Iriedrich Larl: von Buri weiland Hochfuͤrſtl. Heſſen⸗ Darmſtaͤdtiſchen wirklichen geheuen Natps ausfuͤhrliche Abhandl un g von denen auergütern Teutſch land ſowoht überhaupt als auch drey und funfzig unterſchiedene Arten derſelben inſonderheit b alles aus aͤchten Teutſchen Alterthuͤmern und Urkunden, auch neuen Landesordnungen und Leyhbriefen erlaͤutert 8 unnd beſtaͤrket.. Mit einer Vorrede von D. Franz Juſt. Kortholt und b D. Juſtus Friedrich Runde Zufätzen vermehrte Auflage. 4 1 4„—. 3 ——— Gieſſen ben Johann Chriſtian Krieger 1783. — X VE/—f AA 5— T Vorrehe. 8Wll Schriften des ſeel. Herrn Geheimen Raths von Buri ſind mit ſolchem Fleiß und Gruͤndlichkeit aus⸗ * gearbeitet, auch von der gelehrten Welt mit ſol⸗ chem Beyfall aufgenommen worden, daß ſie einer fremden Empfehlung nicht noͤthig haben. Dieſer Ruhm gehoͤret vorzuͤg⸗ lich deſſen gegenwaͤrtiger Abhandlung von Bauer⸗Guͤ⸗ thern, auf welche er bey Gelegenheit ſeiner Erlaͤuterung des in Deutſchland uͤblichen Lehen⸗Kechts, oder An⸗ merkungen uͤber Io. Sehilteri inſtitutiones juris fendalis Germanici O Longobardici, gekommen iſt. Dann nachdeme dieſer Auctor cap. Ill. die Erbzinß⸗Lehen und Zinß⸗Lehen (emphyteuſin& cenſum) zu denenjenigen Guͤthern, welche mit denen Lehen einige Aehnlichkeit haben, gezaͤhlet hatte; ſo oͤfnete ſich dem Hrn. Geheimen Rath, welcher ohne genaue Pruͤfung etwas zu behaupten, nicht gewohnt war, ein weit⸗ laͤuftiges Feld, alle von denen Bauer⸗Lehen vorhandene 3 b 22 Schrif⸗ Vorrede. 9— Schriften und Nachrichten, ſo viel er dererſelben nur habhaft werden konnte aufzuſuchen; die verſchiedene Arten dieſer Guͤ⸗ ther ſorgfaͤltig zu examiniren; und vornehmlich den großen Un⸗ terſchied, zwiſchen der Roͤmiſchen Emphyteuſi, und denen in Deutſchland befindlichen Bauer⸗Lehen, gruͤndlich zu zeigen; woraus dann endlich dieſe muͤhſame und ſchoͤne Abhandlung er⸗ wuchſe, welche zeithero ſich in ihrer Ordnung bey der Erlaͤu⸗ terung des Deutſchen Lehen⸗Kechts findet; von dem Herrn Perleger aber, ſolche auch als einen beſondern Tractat abdrucken zu laſſen um ſo mehr gutgefunden worden, weil viele Perſonen, deren Amt es eben nicht mit ſich bringet, in dem eigentlichen Deut⸗ ſchen Lehnrecht zu arbeiten, gleichwohl mit denen Bauer⸗ Guͤtern ſich immerfort beſchaͤftiget ſehen. Ohne iſt es nicht, daß ſeit denen Jahren 1737. und 1738. in welchen dieſes Werk am erſtenmal im Druck erſchie⸗ nen; und das bey allen nachherigen Auflagen ſeine erſte Ein⸗ richtung, ohne das geringſte zu aͤndern, weil dem Herrn Ver⸗ faſſer die wichtige Geſchaͤfte, in welche er gezogen worden, daſſelbe von neuem zu uͤberſehen nicht verſtattet, behalten hat, verſchiedene betraͤchtliche neue Arbeiten zum Vorſchein gekom⸗ men ſind, worinn die hier behandelte Materien des mehreren erlaͤutert, auch einige Zweifel gegen die hieſige Saͤtze vorge⸗ bracht werden. Dahin vorzuͤglich des ſeel. Herrn Vice⸗Kantz⸗ lars Kopp Abhandlung von Verleihung derer Lehen zu rechtem Erbe, in deſſen Proben des Deutſchen Lehn⸗ Rechts P. I. num. Vl. ſodann die Wetzlariſche Nebenſtun⸗ den des Freyherrn von Cramer, wooſelbſt vielfaͤltig von dergleichen Bauer⸗Guͤthern auserleſene Nachricht ertheilet, und insbeſondere Part. IX. pag. 119. ſeq. in Anſehung derer Hobs⸗ und — ar hab a dieſer i9 roßen uür dene 1 zu zei uß ndlung a⸗ r Er a em m. drucke an en, dm n De u Bau m N. N* P erf i ſte 66 tn G A wor am lten 99 n ge ih⸗ meh umn te v mm⸗ ce⸗ u⸗ Lehe nnu en L ⸗ eben nſi⸗ faͤltin t zon zeilet iund ter 4 is⸗ 2 d und Behendigungs⸗ Guͤther gegen den ſeel. Herrn von Buri erinnert wird, daß dieſe Guͤther niemals auf eine, ſondern allezeit auf zwey Haͤnde, angeſchrieben ſeyen; ferner des Herrn Geheimen Raths KReinhard Anmerkungen zu der Materie von dem Landſiedel⸗Recht in Deutſchland, beſonders in Heſſen, dem Maſſau⸗ und Solmiſchen; ſo in deſſen Juriſtiſch⸗und Hiſtoriſchen Ausfuͤhrungen P. I. pag. 207. ſeãg. befindlich iſt; weiter des Herrn Geheimen Kaths Eſtor Deutſche Kechtsgelehrſamkeit, Part. I. pag. 770. ſeqd. Part. II. pag. 618. ſedq. hauptſaͤchlich aber des Herrn Oberappellations⸗Raths Lennep votrefliche Abhand⸗ lung von der Leyhe zu Landſiedel⸗Recht, welche allererſt vor etlichen Monathen die Preſſe verlaſſen hat, zu rechnen ſind. Es behaͤlt aber nichts deſtoweniger dieſes Werk des Herrn von Buri noch allezeit ſeinen großen Werth, theils weil die jetzt angefuͤhrte Schriftſteller ſich oͤfters auf daſſelbe, und die daſelbſt vorkommende weitlaͤuftigere Ausfuͤhrung ihrer Saͤtze, be⸗ ziehen; theils auch weil darinn von ſo vielen unterſchiedenen Arten derer Bauer-Guͤter, und zugleich von einer jeden Art ſo vonſändlg„ gehandelt wird, daß man ſolches anderswo nicht an⸗ trift. Uebrigens kann ich bey dieſer Gelegenheit nicht umhin, aus denen Nachrichten, welche ſich in hieſiger Univerſitaͤts⸗Regi⸗ ſtratur finden, zu Beſtaͤrkung der von dem Herrn Oberap⸗ pellations⸗Rath Lennep behaupteten Meynung, daß das⸗ jenige, was in der Solmiſchen Landes⸗Grdnung vom Jahr 1671. von der Landſiedel⸗LLeyhe enthalten, kein Solmiſches Particular⸗Recht, ſondern als ein Documentum * 3 publi- Vorrede. publicum derer von Alters, auch in Heſſen, obtinirten Land⸗ ſiedel„Rechten anzuſehen ſeye, nur folgendes anzufuͤhren. Inn dem Abſchied uͤber die Rechnung der Univerſitaͤt Mar⸗ burg von 1606. findet ſich unter andern: „Daß der Oeconomus und die Voͤgte auf den Unter⸗ „ ſcheidt der Guͤter, welche zu Erbleihen, oder Land⸗ „ſiedels⸗Kechten, verliehen werden, gute Achtung „geben ſollen, damit die Univerſitaͤt nicht benach⸗ „theilet werde. b Welches dann in dem Rechnungs⸗Abſchied von 1607. noch⸗ mals wiederholet, und auf die Lebenslange Leihen nah⸗ mentlich erſtrecket; insbeſondere aber in dem Rechnungs⸗Ab⸗ ſchied von 1605. verordnet worden iſt: „Hat zwar einer und der ander Vogt in ſeinem itzigen „Regiſter mit Unterſcheidung der Erb⸗Landſiedels⸗ „und anderer Leyhen und Specificirung der Lehen⸗ Pfocht; und Zinßleuten, wie vorm Jahr iſt ver⸗ „abſcheidet, einen Anfang gemacht; weil aber ſolches „mein einem jeden Vogt bey Hochgedacht unſeres gnaͤ⸗ „digen Fuͤrſten und Herrn ungnaͤdigen Straf uferlegt „und befohlen ſeyn, nicht allein dem vorm Jahr hierin „ gegebenen Abſchied einen vollkommnen Gnuͤge zu thun, „ ſondern auch hinfuͤrter bey Verrechnung dero Lehn⸗ „Guͤter, Zinßen und Pfoͤchten in ſeinem Regiſter zu „beruͤhren, in welchem Jahr ſie ſind verliehen, und „wann die Leihjahre aus⸗ und angehen, auch darbey der „alten und neuen Zinßleuten Nahmen zu ſetzen,. „Da⸗ „ nicht von allen beſchehen, ſoll hiermit nochmals insge⸗ — ten L a ren. taͤt J h⸗ en U ⸗ er L d⸗ Ach an ben in⸗ 27. h k hen 1 n 95⸗ 6 em i un ſſied i⸗ Le h⸗ r iſt uſe⸗ er ſhes als mze⸗ ſere nä⸗ af umegt Jahl urin ge z tun, dert! ehn⸗ Reg ihe jehen at und h do 1ah N ze/ Do Vorrede. „ Damit es aber hiernechſt mit Verlehnung der Uni⸗ „verſitaͤt Lehen⸗Guͤter und Specificirung derſelbigen „noch richtiger zugehen moͤge, und die Univerſitaͤt da⸗ „durch um ſo viel weniger vernachtheilet werde, ſoll „ der Oeconomus, doch mit Vorwiſſen des KRectoris „und Vice-Cancellarii, neben jedes Orts Voigten, „wenn die alte und vorigen Leihjahre um oder aus ſeyn, „nach wie vor dieſelbe Lehen⸗Guͤter bey der Zehendver⸗ „„ lehnung wiederum verleihen, und wo ſie koͤnnen, „und es die Univerſitaͤt zu thun befugt und „Macht hat, die Zinß und pfocht erſteigern b„und verbeſſerx. Dieſes wird auch in denen naͤchſtfolgenden Rechnungs⸗Abſchieden von denen Jahren 1609. 1610. und 1611. von ueuem nachdruͤck⸗ lich eingeſchaͤrfet, zum augenſcheinlichen Beweis, daß es ſo weit fehlet, daß man dazumal die Heßiſche Landſiedel⸗ Leyhen mit denen Erb⸗Leyhen vor einerley haͤtte halten ſollen, daß viel⸗ mehr nach denen klaren Fuͤrſtl. Verordnungen der zwiſchen dieſen beyderley Leyhen obwaltende groſe Unterſchied auf das genaueſte hat beobachtet werden muͤſſen. v Als zu Anfang dieſes Jahrhunderts die hieſige Univerſitaͤt gut gefunden, die Landſiedel⸗Leyhen unterſchiedener Muͤhle in Erb⸗Leyhen zu veraͤndern, ſo muſte vor allen Dingen die Lan⸗ desfuͤrſtliche Einwilligung dazu eingeholet werden, welche anderer geſtalt nicht, als nach vorhergegangener genauen der Sachen Un⸗ terſuchung, womit es ſich etliche Jahre verzogen, ertheilet wuͤrde. Zwar koͤnnte hierbey der Zweifel aufſteigen, daß, nachdem der Hauptunterſchied zwiſchen denen Erb⸗ ſodann Landſiedel⸗ Leyhen darinn beſtehet, daß jene unwiederruflich; dieſe hinge⸗ 8 gen, Vorrede.— gen, ob ſie gleich auch auf die Erben gehen, dannoch von dem Guths⸗Herrn, wann er das Guth unter ſeinen eigenen Pflug nehmen will, wieder eingezogen werden koͤnnen; denen Univerſitaͤ⸗ ten, deren Verfaſſung, dergleichen Guͤther unter eigenen Pflug zu nehmen und ſelbſt zu bauen, nicht zulaͤſſet, obbeſagte Differenz keinen Nutzen bringe, mithin es ihnen gleichviel ſeyn koͤnne, ob man ihre Leyhen vor Erb⸗ oder Landſiedel⸗Leyhen anſehen wolle. 4 3 Es iſt aber dagegen zu merken, daß, gleichwie in Heſſen W von allen Zeiten her, ſonderlich bey Pfarr⸗ und Kloſter⸗Guͤ⸗ ls thern, die Landſiedel⸗Leyhen nicht nur auf unbeſtimmte Zeit, let von welchem Fall die Solmiſche Landes⸗Gronung allein han⸗ delt, und wobey eine Pachterhoͤhung niemals Platz greifet; ſon⸗ dern mehrentheils auf beſtimmte Zeit, z. E. acht oder neun Jahre, gerichtet worden; alſo auch in dieſem letztern Fall, außer denen von dem Herrn von Buri pag. 356. ſeq. angefuͤhrten Urſachen, nach denen geendigten Leyhjahren dem Guthsherrn, wenn ein an⸗ deres nicht verabredet worden, ohnzweifentlich freyſtehet, das Guth entweder an einen fremden Landſiedel auszuthun, und mit demſel⸗ 2 ben ſich wegen des jaͤhrlichen Pachts, ſo gut und ſo hoch er kann, or zu vergleichen; oder auch den alten Landſiedel hoͤher zu treiben, und demſelben den Pacht zu ſteigern. Wie hiervon das mehrere 3 in dem obbelobten Tractat des Herrn Oberappellations⸗KRaths 4 gLennep it. II.§. 6. feqq. und Tit. VII.§. 12. nachgeleſen wer⸗ 1 en kann. 8 3. 4 5 4 1 Es gehoͤrt auch hierher, was von Erſteigerung und 1 Derbeſſerung derer Zinſen und Paͤchte in dem vorangezoge⸗ 3 nen Rechnungs⸗Abſchied von 1608. enthalten; und ſchon n lange vorher in der Reformation der Univerſitaͤt Marburg vom 25. Oct. 1550. noch umſtaͤndlicher verordnet iſt: -„Darbe⸗ —— dch ve nm enen 60. n Uni mana⸗ genen ug dte Di nfenz koͤn Wob hen 9 Ja en e in. iden vſter Nu⸗ mte ar, allein an⸗ fet; ah⸗ un Jr, KR lA uht, nn ei imu⸗ das Aich nit d el⸗ ch er un, zu tinen, das 1umeere 18⸗ A ths geleſ ver⸗ eru mund vor umzoge⸗ z um ſchol t U or bulg V : I drie auf gewiſſe beſtimmte Jahre geſchloſſenen Leyhen, in welche Vorrede. „Darbeneben werdens ſich auch der beruͤhrter Guͤther Ge⸗ „legenheit mit Fleis erkundigen, ob die Leyh⸗oder Pfoicht⸗ „Guͤther ſeyen, wie die in Baue und Beſſerung ſtehen, „was ſie jaͤhrlich zinnßen, und ob ſie einen groͤſeren „Zinß ertragen konnen oder nit, und da ſie befunden, „daß ſolche Guͤther einen mehreren Zinß geben moͤchten, „ſollen ſie den Zinß zu erhohen Bevelch und Ge⸗ 7 walt haben. Womit die neuere Statuta ſo wohl der Univerſitaͤt Marburg, als auch der hieſigen Univerſitaͤt uͤbereinſtimmen, maßen es in denen letzteren Tit. XCVI. de Oeconomo Academiæ, alſo heiſet: „Scrutetur etiam& excogitet, quomodo utilius& „fructuoſius, quam antehac, elocari vel adminiſtra- „ri villæ, agri prata& ſylvæ Academiæ queant, „neque tamen ideo commodum Academiæ honeſtati, „juſtitiæ& æquitati præferendum ducat. Jederman wird daher dem Herrn Oberappellations⸗Rath Lennep Beyfall geben, wenn derſelde loc. cit. aus dieſen Ver⸗ ordnungen ſchlieſet, daß alle milde Stiftungen, mithin auch vornehmlich die Heßiſche Univerſitaͤten, auf welche dieſe Ver⸗ ordnungen nahmentlich und hauptſaͤchlich gehen, nicht nur befugt, ſondern ſogar verbunden ſeyen, vor die Verbeſſerung derer Revenuͤen zu ſorgen, und diejenige Guͤther, welche ein meh⸗ reres ertragen koͤnnen, im Pacht zu ſteigern, wenn nicht be⸗ ſonders erwieſen werden kan„daß ſolche dem Landſiedel und ſeinen Aper gegen einen ſtaͤndigen Zins erblich verliehen worden ind. Sonderlich duͤrfte zu weit gegangen ſeyn, wenn von denen man⸗ Vorrede. mannigmal nur von ohngefehr das Wort: Landſiedel⸗Leyhe, eingefloſſen; und welche uͤberdieß ein ſteuerfreyes Guth be⸗ treffen; auch in keinem ganzen Hof, davon der Landſiedel mit Weib und Kindern leben muß; ſondern nur in einem einzelen Garten, Wieſe, oder Acker, von geringer Ruthenzahl, beſtehen, ein durchgehendes Erbrecht, mit Beyſeitſetzung aller in de⸗ nen Leyhbriefen enthaltenen Clauſeln, behauptet werden will. Daß die ſich in denen neuern Zeiten geaͤnderte Staats⸗ und Landesverfaſſung auch in Anſehung derer Bauernguͤter eine merkliche Veraͤnderung nach ſich gezogen habe; folglich ſein Guts⸗ herr diejenige Freyheit, welche er ehedem in Einziehung eines Landſiedel-Guths, oder Steigerung des Pachtes gehabt, ſo ſchlechterdings jetzo nicht mehr fordern koͤnne, verlanget niemand zu widerſprechen. Gleichwie es aber hierbey eines Theils auf die denen Bauern⸗ guͤtern aufgelegte Contribution; andern Theils auf die Ent⸗ voͤlkerung oder Belaͤſtigung des Landes, wenn erbge⸗ huldigte Unterthanen, nach erlittener Verſtoſſung von denen Guͤthern, ſich gezwungen ſehen, entweder das Land zu raͤumen, oder den Bettelſtab zu ergreifen, und dem Staat zur Laſt zu fallen, ankommt: alſo iſt auch offenbar, daß keiner von dieſen Gruͤnden, ſich auf einzele ſteuerfreye Gaͤrten, Wieſen und Aecker, wobey nicht einmal eine Oberbeſſerung zu verſteuͤren iſt, appliciren laſſe, maſſen durch dererſelben Einziehung, oder Stei⸗ gerung des Pachtes, weder der Landes⸗Contribution etwas abgehet, noch auch ein Unterthan an den Bettelſtab gebracht wird. Und hieraus laͤſſet ſich auch die aus denen hieſigen Statutis Acade- micis obangefuͤhrte Stelle: Daß auf Verbeſſerung derer Billig⸗ Revenuͤen moͤglichſt gedacht; jedoch Gerechtigkeit und — el⸗L., Gut he⸗ dſied“ hit em ei un „beſt aih, leer i ne⸗ will. St n⸗ aͤter ie ein C ul⸗ ung Ins zabt, 1 9 nien in n Ba au die ut⸗ enn we⸗ von un en u roͤ nnen, zur il zu von it ieſen Wieſmund erſte un iſt „od pötei⸗ was nehet, wir Und tutist ſeade- run 8 ig e un dag szl Vorrede. Billigktit den Vorzug haben ſolle; leicht verſtehen und zu⸗ ſammen reimen. Weil ich indeſſen von ſteuerfreyen Landſie del⸗Guͤthern Erwaͤhnung gethan habe, ſo muß ich nur noch anmerken, daß mei⸗ ne Meynung keineswegs dahin gehe, als ob von der Steuerfrey⸗ heit ſich ein ſicherer Beweiß nehmen laſſe, daß der Beſtaͤnder an dem Guth gar kein Erbrecht habe, wie der beruͤhmte PDufen dorf in Obſervat. Iuris Tom. II. obſ. CXClI. zu behaupten ſcheinet. Man trift faſt durchgehends in Deutſchland freyadeliche Guͤ⸗ ther an, welche, ob ſie gleich dem Landmann in eine Erbleyhe gegeben worden, dannoch ihre Freyheit behalten, dergeſtallt, daß der Erbbeſtaͤnder nur ſeine Oberbeſſerung zu verſteuren ſchuldig iſt, welches die Gewinn⸗ und Gewerb⸗Steuer oder auch Quarta Colonica, genennt zu werden pfleget, wovon von Ludolf obſervat. forenſ. CCCXIV.& CCCXLII. Freyherr von Cramer von der eigentlichen Nota Cbaracteriſtica eines frey⸗ adelichen Guths und der Quarta Colonica, in denen Wetzlar. Mebenſtunden, P. XV. num. III. womit deſſen Abhandlung: Ob Sattelfreye Guͤter nur von Frohnden, oder aber auch von all uͤbrigen Unterthanen⸗Beſchwehrungen, frey ſeyen? loc. cit. P. VI. num. VIlI. verglichen werden kan; und Lennep loc. cit. Tit. VIII.§. XI.& Tit. IX. S§. 1. ſeqq. aus-⸗ fuͤhrlich handeln. Mannigmal ſind dergleichen Erbbeſtaͤnder auch von dieſer Gewinn⸗ und Gewerbſteuer frey, und zwar entweder ex ſpeciali privilegio, oder auch vermoͤg einer gemei⸗ nen Landes⸗GOrdnung, dergleichen mit in dem Fuͤrſtenthum Heſſen⸗Darmſtadt vom 22ten Jul. 1709. vorhanden iſt, fol⸗ genden Innhalts: b 7 Be⸗ Vorrede. — „Betreffend die Verſteuerung der Oberbeſſerung der Hof⸗ „leuten, ſo freye Guͤther in Beſtand haben, ſo ſoll dieſes „die Norm und Regul ſeyn, daß die Oberbeſſerung nur von „dergleichen Guͤther Beſtaͤndern kuͤnftighin verſteuret wer⸗ „den ſolle, welche entweder ſelbſten, oder deren Vorfah⸗ „ren, vorsEinrichtung dieſes unſers neuen⸗ Steuerſtocks „die Oberbefferung beſtaͤndig verſteuret haben; der andern „freye Guͤther Beſtaͤndere aber, welche, oder deren Vor⸗ „fkahren, nichts entrichtet haben, ſollen nebſt allen nach⸗ „folgenden jederzeit davon exempt ſeyn und bleiben; alſo daß „auf die Beſtaͤnder ſolcherley Guͤther kuͤnftighin unter kei⸗ „nerley Praͤtext wegen der Oberbeſſerung etwas geſetzt oder „erhoben werden ſoll noch moͤge. Eine aͤhnliche Verordnung 41 denen Herzogthuͤmern Juͤlich und Bergen vom Jahr 1 672. fuͤhret von Ludolf an cit. Obſervat. CCCXIV.& CCCXLI. 1 Sieſen den 18. Merz 176509. b . e dß, Zi in, De Korrholt. Afr. ſo ſoll ſihes ung manhn ſteurel uhr⸗ Steuel hes der g unen deren r⸗ allen anj⸗ n; alſ uß unte ini⸗ geſetzt ahr 4 5 Ob K. the M — 2h N Vorrede zur neueſten Ausgabe des Buriſchen Lehnrechts. § ie Vorzuͤge, welche dem Lehnrecht des ſeeligen Geheimen Raths von Zuri vor allen andern Werken dieſer Art eigen ſind, waren gleich bey deſſen erſten Erſcheinung ſo unverkennbar, daß ſie ihm einen allgemeinen Beyfall erwarben, und bis jetzt iſt daſſelbe noch durch kein aͤhnliches ausfuͤhrliches Werk uͤbertroffen worden. Es behauptet vielmehr in und auſſer den Lehnhoͤfen noch immer ſein ehemaliges klaßiſches Anſehen, wobey nichts mehr zu bedauren iſt, als daß der Verfaſſer nicht ſeinen ganzen Plan hat vollenden koͤnnen. Denn anſtatt, daß Schrader, Roſenthal, Struv und andere Lehrer dieſes Theils der Rechte, mit ihren Unterſuchungen ſich faſt ganz auf das Longobardiſche Lehnrecht ein⸗ ℳ¾ ſchr aͤnk⸗ VDorrede. uͤ— ſchraͤnkten; und deſſen richtigen Verſtand und heutige Anwendung faſt immer nur auf ihr eigenes und anderer Rechtsgelehrten Anſehen ſtuͤtzten; ſo ſuchte ſich Buri dagegen mit Huͤlfe der Geſchichte uͤberall Licht zu ver⸗ ſchaffen, und war damit ſo gluͤcklich, daß er das dunkle Chaos verwor⸗ rener und wider einander laufender Meynungen der Rechtsgelehrten mit allgemeinem Beyfall aufzuklaͤren, und mit einleuchtenden Gruͤnden zu wuͤrdigen vermogte. Er genoß hierbey freylich den groſſen Vortheil, welchen jene Maͤnner hatten entbehren muͤſſen, daß er die europaͤiſche Geſchichte uͤberhaupt, und unſere deutſche inſonderheit ſchon weit beſſer bearbeitet fand, daß er von mehreren aus den Archiven hervorgezogenen Urkunden, und andern gereinigtern hiſtoriſchen Quellen Gebrauch ma⸗ chen konnte, und daß er ſchon viele Muſter von gluͤcklicher Anwendung dieſer Huͤlfsmittel auf einzelne Materien des Lehnrechts, und eine groſſe Menge hin und wieder durch Huͤlfe der Geſchichte fuͤrs Lehnrecht gemachte Entoeckungen vor ſich fand. Auch hatte er uͤberdem noch in den Geſchaͤf⸗ ten ſeiner mit Ruhm bekleideten Aemter() eine ſo lehrreiche Schule, welche ihm zu practiſcher Kenntniß der aͤchten Grundſaͤtzen des deutſchen Lehnrechts die beſte Anleitung gab. Indeſſen konnte es doch nicht fehlen, daß bey der in der Folge im⸗ mer beſſer bearbeiteten Geſchichte noch mehrere neue Entdeckungen ge⸗ macht werden muſten, welche zu weiterer Ausbeſſerung und Vervoll⸗ kom⸗ —ü 8 (*) Die vollſtändigſte Nachricht von dem Leben und Schriften deſſelben giebt Herr Strieder in ſeiner Geſchichte der Heßiſchen Gelehrten und Schriftſteller, Th· 2. S. 78. folg⸗ —. Anwen mifi Anſehe Eſtn. rall 1 vper⸗ Chad Wr⸗ togelt tanmit en Gi min zu ſſen Mihell die eu zwiſche on w ineſer vorge an nen brau aun⸗ Inwei unig 8SN an N chtge mhle den hͤf⸗ ſche Ensale, des d inchen der ate im⸗ deckr un ge⸗ und Wervol⸗ kom⸗ —— eſſelde ebt han Sce hah Vorrede. kommung des Syſtems dieſes Theils der Rechtsgelahrheit, der ſeiner Natur nach weit mehr aufs Herkommen, als auf geſchriebene Geſetze beruhet, anzuwenden waren. Wie ſehr der einſichtsvolle Verfaſſer hiervon ſelbſt uͤberzeugt geweſen ſey, beweiſen die von ihm bey fortgeſetz⸗ ter Lectuͤr und practiſcher Erfahrung mit Sorgfalt geſammleten Bemer⸗ kungen, welche er zur Berichtigung ſeiner Arbeit in der Folge zu ge⸗ brauchen dachte, wenn er nicht durch Amtsgeſchäfte daran waͤre ver⸗ hindert worden. Ohne Zweifel wuͤrde der gelehrte Verfaſſer ſein Ziel eher erreicht, und ein vollſtaͤndiges Syſtem des Lehnrechts geliefert ha⸗ ben, wenn er den Plan deſſelben nicht gleich anfaͤnglich zu groß ange⸗ legt haͤtte, indem er ihn nicht nur auf alles, was in dem deutſchen Rechte Lehen genannt wird, ſondern auch auf die mit den eigentlichen und wahren Lehen mehr oder weniger verwandte Bauerguͤter ausdehnte, deren Unterſuchung die ganze vierte und fuͤnfte Fortſetung, und wenn man die Seitenzahl anſieht, uͤber die Haͤlfte ſeines Werks einnimmt. Gleichwohl iſt auch dieſe Arbeit an und vor ſich betrachtet, ſehr ſchaͤtzbar; denn ſie enthaͤlt lehrreiche Aufklaͤrungen eines wichtigen Theils der deut⸗ ſchen Rechtsgelahrheit: Da aber die Ausfuͤhrung dieſer Materie mit dem wuͤrklichen Lehnrechte in keiner unzertrennlichen Verbindung ſteht, und auch allein ſchon fuͤr ſolche Rechtsgelehrte brauchbar ſeyn kann, de⸗ ren Berufsgeſchaͤfte eigentlich und zunaͤchſt aufs Lehnweſen keine Be⸗ ziehung haben: ſo handelte der Herr Verleger ſehr zweckmaͤßig, als er im Jahr 1769. von derſelben einen beſondern Abdruck veranſtaltete, welcher den Titel einer ausfuͤhrlichen Abhandlung von den Bauergu⸗ tern fuͤhrt, und von dem damaligen wuͤrdigen Gieſſenſchen Vicekanzler ⁴ 2 D. Vorrede. —— D. Franz Juſtus Kortholt mit einer Vorrede begleitet iſt. Der ſchnelle Gerkauf aller davon abgedruckten Exemplare zeigt hinreichend, wie willkommen die beſondre Ausgabe dieſes Theils des Buriſchen Lehnrechts ſolchen Rechtsgelehrten muͤſſe geweſen ſeyn, welche mit Unterſuchung der Natur und rechtlichen Beſchaffenheit deutſcher Bauerguͤter zu thun haben. 3 Nachdem es aber ſchon ſeit einiger Zeit uͤberhaupt an vollſtaͤndigen Exemplaren aller Stuͤcke dieſes Werks zu fehlen angefangen, ſo muſte nunmehro zu Befriedigung der fortdaurenden Nachfrage fuͤr eine neue Auflage deſſelben geſorgt werden. Um die Brauchbarkeit des Werks bey dieſer Gelegenheit, ſo viel moͤglich war, zu erhoͤhen, fand man dienlich demſelben Anmerkungen beyzufuͤgen, von deren Abſicht und Inhalt die Leſer hier ohne Zweifel einige Belehrung erwarten. Die Abſicht dieſer Anmerkungen iſt keineswegs das Buch, worauf ſie ſich beziehen, wie es bey neuen Ausgaben aͤlterer Werke nur allzuoft zu geſchehen pflegt, ohne Noth zu vergroͤſſern und zu vertheuern, oder den Beſitzern der aͤltern Ausgaben durch Herabwurdigung ihres Werthes den Ankauf derſelben zu verleiden. Zu einer ſolchen Operation gelehrter Beutelſchneiderey wuͤrde ich eben ſo wenig die Hand geboten haben, als ich den Herrn Verleger dazu geneigt fand. Dieſe Zuſaͤtze ſollen viel⸗ mehr die mehrere Brauchbarkeit des Buriſchen Lehnrechts nicht nur in dieſer neuen, ſondern auch fuͤr alle aͤltere Ausgaben deſſelben befoͤrdern. Zu dieſem Ende fand man noͤthig, dieſelben beſonders aborucken zu laf⸗ ſen, —.,. Derſ aghl ſchend: gie nLehr unts nterſt achg ter z1 un lſtaͤn nan ſonme eine mie gerks in ndier in N M, „ maf zur a abſt dromen s A ul)es on gi hter habt mals eſoll mill⸗ nicht mein mbef mhern⸗ icker nelaf ſen, Vorrede. ſen, damit ſie auch von den Beſitzern der vorigen Ausgaben allein ange⸗ ſchaft werden koͤnnten. Hierdurch hat man zugleich der jetzigen neuen Ausgabe auch den Vortheil verſchaffen koͤnnen, daß die Seitenzahl unveraͤndert geblieben, und Anfuͤhrungen der vorigen Ausgaben auch ohne Schwierigkeit in der gegenwaͤrtigen nachgeſchlagen werden koͤnnen. Da uͤbrigens bey jeder Anmerkung die Stelle genau angezeigt iſt, wel⸗ che durch ſie erlaͤutert, ergaͤnzt oder berichtigt werden ſoll, ſo wird es eine ſehr geringe Muͤhe fuͤr die Beſitzer des Werks ſelbſt ſeyn, daß ſie am Rand ihres Exemplars die Nummer der dahin gehoͤrigen Anmerkung hinzufuͤgen, und den Gebrauch derſelben ſich dadurch zu erleichtern. Man haͤtte freylich den Kaͤufernderjetzt veranſtalteten neuen Ausgabe, dieſe Muͤhe durch beygedruckte Nummern der Anmerkungen ſchon erſparen koͤnnen, allein, da man den Entſchluß faßte, dem Buche neue Zuſaͤtze zu geben, war ſchon eine ſtarke Anzahl Bogen deſſelben abgedruckt, und an den uͤbrigen mußte in eben der Zeit, in welcher die Anmerkungen ausgear⸗ beitet wurden, ohne Aufſchub fortgedruckt werden, wenn man das nachfragende Publikum nicht zu lange in der Erwartung einer neuen Auflage dieſes ſchon ſeit einiger Zeit fehlenden Werks laſſen wollte. Endlich fand man auch noͤthig, diejenige Anmerkungen, welche zu der vierten und fuͤnften Fortſetzung oder der Abhandlung von Bauerguͤtern gehoͤren, von denen, welche ſich auf die vorhergehende Stuͤcke des Werks, oder das eigentliche Lehnrecht beziehen, abzuſondern, damit durch erſtere auch ſolchen Kaͤufern, welche die Abhandlung von Bauer⸗ gaͤtern allein beſitzen, gedient werden koͤnnte. Wer aber das ganze Buriſche Lehnrecht hat, kann jeden Theil dieſer ergaͤnzenden und ver⸗ A 3 beſ⸗ 4 beſſernden Zuſaͤtze denjenigen Stuͤcken beſonders anhaͤngen laſſen, zu welchen ſie vermoͤge der hier gegebenen Anweiſung gehoͤren. Wer den Inhalt dieſer neuen Zuſaͤtze mit gehoͤriger Sorgfalt unter⸗ ſucht, wird bald finden, daß man durch ſelbige das Buriſche Werk vor⸗ zuͤglich in Anſehung der darinn bisweilen angenommenen falſchen hiſto⸗ riſchen Vorausſetzungen und der hieraus gezogenen Folgerungen, nicht weniger in Anſehung mancher unrichtigen Beſtimmungen deutſcher Rechtsſaͤtze berichtiget habe: den beſten Stoff hierzu lieferten neuere Schriften, in welchen einzelne zum Lehnrecht gehoͤrige Materien ſeit des erfaſſers Zeit in mehreres Licht geſetzet worden ſind. Hin und wieder ſind uͤberdem noch manche Luͤcken ergaͤnzt, und dunkle Stellen erlaͤutert worden. Eigentliche Zuſaͤtze oder Fortſetzungen der angefangenen Er⸗ laͤuterung des Lehnrechts wuͤrden fuͤr jetzt ein zu weites Feld eroͤfnet ha⸗ ben; zumal da der Verfaſſer mit der ausfuͤhrlichen Abhandlung der den Lehnen aͤhnlichen Bauerguͤter ſich ſchon ziemlich weit von der ſich vorge⸗ ſteckten Laufbahn verirrt hatte. Auch fuͤr die Zukunft iſt wohl ſchwer⸗ lich dergleichen mit Grunde zu erwarten oder anzurathen. Herr von Buri legte bey ſeinen Erlaͤuterungen des Lehnrechts das Schilteriſche Lehrbuch zum Grunde, weil dieſes zu ſeiner Zeit das brauchbarſte war, und ſich deshalb auch in den Haͤnden aller Lehrer und lernenden befand. Aber dieſes Compendium iſt laͤngſt durch beſſere Buͤcher dieſer Art aus den Hoͤrſaͤlen verdraͤngt worden. Wer jetzt eine aͤhnliche ausfuͤhrliche Erlaͤuterung des Lehnrechts zweckmaͤßig ausarbeiten wollte, der muͤßte ohne Zweifel das nun faſt uͤberall eingefuͤhrte gruͤndliche Boͤhmeriſche Hand⸗ e laſ W ga . Ngfalt muhr⸗ e We apyr⸗ alſche mn⸗ ngen, unht dei iiner tten 1 are rienſe iis ndw in⸗ erlät in N dh⸗ eroͤfm it⸗ ngd uun ſich me⸗ ohlſ aer⸗ Hermon zchil miche barf itar, deen nund. eſerms ausf iiche „de naußte Boͤh dwiſch „ m⸗ Vorrede. Zandbuch zum Leitfaden ſeiner Arbeit nehmen. Eine Arbeit, die ge⸗ wiß allen Freunden des Lehnrechts willkommen ſeyn wuͤrde, wenn an⸗ ders der Urheber derſelben ſeinen Kraͤften nicht mehr zugetrauet haͤtte, als er ſollte. Ob ich mir dieſe Kraͤfte zutrauen darf? daruͤber verneh⸗ me ich bey Gelegenheit der gegenwaͤrtigen Probe vielleicht einige Winke des der Sache kundigen Publikums. Ueberzeugt bin ich aber auch ohne alle Winke dieſer Art, daß Niemand ſich mehr des Danks aller Kenner durch eine ſolche Arbeit verſichern koͤnnte, als der verehrungswuͤrdige Verfaſſer jenes Lehrbuchs ſelbſt, fuͤr deſſen Schuͤler ich mich allzeit mit der waͤrmſten Dankbarkeit bekenne. Sollten aber andere Geſchaͤfte die Erfuͤllung eines ſolchen Wunſches nicht hoffen laſſen, ſo betritt vielleicht einer der Hofnungsvollen Soͤhnen dieſes großen Rechtsgelehrten den Theil ſeiner Laufbahn gleichfalls mit Ruhm, und liefert eine vollſtaͤndi⸗ ge Entwickelung der Grundſaͤtzen des Boͤhmeriſchen Lehnrechts; und auch dieſem wuͤrde ich die durch eine ſolche Arbeit zu erwerbende Ehre gerne uͤberlaſſen. Ein nicht geringer Theil der jetzo beſchriebenen Anmerkungen iſt aus den Bemerkungen entſtanden, welche der ſeelige Verfaſſer mit eigener Hand ſeinem Exemplar beygeſchrieben hatte, um ſie bey einer kuͤnftigen neuen Ausgabe des Werks zu benutzen. Man hat ſie der guͤtigen Mit⸗ theilung ſeines wuͤrdigen Sohnes, des Herrn Regierungsraths von Buri zu Gieſſen zu danken. Sie enthielten groͤßeſten Theils aus Ur⸗ kunden geſammlete Zeugniſſe, welche zur Erlaͤuterung und Beſtaͤttigung mancher vorgetragenen Saͤtze dienen konnten, und waren ſo niederge⸗ ſchrie⸗ VDorrede. ſchrieben, wie man Collectaneen zum Behuf einer kuͤnftigen Verarbei⸗ tung macht. Es mußte ihnen alſo noch diejenige Geſtalt gegeben wer⸗ den, in welcher ſie den Leſern brauchbar ſeyn konnten, und dieſe erhiel⸗ ten ſie durch mich. Um aber dasjenige, was aus dieſer Quelle herfloß von der mir allein eigenen Arbeit zu unterſcheiden, ſind dieſe Anmer⸗ kungen jedesmal am Ende mit einem B. bezeichnet, ſo wie hinter dem meinigen ein R. ſteht. Ich wuͤnſche bey alle dem, was hierbey von mir geleiſtet worden, die gute Abſicht, welche ich mir vorſetzte, nicht ver⸗ fehlt zu haben. Geſchrieben zu Caſſel im Chriſtmonat 1782. D. Runde. —— en S mhei⸗ geged mer⸗ d dieſ ah iel⸗ Auelle a oß dieſe? mler⸗ e hint iwem bey v miit nich atr⸗ nde. 8 ₰ SKa S— ( 2 4 Von unterſchiedenen den Lehen aͤhnlichen Bauer⸗ und andern Guͤtern. Ehrwir zu der wuͤrklichen Abhandlung dieſer Materie ſchreiten, finde ich noͤthig vorhero zwey Erinnerungen an den geneigten Leſer voraus⸗ zuſetzen: 1) Weil die Natur dieſer Guͤter durch die beſondern Gewohn⸗ heiten und Vertraͤge in einem jedweden Lande, ja faſt in einer jedweden Gegend ſehr veraͤndert und unterſchiedlich gemacht worden, ich aber nicht im Stande bin, alle dieſe beſondere Beſchaffenheiten zu erfahren; ſo iſt leicht zu urtheilen, daß man in gegenwaͤrtiger Ausfuͤhrung nichts weiter, als eine allgemeine Nachricht von dieſen Guͤtern, in ſo ferne ich ſolche aus einigen Schriften und Urkunden, derer ich allhie habhaft werden koͤnnen, erſehen moͤgen, zu ſuchen habe, und daß man das uͤbri⸗ ge bey vorkommenden Faͤllen aus eines jedweden Landes und Orts Ge⸗ wohnheit erlernen muͤſſe. 2) So geſtehe ich gerne, daß, weil ich bey Verfertigung dieſes Stuͤcks keine Gelegenheit gehabt, mich beſtaͤndig ei⸗ ner auserleſenen und zahlreichen Vio iothof nach Gefallen zu bedienen, ſon⸗ 82 und nach Anleitung ſondern mir unterſchiedene nothige Buͤcher und andere Nachrichten ab⸗ gegangen, nicht al koͤnnen hinzugefuͤget werden, ſondern daß auch ohne Zweifel noch viele beſondere Arten von denen bey den Deutſchen vor Alters und anjetzo ge⸗ braͤuchlichen Guͤtern gaͤnzlich ausgelaſſen ſind. Man wird mir aber ſol⸗ ches um ſo viel eher zu gute halten, theils weil dieſe Materie zwar zu der Erlaͤuterung des Lehnrechts dienet, aber doch nicht nothwendig dazu er⸗ fordert wird, und alſo, wenn ſolcher gleich etwas fehlet, dadurch den⸗ noch der Vollſtaͤndigkeit meines Werks wenig abgehet, ich aber dieſer⸗ wegen die durch Reiſen und andere Verhinderungen bißhero unterbroche⸗ ne Fortſetzung deſſelben nicht laͤnger aufhalten wollen; theils auch, weil ich doch wuͤrklich mehrere Arten von ſolchen Guͤtern, als wie ſonſten mei⸗ nes Wiſſens von andern in ihren Buͤchern uͤber das Lehnrecht geſchehen iſt, zuſammen gebracht, und es alſo einem andern nunmehro deſto leich⸗ ter ſeyn wird, das noch fehlende hinzu zu fuͤgen. ein bey jedweden Guͤtern vielleicht noch vieles haͤtte J. Von denen Abſitatibus. z werden dieſe Guͤter auch terræ abſæ, abſeitates und abſiditates ge⸗ E nannt, wie aus du Preſne h. v. zu erſehen. Weil ſie in den Ur⸗ n den manüs veſtitis entgegen geſetzet werden, ſo mey⸗ net du Freſue cit. l. daß ſolches unbebauete wuͤſte Aecker geweſen und von 4 ten: quaſi ſemen& cultura abeſſent, welche Er⸗ Ailand durch die von ihm beygebrachte Stelle aus dem Teſtament des Eduenſiſchen Biſchofs Herivei ap. TAcbery ſpicil. Tom. I111. p. 152. ſchei⸗ montibus ſcilicet eidem ci- vitati pro paſcuis ſolumm auch nicht vor ungegrundet, wenn man die Rottaͤcker darunter verſtehe, des Gloſſ. Grac., welches Apſis durch ααρα α veæεοο᷑ν friſch, neu, erklaͤret, Apſum leſe, und alsdenn veacoy allhie mit veνς, vedσιιμον novale, novalis ager einerley ſey. In der jetzigen neuen Auflage dieſes Gloſſarii haben die Verfaſſer annoch zwey Erklaͤrungen dieſes Worts beygefuͤget, nemlich es kaͤme her von der Praͤpoſition: abs, abrque, und waͤre terra abſa alſo ſo viel als rerra absque colono. Oder jel als ein Acker qui abs ſei. e. ſibi relictus ſit. Man ſiehet es hieße ſo v 269 dent„daß dieſes alles mehr vor eine leere Wortſpielung, als do 2 — — — —,—= ——————„ ——„„ — ⏑˖—— 2,———— — 3 —— ſachrich whlab⸗ h viel Sͤitte eifel ne dd iele nd an ahge⸗ dmira mol⸗ ezwa ander ndig d ag er⸗ dadun en⸗ aber il er⸗ Interl une⸗ auch aeil ſonſte anei⸗ t geſ ien deſto mnl⸗ ſidite an ze⸗ in d lm lr⸗ en 8 eh⸗ ura 3 kutos, hher 36 er es zunte Warſtehe, rch.* 0ar0 ae jie mi ap neuel 9o e 3 eine tuͤchtige Abſtammung und Erklaͤrung dieſes Worts zu halten. Hinge⸗ gen finde ich des Caſaru Pruntien. in Gloſar. ad regiſtrum Prumien). von du Freſne gleichfalls angefuͤhrte Muthmaſſung weit gegruͤndeter, daß ſol⸗ ches nemlich gewiſſe Aecker und Laͤnder geweſen, welche der Herr nicht de⸗ nen Bauern, wie die uͤbrigen manſos, zu ihrem eigenen Gebrauch, und darauf zu wohnen eingegeben, ſondern welche er vor ſich behalten, und durch ſeine eigene Leute, Geſinde und Frohndienſte der uͤbrigen Bauern beſtellen laſſen, und welche man deswegen Moinge Frohnde oder Herren⸗ Aecker genannt. Manſi abſi ſum, ſchreibet er, In Leibnitii Collectan. Ezymol. P. II. p. z25. qui non habent cultores, ſed dominus eos habet in ſua poteſtate, qui vulgariter appellantur Mroinde. Denn 1) So werden diejenigen Laͤndereyen, worauf die Knechte oder Bauern wohne⸗ ten, menia veſtita oder angewieſene Aecker genannt, wie denn vellire be⸗ kanntermaſſen ſo viel als einweiſen, und in den Beſitz ſetzen und veſtitura die Abgift, welche jaͤhrlich vor dieſe geſchehene Eingebung bezahlet wird, bedeutet v. Ju Preſne bis verb. Und heiſſet ℳl noch jetzo im Engliſchen ſo viel als einſeßen, eingeben, und veſtare bedeutet ſowohl die Einſetzung als auch die Abgift oder das Einkommen, ſo von einem Stuͤck Landes ge⸗ geben wird. Da nun dieſen manſis veſtitis die abſa entgegen geſetzet wer⸗ den, welche auch an andern Orten nuqa heiſſen; ſo iſt es ſehr wahrſchein⸗ lich, daß ſolche diejenigen Laͤndereyen bey einem Gute bedeuten, welche der Herr vor ſich behalten und ſelbſt durch ſein Geſinde beſtellen laſſen, und daß abſitas, abſus etwa ſo viel als ein Abſitz oder abgeſondertes Land anzei⸗ gen ſolle, oder auch von Abſaat, oder beſonders beſaͤetes oder beſtelletes Land ſeinen Namen empfangen, wiewohl ich dieſe Ableitungen niemand als ungezweiffelt aufzudringen mich unterſtehe. 2) So wird ſolches da⸗ durch ſehr glaublich, daß die abſi homines ausdruͤcklich als Knechte oder Geſinde, welchen man keine Laͤnder eingegeben, angefuͤhret werden in Ke⸗ giſtro Prumienſi ap. Leibnit. P. I1. Collect Etymol. p. 72Q., Ahſi bomines ex noſtra familia, qui infra poteſtatem noſtram ſine manſis ſunt, ſolvis unusquisque annuatim Friskingam vervecinam pro hoſtilicio dena- rios IV, facit araturam journalem dimidiam. Omni ebdomada diem 1.— Abſc feminæ ex noſtra familia, ſive infra noſtram poteſtatem ſint, ſive extraneæ, ſolvit unaquæ que lini fuſa triginta. Es mag nun ſeyn, da ſie ihren Namen daher haben, weil ſie ihre Dienſte hauptſaͤchlich zu Beſtel⸗ lung der Herrſchaftlichen Aecker oder S arumabfruun leiſten muͤſſen, ſon⸗ ſten A 10 2)oC e. ſten aber vor ſich gewohnet; oder daß ſie zwar wuͤrklich die terras abſas in⸗ nen gehabt, und ſolche bewohnet, im uͤbrigen doch aber die davon kommen⸗ de Nutzungen ihren Herrn liefern und berechnen muͤſſen. Denn in beyden Faͤllen hat es ſeine Richtigkeit, daß die terræ abſæ ihnen nicht zugehoͤret, und ſie alſo ſine manſis geweſen. Weswegen ſie auch eben daſelbſt Kraft der Ueberſchrift, welche dieſe iſt: A homines, qui attinent curiæ, zu dem Hof⸗ geſinde gerechnet werden. 3) So iſt es ſehr merkwuͤrdig, daß, da in dem Pohyptico Monaſt. Foſſat in Aphend. Mlor. Jet. ap. Baluz Tom. II. p. 137. ſeqg. von allen uͤbrigen manſis die Spann⸗ und Handdienſte nebſt denen andern darauf haftenden Laſten ſehr genau angegeben werden, von denen abſis nichts angefuͤhret wird, ohne Zweifel deswegen, weil ſolche als Herr⸗ ſchaftliche Aecker keinen Abgiften und Dienſten unterworfen geweſen. Habet in ferrarias, heiſſet es, manſos carroperarios 16, manoperarios 4, manent ibi homines 50. Habet ibi duos manſos abſos. Solvunt ve- ſtiti manſi&c. Ein gleiches bemerket man auch in dem cit. Kegiſtro Pru- mienſi cap. 51.. 493. Eſt ibi manſus dimidius. abſus, qui nibil ſervit. Und cap. 79. in gloſſ. Cæſar. Sunt in Gunnesdorpht ſimiliter cum terra do- minicata manſi VII., quæ adbuc ſunt ahſa. Hiewieder ſtreitet nicht, daß gleichwohl, laut einiger Urkunden die Abſarii zu gewiſſen Abgiften ver⸗ dunden geweſen. So heiſſet es z. E. in der beruͤchtigten Conſtiturione de Ex- peditione Romana. Manſionarius quinque ſolidos, ahſarius triginta de- narios, Bunajarius quindecim. Zabul. Bellilocenſe in Lemovic. u. 95. ap. du Freſne b. v. De terris vero abſis, ſi homo aliquid fecerit, Judex re- eipiat quod exierit;& ſi cenſum ſolvere noluerit, in Vicariis recipiant, & ſi reddere noluerit cenſum&. Denn es erhellet aus dem, was wir eben aus dem regiſtro Prumienſi angefuͤhret haben, daß die abſarii oder abſi homines ihre Dienſte und andere Laſten nicht deswegen leiſten und tragen muͤſſen, weil ſie gewiſſe Laͤnder, worauf ſolche gehaftet, beſeſſen, indem ausdruͤcklich daſelbſt geſaget wird, quod ſine manſis ſint, ſondern daß ſolche in anderer Abſicht von ihnen muͤſſe verrichtet und gegeben wor⸗ den ſeyn. Die Stelle aus dem Tabul. Belllocenſi wuͤrde ohne Zweifel an ſtatt unſerm Satz zu wiederſprechen ſolchen noch mehr beſtaͤrken, wenn ich ſolche in ihrem Zuſammenhang haͤtte nachſehen koͤnnen. Wenigſtens erhellet ſchon ſo viel daraus, daß die terræ ablæ von denen Vicariis ver⸗ waltet worden. Die Vicarii aber waren bey eben dieſer Abtey Bellilocus gewiſſe angeſehene und einigermaſſen freye Knechte, welche auf dener v⸗ — —— e — —— elerras dc in⸗ davon raen⸗ Denn 1 d en zugehr wund elbſt K imder E, jlj de„hof⸗ aß, da udem mm. II. 14 97. te neb u inen 7, bo nzen ce alt Mier⸗ en ge amn. anopt h 0s Solvu ime- Virs unt ſervit. T) AUR ſn nich 1 naß bgifte nit⸗ trone uu- trigi un de- ic. n. 0 ap. t, Ju a re- is reimint, em, vinn wir ſe abl imoder en lei af und ftet, dd iſſen, ſim h dern gege au wor⸗ ene oafel an ſaͤrk 1 wenn . Agigſten⸗ n Vij mris ver⸗ lbtey Sllloeus elche denen Her⸗ 35) 0.0 8er⸗ b 11 Herrſchaftlichen Hoͤfen die Gerichte verwalteten und ſonſten ihrer Her⸗ ren Nutzen beſorgeten, wovor ſie etwas Land, Geld und andere Einkuͤnf⸗ te zur Beſoldung bekamen, wie ſolches alles die aus gedachtem Zubulario Bellilocenſi von du Freſne v. Vicarii ſervi angefuͤhrte Stelle mit mehrem lehret. Folglich da die terræ abſæ denen Vicariis untergeben geweſen, iſt es hinwiederum ſehr wahrſcheinlich, daß ſolche mit zu denen Herrſchaft⸗ lichen Guͤtern gerechnet worden. Es ſcheinet zwar Herr Potgieſſer Com- ment de Statu ſervorum p. 179. nov edit. gleichfalls davor zu halten, daß die Beſitzer von denen terris abſis ſelbſt und in deren Abſicht ihre Abgif⸗ ten bezahlen muͤſſen, und daß ihnen ſolche, wenn dieſe Laͤnder ſehr un⸗ fruchtbar geweſen, erlaſſen worden, und beruft er ſich auf des cit. Kegiſtri Prumienſis Cap. 77. Allein wenn man die Worte daſelbſt p. 505. genauer anſiehet, ſo erhellet ganz deutlich, daß nicht von denen zehen Aplis, ſon⸗ dern von denen andern zwoͤlfen die Rede ſey, daß von ſolchen wegen der Armuth der Innhaber keine Dienſte geleiſtet, noch der Zinß bezahlet wer⸗ den konne. Oe ipſis ſupradictis manſis ſunt Abſa X,& XII. reſtant, quæ(nemlich die zwoͤlfe) præ nimia paupertate non ſerviunt, neque ſolvunt. Unterdeſſen, wenn man auch gleich Exempel finden ſollte, daß die terræ abſæ denen Bauern und Knechten eingegeben worden, und ſie dieſerwegen gewiſſe Laſten tragen muͤſſen; ſo iſt doch ſolches etwas ſelte⸗ ners und ungewohnliches geweſen, wovon keine Regel zu machen iſt. z. E. in der Urkunde Raginardi ap. Icber) Tom. VIII. p. 159., welche Herr Porgieſſer allhie mit anfuͤhret, heiſſet es: Ex uno quoque manloò inve- ſtito duos ſextarios avenæ& ſex denarios& dimidium. De qpſis ve- ro manſis, ſi aliquando inveſtirentur, ne amplius quam prædicta ſunt requirerem ſimilis conveniio facta eſt, 4) So wird unſere Muth⸗ maſſung ſehr beſtaͤrket durch die Bedeutung des Worts abſare, als welches ſo viel als zum Herrſchaftlichen Gebrauch einziehen, abmeyern und die bisherigen Beſitzer davon ſetzen, anzeiget, z. E. cit. Caſarius in Gloſſar. cit. regiſtr. Prumienſ. p. 452. ſetzet: Si autem ipſi manſionarii iſta& alia jura non fideliter peregerint, D. Abbas vel qui locum ejus tener, feoda eo- rum usque ad condignam ſatisfactionem debet abſare, id eſt Fronen. Denn das Vronen oder Fronen allhie Herrſchaftlich machen anzeige, lehret der Zuſammenhang und ſtimmet auch das Wort, welches von Frohn ein Herr herkommt, damit uͤberein. 7m eod. regiſuro Prumi. cap. 1f,, p. 729., lieſet man: Meinzo tenet medietatem beneficii Radulfi: alia meclietas B2 Albſa S„ 6Qh☛b6 12 85 100 8 — Abſa(Moinde) eſt, quæ ſimiliter, ut ſuperius omnia, ſervire debent. Dri. Die eine Helfte des Lehns iſt Herrſchaftlich und noch niemanden wie⸗ der ertheilet. Und in dieſem Verſtande muß das Wort ablare auch in der von du Freſne b. v. angefuͤhrten Stelle Ex Tabulario Sti Dyoniſu&G. No- verint quod Dalmas de Iticione quasdam calumnias in molendino de Eſpaleo tempore Radulfi Prioris ameceſſoris noſtri poſuerat pro qui- bus deſtructum& ſicut dicitur abſatum fuerar, erklaͤret werden, daß nem⸗ lich die Muͤhle eingezogen und niemanden wieder eingegeben worden. Denn die Auslegung au Fre ſne daß es ſo viel als mettre en friche, Brach oder un⸗ bebauet liegen laſſe, heiſſen ſolle, kann von einer Muͤhle nicht fuͤglich geſaget werden. Hieraus iſt auch leicht die Urſache zu erkennen, warum man biswei⸗ len die manſos ablos in ſerviles und ingenuiles eingetheilet, z. E. l2 Bre- wiario Caroli M. ap. Leibnit. Coll. Etym. P. II. p. 321. Habet quippe ſum- ma Auguſtenſis Epiſcopatus manſos ingenuiles veſtitos mille VI. abſos XXXV. Serviles vero veſtitos CCCCXXI. Abſos XLV. Inter ingenuiles autem& ſerviles veſticos mille CCCCXXVII. Abſos LXXX. Nem⸗ lich wenn die Kloͤſter oder andere Herren einige manſos eingezogen und nicht wieder beſetzeten, ſo behielten ſelbige dennoch den vorigen Namen, welchen ſie nach Beſchaffenheit ihrer erſten Beſitzer gefuͤhret hatten. Ich weiß nicht ob ich 5) zum Beweiß meiner Meinung annoch beybringen kann, was du Freſue b. v. aus der Urkunde Konigs Odonis von Frankreich ex Tabu- lario Eccleſic Wivernenſ. anfuͤhret, daß die terra apſa der Herrſchaft in dem daſigen Ort ſelber zugehoͤret, cum terra apſa, heiſſet es, ad iplam po- teſtatemu in esdem villa adſpiciente. Weil ich die Urkunde ſelbſt nicht ein⸗ geſehen. Unterdeſſen ſcheinen die andern angefuͤhrten Gruͤnde ſchon hin⸗ laͤnglich, es glaubwuͤrdig zu machen, daß die abſitates oder terræ apſæ nichts anders als dem Herrn ſelbſt zuſtaͤndige Aecker und Laͤndereyen ge⸗ weſen, und mit denen manſis indominicaris, wovon wir unten handeln werden, einige Gleichheit gehabt. Die von du Frelne und andern ange⸗ führte Erkkaͤrung aber, daß wuͤſte und unbebauete Aecker und Laͤnder da⸗ durch angezeiget worden, iſt um deswillen nicht wahrſcheinlich. 1) So L iſt nicht zu vermuthen, daß man bey denen Guͤtern erſtlich die wuͤſten Plaͤtze jederzeit in gewiſſe manſos eingetheilet, noch zweytens, daß man deren ei⸗ ne ſo groſſe Anzahl, und ofters mehrere als der bebaueten nicht ohne werklichen Schaden unnütz liegen laſſen. Beydes aber wuͤrde, wenn manſa abſa unbebauete Laͤnder bedeuteten aus denen von ihm angefäheten ellen ſervire Him. neman ohie⸗ are au à der ouuſa o- wolen uil de terat p gnui- den, d ahm⸗ orden Dann racht min⸗ glich, aczet nanh umlei⸗ 3. E. 1 u ⸗ uippe Axa- inger ins K 2 Kℳ⸗ XXN Hnk den, n unen Ja atiß nkant ans ch ex u- errſd it in ad i un po- bſtni ſn⸗ de ſch unhin⸗ r ter n pſæ under ugl ge⸗ iaten u deln ande in nge⸗ ndL me da⸗ llich.* So wuͤf mablaͤt man ag en e⸗ en r b. thn wuͤr 9 wenn 9. hrten mch Eziale 2952) o( er⸗ 13 Stellen folgen z. E. in der Urkunde Kaiſers Ottonis I. in i. Eprcop. Metenſiuimn. De qua terra ſunt manſa undecim, f. veoftita, alia vero fer manent abſa. Cbronic. Foutanell. cap. 14. ap. du leſne v. Manſi ma- noperarii. Sunt manſi integri reperti numero 1326, medii 238. mo- noperarii 18, qui fiunt ſimul 1569. 45/1 25§.— In beneficiis vero re- laxati ſunt manſi integri numero 2120.— 466 256. Woraus beylaͤufig erhellet, daß dieſe Herrſchaftliche Aecker oder manſi abti ſehr oft zu Lehn gereicht worden. Wovon auch ſonſten noch viele Zeugniſſe zu finden z. E. Iu breviario Caroli M. ap. Leibnit. Collect. Etymol. P. II. p. 323. Habet Hunbertus in beneficium— manfos- abſos ILT.— Boldrib babet benefi- eium- abſor IE.&c. Wie auch daß ſie in precarium gegeben worden. ibid. Et è contra recepit(nemlich vor ſeine an das Kloſter geſchenkte vorher benahmte Guͤter) in ipſo pago in villa Marisga manſos Herlale ab- ſos III. 2) So waͤre es in der Charta Caroli Calvi ap. Perardum eine ſeltſame Ausrechnung von der Groͤſſe der terrarum apfarum nach der Einſaat, wenn man ſolche niemals beſaͤmt haͤtte. Terras apſas ubi poſ- ſint ſeminari modii 150. 3) So muſte der Zehente davon, wie von denen culturis indominicatis bezahlet werden, Kraft des Capitul. Caroli Calvi 7Tit. 7. c. 13. Tomn. II. p. 213. ap. Haluz. ibi: De terris cenſalibus& po- teſtate Eccleſiæ ſuæ& culturis indominicatis& abſitatibus& manu firmatis, major Eccleſia, quæ caput Epiſcopatus eſt, decimam recipiat. Welche Verordnung bey unfruchtbaren Laͤndern vergeblich geweſen waͤre. Die oben angefuͤhrte gegenſeitige Stelle kann gar fuͤglich erklaͤret werden, daß gar keine Leute nicht einſt von dem Geſinde des Herrn auf dies Land um ſolches zu bebauen, geſetzet und beſtellet geweſen, ſondern ſolches blos zur Viehweide gedienet. Ein gleiches iſt auch von der andern ex Innora- tione Arnonir Epiſcopi zu ſagen: Tradidir in pago Drungoòë territorium quantumcunque poſſidere viſus fuit, quod vunè jacet apſum. Nemlich weil auf denen terris abſis insgemein keine Bauern, wie auf denen an⸗ dern ihnen eingegebenen Guͤtern, wohnen, ſondern ſolche von dem Hofe des Herren beſtellet werden, ſo werden hernach diejenigen Aecker, welche entweder von niemand oder doch von keinen gewiſſen darauf wohnenden Leuten bebauet werden, bisweilen uͤberhaupt abla genannt. Daraus aber folget noch nicht, daß deswegen die terræ abſæ in ihrer eigentlichen Bedeutung unbebauete Laͤnder anzeigen. B ½ I Von 14 o( zer⸗ II. Von denen in Acapitum ertheileten Guͤtern. s wird die Redensart: dare in accapitum insgemein in denen Ur⸗ kunden mit der andern: dare in emphiteuſin, verknuͤpfet, wie die Zeugniſſe bey au Freſue L. v. lehren z. E. In der Urkunde Koͤnigs Philip- pi Pulcbri de A. 213. Videlicet quod dictis Dom. Petrus de ſancta Cru- — ce donet, dare& donare teneatur in empbiteuſin ſeu accapitum. In ei⸗ ner andern de A. 1229. Ut tu& prædiétam condaminam— in empby- teuſin ſeu in accapite, ſi volueritis dare valeatis. Imgleichen in der von Aoͤnig Ludovico Hutino de A. 1315. Item conceſſimus de feodis& retro feodis in emphyteuſin vel accapitum datis& translatis in perſonas ignobi- les. Woraus es das Anſehen gewinnet, als ob vielleicht die in accapitum ertheilete Guͤther mit denen emphyteuſibus einerley waͤren, und nur ein Wort das andere erklaͤre. Ich muthmaſſe aber dennoch, daß ſolche da⸗ von unterſchieden und eine beſondere Art geweſen, welche daher den Na⸗ men empfangen, daß bey Veraͤnderung des Beſitzers derjenige ſo ſolches wieder aufs neue erhalten, dem Herrn vor die Einweiſung ein gewiſſes bezahlen muͤſſen, wozu er auch bey Veraͤnderung des Herrn verbunden ge⸗ weſen, und daß ſie alſo als eine Art von Laudemial-oder Ehrſchaͤtzigen Zins⸗ Guͤtern anzuſehen ſind. Denn ſo bezeuget nicht allein Kocbeflavinus na dem Anfuͤhren du Freſne h. v. daß in denen Provinzien Occitanien und A- quitanien, diejenigen Abgiften, welche dem Oberherrn eines Guts bey Veraͤnderung des Beſitzers bezahlet werden muͤſſen Accapita genannt wuͤr⸗ den, gleichwie dasjenige ſo bey Veraͤnderung des Herrn gegeben werden muͤſte, Reaccapitum heiſſe. Sondern es wird auch ſolches durch die da⸗ ſelbſt befindliche Stellen aus denen Urkunden beſtaͤrket, z. E. In der Ur⸗ kunde Epiſcop. einnenſ. de A. 1217. in egeſto Carcaſſon. Et dabit in mu- tarione Comitis feu Epiſcopi acaptamentum in recognitione dominii unum heſtearium. In der de A. 1270. zu TLabul. Dalonenſi fol.§s. Accaptamen- tum vero nobis debet perſolvi noſtrisque ſucceſioribus ad utr iusque partis mutationes. Und wird es dieſerwegen mit dem Capite ſolido oder demjenigen, ſo insbeſondere bey Verkaufung dem Herrn muſte gegeben werden, zuſammen geſetzet. Libert. allæ Martelli in Lemovicih. A. 1219. ap. luſtellum cit. à du Freſne v. Caput ſolidum. Quiequid acquiſierint de ſuis terris— debet habere firmiratem, ſi cum ſigillo ſuo factum fuerit, reddito tamen capite ſolido& accaptamento& aliis redditibus dominis, quibus ——— — c e= — — Fuͤter„ in in y r⸗ nüpfet nedie Roͤni debiüj- de ſan aoru. vitum n 3 n—: unhy- hen in 32 9 odis tro Onas ngobi- in acc umum und i mein 6 ſole Wa⸗ her de An⸗⸗ geſoſ uhs A8 Im 8 derbu un ge⸗ qbige auns⸗ favin um ach anien urd A- genat mour⸗ geber marden durt utzte da⸗ F. J' war lr⸗ dat uimmu- domi um mum . Acl aen- 3 ad uh iusclie bite ſi ild oder muſ n zegeben cib.⸗ 119.9. aiſier un de ſus fact m tuend tihu 1 minls, nibu 5 Luhe 59)O0( 15 — quibus contingunt. Was das Wort accapitum an ſich anbetrift, ſo kommt es ohne Zweifel davon her, weil die gemeldete Abgiften dem neuen Capiti oder Herrn bezahlet worden. Daß dieſe Guͤter uͤbrigens insge⸗ mein mit denen emphyteuſibus verknuͤpft werden, ſolches ruͤhret ver⸗ muthlich daher, weil ſie, wie die Zinsguͤter, denenſelben ſehr nahe kom⸗ men. Doch findet man ſie auch beſonders angefuͤhret z. E. Tabular. Ec- cleſiæ Uticenſis A. 1156. p.§. Caſtrum de Blandaco cum acaptis, quæ in eodem caſtro idem Epiſcopus fecerat. b III. Von denen Actibus, oder Donationibus ad fickum. Es kommt dieſes Wort vor in dem cap. ult. X. de reſtitut. ſpoliat. nec 3. ickus. etiam, lautet es, aficzuum& penſionum poſſeſſio poterat tibi reſti- tui, und gleich hernach: Ut Piſani poſſeſſionem penſionum&æ atctuum — tibi dimitterent, wie auch ferner: quia illis detinentibus caſtra& munitiones caſtrorum, in quibus dictas penſiones recipis e affictur. Welches denn denen Rechtslehrern Anlaß gegeben ſich um die Natur die⸗ ſes Contraets in etwas zu bekuͤmmern, und hat unter andern Cbriſt. Frid. Janus einen beſondern Tractat de tn contractu ad coptimam Dreſd. 67. 2. herausgegeben. Siehe des Zerrn Gottlob Aug. Jenichen Bibliotbecam Juridicam Lippenii v. Muuttus den ich aber nicht bey Handen gehabt, und mich alſo der von ihm vermuthlich beygebrachten Nachrichten nicht bedienen koͤnnen. So viel iſt unterdeſſen gewiß, ſtimmen auch mehrentheils alle dar⸗ innen uͤberein, und bekraftigen es auch die im Italiaͤniſchen gebraͤuchliche Worte und Redensarten: afittare vermlethen, alfirtuale der Beſtaͤnder, Miethsmann pigliar à fitto, dare à futo, in Pacht nehmen, in Pacht geben, daß es eine Art von Verpachtung ſeyn muͤſſe. Denn was Carpzov und andere nach dem Anfuͤhren Gorbofr. Cbraſt. Leiſeri in Ture Georgico p. 120. ſollen geſetzet haben, daß es eine Koppelweide bedeute, hat gar keine Wahrſcheinlichkeit, wiewohl ich es auch bey Carpꝛov ſo wenig an dem gemeldeten Orte P. II. Conſt.. def. 1z. indem bey der Conſtitutione 5S. nur 12. Defitiones ſind, als in der Conſtit. z. Jef. 14. welche ſonſten von Koppelweiden handelt, habe finden koͤnnen. Die Aademia della Cruſca ap. du freſne 5. v. geben dieſe Erklaͤrung: Afitto auverbial poſto con i verbi, dare e torre. s intende dare pigliare beni d'altri à tempo per pagargliene il prezzo convenut o. Dieſem zufolge wuͤrde Affictus uberhaupt eine jedwede Pacht bedeuten. Wann man aber dagegen erweget, daß 16 o r daß nach dem Zeugniß der Italiaͤniſchen Rechtslehrer der Affictualis ein gewiſſes dingliches Recht auf das verpachtete Gut bekommt, daß er alle Beſchwerden davon tragen muß, daß er faſt in allem mit dem Roͤmiſchen Emphyteuta verglichen wird u. w. d. m. ſo ſiehet man wohl, daß ein Affi- Kuals etwas vor einem bloſſen Pachter voraus haben muß. Leiſer c. l. u. 12. fuͤhret folgende Beſchreibung an, wobey er ſich auf Janum e. l. beziehet: Der Affetus ſey ein Contract, da vor einen geringen Antheil Fruͤchte je⸗ manden auf ſeine Gefahr und Koſten der Gebrauch eines Guts per aver- ſionem auf ſolche Art ertheilet werde, daß beyden der Beſitz und das Recht, den jedem Kraft des Vertrags gehoͤrigen Antheil Fruͤchte zu per- cipiren, zukomme. Welche Beſchreibung er auf dieſe Art zu erlaͤutern ſucht. Der Name Affictus zeige hier ſelber einen Contractum per aver- fionem an, indem ſolcher ſowohl im Italiaͤniſchen als Lateiniſchen von frmus und fixus herkaͤme, daß, obgleich der Pachter mehr oder weniger Nutzungen, als wie ſonſten der Eigenthuͤmer aus der verliehenen Sache ziehe; ſo waͤre er deswegen doch nicht ſchuldig, dem Affietanti einen groͤſ⸗ ſern Pacht, als wie abgeredet zu geben, noch berechtiget, ihm davon etwas abzuziehen, gleichwie es auch keiner Parthey erlaubet waͤre, wider der andern Willen von dem Vertrag abzugehen, ſondern das einmal abge⸗ redete muͤſſe firmum fixunique bleiben, weil hier wie bey der Emphyteuſi beyde Partheyen, ohne auf die Groͤſſe der Fruͤchte und Einkuͤnfte zu ſe⸗ hen(averſi à fructum& redituum quantitate) ſchienen contrahirt zu haben. Auch koͤnne ferner aus dem Namen Affictus geſchloſſen werden, daß der Pachter durch die Uebergabe ein Analogum dominio urili erlange, denn gleichwie die Emphyteulis ihren Namen daher habe, daß der Em. phyteuta ein eingepflanztes oder eingewurzeltes Recht(jus radicatum) auf die Emphyteuſin bekomme; ſo duͤrfe man ſich nicht verwundern, wenn affictus oder affictatio deswegen ſo genannt worden, weil der Affctualis ein jus rei affictatæ afſixum& quaſi annexum habe. Ohne mich nun bey der Wiederlegung die er Stoiſchen Ableitungen oder vielmehr dieſes Wort⸗ ſpiels ſowohl bey dem Athetu als der Emphyteufi aufzuhalten; ſo glaube ich, was die Sache ſelbſt anbetrift, erſtlich nicht, daß es eine Nothwen⸗ digkeit ſey, daß bey dieſem Contract ein gewiſſer Antheil Fruͤchte vor den jaͤhrlichen Pacht muͤſſe gegeben werden, vielweniger, daß der Eigenthuͤmer ſeinen Theil Fruͤchte ſelber percipire. Denn dem erſtern wiederſtehet, daß lickus, wie wir gleich ſehen werden, uͤberhaupt einen jeglichen hhein ———2———— ——— ¶Qð☚8— cd— ——, due aln daß wile „Ra imen daß e anR. Leiſe ann. „'be nht: [Fru acje⸗ ts Aper- itß u chas ichte, mer- uerl urn n pei sper- niſch umyn er w mwer den Ee inen i⸗ N H „wi inher nmah ahje⸗ mpt N a6 unfte ank⸗ ntra u zu ſen ameen, utilt un ge, daß ih am. gicat an auf ddert dena AfHS uns ein e) O(8—⸗ 12 n halb 2. Aahron ſein re kon erhalb 2. Jahren ſeines Guts beraubet werden koͤnne. Zum andern, ſo oder ſchlechterer Erndte nicht duͤrfe erhs ſchlechterer Erndte nicht duͤrfe erhoͤhet oder verringert werden, ſol⸗ von dem Teutſchen 8 von dem Teutſchen Pfacht, Pfochr durch veraͤnderte Ausſprache der C Italiaͤ⸗ 4. Apriiſto- TeF̃⸗ 18 e)Oo( er — —. Italiaͤner gemacht w Thari II. Imp. ap. Ughelum T. 5. p. 915. cit. à dal eſne h. v. die fictalicicæ mit unter die uͤbrigen Arten von Guͤtern, welche mit denen bey denen Teutſchen gebraͤuchlichen Verleihungen derſelben eine Aehnlichkeit haben, gerechnet, und dadurch von denen bloſſen Pachtungen unterſchieden. worden. Dieſerwegen werden in der Urkunde Lo- Et omnia jura& poſſeſſiones, heiſſet es,& tenutas earum, alodes, trans- ficalicias, emphyteoticarias, precarias, libellarias, fictalicias&c. Weil nun bey ſolchen Eingebungen der jaͤhrliche Zins bald an Gelde, bald au Fruͤchten bezahlet wird, ferner der Beſtaͤnder ganz andere Rechte als wie ein Roͤmiſcher Conductor hat, die Leihe insgemein auf die Erben gehet, und deren Aufſagung dem Eigenthuͤmer nicht ſo ſchlechterdings wie ins⸗ gemein eineml. ocatori bey einer auf unbeſtimmteZeit geſchehenen Verpach⸗ tung erlaubet iſt; ſo haben die Italiaͤniſchen Rechtslehrer faſt ſelber nicht gewuſt, was ſie aus dieſem Contract machen ſollten, und haben alſo den Beſtaͤnder bald vor einen colonum partiarium gehalten, bald ihm ein dominium utile zugeſchrieben, bald ihn mit dem emphyteuta&c. vor einerley angeſehen, wie z. E. Rollandinus in Summa Notariæ cap. 1. rubr. de Notulis Eceleſiarum, ap. du Freſne v. Libellus von der Emphyteuf ſchreibet: Et contractus iſte ſecundum diverſas terrarum conſuetudines diverſis nominibus nuncupatur: dicitur enim Emphyteuſis, Precaria, Libellus, Cenfus, Fictum&c. Welche Ungewißheit denn durch die all⸗ gemeine Bedeutung des Worts affittare, ſo hernach im Italiaͤniſchen von jedweden Vermiethen gebraucht worden, ſcheinet vermehret zu ſeyn. IV Von denen Apriſionibus. Es waren dieſes gewiſſe hauptſaͤchlich unter denen Carolingiſchen Kai⸗ = ſern alſo genannte Guter, welche denen ſich unter Fraͤnkiſchen Schutz begebenden Spaniern angelwi ſen, und von ihnen aus unfruchtbaren Oertern zu fruchtbaren Laͤndern gem acht worden. Dominicus de Præro- gatiwa allod. c. Xl. H. 2. haͤlt davor, daß ſie ihren Namen von aperire haben„weil ſie nemlich aus wuͤſten Oertern angebauet, und gleichſam er⸗ oͤfnet worden. Nun heiſſet zwar aperireterram bisweilen ſo viel als um⸗ pfluͤgen„und apertæ terræ gepfluͤgte Laͤnder vid. du Freſne v. apertæ terræ, aperꝛre terram. Ich ſ ollte aber glauben, daß man ſie in ſ olchem Fall viel⸗ leicht eher apertiones, aperturas oder dergleichen wuͤrde genannt haben, weil ſolche Woͤrter insgemein nicht von dem Præſenti oder Infinitivo Ha⸗ ern —.,———— —·„ͤ—— ͤ„ Urkun ah. dien ih ie en be nun chkeit 4 nterſt aien. lodes mans- u e zeil de, anl au techte awie frben miet, igs n emis⸗ n W unch⸗ faſt uder Ihab in ſo hal uhr ta& nar ad. anr. Emp enſue um nes 5, PaMcla, durch int all⸗ aͤniſe 4 von t au Wh ngiſe un Kai⸗ 3 Huchutz zicus crd- en ve w'erre d gle d im el⸗ ſo vi ahs un⸗ 9. 0 6 M terne, du Hullril⸗ 2)o de 13 dern von denen Supinis gemacht werden. Du Freſne 5. v. haͤlt davor, daß es ſo viel als adportiones oder angewieſene Theile bedeuten ſolle. Es iſt aber ſolches wegen der wenigen Verwandſchaft, ſo ſich zwiſchen aprilio und adportio befindet, gar nicht wahrſcheinlich, und weiß er zu Beſtaͤrkung ſeiner Meinung auch nichts weiter anzufuͤhren, als daß es in dem racepto Ludovici Pi de A. Sr5. pro Hiſpanis- adporto genannt wuͤrde. Allein es hat nicht allein Dominicus c. ¹. bereits angemerkt, daß hier in der Ab⸗ ſchrift gefehlet, und in dem Original apriſionem ſtehe, ſondern es hat auch Haluzius in ſeinen Capitularibus Tm. I. P. 551. wider apriſionem drucken laſſen. Meines Bedunkens ſo halte ich davor, daß es von ad oder a und priſio zuſammengeſetzet, und ſo viel als eingenommene, er⸗ griffene Laͤndereyen bedeute. Es kommt mir ſolche Ableitung um des⸗ willen wahrſcheinlich vor. 1) Weil ſie mit der Sache ſelbſt uͤbereinkommt, indem die Apriliones dergleichen Laͤndereyen waren, welche die fluͤchtigen Spanier auf Erlaubniß der Fraͤnkiſchen Koͤnige in denen wuͤſten Orten einnahmen und bebaueten. 2) So heiſſet es ausdruͤcklich in Præcepto Ca- roli M. de A.§12. ap. Baluz. II. p. 5o. von dieſen Guͤtern Hiſpanos noſtros. qui ad noſtram fiduciam de Hiſpania veniemes per noſtram datam li- centiam erema loca ſibi ad laboricandum propr;ſerunt, und wird das Wort borpriſium, propreſa wegen gleicher Urſach ebenfalls von dem zu einem Hauſe oder Schloſſe gehörigen Bezirk gebracht. In einer Urkunde de A. 1218. in Hiſtor. Caſtilion. p. 39. ap. du Freſne v. Porpreſum. Excepta domo ſua de Calloé,& propreſtir ejusdem domus, ſicin infra murum hodie continetur. 3) Selbſt das Wort appriſio wird von dergleichen Ein⸗ nehmung der Guͤter gebraucht. In Epiſt. Stephan. III. ad Archi- Ep. Nar- Fon. ap. Catellum lib. 5. rer. Occitan. p. 773. cit. à du Freſne 5. v. Statuentes — ur nulli unquam parvo aut magno homini liceat quamlibet for- ciam vel appriſionem in omnibus rebus ejus facere. Von dem Barba⸗ riſch⸗Lateiniſchen Priſa, Franzoͤſiſchen Priſe, Engliſchen Duiꝛe, und Teutſchen Preiß,(Preiß geben,) nichts weiter anzufuͤhren. Im Spaniſchen ſcheinet das Wort: Aprigion, welches eine Schaͤferey bedeutet, von dieſen Apri⸗ ſionibus gemacht zu ſeyn. Was nun die Beſchaffenheit dieſer Guͤter ſelbſt anbetrift, ſo beſtund ſolche hauptſaͤchlich in folgenden. 1) Es waren, angefuͤhrtermaſſen, Guter, welche die vor denen Saracenen flüchtige Gothen oder Spanier(Spani werden ſie bereits nach der Teut⸗ ſchen Ausſprache in“ II. ap. Fallux, 1. 11. p. 1503. genannt) 4 2 jn 2) O(S in Septimanien oder in dem Narbonveliſchen auf erhaltene Erlaub niß der Fraͤnkiſchen Koͤnige in denen wuͤſten Oertern eingenommen, und ſolche zu ihrem Nutzen bebauet und fruchtbar gemacht haͤtten. Es beweiſen ſol⸗ ches faſt alle von denen aprilionibus handelnde Stellen. So heiſſet es z. E. in dem angefuhrten Præcepto Caroli M. in der Ueberſchrift: k10ceſt præceptum conceſſionis atque donationis, quam fecit Karolus Impera- tor profugis Hiſpanis, und in dem Præcepto ſelbſt ſtehet annoch auſſer der bereits erwehnten Stelle: Et ipſi per noſtrum donitum deeremo per noſtram datam licentiam retraxerunt. In dem Præcepto I. Ludovicz Pii de A SFi. ap. Baluz. T. f. p. Jſo. in proæmio und c. y. Sed liceat tam iſtis Hiſpanis, qui præſenti tempore in pracdictis locis reſident, quam his, qui adhuc ad noſtram fidem de iniquorum poteſtate&c. Ein gleiches bekraͤftiget ihnen noch nachdruͤcklicher Carolus Calvus ap. SFalaz. TI. I1. p. 29.. 6. Placuit etiam nobis illis concedere, ut quic- quid de heremi fqualore in quoliber Comitatu ad cultum frugum traxerint, aut deinceps infra eorum apriſiones excolere potuerint, integerrime teneant atque poſfideant, ſervitia tamen regalia infra co- mitatum, in quo conſiſtunt faciant. 2) Es hatten die Beſitzer derſelben Recht, ſolche Guͤter nach ihrer Bequemlichkeit einzurichten, und ſie, wie es ihnen gefaͤllig, zu nutzen z. E. Weiden zu machen, Holz zu faͤllen, die Baͤche zu leiten ꝛc. ap. Baluz. cit. 1. c.§. Liceat eis ipſas res cum tranquillitate pacis tenere& poſflidere,& ſecundum antiquam conſuetudinem ubi- que paſcua habere& ligna cædere,& aquarum ductus pro ſuis neceſſi- ratibus, ubicunque pervenire potuerint, nemine contradicente juxta priſeum morem temper deducere. 3) Sie hatten die Freyheit ſolche un⸗ ter ſich auf alle Art zu veraͤuſſern, z. E. zu verkaufen, zu vertauſchen, zu ver⸗ ſchenken, zu vererben 0 1. c. 7. Et omne eorum poſleſſiones ſive apri- ſiones inter ſe vendere, concambiare, ſeu donare, poſterisque relin- quere omnino liceat. Et ſi filios aut nepotes non habuerint, juxta le- gem eorum alii ipſorum propinqui illis hereditando ſuccedant; ita videlicet, ut quicunque ſucceſſerint, ſervitia ſuperius memorata per- ſowere non contemnant. 4) Sie hatten auch die Freyheit andern von ihren Laͤndern hinwiederum etwas einzugeben, und ſie in ihren Dienſten zu gebrauchen, uͤber welcheLeute ſie, auſſer in wichtigen peinlichen Jaͤllen die Ge⸗ richtbarkeit hatten. Und wenn ſolche Leute die ihnen eingegebene Laͤnder ver⸗ anheim. & lieſſen, als welches ihnen erlaubet war,ſiel alles ihnen, als ihren Herrn wieder o Aaut er 3, u bewe S 25 he ſa rift: dus li na. moch inſſer Lerel aihher J. I Ma Se dtaat s rel ht, tgeſtat Iac. Calv amo. ut ai⸗ m otuie mn. infra a de ht ſie, un die he te inei Agoi⸗ nis 1 an fli- ent ta tſo Man⸗ hem d el⸗ ſi aSri- squ asln. t, j anr le- eda n ita not eon am um von Di in zu aͤll 1meGe⸗ eE mryer⸗ Del Wolle um — )o( 85 227 agheim. Praæc. Ludov. Pii c. 3. 87. 7.1. p. So.& Coroli Calvi. 4. 8 F. 7. 11. p. 27. a. Halux. Et ſi quispiam eorum in partem, quam ille ad ha- bitandum ſibi excoluit alios homines de aliis generationibus venientes adtraxerit& ſecum in portione ſua, quam apriſionem vocant, habitare fecerit, utatur illorum ſervitio absque alicujus contradictione vel impe- dimento. Et ſi aliquis ex ipſis hominibus, qui ab eorum aliquo adtractus elt& in ſua portione collocatus, alium i. e. Comitis, aut Vicecomitis, aut Nicarii ant cujuslibet hominis ſenioratum elegerit, liberam habeat li- centiam abeundi; veruntamen ex his quæ pofiidet, nihil habeat, nihil- que ſecum ferat, ſed omnia in dominium& poteſtatem prioris ſenio- ris pleniſſime revertantur. 5) Ja ſie hatten auch unter ſich ſelbſt ihre ei⸗ gene Gerichtbarkeit, und durften weder ſie noch ihre Leute vor denen Grafen erſcheinen, auſſer wenn die Anklage Mord, Raub oder Brand anbetraf. IDid. c. 2.& 7. II. c. 3. Et nili pro tribus criminalibus actionibus i. e. ho- micidio rapto& incendio, nec ipſi nec eorum homines à quolibet Co- mite aut Miniſtro judiciariæ poréſtatis ullo modo judicentur aut diſtrin- gantur; ſed liceat ipſis ſecundum eorum legem, de aliis hominibus judi- eia terminare,& præter hæc tria& e ſe& de eorum hominibus ſecun- dum propriam legem ornia muruo definire. 6) Doch ſtund es ihnen frey nach dem Exempel anderer freyer Leute ſich dem Grafen als Vaſallen zu un⸗ terwerfen, und Lehnguter von ihm zu empfangen. 701. c. 6. 89 7. II. c. 10. Novéerim praterea iidem Hiſpani ſibi licentiam à nobis eſſe concei- ſam, ut ſe in Vaſlaticum Comitis noſtri, ſicut alii Franci homines com- mendent. Et ſi aliquod beneficium quisquam eorum ab eo, cui ſe com- mendavit, fuerit conſecutus, ſciat ſe de illo tale obfequium ſeniori ſuo exhibere debere, quale noſtrates homines de ſimili beneficio ſenioribus fiis exhibere ſolent. 7) Sie waren dabey von allen Privatauflagen und Abgiften befreyet. Denn ſo wird es in Pracept.(aroli M1. 7.2. 5. 799. un⸗ ter die ungerechten Unterdruͤckungen gerechnet: quogd beboranias illis ſu- Perponatis. Und hernach wird ausdruͤcklich verboten: Nullum cenſum ſuperponere præſumatis. Imgleichen in cit. Præc. Ludovici Piic.. 7. I. P. Jyo. und Capit. Caroli C. c. 2. 1. 17.5. 27. Alius vero cenſus ab eis neque à Comite, neque à Junioribus& miniſterialibus ejus exigatur. Auſſer was ſie ihren Grafen aus Gutwilligkeit und zur Dankbarkeit geben wollten. Thid. T0m. II. p. 29. c. 9. Si autem illi propter lenitatem& manſuetudi- nem Comitis im, eidem Comiti Sonors& obſequii gratia quippiam de E 3 rebus —eeee 1— ———— 2* 52)O( rebus ſuis exhibuerint, non hoc eis pro tributo vel cenſu aliquo compu- retur. 8) Hingegen waren ſie, wie andere freyeLeute, verbunden, alle oͤffentli⸗ che zuErhaltung des Staats erforderliche Dienſte und Laſten mit zu verrich⸗ ten und zu tragen z. E. unter ihrem Grafen mit zu Felde zu gehen, den Feind zu recognoſciren, Wachen zu thun, die Kaiſerlichen èbgeordneteoder frem⸗ de Geſandten zu verpflegen und ihnen Vorſpann zu geben ꝛc. Ibid. c. 1.&O T. II. p. 27. Ot ſicut ceteri franci homines cum Comite ſuo in exercitum ſ˖—·ͤ———óe ⁊— 2lG pergant,& in marcha noſtra juxta rationabilem ejusdem Comitis ordi- nationem atque admonitionem explorationes& excubias, quod uſitato vocabulo Wactas dicunt, facere non neglegant,& Miſſis noſtris, quos pro rerum opportunitate illas in partes miſerimus, aut Legatis, qui de partibus Hiſpaniæ ad nos trausmiſſi fuerint, paratas faciant,& ad ſub- vectionem eorum veredos donent. 9) Dieſe Guͤter wurden mit zu dem Kaiſerlichen Fiſco, oder denen Kammer⸗Guͤtern gerechnet, und nicht als voͤllige Eigenthums⸗Guͤter der Beſitzer, ſondern als vom Kaiſer angewieſe⸗ ne und eingegebene Laͤnder angeſehen. Præcept. Caroli M. ap. Haluz. I. 1. p. 499. Et dixerunt, quod aliqui pagenſes fiſcum noſtrum(worunter all⸗ hie nur die Apriſiones verſtanden werden koͤnnen) ſibi alter alterius teſtifi- cant ad eorum proprietatem,& eos exinde expellant contra juſtitiam,& tollant noſtram veſtituram, quam per triginta annos ſive amplius veſtiti fujmus. Und dieſerwegen wird denen Grafen und ihren Nachgeordneten ausdrůcklich in eben dieſem Præcepto anbefohlen, dahin zu ſehen, daß dieſe Laͤnder nicht zu Eigenthums⸗Guͤter gemacht werden: Ut neque vos— ne- que ad proprium facere permittatis. 10) Daß endlich nach dem Exem⸗ pel der fluͤchtigen Spanier auch die Kloͤſter und andere ſich dieſer Erlaubniß, die wuͤſten Stellen einzunehmen und zu bearbeiten zu bedienen gewuſt, z. E. in der Urkunde Ladovici Pii de A.§2 5. ap. Baluz. Append.MM. Vet. p. 1725. i5i: Cum prædicto manaſterio& monachis ibi degentibus, una cum re- bus, quæ tam ipſi ex heremo traxerunt, vel ex adpriſſiouem acceperunt. b 5 Pauer⸗ V. Von denen Bauer⸗Guͤtern. Guter.— deil im weitlaͤuftigen Verſtande unter denen Bauer⸗Guͤtern faſtalle D uͤbrige bey dieſem d. zu erklaͤrende Land⸗Guͤter begriffen werden koͤn⸗ nen, und wir uͤberdem, um im Stande zu ſeyn, die Natur ſo vieler Ar⸗ ten deſto beſſer einzuſehen, und zu erlaͤutern, billig einige allgemeine An⸗ merkungen von denen Land⸗Guͤtern der Teutſchen vorausſetzen mäſſeu⸗ aue ———— ——— — —,.— Äalich e pu. den, J 6 atli⸗ gefen, uheind deteo mrem⸗ fbid. 7 in e maitum Com anordi- quc uh kato noftr.; Rjuos gatis gni de —,& aſub. rmit iatem nd n ials ang in ſe⸗ vatar aI. Ruw iml⸗ eerrus an fi- ſtiti un R. dhu a d Hoet meten en, iinn dieſe ue VSW- ne- h der nrem⸗ er Er uboniß gew inz. E. Jat 42ſ. „un uum re⸗ In a na Tümt. ate ſaſtale nwiwa 19 rſo era allg. m ne ⸗ )O(S8- 23 auch ferner einige Fragen ſo beſchaffen ſind, daß ſie bey denen mehreſten Guͤtern vorkommen, und es alſo hinlaͤnglich iſt, um alle unnuͤtze Wieder⸗ hohlung zu vermeiden, ſolche an einem Ort abzuhandeln; ſo wird es ich am beſten ſchicken, wenn wir ſolche Materien allhie betrachten, und nach Anleitung derjenigen Lehrer, welche dieſelbe nicht aus fremden Roͤmiſchen Geſetzen, ſondern aus denen wahren Gruͤnden nemlich aus denen Teut⸗ ſchen Geſetzen, Nachrichten, Urkunden und Gewohnheiten unterſuchet und eroͤrtert haben, z. E. Babmer, Eſtor, Gœbel, Pertſch, Potgieſſer, Strube, Thomaſaus und andere, auf welche wir zugleich den geneigten Le⸗ ſer, der von dieſem oder jenem eine weitlaͤuftigere Ausfuͤhrung verlangt, wollen verwieſen haben. Wenn, ſage ich, wir unter Anfuͤhrung die⸗ ſer beruͤhmten Maͤnner allhie eine allgemeine aber doch kurze Abhandelung von denen bey denen Teutſchen uͤblichen Land⸗oder Bauer⸗Guͤtern voraus ſetzen, und die vornehmſten dabey vorkommende ſtreitige Fragen mit we⸗ nigem zu entſcheiden ſuchen. Es iſt eine bekandte Sache, daß die alten Teutſchen ſich wenig um den Ackerbau bekuͤmmert, ſondern ihren Unterhalt lieber durch Krieg und Rau⸗ ben geſucht. Tacitus de morib. German. Cap. 14. Nec arare terram aut exſpectare annum tam facile perſuaſeris, quam vocare hoſtes& vul- nera mereri, pigrum quinimo X& iners videtur ſuüdore acquirere, quod poſſis ſanguine parare. Auſſer wenn das Alter und die Schwach⸗ heit ſie in den Krieg zu gehen verhinderte, da ſie denn mit denen Weibern die Beſtellung der Aecker beſorgeten. Tacit. ibid. c. 15. Fortiſſimus quis- que ac bellicoſiſſimus nihil agens, delegata domus& penatium& agro- rum cura fœminis fenibusque& infirmiſfimo cuique ex familia, iphi habent. Sie uͤberlieſſen alſo den Ackerbau hauptfaͤchlich ihren Knechten, welche ihnen davor etwas an Getreide, Vieh, Kleidung und dergleichen ge⸗ ben muſten, ſonſten aber im Hauſe ihnen weiter keine Aufwartung leiſteten. ldem c. l. cap. 25. Ceteris ſervis non in noſtrum morem deſcriptis per familiam miniſteriis utuntur. Suam quisque ſedem, ſuos penates regit. Frumenti modum dominus aur pecoris, aut veſtis ut colono in jungit, & ſervus hactenus paret. Cætera domus officia, uxor ac liberi exſe- quuntur. Weil aber dieſelben Aecker denen Herrn nicht beſtaͤndig blieben, ſondern ihnen faſt alle Jahr andere angewieſen wurden. Mem c. 25. Agri pro numero cultorum ab univerfis per vices occupantur, quos mox inter ſe ſecundum dignationem partiuntur: facilitatem partiendi sam- 24 3) o(8½ —.— A 1 ☛ camporum ſpatia præſtant. Arva per Annos mutant,& ſupereſt ager. Nec enim cum ubertate& amplitudine ſoli labore contendunt, ut po- maria conſerant,& prata ſeparent,& hortos rigent, ſola terræ ſeges im- peratur. Womit auch Caſar de Bello Gall. Lib. 1L. cap. 1. uͤbereinſtimmt, imgleichen Lib. V. cap. 22. allwo er alſo ſchreibet: Agriculturæ non ſtu- dent, majorque pars victus eorum lacte& caſeo& carne conſiſtit. Ne- que quisquam agri modum certum, aut fines proprios habet, ſed magi- ſtrarus& principes in annos ſingulos gentibus cognationibusque homi- num, qui una coierunt, quantum eis& quo loco viſum eſt, attribuunt agri, atque anno poſt alio transire cogunt. So iſt auch leicht zu erach⸗ ten, daß die Abgiften ihrer Knechte nicht alle Jahr einerley geweſen, ſondern ſolche von dem Herrn nach der Beſchaffenheit der eingegebenen Laͤndereyen eingerichtet worden. Wie aber hernach die Franken anfingen, einen ordent⸗ lichen Staat aufzurichten, ſo hoͤreten auch bey ihnen die Herumſchweifun⸗ gen, und daraus herruͤhrende Veraͤnderung der Aecker auf. Wathiar Lib. J. Tii tor. Sunt Franci nequaquam campeſtres aut vagi, ut plerique bar- barorum. Und weil uͤberdem bey ihren vielen eroberten Provinzen alle Be⸗ diente ihre Beſoldung aus gewiſſen eingegebenen Guͤtern und Laͤndereyen zogen, wie wir oben angemerkt; ſo iſt auch leicht zu erachten, daß ſie mehr, wie vor dieſem auf die gute Einrichtung ihres Ackerbaues werden geſehen, und daß alſo auch ein jeder ſowohl damals, als in denen nachfolgenden Zeiten nach ſeinem Gutbefinden die Veranſtaltung wird gemacht haben, unter was vor Bedingungen ſeine Knechte, theils die ihnen zu ihrem Ge⸗ brauch eingegebene Aecker innhaben, theils zu Beſtellung derjenigen, wel⸗ che der Herr zu ſeiner eigenen Unterhaltung, oder uͤberhaupt zu ſeiner Land⸗ haushaltung behielte, behuͤlflich ſeyn ſollten. Aus denen erſtern entſprun⸗ gen die Abgiften an Getreide, Vieh, Geld und dergleichen, die letztern brachten die Dienſte hervor. Obes nun gleich unſtreitig einem jeden Herrn frey ſtund, dieſe Einrichtung mit ſeinen Knechten ſo zu machen, wie es ihm beliebete, und alſo ſolche ſehr unterſchiedlich ſeyn konnte, und auch, wie die mancherley Guͤter und Abgiften davon lehren, wuͤrklich geweſen; ſo geſchahe es doch auch oͤfters, daß wie in andern Sachen, alſo auch hier, ſich viele nach ihren Nachbarn richteten, und ihre Verfaſſung nach deren ihrer anordneten, oder daß uͤberhaupt ein maͤchtiger Herr der einen ganzen Strich Landes beſaß, denen mehreſten ſeiner Knechte unter glei⸗ chen Bedingungen die Laͤndereyen eingab, oder daß bey Uebertragung 53 65 — — ——,———ͤ 2 — ꝗ—— ———— ———„———=2—————— Übere i tit, dulturx an ſtu. conſt 1 Ne- bet, ongi. Idusq eomi- eſt, a muunt Acht z atach⸗ eſen, aern inen ah nt⸗ Uſchn aun⸗ 'a M riqu aur⸗ AA ſe⸗ Lam ien daßſt ahey deg he, achfe ubiden Jacht hen, zuih an Ge⸗ henig un wel⸗ ſeit mand⸗ erne mrun⸗ „di uteen nied iwerrn chen unie es 2, t much, lich un eſen, en, auch rfaf un nach derr 2 eigen te r t une jeile trg 3 Guns aterrd 2 gim. 99)O( S⸗ 25 Guts ſich die bisherigen Bewohner gefallen lieſſen, ſolches unter gleichen Rechten, wie die uͤbrigen ihrem Herrn zugehoͤrige Landleute ihre Guͤter be⸗ ſaſſen, inn zu haben. So heiſſet es z. E. in einer Precarey-Formul in Formaul. Lindenbrog. ap. Baluz. TI. II. p. 5ο. Propterea hanc precariam dominationi veſtræ einittimus, ut quandiu vobis placuerit, ur eam teneam absque ullo veſtro præjudicio, quicquid reliqui accolani veſtri faciunt nos reddere ſpondemus. Woher es denn vermuthlich ſeinen Urſprung hat, daß oͤfters in einer ganzen Gegend faſt alle Bauern ihre Guͤ⸗ ter unter gleichen Bedingungen und Benennungen beſitzen, welche an an⸗ dern Orten nicht gefunden werden. Weil aber doch oͤfters die unterſchie⸗ dene Beſchaffenheit der Leute, denen man die Laͤnder eingab, oder der Laͤn⸗ der ſelbſt; oder andere nach und nach insbeſondere vorgefallene Umſtaͤnde, denen Herrn Anlaß gaben, die Be ingungen bey dieſem oder jenem an⸗ ders einzurichten, ſo konnte es ſich andern theils gar leicht ereignen, daß oft in einem Dorf die Bauern ihre Guͤter unter unterſchiedenen Rechten und Namen beſaſſen, und fand ſich ſolches vornemlich hey denen Kloͤ⸗ ſtern und Geiſtlichen Stiftern. Denn weil ſolche ihre Guͤter insgemein von unterſchiedenen Herrn nach und nach erwarben, ſo bekamen ſie auch ſehr viele Arten von Bauerguͤtern, ſo daß ſie um der Ordnung willen oͤfters beſondere Verzeichniſſe von eines jedweden Guts oder Hofes Dien⸗ ſten und Abgiften machen mußten, wie ſolches z. E. das Polypricum(denn ſo ward dergleichen Regiſter genannt) Foſſatenſè ap. Baluz. Tom. II. p. 1387. ſegq. das Regiſtrum Prumienſè A. Leibnit. Collecz. Etymolag. P. II. p. 4 9. ſegq. das Breviarium Caroli M. ap. Eund. 1. c. p. 319. fa†g. das Re- giltrum Monaſterii Capellenſis, deſſen Herr Waldſchmidt in Diſſ. de bo- nir zu Waldrecht. 