wanderung. Prächtig ist die Beleuchtung der größeren Wölbungen, welche durch farbige elektrische Glüh- und weiße Bogenlampen hervorgerufen wird. Die Baumannshöhle, früher„Bu- Schätzen die Höhle entdeckt habe. mannsholl“, ist seit langer Zeit be- Er habe sich in der Höhle verirrt kannt. Im Jahre 1570 haben zwei und sei nach drei Tagen wieder ans Grafen von Reinstein die Höhle be- Tageslicht gekommen. Ohnmächtig sucht. Im Volk erzählt man, daß fanden ihn seine Freunde vor dem zu Anfang des 16. Jahrhunderts Felsen. Er starb nach wenigen ein Bergmann namens Baumann Tagen, nachdem er das Geheimnis beim Suchen nach verborgenen der Höhle mitgeteilt hatte. Die jetzt geschlossene Bielshöhle liegt am rechten Bode- ufer, 10 Minuten von der oberen Brücke entfernt. Sie ist später als die Baumannshöhle entdeckt und mehr eine Schwemmhöhle, aber nicht mehr befahrbar. Vom Bielstein, oberhalb der Höhle, prächtiger Niederblick ins Bodetal. Spaziergänge. 1. Phllosophenweg, burg; von dort zurück mit der Zahn- am rechten Bodeufer entlang führend, radbahn— oder von dort über die nach Neuwerk(s. R. 4.) zu. Der Weg Burgruine Regenstein nach dem beginnt jenseits der Brücke, gegen- Kloster Michaelstein(Hotel Wald- über dem Hotel Hermannshöhle. müunhle, Pensionshotel, mitten im Wald 2. Zum Hohen Kleef, Aussichtspunkt gelegen, mit Garten und Veranden, mit Pavillon, ¼ St., über die Bode- für längeren Aufenthalt sehr emp- brücke und dann rechts bergauf an fohlen) und von hier durch den dem auf der Ruine Birkenfeld ge- Klostergrund nach dem Forsthaus legenen Schützenhaus vorüber.„Eggeröderbrunnen“(abends zwischen 3. Spaziergang nach dem Schorn- 6— 7 Uhr Wildfütterung), dann zu- stein, am Waldsaum von der rück nach Rübeland, ganze Tour Baumannshöhle entlang führend, zu- 19 km, sehr lohnend—; ferner an rück durch den Wolperngrund. der Bode aufwärts, an den Kalk- 4. Nach der Bodeklippe, hinter der werken vorüber, hinter den Pulver- Oberförsterei entlang. 5. Nach der fabriken nach der Susenburg, weiter Lange. nach der Trogfürter Brücke, nach Touren von ½ Tag. Mit der Bahn Königshof und von dort mit der bis zur Haltestelle Braunesumpf, Bahn über Elbingerode zurück. von dort zu Fuß die Chaussee ent- Von Rübeland direkt nach Rothe- lang im schattigen Waldesgrün nach hütte. Vom Höhlenrestaurant ab dem Ziegenkopf, Aussicht auf Blan- führt am rechten Ufer der Bode, kenburg, dann rechts zum Schloß, unterhalb der Burgstätte Birkenfeld durch den Wildpark nach Blanken-(jetzt Freischießenplatz), eine neue 8. Route: Von Blankenburg nach Rothehütte und Tanne. 97 Straße durch das Bodetal über die Susenburg und die Trogfurther Brücke nach Königshof und Rothe- hütte(7,0 km), 2,5 km näher wie über Elbingerode. 4 St. oberhalb der Trogfurther Brücke stand einst Dorf Bodfeld. Der kaiserliche Jagd- hof Bodfeld lag über Königshof. Von Rübeland nach Wernigerode, Eisenbahn nach Elbingerode(5 km) von der Chaussee 10 km. Fu aeg. Rechts neben der Baumannshöhle gelangt man bergan auf einem Fuß- steig geradeaus(in nördlicher Rich- tung) in 1 St. nach Hartenberg(Rest. Wernigeroder Zechenhaus). Von Hartenberg führt der Weg durch den fürstlichen Park und dann durch das freundliche Mühlental. Hier liegt, rings von Bergen um- schlossen, das Hotel Mühlental. T. d'h. 1,75 Mk. Logis 1,50 Mk. P. 5 Mk. pro Tag. Omnibus am Bahnhof Wernigerode. Man überschreite bei dem Hotel den Bach und folge dem schönen Wege am linken Ufer entlang, welcher am Restaurant Küsterskamp vorüber nach Wernige- rode führt. Von Rübeland nach Elbingerode auf der Chaussee geht man stets neben dem Bahndamm entlang in 40 Minuten(3,8 km). Vom Verschönerungsverein Rübe- land sind auf den Spaziergängen und Aussichtspunkten bequem ein- gerichtete Ruhebänke angebracht. Von Rübeland nach Elbingerode führt die Bahn links von dem Hüttenwerk„Harzer Werke“ entlang, oberhalb dessen man links die Felsen des Hohen Kleef erblickt. Aus dem Bodetal tritt die Bahn in das Mühlental und führt, mit wechselnder Steigung, wobei wieder eine Zahnstangenstrecke von 207 m, 1: 16,6, durchfahren wird, bergaufwärts nach (17,3 km) Elbingerode. Bahnhof-West 512 m hoch, Stadt 500 m. Preußische Bergstadt mit 3000 Einw., am Rohrbache. Gasthöfe. Bad Waldheim Hotel Waldhaus(E. Niewerth) idyllisch im Hochwald gelegen, komfortabel eingerichtetes Hotel und Logierhaus mit vier Dependancen, ganzjährig geöffnet, Wintersport, Garten, Veranden. Empfohlen.— Kurhotel und Pension Waldhof, Tel. 6, hochgelegen. 2 Min. vom Bahnhof westlich. Garten mit Veranden. Wintersportgeräte. Bäder. Gut.— Zum blauen Engel.— Goldener Adler.— Einfach: Hotel und Pension Daheim, am Wald gelegen, mit großem Garten. Empfohlen.— Zur Sonne.— Ralskeller.— Harzfreund.— Zum Kanlenberge. Brockenverbindung. 19,9 km bequeme Chaussee mit gleichmäßiger Steigung bis zum Gipfel. Eisenbahn über Dreiannen— Hohne. Eisenbahn. Hauptstation der Bahn Blankenburg— Tanne— Dreiannen— Hohne-— Brocken. Fuhrwerk. Nach dem Brocken 15— 20 Mk.; nach Wernigerode 5— 8 Mk.; nach Treseburg 12 Mk.; nach Roßtrappe, Thale 15 Mk. Wintersport. Sportgeräte leihweise in Bad Waldheim, woselbst vorzügliche Rodelbahn. Auskunft durch den Magistrat oder durch den Verkehrsverein. Arzt und Apotheke am Ort. Die Einwohner von Elbingerode sind in den nahen Eisen- steingruben, den Eisenhütten zu Rothehütte und Rübeland, in den bedeutenden Pflaster- und Kalksteinbrüchen und Kalk- steinbrennereien sowie in den Zementfabriken bei Rübeland und Elbingerode beschäftigt. Außerdem nähren sie sich durch Ackerbau, Wiesenbau und Viehzucht. Richterzs Harz. 98 8. Route: Von Blankenburg nach Rothehütte und Tanne. UÜber die Gründung des Städtchens bestehen zwei Les- arten. Nach der einen soll es im Jahre 1074 von holsteinischen Familien, welche, von den Slawen vertrieben, die Elbe über- schritten und nach dem Harz flüchteten, gegründet sein. Nach der andern(weniger glaubhaften) ist es eine Gründung des Grafen Elger II. von Hohnstein(1170). Das Städtchen macht mit seinen breiten Straßen und sauberen Häusern einen angenehmen Eindruck. eine schöne gotische Kirche. 1. Anlagen des Verschönerungs- vereins nordwestlich der Stadt mit Kaiserhöhe(Kriegerdenkmal) und Aussichtspavillon. Schöner Blick auf den Wurmberg, den Brocken und das Hohnegebiet. 2. Nach Waldheim, mit großem, trefflich gepflegtem Kurpark, Restau- rant und Logierhäusern. 3. Nach dem Hirschbrunnen (Mineralquelle) und Kunstberg 1,5 km. Großartiger Brockenblick, Aussicht auf die tief einschneidenden Täler des Zillierbaches, der Holtemme u. der IIse. 4. Nach dem Büchenberge 2,5 km. Weg durch Wegweiser bezeich- net. Der schöne, 500 m hohe Berg ist auch in geologischer Be- ziehung von Interesse. In den so- genannten Eisensteinpingen(bedeu- tenden Gruben, welche, in einer Mächtigkeit von zirka 40 m zutage ausgehend, bis zu einer Tiefe von zirka 200 m in den Felsen eindringen) wurde seit Jahrhunderten Eisen- glanz, Roteisenstein, grüner Quarz und grüner Marmor gefördert. Die Felsenwände, welche sich grotesk aus der Tiefe erheben, sind malerisch von Fichten und Laubholz bewach- sen. Im Zechenhause ein Restaurant. 5. Nach Hartenberg(500 m), einem schön gelegenen Forsthause mit Restaurant, 2,5 km von Elbingerode, 1,6 km auf der Wernigeroder Chaussee, dann Fuhrweg rechts 0,9 km bis zum Forsthaus. In der Nähe liegt der fürstlich stolberg- wernigerodische Marmorbruch, welcher jetzt nicht mehr in Betrieb ist. 6. Nach der Susenburg(3 km), romantische Bodetalpartie(s. R. 11). Es besitzt 7. Auf den Brocken. A. Eisen- bahn über Dreiannen— Hohne. B. Fahrstraßeüb. Schierke. Ausgangspunkt: Hotel Waldhof. Auf der Staatsstraße bis an die Begren- zung des Waldhofes, dann Fahrweg rechts, in nördlicher Richtung, bis zur Kreuzung, dann links auf dem Fahrwege bis zur Chaussee nach Waldheim, diese kreuzen und auf der Hohnechaussee, Richtung westlich, entlang bis zur Bahnstation Drei- annen— Hohne(schöner schattiger Weg 5,5 km), links der Telegraphen- leitung folgen bis Schierke(6,0 km), durch Schierke auf der Straße, von da ab wieder den Telegraph verfolgen bis zum Brocken(8,4 km). Radfahrer tun wohl daran, ihr Rad in Schierke zu lassen, da es nicht ratsam ist, besonders für wenig ge- übte Terrainfahrer, den Brocken hinabzufahren. 8 C. Über Kapellenklippen, Ahrensklint, Rennecken- berg(3 ½— 4 Stunden), von der Signalfichte ab(siehe A) links ab- biegen, auf der Hagenstraße ent- lang bis zur nächsten großen Kurve, zirka 10 Minuten, dann rechts in nordwestlicher Richtung in den Holzabfuhrweg hinein, und diesen in gerader, immer nordwestlicher Richtung verfolgen und an den zahlreichen Kreuzungen nicht ab- biegen(links Schierke, rechts Hohne), bis der Glashüttenweg, ein steiniger. viel begangener Fahrweg, teilweise Hohlweg, in der Nähe der Kapellen- klippen erreicht wird.— Auf dem Glashüttenwege nach links abbiegen (rechts Hohne, Hohneklippen) und 8. Route: Von Blankenburg nach Rothehütte und Tanne. auf demselben rechts an den Kapellen- klippen(schöner Blick auf das Hoch- gebirge) entlang(Richtung westlich) bis zur Wormke, diese überschreiten auf vorhandener Brücke und den Weg in gerader, westlicher Richtung im Hochwalde verfolgen(linker Ab- zweig Schierke, rechts in den Forst), bald Austritt aus dem Hochwalde, hier links gehen(rechts Jakobsbruch), nach etwa 7 Minuten wieder in den Hochwald(auf Zeichen„Br“ achten) und auf dem vorhandenen Fahr- wege in gerader, westlicher bis südwestlicher Richtung bis in den Sattel vor der Ahrensklinter Schutz- laube(Harzklub).(Abzweige: links Schierke, rechts Jakobsbruch, Renn- eckenberg.) Von der Schutzlaube aus Be- steigung der nahen Ahrensklint- klippen, mit großartigem Blick auf Schierke, das Hochgebirge mit Brocken und den Wurmberg. Fort- setzung von der Schutzlaube in nordwestlicher Richtung durch den Hochwald, den alten Fahrweg suchen, diesen westlich in gerader Richtung verfolgen, dann bald Austritt auf die Lichtung, diese auf Fahrweg nordwestlich(in Brockenrichtung) überschreiten(hier südwestlich schö- ner Blick in das Bodetal mit Schluft), in den Hochwald hinein, nach kurzer Zeit wieder Lichtung, auf welcher sehr bald der Fußweg Wernigerode— Renneckenberg— Brocken, ungefähr 200 Schritte hinter der Rennecken- berg-Schutzhütte, erreicht wird; auf diesem links einbiegen und denselben dann verfolgen bis zum Brocken. D. Uber Hohne bei der Signalfichte(sieche A) die Hagen- straße kreuzen, geradeaus bis Forst- haus Hohne(Pension), von da auf dem vom Harzklub bezeichneten Wege nach den Hohneklippen bis zum Glashüttenwege und diesen verfolgen bis zur Kapellenklippe, dann weiter wie bei B. 8. Fußweg Schierke(zirka 9 km). Ausgangspunkt Hotel Wald- hof, von hier die schattige Post- straße entlang bis zur Kreuzung (zirka 12 Min.), dann den Wiesenweg, 99 markiert durch Wegweiser, in west- icher Richtung entlang bis zum Fichtenwald; Fußpfad in Walde, parallel mit dem Fahrweg, dicht am Waldessaum entlang. Nach 15— 20 Minuten Fichtenhochwald, in diesem auf Fahrweg in der Nähe des Waldsaumes bis zum Steinbach- tälchen, den Bach auf Steg über- schreiten und den Weg in gerader, westlicher Richtung verfolgen(nach kurzer Zeit Abzweig links nach Elend, durch Stein markiert), dann gerader Ubergang über die Ver- bindungsstraße zwischen der Hagen- straße(Wernigerode, Schierke rechts) und der Staatsstraße(Rothehütte, Elend, Braunlage links) bis dicht an die Hagenstraße. Von hier ab etwas links in das Wormketal. die Wormke auf Brücke überschreiten bis zum Wegweiser, dann Fußpfad rechts ab mit mäßiger Steigung am Hange entlang, über die Bahn in den Hoch- wald, hier bald alten Fahrweg treffend, welcher in kurzer Zeit die Schierker Wiesen erreicht und dicht vor Schierke in die Hagenstraße mündet(hier Wegweiser), Chaussee in westlicher Richtung bergauf ver- folgen, auf welcher Schierke in 15 Min. erreicht wird. 9. Nach Rothehütte(4,8 km). Chaussee führt südwestlich aus Elbingerode, wendet sich dann scharf nach Süden.(Siehe 100.) Guter Weg für Radfahrer, mit Fall. 10. Nach Elend(10,6 km). Auf der nach Rothehütte führenden Chaussee geht man bis dahin, wo dieselbe scharf nach Süden abbiegt. Hier geht geradeaus Südwest ein Fahrweg(Wegweiser), welcher in 1 ³¾ Stunden nach Elend führt. Guter Weg für Radfahrer, etwas Steigung. Vergleiche auch Fußweg Schierke, s. Vorher. 11. Nach Bodfeld(für Geschichts- freunde) 4 km über Feld und Wiesen; Stätte, wo einst die Jagdpfalz der fränkischen Kaiser,„Bodfeld“, ge- standen.(Nur noch Fundamente der Bodfelder St.-Andreas-Kirche.) 7* 100 8. Route: Von Blankenburg nach Rothehütte und Tanne. Von Elbingerode steigt die Bahn mit Hilfe des Zahnrades zum kahlen Hochplateau des Großen Hornberges hinan und erreicht hier in 503 m Höhe ihren höchsten Punkt(von Blanken- burg aus 305 m Steigung). Schöner Rundblick auf das Gebirge. Dann senkt sich die Bahn steil abwärts bis 430 m, durchläuft die letzte Zahnstangenstrecke und erreicht (23,7 km) Rothehütte(430 m)(Gasth.: Goldenes H— Goldener Adler). Hüttenort mit 500 Einw. Königl. preußisches Eisenwerk mit zirka 200 Arbeitern. Fabrikation von bestem Holzkohlenroheisen, welches namentlich zur Hartgußpanzer- plattenfabrikation durch das Grusonwerk in Buckau bei Magde- burg Verwendung findet. Herstellung von gußeisernen Ofen und Kunstgußwaren. Dicht dabei an der Chaussee nach Elend ist das Neuhütter Hammerwerk, wo Schöpfkellen für Metall- hütten hergestellt werden. Schöne Aussicht vom Bocksberg, vom Nickelsberg und von der Weiherklippe. Links von der Bahnstation liegt Königshof am Zusammen- fluß der Kalten und Warmen Bode(Goldener Löuwe— Deutsches Haus). Hüttenort mit 450 Einw. Lukashof am rechten, Königshof am linken Bodeufer. Beide Orte zusammen werden Königshof genannt. Auf dem dicht dabei auf dem rechten Bodeufer sich erhebenden Berge liegen die Reste der Königsburg, das ehemalige Jagdschlols Bodfeld, wo Kaiser Heinrich III. 1056 unerwartet in den Armen des gerade zum Besuch bei ihm weilenden Papstes Victor II. starb. Von der Burg sind nur noch die Grundmauern und ein Wartturm übrig. Gräben und Wälle sind indessen noch erhalten. Die Aussicht ist hübsch, sehr lohnend auch sind die Blicke vom Katzen- berge und von der Ackertklippe, beides Höhen am linken Bode- ufer. Ein gut bezeichneter Fußweg führt in ½¼ St. zum Bahnhof. Die Bahn durchzieht das Tal der Warmen Bode und führt zuerst durch Wiesengründe und dann am Waldrande entlang. (30,5 km) Tanne, Endstation der Harz-Zahnradbahn und Station der Südharzbahn(Bahnhof 469 m hoch, während der Ort sich bis zu 520 m erhebt), beliebte und billige Sommerfrische, braunschwei- gisches Dorf mit zirka 1000 Einw. an der Warmen Bode(schönes Tal mit gegen Nord- und Ostwinde geschützten Seitentälern) gelegen, von sanft ansteigenden Bergen und Fichtenwaldungen, welche hübsche, schattige Spazierwege durchziehen, umgeben. Der Bahnhof Sorge, Station der Harzquerbahn, ist in 20 Min. erreichbar, so daß Tanne die Annehmlichkeit bietet, bei allen größeren Fußtouren den Rückweg wieder mit der Bahn zurück- legen zu können. 8. Route: Von Blankenburg nach Rothehütte und Tanne. 101 Eisenhütte ohne Hochöfen, vorwiegend Wasserkraftbetrieb, daher zum Unterschiede von andern Hütten durchaus keinen, den Fremden lästig fallenden Rauch erzeugend. Hauptfabrikation von Ofen, Fenstern aller Art sowie allen möglichen kleinen Gußwaren. Der Hüttenbetrieb besteht nachweislich seit dem Jahre 1335 und ist im Jahre 1871 so gestaltet worden, daß die Arbeiter Anteil am Reingewinn haben. Für Mineralogen besonders interessantes Eisensteinrevier. Gasthöfe. Bahnrestaurant.— Tanne.— Gasth. v. Ed. Lenk. M. Gasthaus zur Harzbahn.— in allen Hotel zur 1,25— 1,50 ℳ.— Penslonen: Pension Spormann, mit Luft- und Sonnenbad.— Geschw. Köhler.— Villa Riche.— Pension von Frau Schmuck, Pens. v. 3,50 ℳ an.— Privatwohnungen 5— 7 ℳ pro Woche. Eisenbahn und Post. Während der Sommermonate verkehren täglich je fünf Züge nach und von Blankenburg a. H. Folgende Personenposten- Nach(10 km) Braunlage in 1 ½ St. und weiter nach(22 km) St. Andreasberg in 3 ½ St. Ausflüge. 1. In unmittelbarer Nähe des Ortes(5— 15 Min. entfernt) liegen die auf bequemen Zugängen leicht zu erreichenden, reizenden Aus- sichts- und Ruhepunkte: Schmiede- berg, Ziegenberg mit Brockenblick, Steffensberg, Georgs Ruh, Kapitels- berg mit Pavillon und Silberkulk. 2. Nach Elend(1 ½ St.), Schierke und Brocken(4 St.). Vom Bahnhofe kommend die Bergstraße hinauf, an Schule und Gottesacker vor- bei, gleich hinter dem letzteren in den Wald tretend. Nach ½4 St. links guter Trinkbrunnen(durch Schild: „Wilhelms Brunnen“ auffällig ge- macht). Bis Elend führt der seiner guten Bezeichnung wegen nicht zu verfehlende Weg stets im Walde. — Radfahrer, die von Tanne nach Elend und weiter zum Brocken wollen, fahren über Rothehütte nach Elend(14,0 km); dann über Schierke (2,6 km, Rad event. stehen lassen!) zum Brocken(8,8 km). Insgesamt 25,4 km. Nach Pörsterei Wietfeld (¹½ St.), daselbst stets frische und dicke Milch zu haben. Der Weg führt über Sorge; 0,8 km weiter rechts ab zur Försterei.(Auch für Radfahrer.) 4. Nach Sorge(20 Min.), Station der Harzquer- und Südharzbahn, idyllisch gelegene Ortschaft. Gute Bahnhofswirtschaft. Schöne Fichten- waldungen mit guten Fußwegen und Waldstraßen in unmittelbarer Nähe. Das hier offene Tal der Warmen Bode läßt wenig Nebel zustande kommen, daher ein sehr gesundes Klima. Wasser vorzüglich. Gute fette Milch, Butter und Harzkäse, Logierhäuser an den Bergabhängen und im Tal. Gasthof Sorge, Neubau. Garten mit geschlossener, heizbarer Veranda. Gondelteich. Badegelegen- heit. Wintersport. Vorzügliche Ver- pflegung, tägl. frische Forellen. Z. v. 1,25 Mk. an, F. 75 Pf., M. 1,50 Mk., P. v. 5 Mk. an.— Gasthaus Zur Bode- mühle, in hübscher Lage am Walde, P. von 4 Mk. an 5. Nach Braunlage(2 St.), die Orte Sorge und Voigtsfelde links liegen lassend(bez.); unterwegs wird teilweise an Stelle der Chaussee ein schattiger Fußweg benutzt. Von Braunlage ab sind die Hotels Wald- mühle, Wurmberg und Achtermanns- höhe leicht zu erreichen.— Radfahrer fahren auf guter Chaussee dahin (9,5 km). 6. Nach dem lohnenden Aussichts- punkte Ebersberg(1 ½ St.), über Sorge(gut bez.) im Schwankmühlen- tal entlang, Von da ab weiter nach Stöberhai(2 ½ St.).— Auch für Rad- fahrer ausführbar. 7. Nach Hohegeis(1 ½¼ St.) über Sorge(bez.); in der Nähe Dicke Tannen und Wolfbachsmühle.— Radfahrer fahren über Bennecken- 10² 9. Route: Von Tanne nach dem Südharz. stein(3,6 km)— starke Steigung 10. Nach Rübeland(2 ½ st.) zur mit schöner Aussicht; weiter Besichtigung der Höhlen über die Steigung nach Hohegeiß(3,8 km). Lange(bez.); vorzüglicher Waldweg. 8— 37 Radfahrer fahren n. Königshof wedee aen Benneckenstein(½ St.)(7,0 km); hier rechts ab mit neuer weiter über Waldrestaurant Wald- Straße nach Rübeland(7 km) schlößchen und Rothesütte nach dem 11 N. e Köni da it d Wi 1 Netzkater und IIfelder Tal(3 St.) Nach Königshof mit der Königs- 7 3. 2 burg und Rothehütte(1 ½4½ St.), wo- zurück mit der Bahn bis Sorge. selbst Königl. Hüttenwerk; Weg da- 9. Nach dem großartigen Aus- hin schlängelt sich durch ein sehr sichtspunkte Karlshaus(auch Bis- anmutiges Wiesental und führt weiter marckskopf genannt), Weg nach nach Elbingerode. Trautenstein verfolgend, hinter 12. Nach dem Kyffhäuser mit der Brücke vor Trautenstein r. ab Bahn von Sorge über Nordhausen, (2 St.). abends wieder zurück bis Sorge. 9. Route: Von Tanne nach dem Südharz. A. Tanne über Trautenstein nach Hasselfelde(Anhalt. Harz- bahn-Endstat.), Stolberg u. Josephshöhe. UÜUber(6 km) Trautenstein nach(10 km) Hasselfelde. Von hier mit der Bahn über Stiege nach Hst. Friedrichshöhe 10 km; von dort über Breitenstein 2,5 km nach Stolberg 9,5 km oder Auerberg— Josephshöhe 9 bis 10 km zu Fuß, oder mit der Bahn weiter bis Lindenberg und von hier mit Bahnomnibus bzw. zu Fuß(5— 6 km) nach Auerberg-— Josephshöhe, von hier nach Stolberg 5 km. Den Kyffhäuser erreicht man über Berga— Kelbra zum größten Teil mit der Bahn. B. Tanne— Trautenstein— Karlshaus— Tiefenbachmühle(Hst. d. Harzquerbahn)— Nordhausen. UÜber Trautenstein(s. oben) 6 km nach dem Aussichtspunkte Karlshaus 10 km, mit Turm 629 m und herrlicher Rundschau. Nach Hst. Tiefenbachmühle noch 3, zusammen 13 km. Von hier durchs Bähretal nach IIfeld; weiter über Hohnstein nach Stolberg oder über Niedersachsenwerf nach Nordhausen zum Besuch des Kyffhäusers. Von Tanne Chaussee nach Benneckenstein 4 km. Ober- halb der Stadt(5 Min.) liegt der Bahnhof der Harzquerbahn. Von hier ins Ilfelder Tal und nach Nordhausen. C. Von Tanne über Benneckenstein nach Pllrich, Niedersachswerfen oder Ilfeld. Eisenbahn über Sorge nach Benneckenstein(4 km). Benneckenstein(569 m), preußische Stadt mit 3200 Ein- wohnern an der Rappbode, Station und Mittelpunkt der Harz- querbahn Nordhausen- Wernigerode, einer der am höchsten 9. Route: Von Tanne nach dem Südharz. 103 und gesundest gelegenen Orte des Hochharzes. Kurfrequenz 550 Kurgäste. Höhen-Luftkurort. Kurquelle(eisenhaltiger Säuerling). Die Stadt ist ringsum von Fichtenwaldungen umgeben, die von wohlgepflegten Wegen durchschnitten werden. Der hauptsächlich aus Kieselschiefer und Grauwacke bestehende Boden entwickelt wenig Staub. Vorzügliches Quellwasser, Elektrizitätswerk, Badeanstalt. Benneckenstein eignet sich nicht nur für längeren Kuraufenthalt, sondern auch als Stand- quartier für Touristen. Schülerherberge mit 18 Betten. Ansteckende Krankheiten treten fast nie auf, die Sterblich- keitsziffer ist eine sehr niedrige. Milchwirtschaft wird in aus- gedehntem Maße betrieben. Zwei Arzte und Apotheke. König- liche Oberförsterei mit drei Förstereien. Reicher Hochwild- stand in den Wäldern, Forellenfischerei in der Bode. Gasthöfe. Hotel Herzog, Z. m. P. v. 2,25 Mk. an, M. 1,25— 2 Mk., P. V. 4,50 Mk. an, altrenommiert.— Hotel Frentzel, Z. m. F. 1,50 Mk., F. 75 Pf., M. 1,50— 2 Mk., P. v. 4 Mk. an, gelobt.— Hotel Stadt Braunschweig. Neu. Gutes bürgerliches Haus.— Hotel Kronprinz, Z. v. 1,25 Mk. an, M. 1,25— 1,75 Mk., P. v. 4 Mk. an.— Hotel Ratskeller.— König von Preußen, gutes, bürgerliches Haus. Mäßige Preise.— Einfacher: Goldener Stern.— Deutscher Kaiser.— Deutsches Haus. Erholungsheim: Von Tanne auf die Höhe von Benneckenstein kommend, sieht man unmittelbar am Fichtenhochwald an der Chaussee nach Bennecken- stein vor sich liegen das seit 1907 bestehende, in stetem Aufblühen begriffen: Erholungsheim Ebert, Heim für wahre naturgemäße Lebensweise. Man sieht auf dem ausgedehnten Terrain die großen Luftparks mit den reizenden Luft- häuschen freundlich herüberleuchten. Die Heilerfolge sind in dieser Höhen- lage(569 m) bei der vorzüglichen Diät besonders ins Auge fallend. Die Luft- bäder in dieser stets reinen Höhenluft sind außerordentlich wohltuend. Die meilenweiten Waldungen bieten bequeme, abwechslungsreiche Spaziergänge, Pension 6. ℳ proTag. Kurmittel: Luft-,Sonnen-,Erd-,Lehm-,Sand-, Wasserbäder. Außerhalb: Hotel und Pension Waldhaus, empfohlenes Touristen- und Pensionshaus, großes Gartenrestaurant, schöne Aussicht, für längeren Aufenthalt besonders empfohlen. Hotel und Pension Schützenhaus, un- mittelbar am Walde. Garten, Veranda. 2 Min. vom Bahnhof.— Pension Villa Vocke— Pension Thiele, direkt am Walde. Auskunft erteilt und Prospekte versendet der Magistrat. Wintersport bedeutend. Sportmaterial leihweise zu haben. Zweisp. Fahrschlitten 18 Mk. täglich.— Natürliche Rodelbahnen ringsum.— Orts- gruppe des Oberharzes Skiklubs. Außer den Gasthäusern zahlreiche bequeme, einfache und reicher aus- gestattete Privatwohnungen, zum Teil mit Balkon, Gartenbenutzung, Lauben, Küche. Wohnungsnachweis durch den Magistrat und Harzklub. Lohnfuhrwerk, ein- und zweispännig, stets zu haben. Industrie in keiner Weise für Sommerfremde lästig, hauptsächlich Fabrikation von Holzwaren und Küchengeräten. Formenstechereien für feinere Holzwaren.„Zeus“-Fahrradwerke von Karl Gropp(Holzfahrräder, vorzüglich empfohlen und bewährt). Große Kanarienzüchtereien. — 104 9. Route: Von Tanne nach dem Südharz. Ausflüge. Waldschlößchen(1 km), herrlich gelegenes Restaurant mit großartiger Fernsicht auf das Brockengebirge.— Dorf Rothesütte(4 km).— Großer Dhrenberg(6 km), eigenartigste Aussicht; der Blick umspannt die Harzlandschaft und die Vorlande von den Hohneklippen an, den gesamten Oberharz, die südlichen Vorberge bis zum Kyffhäuser, dessen Denkmal bei einigermaßen klarem Wetter sichtbar ist.— Pbersberg(5 km), sehr schöne Aussicht.— Wolfsbachmühle(5 km), idyllische Lage.— Tiefenbachmüuhle (7 km).— Karlshaus(6 km).— Sophienhof(9 km).— Schöner Waldspazier- gang nach Trautenstein. Tageswanderungen: über Sorge(3,5 km) nach Elend(9 km) und Schierke (13 km), Rübeland(16 km), Brocken(24 km); am Hotel Waldhaus vorbei über Hohegeiß(4 km), Nullpunkt, nach Stöberhai(15 km), über Rothesütte nach dem Braunsteinhaus bei IIfeld. Auch über Waldschlö ßchen, Rothesuùtte, Netzkater(Bahn- station) oder Forsthaus Braunsteinhaus nach IIfeld(14 km). Chaussee über Jägerfleck, Rothesütte, Netzkater, IIfeld(17,5 km). Von Benneckenstein bis Ellrich(15,5 km), Chaussee über Straßenkreuzung Jägerfleck(7,5 km),(rechts ½ St. der Gr. Ehrenberg) und Dorf Sulzhain mit 450 Einwohnern, büllige Sommerfrische und Sanatorium in schöner Lage.(15,5 km) Ellrich(s. R. 33a). Zum Bahnhof noch 1,5 km= 17 km.— 23 km Niedersachswerfen(s. R. 33). Bahnverbindung viermal täglich über Tiefenbachmühle, IIfeld nach Nordhausen, ebenso über Sorge, Elend, Dreiannen—- Hohne(Abzweigung nach dem Brocken einerseits und Rübeland— Blankenburg-— Thale anderseits. Steinerne Renne nach Wernigerode. Die Bahn erschließt die großartigsten Waldblicke, besonders im IIfelder Tal(auf der Fahrt nach IIfeld besonders links, nach Wernigerode rechts). Anschluß an die Sudharzbahn Tanne— Braunlage— Walkenried in Sorge (3,5 km), an die Bahn Thale— Blankenburg— Tanne in Sorge und Tanne(4 km). Für Radfahrer. Benneckenstein-— Ellrich 12,0 km. Bis zur Kreuzung bei Jägerfleck Steigung, dann fortwährend Fall; hinter Sülzhagen Vorsicht Wer nach Niedersachswerfen will, biegt bei Jägerfleck(3,4 km) links ab nach Rothehütte und ins IIfelder Tal. Bergab und schöne Tour. Bis IIfeld 14,2 km nach Niedersachswerfen 3 km weiter. D. Von Tanne nach Braunlage und St. Andreasberg bzw. Walken- ried(Südharzbahn). Die Zweigbahn Tanne-— Brunnenbachsmühle durchazieht das Dorf Tanne und geht westl. am südl. Abhang des Bodetales an der Chaussee entlang, überschreitet die Harzquerbahn und erreicht nach 3 km die Hst. Sorge, welche durch eine Treppe mit dem Bahnhof Sorge der Harzquerdahn verbunden ist. Hinter Sorge über das Bodetal und hmein ins schöne Brunnenbachtal bis zur Station Brunnenbachsmühle (8 km, 531 m). Von hier südl. nach Walkenried(20 km) und nördl. nach Braunlage(4 km). Nach St. Andreasberg über den Rinderstall 8 km oder Gasth. Waldmühle über Oderhaus-Chaussee 12 km). b u) Radfahrer. Direkter Weg nach St. Andreasberg. Man fährt über Sorge bis zum Nullpunkt(7,0 km), hier rechts ab zur Ladestelle, wo Chaussee, Bahn und Kaiserweg sich kreuzen. Von hier anfangs rechts ab auf dem Kaiser- weg, dann links bergab zum Oderhaus(Vorsicht! und absitzen!) 5,0 km. Nach St. Andreasberg 6,3 km bergan. Insgesamt 18,3 km. — Saudbrin) 8 Sonnenberg f 8 BRAUÜUNLAGE UND UMGEBBOUNG Mafistab 1: 65 000 — aeeiba Qadargsee == FZahr eg SDsaeg Tbuaristereg -———— andesgrenze mesen — 2 EWäasserlaute — wor Fennen hooues— 5 Druck von H. G. fahtgens. Lübeck Richters r, —— e 3 Jein, Eaa —— Zapt. 3 otel u. RIu. Waupshae 8* Dreiannen ·; 5—. SShne FTra⸗ 22 33 8— e— 4 2 4 4 C d2, Le —— 2—= inde:verr te — 10. Route: Braunlage. 105 10. Route: Braunlage. Braunlage, braunschweigischer Flecken an der Warmen Bode, 600— 620 m üb. M., am südlichen Fuße des Wurmberges, 2800 Einwohner. Aufstrebender Ort, der erst seit 1884 zur Aufnahme von Sommergästen eingerichtet ist. Kurfrequenz von zirka 14000 Kurgästen jährlich. Neues Kurhaus projektiert. — Schwindsüchtige finden im Orte keine Aufnahme.— Ge- birgswasserleitung und Gasbeleuchtung. Blühende Holzindustrie (vier Fabriken, in denen Dielen, Kanthölzer, Kisten, Zündholz- schachteln und Vogelbauer gefertigt werden). Spiegelglasfabrik nördlich vom Orte, eine der größten Norddeutschlands. End- station der bei Walkenried in die Bahn Nordhausen- Northeim, bei Tanne in die Harzzahnradbahn Tanne— Blankenburg mün- denden Südharzbahn. Die Lage Braunlages ist für den Zweck des Sommerauf- enthaltes sowie als Kurort eine der günstigsten des Harzes. Gasthöfe. Brauner Hirsch mit Dependance, mitten im Orte, Pens. 5,50— 6,50 Mk. Gut.— Blauer Engel(F. Vogeler), P. v. 5 Mk. an. Zentral- heizung, Garten, gut.— Sieglings Hotel, 3 Min. vom Bahnhof, P. v. 5 Mk. an, gut. — Berg-Holel, P. 6— 7 Mk., empfohlen.— Hotel Deutsches Haus, alle Bequem- lichkeiten, großer Garten, P. 5— 6 Mk. Empfohlen.— Hoppes Hotel, mit Garten, neu eingerichtet, Z. v. 1,50 Mk. an, F. 75 Pf., Mi. 2 Mk., P. v. 5 Mk. an, gut.— Hotel Waldpark.— Gasthof zur Tanne. P. V. 4 Mk. an, bürgerlich. Empfohlen.— Notel Viktoria mit Café-Restaurant. Empfohlen. — Berliner Hof, Z. m. F. v. 2,50 Mk. an, P. v. 4,50 Mk. an.— Bahnhoſs-Hotel. . In der Umgebung des Ortes: Waldmunle, 2 km westlich vom Ort, am Ubergange der Lauterberger Straße über den Brunnenbach, volle P. 4,50— 5,50 Mk.— Forsthaus Brunnenbach, Kgl. Försterei. Milch, Erfrischungen volle P. 4 Mk.— Königsbrug, P. 4,50— 5 Mk.— Hotel Brandhal, westlich vom Orte. P. v. 4,50 Mk. an. Empfohlen. Familienpensionen. Sophienhöhe(Frau Pastor Hardt), vornehmes Haus auf dem Hütteberg, P. 32— 48 Mk. wöchentl., empfohlen.— Marienhoy, 10 Min. westlich vom Ort am Walde mit Weideviehwirtschaft.(Bes. M. Pabst.) Gut. — Pensionshaus Anna Liese, elegantes Haus am Hütteberg.(Bes. Frau Pastor Schultze.) P. 32— 45 Mk. wöchentlich.— Weidmannshed, neuerbaut, am Hüttenberge und am Wald gelegen, komfortabel, Liegekuren, P. 6— 8 Mk., empfohlen.— Waldhohe, Café-Restaurant und erstklassige Pension, am Hütte- berg, höchstgelegenes Haus mit malerischem Blick über den Ort. Zentral- heizung.— Pension Valla Anna, P. 30— 45 Mk. wöchentlich.— Fremden- vension Villa Emilie(Geschw. Peters), am Hütteberg. P. v. 4 Mk. an.— Villa Bergfrieden(Frau L. Graßhoff). Schön gelegen., Für Winteraufenthalt geeignet. Empfohlen.— Villa Irmgard(Frau J. Scheurich). Pensionshaus I. Ranges. Am Walde gelegen. Im Winter geöffnet. Zentralheizung. Bad im Hause. Empfohlen.— Pension Villa Ascana. Aussichtsreiche, geschützte Lage. Jeder Komfort im weitesten Sinne. Im Winter geöffnet. Gelobt.— Pension Villa Bergmann mit Dependance. P. 4— 4.50 Mk.— Pension Villa Hoppe.— Ferien- und Erholungsheim für Kiader und H alberwachsene, Herzogin- Elisabeth-Straße, P. 30— 35 Mk. wöchentlich.— Haus 4A9nes(Frl. Agnes Giesler), Wurmbergstr., m. Garten, P, 4,50— 5,50 ℳ. 106 10. Route: Braunlage. sanatorien. Dr. Vogelers Sanatorium, geschützte Lage in der Talsole dicht am Walde, neben dem Postamte. Einrichtungen für Kuren und Bäder jeder Art, volle P. 5 Mk., ärztliche Behandlung von 1 Mk. an. Geistes- und Lungenkranke ausgeschlossen.— Sanatorium Dr. Barner, 610 m hoch, am be- waldeten Hütteberg gelegen, vormals Haus Sonnenblick. Anstalt für diä- tetische und physikalische Therapie, Lungenkranke ausgeschlossen. Alle Sorten Bäder, spez. Moorbäder. Sehr komfortabel und viel besucht. Pprivatwohnungen 6— 10 Mk. pro Bett und Woche. Wohnungsnachweis im Bureau der Kurverwaltung(Kurleiter Becker). Café-Restaurant„Victoria““. Auch gute Pension. Orts-Badeanstalt, geöffnet von morgens 7 bis abends 6 Uhr. Führer bei Fußwanderungen unnütz, da der Harzklub alle Wege be- zeichnet hat. Träger 3— 3,50 Mk. pro Tag bei freier Zehrung. Leihbibliothek. Buchhandlung von J. Melhorn, Elbingeroder Straße. Kurtaxe. 1 Person 5 ℳ, Familie von 2 Personen 8 ℳ, jede weitere Person 1,50 ℳ. Arzte. Dr. Vogeler, Dr. Barner, San.-Rat Dr. Kummer, Dr. Wolff, Dr. Reuen. Apotheke im Ort. Auskunft durch die Kurverwaltung, welche auch illustrierten Prospekt und Wohnungsnachweis auf Verlangen kostenfrei versendet. Staats-Straßen von Braunlage nach: Harzburg(Post 7,40— 11,10 Uhr vorm. Elbingerode— Wernigerode, Tanne— Hasselfelde, Hohegeiß— Ben- neckenstein, Zorge— Ellrich, Wieda— Walkenried, Oderhaus— Lauterberg, Oderhaus— St. Andreasberg. Bahnverbindungen: Die südharzbahn Braunlage— Tanne- Walkenried. Es verkehren zurzeit je sechs Züge hin und her, welche die Verbindung mit der Harzquerbahn(Sorge) und der Harzzahnradbahn(Tanne) einerseits und mit der Staatsbahn(Walkenried) anderseits vermitteln. Die Haltesstationen für die Zweigbahn nach Tanne sind: Brunnen- bachsmüuhle 4 km, Sorge 9 km(Umsteigen für die Harzquerbahn!) und Tanne 12 km(Anschluß an die Bahn nach Rübeland— Blankenburg— Thalel). Die Haltepunkte für die Talbann nach Walkenried sind: Brunnenbachs- müunle 4 km, Kaiserweg 8 km(von hier zum Ebersberge 5 km, nach Hohegeiß 8 km), Stöberhat 13,7 km(zum Gipfel noch 2,5 km), Wiedaerhütte 17,2 km, Wieda 18,8 km, Zündholzjabrik 21,5 km, Walkenried 24 km. Kraftomnibusverbindungen im Sommer nach Bad Harzburg, Elend, St. Andreasberg, Lauterberg, Hohegeiß, Benneckenstein. Wintersport. Bobsleighbahn, 2000 m lange Rodelbahn. Skis und Rodelschlitten sind in den Hotels leihweise zu haben. Winterfeste. Ober- harzer Skiklub. Winterprospekt durch die Kurkommission. Geschichtliches. Der Name des Die Geschichte des Ortes ist, wie Ortes(1216 Brunela, 1237 Brunla, sein Name, wenig aufgeklärt. Fest- gegen 1260 Brunelo), schon an sich steht nur, daß er zu den ältesten dunkel und vielfach umstritten, des Harzes gehört und seine Ent- wird in bezug auf seine Erklärung stehung der Gewinnung und Ver- noch schwieriger dadurch, daß er hüttung des Eisens verdankt, deren unzweifelhaft zugleich das Wald- Betrieb auf sehr alte Zeiten hinweist. gebiet zwischen dem Heidenstiege, Erst sehr spät folgte der Bergbau der Oder, der Warmen Bode und auf Kupfer und silberhaltige Blei- dem Kronenbach(Krodebek 1260) erze, auf letztere wohl erst infolge bezeichnet. Am befriedigendsten des Andreasberger Silberbergbaues. möchte der Name wohl als„An- Daneben müssen, nach Schlacken siedlung am braunen See, Teich und Erzfunden zu urteilen, schon oder Sumpf“ in unsre heutige früh Rammelsberger Erze verhüttet Sprache zu übersetzen sein. sein, deren Schlackenhalden noch 10. Route: Braunlage. 107 an drei Stellen des Ortes nachweis- bar sind. Da jede dieser Bergbau- arten eine Zeit der Blüte und des Verfalles hatte, so ist die Entwick- lung des Ortes keine stetige gewesen. So kamen um 1550 sämtliche hiesigen Jahrhunderts führte im Verein mit den Nachteilen der französischen Eroberung bis in die sechziger Jahre eine Periode furchtbarer Not herbei, die erst mit dem Aufblühen der Holz- industrie und dem Eintritt des Ortes Werke zum Erliegen, 1561 baute der in die Reihe der Harzer Sommer- gräfliche Rat Hieronymus Pape alles frischen im Jahre 1884 ihr Ende wieder auf. Der Verfall der Harzer erreichte. Eisenindustrie am Anfange dieses Die Lage Braunlages ist für den Zweck des Sommerauf- enthaltes wie für Kuren aller Art eine der günstigsten des Harzes. Die Talachse neigt im mäßigen Gefälle nach Süden, steht mit der Gipfellinie des Gebirges in unmittelbarer Verbindung und wird im Süden des Ortes durch einen 80 m hohen Bergzug nach Osten abgelenkt. Das Tal ist breit und wird durch mehrere Seitentäler noch mehr ausgeweitet. Mehrfache Bergmauern im Norden schützen vor rauhen Winden, und meilenweite Waldungen nach allen Seiten gleichen die Temperaturextreme aus. Das Klima ist infolge dieser günstigen Verhältnisse zweifel- los in hohem Grade heilkräftig und namentlich bei Erholungs- bedürftigen, Rekonvaleszenten, Nervösen, Nervenschwachen, Blutarmen und leichten Herzkranken vielfach erprobt. Die Erklärung liegt nahe. Jedes Gebirge wirkt durch den gegen die Ebene geringeren Luftdruck und staubfreie Luft erleichternd auf Atmung und Stoffwechsel. Gegen andere, mehr landein- wärts liegende Gebirge ist der Harz durch seine Lage in relativer Meeresnähe ohne vorliegende höhere Gebirgszüge erheblich be- vorzugt. Doch bedingt die Ortlichkeit einige Unterschiede, deren Grundlage oben erörtert wurde. Es geht aus ihr hervor, daß die Temperatur ausgeglichen, die Luft gesund, ohne über- mäßige Rauheit, ihre Bewegung mäßig und ihr Staubgehalt, relativ sehr gering ist, alles schwerwiegende Rücksichten bei der Wahl eines vorübergehenden Aufenthaltes im Gebirge. Die Benutzung dieser günstigen Bedingungen wird wesent- lich erleichtert durch das reich entwickelte und durchgehends vorzüglich unterhaltene Staatsstraßen- und Forstwegenetz. Man fängt am besten mit kurzen Wanderungen auf wagerechten Wegen an, bis man sich an die herbe Bergluft gewöhnt hat. Dann läßt man bei steigenden Kräften längere Touren mit wech- selndem Gefäll folgen. Der völlig Gekräftigte findet an den mächtigen Klippenhängen und Trümmerhalden der umliegenden Harzriesen Gelegenheit zu weglosen Kletterpartien, wie sie in solcher Häufung und Nähe— zwei Stunden im Umkreise— wenige Harzorte bieten. 108 10. Route: Braunlage. Für den, der den Aufenthalt im Gebirge völlig ausnützen will, reichen natürlich keine Wanderungen zwischen den Mahl- zeiten aus, vielmehr ist der beständige Aufenthalt in freier Luft, also die Ausführung größerer Wanderungen notwendig. Die Lage des Ortes im Mittelpunkt des nördlichen Harzes macht es nun möglich, von hier aus das ganze Gebiet zu durchwandern. Wer soweit gekommen ist, bedarf keiner Ratschläge, es sei deshalb nur hingewiesen auf Tageswanderungen, wie 1. Braun- lage— Hasselfelde— Wendefurth— Neuwerk— Rübeland— Bahn zurück. 2. Braunlage— Hohegeiß Rothehütte— Netzkater — Poppenberg-IIfeld- Ellrich— Bahn zurück. 3. Braunlage— St. Andreasberg—Gr. Knollen-—-Lauterberg- Walkenried-- Bahn zuriück. 4. Braunlage—Altenau- Claustb al—Sonnenberg- Schluft — Braunlage. 5. Braunlage— Ahrendsberger Klippen- Goslar— Zellerfeld— Braunlage. Bei langen Tagen und schönem Wetter gehören Nachtwanderungen zu den größten Genässen des Wan- derers. Braunlage im Winter. Die gewaltige Heilkraft der Winterluft ist größeren Kreisen erst in den letzten Jahren offenbar geworden. Gesteht man dem Gebirge der Ebene gegenüber eine die Gesundheit fördernde und wiederherstellende Wirkung zu, so muß diese im Winter größer sein als im Sommer, denn Frost und Schnee hindern hier in der bei weitem längsten Zeit die bazillenhaltigen Ausdünstungen des Bodens und machen die Luft noch staubfreier als im Sommer. Diese Erkenntnis hat in den letzten Jahren dazu geführt, daß Leidende, die frei über ihre Zeit verfügen können, den Winter zur Kur benutzen und, wie vorherzusehen, mit vorzüglichem Erfolge. Dabei kommt als ein Haupthilfsmittel der Skilauf in Anwendung, durch den es erst möglich wird, sich über den Schnee hinweg, statt durch ihn hindurch zu bewegen. Diese Kunst wird hier im Orte seit 1883 geübt und ist längst Kindersport geworden. Man sieht auf den Straßen nicht selten kleine Knaben sehr ernsthaft und hartnäckig ihr Heil auf zum Teil sehr einfachen Geräten ver- suchen. Der außerordentliche Reichtum der Umgebung an Wegen wie an freien Skifeldern gibt dem Anfänger wie dem Geübten reiche Gelegenheit zur Ausübung dieses schönen und gesunden Sports. l. Kurze Spaziergänge. 1. Die Kollie, unmittelbar östlich der Herzbergschen Sägemuhle ab leicht vom Orte bis zum Bremke zwischen zu erreichen, ein etwa 200 ha großer Bode und Elender Straße, von Fichtenbestand, mit Wegen reichlich letzterer und der Bodebrücke unter um- und durchzogen, dessen Ebene, 10. Route: sanft nach Osten geneigte Ab- dachung, jederzeit Schutz vor dem Westwinde bietet. 2. Der Brandhai, 300 ha groß, ähnlich wie die Kollie, südöstlich vom Orte, von der Tanner und Zorger Straße u. chaussierten wie planierten Waldwegen reichlich durchzogen. 3. Der Hasselkopf, im Süden dem Orte vorgelagert, oben Wiese, an den Seiten Wald, bester Blick über Braunlage. Fußweg von der neuen Tanner Straße ab, unmittelbar vor dem Anfange der Steigung; jenseits des neuen Kirchhofes rechts ab bis zum Gipfel. 4. Jermerstein. Man geht auf der neuen Harzburger Straße bis an den ersten UÜUbergang über das Ulrichswasser, vor dem ein Wegweiser (links)„Jermerstein“, den Fußweg Braunlage. 109 bezeichnet. Nun den Schildern folgen; bis zum Ziele eine Reihe von Hornfelsklippen: unter einer der- selben die Höhle, in der der Sage nach der Räuber Jermer gehaust hat, der seinem Pferde zur Irre- führung der Verfolger die Hufeisen verkehrt aufschlagen ließ. Der frühere Name Jeremiasstein läßt eher an einen Einsiedler denken, ob- gleich das Gemach recht eng, eigent- lich nur ein Felsloch ist. An mehreren Punkten hübsche Aussichten auf die Achtermannshöhe, den Brocken, Königsberg, Wurmberg und einen Teil des östlichen Mittelharzes. Auf der Ebene vor den Klippen Zu- fluchtsnäuschen. Der Fußweg führt weiter in westlicher Richtung hinab zur Harzburger Straße, auf dieser zurück. 2. Kurze Wanderun 9 en mit bestimmten Zielen. Vorbemerkung für Radfahrer. Rad- fahrer vereinigen Tour 5, 6, 7 und 8. Bis Königskrug(4, 1 km), dann nach Oderbrück(4,7 km) starke Steigung, viel schieben. Von Oder- brück in ½ St. zu Fuß auf die Achtermannshöhe. Zurück bergab und rechts ab nach Oderteich 2,5 km. 1. Waldmühle, das frühere Blau- farbewerk, guter Gasthof mit Pen- sion und eigenem Viehstande, 20 Min. vom Orte am bergange der Lauterberger Straße über den Brunnenbach. Für Radfahrer. Steigung zum Hotel. Weiter schöner Fall zum Oderhaus(6,3 km). Rückweg meistens schieben. 2. Oderhaus 6,3 km, Oberförsterei und 2 Förstereien, an der Gabelung der Lauterberger und St. Andreas- berger Straße im Odertale; in der nördlichen Försterei Erfrischungen. Enges Wiesental, von ziemlich steilen, reichbewaldeten Hängen einge- schlossen. Vom Pavillon des un- mittelbar nördlich darüberliegenden Schloßkopfes aus hübsche Aussicht nach Süden auf die Oderhänge. 3. Forsthaus Brunnenbach, 2 km nordwestlich, an der alten Harz- burger Straße, auf dem dem Hause östlich gegenüber einmündenden sog. Steinwege durch den Jermerstein zurück. Hier Reservoir der Quell- wasserleitung. Türgerüst aus Kon- taktgranit mit Drusenräumen, die mit Kristallen ausgefüllt sind. 4. Hahneklee(Hohneklippe); über Forsthaus Brunnenbach. An des nordöstlichen Ecke des Gatterr führt der durch die Harzklub- sektion Magdeburg ausgeführte Fuß- weg erst über den alten Kaiserweg, dann durch das Brunnenbachstal auf die Forstchaussee, auf dieser nördlich bis zum Wegweiser„Hahne- klee“, nun dem links abgehenden Wege durch die Kultur folgen bis zur Klippe. Prächtiger Blick quer über das hier sehr tiefe und felsige Flußtal der Oder auf den Rehberg, nördlich bis zum Bruchberg, südlich bis zum Stöberhai und Ravens- kopfe, rückwärts Wurmberg, Brocken und Achtermannshöhe. Jedenfalls einer der lohnendsten Aussichts- punkte des Gebirges. Rückweg bei genügender Zeit auf der Forst- chaussee hinunter bis zur Kreuzung des St. Andreasberger Fußweges, auf diesem links über den neuen Silberteich und das Steinfeld nach Braunlage. 5. Königskrug, 4 km(754 m), Gasthof mit Pension und Weide- viehwirtschaft am Eingang der neuen in die alte Harzburger Straße, hoch, aber ziemlich eben gelegen, am südlichen Fuße der Achter- 110 10. Route: Braunlage. mannshöhe. Freier Blick auf Brocken und Wurmberg. Rückweg bei ge- nügender Zeit auf dem nördlich vom Königskruge von Osten her ein- mündenden chaussierten Forstwege. Siehe Vorbem. für Radfahrer. 6. Forstnaus Oderbrück, 9 km (781 m), zugleich Gasthaus und Pension, am Ubergange der Harz- burger Staatsstraße über die hier noch recht kleine Oder. 7. Oderteich, 8 km(750 m), zwischen Achtermannshöhe und Bruchberg, größtes Wasserbecken des in dieser Beziehung früher reichen, jetzt mit Ausnahme der Claustaler Hochebene sehr armen Harzes. Man geht auf der Harzburger Straße bis zum Einlauf der Claus- thaler am Königskopfe(Wegweiser), dann auf letzterer bis zum Teiche; in einer Bude Erfrischungen. Rück- weg bei genügender Zeit(2 ½ St.) auf dem an der linken Talseite einmündenden chaussierten Forst- wege durchs Odertal bis zum An- dreasberger Rinderstall und auf dem Andreasberger Fußwege(Weg- weiser) zurück. Bei noch mehr Zeit(3 ½ St.) kann man auf dem Rehberger Graben(Einlauf des Weges auf der westlichen Damm- endung) bis zum Knie südlich von der Rehberger Klippe gehen, von da direkt ins Tal und weiter, wie vorhin. 8. Achtermannshöhe, 8 km(926 m), Hornfelskegel auf breiter Granit- unterlage, die Kuppe baumfrei; zum Teil mit Heide und Brocken- myrte bewachsen, als letzte Holz- art die Eberesche, prachtvoll ge- deihend, aber strauchartig. Der beste Weg aufwärts ist die alte Harzburger Straße bis zum Königs- kruge; von da ab ist der Fußweg durch Tafeln und weiße Striche an den Bäumen genau bezeichnet, Irrtum kaum moxglich. Die Aus- sicht ist umfassend und eindrucks- voller als die meisten andern, weil man den Hohen Harz als drei ge- trennte Massen sieht, deren jede hinter einer weiten Mulde aufsteigt. Das läßt die Berge größer erscheinen als sie sind. Vor dem Hauptmassive im Osten lagert das Brockenfeld, das größte Hochmoor des Harzes, etwa 500 ha groß, bis 6m mächtig, vor der Vermoorung zum Teil mit mächtigen Kiefernwäldern bedeckt, heute mit Sumpfmoos, Heide, Beerkräutern, Polei und Brockenmyrte, die Ränder mit miß- wüchsigen Fichten. Die Mulde vor dem Bruchberge gleichfalls moorig, wie der größte Teil des Berges selbst, der keinen bezeichnenderen Namen führen könnte. Die westlichen Berg- mauern sind durch die Oderspalte vom Standpunkte des Beschauers geschieden. In der Tiefe schimmert der Spiegel des Oderteiches. Der südliche Hintergrund wird durch die Hainleite und den Thüringer Wald, den Meißner und die Weser- berge abgeschlossen. Im NW. der Breite Stein, in Granitfels mit wagerechten Schichten, gleich der Kuppe ein Rest der von 80. nach NW. verlaufenden Hebungslefze. Der Rückweg entweder über Oderbrück auf dem nördlich bezeichneten Fuß- wege und dann auf der Harzburger Straße bis Braunlage, oder auf dem ersten, von dem Fußwege nach dem Königskruge in östlicher Rich- tung abgehenden planierten Wege über die Kultur ins Tal der kleinen Bode auf dem derselben entlang- führenden chaussierten Forstwege. 9. Wurmberg(968 m). Jenseits der Bodebrücke über der Glashütte, dem von Norden her einmündenden chaussierten Forstwege folgen und den Wegweisern nach bis zur Kuppe (2 St.). Oben weite Aussicht, nach Norden die südliche Abdachung des Brockens bis ins tiefste Gefälle, links Königsberg, rechts Renneckenberg und Hohne, nach Süden der Mittel- harz und das Hügelland bis zum Thüringer Walde. Nördlich von der Kuppe Gatter mit fremden Holz- arten, Zirbelkiefern Krummholz, Weißtannen, Lärchen, Schimmel- fichten usw. Rückweg an der Südseite des Gatters entlang, dem nicht zu verfehlenden Fußwege folgend, über die Glashütte zurück. 10. Schierke und Elend besucht man am besten in einer Tour. Auf der Elender Straße beim ersten Wegweiser links„Fußweg nach 10. Route Schierke“ abgehen, den chaussierten Weg verfolgen bis rechts Wegweiser „Schierke“, diesem bezeichneten Fuß- wege folgen bis Schierke, dann im Tal hinunter, einem der schönsten des Gebirges, erst links, dann rechts die über Granitklippen rauschende Kalte Bode, den größten Teil des Weges im Waldesschatten, von da auf der Elender Straße nach Braun- lage. Radfahrer müssen über Elend (6,0 km) nach Schierke(2,6 km). 11. Ebersberg(634 m). Erst auf der neuen Tanner Straße, beim An- fang der Steigung jenseits des neuen Friedhofes der geradeaus führenden alten, dann der Zorger Straße folgen bis zur scharfen Ecke an der Wiese; von hier geradeaus auf dem Wald- wege bis zum alten Platze Brunnen- bachsmühle. Nun über die Brücke, der Zorger Straße folgen, bis ein Wegweiser links„Hohegeiß“ den Fußweg bezeichnet. Diesem folgen bis reichlich zur halben Berghöhe, 3. Tagesw 1. Stöberhai, 13,7 km(719 m). Der bequemste Weg führt auf der Lauterberger Straße bis zum Wald- rande, darauf dem Wege links und nun den Bezeichnungen folgen, die sicher bis zum Ziele führen. Süd- lich vom Kronenbach am Einlauf des alten Fahrweges von Braun- lage nach Wieda in den Heidenstieg die Ruinen der Kapelle, eines von Walkenried aus betriebenen Ho- spizes. Nach den Ergebnissen der Ausgrabung romanischer Bau aus dem 11. Jahrhundert, Fachwerkbau mit Goslarschem Schiefer gedeckt, Dachreiter auf der Westseite. West- liche Hälfte Laienraum mit Herd, die östliche Hälfte Kirche mit gerad- liniger, rechtwinkliger Apsis, das Ganze 16:7 m groß. 200 m westlich Brunnen, 3 m tief ausgebohlt, der sog. Kirchbrunnen. Radfahrer fahren von Braunlage nach Wieda(14,1 km); Zuletzt schöner Fall. Von hier in 1 ½4 St. zu Fuß zum Stöberhai. 2. Brocken. Der Aufstieg ist wegen der gleichmäßigen Steigung bis zum dreieckigen Pfahle einer Braunlage. 111 auf dem hier befindlichen chaussierten Forstwege einige Schritte rechts gehen und nun die letzte Höhe zwischen jüngerem Bestande(rechts) und älterem(links) ersteigen. Oben Aussichtsgerüst. Der Blick eigen- artig; der Hohe Harz als mächtige Gebirgsmauer im Hintergrunde, davor eine breite Senkung mit leisem Gefälle nach Osten, östlich die Hochebene von Elbingerode und Hasselfelde, über letztere hinaus die Randberge bis zur Roßtrappe, südlich das Waldmeer des Süd- harzes, dahinter die Hügellandschaft bis zur Hainleite; bei guter Be- leuchtung einer der wirkungsvollsten Rundblicke des Harzes. Oder mit Benutzung der Südharz- bahn bis Hlst. Kaiserweg; von da noch 5 km bis zum Ebersberge, 5 km bis Stöberhai, 8 km bis Hohegeiß. Radfahrer fahren auf der Zorger Chaussee 6,8 km südwärts, dann links der Ebersberg. anderungen. der bequemsten. Man geht über die Glashütte, die nördlich davor- liegende Bodebrücke und folgt nun einfach den Schildern bis zur Kuppe (3 St.). Der Rückweg bei genügender Zeit über Schierke und Elend, am besten durchs Eckerloch(überall Schilder). Zum Brocken mit Bahn- benutzung über Schierke oder die neue Haltestelle Goetheweg. Radfahrer fahren über Elend (6,0 km) nach Schierke(26 km) und dann zum Brocken(8,8)(Rad even- tuell in Schierke lassen). Auch kann man nach Oderbrück fahren (S,8 km).(Rad zurücklassen), dann zu Fuß in 2 St. auf den Brocken. Siehe Brockenweg Nr. 8. 3. Steile Wand und Wolfswarte. Gipfel des Bruchberges(920 m). Auf der Harzburger Straße bis dicht vor Torfhaus, dann links auf der Straße nach Altenau bis zum Weg- weiser„Wolfswarte“, auf dem Fuß- wege bis zum Gipfel. Zurück bis zum Graben, auf diesem in südlicher Richtung bis zur Tafel„Oderbrück“ dem bezeichneten Fußwege folgen, 112 11. Route: Von Elbingerode nach Schierke. von Oderbrück auf der Harzburger den Schildern bis zur Leistenklippe Straße zurück. folgen. Rückweg bei genügender 4. Hohne. Man gehe zunächst nach Zeit über Forsthaus Hohne und auf Schierke; vom Hotel Hoppe den dem Fußwege durchs Wormketal Verbindungsweg nach der Hagen- oder mit der Bahn von Dreiannen- straße, dann rechts auf dieser bis Hohne über Elend zurück. zum Wegweiser„Hohne“ und nun 11. Route: Von Elbingerode über Susenburg, Trog- furter Brücke, Königsburg, Königshof nach Schierke. Dieser Weg ist Touristen, welche historische Stätten aufsuchen, be- sonders zu empfehlen, ohne Führer zu brauchen, da überall bezeichnet. Rad- fahrer fahren über Rothehütte(4,8 km) nach Königshof(1,0 km). Von Elbingerode führt der Weg zunächst durch Wiesen und Acker(rechter Hand prachtvoller Blick auf Wurmberg, Brocken, Hohne; linker Hand ins Bodetal und nach Rübeland, Hüttenrode hinüber), später durch Hochwald nach der Susen- burg, einer alten Burg, welche mit dem Bodfelde in Ver- bindung gestanden hat; hier umfassender Rundblick auf die Bodewindungen, ähnlich dem des Wilhelmsblicks bei Trese- burg. Schutzhütte vom Elbingeroder Harzklubzweigverein. Von der Burg selbst nur noch wenige Reste, während die einzel- nen Umwallungen von Schiefergestein sich gut erhalten haben. Von hier zurück nach dem letzten Harzklubschild und bergab durch den sogenannten Schnapphahnengrund nach der Trogfurter Brücke, altes Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert (über diese führte im Mittelalter die Straße Nordhausen— Wernigerode— Halberstadt), die Brücke überschreiten, rechts (bezeichnet) die lange Schneise hinauf(2 km) nach der Königs- burg, ehemals festes Vorwerk(Burgstall des Jagdschlosses Bodfeld mit alten Turmruinen). Schon Heinrich I. pflegte hier der schüttert durch die Nachricht von „den Leib übenden und erquickenden dem Siege der Wenden über das Jagd“ obazuliegen. Otto I. und Sachsenheer bei Pritzlaw.— Im Otto III. haben hier wiederholt Ur- Jahre 1174 stürzte hier Heinrich kunden ausgestellt. Kaiser Hein- der Löwe und erlitt einen Bein- rich II. gab Bodfeld im Jahre 1008 bruch, welcher im Kloster Walkenried dem Stifte Gandersheim. Später geheilt wurde. Im 14. Jahrh. scheint jagten hier die ersten Kaiser aus Bodfeld den Grafen von Regenstein dem salisch-fränkischen Hause: Kon- gehört zu haben; doch hatten diese rad III. und Heinrich III.; letzterer es wohl nur als Lehen des Klosters starb 1056 plötzlich in Bodfeld, er- Gandersheim. Nun in nordwestlicher Richtung hinab in 10 Min. nach Königshof am Zusammenfluß der Kalten und Warmen Bode (Gasth. Deutsches Haus, Goldener Löwe). In fast unmittelbarem Zusammenhange mit Königshof steht der Ort Rothehütte. 11. Route: Von Elbingerode nach Schierke. 113 Von hier 17,2 km bequeme Chaussee mit geringer Steigung bis zum Gipfel des Brockens. Für Radfahrer. Rothehütte(442 m)— Elend(489 m) 5,8 km; dann stark aufwärts nach Schierke(600 m) 2,6 km. Wer vom Brocken über Schierke zurückehrt, sollte hier sein Rad stehen lassen. Privatfuhrwerk von Rothehütte zum Brocken 13—15 Mk. Entfernungen. Rothehütte— Elend 6 km.— Schierke 4 km.— Brocken- gipfel 9 km. Ganze Tour 19 km. Von Rothehütte führt die Chaussee in nordwestlicher Richtung stets unmittelbar an der Bode entlang durch romantischen Waldgrund über Neue Hütte und das frühere Hüttenwerk Mandelholz nach (6 km) Plend, Höhenluftkurort, beliebte Sommerfrische, preußisches Dorf an der Kalten Bode, 280 Einw., 500 m ü. M. Station der Harzquerbahn. Gasthöfe. Wittes Hotel und Pension Waldmühle, am Walde gelegen. Z. m. F. v. 2,50 Mk. an, M. 2,50 Mk., P. 5,50— 7,50 Mk., Garten, Veranden, empfohlen.— Hotel St. Habertus, an der Straße Elend— Schierke, Garten, Veranden, gut.— Hotel Pension Waldhöhe mit Garten, nahe Bahnhof, Z. v. 1,50 Mk. an, F. 1 Mk., M 2,50 Mk., P. v. 5,50 Mk. an, empfohlen.— Hampes Kur- und Pens Haus, am Walde, Z. M. 1,75— 3 Mk., P. v. 5,50 Mk. an. Wintersport. 2000 m lange Rodelbahn, Schneeschuhsport. Sportmaterial leihweise in den Hotels. Kurtaxe bei einem Aufenthalt von 6— 14 Tagen, 1 Person 1 Mk., 2 Per- sonen 2 Mk., 3— 4 Personen 3 Mk., jede weitere Person 50 Pfg., über 14 Tage 2, 3, 4 bezw. 1 Mk. omnibusverbindung im Sommer täglich zwischen Braunlage, Elend und Schierke. Auskünfte erteilt der Harzklub-Zw.-V. und die Gemeindeverwaltung. Hier, am Einlauf des von Goslar Weder von ihr, noch von der auf kommenden Ulmer Weges in die alte einem Randhügel des Tales zwischen Brockenstraße, lag im Mittelalter ein hier und Schierke gelegenen Elends- Hospiz, dessen Betrieb, wie überall, burg, haben sich auch nur Trümmer Geistliche führten, eine Herberge für erhalten. Elende, d.h. Fremde, daher der Name. Das Tal der Kalten Bode zwischen Elend und Schierke ist hochromantisch. Steile Hänge zu beiden Seiten, die Bode, die sich schäumend über Granitblöcke stürzt, prachtvoller, aus Buchen und Fichten gemischter Hochwald, gut gehaltene Fahrstraße, die bei St. Hubertus in die Elbingeroder Straße einläuft. Unmittelbar daran der Barenberg mit bequemen Fußwegen zum Pavillon(hübscher Uberblick über das Tal, die gegenüberliegenden Hänge und einen Teil des östlichen Mittelharzes), von da nach den Schnarcherklippen und weiter nach Schierke oder Braunlage. Ein beliebtes Ziel für Spazier- gänge ist die Helenenruhe, mit schönem Blick ins Elendtal und auf Schierke und der 20 Min. entfernte Brockenblick. Richters Harz. 8 . 1,75 Mk. an, F. 1 Mk. 114 11. Route: Von Elbingerode nach Schierke. Bequemer, bezeichneter Waldweg nach Wietfeld 5 km (540 m üb. M.), Kgl. Försterei. Schierke, wernigerodisches Dorf(600 m üb. M.), am süd- lichen Ufer der Kalten Bode, mit zirka 600 Einwohnern. Station der von der Harzquerbahn bei Dreiannen-Hohne ab- zweigenden Brockenbahn. Der Grund und Boden, auf dem der Ort steht, ist Eigentum des Fürsten von Stolberg-Wernige- rode, Baugrund nur durch Pachtung zu erwerben. In der Hoch- saison oft überfüllt. Reger Winterverkehr. Auskunft bei der Kurverwaltung. Gasthöfe. Hotel Fürstenhöh und Hotel Kurhaus nebst Villa Luise und Post-Filla(Hartmann), verbunden mit dem Kursaal, in der Mitte des Ortes. Erstklassige Häuser unter einheitlicher Leitung. Eigene, ärztlich geleitete Badeanstalt und Wasserheilanstalt. Das Hotel Kurhaus ist auch im Winter geöffnet. Rodelbahn. Preiswettrodeln.— Hotel und Pension Waldtrieden. Hohe, schöne Lage am oberen Ende des Ortes, auf dem Wege zum Brocken. Sehr komfortables, gutes Haus; auch im winter geöffnet.— Burg-Hoiel. mit Dependance. In bevorzugter Lage auf einem Felsenvorsprung, mit schönem Blick in das Tal der Kalten Bode. Sehr komfortabel.— Hotel Fürst zu Stolberg, G. m. b. H., vornehm, I. Ranges, hochgelegen, mit schöner Aussicht, 200 Z. v. 2— 12 Mk., F. 1,50 Mk., M. 4— 4,50 Mk., P. v. 9,50 Mk. an, verbunden mit Wiener Café, Wintergarten, empfohlen.— Hotel Brockenscheideck, mit Dependance, vornehm, am oberen Ende an der Brocken-Chaussee, Garten, Veranden. Ganzes Jahr geöffnet. Empfohlen.— Haus Wedel. Vornehme Pension. Auch im winter geöffnet. Junge Mädchen finden guten Familien- anschluß.(Inh. Frl. von Wedel.) Sehr zu empfehlen.— Haus T'annenheim, feine, ruhige Pension. Z. m. P. v. 5,50 Mk. an. Wird gelobt.— Hoppes Hotel und Pension, ältestes Haus, Mitte des Ortes.— Königs Hotel, mit Depen- dance, zentrale Lage, Z. m. F. v. 2,50 Mk. an, M. 1,50 Mk., P. 6— 7,50 Mk. gut- Kurtaxe wird vom 16. Mai bis 30. September erhoben, und zwar: 1. vom 3. bis einschl. 7. Tag: für 1 Person 2 Mk., für Familien mit 2 Personen 4 Mk., für jede Person mehr 1 Mk.; 2. vom 8. bis einschl. 14. Tag: für 1 Person 4 Mk., für Familien von 2 Personen 8 Mk., für jede Person mehr 2 Mk.; 3. von mehr als 14 Tagen muß für eine Person Saisonkarte zu 8 Mk. ge- löst werden. Für Familie von 2 Personen 12 Mk., jede Person mehr 3 Mk. Apotheke der Post gegenüber. sanatorlum Schierke(im Harz, 640 m über dem Meere). Frei am Süd- abhange des vom 1142 m hohen Brocken ausgehenden Höhenzuges gelegen. Durch den die Gebäude halbkreisförmig umfassenden alten Bergwald gegen rauhe Winde geschützt. Infolge der günstigen, stark besonnten Höhenlage und anregender kräftiger Luft, Sommer wie Winter mächtiger, oft erprobter, gesundheitsfördernder Einfluß auf körperliche und nervöse Erkrankungen; ganz besonders geeignet für nervöse Erschöpfungszustände, Asthmatiker, Basedowkranke und Herzleidende, ferner für chronische Katarrhe der Re- spirationsorgane, Emphysem, Skrofulose, Anämie, Chlorose, Malariaerkran- kungen, Magen- und Darmleiden-, Luft-, Terrain-, Diät- und Mastkuren, Morphium- und Kokain-Entziehung. Zwanglose Kuren mit geringer Abstinenz. Größtmögliche Gewähr für dauernde Genesung. Die Ernährung wird von der unter ärztlicher Aufsicht stehenden Küche nach wissenschaftlichen Grund- sätzen den Anforderungen jedes Krankheitsfalles angepaßt, wobei aufschmack- hafte Zubereitung besonderer Wert gelegt wird. Alle Arten medizin. und elektr. Bäder, Luft- und Sonnenbäder. Alle wissenschaftlich erprobten Kur- — — 11. Route: Von Elbingerode nach Schierke. 115 mittel, Radiumemanatorium, Thermopenetrationsapparat, medico-mechan. Turnsaal, Röntgenkabinett. Im Hause moderner Komfort, Lift, Zentralheizung. behagliche große Gesellschaftsräume.— Aufnahmebedingungen: Einbettige Zimmer einschließlich 5 Mahlzeiten, Heizung, Bedienung und elektrischer Beleuchtung v. 7,50— 14 Mk.— Zweibettige Zimmer, einschließlich voller Pension usw. f. 2 Personen 16— 32 Mk. täglich. In der stillen Zeit Preiser- mäßigung, jedoch nicht unter einem Minimalsatze von 7,50 Mk. pro Tag und Person. Arztliche Behandlung mindestens 15 Mk. wöchentlich. Erste Unter- suchung 10 Mk.— Auch Aufnahme Erholungsbedürftiger mit einmaliger Konsultation ohne fortlaufende Behandlung. Bahnstation vom 1. Mai bis 15. Ogtober Schierke, sonst Elend(Harzquerbahn Nordhausen—-Wernigerode). Drei Irzte. Näheres durch Prospekt. San.-Rat Dr. Haug. Wintersport. Sehr bedeutende Ski- und Rodelschlitten-Winterfeste. Sportmaterial leihweise in den Hotels und bei A. Vesterling.(Leihgebühr 50— 75 Pf. täglich.) Prächtige Rodel- und Skibahnen. Ortsgruppe des Ober- harzer Skiklubs. Hydrotherapeutische Anstalt im Kurhaus, unter ärztlicher Leitung. Literatur. Jacobi, Schierke als Sommeraufenthalt(mit Geschichte) 1896.— Wzinotek, Schierkes Geschichte, Natur und Leben, 1 Mk. Buchhandlung: Faust Buchhandlung, neben Hotel Fürstenhof. Die Villenkolonie Barenberg(preußisch) liegt jenseits der Bode, durch eine Brücke mit Schierke verbunden, mit prächtigem Blick auf Schierke. Gasthöfe. Hotel Kuranstalt WMaldpark. Verbunden mit Café-Restaurant. Erstklassiges Haus, neu erbaut, hochmodern eingerichtet. Hochgelegen mit prächtiger Aussicht. Sehr empfohlen.— Hotel Köthner, unmittelbar an der Bodebrücke, gutes Haus mit allen Bequemlichkeiten.— Penstonshaus 4 mann, neu erbaut, mit großem Garten und herrlicher Aussicht. Sehr gute Pension. Der Ort liegt an der Ostseite einer Geländefalte an der südlichen Abdachung des ungeheuren Trümmerfeldes, das die Oberfläche des Brockengranits überall zeigt, aber die Felsbil- dungen, die der Gewalt der Zeit widerstanden haben, häufen sich in unmittelbarer Umgebung des Ortes derartig, daß, ab- gesehen vom Bodetal bei Thale, keine andre Ortlichkeit des Gebirges sich mit ihr messen kann. Ostlich vom Ort erheben sich die Feuersteinklippe und nördlich der Ahrensklint; die folgende Bodenwelle nach Osten zu ist die Hohne, deren fast eine Stunde lange Klippenreihe(Bärenklippe, Leistenklippe, Landmannsklippe) fast wie ein gewaltiges Riff den östlichen Abschluß des Hohen Harzes bildet. Südöstlich vom Ort liegen die Mauseklippe und die Schnarcherklippen, letztere zwei etwa 10 m voneinander entfernte, an 30 m hohe Granitklippen auf einer höchstens 60 qm großen Grundfläche, deren östliche auf Leitern ersteigbar ist. Oben prachtvoller Rundblick. Der östliche der beiden Felsenpfeiler Gebilden eigen ist, wird verschieden hat an seiner Westseite ein Kreuz, erklärt. Während die einen von Mag- das den Punkt bezeichnet, wo die neteisenmassen im Innern der Klippen Magnetnadel abgelenkt wird. Die sprechen und sich zum Beweise auf interessante Erscheinung, die übrigens die Unveränderlichkeit des anziehen- mehr oder weniger allen derartigen den Punktes berufen, nehmen andre 116 12. Route: Auf den Brocken. Blitzschäden als Ursache an und können. Sie alle liegen auf Gipfel- führen als Beweis die steigende An- linien und bezeichnen annähernd die ziehung nach erwiesenen Blitzschlägen einstige Höhe der Granitbedeckung. an. Noch andre wollen die Klippen Nach der durch Erstarrung und Ver- gewissermaßen als Magnetpole be- witterung herbeigeführten Zerklüf- trachtet wissen, sehen also die Wir- tung des Gesteins schoben die mäch- kung auf die Nadel als direkten Aus- tigen Gletscher der Eiszeiten alles iluß des Erdmagnetismus an. Es ist wirr durcheinander. An den Firsten, schwer, über diese verschiedenen Er- wo die seitliche Kraft des Eises die klärungsversuche entscheidend zu ur- geringste war, konnten sich die am teilen, vielleicht liegen der Erschei- dauerhaftesten gebauten am ersten nung an verschiedenen Orten ver- halten. Daher die reihenweise An- schiedene Ursachen zugrunde. In ordnung solcher zusammenhängenden gewisser Beziehung leichter ist die Felsmassen im ganzen Granitgebiet. Beantwortung der Frage, wie sich Alle aufgeführten Klippen sind auf mitten in diesen Trümmermeeren gut gehaltenen Fußwegen leicht zu einzelne Felsmassen haben halten erreichen. Die weitere Umgebung Schierkes ist höchst malerisch. Der Wurmberg(968 m), der Große und Kleine Winterberg (900 resp. 840 m) drängen sich dicht an das Bodetal heran und bilden eine imponierende Berggruppe, auch der Fuß der süd- lichen Brockenabdachung tritt mit dem Quitschenhai und Ahrensklint unmittelbar an den Ort heran. Umgebung von Schierke s. in den Routen 12 u. 14. 12. Route: Auf den Brocken. Weiter. Ist der Morgen heiter, und beginnt der Brocken sich nach- mittags zu bewölken, so ist mit Sicherheit auf schlechtes Wetter zu rechnen. Morgens blau, abends grau Ist des Brockens Regenschau. In solchem Falle ist es ratsam, die Gipfelbesteigung, wenn möglich, zu verschieben. Man verliert den entzückenden Anblick des Sonnenaufganges und läuft Gefahr, sich in dem den Regen vielfach begleitenden dichten Nebel zu verirren. Im Hochsommer ist das Brockenhotel oft überfüllt, weshalb es sich empfiehlt, die Brockentour so einzurichten, daß man nicht zu spät ankommt, um sicher Logis zu erhalten. Auf dem Gipfel angelangt, schütze man sich gegen die scharfe Zugluft, man ziehe den Uberzieher an und umhülle den Hals. Wegebezeichnung. Alle zum Brocken hinaufführenden Wege sind durch mit weißer Farbe an Bäume und Felsen gemalte Buchstaben B bezeichnet, alle talabwärts führenden Wege durch die Anfangsbuchstaben ihrer Ziele. Es bedeutet H.= Harzburg, I.= IIsenburg, P.= Plessenburg, 8= Schierke, St. R.= Steinerne Renne, T.= Torfhaus, W.= Wernigerode. Eisenbahn. Von Wernigerode und Elbingerode Abzweigung der Harz- querbahn über Dreiannen-— Hohne und Schierke zum Brocken. Die Station Goetheweg vermittelt den Verkehr nach Torfhaus, Oderbrück, Oderteich und St. Andreasberg. Wagen, Pferde, Maulesel sind in Harzburg, Wernigerode, IIsenburg, Elbingerode und St. Andreasberg zu haben.— In IIsenburg Fuhrwerke für mehrere Personen zu Omnibuspreisen. omnibusverkehr. Abfahrt von IIsenburg täglich 10 Uhr vormittags— vom Brocken 5 Uhr nachmittags, hinauf 3 Mk., abwärts 2 Mk. —— 12. Route: Auf den Brocken. 117 Die zum Gipfel führenden Straßen: A) Gute Fahrwege. 1. Von Schierke aufwärts 2 ¼ St., abwärts 1 ½ St.(Bes.: 10 Es.) 9,5 km. 2. Von IIsenburg aufwärts 3 ½ St., abwärts 2 ¾ St.(Bes.: 9 Es.) 15 km. Omnibusverbindung. „3. St. Andreasberg— Rehberger Graben— Oderteich— Oderbrück— Dreieckiger Pfahl(Omnibuslinie), dann Fußweg(Goetheweg) über Hirsch- hörner— Brocken.(11,5 km B) Fußwege. 1. Elbingerode— Schierke— Brocken durchs Eckernloch (4 St.). 2. Pbingerode. Sianallichte. KabellanlippenrBrocken(3 ½— 4 St.). 3. Elbingerode—- Hohne— Brocken(4 ½ 4. Wernigerode— Steinerne eken(1o2 dgheenberge Hrocken, Bez.: 11 D — Es.(4 ½ St.). 5. Ilenburg— IIsefälle oder Plessenburg— Schneeloch— Brocken (3 ½— 4 St.). 6. Harzburg— Molkenhaus-— Scharfenstein— Brocken(5 St.). 7. Torfhaus(für Clausthal und Altenau)— Hirschhörner— Brocken(schöner bequemer Aufstieg— 2 St.). ·8. Oderbrück(für St. Andreasberg)— Dreieckiger Pfahl— Hirschhörner— Brocken(2 St.). *9. Braunlage— Königskrug-Dreieckiger Pfahl— Hirschhörner— Brocken (4 ½ St.). 1. Mit der Eisenbahn auf den Brocken. Die Brockenbahn, eine Schmalspurbahn, zweigt von der Harzquerbahn Wernigerode-Nordhausen bei der Station Drei- annen— Hohne, 543 m hoch, ab. Die Bahn, welche den Berg- gipfel in weiten Spiralen umfährt, bietet prächtige wechselnde Aussichten. a) Eisenbahn von Wernigerode. Fahrpreise II. Kl. III. Kl. Steinerne Renne.....— ,35 Mk.—,25 Mk. in 28 Min. ⸗— Dreiannen— Hohne...— ,90 ⸗⸗— ,55 ⸗ ⸗ 55 ⸗ ⸗— Schierke......... 1,90 ⸗ 1,35 ⸗ ⸗80 ⸗ —⸗— Brocken. 4,30 ⸗ 2,85 ⸗ 120 ⸗ Sonntags billigere Tageskarten. Man setze sich links.— Die Bahnlinie zieht sich zunächst oberhalb Wernigerode hin.(1,4 km) Haltestelle Westerntor. Es folgen(2,6 km) Hasserode I(Kirchstraße) und(3,4 km) Hasse- rode II(Frankenfeldgasse), sodann(4, 3 km) Station Hasserode (275 m üb. M.). Die Bahn führt nun in scharfer Kurve aufwärts über die Holtemme zu (5,0 km) Station Steinerne Renne, 15 Min. vom oberen Wasserfall. Mit starker Steigung 1: 30 windet sich die Bahn aufwärts. Rückblick auf Hasserode und Wernigerode. Durch das Thum- kuhlental und dann durch einen 80 m langen Tunnel führt die Anmarkcung. Bei den mit* bezeichneten Wegen kann die Bahn von Station Goetheweg ab zum Brocken benutzt werden. 118 12. Route: Auf den Brocken. Linie in das Drängetal. Unten steigt die Hagenstraße bergan; gegenüber liegt der umwaldete Steinberg. Es folgt (14,1 km) Station Dreiannen-Hohne(543 m). Hotel Drei- annen-Hohne(Becker), als Standort für Ausflüge zu empfehlen. Hier beginnt cie Brockenbahn. Die Hauptlinie der Harzquerbahn führt nach Nordhausen weiter. Die Linie der Brockenbahn zweigt rechts ab und führt mit starker Steigung durch das Wormketal, dann in weitem Bogen um den ganzen Brocken herum(weite Aussicht über den Südharz) nach (19,5 km) Station Schierke(689 m), ½ St. oberhalb des Ortes in der Mitte zwischen diesem und den Feuersteinklippen. In weiter Kurve führt die Bahn durch das wildromantische Eckerloch, bietet dann prächtige Aussicht auf den Wurmberg, den Achtermann und den südwestlichen Teil des Harzes, geht allmählich ansteigend um den Königsberg herum zur Halte- stelle Goetheweg(prächtige Aussicht nach W und NW) und führt dann in weitem Bogen hinauf zur(33,1 km) Station Brocken, wenige Minuten vom Brockenhause entfernt. b) Eisenbahn von Nordhausen. Fahrpreise II. Kl. III. Kl. Nordhausen— Dreiannen—- Hohne.... 3,20 Mk. 2,05 Mk. in 130 Min. — Schierke........ 4,40 ⸗ 2,85 140 ⸗ —— Brocken......... 6,70 ⸗ 4,30 ⸗„ 210—⸗ i(Bergfahrt. 3,50 ⸗ 2,30 ⸗ 60 Dreiannen-Hohne-— Brocken“ Talfahrt. 1,30 1,20 60 Sonntags: Tageskarten zu ermäßigtem Preise. Fahrtbeschreibung von Nordhausen bis Dreiannen-Hohne (s. R. 35 a), Dreiannen-—Hohne— Brocken(s. oben). c) Eisenbahn von Elbingerode. UÜber(6 km) Dreiannen— Hohne, Station der Harzquer- und Brockenbahn, dann weiter mit der Brockenbahn über(11 km) Schierke zum(24 km) Brocken. 2. Von Schierke auf den Brocken. 9 km. 2 Stunden. Radfahrer, die nach Schierke zurückkehren, lassen ihr Rad hier, da ungeübte Terrainfahrer weder auf- noch abwärts fahren können. a) Bequeme Fahrstraße mit verhältnismäßig geringer Stei- gung. Man folge der Telegraphenleitung. Nach 1 ¼ St. ge- ſangt man an einen Wegweiser. Hier mündet der von IIsenburg heraufführende Fahrweg. Die Brockenstraße biegt jetzt links fast rechtwinklig ab und führt durch Torfmoor und Tannen- wald um die Heinrichshöhe herum. Wo man oberhalb aus dem Walde tritt, erblickt man links den Wurmberg, die Achter- mannshöhe, dahinter den Rehberg bei St. Andreasberg und den Königsberg mit den Hirschhörnern. Dort, wo hoch oben die Fahrstraße in weitem Bogen um den Gipfel herumführt können Fußgänger den abkürzenden Fußpfad einschlagen. —— 12. Route: Auf den Brocken. 119 b) Fußaeg durch das Dorf und oben rechts durch das Ecker- loch(bezeichnet„10 D“*) zum Gipfel(2 St.). 3. Elbingerode—Schierke— Brocken(s. S. 112) bis Schierke. Von Schierke ab s. S. 118). 4. Elbingerode- Hohne— Brocken. Fußweg 4 St. Auf der Chaussee westwärts über die Birken in 1 St. nach Station Drei- annen—Hohne(Hotel), an der Wernigeroder Chaussee in ⁰½¼ St. zum Forsthaus Hohne, weiter hinauf(Wegebez.„Nach den Hohneklippen“) um den steinigen Glashüttenweg und links weiter(links der durch Leitern besteigbar gemachte Truten- stein[735 m] mit Aussicht) geradeaus weiter— der Weg links führt nach Schierke. der rechts zu den Hohneklippen— unser Weg führt etwas links gewandt über die Feuersteinklippen nach Bahnhof Schierke. Weiter wie unter Nr. 1 beschrieben. 5. Von Wernigerode über die Steinerne Renne und den Renneckenberg auf den Brocken. 5 Stunden. Radfahrer wählen den Weg 7 über Dreiannen nach Schierke(15,7 km) Sehr empfehlenswerte Fußtour. Man benutze bis in das Tal der Steinernen Renne(Eisenbahnstation) die neue Bahn. Vom Westertore in Wernigerode führt Chaussee durch den fast eine Stunde langen Ort Hasserode. Am Ende des Ortes liegen die beiden Hotels Hohnstein und„Steinerne Renne“. Rechts am Hotel„Steinerne Renne“ vorüber führt der Brockenweg ins Rennetal. Hier schimmert uns links ein weißlicher Fels, „der silberne Mann“, entgegen. Der Fußweg führt nun, stärker ansteigend, durch die Steinerne Renne hinauf. Die Holtemme stürzt durch wildzerklüftete Felsen, zahlreiche Kaskaden bildend, zu Tal. Nach 50 Min. ist der höchste Punkt der Steinernen Renne erreicht. Hier das Gasthaus zum Wasserfall(auch im Winter geöffnet). Der Chaussee oberhalb des Restaurants folge man nun talauf. Dieselbe erreicht nach 8 Minuten die zum Fuße des Renneckenberges führende Chaussee. Dieser folge man etwa ³½ Stunden bis zur Wegeteilung, dann gehe man links zum Renneckenberg. Sobald man den Hochwald verläßt, gehe man links auf dem Fußwege den Berg hinan. Oben eine Schutz- hütte des Harzklubs mit prächtigem Rundblick auf die Vor- berge und die Ebene. Vom Gipfel des Renneckenberges führt ein Holzfahrweg nach rechts zu dem Wegweiser, an welchem sich die von Schierke und IIsenburg hinaufführenden Straßen treffen. Von hier weiter aufwärts, wie in Nr. 1, Seite 117, beschrieben. 120 12. Route: Auf den Brocken. 