1. lit. 10. Erwehnung thut ꝛc. mit mehrem bezeugen. Wobey auch derjenigen Muthmaſſung nicht zu verwerfen iſt, welche glau⸗ ben, daß wie die Lehnguͤter aufgekommen, vieles von deren Eigenſchaften bey denen gemeinen Bauerguͤtern mit eingefuͤhret, und ſolche nach deren Beyſpiel eingerichtet worden. Wie wir davon in denen nachfolgenden Ab⸗ handlungen hin und wieder die Spuren und Proben angemerkt haben. Ob ich gleich nicht davor halte, wie einige wollen, daß alle Bauerguͤter nach der Verfaſſung und dem Muſter der Lehne angeordnet worden, weil aus der obangefuͤhrten Stelle Pacni erhellet, daß ſchon vor Einfuͤhrung der Lehnguͤter, die Eingebung der Aecker unter gewiſſen Abgiften bey denen Teutſchen gebraͤuchlich geweſen. D Was 26) Oo(⸗ MWas nun die Perſonen anbetrift, denen man die Guͤter eingegeben, und deren unterſchiedene Beſchaffenheit mit zu der Mannichfaltigkeit der⸗ ſelben Anlaß gegeben; ſo hat es zwar ſeine Richtigkeit, daß es insgemein, nicht allein in denen aͤlteſten, ſondern auch nachfolgenden Zeiten, bey denen Teutſchen die Knechte geweſen, welche den Ackerbau beſorget, wie ſolches unter andern die unzaͤhlichen Urkunden von veraͤuſſerten Guͤtern bey Dou- blet, Mabillon„Schaten, Schannat, Goldaſt&c.&c. Da immer die bey denen Guͤtern befindlichen Knechte und Maͤgde zugleich mit verkauft oder verſchenkt, und wie ein anderes Zugehoͤr eines Landes gerechnet worden fattſam bezeugen. Denn z. E. in Chron. Fontanell. ap. d Acher) Spicil. T. II. b. 270. Edit. nov. ſtehet: Largitus eſt— manſum in Magaciaco villa— eum vineis& mancipiis. In dem Stiftungsbrief Graf Molfoaldi de 4. 7⁰9. bey Calmet Preuves de Hiſtoire de Lorraine Tbnu. I. p. 26 ¾. heiſſet es faſt bey allen Schenkungen: cum caſis, domibus, ædificiis, mauciiis, maniis, campis, pratis, vineis, filvis&c. Und in einer andern Schen⸗ kung de A. 884. 2p. Eund. I. c. p. 319. nachdem alle Pertinentien der ge⸗ ſchenkten manſorum durch eine der vorigen aͤhnlichen Formul angedeutet worden, wird zuletzt hinzugefuͤget: Servientes vero ad easdem res perti- nentes, his nominibus, Stephanus Albo&c. Dieſerwegen wenn ſie allen⸗ fals nicht bey dem Gute bleiben ſollten, mußten ſie bey deſſen Verſe chenkung ausdruͤcklich ausgenommen werden, wie z. E. ad p. 723. In der Stifrung der Abtey Prum von K. Pipino de 4. 763. ap. Eund. p. 277. Cum appen- diciis, vel omni integritate ſua, præter aliqua mancipia his nominibus Widramno&c.— Hæc igitur mancipia ad noſtrum opus retinuimus, in reliquo vero ipſam villam cum omm inregritate ſua ad ipſum ſanctum locum tradimus atque transfundimus. Allein auch denen Knechten ſelbſt wurden zuweilen die Guͤter mit beſondern Vorrechten von ihren Herrn eingegeben, wie ſolches die merkwuͤrdige Formul Marculfi ap. Palux. Tom. II. p. 42 5. n. 36. beſtaͤrket. Die Ueberſchrift lautet alſo: Si aliquis ſer- vo vel gafindo ſuo aliquid concedere volverit. Die Formul ſelbſt iſt dieſe: Ju⸗ ſtiſſimis noſtris ſublevantur muneribus, qut nobis fideliter& inſtanter famulantur officio. Ego in Deo nomine ille fideli noſtro illo. Pro reſpe.- Au fidei& ſervitii tui, quam circa nos im pendere non deſiſtis, promptiſ- fima voluntate cedimus tibi à die preſente locello nuncupante illo, aut manſo illo infra termino villa noſtra illa, cum omni ad jacentia ad ipſo locel- Waut manſello aſpiciente, terris, domibus, mancipiis, vineis, pratella, ſil- vola, ——— ter eil gsga ichfalt K es in aahhein, get, n ulches itern mnov. imm pe bey tverk zun oder echne u yrden 9) 92 8 2 1. ciaco n— offod dih A. 5. 205 R iſet is, I mll, dern en⸗ atien mnge⸗ RXAAAR dem mperti- venn un len⸗ Verſt mung ders isrung Cur uu pen- nis m umubus ss ret ummus, pfun Anckum Knec un ſelbſt en iht aderrn ulfi& h 1alts. 584 iis ſer⸗ ſiſe: he ban⸗ llo. u reſpe iſtis, ua mpil pan alo. nt ria a gt b lockl 18, EnMr els, I ok, 898) 0( Se⸗ 27 vola, vel reliquis beneficiis ibidem aſpicienrtibus, ita ut ab hac die ν§% jure proprietario, ſi ita convenit, aut ſub reditus terræ, in tua revoces po- teſtate,&' nulla funçtiene aut reditus terræ vel paſcuario aut agrario carropera, aut quodcunque diei poteſt, exinde ſolwere nec tu, nec tua poſteritas nobis nec heredibus noſtris, nec cuicunque poſt nos ipſa villa poiſederit, non debeatis, nuiſt tantum, ſi ita vult, ria;(einen gewiſſen Zinß) ſed inſum omnibus diebus vitæ tuæe aut heredis tui ernu- viter debeatis poſſidere, vel quicquid exinde facere volweritis liberan babea- tis poteſtatem. Si quis vero&c. Ferner ſo gaben auch die Freylaſſungen denen Herrn Gelegenheit ſich dieſes oder jenes von denen Freygelaſſenen und ihren Guͤtern vorzubehalten, wie ſolches von da Freſne v. manunniſ fio und Herrn Potgieſſer de Statu ſervorum Iih. II. Cap. 9. edit. nov. an⸗ gemerket worden, und vermehrete alſo auch dieſes zu Zeiten die Anzahl der mancherley Arten von Guͤtern. Drittens ſo war es auch nicht ganz unge⸗ woͤhnlich, daß bisweilen freye Leute aus Armuth oder andern Urſachen genoͤthiget wurden, die Bauerguͤter von denen Kirchen oder andern Herrn anzunehmen, und daß ihnen in dieſer Abſicht ſolche unter denen ge⸗ woͤhnlichen Bedingungen eingegeben wurden. So wird z. E. in Z. Me- mann. TIIt. 23. c. 1. ausdruͤcklich der Freyen Bauern gedacht: Liberi au- tem Eccleſiaſtici quos colonos vocant, omnes, ſicut& coloni Regis, ita reddant ad Eccleſiam. Und ob ſolche alſo gleich denen Dienſtleiſtun⸗ gen wie die uͤbrigen Bauern unterworfen waren. bid. c. 3. Et opera quæque impolſita ei fuerint ſecundum mandatum, aut quomodo lex habet, ſi non adimpleverit, ſex ſolidis ſit culpabilis, wurden ſie doch ſonſten wie andere freye Leute angeſehen. Ibid. Tit. 7. Quicunque li- berum Eccleſiæ quem colonum vocant, occiderit, ſicut alti Alamanni ita componatur. Welches noch deutlicher durch die von Herr Potgieſ- ſer cit. l. p. 206. angefuͤhrte Stelle aus der Urkunde Ottonis II. de 9: Ingenui, qui ex inopia ſervorum, in locis Eccleſiaſtici patrimonii con- ſtituuntur colom, und andere daſelbſt befindliche Zeugniſſe bekraͤftiget wird. Ja ſelbſt aus dem L. Bajuvariorum Tit. Vll u. II. c. z. 2., allwo der Land⸗ und Feldbau als eine Knechtiſche Verrichtung angegeben wird, erhellet doch zugleich, daß auch freye Leute ſolchen beſorget. S1 quis die do- minico, heiſſet es, operam ſervilem fecerit liber bomo, id eſt, ſißoves jun- xerit,& cum carro ambulaverit, dextrum bovem perdat. Si autem ſepem clauſerit, aut meſſem ſecaverit vel collegerit, vel aliguod opur D 2 ſervi- 8 ☛. ſervile fecerit die dominico, corripiatur ſemel vel bis. Et ſi non emen. daverit rumpatur dorſus ejus quinquaginta percuſſionibus.— Et ſi nec fic ceffaverit, tunc perdat libertatem ſuam& ſat ſervus, qui noluit in die ſancto eſſe liher. Dieſen kann man noch hinzuͤfugen, die von dem Herrn von Gæhelin Diſſ. de Jure&& Nudicio Ruſticorunn p. 36. beygebrach⸗ * 8 2 8 te Urkunde des Hamburgl tiſchen Colonis unter ſehr vortheilhaften Bedingungen beſetzet, und de⸗ nen erſtern die ungekraͤnkte Behaltung ihrer Freyheit verſprochen wor⸗ den. Si quis ad nos, lautet es, liber intraverit, ſée ſicut eſt, liberum profeſſus fuerit, libertate ſua, ſi velit, utatur. Woraus denn die Ein⸗ theilung der manſorum in ingenuiles& ſerviles, welche unten bey der Abhandelung von denen manſis erklaͤret werden wird, entſtanden. Unter⸗ deſſen weil dieſe Exempel doch ſeltener, und hingegen bey denen mehre⸗ ſten Guͤtern die darauf wohnende und dazu gehoͤrige Leute oder Bauern⸗ Knechte geweſen; ſo fraͤget man billig, woher es denn gekommen, daß man ☛ heutiges Tages ganze Provinzen in Teutſchland antrift, worinnen alle = dieſe Leute vor frey gehalten werden, und auf was vor Art ſo viele tauſend Bauern auf einmal von ihrer perſoͤnlichen Dienſtharkeit gewiſſer Maß⸗ ſen befreyet worden. Die gewoͤhnliche Antwort iſt: Es waͤre ſolches durch die haͤufige Freylaſſungen geſchehen, und fuͤhret man zu dem Ende an. 1) Man finde von dergleichen in Spanien und Frankreich geſchehenen allgeweinen Freylaſſungen die ausdruͤckliche Zeugniſſe bey du froſue u. mauumiſſio. So meldet z. E. Hubertus in Hiſt. S. Amam von Koͤnig Lu- dovico VII. A. 1180. Servos& ancillas, quos Homines de conpore ap- pellamus quicunque erant Aurelianis& in ſuburbiis& vicis& villu- lis infra quintam leucam exiſtentibus, eorumque flios, filiasque ab amni fervitutis jugo abſolvit,& tanquam qui ingenu nati fuerant, vult permanere lieros. Und Koͤnig Ludovicus IIutinus hebt alle Knechtſchaft im ganzen Koͤnigreich bey denen ihm zuſtehenden Luten auf: Et ordenons. que generaument par zout noſere loyaume de t ant comme il peut apartenir à nous& à nos fuccelſeurs, teler ſerwitudes Hient ramenté à fran“e. Es waͤre alſo auch eingleiches von Teutſchland, zu vermuthen. 2) Auch fehle uͤberdem es in Teutſchland nicht an Exempeln ſo wohl von denen, die zum Beſten ihrer Seelen von ihrem Tode und ſon⸗ feinmal iele Knechtelosgelaſſen, als auch, daß nsbeſonderemgan Ken au zen b ſchen Erzbiſchoffs Adalberi de à. 1142, kraft welcher gewiſſe darinnen benannte Doͤrfer, ſo wohl mit freyen als knech⸗ —-——— erru Smwlut en, A dem 56, he Wrach⸗ tepen Slnech⸗ eſetztt u d de⸗ erſprol wor⸗ vr Mℳ rum denmn in in⸗ unten an der anden Anter⸗ denen ayre⸗ der B u mn⸗ en, de han drich ille. NMN m d haß ſol March dem Ki an. h geſ ichenen H du A le d. on K m Lu⸗ de ce*¼ ap- vicis villu- „, fil aside ab nat rant, inus Mt. alle ehend euteg ywun me tant rejer a'ituds on T uuchland Hrar Decyalt n To aepdh⸗ eſom en 29 zen Oertern und Laͤndern denen Einwohnern zugleich die Freyheit ertheilet worden. So habe z. E. Mechtildis die Gemahlinn Ottonis Herzogs von Braunſchweig A. 1242. alle Leibeigene in Luneburg auf einmal gegen eine gewiſſe Summe Geldes freygelaſſen, kraft der von Pfelinger in not. ad Vitriar. Tom. II. beygebrachten Urkunde Mivenſos proprios bomines, heiſſet es, tam maſculos, quam feminas, quoscunque& quocunque modo eos, ſive ratione patrimonii, ſive ratione aliorum bonorum noſtrorum, inu ci- vitate Luneborg. manentes habemus, filios quoque èæ jilias inſorum, ſi quos progenuerint, nec non& omnes eorum ſucceſſores, ab omui ſervitute & pProprietate liberos dimittimus& ſolutos. Der Herr von Gæbel in Diſt. de Siuguleribus quibusdam Prediis Kuſticorun in terris Brunſu. Lu- neburg. p. 45. ſãa. will ſolches von denen uͤberwundenen und zu Knechten gemachten Slavis herleiten, daß nemlich in denen Provinzien, wo ſolche nicht hingebracht worden, man heutiges Tages keine Leibeigene finde. Er wiederleget dabey Zbomaſium, welcher in Diſſert, de Hominihus propriis è liberir Germanorum g. 97. Die Freyheit der Bauern der Aufrichtigkeit der Univerſitaͤten und denen darauf vorgetragenen und ausgebreiteten Lehren zuſchreibet. Doch haͤlt er es endlich auch vor wahrſcheinlich, daß die Gnade und Nachſicht des Herrn, und die unruhigen Zeiten an einigen Orten Anlaß zu dieſer Freyheit gegeben haben. Allein gleichwie die von der Zerſtreuung der Slaven hergenommene Muthmaſſung unter andern auch dadurch wiederleget wird, daß an denen Orten, wo im Xten Xlten und XIIten Jahrhundert die Menge von Knechten und insbeſondere auch von Mancipiis Slavicis gefunden worden, heutiges Tages nichts als freye Bauern angetroffen werden, wie z. E. im Halberſtaͤdtiſchen, Quedlinbur⸗ giſchen, Magdeburgiſchen, wovon man die von Serr Boͤhmer Hiſ. delmverf. uſticorum libertate g. 14. angeführte Sagittarii Antiquitater Magdebur- genſes, Aettneri 2nutiquitates Quedlinb. und Leuckfeld. Antiquit. Halberſtad. nachſehen kann. So hat auch der Herr G. R. Boͤhmer in eben der Diſſerta- tion ſehr vieles wieder die gewoͤhnliche erſtere Meinung von der allgemei⸗ nen Freylaſſung beygebracht. 1) So erhelle, ſetzet er§. 2, aus denen alten Freylaſſungs⸗Briefen bey Baluzio, Goldaſto und andern, daß durch dieſe Freylaſſung die Knechte von aller Dienſtbarkeit befreyet wor⸗ den, hingegen aber auch die bisher inngehabten Guter verlaſſen muſſen, ſogar, daß wenn ſie ſolche nachhero wieder antreten wollen, ſie eben dadurch wieder zu Knechten geworden, wie Zadianus dp. Geeaus, 5 b 30 3) O(S*r⸗ III. Rer. Alaman. p. J6. bezeuge: Ut, qui manumiſſus eſt, tamdiu li- bertate fruatur, quamdiu extra ſolum& patriam ſervituti obnoxiam agit: quod ſi redierit, priſtino ſervitutis jugo ſubjiciatur,& vere ſervus exiſtat. Ihre Freylaſſung waͤre alſo insgemein deswegen geſche⸗ hen, damit ſie ſich dem Geiſtlichen Stand wiedmen koͤnnten. Dieſe Umſtaͤnde aber kaͤmen mit der Beſchaffenheit unſern Bauern nicht uͤber⸗ ein, als welche auf ihren Guͤtern ſitzen geblieben. 2) Wenn ich die Herrn ja einige Dienſte von ihren Freygelaſſenen vorbehalten; ſo waͤren ſolches kei⸗ ne knechtiſche Ackerdienſte, ſondern ſolche, welche mit der Freyheit beſte⸗ hen konnen, z. E. Geiſtliche Dienſte laut des T29. X. de ſervis non ordin., geweſen, und waͤre alſo des 7adiani Zeugniß, welcher«. I. ap. Goldaſt. das Gegentheil bekraͤftige, nicht ſo ſchlechterdings anzunehmen, weil er es mit keinen Exempeln erwieſe. 3) So waͤren die vorgegebenen allgemeinen Freylaſſungen zwar wohl in Spanien und Frankreich bey denen Koͤni⸗ en, Herzogen und Grafen angegangen, weil ſolche, da ſie ſich die Dien⸗ evon ihren Freygelaſſenen ausbedungen, auch dieſelbigen unter ihrer Bot⸗ maͤßigkeit und Oberherrſchaft behalten, folglich im Stande geweſen, ſie zu ihrer Schuldigkeit anzuweiſen, wenig oder gar nichts dabey verlohren haͤtten. Hingegen Privatedelleute wuͤrden ſich ſchwerlich dazu entſchloſ⸗ ſen haben, weil ſolches bey ihnen weiter keinen Nutzen gehabt, als daß ſie ſelbſt denen Bauern die Mittel zur Wiederſpenſtigkeit, und zum Ungehor⸗ ſam in die Haͤnde gegeben. 4) So finden wir gar keine Nachricht, daß in Teutſchland dergleichen allgemeine Freylaſſung, ſonderlich von Edelleu⸗ ten, geſchehen waͤren, von welcher merkwuͤrdigen Begebenheit, die ohne⸗ dem an vielen tauſend Orten zu unterſchiedenen Zeiten muͤſte vorgefallen ſeyn, man doch ſonſten einige Spuren in denen Geſchichten und Alter⸗ thuͤmern antreffen wuͤrde. Er haͤlt alſo davor, daß die Bauern ihre ſogenannte perſoͤnliche Freyheit, daß ſie nemlich ohne Einwilligung des Herrn den Hof verlaſſen, ihre Kinder in die Zuͤnfte und Handwerker einnehmen laſſen, und ſich in die Staͤdte zu wohnen begeben duͤrfen ꝛc. nicht ausdruͤcklich und auf ein⸗ mal, ſondern ſtillſchweigend und allmaͤhlig erhalten, und daß folgende Urſachen dazu Anlaß gegeben. 1) Daß die Landesherrn um den Adel deſto niedriger und ſchwaͤcher zu machen, ſelbſt auf alle Art, dnderhich in denen Provinzen, wo der Adel nicht ſo maͤchtig geweſen, mit dazu gehol⸗ — fen haͤtten, die Bauern, ſo viel moͤglich, der Unterwuͤrfigkeit des Adels ————* —— el, in ihr li. tut od em lätur, Rere anten. eſe en nich u der⸗ h die me ja en ſoll zgkei⸗ Freyhe dſte⸗ nos in, Cold Mas eil er muit allga umen denen iii⸗ h die ⸗ ihrer h⸗ Aweſe e y ve n I em ihf alot ine Ung ⸗ ſcht, n n Ei ⸗ di nme⸗ vorg milen und Mer⸗ vper ziſche of ve ien, um t) in und 4 8 daß oſen im 1 Adel ſom un ch da wol eit Snh zu entziehen, und in einige Freyheit zu ſetzen, zumal da hernach bey Ein⸗ fuͤhrung der Steuern und Contriburion dem Landesherrn mit an der Erhaltung der Bauern gelegen geweſen. 2) Die Kreutzzuͤge, als welche nicht allein denen Bauern Gelegenheit gegeben, ohne Einwilligung ihrer Herrn mit großen Haufen davon zu ziehen, ſondern auch ſelbſt der da⸗ durch verurſachte Mangel ſo wohl der Edelleute als der Bauern, jene be⸗ wogen, theils damit ſie nur ihre Guͤter beſetzen koͤnnten denen Bauern groͤßere Rechte zu verſtatten, theils auch, damit die gleichfalls verodete Staͤdte wieder angefuͤllet werden koͤnnten, ihren Kindern die Freyheit hin⸗ einzuziehen zuzuſtehen, dieſe hingegen in den Stand geſetzet, ſich in Abwe⸗ ſenheit der Edelleute vieles herauszunehmen. Daß aber bey dieſen heiligen Kriegen auch die Bauern davon gezogen, bezeugete unter andern Dodechi- nus in 2phend. ad Marian. Seotum ad A. 1069. p. 462. Non ſolum ruſti- ci, ſed etiam Reges, Duces, ceteræque mundi poteſtates, epiſcopi. monachi, reliqui quoque eccleſiæ ordines ad iter movebantur. 3) Die Annehmung des Roͤmiſchen Rechts, als wodurch man angefangen bey vorkommenden Streitigkeiten die Bauern mit denen Roͤmiſchen Colonis zu vergleichen, und gleichwie dieſe in dem L. un. zp f. C. de Colon. Ilhyr. vor frey erkannt werden, alſo waͤre auch jenen die Freyheit zugeſchrieben, folglich eine weitere Freylaſſung bey freygebohrnen Leuten vor unnoͤthig gehalten worden. Und daher kaͤme es, daß in denen Provinzen, wo das Roͤmiſche Recht nicht ſo durchgedrungen, oder die Univerſitaͤten entfer⸗ neter geweſen, es noch ziemlich bey dem alten Knechtiſchen Zuſtande der Bauern geblieben waͤre. 4) Die Nachſicht und Nachlaͤßigkeit einiger Herrn, ſonderlich bey denen Stiftern, da man denen Bauern den freyen Abzug verſtattet, ohne daß ſie ſich vorher loskaufen duͤrfen, ihren Kindern Handwerker zu lernen, und ſich in die Staͤdte zu begeben erlaubet, u. w. d. m. 5) Die betruͤbten und unruhigen Zeiten in Teutſchland, da ſonder⸗ lich in dem ſogenannten Bauern⸗ und hernach in dem Dreyßigjaͤhrigen Kriege viele tauſend Bauern erſchlagen, und ganze Dorfer wuͤſte gelaſ⸗ ſen worden. Weswegen nachgehends die Herrn um die ihnen zugehoͤrige Laͤndereyen nicht gaͤnzlich unbebauet zu laſſen, gerne zufrieden geweſen, denenzenigen, ſo ſich auf ihre Bauerguͤter wieder ſetzen wollen, die Frey⸗ heit zu laſſen, wenn ſie nur ſonſten die gehoͤrigen Abgiften und Dienſte davon entrichten und leiſten wolen. Es ſind dieſe angefuͤhrte Urſachen ſo beſchaffen, daß me insgeſene dald, —— he gode des alſ wa⸗ 3 lu 6 ½ ☛ Ju. ſo vie ad fend it geln ag als ne wei un Be⸗ erſter mchen haben uaneh⸗ Hnheil wurch nach 1 umach y dem aneli⸗ Knei iit her auch ul lei⸗ anden amis⸗ en het unn. enſim war⸗ ANR kdnn madd ergat un ha⸗ h geſ ihen, man mero anen. Anter⸗ die uß heit ag zu ihbe, aſuun unäiͤcht hlieſt aüſſe. ddaf mindie ten, 1 in 8 enſte, une al⸗ 1 9 3 S ng d eiom⸗ auer aeſchne denkt tei 9 lich anf 1 49 0(8& 33 welches denn anfaͤnglich durch die Lehren der Geiſtlichen, welche die Dienſt⸗ barkeitldemChriſtenthum zuwieder hielten, ſehr befoͤrdert worden. Es laͤſſet ſich auch dasjenige, ſo der Herr G. R. Boͤhmer von denen Freylaſſun⸗ gen angefuͤhret, in ſofern es unſer Meinung zuwieder ſeyn moͤchte, leicht beantworten und mit derſelbigen vereinigen. Denn es hat zwar ſeine Rich⸗ tigkeit, daß bey der Freylaſſung insgemein denen Freygelaſſenen eine voͤlli⸗ ge Freyheit, zu gehen wohin ſie wollten, ertheilet, wie z. E. in der Urkunde de A. 1112. ap. Haluz. T. II. p. 946. Ut deinceps cum omni fructu ſuo licentia liberali donatus, in quamlibet partem mundi eat, nee cuiquam ſucceſſorum noſtrorum eum ab arbitrio ſuo revocare liceat. Wie auch, daß ſie insbeſondere von aller freygelaſſenen Pflicht und Dienſtbar⸗ keit befreyet worden, wie in der WWid. 22⁄. befindlichen Formul. Et nulli heredum ac proheredum meorum nullum impendat ſervitium nec Üibertinitatis. Oder wie es p. 424 heiſſet: Nulli heredum ac pro- heredum noſtrorum vel cuique ſervitium umpendas, nec libertinita- tis obſequium debeas. Allein eines theils, ſo folget es noch nicht, daß, weil die Freygelaſſene die Erlaubniß gehabt, zu gehen wohin ſie wollten, ſie auch allezeit nothwendig weggehen und ihre vorher beſeſſene Aecker verlaſ⸗ ſen muͤſſen. Und zum andern, ſo laͤſſet ſich nicht undeutlich aus eben die⸗ ſen Formuln ſchlieſſen, daß wenn die Freygelaſſene nicht, wie allhie aus⸗ druͤcklich davon befreyet worden, ſie annoch zu einiger Dienſtbarkeit und einem gewiſſen Gehorſam ihrem vorigen Herrn verbunden geweſen. Wel⸗ ches alles denn durch die von Herr Potgieſer cit. tr. p. 796. nov. edit. aus dem Mabillon Lib. I71. de le Diplom. n. 62. angefuͤhrten Stelle eines ge⸗ wiſſen von Carolo M. A. 805. bekraͤftigten Teſtaments beſtaͤrket wird. Colonicas, terras& vineas dominicales, quem jocos ſerator noſter in ceſſione,& Opilonicus usque nunc in beneficium habuit, quem de Siguberga conquiſivimus, volo ut ipſe per teſtamentum noſtrum hi- bertus fiat,& ihſas Colonicas ſuh nomine lihertinitatis babeat—& ſi ipſe de ipſo Monaſterio ſicut libertus ſe abſtrahere voluerit, in priſtino fer- vitio revertatur. Hiezu kommt noch, daß die Freylaſſungen eines gan⸗ zen Orts doch nicht voͤllig ungewoͤhnlich in Teutſchland geweſen, ob gleich von vielen die Nachricht noch verborgen, oder verlohren gegangen. Denn auſſer dem obigen Luͤneburgiſchen Exempel fuͤhret Herr Itrube Comu. de Tallicor. Jure Cap. 1. S. edit. von Ottone Grafen von der Hoye an, daß er A. 1413. alle in dem Flecken Bucken befindliche Leibeigene frey gegeben: Heb⸗ 4 2) O(8 49 „»Hebben quit und frey gegeben, lauten die Worte, alle de jennen, de nun „tho Tiden tho Bueken wohnen, Mann, Wive, Kindern, bohren und un⸗ un gebohren, de unſers Grave Otten Vader vor, und nun unſere eigene weh⸗ »ren.“ Bey welchen allgemeinen Freylaſſungen es leicht zu erachten, daß die Losgegebene ihre Guͤter behalten. Doch geſtehe ich ubrigens gerne, daß dieſe Exempel ſeltener vorgekommen, und mehrentheils die Freygegebene zugleich das vorher inngehabte Gut verlaſſen haben, wovon unter andern bey Serr Potgieſſer in Mantiſa membranarum V. 29. 29. zwey merkwuͤr⸗ dige Laßbriefe zu leſen, in welchen die Loßgegebene ausdruͤcklich allem An⸗ ſpruch auf ihre bisher gehabte Guͤter entſagen müſſen, weil ſie als Freye oder Losgegebene Perſonen keine Eigenthumsguͤter mehr beſitzen und be⸗ wohnen konnen. Siehe auch daſelbſt die N. 32. befindliche Urkunde. Ob es nun gleich auſſer Streit iſt, daß mit denen Bauern in Anſe⸗ hung ihres vorigen Zuſtandes eine große Veraͤnderung in Teutſchland vorgegangen, und ſehr viele darunter zur Freyheit gelanget ſind, es ma⸗ nun ſolches ausdruͤcklich oder ſtillſchweigend geſchehen ſeyn, ſo iſt doch au andern theils hinwiederum unwiederſprechlich, daß dieſe Freyheit nur ei⸗ gentlich ihre Perſonen betroffen, ihre Guͤter aber mehrentheils in der vori⸗ gen Verfaſſung geblieben, und daß folglich bey vorkommenden Streitig⸗ keiten, welche nicht ſo wohl ihre Perſonen, als die ihnen wegen ihrer Guͤter obliegende Pflichten anbetroffen, ſolche noch immer aus der dieſen Gutern und deren Bewohnern vormals ankiebenden Knechtiſchen Eigenſchaft muͤſſen erlaͤutert und entſchieden werden: Wie ſolches mit mehrem aus der kurzen Eroͤrterungeiniger Fragen welche uͤberhaupt bey denen Bauer⸗ guͤtern pflegen aufgeworfen zu werden, die wir allhie beyfuͤgen wollen, erhellen wird, indem eine beſondere Abhandelung von allen Eigenſchaf⸗ ten der Bauergaͤter, wegen ihres großen Unterſcheids in allen Provin⸗ zen, uns theis zu weitlaͤuftig, theils auch unmoͤglich fallen wuͤrde. 1) Ob im Zweifel zu vermuthen, daß die Bauern der Ge⸗ richtbarkeit ihres Gursherrn unterworfen? Es gruͤndet ſich die Eroͤrterung dieſer Frage hauptſaͤchlich auf den Ur⸗ ſprung der bey denen adelichen Guͤtern befindlichen Erbgerichte, ob die Beſitzer nemlich ſolche noch als ein Ueberbleibſel ihrer ehemaligen Herr⸗ ſchaft uͤber die Bauern als ihre Knechte hergebracht und erhalten, oder ob ſie ſolche der Ertheilung ihrer Fuͤrſten und Landesherrn zu danken haben. . In —— henner 19 un bohrei Kaun⸗ ſereeig Koch⸗ lerach mdaß ens gel andaß Freyc Wwene auntel anern vey m twuͤr⸗ lich al man⸗ ſie al heye tzen 1 be⸗ Irkun n eern it inſe⸗ Teutſ ud nd, e ah! ſtdod uht KNAR uv 3in de unri⸗ nSt m⸗⸗ ihrer iher ſenC Eige iafft hre mus nen? Wer⸗ agen amen, JEig inaf⸗ llen? Woin⸗ win. rn dn Se⸗ hau Mr U⸗ emal 30 Her⸗ walt erVer dar aihünn 5 O0(. 35 In dem erſten Fall iſt die Vermuthung vor die Edelleute, in dem zweyten vor die Fuͤrſten und die Bauern. Gleichwie wir nun die ganze Materie von der Gerichtbarkeit in dee Lehre von denen Regalien auszufuͤhren gedenken, und alſo auch daſelbſt die Erbgerichte mit unterſucht werden muͤſſen; ſo wollen wir allhie deren Urſprung nur kuͤrzlich, und ſo viel als unumgaͤng⸗ lich zu der Erlaͤuterung und Entſcheidung obiger Frage noͤthig ſcheinen moͤchte betrachten. Diejenige, ſo ſolche von der ehemaligen Herrſchaft⸗ lichen Gewalt uͤber die Bauern als Knechte herleiten, worunter hauptſaͤch⸗ lich der Herr G. R. Heineccius in Diß de Orisine Jurisdict. Datrimonialis. Herr Srrube In LDiſſ de Origine Nobil. Germ. p. ε. /22à Und in Com- ment. de ure Iillicorum Caß. III. edit. uov. Herr Porgieſſer Comment. de Sratu ſervorum Lib II. Cap. I. Edit. nov zu merken, fuͤhren ungefehr folgende Gruͤnde an. 1) So erhelle aus denen Geſch chten, daß unter de⸗ nen Caroungiſchen und nachfolgenden Kaiſern die Herrn nicht allein mit Schlaͤgen und andern Zwangsmittel die Knechte zu ihrer Pflicht anhal⸗ ten koͤnnen, ſondern daß ſie auch ſogar das Recht uͤber Leben und Tod uͤber ſelbige gehabt haͤtten. 2) So waͤre insbeſondere auch in denen ZL. Langobardorum Lib. I. c. 12.& cap. 20. ap. Baluz. T. I. p. 352. verordnet, daß niemand als die Herrn denen Knechten und Bauern etwas befehlen, auch dieſe gar nicht, auſſer in peinlichen Sachen, in Gerichten erſcheinen, ſondern blos von ihren Herren gerichtet werden ſollten. 3) Wie aber in denen ſpaͤtern Zeiten, und bey Einfuͤhrung des Roͤmiſchen Rechts denen weltlichen Herrn von denen Geiſtlichen vorgeworfen worden, daß ſie ihre Knechte oͤfters ohne Urſache beſtrafeten, und ſie nicht Geſetzmaͤßig verur⸗ theileten; ſo haͤtten ſie angefangen bey ihren Beſtrafungen und Streitig⸗ keiten ordentliche Unterſuchung nach Maaßgabe der Rechte anzuſtellen, woraus denn die jurisdictio patrimonialis oder die Erbgerichte erwachſen. 4) Eben dieſe Erbgerichte haͤtten ſie nachgehends, um dieſelben deſto ungeſtoͤrter und ſicherer zu genieſſen von dem Fuͤrſten zu Lehn, oder auf an⸗ dere Art zu erhalten getrachtet. Hingegen Herr Sofr. Leyſer in Medit. ad ff. Cyec. XXAlα³ u. 4 verwirft dieſen Urſprung gaͤnzlich, Und will ſol⸗ chen allein der von denen Fuͤrſten, wenn ſie Geldes benothigt geweſen, an die Edelleute geſchehenen Verkaufung zuſchreiben, und, daß alſo ſolche erſtlich in denen neuern Zeiten entſtanden, behaupten: Seine Beweißthuͤ⸗ mer ſind dieſe. 7) So erhelle aus Cæſare und Tacito, daß die Fuͤrſten⸗ thuͤmer ſelbſt nicht erblich und eigenthumlich⸗ ſondern waͤhlbar geweſen 3 b 2 und 36 ,½) O(5⸗ und auch, wie ſie nachhero erblich geworden, waͤre doch die Gerichtbar⸗ keit immer mit dem Fuͤrſtenthum verknuͤpfet geweſen, welche entweder die Fuͤrſten ſelbſt, oder ihre Bediente verwaltet, weswegen auch die heutiges Tages ſogenannte ſuperioritas territorialis in der Guͤldenen Bulle Caß. XIII. annoch jurisdictio genannt werde. 2) Nach und nach aber, wenn es denen Fuͤrſten an Geld gefehlet, ſo haͤtten ſie unter andern die Gerichte ihren Edelleuten verkauft, wie ſolches das deutliche Exempel Ottonis Her⸗ zogs in Beyern, welches Aaoelzreiter in Innalibus Bojicit P. I. Lib. 2. c. 244. erzehle, klar beweiſe. Nun lieſſen ſich dieſe Einwuͤrfe zwar leicht he⸗ ben, wenn man darauf antwortete. 1) Daß es zwar ſeine Richtigkeit habe, ohne auf Cæſaris und Taciti Zeiten zuruͤck zu gehen, daß unter de⸗ nen Fraͤnkiſchen, und auch noch zum Theil unter denen Saͤchſiſchen Kai⸗ ſern, die Gerichtbarkeit von denen Herzogen und Grafen, als damaligen Kaiſerlichen Bedienten im Namen und anſtatt des Kaiſers verwaltet worden, ſolches aber hindre nicht, weil nur die freyen Leute hauptſaͤchlich in denen Gerichten erſchienen, daß die Herrn nicht ſollten eine hinlaͤngliche Gewalt uͤber die zu ihren Guͤtern gehoͤrige Knechte und Leibeigene gehabt haben, und daß ſolches hernach Anlaß zu der Jurisdictione patrimoniali gegeben. 3) Was das aus dem Adelzreiter angefuͤhrte Exempel anbetrift, worauf ſich ſchon Hert de Couſult. Leg.&ę Judic.. 22.. 4. Tom. II. Opuſc. und andere berufen, ſo hat bereits Herr Hezneceius cit. Diſſ. G. 9. darauf geantwortet, daß, wenn auch ſonſten nichts dagegen einzuwenden waͤre, man dennoch von dieſem einzigen Exempel in Bayern keinen Schluß auf alle Provinzen Teutſchlands machen koͤnne. Jedoch, da ſelbſt Herr Fauneccius cit. Diſſ. dieſe ganze Sache noch nicht weiter als eine Muth⸗ maſſung dargethan, und deren hinlaͤnglichen Beweiß§. 19. ausdruͤcklich bis zu einer beſondern weitern Ausfuͤhrung ausgeſetzet; So leugne ich nicht, daß ich die angefuhrten Gruͤnde ſo beſchaffen finde, daß ſie einen von der Gewißheit dieſes Urſprungs der Erbgerichte noch nicht voͤllig uͤberzeugen koͤnnen. Ich gebe gerne zu, daß die Bauern vor dieſem als Knechte denen Herrn der Guͤter gehorchen muͤſſen, und daß ieſe auch ver⸗ muthlich das Recht gehabt, ſie durch gehoͤrige Zwangsmittel zu Bezah⸗ lung ihrer Abgiften, Leiſtung ihrer Dienſte und dergleichen anzuhalten, 7 oder ihnen, wenn ſie ſich nicht zum Ziel legen wollen, ihre Guͤter zu nehmen. Wie auch, daß das denen Gutsherrn an einigen Orten zukommende Pfandungsrecht annoch ein Ueberbleibſel der vormaligen Hertſchant⸗ b hen — —,— ie Ger hat⸗ he ent e die ich die 12 ges en B1 Wn. ch abel npenn n die ubchte Ouo an)er⸗ . I. L anf. c. war! ih he⸗ e An ußkeit daß u an de⸗ hſiſch imai⸗ s dan umzen s vet um tet aupt nch jinlaͤt im je E hd patru umuk Lelam uhſt⸗ 9. N lut Di 9. inzur anhen mnen Sluß a ſell inerr eine Kath⸗ ) o(er⸗ 37 chen Gewalt ſeyn koͤnne, wiewohl ſolches auch oͤfters aus einem ausdruͤck⸗ lichen Vertrag herruͤhren kann, wie ſolches die von dem Herrn Canzeley⸗ Directore Kopp in Specim I. Juris Germ. de Jure pignorandi conventionali vornemlich F. 12. 12. beygebrachte Exempel lehren. Allein ich glaube auch dabey, wie auch Herr Heineccius g. 17. ſelber behauptet, daß dieſe Gewalt der Herrn vor keine eigentliche Gerichtbarkeit zu halten, und daß alſo die Edelleute oder andere Gutsherrn vor dieſem nicht das Recht gehabt, ih⸗ re Bauern vor ſich als ihre Richter zu laden, ihre unter einander oder mit fremden habende Streitigkeiten wieder ihren Willen zu entſcheiden, ſon⸗ dern daß ſie ſolches alles, wenn ſie nicht insbeſondere die Gerichte bey ih⸗ ren Guͤtern hergebracht, der ordentlichen Obrigkeit, oder andern eingefuͤhr⸗ ten Gerichten, wozu ich die Maͤrkergerichte, Hagedinge oder Haͤger⸗ gerichte ꝛc. Siehe Herr v. Gaæbel Diſſ. de Jure& Judicio ruſticorum p. 22 5. /2*. rechne, zur Unterſuchung uͤberlaſſen, und ihre Bauern dahin verweiſen muͤſſen. Ich ſchlieſſe ſolches 1) Weil alle beygebrachte Zeug⸗ niſſe nur zeigen, daß die Herrn ihren Knechten befehlen und ſie zuͤchtigen koͤnnen, keines aber darunter zu finden, woraus man ſehen koͤnne, daß ſie ordentlich uͤber ſie gerichtet, daß die Bauern einer von dem andern, oder von einem fremden bey ihren Herrn als ihren Richtern verklaget, und ſolche darauf Urtheile und Rechtsſpruͤche abgefaſſet haͤtten. 2) Weil die aus denen Longobardiſchen Geſetzen angefuͤhrte Stellen weiter nichts darthun, als daß die Herrn die von denen Knechten verwirkten Stra⸗ fen an ihnen exſequiren muͤſſen, daß ſonſten niemand als die Herrn be⸗ fugt geweſen, ſie zu ihren ſchuldigen Dienſten anzuhalten, da ſie ſich bey freyen Leuten, die Guͤter von ihnen inngehabt, der Huͤlfe des Richters bedienen muͤſſen. Womit auch der Lex Allemannica Tt. XXUIII. c. 4. uͤbereinſtimmet, wenn allda von denen freyen Colonis Eccleſiaſticis alſo geordnet wird: Er ſi ſigillum aut ſignum qualecunque judex per Juſſio- nem domini fui transmiſerit,& eum venire juſſerit, aut ambularè in aliquam utilitatem,& ille neglexerit, fex ſolidis ſit culpabilis. Daß die Herrn, wenn ſie ihre Knechte nicht gehoͤrig in Zaum gehalten, und ſolche dadurch veranlaſſet worden, ein Verbrechen zu begehen, davor ſtehen muͤſſen ꝛc. Dieſes alles aber ſind Vorrechte, welche man zum Theil noch unſern Herrn uͤber ihre Diener zuſtehet, die aber von einer eigentli⸗ chen Gerichtbarkeit ſehr unterſchieden ſind. 3) Weil die Kloͤſter und Geiſt⸗ liche Stifter ſo ſehr davor geſorgt, daß in denen, ihnen von denen Kai⸗ 3 fern 38)o( ſern und andern maͤchtigen Herrn geſcheh nen Schenkungen, ihnen oder ihren Advocatis die Gerichtbarkeit uͤer ie zu dem Gut gehoͤrige Bauern moͤge ertheilet, und die ordentlichen weltlichen Richter davon ausgeſchloſ⸗ — ſen werden, welches etwas unnothiges geweſen waͤre, wenn die Bauern ohnedem ſchon der Gerichtbarkeit ihrer Gutsherrn unterworfen gewe⸗ en waͤren. Wir woll n zur Probe nur ein Exempel von dergleichen Aus⸗ chlieſſung der weltlichen Gerichtbarkeit anfuhren. In dem Præcepto Cburadi Regis pro Eccleſia Saviniacenſi de A. 976. ap. Guichenon Bihlioth. Sebus. Cent. I. u. I7. P. 109. Eait. Hoffmann. iſt ſolche folgendermaſſen abgefaſſet: Præcipientes etiam jubemus ut nullus judex publicus, ad cau- ſas audiendas, vel freda aut tribura exigenda, nec paratas aut man- ſiones exigendas vel faciendas, aut fidejuſſores tollendos, aut bomi- nes ejusdem Monaſterii, tam iugenuos, qlaue ſeruos, diſtinguendos (diſtringendos) aut ullum cenſum, aut ullam redhibitionem exigen- gam— minime præſumant. 4) Weil man ein gleiches auch bey de⸗ nen mehreſten adelichen Guͤtern, welche die Gerichte haben, bemerket, daß ſie ſolche von denen Fuͤrſten erhalten. Hieher gehoͤret auch eine merk⸗ wuͤrdige Urkunde bey dem Herrn von Ludewig Keliqu Diplom. I. I. p. 112. deA. 1276. da in einer Streitigkeit, welche ein gewiſſer Johann von Sonnenwalde wegen ſeiner Bauern, welche ſeine dediti, oder wie es in der alten Ueberſetzung lautet ſeine Coſſetin, waren, mit dem Kloſter Do⸗ berlug hatte, unter andern mit entſchieden worden: Super eo adjicien- tes, quod idem Johannes nullum judicium vel jurisdietionem(weder Recht noch Gerichte) habere debeat in eosdem, ſed ſi pro melle, quod fibi debetur repetendo ſeu petendo aliquid accionis habuerit contra ipſos, illud proſequi debet coram prefato domino Abbate juſticia me- dante. Ich vermuthe derowegen, daß zwar dadurch, wie man angefan⸗ gen die Bauern hin und wieder vor frey zu halten, und alſo die Gewalt der Gutsherrn, ſie was ihre Abgiften und Dienſte anbetroffen zu ihrer Schuldigkeit anzuhalten, ſehr geſchwaͤcht worden, viele Edelleute bewo⸗ gen worden, ſich um die Erhaltung der Gerichte bey heen Guͤtern zu be⸗ muͤhen. Ja da auch einige ſich vielleicht der ſchon habenden Herrnge⸗ walt uͤber ihre Bauern be ienet, um nach und nach auch die Gerichte an ſich zu ziehen. Wie nicht weniger, daß die Landesherrn ſich um ſo viel eher bewegen laſſen, ihnen die Gerichtbarkeit uͤber ihre Bauern zuzuſtehen. So heiſſet es in dem Luͤneburgiſchen Zate Bok bey Herr Johemn ———— —— gen, i weder ſehorig T ern on g l Pu enn die Wuern rworfé we⸗ ergleic maelus⸗ dem anfleepto benon ud lioth. olgent maſſen bcur us cau- tas anmnan- 8, al à nni- liſting an dos nem m en- auch Ande⸗ be imet, H de auck⸗ pom Nal.. Johr in bon der w inin Kloſ Hdo⸗ eo t mer- dnew) weder mel AJuo )O(88. 39 Wilhelm Hoffmann Sammlung ungedruckter Nachrichten I. Theil p. 172.“ desgelicken ſchalme der Prelaten unde Manne Denre und Ge⸗ „ſinde, Meyere edder egene Lude noch eres jeniges Gut hinderen eder „beſetten umme Schuld, me en hebbe ſe erſt vor eren Heren beclaget „und verpolget.“ Ein gleiches wir auch in dem Gemeiner Land⸗ ſchaft Privilegio de A. 1392. Thid. p. 257. wiederhohlet. Und daß alſo die vormalige Herrſchaft uͤber die Bauern zwar ein Bewegungsgrund, oder eine Gelegenheit geweſen, die Erbgerichte zu erlangen. Allein daß ſolche Herrngewalt wuͤrklich in die Gerichtbarkeit verwandelt worden; ſolches kann ich wegen obiger Urſachen noch nicht glauben. b Aus dem angefuͤhrten iſt es nun leicht, unſere obbemeldete Frage zu entſcheiden. Nemlich; Iſt die Herrſchaftliche Gewalt, wie man an⸗ gefangen die Bauern vor frey zu halten, nur blos in eine Gerichtbarkeit verwandelt worden, und hat alſo dieſelbige Sache nur einen andern Namen bekommen, ſo iſt nothwendig die Vermuthung vor den Edel⸗ mann, und muß abſeiten desjenigen, der ihm ſeine Gerichtbarkeit ſtrei⸗ tig macht, erwieſen werden, daß ihm dieſe vormalige Herrſchaftliche Gewalt und nachmalige Gerichtbarkeit vom Furſten genommen worden, oder er ſolche auf andere Art verlohren habe. Hingegen iſt dieſe Ver⸗ wandelung, wie wir davor halten, noch nicht erwieſen, und iſt die Herr⸗ ſchaftliche Gewalt hoͤchſtens nur ein Bewegungsgrund, oder eine Ge⸗ legenheit, die Gerichtbarkeit zu erlangen, geweſen; ſo folget nicht, daß, weil ich Urſachen gehabt, eine Sache zu verlangen, und ſie mir vortheil⸗ haft wuͤrde geweſen ſeyn, oder weil ich oder andere vielleicht bisweilen Gelegenheit gehabt, ſie zu uͤberkommen, ich auch ſolche wuͤrklich erhalten habe, indem allhie die Erfahrung bey vielen das Gegentheil lehret, daß nicht allein bey manchem Gute die Gerichte fehlen, ſondern daß auch wohl gar einem andern benachbarten Edelmann ſolche uͤber dieſes ſeine Bauern mit zuſtehen, und der eine Guts⸗ der andere Gerichtsherr iſt. Es muß alſo billig derjenige, welcher ſonſten keine Vermuthungen vor die Befugniß ſeiner Gerichtbarkeit anzufuͤhren weiß, als daß die Bauern, woruͤber er ſolche verlanget, nach ſeinem Hofe oder Gute frohnen oder zinſen, ſich gefallen laſſen, daß man ſolche Præſumtion nicht hinlaͤnglich erkennet, ihn von dem Beweiß zu zeigen, daß ihm die Gerichtbarkeit ent⸗ weder von dem Fuͤrſten ertheilet ſey, oder er ſolche durch rechtmaͤßige Ver⸗ jaͤhrung bey ſeinem Gute hergebracht habe, zu befreyen. Siehe v. Buri im Lehenrecht, zte Fortſetzung p. 659. 2) Ob 4⁰) 0O(or ———õ 2) Ob im Zweifel die Bauern dem Gerichts⸗oder dem Gutsherrn die Dienſte zu leiſten ſchuldig! 1 m dieſe Frage gehoͤrig zu beantworten„ſo muß man zuvor entſcheiden, 8 aus was vor einem Grunde die Bauern die Fenpuden zu leiſten ſchul⸗ dig ſind. Gleichwie nun die vormaligen Rechtslehrer ſolches mehr er⸗ rathen, als unterſuchen wollen, und nicht ſo wohl auf den erſten Urſprung der Dienſte zuruͤckgegangen ſind, als ſich vielmehr begnuͤget haben, ein je⸗ der nach denen vor Augen liegenden beſondern Exempeln die Sache uͤber⸗ haupt zu beurtheilen; ſo darf man ſich auch nicht verwundern„daß ſo vie⸗ le unterſchiedene Meinungen von ihnen ausgebruͤtet worden, welche wir aus dem Harprecht Conſil. 93. u. S3. ſeqg. nur blos anfuhren wollen. 1) Die gemeineſte Meinung iſt, daß die Dienſte, und zwar, wie Har- precht c. l. hinzuſetzet, nach der faſt allgemeinen Gewohnheit in Teutſch⸗ and Kraft der Gerichtbaͤrkeit(vi ac poteſtate jurisdictionis) erfordert wuͤrden, und daß alſo dieſe Dienſte oder Frohnden zu denen Nutzungen und Fruͤchten der Gerichtbarkeit gehoͤreten. Aber eben bey dieſer Mei⸗ nung giebt es wieder einen neuen Zank, wie ſolches bey Saͤtzen, die ohne Beweiß angenommen werden, leicht zu erachten. Da nemlich 2) Einige ſolche zu der Criminal⸗Jurisdiction rechnen, und dieſe Bejahung vor die ſo angeſehene Opinionem communem(oder den gemeinen Irrthum) ausgeben. 3) Andere hingegen behaupten, daß ſolche zu denen Verrich⸗ tungen oder Rechten der Nieder⸗ und Erbgerichte gehoͤren. 4) Andere lehren, daß man die Gerichtbarkeit, es moͤge die hohe oder die niedere ſeyn, ganz aus dem Spiel laſſen muͤſſe, und daß die Frohnden blos aus dem Dominio directo, welches dem Erb⸗ und Eigenthumsherrn uͤber die Bauerguͤter zukaͤme, herzuleiten ſey. 5) Noch einige verlachen alles dieſes, und ſagen, es ruͤhren alle Frohnden aus einem Vertrag oder aus einer Verjaͤhrung her, und waͤren alſo die beyden Stuͤcke der Grund derſelben. 6) Andere hinwiederum rechnen ſolche zu dem Jure mancipa- tus oder dem Recht der Leibeigenſchaft. 7) Andere endlich verwechſeln ſolche mit denen Pflichten und Dienſten, ſo die Bauern dem Landesherrn als Unterthanen zu leiſten ſchuldig ſind, und bringen alſo ſolche unter die Regalien, welche der Landesherrlichen hohen Obrigkeit zugehoͤren. Es wuͤrde zu weitlaͤuftig und auch uͤberfluͤßig ſeyn, den Grund aller dieſer Meinungen zu Anrerfachen„und zum Theil zu wiederlegen, zumai da ſie insge⸗ ————— —— — —— — — 1. t8⸗ medem g! uvore Nnn n zu le aſſchul⸗ * ſolchen myr er⸗ terſten aurung get hal weinji⸗ die S ihi uͤber⸗ dern, im o vie⸗ en, n ae wir fuͤhre atyllen. var, inn ar- eit in aitſch⸗ nis) t un dert en N mgen d n Rei⸗ datzen anpohne vlich⸗ un ilge ſahun un:die en J n) enene rich⸗ 4. 4 andere der d amedere vnden Unsaus umsl unt uͤber verle nir alles ertra aper aus ücke n Brund Jure m eincips- 3)O(85. b 41 insgemein mit nichts als dem Beyfall anderer mitirrenden, und etwa die⸗ ſem oder jenem Exempel, wo der angebliche Grund und die Leiſtung der Dienſte von ungefehr zuſammen getroffen, erwieſen ſinod.— Wir haben bereits bey der vorigen Frage angefuͤhret, daß die Knechte oder Bauern als Pertinenz eines Guts angeſehen worden, und alſo de⸗ ren Dienſte und Abgiften auch nothwendig demjenigen zu Nutzen kom⸗ men muͤſſen, der das Gut beſeſſen. Ferner ſo haben wir eben daſelbſt an⸗ gemerkt, daß die Gerichtbarkeit mit der Herrſchaft, oder dem Eigenthum uber die Bauern und deren Guter nicht an und vor ſich verknuͤpft gewe⸗ ſen, und daß folglich die Bauern den Richter nicht weiter angegangen, als daß er ihre Verbrechen beſtraft, und ihre Streitigkeiten entſchieden, mit ihren Abgiften und Dienſten aber nichts zu thun gehabt. Weil aber die Edelleute an ſehr vielen Orten die Gerichtbarkeit bey ihren Guͤtern und uͤber die dazu gehoͤrige Bauern erlanget, folglich die Herrſchaftliche Gewalt, und die Gerichtbarkeit in ſolchem Fall verknuͤpft worden; ſo iſt es zwar leicht zu begreifen, woher es kommen, daß an ſo vielen Orten die erichtbarkeit, und das Recht die Frohnden zu fordern zuſammen ver⸗ bunden ſind, und man alſo deſto leichter auf die Gedanken gerathen koͤn⸗ nen, daß die Dienſte als Fruͤchte der Gerichtbarkeit anzuſehen waͤren, wo⸗ von Herr Strube in Comment. de Nure I illic. Cap. V. g. 14. einige merk⸗ wuͤrdige Zeugniſſe beybringet. Allein woher es ruͤhre, daß bisweilen der Gutsherr nur den Zinß und dergleichen empfaͤngt, dem Gerichtsherrn hingegen die Frohnden geleiſtet werden, wie ſolches in denen gemeldeten Zeugniſſen ebenfalls angefuhret wird, ſolches iſt etwas ſchwerer zu eroͤr⸗ tern, und ſcheinet dem obigen allen zu wiederſprechen, weil nicht wohl zu begreiffen ſtehet, wie der Gerichtsherr, wenn er nichts mit denen Dien⸗ ſten zu thun gehabt, ſolche dennoch an unterſchiedenen Orten hergebracht und den Eigenthums⸗ oder Gutsherrn davon ausgeſchloſſen habe. Mei⸗ ne Muthmaſſung iſt, daß ſolches vor nichts gewoͤhnliches zu halten ſey, und woraus man eine Regel zu machen habe, ſondern daß beſondere vor⸗ hergegangene Vertraͤge hiezu Anlaß gegeben haben. Da z. E. entweder der Gerichtsherr, der zugleich Gutsherr geweſen, einige von ſeinen Bauerguͤtern an einen andern verkauft oder ſonſten veraͤuſſert, bey Erb⸗ theilungen ihm ſolche uͤberlaſſen, oder ihm auch wohl eine gewiſſe jaͤhrliche Guͤlte darauf angewieſen, ꝛc. Weil er aber ſein adeliches eigenes Gut, wohin die Bauern frohnen muͤſſen, behalken ſo ſind auch die Frohnden 1 von H 4)O(888⸗ von denen verkauften, veraͤuſſerten, zugetheileten oder verpfaͤndeten Bauer⸗ guͤtern bey ihm geblieben. Oder daß umgekehrt einer ſein Hauptgut, oder adelichen Sitz veraͤuſſert, ſich hingegen nur die Nutzungen aus eini⸗ gen Bauerguͤtern vorbehalten, und weil alſo ohne Gut ihm die Frohn⸗ den ohnedem unnüͤtz geweſen, er ſolche bey dem Gute gelaſſen, und mit demſelben veraͤufſert. Ja auf gleiche Art ſind bisweilen die Dienſte ſelbſt zwiſchen dem Gerichts⸗ und Gutsherrn getheilet, und einem jeden eine gewiſſe Art oder Anzahl zugeeignet worden. Damit man aber dieſes alles nicht vor leere Erdichtungen und ungegruͤndete Vorſtellungen halte; ſo will ich nur ein und ander Exempel von dergleichen Vertraͤgen hier an⸗ fuͤhren. In der Urkunde de A.§36. ap. Calmet Preuves de! Hiſtoire de Corraine p. 301. heiſſet es: Et cum omnibus ſervitoribus, exceptis miniſteriis quorundam, qui pro terris quibus utuntur, eidem mo- naſterio deſerviunt: pro rarione vero ſui capitis noſtris uſibus(oder wie es in denen nachfolgenden Bekraͤftigungen de A. 884. p. 317. und de A. 936. p. 343. lautet: Epiſcopi uſibus) miniſteria impendunt. In der Schenkung Graf Hmonis de A. 1090. 4p. Guichenon Bibliotb. Fepus. Cent. II. n. 46. p. 257. edit. Hoffmann. Retinemus autem in hac conceffione, ur, ſi in terra, quam hujusmodi acquiſitione præfati Monachi obtinuerint, Ruſticanus aliquis habitat, boves ſuos in cor- vata mea exhibeat,& in placito generali, vicinorum fuüorum more, ſemet ipſum præſentet. In dem zu Ende dieſer Abhandelung beyge⸗ druckten Schoͤnreiner Weißthum de 4. 1477. Und wan ine von „ einem Prior zu Schoͤnreyn gebotten wuͤrde zu dynen, wuͤrd ine dann »uff denſelben Tag von den Herrn von Veineck auch gebotten zu „dynen. So ſall der Herren von Ryneck Gebott fuͤrgien und eines „»Priors nach.“ Uebrigens flieſſet aus allem dieſen angefuͤhrten, daß, weil eigentlich die Herrendienſte aus dem Eigenthum und der Herrſchaft uͤber die Bauern und deren Guͤtern herruͤhren, auch die Gerichtsherrn ſie insgemein nur in der Abſicht beſitzen, oder ſie wiedrigenfalls durch beſondere Vertraͤge hergebracht haben, im Zweifel immer die Ver⸗ muthung vor den Gutsherrn ſey, daß ihm, und nicht dem Gerichts⸗ derrn, die Frohnden von denen ihm zuſtehenden Bauerguͤtern zu⸗ kommen. 3) Cb man nodieſes ſtellur ug halte; rtrage u her an⸗ e l1 Wire de hus, u eptis „ eic u mo- uſibi moder . p. 3 un und ump n anl. denon ul ioth. s autè imr bac ſtiom mn xfati 5 fuqs uncor- norun agore, delun 1n yge⸗ wan ut von wuͤrd u daun hh ge uten zu gien an eines efuͤhr ut daß, der zürſchaft rigen iaf durc mmer: Ve⸗ t den 9 erichte⸗ zaus dgern e „b5 )o(er⸗ 433 3) Ob im Zweifel der Bauer ſeine Freyheit von denen Frohnden, oder der Herr, daß ihm ſolche zukommen, erwei⸗ ſen muͤſſe? Diezenigen„welche das Roͤmiſche Recht allhie zu Rath ziehen, und die gewoͤhnliche Regeln, quod præſumtio lit pro libertate, quod operæ tanquam in facto conſiſtentes non præſumantur ſod probari de- beant&c. anwenden, koͤnnen nicht anders, als dem Herrn den Beweiß zuerkennen. Gleichwie aber heutiges Tages die mehreſten vernuͤnftigen Rechtsgelehrten dieſen Irrthum, daß man in dieſen Streitigkeiten das Romiſche Recht zur Richtſchnur annehmen muͤſſe, verlaſſen haben, und vielmehr davor halten, daß eine auf die Einrichtung des Teutſchen Staats ſich gruͤndende Sache auch aus einheimiſchen Geſetzen und Gewohnheiten muͤſſe erlaͤutert und entſchieden werden; ſo wollen wir uns wiederum bey Unterſuchung und Wiederlegung dieſer Gruͤnde nicht aufhulten, ſondern nur mit wenigem anfuͤhren, was die Teutſchen Rechte hierinnen vor eine Eytſcheidung an die Hand geben. Nemlich es iſt bekannt. 1) Daß die mehreſten Bauern vor dieſem Knechte, und alſo ihren Herrn zu denen an⸗ befohlenen Dienſten verpflichtet geweſen. Nun haben ſie zwar, was ihre erſonen anbetrift hin und wieder ihre Freyheit erhalten, die Guͤter aber ind denen vorigen Laſten unterworfen geblieben, folglich iſt die Vermu⸗ thung immer wieder die Beſitzer derſelben. 2) Wenn auch gleich hin und wieder freyen Leuten, ſowohl in denen aͤltern als nachfolgenden Zei⸗ ten ſolche Guͤter eingegeben worden; ſo ſind doch auch ſelbige nicht weni⸗ er zu Leiſtung der Frohnden verpflichtet geweſen. Denn ſo haben wir ſchon oben von denen libers colonis angemerkt, daß ſie nach dem c. 3. n. 23. L. Allemann. gleichfalls zu Dienſten verbunden geweſen. Nicht weniger muſten von denen manſis ingenuilibus, wovon man insgemein glaubt, daß ſie von freyen Leuten beſeſſen worden, die Dienſte geleiſtet werden, z. E. m Polyptico EFoſſatenſi in pp. Aalor. Veter. ap. Haluz. T. TII. p. 1387. /e-a. heiſſet es: Unusquisque manſus ingenuilis& ſervilis— cum fecerint corbadas. Und in Breviar. Caroli M. ap. Leibnit. Collectan. Etymol. 7. II. p. 3. Operatur(manſus ingenuilis) annis ſiagulis hebdo- mades V. arat jurnales III. ſecat de fœno in prato dominico carradas I. & intraducit, ſcaram facit&c. Folglich kann auch die erlangte Freyheit der Bauern hier keine Veraͤnderung Peratſacht haben, ſondern es bleßbt F 2 ey ſſhoooöo—oöooſſ—— — 1 2„ 44) O( or n„ bey allen Bauerguͤtern, ſie moͤgen von Freyen oder Knechten beſeſſen werden, immer die Vermuthung, daß ſolche unter denen von Alters her gewoͤhnlichen Bedingungen, worunter die Leiſtung der Dienſte faſt jeder⸗ zeit begriffen geweſen, denen Beſitzern eingegeben worden, und wenn alſo dieſer oder jener Bauer davon befreyet zu ſeyn vorgiebt, muß er billig die⸗ ſes auſſerordentliche Vorrecht erweiſen. Dieſerwegen pfleget auch, wie der Herr Hofrath Eſtor in Præf. ad Grollmann. Diſſert. de Oper. mut. F. 27. angemerkt, bey dem Reichshofrath, wenn zwiſchen Herrn und Unterthanen wegen der Frohnden Streit entſtehet, denen Bauern zufor⸗ derſt anbefohlen zu werden, daß ſie waͤhrenden Proceſſes dem Herrn die Dienſte leiſten. Unterdeſſen gleichwie ale Vermuthung nicht allein durch einen wiedrigen Beweiß, ſondern auch in dieſem und jenem Fall durch be⸗ ſondere gegenſeitige ſtaͤrkere Vermuthung wieder aufgehoben werden kann, ſo will ich nicht in Abrede ſeyn, daß nicht Faͤlle vorkommen koͤnnen, wo die Vermuthung vor die Freyheit des Bauern zu machen iſt. Auch iſt es denen Teutſchen Sitten nicht gaͤnzlich zuwieder, daß bisweilen bereits in denen aͤltern Zeiten dieſes oder jenes Bauergut von denen Frohnden be⸗ freyet geweſen. So heiſſet es z. E. in dem Kegiſtro Prunuien. ap. Leibnit. c. I. p. 799. Ex his manlus unus ſolvit ſolidos quinque,& nullun aliut ſeruitium facit. Und in dem eit. Pohyptico Folſateuſi merket man uͤber⸗ haupt an, daß von denen Hoͤfen, die einen gewiſſen Zinß bezahlet, nur deſſen Groͤſſe, aber gar keine Dienſte angefuͤhret werden, z. E. Solvunt terra cenſale ſol. VI. denar. IV. It. Eſt ibi terra cenſa- ibi homines de 91. v 1. e. jis unde ſolvunt feſtivitate Sti. Dionyſii ſol. IX. denar. VIII.&. Es ſind aber dergleichen Dienſtfreye Bauerguͤter ſeltener als die Beſchwer⸗ den, und kann alſo nach zenen keine Regel gemacht werden. 4) Ob im Zweifel gemeſſene oder ungemeſſene Dienſte zu vermuthen!n: Wenn wir diejenigen Rechtsgelehrten, welche die Sache wieder le⸗ diglich aus dem Roͤmiſchen Recht entſcheiden wollen, hiebey zu Rathe ziehen; ſo iſt leicht zu erachten, daß, da ſie im Zweifel gar keine Dienſte vermuthen, ſie noch vielweniger die ungemeſſene vermuthen wer⸗ den. Ja ſogar Herr Hofrath Leyſer, der bey Beantwortung der vorigen Frage weitlaͤuftig in Meditat. ad Jf. Spec. ½2216. med. i. gezeigt, daß, der von Carolo M. denen Sachſen gelaſſenen Freyheit ungeachtet, b“ ie ——9———— ———,— — en vonſ mz her Dienſte r eder⸗ und guralſo muß er uodie⸗ ſleget bu wie t. d Caenut. chen Kin und Baue mufor⸗ dem« Win die ht alle hurch Fall unh be⸗ werd imann, n koͤm um wo 7. Au iinſes len be imi in rdhi u be⸗ n). ap. Mlumt. nula lut et ma umer⸗ dezahl maur z. E. unt di ter ammſa- III. Es die Auwer⸗ weife gar ke verm An d antw a ng A. nmied it gezeigt⸗ heit e eachud 3 die Bauern oder vorige Knechte, wie Pnen ihre Herrn die Dienſte aufge⸗ die s o(89 45 die Bauern Knechte geblieben, und noch in dem Sachſenſpiegel als ſol⸗ che angefuͤhret wuͤrden, auch dieſerwegen, weil keine Veraͤnderung ver⸗ muthet wuͤrde ſondern die Befreyung von Dienſten in facto beſtehe, noch jetzo in allen Laͤndern, wo das Sachſenrecht vor dieſem gebraͤuchlich ge⸗ weſen(ohne Zweifel auch in andern Provinzien, indem bey allen Teut⸗ ſchen Voͤlkern die Bauern mehrentheils Knechte geweſen) die Vermu⸗ thung wieder ſie ſey. Der auch Kpec. 217. med. 5. in corollario ausdruͤck⸗ lich ſetzet, daß die Dienſte wenigſtens der Zeit nach ungemeſſen oder un⸗ beſtimmt zu vermuthen, und daß die Beſtimmung von denen Bauern, die ſolche anfuͤhren, erwieſen werden muͤſſe. Derſelbe fuͤhret doch cit. Spec. ꝛued. 1. bey Beſtimmung der Art der Dienſte ganz andere Gedanken, und meinet, daß, wenn nicht von dem Recht der Frohnden uͤberhaupt, ſondern von der Art derſelben die Rede ſey, muͤſſe die Auslegung nach dem Bey⸗ ſpiel der Roͤmiſchen ſervirutum prædialium ſo gemacht werden, daß der Dienende ſo wenig als moͤglich dabey beſchweret werde. L. 9. ff. de Seruz- tut. Denn die Frohnden, wodurch die natuͤrliche Freyheit vermindert wuͤrde, waͤre auch denen alten Teutſchen verhaſſet geweſen, wie aus dem Sachſenſpiegel Lib. 111. art. 42. erhelle. Gehaͤßige Sachen aber muͤß⸗ ten eingeſchraͤnkt werden per c. 25. de reg. zur. in 6. Man moͤchte zwar hiebey billig zuforderſt fragen, warum der Herr Hofrath hier nicht gleich⸗ falls erſtlich unterſucht, wie die Frohnden zu Caroli M. Zeiten ausgeſe⸗ hen. Denn geſetzt, daß ſolche damals auf keine gewiſſe Verrichtungen eingeſchraͤnkt geweſen; ſo wuͤrde es ja hinwiederum heiſſen muͤſſen, weil keine Veraͤnderung noch Verminderung der Dienſte zu vermuthen, in⸗ dem ſolches beyderſeits in facto beſtuͤnde; ſo waͤre die Vermuthung im⸗ mer wieder die Bauern. Um aber eigentlich auf ſeine Gruͤnde ſelbſt zu antworten; ſo iſt einestheils in dem«it. 1. 9. f. de ſeruitut. die angefuͤhrte Regel, dgß ich die lervitutes immer zum Vortheil des dienenden Guts er⸗ klaͤren muͤſſe, nicht einmal gegruͤndet, ſondern es iſt nur bey Gelegenheit der ſervituris viæ, die auf einen jedweden Theil des Guts haftet, ange⸗ merkt, daß ſtillſchweigend dabey ausgenommen werde, daß einer ſeinen Weg nicht gerade durch des andern Weinberg nehmen ſolle, cum id NB. æque counimode per alteram partem facere poſſit minore ſervientis fun- di detriwento. Wie kommt aber dieſes mit denen Frohnden, und daß ſolche eingeſchraͤnkt werden muͤſſen, uͤberein? Wie kann ich da ſagen, datz 3 legt 45 3)o( 88. legt haben„immer ſtillſchweigend die ungemeſſenen Dienſte ausgenom⸗ men haben, da ſo viele tauſend Exempel von vorhandenen ungemeſſenen Dienſten das Gegentheil lehren, auch hiebey gar nicht ſo etwas ungereim⸗ tes anzutreffen iſt, als wenn einer, der ſich den viam durc meinen Hof oder Garten ausbedungen, hernach vorgeben wollte, er habe darunter verſtanden, daß er keinen ordentlichen Weg nehmen, ſondern daß er im⸗ mer gerad durch den Weinberg oder andere beſaͤete oder bepflanzete Stuͤcke gehen, reiten, fahren ꝛc. wolle. Dem wuͤrde man allerdings antworten, quædam in ſermone tacite excipiuntur. Sein zweyter Grund von der verhaſſeten Eigenſchaft ſetzet zwey Sachen voraus, erſtlich, daß die Frohn⸗ den wuͤrklich bey denen Teutſchen verhaſſet geweſen, und zum andern, daß die verhaſſeten Sachen in der Erklaͤrung einzuſchraͤnken ſeyn. Das erſtere gedenkt er zu erweiſen durch den art. 42. Lil. III. des Sachſen⸗ rechts. Ich finde aber daſelbſt nichts weiter, als daß ſich der Verfaſſer viele Muͤhe giebt zu zeigen, daß die Knechtſchaft weder von Cain, noch von Cham, noch von Iſmael, noch von Eſau entſtanden ſey, daß bey de⸗ nen Juden die Knechte im Halljahr freygelaſſen worden, daß Chriſtus, wie er geſagt, gebet dem Kaiſer, was des Kaiſers, und Gott was Got⸗ tes iſt, die Knechtſchaft zugleich verworfen, und das Ebenbild Gottes, nemlich den Menſchen, Gott zugeeignet habe, und wer ſich an jemand anders als an Gott zu eigen gebe, wieder Gott handele ꝛe. Wer will aber dieſe ertraumte Urtheile als Zeugniſſe von denen Teutſchen Sitten gel⸗ ten laſſen, da nach ſolchen alle Frohnden wegſallen muͤßten. Auch kann man zum Ueberfluß dem Verfaſſer des Sachſenſpiegels ſeinen Gloſſatorem entgegenſtellen, der von allem hinwiederum das Gegentheil behauptet. Geſetzt nun, man wollte die Frohnden als etwas verhaſſetes anſehen, wie ſie denn von denen Bauern ohne Zweifel davor gehalten werden, und alſo die Regel des c. 15. de regul. jur. in 6., als wodurch der zweyte Satz erwieſen werden ſoll, hier anwenden: Odia reſtringi& favores convenit ampliari; So wuͤrden die Gutsherrn mit eben ſo gutem Fug den Nutzen der Herren⸗ dienſte herausſtreichen koͤnnen, wie ſolche zu Erhaltung des Adels und ihrer Guͤter, ja zu dem Flor des ganzen Staats vieles beytragen, folglich unter die(avorabilia, quæ amplianda ſunrt zu rechnen ſeyn. Kurz es iſt bereits von andern gezeigt, und auch in dem v. Buriſchen Lehenrecht in der iſten Fort⸗ ſetzung 9. 232. angemerkt worden, daß die Juriſtiſche Weydeſpruͤche zu der vernuͤnftigen Auslegung der Geſetze ſo wenig als der Vertraͤge eütwo⸗ bef⸗ ragen⸗ (¶ᷣ2ͤ——=—— — . —2, J — daße Krohn⸗ d zun in dern, ken ſel Das des ashſen⸗ der nfaſſer n Caum noch ), da uy de⸗ daß C ius, zott n an Got⸗ 7610 Ntes, uchk umman Gle Mrem eil b unptet. anſeh vie ſie n, u ags ſodie Sal u oieſen fenit usoliariz zen d 4* erren⸗ Adeltuu dihren 892) O0(Ler⸗ b 27 tragen, und alſo billig aus einer aͤchten Rechtsgelahrheit mäſen verbannet ſeyn. Wie denn auch ſelbſt Herr Sofrath Leyſer in der folgenden me⸗ ditat. 5. p. 10§0. anderer Meinung iſt, und das Odium der Herrendien⸗ ſte unter die erdichteten und irrigen Sachen rechnet. DDdiejenigen Rechtslehrer, welche mit Beyſeitſetzung dieſer und der⸗ gleichen aus dem Roͤmiſchen Recht hergenommenen Gruͤnde, unſere Frage blos aus denen Teutſchen Geſetzen Und Gewohnheiten eroͤrtern, ſind ins⸗ geſammt der Meynung, daß im Zweifel die Vermuthung wider die Bauern ſey, und man ungemeſſene Dienſte vermuthen muͤſſe. Sie fuͤh⸗ ren zu deſſen Beſtaͤrkung ungefehr ſolches an. 1) Vor Zeiten haben die Herrn, Kraft ihrer Herrſchaftlichen Gewalt das Recht gehabt, von ihren Knechten ungemeſſene oder unbeſtimmte Dienſte, das iſt, die weder an eine gewiſſe Anzahl Tage, noch an eine gewiſſe Art von Verrichtungen ge⸗ bunden ſind, aufzulegen, und habe man damals von dieſer Eintheilung in gemeſſene und ungemeſſene Dienſte nichts gewuſt, als welche erſtlich, nachdem die haͤufige Freylaſſungen gebraͤuchlich geworden, entſtanden. Da nun eine Veraͤnderung nicht vermuthet werde, ſo waͤre vielmehr die gegenſeitige Vermuthung zu machen, daß nemlich dem Herrn noch heuti⸗ ges Tages, wie vor dieſem, das Recht ungemeſſene Dienſte zu fordern zukomme, und die Bauern beweiſen muͤſſen, daß ſolche auf eine gewiſſe Anzahl oder Maaß geſetzet worden. Siehe Herr Hertſch Diſ de divi ſcone in oper: deternun& indetermin. 2) Andere halten davor, daß nicht ſo wohl die Freylaſſungen als vielmehr dieſes die Gelegenheit zu denen gemeſ⸗ ſenen Dienſten gegeben, daß, wie man nach und nach angefangen, die Bauern vor frey zu halten, und dadurch die Strenge der Dienſtharkeit etwas nachgelaſſen; ſo haͤtten die Bauern ihrem Edelmann nicht mehr alle Dienſte wie vorher erweiſen wollen, ſondern hin und wieder einige abge⸗ brochen. Waͤre nach Verlauf einiger Zeit der Gutsherr auf ſein Recht beſtanden, daß es zur Klage gekommen, ſo waͤre insgemein von dem Rich⸗ ter, der die Bauern als freye Leute angeſehen, auf die gemeſſene Dienſte ge⸗ ſprochen worden, oder es haͤtten dergleichen Umſtaͤnde auch wohl den Guts⸗ herrn bewogen, durch Vertraͤge mit denen Bauern die Dienſte zu be⸗ ſtimmen. Woraus denn hinwiederum von ſelber folge, daß, welche Bauern ſich auf beſtimmte Dienſte beriefen, entweder Vertraͤge oder Ur⸗ 9 vor ſich aufzeigen muͤßten, weil ſonſten die Sache in ihrem alten Stande geblieben waͤre. Siehe Herr Boͤhmer Diſ. ge imper fecta liber tate ruſticorum per Germaniam g. 24. Ob 48) o(Soer⸗ Ob ich nun gleich in der Hauptſache einig bin, daß die Vermu⸗ thung wider die Bauern als Knechte, die ihrem Herrn zu dienen verpflich⸗ tet ſind, muͤſſe gemacht werden; ſo kann doch darinnen dieſen angefuͤhr⸗ ten Saͤtzen nicht beypflichten, daß die beſtimmten Dienſte etwas neuerli⸗ ches ſeyn, und in denen ſpaͤtern Zeiten entweder durch die Freylaſſungen, oder durch Vertraͤge und dergleichen erſtlich eingefuͤhret ſeyn ſollen. Viel⸗ mehr lehren die Urkunden und andere Nachrichten, daß unter denen Fraͤn⸗ kiſchen Konigen bereits bey ſehr vielen, wo nicht bey denen mehreſten Bauerguͤtern die Dienſte ihrer Zeit und Art nach beſtimmet, und die Bauern oder Knechte zu einem mehrem nicht gehalten geweſen. So iſt 3. E. in dem erſt angefuhrten Pohyptico Toſſatenſi ap. Halux. I. c. die Art, Zeit und Vielheit der Dienſte, wozu ein jeder Einhaber, der zu dem Kloſter gehoͤrigen Guͤter gehalten geweſen, ſehr genau, und mit vieler Sorgfalt beſchrieben und unterſchieden, welches eine unnoͤthige Arbeit geweſen waͤre, wenn ſie nach Belieben des Kloſters haͤtten dienen muͤſſen. Denn um nur einige Proben anzufuͤhren, ſo lieſet man daſelbſt: Iu tertia eb- domada faciunt corbadam— Arant ad hivernaticum ad tramiſium in unaquaque ebdomada perticas III. à tertia ebdomada inter tres man- ſos jornalem IJ. fodiunt in vinea aripennum I.— Debet unusquisque manſus ſervilis per totas ebdomadas dies V.& unam napaticam in vinea, de qua recipit tertiam partem— Debet corbadas III. unam- quamque de duobus bovibus— Ducit de frumento ad monaſterium Tod. X.&c. Ja wenn etwa bey einem oder dem andern die Dienſte nicht voͤllig beſtimmt geweſen, ſo wird ſolches insbeſondere angefuͤh⸗ ret. z. E. Debet(manſus ſervilis) manſionem& curtem cuſtodire& ſtabulum curars,& facere Luicd uid opur ſr. Ferner in dem L. Alemann c. 22. heiſſet es: Servi dimidium ſibi& dimidium in dominico arati- vum reddant. Et ſi ſuper hæc eſt, ſicut ſervi eccleſiaſtici, ita faciant tres dies ſibi& tres in dominico. Ein gleiches iſt auch in dem L. Bajuuarior. Tit. I. u. XII.. c. 6. verordnet. Servus autem Eecleſiæ ſecundum poſſeſ- ſionem ſuam reddat tributa. Opera vero tres dies in hebdomata in do- minico operetur, tres vero ſibi faciat. Si vero dominus ejus dederit ei boves aut alias res, quas habet, tantum ſerviat, quantunn ei per poſſibi- liratem impoſitum fuerit, tamen juſte neminem opprimat. Wobey ſel ſt die Ausnahme, welche man ſonſten, um das unumſchraͤnkte Recht des Herrn zu beweiſen, anfuͤhret/ zeiget, daß nicht alle Knechte auf gleiche Art gehundet orden. ———— —— daß di Xmu⸗ dienet 2 fi⸗ dieſen führ etwa agh ierli⸗ Freyl ff gen, on ſoll? Viel⸗ ter de arzraͤn⸗ denen Hrreſten mmet a d die vefen.) v iſt 3. 1. e. ao Art, zu de knoſter jeler asgfalt lrbeit 0 heſen nuſſer Andenn Int um eb- ad tr imium oter t nnan- Lnd gle apafl um 1l „III. um. mone im die Jeyſte dere um föh⸗ a re& mL. Wuaun 3 3o er 45 worden. Ebenmaͤßig werden auch in dem Breviario Caroli M. ap. Leibnit. Collect. Etymol. D. II. p. 3. die Dienſte, wozu ein jedweder Manlus verbunden geweſen, ſehr genau beſchrieben und beſtimmt, z. E. Serviles manſi veſtiti XlIX. quorum reddit unusquisque annis ſingulis friskin- gam I., pullos V. ova X. nutrit porcellos dominicos IV. arat dimidiam araturam, operatur in ebdomada III. dies, ſcaram facit, parafredum donat. Uxor vero facit camſilem I.& Sarcilem I. Conficit bracem& coquit panem. Und kurz vorher von denen manſis ingenuilibus: Ope- ratur annis fingulis hebdomadas V., arat jurnales III, ſecat de fœno in prato dominico carradas I.& introducit, ſcaram facit&. Wie nicht weniger in dem Regiſtro Prumienſi, allwo gleichfalls di jenigen, ſo zu un⸗ beſtimmten oder taͤglichen Dienſten verbunden geweſen, insbeſondere an⸗ gefuͤhret werden, z. E. p. 23 ſtehet: In ebdomada operatur, quicqiuid præ- cipitur ei. Und p. 448. In prato& in meſſe& in vindemia& vir& uxor cottidie(debet) oper ari cum carro ſuo. Gunherus& uxor ejus ſimili- ter. Abilon& ejus uxor ſimiliter&c.& alii XXVI. viri cum fuis uxo- ribus ſimiliter. Auch erhellet aus dem von(eæſario p. 436. bey Gele⸗ Keupeit dieſer unterſchiedenen Verbindlichkeit der Beſitzer, ertheiletem Rath, daß die Bauern ſchon damals ſehr bey dem herg brachten gehal⸗ ten, und ſich uͤber ſolches nicht leicht beſchweren laſſen: Cautus effe de- bet, ſchreibet er, quicunque placitum tenet in curiis cum Scabinis& fa- milia, ne ſtatim eis hoc, quod in libro iſto invenitur, proponatur, ſed diligenter quærantur ab iis jura Eccleſiæ, quia nihil ex omni parte beatum. Aliqua forte neglecta ſunt ſcripta in libro hoc: ſicut in Bi- rensbure nulla fit mentio de angariis& tunnis(Zaͤune)& tamen ipſi utrumque operantur. Quxruntur ab eis jura Eccleſiæ diligenter, & ſi tacent de aliquibus, quæ expreſſa ſunt in libro iſto, hoc eis pru. denter proponatur,& ira magis ſibi timebunt. Welches auch durch die von Carolo Calvo gemachte Verordnung wegen Fahrung des Mergels, die unten bey der 6ten Frage vorkommen wird, bekraͤftiget wird. Denn wenn es eine ausgemachte Sache geweſen waͤre, daß der Herr ſeinen Bauern alle Dienſte nach Belieben auflegen koͤnnen, wuͤrde es denen Bauern gar nicht eingefallen ſeyn, ſich des Mergelfahrens zu wegern. In der Urkunde de A. 76 3. ap. Calmet Preuves de biſtoire de Lorraine 5. 294. ſe³‿̃ga. werden bey allen von Grodegango der Abtey Gorze geſchenkten Guͤtern die Dienſte, wozu ſie oder deren Beſitzer verunden geweſen, gemeldet, und vogleich ei⸗ 9 nige 4 18. 3 eemes 88 Weetszes ee e ea dene ee e 1e ͤͤ— — Sa A Se— eeeieher ueheas e — nige darunter ſind, bey welchen nicht leicht Dienſte uͤbrig bleiben moͤchten, zu welchen ſie nicht verbunden waͤren; ſo iſt doch nicht allein ſel bſt bey die⸗ ſen wegen der Weite und Oerter eine Beſtimmung vorhanden, ſondern es werden auch dagegen andere angefuͤhret, von welchen ausdruͤcklich geſagt wird, daß ſie auſſer ihren Abgiften zu keinen Dienſten gehalten ſind. Wir wollen, weil die mehreſten Arten von Frohnden darinnen kurz zuſammengefaſt ſind, die hieher gehoͤrige Stellen beyfugen. Præ- dictos manſos damus cum omni ſervitio nobis debito. Debent au- tem curtim indominicatam muro circumdare, vineas vallo munire, vigilare, lectos dare, arare, ſemina de curte accipere, metere,& in horreum ducere, atque triturare, horreum cooperire, in vinde- miis torcular vertere,& aquare, fimum curtis in campos educere, aquam molendinariam mundare, palos dare, domum ipſam ædificare & cooperire, avenam de ſylva, quæ ad villam Iſinburc pertinet, ad Parerni villam angariare.—— Damus in villa Dagosbesher unum manſum,& duo jurnalia vinearum(ſolvit ſolidos quinque, pullos duos, ova duodecim,& nullum aliud ſervitium)—— Ad terram indominicatam pertinent quatuor manſi& dimidius cum aucingis ſuis— quorum ſeruitium tuli eſt. Debent omni nocte vigilare, ipfas- que vigilias cum clava invicem notificare, lectos dare, curtim ſepirs, vineas quoque ſepire, quod vulgo dicitur Mannere; arare, ſemina de Ifimburc adducere, metere,& in horreum ducere, item hor- raum ſcooperire: ſi combuſtum fuerit, ad ejus reſtaurationem per unam leugam ligna advehere,& reædificare; fœnum ſecare& in hor- reum ducere, torcular vertere,& aquare angariam usque ad flumen Saræ, aut pro redemtione decem denarios. Ob nun gleich aus die⸗ ſen und andern dergleichen Nachrichten zur Gnuͤge erhellet, daß die ge⸗ meſſene Dienſte ſchon in denen aͤltern Zeiten eine ganz gewoͤhnliche Sache geweſen; So meinet doch Herr Potgieſſer de Statu Servor. Lib. II. Cap. JII. F. 12. ſe. ſolches dadurch gaͤnzlich aus dem Wege zu raͤumen, daß er ſetzet, daß die Bauern auſſer die in denen alten Regiſtern und Flur⸗ buͤchern angefuͤhrte Dienſte, annoch zu andern dem Herrn nuͤtzlichen und noͤthigen Dienſten haͤtten angeſtrenget werden koͤnnen. Zu deſſen Be⸗ weiß fuͤhret er folgendes an. 1) So flieſſe aus dem Herrſchaftsrecht die Gewalt, alle moͤgliche Dienſte von denen Knechten zu fordern, und denen, welchen der Herr etwa wenigere Dienſte aus Gnade aufedlehet. b b er⸗ —— bleid; mi delog ten, einſel Fodi⸗ anden ndern den qt aicklih denſte ig halten hnder ag innn *. eyfug Præ. d. L sat au. Un maire, e, n ahe,& ire, m inde- mpos is acere, pſam a ficare rc pe aint, ad sbesl uu anum inqu ullos — Anbrram cum rungis igila 1 aiofas- urtin à1 ure, rare, Amr 2, N vor⸗ urau m per care id hor- Kque in ftuman gleic uls die⸗ let, an die ge⸗ hernach mehrere anzubefehlen, ja ſie von denen eingegebenen Guͤtern wie⸗ der weg zu nehmen, und zu Geſindedienſten auf dem Hofe zu brauchen. Als welches Recht die Teutſchen Herren ſo wohl wuͤrden gehabt haben, als wie vormals die Roͤmiſchen. 2) So haͤtten zu Tacui Zeiten die Herren bey denen Teutſchen nicht allein Recht gehabt ihre Knechte zu ſtra⸗ fen, ſondern auch ſogar umzubringen, wie vielmehr wuͤrden ſie al o be⸗ fugt geweſen ſeyn, ihnen allerley Dienſte nach Belieben aufzulegen. Daß aber der Herrn Gewalt in denen folgenden Zeiten enger eingeſchraͤnkt worden, wuͤrde niemand erweiſen koͤnnen. 3) Was in denen Bajuari⸗ ſchen und Allemanniſchen Geſetzen von der Beſtimmung der Dienſte ver⸗ ordnet ſey, ſolches betraͤfe nur die Kirchen, Bauern und Knechte, damit ſolche, als zu der Kirche geſtiftet, und dotales ſervi, nicht von denen Vor⸗ ſtehern der Kirchen, die nicht immer gleiches Sinnes wuͤrden geweſen ſeyn, ſondern der eine ſie hart der andere gelinde wuͤrde gehalten haben, anz mitgenommen und ausgeſogen wuͤrden. Hingegen die üͤbrigen Herrn aͤtten hierinnen viel unumſchraͤnktere Gewalt gehabt, und ſich ihrer Bauern Dienſte nach Belieben gebrauchen koͤnnen, wenn ſie ſolche nur ſo eingerichtet haͤtten, daß die Bauern auch die ihnen eingegebene Laͤnder dabey beſtellen koͤnnen. Es wird aber durch dieſe Einwuͤrfe meines Er⸗ achtens der Satz, daß die gemeſſenen Dienſte bey denen Teutſchen von Alters her gebraͤuchlich geweſen, noch nicht wiederleget. Denn 1) So hat freylich ein Herr das Recht, ſeinem Knecht alle moͤgliche Dienſte auf⸗ zulegen, und wird auch niemand ſolches denen Teutſchen Herrnuͤberhaupt ſtreitig machen. Dieſes aber hindert nicht, daß nicht ein Herr einen Ver⸗ trag mit ſeinem Knecht machen, nur gewiſſe Abgiften und Dienſte von ihm verlangen, und ſich wegen der uͤbrigen ſeines Rechts begeben koͤnnen, dergleichen in denen angefuͤhrten Exempeln geſchehen iſt. Folglich braucht es ²) nicht zu unterſuchen, wie weit vormals bey denen Teutſchen ein Herr uͤber ſeines Knechts Leben und Tod zu ſagen gehabt, und wie groß alſo ſeine Gewalt uͤber deſſen Dienſte muͤſſe geweſen ſeyn. Sondern es iſt genug, daß ſo viele Exempel vorhanden ſind, welche lehren, daß der Herr ſich bey Eingebung gewiſſer Laͤnder an ſeine Knechte begnuͤget, ih⸗ nen nur dieſe oder jene beſtimmte Dienſte aufzulegen, und ſich wegen der uͤbrigen ſeines Rechts zu begeben. 3) So iſt einestheils dieſe Beſtim⸗ mung der Dienſte nicht allein bey denen, denen Kirchen zugehoͤrigen, ſon⸗ dern auch bey denen Herrſchaftlichen und andern Bauern anzutreffen. , 2 O( r 51 Und — 8—— “— ————— ——— .—,-—— Herteeeeeee Und zum andern ſo iſt in ſo vielen tauſend Schenkungen der Guͤter nebs denen zugehoͤrigen Bauern an die Kirchen nicht das geringſte anzutreffen, daß die Schenkenden bey der Uebergabe, die vorher ungemeſſene Dienſte der Bauern auf etwas gewiſſes ſollten geſetzet haben, ſondern es iſt viel⸗ mehr zu glauben, daß ſolche Bauern mit eben denen Rechten, welche die vorige Herren uͤber ſie gehabt, an die Kirchen geſchenkt worden. Und iſt auch ſolches in ſehr vielen Urkunden zum Ueberfluß beygefuͤget, z. E. In der Uebergabe de A. 1100. bey Herr Sebannat in Lindem. litterar. Coll. X p. 5§. ſtehet: Familiæ autem idem jus, quod ſub me habebat, in- violatum permanear. Und in einer andern de A. 1109. ibid. p. 6 5: Omnia- que mancipia noſtra cum omnibus julticiis& rationibus talique ſer- vitutis lege, quali nos hactenus ſine aliqua contradictione poſſedi- mus&c. Daß aber die Kirchen hernach ſelber die Dienſte auf etwas gewiſſes ſollten geſetzt haben, iſt um deswillen nicht wahrſcheinlich, weil ſie alsdenn in der Eintheilung der Dienſte unter ihre Bauern wenigſtens einige Gleichheit wuͤrden in Acht genommen haben, einer uͤberhaupt aber ſolche allgemeine Freygebigkeit der Kirchen oder Geiſtlichen nicht wohl zu vermuthen iſt. Doch leugne ich deswegen nicht, daß bisweilen die Schen⸗ kende ihren Knechten gewiſſe Rechte ausbedungen, z. E. In einer Ueber⸗ gabe de A. 110§. ap. Sbannat c. 1. p. 67. heiſſet es: Et novem mancipia, quibus omnem juſtitiam& rationem& talem ſervitutis legem, qua- lem Lurenſis habet familia pacti ſumus. Hievon iſt aber keine Regel zu machen. 3 Da alſo nun die gemeſſene Dienſte bey denen Bauerguͤtern auch ſchon vor Alters eine ſo gewoͤhnliche Sache geweſen; ſo hat es das Anſe⸗ hen, weil die Vermuthung von dem, was am oͤfteſten geſchiehet, herge⸗ nommen wird, daß im Zweifel eher gemeſſene als ungemeſſene Dienſte zu vermuthen ſeyn. Es iſt aber dawieder zu merken, weil, wie in der vorigen Frage gezeiget, die Vermuthung immer wieder den Beſitzer der Bauerguͤter iſt, daß er uͤberhaupt nach dem Junkerhofe, wozu er ge⸗ e hoͤret, Frohnden muͤſſe, nun aber unter denen Frohnden alle diejenige Dien⸗ ſie, ſo zu der Landeshaushaltung des Hofes erfordert werden, begriffen ſind, wie die eben angefuͤhrte Urkunde aus dem Calmet lehret, auch da⸗ von an und vor ſich keine gewiſſe Tage ausgeſchloſſen ſind; So folget von ſelber, daß der Bauer, welcher ſich beruft, daß bey ihm dieſer und jener Dienſt nicht mit darunter zu verſtehen, oder er ſolche nur dieſen uder je —,—====G ———— —— gſteg fen, emeſſel enſie ndern i t viel⸗ hten, da edie worde Und Rfüget s. Ja m. litt mn(oll ne hal G, in- 1ᷣ G% mnia. dus ta pi- ſer⸗ tione Kdi- nſte azutwas ſchein di weil ern w unſtens berhe um aber nicht ml zu llen d Hachen⸗ eum hebet⸗ In m l, leger ua- r ke n ergu an auch at e as Anſc⸗ 1 3)o(e. 383 nen Tag zu leiſten verbunden ſey, ſchuldig ſey, den Grund dieſer Ausnah⸗ me zu zeigen. Welches denn durch die vormalige Herrſchaftliche Gewalt, und daß ein Knecht ſich nicht weiter auf ſeine Freyheit beruͤfen koͤnne, als wie ihm der Herr ſolche in dieſem und jenem Stuͤck zugeſtanden hat, aller⸗ dings bekraͤftiget wird, als nach welcher Herrſchaftlichen Gewalt dem Herrn unſtreitig, wenn keine Vertraͤge im Wege ſtehen, frey ſtehet, den Knecht nach ſeinem Belieben zu ſeinem Nutzen zu gebrauchen„wohin die Worte in der Urkunde de A. S5. ap. Calmet c. 1. p. 320. gehoͤren: Ser- vientes vero ad easdem res pertinentes— ad ejus inclinamus ſervi- tium& de noſtra poteſtate in jus& dominationem illius ſolemni mo- re transfundimus: eo pacto, ut quicquid ex prædictis rebus& manci- piis pro ſua utilitate abhinc& in reliquum facere decreverit, liberrimo in omnnibus potiatur arbitrio faciendi, ſicut ex reliquis rebus& man- eipiis ſuæ proprietatis. b 5) Gb der Bauer dadurch ſeine gemeſſene Dienſte erwei⸗ ſen, und die neugeforderten von ſich ablehnen koͤnne, wenn er zei⸗ get, daß der Herr von undenklichen oder wenigſtens ſehr langen Zei⸗ ten her ſich mit einer gewiſſen Art Dienſte begnuͤger, und die anjetzo verlangte nicht gefordert habe? 6 Dee Beantwortung dieſer ganzen Frage gehet dahin aus, ob wegen unterlaſſener Forderung der Dienſte ſolche voͤllig verjaͤhret, und ab⸗ feiten des Herrn verlohren werden? Die mehreſten neuen Rechtsgelehr⸗ ten ſchlieſſen hier alle Verjaͤhrung aus, und hinzugefuͤget) ideo licet immemoriali tempore omiſſa nec jus dar de- bitori, nec domino libertatem aufert. Præſeribi contra illam nun- quam poteſt. Herr Hofr. Per:tſch c. I. druͤckt es alſo aus: Quum ope- rœ ante exactionem non ſint debitæ, adeoque nec in quaſi poſſeſſio- ne conſtituti ſint ruſtici, quousque nulla exactio præceſſit. Nam tunc demum quaſi poſſidere incipiunt libertarem, ubi dominus ſer- vitia exegerit, ruſtici vero ea denegaverint. Ubi vero nulla eſt poſ- ſeſfio, ibi nec præſcriptio locum invenire poteſt. Herr Zofr. Ley⸗ ſer pflichtet in dem Fall, wenn der Herr zwar die neuangeſagten Dienſte 3 lange us berufen ſich vornemlich auf Mevium, welcher P. IT.. Deciſ. CXXXI.. 3. alſo ſchreibet: Exactio me- ræ facultatis eſt,(& operæ non debentur niſi indictæ wird von andern —“—.,——— —— 4 —— dem aaͤder Her.; den. ſtiee ae entar mim: eſuam nibitu an fus. uf rin M L. 9. lt er 42a. doris 28 ohren rript. Grvl ao. kein 9 t mehr e Fre ht von 2) up koönne Prah tit. on- echtic n als die D heaber tund in eſagt Alein ahchwie erfol u wer⸗ v we h Als bus,t une fa- Kus E fa- aſch unſt ſe⸗ h ger uhen die 13. 15 Servi⸗ 9) O0,(S6 9“ 55 — dienet, davon beybringen wollen. Durch res meræ facultatis verſtehe ich uͤberhaupt ſolche Verrichtungen, welche Kraft eines allgemeinen na⸗ tuͤrlichen, oder aus denen Geſetzen des Staats, oder auch aus beſondern Vertraͤgen uns zukommenden Rechts, wir nach Belieben ausuͤben oder unterlaſſen koͤnnen, ohne daß uns dazu eine gewiſſe Zeit auf einige Art vorgeſchrieben waͤre. So iſt es z. E. ein actus meræ facultatis Kraft des natuͤrlichen Rechts, daß ein jedweder Menſch im natuͤrlichen Stande Macht hat, ſich gegen das ihm angethane Unrecht zu wehren, wenn er gleich roo und mehr Jahre alt geworden, und ſolches bishero nicht ge⸗ than haͤtte. Ein ackus meræ facultatis Kraft der Geſetze des Staats iſt es, daß z. E. ein jedweder Mitbuͤrger ſich derjenigen Freyheiten auch nach 100 Jahren bedienen kann, welche allen Einwohnern des Landes in denen Geſetzen zugeſtanden ſind. Ein actus mere facultaris Kraft eines Vertrags iſt es, daß, wenn einer ſich bey einem Wiederkauf ausbedun⸗ gen, daß er die verkaufte Sache jederzeit, es moͤge der Kaͤufer oder ſeine Erben ſolche ſo lange beſeſſen haben, wie ſie immer wollen, wieder einloͤ⸗ ſen koͤnne, er ſolche Sache auch nach 100 und mehr Jahren, annoch wie⸗ der fordern koͤnne. Die Urſache nun, weswegen einem die Unterlaſſung ſolcher Verrichtungen an dem Recht ſolche auszuuͤben nicht ſchadet, noch der Gegentheil daraus eine Verjaͤhrung erzwingen kann, iſt dieſe. Alle Verjaͤhrung gruͤndet ſich auf eine ſtillſchweigende Einwilligung, daß der Eigenthuͤmer ſich ſeines Rechts uͤber die zu verjaͤhrende Sache begeben wolle. Gleichwie nun im natuͤrlichen Stande ſolche Zeichen abſeiten des Eigenthuͤmers erfordert werden, worgus man nach der eingefuͤhrten Be⸗ deutung und Erklaͤrung derſelben, ſolche Einwilligung ſchlieſſen kann; So haben die buͤrgerlichen Geſetze, damit die Streitigkeiten im Staat nicht ewig waͤhreten, ſolche Linwillioung aus dem bloſſen Ablauf der Zeit, in welcher einer ſich um die zu verjaͤhrende Sache nicht bekuümmert, noch das ihm darauf zukommende Recht zu erlangen geſucht, geſchloſſen und vermuthet. Weil unterdeſſen eine Sache nicht mag vermuthet, oder ge⸗ ſchloſſen werden, wenn das Gegentheil davon deutlich am Tage lieget; ſo haben auch die buͤrgerlichen Geſetze aus dem bloſſen Ablauf der Zeit keine Einwilligung zu vermuthen verordnet, wenn die Umſtaͤnde ſo be⸗ ſchaffen ſind, aß man deutlich ſchlieſſen kann, daß der Eigenthuͤmer des Ablaufs der Zeit ungeachtet, keinesweges gemeinet geweſen, ſich ſeines Rechts zu begeben, indem die Vermuthung nothwendig der Wahrheit .—.... 4 wei⸗ —————— 4 —— 1——.——— perere—y————— ““ 4 ———— 4 — 16)o er 2 weichen muß. Dahin gehoͤret nun z. E. Wenn einer ausdruͤcklich wieder des andern Eingriffe proteſtiret, wenn er keine Gelegenheit gehabt, ſich der zu verjaͤhrenden Sache zu gebrauchen, wenn er noch kein Recht ge⸗ habt, ſeinen Wiederſpruch fruͤher an den Tag zu legen ꝛc. Nicht weni⸗ ger gehoͤret auch hieher, wenn die buͤrgerlichen Geſetze ausdruͤcklich oder ſtillſchweigend verordnet haben, daß dieſe oder jene Rechte durch den blo⸗ ſen Ablauf der Zeit nicht verlohren, ſondern auͤberdem noch beſondere Zei⸗ chen der Einwilligung und Entſagung erfordert werden ſollen. Wie auch, wenn einer bey Aufrichtung des Vertrags demjenigen, der hernach ſeine Sache verjaͤhren will, ausdruͤcklich oder ſtillſchweigend zu erkennen gege⸗ ben hat, daß ihm keine gewiſſe Zeit zu Ausuͤbung ſeines Rechts ſolle vor⸗ geſchrieben ſeyn, ſondern er Macht behalten wolle, ſich deſſelben nach ſei⸗ nem Willkuͤhr zu bedienen. Denn wie will man alsdann eine ſtillſchwei⸗ gende Einwilligung aus dem Ablauf der Zeit vermuthen, da eine aus⸗ druͤckliche oder ſtillſchweigende wiedrige Erklaͤrung vorhergegangen iſt. 1 Und aus dieſen beyden Gruͤnden koͤnnen die res meræ facultatis nicht verjaͤhret werden. Wenden wir nun dieſes auf die Forderung der Frohnden an, ſo er⸗ hellt, daß ſolche eine Verrichtung ſey, bey welcher Kraft des Vertrags ͤ—— £ eine gewiſſe Zeit, in welcher ſie muͤſſe ausgeubet werden, vorgeſchrieben iſt, ſondern vielmehr ſolches lediglich dem Willkuͤhr des Herrn uͤberlaſſen worden. Denn, wenn der Herr dem Bauern ein gewiſſes Gut eingegeben hat, unter der Bedingung, daß er ihm alle zu ſeinem des Herrn Landgut noͤthige Dienſte leiſten ſolle; ſo hat er ſich zugleich die Freyheit ſtillſchwei⸗ gend vorbehalten, daß er nicht alle Art Dienſte auf einmal, und inner⸗ Halb einer gewiſſen Zeit brauchen, ſondern daß er bald dieſe bald jene, wie er es vor noͤthig finden wuͤrde, fordern wolle. Und weil er nicht alle Faͤlle voraus ſehen konnen, und ſich einige erſtlich nach Ablauf vieler Jahre ereignen koͤnnen; ſo folget von ſelber, daß der Herr alle gewiſſe Zeit innerhalb welcher er ſolche fordern muͤſſe, ausgeſchloſſen habe, und ſolches blos ſeinem und ſeiner Nachkommen Gutduͤnken uͤberlaſſen wol⸗ ten. Der Bauer nun, indem er das Gut unter ſolchen Bedingungen angenommen, hat gleichfalls ſtillſchweigend darinn gewilliget, und dieſe Einwilligung wird auf alle ſeine Nachfolger fortgepflanzet, und bey jed⸗ wedem, bey Annehmung des Guts erneuet, bis daß ein Beſitzer, von dem ſie gefordert werden⸗ ſich dawieder ſetzet, der Herr darauf deſſen Wie⸗ der⸗ — dicſ Side d, ſch kei a c. Nſdweni⸗ usdru i odee e dur a blo⸗ h beſt gnee Ze⸗ llen. Dauch der he unh ſei erte un gege⸗ dechte he vor⸗ ſſelbe nach ſei⸗ eine Anthwe⸗ , da i aus⸗ ergeg unen iſt. facul aun nicht nden an ſo er⸗ des trugs vorge ii eben ern d aaſſen ) O(88⸗ 57 derſptuch durch ſein S illſchweigen gut heiſſet, und dadurch ſtillſchwei⸗ gend in die Begebung des geforderten einwilliget. Es iſt wie bey Be⸗ dienten, denen gewiſſe Pflichten in der erſten Inſtru tion vorgeſchrieben ſind, auf welche die Nachfolger immer wieder verwieſen werden. Wenn nun gleich dargethan werden kann, daß einige Pflichten von denen Herrn in 100 und mehr Jahren nicht gefordert worden, ſo kann ſich doch derje⸗ nige, von dem ſie nach Ablauf der 100 Jahre gefordert werden, dieſel⸗ be zu verrichten nicht wegern, noch ſich auf eine Verjaͤhrung berufen. Was man ſonſten noch zu Behauptung dieſes Satzes anfuͤhret, daß um deswillen keine Verjaͤhrung ſtatt finde, cum opeiæ non debeantur niſi indietæ, ſolches halte ich nicht allerdings vor gegruͤndet, denn durch die⸗ ſe Regel, welche. 22.. de Operis libert. zu leſen, wird daſelbſt weiter nichts angezeiget, als daß der bertus, wenn er gleich in langer Zeit dem Patrono keine Dienſte geleiſtet, deswegen doch nicht in mora, noch der darauf geſetzten Strafe unterworfen ſey, weil er ſolche nicht eher leiſten konnen, als dis ſie ihm der Parronus abgefordert aA. L. 27. fed. Es wird aber daſelbſt nichts von dem Fall erwehnet, ob der Patronus, wenn er gleich in z0 und mehr Jahren keine Dienſte von dem I berto gefor⸗ dert, dennoch ſein Recht ſolche zu fordern, ungekraͤnkt behalte. Was nun den von Herr Hofr. Leyſer annoch gemachten Einwurf anbetrift, daß um deswillen die operæ ruſticæ nicht unter die res me- ræ facultatis und folglich unverjaͤhrliche Sachen zu rechnen ſeyn, weil ſie mit denen ſervitutibus prædialihus einerley Beſchaffenheit haͤtten, ſolche aber verjaͤhret werden koͤnnten L. 13. C. de Servitut., So iſt einestheils darauf zu antworten, daß die ſervirutes ſowohl in Abſicht des Urſprungs als anderer Umſtaͤnde von denen Frohnden unterſchieden ſind, und zum andern, wenn man ſchon ſolche Vergleichung gelten laͤſſet, ſo kann doch eben daraus, wie auch angefuͤhrtermaſſen von Herr Leyſer ſelbſt geſche⸗ hen, unſer Satz mit erlaͤutert werden. Denn gleichwie aus dem Z. 6. ff. de Servit præd urban, erhellet, daß einer nicht eher ſeine Gerechtigkeit auf des andern Gut verliere, als bis alle Kennzeichen, woraus man deſſen animum retinendh haͤtte abnehmen koͤnnen, verlohren gegangen. Auch ferner der L. 19. ff. ge Servit. præd ruſt. L. ę. g. 1. Quemadm. ſervit amitt. und andere Geſetze lehren, daß, wenn einer ſich nur einestheils ſeiner Gerechtigkeit gebraucht, weil er dadurch ſeinen animum retinendi an den Tag geleget, die præſcriptio eben 8 wenig ſtatt finde: So folget auch, daß/ ——————— 4 11“ M—ÿ—— 58. 2) 0 85 daß, wenn ein Herr den auf ſeinen dienſtpflichtigen Hofe wohnenden Bauern noch beſtaͤndig auf den alten Fuß handelt, vor ſeinen Bauern an⸗ giebt, der Bauer auch ſolches eingeſtehet, auch alle diejenige auf keine ge⸗ wiſſe Zeit geſetzte Pflichten, wozu er oder ſeine Vorfahren ſich anheiſchig gemacht, fort dauern, und dem Herrn keine Begebung derſelben kann Schuld gegeben werden. Und ſolches um ſoviel mehr, wenn der Herr ſein Recht die Frohnden zu fordern in Gebrauchung dieſes oder jenen Dienſtes, wuͤrklich bis hieher ausgeuͤbet, und alſo wenigſtens durch den Gebrauch dieſes oder jenen Theils ſeiner Befugniß ſeinen animum reti⸗ nendi an den Tag geleget hat. Denn ſonſten iſt nicht gaͤnzlich zu leug⸗ nen, daß bisweilen Faͤlle vorkommen koͤnnen, in welchen daraus, daß von dem Herrn gar keine Dienſte jemals gefordert worden, zu ſchlieſſen, daß die Beſitzer niemals dazu verbunden geweſen, und ihre Freyheit nicht ſowohl durch die Verjaͤhrung, als vielmehr durch wuͤrklich gemachte Vertraͤge muͤſſen erhalten haben. 6) Ob bey gemeſſenen Dienſten, die unter der ſchuldigen Art zwar mit begriffene, aber doch bishero nicht geleiſtete Dien⸗ ſte ausgeſchloſſen ſind? Diee aufgeworfene Frage beſtehet eigentlich darinn, wenn es zwar ſeine 2— Richtigkeit hat, daß in ſoweit die Dienſte beſtimmet ſind, daß z. E. nur ſo und ſo viel Tage ſollen gefrohndet, nur ſo viele Fuhren, ſo viele Handdienſte geleiſtet werden; hingegen die Dienſte ſelbſt, welche an de⸗ nen geſetzten Tagen ſollen geleiſtet werden, ſind nicht beſtimmt, oder es iſt nicht ausgemacht, wohin die Bauern eigentlich zu fahren, und welche Arbeit ſie mit ihren Handdienſten zu verrichten gehalten ſind: Ob es dem Herrn erlaubt ſey, an denen beſtimmten Tagen ihnen neue Dienſte, welche ſie bishero nicht geleiſtet, aufzulegen, ihnen einen andern Ort von gleicher Weite, als wohin ſie bishero gefahren, anzuweiſen, oder ihre Handdienſte zu neuer Arbeit zu gebrauchen? Ich halte davor, daß wenn ſonſten keine beſondere Umſtaͤnde und Vermuthungen in vorkommendem Fall im Wege ſtehen, ſolches im Zweifel dem Herrn allerdings erlaubet ſey, und zwar wegen derer in der vorigen Frage angefuͤhrten Urſachen. Nemlich a) So iſt uͤberhaupt die Vermuthung vor den Herrn, daß er alle diejenige bey Bauerguͤter insgemein gebraͤuchliche Dienſte von ſeinen Bauern fordern könne, deren er ſich nicht ausdruͤcklich ben Ben. Len. —— ü 10 den len A gah⸗ ige al yge⸗ nſch nſſchig derſe wekann wenn„ Herr eſes„ejenen iſtens zuch den n ani um reti. nzlic un eleug⸗ ndar im daß 1, zu ſen eFreu oc nicht klich ud achte eſch nigen eiſtet: Ien⸗ es zw imneine nd,. E. hren un viele web n de⸗ mw nder es en, mnwelche n ſir 1s Ob es n ne ayienſte, ande nort voh eiſen: der ihlt avor i9 ß wenl vor me nenden erdi Serlaute artel arſachen 1H n, diße de Suſte lan dc= boci rcu De⸗ Dieſes aber iſt in denen angefuͤhrten Exempeln nicht geſchehen, denn von Beſtimmung der Zeit und Tage kann ich nicht auf die Einſchraͤnkung der Dienſte ſelber ſchlieſſen, und unter der allgemeinen Benennung von Spann⸗ und Handdienſten ſind alle dazu gehoͤrige Arten begriffen. b) So kann die bishero unterlaſſene Forderung derſelben dem Herrn ſein zukommendes Recht nicht benehmen, weil angefuͤhrtermaſſen keine Ver⸗ jaͤhrung allhie ſtatt findet. c) So iſt dieſe Entſcheidung denen alten Teutſchen Rechten vollkommen gemaͤß, wie wir davon ein merkwuͤrdiges Exempel in denen Capitular. Coroli Calvi Iit. 36. c. 29. p. 299. I. II. ap. Baluz. antreffen: Ut illi coloni, heiſſet es, tam niſcales quam& eccleſia- ſtici, qui ſicut in polypticis continetur,& ipſi non denegant, carro- pera& manopera ex antiqua conſuetudine debent,& margilam& alia quæque carricare, quæ illis non placent, renuunt, quoniam adbuc in illis antiquis temporihus forte margila non trahehatur, quæ in multis locis tempore avi ac Domini& patris noſtri trahi ccœpit,& de mano- pera in ſcuria battere nolunt,& tamen non denegant, quia manope- ram debent: quicquid eis carricare præcipitur de opera carroperæ, quando illam facere debent, ſine ulla differentia carricent,& quicquid eis de opera manoperæ, quando illam facere debent, præcipitur, ſimi- liter ſine ulla differentia faciant. b Hieraus laſſen ſich nun leicht dieſe und jene beſondere Exempel ent⸗ ſcheiden. Ob die zu Spanndienſten verbundene Bauern, welche man bishero gebraucht, das Getreyde und andere Sachen nach einer benach⸗ barten Stadt zu fahren, ſich mit Recht wegern koͤngen, ihre Fuhren hinfuͤhro nach des Herrn ſeinem eben ſoweit von ihnen entlegenem Gut, oder nach einer andern Stadt zu thun? Ob die zu Baudienſten ſchuldi⸗ ge Bauern ſich wegern koͤnnen bey der Reparation eines Gebaͤudes ihre Dienſte zu leiſten; Ob die zum Botengehen verbundene Bauern ſich wegern koͤnnen eine gewiſſe beſtaͤndige Sache jaͤhrlich an einen gewiſſen Ort hinzubringen oder herzuholen, weil der Herr ſolches bishero durch ſein eigenes Geſinde beſtellen laſſen? Ob ſie ſich wegern koͤnnen, das noͤ⸗ thige Brennholz im Sommer herbey zu fahren, weil der Herr ſolches bishero von ihnen im Fruͤhjahr herbeyfahren laſſen und w. d. m. Wobey immer die Entſcheidung wieder die Bauern zu machen iſt. Ob ein glei⸗ ches auch ſtatt finde, wenn die Bauern uͤberhaupt zu Handdienſten ver⸗ pflichtet ſind, der Herr ſie aber zum Phügen gebrauchen, und ihnen ſeine 2 Pferde 4 dpfli arinn Pt Faahter geiffs s ud eit ſedige Ba r uüͤbet⸗ d Fel* zu we⸗ ige I Wile da⸗ vorg hieben anbe irr, ge⸗ mal i tte zu gewi? Mnzahl eine un ngere dert ud die gedre 2 Es über mihhen A nuü it' fhr wort mhuͤber t zu ten, dget den ade ehden aller uns das rten Wethei⸗ 55 0( 8. 1 6 1 Freyheit des Herrn dadurch nicht eingeſchraͤnkt, daß er in ſo langer Zeit die Dienſte auf dieſe Art vertheilet habe, indem ſolches eine ganz will⸗ kuͤhrliche Sache geweſen, die den Herrn zu nichts verbindet, und die er jederzeit haͤtte aͤndern konnen, wenn er gewollt. c) Hiezu kommt noch, daß denen Bauern dieſe Vertheilung nicht ſchadet, ſondern Vortheil bringet, indem ſie deſto eher mit ihren Frohnden fertig werden, und wie⸗ der zu ihrer eigenen Arbeit gehen koͤnnen, der Herr aber durch deren Un⸗ terlaſſung auf unterſchiedene Art Schaden leyden wuͤrde, z. E. daß er an denen Orten, wo das Frohnbrod denen Bauern gegeben wird, ohne Noth und Nutzen mehr Frohnbrod ausgeben muͤßte, daß er laͤnger mit ſeiner Arbeit aufgehalten, und bey vorhandenem guten Wetter mit der⸗ ſelben zu Ende zu kommen, verhindert wird, u. w. d. m. Weswegen in dieſem Fall die Regel der Billigkeit: Quod tibi non nocet& von dem Richter nicht ganz darf auſſer Acht gelaſſen werden, zumal, wenn die Bauern mit ihrem Landesherrn zu thun haben, als welcher berechtiget iſt, ſie auch wieder ihren Willen zu ihrem wahren Beſten anzuhalten. 8) Von der billigen Einſchraͤnkung der ungemeſſen en Dienſte, und wie weit ſolche allenfalls von dem Richter geſche⸗ hen koͤnne 1 b Es iſt kein Wunder, daß die Rechtslehrer in der Erklaͤrung der unge⸗ meſſenen Dienſte nicht einerley Meinung ſind, indem bey derſelben Verrichtung ſo viele Umſtaͤnde vorkommen koͤnnen, denen durch Ver⸗ traͤge abſeiten des Herrn keine gewiſſe Schranken geſetzet ſind, und in welcher Abſicht ſie unbeſtimmt oder ungemeſſen koͤnnen genannt werden, und daß hingegen doch andere Umſtaͤnde bey eben dieſen Dienſten durch ausdruͤckliche oder ſtillſchweigende Vertraͤge beſtimmet und eingeſchraͤnkt ſind, Ueberhaupt ſind ungemeſſene Dienſte dergleichen, deren ſich der Herr nach ſeinem Belieben und Gutfinden ohne alle Einſchraͤnkung be⸗ dienen kann, d. i. daß er bey derſelben Gebrauch weder an gewiſſe Tage, noch an gewiſſe Orte, noch an gewiſſe Arten, noch an eine gewiſſe An⸗ 0 zahl ꝛc. durch Vertraͤge gebunden iſt. Wenn nun ein Herr gleich guf ſolche Weiſe die Frohnden hergebracht hat, ſo verſtehet ſich doch, daß er dieſelbe nicht auf ſolche Dienſte, die gar unter denen Frohnden nicht be⸗ griffen ſind, ausdehnen duͤrfe, kernen, daß er ſolche ſo einrichten muſſe, H 3 1 daßz .“ 3“““*. 4 4 1 1— ————————ÿ—————.—— ———. 3 ——— d WeeraNerfhen, 62) o( r daß doch der Bauer die ihm eingegebene Laͤnder dabey beſtellen koͤnne, weil der Herr bey Eingebung der Länder ſolches ſelber ſtillſchweigend ausge⸗ nommen hat.(Siehe den. Herrn von Ludolpb Obſervat. Vorenſ P. I. 065ſ. 10 5.) In der obangefuͤhrten Stelle aus dem L. Mlemannica heiſſet es dieſerwegen: Tantum ſerviat, quamum ei per poſſibilitaten impoſi⸗- tum kuerit, tamen injuſte neminem oppimat. Sollte nun der Herr hierinnen gar keine Billigkeit in Acht nehmen, ſondern die Bauern durch den uͤbermaͤßigen Gebrauch ſeines Rechts ganz zu Grunde richten; ſo iſt der Richter allerdings befugt, dem Herrn Einhalt zu thun, und ihm al⸗ lenfalls eine gewiſſe Maaß in dem Gebrauch ſeiner Dienſte vorzuſchreiben, theils weil der Herr dadurch dem zwiſchen ihn oder ſeine Vorfahren und die Bauern aufgerichteten Vertrag, daß die Bauern nemlich ihm alle noͤthige Dienſte thun, aber dagegen auch ihren Lebensunterhalt von de⸗ nen eingegebenen Guͤtern haben ſollen, wuͤrklich zuwieder handelt, theils auch, weil dem Staat an der Erhaltung des Bauern mit gelegen iſt, und die Obrigkeit alſo Recht hat, demjenigen, der ſich des ſeinigen zum Nach⸗ theil der gemeinen Wohlfahrt bedienet, zu wehren. Auch iſt ſolches de⸗ nen alten Teutſchen Rechten und Gewohnheiten vollkommen gemaͤß. So heiſſet es z. E. in L. Bajuwar. Tit. I. n. XII. c. 1. feqq. De colonis vel ſervis Eccleſiæ qualiter ſerviant, vel qualia tributa reddant, hoc eſt agrarium ſecundum æſtimationem judicis provideat boc judex; ſecun- dum quod habet, donet. In Capitular. Lib. V. c. 203. 1. 1. p.§96. ap. Paluz. Pro nimia reclamatione, quæ ad nos venit de hominibus ec- cleſiaſticis ſeu fiſcalinis, qui non erant adjurnati; quando in Cino- mannico pago fuimus, viſum eſt nobis, una cum conſultu fidelium noſtrorum ſtatuere, ut quicunque de prædictis hominibus quartam facti tenet, cum ſuis animalibus ſeniori ſuo pleniter unum diem cum ſuo aratro in campo dominico aret,& poſtea nullum ſervitium ei manuale in ipſa hebdomada à ſeniore ſuo requiratur. Et qui tanta animalia non habet, ut uno die hoc explere Valeat, perficiat prædi- Kum opus in duobus diebus. Et qui ſolummodo ita invalida, ut per ſe non poſſit arare quatuor animalia habet, cum eis ſociatis fibi kljig aret uno die in campo ſenioris,& uno die poſtmodum in ipſa hebdomada opera manum faciat. Et qui nihil ex his facere poteſt, neque animalia habet, per tres dies feniori ſuo à mane usque a veſperam operetur,& Senior ſuus ei amplius non requirat. Diwar 18 ————„ — dellent n wei dweig usge at.. 8 P. 7. ema, in heiſſt dihntat, wapolt. te nun s Hert de Bo ann durch de rit at ſoſß nemli n nnterh et rhan un theils gelec unſ, und nigen, un Nach⸗ ſch iſt an es de⸗ nen g imz. So Detumis vel dant u xc ell judea inecun- 7. I. † ½ b aJh. hom uius ec- andc u* Cino- SnGab mdelium 93) O(8. 63 ſis namque modis hæc agebantur. A quibusdam tota hebdomada operabatur, à quibusdam dimidia,& à quibusdam duos dies. Idcir- co bæc ftatuimus, ut ne familia ſe à pradictis operihus ſubtrabere poſſit, neque à ſenioribus amplius eis requiratur. Es fehlet auch nicht an neuern Exempeln. Siehe Herr Hofr. Eſtor in Præfat, ad Grolmanni Diſ- fert. und Herr Hofr. Leyſer Spec. 4. med 3. Wobey dieſer letztere med. x mit Recht angemerkt, daß wenn von dem Richter eine Beſtim⸗ mung der Dienſte geſchehen ſolle, derjenige Herr, deſſen Dienſte auf et⸗ was gewiſſes geſetzt werden ſollen, ſolchem Richter gewiſſermaſſen unter⸗ worfen ſeyn muͤſſe, und daß folglich ein Richter ſeines eigenen Fuͤrſten oder Landesherrn Dienſte auf etwas gewiſſes zu ſetzen, nicht befugt ſey, als welches allenfalls befundenen Umſtaͤnden nach nur von denen hoͤch⸗ ſten Reichsgerichten, welche im Namen des Kaiſers und des Reichs Recht ſprechen, geſchehen duͤrfte. 5 9) Ob der Herr befugt ſey, anſtatt der Dienſte ein gewiſ⸗ ſes Geld von denen Bauern zu fordern? Es wird ſolche Frage von ſehr vielen Rechtslehrern verneinet, und fehlet es nicht an einer Menge von Roͤmiſchen Geſetzen, wodurch die mehreſten ihren Satz zu behaupten ſuchen. Doch iſt auch anderntheils eine nicht geringere Anzahl von denen vorhanden, welche dieſe Veraͤnde⸗ rung der Dienſte in Geld vor zu gelaſſen halten; wovon Herr Srrube in Comment. de Jur. Lillic. Cap. V. f. 20. lit. a. uinterſchiedene angefuͤhret hat. Und ob gleich auch dieſer ihr Beweiß mehrentheils ſich auf Roͤmi⸗ ſche Geſetze gruͤndet, ſo wird doch auch von einigen ſolcher aus denen Teutſchen Geſetzen und Gewohnheiten hergenommen, und bringet z. E. Herr Dotgieſſer de Statu Serv. p. 44§. einige Exempel bey, daß in denen aͤltern Zeiten die Dienſte mit Gelde oder Getreyde bezahlet worden, wor⸗ aus alſo zu ſchlieſſen, daß auch noch heutiges Tages denen Herrn ein glei⸗ es Recht zukommen muͤſſe. Andere endlich verneinen zwar dieſe Frage, fuͤhren aber doch zugleich unterſchiedene Ausnahmen an, worinn ſie die Veraͤnderung der Dienſte in Geld vor zu gelaſſen halten. Dahin gehoͤ⸗ ret z. E. der Herr von Gœbel Diſſ. de ure& Sudicio ruſticor. p. 99., welcher meinet, daß, wenn die Bauern das Geld, ſo ſie dem Herrn vor die Frohnden bezahlen muͤßten, leichtlich anderwaͤrts mit ihrer Arbeit ver⸗ dienen koͤnnten, ſie der Billigkeit nach gehalten waͤren, die Dienſſe 8 — ————— — —— —— ————— ——O⏑⏑O—ꝛ——————— “ Klaſſe rechnen ſoll, denn, ob er gleich l. dieſes Recht dem Herrn abſpricht, ſo meinet er doch ſelber, daß vor dieſem, wie die Bauern noch Knechte geweſen, der Herr befugt geweſen, nach ſeinem Willkuͤhr Geld oder Dienſte zu fordern, oder denen Bauern das Gut zu nehmen, und waͤre dieſes alte Herrſchaftliche Recht noch an ſehr vielen Orten uͤbrig geblieben. Vor andern aber iſt hierunter zu zehlen, Erollemann in Diſſ. de Operarum debi- tarum mutatione E. II. C. II. woſelbſt er folgende 10 Ausnahmen, allwo die Veraͤnderung der Dienſte uͤberhaupt, und glſo auch in Geld erlaubet ſey, anfuhret. 1) Wenn das Volk in einem rechtmaͤßigen Kriege uͤberwun⸗ den, und zu Knechten gemacht worden(F. 1. ſeãg.) 2) Wenn die hoͤchſte Noth dieſe Veraͤnderung erfordert(F. 1½2 /1J) 3) Wenn es unmoͤglich iſt, ſolche in der bisherigen Art zu leiſten(F. 21. e*.) 4) Wenn ſonſten dem Herrn die Dienſte vollig unnüͤtz ſeyn wuͤrden(F. 26. 4.) 0 Wenn der Bauer bey dieſer Veraͤnderung entweder gewinnet, oder doch wenigſtens in keine haͤrtere Umſtaͤnde geraͤth(F. 29 /e4.) 6) Wenn die Partheyen es durch Vertraͤge mit einander ausmachen und eins werden(§. 32. ſ2*¹†.) 7) Wenn durch die Obſervanz, und 8) durch die Gewohnheit ſolches eingefuͤhret iſt(C. 36. /4.)) Wenn die Verbindlichkeit, ob Dienſte ſollen geleiſtet, oder Geld bezahlet werden, willkuͤhrlich und alternatio iſt (F. 39.) 10) Wenn durch die Verjaͤhrung ſolches Recht erlanget wor⸗ den(. 40. ſea.) 11) Welche Ausnahmen denn gewoͤhnlichermaſſen mit einigen Roͤmiſchen und Juſtinianiſchen Geſetzen, und hauptſaͤchlich mit dem kraͤftigen Beyfall vieler Rechtsgelehrten erwieſen werden. Gleichwie nun die Roͤmiſchen von denen Libertis und Agricolis han⸗ delnde Geſetze zu Beantwortung dieſer Frage meines Erachtens wenig bey⸗ tragen koͤnnen; ſo halte ich es auch vor unnothig, mich bey deren Erklaͤrung oder Wiederlegung aufzuhalten. Die ganze Sache kommt vielmehr dar⸗ auf an, ob die Teutſchen Rechte und Gewohnheiten hierinnen einen Grund der Entſcheidung an die Hand geben. Nun iſt es zwar nicht ohne, daß man hin und wieder Exempel, da die Herrn vor die Dienſte Geld empfan⸗ gen, in denen alten Urkunden und Nachrichten findet. Denn um nur ei⸗ nige von denen von Serr Potgieſſer c. 1. bey ebrachten anzumerken, ſo heiſſet es in der Urkunde de A. 912. ap. Leuckfeld Autiquit. Pæld. Append. 2. p. 224. lgitur quosdam ex illis in quotidianum ſervitium computa- mus, qui ſingulis hebdomatis una die in Eccleſia miniſtrent. vdero Geld abzukaufen. Ich weiß nicht, ob ich Herr Strube mit unter dieſe Qui — ú S—— 2 ꝑpp„ X ——— 2mit in dieß derr 3 rnno ochte zeldot c ienſte waͤre gis alte lieb. Wor eOper ran dehi. znahſ te allwo zelde yetſey, triege Aurwun⸗ genn Fohächſe es un Früchiiſt enn ſamn dem 9 5) Am der och t ugegſtens Pal uſen es in F a ſen.) ohnh wolches 1, Dhenſe alte uno iſt erlan wor⸗ herw ima wit chlic uct dem meſſe. Debet unam carradam adducere de feno in granicam ſenioris, ) O(⸗ 65 vero ſervitium ſolvere voluerit, viginti denarios eccleſiæ olwat. Et hie per annum à ſervitute liber exiſtet excepta vehitione vini& frumenti un- decunque in uſus fratrum, eorum que portatione in granarium& cel- larium. Fæminæ vero in principali loco ſui juris manentes, trer deuario⸗ olwant, alias vero degentes ſolidum. In der de A. 76 5. ap. Calnier Preuves de I biſtoire de Lorraine p. 291. Septem manſos& dimidium, ſolvit unusquisque denarios triginta— Angariam usque ad flumen Saræ, aut pro redemptione, denarios decem. Pro opere quatuordecim dierum reimendo, denarios octo. IE Aegiſtro Prumien). ap. Leibnit. c. l. p. S⁊z. Familia Sti. Salvatoris, quc t in Saxonia ſolvit—& unusquisque illorum VI. dies in æſtate operari debet, aut denariosr I17. folwere. Allein eben daraus, daß dieſes nur bey einigen Bauerguͤtern als eine beſondere Beſchaffenheit ang fuͤhret wird, erhellet, daß es dem Herrn nicht durchgehends erlaubet geweſen, bey allen anſtatt der Dienſte das Geld zu fordern, vielm hr wird ſolches als ein altes bey einigen hergebrach⸗ tes Vorrecht angefuͤhret in cit. Aegilro Prumienſi c. l. p. 506. Et ſcien- dum eit, quod per totam Abbariam ita eſt ab anriquo conſtitutum, duod ubicunque vel ſalmones, vel porci vel augariæ vel quicunque reditus poſiti ſunt ad redemptionis ſummam; quod in voluntate erit Eccleſiæ vel in5ſas res ſie redem ptionem in tempore recipere. Und das insbeſondere bey einer haͤrtern Dienſtbarkeit gebraͤuchlich geweſen. bid. p. 76 ½. F. 1. Sciendum eſt, quod quæcunque fœminæ Eccleliæ noſtræ proprios ſervos duxerint& ex illis filios genuerint, quod illi filii omnibus diebus vitæ ſuæ ſervi permanebunt noſtri, qui vulgo vo- cantur Hover jungeren,& ſi nobis placuerit dabitur eis panis& veſtimentum& omnibus diebus vitæ ſuæ in curiis noſtris permane- bunt& cuſtodient pecora vel juvabunt aratrum tam ipſi quam filii eorum. Et ſi volumus tali ſervitio carere, poſſumus ab eis redemptio- nen aceipere. Wie nicht weniger in dem Pohyptico EFoſatenh wird nur bey einigen manſis eine redemptio wegen einer carroperæ angefuͤhret, und hingegen waren eben dieſe manſi annoch zu andern Dienſten verbun⸗ den, allwo dieſer Umſtand nicht beygefuͤget iſt: Debet unusquisque pul- los III.— corbadas II. unamquamque cum ſex bovibus& tertiam corbadam cum duobus, pro hoſtilicio denarios XIV, pro carropera denarios I. bannos tres, unum in vinea, alterum in prato, tertium in 3& ———— 66 hn al indirectum dazu zwingen Herr i„Gut nehmen, und ihn alſo per indt aan 5n — 3 mugt 8 inrächen indem die wit kührliche Wagnepun 38 Guts nur bey einigen Guͤtern, nicht aber k d. Da nun auch ſonſten 3 ten vorkommen wird. Da nun auch ſonſt ſeen erlaudet gerweſee Harricha tliche Gewalt nichts hinlaͤngliches in ſich meines Beduͤnkens die Herrſchaftliche Gewalt niche Verbindlichkeit des ſſet der berechtiget ſeyn ſollte, die Ver ch faſſet, weswegen der Her n welcher dieſer bey Uebernehmung des Guts Bauern ihm Dienſte zu leiſten, welcher dieſer h ter heyden Partheyen A s anders, wovon unter beyden Parthehen ſich unterworfen, auf etras de en; ſo halte ich, daß ſo ſchlechterdings nicht gehandelt worden, auszudehnnn illenhr anſtatt der Dienſte ſei⸗ b icht befugt ſey, nach ſeinem Willkuhr 3 m⸗ der Hertzniche fueiſſe Geld abzufordern. Unterdeſſen, weil doch Um — 8 8 — S — ᷣò — — & —₰ — —₰½ — η — & 9⁹ —. ᷣ —₰ — ᷑ — — ☛ —— — — — 4.ι — ◻ — — — — ——yy———— kande dareerder ihm unnittzen Dienſte das Geld empfahe, auch der Bauel, Here oüſetdedih auf been billigen Preiß geſezet winneAi derſpruh 6 W 2L b 2 r dieſerwe en ich w kern— 2 5 3 8 4 nichts daben erlitm ſuauwaten Lellicht wuͤrklich ſchuldig dazu erach⸗ dazu dennelabe ich, dat dieſe Umſtaͤnde Antaß gegeben haben, daß man tet hat; ſolam es vor eine dem Herrn zukommende Gerechtſame Seha ten, An d Belieben Geld oder Dienſte zu fordern, und es in wieſer Meinunn vch cen unzweifelhaftes in die Landesgeſetze mit einflieſſen afſen chin 3 1 decehſ Provinc Brunſic. de 1 2097. 9 ¹ heiſſet es:⸗⸗ Wun b Land⸗ Puntelthanen in Dienſtgeld du ſeben haflehet ſorve nen An Dder Land⸗ ²⁷. a 88 ker 1 k 4 29.— 1 ſchaft 1 els Auch Peeg euſt emumn p. 99 und Herr Serube Ae Jur. Seer. DAl. d So wie nun in dergleichen Provinzen das Recht des Herrn allen Streit iſt, ſo iſt auch die Vermuthung vor den Herrn wann duſſer hreſten Bauern in einem Lande ſich dieſe willkuͤhrliche Einforderung die eldes oder der Dienſte muͤſſen gefallen laſſen, indem alsdenn zu alte ſ h den ſahlen ag, der am d E vingen Wegn rung de bey d anmehte nun au ſonſten laͤng d inſich erbin Ikeit des hehmc e en epden Wrtheyen ſo ſch erding t der Inſte ſer⸗ 7, we zuch Um⸗ rford’ n daß der auch un Bauer, dden, u gemein deeV Mrſoruch uldig un erach⸗ harbe F man unde wlsdemni Zo er 52 Bauern zu leidlicher Bezahlung derſelben anzuhalten, weil ſie ſonſten ihre eingegebene Guͤter ohne alle Laſt beſitzen, und dem Herrn ſeine Oberherr⸗ ſchaft daruͤber durch ihren Eigenſinn mehrentheils ganz unnuͤtz machen wuͤrden, welches Verfahren dem Endzweck, welchen der Herr bey Einge⸗ bung der Guͤter gehabt, und worinn die Bauern gewilliget, allerdings zu⸗ wider iſt. Wogegen der von Herr Sofr. Leyſer Spec. 219. med. 1. 2. an⸗ gefuͤhrte C. 19 F. 9. ff. Locat conduct. keinesweges ſtreitet, denn in ſolchen iſt zwar demjenigen, der ſeine Dienſte an jemanden vermiethet hat, welcher kurz darauf geſtorden iſt, und ſich alſo derſelben nicht bedienen koͤnnen, dennoch der ganze Lohn zugeſprochen worden, aber welches wohl zu merken, mit der Ausnahme: 81 eodem anno ab alio mercedes non accepit. Folglich iſt der ganze Grund dieſer Verordnung, weil der locator operarum durch ſeinen erſten Contract verhindert worden, anderwaͤrtig etwas zu verrie⸗ nen, und daß ihm alſo dieſer Schaden, den er ganz oh e ſein Verſchulden Wlirten, billig von demjenigen,(oder deſſen Erben) um deſſen willen er olchen erlitten, erſetzet werden muß, welches aber wegfaͤllt, wenn er ſonſten etwas mit ſeiner Arbeit verdienet hat. Hingegen bey dem Bauern iſt in unſerm Fall gerade das Widerſpiel und die Ausnahme dieſer Ver⸗ ordnung vorhanden. Nemlich er hat unterdeſſen, da er ſeinem Herrn nicht gedienet, mit ſeinem Geſchirr, oder ſeiner Handarbeit anderwaͤrts etwas verdienen koͤnn n, und kann alſo ſolche ſeinem Herrn nicht als em⸗ pfangen anrechnen, noch dieſerwegen den Genuß des vor die Dienſte mit eingegebenen Guts mit Recht verlangen. 10) Ob der Herr, wenn er viele Jahre herdurch anſtatt der Dienſte das Geld empfangen hat, hernach annoch befugt ſey, b die Dienſte wieder zu fordern? b SNa vor die Dienſte insgemein deswegen das Geld bezahlet wird, weil — der Herr die Dienſte nicht gehoͤrig nutzen kann, folglich dieſe Verwan⸗ delung dem Herrn zu Gefallen geſchiehet, ſo kann dieſe willkuͤhrliche Hand⸗ lung ihm das Recht, dereinſt die wuͤrklichen Dienſte zu fordern, nicht entziehen, indem dergleichen Geldforderung immer die ſtillſchweigende Bedingung, wenn der Herr nicht die Dienſte ſelber verlanget, mit ſich fuͤhret, und alſo die Begebung des Rechts die wuͤrkliche Dienſte zu for⸗ dern, nebſt der daraus flieſſenden Verjaͤhrung von ſelber ausſchlieſſet. Wozu noch derjenigen Beweißgrund kommt, weiche ſagen, daß diſhs J 2. e⸗ 68 S) O(r Geſchaͤfte vor eine Art von Verpachtung anzuſehen, da der Herr denen Bauern die Leiſtung ihrer eigenen Dienſte gegen die Bezahlung eines ge⸗ wiſſen Geldes verpachtet. Gleichwie nun der Pachter das Gut niemals gegen den Eigenthuͤmer verjaͤhren kann, weil er ſich in keinem dazu geho⸗ rigen rechtmaͤßigen Beſitz befindet; ſo kann auch ſolches in gegenwaͤrtigem Fall von dem Bauern nicht geſchehen. Es ſind aber zwey Ausnahmen hievon zu merken. a) Wenn die Bauern die Leiſtung der Dienſte dem Herrn gegen die Erlegung eines gewiſſen jaͤhrlichen Geldes auf ewig ab⸗ gekauft haben. Weil aber ſolches ſo wenig aus der Laͤnge der Zeit als aus der immer aͤhnlichen Bezahlung einerley Summe des Dienſtgeldes zu ſchlieſſen, ſondern die Vermuthung immer vor den Herrn iſt, daß er das Geld nicht aus Schuldigkeit, ſondern aus eigenem Willkuͤhr ge⸗ nommen; ſo ſind die Bauern ſchuldig, dieſes ihr Vorgeben zu erweiſen, oder wenigſtens ſolche Umſtaͤnde vor ſich beyzubringen, wodurch die vor den Herrn waltende Vermuthung aufgehoben wird. b) Wenn der Herr einmal die wuͤrklichen Dienſte von denen Bauern gefordert, ſie ſich aber ſolche zu leiſten gewegert, und bey der Bezahlung ihres Geldes geblieben, der Herr es auch bey ihrem Wiederſpruch gelaſſen, und dar⸗ auf die zur Verjaͤhrung gehorige Zeit uͤber das Geld von ihnen angenom⸗ men; ſo iſt allerdings eine Begebung des dem Herrn zugekommenen Rechts, und die daraus flieſſende Verjaͤhrung abſeiten der Bauern vorhanden. b. Uebrigens laͤſſet ſich aus dieſem angefuͤhrten, die von Berr Hofr. Leyſer Spec. 419. med. 3. aufgeworfene Frage entſcheiden, nemlich, wenn es bey einigen Bauerguͤtern hergebracht iſt, daß die Bauern entweder ſo viel Dienſte leiſten, oder in deren Ermangelung ſo viel Geld bezahlen muͤſſen, wem alsdenn die Wahl zukomme, dem Herrn oder dem Bauern? Der Herr Hofrath ſpricht ſolche dem Bauern zu, nach der allgemei⸗ nen Reget, daß in einer jedweden obligatione alternativa die Wahl bey dem Schuldner ſey, L. 10. g. 5. ff. de Nure dotium: Nam cum illa aut zlla res promittitur, rei electio eſt, utram præſter. Meines Beduͤn⸗ kens aber iſt die Vermuthung immer vor den Herrn, daß ſolcher waͤhlen foͤnne, es waͤre denn, daß der Bauer erweiſen koͤnne, daß dergleichen Vertrag oder Gewohnheit blos zu ſeinem Beſten gemacht oder eingefuͤh⸗ ret ſey. Wohin die oberwehnte Urkunde aus des Leuckfeld. Antiquit- Palq., wenn ſolche anders unter die aͤchten Urkunden zu zehlen 6. ge⸗ horet/ —— der! wenen dlun 5 ge⸗ 38 G ammals nem am gahe⸗ gegen 1 tigem dey Aasahmen der T maie den es al g jig al⸗ nge meit al es T wiügeldes errn daß er n Xhr ge⸗ en zu ag heiſen, vodu ndie vor b) Inn der geft aht, ſit gg iht an Beldes aſſen und dar⸗ nen un enom⸗ juga unenen nder uuern on 2 Hofr. new an wenn Haue mtweder AE Ahezahlen der deenzauern! ach i allgemner⸗ wa d Zzahl bij Jam u] jlla ut Meieg Badll⸗ aß ſ e waͤhle „de irglächa chte o eingefij A Anuit a SBac hötet, hoͤret, als in welcher des Caroli M. Schweſter Gertrudis bey Schen⸗ kung einiger Familien an das Kloſter Neuenſtadt zum Beſten dieſer Fa⸗ milien, ne vel ipſi vel poſteri eorum injuſta ſervitute opprimantur, zugleich vor ſie ausbedinget und verordnet, daß wer ſeine Dienſte bezah⸗ len wolle, zwanzig denarios davor an die Kirche geben ſolle. Denn auſ⸗ ſerdem a) So flieſſet ſolche Wahl des Herrn aus der vormaligen Knech⸗ tiſchen Beſchaffenheit der Bauern, da es bey dem Herrn ſtund, unter was vor Bedingungen er ihnen die Guͤter eingeben wollen, folglich da er ihnen entweder die Dienſte oder die Bezahlung des Geldes aufgeleget, iſt immer die Vermuthung, daß er es zu ſeinem Beſten gethan, und ſich die Wahl vorbehalten. 6½) So beſtaͤrket ſolches die bey dergleichen Faͤllen von dem Herrn hergebrachte Gewohnheit, wie davon kurz vorher alte und neue Exempel aus dem Regiſtro Prumienſi, und aus Landesord⸗ nungen beygebracht und angewieſen ſind. N) Die gegenſeitige Rechts⸗ regel findet alsdenn nur ſtatt, wenn keine wiedrige Vermuthung gegen den Schuldner ſtreitet, daß nicht ihm, ſondern dem Glaͤubiger die Wahl bey Aufrichtung des Vertrags gekaſſen, und zu des letztern Beſten die Verbindlichkeit alternatiy gemacht worden. Solche wiedrige Vermu⸗ Yung aber iſt in gegenwaͤrtigem Fall allerdings wieder den Bauern vor⸗ anden. 11) Ob der Bauer auch anderwaͤrts, als wo ſein Guts⸗ herr wohnet, und bey deſſen Gute die Dienſte zu leiſten ver⸗ bunden?: b Herdaße in Comment. de Jure Iilic. Cap. F. J. 1§. haͤlt davor, daß es in dem Willkuͤhr des Herrn ſtehe, wo er die Dienſte wolle ge⸗ leiſtet haben, wenn in dem Vertrage nicht ausdruͤcklich das Gut, wohin ſie geleiſtet werden ſollten, gemeldet worden, oder daß der Herr ſie an ſolchem Orte verlange, wo wegen der uͤbeln Wege, weiten Entfernung oder dergleichen Umſtaͤnde es gar nicht wahrſcheinlich iſt, daß der Bauer ſich dazu verbindlich gemacht habe. Seine Grunde, womit er. ſolches zu erhaͤrten ſucht, beſtehen theils in Wiederlegung der gegenſeitigen aus 0Q 7 denen Roͤmiſchen Geſetzen hergenommenen Schluͤſſe, theils aber in fol⸗ genden. a) Wenn ein Bauer vor den Gebrauch des Guts dem Herrn die Dienſte verſprochen; ſo waͤre im Zweifel nicht zu vermuthen, daß er ſolche nur dem zeitigen Beſitzer eines gewiſſen Guts, ſondern daß er ſie J 3 der ———————˖⏑S⏑:—:r.n—— 7————.——————-——————— 70⁰ 5)o(5 der Perſon des Herrn verſprochen, indem das erſtere etwas beſonders ſhe ſeyn wuͤrde, welches bey einem Contract nicht vermuthet werde. b) So dich wäre insbeſondere bey denen Meyern deſto weniger Zweifel, weil die ſo Herrn taͤglich ihre uͤber dieſen oder jenen Meyer habende Rechte an andere in ohne das Gut, wohin ſie bishero gefrohndet, verkaufen. Da alſo eine 7 beſtaͤndige Veraͤnderung des Orks, wo die Dienſte ſollten hingeleiſtet er werden, erlaubet waͤre, ſo muͤßte ſolche Veraͤnderung noch vielmehr auf 6 eine Zeitlang erlaubet ſeyn.— So waͤre die Vermuthung; daß die Bauern zu alle dem, wozu ein anderer, der ſeine Dienſte vermiethete, gehalten waͤre, gleichfalls verbunden waͤren, und alſo wie jener, ihre Dienſte leiſten muͤßten, wo es dem Herrn gefaͤllig waͤre. d) So koͤnne n man unmoͤglich von einem ſolchen, der ſowohl die Freyheit als den Le⸗ 9 bensunterhalt eines andern Gnade zu danken, und davor ſeine Dien⸗ 6 ſte verſprochen haͤtte, vermuthen, daß er ſich vor andern Vermiethern 6 zhrer Dienſte, ſo beſondere Vorrechte ſolle ausbedungen haben, da er 6 ſich vielmehr gluͤcklich ſchaͤtzen muͤſſe, daß er nicht ſchlechter als wie jene n gehandelt wuͤrde.“ b So ſcheinbar nun auch dieſe Beweißthuͤmer ſind, ſo geſtehe ich doch gerne, daß ich ſie nicht uͤberzeugend finde, ſondern daß ich vielmehr die V gegenſeitige Meinung, datz nemlich im Zweifel, wenn weder die wiedri⸗ 5 ge Gewohnheit eines Landes, noch die Beſchaffenheit der Bauerguͤter d noch andere dergleichen Umſtaͤnde vor die Befugniß des Herrn ſtreiten, d immer zu vermuthen ſey, daß der Bauer ſeine Dienſte nur dem Beſitzer 9 des Hofes oder des Guts, wohin er bishero gefrohndet hat, zu leiſten ſchuldig ſey, vor wahrſcheinlicher und gegruͤndeter achte. Denn a) So 6 war uͤberhaupt die Abſicht, weswegen der Herr ſeinen Bauern die Guͤter gegen Leiſtung gewiſſer Dienſte eingab, daß ſie ihm mit ſolchen die Land⸗ 8 haushaltung ſeines Guts oder Hofes, wozu ſie gehoͤreten, beſtreiten hel⸗ 3 fen ſollten, die Bauern uͤbernahmen auch die Guͤter in dieſer Meinung, d das ſie bey dem angewieſenen Herrngut die noͤthige Dienſte verrichten ſlene Es hatten alſo beyde Partheyen auf den Hof oder das Gut, wo⸗ 1 in die Dienſte geleiſtet werden ſollten, ihr Abſehen gerichtet, folglich kann dieſe erſte Schuldigkeit des Bauern hernach nicht auf etwas anders aus⸗— gedehnet werden. 6) So wurden die Bauern in dieſer Abſicht entweder als wuͤrkliche Zubehoͤrde derer Guͤter, wohin ſie dieneten, oder doch we⸗ 6 nigſtens als Leute, die dahin mit ihren Dienſten angewieſen waren Ae 4 — ſehen, — . Din eine lten arleiſte och vi enr auf thung aß die ſte oimnthete, wie) ar, ihre d) Wkoͤnne heit at den Le⸗ vor ſe an Dien⸗ n Wemthern mhab um da er ter al nie jene geſtet g doch ich vi mhr die der d eori⸗ Ba uter derrn an ten, tden Fnaſitzer hat, un eiſten Deune) So auecr ig Güͤter ſolches nland⸗ be nafen hl⸗ diſer Winung, dienſt e richten er dar Dt, wo⸗ tet,f Hichkam vas Fres auö⸗ Abſic antwe 1 I Jon 1 1, ng enn* ha, 99 Oeh 71 ſehen, wie oben angefuͤhret.) So war bisweilen bey ihren Dienſten nicht allein uͤberhaupt das Herrſchaftliche Land benannt, ſondern auch ſogar der Ort oder das Stuͤck Landes, wo ſie ſolche verrichten ſollten, insbeſondere beſtimmet, in Polyptico Foſſatenſt heiſſet es: Facit petturam in cultura dominicata— fodit unusquisque jactum I. in vinea domini- cata. In Breviario Caroli M. Secat in prato dominico carradas III. Geſchweige, daß man ihre Dienſte ſogar auf ein fremdes Gut haͤtte ver⸗ legen duͤrfen. Was das von Herr Strube dagegen angefuͤhrte anbetrift, ſo laͤſſet ſich ſolches folgendermaſſen beantworten. a) So erhellet aus dem angezogenen, daß bey denen Bauerdienſten immer eher die Ver⸗ muthung zu machen, daß der Herr ſich ſolche nicht zum Beſten ſeiner Perſon, ſondern ſeines Guts angeloben laſſen. b) Von denen Meyern laͤſſet ſich hierinnen nicht auf alle uͤbrige Bauern ſchlieſſen, bey ſolchen iſt es etwas gewoͤhnliches, daß man ſie, oder vielmehr das Recht, ſo der Gutsherr uͤber ſie hat, einzeln verkauft, und werden ſie faſt niemals zu einem gewiſſen Gut geſchlagen, ſondern bekommen bald dieſen bald jenen Herrn, und werden alſo mit ihren Dienſten ſtillſchweigend mehr an die Perſon, als an das Gut des Herrn gewieſen. c) Weil die Bauern bey Eingebung des Guts an einen gewiſſen Hof mit ihren Dienſten gewieſen worden, ſo ſind ſie hierinn allerdings von einem, der ſeine Dienſte blos der Perſon des Herrn vermiethet hat, unterſchieden. d) So erhellet aus denen alten Polypricis und dergleichen Nachrichten, daß, ob die Bauern gleich in einem knechtiſchen Stande gelebet, die Herrn dennoch bey Einge⸗ bung der Laͤnder insgemein gewiſſe Vertraͤge mit ihnen aufgerichtet, wel⸗ chen von beyden Theilen nachgelebet werden muſſen. Und da ſie alſo ſchon damals, wie ſie noch mehrentheils wuͤrkliche Knechte geweſen, von denen Guͤtern, wohin ſie mit ihren Dienſten gewieſen worden, nicht ab⸗ gezogen werden durfen; ſo iſt ſolches vor itzo, da ſie nicht ſowohl durch der Herrn Wohlthat, als durch derſelben Fahrlaͤßigkeit, und andere Vor⸗ faͤlle groͤßtentheils ihre Freyheit erhalten haben, noch vielweniger zu ver⸗ muthen. b 12) Ob der Herr berechtiget ſey, die Dienſte an jemand anders zu verpachten? Daß ſolches zugleich mit dem Gut, wohin die Bauern bishero gefroh⸗ net haben, geſchehen koͤnne; ſolches iſt eine unſtreitige Sache, wo⸗ von 72 99) O(884 won man taͤglich Exempel hat, und wowieder die Bauern um ſo viel we⸗ niger etwas einzuwenden haben, weil dadurch abſeiten ihrer in Leiſtung der Dienſte an und vor ſich gar keine Veraͤnderung vorgehet. Dieſes iſt aber eigentlich dasjenige nicht, welches wir in der aufgeworfenen Frage verſtehen, ſondern: Ob der Herr, weil er etwa zu viel Dienſte bey ſei⸗ nem Gute hat, oder wegen anderer Umſtaͤnde dieſelben nicht gebraucht, befugt ſey, ſolche einem andern Herrn, daß er ſich ihrer bey ſeinem Gut bedienen moͤge, miethsweiſe zu uͤberlaſſen? Herr Strube c. 1. J. 19. beja⸗ het auch dieſes. Gleichwie er nun die von andern wieder ſeine Meinung angefuhrte Roͤmiſche Geſetze von denen Dienſten der Freygelaſſenen billig verwirft, und zugleich, wie wenig ſich ſolche hieher ſchicken, ſehr wohl zeiget; ſo grunden ſich hingegen ſeine Beweiſe groͤßtentheils auf die bey der vorigen Frage behauptete Saͤtze. Nemlich a) Wie es einem Condu- Gori operarumerlaubet ſey, durch eine Sublocarion die gemiethete Dien⸗ ſte einem andern zu uͤberlaſſen; ſo koönne man auch einem Gutsherrn ſolches in Abſicht ſeiner Bauern nicht abſprechen. b) So flieſſe ſolches aus der Beſchaffenheit aller Forderungen, welche entweder derjenige, dem ſolche zukaͤmen, oder ein anderer in deſſen Namen eintreiben koͤnnte, wenn ſie nicht ausdruͤcklich auf des Herrn oder Glaͤubigers Perſon einge⸗ ſchraͤnkt waͤren. Ich halte aber ebenfalls wegen desjenigen, ſo bey der vorigen Frage angefuͤhret worden, davor, daß dem Herrn dieſe Vermie⸗ 2 thung der Dienſte nicht erlaubet ſey. Es waͤre denn, daß die uͤbrigen Rechte, ſo er uͤber ſeinen Bauern hergebracht, ihm auch dieſes Vorrecht ſchlechterdings oder per indirectum ertheileten. Dahin gehoͤret, wenn er den Bauern mit oder ohne dem ihm eingegebenem Lande veraͤuſſern, ihn von einem Gut wegnehmen, und auf ein anderes ſetzen kann u. w. d. m. So heiſſet es z. E. in der Uebergabe de A. 1100. bey Herr Schaunat Lin- gm. Liter. Coll. I. p. 59. n. 11. Ut in Abbatis ſit poteſtate ſeu in man- ſum, ſeu in Curtem, Fiſcale collocare(familiam). Wieder die bey⸗ den obigen Gruͤnden iſt zu merken. a) So iſt vorgezeigtermaſſen al⸗ lerdings ein Unterſcheid unter einem Bauern, und unter einem Locatore operarum, und uͤberdem ſo iſt der Satz, daß man die gemiethete Dien⸗ ſte jederzeit wieder ſubloeiren koͤnne, nicht allgemein, ſondern leydet ſei⸗ nen Abfall, ſo oft man zeigen kann, daß der Vermiether hiebey ſein Ab⸗ ſehen auf die Perſon des Condustoris oder auf gewiſſe nur ihm zu lei⸗ ſtende Dienſte gehabt. Daß aber allhie der Bauer insgemein auf das Wur. b wohin . 8 S———·,—————— — T —,— mum el we⸗ ihre edung gehet= ſſoſ [Die'xy ſi⸗ nicht S auch, bey 7 Im Git c.1—). beja⸗ er ſeit= einung pgelg en billg ſcken r woſl heils te die bey s ein pr)ondu. emie ae Dien⸗ gem aüsherrn lieſſe Woes aus derje ain, dem treib? nonnte, g De. ueinge⸗ , I h der dieſe Mewie⸗ aß di un rigen leſes Mrrecht gehd in wenn nde azaſſern, kann). d. m. Kol unat Zin- ate ren man- Wie 9die beh⸗ igte un ſen al⸗ wohin er mit ſeinen Dienſten geweiſen, ſeine Abſicht gerichtet, wird aus dem obangefuͤhrten ſehr wahrſcheinlich. b So hat es mit andern Schul⸗ den und Forderungen eine ganz andere Beſchaffenheit, als wie mit denen Frohnden. Bey denen erſtern kann es dem Schuldner insgemein gleich viel gelten, wenn er ſolche bezahlet, oder ſchuldig bleibet, und wenn durch ſolche Uebertragung ſeine Condino durior werden ſollte, ſo iſt dieſelbige auch nicht erlaubet. Bey denen Frohnden hingegen iſt es ſelten moͤglich, daß der Zuſtand des Bauern, er moͤge ſolche nach Punoder nach aji Gut leiſten, einerley bleiben ſollte, und wird alſo billig ſeine Einwilligung zu dieſer Veraͤnderung erfordert. Hiezu kommt noch, daß bey denen Frohn⸗ den die angefuhrte Ausnahme, welche die Ueberweiſung einer Forderung ausſchlieſſet, vorhanden iſt, indem nemlich der Bauer mit ſolchen anfaͤng⸗ lich an ein gewiſſes Gut verwieſen worden, von welchem er hernach nicht wieder Willen wieder abgeriſſen, und ſeine Verbindlichkeit auf ein an⸗ deres ausgedehnet und verſetzt werden darf. b 13) Ob die Frohnden auf das Gut, oder auf die Perſon, oder auf das Geſchirr des Bauern haften? s hat zwar ſeine Richtigkeit, daß insgemein die Dienſte auf die Guͤ⸗ ter haften, welche dem Bauern unter der Bedingung von ſeinem Herrn eingegeben worden, daß er unter andern gewiſſe Dienſte davon leiſten ſolle, und die deswegen auch insbeſondere zum Unterſcheid der Frey⸗ guͤter oder Freyhufen, Frohnbahre, Dienſtpflichtige Guͤter genannt werden. Bey ſolchen nun wird die Perſon des Beſitzers gar nicht ange⸗ ſehen, ſondern wenn auch ein Edelmann, oder gar einer vom Herren⸗ ſtande ein ſolches frohnbares Gut innhat; ſo iſt er ſchuldig, die darauf haftende Frohnden verrichten zu laſſen, wie Zerr Zofr. Hilderbeck in dem neuvermehrten Dorf⸗ und Landrecht p. 337 g. 32 /2ε2. und Serr Hofr. Leyfer Spec. 216. med b. mit mehrem angemerkt haben. Weswegen man in denen vorigen Zeiten unterſchiedene Exempel hat„daß die Edelleute es durch beſondere Privilegia von ihren Landesherrn erhal⸗ ten haben, daß ihre Hoͤfe von denen Dienſten auf gewiſſe Zeit befreyet worden. So heiſſet es z. E. in der Urkunde de A 14720. bey dem Herrn C. Divecor AHopp in Tr. de Inſigni different. inter S. H. 1. Comi. e& Nol. immed in Suppl n. J2. p. 2o ſtehet:, Ich Sybult von Winthuſen be⸗ „kennen⸗⸗ ſolchen Hoff als ich tzu Dudelsheiym han, den mir myn le⸗ K„betage 74 5) O(82 ——— „betage gefrihet han die Edeln Herren⸗⸗⸗ zu Eppenſtein⸗⸗ und von „Iſemburg.“ In einer andern de A. 1429. ihid. n. 54.„Und uns(Eber⸗ „hard von Huſelſtamm, und Anna von Geneningen) der Edel unſer gne⸗ „diger Herre zu Hanauwe⸗⸗die ſunder Gunſt und Gnade gethan, und „ uns dene Hoff gefryet hat unſer beyder lebetage und nicht laͤnger. Al⸗ „ſo datz wir unſer beyder lebetage Dinſtis und Bede,⸗⸗⸗ erlaßin ſin „ſollin.“ Es ſind aber doch zwey Abweichungen von dieſem Satz zu be⸗ obachten. Erſtlich ſo ſind an einigen Orten, wo keine rechte Leibeigen⸗ ſchaft mehr gebraͤuchlich iſt; dennoch alle Bauern, wenn ſie gleich keine Guͤter haben, ſchuldig dem Herrn des Orts Frohnden zu leiſten, und wie es genannt wird, mit dem Leibe zu dienen, und bey ſolchen haften die Dienſte unſtreitig auf ihre Perſon. Der Grund hievon iſt ohne Zweifel der vormahlige knechtiſche Stand der Bauern, da ſolche oͤfters blos we⸗ gen ihrer Perſon dem Herrn dienen muſten. Und dieſerwegen findet man zuweilen Exempel, daß die Bauern nach einem Orte wegen ihrer Guͤter, nach einem andern aber wegen ihrer Perſonen als Knechte frohnden muͤſ⸗ ſen, wohin die oben bey der zten Frage angefuͤhrte, qui pro terris ino- naſterio deſerviunt, ratione vero ſui capitis Epiſcopi uſibus miniſte- ria impendunt, zu rechnen ſind. Zweytens, ſo iſt es an unterſchiedenen Orten theils durch die Vertheilung der Bauern ſelber, theils durch des Herrn Veranſtaltung hergebracht, daß die Spanndienſte oder Fuhren nicht auf die Groͤſſe der Guͤter, die ein jeder beſitzet, ſondern auf das Ge⸗ ſchirr, d. i. auf die Anzahl Zugvieh, welche ein jeder hat, geſchlagen ſind, ſo daß z. E. derjenige, welcher viele beſchwerete Guͤter hat, ſelber aber kein Geſchirr haͤlt, ſondern ſolche mit fremden Ochſen oder Pferden beſtellen laͤſſet, gar keine Spanndienſten zu leiſten ſchuldig iſt, und hinge⸗ gegen ein anderer, der wenig Guͤter hat, aber viel Geſchirr haͤlt, ſolche haͤufig verrichten muß. Was den Urſprung dieſer beſondern Verthei⸗ lung der Dienſte anbetrift, ſo vermuthe ich, daß ſolche daher entſtanden. Wer kein Geſchirr haͤlt, der genieſſet einestheils der gemeinen Weyden nicht, und iſt zweytens verbunden demjenigen, der vor ihn ſeine Aecker be⸗ ſtellet, ſolches zu bezahlen. Wenn er nun die Frohnden noch dazu ver⸗ richten ſollte, ſo wuͤrde er doppelte Laſt tragen, indem er die gemeine Be⸗ ſchwehrden uͤbernehmen, und dagegen von denen gemeinen Nutzungen nichts genieſſen wuͤrde. Hingegen wuͤrde der andere ganz leer ausgehen, als welcher ſein Zugvieh von der gemeinen Weyde mit unterhielte, und von ————— 3 8 ſſſſſ“ —— nd S Selſt ge⸗ de getter und icht lä d2 A⸗ enmnſin iſem KMube⸗ rechte=äͤgen⸗ wſie 1 e keine leiſtet dwie ſchen men die ſt oht aveifel öftert Aas we⸗ genf antman en iht Müter, frohl ach wuͤſ⸗ pro t u no- fibus in niſte- terſe enen ils d in des odes hren mau 34 Ge⸗ eſchl umr find, ſäloe Warkein ferde ſtellen t, 1 a hinge⸗ irr h an ſolche adertN erthe⸗ aher nanden. nein?„Leyden ſei E cker be⸗ rnot tu bel⸗ die e ine Ne inen Etungen z les! ſsgehen, = te, und ante von ) o(Ss⸗ 25 von denen andern, deren Aecker er beſtellete, Geld damit verdienete, zu denen gemeinen Beſchwerden aber nichts beytruͤge. Dieſe Unbilligkeit nun zu verhuͤten, und damit auch die Herrn wegen ihrer Spanndienſte geſi⸗ chert blieben, ſo iſt es bisweilen denen Bauern, als eine Schuldigkeit auf⸗ erleget worden, eine gewiſſe Anzahl Zugvieh zu Beſtellung ihrer Guͤter zu halten. So heiſſet es z. E. in dem Schoͤnreyner Weißthum A. 1477. von unterſchiedenen Guͤtern, daß ſie busfaͤllig ſeyn ſollen, wenn ſie die geſetzte Anzahl Ochſen nicht halten. Oder es ſind gleicher Urſachen halber die Spannfrohnden lediglich auf das Geſchirr gelegt, und hat man dadurch die Gleichheit am beſten zu erhalten vermeinet. Wohin ei⸗ nigermaſſen die oben bey der zweyten Frage aus der Bihliotheca Sebuſiana angefuͤhrte Urkunde gehoͤret, Kraft welcher die Bauerguͤter denen Moͤn⸗ chen gehoͤren, die Ochſen der Bauern aber dem Grafen Aymoni frohn⸗ bar ſind. Doch iſt dabey nicht zu leugnen, daß auch dieſe Vertheilung zu Zeiten zu einiger Unordnung und Unbilligkeit Anlaß geben kann, wenn nemlich an dergleichen Orten auch gefreyete Leute wohnen, welche Geſchirr halten, und damit entweder gepachtete beſchwerete Guͤter beſtellen, oder ihr Zugvieh andern beſchwereten Unterthanen zu Beſtellung ihrer Aecker um Lohn vermiethen, denn in beyden Faͤllen kommt entweder der Herr um einen Theil ſeiner Frohnden, oder die Laſt faͤllt denen uͤbrigen beſchwe⸗ reten Unterthanen deſto haͤrter auf den Hals. Bey ſolchen Umſtaͤnden aber erfordert die Billigkeit, daß dergleichen gefreyete Perſonen entweder ſich der Pachtung beſchwereter Guͤter ganz entſchlagen, noch auch ihr Zug⸗ vieh an beſchwerete Unterthanen zu Beſtellung beſchwereter Laͤnder ver⸗ miethen, oder ſich gefallen laſſen nach Ermeſſen die Frohndienſte, oder das Frohngeld auf ihr Geſchirr mit zu uͤbernehmen. Eben dieſe Ver⸗ theilung giebt auch zu einer faſt aͤhnlichen Frage Anlaß. Nemlich, ein be⸗ ſchwereter Unterthan, welcher bishero kein Geſchirr gehalten, ſondern ſei⸗ ne Aecker von andern beſtellen laſſen, kauft ein von allen Beſchwerden befreyetes Gut, und ſchaffet ſich zugleich einiges Zugvieh an, welches er aber nicht blos zu Beſtellung ſeines Freyguts gebraucht, ſondern auch ſeine uͤbrige beſchwerete Aecker damit bebauet. Man fordert alſo von ihm das vor die Spanndienſte zu bezahlende und auf das Geſchirr gelegte Frohngeld. Er beruft ſich auf die Frohnfreyheit ſeines erkauften Guts, und daß er ſein Zugvieh dazu gebrauche, wobey man ihm nicht wehren koönne, daß er ſeine uͤbrige wenige Necher, worauf er kein beſonder 8 K 2 hirr 75)0( ⸗ ſchirr halten koͤnne, auch damit beſtelle. Es kommt alſo darauf an, ob und wie weit er wegen dieſes zu Beſtellung ſeines Freyguts erkauften Zugviehes das Frohngeld zu bezahlen ſchuldig ſey? Einige halten da⸗ vor, wenn die zu dem Freygut gehoͤrige Laͤndereyen das mehreſte, die beſchwerete Guͤter aber das wenigſte, und einen ſehr geringen Theil aus⸗ nachten; ſo muͤſſe das ganze Geſchirr frey bleiben, cum à potiori fiat denominatio. Andere hingegen behaupten, weil in ſolchem Fall, wenn die Frohnden oder das Geld auf das Geſchirr geſetzt waͤre, man gar nicht auf die Groͤſſe oder Anzahl der Guͤter und Aecker ſaͤhe; ſo muͤſſe er die ganze auf das Geſchirr haftende Laſt der Frohnden tragen, indem es ge⸗ nug ſey, daß er als ein beſchwerter Unterthan Geſchirr halte, und damit einige beſchwerete Laͤnder bebaue. Meines Beduͤnkens gehen beyde Theile zu weit, denn eben ſo wenig als der Bauer die Freyheit des ihm zuſtehenden Freyguts auf andere beſchwerete Laͤnder auszudehnen, be⸗ fugt iſt, eben ſo wenig kann man ihm auch mit Recht anmuthen ſeyn, daß er von dem zu Beſtellung des Freyguts noͤthigem Vieh das Frohngeld bezahle, und ſich alſo in der That die ſeinem Freygut zukommende Frohn⸗ freyheit unnutz, und das Gut frohnbar mache. Ich halte alſo davor, es muͤſſe durch der Sachen Verſtaͤndige unterſucht werden, wie viel Och⸗ ſen oder Zugvieh er nothwendig zu der Beſtellung des Freyguts ge⸗ braucht. So viel er nun uͤber die Zahl haͤlt, die ſind anzuſehen, als wenn ſie zu Beſtellung der beſchwerten Guͤter gehoͤreten, und gleichwie er ſich in Abſicht ſolcher der gemeinen Weyde und Nutzungen gebrauchen kann, ſo muß er auch das darauf geſetzte Frohngeld gleich andern ſeines gleichen bezahlen. Denn wenn der Umſtand, daß einer ſein Geſchirr auch zugleich zu der Beſtellung eines Freyguts gebraucht, hinreichend waͤre, alles ſein Geſchirr ſchlechterdings, ohne auf die Anzahl des Zug⸗ viehes noch die Groͤſſe des Guts zu ſehen, von der Frohnbarkeit zu be⸗ freyen; ſo wuͤrde der ungereimte Satz daraus folgen, daß bey Verthei⸗ lung dergleichen Guts unter mehrere Erben, ein jedweder Erbe, der etwa nur ein Stuͤck von dieſem Freygut beſaͤſſe, und ſein Geſchirr zu deſſen Beſtellung gebrauchte, ſeine uͤbrige beſchwerte Aecker zugleich mit eben dieſem Geſchirr bebauen koͤnnte, und dennoch nicht noͤthig haͤtte das dar⸗ auf gelegte Frohngeld zu bezahlen, wodurch entweder dem Herrn oder der Gemeine ein groſſes Nachtheil zuwachſen, und denen ſiohnbahten nter⸗ darg ſo guts Faften ige r ⸗ 3- e, du genſ aaus⸗ nà inei gat m F Iwenn m nicht ſota erdi in ues ge lte, en damit 8 9 beyde eyhet ds ihm zude en, be⸗ then 1971, daß das afngeld wer 7„rohn⸗ alſo ngor, es Wie n Och⸗ Hrey dupi ge⸗ zuſe a als ind an hwie n gn uchen and am ſeines ſei zeſchier t, meichend zzat d 3 Zug⸗ nba at iu de⸗ 5 be 9 berth ſchi an deſſet gle tiit eban hat Sas dar⸗ dem Qern d en„nbahren Unter⸗ 20 So habe juſtinianus ausdrücelic aus dieſem Grunde in dem I. z6. *2)o(⸗ 7 Unterthanen eine unbillige Gelegenheit ſich denen Frohnden oder dem davor zu zahlenden Gelde zu entziehen, an die Hand gegeben wuͤrde. 14) Ob ein Bauer die Befreyung von denen auf ſein Gut haftenden Beſchwerden, als Zinß, Guͤlte und dergleichen wieder alte nach langer Zeit wiedergefundene Nachrichten durch Ver⸗ jaͤhrung erlangen koͤnne? Ks ſind die mehreſten Rechtslehrer der Meinung, daß dergleichen jaͤhrliche Abgiften durch keinen Ablauf der Zeit koͤnnen verjaͤhret werden, ſondern daß dem Herrn oder Glaͤubiger immer ſein Recht ſolche von neuem wieder zu fordern, offen bleibe. Ihre Gruͤnde ſind ungefehr dieſe. 1) So habe es mit dergleichen jaͤhrlichen Abgiften eine gleiche Be⸗ ſchaffenheit, wie mit denen jaͤhrlichen Vermaͤchtniſſen, allwo nicht ein⸗ ſondern mehrere Vermaͤchtniſſe vorhanden waͤren, wovon zu Anfang ei⸗ nes jedweden Jahrs immer wieder von neuem eines nebſt dem Recht ſol⸗ ches zu fordern, entſtuͤnde. Gleichwie nun die Verjaͤhrung nicht fruͤher koͤnne angerechnet werden, als von der Zeit, da der andere ein Recht zu fordern gehabt, ſo folge von ſelber, daß bey ſolchen jaͤhrlichen Abgiften zwar die Abgift, von dieſem und jenem verfloſſenem Jahr, aber niemals die zukuͤnftigen, als welche der Glaͤubiger noch nicht zu fordern berechti⸗ get geweſen, und alſo wegen unterlaſſener Forderung auch nicht verlie⸗ ren muͤſſe, verjaͤhret werden koͤnne. Dieſem zufolge, wenn von einem Bauern ſeine jaͤhrliche Zinſen in 50 Jahren nicht gefordert worden, ſo habe er zwar diejenigen Zinſen, ſo er die erſten zwanzig Jahre bezahlen ſollen, verjaͤhret, hingegen muͤſſe er nicht allein die von denen nachfolgen⸗ den Jahren bezahlen, indem von der Zeit an, da der Herr ſolche zu for⸗ dern befugt geweſen, allererſt 29 28 27 Jahre und ſo weiter verfloſſen waͤren; ſondern er muͤſſe auch hinfuͤhro dem Herrn den Zinß wieder von ſeinem Gut entrichten, und habe der ſo lange Zeit unterbliebenen Abfor⸗ derung ungeachtet keine Freyheit erworben, indem der Herr wegen dieſer zukuͤnftigen Zinſen noch jetzo kein Recht ſolche zu fordern habe, ſondern ſolches erſtlich bey dem Ablauf eines jedweden zukuͤnftigen Jahrs erlan⸗ ge, und ihm alſo unmoͤglich deswegen, weil er eine Sache, die er noch nicht zu fordern berechtiget geweſen, nicht gefordert habe, dieſelbe vorent⸗ halten werden koͤnne, cum non valemti agere non currat præſcriptio. 3 f. S. 28.892—)o( Sor⸗ — len wir doch den Grund der angefuͤhrten Beweißthuͤmer, ſo viel als es zu od der Beantwortung unſerer Frage noͤthig ſeyn wird, unterſuchen. Was 6 nun 1) Den von denen jaͤhrlichen Vermaͤchtniſſen hergenommenen d Schluß anbetrift, ſo beſtehet alles, was die alten Roͤmiſchen Rechta⸗ lehrer von denen an eine gewiſſe Perſin vermachten annuis præſtationi- 4 bus, in ſofern es hieher gehoͤret, gelehret haben, kuͤrzlich darinn. Sie f. hielten nemlich daß ein ſolches Vermaͤchtniß, da z. E. einer Tirio 5 den, wovon bey jedem Antritt e hrs wiederum ein neues Ver⸗ 6 waͤchtniß von 100 Rthlr. faͤlig wuͤrde, und waͤre es der Natur eines ſol⸗ N in der transmilltone eines ſolchen Vermaͤchtniſſes auf die Erben, z. CE. jir (1» aAn AA z ſs Geh 1e e 9 Wenn Titio 10 Jahr lang jaͤhrlich roo Rthlr. zu ſeinem Unterhalt ver⸗ wie Rthlr. nur ein Legarum waͤren, welches gleich von dem Tode des Teſta⸗ deih toris 4 ſäht GPer dern Fe Jahr re ſor zin dem undd TeFra⸗ inen Kangt, ihret enkä 1g ub N det d ar unſe ungt ahrliche men e Fragn, inn t rreeſer au „u nn mau Li X Th. 3l. Unt Auſſen wo⸗ „ſon huuls es u terſu h. Was Her mammenen miſe a Rechto⸗ auis, an Tationl. h da un. Sie .E. u Twio htrimm Wer⸗ us L an. pirde nqu auedennd 4 d iele Wer elelns vorhal⸗ mei m ues We rNun einesſt to iaperſte Ii ahl SEreyde/d ver wayt wor er L zeigete 1 die O ben,* ang?** machte d )O( 88 79 toris an angefangen, dem Tirio zu cediren oder ſchuldig zu werden, fol⸗ gen, daß, wenn Tnius gleich im erſten Jahr geſtorben waͤre, dennoch deſſen Erben die voͤllige 100 Rthlr. fordern koͤnnen, cum legatum, cujus dies ceſſit, tranſeat ad heredes. Folglich wuͤrde dieſes Legatum mit demjenigen, da der Teſtator Titio die Summe von 1000 Rthlr. vermacht haͤtte, aber mit dem Bedinge, daß der Erbe Macht haben ſoll⸗ te, ſolche 1000 Rthlr. in zehen Terminen alle Jahr mit 100 Rthlr. an Titium zu bezahlen, einerley geweſen ſeyn. Allein da des Teſtatoris Abſicht nur war, Titio dieſe jaͤhrliche ro0 Rthlr. auf 10 Jahr zu ſei⸗ nem Unterhalt zu vermachen, und dieſes Vermaͤchtniß alſo immer die Bedingung, wenn Titius noch leben wuͤrde, zum Grunde hatte; ſo ſchloſſen die alten Juriſten daraus, es waͤren hier mehr als ein, und im gegenwaͤrtigen Fall 10 Vermaͤchtniſſe vorhanden, wovon bey dem An⸗ fang eines jedweden Jahrs wieder ein neues faͤllig werde, und wenn folglich Titius gleich im erſten Jahre ſtuͤrbe, ſo koͤnnten ſeine Erben von allen denen uͤbrigen neuen Vermaͤchtniſſen nichts fordern, utpote quorum dies nondum ceſſerat. Und in dieſer Abſicht hatte es ſeine Richtigkeit, quod fingulis annis novum legatum cederet,& per unumquemque annum talis actio naſceretur. Wie ſolches alles ganz deutlich aus dem L. 20. Tuando dies legat. erhellet. Daß aber die Roͤmiſchen Rechtsge⸗ lehrten dieſe Saͤtze auch auf die Ver jaͤhrung angewandt, und darinnen etwas beſonders bey denen annuis legaris verordnet haben, ſolches habe ich nicht finden koͤnnen, glaube auch nicht, daß ſie dabey von denen ge⸗ meinen Regeln der Verjaͤhrung abgegangen, ſondern daß es vielmehr ei⸗ ne ausgemachte Sache geweſen, daß, wenn einer innerhalb der zur Ver⸗ jaͤhrung gewoͤhnlich vorgeſchriebenen Zeit dergleichen jaͤhrliches Vermaͤcht⸗ niß gar nicht gefordert, er dadurch, wie bey andern Legatis ſein voͤlliges Recht daran verlohren gehabt. Sintemal, wenn gleich mehrere Ver⸗ maͤchtniſſe waren, ſo war dennoch das Recht, welches der Legatarius aus dem Teſtament erlanget hatte, ſolche nach und nach zu fordern, nur eines, und mußte alſo, wie andere aus dem Teſtament entſpringende Rechte und Forderungen, durch die Verabſaumung in der gewoͤhnlichen Zeit ver⸗ lohren gehen. Und eben dieſes ſtehet auch demjenigen, was vorhero wieder die Verjaͤhrung der jaͤhrlichen Abgiften angefuͤhret worden, im Wege. Es iſt zwar wahr, daß die Klage, die jaͤhrliche Zinſen zu for⸗ dern, bey dem Ablauf eines jedweden Jahrs allererſt entſtehet, und der — Herr — 30)o Ser Herr die Zinſen viele Jahre voraus zu fordern nicht berechtiget iſt: Allein das Recht uͤberhaupt, das er hat, alle Jahr den Zinß zu fordern, iſt nur eines, und iſt ſogleich vollkommen bey dem erſten Vertrag, den der Herr wegen der Bezahlung dieſer jaͤhrlichen Zinſen mit dem Bauern ge⸗ macht, vorhanden, folglich kann man keinen hinlaͤnglichen Grund ange⸗ ben, warum dieſes Recht nicht deswegen, daß der Herr ſich deſſelben ſo viele Jahre herdurch nicht bedienet, ſowohl verlohren gehen ſolle, wie andere Rechte. 2) Es ſcheinet zwar, als wenn Jultinianus den Satz, daß ein jaͤhrliches Vermaͤchtniß mehrere Vermaͤchtniſſe in ſich halte, auch auf die Verjaͤhrung angewandt habe, wenn es in dem cit. 7. 70. S. 9. 6. de Epiſcop& Ceric. alſo heiſſet: Lieentiam habeant perſéqui& exi- gere ipſa(ſc. annalia legata) nulla temporis præſcriptione opponen- da lis, cum per unumquemque annum talis naſcatur actio. Ich glau⸗ be aber dennoch, daß, da gedachter Kaiſer ohnedem hinlaͤngliche Urſachen zu haben vermeinet, die Abkaufung der an Kirchen und andere pia cor- pora vermachten jaͤhrlichen Einkuͤnfte zu verbieten, und zu verordnen, daß ſolche Abkaufung immer wiederrufen werden koͤnne, und dawieder keine Berjährung gelten ſolle, er dieſes, daß alle Jahr die Klage von neuem entſtehe, nur als eine Nebenurſache hinzugefuͤget habe, keinesweges aber gemeinet geweſen, dadurch auf einmal alle uͤbrige Lehren von der Verjaͤhrung zu verwirren und zu veraͤndern. Wiewohl 3) Wenn man den Anfang des F. 6. L. 7. C. de præſcript. 30. vel 4. annor. lieſet, wel⸗ cher alſo lautet: In his etiam promiſſionibus, vel legatis, vel aliis obli- gationibus, quæ dationem per ſingulos annos, vel menſes, aut ali- quod ſingulare tempus continent, tempora memorararum præſcri- ptionum non ab exordio talis obligationis, ſed ab initio cujusque an- ni vel menſis, vel alterius ſingularis temporis computari manifeſtum eſt. So ſollte man glauben, die gegentheilige Abſicht des Juſtiniani lie⸗ ge mehr als zu hell am Tage, und habe er nicht allein dey der Verjaͤhrung der Legatorum, ſondern auch bey allen andern Geſchaͤften, wo alle Jah⸗ re oder gewiſſe beſtimmte Zeiten etwas gegeben wird, den obigen Satz, quod per unumquemque annum talis naſcatur actio, und daß ſolche Verbindlichkeiten alſo unverjaͤhrlich ſeyn, feſtſetzen wollen. Allein, wenn man den ganzen§. mit denen dabey gefuͤgten Exempeln etwas genauer betrachtet; ſo erkennet man, daß der Kaiſer hier gar nichts beſonders, welches dem Zuſammenhang der uͤbrigen Geſetze zuwieder waͤre, von der el⸗ ectig ſ Alen unt zu n, iſß Dert S den der it dem Tiern g. ſhen(ud ange⸗ err ſih lbdenſ u geh lle, wi tinlam n Sa, einſie ite, auc r. 1 H.l. per Si& ew. ptio= pponen- actio ſch glau⸗ laͤngl lrſachen nd an 9 pia cor- und zuac ordnen, ne, vITwawieder e Kla naon neuem be, amf'sweges Leh umvon dec 3)— 4 won nor. ult, wel⸗ 18, NulHbis obli- men 2⁴ aut ai. cata un præſcri- aitio m ⁸qUe äl- outal m aniteſtm des ieniniani l, n de Perjaͤhrun deln aas gelale 4 ni dehm edelri⸗ mg 1 28) O(S8r⸗ 81 Verjaͤhrung gar ſollte verboten haben, ſondern ſein einziger Endzweck gehet dahin, zu zeigen, daß es zu der Verjaͤhrung nicht hinlaͤnglich ſey, daß einer blos eine fremde Sache eine ſehr lange Zeit uͤber beſeſt n, ſo lange der Eigenthuͤmer noch Zeichen von ſich gegeben, daß er die Sache behalten wolle, als wie bey der Emphyteuſi und andern Ver⸗ dachtungen„wo der jaͤhrliche Canon oder Pacht gegeben wird. Und wenn alſo der Beſitzer ſich hier auf eine Verjaͤhrung berufen wolle; ſo muͤſſe er nicht die ganze Zeit ſeines Beſitzes, und von dem erſten An⸗ fang ihrer aufgerichteten Verbindlichkeit, ſondern von dem Anfang des Jahrs an rechnen, da er angefangen den Zinß einzubehalten, die Imphy- teuſin als ſein Eigenthum zu handeln, und der Herr dazu ſtillgeſchwiegen: Dieſes alles wird glaubwuͤrdig gemacht. a) Dadurch, daß Juſtinianus hier nichts als eine bekannte Sache wiederholen wollen, ibi: computari ananifeſtum ſt, welche Redensart ſich zu einer beſondern, neuen und de⸗ nen alten Juriſten unbekannten Verordnung von der Unverjaͤhrlichkeit der debitorum annuorum nicht wohl ſchicken wuͤrde. b) Durch die beyge⸗ fuͤgte Exempel von dem Emphyceuta und Condustore, welche Exempel wie uͤberhaupt, alſo auch hier eine etwas unverſtaͤndlich vorgetvagene Re⸗ gel am beſten erklaͤren muͤſſen. Von ſolchen heiſſet es aber nicht, daß, wenn ſie gleich in 40 Jahren keinen Zinß bezahlet, ſie doch noch dazu ver⸗ bunden ſeyn, ſondern, daß wenn ſie gleich 40 Jahre als Lmphyteutæ oder Conductores eine Sache beſeſſen, ſie doch aus dieſem langen Beſitz noch an und vor ſich kein Eigenthum uͤber die eingegebene Sache erhalten, (dicendi ex transacto tempore dominium ſibi in iisdem rebus quæſi- tum eſſe). c) So ſchlieſſet der Kaiſer die Verjaͤhrung nicht gaͤnzlich aus, ſondern zeiget nur, von welcher Zeit an man ſie rechnen muͤſſe, wel⸗ ches wiederum mit dem Satz, quod ob pluralitatem debitorum in an- nuis debitis& ſingulis annis renaſcentem actionem, annuæ prælta- tiones plane præſcribi nequeant, nicht ubereinſtimmen, und ſich alſo der Kaiſer ſelbſt wiederſprechen wuͤrde. Hiezu kommt noch d) Daß der Satz: quod uti plura ſunt legata in legatis annuis, ita etiam plura ſunt debita in promiſſis annuis, falſch und denen Roͤmiſchen Geſetzen ausdruͤcklich zuwieder iſt, wie aus dem L. 35. g. 7. ff. de mortis cauſ. do- nat. und L. 16. F. 1z. ff. de Verbor. Oblig. zu erſehen, als in welchem letz⸗ tern es heiſſet: Stipulatio hujusmodi in annos ſingulos una eſt,& per- petua non quemadmodum ſimile legatum morte legatarii finiretur. L Golg⸗ 82) O(. Folglich fallen alle daraus gezogene Schluͤſſe von ſelber uͤbern Haufen. Auch iſt es ein Einwurf von ſchlechter Erheblichkeit, daß gleichwohl die aus dieſem Recht entſtehende Klage ſich alle Jahr wieder von neuem auſ⸗ ſere. Denn wenn daraus, daß ein vor ſich einiges und beſtaͤndiges Recht, deswegen, weil es zu gewiſſen geſetzten Zeiten ſich von neuem wieder aͤuſ⸗ ſert, unverjaͤhrlich ſeyn ſollte, ſo wuͤrde man ein gleiches von ſehr vielen ſogenannten ſervitutibus discontinuis, deren man ſich nur zu gewiſſen ge⸗ ſetzten Zeiten bedienen kann, behaupten muͤſſen. 4) Die aus dem Paͤbſtlichen Recht annoch beygebrachte zwey Capitula enthalten eben ſo wenig etwas, woraus man das Verbot der Verjaͤhrung ſchlieſſen koͤnne. Denn in dem c. 6. N. de religioſ. domib. wird von dem Kloſter die Bezahlung des Zinſes nicht ſowohl deswegen gewegert, weil es ſich durch eine recht⸗ maͤßige Verjaͤhrung davon befreyet, als vielmehr, weil es den Vertrag, worinnen deſſen Bezahlung abgeredet war, vor unerlaubt und unkraͤftig hielte. Und in dem«. 20. X. de cenſibur wird deswegen die Verjaͤhrung verworfen, weil noch keine 40, ſondern nur 36 Jahr verfloſſen waren, da ſonſten eine vierzigjaͤhrige Verjaͤhrung alle Klagen bey Kirchen aufhe⸗ bet c. 4. X. de præſeribt. Da nun ſowohl uͤberhaupt der Satz, daß annuæ preæſtationes nicht verjaͤhret werden koͤnnen, in denen Rechten ungegruͤndet, auch ſol⸗ cher von Jultiniano keinerwaͤrts hinlaͤnglich verordnet, noch insbeſondere in dem I. 7. F. 6. C. d praſcript. 30. vel a0. aunor. etwas davon anzutref⸗ fen iſt, eben wenig auch das Paͤbſtliche Recht darinnen etwas vorſchrei⸗ bet; So muß unſtreitig die allgemeine Regel, daß alle diejenige Rechte bey welchen nicht eine beſondere Ausnahme kann gezeiget werden, durch den in Rechten geſetzten Ablauf der Zeit, in welchen ſie nicht gefordert oder gebraucht worden, koͤnnen verlohren, und die Freyheit von dem Schuldner verjaͤhret werden, auch hier ſtatt finden, und koͤnnen alſo eben⸗ falls die jaͤhrliche Abgiften aus denen Bauerguͤtern, wenn ſolche nach der bey denen Teutſchen insgemein hergebrachten Zeit der Verjaͤhrung in⸗ nerhalb 30 Jahren nicht abgefordert worden, durch ſolche Verſaumung verlohren gehen. Es waͤre denn, daß man in vorkommendem Fall Um⸗ ſtaͤnde beybraͤchte, welche uͤberhaupt die Verjaͤhrung verhindern, oder wodurch man zeigete, daß dieſe oder jene Abforderung unter die res me- ræ facultatis zu rechnen waͤre, wie wir oben von denen Frohnden ange⸗ merkt, und unten von der Lehnwaare annoch vorkommen wird., 5 15 Ob d zu Kuſſen ge den S ſüüh ſo e etwax, önne Denn i Be rung de durg— e recht⸗ 2 d ertrag, ot unn akraͤftig die agaͤhrung erfio a waren, „Kiuch aufhe⸗ r ꝑ umziones ndet nuch ſol⸗ hin ondere avo unzutref⸗ two myrſchrei⸗ tejet ai Rechte tw n, dur eni etzefordert reyl ir von den kon Salſo eber⸗ we Klche ne un m die rei 1Swurg d. men— 1) 0 3 O(Sor b 83 15) Ob dem Bauern ein Eigenthumsrecht uͤber ſein Gut zuſtehe? 3 Es erhellet zwar nicht allein aus denen vielerley Art Guͤtern, welche in dieſer und der folgenden Fortſetzung unſers Lehenrechts abgehan⸗ delt ſind, ſondern es bekraͤftiget es auch die unterſchiedene Beſchaffenheit der eigentlich ſogenannten Bauerguͤter ſelhſt, daß die Rechte der Bauern uͤber ihre Guͤter nicht einerley ſeyn, und daß auch folglich eine bey allen zu⸗-⸗ treffende Regel nicht gegeben werden koͤnne. Unterdeſſen kann man doch die Frage uͤberhaupt unterſuchen und ausmachen: Ob nemlich im Zwei⸗ fel zu vermuthen, daß der Bauer ein Eigenthum uͤber die ihm eingegebene Guͤter erlanget habe? Weil nun die Eingebung der Bauerguͤter erſtlich insgemein die Beſchaffenheit hatte, daß die Guter nicht allein dem gegen⸗ waͤrtigen Beſitzer, ſo lange er an ſeiner Schuldigkeit nichts ermangeln ließ, ſondern auch ſeinen Erben und Nachkommen verſprochen und gelaſ⸗ ſen wurden, ferner auch die Herrn nicht ſo genau darauf ſahen, ob die Beſitzer ſolcher Guͤter unter ſich eine Veraͤnderung traͤfen, wenn ſie die Herrn nur jederzeit ihre Zinſen und Dienſte richtig geliefert und geleiſtet bekamen, ja ihnen bisweilen wohl gar ausdruͤcklich die Freyheit ihr Recht an einen andern zu veraͤuſſern, zuſtunden: Ueberdem durch dieſe Eingebung die Bauern zuweilen im Stande geſetzt wurden, ſich etwas zu erwerben, und davon dieſe und jene Laͤndereyen eigenthuͤmlich zu erkaufen, und an ſich zu bringen: So iſt es ſehr wahrſcheinlich, daß alle dieſe und dergleichen andere Umſtaͤnde dienlich geweſen, daß die Bauern ſich hin und wieder ein Eigenthum uͤber ihre Guͤter theils anmaſſeten, theils wuͤrklich erwar⸗ ben. So leſen wir ſchon in denen Caßitularibus Caroli(alvi Tt. 36. c. 30. p. 199. 