6. Von Wernigerode über die Steinerne Renne und die Plessenburg auf den Brocken. 25 km. Fahrweg. Bis Hasserode ist der Weg derselbe, wie unter Nr. 5 beschrieben. Der kürzere Weg nach der Plessenburg, ohne die Wasserfälle der Steinernen Renne zu berühren, ist der, welcher oberhalb des Restaurants „Silberner Mann“ rechts abbiegt und durch eine kleine Renne führt. Auf der Höhe schneidet man die Bielsteinchaussee, geht auf der Bremkerlochchaussee weiter und erreicht nach einer Viertelstunde die Plessenburger Chaussee. Will man den Besuch der Steinernen Renne mit dieser Tour verbinden, so würde bis zu dem Restaurant oberhalb derselben der Weg der gleiche sein, wie in voriger Route(Nr. 5) beschrieben. Man folge dann der oberhalb des Restaurants entlang führenden Chaussee und wähle bei der ersten Wege- teilung die nach rechts führende Chaussee, welche zur Plessen- burg(3 St. von Wernigerode, 1 St. von der Steinernen Renne) führt. Kurz vor der Plessenburg biegt auf dem Wege von der Renne bei dem Chausseestein 6,7 links die Jägerkopf-Chaussee ab(Weg 21 St.), auf der man nach etwa einer halben Stunde die Wolfsklippen erreicht, auf welchen sich eine Schutzhütte des Harzklubs und ein Aussichtsturm befinden(½ St.). Aus- sicht ins Gebirge. Die Plessenburg ist ein fürstlich stolbergisches Jagdschloß, zu dem mehrere Wege strahlenförmig durch den Wald führen. Im Forsthause ist eine Restauration, auch ein- zelne Logierzimmer. Ernst Schulze, der Dichter der„Bezau- berten Rose“, empfing hier durch die unerwiderte Liebe zur Pflegetochter des Försters Anregung zu seinen Elegien. Von der Plessenburg geht man an den Karlsklippen vorbei bis zum Pfortenberge, verfolgt von da aus den Schindelstieg, schneidet die Brockenchaussee und erreicht bald den Weg durch das Schneeloch. 7. Von Wernigerode über Dreiannen und Schierke auf den Brocken. Diese Route eignet sich für Radfahrer am besten. Rad event. in Schierke lassen. Bahnverbindung. Fußgängern ist dieser Weg als minder interessant nicht zu empfehlen. Be- queme Chaussee führt über Hasserode(siehe unter Nr. 5) und weiter, stets mit der Tendenz nach links, durch das Drängetal nach dem Weghause(7,5 km), Dreiannen(414 m hoch) und dann, in weitem Bogen sich nach rechts wendend, nach(14 km) Schierke (s. S. 114), von hier aufwärts zum Brockenhause. 8. Von Ilsenburg auf den Brocken. 13,7 km. Für Rad- fahrer auf- und abwärts unfahrbar; wer über Schierke jenseits 12. Route: Auf den Brocken. 121 hinab will, nehme sein Rad mit hinauf. a) Bequemer Fahraweg, auch für Fußgänger sehr empfehlenswert. Führer nicht nötig. Von IIsenburg führt die Chaussee am Fuße des IIsensleins ent- lang durch das romantische Ilsetal. Nach 15 Minuten gelangt man zu dem Restaurant„Prinz ß IIse“(Aufgang zum IIsen- stein), nach 3½ Stunde zu einer Ruhebank mit prächtigem Blick auf den Ilsenstein. Die Straße führt, mehrmals die IIse über- schreitend, durch eine hochromantische Gegend zu den Ise- fällen. Am rechten Ufer der IIse entlang geht von dort der Weg in 2 ½ St. zu einem Wegweiser, wo die Straße von Schierke einmündet. Die Brockenstraße geht hier rechts fast recht- winklig ab, zwischen Torfmooren hindurch. Fortsetzung des Weges siehe vorher. b) Der abkürzende Fußweg durch das Schneeloch ist etwas beschwerlich; es empfiehlt sich, denselben im Abwärtssteigen zu machen. Derselbe zweigt von der Fahrstraße rechts ab und führt an dem kleinen Bach„Kell- beck“ auf steilem, aber gut bezeichnetem Pfade durch das Schneeloch, eine Felsenschlucht, in welcher sich der Schnee auf dem Brocken am längsten hält, zur Brockenkuppe. Eine weitere kleine Abzweigung nach rechts bringt, mit einem Um- wege von etwa 30 Min., auf dem von Harzburg ansteigenden Fußweg über die Hermannsklippen und den Kleinen Brocken bequemer zur Kuppe; dieser Weg ist vorzuziehen. 9. Von Harzburg direkt auf den Brocken.(4 St.) Eeitweg. Preise für Maultiere und Pferde s. bei Route 19. Der Weg ist ohne Führer zu finden. Wegebezeichnung B und H. Von Harzburg gehe man am Molkenhause vorbei zur Dreiherren- brücke(1 ¾ St.), über diese hinweg am rechten Ufer der Ecker aufwärts bis zum Wegweiser nach der Scharfensteiner Försterel (4 St.). In der Försterei sind Getränke und kalte Küche zu haben. Von hier führt der Weg an der Hermannsklippe(links) vorüber, eine Fahrstraße kreuzend, über den Kleinen Brocken zum Brockenhaus. Radfahrer. Auch für die Radfahrer empfiehlt es sich, zu Fuß diese Tour zu machen. Man kann indessen auch per Rad(meistens schieben) nach Torf- haus(11,0 km) gelangen, hier sein Rad stehen lassen und in 2 Stunden auf den Brocken gelangen. Zurück vom Torfhaus mit großerVorsicht lGuteBremse.) 10. Von Harzburg über das Torfhaus auf den Brocken. (4 4½ St.) Harzburg- Torfhaus s. R. 19. Torfhaus-— Brocken. 11. Von Altenau über das Torfhaus auf den Brocken.(4 ½ St.) Von Altenau nach Torfhaus Route 25 und hier unten. ₰ 122 12. Route: Auf den Brocken. 12. Vom Torfhaus auf den Brocken.(2 ½¼ St.) a) Vom Torfhaus führt der Goetheweg(10 F) in 1 ½ St. zur Haltestelle Goetheweg, von der man, falls man nicht die Bahn benutzt, in 4 St. zum Brockenhause gelangt. b) Vom Torfhause folge man der Chaussee bis zum Forst- haus. Hier gehe man nach links von der Chaussee ab und auf dem„Abbegraben“, den man zirka 20 Min. verfolgt, bis an einen links vom Graben ab direkt auf die„Ouitschenberger Klippen“ zuführenden Weg; diesem folge man eine kleine Strecke bis zur Gabelung. Hier wende man sich rechts(die Klippe bleibt links liegen). Bald kommt man an eine zweite Gabelung, und hier geht man links in der Richtung auf die obere Klippe zu, die dann aber ebenfalls links liegen bleibt. Die von hier aus sichtbaren, weit rechts im Brockenfelde belegenen Klippen sind die sog. „Hopfensäcke“. Von nun an geht es auf breitem, fast horizontal laufendem Wege, der stellenweise von Natur aus mit, gewaltigen, Felsblöcken gepflastert ist, weiter. Etwa 4 St. hinter der oberen Klippe kommt ein Punkt, an dem man scheinbar von drei Wegen die Wahl hat: man bleibt auf dem betreteneren mittleren, der von nun an etwas schmäler wird und nach Verlauf von 10 Min. auf die IIsenburger Chaussee führt, diese überspringt und sich gleich darauf wieder mit ihr vereinigt. Nun geht man die Chaussee aufwärts bis an ihr Ende als Hauptstraße. Man geht in der Richtung der breiten Chaussee geradeaus, direkt auf den„Königs- berg“ zu, dessen Fuß auf hübschem Wege bald erreicht ist; dann auf sehr primitivem Wege hinauf(oben nach links Ab- stecher zu den Hirschhörner Klippen), an der andern Seite wieder hinab und auf dem mit Steinen ausgelegten, bei nasser Witterung morastigen Wege zum Brocken. 13. Von Clausthal über Oderbrück auf den Brocken. Für Radfahrer schöne Tour bis Oderbrück(20,0 km), hier das Rad lassen. Post fährt von Clausthal mittags nach Sonnenberg in 2 St. Von dort ist der Gipfel des Brocken in 3 St. zu erreichen. Der Fahrweg führt, am Sonnenberger Wege- haus vorüber, stets mit der Tendenz nach links, in ½ St. zum Oderteich. Am Ende des Dammes führt links ein Fußsteig in 8 Min. zur Chaussee. Auf dieser gehe man links zur Förskerei Oderbrüch(781 m)(Restaurant, Pension). 10 Min. oberhalb der Försterei führt rechts einschmaler Fahrweg vonder Chaussee ab, welcher nach ½ St. auf die nach Schierke führende Chaussee mündet. Hier gehe man rechts bis zum dreieckigen Pfahl, wo der Wegweiser den Fußpfad zum Brocken nach links hinauf zeigt. Richters utlarz“ BROCKENWEGE —— NMaadat=LT 129 000 ——=au‿ee —he fause a.udte Tednuge, 2 „ EHraftoruubuslinien2‿☚ρα νφφσά*ρσ . A —FEirebaen 76. *. NMopfonaseke 866 rA — nner, L 9 2' — 8 ElIbingerode K . 8— u X Sothehutue ☛ᷣ e, 7 le, 52— 3— daige hof ſ N npes Racel NMandolhole— 9 ☛α —— K— 1— 2 Ne ‿— Eherehen Hrr,/ 28 A — 8 85* 1— eak LRokhegeiss Gæl — StAndrpasberg 4 Druck von H. G. Hahtgens. Lübeck.— Fraßomadbusſinien Brocken-Panorama. Jonder Bg. U u Ieul- Add 6 ³◻ * M S 1 1 13. Route: Der Brocken. 123 Nach 10 Min. erreicht man den vom Torfhause kommenden Goetheweg und biegt nun im scharfen rechten Winkel in den Weg zum Königsberg ein, auf dem man nach 15 Min. Anstieg die Station Goetheweg erreicht. Wer zu Fuß den Brocken besteigen will, verfolgt die ursprüngliche Richtung mit kleiner Abkürzung nach den Hirschhörner Klippen(mit Aussicht auf Harzburg) in ca. ³½ Std. zum Brockenhaus. 14. Von St. Andreasberg auf den Brocken. Fußtour 5 St. Radfahrer fahren beide Touren gleich beduem. Tour a= 11,1 km, b= 10,4 km. a) Am Rehberger Graben entlang: Vom oberen Ende der Stadt, da, wo sich die drei Wege teilen, auf dem mittleren(Radfahrer links mit der Chaussee und nach 1,7 km rechts ab zum Graben) entlang bis in den Wald, den schönen Rehberger Grabenweg bis zum Oderteich(2 x¼ St.), über den Damm, dann links Waldweg nach Oderbrück. Von hier rechts ab bis zur Wegkreuzung, dann wieder rechts bis zum dreieckigen Pfahl, dann links. b) Auf der Chaussee: Auf der Clausthaler Chaussee bis zum Grabenweg vorüber immer auf der Chaussee, bis rechts ein steiniger Weg in die Höhe führt, hier auf dem Hauptweg bleiben bis zur Chaussee, dann rechts zum Oderteich. Weiter wie unter a) beschrieben. 15. Von Hasselfelde auf den Brocken. Für Radfahrer. Radfahrer fahren über Trautenstein(5,2 km)— Tanne (5,6 km)— Rothehütte(8,2 km) Elend(5,8 km) nach Schierke(2,6 km). oder über Tanne— Sorge— Wietfeld— Elend(10,4 km) nach Schierke. a) Von Alexisbad mit der Bahn nach Hasselfelde(26 km), Preis 1,20 Mk. Von Hasselfelde zu Fuß nach Rübeland(1 ½ St.). Von Rübeland nach dem Brocken entweder über Elbingerode (Route 8) oder Rothehütte(Route 11). b) Von Stolberg über(7 km) Breitenstein nach(9,5 km) Bahnh. Friedrichshöhe, von da mit der Bahn nach Hasselfelde. Oder von Breitenstein über Stiege nach Hasselfelde zu Fuß noch 10 km, zus. 17 km von Stolberg. Weiter wie oben. 13. Route: Der Brocken. zZur Beachtung. Wenn man erhitzt anlangt, trete man sofort in den ge- heizten Saal des Brockenhauses und verweile dort, bis man abgekühlt ist; man trete dann mit geschlossener Kleidung und bedecktem Halse ins Freie. (Unterjacken, Strümpfe und Pantoffeln werden im Brockenhause verkauft.) Will man im Brockenhause übernachten, 80 melde man dies sogleich, um sicher ein Zimmer zu erhalten. 124 13. Route: Der Brocken. Das Brocken-Hotel(fürstlich stolbergisch), ist eine der höchsten, das ganze Jahr über bewohnten Stätten in Deutsch- land außerhalb des Alpengebietes. Z. 2—6 besitzt 200 Betten. Das zweistöckige Haus Mk. einschließlich Licht und Heizung, Vereinen usw. Ermäßigung. Zum Sonnenaufgang, falls sichtbar, wird ¼ St. vorher geläutet. Rundgang unter Führung besucht: Hexenkanzel, Hezenaltar, im Sommer alle halbe Stunde. Es werden Botan. Garten, Hexenbrunnen, Molken- häuschen, Aussichtsturm, Fürstenzimmer des Hotels, Observatorium, das Harz- reliefbild Geschichte des Brockenhauses. Bereits aus dem 16. Jahrhundert werden Brockenreisen berichtet. Im Jahre 1579 bestieg der Bürgermeister Arnecken von Hildesheim mit mehre- ren Gefährten den„Blocksberg“. Zwölf Jahre später führte Herzog Heinrich Julius von Braunschweig seine junge Gemahlin auf den Berg, wozu er einen Weg hatte durch den Wald hauen lassen. Der Fürst Fried- rich von Anhalt-Bernburg besuchte 1649, der Zar Peter der Große 1697 vom Kulturingenieur Heydecke und Landschaftsmaler Thoma. den Brocken. 1736 wurde die erste steinerne Schutzhütte, das„Wolken- häuschen“, erbaut. Erst im Jahre 1800 wurde das erste Gasthaus auf dem Brocken dem Verkehr übergeben. 1859 brannte es gänzlich nieder; das heutige Haus wurde an dessen Stelle erbaut. Dasselbe ist inzwischen er- höht und erweitert worden. Der erste hölzerne Aussichtsturm wurde 1835 erbaut; der heutige Aussichtsturm stammt aus dem Jahre 1892. Bahnverbindung mit Wernigerode, Elbingerode, Nordhausen s. S. 117 und Seite 118. omnibusverbindung mit IIsenburg. Telegraphenverbindung in den Sommermonaten(18. Mai bis 1. Oktober). Geöffnet an Wochentagen 7— 12, 1—3, 5— 8 Uhr. 5— 8 Uhr, an Sonntagen 8— 9, 12— 1, Die Aussiecht vom Brocken ist überaus großartig, man übersieht einen Umkreis von zirka 200 km im Durchmesser. An heiteren Tagen soll man 89 Städte und gegen können. Flecken und Burgen sehen 700 Dörfer, Sogar die Spitze des Keilberges im Erzgebirge soll bei ganz klarem Wetter am Ho- rizonte auftauchen. Hannover, Hildesheim, Braunschweig, Quedlinburg, Magdeburg, Burg, Zerbst, Tangermünde, Halberstadt, Brandenburg, Wittenberg, Man sieht von weiter entfernten Städten Wolfenbüttel, Stendal, Dessau, Cöthen, Bernburg, Merseburg, Leipzig, Aschersleben, Ballenstedt, Göttingen, Cassel. Vergl. das beigeheftete Nahe beim Hause Panorama. liegen zwei kolossale Granitblöcke, das Hexenwaschbecken, ein muldenförmiger Stein, durch den Regen meist mit Wasser gefüllt; 50 Schritt r. Schritte weiter die Teufelskanzel und der Hexenaltar s. S. 128). Name des Berges. vom Hause und 100 (Sage Der Brocken, der Mons Bructerus der Römer und vielleicht der Melihocus des Ptolemäus, heißt mittel- hochdeutsch Brockenberg, Brocksberg, niederdeutsch Blocksberg. 13. Route: Der Brocken 125 Er hat wahrscheinlich seinen Namen von den vielen Granit- blöcken(Brocken), mit denen er bedeckt ist. Höhenverhältnisse. Der Brocken ist nächst der Schnee- koppe die höchste Erhebung im nördlichen Deutschland; er liegt 1142 m über dem Meere, 800 m über der nur 8 km ent- fernten Ebene von IIsenburg und nur zirka 500 m über dem südöstlichen Plateau. Nachstehend geben wir einige Höhen- vergleiche. Zugspitze(Oberbayern) 2960 m, Schneekoppe (Riesengebirge) 1599 m, Feldberg(Schwarzwald) 1495 m, Brocken (Harz) 1142 m, Schneeberg(Fichtelgebirge) 1062 m, Inselberg (Thüringen) 915 m, Gr.-Winterberg(sächsische Schweiz) 556 m, Grotenburg(Teutoburger Wald) 388 m. Der Charakter des Berges ist meisterhaft von Heinrich Heine in seinen Reisebildern geschildert: „Bald umfing mich eine Waldung himmelhoher Tannen, für die ich in jeder Hinsicht Respekt habe. Diesen Bäumen ist nämlich das Wachsen nicht so ganz leicht gemacht worden, und sie haben es sich in der Jugend sauer werden lassen. Der Berg ist hier mit vielen großen Granitblöcken übersät, und die meisten Bäume mußten mit ihren Wurzeln diese Steine um- ranken oder sprengen und mühsam den Boden suchen, aus dem sie Nahrung schöpfen können. Hier und da liegen die Steine, gleichsam ein Tor bildend, übereinander, und oben darauf stehen die Bäume, die nackten Wurzeln über jene Steinpforte hin- ziehend und erst am Fuße derselben den Boden erfassend, so daß sie in der freien Luft zu wachsen scheinen. Und doch haben sie sich zu jener gewaltigen Höhe emporgeschwungen, und mit den umklammerten Steinen, wie zusammengewachsen, stehen sie fester als ihre bequemen Kollegen im zahmen Forstboden des flachen Landes. Allerliebst schossen die goldenen Sonnenlichter durch das dichte Tannengrün. Eine natürliche Treppe bildeten die Baum- wurzeln. Uberall schwellende Moosbänke; denn die Steine sind fußhoch von den schönsten Moosarten wie mit hellgrünen Sammetpolstern bewachsen. Liebliche Kühle und träume- risches Quellengemurmel. Hier und da sieht man, wie das Wasser unter den Steinen silberhell hinrieselt und die nackten Baum- wurzeln und Fasern bespült. Wenn man sich nach diesem Treiben hinabbeugt, so belauscht man gleichsam die geheime Bildungsgeschichte der Pflanzen und das ruhige Herzklopfen des Berges. An manchen Orten sprudelt das Wasser aus den Steinen und Wurzeln stärker hervor und bildet kleine Wasser- fälle. Da läßt sich's gut sitzen. 126 13., Route: Der Brocken. Je höher man den Berg hinaufsteigt, desto kürzer, zwerg- hafter werden die Tannen, sie scheinen immer mehr und mehr zusammenzuschrumpfen, bis nur Heidelbeer- und Rotbeer- sträucher und Bergkräuter übrig bleiben. Da wird es auch schon fühlbar kälter. Die wunderlichen Gruppen der Granitblöcke werden hier erst recht sichtbar; diese sind oft von erstaunlicher Größe. Das mögen wohl die Spielbälle sein, die die bösen Geister einander zuwerfen in der Walpurgisnacht, wenn hier die Hexen auf Besenstielen und Mistgabel einhergeritten kommen. In der Tat, wenn man die obere Hälfte des Brockens besteigt, kann man sich nicht erwehren, an die ergötzlichen Blocksberg- geschichten zu denken.“ Der Sonnenaufgang, dessen unvergleichlich schönen An- blick die meisten Reisenden vom Brocken aus zu genießen wünschen, welcher indes der vielen Nebel wegen verhältnis- mäßzig nur wenigen gewährt ist, wird von Goethe folgender- maßen geschildert: „Wie seltsam glimmert durch die Gründe Ein morgenrötlich trüber Schein: Und selbst bis in die tiefsten Schlünde Des Abgrunds wittert er hinein. Da steigt ein Dampf, da ziehen Schwaden, Hier leuchtet Glut und Dunst und Flor, Dann schleicht sie wie ein zarter Faden, Dann bricht sie wie ein Quell hervor. Hier schlingt sie eine ganze Strecke Mit hundert Adern sich durchs Tal, Und hier, in der gedrängten Ecke, Vereinzelt sie sich auf einmal. Da sprühen Funken in der Nähe, Wie ausgestreuter goldner Sand. Doch schau! In ihrer ganzen Höhe Entzündet sich die Felsenwand.“ Geologisches und Orographisches. Der Brocken ist die geschlossenste Masse des ganzen Harzgebirges. Die Einförmig- keit seiner Form entspricht der Einförmigkeit seiner Masse, denn er besteht nur aus Granit. Die auf der Kuppe vielfach verstreuten granitnen Trümmerblöcke erscheinen als Bruch- stücke einer eingestürzten höheren pyramidalen Spitze des Gipfels. An vielen Orten sind die für den Granit so charakte- ristischen mauerförmigen Gruppen gebildet, deren einzelne besondere Namen führen, wie Hexenaltar, Teufelskanzel, Hirsch- hörner. Die Kuppe des Berges hat drei hervorragende Gipfel. Diese sind außer dem Hauptgipfel der Königsberg(1029 m) und die Heinrichshöhe(1014 m). Außerdem gehören zu seiner Gipfelfamilie der Kleine Brocken(910 m), die Zeterklippen 13. Route: Der Brocken. 127 (935 m), die Hohneklippen(909 m), die Schnarcherklippen (682 m), der Wurmberg(972 m), die Achtermannshöhe(929 m) und westlich das Brockenfeld und die Abbensteiner Klippe. Die Bäche und Abflüsse der Bergmoore, meist auf dem Brocken- felde entspringend, senden ihre Wasser dem Elb- oder Weser- gebiete zu und sammeln sich in den Hauptadern der Radau, Ecker, Ilse, Holtemme, Bode und Oder. Brockenflora. Außer verschiedenen Orchisarten findet sich hier Lichen islandicus oder isländisches, die Anemone alpina oder Teufelsbart, Empetrum nigrum oder Krähenbeere, auch Brockenmyrte genannt, Linnaea borealis oder nordische Linnäa, Geum montanum oder Bergnelkenwurz und besonders die seltene Betula nana, welche auf dem Lärchenfelde wächst. In neuester Zeit ist die Anpflanzung des Leontopodium alpinum oder Edelweiß gelungen. Von den Algen ist besonders das Veilchen- moos(Chroolepus hercynicus) erwähnenswert, das die Granit- blöcke bedeckt. Macht man einen solchen„Veilchenstein“, so gibt er Veilchengeruch. Falsche Veilchensteine werden auch von den Wegelagerern des IIsetales hergestellt, indem dieselben Veilchenessenz auf Steine mit beliebigem Moosbelag gießen und mit diesem schnöden Trug die Reisenden täuschen. Vorsicht ist deshalb geboten. Schalz,„Flora des Harzes“, und Kampe, „Prodomus florae Hercyniae“ seien den Spezialinteressenten empfohlen. Wer botanische Zwecke bei der Besteigung des Brockens im Auge hat, tut wohl, sich vorher in der Königl. Oberförsterei Schierke den notwendigen Erlaubnisschein zum Botanisieren zu verschaffen. Er erfährt sonst erst bei der An- kunft auf dem Brocken, daß ein solcher Schein notwendig ist Die Atmosphäre. Fast das ganze Jahr über herrscht um den Brockengipfel lebhafter Wind. Der Westwind und Süd- westwind bringt meist Regen und Nebel, auch der Nordwind führt kalten Nebel mit sich; klares Wetter bringen der Ostwind und der Südostwind. Nebel und Wind sind die schlimmsten Feinde der Brockenbewohner. Selten ist der Regen ohne Nebel, und der Wind ist oft von außerordentlicher Stärke. Wenn im November das Land mit kaltem, dickem Nebel bedeckt ist, hat der Brocken meist klare Luft, Sonnenschein und oft über 20 0 mehr Wärme als das flache Land. Zu solcher Zeit ist der Berg am schönsten. Die mittlere Jahrestemperatur ist auf dem Brocken 2,5⁰0 C über dem Gefrierpunkt, 5,60 C niedriger als in der 900 m tiefer liegenden Stadt Wernigerode. Das so- genannte Brockengespenst ist eine hochinteressante Erscheinung. Man sieht beim Auf- oder Niedergang der Sonne, falls sich 128 13. Route: Der Brocken. der Sonne gegenüber eine Nebelwand gebildet hat, Schatten- bilder von Haus und Menschen. Je nach der Entfernung der Nebelwand sind die Schattenbilder größer oder kleiner. Brockensage. Nach der zwangsweisen Einführung des Christentums opferten unsre heidnischen Vorfahren heimlich den alten Göttern auf schwer zugänglichen Höhen; namentlich wurde in Mitteldeutschland um den 1. Mai herum das Fest der Frühlingsgöttin Ostara gefeiert. Die Christen hielten das für Teufelsspuk, und die Heiden hatten guten Grund, solchem Glauben nicht zu widersprechen, wurden sie ja durch denselben bei ihren Opferfesten geschützt. So hielt man in Deutschland den Brocken für den Mittelpunkt des satanischen Reiches auf Erden. Das Heulen und Brausen um den Wipfel des Berges herum in sturmvollen Nächten, wenn„de Wode“ jagte, der„wilde Jäger“ seine ganze Meute losgelassen hatte, das zeugte für die unheimlichen Mären, die über jenen Ort im Volksmunde lebten. Der Blocksberg ist der lange Herr Philister, Der macht nur Wind wie der, Drum tanzen auch der Kuckuck und sein Küster Um ihn die Kreuz und Quer, sagt Matthias Claudius. Nach der Brockensage versammelten sich in der ersten Mainacht(Walpurgisnacht) alle, die dem Satan angehörten. Auf Besen, Ofengabel, Katzen, Hunden und Böcken eilten die Hexen durch die Luft dem Blocksberge zu. Um sich zur Luftfahrt tauglich zu machen, rieben sie sich mit Hexensalbe ein, einer Mischung von Tollkirschen, Nachtschatten, Opium, Schierling und dem Fett ungetaufter ermordeter Kinder. Von jeder Kirchenglocke mußten sie auf der Fahrt ein Stück ab- nagen. Auf dem Blocksberge verehrten sie den Teufel, welcher auf der Teufelskanzel einem großen Unzuchtgelage präsidierte. Aus dem Hexenwaschbecken besprengte er die Versammlung, um sie zu neuem Bösen zu stärken. Er trug eine Krone von kleinen Hörnern und ein Stirnhorn, welches leuchtete, wie der Mond. Seine Augen strahlten wie Eulenaugen einen furchtbaren Glanz aus. Seine Gestalt war halb Mensch und halb Bock. An den Fingern trug er Krallen, am Kinn einen Ziegenbart, hinten einen langen Schwanz und als Fuß einen Pferdefuß. Wenn er sich auf dem Throne niedergelassen hatte, fielen alle Anwesenden vor ihm nieder und küßten ihm nacheinander die linke Hand, den linken Fuß und gewisse andre Körperteile. Manche beich- teten ihm ihre Sünden, z. B. daß sie Kirchen besucht, zu wenig 14. Route: Vom Brocken talwärts. 129 Böses getan hätten. Dann teilt er das Abendmahl aus, aber die Hostie ist schwarz und zähe, und der Trank bitter und sauer. Dann wird getanzt, wobei alle Tänzer den Kopf auf den Rücken gedreht haben. Zuletzt wird geschmaust, aber die Speisen schmecken widerwärtig. Nachdem der Teufel nun noch die Hexen umarmt und Geld ausgeteilt hat, entläßt er alle mit der Mahnung möglichst viel Böses zu tun. Das Geld aber verwandelt sich über Nacht in Kohle, Hobelspäne, Laub oder Ruß. Die Kinder der Hexen waren Wechselbälge, Schlangen, Kröten, Frösche, Holderchen(kleine Unholde) und Würmer. Goethe mag bei seiner Harzreise 1777 die Anregung zu der 13. Szene seines„Faust“ empfangen haben, vielleicht auch durch Berlindos Hexenreise, die 1740 erschien. Brockenliteratur der Gegenwart. Brockenbuch. Führer und Erinnerungs- gabe für Brockenwanderer von Harweck-Waldstedt. Teil I.: Führer mit genauer Brockenwegekarte und ausführlichem Brocken-Panorama. Preis geb. 1 Mk. Teil II.: Erinnerungsgabe. Poesie und Prosa aus dem Fremden- büchern des Brockens aus den Jahren 1754— 1887. Preis 80 Pf. Beide Teile in einem Bande Preis 1,50 Mk. Brockensagen. Von Prof. Dr. H. Pröhle. Preis 50 Pf. Brocekenreise, Eine vergebliche, in lustigen Versen von Gleim. Preis 50 Pf. Brockenflora in der Westentasche. Von Dr. E. Kampe. Preis 20 Pf. Brockenreisen, Zur Geschichte der. Nebst einem Anhang: Ubersicht der Brockenliteratur von Prof. Gust. Heyse. 4. vermehrte Auflage. Preis kart. 1 Mk. Stolles Brocken-Wegekarte und Brocken-Panorama, Preis zusammen in Tasche 50 Pf., sollte kein Brockenwanderer unterlassen, sich vorher anzu- schaffen. Die Wegekarte unterrichtet über die besten Wege für Auf- und Abstieg; das Panorama informiert über zirka 100 Orte, welche man mit bloßem Auge vom Brocken aus sehen kann. Das Brockensträu ßchen. Poetisches Gemälde des Brockens mit einer Ab- bildung des Brockenhotels im Jahre 1834. Sämtliche Brockenschriften sind in Woldags Buchhdlg., Harzburg, erschienen. 14. Route: Vom Brocken talwärts. 1. Eisenbahn. Die Brockenbahn(s. S. 117) führt talwärts, den Berg umkreisend, herrliche Aussichten in weite Fernen bietend, über Schierke (12,6 km) nach Dreiannen-— Hohne(18 km), 543 m. Hier gabelt die Bahn. Nach Elbingerode. Anschluß nach Rübeland. 2. Omnibus täglich nach Ilsenburg. 2 a. Die Harzquerbahn.(s. R. 35). Die Nordabzweigung geht von Dreiannen— Hohne mit einem Fall von 1: 30 weiter nach dem Bahnhof Steinerne Renne, welcher von der Holtemme, dem an Naturschönheiten so reichen Bach, 45 Min. entfernt liegt. Weiter, mit herrlicher Aussicht ins Tal, nach Wernigerode. 2 b. Südabzweigung über Elend und Sorge nach(Umsteigen für Süd- harzbahn!) Benneckenstein 16,6 km(535 m). Von hier ins schöne Bähretal zur Tiefenbachsmühle(Gasth.), Eisfelder Talmühle und zum Netzkater, 3,2 km vor IIfeld. Nach Nordhausen noch 10,7 km. Richters Harz. 9 130 14. Route: Vom Brocken talwärts. A. Vom Brocken nach Schierke und Elbin- gerode. Bahnverbindung bis Dreiannen, von dort Abzweigung nach Elbingerode. Fahrwege(vergl. Route 12) in umgekehrter Richtung. Fußwege desgl. B. Vom Brocken nach Wernigerode. Bahnverbindung mehrmals täglich. Entfernung. Nächster Fußweg durch die Steinerne Renne 4 St. Wegebezeichnung: B und W. Bei nebligem Wetter Führer zu enzpfehlen. Radfahrer fahren über Schierke(8,8 km)— Signalfichte(6,0 km)— Hasserode(6,8 km) nach Wernigerode(2,9 km). 1. Vom Brocken über den Renneckenberg und die Steinerne Renne nach Wernigerode 4 Std. Man gehe die Brocken-Fahrstraße abwärts bis zum Weg- weiser(4 St.), dann 1 Min. auf dem Wege nach Schierke zu, bis links der Fußweg(Zeichen W.) abzweigt, der in 34 St. über die Renneckenberger Hütte hinab zur Fahrstraße führt. Dieser folge man bergabwärts stets geradeaus bis zur Wegeteilung. Von hier gehe man links auf der Plessenburger Chaussee eine kurze Strecke, bis rechts ab der Weg in wenigen Minuten zur Steinernen Renne(2 St. vom Brocken) führt. Eingeengt zwischen Felsen, in hochromantischer Umgebung, stürzt hier die Holt- emme zu Tal, eine Reihe von kleinen Kaskaden bildend. Ober- halb der Steinernen Renne liegt ein Restaurant, das nunmehr auch für Nachtquartier eingerichtet ist.(Von hier aus könnte man die nur 5 Minuten entfernten Renneklippen besuchen.) Nach Wernigerode hinab gehe man entweder auf der Rennechaussee, von der sich eine freie Aussicht über das Tal bietet, oder hinab am Ufer der Holtemme nach Hasserode und von dort in འSt. nach Wernigerode. Letzterer Weg ist zu empfehlen, wenn man es nicht vorzieht, von der Station„Steinerne Renne“ oder Hasse- rode die neue Bahn bis Wernigerode zu benutzen. Es empfiehlt sich, die neue, aufgeschlossene Kleine Renne am linken Ufer der Renne zu besuchen, 5 Min. unterhalb der zweiten Rennebrücke. Wegweiser überall. Die Kleine Renne stürzt in hochromantischer Umgebung, umrahmt von Farrenkräutern, hunderte von kleinen Wasserfällen bildend, über Steingerölle dahin. 2. Vom Brocken über die Plessenburg und die Steinerne Renne nach Wernigerode(5 St.) verfolge man die Brocken- chaussee bis zum Taternstoße; unterhalb des kleinen Wohn- hauses am Taternstoße zweigt sich rechts von der Chaussee ein Fußweg mit der Wegebezeichnung„Der Schindelstieg“ ab, der direkt nach der Plessenburg führt. Der Weg ist genügend bezeichnet und hochinteressant. —— —— 14. Route: Vom Brocken talwärts. 131 C. Vom Brocken nach IIsenburg. omnibusverbindung. Abfahrt von Ilsenburg 10 Uhr vormittags— vom Brocken 5 Uhr nachmittags, hinauf 3 Mk., abwärts 2 Mk. a) Fahrweg, 3 ½ St. Radfahrer sollten die Abfahrt unter- lassen! Die Fahrstraße ist nicht zu verfehlen. Beim Wegweiser (1 St.) trennt sie sich von der nach Schierke führenden und läuft talab durch das romantische Ilsetal an den IIsefällen hin nach Ilsenburg. Wer den Ilsenstein besuchen will, gehe bei der Restauration„Zur Prinzessin Ilse“ rechts in die Höhe. b) Abkürzender Pußweg durch das Schneeloch(beschwerlich), 2 ⅜¾ St. Wegebezeichnung I. Bei der ersten Wegeteilung gehe man geradeaus(links gehts nach Harzburg). Durch Buchstaben und Stangen kenntlich, führt der Weg, der allerdings beschwer- lich ist, talabwärts zum Schneeloch, einer Schlucht, in welcher sich der Schnee am längsten hält, und weiter über einen durch ein Bruch gelegten Knüppeldamm hinab ins Freie. Durch das Kellbecktal führt der Weg(stets geradeaus) in Tannenwald auf die Ilsenburger Chaussee, auf dieser an den IIsefällen entlang durch das Ilsetal nach Ilsenburg. Beim Ausgange des Tannen- waldes sich links von der Chaussee nach dem Walde wendend, trifft man einen Richtweg, welcher die bedeutenden Krümmungen der Chaussee abschneidet und beim Fischerwinkel wieder in letztere einbiegt. c) Abkürzender Fußweg, 3 ¼ St.(Ca. 25 Minuten weiter als der unter b beschriebene Schneelochwpeg, doch bedeutend bequemer.) Man verfolge den Harzburger Abstieg. Nach 10 Minuten führt links vom Schneelochwege der neue Hannoversche Stieg zur braunschweigischen Schutzhütte am Wege zum Scharfenstein. Der Hannoversche Stieg ist ein neuer, sehr gut und bequem angelegter Weg, der für den Abstieg sehr zu empfehlen ist. Er durchquert ein bis dahin nicht betretenes Gebiet, in welchem die dem Brocken eigentümliche Flora noch nicht ausgerottet ist. ½ St. vor IIsenburg liegt die Restauration„Zur Prinzessin Ilse“. Von hier könnte man entweder den Ilsenstein besuchen(½ St.) oder über die Plessenburg und Steinerne Renne nach Wernigerode gehen(2 ½ St.). Auch „Waldhöhe“ und„Blaue Stein“ sind leicht zu erreichende, bemerkenswerte Aussichtspunkte mit Restauration. D. Vom Brocken nach Harzburg. Reitiveg und Fußaweg zirka 4 St. Wegebezeichnung B und H. Vom Brockenhause führt ein Fußweg in nördlicher Richtung. Nach 5 Min. zweigt sich von diesem Wege links ein Fußweg ab, welcher zunächst über den kahlen„Kleinen Brocken“, an der neuen Schutzhütte vorbei, und dann durch Wald führt. 9* 13²2 14. Route: Vom Brocken talwärts. Nachdem der Fußweg den zweiten Fahrweg gekreuzt hat, halte man sich bei der gleich darauf folgenden Wegeteilung am Peseken- kopf entlang nach links. In 10 Min. erreicht man das Fürstlich Stolbergische Forsthaus(und Viehhof) Scharfenstein(1 ½ St. vom Brocken). Beim Förster erhält man Nachtquartier und auch warme Speisen. Von der wenige Minuten entfernten Scharfensteiner Klippe hat man einen prächtigen Blick auf den Burgberg bei Harzburg und auf den Brocken. Vom Scharfenstein ahwärts führt ein bequemer Weg in ½ St. direkt ins Eockertal, welches man etwa 5 Minuten vor der Dreiherrenbrücke erreicht. Bei dieser stoßen Braun- schweig und die Provinzen Hannover und Sachsen zusammen. Rechts oben der EZillierwald. UÜber die Brücke hinweg führt der Weg über die Muxklippe oder besser und näher über den Braunschweiger Weg zum Molkenhause. Von hier leiten die abwärts führenden Wege durch das Radautal nach Harzburg(1 Std.). E. Vom Brocken über Torfhaus nach Harz- burg. In umgekehrter Richtung s. R. 19 u. 12. F. Vom Brocken nach dem Kyffhäuser. 1. Per Bahn nach Dreiannen- Hohne, von da eine Stunde nach Rothehütte. Fußtour nach Hasselfelde noch 10 km, dann Bahn nach Friedrichshöhe und zu Fuß nach Breitenstein und nach Stolberg, zus. 45,5 km. Von da nach dem Kyffhäuser, 26 km. Mit der Bahn von der 6,3 km entfernten Station Stolberg-— Rottleberode nach Berga--Kelbra und zu Fuß oder per Omnibus auf den Kyffhäuser. 2. Oder ab Hasselfelde. Bahn bis Lindenberg; zu Fub nach der Josephshöhe(7 km) und Stolberg(12 km). Weiter wie oben. 3. Nach St. Andreasberg. Bahn bis Lauferberg-Scharzfeld-— Nordhausen- Bahnhof— Berga- Kelbra. Von da 10 km nach dem Kyffhäãuser. 4. Nach Braunlage. Bahn bis Walkenried—- Nordhausen— Berga- Kelbra. Weiter wie 3. 5. Mit der Eisenbahn über Dreiannen-Hohne nach Nord- hausen und Berga-Kelbra. Weiter wie 3. Für Radfahrer. Brocken-— Schierke(S,8 km)— Elend(2,6 km)— Rothe- hütte(5,8 km)— Tanne(S,2 km)— Benneckenstein(4,3 kKm)— Rothesütte (5,3 km)— IIfeld(8,9 km)— Niedersachswerfen(4,1 km)— Nordhausen (6,8 km)— Berga(16,5 km)— Kelbra(2,7 km)— Kyiffhäuser(4,4 km) Ins- gesamt 76,4 km. Schöne Tour; fast stets Gefälle. = ereeld 5 K — 1 — 5 * 5 7 ringersſie 8— 1 — G Gdaths. Prelanaet NIGERODENHA UWGEBUNG VON WERNIGERODE Maßstab 1:50 900,„ —ya Feeeeeee ee sne e neoen 8] 34 8 3 ra. Drelaruuen Holue, Druck von H. G. Rahtgens. Lübeck Richters uHasz“ 15, Route: Wernigerode. 133 15. Route: Wernigerode. Die Grafschaft Wernigerode umfaßt etwa 5 Quadratmeilen (278 qkm) mit zirka 32 000 Einwohnern und bildet als Standes- herrschaft mit einigen Standesvorrechten den preußischen Kreis Grafschaft Wernigerode im Regierungsbezirk Magdeburg. Be- sitzer der Grafschaft ist seit 19. Nov. 1896 der Fürst Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode, geb 28. Sept. 1864. Fast das ganze Brockengebiet gehört zur Herrschaft. Das Geschlecht der Grafen von Wer- die verwandte Linie der Grafen zu nigerode ist bis zur Zeit Karls des Stolberg, die seit jener Zeit den Großen zurückzuführen. Im Jahre Doppeltitel führt. Seit 1. Okt. 1890 1268 trug Graf Konrad den askani- führt infolge der bereits im Jahre schen Markgrafen von Branden- 1742 erfolgten Standeserhebung die burg freiwillig die Grafschaft als regierende gräfliche Linie den Fürsten- Lehn an. Nachdem das Geschlecht titel und das Prädikat„Durch- der Grafen von Wernigerode im laucht“. Jahre 1429 ausgestorben war, folgte Wernigerode mit dem Stadtteil(ehemals selbständige Ge- meinde, 1907 eingemeindet) Hasserode(235 bis 517 m), malerisch am Abhange des Harzes am Zusammenfluß des Zillierbaches und der Holtemme gelegen, hat 19 000 Einwohner und ist Haupt- stadt der mediatisierten Standesherrschaft des Fürsten zu Stolberg-Wernigerode. Mit Wernigerode hängt fast zusammen der Flecken Nöschenrode(2200 Einwohner) und der Schloß- bezirk Wernigerode(300 Einwohner). Wernigerode ist sowohl bezüglich seines Fremdenverkehrs, sowie in industrieller Beziehung einer der bedeutendsten Plätze des Harzes. Die Hauptindustriezweige der gewerbfleißigen Stadt sind Holzverarbeitung, Stein- und Eisenindustrie. 8— 10 000 Sommerfremde. Riesiger Passantenverkehr. Ausgangspunkt der Harzquer- und Brockenbahn. Gasthöfe. In der Stadt: Weißer Hirsch, am Markt, gegenüber dem Rathause. T. d'h. 12— 2 Uhr, 2,50 Mk., Z. m. F. von 3 Mk. an, Wintergarten. Beliebt und gut.— Gotisches Haus, am Markt, mit elegantem Restaurant, in altdeutschem Stil, Z. v. 2,50 Mk. an, M. 1,75 Mk. Gutes Touristenhaus.— Deutsches Haus, Burgstr., Z. v. 2,25 Mk. an. T. d'h. 1 Uhr, 2 Mk. Kleine Diners von 1,50 Mk. an ohne Weinzwang. P. v. 4,50 Mk. an. Recht gut.— Hotel Hohenzollern mit Restaurant und Garten, dem Bahnhofe zunächst. Z. v. 1,75 Mk, an. T. d'h. 1 Uhr, 1,75 Mk. Altrenommiertes, gutes Haus.— Hotel Monopol, gegenüber dem Bahnhof Westerntor, Z. v. 2,50 Mk. an. Garten.— Knaufs Hotlel, Burgstraße, mit großem Garten. Empfehlenswertes, alt- renommiertes Haus. Z. v. 2,50 Mk. T. d'h. 1 ½¼ Uhr, 1,50 und 2 Mk. P. 5 bis 6 Mk.— Hotel Reichspost, gegenüber der Post, Marktstraße. Z. v. 2 Mk. an. M. v. 1,25 Mk. an. Wird gelobt.— Wiener Hof, neben der Post. Z. v. 2 Mk. an. Mittagstisch 1,50 Mk. Vorzügliche Küche.— Preu fischer Hoj†, Burgtor, in der Nähe des Schlosses. Z. v. 2 Mk. an. M. 1,75 Mk., im Abon- nement 1,50 Mk., Pens. 4,50— 6 Mk.— Neustädter Hof, Breite Straße 49. Z. 1,75— 2 Mk., M. 1,25 Mk., Pens. 4—6 Mk. Empfohlen.— Holel 134 15. Route: Wernigerode. zum Bären. Mit altdeutschem Bier- und Weinrestaurant, Z. m. Fr. v. 2 Mk. an, M. 1,50 Mk. Gutes Touristenhaus.— Weißer Schwan, Breite Str. Z. 1,25— 2 Mk.— Goldener Hirsch, in Nöschenrode, nahe dem Schlosse. Beliebtes Touristenhotel. Gut bürgerliches Haus.— Gasthof zur Sonne, Johannis- straße. Z. v. 1 Mk. an. Beliebtes Logierhaus.— Ferner einfach: Kastens Hotel, Burgstraße.— Adler, am Bahnhof.— Forelle, am Bahnhof.— Kaiser- hof, am Bahnhof.— Zur Tanne, Breite Straße. Nahe der Stadt, als Pensionen zu empfehlen: Pension Hotel Essener Hof. Plegantes, erstklassiges Haus. Z. mit F. v. 4,25 Mk. an, P. v. 8 Mk. an. Gut.— Kurhotel u. Pension Lindenberg, auf dem Lindenberge, dem Schlosse gegen- über, mit prächtiger Aussicht auf Schloß, Stadt und Gebirge. Großer Park mit geschützten Veranden. Vornehmstes Pensionshaus. Empfehlenswert.— Küsters Kamp, in schöner aussichtsreicher Lage unmittelbar am Walde, präch- tiger Neubau, 11 000 dqm großer Park. Beliebte Fremdenpension. Gegen- über dem Schlosse, nebst den beiden Dependancen„Villa Anna“ und„Park- haus“ und großem Garten mit offener und geschlossener Veranda. Kinder- spielplatz. Tennisplatz. Recht gut.— Hotel und Pension Sennhütte, ersten Ranges, ¼ St. vom Bahnhof Westerntor der Harzquerbahn, mit schöner Aussicht auf Stadt und Schloß. Sehr gut.— Kurhotel zur Waldburg, hoch am Blockshornberge, mit prächtigem Blick ins Salzbergtal und nach dem Brocken.— Weiter aufwärts im Mühlental: Hotel u. Kurgarten „Zur Storchmühle“, vornehm. Kurkonzert wöchentlich zwei bis dreimal. P. v. 5 Mk. an. Logis von 1,25 Mk. an. Diner 1,75 Mk. Empfehlenswert. — Hotel„Unter den Eichen“, direkt am Walde gelegen. Garten mit Veranda. — Hotel und Pension Münlental und Restaurant Waldmühle.(¼ St.) Prächtig im Walde gelegen. Großer Garten mit geschützten Veranden. P. 4,50— 6 Mk. Gut empfohlen.— Hotel Grüner Baum.— Restaurant und Caufé Ratskopf, mit schönem Blick.— Auf dem Armeleuteberge (475 m hoch) Berggasthaus Am Armeleuteberg, seiner hervorragenden Lage wegen besonders für längeren Aufenthalt empfohlen; 1 Stunde von der Stadt, prächtiges Panorama. Aussichtsturm. In Hasserode, dem von Sommergästen bevorzugten Stadtteil(3 Halte- stellen der Harzquerbahn und Bahnhof Hasserode): Hotel„Steinerne Renne“ und Hotel Hohnstein(C. Buecking). Gut. Beide mit modernen Logierhäusern. — Hotel zum Steinberg(H. Klinge), in hübscher Lage am Waldrande mit Aus- sicht. Gelobt.— Hotel Suberner Mann, im Rennetal.— Stadt Köniogrätz, am Wege nach dem Brocken. Beliebtes Touristenhaus. Z. v. 1 Mk. an. M. 0,75— 1,50 Mk., P. v. 4 Mk, an. Bescheiden, aber gut.— Hotel Kapitelsburg, am Kapitelsberge. Aussicht.— Fürst Stolberg, Amtsfeldstraße, Touristenhaus. — Gasthaus„Zum Hofjäger“, Z. von 1 Mk. an. Einfach. Empfehlenswert. —„Harzer Lust“.— Fürst Bismarck.— Deutscher Kaiser. Pensionen. Familienpension Neurath(Villa Esperanto), Bismarckstr. 24, schöne Lage, vorzügliche Verpflegung, für längeren Aufenthalt besonders geeignet, P. v. 4 Mk. an.— Vila Ilsenheim(Frl. v. Memerty) im Salzbergtal, Salzbergstr. 15, unmittelbar am Walde, 24 Z., volle Pens. 4,50— 8 Mk. tägl. Von Haltestelle Westerntor 5 Min. Prächtige, vorzügl. Küche. Bad. Bibliothek. Restaurants. In allen Hotels; ferner: Ratskeller, mit origineller Aus- stattung und farbenprächtiger Malerei. Spezialausschank zum Schultheis, Nikolaiplatz.— Café und Restaurant Ahrendt, Breite Str. Sehr beliebt.— Geitel's Konditorei, an der Liebfrauenkirche, verbunden mit Restaurant. gelobt.— Café Renke, Burgstr.— Café Schröder, Weststraße. Sommerwohnungen sind in großer Auswahl zu haben. Verzeichnis ver- sendet das Städtische Verkehrsamt, Nikolaiplatz 1, kostenlos. Sanatorien. Sanatorium Salzbergtal jür Nerrenleiden des Dr. O. Schultze (vorm. Sanitätsrat Dr. Guttmann), im schönen Salzbergtal. Ruhige, prächtige Lage, unmittelbar am Wald.— Sanatorium Villa Quisiana(Dr. Werchmeister), Bismarckstraße(Bäder, Gymnastik, Orthopädie. Spez. für Frauenkrank- 15. Route: Wernigerode. 135 heiten).— Sanatorium Villa Daheim, Amtsfeldstr.(Frl. Girand).— Privat- rlinik von Dr. Thelemann, Frauenarzt.— Inhalatorium von Dr. Lehmann, Spezialarzt für Nasen-, Hals- und Kehlkopfkranke. Badeanstalten. Neue städt. Badeanstalt, Ottostraße, auch für medizinische, Dampf- und Moorbäder.— Köhlers Bade- und Schaimmanstalt, IIsenburger Str. — Badeanstalt in Nesseltal. Wintersport wird stark betrieben. Näheres durch den Wintersport- verein Wernigerode. Auskunft telephon., Nr. 4,(Verkehrsamt.) Rodel- schlitten leihweise in der Oberförsterei Salzbergtal und benachbarten Hotels. Prächtige Rodel- und Skitouren. 2 ½ km lange Rodelbahn. Schlittentouren nach Elbingerode— Rothehütte— Schierke, nach Dreiannen— Hohne— Schierke, nach St. Renne— Plessenburg— IIsenburg, 10— 25 Mk. nach amtl. Taxe. Orts- gruppe des Wintersportverbandes der. Grafschaft Wernigerode. Eisenbahn. a) Nach Heudeber, Station der Bahn Halberstadt-Vienen- burg, 25 Min., 10 Züge täglich, b) Nach Ilsenburg, 23 Min., 9 Züge täglich. Nach Harzburg zirka 1 Stunde, c) Die Harzquer- und Brockenbahn. Nach Nordhausen s. Route 35 a. Nach dem Brocken s. S. 117. Post. Nach Elbingerode(auch für Fahrten nach Hotel Mühlental, 30 Pf.) 1,10 Mk. 11 km 1 ½ St. abends 8 Uhr. FuhrwerkK. Amtliche Fahrtaxe Salzberg-Kaiserturm und zurück 6 Mk. Nach der Steinernen Renne bis zum Silbernen Mann 5 Mk., bis oben zur Restauration 10 Mk., hin und zurück; weiter über Plessenburg nach Ilsenburg 12 Mk.— Ilsenburg, Harzburg 15 Mk. Blüchenberg 9 Mk. — Rübeland 10 Mk.— Brocken 21 Mk. hin u. zurück.— Elbingerode, Rübe- land, Ziegenkopf, Blankenburg 15 Mk.— Elbingerode, Rübeland, Treseburg 18 Mk., dieselbe Tour bis zur Roßtrappe 20 Mk., direkt nach Thale oder Trese- burg je 15 Mk., Kloster Michaelstein 9 Mk., Regenstein 10 Mk., Blankenburg 9 Mk. Für Rückfahrt 2—3 Mk. An Trinkgeld für den Kutscher: bei Touren von einem viertel Tag 50 Pf., bei Touren von einem halben Tag 1 Mk., bei Touren über einen halben Tag bis einem ganzen Tag 2 Mk., bei Touren von mehreren Tagen pro Tag 2 Mk. Die Preise beziehen sich auf zweispännige, viersitzige Wagen. Entfernungen: Blankenburg 14,9 km.— Elbingerode 11 km.— Silberner Mann 6 km.— Dreianne 8 km.— Schierke 15 km.— IIsenburg 9 km. Harzklub. Schriftliche Auskunft erteilt das Verkehrsamt. Auskunfts- stellen des Harzklubs: Bürstenfabrikant Heidenreich, Breite Straße.— Herm. Ramme, Westernstraße, Meuer u. Röhr, Friedrichstraße, Amtsbureau und Tänzer in Noeschenrode. Auskunftstellen für Esperantisten befinden sich im Städtischen Verkehrs- amt(s. vorher), sowie in der Villa Esperanto(Wilh. Neurath), Bismarckstraße. Das Klublokal des Esperantoklubs befindet sich im Goethehaus. Literatur. Wanderung durch Wernigerode. 8. Aufl. des Auskunftsbuches mit 4 Karten und 70 Abbildungen. 50 Pf. Ferner vom Verkehrsamt: Sammlung Mustr. Schriften von Wernigerode, kostenfrei. Der Bahnhof liegt von der Stadt 10— 12 Min. entfernt. Die altertümliche Stadt zeichnet sich durch hübsche go- tische Holzbauten aus. Besonders interessant ist das zierliche Rathaus aus dem 14. Jahrhundert. Es trägt die Inschrift: „Einer acht's, der Andre verlacht s, der Dritte betracht's, was macht's?“ In einem Teile— dem am„Klint“— ist das Rathaus das älteste auf uns überkommene Fachwerkgebäude Norddeutschlands. Während hier prächtig herausgehobene, 136 15. Route: Wernigerode. charakteristische Holzschnitzereien den Meister frühester Gotik zeigen, wandelt sich das Gesicht mit dem UÜbergang nach dem Marktplatz zu. Etwa im 13. Jahrhundert begonnen, haben fernerhin alle Zeiten und alle Stilepochen dem Gebäude Zutaten gegeben. Vor dem Rathause ein gotischer Brunnen mit den Namen der Wohltäter der Stadt. Bemerkenswerte alte Holzbauten der Stadt sind ferner das Gotische Haus (Gasthof) am Markt, mehrere Häuser in der Breiten Str. Nr. 71, 72, 78 und 3, Schäferstraße Nr. 13, das v. Gadenstedtsche Haus hinter der Oberpfarrkirche Nr. 13 u. a. m. Neben dem Rathause, etwas zurück, erinnert eine Tafel an dem ehemaligen Gasthaus zur goldenen Forelle an Goethes Aufenthalt hier im Winter 1777. Der Ratskeller war von je Künstlers diese Räume jetzt neu einer der behaglichsten Kneipräume gestaltet. Lauschige Ecken, inhalts- Deutschlands. Noch behaglicher und reiche Sprüchlein und humorvolle stimmungsvoller hat die Hand des Malereien heimeln den Besucher an Das Schloß Wernigerode, 120 m über der Stadt, ist eine Perle der Landschaft. Prächtige Aussicht von der Terrasse. Man melde sich im Hauptportal rechts. Einlaßkarte 20 Pf., für das innere Schloß 1 Mk. an Wochentagen. Das spätgotische Schloß, dessen älteste Teile aus dem 14. Jahrhundert stammen, ist stilvoll restauriert und umgebaut. Sehenswert sind: das Treppenhaus, der Rittersaal und die Schloßbirche(Kirchenbesucher dürfen Sonntags 9 ½ Uhr Schloß- hof und Terrasse betreten), ferner die Wendeltreppe, der Waffen- saal und die Wohnzimmer. Der schönste Punkt des Schlosses ist die Terrasse. Zwei Geschütze aus den Jahren 1521 und 1530 zieren die Schloßterrasse. Das ältere trägt die Inschrift: Dü schone treiberin heis ich, herzog jorg von sachsen schangk mich dem von stolberg graf, bot genant itzt, wonent in Doringer Land. Der Lustgarten enthält mehrere storff). Besichtigung von 11—1 Uhr. Gewächshäuser. Das Palmenhaus ist In ½ Stunde am Walde das Neue bis 6 Uhr abends geöffnet. Im frü- Schützenhaus, Restaurant u. Logier- heren Orangeriegebäude befindet sich haus. An den Lustgarten schließt die fürstliche Bibliothek. Sie hat einen sich der fürstl. Tiergarten. Mit Bestand von zirka 119 000 Bänden dem Besuche desselben wird meist und enthält besonders theologische, der Besuch des reizenden Christianen- historische Schriften und altdeutsche tals verbunden.(Siehe S. 137.) Literatur. Mittwochs und Sonn- abends von 2—4 Uhr geöffnet. 4 Bibliothekar: Archivrat Dr. Jacobs. das Fürst-Otto-Museum, das nament- In den oberen Räumen der Biblio- lich Stücke naturwissenschaftlichen thek befindet sich die Altertümer- und kaulturgeschichtlicnen Inhalts sammlung des Harzvereins. birgt; aber auch wertvolle Mineralien (u. a. seltene Manganerze) enthält. Unweit des Lustgartens liegt der Die Harzer Münzsammlung ist be- prächtige Marstall(Chef Graf Bern- sonders sehenswert. In der Burgstraße befindet sich 15. Route: Wernigerodes Umgegend. 137 Wernigerodes Umgegend. A. Ostlich von Wernigerode. 1. Nach Christianental(30 Min.), einem Teile des Lust- gartens, geht man gewöhnlich durch diesen. Ein sehr schöner Weg führt auch über Nöschenrode links bei der Theobaldi- Lirche in den Tiergarten, dann 1¹4 St. weit durch denselben zur Oberförsterei, von wo man links in das Christianental eintritt. Hier das 1890 errichtete Denkmal Kaiser Wilhelms I.(Medaillon- bild). 5 Minuten weiter aufwärts im Tal das reizend gelegene Restaurant und Café Christianental, mit guter Pension. Ober- halb des Restaurants führt der Weg über die Falkenbank auf den Kaiserweg; ferner auch zur Saufütterung. Vom sSchlosse nach Christianental. Man ersteigt in 10 Min. den oberhalb des Schlosses wzenden Agnesberg, der entzückende Aussicht bietet. Unter- halb des Kammes fortschreitend, gelangt man auf dem Annawwege bald zur Falkenbank und einige Minuten später rechts bergab durch das Gebrannte Eichental.— Geht man oberhalb des„Gebrannten Eichentals“ den Hermanns- weg noch etwa 15 Min. fort, so hat man rechts am Wege von einer Spitze, „Triangel“(465 m), nochmals eine schöne Aussicht,„die Elisabethbank“, und gelangt von hier abwärts ins Friederikental. 2. In das idyllische Mühlental führt ein hübscher Spazier- gang am Zillierbach hin. Im Talgrunde(etwa 1 St. von W.) liegt die Försterei Voigtstieg, halbwegs das Hotel Mühlental. Touren von Mühlental aus: Nach dem Neuen braunschw. Forsthause am Hundsrücken. Man gelangt dorthin von Wellenbergs Mühle aus durch das Wiesental der Sieben Börne in 4 St.— Nach Forsthaus Hartenberg und dem Büchenberge. Von der Försterei Voigtstieg führt links eine schöne Wald- chaussee durch den Eisergrund nach Forsthaus Hartenberg(Restauration). Von dort immer auf Waldchausseen über die Unart und den Gräfenhagens- berg nach dem Büchenberge(Restauration im Zechenhause)(2 St.) Direkt kann man den Büchenberg in 1 St. erreichen, wenn man das Mühlental bis zum Chausseehause Bolmke verfolgt und dahinter rechts abbiegt.— Nach Rübe- land 2 ½ bis 3 St. durchs Mühlental nach dem Hartenberg, von dort auf breitem Fußwege südöstlich beim Vorwerk Kaltetal vorüber. B. Südlich von Wernigerode. 3. Zum Lindenberg. Unmittelbar über der Stadt, in 10 Minuten erreichbar, liegt der Lindenberg(311 m), einer der schönsten Aussichts- punkte nahe der Stadt. Uber Wernigerode und Hasserode hinweg blickt man auf den Brocken, während anderseits sich ein weiter Blick über die Ebene zum Schlosse und das Mühlental darbietet. Parkanlagen, an welche sich die beliebtesten Spazier- gänge der Umgegend anschließen. 138 15. Route: Wernigerodes Umgegend. Von allen Seiten führen Fahr- und Promenadenwege hinauf. Das oben liegende Hotel nebst Dependance, neuerdings völlig renoviert, ist ein komfortables Pensions-Hotel und Restaurant. Sehr empfehlenswert für längeren Aufenthalt. 4. Zum Armeleuteberg und den Zwölfmorgen. Zum Armeleuteberg(477 m), einem isolierten, steil nach allen Seiten abfallenden Kieselschieferkopf, führt vom Linden- berg ein mit Wegweisern versehener Promenadenpfad in ¾¼ St. Die Aussicht auf Wernigerode und Umgebung, auf den Brocken und weithin über die Wälder des Harzes ist großartig. Auf der Höhe ein 18 m hoher steinerner Aussichtsturm, der Kaiserturm. In der Nähe das Berggasthaus mit Restaurant, am Armeleuteberg, gutes Touristenhaus, schöne Aussicht. Vom Armeleuteberg geht man bergab zum Wegweiser: „Harburg, Scharfenstein“ und links weiter auf dem Promenaden- weg oberhalb des Wiesentals in etwa 10 Min. zur Berghöhe Zuölfmorgen, mit umfassender Aussicht. zum Jägerkopf und Scharfenstein. Am Waldrande entlang führt der Weg auf die Höhe, wo ein Wegweiser nach dem Scharfenstein(½ St. vom Armeleuteberg) und ein Wegweiser nach dem Jägerkopf, 444 m,(½ St. vom Armeleuteberg) weist. Aussicht. Nicht zu fehlender Weg führt hinab in das Mühlental. 5. Nach Küsterskamp und der Harburg. Am Ende des Ortes Nöschenrode überschreitet man rechts den Zillierbach und steigt hinauf nach Küsterskamp(10 Min. von Wernigerode). Hotel Küsterkamp, prächtiger Neubau mit 11 000 qm großem Park. Restaurant, Logis und Pension. Mehrere Dependancen. Hoch am Walde, dem Schloß gegenüber gelegen, schöne Aussicht auf das Schloß und den Agnesberg, für längeren Aufenthalt besonders empfohlen. 23 Von Küsterskamp gelangt man in ½ St. Zur Harburg. Von der alten Burg findet man nur noch sehr geringe Reste, aber ein schöner Blick auf Schloß und Stadt Wernigerode lohnt das Aufsteigen. Oben gutes Restaurant. Auf der vorderen Kuppe des Gipfels Erzstatue des Fürsten Bismarck. 6. Nach dem Scharfenstein. Nach dem Wernigeroder Scharfenstein(1 ¼ St.), schöner Blick auf das Hochgebirge und in das Kalte Tal, gelangt man a) direkt von Nöschenrode hinter dem Hotel Mühlental entlang auf direkter neuer Promenade durch prächtige Buchen- waldung in 20 Min. b) Uber Küsterskamp und Harburg. Letzterer Weg könnte zur Rücktour benutzt werden. — 15. Route: Wernigerodes Umgegend. 139 c) UÜber die Lindenbergstraße in gerader Richtung am linken Ufer des Zillierbaches hinter den Mühlen bis zur Wege- teilung mit Wegweiser nach dem Scharfenstein. C. Westlich von Wernigerode. 7a. Nach der Sennhütte, einem 349 m hochgelegenen, weithin sichtbaren Hotel und Restaurant mit prächtiger Aus- sicht auf Stadt und Schloß(20 Min.). Aus Wernigerode führt der nach Hasserode führende Fahrweg, von welchem man, etwa 200 Schritte nach dem Austritt aus der Stadt, rechts über eine Brücke zum Mönchstieg gelangt. Dieser führt in 10 Min. bergaufwärts zur Sennhütte. Oberhalb, 5 Min. entfernt, auf dem Ratskopfe, befindet sich ein vom Wernigeroder Verschönerungs- verein erbauter Aussichtsturm, der die Aussicht noch ergänzt. Unmittelbar dabei Café und Restaurant Ratskopf mit ähnlicher Aussicht. 7 b. Nach der Waldburg.(15 Min.). Vom Westerntor links durchs Salzbergtal, dann rechts den Fürstenweg hinauf. Ent- zückendes Panorama. Hotel zur Waldburg. Neues, gutes Haus. 8. Zur Steinernen Renne, den Wolfsklippen und der Plessen- burg. Bahnverbindung bis in das Rennetal. Für Radfahrer. Gut ausführbare Tour(6,4 km). Man fahre von Hasse- oder die Bielsteinchaussee aufwärts bis zum Restaurant. Meist schieben. Dann bis zur Plessenburg(5,4 km). Von hier sehr schön über Prinzeß IIse nach Ilsenburg(5,4 km). Westlich von Wernigerode erstreckt sich eine Stunde lang der neue Stadtteil Hasserode(Bahnstation). Am Ende desselben, 3,3 km von dem Markte, liegen die Hotels„Hohnstein“,„Steinerne Renne“ und„Zum Steinberg“. Hier beginnt eine der schön- sten Partien des Harzes. Das Tal der Holtemme, das sich zur Rechten hinzieht, führt in 1 St. zu den Wasserfällen der Steinernen Renne. Hinter dem Felsen„Silberner Mann“ das gleichnamige, hübsch gelegene Restaurant und Café mit Logis. In kaum 10 Minuten erreicht man von hier die Bahnhaltestelle Steinerne Renne. Die Fußwege führen an der Holtemme entlangt, zuletzt ziemlich steil, durch die Steinerne Renne zum Hotel Wasser- fall. Ein Abstecher in das(rechts seitwärts) neu erschlossene Tal der Kleinen Renne am linken Ufer der Holtemme ist sehr zu empfehlen. Ein Fußweg führt hindurch, der nach der oberen Rennechaussee leitet. Die Benutzung dieses Weges ist beim Besuch der Steinernen Renne, besonders auf dem Rückweg, sehr zu empfehlen. Von der Steinernen Renne bis zur Einmündung dieses neuen Weges in die Rennechaussee geht man 10 Minuten. 140 15. Route: Wernigerodes Umgegend. Die Steinerne Renne(534 m) gehört zu den romantischsten Partien des Harzes. Die von den tannenbewaldeten Felsen eingeengte Holtemme stürzt über riesige Granitblöcke zu Tal, hunderte von Kaskaden bildend. ½¼ St. entfernt liegen die Renneklippen(585 m)(Wegbezeichnung), von denen sich Aussichten auf Wernigerode, die Hohneklippen und den Brocken darbieten. Von der Steinernen Renne zur Plessenburg gelangt man direkt auf schattiger Waldchaussee in 1 St. oder über die Wolfs- klippen in 1 ¾ St. Von der zur Plessenburg führenden Chaussee(Wegebezeich- nung) zweigt nach etwa ½ St. links der Weg zu den Wolfsklippen ab.(Uberall Wegweiser des Harzklubs.) Die Wolfsklippen, 723 m, bieten von ist ein idyllisch im Walde gelegenes dem eisernen Aussichtsgerüste einen stolbergisches Forsthaus(Restaurant). sehr hübschen Blick auf den nahen Etwa 8 Min. oberhalb der Plessen- Brocken, die Plessenburg und über burg liegen die Aussicht bietenden die Wälder hin. Am Fuße der Karlsklippen. Klippen ist eine kleine Schutzhütte Von den Wolfsklippen nach der vom Harzklub errichtet. Zur Plessen- Pplessenburg führt ein sehr zu emp- burg(½ St.) wendet man sich dicht fehlender Weg, der von dem Bremer unterhalb der Kuppe laut Wegweiser Zweigverein des Harzklubs ange- rechts ab und kommt kurz vor der legte und gut bezeichnete Aleæander- Plessenburg wieder auf die dahin- stieg bis zum Gatter, dann rechts führende Chaussee. Die Plessenburg an den Karlsklippen vorbei. Von der Plessenburg gelangt man auf schönem Fußwege über die Paternosterklippe(Brockensicht) und den IIsestein ins Ilsetal. von der steinernen Renne naen am Gebohrten Stein, einem einzelnen, den Hohneklippen 1 ½ St. Von der nicht besteigbaren Fels, vorüber Steinernen Renne geht man auf nach den Felspartien des Hohn- nicht schwer auffindbarem Fußweg steins(Ottofels) und dem Karlshause in zirka ½ St. von der oberen Brücke und weiter zu den Hohneklippen über den rechtsufrigen Bergrücken(Wegebezeichnung). 9. Nach dem Thumkuhlental, dem Hohnstein(2 St.), den Hohneklippen(3 ½¼ St.). Der von den am Bahnhof Hasserode gelegenen Hotels zur Linken abzweigende Weg führt nach 1 km an eine Wegeteilung. Rechts wendet man sich dort in das Thumkuhlental. Durch dieses führt der Weg am Braunen Wasser entlang aufwärts. Am Eingange in das Thumkmuhlental ist dem verstorbenen Landesgeologen Prof. Lossen ein Denkmal errichtet; großer Granitblock mit Reliefbild Lossens in Bronze. Der Granitblock ist umgeben von sämtlichen Gesteinsarten des Harzes, die mit Namen versehen sind. Dadurch wird das Denkmal noch be- sonders interessant. Auf der Höhe des Thumbuhlenkopfes, am Chausseestein 6,4, zweigt die Chaussee zum Hohnstein rechts ab. Am Steine 6,9 führt links ein Fußweg zum Hohnstein. Beide Felsen sind besteigbar, am leichtesten der neuerdings vom Harz- — 15. Route: Wernigerodes Umgegend. 141 klub mit cisernen bequemen Treppen versehene Ottofels, und gewähren eine umfassende Aussicht. Man gehe nun an dem südwestlich liegenden Jagdhause Karlshaus vorüber, zwischen den oberhalb desselben liegenden Felsen hindurch zur oberen Hohnechaussee, welcher man bis zum Stein 11,1 folgt. Hier führt rechts ein schmaler Fußpfad, der Beerenstieg, in wenigen Minuten über ein kahles Hai in den Hochwald. Der Weg bis zum Kamm der Hohneklippen, zirka ½ Stunden, ist von hier durch Zeichen an den Bäumen kenntlich gemacht. Der höchste Punkt der Hohneklippen, die Leistenklippe (904 m), bietet eine herrliche Aussicht über den ganzen Harz bis hin zum Kyffhäuser und zum Petersberg bei Halle. Unter- halb der Spitze befindet sich eine Schutzhütte des Harzklubs. Bergab steigt man auf schmalem Pfade zum niedern Hai des Hohnekopfes mit der Hohnekopf- oder Bärenklippe. Gegenüber im Tannenwalde steiler Weg hinab(gut bezeichnet) zum Viehhof und Forsthaus Hohne. Auf dem Hohnekamm Auerwild. Auch das liebliche Edelweiß und die Alpenrose, vor Jahren durch den Ingenieur Friedr. Fischer aus Wernigerode angepflanzt, gedeihen hier vorzüglich. 10. Nach dem Drängetal und Dreiannen—Hohne. Von der Straßengabelung am Ende von Hasserode führt der Weg links am Hotel Hohnstein vorüber. Derselbe teilt sich nach 10 Min. und führt beim Lossendenkmal links in das Dränge- tal; nach 1 St. erreicht man das Wegehaus Dreiannen(514) mit einfacher Wirtschaft. Für Radfahrer kurz vor Dreiannen Steigung. Bis Hotel Hohnstein 2,9 km.— Dreiannen 5,3 km.— Schierke 7,2 km. Von Dreiannen nach dem Forsthause Hohne führt in ½ St. ein unschwer zu findender Fußpfad. Der Aufstieg von hier zum Hohne- kopf ist bezeichnet. Oben, schon vor dem Hochwald, Bären- Klippe, mit herrlicher Aussicht. Von hier führt bezeichneter Weg auf den Kamm durch junge Fichten in den rechts liegenden Hochwald bis zur Leistenklippe(1 ½ St. vom Forsthaus Hohne). Von Dreiannen nach Schierke führt in 2 St. die Hagen- straße, eine schöne Waldchaussee. ½ Stunde von Dreiannen befindet sich die Bahnstation Dreiannen— Hohne der Harzquer- und Brockenbahn mit der Abzweigung nach dem Brocken. Beckers Hotel Dreiannen— Hohne. Höhenluftkurort, komfortabel, mit eigener Wasserleitung und elektrischer Beleuchtungsanlage. Herrlich ge- legen. Empfehlenswertes Haus, auch für längeren Aufenthalt. Im Winter günstiger Standort für den Schneeschuhsport. 142 15. Route: Wernigerodes Umgegend. 11. Nach dem Ottofels. Verfolgt man vom Hotel Hohnstein ab die Chaussee, so teilt sich dieselbe nach 10 Min. Links führt sie zum Drängetal(Hagenstraße), rechts durchs Thumbuhlental zum Hohnstein. Nach etwa 1 Stunde Steigens erreicht man den Hohnstein, zwei gigantische Felskegel. Von diesen ist durch den Harzklub der vordere höchste besteigbar gemacht und mit Erlaubnis des Fürsten Otto zum Ottofels umgetauft. Eiserne Treppenleitern führen zur Spitze und eröffnen hier dem Be- steiger einen schönen Ausblick. Der Besuch des Ottofels wird meistens mit dem der Steinernen Renne verbunden, da ein sehr schöner schattiger Fußweg von etwa ½ St. beide verbindet. Der Weg ist durch Wegeschilder genau bezeichnet. 12. Nach den Zeterklippen(929 m). Der neuerdings sehr beliebt gewordene Besuch der Zeterklippen kann mit einer Brockentour verbunden werden. Man gehe von der Steinennen Renne auf der Chaussee weiter bis an den Fuß des Rennecken- berges. An der Wegeteilung biegt man rechts ein(Wegeschild „Nach den Zeterklippen“), man kommt dann in 15 Min. an das NMolkenhaus und erreicht dann den Sattel, wo die quer über die Mitte des Renneckenberges ziehende Fahrstraßze durch das Schlüsietal in das Ilsetal hinabsteigt; zwischen beiden Armen der Chaussee zieht am Bergabhange ohne Steigung ein neuer Fahrweg entlang, den man zirka 8 Min. bis zum Wegweiser verfolgt und nun links auf schmalem, leicht verlierbarem Wege, zwischen wilden Klippen und förmlichem Urwald bis zu den Zeterklippen emporsteigt. Nötig ist es, recht aufmerksam auf die Wegzeichen zu achten. Die wunderbarste Aussicht lohnt reichlich die Mühe. Von den Zeterklippen steigt man in 10 Min. in das IIsetal hinab und erreicht die Chaussee zwischen den Wegsteinen 8,1 und 8,2. Man kann dann den Brocken in zirka 1 ½ St. und IIsen- burg in zirka 1 ½ St. erreichen. Wer wilde, echte Harznatur kennen lernen will, der gehe nach den Zeterklippen. Brockenwege von Wernigerode aus(S. auch R 12): a) Chaussee über Hasserode durch das Drängetal, Hagenstraße, Drei- annen, Schierke, von da Fußweg durch das Eckerloch. Für Radfahrer kommt nur diese Tour in Betracht. b) Fußweg über Hasserode, Steinerne Renne, Renneckenbergchaussee, Hölle, granitner Wegweiser(Handweiser). Von der Renne ab durch B an den Bäumen bezeichnet. Die Chaussee wird durch einen Fußweg über die Heinrichshöhe gekürzt, der jedoch nicht leicht zu finden ist und meistens sehr feucht ist. 16. Route: Von Wernigerode nach IIsenburg. 143 c) UÜber den Hohnstein, s. unter Nr. 8, 9 und 10, die obere Hohne- chaussee, Kapellenklippe, Jakobsbruch und Ahrensklint, dann um den Pferdekopf herum auf den unter b erwähnten Weg. Dies ist der bequemste Brockenweg. d) Über die Plessenburg. Von dem Forsthause aus links an den Karls- klippen vorbei bis zum Pfortenberge; dann den Schindelstieg, die IIsetal- chaussee und die unterirdisch fließende und stark rauschende IIse überschreitend, ins Kellbecktal und von da steil bergan durchs Schneeloch.(Gut bezeichnet.) e) Über die Steinerne Renne und die Hohneklippen. Führer wünschens- wert. Von der Steinernen Renne auf der Hohnechaussee bis zum Stein 11,1. Hier führt ein Fußweg rechts hinauf zur Leistenklippe, an den Bäumen be- zeichnet. Man gehe nun von der Leistenklippe auf dem neuen Promenaden- wege direkt zu der Fahrstraße„Glashüttenweg“ herunter(Wegebezeichnungen vorhanden) und auf dieser rechts fort.— Links liegen die Ahrensklinter Klippen. Von der ersteigbaren Klippe Aussicht. Nach zirka 4 St.(von der Renne ab) gelangt man auf den mit B. bezeichneten Weg, der, vom Rennecken- berge kommend, nach dem Brocken führt. 16. Route: Von Wernigerode nach IIsenburg. a) Eisenbahn 9 km, 8—9 Züge täglich in zirka 20 Min. Die Bahn führt in unmittelbarer Nähe der Chaussee zum Dorfe Altenrode(5 km). Auf dem dortigen Kirchhofe befinden sich, fast gänzlich mit Rasen bedeckt, die Sieben Kalsersteine, welche im Mittelalter ein Asyl für Verfolgte gewesen sein sollen.— Ferner: Station Drübeck, Dorf mit über 1000 Jahre alter Kloster- kirche im sächsischen Basilikenstil. Es folgt(9 km) IIsenburg. b) Auf der Chaussee(7,5 km). Der nächste Weg, auch für Fußgänger und Radfahrer, führt über Altenrode(s. oben) und(6 ½ km) Drübeck.(Gasth.- Zur neuen Quelle. Empfohlen.) Sehr sehenswert ist die uralte Klosterkirche, eine Basilika, mit einer Krypta. Aussicht vom Klapperberg oberhalb Drübecks. c) UÜber die Försterei Oehrenfeld. Chaussierter Waldweg 2 ½ St. Man folge der Chaussee nach Hasserode bis zur Brücke, gegenüber dem„Gasthof zum deutschen Kaiser“. Uber die Brücke auf dem chaussierten Wege durch das Wildgatter ge- langt man zur Himmelspforte, früher Standort eines Klosters, welches im Bauernkriege zerstört wurde. Eines der schönsten Täler in Wernigerodes Umgegend. Weiter zur Försterei Oehren- feld(Echo).— Daneben 2 Restaurants. Der Weg führt weiter wieder durch das Gatter auf die Chaussee, welche in die IIsen- burger Chaussee einmündet. Auf dieser links nach IIsenburg. Radfahrer können nur die Chaussee von Wernigerode nach IIsenburg benutzen oder die Bielsteinchaussee bis zur Steinernen Renne(lange Steigung), und von da über die Plessenburg und Prinzeß IIse. d) UÜber die Steinerne Renne und die Plessenburg(s. S. 140) 4 St.(Von der Plessenburg führt ein gut bezeichneter Pro- menadenweg in ½¼ St. zum IIsenstein.)(Bezeichnung P.) 144 17. Route: IIsenburg. 17. Route: IIsenburg. Gasthöfe. a) Im Orte: Zu den roten Forellen, mit eleganter Depen- dance, eigener Badeanstalt und hübschem Garten. Komfortables gutes Haus. — Bösches Hotel, mit Garten an der IIse. Vornehmes Familien- und inter- nationales Touristenhotel. Z. v. 1.25— 4 Mk., F. 1 Mk., Gabelf. 1,50 Mk., D. 1,75 u. 2,50 Mk., S. 2,50 Mk., P. 4,50— 6,50 Mk. Ganzjähr. geöffnet. Sehr zu empf. — Deutsches Haus, mit Logierhaus u. Garten, am Ausgang des IIsetals, sehr gelobt.— Hotel und Pension zum Ilsetal, mit großer Veranda, am Eingang ins Ilsetal, wird gelobt.— Hotel zur Tanne.— Hotel Haberhauff. Neues, komfortables Haus mit Garten. Vom Offiziers-Verein empfohlen. Recht gut. — Hotel und Pension Zur Ilsenburg, am Eingang ins IIsetal, mit Garten. Recht gutes Haus.— Hotel Kaiserhof, beim Markt, komfortabel.— Ein- facher: Hotel Landenhof, der Post gegenüber. Gut.— Bahnhofs-Hotel, vorm. Hercynia, einziges Hotel am Bahnhof. Empfohlen.— Gasthaus zum zwei en Roß.— Gasthaus zur IIse.— Stadt Stolberg. Touristenhaus, Garten, Veranda, gut bürgerlich.— Deutscher Kaiser.— Brauner Hirsch.— Zur Erholung. — Kaiserhof. Außerhalb am Walde. Waldhöhe(Ferdinand Köhler), in schöner Lage am Walde, ¹4¼ St. entfernt, mit hübschem Blick auf Ilsenburg. Komfortables Pensions-Hotel.— In der Nähe unterhalb das Hotel Zum Blauen Stein, am Walde, mit prächtiger Aussicht über Ilsenburg. Für längeren Aufenthalt. geeignet. Omnibus am Bahnhof. Empfohlen.— 2 km aufwärts im Ilsetal am Fuße des IIsesteines das Hotel und Restaurant Prinzeß Ilse. Für längeren Aufenthalt zu empfehlen.— In der Nähe Hotel Tlsenstein(Bes. Ewald Robra), direkt am Walde, schöner Garten, geschützteVeranda, gutes, empfehlenswertes Pensionshaus und Restaurant in schöner Lage an der IIse. Sanitätsrat Dr. Stephans Kuranstalt, von Garten umgeben, ist geeignet bei Blutarmut, Zirkulationsstörungen usw. Heilmittel: milde Wasserkuren, Bäder, Massage-, medico-mechanische, Diät- und Terrain-Kuren. Pension inkl. ärztlicher Behandlung 40— 50 Mk. wöchentlich. Auch im Winter ge- öffnet. Prospekte. Bäder. Ludwigsbad(in der„Nachthaube“ belegen) mit großem Schwimmbassin, Wannenbädern und medizinischen Bädern. In schöner Lage mit Aussicht auf den IIsestein und Brocken. Lawn-Tennis-Spielplatz, rings umgeben von Wiesen und Wäldern.— Warme Bäder aller Art in der Badeanstalt Ilsebad und in der eignen Badeanstalt des Hotels zu den rolen Forellen. Kunstgußniederlage. Erzeugnisse der IIsenburger Hütte, Nachahmungen antiker und moderner Kunstwerke, bei E. Heinecke, zu Original-Hütten- preisen. Arzte: Sanitätsrat Dr. Stephan, Dr. Paul Stephan und Dr. Poltz. Eisenbahn nach Wernigerode 9 km, nach Harzburg 13,7 km. Omnibus auf den Brocken täglich einmal, Abfahrt vom Bahnhof und Marktplatz gegen 10 Uhr vorm., für 3 Mk., zurück 2 Mk. 1 Fuhrwerk(amtliche Taxe). Nach dem Brocken 18 Mk. und zurück 21 Mk.— Steinerne Renne 9 Mk. und zurück 12 Mk.— Uber die Steinerne Renne nach Wernigerode 15 Mk.— IIsefälle und zurück 6 Mk.— Plessen- burg 6 Mk. und zurück 9 Mk.— Harzburg 9 Mk., mit Burgberg 15 Mk.— Eckertal, Molkenhaus, Rabenklippen, Burgberg, Harzburg 21 Mk.— Zu diesen Preisen kommt noch Chausseen Wege- und Trinkgeld. 3 Entfernungen. Brocken 3 St., Harzburg 2 ½, Wernigerode 2, Elbinge- rode 3 ¼, Goslar 4 ¾, Blankenburg 5%4 St. entfernt. Auskunft erteilt und Prospekt nebst Wohnungsverzeichnis versendet der Gemeindevorstand.(Teleph. 42). Kurmittel. Terrainkuren, Ludwigsbad mit Schwimmhalle. Kurtaxe. Vom 5. Tage ab bis 14 Tage 1 Pers. 3, 2 Pers. 5, mehr Pers. 8 ℳ; über 14 Tage 5, 8 u. 10 ℳ. 17. Route: Ilsenburg. 145 Unterhaltungen. Konzerte, Réunions, Tennis, Lesezimmer, im Winter Schneesport(Rodeln, Schlittenfahren usw.) Wintersport. Skis und Schlitten. Sportmaterial leihweise bei der Kurverwaltung. Ilsenburg(238 m), an der Ilse, ist ein preußischer Flecken mit zirka 5000 Einwohnern. Die herrliche Lage IIsenburgs, seine bequemen Verbindungen und sein mildes Klima machen den Ort zu einem der beliebtesten Ziele für Touristen und Sommerfrischler.(Etwa 7000 Sommer- gäste.) IIsenburg liegt am Rande des Harzes, am Ausgangs- punkt des herrlichen IIsetales. Ein guter Fußgänger kann in 2 ½ St. von IIsenburg aus den Gipfel des Brockens erreichen. Diese örtlichen Verhältnisse bedingen das Mannigfaltige und Vorteilhafte der Lage IIsenburgs. Der Sommerfrischler kann wochenlang bei Ilsenburg umherwandern und immer wieder neue und schöne Punkte aufsuchen. Touristen, denen es an Zeit fehlt, ist zu raten, zuerst die Höhen auf der Seite des linken Ilseufers zu ersteigen und die Tour im IIsetal zu beenden.(s. S. 148 unter 1, 3, 4). Gegenüber der Friedenslinde bei Richard ist der sogenannte Bismarck-Brocken-Kucker aufgestellt zur Fernsicht nach dem Brocken. Vor Benutzung des Fernrohres hat man den Betrag (nach Belieben) in ein aufliegendes Buch einzutragen. Die Ein- nahme wird zu ½¾ für Militärinvaliden, welche der Luftkur in Ilsenburg bedürfen, und zu ½¼ für gemeinnützige Zwecke IIsen- burgs verwandt. Die fürstl. stolberg-wernigerodeschen Eisenhüttenwerke, deren bedeutender Gebäudekomplex bereits vom Bahnhof her dem Fremden auffällt, dürfen nur ausnahmsweise besichtigt werden. Das fürstlich stolberg-wernigerodesche Hüttenamt beschäftigt 500 bis 600 Arbeiter. Es betreibt hauptsächlich die Herstellung von Kunstguß und großen Gußstücken. Die Erzeugnisse der Bießerei sind durch mustergültige Formen und sorgfältige Aus- führung berühmt. Das Schloß Ilsenburg, auch die Bothoburg genannt, süd- östlich oberhalb des Ortes auf vorspringendem Felsen, war ursprünglich eine Burg sächsischer Kaiser. An Stelle der alten Ruine erhebt sich jetzt ein prächtiger Neubau, den der 1881 verstorbene Graf Botho zu Stolberg in byzantinischem Stil auftühren ließ. Neben dem Schlosse die vor einigen Jahren stilvoll restaurierten Ruinen der alten Abtei Ilsenburg. Roma- nischer und byzantinischer Stil sind vertreten. Der Schloßpark ist dem Publikum verschlossen. Richters Harz. 1⁶ 146 17. Route: IIsenburg. Die vom Grafen Botho zu Stolberg begründete und in der Abtei untergebracht gewesene sehenswerte Sammlung von Harzer Altertümern ist in das fürstliche Schloß zu Wernigerode überführt worden. Historisches. Die alte IIsenburg wurde wahrscheinlich vom Kaiser Heinrich I. ums Jahr 920 erbaut. Sie war ein Sitz sächsischer Kaiser, bis Otto III. im Jahre 997 den Ort dem Bistum Halberstadt schenkte und Bischof Arnulf die Burg in eine Benediktiner-Abtei verwandelte. Bischof Buko von Halberstadt, der hier begraben liegt, erbaute 1085 sein Nachfolger Theter im 12. Jahr- hundert die übrigen Gebäude. Das Kloster wurde 1577 aufgehoben, und die Klostergüter gingen in die Ver- waltung und dann in den Be- sitz der Grafen von Stolberg-Wer- nigerode über. Llteratur. Jakobs, Urkundenbuch des Klosters Ilsenburg, 2 Bände, (Halle 1875); Niemeyer, IIsenburg die Klosterkirche, Abt Sigenot und(Halberstadt 1840). Die Landstraße(gut für Radfahrer!) führt talaufwärts in ½— ¾ St. zum Fuß des IIsensteins, eines jäh vorspringenden Granitpfeilers, 436 m üb. M., 151 m über der Talhöhe, nach drei Seiten hin steil abfallend.(Für Kraftfahrzeuge ist die Chaussee oberhalb„Prinzeß IIse“ gesperrt.) Den Gipfel des Felsens krönt ein eisernes Kreuz, vom Grafen Anton zu Stolberg-Wernigerode zum Andenken seiner 1813— 1815 gefallenen Kameraden er- richtet.— Auf der Felsenspitze findet eine starke Ablenkung der Magnetnadel statt.— Die Besteigung des IIsensteins unter- nimmt man gewöhnlich von IIsenburg aus, auf den links ober- halb des Ortes beginnenden, hübschen und gut bezeichneten Promenadenwegen, die in mäßiger Steigung in ungefähr einer Stunde zum Gipfel führen. Es leitet jedoch auch unmittelbar von dem Restaurant„Prinzeß Ilse“ ein steiler Fußweg direkt auf die Höhe, während ein Fahrweg über die Brücke links auf die vom Schloß kommende Straße einmündet. Der Blick aus dem Tal auf den IIsenstein ist am schönsten von dem Zanthierplatz oberhalb des Hotels„Zur Prinzessin IIse“, 20 Min. von Ilsenburg. An dem Hotel vorüber führt die Landstraße talaufwärts zu den IIsefällen. Auch wer den Brocken nicht besucht, sollte bis oberhalb der IIsefälle gehen, zumal dieselben jetzt erst richtig zugängig sind. Längs der Ilse- fälle und auf der der Chaussee entgegengesetzten Seite führt der neue Bremerweg dem Wanderer die Schönheiten der Fälle klar und nah vor Augen, Szenerien aufschließend, wie sie in gleichartiger und namentlich bei höherem Wasserstand über- wältigender Naturschönheit im Harzgebirge kaum ihresgleichen finden. Wegelänge 1 km, Von der Prinzessin Iise. Einst war dort, wo jetzt die Ilse zwischen den Felsen hindurch auf die Ebene tritt, auf hohem Berge ein mäch- Tal tiges Schloß. Da wohnte der König Ilsung mit seinem schönen Töchter- chen, der Prinzessin Ilse. Unten im aber hauste eine böse Zaube- 17. Route: rin, die hatte eine häßliche, miß- gestaltete Tochter, namens Trude. Durch Teufelskünste hatte diese den Ritter Rolf, den Verlobten der Ilse, zu bannen gewußt, daß er Trude liebte. Mit starkem Willen wußte er den Zauberbann zu brechen und wurde der Eidam des alten Königs Ilsung. Da ergrimmte die Zauberin. Durch ihren Zauber- spruch entstand auf dem Brocken ein reißendes Gewässer, welches in dem Bett, daß jetzt die bescheidene Ilse inne hat, herniederstürzte. Das Wasser untergrub den Berg, auf welchem das Königsschloß stand, und Fels und Schloß versanken in die Tiefe, mit ihnen König IIsung und Ritter Rolf, nur IIse rettete sich auf den IIsenstein. Seitdem wan- dert sie umher, den ertrunkenen Bräutigam suchend. Auch der große Königsschatz soll noch im IIsen- stein sein. Alle Morgen steigt die Prinzessin herab zum Baden. Wer sie dort belauscht, wird von ihr in eine Tanne verwandelt. Die Bäume dort sind alle solche. Auch als Schlange wird sie am Wasser der Ilse gesehen, und wer sie als Schlange küßt, der hat sie erlöst. Einst war Kaiser Heinrich I. auf der Jagd verirrt. Da ging es ihm, wie weiland dem Tannhäuser. Ein Jahr lang soll er im IIsenstein festgehalten worden sein und auch später soll es ihn immer wieder hierher gezogen haben. Da baute er, um in der Nähe zu bleiben, das Schloß Ilsenburg. Hierauf bezieht sich Heines bekanntes Gedicht: Ich bin die Prinzessin IIse Und wohne am IIsenstein; Komm mit nach meinem Schlosse, Ilsenburg. Wir wollen selig sein. Dein Haupt will ich benetzen Mit meiner klaren Well, Du sollst deine Schmerzen vergessen, Du sorgenkranker Gesell. Ich will dich küssen und herzen, Wie ich geherzt und geküßt Den lieben Kaiser Heinrich, Der nun gestorben ist. Komm in mein Schloß herunter, In mein kristallnes Schloß, Dort tanzen die Fräulein und Ritter, Es jubelt der Knappentroß. Es rauschen die seidenen Schleppen, Es klirren die Eisenspor'n, Die Zwerge trompeten und pauken Und fiedeln und blasen das Horn, Doch dich soll mein Arm umschlingen, Wie er Kaiser Heinrich umschlang. Ich hielt ihm zu die Ohren, Wenn die Trompete erklang. Otto Roquette läßt die Prinzessin Ilse singen: Kannst du- du träumen, kannst schlafen? Schöner Jüngling, komm, sei mein: In der Liebe goldnen Hafen Führ' ich den Beglückten ein. Willst du fragen nach dem Namen Meines Reichs voll Strahlenschein? Dieser Fluren dunkler Rahmen Ist der graue IIsenstein. Offen stehn dir meine Reiche, Komm, Prinzessin IIse winkt, Komm, du bist der Ohnegleiche, Dem sie ihre Liebe bringt: In den blauen Silberwogen Stehet mein demantnes Schloß, Fröhlich um die Säulenbogen Tanzet mein geschäft'ger Troß. Meine Blumen duften singend, Sterne sprühn in buntem Schein, Meine Brunnen springen klingend, Zög're nicht, o komm, sei mein!. Den Rückweg vom IIsenstein mache man nicht durch das Ilsetal, sondern auf der vor IIsenburg, 1. Höhe entlang. vor dem Schloßgarten, Der wieder Weg führt kurz talwärts. Der direkt vom IIsenstein nach dem Restaurant Prinzeß IIse führende Fußweg ist steil, aber durch hübsche Ausblicke lohnend. Das Ilsetal gehört zu Flüßchen, welches, vom den lohnendsten Partien Seine hohen, mit Buchen bewachsenen Felswände, Brockenfelde kommend, im Harz. das muntere in ununter- brochener Folge kleine Wasserfälle über Gerölle und Granit- blöcke hinabstürzt, bieten die Landschaften. 10* malerischsten Ausflüge von llsenburg. 1. Das IIsetal. Man gehe links oberhalb des Ortes auf reizendem, stets trockenem Wege am silber- hellen Mühlengrabenwasser entlang bis zum Teiche; sich links haltend, kommt man rechts über die IIse- brücke und wieder links durch eine Pforte auf die sog. Insel. Von hier geht der Weg links über einen Steg, so daß man jetzt die IIse rechts hat. Der stets saubere Weg führt in Windungen bis unterhalb der Restauration„Prinzeß IIse“(20 Min. von Ilsenburg). Von hier links an der Ilse entlang bis zum Zanthier- platz, wo man den„Ilsestein“ vor sich hat.(Herrlicher Blick!) Weiter an der IIse entlang bis zu den IIse- fällen. Man besuche alle Ilsefälle, welche nacheinander auf der rechten Seite folgen. Radfahrer fahren auf der Chaussee bis zum Restaurant Prinzeß Ilse und lassen das Rad hier stehen. Aufstieg zum Ilsenstein von hier aus mit Vorsicht. 2. Waldhöhe, 25 Min. von der Stadt, schöner Aussichtspunkt, Hotel mit Restaurant. Drei verschiedene Wege führen vom Orte hinauf. Der kürzeste führt teilweise in Treppen- form direkt von der Grünen Straße auf die Höhe, der zweite Weg von der Kastanienallee am Teiche vorbei und der dritte vom Waldhofe ab; letztere beiden Wege durch schönen Bucwenwald und nicht unbequem. 3. In das idyllische Suental, 25 Min. von der Harzburger Chaussee links. Man geht durch die Kastanien- allee oder über die Waldhöhe in das kurze, enge, auch bei heißen Tagen kühle Suental(Sauental). Am Ende des Tales besteigt man den Roggenstein, schöner Aussichts- punkt, von da aus wendet man sich links direkt oder über Blauen Stein, Schutzhütte, Westerberg-Klippen, Rhontal zurück durchs IIsetal. 4. Nach dem Westerberge und seiner Umgebung, dem Blauen Stein, der Wolfshütte und den prachtvollen Westerberg-Klippen. Verschiedene Fußsteige, auch eine Chaussee (nicht geeignet für Radfahrer) 17. Route: Ilsenburg. führen zur Höhe. Ein Zickzackweg geht von der Talsohle des Ilsen- tales zwischen den beiden fürstl. Sägemühlen rechts ab über Bäum- lers Klippe(Aussicht!) zur Höhe und mündet in der Nähe der neuen Schutzhütte(Wolfslust) in den Fahr- weg, der von der Chaussee abgeht. Ein zweiter Weg führt von der Waldhöhe, ein dritter vom Suental und ein vierter vom Zanthierplatz durch das Rhontal hinauf. Auf der Südseite des Berges liegen gerade dem IIsensteine gegenüber die Westerklippen, die eine pracht- volle Aussicht auf einen Teil des Harzes gewähren. Der neu angelegte, hierher führende, bei der Wolfslust beginnende Fußweg hat verschie- dene hübsche und gewaltige Granit- blöcke zur Ansicht gebracht. Auf der zweiten Klippe hat der Ver- schönerungsverein ein festes Sicher- heitsgitter und unter demselben eine Schutzhütte anbringen lassen. 5. Zur Plessenburg(zirka 2 St.) führt eine Chaussee(für Radfahrer fahrbar, 5,4 km) vom IIsentale hinauf(Wegweiser). Vom IIsenstein nach der Plessenburg geht ein romantischer Weg auf der Höhe hin an der Paternoster-Klippe vorbei. In der großen ersten Biegung ver- meide man, dem dort talwärts führenden Fahrwege zu folgen. Ganz in der Nähe der Plessenburg kommt man auf die obenerwähnte Chaussee, folgt dieser und hat in einigen Minuten die Försterei vor sich. Mit der Foôrsterei ist auch eine gute Restauration verbunden. Das fürstliche Jagdschloß wird auf Wunsch gezeigt. Um nun nach den Wolfsklippen zu gelangen, benutzt man auf eine kurze Strecke die Chaussee, welche nach der Steinernen Renne und über die Hohne nach Schierke führt, biegt dann rechts ab, wo die Stelle durch Schild bezeichnet ist, und folgt dem Fußwege. Auf der Wolfsklippe ist eine Schutzhütte. 6. Der Scharfenstein(zirka 2 St.). Zuerst folgt man der Brocken- Chaussee im Isental hinauf, bis sich die nach dem Scharfenstein führende Richters„Harz“ Z. Coslag—————— ELenene.— — 3 on‿φ m‿⁷— Westeroden‿— S 1 S* · e y Nheege △ RARZBURG-SENEBURG . 5 5 B 6 629 4 A kasDies Maßstab 1: 60000 8 K 4 SohJteen hlewe ³ W Aprn Hendiseswel 1 C j xrion—* eer—— 8 3 3 utdem Brai felsenke 22s 1—— Aessirlghtt 8 98 3 Oas Ibuzrislarwege Qhaass eere- 4 rV. G Hefrse Sceem busch Heini sch 8........ Rofke Bündheim Gruen 4 B. Fahr n. Waldwege Fusswege 4 ade H 7:—,. r. S2 S 4 Eisenbahn 4 Ad En Rer, 7 n, Lnnsesta 4109, A&. 3 6 F3 1 7. 6 8 6 Feker 8 Harast. 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G. fahigens. ubeck- 18. Route: Von Ilsenburg nach Harzburg. Chaussee rechts in das große Sand- tal abzweigt, was durch Schilder angezeigt wird. Dieser folgt man und macht die große Biegung links in die Gruhe und das schöne Tiefen- bachstal mit und steigt so allmählich bis zum Scharfenstein. Hier ist eine Försterei mit Restauration und ein Viehhof. Der dicht hinter der Försterei gelegene Scharfenstein- felsen bietet eine schöne Aussicht nach Harzburg hin. Die Chaussee, welche im großen Sandtale geradeaus führt, bringt oben mit einer Biegung nach rechts zur Ernstburg, einem unbewohnten fürstlichen Jagdhause. 149 7. Nach der Oberförsterei Oehren- feld 1 ½¼ St.(Auch für Radfahrer gut.) 8. Nach Wernigerode(s. S. 143). 9. Auf den Brocken(s. S. 120.) (3 ½— 4 Stunden). Der Hinaufweg von IIsenburg durch das IIsetal ist der kürzeste und bequemste und einer der landschaftlich schönsten. Der abkürzende, früher ziemlich beschwerliche Fußweg durch das Schneeloch ist neu ausgebaut und jetzt bedçuemer. 10. Nach dem Eckerkrug den Rabenklippen(s. S. 150.) 11. Nach Harzburg(s. unten). und Poetische Literatur. Heine, Harzreise.—„Was die Ilse Tauscht“, Dichtungen von Harweck-Waldstedt, mit IIlustrationen. Vorrätig in Ilsen- burg bei Theodor Bartels, Buchhandlung. 18. Route: 1. Eisenbahn zwischen IIsenburg (13,7 km), im Sommer täglich 11 mal. 2. Chaussee über Stapelburg(13 km). Einförmiger Weg, zuerst schattenlos, dann durch das Stapelburger Holz, später am Forsthause Schimmerwald vorbei durch den Schimmerwald führend. In Stapelburg(4,5 km) ist die Ruine einer kleinen Burg ältesten Ursprungs, die im 16. Jahrhundert hohe Bedeutung hatte. Die Ruine liegt auf einem Kegel inmitten prachtvoller Obstanlagen; ein Besuch ist sehr empfehlenswert. Von Ilsenburg nach Harzburg. und Bad Harzburg 3. Fußweg über den Eckerkrug(2 ¹½ St.). Auch Radfahrern ist dieser kürzere und angenehmere Waldweg besonders bis Eckerkrug(Jungborn) sehr zu empfehlen. Ilsenburg—Eckerkrug(Jung- born) 3 km. Bad Harzburg 6 km. Sehr schöner, schattiger Waldweg und nicht zu verfehlen ist der IIsenburger Stieg.(Der von IIsenburg ins Eckertal führende, oft empfohlene sog. Besenbinderstieg ist stellenweise steil, be- schwerlich und wenig lohnend.) Man gehe die Kastanienallee aus Ilsenburg hinaus und dann geradeaus, den abzweigenden Besenbinderstieg links lassend. Am Waldrande zunächst führt uns der Weg durch einen üppigen Laubwald an idyllischen Waldwiesen vorüber in 45 Min. nach dem Gasthaus Eckerkrug (mit Garten und Veranden, Z. m. F. v. 2,25 Mk. an, empfohlen), am Eingange des schönen Eckertals; nebenan das alte fürstliche Forsthaus Eckerkrug. 150 18. Route: Von IIsenburg nach Harzburg. 2 Angrenzend an Eckerkrug liegt der weltbekannte Jungborn(Rudolf Justs Kuranstalt), eine große Naturheilanstalt mit schönem Prome- nadenpark und ausgedehnten Lichtluftparks. Bes. und Leiter Rudolf Just; ärztliche Kurleitung. Kurmittel: Luft- und Sonnenbäder, Wasser- und Lehmanwendungen, Sandbäder, Dlät. Regelmäßige Vorträge vom Anstalts- arzt. Pension und Behandlung 8 Mk. pro Tag. Infolge der überraschenden Heilerfolge bei allen Krankheitsarten hat das inzwischen zur größten Anstalt Deutschlands erweiterte Unternehmen Weltruf bekommen. Besichtigung der Anstalt ist sehr zu empfehlen. Von freien Stellen aus schöner Blick auf Ruine Stapelburg. Von Eckerkrug aus geht man den Weg weiter, überschreitet die Ecker und betritt dann, sich halb links wendend und durch das Wildgatter tretend, den Schimmerwald. Ehe man an das Wildgatter kommt, führt der Weg geradeaus nach Station Eekertal(Bahnstation für Jungborn und Eokerkrug) und auf die Chaussee Ilsenburg-Stapelburg- BadHarzburg. An derlinken Seite des Wildgatters geht man(an mehreren Toren vorüber) eine Stunde entlang, bis an das Wildgattertor. Man wendet sich hier am besten links auf den Fußweg, der uns weiter am Gatter entlang an dem Restaurant Waldhöhe vorbei auf kürzestem Wege durch ein neu entstandenes Villenviertel nach Bad Harzburg führt. Von dem Wildgattertor aus kann man auch durch das Tor(rechtsliegend Restauration„Zum Wolſstein“) gehen, man gelangt hier wieder auf die Chaussee, die in ½ St.(staubiger, sonniger Weg) nach dem Bahnhof Bad Harzburg führt. 4. Fußweg über die Rabenklippen und den Burgberg. a) Uber den Eckerkrug, Jungborn und die Rabenklippen(4 St.). Bis zum Eckerkrug, der am Ein- gang in das liebliche Eckertal liegt, geht man geradeaus in das Tal hinein, nach ¼ Stunde Holzpappenfabrik und nach weiteren 25 Min. rechts ins Stöttertal, 15 Min. durch dieses auf breitem Kieswege geradeaus, dann auf dem schönen Fahrwege(prächtige Ausblicke) links 5 Min., bis rechts das Schild zu den Rabenklippen weist(von hier bis Rabenklippen 25 Min.). Restaurant an der Rabenklippe. Restauration von W. Schilling. Prächtiger Blick in das Eckertal und auf den Brocken. Man beachte, daß der Weg zu den Rabenklippen vom Stötter- tale an mit dem Wegezeichen K. R. versehen ist, der mit R. bezeichnete Weg führt von den Rabenklippen zum Burgberg. Da die Rabenklippen versteckt liegen, so wolle man auf diese Bezeichnung besonders achten, um nicht an denselben vorbei- zugehen. Von den Rabenklippen nach dem Burgberg geht man ½¾ St. Zunächst 10 Min. zurück zu dem Wegweiser Burgberg—- Harzburg. — 19. Route: Bad Harzburg. 151 Wegezeichen R. Der Weg ist bei einiger Aufmerksamkeit nicht zu verfehlen. b) Direkt über die Rabenklippen 3 ½¼ St. Aus Ilsenburg Kastanienallee bis an die Waldecke(5 Min.), hier links den Besenbinderstieg über die Wiesen und dann durch prachtvollen Buchenwald in das Eckertal unterhalb der Holz- pappenfabrik, sodann im Eckertal aufwärts, wieder durch das Stöttertal und von hier wie beschrieben. 19. Route. Bad Harzburg. Bad Harzburg(246 m), am Fuße des geschichtlich bekannten Burgberges, ist eine braunschweigische Stadt mit 4800 Einwohnern. Zum Amtsbezirk Harzburg gehören Bündheim, Schleweke, Oker, Harlingerode, Bettingerode und Westerode. Unter allen Kurorten des Harzes nimmt Harzburg den ersten Rang ein. Es ist die weitaus besuchteste Sommerfrische im Harz, die Ein- richtungen des Bades wie der Hotels können den verwöhntesten und weitestgehenden Ansprüchen genügen. Zahlreiche freundliche Landhäuser und gute Privatwohnungen bieten den Sommergästen komfortable Unterkunft. Neben den mit allem Komfort ausgestatteten Hotels und Privatwohnungen gibt es auch Unterkommen für bescheidenere Börsen sowohl in Hotels als in Privatwohnungen. Herrliche wohlgepflegte Pro- menadenwege führen weithin in die anliegenden Täler und an den Höhen und Bergen ringsum aufwärts. Der weitbekannte Juliushaller Sauerbrunnen entstammt den Harzburger Bergen. Der Besuch Harzburgs beziffert sich auf zirka 17 000 Bade- gäste und über 23 500 Nachtfremde jährlich. Sowohl die herrliche Lage des Ortes wie das weitbekannte städtische Solbad Juliushall und die Kochsalzquelle(Krodoquelle) haben zu dem schnellen Aufblühen Harzburgs hauptsächlich beigetragen. Für den Fremden ist hier auf das vorzüglichste gesorgt. Die wohl- gepflegten Wege, 125 km, sind durch Schilder bezeichnet. Gasthöfe. Harzhurger Ho, A kt.-Ges., Am Schmalenberge. Z. 3— 15 Mk., Fr. 1,50 Mk., Mt. 4 Mk. Volle P. 9,50— 21 Mk. Hotel Victoria, Herzog- Wilhelm-Straße 30, neben der Post, mit Villa Carola, Z. 1,50— 4 Mk., Fr. 1 Mk., M. 1,75— 2,25 Mk. Volle P. 5— 7 Mk. Sehr besuchtes und empfehlenswertes Hotel. Verbunden mit Konditorei und Café. Auch im Winter geöffnet.— Kurhotel Juliushall, Bäckerstraße. Parkanlagen. Z. 2—10 M., Fr. 1,25 Mk., M. 3 Mk. Volle P. 7— 12 Mk.— Lôöhrs Hotel, Herzog-Wilhelm- Straße 29. Z. 2— 5 Mk., Fr. 1,25 Mk., M. 3 Mk., P. 6,50— 10 Mk. FPlegant und sehr besucht.— Hotel Ludawigslust, Papenbergstraße 3. Haus ersten Ranges, dem Burgberge gegenüber. Unmittelbar am Walde. Schöne Aus- sicht. Sehr gut.— Waldparkhotel Belvedere, Herzog-Julius-Straße 37— 38. 152 19. Route: Bad Harzburg. I. Ranges. Unmittelbar am Walde, am Fuße des Burgberges. Komfortabel. Dampfheizung. Sehr zu empfehlen.— Hotel Bellevue, Herzog-Julius-Straße 47, gegenüber dem Bade Juliushall. Z. 2— 9 Mk., Fr. 1,25 Mk., M. 2 u. 2,75 Mk., P. 6— 10 Mk. Auch im Winter offen. Gutes Haus.— Königs Hotel(früher Moritzburg), Nros win henn Strane 65 b. Z. 2— 3 Mk., Fr. 1 Mk., M. 1,80 bis 2,50 Mk., P. 7 Auch im Winter geöffnet. Modern eingerichtet. Veranden. Var Offiz. V. empfohlen.— Eggelings Hotel und Pension, Herzog- Julius-Straße 43. Ersten Ranges. Z. 2 Mk., F. 1 Mk., M. 2,50— 3 Mk., P. von 5,50 Mk. an. Empfohlen.— Sehmelzers Hotel mit 2 Dependanaen, Herzog-Julius-Straße. Nächst dem Bad. Z. 2— 5 Mk., F. 1 Mk., M. 2— 3 P. v. 6 Mk. an, Touristenlogis v. 1,50 Mk. an. Gutes Haus. Eingang zum Badepark.— Grand-Hotel Radau, Herzog-Wilhelm-Straße 42, gegenüber Juliushall. Z. 2— 7 Mk., Fr. 1,25 Mk., M. 2— 3 Mk., P. 6— 9 Mk. Große Glasveranda., Empfohlen.— Hotel Monopol, Herzog-Wilhelm-Straße 52. Mit großer Terrasse. Logis von 1,50 Mk. an. Fr. 0,75— 1 Mk., M. 1,75— 2,50 Mk., P. 5— 7 Mk. Vielfach gelobt.— Hotel und Pension Asche, Dommes- straße 9. Z. v. 2,50 Mk. an, Fr. 1,25 Mk., M. 3— 3,50 Mk., P. 7— 12 Mk. Gutes Haus.— Holel zum Rebstock, Herzog-Wilhelm-Straße 40. Z. 1.50— 3 Mk., Fr. 1 Mk., M. 1,75 und 2,50 Mk., P. 5— 7 Mk., Weinstube. Im Winter geöffnet. Empfohlen.— Hotel Prinz Heinrich, Bismarckstraße 4.— Hotel Fürstenhof, Herzog-Julius-Straße 56. Z. 1,50— 4 Mk., Fr. 75 Pf., M. 1,50 Mk. Volle P. 4,50— 6 Mk. Empfohlen.— Hotel Waldmühle. Am Eingang des Radautals. Neu erbaut. Alle Bequemlichkeiten. Bäder im Hause. Vornchmes, ruhiges, empfehlenswertes Haus.— Hotel Stadt London, Herzog-Wilhelm-Straße 23. Z. 1,50— 2 Mk., Fr. 75 Pf., M. 1,60 Mk., P. von 4,50 Mk. an. Auch im Winter geöffnet. Empfohlen.— Hotel zum Burgkeller, Herzog-Julius-Straße 51, neben der Kirche, Z. 1,50— 2 Mk., Fr. 80 Pf., M. 1,60 Mk., P. von 5 Mk. an. Gut.— Hotel Stadt Hamburg, beim Bahnhof. Z. 1,25— 2 Mk., Fr. 0,75— 1 Mk., M. 1,50— 1,75 Mk., P. 4— 6 Mk. Altrenommiertes Haus.— Hotel Waldhhe, am Eichenberg, An. P ächtiger Aussicht. Z. 1,50— 2 Mk., Fr. 0,75 Mk., M. 1,60 Mk., P. Empfohlen.— Hotel Lndenhof, Herzog-Julius- Straße 84. Fr. 0,80— 1 Mk., M. 1,50— 2,50 Mk., P. 4,50— 6 Mk. Das ganze Jahr geöffnet. Sehr besuchtes, gutes Haus.— Hotel„Zur Linde“, Herzog-Julius-Straße 19. Z. 1,25— 1,50 Mk., Fr. 75 Pf., M. 1,60 Mk., P. 4,50— 5 Mk. Im Winter geöffnet. Gut.— A7berts- burg, Ecke Kupferbach- und Friedrichstraße. Z. 1,25— 1,50 Mk., Fr. 75 Pf., P. 4,25— 5 Mk. Solides, gutes Haus.— Duerkops Hotel, Herzog-Julius-Straße 29, Z. v. 1,25 Mk. an, Fr. 75 Pf., M. 1,50 Mk., P. v. 4,50 Mk. an, bürgerlich. 1 1 ü 1 2 Mk., Fr. 60 Pf., M. 1,25— 1,50 Mk., P. 4— 4,50 Mk. Vielfach empfohlen.— Deutsches Haus, Bündheim. Z. 1,25— 1,50 Mk., Fr. 75 Pf., M. 1,50 Mk., P. 4— 5 Mk. Empfohlen. AuBßerhalb: Hotel Burgberg. Auf dem großen Burgberge. Z. v. 1,50 Mk. an, Fr. 1 Mk., M. 2,50 Mk., P. 7 Mk. Fuhrwerk am Bahnhof. Herr- liche Aussicht. Empfohlen.— Hotel Elfenblick, Elfenstraße. Z. 1— 2 Mk., Fr. 60 Pf., M. 1—1,50 Mk. Volle P. 4— 6 Mk. Empfohlen.— Molkenhaus, Am Brockenwege, ¼ St. von Harzburg. Z. 1— 6 Mk., Fr. 80 Pf., M. 2,50 Mk., P. 5,50— 11 Mk.— Hotel zum Silberborn, am Wege nach dem Okertal. Mit Garten und Aussicht. 40 Min. von Harzburg, Z. v. 1,20 Mk. an, M. 1,75 Mk., P. v. 5 Mk. an, besuchtes Touristenhaus. Sommerwohnungen. Zimmer werden tage-, wochen- und monateweise ver- mietet; Zimmer mit Kabinett von 10 Mk, wöchentlich aufwärts. Familien- wohnungen(Villen) bis zu 650 Mk. monatlich. Auskunft erteilt das Herzogliche Badekommissariat, auch Woldags Buchhandlung. Restaurants, außer den Hotels: Kurhaus-Restaurant, elegant.— Unter den Eichen, Sammelpunkt des Badepublikums.— Kaiser-Restaurant, Herzog Wilhelm-Straße. 19. Route: Bad Harzburg. 153 Konditorei und Café. Café Peters, Herzog-Wilhelm-Straße 52 u. Bäcker- straße 7. Feinste Konditorei mit Garten und Veranden. Sehr empfohlen. — Wiener Catfé.— Gebrüder Fieth(Fictoria-Hotel). Bäder, Heilanstalten usw. Das Solbad Juliushall, im Besitze der Stadt Bad Harzburg, welche im östlichen Teil des Parkes ein neues, großes Badehaus mit allem modernen Komfort, Wandelhalle und Restaurant erbaute. Auch eine Trinkhalle für den Kurbrunnen„Krodoquelle“ ist errichtet. S. 154. — Kaltbadeanstalt und Schwimmbad in der Herzog-Julius-Str., daselbst jetzt auch Luft- und Sonnenbäder.— Molkenkur in der Sennhütte und an den Eichen.— Dr. Dreyers Hellanstalt für Frauen- und Nervenkrankheiten.— Dr. Plathners Wasserheil- und Kuranstalt„Sanatorium Harzburg“ für Nerven- leidende und chronische innere Krankheiten. Erholungsheim für Rekon- valeszenten. Sehr besucht. Physikalische Kuranstalt der Drs. Michael und Dobberkan. Alle Arten Heilbäder. Medico-mechan. Apparate.— Heilanstalt für skrofulöse Kinder, Wiesenstraße. Dir. Arzt: Dr. P. Franke.(Vorsteher Pastor Witzig). Massagekuren durch ärztlich geprüfte Masseure und Masseusen. Badekommissariat. Major a. D. Dommes, Herzoglicher Badekommissar. Geschäftszimmer im Kurhause. Während der Saison Fremdenliste. Kurtaxe(bei mehr als dreitägigem Aufenthalt). Karten für 9 Tage. 1 Person 5 Mk., für eine Familie von 2 Personen 7,50 Mk., für 3 Personen 9 Mk., jede weitere Person mehr 1,25 Mk.— Karten für 16 Tage: 1 Person 9 Mk., für eine Familie von 2 Personen 13,50 Mk., für 3 Personen 16 Mk., jede weitere Person mehr 2,25 Mk. Kurzeitkarte(gültig für die Dauer der Saison): 1 Person 12 Mk., für eine Familie von 2 Personen 18 Mk., jede weitere Person mehr 4 Mk. Kurmusik. Das Kurorchester(36 Musiker) konzertiert morgens beim Brunnen von 7 ½— 8 ½ Uhr vor dem städtischen Badehause, nachmittags von 4— 6 ½ Uhr„Unter den Eichen“(bei schlechtem Wetter im Kurhause), abends von 8 ½— 10 ½ Uhr im Kurhause oder„Unter den Eichen“. Außer- dem Militärkonzerte, Reunions, und andere Veranstaltungen. Harzklub. Auskunft in der Buchhandlung von Woldag. Eisenbahn. Vom 1. Juni ab direkte Wagen von und nach Berlin, Hamburg, Amsterdam, Hannover. Telephon-Anschluß nach allen Teilen Deutschlands, auch nach Amsterdam Rotterdam und Paris. Pferde-Omnibus vom Bahnhof bis zum Radaufall meist Anschluß an die Züge 50 Pf., bis zu den Eichen 20 Pf. Pferde-Omnibus über die Käste nach Romkerhalle und zurück durch das Okertal, Oker nach Harzburg. Abfahrt vom Bahnhof und von den Eichen. Touristen, die zu Fuß nach Goslar wollen, steigen beim Restaurant Waldhaus aus und gehen auf schönen, gutbezeichneten Waldwegen in 1 ½ Std. nach Goslar. Auto-Omnibus nach Braunlage, Oder- brück und zurück täglich 3— 6 mal.— Mehrmalige tägliche Auto-Omnibus- Verbindung nach Oker— Goslar und zurück mit Anschluß nach Hahnenklee— Bocksroiese. Post. Täglich einmal vorm. 10 Uhr nur im Winter über Torfhaus und Oderbrück nach Braunlage(23 km) in 4 St. Abfahrt vom Bahnhof, Postgebäude, Herzog-Wilhelm-Straße. Fuhrwerk. Am Bahnhof und an den Eichen sowie in den besseren Hotels. Amtliche Taxe. Vom Bahnhofe zum Hotel Einspänner 1— 1,50 Mk., Zwei- spänner 1,50— 2 Mk. nebst Trinkgeld; Spazierfahrten pro Stunde 2— 3 Mk. Tagespreise bei mehrtägigen Touren: Einspänner 11,50 Mk., Zweispänner 18 Mk. nebst 3 Mk. Trinkgeld und Chausseegeld. Kleine Touren in der Ebene kosten 3— 4,50 Mk., Burgberg 4— 6 Mk., Rücktour zirka die Hälfte. Fast alle Touren sind in der Taxe angegeben, welche die Kutscher auf Ver- langen vorzeigen müssen. 19. Route: Bad Harzburg. Willes Rundfahrten. Montg. Vm.: Rabenklippe— Kattenäse. Nachm.: Eckertal. Di.: Torfhaus— Schierke—Brocken. Mittw. Vm.: Molkenhaus. Nm.: Ilsenburg. Do. Vm.: Burgberg. Nm.: Eckertal. Frtg.: Brocken. Sbd. Vm.: Molkenhaus, Nm.: Ilsenburg. Sonntg.: Brocken(Tagestour); ferner nachm.: Molkenhaus.— Abfahrtstellen: Bahnhof, Weißes Roß, Deutsches Haus, Quelle, Moritzburg, Kaiser-Restaurant. Reisebureau. Lloyd-Reisebureau, Rud. Just, Herzog-Wilhelm-Straße 4, Vertreter des Nordd. Lloyds, Bremen. Reittiere. Standplätze wie die der Wagen. Preise ebenfalls nach amtlicher Taxe, die alle einzelnen Punkte der Umgebung aufführt. Kleine Touren in der Ebene kosten 2 Mk., zum Burgberg 3 Mk. Spazierritte Stunde 1,50, pro Tag 6,75 Mk. nebst Chaussee-, Futter- und Trinkgeld. Führer. Mit Schild„Harzführer“.— Beschwerden sind in das Dienst- buch, welches jeder Führer bei sich hat, einzutragen. Taxe mit Gepä tragen 20 kg ½ Tag 1.50 Mk., pro Tag 2,50 Mk. und 50 Pfg. bis 1 Mk. für Verpflegung. Sämtliche amtlichen Taxen, in einem Bändchen vereinigt, sind im Stadtbureau zu haben-. Entfernungen. IIsenburg direkt(13 km) 2 ½ St.— IIsenburg über die Rabenklippen 3 St.— Oker 1 ½ St.— Goslar über Oker 2 ½ St.— Altenau 4 ½ St.— Torfhaus 3 St.(12 km).— Oderbrück 3 ½¼ St.(14 km).— Braun- lage 6 St. Buchhandlungen und vLeihbibliotheken. H. Woldag, Herzog-Wilhelm- Straße und Unter den Eichen.— Hans LEndau, vorm. F. Tinne, Herzog-Wil- helm-Straße 52a.— O. Zeumer, Herzog-Wilhelm-Straße 39.— Rud. Just (Jungborn-Verlag), Herzog-Wilhelmstraße 4. Wintersport sehr bedeutend. Zweispänner-Fahrschlitten 21 Mk. täglich, 15 Mk. halbtäglich.— Ortsgruppe des Oberharzer Skiklubs. UÜbungsplätze am Molkenhaus und beim Silberhorn. 2000 m lange Rodelbahn im Langentale. Harzburgs Verkehrszentrum sind die zwei vom Bahnhof in das Radautal führenden Parallelstraßen: Herzog-Wilhelm- Straße und die Herzog-Julius-Straße. Im oberen Stadtteile, mitten zwischen diesen beiden Hauptstraßen, liegt in schönen Parkanlagen das neue, 100 m lange Prachtgebäude Bad Julius- hall. Das Haus enthält 70 Zellen, rechts für Herren, links für Damen; Räume für Solbäder, elektrische Bäder, Dampfbäder, Kohlensaure-Lichtbäder sowie allerlei sonstige medizinische Bäder. Inhalationsräume(System Heyer-Ems). Der Gebrauch der Solbäder hat sich besonders wirksam erwiesen bei: Skrofulose, Frauenkrankheiten, Gicht, Rheumatismus, chronischen Gelenk- krankheiten, Dyspepsie, chronischem Magen- und Darmkatarrh, habitueller Verstopfung, Hypochondrie, Nervenleiden, chronischen Hautkrankheiten, schwerer Rekonvaleszenz, Anämie usw. Für die Krodoquelle, eine 1894 erbohrte Kochsalz-Trinkquelle, ist ein Trinkpavillon mit anschließender 100 m langer Wandelbahn erbaut. Die Inschrift auf der Marmortafel über dem Brunnen lautet:„Mehr als Silber und Gold hebt Krodos heilige Quelle aus der Tiefe empor, den Schatz der Schätze: Genesung!“. Trinkzeit morgens 6— 9 Uhr, nachmittags 4—5 Uhr. Morgens von 7 ½— 8 ½ Uhr, bei vorgerückter Jahreszeit 8— 9 Uhr Konzert am Krodobrunnen. 4. Die Analyse der Krodoquelle kommt fast dem Kissinger Wasser gleich. Sie hat eine Temperatur von 9°C und enthält auf 1000 Teile 14,9 Chlornatrium, 0,313 Chlormagnesium, 0,576 schwefelsaures Natrium, 0,395 schwefelsaures Kalzium usw., wirkt abführend und regelt die Verdauung.(Indikationen; Rachen-, Magen- und Darmkatarrhe, Hämorrhoidalzustände, Verhärtungen, Fettsucht, Herzverfettung, Gicht u. a.) 19. Route: Bad Harzburg. 155 Badeordnung. Badezeit vom 15. bis 31. Mai und 1. Sept. bis 15. Okt. vorm. 8 bis 1 ½, nachm. 3 bis 6 Uhr; vom 1. Juni bis 31. Aug.: von 6 ½ Uhr vorm. bis 1 ½ Uhr nachm. und von 3 bis 6 Uhr nachm., je 4 St. für ein Bad. Preise(je nach der Klasse, den Wannen und der Zeit: nachm. und in Holz- wannen billiger): 1. Wasserbäder 1,60— 0,80 Mk., 2. Solbäder(4%) Malz- bäder, Kleie-, Stahl-, Schwefel- oder Fichtennadelbäder 1,40— 2,20— 2,45 Mk., 3. ele ktrische Bäder, elektrische Lichtbäder mit und ohne Bestrahlung 4 Mk., bzw. 3 Mk.; 4. Wasserduschen 50 Pf.; Inhalatorium 1 Mk.; 5. Dampf- und Heißluftbäder 1,80— 2 Mk. Bei Entnahme von je 10 Bademarken für ein und dieselbe Person ermäßigt sich der Preis der unter 1, 2, 3 und 5 aufgeführten Bäder um 20 Pf. pro Bad. Im Fürstenbade kostet das Warmwasserbad 1,80 Mk.; jedes andre Bad 3 Mk. Kinder unter 12 Jahren zahlen die Hälfte. Im Winter nur Mittwochs und Sonnabends. ⸗ Literatur: Jacobs, Die Harzburg(Stolle, Harzburg).— Eichen, Sagen v. d. Harzburg(Stolle, Harzburg).— Leonhardt, Die Harzburg(Helmstedt 1825).— Hohenstein, Die Harzburg(Braunschweig 1878). Schiller, Die Harzburg(Goslar 1861).— Behme, Geolog. Führer(Hannover 1903). Das Kurhaus und das dazu gehörige Restaurant„Unter den Eichen“ bilden den Mittelpunkt des Badelebens. Das Kur- haus mit großer Restaurationsterrasse(für 800 Pers.) ist mit eleganten Lese-, Musik- und Spielzimmern ausgestattet. Nach- mittags und abends Konzert und andere Veranstaltungen wie Promenadenbälle. Künstlerkonzerte usw. Sonnabends Gesell- schaftsabende mit Tanz(Anzugzwang). Lawn-Tennisplätze hinter dem Kurhause und bei dem Badehause. Kurthealer im Hotel Fürstenhof. Das berühmte herzogliche Gestüt in Bündheim, dessen Anlagen eine Fläche von 172 Hektar einnehmen, kann unentgeltlich(Trinkgeld) besichtigt werden. Pferderennen in der ersten Hälfte des Juli. Die Umgebung von Harzburg. Prächtige Aussichtspunkte, Talwanderungen am plätschernden Bache entlang, romantische Felspartien, schattige Waldungen— die reichste Fülle, land- schaftlicher Schönheit— bietet die Umgegend Harzburgs. Auch ist durch bequeme Promenaden, durch Wegebezeich- nungen, Ruheplätze usw. der Bequemlichkeit der Fremden überall Rechnung getragen. Harzburg ist dadurch ein vorzüg- licher Höhenkurort. Harzburg liegt am Fuße des Großen Burgbergs, dessen Gipfel, 482 m, auf verschiedenen Wegen in%½ St. vom oberen Teile des Ortes zu erreichen ist.(Auf dem Giptel: Hotel Burg- berg, mit gutem Restaurant.(s. S. 152.) Prachtvolles Panorama.) Nur wenige Uberreste zeugen noch von der alten Harzburg. Ein im Jahre 1903 neu erbauter Rundgang„Burg- grabenstieg“ zeigt die Mächtigkeit der früheren Burganlagen und erschließt köstliche Aussichtspunkte. Am äußersten Vorsprunge des Berges steht das Bismarckdenkmal, ein Obelisk aus Granit mit dem Reliefbildnis des Fürsten Bismarck. Daneben zwei 156 19. Route: Bad Harzburg. Walküren in Bronzeguß. Die Bildhauerarbeit ist von Professor W. Engelhardt in Hannover.— Museum von Harzer Altertums- funden. Der wahrscheinlich schon unter Kaiser Heinrich IV. an- gelegte 67 m tiefe Burgbrunnen, welcher jahrhundertelang ver- schüttet war, ist seit 1867 wieder brauchbar gemacht worden. Die Inschrift auf der eisernen Gedenktafel am Brunnen weist darauf hin. Die Aussicht vom Burgberge ist eine umfassende. Im Süden steigt der Brocken empor, im Südwesten und Westen fällt der Blick über das herrliche, mit Villen und Sommerschlöß- chen gezierte Radautal, auf hohe und höhere Berge mit schönem Laub- und Nadelwald; im Nordwesten und Norden liegt im Vordergrunde Harzburg, während die Sudmerwarte bei Goslar, die Städte Wolfenbüttel und Braunschweig, der Fallstein, der Elm mit der Asse und das Städtchen Schöningen den Mittel- und Hintergrund bilden. Geschichtliches. Die Harzburg erhält einen besonderen Reiz durch ihre große historische Vergangen- heit. Im Jahre 63 v. Chr., er- zählt die Sage, baute hier der rö- mische Feldherr Julius Cäsar ein Kastell und einen Tempel des Sa- turn, den die Deutschen Krodo nannten. Diesen Tempel zerstörte Karl der Große und errichtete an seiner Stelle eine Kirche. Eine andere Sage erzählt, Konrad I. habe hier ein Chorherrenstift ge- gründet, Heinrich der Vogler habe die Harzburg zum Mittelpunkt seiner Verteidigungsanstalten ge- gen die Ungarn gemacht. Alles das ist unverbürgt und wahrschein- lich unwahr. Erst mit Heinrich IV., der von 1056— 1106 regierte, tritt die Harzburg in die Geschichte ein. Im Alter von 15 Jahren(1065) für mündig erklärt, residierte er in Goslar. Er muß damals sofort den Bau der Harzburg begonnen haben, denn 1068 wurde sie bereits be- wohnt. Der Umfang und die An- lage der Burg waren darauf be- rechnet, das Hoflager des jungen Herrschers zu umfassen sowie seine Schätze und die Reichskleinodien zu wahren. Die Jahre 1068— 1073 waren die Glanzzeit der Harz- burg. Im Jahre 1073 zwangen die gegen den Kaiser empörten Sachsen diesen, in der Nacht von 8. zum 9. August mit den Reichs- kleinodien zu fliehen. Seine Krone, erzählt die Sage, warf er in den Burgbrunnen. Im Frühjahr 1074 zerstörten die Sachsen die Burg vollständig. Als Heinrich bei Nägel- stedt die Sachsen geschlagen und zur Unterwerfung gezwungen hatte, wurde die Harzburg wieder auf- gebaut. Vor der Vollendung wurde sie 1076 von den Sachsen abermals zerstört. Neue Empörungen zwan- gen den unglücklichen Kaiser wieder- um zur Flucht.— Fast 100 Jahre lag die Burg in Trümmern. Als Friedrich Barbarossa im Kriege gegen den Heinrich dem Löwen 1180 sein Lager in der Nähe von Goslar aufgeschlagen hatte, beschloß er, die Harzburg als ein Bollwerk gegen den Herzog wieder aufzu- bauen. Die Burg erstand neu und wurde dem Grafen von Woldenberg zu Lehen gegeben. Im Jahre 1218 starb hier Kaiser Otto IV., der Sohn Heinrichs des Löwen, nach- dem er bereits eine Zeitlang in Zu- rückgezogenheit auf dem Schlosse gelebt hatte. Die Grafen von Wer- nigerode kamen im 14. Jahrhundert in den Pfandbesitz der Burg. Durch Verrat kam sie an den braunschwei- ——— —i—— 19. Route: Harzburgs Umgegend. 157 gischen Herzog Otto den Quaden, mit ihrem Bischof, dem der Herzog welcher sie den Herren von Schwichel von Braunschweig beistand, wurde welcher sie den Herren von sie von den Goslarern und Hildes- Schwicheldt schenkte. Aus der heimern erobert. Später ging die ehemaligen Kaiserburg wurde nun Burg durch Vertrag an Wernigerode eine Raubburg. Die Raubburg über, kam aber nach der Schlacht wurde gebrochen und gelangte in bei Mühlberg, 1547, wieder an den Besitz des Herzogs von Braun- Braunschweig, in dessen Besitz sie schweig. Heinrich von Utze, ein geblieben ist. Herzog August von Raubritter, bemächtigte sich 1438 Braunschweig ließ sie als einen der Burg, doch Heinrich von Braun- gefährlichen Schlupfwinkel 1653 zer- schweig entriß sie ihm bald wieder. stören.(Näheres in Jacobs„Ge- 1441 kam die Burg als Pfand wieder schichte der Harzburg“, 50 Pf., an die Herren von Schwicheldt. und in Günther„Der Harz“, 15 Mk.) In einem Kriege der Hildesheimer Den Abstieg vom Burgberge nehme man über den Kleinen Burgberg. Der Weg dorthin biegt dem alten Burgbrunnen gegenüber von der Fahrstraße ab. Man durchquert ein Wild- gatter und geht dann links(Schild:„Kleiner Burgberg“) bis zur Wetterfahne und Ruhebank. Die Aussicht von hier zählt mit zu den schönsten im Harz. Abstieg am Wildgatter hin in 4 St. Auch der am Gatter links abbiegende Promenaden- weg führt nach Harzburg. Bad Harzburgs Umgegend. Wegebezelchnungen: 4= Ahrendsberg; B= Brocken; Bg= Burg- berg; E= Elfenstein; K= Kattenäse; Ks= Käste; M= Molkenhaus; MR= Molkenhaus— Radaufall; OK= Okertal; R= Rabenklippen;= Schmalenberg. Nachmittagstour: Harzburg— Schmalenberg— Bärenstein— Radau— Wasserfall— Molkenhaus— Muxklippe— Echoplatz— Rabenklippen— Kattennäse— Burgberg-— Harzburg, oder umgekehrt(4 St.). Nachmittagstour: Harzburg— Kästeklippe— Romkerhaller Wasserfall(3 ½ St.), zurück per Omnibus nach Harzburg 6,45 abends, eventl. Fußwanderung durchs Okertal nach Station Oker. Dreitägige Wagentour: 1. Tag. IIsenburg-— IIsetal— Brocken. 2. Tag. Dreiannen— Steinerne Renne—Wernigerode. 3. Tag. Wernigerode und Umgegend. Zurück nach Harzburg. Für Radfahrer. Lohnende Rundfahrt über Radaufall aufwärts(zu- letzt schieben); nach 9,4 km rechts ab durch das Kalbetal abwärts(nur in dieser Richtung!) nach Gemkental(6,5 km); rechts das Okertal(Romker- hall!) hinab nach Oker(9,3 km)— Harzburg(6,5 km). Insgesamt 31,7 km. Man kann auch 1,8 km weiter aufwärts gehen bis Torfhaus und hier rechts abbiegen nach Altenau.(Diese Strecke ebenfalls nur in dieser Richtung fahr- bar.) Insgesamt 40,4 km. Bei längerem Aufenthalt ist zu empfehlen: Lindaus Führer für Bad Harzburg. Vie mnenb ung U. 3e 2nbur 9 ſeee, Eer e! ie 8. 2e, S/) Faerden E. NM ſ ſc Sdggenl aNsent. ß 6 d. 8 A j SEchatzan 8 G ) 7 ſ 9, NSed d 7 I Mir X , ☛☚ 5 3 ſhes 1 E N S”—— —ye 5 ſ / C 85 v Stein 1 8S S eͤee ef Scnm iede= Radat Hdεεεννεμάα⁴d Bad Harzbung 1: 30 000 ns 8 90 om HAA — b wege e——— PBrocken v 5— M enhi 19. Route: Harzburgs Umgegend. Beliebteste Spazlergänge: Von den Eichen nach dem Kurhaus und Schmalenberg. Rück- weg: Riefenbachtal, Ams- bergstr. Dauer 45 Min. Der Weg führt von den Eichen über die Radau, rechts am Kur- hause vorüber, dann am linken Radauufer entlang bis zum Hotel Harzhurger Hoy. Man gehe um das Hotel herum, das Gebäude rechts lassend(links erhebt sich der Schma- lenberg) und gelangt in wenigen Minuten in das schöne Riefenbachtal, dem man bei genügender Zeit ein Stück nach links talaufwärts(pracht- voller Promenadenweg am KRiefen- bach hin) folgen kann. Andernfalls biege man rechts ab. Der Weg führt bis zum Kurhaus. Dann gehe man wieder nach rechts, den Kurpark zur Linken und biege dann sogleich halbrechts ab, die Papenbergstraße überschreitend, in die Amsberg- straße ein. Die Amsbergstraße ist die vornehmste Straße Harzburgs, sie bietet prächtigen Blick über die Stadt und deren Umgebung. Uber das Riefenbachtal z um Bärenstein. Rückweg: Durch das Radautal. Hin und zurück 1 ¾ bis 2 St. Hinter dem Kurhause führt der Weg süd- westlich ins Riefenbachtal, eines der schönsten Täler in Harzburgs Um- gegend; dem Tal folge man auf dem bequemen und schönen Fußweg am Rieferbach entlang. ½ Std. auf- wärts bis zu der über denselben ge- führten Holzbrücke. 5 Min. jenselts der Brücke führt links der Weg zum Kleine A. Radaufall— Molkenhaus— Muxklippe 159 Bärenstein Aussicht auf Harzburg und das Radautal. Den Rückweg nehme man auf dem steil abwärts ins Radautal führenden Weg, der am Radaufall(10 Min.) vorüber durch das Tal nach Harzburg führt. Der Butterberg. Hin und zurück 2 St. Von den Eichen folgt man der Herzog-Julius-Str., überschreitet die Ilsenburger Straße und folgt in gleicher Richtung wie bisher(nördl.) der weiterführenden Westeröderstraße bis zur Bergeshöhe. Rechts führt ein Fußweg zum ganz nahen Aus- sichtspunkte Eleonorenhöhe und weiter auf dem Bergkamm entlang. Der⸗- selbe führt nach 1 St. nach der IIsen- burger Str. zurück. Bei mangelnder Zeit kehre man auf dem gleichen Wege, wie man gekommen, zurück. Das Krodotal(zirka 45 Min.). Vom Kurhause aus gehe man zu den Eichen, an den Verkaufsständen vorbei und wende sich am Ende derselben in den Weg, der am Fuße des Burgberges hinführt. Man kreuzt den Kaiserweg und den Fußweg nach dem Kleinen Burg- berg und folgt dem Promenadenpfad geradeaus durch ein Wildgatter, das um das Krodotal herumführt. Den Spaziergang könnte man bis zu dem Hotel Waldhöhe(am Ende des Krodotals, r. 5 Min.) ausdehnen. Von da zuriick westw. durch die Burgstraße oder noch einige Minuten weiter östlich und dann links ab- biegend durch das Stübchental zur Ilsenburger Chaussee auf dieser links zurück nach Harzburg. Touren. Rabenklippe. (Hin und zurück 5 Stunden.) Kein Tourist sollte die Tour gänger können von den Rabenklippen aus über die Kattnäse zurückkehren. (½ Tag) versäumen. Rüstige Fuß- nach Harzburg Der Radaufall(424 m) befindet sich 34 St. südwärts von den „Eichen“ an der Nordhäuser Chaussee. Der hübscheste Weg dorthin ist der bei den Eichen beginnende Philosophenweg (Ph. bezeichnet). Derselbe führt aufwärts zur Bechten eines 19. Route: Harzburgs Umgegend. kleinen Baches bis zu dem Hotel Waldmühle. Nun leicht an- steigend bergan. Uber die Molkenhaus-Chaussee hinüber stets bergan bis zur oberen Schleifmühle, dann bergab zum Restaurant. Auch der am Hotel Harzburger Hof beginnende Weg, 8 bezeichnet, führt über den Schmalenberg und Bärenstein(Aussicht auf den Ort) zum Radaufall. Das Wasser des Radaufalles stürzt über eine 23 m hohe, vorspringende Felspartie malerisch talwärts, Gasthof mit Re- staurant unmittelbar daneben. Zum Molkenhaus(520 m), 1 St. vom Radaufall. Rechts neben dem Radaufall führt ein Zickzackweg in mäßiger Steigung auf den Winterberg mit drei durch Eisengitter geschützten Aussichtspunkten, die großartige Aussichten über das Radautal, Harzburg und die Ebene einerseits und das ganze Brocken- gebirge anderseits bieten. Von hier auf bequemen Waldwegen zum Molkenhaus(520 m). Das Molkenhaus, ursprünglich Vieh- hof, ist ein freundliches Gast- und Pensionshaus. Vorzügliche Milchwirtschaft. Direkte lohnende Promenadenwege von Harzburg zum Molkenhaus(1 St.). 1. Von den Eichen hinter dem Rückblick auf Harzburg. Einige Ettershause, neben dem Kalten Tal den Minuten weiter Wegeteilung. Rechts Philosophenweg aufwärts links an der zum Molkxenhause, links über den großen Eiche vorbei, in drei langen Echoplatz zu den Rabenklippen Zickzacklinien hinauf auf den Fahr-(s. unten.) Der zweite Weg führt weg, dann links den Fahrweg auf- von der Sennhütte im langen Tal wärts. 2. Von den Eichen zunächst aufwärts zum Ulmenplatz, den zur Sennhutte(20 Min.), einem roman- Zickzackweg aufwärts, in die tisch gelegenen Schweizerhause Chaussee von Harzburg zum mit Milchwirtschaft. Aussichts- Molkenhause mündend. Ein neu punkt oberhalb des Hauses. Von angelegter, sehr hübscher Fuß- der Sennhütte zum Molkenhaus weg führt ferner vom Radaufall zwei Wege: Der Hauptweg führt direkt den Winterberg hinauf, mit in langsamer Steigung am Mittel- prächtiger Aussicht, dann auf die berge aufwärts bis zu einem freien Molkenhauschaussee zu(Wegebe- Platze mit Bank(Sängerlust). zeichnung M R). Nahe dem Molkenhause(6 Min. südöstl.) liegt die Mux- klippe; man geht rechts am Gelände der Wiese hinauf. Man übersieht von hier das Eckertal, den ganzen Lauf der Ecker, im Hintergrunde den Brocken. Man kann nun über den Echo- oberhalb des Molkenhauses ab- platz(B M 1) auf dem Kaiserwege gehenden Weg M über die Eitters- nach Hareburg direkt zurückkehren rippen wählen.(Direkte Entfernung oder den von der Tannenecke von Harzburg 1 ½ St.) Vom Molkenhause zur Rabenklippe(⁴ Std.) Touristenweg. Von der Rabenklippe(Schillings Gasth.) führen mehrere Wege nach Harzburg. Der nächste. an den Bäumen mit R be- zeichnet, führt in 1 St. an der Saeperstelle vorbei zum Burgberg, auch kann man über den herrlichen Aussichtspunkt Kattenäse nach Harzburg zurückkehren. 19. Route: Harzburgs Umgegend. 161 B. Nach den Rabenklippen und der Kattnäse. (2 ¾ Stunden.) 1. Bis zum(1 St.) Molkenhaus. Von Kaiserweg und auf diesem, bis er da(Wegezeichen R und K) führt den oben bezeichneten Touristen- ein guter Touristenweg nordöstlich weg kreuzt.— Zur Rüäckkehr folge in 3½ St. zur Rabenklippe(509 m). man von der Schutzhütte aus rechts Schillings Gasthot, einfach. Schöner dem mit„Harzburg“ bez. Weg, der Blick auf den Brocken und ins bergabwärts bis zu einer Chaussee Eckertal.— Weiter in nördlicher führt, auf dieser etwa 20 m(40 Schr.) Richtung am Kaltetalskopf berg- weit, dann auf dem Fußpfad rechts auf zur Schutzhütte(prächtige Aus- abwärts, der nach etwa 2 Minuten sicht) und zur Kattenäse(590 m), in einen Promenadenpfad mündet, einem verwitterten Quarzfelsen welcher an der Liebesquelle(meist (kein Restaurant). 2. Vom Burgberg wasserlos) vorüber durch das zur Saeperstelle, dann rechts in den Stübchental nach Harzburg führt. C. UÜUber Silberborn, Kästenklippe nach Romkerhalle. (3 Stunden.) Beginn des Weges für solche, welche durchs Okbertal nach Goslar wollen. Chaussee nach Romkerhalle, 12,2 km. Auch für Radfahrer besser. Fußgängern ist der Weg über die Berge zu empfehlen. Der Weg führt zunächst durch die Goslarsche Straße auf dem so- genannten Stadtstiege(auch Fußweg nach Oker) oder von Holel Ludwigslust aus am Waldrande des Papenberges entlang(Weg- weiser), mit steter Aussicht auf Harzburg; später über ein Tal hinweg und jenseits am Bergabhange weiter. Wegweiser zum Silberborn und Elfenstein(E an den Bäumen). Das(½ St.) Hotel zum Silberborn bietet von seiner Gartenanlage aus schöne Aussicht auf Harzburg. Von hier zurück zu dem Aufgang zum Elfenstein(473 m). Der mit E bezeichnete Weg führt in 5 Min. hinauf. Der Elfenstein ist ein Quarzfelsen, auf dessen Gipfel Treppen führen. Etwas steiler Weg. Oben Blick auf Harzburg. Weiter durch den Wald, über eine Lichtung fort. Wegweiser K an den Bäumen. Es folgt eine große abgeholzte Fläche(½ St.) mit Aussicht nach dem Brocken. Weiter durch den Wald(Weg- weiser K) bis zur Kästenklippe(608 m). Blick in das Okertal. Von der Kästeklippe Wegweiser nach 5 Min. Hexenküche, weiter Mausefalle, Feigenbaumklippe, darunter die Felsengrotte, weiter nach(20 Min.) Romkenhaller Wasserfall. Unterhalb der Kästen- klippe liegt der Aussichtspunkt Treppenstein. Vom Treppen- stein direkt zum oberen Rande des Wasserfalls und hier hinab in 10 Min. zum Hotel Romkerhalle G. S. 165). Vom silberborn zum Waldhaus im Okertal. 2 ½ St. Ein schöner Touristen- weg führt am Wildgatter hin über den Adenberg bis zum Okertal. Dicht oberhalb des Waldhauses wird der Bach überschritten und man kommt auf den Okertalweg.— Vom Waldhaus nach Goslar führt Touristenweg 6 G in 1 ¼ St. Richters Har⸗ 11 .5 162 19. Route: Harzburgs Umgegend. D. Von Harzburg nach den Ahrendsberger Klippen. (2 x½ Stunden.) Von Hotel Ludwigslust führt der Weg am Walde entlang links hinauf(Wegebezeichnung A). Der Weg führt in fast gerader Richtung(links Aussicht auf den Brocken) zum Ahrendsberger Forsthause(2 St.). 543 m, herrlich im Tannenwald gelegen, Re- staurant, auch Sommerwohnungen, kein Nachtlager für Touristen; bei der Mondscheinbank Fernsicht und zweifaches Echo. ½ km nördl. der höchste Punkt des Ahrendsberges(606 m). Vom Forsthaus in ¼ St. nw. zu den Ahrendsberger Klippen(566 m). Herrliche Aussicht ins Okertal. von den Ahrendsberger Klippen erbaute, sanft absteigende Zick- nach Romkerhalle(½ St.) führt der zuackweg ins Romkertal hinab nach 17 L bezeichnete, im Jahre 1907 Rombkerhalle. vom Harzklub, Zweigverein Halle, E. Von Harzburgnach IIsenburg. Für Radfahrer. Nachstehender Weg über Eckerkrug ist der Haupt- straße über Stapelburg vorzuziehen.(9,0 km). Man geht entweder l. auf der Ilsenburger Chaussee bis zum Restaurant Wolfstein(½ St.), 2. vom Bahnhofe links von der Chaussee am Butterberg entlang bis dahin oder 3. an der Kirche vorbei, die Chaussee am Bergabhange hinauf, später ins Wildgatter über den Stübchenbach. Der Weg führt dicht am Wildgatter entlang, steil hinab. Weg über einen Bach, jen- seits desselben an der Gattertür Wegweiser. Dicht am Gatter entlang führt der Weg in 1 ¼ St. bis zum Eckerkruge(Restaurant). Am Hause vorbei geradeaus führt der Weg weiter nach Ilsenburg. F. Von Harzburg zum Torfhaus. 1. Vom Radauwasserfall zum Torfhaus. 2 ½ St. Bergan stets auf der Fahrstraße. Bald links den Marien- teich, dann schöne Ausblicke auf den Brocken und in das Ra dautal. 2. Vom Molkenhaus zum Torfhaus. 2 ½ St. Auf dem Touristenwege 35 E, über den Abbenstein, dann rechts einbiegend in den vom Scharfenstein kommenden Touristen- weg 25 G. Torfhaus(800 m), ein kleiner Weiler, besteht aus den Ge- bäuden der Oberförsterei, des Hotel Wendt, Z. 2,50 Mk.(ratsam Zimmer vorausbestellen), Fr. 80 Pf., T. d'h. 2,50 Mk.(Fuhrwerk), Hotel Torfhaus(Bes. Wulfert), Z. 2— 3 Mk., F. 1 Mk., M. 2,50 Mk. und der Försterei, Gastwirtschaft und Pension — 20. Route: Das Okertal. 163 Torthaus ist Haltestelle der Post nach Bad Harzburg und Braunlage. Im Sommer Autoomnibus nach Bad Harzburg, Hahnenklee, Clausthal Zellerfeld und Altenau. Bez. Wege vom Torfhaus führen nach der Steilen Wand und Wolfswarte (10 G) in 50 Min., nach dem Ahrendsberger Forsthaus und Klippen ins Okertal nach Rankerhalle(Neuer Hallescher Weg, 13 km, 2 ½ St.), nach Altenau(18 A) in 1 1½ St., auf den Brocken 10 F. s. oben, nach Oderbrück(12 C) in ½ St., nach dem Sonnenberger Wegehaus(Oderteich) 18 C in 2 St. Pom Torfhaus zum Brocken s. S. 191. G. Auf den Brocken. 1. UÜber das Molkenhaus(3 ½ St.)(s. S. 121) oder 2. über das Torfhaus(4 4½ St.) s. S. 162 und 122. Radfahrer fahren entweder bis Torfhaus, meistens schieben, und dann zu Fuß oder vom Torfhaus 2 km weiter, dann links mit schönem Gefall bis Schierke. Harzburg— Torfhaus 11,2 km— Schierke 12,5 km. 20. Route: Das Okertal. Das Okertal ist nächst dem Bodetal das romantischste des ganzen Harzes; besonders interessant außerdem für Geologen, es wird die klassische Quadratmeile der Geologie genannt. (Literatur: Schucht, Geognosie des Okertales, mit Angabe der Fundorte für Versteinerungen usw. 1 Mk. Stolles Harzverlag, Harzburg Die Straße von Harzburg nach Oker ist uninteressant, man wähle daher Fahrgelegenheit, Bahn oder Wagen oder einen der beiden unten be- zeichneten Fußwege. Radfahrer sind auf die Chaussee über Schlewecke an- gewiesen(6,5 km). Eisenbahnverbindung von Harzburg über Schleweke und Harlingerode täglich 5 Züge in beiden Richtungen. Omnibuslinie. Von Harzburg über die Käste nach Romkerhalle und zu- rück durchs Okertal, Oker(Bahn- und Omnibusanschluß nach Goslar), nach Harzburg. Zweimal täglich. Abfahrt ahnhof Harzburg 8,05 morgens und 2,35 nachm. Einfache Fahrt 1,30 Mk.; hin und zurück 2 Mk. Fußwege von Harzburg iIns Okertal über die Ahrendsberger Klippen oder über Kästeklippe und Romkerhalle. Herrliche Wege. Harzburg— Romkerhalle 11 km Touristen, die vom Okertal zu Fuß nach Goslar wollen, benutzen den beim Waldhause abzweigenden Fußweg, der durch schönen Wald am Hahnen- berge entlang. dann an Renneckenbergs Bleiche vorbei in 1 14 St. nach Goslar führt.(Wegebezeichnung 6 G.) Ein 1901 neu angelegter schöner Fußweg führt ferner von Harzburg über den Silberborn, am Wildgatter entlang, überschreitet den Adenberg betritt am Hotel Fichtennadelbad das Okertal und leitet nach Romkerhalle, ohne Oker zu berühren. Von der Höbe des Adenberges kann man auf neu angelegtem Fußwege auch direkt ins Okertal zum Waldhause gelangen, wie oben schon gesagt.(S. 161 C.) Direkter Fußweg von Harzburg nach Oker über Silberborn am Waldes- saum hin 6 km. Weniger lohnend als der Weg über die Ahrendsberger Klippen oder die Kästenklippe. 11 164 20. Route: Das Okertal. Oker(207 km) ist ein braunschweigisches Dorf von 4000 Ein- wohnern mit sehr bedeutenden, Preußen und Braunschweig gemeinsam zustehenden Hüttenwerken, in denen die Kupfererze des Rammelsberger Bergwerks und ausländische Erze verhüttet werden. Zu den Hütten gehören Schwefelsäurefabriken, Kupfer- und Bleischmelzhütten, eine elektrolytische Kupferscheide- anstalt, Kupfer-Vitriolsiedereien, eine Zinkoxydanlage, eine Gold- und Silberscheideanstalt. Außerdem befinden sich hier Holzstoff-, Holzpappe-, Papier-, Farben- und Hygrofit- und Kunstdüngerfabriken. Gasthöfe. Restaurant und Pension Fichtennadelhad, 20 Min. vom Orte im Okertal in herrlicher Lage. Empfohlen. P. v. 4 Mk. an.— Lüer's Hotel, T. d'h. 1 Uhr 1,75 Mk., P. 4 Mk. Gut.— Gasth. zum deutschen Haus, am Eingang des Okertals. Z. v. 1 Mk. an. P. 3,50— 4 Mk. Gut.— Herm. Schütte, dem Okertal zunächst.— Hotel Krügersdorp, dem Bahnhof gegenüber.— Gasth. zum Okerturm, in Unter-Oker.— Hotel Hohe Rast, dem Bahnhof nahe. Z. m. Fr. 1.50— 2,25 Mk. Restaurants. Deutsches Haus.— Fichtennadelbad.— Waldhaus, 20 Min. vom Orte. Eisenbann. Station der Bahnlinie Oker— Bad Harzburg der Bahn Vienenburg-— Goslar. 9 Züge tägl. Kraftomnibus von Altenau und von Bad Harzburg im Sommer 5 mal tägl. mit Anschluß nach Goslar, Omnibus nach Harzburg mehrmals täglich. Post- und Telegraphenamt.— Fernsprechamt Goslar. Arzt und Vollapotheke im Ort. Das wildromantische Okertal(für Radfahrer fahrbare Steigung), beginnt bei Oker. UÜber Felsblöcke hinweg, zwischen Granit(links) und Grauwacke(rechts) hindurch hat sich die Oker einen Weg gebahnt. Vielfach zerrissene und zerklüftete Felswände fassen zu beiden Seiten das Tal ein, so daß man mit Fug und Recht das Okertal als das weitschönste des ganzen Oberharzes nennen kann, der Ziegenrücken(links), die Kah- bergsklippe(rechts), der Treppenstein(links), die Kästenklippe (links) und die Ahrendsberger Klippen(links). Von Oker führt die Chaussee in 20 Min. zum Fichtennadelbad, einem Pensions- Hotel, in welchem alle medizinischen Bäder verabreicht werden. Weiter führt die Chaussee durch Waldung in 5 Min. zum waldhnause, einem schön gelegenen, waldumgebenen Hotel und Re- staurant. Z. 1,50— 2 Mk., M. 1,50 Mk. Von hier durch das ganze Okertal un 40 Min. bis Romkerhalle. Vom Waldhause nach Goslar(1 4 St.) weist der Wegweiser am Wald- hause. Der Weg führt am Hahnenberge entlang, mit prächtiger Aussicht auf die Ebene.(Wegebezeichnung 6 G.) vom Waldhause nach Harzburg(2 St.) über die Okerbrücke, Wegweiser links Silberborn— Harzburg. 20. Route: Das Okertal. 165 Vom Waldhaus zur Romkerhalle(4 km) führt der schöne. vom Harzklub erbaute Okertaler Fußweg(Wegez. 6 F) meist auf dem linken Ufer der über Granitblöcke dahinrauschenden Oker. Nach 6 Min. rechts der steile Hornfels. Nun folgt eine Brücke. Man gehe nicht über diese, sondern geradeaus bergan zu den Adlerklippen. Abwärts führt der Weg nun an dem Fels- gebilde des schlafenden Löwen vorüber über eine eiserne Brücke zur Landstraße. Bei der Holzschleiferei bleibt man neben der Chaussee und geht dann bei Wegestein 18 hinab an das Flußbett. Weiterhin hat man von einem Balkon talabwärts eine über- raschende Aussicht: gegenüber die Teufelskanzel und links da- hinter der Marienfelsen, der einer Madonna mit dem Kinde ähnlich ist. Hier wendet sich das Tal nach rechts. Bald erreicht man eine Raststätte zur Seite des Weges(steinerner Tisch mit Bänken). Hier hat man die Hälfte des Weges zurück- gelegt, man ist 2 km vom Waldhause, 2 km von Romkerhalle entfernt. Der Weg führt wieder zum Flusse hinab und bald über eine Brücke(Holzschleiferei) auf das linke Flußufer. Rau- schend fließt hier die Oker über mächtige Granitblöcke dahin, zur Seite links die schroffen Felsen Der Mönch oder der Große Kurfürst und Zieten. Weiter führt der Weg durch das zerfallene Schloß, mächtige Steinplatten von Kramenzelkalk. Unten im Flußbett ein Strudeltopf. Schließlich führt der Weg über eine Brücke zur Landstraße nach Romkerhalle. Eine schöne Chaussee führt von Flusse entlang in 50 Min. nach Oker über das Waldhaus am rechten Romkerhalle. Ufer der Oker an dem schäumenden Romkerhalle, 5,7 km von Oker, 12,2 km von Harzburg, bei der Romkerbrücke(340 m), an welcher sich die Romke in die Oker ergießt. Hotel und Restaurant Romkerhalle mit neu erbauter Villa Helene. Z. von 1,50 Mk. an, P. von 5 Mk. an. Wird sehr gelobt. Automobil im Hause. Luftkurort. Frequenz: 250 Kurgäste und 3000 Touristen. Elektrisches Licht, Wasserleitung, Kanalisation. Zentralheizung. Auch im Winter geöffnet. Postverbindung zweimal täglich nach Altenau und Oker. Kraftomnibus nach Oker, Goslar, Hahnenklee, Altenau, Harzburg. Im Winter. Schneeschuhsport. Schlittenbahn. Wildfütterung nach- mittags 3 Uhr. Skis, Rodelschlitten und Rennschlitten, leihweise im Hotel- Eigene Rodelbahn. Auskunft erteilt und Prospekte nebst Wohnungsverzeichnis versendet der Ferein zur Hebung des Fremdenverkehrs, Oker. Harz. Romkerhalle ist eine der schönsten Raststätten des Oker- tales. Gegenüber dem Hotel ergießt sich von 60 m hohem Felsen ein Wasserfall, der Romkerfall. von Romkerhalle nach Harz- burg über die Okertalklippe(3 St.). Man gehe hinauf, am Wasserfall vorüber bis zur Feigenbaumklippe (½ St.), weiter in 4 Min. zu der von Granitbrocken gebildeten Mause- falle, dann in 5 Min. zur Hexenküche (Granittrümmer) und(Wegezeichen H R) zur Kästenklippe(prächtiger Blick ins Okertal), über den Elfen- stein(1 St. von der Kästenklippe) hinab durch den Wald zum(Wege- zeichen E) Silberborn(Restaurant) in 5 Min. zum Wegweiser, dem folgend ³42 St. nach Harzhurg. Von Romkerhalle nach Goslar (2 ½¾— 3 St.). Oberhalb Romker biegt nach 5 Min. rechts vom Fahr- wege der Touristenweg 23 A ab. der nach Goslar führt. Der Weg führt nach 4 St. rechts ab steil hinauf, später sich links wendend über den schwach bewaldeten Eichen- berg(Aussicht), dann gleichmäßig ohne weitere Steigung(1 St.) nach Rammseck(Schutzhütte). Prächtiger Blick auf Goslar hinab. Hinunter durch den Wald über das Wirtshaus Bleiche nach Goslar. Von Romkerhalle, Okertal nach Goslar 8 km(2 St.). Auf dem neu- erbauten Okertalfußweg nach Wald- haus und dann links am Hahnen- 166 21. Route: Goslar. berg entlang nach Goslar, beduemer und näher als der ASsteile Eichen- bergsweg(23 A). Von Romkerhalle auf die Ahrends- berger Klippen und zum Forstnause. (1 ½ St.) 1. Auf der Chaussee ½ St. talaufwärts, dann links ab, dem Wegweiser„Ahrendsberger Forsthaus“ folgend. Im Forsthaus Gastwirt- schaft. Kein Logis für Touristen; nur für längeren Aufenthalt. Weiter auf bezeichnetem Weze(17 L) in 20 Min. nach den Ahrendsberger Klippen (595 m). 2. Fußweg(Wegezeichen 17 L). Etwas talaufwärts, dann links ab in das Tal. in dem die Romke hinab- kommt, dann nach rechts zulin Win- dungen bergauf bis zu dem 17 L bezeichneten Pfad, der von dort in ½ St. zu den Ahrendsberger Klippen hinaufführt. Südöstl. führt der Weg 17 L in ½ St. zum Ahrendsberger Forsthaus und dann weiter auf dem Halleschen Wege zum Torfhaus— Brocken(19 km). Vom Ahrendsberger Forsthaus nach Harzburg(2 St.) Wegebez. 7 F und A. Der Weg führt nordöstl. etwas bergan über den Breitenberg(rechts Aussicht auf den Brocken) in fast gerader Richtung bergab am Papen- berg nach Harzburg. Von Romkerhalle weiter im Tal aufwärts in 5 Min. rechts die Rabowklippe. Um bequem talaufwärts in das obere Okertal zu gelangen, ist vom Harzklubzweigverein Altenau am rechten Okerufer an dem Ahrends entlang über die Klippen am Herzog- Julius-Stau ein herrlicher Fußweg erbaut, welcher dem unteren Fußwege an Schönheit nicht nachsteht.(Hier geht der Touristen- weg 23 A über den Eichenberg und Rammelsberg nach Goslar.) Er führt uns über das Örtchen Gemkental, zweigt rechts die Chaussee (im Tal) über Schulenberg nach 1 ½ St.(von Romkerhalle an) zum Walde hinaus links über die Wiesc nach Clausthal oder geradcaus nach Zellerfeld(19 km von Oker). 21. Route: Von Harzburg nach Goslar. Goslar. Eisenbahn über Vienenburg, Oker nach Goslar. 2. Chaussee über Oker 9,8 km. Gasthöfe. Bahnhof, mit Veranda und Garten, „Der Achtermann“(H. Pieper). Hotel Hannover(Albrecht), vornehmes Familienhotel, beim mäßige Preise, empfohlen.— Holel Beliebt und gut. Mit sehenswertem, alt- deutschem Restaurant im Achtermannturm(s. S. 170). Das Hotel ist 1910 — 21. Route: Goslar. 167 gänzlich neu erbaut. Jeder Komfort. Zentralheizung. Fernsprecher in jedem Zimmer. Zimmer mit Doppeltüren. Personenaufzug. Bad in jeder Etage. Auch separate Wohnung mit Badezimmer verbunden. Kalt- und Warmwasserleitung in den Schlafzimmern. Drei große Säle. Schöne Terrassen und schattiger Garten. Z. 2—10 Mk. Auch Touristenlogis für 1,50 Mk., Fr. 1 Mk. D. i. Rest. 2,50 Mk., auf der Terrasse von 2 Mk. an, in der altdeutschen Bierstube 1,75— 2,50 Mk. Tennis-Spielplatz und schöne Kegelbahnen.— Niedersächsischer Hoh, dem Bahnhof gegenüber, mit großem Garten und Veranda sowie Dependance. Z. 2— 3 Mk. Mi. 1,50 bis 2 Mk.— Hotel Fürstenhof, hoch am Georgenberge, in der Nähe des Bahnhofs. Prachtvolle Aussicht. Z. m. Fr. v. 2 Mk. an, Mi. 1,40 und 1,75 Mk., P. v. 4,50 Mk. an. Sehr gutes Haus.— Hotel Kaiserworth, am Markt, 1491 erbaut, architekt. interessant. KAltestes Gasthaus am Platze. Z. v. 2 Mk, an. Altrenommiertes, gutes Haus.— Zentral-Hotel„Zur Klause“, nächst dem Markte. Z. m. Fr. v. 2,50 Mk. an, Mi. 1,75 und 2,50 Mk. an kleinen Tischen, kein Weinzwang, P. v. 5 Mk. an. Empfehlenswertes, gutes Restaurant und Café.— Hotel Römischer Kaiser, am Markt, mit großer Veranda und schattigem Garten. Z. 1,50 u. 1,75 Mk., Mi. 1,50 Mk., P. v. 4,50 Mk. an. Gut.— Hotel und Restaurant Brusttuch, sehenswertes Haus, Z. v. 1,50 Mk. an, Mi. 1,75 Mk., viel besucht. Bahnhofs-Hotel zum Schälzenhof nebst Röttgers Kaisersaal, dem Bahnhof gegenüber, Badeeinrichtüngs. Automöbil im Hause. Z. 1,50— 3 Mk. Gut.— Hotel Kronprinz Ernst August, Haus aus dem 16. Jahr- hundert mit interessanten Holzschnitzereien. Geeignete Räume als Massen- quartier für Schulen und Vereine. Empfohlen.— Hotel Altdeutsches Galde- haus, Z. m. Fr. v. 2 Mk. an. Altes, gut empfohlenes Haus mit Restaurant, viele Zeitungen.— Hotel Deutsches Haus, 5 Min. vom Bahnhof, zweites Haus neben der Post. Z. v. 1,25 Mk. an, Fr. 75 Pf., Mi. v. 1,75 Mk. an, ohne Wein- zwang. Zentralheizung. Gutes Touristenheim. Empfohlen.— Goldene: Stern, Bäringer Straße 6. Z. 1—1,75 Mk., Fr. 75 Pf., Mi. 1,25 Mk., P. v. 3,50 Mk. an. Gelobt.— Hotel Hamburger Ho-, Petersilienstr., 3 Min. v. Bahn- hof. Z. v. 1,25 Mk. an, Fr. 75 Pf., Mi. 1,50 Mk., P. v. 4 Mk. an. Gut bürgerlich. Außerhalb der Stadt. Hotel und Restaurant Steinberg, auf dem Gipfel des Steinberges, Höhenkurort, ½— ½ St. von der Stadt. Renoviert und mit modernem Komfort eingerichtet. Logis von 2 Mk. an, volle P. von 5 Mk. an. T. d'h. 2 Mk. Eigene Gebirgsquell Lerleitung und Badeeinrichtung, vor- zügliche Verpflegung. Sehr empfehlenswert auch zu längerem Aufenthalt.— Gosetaler Kurhaus, in schöner Lage, am Eingang in das Gosetal, mit Garten. Hübsche Einrichtung und gute Bewirtung.— Hotel und Restaurant Gosewasser- fall, 35 Min. entfernt, im Gosetal.— Dem Gosewasserfall gegenüber„die Sennhütte“(Milch und alle Molkereiprodukte).— Hotel Nonnenberg, 15 Min., am Wege nach Hahnenklee gelegen, P. v. 4,50 Mk. an, Veranden, Garten, gute Pension. Pensionen. Hospiz Daheim, ½ St. vom Bahnhof, in schöner Gebirgs- lage.— Kloster Frankenberg, am Fuße des Steinberges, mit großem Garten. — Frl. v. Netzer, Klaustorpromenade.— Rennenbergs Bleiche, Restaurant, Café und Pension, 15 Min. von der Stadt in schöner, aussichtsreicher Lage mit großem Garten. Empfehlenswert.— Jul. Steckhau, gut Heilanstalten. Sanatorium Theresienhof(Dr. med. Gellhorn), mit 6 Morgen großem Park. Alle Arten Bäder, Einpackungen, Abreibungen, Mastkuren, Entfettungskuren, Elektr. Kuren, Massage, Heilgymnastik. Pension inkl. Bäder pro Woche von 42 Mk. an Ganz neues Badehaus. Sommer und wWinter geöffnet.— Sanatorium Marien-Bad(Besitzer Geschw. Löhr), für Nerven- leidende und Erholungsbedürftige. Familienanschluß. Erfzeut sich eines wohlberechtigten guten Rufes. 20 Min von der Stadt am Nordberge. Volle Pension und Kur 210— 360 Mk. monatlich. Arztl. Leiter Sanitätsrat Dr. Benno. 168 21. Route: Goslar. Restaurants in sämtlichen Hotels. Außerdem: Der Achtermann. im Paulsturm am Bahnhof, im altdeutschen Stil.— Bürgergarten und Rubachs Garten vor dem Vititore.— Zum schönen Garten, mit großem Konzertsaal, Clus vor dem Breiten Tor.— Caué Weiland.— Felsenkeller, vor dem Klaustor, hübsch in einer Felsschlucht gelegen.— Reichsho]. Konditoreien. Conrad, Bahnhofstraße. Gut.— Café und Konditorei Weiland, Marktstraße 38, hübsch eingerichtet. Recht lobenswert.— Zur Kunstuhr, Kötherstraße.— Caé Niedersachsen.— Krzesinski, Fischemäker- straße. Entfernungen. Oker 3,3 km.— Romkerhalle 9 km.— Harzburg 9,8 km. — Clausthal 20,5 km.— Langelsheim 8 km. Kraftomnibus im Sommer 6 mal täglich nach Hahnenklee, 5 mal nach Harzburg, 5 mal nach Altenau, 2 mal nach Claustal. Post und Telegraph. Bahnhofstraße und auf dem Bahnhofe. Fuhrwerk(Taxe). 1 Tag einsp. 9 Mk., zweisp. 16,50 Mk. Trinkg. 2,50 Mk. Harzklub. Auskunft bei Buchhändler L. Koch.— Nachweis von Woh- nungen bei den Buchhändlern Julius Brumby und Ludw. Koch. Buchhandlungen. Jul. Brumbu, Bahnhofstraße.— Ludo. Koch, Bahn- hofstraße.— M. Krügers Buchh., Marktplatz 4.— Schapler. Breite Straße 5. Badeanstalt mit Schwimmbassin, vorzüglich eingerichtet mit Wannen-, Dampf- und medizinischen Bädern, auch Moorbäder. Harzer sauerbrunnen aus Goslar hat Weltruf, insbesondere Harzer Königsbrunnen und Harzer Kristall-Sauerbrunnen. Allgem. Literatur über Goslar: Bode, Urkundenbuch der Stadt Goslar, 4 Bde. Quedlinburg.— Behme, geolog. Führer durch Goslars Umgebung, Hannover 1903.— Crusius, Geschichte der Reichsstadt Goslar. 1843.— Hölscher, Die in der Marktkirche zu Goslar aufbewahrten alten Druckwerke. Foslar 1896. Winiersport. Sehr bedeutend.— Sportplatz des Goslarer Skiklubs mit Sprungschanze und Rodelbahnen. Dieser Platz bietet vortreffliches Terrain zum Skilauf, namentlich für Anfänger.— Sportmaterial käuflich und leih- weise bei F. Ripling zu haben.— Oberharzer Skiklub, Ortsgruppe.— Schlitten- fahrten, Zweisp. 20 Mk. tägl.— Nach Auerhahn— Bockswiese— Hahnenklee und zurück, Zweisp. 13 Mk., Einsp. 9 Mk.— Claust al— Okertal— Schulenberg, Zweisp. 18 Mk., Einsp. 12 Mk.— Ahrendsberg(W ildfütterung) Zweisp. 16,50 Mk. Goslar(300 m), preußische Stadt mit 19 000 Einwohnern, liegt am Fußse des erzreichen Rammelsberges an der Gose. Zahl- reiche Türme, mächtige, zum Teil noch erhaltene Wälle, im- posante alte Gebäude mit Holzschnitzereien von hohem kunst- historischem Wert zeugen von der früheren Macht der alten freien Reichsstadt und der Pracht vergangener Tage. In kunsthistori- scher und historischer Beziehung ist Goslar der interessanteste Ort des Harzes. Die Umgegend ist durch ein reichhaltiges Netz von Touristenwegen I. Ordnung durch den Harzklub erschlossen und bietet eine Fülle von großartigen und anmutigen Partien, wie wenige Städte des Harzes. Gute Schulen: Gymnasium, Realgymnasium und Höhere Mädchenschule. ——4—————— 21. Route: Goslar. 169 Geschichtliches. Die Gründung standes. Vierzig Stifte, Klöster, des Ortes wird dem Kaiser Heinrich I. zugeschrieben. Wahrscheinlicher ist, daß sich hier erst Ansiedlersammelten, als unter Otto I. die reichen Erz- lager des Rammelsberges entdeckt wurden, zu derem Betriebe fränkische Bergleute hierherberufen wurden. Goslar wurde rasch der Hauptort für den Bergbau in Sachsen. Schon unter Heinrich II. erscheint Goslar als Stadt und werden Reichsver- sammlungen daselbst abgehalten, aber zur höchsten Bedeutung gelangte die Stadt erst unter Heinrich III., UÜrkunden nennen sie bereits cla- rissimum regni domicilium. Außer der kaiserlichen Hofburg gründete Heinrich III. noch das Domstift und das Peterstift. Der romanische Dom(capella imperiti genannt) wurde im Jahre 1056 in Anwesenheit des Kaisers vom Papst Victor II. ein- geweiht. Leider wurde der Pracht- bau im Jahre 1818 seiner Bau- fälligkeit wegen abgerissen; nur die Vorhalle ist heute noch erhalten. Verhängnisvoll wurde für Goslar der Streit zwischen den Staufen und den Welfen. Im Kampfe zwischen Philipp von Schwaben und Otto IV. trat die Stadt auf Seite des ersteren und erhielt von diesem einen Teil der Einkünfte der Reichs- vogtei zu Lehen. Das war für Goslar der erste Schritt zur Reichs- freiheit. Die folgenden Jahrhunderte zeigen ein rasches Aufblühen der Stadt. Rudolf von Habsburg verlieh ihr das Münzrecht; von Ludwig von Bauern erlangte sie 1331 das kaiser- liche Gelübde der Unverpfändbarkeit und 1340 das Heerschildrecht. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts trat Goslar der Hanse bei. Zu Anfang des 15. Jahrhunderts brachte Goslar die letzten Rechte der Reichsvogtei käuflich an sich und wurde dadurch reichsunmittelbar. Der Glanz und die Bedeutung der Stadt hatten da- mals ihren Höhepunkt erreicht. Handel und Gewerbe blühte. Weit über Deutschlands Grenzen hinaus waren Goslars Glocken- und Ka- nonengießereien berühmt: das Berg- werk im Rammelsberge schien eine unerschöpfliche Quelle des Wohl- Hospitäler und Kapellen befanden sich in der Stadt. Im Jahre 1447 wurde das breite Tor in seiner noch jetzt, trotz mancher Zerstörung, imponierenden Großartigkeit her- gestellt. Der große Zwinger, ein Turm, der 1000 Kriegsknechte in sich aufnehmen konnte, wurde 1517 vollendet. 185 Wachttürme um- gaben die Stadt. Das im 14. Jahr- hundert begonnene Rathaus wurde vollendet, die Kaisersworth, das prächtige Innungshaus der Gewand- schneider, wurde erbaut(1494). Im Jahre 1552 trat ein jäher Wechsel des Glückes ein; es gelang Herzog Heinrich dem Jüungeren von Braunschweig, welcher die durch die Einführung der Reformation zwischen Papst und Kaiser hervor- gerufenen Streitigkeiten für sich auszunutzen wußte, die Stadt in ein Abhängigkeitsverhältnis zu bringen, auch entriß er ihr die Bergwerke und Forsten, wodurch der Wohlstand Goslars untergraben wurde. Von da sank die Macht der Stadt mehr und mehr. Durch den Dreißigjährigen Krieg, die Bauernunruhen und die öffentliche Unsicherheit verarmte sie völlig. Durch den Frieden zu Lüneville 1801 verlor die Stadt ihre Reichs- freiheit und wurde preußisch. Am 6. Juni 1802 besetzte Preußen die Stadt. 1807 kam sie zum Königreich Westfalen, durch den Wiener Frieden 1815 wurde sie hannoverisch und kam 1866 wieder in Preußens Besitz. Seit Jahrzehnten ist die Stadt wieder in erfreulichem Aufblühen begriffen. Vieles wird für die Er- haltung der wertvollen Baudenk- mäler, vieles für die Hebung des Fremdenverkehrs durch Schaffung schattiger Promenaden, Anlage einer Zentralwasserleitung mit vortreff- lichem klaren Gebirgswasser usw. getan. Die Einwohnerzahl, die einst über 20 000 betrug, war 1820 auf 5000 zusammengeschmolzen und ist jetzt auf über 19 000 gestiegen. Der Name Goslar bedeutet wahr- scheinlich„Lager an der Gose“. 170 21. Route: Goslar. Die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten der inneren Stadt erfordert einen vollen Tag; den folgenden Tag benutze man zu einem Ausfluge auf den Sleinberg(1 St.) und ins Gosetal. Nahe dem Bahnhofe liegt die schöne romanische Kirche des Klosters Neuwerk aus dem 12. Jahrhundert. Im innern(Wochentags 11— 12 und 5— 6 Uhr, Trinkgeld, Sonntags 11. bis 12 Uhr frei) ist die schöne romanische Kanzel besonders beachtenswert, außerdem alte Wand- und Deckenmalereien, neuerdings renoviert. Die Chor- gemälde zeigen die Verklärung Marias, die kleineren Bilder die Opferung Isaaks, Jephthas und der Judith; vor dem schön verzierten Apsisbogen ist der segnende Christus, umgeben von Engeln, Patriarchen, Mönchen und Nonnen, dargestellt. Gegenüber der Neuwerkkirche fällt der Achtermannsturm auf, ein ehemaliges Festungswerk, welches das Rosentor zu schirmen bestimmt war. Im 15. Jahrhundert wurde mit dem Bau großartiger Befestigungen des Rosentores begonnen; hierauf weist noch eine Steinplatte aus dem Jahre 1465 hin. Im Jahre 1494 wurde die Ringmauer der Stadt im Norden und Westen erweitert, so daß jetzt das Kloster Neuwerk im Mariengarten in den Schutz der Stadtmauern kam. Der„Achtermannszwinger“ wurde unter Kaiser Maximilian I. in den Jahren 1500— 1508 erbaut. Er erhielt, seinen Namen von dem einer alten Patrizierfamilie entstammenden Bürgermeister der Stadt Goslar Hans Achtermann(1536— 1564). Seine gewaltigen Mauern wurden mehrere Meter stark aus dem festen Senon- gestein des Sudmerberges zusammen- gefügt. Nach allen Seiten waren in drei Etagenübereinander Schieß- scharten angéebracht, aus denen weittragende Geschütze den Feinden Trutz boten. Der Turm war durch verdeckte, auf den Stadtmauern ver- laufende Gänge mit weiteren Festungs- türmen verbunden, die die Stadt zu einem sehr sicheren Waffenplatze machten. Von all diesen Türmen haben außer dem Achtermann nur noch wenige den Stürmen der Zeit trotzen können. Auch ein gut er- haltenes Stück der Stadtmauer mit verdecktem Gange steht noch zwischen dem Achtermannsturm und der Neuwerkkirche. Wie die meisten Festungstürme Goslars, trug auch der Achter- mann“ ein mächtiges kegelförmiges Schieferdach, das allein 20 m hoch war. So verlieh der gewaltige Turm der Stadt schon von weitem ein imposantes Aussehen. Doch im Anfang dieses Jahrhunderts wurde dem Turm das alte Dach genommen und ihm statt dessen das jetzige, mit seinem Holzunterbbau aufgesetzt. Dank seiner unverwüstlichen Anle hat er sich im Laufe der Jahrhunderte vorzüglich erhalten, besonders auch die Sandsteinfiguren, z. B. außen am Turm in gotischer Nische ein Stand- bild Kaiser Maximilians I., unter dessen Herrschaft der Turm erbaut wurde. Im Jahre 1885 wurde das Erd- geschoß des Turmes ausgebaut und damit eins der ersten altdeut- schen Restaurants der Stadt ge- schaffen. Die ehemaligen Schieß- scharten sind zu traulichen Stamm- nischen umgewandelt. Sehenswert sind die Jägernische mit zallreichen ausgestopften Tieren und jagdlichen Wandgemälden sowie die Bismarck- nische mit Büsten, Bildern und zahl- reichen eigenhändigen Schreiben des „eisernen Kanzlers“. Das im Erdge- schoß des Turmes befindliche„Achter- Sh 2 Se 77 3 VPe e — Möbiers B. Kahléberg ANlenbenbe 220 1— Druck von H. G. Rahtgens. Lübeck. — Richters„Harz“ Lu UMSGEBUNͤS VON ſe GOSLAR Masstab 1:80000 7 4 a Him 9- Qausseæ Touristeruneg, Hsstoeg- G08L E 2 9 92 W 2 [NS ee vee 3 4 764, 3 pe „ dube 20 — . 1—* 21. Route: Goslar. 171 mann- RNestaurant'’“ ist mit altdeut- und Konzertsäle umgewandelt mit schen, auf Goslars Geschichte bezüg- hübschen Decken- und Wandge- lichen Wandgemälden und kunst- mälden aus Goslars Vergangenheit voller Deckendekoration mit den und dem Sugenkreis des Harzes. Wappen der alten Goslarer Gilden Von hier aus, sowie noch besser von und hervorragender Familien sowie der Plattform des Turmes genießt der Harzer Bergstädte sinnreich ge- man einen herrlichen Rundblick auf schmückt. die Harzberge und die alten Festungs- Die erste und zweite Etage des gräben der Stadt. An den Turm Turmes sind von dem jetzigen schließt sich das Hotel zum Aehter- Besitzer in hohe, vornehme Speise- mann direkt an. Zwischen Kirche und Turm hindurch führt der Weg durch die Bahnhofstraße und Fischemäkerstraße zum Marktplatz. Der Markt hat sein mittelalterliches Gepräge völlig bewahrt. Hier liegt das Rathaus und das alte Gildehaus Kaiserworth. Die Mitte ziert ein ornamentaler Brunnen mit großem, metallenem Brunnenbecken aus dem 12. Jahrhundert, der Sage nach vom Teufel geschenkt. Das Rathaus ist ein gotischer Bau aus verschiedenen Zeitaltern, begonnen im 12. Jahrhundert, unten mit einer Bogen- halle. Leider stören manche stillosen Anbauten die Wirkung der Gotik. Das Gebäude ist jetzt stilgerecht renoviert. Man beachte die schönen Holzschnitzereien an der Nordseite. An der Sidseite befinden sich 2 Sandsteinfiguren, Kaiser Konrad II. und die Mutter Gottes mit dem Jesukinde darstellend. Eine Freitreppe führt zu der schönen, mit gotisch verzierter Stein- brüstung geschmückten„Laube“ und von dort in den Rat- haussaal. Das Innere. Den Vorsaal zieren zwei Kronleuchter aus alten Hirsch- geweihen mit Kaiserfiguren. Der dem Eingange zunächst hängende Leuch- ter trägt die Inschrift:„O Gosler, du bist togeda/ Dem hillege romeske rike/ Suder middel un wae/ nicht macstu darvon wike.