7. fI. ap. Haluz., daß ſie einen Theil ihrer Guͤter zu veraͤuſſern angefangen, welche man aber redintegriret, und mit denen Haupt⸗oder Wohnhoͤfen wieder vereiniget hat. Ot quoniam in quibusdam locis coloni tam fiſcales, quam& de caſis Dei ſuas bereditates, id eſt, manſa qucæ tenent, non ſolum ſuis paribus, ſed& Clericis canonicis, ac villa- nis Presbyteris& aliis quibuscunque hominibus vendunt,& tantum- modo ſallam retinent,& liae occaſione ſic deſtructæ fiunt ville, ut: non ſolum cenſus debitus inde non polſſit exigi, ſed etiam quæ ter- ræ de fingulis manſis fuerunt, jam non poſſint agnoſci; conſtituimur, ut præcipiatur Luoſtris minilkerialibus Se miniſtris Eccleſiaſticis, 2ut * 2 C 84)O(. hoe nullo modo de cetero fiat, ne villæ deſtructæ atque confuſæ fiant, & quicquid de fingulis manſis ſine licentia dominorun vel magiſtrorum per quoscunque venditum eſt, recipiatur,& ſingulis manſis, de quibus terræ venditæ ſunt,& de quibus cenſus decidit propter eorum im- poſſibilitatem, qui manſa deſervire non poſſunt, reſtituatur,& jux- ta qualitatem vel quantitatem terræ vel vinearum ad ſingulos manſos pertinentium, poſtquam reſtaurati fuerint, ab unoquoque manſo cenſus ad partem dominicam exigatur. Beylaͤufig laͤſſet ſich aus die⸗ ſer Stelle muthmaslich ſchluffen, daß wenn die Veraͤuſſerung an an⸗ dere Bauern geſchehen, man ſchon damals deſto eher durch die Finger geſehen. Welches denn von denen ſpatern Zeiten durch die von Herr Porgieſſer de Sratu Servorum p. 537. 70⁷†. beygebrachte Zeugniſſe auſſer allen Streit geſetzet wird. In der oft angefuhrten Urkunde de A. 765. ap. Calmet J. p. 291. wird einigen Bauern ausdruͤcklich die Veraͤuſſerung ihrer Guͤter, wenn ſie etwas vor die Auflaſſung bezahlet, zugeſtanden, doch, welches wohl zu merken, mit der Einſchraͤnkung, daß ſolches im⸗ mer Bauerpflichtig bleibe, und zu keinem Freygut gemacht werde. 8i quis vendiderit, heiſſet es, aut cambiverit jugerum de terra quæ di- citur Limſta, dabit inde ad curtem duodecim denarios,& advocato fex. De illa autem terra nullus audeat allodium facere. Cæſarius ad NRegiſtrum Prumienſe p. 477. gedenket einiger Bauerweiber, welche ganz eigenthuͤmliche Guͤter beſeſſen. Fœminæ de ipſa villa, ſchreibet er, quæ à nobis non habent, ibi reſidentes in proprio loco(egen) ſolvunt de vino modios quinque, ſi propriolum non habent, nihil ſolvunt. Ja in einer Urkunde Aœ A. 1276. bey dem Herrn von Ludewig Aelig. MSt. Tbm. I. p. 112. erhalten die Bauern durch einen ordentlichen Aus⸗ ſpruch der Schiedsrichter wieder ihren Herrn die Freyheit ihre Guͤter nach Belieben zu veraͤuſſern: Inter dominum Abbatem, lautet es,& conventum in Doberlug ex una& Dominum Johannem de Sunne- walde ex parte altera pro duabus villis Boren novo& Boren antiquo contentio verteretur, idemque Johannes affirmaret, quod cum ruſti- ci dictarum villarum ſui eſſent dediti(Coſſetin werden ſie in der alten Ueberſetzung daſelbſt genannt) non poſſen bona ſua prœæter ipſiur volunta- tem& conſenſum vel vendere aut quomodo libet alienare, aliter pre- dido domino Abbate contrarium aſſerente— Omnes(nemlich die Schiedsrecht) communiter affirmabant, quod predicti ruſtici predi- b— ctarum —,.— conl Wnant Ami K wmm uſ, S uidas deer 6 gen im. uach, jar. ingul: 2anlos quoq=nanſo ſet ſſ as die uſſer, ann an⸗ durch Finge h di r Her Zeug is auſſe unde NE 74.. eWiiſerung , zu umden, daß Ahes im⸗ ſcht Wee. Si ter, ux di- , A vocato 6 Mär adl eibe goelche „ſd umet er, (ege nolvumt mAaxwunt. 89) o( 86 35 — Karum villarum non obſtante quod eſſeut dediti predicti Johannis bona ſua prehabita poſſent vendere, dare aut quocunque modo alienationis alienare, nec eſſèt neceſſe ſuum conſenſum vel voluntatem requirere ſu- per eo. Mehrere Exempel, deren man noch unterſchiedene bey Herr Potgieſſer c. 1. p. 535. fead. antreffen kann, zu geſchweigen. Hieraus iſt alſo, wie geſagt, leicht zu erkennen, woher es gekommen, daß heutiges Tages die Bauern wie vor dieſem, alſo auch vornemlich heutiges Tages an ſo vielen Orten eine freye Verfuͤgung uͤber ihre Guͤter haben, wenn ſie dieſelben nur unter gleichen Beſchwerden, damit der Herr nicht darun⸗ ter leyde, veraͤuſſern, und einigerwaͤrts ihre Vertraͤge daruͤber gerichtlich bekraͤftigen laſſen. Dieſes alles aber hindert doch nicht, daß im Zweifel, wenn nemlich von dergleichen Recht und Gewalt der Bauern keine Merk⸗ mahle vorhanden ſind, die Vermuthung nicht immer wieder die Bauern ſollte zu machen ſeyn, daß ſie nemlich ohne Einwilligung des Herrn nicht befugt ſind, wegen ihrer Guͤter dergleichen Vertraͤge, welche nur einem Eigenthuͤmer zukommen, zu ſchlieſſen. Denn ſolches flieſſet aus der vor⸗ maligen gewoͤhnlichen Beſchaffenheit der Bauerguͤter, da die Herrn ſolche ihren Knechten nicht verkauft, oder ſonſten mit Begebung alles Ei⸗ genthums uͤberliefert, ſondern ſie ihnen nur gegen gewiſſe jaͤhrliche Ab⸗ giften und Dienſte erblich eingegeben, und die Bedingung, daß wenn die Beſitzer dem abgeredeten nicht getreulich nachkommen wuͤrden, die Herrn ihre Guͤter wieder zu ſich nehmen koͤnnten, immer ſtillſchweigend dabey zum Grunde geleget, und ſich folglich der zugeſtandenen Erblich⸗ keit ungeachtet, ihre Oberherrſchaft und ihr Eigenthumsrecht vorbe⸗ halten haben. So werden z. E. die dem Bauern eingegebene Laͤnder von dem Herrn(oder Herrin) die meinige genannt, und kann der Bauer ſie nicht anders als mit ſeines Herrn Einwilligung vertauſchen, laut der Urkunde de A. 1222. ap. Habn in Collect. Monum. IZet. Tom. I. p. 93. ibi: In villa Apelſte reſidens quidam colonus meus Walterus nomine me- diante Sculteto meo— cum aſſenſu filiorum ſuorum— cum fratri- bus de Valle Sti. Georgii ibidem in curia ſua commorantibus conve- nit, quod undecim agros& dimidium, de pofſeſſione eorum, qui agris meis adjacebant, quos idem Walterus colebat, per commutatio- nem accepit,& de meif agris ejusdem numeri agros, qui fratrum il- lorum terminis contigui erant; deinceps lihere poſſidendos, cum meo favore& permiſſione aſſignavit. Dieſerwegen, wenn ein Bauer vorſchuͤtzt, 86 2) O(6- daß er ſein Gut unter der gewoͤhnlichen Art und Bedingung nicht beſitze, ſo iſt er allerdings ſchuldig ſein Vorrecht hierinn zu erweiſen. Auch kann er ſich um deswillen nicht auf eine allgemeine Veraͤnderung und daraus fli ſende Vermuthung vor ſeine Freyheit berufen, weil nemlich die meh⸗ reſten Bauern heutiges Tages vor freye Leute gehalten wuͤrden, und ſo vielen eine freye Verfuͤgung uͤber ihre Guͤter zukaͤme. In Betracht, daß zwar bey denen Perſonen der Bauern eine merkliche, bey denen Guͤtern ſelber aber eine geringe, und bisweilen gar keine Veraͤnderung vorgegan⸗ gen iſt, indem ſolches ſo viele Arten Guͤter, bey denen es auſſer Streit iſt, daß denen Bauern kein Eigenthum daruͤber zukommt, zur Gnuͤge beſtaͤrken. b 16) Ob der Herr wegen der auf ein Gut haftenden Be⸗ ſchwerden ein ſtillſchweigendes Unterpfand auf das Gut habe!? Es iſt die Frage allhie nicht, wie weit der Herr wegen des jaͤhrlichen Zinſes und dergleichen Abgiften von einem Gut, auf die Fruͤchte, ſo auf dieſem Gut gewachſen, ein ſtillſchweigendes Unterpfand habe, denn ſolches wird ihm nicht leichtlich jemand abſprechen, indem die Eingebung der mehreſten Bauerguͤter in der That vor eine Art von erblicher Ver⸗ pachtung zu halten iſt, und alſo dem Herrn eben das Recht, welches ein jedweder Verpachter eines Landguts hat, zukommen muß. Sondern, wenn z. E. das Gut an einen dritten kommt, oder im Concurs keine Fruͤchte, woran ſich der Herr erhohlen koͤnnte, mehr vorhanden ſind, ob alsdenn der Herr wegen dieſer Forderung ſich an das Gut ſelber, und einen jedweden Beſitzer deſſelben halten koͤnne? Der gewoͤhnliche Einwurf der⸗ jenigen, welche ſolches verneinen, iſt, daß einſtillſchweigendes Unterpfand ohne ein ausdruͤckliches Geſetz nicht ſtatt finde, ſolches aber wegen dieſer Zinſen und Abgiften nicht vorhanden ſey. Allein da dieſe Sache nicht aus denen Roͤmiſchen, ſondern aus denen Teutſchen Geſetzen und Ge⸗ wohnheiten muß entſchieden werden, ſo iſt es hinlaͤnglich, wenn man zei⸗ get, daß nach dieſen letztern der Herr berechtiget iſt, von einem jedweden Beſitzer des Guts die davon ruͤckſtaͤndige Gefaͤlle zu fordern. Da nun vorangefuhrtermaſſen der Bauer im Zweifel kein Eigenthum uͤber das ihm eingebene Gut hat, ſondern ſolches dem Herrn zuſtehet, oder wenn ihm ja die Veraͤuſſerung daruͤber erlaubet worden, ſolche dennoch immer dieſe ſtillſchweigende Bedingung zum Grunde hat, daß ſolche dem Heuun b ohne 1S==ö==— ——— —— — — — —,.— 7o n 3e ſite — er ſen. ſaa iann ngu mrac emlit— meh⸗ durde hd ſ Bet n daß den! Futern rung e zegau⸗ s au= Strat nt, aGnüͤge fteiei Be⸗ Guſ he! der hi rlichen die nihte, ſo und Ar, denn die nehebung erbl ut Ver⸗ t, n umes ein . Endern, Con am kane ande Ind ob Aber u daneh deE mauf der⸗ des axerpfand )o(a 87 ohne Nachtheil, und Schmaͤlerung ſeiner Rechte geſchehe; ſo flieſſet hier⸗ aus, daß, gleichwie der Herr gewiſſermaſſen befugt geweſen waͤre, das Gut ſelber als ſein Eigenthum einzuziehen, oder ſich ſonſten daraus, we⸗ gen der verſeſſenen Zinſen bezahlet zu machen, wenn ſein Schuldner ſol⸗ ches behalten haͤtte, alſo ihm auch ſolches erlaubet ſeyn muſſe, wenn es an einen neuen Beſitzer gekommen, weil ihm ſonſten die Veraͤuſſerung nachtheilig ſeyn wuͤrde. Hiezu kommt noch, daß der Herr bey Eingebung der Laͤndereyen den jaͤhrlichen Zinß und andere Abgiften als eine auf das Gut ewig haftende Laſt geleget, und daß alſo nicht ſowohl der Beſitzer, als das Gut ſelber ihm davor verpflichtet bleibe, und folglich, wenn ein dritter ſolches erwirbt, er es in der Eigenſchaft, und mit denen Laſten, die daran kleben, und davon unzertrennlich ſind, erlange, und alſo aller darauf annoch haftender Ruͤckſtand zugleich nebſt dem Gut auf ihn kom⸗ me, mithin der Herr ihn als den Beſitzer, der ihm verhafteten Sache in Anſpruch nehmen koͤnne. Und heiſſet es dieſerwegen in einer Urkunde de A. 2363. bey Herr Schrader in Wißmariſchen Erſtlingen p. 129. nicht unfuͤglich: Habebit plenum jus& tirmum expignorandi dictos pullos à colonis& cenſinis, quorum domibus, vel poſſeſſionibus ſunt ad exfolvwendam inſcripti.* 88,. 17) Wenn wegen Veraͤnderung, Laͤnge der Zeit, oder ſonſten die Maaß, oder Muͤnz, nach welcher der Bauer ſeine Guͤlte bezahlen muß, ungewiß geworden, wie alsdenn die Be⸗ zahlung geſchehen muͤſſe?! b Es muͤſſen hier drey unterſchiedene Faͤlle, nach Anleitung deſſen, was der Herr G. R. Boͤhmer Jur. Eccleſ. Prot. Lib. IIi. Tit. XXXIX. F. 136. /21⁄. hievon angemerket hat, auseinander geſetzet werden. 1) Es iſt der Name der Maas zwar in dem Briefe ausgedruckt, weil aber die Maas von dieſer Benennung z. E. Scheffel, Achtel, in denen daſigen Gegenden, wo der Bauerhof belegen iſt, unterſchiedene Groͤſſen hat; ſo iſt es durch die Laͤnge der Zeit, oder ſonſten ungewiß geworden, nach wel⸗ cher die Bezahlung geſchehen ſoll. Der Pabſt, welcher in dem c. 19. X. de Cenſibus dieſe Frage entſchieden, macht einen Unterſcheid. 2) Ob die uͤbrigen Zinsleute in denen Gegenden ihre Guͤlte immer nach einerley Art von dieſen Maaſen abgetragen, in welchem Fall er die wenige Zinsleute, 9 I 5 88 b 9, 9) O(S9e ſo ſolche nach einer andern geringern entrichten wollen, anweiſet, ſie wie die uͤbrigen zu bezahlen. Gleichwie nun die Vermuthung immer von dem, was am ofteſten geſchiehet, hergenommen und gemacht wird, und alſo im Zweifel immer zu glauben iſt, daß bey denen wenigen Bauern, deren Maaß ungewiß geworden, dieſelbige Groͤſſe, wie bey allen uͤbrigen, wer⸗ de zum Grunde geleget worden ſeyn; ſo iſt dieſe Entſcheidung denen ver⸗ nuͤnftigen Regeln der Vermuthung vollkommen gemaͤß. 8) Oder, ob die uͤbrigen in denen Gegenden befindliche Zinßleute ihre nach einerley Benennung von Maaß beſtimmte Guͤlte in unterſchiedener Groͤſſe bezah⸗ len, oder welches hiemit der Wirkung nach einerley iſt, ob ſonſten bey kei⸗ nen andern Bauerguͤtern in denen Gegenden die Guͤlte nach der Art von Maaß angeſchlagen iſt, als wie ſolches bey denen, worüuͤber der Streit ob⸗ waltet, geſchehen, und alſo in beyden Faͤllen von denen Exempeln anderer Zinßleute keine ſichere Vermuthung herzunehmen iſt. Der Pabſt ſpricht in ſolchem Fall denen Zinßleuten die Freyheit zu, ihre Guͤlte in der kleinern Maaß zu bezahlen, quoniam, fuͤget er hinzu, cum hujusmodi vota gra- runta fuerint ab initio, benigmus ſunt à viris Eceleſiaſticis exigenda, —2ʃ* ne tanquam exactores videantur lucris temporalibus inhiare. Da nun die Urſache, wie ein jeder erkennet, nur auf die an die Kirchen, Stifter und Kloͤſter zu zahlende Guͤlten gehet, und eigentlich als eine gute Vermah⸗ nung an die Geiſtliche nicht gar zu hart gegen diejenige, deren Freygebig⸗ keit ſie ihren Zinſen und Guͤlten zu danken haben, zu verfahren, anzuſehen iſt, ſo folget von ſelber, daß man dieſe Entſcheidung auf die Bauerguͤter, und die daraus an weltliche Herrn zu zahlende Guͤlten nicht anwenden koͤnne. Unterdeſſen haͤlt der G. R. Boͤhmer«.!. davor, daß in dem Roͤmi⸗ ſchen Recht eine andere allgemeine Urſache, wodurch ſolche uͤberhaupt be⸗ kraͤftiget werde, vorhanden ſey, nemlich die in dem L. 34. ff.«e K. 1. befind⸗ liche Regel: Ubi varius regionis mos eſt, ad id, quod minimum eſt, réedigenda ſumma eſt, nebſt der in dem L 9. ff. eod. Semper in obſcuris, quod minimum eſt, ſequimur. Es iſt nicht ohne, daß dieſe Regeln in einigen Faͤllen auch bey Schuldforderungen ihren guten Grund haben, in⸗ dem nemlich die groſſere Summe, oder vielmehr der Ueberſchuß, worinnen ſie die kleinere uͤbertrift, in Abſicht des Glaͤubigers als etwas anzuſehen iſt, wovon er, daß es ihm ſein Schuldner ſchuldig ſey, nicht erweiſen kann, und welches ihm alſo als etwas unerwieſenes nothwendig abgeſprochen wer⸗ den muß. Es wird aber zu deren Anwendung nothwendig erfordert, daß 1 die —— Swei e wie imm adem, ld,alſo im Bau is deren Nibt 2, wer⸗ dung Sen ver⸗ 9—e, 0 ren Minerlen der G= bezahr ſot beyke⸗ ach Palrt von rde Sreit b⸗ rem Janderer er † A ſpricht e in toeleinen moc uta gra- ticis ro genda, diare ha hun „, E Merund nute n mah⸗ ten C unzebig⸗ ren un aſehen de V un⸗güter, nich un venden Si e Romm⸗ e ui aupt be⸗ f. 4 S. befid⸗ dmufrum el, npet Eabſcuri 5di egelni zrutt aben/ ſ 2 vorinnel etn ä nauſie twar annun 3s. Shann 833 106 38- 89 die Sache auf allen Seiten ungewiß und zweifelhaft ſey: neque regionis mos appareat, in ohſcuris, heiſſet es in denen angefuͤhrten Geſetzen. Denn wenn einige Vermuthung vor den Glaͤubiger iſt, ſo wird er dadurch von dem Beweiß befreyet, und faͤllt ſolcher dem andern, als der gar nichts vor ſich anzufuͤhren hat, zu, und muß dieſer darthun, daß er die kleinere Summe nur ſchuldig ſey. Folglich kommt bey unſerer Frage die ganze Sache darauf an, ob im Zweifel hierinnen die Vermuthung vor den Heren, oder vor den Bauern zu machen ſey, und da halte ich, daß ſol⸗ che vor den Herrn ſtreite. Denn dieſer hat als Herr dem Bauern als ſeinem Knecht bey Eingebung der Guͤter gewiſſe Geſetze und Besingungen vorgeſchrieben, unter welchen er das Gut beſitzen ſollte. Wenn nun we⸗ gen des Verſtandes ſolcher Geſetze und Bedingungen ein Zweifel vor⸗ faͤllt, ſo iſt es der Vernunft viel gemaͤſſer, daß die Erklaͤrung dem Herrn als Urheber derſelben, dann dem Knecht, der ſich ſolchen bloß unterwor⸗ fen hat, und der, wenn er bey deren Bedeutung einigen Zweifel gehabt haͤtte, bey Uebernehmung des Guts ſchuldig geweſen waͤre, dem Herrn darum zu fragen. Weswegen ich der Meinung bin, daß im Zweifel der Bauer ſeine Guͤlte nicht nach der kleinern ſondern nach der groͤſſern Maaß bezahlen muͤſſe. 85 2) Es iſt bey dem Zinß eine gewiſſe nicht mehr gebraͤuchliche Muͤnze z. E. Pfund Heller, Torneſe, Denarii&c. beſtimmt, deren heutiger Werth ungewiß, oder unterſchieden iſt, ſo meinet Herr Boͤhmer c. l. wiederum, man müuͤſſe das geringſte nehmen. Ich fuͤhre aber auch hier wegen des vorangefuͤhrten andere Gedanken. Wozu noch kommt, daß insgemein die von Alters her auf die Guͤter haftende Zinſe, die zu der Zeit der Aufle⸗ gung vor eine Art von Pacht anzuſehen, und nach denen Nutzungen des Guts einigermaſſen eingerichtet waren, heutiges Tages mit denen Fruͤch⸗ ten gar nicht mehr in Vergleich koͤnnen geſtellet werden, ſo daß man ins⸗ gemein deswegen davor zu halten pfleget, ſie wuͤrden nur in recognitio- nem Dominii bezahlet. Folglich darf ſich ein Bauer um deſto weniger beſchweren, wenn man die an ſich geringe Summe wenigſtens nach der harhfſen Geltung ſolcher Muͤnze, worinn der Zinß angeſchlagen iſt, er⸗ laͤret. 3) Es iſt der Zinß dem Namen der Muͤnze nach beſtimmt, auch die Benennung ſolcher Muͤnze noch gebraͤuchlich, z. E. es ſind zwey Reichs⸗ thaler geſetzet, aber es iſt hernach der agerljche vder äͤljſferiche Weuhg dieſer 2 Munze 90 o( er⸗ Muͤnze veraͤndert worden; ſo haͤlt Herr Boͤhmer c. l. davor, es muͤſſe die Bezahlung immer nach dem gegenwaͤrtigen Cours geſchehen, ob gleich vielleicht heutiges Tages zwey Rthlr. ſchlechter ſeyn mochten, als zu der Zeit, wie der Zinß geſetzt worden. Was nun den erſtern Fall anbetrift, wenn der innerliche Gehalt der Muͤnze verringert worden; ſo hat es ſeine vollige Richtigkeit, daß der Herr zufrieden ſeyn muß wenn der Bauer ihm die geſetzte Summe Gulden oder Thaler Zinß in gaͤng und geber Muͤnze bezahlet, wenn ſolches Geld gleich nach dem innern Gehalt nicht ſo gut ausgemuͤnzet iſt, als wie es vor dieſem geweſen. So kann z. E. ein Guts⸗ herr in denen Landen, wo die ſogenannte Caroliner annoch vor voll gel⸗ ten, von ſeinem Bauern nicht verlangen, daß er ihm ſeinen Zinß in Ba⸗ tzen, oder nach ſchwerem Gelde bezahlen ſolle, indem es genug iſt, daß der Herr die geſetzte voͤllige Summe in gaͤng und geber Munze empfaͤngt, und der Bauer ſich zu keiner Lieferung einer gewiſſen Muͤnzſorte an⸗ heiſchig gemacht hat. Bey dem zweyten Fall aber, wenn nemlich der aͤuſſerliche Werth der Muͤnze veraͤndert, und doch keine gewiſſe Sorte von Munze verſprochen iſt, bleiben mir groſſe Zweifel wieder die ange⸗ fuͤhrte Entſcheidung uͤbrig. Denn ſoll ſolches von dem Fall verſtanden werden, daß die auf eine gewiſſe Geltung gepraͤgte Muͤnzen herunter ge⸗ ſetzet worden, wie anjetzo von einigen Kreyſen mit denen neuern Gold⸗ und Silbermuͤnzen geſchehen, ſo wird man dem Herrn unmoͤglich an⸗ muthen ſeyn koͤnnen, daß er von ſeinen Bauern das Geld noch vor voll, und nach der darauf gepraͤgten Geltung annehmen ſolle, indem er alsdenn in der That nicht die voͤllige Summe ſeines Zinſes, ſondern z. E. anſtatt 10 fl. in Golde nur fl. 20 kr. bekommen wuͤrde. Soll aber die Ver⸗ aͤnderung der aͤuſſerlichen Guͤte der Muͤnze darinn beſtehen, daß z. E. ein Gulden uͤberhaupt weniger als vorher ausmacht, und daer etwa vorhero auf 18, 20, oder 21 gute Groſchen gerechnet worden, er anjetzo nur 16 gute Groſchen halt; ſo kann wiederum der Herr nicht angehalten wer⸗ den, ſeine zum Zinß ihm verſprochene Anzahl Gulden nach der geringer haltenden Geltung zu nehmen, weil bey Anſetzung des Zinſes beyde Par⸗ theyen auf einen Gulden à 18, 20, 21 Ggl. ihr Abſehen gerichtet, und alſo der Bauer auch ſo viele Groſchen zu Ausmachung eines jedweden von denen verſprochenen Guldens bezahlen muß. Wie denn aus gleichem Grunde bey jaͤhrlichen von Alters her gebraͤuchlichen Abgiften ein Gulden, an einigen Orten mit 21 guten Groſchen, an andern mit 17 Baben u.* w. dad muͤſſe de a aglch dte zuade 1 ſt Hres ſeine ndo a he nd A Mänz dalſft ſoar inz.— Guts⸗ och Svol g⸗ nen Zin N⸗ Nuͤn? gfaͤngt Mauyrte ai⸗ venn zmnnlich der ege ita. Sorte vied: gie ange⸗ Fau ſtanden zen lerge⸗ nel un Golè⸗ unn unch ah⸗ no uſhod vol, dew Walsdenn een. anſtatt 4 al syie Ver⸗ hen, z. E. ein aer mnvorher⸗ w, ei jetzo une tan Folten wer⸗ zach de gerigge 13d zetuft, 8 20 SSr⸗ 91 u. ſ. w. bezahlet werden muß. Daß uͤbrigens alle dieſe angefuͤhrte Ent⸗ ſcheidungen dadurch geaͤndert werden, wenn der Herr eine andere gerin⸗ gere Maaß oder Summe, als wie er zu fordern berechtiget geweſen, dreyßig Jahr herdurch gutwillig angenommen, und der Bauer alſo eine gewiſſe Zahlung durch die Verzaͤhrung hergebracht hat; ſolches flieſſet aus denen gemeinen Regeln der Verjaͤhrung, und wird durch das c. 20. X. de Ceuſibus bekraͤftiget. b Anhang. 1 Eines ungedruckten Schoͤnreiner Weißthums de A. 1977., welcher in der vorhergehenden Abhandelung und an einigen andern Orten angefuͤhret wird. Aus einer alten Copey. b Dieeß hernach geſchriebene Recht haben ſich die Wolgeborn und Ehr⸗ — wuͤrdigen Herrn, Herr Philips Graue zu Reinecke der junge und Herrn Bernhart Apt zu Hirſchawe in Beyweſſen der Wuͤrdigen, Erſame und Erbarn Herrn Johanſſe Schawkern, Techant zu Nagolt, Bruder Balthaßars und Bruder Conrades Convents Bruder zu Hirſchawe Conrat Volprechts Amptman und Fritzen Gnaden Kellener zu Lar uff Mitwochen nach unſſers Herrn Leichnams Tag in Anno Domini milleſimo quadringenteſimo ſeptuageßimo ſeptimo zu Schoͤnrein in dem Cloſter vereint und vertragen, alſſo daß nun hinfuͤr die geſchworne ‿ Schoͤffen des Gerichts zu Schoͤnrein zu ewigen Tagen weiſſen und zu Recht ſprechen ſollen wann und zu welcher Zeit ein Herr von Reineck oder ein Prior zu Schoͤnrein des begert und ſint diß die Recht, inmaſſen her⸗ nach volget: 1 Itemm ſie weiſſen die Herren von Reineck in allen dreyen Dorffern fr Herran und Voͤgte, Gebot und Verbott, Atzung, Bette und Dienſt zu haben. b 1 Item ſie weiſſen dem Cloſter Schoͤnrein daß es zu Hoffſtetten neun⸗ zehen Guͤter hat, der ſein ſechs Baueguͤter, der ſall jr ichlichs haben zwen Ochſſen und ſollen gebaut werden oder ſein mit Heuſſer und Scheuer, und welchs daß Hauß Schauvert oder Ochſſen derſelben eins mit jnhette, were einem Prior zu Schoͤnrein bußfelligt, und hat es diß Hauß Scheuern und Ochſſen keins, ſo wer es doch eimem Prior nit mehr dan ein bußfellig, M 2 un — 2 o er 9² —— und hat ein armer die Ochſſen in einem Jar nit gehabt, und gewinne die drey Tag vor dem Mertens⸗Gericht, und woll dem Prior zu Schoͤnrein foͤrters damit dienen, ſo ſall er uff das mal nit busfellig ſeyn, und wer dem Eloſter Schoͤnrein alſo busfellig wird, iſt die Buß ſechs Turnes, je 4 zwoͤlff Pfenning fuͤr einen Turnes, die obgeſtimpten ſechs Guͤter ſall ich⸗ lichs im Jar einmal einen Tag einem Prior zu Schoͤnrein fronen, mit ſechs Ochſſen, oder inmaſſen als er jme ſelbſt fronet und fert ongeverlichen, der obgenanten neuntzehen Guͤter ſein treyzehen Heppen Guͤter der ſall eins haben trey Geſpanne Hengelbaume, mag er es nit gebeßern, ſo ſall jme ein Prior zu Schoͤnrein nit hder tringen, und wer die innhat, ſall dem rior zu Schoͤnreyn dynen trey Tagk mit einem Botten, den erſten Tagk in der Hew Ernte, Hew zu machen, den andern Habern zu rechen, den dritten Grumet zu machen, denſelben Botten ſall ein Prior zu Schoͤn⸗ rein Keſſe und Brot geben, und thun nach ſeinen Eren, und wan jme von eynem Prior zu Schoͤnreyn gebotten werde zu dynen, werde jme dan uff denſelben Tagk von den Herrn von Reineck auch gebotten zu dynen, ſo fall der Herren von Reineck Gebott fuͤrgehn, und eins Priors nach, dieſel⸗ ben Guͤter gebend einestheils Keſſe zu Zinß, dieſelbige Keſſe ſall eyner ſein alß gut alß zwene Wuͤrtzburger Pfenning angeverlich, oder ſall zwen Pfen⸗ ning fuͤr ainen Keſſe geben, und wer die dreyzehen Guͤter eins hette, daß keinen Baw heth, der wer die obgeſchriebne Buß ſchuldig, uff das Mer⸗ tens⸗Gericht. b 1 Auch weiſſen ſie ob ſich ainer uff die obgenannten Guͤter einem, welchs das were, nit erneren mocht, und hinweck ziehen woll, ſo ſolt er mit dem Zinß den daſſelbige Gute gebe, zu einem Prior zu Schoͤnrein kommen, und jme den Zinß geben, der ſall den alſſo von jm nemen, und fuͤrter gen und ziehen ungehindert wo er ſich erneren mocht, und ob ein an⸗ 2 der queme zu einem Prior zu Schoͤnrein und bitte jne, jme daſſelbige Gut zu lyhen, das ſall jme ein Prior zu Schoͤnrein lyhen, mit allen ſeinen Zu⸗ gehorungen und Rechten, und nichts daraus ziehen oder ſchwechen, und bey ſeinen alten Zinß bleiben laſſen, uff daß die Herrn von Reineck jre Vogthabern und Recht diſer folliger wuͤrde, und wann dieſelbigen Guͤter eins oder mehr verlegt oder wuͤſt lege, es wer lang oder kurz, ſo moͤcht ſich ein Prior zu Schoͤnrein des gebrauchen fuͤr ſein Zinß, und dieweilen ein Prior das alſſo inhet, ſo were her den Herren von Reineck oder dem Dorff keinen Vogthabern oder nichts pflichtig davon zu thun, ſo lang biß einer 2 queme dllet ſt 66 el —— und anne die or zu onen 1* dwer ſchs d rs, d G zwallch⸗ kein t, wit rtol Wallichen, Gutet* alleins pzernf ſal jme innh ſall dem tten ☛ erſtan aber is rechen, Pricts Schär 1, u Whan jme we imedan ten z 3 nen, ſo ors am dieſel⸗ ſe ſam ner ſein fall un Pfen⸗ eins ud*, doß „uff n Mer⸗ Gdmeinem, woſt 45 ſolt c d o Dhdnrein jm weh, Vnd bt, u Sdeinan⸗ ne dR Gfige Gll t all inen d ſchgeen/ u i S ineck t dieſe n cen Glll urz, Soochtſth und w heilchält kot=em Di ſo biß eice ſ quene )O( e 38 — 8 queme und das begert, ſo ſall er jm das leyhen jnemaſſen wie vorgeſchrieben iſt, und ob ein Prior das alſo Jar und Tag oder laͤnger jngehabt und ge⸗ beſſert hett, ſo ſall derſelbe der ſollich Gut emphaen will im ſollich Beſſe⸗ rung nach Erkantnuͤß erber Lut ablegen, alsdan von Alter Herkommen iſt. Auch weiſſen ſie, wan einem Prior zu Schoͤnrein Frohndienſt, Zinß und Huner werden, waß jm uff denen genantten Guͤtern zuſtet, ſo hab er keine Gewalt, ſie ſunſt zu nichts zu dringen, außgenommen, Ruge, Buß, Frevell, Fell, wie ſich dan das nach Gerichts Ordnung begiebt, alßdan von Alter Herkommen iſt. Auch weiſſen ſie das jne mein Herrn von Schoͤnrein Wege und Stege geben ſoll, unten und oben, alßdan von Alter Herkommen iſt, ongeverlich.. Dieſe hernach geſchriebene Recht wiſſen ſie der Herrſchaft zu Reineck. Item ſie wieſſen die Herrn von Reineck fuͤr Herren und Vogte, zu Hoffſtetten mit Gebotten und Verbotten, mit Atzungen Beten und Dienſten und Gewalt daſelbſt zu thunde und zu laußen, alßdann von Alter Herkommen iſt.— Siie weiſſen auch den Herrn zu Reineck alß vil alß man dem Prior zu Schoͤnrein zu Zinß gibt, von den gewelten neunzehen Guͤtern als vill ſollend ſie den Herrn von Reineck geben, zu Michels und Meyen Bete darzu den Vogthabern, Huner und andere alß ſich gepuͤrt, alßden von Alter Herkommen iſt. 1 Diß nachgeſchriebene weiſſen die von Maſſenbuch dem Cloſter Schoͤnrein zu Recht. Sie weiſſen dem Cloſter zu Schoͤnrein ſechzehen Gut, derſelben Gut vier ſollen alle vier acht Ochſſen haben, jetzlichs zwen, und ſollen dem Eloſter alle Jar drey Tag fronen, den erſten Tag in der Brache, den an⸗ dern in dem Zwibrach, den dritten in der Herbſtſaet, und derſelben Guͤ⸗ ter acht etzlichs ſollen haben einen Ochſen damit ſollen ſie dem Cloſter drey Tag fronen, inmaſſen obgeruͤrt iſt, und die jtzgenanten zwoͤlff Guͤter ſol⸗ len gebawet ſein mit Hauß, Scheuern und die Ochſſen haben, wenn ſie der Ochſſen einen oder der Bawe nich enthelten, ſo ſall man ſie Buſſen 1 M33 zu 94) O(88 — — zu einem Mertens⸗Gerichts, und welchs der Ochſen oder der Bawe keinß het, ſo were es doch ein Buß, iſt ſechs Turnes, je zwoͤlff Pfenning fuͤr einen Turnes, und ob ein armer, der Ochſſen in dem Jar nit gehabt het, und kaufft die drey Tag vor dem Mertes⸗Gericht, und woll dem Cloſter forter damit dienen, ſo ſall er der Buß nit ſchuldig ſein uff daſſelbe Jare, der ſechzehen Gut treu ſind Heffenguͤten, der ſall itzlichs einen Baw haben, mit dreyen geſpant Hengelbawmen, waenn ſie den nit haben, ſein ſie buß⸗ faͤllig, als oogeſchrieben ſtet, und wan die drew Heffenguͤter dem Eloſter je Zinß und Huner gegeben, ſo ſall ſie der Prior daruͤber nit hder dringen noch beſchweren, außgenommen, Ruge, Buß, Frevell, Fell, wie ſich dan das durch Gerichts⸗Ordnung begibet, und ob einer der trewer Güͤter eins verkaufft, und der Lehen Herre dem das nicht leyhen woll, dem er es zu kauffen gegeben het, ſo ſall er jm den Zins bitten, den ſall er alſo von jme nemen, und fuͤrter gien und zyhen wo er ſich erneren mocht, und das Eloſter ſall ihemen das Gut leihen der es gekaufft het, jn aller maſſen, alß dem der es vor jm jngehabt hett, und das nit beſchweren noch beſchwechen, ſondern bey ſeinen alten Zinſſen bleiben laſſen, uff daß die Herren von Reineck jr Vogthabern und Recht deſſ er folliger werde, und wan derſelbigen Guͤter eins oder mehr verlege und wuͤſt were, es wer lang oder kurz, ſo mocht ſich ein Prior zu Schoͤnrein des gebrauchen fuͤr ſeine Zinß, und dieweil ein Prior, das alſo jnhett, ſo wer er den Herren von Reineck oder dem Dorff keinen Vogthabern oder nichtes pflichtig davon zu thun, ſo lange biß einer queme und das begeret, ſo ſall er jm das lyhen, inmaſſen vorgeſchrieben iſt, und ob ein Prior das alſo Jar und Tage oder laͤnger jngehabt, und gebeſſert hette, ſo ſall derſelbe, der ſollich Gut em⸗ phaen will umb ſollich beſſerung nach Erkentnuß Erber Leut ablegen, ſo gibt das ſechzehendes Gut dem Cloſter dreyßig Pfennig Zinß, undiſt ſonſt anz frey des Cloſters halber, ausgeſcheiden, Ruge, Buß, Frevell, Fell, was ſich alſo durch Gerichts»Ordnung begibt, alß daß alles von Alter Herkommen iſt. Item ſo ſeint ſieben Guͤter daſelbſt die ſein Beckenbachs, weiſſen ſie, waß in die Bande zume geſchigt, die Buß gehort das Drittel gein Schoͤnrein, und ſunſt hat das Cloſter alle Buß daſelbſt. b Sie weiſſen auch daß man diß Beckenbachs Gericht haben ſoll uff die nechſten Tag nach Sant Lorentzen Tag fuͤrnere onſchedlich dem Cloſter an ſeinem Gericht, und wenn eyner des Cloſters Gericht verſumet, der Uch wer Bußfellig, alßdan von Alter Herkommen iſt. er Jar kein 88 2uſ nt t he oll dr loſter f99 N Jare, en A rraben, n, ſr buß⸗ ter Floſier nith an ringen F bie ich ertr e Güta nw Idem den ſd er alſe erne tsmocht, ffth Kain allr nit 90weren laſf nuff daß foll iwerde, ſtw Wwes wer gebre umen für en Kunndvon. flid an davon jw ug lyhen, und Bnen ſoll Gut em⸗ eut Aigen, ſ inß u iſtſönſ W us Fkevel⸗ alg Fulles von end— weiſt 2 1 Stu Ge 9)O(r⸗ 95 Auch weiſſen ſie wan jne das Cloſter Frondienſte gebeut, und die Herrn von Reineck jn auch gebuten laſſen, uff dieſelbige Zeit zu dynen, ſo ſolt der Herren Gebott von Reineck fuͤrgeen, und des Cloſters Gebott ſtille ſteen, biß uff den andern Tag, darnach ſall dem Cloſter ſeine Frondienſt auch geſcheen, alß das von Alter Herkommen iſt. Diß nachgeſchriebene Recht weiſſen ſie den Herrn von Reineck. Item ſie weiſſen die Herrn von Reineck fuͤr Herrn und Vogt, uff allen Guͤttern, mit Gebotten und Verbotten, mit Atzungen, Betten und Dienſten. b Auch weiſſen ſie als vil Zinß, ſo ſie dem Cloſter Schoͤnrein geben von den funffzehen Guͤtern, alß vil ſein ſie den Herrn von Rineck pflichtig zu geben jn Meyenbeth und Herbſtbette von den obgenantten Guͤttern, alß von Alter Herkommen iſt. Dieß nachgeſchriebene Recht weiſſen die von Halßbach dem Cloſter Schoͤnrein. Sie weiſſen dem Cloſter dreyzehen Guͤtter die ſollen verbaut ſein mit dreyen Geſpanne Henckelbauwme, wann die damit nit gebautt ſin, ſo ſind ſie bußfellig, das iſt die Buß fuͤnff und zwentzig Schilling⸗Pfenninge, je drey Pfennig fuͤr eynen Schilling Wuͤrtzburger Werung, und wan ſich einer uff den Guͤtern nit erneren mocht, ſo ſall er dem Prior den Zinß bieten, den ſall er alſo von jme nemen, und fuͤrter gehen und ziehen, wo er ſich erneren mocht, ungehindert, und ob ein ander queme zu einem Prior zu Schoͤnrein und bitte in, jme daſſelbe Gut zu lyhen, daß ſall jm ein Prior zu Schoͤnrein leyhen, mit allen ſeinen Zugehoͤrungen und Rechten, und nichts daraus zyhen oder ſchwechen, und bey ſeinen alten Zinſſen bleiben laſſen, uff daß den Herrn von Reineck jr Vogthabern und Recht deſſer⸗ folliger werde, und wan derſelbige Guͤter eins oder mehr verlege und ver⸗ wuſt were, es waͤre lang oder kurtz, ſo moͤcht ſich ein Prior zu Schoͤnrein diß gebrauchen fuͤr ſein Zinß, und dieweil ein Prior das alſo inhett, ſo wer er den Herrn von Reineck oder dem Dorff keinen Vogthabern oder nichtes pflichtig davon zu thun, ſo lange biß einer queme und diß begert, ſo er jme dan lyhen, inmaſſen vorgeſchrieben iſt, und ob ein Prior das alſo Jar und Tag oder lenger jngehabt und gebeſſert het, ſo ſall derſelbe der ſollich Gut emphaen will jme ſollich Beſſerung nach Erkantnuͤs erber Leut able⸗ 7 gen, alßden von Alter Herkommen iſt. Sie 96 o( ae 1b — Sie weiſſen auch, wann ſie dem Cloſter jre Zinß ausgerichten, alß obgeſchrieben ſtehet, ſo ſeint ſie dem Cloſter nichts pflichtig, außgenom men, Ruge, Buß, Frevell, Fell, wie ſich das durch Gerichts⸗Ord nung begibt. Dieße nachgeſchriebene Recht weiſſen ſie den Herrn zu Reineck. 8 XN Sie weiſſen den Herrn von Reineck fuͤr Herrn und Vogte, uff allen b Guͤtern, mit Gebotten und Verbotten, mit Atzunge, Betten und Zinſſen. Aluch weiſſen ſie alß vill das Cloſter, an den obgenantten dreyzehen Guͤttern Zinß hatt, als vill habend die Herrn von Reineck von denſelben Guͤttern zu Meyen und Herbſtbette darzu Vogthabern und Huner, alß von Alter Herkommen iſt. 8 4 Dieß nachgeſchriebene Kecht weiſſen die von Hoffſtetten, Maſſenbuch und Halßpach dem Eloſter zu Schoͤnrein. Item wan ein Prior ſeinen Zinß innemen will, das ſall er thun nach Sant Mertens Tag, und ſollichs vor zu rechter Tag Zeitt zu wiſſen thun, einem itzlichen Schulteiſſen jn den dreyen Doͤrffern hernach geſchri⸗ ben Hoffſteten, Maſſenbuch und Halßpach der itzlicher ſall dan foͤrters die Zinß und Banwin Gellt jn ſeinem Dorff jnfordern, und einem Prior unverzugenlichen in acht Tagen gen Schoͤnrein uͤberantwortten. Sie weiſſen auch, wan ein Prior zu Schoͤnrein oder den Men⸗ nern in das Gericht gein Schoͤnrein gehoͤrn, Gerichts bedoͤrffen oder not⸗ tuͤrfftig weren, ſo ſall ein Prior zu Schoͤnrein jne darzu beholffen ſein, und ſall das uff dem Berge zu Schoͤnrein halten, desgleichen obe dem Prior zu Schoͤnrein oder den armen Leutten Unterganns oder Stein zu ſetzen nott werde oder bedoͤrffen, darzu ſollen ſie jme gehorſam ſein, alßdan von Alter Herkommen iit. 1 Sie Weiſſen auch wann ein Prior zu Schoͤnrein Gericht haben will, ſo ſall er den Stab dem Schulteſſen von Hoffſtetten bringhen von dis Gotshauß wegen, und ob er nit do were, ſo ſall er in geben dem Schul⸗ teſſen zu Maſſenbuch oder Halßpach. Sie weiſſen auch daß der Herrn von Reineck oder Prior zu Schoͤn⸗ rein keiner an den andern eynen Schulteſſen ſetzen ſollen, ſundern eyn⸗ Auch mutiglich und mit einander ſotzen und einſetzen ſollen. ng, m hehon⸗ Get⸗La⸗ en rn zu V uff alln tten a Zinſſen. antt eepzehen icky wenſelben und Ser, aſ 19 Kietten, hoͤm in. das w er thun - A dnu wiſen her an geſchri⸗ Idal mters die dei an Prior vort m ode Kn Men⸗ dorf asder nor⸗ edo gfſein,vdd eno e'm Pro er En zu ſetel ſam 8, alßde zerit! nben wi nd bri ken von⸗ gebe ⁵ m So 8 Szu Söhir len denn e 9 O( ⸗ b 9 Aluch weiſſen ſie ob einer oder mehr bußig werden, und den Schoͤf⸗ fen nit gehorſam will ſein, ſo ſall im der Prior beholffen ſeyn, daß jne die Buß werde, wu aber das der Prior nit gethanen kunne, ſo ſall er der Herrn von Reineck oder eynen Amptman zu Lare von der Herrſchafft we⸗ gen anruffen, die ſollen jme darzu beholffen ſein, daß das Gericht alſo ge⸗ handhabt werde, wie von Alter Herkommen iſt. Sie weiſſen auch ſo ein Armer jn der obgenantten dreyen Doͤrffer eynem von Todes wegen abegeet, und der Herren einer von Reineck oder der Prior zu Schoͤnrein mit dem Leib geweſt were, und uff der Herren von Schoͤnrein Gut ſeß, ſo ſall der Here, des der Arme mit dem Leib iſt geweſen, mit dem beſte Heupte fuͤrgeen, und der ander mit dem Gut nachfolgen, alß jm Land zu Franken Gewohnheit iſt. DSie weiſſen auch, eß kom einer her wo er woll und zyhe in der drey Doͤrffer eins, Hoffſtetten, Maſſenbuch und Halßpach, ſo haben jn die Herrn von Reineck mit Atzung, Bette und andern zu beſetzen, jnmaſſen alß ob er jr eygen were. 1 Sie weiſſen auch daß des Priors Vihe und der dreyer Doͤrffer Vihe in einander faren und geen moͤgen, on Widerſchlack, jm Feldt und Dorff on allen Geferde, alßdan von Alter Herkommen iſt. Sie weiſſen auch daß die armen Leute jn den obgenantten Doͤrffern einem Prior zu Schoͤnvein an eynes Abts von Hirſchaw ſtatt geloben und ſchweren ſollen, jme und dem Cloſter gehorſam zu ſein, jren Schaden zu waren, und Beſtes zu werben, zu ihren Gerechtigkeiten. 4 Und wie Philips Graue zu Reineck obgenantt bekennen fuͤr uns unſſer Erben und Graueſchafft und wir Bernhart Apt zu Hirſchawe und Schöͤnrein„daß nu hinfuͤr und zu ewigen Tagen die obgeſtimpten Recht von den Schoͤffen des Gerichts zu Schoͤnrein geſprochen geoffent, und zu Recht erteilt werden ſollen an Hindernuͤß allermenglichs, gereden auch fuͤr uns, unſſer Erben und Nachkommen die hinfuͤr zu ewigen Tagen zu hant⸗ haben, dawieder nit zu ſein thun noch ſchaffen gethan werden, ſunder alle Gefehrde, und des zu einer Urkund und warer Bekantnuͤß ſo haben wir dieſer Buͤcher zwey machen und ſchreiben laſſen, der Buͤcher ein itzlichs nit mehr dan acht Bletter hat und haben ſoll, und itzlicher Parthey eins uͤbergeben, daran wir Graue Philips obgenantt fuͤr uns und unſer Erben, und wir Bernhart Apt zu Hirſchaw und mit uns Prior und Convent zu Hirſchaw fuͤr uns und unſſer Nachkommen unſſer Aptey und Cordent I b geſigell — 2³ 5 2 8 geſigell an itzlichs Buch gehangen. Beſcheen beſchloſſen und gehandelt zu Schoͤnrein und Lare jn der Wochen nach unſers Herrn Fronleichnams und vor Sant Vits Tag in dem Jar alß man ſchrieb nach Chriſt unſers Herrn Geburt, tauſend vierhundert und in dem ſieben und ſiebentzigſten Jare. 8* Be⸗ VI. Von denen Behandigungs⸗Guͤtern. handi⸗. gungs⸗ Es ſind dieſes, nach dem Zeugniß Herr Potgieſſer de Sratu Serv. p.§97. Guͤter. gewiſſe in Weſtphalen befindliche Guͤter, weiche auf eines oder zweyer Lebzeit, welches man auf ein oder zwey Haͤnde nennet, eingegeben wer⸗ den, und zwar mit dieſer Bedingung, daß wenn dergleichen Gut nach Abſterben der einen Hand oder des einen Beſitzers noch weiter auf den dritten dereinſt kommen ſoll, ſo muß ſolcher ſich bey Zeiten melden, und auch auf ſeine Hand das Gut ſetzen laſſen, wovor er ein gewiſſes an den Herrn bezahlet. Denn wartet er bis daß die zweyte Hand oder der zwey⸗ te Beſitzer auch verſtorben iſt, ſo iſt das Gut dem Herrn anheim gefallen. Sie haben ihren Namen von behaͤndigen oder einhaͤndigen, welche von dem alten Worte: handen, das ſo viel als uͤberliefern oder uͤber⸗ geben anzeiget, herkommen. Gloſſar. Schilter. Ib ¹. III. Theſaur. Anti- quitt. Tæuton. h. v. fuͤhret aus dem ragm. de F. Hi. v. 1039. an: Gelo- Vent zu handen i. e. promiſit tradere. Im Engliſchen heiſſet band noch ſo viel, als uͤberliefern, uͤberreichen, und zwar ſo, daß die Sache von einem auf den andern kommt. Es werden alſo durch dieſen Namen ſolche Guͤter angedeutet, woruͤber bey Lebzeiten des erſten Beſitzers dem andern das kuͤnftige Recht muß behaͤndiget oder uͤberliefert werden. Es wird ſol⸗ ches in dem Rotulo Curiæ Dominicc in Arzhofen Capituli Thomæ Argent. ap. Schilter. c. l. in einem etwas aͤhnlichen Fall die Empfahung von le⸗ bendiger Hand genannt, gleichwie die durch die Erbfolge erhaltene Ueberlieferung, die nach todter Hand genannt wird.„Wer alſo, „heiſſen die Worte, ein Gut emphahet noch toter Hant der gibt dem „Meyer alſo vilErſchatz alſo vil er von demſelben Gut gibt dem Herrn Pfen⸗ „nig Zinß: Emphahet er aber das Gut noch Veraͤnderung von lebendiger „Hant, ſo gibt er nit mer dann halb alſo vil.“ Ein gleiches lieſet man auch in dem Kecht des Dinghoffs zu Wratzhoven ap. Sbilt. de CQurii⸗ Domicialibus p. 603. Wie nicht weniger in dem Recht des Hoffes zu Eckheboltzheim ilid. p. 609. heiſſet es:„Nemlichen, wann ein Get im 1„Dinc⸗ —ÿy ͤ=— —— un amat Srd e hnans ich Cin hnſet und= tzigſen tern atu— 5. Ig. eines= iweyer eing en wer⸗ eiche ut nah hwe Sauf dm en niIn, und gew f an den dodt rzwey⸗ anhe rrefallen. ndit ee welche eferl u r uͤber⸗ Iâ i. 39. um Gelo- iſet and voch die Cuche von nMunnſolche ers a9 andern en. 5 vird ſe Th r Argent pfa inz von h cfo Serhaltn d. er alſo ant 9 gibt den den rnhfar ggver bendite ſeid S ieſet un K L.* e Cuntd ht* Hoſſtsn = Gut in dan*n Gut „Dinl e)O(er 999 „Dinckhoff gehoͤrig, es ſeye nach todter oder lebendiger Hand, ver⸗ „aͤndert und faͤllig wird, daß dann der oder die an welche ſolch verandert „Gut erblich, oder in andere Weiß fallt.“ Es bedeutet dieſerwegen das Wort Behandung auch bisweilen ſo viel als Inveſtitura, wie Web- ner in Obſerv. Pracl. h. v. anführet. Und wird gleicher Urſachen halben auch behanden zu Zeiten vor belehnen gebraucht, z. E. In der Cleviſchen Policeyordnung de A. 1509. ap. Ludewig in Jur. Client. p. 293.„Und „welche wiederum damit behandet oder belehnet ſeyn.“ Derjenige nun, dem von dem Herrn das Gut oder vielmehr das Erbrecht und die Nachfolge nach des zeitigen Beſitzers Tode darauf uͤbergeben oder behan⸗ diget wird, heiſſet der Mitbehandigte oder Mitbelehnte. Wie weit aber ſonſten die Rechte und Pflichten des Beſitzers ſolcher Behandigungs⸗ Guͤter ſich erſtrecken, ſolches iſt mir unbewuſt. VIl. Von denen Bordagiis. See haben ihren Namen von Borda oder Bord, welches ein Hauß, Huͤtte, gleichwie Bordellum ein kleines Hauß heiſſet, wie die Zeug⸗ niſſe bey du Freſne und Herr Wachter in(rloſſar. 5. v. lehren. Nach der Beſchreibung der L. Normannicarum Cap. XXIX. F. 6. ap. Ludewig. Tom. ⁷1l. Keliquiar. A4Ct. p. 222. war ein Bordagium die Eingebung ei⸗ ner Huͤtte, oder eines Bauerhauſes mit Zugehoͤr gegen gewiſſe knech⸗ tiſche und geringe Dienſte, woruͤber der Beſitzer kein Eigenthumsrecht hatte, noch den Eyd der Treue abſchwur: Quedam autem, heiſſet es 1 9 es, preter hoc, in diverſis parribus Normannie tenentur feoda per Hor- dagium, cum aliqua borda traditur alicui ad ſervilia opera,& vilia ſervicia facienda quam non poteſt vendere, nec dare, nec invadiare, qui eam recipit in hereditatem ſub tali teneura,& hoc non facit ho- magium. Womit die von du Feſue b. v. angefuͤhrte alte Franzoͤſiſche Beſchreibung aus der Petere Conſuetud. Normaun. mehrentheils uͤberein⸗ kommt. Es begriffen aber dieſe Bordæ oder Bordagia nicht allein das bloſſe Hauß, ſondern auch einige dazu gehoͤrige Laͤndereyen in ſich, z. E. in Cbarta in Hiiſt. S. Micclai Andegav. p. 20. ap. du Preſue. Donavi quoque tria bordagia terræ in Bigotaria. Kegeſt. Caſtri Lide in Andib ihid. Et in nemore S. Marrini bordagium terræ, quod tenet Helie. Wovon die Beſitzer an den Herrn gewiſſe Abgiften entrichten, und ihre Dienſte lei⸗ ſten muſten: Zabular. Prioratus de eae in Dacatu Purgund. fol. 79. ap. N 2 du dagia. 100 O( du Freſne. Duas bordelarias, quas olchias(Siehe du Ereſne v. Olca) vocant, quæ debent 7. panes 1. eaponem. Und fol. 31. Duas bordelerias cum omnibus ad ſe pertinentibus,& dehitis ſervitiis. Nun kann es zwar ſeyn, daß ſie vor andern Bauern zu gewiſſen Dienſten verbunden, oder in deren Leiſtung etwas beſonders bey ihnen gebraͤuchlich geweſen, und daß ſie dieſerwegen in denen LL. Guill. I. Reg. Angl. g. 1§. Und bey dem Iugulpbo, nach dem Anfuͤhren au Freſne b. v. von denen uͤbrigen Bauern und Knech⸗ ten in Abſicht der Dienſtbarkeit unterſchieden worden. Daß ſie aber eben, wie Spellmann b. v. meinet, bey denen Haͤuſern der Herrn gewiſſe knech⸗ tiſche Dienſte verrichten muͤſſen(Bordarii qui circa ædes Domini ſervilia peragunt opera. S. HerrWachter e. I.) ſolches kann aus ihrer Benennung nicht geſchloſſen werden, indem ſie nicht von ihres Herrn, ſondern von dem ihnen eingegebenem Hauſe oder Borda den Namen haben. Und gleicher Urſachen halber folgt es auch nicht, daß ſie deswegen Bordarii ge⸗ nannt worden, weil ſie die Guͤter, welche zu des Herrn Tafel oder Borda b gewidmet geweſen, bebauet, ob gleich ſonſten dieſe Bedeutung des Worts 6 Borda ihre Richtigkeit haben mag, indem im Engliſchen noch jetzo Hoard b die Tafel oder die Koſt anzeigt. Siehe noch mehrere Muthmaſſungen bey Herr Potgieſſer de Stat. ſerv. p. 192. Meines Beduͤnkens ſind die Borda- gia eine gewiſſe Ar von Bauerguͤtern geweſen, deren Beſitzer ihrem Herrn die zum Ackerbau gewoͤhnliche Dienſte leiſten muͤſſen, welche, weil ſie insgemein von Knechten verrichtet wurden, und l. v. die Reini⸗ gung der Staͤlle, Ausfuͤhrung des Miſtes, und dergleichen unflaͤtige Arbei⸗ ten unter ſich begreifen, in denen cit. LL. Normannicis ſervilia opera& vilia ſervitia genannt, und denen ſervitiis militaribus entgegen geſetzet werden. Auch haben ſie den Umſtand, daß die Beſitzer zwar ein Erb⸗ recht, aber doch kein Eigenthum daruͤber haben, noch einen ordentlichen Eyd der Treue leiſten, mit denen mehreſten Bauerguͤtern gemein. 6) Bar- VllI. Von denen Burgagüs oder Borgagis, und Sg e, B0. Von denen donis Burgenſaticis. b rnfa. Wir wollen mit der Erklaͤrung der bonorum Burgenſaticorum, Bur- Palaricorum oder Burgoſaticorum den Anfang machen. 1) Da Freſne b. v. begnuͤget ſich uͤberhaupt zu ſetzen, daß es Guͤter geweſen, welche von denen Burgentibus koͤnnen beſeſſen werden, und wuͤrden ſie dieſer⸗ wegen denen Lehnguͤtern, als welche nur vor den Adel geweſen, ent⸗ 2 b gegen △⸗ r.2 ,—,—=——— 2 —— Oka Du A un un 1 ts wwa tbut= deri beſen.3d daßſe dy dEnuhh, duern e Knic 2] ke rn gen ſe kec⸗ Ddmi 5 ihre rrennung en, Syern voh en hi. Und egen o Tdarüge⸗ Tafe er Borch stun Wortz not o Hoad thm Fngen bey fim ih Borda- Be u ihrem üiſee velche, f. v 2. Reini⸗ unf mne Arbei⸗ ſerv stlopera& ent gan geſehen zer ein Er⸗ einel en'entlichen ern mrin. dii ad 2)o( ehr. 101 gegen geſetzet, in Charta Reg. Meapolit. A. 2319. ap. MWadding in geto ſbm. III. Annum redditum unciarum auri 400. emendum— in Burgenſaticis bonis,& non feudalibus. Ich weiß alſo nicht, warum Herr Hofr. Seruve Comment. de Allodiis Imperii p. 9. geſchrieben, daß du Freſne geſaget habe, es waͤren Guͤter, welche von denen Edelleuten beſeſſen werden konnen, und daß ihm Dominicus darinnen widerſpreche, da er doch zum Ueberfluß zu dem Wort Burgenſatica als eine Ueberſetzung hinzugefuͤget Galice-Rotures. Von denen Burgagiis aber behauptet du Freſne, daß ſolche auch von Edelleuten, ohne ihnen an ihrem Adel Schaden zu thun, beſeſſen werden koͤnnen. 2) Ant. Dominicus de Præro- gat. Alod. Cap. IX. g. 11. verſtehet darunter nach Anleitung Matthæi pa- riſienſis gewiſſe in Engelland ſehr gebraͤuchliche Lehne, welche keine Ge⸗ richtbarkeit haben, und wovon jaͤhrlich ein gewiſſes Geld bezahlet wird. Sie haͤtten ihren Namen von denen Burgenſidus, welche eine gewiſſe Art von Soldaten oder Kriegsleuten, die geringer wie die ſogenannten Milites oder Ritter geweſen, ausgemacht, Kraft der Couſtit. Secul. Lib. I. tit. 9., und wuͤrden dieſerwegen in denen alten Urkunden die Milites und Burgenſes immer mit einander verknuͤpft. Nun erhellet zwar aus der bemeldeten Conſtit. Sicul, welche alſo lautet: Quisquis poſthæc pro- hibita arma detulerit, ſiquidem Comes fuerit, quinque uncias: Si Baro, quatuor: ſi miles ſimplex tres, ſi burgenſir duas: ſi ruſticus fuerir, unam unciam fiſco noſtro componat, ſo viel, daß die Burgenſes nach denen Miliribus geweſen, daß ſie aber eine beſondere Art von Be⸗ waffneten ausgemacht, laͤſſet ſich hieraus gar nicht ſchlieſſen, wie Zerr Struve c. l. recht angemerket, indem ſonſten auch die Bauern mit dazu gehoͤren muͤſten. 3) Herr Hofr. Seruve cit. 1. behauptet, daß es uͤberhaupt allodia geweſen, deſſen Gruͤnde wir zwar bereits oben p. 385. ſeq. ange⸗ fuͤhret, allhie aber doch um der Ordnung halben kuͤrzlich wiederholen wollen. Nemlich a) Weil ſolche auch Geiſtliche Perſonen beſitzen koͤn⸗ nen, Conſrit. Sicul. Lib. I. TIIt. 66. I. 2. p. 739. ap. Lindenbrog. De Burgen- ſaticis— Clericum ſeu etiam quemvis religioſum pecuniaria actione con- ventum. b) Weil ſie von dem Beſitzer veraͤuſſert werden koͤnnen. po⸗ Lgia Friderici Il. contra Gregorii IX. Capit. ap. Goldaſt. Conſzit. Imper. 7. Ii. p. 79. Nonnulla vero Burgaſatica, quæ emerunt(ſe. Templarii & Hoſpitalarii) revocata ſunt ab eis, ſecundum formam antiquæ sonſtitutionis Regni Siciliæ, quod nihil poteſt eis— concedi— 3 quin 102)O( 4 4„ 3 quin poſt annum— aliis Burgenſibus ſecularibus vendere&o conce- d dere teneantur. c) Weil ſie in der von au Lrene angefuͤhrten Urkunde A denen Lehnguͤtern entgegen geſetzet wuͤrden. Und dieſerwegen d) Gol- n daſts ſie am Rande Allodia, eigene Landguͤter genannt habe. Es iſt aber 9 auch bey dieſer Erklaͤrung noch unterſchiedenes zu erinnern, denn einestheils d ſo beweiſen die angefuͤhrten Gruͤnde noch nicht einſt hinlaͤnglich, daß die bona Burgenſatica, Allodia, d. i. nach der von Herr Serave 1. S. 2. ge⸗ N machten Erklaͤrung: Quæ quantum ad liberam diſpoſitionem nullius p juri erant obnoxia. Sintemal æ) Aus der Conſtit. Sickl. noch nicht 1 unwiederſprechlich zu ſchlieſſen, daß die Geiſtlichen und Cloͤſter die bona Burgenſatica beſitzen duͤrfen, vielmehr aus andern Nachrichten, wie wir 7 gleich ſehen werden, das Gegentheil erhellet. Ʒ) Die Apologia Friderici 0 deutlich lehret, daß man dieſe Guͤter nicht wie andere Allodia an jeder⸗ u mann veraͤuſſern koͤnnen, ſondern ſie von Burgenſibus beſeſſen werden n b muͤſſen.) So folget nicht, daß, weil eine Sache nicht zu denen ei⸗ 2 b gentlich ſogenannten Lehnen gehoͤret, deswegen dem Beſitzer eine voͤllige G Freyheit daruͤber zukomme. Allein, wenn wir auch zugeben, daß die V Burgenſatica bona, Allodialia geweſen, ſo iſt doch dieſes allein noch nicht hinlaͤnglich, ſie nur in etwas von ſo vielen Arten Allodial-Guͤter zu ent⸗ ſcheiden, und iſt alſo dieſe Erklaͤrung noch viel allgemeiner, als die ſo von du Freine angefuͤhret worden. 4). Zerporten de Inveſtitura Allodiorum g p. 90. will ſie zu knechtiſchen Zinßguͤtern machen, bringet aber, nach Werr Struvens Urtheil, keinen weitern Beweiß davon bey. 5) So viel 1 ich endlich aus denen wenigen Nachrichten, die ich bey Handen habe, 4 ſchlieſſen kann: ſo ſind dieſes meine Muthmaſſungen. Burg heiſſet eine Stadt z. E. Latianus Germanic. c. 3. F. 1. In this lurg Galileæ, thero name iſt Nazareth vid. Gloſſar. Schilt. h. v. Und Herr Machrer in Gloſ= 1 fario Germanico Tom. II. ead. voc. Die Einwohner der Staͤdte wurden b alſo in denen mittlern Zeiten Burgenſes genannt. Sie waren aber be⸗ 1 kanntermaſſen nicht alle einerley Art, indem einige von denen Edelleuten b herſtammeten, andere hingegen nichts als freygelaſſene oder auch wohl 1 entloffene Bauern waren. Von denen erſten angeſehenen Burgenſibus 1 handelt Fridericus II. Lib. I1. Conſtit. c. 32. Conſtituentes, quod nul. 3 lus Angarius vel Villicus ſeu quicunque Villanus, qui in villis& 5 caſalibus habitat—& poſtremo nullus vilis conditionis, ſed Milites 2 tavtunmamodo è Burgenſes Louæ è Boueſtæ opinionis. Und werden ſolche t des —,— vende. cance. 9 ühr xande ſrwe 1) Ga. hade— iſ c den Desthetz laͤngl n daß d d. l. 1 5— Düha Ic ni d Cläradie 9 hricht rwie wi Pold Srideric Alla e&in jeder s beſt werde nicht daenen a⸗ eſitzet iee vollige zuget en daß dee s alle a voch hicht à-G ual ent⸗ er, al ih ſo von tura t uorum gel 1 b6 L vach dey. So via Hmn habe, Bur 7 iſſet eine Gile, thero r Ma uun Chh er S wurden Sien ze aber he⸗ , 4 n dea ndelleuti —) O(888⸗ 163 deswegen in denen Urkunden immer mit denen Militibus verknuͤpft. Dieſer ihre Haͤuſer und Guͤter ſind es nun ohne Zweifel, welche von ih⸗ nen Burgenſatica, oder auch Burgagia(denn ich halte beyde nur dem Namen nach unterſchieden) genannt werden. Es waren zwar ſolche von denen eigentlichen Ritterlehnen unterſchieden, doch wurden ihre Beſitzer auch damit beliehen, und beſtunden ihre Dienſte darinn, daß ſie die Stadt mit beſchuͤtzen helfen, und dabey jaͤhrlich, wenn es nicht freye Burgagia waren, etwas an Gelde bezahlen muſten LL. Burgorum Scotic. cap. 1. ap. du Freſne b. v. Quilibet Burgenſis debet Domino Regi de Burgagio, quod defendit, pro particata terræ ſ. denarios annuatim. Vetusr Conſuetudo Mormanniæ c. 29. Par bourgaige ſont tenus les fiefr, comme ſont les maſures, qui ſont és bourgs,& gardent les con- tumes de bourgs. Oder wie es in dem Lateiniſchen Codice LL. Worman- nicarum Lib. II. Cap. 29. g. 5. bey dem Herrn von Ludewig Tom. 71I. Reliqu. Môrx. p. 222. heiſſet: Per borgagium autem tenentur, albodia & menſure in burgis conſtitute, burgorum conſuetudines continen- tes. Monaſticum Anglic. Tom. III. p. 91. Concedimus etiam eisdem — liberum burgagium,& omnibus eorum&c. Dieſerwegen, weil ſie doch in der That eine Art von Lehnguͤtern waren, ſo finden wir, daß die Verordnungen von denen Lehnen insgemein auch auf die Bur⸗ gagia oder Burgoſatica mit gerichtet ſind, und ſie als aͤhnliche Sachen mit einander angefuͤhret werden. So durften z. E. in beyden Sieilien die Geiſtlichen ſo wenig die Burgolatica bona als die Lehne beſitzen, weil ſie nemlich die gehoͤrigen Dienſte davon zu leiſten nicht im Stande waren. Denn ſo heiſſet es in der neuen Pariſer Auflage von du Freſne h. v. in Epi ftola Friderici II. ap. Martené Lom. II. Aupliſſ. Collect. 119 ½. Non per- mittas fratres prædictos contra privilegia ipſa& contra juſtitiam mo- leſtari, dum tamen feolalia& burgoſatica regni noſtri non ſint, nec uſurpent auctoritate ipſorum privilegiorum, in quibus generali vo- cabulo acquiſita cum juſtis acquirendis reconfirmentur eisdem, nul- la de Conſzitutione prædeceſſorum noſtrorum& noſtra habita mentione, per quam loca religioſa, quocumque alienationis titulo per manſuetu- dis noſtræ ſacrum oraculum acquirere ſibi feodalia vel burgoſatica pro- bibentur. Man ſiehet alſo zugleich, daß die obangefuͤhrte Conſtitutio Sicul. Läb. 1. Tit. 66. 1. 2. hauptſaͤchlich nur von dem Fall zu erklaͤren iſt, wenn etwa ein Geiſtlicher vorbemeldeten Verbots ungeachtet dennoch Mittel gefun⸗ 104 9) O(. gefunden, bona Burgenſatica an ſich zu bringen, und man aus eben dem Grunde Klage wieder ihn anſtellet, daß er ſolche, wenn er ſie be⸗ reits in Beſitz hat, wieder herausgebe, oder wenn er ſie erſtlich zu haben verlangt, den Beſitzer in Ruhe laſſe. Und dieſerwegen, damit obiges Berbot deſto eher an ihm moͤge zur Wirklichkeit gebracht werden, ſchei⸗ net der Kaiſer eben geordnet zu haben, daß er ſich in allen Klagen wegen dieſer Guͤter vor dem Weltlichen Richter ſtellen ſolle. Nach dieſer Aus⸗ legung wird uns dieſe Conſtitution nicht mehr im Wege ſtehen, die wir deswegen nochmals in ihrem Zuſammenhang allhie beyfuͤgen wollen. De Burgenſaticis petitorio vel quolibet poſſeſſorio, adipiſcendæ, re- cuperandæ vel etiam retinendæ poſſeſſionis, clericum ſeu etiam quemvis religioſum pecuniaria actione conventum, in civili volumus examine reſpondere; rei qualitate potius in hac parte, quæ petitur, quam perſonæ conditione, ſeu judicii qualitate penſata. In Frank⸗ reich war es denen Geiſtlichen zwar nicht verwehret, die Burgagia zu beſitzen, ſie muſten aber wie andere Burgenſes ſich dabey verhalten. Wie aus der aus dem Kacar. Sti. Michael& A. 1219. von du Freſne b. v. ange⸗ fuͤhrten Stelle zu ſchlieſſen: ibi: Coronam habens vel habitum Cleri- calem— faciat de Burgagio hoc, quod alii Burgenſes faciunt. Aus dieſem allen iſt nun leicht zu begreifen, warum dieſe Guͤter von denen Tempel⸗ und Hoſpital⸗Herrn nothwendig wieder an einen Burgenſem muſten verkauft werden, weil nemlich dieſe in der Stadt wohneten, die gehoͤrige Dienſte davon leiſten, und die Stadt beſchuͤtzen konnten. Weil unterdeſſen die Dienſte vornemlich mit in der Bezahlung eines gewiſſen Geldes beſtunden, ſo ſcheinet es daher zu ruͤhren, daß auch die Toͤchter zugleich mit denen Bruͤdern in dieſe Borgagia ſuccedireten, cit. Ll. Wormann. Cap. 30.. 16. Nota iterum, quod ſorores in hujusmodi tenementis equalem cum fratribus percipient porcionem. Etwas mehr auſſerordentliches aber iſt es, daß nach eben dieſen Normanniſchen Geſetzen, die Beſitzer ein freyes Verauſſerungsrecht daruͤber hatten, doch ſo, daß denen Anverwandten der Abtrieb oder das Naͤherrecht da⸗ bey vorbehalten war, Lbid. S. 13. ſeq. In teneuris autem per borgagium ſciendum eſt, quod poſſint vendi vel emi, ut mobile, ſine conſenſu dominorum ſuorum& cuſtume de eisdem debent reddi, ſecundum conſuetudinem burgorum. Notandum etiam eſt, quod vendiciones eorum per heredes vel conſanguineos non poſſunt revocari, niſi b b cclamor —— ——— —˖ — ½—y Wge if en, d ſe beyf an wolen àdip al dæ, h. ericum a ar etim in ci ih ⸗oluma rte, GM petiux, iſata. Fra „die al zagia ey ver unn. We u Freſt unv. ange: vel ha unn Cleti ſés c unh Mb Guͤter un denen einen 1ahenſem dt woſ men, die nkow un. Wäl ung ei anzewiſſen ß auck ant Tochtn ediret cit. LI ores i n jusmod rcione Etw ſen Namniſſe ht dar unt hatta das R Mre td em pPe Myrgaginn blle, a conl trede ,iecund quoc adiciols * clamor fiat infra diem naturalem per illum, qui jus revocandi habet. Der Lehnseyd war eigentlich bey dieſen Burgagiis nicht noͤthig, ob er gleich bey vielen durch beſondere Vertraͤge eingefuͤhret war, 162d. g. 19. De Burgagio autem multa tenentur per homagium, ſed hoc non eſt de inſtitutione burgorum, ſed ex pacto inter poſſeſſores eorum in- terveniente. Weil die Dienſte, angefuͤhrtermaſſen, in Beſchuͤtzung der Stadt und Bezahlung des Geldes beſtunden; ſo hatten die Burgen⸗- ſes nicht noͤthig, wie die Beſitzer der Ritterlehne mit ihrem Herrn zu Felde zu gehen, Ibid. g. 17. Nota iterum, quod hujusmodi tenementa nec relevia nec auxilia faciunt in Normannia uſitaca. Ich halte uͤbri⸗ gens davor, daß die Borgagia und bona Burgenſatica eine Aut von be⸗ neficiis urbanis geweſen, wovon der Autor ZLetus de beneficiis J. 2 p. 129. edit. IZhomas. ſchreibet: Urbanus non tenetur ſervire domino(nemlich im Felde) ſed in urbe debet morari& contra adverſitates ejus eam tueri. IX. Von denen bonis Cenſiticis oder Zinßguͤtern. Ao(a b 405 y) Bona Ceuſitica (&s kann die Bezahlung des Zinſes aus mancherley und ſehr unterſchie⸗inzgaͤ⸗ denen Urſachen herruͤhren, wovon Herr Boͤhmer Diſ. dòe Zavio(en-ter. fuum jure& ſigniſicatu eine groſſe Anzahl beygebracht, welche wir, um deſto beſſer im Stande zu ſeyn, den Zinß ſo aus denen Guͤtern, wovon wir allhie zu handlen haben, von andern aͤhnlichen Abgiften zu unter⸗ ſcheiden, allhie doch, ohne ſie weiter als dem Namen nach zu erklaͤren, wiederhohlen wollen. So wurde 1) Der Zinß von denen Kirchen und Kloͤſtern dem Pabſt zum Zeichen eines beſondern Schutzes, worinn er ſie genommen, bezahlet c. 8. X. de privil. 2) Wie auch, daß er ſie der Jurisdiction ihres ordentlichen Biſchofs entnommen 1bid. 3) So ver⸗ langte Gregorius VII. von allen Koͤnigreichen einen gewiſſen jaͤhrlichen Zinß, zum Zeichen, daß ſie in ſeiner Perſon den heiligen Petrum vor ihr Oberhaupt erkenneten, und erhielte ſolchen auch von einigen. 4) So ward denen Advocatis der Kirchen und Kloͤſtern oͤfters ein gewiſſer Zinß zur Beſoldung angewieſen. Und 5) Hingegen, wie ſolche Schirm⸗ voigte denen Kloͤſtern uͤberlaͤſtig wurden, gaben ſie ihnen oͤfters einen jaͤhrlichen Zinß, um von ihnen befreyet zu ſeyn. 6) So empfingen die Bi⸗ ſchoͤffe ſolchen Zinß von denen Kloͤſtern wegen der Kirchen, welche die Kloͤſter mit Biſchoͤflicher Einwilligung von denen Weltlichen, die ſolche zu Lehn gehabt, erworben. 2) Von denen Kirchen, die ſie uͤberhaupt denen Weltlichen entriſſen c. 9. X. de Ca 8) Wenn ſie ſolche gegen einen 106 3) o( einen jaͤhrlichen Zinß denen Geiſtlichen eingaben, und gleichſam verpachte⸗ ten Tit. ne Prælati pices ſuas vel eccleſias ſub annuo cenſu concedant. 9) Wenn ſie folche von allen ihnen ſchuldigen Auflagen befreyeten, und ſich dagegen nur einen jaͤhrlichen Zinß ausbedungen, Cc. 21. X. de Cenſib. 10) Wenn bey der Stiftung ſelbſt ihnen der Zinß vorbehalten wurde, c. 30. C. 19. qu. 2. 11) Wenn ſie ſich ihres Juris Diceceſani aͤber eine Kirche oder ein Kloſter begaben, c. 6. X. de relig. domib. 12) Wenn ſie die Uniones der Kirchen erlaubeten, cit. c. 6. Wobey auch bisweilen 13) Der Vicarius bey der vereinigten Kirche dem Praͤlaten der Haupt⸗Kirche einen gewiſſen jaͤhr⸗ lichen Zinß geben muſte. 14) Zu Zeiten behielt ſich auch der Patron von der von ihm geſtifteten Kirche einen jaͤhrlichen Zinß bevor c. 23. N. e Pa- tron. Ferner 15) So ertheileten ſo wohl die Landesherrn ihren Unter⸗ thanen, als die Edelleute ihren Bauern gewiſſe Rechte gegen Erlegung eines jaͤhrlichen Zinſes, wohin der Brandtwein⸗Blaſen⸗Zinß, Schutz⸗ zinß und dergleichen gehoͤrete. 16) An einigen Orten muͤſſen die Leib⸗ eigene zum Zeichen ihrer Knechtſchaft den Leibzinß oder Leibpfenning erlegen. Dieſen kann man noch hinzufuͤgen. 17) Den jaͤhrlichen Zinß oder die Abgift, welche die Recommendati denenjenigen, deren Schutz ſie ſich ergeben hatten, bezahleten. Wovon An Freſne v. comnmendati das noͤthige Zeugniß aus des Ranfredi Ordine judiciario Tit. de Eillanis an⸗ fuͤhret: ibi: Volo eſſe tuus recommendatus, ut habeamus tuam de- fenſionem annis ſingulis,& ſerviam in Paſcha vel in Natali duas allinas, vel libram piperis vel aliquid aliud. Wovon 1½) Die ei⸗ gentlich ſogenannte Commende, welche als eine Art von Kopfſteuer, ſo die Freygelaſſene ihren Herrn zur Erkenntlichkeit jaͤhrlich gezahlet, nach dem Anfuͤhren du Freſne 5. v. geweſen, annoch unterſchieden ſind. 19) Der jaͤhrliche Zinß, welchen faut der Urkunde Ae A. 1210. ap. Guichenou in Biblioth. Sebus. Ceut. I. n. 6. p. 3§. edit. Hoffmunn. ein Burgenſis von vier Fleiſchbaͤnke jaͤhrlich zahlen muſte, ibi: Ocko ſolidor cenſuales, in Ab- baris Villa annuatim accipiendos a Firmino de Sernapont, Burgenſe meo,& ab heredibus ejus de quatuor ſtallis carnifieum, quæ prædictus Firminus de meo tenebat. 20) So bezahleten bisweilen die ſogenann⸗ ten oblati oder donati, die ſich und das ihrige denen Kloͤſtern gewidmet hatten, ſo lange bis daß ihre Guͤter dem Kloſter heimfielen, jaͤhrlich einen gewiſſen Zinß an das Kloſter, z. E. in der von du Freſue v. Ohblati ange⸗ fuͤhrten Urkunde de 4. 1209. heiſſet es: Præterea dum in ſæculo Aitero, 1 1 lingulis —=ͤ— o — —— —,— eichſan zacte Acedan Wenj „und ſtßagh nih. Wan 7L.30. 1 9. mu de oder uhn F Uones Kirche r Vica an bey de nen ge imn jißt der? af on bon Src. 2 1? n errn i un Unte⸗ egege zmeleguhh a⸗Ii i Schu m nhie Leit der L im fenning njaͤh uhn Sihh n, d an Schut cunds u n D Nℳ 1 A 7 an⸗ mus uxm de. in dMi duas von! Die er 1Ko dder, ſ h ge mht, nad denſi 19) De ap.¹un benoni durge in von de enſua u in à5 pon urgeue „qu 1 xædichb fen d un genanl löſte awewidme en, j ich eie „ v. 10 i ahe 1 Xero, faguls A O e 197 ſingulis annis ad feſtum Nativitatis Domini præfaræ Domui Templi & Fratribus 100 ſoöol. Guil. pro recognitione hujus donationis dare promitto. 21) Bey Vertauſchungen um beyder Antheile gleich zu ma⸗ chen, verſprach bisweilen die eine Parthey der andern einen jaͤhrlichen Zinß herauszugeben. In einer Urkunde de A. 222½. wegen eines Austauſches in Bibliotb. Seb. c. 1. u. 9ũ.. 179. ſtehet zuletzt: Quatuor ſiquidem libras annuæ penſionis Gebenenſis monetæ dederunt adhuc Abbas—& afſignaverunt eas reddendas in perpetuum apud Arboſium. Auſſer dieſe angefuͤhrte und noch viele andere ſind beſonders zu merken diejeni⸗ gen Zinſen, welche die Beſitzer gewiſſer Guͤter jaͤhrlich aus oder von denenſelben zahlen, und die auch hinwiederum unterſchiedene Urſachen zum Grunde haben, weswegen ſie entrichtet werden muͤſſen. Wir wol⸗ len die vornehmſten Arten allhie beruͤhren. 1) So iſt bekannt, daß vor dieſem ſehr viele Leute ihre Guͤter denen Kirchen und Kloͤſtern freywillig geſchenkt, und ſolche hernach auf Lebenslang oder auch bisweilen beſtaͤn⸗ dig gegen Erlegung eines gewiſſen jaͤhrlichen Zinſes von ihnen wieder em⸗ pfangen, wie wir unten bey denen Precariis mit mehrem ſehen werden. 2) Ein gleiches geſchahe auch bisweilen bey denen Koͤniglichen Villis, daß die Beſitzer auch ſolche ihre Laͤnder uͤbergaben; und ſie gegen einen jaͤhr⸗ lichen Zinß wieder bekamen, wie zu ſchlieſſen aus der Verordnung ap. Baluxz. T. I. p. G1½. G.. Si quis terram ceuſalem habuerit, quam ante- ceſſores ſui vel ad aliquam Eccleſiam, vel ad villam noſtram dederunt. nullatenus eam ſecundum legem tenere poteſt, niſi ille voluerit ad cujus poteſtatem vel illa Eccleſia vel illa villa pertinet. 3) Sehr oft begnuͤgten ſich auch die Eigenthuͤmer denen Kirchen und Kloͤſtern nur blos einen gewiſſen jaͤhrlichen Zins auf ihren Guͤtern anzuweiſen, und die Guͤter ſelbſt vor ſich zu behalten, z. E. In einer Urkunde Ae A. 112 5. in Biblioth. Sebus. c. I. u. 10. Videlicet, ut de villa mea quæ eſt in Anglia— annuatim ſine ullius contradictioné vel diminurtione tradantur præ icte Eccleſiæ decem libræ Anglicæ monetæ& aliæ decem ejusdem monetæ Eœcleſiæ de Rumiliaco. Wie nicht weniger laut einer andern Urkunde de A. 1219. i5id. n. 12. ſchenket der Herr Simon von Sinemuro oder Semur der Abtey S. Loci unterſchiedene jaͤhrlich von ſeinen manſis zu bezahlende Zinſen. Dedit eisdem Monachis in manſo Aſſulamon duos ſolidos debitales,& alios duos ſolidos in manſo Eſooſtenis de Marcilly&c. 4) Wenn einer dem andean eine Summe Geldes wor 2 ſchoß, 108) O(Sr ſchoß, und ſich dagegen auf deſſelben Gut einen jaͤhrlichen Zinß verſchrei⸗ ben ließ, dergleichen Vertraͤge in denen mittlern Zeiten ſehr gebraͤuchlich waren, und nennete man ſolches, eine jaͤhrliche Guͤlte kaufen. Stund es nun demjenigen, auf deſſen Gut der Zinß haftete frey, ſolchen gegen Erlegung des Capitals oder einer ſonſt verabredeten Summe wieder ab⸗ zukaufen; ſo nennete man ſolches einen abloͤßlichen Zinß.(Cenſum re- dimibilem) War es aber ausbedungen, daß ſolcher nicht ſollte duͤr⸗ fen wieder abgeloͤſet werden, ſo war es ein unabloͤßlicher Zinß.(Cen- Ius irredimibilis) Ueberhaupt aber wird ein ſolcher Zinß, weil ihn der⸗ jenige, dem er ausgezahlet wird, auf ein Gut ſetzen laſſet, woruͤber ihm vorher kein Eigenthum zugeſtanden, ein aufgelegter Zinß(Cenſus con- ſtitutivus) genannt. Wir wollen nur zur Probe ein paar Exempel bey⸗ bringen. In einer Urkunde de A. 1463. ap. S. F. Hahn Collect. Monu- maent. I. I. p. 115.„Wyde Rad tho Eimbecke bekennet⸗⸗dat wy hebben „vorkoft, unde verkopen⸗⸗ vor tweyhundert⸗⸗Ryniſche Guldene⸗⸗ „ſeſteyn Pund Penige⸗⸗yerlicher Rente plichtlich to gewende von unſer „Capellen unde Schotkamern⸗⸗ unde andern⸗⸗ reideſten Guͤtern⸗⸗ „ Doch hebben wy uns, unde allen unſern Nakommen fulle Macht hir⸗ „inne beholden, dat wy de vorgeſchr. ſeſteyn Pund yerlicker Renthe vdr „tweyhundert⸗⸗Ryniſche Gulden mogen wedder affkopen, tho allen „wan wy willen, deſt wy one dat erſt vorkundigen⸗⸗ eyn verdel Jares „tovorn.“ In einer andern de A. 1456. bey Herr Senckenberg Seleck. Jur. n Hiſtor. Tbmn. I. p. 704. iſt eine ganze Reihe von ſolchen à 5 pra Cent. abloͤßlichen Penſien, die auf die Herrſchaft Valkenſtein hafteten, angefuͤhret. Man kann von dieſen abloͤßlichen und unabloͤßlichen Zinſen etwas nachleſen bey Schilter. Diſſ. de bonis laudemial. F. 20. ſeqq. Vor⸗ nemlich aber bey dem Herrn von Meyern vom ſechſten Zinsthaler. 5) Auf gleiche Art finden wir auch haͤufige Exempel, daß die Zinſen unter ſolchen Bedingungen zu Lehn ertheilet worden. Nemlich wenn 9 z. E. ein Fuͤrſt oder Graf einen Edelmann zu ſeinem Vaſallen annehmen wollte, aber ſo gleich keine Guͤter hatte, womit er ihn belehnen konnte, ſo wieß er ihm ſo lang gewiſſe jaͤhrliche Zinſe oder Einkuͤnfte an, und behielte ſich dabey bevor, daß er ſolche gegen Auszahlung einer abgeredeten Summe Geldes wieder abloͤſen koͤnnte, doch ſo, daß der Vaſall ſchuldig war, ſol⸗ ches Geld zu Ankaufung eines unbeweglichen Guts anzuwenden, oder an deſſen Stelle von ſeinem Eigenthum etwas zu Lehn aufzutvagen, wie wir —— hen In üſte ekaufe uh) „ by, ſo 8. gege umme ader ar unß.(ab um n. er nicht aate dir ſcher n(Cen inß, 1 nihn der ſſet, t an berinn linß((hus cox daar E a pel ber zön G ul AMom- 22 da hebben niſche ah dene⸗ ewend ußn unſer deſten Netern⸗⸗ fulle ucht hir⸗ Iater. Withe ver kopen, an allen hn ve un Jares encke ut, Seleck. nſole à5 pro kenſte maſteten adloß ahn Zinſen 6. 20. 2 Tor⸗ chſten thale I, de ihe Zinſe .. J ich wem Vaſal an nnehmme beleh monnte ſtear vnnd her ane Sum behlt 45) o(8⸗ 109 wir ſolches oben p. 540. bereits beruͤhret, und bey der Abhandelung von denen aufgetragenen Lehnen mit mehrem ausfuͤhren. Siehe unterdeſſen einige hieher gehoͤrige Urkunden bey Herr Aopp in TIT. de Iuſigni Differentia inter S. E. I. Comites&. Suppl. N. 1. ſeqg. 6) Mit dieſen zu Lehn erthei⸗ leten Zinſen muß man die Zinßlehne, da anſtatt der Dienſte ein jaͤhr⸗ licher Zins von dem Lehngut muß gezahlet werden, nicht verwechſeln, den vorigen Zinß bezahlete der Herr, und dieſen der Vaſall. 7) Wenn bey Verkaufung oder andern Ueberlieferung eines Guts der Eigenthuͤmer etwa zum Zeichen ſeiner ehemaligen Herrſchaft oder aus andern Urſachen ſich einen jaͤhrlichen Zinß auf daſſelbige vorbehaͤlt, welches die Rechts⸗ lehrer den vorbehaltenen Zinß(Cenſum reſervativum) nennen. Hieher gehoͤret die Urkunde de A. 1252. bey§. F. Habn Collect. Monument. T.1. p. 259. Déi Gratia Comes in Danneberg— nos-civibus de Rotberge villam noſtram Drenis jzure bereditario vendidimus pro XXXVI. marcis argenti— ita videlicet, quod de duodecim manſis ejusdem villæ duo- decim cori filiginis,& duodecinz ſolidi levis monetæ nobis dabuntur annuatim. 8) So werden uͤberhaupt die bey allen Bauerguͤtern in Deutſchland gewoͤhnliche jaͤhrliche Abgiften der Beſitzer, ſie moͤgen nun im Gelde oder in andern Sachen beſtehen, oͤfters Zinſen genannt. Wie man davon die unzehligen Arten, ſo in dem Regiſtro Prumienſi, Po- lypticho Fuldenſi, F oſfatenſi monaſterii Sti Emerammi und andern Urkunden angefuͤhret werden, bey Herr Porgieſſer de Statu Servor. Lib. II. Cap. VI. edit. nov. de Obligatione ſervorum ad varior annuos cenſus, nach⸗ ſehen kann.)) Wenn einer ſein Gut auf Willkuͤhr oder unbeſtimmte Zeit an jemanden um einen jaͤhrlichen Zinß verpachtet; ſo wird ein ſolches Gut bis⸗ weilen insbeſondere Zinßgut und der Pachter Zinßmann genannt. Weil nun bey dieſen Verpachtungen dem Beſitzer kein eigentliches Erbrecht ertheilet iſt; ſo ſtehet es allerdings dem Herrn frey, ihm das Gut nach Belieben wieder zu nehmen. So lange aber als ihm der Herr ſolches nicht aufſaget, bleibt es bey ihm und bey ſeinen Erben, wie aus dem Saͤch⸗ ſiſchen Landrecht Lib. II. Art. 59. zu ſehen, wo es alſo heiſſet:„Wil „ein Herre wieſen ſinen Zinsmann von ſime Gute, der zume Gur nicht „geborn iſt. Daz ſal her ime kundigen zu Lichtmeſſen. Dizſelbe ſal der „man tun. ab erz lane lazen will. Stirbt der Zinsman des Herren. ſin „Erbe trit an die ſtatt und gilt als jene ſolde. Stirbt ouch der Herre „der man gibt ſinen Zins den hen deme Herren gelobet hatte, ieneme 4„ 3„ AII 110 3 o(88 „an den daz Gut getrift, und en bedarf niemannes der in gewere wen „ſinen phlug.“ Dieſerwegen werden ihm nach eben dieſem Saͤchſiſchen Landrecht Lab. I. Art. 5z.. wenigere Rechte als demjenigen, ſo ein Zinß⸗ gut erblich innhat, zugeſchrieben:„Nichem Zinzman, ſtehet daſelbſt, „en muz noch ſteingruben, noch leymgruben graben ane ſines Herren ur⸗ „loub, des Zinsman her iſt. noch holcz howen, noch roden uf ſime Zins⸗ „Gute. ez en ſie ſin erbe Zins⸗Gut.“ In der Urkunde bey dem Herrn von Salckenſtein u. 327. welche gleich vorkommen, wird ſolche Verpachtung ein Zinß zu Gunſt genannt. Auch ſind die unten bey der Prbleyh angefuhrte Exempel von Verpachtungen auf unbeſtimmte Zeit gleichfalls hieher zu rechnen. 10) Endlich ſo wurden bisweilen die Guͤ⸗ ter nicht allein dem gegenwaͤrtigen Beſitzer, ſondern auch allen ſeinen Nachkommen gegen Erlegung eines jaͤhrlichen Zinſes erblich eingegeben, und dieſe wurden zum Unterſcheid der vorigen, welche von dem Herrn nach Belieben widerruffen werden konnten, Erb⸗Zinß⸗Guͤter genannt. Nachdem man aber die durch das Roͤmiſche Recht und die Geiſtlichen in Deutſchland eingefuͤhrte Emphyteuſes auch mit dieſem Namen beleget, und zum Theil damit verwechſelt, ſo hat man zum Unterſcheid die Em- phyteuſes insgemein Erb⸗Zinß⸗Guͤter, und die vormals alſo genannten erbliche Zinß⸗Gaͤter ſchlechthin Zinß⸗Guͤter benamet. Und dieſes ſind die⸗ jenigen Zinß⸗Guͤter, wovon wir allhie zu handeln haben. Weil unterdeſſen angefuͤhrtermaſſen der Zinß wegen ſo vieler unterſchiedenen Urſachen denen noch mehrere hinzugefuͤget werden koͤnnten, kan gegeben werden, ferner die Emphyteuſes, Zinß⸗Erb⸗Zinß⸗Erb⸗Pacht⸗Erb⸗Leyh⸗Guͤter und derglei⸗ chen oͤfters mit einander verwechſelt worden, auch uͤberdem ſelbſt in de⸗ nen Guͤtern, die einerley Benennung fuͤhren, dennoch die Partheyen ſehr oft durch ihre beſondere Vertraͤge deren Natur und Eigenſchaft auf un⸗ terſchiedene Art beſtimmet: So darf man ſich nicht verwundern, daß die Nechtslehrer auch in denen Haupt⸗Beſchaffenheiten der Zinß⸗Guͤter ſo uneinig ſind, immaſſen es faſt nicht moͤglich iſt, hierinnen allgemeine durchgehends richtige Entſcheidungen zu geben, ſondern man mußjeder⸗ zeit nicht allein die Gewohnheiten des Landes, wo das Gut belegen, ſon⸗ dern uͤberdem auch die beſondern Umſtaͤnde des Guts, uͤber deſſen Eigen⸗ ſchaft geſtritten wird, und dergleichen ſorgfaͤltig zu Rathe ziehen. Wenn aber ſolche Gruͤnde der Entſcheidung fehlen, ſo muß man dieſelbe aller⸗ dings nach dem, was bey dieſen Guͤtern am mehreſten und insgemein gewohn⸗ — — — G———ℳ d ae ſinet rn oden u nſe Zim⸗ lrkund ney da amen, an ſolch die ul an bey de unbef abate Ie biswei udie Ge auch ann ſeine erblich a egeben he von et Hern 8⸗Guͤt amenannt die E michen i Nar ianzeleget, vterſtt die Em. 2 0 lrntan ad dief inddie⸗ Weilt in deſſen nUrſe uenen derdet unener die uter 1u dergle⸗ erdem eſt in de⸗ die P um yen ſeh igenſt iat auf w⸗ rwun a, daßdd nder 8⸗Git erinn emllgemein en m umußjede Gut an gen,ſo⸗ üͤber uten Eo athe: Wa. Wan man is albe ll oe⸗ 111 gewoͤhnlich geweſen, machen, und wird es alſo zu der Erlaͤuterung der Natur dieſer Zinßguͤter nicht undienlich ſeyn, wenn die vornehmſten dabey vorkommenden Fragen nach Maaßgabe der Urkunden, als woraus man die dabey in Acht genommene Gewohnheiten am beſten erkennen kann, unterſuchen und beantworten. 1) Ob der Zinßmann ein voͤlliges Eigenthum uͤber das Zinßgut habe? Clrprov in Turisprud. Forenſ. P. II. Conſz. 39. def. z. nebſt vielen andern daſelbſt angefuͤhrten bejahet ſolches ausdruͤcklich, und ſetzet er eben darinnen mit einem Unterſcheid zwiſchen denen Zinßguͤter und denen Emphyteuſibus, daß in dieſem der Herr annoch das dominium di- rectum behalte, in jenem aber der Zinßmann ſo wohl das Orile als di- rectum dominium uͤberkomme, und dem Herrn nichts uͤbrig bleibe, als daß ihm zum Angedenken des vormaligen Eigenthums ein jaͤhrlicher Zinß gezahlet werde. Sein Beweiß iſt die Chur⸗Saͤchſiſche Landes⸗ Conſtitution. Als in welcher es Conſtit. XX X.IX. hievon alſo lautet: „Zu dem ſo wird allein die erbliche Nutzbarkeit des Guts, utile domi- „nmium in den Erb⸗Zinßmann Emphyteutam gewandt, und behaͤlt „der Lehnherr darauf den Grund⸗Eigenthum, directum dominium. „Aber ſolches beydes nemlich directum ey utile dominium hat ein jeg⸗ „licher ſchlechter Zinßmann in allen ſolchen ſeinen Guͤtern.“ Ziegler. Diſcept. Select. 