“(1340.)— In einem Seitengange zeigt man einen Käfig für zanksüchtige Weiber, die sog. Beis- katze. Sehr interessant ist das ehemalige Ratszimmer, fälschlich Huldigungs- zimmer genannt, welches mit einem Zyklus wertvoller Gemälde aus dem 16. Jahrhundert geschmückt ist, die früher dem Nürnberger Maler Michel Wohlgemuth, dem Lehrer Albrecht Dürers, zugeschrieben wurden. Die vier großen Mittelfelder der Decke zeigen Christi Verkündigung, Christi Geburt. die Anbetung der heiligen drei Könige und die Darstellung im Tempel. An den Wänden sind 11 Bilder römischer Kaiser und 12 Sybillenbilder. Prächtige Holzschnitzereien. Außerdem werden schöne Evangelienbücher. Urkunden, eine Bürgerrolle aus Wachstafeln, Fahnen, Marterwerkzeuge u. dgl. g igt. Das wertvollste und schönste Stück ist jedoch die sog. Bergkanne, eine außer- ordentlich kunstvolle Arbeit in getriebenem Silber aus dem Jahre 1477; be- merkenswert ist ebenfalls ein gotischer Doppelpokal von 1519 und eine kunst- voll gearbeitete Schüssel, ebenfalls von Silber. Hier wird auch der Stuhl gezeigt, in welchem die Vertreter des römischen Kaisers die Huldigung der Stadt entgegennahmen, mit dem Bilde Franz I. Hier im Rathause fanden 1641 während des 30jährigen Krieges Verhandlungen über den Abschluß des Friedens statt 21. Route: Goslar. Zum Eintrilt hat man sich auf der Kanzlei des Rathauses zu melden. Eintrittsgeld 50 Pf., Schulen und Vereine Ermäßigung, von 1—3 Uhr ge- schlossen. Literatur. Müller-Grote, Die Malereien des Huldigungssaales. 6 Mk. Die Kaiserworth, 1494 erbaut, einst das Gildehaus der Gewandschneider, jetzt Gasthof, hat, wie das Rathaus, unten eine Bogenhalle; an der Marktfront 8 hölzerne Kaiserstatuen: Heinrich I., Otto I., Heinrich II., Konrad II., Heinrich III., IV., V. und Lothar von Supplinburg. An der Ostseite der Reichs- adler, der goslarische Adler und die Kaiserkrone. Interessant sind die humoristischen Figuren der Konsolen und das Dukaten- männchen, eine derbe Anspielung auf den Reichtum der Kauf- mannsgilde. Zwischen Kaiserworth und Rathaus hindurch gelangt man nach wenigen Schritten zu der spätromanischen Markt- kirche. Chor und Seitenschiff sind gotisch. Im Innern schöne Raumverhältnisse. Reich geschnitzte Kanzel und das messingene Taufbecken(aus dem 16. Jahrhundert). Küster, Gemeindehof 5. An der Nordseite Linden aus der Reformationszeit, gegenüber, Marktstraße 1, schönes Fachwerkgebäude(Polizei, Standesamt, Archiv usw.), daneben rechts die sehr enge Münzstraße. Die der Kirche gehörende bedeutende Bibliothek mit wertvollen Inkunabeln ist jetzt in einem Hause gegenüber dem Rathause untergebracht und wird von Prof. Hölscher verwaltet. Dem Westportal der Marktkirche gegenüber liegt ein in- teressantes, altes Haus, das sog. Brusttuch, 1526 vom Magister Tiling erbaut, 1870 restauriert. Unter dem Gesims satirische Darstellungen in Holzschnitzwerk, gleichsam einen Hexenzug nach dem Brocken vorstellend, daneben die„Butterhanne“, ein Wahrzeichen Goslars. Das Innere. Man betritt zunächst den Hauptraum, ein größeres Restaurant, 1890 stilgemäß neu dekoriert. Die Fenster zeigen wertvolle Glasmalereien, die goslarschen Innungswappen darstellend. Die gleichen Wappen zieren die Balken der Decke, auch die Holzschnitzerei auf dem Windjange vor dem Eingange ist bemerkenswert. Den Hauptschmuck des Gemaches bilden die von Professor Schaper ausgeführten Wandmalereien. An einer Ecke der Ostwand sieht man den Harzer Berggeist,„den wilden Mann“. Das linker Hand befindliche größere Gemälde zeigt die Zerstörung des Georgenbergenklosters durch die Bürger der Stadt(1527). Die Inschrift erklärt diese Maßregel. Sie lautet:„Im Jahre 1527, da Hertzog Heinrich der Jüngere wider Gosslar zu Velde lag der Bergwerke halb, den 22. Julio seiend die Gosslarschen in das Kloster auf dem St. Jürgenberge gefallen, führten die Müniche sampt vieler köstlicher Beut hinweg und verheerten den ganzen Baw, damit nicht der Hertzogen Kriegsvolk sich möchte darin verstecken zu gemeiner Stadt Schaden, als wozu der Babst sein Indultum zuvor gegeben.“ —— 21. Route: Goslar. 173 Das große Bild rechts zeigt die Aussöhnung der Franken und Sachsen durch die Stiftung des langen Tanzes. Der Spruch unter dem Bilde lautet: Zu Gosslar lag seyt grauer Zeit Stets Sachss und Franck hefftig im Streyt, Bis das eyn Franck, eyn junger Fant, Buhlt um eyns Sachssen Megdleins Hand. Der sprach: Auffrecht freundschafft zu pflantzen Lasst uns zusam itzt allsampt dantzen. Der Franck mit eyner Sachssen Maid Der Sachss an einer Fränkin it. Das Saitenspill hob an zu klingen, Uffm marckt thet mann den Rayen springen. Also da Schlagbäum, Zeun vndt straffen Vermuchten nimmer Fried zu schaffen, Gewann die Lieb den Sieger-chrantz Ein jeder rhümbt den langen Dantz. An der Westwand sieht man den alten Reichsadler. Über dem Eingange befindet sich ein halb gefülltes Weinglas inmitten eines Druden- fußes. Die Figuren zu beiden Seiten des Kranzes sind Anspielungen auf den Charakter des Gebäudes als Erquickungsort für durstige Seelen. Die eine derselben, eine rosige Harzer Maid, trägt um den Hals das über den Rücken als Dreieck herabfallende„Brusttuch“. Unter dem Bilde steht ein mittel- hochdeutscher Begrüßungsspruch. Auch die seitwärts liegende zweite kleinere Trinkstube, „Lange Bank“ genannt, ist sehenswert. Eine Längswand zeigt einen mittel- alterlichen Trinkerzug:„Kommt und trinket Blut der Trauben: Das einigt. jeden Stand und Glauben.“ Voran schreitet der Hofnarr, ihm folgen Kaiser, Papst, Hofmann, Ritter, Gelehrter, Kaufmann, Magister, Zunftmeister, Lands- knecht usw.— Der Wand gegenüber eine geschnitzte Tür, rechts derselben: „Trinket tief und voll Behagen, ehe mors darf Prosit sagen.“ Links:„Fröh- lich sein ist Lebens Sonnenschein.“ Uber der Eingangstür steht der Spruch: „Wer nicht kann Spaß verstehn, soll nicht unter die Leute gehn.“ Ein drittes kleineres Trinkzimmer trägt den eigenartigen Namen „Der Sarg“. Literatur. Asche, Das Brusttuch zu Goslar. 20 Pf. Wenige Schritte vom Brusttuch liegt das Altdeutsche Gildehaus der Bäckergilde aus dem Jahre 1557, worauf die Inschriften und Wappen hinweisen. Den hohen Giebel ziert stilvolles Schnitzwerk. Im Innern ist ein altdeutsches Restaurant und Hotel. Am Hohen Weg, südlich vom Brusttuch, liegt ein(auch innen) beachtenswerter alter, romanischer Bau, das Stift zum großen heiligen Kreuz.(Armenstock.) Dasselbe ist erbaut von dem kaiserlichen Vogt Dietrich von Sulmge im Jahre 1253; jetzt Versorgungsanstalt für Frauen aus dem mittleren Bürgerstande. Die Domkapelle, am Kasernenplatze, eigentlich die Vor- halle eines nördl. Seitenportals, ein hervorragendes Werk früh- romanischen Baustils, ist der einzige UÜberrest des ehemals hochberühmten Domes(„ein leuchtender Schmuck für das ganze Sachsenland“), zu welchem Konrad II. den Grundstein 174 21. Route: Goslar. gelegt hatte. Heinrich III. vollendete den Dom. Im Jahre 1818 wurde der Bau seitens der Stadtverwaltung für 1500 Taler zum Abbruch verkauft. ¹ Uber dem Portal der jetzt restaurierten Kapelle stellen fünf Figuren: links Konrad II., rechts Heinrich III., dazwischen die Schutzheiligen des Domes: Matthias, Simon und Judas dar; darüber Maria mit dem Christuskinde, von Engeln ver- ehrt. Man beachte die alte Portalsäule mit dem gorgonischen Haupt als Kapitälschmuck. Eintrittsgeld 1— 2 Pers. 50 Pf., 3— 4 Pers. 75 Pf., 5— 6 Pers. 1 Mk. Ver- eine und Schulen à Pers. 10 Pf. Im Sommer den ganzen Tag zugänglich, im Winter Meldung beim Kastellan, Hoher Weg 13. Im innern sind einige sehenswerte, aus dem alten Dome herrührende Gegenstände: Die Balustrade des Kaiserstuhles, Glasmalereien, zum Teil aus dem 11. Jahrhundert, Grabsteine, darunter die der Grafen von Schwichelt, Altarschreine, Kruzifixe, Holzschnitzwerke u. del.— Der Krodo-Altar, ein zirka lm im Quadrat großer viereckiger Kasten aus Messingplatten, auf vier gebückten Figuren ruhend, mit zahlreichen runden öffnungen, vielleicht byzantinischen Ursprungs und wahrscheinlich durch Theophania, der Ge- mahlin Ottos II., hierhergekommen.— Der Altar machte nebst andern goslarischen Kunstgegenständen 1806 eine unfreiwillige Kunstreise nach Paris und kehrte 1815 von dort zurück, der kostbaren Steine, welche ihn einst schmückten, beraubt. Aus der Geschichte des Domes ist ähnenswert das Blutbad im Dome zu Pfingsten 1063 zwischen den Anhängern des Bischofs Hezilo von Hildesheim und des Abtes Wideradus von Fulda, einem Rangstreit zwischen den beiden geistlichen Würdenträgern entspringend. Literatur. Asche, Die Domkapelle zu Goslar. 10 Pf.(In der Dom- kapelle zu haben.) Rechts von der Kapelle liegt das„Kaiserbleek“, mit neuer- dings restaurierter Gerichtsstätte. Das Kaiserhaus, der älteste Profanbau Deutschlands diesseits des Rheins, von Heinrich II. gegründet. Es wurde unter Heinrich III. 1039— 1056 durch den jungen Kleriker Benno, welcher aus der berühmten Architektenschule des Klosters Hirschau nach Goslar berufen worden war, erweitert und aus- geschmückt. Kaiser Heinrich IV. wurde 1050 hier geboren und um Weihnachten 1054 hier als Thronfolger von den Fürsten anerkannt. Heinrich V. wurde hier durch einen Blitzstrahl, welcher neben seinem Lager einschlug und das Reichsschwert schmolz, verletzt. Zehn deutsche Kaiser, bis zu Wilhelm von Holland, haben nacheinander mehr als zwei Jahrhunderte das Kaiserhaus bewohnt. 23 Reichsversammlungen sind hier ab- gehalten worden. Später kam das Gebäude in den Besitz der Stadt Goslar, wurde zuerst als Gerichtsstätte, dann als Korn- magazin benutzt und geriet gänzlich in Verfall, bis 1866 die hannoversche Regierung dasselbe ankaufte, um es renovieren — — 21. Route: Goslar. 175 zu lassen. Der Ausbau und die völlige Renovierung des Innern wurden 1867— 1885 in würdiger, stilvoller Weise mit einem Kostenaufwande von 300 000 Mk. durch Preußen bewirkt. Am 15. August 1875 machte Kaiser Wilhelm I. der alten Pfalz einen Besuch. Der Bau besteht aus einem zweistöckigen Saalbau und der mit diesem durch einen Arkadengang verbundenen St. Ulrichskapelle(südlich) sowie einem später angebauten, nördlichen Wohnflügel. Das ganze obere Stockwerk des Saal- baues nimmt der Reichssaal ein, welcher sich in sieben mächtigen, auf je zwei kleinen Säulen ruhenden Rundbogenfenstern gegen den Platz hin öffnet. Von außen führt eine Freitreppe hinan. So etwa mag man sich im Nibelungenlied die von Hagen, Volker und andern Burgunden gegen die anstürmenden Hunnen ver- teidigte Freitreppe in Etzels Palast zu denken haben. Die Decke des unteren Raumes wird von sechs Spitzbogengewölben ge- tragen; prächtig ist die Architektur der oberen Fassade. zum Eintritt melde man sich durch die Klingel neben der Tür der Kastellanswohnung. Der Palast wird gezeigt:(werktäglich) gruppenweise täglich vorm. 9— 12 1½ Uhr, nachm 7 Uhr, im Winter bis zur Dunkelheit, Sonntags 11 1¼— 1 und 2— 6 Uhr. Eintrittskärten pro Person 25 Pf., Kinder unter 6 Jahren frei. Schulen unter Führung der Lehrer und Soldaten vom Feldwebel abwärts 10 Pf. pro Person. Vereinen auf vorherige Anmeldung beim Landratsamt Ermäßigung eventl. freier Eintritt. Im Innern ist besonders bemerkenswert im zweiten Geschoß der Reichs- saal, etwa 46 m lang, 15 m breit, 7,5 m und in der Mitte 11 m hoch Darin auf erhöhtem Platz der alte Kaiserstuhl. Sitz von Sandstein, bronzene Lehne mit romanischen Verzierungen. Der Stuhl befand sich bis 1811 im Dome, kam dann in den Besitz des Prinzen Karl von Preußen, welcher ihn bierher schenkte. Der großartige Gemäldezyklus, welcher den Saal schmückt, ist das letzte Werk des verstorbenen Malers Prof. Herm. Wislicenus unter Mitwirkung des Malers Weinack. Auf der Hauptwand befinden sich 7 große und 8 kleinere farbige Gemälde und außerdem in 12 Predellen und 16 Zwischenfeldern kleine, die großen ergänzenden Darstellungen(monochrom). Das überragende Mittelbild mit den Porträts der Fürsten und Heerführer von 1871 stellt die Wiedergeburt des Reiches dar. Bismarck als Baumeister desselben am Grundstein des Baues. Die beiden huldigenden Jungfrauen mit der Mauerkrone und den Modellen der Dome von Straßburg und Metz versinnbildlichen Elsaß und Lothringen. Über den Reiterfiguren Kaiser Wilhelms und des Kronprinzen in der Mitte schwebt Königin Luise mit Blücher und Körner, auch die alten Kaiser. Uber dem Triumphbogen sind die Hohenzollern angebracht und ganz unten neben dem Kaiserstuhl: Vater Rhein und die Sage mit den Kyffhäuserraben. Die 6 übrigen großen Bilder geben charakteristische Mo- mente aus der alten Kaisergeschichte, die kleineren dazwischen die Geschichte des Kaiserhauses, und die Bilderreihe endlich an der Fensterseite das Märchen von Dornröschen und die Barbarossasage. Allen diesen Bilderzyklen liegt als gemeinsamer Gedanke zugrunde: das Entstehen, Aufblühen, Eiuschlafen 176 21. Route: Goslar. und Wiedererwachen. Auf der linken Giebelwand wird Karl der Große dargestellt, wie er die Sachsen überwindet und das Christentum einführt. Dieses Gemälde bildet den Prolog zu den Gemälden auf der West- wand. Auf der Hauptwand nur Kaiser, die in Goslar waren. Von links nach rechts: Kleines Bald: Heinrich II. baut in Goslar die Villa regia. — Großes Bild. Heinrich II. wird vom Papst Benedikt VIII. in der alten Peterskirche zu Rom zum Kaiser gekrönt(1014).— Kleines Bild. Heinrich III baut gegen Mitte des 11. Jahrhunderts das Kaiserhaus in seiner jetzigen Ge- stalt.— Großes Bild. Heinrich III. führt Papst Gregor VI. gefangen über die Alpen nach Deutschland und auch dessen Kaplan Hildebrand, den späteren Papst Gregor VII.(1047).— Kleines Bald- Heinrich IV. im Kaiserhause ge- boren; die Fürsten schwören an seiner Wiege Treue(1050).— Großes Bild. Heinrich IV., mit dem Bann belastet und im Kampfe gegen die Fürsten und seinen eignen Sohn, findet Schutz beim Mainzer Bürgertum(1105).— Kleines Bild. Heinrich V. im Kaiserhause von einem Blitzstrahl verletzt(1107).— Dann das Mättelbild, um welches sich rechts und links die dunkelsten Punkte aus der alten Geschichte gruppieren.— Kleines Bild- Der Hohenstaufe Konrad III. spricht dem Welfen Heinrich dem Stolzen Bayern ab auf einem Reichstage zu Goslar(1139).— Großes Bild.- Barbarossa demütigt sich vor Heinrich dem Löwen vor der Schlacht bei Legnano(1176).— Kleines Bild- Heinrich der Löwe erhält zu Goslar Bayern als Lehen zurück(1154).— Großes Bild. Barbarossas Kreuzzug und letzter großer Sieg bei Ikonium(1190).— Kleines Bild. Friedrich II. versöhnt sich zu Goslar mit Heinrich dem Langen, dem Sohne des Löwen(1219).— Großes Bild. Friedrichs II. glänzender Hof- halt zu Palermo. Der Kaiser empfängt von einer sarazenischen Gesandtschaft Geschenke.— Kleines Bild- Die Ruine des Kaiserhauses nach dem Brand von 1289. Ein Greis erzählt Kindern von der ehemaligen Herrlichkeit. Die eine Hälfte der nördlichen Giebelwand bildet mit dem Gemälde:„Luther vor Karl V. auf dem Reichstage zu Worms“ den Epilog der alten Geschichte, während das Märchen vom schlafenden Dorn- röschen auf die Neuzeit(im Mittelbilde allegorisch dargestellt) hinüberleitet. In dem kleinen, südlichen Vorsaal befinden sich einige wertvolle alte Gobelins aus dem Kaiserdome mit Heiligenbildern, Meisterstücke niederländischer Gebildweberei. Man beachte hier auch den interessanten alten Türverschluß. Die kaiserliche Hauskapelle, die St.-Ulrici-Kapelle, durch einen Arkaden- bau mit dem Saalbau verbunden, stammt aus der zweiten Hälfte des 11. Jahr- hunderts; sie zeigt überaus zierliche romanische Architektur. Die Grund- form ist die eines griechischen Kreuzes. Sie ist eine Nachahmung des Münsters zu Aachen. Hier ruht in einer Tumba das Herz Kaiser Heinrichs III. Zwischen der Kapelle und dem Saale sind Fundamente der kalserlichen Wohnräume wieder bloßgelegt; dieselben genügen nicht, um den Bau danach wieder herzustellen. Der nördliche Verlängerungsbau dient unten zur Wohnuhg des Kastellans, die oberen Zimmer enthalten hier gefundene Merkwürdig- keiten und eine große Reliefkarte des Harzes. Hier befindet sich auch das wohlgetroffene Bildnis des Prof. Wislicenus, gemalt von seinem jüngsten Sohne, dem Maler Hans Wislicenus. Literatur. Wislicenus, Die Wandgemälde im Kaiserhaus zu Goslar. Mit erläutertem Text von M. Jordan und A. Wode. 20 Tafel mit 30 Seiten Text, kart. 3 Mk., elegant geb. 4 Mk.— Die Gemälde als Postkarten, 2 Serien à 11 Stck., à 1 Mk.(J. Brumby, Goslar.)— Die Kaiserpfalz zu Goslar im Spiegel der Ge- schichte von Th. Asche. Pr. 1 Mk.— Th. Asche, Geschichts-, Kulturbilder und Sagen aus Goslars Vergangenheit. Pr. 1,25 Mk.— A. v. Behr, Das Kaiser- haus in Goslar.— Hotzen, Das Kaiserhaus zu Goslar. 21. Route: Goslar. 177 In der Nähe des Breiten Tores, Breite Straße Nr. 67, be- findet sich das Goslarische Museum, verbunden mit dem Natur- wissenschaftlichen Museum. In den Sommermonaten Sonntags freie Besichtigung von 11— 1 Uhr, an andern Tagen gegen Eintrittsgeld von 50 Pf. von 10— 5 Uhr. Meldung beim Kastellan. Bei genügender Zeit besuche man noch die Frankenberger Kirche, eine Pfeilerbasilika vom Ende des 11. Jahrhunderts. Kunstvolle Holzschnitzereien sowie alte Wandgemälde, die zum Teil aufgefrischt sind, lohnen den Besuch der Kirche. Haupt- sächlich zeichnet sich die Kanzel aus dem Jahre 1675 durch vorzügliche Holzschnitzerei aus. Wandgemälde. Westlich über den drei Arkaden: Segnender Christus, links Abrahams Opfer, rechts Melchisedek; darüber: Christus der Richter, links Petrus und Maria, rechts Paulus und Magdalena. An der südlichen Längswand: Maria, die Verklärte, David und Goliath, Sauls Salbung, an der nördlichen Seite: Bischof, der richtende Salomo, der thronende Salomo. In unmittelbarer Nähe am Frankenberger Plan das Slißt um Kleinen heiligen Kreuz. B merkenswert ist auch das St. Annen- haus(Glockengießerstraße 65) mit gemalter Holzdecke aus dem 15. Jahrh. und kunstvoll gesticktem Teppich, die Geschichte der heiligen Gertrud darstellend, und einigen mit vielen Wappen gezierten Glasgemälden. Ferner das sogenannte Mönchenkloster, Häuser mit sehenswerter Holzarchitektur in der Glockengießer- straße(Nr. 30, 31, der Marktkirche gegenüber) u. a. m. Die St. Stephanskirche, 1730 nach einem Brande neu er- baut, besitzt im Innern nichts von besonderer Bedeutung. Die Kunstuhr des Meisters Wecken, Koetherstraße 17, an welcher beim Stundenschlag bewegliche Figuren die Leidens- geschichte Christi darstellen(wie bei den Uhren in Straßburg und Lübeck), wird für 50 Pf. gezeigt. Es ist zu empfehlen, 5 Min. vor einer vollen Stunde sich einzufinden. Seit einigen Jahren wird gegenüber der Marktkirche noch eine neue Kunstuhr gezeigt. Ein Spaziergang auf Goslars Wallprome- naden gibt einen interessanten Uberblick der alten Befesti- gungen. Nahe dem Bahnhof liegt der Turm Achtermann(s. S. 170), darin Restaurant Zum Achtermann. Im Osten der 16 m hohe Sandsteinfelsen, der Clus, in welchem durch die Kaiserin Agnes 1045 eine Kapelle mit uraltem Marienbildnis eingehauen ist. (Eintrittsgeld.) Dicht daneben befindet sich die gleichnami Wirtschaft. Auf dem dahinter liegenden Petersberge die frei- gelegten Grundmauern des Petersstiftes, einer Gründung Kaiser Heinrichs III. und seiner Gemahlin Agnes aus dem Jahre 1050. Ebenfalls bemerkenswert sind die Ruinen des Augustinerklosters Richters Har⸗ 12 21. Route: Goslars Umgegend. auf dem Georgenberge, nahe am Bahnhof. Die Kirche des- selben wurde nach dem Muster des Aachener Münsters erbaut. Angefangen von Konrad II., vollendet unter Heinrich V. Beide Klöster wurden im Jahre 1527 von Goslars Bürgern zerstört, um eine Besetzung dem Georgenberge das derselben durch Heinrichs des Jüngeren von Braunschweig zu verhindern. 1902 errichtete Bismarckdenkmal. das Kriegsvolk Herzog Auf Goslars Umgegend. Das Kloster Riechenberg(½ St.), nur bei längerem Aufenthalte zu besuchen, hat eine interessante ro- manische Krypta aus dem 10. Jahrh. Klostergut Grauhof(1 St.) besitzt eine sehr schöne. katholische Kirche, im italienischen Stile erbaut. In der Nähe das Etablissement des bekann- ten Harzer Sauerbrunnen Graunhof. Der Rammelsberg(635 m), 1 km südlich von der Stadt, mit schönen Aussichtspunkten, Ramseck oben an dem schroffen Hange und dem „Maltermeisterlurm“ tiefer unten(Re- staurant), ist meist bewaldet und nur unten und am westlichen Abhange kahl. Zum Bergwerk gelangt man vom Chaussee unten links) in ½ St. Oie Besichtigung des Bergwerkes st seit einigen Jahren nicht mehr gestattet. Der Rammelsberg ist fast der höchste, auf jeden Fall ler interessanteste Berg in Goslars Nähe. Das über 1000 Jahre alte Bergwerk ist noch heute in vollem Betriebe und gibt hunderten von fleißigen Bergleuten ihr Brot. Das Bergwerk ist im gemeinschaftlichen Besitze der preußischen und braun- schweigischen Regierung.% preuß., braunschw. Es liefert Gold(nur zirka 3 bis 5 kg jährlich), Sülber zirka 1200 kg jährlich), Kupfer, Blei, Zink, Vitriol und Alaun; die Aus- beute ist durch ein neu entdecktes reichhaltiges Erzlager auf viele Jahre hinaus gesichert. Unten am Eingang des Wintertales der Herzberger Teich mit dem Kinderbrunnen. Der Steinberg(479 m), 1½— 34 Std. von Goslar(Wagen 7,50 Mk.), ist der schönste Punkt in der Nähe im Rammelsberg Klaustor ab der Stadt(Höhenkurort). Vom Viti- tor aus rechts auf die Wall- promenade. Vom Klaustor rechts durch eine neu angelegte Straße, den Nonnenweg. Die Aussicht vom Steinberg ist eine der schönsten des Harzes. Massiver, 17 m hoher Turm. Das komfortabel einge- richtete Hotel Steinberg ist seiner schönen und ruhigen Lage wegen zu längerem Aufenthalt zu emp- fehlen. Eigene Gebirgsquellwasser- leitung und Badeeinrichtung. Gut. Restaurant. UÜnmittelbar an den Steinberg schließt sich der Königsberg an, auf dessen nördlicher Seite in einer Talsenkung der Königsbrunnen liegt, dessen Wasser,„Harzer Königs- brunnen“, als treffliches Erfrischungs- getränk sehr beliebt ist. Aussicht vomSsteinberg: Man übersieht das reich und schön gestaltete Gebirgsland des nord- westlichen Harzes; man erblickt im Nordwesten über dem Nord- berg den Wohldenberg und die Bodensteiner Klippen; im Norden überschaut man das Land weit über Braunschweig hinaus, im Nordosten den Elm, den Fallstein und die Asse. Im Osten liegt ganz Goslar zu Füßen, weiterhin der Sudmerberg mit. seiner Warte und in der Ferne Halberstadt. Im Süden Rammelsberg und Herzberg; zwischen beiden das gern besuchte Herz- berger Tal mit dem Herzberger Teich, ½ St. von der Stadt. Weiter rechts ganz oben die Schalke, der Bocks- berg und der Kurort Hahnenklee. Durch eine auf dem gegenüber- liegenden Gelmkeberg eingehauene Lichtung ist auch der Gipfel des 21. Route: Goslars Umgegend. 179 Brockens sichtbar. Vom Steinberge aus sind viele bequeme und schöne Spaziergänge zu machen: Wegweiser nach dem„Verlorenen Berg“, 440 m, links der Königs- brunnen, dann Weberbrunnen, 2,2 km, idyllisches Waldplätzchen mit ein- facher Sommerwirtschaft, Rothers Ruh, Juliushüulte. Auf dem Fahrwege und an dessen Gabelung sich rechts haltend, kommt man zum Königs- berg, mit herrlichem Blick ins Grane- tal, und auf dem Touristenwege 2 G über den schönen Taubenstieg nach Hahnenklee, Auerhahn usw. Gosewasserfall mit Güntersruh. Vom Klaustor ab auf schattigen Waldpfaden am Reußplatz vorbei be- quem in ¹½ St. zu erreichen. Der Weg ist durch Schilder genau be- zeichnet und führt zuletzt durch hohen Tannenwald am fer der Gose entlang. „Rennenbergs Bleiche“, 25 Min. von Goslar, ist ein im Süden der Stadt gelegenes, besuchtes Garten- Restaurant und Pensionshaus mit chöner Aussicht. Vom Zwinger ab inks halten, dann schräg durch die Felder in einen hübschen Prome- nadenweg, begrenzt durch junge Anpflanzungen. Vom Breiten Tor rechts die Promenade, dann Chaussee und endlich wieder rechts. Von der Bleiche am Abhange des Rammels- berges hin zum Maltermeisterturm (Restaurant), Maschinenhaus des Bergwerks. Aussicht auf den Herz- berger Teich. Links um den Teich kehre man nach Goslar zurück. (Ganze Tour 2 ½¼ St.) Nach der Schalke.(2 ½ St.) Radfahrer fahren(allerdings viel schieben!)auf derClausthaler Chaussee bis zum Auerhahn(11,6 km) und lassen das Rad hier stehen.— Man verfolgt den mit 1 F bezeich- neten Touristenweg vom Klaustor ab, erst auf der Chaussee, später rechts über die Wiese nach dem be- Afldeten Herzberg hinauf(schöne Blicke). Bei Sonnenhitze geht man vom Klaustor nach 5 Minuten rechts neben der Chaussee(1 F) und am Berge rechts im Walde hinauf wieder auf die Hauptlinie 1 F. Weiter oben am Herzberge schöne Aussichten ins Gosetal. Später geht man links und hat zur Linken das Wintertal, in 2 Stunden auf der Schalke ein Stück- chen links in den Wald hinein zu dem berühmten Aussichtspunkte mit einem eisernen Aussichtsturm, dessen Unter- geschoß als Schutzhütte dient. Man übersieht nach Osten zu einen großen Teil des Harzes und das imposante Brockengebirge. Gerade- aus kommt man dann zum Forst- hause Festenburg hinunter. Geht man aber einige Schritte zurück. dann links in den Wald und über die kahle Fläche und später im Walde hinunter, so kommt man zum Auerhahn(625 m), Gasthaus auf dem höchsten Punkte der Goslar-Claus- thaler Chaussee. Links hinauf in 1½ St. auf den, schöne und weite Aussicht bietenden Bocksberg(725 m) mit 30 m hohem Aussichtsturm. (weiße Zeichen) Von Goslar durch das Gosetal (Gosewasserfall) nach Hahnenklee und Bockswiese(2 ¾ St.) zun Klaustor hinaus, Chaussee rechts dann rechts den Rabenstieg(mit köst lichen Blicken) hinauf, Touristen- weg 2 F. Später den herrlichen Taubenstieg, über Margarethenklippe hinunter und das obere Granetal hinauf nach Hahnenklee. Oder: Die Chaussee vom Klaustor bis„Zum Gosexwasserfall“. Dann rechts im Walde hinauf über den Hohenkehl (mit weißen Strichen und 8 D be- zeichnet), am Glockenberg und Glockenbrunnen vorbei wieder zur Harzchaussee. Hier beachte man die Wegweiser. Später am Thomasmar- tinsberge auf dem Fahrwege nach Hahnenklee, prächtige Aussicht. Die nächste Bahnstation ist Lautental (4. Std.). Jedoch ist Hahnenklee vorläufig nur mit Goslar per Post- omnibus(2 ½¼ Std.) verbunden. Für Radfahrer. Radfahrer halten sich auf der Clausthaler Chaussee, am Gosewasserfall vorbei nach Auer- hahn(11,6 km); 1,5 km weiter biegt man rechts ab über Bockswiese (1,9 km) nach Hahnenklee(2,4 km). Insgesamt 17,4 km. 12* 180 21. Route: Goslars Umgegend Hahnenklee(560 m), ein kleiner, idyllisch auf einer Berg. wiese gelegener Ort(480 Einw.), rings von schönem Hochwald eingerahmt; als Höhenkurort sehr beliebt geworden und neuer- dings stark besucht. Gasthöfe. Hotel Deutsches Haus. Großer, eleganter Speisesaal. Gute Küche. Im Winter geöffnet. Zentralheizung. P. v. 5 Mk. an. Empfohlen. — Hahnenkleen Hof, mit jedem Komfort, großem Park, Veranden, großem Saal, Rodelbahn, Wintersport. P. v. 5 Mk. an. Renommiertes Haus.— Hotel Kurhaus Hohenzollern. I. Ranges. Jeder Komfort. Am Walde. Für längeren Aufenthalt geeignet.— Gebirgs-Hotel Haus ersten Ranges, neuerbaut mit Garten und Glasveranden. Restaurant und Café, Z. v. 1,50 Mk. an. Mi. 1,75— 2,50 Mk., P. v. 5 Mk. an. Empfohlen.— Schowenzels Hotel, mit Garten und Veranden. Elektr. Licht. P. v. 5 Mk. an. Am Walde. Wird gelobt. — otel und Restaurant Waldgarten. in hübscher Lage am Walde, mit Garten, Molkerei. Gut.— Hotel Tannhäuser, hochgelegen, mit hübscher Aussicht. P. v. 4,50 Mk. an.— Hotel Kreueig, modern eingerichtet. Z. v. 1,50 Mk. an, P. v. 4 Mk. an. Restaurant. Gut.—(Hotels in Bockswiese siehe unten.) pensionen. Pensions- und Logierhaus Villa Helene. Komfortabel ein- gerichtet. Veranden. Großer Garten und Grotten. Bäder im Hause. Offizier- verein. Empfohlen.— Pension Biermann, mit Café und Konditorei.— Filla Bergfriede. Dicht am Walde.— Villa Hubertush— Fälla CGlara und Villa 'ictoria Luise.— Haus Elisabeth.— Vdlla Marie.— Fictoriahaus.— Villa Auguste(G. C. Frick), modern, direkt am Walde gelegen. sanatorium Hahnenklee von Dr. Klaus, Nervenarzt, moderne, physikalisch- diätetische Kuranstalt für Nerven- und innere Leiden, 1911 durch Neu- und Anbau erweitert, behaglicher Aufenthalt, besonders auch im Winter. Näheres durch Prospekte. Kaffeenäuser. Biermann.— Weißleden. Letzteres mit Milchwirtschaft. Wohnungen im Dorf werden durch die Kurkommission nachgewiesen, die auch Ortsbeschreibung sendet. Kurtaxe nach 3 freien Tagen 3 Mk. pro Pers., Familien billiger. Badeanstalt. Fichtennadel-, Sol- und kalte Bäder. Auskunft durch die Kurverwaltung. Kraftomnibus 2 mal nach Clausthal-Altenau- Torfthaus und 6 mal taglich nach Goslar. Fahrpreis 2 Mk. Anschluß an die übrigen Oberbarzer Kraftomnibuslinien.. Viele schöne Spaziergänge und Ausflüge(Bocksberg mit Turm, Lauten- thal, Langelieth, Boekswiese, Kranichsberg bei Lautenthal, Borberg, Sommerberg, Todtental, Festenburg, Auerhahn, Maassener Gaipel, Bielstein, Margarethen- Llippe, Grumbacher Teich. Spiegeltaler Teich und Wasserfälle, Schalke). Entfernungen von Hahnenklee. Goslar 2 St.; Lautenthal 1 St.(nächste Bahnstation); Wildemann 2 St.; Grund 3 St.; Zellerfeld 1 ½ St. Wintersport. Bedeutend. Sektion des Oberharzer Skiklubs. Bockswiese. In 4 St. von Hahnen- Von Goslar nach Juliushütte und klee auf hübschem Waldwege zu wolfshagen. Wegebezeichnung 1 G erreichen. Waldumgebene Sommer- und weiter nach Wolfshagen 1 H. frische. Hotel Kurhaus, mit Garten Radfahrer fahren auf der Lan- und Veranden, unmittelbar amWalde. gelsheimer Chaussee hinaus; nach P. v. 4,50 Mk. an. Altrenommiertes 5,6 km links ab nach Juliushütte Pensionshaus.— Hotel Ludiwigslust,(0,8 km) und nach weiteren 3,5 km, neues, komfortables Pensionshaus und kurz vor Langelsheim links ab Restaurant. P. v. 4,50 Mk. an. nach Wolfshagen(4,3 km).— Vom Wird gelobt. Gute Pension. Vititor links nach dem schön ge- 21. Route: Goslars Umgegend legenen Sanatorium Marienbad, dann auf schattigem Waldwege am Rand vom Nordberge entweder den gut- bezeichneten, schattigen, neu ange- legten Weg ohne merkliche Steigung am Westhange des Nordberges ent- lang, dann über die Grane, weiter an der Chausseegabelung auf dem ebenfalls neu angelegten Prome- nadenwege ins Varleytal, oder man überschreitet die Grane bei Julius- hütte neben Ulamanns Gasthaus und geht drüben, zuerst sich etwas links haltend, am kahlen Todberge hinauf. Weiter oben nach rechts abbiegen. Man gewinnt wundervollen Blick in zwei Täler und auf die angrenzenden Berge. Weiter führt der Weg, schattig und wenig bergan, durch den Wald, und sobald man durch das neu angelegte Wildgatter getreten, entweder den rechts in das Tal ab- zweigenden Weg längs reizender Wiesen mit Echoplatz am Kurhause „Fulla VFictoria“ vorbei nach Wolfs- hagen— oder man bleibt auf der Höhe geradeaus auf dem Wege über die Misspliethklippe(auch Adamklippe genannt) mit der herr- lichen Aussicht in den Bergkessel Wolfshagens zum Kurhause. Der Abstieg von der Klippe(welche selbst durch Eisenstangen aufs deste eingegittert ist, so daß die Gefahr des Abstürzens nicht mehr ist durch neu angelegten Treppenweg jetzt völlig gefahrlos und sehr bequem, schließlich ein wenig bergab am Kurhaus vorbei nach Molfshagen. Nächste Bahn- stationen. Langelsheim Julius- Rütte und Lindthal, letztere ist nun Haltepunkt ohne Gepäck- und Güter- verkehr. Fahrkarten im Forsthaus Lindtal(Restaurant) vorhanden) Von Goslar ins Okertal. Von Goslar nach Oker führt Chaussee in 1 St. Eisenbahn in 8 Minuten. Dann durch den Ort und im Tale aufwärts in 35 Min. zum Waldhaus, von hier in 1 St. nach Romkerhalle. Fußgänger gehen am besten von Goslar einen der Wege nach Rennen- bergs Gleiche. Man läßt das Etablissement rechts liegen und kommt an den Wald. Nun schattiger 181 Weg(Bezeichnung 6 G) in 1 ½4 St. zum Waldhaus. Radfahrer fahren am besten über Oker nach dem Waldhaus(6,0 km). Von Goslar über die Berge nach Romkerhalſe.(2 ½ St.)(Bezeichnung 23 A.) Der Weg führt über Rennen- bergs Bleiche. Rechts vom Haus geht der Fußweg in die Wald- ecke am Rammelsberg hinauf (hübsche Blicke) nach Rammseck (1 St.) mit großartiger Aussicht auf die nordwestlichen Harzberge, links ins Herzberger Tal mit dem Teich, rechts über Goslar und weit über Braunschweig hinaus. Weiter geht es oben fast ohne Steigung nach dem Eichenberg. Hier empfiehlt es sich, an bezeichneter Stelle einen Abstecher zu machen nach dem kahlen Gipfel des Eichenbergs wegen des ungewöhnlich großartigen Uberblicks über einen großen Teil des Harzes und das Brockengebirge. Zu gleicher Zeit Blick in die Tiefe des Okertals und auf Klippen. An dieser Stelle befindet sich eine Schutz- hütte. Der Weg 23 A geht etwas tiefer unten vorbei; man geht dahin zurück und hat ähnliche, aber we- niger großartige Blicke. Endlich durch das Birkental und bei der Rabowklippe(links) ins Okertal. 5 Min. abwärts Romkerhalle. Von Goslar direkt zum Brocken (6—7 St.). Man wählt einen der Wege nach Romkerhalle, dann auf Weg 17 Lsteil hinauf zu den A hrends- berger Klippen und zum Forst- hause, weiter auf Weg 17 K zum Torfhaus(man beachte die weißen Zeichen und Wegschilder). Nun in 2 St. über die Hirschhörner zum Brocken. „Nächster Weg für Raqdfahrer. Uber Oker— Romkerhalle(9,5 km) nach Gemkental(3,6 km); 0,7 km weiter links ab und nun meistens schieben zum Torfhaus hinauf (7,6 km). Von hier zu Fuß auf den Brocken; man kann auch per Rad mit schönem Gefäll nach Schierke fahren und dann zum Brocken hinauf- gehen. 182 22. Route: Von Goslar nach Clausthal-Zellerfeld. 22. Route: Von Goslar nach Clausthal-Zellerfeld. Lautenthal— Wildemann-Clausthal-Zellerfeld. Für Radfahrer. 1. Direkte Chaussee aufwärts durch das Gosetal(meistens schieben) nach dem Auerhahn(11,6 km); dann Gefäll bis Zellerfeld(6,0 km), bis Clausthal 1,8 km. 2. Chaussee nach Langelshelm 9,1 km; kurz vor L. zweigt links ein guter Weg ab nach Wolfshagen(4,3 km)— Lautenthal 10,4 km (etwas Steigung)— Wildemann 7,1 km(starke Steigung)— Clausthal 8,3 km. Insgesamt 39,2 km. Eisenbahn. Goslar— Langelsheim 17 Züge; von dort nach Clausthal-Zellerfeld 7 Züge täglich. Von Goslar führt die Bahn nach Station Juliushütte. Herzog-Julius-Hütte, im gemein- der Erze beträgt aber die Produktion schaftlichen* Besitze Preußens und nur zwischen 75 000 und 80 000 Ztr. Braunschweigs, ist in Bezug auf silberhaltiges Blei, daneben noch den Umfang der Erzverschmelzung etwa 60 000 Ztr. Zinkvitriol. Das die größte Bleihütte Deutschlands. Werk ist wahrscheinlich die älteste, da sie mit der benachbarten und rein fiskalische Hütte Deutschlands ihr zugehörigen Frau-Sophienhütte und bereits im Jahre 1560 vom jährlich von 650 000 bis 700 000 Ztr. Herzoge Julius von Braunschweig Bleierze aus dem Rammelsberge bei gegründet. Goslar verschmilzt. Bei der Armut Weiter führt die Bahn nach (7 km) Langelsheim. Kreuzungspunkt der Bahnlinie Goslar— Clausthal und Vienenburg- Goslar— Seesen. Braunschweigischer Marktflecken an der Innerste mit 3600 Einwohnern. Umgegend. Der schönste Punkt bei Langelsheim, auf direkter Chaussee(4 km) zu erreichen, ist Wolfshagen, 300 m über dem Meeresspiegel gelegen, braun- schweigisches Pfarrdorf mit 1750 Einw. Gebirgsquellwasser- leitung und neu angelegte Flußbadeanstalt. Wolfshagen ist seit 1891 in die Reihe der Harzer Kurorte eingetreten. Es ver- dankt seinen Namen jedenfalls einem Jagdgehege, zu dessem Schutze eine 10 Min. vom Ort entfernte Burg lag, deren Reste noch zu sehen sind. Urkundlich wird der Ort bereits 1316 er- wähnt. Seine malerische Lage in einem Talgrunde inmitten mattenreicher und bewaldeter Höhen hat ihm bereits viele Freunde zugeführt. Hotels. Kurhaus„Villa Victoria“ liegt 350 m hoch am Waldrande an der Touristenstraße Goslar— Juliushütte— Wolfshagen—Lautenthal. P. von 5 Mk. an. Logis 1,50 Mk. T. d'h. 2 Mk.; sehr zu empfehlen.— Bad Burg- hagen, auf der nördlichen Seite des Dorfes, verbunden mit Badeanstalt, einfach. P. von 3,50 Mk. ab; Logis 1,50 Mk.— Im Orte: Gasth.„Zur Linde“.— Deutsches Haus. privatwohnungen kosten 4— 6 Mk. pro Woche und Bett. Nachweis durch den Harzklub-Zw.-V. pPostanstalt und Telephonanschluß. Arzt täglich im Ort. Apotheke in Langelsheim. 22. Route: Von Goslar nach Claustal-Zellerfeld. 183 Fuhrwerk. Von Bahnhof Langelsheim aus nach Wolfshagen Einspänner 2 Mk., Zweispänner 3 Mk. Trinkgelder werden nicht gezahlt! Von Julius- hütte einsp. 2,50 Mk., zweisp. 3,50 Mk.; von Goslar abgeholt Einsp. 4,50 Mk., Zweisp. 7,50 Mk.; von Juliushütte durchs Varleytal kostet es 1 Mk. mehr, also 3,50 bzw. 4,50 Mk. Wintersport. Vorzügliche Skitouren. Natürliche Rodelbahnen Entfernungen: Goslar über Juliushütte in 1 ½ Stunden, über Steinberg in 2 St., Hahnenklee über Borberg in 2 ½¼ St., über Langelieth in 1 ½ St., Lautenthal auf der Chaussee und über den Sparenberg 1 ¼ St., über Lindtal 2 1½ St., Seesen über Lindthal 2 ½½ St., über den herrlichen Sangenberg in 3 4 St. zu erreichen. Alle Wege sind gut bezeichnet. Die Umgebung Wolfshagens bietet herrliche Spaziergänge im wiesenreichen Talkessel in Laub- und Nadelwaldung, sowie romantische, teils über 600 m hoch gelegene Aussichtspunkte, wie die runde Kuppe des Borberges und die schroffe Klippe der Missplieth(435 m) über dem Kurhaus, den weithin blickenden Sangenberg, außerdem nicht ermüdende Wanderungen nach der nahen Umgebung Goslars. Die Luft ist besonders ozon- reich, da keine Fabriken vorhanden. Von Langelsheim lenkt die technisch und landschaftlich interessante Bahn in das sich schroff aufbauende Gebirge ein und folgt allen Windungen der Innerste oft in starken Kurven (bis 190 m Radius). Es folgt (18 km) Lautenthal(300 m), 2562 Einwohner, Bergstadt im Innerstetale. Rings umgeben von steilen Waldbergen, deren Waldungen von allen Seiten unmittelbar bis an den Ort heran- treten. Fichten, Buchen, Eichenbestände, wohlgepflegte Spazier- Wege mit herrlichen Fernblicken nach allen Richtungen: Biel- stein, Bromberg, Teufelsberg, Spielmannshöhe, Kranichberg, Schulberg. Wegen der geschützten Lage und seiner sehr schönen Um- gegend kommt Lautenthal auch als Sommerfrische immer mehr in Aufnahme. Gasthöfe. Am Bahnhofe: Prinzeß Caroline, am Walde und dem eigen- artigen Bergfestplatz gelegen. P. v. 4 Mk. an, Z. v. 1,50 Mk. an. Elektrisches Licht, Bäder beim Hause In der Stadt: Hotel Rathaus.— Schützenhaus. — Glückauf. 20 Min. entfernt im Innerstetal„Hotel Hüttschental“.— Kurhaus Wald- schlößchen. 5 Min. entfernt im Innerstetal.— Gegenüber Riekes Logierhaus.— Kurhaus Waldbater, sehr gut, nur im Sommer geöffnet. 1 Sommerwohnungen, Privatpension in der Stadt und in den vier um- liegenden Förstereien. Bei Förster Zimmermann, gegenüber dem Bahnhof, auch für junge Mädchen zur Erlernung des Hausstandes.(Auskunft durch die Kurverwaltung.) Bahnstation, Postamt, Telegraph(Telephon nach Hahnenklee). Arzt, Apotheke. 184 22. Route: Von Goslar nach Clausthal-Zellerfeld. Bäder in der Badeanstalt auf der Karolinenhalde. Wintersport. Skis und Rodelschlitten leihweise in den Hotels. Orts- gruppe des Oberharz-Skiklubs. 4 km lunge neue Rodelbahn. Umgegend.„Kurhaus Hüttschental“, auf drei reizenden Spazierwegen in 20— 40 Min. zu erreichen, Maaßener Gaipel, 15 Min.(Getränke); Lindthal (Forsthaus, Wirtschaft, 1 St., auch per Bahn zu erreichen); Schildau-Köte (Getränke) 1 ½¼ St.; Wildemann 1 ½¼ St.(Bahnstation); Hahnenklee 34 St.; Bockswiese 1 St.; Zellerfeld 1 ½ St.; Grund 2 St.; Wolfshagen 1 ½ St.; Borberg 1 St.(Schutzhütte).— Bielstein ½ St.(Schutzhütte); Sternplatz 1 St.(Schutzhütte).— Lohnende Spaziergänge nach der Dölbe, dem Rieß- berg, Erberg, Teufelsberg, Hackelberg, Eichenberg, Bromberg, Wulpke, Stunden- buche, Kranichsberg. Von Lautentnal ist lebhafter Fremdenverkehr herauf nach den benach- barten Kurorten Hahnenklee und Bockswiese. Die Bahn führt weiter aufwärts in einem über 300 m langen Tunnel durch den Gallenberg nach G(25 km) Wildemann(422 m)(gutes Bahnrestaurant), der kleinsten der 7 Bergstädte des Oberharzes mit etwa 1500 Ein- wohnern, in schöner geschützter Lage, ist Luftkurort für Er- holungsbedürftige. Die Preise sind hier mäßig. Bemerkenswerte, uralte Linde vor dem Rathause, worin der Sage nach die Familie I des Moosmännchens wohnte. Das kleine Bergwerk(Ernst-August- Grube) ist jetzt wieder in Betrieb. Steinbrüche für Grauwacke (Pflastersteine). Gasthöfe. Kurhaus und Villa Marie, am unteren Ausgange des Ortes in schöner Lage am Walde, mit parkartigem Garten. Altrenommiert. P. v. 4 Mk. an.— Hotel Rathaus(Ude). Z. v. 1,25 Mk., P. v. 4,— Mk. an, schön gelegen, Garten, Veranda, Gelobt.— Villa Kracke, dem Bahnhofe gegen- über.— Schützenhaus. Zum wilden Mann. P. v. 4 Mk. an. sommerwohnungen. Nachweis durch die Kurkommission, Vorsitzender Bürgermeister Spazier, und den Harzklub, welche auch sonstige Auskünfte erteilen. Kurtaxe. 1 Person 3 Mk., Familien v. 3 Pers. 4 Mk., 3 Pers. und mehr 5 Mk. Badeanstalt von Haldebrandt.(Fichtennadelbäder, Solbäder und medizinische Bäder.) Wintersport. Bedeutend. Skis und Rodelschlitten leihweise in den Hotels. Oberharzer Skiklub. Prächtige Rodelbahn. Umgegend. 1. Der Hüttenberg, dem Kurhause gegenüber, mit prächtiger Aussicht auf die Stadt und angenehmen, bequemen Spaziergängen. 2. Die Georgenhöhe mit Denkmal zum Andenken an den Besuch König Georgs V. von Hannover, nordöstlich vom Hüttenberg, ein be- liebter Vergnügungsplatz. Turnplatz. Von der Höhe des Adlerberges Aus- sicht ins Gebirge. 3. Der Grumbacher Teich, in idyllischer Einsamkeit, einer der am schönsten gelegenen Teiche des Oberharzes, vom Walde umschlossen. ½ St. am Graben entlang. Spiegeltaler Zechenhaus, einfache Schenke(Bier, Butterbrot). Sehr lohnend ist es, von hier aus weiterzugehen durch das romantisch gelegene Spiegeltal mit den beiden Teichen und Wasserfällen, welches von wilden Gebirgsbächen durchflossen wird. Zurück kann man über das Johanneser Kurhaus gehen; dieser Weg wird im ganzen 2 Stunden in Anspruch nehmen. — 22. Route: Von Goslar nach Clausthal-Zellerfeld. 185 Für Radfahrer. Lohnende Fahrt durch das Spiegeltal nach Bockswiese 6,0 km) und Hahnenklee(2,4 km). Von Bockswiese gute Verbindung(meßstens Fall) nach Goslar(15,0 km). 4. Die Silberkammer, die Spitze des Dächerberges. Vorzügliche Aus- sicht über stimmungsvolle Waldlandschaft, besonders ins Innerstetal. West- lich von Wildemann 20 Min. 5. Das Stufental bis zum Johanneser Kurhaus(1 St. nordostlich von wildemann). Von hier Aussicht nach dem Brockenhaus. Echo. Eventuell von hier weiter nach Clausthal-Zellerfeld(S,5 km von W.). 6. Therger Kaffeehaus auf dem Wege nach Grund 4 St. 7. Das Innerstetal, ein prächtiges Waldtal, von der Innerste durch- flossen, gehört zu den lieblichsten Partien des Harzes. Sowohl nach Lauten- tal, wie nach Clausthal zu bietet es angenehme Spaziergänge. Vom Kurhause ab prachtvoller Spazierweg nach Münchehof 1 ½ St., nach Seesen 3 St.(Kreuzpunkt„Keller“). Reich an schönen, überraschend abweichenden Aussichten. Von Wildemann nach Grund(S km) führt Chaussee. 2,9 km südlich von Wildemann biegt sie rechts ab; dann Steigung und Fall(Vorsicht für Radfahrer!) nach Grund. Fußgänger gehen auf näherem Wege(in 50 Min.) über den Schweinebraten von der Bahnhofsbrücke in Wildemann rechts auf den Iberg. Oben Wegweiser„Fußweg nach Grund“ links und„Zum Iberge“ rechts. Man wähle den Promenadenweg, welcher an der Tropfsteinhöhle und dem Iberger Kaffeehaus vorüber nach Grund führt. Ein Gang zur Tropfstein- höhle durch den im Jahre 1911 erschlossenen„Hauptmann-Spatzier-Stollen“. Die Bahn führt weiter über die Haltestelle Frankenscharrn- hütte nach (29 km) Prankenscharrnhütte, ein sehr bedeutendes Hütten- werk, dessen schwefel- und vitriolhaltige Dämpfe und Nieder- schläge ringsumher alle Vegetation zerstört haben. Man hat hier Gelegenheit, die Schmelzung aufbereiteter Erze zu beob- achten. Meldung im Hüttenamt beim Obermeister. Ein Auf- seher der Hütte gibt gegen Vergütung(1 Mk.) die nötige Erklärung. Restaurant in der Hüttenschenke. Nach wenigen Minuten erreicht der Zug mit bedeutender Steigung(1: 40) den Endpunkt der Bahn. (30 km) Clausthal-Zellerfeld(534— 605 m), die bedeutendsten der preußischen Bergstädte des Oberharzes, scheinen beide nur einen Häuserkomplex zu bilden; sie sind durch den Zellbach getrennt. Diese hochgelegene Doppelstadt, rings von weiter Wiesenflur eingeschlossen, an welcher sich der dunkle Tannen- wald anreiht, wird viel besucht. Auf dieser Hochebene erreicht man auf sauberen Pfaden den Wald, ohne einen eigentlichen Berg er- steigen zu müssen. Herrliche Ausblicke in die einschneidenden Täler und in die Ebene hinab. Gegen 70 große, dem Bergwerks- betriebe dienende Teiche, welche in Wald und Wiesen über die ganze Hochebene verteilt sind, geben diesem Teil des Ober- harzes eine ganz besondere Schönheit. Des gleichmäßigen, erfrischenden Klimas wegen wird Clausthal-Zellerfeld von Sommerfremden und Kranken seit den letzten Jahren viel besucht. Geschichtliches. Etwa an der Stelle der jetzigen Berginspektion(der frü- heren Münze) lag einst an der von Goslar über den Oberharz nach Osterode führenden Handelsstraße eine Wegsklause, von der das Tal (dessen ältester Name„Kluvigesda!“ lautet) den Namen Clausthal erhielt. Das erste Haus wird der Claushof ge- wesen sein, ein durch Graben und Zugbrücke geschützter Herrnhof, in dem sich die Landesherren, die Her- zöge von Grubenhagen, namentlich in der Jagdzeit viel aufhielten. Später wurde im Herrnhof die Münze eingerichtet.— LZellerfeld erhielt seinen Namen von dem um 1208 zu- erst erwähnten, 1431 aufgehobenen Benediktinerkloster Celle. Im 13. u. 14. Jahrh. lag in der Nähe eine ganze Reihe kleiner Hüttenwerke. Die Bergwerkskolonie im heutigen Claus- thal— Burgstätter Zuge hieß damals das Dörrefeld. In der Mitte des 14. Jahrh. kam der Bergbau zum Stijll- stand, teils infolge des Schwarzen Todes, teils aus andern Gründen. Zur Gründung der beiden Städte gab die Wiederaufnahme des Bergbaus im 16. Jahrh. Anlaß. Zellerfeld erhielt 1532 Stadtrechte, Clausthal, dessen Bergbau sich bis etwa 1538 zurück- verfolgen läßt, 1548 eine Kirche und 1554 Stadtrechte. Im 30 jährigen Kriege hatten beide Städte viel zu leiden.* Im Siebenjährigen Kriege hatten die Städte mehrmals franzö- sische Besatzung und mußten schwere Kontributionen zahlen. Nach die- sem Kriege erholten sich die Städte langsam. Im Jahre 1736 hatte Claus- thal bereits 8930 Einw. Als im Jahre 1803 der französische Konsul Bona- parte das Kurfürstentum Hannover mitten im Frieden weggenommen hatte, bekam der Harz französische Kommissäre. 1805 wurde Hannover von Preußen in Verwaltung ge- nommen. Es folgten die unglück- lichen Schlachten von Jena und Auerstädt, nach denen sich die Flut der Geschlagenen und ihrer Verfolger teilweise durch den Harz .Route: Von Goslar nach Clausthal-Zellerfeld. wälzte. Der Oberharz wurde jetzt dem Königreiche Westfalen zugeteilt. Am 6. September 1809 und 5. August 1811 besuchte König Jerôme die Bergstädte. Nach Auf- lösung des Königreichs Westfalen kamen die Städte an das König- reich Hannover und wurden 1866 preußisch. Meteorologisches. Clausthal hat eine meteorologische Station seit 1854 in einer Beobachtungshöhe von 592 m, daneben eine oberberg- amtliche. Der mittlere Luftdruck beträgt 710,4 mm, die geringe jährliche und tägliche Schwankung ist be- merkenswert. Das Jahresmittel der Temperatur ist 6,2 ⁰° Der Winter ist nicht kälter, der Sommer dagegen um etwa 3 kühler als im Flachlande; auch die Tagesschwankung der Tempera- tur ist auf der Hochebene sehr viel kleiner. Der Temperaturver- lauf hat deshalb viel KXhnlichkeit mit dem der Küsten. Wesentlich wird dies Verhalten bedingt durch den großen Wasserreichtum der Hochebene(Rasenflächen, Wald, 1000 Morgen Teiche), durch die freie, langer Insolation ausgesetzte Lage, Schutz vor den kalten Polar- strömen, durch vorgelagerte Berg- züge, Hineinragen in höher tem- perierte Luftschichten oder warme Südwestströme, geringe Windstärke, zahlreiche Windstillen. Die Nieder- schlagsmengen sind sehr beträcht- lich(1200 mm); die absolute Feuchtig- keit ist geringer, die relative höher als im Flachlande. Wegen seiner Gleichmäßigkeit und erfrischenden Eigenschaften wird das Klima der Hochebene für geschwächte Kranke verschiedener Art heilsam gehalten. Wegen seines verminderten Luftdruckes ist die Lage Clausthals ganz besonders für Terrainkuren Leichtherzkranker geeignet. Die fettreiche Kuh- und Ziegenmilch eignet sich hervorragend für Milch- kuren. *) Eine hochinteressante eingehende Schilderung dieser Vorgänge findet man in F. Günthers Werk„Der Harz in Geschichts-, Kultur- und Landschafts- bildern“. — — 22. Route: Von Goslar nach Clausthal-Zellerfeld. 187 Clausthal hat 8268 Einwohner und ist Sitz des Oberberg- amtes für die preußischen Provinzen Hannover, Hessen und Schleswig-Holstein; außerdem befinden sich hier eine Berg- akademie, eine Markscheider- und eine Bergschule nebst Vor- schule sowie meteorologische Stationen, Gymnasium, Höhere Töchterschule. Die Bergakademie ist begünstigt durch ihre Lage inmitten der mannigfaltigsten und musterhaft einge- richteten Bergwerke des Oberharzes. Diese Pflanzstätte für den gesamten deutschen Bergbau steht auch im Auslande in hohem Ansechen. Der Bau einer direkten Bahn nach Altenau ist im Frühjahre 1912 in Angriff genommen worden. Gasthöfe. Hotel zur goldenen Krone, der Post gegenüber. Gänzlich neu eingerichtet. Mi. 1,50 Mk. Z. v. 1,50 Mk. an. Mit vornehmem Restaurant. Recht gut.— Hotel Rathaus, am Markt, komfortabel eingerichtet. Gut.— Gluckauf, am Markt. Wird gelobt.— Deutscher Kaiser, an der Hauptstraße, mit Garten. Z. v. 1,50 Mk. an, Fr. 50 Pf., Mi. 1,50 Mk., P. v. 4 Mk. an. Gelobt. — Einfacher: Stadt London.— Gasthof Stadt Braunschaeig. Schützenhaus, oben an der Osteroder Straße.— Außerhalb der Stadt: Kurhaus zu den drei Pfauenteichen. Haus ersten Ranges. 12 Min. vom Bahnhof. Am Wasser und Wald gelegen.— Kurhaus und Pension Foigtslust. Im Walde schön gelegenes Haus mit großem Restaurationsgarten. Bäder. Angeln, Rudern auf schönem Teich. Bäder(kalte, warme, Fichtennadel- und Schwefelbäder, Inhalations- apparate) werden in dem der Berginspektion gehörigen, bestens eingerichteten Badehause verabreicht. Eine selten schöne Gelegenheit zum Baden bietet der im Walde gelegene Badeteich bei Voigtslust. Privatwohnungen. Auskunft hierüber bei der Kurkommission und bei Kürschnermeister Tiemann. Harzklub. Auskunft bei den Herren R. Mehnert(Zellbach) und Ebeling, Goslarer Straße. Eisenbahn. Bahnhof nahe an Zellerfeld. post. Nach Osterode(14 km) zweimal, 1,40 Mk., bis Bahnhof 1,60 Mk. Nach St. Andreasberg(22 km) 1 Uhr 45 Min. mittags in 3 St. 2,20 Mk. Kraftomnibus im Sommer mehrere Male täglich nach Hahnenklee— Goslar— Altenau und Buntenbock-—Lerbach—Osterode.— Omnihus nach Osterode und Altenau. wintersport. Neue Sprungschanze. Große Winterfeste, Rennwolf und Rodelsport. Sportmaterial leihweise vom Schneesportverein und in den nahen Kurhäusern. Ortsgruppe des Oberharzer Skiklubs. Entfernungen. Lerbach 8,8 km.— Osterode 14 km.— Grund 10,4 km. — Goslar 20,5 km.— Oker 21 km.— Altenau 11 km.— St. Andreasberg 21,8 km. Zur Bergakademie, die jetzt neu gebaut ist, gehören das Mineralienkabinett und die bergmännische Modellkammer, deren Aufstellung als eine der besten auf dem Kontinent gilt, mit mehr als 500 Modellen(Eintritt 1 Pers. 1 Mk., 2—3 Pers. je 75 Pf., 4—8 Pers. je 50 Pf., über 8 Pers. je 40 Pf.), che- misches Laboratorium, sowie magnetisches Observalorium mit meteorologischer Station. Ferner eine reichhaltige Bibliothek, 188 22. Route: Von Goslar nach Clausthal-Zellerfeld. das physikalische Kabinett. Am interessantesten ist jedoch, auch für Laien, die durch charakteristische Exemplare aus- gezeichnete Mineraliensammlung, welche außer Kristallmodellen, Instrumenten zu optischen Untersuchungen etwa 5000 Stücke umfaßt. Ferner die geognostische Sammlung und Sammlung nutzbarer Mineralien. Erdbebenstation. Der Bergbau des Oberharzes, besonders der- jenige Clausthals, gehört nach Alter und Umfang der Gruben zu dem großartigsten Deutschlands. Leider wird der Besuch der Clausthaler Bergwerke nur Fachleuten gestattet, jedoch kann man, wenn man sich an die Berginspektion wendet, unter Aufsicht das Leben und Treiben oberhalb des Bergwerkes sowie die Maschinen besichtigen.— Die Schächte der Gruben sind bis über 900 m Tiefe gebracht. Die Gesenke des neuen Kaiser-Wilhelm-II.-Schachtes, 950 m, gehören zu den tiefsten Punkten, in denen überhaupt Bergbau betrieben wird. Außer etwas Silber gewinnt man Blei, Zinkblende und Kupfer, die auf der Clausthaler Silberhütte verschmolzen werden. In letzter Zeit sind viele Steinbrüche, die Pflastersteine und Feinschlag liefern, und sonstige industrielle Betriebe eröffnet worden. Clausthal ist die Heimat Robert Kochs, des bekannten Bakteriologen, und des Dichters Otto Erich Hartleben. Zellerfeld ist ein freundliches Städtchen mit 4229 Ein- wohnern. Für Nervenleidende ist der Ort als Höhenluftkurort sehr zu empfehlen, da die Luft außerordentlich rein und stärkend und ein ausgedehntes Netz guter Wege in ruhiger, waldreicher Umgegend vorhanden ist. In nächster Nähe Clausthals liegen mehrere Gruben, die durch ihren musterhaften Bau berühmt sind; im Innerstetal liegt, 40 Min. entfernt, die Frankenscharner Silberhütte. Oberharzer Museum im Rathause, geöffnet unentgeltlich Mittwochs und Sonnabends nachm. von 2—4 Uhr, Sonntags vorm. von 11— 12 Uhr, gegen 20 Pf. Entree an allen Wochen- tagen von 8— 12 Uhr; Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag nachm. von 2—4 Uhr. Am Marktplatz Apotheke, mit originellen Köpfen bemalt, bemerkenswerten Stuckarbeiten im Innern. Gasthöfe. Deutsches Haus, dem Bahnhofe zunächst. Z. von 1,50 Mk., P. von 4 Mk. an. Gut.— Kronprinz(Wienecke), 5 Min. vom Bahnhof. Wird gelobt.— Rathaus, mit einigen Zimmern, Weinstube.— Hotel Schazenhaus, guter Mittagstisch.— Hotel Karserhof, Obermarktstraße, komfortabel.— Reslaurant zum Bürgergarlen. Literatur. v. Heinemann, Die Zellerfelder Chronik des Magisters Cuppius (Zeitschrift des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde 1895). — — — UMGERBUNG voN GRUND, ZELLERFELD GNO CLAUSTaL Richters„Harz“ Druck von H G flahtgens. Löbeck 240 1.75000 3 Bunt end ziogeh 1 „ 0 ⸗ Laᷣa su ode mn aensbeck Ob SeinJerig. N8 3 7 nue S O h — ueeee 8 8 5 8 8 8 8 8 nmschla ken 2 KucldaolzkliPpe Sueristerusege — EBasenbahn Zcchi d llege unege —— 22. Route: Clausthal-Zellerfeld Schneeschuhläufern wird im Winter viel und Rennwolffahrern als zur Ausübung dieses schönen Wintersports. Die Umgegend von Clausthal-Zellerfeld. 189 besucht von Standquartier Die nahen Kur- häuser„Drei Pfauenteiche“ und„Voigtslust“ sind im Winter geöffnet. Die Umgegend von Clausthal-Zellerfeld. A. Spaziergänge bei 1. Mineralien-Kabinett und Modell- kammer der Berg-Akademie. Durch die Schulstraße und Bunten- böcker Straße. Bei der Weg- teiluns links. Bald Aussicht auf das Wesergebirge. Nach kurzer Zeit wiederum scharf links abbiegend in die Chaussee, welche in 5 Min. zum Zechenhaus der jetzt nicht mehr vorhandenen Grube Dorothea führt(Restaurant, Entfernung von der Stadt 25 Min.). 6 Min. entfernt im Walde liegt der schöne Hirschler- teich, von dessen Damm Aussicht über die Städte. vom Dorotheer Zechenhaus zu- rück nach Königin-Marien-Schacht (Aus- und Einfahrt der Bergleute), Ludwiger Zechenhaus(Restaurant), Kaiser-Wilhelm-II.-Schacht, 950 m, zur Stadt. 2. Spaziergang nach der Bremer- höhe hinter dem Gasthofe zur Krone. Bester Blick auf die beiden Schwesterstädte sowie auf einen großen Teil des Oberharzer Hoch- plateaus; im Hintergrunde der lang- gestreckte Bruchberg mit der Wolfs- warte(960 m) und der Brocken, den män hier am besten sehen kann. Reste einer von Tilly aufgeworfenen Schanze. 3. Nach Klosterhof(10 Min.). Von der Bremer Höhe wende man sich in den Fußweg rechts, welcher der Windmühle zunächst bleibt. Kloster- eintägigem Aufenthalt. hof ist Restaurant der Nähe. 4. Nach den Kurhäusern Drei Pfauenteiche und voigtslust, 15 Min. Man verläßt Clausthal bei der Post durch die Erzstraße, geht dann links über die Wiese in den Wald nach den freundlich gelegenen, von Teichen umgebenen Kurhäusern. Beide sind als Sommerfrische sehr zu emp- fehlen; vorzügliche Standquartiere für Wintersportler Nach Pfauen- teichen Chaussee. Eisenquelle in 5. Nach der Bockswieser Höhe (610 m) 10 Min. nördlich über Zellerfeld. Herrlicher Blick über die Doppelstadt und das Gebirge.— Nach Untermühle, Restauration, auf der Goslarschen Chaussee bis zur Erbprinzentanne, dann links ins Tal(Wegweiser). 5 Min. weiter das hübsch gelegene Kurhaus Weges- müunle(W. Tolle) in schöner Wald- umgebung, mit Garten und Veranden. Komfortabel. P. von 4 Mk. an. (Wird gelobt.) Fußweg geradeaus (Wegweiser) nach Bockswiese, Hah- nenklee, in letzter Zeit stark be- suchte Kurorte. Auf der Höhe hin führt der Weg zum Spiegel- taler Zechenhaus und weiter nach Wildemann(2 St.). 6. Nach Bergmannsruhe. 12 Min. westl. von Zellerfeld. Prächtiger Blick über die beiden Städte und die nahen Gruben. Weiter in 14 St. zum Johanneser Kurhaus. B. Wanderungen bei längerem Aufenthalt. 7. Nach dem Johanneser Kurhaus (35 Min.) inmitten des Waldes. Hier Wegweiser.) Vor Eintritt in den Wald schöner Blick auf das Brocken- geht man am besten über Klosterhot gebirge. Das Johanneser Kurhaus, die Höhe hinauf, 10 Minuten auf auch im Winter geöffnet, ist eine Wiese, dann in den Hoehwald.(Hier sehr angenehme Sommerfrische. (Keine Israeliten.) Gute Küche und ruhiger Aufenthalt inmitten eines herrlichen Fichtenwaldes. Viele Ruheplätze ringsum. Durch Er- bauung eines mit modernem Komfort ausgestatteten Logierhauses nunmehr auch verwöhnten Ansprüchen Rech- nung tragend. Im Winter täglich Wildfütterung, von den Fenstern des Kurhauses sichtbar, abends bei elektr. Beleuchtung. Wintersport. Sportmaterial leihweise. 8. Wanderungen durch das Hut- tal(1 St.). Weg über die Grube Dorothea oder auf der St. Andreas- berger Chaussee. Nach 10 Min. rechts Fußweg im Walde. Im schönen Huttal hin bis zur Chaussee. Auf derselben links hinunter. Nach 5 Min. führt ein Waldweg in 3 Min. zum Polsterberge. Auf dem Kehr- zuge, wohin man von der Chaussee rechts auf einem schönen neuen Fuß- wege— am Innerstesprung vor- über— gelangt, großartiger Blick in das Soesetal und auf den Acker mit seinen Klippen. 9. Nach dem Spiegeltal(½ St.) nördlich von Zellerfeld, am Eingang des Tales Kurhaus Untermühle, gute, billige Sommerfrische. Das Tal abwärts die reizend gelegenen Spiegeltaler Teiche mit schönen Wasserfällen. Spiegeltaler Zechen- haus, einfaches Restaurant. 10. Kurhaus Festenburg(gutes Restaurant und Pension) 3— 4 Mk Der Weg führt über Zellerfeld. Von Voigtslust(. S. 189), führt schattiger Fußweg durch den Wald — 550 m— l1 St. l). Die Rundsicht ist entzückend. Im Hintergrunde der Brocken und die Kette der Bruch- berge; davor andere Berge, in der Nähe Wiesen; das Schönste ist der (10 Min.) abwärts liegende Schal- ker Teich. 11. Nach der Schalke auf dem Kahlenberge(2 St.), 703 m. Rad- fahrer fahren durch Zellerfeld und zum Auerhahn(6,5 km); dann zu Fuß auf die Schalke. Man ver- tolgt den Weg nach Festenburg, nachdem der große Kiefhölzerteich passiert ist, links aufwärts. Eiserner Aussichtsturm. Nach Osten tief im Tal der Schalker Teich und . Route: Die Umgegend von Clausthal-Zellerfeld. Festenburg. Gegenüber Brocken, Bruchberg und Acker. Nach Süden die Clausthaler Hochebene und am Horizont die Eichsfelder und hessi- schen Berge. UÜber den Kamm des Berges führt ein Weg in ½ St. nach dem Auerhahn, einem ein- samen, schön gelegenen Wirtshause an der Straße Zellerfeld— Goslar, das schon 1675 als Herzogliches Jagdhaus erbaut wurde. 12. In das innerstetal. Radfahrer machen die ganze Rund- tour; von GClausthal zur Franken- scharrner Silberhütte 3,7 km, links ab ins Innerstetal(4,8)— dann auf der Osteroder Chaussee zurück(5,1 km). In das Untere Innerstetal führt in 40 Min. ein gut bezeichneter Weg vom Schützenhause vor de- Osteroder Straße rechts. Die Scho- nung und der Steinbruch„Marie Hedwig“ bleiben rechts.— Rückweg über das kleine Claustal mit schönem, sagenumwobenen Teich, oder über die Claustaler Silberhütte. In das Obere Innerstetal führt vom untersten Tal Chaussee und Fußwege talaufwärts, an der Neuen Mühle und einer Bleiweiß- fabrik vorüber. Restaurant an der oberen Innerste. Weiter auf der Chausse bis zum Prinzenteich, links über den Damm des Teiches und Waldweg zum Kurhaus zum Prinzen- teich(1 ½¼ St. von Clausthal). Rück- weg auf der Osteroder Chaussee. Vom Oberen Innerstetal zur Kuckholzklippbe(von Claustal hin und zurück 3 ½ St.). Beim Prinzenteich bleibe man anf der Chaussee. Bald erreicht man das Weghaus zum Heiligenstock(Restau- rant).— Wenige Minuten von hier Pavillon mit Blick auf Lerbach und Osterode.— Bei der Wegeteilung die alte Chaussee aufwärts am Garten, hier rechts zur K uck hoOl 2- klippe(571 m). Eiserner Aussichts- turm mit Blick in das Land vom Kyffhäuser bis zu den Weserbergen. Von hier zurück aufl gleichem Wege. 13. Nach Buntenbock(535 m), ganz vom Wald umgebenes, idylli- sches Gebirgsdorf mit 600 Einw., südlich von Clausthal. Bunten- bocker Straße rechts hinauf durch ——— 22. Route: Die Umgegend von Clausthal-Zellerfeld. 191 den Wald(½ St.). Über Kurhaus zum Prinzenteich auf der Osteroder Chaussee zurück.(Auch für Rad- fahrer.) Billige Sommerfrische. Ge- birgsdorf und Kurort, 580 m über dem Meeresspiegel, im südlichen Teil der Hochebene von Clausthal geschützt gelegen. Die bekannten Aussichts- punkte Kuckholzklippe(20 Min.). Heidelbeerkopf(20 Min.) und Hans- kühnenburg(1 ³½ St.) sind auf bequemen Wegen zu erreichen, in allernächster Nähe sind mehrere Gebirgsteiche, nach denen sich herr- liche Spaziergänge unternehmen lassen. Meyers Kurhaus, Hotel und Pen- sionshaus, P. pro Tag 4,50— 7 Mk. I. Ranges. Unmittelbar am Walde. Von Veranden umgeben. Bäder im Hause.— Kurhaus zum Prinzenteich, an der Osteroder Chaussee direkt am Walde ruhig gelegen. P. von 4,50 Mk. an. Empfohlen. Einfacher: Kurhaus Pixhaiermähle. Außerdem im Orte gute Privatlogis zu sehr mäßigen Preisen 14. Nach Bärenbrucher Teich(4 St.) auf dem Wege nach Riefensbeck im bsetal, links über Schwarzen- bacher Teichdamm, Mühlenteich, durch das Gatter in 5 Min. zum Teich, wohl der schönste des Harzes. Zurück durch das Gatter entweder links nach Buntenbock oder rechts nach der St. Andreasberger Chaussee. 15. Nach dem Polsterberger Hubhaus(1 ½ St.) auf der Höhe des Polsterberges. Von der Grube Do- rothea führt ein Waldweg am Damm des Hirschlerteiches hin zum Jägers- bleeker Teich, dann rechts(Fuß- weg) hinauf zum Polsterberger Hub- haus(Restaurant) Prächtige Aus- sicht auf das Gebirge, Wolfswarte, Brocken, Ahrendsberg. Radfahrer benutzen die Chaussee nach St. Andreasberg; nach etwa 4 km links ab zu Fuß. 16. Nach dem Sperberhaier Dammhaus(Restauration) 1 ¹4½ St. Auf der St. Andreasberger Chaussee 8,0 km. Von dort zum Morgenbrots- taler Graben 5 Min. Rechts von der St. Andreasberger Chaussee ab- Fußweg am Graben ent- lang bis zur Ruhebank. Schöner Blick in das Sösetal, im Hinter- grunde das Wesergebirge.— Zurück über die Söseklippen zur Chaussee. Folgt man der, Chaussee bis auf die Höhe(Stieglitzecke), so führt rechts ein Weg nach der Hammersteinklippe mit weitumfassender Aussicht, die nach Hans Hofmann an malerischer Wirkung und künstlerischer Kompo- sition im ganzen Harze nicht über- troffen wird. Abwärts führt der Edwin-Hoffmanns-Steig hinunter an den Fuß des„Steinernen Meeres“, einer dunklen Schutthalde, die sich wie ein Lavastrom in die tiefe Wald- schlucht ergießt. Weiter abwärts am Sösestein vorüber auf den Morgen- brotsgraben, dem man bis zum Dammhause folgt. gehend. 17. Nach der Hasenteichsklippe 4 St. Chaussee nach Oker, den Fahrweg rechts, dann links über die Wiese zur Tannenwaldung.— Zurück über Voigtslust. Schöne Waldtour. Man kann diese Tour ohne großen Zeitverlust nach dem Lange- und Mönchstal ausdehnen. 18. Von clausthal über Altenau und Torfhaus auf den Brocken. Dreimal täglich im Sommer Autoomnibusver- bindung bis Torfhaus, zweimal zu- rück. Zu Fuß von Clausthal 5 ½ St. bis zum Kurhaus zu den Pfauen- teichen. Dicht hinter diesen links ab den Wiesenweg über den Damm des oberen Pfauenteichs, durch den Wald über den Jägersblakerteich, hinter diesem geradeaus über Coventshai (schöner Gebirgsblick), Polsterthal nach Altenau. Von Altenau im Schul- tal hinauf durch das Wildgatter und entweder die Chaussee(nächster Weg) oder den Magdeburger Weg— erstere führt oberhalb, letzterer unterhalb der Steilen Wand vorbei—, oder über Woliswarte— schöner Gebirgs- und Fernblick— nach Torfhaus. Von da dicht hinter der Försterei den Gruben- weg sog. Goetheweg bis zur Station Goetheweg und Brocken. Sämtliche Wege gut bezeichnet. Für Radfahrer. Bester Weg zum Brocken über Dammhaus(8,0 km) Forsthaus Sonnenberg(7,4 km)— 192 23. Route: Von Goslar über Seesen nach Grund. links ab— Oderteich, später links ab nach Oderbrück(4,6 km)— rechts ab nach Schierke(10,6 km), insge- samt 30,6 km. 19. In das Okertal(3 ½ St.) a) Chaussee über Altenau(Omnibus). b) Zu Fuß über Voigtslust(S. 177 Nr. 4) und durch das Langeta oder am Graben entlang über Mittel- und Unter-Schulenburg, oder c) über Festenburg(S. 190, Nr. 10) und Ober- 20. Nach St. Andreasberg s. Route 27(21,2 km). Gute Chaussee für Radfahrer. 21. Nach Grund. Man fahre mit der Bahn nach Wildemann. oder Station Silbernaal— Grund. Von dort hat man 1 St. Weges nach Grund(s. S. 194).— Auch von Clausthaler Silberhütte führt ein gut bezeichneter Weg über den Wenter- berg(521 m) und Iberg(s. S. 197 Nr. 5) nach Grund. Schulenburg nach Romkerhalle. Radfahrer fahren auf der Chaussee Radfahrer fahren entweder von dorthin. 1,7 km hinter der Claus- Claustal über Altenauer Silberhütte taler Silberhütte links ab; starke (8,8 km) nach Oker(12,6 km) oder Steigung, dann Fall.(Vorsicht!!) durch Zellerfeld, dann rechts ab Insgesamt 10,4 km. über Ober-Schulenberg nach Oker 22. Nach Kamschlacken und der (20,9 km). Hanskühnenburg s. Route 26. 23. Route: Von Goslar über Seesen nach Grund. Über Station Neuekrug gelangt der Zug nach (26,5 km) Seesen(209 m), braunschweigisches Städtchen mit 5500 Einwohnern. Radfahrer fahren auf mittelmäßiger Straße über Langelsheim nach Seesen, 24,5 km. Wer direkt nach Grund will, fährt nicht über Seesen, sondern über Zellerfeld-Clausthaler Silberhütte nach Grund(28,7 km) oder kürzer über Auerhan— Bockswiese— durch das Spiegeltal— Wildemann nach Grund(26,2 km). Seesen ist Knotenpunkt der Bahnlinien: 1. Berlin— Kreiensen— Aachen. — 2. Seesen— Neuerrug— Langelsheim— Goslar, 23 km.— 3. Seesen—(5 km) Münchehoh—(12 km) Gittelde—Grund—(19 km) Osterode—(32 km) Herzberg. 4. Seesen— Börssum(Braunschweig, Magdeburg, Berlin). Braunschweigische Landesbahn von Seesen über Derneburg nach(75 km) Braunschweig in 3 ½ St. für II. Kl. 3,40, III. Kl. 2,20 Mk. Gasthöfe. Hotel Kronprinz, am Markt, Mittagstisch 1,75 Mk.— Bahn- hofs-Hotel.— Wälhelmsbad.— Goldener Löwe.— Stadt Braunschweig.— Blauer Engel.— Vor der Stadt am Kurpark und Walde gelegen: Kurhotel zum Grúnen Jäger..—. Bäder: Warme Bäder im Kurhotel und bei Möker am Markt; Schwimm- bassin 5 Min. vor der Stadt. Auskunft und Wohnungsnachweis erteilt sowie Prospekte versendet der Magistrat, ebenfalls der Harzklub. Literatur: Bege, Geschichte der Stadt Seesen(Wolfenbüttel 1846). Die Stadt, deren Straßen breit und gerade angelegt, kanali- siert und auch zumeist mit Bäumen bepflanzt sind, gewährt einen freundlichen Eindruck. Im Mittelpunkte liegt, umgeben von Gartenanlagen, das Kriegerdenkmal; zur Seite das Amts- gericht, ein altertümlicher Bau, hervorgegangen aus dem alten Seeschloß Sehusaburg. In der Nähe des Bahnhofs liegt die Nahausen N — olE uMeEGEND Duree — von SEESEN/— P,h 1:80 000— A 1 Kilom.—f m Suristenuor 2 Senursenansſ Herrhausen — — 6 S S L nl Decherues 2 8 tenp N Aò 4 2— videmaun * Richters„Harzt o- 23. Route: Von Goslar über Seesen nach Grund. 193 weitbekannte Jakobsonschule(Realschule mit Realprogymnasium), verbunden mit einem Internate, im Jahre 1801 von J. Jakobson gestiftet. Seesen, Kreuzungspunkt mehrerer Bahnen, ist anmutig gelegen und neuerdings sehr beliebt als Sommerfrische. Es bildet die Westpforte des Harzes und sollte der schönen Ge- birgsszenerie wegen unbedingt aufgesucht werden. Eine schattige Allee verbindet die Stadt mit dem von dem bekannten Pianofortefabrikanten William Steinway in Neuyork begründeten mit Forellenteichen versehenen Kurpark(Steinway-Park) da- selbst und dem diesen umschließenden Gebirge, dessen Tore hier von gewaltigen waldbedeckten Bergkegeln in Höhe von 400 bis 500 m gebildet werden. Das inmitten von Tannen- waldungen gelegene Kurhaus Grüner Jäger bietet bei mäßigen Preisen vorzüglichen Aufenthalt. Beachtenswert für den Ge- ognosten sind die von hier bis über Nordhausen hinaus im Zech- stein sehr zahlreich auftretenden trichterförmigen Senkungen der Erdoberfläche, teils leer, teils mit Wasser gefüllt, welche Tiefen von 30— 40 m erreichen. Ein solcher mit Wasser ge- füllter Trichter, der„Reddekolk“, dient jetzt als Badeanstalt. In Seesen wurde 1886 der Harzklub gegründet; von hier aus zählen auf der Harzroutenkarte auch die Wege. Umgegend: Kleinere Spazlergänge.: 1. Vom Garten des Kurhauses aufwärts steigend, oder vor dem Hotel von der Straße nach rechts abbiegend, erreicht man in 15 Min. den Herrhäuserblick mit lieblicnem Ausblick auf die reiche Ebene; von dort in 15 Min. nach der Stadt zurück. 2. Vom Kurhotel auf der Haupt- straße weitergehend, gelangt man in 30 Min. nach der Schildau- Köte. Der Weg führt durch hohen Fichten- und Buchenbestand; an der wild schäumenden Schildau entlang läuft der viele Abwechslungen bie- tende Forellenstieg neben der Haupt- straße her. Die Köte ist ein auf der preußischen Seite gelegenes Waldarbeiterhaus, gegenüber liegt das Forsthaus Neckelnberg(Erfrischun- gen!¹). Der Platz ist rings von hohen Bergen umrahmt, die einen groß- artigen Anblick gewähren, auf dem Hausschildber g die Trümmer einer alten Burg. Riohters Harz. 3. Man verläßt 5 Min. hinter dem Grünen Jäger bei der Wald- brücke die Hauptstraße und wendet sich nach links geradeaus in das liebliche Granetal oder man wendet sich am Paychesitz vorbei über die Wilhelmsschneise auf die nördlichen Vorberge, um durch das Granetal zurück zu gelangen. 4. Man biegt vor dem Granetal nach rechts ab und schreitet, immer am Waldesrande entlang, zu den von Fichten umschlossenen Ruhe- bänken(10 Min)., von denen man einen entzückenden Überblick auf Wald, Wiese und Stadt genießt. Bei weiterer Verfolgung dieses Weges erreicht man in 25 Min. die Haupt- straße, von der man durch höhere Berge getrennt war, etwas hinter der Köte(s. o.) wieder. Größere Ausflüge. Vornehmlich wird der oben erwähnte Touristen- weg I. O., der von Seesen aus in den Harz hineinführt(Weg 1), benutzt. 13 194 23. Route: Von Goslar über Seesen nach Grund. Diese Straße ist Brombergköpfe(herrliche Aus- sicht auf das Tal der Innerste mit Lautental und die Harzberge, im Hintergrunde der Brocken). Von Für Radfahrer. anfangs gut, aber steigend; später für Radfahrer unfahrbareSteigung und schlecht; vor Lautenthal starker Fall(Vorsicht¹¹). Seesen Lautenthal hier kann man hinunter nach Lauten- 11,0 km. tal oder weiter nach dem Keller 4. Von demselben führt hinter(½ St., s. unten). der Ziegelei(10 Min.) nach links 3. Man wendet sich bei der Köte Ai en üher den 4 Lei S, nach nach rechts und erreicht auf dem angenberg(2 ¼ St,), von Touristenwege I. O, 4 A in 17½ 8t dort weiter nach Langelsheim(1 St.) den K ell er, einen'alten Eenengs⸗ oder über Forsthaus Lindthal am 1 3 5 Gruben-Wasserweg entlang nach punkt der Harzstraßen, von hier Wolis bld5 4. weiter in 1 St. nach Grund oder Volfst(1 4); on beiden Orten 4 14 nach Goslar(im ganzen 5 St.) in ½ St. auf dem Touristenwes 5 4 I. O. 5 A nach Wildemann. 