7 hem. N. de prædiis cenſiticis ruralibus f. 24. ver⸗ neinet es, und will dem Zinßmann nur ein nutzbares Eigenthum daruͤber zuſtehen. Er urtheilet alſo: Es haͤtten die Fuͤrſten ihre Laͤnder nebſt dem dazu gehoͤrigen Adel vom Kaiſer und Reich zu Lehn empfangen. Dieſe Fuͤrſten haͤtten nun ihren Edelleuten hinwiederum die Ritterguͤter mit denen dazu gehoͤrigen Bauern und Leibeigenen zu Lehn ertheilet. Und die Edelleute endlich haͤtten auch ihren Bauern ſowohl bebauete als un⸗ bebauete Laͤndereyen eingegeben, und weil ſolche einen Theil ihrer Lehn⸗ guͤter ausmachten, haͤtten ſie auch daruͤber eine Art von domimum di- rectum beybehalten, deſſen Wirkungen ſich annoch in vielen zeigten. Franckius de Laudenn. c. 10. u. 3§. in fin., dem auch Herr Heineceiu in Eleinent. Tur. German. p. 397. und andere beytretten, machen einen Un⸗ terſcheid, ob der Zinßmann zu der lnveſtitur und zu der Bezahlung der Lehnwaare verbunden ſey oder nicht. Im erſten Fall geſtehen ſie ihm nur ein 11² 5)0( 868- ein nutzbares, im letzten aber ein vollkommenes Eigenthum zu. Gleichwie nun des Carpzovs Grund, nicht allgemein iſt, ſondern nur in Chur⸗Sach⸗ ſen gelten kann; ſo iſt andern Theils der von Ziegler beygebrachte auch nicht zur die Eingebung der Guͤter an die Knechte oder Bauern gegen gewiſſe Ab⸗ gaben ſchon zu Taciti Zeiten, und alſo vor Einrichtung der Lehne uͤblich geweſen, ob gleich nicht zu leugnen, daß nach und nach viele Eigenſchaften von denen eigentlichen Lehen entliehen, und auch bey denen Bauerguͤtern eingefuͤhret worden. b) So wuͤrde ſolcher bey Allocial oder Erbguͤtern anz wegfallen. Was die dritte Meinung anbetrift, ſo hat es zwar ſeine Richtigkeit, daß die Inveſtitur und Bezahlung der Lehnwaare eine ſtarke Vermuthung giebt, daß dem Zinßmann kein voͤlliges Eigenthum uͤber das Zinßgut zukomme. Allein man kann deswegen nach dem gemachten Unterſcheid doch nicht alle Zinßguͤter beurtheilen. Denn man trift de⸗ ren an, wo ausdruͤcklich die Lehnwaare bedungen, und welche doch von dem Beſitzer nach Belieben veraͤuſſert werden koͤnnen, z. E. In der Ur⸗ kunde Kaiſers Friderici I. de A. 1180. bey dem Herrn von Gadenus Gl- loge I. varior. Diplomat. p. 470. bekraͤftiget er folgendermaſſen denen Buͤrgern zu Wetzlar ihr Recht, quod quondam in areis fuis habebant. El tenore, quod quivis eorum de area ſua annuatim Quaruor deuarios domino, à quo tenet, pro ceuſu perſolvat,& eam ſine omni alia ex- actione quiete teneat. Poſt mortem vero ipſorum filii vel proximi heredes eorum, vel ad quos forte trangferre voluerint, Xll. denarios ad manus perſolvant;& deinceps, ſicut preordinatum eſt annuatim III. denarios perſolvant. Si vero quispiam, vivens, aream ſuam vendere voluerit, emptor eodem jure, quo& heres, potiatur. Und hingegen ſind ſehr viele vorhanden, wo dem Beſitzer nichts als ein Erbrecht ohne Ei⸗ genthum zuſtehet, und wobey doch weder Inveſtitur noch Laudemium gebraͤuchlich ſtt. b b Nemlich, es iſt uͤberhaupt zu merken, daß die auf Zinß eingegebene Guͤter nicht immer einerley Natur gehabt, ſondern daß die Partheyen ſolche insgemein durch ihre Verabredungen beſtimmet haben. Und ob gleich bey denen mehreſten denen Beſitzern ein bloſſes Erbrecht ertheilet worden, ſo fehlet es doch auch nicht an Exempeln, wo man ihnen groͤſſere Vorrechte und wenigſtens ein freyes Veraͤuſſerungsrecht zugeſtanden hat. Dahin gehoͤret einigermaſſen die oben hey denen Bauerguͤtern ange⸗ eichend. Denn a) So haben wir bereits oben angemerkt, daß deygel ante an en ang iit, d mgegen apiiſehe ug der We ült diele E znf ſchafte denen à 3 rgütn al od S bgüta ſo hat zwoar ſen ynwag amne ſtat igenth aber d ch den unmachte Denn t an triftd nd wel un)och dor „z. E r der lh von un euus G endern inn denen rels Iih un bebant. n Juat u knarios ine oꝑ um lia ex. Kli VrH roxm „XII ularios 2 eſt at un tm U leam uli venden Und egen ſi Erdt i ohne C rnoch Unldemin uf Zu nngegebe ndaß un Parthe net he uh U es Er mdht ertt gasre ugeſn, Donel † Wauekgll 98) o(da⸗ 113 angefuͤhrte Marculſiſchen Formul ap. Faluz. Töm. II. p. 72. n. 36. Die Urkunde de A. 1315. bey dem Herrn von Falckenſtein Cod. Diplomt. Vord- a. n. 196. allwo eine Wieſe einer Parochial⸗Kirche auf ewig einver⸗ eibet wird, wovor der Pfarrer, dem ſolche ertheilet worden, ſich zur Dankbarkeit zu einem ewigen Zinß vor ſich und ſeine Nachfolger anhei⸗ ſchig macht, quod ad curiam ſuam(Epiſeopi) in Eytensneim— ſingulis annis 30. denarios Ingolſt.— nomine cenſus perpetui tribuam integraliter de ipſo prato&c. Imgleichen der Ausſpruch Kaiſers Caroli z. de A. 1360. bey Herr Glaffey in Anecdotis Hiſt.& Jus Publ. illuſtrant. n. a¹. da bey vorgefallener Streitigkeit wegen fuͤnf Zinßhoͤfe, nebſt dazu gehoͤrigen Laͤndereyen,(quinque curiarum Cenſualium, cum quatuor mantis) woruͤber ſich die Beſitzer derſelben(cultores& poſſeſ- ſores) das Eigenthum anmaſſeten, die Herrn aber ihnen ſolches nicht zuſtehen wollten, und ſie deswegen verklagten, die Entſcheidung alſo ge⸗ macht worden. Noſter Princeps& Cancellarius auditis prefatarum parcium allegationibus,& motivis quibuscunque, vists etiam per eum litteris O inſtrumentis& aliis munimentis, que diéte partes coram eo producebant— animo deliberato—& ex certa ſcientia preſenti- bus declaramus, prefata bona ad predictos reos, heredes& ſucceſ- ſores eorum pertinere in perpetuum jure tbeotunico& proprietatis& ſpectare debere&. Es bleibet alſo, wie ſonſten, alſo auch hier zwar die vornehmſte Regel, daß man vor allen Dingen die vorhandenen Briefe einſehen, und nach deren Einhalt die Eigenſchaft des Guts beurtheilen muͤſſe. Wenn aber dergleichen entweder gar nicht vorhanden, oder doch keine hinlangliche Vermuthung daraus kann gezogen werden, ſo halte ich, daß im Zweifel dem Zinßmann kein Eigenthum, ſondern nur ein Erb⸗ recht zukomme. Denn a) Wenn es Bauerguͤter ſind, ſo iſt bey ſol⸗ chen, wie oben erwehnet, immer die Vermuthung, daß ihr Herr ihnen ſolche nur zum erblichen Gebrauch, nicht aber eigenthuͤmlich eingegeben. b) So ertheilen die mehreſten Urkunden, welche von Zinßguͤtern han⸗ deln, denen Beſitzern nur ein Erbrecht, z. E. In der Urkunde Joban- uis Herzogs von Braunſchweig de A. 2273. bey Berr Joh. Wilh. Hoffmann in der Sammlung ungedruckter Nachrichten ꝛc. 7.. p. 23 5. heiſſet es von einer gegen jaͤhrlichen Zinß eingegebenen Muͤhle: (Quod— dilectis nobis civibus— molendinum noſtrum in Uleſ- ſen una cum heredibus eorundem cenſu hereaxario porreximus poſſe 2 dendum. 114)o( 88 dendum. Doch iſt in eben dieſer Urkunde wiederum merkwuͤrdig, daß ſie die etwa noch anzulegende Muͤhlen auf ihre Koſten erbauen, und ſie her⸗ nach unter gleichem Erb⸗Zinßrecht beſitzen ſollten. Ceterum molen- dinum, ſi quod in foſſa civitatis decrevimus conſtruendum tempore procedente, hoc ipſi ſuis laboribus& expenſis conſtruent,& habe- bunt pro eo cenſu, quem dare conſueverunt de alio poßidentes cenſa hereditario ſicut prius. In einem Tauſchbrief de A. 129. ap. Simi Fr. Habn Collect. Monument. T. I. p. 101. Pro triginta tribus agris— quos hi ſubſcripti jure beredlitario poſſicent— Gertrudis— aut ejus heredes dabit ſingulis annis de quatuor agris— quin que ſolidos. Margareta— decem& octo denarios— Krorum etiam proprie- tatem predictorum, que ad nos pertinere dignoſcitur, damus cum omni jure conventui. In einer Urkunde Landgraf Henrichs de A. 134. bey Herr Aucbenbecker Aual. Haſſ. Coll. II. p. 29¹. ſtehet: Agros noſtros — noſtris oppidanis& eorum veris heredibus, ad faciendum ex ipfis hortos, ab omni decima ſolutos& liberos jure bereditario per- petuis temporibus à uobis tenendor& poſſidendos— contulimus— Ita videlicet, quod iidem— de quolibet agro unam libram dena- riorum— ſingulis annis— pro cenſu annuo perſolvere debebunt expecite. In einem Kaufbrief de A. 1477. bey dem Zerrn von Falckenſtein Cod. Diplom. Nordg. n. 347.„Daß ich⸗-recht und red⸗ „lich verkauft, und zu einem ſteten ewigen Kauf geben hab⸗⸗ dem „beſchaiden Koͤnlein⸗⸗ und alle ſein Erben, oder wem ſie ſolchen „hinfuͤro geben oder verkaufen, ein Erbrecht auf dem Fiſchwaſſer, „mit ſambt Hauß und Hoff, und was dazu gehoͤret, immaſſen er „dann ſolches bißher um ein Zinß zu Gunſt von mir gehabt hat, „doch alſo, daß er, oder wer hinfuͤro ſolch Fiſchwaſſer und Roffrait „beſitzt, mix davon mit Zinſen und andern gewaͤrtig ſey, inmaf⸗ „ſen mein Zinßbuch innen haͤlt, und vor Alterß Herkommen iſt, „und ſo oft es zu Faͤllen kommt, daß es von mir, mein Erben „und Nachkummen, beſtanden und verhandlohnet werden, wie „dann Lands⸗Gewohnheit iſt. Und kommt ſolch Erbrecht „zu rechtem Kauff umb vierzig Gulden⸗⸗Ich und meine Erben ſol⸗ „len⸗⸗ dem genannten Kauffer und ſein Erben ſolch verkauſft Erb⸗ „Rechtig vertragen.“ Und damit man etwa nicht meine, daß unter der Formul: jure hereditario perpetuo poſſidendum&c. die Neber . gebung — 2„— — — wuͤrd aeynhſe auen, mn jſa⸗ Ceter annde- uendu imp ltruem ge hab lo poſſt a enn 71. 1295 5. Sm ata trit ſu grs- rudis—aut eju quinc as lolidos in eti at proym damu man oma richs. 1349 — — ;t: Ag up noſtra d fach uum eè fe bere u io per⸗ — cor umnus— dam I uM dena. Olwere unbebunt hem& nhi von rech und red⸗ den he t⸗ dem wem irſolchen dem F 3 waſſer ret, in aſſen 4 mir t unbt hat, ſer u a Roffta ertig inm Helſ umen iſ 99)O(S8 115 gebung eines voͤlligen Eigenthums verſteckt ſey, ſo iſt zu merken, daß in denen ausdruͤcklichen Erbleyhen eben die Redens⸗Arten gebraucht werden, und gleichwie die Zinß⸗ und Erbleyh⸗Guͤter in der Sache ſelbſt uͤbereinkommen, und mehrentheils einerley ſind, alſo man ſie auch oͤfters denen Worten und dabey gebrauchten Ausdruckungen nach, kaum die eine von denen andern unterſcheiden kann, z. E. In einer Urkunde bey dem Herrn von Gudenus cit. Gyhlloge 1. p. 16. Tale pre- dium— Abbati— pro remedio anime mee in jus bereditarium conceſſt; eo videlicet tenore, ut cenſum IIII. caſeorum— annuatim inde perſolvant,& ipſi dictum predium— remota omni inquietu- dine& contradictione poſſideant, teneant& habeant,& eorum uſui& utilitati perpetualiter deſerviat. Und in einer andern Ihid. p. 22. heiſſet es: Predium— venerabilibus fratribus— jure he- reditario, ſub annua penſione X. caſeèorum, habentium precium X. denariorum, perpetuo locavimus— Und hernach: Sed ſub hac, quam prædiximus, annua& memoriali penſione, eandem hereditatem libere poffideant, excolant,& teneant. Anderer Exempel, die unten bey der Erb⸗Pacht vorkommen, zu geſchweigen. c) So iſt die bey ſo vielen Zinß⸗Guͤtern gebraͤuchliche Belehnung und Bezahlung der Lehn⸗ waare oder des Handlohns, welche in dem eben angefuͤhrten Kauf⸗ briefe, eine Landesgewohnheit genennet wird, allerdings ein deutli⸗ ches Zeichen mit⸗ daß der Herr nicht alle Ober⸗Herrſchaft uͤber das Zinßgut fahren laſſen. Und werden wegen dieſer Aehnlichkeit mit denen Lehen die Zinßguͤter nicht allein, wie ad g. 1. 5b Caß. beruͤhret, Zinß⸗Lehne genannt, ſondern es werden auch bisweilen wuͤrklich die Namen Zinß⸗ und Lehen⸗Güter verwechſelt, und als gleichguͤltig ge⸗ braucht, z. E. In einem Kaufbrief de A. 1552. bey dem Herrn von Fulckenſt cit. Cod. Diplom. n. 391. heiſſet es anfaͤnglich:„Recht und red⸗ „lich verkauft, unſern und unſers Stifts groſſen Getrayd⸗ auch den „Heu⸗Zehenden, und zwey Lehen⸗Guͤter, ſamt den Pfarr⸗Lehen jus „Patronatus zu Egenhaufen. Und gleich nachher:„Und wie wir— „gedachte zween Zehenden, Pfarr⸗Lehen und zwey Zinß⸗Guͤter.“ Bald darauf werden ſie zu unterſchiedenenmalen wieder genannt: die zweyen Lehen⸗Guͤter. Und zuletzt werden ſie abermal an zweyen Orten die zwey Zinß⸗Guͤter beuiwet. d) Hiewieder ſtreitet nid, 2 d o(e⸗ daß dem Zinßmann doch in unterſchiedenen Urkunden die Proprieras uͤber das Zinßgut zugeſchrieben, ja daß ihm ſolche durch den obbemel⸗ deten Kaiſerlichen Ausſpruch ausdruͤcklich zuerkannt wird, mit dem merkwuͤrdigen Zuſatz Jure Theotunico, als ein Zeichen, daß ſolches Gemeinen Rechtens in Deutſchland ſey. Denn a) So kann man ſagen, daß in dieſem Fall in denen von denen Partheyen vorgezeigten Briefen beſondere Vertraͤge koͤnnen enthalten geweſen ſeyn, worauf ſich dieſe Entſcheidung gegruͤndet, und daß man alſo aus dieſem einzigen Exempel keine Regel machen koͤnne.) So wollen die Worte Nure beotunico nichts anders anzeigen, als daß er das Gut nach dem in Deutſchland ge⸗ woͤhnlichen Zinßrecht innhaben und beſitzen ſolle. Denn daß man bey der Boͤhmiſchen Canzeley damals die Zinß⸗Guͤter vor eine bey de⸗ nen Deutſchen insbeſondere gebraͤuchliche Sache gehalten, und alſo die Eingebung der Guͤter gegen einen Zinß uͤberhaupt mit denen Worten Jure Theotunico bezeichnet, lehret eine andere im folgenden Jahr 1361. daſelbſt ausgefertigte und bey Herr Glaffey c. I. n. 515. befindliche Urkun⸗ de. Regina Romanorum— villam Lerhow& alias infraſcriptas villas— Buskoni& Paulo de Letow fratribus jure theutonico vendi- derit pro certa ſumma pecunie, condicione tali ſignanter abjecta, ut de eisdem villis& bonis— eidem Regine ſuis heredibus& ſuc- ceſſoribus ad ſolvendam certam arram, que vulgariter Anleid dici- tur, ſingulis annis tenerentur.) So wollen die Worte proprium, proprietas, appropriare nicht immer das andeuten, was wir domi- nium plenum nennen, ſondern es wird oͤfters dadurch nur angezeigt, daß eine Sache nicht Lehn ſey, ſondern auf die Erben und Nachfolger ohne dergleichen Verbindlichkeit gehe, und ſchlieſſet alſo ſolches eine andere Ober⸗Herrſchaft oder Eigenthum nicht aus, wie nicht allein die Zeug⸗ niſſe bey du Freſne hb. v. lehren, ſondern auch ſolches ganz deutlich aus folgender Urkunde e A. 2310. bey Herr Scbannat Client. Fuld. u. 531. erhellet: Nos& noſter conventus— recognoſcimus, quod duas nappas, ceum domo X area adjacentibus— à Dm. Abbate Fuld.— in feodum procedentes aput ſtrenuum virum Gotfridum de Wil- brecht— juſto& legitimo emptionis titulo comparavimus— Nos vero— devote poſtulantes, ut predicta bona nobis& Mona- ſterio appropriaret, qui ex mera liberalitate— Nappas prædictas cum domo& area adjacentibus obis& monaſterio noſtro apna. K —. ——“ — —8ſͤ—„— meinzit zat xempe te Fun 3 nuu in Dei aßlandge⸗ Dem dtiß ma vor iin bey d ten, timnalſo d cit den u Worta nden 4 te 13612. befind in Urkun⸗ ias an ſeriptas 2 tlen ubo vend-⸗ gnant um bfecka, eredib u& füc- ſter A umd dici- Jorte morium, was m domi- o( 849⸗ b 7 — Sic quod in ſignum recognitionis veri Dominii Nos— ſingulis annis in Feſto B. Martini daremus X. magnos caſeos clauſtrales Theuto nice Munichkeſe dictos. e) Auch iſt aus der dem Zinßmann in ſo vie⸗ len Urkunden erlaubten Veraͤuſſerung nicht immer ein ſicherer Schluß zu machen, daß ihm ein voͤlliges Eigenthum uͤber ſein Zinßgut zukom⸗ me. Denn die Veraͤuſſerung war auch denen Vaſallen in denen mitt⸗ lern Zeiten mehrentheils erlaubet, obgleich hernach der Lehnsherrn Be⸗ kraͤftigung dazu kommen muſte, und ſchlieſſet alſo ſolche an und vor ſich das Dominium directum keinesweges aus. Ja ſelbſt bey denen Erb⸗ leyhen iſt oͤfters dem Erbbeſtaͤnder die Macht ſein Erbrecht an jemand anders zu veraͤuſſern zugeſtanden worden, wie die Exempel unten lehren werden, und dennoch wird niemand einem ſolchen Beſtaͤnder ein Eigen⸗ thum uͤber die ihm verpachtete oder verliehene Guͤter zuſchreiben. Wel⸗ ches denn bey denen Zinßguͤtern durch die bereits angefuͤhrte Urkunden bey dem Herrn von Gudenus p. ½7. wo des Verkaufungs⸗Rechts ungeachtet derjenige, dem der Zinß bezahlet wird, nicht allein Aominus à quo tenet genannt wird, ſondern ihm auch bey jedweder Veraͤnde⸗ rung des Beſitzers vor die Uebergabe etwas muß ausgezahlet werden⸗ Und welches letztere auch in dem bey dem Herrn von Falckenſtein be⸗ findlichen Kauf brief n. 347. verordnet iſt, ſehr beſtaͤrket wird. f) Hiezu kommt noch, daß in unterſchiedenen Urkunden dem Herrn die Oberherrſchaft und das Eigenthum uͤber das Zinßgut ausdruͤcklich zu⸗ geeignet wird. So heiſſet es z. E. in einer Urkunde de A. 1293. bey dem Zerrn von Eulckenſtein Cod. Antiquit. Vordgav. n. 1. Dum duas areas— quas à Domina Eliſabech— pro 8. libb. hall. juſto emtionis ritulo conquiſivimus,& conquiſitas à reverendo— E- piſcopo Eyſtéttenſi pro me& hæredibus meis recepimus, jure ac titulo cenſuali, cum ad ipſum& Eceleſiam ſuam Dominium& proprietas pertineat earundem, ipſi Domino Epiſcopo—— in feſto S. Mar- rini 12 denarios& unum pullum— nomine cenſus annis ſingulis— exſolvere tenebimur. In Motitia Comitiſce VZalentinenſ. de A. 1263. ap. Guichenon Bihlioth. Sebus. Cenr. I. n. 25. p. 69. edit. Hoffmann. lautet der Schiedsſpruch in der Streitigkeit zwiſchen dem Abt zu Linerell und gewiſſen Innhabern ſeiner Wieſen alſo:(uod homines ſupradi- ti& eorum ſucceſſores poſſideant eadem prata, ſub aunuo cenſu ſo. ſolidorum Viennenſium, in ſignum dominii,& de novo inveſtiant 182828 S) O(Sor- dicta prata,& pro inveſtitura ſolvant dicto Domino Abbati decem libras Viennenſes. 2) Ob der Zinßmann berechtiget ſey, daß Zinßgut ohne Vorwiſſen und Einwilligung des Herrn zu verkaufen, oder zu verpfaͤnden? Es iſt leicht zu erachten, daß die mehreſten Rechtslehrer, wegen des zum Grunde gelegten Satzes, daß der Zinßmann ein voͤlliges Eigenthum habe, ihm auch eine freye Veraͤuſſerung zuſtehen. Doch iſt ſolches um ſo viel mehr zu verwundern, weil ſelbſt die Chur⸗Saͤchſiſche Conſtitutiones, woraus ſie doch hauptſaͤchlich das voͤllige Eigenthum be⸗ haupten, ausdruͤcklich befehlen, daß ein Zinßmann ſein Zinßgut ohne ſeines Herrn Einwilligung nicht verpfaͤnden ſoll.„Wann auch, lauten „die Worte P. M. Conſtit. XXIUII. bona emphytheutica oder cen ſiti- „ca, Erblehen oder Erb⸗Zinß⸗Guͤter, daruͤber ein Unterthan einen Lehn⸗ „Herrn erkennen muß, oder die er ſonſten in Lehen zu empfangen pfleget, „verſetzet und verpfaͤndet, ſollen dieſelbige anderer Geſtalt nicht, dann „mit Gunſt oder Bewilligung des Erb⸗ oder Lehn⸗ Herrns hy- „pothecirt werden, und ohne das die Verpfaͤndung ganz nicht ſtatt ha⸗ „ben.“ Da ihm nun die Verpfaͤndung nicht einſt ohne ſeines Herrn Einwilligung verſtattet iſt, ſo folget von ſelber, daß ihm noch vielweni⸗ er die voͤllige Veraͤuſſerung, ſo eigenmaͤchtig, ohne ſeinen Herrn dar⸗ üͤber zu begruͤſſen, kann erlaubet ſeyn. Und erhellet alſo eben hieraus, daß man ſelbſt in denen Churfuͤrſtlichen Conſtitutionen, der obangefuͤhrten Verordnung ungeachtet, dem Herrn ein Hominium directum, als wo⸗ von die noͤthige Einwilligung in die Verpfaͤndung ein deutliches Merk⸗ mahl iſt, zugeſtanden habe. Was aber die Sache uͤberhaupt, und oh⸗ ne auf die Chur⸗Saͤchſiſche Verordnungen zu ſehen anbetrift, ſo iſt zwar nicht zu laͤugnen: daß, gleichwie die Herrn uͤberhaupt ſehr oft die Ver⸗ aͤuſſerung ihrer Bauerguͤter, in ſofern ſie ihnen nicht nachtheilig war, denen Beſitzern derſelben zugeſtanden, ſie alſo auch ein gleiches insbeſon⸗ dere bey denen Zinßguͤtern geſchehen laſſen, und bey Eingebung der⸗ ſelben faſt insgemein denen Zinßleuten die Freyheit ſolches Zinßgut, oder vielmehr ihr Erbrecht darauf an andere hinwiederum zu veraͤuß⸗ ſern, in denen daruͤber ausgefertigten Briefen ausdruͤcklich nachgegeben, b wie hi ——— ———— —2ł ☛ ——— 14 — — htoͤleh n wen Smann an voͤllgs zuſtehe Dochf ſe Chu dachſſc lige E zithumte ſein R mut oh Vann un, lautg eutica a: cenſt ttertha umen Lehr nempfo umzpflegen zeſtalt mt, dand lebn⸗ Wns hj an; nit natt ha⸗ hne ſe Hern ym no anewent⸗ einen mern dar⸗ dden un us d der d anzeführte dire an, oloh in den ies M wieder undu be (h deückli ugchge 39) O(6 119 wie nebſt vielen andern die obangefuͤhrte Zeugniſſe lehren, wozu haupt⸗ ſaͤchlich die mancherley Arten der Zinßguͤter, und daß man das bro⸗ cardicum: Cenſus de re noſtra, penſio ſeu canon de re aliena ſolvi- tur, ohne Unterſchied, zumal in denen ſpaͤtern Zeiten auf alle Zinß⸗ guͤter angewandt, vieles mit beygetragen, zu Zeiten aber auch andere Umſtaͤnde Anlaß gegeben haben. Dahin gehoͤret z. E. Wenn der Lan⸗ desherr denen Bauren zu ihrer beſſern Erhaltung dieſe Freyheit von dem Gutsherrn verſchaft. Wovon es in dem oben zum Beſchluß der Abhandlung von denen Bauerguͤtern beygedruckten Schoͤnreiner Weißthum de A. 1777. alſo lautet:„Und ob einer der trewer Guͤter „eins verkauft und der Lehenherre dem das nit leyhen woll, dem er es „zu kauffen gegeben hett, ſo ſall er im den Zinß bitten, den ſall er alſo „von ime nemen, und fuͤrter gien und zyhen, wo er ſich erneren mocht, „und das Cloſter ſall ihemen das Gut leihen, der es gekauft het, „in allermaſſen als dem der es vor im ingehabt hett, und das nit be⸗ „ſchweren noch beſchwechen, ſondern bey ſeinen alten Zinſſen bleiben „laſſen, uff daß die Herren von Reineck ir Vogthabern und Recht „deſſer folliger werde.“ Dieſerwegen haben die Herrn bisweilen vor noͤthig erachtet, dem Zinßmann Veraͤuſſerung insbeſondere zu unterſa⸗ gen, wie z. E. in einer Urkunde de A. 1159. in Tnbular. Abbatiæ Mon- tis&. Martini ap. du freſne b. t. Nos vero huic cenſuræ apponimus conditionem, quod neque Gerbertus, neque heres ejus hunc cen- ſum vendere aut invadiare poterit. Unterdeſſen aber, wenn aus de⸗ nen Umſtaͤnden zu ſchlieſſen, daß der Zint vor die Eingebung und den Gebrauch des Guts bezahlet wird, und alſo ein eigentlich ſogenanntes Zinßgut vorhanden iſt, ſo halte ich dennoch davor, daß im Zweifel im⸗ mer die Vermuthung wider den Beſitzer ſey, daß er kein Recht habe, ohne Einwilligung des Herrn das Gut zu veraͤuſſern, und ihm einen neuen Zinßmann aufzudringen, theils weil ſolches aus dem Eigenthum, ſo der Herr uͤber ſolches Gut oberwieſener Maſſen hat, flieſſet, theils auch, weil ſolche Zinßguͤter in der That von denen Erbleyhen nicht unterſchieden ſind, und alſo dem Beſitzer im Zweifel keine freye Verfuͤ⸗ gung daruͤber zukommen kann. Ja wenn auch der Zinßmann Kraft ſei⸗ nes Briefes oder ſonſten die Veraͤuſſerung erlaubet iſt, ſo bin ich doch der Meinung, daß ihm ſolches Recht nicht ſo unumſchraͤnkt zuſtehe, daß er weder vor, noch nach dem Verkauf ſeinem Herrn das geringſte da⸗ 1²⁹) O(88 —— davon melden, ſondern dem Kaͤufer das Gut nach Belieben uͤberliefern duͤrfe, vielmehr iſt er ſchuldig, vor oder nach geſchehenem Verkauf den kuͤnftigen Beſitzer dem Herrn vorzuſtellen, damit ſolcher ſehe, ob er ihm anſtaͤndig ſey, und er ihn nach Befinden in den Beſitz der Zinßguͤter ſetzen wolle. Denn dieſe Art zu verfahren, bringet nicht allein die Natur der Sache mit ſich, indem dem Herrn allerdings daran gelegen, daß er wiſſe, was er vor einen Zinßmann wieder bekomme, damit das Gut nicht in eines offenbar unerfahrnen Hauswirths Haͤnde gerathen, die Laͤndereyen verdorben, und folglich nach und nach die Bezahlung des Zinſes ſchwerer gemacht werden moͤge; ſondern ſie iſt auch denen Teut⸗ ſchen Gewohnheiten gemaͤß, und muß dieſerwegen eben bey denen meh⸗ reſten Zinßguͤtern, angefuͤhrtermaſſen, der kuͤnftige Beſitzer ſich bey dem Zinßherrn melden, und von ihm die rechtskraͤftige Uebergabe er⸗ warten. Es wird ſolches alles unter andern erlaͤutert und bekraͤftiget durch eine Urkunde de A. 1199. bey dem Herrn. C. G. A. von Cude- nus Slloge I. varior. Diplomat. p. 5a. Sigehardus D. G. Laurenſis Ab- bas, Notum ſit tam preſentibus quam futuris, quod Guda de Hent- ſchusheim& Volcmarus vir ejus, cujus vineam in banno ville Nuen- heim in confinio montis Hagenrodern poſitam, quam d nobis cen- ſualiter poſſederunt, Diboldo Venerabili Abbati Schonaugienſi& ſuo monaſterio XXXII. Marcis, vacsa& pelliceo vezdiderunt: nobis eair in conſiſtorio Villanorum de Hentſchusheim unita manu reſignantes. Quam, communicato à Fratribus noſtris conſilio,& accepto con- ſenſu, ad eorum petitionem in eodem conſiſtorio, quo eam reſigna- tam recepimus, ſub eodem cenſu, quem illi Fratribus B. Laurentii de capella annuum perſolverunt, manu noſtra ad manum bbatisr transtulimus. Man ſiehet hieraus, daß der Verkauf zwar von dem Zinßmann bereits geſchehen, daß er aber nachhero erſtlich das Gut dem Herrn auflaſſen und uͤbergeben muͤſſen, daß der Herr es in Empfang ge⸗ nommen, hernach ſich berathſchlaget, ob er den Kaͤufer zum kuͤnftigen Zinßmann annehmen, und wie er ſich dazu entſchloſſen, der Kaͤufer es allererſt aus des Herrn Hand erhalten habe, und ihm der Beſitz zuer⸗ kannt worden. b 85 3) Ob Beliebe Phn denem 3aufd her ſch oe Beſiz d Pinßan cht alle in fan gel an, daß de, da undas 6e 6 daj 1+ dande un hen, à die N ast lunga ſt auch ꝛnten Ta ben be unen m 2 Beſ m ſich u ftige Iuulegaben tert ut an krͤftu G.⸗ 14 on Cuk „G. L uM nſis Ab od Gi s de Hea banm mole Nuen Quam ralu i dnaugi ia 3 ſas jerumt an bis eam mandu un gnantes &X àamto con- Juo m relign. ridus ½ ⁄Laurenl- d ma uh. Aöhd daufer i unii oſſen, 4 Käuf dihmi Seſit 12 A) 0(88. b 121 3) Ob der Herr bey Verkaufung des Zinßguts das 3n Naͤher⸗Recht habe. e Es bejahet ſolches Berger in Electis Tit. 40.& in Supplement. ad ea- dem, und iſt ſein Hauptgrund, auſſer diejenigen, ſo er aus de⸗ nen Chur⸗Saͤchſiſchen Verordnungen annoch beybringet, die uns aber allhie, da wir die Frage uͤberhaupt beantworten wollen, nicht angehen, dieſer, daß dem Herrn ein dominium directum uͤber die Zinßguͤter zukomme, wo gber ein dominium directum waͤre, da finde auch das Naͤher⸗Recht ſtatt. Carpzov. P. II. Conſz. 32. def. 7. und andere hin⸗ gegen verneinen es aus eben dieſer Urſache, weil ſie nemlich dem Zinß⸗ herrn kein gominium directum zuſtehen. Ob wir nun gleich dem Herrn die Oberherrſchaft und das Eigenthum uͤber das Zinßgut zu⸗ geſprochen haben, und ihm alſo auch das Naͤher⸗Recht zuzukommen ſcheinet. Auch ferner nicht zu leugnen, daß bey Eingebung der Zinß⸗ guͤter die Herrn ſich ſehr oft das Naͤher⸗Recht ausdruͤcklich ausbe⸗ dungen haben, wovon wir zur Probe nur einige Exempel beyfuͤgen wol⸗ len. So gehoͤret hieher folgende Urkunde de A. 12z0, bey Herr Men⸗ cker in Collectis Archivi& Caucellariæ Turibus p. 6. Noverint igitur univerſi— concives noſtros ſc. duodecim Officiatos inter Pellifices qream unam ante Eœcleſiam S. Marrini inter Staciatores ſitam ad of- ficium iplorum pertinentem, per manus Magiſtri corum Cunradi Virnecorn Hermanno inſtitori conceſtſſe ſibi& univerſis ſucceſſori- bus ſuis jure bereditario perpetuo poſfidendam. Sub tali conditione, quod de eadem area IIIII. uuice denariorum& III. cappones predictis duodecim& ipſorum in eodem Officio ſucceſſoribus per/ſolvautur annuatime ſiue omni augmentatione. Prefatus vero Hermannus& ſilo- ceſſores ſui poſſunt pactum ſuum in predicta area vendere, dare vel obli- gaue cuicumgue voluerint, preter hoc ſolummodo quod pactum ſuum nulli conferant eccleſie. Si autem ipſè vel ſucceſſores ſui jus ſuum in eadem area vendere vel obligare voluerint, primo Domlinis curie debent æxbibere. Quod ſi ipſi pro minori pretio quam alii vellent aream habere. Licebit prefato Hermanno vel ſucceſſoribus ſuis alias vendere vel obligare. Imgleichen eine andere de A. 1286. bey Herr Schannat. Cod. Probat. fHiiſt. Fuld. n. 10¼. p. 21½. ibi: XXV. Hu- bas— per nos comparatas nobis& noſtris heredibus conceſſerunt jure 122 O) O(Zer⸗ jure hereditario perpetuo pofſidenda ſub hac forma, videlicet: Quod fingulis annis in feſto S. Walpurgis X. libras cere ad Camera- ri Domini Abbatis Fuldenſis debeamus per noſtrum nuncium pre- ſentare— S8i autem ſepedicta bona nos& noſtri heredes vende- re decrevimus, ea primum pre ommibus aliis predicto Abhuti& Ee- cleſie Fuldenſi exbibebimus& dabimus comparaida. Ferner die bey dem Herrn von Gabel Diſſert. de Jure& judicio ruſticorun. 37. de A. 1142. ibi: Preterea ſi aliquis prædia ſua; ut ſæpe neceſſitatis cauſa fit, vendere velle contigerit, primum Archi-Epiſcopo, ſi ſicut alius comparare velit exhibeat, quod ſi noluerit Archiepiſcopus alii cuilibet emere licebit, attamen& quod is, qui vendidit annuatim debuerit, & hunc ſolvere poſtmodum oportebit. Ein gleiches iſt auch in dem Salbuch des Cloſters Ebersbeim de A. 2320. ap. Sphilt. in Diſſ. de Curiis Dominc. p. 586. verordnet. So bin ich deſſen allen ungeachtet doch der Meinung, daß wenn keine beſondere Vertraͤge oder Gewohnheiten ein anders befehlen, dem Herrn im Zweifel bey der ſeinem Zinßmann er⸗ laubten Veraͤuſſerung das Naͤher⸗Recht nicht zukomme. Denn a) So enthaͤlt ſo wenig die Eingebung der Zinßguͤter an ſich als die er⸗ laubte Veraͤuſſerung derſelben etwas in ſich, woraus nothwendig fol⸗ gete, daß der Herr ſich ein Naͤher⸗Recht vorbehalten habe, ſintemal gar keine hinreichende Urſache vorhanden, woraus man ſchlieſſen koͤnn⸗ te, daß der Herr bey Eingebung des Zinßguts ſtillſchweigend zum Grun⸗ de geleget, daß wenn der Beſitzer ſein Recht daran veraͤuſſern wollte, er ſein ihm eigenthuͤmlich zuſtehendes Gut ſelber wieder zu kaufen und andern darinnen vorzugehen, verlange, vietmehr flieſſet aus der Einge⸗ bung ſelbſt, daß der Herr nicht gewillet geweſen, die Zinßguͤter zu ſei⸗ nem eigenen Gebrauch zu behalten, indem es anfaͤnglich in ſeinem freyen Willen geſtanden, ob er ſie ſeinen Bauern eingeben wollen oder nicht. Dadurch aber, datz er dem Zinßmann die Freyheit ſein Erbrecht nach Gefallen zu verauſſern zugeſtanden, hat er ebenfalls an den Tag ge⸗ leget, daß er das Gut ſelbſt nicht verlange, ſondern es ihm gleichviel gel⸗ te, wer es beſitze, wenn es nur gut in Acht genommen werde, und er ſeinen Zinß richtig davon bekomme, immaſſen er ſonſt dem Zinßmann die Peraͤuſſerung gaͤnzlich unterſagen, oder ſich ausbedingen koͤnnen, daß ſolche an niemand als an ihn geſchehen ſolle. b) So iſt der Satz, daß das ſogenannte dominium dire Cum das Naͤher⸗Recht mit ſich führ ni „ —,·—y Ormaà, in ca, ceret Ihmen um nu han pe ri bere sMhvend; z Fer undie de korumn r, A4A 2 necel ast s caul opo, ut ali ſcopus it cuilde muatir sbuert es iſt an in den in D alhe Cuni ngeach euthoch d Gewo m iten ei gem Zi ann er omme. enn 1 an ſich unt die er⸗ noth nui fol⸗ nhabe uitemal nſchli in konn⸗ igend u Grun⸗ eraͤuf af wolte, der zu ifen und ſet au ute Einge⸗ e Zin, er zu ſ⸗ n fage wolle aer nicht ſein Enhicht nan 1s an. 3)o( 8⸗ b 128 nicht gegruͤndet, denn ſelbſt bey denen Lehen haben ſich die Herrn deſſel⸗ ben nicht bedienet, ſintemal ſonſten, wenn ſie in denen vorigen Zeiten, da die Veraͤuſſerungen der Lehen haͤufig vorkamen, immer in die Stelle der Kaͤufer tretten wollen, niemand uͤbrig geblieben waͤre, der die Kriegs⸗ und andere Dienſte verſehen haͤtte. Gleichermaſſen, wenn die Herrn bey Veraͤuſſerung der Zinßguͤter jederzeit das Naͤher⸗Recht haͤtten ausuͤben wollen, ſo wuͤrden ſie dadurch ihre Doͤrfer nach und nach wuͤ⸗ ſte und oͤde gemacht, und von denen Einwohnern, als denen der Unter⸗ halt entzogen worden, entelbſet haben. c) Wenn ja die Herren ſich bisweilen das Naͤher⸗Recht vorbehalten haben, ſo ſcheinet es nicht ſo wohl in der Abſicht, daß ſie die Guͤter einziehen, und vor ſich behalten wollen, als vielmehr deswegen geſchehen zu ſeyn, damit ſie dadurch eine voͤllige Freyheit bekaͤmen, ſolche bey vorfallender Veraͤnderung wieder einzugeben, an wen und unter was Bedingungen ſie wollten, und laͤſſet ſich alſo aus dieſen Exempeln nicht fuͤglich eine allgemeine Regel machen. Unterdeſſen gebe ich gerne mit Carpzov c. 1. zu, daß, wenn der kuͤnftige Beſitzer, dem der Zinßmann das Gut verkauft hat, dem Herrn aus hinlaͤnglichen Urſachen nicht anſtaͤndig iſt, und der Zinßmann ihm keinen andern tuͤchtigern an die Stelle ſchaffen kann oder will, der Herr als⸗ denn in des Kaͤufers Stelle tretten koͤnne, wenn anders keine Landes⸗ geſetze vorhanden, welche dem Herrn, wenn er ein Edelmann iſt, die Ankaufung oder Einziehung der Bauerguͤter verbieten. Wie z. E. in dem Anhalriſchen, allwo es in der Policey⸗Ordnung hievon alſo lau⸗ tet:„Wir wollen auch hinvoͤrder nicht geſtatten, daß die Ritterſchaft „ſollen Bauerguͤter ohne unſer Vorwiſſen und erhebliche dringende „Urſach Kaufweiſe an ſich bringen, und ſolche ſelbſt beſitzen. Denn „wenn ſolches geſchicht, da wollen ſie hernach ſolche als Ritterguͤter „gebrauchen, dadurch nicht allein in denen Zinſen Zerruͤttung gemacht, „ſondern auch die Landfolge, Dienſte und Steuren, dadurch merklich „gemindert werden.“ Wie auch in dem Sachſen⸗Weimariſchen. Siehe das Dorf⸗ und Landrecht II. Buch p. 223. Oder daß ſon⸗ ſten der Zinßherr durch Vertraͤge mit dem Landesherren der Bauern verbunden iſt, die ledig gewordene Guͤter nicht vor ſich zu behalten, ſon⸗ dern wieder an Bauern zu verleyhen. So war laut des oben eingeruck⸗ ten Schoͤnreiner Weißthums de A. 1777. der Prior zu Schoͤnrein zu ſolcher Leyhung gehalten. Ibi„ Aheh ein ander queme zu einem Prior 2 27 zu 124 892) 8( Sr „zu Schoͤnrein, und bitte ine, ime daſſelbige Gut zu lyhen, das ſall „ime ein Prior zu Schoͤnrein lyhen ꝛc. 4 4) Ob der Zinßmann dadurch, wenn er den Zinß in ei⸗ anigen Jahren nicht bezahlet, des Guts verluſtig werde! Fs verneinen dieſes die mehreſten Rechtslehrer, theils aus der obi⸗ gen Urſache, weil ſie dem Zinßmann ein voͤlliges Eigenthum uͤber ſein Gut, und dem Herrn hingegen nichts weiter, als ein Recht den Zinß da⸗ von zu fordern, daruͤber zuſchreiben, theils auch, weil ſolches in denen Chur⸗Saͤchſiſchen Conſtitutionen P. II. Conſt. 39. alſo verordnet iſt, und man in dieſer Materie insgemein dem Anſehen der Saͤchſiſchen Rechtsgelehrten zu folgen pfleget. Die Worte der Conſtitution ſind dieſe:„Haben unſere Verordnete das billigſt zu ſeyn vermeinet, und „dahin geſchloſſen, daß in dubio die Guͤter cenſirica bona zu halten, „und daß der Beſitzer ob non ſolutunn cenſum derſelben nicht zu privi⸗ „ren, ſondern den verſeſſenen Zinß zu erlegen, und die Gerichtsko⸗ „ſten, die dem Herrn aufgangen, auf Ermaͤſſung zu erſtatten ſchul⸗ „dig, und daß dißfalls gleichwohl auch eine wuͤrkliche Strafe erkannt „werden moͤgte wider die, ſo muthwillig und vorſetzlich ſolchen Zinß auf „Ermahnung und Erinnerung nicht erleget haͤtten.“ Weswegen Carp⸗ z09 ad b. Couſtit. def. 2. getroſt ſetzet, daß die Zinßguͤter wegen nicht bezahleten Zinß nicht verlohren wuͤrden, wenn einer auch in 10. 30. ja ſogar 1000 Jahren den Zinß nicht abgetragen haͤtte. Gleichwie wir aber den Ungrund des erſtern Beweiſes bereits oben angezeiget, der letz⸗ tere aber hoͤchſtens nur in Sachſen zutrift, wiewohl auch dawider Zieg. ker und andere noch vieles zu erinnern haben; ſo wollen wir allhie mit wenigem zeigen, was die deutſchen Gewohnheiten darinn verordnen. Die gemeine Antwort iſt, daß nach denen alten deutſchen Rechten der Zinß taͤglich verdoppelt werde, welcher Meynung nebſt vielen andern auch Herr Hofr. Gebauer in ſeinen Noten uͤber dieſen§. und Herr G. R. Heineccius in Element. Jur. Germ. Lib. II. Iit. II. g. 74⁄. bey⸗ pflichten, und beruft man ſich zu dem Ende auf das Saͤchſiſche Land⸗ R. Lub. I. Art. 14. allwo es alſo lautet:„Ez en ſal nich ein Zinßman vor „ſinen Herren phant dulden uͤber ſinen Zins den her jaͤrliches geben ſal. „Sweer ſinen Zins zu rechten Tagen nicht en gibt zwei gelde ſal her inge 1„ bell „„,——— — 1 er zu lyh 4 Ras ſ den n ine uſtig men theils in der u Eigent unuͤberſi Decht u Finßu veil ſol u in dar alſo r un dnet ſ en der Rͤchſiſe Con u tion ſi yn ver umzet, w ca bou a halten lben n atn zu ymn und di A richtsn zu er unen ſchu he St im ertannl ch ſolg unzinß auc Wesl unn Carp. dater men nich auch an. 30.) e. C ul)wie w anges an, derltt auch aider Ln vollen in allhien dari amerordne eutſche mechten, nedſt in en ande deſtt rund 1 b It. 11. 74. as Se an ſche L nih es daßma⸗ tjaͤrli Hte deigel h h ) O(er⸗ 125 „ben des andern Tages und alle Tage alſo diewile her in under ime hat. „Deſte ime der Herre mit rechten urteilen volge, und in zu ſinem huſe „eyſche, wen der man en iſt nicht phlichtig ſinen Zins uzem ſime huſe zu „gebene.“ Nun findet man zwar, daß bey einigen Zinſen ſolche Ver⸗ doppelung gebraͤuchlich geweſen. Von denen Rutſcher⸗Zinſen fuͤhret Carpzov P. II. Conſt. 35. def. 25. ein paar Exempel an. Von dem Meygaſſen⸗Zinß kann man Schotteliumn de Singular. quibusd. jur. Cap. XIX. g. 6. nachſehen. Bey denen Haͤger⸗Guͤtern iſt ſolches gleichfalls vor dieſem gebraͤuchlich geweſen. Herr v. Geæbel Diſ. de Singul. quib. pradiis in adjunct. p. 167. ibi:„So mannigen Tag ſelbige damit zu⸗ „ruͤck geblieben, ſo vielmahl gedoppelt haͤtte die Haͤger⸗Zinſe muͤſſen er⸗ „leget werden.“ Ich halte aber dennoch, daß dieſes gar keine allge⸗ meine Verordnung oder Gewohnheit bey denen Zinßguͤtern geweſen, ſondern daß es nur alsdenn ſtatt gefunden, wenn es insbeſondere alſo verabredet worden. Denn a) So iſt hievon nichts in denen alten deut⸗ ſchen Geſetzen, und ſehr weniges in denen Urkunden der mittlern Zeiten anzutreffen. b) So iſt der Umſtand, daß der Zinßmann nicht noͤthig hat, den Zinß auſſer Hauſe ſeinem Herrn zu bringen, gleichfalls der ge⸗ woͤhnlichen Natur der Zinßguter zuwider, und iſt auch ſelbſt bey dem von Schotrelio angefuͤhrten aͤhnlichen Meygaſſen⸗Zinß anders gehalten worden. c) So zeigen auch der bey eben dieſem von Schottelio beyge⸗ brachten Meygaſſen⸗Zinß befindliche beſondere Gebraͤuche, daß der Zinß durch einen reitenden Diener muͤſſe uͤberbracht werden, wie auch datz man in der ganzen Gegend nur das einzige Exempel gefunden, deutlich an, daß allhie kein allgemeines und bey denen Zinßguͤtern gewoͤhnli⸗ ches, ſondern ein beſongeres durch die Partheyen verabredetes Recht vor⸗ handen ſey. Es wird uͤbrigens dieſer ſich verdoppelnde Zinß der Rut⸗ ſchar⸗Zinß genannt, und zwar, wie man insgemein davor haͤlt, weil er immer fortrutſchet, und je laͤnger er ſtehe, je mehr und groͤſſer er wuͤr⸗ de. Oder wie es Herr Hachter in Gloſſario German. Tom. I. p. 1329. v. rutſchen ausdrucket: Rutſchen, per nates moveri, ſive in plano, five in loco declivi. Ducam ab deeo i. e. poſteriora, transpoſitis litteris. Allegorice utimur de duplici uſura, quia videtur progre- di ut binæ nates, quæ ſimul moventur. Inde Rutſcher⸗Zinß cenſus pro- mobilis, qui motu diurno duplicatur. Es kommt mir aber ſo wenig die aus dem Griechiſchen hergehohlete Abſeitung des Worts Meſche 2 3 als 126 b)0(8 als daß der Rutſchar⸗Zinß wiederum von rutſchen ſeinen Namen ſolle erhalten haben, wahrſcheinlich vor. Denn gleichwie das Wort rutſchen ohne Zweifel mit dem Engliſchen 1 /4 einerley iſt, und uͤberhaupt eine ſolche Bewegung von einem Ort zum andern anzeiget, wodurch die da⸗ zwiſchen ſtehende Dinge wenig beruͤhret werden, es mag nun ſolches von der Geſchwindigkeit, oder von der Leichtigkeit der Bewegung herruͤhren, und alſo ſolches ſo viel heiſſet als ein⸗oder durchdringen, zuſchlieſſen, an⸗ laufen, fortgleiten ꝛe. So ſtimmet auch alles dieſes nicht wohl zu un⸗ ſerm ſich verdoppelndem Zinß, ſolcher rutſchet nicht weg, ſondern blei⸗ bet auf dem Gut ſtehen und vergroͤſſert und vermehret ſich taͤglich. Mir iſt alſo eingefallen, ob er vielleicht von denen Guͤtern ſelbt, von welchen er hauptſaͤchlich gegeben worden, ſeinen Namen haben moͤchte, und daß die in denen mittlern Zeiten ſogenannte Rupturæ oder neugemachte Aecker vor andern unter der Bedingung, daß wenn der Zinß nicht zu ge⸗ hoͤriger Zeit abgetragen wuͤrde, er ſich verdoppeln ſolle, eingegeben wor⸗ den, und alſo Rutſchar⸗Zinß eigentlich ſo viel als Ruptur Zinß, cen ſus rupturæ, rupturarii, roturagii heiſſen ſolle, da denn, weil bey ſol⸗ chen neuangelegten Aeckern der Zinß insgemein ſehr leidlich war, und wie in dem Schotteliſchen Exempel nur in recognitionem Dominii gegeben wurde, die Verdoppelung deſſelben deſto eher ſtatt finden konnte. Ich werde in dieſer Muthmaſſung dadurch geſtaͤrket, daß ich ſolchen mit dem cenſu creſcente,(cens croiſſant) einerley halte, ſolcher aber war bey de⸗ nen hoſtiſiis oder hoſtitiis gebraͤuchlich, laut der Urkunde de A. 1202. in Hiſt. Montmorenc. p. 395. ap. du Freſne b. v. Conceſſerunt totum augmentum cenſus boſtiſiarum quæ ibi fiunt, quod vulgo dicitur croi- ſcens, die hoſtitia hingegen waren insgemein rupturæ oder ausgerottete und zu Aeckern gemachte Gegenden, wie ich ſchlieſſe aus der Urkunde des Biſchofs Odouis zu Paris de A. 1199. ex Tabular. Epiſc. Pari Pibl. Putean. fol. So. ap. du Preſne b. v. Terram noſtram de Marna, in qua nemus olin fuiſſe dignoſcitur, ad 5oſeſuns dedimus& ad cenſum. Und aus dem Zeugniß Orderici Litalis Lib. J. p. 596. ap. du Freſne v. ruptura: Terram quoque tam in manſuris quam in rupturis totius parochiæ hominihus ibidem hoſpitatis excolendam— conceſſit. Auch unten bey denen Hoſpitiis noch weiter vorkommen wird. Unterdeſſen, da ich mich jetzunder keiner Urkunde beſinnen kann, worinn ich etwas zu⸗ verlaͤßiges von dem Rutſcher⸗Zinß auch dem Worte nach angetroffan wil — daben ahte, 1 e oder an gemact der Zin aßht zug le, ein un ben wa Rupi unß/ cel denn, 1 bey ſ eidlicht un und w. 7 Don dan gegebel nden ki ute. Ich ich ſole unwit dem taber n dey de rkunde An A. 1204 voncef nMat totun vulge unitur em e oder a gerotte ſ aus u Urkum ahular, 1 iſc. In noſtre ime Mam imus an cenlu 696. 1 ℳ 1EnH- wird. nterdſ worit in)etws 14 1 nu unsß 2)O( 8 127 will ich mich bey deſſen Anleitung nicht laͤnger aufhalten, ſondern mich wieder zu der Beantwortung unſerer obigen Frage wenden. Es war alſo nach denen alten teutſchen Rechten und Gewohnheiten, wenn der Zinß⸗ mann ſeinen Zinß nicht richtig bezahlete, nicht ſowohl die Verdoppelung des Zinſes gebraͤuchlich, als vielmehr die voͤllige Beraubung des Guts, ſo daß es zur gemeinen Regel geworden, qui negligit cenſum, perdat agrum, welches deswegen ap. Baluz. Tom. II. Cupitular. p. 37. c. 66. legale& antiquum dictum genannt wird. Welches denn bey denen Bauer⸗Zinß⸗Guͤtern um ſo viel weniger Zweifel hatte, je groͤſſere Rech⸗ te daruͤber dem Herrn zukamen. Weil aber vermuthlich in denen folgen⸗ den Zeiten oͤfters einige Herrn lieber den ruͤckſtaͤndigen Zinß einfordern, als das ganze Gut dem Zinßmann wieder wegnehmen wollten, wiez. E. in der obangefuͤhrten Urkunde bey Zerr Hofr. Glaffey in Aneodot. N. 515. p. 643. und alſo die Strenge der obigen Regel nicht immer in Acht genommen wurde, ſo iſt es daher geſchehen, daß man hin und wieder an⸗ gefangen, ſolches bisweilen zum lleberfluß und zu deſto mehrerer Si⸗ cherheit als eine ausdruͤckliche Bedingung in den Zinßbrief mit hinein⸗ zuſetzen. Wohin Herr Hofr. Leyſer die in Meditat. ad ſf. Spec. 102. med. 1. ſeãqo. von ihm angefuͤhrte Urkunde rechnet, in welcher die Ver⸗ abredung alſo lautet: Adjecimus etiam. Si forſan comes, quod Deus avertat univerſeè carnis viam ingreſſus fuerit,& heredes de- bitam pecuniam ad terminum condictum non perſolverint. aut ſtatutam recompenſationem explere neglexerint. quod bona jam dicta. ſine omni contradictione eccleſie noſtre libra relinquantur. Woraus aber, wenn ſolche Urkunde gleich hieher gehoͤrete, keinesweges wie Herr Leyſer c. 1. meinet, zu ſchlieſſen iſt, daß der Herr, wenn er ſich dieſes Recht nicht deutlich ausbedungen, gar nicht befugt geweſen, dem Zinßmann wegen nicht gezahleten Zinſes das Gut zu nehmen. Denn ſonſten muͤſte folgen, daß bereits zu Caroli M. Zeiten, da doch die unterlaſſene Zahlung des Zinſes in allen Capitularibus als eine recht⸗ maͤßige Urſache, das Gut einzuziehen, bekraͤftiget worden, ſolches Recht des Herrn nicht mehr gegolten, indem ſelbiges gleichfalls in einer Ur⸗ kunde Caroſi M. in altis Epiſcop. Cenomun. p. 167. ap. du Freſne v. Cen- ſus insbeſondere verordnet wird: Qui negligit cenfum perdat agrum, & per hanc auctoritatem ſive eorum negligentia vel contemptu ipſa perdant beneficia. Zugeſchweigen, daß bey dem angefuͤhrten Exempel — an⸗ 128)o( Ser annoch ſehr vieles zu erinnern, und ich alſo nicht weiß, ob der Herr Zof⸗ rath unter der groſſen Anzahl, womit er ſeinen Satz behaupten zu koͤn⸗ nen vorgiebt, eben das beſte und buͤndigſte erwaͤhlet habe. Denn a) So waren diejenigen, welche die abgeredete Summe Geldes an das Klo⸗ ſter Lutter jaͤhrlich bezahlen ſollten, Grafen von Werningerode, von welchen man auf Bauern und deren Zinßguͤter nicht wohl ſchlieſſen kann. b) So war hier keine eigentliche Eingebung eines Guts gegen einen ge⸗ wiſſen jaͤhrlichen Zinß, ſondern vielmehr ein beſonderer Tauſchungs⸗ Vertrag vorhanden, Kraft deſſen das Kloſter denen Grafen ein gewiſſes Gut uͤberließ, wovor ſie ihm mit der Zeit ein anders dem Kloſter gelege⸗ nes wiedergeben, bis dahin aber und bis ſie dergleichen ausfindig ge⸗ macht, dem Kloſter jaͤhrlich eine gewiſſe Summe Geldes, ſo viel als wie das kuͤnftige Gut jaͤhrlich eintragen wuͤrde, auszahlen ſollten. Bey welchem Vertrag denn zum Beſchluß die Clauſula commiſſoria beyge⸗ füget worden. Es iſt alſo leicht zu begreifen, was von dem loc. cit. bey⸗ gefuͤgten Reſponſo, welches Kraft dieſes und dergleichen Exempeln dem Herrn das Recht ſeinem Zinßmann wegen nicht bezahleten Zinſes das Gut wegzunehmen abſpricht, zu halten, zumal da ſonſten noch einige Gruͤnde mit angefuͤhret ſind, welche derjenige, welcher die Hiſtorie der alten Zeiten und Stiftungen etwas genauer einſiehet, ſchwerlich zugeben wird, z. E. daß bey Uebertragung der Guͤter an die Stifter, und Wie⸗ derempfahung derſelben gegen einen jaͤhrlichen Zinß, das voͤllige Ei⸗ genthum bey dem alten Herrn geblieben, und dem Stifte nicht einge⸗ raͤumet worden. Da doch die Formuln von denen Precariis, welche wir unten beybringen werden, das Gegentheil, und daß der Herr ſein Gut insgemein nur beneficiario und uſufructuario jure nachher beſeſ⸗ ſen, deutlich lehren. Ferner, daß das Wort Erb⸗Zinß⸗Gut eine Roͤmiſche Emphyteuſin anzeige, und dadurch von unſern Zinßguͤtern unterſchieden werde. Unerachtet bekannt, daß diejenigen Zinßgü⸗ ter, wovon wir bishero gehandelt, weil ſie auf die Erben giengen, insge⸗ mein in denen Urkunden und Nachrichten Cenſus hereditarius, Erb⸗ zinß, genannt worden. Dieſemnach da 1) Die Beraubung des Zinß⸗ guts wegen nicht bezahlten Zinſes ein in denen alten teutſchen Geſetzen und Gewohnheiten gegruͤndetes Recht iſt, und man durch nichts weiter, als durch das irrige Vorurtheil der Rechtsgelehrten, darthun kann, daß ſolches uͤberhaupt geaͤndert ſey. 2) Auch der Grund, weßwegen ſie ie⸗ —ͤ— 2— —————,———— — — the at beha zgan zu 1 let hat„Den eGelde aidai Nerni a de g wohl ſ cſenku . derer 3 ſchung IGrafe ann gun dem alher gain leichen an findig⸗ ldes, auel alim ahlen ſhn. 2 comn lhria bet on der an. cit. ichen Ku weln di ezahlet azinſes d mſonſt amoch ein ver d itorie da ſchwen n zugebea Stifter aiĩd Wie⸗ „dat anlige E. Stift anht einge Prec in, welc d daß as Herr ſi jure an)her beſ b. Zi in Gut unſe minßgüte jeien i Zinſ erden unzen, inen hereé uit ius, k d d 5 I9 Berau ahn des en tei he Giſ durc mehts n ten, uehun in zrund à ehnegn )O(Zor⸗ dieſe Beraubung verneinen, nemlich, daß dem Zinßmann ein voͤlliges Eigenthum uͤbergeben ſey, denen Teutſchen Rechten und Gewohnheiten, wie oben gezeiget, zuwieder iſt. 3) Ferner nichts denen natuͤrlichen Geſetzen gemaͤſſer iſt, als daß, wenn der Zinßmann die Bedingung, un⸗ ter welcher ihm das Gut eingegeben iſt, und erfuͤllet, der Herr auch nicht noͤthig habe, einen Vertrag, welchen der Zinßmann auf ſeiner Seite ſo oft gebrochen, laͤnger zu halten. So bin ich allerdings der Meinung, daß wenn der Zinßmann alles Anfordern, ungeachtet ſeinen Zinß nicht bezahlen will, oder ſich jederzeit ſaͤumig darinn erweiſet, man dem Heren nicht anmuthen ſeyn koͤnne, einen ſo uͤbeln Bezaͤhler wieder Willen auf ſeinen Guͤtern laͤnger zu behalten, ſondern er ein volliges Recht habe die Privarions-Klage wider ſolchen Zinßmann anzuſtellen, und ihn ſeines Guts zu entſetzen. Vielweniger kann ich alſo Henger in Hledl. Di ſcept. For. tit. z0.. 9. beypflichten, welcher auch alsdenn nicht einmal die Be⸗ raubung des Guts zulaſſen will, wenn ſolche durch einen ausdruͤcklichen Vertrag abgeredet worden, weil ſolches eine uurartum pravitatem in ſich faſſe. Denn es iſt allhie eben ſo wenig ein unerlaubter Wucher vorhan⸗ den, als bey der Emphiteuſi, bey dem Lege commiſſoria und derglei⸗ chen, als in welchen Faͤllen derjenige, welcher das, was ihm zu bezahlen oblieget, zu gehoͤriger Zeit nicht entrichtet, und dadurch Schaden leydet, ſolchen Verluſt ſich ſelber und ſeiner Nachlaͤßigkeit zuzuſchreiben hat. Wie viel Jahre aber erfordert werden, ehe die Wegnehmung des Guts ſtatt finde, ſolches iſt nicht eigentlich in denen Teutſchen Geſetzen beſtim⸗ met, ſondern es ſcheinet, daß die Partheyen ſolches entweder ausdruͤck⸗ lich abgeredet, oder es wiedrigenfalls in des Herrn Belieben geſtanden, wie lange er in Gedult ſtehen wollen. Wenigſtens iſt ſo viel gewiß, daß die unterlaſſene Zahlung auch nur von einem Jahr dem Zinßmann ſehr zur Verantwortung gereicht, und als eine Unachtſamkeit angeſehen worden. Die Unachtſamkeit aber war Kraft obiger Regel eine hinlaͤngliche Urſache einem das Gut wegzunehmen, und waren alſo diejenigen, ſo den Zinß bezahleten, bisweilen darauf bedacht, ſich wegen der kuͤnftigen Ver⸗ ſaͤumniß, ſo bey der Zahlung etwa durch einen Zufall moͤchte verurſachet werden, in Sicherheit zu ſtellen. So heiſſet es z. E. in der obgemeldeten Urkunde bey dem Herrn von Gudenus&yllog. 1. p. 54. zum Beſchluß: ltem oleum ſicut denari, partium dabitur. Hês videlcet terminis in Ka- thedra S. Petri XXVI. libras, in nativitate S. Johannis Baptiſte XXV. Lbras. 238 libras. Quod tamen oleum, quoniam ad anniverſariorum celebra- rionem non ſpectat, ſi die conſtituto caſis exbihitum non fuerit: nec ſa- tisfactioni reos ſtatuet, vel negligentiæ imputabitur. In der oban⸗ geführten Urkunde de A. 1296. bey Gerr Sebannat in Codice probat. Hitor. Puld. u. 104. p. 217. ſind zwey Jahre geſetzt worden. Si vero predictam Cere penſionem per ſpatium duorum ankoru in ſolvere fue- rimus negligentes ex tunc ip j facko predicta bona de noſtris mani- bus libera& ſoluta ſine omni contradictione ad Euldenſem Eceleſiam revertentur. In einer andern Urkunde, welche Herr Strube de Jure Vallicorum p. 321. Edit. nov. aus dem Hund. Tbuu. 111. p. 34. anfuͤhret, findet die Wegnehmung ſtatt, wenn der Bater ſeine Schuldigkeit zu dreymalen nicht verrichtet, wiewohl nicht eigentlich von Zinßguͤtern daſelbſt die Rede iſt. Si quis ſtatuta lege& deſeripto tempore ſervi- tium ſuum non perſolverit, duplum id eſt Zwisbilde vadiabit,& bannum procuratori VII. den.& ſi major curiæ vadimonium ad do- mum debitoris exegerit, illi etiam duos nummos dabit. Quod ſi ſe· cunda vice non perſolverit,& procuratori inobediens factus fuerit, ſimili modo commutabit: Si tertio culpabilis extiterit, de retento fervitio procurator, quæſita ſententia colonorum judiciaria lege be- neficium publicabit,& ſine uſufructu in poteſtate procuratoris ſta bit XIV. diebus,& ſi infra hos colonus non compoſuerit, benefi- cium perdidit. Mehrere Exempel werden unten bey der Erbleyhe vorkom⸗ men. Weil alſo die Zeit, in welcher der Zinßmann ſeines Guts, we⸗ gen nicht gezahleten Zinſes verluſtig wird, in denen Teutſchen Rechten und Gewohnheiten nicht beſtimmet iſt: ſo duͤnkt mich, muͤſſe allhie die all⸗ gemeine Regel, daß man in Ermangelung der teutſchen vaͤterlichen Rechte zu dem auswaͤrtigen Jure Subſidiario Romano ſeine Zuflucht nehmen muͤſ⸗ ſe, gelten. Folglich da die Emphyteuſis wenigſtens in dieſem Stuͤcke mit denen Teutſchen Zinß⸗oder vielmehr Erb⸗Zinß⸗Gütern eine groſſe Aehnlich⸗ keit hat, wuͤrde man fuͤglich von jener auf dieſe ſchlieſſen koͤnnen. Und wüuͤrde dieſerwegen zu urtheilen ſeyn, daß wenn in eiſtlichen Zinßgl⸗ tern in zwey, und in weltlichen in drey Jahren der inß nicht bezahlet worden, der Herr Macht habe, den Zinßmann ſeines Guts verluſtig er⸗ klaͤren zu laſſen. Doch verſtehet es ſich von ſelber, daß die Verfaſſung und Verordnung des Landes ſolche Beraubung erlaube, indem bekannt iſt, daß hierinn die vormalige Freyheit der Herrn, wegen der Lf die auer⸗ ————— zat in ue pn zt word u 1 znorum dl ivere h 2a de oh is mm Tulden us Eerkſ verr K un d h 7. p. an ufihin ine S undigkenn ich von dinzge pto te amore ſerh bilde a iabit, adimec umm ad d dabit.„ uod ſil dens auas fuen titerit, à2 retem fudici in Lege he proc umoris ſta poſue un bevef Erbb um vorkom ſeine Ipats, w. )o r. 131 Bauerhoͤfe haftende Steuern und oͤffentlichen Auflagen, und der alſo damit verknuͤpften Wohlfahrt des gemeinen Weſens insgemein ſehr ein⸗ geſchraͤnkt iſt. Siehe den Herrn C. A. von Ludopb. Continuat. I. Ob. Jervat. Forenſ. p. 312. ſeqg. 5) Ob der neue Zinßmann dadurch, daß er um die Be⸗ lehnung mit ſeinem Zinßgut bey dem Herrn nicht angeſucht, b ſich deſſelben verluſtig gemacht? (s verneinet ſolches Carpzov P. II. Couſt. 39. def. 5. aus der Urſache, weil dieſe Strafe bey der Emphyteuſi nicht ſtatt finde, wie er kurz zuvor angemerkt habe, bey welcher doch ein dominmum directum vor⸗ handen, und alſo noch vielweniger bey denen Zinßguͤtern, uͤber welche der Zinßmann ein voͤlliges Eigenthum habe, duͤrfe vollzogen werden. Auch muͤſſe hier die Verordnung 2. F. 24. nicht ang fuͤhret wer en, weil man von denen Lehnen keinen ſichern Schluß auf die Zinßguͤter machen koͤnne. Folglich koͤnne der Zinßmann wegen dieſer Verſoumung nicht weiter als mit Gelde oder am Leibe geſtraft werden. Es ſind aber dieſe Gruͤnde meiner Meinung nach abermal nicht hinlaͤnglich, die Verneinung dieſer Frage zu beweiſen. Denn a) So hat er oben den Satz, daß die Beraubung des Guts wegen unterlaſſener Anſuchung um die Inveſtitur auch bey der Emphyteuſi nicht Platz greifen koͤnne, eben ſo wenig wie hier erwieſen, ſondern nur blos geſetzet, daß in pœnalibus und odioſis man von denen Lehnen nicht auf die temphyreules ſchlieſſen koͤnne. Daß aber bey denen eigentlichen Roͤmiſchen Emphyteutibus keine Beraubung verordnet, hievon iſt die wahre Urſache dieſe, weil bey ſolchen keine Belehnung, als eine denen Roͤmern unbekannte Sache, ge⸗ braͤuchlich war, und alſo auch keine Frage von der Strafe, wenn um ſolche nicht angeſucht worden, vorfallen konnte. Hingegen die teutſchen Erb⸗Zinß⸗Lehne, welche irrig vor Emphyteuſes gehalten werden, ſind mit unſern Zinßguͤtern einerley, und ſind folglich auch einerley Rechte gebraͤuchlich, und braucht man alſo nicht von einem auf das andere ei⸗ nen Schluß zu machen. Wiewohl, wenn auch ſolches nicht waͤre, wuͤrde dennoch bey dem Carpzoviſchen Argument à m jori ad minus noch vieles zu erinnern ſeyn, indem ſolches einen annoch unerwieſ nen Grundſatz, daß nemlich der Zinßmann ein voͤlliges Eigenthum habe, als gewiß voraus ſetzet. b) So Pbe ich zwar zu, daß man die bey de⸗ 3 nen 132 O(5e nen Lehnen vorhandene Verordnungen nicht ſo ſchlechterdings auf die Zinßguͤter anwenden koͤnne, auch daß man deswegen allein den Zinß⸗ mann wegen nicht gebetener Invettitur ſeines Guts nicht verluſtig erklaͤ⸗ ren koͤnne, weil es mit dem Vaſallen in einem aͤhnlichen Fall alſo gehal⸗ ten werde. Jedoch, wenn man a) nicht allein ſiehet, daß die bey eini⸗ gen Zinßguͤtern gebraͤuchliche Belehnung blos nach dem Beyſpiel der Lehne eingefuͤhret worden, ſondern auch§) bey beyderley Guͤtern gleiche Urſachen, weswegen ſolche Belehnung geſchehen muß, vorhanden, nem⸗ lich, daß, gleichwie bey denen Lehnen ſolche hauptſaͤchlich deswegen ein⸗ gefuͤhret, damit der Herr den Baſallen kennen lerne, und ſolcher darauf von ihm in den rechtmaͤßigen Beſitz des Guts geſetzet werde, alſo auch bey denen Zinßguͤtern ſolches deswegen verordnet iſt, damit der Herr urtheilen koͤnne, ob ſein neuer Zinßmann tuͤchtig zu der Verwaltung des Guts ſey, und daß er durch die erfolgte Bekraͤftigung und Einweiſung ſeiner Oberherrſchaft uͤber das Zinßgut an den Tag lege. Und alſo in beyden Faͤllen ſowohl der Vaſall, als der Zinßmann, der um die Be⸗ lehnung nicht anſucht, zu erkennen giebt, daß er ſeinen Herrn keine Ober⸗ herrſchaft uͤber ſein Gut zuſtehen, ſondern ſolches als ſein voͤlliges Ei⸗ genthum eigenmaͤchtig in Beſitz nehmen und behalten wolle: So duͤnkt mich, muͤſſe bey ſolchen Umſtaͤnden die Regel gelten: ubi eadem rario, ibi eadem legis diſpoſitio. Wo gleiche Verrichtungen und Urſachen ſind: da müſſen auch einerley Verordnungen in Acht genommen wer⸗ den. Zumal da c) es an Exempeln nicht fehlet, daß auch bey aͤhnli⸗ chen Bauerguͤtern auf dergleichen unterlaſſene Recognition die Stra⸗ fe der Beraubung des Guts geſetzet worden, z. E. ſo iſt, wie Herr Strube de Jure villicorum Cap. /11I. G. 14. anfuͤhret, dieſes Recht der Herrn, daß wenn der neue Meyer ſeinen Meyer⸗Brief nicht fordern will, er ſeines Hofes verluſtig ſeyn ſoll, in Conſtitut. Cuelfer byt. de A. 170⁰3. ausdruͤcklich bekraͤftiget. Es waͤre alſo Kraft dieſes allen im Zweifel davor zu halten, daß bey denen Zinßguͤtern wegen nicht gebe⸗ tener Inveſtitur der Beſitzer nach Jahr und Tag ſeines Guts verluſtig werde. ſö — ͤſſ chterd wauf 1 en allei Ji icht ve ſahg aie en Ia zho gh daß ohen dem s ſpuld erley E aun ga , vor anen nen hlich znegench und ſ aher dara t wer Walſo aaj t, da in der ha er Ve untung ng un dinweiſtu g legt aUnd a an, de unrdie d n Her imine Obi als ſei anlliges 6. woll v din ubi e umn rallo, gen m ralrſochen tt gen un wen wer⸗ aß au hey äͤhul gritit ſa ie Stuf ut. G hf. à- traft dins alen ern we aicht gi⸗ ſeines 4 s vexli AO 133 6) Ob aus der Bezahlung des Zinſes aus einem Gut die Landeshoheit oder Gerichtbarkeit des Herrn geſchloſſen wer⸗ ua den koͤnne! 3 Wei obangefuͤhrtermaſſen die Zinſen wegen ſo mancherley Urſachen 3 gegeben werden, und dieſe Benennung ſo vielen Abgiften beygele⸗ get worden, folglich es leicht ſeyn kann, daß man auch bisweilen an die Landesherrſchaft einen Zinß bezahlet hat; ſo hat ſolches vermuthlich ei⸗ nige Rechtslehrer auf die Gedanken gebracht, daß ſie, indem ſie die aus denen Guͤtern fallende jaͤhrliche Zinſen mit denen Beten, Steuren und dergleichen Abgiften verwechſelt, aus dieſem Grunde die Bezahlung der Zinſen uͤberhaupt mit unter diejenige Merkmale, woraus man die Landeshoheit, oder wenigſtens die Gerichtbarkeit ſchlieſſen koͤnne, ge⸗ rechnet haben. Wie irrig aber dieſe Meinung ſey, erhellet von ſelber aus dem, was wir bishero von Zinß⸗ und andern Bauerguͤtern angefuͤhret haben. Denn ²) Die Zinſen aus denen Guͤtern werden an den Guts⸗ herrn vor den Gebrauch derſelben bezahlet, und erlanget der Zinßherr dadurch nicht mehrere Rechte als ein anderer Gutsherr uͤber ſeine Bauern, daß aber ſolchem im Zweifel keine Gerichtbarkeit daruͤber zu⸗ komme, iſt oben erwieſen. b) Vielweniger alſo kann die bloſſe Bezahlung des Zinſes zu einem Beweiſe der Landeshoheit dienen, indem ſonſten die mehreſten mittelbaren Kloͤſter und Edelleute unter die Landesherrn wuͤr⸗ den zu zaͤhlen ſeyn. c) Wenn in denen mittlern Zeiten die Leute ſo haͤu⸗ ſig zum Heyl ihrer und der ihrigen Seelen denen Stiftern und Kloͤ⸗ ſtern einen Zinß auf ihren Guͤtern anwieſen, oder nachdem ſie ihnen die⸗ ſelbigen geſchenkt, ſolche gegen Erlegung eines jaͤhrlichen Zinſes von ih⸗ nen hinwiederum empfiengen; ſo begreifet man von ſelber, daß dieſe Mildthaͤtigkeit ſo wenig denen Beſitzern als denen Kloͤſtern ein Recht ge⸗ geben, dieſe Guͤter der vorigen Hoheit und Gerichtbarkeit zu entziehen, und einer andern zu unterwerfen. Der vielen Exempel von Zinſen un⸗ ter fremder Hoheit, und anderer Gruͤnde in einer ſo klaren Sache zu ge⸗ ſchweigen. Was ſonſten bey denen Zinßguͤtern noch vor Fragen vor⸗ kommen, z. E. in wie weit der Heer den ruͤckſtaͤndigen Zinß und derglei⸗ chen auch von einem dritten Beſitzer annoch fordern konne? Wie ſol⸗ cher bey Veraͤnderung oder Ungewißheit der Muͤnz oder der Maaß zu bezahlen? ꝛc. Solche ſind zum Thell ereit oben unter denen Baueroi⸗ 5 NR3 tern ter. 134 l. tern mit beruͤhret, und werden auch noch unten bey der Emphyteuſi mit vorkommen. 10) Chur⸗ X. Von denen Churmed⸗Guͤtern. aeWas die Benennung dieſer Guͤter und die eigentliche Bedeutung die⸗ ſes Worts anbetrift, ſo fehlet es auch hier nicht an unterſchiedenen Muthmaſſungen. 1) Ant. Matthæi paroem. 2. n. 46. p. 62. will, daß es zuſammengeſetzt von coer waͤhlen und mute, welches im Schotti⸗ ſchen ſo viel als placitum hieſſe. Es hat aber der Herr von Ludewig in Jur. Client. p. 276. ſolche Ableitung deswegen mit verworfen, wei man nicht leicht aus zweyen einerley bedeutenden Worten ein drittes wuͤrde zuſammengeſetzt ſinden. Nun ließe ſich dieſer Einwurf zwar an⸗ noch heben, indem waͤhlen und gefallen nicht einerley bedeuten, umd nach dieſer Abſtammung Churmecie eine Wahl nach Belieben, d. i. ei⸗ ne voͤllig freye und uneingeſchraͤnkte Wahl anzeigen koͤnnte. Ich ſinde ſie aber deswegen nicht wahrſcheinlich. a) Weil nicht leicht zu glauben, daß man, um dieſe Guͤter zu benennen, ein Wort aus dem Schottiſchen ſollte entlehnet, und es mit einem Teutſchen zuſammengefuͤgt haben. Auch b) Dieſe Benennung garx zu allgemein ſeyn wuͤrde, und gar nicht insbeſondere anzeigte, worinnen ſich die beliebige Wahl bey dieſen Guͤ⸗ tern aͤuſſern ſollte. 2) Der Herr von Ludewig c. 7. 5. 279. meinet, daß es von Cur, welches ſo viel als curia oder curtis bedeute, und von mecde oder miethe zuſammengeſetzt, und alſo ſo viel als conductio do- minica, d. i. Hoffmiethige, Hoffheurige Guͤter anzeige, wobey er ſich ver⸗ wundert, da er ſo deutliche und uͤberzeugende Gruͤnde von dieſer Mei⸗ nung habe, daß nicht andere vor ihm ſolches auch eingeſehen, doch fuͤhret er gleich nachhero an, daß Mattbæi c. 1. auch ſchon auf dieſe Gedanken gekommen waͤre, ſie aber wieder verlaſſen haͤtte. Seine Gruͤnde an ſich ſind dieſe. a) So hieſſe cur, curt, hurt, curtis, auch im Teutſchen ſo viel als dominica villa, und Eur⸗Rechte, Cur⸗Gerichte, welche man in denen Urkunden funde, nenneten wir Hof⸗Rechte, Hof⸗Gerichte, und daß mede ſo viel als Miethe bedeute, waͤre jedermann bekannt. b) So bezeuge olches das Synonymum von Curmede, als welche auch Hoffheurige uͤter genannt wuͤrden. 9) So ſtimmete ſolche Ableitung mit der Natur dieſer Guͤter ſehr wohl uͤberein, weil es gemiethete, und von der Leibeigenen ihren unterſchiedene Guter waͤren. Es ſind aber al⸗ le dieſe Grunde, ſo unwiederſprechlich ſie der Herr von Eidemig auf angeſe⸗ .—2— der Em Haün ern. iche Be augap tan un una 46. d.( jil, 1 delches n Sche Herr! n luden nit verl aten, w Worte zun deit Einw imzwarw rley b atten, u koͤnnt Ich ſh t leich anglaube s dem chottiſch mmen iitzt haba rde, Iun gar ni ah e dnten Gl⸗ 1 5. 2 8 meinet, bedeu and von als cc un Gtio do wol iueſich ber ade vo nneſer M geſede aoch fühn auf d u Sedant deine( deanf uch in Futſche erichte ielchem be, 4 Gerch gete ſo dAlblii⸗ b 8 00oE. 135 angeſehen, dennoch bereits ſattſam von Zerr Potgieſſer de Sratu Servo- rum Lihb. I. Cap. Il. F. 39. wiederleget worden. Denn a) So iſt das Wort cur oder curtir im Teutſchen niemals angenommen geweſen, ſon⸗ dern man hat ſich davor des Teutſchen Worts Hoff bedienet, und iſt al⸗ ſo ſo leicht nicht glaublich, daß man ein Wort Lateiniſch und ein Wort Teutſch zuſammen geſetzt, um Cur mede daraus zu machen. b) So iſt es ein ziemlicher Irrthum, daß er Hoffhoirig, oder nach Hoff gehoͤ⸗ rig mit Hoffheurig verwechſelt. Es heiſſet ganz deutlich in der von ihm angefuͤhrten Urkunde de A. 1437. aus dem Coriſio Iracl. 3. adverſ. part. 1. c. 13. u. 17.„onſe eyphen Hoffhoirige Man is in onſen Hoff „tot Henglon.“ Und zudem, ſo wird von dieſem zum Hofe gehoͤrigen Mann ausdruͤcklich der andere als Koermediſch unterſchieden, daß alſo Hoffhoirig, wenn man gleich wieder alle Wahrheit ſolches durch Hoff⸗ heurig erklaͤren wollte, dennoch nicht einſt vor ein Synonymum von chur⸗ mediſch zu halten waͤre. c) Daß es keine bloß gemiethete Guͤter ſeyn, wird ſich aus dem, was wir ſogleich von ihren Eigenſchaften anfuͤhren werden, ergeben. 3) Herr Porgieſſer cit. l. haͤlt davor, es ſey von Cbur Wahl und Od ein Beſitz zuſammengeſetzt, und hieſſe alſo ſo viel, als ein der Wahl unterworfenes Gut, welches dadurch bekraͤftiget wuͤrde, weil man in denen Urkunden nicht Curmied, ſondern Curmod oder Cur- mud finde, und in einer Urkunde bey Pontano Lib. Vl. Hiſt. Geldr. ad MA. 1220. p. 130.„. ſo. die LCurmecde beſchrieben wuͤrde, quod eſt unum optimum de poſſeſſione. Funde man aber auch hiebey etwas auszuſetzen, ſo koͤnne man es 4) Von Koer, welches bey denen Hollaͤndern und in ſeiner Gegend eine Strafe bedeute, herleiten, weil bey Abſterben des Bauern gleichſam zur Strafe etwas von deſſen Guͤtern dem Herrn zufalle. Es iſt aber auch annoch ſehr vieles wieder dieſe beyden Abſtam⸗ mungen zu erinnern. Denn was die erſte betrift, um nicht wieder an⸗ zufuͤhren, was wir ſchon oft wegen der Ungewißheit der angeblichen Be⸗ deutung des Worts d oder odge bemerket haben; ſo wuͤrde a) es nicht 5 wohl curmede als vielmehr curode heiſſen muͤſſen, und waͤre keine rſache, warum man das m annoch hineingeſchaltet. b) So wird die Churmede nicht allein von Guͤtern, ſondern hauptſaͤchlich auch von denen Perſonen der Leibeigenen gegeben, und iſt nur allein bey dieſen nach der eigenen Meinung Herr Borgieſſers anfaͤnglich in Gebrauch ge⸗ weſen. c) So wird man ſehr ſelten Curmod oder Curmud faſt im⸗ mer angefüh ar elches d e d„ n Haab ig keta mmung tt ea Curme znit ke ieler al ſchlberne dieſe, da acoon( aſamme ahetzt, w Beſitzel 5* ſolch Niethe ih, alzi n aus ſ an rnache wieder ah: Paxg⸗ yden I Mer mih vor ei un Verſw i0, W it⸗Miei hen Gi atvon en Leibeig am, als d hatten, un welche en wi un Antey er Ea nld Küa die all ungruͤnde⸗ eine ht, we Jahl⸗R d, Chuu⸗ Jc. L. N imgli llet; Mern eb heſem K u tandeſ Free vi 7 Däer, iſt m owohli vor de Mbrauch nd wir ernachat 137 card ad L. Sal. p. 62. Folglich iſt Churmeda nichts anders als ein Wahl⸗ oder gewaͤhlter Lohn oder Gabe, und laſſen ſich hieraus alſo leicht die obigen beyden Einwuͤrfe heben. Denn a) ſo muß man uͤberhaupt dergleichen zuſammengeſetzte Worte im Deutſchen nicht auf Lateiniſch mit zweyen Subſtantivis und zwar beyderſeits in caſu recto ausdruͤcken, ſon⸗ dern das erſtere, als welches die beſondere Beſchaffenheit oder Art des zweyten Geſchlechts⸗Worts anzeigt, insgemein mit einem Adjectivo uͤberſetzen. Z. E. Chur⸗SFuͤrſt heiſſet im Lateiniſchen nicht Electio Prin- ceps, ſondern Eligens-Peinceps. Erb⸗Zinß nicht hereditas Cenſus, ſondern hereditarius Cenſus. Und alſo, wenn man gleich die gewoͤhn⸗ liche Ableitung von Churmecde behielte, wuͤrde ſolches doch nicht ele- Ktio conductio, ſondern eligens oder electitia conductio heiſen. b) So bedeutet hier angefuͤhrtermaſſen mede oder mieta nicht ſowohl den Contract als den Lohn dieſer Miethe, oder uͤberhaupt eine Abgabe, und Churmede alſo nichts anders als ein Wahl⸗Lohn, Wahl⸗Gabe. Mer- ces electitia. c) Eben deswegen, weil die Churmede nicht ſowohl bey denen Guͤtern als vielmehr und hauptſaͤchlich bey denen Perſonen der Leibeigenen ſelbſt anzutreffen iſt; ſo muß auch das Wort eine Abgabe an⸗ zeigen, die nicht allein bey Guͤtern, ſondern auch bey Perſonen ſtatt fin⸗ den kann, und iſt es uͤberdem ein bloſſes Ludewigiſches Vorgeben, daß die Churmedigen ſo ſehr von denen Leibeigenen unterſchieden ſeyn ſollen. Churmece iſt alſo uͤberhaupt eine gewiſſe Abgift, welche der Herr ſich nach dem Tode ſeines Leibeigenen, Bauern ꝛc. aus deſſen Verlaſſen⸗ ſchaft waͤhlet. Caſarius ad legiſtr. Prumienſ. p. 493. ap. Leibnit. Tom. i1. Collect. Etymol. Homines illuc attinentes, qui appellantur Hovet-Lude alibi commorantes, ſolvunt de capitibus ſuis annuatim vel circiter hog, quæ infeodata eſt. Et ſciendum eſt, quod omnes bomines& man- ſioharii& capitales, qaaudo moriuntur cormedas ſolount. In einer Urkun⸗ de de A. 10 40. Abbatialis Eccloſ. Shuru ap. Job. Mantel. Hiſt. Loſſeuſ P. II. p. 3. cit. in noviſſ. Edit. Gloſſar. du Freſue b. v. Tota autem illa cognatio poſt mortem ſuam de capite ſuo pro jure quod vulgo attulit ſi- ve Corimede dicitur, tantum XII. denarios& nihil amplius ſolvat. Was den Urſprung dieſes Rechts des Herrn anbetrift, ſo hat Herr Pot- Lieſſer Lib. II. Cap. XI. g. 17. 7eqg. die unterſchiedene Meinungen davon an⸗ gefuͤhret, und dabey ſehr wahrſcheinlich erwieſen, daß es von dem Recht, ſo die Herrn vormals uͤber ihrer Knechte Verlaſſenſchaft gehabt, herruͤhre⸗ S—. d2 ün in gun Vieh, hungw Dewwiſt unde at ittenn n hallen Peihe Uleuter er Mnüt ſie iht mnetrnw Eſtor. UR finufmi e Nal an nach erſone wer Urſt en ꝛc. amhmterſce g ode F audeln t, Fal Peohnliſ ⸗Recl peib⸗G Zoll, ucer⸗Rh capit as(arallu m, 1 AMicinium erklaͤn man be⸗ ſne, 1 Potgi ichhat mchüchd nen 1 hegartt Umeh mlihrené aund mmeralsch 3 mul an 1 1 3 3 OhI. M wurd ic dieſete er be zuere Na orten’ üindigu mir Frahſ - — —, — — —2 — = — haben, beſtehet nun alſo darinn. 10 Ehe ſich nach dem Tode des bisherigen 2 nior 140 o er nior filius ipfius ſi de familia eccleſiæ fuerint, cum matre iufeodetur. Policeyordn. Herzog ob. Wilbelm de A. 1009. p.§§. cit. à Du. Lade- wig. in Jur. Client. p. 292. lit. d.„Wenn uns einige Kurmoͤden verfallen, „ſollen dieſelbe uͤbermitz das Gericht/ oder zum wenigſten in Beyſeyn zweyer „Scheffen Hofsleute oder Laten verthedingt und durch unſere Bevelsha⸗ „ber auf der Rechenſchaft ein Zettul uͤbergeben werden: Darinnen ver⸗ „zeichnet, wie viel Kurmoͤden das Jahr gefallen, und die Verſtorbene „geheiſchen, von was Guͤtern ſie die geben, und welche wiederum da⸗ „mit behandet oder belehnet ſeyn.“ Und ihm dabey zu Zeiten eine ge⸗ wiſſe Treue in Verwaltung des Guts eydlich angeloben, welches nach dem Zeugniß des Herrn von Ludewig c. l. das Gut aufſchweren ge⸗ nannt wird. 3) Er hat alſo kein voͤlliges Eigenthum daruͤber, und darf ſolches nicht vertheilen, und noch weniger ſonſten veraͤuſſern. Lamb. Goriſius Tract. 3. P. 1. u. 14. p. 253. ap. Ludewig. c. I. p. 302. Curmedis- les prædia, quæ jure curmediali poſſident, inſcio aut invito domi- no nec alienare, nec dividere, nec quocunque modo de iisdem dis- ponere poſſunt. Auf welche Gewohnheit ſich auch die Klaͤger ap. Meichr ner. Tom. J. Lib. I. Deciſ. Camer. p. 165. u. 4. berufen.„Hetten Acto⸗ „res ihre Rollen und Regiſter von Vorzinſen und Churmindigen Guͤtern, „wo nu alle ſolche Churmindige absque conſenſi Actorum vertheilt, „verſplieſſen, auch die jaͤhrliche Guͤlt, alſo in drey oder vier Theil vertheilt, „were es wieder die Vatur ſolcher Guͤter.“ Doch bezeuget Marbai zroen. 2. n. 79. daß dieſes in ſo weit durch die heutige Gewohnheit emaͤßiget, daß die Theilungen zwar in Abſicht derjenigen, ſo ſolche unter ich gemacht, guͤltig bleiben, hingegen alles ſo eingerichtet ſeyn muͤſſe, daß der Herr auf keine Art darunter leide. Zu welchem Ende ſie unter ſich einen ausmachen muͤſten, der im Namen aller das Gut von dem Herrn empfange, und ihm die Huld und Treue angelobe, Mlcher der Hulder genannt wuͤrde. Womit auch das in der von Meuchrner c. 4. angefuͤhrten Sache in der erſten Inſtanz geſprochene Urtheil uͤberein⸗ kommt.„Wer von den Beklagten Churmuͤndige Guͤter hiebevor ver⸗ „ſplieſſen, dieſelbige ſo ſolche Spließ haben, ſollen von jedem ſolchem Gut, „einen Empfaͤnger ausſetzen, und nach Abſterben deſſelben die Churmund „zuſammen vertheidingen, des Herren Recht fuͤnff Malter.· Er be⸗ zahlet dabey ſeinen jaͤhrlichen Zinß, wie aus denen angefuͤhrten Stellen, bey Meicbeuer c. I. erhellet, denen man noch berfuͤgen kann, Was. 5. ——— n matu n ocktn cit. d. L. urmod„mexfall nin Be Lr ch unſe(nevelh den: D an ven u und die Mrſtorda velche nerumd dey zu; ihen eineg ooben, an ches wai zut au whveren 4 darul m unddi deraͤu a. Lam 1.p. Zo urmedt 0 aut uml to dom odo d i dem d de Klaͤ ung d. Meit en.„ Anten Ach rmin un Güter Lctoru amertheilt, vier T uertheilt ch des ant Matbe eutige 3wohnhe ngen, 9 lche un aerich eyn müſß N Achem 8 ſie un er dat Nt von d angelo ſur lcher er vor e Tnel 1 chene! il uͤbern e Güt nebevor on jed ichems b eſſelbe Chum b 2)O( e 141 Klaͤger ibid. p. 164. n. 7. verlangen:„Die empfangende Hand ſoll auf be⸗ „ſtimmten Vortrag ihren Verzinß unvertheilt zu entrichten ſchuldig 3 „ſeyn.“ 5) Die Beſitzer dieſer Guͤter haben im Zweifel immer die Vermuthung wieder ſich, daß ſie Leibeigene ſind. Es leugnet zwar ſolches der Herr von Ludewig c. J. p. 276. weil in der von ihm p. 280. aus dem Goriſio angefuͤhrten Urkunde die Churmedigen denen Leibeige⸗ nen entgegengeſetzt wuͤrden. Allein dieſe Urkunde lehret nichts weiter, als daß die Churmedige von denen zum Hoffgehoͤrigen unterſchieden ge⸗ weſen, und daß alſo alle Knechte nicht unter gleichen Bedingungen und Benennungen ihren Herrn gedienet, welches ohnedem eine bekannte Sa⸗ che iſt. Denn ſonſten ſo iſt uͤberhaupt a) die Churmede eine Abgabe oder Pflicht, welche aus der Knecht⸗ und Leibeigenſchaft ihren Urſprung hat, und von freyen Leuten nicht gegeben worden. In der Landes⸗Conſtitu⸗ tion Herzog Henrichs von Braunſchweig de 1. 1433. ap. Sohottel. de Sing.& antiqu. in German. Jur. p. 459. /eãa. heiſſet es von denen Laten und Leibeigenen:„Verner ſetten und willen we, dat we, unſe Prælaten, „Manne und alle dejenne, de in unſer Herſchop hebben eigene Luͤde „oder Laten, ſe ſin Manne edder Frowen kuͤnne, dat nemande na „ohrem Dode von ehren Erven mer nemen, edder van ohren we⸗ „gen nemen, eſchen oder ſchatten laten wan dat Stuͤcke nechſt dem „beſten, da bi deme Doden beſtorven waß, dat ſine waß, unde weme „dat van Rechte hoͤren mag, de mag dat uth des Doden nagelaten „Gute keſen. Waret ok, dat vrie Luͤde in Uſen Lande unde Her⸗ „ſchop woneten, oder ſeten⸗⸗⸗de ſchulden van duͤſſen Geſettes unde „Rechts unde Wohnheit wegen unbeſchadet bliven.“ b) So erhel⸗ let aus eben der Goriſiſchen Urkunde, daß der Churmedige ein Bruder des Hoffhoirigen Mannes, und ſie der Geburt nach gleich, und beyde der Knechtſchaft unterworfen geweſen, und wird ihr Gut zu Oeldinck ſowohl von der Hoirigkeit als Eigenſchaft befreyet. Folglich ſetzet hier der Herr von Ludewig ohn allen Grund, daß der Churmediſche Bru⸗ der das Gut unter einer Lehns⸗Verbindlichkeit und nur miethsweiſe be⸗ ſeſſen. Denn Hoirigkeit heiſſet hier nicht ſo viel, wie ſchon oben bemerket, als daß das Gut geheuret geweſen, ſondern beziehet ſich auf den Hoffhoiri⸗ gen Beſitzer, daß nemlich deſſen Gut zu des Herzogs Hoff zu Henglos gehoͤre. Aus dieſer Leibeigenſchaft der Beſitzer flieſſet alſo von ſelber. äS 3 5) Daß ———— 8 ͤͤ ͤõqõqöqõqöqö ͤͤaͤaähänͤͤäiqiͤ— —-————— 1““— 7———————-——— †. 5 5 —. ees—— 8 ——— ſͤͤͤöoͤſͤſͤſͤſͤſͤſͤſſſſſſſ“ ““ “-—e“““ * 24 4“— —— 142 9) O(8 6) Daß ſolche ihr Churmediſches Gut ohne Einwilligung und Freygebung ihres Herrn nicht verlaſſen duͤrfen. Es ſtimmet zwar der Herr von Kudewig Lc. 1. p. 299. auch hiemit überein. Die aus dem Pon⸗ tauo Lib. VI. Eiſt. Geldr. ad A. 1226. p. 130.„. 5o. beygebrachte Urkun⸗ de aber, woraus er ſolches beweiſen will, gehoͤret hier gar nicht her, als aus welcher nichts weiter zu ſchlieſſen, als daß aller derjenigen, welche ſich in der dem Grafen von Geldern zuſtandigen terra Velua niederlaſſen wollen, daß ſie nichts weiter als die Curmede nach ihrem Tode bezahle⸗ ten, ihre uͤbrigen Guͤter aber auf ihre rechtmaͤßige Erben vererbeten. Wenn aber ſolche nicht vorhanden, imgleichen, wenn ſie ſich an frem⸗ de Leibeigene auſſerhalb Landes verheyratheten, oder ſich ſonſten in frem⸗ de Oberherrſchaft begaͤben, ſollte ihre Verlaſſenſchaft dem Herrn an⸗ heim fallen. Die ganze Sache betrift alſo die Hurkinder, daß ihre Guͤter unerachtet ſie nach denen deutſchen Rechten unter die Knechte ge⸗ rechnet wurden(vid. Potgieſſer p. 12.) nicht jederzeit insgeſammt dem Herrn anheim fallen ſollten, ſondern ſolcher ſich mit der Churmede be⸗ gnuͤgen wolle. Von denen Churmed⸗Guͤtern aber ſelbſt, und daß ſol⸗ che von denen Beſitzern nicht koͤnnen verlaſſen werden, iſt in gedachter Urkunde nichts anzutreffen. Denn es folget nicht, daß alle diejenigen, welche vor dieſem die Churmede bezahlet, auch insbeſondere alſo genann⸗ te Churmed⸗Guͤter ſollten beſeſſen haben. b b Xl. Von denen Glonis oder Koͤlln⸗Hoͤfen. n) Csloniæ 1. n.(wlonus heiſſet uͤberhaupt einer der das Land oder den Acker bauet, Zoͤfe. wie das deutſche Wort Bauer in ſeinem eigentlichen Verſtande. Gleichwie nun, wie oben erwehnet, bey den Deutſchen zwar insge⸗ mein die Knechte den Ackerbau beſtelleten, bisweilen aber doch auch freye Leute ſolches uͤbernahmen; ſo findet man auch zweyerley Colonos. Nemlich diejenigen, ſo voͤllige Knechte, und andere, welche ihrer Per⸗ ſon nach frey waren, aber von denen Guͤtern eben die Dienſte und Pflichten leiſten und abtragen muſten, wie die erſtern. Von beyden kann man die Zeugniſſe bey 2u Freſne b. v. imgleichen bey Serr Potgeeſer de Sratu Servor. L. I. Cap. II. g. 35. und andern nachſehen. So hei⸗ ſet es z. E. in einer Urkunde Kaiſers Henrici IV. de A. 1097. ap. Sba- ten. AInnal. Paderborn. Lib. III. Et 1. molendinum cum trilus Man- — ͤ 71 —— 4 Enn iag 1 Es ſin an warg e endem. eygeb bne Ulch er gar zin her 4 rjenig tuh Velu ederiſt ihrem 3 ebezoh e Erb ererbenn enn ſi if an fie ſich ſi zin infte aft de nherrn a urkind † daß — ater d zipnechten it ins iaammt d ſelbſt d daß en, i u gedacht doß a Nejenigen ndere in genana⸗ rden c er baut ztlich aerſtam ttſche n var ind len a mwdoch al zwey an Colom „we Wihrer N een di2 ienſte l 4 A n bey dr Pogf 9) O(S88⸗ b 143 mancipiis Gyſone, Hagrd, Thietlero colonis ipſius prædii. Und hin⸗ gegen in einer Urkunde Koͤn. Ludovici VII. ex TZubulario S. Genofevæ ſtehet: Cum in præſentia noſtra Stephanus Abbas S. Genofevæ& Canonici ejusdem Eecleſiæ aſſerent, homines de Redoniaco eſſe ſervos Eccleſiæ ſuæ, homines id penitus negaverunt,& e tantum hoſpites Eccleſiæ& colonos eſſe confeſſi ſunt. Dem man noch, was wir oben de liberis colonis und ſonſten angefuͤhret haben, beyfuͤgen kann. Das Hauß und der Hof nun mit allem Zubehoͤr, welchen ein ſol⸗ cher Colonus ſowohl von der erſten als andern Claſſe beſaß, ward co⸗ lonia genannt. Donat. Salisb. c.§. Ad Chiemgow Trucharium ſer- vum cum colonia ſua& alia poſſeſſione. Und c. 1. Et comparavit ad eum villam, quæ dicitur Pindinga cum ſervis ibi manentibus iu co- loniir fuis. Die eigentlichen Bedingungen, unter welche ihnen ſolche eingegeben wurden, ſtunden zwar in dem Willkuͤhr des Herrn. Doch iſt zu ſchlieſſen, daß ſie ſolche erblich beſeſſen, ob ſie gleich kein voͤlliges Eigenthum hatten, ſondern die Ober⸗Herrſchaft ihrer Herrn daruͤber er⸗ kennen muſten. Denn ſo heiſſet es in Capitularihus Caroli Calvi Tit. 36. c. 30. p. 1§9. Tom. 41. ap. Baluz.(Quoniam in quibusdam locis coloni tam fiſcales, quam& de caſis Dei, ſuas hereditater, id eſt man fuaquæ tenent— vendunt——(miequid de ſingulis manſis ſine li. centia dominorum vel magiſtrorum— venditum eſt, recipiatur. Wo⸗ mit auch die obberuͤhrte von dem Herrn von Gabel Diſſ. de Jure 8 judicio ruſticorum p. 36. angefuhrte Urkunde de A. 1142. üͤbereinſtimmt: Erat autem hæc, lauten die Worte, nobis cum colonis illis conven- tio, ut quotquot ibi Manſi habeantur, totidem nobis à poſſeſſoribus eorum quolibet anno denarii perſolvantur, quo prædium non ſuum ſed Eccleſic& noſtrum eſſe, profiteantur— Defunçtis patrihus, tam filiæ quam jilii eorum allodia pari diviſione ſuſcipiant. Auch waren ſie zu gewiſſen Dienſten und Abgiften verbunden. In der Urkunde de M. 1007. ap. Guichen. Bihliotb. Sebus. Cent. I. n. 32. p. 7). edlit. Hojfm. Cum ſervis& uxoribus eorum, qui ipſas Colonicar proſervire viden- tur. Proſervire gber heiſſet ſo viel als Dienſte leiſten und Abgiften be⸗ zahlen. Siehe du Freſue b. v. Aus dieſen Coloniis nun ſind die in Schwaben, Elſaß und andern Orten beſindliche Koͤln⸗Hoͤfe unſtreitig entſtanden, deren heutige Rechte mir aber unbekannt ſind. Nach dem Anfuühren Beſolds in Theſaur. Pract. 5. v. ſind ſolche hauptſaͤchlich dn eiſt⸗ 43 3) o( Se Geiſtlichen zuſtaͤndig, und iſt alſo vermuthlich Wehner in Ohſerv. Prad. b. v. dadurch auf die ſeltſame Gedanken en denen Geiſtlichen zum ten alſo von der Kehle ihren Namen. viele die unter fremder Herrſchaft Keller oder Meyer ſetzen, der zu an der Gerichtbarkeit hat. auch hinwiederum jaͤhrlichen Zinſes, Duttlingen haben ſoll. gleichen Hoͤfe, welch Orten Cellas heiſſe. Kloͤſter bey dem Anwachs ihrer Wohnungen gehabt, andern dazu gebraucht, geſetzet, welche ih Kloſter liefern muͤ Koͤlln⸗Hoͤfe waͤr Colonis oder Colonicis nichts mehr zu thun, 11)(Com nuendatio- Ae/. Es zur re da Keln⸗Hoͤfe geheiſſen. eman Erbleyh 2 welche ſie Cellas genannt, und n daß ſie einige ihres Mittels dahin geſchickt oder Sie ertheilen ſolche gerathen, daß er meinet, die Unterhalt gegeben, und haͤt⸗ Die Geiſtlichen beſitzen deren belegen ſind, worauf ſie alsdenn einen Zeiten in ihrem Namen einigen Antheil Hoͤfe denen Beſitzern oder zum Erblehn gegen Erlegung eines dergleichen das Gottshaus Reichenau in der Stadt Es fuͤget Beſold ferner hinzu, daß man der⸗ n Schwaben Keln⸗Hoͤfe nenne, an andern Nun bezeuget auch du Freſue v. Cella, daß die Guͤter an unterſchiedenen Oertern gewiſſe -——yü— d welche ſie unter herum fallende Einkuͤnfte einfordern und an das ſſen, und kann es alſo wohl ſeyn, daß man auch ſolche Sie haben aber alsdenn mit denen vormaligen und gehoͤren auch eigent⸗ lich nicht zu denen Bauer⸗Guͤtern, wovon wir allhie handeln. XII. Von denen Comnmendationibus. und auch bereits in dem von Buriſchen Lehen⸗ iſt bekannt, viel, vielen Gelegenheiten konnte; ſo iſt auch Commendiſieæ, Comm Recht p. Fo. beruͤhret worden, daß als eingeben, anvertrauen heiſſet. und un commendare uͤberhaupt ſo Gleichwie nun ſolches bey ter mancherley Bedingungen vorfallen leicht zu erachten, daß die Commendationes, endatiæ ſehr unterſchieden geweſen. So wird darunter verſtanden, 1) wenn einer dem andern nur bloß etwas aufzuheben, oder in Verwahru che oder unbewegliche Sachen ſe gut einem dritten, oder auch weil er entweder weit verreiſen, oder wohl gar ſeinen Lehn⸗ 3) Wenn ein Freygelaſſener ſich dem uͤbergiebt, 1 Herrn befehden will. eines vormalige gewiſſes bezahlet. en Herrn uͤbergiebt, 4) Wenn uͤberhaupt ſich jemand unter eines— ng gegeben, es moͤgen nun bewegli⸗ yn. 2) Wenn der Vaſall ſein Lehn⸗ ſeinem Herrn ſelbſt auf eine zeitlang h dem Schutz und ihm davor jaͤhrlich etwas e nenn win anda e v. C 4, daßſt enen Q mrn gif und w ch ſie un dahin iachickt forder ꝛund and daß w imuch ſol it dem nmwormalig zebäte unp eigen hand u huus. Buri mi Lehah adare thaupt vie m wlches ßingut um vorfil Con mnadatiohs geweſ. So en m unloß ei ener 3) o( Ser⸗ 145 Schutz begiebt, wovor er ihm einen jaͤhrlichen Zinß bezahlet, oder andere Dienſte leiſtet. †) Wenn insbeſondere ſich jemand dem andern als Ba⸗ ſall unterwirft. 6) Wenn einer dem andern ein Gut auf Lebens⸗oder auf kuͤrzere Zeit zum Gebrauch eingiebt. Von welchen Commendatio- nibus nebſt denen vorigen allen man bey du Ereſne b. v. hinlaͤngliche Zeugniſſe antreffen kann. Derer Ritter⸗ Commenden, wie auch der Kirchen⸗Commenden, welche oben p. 561⸗62. beruͤhret worden, anjetzo nicht zu gedenken. 7) Wenn endlich die Kirchen und Kloͤſter gewiſſe Guͤter denen Leuten gegen jaͤhrlichen Zinß auf Lebenszeit eingaben, ſo wurden auch ſolche Guͤter commendationes, commendatiæ, com- mendæ genannt. Sie hatten einen doppelten Urſprung, denn es wa⸗ ren entweder Guͤter, welche die Eigenthuͤmer denen Kloͤſtern geſchenkt, und die ſie unter obiger Bedingung von ihnen wieder bekommen, oder welche die Geiſtliche von dem ihrigen jemanden eingegeben hatten. So bezeuget Hominicus de Prærogat. Allod. p. 126. daß er eine Urkunde in Haͤnden habe, in qua Petrus Prior Catuſienſis Arnoldo de Lolmeth Eccleſiam, terram& decimas de Colonſac in pago Caturcino com- zmendat, ea lege, ut quotannis 12. ſextarios frumenti, 6. fate& g. folidos in feſto Sancti Michaelis& Iohannis Baptiſtæ perſolvat. Auch ſchlieſſet er dabey nicht unwahrſcheinlich, daß dieſe commendatio- nes von denen benekiciis Eccleliaſticis muͤſſen unterſchieden geweſen ſeyn, weil es in LL. Longobard. Lib. II. Tit. 2½. 1. 2. heiſet: Ceteri ve- ro homines liberi, qui vel commendationem vel beneficium Eocleſiaſti- cum habent, ſicut reliqui homines juſtitiam faciant. Chrovicon Ke- nonienſe c. 20. ap. du Ereſune. Omnes obedientias fere ita ſibi retinuit, ut nullus Monachorum ſtatum Monaſterii ſcire poſſet, unde in a- liis locis, quæcunque habebat commendabat. Was ihre Eigenſchaften anbetrift, ſo halte ich, daß ſie mit denen Precariis mehrentheils einerley geweſen, doch meinet Dominicus e. l. daß bey ihnen keine fuͤnfjaͤhrige Er⸗ neuerung wie bey jenen noͤthig geweſen. XIII. Von denen Cornagiis, Cornerüs und Cornelien⸗)— Flia, Corge- ria Cor⸗ b Guͤtern.— Es iſt das Cornagium eine gewiſſe Beſchwerung, welche die Beſi⸗nelien⸗ tzer der Landguter, es mogten Edelleute, Buͤrger oder Bauern ſeyn, Guͤter. 246 e) o(Ser⸗ ſeyn, ihren Herrn von ihren Ochſen oder Hornvieh bezahlen muſten. Libertates Villæ de Moneto A. 1269. in Biturig. ap. Thomaſſerium L. 1. r. 65. cit. d du Freſne b. v. Si mnilites mei cornagium vel aliud donum mihi dederint, in beſtiis terræ mecx. Teſtament. Humberti de A. 124§. ibid. Et conceſſi hominibus e burgenſibus meis& hominibus. Ecclefiarum pro cornagio&c. Es beſtund ſolche ſowohl in baarem Gelde, als in Getrayde. Lihertates Sacri Caſaris A. 1327. ap. Eund. Videlicet cornagium, boc eſt, pro cornu cujuslibet animalis certam ecuniam. Tabular. Montismorilion. in Pictonihus fol. 59. Ipſi agricolæ ex unaquaque domo, ubi boves arabiles erunt, reddent nobis unum ſextarium awenæ, de foſſore vero eminam. Bey denen Spaniern ward dieſe Auflage Bovagium, und bey denen Engellaͤndern Horngel- dum genannt. Ferner ſo war bey denen Engellaͤndern eine gewiſſe Art von Guͤtern gebraͤuchlich, die Cornagia genannt wurden, und welche ih⸗ ren Namen daher hatten, weil die Beſitzer gehalten waren, bey dem Einbruch der Schotten oder anderer Feinde durch Blaſung des Horns Lerm zu machen. Camdenus in Muro. Pictico. Sed cum murus nune jaceat& tubulus ſit nullus, multi hic circumquaque prædia& fun- dos in cornage(ut jJuridici noſtri loquuntur) à Regibus noſtris te- nent, videlicet ut cornu irruptiones hoſtium vicinis fignificent. vid. da Freſue b.. Drittens ſo findet man in dem Monaſtico Auglic. Tom. III. p. 102. ap. du Freſhe b. v. gewiſſe Guͤter die Corneria genannt werden, deren Eigenſchaft aber nicht weiter beſchrieben wird. Seiendum eſt, quod iſti ſupra nominati tenent de illo burgagio ad Cornerium, de quo burgagio præcicta domus Hoſpitalis debet ſolvere domino Re- gi per annum 12. denar.— Item de Cornerio quod Adam Pelliparius tenet— per annum 2. ſolid. Ich glaube aber, daß ſolche ihren Na⸗ men nicht ſowohl von dem kateiniſchen Wort cornu, wie die vorigen, als vielmehr von dem engliſchen und teutſchen Wort Corn haben, und dadurch dergleichen Guͤter angezeigt werden, welche hauptſaͤchlich zum Kornbau gebraucht worden. Wie dann auch das Wort Cornage ſel⸗ ber heutiges Tages im Engliſchen eine Auflage auf das Korn bedeutet. Endlich ſo trift man auch die ſogenannten Cornelien⸗Guͤter an einigen Orten in Teutſchland an. So viel ich nun aus denen bey Meichbrner in Dac. Camer. Tom. II). Daczh. 23. p. 369. ſ009. befindlichen Nachrichten von dieſen Guͤtern ſchlieſſen kann, ſo ſind die Beſitzer derſelben Leibeigen — und nvieh he brn P. Tle ar am slidet Mnalis ent fol. G 1 ü agrich redde Imobis u Bey d an Spyan ingellal acn Kon ndern ugewiſti urden, un d welc lten w ann, beyd Blaf audes He Sed cuammrus ma naque an lia& fl Kagil unoſtris! ſgn. vid. 4 co AA Tom. II ia gen im twerden rd. Laut adum d 5 ad Cmlerium, folver ¹emino J od AC as' Pellipa daß ſ th ihren nu, 1Mw'ie vorg oort Cmwaben, ſche hemwaͤchlich! as A ae Cornag, b uf dar uß en beder lien⸗CWer an el⸗ denen 3elfeiche fndli da Nachid er dei Uen bähe 5 o0( Sor. 147 — re ——z und werden Cornelier genannt, ibi p. 371.„Die vor etlichen Jahren „Cornelier und des Stifts(Buchan) eigen Leute geweſen. Sie werden mit denenſelbigen beliehen, und muͤſſen ſie jaͤhrlich einen Zinß, welcher das Haupt⸗Recht genannt wird, davon bezahlen. In dem Revers de A. 1471. heiſſet es:„Das Gut⸗⸗ ſo jaͤhrlich ihrem Got⸗ „tes⸗Haus zinſet 4. ß. Heller, zwey Viertel Roggen⸗⸗ zu Erblehn „und zu einem Haupt⸗Recht empfangen han. Alſo daß ich und mei⸗ „ne Erben ihre Cornelier ſeyn werden, das von ihrem Gottes⸗Haus „zu Erbleyhen inhaben⸗⸗ um benannten Zinß das Haupt⸗Recht.“ Sie muͤſſen bey der Belehnung eine gewiſſe Treue an Eydesſtatt ange⸗ loben, ibid. Und in der folgenden Urkunde ge A. 12 5S0. ibi:„Daß ich „Abbatiſſe und dem Gottes⸗Hauß verſprochen han, ihren Schaden „zu wenden und Frommen zu fordern und zu thun, alles was ein Le⸗ „henmann zu thun ſchuldig iſt ſeiner Lehn⸗Frauwen.“ Wenn ſie ihr Erbrecht veraͤuſſern wollen, muͤſſen ſie, wie vor dieſem bey denen Le⸗ hen, den geſchehenen Kauf dem Herrn melden, daß ſolcher ihn bekraͤf⸗ tige, und der Kaͤufer durch den Herrn in den rechtmaͤßigen Beſitz des Guts geſetzet werde, laut der Urkunde de A. 122.„Kam fuͤr uns „auf unſer Pfallentz, der beſcheiden Clauß Rieb, und gab uns auff ein „Cornelier⸗Gut gelegen⸗⸗⸗ und bate uns demuͤthiglich, daß wir daſ⸗ „ſelb Gut leyhen wolten dem erbarn Hans Schoͤnen, wann er das „umb ihne recht und redlich erkauft hab. Alſo haben wir ſein demuͤtig „Gebet erhoͤret, und haben daſſelb Gut geliehen, dem vorgenannten „Hanſen Schoͤnen, und leyhen ihm das zu einem Haupt⸗Recht.“ Ob dieſe Guͤter nun von denen Cornagiis oder Corneriis alſo genannt worden, oder ob der Name Cornelius dazu Anlaß gegeben, nebſt ih⸗ ren uͤbrigen Eigenſchaften, ſolches laſſe ich denen, welche genauere Nach⸗ richt von ihnen haben, zu unterſuchen uͤber. b XIV. Von denen Ding⸗Hoͤfen oder Curiis Domuni 14. Ding⸗ Boͤfe, (Curiæ Do- s hat zwar Schilter eine beſondere ziemlich weitlaͤuftige Dihertation inicales. von denen Curiir Dominicis oder Ding⸗Hoͤfen geſchrieben, welche ſei⸗ nem Commentario ad Sus Leudale Ilemanncum beygefuͤget iſt. Wenn man aber die unnoͤthige Wiederhohlungen und Ausſchweifungen, wozu ihm der unbequeme methodus aantian Anlaß gegeben, nebſt denen ver⸗ 2 geb⸗ 148)O( Sr⸗ geblichen Wiederlegungen des Durrii, welcher gleichfalls vor ihm von die⸗ ſer Materie eine Inaugural Hiſputation gehalten, hinwegnimmt, ſo duͤrf⸗ te man kaum ein paar Blaͤtter oder Seiten mit dem, was zu der wuͤrkli⸗ chen Erklaͤrung dieſer Guͤter dienet, anfuͤllen koͤnnen. Nemlich, wir ha⸗ ben bereits oben angemerkt, daß die Bauern zwar insgemein als Knech⸗ te unter ihren Herrn geſtanden, daß aber dieſe dennoch keine eigentliche Gerichtbarkeit uͤber jene gehabt, wenn ſie ſolche nicht durch ausdruͤckliche Privilegien erlangt, oder auf andere Art hergebracht. Dieſes beſondere Porrecht haben nun die Ding⸗Hoͤfe oder Curiæ dominicæ, als welche ihren Namen daher haben, weil die dazu gehoͤrige Bauern ſich daſelbſt jaͤhrlich zwey⸗bis dreymal vor Gericht oder vor dem Ding ſtellen muͤſſen, und werden ſie deswegen auch Curiæ Placiti, Curiæ judiciales, ge⸗ annt, wie in dem von Scbilter. p. 550. angefuͤhrten Kegiſtro Feodali. Item Domina Johanna Comitiſfa Montisbilgardi habet in feodo Curiam placiti ibidem, vulgariter Dingbof, quod fuͤget Schilter hinzu, in eo⸗ dem Regiſtro etiam Curia Judicialis appellatur. Imgleichen Kade⸗ Hof, d. i. wo man vorgeladen wird, z. E. in dem Ding⸗Hof oder Saal⸗ Zuch des Kloſters Ebersheim de Anno 1320. ihid. p. 599.„So ſoll „ och hie nieman de keinen Lade⸗Soff haben noch machen ze Hus noch ze Hove ane den Abbet alleine und ſin Gottes Hus.“ Und weil ſolcher Hof 39 ☛ insgemein derjenige war, worauf der Herr ſein Wohnhauß hatte, ſo⸗ heiſſet er auch Sadel⸗oder Sele⸗Hof.(Siehe unten von denen Sa⸗ liſchen Guͤtern) In dem Ding⸗Rotuli zu Capell ap. Schilt. c. I. p. 59§.„Der Sele⸗Hof(Sedel⸗Hof, Curia domini) da dis Gut und „die Huber inhoͤrent, der lit zu C. obwendig der Brucken uf dem eigene „das 8. Gerien was. Und ſollen darinne jergelichen ſun druͤ Ding, „eins nun zu Hornunge, eins zu Meien und eins zu Herbeſte.“ In dieſen Gerichten nun, welche angefuͤhrtermaſſen ihre gewiſſe beſtimm⸗ te Jahrszeit hatten, war der Gutsherr bisweilen Praͤſident. In dem Hub⸗Recht zu Haſelache Du. de Cchſenſtein p. 59 5.„Und ſol ouch das „Gerichte niemand beſitzen denne ein friger Hant von Ochſenſtein „de Alteſte der ein Leyge iſt.” Die Meyer⸗Voigte, oder Schultheiſſen e. waren die Richter. In dem Hoves Recht zu Sygoltzheim 5.„Do. „Diß iſt das Dinc an dem erſten Dunrestage ze Hornunge, unde lit das „Recht alſo: Das der Meiger ſol richten ſinen Hubern alſe recht „iſt.“ Und weil die Streitigkeiten mehrentheils Sachen, ſo das Sn weſen „—— —ſſ mmwegni a ſo was at. wir. insgem aas Sma mnoch ke an igentt ht durch ag drich ht. D aß beſonn omninic„auls wet Baue iuach daſt Ding uun miſee uriæ] iihe iales, 9, ſero A zali. he t in t àoo CQum bilter au, int Ime ub)en L0 ding⸗S e der Sa 1 9. ſ. d„ So 1 achen; ah s hoch Ind w chera Zohnhe m)atte, ſ aten d umanen S. 1ap. Mt. c. 1. i) da n Gut rucken indem eige chen ſau'ru Din eins un Serbeſtt ire o inſebeſtin Praͤſt i Jugh 5„U ic louchd Syge im 3. dornut:. I en 91 4 L0 Dache a din )o(⸗ 1249 weſen angiengen, und deren alſo die Bauern erfahren waren, anbetraffen, ſo waren die Huͤbner die Beſitzer, welche deswegen auch Stuhlgenoſſen genannt wurden. In denen Rechten des Hofes zu Eckheboltzheim p. 60§.„Item hernach- uff den 12. November den erſten Dinckhoff⸗ „Tage haben abermahls gemeine Huober und Stulgenoſſen, uff Anbrin⸗ „gen des Schultheiſſen und Meyers einhelliglich erkandt und uß⸗ „geſprochen.“ Es war ein jedweder zu dieſem Gericht gehoͤriger bey ge⸗ wiſſer namhafter Strafe gehalten, ſich dabey einzufinden. Ding⸗Ro⸗ tul zu Capell.„Und ſullent die Huber die dru Ding ſuchen, und wer „zu ir eime nicht komet, der wettet in dem nechſten Dinge darnach zwe⸗ „ne Schillinge Strasb. Pfenninge die ſullent werden den Hubern zu irme „Koſten.“ Die erforderlichen Zehrungs⸗Koſten zu dieſem Gericht wurden von denen ſaͤmtlichen dazu gehoͤrigen Herrn Richtern und Bauern ge⸗ tragen. Hoves⸗Recht zu Sygoltzheim.„Unde ſint du Recht alſo „herkomen; das die Capelle ſoll geben ein Eimer voll Wines unde zwelff „wiſſu Broet. unde der Meiger alſo vil- je die Hube ſol geben zwey „vierteil Wines und acht Phenninge, unde ſol man in darumbe geben, „nuwen Win, unde virnen⸗ unde geſotten unde gebraten.“ Wenn ſie ſich bey denen Ding⸗Hoͤfen wegen des Urtheils nicht vergleichen konnten, ſo ward bey einigen die Sache an den Abt und deſſen Gericht ſelber ge⸗ bracht. Ding⸗Hof oder Saalbuch von Ebersheim de A. 1320. p. 5§7. „Unde ſwas men Sachen oder Urteile nut en kan noch en maec vinden in „den Dinchoven die an das Cloſter horent, das ſol man ziehen her wider „uf die Phalze zu Ebersheim munſter vur den Abbet unde vur den Voget „Unde vur die Meigere die an das Gotshus horent. das die uf den lit ein „Urteil druber ſprechenꝛe.“ Uebrigens finden wir von dergleichen Gerich⸗ ten hin und wieder in alten und neuen Zeiten ſehr viele Spuren, z. E. in der Urkunde de 7. 1015. in Codicillo Diplornat. Bamberg. n. 3. p. 1119. ap. Ludewig Seriptor. rerum Banberg. Quibus etiam, heiſſet es, pla- cationes offenfarum, ſatisfactionum vel emendas exceſſuum, vel in- juriarum in omnibus cauſis civilibus tam iu tribus placitis Maſi autumni & Februarii quam in omnibus plane negotiis, ab univerſis eccleſie colonis volumus exhiberi. In der de 4. 1142. ap. Gæhel Diſl. de u- re& judicio ruſticorum p. 37. Tribus etiam aunuatim diebur ad placita ſui advocati ex condicto veniant. Die im Bremiſchen gebraͤuchliche Holz⸗Gerichte, die Weißthümer⸗ Hofmarken, Huber⸗ Häger, daten⸗ &. 3 eri 280— 8)(88. Gerichte und andere gehoͤren auch hieher. nem andern Orte ausfuhrli nicht laͤnger dabey aufhalten, ſondern zum Beſchluß nur noch merken, — Weil wir aber hievon an ei⸗ zu handeln haben, ſo wollen wir uns allhie daß entweder dieſe Ding⸗Hoͤfe ſelber bisweilen denen Bauern unter de⸗ nen gewohnlichen Beſchwerden ſind eingegeben worden, oder daß man L degen zu denen Ding⸗Hoͤfen gehoͤrigen Bauerguͤtern zu Zeiten dieſen Namen beygeleget haben muͤſſe. Denn ſo lautet es in dem Extractu Protocolli ap. Schilter. in Gloſſario v. Ding⸗ Hof Tom. III. T heſaur. Antiquit. Germanic. ibi: Urtel: daß das beſt Pferd, das der alt 1. „Hl. auff Zerr H. A. ſelig Dingkgut zum Ackergang gefuͤhret, und „das gemelt Gut gebuwet hat, als gemelter Herr A. gelebt, und auch „nach ſeim Tode, J. F. S.(ſolches war der Klaͤger) vor ein Beſthaupt „verfallen und zugeſtellt werden ſoll.“ XV. Von denen Dwer⸗Nachts⸗Guͤtern. I15. — Es edenket ſolcher Herr Porgieſſer de Statu Jervor. p. 721. nur dem Guͤter. Namen nach, und weil ich nichts weiter davon gefunden, muß ich mich voritzo mit der bloſſen Anfuͤhrung begnuͤgen. 16. br⸗ XVI. Von denen Ehrſchaͤtzigen oder Laudemial- ſchaͤtzige Guͤtern. demial- Güter. oder Lau. gs iſt etw q s ſehr gewoͤhnliches bey denen Teutſchen Voͤlkern geweſen, ’ daß die Herrn der Guͤter bey Eingebung derſelben ſich vorbehalten ha⸗ ben, daß auſſer denen jaͤhrlichen Abgiften annoch bey Veraͤnderung des Beſitzers, der neue Inhaber gehalten ſeyn ſollte, vor die ihm ertheilete Ein⸗ gebung des Guts dem Herrn etwas gewiſſes zu geben. Dieſe Beſchwer⸗ de nun hat nach Beſchaffenheit der Guͤter, Laͤnder, Beſitzer ꝛc. unterſchie⸗ dene Benennungen bekommen, z. E. accapitum, laudemium, Bauleh⸗ nung, Hand⸗Lohn, Lehnwaare, Wegloͤſens, Todte Hand ꝛc. Und unter andern mehrern wird ſie auch Ehrſchatz genannt. Nemlich eine Abga⸗ be oder Schatzung, ſo wegen des Lehns oder der Ehre gegeben wird. Denn daß die Lehne honores, und die Zinß⸗ und andere Guͤter hinwie⸗ derum Lehne genannt werden, iſt bekannt. Es iſt alſo zu vermuthen, daß man nach Maaßgabe deſſen die Zinß⸗ und dergleichen Guter auch bis⸗ weilen Phren geheiſſen habe. Gleichwie nun ferner, wie oben gemeldet, einer aus unterſchiedenen Urſachen Zinß von oder aus einem Gut henan vor el! noeſthau Fuͤten m r. p. un nur d defur as, mußi Lau mul- Volk unzeweſen, ich do maltenhe⸗ Wer u rung de eihm milete En . Di Zeſchwwe Jiſitzet Kanterſch dem an Saſ Hand r und hhie Nen t ine 2 Ehre! den wit ndere Wer hine )o a... 1 und ſolches auch aus einem Gut, welches ihm niemals zugehoͤret, und woruͤber ihm weiter gar keine Rechte zukommen, empfangen kann; ſo iſt zu merken, daß weil uͤberhaupt der Ehrſchatz ſich insgemein auf ausdruͤck⸗ liche Vertraͤge gruͤndet, es bisweilen denen Partheyen eingefallen, daß ſie in Nachahmung des Ehrſchatzes, der bey denen Guͤtern, die denen Beſitzern gegen einen jaͤhrlichen Zinß eingegeben werden, gebraͤuchlich iſt, ſolchen auch bey denen andern Guͤlten oder jaͤhrlichen Einkuͤnften, die nicht vor die Eingebung des Guts, ſondern als gewiſſe Zinſen von ei⸗ nem Capital, das auf ein Gut haftet, bezahlet werden, verabredet, wel⸗ che man dieſerwegen ewige ehrſchaͤtzige Zinſen genannt. So bezeuget Schilter in Diſſ. de bonis Laudemialibus p. 6Q0m.,, daß A. 1466. zu Straß⸗ burg die Vertauſchung gewiſſer jaͤhrlicher Ehrſchaͤtzigen Zinſen, welche auf ein Hauß und den Grundplatz deſſelben, ſo davor zum Unterpfande geſetzet geweſen, gehaftet, bekraͤftiget worden, kurz alſo: Der Ehrſchatz iſt eine Beſchwerde, welche nach dem Willkuͤhr und der Verabredung der Partheyen auf allerley Art Guͤter und Rechte haften kann, und ma⸗ chet alſo in ſo weit keinesweges eine beſondere Art von Guͤtern aus, wie denn auch in der ganzen gemeldeten Deſertation Schilreri: De bonis Laude- mialibus, quæ Ebiſchazica vocamus, kein Exempel von Guͤtern die vor andern dieſen Namen gefuͤhret, anzutreffen, auſſer, daß des Vadiani Zeugniß, der ſie auch alſo genannt, p. 627. zu leſen iſt. Es haͤtte al⸗ ſo der Titul dieſer Schrift eigentlich micht de bonis Laudemialibus, ſon⸗ dern de Laudemio quod Ehrſchaz vocamus, heiſſen ſollen, und folg⸗ lich wuͤrden wir, wenn wir die Ehrſchaͤtzigen Guͤter erklaͤren wollten, nicht ſowohl eine neue Art von Guͤtern erlaͤutern, als vielmehr viele von denjenigen, welche an ihren Orten insbeſondere erklaͤret werden, allhie wieder mit ein⸗ und untereinander miſchen, indem es Zinß⸗ oder Erb⸗Zinß⸗Meyer⸗Guͤter, Emphyteuſeés und dergleichen giebt, welche ins⸗ geſammt zugleich Ehrſchaͤtzig ſind. Was uͤbrigens die bey der Lehnwgare ſelbſt vorkommende Fragen anbetrift, ſolche werden wir unter der Em⸗ phyteuſi mit eroͤrtern.— b XVII. Von denen Emphyteuſibuzg.„ Pe. Ehe wir zu der Erklaͤrung der Emphyrteuſium ſchreiten, muͤſſen wjr 2uenſe⸗. zuforderſt unterſuchen, ob ſolches auch Guͤter ſind, die bey denen Teut⸗ ſchen angenommen worden, und ob deren Eroͤrterung alſo zu unſerm Vorhaben dienet. Nun hat es zwar ſeine Richtigkeit, daß ſowohl in denen 152 3)O(8⸗ denen Fraͤnkiſchen als Longobardiſchen Geſetzen der Emphyreuſium ge⸗ dacht wird, und daß man alſo ſchlieſſen koͤnnte, daß ſolche unſtreitig bey dieſen Voͤlkern muͤſſen gefunden worden ſeyn, z. E. Lib. 1I1. Capitular. c. 29. allwo die Veraͤuſſerung der Kirchen⸗Guͤter verboten wird, heiſſet es: Alienationis autem verbum contineat venditionem, donatio- nem, permutationem& emphyteuſeos per petuum contrabtum. Wel⸗ ches auch Aadit. II. c. 56. wiederholet wird. Ead. AMdaht. III. c. 99. ſtehet folgendes Verbott: Non liceat Chriſtianis judæorum neque paganorum vel hæreticorum res empb)teoſeos vel conduclionis habere, neque ſuorum ſimiliter eis accommodare. In dem Capitul. Caroli Cabwi de A. 976. c. 1⁰. lautet es abermal von denen Kirchen⸗Guͤtern: Quæ à rectoribus Eccleſiæ hactenus ob timorem vel favorem ali- cui libellario vel empb)teuticario jure— amiſiſſfe videntur. Und aus denen LL. Longobard. Lib. III. c. 4. erhellet, daß in Italien ſogar Kir⸗ chen und Kloſter zu Erb⸗Zinß gegeben worden. Si quis Epiſcopus am propinquitatis affectu, aut muneris ambitione aut cauſa amicitiæ, Jenodochia aut monaſteria, vel baptismales Ecclefias ſuæ Eccleſiæ pertinentes cuilibet per emphyteoſeos contractum dederit. Doch iſt hie⸗ be nicht auſſer Acht zu laſſen. a) Daß es deswegen noch nicht ausge⸗ macht ſey, ob die bey denen Roͤmern gebraͤuchliche Lmphyteuſes bey de⸗ nen Franken entweder aus Nachahmung, oder weil ſie ſolche bey der Eroberung von Frankreich vorgefunden, wuͤrklich vorhanden geweſen, oder ob nicht vielmehr die damaligen Schriftſteller, die mit denen Em. Phyteuſibus viele Gleichheit habende Zinß⸗Erb⸗Leyh⸗Guͤter und derglei⸗ chen, im Lateiniſchen mit dieſem zwar urſpruͤnglich Griechiſchen, aber doch im Lateiniſchen angenommenen Namen beleget. b) Daß, wenn ja dieſe Emphytsuſes auf Veranlaſſung der Roͤmiſchen Rechte ſollten in Gallien eingefuͤhret worden ſeyn, ſolches doch, wie Schilter in Diſſert. ge ponis Laudem. p. 624. angemerkt, nicht nach der Vorſchrift des ſu⸗ ſtinianiſchen Codicis, als bey deſſen Publication Gallien ſchon vom R⸗ miſchen oder Griechiſchen Kaiſerthum abgeriſſen geweſen, ſondern nach Maaßgabe des Theodoſianiſchen muͤſte geſchehen ſeyn. Unterdeſſen ſo wird auch in denen folgenden Zeiten in denen Frankreich betreffenden Ur⸗ kunden der Emphyteuſtum gleicherweiſe ſehr oft gedacht, wovon man un⸗ ter andern oben v. Accapitum ein paar Zeugniſſe leſen kann. Was nus Teutſchland anbetrift, ſo duͤrften daſelbſt die Exempel von denen Ninn en — gen Ki cn⸗Gin em ve vorem! videm an Und Ital unſogar 1i quis a8 ſcopu aut m amici ccleſia aæ Ecck ederit.— doch iſ G zen mo ucdcht aud mph) unes beyd eil ſie un he bey d vorhat an geweſe „die 1uindenen h ⸗Guͤt aund dergt h Gei inchen, d et. e)aß, ne niſche Kuchte ſol erdeſt kreich an effenden dacht, Moon na. O(888 153 ſchen Emphyteufibus deſto ſeltener ſeyn. Es hatten aber gleichwohl die Deutſchen von Alters her unterſchiedene Arten Guͤter, welche gedachten Emphyteuſibus in vielen Stuͤcken ſehr nahe kamen. Vor andern aber hatten die zu einem Erbzinß und auf Erbleyh eingegebene Guͤter eine groſſe Aehnlichkeit mit ihnen. Sowohl was den Urſprung, als die Ei⸗ genſchaften derſelben anbetrift, das erſtere, um nur von jedem ein Exem⸗ pel beyzubringen, wird erlaͤutert durch die Urkunde e 4. 1106. ap. Lin- denbrog. in przwileg. Eceleſ. Hamburg. u. 35. Incultam& paludoſam ter- ram colendam tradidit Hollandis& ipſorum heredibus, ea lege, ut præter decimam de ſingulis manſis ſingulos denarios annuatim ſol- verent. Siehe Herr Strube de Jure Zillicorum Cap. II. F. 2. Und das letztere beſtaͤrket die oben bey denen Zinßguͤtern aus dem Srbannat. Cod. Probat. Hiſtor. Fuld. n. 04. p. 214. angefuͤhrte Urkunde de A. 1286. als worinnen ein erkauftes erbliches Recht auf die Guͤter, ein jaͤhrlicher Zinß, ein Naͤher⸗Recht auf den Verkaufungsfall, und eine Verlieh⸗ rung der Guͤter, wenn der Zinß innerhalb zwey Jahren nicht abgefuͤhret worden, vorkommen, weswegen auch die Ueberſchrift dieſer Urkunde ſchlechterdings alſo lautet: Litteræ Empbytentieæ ſub Marquardo Ab- bate Fuldenſi. Es war alſo kein Wunder, daß, wie das Roͤmiſche Recht in Deutſchland bekannt worden, und man anſieng nach und nach alle deſſen Verordnungen auf die deutſchen Einrichtungen anzuwenden, man auch dieſe Erbzinß⸗ und Erbleyhguͤter mit denen Roͤmiſchen Em⸗ phyteuſibus verwechſelt, und dieſe Woͤrter als gleichgeltend zu gebrau⸗ chen, z. E. in einer Urkunde e A. 13½5. ap. Scbilt. Diſſ. de honmi laude- mialibus p. 652. ſtehet: Recognovit, ſe dictam aream pro ſè& ejus heredibus univerſis locaßfe& conceſſiſſe dicto N. in empbyteuſin per- petuam, quod vulgo dicitur, zu eim rechten Erbe pro cenſu annuo XII. ſolidor. denar. Welches denn mit der Zeit vor ſo untruͤglich ge⸗ halten worden, daß man die deutſchen Erb⸗Zinß⸗Guͤter ſogar in zwey beſondere Claſſen, nemlich in Centitica und Lmphytentica eingetheilet, und feſt geglaubet, daß wenn in dem Briefe oder Vertrag etwas von erblichen Zinß gedacht wuͤrde, ſo muͤſſe ſolches nothwendig eine Roͤmiſche Emphyreuſis ſeyn, da doch, wie oben erwehnet, die mehreſten deutſchen Zinßguͤter zugleich Erb⸗Zinß⸗Guͤter waren, und eben dadurch von de⸗ nen, deren Daurung entweder blos in dem Willkuͤhr oder der Gunſt des Herrn ſtund, oder ſich doch nicht meiter, als auf die Lebenszeit des Be⸗ ſitzers 154)o(N — ſitzers erſtreckte, unterſchieden wurden. Ob nun gleich dieſer Irrthum unwiederſprechlich iſt, auch bereits von Schilter, I homaſio, Beyer und andern angemerrt worden, und alſo bey vorkommenden Streitigkei⸗ ten bey dieſen Erb⸗Zinß⸗Guͤtern man billig zuvor auf die deutſche Ge⸗ wohnheiten zu ſehen hat, ehe man zu dem auswaͤrtigen Recht ſeine Zu⸗ flucht nimmt; ſo iſt doch auch andern Theils nicht zu leugnen, daß a) nicht alle Faͤlle in denen deutſchen Rechten entſchieden ſind, zumal nachdem uͤberhaupt durch die Einfuͤhrung des Roͤmiſchen Rechts ben die ſen Guͤtern mehrſtreitige Fragen, als wie in denen aͤltern Zeiten, vorkom⸗ men konnen. d) Die deutſchen Zinß⸗ oder Erb⸗Zinß⸗Erbleyh⸗Meyer⸗ Wald⸗Rechts⸗ und andere Guͤter denen Roͤmiſchen Emphyteuſibus in vielen Stuͤcken gleich ſind, und es alſo hierinnen ſo gar ungereimt nicht iſt, in Ermangelung der deutſchen Rechte, und der daraus zu ziehenden Schluͤſſe die auswaͤrtigen Geſetze zu Huͤlf zu nehmen. 0) Es gar leicht ſeyn kann, daß bey mehrern Gebrauch des Roͤmiſchen Rechts es dieſem oder jenem eingefallen, wuͤrkliche Emphyteules in Deutſchland aufzu⸗ richten, weil ſie an und vor ſich nichts in ſich faſſen, welches denen deut⸗ ſchen Sitten und Anordnungen zuwieder ſeyn ſollte, ob ich gleich dabe glaube, daß man ſolche Roͤmiſche Emphyteules nicht ohne hinlaͤnglichen Grund vermuthen muͤſſe, weil die Deutſchen ohnedem ſo mancherley Ar⸗ ten von dergleichen Guͤtern jederzeit gehabt, daß es nicht wahrſcheinlich iſt, daß ſie leichtlich, um eine neue Art hervorzubringen, das Roͤmiſche Recht ſollten zu Rath gezogen haben. Wir werden unterdeſſen bey ſol⸗ chen Umſtaͤnden nicht uͤbel thun, ſondern unſerer Abſicht gemaͤß handeln wenn wir allhie die Emphyteules nach Anleitung des Roͤmiſchen Rechts mit wenigen erklaͤren, und die vornehmſten dabey vorkommende zweifel⸗ hafte Saͤtze kuͤrzlich erörtern. b ) Von dem Urſprung der Lmpbytenſium. 6 De gewoͤhnliche Meinung hievon iſt dieſe, daß ſie von denen agris — vectigalibus herkommen, ja von denenſelben nur dem Namen nach unterſchieden ſeyn. Es waren aber die agri vectigales bey denen Roͤmern hauptſaͤchlich zweyerley Gattung, nemlich erſtlich, wenn die Roͤmer ih⸗ ren Feinden einige Laͤnder abnahmen, ſo blieben ſolche entweder in dem Eigenthum und Gebrauch des ganzen Staats, oder ſie theileten ſolche unter die Soldaten und arme Buͤrger aus, durch die ſogenannten Leas s ☛☛—— — — — —. — gleich in Jrri Tbom a Deyer min ntruii olf i 1h urſces agen; asit ſan⸗ d zul ghen, d chiede fnd, u iſcher Khts be ltern mwen, vort dinß⸗ aerh⸗M. n En toreeuſba gar ahereintu dara enu zichen — — —— n. cauls gatſt den Rchus es d Deu Mand a „welag denend „ ob ti zleich d t oht d palanglid nſot us herley- nicht an tſcheinl agen Romiß unte ziſen bey ſicht amsß hande Rinchen N orko mnde zwwe dbte dn. 6 ſie 24 denen 1 nur Te Namen alest E nen Ne „wA e Römm agrarias, oder ſie wurden, ſonderlich was die unfruchtbaren andetraf, unter einer gewiſſen zaͤhrlichen Abgabe an Fruͤchten denen Beſitzern einge⸗ geben. Denn ſo ſchreibet Cicero in Ierrem Lib. 111. cap. 3. Omnes denique agros decumanos per triennium populo Romano ex parte decuma, C. Verri ex omni reliquo vertigales fuiſſe. Imgleichen Plutarchus in Lita Tiber.&o Caji. Graceborum p m. 92j. Paedao ic Tν dνννενντνέυν νυρᷣQςι dIzu&rere oreo ToAets, Tiy 10dy erraoob, Tux de Nonενοι νmτιμμωσισmτ, d!docay, vé εεᷣᷣνα oit Aa, o, San A* 06 T TAy, 2/εοοοσντ ου πηουυν eie 13 ος τσα§. D. i. die Roͤmer haben die bey der Stadt gelegene Laͤndereyen, welche ſie durch Krieg erobert hatten, theils verkauft, theils zum Staat geſchlagen, und unbeguͤterten und ar⸗ men Buͤrgern zum Genuß eingegeben, wovor ſie eine geringe Abgift dem Staat zahlen ſollten, und Appianns MKlexandrin. Lib. I. de Hellis Czvi- Tih. p. m. 6ον. edit. Alexaid. Toliil. Pisua,o, hy Lruday rontude dard A eesteror, pie eoc&AAi,Sano9, ue, Aig evduse o„, i ee rac 279370959 Sæag vAeAX, A0 ουνν/νϑκνενε‚ον Kedl rA ενᷣαηνν ꝓοeρμν t&ouoLy, T Je Phe xis doozerie ic eAsore yryrortennc, rhy Mer&Ses)A,den ula role 3 5* 3ννννεμνοοσσ ιν⁷ονν Itxπᷣëσνκνον, miε᷑er oV: Tyy de Aο ex S ro a εετe Sææy, Ih uæe œu r,,Uey, E Aayreee on Aœ ee, eexn- burov ey T00⁶ Tolge enson&u ovei„ E271 T5Ae resr&rnc lcs9 XAρνστρονν Sendkrn Eey rlννσρνντνκιοονμεναιν 2 de OOTO,, vy, 30380 de uas ro oo areuνν re Ae, dvc„ Te ves Aanrorco, ey D. i. die Romer, da ſie Italien nach und nach ein Stuͤck nach dem andern bezwungen, nahmen einen Theil des Landes und baueten Staͤdte darauf, oder ſetzten in die bereits vor⸗ handene Staͤdte neue Einwohner von denen ihrigen, welche ſie als Be⸗ ſatzungen hielten. Von denen eroberten Laͤndern aber, welche denen ih⸗ rigen insgemein zuſtelen, vertheileten ſie das Bebauete ſogleich unter die Einwohner, oder verkauften oder verpachteten es: das Unbebauete aber, welches durch den Krieg verwuͤſtet, und das mehreſte war, ließen ſie, da ſie ſolches zu vertheilen nicht Zeit hatten, ausrufen, wer es Luſt haͤtte zu be⸗ bauen, unter einer Abgift der jaͤhrlichen Fruͤchte, und zwar des zehenten Theils von dem Geſaͤeten, und des fuͤnften von dem Gepflanzeten. Es ward auch denen Heerden ein Zinß oder eine Abgift von dem groſſen und kleinen Vieh beſtimmet. Allein dieſe agri vectigales hatten ſchon zu Ci⸗ ceronis Zeiten aufgehoͤret, nachdem der ager campanus, als der letzte davon von Julio Cæſare war verſehenkes und ausgetheilet worden, und 2 ant⸗ 256 9 O(er antwortet derowegen Cicero dem Attico, der ihm ſolches benachrichtiget Lib. II. Epiſt. 16. Epiſtola— in qua de agro Campano ſcribis— pri- mum ita me pupugit, ut ſomnum mihi ademerit— Si ulla res eſt, quæ bonorum animos— vehementius poſſit incendere, hæe certe eſt,& eo magis, quod portoriis Italiæ ſublatis, agro Campano divi- ſo, quod vectigal ſupereſt domeſticum, præter viceſimam? Zwehy⸗ tens ſo wurden auch diejenigen Aecker agri vectigales genannt, welche denen Municipiis zuſtaͤndig waren, und von deren Einkuͤnften ſie die gemeinen Ausgaben beſtritten, und die oͤffentlichen Gebaͤude in Bau und Beſſerung erhielten. Cicero in Ehiſt. ad Fäamil. Lib. XIII. Epiſt. 7. Lo- catus ſum tecum de agro vecligali municipi Atellani, qui eſſèt in Gallia — Et primum velim exiſtimes, quod res eſt, municipii fortunas omnes in iſto vectigali conſiſtere. Und Epiſt. z2. Quin ſcias, non ſolum cuius municipii ſim, ſed etiam, quam diligenter ſoleam meos municipes Arpinates tueri. Quorum quidem omnia commoda, omnesque facultates, quibus& ſacra conficere,& farta tecta ædium facrarum, locorumque communium tueri poſſint, ſint, conſiſtunt in his vectigalibus, quæ habent in provincia Gallia. Ad ea vi. ſenda, pecuniasque, quæ à colonis debeutur, exigendas totamque rem & cognoſcendam& adminiſtrandam, legatos equites Romanos mi. Kmus. Die Coloni oder Beſitzer dieſer agrorum vectigalium hatten ſolche insgemein unter einem Erbpacht ein, und wurde die jaͤhrliche Miethe vectigal genannt, L. 1. br. ft. Si ager wectigal. folglich hatten ſie kein Eigenthum uͤber dieſe Aecker, ob ihnen gleich eine actio realis wie⸗ der jedermann, auch ſogar die Municipes ſelber verſtattet wurde cit. L.1. F. 1. Wenn ſie aber ihren Pracht oder Vectigal nicht bezahleten, waren ſie ihres Rechts verluſtig*&½. 4. 2. Eod. L. 3. Eod. Siehe mit mehrem Hurman de Vautigalibur Populi Romani. Dieſe agros vectigales ſoll man nun auf Griechiſch Emphyteuſes und das Pachtgeld Canonem ge⸗ nannt haben, und zwar nach der Muthmaſſung Lchilters Exercit. X72. F. 77. unter Conſtantino Magno. Auch waͤre dieſe Anordnung nach⸗ gehends allmaͤhlig auch bey denen Kirchen⸗Fuͤrſten⸗ und Privat⸗Guͤtetn eingefuͤhret worden. Nun iſt zwar nicht zu leugnen, daß die agri ve⸗ Gigales einige Gleichheit mit denen Emphyteuſibus haben, und daß ſie dieſerwegen in dem angefuͤhrten Tit. ff. R ager 7ectigalis id eſt Empby- teuticarius petatur als gleichgeltende Benennungen gebraucht werdei⸗ Ser 9 un —,,y— dlchesb c eichtn npano s t— 8 S cender ee d agro(M ano d vicelu un? In ales ge ant, u en Eir zühten ſei Gebal ae Baut b6. XII. Aliſft.„l ni, qu Whit in Gi mun zmi konn Qu clas, M igente ineam u omp omma & ſar ancta æd. nt, Cam conf Gall KAd ei endat um nqueè zuites ul 1anos 1. vechit inm hatt wurd n. zahrlt ieſe Amhnung h n⸗ un U 50 2 993) 0(6 157 und daß man alſo eben darum bisweilen wohl von dem einen auf das an⸗ dere ſchlieſſen konne. Daß aber eben die Municipal-Aecker, welche man auf Lateiniſch agros vectigales geheiſſen, von denen Griechen Emphy- teuſes ſollten genannt, und alſo einerley ſeyn, ſolches kommt mir wegen unterſchiedener Urſachen nicht wahrſcheinlich vor. Denn a) ſo haben die beyden Woͤrter vectigalis und μαρράρνκεμοε˙der Bedeutung nach nichts mit einander gemein. b) So behielten die Lateiner auch in ihrer Sprache dies griechiſche Wort, weil ſie im Lateiniſchen keines hatten, welches die⸗ ſes Recht gehoͤrig ausdruͤckte, z. E. Z. 3. g. 7. ff. de reb. eor. qui ſub tutel. fraͤget Ulpianus: Si jus 2l‿αριeνπτιαηνν vel&νᷣᷣαάεντνννν habeat pupillus, videamus an diſtrahi hoc à tutoribus poſſit. Welches ſie verwuthlich nicht gethan haͤtten, wenn die ſo gewoͤhnliche und bekannte agri vectiga- les eben daſſelbige angezeiget haͤtten. c) So ſind die agri vectigales und die Emphyteuſes in vielen Stuͤcken von einander unterſchieden. Die erſteren wuͤrden nur von denen Municipiis verliehen; die letztern aber von einer jedweden Privatperſon. Bey denen erſtern war dasjenige, ſo die Beſitzer jaͤhrlich zahleten, ein ordentliches Pachtgeld, und iſt alſo zu glauben, daß ſolches ſich nach dem Werth und der Beſchaffenheit der Fruͤchte gerichtet: bey denen letztern wird der jaͤhrliche Canon nur inre⸗ cognitionem Dominii gegeben, und hat mit dem Werth und der Groͤſ⸗ ſe der Fruͤchte keine Gleichheit. Die erſtern konnten auf eine Zeitlang vermiethet werden: bey denen letztern aber gieng ſolches wegen der von dem Beſitzer in denen erſten Jahren aufgewandten Muͤhe und Koſten nicht fuͤglich an ꝛc. Kurz alſo, ich halte davor, daß die Emphyteuſes eine beſondere Art Guͤter geweſen, welche gleich anfaͤnglich, wie ſie entſtanden, dieſen Namen bekommen, und zwar deswegen, weil es unbebauete Oer⸗ ter geweſen, welche derjenige, dem ſolche eingegeben worden, beſaͤen und be⸗ pflanzen, denn ſolches heiſſet bekanntermaſſen αᷣατκιαιααν, und bearbeiten muͤſſen, weswegen ſie auch eu᷑euara(Bearbeitungen) genannt wer⸗ den. Damit nun die Beſitzer hiezu deſto beſſer angefriſchet werden moͤch⸗ ten, ſo hat man ihnen ein gewiſſes erbliches Recht uͤber dieſe Guͤter zuge⸗ ſtanden, und nur einen ganz leidlichen jaͤhrlichen Zinß von ihnen verlan⸗ get. Weil nun wegen dieſes Erbrechts ſolche Laͤnder, wenn ſie gleich fruchtbar gemacht und in guten Stand geſetzet worden, dennoch denen erſtern Beſitzern und ihren Nachkommen unter gleichen Bedingungen⸗ verblieben, ſo geſchahe es dadurch, daß man mit der Zeit auch Emphy 158) O(er teuſes die in fruchtbaren und wohlbebaueten Laͤndern beſtunden, an⸗ traf, und daß man auch bisweilen nach deren Exempel ſolche von neuem daruͤber andrichtet⸗„ja daß man, wie in denen mehreſten dergleichen wil⸗ kuͤhrlichen achen, ſolche auf ganz andere Guͤter, als bey denen ſie erſt⸗ lich entſtanden waren, ausdehnete, und auch Haͤuſer oder deren Grund⸗ plaͤtze ꝛe. in emphyteuſin verliehe, Wov. 7. cap. 3. Nov. 120. cap. 1. H. l. Gleichwie aus dem L. 15. F. 6. ff. de dammno infect. zu ſchlieſſen, daß man nach dem Exempel der agrorum vectigalium auch ædes vectigales ge⸗ 2) Von der Natur des Gontractus Empbyteuticari. Es iſt aus dem F. 3. J. de locat. Conduct. und aus dem L. 1. C. de Ture Emphyteut. bekannt, daß man anfaͤnglich gezweifelt, ob man den Contractum Emphyteuticarium als einen Kauf⸗ oder als einen Mieth⸗ Contract anzuſehen haͤtte, indem von beyden ſich einige Eigenſchaften da⸗ bey befinden. Von dem erſtern, daß der Beſitzer ein Erbrecht auf das Guüut erhaͤlt, ſolches unter gewiſſen Umſtaͤnden veraͤuſſern kann ꝛc. Von dem letztern hingegen, daß er dem Herrn einen jaͤhrlichen Zinß geben muß⸗ wenn er das Gut verdirbt, den Zinß nicht entrichtet, davon vertrieben werden kann ꝛc. Es meinet Schilter. cet. Exercit. X. g. 79. daß die gan⸗ ze Sache ſchon laͤngſt vor Zenone ſeine Richtigkeit gehabt habe. Indem ſowohl Honorius als bereits Conſtantinus M. die Emphyteuticarios, Dommos genannt, und alſo allerdings davor gehalten, daß eine Ver⸗ aͤuſſerung des Eigenthums bey dieſem Contraet vorgehe, es moͤge nun die Emphyteuſis durch einen Kauf, oder durch eine Vermiethung, oder auch durch andere Titulos, ſintemahl noch mehrere, als z. E. Schenkung, Vermaͤchtniß, Tauſch ꝛc. hiebey moͤglich, aufgerichtet ſeyn. Ich geſte⸗ he gerne, daß man vernuͤnftiger Weiſe nicht wohl zweifeln koͤnnen, ob man das jus emphyteuticarium durch Kauf oder durch Miethe erlange, indem nicht allein die Verabredung der Partheyen ſolches von ſelber leh⸗ ren wird, ſondern auch wie geſagt, noch viele andere Tituli dabey vor⸗ kommen koͤnne. Ich glaube aber auch, daß ſo wenig Zeno als juſti⸗ nianus hieruͤber viele Scrupel geheget, ſondern ihre Frage iſt geweſen, ob nach aufgerichteter Emphyteuſi, oder wie Juſtinianusuͤberhaupt ſetzet, ob bey einem Erbpacht, wobey dem Beſtaͤnder die Freyheit ſolches unter der Bezahlung des jaͤhrlichen Pachtgeldes an jedermann zu Ver uſen, erthei⸗ — lG —,——— ö. l. 8 J. 1 ſchlieſ ih daßn Daß ia edes an iglle 9 Wyten tru. em; 1C. dh 0 ¹ er alt inen M ge Eit in haften ein Et utht auf ſſern mr. A. chen 5 mzeben mi t, da mvertriebe F. 28 mni die gat habt 4 Inden Empl Maricario- ten 5 mäͤne W gehe, moge me DVery amung, als z. 1chenke dtetſ un Ich gi zeif n onnen, zurch“ ühe erlan ſolche Kir ſlbatt dere dadn wenig o Kle2, zre Fred ſ den nianus 0 1“ eFreyl lchen ermant d ſ ffelt a mand 2S 99) 0 C SEr. 1 59 ertheilet worden, der Beſitzer in ſeinem Recht uͤber ſolches Gut, vor⸗ nemlich was die Gefahr anbelangete, mehr vor einen Kaͤufer oder mehr vor einen Miethsmann zu halten ſey? Da denn Zeno nicht ohne Grund die Entſcheidung gegeben, daß man ihn ſo wenig mit dem einen als mit dem andern in allem vergleichen koͤnne, indem dieſer Contraet ſeine ei⸗ gene und beſondere Natur habe, wo zwar hauptſaͤchlich alles nach der Verabredung der Partheyen zu beurtheilen, wenn aber dadurch nicht entſchieden waͤre, in wie weit der Beſitzer, was den Verluſt der Sache anbetraͤfe, vor einen Kaͤufer oder Miethsmann derſelben ſollte gehal⸗ ten werden, ſo ſollte er bey einem geringen Verluſt die Rechte des erſtern, bey einem groſſen Schaden und gaͤnzlichen Untergang der Sache aber die Rechte des letztern haben. Welches alles, wie auch Sobilter. c. l. ſelber gewiſſermaſſen zugiebt, durch den von Conſtantino M. und Honorio beygelegten Namen von Dominus noch nicht entſchieden, noch der Streit, daß einer hier einen Schluß aus der Vermiethung, der andere aus der Kaufung machen wollte, aufgehoben war. Ferner wird hiebey insbeſondere gefraget 1) Ob der Comractus empbytenticarius pro contractu nonminato der zunominaro zu halten? ðs ſind zwar die Rechtslehrer an und vor ſich noch nicht allerdings einig, warum die Roͤmer einige Contractus nominatos andere aber innomi- natos genannt haben. Die glaublichſte Meinung aber iſt dieſe. Es hatten die Roͤmer einmal den Satz angenommen, daß aus einem bloſen Pacto keine buͤrgerliche Klage angeſtellet werden koͤnne, ſondern daß noch etwas hinzu kommen muͤſſe, welchem die Geſetze eine Verbindlichkeit beygeleget haͤt⸗ ten. Dieſes beſtund nun bey einigen Geſchaͤften darinnen, daß ſolche einen beſondern Namen, und zwar, welches wohl zu merken, in denen alten Geſetzen der XIl. Tabularum, empfangen hatten, und nach deren Vorſchrift vollfuͤhret waren. Bey andern hingegen, denen ſolcher Ge⸗ ſetzmaͤßiger Name fehlete, gab die Biligkeit einen Grund der Verbind⸗ lichkeit, weil nemlich der andere ſchon etwas von mir empfangen hatte, an die Hand. Wie ſolches ganz deutlich aus dem L. 7. pr. S. 1. 2. ff. de Paclis erhellet. Add. Nosdt de Pactis& ITansattion. Cap. IX. Die erſtern wurden Contractus nominati genannt, und hatten die Rechts⸗ gelehrten denenſelben eine gewiſſe Formul zu klagen, welche mit jedwe⸗ b wer 160 82 0 Se- den Contract gleichen Namen fuͤhrete, vorgeſchrieben. Des Letztern hingegen hieſſen Contractus innominati, und war ſalchen keine gewiſſe und denamte Klagformul vorgeſchrieben, ſondern ſolche richtete ſich nach denen Umſtaͤnden jedweder Sache, und ward deswegen actio præ- ſeriptis verbis, d. i. eine Klage worinnen der Verlauf der Sache vorge⸗ ſtellet, und welche alſo immer insbeſondere vorgeſchrieben wurde, genannt. Wenden wir nun dieſes an auf unſern Contractum Emphyteuticarium, ſo kann er zwar eigentlich zu denen Contractibus nominatis, in ſofern ſolche ihren Namen und ihre Kraft in denen Legibus XII. Tabularum erlanget haben, nicht gerechnet werden. Weil aber doch a) ſchon einigermaſſen unter der locatione Conductione perpetua mit begriffen. b) Ihm in de⸗ nen nachfolgenden neuern Geſetzen ein gewiſſer Rame und damit ver⸗ knuͤpfte Verbindlichkeit beygeleget, und dieſerwegen die daraus entſprin⸗ gende Klage, wie wir unten ſehen werden, mit ihm gleichen Namen fuͤh⸗ ret. Auch er c) ſowohl deshalben, als nicht weniger, weil er auch ſine traditione rei eine Verbindlichkeit auf beyden Seiten mit ſich fuͤhret, nicht zu denen Contractibus innominatis gerechnet werden kann; ſo wird er billig unter die Contractus nominatos nach dem Roͤmiſchen Recht ge⸗ zehlet. Wiewohl, da bey uns alle erlaubte Vertraͤge gelten, und die Benennung dabey von keiner Wirkung iſt, dieſe Unterſuchung keinen ſonderlichen Nutzen hat. 2) Ob er pro cenſuali oder literali zu halten? Dieenigen/ ſo behaupten, daß er nicht aus der Einſtimmung der — Partheyen allein, ſondern hauptſaͤchlich aus der aufgeſetzten Schrift ſeine Verbindlichkeit erhalte, berufen ſich auf den L. 1. C. de Jure Em- pbyteut, in welchem der Kaiſer Leno folgende Verordnung giebt: in quo cuncta, quæ inter utrasque contrahentium partes ſuper omnibus vel eriam fortuitis caſibus, pactionibus, ſcriptura interveniente habitis, placuerint, firma illibataque perpetua ſtabilitate modis omnibus de- beant cuſtodiri. Weil aber doch nicht ausdruͤcklich verordnet iſt, daß wenn keine ſchriftliche Urkunde daruͤber verfertiget worden, der ganze Contract unguͤltig ſeyn ſolle, ſo iſt allerdings davor zu halten, daß die Schrift von dem Kaiſer nur zum beſſern Beweiß des Contracts nicht aber zu dem Weſen deſſelben erfordert worden. Wie denn auch der Kai⸗ ſer Juſtinianus, in dem Auszug, welchen er F. 3. J. de locat. von dieſer Leno- —8883ſſ 4»—E— 8 eden. af A ſolch Adege Iſolch i hten deswwe u Giom nuf det Iehe von ben w n, genen Empl r uicariu inauis, u fernſel Tabu aain etm )ſcho mrigermn iffen. 18 Ihm m ame t imdamt die d abisentßi gleich uKameni eniger uneil ert Seiter in ſichfu werde mun; ſon⸗ Rom auh⸗ Recht. dge g h, und! Unter] unng keig u he mha⸗ der Sumymung erauf abten St L.i. Ne Junl te mo amnide eo(e 161 Zenoniſchen Verordnung beybringet, nichts von der Nothwendigk it der Schrift erwehnet; bey denen Kirchen⸗Güͤtern hingegen, welche in Emphyteulin gegeben werden, iſt von ihm Nov. 120. Caß.. ausdrck⸗ lich befohlen, daß der daruͤber aufzurichtende Contract ſchriftlich geſche⸗ hen ſoll, damit nemlich aller Unterſchleif verhuͤtet werde, und der Am⸗ phyteuta nicht Anlaß nehme, das Gut gar als eigen wieder die Kirche zu verjaͤhren. Doch folget dem ungeachtet keinesweges, daß dieſerhalben wenigſtens der Emphyteutiſche Contract uͤber Kirchen⸗Guͤter vor einen Contractum literalem muͤſſe gehalten werden. Denn ein Contractus literalis beſtehet nicht ſchlechterdings darinn, daß zu deſſen Guͤltigkeit ein ſchriftlicher Aufſatz erfordert wird, ſondern daß einer einzig und allein aus ſeiner Schrift nach einer gewiſſen Zeit verbindlich wird, wenn gleich alles darinn enthaltene falſch iſt, und niemals ein wuͤrklicher Contract vorhanden geweſen. Denn in dem Contractu chirographario heiſſet nach zweyen Jahren der Grund meiner Klage nicht: Bezahle mir deswe⸗ gen die tauſend Rthlr. weil ich ſie dir geliehen habe, ſondern weil du vor mehr als zwey Jahren geſchrieben haſt, daß ich ſie dir geliehen, es mag nun in der That geſchehen ſeyn oder nicht. Dergleichen Umſtand aber iſt bey dem Contractu emphyteutico mit Kirchen⸗Guͤtern gar nicht vor⸗ handen, denn wenn der Contract gleich vor zwey Jahren ſchriftlich verfaſſet worden, der Emphyteuta aber dennoch erweiſet, daß er von der Kirche keine Guͤter bekommen, ſo kann ſie ihn zu Bezahlung des Canonis nicht anhal⸗ ten ꝛc. Es entſtehet hiebey die Frage, ob man einen Emphyteutam oder Erb⸗Zinßmann wohl wieder Willen noͤthigen koͤnne, daß er einen ſchrift⸗ lichen Contract wegen ſeiner Emphyteuſsos annehmen muͤſſe? Es ver⸗ neinet ſolches Herr Hofr. Leyſer in Medit. ad ff. Spec. 102. n. 9. 20. aus folgenden Gruͤnden. a) So waͤre der Erb⸗Zinß⸗Contract ein Con- tractus cenſualis, folglich erfordre er ad eſſentiam ſuam keine Schrift. b) So waͤren nach Struvens Zeugniß in Sntagm. Jur. Feud. Cap.. S. S. u. 2. die Lehn⸗ und Erb⸗Zinß⸗Briefe denen Vaſallen und Erb⸗Zinß⸗Leuten zum Beſten eingefuͤhret, nemlich zu ihrer Sicherheit, und zum Beweiß des rechtmaͤßig erlangten Guts, und muͤſſe ihnen alſo ſolches zu keinem Nachtheil, noch zur Laſt gereichen L. 19. C Ae fide inſeru- ment. c) So koͤnnten die Herrn, wenn ihnen ja auch an dergleichen Briefen gelegen waͤre, ſich auf andere Art ſicher ſtellen, indem ſie entwe⸗ der in Gegenwart des Emphyteutæ durch eine oͤffentliche beglaubte Per ſon 16²2 45 0O C Ger⸗ ſon in Gegenwart des Emphyteutæ ein genaues Verzeichniß der Guͤter verfertigen, oder wenn die Emphyteutæ den Zinß und die Lehnwaare be⸗ zahleten, ſich eine Gegen⸗Quittung von ihnen geben lieſſen. Ob nun gleich bey dieſen Beweißthuͤmern noch vieles zu erinnern ſeyn moͤchte. In⸗ dem ²) Es keine Folge iſt, daß, weil ein Contract nicht literalis, ſondern conſenſualis iſt, ich deswegen niemals einen ſchriftlichen Contraet von dem andern verlangen koöͤnne, da doch ſowohl ausdruͤckliche Vertraͤge als andere Urſachen mir ſolches Recht geben koͤnnen. So lehret z. E. von dem Kauf der L. 17. C. de fid. inſtrum. und von unſer Emphyteuſi die Nor. :20. c. 5. das Gegentheil, beyde Contracte aber bleiben deswegen doch con- ſenſuales, ob gleich die Schrift hinzu kommt. b) Es ungegruͤndet iſt, wenn gleich Seruwe ſolches bejahete, wie doch c. l. nicht geſchehen, daß die Lehn⸗und Erb⸗Zinß⸗Briefe nur allein denen Vaſallen und Erb⸗ Zinß⸗ Leuten zum beſten eingefuͤhret waͤren, indem es gemeinſchaftliche Inſtru⸗ mente ſind, die ſowohl dem Herrn als denen Leuten zur Sicherheit die⸗ nen. Auch handelt die in dem cit. L. 19. C. de fid. Iuſtrum. in jin. be⸗ findliche Regel von einem ganz unterſchiedenem Fall, nemlich, daß ei⸗ ner zwar Recht habe, von dem andern eine Gegen⸗Quittung zu fordern, wenn er aber ſolche ſich geben zu laſſen vergeſſen, ihm daraus kein Nachtheil zuwachſen ſolle, cum hoe, quod pro quibusdam introductum eſt, inferre eis Jacturam minime rationi conveniat æquitatis. Nach die⸗ ſer Regel, wie ſie Herr Leyſer gebraucht, wuͤrde allhie folgen, wenn ich vorausſetzte, daß die Briefe nur allein denen Emphyteutis zum beſten ingefuͤhret waͤren, daß ſie auch alsdenn nicht noͤthig haͤtten, ſolche anzu⸗ nehmen, wenn es gleich alſo hergebracht waͤre, welches doch Herr Ley⸗ ſer ſelbſt vor unbillig haͤlt. c) Ich dadurch das Recht, wenn ich ſon⸗ ſten eines habe, von jemanden etwas zu fordern, nicht verliere, wenn er mir gleich andere Mittel zu meinem Endzweck zu gelangen vorzuſchla⸗ gen weiß. Zu geſchweigen, daß von denen beyden angegebenen Mitteln das erſte koſtbar, und das andere unzulaͤnglich iſt, wenn ich nicht die Gegen⸗Quittung ganz unfoͤrmlich machen, und als einen voͤlligen Erb⸗Zinß⸗ Brief einrichten wollte. So bin ich doch dieſem allen ungeachtet der Mei⸗ nung, daß wenn ein ſchriftlicher Contract dey einer b.mphyteufi nicht hergebracht iſt, der Herr den Emphyteutam in ſo weit, daß er ſolchen gegen Erlegung eines gewiſſen Geldes vor Schreib⸗ und Siegel⸗Gebuͤhr von ihm einloͤſen ſolle, nicht anhalten koͤnne, weil er ſonſten ſeine bishe⸗ rige 85 u———— ——— rzeichn dn d die 8 ataare 4 en lieſſ Od ru ern ſen hte. e it lite i ſonder lichen eract drücl ai Vertei So le amz. En mph Ardie Na desw ag dochea Es un Wͤndet t geſc ſgen, daßn len u gerb⸗Iu — einſche ihe lun zur E akerheit t. Iuftr an in fin. l, ne dn), daß duittu anel forden rraus. Saoe intre utum eſt nitatis.*ach die ſolg a weynit HFteu aaum beſte datter ulche ande ſches d de Herr( echt, Man ichſe⸗ nicht mmere, we gelan morzuſc anges Wen Mi t, we iinch nich nenrd BErd⸗f nung mme ner k. In avieul f ) O(- 153 rige Abgiften vergroͤſſern, und ihm eine neue Beſchwerde, die er bishers nicht gehabt, auflegen wuͤrde, welches ohne ſeine des Lmphytentæ Einwilligung dem Herrn nicht erlaubet iſt. Wenn aber der Herr ſolchen Brief dem Emphyteutæ umſonſt ausfertigen will, oder nur blos deſſen Unterſchrift zu dem aufgeſetzten Contract verlanget, ſo iſt der Limphyrteu- ta allerdings ſchuldig ſolchen anzunehmen. Indem einestheils dem Herrn ſehr daran gelegen, daß er den Zuſtand, Anzahl Abgiften ꝛc. der aus⸗ geliehenen Guͤter wiſſe, auch ihm die Namen ſeiner Leute und Beſitzer dieſer Guͤter bekannt ſeyn, damit er dadurch deſto beſſer wegen der Er⸗ haltung ſeiner ihm daruͤber zukommenden Rechte geſichert ſey. Folglich dieſelbige Billigkeit und Urſache, welche den Kaiſer juſtinianum bewo⸗ gen, in dem cit. Z. 19. C. de fid. inſtrum. die Gegen⸗Quittungen zu ver⸗ ordnen, ne ſc. coloni adverſus dominum certantes& ſibi iniquam forteé libertatem vindicantes, Jus agentium faciant vacillare, auch hier vorhanden iſt. Anderntheils hingegen der Emphytenta, welcher eine ſo billige Anmuthung ohne Urſache ſich zu uͤbernehmen wegert, ſich verdaͤchtig macht, daß er den Herrn um einen Theil ſeiner Rechte und Guͤter bringen, und ſelbige nicht getreulich anzeigen wolle, wo⸗ durch er denn insbeſondere auch, bey denen mehreſten Teutſchen Erb⸗ Zinß⸗Guͤtern wieder ſeine angelobte Pflicht, ſeinem Herrn treu und ge⸗ horſam zu ſeyn, ſeinen Schaden zu warnen ꝛc. handelt. Hiezu kommt noch, daß der Herr nichts ungewoͤhnliches, ſondern etwas das ſowohl bey denen Teutſchen Erb⸗Zintz⸗Guͤtern als Roͤmiſchen Emphyteuſibus ſehr gebraͤuchlich und zum Theil verordnet, auch an ſich keine ſchaͤdliche Neuerung iſt, verlanget. Woraus denn zugleich folget, daß bey ei⸗ ner neuerrichteten Emphyteufi, oder wo ſonſten die Sache zweifelhaft iſt, ob vorhero ein ſchriftlicher Contraet daruͤber gebraͤuchlich geweſen, die Vermuthung immer wieder den Emphyteutam ſey, weil er ſich ei⸗ ner Sache wegert, die theils in denen Geſetzen ausdruͤcklich geordnet iſt, wie bey denen Kirchen⸗Emphyteuſibus, theils aber eine nuͤtzliche und gewoͤhnliche Sache bey dieſem Contraet darinnen angefuͤhret wird. Und muß alſo auch hier die Regel: quod partes in dubio juri commu- ni ſe conformaſſe cenſeantur, gelten. 3) Ob er bonæ fidei oder ſtricti juris ſey? Es iſt eine bekannte Sache, daß die ganze Eintheilung ſich auf die Ro⸗ 4 miſche Art ihre Proceſſe zu entſcheiden gruͤndet. Nemlich in einigen X 2 Con⸗ 16 ½) O( Contracten war der von dem Prætore zu der Unterſuchung der Sache ge⸗ gebene Richter oder Judex pedaneus Kraft der vorgeſchriebenen Formul des Prætoris gehalten, ſich ſchlechterdings an die Worte und das abge⸗ redete der Partheyen zu binden, und war ihm nicht erlaubet, der einen Parthey etwas mehres, als wie in denen duͤrren Worten ihres Contracts enthalten war, zuzuſprechen, wenn ſolches die Billigkeit gleich noch ſo ſehr erforderte. In andern Contracten hingegen ſtund es dem von dem Prætore gegebenen Richter Kraft der ihm vorgeſchriebenen Formul frey, auch die Billigkeit bey beyden Partheyen zu Rathe zu ziehen, und nach Befinden der Umſtaͤnde der einen oder der andern etwas mehrers zuzuer⸗ kennen, als wie in denen bloſen Worten ihres Contracts enthalten war. Die erſtern nun wurden Contractus ſtriéti juris, und die daraus ent⸗ ſpringende Klagen Actiones ſtricti juris: die letztern aber Contractus bonæ fidei, und ihre Klagen Ationes bonæ fidei genannt. Was aber die Roͤmer bewogen die Contracte auf dieſe Art einzutheilen, ob ſie die bonæ fidei Contractus deswegen alſo genannt, weil ſolche haͤufiger vor⸗ kommen, und in menſchlicher Geſellſchaft noͤthiger ſind als die andern, oder weil ſie ihnen bey Gebung ihrer erſten Geſetze vor denen andern be⸗ kannt geweſen, oder weil dabey auf beyden Seiten eine Verbindlichkeit vorhanden iſt, und alſo nicht alles ſo genau abgeredet und ausgedruckt werden koͤnnen, ſondern man vieles aus der Abſicht der Partheyen ſchlieſ⸗ ſen muͤſſen ꝛc. leidet unſer Vorhaben nicht allhie zu unterſuchen. Wir ſetzen gleichfalls voraus, daß Jußtinianus g. 29. J. de Alion. ein vollſtaͤn⸗ diges Verzeichniß von allen actionibus bonæ fidei beygebracht, und daß man die daſelbſt geſetzte Anzahl nicht ohne Urſache vermehren muͤſſe. Nun iſt zwar die Actio emphyteuticaria nicht mit darunter begriffen; es iſt aber dem ungeachtet ausgemacht, daß ſolche mit dazu zu rechnen ſey. Denn es iſt bereits vorhero angefuhret, daß die Emphyteuſis zwar an und vor ſich in einer Pachtung beſtehe, daß aber der Emphyteuta doch zugleich einige Rechte bekomme, die ſonſten z. E. ein Kaͤufer der das Ei⸗ genthum einer Sache erlanget, nur zu beſitzen pfleget, und daß man die⸗ ſerwegen gezweifelt, welchem Contract denen Wirkungen nach, der Contractus emphyteuticarius am naͤheſten komme, dem Kauf oder der Miethe. Man mag ihn nun aber gerechnet haben wozu man gewoll, ſo gehoͤren ſowohl der Mieth⸗ als der Kauf⸗Contract zu denen Con⸗ tractibus bonæ fidei, und muß alſo vor Zenonis Zeiten auch der Ci. b tractus .„—— — jebene F ewulſ zu zie 19e undm twas rers za racts mwalten we und d* aaraus ern a* Comma Ia dond genan † Waßt zuthe zad ob ſe⸗ ſold Na ufiger ſind eSdie ande vor de an andern eines aindlich det un amtsgedta ler Pa umyenſſchli unte hſen. A Ali un in vollſt Empl aſss zwan mhyteuka — 3 ode ne 7 uf 88)Oo(ar. 165 tractus emphyteuticarius und die daraus entſpringende Klage bonæ fi⸗ dei geachtet worden ſeyn. Zeno hat ihn nun zwar zu einem beſondern Contraet gemacht, allein er hat doch dadurch deſſen Natur nicht ein⸗ ſchraͤnken, ſondern vielmehr erweitern wollen, und da er vorhero bonæ kidei geweſen, iſt er auch ſolches nachhero geblieben. Dieſerwegen ob Juſtinianus gleich davor gehalten, daß er in einigen dem Kauf nahe kom⸗ me, ſo hat er ihn doch unter dem Mieth⸗Contract mit erklaͤret, in bey⸗ derley Abſicht aber ihn deſto eher bey der Erzaͤhlung der Actionum bonæ kidei auslaſſen koͤnnen, weil ſowohl die Mieth⸗als Kauf⸗Klage ſchon darunter enthalten war, und die Actio emphyteuticaria als eine aus bey⸗ den zuſammengeſetzte Klage angeſehen worden. Fraͤget man aber nach dem Nutzen dieſer Unterſuchung, ſo duͤrfte ſolcher heutiges Tages ſehr gering ſeyn, weil die ganze Eintheilung in Contractus bonæ fidæi& ſtricti juris bey uns keine Wirkung mehr haben ſoll, Kraft deſſen, was Gundlins in einer beſondern Diſertation mit mehrem gezeiget hat. 3) Auf was vor Art die Empbyteuſis erlanget werde? Es treffen hiebey alle Arten, wodurch man andere Guͤter und Rech⸗ te, die ſich ſchon in eines andern Eigenthum befinden, nach der Vorſchrift der Geſetze erwirbet, ein. Nemlich man erhaͤlt ſolche a) Durch ausdruͤckliche Vertraͤge, als durch Kauf, Tauſch, Schenkung und dergleichen. 6) Durch Verordnungen im letzten Willen, Vermaͤcht⸗ niſſe ꝛc. Doch iſt bekanntermaſſen unter dieſen beyden Arten der Unter⸗ ſcheid, daß wenn ein Jus reale auf die Emphyteuſin ſoll erhalten wer⸗ den, bey denen erſtern annoch die Uebergabe vel quaſi erfordert wird, welche bey denen letztern nicht noͤthig iſt, arg. L. ult. ff. de Servitute lega- ta.*) Durch Verjaͤhrung, wenn nemlich einer dergleichen Gut die gehoͤrigen Jahre uͤber beſeſſen, und dem Herrn jaͤhrlich den Zinß davon gegeben hat. Die Rechtslehrer ſind hiebey ſtreitig, ob zu dieſer Ver⸗ jaͤhrung eine lange oder ſehr lange Zeit(Longum vel longiſſimum tem- pus) erfordert werde. Diejenigen, welche eine ſehr lange Zeit, nemlich von 40 Jahren verlangen, berufen ſich hauptſaͤchlich auf den L. 14. C. de fund patrimon., in welchem der Kaiſer Anattaſius dieſe Verord⸗ nung macht: Sed impoſitum canonenm pro qualitate juris, cujus prædia ſunt vel loca per ſingulos Wäde ſowentes, pro certo habeant ſaum 3 efle, 166) O(G⸗ — eſſe, quod poſſident vel poſtea poſſederint, ita ut omnibus ad exclu- dendam omnem quolibet modo ex publico movendam queſtionem, nuda ex quocunque titulo, vel etiam ſine titulo corporalis quadragin- ta aunorum jugis poſſeſſionis exceptio poſit ußicere. Wiewohl, da die⸗ ſe Verordnung nur die Fundos patrimoniales angehet, ſo kann ſolche nicht fuͤglich auf alle Emphyreuſes erſtrecket werden. Und weil uͤbrigens bey der Emphyteuſi nichts vorhanden, weswegen zu derſelben Erlangung eine andere Verjaͤhrung als bey andern uneoͤrperlichen Sachen oder Gerechtig⸗ keiten erfordert werden muͤſſe: ſo kommt mir hiebey aller Zweifel und Streit vergeblich vor. Vielmehr kann man uͤberhaupt ſagen, daß das Jus emphyteuticum wie andere Gerechtigkeiten, nach dem Roͤmiſchen Recht, nach unterſchiedener Beſchaffenheit der Umſtaͤnden in 10, 20, 30, 40 und mehr Jahren durch die Verjaͤhrung erlanget werden koͤnne. IV.) Von denen Rechten und Pflichten des Empby- feut æ. 1) Er bekommt ein dingliches Recht oder Jus reale uͤber die Emphyteuſin. b Noeil man in dem Roͤmiſchen Recht nur vier ſogenannte jura realia hat, nemlich das Eigenthum, die Dienſtbarkeit, das Pfand, und die Erbſchaft; das Recht aber, ſo der Emphyteuta uͤber ſeine Emphy- teuſin hat, ſich zu keinem von dieſen voͤllig ſchicket, und unterdeſſen, wie die Wirkungen lehren, der Emphyteuta doch wuͤrklich ein jus reale hat; ſo hat man es zu dem erſten rechnen wollen, und zu dieſem Ende das Eigenthum wieder in zwey Gattungen, oder vielmehr in zwey Theile zer⸗ gliedert, nemlich in das dominium directum oder eigentliche und Ober⸗ Eigenthum, Kraft deſſen ich mir gewiſſe Vorrechte uͤber eine Sache vor⸗ behalte, und in das utile, Kraft deſſen ich die Nutzungen einer Sache ge⸗ nieſſe. Von dieſen beyden Arten oder Theilen des Dominii hat man nun das nuͤtzliche dem Emphyteutæ zugeſchrieben. Man koͤnnte zwar in Be⸗ nennungen als willkuͤhrlichen Sachen einem jeden leicht ſeine Freyheit laſſen, und ſcheinet es alſo gleichguͤltig, ob man die dem Emphyteutæ zukom⸗ mende Rechte ein nutzliches Eigenthum, oder nur ein dingliches Recht nenne. Allein nach dem Unterſcheid dieſer Namen werden hernach auch die Schluͤſſe in denen Entſcheidungen einiger Fragen ſelbſt gemacht, unß b mu ——————— weilu mhensbe Aben hagung achen a6 Gerag dey alaweſflt auptſ agn, daßd dach d m Roͤmſt anden d,, twer mmkonne. en d ss Enh oder 8* real genan mura real t, das and, u über an Emprde nd un meſſen, u ſch ein al reale ſ zu di u Endei hr in un Theileſ igent Wund On üͤber u Sachen ngen un Sahen Domi iit manm köm var in ſein: oheitlaſt ht ſein 5 li Emp WMrutæ ſüi )O(8e 167 muß man alſo billig unterſuchen, ob der Emphyteuta als ein dominus utilis uͤber die Emphyteuſin angeſehen werden koͤnne. Diejenigen, ſo ſol⸗ ches bejahen, fuͤhren hauptſaͤchlich an, 1) aus dem Codice I beodoſiano den L. un. C. Theod. Communi divid. ibi: In Sardinia fundis: patrimoniali- bus vel Empbyteuticariis, per diverſos nunc dominos diſtributris. Im⸗ gleichen den L. S. C. T beod. de Cenſitor. ibi: Actus Stratoris, qui poſ- feſfores juris Emphyteuticarii, ſuæ peræquationis colore, turbavit jubemus aboleri, alio ad id negotium dirigendo: quem obſervari, conveniet, ut priſtinis dominis, ſiquidem idonei comprobantur, cun- cta reſtituat. 2) Aus dem Codice Juſtiniano den L. 12. C. de fund. pa- trimou. ibi: Licentia eis concedenda etiam libertates mancipiis ex fun- dis patrimonialibus atque empbyteuticariir, cum fundorum ſint domini, præſtare. Und L. 14. C. eod. ibi: Nullam penitus ſuper dominio— inquietudinem formidare— Pro certo habeant ſuum eſſe quod poſ- ſident. Imgleichen den L. 7. C. de Ceuſibus& cenſitor. ibi: reliqua ve- ro temporis anteaéti à novo domino fiſcum poſtulare non patimur. Den L. 1. C. de omni agro doſerto ibi: pro his fundis, qui invenire dominos non potuerunt L.. C. eod. ibi: Qui agros domino ceſſante deſertos— ita tamen, ut ſi vacanti ac deſtituto ſolo novus cultor inſederit, ac ve- tur dominus intra biennium&c. L. ꝛ:. C. eod. Locorum domina intra ſex menſes edictis vocati, revertantur. 3) So ſaͤhe man es auch an der Wirkung, weil er ſeine Lmphyteuſin veraͤuſſern koͤnne. Ich halte aber dem ungeachtet der andern, die ihm kein Dominium zuſtehen, ihre Mei⸗ nung vor gegruͤndeter. Denn 1) So zeiget ſolches der Urſprung der Emphyteulium, daß ſolche nemlich in einer Art von Erb⸗Pacht beſtan⸗ den, allwo dem Pachter wegen der vielen Muͤhe, ſo er in der Bearbei⸗ tung eines unbebaueten Landes anwenden muͤſſen, ganz beſondere Vor⸗ rechte zugeſtanden werden, und die, weil ſie blos nach der Verabredung der Partheyen ſich richten, ſehr unterſchieden ſeyn koͤnnen. Weswegen auch Zeno das Recht eines Lmphyteutæ vor etwas ganz beſonders ge⸗ halten, das man weder Eigenthum noch bloſſen Pacht nennen koͤnnte, wobey doch aber immer derjenige, dem der Zinß bezahlet wird, der Ei⸗ genthuͤmer des Guts bleibet L. 2. de Jure Empb)teut. ibi: Non emphy- teuticario— ſed rei domino. Und hingegen dem Emphyteutæ ſolches abgeſprochen wird, L. 7. g. 6. C. de Praſcript. 30. vel 70. annor. ibi: Nulla danda licentia ei, qui jure emphyrteurico rem aliquam— detinuerit dicen- 4 64 ₰ — 168 3) 0 dicendi— dominium ſibi in iisdem rebus quæſnum eſſe. 2) So haben obangefuͤhrtermaſſen die agri vectigales viele Gleichheit mit denen Lm. phyteuſibus, bey ſolchen aber wird dem Beſitzer ausdruͤcklich das Eigen⸗ thum abgeſprochen, L. z. F. z. ff. Si ager vectigalis ibi: quamvis non efh- ciantur domini. 3) So werden in allen in dem 7it. C. de Jure empb)- teutico befindlichen Geſetzen, die Emphyteutæ denen Dominis entgegen⸗ geſetzet, und wie ſchon gemeldet in L r. dieſe letztern ausdruͤcklich rei Lomin genannt. 4) Die viele entgegenſtehende Geſetze handeln von denen offent⸗ lichen, denen Kaiſern und dem Staat zugehoͤrigen Fundis patrimoniali bus, emphyteuticariis, cenſiticis, deſertis&c. Bey welchen wegen des gemeinen Beſtens denen Beſitzern ein groͤſſeres und faſt eigenthuͤmli⸗ ches Recht zugeſtanden war, von welchen man aber auf die Privat⸗Em. phyteuſes keinen Schluß machen muß. 5) Dieſerwegen heiſſet es auch in dem L. 3. C. de Jur. Empbyt. allwo von der Verkaufung der Emphy- teuſeos gehandelt wird, nur, daß die Emphyteutæ ihre Verbeſſerungen, ihr Ius emphyteuticum veraͤuſſeren, keinesweges aber, daß ſie das Gut ſelbſt verkaufen, als in deſſen Abſicht diejenigen, denen ſie den Zinß bezah⸗ len, Domini oder Eigenthuͤmer daſelbſt genannt werden. +) Er genieſſet alle Fruͤchte und Nutzungen der zur En pbyteuſi ertheileten Sache. 9 lle Einkuͤnfte alſo, welche nach denen Geſetzen eines jedweden Staats ein vollkommener Eigenthuͤmer von dem Gute heben und genieſſen wuͤrde, ſolche kommen auch dem Emphyteutæ zu. Z. E. Fiſcherey, Holz⸗ hieb, Maſtung. Denn gleichwie insgemein ein bloſſer Miethsmann dieſe Nutzungen von der gemietheten Sache genieſſet, ſo muß ſolches noch viel⸗ mehr dem Emphyteutæ, als der ein weit ſtaͤrkeres Recht hat, zukom⸗ men, arg. F. 3. J. de Locat. cond. ibid. fruenda tradduntur. Es fraͤget ſich aber insbeſondere hiebey: Ob ihm auch der auf dem Fundo emphyteutico gefundene Schatz zugehoͤre? Es kommt die Beantwortung dieſer Frage auf die Entſcheidung der vorhergehenden an, nemlich, ob der Emphyteu- ta ein Eigenthum uͤber das Gut habe oder nicht. Da wir nun vorher ge⸗ zeiget, daß ihm ſolches nicht zukomme; ſo flieſſet auch zugleich daraus, daß von dem gefundenen Schatz dem Emphyteutæ nur die eine Helfte die andere aber ſeinem Herrn, als in deſſen Grund und Boden er den Schatz gefunden, zufalle, nach Maaßgabe des F. 39. J. de Ker. divl. W ͤ — aſ, M Llle. 4 „ 11, Soh echheit a zusdrie anl dazgn wan Pes . 1ülS noa Tit. h jun emn den Do des ente ausdri) nim deln t Weeneniſt Func Eaatriman Bey an chen w zund fpr igentha er auf rPrivars erwege niſſet an rkauft gnder bmt ihre beſſern aber, is ſie da enen ſi 29 Zinßte werder igen N’ zur! s ja uden Sih heb am nd gen 3.. ſiß herey,g ſſer uthsmann muß 10)es voch es R ſthat, Llunti Wis fragt n Fur gtmphyte ttwor en dieſer lich, erkmph Dat un vone —= — 2)o( 8 169 ches denn durch das Exempel der agrorum vectigalium beſtaͤrket wird, als welche da die Beſitzer keine Eigenthuͤmer davon waren, nothwendig in dem Eigenthum der Stadt oder des Municipii blieben, und alſo bey ſolchen die in dem cit. g. 39. angefuhrte Verordnung ſtatt finden muſte: Si quis in fiſcali loco, vel publico vel ciwitatir(theſaurum) invene- rit, dimidium ipſius eſſe debeat,& dimidium ſiſci vel ciuitatix. 4) Er kann alles dasjenige auf der Empbytenſi thun, wodurch ſolche nicht verſchlimmert wirdd? Es flieſſet ſolches aus dem Recht, ſo er bey der erſten Eingebung er⸗ halten hat, das Gut auf alle moͤgliche Art zu verbeſſern, und frucht⸗ bar zu machen. Er hat alſo die Macht, hie und da nuͤtzliche Veraͤnde⸗ rungen in dem Gute vorzunehmen, z. E. aus einem Gebuͤſch eine Wieſe, aus unfruchtbarer Heyde Aecker zu machen, Fiſchteiche anzulegen ꝛc. Doch iſt die Einſchraͤnkung wohl zu merken, daß durch ſolche Veraͤnderung das Gut nicht verſchlimmert werde, theils weil ſolches wieder ſeine Ver⸗ bindlichkeit, das Gut zu verbeſſern, laufen wuͤrde, theils auch, weil ſeinem Herrn das Eigenthum uͤber das Gut zukommt, und er ihm alſo ſolches un⸗ gekraͤnkt laſſen muß. Es entſtehen hiebey zwey Fragen. a) Ob der Emphyteuta wohl eine Dienſtbarkeit oder Gerechtigkeit bey dem Gute er⸗ werben konne? Es ſcheinet zwar, als wenn dieſe Erwerbung unguͤltig ſey, weil nach dem L. 6.Pr. Und Z. F. ff. Commun. prædior. von niemanden als von dem Eigenthuͤmer eine Servitut erworben werden kann. Und wird dieſerwegen auch von dem Uſufructuario, unerachtet derſelbe auch ein jus reale auf das Gut hat, ſolche Gewalt ausdruͤcklich verneinet, L. 25. F. J. ff. de Uufructu. Da wir nun oben dem Lmphyteutæ ebenfalls das Ei⸗ genthum abgeſprochen, ſo wuͤrde ihm auch folglich das Recht eine Ge⸗ rechtigkeit bey dem Gut zu erwerben nicht zukommen konnen. Ich glaube aber dem ungeachtet, daß man ihm ſolche Freyheit wohl zuſtehen koͤnne, denn erſtlich ſo hat ein Emphyteuta ein weit kraͤftigers Recht uͤber das Gut, als ein bloſer Ulufructuarius, indem er ſolches vererben und ver⸗ aͤuſſern kann, da des Ulutructuarii ſeines mit ſeinem Leben erliſchet, und er ſelbiges an niemand anders uͤberlaſſen kann, und kann man alſo die Em⸗ phyteulin nicht wohl vor eine ganz fremde Sache in Abſicht des Em- phyteutæ halten. Und zweytens, ſo hat der Herr ihm das Gut unter der Bedingung und in der Abſicht eingegeben, daß er ſolches verbeſſern ſolle: zu der Verbeſſerung aber gehoͤret ungreitio di Erwerbung gewiſſer Ge⸗ & rech⸗ 170 ,) o(888 rechtigkeiten, folglich hat ihn der Herr ſtillſchweigend dazu bevollmaͤchti⸗ get, und kann er alſo in ſolcher Eigenſchaft dieſelben bey dem Gut er⸗ werben, weil bekanntermaſſen auch Servirutes durch einen Gevollmaͤchtig⸗ ten erworben werden koͤnnen arg. L. 20. g. 2. ff. de adquir. Ter. Homin. b) Ob der Emphytevta befugt ſey, das Gut mit Dienſtbarkeiten zu bele⸗ gen? Es verſtatten ihm ſolches ob. Ortwin. Woſtenberg in Prine ipiis Zu ris ſecundum ordinem D. 1. ff. Tih. VI. Tu. III. g. 13. und der Herr G. R. Tieineccius in Element. Jur. ſec. Inſt. g. 93. und berufen ſich auf den E. 7. S. 9. ff. de Super ficiebus, welcher alſo lautet: Servitutes quoque Præ- rorio jure conſtituentur:& ipſæ ad exemplum earum, quæ ipſo jure conſtitutæ funt, urilibus actionibus petentur. Sed& inter- dictum de his utile competit. Allein, wenn man auch gleich voraus⸗ ſetzet, daß man hierinnen ſicher von der Superficie auf die Emphyteuſin ſchlieſſen konne, ſo glaube ich doch nicht, daß die Stelle von der Aufle⸗ gung, ſondern vielmehr von der Erwerbung der Dienſtbarkeiten handele, wie ſolches die Worte: Otilibus actionibus petentur, und luterdictum de his urile competet deutlich an den Tag legen, als wodurch unſtreitig angezeiget wird, daß ein Superficiarius die erlangten Servitutes zwar nicht wie ein voͤlliger Dominus actione confeſſoria und interdictis pof ſeſloriis directe aber doch uriliter fordern und beſchuͤtzen koͤnne. Wie ich denn auch uͤbrigens uͤberhaupt nicht davor halte, daß der Emphyteuta ein Recht habe das ihm eingegebene Gut mit Dienſtbarkeiten zu belaͤſti⸗ gen, weil er dadurch wieder ſeine Pflicht ſolches verſchlimmern wuͤrde. Dieſerwegen, wenn er dem ungeachtet einige Dienſtbarkeiten darauf ge⸗ bracht, ſo hoͤren ſolche, wenn das Gut dem Herrn anheimfaͤllt, von ſelber wieder auf, indem der Emphyteuta darinnen nichts zu Nachtheil des Herrn unternehmen köͤnnen. Unterdeſſen verſtehet es ſich auch andern⸗ theils, daß der Herr eben ſo wenig wieder den Willen des Kmphyteutæ dem Gut eine demſelben nachtheilige Servitut auflegen koͤnne, weil er dadurch die dem Emphyteutæ zukommende Nutzbarkeit des Guts verminderte. Gleichwie wegen gleicher Urſache halber dem Proprietario auf dem Gut, woruͤber einem andern der Uſusfructus zuſtehet, ſolches zu thun unterſa⸗ get iſt. L. 15. F. 7. ff. de Uſufruct. Ob aber auch die in eben dieſem Ge⸗ ſetz enthaltene Verordnung, daß der Proprietarius nicht einmal mit Einwilligung des Uſufructuari ſolches vornehmen koͤnne, auch auf den Dominum emphyteuſeos zu erſtrecken ſey, ſolches halt ich nicht, dem 4 eines⸗ æ————,—x w (= S— — — d dan„d lnich ben 8 aCGn⸗ einen Hillmäͤch dihun e Doma tenſibt aTen un berg i& iuiju 3. und„ err. beru er ich auf ervitu xuoquehh earl Er quxi tur. ½ᷓd R in mauch W ich dom auf di mphui Stell u der h enſib Kaitenho tur, En lutera als w roch unſn naten weitutes a und mirdictis chütze enne. 2 Guts verbunden iſt, entweder das Geld denen Schuldleuten zu bezahlen, 2 o( 88 1 171 einestheils, ſo haben wir ſchon angemerkt, daß man von dem Uſutru. u nicht durchgehends auf die Emphyreuſin ſchlieſſen koͤnne, und zum andern, ſo war dieſer behende Satz bey dem Ulufructu deswegen ange⸗ nommen, weil der Uſustructus durch eine bloſe Einwilligung des Ulu- fructuarit auf den Proprietarium nicht konnte verſetzet werden, ſon⸗ dern dazu eine beſondere gerichtliche Abtretung(ſolennis in jure ceſſio) erfordert wurde, und alſo durch dieſe Einwilligung der Proprietarius kein voͤlliges Eigenthum, dergleichen zu Auflegung einer Dienſtbarkeit noͤthig war, erhielte. Woraus denn zugleich erhellet, daß dieſe Verordnung nicht allein auf andere Sachen nicht koͤnne angewendet werden, ſondern daß ſie auch, da bey uns die gemeldete Ceſſio in jure nicht gebraͤuchlich, ſelbſt bey dem Uſutructu nicht mehr ſtatt finde. 