2. Man bleibt auf der Haupt- straße(1 A) bis zur Köte(àℳ St.) und geht von hier geradeaus(Weg gangspunkt in Münchehof, der 1 B) über den steilen Berg in 1 St. ersten Station auf der Linie Seesen— nach Lautenthal(S. S. 183). Gittelde(Grund). Man überschreitet Münchehof das Bahngleis und 4. Letzterer Weg hat. seinen Aus- Etwas hinter der Köte und ferner bei von dem Steilen Berge abwärts gelangt, an dem Pandelbach aufwärts steigend, in 1 St. nach benutze man abkürzende Fußwege. Von der Höhe des Steilen Berges führt nach rechts ein sanft an- steigender Weg in ½ St. auf die Die Bahn führt von Seesen über Haltestelle Munchehof nach Station Gittelde, braunschweigischer Flecken mit 1500 Ein- wohnern. Reisende, welche nach Bad Grund wollen, verlassen hier den Zug, um auf die Kleinbahn überzugehen, die sie in 17 Min. nach Grund bringt. Sieben Züge in beiden Richtungen. von Gittelde nach Grund(5 km) fährt im Anschluß an die Eisenbahn- züge eine Kleinbahn. Preis II. Kl. 40 Pf., III. Kl. 30 Pf. Fußweg von Gittelde nach Grund(1 St.). Vom Bahnhofe gehe man links übers Feld am Dorfe Windhausen vorbei, am Ausgang desselben rechts über die Brücke und links bergan zum Walde bis zur Schutzhütte„Bremer Höhe“. Dann links zirka 300 Schritt am Waldessaum eentlang und rechts weiter an der Villa Knollen, Grüne Tanne vorbei nach Grund. Weg von Wildemann nach Grund, Sehr schöner Waldweg, besonders Touristen zu empfehlen. Radfahrer fahren auf der Chausee, 2,9 km südlich von Wildemann rechts ab; Steigung und Fall(Vorsicht) 5,0 km. Von Clausthal nach Grund(2 St.) Chaussee über Süberhütte, bis die Innerste neben dem Wege fließt, 25 Min. L. auf steinerner Brücke über den Fluß unter der Bahn durch, Fußweg rechts bis vor den Wald, wo steiler, kurzer Weg zur Forstchaussee führt. Hier geradeaus zur Hauptchaussee. Auf dieser links 150 Schritt weiter, wo dann links Fußweg abzweigt, hinab über Wiemannsbucht nach Grund oder von der Silberhütte ab links über den Wasenberg, Stillen See zur Forstchaussee und dann wie oben weiter. Gut bezeichnet und zu empfehlen! Radfahrer fahren über Clausthaler Silber- hütte noch 1,7 km hinaus; dann links ab. Steigung und Fall.(Vorsicht!) Insgesamt 10,4 km. Grund(303— 330 m), Station der Kleinbahn Gittelde— Grund, die älteste der sieben Bergstädte, mit über 2200 Einw., ist wegen seiner hübschen, geschützten Lage und seiner ebenso dem Keller. Von Wildemann und Lautental führt die Harzbahn in 1 St. nach Seesen zurück. —— 23. Route: Von Goslar über Seesen nach Grund. 195 schönen wie mannigfaltigen Umgebung ein beliebter klimatischer Kurort. Ein ausgedehntes und trefflich gepflegtes Wegenet⸗z mit vielen Ruheplätzen zieht sich rings um den Ort und er- möglicht die bequeme Erreichbarkeit der zahlreichen schönen Punkte. Wasserleitung und Kanalisation. Städtisches Kurhaus. Berginspektion. Oberförsterei. Orts-Fernsprecheinrichtung und Sprechverbindung mit Berlin, Hamburg, Hannover, Magde- burg usw. Gasthöfe. Römers Hotel Rathaus. Z. inkl. Fr 2,25— 3 Mk., Mi. ,75 Mk. ohne Weinzwang, 2 Mk. mit Weinzwang, P. 4— 5 Mk Omnibus am Bahnhof. — Städtisches Kurhaus, am Marktplatz, mit Konzertgarten und Spielplätzen. Z. mit Fr. v. 2 Mk. an. P. v 4 Mk. an. Mi. 1 Uhr 1,75 Mk.— Hotel Schützenhaus, mit großem Garten.— Bahnhofshotel, mit Garten. Z. mit Fr. V. 1,75 Mk. an. Mi 1,50 Mk. P. v. 4 Mk. an.— Kestaurant und Pension Erholung zur Laubhutte. 25 Min. von Grund. Mi. 1,25 Mk. P. v. 3,50 Mk. an. Empfohlen. Restaurants außerhalb: Wiemannsbucht(30 Min. entfernt), Therger Kaffeehaus(20 Min. entfernt), Therger Aussichtsturm(1 Stunde entfernt). Für Unterhaltung der Badegäste wird durch eine Badekapelle, durch musikalische Abendunterhaltung, Vorträge, Kurtheater, Illumination, ge- meinsame Waldausflüge u. dgl. m. gesorgt; Tennisspielplätze vorhanden. Den Mittel- und Sammelpunkt des Badelebens bildet das Kurhaus. In demselben sind Konversations-, Musik-, Lese-, Spiel-, Billard- und Restau- rationszimmer eingerichtet, und der damit verbundene große Saal dient zu- gleich zur Abhaltung von Konzerten, Bällen und Vergnügungen aller Art. Uber 250 Sommerwohnungen, auch solche mit Küche. Behufs Be- sorgung von Wohnungen wende man sich an die Kurkommission oder an den Harzklub: Postverwalter Winter. Bade- und Wasserheilanstalt des Pr. Paul Kestner neben dem städtischen Kurhause. Neu und komfortabel. Alle Arten Bäder.. Kurtaxe. Bei einem Aufenthalt von 3— 10 Tagen: 1 Person 2 Mhk., bis 3 Personen 3 Mk., über 3 Personen 4 Mk.— Bei einem Aufenthalt von mehr als 10 Tagen: 1 Person 6 Mk., 2 Personen 9 Mk., 3 Personen oder mehr 10 Mk. Kinder und Dienerschaft frei. Wintersport. Bedeutend. Ortsgruppe des Oberh. Skiklubs. Zweisp. Fahrschlitten 20 Mk. täglich. Literatur. Trenker, der Kurort Grund. Clausthal 1885. Geschichtliches. Grund reicht mit hundert später, 1626, wurde der seinen Anfängen bis in die Zeit Hein- aufblühende Ort durch Tillys Truppen richs des Löwen(1129— 1195) zurück. gänzlich zerstört. Nur sehr langsam Geschichtlich ward Grund 1405 erholte sich Grund von diesem zuerst als Forstort„im Grunde“ Schlage, zumal auch der Bergbau genannt. Ihr rasches Emporblühen daniederlag und Versuche, diesen im 16. Jahrhundert verdankt die zu heben, immer nur von kurzer Stadt der Herzogin Elisabeth, der Dauer waren. Erst durch das 1855 Witwe Herzog Wilhelms II.(† 1513), gegründete Bad und den stets be- die in Gittelde ihren Witwensitz deutender werdenden Touristen- hatte. Sie baute hier Hütten für verkehr, im Verein mit dem in die in den Bergen zerstreut wohnen- hoher Blüte stehenden Bergwerks- den Arbeiter, die im Eisensteinberg- betriebe, ist in Grund Wohlstand werk des Iberg arbeiteten. Ein Jahr- eingekehrt 23. Route: Von Goslar über Seesen nach Grund. Das Bad. An die Stelle der früheren primitiven Bade- anstalt ist seit 1901 Dr. Kestners Kurbad, Bade- und Wasser- heilanstalt getreten, bei deren Erbauung die Fortschritte der einschlägigen Technik Berücksichtigung fanden. Vorzugs- weise werden Fichtennadelbäder bereitet. Die Bereitung ge- schieht durch Abkochung der frisch gesammelten Nadeln der Fichte oder mit Zuhilfenahme von Fichtennadelextrakt. Außer- dem werden die verschiedensten Arten von medizinischen Bädern sowie Dampfbäder, Sauerstoff- und Kohlensäurebäder, Dampf- duschen, Einpackungen und Fango-Behandlung verabreicht und das gesamte Wasserheilverfahren und die physikalische Therapie der Jetztzeit in Anwendung gebracht. Einrichtung für Luft- und Sonnenbäder, Inhalationen vorhanden. Dem ärztlichen Leiter steht ein geschultes Personal zur Seite. Behandelt werden chronische Leiden, rheumatische und besonders Krankheiten nervöser Art. Die gebräuchlichsten Mineralwasser sind stets vorhanden. frische Müch ist stets und in vorzüglicher Qualität zu haben, Eine 80 m lange Wandelbahn bietet Schutz für die Kurgäste an regnerischen Tagen. Umgebung: 3. zum Hübichenstein(15 MIn). Die Zeche hinauf und dann au 1. Dor Knollen( 8 einem der zu beiden Seiten des Hohl- Beim Postamt den Berg Totcmann weges führenden Promenadenwege hinauf. Prächtiger Blick auf Grund. bis zu dem 40 m hohen grotesken Schöne Promenadenwege führen Doppelfelsen„Hübichenstein“(430m). zum Knollen, schöner Blick ins freie Der kleine Felskegel ist besteigbar Land von der Bremer Höhe. Es und bietet eine begrenzte, aber sehr empfiehlt sich, vom Knollen nach schöne Fernsicht. Seit 1895 trägt der Laubhütte(Restaurant) hinabzu- der Große Hübichenstein ein Kaiser- gehen(15 Min.) und von dort auf denkmal: ein gewaltiges Medaillon- der Chaussee oder über den Eichel- bild Kaiser Wilhelms I., von Lorbeer- berg nach Grund. Die reichhaltigste zweigen und der Kaiserkrone eine Silbergrube des Harzes,„Hülfe schlossen, und die höchste Spitze Gottes“, liegt zwischen Totemann und des Felsens krönt ein Kolossal-Adier. Knolleh. Das Denkmal ist aus Bronze. Ge- 2. Der Königsberg. wicht zirka 18 Zentner. Die Waldpromenadenwege des Der Anblick, den der jetzt nach Königsberges gehören zu den schön- der dem 1bergr Railcehause. uwan sten in der ganzen Umgebung von kehrten Seito Wenp ESleEie deSan Grund. Vorzugsweise wird der soge- mit dem Denkma Larbie eb, 18 nannte Lange Weg von den Grundner tatsächlich imponierenc Kurgästen begangen. Dahin im 4. Winterberg.— Kelstal hinter dem ersten Hause l., Der Winterberg zeichnet sich kurz bergan, über Klingenbergs Er- durch schroffe Felswände und holung und dann am Gehänge des Klippen aus, von denen man wunder- Gittelder- und Königsberges entlang schöne Aussichten in tiefe Gebirgs- bis zum Hübichenstein(1 St.). täler und weit in die Vorlande hinauf 23. Route: Von Goslar hat, besonders von dem Winterberger Pavillon; dahin die Zeche hinauf nach dem Hübichenstein, an diesem links vorüber, geradeaus den Pro- menadenweg nach der Doppmeierei (20 Min.). Weiter auf kurzem Zick- zackweg und den Fußpfad am Ge- hänge des Winterberges,„Klippen- weg“ genannt, und dann den breiten Fahrweg vor hohem Fichtenbestande rechts bergan. Von diesem zweigt sich rechts ein Fußpfad ab, der in allmählicher Steigung zum Winter- berge bergan führt.(¹4 St.) 5. Der Iberg, dessen Kuppe ein eine bedeutende Fernsicht bietender neuer Aussichts- turm(mit guter Restauration) krönt, ist ohne Zweifel der Glanzpunkt der Grundner Landschaft. Jedem, der nur kurze Zeit in Grund ver- weilen kann, ist deshalb sehr an- zuraten, vor allem am Hübichen- stein vorbei zum Iberger Kaffeehaus (15 Min.) zu wandern, dann den Promenadenweg rechts weiter zu der 1875 wieder aufgefundenen und zugänglich gemachten Troptfstein- höhle(10 Min.). Die Höhle ist Sonn- tags, Mittwochs und Sonnabends von 4— 7 Uhr geöffnet und wird dann durch 25 Spiegellampen erleuchtet. Eintritt 25 Pf. Die Höhle enthält prächtige Tropfsteingebilde und ist neuerdings durch die Entdeckung weiterer Kammern bedeutend ver- größert. Gleich oberhalb der Höhle mündet in den Promenadenweg nach Wildemann ein breiter Spazierweg, der in allmählicher Steigung links am Gehänge des Iberges zur Bismarcks- klippe(10 Min.) führt. Herrlicher Blick ins Teufelstal. Der hier sich rechts abzweigende Weg führt zum Iberger 4Aussichtsturm(10 Min.). Großartiges Rundgemälde nach Süd- westen bis Nordhausen, nach. Nord- westen bis zum Wohldenberge. Der Weg geradeaus von Bismarcksklippe 4 4 97 über Seesen nach Grund. 197 führt zur Maibohmshöhe, einem herr- lichen Aussichtspunkte. 6. Zum Voßhai mit herrlichen jungen Waldbeständen und tadel- losen Promenadenwegen, leider je- doch mit verwachsenen Ausblicken. Dahin über den Iberg bis zum Schweinebraten, dann auf dem sich rechts abzweigenden Fußweg zum Schweinehagen mit dem Trenkner Pavillon(sehr schöne Aussicht in das romantische Teufelstal und auf den massigen Iberg) zurück nach Grund(1 ½¼ St.). 7. Zum Spitzigen Berg, Aussichts- punkt. UÜUber den Schweinebraten den rechts neben dem Fahrwege nach Wildemann ansetzenden Fuß- weg am Gehänge des Spitzigeberges entlang(½ St.). Schönste Aussicht in eine echte oberharzische Gebirgs- landschaft. 8. Zur Wiemannsbucht(Restau- ration ½ St.), inmitten dunkler Fichten wahrhaft idyllisch gelegen. Auf der Claustaler Chaussee ent- lang, bis diese sich links wendet, dann den Promenadenweg geradeaus zur Wiemannsbucht. . Zum Eichelberger Pavillon (5 Min.). Neben dem Bürgermeisteramt oder am Brauhaus hinauf und dann auf einer Wiese entlang. Die Aus- sicht vom Eichelberger Pavillon auf Grund und nächste Umgebung ist die weiteste und entzückend schön. 10. Zum Eichelberg. Die Rund- und Fernsichten von den Hängen und Höhen sind von solch ma- lerischem Reiz, wie man ihn selten im Harze findet. Dahin über Wiemannsbucht, in der Wiemanns- buchter Kappe hoch, die Forst- chaussee am Kalteborn weiter bis zu Kaysers Eiche, oder über Wie- mannsbucht, Taternplatz, Düstere Tannen zu Kaysers Eiche und durch das Eichelbachtal nach Laubhütte. (Ges. Tour 2 St.) Entfernungen. Ruine Staufenburg 1 ¾ St., Osterode 3 St., Frankenscharner Silberhütte(Silberblick) 1 St., neues Poch- werk, das größte Deutschlands, 1 ¼ St., Clausthal und Zellerfeld 1 ⁄½ St., Okertal 3 ½ St., Goslar 4 St., Harzburg 4 St. Bel längerem Aufenthalt ist die Anschaffung von Winters Promenaden- plan(Preis 50 Pf.) zu empfehlen. 198 24. Route: Von Clausthal nach Osterode. 24. Route: Von Clausthal nach Osterode. Von Clausthal aus über Lerbach nach Osterode(15 km). bost und Postomnibus täglich je einmal in 2 ½ St. Vom 15. Mai bis 15. Okt. tägl. 3 mal in jeder Richtung Autoomnibus- verbindung zwischen Clausthal— Lerbach— Osterode. Fußgängern sei die alte Straße empfohlen, 2 ¼ St. (s. unten). Für Radfahrer. Bis zum Gasthaus Ziegelhütte ziemlich eben; dann starke Steigung bis zur Gabelung(5,1 km); hierauf sehr starker Fall in Win- dungen(Vorsicht!) bis Lerbach und weiterer Fall bis Osterode(8,9 km). Die neue Chaussee führt(9 km) nach Lerbach(350 m), einem schön gelegenen, langgestreckten Dorf mit 1500 Einw., Waldarbeitern sowie Arbeitern der dortigen Eisengießereien. Gasthöfe. Hotel Schüútzenhaus(Kurhaus), neu erbaut und komfortabel, mit Garten und Veranda. Z. von 1,50 Mk., volle P. von 3,50 Mk. an. Recht gut.— Gasthof Glückauf und Sauerbrei, einfach. Badeanstalt mit Bädern aller Art, besonders Fichtennadelbädern. In- halationsräume. Sommerwohnungen. Z. mit 2 Betten von 5 Mk. wöchentl. aufwärts. Harzklub. Auskunft bei Rentner Müller. Lerbach ist eine der billigsten Sommerfrischen des Harzes. Grauwackesteinbrüche. UÜberaus lohnende Aus- flüge, die unter Clausthal beschrieben sind, macht man von Lerbach aus. Buchen- und Nadelwald ist in unmittel- barer Nähe. Ein Glanzpunkt der Umgegend ist die nahe Kuckholsklippe(571 m), mit 15 m hohem Aussichtsturm; weiter Blick in das Land, vom Kyffhäuser bis zum Meißner und den Gleichen, nach N. auf das Hochplateau von Clausthal. Fußgängern, welche von Clausthal direkt nach Osterode wollen, sei die zwar beschwerlichere, aber interessantere, alte Straße empfohlen, die viele, prächtige Aussichtspunkte bietet. Lerbach berührt diese Straße nicht. von Grund nach Osterode. Mit der Kleinbahn von Grund nach Gittelde oder Chaussee oder Fußweg über den Knollen zur Bahnstation Gittelde(5 km). Von dort Bahn bis Osterode 16 Min. Von Grund direkt nach Osterode führt der Weg über Wiemannsbucht, Kaysers Eiche, Hahnebalzer-Teiche, Chaussee Clausthal— Osterode, rechts weiter zum Heiligenstock oder von der Wiemanns- hucht. Stillen See bis zur Clausthaler Silberhütte, im Tal der Innerste aufwärts. Derweg mündet vor dem ChausseehausHeiligenstock in die Clausthal— Osteroder Chaussee. Radfahrer fahren am besten über Laubhütte, Windhausen(4,0 km)— inks ab nach Osterode(9,7 km). Über Clausthaler Silberhütte dahin 20,4 km. Osterode(230 m) an der Söse ist eine preußische Kreis- stadt der Provinz Hannover, einschließlich des Vorortes Frei- heit mit zirka 8900 Einwohnern. Landratsamt, Amtsgericht, Oberförsterei, Realgymnasium, Reichsbankstelle, Gewerbeschule, Handelsschule, landwirtschaftliche Winterschule. 6 21. Route: Von Clausthal nach Osterode. 199 Gasthöfe. Kaiserhof. Elegantes Haus. Sehr empfohlen. Z. mit Fr. 2,50— 4,25 Mk.— Deutscher Hof, am Markt. Z. mit Fr. v. 2,50— 2,75 Mk. Sehr gut. Abfahrtstelle der Post nach Clausthal.— Bahnhofshotel, Z. mit Fr. v. 2,50 Mk. an.— Englischer Hof. Z. mit Fr. 2,75 Mk.— Preu bischer Hox†, neben der Post, Z. 1,50 Mk.— Zum Kronprinzen. Z. 1,25— 1,75 Mk.— Krone. — Gasthof zum Deutschen Kaiser, am Markt, Z. v. 1 Mk. an.— Kurhaus Zum Sösetal.— Zur Schweiz.— Am Walde Kurhaus Zur Erholung. Am Uehrder Berge mit großem Garten. Komfortabel. Für längeren Aufenthalt besonders geeignet. Restaurants. Englischer Hof, am Markt, mit Konzertgarten. Rats- reller.— Erholung.— Kurpark.— Petershülte. Pension in den Gasthöfen 3,50— 5 Mk. täglich. Eisenbahn. Osterode ist Station und Haltestelle„Osterode Süd“ der zahn Herzberg— Seesen und der Kleinbahn Osterode— Kreiensen.— Klein- bahn nach Kreiensen(32,7 km) in 1 ½ Stunden. Bahnhof 10 Min. nordwestl. Kraftomnibus im Sommer täglich zweimal über Riefensbeek, Kamm- schlacken, Dammhaus nach Altenau, und dreimal Lerbach— Heiligenstock— Buntenbock-Clausthal-Zellerfeld. Post nach Clausthal— Zellerfeld(15 km) über Lehrbach in 2 ½ St., dreimal täglich im Anschluß an die Bahnzüge. Fahrpreis 1,50 Mk. Wartezimmer, Abfahrt und Ankunft Hotel Deutlscher Hoy. Auskunft durch das Kurkomitee, Kaufmann 4. Nätsch, Gemüsemarkt 66. Badeanstalten. Im Lindenbergbad Bäder aller Art. Außerdem ein nach modernsten Mustern eingerichtetes Sschwimmbad in nächster Nähe der Stadt. Luft- und Sonnenbad. Alter, schattiger. 9 Morgen großer Kurpark, woselbst Konzerte während der Saison. Kurfrequenz zirka 300 Kurgäste. Wintersport. Schlittenpartien durch das Söse- und Lerbachtal. Ober- harz. Skiklub. Rodelsport. Literatur. Renner, Nachrichten von Osterode 1833. Führer und Karte von Osterode, herausgegeben vom Harzklubzweigverein.— Fenkner, Osteroder Geschichten, Osterode 1905.— Prospekt, herausgegeben vom Kurkomitee. Osterode ist eine der ältesten Touristenstationen des Harzes. Für das gesamte Wandergebiet des Oberharzes bildet Osterode sozusagen das Eingangstor. Auch als Fabrikstadt ist es nicht unbedeutend. Die Woll- warenfabrikation, Jutespinnerei und Gerberei stehen hier in hoher Blüte. Holzwarenfabriken sowie bedeutende Likör- fabriken. Die Gipsbrüche in den nahen Zechstein- felsen beschäftigen viele Arbeiter. Osteroge, die Geburtsstadt Tilman Riemenschneiders, ist als Stätte der modernen Kunst hochbedeutsam. Die Erzeugnisse der kunstgewerbl. Anstalten— sie beschäftigen mehrere hundert Bildhauer und Kunsthandwerker— gelten im In- und Auslande als tonan- gebend auf dem Weltmarkte. Geschichtliches. Osterode hat Welfen; im 13. Jahrhundert erhielt seinen Namen als Gegensatz zu dem derselbe Stadtrechte. Im 18. Jahr- ehemaligen Amtssitz Westerhof er- hundert nahm mit dem Emporblühen halten. Daß der Name von der des Bergbaues auch der Wohlstand Göttin Ostera herstamme, ist nicht der Stadt zu; hierzu kam ein industri- denkbar, da die Stadt späteren Ur- eller Aufschwung des vorigen Jahr- sprungs ist. Er erscheint erst zu hunderts. Auch als Sommerfrische Anfang des 12. Jahrhunderts. 1143 erfreut sich Osterode eines steigen- kam der Ort in den Besitz der den Verkehrs. 200 24. Route: Von Clausthal nach Osterode. Sehenswürdigkeiten. Am Rathause hängt eine sog.„Hünen- rippe“, ein fast 2 m langer fossiler Knochen eines Sauriers, der in den nahen Mergelgruben gefunden wurde. Die Markt- kirche, ein romanischer Bau, dessen Gründung dem heiligen Bonifazius zugeschrieben wird. Darin Grabsteine der Gruben- hagener Herzöge aus dem 16. Jahrhundert. Die Uberreste der alten Burg Osterode vor dem Johannistor im städti- schen Kirchhof mit 35 m hohem Turm; Aussicht auf die Stadt und die Berge des Sösetals. Ursprünglich die Residenz des Dreißigjährigen Kriege wurde sie Kaisers Lothar(1130), war die Burg zerstört. später im Besitze der Welfen. Im Beachtenswert sind ferner: Die Marienkirche mit Kreuz- abnahme und geschnitztem Flügelaltar. Die Johanneskirche, angeblich 724 gegründet, im 16. Jahrhundert restauriert; da- neben die Hechenbachsche Gruft mit Reliefplatte an der oberen Türhälfte. In der Wagestraße die Ratswage, Fachwerkbau von 1653 mit Holzschnitzarbeit. Straße nach Schwiegershausen, auf Umgebung. Der Uehrder Berg dem Wege(4 St.) die Wüstung ½¼ St. südl. von der Stadt mit ge- schmackvollen Anlagen und Ruhe- Besingen, ein im Dreißigjährigen plätzen. Von der Straße nach Nort- Kriege zerstörtes Dorf. heim links führen mehrere Wege Der sSchützenpark beginnt östl. bergaufwärts. Vom höchsten Punkte, von Osterode bei der oberen Söse- dem Georgspavillon, prächtige Aus- brücke. Von hier gelangt man links sicht. Weiter südwestl. in 3 Min. ins Sösetal, rechts über die obere zu einem Wartturm der alten Stadt- Brücke nach Fuchshalle(10 Min.) befestigung, 5 Min. weiter nord- oder den Schneiderteichen(4 St.) westl. die Leipzig-Eiche. Von Osterode nach Grund.(3 ½ Das Bürgerwäldchen, Karlsruhe Stunden). Zwei Wege: 1. Auf der (4 St.), liegt rechts ven der Nort- alten Harzchaussee(3 F), auf dem heimer Straße. Weiter auf der„Hengstrücken“ entlang; Aussicht Straße über die Hõöhe, wo rechts ins Lerbach und Bremketal und auf der Wald aufhört, gelangt man Osterode. Auf der Chaussee weiter rechts ab in ½¼ St. zum Sedanturm, über Lerbach bis zum Heiligenstock einem 14 m hohen Turm mit um-(1 ¼ St., Restaurant). Von hier auf fassendem Rundblick. Er liegt auf der neuen Chaussee(3 E) bis zur der Hüttenspitze, dem höchsten Gipfel Höhe, dann links abbiegend einige der Osteroder Kalkherge, welche den Minuten auf der Straße ins Innerste- Botanikern reiche Ausbeute bieten. tal, wieder links(4 B) über die Die Teufelsbäder, 3 km südöstl. Hahnebalzer Teiche und Wiemanns- von Osterode, links von der Chaussee bucht nach Grund. nach Herzberg, zwei umwaldete, 2. Etwas näher. Zunächst wie dunkle Teiche. Daneben das Teufels- in Nr. 1 angegeben. Bei den Schützen- loch, ein Erdfall. hofzelten biegt man links ab über Die Jettenhöhle(s. Route 29), liegt Freiheit und gelangt durch das 1 ½ St. weiterhin rechts von der Brembetal auf den vom Harzklub gut Straße hinter dem Gute Düna. bezeichneten Wegen über die Kaysers Der Klinkerbrunnen, eine Höhle Eiche nach Grund. Bei der Kaysers im Kalksteinfelsen, liegt 1 St. süd- Eiche gelangt man auf den unter westl. von Osterode, links von der Nr. 1 beschriebenen Weg. 25. Route: Altenau. 201 von Osterode durch das Söse- weg teilweise zu benutzen) nach tal auf den Brocken(8— 9 St.). der Stieglitz-Ecke. 10 Min. von hier Auf der neuen Chaussee längst der liegen die Hammersteinklippen mit Söse ins Sösetal nach dem(3 km) prachtvoller Aussicht.— Auf dieser scheerenberg, romantisch gelegen, Straße ostwärts 45 Min, weiter die Häusergruppe links ist eine über das Sonnenberger Wegehaus Bleiweißfabrik.— Von hier durch und geradeaus am Oderteich vorüber (10,5 km) Riefensbeek(gute Restau- auf die Harzburg— Braunlager rationen v. Klapprodt und Mengler), Chaussee(25 Min.), links ein- mit Oberförsterei, nach der Försterei schwenkend auf dieselbe nach dem (12,4 km) Kamschlacken. Von hier Forsthaus Oderbrück(25 Min.) und über den Osteroder Rinderstall zu in 1 ¾2 St. auf den Brocken. den Söseklippen im Morgenbrotstal Für Radfahrer. Obengenannter (1 ½ St.) und von da zur Stieglitz-Eeke Weg empfiehlt sich auch für Rad- (½¼ Stunde) am Bruchberg. fahrer. Entfernung: Osterode— Nicht zu verfehlen ist die Dammhaus(15,4 km)— Sonnenberg Chaussee über dies Dammhaus(Fuß-(7,4 km)— Oderbrück(4,6 km). Von dOsterode nach Clausthal.(5 ½ St.) Weg wie nach Grund.(3 F. 8 B) Aussicht auf Heiligenstock. Hinter dem Wegehause am Heiligenstock rechts wieder auf die Harzchaussee. Nach 10 Min. führt auf der Höhe ein Fußpfad in 6 Min. zur Kuckholzklippe(Aussichtsturm). Wieder auf die Straße zurück; auf derselben in 2 ½ St. nach Clausthal. Von Osterode nach dem Acker(Furchthalle— Forstweg— Hanskühnen- burg(Aussichtsturm 820 m), mächtige Quarzitfelsen, 2 ½ St. Denselben Weg, bequemer und bei feuchtem Wetter über die Ackerchaussee und Jagdhaus. Von Osterode über Lonau nach Herzberg.(3 ½ St.) Vom Harzklub gut bezeichneter Weg. Der Weg führt beim Kreishaus links in die Anlagen, der Herzberger Chaussee parallel, dann als Feldweg über die Apenke in den Buchenwald; weiter an großen Termitenhaufen vorüber, das Tal der kleinen Steinau, der kleinen Schweincke und der großen Steinau durchschneidend über den Braakberg(Aussicht) nach(2 ½ St.) Lonau. Von hier im Lonau- tal in 1 St. nach Herzberg. 25. Route: Altenau. Von Clausthal nach Altenau(10,6 km)) die Chaussee in ½ St. zu einer Omnibus. Fu ßweg: Von Clausthal Wegeteilung. Man folgt bei der folge man zunächst der nach Altenau zweiten Brücke(über die erste führenden Chaussee bis dahin, wo gehts nach Forsthaus Ahrendsberg) rechts die Chaussee nach St. An- der Chaussee links(rechts gehts dreasberg abzweigt. Auf dieser nach Zellerfeld). Nach 15 Min. folgt einige Minuten weiter, dann links Gasthaus Gemkental, links führt ab schöner Fußweg nach Altenau, ein Fahrweg ab, welcher durch das zunächst über Wiese, dann einen Kalbetal auf die Harzburg-Braun- Graben und den Damm zwischen lager Chaussee und auf dieser rechts den beiden Pfauenteichen entlang, zum Torfhaus führt.— Weiterhin später wieder über den Jägersbleeker nach 20 Min. wiederum Abzweigung Teichdamm, immer auf dem be- einer Chaussee links durch das tretenen Wege weiter, am Polster- Kellwassertal, dann in 20 Min. zur taler Zechenhause vorbei und über Altenauer Suberhütte. Vor derselben den Rotenberg nach Altenau. abermals Wegeteilung. Rechts Radfahrer fahren auf der Chaussee Chaussee nach Clausthal, 8,8 km, bis Altenauer Silberhütte(S8,8 km), geradeaus weiter nach Altenau 1 km hier rechts ab(1,8 km) nach Altenau.(15 km von Oker). Gute Straße für Vom Okertal nach Altenau(8,7 km Radfahrer; allmähliche Steigung. von Romkerhalle, 14,4 km von Oker). Von Oker nach Altenau 2mal tägl. Vom Gasthaus Romkerhalle führt Omnibus für 1,50 Mk.(15 km). 202 25. Route: Altenau. Altenau(490 m) an der Oker, eine der sieben Bergstädte des Oberharzes, preußisch, hat 1800 Einwohner. Im bergum- schlossenen Wiesengrund, ist die Stadt ihrer anmutigen, hohen und geschützten Lage und ihrer herrlichen, erquickenden Luft vegen und auch weil sie von der großen Touristenstraße etwas abseits liegt, ein gesunder und ruhiger Aufenthaltsort für Sommerfrischler. Altenau wird 1914 Eisenbahnstation, da die Bahn Goslar—Clausthal-Zellerfeld bis Altenau verlängert wird. Gasthöfe. Hotel und Pension Rammelsberg. P. v. 4,50 Mk. an. T. d'h. 2,25 Mk. mit Badeanstalt, Garten, altrenommiert.— Hotel und Pension Schützen- haus, moderner Neubau, hochgelegen, P. v. 4,50 Mk. an, empfohlen.— Hotel Rathaus. T. d'h. 1,50 und 2 Mk., Z. 1— 2 Mk., P. v. 4.50 Mk. an. Höchst- gelegenes Hotel. Empfehlenswert.— Gasthof Deutscher Kaiser. Einfach, doch empfehlenswert. Z. mit Fr. v. 1,50 Mk. an. Mi. 1,25 Mk. ohne Wein- zwang.— Gebirgshotel, früher Waldfrieden, gelobt.— 10 MinutenaußBer- halb in hoher, freier Lage am Walde auf dem Wege nach Torfhaus, Wolfs- warte und Brocken: Hotel Waldgarten und Pila Margarete, hoch am Walde, mit großem Garten. Z. mit Fr. 2— 2,25 Mk., P. v. 4,50 Mk. an. Empfohlen — Falla Clara. Geschützte Veranden mit herrlicher Aussicht. Pension gut. Für längeren Aufenthalt empfehlenswert.— Pension Filla Kohrs, Z. mit Fr. 2,25 Mk., P. v. 4,50 Mk. an. Gelobt.— Hotel-Pension Villa Annenhöhe, schöne Aussicht.— Pension Kalisch, neu.— Restaurant Stöckel, gute Pension.— Gasthaus zur grünen Tanne, einfaches Bierhaus. Badeanstalt. Sol-, Fichtennadel- und andre medizinische Bäder. Restaurants. In sämtlichen Gasthöfen, außerdem bei Stöchel. Harzklub. Auskunft durch den Vorstand, Rentner Hofmeister. Kurtaxe für 1 Person 4 Mk., für 2 Personen 5,50 Mk., für 3 oder mehr Personen 7 Mk. Kinder und Dienerschaft frei. Sommerwohnungen von 5 Mk. ab pro Woche(auch mit Pension). Auskunft erteilt und Prospekt versendet die Kurkommission. Kurfrequenz. Etwa 3500 Kurgäste. Wintersport. Herrliches Sportgelände. Schlitten- und Schneeschah- sport. Neuerbauter Sprunghügel am Schultale. Ortsgruppe des Oberharzer Skiklubs.— Sportmaterial leihweise zu haben. Kurze Rodelbahnen.— Zwei- spännige Schlitten 18 Mk. täglich. Einspänner 10 Mk.— Rodelschlitten verleiht G. Baumann, Breite Straße 40, V. Bertram, Marktstraße, G. Rehren, Hotel Waldgarten. Skis verleiht G. Baumann und Schneeschuhfabrik Otto.& Sohn. Kraftomnibus im Sommer täglich 6 mal nach Oker— Goslar, 2 mal nach Clausthal-Zellerfeld, Hahnenklee, Torfhaus, Braunlage und St. Andreasberg. Postomnibus. a) Altenau und Clausthal(10,6 km): aus Altenau 7,30 vorm., in Clausthal 9 vorm., aus Clausthal 1,45 nachm., in Altenau 3,15 nachm.; pro Person 1 Mk. für jede Tour.— b) Altenau—Oker Bahnhof(15 km): 1. Fahrt: aus Altenau 6,30 vorm., in Oker Bahnhof 8,25 vorm.; aus Oker Bahnhof 10 vorm., in Altenau 12 mitt. 2. Fahrt: aus Altenau 3,20 nachm., in Oker Bahnhof 5,10 nachm.; aus Oker Bahnhof 6 nachm., in Altenau 8,15 nachm. pro Person und pro Tour 1,50 Mk. Entfernungen(für Fußgänger). Schwarzenberg 5 Min.— Polstertal ½ St.— Polsterberg 1 ¼ St.— Eisenquelle 50 Min.— Ahrendsberger Klippen 2 St.— Wolfswarte 2 St.— Dammhaus 1 St.— Siebenwochensklippen 1 ½¼ St. — Hammersteinsklippen 2 ¼ St.— Torfhaus 2 St.— Brocken 4 St.— Kam- schlacken 1 4½ St.— Romkerhalle 2 St. 25. Route: Altenau. 203 Vom Schwarzenberge(555 m) hat man einen prächtigen Blick auf die Stadt sowie nach dem Brocken. Altenauer Hüttenwerke. ist eingestellt. Umgegend. durch Harzklubschilder bezeichnet.) 1. Nach dem Nabentaler Wasser- fall, der Stellewand, Wolfswarte, Torfhaus. Brocken. Obwohl nach diesen wie auch nach anderen Punkten verschiedene Wege führen, so ist doch dem Touristen, der keine ortskundige Begleitung bei sich hat, zu raten, nur den leicht zu finden- den Hauptweg zu benutzen, der nach den oben angeführten Punkten ein und derselbe ist. Radfahrer benutzen ebenfalls diese Straße(meistens schieben; nur in umgekehrter Richtung vorteilhaft) nach Torfhaus(8,3 km). Dann zu Fuß auf den Brocken oder per Rad in schöner Fahrt nach Schierke (12,5 km). Von Altenau aus führt jetzt direkt nach Torfhaus Chaussee, bei Altenau im Schultale beginnend und über den Scheitelpunkt der Steile- wand hinwegführend, von wo man nach links einen herrlichen Aus- blick über das tief zu Füßen liegende Tal hinweg nach dem Brocken zu genießt. Der Weg nach der Wolfs- warte, prachtvoller Rundblick über einen großen Teil des Oberharzes, zweigt von dieser Chaussee oben auf der Steilewand rechts ab, und zwar da, wo die Chaussee, den freien Aus- blick hinter sich lassend, in der Richtung nach dem Torfhause zu wieder in den Wald führt. Um nach dem Nabentaler Wasserfall zu gelangen, verfolgt man von Altenau aus die Chaussee nur bis zum„Dammgraben“, dann diesen links entlang, später, wo er als wilde Flut herabstürzt, an ihm hinauf und dann wieder horizontal weiter bis dahin, wo der Graben einen unterirdischen Wasserlauf bildet; hier vom Graben ab und links auf dem ansteigenden Fußwege, von welchem alsbald nach links eine Treppe zum Nabentaler Wasser- fall hinabführt. Gebildet wird er nur nach Regenzeit von den über- (Uverall beraus interessant ist ein Besuch der Der Betrieb der Königl. Silber- und Eisenhütte schüssigen Wassern, welche der „Sonnentaler Graben“ vom Plateau des Bruchberges heranführt und bei der Nabentaler Schleuse statt in den hier beginnenden„Nabentaler Graben“ in das tiefe Nabental hinab- fallen läßt. Man kann vom Nabentaler Wasserfall auch über den Magde- burger Weg nach Torfhaus gehen. Von der„Nabentaler Buche“ führt dieser Weg, durch Harzklubschilder genügend bezeichnet, in halber Höhe der Steilen Wand zirka 10 Min. vor Torfhaus wieder auf die Altenau- Torfhauser Chaussee und dann links nach Torfhaus(1 Stunde). 2. Nach dem Dammhause Chaussee südlich aus Altenau hinaus beim Forsthaus„Rose“ vorbei(4,4 km). Haltestelle der Fahrpost Clausthal— St. Andreasberg. Im Dammhause ist Restauration. 3. Nach der Branderklippe und Schusterklippe(schöner Rundblick) links von der Chaussee ab und in zirka ½ St. zur Branderklippe. Der Weg nach der Schusterklippe zweigt schon vorher rechts ab. 4. Die schönste Promenade bei Altenau ist die mehrere Stunden lange, immer durch duftenden Tannenwald führende Grabenleitung „Dammgraben“, welche die Quell- wasser des Brockenfeldes und Bruch- berges sammelt und als Betriebs- wasser den Teichen und Gruben bei Clausthal zuführt. 5. Nach der Elsenquelle. Beim Forsthaus Rose von der Chaussee ab auf den Dammgraben; diesen abwärts, nach rechts entlang bis zur Eisenquelle, welche dicht am Graben liegt. Pavillon. 6. Nach dem Hammersteln. Ent- zückende Aussicht über die Berge des Sösetals. Bei der Eisenquelle die Treppe hinauf, nach links ge- wendet über den Bergrücken bis zur Chaussee, auf dieser aufwärts bis kurz vor der„Stieglitzecke“(höchster Punkt dieser Chaussee), wo der 204 26. Route: Die Hauskühnenburg. Weg nach dem Hammerstein rechts der Andreasberger Chaussee rechts abzweigt und wiederum rechts um ab auf die„Ackerchaussee“, diese einen Steinbruch in 10 Min. nach zirka 1 ½— 2 St. entlang, dann Fuß- dem Hammerstein führt. weg rechts ab, nach der Hans- Radfahrer fahren über Dammhaus kühnenburg. Uberall Wegweiser des zur Stieglitzecke(7,5 km) und zum Harzklubs usw.(Für Radf. s. Nr. 6). nahen Hammerstein. Man kann hier 9. Ober die Ahrendsberger Klippen auch rechts weiter fahren auf gutem zur Romkerhalle(2 ½ St.). Chaussee Wege zur Hanskühnenburg(6,6 km). nördlich an der Försterei Gemken- Zuletzt Handweiser und 10 Min. steil tal(gute Milch) vorüber zur Langen- hinaufschieben. talsbrücke(1 ½ St.). Rechts von 7. Nach der Siebenwochenklippe. der Brücke in ½ St. zum Ahrends- Dieselbe herrliche Aussicht wie vom berger Jagdhaus.(Prächtige Aus- Hammerstein. Kurz vor dem sicht ins Okertal.) In ½ St. über Dammhause von der Chaussee links die Klippen hinauf zur Romker- ab und zirka 20 Min. dem„Morgen- halle oder von der Försterei Gemken- brotstaler Graben“ entlang bis zur tal direkt nach Forsthaus Ahrends- Siebenwochenklippe, welche dicht berg(½ St.), von dort über Ahrends- unterm Graben liegt. berger Klippen nach Romkerhalle 8. Nach der Hanskühnenburg.(34 St-.). Dieser Weg wird am meisten Kurz unter der Stieglitzecke von benutzt. 26. Route: Die Hanskühnenburg. Die Hanskühnenburg(818 m) ist eine auf dem Bruchberge liegende Felsengruppe aus Quarzit auf dem Gebirgsrücken des Acker, einem der schönsten Aussichtspunkte des Harzes. Ein 12 m hoher Aussichtsturm mit Orientierungstafel sowie eine Schutzhütte des Harzklubs befinden sich hier(keine Wirt- schaft). Die Aussicht umfaßt die Orte St. Andreasberg, Kam- schlacken und Osterode, ferner Clausthal-Zellerfeld, Bunten- bock, Festenburg, Sonnenberg, Stöberhai, Ravensberg usw.; nordwestlich blickt man bis zu den Göttinger Bergen und zum Wesergebirge. Die Ssage erzählt, daß ein Raub- kranke Mutter gesucht hatte. Der ritter, Hans der Kühne, hier ge- Räuber schleppte sie trotz ihrer in- haust habe. Ursprünglich habe er ständigen Bitten auf seine Burg, sich hier vor seinen Feinden ver- Da verwünschte ihn die Jungfrau, borgen gehalten, später aber sei und der Fluch ging sofort in Er- er mit seinen Gesellen der ganzen füllung. Die ganze Burg verwan- Gegend eine Geisel gewesen. Einst delte sich in Stein. Der jetzige begegnete er auf seinen Raubzügen Quarzfelsen ist diese Burg. Un- einer schönen Jungfrau, welche im geheure Schätze sollen in demselben Walde Beeren für ihre zum Sterben verborgen sein. Wege nach der IannRühwenwurg. Von cClausthal über Kamschlacken(3 ½— 4 St.). Hinter der Zündholzfabrik an der Buntenböcker Straße rechts über die Wiese, über den Damm des oberen Teiches, den Berg hinan in den Wald. Hier in gerader Richtung weiter über einen zweiten Damm eine Höhe hinauf und steil abwärts über einen Bach nach Kamschlacken. Der aus nur fünf Häusern bestehende Ort liegt versteckt im Walde. Wirt- schaft in der Försterei. Von Kamschlacken auf der oberhalb des Ortes rechts abzweigenden Forststraße ins Sösetal, dann rechts auf dem Wege 10 L, der weiterhin mit dem Wege 10 J zusammenläuft. Die Wege sind überali be- zelchnet. 27. Route: Von Clausthal nach St. Andreasberg. 205 Radfahrer fahren von Clausthal über Dammhaus(8.0 km) zur Stieglitz- ecke(3,1 km) und hier rechts ab(anfangs nicht schön) 6,6 km. Von Osterode über Riefensbeek. Chaussee(10,5 km) bis Riefensbeek (Restaurant). Von hier unter Beachtung der Wegebezeichnungen des Harz- klubs durch das Herrental am Eichelnberg hinauf und oberhalb des Möllentals in 1 ½ St. zur Hanskühnenburg. Von Altenau(1 4 St.) s. S. 204. Von St. Andreasberg(3 ½ St.) über Sieber bis Sieber Chaussee. Radfahrer fahren nur bis Sieber(9,2 km); dann zu Fuß in 1 ½ St. zur Hanskühnenburg. Von Sieber(1 ½ St.). Schöner Fahrweg bis an den Fuß des Berges- Bei allen Wegeteilungen halte man sich links. Wo der Fahrweg aufhört, hat man bereits die Bergeskuppe in unmittelbarer Nähe vor sich. Bei dem Kilo- meterstein 8,9 kann man den Weg kürzen, indem man den Fußweg, welcher rechts aufwärts führt, einschlägt; bei Kilometerstein 9,7 kommt man wieder auf die Straße. Von Herzberg(3 ½ St.). Uber Lonau, Fahrweg(12,3 km). 27. Route: Von Clausthal über den Rehberger Graben nach St. Andreasberg. Entfernung 27 km. Von Clausthal über das Sperberhaier Dammhaus (8 km), das Sonnenberger Wegehaus(15,4 km), den Oderteich(17,5 km) nach St. Andreasberg(26 km). Post. Von Clausthal nach St. Andreasberg einmal täglich. Von Clausthal führt die Chaussee(prächtige Tour für Rad- fahrer) meist durch Wald nach Sperberhaier Dammhaus(1 ¾ St.), kleines Restaurant. Wohnung des Grabensteigers, her das Arbeitswasser für die Ma- der den Damm zu beaufsichtigen schinen der Clausthaler Werke ge- hat, über welchen vom Bruchberge leitet wird. Ein etwas näherer Fußweg führt von Claustal zum Sperberhaier Damm hinter dem Dorotheer Zechenhause links am Waldesrande entlang. Jenseits des Teichdammes geht man den ersten Waldweg rechts über die Gläserne Brücke zur Chaussee. Hinter dem Wegestein 5,5 kann man wieder ein Stück Weges kürzen, indem man links den Fußpfad bergab wählt. Man achte darauf, daß man rechtzeitig die Chaussee verläßt, um auf dem Sperberhaier Damm zum Dammhause zu gehen. Vom Dammhause führt die Straße links nach Altenau, geradeaus durch Wald auf den Kamm des Bruchberges(Weg- weiser). Von der Höhe bieten sich prächtige Blicke hinab auf Qlausthal und den östlich gelegenen Oberharz, die Altenauer Silberhütte und später ins Sösetal. Rechts führt ein Weg nach den Hammersteinklippen, einer grotesken Felspartie und über len Acker zur Hanskühnenburg. Die Aussicht von der Höhe ler Chaussee aus dehnt sich jetzt über fast das ganze Brocken- haus, im Vorblick die Achtermannshöhe. Man passiert nach 1 Std.(vom Dammhaus ab) über Stieglitzecke 28. Route: St. Andreasberg. das Sonnenberger Wegehaus(778 m). Gasthof von 4. Mendeborn. Sehr besuchtes Haus. Z. 1,75 Mk., T. d'h. 1,75 Mk., P. 4,50— 5,50 Mk. Gute und billige Verpflegung.(Wirt ein vorzüglicher Skiläufer.) Posthilfsstelle, Telegrah und Fernsprecher. Kraftomnibus nach Harzburg, Braunlage, St. Andreas- berg. Hier trennt sich die Straße nach Oderbrück und Braun- lage(links) von der nach St. Andreasberg(rechts). Die Straße rechts führt in 1 ¼ St. von hier nach S&t. Andreasberg. Um je- doch den Oderteich und den Rehberger Graben zu besuchen, folgt man der Straße links, die erst in 2 ¼ St. nach St. Andreas- berg führt. Nach 20 Min. gelangt man an den Oderteich. Der Oderteich, 724 m hoch, 1632 m lang, 150 m breit, ist der größte Teich des Harzes(bescheidenes Waldrestaurant). Es sammeln sich hier die Wasser aus den Quellen des Bruchberges und Brockenfeldes, um das für die Hüttenwerke und Gruben von St. Andreasberg nötige Aufschlagwasser dorthin zu leiten. Zu diesem Zweck wurde das bestehende Wasserbecken 1714— 1720 zum jetzigen Teiche erweitert. Von hier führt eine durch das Sprengen der Granitfelsen und durch Dammbauten gewonnene, 7235 m lange, mit Holzstämmen und Granitblöcken überdeckte Rinne bis nach St. Andreasberg; es ist der Rehberger Graben. Von dem neben dem Graben entlang laufenden Fahrwege, welchem wir folgen, bieten sich nach St. Andreasberg zu prächtige Blicke in das Odertal und auf die gegenüberliegenden Klippen, den Hahnenklee, den Achtermann und Wurmberg. Halbwegs nach St. Andreasberg, wo im Halb- kreis Bänke zur Rast einladen, führt aufwärts ein Fußweg in 15 Min. zu den Rehberger Klippen. Auf demselben Wege zurück auf den Grabenweg und in einer Stunde nach 28. Route: St. Andreasberg. St. Andreasberg(585— 670 m), preußische Stadt mit etwa 4000 Einwohnern, ist ein vielbesuchter Höhenkurort für Sommer- und Winteraufenthalt. Hauptort des Wintersports in Nord- deutschland.(Winterfeste). Der ehemals bedeutende Bergbau ist im letzten Jahrhundert sehr zurückgegangen, die vom Staate betriebenen Gruben sind sämtlich still gelegt(s. S. 208). Jetzt sind nur noch zwei Privatgruben in Betrieb, dagegen ist die Industrie eine recht blühende. Von besonderer Bedeutung sind mehrere Holzbearbeitungsfabriken sowie die Spitzenklöppelei, die meist als Hausarbeit betrieben wird. Bekannt ist Andreas- berg durch seine Zucht guter Kanarienvögel, die auch viel nach England exportiert werden. 28. Route: St. Andreasberg. 207 Eine Zahnradbahn vom Bahnhof, 430 m, bis zur Oberstadt, 610 m, ist im Bau und wird im Herbst 1912 in Betrieb gesetzt. Bahnhof. ¹½ St. südlich von der Stadt. Bahn vom Bahnhof zur Stadt (20 Pf.). Zahnradbahn. Gasthöfe. Hotel Rathaus, am Markt. Z. 1,50— 2,50 Mk., T. d'h. 1 Uh 2 Mk., P. v. 4,50 Mk. an. Gut.— Hotel Schützenhaus, oben im Orte, frei ge- legen. Z. v. 1.50 Mk. an. T. d'h. 1,75 u. 2 Mk., P. v. 5 Mk. an. Gut.— Hotel und Pension Tannhäuser, hochgelegenes, neues us, nahe dem Walde, Kurpark und dem Wintersportheim. Rings von Veranden umgeben, mit schöner Aussicht. Gelobt.— Hotel zum Deutschen Hofj, gegenüber der Post, Z. 1,50 Mk., Fr. 75 Pf., Mi. 1,50 Mk., P. v. 4,50 Mk. an, gut bürgerlich.— Bergmanns Hotel, hochgelegen, mit Bierrestaurant und Café, Z. v. 1,25 Mk an. Mi. v. 1,50 Mk. an, P. v. 4,50 Mk. an.— Hotel Hamburger Hof, nahe dem Marktplatze. Z. 1,25— 1,50 Mk., Mi. 1,50 Mk., P. 4— 4,50 Mk. Gelobt. Restaurants. Außer in den Hotels: Zum Stadtpark, mit Konzertgarten- — Bergmanns Schenke, im Gaipel der alten Grube Katharina Neufang.— Waldhaus im Wäschgrund.— Lesehalle in den Anlagen.— Büchner.— Kaiser.— Pape.— Schöne Aussicht, mit Sommerwirtschaft. Hotelwagen von dem 3 km entfernten Bahnhof zur Stadt(75 Pf.). Bäder in den Badeanstalten der Herren Maæ Schultz und Dr. Jacubasch. Luft- und Sonnenbad in der sogen.„Dorothee“. Privatwohnungen. Auskunft durch die Kurverwaltung, das Auskunfts- bureau des Harzklubs und die Hotelbesitzer. Man folge nicht den Ratschlägen der Kutscher, Postillone, Hausknechte usw. Eisenbahnverbindung mit Lauterberg(½ St.), Scharzfeld(4 St.) 7 Züge täglich, im Winter 6 Züge. Post. Nach Clausthal(22 km) in 3 St. morgens 6 Uhr. Kraftomnibus im Sommer zu allen Zügen am Bahnhof, nach Braunlage, Torfhaus, Bad Harzburg, Altenau. Fuhrwerk. Taxe: Lauterberg und zurück, Einspänner 8 Mk., Zwei- spänner 12 Mk.— Scharzfeld 10,50 und 16 Mk.— Wiesenbeeker Teich 10 und 15 Mk.— Harzburg 14,50 und 21 Mk.— Oderhaus und zurück 5 und 7,50 Mk. — Dreieckiger Pfahl, von wo 1 St. Fußweg zum Brocken, 8 und 12 Mk.— Rehberger Graben, Sonnenberg, Königshof 9 und 14 Mk.— Dieselbe Tour zurück über Harzburg 12 und 20 Mk.— Clausthal-Zellerfeld und zurück 12 und 18 Mk.— Brocken 16 und 27 Mk.— IIsenburg oder Harzburg übe den Brocken 18 und 28 Mk. und zurück 9 Mk. mehr. Kurtaxe. 1 Person 6 Mk., bis 3 Personen 9 Mk., mehr Personen 10 Mk. bei Aufenthalt von 4—7 Tagen 2, 3 und 4 Mk. Arzte. Dr. Jacubasch, Dr. Karl Ladendorf, Dr. H. Bosse. Apotheke am Markt. Harzklub. Auskunft bei RNob. Schunke, Schützenhaus, und der Kur- verwaltung. Wintersport. Ski und Schlitten, sehr bedeutend. Neue Sprungschanze. Winterfeste. Sportmaterial leihweise und käuflich zu haben. Oberharzer Skiklub. Andreasberg ist die Wiege des Harzer Wintersports. Der hohen Lage des Ortes wegen kann der Sport hier länger getrieben werden als in den meisten andern Orten. Eine große, moderne Sprungschanze nach dem Muster der Hollenholmschanze befindet sich nebst einer Ubungsschule etwa 10 bis 15 Min. nördlich der Oberstadt. Geschichtliches. St. Andreasberg gung fehlte, schürften hier mit Ge- verdankt seine Entstehung dem Berg- nehmigung der Grafen von Hohn- bau. Joachimstaler Bergleute, denen stein, und da sie hier zwei in Form es in ihrer Heimat an Beschäfti- eines Andreaskreuzes() sich schnei- 208 28. Route: St. Andreasberg. dende Erzgänge erschlossen, nannte Betrieb. Als Stadt wird Andreas- man diese erste Zeche Andreaskreuz berg 1539 erwähnt. 1796 brannte in- und die 1521 daneben gegründete folge eines Blitzschlages der größte Ansiedlung Andreasberg. Im Jahre Teil des Ortes mit der Kirche, dem 1537 waren bereits 116 Zechen im Rathause und den Schulen nieder. St. Andreasberg als Kurort war vor 30 Jahren noch fast unbekannt und konnte kaum 150 Kurgäste im Jahre aufweisen. In den letzten Jahren hat es als Höhenkurort einen bedeutenden Aufschwung genommen und wird von 2000— 2500 Kurgästen und etwa 6000 Passanten besucht. Das Höhenklima zeichnete sich durch eine Reihe von Eigentümlich- keiten aus, deren Bedeutung für den menschlichen Körper nicht zu unter. schätzen ist. Zunächst ist der Luftdruck geringer und der Barometerstanc ein niedrigerer(in St. Andreasberg 705 mm im Mittel). Die Folge davon ist, daß nach der äußeren Haut und nach den Lungen, kurz dahin, wo sich der äußere Luftdruck am Körper geltend macht, mehr Blut strömt als nach den inneren Organen. Diese werden dadurch von Blut entlastet, der Puls wird schneller und kräftiger, das Herz arbeitet zwar mehr, kann aber erhöhtes leisten und sich energischer zusammenziehen. Diese Wirkung macht sich besonders bei Herzleiden geltend. Kranke mit Asthma bessern sich fast immer. Das große Heer der Nervenleidenden findet Beruhigung, Besserung und allmählich Heilung. Blutarme und Skrofulöse passen gleichfalls hierher. Unterstützt wird die Kur durch Bäder(2 Badeanstalten) und pneu- matische Apparate und Kammern. In dem alten Park, der sog.„Dorothee“ hat die Kurverwaltung ein etwa 2 ½ Morgen großes Luft- und Sonnenbad— getrennt für Herren und Damen— angelegt mit Spielplätzen, Turngeräten, Kegelbahnen, Badebassins, Duschen usw. Der ehemals sehr bedeutende Berg- Antimon- und Feuerblende, Anti⸗- bau in St. Andreasberg, der fiska li- monglay, Arsenkies, Gaarkies, Zünder- schen Grube Samson, ist am 1. April erz, weißer Speiskobalt, Apophyllit, 1910 eingestellt worden, ebenso ist Kreuszstein, Zeolith, Granat, Lievrit, seit dem 1. April 1912 der Betrieb Pistazit, Axinit, Preknit, Feldspat der Silberhütte zum Stillstand ge- und Flußspat usw. kommen. Der Bergbau wird vor- Flora. St. Andreasberg liegt inner- läufig in der Grube„Glück auf“ und halb der subalpinen Zone, und der „Engelsburg“ von einer Privatgesell- Pflanzenfreund findet manche Selten- schaft weitergeführt. Da man in heit hier. Auf den Wiesen wächst St. Andreasberg fast die Hälfte aller im April und Mai die Morchel, blüht Mineralien der Erde findet, ist noch in Unmengen im Juni die Johannis- immer gute Gelegenheit vorhanden, blume(Arnica montana), im Juli eine schöne Mineraliensammlung zu- die Feuerlilie und der Türkenbund sammenzustellen.(Lilium bulbiferum und Martagon), Mineralien. Auf den Gangspalten der Bärwurz(Meum athamanticum) bei St. Andreasberg brachen einst die und im Grase das Brockenmoos interessantesten Mineralien, die wir(Lichen islandicum). Als Seltenheit kennen. Die Museen zeugen davon, tindet man auch die auf dem Brocken in welcher Verschiedenheit und großen heimische Anemone alpina. Im Walde im Juni der zierliche weiß und auf dem Rehberge auch rosa blühende Siebenstern(Trientalis eu- ropaea), Ranunculus aconitifolius, Reichhaltigkeit Mineralien hier ge- funden sind. Die St. Andreasberger Silbererzgänge lieferten dunkles und leichtes Rotgültigerz, Antimon- und Arsensilber, gediegne Arsen und ge- der rote und gelbe Fingerhut(Digi- diegen Silber, Gänsekötigerz, Spieß- talis purpurea und ambigua), am playsilber, Sprödglaserz, Fahlerz, Rehberger Graben und an feuchten Kupferkies, silberhaltiges Bleiglenerz, Stellen der seltene Alpensaukohl Scherbenkobalt, Kupfernickel, Anti-(Sonchus alpinus) u. a. monnickel, Arsennickel, Zinkblende, Umgegend. 28. Route: St. Andreasberg. (Bemerkung für Radfahrer: 209 Bei der hohen Lage von St. Andreasberg ist es ratsam, die Touren in die nähere Umgebung zu Fuß zurück- zulegen, da man auf dem Rückwege doch das Rad schieben müßte.) Kleinere Ausflüge. 1. Von dem am oberen Ende der Breiten Straße belegenen Kriegerdenkmal an der Post vorbei über den Säumarkt in 10— 12 Minuten auf den Glockenberg (627 m), von dem dort befindlichen Turm gute Aussicht auf die Stadt, den Rehberg, den Acker, Bruchberg und die davor liegenden Berge und Täler. Im Vordergrund links der Galgenberg mit schöner Aussicht. (30 Min.) 2. Vom Denkmal über den Säu- markt auf dem links am Glockenberg entlang führenden Kothewege mit herrlichem Blick rückwärts auf die am Rande des Horreberges liegenden Häuser der Stadt und vorwärts in den Wäschgrund(Waldhaus). Nach 12 Min. führt links etwas bergan in wenigen Min, der Weg zur Andreas- berger Roßtrappe(556 m).(Blick auf die 100 m tiefer gelegene, zum Bahnhof führende Wäschgrundchaus- see.) Zurück bis zur Kreuzung, dann weiter auf der sogenannten schiefen Halbe um den Glockenberg wieder in die Stadt.(40— 45 Min.) 3. Vom Marktplatz die Stadt ab- wärts in 12 Min. bis zur Möbelfabrik, hier rechts ins Sperrental oder Sperr- luttertal hinein immer talauf bis auf die Chaussee, parallel mit dieser auf dem zirka 10 m höher gelegenen Fuß- wege links herum aus dem Walde heraus, ziemlich steil rechts aufwärts den Wiesensteig wieder in den Wald, fast am Ende desselben der Glück- aufpavillon(60— 70 Min.), allerliebst gelegen, hoch überm Tale mit herr- lichem Blick auf den Knollen, Kum- melturm, Stöberhai und Acker. Vom Pavillon weiter auf leicht auf- findlichem Wiesensteig durch die Wiesen nach etwa 60 Schritt auf den horizontal verlaufenden Wiesenweg. Nun entweder diesen links entlang allmählich auf die Höhe(am Wald- rande herrlicher Blick auf die Stadt und Fernsicht) der Förmerhauskuppe, kurz Kuppe“ genannt, dann auf dem Rücken der Kuppe entlang immer noch etwas steigend in der Richtung Richters Harz. zur Chaussee. Diese zurück zur Stadt. Oder auch den horizontalen Wiesen- weg gleich rechts ab auf die Chaussee, dann zurück zur Stadt.(Mit Kuppe 135 Min.) 4. Vom Markt rechts die steile Lämmerhirtsgasse über die Prome- nade bis zur Biegung des Weges, dann links auf dem zweiten, dem ebenen Wege zur Grube Samson, durch das Tor über die Halbe, wieder bergan den Fahrweg(Rolle), nach 80 Schritten links Fußpfad zum Neu- fanger Gaipel mit einfacher, guter Wirtschaft. Von hier durch die Wiesen links bergan bis zur Weg- kreuzung. Dann links den Pahrweg bergan bis zur Chaussee, diese auf- wärts bis zur Jordanshöhne. Beim Hause Aufstieg zum Turm(726 m): Oberharz, Süd-, Westharz, Thüringen, Kasseler Gegend. 5. Vom Denkmal ab die Goslarsche Straße aufwärts durch die Schützen- straße entlang bis zur Chaussee- teilung. Nun die rechts abführende Chaussee bis zum km 21,9, dort links auf schlechtem Fahrwege ins(685 m) Dreijungferngehölz.[Von dort herr- lichen Blick von links nach rechts auf den Rehberg, Achtermann, Königskrug, Brocken, Wurmberg, (gegenüber vom Rehberg die Hahnen- kleeklippen) Josefs und Victorshöhe.] Weiter am Waldrand nach rechts entlang lohnender Spaziergang bis zur niedrigen Schonung. Von dort Blick ins Odertal aufwärts. In der entgegengesetzten Richtung nach Süden Blick in das Breitenbecktal, Stöberhai, Ravensberg, Kummel. In derselben Richtung abwärts auf die nach Oderhaus führende Chaussee, diese aufwärts zurück zur Stadt (ganze Tour 1 ½ Std.). 6. Vom Denkmal an der Post vorbei auf die am Horreberg abwärts gehende, zum Waldhaus und Bahnhof führende Chaussee bis zur scharfen Biegung rechts herum. Drüben auf dem Engelsburger Teich— Oderhaus bezeichneten Wege durch den Jakob. Von der Biegung der Chaussee ab 14 210 gerechnet durch den Wald des Jakob nach etwa 20 Min. auf die Chaussee. (Abstecher auf den Matth.-Schmidt- Berg. indem man die Chaussee rechts entlang geht und sich immer rechts hält am Waldrande entlang, ohne die Stadt aus den Augen zu verlieren, bis zur Höhe des Matth.-Schmldt- Berges(665 m), herrlicher R undblick: Acker, Bruchberg, Achtermann, Kö- nigskrug, Brocken, Stöberhai. Den- selben Weg wieder zurück bis zur Chaussee.) Jenseits der Chaussee weiter geradeaus durch die Tannen, erst horizontal, dann abwärts zum Engelsburger Teich(556 m), im Breitenbeektal gelegen. Dieses auf- wärts bis zur Oderhaus-Braunlager Chaussee, diese links aufwärts zurück zur Stadt.(Ganze Tour 2 ½ Std., mit Abstecher auf den Matth.- Schmidt-Berg.) 7. Vom Denkmal die zum Waldhaus führende Chaussee etwa 4 Min. ab- wärts, zwischen zwei rechts gelegenen Häusern den Fußweg in der ent- gegengesetzten Richtung abwärts auf die Chaussee bis zum Waidhaus, zirka 495 m(15 os 20 Min.). Gegen- über vom Waldhaus führt der „Blüchersteig“ allmählich in der Richtung auf die Aundreasberger Roßtrappe zum Beginn des Kothe- weges, diesen rechts aufwärts zurück zur Stadt.(Vom Waldhaus— Blücher- steig— Kotheweg bis Post zirka 35— 40 Min.) Größere Ausflüge. 8. Oderteich. a) Bis zur Chausseetrennung siehe 5. Von dort den zwischen beiden Chausseen gerade bergan führenden schmalen Fahrweg zwischen den Bäumen über das Gesehr(712 m), (Chausseetrennung— Höhe 15-20 Min.) Prüben abwärts in den Wald, nun immer dem horizontal fließenden „Rehberger Graben“ entgegen zum Grabenhaus, 681 m(Gesehrhöhe— Grabenhaus 25 Min.). Von dort am Graben weiter nach 25— 30 Min. zum Goethetisch u.-Platz(herrlicher Blick ins Odertal, drüben steil ansteigende Steinwand, oben Hahnenkleeklippen). Nach weiteren 40— 45 Min. am Graben entlang zum Oderieich, 724 m. 28. Route: St. Andreasberg. (Zus. Denkmal-Oderteich zirka 2 bis 2 ¼ Std.) b) Ein andrer Weg führt die links abgehende Clausthaler Chaussee ent- lang bis zum Kilometerstein 18,4, dort rechts auf dem anfangs zum Teil steinigen, aber interessanten alten Harzburger Wege(höchste Stelle zirka 830 m), zum Oderteich(zus. zirka 1 4½— 2 Std.). c) Am beschwerlichsten, aber wohl am schönsten ist der Weg durch die Dreijungfern(Rinderstall Braunlage- Wegweiser) siehe Nr. 5, drüben tal- abwärts durcn die Wiesen, durch das Gatter in den Wald im Wendel- treppental, in zirka 50 Min. vom Denkmal aus gerechnet, auf die das Odertal entlangführende Chaussee. Abwärts führt diese Chaussee über die Oderbrücke in weiteren 5 Min. zu dem links belegenen Andreasberger Rinderstalle(490 m). Überschreitet man die Brücke nicht, sondern geht die Chaussee nach links aufwärts, sich geradeaus haltend(links, geht nach etwa 5 Min. die Chaussee am Kellwasser entlang als sog. Loch- chaussee über den Rehberger Graben bergan, zum Teil ziemlich steil, schließlich beim Kilometerstein 19,3 auf die Clausthaler Chaussee kom- mend) so gelangt man nach 1 ½ bis 1 ⅜ Std. an den Oderteich 724 m. (Der obere Teil des Odertals sehr lohnend wegen der wilden Romantik.) Rückwege vom Oderteich. d) Vom Oderteich zurück entweder am Graben entlang(in 2 Std.) oder e) über das Sonnenberger Wegehaus 778 m(30 bis 35 Min.), den Sonnen- berg 826 m(kurz vor der Höhe links freie Stelle, sog. Ssonnenbakken mit prachtvollem Blick: Brocken, Achter- mann, Wurmberg) und Jordanshöhe, zurück nach Andreasberg(Wegebaus- Jordanshöhe-Andreasberg Denkmal 1 ½ Std.). 9. Schluft(561 m). a) Vom Denkmal die Stadt ab- wärts in etwa 15 Min. bis zur Möbel- fabrik, das rechts von der Chaussee liegende Sägewerkhans links liegen lassend, dicht daran vorbei über eine kleine Brücke den anfangs steilen Weg zum lnks liegenden sog. Treib- 28. Route: St. holz hinauf, nach etwa 15 Min. Steigens die Höhe(wundervoller Blick während des Steigens und oben auf die Stadt. Auch guter Fernblick) erreicht. Hier gehen von links nach rechts 5 Wege ab: links führt ein Fußweg am Waldrande entlang, rechts davon ein neu angelegter Holzabfuhr- weg abwärts ins Tal, anfangs eine drei- eckige, steile Wiese rechts liegen lassend. Geradeaus führt, dieselbe Wiese links liegen lassend, die sog. „Steinrenne“, als holpriger, steiler Weg durch ein Gattertor in etwa 15 Min, ins untere Ende des Drei- brodetals. Diese Steinrenne bildet einen Teil des Weges nach Schluft. Weiter rechts führt noch ein Holz- abfuhrweg, der sich noch vor dem Gatter gabelt, ins Tal. Noch weiter rechts endlich geht der 5. Weg bald aus dem Walde heraus immer an- steigend, schließlich auf die Wiesen der sog. Förenerhaus-Kuppe. Hält man sich immer auf der Höhe, so gelangt man schließlich bei stets interessanter werdendem Fernblick auf der Höhe der Chaussee am Jordanshöhe-Turm an. Unten im Dreibrodetal links ab in 2 Min. stößt das Dreibrodetal auf das Siebertal. Nun über die Brücke das Siebertal rechts aufwärts in 1 Std. nach Schluft.(Unterwegs im Sieber- tal wildromantische Felsgebilde, der stumpfe Stein) Forsthaus Schluft, hervorragende Wirtschaft.(Ganze Tour 1 34 bis 2 Std.) b) Andrer Weg vom Denkmal die Goslarsche und Schützenstraße ent- lang, bei der Chausseeteilung auf der links abgehenden Clausthaler Chaus- see über die Höhe ders.(zirka 705 m) entlang bis km 19,1, hier links ab die durch das Fischhachtal führende Chaussee nach Schluft. Auf dieser Chaussee beim Kilo- meterstein 0,7 geht ein Abschneide- weg ab, der bei 1,8 km wieder auf die Chaussee kommt. Bei 4,1 direkter Weg durch die Tannen durch ein Gatter nach Schluft. (Ganze Tour 1 ½ bis 1 ½ Std.) c) Rückwege von Schluft: Der nächste ist durch das Fischbachtal zurück.(S. 9 b.)(1 ½ bis 1 4 Std.) 2 Andreasberg. 211 d) Wer gut zu Fuß ist, gehe beim Verlassen des Forsthauses die Sieber- chaussee links aufwärts immer dem Sieberbach folgend. Nach einer scharfen Biegung der herrlichen Waldchaussee führt Abschneideweg ziemlich steil, nachher horizontal geradeaus nach dem Sonnenberger Wegehaus 778 m.(Von dort zurück weiter siehe 8 e.) 10. Eisensteinsberg(650 m). zur Steinrenne siehe 9 a. Man gehe den rechts von der„Stein- renne“ horizontal verlaufenden gras- bewachsenen Holzabfuhrweg entlang, halte sich bei der Teilung vor dem Gatter auf dem rechts abgehenden Weg. Nach etwa 40 Min., von der Höhe gerechnet, führt der Weg links abwärts ins Tal, an den Fuß des drüben links gelegenen Eisensteinsberges. Geht man nicht ins Tal hinab, so kann man auf halber Höhe im Tal aufwärts, auf dem als„Fußweg nach Andreasberg“ bezeichneten Wege in etwa 40 Min. auf die Höhe der Claustaler Chaussee(705 m) am Kronprinz-Wilhelm-Turm gelangen. (Diese ganze Tour vom Denkmal stadtabwärts, von oben wieder zurück in die Stadt, nimmt 2 ½ bis 3 Std. in Anspruch.) Der dritte, steil rechts nach oben führende W eg führt nach ½ Std. auf den Rücken der Kuppe mit dem Blick auf das obere Sperrental. Unten angekommen, ein Stückchen talabwärts rechts über einen Bach und nun auf einem gut bezeichneten Wege immer am Eisensteinsberge entlang, mit schönem Blick ins Tal, auf den Eisensteinsberg.(Vom Tal bis zur Höhe zirka 30 Min. Steigung.) (Der Eisensteinsberg, 650 m hoch, bildet eine wilde, zerklüftete Fels- Bis partie. Nur für Schwindelfreie!) Zurück folge man den Wegweisern nach den Dreibrodesteinen. Diesmal führt der Weg auf der andern Seite des Eisensteinsberges(links unten Dorf Sieberthal) über die Wage an den Dreibrodesteinen vorüber auf den obersten Teil der drei Brodetal- chaussee. Diese mündet nach wenigen Min. bei Kilometerstein 19,5 auf die Clausthaler Chaussee(ganze Tour 3 ½ bis 4 Std.). 14* 212 28. Route: 11. Sieber(340 m). Vom Denkmal abwärts aus der Stadt heraus, an der Weberei vorbei, bis zu dem links von der Chaussee belegenen Forsthaus. Diesem gegen- über führt der sog. Obstlt.-Leh- mann-Stieg bergan bis zur Höhe, von dort auf dem neu angelegten Fußwege nach Königshof(Wegweiser), unten am Sieber angekommen, über die Brücke die Chaussee links talabwärts nach Forsthaus Königshof. Wer nicht weiter gehen will, benutze zum Rückwege den dem Forsthaus gegen- über durch die Wiesen am Stalle vorbeiführenden Fußsteig über die Brücke, bergan zur nach Andreasberg führenden Chaussee, diese links weiter bergan, drüben abwärts auf die von der Stadt zur Bahn führende Chaussee, diese aufwärts zur Stadt oder über den an der Holzschneiderei abge- henden Fußsteig, sog.„grünen Hirsch“ (Königshof hin und zurück 2 ½ Std.). Von dort weiter talabwärts in 1 Std. erreicht man die Mitte des lieblich gelegenen Dorfes Sieber. Zurück am bequemsten die Chaus- see in ½ Std. bis zu der Stelle, wo rechts über die Sieberbrücke die Chaussee nach Andreasberg abzweigt. (Weiteres vgl. Klammer hinter Kö- nigshof.) 12. Knollen(687 m). Vom Denkmal bis zum Ende des Marktes, dort links hoch, über den Schwalbenherd und den sog.„grünen Hirsch“ auf die zur Bahn führende Stadtchaussee. Von dieser zweigt sich nach wenigen Minuten rechts die Chaussee nach Sieber ab, diese auf- wärts bis zur Höhe. Nun auf dem sog. Obstlt.-Lehmann-Stieg in etwa 20 Min. von der Chausseehöhe auf Fahr- und Fußweg abwechselnd bis zum Koboldstal. 12a. Hier teilt sich der Weg. Rechts führt er weiter, immer gut bezeichnet, als Obstlt.-Lehmann- Weg zum Knollen, mit herrlichem Blick auf Acker, Siebertal und An- dreasberg. An einer Köhlerhütte vorbei nach etwa 10 Min. Teilung des Weges. Rechts weiter nach wenigen Schritten nochmalige Teilg., nun links stets geradeaus, über die Höhe des Weges hinweg abwärts St. Andreasberg. über eine Lichtung an die von Sieber nach Lauterberg führende Chaussee, diese gekreuzt, nach ½ Std. Steigung Knollen(687 m).(Ganze Tour 2 ½ bis 3 Std.) Zurück dieselbe Tour in 2 bis 2 ½ Std. 12 b. Da, wo am Koboldstal rechts der Weg zum Knollen führt, geht links bergan in den mit prachtvollen alten Tannen bestandenen Hoch- wald der Fußweg über die Höhen nachLauterberg.(GanzeStrecke Andr.- Lauterberg über die Höhe 3 ½— 48td.) 13. Lauterberg(300 m). a) Der schönste Weg führt in 3% bis 4 Std. über die Höhen nach Lauterberg.(Vgl. 12 u. 12 b.) b) Ein zweiter Weg führt die Stadtchaussee abwärts zur Bahn, dann immer an dieser entlang durch das Sperrluttertal, in 2 bis 2 ½¼4 Std. nach Bahnhof Odertal und in 2 ½ bis 3 Std. nach Kurpark-Lauterberg. c) Noch dankbarer ist die Tour durchs Breitenbeektal am Engels- burger Teich entlang. Zu diesem gelangt man entweder auf herrlichem Wege, wie unter 6 beschrieben, oder man geht auf der am oberen Ende der Schützenstraße rechts abgehenden Oderhaus— Braunlager Chaussee bis zum Kilometerstein 23,4, dort geht man die rechts ins Breitenbeektal ab- wärts führende Chaussee am Engels- burger Teich vorbei immer talabwärts, und kommt schließlich etwa in der Mitte zwischen Bahnhof Odertal und Sperrluttertal, jedoch näher nach Bahnhof Sperrluttertal, ins Sperr- luttertal. Geht man nun links tal- abwärts, so kommt man über Odertal nach Lauterberg.(Die ganze Tour bis Odertal 3 bis 3 ½¼ Std., bis Lauterberg ½ Std. mehr.) d) Der weiteste Weg führt über den Engelsburger Teich(siehe 6) im Breitenbeektal, auf der andern Seite wieder hoch, gelangt man schließlich nach etwa 15 bis 20 Min. vom Teich ab an eine freie Stelle, an deren Ende unten von links nach rechts die Chaussee nach Oderhaus abwärts führt.(Bis Oderhaus von Andreas- berg über Engelsburger Teich 1 ½ Std.) Von hier ½¼ Std. talabwärts gelangt man zur Odertaler Sägemühle. Nach weiteren ¼ bis 1 ½ Std. talabwärts 28. Route: St. Andreasberg. kommt man oberhalb des Bahnhofs Odertal im Sperrluttertal heraus. Von dort sind noch 35 bis 40 Mn. talabwärts bis Lauterberg.(Ganze Tour 13 d 4 Std.) 14. Oderhaus(428 m). Vgl. 13 d oder über die von dem oberen Ende der Schützenstraße rechts abgehende Chaussee über deren Höhe(673 m) hinweg bis zum Kilometerstein 23,5, dann entweder den links durch mittelgroße Tannen führenden beschwerlichen steilen sog. Hungerborn abwärts oder die Chaussee abwärts, die nahe 24,2 Kilometerstein einen herrlichen Blick über das Tal auf den Brocken bietet. (Tour über Hungerborn zirka 1 Std. 20 Min., über die Chaussee 10 Min. länger). ½ Std. talabwärts die Oder- taler Sägemühle. 15. Stöberhai(719 m). Entweder über Engelsberger Teich nach Oderhaus— Sägemühle(vgl. 13d) oder über Oderberg— Höhe(673 m) (vgl. 14) bis Oderhaus(1 ½ Std.) und Sägemühle. Von der Sägemühle hinter dem Wirtshause den Berg rechts auf ziemlich steilem Wege hoch; nach ½ Std. Steigens gelangt man auf den Kaiserweg, diesem folgt man rechts. Nach 20 Min. links im hohen Laub- wald in zusammen 1 ½ Std., von der Sägemühle aus gerechnet, zum Stöberhai(719 m).(Zus. 3 ½ Std.) Gute Bedienung. 16. Waldmühle. Durch das Dreijungfernholz(Nr. 5), dieses nur kreuzend, drüben abwärts das Wendeltreppental zum Rinder- stall(Sc), diesen links liegen lassend, weiter Chaussee talabwärts nach zirka 10 Min. vom Rinderstall links Waldchaussee durch das Morgen- sterntal, den Kaiserweg kreuzend, nach der Waldmühle.(Von hier in ½ Std. Braunlage.) Zurück wieder durch das Morgensterntal bis an die Chaussee im Odertal, diese jetzt nach links zirka 2 Min. abwärts, führt rechts ein anfangs mäßig, nachher sehr steiler Weg über den sog. Schachtelkopf in ½ bis 4 Std. auf die Chaussee Andreasberg— Oderhaus deim km 22,8. Diese weiter rechts aufwärts nach Andreasberg.(An- 213 dreasberg— Rinderstall— Waldmühle 2 Std., zurück über Schachtelkopf 2 Std.) 17. Braunlage(540— 630 m). Uber Waldmühle siehe 16, bis Rinderstall siehne 5 u. 8c. Vom Rinderstall gehe man das Seitental, in dem der Rinderstall liegt, auf- wärts und findet nach wenigen Min. den rechts abgehenden, gut bezeichneten Fußweg nach Braunlage. (Andreasberg-— Rinderstall 1 Std.) (Rinderstall— Braunlage 1 Std.) Zu- rück denselben Weg oder über Wald- mühle(S. 16). 18. Hahnenkleeklippen(762 m). a) Durch die Dreijungfern bis zum Rinderstall(siehe 5 und 8 c), alsdann im Seitental, sog. oberes Drecktal, (in dem der Rinderstall liegt), sich rechts haltend, wo bald links ein Holzabfuhrweg abgeht, immer Stei- gung, gelangt man in etwa 1 Std. vom Rinderstall an gerechnet auf die nach Königskrug führende Chaus- see. Auf dieser noch 10 Min. bergan, cührt links ein schmaler Steig zu den Hahnenkleeklippen(762 m).(Zus. 2 ¼ bs 2 ½ Std.)(Herrlicher Blick ins tiefe Odertal, Brocken, Achter- mann, Ravensberg, Knollen, Reh- berg.) b) Zurück erst wieder zur Chaussee, diese jetzt links ab in 20 Min. nach Königskrug. Von Königskrug links ab in ½ Std. auf der Chaussee zum Oderteich. Vom Oderteich zurück nach Andreasberg, siehe 8d und 8e. (Andreasberg— Hahnenkleeklippen— Königskrug— Oderteich= 3 ½ Std.) (Direkt vom Königskrug führt in etwa 40 Min., allmählich steigend, ein bezeichneter Weg an einer Quelle, dem Achtermannsbrunnen, vorbei auf die Achtermannshöhe(926 m). Von hier entweder denselben Weg zurück nach Königskrug oder in zirka 30 Min. immer abwärts(nach 15 Min. zur Rechten die Breitesteinklippen 852 m) nach dem Forsthaus Oder- brück(781 m). Von hier zurück nach Andreasberg siehe 22.) c) Andrer Weg zu den Hahnen- kleeklippen bis zur Chaussee im Odertal siehe 8 cC. Alsdann diese Chaussee talaufwärts, nach zirka 20 Min. die Oderbrücke. Nach UÜUber 214 schreiten der Brücke rechts auf einem Holzfuhrweg bis zur Buche, bei dieser links auf steilem Wege, immer am Berge entlang, zum Teil gefährliche Kletterpartien. UÜber einen Steg und Geröll bis an die Klippe. Auf dem rechts aufwärts- führenden schmalen, recht gefähr- lichen und schwierigen Weg nach einer Gesamtzeit von 2 ½ Std. auf die Hahnenkleeklippen. d) Nun entweder durch den horizontalen Steig rechts die Chaussee abwärts im oberen Drecktal zum Rinderstall, von dort rechts die Chaussee aufwärts bis über die Brücke, dann geradeaus, die Chaussee rechts weitergehen lassend, durchs Wendeltreppental zurück nach An- dreasberg oder denselben Weg von den Hahnenkleeklippen, wie unter 18 b beschrieben, zurück. 19. Rehberg(894 m). Vom obern Ende der Schützenstr. links die nach Sonnenberg-Clausthal führende Chaussee bis km 18,8. Wenige m weiter führt rechts ein als „Privatweg“ bezeichneter, windge- schützter Fahrweg in 20 Min. all- mählich steigend auf die freie Stelle des Rehberges. Um die herrliche Aussicht ganz zu genießen, empfiehlt sich die Ersteigung der höchst- gelegenen Ecke dieser freien Stelle. Man sieht von dort aus bei klarem Wetter den Thüringer Wald, Kyff- häuser mit Denkmal, den Herkules bei Kassel, das Rhöngebirge usw., Brocken. Geht man in derselben Richtung die Chaussee weiter, so gelangt man in wenigen Minuten wieder in den Wald. Nach zirka 3 Min. gehe man den rechts in einer geraden Linie durch eine schmale Schneise abwärts führenden Weg hinunter, bis dieser einen andern Weg trifft, diesen rechts ab, gelangt man nach wenigen Minuten an den wenige Schritt links vom Wege belegenen Pavillon auf den Rehberger- oder Hohenklippen(herrlicher Blick auf Brocken, Achtermann, Wurmberg, Hahnenkleeklippen, ins Odertal). Geht man auf dem eben verlassenen Wege weiter. so benutze man den links abwärts führenden recht steilen 28. Route: St. Andreasberg. und steinigen Weg(während des Ab- steigens immer auf die steile Fels- wand mit dem wilden Steingeröll achtend), der schließlich am Goethe- tisch und Rehberger Graben endigt-. Nun mit dem Wasserlauf des Grabens zurück über Grabenhaus— Gesehr nach Andreasberg.(Ganze Tour bequem 3 ½ Std.) 20. Sonnenberg(826 m) und Sonnenberger Graben. Anfangs wie Nr. 19, doch nun nicht den Privatweg aufwärts, son- dern geradeaus bis fast zur Höhe der Sonnenberger Chaussee. Etwa 200 m vor dem auf der Höhe links befind- lichen Pavillon des Harzklubs führt links zwischen km 17,1 und 17,0 ein Waldweg auf den Sonnenberg. Wo die Wege sich trennen, gehe man rechts weiter bis zur Höhe kurz vor dem Hochwalde.(Von hier schöne Aussicht.) Gerade da, wo der Weg wieder in den Hochwald führt, findet man links in einer Geraden abwärts gehend, zuerst in der Richtung des Hochwaldrandes, nachher in diesen hineingehend eine Schneise, ziemlich, bewachsen; auf dieser schlängelt sich zwischen dem aubeerkraut ein kleiner Fußpfad abwärts. Man gehe diese Schneise, zuerst ziemlich steil abwärts, bis an die Chaussee, zu der an einer Seite der sog. Sonnenberger Graben entlang fließt. Geht man etwa à₰ Std. an diesem entlang immer mit dem Wasserlauf, so kommt man schließlich bei km 19, 1 auf die Clausthaler Chaussee.(Der Gang am Graben mit seinen lieblichen Wasserfällen bildet einen der schön- sten Spaziergänge.) Diese führt dann in zirka 40 Min. nach Andreasberg. 21. Hanskühnenburg(810 m). Wer sehr gut zu Fuße ist, verfolge die Clausthaler Chaussee über Jordans- höhe, Sonnenberg bis Zur Stieg- litzecke(810 m),(Klm. 11,1),(Andr.- St. 2 ¾— 3 Std.) Von dort führt die sog. Ackerchaussee links ab, diese geht man ab ärts. Nach ca. 25 Min. geht links ein Fußweg nach Schluft ab, nach weiteren 10 Min. links Fahrweg nach Schluft. Von dort immer auf der Ackerchaussee bleibend nach ca. 30 Min. Chaussee nach Sieber, nach einer weiteren halben 29. Route: Von St. Andreasberg über Sieber nach Herzberg 215 Std. ist man auf der Ackerchaussee da versäume nicht, an der Chaussee an- angelangt, wo rechts der Fußweg in gekommen, einen Blick von der Steilen 12 Min. hinaufgeht zur Hanskühnen- Wand, die ganz nahe der Chaussee burg(810 m, 4 4 bis 5 Std.), herr- liegt, in das tief unten gelegene Tal licher Rundblick. zu werfen. Dann die Chaussee auf- NB. Wem die Tour Andreasberg— wärts auf die nach Torfhaus— Harz- Sonnenberg— Stieglitzecke zu weit burg führende Chaussee, diese links ist, hat Gelegenheit, frühmorgens ab, nach 40 Min. von der Wolfswarte 6 Uhr von der Post Andreasberg mit aus gerechnet, Torfhaus(800 m). der Post bis Stieglitzecke zu fahren, Zurück immer Chaussee in ¾ Std. versäume aber nicht, dem Kutscher bis Forsthaus Oderbrück(781 m), zu sagen, daß er an der Stieglitzecke von dort weiter auf der Chaussee auszusteigen wünsche, da er nur auf führt nach 10 Min. rechts ein Fuß- Wunsch dort hält. weg in weiteren 10 Min. zum Oder- Zurück gehe man denselben Weg teich. Vom Oderteich— Andreasberg bis zur Chaussee nach Schluft(70 siehe 8 d u. 8e. Min.), diese abwärts in 1½ Std. in 23. Brocken(1142 m). Von An- Schluft(vorzügliche Bewirtung). Von dreasberg über Rehberger Graben Schluft durchs Pischbachtal(§. 9b zum Oderteich(S. 8 a) oder auf der u. 9 d.) gelangt man in 1 21 àℳ Std. Claustaler Chaussee entlang über nach Andr.(Hkbg.— Schl.— Andr. die Höhe des Sonnenberges in 1 ½ 3 ½ Std.) ͤbis 1³¾% Std. zum Sonnenberger 22. Torfhaus(800 m). Auf der Wegehaus, von dort rechts ab in 25 links abgehenden Clausthaler Chaussee V Min. zum Oderteich; von dort gleich über den Sonnenberg, immer auf der hinter dem Oderteich links ab auf Chaussee entlang zum Sonnenberger bezeichnetem Abschneideweg in 20 Wegehaus ca. 1 ½— 1 34 Std.(778 m), bis 25 Min. nach Oderbrück. Gleich (gute Wirtschaft), dann links weiter hinterm Forsthaus über die Oder- in etwa 5 Min. führt rechts der durch brücke rechts abgehend führt ein Wegweiser bezeichnete Weg am Fußsteig in 20 bis 25 Min. auf eine Geierpfuhl vorbei in ca. 15 Min. an Chaussee, diese rechts ab, ist man in den Clausthaler Flutgraben, diesem 15. Min. am Dreieckigen Pfahl. mit der Richtung des Wasserlaufs Von hier führt links ab der sog. rechts ab. Nach 4 Std. etwa führt Goetheweg über den Königsberg zum links ein Weg in 20 Min. hoch zur Brocken.(Vom Dreickigen Pfahl über Wolfswarte(920 m), denselben Weg den Königsberg bis zum Brocken- zurück in ca. 12 Min. auf die zum hotel 1 ½ Std.)(Andr.— Brocken Torfhaus führende Chaussee. Man 4 ½— 5 Std.) 29. Route: Von St. Andreasberg über Sieber nach Herzberg. Chaussee von St. Andreasberg über Sieber(9,2 km) nach Herzberg(17,8 km). Wagen 12— 15 Mk. Für Radfahrer. Fortwährendes Gefäll; anfangs Vorsicht! Von St. Andreasberg führt die Chaussee südwestl. hinab in das romantische Siebertal, eines der schönsten Harztäler. An der Försterei Königshof vorüber führt eine Straße talwärts nach Sieber(420 m), einem preußischen Dorfe mit zirka 600 Einwohnern. Der Ort erfreut sich einer landschaftlich prächtigen und in hygienischer Beziehung vorteilhaften 216 29. Route: Von St. Andreasberg über Sieber nach Herzberg. Lage. Von der Natur so bevorzugt und hinsichtlich der Wohnungs- und Verpflegungsverhältnisse bei mäßigen Preisen recht Zufriedenstellendes bietend, erscheint Sieber mit seiner idyllischen Waldeinsamkeit und anregenden Gebirgsluft in der Tat zur Sommerfrische besonders geeignet. Von Jahr zu Jahr erfreut sich der Ort auch eines größeren Besuches. Gasthöfe. Zur Krone. Z. 1,50— 2 Mk. T. d'h. 1,75(im Ab. 1,50 Mk.) P. v. 4 Mk. an. Garten mit Veranda. Empfohlen.— Hotel Lilienberg. P. 4— 4,50 Mk., Mi. 1,25— 1,75 Mk. Gelobt.— Zum Paß. Altrenommiertes Haus.— Im Siebertal: Hotel zum Paradies. Im Walde. Z. mit Fr. 2,50 Mk., Mi. 1,50 Mk., P. v. 4 Mk. an. Für längeren Aufenthalt empfohlen. Sehr gute Küche. Gelobt. Omnibusverbindung mit Herzberg. Sommerwohnungen, meist gut und ausreichend vorhanden; Preis von 5 Mk. wöchentlich ab. Kurtaxe 1 Mk. Bäder. Neues Flußschwimmbad. Harzklub-Zw.-V. erteilt Auskünfte, desgl. das Kurkomitee. omnibusverbindung. Herzberg—Sieber vorm. 8. nachm. 3; Sieber— Herzberg nachm. 12,30 und 7 Uhr. Fuhrwerk. Nach Bahnhof Herzberg 4— 5 Mk.— Nach St. Andreasberg 5— 6 Mk.— Nach Lauterberg 6— 7 Mk. Spaziergänge durch das JFakobstal nach dem Lilienberge(Aussicht) ½4 St. — Kunoterskopf mit Aussichtspavillon ½ St.— Stollenklippe, wundervoller Platz, 150 m unter der Ackerchaussee.— Forsthaus Königshoy(Erfrischungen) ½ St. Umgegend von Sieber. 1. Uber den Großen Knollen(Aussichtsturm)(1 ½ St.) nach Lauterberg(2 ½ St.). Von Sieber führt die Chaussee gegen- über dem Gasthofe Zum Paß ½ St. bergan, dann sich rechts auf den Achentalskopf wendend, oben folgt man dem Kamme des Höhenzuges rechts zum Großen Knollen(Aussicht auf Herz- berg, Scharzfeld, Lauterberg). Nach Lauterberg gehe man von der Jagdköte am Nordabhange den Fußweg hinab. Der- selbe führt ins Sperrluttertal auf die Fahrstraße, welche rechts über die Försterei Kupferhütte(Getränke und kalte Küche) nach Lauterberg leitet. Fußweg von Sieber nach dem Knollen: durch das Gatzemannstal, 10 Min. von Sieber, von der Chaussee rechts abzweigend, um zirka 20 Min. kürzer als der Fahrweg. 2. Nach dem Forsthaus Schluft, Erfrischungen und Pens.; durch das Siebertal, 2 ½ St. 3. Nach dem Acker und der Hanskühnenburg(2 St.).(S. Route 26.) Von hier die Chaussee entlang über das Jagdhaus durch das Mariental nach(7 km) Lonau, freundlich gelegenes Dorf mit 500 Einwohnern. Gasthöfe. Deutscher Kaiser.— goldener Hirsch.—— Von Lonau durch das hübsche Lonautal in 1 St. nach Herzberg. 29. Route: Von St. Andreasberg über Sieber nach Herzberg. 217 4. UÜber Forsthaus Königshof nach dem Forsthaus Schluft oder näher durch das Kulmketal(zu Fuß 2 St.). Radfahrer. Fortwährende, doch fahrbare Steigung. 19,1 km. 5. Nach Königshof(1 St.).(Erfrischungen.) 6. Nach dem Aussichtspunkt Waidmannsruh(1 ¼ St.). Nach Herzberg geradeaus durchs Siebertal, am Ausgange des Tales die Königliche Forstplantage mit schönen Baum- gruppen. Eintritt frei. Herzberg(234 m), unmittelbar am Ausgang der beiden Harztäler der Sieber und der Lonau gelegen, ist ein preußi- sches Landstädtchen mit zirka 4000 Einwohnern. Verbindung durch Post- und Hotel-Omnibus nach dem von Marktplatz etwa 20 Minuten entfernten Bahnhof. Abzweigung der Bahn Herzberg—Seesen-Goslar von der Linie Northeim-Nord- hausen. Neue Bahn Bleicherode- Herzberg seit dem 1. Nov. 1911. Gasthöfe. In der Stadt: Hotel Hannover, mit Garten, Z. von 1,50 Mk., P. von 3,50 Mk. an. Gut.— Hotel Schützenhaus, mit großem Garten. Z. von 1,50 Mk. an. Gut.— Hoppes Hotel, am Bahnhof.— Werißes Roß, Kronprinz, Englischer Hoy, einfacher.— Am Fuße des Schloßberges die Gasthäuser Buch- holz und Deutscher Kaiser.— Außerhalb am nördlichen Ostende: Hotel Kur- haus, am Eingang des Siebertales, gegenüber der Königl. Forstplantage, welche durch ihre schönen und seltenen Baumgruppen und lauschigen Ruheplätze den zurzeit noch nicht vorhandenen Kurpark vertritt. Für längeren Auf- enthalt geeignet.— Unweit davon Dohrmanns Gasthof zur Lonauer Hammer- hutte. Bäder. Auf der Papiermüuhle, Kellners Badeanstalt und Lübkes Bade- anstalt. omnibus. Zum Bahnhof(2 km) 25 Pf.; Postomnibus täglich zweimal nach Sieber, vorm. 8 und nachm. 3,20. Abfahrt Hotel Hannover. Auskunft durch den Magistrat und Kaufmann O. Niederstadt. Herzberg(Wollwarenfabrikation sowie Sägemühlen, Zi- garren- und Gewehrfabrik) ist in den letzten Jahren als klima- tischer Kurort wegen seiner nach Norden geschützten Lage in Aufnahme gekommen. Sehenswert ist der zu einem Amtssitz umgewandelte ehemalige welfische Fürstensitz Schloß Herzberg. Es führt(außer zwei anderen Wegen) direkt aus der Stadt eine Steintreppe von 273 Stufen hinauf. Oben genießt man eine schöne Fernsicht.— Am Schloßberg der Burghals, ein hübsches Wäldchen mit dem Aussichtsturm Königslaube. Schloß Herzberg scheint ursprünglich ein Jagdschloß der deutschen Kaiser gewesen zu sein. Im Jahre 1157 kam es durch einen Gebietstausch aus den Händen Friedrichs I. in die Heinrichs des Löwen. Die Grubenhagener Herzöge haben darauf das Schloß länger als ein Jahrhundert bewohnt, 1617 kam es an das Haus Celle. Ernst August, der erste Kurfürst von Hannover, wurde hier geboren. 1714 hörte die Hofhaltung auf Schloß Herzberg gänzlich auf. Am Schloßturme erinnern die Buchstaben C. L. an Christian Ludwig, den Erbauer des Turmes.(1664). 218 30. Route: Von Herzberg nach Scharzfeld. Ein zweites Merkzeichen Herzbergs ist der Jues-See, ein Erdfall von etwa 8 Hektar Wasserfläche und teilweise sehr beträchtlicher Tiefe. Die Sage von seiner Entstehung ist in lebendiger Darstellung poetisch besungen in Adolf Franckes schönem Harzgedicht„Der Jues-See“. (Auf einer vorspringenden Halbinsel das hübsche, in nordischem Stil erbaute Restaurant und Fährhaus„Juesfried“ mit Badeanstalt. Umgegend. 1. Der Philosophenweg, am nördlichen Ende des Ortes, nahe bei Dohrmanns Hotel beginnend, zeigt dem Wanderer ein hübsches Stückchen Romantik. 2. Das Eichholz, am rechten Sieberufer bis zur Aschenhütte sich hin- ziehend, beliebt wegen des Blumenreichtums. Gegenüber am linken Sieber- ufer der Nüll, mit schönem Blick auf das Harzgebirge. 3. Spaziergang ins Siebertal zum Paradies, Sommerfrische auf dem Wege nach Sieber. Hotel zum Paradies. 4. Nach Lonau(1 St.) im hübschen Lonautal(Goldener Hirsch), be- suchte billige Sommerfrische. 5. Rother Sohl, 1 Stunde vom Kurhaus, Aussichts- und Schutztempel links vom Wege zum Gr. Knollen. Vom Roten Sohl lohnendste Aussicht auf Herzberg. Von dort in 1 Stunde über den Jägerfleck nach dem Gr. Knollen. 6. Die Jettenhöhle, eine Kalkhöhle mit vielen Grottenbildungen, in welcher viel Marienglas gefunden wird, liegt 1 St. von Herzberg, links der Chaussee von Herzberg nach Osterode. Die Jettenhöhle ist sehr bemerkens- wert, besonders wegen der vielen unterirdischen Teiche. Sie windet sich stundenweit in die Berge hinauf. Es wird angenommen, daß ihr unterirdischer Wasserlauf in dem Klinkerbrunnen bei Osterode zutage tritt.(Restaurant „Aschenhütte“, 40 Min. von Herzberg, an der Chaussee nach Osterode.)— 34 St. weiter nach Osterode zu(rechts von der Chaussee) liegen die Teufels- bäder, eine Reihe von Teichen in romantischer Umgebung. 7. Der Rotenberg, ein Vogelherd Heinrichs I., wo dieser 919 von den fränkischen Gesandten als König begrüßt wurde, 1 St. südwestlich bei Pöhlde. Touren na Altenau(s. Route 25) über den Acker nach der Hanskühnen- burg(s. Route 26) werden ebenfalls von hier aus gemacht. Eine sehr beliebte Tour ist die nach Scharzfeld und der Einhornshöhle(s. Route 30). Für Radfahrer. a. Bis Sieber(8,6 km) und weiter durch das großartige obere Siebertal nach Forsthaus Sehluft(zirka 1 ½ St. von Sieber), mäßig an- steigend, außerordentlich lohnend. b) Uber Scharzfeld(7,1 km) nach Lauter- berg und Wiesenbeeker Teich. 30. Route: Von Herzberg nach Scharzfeld. Eisenbahn von Herzberg nach Scharzfeld(6 km). Die Bahn führt in 12 Min. nach Scharzfeld(254 m), wo die Sekundär- bahn nach Lauterberg—St. Andreasberg abzweigt. Der Bahn- hof liegt am Fuße des Scharzfelsberges(Forstort Schan denburg). Gasthöfe: Hotel Schuster, unmittelbar am Bahnhof. Spezialität: Forellen, Geflügel, Krebse.— Gasthof zum Scharzfeld, 10 Min. vom Bahnhof und 2 Min. von der Station Zoll.— Gasthof zum Zoll, 10 Min. vom Bahnhof. Vom Bahnhof Scharzfeld gelangt man, immer an der Bahn entlang gehend. nach dem Orte Scharzfeld, einem Dorfe von 1350 Einw.(Gasthöfe: Zur Tanne, gut bürgerlich, mit Pen- sion.— Deutsches Haus, gut bürgerlich, Pension.— Söhles Gast- haus, Pension, vorzügliche Verpflegung.) Scharzfeld liegt in- 30. Route: Von Herzberg nach Scharzfeld. 219 mitten schöner Waldungen im Tale der Oker und bildet ge- wissermaßen das Tor zum Südharz. Unmittelbar an Scharz- feld liegt die Steinkirche, eine Felsenhöhle von 40 m Länge, 6 m Breite und zirka 8 m Höhe. In der Mitte des Raumes läßt eine Offnung das Licht eindringen; hier hat seinerzeit der so- genannte Glockenstuhl darüber gestanden. Die Glocke war auch, wenn Gefahr dem Kloster drohte, die Verbindung zwischen diesem und der Burg Scharzfeld. Die Kirche wurde noch im 14. Jahrhundert als Dorfkirche von Scharzfeld benutzt. Die Glocke befindet sich noch in der jetzigen Kirche. Von der Steinkirche führt nordöstlich ein Weg, der das Bremketal schneidet, auf den Weg(I. O. 13. H.) zur Einhornhöhle. Dieser Wanderweg 13 H ist neu gebaut und führt immer am Walde, am linken Ufer des Bremkebaches entlang, zuerst zum Rotstein, einer herrlichen Dolomitengruppe, von der man eine schöne Fernsicht hat. Von hier liegt die Einhornhöhle nur noch einige Minuten entfernt. Vor der Höhle hält sich der Höhlenwärter auf, der von Mai bis Ende September zu jeder Tageszeit anwesend ist. Die Verwaltung der Höhle hat der Harzklub-Zw.-V. übernommen. Eintr. 50 Pf., für Kinder 20 Pf. Die Höhle wird durch Gas erleuchtet. 43 Steinstufen führen hinab in die Höhle, im übrigen ist das Terrain im Innern eben. Tropfstein, Inkrustate und Stalagmiten schmücken dasselbe. An Knochen vorsintflutlicher Tiere hat die Höhle, welche mehrmals von Prof. Virchow untersucht wurde, eine reiche Ausbeute ergeben. Die Fundstücke befinden sich in den Museen zu Nordhausen und Hannover. Die Sage erzählt, daß das fabelhafte Einhorn hier gehaust habe. Die Höhle hat viele Seitengänge und soll gegen 300 m tief in den Berg ein- dringen. Man gehe aus der Höhle hinaus bis zur Weggabelung vor derselben und wähle den mittleren Weg; man gelangt dann, stets sich rechts haltend, in ½ St. nach der Ruine Scharzfels(390 m), romantisch schön auf steilem Felsen gelegen, neuerdings restauriert. Durch ein mächtiges Tor betritt man zuerst die Niederburg, aus welcher 45 Stufen zur Hochburg führen. Die Burg ist zum Teil in den Felsen gebaut. Die Gemächer sind in das harte Gestein ausgehauen. Eine gußeiserne Platte zeigt in getriebener, mittelalterlicher Arbeit zwei Reliefs: der barmherzige Samariter und Judith und Holofernes. Vom oberen Teile der Burg hat man einen präch- tigen Rundblick. Aussicht. Über die zu Füßen den Gleichen bei Göttingen. Im liegenden Orte Barbis und Scharz- Nordost erblickt man den Großen feld hin dehnt sich der Blick süd- Knollen, im Osten die Umgebung lich bis zur Hainleite, dem Ohm- Lauterbergs, den Kummel-Pavillon, gebirge und dem Eichsfeld, west- den Ravenskopf und den Possen- lich über Schloß Herzberg bis zu turm(bei Sondershausen). In der Burg ist ein kleines 220 31, Route: Scharzfeld-Lauterberg-St. Andreasberg. Restaurant, zum Hotel Schuster in Scharzfeld gehörend. Die Sage erzählt: Als Kaiser Heinrich IV. einst zu Gast war beim Burgherrn zu Scharzfels, entbrannte er in Liebe zu der schönen Ge- mahlin desselben. Er sandte, um seinen Willen zu haben, den Ritter mit einer Botschaft in die Ferne und suchte sich mit Hilfe des Burg- pfaffen Zugang zu der Dame zu verschaffen. Da trat ihr helfend der Burggeist zur Seite, ein graues Männlein, welches einen Fluch über den Kaiser aussprach, während das ganze Feld erzitterte und einer der Schloßtürme einstürzte. Der über den Kaiser ausgesprochene Fluch erfüllte sich. Er sah seine Söhne im Kampfe sich gegenüber und starb unglücklich und unbeweint. Geschichtliches. Die Gründung der Burg wird dem Erzbischof von Magdeburg zugeschrieben. 1130 kam Hinter der Burg(westlich) in 20 Min. zum Bahnhofe. dieselbe durch Tausch an Kaiser Lothar. Die Grafen von Lauter- berg und Scharzfeld, vom Kaiser damit belehnt, später die Grafen von Wernigerode und die Grafen von Hohnstein waren nacheinander im Besitze der Burg. Nach dem Aussterben dieses Grafengeschlechtés (1593) wurden die Herzöge von Braunschweig Herren der Burg. Im Dreibßigjährigen Kriege war sie Gefängnis. Im Siebenjährigen Kriege (1761) belagerten 11000 Franzosen unter Victor und Vaubecourt die von den preußischen Hauptleuten von Sack und von Issendorf mit 250 Veteranen und 40 Artilleristen verteidigte Burg, die mit 4 Ge- schützen armiert war. Nach mehr- wöchentlicher Belagerung wurde die Burg durch Verrat überwältigt und in die Luft gesprengt. führt ein Weg talwärts direkt 31. Route: Von Scharzfeld über Bad Lauterberg nach St. Andreasberg. Seitenbahn. 8 Züge täglich, nach beiden Richtungen. Radfahrer fahren besser über Sieber(8,6 km) nach Andreasberg(9,2 km). Über Lauterberg bedeutend weiter; aber geringe Steigung. Herzberg— Lauter- berg 10,2 km— St. Andreasberg 16,3 km. Die Bahn führt von Scharzfeld am rechten Oderufer auf- wärts in 13 Minuten nach (4,1 km) Bad Lauterberg(300 m), preußischer Flecken in der Provinz Hannover mit zirka 6000 Einwohnern, an der Mündung der Lutter in die Oder. Wasserleitung, Kanalisation, 2 Oberförstereien. Telegraph und Telephon, elektrische Beleuchtungsanlage. Eisenindustrie und Möbelfabrikation. Bahnhöfe. BhI. Bad Lauterberg am Westende, Bhf. Bad Lauterberg(Kur- park) inmitten des Ortes. Touristen steigen besser am Bhf. Kurpark aus. Kraftomnibusverbindung mit Braunlage: dreimal täglich in jeder Rich- tung, Fahrtdauer nach Braunlage 1 ¼ St., zurück 1 St. und 1mal tägl. nach Scharzfeld. Gasthöfe. Hotel Langrehr, an der Promenade, besuchtes, gutes Haus. — Hotel Kurhaus, Haltestelle Kurpark, mit Veranda und Garten. Für längeren Aufenthalt zu empfehlen.— Hotel Kurpark(W. Wenzel). Emp- fehlenswert.— Hotel Deutscher Kaiser. Gegenüber der Kurquelle, 3 Min. 31. Route: Scharzfeld-Lauterberg-St. Andreasberg. 221 vom Kurpark. Altrenommiertes Pensionshaus. P. v. 4,50 Mk an.— Schützen- haus, am Kurpark, mit großem Garten.— Ratskeller(Wiegand). Mitte des Ortes. Gelobt.— Burg-Hotel Hausberg. Höchstgelegenes Pensionshaus des Ortes. Herrliche Aussicht. Empfohlen.— Gasthaus zur Krone.— Hotel zur Schweiz, am Bahnhof Odertal.— Wättes Hotel, am oberen Ende nach Odertal zu. Gelobt.— Hotel zum Eichenkopf, unmittelbar am Bahnhof Lauterberg. — Hotel und Gartenrestaurant Felsenhöhe, mit schöner Aussicht auf den Kurpark und den Ort. P. 4— 6 Mk. Gelobt.— Oberhalb am Walde und Ritscherdenkmal!, 30 m höher: Berghotel Ritscherhöhe(Wilhelmi), mit schöner Aussicht, Z. v. 1,50 Mk. an, P. v. 4 Mk. an. Gut.— Hotel-Pension Hubertusklause, 10 Min. vom Orte. P. v. 3,50 Mk. an. Außerhalb des Ortes: Hotel und Gartenrestaurant Wiesenbeeker Teich, in idyllischer Lage am Seeufer, auf schönem, durch Wiese und Wald führenden Promenadenweg in 35 Min. zu erreichen. Beliebter und bequemer Spaziergang. — Burg-Hotel und Pension Hausberg, 25 Min., 421 m über Lauterberg gelegen, schöne Aussicht. Gelobt. Restaurants. Waldhaus zum Eichenkopf, nahe dem Bahnhof. Vom Garten Aussicht über den Ort.— Zur Börse.— Bahnho’f Lauterberg.— Bahn- hof Kurpark.— Restauration zur Schueiz.— Restauration auf dem Hauserg.— Wiesenschlöſchen.— St. Hubertusklause.— Zur Himmelshöhe. Pensionsnäuser. Wiesenbeeker Teich, 35 Min. vom Orte. Sehr schön gelegen.— Falla Gattermann, in schöner Lage, mit Aussicht. Empfehlens- wert.— Mummenthey.— Schuchardt.— Café Feldmann.— Caté Ausin. Sommerwohnungen 8— 20 Mk. pro Woche für Wohn- und Schlafzimmer. Arzte. Sanitätsrat Dr. C. Wander. Dr. Kleiber, San.-Rat Dr. Dettmar (Besitzer der Kur- und Wasserheilanstalt des verstorbenen Dr. H. Ritscher.). Führer. 1 Tag 3 Mk.— Beköstigung 80 Pf. pro Tag. Rückreise 20 Pf. pro Stunde. 12,5 kg Gepäck müssen unentgeltlich getragen werden. Kurtaxe. Bei einem Aufenthalt von über 3 bis inkl. 7 Tage: für 1 Person 2 Mk., für 1 Familie bis 3 Personen 3 Mk., für 1 Familie über 3 Personen 4 Mk.; bei einem Aufenthalt von über 7 Tagen: für 1 Person 6 Mk., für 1 Familie bis 3 Personen 9 Mk., für 1 Familie über 3 Personen 10 Mk. Kinder und Be- dienung frei. Badetaxe. Dusche 50 Pf., Schwimmbad 25 Pf., elektrisches Bad 1,50 Mk., elektrisches Lichtbad 3 Mk., warmes Bad 75 Pf., Badewäsche 15 Pf., Roll- stuhl pro Tag 25 Pf., Woche 1,50 Mk. Besondere Hilfeleistung der Bade- wärter 2— 4 Mk. wöchentlich. Badekommissar: Bürgermeister v. Ernsthausen, Major a. D. Harzklub. Auskunftsstellen bei Kantor Bendler und im Bürgermeister- amt neben Hotel Langrehr. Buchhandlung von H. Limbarth. Lager von Harzandenken. Literatur. Führer durch Bad Lauterberg mit vorzüglicher Spezial- karte des Südharzes und Situationsplan des Bades Lauterberg Im Auf-⸗ trage des Harzklubs(Sektion Lauterberg) herausgegeben. Verlag von H. Limbarth in Lauterberg.— Berold, Geschichte der Burg Lauterberg(Lauter- berg 1896). Die Frequenz des Bades ist in raschem Steigen.(zirka 7000 Pers. jährl.) Wintersport. Skis und Rodelschlitten in den meisten Hotels, auch im Hotel Wiesenbeeker Teich leihweise zu haben.— Ortsgruppe des Ober- harz-Skiklubs. Nach Norden, Osten und Süden von zirka 530 m hohen mit Laub- und Nadelholz bestandenen Bergen umgeben, ist Lauterberg gegen alle rauhen Winde geschützt; es gehört durch seine Umgebung zu der von der Natur am meisten begünstigsten Ortschaften des Harzes. 222 31. Route: Scharzfeld-Lauterberg-St. Andreasberg. Der Ort zieht sich lang im Tale hin und zeigt im Innern wenig Sehenswertes, ein um so freundlicheres Bild bieten die neben dem Orte herlaufenden, schattigen Promenaden an den Ufern der rauschenden Oder und die in freundliches Grün ge- betteten, zahlreichen Villen. Die besten Hotels und Logier- häuser gruppieren sich um den Kurpark und die Promenaden. Im Kurpark befindet sich ein Denkmal des Afrikaforschers Wiß- mann von Joh. Götz in Bronze auf einem Findlingsblock. In nächster Nähe desselben befindet sich der im Frühjahr 1912 vollendete Neubau des Kursaales. Die trefflich eingerichtete Kur- und Wasserheilanstalt von Sanitätsrat Dr. Dettmar ist für Sommer- und Winterkuren geeignet. Die Anstalt enthält Baderäume für Kalt- und Warm- wasser sowie für medizinische Bäder. Dusche-Kabinen usw. sowie Gelegenheit zu Massage- und elektro-therapeutischen Kuren.— Auch viele Vermieter sind in ihren Häusern mit allen nötigen Appa- raten zu einer vollständigen Wasserkur(Abreibungen, trockene und nasse Einpackungen, Sitzbäder usw.) versehen. Daneben bietet der mitten in den weit ausgedehnten Kuranlagen gelegene städti- sche Kursaal alle Einrichtungen, welche der jetzige Stand der Heilkunde für eine Wasserheilanstalt erfordert. Das Bad ist zu empfehlen bei Krankheiten des Blutes und konstitutionellen Erkrankungen wie Skrofulose und Bleich- sucht, bei Erkrankungen des Nervensystems, neuralgischen Leiden, Hysterie und Hypochondrie, bei rheumatischen Leiden, Frauenkrankheiten, Asthma, Hämorrhoidalaffektionen, zur Ab- härtung bei Neigung der Haut zu Erkältungen usw. Dicht neben dem städtischen Kursaal liegt das 900 Quadratmeter große und 1— 2,1 m tiefe Schwimmbassin. Die wenig steilen Wege an den bewaldeten Berghängen geben Gelegenheit zu zweckmäßiger Gymnastik der Lunge. Meteorologisches. Die Temperatur ist in Lauterberg eine milde und wenig schwankende; es beträgt die mittlere Temperatur des Frühlings 6,4 R, des Sommers 13,7⁰ R, des Herbstes 7,3⁰°R, des Winters 0,6⁰° R. Die Umgegend Lauterbergs. Bei eintägigem Aufenthalt besuche man Hausberg, Kummel, Wiesenbeebker Teich, In unmittelbarer Nähe Im nächsten Umkreis fer- Lauterbergs liegen: Südlich: der ner: Raegeners Klippen, Königstein. Eichenkopf(Restaurant), östlich das Luttertal mit Forsthaus Kupfer- scholben(572 m) und Kirchberg. hütte(PErfrischungen), das Odertal westlich Hausberg(421 m) mit den mit Forsthaus Flößwehr(Erfrisch.) spärlichen Überresten der Burg und der sogen. Schweiz, Hotel zur Lutterberg, um 1200 erbaut, 1415 Scheceiz.— Wiesenbseeker Teich. zerstört, der Kummel(601 m) mit Mehrstündige Wanderun- Bismarckturm(einfache Rest.). gen. 1. Auf den Großen Knollen —————— 31. Route: Scharzfeld-Lauterberg-St. Andreasberg. 224 (hin und zurück 4 St.). Gute Rest Der Weg führt westl. am Kumunel hin und östl. in 4 St. nach Forsthaus Kupferhütte(Getränke und kalte Küche), weiter im Luttertal aufwärts zum Großen Knollen(687 m). Schutz- hütte des Harzklubs. Vom Turme herrliche Aussicht nach Herzberg, Scharzfeld usw. bis zu den Thüringer Bergen hinüber. Vom Knollen kann man die Wanderung nach Herzberg in 2 St. oder nach Sieber in 1 St. fortsetzen. Die Wege sind durch den Harzklub bezeichnet. 2. Ober die Kupferhütte nach sieber 10 km. Vom Bahnhof Lauter- berg Fahrweg und zwei Fußwege im Luttertale am Bache aufwärts bis Touren-Einteil lstündig. 1. Brücke über die Oder neben dem Restaurant Felsen- höhe, links auf dem untersten der drei den Scholben entlang führenden Wege bis über die Dietrichswiese, über Flößwehr und die Chaussee zurück.(Bis zur Dietrichswiese schattig.) 2 Uber das Wehr im Tale zwischen Scholben und Kirchberg aufwärts bis zur„Bremer Ruh““ (Schutzhütte), Blick auf den Wiesen- beeker Teich, dann über die Höhe des Kirchbergs und südlich hinab zum Ausgange des Wiesenbeektals. (Aussicht, Rückweg schattig.) 3. UÜUber den Weinberg auf den Hausberg, und südwärts durch das Gebüsch in das untere Luttertal zurück.(Schöne Aussicht vom Turm.) Burg-Hotel Hausberg. Für längeren Aufenthalt zu empfehlen. 4. Durch das untere Luttertal. nach dem Forsthause Kupferhütte und über den Weinberg zurück. 5. Uber Königshütte auf die Höhe (Kiebitzfang) und durch das freie Feld zurück.(Oben schöne Aussicht auf die Bergzüge und Täler bei Lauterberg sowie den Brocken; meist ohne Schatten.) 1 ½ stündig. 1. Durch das Tal zwischen Scholben und Kirchberg aufwärts nach dem Wiesenbeeker Teich und durch das Wiesenbeektal zurück.(Zum Teil schattig, doch nicht zur Mittagszeit.) (2,6 km) Forsthaus Kupferhütte (Restaurant). Der Fahrweg führt weiter an der Lutter aufwärts über den Rücken des Knollen(Wegweiser) zum Aussichtsturm nach sSieber. 3. Von Lauterberg auf den Ravens- berg und Stöberhai(s. Route 30). Für Radfahrer. Tour 1 und 2 vereinigt man am besten zu einer Rundtour, und zwar der Steigungen wegen über Scharzfeld— Herzberg (10,2 km)— Sieber(8,6 km)— rechts ab, anfangs schieben— Gr. Knollen— Kupferhütte— Lauter- berg(12,0 km)= 30,8 km. Tour nach Stöberhai(12,0 km) bringt viel Schieberei; abwärts gut zu fahren. Gung für Badegäste. 2. Uber den Weinberg auf den Kummel und nördlich über den Bischofshals, im Walde über Lauter- berg zurück.(Prächtige Aussicht vom Turme; Weg fast durchweg schattig.) 3. Über den mittleren Scholben- weg, dem Flößwehr gegenüber in die Schweiz und am Ende derselben durch das Odertal zurück.(Hin- wärts schattig.) 1. Den unteren Scholbenweg ent- lang bis an den nördlichen Fuß des Köndgsteins, den mittleren Scholben- weg bis über Ritschers Denkmal hinaus, durch das Kirchtal zurück. (Durchweg schattig.) 2stündig. 1. Uber den mitt- leren Scholbenweg auf den Königstein, über den Dietrichskopf und Flöß- wehr zurück.(Oben schöne Aus- sicht. Hinweg schattig.) 2. Auf dem oberen Scholbenwege — im Kirchtale hinter dem Restäaai- rant Felsenhöhe aufwärts: dann links bis unter den Kamm— bis Raegeners Klippe— unterbhalb des Weges— und über diese zum mitt- leren Scholbenwege hinab zurück. (Durchweg schattig.) 3. Uber Wiesenbeeker Teich zum Ahrensberge(herrliche Aussicht, Apfeltanne) über„Hohetür“— Wiesenbeek— Bremer Ruh zurück. Sehr lohnend. 224 4. Uber Hailbeek(Luttertal) den Wiesenhang hinan zum Himmel— rechts zur Höhe empor(Restau- rant Zur Himmelshöhe) und sddlich oberhalb des kleinen Andreas- baches auf den Scharzfelder Fuß- weg, auf diesem zurück.(Weite Aussicht über Goldene Aue und Eichsfeld.) 5. Philosophenweg bei der Möbel- fabrik Oderfeld zum Zoll(Hotel). Zurück Chaussee oder über den „Himmel“. Letzterer Weg etwas länger. 3stündig. 1. Oberhalb Haibeek und unterhalb Himmel durch das Gatter ins große Andreasbachtal hinab, auf der Höhe links nach Frauenstein und Schloß Scharzfels, zurück über Zoll.(Vortreffliche Aussicht; nur teilweise schattig.) 2. Tal der Geraden Lutter bis über die Lutterbuche hinaus und denselben Weg zurück.(Wenig Schatten.) 3. Tal der Krummen Lutter bis zum ehemaligen Teiche und zurück. (Zur Hälfte schattig.) 4. Uber Flößwehr den Weg nach Stöberhai bis zur Ruhebank jenseits des Dietrichskopfes, zurück zwischen Grillenkopf und Dietrichskopf an dem südlichen Hang des Scholben, und auf dem oberen Forstwege über den Sattel und das Kirchtal zurück.(Auf der Bank treffliche Aussicht über Odertal, Brocken usw. (Meist Schatten.) 5. Uber Bischofshals auf dem oberen Wege zur Hölle, jenseits derselben durch die nächste Lich- tung einige hunderte Schritte ab- wärts auf dem betretenen Weg durchs Steintal zurück. Schöne Aussicht und auf dem Weg durchs Stéeintal herrlicher Forst.(Meist schattig.) 31. Route: Scharzfeld-Lauterberg-St. Andreasberg. 6. Durch Wiesenbeek über Hohe- türklippen nach dem Ahrensberge, und oberhalb des Wiesenbeeker Teiches zurück.(Schöne Aussicht; zum großen Teil Schatten.) 7. Einhornhöhle, auf dem Wege nach Schloß Scharzfels, aber vor demselben von der Waldhöhle aus hinab über die Wiese, zurück über Bahnhof Scharzfeld— Lauterberg. 4stündig. 1 Uber die Kupfer- rose— dem Weinberge gegenüber jenseits der Wiese— auf den Knollen (Rest.) abwärts durch das Luttertal. (Prachtvolle Aussicht vom Gipfel, zum Teil schon auf dem Hinwege.) 2. Ravensberg auf dem gewöhn- lichen Wege über Hohetür und Steinatal und zurück.(Bekannte Aussicht.) 3. Uber Bischofshals durch das Steintal bis unter Gödeckenkopf und im Langental und Odertal zurück. (Waldspaziergang ohne besondere Aussicht.) 4. Steinkirche über Scharzfeld, und über die waldige Hügelreihe südlich vom Dorfe bis Zoll zurück. (Meist ohne Schatten.) 5stündig. 1. Uber Osterhagen zum Weingartenloch und Römerstein, über Steina und durch das untere Steina- tal über Eulenstein oder Hohetür zurück.(Hinwärts Landweg.) 2. Uber Flöbwehr, Hassenstein, nach Bramforst, Jagdxopf, Stöberhal, durch das obere Steinatal oder die Trift entlang bis unter den Ravens- berg und Hohetür zurück.(Pracht- volle Aussichten.) 3. UÜber Kupferhutte zum Knollen (Erfrischungen), zurück Göttinger Weg über Göttinger Hütte zur Ruine Scharzfels und dann nach LZoll. Von hier entweder mit, der?ꝶ Bahn nach Lauterberg oder über Philo- sophenweg zurück. Von Bad Lauterberg nach St. Andreasberg. A. Eisenbahn. aufwärts. An der(5,5 km) H altestelle Kurpark vorüber im Odertal Hinter(7,7 km) Stat. Odertal tritt die Bahn, links abbiegend, in das Sperrluttertal(Station) ein.(15,3 km) Station St. Andreasberg, der Bahnhof (Andreasberger Silberhütte) ½ St. vom Orte entfernt. B. Chaussee durch das aber weitere Tour, stets an der Oder aufwärts. nördlicher Richtung. Odertal(22 km). Sehr schöne, empfehlenswerte, Man verläßt Lauterberg in Bei der Gabelung der Straßen jenseits des Bahnhofes Richters„Harzt r“ Wachſof. Jonegets St Andrcasberg St Andpeasbevg Brauniage Sceunlae uſenne—— A N— ☛3 Eefe 8. ee?, 8 8 N I 8 E* 8 9 8 A urschlei △— 4— S 4„ W 8. 3 8 4 s 77 ———— SrAndneasberg N 5 St. Andreasberg X. 8 e — 5 Rin. 47 rarken. 8 8 3. neRZBENRG-KaDLAUTERBEN 4 SACHSAWIEDR-Z0RGE S 1160 000 4 2 4 A8 1— 1 Bartulfeide hf Osterhagen— Bhf Sachsa Druck von fi. G. Hahtgens. Lübeck. do0 d 7 32. Route: Ravensberg und Stöberhai. Odertal hält man sich rechts. Hier liegt oberhalb rechts der Dietrichskopf, links zieht sich der langgestreckte Bergrücken der Hillebille hin. Nach drei- stündiger Wanderung erreicht man(17 km) Oderhaus, Oberförsterei, Säge- mühle(von hier Fußweg in 1 ½ St. nach Stöberhai) und Försterei(Restaurant, auch Nachtquartier). Vom Garten des Försters führt ein Weg hinauf zum Pavillon auf dem Schloßkopfe(632 m). Bei der Straßengabelung biegt man rechts nach(24 km) Braunlage ab, links führt der Weg nach Andreasberg. Für Radfahrer. Beide Touren, durchs Sperrluttertal und Odertal, haben anhaltende Steigung; letztere ist jedoch vorzuziehen. 32. Route: Ravensberg und Stöberhai. Von Bad Lauterberg, Sachsa oder Wieda aus. Radfahrer, die zum Ravensberg wollen, fahren nur bis Hotel Wiesen- beeker Teich,(2,5 km). Zum Stöberhai hinauf(anhaltende Steigung) führt ein guter Weg(12,0 km); abwärts fahrbar. Von Sachsa aus läßt sich das Rad nach dem Ravensberg nicht benutzen; ebenso nicht von Wieda aus. Von Lauterberg zum Wiesenbeeker Teich(35 Min.). In Lauterberg gehe man talwärts über die Brücke beim Kurpark, dann aufwärts und rechts bis zum Bache. An diesem entlang zum Wiesenbeeker Teich. Hotel und Pensionshaus Zum Wlesenbeeker Teich, Boote auf dem Teiche. Großer Garten am See. Sehr empfehlenswert. Für längeren Aufenthalt geeignet. Pens. nach Vereinbarunz, halbe Kurtaxe. Um Aufschlagwasser für die Königshütte zu gewinnen, wurde dieser prächtig, inmitten des Waldes gelegene Teich durch Abdämmung geschaffen. Der Teich ist 7,4 ha groß und 16 m tief. Um den Teich führt der vor einigen Jahren neu gebaute Teichweg. Vom Wiesenbeeker Teich zum Ravensberg(1 ½ St.). Man gehe vom Hotel links, so daß man den Teich zur Rechten hat, dann geradeaus über einen Bach(Wegweiser). Jenseits über den Berg zur Hohetür(Bänke, Wegweiser), Wasserscheide zwischen der Elbe und dem Wesergebiet, talabwärts ins Steina- tal über die Steina, an einem mit Forellen besetzten Teiche vorbei, jenseits aufwärts(Wegweiser). Der Weg durch das Kurhaus ist der schönste nach dem Ravensberg, 1 ¼4 Std. Von Sachsa zum Ravensberg(Fahrweg 6 km, vom Bahn- hofe 9 km). Der Weg ist nicht zu verfehlen. Er führt nord- westlich aus der Stadt hinaus und stets durch Wald.(Faß- wege S.-3.) Von Lauterberg zum Ravensberg Fahrweg durch das Steinatal. Der Ravensberg(664 m). Hotel zum Ravensberg. 15 Zimmer mit 34 Betten. Logis m. F. v. 2,50 Mk. an. P. 4,50— 5,50 Mk., sehr gute Verpflegung. Post und Telegraph im Hause. Böllerschuß(herrliches, neunfaches Echo) 50 Pf. Gußeisernes Denkmal des früheren Wirtes Kohlhaase. Richters Harz. 15 . Route: Ravensberg und Stöberhai. (Hamburg) G a sc. 5 vo, 077ep, 9) d N(Goslar)(Dares ere)) g. Berge h. das obere 8 3 5 Stpinatal en Sepburger See Gec &AS FK 9 2 85 F 5 2 3 —— 5 8 S Odertal 5 3 Miesenbeek. Teich ₰ 8 2 2* 8 8¾§ 0 8 5 ₰ ℳ 5 .8 28 00 uou1 ½ 0poxuοu1 S 8 8 Dpp 8* Ve2o,& 2„ 270 2 MIn˙s30d 355 5 530deles leug PIBMA 10Juranu. Panorama vom Ravensberg bei Bad Sachsa am Südharz (vom Turme des Hotels aufgenommen). Dng,S 318g 403102 a 8 32. Route: Ravensberg und Stöberhai. 227 Wintersport bedeutend. Rodelschlitten leihweise.— Zweispännige Schlitten von 12 Mk. täglich ab. Die Aussicht vom Turme ist eine der schönsten, welche der Harz bietet. Man überblickt die Bergzüge des Südharzes, die goldene Aue, den Kyffhäuser, bis zum Thüringer Walde hin- über, das Eichsfeld bis zum Göttinger Wald und Ohmgebirge. Auf dem Ravensberge sind vier Aussichtspunkte. Unmittelbar hinter dem Hause nach Nordosten der„Marschallplatz, Aus- sicht auf Brocken, Achtermannshöhe, Stöberhai. Ferner„Drei- gestirn zu Deutschlands Heil 1866, 1870, 1871,“ rechts ganz nahe dem Gasthause, südlich davon„Fritzens Ruhe“, 4 Min. weiter(zuletzt nach links)„Wilhelmshöhe“, Blick auf Sachsa. Vom Ravensberg zum Stöberhai(Jagdkopf) 1 St. Be- dquemer Weg, auf der Höhe entlang durch Wegweiser bezeichnet. Von Lauterberg zum Stöberhai über Forsthaus Flößwehr und den Hassen- stein(Aussichtspunkt)(7 km). 2 Stunden. Vom Wiesenbeeker Teich zum Stöberhai direkt durch das Steinatal 1 ½ St. Gute Chaussee. Stöberhai(719 m), höchster Punkt des Südharzes, bietet eine unvergleichliche Rundsicht, die dem Brocken oft vorgezogen wird, da sie viel sicherer ist, weil nicht so oft von Nebel verhüllt. Aussicht. Nach Süden schweift der Blick über die Vorberge des Harzes- die Goldene Aue und das Eichsfeld bis hinab zum Thüringer Walde mit seinem Inselsberge. Zur Linken erhebt sich der sagenumwobene Kyffhäuser, zur Rechten erblickt man bei ganz klarem Wetter die Erhebungen bei Göttingen und Kassel. Das Berghotel Stöberhai, unmittelbar zwischen großen Fichten- und Buchenwaldungen gelegen, ist am 6. Mai 1886 abgebrannt und von dem jetzigen Besitzer Panse drei- stöckig wieder aufgebaut. Nächst dem Brockenhotel und dem Hotel Sonnenberg ist es das höchstgelegenste Hotel des Harzes. Ein großes Wegenetz umzieht den Bergrücken und ermöglicht stundenlange ebene Spaziergänge um die Höhe. Von Wieda führt ein schöner Fahrweg und bequemer Promenadenweg zirka 3,8 km hinauf zum Hotel.(Personenfuhrwerk, Wagen auf Wunsch.) Nächste Bahnstation Haltestelle Stöberhai. Von hier führt ein schöner Fußweg(Nordhäuser Stieg), 1,9 km, zum Hotel. Berghotel Stõöberhat. Logis 1— 2,50 Mk., Fr.(komplett) 1 Mk., Mt.(Diner) 2— 2,75 Mk. je nach Zahl der Gänge, Abend(Souper) 1,50 Mk., volle P. inkl. Zimmer 4— 6,50 Mk. Post und Telephon sind im Hause. Nächste Bahnstation: Haltestelle Stöberhai(2,5 km) der Südharzbahn, 10,3 km von Walkenried, 13,7 km von Braunlage entfernt. Wiintersport. wintersportheim für Hörner- und Sportschlitten. Skilauf mit Unterweisung. Sprungschanze. Direkte Höhenverbindung mit dem Brocken auf dem alten Kaiserwege. Verleihung aller Sportgeräte, zirka 10 km Rodelbahnen nach Wieda und ins Odertal. 15* 228 32. Route: Ravensberg und Stöberhai. Entfernungen: Nach Braunlage 14 km, Oderhaus 7,5 km, Andreasberg 12 km, Lauterberg 7 km, Wieda 4,5 km, Sachsa 9 km, Ravensberg 6 km, Ebersberg 10 km, Sorge 14 km. Preußischer Jagdkopf, 12 Min. vom Hotel, groß- artiger Blick ins Sperrlutter- und Odertal. Von Stöberhai nach Wieda(4,5 km) führt ein bequemer, neu angelegter Promenadenweg.(2 Haltestellen der Südharz- bahn.) Wieda(350 m), braunschweigischer Ort mit zirka 1650 Einw., ist in einem rings von Bergen umgebenen, nach Süden hin offenen Tale gelegen. Der Ort ist als Sommerfrische außerordentlich beliebt, zumal der Wald(Laub- und Nadelwald) dicht an den Ort herantritt und saftig grüne Wiesen sich überall ausbreiten. Der Ort selbst ist sehr sauber, die Häuser einfach und schmuck, die Bewohner freundlich, der Aufenthalt angenehm. Industrie: Eisenhütte(Ofen und Dachfenster), Sägewerke, Holzsohlen- fabrik, Streichholzfabrik. Gasthöfe. Im oberen Teile des Ortes: Hotel Grüne Tanne, ältestes Haus am Platze. Mi. 1,25— 1,50 Mk., P. v. 3,50 Mk. an. Gelobt.— Waldesruh. P. v. 3,50 Mk. an.— In der Mitte des Ortes: Stadt Braunschweig, Z. mit Fr. v. 1,75 Mk. an. P. v. 3,50 Mk. an. Gelobt.— Weißes Roß. Z. mit Pr. 1,25 bis 1,75 Mk., P. v. 3,50 Mk. an, bürgerlich.— Unterhalb des Ortes: Kamp- henkels Hotel und Pension. Mit Veranda und Garten. P., 3,50 Mk. Z. mit Fr. 1,75 Mk., Mi. 1,50— 2 Mk. Empfohlen.— Hotel zum Loewen, Z. mit Fr. 1,50— 2 Mk., Mi. 1— 1,50 AMK., P. v. 4 Mk. an.— Hotel-Pension Forellengrund.— Pensionshäuser: Pdhla Waldfrieden(Bes. W. Probst), am Walde.— Bischoffs Pensionshaus, im Orte. Außerdem zahlreiche Sommer- wohnungen. pensionspreis durchgehend inkl. Wohnung 3,50 Mk., Z. mit Fr. 1,75 Mk., Z. mit Morgenkaffee 1,25 Mk., Mi. 1,25 Mk. Auskunft. Durch den Harzklub-Zw.-V. und Gemeindevorsteher Bischoff. Postagentur und öffentliche Fernsprechstelle im Orte. Arzt täglich im Orte. Wintersport. Vorzügliche Schlittenbahnen(Schlitten im Orte), Sport- bahn für Sport- und Hörnerschlitten vom Stöberhai. Wanderungen. Wieda ist Mittelpunkt zahlreicher größerer und kleinerer Wanderungen. In der Nähe: Umliegende Punkte mit herrlichen Aussichten; 2z. B. Helfreich, Brockenblick, durch Silberbach nach Brockenblick oder Wache(Pavillon), Knicking, Goldkõpfchen, in die Täler unterhalb des Ortes, Kreuztalsklippe, Füllenberg, Sorgetal, Bran- denburg-Kastental, Radebeil, Zachariaskopf, Schiefertal, Jagd- kopf, Steiger u. a. Weitere Touren: Station Stöberhai= Tannen 1 ½ Std., Hohegeiß über 34 Std., Stöberhai 1 Std., Ravensberg Zorge oder neuer Teich 2 Std., über 1 ½ Std., Walkenried(Klosterruine) Nullpunkt 2 ½— 3 Std., Braunlage 1 Std., Zorge und neuer Teich 1 Std. 3 Std., Wiesenbeeker Teich 2 ½ Std., Sachsa 1 Std., Wolfsbachtal u. Dicke Lauterberg 3 Std., Odertal 2 Std., Route 32u: Die Südharzbahn. 229 Andreasberg 3 Std. und viele andere touren, ebenfalls alle an der Südharz- Brocken bis Braunlage mit Bahn und und Zahnradbahn gelegenen Punkte Kyffhäuser bis Roßla oder Berga- bis Blankenburg in einem Tage zu Kelbra mit Bahn bedueme Tages- besuchen. Von Wieda nach Walkenried(Chaussee 7 km). Unterhalb des Ortes links am Wege großartige Eichenallee aus der alten Kloster- zeit mit seinen Riesenbäumen. Fußweg nach Bahnhof Walken- ried 1 ¼ St., meist Waldweg. Für Radfahrer angenehmer Weg. Bahnverbindung der Südharzbahn. Route 32 a: Die Südharzbahn. Walkenried— Wieda— Braunlage— Tanne. Die Südharzbahn ist eine mehrspurige Nebenbahn mit der höchsten Steigung von 1: 30. Sie erschließt neue Wald- gebiete, Täler und Industriezweige, fördert und erleichtert den Besuch vieler romantischer Punkte und ist besonders ein be- quemer Zugang zum Oberharz und Brocken. Der Bahnhof Walkenried an der Eisenbahn Nordhausen— Nordheim (E. R. 14) bildet den Ausgangspunkt der neuen touristisch und kommerziell wichtigen Gebirgsbahn. Sie führt im Bogen am Affen- und Eckteich vor- über, beim Austritt aus dem Walde schöne Blicke auf den Südharz eröffnend, am Walde entlang bis zur Haltestelle Zündholzfabrik, dann zweimal über die Wieda und nach sStation Wieda(5,2 km; 334 m) am unteren Dorf⸗- ende. Durchs Dorf zur Hst. Wiedaer Hütte(6,8 km; 365 m) von hier nach Hst. Stöberhail(10,3 km), welche vom Gasthause ½ St. nordöstlich liegt. Der Fußweg von der Haltestelle Wiedaer Hütte nach Stöberhai 1 St. Die Bahn kehrt nun ins Weinglas- und Wiedatal zurück, schöne Talblicke bietend. Mit starker Steigung und reizenden Ausblicken rechts auf die Steigerköpfe, im scharfen Bogen über die Chaussee, das Wiedatal querend, und durch einen 15 m tiefen Felseinschnitt am Eselsstieger Grund, wird bei 14,5 km der Kalser- weg das erstemal überschritten. Die Bahn ist über den Bergkamm in die Ab- hänge des Zorgetales getreten und erreicht am Kreuzpunkt des Kaiserweges mit der Braunlage— Wiedaer Chaussee die Hst. Kaiserweg(16 km; 593 m). Von hier lohnender Weg über den Ebersberg direkt nach Sorge(4 km) und Tanne(6 km). Der direkte Weg von der Hst. Kaiserweg nach Braunlage (bez. 30 D) ist 10— 11 km lang.— Den höchsten Punkt(607,5 m) erklimmt die Bahn auf der Wasserscheide zwischen Elbe und Weser bei 16,5 km und erreicht, abwärts fallend bei 20 km die Hst. Brunnenbachsmühle(531 m), wo die Zweiglinie über Sorge(5 km), Station der Harzguerbahn, nach Tanne(8 km) abbiegt. Die Hauptlinie erreicht ihr Ende bei Station Braunlage(24 km; 548 m) am Nordrande des Ortes. 33. Route: Bad Sachsa— Walkenried-—Ellrich. Bahnlinie Herzberg-— Nordhausen. 14 Züge täglich. Für Radfahrer. Herzberg— Scharzfeld(3,1 km)— Gabelung Lauter- berg(3,1 km rechts ab)— Osterhagen(6,7 km)— Tettenborn(6,4 km)— Walkenried(5,9 km)— Ellrich(4,0 km). Insgesamt 29,2 km. Sachsa(Bad) bleibt 4,0 km links liegen. 230 33. Route: sachsa— Walkenried— Bllrich. Die Bahnlinie führt von Scharzfeld in 10 Min. zur Station. Osterhagen, preuß. Dorf mit 600 Einw. Gasth. Bahnhofshotel. Spaziergänge: 1. Zum Weingarten- loch(20 Min.), einer tief in den Felsen eindringenden Höhle, deren Eingang jetzt zum Teil verschüttet ist. Besuch nicht gefahrlos. Die Walkenrieder Mönche sollen hier ihr Baumaterial geholt haben. 2. Zum Romerstein, འSt., einem Name entstammt dem altdeutschen Worte rôma, d. i. der Kampf. 3. Nach dem Eulensteine, einem einzeln stehenden steilen Felsen. 15 m. 4. Nach der Apfeltanne(½ St.), einer Tanne, mit welcher ein Apfel- baum verwachsen ist(in der Blüte- zeit ein eigenartiger Anblick) am steil und unvermittelt aus der Ebene geometrischen Punkt am Ahrens- sich erhebenden Zechsteinriffe. Der berge. Aussicht. Die Bahnlinie führt weiter dicht am Römersteine(r. vom Zuge) vorüber in wenigen Minuten zum Bahnhof Bad Sachsa, gegenüber dem Sachsenstein, 2 km von der Stadt; 1 km weiter der Bahnhof Tettenborn(früher auch die Station für Bad Sachsa). Bad Sachsa liegt 2 km von der Bahnstation. Fünfmal täglich Personen- post 30 Pf. Hotelomnibusse, die immer in genügender Zahl vorhanden sind, 50 Pf., Extrawagen 2— 3 Mk. Wer vom Osten kommt, gehe von Walkenried nach Bad Sachsa auf schönem Waldwege(4 St.); jenseits des Baches der sachsenstein, schöne Aussicht. Bad Sachsa(301— 325 m) ist ein preußisches Städtchen an der Uffe mit 2579 Einwohnern. Besuchte Sommerfrische, zirka 6000 Gäste. Gasthöfe. Schützenhaus(Frind), mit zwei Logierhäusern, in schöner Lage. Wird gelobt.— Ratskeller. Z. 1,50— 2 Mk.— Hotel Fürst Otto von Bismarck. Neu erbaut. Unmittelbar am Kurpark. Jede Bequemlichkeit. Z. v. 1,50 Mk. an. Mi. 2 Mk., P. 4,50— 6 Mk. Recht gut.— Hotel Schröder, mit Restaurant. Z. v. 1,75 Mk. an, Fr. 75 Pf., P. 4— 5 Mk. Gelobt.— Hotel Lindenhof. Z. v. 1,50 Mk. an.— Deutsches Haus.— Außerhalb: Hotel und Pension Pfaffenberg, auf der Hõhe des Pfaffenberges, mit schöner Fern- sicht, 50 Z. P. 4— 6 Mk.— Hotel Warlteberg in schöner Lage auf der Höhe der Steinaer Straße, mit Aussichtsturm. 30 Min. vom Ort liegt das Erholungsheim Pulingwiese des Gemeindebeamtenverbandes der Provinz Sachsen. P. 6— 8 Mk.— Restauration Katzenstein, ½ St. entfernt. Bäder. Badehaus am Walde. Duschen 50 Pf. Warme Bäder 80 Pf., Dampfbäder und Kiefernadelbäder von 1,25 Mk. an. Schwimmbad am Eingang des lieblichen Salztales.— Lesezimmer im Badehause. Ppensionat. Villa Gerta, auf dem Pfaffenberge. Empfohlen. In ruhiger Lage, mit herrlicher Aussicht.— Fehrenteil—Gruppenberg, am Pfaffenberge. Für Damen zu empfehlen. Pädagogium von Dr. Härtel. Post dreimal täglich nach Bahnhof Bad Sachsa. 3 Arzte und Apotheke. Kurtaxe. Person 5 Mk., Familie 8— 10 Mk. Auskunft durch die Badeverwaltung, die auch Prospekte versendet sowie durch Kaufmann Camin. Wintersport bedeutend. Schlitten leihweise im Schützenhaus. Literatur. Falk, Führer durch Sachsa, erhältlich durch die Badeverwaltung. Abseits von dem Hauptverkehrsstrome, mitten im Waldes- frieden, in schöner, vor rauhen Winden geschützter Lage, ist Sachsa eine ruhige und billige Sommerfrische. Trinkwasserleitung. kapelle. Vortreffliche Wegebezeichnungen gut. Eigene Bade- 33. Route: spaziergänge. 1. Das Kuckans- tal, das schönste der drei Täler. Man verfolgt den Weg links vom Schmelzteich. Hochragende Felsen bilden den Eingang. Links ein wasserreicher Quell, der Reinharts- brunnen, links steiler Pfad zum Aussichtspunkt„Unser Liebling“. Weiterhin eine herrliche Waldwiese. Bequemer Weg zum Ravensberg. 2. Das Katzental, im oberen Teile Ravenstal genannt. Präch- tiger Tannenwald. Im Katzentale erhebt sich der Katzensteln, einer der lieblichsten Punkte in Sachsas nächster Umgebung, in ½ Stunde bequem zu erreichen auf dem Wege rechts vom Schmelzteich. Oben gutes Hotel, auch im Winter ge- öffnet. Z. mit Fr. von 2,50 Mk. an. Mitt. 1,50 Mk. P. 4— 5 Mk. Reizender Blick auf die Stadt und Umgebung sowie in das Katzental. Vom Katzen- stein Fußweg, steil ansteigend, zum gewöhnlichen Ravensberger Fahrweg. 3. Das(Ostertal, breite Fahr- straße zum Schützenhause am Bade- haus vorüber. Rechts am Wege das Härtelsche Pädagogium. 10 Min. weiter rechts Fahrweg nach Eulings- wiese(s. unten). Der Ostertal- weg bleibt im Grunde. Der ganze Talweg ist als Fahrstraße ausgebaut, die eine bequeme und schöne Ver- bindung Sachsas mit dem Ravens- berge bildet. 4. Der Pfaffenberg, dem Schützen- haus gegenüber, mit schönem Tannenbestand. Auf der Höhe Eulingswiese, Logierh., Restaurant und Pension Pfaffenberg. Reizende Aussicht auf den Südharz; 15 Min. entfernt„Gruß ins Land“, hübscher Blick. Sachsa— Walkenried— Elllrich. 231 Ausflüge. Wege au/ den Ravens- berg(1 ½¼ St.). 1. Bequemer Fußweg vom An- fange des Ostertales links auf- wärts, rechts am Teiche vorbei bis zum Fahrweg, welcher zum Ravens- berg führt. 2. Vom Schützenhause aus links an Pfeiffers Villa vorüber in das Westerntal, von dort in das roman- tische Kuckanstal, aufwärts über eine Wiese, bis der Weg im Walde hinauf auf den Plan führt. Der Ravenskopf wird von hier in wenigen Minuten erreicht. 3. Durch das Ostertal, auf vom Harzklub neu angelegtem Fußweg zum Plan empor, dann links. 4. Nach Steina(4 St.) und dem Römerstein(½ St.). Ganze Tour 1 ¼ St. Fahrstraße. Steina ist ein schön gelegenes Dorf im Steinatal (Gasthaus).— Der Römerstein, eine schroff emporsteigende Felsmasse.— sachsenstein mit prächtiger Rund- sicht, auf dem Wege nach Walkenried in ½ St. leicht zu besuchen.— Nach Wieda über den Moseberg oder über Eulingswiese und„Gruß ins Zand“ auf schönen Waldwegen in 1 Stunde.— Nach der Hst. Zünd- holzfabrik Fußweg zum Anschluß an die Südharzbahn; dgl. nach Wieda(s. oben). 5. Für Radfahrer. Mit Benutzung des Fahrrades(öfters schieben, aber lohnende Partien) kann man vom Schützenhaus zur Post fahren und links nach Steina(3,0 km); von hier nordwärts durch das schöne Steinatal nach dem Wiesenbeeker Teich(6,0 km) oder weiter geradeaus nach Stöberhai (9,5 km). Walkenried(270 m), Ausgangspunkt der Südharzbahn, ist ein braunschweigisches Dorf in anmutiger Lage an der Wieda mit 1500 Einwohnern. Geeignetes Standquartier für Ausflüge nach allen Teilen des Harzes und des Kyffhäusergebirges. Gips- fabrik. Amtsgericht. Forstmeisterei. Domäne. Arzt. Wasser- leitung. Gasthöfe. schänke und Klosterhof, bescheiden. Restaurant. Zum goldenen Löwen. Bahnhofsrestaurant. Mit großem Garten.— Zur Kloster- 232 33. Route: Sachsa— Walkenried— Ellrich. Auskunft erteilt und Prospekte versendet Postverwalter Lauterbach. Arzt am Orte.— Wasserleitung. Eisenbahn. Station Walkenried ist 10 Min. vom Orte entfernt. Aus- gangspunkt der Südharzbahn und Station der Staatsbahn. Literatur: Lemcke, Geschichte des freien Reichsstéfts und des Klosters Walkenried. Leipzig 1895. Walkenried ist von herrlichem Buchen- und Eichenwald umgeben, mit bequemen Spaziergängen. Der Ort wird von Touristen wegen seiner schönen Klosterruine besucht. Von dem ehemals prächtigen Zisterzienser-Kloster zeugen noch stattliche Reste. Alles erhaltene hat die braunschweigische Regierung stilvoll restaurieren lassen, namentlich die pracht- vollen Kreuzgänge. Geschichtliches. Das Kloster ried. Kaiser Otto IV. besuchte 1209 wurde von der Gräfin Adelheid von das Kloster gelegentlich eines dort Klettenburg im Jahre 1127 gestiftet tagenden Provinzial-Kapitels von und mit Zisterziensern besetzt. Der 52 Zisterzienser-Abten. Kurfürst Zisterzienserorden, so genannt nach Moritz von Sachsen übernachtete seinem Stammkloster Cistercium hier 1553 unmittelbar vor seinem (Citeaux) bei Dijon, welches der Tode im Kampfe gegen den Mark- heilige Robert 1098 gründete, hat grafen Albrecht. in den ersten Jahrhunderten seines Während der Bauernkriege(1525) Bestehens außerordentlich viel Gutes wurde der prächtige Bau zerstört geleistet. Die Ordensregel schrieb und der Turm heruntergerissen, den Mönchen praktische Tätigkeit welcher Dach und Gewölbe durch- zur Erlangung der Gottseligkeit schlug. Später kehrten die Mönche vor. Die Mönche von Walkenried zurück, doch das Kloster war ver- erwarben sich große Verdienste armt. Der 30jährige Krieg brachte um den Bergbau im Süd- und Ober- dem Kloster viele Leiden; abwech- harze sowie um die Entwässerung selnd hatten es Schweden und Kai- der Goldenen Aue. Die haupt- serliche in Besitz. Im Jahre 1629 sächlich ihrer produktiven Tätigkeit führten Kroaten einen katholischen entspringenden reichen Einnahmen Abt und einige Mönche hierher, doch der Mönche gestatteten ihnen im flohen diese 1631 vor den nahenden 13. Jahrhundert die Errichtung Schweden. Als 1546 der Abt Holt- eines neuen prächtigen Klosters egel zum Protestantismus über- in gotischem Stil, dessen UÜberreste getreten war, war das Kloster ein noch heute stehen, 10 Min. nördlich Pädagogium bis 1628. Im Westfäli- von dem alten Kloster. Die Mönche schen Frieden kam es an das Haus Jordanus und Berthold werden als Braunschweig-Celle. Dieses überließ Baumeister genannt. 1671 Walkenried im Tausch gegen Im Jahre 1194 weilte Heinrich Dannenberg an das herzogliche der Löwe, welcher durch einen Sturz Haus Braunschweig- Wolfenbüttel, vom Pferde bei Bodfeld ein Bein das es dann von 1694 an für immer gebrochen hatte, längere Zeit bis behielt. ☛ zu seiner Heilung in Walken- Von der früheren romanischen Basilika erkennt man noch die Grundform. 36, wie man jetzt noch sieht, reich ornamen- tierte Pfeiler trugen das Dach. Das Mittelschiff hatte eine Höhe von fast 24 m bei einer Breite von 9 m, die Querschiffe in der Achse eine Länge von 85 zu einer Breite von 40 m. Route 33a: Von Ellrich nach Zorge. 233 Fast vollständig erhalten ist der gotische Kreuzgang(Führung 50 Pf., bei mehreren Pers. Ermäßigung), die Kapitelstube, jetzt Ortskirche, mit prächtigem Denkmal des letzten Grafen von Hohnstein. Schönes romanisches Taufbecken, reiche Skulpturen in den Nebenräumen des Kreuzganges. Da Luther nie in Walkenried war, so gehört die Geschichte von der Lutherfalle, in welcher der Reformator für immer verschwinden sollte, ins Reich der Sagen. Die Umgegend von Walkenrled. 1. Der Kupferberg, 8 Minuten] hier durch Wald nach dem Sachsen- vom Orte, oben hinter der Ruine. stein und der Sachsenburg(Ruine). Schöner Eichenwald. Prächtiger 4. Gipsfelsen„Himmelsreich“ beim Blick auf Walkenried und die Bahntunnel. Höhle: 130 m lang, Harzberge. 50 m hoch. Besuch lohnend. Er- 5 laubnis beim Bahnmeister einholen. 2. Der Röseberg(10 Minuten,. 7 302 m). Vom Kloster jenseits der Bengalisches Feuer mitnehmen. Bahn rechts in den Wald hinein 5. Blumenberg mit Priorteich, (Wegweiser). Auf dem Röseberge Hirseteich, Eckteich(20 Min.) mit Restaurant, nur nachmittags ge- schönen Spaziergängen. öffnet. Schöne Aussicht auf Walken- 6. Geiersberg, unmittelbar am Ort ried und die dahinter liegenden Berge.(10 Min.), mit schönem Rundblick. 3. Westlich, dem Bahnhof gegen- 7. Von Walkenried nach Bad über, liegt der Höllstein, mit vielen sachsa, auf schönem Waldwege Gipshöhlen und Zwerglöchern. 3⁄½ St., jenseits des Baches der Schöne Wege mit Ruhesitzen, von Sachsenstein, schöne Aussicht. Von Walkenried nach Ellrich(3,4 km). Fußweg durch das Himmelreich, einen prachtvollen Buchenwald mit steil abfallenden Gipsfelsen. Eisenbahn: 9 Züge täglich. Ellrich(250 m). Ausgangspunkt der Bahnlinie Ellrich— Zorge s. S. 234. Wer die Tour weder nach Zorge noch nach dem Kyffhäuser fortsetzen will, fahre bis Station Niedersachswerfen und von dort mit der Harzbahn nach Ilfeld. Route 33 a: Von Ellrich nach Zorge. Ellrich(250 m) ist ein altes preußisches Städtchen an der Zorge mit 5000 Einw. Gipsfabriken. Neuerdings kommt der freundliche Ort als Sommerfrische in Aufnahme. Gasthöfe. Schawarzer Adler, am Markt. Z. mit Fr. v. 2,50 Mk. an, Mitt. (ohne Wz.) 1,75— 2.— Mk. P. mit Z. 4,50— 6,— Mk.— König von Preu ben. Z. mit Fr. 2,50 Mk., Mitt. 1,50 Mk.— Bürgergarten, Garten mit Veranda. — Bahnhofshotel, Z. mit Fr. 2.50 Mk.— Schützenhaus. Buchhandlung. Gustav Krause 234 Route 33a: Von Ellrich nach Zorge. Bahnyerbindung. Staatsbahn 7 Züge täglich nach jeder Richtung. Kleinbahn nach Zorge 5 Züge täglich nach jeder Richtung. Auskunft erteilt der Magistrat. Ellrich hat an Sehenswürdigkeiten die auf einer Höhe belegene Frauenbergsbirche, die älteste Kirche der Provinz Sachsen; zwei alte Türme, wovon der Ravensturm in seiner schrägen Bauart an den schiefen Turm von Pisa erinnert. Auf dem mit Anlagen versehenen Marktplatze ein Kaiser-Friedrich- Denkmal. Ferner: Kriegerdenkmal, Amtsgericht. Ellrich ist Eintrittspunkt für den Harz; von hier führt auch der uralte Kaiserweg über den Harz nach Harzburg. In dem zu Ellrich gehörenden Kolonistendorf Cleysingen berühmte Forellenzuchtanstalt und in der Nähe die vom Dichter von Göckingk besungene Kelle, eine mit Wasser angefüllte Höhle. — Die Umgebung von Pllrich ist der einzige Fundort in Nord- deutschland für Arabis alpina. Umgegencd. Der Burgberg mit Restaurant oberhalb der Stadt, Aus- sicht. 20 Min. weiter das Himmel- reich und die Ttelklippe über dem Itelteich. Blick auf Walken- haln(3,5 km), gute Straße, starke Steigung.— In ℳ St. nach Roter Schufß und Brandhai(500 m), einem der schönsten Punkte des Süd- harzes. Aussicht in die Grafschaft ried und Stöberhai.— 2. Bellevue, ein Sommerrestaurant ½ St. nörd- lich der Stadt. Vor dem Eingang in den Wald rechtsab nach dem Roten Schuß(1 ¼ℳ St.) 499 m, mit Schutzhütte und weiter Fernsicht. Von hier nach dem Gr. Ehrenberge in 1 St., Jägerfleck in 1 ¼ St., Benneckenstein in 2 St.— 3. Durch das liebliche Limbachtal nach dem Gr. Staufenberg(552 m) und dem 50 Schritt abwärts gelegenen Zorge- blick. 1 ½ St. zurück nach der Staufenbergswiese und hinab nach Bahnhof Zorge. Direkt 1 ½ St.— 4. In 4 St. nach dem Dorfe Sülz- Die Kleinbahn Ellrich— Zorg Hohnstein, das Eichsfeld, Ravens- berg, Kyffhäuser.—(Vorsicht für Radfahrer bei den Windungen!— dann Fall nach S.), billige Sommer- frische und Sanatorium in male- risch gelegenem Talkessel. Von hier nach der steilen Kröd-(d. h. Krodo?) klippe(1 4 St.), mitten im Walde mit hübscher Ausschau auf den Harz und nach Süden. Weiter nach dem Gr. Ehrenberge(s. o.), 635 m insgesamt 2 ½ St. Von hier nach dem Jägerfleck(s. o.) oder Zorge durch das Kunzental(5,1 km Steigung abwärts Vorsicht für Radfahrerl). e hat ein noch sehr unbekanntes Gebiet des Harzes den Touristen erschlossen. Die Bahn führt, vom Staatsbahnhof Ellrich ausgehend, im Bogen um die Stadt Ellrich herum, nach Station Ellrich Stadtbahnhof. dem Haltepunkte Unterzorge Hier tritt sie in das Zorgetal ein, kreuzt hinter die Chaussee und die Zorge und führt am Fuße des Kleinen und Großen Staufenberges bis in den Ort Zorge hinein. (Fahrtdauer 21. Minuten.) Zorge(356 m), braunschweigisches Dorf mit 1292 Ein- wohnern. Harz“ Biahfers oeqm1'sue5sue- uA Jn. ugS— ONTSdAeONDI GND SIIOAGHOH Daeen, en 7 ₰ 7 — „; 2 K Mrs X 8 — Seueg — 8 e— Route 33a: Von PllIrich nach Sorge. 235 Gasthöte. Hotel Braunschweiger Hoh, Z. mit Fr. v. 2 Mk. an, Mi. 1,50 Mk., P. v. 4 Mk. an, empfehlenswert.— Zum Deutschen Kaiser, Z. v. 1,25 Mk. an, Fr. 75 Pf., Mi. 1,75 Mk., P. v. 3,75 Mk. an, altrenommiert.— Weißes Roß, bescheiden.— Hotel Zorger Tal, bescheiden. Bahnverblndung nach Zorge durch die 1907 eröffnete Kleinbahn Ellrich— Zorge(7 km) mit der Linie Nordhausen— Herzberg-— Northeim— Ottbergen, täglich je 5 Züge.— Auch Station Kaiserweg der Südharzbahn, schöne Fußtour durch das prachtvolle Andreasberger Tal nach Zorge(6 km). Auskunft bei Förster Röbbeling. Der langgestreckte Ort ist in ein enges Tal eingezwängt, dessen steile Abhänge von hohem Tannen- und Buchenwald bedeckt sind. Stark wachsender Verkehr von Sommerfrischlern und Passanten. Bedeutende Eisenhüttenwerke, von Walken- rieder Mönchen im 13. Jahrhundert angelegt, befinden sich ½ Std. vom Orte entfernt. Zorge kommt seiner günstigen Lage wegen immer mehr als Sommerfrische in Aufnahme. Lohnender ist der Weg von Hohegeiß durch die„Dicken Tannen“ und das Wolfsbachtal nach Zorge. Umgebung. Reizende Spazier- geformten südlichen Ausläufer des gänge in lauschige Wald- und Harzes bis in das Eichsfeld. Sehr Wiesentäler, die sich bis in das lohnend!— Über den Kirchberg, am Zorger Tal hineinziehen. Neuer Tiefen Stollen vorbei nach Wieda Teich(½ St.), malerisches Wald-(4,2 km), kürzer und empfehlens- bild, steiles Ufer von düstern Fichten werter als auf der Chaussee.— bekränzt.— Durch das idyllische Unterhalb Zorge liegt der Große Kunzental über den Jägerfleck, den und Kleine Staufenberg(554 m), auf Ehrenberg(635 m) mit herrlichem letzterem die Reste der einst den Tiefblick in stille Waldtäler, nach Grafen von Hohnstein gehörigen Rotesùtte oder über die Krödklippe Burg Staufenberg. Vom Zorgerblick nach Sülzhayn(zirka 10 km).— herrliche Vogelschau auf das 200 m Brandhai(½ St.) mit Aussichtsturm, tiefer liegende Zorger Tal mit seinen Fernsicht über Walkenried, Ellrich roten, ziegelbedeckten Häusern. und viele Dörfer auf die eigenartig Auf sehr schöner Fahrstraße erreicht man das 4 km ent- fernte Dorf Hohegeiß(642 m) am Südwestabhange des Hohegeißberges, höchstgelegenes Dorf des Harzes(braunschweigisch) mit 1100 Einw. Durch seine reine, erquickende Luft und sein gleich- mäßiges Klima entwickelt sich Hohegeiß immer mehr zu einem Luftkurort ersten Ranges. Kurfrequenz zirka 1700 Gäste. Ganz Schwachen und Schwindsüchtigen ist der Besuch nicht anzuraten, zumal die Aufnahme der Letztgenannten von den Einwohnern verweigert wird. Ein weiterer Vorzug infolge der Höhenlage sind entzückendste Aussichten nach allen Seiten, insbesondere ein herrliches Brockenpanorama oberhalb der Villa Kasten und des Hotel Ebersberg. 236 34. Route: Von IIfeld nach Stolberg. Hohegeiß verdankte seine Entstehung dem Bergbau, der jetzt aber vollständig aufgehört hat. Omnibus zu den Zügen der nächsten Bahnstationen Benneckenstein (3 km) und Zorge(4 km). Autoverkehr nach Braunlage. Gasthöfe. Kastens Hotel und Pension, auch höheren Ansprüchen ge- nügend, versendet Prospekte.— Hotel Ebersberg(Brettschneider), höchst gelegen, mit herrlichem Brockenpancrama, großem Garten und Veranden. P. v. 4,50 Mk. an. Empfohlen.— Deutsches Haus, mit Garten.— Weißes Roß.— Mullers Hotel Wolfsbach.— Hotel Wolfsbach, P. v. 4,50 Mk. an, mit schönem Garten, empfohlen.— Goldner Löwe.— Außerhalb: Hotel und Pension Dicke Tannen, 15 Min. entfernt.— Hotel und Pension Wolfsbach- mühle, 15 Min. entfernt, in reizvoller Waldabgeschlossenheit idyllisch gelegen. Privatwohnungen. 6— 10 Mk. wöchentlich; P. 4 Mk. täglich. rzte von Benneckenstein und Zorge täglich anwesend. Auskunft und Wohnungsnachweis. Gemeindevorsteher Thomas und Forsterheber Wittig versenden Prospekte. Wintersport mit Schneeschuhen und Schlitten sehr bedeutend. Sport- material leihweise im Hotel Ebersberg. Umgebung. Dicke Tannen ½¼ St. häuser, Victorshöhe, Hohne, Brocken, (Hotel und Pension, idyllisch ge- Wurmberg, Achtermann, Bruch- legen, sehr empfehlenswert) eigen- berg, Acker bis zum Meißner bei artiges Waldbild, erinnert an Ur- Kassel und Thüringer Wald. Ehren- wald mit seinen Riesenstämmen berg 1 ¼ St., herrlicher Blick in (Fichten), die in solcher Menge und die Ebene. Stöberhat 2 ½¼ St. Nächst- Stärke wohl kaum in Deutschland gelegene Orte: Benneckenstein und sich wiederfinden.— Wolſsbachmunle, Sorge 3 km, Eisenbahnstationen. 20 Min., Gasthaus, ein Idyll, Ebers- Tanne 5 km, Zahnradbahn. Braun- berg, 682 m hoch, ³à St., neuer lage 11 km. Zorge 4 km. Wieda 10 km. Aussichtsturm. Rundsicht auf Kyff- Wege vom Harzklub gut bezeichnet. 34. Route: Von IIfeld nach Stolberg. Der Staatsbahnhof Niedersachswerfen ist von der gleichnamigen Halte- stelle der Harzguerbahn(s. R. 35 a) 10 Min. entfernt. Tlfeld ist durch diese Bahn Ausgangspunkt für Harz-Routen a) über Benneckenstein nach dem Brocken, b) über Hasselfelde und Stiege nach dem Bode- und Selketale, c) über Hufhaus, Neustadt und Birkenmoor nach Stolberg und Josephshöhe. Für Radfahrer. Schöne Fahrt mit angenehmem Fall nach Rottleberode (14,6 km); hier links ab in mäßiger Steigung durch das schöne Stolberger Tal nach Stolberg(6,1 km).(Der jenseitige herrschaftliche Weg ist für Rad fahrer verboten!) Ilfeld(260 m). ist ein preußischer Flecken mit 1800 Einw. in dem schönen IIfelder Tal, an der Bähre, Eisenbahnstation. Landratsamt, Amtsgericht, 2 Oberförstereien, Kgl. Klosterschule, Stiftsamt, Papierfabrik, Talbrauerei, Alabastergipsfabrik. Be- liebte Sommerfrische. Gasthöfe. Zur Tanne, nahe dem Bahnhof, m. Garten. Z. v. 1,50 Mk. an, Mi. v. 1,25 Mk. an ohne Weinzwang.— Zur goldenen Krone, im Ort. Z. mit Fr. 2— 2,50 Mk.— Gast- und Logierhaus Zur Linde. Z. mit Fr. v. 1,75 Mk. an, Mi. 1,25 Mk. ohne Weinzwang, P. v. 3,75 Mk. an. 34. Route: Von IIfeld nach Stolberg. Außerhalb: Talbrauerei, ¼ St. oberhalb der Stadt, mit Ausschank- garten und Bahnhaltestelle.— Neues Restaurant und Logierhaus Zum Nelz- kater, ½ St. oberhalb der Stadt in schöner Lage, an der gleichnamigen Station der Harzquerbahn. Post. Telegraph. Auskunft erteilt der Magistrat und der Vorstand des Harzklubzweig- vereins. Badeteich mit Sschwimmanstalt. Wintersport. Geschichtliches. Graf Ilger hatte hier im Jahre 1103 zur Sühne eines Totschlages eine ewige Lampe ge- stiftet und einen Mönch angestellt, der jenen geistlich zusprechen sollte, die den damals so gefürchteten Weg über den Harz betreten sollten. Durch den Zuzug frommer Klausner ent- stand schon 1196 ein K oster. Im Jahre 1223 wurde der Bau desselben eingeweiht. Es wurde mit Bene- diktinermönchen von Pölde besetzt, trat aber bald darauf dem Prämon- stratenserorden bei. Um das Kloster entstand im Laufe des 14. Jahr- Sportmaterial leihweise im Hotel Netzkater. Literatur. Meyer, Das Kloster IIfeld. Leipzig 1897. hunderts der gleichnamige Flecken. 1545 trat der Abt Thomas Stange zum Protestantismus über und grün- dete hier eine Lateinschule, die be- sonders im 18. Jahrhundert einen hohen Ruf hatte. Schüler derselben waren Caj. Matth. Geßner, Köppen, Fr. Aug. Wolff, Brohm, Mitscherlich, Grotefend, Chr. Heinecke u. a. 1867 wurde die Schule durch Preußen reorganisiert. Neubau des Pädago- giums in den Jahren 1860— 63 und 1881— 84. Etwa 100 Alumnen(Gymn.- Kl. I— III) bewohnen die Anstalt. In der Stadt ist die neue, 1866—1868 erbaute gotische Kirche beachtenswert. Alte Chorstühle, Grabsteine, ein hölzernes Kreuz usw. aus der 1859 abgebrochenen alten Klosterkirche befinden sich darin. Epitaphien. Im Ilfelder Pädagogium Die Ilfelder Gegend ist in geologischer und be- Krypta mit sonders in mineralogischer Beziehung sehr interessant. Umgegend. 1. Der Burgberg mit Ruinenresten, gegenüber dem Bahn- hof.— 2. Das Braunsteinhaus, Forst- haus mit Restauration, ²4 St.— 3. Im Bähretal aufwärts, vorbei am Nadel- öhr, einer engen Felsspalte in einem hervorspringenden Porphyrblock, unter dem Hund(Raudeshöhe am Steinberge mit Aussicht) vorbei an der Talbrauerei(Restauration) und über die Netzbrücke in ½¼ St. bis zum Hotel Netzkater.— 4. Weiter aufwärts im Bähretale die Bahn- haltestellen und Wirtschaften Eis- felder Talmuhle und Tiefenbachmühle. Von hier zur Bärenhöhe(Karlshaus 630 m, mit trig. Aussichtsturm, in 2%½ St. von IIfeld zu erreichen, oder mit der Bahn bis zur Tiefenbach- mühle.— 5. Zum Heræberg, einem trig. Punkt, am Kl. Kaulberg vorbei oder über den Gänseschnabel in 4 St. — 6. Uber den 1 St. entfernt liegenden Kaulberg auf Waldwegen nach dem Rabenstein, dem Molkenborn, Poppen- berge(s. u.) und Falkensteine.— 7. Zum Rabenstein auch von der Talbrauerei aus in ½4 St. d. Aus- sicht in 3 Täler. Hinab zur Netz- brücke oder zum Netzkater in 4 St. — 8. Vom Netakater nach dem Forsthause Christianenhaus in 1 St., Birkenmoor in 1 ½ St., Hufhaus in 1 ½ St.— 9. Nach Fürst Ottos Höhe auf dem Poppenberge; an der Wiese gegenüber der Apotheke auf bez. Waldwege entlang zwischen dem Eichberge und dem Kaulberge bis zum Gottestale(1 ½ km); dann links hinauf bis zur Höhe noch 2 ½ km. Der eiserne Tarm, 1894 vom Harzklub Nordhausen und 238 34. Route: Von IIfeld nach Stolberg. Ilfeld erbaut, ist 30 m hoch und Birkenmoor(4 km)(s. u.) nach Stol- bietet eine umfassende Rundsicht berg(16 km), nach der Josephshöhe (auf den Harz, Kyffhäuser, die über Breitenstein oder Stolberg Goldene Aue) und Ausschau nach(19— 20 km).— 4. Vom Bahnhof dem Thüringer Walde und den Netzkater durchs Brandestal(6 km) Bergen bei Göttingen. Vom Poppen- oder von der Eisfelder Talmüuhle, am berge: a) nach dem Hohnstein 4 km, nächsten von der Haltestelle Unter- b) nach Hufhaus 2 ½ km, Stolberg berg(4 km), nach dem Forsthause 14 ½ km, c) nach Birkenmoor 5 ½ km, Birkenmoor(Sommerfrische. P. 3 bis Stiege 11 ½ km, d) nach dem Netzkater 4 Mk., Log. mit Fr. 1,60 Mk.). Von in 1 ½ Stunden, e) nach Breiten- hier nach Bahnhof Stiege 6 km, stein 12 km, Auerberg(Josephshöhe) Breitenstein 7 ½ km, Bahnhof Frie- 18— 20 km. Wege bezeichnet. drichshöhe 10 km, Josephshöhe 14 km, Touristenwege: 1. Von Tlfeld Stolberg über Birkenkopf 12 km. nach dem Brocken: Bahn über AlleWege gut bezeichnet und schattig. Benneckenstein nach Elend. Von— 5. Von IIfeld nach Stolberg a) über da nach Schierke und dem Brocken, den Poppenberg 4 km, nach dem 12 km. Radfahrer fahren über Netz- Forsthaus Hufhaus(Restauration) kater(2,6 km)— Rothehütte(6,3 km) 6,5 km, Birkenkopf mit weiter Harz- — Jägerfleck(1,9 km)— Bennecken- rundschau 14,5 km, Stolberg 18,5 km, stein(3,4 km)— Tanne(4,1 km)— b) über den Poppenberg(4 km) nach Rothehütte(8,2 km)— Elend(5,8 km) dem Hohnstein 8 km und Stolberg — Schierke(2,6 km)= 3a,9 km. 18 km, c) direkt nach dem Hohn- Meistens Steigung.— 2. Ins Bode- stein: von der Apotheke auf dem tal: Von der Tiefenbachmühle im Poppenbergwege bis zum Gottes- Bähretale a) nach Hasselfelde(8 km), tale 1 ½ km, dann geradeaus und Wendefurt(17 km) und Blankenburg am Fuße des Poppenberges weiter (25 km), b) nach Stiege(7 km) und im Walde, über die Chaussee und Treseburg(17 km), c) von der Eis- den Haartbach nach der Ruine felder Talmunle über Birkenmoor(6 km) in 1 4 St.— 6. Von IIfeld (4 km), Stiege(10 km) nach Treseburg nach Neustadt u. H.(5 km) geht man (20 km). Radfahrer fahren über vom Flecken auf guter Chaussee Hasselfelde(16,1 km) bis Wende- über(1 km) Wiegersdorf und(3 km) furth(8,9 km); hier rechts ab nach Osterode. Durch ein altes Tor bis Treseburg(8,5 km)= 33,5 km.— zum Rathause; von hier bis zur 3. Von der Eisfelder Talmühle über Ruine(1 ½ km) in 30 Minuten. Neustadt unter dem Hohnstein(260 m), amtlich: Neu- stadt bei Ilfeld, ist ein stolbergischer Flecken mit zirka 1000 Einw. in sehr anmutiger und geschützter Lage, eine billige Sommerfrische. Gasthöfe. Hotel Hohnstein mit Logierhaus, empfehlenswertes und beliebtes Haus. Z. mit Fr. 2— 2,50 Mk., P. 4— 5 Mk.— Kurhaus(H. Kronberg), schön gelegen, komfortabel eingerichtet. Kein Wirtschaftsbetrieb, deshalb sehr ruhiger Aufenthalt. Volle P. 42— 50 Mk.— Hotel Ratskeller(„Zum Roland“). Z. mit Fr. v. 2 Mk. an, Mi. 1— 1,50 Mk., P. v. 4 Mk. an. Gelobt.— Hotel Schmidt. Z. mit Fr. v. 2 Mk. an.— Außerhalb, ½¼ St. entfernt, Hotel Ruine Hohnstein(Pensionshaus).. omnibus. Zweimal täglich Omnibusverbindung mit Bhf. Niedersachs- werfen. südharz-Sanatorium(Inhaber: Herm. Kronberg). Physikalisch-diätetische Heilmethode unter ärztlicher Leitung. Zum Sanatorium gehören das Kurhaus und das damit verbundene„Erholungsheim“, mit herrlichem Berggarten. Badeanstalt zum Sanatorium gehörend. Fluß-, Wannen- und medizinische Bäder. Licht-, Luft- und Sonnenbäder. Auskunft durch den Magistrat. 34. Route: Von IIfeld nach Stolberg. 239 Im Städtchen besichtige man die alten Stadtbefestigungen und die am Felsentore zu gelegene Ruine Heinrichsburg. Der Roland vor dem Rathause deutet darauf hin, daß hier einst, Gerichtsstätte war, vielleicht die Malstatt für den Helmgau. Hochinteressant ist die oberhalb des Ortes auf steilem Porphyr- felsen sich erhebende Ruine Hohnstein. Ums Jahr 1100 von den Grafen von Hohnstein erbaut, kam Schloß Hohnstein 1594 in den Be- sitz der Grafen von Stolberg. Im Dreißigjährigen Kriege wurde die Burg durch den kursächsischen Obristen Vitzthum von Eckstädt niedergebrannt(in der Weihnachtsnacht 1627). Die Fürsten zu Stolberg-Stolberg haben seit Jahren Summen bewilligt, um die nach Zerstörung der Burg stehen gebliebenen, aber verschütteten Mauerreste planmäßig von Jahr zu Jahr freizulegen. Bei diesen Ausgrabungen wurden zahlreiche Waffen, hübsche Ofenkacheln, alte Münzen usw. zutage gefördert, welche Gegenstände nach dem Museum zu Nordhausen überführt und dort zu einer Sammlung vereinigt sind. Die Aussicht von der Ruine ist prächtig. Man sieht einen Teil der Vorberge des Harzes und bis zu den Thüringer Bergen hinüber. Der Besitzer des Hotels Hohnstein in Neustadt hat hier oben ein gutes Hotel und Pensionat eingerichtet, welches auch verwöhnten Ansprüchen genügt. Aussichtsturm à Person 5 Pf. Literatur. Meyer, Die Burg Hohnstein. Leipzig 1897.— Schlieben, Bad Neustadt am Hohnstein, Nordhausen 1884. Von Neustadt nach Stolberg führen vier Wege: 1. Chaussee über Buchholz, Stempeda und Rottleberode durch das schöne Tyratal, 17 km. 2. UÜber(1 St.) die Sägemühle(mit Ebersburg) und den Eichenforst zirka 3 St., ohne Führer zu finden. Bezeichnet. Hinter dem Gasthaus Amisschenke in Neustadt bergan dicht an der Talsperre vorüber oder vom Roland und Kurhaus im Tale in 1 St. zur Sägemühle(Gastwirtschaft und ländliche Sommerfrische), wo man den Schlüssel zur Ebers- burg(10 Min. entfernt) erhält. Von der Ebersburg steht nur noch ein kolossaler Turm von 20 m Höhe mit fast 4 m dicken Mauern. Landgraf Hermann von Thüringen erbaute zu Anfang des 13. Jahrhunderts die Ebers- burg. Als Mitgift kam sie an Anhalt, und käuflich wurde sie von den Grafen zu Stolberg erworben.— Durch die nagende Zeit ist sie zur Ruine geworden.— Von der Plattform des Turmes hat man eine prächtige Aussicht auf Nordhausen und die Goldene Aue. 240 34. Route: Von IIfeld nach Stolberg. Von hier über(4 km) Stempeda auf der Chaussee nach (6,5 km) Bahnhof Rottleberode und(12,5 km) Stolberg(s. S. 254). 3. Von der Sägemühle 5 Min. auf der Chaussee nach Breiten- stein, dann rechts auf neuem, gut bezeichnetem Waldwege(48 B) durchs Moosbachtal, über die Kohlenstraße(rechts ab nach Rodishain, Dorf mit 250 Einw.(Schenke), geradeaus hinab durchs Ronnetal(Brücke), 3 Min. abwärts, dann links zum Höhenwege(Blick nach dem Kyffhäuser), bald in jungen Eichen zum Wolfsbachtale, hinüber(Brücke) und nun bergan zum (4,5 km) Jagdschloß Eichenforst(496 m). Früher Sommer- restaurant mit Aussichtsturm. Herrliche Fernsicht auf Brocken, Inselsberg, Kyffhäuser und von einer östlich gelegenen Stelle auf Rottleberode. Im Westen der Anlage acht aus einem Stamme von 5 m Umfang entsprossene Buchen. Von Eichenforst gerader Weg(1 St.) über die Waldwiese Hunrob mit Schutzhütte(Sommer- restauration) bei der 1000 jährigen Eiche bis zur Lutherbuche und Stolberg.— Von Sägemühle auch über den Steiger, Domäne Halunfeld, Hunrod oder von Hainfeld direkt am Hotel Schützen- haus vorbei nach Stolberg, 8 km. 4. Der nächste Weg(2 St.) über die Ruine Hohnstein, den Großen und Kleinen Himmelstieg und das Hainfeld ist auch ohne Führer zu begehen. Wege gut bezeichnet. Von der Ruine Hohnstein geht man östlich durch schönen Buchenwald— rechts der Berg Vaterstein mit Felsgetrümmer — bis zur fichtenbepflanzten alten Heerstraße.(Wegeschilder beachten!). a) Geradaus zum Tiefentale, das man 10 Min. unterhalb der Talsperre überquert, um jenseits des Tales bergan nach Hainfeld-Stolberg, talabwärts nach Sägemühle-Ebersburg zu gelangen. b) Bei der Heerstraße links, auf neuem Harzklubwege direkt zur Talsperre, die Nordhausen mit Trinkwasser speist. Auf der Ostseite der Sperrmauer erhebt sich das Wohn- haus des Talsperrenwärters(öffentliche Fernsprechstelle, kein Restaurant), der nach Vorweis einer Karte die Führung zur Besichtigung der Anlagen übernimmt. Besichtigungskarten sind im Rathaus zu Nordhausen unentgeltlich zu haben. Die Talsperre der Stadt Nord- 180 m bis zur Stadt vermittelst einer hausen wurde in den Jahren 1904/05 gußeisernen Hochdruckleitung Kraft erbaut. Sie dient zunächst der gewonnen. Das Staubecken hat Wasserversorgung der Stadt, socodann einen Inhalt von 80 000 chm, eine wird aus dem hohen Gefälle von Oberfläche von 12 ha und eine größte 35. Route: Nordhausen. 2¹1 Wassertiefe von 23 m. Die Mauer dem Meeresspiegel. Von dem west- ist 27,5 m hoch, an der Krone 110 m lichen Höhenrücken, welcher das lang und 4 m breit, in der Sohle Staubecken einschließt, dem Knecht- 20 m lang und 20 m breit und jochen, hat man eine schöne Aus- ist aus Grauwakebruchsteinen und sicht über das prachtvoll bewaldete Traßmörtel erbaut. Die Mauer- Niederschlagsgebiet, welches 6 dqkm werksmasse faßt 18 000 cbm. Die groß ist und im Mittel 2,3 Million. cbm Sohle des Tales liegt 420 m über Wasser jährlich abführt. Am nördlichen spitzen Ende der Talsperre(„Hand“ gen.) a) links Weg nach dem Hufhause, 3 km, b) geradeaus über den Beitler nach dem Birkenkopfe, 2,5 km, c) rechts durch Mückental über Hainfeld nach Stolberg, 7—8 km. Wege bez. 35. Route: Nordhausen. Gasthöte. Römischer Kaiser, am Kornmarkt, renommiert. Z. 2,25— 5 Mk., Fr. 1 Mk., T. d'h. 2— 3 Mk.— Hotel Friedrichskron, neues, elegantes Haus, am Bahnhof. Gut. Z. 2— 4 Mk., Fr. 1 Mk., Mitt. 2,50 Mk.— Hotel Schneegass mit hübschem Gartenlokal. 3 Min. vom Bahnhof, renoviert, Weinrestaurant. Z. 2— 2,50 Mk., Fr. 75 Pf., Mitt. 2 Mk. Sehr gut.— Hotel Wieg, Z. von 2 Mk. an, Fr. 50 Pf., Mitt. 1,50 Mk. Komfortables, gutes Haus.— Berliner Hoj, Z. 2 bis 2,25 Mk. Gelobt.— Hotel Weintraube, Z. m. Fr. von 2 Mk. an.— Hotel Deutsches Haus. Z. 1,25— 1,75 Mk., Fr. 75 Pf., Mitt. 1,25 u. 1,50 Mk. Renoviert. Elek- trisches Licht. Gelobt.— Hotel zur Börse. Z. 1,50— 2 Mk., Fr. 75 Pf., Mitt. 1,50 Mk., empfohlen.— Viktoria-Hotel, am Bahnhof. Z. von 1,75 Mk. an, Fr. 75 Pf., Mitt. 1,75 Mk., an kleinen Tischen. Gutes Rest. Empf.— Hotel Prinz Karl. Z. 1,50— 2,50 Mk., Mitt. 1,50 Mk.(Radfahrer).— Bahnhofs-Hotel.— Einfacher: Zentralgasthof. Z. v. 1,50 Mk. an, Fr. 50 Pf.— Hotel Zum Anker. Z. von 1,25 Mk. an, Mitt. 1 Mk.— Könioshof. Welnstuben. Weinschänke zum Ritter(gut).— Franz Steinmuller.— weintraube.— Hotel Schneegass. Restaurants. Kristallpalast, Friedrich-Wilhelm-Platz 4— 5, Restaurant und Café, Konzert- und Gesellschaftshaus.— Café Dietze, Restaurant und Konditorei.— Hackerbräu, im Gebäude des Hotels Römischer Kalser.— Riesenhaus.— Domrestaurant.— Zum Bürgerbräu.— Zur Hoffnung, mit schattigem Garten.— Drei Linden, Robert Klöppel, wird gelobt.