83* 4) Er kann die Empbytenſin unter gewiſſen Umſtaͤn⸗ den verpfaͤnden und veraͤuſſen. as erſtlich die Verpfaͤndung anbetrift, ſo iſt bekannt, daß auch ſo⸗ gar eine ganz fremde Sache zum Pfande koͤnne gegeben werden, in ſo weit, daß unter beyden Partheyen oder Contrahenten eine guͤltige Verpfaͤndung vorgehet, und die Actio pignoraritia deswegen ſtatt findet, L. 9. F. Z.& L. 22. g. 2. ff. de Pignorut. au. Tolglich iſt auch ein gleiches von der Emphyteuſi zu ſagen, und ſind uͤberdem noch deutliche Geſetze vorhanden, woraus dieſe Freyheit des Emphyteutæ geſchloſſen werden kann, z. E. L. 16. S. 2. ff. de pignor. ac heiſſet es ausdruͤcklich: Ptiam ve- Kigale prædium pignori dari poteſt. Welches auch L. 31. ff. de Piguor. en hypotb. bekraͤftiget wird. Nun aber hat ohnſtreitig der mphyteuta wenigſtens eben ſo viel, wo nicht mehr Recht uͤber ſeine Lmphyteuſin, als wie die Colomi uͤber ihre ⸗gros Vectigales, und kann man alſo was dieſem erlaubet iſt, auch jenem ſicher zuſtehen, und hierinnen von dem ei⸗ nen auf den andern einen gewiſſen Schluß machen. Es verſtehet ſich aber von ſelber, daß dieſes alles dem Herrn an ſeinem Recht uͤber das Gut keinen Nachtheil bringen kann, folglich, wenn die Lmphyteutis dem Herrn auf eine oder die andere Art anheimfaͤllt, ſo erliſchet auch das von dem Emphyteuta darauf geſetzte Pfand aug. cit. L. 31. f. de Pignor.& hypoth. ibi: 81 Vectigali non ſoluto: jure ſuo dominus uſus eſſet, etiam pi- gnoris jus evanuiſſe. Es waͤre denn, daß der Herr ausdruͤcklich in die Verpfaͤndung gewilliget, in welchem Fall der Herr bey dem Heimfall des oder n Det voft. thele G 6 4 r Her g ilerſe ung us k ngen ullen, a ſeine: echt nit ern veſ eigte ki hegen=— daßm y die tſchede rricht! h Deyft mund e ſich oit rigen edliches nen o um, ſinte den Hi zurüc weue rgemeh genot tri/ undd teim Danwilhga licht b upt ſen, 4 dern amp uß ſolch ubrige nkechtent ihr ufd, undt arde. ½ wie 9e ſolchen g, d 2 ale ah als mavelcher! 129 2 4 885 3) O 6 G, 173 8 geaͤndert und aufgehoben worden. Nun iſt zwar nicht zu leugnen daß der Kaiſer hauptſaͤchlich den Kauf⸗Contract in cit. L. 3. C. de Zur. Em. pbyt. vor Augen gehabt, und darinnen dem Herrn das Naͤher⸗Recht er⸗ theilet. Es erhellet aber zugleich ganz deutlich aus der zu Anfang dieſes Geſetzes aufgeworfenen Frage: Ob der Emphytenta mit des Herrn Willen ſeine Verbeſſerungen oder ſein Jus emphyteuticarium veraͤuſſern, oder auf einen andern verſetzen muͤſſe(alienare vel in alium transferre,) und aus der darauf gegebenen Antwort, als in welcher, nachdem erſtlich von dem Kauf insbeſondere gehandelt worden, hernach immer auch die uͤbrigen Veraͤuſſerungen durch die Woͤrter transferre, transponere an⸗ gezeiget werden, daß juſtinianus eine allgemeine Verordnung von allen Veraͤuſſerungen, welche unter der Frage enthalten, und bey denen die vorgeſchriebene Umſtaͤnde ſtatt finden koͤnnen, uͤberhaupt geben, und den Zweifel der vor dieſem dabey vorgefallen, heben, mithin alle vorige wie⸗ drige Geſetze aͤndern oder wenigſtens dahin erklaͤren wollen. Unterdeſſen ſo halte ich doch davor, und ſchlieſſe es ſelbſt aus dem angefuͤhrten, daß dieſes Verbott ſich nicht auf die Veraͤuſſerungen, welche durch den letz⸗ ten Willen geſchehen, erſtrecke, ſondern daß ſolche erlaubet geblieben, und darinnen auch noch nach dem L. 3. C. de jur. Empbyt. die Verordnung des L. 71. f. 6. F. de legat. 1. beobachtet werden muͤſſe. Denn a) ſo kann bey ſolchen Veraͤuſſerungen niemahls die Frage, welche Juſtinianus aufgeworfen und allein entſcheiden wollen, ob nemlich der Emphyteuta bey ſeiner Veraͤuſſerung, ehe er ſolche unternehmen koͤnne, zuvor des Herrn Einwilligung erwarten muͤſſe, vorgefallen ſeyn, weil die Veraͤuſ⸗ ſerung ſich allererſt ereignet, wenn der Emphyteuta ſchon geſtorben, und alſo bey ſeinem Herrn um die Einwilligung nicht mehr anſuchen kann. Folglich kann die Entſcheidung und gemachte Veraͤnderung Juſtiniani auf einen Fall, wovon er gar nicht gehandelt, nicht wohl gezogen werden. b) So lehren auch die uͤbrigen von Juttiniano bey einer guͤltigen Veraͤuſ⸗ ſerung vorgeſchriebene Umſtaͤnde, z. E. daß der Emphyteuta dem Herrn ein Zeugniß von dem geſchloſſenen Contract uͤberſchicken, und darauf zwey Monate warten ſolle ꝛc. daß er auf die durch den letzten Willen ge⸗ ſchehene Veraͤuſſerungen ſein Abſehen nicht gerichtet habe, noch darinnen eine Aenderung machen wollen, weil bey ſolchen das Vorgeſchriebene nicht in Acht genommen werden kann. c) So wird auch durch dieſe Er⸗ laubniß des Emphyteutæ demn Haerg, kein Nachtheil verurſacht. Denn ₰ 3 iſt 174 3) O(8⸗ iſt das Gut einem tuͤchtigen Em phyteutæ vermacht worden, ſo leidet er keinen Schaden dabey, und muͤſte er auch bey einer andern Veraͤuſſerung einwilligen, iſt der Erbe oder Legatarius aber untuͤchtig dazu, ſo braucht er ihn eben ſo wenig, als wenn das Gut durch einen Contract an den⸗ ſelben uͤberlaſſen worden, anzunehmen. Hiebey entſtehet der Zweifel, ob der Emphyteuta bey ſeinen Ver⸗ aͤuſſerungen um die Einwilligung des Herrn vor⸗oder nach geſchloſſe⸗ nem Contract anſuchen muͤſſe, und wie lange ihme ſolches nachhero noch frey ſtehe, ehe er ſich ſeines Rechts verluſtig gemacht. Einige halten da⸗ vor, er muͤſſe bey Strafe der Beraubung vor Schlieſſung des Contracts um die Einwilligung des Herrn anſuchen, und berufen ſich auf die in dem cit. L. 3. C. de pure empbyt. befindliche Worte: Eaſpectare conſen- ſum, minime licere ſine conſenſu domini vendere, praædicere, quan- tum pretium ab alio revera accipi, poteſt&c. Es iſt aber dieſe Mei⸗ nung nicht allein dem L. 3. C. de Jur. Emphyt. worauf ſie ſich berufen, zuwider, ſondern es wuͤrde auch oͤfters vergeblich ſeyn, vor Schlieſſung des Contraets um die Einwilligung des Herrn anzuſuchen. Denn in dem gemeldeten Lege heiſſet es ausdruͤcklich, der Emphyteuta ſoll dem Herrn ein Zeugniß, etwa die Copey des Contracts uͤberſenden, damit er ſehen koͤnne, wie viel man dem Emphyteutæ vor das Gut geben, und ob er es unter gleichen Bedingungen behalten wolle. Wie kann er aber ſolches thun, wenn er mit ſeinem Contrahenten noch nicht eins iſt, und nicht weiß, wie viel, und unter welchen Bedingungen ſolcher ihm das Geld bezahlen will? Und wie ſoll er ehe um des Herrn Einwilligung ſich bemuͤhen, ehe er einmal weiß, ob er ſolche gebraucht, und mit ſeinem vorhabenden Contract zu Stande kommt. Andere wollen, es muͤſſe dche Anſuchung nach Maaßgabe des Lehnrechts 2. I. 24. pr. inner⸗ alb Jahrsfriſt geſchehen. Es verwirft aber ſolches Herr Hofr. Loy- ſer in Medit. ad ff. Spec. 105. u. 1. aus der Urſache, weil die Lehn⸗ rechte als beſondere Rechte auf andere als lehnbare Faͤlle nicht ange⸗ wendet werden koͤnnen, und uͤberdem Ealaſcus de Jure Empbyreut. qu. 39. n. 19. gezeiget habe, daß ein von dem Vaſallen auf den Emphyteu- tam gemachter Schluß ungereimt ſey. Ob ich nun gleich dieſe Gruͤnde nicht vor zureichend achte, obige Meinung zu widerlegen, indem erſtlich bereits oben p. 145. ſegq. gezeiget worden, daß das Longobardiſche Lehn⸗ recht allerdings auch in andern als lehnbaren Faͤllen gebraucht Merden onne⸗ euta be ginen ah oder am geſche ſolche umn hheron ht. E zmahalten leſſun 26 Comda rrufen Af auf d Ex ere conle 2, Pr rre, u rauf ſ tnch bent ſeyn, 10 Schli nzuſut e Da Empl Muta ſol s uͤbe uoden, da das E utheben,! Wnn era ch nich anns iſt, ngen dner ihm ern E millgung cht, an mit ſen dere n don, es m 3 2. IGt. pr. I ſches ue Hoft. ſache N il die b bare dn nicht ⸗ en au zun g Hoieſe Gh derles unde deres rdiſcel n, Asuucht ae zaͤllen! dhuuch 11 3 o(. 173 koͤnne, und zum andern es wenigſtens von denen deutſchen Erb⸗Zinß⸗ Lehen, wovon doch bey Herr Leyſer c. I. die Rede iſt, unſtreitig bleibet, daß man in einigen Faͤllen von dem Vaſallen auf den Erb⸗Zinßmann ſchlieſſen koͤnne, weil viele Rechte und Gewohnheiten bey dieſem von je⸗ nem entlehnet, und in Nachahmung der Lehne bey denen Erb⸗Zinß⸗ Guͤtern eingefuͤhret worden, es mag Valaſcus, als ein der deutſchen Rechte unerfahrner, ſolches vor ſo ungereimt halten, wie er immer will; ſo urtheile ich doch, daß ſie deswegen nicht anzunehmen ſey, weil a) man in Faͤllen, die nicht lehnbar ſind, zu denen Lehnrechten ſeine Zuflucht nicht eher nehmen muß, als bis die Sache aus denen eigenen und von der Materie handelnden Geſetzen nicht mehr entſchieden werden kann, welches ſich hier aber anders verhaͤlt. b) Weil 2. F. 24. pr. nur von der zu ſuchenden Belehnung gehandelt wird, wovon man bey de⸗ nen Lehnen ſelbſt nicht auf die Veraͤuſſerung ſchlieſſen kann. Herr Hofr. Leyſer c. 1. glaubet alſo, es koͤnne der Emphytenta noch immer ſei⸗ nem Recht unbeſchadet um die Einwilligung anſuchen, ſo lange als der Herr ſich uͤber ſeine Veraͤuſſerung noch nicht beſchweret habe. Denn —) ſo waͤre eine veraͤuſſerte Emphyteuſis dadurch nicht ipſo jure ver⸗ fallen, ſondern es muͤſſe erſtlich die Erklaͤrung des Herrn hinzukommen, ob er ſolche einziehen wolle, folglich, ſo lange ſich der Herr noch nicht gemeldet, waͤre noch nichts verſehen, und koͤnne mithin die Einwilligung geſuchet werden. b) So wuͤrde ſolches bekraͤftiget durch das c. 7. X. de locato& cond. worinnen dem Emphyteutæ zugeſtanden werde, ſich wider die Strafe, ſo ihm wegen des ohne Vorwiſſen des Herrn verkauf⸗ ten Guts bevorſtehe, celeri ſaricfactione zu helfen. Unter Celer aber wuͤr⸗ de von denen Auslegern verſtanden: ehe der Herr ſich beſchweret habe. Wiewohl auch dieſe Gruͤnde ſcheinen nicht hinlaͤnglich. Denn 3) ſo iſt es ein blos durch den Beyfall Kulandi in Decade Iotor. Cameral. vot. 2. n. 20. 22. erwieſener Satz, daß durch die Veraͤuſſerung die Emphy- teuſis nicht ipſo jure verlohren werde, da doch das Gegentheil denen Rechten viel gemaͤſſer iſt, denn ſo bald als die Veraͤuſſerung und Ueber⸗ gabe des Guts ohne des Herrn Wiſſen geſchehen iſt, ſo hat der Emphy- teuta etwas begangen, worauf die Rechte die Verwirkung ſeines Guts geſetzet haben, wie wir gleich ſehen werden, und iſt alſo ſolches dem Herrn heimgefallen, welches einmal von dem Herrn erlangte Recht der Emphyteuta dadurch, daß er nach verrichteter Sache ſich ſeiner Shulz 19⸗ 176 ö e digkeit zu erinnern anfaͤngt, ihm nicht wieder einziehen kann, ſondern es ſtehet bey dem Herrn, ob er ſich deſſelben bedienen will oder nicht. b) Die in dem cit. c. z. X. de locat.& cond. befindliche Worte: nili celeri ſa- tisfactione poſtmodum ſibi conſulere ſtuduiſſet„beziehen ſich, wie ſowohl der ganze Zuſammenhang, als auch insbeſondere das Wort ſa- tiskactio, welches hier ſo viel als Bezahlung heißt, deutlich anzeigen, nicht mehr auf die ohne Vorwiſſen des Herrn unternommene Verkau⸗ — tutio diſpoſuit, Jue einpbyteutico cadat. Nach klarer Maaßgebe die⸗ klaͤren ſeyn. b) Daß, weil gusdruͤcklich verordnet iſt, daß der Emphy- teuta, welcher der Vorſchrift dieſes Geſetzes nicht genau nachlebet, ſei 8 b b ne = y=Iz = ——— ———é—- 22 1 wet, geſezt „qua olttan klaret aaßgen orige ifel ge n C rats uphy—̃ aum, Wwe n BIaung der⸗ 3 des s einzut gefühſ 1zorteem Kc. n )O(e 177 nes Rechts verluſtig ſeyn ſolle, ſolches auch bey dem ſtatt finden muͤſſe, welcher nach geſchehener Ueberlieferung, wenn ſich gleich ſein Herr noch nicht gemeldet,(indem bey Entfernung oder wegen andern Urſachen die ganze Veraͤuſſerung dem Herrn viele Jahre unbekannt bleiben koͤnnte) die ganze Sache ihm allererſt anzeiget, und um ſeine Einwilligung bittet. Indem man von ſolchem nicht ſagen kann, quod conſenſum exſpecta- verit, quod prædixerit. Und daß folglich c) obangefuhrter maſſen die Meinung, daß ein veraͤuſſertes Gut nicht ipſo jure, ſondern erſtlich nach geſchehener Erklaͤrung des Herrn verwirket ſey, dieſem Legi wi⸗ der preche, als welcher von dieſer Erklaͤrung des Herrn nichts meldet, ſondern auf die bloſſe voͤllig vollendete Veraͤuſſerung ohne ſeine vorher ge⸗ ſuchte Einwilligung, die Beraubung ſetzet. Wiewohl nun obangefuͤhr⸗ termaſſen bey allen Veraͤuſſerungen der Herr um ſeine Einwilligung muß erſucht werden; ſo iſt doch, was die Wirkung anbetrift, unter dem Kauf⸗ und denen uͤbrigen Contracten ein groſſer Unterſcheid. Denn weil bey dem erſten dem Herrn das Naͤher⸗Recht zukommt; ſo braucht er in ſolchem Fall den neuen Emphyteutam gar nicht anzunehmen, wenn er ſelber in den Contract und deſſen Bedingungen eintretten will. In denen uͤbrigen aber muß es ihm nur blos deswegen geſagt werden, a) da⸗ mit er beurtheilen koͤnne, ob der neue Emphyrteuta tuͤchtig, und im Stande ſey die Guͤter zu verwalten, den Zinß zu bezahlen ꝛc. b) Da⸗ mit er ſolchen gehoͤrig in den Beſitz des Guts ſetze, und davor die Lehn⸗ waare bekomme. Denn daß er auch in dieſem Fall, wenn er dem Em- phyteutæ den Werth des Guts bezahlet, den Contract umſtoſſen, und das Gut vor ſich behalten konne, iſt ohne hinlaͤnglichen Grund von AHil liger. ad. Donell. Lib. IX. Cap. 17. lit. G. bejahet worden, indem das dem Herrn in denen Geſetzen zugeſtandene Naͤher⸗Recht nur blos bey dem Kauf⸗Contract ſtatt finden kann. b b 5) Er vererbet ſolche. Weil dieſer Contract durch die beſondern Vertraͤge der Partheyen mancherley Geſtalt erhalten kann, ſolaͤſſet ſich auch nicht fuͤglich ei⸗ ne allgemeine Regel von der Vererbung der Emphytentium geben. So kann es z. E. vorkommen, daß das Gut einem blos auf ſeine Perſon zur Emphyteuſi gegeben worden, und alsdenn verſtehet es ſich von ſel⸗ ber, daß es mit ſeinem Tode dem Harr wieder anheimfaͤllt. Oder 76 178) O(88 — iſt ihm und ſeiner Familie ertheilet worden, ſo bleibet es ſo lange bey derſelben, als noch einige davon uͤbrig ſind. Wenn aber dergleichen be⸗ ſondere Verabredungen nicht vorhanden ſind, ſondern es iſt einem das Gut uͤberhaupt erblich, oder ſchlechterdings ohne von der Vererbung et⸗ was zu erwehnen, zur Emphyteuſi eingegeben, ſo kann er Kraft der Rech⸗ te eines Emphyteutæ ſolches ſowohl auf ſeine Anverwandten, als auf fremde Erben transmittiren, wie oben erwehnet. Die Kirchen⸗Em- phyreuſes ſollen nach der Vorſchrift der Nov. 7. c. 3. nur bis auf den Sohn oder Enkel, und alſo nur zu zweyen Faͤllen vererbet, und wenn kein Sohn oder Enkel von dem Eimphyteuta vorhanden, die uͤbrigen Er⸗ ben gar nicht zugelaſſen werden. Es iſt aber ſolches in der Nov. 120. c. 6⸗ geaͤndert, und auf die Conſtantinopolitaniſche und dazu gehoͤrige Kir⸗ chen eingeſchraͤnkt worden. Es fragt ſich hiebey, wenn viele Miterben vorhanden ſind, od ſie Macht haben, das Gut ohne Einwilligung des Herrn unter ſich in meh⸗ rere Stuͤcke zu zertheilen? Es wird ſolches von einigen Rechtslehrern bejahet, von andern verneinet. Ich halte aber davor, daß man einen Unterſcheid machen muͤſſe, ob die Zertheilung ſo vorgenommen worden, daß ſolche den Herrn ſelbſt mitbetrift, und ſolchem anſtatt eines Emphy- reutæ mehrere aufgedrungen werden, er von jedweden den Canonem fordern ſoll ꝛc. In ſolchem Fall iſt ſie allerdings vor unerlaubt zu hal⸗ ten, weil der Herr dadurch ſehr gefaͤhrdet wird, die Guͤter ſich zuletzt gar verlieren, daß der Herr nicht mehr weiß, bey wem er ſie ſuchen oll, ihm dadurch ſeine Muͤhe den Canonem von mehrern zu empfangen, auf vieler ihre Verwaltung Acht zu haben, vergroͤſſert wird, auch durch dieſe Zerſplitterungen die Beſitzer eines jedweden Stuͤcks oͤfters auſſer Stand gerathen, das Gut gehoͤrig in Acht zu nehmen, die darauf haf⸗ tende Beſchwerden richtig abzufuͤhren ꝛc. Iſt aber die Zertheilung ſo ein⸗ gerichtet, daß dem Herrn daraus kein Nachtheil zuwachſen kann, z. E. die ſaͤmtlichen Erben machen jemanden unter ſich aus, welcher in ihrer allen Namen den gewoͤhnlichen Zinß dem Herrn bezahlet, und als gemein⸗ ſchaftlicher Emphyreuta dem Herrn verpflichtet bleibet ꝛc. ſo duͤnkt mich gehe dieſe Untereintheilung dem Herrn nichts an, und koͤnne er alſo ſol⸗ che auch nicht anfechten, indem ſolche als eine Art von Sublocation oder Subemphyteuſis anzuſehen, welche dem Emphyteutæ bekanntermaſ⸗ ſen zugelaſſen it.ʒ Da bleide z95 en enn ab g gl ondert goſfenn von A G dretbue handen elbrun es in Nou. 1a, und d an geherie vorha esn ſind, errn ſtar ſichi einig echtan davof aß mant vorgel Kenen wol anſua adines Em wedet an Cano vor u amnaubt zu die(uber ſich u dey weuer ſie ſt nehren nempfan dſſert Fed, auch St öfters zmen* daral die; 1weilungſ —. —— ———— — — — —— -8) O0(S⸗ 179 Da es nun angefuͤhrtermaſſen der Regul nach nicht erlaußet iſt, das Gut unter viele Miterben zu zertheilen, ſondern ſie es in Gemein⸗ ſchaft, oder einer unter ihnen unzertrennt behalten muß, ſo fraͤget ſich fer⸗ ner,ob die Miterben vor ſich befugt ſind, ohne dem Herrn weiter etwas zu ſagen, das Gut einem unter ſich zu uͤberlaſſen. Es ſcheinet der Herr Sofrath Leyſer c. l. u. 4. dieſe Frage unter der vorerwehnten mit zu begreifen, und verneinet alſo beyde. Seine Gruͤnde ſind folgende. a) So waͤre dem Herrn daran gelegen, daß er wiſſe, welchen unter mehrern Erben er zum Emphyteuta haben, und von wem er den Zinß eintreiben ſolle. b) Auch muͤſſe er unterſuchen, ob derjenige, welcher das Gut ha⸗ ben ſolle, tuͤchtig dazu ſey. c) Ferner ſo waͤre Kraft des L. 1. C. de Dmmuu. urriusque Judic. die Theilung der Guͤter vor einen wuͤrklichen Kauf zu halten, und muͤſſe alſo billig das von der Veraͤuſſerung in dem L. 3. C de Jur. empbyt verordnete, wenigſtens in ſoweit, daß die Sa⸗ che dem Herrn zuvor zu melden, auch hiebey ſtatt finden. Man trer⸗ fe ein gleiches an bey denen Lehnen 2. 12 77. Er wiederleget hiebey ulinm Clarum L. z. 5. Emphyteuſir qu. 12., welcher des Herrn Einwilligung hiebey nicht erfordert, aus folgenden Urſachen. a) So werde dadurch dem Herrn nicht der geringſte Nachtheil zugezogen. Denn er halte alle Miterben vor ſeine Emphytceutas, und waͤre alſo in Abſicht ſeiner keine Veraͤuſſerung vorhanden, ſo lange als das Gut auf eine Perſon verſe⸗ zet wuͤrde, bey welcher keine neue Recognition noͤthig waͤre. 8) So koͤnne es ihm gleich gelten, bey wem unter denen Miterben die Sache gefunden werde, weil die andern, welche das Gut veraͤuſſerten, da⸗ durch nicht aufhoͤreten ihn deswegen in ſolidum verpflichtet zu ſeyn, eben ſowohl als wie ſie ſolches vor der Theilung waren. Was meine Mei⸗ nung anbetrift, ſo halte ich, daß man einen Unterſcheid unter denen Er⸗ ben machen muͤſſe, ob es die ab inteltaro, oder ob es heredes extranei ſeripti ſind, die ihr Recht blos der Einſetzung des leitaroris zu danken haben. Bey denen letztern iſt kein Zweifel, daß gleichwie ſie ſchuldig geweſen waͤren, wenn ſie gleich in Gemeinſchaft geblieben waͤren, ſich bey dem Herrn insgeſammt zu melden, ſich in den Beſitz einſetzen zu laſ⸗ ſen, und die Lehnwaare zu bezahlen, alſo auch ſolches derjenige, dem ſie das Gut uͤberlaſſen haben, zu thun verbunden ſey. Sind es aber Cohe-. redes ab inteſtaro, denen das Gut als naͤchſten Anverwandten des letz⸗ ten Beſitzers zugefallen iſt, ſo haben ſolche, wenn ſie in der Gemeis 2 haft 180 O( ſchaft bleiben, nicht noͤthig, ſich um eine gewiſſe Einwilligung des Herrn zu bekummern, noch ſich von ihm in den Beſitz ſetzen zu laſſen, noch auch ihm die Lehnwaare zu bezahlen, folglich ſehe ich auch nicht, warum ſolches noͤthig ſey, wenn ſie das Gut einem unter ſich allein uͤberlaſſen, und ſich dem zu Gefallen ihres Rechts darauf begeben wollen, als wo⸗ durch in Abſicht des Herrn gar keine Veraͤnderung vorgehet, noch ihm einiger Nachtheil zuwaͤchſet, wie aus Julii Clari beygebrachten Gruͤn⸗ den erhellet. Genug iſt es, daß nach geſchehener Theilung dem Herrn Nachricht davon gegeben wird, damit er wiſſe, welchen er vor ſeinen Em- phyteuram zu halten habe. Was die von Herr Leyſer angefuͤhrte Ein⸗ wuͤrfe, in ſoferne ſie uns zuwider ſcheinen, anbetrift, ſo iſt dagegen zu merken. a) So muß freylich der Herr wiſſen, von wem er den Zinß fordern ſoll, allein es folget deswegen nicht, daß ihm ſolches vor der Thei⸗ lung muͤſſe geſagt werden, genug, daß er ſolches hernach, wenn der Erbe, dem die andern das Gut uͤberlaſſen, ſich in deſſen Beſitz befindet, erfaͤhret. b) Dieſe Unterſuchung findet ſtatt, wenn das Gut an einen Fremden ſoll veraͤuſſert werden, nicht aber, wenn es auf einen heredem ab inteſtato vererbet wird, als welchem ſein Recht wegen bloſſer wiedri⸗ ger Vermuthung, es muͤßte denn ſelbige ganz untruͤglich ſeyn, nicht ge⸗ nommen werden mag, ſondern der Herr iſt verbunden, demſelben das Kraft des Erbrechts ihm zukommende Gut zu laſſen, bis daß er etwas verſieht, wodurch er ſich nach Maaßgabe der Geſetze deſſelben verluſtig macht. c) Der Satz des I. 1. C. Commun. utriusque judie., daß die Theitung der Erbſchaft wie ein Kauf anzuſehen, hat in ſoweit ſeine Rich⸗ tigkeit, daß die Miterben in der Erbtheilung eben ſowohl, wie der Ver⸗ kaͤufer im Kauf⸗Contract ſich untereinander die Eviction zu leiſten, ſchuldig ſind, nicht aber, daß alle vom Kauf vorhandene Verordnun⸗ gen auch auf die Erbtheilung anzuwenden ſeyn, indem ofters ganz unter⸗ ſchiedene Umſtaͤnde vorhanden ſeyn koͤnnen, dergleichen auch in dem gegen⸗ waͤrtigen Fall anzutreffen. Denn bey der Verkaufung ſoll der Emphy- reuta deswegen die Sache dem Herrn zuvor melden, theils, damit ſol⸗ —— cher ſich erklaͤre, ob er ſich des Naͤher⸗Rechts bedienen wolle, theils L auch, damit er ſaͤhe, ob der neue Emphyteuta tüchtig dazu, und daß er die Lehnwaare fordern koͤnne. Alles dieſes aber faͤllt hey der Vererbung ab inreſtaro weg. Die Unterſuchung, ob der Erbe tuͤchtig, iſt dem Herrn in denen Geſetzen nicht zugeſtanden. Die Lehnwaare darf er nicht for⸗ ern. — ,— nwillgg zanhes de ſezen iſen, ch aut in t, ma ſich a e berai b heben Tor alan g vor., nac beyg a hten Gi r Theſ ea den he lchen e ſenal Leyſer e eefühtne trift, Sſt dageg von er dan hm ſol e vordan es het r), wan n deſſe? zeſitz bie venn i der Gut n in es o Winen har ht wa tr loſſerm truͤgln Kyn, nich zunder gemſelben ſen, auhaß er et iſetze d e ben derl riusqu dic., d zdat in Kweit ſeine⸗ ſowe Je wie der⸗ die E Sion zu 1 dern. Folglich, da alle Urſachen, weswegen der Herr verlangen kann, daß man um ſeine Einwilligung anſuche, allhie aufhoͤren, ſo kann auch die Strafe, ſo auf die unterlaſſene Anſuchung um dieſe Einwilligung geſetzet iſt, nicht ſtatt finden. d) Wenn auch gleich der Schluß von de⸗ nen Lehnen auf die Emphyteuſes ſeine Richtigkeit haͤtte, welchen doch Herr Leyſer oben nach dem Ausſpruch Valaſci, wiewohl mit Unrecht vor ungereimt erklaͤret; ſo iſt doch in dem angefuͤhrten 2. F. 77. ein ganz an⸗ derer Fall, als wovon wir allhie handeln, enthalten. Nemlich es heiſ⸗ ſet allda, wenn mehrere Bruͤder das Lehn untereinander theilen, ſo muͤſ⸗ ſe ein jeder vor ſeinen Antheil das Lehn empfangen, und den Eyd ſchwoͤ⸗ ren. Es wird aber nichts daſelbſt erwehnet, ob ſolche Theilung mit oder ohne Einwilligung und Vorwiſſen des Herrn geſchehen muͤſſe, noch auch, ob es denen Bruͤdern erlaubet ſey, dieſe Theilung zu unterlaſſen, und ei⸗ genmaͤchtig einem unter ſich das Lehn abzutreten, wovon doch unſere Frage handelt. Es iſt ferner ein Zweifel, ob die Emphyteuſis auch auf einen Ado- puvum vererbet werde. Die mehreſten Rechtslehrer verneinen ſolches. Zerr Hofr. Leyſer Spec. 20. u. 3. hingegen bejahet es, und zwar mit Recht. Denn gleichwie wir oben gezeigt haben, daß der Emphyteuta Recht hat im Teſtament das Gut einem fremden ausdruͤcklich zu verma⸗ chen, oder ihn zum Erben darinn einzuſetzen, ſo muß ihm auch ſolches ſtill⸗ ſchweigend erlaubet ſeyn, wann er nemlich jemanden an Kindesſtatt an⸗ verſtehet es ſich von ſelber, daß es dergleichen Emphyteuſis ſeyn muß, welche auf jedermann kann vererbet werden, denn wenn es nur blos denen Kindern und Nachkommen des Emphyteutæ verliehen worden; ſo kann er es dem Herrn zum Nachtheil auf keinen auswaͤrtigen, worunter in die⸗ ſem Fall auch ein Adoptivus zu rechnen, vererben. Aus eben dieſer Urſa⸗ che, iſt ein Adoptivus auch ſchuldig, wie ein ander fremder, ſich von waare zu bezahlen. 6) Er muß jaͤhrlich einen gewiſſen Zinß oder Cmonem davon bezahlen. Geeichwie anfänglich hauptſaͤchlich unbebauete Aecker zu dieſem Con⸗ 3 3 gerin⸗ 9 0–. 181 nimmt, und ihn dadurch zum Erben aller ſeiner Guͤter erklaͤret. Doch dem Herrn in den Beſitz des Guts ſetzen zu laſſen, und ihm die Lehn⸗ traet erwaͤhlet wurden; ſo muſte nothwendig der jaͤhrliche Zinß ſehr 182)O( er⸗ geringe ſeyn, weil ſich ſonſten nicht leicht jemand zu dieſer muͤhſamen Ar⸗ beit wuͤrde gefunden haben, und eben dieſer Urſachen wegen war es auch nicht rathſam noch billig, ſolchen hernach, wenn das Gut durch den Fleiß des Pachters in guten Stand gebracht worden, zu erhoͤhen. Ferner weil hernach die in fruchtbaren Guͤtern aufgerichtete Emphyteuſes zur Nach⸗ ahmung der erſtern erfunden wurden, ſo ward auch darinn die Na⸗ tur des erſtern beybehalten, daß der jaͤhrliche Zinß insgemein mit dem Werth der jaͤhrlichen Fruͤchte und Nutzungen in keinen Vergleich kann ge⸗ ſtellet werden, ſondern nur in recognitionem dominii gegeben wird. Da aber nach Vorſchrift des L. z. 2. 3. C. de Sur. Empbyt, die Natur dieſes Contraets ſich blos nach dem Willen der Partheyen richtet, ſo kann auch dieſer Umſtand oͤfters ſehr leicht von ihnen geaͤndert worden ſeyn, und flieſſet alſo daraus von ſelber, daß wenn der Canon gleich den Werth der Fruͤchte mehrentheils ausmacht, man dennoch daraus allein nicht vermuthen koͤnne, daß keine Emphyteuſis vorhanden ſey. Unter⸗ deſſen, weil doch insgemein der Emphyteura das Gut um einen ganz leidlichen, und mit denen Fruͤchten gar keine Gleichheit habenden Zinß bekommt, auch ſonſten ganz beſondere Vorrechte vor einem ordentlichen Pachtmann darauf erhaͤlt; ſo kann er auf ſeiner Seite nicht nach dem Exempel eines bloſſen Miethmanns verlangen, daß man ihm wegen Un⸗ fruchtbarkeit, oder wenn er ſonſten das Gut nicht gehoͤrig nutzen koͤn⸗ nen, eine Nachlaſſung de ange nicht ſowohl vor die Fruͤchte, als uͤberhaupt davor zahlet, daß er mit ſo beſondern Vorrechten ein Gut von dem Herrn beſitzet. Es fraͤget ſich aber, ob auch ein gleiches zu ſagen, wenn er das Gut gar nicht gebrau⸗ chen koͤnne, und z. E. ſolches einige Jahre herdurch in feindlichen Haͤnden geweſen, daß er nicht die geringſte Nutzungen daraus ziehen koͤnnen. Elbertus Leoninus in L. 1. C. de Jur. Empbyt. n. 7. meinet, daß der Em phyteuta dem ungeachtet, nach wieder erlangtem Gut, den Zinß auch von denen Jahren, da die Feinde ſolches in Beſitz gehabt, bezahlen muͤſ⸗ ſe. Herr Hofr. Leyſer c. I. Spec. 103. n. 11. in jin. haͤlt ſolches pro ſen- tentia inhumana, und wiederlegt ihn aus dem L. 12.. 2. ff. de reb. au- Sor. jud. poſſid. Ob nun gleich andere meinen, daß ſolche inhumanitaͤt nicht darinn zu finden ſey, ſo glaube ich doch, daß Herr Leyſer allerdings Recht habe, dieſe Meinung zu tadeln. Ich gebe zwar zu, daß der Emphy- teuta den Zinß nicht vor die Fruͤchte zahlet, und daß es alſo folget, baſ b er des Zinſes angedeyen laſſe, weil er ſolchen Zinß wege peöan Guti andengt rhohen e mnern bytet sür N. uch de gi die 3 insg arumit n Vet) kanne mini goben ui Emg Kdie N arthey mrichta, gen ge wurt word der Ci m gleich 1 6 =Z— — — — — ennoch aus handei. Ur Gut Weineng chheit enden or eine marddenthi Seite! i nach de nan iß uwyegen l gehoͤr apatzen kot veil en iſ chen Zi ahlet, 20 er mit itet. afraͤget ſ ut garucht gebki in feim atten Hände graus Hin koͤnnen weinet ß der la 3)O(888— 183 der Mangel oder die Abweſenheit der Fruͤchte ihn von dieſer Schuldig⸗ keit nicht entbinden moͤge. Man wird aber auch anderntheils eingeſte⸗ hen, daß er ſolchen davor entrichtet, weil er ein Gut beſitzet, woruͤber einem andern das Eigenthum zukommt. Nun aber kann man nicht ſagen, daß er ein Gut, welches voͤllig uͤberſchwemmet iſt, oder welches der Feind innen hat, beſitze, nach dem Ausſpruch des cit. L. 12. ibi: Si propter naturam rei, veluti ſi prædium inundatum ſit, aut propter latro- num potentiam, non poteſt poſſideri: recte dicitur non eſſe, quod poſſideatur. Wo alſo kein Gut beſeſſen wird, da braucht es auch kei⸗ ner Recognition, daß man den Beſitz jemanden zu danken habe. Und gleichwie der Emphyteura nicht eher den Canonem zu bezahlen ſchuldig ſſt, bis ihn der Herr, der zur Ueberlieferung verbunden iſt, in den Beſitz des Guts geſetzet hat; ſo braucht er auch ſolchen alsdenn, wenn er ohne ſein Verſchulden den Beſitz wieder verlohren hat, nicht zu bezahlen. Gleichwie nun obberuͤhrtermaſſen der Emphyteuta wegen einiges Abgangs der Fruͤchte den Zinß nicht verringern darf, ſo hat er auch an⸗ derntheils den Vortheil, daß wenn ſeine Nutzungen ſich vermehren, er den Zinß nicht vergroͤſſern darf, weil ihm das Gut einmal mit allen Nu⸗ zungen, die davon kommen koͤnnen, eingegeben worden. Hieraus flieſſet alſo, daß wenn das Gut durch eine Alluvion anſehnlich vermehret wor⸗ den, der Zinß deswegen nicht erhoͤhet werden koͤnne. Bey denen oͤffent⸗ lichen Aeckern der Roͤmer muſte zwar hiebey ein Unterſcheid gemacht wer⸗ den, ob dergleichen agri vectigales oder auch in emphyteuſin ertheilete Aecker Arcifini, d. i. die in ihre natuͤrliche Graͤnzen, z. E. von dem Berge bis zum Fluß eingeſchloſſen ſind, oder Limitati, d. i. die eine gewiſſe gemeſ⸗ ſene Groͤſſe, z. E. 20 Ruthen enthielten, waren. Bey denen erſtern wuchs das angeſpuͤlete denen Beſitzern zu: bey denen letztern hingegen, weil ihnen einmal eine gewiſſe beſtimmte Groͤſſe von dem Staat aus de⸗ nen eroberten Laͤndern angewieſen war, fand keine Alluvion ſtatt, ſon⸗ dern was dieſen Aeckern uͤber ihre gemeſſene Groͤſſe zuwuchs, ſolches fiel dem Staat zu L. 16. f de adquir. rer. Domin., folglich wenn bey Em- Phyteuſibus der Beſitzer ſolches mit zu ſeinem Gut wollte gezogen wiſ⸗ ſen, muſte er ſolches als etwas davon unterſchiedenes, insbeſondere von dem Staat recognolciren, und dieſerwegen auch einen beſondern Zinß geben. Und dieſes hat vermuthlich Anlaß gegeben, daß die Kaiſer Ar⸗ cadius, Honorius und Theodoſius in dem L. 2. C. de ælluvionibus ver⸗ ordnet 4 8 4 aufgehoben, und dagegen befohlen worden, daß nicht allein dergleichen Anwachs denen Beſitzern zugehoren, ſondern auch insbeſondere ihre An⸗ lagen dieſerwegen nicht vergroͤſſert werden ſollten. Welche Verfuͤgung um ſo billiger auch dem Emphyteuræ zuſtatten kommen muß, weil er des⸗ Cap. II. in fin. „) Er muß alle auf das Gut haftende Beſchwerden tragen. 4 Wei die in einem Staat auf gewiſſe Guͤter gelegte Beſchwerden insge⸗ mein in Abſicht der Nutzungen, welche der Beſitzer daraus ziehet⸗ und deren Genuß ihm durch den Schutz des Staats geſichert wird, dar⸗ auf geſetzet werden; ſo iſt es nicht mehr als billig, daß derjenige, wel⸗ cher die Nutzungen von einem Gut genieſſet, auch die Laſten davon tra⸗ gen muͤſſe. L. ¹3. ff. de impenſ. in res dot. L. 2. C. de aunon.& tribut. Da nun dem Emphyteutæ alle Vortheile des Guts zukommen, ſo koͤn⸗ nen auch mit Recht die darauf haftende oͤffentliche Anlagen von ihm ein⸗ getrieben werden, und erhellet auch ſolches aus dem L. 2. C. de ux. Limphyt. ibi: vel publicarum functionum apochas non præſtiterit. Es gehoret hieher die bekannte Frage: Ob die denen Fuͤrſten, Geiſtlichen und andern zukommende Freyheit von ihren Guͤtern keine Steuren und Auflagen zu bezahlen, dadurch aufhoͤre, wenn ſolche Guͤter in Emphy- teulin an jemanden ertheilet werden? Es wird ſolche von vielen Nechts⸗ eh⸗ —————— 3[ —————f— ſ——y Oͤ=..—“ — — unm Anm A dred 1—e 3 Gru Sdemli 69. f. A! Nru A. de hehwer Be Wetdenii 3 gcct wird da ⁵ jenige/ die Pan davol zeſih t aaraus 3) O(S8⸗ 185 lehrern bejahet, von vielen auch hinwiederum verneinet. Wovon man die beyderſeitigen Gruͤnde weitlaͤuftig angefuͤhret nachſehen kann bey Zerr Pbil. Cbriftopb. Bornga ſſer in Diſ. de prædiorum Empbyteuticorum Tu- re& immunitate. Es ſind vornemlich zwey Urſachen vorhanden, wel⸗ che in einer ſonſt leicht zu entſcheidenden Frage ſo groſſe Uneinigkeit und Verwirrung unter denen Rechtslehrern hervorgebracht. 1) Daß ſie ſelten die Faͤlle, welche ſie entſcheiden wollen, recht auseinander geſetzet, ſondern ſich der eine dieſe, der andere jene Umſtaͤnde dabey vorgeſtellet haben, wegen welcher Vermiſchung es nicht anders ſeyn koͤnnen, als daß ihre Urtheile ſehr verwirret, unterſchieden, und oͤfters wie erſpre⸗ chend gerathen muͤſſen. Zumahl da bey jedweden hierinnen vorkommen⸗ den Fall faſt allezeit beſondere Umſtaͤnde vorhanden, welche die beſte Entſcheidungsgruͤnde an die Hand geben, ſo daß es faſt vergeblich ſchei⸗ net, dieſe Frage uͤberhaupt und ohne auf einen beſondern Fall ſeine Ab⸗ ſicht zu richten, weitlaͤuftig zu beantworten. 2) Daß ſie eine Sache, welche doch lediglich aus denen deutſchen Rechten und Gewohnheiten, und aus der Verfaſſung ſowohl Deutſchlands uͤberhaupt, als einer jed⸗ weden Provinz inſonderheit, haͤtte entſchieden werden ſollen, aus denen Roͤmiſchen Geſetzen, z. E. durch ungereimte Anwendung der von denen Fundis patrimonialibus, und von andern dergleichen ſich auf unſern Staat nicht ſchickenden Einrichtungen gegebenen Verordnungen, einzig und al⸗ lein herhohlen und eroͤrtern wollen. Was die Sache an ſich betrift, ſo koͤnnen die mancherley dabey vorkommende Faͤlle nicht wohl entſchieden werden, ohne die Materie von denen Steuren zugleich mit auszufuͤhren, welches aber unſer Vorhaben allhie nicht leidet. Ueberhaupt aber davon zu reden, ſo kann folgende Regel, in ſofern es moͤglich iſt, eine allgemei⸗ ne Richtſchnur hierinn zu ſetzen, zur Entſcheidung dienen: ein vorher freyes Gut behaͤlt dieſelbige Eigenſchaft auch noch nachhero, wenn es gleich an jemanden in emphyteuſin gegeben wird, als wodurch es nicht aus dem Eigenthum, ſondern nur aus dem Beſitz des erſten Herrn ge⸗ bracht wird. Es waͤre denn, daß die Freyheit des vorigen Beſitzers blos auf deſſen Perſon eingeſchraͤnkt geweſen, und Kraft des ertheileten bri⸗ vilegii ausdruͤcklich zu deſſen Genuß erfordert wird, daß er die Guͤter, bey welchen er ſolche Freyheit gehabt, ſelber beſitze, oder daß die Perſon des Emphyteutæ ſo beſchaffen iſt, daß ſolcher nach denen Geſetzen des Staats, oder wegen gewiſſer Werteäge keine Guͤter ohne die gewihn⸗ la liche 186 492) 0( See⸗ ——— liche Beſchwerden davon zu zahlen, genieſſen und innhaben kann. Da⸗ hin gehoͤret gewiſſermaſſen das in dem oben befindlichen Schoͤnreiner 5 Weißthum de A. 1477. verordnete:„Wen dieſelbigen Guͤter eins oder „mehr verlegt oder wuͤſt lege, es were lang oder kurtz, ſo moͤcht ſich ein „Prior zu Schoͤnrein des gebrauchen fuͤr ſein Zinß, und dieweil ein „Prior das alſo innhat, ſo were her den Herren von Reineck, oder dem „Dorff keinen Vogthabern oder nichts pflichtig davon zu thun.“ Dem man noch dasjenige, was unten bey der Prbleyhe hievon angemerkt wor⸗ den, hinzufuͤgen kann. Bey denen Fuͤrſtlichen Guͤtern ſcheinet die ganze Frage mehrentheils vergeblich zu ſeyn, weil es insgemein bey denen Fuͤr⸗ ſten ſtehet, in wie weit er ſeine Emphyteutas von denen Auflagen befreyet wiſſen will, wenn nicht gewiſſe Vertraͤge mit denen Landſtaͤnden im Wege ſind, oder dieſe Freyheit der Fuͤrſtlichen Emphyteutarum denen uͤbrigen Unterthanen zur Laſt gereichen wuͤrde. Wie es uͤbrigens kom⸗ men, daß an vielen Orten die Kirchen⸗ und Junker⸗Meyer oder Erb⸗ Zinß⸗Leute von ihren Guͤtern Contribution geben muͤſſen, hievon kann man Herr Strube Comment. de Jure I illicotunn Cap. VI. edit. nov. nach⸗ leſen, woſelbſt auch ſonſten noch viele dieſe Materie beſſer als alle Roͤmi⸗ ſche Geſetze erlaͤuternde Anmerkungen zu finden. 8) Er muß das Gut verbeſſern, oder wenigſtens in gutem Stande erhalten.— Weit deswegen die unbebauete Guͤter anfaͤnglich zu Emphyteuſibus ) gemacht, und dem Pachter vor ſo geringes Geld und erblich einge⸗ geben wurden, damit er deſto mehr Luſt haͤtte, ſolche in guten Stand zu bringen, ſo folgete von ſelber, daß die vornehmſte Pflicht des Emphy- teutæ in der Verbeſſerung des ihm eingegebenen Guts beſtand. Nach⸗ hero wie auch bereits bebauete Laͤnder auf gleiche Art eingegeben wurden, ſo konnte zwar eine eigentliche Verbeſſerung in dem vorigen Verſtande, von dem Emphyteuta nicht mehr gefordert werden, doch verlohr ſich ſol⸗ che Abſicht nicht gaͤnzlich, ſondern blieb in ſofern ſie moͤglich war, folg⸗ lich war er beſtaͤndig verbunden, das Gut in gutem Stande zu erhalten. Hieraus flieſſet nun alſo, daß wenn der Emphyteuta wegen nicht bezah⸗ teten Zinſes des Guts beraubet wird, er wegen der Verbeſſerungen dem Herrn nichts anrechnen koͤnne. Es iſt dieſes uͤberdem auch ganz deutlich in dem L. 2. C. de Jur. Emphyt. und Nov. 120. cop. 9. verordnet. Un⸗ t — ůq-ci¹⁰&⏑ ð ꝗ 6———— rect ſe ndiewe n Re un, oder vonz mn.“d evor wrmerkte tern netdeg emei deneng nen Linngenbei enen a Sdſtändo. nph Hatarum Zie ei brigath er⸗1Fler ddes muͤſ en hiedee b. Is it un iebe olsalld uwungſtene H zu Aphyteuh züd rn erblichen he u ren Stau P H des Em Buts„oand. A * 1 irtei Weben wen mven Vein 9 0 SSr- 187 terdeſſen ſcheinet doch derjenigen Meinung nicht ungegruͤndet, welche ei⸗ nen Unterſcheid unter denen Verbeſſerungen machen, ob nemlich ſolche aus der Natur des Contracts flieſſen oder nicht, und behaupten, daß der Emphyteuta nur die erſtern nicht aber die letztern verliere. Unter denen Verbeſſerungen, welche aus der Natur des Contracts flieſſen, halte ich, muͤſſen ſolche verſtanden werden, welche uͤberhaupt auf die Fruchtbarkeit und beſſere Nutzung der Laͤndereyen, Wachsthum der Fruͤchte und Baͤume, wie nicht weniger zu Verwahrung der Fruͤchte, zum Aufnehmen der Viehzucht und dergleichen zu der Landhaußhaltung ge⸗ hoͤrigen Sachen verwandt worden, und ſind alſo dazu zu rechnen, die Pflanzung der Waͤlder und Baͤume, Anlegung guter und eintraͤglicher Gaͤrten, Bepflanzung des Ufers, Aufbauung der Scheuren und Staͤl⸗ le ꝛc. Hingegen alle diejenige Verbeſſerungen, welche nicht das Gut an ſich, und die dabey zu fuͤhrende Landhaußhaltung anbetreffen, flieſ⸗ ſen nicht aus dem Contract, weil der Herr bey Eingebung des Guts ſol⸗ che nicht zur Abſicht gehabt, und glſo ſelbe auch nicht als eine Schuldig⸗ keit, wie die erſtern, von ſeinem Emphyteuta fordern kann, weswegen er bey der Einziehung des Guts ihm ſolche billig erſtatten, oder wegneh⸗ men laſſen muß. Dahin gehoͤret nun, wenn er ein ſonſten nicht dabey befindlich geweſenes Wohnhauß, oder andere nuͤtzliche Gebaͤude, Luſt⸗ haͤuſer, Irrgaͤrten, Waſſerkuͤnſte, Allees, Muͤhlen, und dergleichen erbauet und angeleget hat. 9) Er muß, wenn das Gut, auf einen ganz neuen Beſitzer veraͤuſſert wird, das ſogenannte Laudenium bezahlen. Ehe wir die hieher gehoͤrige Fragen unterſuchen, ſo wollen wir vorhers einige Anmerkungen von der Lehnwaare uiberhaupt ſowohl nach de⸗ nen Romiſchen als Teutſchen Rechten vorausſetzen. Wir haben bereits oben bey denen Ehrſchaͤtzigen Guͤtern beruͤhret, daß es eine ſehr gebraͤuch⸗ liche Gewohnheit bey denen deutſchen Voͤlkern geweſen, daß bey Veraͤu⸗ derung der Inhaber der eingegebenen Bauer⸗ und andern Gaͤter, der neue Beſitzer dem Herrn etwas gewiſſes vor die Einweiſung in den Be⸗ ſitz geben muͤſſen. Dieſe Abgift hat man unter andern laus los, lau- demium, und auf Deutſch Lehnwaare genannt. Was die Bedeutung des erſtern anbetrift, ſo leitet man es insgemem von laudare her, wel⸗ ches in denen mittlern Zeiten bdigt als einwilligen anzeiget, z. E. in einer Aa 2 Urkun⸗ 4 üüüõüüüü— ͦ— ———ÿ———— ** . —— —————— 4 * — ,⅛ — 5 ĩcp. 188 92) 0(68 Urkunde de A. 1125. g5. Guichenon Fi blioth. Sebus. Ceut. 1. u. 10. p. 46. edit. Hoffmanu. Laudante, ſimulque confirmante Stephano Comite Bononienſi— qui& hoc domum laudavit atque confirmavit præ- ſentibus multis. Wie denn auch aus bisweilen die Einwilligung bedeu⸗ tet, z. E. in einer Urkunde de. 1274. ap. Columbum cit. A du Ereſne h. v. Hanc vero permutatione Comes Willelmus dicebat non vale- re, quia facta erat ſine ſua!aude& voluntate. Es kommt mir aber dieſe Ableitung um deswillen nicht gegruͤndet vor, weil auf ſolche Art Laude- mium nichts weiter als uͤberhaupt eine Einwilligung anzeigen wuͤrde, worinnen aber, ich will nicht ſagen, kein Begriff von einer gewiſſen Ab⸗ gift oder Bezahlung vor die Einwilligung, ſondern auch nicht einſt von der Sache, worinn ſolche erfordert werde, enthalten iſt. Dieſerwegen, wenn man es ja von laudare herfuͤhren wollte, wuͤrde ich lieber die an⸗ dere Bedeutung dieſes Worts, da es auch ſo viel als uͤberliefern, uͤber⸗ geben, anzeiget, annehmen, z. E. in einer Urkunde de A. 129. ap. Gui- ehenon c. I. u. 5. p. 36. Pro remedio animæ meæ— dono& laudo Deo x B. Mariæ—& Durbonenſfibus fratribus— paſcua animalibus eorum. Siehe auch u Fi'eſue v. Laus, allwo er aus einer Urkunde de A. 1150. ap. Ruffium in Comit. Provinc. p. 133. dieſe Stelle anfuͤhret: Facta eſt Dæc laus ſive conceſſio in clauſtro Sançti Marii. Und wuͤrde alsdenn Laudemium faſt ein gleichguͤltiges Wort mit Inveſtitura ſeyn. In welcher Bedeutung es auch vorkommt in einer Urkunde bey Guichenon Pihliot b. Sehus. Ceut. 1. n. 95. b. 173. edit. Hoffman. ibi: Tibi— titulo donationis concedo, laudo— propter hanc autem donationem& laudemium habuimus à te undecim millia ſolidorum Melgorienſium. Ich halte aber uͤberhaupt die Meinung derjenigen viel wahrſcheinlicher, welche es von Los, Lot oder Lod, herleiten. Denn 2) ſo heiſſet es in einer Urkunde lldelfonſi Grafens von Thouſouſè de Z. 1144. ab. Ca- telum in Hiſt. Oceitan. p. 32½. cit. à du Freſue v. Accapitum& v. Lauſe. Carbonellus faber habeat de laboratoribus ſuis cenſum, qui vulgo vo- catur Lauſe. b) So bedeutet das Wort lot noch jetzo im Engliſchen ei⸗ ne Auflage und Beſchwerde, wie aus der Redensart: pay ſcot and lot, d. i. die Schatzung und andere Beſchwerden bezahlen, erhellet. c) So wird insbeſondere durch Laus diejenige Abgift, welche bey Ver⸗ kaufung des Guts der Kaͤufer dem Herrn bezahlen muß, angezeiget, z. E. Tulul.&. Theofredi in Velavir A. 1159. ap. du Freſue b. v. Item ſi alii donent — —. ent. 1. e0.. §i) M 4cd n awit Ann Mug ba m ci& u hn dic ge non A komg e wabe nuf ſ †. Art la ung ſ rgen vin on ei ezewiſen rau cht ennt eniſt. Niſſenee de i eber Rt ls uͤSiefern de= 2 t.p — di*επτ&¶ luul . pier animts aus m e Urkun veſe le anfid Ma ⁵ Und w mit naſtitura rkun(acey Guinh ibi: T bi— U. tem ab pationen rum Algorienl viet rſcheinle Det ſo heſß gift, he at, )5 83 donent vel vendant, jam dictus Abbas vel ſucceſſores ejus pro laude vendis inde exigant. Im Franzoͤſiſchen heiſſet ſolches Lods& ven- tes. In der Schweitz nennet man es Lod oder Lor, und lautet das von Herr Seuckenberg in Epiſt. ad Eratrem p. S. qus des Stanians Btat de Suiſſe p. 19 5. angefuͤhrte Zeugniß alſo: Il y a dans ce canton une au- tre charge en uſage, que Ton nomme le Lod ou le Lot. Elle monte à la ſixieme partie de la valeur entiere des biens de terre, qu'à cha- Jue vente l'acheteur eſt obligé de payer au Souverain. Und hat ver⸗ muthlich das deutſche Wort Loorh oder Lot, welches bey Kero einen Lohn oder Vergeltung anzeiget, und nach dem Anfuͤhren Herr Machter in Gloſſ. Germ. T. J. p. 999. b. v. in denen ſpaͤtern Zeiten annoch dieſe Be⸗ deutung gehabt hat, dieſer Abgift den Namen gegeben. Da alſo das Wort laus in dieſem Verſtande gemacht oder gebraucht worden, ſo iſt ſolches noch vielmehr von dem Worte laudemium, als welches gar im La⸗ teiniſchen nicht zu finden zu vermuthen. Das andere Wort: die Lehn⸗ waare anbelangend, ſo muß entweder Waare in dieſer Zuſammenſe⸗ tzung uͤberhaupt ſo viel als dasjenige, ſo vor eine Sache bezahlet oder ab⸗ gegeben wird, bedeuten, und zeigete alſo Lehnwaare diejenige Beſchwe⸗ rung an, ſo vor die Belehnung oder Einſetzung in das Gut gegeben wird, und haͤtte ſolglich mit Lehngeld, Handlohn ꝛc. einerley Bedeutung: oder es iſt das Wort Waare allhie aus Gewaͤhr, oder wie es in der al⸗ ten Formul bey Leibnitz in Collect. Etymol. D. II. p. 407. lautet: Gewe- ri, welches daſelbſt durch Veſtitura, die Einweiſung uͤberſetzet wird, ver⸗ kuͤrzet, und hieſſe alſo die Lehnwaare nichts anders als die Einſetzung oder die Einweiſung in das Lehn. Um aber zu der Sache ſelber zu ſchreiten, ſo halte ich, daß die Be⸗ zahlung der Lehnwaare bey denen Bauer⸗ und dergleichen Guͤtern aus ei⸗ ner Nachahmung der bey denen eigentlichen Lehnguͤtern gebraͤuchlichen Inveſtitur oder Belehnung entſtanden. Nemlich nachdem man auch bey gedachten Bauerguͤtern eingefuͤhret, daß ein neuer Beſitzer ſolches Gut nicht rechtmaͤßig innhaben koͤnne, wenn er nicht von dem Herrn in den Beſitz deſſelben geſetzet worden: nun aber der Bauer keine Kriegsdien⸗ ſte von dem Gute leiſtete, wie der Vaſall, ſondern ſeine Pflicht haupt⸗ ſaͤchlich nebſt Verrichtung ſeiner Frohnen, in Abtragung ſeiner Beſchwer⸗ den beſtand; ſo muſte er vor dieſe Einweiſung in den Beſitz ſeines Guts gleichfalls etwas an Gelde oder Fruͤchten dem Herrn bezahlen. In der Aa 3 von 19 S)e(Sr⸗ von Srhilter in Diſſ. de bonis laudemialibus g. 2. angefuͤhrten Conſtitu⸗ tion de A. 1322. heiſſet es:„Es mag niemand dehein Gut verſetzen, „das Ehrſchatz git, das einen Hofe⸗Herrn hett, das man entphaen ſoll, „ohne des Hofe⸗Herrn Hand. Wil er aber ſin erbe verſetzen, das Er⸗ „ſchatz git, das mag er wol thun mit des Hofe⸗Herrn Hant und ſoll ime „ſinen Erſchatz geben, wollte es aber der Hofe⸗Herre nit ſetzen ꝛc.“ Es bezeuget dieſe Stelle alſo, daß der Ehrſchatz oder die Lehnwaare üͤberhaupt vavor gezahlet werden muͤſſen, daß der Herr den neuen Beſitzer in das Gut eingeſetzet, und ihm ſolches ubergeben. Denn ſetzen heifſet allhie, wie Schilter c. 1. F. 26. aus einer Urkunde zeiget, ſo viel als: in den Be⸗ ſitz einweiſen, verleihen, inveſtiren. Womit auch dasjenige, was in dem Saalbuch des Kloſters Ebersheim ap. Srhilt. p. 596. zu leſen iſt, üͤbereinkommt:„Und wird ein Hof hie Aſezze das in einer wil, verkofen „unde einen andern gewinnen, den ſol der Schultheiſſe derane ſetzen, un⸗ „de ſol ime Fride beren an des Abbates ſtette, unde ſol er deme Schul⸗ „theiſſen geben ſechs phenninge.“ Und durch die Worte: mit des Herrn Hand, wird die Uebergebung des Herrn angedeutet, nach dem was oben von dem Wort Zand angefuͤhret worden. Es meinet zwar Fchilter. c. l. daß Hand hier ſo viel als Einwilligung heiſſe, allein die der Hand des Herrn entgegengeſetzte Worte:„Wollte es aber der Hoff⸗Herre „nit ſetzen,“ bekraͤftigen unſere Erklaͤrung, und laͤſſet ſich auch in de⸗ nen uͤbrigen von ihm aus dem Schwaͤbiſchen Lehen⸗Recht angefuͤhrten Stellen, das Wort Hand ebenmaͤßig durch llebergebung, Einweiſung ꝛc. erklaͤren. Gleichwie nun die Bezahlung der Lehnwaare bey denen deutſchen Bauer⸗Guͤtern von Alters her gebraͤuchlich geweſen, ehe man von denen Roͤmiſchen Emphyteuſibus in Deutſchland etwas gewuſt; auch uͤberdem ſalche ſowohl der Groͤſſe als den Faͤllen, bey denen ſich entrichtet werden muß, und uͤbrigen Umſtaͤnden nach, insgemein ſehr von der Roͤmiſchen Qumquageſima unterſchieden iſt; ſo flieſſet von ſelber hieraus. 1) Daß aaark, daß man insgemein davor haͤlt„ daß das Laudemium von de⸗ nen Roͤmiſchen Emphyteuſibus auf die uͤbrigen deutſchen Bauer⸗Guͤter gekommen, vielmehr im Gegentheil die Roͤmiſche Quinquagelima von denen Rechtslehrern wegen der Aehnlichkeit Laudemium genannt, und alſo das Laudemium von denen deutſchen Guͤtern auf die Emphyteuſes wenigſtens dem Namen nach gebracht worden. 2) Daß alſo unge⸗ reimt ſey, wenn man die bey der Lehnwaare vorkommende Streitigkei⸗ ten 4 ————— —— Gefu. Cußt ehein viſ me 8 pha de dd ei, dih inc keund ſel⸗ nit Fax.“ lehnt aeeübane deuet Eſiter i in ſer foſſſt al viel! inda h dg ige, da t.)— zu kei in= wül, u iſſedne ſeta! de ſo= demech Jortzt it deg t,SBem w mel war K „all vui der deut Bauert .( jposgelmm lem da genann O( e 191 ten lediglich aus dem Roͤmiſchen Recht, und der darinn geordneten Quinquageſima entſcheiden will, da man vor allen Dingen hiebey erſt⸗ lich die deutſchen Sitten unterſuchen und zu Rathe ziehen ſollte, als wel⸗ che in vielen Stuͤcken eine von denen Roͤmiſchen Geſetzen ganz unterſchie⸗ dene Verordnung an die Hand geben. Wir wollen zu dem Ende bey Eroͤr⸗ terung einiger bey der Lehnwgare vorkommenden Fragen ſolche zwar erſtlich bloß nach Maaßgabe des Roͤmiſchen Rechts beantworten, am Ende aber zugleich die deutſchen Rechte und Gewohnheiten kuͤrzlich wit beyfuͤgen. Die Lehnwaare iſt nach dem Roͤmiſchen Rechte ein gewiſſes Geld, und zwar nach der Vorſchrift des Z. 3. C. de Jur. emph)teut. zum hoͤch⸗ ſten der funfzigſte Theil des Werths des ganzen Guts, oder nach unſer Art zu reden 2. Procento, welches, wenn die Emphyteuſis auf einen neuen Beſitzer, der ſolche bloß der Veraͤuſſerung des erſtern Emphyteu- tæ zu danken hat, gebracht wird, dem Herrn vor ſeine Annehmung und vor die Einweiſung in das Gut bezahlet werden muß. Nach denen deut⸗ ſchen Gewohnheiten iſt es eine gewiſſe in Geld oder Fruͤchten beſtehende Abgift, deren Groͤſſe durch die Vertraͤge oder das Herkommen beſtim⸗ met iſt, welche bey Veraͤnderung des Beſitzers oder auch wohl des Herrn von dem Einhaber eines in weitlaͤuftigem Verſtande alſo genannten Bauerguts an den Herrn vor die neue Belehnung oder die Bekraͤftigung in dem Beſitz deſſelben muß bezahlet werden. Hiebey werden nun folgen⸗ de Fragen aufgeworfen. 2) Ob die Lehnwaare von dem, der die Empbytenſin ver⸗ aͤuſſert, oder von dem neuen Beſitzer, der ſolche an ſich bringet, bbezahlet werden muͤſſe? b Es iſt hier faſt eine allgemeine Uebereinſtimmung der Rechtslehrer, daß derjenige, an den die Emphyteuſis veraͤuſſert wird, wie z. E. bey dem Verkauf der Kaͤufer ſolche bezahlen muͤſſe. Und ſetzet deswegen Carpaou P. I7. Conſt. 39. def. 33. Indubitati juris eſt, laudemiorum ſolutionem ad emtorem ſpectare, weil, fuͤget er hinzu, nicht der Ver⸗ kaͤufer, ſondern der Kaͤufer zum Emphyteuta angenommen, das Lau- demium aber pro inveſtitura facta& recognitione bezahlet wird. Ich geſtehe aber, daß nach dem Roͤmiſchen Recht die Sache ſo ausgemacht nicht iſt, ſondern es heiſſet nur uͤberhaupt, daß der Herr pro ſubſeri- ptione 192 Oo( 8. — ptione vel depoſttione ſua den Foſten Theil des Kaufgeldes haben ſolle, ohne daß dabey geſetzt waͤre, ob ſolches der Verkaͤufer, oder der Kaͤufer bezahlen ſolle. Hingegen iſt die Vermuthung nicht wenig wieder den erſtern. Denn a) es ſoll ein Theil des Kaufgeldes dem Herrn gegeben werden, wer aber das ganze, nemlich das Kaufgeld hat, der kann auch eigentlich nur einen Theil davon geben, und dieſes iſt der Ver⸗ kaͤufer.() Die ganze Verordnung in dem 2. 3. C. de Jur. Enuph)t. betrift die Pflicht des Verkaͤufers, wie ſolcher ſich bey ſeiner Veraͤuſ⸗ ſerung gegen ſeinen Herrn zu verhalten hat, und hat Juſtmianus nur dem, nicht aber dem Kaͤufer etwas vorſchreiben wollen. Dieſerwegen heiſ⸗ ſet es zum Beſchluß, wegen der Verkaͤufer das angefuͤhrte, worunter 4 auch die Bezahlung der Lehnwaare mit begriffen, bey ſeinen Veraͤuſſe⸗ rungen nicht in Acht nehme, ſolle er ſeiner Emphyteuſeos verluſtig ge⸗ hen. Dieſes aber kann den Kaͤufer nicht treffen, denn ſolchem iſt in dem ganzen Lege keine Pflicht vorgeſchrieben. ⁹) Es iſt dieſe ganze Verord⸗ nung von der Lehnwaare deswegen von dem Kaiſer gemacht worden, da⸗ mit er dadurch dem Geiz einiger Herrn, welche vor dieſe Einwilligung und Einſetzung uͤbermaͤßige Geldſummen erpreſſet, gewiſſe Schranken ſe⸗ ten moͤchte. Dieſe unbilligen Summen aber haben die Herrn nicht von dem Kaͤufer fordern und erhalten koͤnnen, denn ſolcher wuͤrde, wenn es ihm zu viel geduͤnkt haͤtte, den ganzen Kauf haben fahren laſſen. Sie muͤſſen es alſo von dem Verkaͤufer, der in Noth ewweſen und ſeine Em- phyteufin gerne verkaufen wollen, erzwungen haben. Jedoch, weil nach denen deutſchen Rechten, allwo die Lehnwaare vor die Belehnung und Einſetzung oder Bekraͤftigung in dem Beſitz des Guts bezahlet wird, ſolche faſt immer von dem neuen Beſitzer entrichtet werden muß, und die Rechtslehrer vermuthlich dadurch mit verleitet worden, daß ſie es auch nach dem Roͤmiſchen Recht vor ungezweifelt gehalten, daß die Lehnwaa⸗ re von dem Kaͤufer gegeben werden muͤſſe, folglich wenn ja eine Roͤmi⸗ miſche Emphyteuſis in Deutſchland aufgerichtet, oder ein Erb⸗Zinß⸗ und dergleichen Gut davor von denen Rechtslehrern erklaͤret worden, dieſer Satz dabey als unſtreitig mit zum Grunde geleget und eingefuͤhret wor⸗ den So haben wir ſolchen in ſo weit ſelbſt in denen nachgeſetzten Fragen und Entſcheidungen als erwieſen, und wenigſtens durch die lange Gewohnheit bekraͤftiget vorausgeſetzet, und in einigen Beweiſen uns deſſelbigen als eines Argumenti xar as œανꝶεoy bedienet, welches wir hier ——— — 8 K Ffadd det und † iſ derd 3. Cur. Im ch bf dr e t juſſt us uin . rweymn ungeſr de, wem bey— en Tai yyteu vetlun enn em iſi ſt di=anze hw tgen de: wor dieſe williga gewi Schrati den d= errn mih lcher zerrde, we mfah dolaſſen. eweſt nand ſeime aben Fedoch are v Zie Belet es GeAbezahlit twen muß/ l orden aß ſie 6 lten idiebefn ) O((⸗ 193 hier ein vor allemal erinnert haben wollen. Unterdeſſen kann man doch bey Schilter in der oft gemeldeten Diſ. de honis laudenialihus S. Jo. ſo⸗ 2 wohl einige Rechtslehrer als auch wuͤrkliche Gewohnheiten angefuͤhret ſehen, nach welcher Meinung und Maaßgabe die Bezahlung der Lehn⸗ waare dem Verkaͤufer ganz oder zum Theil oblieget. b) Ob der Herr befugt ſey, ſich durch ausdruͤckliche Vertraͤge eine groͤſſere Summe als zwey von hundert aus⸗ zubedingen.— Jiejenigen ſo ſolches verneinen, berufen ſich auf den gemeldeten L. 3. — C de Jur. empbyt., in welchem ausdruͤcklich, um dem Geitz der Herrn Einhalt zu thun, verordnet ſey, daß ihnen nicht mehr als den 5oſten Theil zu nehmen erlaubet ſeyn ſolle(non amplius eis liceat accipere.) Da alſo ein klares Verbot des Geſetzes vorhanden ſey, koͤnne man denen Herren keinesweges zuſtehen, daß ſie ſolches durch ihre beſondere Vertraͤ⸗ ge wieder aufheben duͤrften, als wodurch die ganze Abſicht des Kaiſers vernichtet wuͤrde. Und aus eben dieſem Grunde waͤre auch die folgende Frage: c) Ob der Herr, wenn er von undenklichen Zeiten her eine groͤſſere Summe empfangen, dieſerwegen den Empbyteu- tam noͤthigen koͤnne, ſolche ihm auch ferner zu bezahlen? Büüg zu verneinen, und die Summe auf die in denen Geſetzen ver⸗ D ordnete Groͤſſe vom Richter zu ſetzen, weil einestheils keine Verjaͤh⸗ rung wieder ein verbietendes Geſetz ſtatt finde, und zum andern der Kai⸗ ſer in angefuͤhrtem Geſetz ausdruͤcklich alle bishero vorhanden geweſene wiedrige Gewohnheiten aufgehoben habe, wie aus denen Worten: Quod usque ad præſens tempus perpetrari cognovimus, zu ſchlieſſen. Ich halte aber dem ungeachtet, daß auch nach dem Roͤmiſchen Recht in bey⸗ den Faͤllen vor den Herrn zu ſprechen. Denn a) ſo heiſſet es ausdruͤck⸗ lich in dem L. 3. C. ge Jur. empbyt. daß bey denen bey der Veraͤuſſerung der Emphyteuſeos ſich ereigenden Streitigkeiten das abgeredete vor allen Dingen die Richtſchnur bleiben ſolle; Sanciamus, ſi quidem emphyteu- ticum inſtrumentum ſuper hoc caſu aliquas pactiones habeat, eas oblervari. Es findet alſo angefuͤhrter Lex nur ſtatt, wenn keine Ver⸗ Bb b abre⸗ 194 e) o(Ser abredungen vorhanden ſind. 6½) Eine gleiche Bewandniß hat es auch, 7 wenn durch die Laͤnge der Zeit etwas gewiſſes verordnet iſt, denn eben C daraus iſt in dieſem Fall ein ſtillſchweigender Vertrag zu ſchlieſſen. Auch thut hiewieder nichts,)) daß durch einen Privat⸗Vertrag das Gebot eines Geſetzes nicht aufgehoben werden koͤnne. Indem der Endzweck die⸗ ſes Verbots nicht iſt, dem Emphyteutæ zu verwehren, ſich gutwillig an⸗ heiſchig zu machen, mehr zu geben, ſondern nur dem Herrn Einhalt zu thun, daß er den Emphyteutam durch die Verwegerung ſeiner Einwil⸗ ligung in den Verkauf nicht zu einer unbilligen Bezahlung zwingen koͤn⸗ ne. Wodurch denn auch zugleich die Einwendung gehoben wird, als ob auf ſolche Art dieſes ganze Geſetz vernichtet werde, ſintemal es vor wie nach ſeine Richtigkeit behaͤlt, daß ein Emphyteuta wieder Willen mehr als zwey von hundert zu bezahlen nicht angeſtrenget werden koͤnne. Noch daß wieder ein Verbot keine Verjaͤhrung guͤltig ſey, und der Kaiſer alle wiedrige Gewohnheiten aufgehoben habe. Denn wieder das Gebot ſoll hier keine Verjaͤhrung gelten, ſondern bey einem Fall der nicht ver⸗ boten iſt, und welchen das Geſetz ſelber ſtillſchweigend erlaubet hat. Und wenn juſtinianus einige unbillige Herrn tadelt, welche, um ihren Emphyteutis den Verkauf ſchwer zu machen, eine gar zu groſſe Summe von ihnen erpreſſet; ſo ſind dadurch diejenigen Herrn, welche zwar eine groͤſſere Summe, als wie luſtinianus verordnet, aber doch ruhig, recht⸗ maͤßig und mit ſtillſchweigender Einwilligung ihrer bmphyteutarum her⸗ gebracht haben, keinesweges gemeinet. Woraus denn zugleich folget, daß die undenkliche Verjaͤhrung hier nicht einmal noͤthig iſt. Nach de⸗ nen Teutſchen Rechten iſt die Bejahung beyder Fragen annoch weniger einigem Zweifel unterworfen. Denn darinnen iſt kein allgemeines Ge⸗ ſetz, welches eine gewiſſe Groͤſſe der Lehnwaare vorſchreibt, vorhanden, ſondern es beruhet ſowohl die Bezahlung der Lehnwaare ſelbſt, als die Groͤſſe derſelben ſchlechterdings in denen ausdruͤcklichen oder ſtillſchwei⸗ genden Vertraͤgen der Partheyen. In der Stat Straßburg alt Recht und Artickel⸗Buch ap. Sebilt. Diſ. de Bonis laudemialibus g. 27. lautet es hievon alſo:„An welchen Brieffen Erſchaz ſtat, da ſol man „Erſchaz geben. Wo aber Erſchaz nit an Brieffen ſtat, da ſol man „ouch keinen Erſchaz geben. Es were danne das man moͤchte vuͤrbrin⸗ „gen mit erbern unverſprochen Luͤten, das man von dem Gute von alter „ har den Erſchaz gegeben hette, des ſol man genieſen und ſol man vnh „ d — em d andzwet ren, d utwüg em 1 En geru Liner Em zahl wingat gehe= widd o ſit Walem. awi? Wilan welm koͤnn. gſeyt nd daßſ un 19 ier daagh dem(u der uta weig erlaude et, he, und gar vuroſſe Er ern, miche zwa ber do ruhig bm d. eutarum denz ugleichft nat Sſt. N ragen moch we tkei gemeine rſcht i. ruhn elbſt, *)o(8 195 „das gut ſezen.“ Weswegen auch Herr Struhe in Comment. de Jure Vallic. Cap. 9. F. 27. allwo er unterſchiedene Gewohnheiten und Verord⸗ nungen von der Groͤſſe der Lehnwaare anfuhret, mit Recht vorausſetzet: Quantitas laudemii in genere definire nequit, ſed dependet ea ple- rumque à conventione partium. Und Carpxov P. 11. Conſt. 29. def. 12. bezeuget, daß in denen mehreſten Orten in Sachſen der Kaͤufer 5 9 oder auch wohl 10 pro Cento vor die Lehnwaar bezahlen muͤſſe. 4) Ob ſolche Lehnwaare auch bey Veraͤnderung des Herrn bezahlet werden muͤſſe! Weil in dem L. 3. C. de Jur. Emphyteut. die Bezahlung der Quin- quageſimæ nur blos geordnet iſt, wenn die Emphyteuſis veraͤuſ⸗ ſert worden, und der neue Emphyteuta von dem Herrn in den Beſitz des Guts geſetzet werden ſoll; ſo erhellet daraus von ſelber, daß nach dem Roͤmiſchen Recht dieſe Frage gaͤnzlich zu verneinen, und die Bezahlung der Lehnwaare auf keinen andern als auf den angefuͤhrten Fall auszudeh⸗ nen iſt. Es wuͤrden auch die Rechtslehrer vielleicht dieſe Frage niemals aufgeworfen haben, wenn ſie nicht die bey denen Teutſchen Guͤtern uͤbli⸗ che Lehnwaare mit der Roͤmiſchen Quinquageſima vor einerley gehalten und gefunden haͤtten, daß jene bisweilen bey Veraͤnderung des Herrn ge⸗ geben worden. Weswegen ſie denn von obiger in dem cit. L. 3 enthal⸗ tenen Regel die Ausnahme gemacht: Wenn nicht durch ausdruͤckliche Vertraͤge oder durch Verjaͤhrung auch bey Veraͤnderung des Herrn die Bezahlung der Lehnwaare eingefuͤhret und hergebracht worden. Wobey ſich aber wiederum zwey neue Schwuͤrigkeiten ereignen, nemlich erſtlich; Was vor eine Verjaͤhrung erfordert werde? und zweytens: Wie der Beweiß darinnen anzuſtellen? Was die Art der Verjaͤhrung anbetrift, ſo machet ſich Herr Hofrath Leyſer Spec. 1⁰ ½. meait. 5. einen Zweifel aus dem c. 1. de Præſeription. in 6. und meinet, es duͤrfe mancher da⸗ raus ſchlieſſen, weil darinnen, ſo oft als die Verordnung des Geſetzes der Erwerbung eines Rechts zuwieder waͤre, eine undenkliche Verjaͤh⸗ rung erfordert werde, daß auch ſolches in dieſem Fall noͤthig ſey. Es wuͤrde aber ſolcher, fuͤget er hinzu, dadurch gehoben, wenn man erwe⸗ ge, daß in dem L. 3. C. de Jur. Empbyt. die Bezahlung der Lehnwaare bey Veraͤnderung des Herrn nicht verboten, ſondern ſolche nur mit Still⸗ 55 Bb 2 ſchwei⸗ 195 3)O(82. ſchweigenuͤbergangen worden, und waͤre alſo die ordentliche Verjaͤhrung hinlaͤnglich. Nun iſt zwar hiedurch der Einwurf, als wenn die Bezah⸗ lung dieſer Lehnwaare wieder die Geſetze ſey, aus dem Wege geraͤumet. Weil aber in dem angefuͤhrten Capitulo auch in dem Fall, wenn jemand verjaͤhren will, der die Vermuthung wieder ſich hat, eine undenkliche Zeit erfordert wird, ſi ſibi non eſt contrarium, heiſſet es, jus com- mune, vel contra eum præſunitio babeatur, und dergleichen wiedrige Præſumtion dem neuen Herrn, der die Lehnwaare fordert, nach dem Roͤmiſchen Recht allerdings im Wege ſtehet, als welchem die Bezahlung in dieſem Fall ganz unbekannt iſt; So ſiehet man wohl, daß durch Herr Leyſers Antwort noch nicht aller Zweifel, welchen ſich einer aus gedach⸗ tem c. z. machen koͤnnte, abgethan iſt. Mich duͤnkt aber, daß es uͤber⸗ haupt unnoͤthig ſey, ſich aus dieſem c. z. einen Einwurf zu machen, denn, wenn man ſoiches genauer anſiehet, ſo findet man, daß ſolches von ei⸗ nem Fall handele, der mit dem unſrigen gar keine Gleichheit hat. Nem⸗ lich ein Biſchof wollte die in eines andern Dicœces gelegene Kirchen und damit verknuͤpfte Zehenden ſich zueignen, und berief ſich auf eine Verjaͤh⸗ rung. Hierauf reſcribiret der Pabſt, daß weil dieſem Biſchof ſowohl die gemeinen Rechte als die Vermuthung zuwieder waͤren; ſo waͤre es hier nicht hinlaͤnglich, daß er ſich, wie ſonſten in der præſcriptione longiſſi- mi temporis, auf die bloſſe bonam ſidem und den ruhigen Beſitz berie⸗. fe, ſondern er muͤſſe auch zugleich den Tirulum ſeines Beſitzes beweiſen. Es waͤre denn, daß er eine undenkliche Verjaͤhrung vor ſich habe. Die ganze Sache betrift alſo die Verjaͤhrung, der in eines andern Diceces beſindlichen Kirchen⸗Guͤter, welche beſondere Verordnung auf andere Sachen, und alſo auch auf die Lehnwaare nicht auszudehnen iſt, ſondern ſolche wird wie andere Gerechtigkeiten durch die Verjaͤhrung erworben, nemlich wenn der Beſitzer einen hinlaͤnglichen Tiulum hat, intra tem pus ordinarium, in deſſen Ermangelung aber intra longiſſimum tem- pus. Was ſonſten die weitere Erklaͤrung des gemeldeten c. 1. de Pra- jeript. in 6. anbetrift, ſo kann man davon Herr Boͤhmer in Jur. Eccle fiaſt. Prot. Lib. II. Tit. XXVI y. 346. nachleſen. 1633. b AKon dem Beweiß, wie ſolcher bey dieſer Verjaͤhrung der Lehn⸗ waare angeſtellet werden muͤſſe, fuͤhret Herr Leyfer c. l. folgende Gedan⸗ ken: Es muͤſſe der Herr zeigen, daß diejenigen Emphyteutæ, von de⸗ nen er dieſe ungewoͤhnliche Lehnwaare fordert, oder deren Vorgaͤnger jed⸗ entät Frrjh ls w mrie Ja em 1 gs gräan Fal cr an ſem dat, nnderi heiſt a jne derg Ran win e for*. nah llchen Bach vohl durhch ſich 6? raus oa kt ah daß ai durf zu achen », dei lcheswe Gleictt hat. ) O(Ser⸗ 192 jedweder die Zeit uͤber, welche in denen Geſetzen zu der Verjaͤhrung er⸗ fordert wird, ſolche bezahlet haben, und ſey hier derjenige Beweißthum nicht hinlaͤnglich, welchen man daher nehmen wolle, daß die uͤbrigen be⸗ nachbarten Emphyrteutæ oder die mehreſten derer eben dieſem Herrn zu⸗ ſtehenden Emphyteutarum ſolchen immer bezahlet haͤtten, und daß alſo die Vermuthung wieder die wenigen waͤre, welche ſich dieſe Lehnwgare zu entrichten wegerten, folglich ſie ihre Freyheit beweiſen muſten. Sei⸗ ne Gruͤnde ſind dieſe. 1) So koͤnne einer dem andern keine unbillige Laſt auf den Hals laden, L. 74. fI. de Reg. Jur. 2) So muͤſſe dasjenige, was alle angehe, auch von allen gebilliget werden,. 29. ge Aeg. Jur. in 6. L. 11. ff. de Servit. præd. ruſt. 3) So fuͤhreten Moliuæus, oſentbal, EFrantxkius eben dieſe Gedanken. Ich finde mich aber hiedurch noch nicht uͤberzeuget, dieſem Vorgeben beyzupflichten. Denn a) ſo wird die Vermuthung immer von dem hergenommen, was am oͤfteſten geſchie⸗ het: Nun aber ſetzen wir in dieſem Fall voraus, daß die mehreſten Em- phyteutæ einer gewiſſen Gegend oder eines gewiſſen Herrn in dem gegen⸗ waͤrtigen Fall die Lehnwaare bezahlet. Alſo iſt die Vermuthung, daß auch Titius und Cajus, welche gleichfalls in der Gegend, oder von dem Herrn Emphyteuſes beſitzen, ſolche bezahlen muͤſſen. 8) Wer ferner die Vermuthung wieder ſich hat, der iſt zwar noch nicht uͤberfuͤhret, ihm ſchadet aber ſolche doch ſo viel, daß er ſchuldig iſt, zu zeigen, daß die gewoͤhnliche Verrichtung oder Beſchaffenheit einer Handlung oder Sache, und die daher gemachte allgemeine Vermuthung einer gleichen Verrichtung oder Beſchaffenheit von allen dergleichen Handlungen oder Sachen bey der ſeinigen nicht zutreffe, noch ſolche mit unter ſich begreife, ſondern davon einen Abfall leide. Oder welches in unſerm gegenwaͤrti⸗ gem Fall einerley iſt: dieſe wiedrige Vermuthung leget ihm eine Schul⸗ digkeit auf, ſeine Freyheit zu erweiſen. Auch 7 ſtreitet hiewieder keines⸗ weges der angefuͤhrte L. 72. JI. ge eg. Jur. Denn man wil hier nicht, daß deswegen, weil einige Emphyteutæ die Lehnwgare bezahlen, die an⸗ dern auch ſchlechterdings zu deren Bezahlung gehalten ſeyn, wenn ſie gleich ihre Freyheit beweiſen koönnen: Sondern die Frage iſt nur, ob daraus, daß die mehreſten Beſitzer gewiſſer Guͤter in einem Lande zu ei⸗ ner Beſchwerde gehalten ſeyn, nicht zu vermuthen ſey, daß dieſer und je⸗ ner, der zu Behauptung ſeiner Freyheit nichts anzufuͤhren weiß, ſeine Guͤ⸗ ter unter gleichen Bediüigungen erhalten habe, und iſt hier alſo nur von Ob 3 3 dem 198 8)o(der dem Beweiß des bloſſen Facti die Rede, der Lex aber handelt de jure. 9) Ein gleiches iſt auch von der andern Regel aus dem c. 29. de Reg. Jur. in 6. und L. 11. ff. de Servit. præd. vuſtic. zu ſagen, als welche hier eben⸗ falls nicht her gehoͤret. Denn man fraͤget allhie nicht: ob, wenn die meh⸗ reſten Emphyteutæ einwilligen, daß ſie die Lehnwaare auch bey Veraͤn⸗ derung des Herrn bezahlen wollen, ſie dadurch die uͤbrigen wenigen ver⸗ binden koͤnnen, wieder ihren Willen eine gleiche Laſt zu uͤbernehmen, als welches niemand bejahen wird, weil es alsdenn billig heiſſen wuͤrde: Quod omnes tangit, ab omnibus comprobari oportet. Sondern ob man daraus, daß die mehreſten immer dergleichen abgetragen, nicht vermuthen koͤnne, daß auch die uͤbrigen wenige gleicher Verbindlichkeit unterworfen ſey, welches Kraft des obangefuͤhrten allerdings zu bekraͤf⸗ tigen iſt. 2) Der angefuͤhrte Beyfall einiger Rechtslehrer thut gar nichts zur Sache, indem die ungegruͤndete oder unerwieſene Meinungen dieſer oder jener Lehrer nirgends die Kraft eines Geſetzes erhalten haben. Nach denen Teutſchen Gewohnheiten wird die Lehnwaare bey Veraͤnderung des Herrn bey vielen Guͤtern war auch nicht bezahlet, und heiſſet es deswe⸗ gen in der von Scbilter in Diſſ. de honis laudemialibus p. 630. g. 20. ange⸗ fuͤhrten Straßburgiſchen Verordnung de A. 1322. ausdruͤcklich:„Wer „ſin eigen oder ſin erbe, es ſy Mann oder Wib zu erbe lihet, von der Ho⸗ „fe⸗Herrn wandlunge ſoll man keinen Erſchatz geben.“ Wie auch in der Urkunde de A. 1290. ibid. F. 49. Sed propter mutationem Domino- rum, qui ſunt Hofe⸗Herrn non dabitur Ehrſchatz. Und in der folgen⸗ den de A. 1345. Ex permutatione vero Dominorum directorum areæ jam dictæ nunquam dandum eſt Laudimium prænotatum. Doch iſt ſolche Bezahlung denen Teutſchen nicht ſo unbekannt und ungewoͤhn⸗ lich, wie denen Romern geweſen. Wie denn Herr Serube Comunent. de Jur. Villic. Cap. Vill. g. 16. hievon unterſchiedene Exempel beybringet, und bezeuget, daß von denen Calenbergiſchen, Luͤneburgiſchen, Bremi⸗ ſchen, Verdiſchen, und Schaumburgiſchen Meyer⸗ und Magdeburgi⸗ ſchen Zinß⸗Guͤtern ſowohl bey dem Tode des Herrn als des Meyers oder Zinßmanns die Lehnwaare bezahlet werden muͤſſe. Die Urſache, wa⸗ rum dieſes bey einigen Guͤtern gebraͤuchlich, bey andern aber die Bezah⸗ lung der Lehnwaare nur bey Veraͤnderungen des Beſitzers gebraͤuchlich ſey, ſetzet er, in der unterſchiedenen Art die Guͤter zu vermiethen, nem⸗ lich ob ſolche Vermiethung auf Lebzeiten des Beſitzers, oder des Perrn Sder — — der 82 dd ja me. e am Phiri ob endiem are L a udrig rigenr zu a hmen billig— en win 0po= Gonhn en ah=en, ii ſcher— bindlch aller— s zuten lehrei tn t garui ne Ar ungenſ thalt aben.N bey J=nderw und Set es ur p. ☛ J. 20 9 aus Aich. ℳ be lu dvon da 1. eauch i utati Wnmn Dom U 0n der fol dino mn directu ræ utum. ¹ kann un d unget⸗ er K Comman Er ul beybei neb:= hen, Ne der⸗— Mum derr’ des M ſe S lran delr e 8 de gedti r uf Sichen, zers e des 9 0(r⸗ b 199 oder auf keine gewiſſe Zeit eingeſchraͤnkt worden. In dem erſten Fall waͤre die Erneuerung der Pacht, und alſo auch die Bezahlung der Lehn⸗ waare nicht noͤthig geweſen, weil des Herrn Erben ihres Vorgaͤngers Vertrag ohnedem haͤtten halten muͤſſen: In denen beyden letztern aber waͤre ſolche deswegen erfordert worden, weil es ſonſten bey des Herrn Nachfolger geſtanden, die Verpachtung aufzuheben, und die Guͤter ei⸗ nem andern einzugeben. Er folgert hieraus noch einige Saͤtze, als nem⸗ lich a) daß man bey vorkommender ſtreitiger Frage alſo, wenn die Ver⸗ pachtung auf Lebenslang des Herrn eingerichtet, vor den Herrn, und wenn ſie auf die Lebenszeit des Meyers geſetzet waͤre, vor den Beſitzer, und daß die Lehnwaare bey Veraͤnderung des Herrn nicht bezahlet wer⸗ den duͤrfe, die Vermuthung machen und haben muͤſſe. b) Wenn aber die Verpachtung auf eine unbeſtimmte Zeit geſchehen, muͤſſe man auf das Herkommen ſehen. Und weil zu dem Herkommen, in ſofern es zu der Auslegung einer zweifelhaften Sache dienen ſolle, eine einzige Ver⸗ richtung hinlaͤnglich; ſo brauche es hier gar keiner weitern Verjaͤhrung. c) Auch kaͤme hier die Vermuthung vor die Freyheit denen Bauern nicht zu ſtatten, indem gar kein Grund vorhanden waͤre, warum der Herr das Gut mehr auf des Beſitzers, als auf ſeine eigene Lebens⸗oder auf gar keine beſtimmte Zeit ſolle vermiethet haben. Da vielmehr die vormalige Knechtiſche Beſchaffenheit der Bauern es ſehr glaublich mache, daß der Herr den Bauern nach Belieben des Guts entſetzen koͤnne. So wahr⸗ ſcheinlich nun dieſes alles vorgetragen worden; ſo finde ich doch einige Zweifel dabey, welche mich verhindern/ ſolchem in allem voͤlligen Beyfall zu geben. Denn 1) ſo duͤrften die Exempel von denen Bauer⸗Guͤter, wenn man etwa die eigentlich ſogenannte Verpachtungen derſelben, die wiederrufliche Zinß⸗etlicher Leibeigenen Guͤter und einige andere aus⸗ nimmt, rar ſeyn, allwo deren Eingebung blos auf die Lebenszeit des Herrn, oder auf deſſen willkuͤhrliche Wiederrufung eingerichtet iſt. Viel⸗ mehr ſind die Meyer⸗Erb⸗Zinß⸗Erbleyh⸗Guͤter ꝛc. immer denen Beſi⸗ tzern erblich eingegeben, wie aus dem, was wir von dieſen Guͤtern insbe⸗ ſondere angemerkt haben, zu erſehen, und kann man alſo dieſe Einge⸗ bung mit der Roͤmiſchen Locatione Conductione nicht fuͤglich verglei⸗ chen, noch daraus dem Herrn eine willkuͤhrliche Wegnehmung des Guts, ſo lang der Bauer an ſeiner Schuldigkeit nichts ermanglen laͤſſet, zuſchrei⸗ ben, folglich kann von einer bey denen Guͤtern, welche die Lehnwaare be⸗ zahlen, —— in horo 1 nicht aa dem derri 39. a). lervo ae Herrn derger enwen are H eränd w raraus onden ehamte ahlet azt ſoſct rſolg rzet keine= ere e aus Ar da rnacht3er wd Gut am er eban FLanſt ſitze,m hab) D en w ihresm konnre dadun ſcht à= huͤmit achhe Hlbſt vo elmeh ateine gah den rung eraͤm weng des 3 aut dhes n 3 o ⸗ n vinz vorhanden ſeyn, im Zweifel vor die Bezahlung die Vermuthung zu machen ſey, weil es mit der Erneuerung der lnveſtitur bey denen Lehnen alſo gehalten, und ſolche bey beyden Veraͤnderungen ſowohl des Vaſal⸗ len, als des Herrn erfordert wird. c) Ob die Lehnwaare bey allen Arten von Veraͤuſſerun⸗ gaen bezahlet werden muͤſſe. (&s ſind hiebey hinwiederum unterſchiedene Faͤlle zu unterſuchen. 1) Ob bey allen titulis ad transferendum dominium habilibus ſolche Lehnwaare gegeben werden muſſe? Welches denn allerdings zu bejahen, indem es in dem L. 3. C.de Nur. Empb)t. zuletzt uͤberhaupt heiſſet, daß der funfzigſte Theil desjenigen Guts oder Orts, qui ad aliam perſonam tranfereur, dem Herrn vor ſeine Einwilligung gegeben werden ſolle. Folglich muß die Lehnwaare bey der Ueberlieferung des Guts an einen jed⸗ weden neuen Beſitzer, der ſein Recht blös der Veraͤuſſerung des vorigen Beſitzers, und der darauf erfolgten Einwilligung des Herrn zu danken hat, bezahlet werden, es mag nun dieſe Veraͤuſſerung durch eine Schen⸗ kung, oder durch einen Tauſch, oder durch eine Mitgift zum Braut⸗ ſchatz, oder durch einen jedweden andern Contraet, wodurch das Gut in den Beſitz eines neuen Emphyteutæ verſetzet wird, geſchehen ſeyn. Denn in allen Faͤllen iſt immer derſelbige Grund, weswegen nach dem Roͤmi⸗ ſchen Recht dem Herrn die Lehnwaare bezahlet wird, vorhanden, nem⸗ lich weil er einwilliget, daß das Gut auf einen Beſitzer, der Kraft des erſten Vertrags kein Recht auf daſſelbige hatte, verſetzet worden. Es ſind dieſerwegen die von Carpzovu H. 11. Cazze. 39. ae†. 15. und 14. aus denen Churſaͤchſiſchen Rechten angefuͤhrte Saͤtze, daß im Tauſch⸗Contract, und wenn das Gut dem Braͤutigam zur Mitgift abgetretten und eingeraͤu⸗ met werde, die Lehnwaare nicht bezahlet werde, vor auſſerordentliche und dem Roͤmiſchen Recht zuwiederlaufende Verordnungen zu halten. 2) Ob ſolche bey dem ſub pacto de rerrovendendo geſchehenem Ver⸗ kauf zu entrichten ſey? Die Entſcheidung Carpꝛovur B. Il. Couſt. I. 4*. 23. iſt hierinnen ſehr gegruͤndet, daß nemlich bey der erſten Uebergabe die Lehnwaate allerdings bezahlet werden muͤſſe, nicht aber, wenn der erſte Derkaͤufer das Gut wieder einloͤſet, weil der Herr bey der Einwilligung in den erſten Verkauf zugleich bereits in die dabey gefuͤgte Bedingung, daß nach der in dem Vertrag beſtimmten Zeit das Guͤt wieder von dem Ver⸗ Ce kaͤufer 202 88)o(der⸗ kaͤufer koͤnne eingeloͤſet oder wieder gekauft werden, mit geheelet, und es alſo keiner neuen Verſtattung und Genehmhaltung bey dem Wieder⸗ kauf von ihm bedarf. Hingegen finde ich den andern von Carpzov c. J. def. 24. behaupteten Satz, daß nemlich bey der Wiedereinloͤſung der Ver⸗ kaͤufer dem Kaͤufer, die von demſelben bey dem erſten Verkauf bezahlete Lehnwaare wieder erſtatten muͤſſe, deſto ungegruͤndeter. Denn a) wenn man voraus ſetzet, daß die Bezahlung der Lehnwaare eine Laſt ſey, welche immer dem Kaͤufer obliege, und welche er dem Herrn davor ge⸗ ben muͤſſe, daß folcher eingewilliget, daß er die Emphyteufin in Beſit habe⸗ ſo hat der Verkaͤufer nichts damit zu thun, ſondern ſolches iſt in Abſicht auf ihn eine res intera alios acta, die zwiſchen den Herrn und den Kaͤufer verhandelt wird. 6) Auch. kann der Kaͤufer ſich hierinn uͤber keine Unbilligkeit beklagen, weil er vorher gewuſt, daß er das erkaufte Gut, ohne vorher dem Herrn die Lehnwaar zu bezahlen, nicht beſitzen koͤnne, und alſo ſtillſchweigend in dieſe Bedingung eingewilliget.) Der Kaͤu⸗ fer hat allein den Vortheil vor die Bezahlung dieſer Lehnwaar genoſſen, nemlich den ruhigen Beſitz der Emphyteuſeos: dem Verkaͤufer aber waͤchſt an und vor ſich gar kein Vortheil daraus zu. Es fuͤhret zwar Carp⸗ z0% zu Erweiſung ſeines Satzes annoch an. ℳ) Bey wieder aufgehobe⸗ nen Contract muͤſſe keine von beyden Partheyen etwas mehr erhalten, als wie ſie haben wuͤrden, wenn der Verkauf gar nicht geſchehen waͤre L. 23. J. 1. ff. de ædilit. edict.) Was der Kaͤufer auf die verkaufte Sache nothwendig verwandt, muͤſſe ihm der Verkaͤufer nach wieder aufgehobe⸗ nem Contract erſtatten, damit der Kaͤufer bey dieſem Kauf ſchadlos ge⸗ halten werde, L. 27. in fin. ff. de ædilit. edict. Es iſt aber leicht hierauf zu antworten. a) Wenn gleich von der actione redhibitoria ex edicto ædi litio, als wovon die in dem cit.. 23. vorgeſchriebene Regel handelt, auf den ſub pacto de retrovendendo geſchehenen Verkauf geſchloſſen wer⸗ den koͤnnte, welches doch in vielen Faͤllen, wie wir ſogleich ſehen wer⸗ den, nicht angehet; ſo wuͤrde uns doch die angefuͤhrte Regel keineswe⸗ ges entgegenſtehen: Denn der Verkaͤufer gewinnet hier die Lehnwaa⸗ re nicht, ſondern der Herr, und wenn alſo der Verkaͤufer ſolche dem Kaͤufer erſetzen follte, wuͤrde bey ſolchem die Regel fehlen, und er nach wieder aufgehobenem Kauf nicht alles dasjenige wieder haben, was er vor Schlieſſung deſſelben gehabt, ſondern dasjenige, was er vor die Lehn⸗ waare gegeben, einbuͤſſen.