— Spangen- berg, mit neuen, eleganten Räumen, guter Küche und Turnhalle.— Petri.— Sippel.— Wiener Café. Gartenrestaurants: Das Gehege, Konzertplatz im Stadtwalde, unmittelbar an dem Straßennetz.— Zur Hoffnung.— Kaiserberg, in schöner, freier Lage mit weitem Rundblick, beliebter Ausflugsort.— Preuß.— Berggarten.— Neuer Garten.— Kurhaus.— Völkers Restaurant.— Wolfsgrube. Konditoreien und GCafes. Bôning.— Braitmeuer.— Dietze.— Dietrich. — Kristall-Palast.— Wuttke.— 4 ppenrodt. Theater und Konzerte. Stadt-Theater.— Konzerte im Gehege. Im winter Sinfonie- und Abonnementskonzerte. Wagen. Einspänner für den Tag 10— 12 Mk., Zweispänner 15— 18 Mk., exkl. Chaussee- und Trinkgeld. Auskunft in der Buchhandlung von Haacke.(Auskunftstelle des Harz- klub-Zw.-V.) und im Verkehrsverein im Rathaus Z. Nr. 15. schülerherberge. Königshof 17 und Grimmel-Allee 7. Richters Harz. 16 242 35. Route: Nordhausen Stadtbad mit Schwimmhalle, Wannen- und Brausebädern, verbunden mit städtischer Waschanstalt.— Privatbadeanstalten. Elektrische Bahn vom Bahnhof durch die ganze Stadt über den Kornmarkt. Post, Telegraph und Telephon am Bahnhof und am Königshof. Geschichtliches. Der Ort Alt- der Stadt verwiesen. 1349 wurde Nordhausen bestand bereits zur Zeit Nordhausen vom schwarzen Tod des alten thüringischen König- heimgesucht, es knüpften sich daran reiches. Im 10. Jahrhundert grün- grausame Judenverfolgungen. Die dete hier Heinrich I. eine Burg(an Reformation fand große Unter- der Wassertreppe) und einen Königs- stützung. Luther und Melanchthon hof(an der Kutteltreppe). Von weilten häufig in der Stadt bei ihren seiner Gemahlin, der heiligen Ma- dortigen Freunden Spangenberg u. a. thilde, wurde hier ein Nonnen- Dem Reformator zu Ehren ist kloster 961 erbaut. Mehrere Jahr- noch heute der Martinstag ein hier hunderte war Nordhausen Familien- allgemein gefeiertes Fest. Der gut der deutschen Kaiser, deren Dreißigjährige Krieg brachte viel Gemahlinnen häufig hier ihren Wohn- Unheil über die Stadt, so daß ein sitz hatten. Im 11. Jahrhundert großer Teil der Bewohner sich in war die Stadt zur Zeit der Kämpfe die Berge flüchtete. Nachdem 1698 Heinrichs IV. mit den empörten die Schutzherrschaft über Nord- Thüringern Sammelplatz seiner Geg- hausen an Brandenburg abgetreten ner. 1220 wurde die Stadt reichs- war, entsagte König Friedrich Wil- unmittelbar; sie hatte aber während helm I. diesen Rechten 1715, und dieser Zeit vielfache Kämpfe mit seit jener Zeit war die Stadt reichs- dem Erzbischof von Thüringen u. a. frei; diese Selbständigkeit bewahrte Auch innere Zwistigkeiten störten sie bis zum Jahre 1802. Seit dieser den Frieden der Stadt. Die Pa- Zeit ist die Stadt mit kurzer Unter- trizierfamilien, welche in der Stadt brechung(1807— 1814) preußisch ge- eine rohe Willkürherrschaft übten, blieben. wurden 1375 aus dem Bannkreise Literatur: Lessers histor. Nachrichten(Nordhausen 1860.)— Förste- mann, kleine Schriften(Nordhausen 1855.)— Eckardt, Gedenkblätter(Leipzig 0. J.).— Heineck, Brandenburg— Preußen und Nordhausen(Nordhausen 1902).— Führer durch Nordhausen. Vom Verkehrsverein herausgegeben. Nordhausen(182 m) an der Zorge, preuß. Stadtkreis, mit 32 000, meist evangelischen Einwohnern, ist Knotenpunkt von fünf Bahnen(Richtungen Kassel- Halle— Northeim)— Rottlebe- rode-Stolberg-Erfurt—Wernigerode) und eine der industrie- reichsten Städte Deutschlands. Die weltberühmte Brannt- weinbrennerei der Stadt wird durch 69 Fabriken betrieben, auch die Bierbrauerei, die Tabakfabrikation, die Maschinen- fabrikation, die Weberei und die Spritfabrikation sind bedeutend. Sehenswürdigkeiten. Der Dom, katholische Stiftskirche zum heiligen Kreuz, in gotischem Stil, mit romanischer Krypta, von der heiligen Mathilde, der Gemahlin Heinrichs I., 961 als Nonnenstift gegründet.— Die Blastikirche mit je einem Ge- mälde von Lucas Cranach d. A. und d. J. sowie der berühmten Klosterbibliothek vom Kloster Himmelgarten in der Sakristei. — Das Rathaus in einzelnen Teilen noch aus 1360, im wesent- lichen aus 1608— 1610 stammend; an demselben eine kolossale 35. Route: Nordhausen. 243 Rolandfigur aus dem Jahre 1717, ein Sinnbild der früheren Reichsfreiheit der Stadt.— Das Städtische Museum am Friedrich- Wilhelm-Platz 8, geöffnet täglich, mit Ausnahme des Montags, und zwar vormittags von 11— 1 und nachmittags von 3—5 Uhr, unentgeltlich. Es enthält eine große Zahl von wertvollen Altertümern, darunter Geräte aus der Stein- und Bronzezeit, Merkwürdigkeiten aus der Geschichte der Stadt, naturwissen- schaftliche Gegenstände usw.— Auf dem Markte monumentaler Lutherbrunnen von Schuler.— Auf dem Kornmarkt ein Neptun von Rietschel.— Kriegerdenkmal von Bohnstedt, in der Sedan- straße.— Bismarckdenkmal und sehr schönes Kalser-Friedrich- Denbmal an der Promenade.— Baltzerbrunnen auf dem Hagen. — Talsperre bei Neustadt(s. S. 240). Spaziergüänge. UÜber die schöne Promenade, welche einen Teil der Stadt umgibt, in die Riemannstraße nach dem Hotel Kaiserberg und der Wolfsgrube, Restaurants mit hübscher Aus- sicht auf den Kyffhäuser und die Goldene Aue.— Das Gehege, schöner, hochgelegener Park im Norden der Stadt, mit 14 Restau- rants, unter denen das„Waldschlößchen“ der schönen Lage wegen besonders zu nennen ist. Im Sommer finden fünfmal wöchentlich gute Konzerte gegen geringes Eintrittsgeld statt. Stadtpark mit Schillerhain. Ausflüge mit der Bahn. 1. Berga 2. Nach Eichenforst. Mit der oder Roßla zum Kyffhäuser. 2. Stol- Bahn über Berga nach Rottleberode, berg— Rottleberode zur Josephshöhe. von dort in 1 Stunde nach Eichen- 3. Sondershausen(Lohkonzerte). 4. forst(496 m) hoch, ehemaliges Jagd- Harzguerbahn nach dem Kohnstein schloß. Vom Turme weite Rund- (Station Crimderode) und dem Ifelder sicht(s. Route 36). Tal, Brocken usw. 5. Ellrich, von hier 3. Nach Stolberg. Entweder: mit der Eisenbahn nach Zorge, von A. über Eichenforst(s. vorher). Von dort Fußwanderung nach Dieke Tanne, dort schattiger Waldweg über den Wolfsbachmüuhle, Hohegei, Ebersberg Hunrod(Schutzhütte, S. oben). Ent- usw. 6. Walkenried— Südharzbahn fernung Eichenforst—Stolberg 1 St. nach Braunlage im Oberharz. 7. Scharz-— Oder B.: Fußweg(Nordhausen— feld nach Lauterberg und Andreas- Stolberg) 18— 20 km. Fahrweg berg. 8. Gittelde—rund. 1 ½⁴ St. nach Petersdorf(Restaurant Weitere Umgebung. 1. Nach„Harzrigi“, 316 m, mit weiter Aus- dem Kohnstein. 1 Stunde. Vom sicht). Von hier kann man links Altentore führt eine schattige Allee in 34 Stunden Neustadt u. H. er- in à4 Std. nach dem Rurhause. reichen, von wo wieder Fußweg in Links gehe man über den Zorge- 2 Stunden nach Stolberg führt, steg, dann in der Kohnsteinallee oder rechts über Hermannsacker, in ½ Stunde, am Restaurant„Zum Sägemuhle, Hainfeld nach Stolberg. Schurzfell“ vorbei, zur Schnabels- Oder: Von Nordhausen über Steiger- burg(Restaurant) mit prächtiger tal nach Stempeda; von hier entweder Aussicht. In 25 Minuten erreicht über Rodishain, Eichenforst und man von hier das Kuxloch. Weiter Hunrod oder über Zoll und Tyratal Blick über den Südharz. Zurück nach Stolberg(3—4 St.). mit der Bahn von Station Nleder- Radfahrer fahren über Peters- sachswerfen. dorf(4,1 km)— hier der Harerigi 16*½ 0. 244 Route 352a: nach Buchholz(3,1 km); rechts ab nach Rottleberode(6,4 km); links ab durch das schöne Stolberger Tal in mäßiger Steigung(ſenseitiger herrschaftlicher Weg für Radfahrer verboten!) nach Stolberg(6,1 km)= 19,7 km. 4. Eisenbahn bis Ilfeld, Netz- kater, Eisfelder Talmühle und Tiefenbachmühle(s. R. 35 a). Radfahrer. Bis Ilfeld 10,2 km— Tiefenbachsmühle 8,5 km. 5. Walkenried ¼ Stunde und von da nach Braunlage. Radfahrer. Bis Walkenried 19,8 km — Zorge 6,4 km— Braunlage 12,0 km 6. Scharzfeld— Lauterberg 1 St. und von da nach St. Andreasberg. Radfahrer. Nordhausen— Lauter- berg 37,4 km— Andreasberg 15,8 km. 7. Die Ruinen Hohnstein und Ebersburg(Fuß- oder Wagentour). Die Harzquerbahn. 8. Der Alte Stolberg“ bei Rottleberode a) mit der Försterhöhle bei Steigertal(1 ½ St.) und der „Heimkehle“, einer großen Höhle beim Bahnhof Uftrungen, b) mit der Ruine Grasburg bei Rottlebe- rode, c) mit der besuchten Restau- ration„Kalkhütte“. 9. Der Poppenberg mit der Fürst- Ottos-Höhe(s. R. 34). 10. Die Josephshöhe bei Stol- berg(s. O. Nr. 3) mit der Bahn bis Rottleberode, von da über Stolberg (6,3 km) zu Fuß 11 km oder mit Omnibus. 11. Der Kyffhäuser(s. R. 36). Radfahrer. Von Nordhausen über Berga zum Kyffhäuser 24,0 km. Leichtes Gefäll. 12. Die Erdfälle und Höhlen bei Crimderode an der Ifelder Chaussee ¼ St., bei Salza ½ St. westlich, die Höhlen im Alten Stolberg(s. oben, Nr. 8). Route 35 a: Die Harzquerbahn. Nordhausen— Brocken—Wernigerode. a. Harzquerbahn. Sie beginnt dicht neben dem Staatsbahnhof in Nordhausen, führt zur Haltestelle Nordhausen-Altentor(von hier 5 Min. zum Stadtpark oder zum Gehege)(2,1 km), dann parallel mit der Staatsbahn, über die Zorge nach der Hst. Orimderode(5,2 km)(mit Partie nach dem Kohnstein) und Hst. Nieder- s qchswerfen(6,9 km), von der gleichnamigen Station der Staatsbahn 10 Min. entfernt.(Nach Bad Neustadt, 5 km, zweimal täglich Omnibus.) Der Bahn- hof T'jeld(10,7 km) liegt vor dem Orte beim Hotel„Zur Tanne“; die Steigung von Nordhausen bis hier beträgt an 75 m. Uber Hst. Talbrauerei(12,7 km) nördlich weiter im Bähretale aufwärts, bald Straße und Bach übersetzend, am Steinbruch vorbei bis zur Hst. Netzkater(13,9 km),— 309 m— in der Nähe des neu erbauten Restaurants und Logierhauses„Zum Netzkater“(s. O. bei Ilfeld), wo vier Täler zusammenstoßen. An der Straße nach Hasselfelde im Tale aufwärts bis zur Hst. Eisjelder Talmühle(17,1 km)— 352 m.— Hier zweigt eine im Sommer 1905 eröffnete Seitenbahn nach Stiege(8,6 km) ab, wodurch die Verbindung mit der anhaltischen Harzbahn(Selketalbahn), nach Alexisbad, Mägdesprung, Gernrode, Bodetal, hergestellt ist. Nach 2,5 km erreicht man Hst. Tiefenbachmühle(410 m).(Von hier nach dem Rarlshaus 3 km, Trautenstein 7 km, Hasselfelde 8 km, Stiege 7 km.) Die Station Benneckenstein(29,6 km) in Höhe von 569 m ist ungefähr die Mitte der Harzquerbahn(29,6+ 28,3 km) und liegt 5 Min. nördlich vom Städtchen. Die Haltestelle Sorge(33,8 km) ist nur 3 km von Tanne, der Endstation der Blankenburg— Tanner Bahn entfernt. Sorge ist Kreuzungsstation mit der Südharzbahn. Bei Voigtsfelde überschreitet die Bahn die Warme Bode und die Straße Tanne— Braunlage, und erreicht beim Forsthause wietfeld das früher hannoversche Gebiet und bei der Hst. Elend(40,1 km) die Höhe von 502 m, hier die Kalte Bode überschreitend. Von Elend nach ——ʒy—p.·———— — — 36. Route: Das Kyffhäusergebirge. 245 Schierke 4 km., von wo 80 m oberhalb des Ortes zwei Wege zur Bahn- haltestelle(687 m) führen. Bei der Station Dreiannen— Hohne(43,8 km) in Höhe von 543 m zweigt die Brockenbahn ab(s. unten). Im Drengetale abwärts, links von der Hagenstraße über das Thumkuhlental und im Bogen um den Beerberg(herrliche Aussicht!) herum nach der Hst. für Steinerne Renne(52 km), oberhalb des Hotels„Steinerne Renne“ in Hasserode. Das langgestreckte Hasserode hat einen Hauptbahnhof bei den Hotels Steinerne Renne und Hohnstein(53,7 km) und 3 Haltestellen bei der Frankenfeldgasse (54,4 km), an der Kirchstraße(55,4 km) und am Westerntor(56,5 km) vor Wernigerode. Am Staatsbahnhof Wernigerode endet nach 58 km die Harzquerbahn. b. Die Brockenbahn hat von Wernigerode ab folgende Stationen und Haltestellen: 1. Wernigerode (232 m), 2. Westerntor(1,4 km), 3. Kirchstraße(2,5 km), 4. Frankenfeld- gasse(3,5 km), 5. Hasserode(4,2 km) in Höhe von 275 m, 6. Steinerne Renne(5,9 km), 7. Dreiannen— Hohne(14,1 km) 543 m, mit gleichnamigem Hotel und Bahnrestaurant, S8. Schierke(19,5 km), 687 m hoch an der neuen Brockenstraße belegen, 80 m oberhalb des Ortes, zu welchem zwei Wege hinab führen. Immer höher steigt die Bahn, immer großartiger wird die Aussicht. Bei der ersten Kreuzung mit dem Goetheweg befindet sich die Haltestelle Goetheweg(27 km). Es folgt dann die Endstation Brocken(32,1 km) mit 1120 m Höhe an der Südseite des Brockengipfels. 36. Route: Das Kyffhäusergebirge. A. Die Rotenburg und der Kyffhäuser. Verbindung. Von Station Roßla Omnibus und zahlreiches anderes Fuhrwerk(Tarif) über Sittendorf bis an den Fuß des Kyffhäuser 5 km. von da Fahr- oder auch Fußweg(bezeichnet) noch 3 km.— Von Station Berga 2 Hotelomnibusse und zahlreiches anderes Fuhrwerk(Tarif) bis Kelbra 3 km. Von da Fußweg nach der Rotenburg 2,5 km, Kyffhäuser noch 4,6 km(Wege bezeichnet). Halbtägige Tour. Von Roßla(Haltestelle der Schnellzüge) auf direkter Chaussee über Sittendorf zum Kyffhäuser(7 km), auf gleichem Wege zurück. Elntäglge Tour. a) Von Station Berga nach Kelbra, Rotenburg, Kyff- häuser. Zurück nach Station Roßla(oder umgekehrt). 18 km. b) Ein Be- such der Barbarossahöhle läßt sich damit verbinden: über Ratsfeld 3 km. und durchs Habichtstal noch 5 km. Zweltäglge Tour. 1. Tag: Von Station Berga nach Kelbra, Rotenburg, Kyffhäuser, Ratsfeld, Falkenburger Höhle, Frankenhausen. 23 km.(S. u. Barbarossahöhle.) 2. Tag: Oldisleben, Sachsenburg. Per Bahn über Sangerhausen zurück. Ein dritter Tag könnte noch zum Besuche von Morungen und Grillenberg verwandt werden. Entfernungen. Bahnhof Berga bis Kelbra 3 km, Kelbra— Rotenburg 2 ½ km, Kelbra— Kyffhäuserdenkmal 7 km, Kelbra— Klippenhaus-— Obelisk— Kyffhäuserdenkmal 7 ½ km, Kelbra— Ratsfeld— Barbarossahöhle— Rottleben (Bahnhof 12 ½ km), Kelbra— Rotenburg— Obelisk-— Ratsfeld— Frankenhausen 3 ½ km, Roßla— Sittendorf— Kyffhäuser 8 km, Kyffhäuser— Ratsfeld 3 km, Kyfthäuser— Barbarossahöhle S km, Barbarossahöhle— Frankenhausen 5 km. Radfahnrer unternehmen diese Tour von Kelbra oder Frankenhausen Von Kelbra bis zum Obelisk(schieben, umgekehrt große Vorsicht!!) 5,4 km; zum Denkmal 1,8 km. Wer nach Kelbra zurückkehrt, kann hin- abfahren(große Vorsicht!!) zur Straße Tilleda— Kelbra; dann eben(7,7 km). Von Frankenhausen auch aufwärts schieben. 11,2 km. aus. 246 36. Route: Das Kyffhaäusergebirge. Das Kyffhäusergebirge gehört größtentells zum Fürstentum Schwarzburg— Rudolstadt. Es ist findet man eine reiche Ausbeute eine vereinzelte Gebirgsmasse von von Salzpflanzen. V Flora. An den Salzquellen von 75 qkm Flächeninhalt. Den höchsten Vier Burgen überragten einst Frankenhausen und der Numburg Punkt bildet das westlich vom Kyff- das Hochplateau, die Rotenburg im häuser liegende Lengefeld, welches N. oberhalb Kelbra, die Kyffhdâuser- sich im Tannenberg bis zu 466 m burg im NO., die Falkenburg an der erhebt. Der Kyffhäuser ist 457 m östlichen Abflachung des Gebirges hoch, 325 m über der Goldenen Aue. und 1 ½ St. davon die Frankenburg. Geognostisches. Das Gebirge Auf dem Plateau des Gebirges liegt besteht hauptsächlich aus Rot- das fürstliche Jagdschloß Ratsfeld, liegendem und Zechstein; am Nord- wo vor Jahrhunderten ein Dorf rande findet man Granit und Syenit.„Ratsveld“ lag; ein Gasthaus be- In dem Rotliegenden finden sich findet sich in unmittelbarer Nähe. häufig mit Roteisenstein durch- Am nordöstlichen Ende des Ge- setzte, versteinerte Baumstämme, birgszuges ragt auf dem Kyffhäuser- Zeugen einer vorweltlichen Flora. berge majestätisch das von den Ein Wegzeiger an der Kelbra- deutschen Kriegern dem Kaiser Frankenhäuser Chaussee ist aus Wilhelm gesetzte Kaiserdenkmal. solchem Material. Am Süd- und Unweit davon der Bergfried der Westrande findet man vereinzelt alten Kyffhäuserburg, der für die Gips und Steinsalz. Bewohner der Goldenen Aue als Die Flora des Kyffhäusergebirges Wetterkünder gilt: ist für den Botaniker hochinter-„Steht Kaiser Friedrich ohne Hut, essant. Das kieselreiche Rotliegende So bleibt das Wetter schön und gut; einerseits, der Kalkboden ander- Doch ist er mit dem Hut zu sehn, seits bieten jedes eine eigene So wird das Wetter nicht bestehn.“ Zum Kyffhäuser. Der Kyffhäuser wird zumeist von der Station Berga— Kelbra(zwischen Nordhausen und Sangerhausen) aus besucht. Automobile können nur bis Richters Hotel unterm Kyff- häuser fahren, von hier aus nur zu Fuß ½ St. steil aufwärts; oder bis Kelbra und von hier mit Wagen. Berga, Bahnstation(18 km von Nordhausen), liegt 3 km von Kelbra entfernt. Zweigbahn nach Station Stolberg— Rottleberode(10 km). Sehenswert die neue gotische Peter- Pauls-Kirche. Bahnhofsrestaurant. Kelbra an der Helme ist ein preußisches Städtchen mit 2500 Einwohnern. Amtsgericht. 3 Rittergüter. Perlmutter- industrie. Brauerei. Harzklub. Gasthöfe. Kaiserhof, am Ausgang der Stadt nach der Rotenburg zu, neues gutes Hotel. Z. 1,50— 2 Mk. Fr. 75 Pf. Mt. 1,50 Mk. P. mit Z. 3,50— 5 Mk. Omnibus 50 Pf. Wird gelobt.— Hotel Goldene Sonne, in der Stadt. Erstes und ältestes Haus am Platz, schöner Garten. Z. 1,50— 2,50 Mk. Mitt. 1,50 Mk. P. mit Z. 4—5 Mk.— Preu pischer Ho, am Eingang in die Stadt. Z. mit Fr. 1,50 Mk. Deutsche Eiche, am Fuße der Rotenburg, in ruhiger Lage, Z. von 1,25 Mk. an, Mt. 1,25 Mk. P. von 3,50 Mk. an. Gut.— Lindenhof, außerhalb der Stadt an der Rotenburger Chaussee.— Weißes Roß, am Ausgang der Stadt nach der Rotenburg. Restaurants. Ratskeller.— Schützenhaus, am Walde. Post. Telegraph. Telephon(Amt Roßla). 36. Route: Das Kyffhäusergebirge. 247 An Sehenswürdigkeiten ist nur die gotische Kirche, der Uberrest eines 1251 gegründeten Nonnenklosters, erwähnens- wert. Schöne Spaziergänge nach Ratsberg, 15 Min., und dem Klippenhäuschen, 1— 1 ½ St. über Steinthalleben und Barba- rossahöhle— Ratsfeld-- Kyffhäuser— Rothenburg-— Kelbra, vom Harzklub neu bezeichneter Weg. Von Kelbra zur Rotenburg(4 St.) führt 1. die Chaussee, 2. ein kürzerer Weg für Fußgänger. Vom Hotel Kaiserhof folge man der herrlichen Lindenallee. Nach 20 Min. erreicht man beim Restaurant„Deutsche Eiche“ den Wald, biegt links ein(Wegweiser) und gelangt in 50 Min. zu einem freien Platze, über welchem unmittelbar die Rotenburg liegt. Die Rotenburg(386 m) liegt auf einem nach Westen zu jäh abfallenden Felsvorsprunge, die anderen Seiten werden von tiefen Wallgräben umzogen. Der mächtige Turm hat eine Mauerstärke von 3— 4 m und einen Umfang von 45 m. Präch- tige Aussicht. Bismarckturm(1906 erbaut) des Kyffhäuser- Verbandes der Vereine Deutscher Studenten. Dicht dabei in reizender Lage das sehr besuchte Restaurant Ruine Roten- burg(Günther Reinecke) mit neu erbautem Logierhaus, Garten und geschlossener Veranda. Gut. Geschlchtliches. Die Burg wurde pfändeten diese das Schloß um wahrscheinlich ums Jahr 1100 vom 970 Mark Silber an die Herren Grafen Christian von Rotenburg von Arnstadt und Sondershausen. erbaut. Um 1208 starb das Ge- Diese beliehen 1434 damit die schlecht der Rotenburger aus; die Herren von Tüttcherode. Nach Burg kam an die Grafen von Bleich- deren Aussterben, 1576, fiel die Burg lingen, später an den Grafen Hein- an Schwarzburg zurück und wurde rich von Hohnstein und an die Land- nicht mehr bewohnt. grafen von Thüringen; 1378 ver- Die Aussicht umfaßt im Westen die Städte Kelbra und Nordhausen und die Berge des Harzes. Der Ravensberg und der Brocken treten besonders hervor. Im Norden sieht man die Bergeskette des Harz, das Schloß Eichen- forst, den Auerberg(Josephshöhe) und die Faktorshöhe, östlich liegt der Kyff- häuser, und weithin überblickt man die üppigen Wiesen und Fruchtfelder der Goldenen Aue, welche sich von Nordhausen bis gegen Memleben hinzieht. 17 der Rotenburg zum Kyffhäuser führen zwei Wege- Der Touristenweg(1 ½¼ St.), prächtige Aussicht bietend, und l. mnesor schattig.— Ven der Stelle, wo unterhalb der Rotenburg(nach Roßla zu) der Wegweiser„Rotenburg“ steht, gehe man auf dem Waldwege links weiter, welcher, stets an der Seite des Gebirges entlang, uns zum Kyffhäuser führt. (Vom Kyffhäuser aus findet man diesen Weg durch den Weg- weiser„Fußweg zur Rotenburg“ am Wagenhalteplatz.) 2. Die Chaussee(1 St.) führt meist durch Waldung; wo dieselbe sich südwärts wendet, zeigt ein Wegweiser geradeaus 248 36. Route: Das Kyffhäusergebirge. (östl.) den Weiterweg zum Kyffhäuser. Dieser ist dann meist schattenlos. Der Kyffhäuser(456 m) besteht aus drei Teilen, der Ober- burg mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal, der Unterburg und der Kapellenruine. UÜberall genaue Bezeichnung. Unterhalb des Denkmals 5— 8 Min. entfernt, der treffliche Burghof zum Kuffthäuser, Denkmals-Hotel in altdeutschem Stil mit Logierzimmern und großem Restaurationsbetrieb(Eigentum des Kyffhäuserbundes der Deutschen Landes- kriegerverbände). Post- und Telegraphen-Agentur. Auch im Winter geöffnet. Logis mit Fr. 2,50— 3,50 Mk.— Der künstlerisch ausgestattete Kaisersaal sowie der gewölbte Barbarossa-Speisesaal sind Sehenswürdigkeiten. Der bild- hauerische Schmuck des Kamins im Barbarossasaal, ein altgermanischer Barde, rührt von Nikolaus Geiger her. Von dem Burghof bietet sich eine entzückende Aussicht auf das Lange Tal und die südlichen Höhenzüge des Kyffhäusergebirges. Geschlchtliches. Die Burg, deren Reich aufzurichten, wird bereits in Name von„Kuffese“, d. h. Wohnung UÜberlieferungen des 14. und 15. auf der Bergeskuppe, hergeleitet Jahrhunderts erwähnt. Auch ein wird, scheint zu Anfang des 12. Fels bei Kaiserslautern, der Trifels Jahrhunderts von einem Anhänger bei Annweiler, der Untersberg bei Kaiser Heinrichs V. erbaut zu sein. Ssalzburg wurden als des Kaisers 1118 wurde sie von den Sachsen Wohnung bezeichnet. Im 17. Jahr- zerstört. Kaiser Friedrich Barba- hundert trat an Stelle Friedrichs II. rossa stellte die Burg 1152 wieder allmählich sein Großvater Friedrich I. her. Ende des 14. Jahrhunderts war Barbarossa. Rückerts Gedicht„Der die Burg aber wieder verfallen. alte Barbarossa, der Kaiser Friede- Dle Sage, daß Kaiser Friedrich I. rich“ usw. gab dem Kyffhäuser die im Kyffhäuser lebe, um seiner- weiteste Popularität. zeit wiederzukommen und das Die Oberburg des Kyffhäuser wird überragt von dem Turme „Kaiser Friedrich“, 20 m hoch, mit 4 m starken Grundmauern. stlich zeigen die Steinlagen der Ruine den Ort der einstigen Turmtür in einer Höhe von 6 m. Die Aussicht vom Kyffhäuser um- treten, westlich den Possenturm bei faßt östlich Sangerhausen, Allstedt, Sondershausen, Ohmberge, Eichsfeld, Artern und das Unstruttal, nördlich Nordhausen, Rothenburg, südlich die die Harzberge, von denen Brocken, Ruine der Sachsenburg und den Victorshöhe und Josephshöhe hervor- Thüringer Wald. Der östliche Teil der Oberburg trägt das von den deutschen Kriegerverbänden dem Kaiser Wilhelm I. er- richtete Denkmal. Der gewaltige, in seiner schlichten schauenden Denkmal empor. Eine Größe wahrhaft ergreifend wirkende gewaltige, halbkreisftörmige Ring- Bau(Entwurf von Bruno Schmitz) terrasse nimmt den Besucher zu- wurde 1890 begonnen und am nächst auf und dient als Standort 18. Juni 1896 unter der Anwesen- zur Gewinnung des Totaleindrucks. heit Sr. Majestät des Kaisers und Schwere Bögen und altertümliche der deutschen Bundesfürsten und Gewölbe zu beiden Seiten über- großartiger Beteiligung der deut- spannen die Felstrümmer. Die schen Kriegerverbände eingeweiht. Bögen gestatten einen Ausblick auf — Mächtige Treppen und Terrassen- die in blauer Ferne daliegende anlagen führen zu dem nach Osten Landschaft der Goldenen Aue; sie Richters„Harz“ Lrimdenade cn 3 B Rar Kee wigi Nlz— n Iuedat 2 e SAS) 3. 3 rt — tempeda 6. den 2aAoe,, 7 8 V 9 ne us 2 3 obung 4 ae oꝗuo, 5 8 R AS 1 NAN s.— 8 8 Haxg 5 1 2 I 4 2 3 6 aberg 1 4 ungen— , 2 annende B 6 d. Sfala Fa. 8 erod l D 75, 1„ 3 9 eeeeeeee e Snn hause 29 5— 5 85 S2 G 299 3 5 5, — vorw. Po. Gærbisle Berrungenhöfen e — 822 e Jhuun N 8— Su 6. 8 2 mS allhausen 5 Uc 55. Au T. e 5 G. AlLe Wei 6 h AA icken 5 —— 8₰ 2 7 amma‿ Auleken 3 8 ſh 25 2 3, 3 8——— — 2— 4 T 4 Se 2S, A w K 8 5 det, 6 4 ☛ 7 Bo; Sen 55 1 Fe N S 0 11 en 2— ☛△‿ — 19) 3— 3 3 1 1 b d 4 3 ngleben 4 G 1 erade 2— 4 Adeif— 4 5 A. en— alhen 1773„ e 834 1 3— uma„ 9 A TX— VAnmhhai h 4 NamAee Gelligen’)— e 8 M 17, 35 25 KS Oas Fiäfigf 2 lrtulOsER-GEBIRGE 4 5 4 Maßstab 1:180 000 Nolx- L 4 4— 7 5 m.- 1 Meile Biulngsleben n. Schwende. Lue11 Tu Druck von fl.G flahtgens. Lübeck 5 Osten M S9p uIn lo 198 N2eW! Pdeu8 d z 00/32 7920 WAN 3 3280P20 * ) (Lelpzi leben lstc1n 19 rRoblingen Niede Borz 1 Sderg Fele un) lossb oo0 A Lested 36. Route: Das Kyffhäusergebirge. leiten zu der geschlossen aus den Felsen aufsteigenden Hauptstirn- wand hinüber, wo unter einem reich mit Ornamenten geschmückten Bogen, direkt in den Felsen des Berges hineingemeißelt, der alte Barbarossa, auf seinem Thron sitzend, dargestellt ist im Augenblick des Erwachens, zwinkernden Auges, das markige Haupt mit der alten Kaiser- krone geschmückt, die trotz des Greisenalters noch reckenhafte Ge- stalt umflossen von dem wallenden Bart, der fast den ganzen Krönungs- mantel bedeckt, in stolzer Haltung zurückgelehnt, wie geblendet von dem Glanz des neuen RKReiches. (Meisterlich modelliert von Professor Nikolaus Geiger, Berlin.) Um ihn herum sein Gefolge, Reisige, Schloß- wächter und Zwerge, Rosse und Hunde, noch im tiefen Schlaf ver- sunken. Rechts und links der Ein- gangshalle des Felsenschloßhofes führen breite Freitreppen zu den Terrassen empor, von wo aus sich ein neues Bild dem Beschauer dar- bietet. Den Blick zieht unwill- kürlich nach oben das vor der Turmnische aufgestellte, in Kupfer getrlebene Reiterstandbild Kaiser Wülhelms I. an; zu seinen Füßen rechts ein die Wehrkraft darstellen- der markiger Germane, linker Hand reicht die Geschichte, eine herrliche weibliche Gestalt, dem siegreichen Kaiser den Lorbeerkranz.(Modelliert von Professor E. Hundrieser, Berlin.) Das Ganze auf Felsen gegründet, dem Boden des Kyffhäuser ent- stammend und mit ihm verwachsen, in seinem mächtigen Quadergefüge ist ein gewaltiges Wahrzeichen der un- 249 erschütterlich festen Grundlage des in Sturm und Kampf geeinten Vaterlandes.— Auch das Innere der Bauanlage hat eine dem Sinne des Denkmals entsprechende Aus- bildung erfahren. Von dem höchsten Söller des die Kaiserkrone tragen- den 57 m hohen Turmes(Eintritt 50 Pf.) weiter prächtiger Rundblick. Die Gesamthöhe von der untersten Terrasse bis zum Kreuz der Krone beträgt 69 m, 7,5 m mehr als die Höhe der Siegessäule und 30 m mehr als diejenige des Niederwald- denkmals.— Der Zauber der stillen Einsamkeit dieses sagenumrausch- ten Berges ist dem lauten Strome patriotischer Wanderfahrt gewichen, aber neben den Ruinen altvergange- ner Kaiserherrlichkeit erhebt sich ein Denkmal deutscher Vaterlands- liebe und deutscher Kraft, ein leuch- tendes Zeichen der langentbehrten, heißersehnten deutschen Einigkeit und neuen Kaiserherrlichkeit. Unterhalb des Nordeinganges des Denkmals befindet sich ein von den Vereinen Deutscher Studenten errichteter Denkstein, in welchem die kaiserliche Botschaft vom Jahre 1881(Einleitung zu den sozialen Reformgesetzen) eingelassen ist. Die Reste der Unterburg haben infolge des Denkmalbaues fast ganz entfernt werden müssen. Der am besten erhaltene Teil der Ruine ist die Kapelle zum heiligen Kreuz, der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstammend. Der Stil ist roma- nisch, der Eingang gotisch. Von der Kapelle führt ein bequemer Weg in etwa 5 Minuten zu der oben erwähnten Denkmalswirtschaft. Am Fuße des Kyffhäuser, 25 Min. von diesem, liegt Tilleda, ein preußisches Dorf mit 1100 Einwohnern. In der alten Kaiserpfalz Tilleda, von welcher heute nur einzelne Spuren der Wallgräben zeugen, fand 1194 die Versöhnung zwischen Kaiser Friedrich Barbarossa und Heinrich dem Löwen statt. Zurück nach Ro la über Sittendorf in 1 ⁄½ St.— Von der Ruine des Kyffhäuser führt der Weg direkt(Wegweiser. Radfahrer große Vorsicht!!), Roßla am Harz(153 m). wohnern, Residenz der Für ohne Tilleda zu berühren, in 1 ½ St. über Sittendorf nach(8,2 km) Dorf an der Helme mit 2800 Ein- Fürsten zu Stolberg-Roßla. Neue 250 36. Route: Das Kyffhäusergebirge. gotische Kirche. Amtsgericht. Fürstliches Konsistorium mit Bibliothek(30 000 Bände). Höhere Privatknaben- und Mädchen- schule. Elektrizitätswerk. Wasserleitung und Flußbadeanstalt. Gasthöfe. Deutscher Kaiser, Z. von 1,50 Mk. an, Mittag 1,50 Mk., P. von 4 Mk. an. Wird sehr gelobt. Eigene Omnibusverbindung nach dem Kyff- häuser.— Holel Kyffhäuser, am Bahnhof, Z. 1,25— 1,50 Mk., Mittag 1,25— 1,50. Sehr empfehlenswert. Eigene Omnibusverbindung“ Roßla— Kyffhäuser.— Ferner die Gasthäuser Goldene Sonne.— Schwarzer Hirsch. — Goldene Kugel.— EPrholung, einfacher. Ausflüge. 1. Nach Questenherg Durch das Taubental über Breitungen über den„Roten Kopf“ bzw.(5km), Dietersdorf(9,5 km), Schwenda Chaussee über Agnesdorf in 1 ¼ St.(13,5 km) nach der Josephshöhe Auf einem Gypsfelsen die„Queste“,(17,5 km).— 4. Bahnhof Bennungen gegenüber den Ruinen die Questen- bei Roßla über Questenberg(4,5 km), burg. Gasthaus Zur Thüringer Schweiz Agnesdorf(7 km), Schwiederschwenda für Sommerfremde, die Einsamkeit(11 km), Dietersdorf(13,5 km), lieben. Im Dorfe eine jüngst restau- Schwenda(17,5 km) nach der Jo- rierte Rolandsfigur. Durch das sephshöhe(21 km). Auch für Rad- Wickeroder Tal nach Bahnhof Ben- fahrer lohnend; besser jedoch über nungen 4,5 km.— 2. Nach dem Berga, Rottleberode, Stolberg zur Bauerngraben, einer Art Zirknitzer Josephshöhe= 23,8 km. See, beim Dorfe Breitungen.— 3. B. Vom Kyffhäuser über das Rathsfeld, die Barbarossahöhle nach Frankenhausen, der Sachsenburg und Sangerhausen. Entfernungen. Kyffhäuser— Rathsfeld ℳ St. Rathsfeld— Barbarossa- höhle 4 St. Barbarossahöhle- Frankenhausen ½ St. Frankenhausen— Sachsenburg 1 ¾ St. Im ganzen etwa 4 Stunden. Radfahrer fahren direkt nach Frankenhausen(11,2)(Vorsicht!) und dann nach Rottleben(4,4 km). Von der Wagenhaltestelle unterhalb des Kyffhäuser führt ein Weg in ¾¼ St. durch Wald dem schön gelegenen fürstlichen Jagdschlosse„Rathsfelde“ zu.(In der Nähe Restaurant.) Die Fortsetzung der Landstraße führt nach ½ St. beim Chaussee- stein 5,3 an einen Wegweiser, welcher den Weg zur Barbarossa- höhle bei Rottleben angibt; ebendahin führt auch vom Gast- haus der Weg durchs Habichtstal. Die Barbarossanöhle, früher auch Eintritt 70 Pf. à Person, mehrere Falkenburger Höhle genannt nach der Personen à 50 Pf. Restauration vor oberhalb derselben liegenden Ruine der Höhle. 3 Falkenburg, ist eine Kalksteinhöhle, Rottleben, die nahe Bahnstation welche durch Größe, aber nicht liegt von Frankenhausen 4 km, von durch Farbenpracht und Mannig- Sondershausen 14 km ab. Von der faltigkeit der Tropfsteinbildungen westlich gelegenen ersten Station die Höhlen des Harzes übertrifft. Göllingen geht der Weg nach der Sie ist Weibnachten 1865 entdeckt. Arendsburg und von da meist im Geöffnet vom 1. Mai bis 15. Oktober. Walde nach der Sachsenburg(s. S. Die Höhle ist elektrisch beleuchtet. 252). —————— 36. Route: Das Kyffhäusergebirge. 251 Von Rottleben führt die Landstraße in ½ St. nach Frankenhausen. 132 m. Gasthöfe. Zum Mohren. Gutes Haus. Z. von 1,50 Mk. ab. Omnibus.— Thüuringer Ho, am Kurpark und an der Kyffhäuserstraße, mit Garten und Café. Z. von 1,25 Mk. an, Fr. 0,60— 1 Mk., D. 1,50— 2 Mk., P. 3,50— 6 Mk. Omnibus am Bahnhof. Autogarage. Gut.— Bellevue, hübscher Garten. Z. m. Fr. 2,50 Mk., D. 1,50 Mk. Gut.— Hotel Stolberg, Z. 1,50— 2 Mk., Fr. 0,50— 0,75 Mk., Mi. 1,50 Mk., P. 4— 5 Mk. Empfohlen.— Deutsches Haus, am Markt. Z. mit Fr. von 2—2,50 Mk., D. 1,25— 1,50 Mk., P. 3,50— 6 Mk. Garten. Veranda., Bad. Hausdiener am Bahnhof. Gut.— Zur Wein- traube. Unmittelbar am Bahnhofe, mit Veranda und Garten. Z. von 1,25 Mk. an, Pens. 4— 5 Mk. Gelobt.— Gasthof zum Schwan, dem Bade gegenüber. Z. von 1,25 Mk. an mit Fr., Pens. von 3 Mk. an. Gelobt, nicht teuer. Gute Küche.— Zum Adler, bei dem Bade.— Zum Löwen, Klosterstraße.— Zum grünen Wald.— Schwarzburger Hof.— Mehlers Wald- schloß.— Zum Ratskeller. Neben der Ruine Frankenburg: Berghotel Frankenburg, unmittelbar über der Stadt mit weiter Aussicht. Sehr gut geleitetes, kom- fortables Haus, mit Veranden, Saal und altdeutschem Gastzimmer. Von den Zimmern prachtvolle Aussicht. Mäßige Preise. Z. von 1,25— 2 Mk., Fr. 0,50 Mk., D. 1 Mk. ohne Weinzwang an einzelnen Tischen, P. von 4 Mk. an. Kurtaxe. Für 1 Person 6 Mk., 1 Person und Kind 9 Mk., für Familie 12 Mk. Fuhrwerk: Halbtagsfahrten: Barbarossahöhle Einspänner 4 Mk. Zweispänner 6 Mk. Rathsfeld Einspänner 4,50 Mk., Zweispänner 6 Mk. Sachsenberg(Dorf) Einspänner 6 Mk., Zweispänner 7,50 Mk. Waldschlößchen Einspänner 3 Mk., Zweispänner 4,50 Mk. Kyffhäuser und Rotenburg 7,50 Mk. Kyffhäuser, Berga, Roßla 9 Mk. Dazu kommt Trinkgeld Einspänner 50 Pf., Zweispänner 1 Mk.(Nach Waldschlößchen 75 Pf.)— Tagesfahrten: Zweispänner: Barbarossahöhle, Kyffhäuser, Rotenburg— Berga und Roßla 17 Mk. Barbarossahöhle, Kyffhäuser, Rotenburg 13 Mk. Barbarossahöhle, Kyffhäuser 12 Mk. Kyffhäuser, Rotenburg, Berga oder Roßla 15 Mk. Kyff- häuser, Berga oder Roßla 12 Mk. Kyffhäuser(Restaurant) 10 Mk. Dazu kommt Trinkgeld 1,50 Mk. bis 2 Mk.— Zeitfahrten: 1 Stunde 3 Mk., jede weitere ½ Std. 1 Mk. Einspänner 1 Std. 2 Mk., jede weitere ½ Std. 80 Pf. Trinkgeld und Chausseegeld. omnibusfahrten. Vom Bahnhof Frankenhausen nach Barbarossahöhle 60 Pf. Barbarossahöhle und zurück 1 Mk. Rathsfeld 70 Pf. Rathsfeld und zurück 1 Mk. Kyffhäuser(Restauration) 1 Mk. Kyffhäuser(Restauration) und zurück 2 Mk. Barbarossahöhle, Kyffhäuser und zurück 2,50 Mk. Buchhandlung. C. Werneburg(Ansichten und Postkarten). Wintersport. Rodelbahn im Bergwald ca. 1 km lang. Frankenhausen an der kl. Wipper mit zirka 6500 Einw. ist die zweite Residenz der Fürsten zu Schwarzburg-Rudolstadt. Eine Saline sowie ein Solbad gehören zur Stadt. Im Norden erhebt sich der Hausmannsturm, der Rest einer mittelalterlichen Burg. Die Geschichte der Stadt und ihr Anführer Thomas Münzer Burg bietet nichts Bemerkens- wurde in Frankenhausen gefangen, wertes. Auf dem Schlachtberge, auf das Schloß Heldrungen gebracht nördl. der Stadt, wurde im Mai 1525 und später zu Mühlhausen hin- das Heer der Bauern zersprengt; gerichtet. Der Weg von Frankenhausen zur Sachsenburg(7 km). Die Landstraße führt in ½ St. durch wellige, fruchtbare Gegend zum Dorfe Seehausen, von dort in 1 St. nach Oldisleben, wei- 252 36. Route: Das Kyffhäusergebirge marischer Marktflecken mit 2200 Einw. an der Unstrut. Re- staurants: Vor dem Holze.— Schützenhaus. Die hochliegende gotische Kirche war früher die Kirche des Klosters Oldisleben, das jetzt herrschaftliche Domäne ist. Zur Sachsenburg zweigt der Weg beim Schützenhause ab. Er führt zu einer Rieseneiche, von wo ein Fußweg aufwärts leitet. Sachsenburg. Geschichtliches. Die Sage erzählt, Beichlingen, im 15. Jahrhundert den daß die Burg von den Sachsen Landgrafen von Thüringen. Vom als Grenzfeste erbaut sei, als sie Jahre 1500 ab gehörte die Ober- nach der Schlacht von Scheidungen burg den Herren von Bendeleben; (525) Thüringen mit den Franken nach dem Aussterben der Familie, teilten. Ums Jahr 1525 wird zu- 1825, ging die Burg in den Besitz erst das„obirhus“ der Burg in einer des Staates über. Die Unterburg Chronik erwähnt. Besitzer war wurde noch im vorigen Jahrhundert Graf Siegfried von Anhalt. Später als Amtssitz und Gefängnis be- gehörte die Burg den Grafen nutzt. von Hohnstein, den Grafen von Die Sachsenburg liegt auf dem äußersten Ausläufer des Bergwaldes der Haunleite. Nach Westen war die Burg durch tiefe Wallgräben geschützt; nach den anderen Seiten fällt der Berg steil zum Unstruttale ab. Die Burg besteht aus Ober- und Unterburg, welche letztere auch den Namen Hakenburg führt und der Burgkapelle. In der Oberburg ist ein Restaurant mit Logierzimmern. Der Turm der Oberburg bietet eine ent- zückende Aussicht. Aussleht. Nördlich blickt man hinab auf den Marktflecken Oldisleben, die Landschaft wird durch den Kyffhäuser mit dem Barbarossaturm abge- schlossen. Uber die Goldene Aue hin nordöstlich sieht man die alte Kaiser- pfalz Allstedt; etwas südlicher ragt die Schmücke empor. Rechts davon er- blickt man im Tale die Orte Gorsleben, Etzleben. Cannawurf, Griefstedt usw., südlich begrenzt der Thüringer Wald den Horizont. Von der am Bergabhange liegenden Unterburg zeugen noch starke Ringmauern, ein mächtiger Turm sowie einige ver- fallene Gewölbe. Zwischen beiden Teilen der Burg liegen die Ruinen der gotischen Burgkapelle. Ein steiler Fußpfad führt in wenigen Minuten zum Dorfe Sachsenburg.(556 Einw.)(Gasthof zu den drei Schwänen.— Gemeindegasthof.) In 15 Min. erreicht man von hier den Bahnhof Heldrungen, wo die Bahn über Sangerhausen(oder Erfurt) zurückführt. sangerhausen an der Gonna ist eine alte preußische Stadt mit 12 600 Einw. und Hauptstadt des gleichnamigen Kreises am Eingang der„Goldenen Aue“.— Gymnasium, Bezirks- kommando, Landratsamt. Gasthöfe. Kaiserin Augusta.— Thüringer Ho, beide nahe dem Bahn- hofe.— Post.— Prinz von Preuben.— Preu ischer Hoy, innerhalb der Stadt. 37. Route: d⁵ber Rottleberode nach Stolberg. In der Stadt ist bemerkenswert das alte Schloß, daß alter- tümliche Rathaus, die Kirche St. Ulrici, eine Basilika, von Lud- wig dem Springer erbaut, ferner die etwas spätere gotische St. Jakobikirche und die Marienkirche; ein ziemlich reich aus- gestattetes Museum und als besondere Sehenswürdigkeit der Stadtpark mit dem Rosarium, das dem Verein Deutscher Rosen- freunde gehört. In diesem stehen zirka 12 000 Rosenstöcke in 4000 Arten und Wildrosen in mehreren hundert Arten. Literatur. Schmidt. Gesch. von Sangerhausen, 2 Bde., 1906. Ausflüge. 1. Nach Wlppra a) 2. Nach Rammelburg a) über Grillen- über Ruine Grillenberg, dann auf berg und durch den Wald direkt einem Waldweg nach W.(16 km), nach R.(20 km), b) über Wippra b) vom Bahnhof durchs Eschental und Friesdorf(22 km).— 3. Nach über Lengefeld nach dem Kunstteiche und Forsthause Wilder Stall(8,5 km) und auf Waldwegen nach Wippra (14 km). Auf dem Gipfel des Hohen- berges(350 m) die Moltkewarte, mit Ouestenberg über Morungen, durchs Morunger Leinetal(18 km).— 4. Bahn fahrt nach Wallhausen(Alte Pfalz). Für Radfahrer gute Verbindung über Waippra(17,3 km)— Haregerode weiter Aussicht nach den Vorbergen des Harzes, c) über Morungen(Ruine) (7 km) nach Wippra(14 km). (15,5 km) nach Alexisbad(3,1 km) 35,9 km. Größtenteils Steigung, jedoch meistens fahrbar. 37. Route: Uber Rottleberode nach Stolberg. Elsenbahn: Berga— Rottleberode 10 km. 8 Züge täglich in 25 Min. Post und Autoomnibus von Rottleberode nach Stolberg im Anschluß an die Bahnzüge, 6,3 km in ½ St. Preis: a) Post bis Stolberg 30 Pf. b) Auto- omnibus bis Stolberg 50 Pf. Von Stolberg bis zur Josephshöhe und zum Bahn- hof Lindenberg sind Wagen in den Hotels oder bei Ehrhardt jun. zu haben. Radfahrer haben nur eine mäßige Steigung zu überwinden. Uftrungen 5,5 km.— Rottleberode 3,3 km.— Stolberg 6,1 km. Die Eisenbahn führt von Berga(s. S. 246), Station der Bahn Halle— Nordhausen, 18 km von Nordhausen, in nörd- licher Richtung. Man erblickt links das große Dorf Berga an der Tuyra mit 1500 Einw. und schöner Kirche auf dem Berge; dann führt der Zug an Bösenrode, einem zur Provinz Hannover gehörenden Dorfe mit 450 Einwohnern, vorüber nach (6 km) Uktrungen(Gasthöfe: Deutscher Kaiser— Brauner Hirsch), einem schön gelegenen Dorfe an der Hassel mit 1100 Einwohnern, zur Provinz Sachsen gehörig. In der Nähe eine Pulverfabrik. Links erblickt man die Heimkehle, eine Gips- höhle, und weiter den tiefen Bergeinschnitt, Totemweg genannt, wo am 20. November 1437 Bischof Burchard von Halberstadt durch die vereinigten Grafen von Stolberg, Hohnstein und Schwarzburg eine blutige Niederlage erlitt. In wenigen Minuten erreicht der Zug Berga— 254 38. Route: Stolberg(im Südharz). (10 km) Rottleberode, Endstation der Bahnlinie, Dorf an der Tyra mit 900 Einwohnern, zur Provinz Sachsen gehörig. Gasthof: Bahnhofsrestaurant.— Fürstl. Chausseehaus, an der Bahn, Gastwirtschaft.— Zur Post, im Dorfe, 1 km vom Bahnhof.— Gemeindegasthof. — Gasth. zur Krone. Harzklub: Auskunft über Sommerlogis. Post. Telegraph. Umgegend. ½ St. von Rottle- kl. Schloß am Weiler ist des Be- berode befinden sich die Ruinen der suches wert. Das Schloß ist zur- alten Burg Stolberg. Nur spärliche zeit unbewohnt. Im Orte das ein- Reste zeugen noch von dem der- gegangene Eisenwerk Josephshütte. einstigen Umfange derselben. Die Eine Flußspatgrube in d. Krumm- Burgkapelle ist noch erkennbar. schlacht für Flußspat hat eifrigen Auch der ürstliche Schloßpark mit Betrieb. Von Rottleberode nach Stolberg. 1. Durch das schöne Tyratal(6 km). Man mache diesen herrlichen Weg, wenn irgendmöglich zu Fuß. Am Bergesabhange, an der über Fels- trümmer dahinrauschenden Tyra entlang führt die Chaussee und zur Seite derselben eine tannenumwaldete Lindenallee, der Herrschaftliche Weg(dieser ist für Radfahrer verboten!), beim Stein 5,8 km vor dem Walde rechts abbiegend und über eine Brücke der Tyra führend, dann sofort wieder links. Halb- wegs liegt die freundliche Gastwirtschaft„Zum Zoll““. Weiter führt der Weg an dem früheren Eisenwerk Karlshütte und einer Schneidemühle, stets in dem tyradurchflossenen Waldtale aufwärts nach Stolberg. 2. UÜber Schloß Eichenforst(9 km). Von Rottleberode gehe man die Chaussee aufwärts bis zum Wald- rande(links: Wegweiser), wo in 1 St. ein Fahrweg nach Eichen- forst, einem fürstlichen Jagdschloß(s S. 257), führt; von dort nach Stolberg 1 St. Kurz vor Stolberg, links von der starken Wegekrümmung, beachte man die tausendjährige Eiche hinter dem Wildgatter, nahe dabei die Schulzhütte mit Sommer- Restauralion. Dicht vor Stolberg die Lutherbuche. 38. Route: Stolberg(im Südharz). Die Grafschaft Stolberg, 303 qkm reichsfrei. Durch Teilungsvertrag groß, im Norden voll bewaldeter vom 1. Mai 1645 trennten sich die Berge, zieht sich südlich in die Grafschaften Stolberg-Stolberg und Goldene Aue hinein. Sie gehört zum Stolberg-Wernigerode. Kreise Sangerhausen im preuß. Von den der ersteren Linie an- Regierungsbezirk Merseburg und gehörenden beiden Brüdern Grafen zerfällt in die beiden Standesherr- Christoph Friedrich(1672— 1738) und schaften Stolberg-Stolberg(110 qkm) Justus Christian(1679—1739) stiftete und Stolberg-Roßla(193 qkm).— 1704 der ältere die Linie Stolberg- Das Geschlecht der Grafen in Stol- Stolberg, der jüngere die Linie derg, bereits im 11. Jahrhundert Stolberg-Roßla. urkundlich erwähnt, wurde 1412 Stolberg— Wernigerode s. 8. 133. 38. Route: Stolberg(im Sudharz). 255 Stolberg— Stolberg- Fürst 4lfred Grafen Christian und Friedrich Leo- (bis 22. März 1893 reg. Graf) starb pold gehörten dieser Linie an. am 23. Januar 1903. Sein Nach- Stolberg-Roßla- Fürst Jost folger, Fürst Wolffgang verunglückte Christian, geb. 28. Dez. 1886, Sohn wenige Tage später, am 27. Januar des am 12. Juli 1850 gebornen und 1903 bei Ausübung der Jagd. Der am 8. November 1893 verstorbenen nachgeborene Fürst Wolff Heinricch Fürsten Botho. erblickte am 28. April 1903 auf Wappen: Schwarzer Hirsch im Schloß Rottleberode das Licht der goldenen Feld. Welt. Landesfarbe: Schwarz und Die als Dichter bekannten Brüder: gelb. Stolberg(330 m), die Hauptstadt der Grafschaft Stolberg- Stolberg, hat 2200 Einw. inkl. Schloß-Gutsbezirk. Gasthöfe. Hotel zum Kanzler(Inhaber M. Butzmann), am Markt, P. v. 4,50 Mk. an, Omnibus 50 Pf.— Preu fischer Hof, am Markt. Wird gelobt. Großes Gartenlokal. Z. 1,25— 1,75 Mk., Fr. 75 Pf., Mi. 1,50— 1,75 Mk., P. 4,50— 5 Mk. Seit 1877 im gleichen Besitz. Omnibus 50 Pf.— Eber- — Hotel Steinmetz, beim Konsistorium, gut bürgerlich, Z. m. Fr. 1,50— 2 Mk., Mi. v. 1 Mk. an, P. 3,50 Mk.— Einfacher: Zur Erholung.— Zum Stolberger Hof, Logis v. 1 Mk. an, P. 3,50 Mk.— Zum goldenen Hirsch.— Gasthof Zur Grunen Tanne, schön am Walde gelegen, Z. 1— 1,25 Mk., Fr. 50 Pf., P. 3,50— 4 Mk. AuBßBerhalb der Stadt: Kurhotel Haus Wonneberg, im Ludetale, mit großem Park, mitten im Walde gelegen. Empfohlen.— Hotel Schutzen- haus, am Walde, gut, Z. m. Fr. 2 Mk., Mi. 1,50 Mk., P. 4,50 Mk. Restaurants. Ratskeller, Restaurant am Markt.— Büurgergarten, mit Sommertheater.— Zoll, im Tyratale, Gastwirtschaft.— Schweizerhütte, Sommerwirtschaft im Ludetale.— Hunrod, Sommerwirtschaft des Rats- kellers.— Mönchsstieg, im Kaltentale. Konditoreien. Konditorei und Wiener Café von P. Reidemeister(Petzolts Nachfl.), am Markt.— Café Hohenzollern, am Markt.— Konditorei von Fr. W. Wütte, am Konsistorium. Penslonate. Pens. Villa Tuyra, vor der Stadt, P. 4,50— 5 Mk.— Haus Colonia, P. 4 Mk.— Haus Berghegger.— Bens. Liedtke u. a. m. Bahnhöfe: Statlon Stolberg— Rottleberode, vor dem Stolberger Tale, 6,3 km von Stolberg. 8 Züge ab und an. Station Lindenberg im Selke- tale, Chaussee 13 km, zu Fuß 10,6 km bis Stolberg über Gasthof Auerberg— Josephshöhe. Post und Autoomnibus im Anschluß an die Bahnzüge nach Rottleberode. — Wagen nach der Josephshöhe und weiter nach Station Lindenberg und Friedrichshöhe in den Hotels und im Fuhrgeschäfte Ebhardt zun, zu be- kommen. Telegraph und Telephon am Markt in der Post. Harzklub. Auskunft und Wohnungsnachweis beim Vorstand, Rektor Magnus, desgl. beim Verkehrsverein im Rathaus. Bäder in den Hotels und in Privathäusern. Wasserleitung mit vorzügl Trinkwasser. Elektr. Licht. 2 Arzte. Apotheke. Buchhandlung: Schneider. Wintersport. Fahrschlitten 21 Mk. täglicn. Rodelbahn an der Stadt. Literatur: Magnus, Heimatstudien I. Stolberg im Südharz 1 Mk.— „Führer durch Stolberg und Umgegend“, herausgegeben vom Harzklubzweig- verein, 30 Pf.— Karte von Stolbergs Umgegend von Dr. Oldach, 1 Mk. 256 38. Route: Stolberg(im Südharz). Die alte Stadt, malerisch Häusern in mittelalterlicher auf die Neuzeit überkommenes an die Berge gebaut, mit ihren Holzkonstruktion, scheint ein Stück Mittelalter zu sein. Manchen hochinteressanten, altertümlichen Fassaden begegnet man. Da ist das 1454 bzw. novierte Rathaus am Markt mit 1482 erbaute, 1600 und 1891 re- drei Stockwerken ohne Treppen. (Die Front zeigt das Stadtwappen, von Pallas und Themis ge- tragen, sowie eine Sonnenuhr mit lateinischer Inschrift und der Jahreszahl 1724.) Das Fürstliche Konsistorium, früher Kanzlei und Münze genannt, ist 1535„am tage gots und Kilians“ erbaut. Geschichtllcnes. Das Schloß soll Anfang des 13. Jahrh.(1201— 1210) erbaut worden sein. Der Ort erhielt, um 1300 Stadtrechte. Schon vor 1200 wurde die Kirche St. Martini erbaut- Die Grafen von Stolberg erwarben im 14. und 15. Jahrhundert die um- liegenden Burgen und Güter durch Kauf und Heirat. Kämpfe hatten sie im 15. Jahrhundert mit den Herren von Schwichelde zu bestehes. In demselben Jahrhundert wüteten die Flagellanten im Harz; 30 der- gelben wurden 1455 in Stolberg hin- gerichtet.— In Stolberg wurde der Bauernführer Thomas Münzer 1489 geboren. Neben dem Rathause am Markte führt eine Treppe nach der zu Anfang des 14. Jahrhunderts erbauten, neuerdings re- staurierten St. Marlinikirche. Hier predigte Luther, vom Grafen Botho dem Glückseligen berufen, im Jahre 1525 gegen die auf- ständischen Bauern(s. Tafelinschrift an der Lutherbuche). Schöne Orgel und gemalte Chorfenster.— Hinter der Kirche am Schloßbergwege liegt die 1477 erbaute Kapelle Bealae Mariae Virginis.— Die Pröffnung ger Bahn bis Rottleberode im Jahre 1890 brachte Industrie und Baulust. Die Fortsetzung der Bahn bis Stolberg wird angestrebt. Morgen. größter Mannigfaltigkeit. wege ist vorzüglich. Fürstlicher Wald beträgt 25 000 Paher viele lange und schöne Waldpromenaden in Die Wegebezeichnung der Wander- Das Schloß Stolberg(375 m), die fürstliche Residenz, liegt oberhalb der Stadt. Stadt ist sehr lohnend. Man steige auf neben der Marlini- virche und von den drei Stühlen an der unteren Allee mit Kugel- Hainbuchen hinab nach dem Schülzen- Die Aussicht von hier aus über die haus, von da über den gegenüber- liegenden Tlergarten auf der„neuen Promenade“ und Lutherbuche(s. S. 257) ins Tyratal oder direkt zum Markt. Wegen Besichtigung des Schlosses und Parkes wende man sich an den Torwart, welcher, in mittelalterliches Kostüm in stolbergischen Farben gekleidet, eine Hellebarde in der Hand, im innern Schloßhofe steht. lieben. Trinkgeld für Führung nach Be- Richters„Harz“ n. Serztlecdtenstean A ru 2 ssberg, hh A. a E. ecge u e e aun— E. CiZl. LLe. E ANHALT 4 lnncendg ½ vos a 7 4 8 5— 8= — ILEELD-MEUSTADT-STOLBERG(80OHAͤRZ) Maßstab 1:65 000 8 ds Bhf. 2 4 2 ₰ 8 ni—— Momefer 8. 78 teint 7 1 er An Metoen— Leus2a,ese— u. 4 X 4 Bithde— S“ 4— Hasdnage Fuswege wald hussichts Turme 1 n or Aes. ge ee. n. DTlersafe u s. 2. BR RSET. 2. Sfenede Rotlln- Se n. otll. Nieder, A*.* 4 ame 1 Oruak von 8l. G. Haht gens. Lübeck. 38. Route: Stolberg(im Südharz). 257 Im Innern: Bibliothek von zirka Lucas Cranach.— KReichhaltige 50 000 Bänden mit 20 000 Leichen- Waffensammlung.— Mittelalterlicher predigten.— Gemäldegalerie.— Speisesaal.— Burgverließ. Schloßkapelle mit Altarbild von Als Sommerfrische ist Stolberg sehr geeignet. In wald- umgebener, schöner und besonders ruhiger Lage, abseits der großen Touristenstraße, finden Sommergäste, die ungeniert und anspruchslos leben wollen, hier den geeigneten Ort. Privatlogis: im Durchschnitt. frequenz zirka 1000 Personen. wöchentl. 6—8 Mk. Kur- 1 Bett tägl. 1 Mk., Stolberg hat gutes Trinkwasser und elektrische Straßen- und Hausbeleuchtung. Die Wege sind jetzt sehr gut bezeichnet. Umgegend. 1. Die sSchloßalleen gegenüber dem Schützenhause. Augusten- und Alfredstleg. Drel Stühle. 2. Tlergarten mit der„neuen Promenade“ und der„Lutherbuche“, oberhalb Kanzlers Hotel: Stadtschau. 3. Georgenberg(mit Bandweg) und Wolffgangshöhe, Ostseite der Stadt. Gegenüber nach Norden jenseits des Zechentales und über der alten Auerb. Chaussee die Irmgardhöhe mit Fernsicht nach Süden. 4. Tannengarten 499 m(4 km) durch prächtige Waldung. Einst ein gräfliches Jagdschloß, jetzt Forsthaus. Von Tannengarten nach Breitenstein, stolb. Dorf m. 800 Einw. (Glashütte), nach Guntersberge, wohin direkt von Stolberg der sog.„Stadt- weg“ durch die Fuchsberge führt. 5. BlIrkenkopf(1 ½— 2 St.), 587 m, auf dem Wanderwege 1. Stolberg— Birkenmoor— Talmunle(Harzgquer- bahn). Der bisher oben gestandene trigonometrische Aussichtsturm ist abgebrochen. Weg: im Ludetal, hinter der„Schweiz“(Sommerrest.), 300 m, links am Graubachtal aufwärts, (haussee überqueren, bis zum Berg- rücken; oben Schneise mit Brocken- sicht. Von hier nach: Talsperre 3 km, Hufhaus 5 km, Poppenberg 7,5 km, Hohnstein 7 km, Birkenmoor 5 km, Eisfelder Talmühle(Station der Harzquerbahn) 9 km. Nach dem Bielstein(1 St.) und den Ronneklippen(1 ½ St.), zwischen Eichenforst und Ebersburg, mit Führung. Richters Harz. herrliche 7. Elchenforst(1 St.). Fürstliches Jagschloß in herrlicher Waldidylle, mit Pension und Restaurant. Von Stolberg über Tiergarten(Luther- buche oder Schützenhaus), über Hunrod(Schutzhúùtte mit Sommer- Rest.) an der 1000 jähr. Eiche vorbei, in schöner Allee weiter. Von Eichen- forst gelangt man in 1 ½ St. auf die Ebersburg und weiter in 1 ½¼ St. nach HNeustadt und Hohnstein, s. S. 238.(Von Stolberg 4 St.) Di- rekter Weg Stolberg-— Neustadt a. H. 2 ½ St. Von Eichenforst nach Bahn- hof Rottleberode 5 km. 8. Stolberger Tal mit Gastwirt- schaft„Zum Zoll“ auf dem Wege zum Bahnhof. Herrlicher Prome- nadenweg. Prächtige Radpartie. Vom Zoll Waldchaussee nach Eichen- forst. 9. Nach dem Paplerkopfe(1 St.) über den Schweineberg, Steinbielen. mit Aussicht nach Thüringen(oder Holzchaussee) bis Stein 1,9 km. Bei Tannenecke r. abbiegend 400 m an Tannenreihe weiter bis r. Tannen- schneise. Am Ende derselben Blick aufs Schloß. Wege bez. 10. Nach Denickes Ruhe am Frankenteiche(1 ½ St.), vom Gast- haus zum Auerberge aus zu besuchen. 11. Das Krummschlachtstal, parallel dem Tyratale. Darin die Be aeer„Louise“, wo Spateisen- stein und Kupferkies gefunden wird, und„Flu fschacht“, Fundort für Fluß- spat. Einfache Wirtschaft. Von Stolberg 1 St. 17 258 38. Route: Stolberg(im Südharz). 12. Nach der Josephshöhe(575 m), 15. Güntersberger stadtweg. dem Gipfel des Auerberges(1 St.).(10,5 km): im Kalten Tale Chaussee Auf der alten Auerbergchaussee 2 km, bis Stein 4 km; dann links Schild: dann bei Tel.-Stange 39 r. ab in die nach Güntersberge. Wege bez. Allee bis zur Höhe noch 2,5 km. Von der Höhe nach dem Gasthause 16. Uber Tannengarten(5 km), Breitenstein(8 km), nach Bahnhof in 15 Min. 1,2 km. QLo2— Friedrichshöhe(10 km). Weg bez. 13. UÜber Wolffgangshöhe(2,5 km). nach Schwenda(6,5 km) oder Hayn 17. UÜber Hainfeld(3 km) a) (10 km). Wege bez. Von Schwenda nach der Sägemühle(8 km) und über Dietersdorf a) nach Bahnhof Ebersburg(8,7 km), b) nach dem Roßla(13,5 km), b) nach Questenberg Hohnstein(10 km) und Neustadt (13 km) und Bahnhof Bennungen(11,5 km). (17,5 km). Von Hayn nach Wippra 17 km). Wege bez.. Me G) S im Tiefentale— auf demselben 14. Straßberger Stadtweg über Wege. Man geht den Hohnsteiner „Sieben Wege“(3 km) nach Straß- Weg über den Kleinen und Großen 18. Nach der Nordhäuser Talsperre berg(10,2 km) und Bahnhof Linden- Himmelsstieg und vom Tiefentale die berg(10,6 km). Dahin auch über Talchaussee rechts, in 10 Min. bis Gasth. Auerberg. Wege bez. zur Sperrmauer. Von Stolberg ins Selketal. Von Stolberg nach Straßberg-—-Lindenberg, Station der anhaltischen Harzbahn(11 km). Die alte Auerberg-Chaussee(mit Telegraphenstangen) führt von Stolberg östlich hinterm Kirchhofe bergauf(sehr starke Steigung; für Radfahrer anstrengend) nach(5 km) Chausseechaus Auerberg(490 m), einem guten Gasthofe. Z. mit Fr. 2,25— 2,75 Mk. T. d'h. von 1 Uhr ab à 2— 3 Mk., P. 4— 6 Mk. Massenquartiere auf Bestellung à 1 Mk. Wagen im Hause. Die nächsten Bahnhöfe sind: Alexisbad(12,7 km), Harzgerode(11,7 km), Lindenberg(6 km), Güntersberge(9 km), Friedrichshöhe(9,3 km) Rottleberode (11,3 km), Roßla(17,5 km), Bennungen(21,5 km). Von hier aus besucht man die nahe Josephshöhe(575 m) in 15— 20 Min. Oben Restauration. Das frühere, eichene Josephskreuz auf dem Auerberge ist 1880 durch Blitzstrahl zerstört. Im Sommer 1896 wurde von der Fürstl. Verwaltung in Gemeinschaft mit dem Harzklub ein neuer, eiserner Kreuz- turm von 38 m Höhe mit 200 Stufen nach dem alten Schinkel- schen Modell erbaut. Der Rundblick ist überwältigend. Man sieht den Brocken und Inselsberg, die Elb-, Saale- und Mulde- landschaft und um sich herum ein grünes wogendes Waldmeer. Für die Besteigung des Turmes pro Person 10 Pf. Im Sommer Wirtschaft. In den Wintermonaten erhält man den Schlüssel zum Turme im Gasthof zum Auerberge. —— 39. Route: Die anhaltische Harzbahn. 259 „Wohin das trunkne Auge nur blickt, Rundum Berge mit Wäldern geschmückt, Fruchtreiche Aue tief unten im Land, Gleichsam ein Goldsaum am grünen Gewand. Und in duftger Ferne ein neuer Kranz Schimmernder Berge im Sonnenglanz; Darüber der Himmel, wie weit und schön: So lachte die Welt mir auf diesen Höh'n.“(H. Denicke.) Die Chaussee, vorzüglich gehalten, wie alle Wege im stolbergischen, führt weiter(für Radfahrer: schönes Gefäll, kurz vor Straßberg mit Vorsicht, hinab ins Selketal) durch prächtige Waldung, nach 2,3 km links abbiegend(Wegweiser) nach (8,8 km) Straßberg, einem stolbergischen Dorfe am rechten Ufer der Selke mit 900 Einw. Gasthöfe: Beinroths Gasthaus(früher Post); Erholung, Zur goldenen Sonne(Bergschenke). Die Einwohner sind Ackerbauern oder arbeiten in der nahen Flußspatgrube. Die Wohnungsverhältnisse sind einfach. Harzklub. Gegenüber von Straßberg liegt (9,8 km) Lindenberg. Station der anhaltischen Harzbahn. 100 Einw. Fußweg von Straßberg nach Alexis- hütte, Station der anhaltischen Harz- bad 1 ½ St. Der Weg führt am bahn(s. unten). Weiter führt der rechten Ufer der Selke entlang zur Weg an einer Pulvermühle vorüber Rinkemuùhle und weiter, den win- auf das andere Ufer der Selke nach dungen der Selke folgend, zur Silber- Alexisbad. 7,5 km. ⸗ 39. Route: Die anhaltische Harzbahn. Hasselfelde—Güntersberge— Alexisbad— Harzgerode—Gernrode. (3 bzw. 6 Züge täglich nach jeder Richtung.) Diese durch idyllische Waldlandschaft, großenteils am Ufer der Selke entlang sich windende Gebirgsbahn wurde im Jahre 1886 begonnen und im Jahre 1892 vollendet. Die Wagen der Bahn sind unter Berücksichtigung des Touristenverkehrs sehr bequem gebaut. Die Seiten- und Stirnwände bestehen fast ganz aus Glas, so daß der Ausblick auf die herrliche Um- gebung der Bahn nach allen Seiten frei ist. Die Bahn steigt von Hasselfelde(452 m) bis Stiege auf 511 m; von da fällt die- selbe bis Mägdesprung auf 292 m; von Mägdesprung steigt die Bahn bis zu der gleich vor Sternhaus befindlichen Wasserscheide wiederum auf 412 m, von da fällt sie wieder bis Gernrode(210 m) Für Radfahrer. Schöne Straße von Hasselfelde über Stiege(39 km)— Güntersberge(8,9 km)— Sipfenfelde(5,1 km)— Alexisbad(5,4 km)= 23,3 km. 17* 1 260 39. Route: Die anhaltisahe Harzbahn. Hasselfelde(452 m) ist der Endpunkt der Bahn.— Die Station Rübeland der Harzzahnradbahn ist von hier nur 11 km, die Station Tiefenbachmühle der Harzquerbahn nur 7 km ent- fernt.— Die anhaltische Harzbahn fährt zunächst nach (5 km) Stiege(482 m), braunschweigischer Flecken an der Hassel mit 1600 Einwohnern, einem billigen und stillen Sommer- aufenthalte mit Pens. m. Zim. 3,25— 4,50 Mk. Gasthöfe: Zum Burgstieg, Stadt Braunschweig, mit Schülerherberge; Schlogbrauerei. Post und Telegraph; Forstamt; Kohlenbrennerei und Holz- warenfabrik, Versand von Harzkäsen. Auskunft des Harz- klubs beim Vorstande und Förster Brecht.— Das Schloß, einst den Grafen von Blankenburg-Regenstein gehörig, ist jetzt Privatbesitz.— Noch auf braunschweigischem Gebiete im Forstorte Moortäler, dicht an der Bahn, 5 km von Stiege entfernt, mit Haltestelle Albrechtshaus liegen die Sanatorien der braunschweigischen Invaliditäts- und Altersversicherungs- anstalt Albrechtshaus und Marienheim. Die Eisenbahn Stiege— Eisielder Talmühle(8,6 km in 26 Min.), die durch das romantische Bähretal führt, stellt die Verbindung mit der Harzquerbahn Wernigerode— Nordhausen her. Es ist mit diesem Anschlusse die dritte Harzdurchquerung, und zwar eine der wichtigeren zwischen Selketal und IIfeldertal(Quedlin- burg-— Nordhausen) vollendet, und dürfte diese neue Linie von der Touristenwelt besonders in Anspruch genommen werden. Die ½ St. währende Fahrt ist reich an hübschen Ausblicken. Entfernungen von Stiege: Altenbrak 9 km, Treseburg 10 km, Karls- haus 7 km, Eisfelder Talmühle 8 km, Netzkater 13 km, Stat. Tiefenbach- mühle 7 km, Birkenmoor 6 km, Hufhaus 8,5 km, Roßtrappe 15 km, Tal- sperre 11 km, Birkenkopf 8 km, Stolberg über Breitenstein 13 km, über Birkenkopf 15 km, Josephshöhe— Auerberg 13 km, über Allrode(6 km) nach Hexentanzplatz 15 bis 16 km. Die Bahnlinie führt nahe der alten Harzschützenstraße nach(10 km) Station Friedrichshöhe(455 m), einem nur aus wenigen Häusern bestehenden anhaltischen Orte. Hier Ausstieg für Breitenstein 2,5 km, Stolberg 9,5 km, Auerberg-Josephshöhe 9— 10 km. Es folgt(13,5 km) Güntersberge(410 m), kleinste Stadt Anhalts mit 900 Einw. Gastnöfe: Goldener Lowe, Z. 1,25 Mk., Fr. 50 Pf., P. mit Z. 3,50 Mk. Wagen.— Schwarzer Bär, Z. 1 Mk., Fr. 35 Pf., P. 3 Mk. Wagen. Schülerherberge, Abendessen 75 Pf., Logis 50 Pf., Morgenkaffee 35 Pf- = 1,60 Mk.— Ratskeller, mit neuem Saal. Zwischen Bergen, unter den Ruinen der Güntersburg gelegen. Im Süden der Mühlberg mit hübschem Blick auf die Stadt. —— 39. Route: Die anhaltische Harzbahn. 261 Fußwege von Güntersberge a) nach Stolberg(10,5 km) über Mühlberg zur(5 km) Harzschützen-Chaussee; hier links nach Auerberg— Josephshöhe (noch 3,7 bzw. 5 km), geradeaus nach Stolberg noch 5,3 km; b) nach Auerberg— Josephshöhe(s. S. 258); c) nach Allrode 4 km und Treseburg 12 km.— Am rechten Ufer der Selke führt der Zug abwärts über (17 km) Station Fluor, einer Flußsäurefabrik, nach (18,5 km) Lindenberg(400 m), einem anhaltischen Orte am linken Ufer der Selke mit 112 Einw. Buchmanns Gasthof (einfach und gut). Fuhrwerk im Hause. Gegenüber am rechten Ufer der Selke liegt der stolbergische düttenort Straßberg(s. S. 259). Durch schwellende Wiesen führt der Zug stets an der Selke entlang an der Rinkemühle vorüber nach (22,5 km) Victor-Friedrichs-Silberhütte(345 m). In diesem großartigen Silber- Erz, wurden zum Teil aus den um- und Bleihuttenwerk werden jährlich liegenden Bergwerken geliefert. Seit zirka 1000 kg Silber und 6000 kg Herbst 1909 ist das Werk stillgelegt Bleiglätte und Werkblei gewonnen. und seine völlige Auflösung be- Die Rohmaterialien, zirka 1 500 000 kg schlossen worden. 4 4 Stets den Windungen der Selke folgend, führt die Bahn- linie im herrlichen Talgrunde weiter, eine Pulver- und pyro- technische Fabrik rechts liegen lassend, nach (26 km) Alexisbad(s. S. 262). Die Strecke von Alexisbad bis Mägdesprung umfaßt den schönsten Teil des Selketals; der Tourist sollte sie nicht im Eisenbahnzuge durchfliegen. Ausgezeichnete Straße für Radfahrer(4,1 km). Bler zwelgt dle Bahnlinle vom Straßen. Selkstal südöstlich ab und führt nach Badeanstalt (3 km) Harzgerode(395 m). Gast- Schwimmbad). höfe: Schwarzer Bâ&r(Brethauer), Stadt der Mitt. 1,50 Mk., P. 4 Mk., und Weißes duemen Promenadenwegen Roß. Z. v. 1,25 Mk. Stadt Bernburg, holzwald). P. 3— 4 Mk. einfach. Anhaltische stadt mit Auskunft erteilt und Prospekt 4600 Einw.(einschl. Alexisbad und nebst Wohnungsverzeichnis versendet Gas- und Wasserwerk. (Wannen-, Brause-, Unmittelbar vor der Himmelsgarten mit be- (Nadel- Mädesprung). Lampen- und Blumen- fabrikation, Kunstpresserei. Im Orte das alte Schloß der ausgestorbenen Harzgeroder Fürstenlinie. Neues Rat- haus. Monumentalbrunnen auf dem Marktplatze. Mineraliensammlung, te aus Neudorfer Gruben, sowie Sammlung von Petrefakten im Schlosse, Luftkurort und als Mittel- punkt zahlreicher lohnender Ausflüge beliebter Sommeraufenthalt, bemer- kenswert durch gefälligen Häuser- anstrich und große Sauberkeit der Im nahen„Neudorf“ (Oberförsterei) der Magistrat(Harzklub). Literatur: v. Röder, historisches über Schloß und Stadt Harzgerode (Hoym 1899). Entfernungen für Fußgänger: 1. bis Alexisbad ½ St. 2. Mägdesprung und 3. Waldkurhaus Hänichen je 34 St.; 4. nach der Viktorshöhe über Klostermühle durch das Friedens- oder Krebsbachtal und zurück 4 bis 5 St.; 5. nach silberhütte über Teufels- und Fürstenteich und zurück 2 ½¼ St. wurden seinerzeit besonders im stillgelegten Pfaffen- und Meiselberger Zuge hoch- interessante Erze gefördert, u. a.„Scheetit“ und„Wolfram“, die beide im Harze fast nur hier vorkamen. 262 40. Route: Alexisbad. Von Alexisbad führt der Zug durch das herrliche Selketal an der Klostermühle, einem schön gelegenen Hotel im Selketale, vorüber nach (29 km) Drahtzug, Haltestelle nach (30 km) Mägdesprung(292 m). Schön gelegenes Bahn- hofsrestaurant.— Mägdesprung s. Seite 264. Für Radfahrer. Die Straße nach Gernrode zweigt links ab.(7,8 km.) Kurz vor Gernrode— Vorsicht!! Die Bahnlinie steigt an der Ruine Heinrichsburg (unmittelbar rechts von dem Zuge aus sichtbar) vorüber, bis zu 412 m der Wasserscheide, und senkt sich dann, stets durch prächtige Waldung führend, bis (35 km) Sternhaus(351 m), einem 1 km südlich idyllisch liegenden, anhaltischen Forsthause(Gastw. beim Förster), Station für Besucher von Victorshöhe(s. S. 274), welche 5 km vom Forsthaus entfernt ist. UÜber Schlo Meiseberg(6 km) ins Selbetal(7,5 km) führt ein Waldweg in 1 ½ Stunden. Man richte sich hierbei nach den vom Harzklub angebrachten Wege- schildern. Durch den tannenbewaldeten Ostergrund führt die Bahn- linie am Heiligen- und Osterteiche vorüber, am Wellbach ent- lang, nach der Endstation (41 km) Gernrode(s. S. 270) 40. Route: Alexisbad. Alexisbad(335 m), Stahlbad und klimatischer Kurort, mit anregendem, erfrischendem Gebirgsklima, besteht aus einer kleinen Anzahl von Gebäuden und Villen, darunter die Herzogliche Villa und das Kavalierhaus. Gasthöfe. Kurhotel Alexisbad, an der Promenade, Z. v. 1,50 Mk. an, D. 2 und 2,75 Mk., P. v. 5 Mk. an, mit Dependancen Villa Nova, Villa Sanssouci und Villa Anna, sehr empfohlenes Haus.— Inmitten dieser Gebäude liegt der Badeplatz mit schattiger Lindenallee.— Hotel zur goldenen Rose, mit geräumiger Veranda. Z. v. 1,25— 2 Mk., Fr. 75 Pf., T. d'h. 2 Mk., P. mit Z. 4— 6 Mk. Gut.— Hotel Försterling, gegenüber dem Bahnhofe. Eigenes Badehaus mit Stahlquelle. Z. mit Fr. v. 2,25 Mk. an. T. d'h. 2— 2,50 Mk., P. v. 5 Mk. an. Empfehlenswert.— Haases Hotel Elysium mit Dependance. Z. 1,25— 2 Mk., Fr. 75 Pf., Mi. 2 Mk., P. mit, Z. 4,50— 6 Mk. Empfehlenswert. ERomfortabel.— 10 Min. talabwärts auf dem Wege nach Mägdesprung: Hotel und Pension Klostermühle, hübsch gelegen. Z. 1,25— 2 Mk., T. d'h. 2 Mk., P. 4— 5 Mk. Gelobt.— Luftkur-Hotel mit, Restaurant Molkenhaus, am Hä- nichen, 25 Min. westlich von Alexisbad. Herrlich, inmitten waldumkränzter Wiesen gelegen. P. 4 Mk. täglich. sommerwohnung. Einzelne Zimmer 8— 20 Mk. wöchentlich. Familien- wohnungen 16—60 Mk. wöchentlich. — 40. Route: Alexisbad. 263 Konditorel mit Garten, unter dem Felsen an der Selke. E. F. Haase. Auch Pension. Auskunftstelle des Harzklubs: Bürgermeister Krause in Harzgerode. Bäder. Stahlbad 1,25 Mk.— Soolbad und Fichtennadelbad je 1,50 Mk. — Sitzbad oder Dusche 75 Pf., Moorbad 3,50 Mk. Badeärzte. Konzert in der Saison vor dem Kurhause(vorm. 7— 8 und nachm. 5— 6 Uhr). Alexisbad liegt in dem anmutigsten Teile des Selketales, in einem nur nach SW. zu etwas geöffneten Talkessel, vor rauhen Winden durchaus geschützt. Die das Tal einschließenden 100 m hohen Bergzüge sind abwechselnd mit Laub- und Nadel- hölzern bewachsen. Sorgsam gepflegte Fußwege führen zu schönen Aussichtspunkten. Die reine Luft und die waldige Um- gebung verleihen dem Ort alle Vorzüge eines klimatischen Kurortes. Die Quellen von Alexisbad gehören zu den stärksten Eisen- wassern Deutschlands. Außerdem werden als Kurmittel gebraucht Solbäder, Fichtennadelbäder, Kaltwasserkur, Wellenbad und Massage. Elektrische Apparate und Dampfinhalationsapparate sind vorhanden. Der Gebrauch des Bades ist angezeigt bei Anämie nach starken Blut- und anderen Säfteverlusten, nach geistiger und körperlicher UÜberanstrengung, Chlorose, Milz- und Nieren- krankheiten, den verschiedenartigsten Nervenleiden, namentlich des weiblichen Geschlechts, chronischen Rheumatismus, Skro- fulose und anderen Störungen, bei denen die Ernährung da- niederliegt, aber schwere Organerkrankungen nicht mehr oder überhaupt nicht vorhanden sind. Spaziergünge und Ausflüge. Schlotheimfelsen mit dem Birkenhäuschen— das eiserne Kreuz— Friedrichsplatz— der Habichtstein— die Kapelle— der Louisentempel— Alexis- brunnen— Schirm— Friedenstal usw.— Ins Selketal nach Mägdesprung— Viktorshöhe(Fußweg 1 ½ St.) und Friedrichs- brunn(2 St.). Nach der Josephshöhe(15 km) und Stolberg(19 km). Durch das Selketal aufwärts bis zur Bahnstation Lindenberg(7,5 km) und durch das gegenüberliegende Straßberg hinauf zur Straße Harzgerode—Stolberg zum Gasthause auf dem Auerberg(14 km), dann über die 4 St. seitwärts liegende Josephshöhe(S. 258) nach Stolberg. Radfahrer fahren gut über Straßberg; dann links steil hinaufschieben, später eben und schön bis Auerberg(12,1 km). 41. Route: Von Alexisbad nach Ballenstedt. 41. Route: Von Alexisbad nach Ballenstedt. Entfernungen. Alexisbad— Mägdesprung 3,8 km. Mägdesprung— Selkemühle 5 km. Selkemühle— Falken 8 km. Falken-— Ballenstedt 7,7 km. Die ganze Tour 23,8 km. Chaussee. Auch für Radfahrer zu empfehlen; näher jedoch, wenn man bei Mägde- sprung links hinaufbiegt und direkt fährt(8,7 km). Bahn nach Lindenberg(6,1 km), Güntersberge(10,2 km) und Hassel- felde, ferner nach Harzgerode(3 km), Mägdesprung(4 km) und nach Gernrode (11,7 km). Bahnhof gegenüber Försterlings Hotel. Fußweg von Alexisbad nach Mägdesprung.(50 Min.) Hinter Alexisbad beginnt der schönste Teil des Selketales, der am besten und genußreichsten zu Fuß durchwandert wird. Zwischen hohen, waldversteckten Felswänden windet sich die Selke dahin, fortwährend neue Bilder erschließend. Die Chaussee führt unmittelbar am Ufer entlang. Beim Hotel Klostermühle beginnt auf der rechten Talseite der neue, interessante„Magdeburger Stieg“, der bis zur„Kapelle“ führt. Von da auf der Höhe weiter bis zur Mägdetrappe und Mägdesprung oder links direkt hinab auf dem neuen„Bernburger Stiege“ nach Mägdesprung. (3,8 km) Mägdesprung(295 m), 300 Einw., Eisenhütten- werk, Kunstgußanstalt und Maschinenfabrik. Aus der Kunst- gießerei sind namentlich gelungene Tiergruppen in Bronze, modelliert von Kureck, hervorgegangen. Auch Abgüsse von Antiken(Hildesheimer Silberfund) werden hier angefertigt.— Mägdesprung ist tiefumschattet im Waldestal gelegen und im Sommer durch zahlreiche Pensionsgäste und das Selketal durch- wandernde Touristen belebt. Hotel Mägdesprung, neuerbautes, modernes Haus, mit- Veranda und großem Garten. Zimmer für Touristen v. 1,25 Mk. an. P. v. 4,50 Mk. an. Empfohlen. Wintersport. Rodelschlitten leihweise im Hotel Mägdesprung.— Renn- schlitten preiswert zu mieten. Zur Mägdetrappe, welche dem Orte den Namen gab, führt ein Fußweg bergaufwärts zwischen den nach Harzgerode und Alexisbad führenden Chausseen. Oberhalb einer steilen Fels- wand zeigen sich zwei Menschenfüßen ähnliche Eindrücke. eine Stunde entfernten Ramberge Die Sage ist gleich der von der durch Winke eingeladen wurde, Roßtrappe. Die fliehende Jungfrau soll den Sprung von dem gegen- V schnell zu ihr zu kommen, sprang überliegenden Zirlberge hierher ge- sie über das Tal hinweg und trat wagt haben.— Eine andere Sage dabei so stark auf, daß sich beide erzählt:„Vorzeiten wandelte eine Fußtapfen in den VFelsen ein- Riesin auf diesen Bergen umher. drückten. Als sie von einer Gespielin auf doem 41. Route: Von Alexisbad nach Ballenstedt. 265 Ein eisernes Kreuz dort oben hat Prinz Friedrich von Preußen(† 1863) seinem Schwiegervater Alexis von Anhalt setzen lassen. In unmittelbarer Nähe, 200 Schritt weiter am Bergeshange hin, am eisernen Geländer, liegt die Freundschafts- klippe, von welcher man prächtige Aussicht ins Tal hat. Den unterhalb Mägdesprungs, dem Bahnhofe gegenüberstehenden, 22 m hohen gußeisernen Obelisk ließ Herzog Alexis seinem Vater, dem Be- gründer des Eisenhüttenwerkes, errichten. Umgegend: 2. Vber die(1,5 km) Heinrichs- 1. Folgt man dem Wege von der burg und(3,5 km) Sternhaus nach Modetgbe aufwärts am eisernen(7) Km) Gernrode und(9 km) Ballen- Kreuze vorüber, so tritt man nach stedt. Die Chaussee führt neben ½ St. aus dem walde auf einen dem Obelisken hinauf bis zur Hein- freien Platz mit Bank, den Schalken- richsburg, n welcher nur noch berg. Von hier führt links Weg wenige Trümmer zeugen. Die Burg nach Mägdesprung, geradeaus nach entstammt dem 13. Jahrhundert, ge- Harzgerode. Rechts führt der hörte dem Geschlechte von Morungen Philosophenweg ins Selketal hinab und wurde bereits 1344 durch die sowie ein Weg nach Alexisbad, Grafen von Hohnstein und Nord- und von letzterem abbiegend ein haäuser Bürger zerstört.— An dem Weg zur Kapelle, Köthener Hütte Geländer entlang links führt die (Schutzhütte) und zur Freundschafts- alte Chaussee— jetzt Fußweg— klippe. Von hier weiter über Kloster- nach dem Sternhaus(422 m), einem mühle nach Alexisbad. schön im Walde gelegenen Forst- hause. Restaurant beim Förster. 2. Zur Schaätzelklippe. Man folgt Die gleichnamige Bahnstation liegt der Harzgeroder Chaussee vom Hotel von hier 1 km nördlich. Vom Stern- aus eine kurze Strecke bis Stein haus führt Fahrstraße nach(4,5 km) 4032; gleich darauf schmaler Pfad Gernrode sowie nordöstlich nach links hinauf. Aussicht auf das(8 km) Ballenstedt. Selketal und einen Teil von Mägde- 3. Nach der losephshnöhe(18 km) sprung. mit Bahn bis Lindenberg. Auch Ausflüge: Radfahren durchs Selketal bis Straß- 1. Nach Viktorshöhe s. S. 274. berg, dann links hinaufschieben. Für Radfahrer. Ebene Straße durch das ganze Selketal bis zum Falken (12,4 km). Von Mägdesprung nach der Selkemühle(5 km). Das Selketal verwandelt sich jetzt in ein liebliches Waldtal von idyllischer Schönheit. Jede Biegung des Flusses bringt neue Bilder, eines malerischer als das andre. Der Weg führt an den vier Friedrichs- hämmern und der Oberförsterei Scheerenstieg vorüber. Nach 3,8 km links Fahrweg in ½¼ St. zum Jagdschloß Meiseberg(348 m) (Restaurant). Alte Trinkgefäße und Geweihe. Besondere Sehenswürdigkeit: alte Ridingersche Kupferstiche. Schöner Blick ins Tal. Besuch besonders empfehlenswert zur Zeit der Laubfärbung. Von Meiseberg herrlicher Wald- weg nach Ballenstedt(6,5 km). (8,8 km) Die Selkemühle(248 m), auch Leimufermühle, ist jetzt eine Försterwohnung. Daneben Gasthaus zur Burg Anhalt. Eine Inschrift im Gasthofe, die sich auf die 1,5 km entfernte Ruine Anhalt bezieht, lautet: 266 41. Route: Von Alexisbad nach Ballenstedt. „Hier stand die Burg Anhalt. Von Otto dem Reichen um das Jahr 1100 erbaut; später vollendet und vergrößert durch Albrecht dem Bären, ward sie 1140 in dem gegen diesen von den Sachsen und dem Herzoge Heinrich dem Löwen geführten Kriege zerstört. Von Albrecht wieder aufgebaut, war sie noch im Jahre 1300 bewohnt und mag erst gegen das Ende des 14. Jahr- hunderts verlassen worden sein.“ Die Burg Anhalt stand aber ½ St. blick nach dem gegenüberliegenden entfernt auf dem Hausberge, wo Meiseberg und in das Selketal. neuerdings ihre Ringmauern, sowie Die Tidianshöhle, 1 ½ St. von hier, das Fundament der Kirche ausge- von der die Sage erzählt, daß in ihr graben sind. Stammburg der Anhal- einst Gold gefunden wurde, und der tiner. Sanft aufsteigender Weg in nahe dabei liegende Aussichtspunkt herrlichem Laubwald.(Weg durch Selkeslcht sind nur bei längerem Ver- den Harzklub bezeichnet.) Durch- weilen des Besuches wert. Von der Selkemühle zum Falken(16,8 km) führt der Weg weiter das Tal entlang zunächst zu dem empfehlenswerten Hotel zum Falkben(Günther). Z. 1— 1,50 Mk. Das Reisegepäck lasse man im Gasthofe, da man vom Schlosse dorthin zurückkehrt. Fuhrwerk im Hotel. Wer, ohne den Gasthof zu besuchen, direkt auf den Falken- stein gehen will, wo aber keine Restauration ist, gehe zwischen der Sägemühle und dem Gasthof rechts den breiten Fahrweg aufwärts in ½ St. zum Schlosse. Vom Gasthofe führt der Fuß- weg in 25 Min. hinauf. Schloß Falkenstein(320 m), dem Königl. Preußischen Oberjägermeister Grafen von der Asseburg auf Meisdorf ge- hörend, ist eine der schönsten und besterhaltenen Harzburgen. Durch eine lange Einfahrt(früher mußte man durch 7 Tore) gelangt man auf den inneren Schloßhof mit 160 m tiefem Brunnen. Hier befindet sich auch die Wohnung des Kastellans, welcher die Führung übernimmt(50 Pf.; mehr als 3 Personen je 25 Pf.). Im Innern werden allerlei Kuriositäten gezeigt: Ein Bildnis Joh. Ludw. v. d. Asseburg, der Luther bei Altenstein gefangen nehmen half und nach der Wartburg brachte, ein Bildnis des Kurfürsten von Sachsen von Lucas Cranach, ein elfenbeinernes Kruzifix von Benvenuto Cellini, bronzene Statue Gustav Adolfs, eine alte metallene Vase mit einem Bacchuszuge, angeblich von Napoleon in Agypten gefunden und von Blücher aus Paris mitgebracht, dessen Tochter an den Oheim des jetzigen Besitzers des Falkensteins verheiratet war. Im Schlosse befindet sich eine Kapelle, in welcher Luther gepredigt hat. Der hohe Turm des Schlosses, 373 m üb. M., gewährt schöne Blicke auf die Waldungen des Selketales. Unter dem Turme sollen tiefe Burgverließe ins Deutsche übersetzt. Der Bischof von Halberstadt wußte um Mitte des 14. Jahrhunderts durch allerlei Ränke Falkenstein in seinen Besitz zu bringen. Hundert Jahre später wurde sie von dem Stifte gegen sein. Geschichtliches. Schon 1118 wird die Burg als eine kaiserliche er- wähnt, 1152 als Stammsitz derer von Falkenstein. Der Sachsen- spiegel, das älteste deutsche Rechts- buch, wurde hier von Eccard von Repgow zu Anfang des 13. Jahr- Geldentschädigung dem Grafen von hunderts niedergeschrieben und vom der Asseburg als erbliches Lehen Grafen Hoyer von Falkenstein 1230 überlassen. 41. Route: Von Alexisbad nach Ballenstedt. 267 sage. In früheren Zeiten hat halten. Um die Mitte des 17. Jahr- man am Falkenstein zuweilen hunderts feierten zwei Junker von Zwerge gesehen, welche guten Asseburg auf Falkenstein den Menschen in ihren Nöten gern Geburtstag ihrer Mutter und be- beistanden. Dieselben wohnten nutzten dabei die Becher, das Ge- meistens in der Höhle Tidian, wo schenk der Zwerge. Als nun die sonst Goldsand gefunden worden Brüder die mit Wein gefüllten sein soll. Eine Burgfrau auf Falken- Becher auf das Wohl ihrer Mutter stein rief einst in schwerer Krank- leerten, wurde einer der Becher heit die Zwerge um Hülfe an. Die zerbrochen, und die Scherben fielen guten Zwerge erschienen in der klirrend zu Boden.— Noch an dem- Mitternachtstunde, bannten die selben Tage machten die Junker Krankheit und beschenkten über- eine Spazierfahrt, gerieten mit dem dies die Burgfrau mit drei goldenen Wagen in einen ausgetretenen Fluß Kugeln und drei altertümlichen und wurden vom Wasser verschlun- Kristallbechern. Diese wertvollen gen. Seit jener traurigen Begeben- Geschenke der guten Zwerge wurden heit hat man die Zwerge nicht von der Familie Asseburg auf Fal- wieder gesehen.(Gittwald.) kenstein stets in hohen Ehren ge- In der Nähe des Schlosses Falkenstein(1 km) das Gartenhaus (Wirtschaft). Von hier Ausflug über Pansfelde nach der Leinemuhle 4,5 km (Gasthaus im Leinetale), gute, billige Sommerfrische, und Molmerschwende (6,5 km). Hier wurde am 31. Dezember 1747 in dem noch stehenden Pfarr- hause Gottfried August Bürger geboren.(Denkmal.) Von Molmerschwede nach Wippra 7 km, von Leinemühle nach Rammelburg 7 km. Vom Falken nach Ballenstedt(7 km).(Für Radfahrer anfangs starke Steigung.) Im Selketal abwärts geht der Weg am Mausoleum, einer Asseburgschen Familiengruft, vorüber nach Schloß Meisdorf. Man gehe nicht bis zum Dorfe, sondern in den Schloßgarten, um die schöne Hirschgruppe von Kureck zu besichtigen. Von Meisdorf gelangt man über Opperode auf direkter Chaussee nach Ballenstedt. Ein kürzerer, bezeichneter Feldweg führt von Opperode direkt nach dem Stadtbahnhof Ballenstedt. Vom Falken führt ein drerter Fußweg durch den Wald nach Ballenstedt (6,5 km), der sog. Lumpenstieg, jenseits der Selke ziemlich steil in die Höhe dann immer geradeaus. Im dritten Tale, rechts zum Kohlenschacht. Von dort Feldweg bis Ballenstedt in 4 St. (23,8 km) Ballenstedt(217 m), eine Stadt mit 6060 Einw., ist Sommerresidenz des Herzogs von Anhalt. Kreisdirektion. Amtsgericht. Oberförsterei. Städtisches Gymnasium und Real- schule mit Alumnat. Höhere Töchterschule, Damenpensionate. Städtische Kurverwaltung. Im Sommer Konzerte im Schloß- park und regelmäßige Morgenmusik, Nachmittags- und Prome- nadenkonzerte in den Lohden, einem herrlichen Laubwalde mit vielen Ruhebänken und Aussicht. Gasthöfe. Hotel Deutsches Haus(H. Sundmäker), am Alexanderplatz. Gut. Z. 1,50— 1,75 Mk., Fr. 75 Pf., Mi. 1,50— 1,75 Mk., P. 4— 5 Mk. Gut. — Hotel zum wei ßen Schwan, am Alexanderplatz. Neu eingerichtet. Z. 1,50 Mk., Fr. 75 Pf., Mi. 1,50 Mk., P. v. 4,50 Mk, an.— Großer Gasthof, unmittelbar 268 11. Route: Von Alexisbad nach Ballenstedt. am Schlosse. Z. 2— 3 Mk.— Hotel Dessauer Hoy, in der unteren Allee. Z. v. 1,50 Mk. an, Fr. 75 Pf., Mi. 1,25 Mk., P. v. 4 Mk. an. Gut.— Hotel Stadt Bernburg, in der oberen Allee. Gute Küche. Z. mit Fr. v. 2,50 Mk. an, Mi. 2 Mk., P. 4,50— 5,50 Mk.— Bahnhofhotel, nahe dem Schloßbahnhof.— Gastho zum Erbprinzen.— Gasthof zum goldenen Löwwen, beide einfach. Das Sanatorium Dr. Rosell, am Südende der Stadt, etwas über ihr gelegen, bietet zirka 100 Gästen Unterkunft. Neuerbautes Kurmittelhaus für diätetische und physikalische Kuren. Pensionskosten 56— 57 Mk. pro Woche; dazu bei Kranken die Kurkosten mit 7— 49 Mk. je nach Inanspruchnahme von Krzten und Kurmitteln. Nervenheilanstalt des Sanitätsrats Dr. med. Bunnemann, auch im Winter geöffnet. Sommerlogis von 8 Mk. an wöchentlich. Auskunftstellen des Harz- klubs: M. Malde(Allee 16) und E. Luppes Hofbuchhandlung.— Kurverwaltung, die Prospekte versendet. Elsenbahn. 7 Züge täglich nach Aschersleben über Ermsleben und Frose. Anschluß nach Halle und Berlin.— 9 Züge täglich über Gernrode nach Quedlinburg. Anschluß nach Halberstadt usw. Zwel Bahnhöfe. Schloßbahnhof, dem Schlosse nahe, und Hauptbahnho†, am Nordostende der Stadt. Wintersport. Rodelbahn, Skisport, Eisbahn, Schlittenbahn. Fahrschlitten 18 Mk. täglich. Einspänner von 12 Mk. an. Entfernungen. Meisdorf 4 km. Mägdesprung direkt 9 km. Viktors- höhe 13 km. Gasthof zum Falken direkt 6 km. Gernrode 6 km. Suderode 8 km. Thale 18 km. Selkemühle 7 km. Meiseberg 7 km. Die anmutige und gesunde Lage der Stadt und das billige Leben haben sie zu einer vielbesuchten Sommerfrische und einem beliebten Aufenthalt von pensionierten Offizieren, Be- amten und Rentiers gemacht. Ballenstedt zeichnet sich durch reinliche, gut gepflasterte Straßen mit Baumanpflanzungen aus und macht einen vornehmen Eindruck. Quellwasserleitung. Elektrische Straßenbeleuchtung. Durch eine schattige Ka- stanienallee steigt man zum Schlosse auf. Am Ende derselben ein Granitobelisk,„der letzten Herzogin von Anhalt-Bernburg (Friederike) zum 50 jährigen Jubiläum(1884) ihres Einzugs am 13. November 1834 gewidmet“. Dahinter das Theater (im Mai und Juni Vorstellungen der Dessauer Hofbühne). Das Schloß, welches zum Teil dem 11. Jahrhundert entstammt, ist Residenz des regierenden Herzogs von Anhalt. In der Bilder- galerie befindet sich eine Anzahl sehr wertvoller Gemälde der niederländischen Schule, in der Schloßkirche das Grabmal Albrechts des Bären. Im Stadtparke auf der Höhe, nahe bei bei dem Dr. Rosellschen Sanatorium, steht das im Jahre 1899 enthüllte Denkmal mit dem überlebensgroßen Standbilde Albrechts des Bären, eine Schöpfung des Bildhauers Arthur Schulz, Grunewald. Der Blick des Markgrafen ist nach seiner Geburtsstätte, dem gegenüberliegenden Schlosse gerichtet. ——ʃQ—;— 41. Route: Von Alexisbad nach Ballenstedt. 269 Geschichtliches. Schon im 7. Jahr- hundert stand an jener Stelle eine stattliche Burg, in welcher das reiche und mächtige Grafengeschlecht der Askanier residierte. Im Jahre 1106 wurde Otto dem Reichen, der sich Herzog von Askanien und Aschersleben nannte, ein Sohn ge- boren, welcher den Namen Albrecht führte. Albrecht, dem man später wegen seiner großen Tapferkeit den Namen„Bär“ beilegte, ist als der Begründer des Fürstenhauses Askanien oder Anhalt zu betrach- ten. Er erwarb große Güter, verlor aber unter Kaiser Lothar die in seinem Besitz befindliche Nieder- lausitz und die Nordmark und war nun auf seine Erbgüter und das stille Leben auf der väterlichen Burg beschränkt. In späteren Jahren erhielt er die Nordmark zurück. Er eroberte darauf nach und nach alle an die Nordmark angrenzenden Gebiete, ließ sich damit vom Kaiser Konrad III. erblich belehnen und wurde somit der Stifter des neuen Staates Brandenburg. Er führte auch seit 1144 den Titel eines Mark- grafen von Brandenburg und ver- legte seinen Wohnsitz nach der da- maligen Haupstadt Brandenburg. Nach der Besiegung des aufrühre- rischen Wendenfürsten Jazko wurde dieser einst so mächtige Völker- stamm fast gänzlich ausgerottet. In die verödeten Landstriche berief Albrecht Ansiedler vom Rhein und aus Holland, welche sich an der Elbe, Havel und Spree nieder- ließen und unter anderen Stödten auch Berlin gründeten. Nachdem er 1159 mit seiner Gemahlin eine Wallfahrt nach dem Heiligen Grabe unternommen hatte und in einem Kriege gegen Heinrich dem Löwen nicht glücklich gewesen war, über- gab Albrecht, des Lebens und der Regierungssorgen müde, die Mark seinem ältesten Sohne Otto I. und zog sich 1168 nach dem freund- lichen Ballenstedt zurück, wo er im Jahre 1170 im Alter von 64 Jahren starb. Sein Grabmal be- findet sich in der Schloßkirche. Albrecht war einer der vorzüglich- sten Fürsten seiner Zeit. Sein jüng- ster Sohn Bernhard erhielt die Stammgüter am Harze und nannte sich Fürst von Anhalt. Seine Nach- kommen residierten auf der jetzt verfallenen Burg Anhalt, 1 ½ St. von Ballenstedt. Die alte Stammburg aber war von 1046 bis 1525 ein Mönchskloster. Da, wo soönst geharnischte Ritter geweilt, schlichen jetzt in schwarze Kutten gehüllte Mönche durch die Zellen und Korridore. Wo sonst in den Bankettsälen Becherklang und Saitenspiel erscholl, vernahm man nun die Hora der andächtigen Mönche. Als der Bauernkrieg über viele Gaue Deutschlands Tod und Verderben brachte, wurde auch das Kloster Ballenstedt von den auf- ständischen Bauern erstürmt und zerstört(1525). Auf den Trümmern aber erbaute man später das jetzige Schloß, welches nun wieder zum Fürstenschloß umgeschaffen wurde. Der Schloßpark, eine Schöpfung Lennés, ist überaus schön, besonders die Terrasse am Schlosse. Aus dem Rachen eines gußeisernen Ichthyosaurus vor der Terrasse entspringt eine 58 25 m hohe Fontäne. Zwei prachtvolle, gußeiserne Hirsche von Kureck, ebenso zwei Bären, ein kolossaler Löwe und eine in Zink gegossene Gruppe: „Vom Panther angefallener Schäfer“ sowie das Denkmal der letzten Herzogin Friederike von Anhalt- Bernburg schmücken den Garten. An baumumschatteten Teichen entlang spaziert man in den unmittelbar anschließenden Wald, der seines reichen Wildstandes wegen bemerkenswert ist. — Vom Parke aus kann man direkt nach dem Röhrkopf, einem Jagdschlößchen mit schöner Aussicht, gelangen. 270 42. Route: Von Ballenstedt nach Gernrode und Suderode. Umgegend. 1. Der Stadepark(10 Min.). An den Stadtpark schließt sich ein größerer städtischer Nadelholzwald(der Kaufberg) mit zahlreichen Ruhe- plätzen und Schutzhütten an.— 2. Die Hubertushöhe(½ St.) von dem Fußwege nach Gernrode links, an dem kleinen Siebersteins-Teich. Aussicht auf die Vorberge des Harzes. Aussichtsturm. Schutzhütte.— Die Gegensteine, eine unvermittelt aufsteigende Felspartie,(25 Min.) nördlich von Ballenstedt. Von dem größeren, vom Harzklub besteigbar gemachten Gegensteine hat man eine prächtige Fernsicht. In der Nähe das Restaurant Felsenkeller. 42. Route: Von Ballenstedt nach Gernrode und Suderode. A. Gernrode. Eisenbahn von Ballenstedt nach Gernrode 6 km. 11 Züge täglich. Zwischen Hasselfelde und Gernrode(41 km) 5 Züge täglich. Zwischen Alexisbad und Gernrode(15 km) 6 Züge täglich. Radfahrer fahren von Ballenstedt über Rieder(5,0 km) nach Gernrode (2,6 km) und nach Suderode(1,4 km). Gernrode(230 m) ist ein anhaltisches Städtchen mit 3500 Einwohnern und eine immer beliebter werdende Sommer- frische. Kurfrequenz zirka 6500 Personen. Industrielle Eta- blissements. Ackerbau. Gebirgsquellenwasserleitung. Gas- und Elektrizitätswerk. Gut gepflasterte Straßen. Herrliche Um- gebung. Wald in nächster Nähe mit vielen Promenadenwegen. Wohnsitz vieler Pensionäre. Kurmittel: Alle Arten Bäder, Kur- und Wasserheilanstalt des Dr. Facklam. Unterhaltungen: Reunions, Tennis, Konzerte. Auskunft erteilt, Führer ver- sendet und Wohnungen werden nachgewiesen durch den Magistrat. Gasthöfe. Brauner Hirsch, Z. 1,25— 2 Mk., Fr. 75 Pf., Mi. 1,50 Mk., Pens. v. 4,25 Mk. an. Sehr gut.— Deutsches Haus, Z. 1,25— 2 Mk., Mi. 1,25— 1,50 Mk.— Markgraf Gero, mit Café-Restaurant. Z. mit Fr. von 1,75 Mk. an. Mi. 1,50 Mk. Wird gelobt.— Schwarzer Bär, am Wege zum Stubenberge, mit Garten. Mi. 1,50 M., P. 4 Mk. Logis u. Fr. v. 1,75 Mk. an. Gelobt.— Ferner: Dessauer Hof.— Stadtpark.— Schoarzer Adler.— Gegen Suderode zu am Gehölz des Schwedderberges: Hotel Belvedere mit Garten. Restaurants: Bahnhofs-Restaurant(Hoftraiteur G. Kohlhardt). Sehr gut.— Stubenberg. 3 Pension. Haus Hagenthal, Logierhaus auf Grundlage christlicher Haus- ordnung, mit Restauration und Garten. rzte. Sanitätsrat Dr. Weihl, Dr. Greuer, Nervenarzt Dr. Facklam. sanatorium des Nervenarztes Dr. Facklam. Wintersport. Skis und Schlitten. Eisbahn. Rodelbahn. Literatur. Hey, Gernrode— Selketal— Kyffhäuser(Halle 1896). Die Kirche St. Cyriaki in Gernrode gehört zu den bemerkens- wertesten Baudenkmälern Deutschlands aus dem frühesten Mittelalter. Sie ist eine frühromanische Basilika reinster Form. Im Innern zeigt man in der Gerokapelle Reliefs aus dem frühe- sten Mittelalter. Der Küster in der Burgstraße Nr. 7 links, der Kirche gegenüber, führt gegen Vergütung in derselben herum. 42. Route: Geschichtliches. Markgraf Gero, von dem Gernrode noch heute den Namen führt, der mächtige Schirmer der deutschen Marken unter Otto I., stiftete 961 das Frankenkloster Gern- B. Suderode. 271 960 begonnen. Gero wurde nach seinem Tode(965) vor dem Haupt- altar der Kirche beigesetzt. Seine Tochter hatte Gero zur ersten Ab- tissin des Klosters ernannt. rode. Der Bau der Kirche war bereits Der Stubenberg(325 m), 4 St. von Gernrode, gehört zu den besuchtesten Aussichtspunkten des Unterharzes. Bismarck- denkmal, Reliefbildnis mit Gedenktafel. Gasthof. Z. 1,50— 2,50 Mk., P. 4,50— 5 Mk. Die Aussicht von der Veranda des Stubenberg-Hotels umfaßt zirka 40 Ortschaften; sie gehört zu den lieblichsten des Harzes. Im Vordergrunde sieht man rechts Gernrode und links, durch eine Wiese getrennt, Suderode, westlich die Vor- berge des Harzes, bei Thale und Blankenburg bis Wernigerode, nördlich Quedlinburg und Halberstadt, bei klarem Wetter die Türme von Magdeburg. Ostlich blickt man noch über das Dorf Rieder hinüber nach den Gegensteinen bei Ballenstedt. Sowohl Sonnenuntergang wie Sonnenaufgang kann man vom Stuben- berge aus beobachten. Ausflüge von Gernrode aus: über Wälhelmshöhe, Ostergrund, Heili- über Hagental, Salberteich 45 Min. genteich 40 Min.„„ Viktorshöhe 1 ¾ St. „ Stubenberg, Hagental Stunde.„ Suderode(25 Min.) nach Stecklen- Osterblick 40 Min. berg und Lauenburg Haferfeld, Sternhaus 1 Stunde. 1 Stunde. und Stecklenberg nach Haferfeld, Sternhaus, Thale 2 Stunden. Mãägdesprung 1 ½ St. über Suderode in das Kalte Tal 1 St. über Stubenberg, Haferfeld, Sternhaus, nach dem Preu benplatz Meiseberg, Selxemühle, 40 Minuten, Obbergs- „„„ „„ „„„ „„ 5 „„„ Burg Anhalt 2 ½ St. höhe und Saalsteinen „„„ Haferfeld, Sternhaus, 1 St. Ballenstedt 2 St. „„ Haferfeld, VFiktors- Entfernungstafel am Bahnhof. höhe 1 ¾ Stunde. B. Suderode. Suderode(200 m), ein preußisches Dorf mit 1400 Ein- wohnern, durch die von Friedrich dem Großen angelegte Kolonie Friedrichsdorf erweitert, liegt in der Verlängerung von Gernrode in einem Talkessel, hart an prächtigen Tannen- und Buchen- waldungen. Durch die Höhen ringsum vor rauhen Winden geschützt, ist Suderode mit Recht eine der beliebtesten Sommerfrischen des Harzes geworden.— Die mittlere Tagestemperatur beträgt im Sommer 14,20 R. Die vorherrschende Windrichtung ist West- und Südwest. Die 42. Route: B. Suderode. Behringer Solquelle wird gegen Nerven- und Blutkrankheiten sowie gegen Rheumatismus, Skrofulose und deren Folgekrank heiten angewandt. Die vorhandenen Sohy. und Fichtennadelbäder sowie die medizinischen Bäder, die in dem modern ausgestatteten Bade- hause verabfolgt werden, wirken reizend, belebend und auf- lösend und haben bei allen Krankheiten, in denen eine Um- stimmung der Säfte erforderlich ist, vielfach überraschende Heilresultate gewährt. Mit dem Badehause ist auch ein Inhala- torium sowohl für Gesellschafts- als auch Einzelinhalationen, verbunden. Der Ort hat eine eigene vorzügliche Quell- wasserleitung. Gasthöfe. Hotel und Kurhaus Michaelis. Altrenommiert. Z. mit Fr. 2,50 Mk., P. 4,50— 6 Mk.— Grauns Hotel und Kurhaus, am Brink, unweit der Anlagen. Z. mit Fr. v. 2,50 Mk. an, Mi. 2 Mk., P. 4,50— 6 Mk. Mit Konzertgarten, Veranda, sehr gutes Haus.— Mohrs Hotel, mit Garten. Z. 1,50— 3 Mk.— Heenes Hotel, am Gehöft des Schwedderberges. Z. 1,50— 4 Mk. T. d'h. 2,50 Mk. P. 5—6 Mk.— Sanderho'†s Hotel. P. v. 4 Mk. an.— Zentral- hotel.— Wegners Logierhaus.— Zum Kronprinzen.— Schwarzer Adler.— Deutsches Haus. Restaurant in allen Gasthöfen. Ferner: Felsenkeller, im Kalten Tale. — Neue Schenke, am Feldberg.— Lindengarten, an der Quedlinburger Chaussee. erteilt die Badedirektion.— In den Pensionaten zahlt man 4—6 Mk. pro Tag. — Empfehlenswert: Villa Eintracht. Unmittelbar am Walde. Geschützte Veranden und Balkone. P. 4— 4,50 Mk. Bäder. Neu erbautes Solbadehaus am Eingang zum Kalten Tale, mit den besten zeitgemäßen Einrichtungen und unter badeärztlicher Kontrolle. Solbäder: 1 Dtz. 15 Mk.; Fichtennadelbäder: 10,50 Mk; warme Baäder 60 Pf., Dtz. 6,50 Mk. 1 Dtz. Gesellschaftsinhalationen 10 Mk., 1 Dtz. Einzelinhalationen Kurtaxe. 1 Person 4 Mk., Familien 8— 10 Mk. pro Monat, bei längerem Aufenthalt mäßige Erhöhung. Kurmusik morgens und nachmittags. Sonnabends Reunion. Badeärzte: Dr. Wilde.— Dr. Facklam(letzterer auch für Gernrode). Apotheke am Schwedderberge, zugleich für Gernrode. Frequenz: zirka 5000 Badegäste. Fuhrwerk. Amtliche Taxe hängt in allen Hotels aus. Tagestouren: Einspänner 10— 12 Mk., Zweispänner 15— 18 Mk., halbe Tagestouren 8— 12 Mk.; ohne Trinkgeld. Eisenbahn. Nach Ballenstedt: 11 Züge täglich. Uber Gernrode nach Alexisbad: Züge täglich 6mal. Nach Quedlinburg: Züge täglich 10mal. Autoomnibus nach Friedrichsbrunn. Vom 15. Mai bis 30. September regelmäßige Autoomnibusverbindung des Kurhauses Friedrichsbrunn zwischen Bahnhof Suderode und Friedrichsbrunn. Nach besonderem Fahrplan. Fahr- preis- für die Berg- oder Talfahrt 1,50 Mk., Handgepäck frei, größere Stücke 50 Pf. Im Sommer täglich Omnibusverbindund mit Thale(Bodetal). 2—— 825 Kanſelde 5 h CSUDERODE-GERNRODE-BALLENSTEDT UND DAS SELKETAL 1 ooo———ÿ⏑—* 5—hutwege⸗ =:— crabau anrwege Tourioᷣteneg 12. Route: B. Suderode. 273 Post, Telegr.- und Telephonamt, Bahnhofstraße Harzklub und Badeverwaltung erteilen Auskünfte und versenden Führer und Prospekte Unterhaltungen. Morgens und nachmittags tägl. Konzerte der Kur- kapelle. Sonnabends Reunionen. Tennisplätze. Lesezimmer. Wintersport. Der Aussichtsturm von Mohrs Hotel in Suderode bietet einen orien- tierenden Rundblick über die Umgegend; man sieht zu den Füßen Suderode, weiter südlich Schloß Ballenstedt, den Stubenberg und Gernrode, östlich den Preußenturm auf dem Schwedderberge, westlich den Gemeindeberg mit Tempel; nördlich wird die Aussicht durch den Reißaus begrenzt. Die Umgegend von Suderode bietet herrliche Promenaden; zahlreiche Wegweiser machen ein Verirren unmöglich. Die prächtige Kaltetals-Promenade beginnt beim Hotel Michaelis. Dieselbe führt in ¼ St. zu dem freundlich im Walde gelegenen Restaurant Felsenkeller, neben welchem sich der Beringer Brunnen befindet. Im Tale entlang führt der Weg vorüber an dem Wasserwerk, dem Fischteich und der Eremitage aufwärts zur Kleinen Roßtrappe und zum Preußischen Saalstein. Dann weiter nach der Neuen Schenke, von wo mehrere Wege in den Ort führen. Die schönsten Partien bietet der Schwedderberg, östlich vom Kalten Tale, und der sich an diesen anschließende Berg- rücken. Vom Kalten Tale hinauf gehe man entweder 1. vom Felsen keller über Emmas Ruhe nach dem Aussichtspunkt Bellevue und dem Anhaltischen Saalstein(25 Min.). Auch am Fischteich geht linker Hand ein Fußweg im Zickzack aufwärts zum An- haltischen Saalstein.— 2. Am Anfange des Kalten Tales auf- wärts nach Valeskas Ruhe und weiter zum Preußenplatz(Aus- sichtsturm) und zur Olbergshöhe. Besuchenswert ist der westlich vom Kalten Tale gelegene Gemeindeberg(mit Aussichtsturm), von wo der Weg weiter- führt zur Neuen Schenke am Feldberge. Auch der Müncheberg (260 m) zwischen Stecklenberg und Neinstedt ist besuchenswert. Zum Lindengarten(Reiß einem hochgelegenen Gast- hause(P. 4 Mk.), 10 Min. nördlich von Suderode, führt Chaussee. Weite Rundsicht auf Suderode, Gernrode, Lauenburg, Hexen- tanzplatz. Roßtrappe, Brocken, Quedlinburg usw. Entfernungen. Felsenkeller 1 km— Silberteich 2,7 km— Viktorshöhe 7 km— Neue Schenke 1 km— Preuß. Saalstein 3,7 km— Lauenburg 3,7 km — Quedlinburg 8,5 km— Bahnhof 1 km— Lindengarten 3 km— Stecklenberg 2 km— Neinstedt 3,5 km— Thale 6,5 km— Gernrode 1,5 km. Richters Harz. 18 43. Route: Viktorshöhe. 43. Route: Viktorshöhe. Vom stubenberg nach viktorshöhe. a) Uber das Haberfeld und Sternhaus. Nach der Karte zu nicht zu verfehlen. 2 St. Auf dem Fahr- wege durch das schöne Hagental, dessen Anfang man sich auf dem Stuben- berge zeigen lasse, gelangt man am Mühlbache hin links am großen Teiche entlang bis zur Kiesgrube, wo der Fußweg von Suderode einmündet. Steinerner Wegweiser. Der Weg weiter aufwärts ist durch Wegweiser gut bezeichnet. Von Suderode nach Viktorshöhe. 2 St. Man gehe vom Hotel Michaelis in Suderode durch das Kalte Tal bis zur Brücke. Granitwegweiser„Viktors- höhe“ links. Uber die Brücke hinweg zum Waldweg hinauf, auf diesem rechts. Von hier ab genaue Wegebezeichnung. An der Chaussee gehe man bis zu einem granitnen Wegweiser; diesem folgend, gelangt man in ½ St. ans Ziel. Von Stolberg nach vViktorshnöhe. 22 km. Chaussee nordwärts von Stolberg im Kalten Tal oder durch Wald über(4 km) Tannengarten nach(7 km) Breitenstein, von dort nordöstl. nach(12 km) Güntersberge, einem anhalt. Städtchen mit 900 Einw.(s. S. 260). Von Günters- berge über Bärnrode direkter Weg, an den wenigen Ruinen der Erichsburg vorüber nach(22 km) Viktorshöhe. Ebensoweit(22 km) über Straßberg, Lindenberg, Siptenfelde an der Erichsburg und dem Teich vorbei nach Viktors- höhe, oder von Lindenberg Bahn bis Sternhaus; von da bequemster Aufstieg (6 km) nach der Viktorshöhe, Steigung nur 170 m. Von Alexisbad nach Viktorshöhe(1 ½ St.) und Friedrichsbrunn(2 St.). Bei der Klostermühle, 5 Min. von Alexisbad, geht ein schöner Fahrweg nord- wärts stets langsam bergauf in gerader Richtung bis auf die Höhe; desgleichen ein Fußweg am Russ. Haus vorbei. Beide Wege treffen oben an der Chaussee zusammen; dann rechts zur Viktorshöhe(1 ½ km) und Friedrichsbrunn. Von Mägdesprung nach viktorshöhe. 1. Fahrstraße(8 km) bergan nordwärts bis Sternhaus, von dort westwärts. An Kreuzungspunkten Weg- weiser.— 2. Fußweg(1 ½¼ St.). Man gehe ½4 St. im Selketale aufwärts nach Alexisbad zu, wende sich am Bahnübergange rechts in das Krebsbachtal (Wegweiser), im Tale aufwärts am Krebsteich entlang auf gut bezeichnetem Wege(Bär-Denkmal bei Einmündung des Fürstenweges) geradeaus nach Viktorshöhe. Für Radfahrer. 1. Von Thale über 1 vonaneblat⸗ nach Viktorshöhe = 11,9 km. 2. Von Gernrode mit Steigung= 7,0 km. Von Güntersberge über Bärenrode nach Viktorshöhe= 9,7 km. Von hier eignet sich am besten die Fahrt abwärts nach Alexisbad(7,0 km). Viktorshöhe(582 m), der Gipfel des Ramberges, erhebt, sich wesentlich über die umliegende Baumlandschaft. Der Ramberg besteht, wie der Brocken, aus Granit und ist bis zum Gipfel bewaldet. Im Forsthause einfache Restauration, im Notfalle Nachtquartier. Herzog Alexius Friedrich Christian von Anhalt ließ 1829 den 22 m hohen Aussichtsturm in vier Etagen(104 Stufen) errichten und nannte den Aussichtspunkt seinem Großvater zu Ehren Viktorshöhe. Turm 1895 erneuert. Die Aussicht umfaßt eine Fläche von mehr als 600 qkm. Uber die umliegenden Wälder hinweg sieht man auf mehr als 2wanzig Städte und gegen hundert Dörfer. Besonders deutlich — 3— 4 15 5 275 44. Route: Von Suderode über die Lauenburg, Georgshöhe nach Thale. 275 hebt sich am südlichen Horizont der Kyffhäuser mit dem Denk- mal ab. 2 Min. vom Forsthause befinden sich zwei Felsen- gruppen: die Große und Kleine Teufelsmühle. sage von der Teufelsmühle. Der fertiggestellt, als der Müller diesen Teufel hatte sich dem Müller auf versehentlich den Berg hinabrollen dem Ramberge verpflichtet, ihm in ließ. Da krähte der Hahn. Wütend einer Nacht bis zum Hahnenschrei über das Mißlingen seines Werkes, eine neue Mühle zu bauen. Er hatte zerschmetterte der Teufel Müller sie bis auf den letzten Mühlstein und Mühle. vVon der viktorshöhe über das Sternhaus nach Mägdesprung und Alexis- bad— Gernrode— Ballenstedt. Gegenüber dem Hause führt hinter den Lauben ein Fußweg bergab, welcher in einen Fahrweg mündet. Diesem südöstl. (rechts) folgend, gelangt man in ½ St. zum Sternhaus(Försterei, Gastwirt- schaft. Gute Milch). Oder vom Turm Fußweg in 10 Min. südlich zur Chaussee, diese l. verfolgend bis zu demselben Fahrwege(Allee), welcher rechts abbiegend in ½ St. zum Sternhaus führt. Vom Sternhaus, ½ St., Chaussee nach Mägde- sprung. Im Selketal aufwärts nach Alexisbad. Von viktorshöhe nach dem Stubenberg und Gernrode(2 St.). Man folge dem schmalen Fußpfad rechts vom Aussichtsturm 10 Min. bis zur Chaussee, auf dieser links ½4 St. bis zu dem breiten Fußweg links am Haberfeld, der über das Feld in den Wald ziemlich steil talabwärts führt. Nach 4 St. sieht man links den Stubenberg. Die Chaussee führt nach Gernrode weiter. Von der viktorshöhe nach Thale oder dem Hexentanzplatz(2 St.). Rechts bei der Teufelsmühle talwärts, geradeaus bis zur Gabelung der Straße(links nach Alexisbad) nach Friedrichsbrunnen;* den Ort links liegen lassend, immer die breite Straße fort bis zum Wegweiser, links Chaussee nach Treseburg, Allrode usw., geradeaus nach Hexentanzplatz bis zum Ende des Gatters zur linken Hand, dann Biegung nach rechts, immer nach Norden auf der Chaussee bleibend, bis zum oberen Steinbachtal, hier die Chaussee links einschlagend nach dem Tanzplatz; Chaussee geradeaus führt nach Thale. Von der Viktorshöhe nach der Josephshöhe über Alexisbad und Bahn bis Lindenberg(21 km), oder zu Fuß dahin über Siptenfelde(18 km). 44. Route: Von Suderode über die Lauenburg und Georgshöhe nach Thale. Entfernungen. Suderode—- Lauenburg 1 St. Lauenburg— Georgshöhe 1 ½¼ St. Georgshöhe— Hexentanzplatz 4 St. Georgshöhe— Thale(direkt) Radfahrer fahren über Neinstedt(3,7 km) nach Thale(4 km); von hier aus lassen sich die Stecklenburg und Lauenburg am besten besuchen(5,4 km); ebenso die Georgshöhe. Von Suderode zur Lauenburg(1 St.) geht man zu der Neuen Schenke(Forsthaus mit Pension und Milchwirtschaft), 20 Min. südlich des Dorfes; auf dem Fußwege rechts von Hotel Michaelis. Dann bergan auf breitem Wege bis zur Chaussee. Auf der Chaussee nach links aufwärts bis zum Chausseestein 3,8, wo ein granitner Wegweiser nach rechts zur Lauenburg weist. Man betritt zuerst die obere Lauenburg; die untere Lauenburg liegt in unmittelbarer Nähe. 18* 276 44. Route: Von Suderode über die Lauenburg, Georgshöhe nach Thale. Von Suderode über Stecklenberg zur Lauenberg führt ein bequemer Waldweg vom Marktplatz aus neben Mohrs Hotel aufwärts. Stets am Waldrande hin gelangt man in 25 Min. nach Stecklenberg(280 m), Dorf mit zirka 500 Einw. am Aus- gang des Wurmtals. Die geschützte Lage, waldreiche Um- gebung mit zahlreichen, gut unterhaltenen Fußwegen und Waldchausseen und die Nähe vieler schöner Punkte des Ge- birges rechtfertigen die stets zunehmende Beliebtheit dieser ruhigen, angenehmen Sommerfrische, welche 1907 schon zirka 900 Kurgäste zählte. Die Verhältnisse sind ungezwungene und die Preise mäßige. In den Monaten Juni— August Omnibusverbindung mit Bahnhof Nein- stedt.— Auskunft erteilt, Prospekt und Wohnungsverzeichnis versendet der Gemeindevorstand und Harzklub. Gasthöfe. Hotel Zum grünen Walde(O. Grosse), mit hübschem Garten und großem Saal. Z. v. 1,25 Mk. an. P. v. 4 Mk. an. Wird gelobt.— Gast- haus Zum Waldfrieden, mit großem Garten, Tier- und Vogelhaus. Schüler- herberge. Z. 1,25 Mk.— Gebirgshotel, vor dem Orte. Herrliche Aussicht.— Hotel und Restaurant Zum Wurmtal, bescheiden. Oberhalb des Ortes(25 Min.) befindet sich die Lauenburg. Die Lauenburg(348 m) besteht nur noch aus einem festen Turm. In der Nähe der Ruine Sommerwirtschaft. Die Aussicht vom Gasthause und noch mehr vom Turme aus ist vorzüglich. Die untere Lauenburg(341 m) wird selten besucht. Weiter unten die Ruine Stecklenburg (260 m). Geschichtllchnes. Der Pfalzgraf Albert von Sommerschenburg soll zu Anfang des 12. Jahrhunderts die Lauenburg erbaut haben. 1125 kam Heinrich der Löwe in den Besitz der Burg, verlor sie aber an die Regensteiner. 1697 kam die Burg in den Besitz Brandenburgs. In den letzten Jahren sind hier mit Erfolg größere Ausgrabungen, die noch nicht abgeschlossen wurden, unter dem Schutz der Kgl. Regierung 1180 an Kaiser Friedrich. Die Burg hatte nun nacheinander verschie- dene Besitzer und kam in die Hände der raublustigen Grafen v. Renge- stein. 1349 eroberte und zerstörte der Bischof von Halberstadt die Burg, vorgenommen. Von der Stecklenburg ist nur be- kannt, daß sie im 13.—15. Jahrhund. im Besitz des Geschlechts von Hoym war. Im Dreißigjährigen Kriege war sie ein Asyl der Harzer. gab sie aber später wieder als Lehen Von der Lauenburg zur Viktorsnöhe und Frledrichsbrunn, 1 ½ St. direkter Weg, durch Granitsteine und Blechschilder des Harzklubs gekennzeichnet. Von der Lauenburg zur Georgshöhe(1 ¼ St.). Der Weg ist durch Granitwegweiser kenntlich. Von der oberen Lauen- burg links den Berg hinab über den Wurmbach. Jenseits 30 Schritte bergauf in den Fahrweg(Wegweiser). Im Fahrwege links 20 Min. bergauf. Am Ende des Steinbruches, dicht vor 45. Route: Der Kyffhäuser dem kreuzenden Bache, zeigt rechts ein Wegweiser bergauf. Neuerdings ist ein bequemer nicht zu verfehlender Fußweg angelegt.(Die Bäume sind durch weiße Kreuze bezeichnet.) Der Weg führt quer über eine Trift. Jenseits betritt man den Wald bei der einzelnen hervorragenden Birke mit dem einge- schnittenen G. Ein Fahrweg, welcher sich nach links etwas talwärts wendet, führt nach 5 Min. zu einem Wegweiser. Jetzt 3 Minuten bergab an einem Brunnen vorüber; geradeaus in wieder 5 Min. zur Georgshöhe hinauf. Die Georgshöhe(386 m) gehört dem Freiherrn v. d. Busche- Streithorst in Thale. Försterei mit gutem Restaurant und stei- nernem, 20 m hohem Aussichtsturm. Die Aussicht umfaßt die Lauenburg, Neinstedt, Quedlinburg, Magdeburg, Halber- stadt, Weddersleben, Thale, Blankenburg, Regenstein, Brocken und ist besonders im Winter herrlich. Prachtvoller Forst mit zahlreichem Rot- und Schwarzwild. Man sieht unmittelbar am Forsthause fast stets Wild, namentlich Wildschweine(darunter riesige Keiler) und Hirsche, die sich ganz ungeniert hier einfinden und ge- füttert werden.(Interessantes Bild.) Von der Georgshöhe nach Thale(4 St.). 1. Fahrweg durch die Klewe und das Steinbachtal. Nicht zu verfehlen. 2. Fußloeg (etwas näher). Nördlich von der Restauration direkt hinab auf den Fahrweg und auf diesem in 30 Min. nach Thale. Von der Georgshöhe über den Hexentanzplatz(4 St.) nach Thale(1 ½ St.). Von der Restauration südwestl. auf die Waldecke zu, dann rechts und beirder Wegeteilung wieder rechts, stets geradeaus weiter durch herrlichen Fichtenbestand, nach 20 Min., durch das Wildgatter. Weiter halbrechts bergab auf die Chaussee, auf dieser weiter 3 Min. bergab bis zu der links ab- zweigenden, neuen Chaussee, die zum Hexentanzpiatz führt. Bei der letzten Wegeteilung halte man sich rechts. Unvermittelt gelangt man hier plötzlich aus dem Walde auf diesen herrlichen Aussichtspunkt; die Wirkung ist daher eine doppelte. Die Wege vom Hexentanzplatz nach Thale sind in Route 1 beschrieben. 45. Route: Das Wippertal. A. Orientierung. Der südöstliche Vorharz mit dem Wipper-, Eine- und Leine- tale, zwischen Stolberg, Harzgerode, Ballenstedt, Aschersleben, Mansfeld und Sangerhausen als Ausgangspunkten liegend, ist erst in jüngster Zeit für Touristen und Sommerfrischler er- schlossen worden. Als interessante landschaftliche Punkte und stille Erholungsplätze werden aufgesucht: 278 45. Route: Das Wippertal. Für Radfahrer. Von Harzgerode nach Wippra 15,6 km. Lohnende Partie im Wippertal aufwärts zirka 10 km; oder abwärts über Rammelburg (4,8 km) nach Mansfeld(14,2 km). Von Wippra nach Sangerhausen großen- teils abwärts= 17,3 km. 1. Der Bauerngraben, eine Art 7. Besuchte Sommerfrische Wippra Zirknitzer See, 5 km von Roßla, im Wippertale, an der Poststraße 2 ½ km von Questenberg entfernt. Sangerhausen— Harzgerode, 14— 16 2. Ruine und Sommerfrische 16 km von Sangerhausen 16 km. Ouestenberg(Gasth.„Zur TPhüringer von Mansfeld und 24 km von Ballen- Schaeiz“ m. Logierhaus), 6 km von stedt entfernt. Roßla, 4 ½ km vom Bahnhof Bennun- 8. Das Wippertal vom Auer- gen entiernt. In Questenberg wird berge über Hayn, Wippra, Rammel- alljährlich am 3. Pfingsttage das sog. burg nach Mansfeld: 40 km. Questenfest(Tanz um eine Birke,„9. Die neueingerichtete Sommer- Aufziehen der Queste) gefeiert. frische Leinemühle im Leinetale bei Pansfelde an der Chaussee Wippra-Meisdorf, 15 km von Ballen- stedt, 13 km von Ermsleben, 21 km von Aschersleben und 9 km von Wippra entfernt. 3. Ruine und Schloß Morungen (Minnesänger Heinrich von Morun- gen 1150— 1220), 7 km von Sanger- hausen und Wippra entfernt. 4. Ruine und Sommerfrische 10. Ruine Arnstein und Ruine Grillenberg an der Poststraße Sanger- Volkmannrode im Einetale, 10 be- hausen— Wippra— Harzgerode. ziehungsweise 18 km von Aschers- 5. Auine, Schloß und Stadt leben entfernt. Mansfeld. 11. Schloß Falkenstein im unteren 6. Schloß Rammelburg i. Wipper- Selketale, 9 lan von Ballenstedt, tale, neu ausgebaut, 10 km von Mans- 14 km von Mägdesprung, 15 km feld, 4,8 km von Wippra entfernt. von Wippra entfernt. B. Wanderungen. Der Mittelpunkt dieser Vorharzlandschaft, nach dem alle Wegelinien strahlenförmig führen, ist der(im alten Mansfeldschen Amte Rammelburg liegende) preußische Marktflecken Wippra mit 1130 Einw., Amtsgericht. Oberförsterei, Arzt, Apotheke. Brauerei. Post und Telegraph, Telephon im Deutschen Hause. Harzklub.(Auskunft bei Richard Hahn). Post nach Sangerhausen(17 km) morgens und nachmittags und nach Harzgerode(15 km) abends. Gasthöfe: Deutsches Haus(P. Hahn), Mitt. 1,50 Mk., P. 4 Mk. Gute Verpflegung. Gartenanlage vor dem Haus an der Wipper, völlig neu gebautes, allen Ansprüchen genügendes Lokal mit großem Saal. Posthaltestelle.— Schieferhaus, Gartenlokal.— Ratskeller.— Linde. Wippra ist eine einfache, ruhige Sommerfrische, die neuer- dings auch wegen der billigen Preise mehr und mehr in Auf- nahme kommt, die Umgebung hat an den Berghängen viel Fichtenwald, auf den Höhen schönen Buchenbestand, grüne Talwiesen, reines Flußwasser. Aussicht vom Lieseberge, Brau- berg, Schloßberg, Lohkopf, Kleebeck und den Westerberg- klippen.(Anlagen des Harzklubs). Spuren vom alten Schloß 45. Route: Das Wippertal. 279 der Grafen von Wippra, einem der ältesten im Harzgebiet (um 1000 erbaut) auf dem Schloßberge. Ein Bahnprojekt Mansfeld Wippra schwebt, Vollendung bis 1914 wahrscheinlich. Ein prächtiger Waldweg führt von Wippra über Henneckes Ruh und(7,5 km) Forsthaus Schiefergraben(Weg 60 D) nach dem hübsch gelegenen(10,5 km) Dankerode(Gasth.- Ralskeller, Adler). Die Straße führt weiter bis zum(25 km) Gasthause Auerberg und dann abwärts bis(39 km) Stolberg. Literatur. Ausflüge von und nach Wippra. 1. Von Wippra nach Rammelburg (4,8 km). Das 1894 teilweise ausge- brannte Schloß ist jetzt neu aus- und umgebaut. Herrliche Aussicht vom Park ins Wippertal. Sehens- werte Schloßkapelle(beides nur mit nicht immer erteilter Erlaubnis zugängig).— Im Gasthof Logis und Essen billig. Von hier a) Zur Klaus- straße und direkt ins Einetal hin- unter in 1 St. nach der Wüstung VFolkmannrode, einem uralten Rügen- platz mit herrlichen alten Linden; weiter über Stangenrode nach der schönen Ruine Arnstein(17 km), von 4schersleben noch 10 km entfernt. b) Im Wippertale abwärts und über Biesenrode und Vaterode nach Mans- feld(noch 10 km). 2. Von Wippra schwende(7 km), Geburtsort des Dichters Bürger im dortigen Pfarr- haus(Bürger-Denkmal), nach Leine- mühle(9 km). Neues Gasthaus mit Sommerpension, Besitzer Günther. (Logis 1— 1,50 Mk. inkl. Kaffee, P. 3 Forellen 2,25 Mk. b. Wein 2 Mk., Abendessen 80 Pf. bis 1 Mk., Mittag 1—1,50 Mk. Ge- schirr nach Station Ermsleben(14 km) und Ballenstedt(15 km) für 4— 6 PP bei Stäg. Aufenthalt gratis. Von hier: a) nach Pansfelde(2 km), dem Schau- platz der Bürgerschen Ballade:„Die Pfarrerstochter von Taubenhain“; b) nach dem Falkenstein(6 km); c) nach Rammelburg(7 km); d) nach Ruine Arnstein(12 km) und Aschers- leben(21 km). 3. Von Wippra nach dem Selke- tale, über Harzgerode(14 km), nach Alexisbad(17 km) oder etwas weiter aber lohnender durchs schmale Wippertal über Dankerode, Neudor nach dem Selketale, Alexisbad. über Molmer- Schotte, Dr. H., Rammelburger Chronik, Halle 1906. 4. Von Wippra nach der Josephs- höhe(20 km) über Dankerode und Kalbsauge oder(23 km) durchs Wippertal über Hayn oder besser vom oberen Tale aus über Dankerode. 5. Von Wippra nach Sanger- hausen(17 km); a) Poststraße über Grillenberg(auch Fußweg dahin 7 km), mit einer alten Ruine und Fernblick nach dem Kyffhäuser.— Michels Gasthof mit Sommerlogis, Pension 2,50 Mk. Chaussee bis Sangerhausen noch 8,2 km; b) über Forsthaus Wilde Stall, Kunstteich, Lengefeld, Kupferhütte nach Sanger- hausen(14 km); c) über Morungen (7 km), Dorf, Schloß und Ruine, Besitz. Freiherr v. Eller-Eberstein. Nach Sangerhausen üb. Moltkewarte noch 7/ km. Aus Morungen stammt der Minnesänger Heinrich von Morungen(1150— 1220). Beide Ruinen auch von einer Tour: Wippra- Morungen(7 km), Grillenberg(14 km) Wippra(21 km) oder Sangerhausen (22 km).— Eine beliebte Tour ist auch: Wippra oder Sangerhausen nach Grillenberg(7—8 km), Morun- gen(15 km), Questenberg(25 km), Bhn. Bennungen(29— 30 km) oder Bhn. Roßla(31— 32 km). 6. Von Sangerhausen nach Ballen- stedt(40 km), über(15 km) Wippra, (24 km) Leinemühle und(30— 32 km) Falkenstein und Falkenau. 7 Stolberg über(10,5 km) 7. Von Hayn, durchs Wippertal, idyllisches Wiesental, stundenweit begrenzt von mit Fichten bestandenen Höhen, nach(27 km) Wippra und(42 km) Mansfeld. 8. Von Aschersleben über(10 km) Arnstein,(21 km) Rammelburg, (26 km) Wippra nach(40 km) Sanger- hausen oder(40 km) Harzgerode. 45. Route: Das Wippertal. Von Wippra nach Mansfeld gelangt man über Piskaborn und Wimmelrode(16 km) Weg 69 B. A; 2. über Friesdorf, Rammelburg, Biesenrode und Vatterode (16 km); 3. auf dem Wege 69 B. A., 1 Std., dann ab über Gorenzen und Möllendorf(14 km). Mansfeld. preußiische Stadt mit 2500 Einwohnern, schön gelegen, beliebt werdende, nicht teure Sommerfrische. Gasthöfe: Preu ßischer Hof, Z. v. 1,25 Mk. ab, Pens. v. 4 Mk. ab, Bad und Garten.— Ratskeller, Z. m. Fr. 2 Mk.— Zur Tanne, Z. v. 1,25 Mk. an.— Goldener Löuwe.— Gasthof zur Sonne. Gasthof zum Mansfelder Hof.— Gasthof zum Ring.— Lieberts Gasthoy. Straßenbahn: Vom Staatsbahnhofe Mansfeld nach Mansfeld Stadt. Arzt und Apotheke im Orte. Auskunft erteilt der Magistrat. Die Stadt wird überragt von dem hochthronenden Schlosse Mansfeld. Die Reste des alten Stammschlosses der Grafen von Mansfeld sind durch den Freiherrn von der Recke stil- gerecht zu einem neuen Schlosse ausgebaut worden. In der Stadt beachte man die Georgskirche mit einem Gemälde von Lukas Cranach d. Jüng., ferner das Lutherhaus, einst Wohnung des Vaters des Reformators.— Schattige Spaziergänge in der Umgebung der Stadt. — Register Register. Die Zahlen weisen auf die Seiten des Buches hin. Abbegraben 122 Abbensteiner Klippe 157. Achentals Kopf 216. Achtermann 166. 170. Achtermannshöhe 110. 213 Acker 205. 216. Ackertklippe 100. Adenberg 163. Adlerklippen 165. Ahrendsberger Forsthaus 162. 166. 204. Ahrendsberger Klippen 162. 166. 181. 204. Ahrensberg 230. 203. Ahrenshausen 55. Ahrensklinter Klippen 98. 99. 115. 16. Ahrensklinter Schutz- laube 99. Alexisbad 262. 263. 261. Alexisbad— Ballenstedt 264. Alexisbad— Brocken 123. Alexisbad— Mägde- sprung 264. Alexisbad— Josephs- höhe 263. Alexisbad— Viktorshöhe 274. Allrode 69. 78. Altenau 202. 203. 191. Altenau— Ahrendsber- ger Klippen— Rom- kerhalle 204. Altenau, Brocken 203 121. Altenau— Hanskühnen- burg 205 Altenau— Romkerhalle 204. Altenau— Torfhaus 121. Altenauer Silberhütte 192. Altenbrak 79. Altenburg, die Altenrode 143. Alte Stolberg(Ruine) 244. Alte Treseburg 74. Andreasbachtal 224. Andreasberg, St., 206 bis 208. 192. Andreasberg— lage 213. Andreasberg— 123. 215. Andreasberg— Hansküh- nenburg 214. Andreasberg— Herzberg 215. Andreasberg berg 212. Andreasberg— Oder- haus 213. Andreasberg— 214. Andreasberg— 212. Andreasberg berg 214. 78. 44. 88. Braun- Brocken Lauter- Rehberg Sieber — Sonnen- Andreasberg— Torfhaus 215 Andreasberger Rinder- stall 110. 210. Andreasberger Roßtrappe 209. Anhalt, Burg Anhaltische Harzbahn 259 266 Arns Anhaltischer Saalstein 273. Apfeltanne 230. 223. Armeleuteberg 138. Armesberg 79. ein(Ruine) 46. 55. 9. Aschersleben 46. Astberg 91. Auerberg(Josephshöhe) 258. 263. Auerhahn 179. 190 Aumühle 48. 57. 279. B. Bäder und Kurorte 22. Bähretal 88. 2 Ballenstedt 267. 268 Barbarossahöhle 250. Barenberg 113. Barenberg, Villenkolonie 115. Bärenbrucher Teich 191. Bärenhöhe 237. Bärenklippe 115. 141. Bärenrode 78. Bärenstein 159. 160. Bast-Michaelstein 93. 85. Baumannshöhle 95. 96. 94. Beerberg 245 Beerenstieg 141. Belleben 56. Benneckenstein 102. 103. 88. 101. 234. 244. Bennungen 48. 57. 250. 258. 279. Benzingerode 89. 90 246. 253. Berga 282 Bergakademie 187. Bergbau 188. Bergmannsruhe 189. Bergtheater 66. 67. 70. Beringer Brunnen 273. Bernburg 46. Bernburger Stiege 260. Bernterode 55. Besenbinderstieg Bettler 237. Bielshöhe 96. Bielstein bei 79. Bielstein 257. Biendorf 46. Biesenrode 279. 47 Birkenfeld(Ruine) 96. 94. Birkenhäuschen 263. 257. Forsthaus 149. Rübeland bei Lautental 238. Bischofshals 224 Bismarck-Brocken- 145. Bismarckdenkmal(Burg- berg) 155 Bismarckfelsen 66. Bismarckklippe 197. Bismarckkopf 102. Kucker Bismarckturm Quedlin- burg 44. Bismarckturm Roten- burg 247. Blankenburg 81— 86. 69— 78. Blankenburg, Schloß 83. Blankenburg— Elbinge- rode— Rothehütte— Tanne 91. Blankenburg— Rübe- land 91. Blankenburg— Werni- gerode 88. Blankenheim 47. Blauer Stein- 148. Bleicherode 55. Blönsdorf 46. Blücherstieg Blumenberg Bocksberg 179. Bockswiese 180. 1 79. 185. Bockswieser Höhe 189. Bode, Kleine 110. Bodekessel 71. Bodeklippe 96. 131. 210 Register. Bodemühle 99. Bodetal 69. 93. 238. Bodetempel 70 Bodetor 70. Bodfeld 112. 99. 100. Börssum 45. 51. Bösenrode 3 Bothoburg 145. Bovenden 54 Bramforst 224. Brandenburg 37. Branderklippe Brandhai 109. Bratwurst 91. Braunesumpf 93. 91. Braunlage 105— 112. 101. 213. Braunlage— Brocken Braunlage Ebersberg 111. Braunlage— Elend 110. Braunlage— Hahnenklee 109. Braunlage Hohne 111. Braunlage— Oderbrück 110. Braunlage— Schierke 110. Braunlage— Stöberhai 111. Braunlage— Wieda— Walkenried 229. Braunlage— Wurmberg 110. Braunschweig 49—51. Braunsteinhaus, Forst- haus 104. 237. Breitenbecktal 2. 240. Breitenstein 2 258. Breitungen 250. Bremerhöhe 189. 194. Bremerruh 223. Bremerweg 141. Bremkebach 219. Bremketal 200. Bremkerlochhaus 120. Brocken 123—129. 215. Atmosphäre 12 Aussicht 124. Brockenbahn 118. 117. 245. Brockenflora 127. Brockengespenst. Brockenhotel 123. 124. Brocken: Brockenwege 1 16— 123 Charakter 125. Geologisches 126. Hexenaltar 124 Hexenwaschbecken 124. 3 Höhenverhältnisse 125. Literatur 129. Name 124. Orographischer 126. Rundgang unter Füh- rung 124. Sage 127. Sonnenaufgang 126. Station 117. 118. 244. Teufelskanzel 124. Brockenbahn 118. 117. 245. Brocken— Elbingerode 129. 130. Brocken— Harzburg 131 Brocken— IIsenburg 131. Brocken— Kyffhäuser 1 Brocken— Nordhausen 129. Brocken— Schierke 130. Brocken— Torfhaus 132. Brocken— Wernigerode 12 130. Brockenblick 128. Bromberg 183. Bruchberg 110. 205. Brühl(Quedlinburg) 44. Brunhildenweg 67. Brunnenbach 109. Brunnenbachsmühle 104. 106. 4 Brunnenbachstal 104. 109. Büchenberg 98. 137. Buchholz 244. 101. 113 Bülows Denkmal 70. Bülows Höhe 69. 73. Bündheim 155. Buntenbock 190. Burgberg bei Ellrich 234. Burgberg bei Harzburg 155. 237. Burgberg bei IIfeld 237. Butterberg 159. 162. C. Cassel 54. Cattenstedt 78. 81. Christianenhaus, Forst- haus 237. Christianental 137. Clausthal 187. 188. Clausthal— Altenau 191. Clausthal— Andreasberg 192. 205. Clausthal— Brocken 191. Clausthal— Grund 192. 194. Clausthal— Hansküh- nenburg 204. Clausthal— Okertal 192. Clausthal— Osterode 198. Clausthaler Silberhütte 194. Clausthal— Zellerfeld 185. 186. Cleysingen 234 Clusberge 41. Crimderode 244. Cröllwitz 56. Cyriacus-Kirche 276. D. Dambachhäuschen 7 Dammgraben 203 Dammhaus 203 Dankerode 279. Danneilshöhle 41 Denkmal Bülows 70 Denkmal Pfeils 75 Denickes Ruhe 257. Diabas Steinbrüche 80. Dicke Tannen 22 236 Dietersdorf 250. Dietrichskopf 223. 224 Ditfurth 41. Dobbelers Höhe 74. 78. Dodendorf 39. Dorotheer Zechenhaus 189. 205 Drahtzug 262. Drängetal 120. 141. 142. 245. Drecktal 90. Dreiannen 141. 98 118. 120. 132. Dreibodetal 211. Dreieckiger Pfahl 215. 117. 245. 122 Register Dreigestirn zu Deutsch- lands Heil 227. Dreiherrenbrücke 132. Dreijungferngehölz 209. 213. Drei Pfauenteiche 189. Drei Stühle 257. Drübeck 143. E. 101. 111. 9. 257. Ebersberg Ebersburg 2 258. Eckerkrug 149. 162 Eckerloch 118. 119. Eckertal 132. Eggerode 81. Eggeroder Brunnen (Forsthaus) 89. 90. 96. Ehrenberg, Gr. 234. Eichelbachtal 197. Eichelberg bei Grund 197. 205. Eichelberger Pavillon 197 Eichenberg bei Blanken- burg 55. 85 Eichenberg b. Goslar 181. Eichenforst, Jagdschloß 240. 239. 243. 254. 257. Eichenkopf hholz 218 hsfeld Eilsleben 45 Einhornshöhle Eisenquelle bei 203. 219 Altenau Eisensteinberg 211. Eisergrund 137. Eisfelder Talmühle 23 238 Eisleben 56 Elbingerode 97. 98 Elbingerode Bodfeld 99 Elbingerode Brocken 118. 119. Elbingerode— Schierke 99. Elend 113. 99. 101. 244. Ellrich 233. 234. 58. Ellrich— Zorge, Klein- bahn, 234 Engelsburger Teich 209. 210. 212. Erichsburger See 69. 283 Ermsleben 278. Ernst-August-Grube 184. Ernstburg 149. Eselsbrönnchen 67. Ettershaus 160. Eulenstein 230. 224. 231 F. Fahrkartenpreise Fahrkartensteuer Falken(Gasthof) 266. 267 Falken— Ballenstedt 267. Falkenbank 137 Falkenklippe 77. 78. Falkenstein(Schloß) 266. 2 47. Feigenbaumklippe 161. Festenburg, Kurhaus 190. Feuersteinklippe 118. Fichtennadelbad 164. Fischbachtal 211. Bwehr, Forsthaus 222. 7 7. Fluor 261. Förmerhausklippe 2 209. Försterhöhle 244. Forsthaus, neues braun- schweigisches 136. Frankenhausen 250. 58. Frankenscharrnhüttel85. 188. 197. Prauenstein 224. Freundschaftsklippe 265. Friedenstal 263. 276. Friederikental 137. Friedrichsnämmer 269. Friedrichshöhe 260. Frose 46. Fuchsber 1 1 G. Galgenberg 209 Gallenberg 184. Gatzemannstal Gebesee 58 Gebohrter Stein 140. Gebranntes Eichental 137 216. 284 Gegensteine 270. Geiersberg 233. Gemeindeberg Gemkental 166. Genthin 37. Geologisches 20. Georgenberg 257. Georgenhöhe 184. Georgshöhe 68. 277. Georgshöhe— Hexentanz- platz— Thale 277. Georgshöhe— Thale 277. Gerade Lutter 244. Gernrode 2 70— 271. 69. 262. 265. 5. Geschichte des Harzes 25. Gesehr 210. Giersleben 46. Gispersleben 58. Gittelde 194. Gittelde— Grund Glashüttenweg 98 Glockenberg 179. 209. Glockenbrunnen 179. Glückauf-Pavillon 209. Gödeckenkopf 224. Goetheweg Hst. 118. 122. 123. 240. Goldene Aue 48. 247. 252. Goldköpfchen 228. Gonna, Die 252. Gosetal 179. Goslar 166—182. 53. Achtermann 170 Altdeutsches Gildehaus 173. Augustinerkloster (Ruinen) 177. Brusttuch 172. Clus 177. Domkapelle 1 73. Frankenberger Kirche 177. Gasthöfe 167. Georgenberg 178. Geschichtliches 169. 194. Kirche des Klosters Neuwerk 169. Klaustor 179. Kunstuhr 177. Maltermeisterturm 184. Marktkirche 172 Register. Goslar Mönchenkloster 177. Museum 177. Neuwerk, Kloster 170. Paulsturm 176. Peterberg 177. Rammelsberg 178. Rathaus 171. Rennebergs Bleiche 185. Riechenberg, Kloster 178. Romkerhalle 181. St. Annenhaus 177. Steinberg 178. Stephanskirche 177. Stift zum heil. Kreuz 73. Ulrichskapelle 17 Wallpromenade 1 77. Wintersport 168. Zwinger 185. Goslar— Brocken 181. Goslar— Clausthal— Zellerfeld 182. Goslar— Grund 192. Goslar— Hahnenklee— Bockswiese 179. Goslar— Juliushütte— Wolfshagen 182. Goslar— Okertal 181. Goslar— Romkerhalle1 69. Goslar— Seesen— Grund 1 Goslar— Wolfshagen 180. Goetheweg Hst. 118. 240. Gottestal 237. Göttingen 54. Göttinger Hütte 224. Grafenhagensberg 137. Granetal 179. 181. 193. Grasburg(Ruine) 244. Grauhof 53. 178. Greußen 58. Grillenberg(Ruine) 279. 253. Grillenkopf 224. Großer Ehrenberg 103. Großer Hornberg 100. Großer Knollen 216. 222. 223. Großer Kurfürst 165. Großer Winterberg 115. Großvater 85. Grube Dorothea 188. Grumbacher Teich 184. Grund 194— 197. 192. Grund— Osterode 198. Gruß ins Land 231. Güntersberge 69. 78. 260. Güntersberger Stadtweg 258. Güntensburg(Ruine) 77. Güntersruh 179. Güsten 46. 47. H. Haartbach 238 Habichtstein 26:7 Habichtstal Hackelberends Rast 77. Hagenstraße 98. 99. 118. 141. Hahnebalzer Teiche 200. Hahneklee pen) 109 Hahnenklee 180. 179. Hahnenkleeklippen 213. 214. Haibeck 224. Hainfeld 2 Hainleite 2 Hakenberg 252 Halberstadt 39— 41 Architektur-Museum (Hohneklip- 41. Dom 40. Freundschaftstempel 41. Gasthöfe 39. Gleims Garten 41- Harzklub 39. Liebfrauenkirche 40. Museum 41. Petershof 41. Rathaus 40. Stadttheater 41. Halberstadt— Blanken- burg 81. Halberstadt— 39— 43. Hameln 51. Hammerstein Hammersteinklippen 191. 205. Hannoverscher Stieg 131. Hannöversch-Münden 54. Thale 203 Hanskühnenburg 204. 215. 216. Hanstein, Burg 55 Harburg 138. ————— — Harkerode 46. Hartenberg, der 137. Hartenberg, Forsthaus 98. 89. 91. 90. Harzburg 151— 163. Badeordnung 155. Bäder 153. Bündheim 151. Burgberg 155. Butterberg 159. Crodoquelle 153. 154. Bad Juliushall 154. Fuhrwerk 153. Gasthöfe Heilanstalten 153. Kattnäse 161. Krodoquelle 153. 154. Krodotal 159. Kurhaus 155. Kurtaxe 153. Muxklippe 160. Molkenhaus 159. Omnibus 153. Pferderennen 156. Rabenklippe 161. Radaufall 159. Riefenbachtal 159. Saeperstelle 161. Silberborn 161. Umgebung 159—162. Unter den Eichen 155. Willes Rundfahrt 154. Wintersport 154. Harzburg— Ahrends- berger Klippen 162. Harzburg— Brocken 121. Harzburg— Ilsenburg 162. Harzburg— Molkenhaus — Muxklippe 159. Harzburg— Okertal 163. Harzburg— Torfhaus 162. 121. Harzer Werke 94. Harzgerode 261. 279. Harzklub 14. Harzuuerbahnn 244. 129. Harztor 91. Hasselfelde 87. 88. 102. 117. 260. Hasselfelde— 3 Brocken H: selkopf 109. Hassenstein 224 Hasserode 134. Register. Hauptmann-Spatzier- Stollen 185. Hausberg 222. 223 Hausmannsturm Hausschildberg 193. Hayn 258. 279 Hedemünden 55. Hedeper 45. Hedwigsburg 51. Heidelbeerkopf 191. Heidelberg 84. Heiligenstadt 55. Heiligenstock 200. 190. Heimburg 89. Heimkehle 244. Heinrichsburg 2 Heinrichshöhe 118. Helenenruhe 113. Helfreich 228. Hengstrücken 200. Heringen 48. Hermannsacker 243 Hermannsfelsen 85. Hermannshöhle 94. 95. Hermannsklippe 121. Herreberg 209. Herrental 205. Herrhäuserblick 193. Herzberg 217. 58. Herzberg, der 237. 179. Herzberg— Scharzfeld 218. Herzberg— Hanskühnen- burg 205. Herzog-Julius-Hütte 182. Herzog-Julius-Stau 166. Herzogshöhe 62. Herzogweg 91. Heudeber 46 Hexenaltar 124. Hexenküche 161. Hexenstiege 66. 67. 70. tleNentaneplate 66. 275. 27 Hexe nte anzpl atz— Weißer Hirsch 75. Hexentreppe 70. Hexenwaschbecken 124. 128. Hildesheim 52— 53. Himmel 224. Himmelreich 233. Hirschbrunnen 98 Hirschgrund 67. irschhörner 181. hhörnerklippen 122. 123 Hirschlerteich 189. Hohegeiß 235. 101. Hohe Kleef 96. Hohenkehr 179. Hohe Sonne 85. Hohetür 224. Hohetürklippen 224 Hohne, Forsthaus 99 111. 112. 115. Hohneklippen 99. 141. 109. Hohnekopf 141 Hohnstein 140. 238. 239. 240. Hölle bei La auterberg 224 Höllstein. Holtemme Homburg 66. Hopfensäcke 122. Hoppelberg 41. Hornfelsklippen 109. Horreberg 209. Hubertusbad 63. 69. 70. Hubertushöhe 270. Hübichenstein 196. Hüttenberg 184. Hufhaus 237. Hungerborn 213 Hunrod(Schutzhütte) 243. Huttal 190. Hüttenrode 91— 93. Huywald 41. Iberg(Aussichtsturm) 197. Iberger 197. Thringshausen 54. IIfeld 88. Ilfeld— Brocken 237. Ilfeld— Josephshöhe 236 Ilfeld— Stolberg 236. Ilse, die 121. Ilsefälle 146. 131. 148. Ilseklippe 234. llsenburg 144— 149. Ilsenburg— Bismarck— Brocken— Kucker 145. Ilsenburg— Brocken 149 120. Ilsenburg— Harzburg 149— 151 Ilsenburg— IlIsefälle 146 Ilsenburg-Schloß 145. Kaffeehaus 185 286 IIsenstein 146. 121. 148. Ilsetal 147. 148. Lnerste 194. 131. 183. Innerstetal 190. 200. Jakob 2 Jakobsonschule Jermerstein 109. Jerxheim 39. 45. Jettenhöhle 200. Johanneser 184. 189. Jordanshöhe 40sesöhie 22 33. 193. 218. Kurhaus 8s-Se Juliushall, Solbad 153. 154. Juliushütte 179. 182. Jungborn 150. Jungfernbrücke 67. 70. Justs Kuranstalt 150. K. Kahlenberg 190. Kaiserblick 67. Kaiserturm(Wernige- rode) 138. Kaiserwarte 85. Kaiserweg(Haltestelle) 213. 229. 234. Kaiser-Wilhelm-Denk- mal am Kyffhäuser 248. Kaiser-Wilhelm-Schacht 189 Kalte Bode 111. Kalteborn 197. Kaltes Tal bei Harzburg 160. K: altes 113. Tal bei Suderode Ka unschlacke n, Försterei 204 Kapellenklippen 98. Karlshaus 141. 87. Karlsklippen 120. Karlshütte 254. Käseberg 87. 99 102. 140. Kattnäse 185. Register. 161. 160. 161. Katzenaugen 77. Katzenberg 100. Katzenstein 231. Katzental 5 Kaulberg Kaysers Eiche Kelbra 246. Kellbecktal 131. Kelle 234. Kesselrücken 71. Kiefholzerteich 190. Kirchberg 223. 235. Kirchhofsberg 79. Kirchtal 223. Klaustal siehe unter C. Kleebeck 121. 278. Kleine Brocken 121. 131. Kleiner Burgberg 164. Kleine Renne 130. 139. Kliecken 46. Klinkerbrunnen 200. Klippenhäuschen 247. Klosterhof 189. Klostermühle 264. Knollen bei Grund Knollen, Großer, bei Lauterberg 224. Koboldstal 21 Kohnstein 2 Kollie 108. Königsberg(Brocken) 118. 122. Königsberg, 179. 215. Königsbrunnen Königsburg 112. Königshof 99. 217. 212. König stenklippe 197. 196. bei Goslar 179. 100. 102. 178. 196. 112. 109. 213. 217. krug laube Königsruhe 70. Königstein bei berg 222. 223. Konradsburg 86. Kothener Hütte 265. Kotheweg 209. 210. Kranichsberg 183. Kreiensen 54. Kreuztalsklippe 228. Krödklippe 235. 234. Krodoquelle 154. Krodotal 159. Krokstein 91. Lauter- 200. 70. Kronensumpf Krottorf 39. Kronentempel 70. Krumme Lutter 224. Krummschlachtstal 25 Krügers Lust 74. 78. Kuckaustal 231. Kuckholzklippe 198 Kummel 222. 223. Kunstberg? Kunzental Kupferberg Kupfe rhütte. 216. 222. Kaierret 24. Kuxloch 243. Küsterskamp 138. Kyffhäuser 248. Kyffhäusergebirge Kyffhäuser rossahöhle— burg 250. 190. Forsthaus 2 245. Barba- — Sachsen- 1. Landmannsklippe Langelsheim 181. Langental 222. Langetal 191. 192 Laubhütte 197. Lauenburg 276. 44. Lauenburg— Georgshöhe 276 Lauenburg— Viktorshöhe 113. 182. Friedrichsbrunn 276. Lautental 183. 184. 179. Lauterberg 220— 225.212. Bahnhöfe 9. Gasthöfe 221. Kur- u. Badetaxe 224. Kursaal 222. Kur- und Wasser- 22 heilanstalt Aitscher-Denkmal22 Umgebung. Wintersport 221. Wißmann-Denkmal Lauterberg— Andreas- berg 224. Lauterberg— Ravensberg 225 Lauterberg-Sieber 223. Lauterberg-—Stöberhai 2 Lauterberg W iese n- beker Teich 22 —=— Lavieèeres Höhe 67. 72. 75. Lehrte 49. Leimbach 47. Leinemühle 278. 279. Leipzig 55. Leistenklippe 115. 141. Lengefeld 253. Lerbach 198. 200 Liebenhall Lieseberg 2 Limbachtal? Lindenberg 2 261. Lindenberg bei Wernige- rode 137. Lindenbergskopf 65 Lindthal 181. 194. Löbbeckesweg 85. Lonau 216. Lonautal— Herzberg 201. Lonau— Hanskühnen- burg 204, Ludetal 213. Ludwiger Zechenhaus 189. Ludwigsfelde 45. Lukashof 100. Luppbode 76. 1 1 I zutherbuche 224. 257. utter am Barenberge 45. „uttertal 22 Magdeburg 37. Magdeburg— Thale3 7-44. Magdeburg— Börssum— Harzburg 44. Magdeburger Stieg 264. Mägdesprung 262. 264. 278. Mägdesprung-Viktors- höhe 274. Mägdetrappe 264. Maltermeisterturm 179. Margarethenklippe 168. Mandelholz 113. Mansfeld2s0. 47. 278. 279. Mansfelder Seen 56. Margarethenklippe 179. Marienbad, Sanatorium 181. Marmormühle 80. 91. Matthias-Schmidt-Berg 210. Mausefalle 161. Meisdorf 267. Meiseberg(Schloß) 265. Register. Melmerschwende 279 Michaelstein 88. 86. 90. Mißpliethklippe 181. Molkenhaus 160. 162 Möllental 205. Moltkewarte 57. Mönch 70. 165. Mönchsmühle 89. Mönchstal 191. Moortäler 260. Moosbachtal 240. Morgenbrotstal, 191. Morgensterntal 213. Morungen(Ruine) 278. 279. Moseberg 231. Mosigkau 46. Mückenhof 241 Mühlental bei Wernige- rode 137. 138. Münchehof 185. 194. Muxklippe 132. 160. Graben N. Nabental 203 Nabentaler Buche 203. Nabentaler Graben 204. Nabentaler Wasserfall 203. Nadelöhr 237. Nauendorf 56 Neckelnberg, Forsth. 193. Neindorfer Holz 39. Neinstedt 84. 273. Netzkater 102. 104. 22 244. Neudorf, Forsth. 261 Neuekrug 95. 192. Neustadt unter dem Hohn- stein 238. 239. 243. 257. Neustadt-Stolberg 239. Neuwerk 80. 96. Niedersachswerfen 244. 58. 88. — Nienhagen 39. Nonnenforst 88. Nordhausen 241— 244. 54. 58. 59. Bäder 242. Blasiuskirche 242 Denkmäler 243 Dom 242 Gasthöfe 241. b0 Nordhausen Gehege 243. Geschichte 242 Himmelgarten, Klo- ster 242 Museum 2 Rathaus Roland 243. Stadtpark 243. Talsperre 240. Umgegend 243. Nordhausen-Brockenl 18. Nordhausen— Stolberg 244. Nordhäuser Talsperre 240. 258. Nordstemmen 52. Northeim 54. Nöschenrode 133. 137. 0. Ober-Röbling 56. Obe chulenburg 192. Oderbrück, Forsthaus 110. 122. 213. 215. Oderhaus 213. 109. 212. 2 Odertal 110. 224. Odertal Bahnhof 212. Odertaler Sägemühle 212. 213. Oderteich 206. 122. 210. 213. 215. Oehrenfeld, Försterei 143. 149. Oker 164. Okertal 163— 166. 192. Okertal— Altenau 192. Okertal— Waldhaus Gos- lar 161. Olbergshöhe 72. 273. Opperode 267. Oschersleben 39. Osterhagen? Osterode 198— 200. 58. Osterode— Brocken 201. Osterode— Claustal 201. Osterode— Grund 200. Osterode— Hanskühnen- burg 205. Osterode— Herzberg 201. Osterode— Lonau 201. Ostertal 231. Ottofels 142. 140. 141. P. Pansfelde 279 Papierkopf 257. Paradies 218. Paternoster-Klippe 148. Petersberge 44. Petersdorf 3. Pfaffenberg 231. Pfauenteiche 189. Pfeils Denkmal 75. Pfortenberg 1 20. Pixheiermühle 191. Plessenburg148, 120. 131. 140. 143. Polsterberg 191. Polsterberger Hubhaus 191. Poppenberg 237. 244. Präsidentenweg 67. 68. Preußenplatz 273. Preußischer Jagdkopf PreußischerSaalstein 2 Prinzensicht 67. 75. Prinzenteich 190. Prinzessin Ilse 146. 147. 140. 0 OQuedlinburg Brühl 44. Damm 43. Gärtnereien 43. Geschichtliches 42. Harzklub 41. Klopstocks Haus 42. Museum 42. Rathaus 42. Schloß 43. Schloßterrasse 43. Questenberg, 250. 278. Quitschenbefger Klippen 122. Quitschenkai 116. 41—44. R. Rabenklippen 151. 160. Rabenstein 237. Rabenstieg 179. Aabowklippe 166. 181. Radaufall 159. 162. Radautal 132. 159. Radebeil 228. Raegeners Klippen 222. Ramberg 68. Register. Rammelsberg Rammelburg 47. Rappbode 80. Ratsberg 247. Ratsfelde(Jagdschloß) 250. Ratskopf 139. Raudeshöhe 237. Ravensberg 225. 227. 224. 231. Ravensberg— Stöberhai 22 Reddekolk 193. Regenstein 86. Regenstein- Michael- stein 87. Rehberg 214. Rehberger Graben 206. 110. 210. 214. Rehberger Klippen 110. 206. 214. Reisepläne 28. Renneckenberg 98. 119. 130. 142. Renne, Steinerne(siehe unter S). Renneklippen 140. Rennenbergs Bleiche 163. 179. 181. Rhontal 148. Riechenberg 178. Riefenbachtal 159. Riefensbek 205. Riestedt 47. Rinderstall 198. 200. Ringelheim 45. Ringleben 58. Rinkemühle 259. Rinteln 51. Rodishain 243. Röhrkopf 269. Römerstein 230. 224. 231. Romkerbrücke 165. Romkerfall 161. Romkerhalle 165. 181. Romkerhalle— Ahrends- berger Klippen 167. Romkerhalle— Goslar 166. Romkerhalle— Harzburg 166. Romkerhalle—Okertal — Goslar 166. Ronneklippen 257. (Kloster) 261. 162. Röseberg 2 Ronnetal 22 Roßla 279. Roßlau 46. Roßtrappe 71. 72. Roßtrappe— Blanken- burg 81. Roßtrappe, Kleine 86. Roßtrappe-Treseburg 73 Rotenberg bei Altenau 218. Rotehütte 100. 99. 102. 112. Rotenburg 247 Roter Schuß 234. Roter Sohl 218. Rotstein 219. Rotesütte 104. Rothers Ruh 179. Rothstein 79. 87 Rottleben 250. Rottleberode 254. Rottleberode-Stolberg 254. Rübeland 93— 97. Rübeland— Blankenburg 92. Rübeland— Elbingerode 97. Rübeland-— Rothehütte 97. Rübeland— Wernigerode 97. S. Saalstein, Anhaltischer 273. — Preußischer Saalsteintempel 273. sachsa 230. 233. Sachsa— Ravensberg²25 Sachsa— Walkenried Ellrich 229. Sachsenburg(Dorf) 252. Sachsenburg(Schloß) 245. 252. Sachsenstein 231. Sachsenwall 66. Salza 244. Salzgitter 45. Samson-Grube 209 Sandersleben 47. 54 Sangenberg 194. Sangerhausen 252. 47. 57. 59. 279. Saeperstelle 160 Sargstedter Warte 41. Sattel 142. 224. Sautrog 85. Schachtelkopf 213. Schalke 179. 190. Schalkenburg 265. Schalker Teich 196. Schallhöhle 70. Scharfenstein 121. Scharzfeld 218. 58. Scharzfeld— Lauterberg — Andreasberg 220. ScharzfelsRuine? Schätzelklippe 262 Scheerensteg, Oberförst. 265. Schieferberg 91. Schiefertal 228. Schiefe Halbe 209. Schierke 98. 99. 101. 114. 245. 138. 148. Schierke Bahnstation1 17. 118. 244. Schierke— Brocken 118. Schildau 193. Schimmerwald 150. Schindelstieg 120. 130. Schladen 45. 51. Schlafende Löwe 165. Schloßkopf 57. 109. Schlotheinfelsen 263. Schluft 210. 211.215. 216. Schlüsietal 142. Schmalenberg 160. Schmiedeberg 101. Schnapphahnengrundl12 Schnarcherklippen 113. Schneeloch 121. 120. 131. Scholben 222. 223. Schöneburg 79. Schönermark-— Felsen 67. 70. Schöningen 45. Schornstein 96. Schöttal 91. Schreckenstalkopf 79. Schulberg 183. Schulenberg, Ober-, Mittel-, Unter- 166. Schurre 68. 71. Schusterklippe 203. Schwalbenherd 212. Schwedderberg 273. Richters Harz. 9. 224. Selkemühle Kegiscer. Schweinebraten 185. Schweiz 223. Schwenda 258. Schwerin 48. Schwiedersschwenda 250. Seehausen 251. Seesen 192—193. 45. 58. Seesen-Grund 193—194. Selke 246. 247. Selkemühle 265. 266. Falken 266. Selkepochwerk 247. Selkesicht 266. Selketal 264. 266. 279. Selketalbahn 259. Sennhütte b. Sennhütte b. Harzbg. 160. rode 139. Sieben Gründe 80. Sieben Wege 258. Sieben Kaisersteine 143. Wernige- Siebenwochenklippe 203. Sleber 212. 215. 216. Sieberbrücke 212. Sieber-Hanskühnenburg 205. Sieber— Herzberg 216— 217. Siebertal 215. 216. Sieber— Lauterberg 216. Siebersteins Teich 270. Signalfichte 99. Silberborn 161. Silberhütte 194. 259. Silberkammer 185. Silberner Mann 119. 120. 139. Silberteich 90. 109. Sittendorf 249. Söllingen 45. Sollstedt 55. Sondershausen 58. Sonnenberg 210. 214. Sonnenberger Wegehaus 206. 122. 163. 210. 211. Sonnentaler Graben 214. Sorge 101. 106. 244. Sorge, Bahnhof 100. Sorgetal 228. Söseklippen 191. Sösetal 191. 204. Sperberhaier Dammhaus 191. 205. Sperrluttertal 209. 212. 289 Spiegelsberge 41. Spiegeltal 184. 190. Spiegeltaler Zechenhaus 189. Spielmannshöhe 183. Spitzigeberg 197. Stangenrode 279. Stapelburg 149. Staufenberg, Großer 234. 23 235. 4 Staufenberg, Burg 235. 197. Staufenbergswiese 234. Stecklenberg 276. Stecklenburg 277. Steigertal 243. 244. Steile Wand 111. 203. 215. Steina 224. Steinatal 224. Steinbachtal 67. 277. Steinberg bei Goslar 178. Steinerne Renne 139. 140. 119. 120. 129. 130. 142 143. Steinerne Renne, station 117. 244. Bahn- Steinfeld 109. Steinholz 44. Steinkirche 219. 224. Steinrenne 211. Steintal 224. Steintalleben 247. Stemmberg, Försterei 80 87. Stendal 48. Sternhaus 262. 265. 275. Stiege 78. 244. 260. Stieglitzecke 204. 214. Stiller See 194. Stöberhai 227 111. 213. 224. Stöberhai— Wieda 227. Stolberg 254— 257. 69. 78. 238. 263. Stolberg— Brocken 123. Stolberg— Josephshöhe 258. Stolberg— Lindenberg 258.] Stolberg— Rottleberode 254. Stolberg— Selketal 258. Stolberg— Straßberg 258. 19 101. 106 290 Stolberg— Viktorshöhe 274. Stolberg— Wippra 278. Stolberger Tal 257. Stöttertal 150. 151. Straßberg 259. 261. Straßberg. Stadtweg 258. Stubenberg 271. Stubenberg-Viktorshöhe 274. Stufental 185. Suderode 271— 273. 69. Suderode— Lauenburg— Georgshöhe— Thale 275. Suderode— Stecklenberg — Lauenburg 275. Suderode— Viktorshöhe 274. Südharzbahn 229. Suental 148. Sülzhain 104. 234. Susenburg 98. 112. 5 Talsperre 239. 240. Tanne 100. 88. 244. Tanne— Andreasberg1 04. Tanne— Benneckenstein 102. Tanne— Braunlage— Andreasberg 101. Tanne— Hohegeiß 101. Tanne— Sorge 101. Tanne— Südharz 102. Tanne— Trautenstein— Karlshaus— Tiefen- bachmühle— Nord- hausen 102. Tannengarten, Forsthaus 257. 258. Taternstieg 130. Taubenstieg 179. Taubental 250 Tettenborn 5 Teufelsbäder Teufelsberg 183. Teufelsbrücke 68—71. Teufelskanzel 124. 128. Teufelskanzel im Okertal 165. Register. Teufelsmauer 84. Teufelsmühle 275. (Thale 61— 69. Thale— Blankenburg 81. Thale— Bodetal 69. Thale— Friedrichsbrunn 168. Thale— Georgshöhe 68. Thale— Hexentanzplatz 66. Thale— Lindenbergskopf 65. Thale— Roßtrappe 67. Thale— Roßtrappe— Tre- seburg 71. Thale— Treseburg 74. Thale— Wolfsburg 65. Thekenburg 41. Theobaldikirche 137. Theresienhof 167. Thomasmartinsberg 179. Thumkuhlenkopf 140. Thumbkuhlental 140. Tidianshöhle 266. 237. 244. Tiefenbachtal 76. Tiefental 258. Tilleda 249. Timmenrode 84. Todtenrode, Jadgschloß 78. Torfhaus 162. 203. 21 Torfhaus— Brocken 12 Totenweg 253. Trautenstein 88. 102. Trebbin 45. Treppenstein 161. Treseburg 76— 78. 69. Treseburg— Altenbrak 78. Treseburg— Blankenburg 81. Treseburg— Günters- berge 78. Treseburg— Josephshöhe 78. Treseburg— Rübeland 78. Treseburg— Stolberg 78. Tiefenbachmühle 88. 102. 5. 2. Treseburg— Thale 76 bis 69. Treseburg, die alte 77 Trogfurter Brücke 112. 88. 96. Troglodyten-Wohnungen bei Halberstadt 41. Trutenstein 118. Tyratal 239. 243. U. Uehrder Berg 200. VUftrungen 244. 253. Ulrichswasser 109. V. Valeskas Ruhe 273. Varleytal 181. Vaterode 279. Verbandskästen 16. Verkehrsverband, Harzer 16. Vienenburg 45. 51. 53. 55. Viktor-Friedrichshütte 261. Viktorshöhe 274. 69. 265. 275. Viktorshöhe— Alexisbad — Gernrode— Ballen- stedt 275 Viktorshöhe— Hexen- tanzplatz— Thale 275. Viktorsh— Josephs- höhe 275. Viktorshöhe— Stuben- berg— Gernrode 275. Voigtsfelde 244. Voigtslust 189. Voigtsstieg(Försterei) 15 Voigtsstiegmühle 89. 91. Volkmannrode(Ruine) 278. 279. Volkmarskeller 90. 89. Volkmarsteich 90. Voßhai 197. ——— — 2 W. Waidmannsruh 216. Waldburg bei Wernige- rode 139. Waldhaus(Andreas) 197. Waldhaus(Andreasberg) 210. Waldhaus im Okertal 161. 164. 181. Waldheim 98. Waldhöhe 131. 148. Waldkater 70. Waldmühle(bei Braun- lage) 109. 213. Waldtrautsruh 77. Walkenried 231. 232. 58. 106. 22 229. Walkenried— Ellrich 233. Walkenried— Wieda 229. Wallhausen 48. 57. Wallwitz 56. W Alwurishalle 66. 67. Warme Bode 100. Wasenberg 194. Wegeleben 41. 46. Wegesmühle, Kurhaus 189. Weinberg 223. Weingartenloch 224. 230. Weinglastal 216. Weißer Hirsch 76. Weißer Hirsch— Trese- burg 76. Wendefurth 79. 80. 87. Wendeltreppental 213. 214. Wenzelsmühle 66. Werder 37. Wernigerode 133—1 Armeleuteberg 13 Christianental 137. Gaathüe 133. 134. Gadenstedts Haus 136. Gebranntes Eichental 137. Grafschaft Harburg 138. Harzklub 1 Hasserode-— Friedrichs- tal 134. Register. Küsterskamp 138. Liebfrauenkirche 140 Lindenberg 137. Lustgarten 136. Marstall 136. Mühlental 137. 138 Nöschenrode 133. Ottofels 140. 141. Rathaus 135 Ratskeller 136. Ratskopf 139. Sanatorium 135. Scharfenstein 138. Schloß 136. Sennhütte 139. Umgegend 137—143. Wextertor 119. 117. Wintersport 135. Zwölfmorgen 138. Wernigerode Brocken 117. 119. 120. 142. Wernigerode— Drei- annen— Schierke 120. Wernigerode— IIsenburg 143 Wernigerode burg 120. Wernig 137. Wernigerode— Steinerne Renne 119. Westerberg 148. Westerberg-Klippen 148. 278. Westerntal 231. Westerntor(Haltest.) 117. 119. Wieda 228. Wieda— Stöberhai 228. Wieda— Tanne 229. Wieda— Walkenried 229. Wiedaer Hütte 106. 229. Wiedtal 229. Wiegersdorf 238. Wiemannsbucht 199. 194. 198. Wienrode 81. 73. 78. Wiesenbeker Teich 225. —g 5 Plessen- . 5 Wiesenbeker Teich Stöberhai 227. 291 Wietfeld 101. 114. Wildemann 184. 185. Wildemann— Grund 185. 194. Wilder Rabenstein 88. Wilder Stall(Forsthaus) 279. Wildstein 78. 77. Wilhelmsblick 73. 74. 78. Wilhelmshöhe 54. Wilhelmshöhe(Ravens- berg) 227. Winterberg 160. 196. Wintersport: Allgemeines 22. Altenau 202. Andreasberg 207. Blankenburg 83. Braunlage 108. Clausthal-Zellerfeld 187. Elend 113. Frankenhausen 251. Goslar 168. Grund 195. Harzburg 154. Ilfeld 237. Ilsenburg 145. Lautental 184. Lauterberg 221. Mägdesprung 264. Osterode 199. Ravensberg 226. Rübeland 94. Sachsa 230. Schierke 115. Sonnenberg-Wegehau 206. Stöberhai 227 Stolberg 255. Tanne 103. Thale 63. Treseburg 77. W ernigerode 135. Wieda Wolfshag Winze nburg, turm 73. Wiperti- Kloster 44. Wippertal 277. 278. 279. Wippra 47. 253. 278. 279. Wittenberg 46. Witzenhausen 55. m 183. Aussichts- 19* 292 Wolfgangshöhe 257. 258. Wolfsbachmühle 235.236. Wolfsbachtal 236. Wolfsburg 65. 67. Wolfsgrube 243. Wolfshagen 182. 180. 181. 194. Wolfsholz 90. Wolfshütte bei IIsenburg 146. Wolfsklippen 140. 120. 148. Register. (Wolfswarte 111. 203. 215. Zeterklippen 142. Wolkramshausen 55. 58. Ziegelhütte 178. Wormke 99. Ziegenberg bei Tanne 101. Wormketal 99. Ziegenkopf 85. 91. Wotanskopf 66. Zieten 165. Wurmberg 110. Zillierbach 137. Zillierwald 13 2. Zirknitzer See? Zachariaskopf 228. Zoll 224. 242 Zanthierplatz 146. 34 Zellbach 185. 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Inmitten unserer aufgeklärten und von vielen guten Einrichtungen durch- setzten Welt können aber lebende Wesen, wenn sie Tiere sind, überbürdet, durch Mißbräuche gepeinigt und lebenslang ausgeschunden werden, ohne daß man daran Anstoß nimmt und ohne daß man es ändert Nicht davon etwa rührt das Elend der Tiere her, daß die Menschen zur Besserhaltung zu arm sind, sondern davon, daß sie zu gleichgültig, zu kalt, zu hart, zu selbstsüchtig und zu hochmütig sind, daß sie das Leben und Wesen der tierischen Mitgeschöpfe zu gering achten oder gar mißachten und ver- achten. Käme mehr Liebe in die Menschenherzen hinein, so würde wie mit Selbstverständlichkeit sich auch das Los der Tiere freundlicher gestalten. Der Beweis für die Richtigkeit ist geliefert durch die vielen Fälle, wo Tiere es bei armen Leuten sehr gut haben, während mitunter Tiere bei reichen Leuten ein klägliches und geplagtes Leben führen. Folglich sagen wir: Mehr Gemüt mus in die Welt. Menschenschutz und Tierschutz hat nebenelnander zu bestenen. Das Eine tun und das Andere nicht lassen. Es wäre segensreich. Je mehr man nämlich dafür sorgt, daß die menschlichen Seelen schon gegen unbedeutende Wesen mitleidig und rücksichtsvoll sind, um so weniger Hartherzigkeit, Ungerechtigkeit, Roheit und auch um so weniger Messerstechereien, UÜberfälle und Morde werden in der Welt künftig vorhanden sein. Tlere schützen, heißt in Wirklichkelt auch Menschen nützen. In diesem Geiste wirkt der Berliner Tierschutzverein seit 1891 im großen Stile über ganz Deutschland, und derselbe Geist durchweht seine vielen Ver- öffentlichungen, die man von der Vereinsstelle beziehen kann. Jeder, der dafür Teilnahme empfindet, sollte sich das Obersichts-Flugblatt Nr. 211 und das grüne Schriftenverzeichnis kommen lassen. Gegen Einsendung nur einer Zehnpfennigmarke sendet der Verein eine Sammlung der mannigfaltigen Flugblätter zu, die klar zeigen, wie dringend nötig auf dem Gebiete noch Mit- helfer sind. Auch sehr blllige, klelne Illustrlerte Hefte mit Tierschutzerzählungen — 16 verschiedene Bändchen—, passend für jung und alt, kann man vom Berliner Tierschutzverein erhalten. Das grüne Schriftenverzeichnis besagt Näheres. Der alljährlich im Herbst erscheinende Tierschutz-Kalender(Auf- lage für 1913 fast 2 Millionen) eignet sich außerordentlich zur Anschaffung in Schulen, zur Verteilung in Vereinen, zur Weihnachtsbescherung usw. Bei Bezug von 100 Stück Kalendern gibt es 10 Freihefte, und dies alles kostet nur 5 ℳ einschließlich Porto. Flugblätter werden zur Ausfüllung gratis bei- gelegt. Jedes Mitglied des Berliner Tierschutzvereins empfängt ohne Nachzahlung die Zweimonatsschrift„Anwalt der Tiere“. 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