§) Es heiſſet zwar in dem eüt. Z. 27. ane . druͤck⸗ —— , Kra, ¹ ung de g Wa dern d Pypa. derein uz dag. den J Kfdan runde* Dem. hnwa„ wediſ dem n darer Emph= nn n. ſont— ſolchezi hen det= ten um ſich=nn üan zer de kauftect , nic. vſiitzen e dilig) Deh ſer Let ar gei dem— rkaͤufen 1. Es aet zwanl Bey 1mier aufg vas Merhalte geſch Uawaͤre! f die nweaufte 6 nach r Wer aufge ſem 1unfſchadb ſt ad, cht hie nbitd X ed ene d= handch 3) 0(r⸗ 203 druͤcklich, daß dem Kaͤufer unter andern auch, was er an Zoll ausgege⸗ ben, erſetzet werden ſolle, womit dem Anſehen nach das vor Bezahlung der Lehnwaare ausgegebene uͤberein zu kommen ſcheinet. Es aber zu mer⸗ ken, daß dieſe Verordnung wiederum bey der Actione redhibitoria ge⸗ geben iſt, mit welcher es hierinn eine ganz andere Beſchaffenheit, als wie mit dem ſub pacto de retrovendendo geſchehenem Verkauf hat. Bey jener iſt die ganze Schuld, daß der Kauf wieder zuruͤck gehet, des Ver⸗ kaͤufers, weil er bey dem verkauften Selaven entweder die Fehler und Krankheiten, die er anzuzeigen gehalten war, verſchwiegen, oder weiler ei⸗ ne Eigenſchaft bey ſelbigem dem Kaͤufer verſprochen, die ſich hernach nicht gefunden, L. 1. g. 7. F. de ædilit. dict. Folglich waͤre es allerdings unbillig, wenn der Kaͤufer aus einem Kauf, der durch die Bosheit oder das Verſehen des Verkaͤufers zuruͤckgegangen, Schaden leiden ſollte. Bey dem bacto de retrovendendo hingegen williget der Kaͤufer gleich anfaͤnglich in die Bedingung, daß der Kauf nach der abgeredeten Zeit von dem Verkaͤufer wieder aufgehoben, und die verkaufte Sache wie⸗ der von ihm eingeloͤſet werden koͤnne, und kann alſo aus dieſem Grunde ſich keiner Beſchwerden, die ihm als Kaͤufer wegen der gekauften Sa⸗ che zufallen, entziehen, noch ſolche hernach bey der Wiedereinloͤſung von dem Verkaͤufer wieder fordern, eben ſo wenig als wie der Verkaͤufer die Vortheile, ſo der Kaͤufer vermittelſt der verkauften Sache erlanget, begehren kann. 3) Ob, wenn beyde Partheyen nach voͤllig geſchloſſenem und vollendetem Kauf ſich bedenken, und der Verkaͤufer das empfange⸗ ne Geld, und der Kaͤufer das uberlieferte Gut wieder giebt, alsdenn zu beydenmalen die Lehnwaare bezahlet werden muͤſſe? Weil ſolches in der That zwey Veraͤuſſerungen oder Kauf⸗Contracte ſind arg. L. 2.&. 3. fr. de reſcind. vendit. und beydesmal bey Strafe der Beraubung des Herrn Einwilligung erfordert wird, ſo urtheilet Carpzov P. II. C. 39. def. 13. abermals ganz recht, daß eine doppelte Lehnwaare bezahlet wer⸗ den muͤſſe. 4) Hingegen kann ich ihm dieſerwegen um ſo vielweniger bey⸗ pflichten, wenn er c. 1. mit denen mehreſten Rechtslehrern behauptet, daß, wenn das Gut ſub addictione in diem oder ſub lege commiſſoria verkauft worden, und ſolcher Kauf hernach wieder aufgehoben wird, alsdenn die Lehnwaare nicht bezahlet werde. Denn weil in ſolchem Fall die Urſache, woraus der Herr die Lehnwaare fordern koͤnne, hinwegfie⸗ le, ſo wuͤrde auch die Forderung ebſt mit vernichtet, ſo daß das bereits 2 2 aus⸗ 204) 0 ausgezahlete von dem Herrn wieder condiciret werden koͤnne, nach dem L. 1. ⁵ 2. ff. de Condid. cauſ. dat. Ueberhaupt ſind dieſe beyden Pacta die Addictio in diem und der Lex Commilſoria nicht gar zu fuͤglich mit ein⸗ ander verknuͤpfet, und auf gleiche Art entſchieden. Denn bey der Addi- Gtiione in diem qua tali, es mag ſolche dem Verkauf gls eine Bedin⸗ gung und ſuſpenſive oder pure und diſlolurive hinzugefuͤget ſeyn, kann es niemals wie bey dem Lege Commiſſoria vorkommen, daß der Ver⸗ kauf ganz wieder aufgehoben werde, und die verkaufte Sache dem Verkaͤufer Kraft dieſes Vertrags wieder anheimfalle. Denn wenn ein beſſerer Kaͤufer kommt, ſo faͤllt ſie dem anheim, findet ſich ſolcher aber nicht, ſo bekommt oder behaͤlt der erſte Verkauf ſeine Richtigkeit, und die Sache bleibet dem erſten Kaͤufer. Bey Bezahlung der Lehnwaare, nun muß man vorgemeldeten Unterſcheid in Acht nehmen, ob nemlich die Addictio in diem dem Verkauf als eine Bedingung hinzugeſetzet iſt, daß nemlich alsdenn erſtlich, wenn innerhalb einer gewiſſen Zeit ſich kein beſ⸗ ſerer Kaͤufer findet, der Kauf⸗Contract guͤltig werden, bis dahin aber in ſuſpenſo ſeyn ſoll: Oder ob der erſte Verkauf ſchon vollkommen ge⸗ ſchloſſen und vollendet worden, und nur der Umſtand hinzugeſetzet iſt, daß, wenn ſich innerhalb einer gewiſſen Zeit ein beſſerer Kaͤufer finden ſollte, der erſte Kauf wieder aufgehoben, ſonſt aber guͤltig bleiben ſolle. In dem erſten Fall iſt der ganze Kauf⸗Contract vor bedinglich zu ach⸗ ten, der nicht eher zur Richtigkeit kommt, bis daß die beſtimmte Zeit verfloſſen, und man weiß, ob ein beſſerer Kaͤufer ſich angefunden oder nicht. Folglich da vorhero noch kein Kauf vorhanden iſt, kann auch noch keine Lehnwaare gefordert werden, ſondern ſolche muß allererſt bey oder von dem, der nach verfloſſener Zeit das Gut erhaͤlt, bezahlet werden. In dem andern hingegen iſt ein wuͤrklicher Verkauf vorhanden, die Sache wird uͤberliefert, der Kaͤufer wird anſtatt des Verkaͤufers Ei⸗ genthuͤmer von der verkauften Sache, die Gefahr derſelben ſtehet auf ihm, L. 2. F. 1. ff. de Addict. in aen. Wo alſo ein wuͤrklicher Verkauf iſt, da kommt dem Herrn vor ſeine Einwilligung quch die Lehnwaare zu, und wenn ſolcher WVerkauf gleich hernach wieder diſlolviret wird, ſo wird es doch dadurch keine Emrio Venditio plane infecta, eben ſo wenig als wie in dem vorigen Fall arg. cit. I. 2. fI. c reſcind. vendit. Es kann alſo auch hier condictio ob cauſam dati, cauſa non ſecuta nicht ſtatt finden, weil die Cauſa, weswegen — gaͤnz⸗ die Lehnwaare bezahlet wird, nicht de 1 8ded alle.=im wm nde E ſdcha ſeine tigke blun Tända e hme b ndenit g hit iſetzet dſſen 5 ſchin erdet is dais fſchot llkomn nſtan. nugeſct beſſte Kaͤufe ber gi ta bleiban vor 1Faiglich daß digeſtimm t ſich w efundan den ainn auch V 4 ie rerſt do haͤlt ahletw erkaurn khandan att 9 zerkaͤufes 34— ben ſi 3) O(r⸗ 205 gaͤnzlich unterblieben, ſondern wuͤrklich vorhanden geweſen. Denn der Herr hat in den Verkauf gewilliget, hat dem Kaͤufer den Beſitz des Guts erlaubet, und hat alſo alles dasjenige gethan, wovor er die Lehn⸗ waare bekommen. Daß aber der Kaͤufer hernach ſich nicht laͤnger dieſer Erlaubniß bedienen will oder kann, ſondern das Gut dem zweyten Kaͤufer uͤberlaͤſſet, ſolches kann dem Herrn an ſeinem einmal erlangten Recht nichts entziehen. Der Lex Commiſſoria iſt zwar hierinnen annoch von der letztern Diſfolurive verabredeten Addictione in diem unterſchieden, daß bey wiederaufgehobenen Kauf⸗Contract das Gut in der Addictio- ne dem zweyten beſſern Kaͤufer zu, in dem Lege Commiſſoria aber dem Verkaͤufer ſelbſt wieder anheimfaͤllt, und daß alſo bey der erſtern die Bezahlung der Lehnwaare auch von dem Gegentheil ſelbſt zugegeben wer⸗ den muß, und der Streit eigentlich nur iſt, ob ſolche von dem erſten oder dem zweyten Kaͤufer entrichtet werden ſolle, da nach ihrer Mei⸗ nung bey dem Lege Commiſſoria der Herr gar nichts bekommen wuͤrde. Weil aber der Lex Commiſſoria eben ſowohl, als wie die angefuͤhrte Addictio in diem einen Vertrag zum Grunde hat, wodurch ein bereits vollendeter guͤttiger Kauf⸗Contraet wieder aufgehoben und diſſolvirer wird, ſo findet der vorher angefuͤhrte Grund auch hiebey ſtatt, und muß ſolchem zufolge auch bey ſolchem Verkauf die Lehnwaare bezahlet wer⸗ den. 5) Eine gleiche Beſchaffenheit hat es auch, wenn der Verkauf ob læſionem enormem wieder aufgehoben wird, wiewohl Carpzovy und andere auch hierinnen anderer Meinung ſind. Denn es iſt ebenfalls alsdenn ein wuͤrklicher Verkauf vollfuͤhret worden, welcher hernach zum Nachtheil des Herrn nicht ungeſchehen wieder gemacht werden kann. Doch gebe ich gerne zu, daß bey allen dieſen Faͤllen der zweyte Kaͤufer oder der erſte Verkaͤufer bey Empfahung oder Wieder⸗Empfahung des Guts keine neue Lehnwaare geben duͤrfe, weil auch darinn, wie bey dem Wieder⸗Kauf der Herr bereits bey der erſten Einwilligung zugleich aus⸗ druͤcklich oder ſtillſchweigend mit eingewilliget hat. 6) Ob die Lehnwaar auch bezahlet werden muͤſſe, wenn das Gut wegen Schulden oͤffentlich vergantet oder verkauft wird? Herr Hofr. Lelſer in Meditat. ad f. 9 Spec. 10¼. meait. 9. verneinet ſolches wegen folgender Urſachen. a) So handele der I. 3. C. de Jar. Empbyt. nur von einer freywilligen und Pri⸗ vat⸗Veraͤuſſerung, und koͤnne alſo die darinn gemachte Verordnung auf eine nothwendige und offentlich Verkaufung nicht ausgedehnet wer⸗ e 3 den 26— den. 6) So ſuchten die Glaubiger nichts weiter als die Verhuͤtung ih⸗ b res Schadens, der Herr hingegen wolle einen Vortheil haben, und muͤf⸗ 8 ſe alſo jenen billig nachſtehen. So wuͤrde er uͤberaus hart ſeyn, den iu Kaͤufer, welcher fidem haſtæ publicæ vor ſich habe, und dadurch wei⸗ a terer Anſpruͤche befreyet zu ſeyn, vermeine, zu Herausgebung eines meh⸗ g rern, weiches er nicht verſprochen anzuſtrengen. Ich halte aber dem un⸗ geachtet die gemeine Meinung, daß die Lehnwaare bey dieſem oͤffentlichen Verkauf ebenfalls bezahlet werden muͤſſe, denen Rechten viel gemaͤſſer. Denn ₰) dem Herrn iſt einmal in denen Geſetzen das Recht ertheilet, davor, daß er die auf einen neuen Emphyteutam geſchehene Veraͤuſſe⸗ rung genehm haͤlt, und ihn in den Beſitz des Guts ſetzet, die Lehnwaar zu fordern: Dieſes Recht kann ihm nun durch den Emphyteutam, und daß ſolcher wegen Schulden das Gut verkaufen muͤſſen, nicht genommen werden. 5) Die Bezahlung der Lehnwaare iſt als eine ſtillſchweigende Bedingung anzuſehen, welche bey aller Veraͤuſſerung zum Grunde ge⸗ b leget wird, und von jedweden neuen Beſitzer uͤbernommen werden muß, und worinnen alſo ein jeglicher, der eine Emphyteuſin kauft, eben da⸗ durch eingewilliget zu haben, vermuthet wird. Woraus ſich auch zugleich die gegenſeitige Gruͤnde leicht wiederlegen laſſen. Denn a) ſo iſt der cit. L. 3. allgemein, und ſetzet uͤberhaupt, daß bey der Veraͤuſſerung vor die Annehmung des neuen Beſitzers dem Herrn die Lehnwaare bezahlet werden ſolle, ob aber dieſe Veraͤuſſerung von dem Emphyteuta freywil⸗ lig oder aus Noth und wegen Schulden, oͤffentlich oder privatim unter⸗ nommen werde; ſolches ſind Umſtaͤnde, welche in des Herrn Rechte kei⸗ nen Einfluß haben, und ihm in ſoweit nichts angehen. b) Die Glaubi⸗ ger haben es ſich ſelbſt beyzumeſſen, daß ſie auf dergleichen Guͤter, welche mehrern Laſten als andere unterworfen ſind, und deswegen nicht ſo hoch verkauft werden koͤnnen, ſo viel geliehen, und koͤnnen ſie dem Herrn nicht anmuthen ſeyn, daß ſolcher ihnen zum Beſten das ſeinige mit hergeben, und zu ihrer Bezahlung etwas mit beytragen ſolle. Denn hier iſt abſei⸗ ten des Herrn kein dergleichen Lucrum und bloſſer Gewinn, wie bey ei⸗ nem Donatario und Legatario vorhanden; ſondern er fordert etwas, ſo ihm von Rechtswegen zukommt, und der neue Beſitzer ihm vor allen an⸗ dern zu bezahlen ſchuldig iſt. c) Der Herr macht allhie an den Kaͤufer keinen Anſpruch wegen des Guts ſelber, und des darauf erkauften Juris emphyteuticarii, ſondern er fordert etwas von ihm, welches der Kaͤu⸗ fer — 2ſſ —. —— 8 de Günm thelt unde erau ag ſehn, de, ü Gduch ause an enan ch ho Brzerde bey d aͤffnti Rech Kidl gani n da Stteerte geſt e Dan 8 ſet he Uühm . mAäiteuum, uſſſenten ht Rehewe s eif üllſchden rungm Giu nomre werde rreuſ uft, ah Zoraufe hauchg. . In 2) ſi der eiuſſeru die Le naare be oOo 420, fer bey Erwerbung des Guts ſchon vorher gewuſt oder doch wiſſen ſollen. Denn ſo bald als er eine Emphyteufin kauft, ſo williget er in alle damit verknuͤpfte Bedingungen, und bezahlet auch in dieſer Abſicht eine Emphy- teulſin nicht ſo theuer, als ein anderes ganz freyes Gut. Weswegen ich gar nicht ſehe, wie man mit dem Kaͤufer durch Abforderung der Lehn⸗ waare zu hart verfahre, noch etwas von ihm verlange, worinnen er nicht gewilliget, und welches er nicht ſtillſchweigend verſprochen hat. 7) Ob, wenn der Herr in die Veraͤuſſerung nicht einſtimmen will, und der Em- phyteuta darauf nach der Vorſchrift des L. 3. C. de Jur. Empb)t. die Emphyteuſin vor ſich veraͤuſſert, die Lehnwaare dennoch bezahlet werden muͤſſe! Ich halte, daß nach dem Roͤmiſchen Recht dem Herrn ſolches in dieſem Fall nicht zukomme. Denn es heiſſet ausdruͤcklich, daß die Lehnwaare ihm davor gegeben werden ſolle, daß er in den Verkauf ge⸗ williget, den neuen Emphyteutam in den Beſitz aufgenommen, und ſol⸗ ches in der That, oder ſchriftlich oder muͤndlich an den Tag gelegt. Non contradicere, lauten die Worte, ſed novum emphyteutam in poſ- ſeſſionem ſuſcipere per ſe, vei per literas ſuas, vel per depoſitio- nem— celebrandam,& ne— propter boc— efflagitent— non am- plius eis liceat pro hubſcviptione ſua, vel depoſitione— accipere. Wenn der Herr aber den neuen Emphyrteutam innerhalb zwey Monate nicht annehmen wolle, ſo brauche der Emphyteuta die Einwilligung des Herrn nicht laͤnger zu erwarten, ſondern koͤnne vor ſich ſein Recht oder ſeine Emphyteumata transferiren. Wenn alſo der Herr gar nichts bey dieſer Verzuſſerung zu thun hat, den neuen Emphyteutam in den Beſitz des Gutsanicht aufnehmen wollen, ſondern ſolches alles ohne ſein Zuthun von dem Verkaͤufer vor ſich geſchehen, ſo kann er auch das⸗ jenige, was ihm die Geſetze vor dieſe Einwilligung zugeſprochen, nicht mehr fordern, ceſſante enim cauſa, ceſſat effectus. Welcher Satz da⸗ durch nicht wiederleget wird, wenn Scbilter. cit. Diſſ. de bon. laudem. g. au. in not. ſetzet: Cauſſa non ceſſat, quia Lex ſupplet conſenſum Do- mini, ſalvo ejus jure. Poſt bimeſtre præſumitur. Denn dieſe Wie⸗ derlegung iſt durch nichts als die Wiederhohlung des ſtreitigen Satzes er⸗ wieſen, indem daruͤber eben der Streit iſt, ob die Geſetze des Herrn Ein⸗ willigung NB. ſalvo us jure ſupphren oder nicht. Es ſind zwar die Rechtslehrer mehrentheils wiedriger Meinung. Es ruͤhret aber ſolches wiederum daher, daß ſie das Teutſche Laudemium mit der Roͤmiſchen Quin- 208) 0 1 884 Quinquageſima vor einerlen gehalten„Und die bey jenem vorhandene Ge⸗ wohnheiten aus dem Roͤmiſchen R ſcht herleiten wollen. Denn nach de⸗ nen Teutſchen Rechten hat die Sache ihre voͤllige Richtigkeit, daß, wenn es gleich Lehnbahr re Ba auer⸗ Güͤter geben ſollte, die ohne des Herrn Willen veraͤuſſert werden duͤrften, dadurch doch dem Herrn an ſeinem Recht, die dabey hergebrachte e hnwaare von dem neuen Beſitzer zu for⸗ dern, nichts entzogen werden könne. Denn er bekommt ſolche nicht vor ſeine Einwilligung in den Verkauf, wie bey denen Römern, ſondern da⸗ vor, daß er den neuen Beſitzer mit dem Gut belehnet, und in deſſen Be⸗ ſit bekraͤftiget, und hat er, was die Lehnwaare anbetrit ift, mit dem Ver⸗ kaͤufer nichts zu thun, ſondern er ſiehet ſolche als ein Onus reale an, das auf das Gut haftet, und mit ſelbigem a jedweden neuen Erwerber oder Beſitzer faͤllt. Was die uͤbrigen unter dieſe Frage eroͤrterte Faͤlle wenn man ſolche nach Maa 8 3& ſo viel mehr gegruͤndet, weil ſolches, w die geſagt, und unten annoch er⸗ wieſen werden wird, als ein Onus reale von einem jedweden neuen Be⸗ ſitzer, der poſſ dem Herrn beliehe en wird, gegeben werden muß, er mag ſein Recht auf das Gut erl lange t haben, durch was vor⸗ einen † itulum er will, auf kuͤrze oder auf lange Ze it. Folglich muß es bey einer jedweden Art von Veraͤu ſerung, bey dem W Viederka auf, bey dem freywillig oder ex neceſſitate juris wieder aufgehoben en Kauf, Ley der Addictione: in alemn, bey dem Lege Commiſſoria, bey denen ergant: ngen X. im⸗ mer bezahl let werden. brerbunge en, 0d 2 enn man zugi iebt, wie wir vork her bemerkt haben, daß nach dem Rö⸗ miſchen Recht der Verkaͤufer die Lehnwaare bezahlen müſſe; ſo faͤllt 8 bey allen Veraͤuſſerungen, die durch lette Wilen geſche ehen, di ie Bezah⸗ lung der Lehnwaare weg, weil⸗ 88 allhie keiner Einwilligung d des Herrn, wie oben gezeigt, gebraucht, noch dasjen ge, was dem Emphytent æ in dem L. 3. C. de Tur. Empht. bey ſeinen Ve 1 von ihm in Acht genommen werden kann. Jolglich, da die Erbthei⸗ unen keine neue Veraͤuſſerungen ſind, ſondern nur demjenig gen, der vor⸗ gabe der Teutſchen Gewohnh eiten unterfucht, an⸗ betrift; So iſt darin nen des Heren Recht in Forderung derbehnwaare um Jeraͤuſſerungen vorgeſchr jeben dem Aamſt Tom 7 pe iih Ron r ſonden ein OCan elle n enneu rwerde eerot Fälam nheitet tterſat rung ſes ehnner ch und wen am un jed m nen wer im nuß, 8 vol Nn Titoh Fes b rner jedh ey de ſ eywilln bey de ddicta Derg amgeny Brb lungen ᷑141 4„ uſſe ben, e ach de ſoe ebeſ Amüſfeit ngeß, de d NM 3 Fh ) 0( 209 vorhero ſchon ein Recht auf das Gut hatte, ſolches angewieſen wird, ſo wuͤrde auch dabey alle Bezahlung der Lehnwaare aufhoͤren muͤſſen. Wenn man aber den eingefuͤhrten Satz, daß nicht der Verkaͤufer, ſondern der Kaͤufer die Lehnwaare bezahlen muͤſſe, als richtig vorausſetzet, ſo muß in vielen die Entſcheidung anders lauten. Ueberhaupt muß man alsdenn einen Unterſcheid machen, ob die Erben, welche die Emphyteuſin be⸗ kommen, heredes extranei teſtamentarit, oder heredes ab inteſtato ſind. Weil die erſtern durch den erſten WVertrag gar kein d ſcht auf die E euſin habe lche allererſt arch lr Delbrdaung des Lphyewnrien haben ſondern ſche Alalrdings in ſo weit als neue Em- puyreurx anzuſehen, auf welche durch die Veraͤuſſerung des letzten Be⸗ ſitzers das jus emphyteuticum transferirt worden, und die alſo von dem Herrn in den Beſitz des Guts zu ſetzen ſind, und mithin dasjenige, was die neuen Beſitzer dem Herrn davor bezahlen muͤſſen, nemlich die Lehnwaare zu entrichten ſchuldig ſind. Hingegen die heredes ab inte- ſtato, weil ſie bey der erſten Aufrichtung der Emphyteuſeos, da ſolche erblich verliehen worden, bereits mit ein Recht auf das Gut erhalten, und ihnen ſolches nicht ſowohl durch die Translation des letzten Beſitzers, als vielmehr durch die Geſetze ſelbſt, und Kraft des erſten Vertrags des Herrn und ſeiner Vorgaͤnger zukommt, brauchen nach dem Roͤmiſchen Recht nicht, ſich durch den Herrn in den Beſitz der Emphyteuſeos ſetzen zu laſſen, noch ihm die Lehnwaar davor zu geben, ſondern ſie koͤnnen ſolche, wie ihre uͤbrige ihnen unſtreitig zukommende Guͤter eigenmaͤchtig in Be⸗ ſitz nehmen. Es will Carprov P. IlI. Conſt. 39. ge. 22. allt je einen Un⸗ terſcheid unter denen Kindern und unter denen uͤbrigen naͤchſten Erben und Anverwandten machen, und nur denen erſtern die Befreyung von der Bezahlung der Lehnwaare zuſtehen, weil ſolche auf eine viel kraͤfti⸗ gere und vortheilhaftere Aet in der Inveſtitur ihrer Eltern mit begriffen waͤren, als wie die uͤbrigen in der luveſtitur ihrer Vorgaͤnger, ſinte⸗ mahl die Kinder bey Lebzeiten des Vaters bereits als Mitherrn der vaͤterlichen Guͤter angeſehen wuͤrden per L. 11. f. de liber.&s poſthum. Nun hat zwar dieſer Unterſcheid nach denen Chur⸗Saͤchſiſchen Verord⸗ nungen ſeine Richtigkeit; uͤberhaupt aber nach dem Roͤmiſchen Recht da⸗ von zu urtheilen, iſt ſolcher nicht gegruͤndet, noch des Carpzovs Beweiß hinlaͤnglich. Denn einestheils ſo handelt der cit. L. 12. nur bloß von denen heredibus ſuis, und würde alſo nicht bey allen Kindern, uch b b ey 210 8⁸) 0(S e bey denen, die bey des Vaters Tode ſich nicht mehr in deſſen Gewalt befunden, welche Carpzov doch nicht davon ausgenommen, ſtatt fin⸗ den. Und zum andern, ſo iſt hierinnen genug, daß angefuͤhrtermaſſen die uͤbrigen Anverwandten eben ſo wenig als wie die Kinder der Prangla⸗ tion des letzten Beſitzers, ſondern beyderſeits dem erſten Vertrag ihr Recht auf die Emphyteuſin zu danken haben, und wenn die Kinder gleich ein groͤſſeres Recht auf die Guͤter in Abſicht ihres Vaters haͤtten, 5 kann dieſes doch bey der Lehnwaare die den Herrn angehet, keine Wir⸗ no haben. 3Jn der Theilung und Anweiſung ver Crorn ner ch in ſofern ih⸗ nen die erſtere, nach dem was oben erwehnet, erlaubet iſt, muß gleich⸗ falls der vorige Unterſcheid beobachtet werden. Nemlich ein auswaͤrtiger Erbe, dem die Emphyteufis in der Theilung zugefallen, muß als ein neuer Beſitzer, der vorhero noch kein Recht auf die kEmphyteuſin gehabt, die Lehnwaare bezahlen. Hingegen wenn unter der Erbti eilung der naͤch⸗ ſten Anverwandten dem einen Miterben die Emphyteulis zugefallen; ſo darf ſolcher eben ſo wenig die Lehnwaare bezahlen, als wenn die Erben insgeſammt das Gut in Gemeinſchaft behalten haͤtten, ohne Unterſcheid, ob er denen uͤbrigen Erben vor Antheil Geld, oder andere Sachen aus der gemeinen Erbſchaft herausgegeben, ob gleich Carpzov c. 1. def. 2. hiebey unnothige Zweifel, weil ſolches vor einen Kauf zu halten, ma⸗ chet. Genug daß das Gut von dem letzten Beſitzer nicht durch einen Kauf oder andere Veraͤuſſerung auf den jetzigen gebracht, ſondern auf ihn vererbet worden. Wobey es dem Herrn gleich gelten kann, auf wel⸗ che Art der zeitige Emphyteuta ſich mit ſeinen Miterben verglichen hat, wenn ihm nur kein neuer Emphyteuta, der vorhero noch kein Recht auf die Emphyteuſin hatte, aufgedrungen wird. Aus welchem Grunde ich die andern def. 26. und 27, befindliche Entſcheidungen Carpzovs denen Rech⸗ ten allerdings gemaͤß halte, daß nemlich, wenn nach vollendeter Thei⸗ lung der eine Erbe dem andern, dem das Gut zuerſt zugefallen war, ſol⸗ ches wieder abkauft, er allerdings die Lehnwaare bezahlen muͤſſe, weil er alsdenn ſein Recht auf das Gut nicht mehr einer Vererbung, ſondern der Veraͤuſſerung des letztern Beſitzers zu danken hat. Gleichwie eben deswegen ſogar ein Sohn, dem ſein Vater die Emphyteuſin ver⸗ kauft, ſchenkt, oder ſonſten an ihn veraͤuſſert,(denn ich halte, daß hie⸗ rinn alle Tituli von einer Wirkung ſind, wiewohl Carpzov c. l. wieder⸗ um ͤ und e. de an laubs, 1 temlid= auzun ugefam mut leEm F iteuſng er Ertilungm Shyte zugeft n, al enn d itten= ne Un der o Sact h A wev c. Katt halten eſiter Keht durce gebr, ſondan ch gs= kann/a dtert ierglia onot n Recht welch da runde n(a’/ dehhn. anair lendetg, erſt 1üllen we ebezt? muͤſſen ger 4— 16 8)o( ⸗ 211 um die Schenkung ausnimmt) ſchuldig iſt, die Lehnwaare zu bezahlen, weil er ſein jetziges Recht bey Lebzeiten des Vaters noch durch keine Ver⸗ erbung, ſondern lediglich durch die Veraͤuſſerung ſeines Vaters als des letzten Beſitzers erhalten hat. b b Nach denen Teutſchen Rechten braucht man in allen dieſen Faͤllen gar keinen Unterſcheid, weder unter Heredes teſtamentarios, noch die ab inteſtato, weder unter Kinder noch andere Anverwandten, weder unter Erb⸗ theilungen oder andere Veraͤuſſerungen zu machen; ſondern, weil keiner das Gut rechtmaͤßig beſitzen kann, wenn er nicht von dem Herrn damit beliehen, oder ſonſten in deſſen Beſitz bekraͤftiget worden; vor ſolche Be⸗ lehnung oder Bekraͤftigung aber die Lehnwaare bezahlet wird, ſo iſt die Vermuthung wieder einen jedweden neuen Beſitzer eines Guts, bey dem ſonſten die Lehnwagre hergebracht, daß er ſie auch in allen angefuͤhrten Faͤllen entrichten muͤſſe. So heiſſet es in einer Urkunde de A. 12 90. ap. Sehilter. Diſſert. de bonis Laudemial.. 49. Receptores autem areæ dahunt Ehrſchatz quoties ex parte illorum qui ſunt Hofesæſſen præ- dicta area de una perſona ad aliam quoctenaçhue titulo fuerit de volura. Und in der folgenden de A. 1345. Et quoties ex parte poſſeſſforum area præſcripta de una perſona ad alteram devoluta ſuerit& transla- ta, toties dandum eſt Laudemium Ehrſchatz vulgariter appellatum. Von denen Meyer⸗Guͤtern lehret die Erfahrung, daß auch die Kinder den Weinkauf oder die Lehnwaare geben muͤſſen. Und Carpzov P. II. Conſt. 39. def. 22. bezeuget gleichfalls, daß in Sachſen bey vielen Guͤtern die Kinder die Lehnwaare entrichten muͤſſen. Gleicherweiſe iſt auch bey denen Erbtheilungen die Bezahlunger Lehnwaare geordnet in denen von Scbilt. c. 1. J. 20. angeführten Straßburgiſchen Statuten de X. 1322. „Wo aber an ſullichem Erb zwen oder me zu Erbe komment wollen die „Ir Erbe theilen, das moͤgen ſie wol thun ohne den Hofe⸗Herrn ,alſo „das ſie dem Hofe⸗Herrn ein Hofeſeſſer uſſer In gebent, der es empha⸗ „ he von ihr aller wegen, und ime Ehrſchatz gebe, ob es Ehrſchatz geben „ſoll und ſinen Zins. Als dieſer der Hofeſeſſer abe gaht, der es emphangen „hett von ihr aller wegen, als dicke ſol man dem Hofe⸗Herrn einen an⸗ „dern Hofeſeſſer geben, der es entphahe von Ir aller wegen, und ſoll „ſo auch den gantzen Ehrſchatz geben⸗⸗⸗Were aber das der Erben „einer ſin teil an dem Erbe wolle verkouffen⸗⸗ der es koufft⸗⸗ ſoll dem „Hofe⸗Herrn Ehrſchatz geben nach der margzal(i. e. pro portione he- 2 „redi- 212 3)0( r „reditaria) glich mag ſinen teil wol widemen mit des Hofe⸗ Herrn „Hand⸗⸗ und ſoll dem Hofe⸗Herrn ſinen Ehrſchatz geben nach marg⸗ „zal. g) Wie die Groͤſſe der Lehnwaare gerechnet werde: Es iſt dieſe Rechnung ganz deutlich in dem I. 3. C. de Jur. Empbyt. S angegeben, ſo daß es faſt vergeblich ſeyn wuͤrde, desfalls eine beſon⸗ dere Frage aufzuwerfen, wenn nicht von einigen in dem Fall, wenn das Gut nicht verkauft, ſondern auf andere Art durch Tauſch, Schen⸗ kung und dergleichen veraͤuſſert worden, ein Zweifel erreget worden, wie die Rechnung anzuſtellen ſey. Und meinet Herger in Elect. Diſcept. Forenſ. p. 1325. man muͤſſe alsdenn ſolche nach derjenigen Summe ma⸗ chen, wovor etwa eben das Gut einem andern, und zwar das letzteremal verkauft worden. Man braucht aber hierinnen keiner weitern Unter⸗ ſuchung, ſondern darf nur blos der Vorſchrift des angefuͤhrten L. 3. fol⸗ gen. Nemlich es enthaͤlt ſolcher, wie durchgehends, alſo auch bey dieſer Werordnung zwey unterſchiedene Faͤlle, ob die Emphyreuſis verkauft, oder ob ſie auf andere Art veraͤuſſert worden. In dem erſtern Fall ver⸗ kauft, oder ob ſie auf andere Art veraͤuſſert worden. In dem erſtern verordnet der Kaiſer, daß man die Rechnung nach dem Kauf⸗Gelde machen, und daß der funfzigſte Theil davon an den Herrn gezahlet wer⸗ den ſolle, ibi: quinquageſimam partem pretii. In dem zweyten Fall hingegen, ſoll das Gut ſelber geſchaͤtzet, und nach ſolchem Anſchlag der funfzigſte Theil bezahlet werden, nu oſtimationis loci, qui ad aliam verſonam trangfertur. Wenn nach denen Teutſchen Gewohnheiten, we⸗ gen der Groͤſſe der Lehnwaare, in ſoferne ſolche nach der Verhaͤltniß oder dem Werth des Guts beurtheilet werden muß, Streit vorfalln ſoll⸗ te, wuͤrde man nicht ſowohl auf die Groͤſſe der Kauf⸗Summe, als vielmehr auf den wahren Werth des Guts ſehen. Weil der Verkaͤu⸗ fer durch ſein theures oder wohlfeiles Verkaufen die Rechte des Herrn nicht ſchmaͤlern noch vermehren kann, ſondern ſolche Abgift, daß er z⸗ E. von jedwedem Hundert, welches das Gut werth iſt, fuͤnf bekommt, kle⸗ bet dem Gute ſelber an, und muß nach deſſen wahrer Schaͤtzung ange⸗ ſchlagen werden. h) Was —.— mut A Rh das g ea achn erech kavend 3. CBu. H tde, d mh en in*= Fal durch= ſc, weife Deget ba Bergt Pdl; derjen ⸗ Sunn. und zu edaslmn n keit Soeitent des an f ahrten! nds, auch ti eEmj! euſis ha In d rſternd dorden In den nach acr Kahf⸗ den Kan gezah In ean zwent ach ſem Auſte 1001 qui d0 ſchen ſe dohnhei ce Ser Da 1 55 100 ger 6 213 h) Was vor eine Klage der Herr wegen Bezahlung der Lehnwaare anſtellen muͤſſe. Einige ertheilen ihm eine Actionem hypothecariam. Gleichwie aber in denen Roͤmiſchen Geſetzen nichts von einer dem Herrn zukommenden ſtillſchweigenden Hypothec verordnet iſt; ſo kann ihm auch nicht wohl ſol⸗ chem Recht die darauf ſich grundende Klage zukommen. Andere mei⸗ nen, daß er blos Actione emphyteuticaria ſolche fordern koͤnne. Allein, weil die Lehnwaare eben davor, daß der Herr den neuen Beſitzer zu ſei⸗ nem Emphyteura annimmt, und alſo einen Contractum emphyteutica- rium mit ihm ſchlieſſet, bezahlet wird; ſo weiß ich nicht, ob man ſolche von dem Kaͤufer durch eine Klage, welche nur die Verbindlichkeiten, ſo nach geſchloſſenem Contrget dem Emphyteutæ obliegen, zum End⸗ zweck hat, fordern koönne. Zwar bringet Herr G. R. Boͤhmer in Dock- rina de adtion. Sect. II. Cap. VIII. J. 116. zu deſſen Beſtaͤrkung annoch bey: Es waͤre zwar die Actio emphyreuricaria eine Actio perſonalis, und haͤtte es alſo das Anſehen, daß ſie wieder einen dritten Beſitzer, der⸗ gleichen hier der neue Emphyteuta ware, nicht angeſtellet werden koͤnne: Allein wenn ein dritter Beſitzer in den Contract ſeines Vorgaͤngers ge⸗ williget, ja ſogar in denſelben getreten haͤtte; ſo waͤre kein Zweifel, daß er aus demſelben auch koͤnne belanget werden, arg. L. 9. C. Locat. Ich ſehe aber nicht, wie man allhie aus dem Grunde, daß der neue Emphy- teura in den Contract ſeines Vorgaͤngers getreten iſt, ſchlieſſen koͤnne, daß man deswegen zu Bezahlung der Lehnwaare die Actionem emphy- teuticariam wieder ihn anſtellen koͤnne. In Betracht, daß der Vorgaͤn⸗ ger, wenn er den Contract fortgefuͤhret haͤtte, niemals zu der Bezah⸗ lung der Lehnwaar ſchuldig geweſen waͤre, wenn der neue Emphyteuta den vorigen ſogar in totum, wie ein Heres den Defunctum repræſen- tirete, konnte er doch aus ſeines Worgangers Perſon zu Bezahlung der Lehnwaare nicht angeſtrenget werden, wenl dieſe Verbindlichkeit gar nicht aus dem vorigen Contract herruͤhret, ſondern ſich erſtlich bey dem Kaͤu⸗ fer oder neuem Emphyteuta aͤuſſert, und, wie geſagt, nicht ex contra- ctu ſed pro contractu emphyteuticario bezahlet wird. Frantzkius ex⸗ dichtet hier eine denen Roͤmiſchen Geſetzen in dieſem Verſtande gaus un⸗ bekannte Condictionem ob cauſam vor den ertheileten Beſitz des Guts, wovon aber Schbilter Diſl. de hon kenge f. 45. bereits den Ungrundgeher. 8 3 1—. gel⸗ 214) O(8 get. Unterdeſſen hat ſie Herr Gottheh Sturm Diſſ. de præcipuis laude- det capitibus ſen von neuem bekraͤftiget, ſie aber auch zugleich eine Actionem præſeriptis verbis zu nennen beliebet, die aus einem Contractu innominato facio, ut des ihren Urſprung habe. Ohne uns nun bey der Unterſuchung, warum die ſonſt ſo ſehr unterſchiedene Condictio ob cauſam dati, cauſa non ſecuta, und die Actio præſcriptis verbis allhie als Synonyma angegeben werden, aufzuhalten; ſo wollen wir nur mer⸗ ken, daß, wenn gleich keine Jerabredung vorhergegangen, daß der Em. phyteuta davor dem Herrn die Lehnwaare bezahlen ſolle, daß er ihn in den Beſitz des Guts ſetze, der KEmphyteuta dennoch zu der Bezahlung der Lehnwaare gehalten ſey, und daß alſo ſeine Verbindlichkeit nicht ſowohl aus einem Contract als aus denen Geſetzen herruͤhre. Mir kommt alſo derjenigen Meinung am gegruͤndeſten vor, welche ſagen, daß der Herr Condictionem ex Lege und zwar ex L. fjin. C. de Jure Emphyteutico habe, als in welchem ſein Recht, die Lehnwaare zu fordern, voͤllig feſtge⸗ ſetzet, und auf eine gewiſſe Summe beſtimmet iſt. Es wirft zwar Herr Sturan c. l. mit dem Franzkio hiewieder ein, daß dieſes um deswegen nicht ſtatt finde, weil ſo wenig die Emphyteuſis als die Bezahlung der Lehnwaare von juſtiniano zuerſt in dem beruͤhrten Lege eingefuͤhret wor⸗ den, ſondern ſchon lange vorher gebraͤuchlich geweſen, und alſo die vor⸗ nehmſte Eigenſchaft der Condictionis ex Lege, nemlich die obligatio lege nova introducta per L. un. ff. de Condiéi. ex Lege fehle. Es laͤſſet ſich aber dieſem Zweifel leicht begegnen. Denn a) ſo iſt aus dem I. 7. pr. fl. de Capit. Minut. und dem L. 1.& 3. f. de beredit, petit. bekannt, daß durch Legem novam bey dieſer Materie alle diejenige Geſetze, wel⸗ che nach denen Legibus XII. Tabularum gegeben worden, verſtanden werden. Und wenn alſo gleich erwieſen wuͤrde, daß das Laudemium bereits vor Juſtiniano in einem Geſetze verordnet geweſen, wuͤrde doch ſolches immer Lex nova bleiben, und an die Zeiten der Legum XII. Tabularum nicht hinaufreichen.§) Allein es iſt auch dieſes Vorgeben an ſich ungegruͤndet, indem in denen aͤltern Geſetzen vor juſtiniano nichts, das von dieſem Recht des Herrn verordnet ſoorden, gefunden wird, ob man gleich aus dem cit. L. 3. C. de Tur. Emphyt. ſchlieſſen kann, daß die Herrn ſchon vorhero vor die Annehmung des neuen Emphyteutæ facto etwas gefordert. Folglich, da Juſtinianus in dem angefuͤhrten Lege die⸗ ſe Gewohnheit der Herrn in ein gleichguͤltiges Recht verwandelt, und auf einen zu de S zahlonge 3 8 3. e. ſſ kkonntt ſagen ſßdar 2 J un phyte Es m zwa dieſt i dezn 1s dit— zahlur ege d fuͤhret en, 1 ulſo die emlu: ie oblg ſo io s dem! redit it. bekin ejeni Szeſetze, wor— verſtu daß Kaudem gewe xn wuͤrden ſten x egum! zuch= Worgt vorſ Jianoni n hlie n Li teute 4 ngeſ cn Legen un eltude rvert unell, ei forde voͤllgſn nn, daßf 895 5 0(Sr- 215 einen gewiſſen Fuß ſetzet, ſo kann in ſo weit die Verbindlichkeit der Em- phyteutarum wohl per hanc novam legem introducta genannt, und da dem Herrn in eben dieſem Lege keine nahmhafte Klage vorgeſchrieben worden, die conductio ex Lege angeſtellet werden. Nach denen deut⸗ ſchen Rechten hingegen iſt die Lehnwaare, wie ſchon oft erwehnet, als ein Onustreale, das auf das Gut haftet, und mit ſolchem auf jedweden Beſttzer faͤllt, anzuſehen. Und iſt es daraus, nicht aber aus denen Roͤ⸗ miſchen Geſetzen herzuleiten, daß faſt an allen Orten Deutſchlandes dem Herrn in denen Landesgeſetzen, oder Kraft der hergebrachten Ge⸗ wohnheit ein ſtillſchweigendes Unterpfand auf das Gut wegen dieſer Ab⸗ gabe zugeſtanden wird. Ja daß er an vielen Orten ſogar des juris præ- lationis ſich dieſerwegen zu erfreuen hat. Siehe Shilter. Exercit. 46. ad J. g. 4u. Welches denn denen deutſchen Rechten ſehr gemaͤß iſt, denn nach ſolchen kann einer kein rechtmaͤßiger Beſitzer eines ſolchen Guts wer⸗ den, bevor er nicht von dem Herrn damit beliehen, oder in den Beſitz deſſelben bekraͤftiget worden, und folglich die davor zu entrichtende Lehn⸗ waare bezahlet hat. Alle uͤbrige Glaubiger koͤnnen alſo nicht eher ein guͤl⸗ tiges Recht auf das ihnen verpfaͤndete Gut empfangen, bevor der Beſi⸗ tzer dasjenige bezahlet, wodurch er ſelber ein Recht auf das Gut erlanget, und ohne welches er gar nicht befugt geweſen waͤre das Gut zu ver⸗ pfaͤnden. Es ſetzen alſo alle Forderungen der Glaͤubiger an das Gut die Bezahlung der Lehnwaare voraus, weil ſie ſonſten gar keinen guͤltigen An⸗ ſpruch daran machen koönnten. ¹) In wie weit die Bezahlung der Lehnwaare von dem Beſitzer des Guts verjaͤhret werden koͤnne! Es iſt hier nicht die Frage, in wie langer Zeit die Bezahlung dieſer oder jener Lehnwaare, welche der Herr nicht gefordert, verjaͤhret werden koͤnne. Denn in ſolchem Fall iſt die Lehnwaare von andern Forderungen nicht unterſchieden, und kann alſo auch auf gleiche Art ver⸗ jaͤhret werden. Sondern die Frage iſt: Wie weit ein Beſitzer eines der⸗ gleichen der Bezahlung der Lehnwaare unterworfenen Guts die Freyheit von dieſer Abgift uͤberhaupt und bey allen zukuͤnftigen Faͤllen wieder den Herrn verjaͤhren koͤnne. Schilter. cit. Diſſ. de bonir laudem. g. Ji. meinet, daß eine ordentliche Verjaͤhrung, welche von der Zeit, da der Beſitzer aufgehoͤret die Lehnwaare zu bezahlen, anzurechnen, hinlanglich ſeye 1 21 6 59 4 2)( 5“ und beruft ſich nebſt dem Beyfall einiger alten Rechtslehrer zugleich auf das Cap. 4. N. de praſeript nibus und auf den L. 16. S. 1. H. de Terh. 6 ½. Andere verneinen alle Verjaͤhrung, theils, weil die Verjaͤh⸗ rung mehr als einen Actum erheiſche, theils, weil die Forderung der Lehnwaare eine res meræ facultatis ſey. Wowieder aber Schiiter. c. l. einwieft, daß, wie bey der Erwerbung der Lehnwaare abſeiten des Herrn nicht nothwendig mehr als ein Actus erfordert werde, ſolches auch bey der Verlierung nicht noͤthig ſey. Und weil die Einforde⸗ rung und Bezahlung der Lehnwaare aus einem Recht, und einer Verbindlichkeit herruͤhre; ſo koͤnne man auch ſolche nicht ad res meræ facultatis rechnen. Mich deucht man muͤſſe hier einen Unterſcheid ma⸗ chen: Ob der Herr gutwillig, oder auch aus Vergeſſenheit, Abweſen⸗ heit ꝛc. die Lehnwgare zu fordern verabſaͤumet, oder ob ihm ſolche auf ſein Anfordern der Beſitzer des Guts zu geben gewegert. In dem letztern Fall halte ich allerdings davor, daß die ordentliche Præſeription hier ſtatt habe, indem der Herr durch ſein langes nachheriges Stillſchweigen ſich ipſo facto ſeines Rechts begeben, und in die Freyheit des Beſitzers ge⸗ williget, und kein Grund vorhanden iſt, warum die Bezahlung der Lehn⸗ waare hierinnen von andern Pflichten und Schuldigkeiten unterſchieden ſeyn ſolle. In dem erſtern Fall hingegen glaube ich, daß daraus, daß der Herr ſeinem Gutsmann ein und das anderemal die Lehnwaare nicht abgefordert, ſondern ſie ihm ſtillſchweigend geſchenkt, wenn gleich 30 und mehr Jahre ſeit dem verfloſſen, der Gutsmann noch keine Freyheit und Exemtion von Bezahlung der Lehnwaare erlanget habe, indem in ſo weit die Abforderung der Lehnwaare allerdings eine res meræ faculta- tis iſt, zu deren Verrichtung dem Herrn keine gewiſſe Zeit vorgeſchrieben iſt. Denn ob der Herr gleich ein Recht hat, die Lehnwaare zu fordern; ſo folget deswegen doch nicht, daß er bey Verluſt ſeines Rechts ſchuldig ſey, ſolche immer zu fordern, ſondern es ſtehet bey ihm, ob er ſie dem Bauern ein⸗ und das anderemal ſchenken will. Und wenn alles dasje⸗ nige, welches aus einem Recht herruͤhret, gleich aufhoͤrete, eine res me- ræ facultatis zu ſeyn; ſo blieben gar keine uͤbrig, weilſie ſich insgeſammt wie oben bemerket, auf die durch das natuͤrliche oder buͤrgerliche Recht er⸗ theilete Freyheit etwas zu thun oder zu laſſen gruͤnden. Auch thut hiewie⸗ der nichts, daß die Servitutes durch den bloſen Non-Uſum verlohren ge⸗ hen, und daß in dem cit. c.. X. de Praſcript. ausdruͤcklich auch bon den zehen⸗ ——— ð —,— — N Sse at 70. zu . 3. ¹.de J i die Rerung der ad lita., dnwag Näg erdert ce, ſit d weiſe= Eim ( urda he ni Arsm einen ſchedr rgeſſet=, Ah rob i lcheau gert. ☚ dem Præſa ionſſet es Sl)weigt pheit* Beſttzeh de Bn ang dal digtel an interſth , A darauts l die Kawaan nkt, anm glt in no rine Fu anget Cdhe, ind eine= neræ fa iiſest zometn Lehnt re zu fo ſein e zöt ſt ihſ 2 b er UInd ad alleie 2 o(. 21⁵ 4 Zehenten, womit man ſonſten die Lehnwaare zu vergleichen pfleget, ver⸗ ordnet worden, daß, wenn ſolcher oder ein Theil deſſelben in 40 Jah⸗ ren nicht gefordert worden, er verjaͤhret ſeyn ſolle. Denn die Servitutes anbelangend, ſo beſtehen ſolche, wie bekannt, in Gerechtigkeiten, die dem Prædio eines Herrn auf dem Prædio eines andern Herrn zukommen, bey welchen die Geſetze geordnet, daß, wenn der Herr des Prædi domi- nantis ſich derſelben, unerachtet er Gelegenheit dazu gehabt hat, nicht ge⸗ braucht, weil er dadurch entweder eine ſtillſchweigende Entſagung der eine groſſe Unachtſamkeit an den Tag leget, er⸗ weeae Serafe ſie⸗ nen Gxoruucho dierehrhhner rr nrugut ner Unachtſamkeit, die gehabte Gerechtigkeit verlohren haben ſoll. Und ſolches um ſo viel mehr, weil der Herr ſolcher Servitutum, da er ſo oft Gelegenheit ſich derſelben zu bedienen gehabt, und dennoch ſich niemals derſelben gebraucht hat, durch die ſo viele Jahre her durch geauſſerte, und ſo zu reden wiederholete Unterlaſſung gar deutlich ſeine Derelictionem und Begebung ſeines Rechts zu erkennen giebt, oder wenigſtens Kraft der Geſetze ſolches gethan zu haben, vermuthet wird, v. L. 17. C. de Servitut. Welche Beſchaffenheit es auch mit dem Zehenten hat, denn wenn einer in 40 Jahren, unerachtet alle Jahr das Getrayde gewachſen, und er alſo ſein Zehent⸗Recht ausuͤben koͤnnen, dennoch den Zehenten nicht ge⸗ fordert, ſo kann man aus einer ſo langen und oftmal wiederholeten Ver⸗ ſaͤumung nicht anders ſchlieſſen, als daß er ſich ſeines Rechts begeben ha⸗ be. Hingegen die Lehnwaare iſt erſtlich keine Servitut, ſo der Herr auf ein fremdes Gut hergebracht, ſondern es iſt vielmehr eine Gerechtigkeit, ſo ihm auf ein Gut, welches gewiſſermaſſen ihm ſelber zugehoret, zu⸗ kommt, und deren er ſich alſo nach Belieben bedienen kann oder nicht, mithin die Lehnwaare zum Beſten ſeiner Bauern ohne Nachtheil fordern und nicht fordern kann. Und zum andern, ſo hat hier der Herr nicht wie bey denen Servituten oder denen Zehenten Gelegenheit die Lehnwaar im⸗ mer zu fordern, und ſich gleichſam dieſes Rechts beſtaͤndig zu bedienen, ſondern es koͤnnen oͤfters 50 bis 60 und mehr Jahre hingehen, ehe er einmal Gelegenheit hat, ſolches Geld zu fordern, folglich iſt hier aus der Unterlaſſung keine Entſagung noch Unachtſamkeit zu ſchlieſſen, und ſiehet man uͤberhaupt, daß hier ein Non-Uſus von 50 bis 60 Jahren oͤf⸗ ters nothwendig ſey, und alſo daraus keine Verjaͤhrung erzwungen wer⸗ den koͤnne. Was den L. 16. F. 1. ff. dèe Z. 0. annoch anbetrift, ſo be⸗ b Ee weiſet 218 O( S—— weiſet ſolcher weiter nichts, als das die Stipulation, da ich einem in an⸗ waiſet ſlcher etwas verſprochen, nur eine Obligation in ſich faſſe, und alſo auch nur eine Præſcription zu deren Aufhebung noͤthig ſey. Es will auch Scbilter c. l. dadurch nur diejenigen wiederlegen, welche etwa bey dem Laudemio, wie bey denen Annuis legatis, zu jedweder Zahlung und der Befreyung davon eine beſondere Verjaͤhrung nothig halten moͤch⸗ ten. Von welcher Meinung gleichfalls oben bey denen Bauer⸗Guͤtern n. 1⸗ gehandelt worden. Es hat alſo ſeinen Grund, daß ein Emphyteu- a Ode hn eeer eeepi aldig bleibt, die bey dem ihm eingege⸗ benen Gut gebrauchuitunler. ſchuldig bleiht, die bey de ihn Zleich Li und das anderemal von ſeinem Herrn nicht gefordert worden. Es waͤ⸗ re denn, daß er ſeine Freyheit auf eine hinlaͤngliche ſogenannte undenk⸗ liche Verjaͤhrung gruͤnden koͤnnte, aus welcher nemlich zu ſchlieſſen waͤre, daß die etwa gebraͤuchlich geweſene Lehnwaare von dem Herrn erlaſſen waͤre, und der Bauer ſich durch beſondere Vertraͤge davon muͤſſe be⸗ freyet haben, indem bekannt iſt, daß die Præſeriptio immemorialis ſelbſt kein Recht giebt, ſondern nur einen Beweiß ausmacht, oder wenigſtens die Vermuthung erwecket, daß eines vorhanden ſey, weswegen auch ge⸗ wiſſermaſſen der Gegenbeweiß durch Urkunden und dergleichen dawieder erlaubet iſt. Wovon man Herr Boͤhmer Lib. II. Tlt. XXII. g. 39. ſaaq. und Herr Kreſſ. Diſſ. de Natura praſcriptionis immenorialis Cap. II. F. 11.& 19. ſegg. nachleſen kann. Aus gleichem Grunde behauptet Herr Strube de Jure Lillicorum Cap. IIII. g. 17. daß wenn der Herr bis⸗ weilen ſich mit einer geringern Summe vor die Lehnwaare, als wie ge⸗ woͤhnlich, begnuͤget, der Meyer oder Bauer keine Schuldigkeit daraus machen koͤnne, immer ſo wenig zu geben, weil auch ſolches eine Res me⸗ ræ facultatis ſey, und iſt auch von dem Hof⸗Gericht zu Hannover dar⸗ auf erkannt worden. IV) Auf was vor Art die Empbyteuſis wieder aufhoͤre oder 1 verlohren werde? Fs koͤnnen die Arten, welche man anfuͤhret, wodurch die Emphyteu- Es aufhoͤre, fuͤglich in diejenige, welche ſie mit andern dergleichen Rechten gemein hat, und die, welche bey ihr insbeſondere ſtatt finden, eingetheilet werden. Wir wollen mit denen erſtern den Anfang machen. Es hoͤret alſo die Emphyteuſis auf. 1) Durch R Mend dert w en. G. de ſog nnte m nlichſt lieſſan on den, errna — raͤge men mi no um e aorialb nacht=r wemn ep, w gen an d der* hen dan 7 A AM imm rialir C grund ac)aupte wer! er Hen⸗ hnwe als ⸗Sd agkeit de h ſo ſeine kes icht 1 annoban edeir rhoͤre dor Emph mit=n derqiit beſot= ſiatt f 7 TM o(a⸗ 21⁸ 1) Durch den voͤlligen Untergang des Guts ſelber. Sintemal alsdenn der Grund der ganzen Verbindlichkeit zwiſchen 7 Herrn und Emphyteutam aufgehoben wird, z. E. Wenn die Wie⸗ ſe vom Waſſer voͤllig weggeriſſen wird, wenn das in Emphyteulin er⸗ theilete Hauß abbrennet ꝛc. Es fraͤget ſich aber, ob in dieſem letztern Fall der Emphyteuta nicht die Freyheit habe, das Hauß wieder aufzu⸗ bauen? Man muß allhie dasjenige, was bey Aufrichtung des Contractus emphyteuticarii unter denen Partheyen verhandelt worden, ſorgfaͤltig zu Rathe ziehen. Denn iſt dem Emphyteutæ der Platz, worauf das Hauß geſtanden, mit, oder eben deswegen in Emphyteuſin gegeben worden, daß er davauf ein Hauß bauen ſolle; ſo iſt kein Zweifel, daß nach abgebrannten Hauſe der Emphyreuta ein unſtreitiges Recht hat, ein neues wieder darauf zu ſetzen, weil in der That noch kein gaͤnzlicher Untergang der zur Emphyteuſi gegebenen Sache vorhanden, indem der Platz oder die Area, worauf ſich der Contractus emphyteuticarius mit gruͤndet, noch vorhanden iſt. Erhellet aber deutlich, daß das bloſſe Haus oder Gebaͤude ohne den Platz, worauf es ſtehet, in Emphyteulin gege⸗ ben worden; ſo hoͤret zwar durch deſſen gaͤnzliche Einaͤſcherung der Con⸗- tractus emphyteuticarius auf, doch glaube ich nicht, daß der Herr leicht⸗ lich vielen Wiederſpruch erregen werde, wenn der Emphyteuta auf ſeine Koſten ein neues Hauß wieder hinſetzen laſſen, und ſolches, wie das ab⸗ gebrannte wieder als eine Emphyteuſin annehmen und beſitzen will. Daß uͤbrigens, wenn nur ein Theil der in Emphyteuſin ertheileten Sa⸗ che verlohren gehet, ſolches allein dem Emphyteutæ ſchade, auch dieſer⸗ wegen der Emphyteuriſche Contract keine Veraͤnderung leyde, noch der Emphyteuta deshalben einigen Nachlaß an ſeinem Zinß verlangen koͤn⸗ ne, ſolches iſt aus dem L. 1. C. de Jur. Empbt. bekannt. 2) Durch die Vereinigung der Rechte des Herrn und des Emphyteutæ bey einer Perſon. Wenn entweder der Herr das Gut, oder der mndiente die Herr⸗ ſchaft daruͤber unwiederruflich an ſich bringet, welches Conſolida- tio genannt wird; ſo muß nothwendig die Verbindlichkeit zwiſchen Herrn und Bauern aufhoͤren, eil ſie beyde in einer Perſon vereiniget werden, und ſich niemand ſelber zu Bewwiſſen Abgikten verbunden ſeyn kann, noch Ee 2 von 2)0 8e. 20 von ſeiner eigenen Sache beſondere Rechte zu fordern hat, indem ſolche ſeiner Verfuͤgung gaͤnzlich unterworfen iſt. Es geſchiehet ſolches nun nicht allein, wenn eine Parthey der andern ihr Recht verkauft, oder ſon⸗ ſten abtritt, der Herr das Gut, weil es verwirkt, einziehet, der Em- phyrteuta ſeine Freyheit verjaͤhret, die Zeit, auf welche es dem Emphy- teuræ eingegeben worden, verfloſſen iſt ꝛc. ſondern man haͤlt auch davor, daß wenn der Emphyteuta ohne alle Erben ſtirbt, ſein Gut dem Herrn anheimfalle, und folcher darinn den Fiſeum ausſchlieſſe. Meſtenberg in Principiir Juris ſec. ord. ff. b. t. Es ſind zwar hievon keine ausdruͤckli⸗ che Geſetze vorhanden, doch flieſſet ſolches aus der Herrſchaft und Eigen⸗ thum, welches dem Herrn uͤber das in Emphyteuſin ertheilete Gut hi⸗ ſtehet. Sintemal er uͤberhaupt bey der Aufrichtung der Emphyteuſeos dem Emphyteutæ ſolche unter der Bedingung eingegeben, daß er, und ſeine Erben, und an welche er es mit Einwilligung des Herrn veraͤuſſern wuͤrde, die voͤllige Nutzungen davon haben ſollten. Wenn alſo von al⸗ len dieſen Perſonen, die ein Recht auf das Gut gehabt, keine mehr vor⸗ handen ſind; ſo muß die Nutzung und das Recht nothwendig demjeni⸗ gen wieder anheimfallen, der ſich deſſen erwehnten Perſonen aber nicht dem Fiſco zum Beſten gegeben gehabt. Eine ganz andere Beſchaffen⸗ heit aber hat es, wenn etwa der Herr ohne alle Erben ſterben ſollte, als in welchem Fall der Fiſcus, welcher in die uͤbrige Guͤter des Herrn ſuc- ceadiret, auch in dieſes Recht uͤber den Emphyteutam nachfolget, in Be⸗ tracht der Herr zwar dem Emphyteutæ die Emphyteuſin, aber dem Em- phyteuta dem Herrn nicht die Herrſchaft uͤber das Emphyteutiſche Gut ertheilet hat, und alſo auch nicht fordern kann, daß ihm ſolche bey dem Abſterben des Herrn ohne Erben wieder anheimfallen ſolle. 3) Durch beyderſeitige Einwilligung, daß dieſer Con⸗ tract aufhoͤren ſolle. Es ſcheinet zwar, als wenn dieſe Art die Emphyteuſin zu endigen, im⸗ — mer zu der vorigen zu rechnen, und jederzeit eine Conſolidartion in ſich faſſe. Denn entweder verabreden ſie ſich, daß der Bauer nicht mehr Emphyteura ſeyn, noch das Gut in Beſitz haben ſolle, ſo geſchiehet die Conſolidation in der Perſon des Herrn, oder ſie werden eins, daß hin⸗ fuͤhro der Bauer das Gut frey und eigenthuͤmlich innhaben ſolle, ſo ge⸗ ſchiehet die Conſolidation in der Perſon des Emphyteutæ. Es iſt uür t, 8 Ot deni ſchlieſ Haſng V hievot* e auddi reuſinſ alletec tung amphin ingegelta daßa no des=mm m en. lwn alpn gehad ine n ccht nor andigd nten J hen aa qanz(e te Beh Erben*ben ſol ge Guͤl wes Ha utam 1 rfolgetſ hyteu ænaber da as Es teuüſſt daß m ſolchel fallen ☚ , d Sdieſer hytei aul endi-h eit ei D ulolch aß de Surr nit en u Sgſſcu a wett ins, 1 un wnn ſoll mpd) E. S 25) 0O(S⸗ b 221 doch noch der dritte Fall moͤglich, nemlich wenn der Herr dem Emphy- teutæ erlaubet, daß er das Gut an eine dritte Perſon als ein freyes ei⸗ genthuͤmliches mit dem Jure emphyteuticario nicht mehr behaftes Gut veraͤuſſern darf, ſo hoͤret erſtlich bey dem neuen Beſitzer die Qualitas em- phyteuticaria des Guts auf, und kann man doch nicht ſagen, daß bey dem eine Conſolidation vorgegangen ſey. Auch iſt ſolche durch die ertheilete Erlaubniß, wenn dieſelbige blos auf den Fall, daß der dritte, an den er es verkauft, das Gut frey erwerben ſolle, eingeſchraͤnkt iſt, bey dem er⸗ ſten Beſitzer noch nicht vorgegangen, in dem vorgeſchehenen oder bey un⸗ terbleibendem Verkauf ſich gar keine Wirkungen von dieſer Conſolida- tion bey ihm aͤuſſern. b 4) Durch die Verjaͤhrung. Geichwie durch die Verjaͤhrung alle Rechte und Freyheiten erworben werden koͤnnen, ſo muß auch ein gleiches bey denen Emphyteuſibus ſtatt finden, und folglich wenn z. E. der Herr den jaͤhrlichen Zinß von ſei⸗ nem Emphyteuta fordert, ſolcher aber leugnet, daß er dergleichen zu ge⸗ ben ſchuldig ſey, noch ihn vor ſeinen Herrn erkennen will, der Herr dazu ſtillſchweiget, ſo hat der Emphyteuta, wenn ſonſten der Verjaͤhrung nichts im Wege ſtehet, ſeine Freyheit in der gewoͤhnlichen Zeit verjaͤhret. Und im Gegentheil, wenn der Herr etwa bey Abſterben ſeines Emphy- teutæ, oder bey anderer Gelegenheit das Gut einziehet, ſolches ohne eini⸗ gen Anſpruch der Erben des Emphyteutæ ruhig die gehoͤrige Zeit uͤber be⸗ ſitzet, ſo hat der Herr, wenn ſonſten bey der Verjaͤhrung nichts zu erin⸗ nern, das ſus emphyteuticarium auf dieſes Gut verjaͤhret, und mit ſei⸗ nem Eigenthum conſolidiret und vereiniget. Gleichermaſſen kann dieſe Verjaͤhrung auch bey einem dritten vorkommen, als wenn der Emphy- reuta an ſolchem das Gut als ein eigenthuͤmliches veraͤuſſert hat, und die⸗ ſer dritte Beſitzer es in ſolcher Eigenſchaft die gebuͤhrende Zeit uͤber ruhig und ohne Anſpruch des Herrn beſeſſen. Wie nicht weniger, wenn weder Herr noch Emphyteuta die erforderte Cautionem de damno infecto lei⸗ ſten, und der Impetrant darauf wegen ihrer Halſtarrigkeit die Miſfionem in poſſeſſionem ex ſecundo decreto erhaͤlt, ſo kann ſolcher das in Em. phyreuſin ertheilete Gut eigenthuͤmlich verjaͤhren, arg. L. 15. G. 27. F. de damno infecto. Wenn aber dieſe Halſtarrigkeit nur allein von dem Em⸗ Phyteuta bezeiget worden, phne waß der Herr etwas dauon gewuſt, ſe e 3 erhaͤlt. 22² 3) O(8⸗ erhaͤlt der lmmiſſus kein groͤſſers Recht als der Emphyteuta, ſondern verjaͤhret das Gut als eine Emphyreuſin, arg. cit. L. 15. S. 295. 5) Durch die Verlaſſung des Guts. n ſoferne dieſe Urſache, welche Carpzo P. II. Dec. 140. anfuͤhret, ₰ hinlaͤnglich ſeyn ſoll, den Emphyteutam des Guts zu berauben, ſo muͤſſen zugleich Umſtaͤnde, welche eine von denen andern Arten die Em- phyteufin zu endigen, in ſich faſſen, vorhanden ſeyn, z. E. daß der Em. phyteuta waͤhrend dieſer Verlaſſung den Zinß in drey Jahren nicht ent⸗ richtet, daß dadurch das Gut fehr verdorben worden, daß man daraus abſeiten des Emphyteutæ eine ſtillſchweigende Entſagung ſeines Rechts ſchlieſſen konne. Und alsdenn iſt nicht ſowohl die Verlaſſung, als die andern damit verknuͤpfte Umſtaͤnde vor die Urſache, daß die Lmphyreuſis aufhoͤret zu achten. Denn ſonſten giebt die Verlaſſung des Emphyteutæ dem Herrn hoͤchſtens nur ein Recht, das verlaſſene Gut, als an deſſen Er⸗ haltung ihm mit gelegen, in Beſitz zu nehmen, und bauen zu laſſen. Er iſt aber ſchuldig ſolches dem wiederkommenden Emphyteutæ gegen Erſtat⸗ tung der aufgewandten Unkoſten wieder einzuraͤumen und abzutreten, weil er ſich ſonſten mit ſeines Emphyreutæ Schaden unrechtmaͤßiget Weiſe bereichern wuͤrde, auch die Wiederabtretung, doch nur intra biennium, in dergleichen Fall ausdruͤcklich verordnet iſt, in dem L.§. C. de omni asro deſerto, wie ſolches Carpzov c. l. mit mehrem gezeiget hat. 6) Durch die Aufkuͤndigung des Emphytentæ. Es ſind die Rechtslehrer ſehr unterſchiedener Meinung, bey Beant⸗ wortung der Frage: Ob der Emphyteuta befugt ſey, das in Emphy- teuſin ertheilete Gut dem Herrn wieder Willen aufzuſagen und zu ver⸗ laſſen? Diejenigen ſe ſolches bejahen, worunter Schilter in Exercit. ad ff. XII. g. 91. 7e2. ich befindet, fuͤhren hauptſaͤchlich folgende Gruͤnde an. a) So wäre es eine allgemeine Regel in denen Rechten, daß wer in Abſicht einer Sache zu einer gewiſſen Beſchwerde gehalten ſey, ſich ſolcher Beſchwerde entledigen koͤnne, wenn er bereit ſey, doch ohne Arge⸗ liſt und Gefehrde, die Sache zu verlaſſen, L. 64½.. de ſufructu L. 7. J. 2. F. de damno infect. L. J. F. Ff. de aqua& aqu. pluv arc. b) So waͤ⸗ re es nicht weniger ein in denen Rechten ausgemachter Grundſatz, daß ein jedweder ſich ſeines Rechts begeben koͤnne, folglich muͤſſe auch de m fung he, da* Lapw. laſſun Empnn ne Gut an doh und b zu laſßt mpbye gegeni Schad nnrechtn tretumn voch m rdnet ix in dem! nit memn gezeg 1 8 En Mteuta. Mei/ beh 4 denen Wten, zwer S3 alten —— 223 ſes dem Emphyteutæ in Abſicht ſeines juris emphyteuticarii erlaubet ſeyn. Und wolle hiewieder der Einwurf, daß ſolches dem Herrn zum Nachtheil gereiche, nichts derfangen, indem der Emphyteuta ſich ſeines ihm zu⸗ kommenden Rechts bediene, und der Herr, wenn er ihm ſolches nicht er⸗ lauben wolle, von ihm einen unbilligen und unertraͤglichen Zinß fordern wuͤr⸗ de. Denn entweder der Herr koͤnne wieder einen andern Emphyteutam bekommen, der ihm eben den Zinß bezahle, ſo fiel aller vorgewandte Schaden von ſelber weg: Oder er koͤnne keinen andern wieder dazu ſin⸗ den, ſo koͤnne man auch dieſem gegenwaͤrtigen Emphyteutæ nicht an⸗ muthen ſeyn, daß er einen ſo unbilligen Zinß beſtaͤndig behalten ſolle, zumal wenn er nicht ſelber darinn gewilliget„noch ſich dazu verbindlich gemacht, ſondern ſolchen ererbet habe. c) So waͤre die Refutario dem Vaſallen erlaubet, und muͤſſe alſo auch dem Emphyteutæ verſtattet ſeyn, indem dieſe beyde Perſonen und ihre Rechte ſehr groſſe Aehnlichkeit mit einander haͤtten, z. E. der Uſustructus feudalis waͤre das ipſum domini- um utile, welches man bey der Emphyteuſi antraͤfe. Es waͤren bey beyden insgemein gewiſſe und beſtimmte Laſten, bey jenem die Leiſtung der Dienſte, bey dieſem die Bezahlung des Zinſes. d) Wenigſtens haͤtte dieſe Sache nach denen Teutſchen Gewohnheiten ihre Richtigkeit, nach welchen die Bona emphyreurica eine Art von Bauerlehn, Erb⸗ lehn waͤren, und die alſo auch nach denen Teutſchen Lehns⸗Gewohnhei⸗ ten beurtheilet werden muͤſten. e) So gaͤben die Gegenſeitige ſelber zu, daß die Refurario Kraft einer Gewohnheit, und aus einer rechtmaͤßigen Urſache erlaubet ſey. Ein unbilliger Zinß aber ſey auch eine rechtmaͤßige Urſach. Es werden alle dieſe Beweißthuͤmer nicht wenig entkraͤftet, wenn man dagegen erweget.) Die Regul, daß einer ſich durch Verlaſſung der Sache, auch der darauf haftenden Laſt entſchlagen koͤn⸗ ne, findet in ſoweit ſtatt, wenn ſeine Verbindlichkeit ſolche Laſt zu tra⸗ gen, blos aus dem Beſitz oder dem Eigenthum uͤber die Sache herruͤhret, nicht aber, wenn er ſich zugleich einem andern zu Uebernehmung dieſer Laſt verbindlich gemacht hat, als in welchem Fall er durch ſeine Verlaſ⸗ fung dem andern etwas an ſeinem Recht entziehen wuͤrde, und ihm folg⸗ lich ſolche ohne des andern Willen nicht erlaubet ſeyn kann. Nun hat der Emph teuta ſich dem Herrn bey Uebernehmung der Emphyreuſsos ver⸗ bindlich gemacht, die unfruchtbare Laͤnder und Wuͤſteneyen fruchtbar zu machen, er kann alſo von dieſem Verſprechen nicht ſo ſchlechterdings wie⸗ der —— Die in ag unden ee gege enn ein enem eer er d runth wegen ue den! epara raem bw in ſon 2. dab uftieget mn eh Hauß Jen d tamn A. don d ganze z ueng eerken,=n ereh ſich a am M lches ehen, n u. Plustear demt etwa— wodut Waſſ Schada laubenn h dutch zum Ma. Hh Werk eozericht ann ſ churchd n, ſoſy an iſt ſhe umen? L. 77 mich ☛ n betrit neinee dern ui en na efalle 1 3 Nei e vem anne prech alten dts oh a otn Wiel rOa en Auſ 1 pont 2 93 O(S5⸗ 225 frey ſprechen muͤſte, mit ſich. Auch hilft es hier dem Emphyteutæ we⸗ nig, wenn er anfuͤhret, daß er ſolche Verbindlichkeit ererbet habe, indem nach denen Roͤmiſchen Geſetzen ein Erbe ſeines Vorgaͤngers Verbindlich⸗ keiten erfuͤllen muß.) Die Roͤmiſche Emphyteuſis hat mit denen Leh⸗ nen keine ſo groſſe Aehnlichkeit, daß man in jedwedem beſondern Fall ſicher von dem einen auf das andere ſchlieſſen konne.) Wenn man gleich zugeben wollte, daß die Roͤmiſchen Emphyteuſes mit denen Teutſchen Erb⸗Zinß⸗Guͤtern einerley, wie auch, daß die Erblehne, Bauernleh⸗ ne ꝛc. wuͤrklich mit zu denen eigentlich ſogenannten Lehnen zu rechnen waͤren; ſo wuͤrde doch bey dieſer Frage jederzeit nach denen Teutſchen Ge⸗ wohnheiten ein groſſer Unterſcheid zu machen ſeyn. Denn die Bauerlehne waren insgemein mit Knechten und Leibeigenen beſetzt, die Ritterlehne hingegen, wenn man die Miniſteriales ausnimmt, wurden von freyen Leu⸗ ten beſeſſen. Und wenn alſo gleich dieſen die Retutation erlaubet war, ſo konnten deswegen doch jene ſich derſelben nicht anmaſſen.*) Durch die Gewohnheit werden allhie von dem Gegentheil nicht die Teutſchen Lehns⸗ Gewohnheiten, ſondern eine in dieſer oder jener Provinz bey dieſer Fra⸗ ge insbeſondere eingefuhrte geſetzkraͤftige Gewohnheit verſtanden. Und durch die rechtmaͤßige Urſachen werden ſolche angezeiget, welche in denen Geſetzen davor erklaͤret werden. Wohin eine jedwede eingebildete Un⸗ billigkeit des Zinſes nicht gehoͤret. Ueberhaupt aber wird durch dieſe von einigen angefuͤhrte Ausnahmen die Schilteriſche allgemeine Bejahung nicht beſtaͤrket, ſondern vielmehr wiederleget, exceptio enim firmat regu- lam. Nachdem wir nun die Gruͤnde derjenigen, welche dem Emphyteu- ræ die Aufſagung erlauben, unterſuchet, ſo wollen wir auch derjenigen ihre, welche ihm ſolche abſprechen, betrachten. Es ſind ſolche, wie ſie Carpzon S. II. Deczſ. 139. n. 12. Jegg. anfuͤhret, folgende. a) So waͤ⸗ re dem Herrn nur in einigen Faͤllen erlaubet, dem Emphyteutæ das Gut wegzunehmen; alſo koͤnne es umgekehrt dem Emphyteutæ nicht erlaubet ſeyn, das Gut dem Herrn nach Belieben zuruͤck zu geben, weil ſonſten der Herr nichts voraus haͤtte. b) So waͤre ein auf beyden Seiten ver⸗ bindlicher Contract allhie vorhanden, von welchem der Emphyteuta al⸗ ſo wieder den Willen des Herrn nicht abgehen koͤnnte. c) So werde ſolches durch den deutlichen Ausſpruch des Z. 3. C. ae fundis patrimo- nial. ³) Wie nicht weniger des c. 3. X. de immunitat. eccleſiar. bekraͤf⸗ tiget. Doch fuͤget er zugleich folgende Ausnahmen, da er dem Emphy- 5 teu⸗ 226 99) 0 6 S6⸗ teute die Aufſagung verſtattet, hinzu. A) Wenn eine rechtmaͤßige Urſache vorhanden, z. E. wenn die ganze in Emphyteuſin ertheilete Sa⸗ che verlohren gegangen, wenn eine Muͤhle unter der Bedingung in Em. phyteuſin ertheilet, daß der Emphyteuta dem Herrn und allen deſſen Erben und Nachkommen umſonſt mahlen ſolle, die Anzahl dieſer Nach⸗ kommen aber ſo ſehr angewachſen iſt, daß die ganze Muͤhle dem Emphy- neutæ dadurch unnüͤtz wird. B) Wenn durch die Gewohnheit eines Orts dieſes Recht des Emphyteutæ eingefuͤhret iſt. C) Wenn der Emphy- teuta einen ungewiſſen Zinß oder andere nicht beſtimmte Beſchwerden ab⸗ tragen muͤſte, nach Maaßgabe eines Vaſallen, der zu unbeſtimmten Dienſten gehalten waͤre, indem einer wegen einer ungewiſſen Laſt die da⸗ mit beſchwerete Sache verlaſſen koͤnne, ber L. Quicunque C. de fundis pa- trimon. L. 7o. g. 7. ff. de Legatis 2. L. 7. F. 1. fl. de damn. infect. Es ſind aber ſo wenig die Beweißthuͤmer als die Ausnahmen alle von glei⸗ cher Buͤndigkeit. Denn a) ſo iſt in dieſer Sache ein groſſer Unterſcheid zwiſchen den Herrn und den Emphyteuram vorhanden. Der Emphy- teuta hat einmal das Gut unter der Bedingung empfangen, daß er und ſeine Erben, ſo lange ſie ihre Schuldigkeit nicht verabſaͤumen, ſolches behalten ſollen, und hat er in dieſer Abſicht vielen Fleiß auf deſſen Bau⸗ und Beſſerung verwandt, und waͤre es alſo ungerecht, wenn der Herr ihm ſolches wieder ſein Verſprechen ohne Urſach nehmen wollte. Hingegen der Herr hat uͤberhaupt davon zu reden ſich die ewige Verbleibung des Em- phyteuræ auf dem Gut weder ausdruͤcklich noch ſtillſchweigend ausbedun⸗ gen, vielmehr da er durch deſſen Aufſagung insgemein nichts verlieret, ſondern ſein Gut wieder bekommt, wogegen der bey denen eigentlichen Emphyteuſibus gebraͤuchliche geringe Zinß nicht zu rechnen, ſo iſt zu ver⸗ muthen, daß er in eine ihm bey Aufrichtung des Contraets ſo vortheil⸗ hafte Sache ſtillſchweigend gewilliget, wenigſtens erhellet ſo viel hieraus, daß man hier von dem Herrn auf den km phyteutam nicht ſicher ſchlieſſen koͤnne. G) Der L. 3. C. Ae fundis paerimon. handelt von denen, welche von dem Fuͤrſten gewiſſe Guͤter in Emphyreuſin, das iſt ſolche fruchtbar zu machen und zu bebauen, ubernommen, und verordnet, daß ſelbige hernach ſich des Vorwands, daß die Guͤter veroͤdet rnicht bedienen, noch ſie deswegen liegen laſſen duͤrfen. Wobey denn zu merken, daß von de⸗ nen Fuͤrſtlichen oder vielmehr Kaiſerlichen Guͤtern auf die uͤbrigen nicht geſchloſſen werden koͤnne, indem wegen des Wohlſeyns des Staats tah . d ſa —y——— ——— —— Wenn metn ohyren r ſelt der B cemgn Herrſ en ala die A Krdeeſen nze Meꝛme Gewt iit ens O A derbe ſtimmt S ſchwen 7, der an undeſim rr unge t an Lid Lcung—. de fund J. th. inh lusnaß im alew he ein mn er Un hande— Derlt gempf— n, diß icht vett Numen, en Flan if deſſen trecht, underh nen we cl Hine ge Ve edungde ſtillſch= end nn sgem michts d der bet—een eige tzurr a, pitt des Cor ats ſo n ns er ſ die 118( utam— ſicher 4 denen, tern 4. I St vohhſe:s Ell nn ſolchen oͤfters viel beſonders verordnet, und die Verordnungen ſelbſt wieder veraͤndert worden, wie aus dem L. 12. C. eod. und Z. 2.. de mancipiis& colonis zu ſchlieſſen. Auch uͤberdem man nicht eigentlich wiſ⸗ ſen kann, was vor Umſtaͤnde bey dem Fall, worauf dies Reſeript ergan⸗ gen„vorhanden geweſen, wie und auf was Art die Beſitzer ſich verbind⸗ ich gemacht, ob ſie nach Vorſchrift des L. 7. C. eod. vielleicht gar Cau- tion geſtellet, daß die Guͤter nicht ſollten wuͤſte gelaſſen werden, u. w. d. m. Welches zum wenigſten ſo viel erweiſet, daß man aus dieſem Geſetz keine allgemeine Regel machen koͤnne.) Das c. 3. X. e imuuunit. ec- cleſ. welches alſo lautet: dictum eſt nobis, quod ruſtici eccleſiæ rura ejus deſerentes, in privatorum poſſeſſionibus culturam exhibeant, quod experientia tua fieri non permittat, iſt ſo kurz gefaſſet, daß man den eigentlichen Fall mit ſeinen Umſtaͤnden, wovon es handelt, nicht fuͤg⸗ lich beſtimmen kann. Doch ſiehet man ſo viel wohl, daß gar kein Grund vor⸗ handen, waxum die Rura eccleſiæ hier Emphyteutès bedeuten ſollten, ſondern daß uͤberhaupt die Rede von denen Bauern ſey, welche ihre Frohn⸗ den auf der Kirchen ihren Aeckern nicht verrichten, ſondern davor Privat⸗ Perſonen arbeiten. Wozu denn noch kommt, daß in denen damaligen Zeiten die Bauern zugleich Knechte waren, und man alſo auch um der Urſache willen von ihnen auf die Roͤmiſchen Emphyteurtas, als welche wir frey zu ſeyn, vorausſetzen muͤſſen, weil ſonſten die ganze Frage von ihrer erlaubten Verlaſſung des Guts von ſelbſt wegfiele, nicht fuͤglich ſchlieſſen koͤnne. Es bleibet alſo annoch die ſubd lit. b. angefuͤhrte Urſa⸗ che uͤbrig, daß allhie ein auf beyden Seiten verbindlicher Vertrag vor⸗ handen, von welchem einer ohne der andern Willen nicht abgehen koͤn⸗ ne, welche wir mit wenigem annoch unterſuchen wollen. Es hat uͤber⸗ haupt ſeine voͤllige Richtigkeit, daß in einem jedweden Vertrage, worin⸗ nen einer dem andern etwas verſprochen hat, beyde Partheyen ſolchen zu erfuͤllen, gehalten ſind, und keine ohne der andern Willen wieder davon zuruͤckgehen darf, wenn auch gleich die eine Parthey durch die von der andern geſchehene Zerreiſſung des Vertrags gar keinen Schaden leyden, ſondern vielmehr noch Vortheil davon haben wuͤrde, weil ich kein Recht habe, den andern auch zu unſchaͤdlichen Dingen zu zwingen, oder ihm ei⸗ ne Wohlthat aufzudringen. Es iſt aber doch von dieſer Regel dieſe merk⸗ wuͤrdige Ausnahme zu machen: Wenn bey dem Vertrage ſolche Umſtaͤn⸗ de vorhanden, woraus man ſicher ſchlieſſen kann, daß die eine Parthey die Ff 2 Dau⸗ 228)O(8⸗ Daurung dieſes Vertrags an gewiſſe Bedingungen gebunden, oder der andern Parthey freyem Willkuͤhr uͤberlaſſen habe. Denn weil in dieſem Fall bey der Schlieſſung des Contracts eine ſtillſchweigende Einwilligung in die Aufhebung deſſelben bey gewiſſen Umſtaͤnden vorhanden, ſo iſt an der Guͤltigkeit dieſer Aufhebung und dem Recht des aufhebenden Theils kein Zweifel. Dergleichen ſtillſchweigende Einwilligung findet ſich nun ins⸗ gemein bey denen Vertraͤgen, deren ihre Natur bey ihrer Schlieſſung ſo beſchaffen iſt, daß durch deren Aufhebung die aufhebende Parthey je⸗ derzeit aller Vermuthung nach verlieren, die andere aber Vortheil haben wird, z. E. wenn einer dem andern eine Sache auf gewiſſe Zeit umſonſt zu leihen verſpricht; ſo iſt es insgemein demjenigen, der die Sache em⸗ pfangen, erlaubet, vor Ablauf der beſtimmten Zeit ſolche dem Eigenthuͤ⸗ mer wieder zu geben. Gleicher Geſtalt iſt dieſe ſtillſchweigende Einwilli⸗ gung vorhanden, wenn die Geſetze einer oder beyden Partheyen die Auf⸗ hebung des Contraets erlauben. Denn in dieſem ſowohl als in dem vo⸗ rigen Fall haͤtte derjenige, welcher etwas von der gemeinen Gewohnheit oder denen Geſetzen abweichendes verlanget, ſolches bey Schlieſſung des Contraets anzeigen ſollen, da er aber ſolches nicht gethan, hat der Ge⸗ gentheil ſeine Einwilligung mit Recht geſchloſſen. Wenn wir dieſem zu⸗ folge die eigentliche Natur des Comractus emphyteuticarii privati nach Maaßgabe der Roͤmiſchen Geſetze betrachten; ſo werden wir ſinden, daß der Herr ſich verbindlich gemacht, dem Emphyteutæ ein wuͤſtes oder an⸗ deres Gut einzugeben, und erblich zu laſſen: der Emphyteuta hingegen hat ſich einheiſchig gemacht, ſolches Gut zu bauen und zu beſſern, den jaͤhrlichen Zinß davon zu geben ꝛe. bey Strafe des Verluſts des Guts. Die beſtaͤndige Behaltung des Guts iſt alſo dasjenige, welches der Herr dem Emphyteutæ als eine Belohnung vor ſeinen Fleiß verſprochen: Hin⸗ gegen hat der Emphytenta ſich auf keine Art verpflichtet, dieſe Belohnung auch wieder Willen anzunehmen. Denn wenn er auf gleiche Art, wie der Herr ſich ihm verbindlich gemacht hat, ihm das Gut zu laſſen, ſich auch verbunden haͤtte, ſolches ewig zu behalten, ſo muͤſten ihm die Rechte keine freye Veraͤuſſerung deſſelben zugeſtanden haben, als wodurch er ſonſten ſeine Zuſage brechen, und dem Herrn an ſeinem Recht etwas entziehen wuͤrde. Man muͤſte ferner ſetzen, daß bey denen Roͤmern ein Emphy- teura ſich dadurch gewiſſermaſſen zu einem Glebæ adſeriptitio gemacht, und in dieſem Stuͤck ſeiner perſoͤnlichen Freyheit entſaget haͤtte, da⸗ doch b ein ———QA— ͤͤ — 4— en geb h. 4 11 Dei Aid weige enwſch den d den, des al Sendeng zunoſ ichmm rdey ſe Schiih aufhel E Partt ere ah dttheiſ auf gef Zetun gen, ae Sath eit ſolt, m San tilſſchn a nde Em den Pr eyen da ſowe Als ina gem a Genee des d4 chlieſſn cht getn, hat d Wu vir diß hyteut Ei priuai werde un r findan uræ d üſtes. Emip ceuta h uen d Aibeſeem, des Aenſts desl jenigs s ches d Fleiß 3 rochen ct E ſe Vet erauf= e Arten Gutt ſen ſi n fen uſten i Rechii kein Grund vorhanden, zu glauben, daß der Emphyteuta in dieſe ſo nach⸗ theilige Bedingung jederzeit ſollte ſtillſchweigend gewilliget haben. Viel⸗ mehr iſt hieraus, und aus der ihm erlaubten Veraͤuſſerung zu ſchlieſſen, daß der Herr durch den Contractum emphyteuricarium nichts weiter, als die Verbeſſerung ſeines Guts und Bezahlung des jaͤhrlichen Zinſes von einem zeitigen Beſitzer, niemals aber geſucht, den Emphyteutam oder deſſen Nachkommen ewig auf ſeinem Gut wieder ihren Willen zu behalten, und daß er alſo in die freye Aufrufung dieſes Contracts abſeiten des Em. phyteutæ ſtillſchweigend gewilliget habe. Da alſo die ganze Sache auf eine Art von Vermuthung beruhet, ſo halte ich, daß, wenn bey vorkom⸗ mendem Fall nicht ſtaͤrkere wiedrige Vermuthungen, z. E. von dem Knech⸗ tiſchen und Leibeigenen Stande des Beſitzers, von einer beſondern geaͤuſ⸗ ſerten Abſicht des Herrn bey Schlieſſung des Contracts, den damaligen Beſitzer oder ſeine Nachkommen wenigſtens auf gewiſſe Jahre zu behal⸗ ten ꝛc. vorhanden ſind, im Zweifel immer die Vermuthung vor die freye und erlaubte Refuration des Emphyteutæ zu machen ſey. Zu geſchwei⸗ gen, daß bey dergleichen Refuration gemeiniglich ſolche Umſtaͤnde wer⸗ den vorhanden ſeyn, welche entweder die Befugniß des Emphyteutæ hier⸗ innen noch gegruͤndeter machen, oder die den Herrn bewegen werden, leichtlich in dieſe Verlaſſung einzuwilligen. Denn ſo lange als die Em- phyteutis noch etwas eintraͤgt, oder noch Nutzungen davon zu hofſen, wird entweder der Lmphyteunra wenig Luſt haben, ſolche dem Herrn zu uͤberlaſſen, oder der Herr wird ſich bald daruͤber zufrieden geben, indem er genng Leute finden kann, denen er dieſelbe unter gleichen wo nicht beſſern Bedingungen vor ihn wieder eingebe. Wenn aber durch Ueberſchwem⸗ mung, Krieg, oder auf andere Art dem Emphyteutæ aller Vortheil, wel⸗ chen er aus dem Gut ziehen ſollte, entnommen; So kann einestheils der Herr dem Emphyteutæ nicht verdenken, daß, da ihm ein Gut, welches er nutzen koͤnne, bey Aufrichtung des Contracts verſprochen, er aber ei⸗ ne ganz unnutze Sache uͤbrig hat, er auch ſolche nicht laͤnger behalten will, da in dieſem Fall abſeiten des Herrn, es mag durch ſeine Schuld oder durch Ungluͤck geſchehen ſeyn, der Contraet am erſten gebrochen und auf⸗ gehoben worden. Zumal da zum andern bey ſolchen Umſtaͤnden der Herr keinen Zinß von dem Emphyteuta wuͤrde fordern koͤnnen, wie oben Pezeiget, und ihm alſo auch um deswegen wenig daran gelegen iſt, ob ihm der Liphyteura das Gut einraͤumet oder nicht, weil er in einem Fall Ff 3 ſe 230)o(8 ſo wenig Nutzen davon hat, als in dem andern. Hierauf gruͤndet ſich auch die von Carpzov gemachte obangefuͤhrte erſte Ausnghme, und das darinn gemeldete Exempel von der in Emphyteuſin ertheileten Muͤhle. Bey der zweyten iſt um ſo vietweniger etwas zu erinnern, weil alsdenn dasjenige, was aus denen Roͤmiſchen Geſetzen nur durch Schluͤſſe und Vermuthungen herausgebracht werden kann, durch ſolche beſondere Ge⸗ ſetze und Gewohnheiten deutlich verordnet iſt. Es hat Schilter c. I. g. 93. davon ein paar Exempel beygebracht. Die dritte Ausnahme iſt hingegen deſto ungegruͤndeter, denn, wenn ſonſten der Emphyteuta kein jus retu. tandi haͤtte, wuͤrde ihm ſolches deswegen, weil die Groͤſſe und Anzahl ſeines Zinſes und ſeiner uͤbrigen Beſchwerden nicht beſtimmet waͤre, nicht zukommen koͤnnen, indem es ſeine eigene Schuld, daß er oder ſeine Vor⸗ fahren bey Schlieſſung des Contracts ſich ſolche nicht beſtimmen laſſen, ſondern in die unbeſtimmte Laſt eingewilliget, und das Gut unter ſolcher Bedingung angenommen haben. Und zudem, ſo iſt auch hiebey immer von denen Partheyen vorausgeſetzet, und von dem Herrn ſtillſchweigend eingewilliget worden, daß ſolche unbeſtimmte Beſchwerden niemals ſo weit ausgedehnet werden koͤnnen, daß dem Emphyteutæ gar kein Nu⸗ tzen uͤbrig bleibe. Die angefuͤhrten Leges beweiſen hierinnen nichts. Denn ſoll durch den L. quicundue C. de fund. patrimon. der I. 3. verſtan⸗ den werden, ſo verbietet ſolcher bey denen Kaiſerlichen in Emphyteuſin ertheileten Guͤtern ausdruͤcklich die Verlaſſung, wie oben mit mehrem angezeigt worden. Soll es aber der L. 9. eod. tit. ſeyn, ſo handelt ſol⸗ cher blos von der Caution derjenigen, welche dergleichen Guͤter uͤberneh⸗ men, meldet aber nichts von der Verlaſſung. Der L. 7o. pr.& F. 1. ff. de Legat. 2. zeiget, ob, und wie weit ein Legatarius gehalten ſey, mehr als er empfangen, einem dritten wiederzugeben, und gehoret hier gar nicht her. Von dem L. 7. F. 1. f.. de damno znfect. und warum in ſolchem Fall die Derelictio ædium erlaubet ſey, iſt ſchon oben gehandelt worden. 7) Wenn er den Zinß oder Cmonem innerhalb zwey oder drey Jahren nicht bezahlet. Nachdem wir diejenigen Urſachen, wodurch der Contractus emphy- teurticus aufhoͤret, welche er mit andern Rechten gemein hat, be⸗ trachtet haben; ſo folgen nun diejenigen, welche ihm beſonders eigen ſind. 1 Dahin ͤ—„ lin ert enN rinnert la 2 ur dur z düß ich ſolt 4 ande hat&.7 Ausng e iſt hine — phytet æin ſur die Gf unda. tbeſtin waͤten daß ei f er ſeinec nicht t umenhi das( unterſt diſt at&riebeym m Her ailſſchwa Seſchw nien ohyte= jar kein peiſen„* nnen n imou. ☚ 3. dr lichen iimpbyn wie 1„ mit m t. ſeyt: handei gleiche ter lin der L.=V. 8 0 sgehg= ſey, wih d gehir Sjier gar ward ſolchen⸗ gehan k worden nerhi Bwey t. Ar Ct rlWseß in hat, (echtet Ean⸗ zenſt Pm do Eits 2 55 190( 88 231 Dahin gehoͤret alſo; Wenn der Emphyteuta den abgeredeten Zinß bey weltlichen Guͤtern innerhalb drey, und bey Kirchen⸗Guͤtern innerhalb zwey Jahren nicht abgetragen hat, L. 2. C. de ure Empbyt. Wov. ZlI. cap. 3.. 2. Es werden aber unterſchiedene, theils wahre, theils falſche Ausnahmen von dieſer Strafe angegeben, welche wir allhie anfuͤhren und unterſuchen wollen. Man rechnet alſo hieher. a) Wenn bey Aufrichtung der Emphyteuſéos ein kuͤrzerer oder laͤn⸗ gerer Termin von denen Partheyen verabredet worden, nach deſſen Ver⸗ lauf die Beraubung ſtatt finden ſoll: Oder wenn ſich der Herr dieſes Rechts, den Emphyteutam wegen nicht gezahleten Zinſes das Gut wieder wegzunehmen, gar begeben; So ſoll vor allen Dingen, ehe man die Verordnung der Geſetze zu Huͤlfe nimmt, hierinnen die Verabredung der Partheyen beobachtet, und darnach die Sache entſchieden werden, L. 2. C. de Jur. Emph)t. b) Wenn der Herr ſich gewegert den Zinß anzunehmen, und der Emphyteuta ihm ſolchen darauf nochmals in Gegenwart einiger Zeugen anbietet, ferner verſiegelt, und gerichtlich mit Beobachtung der dabey in denen Geſetzen erforderten Soleniteten hinterlegt, cit. L. 2. g. 2. C. eod. c) Wenn der Emphyteuta eine Liquide Gegenforderung an den Herrn hat, und er ihm alſo exceptionem compenſationis opponiren kann. Denn in ſolchem Fall hat er wuͤrklich ſeinen Zinß bezahlet, indem die Compenſatio ſpecies ſolurionis iſt, v. g. 30. J. de Ation. d) Wenn der Herr auf ſeiner Seite den Contract noch nicht erfuͤl⸗ let, oder ſolchem zuwieder gehandelt hat. Oder daß ſonſten der Emphy- reuta beglaubte Urſachen(denn ein jedweder ungegruͤndeter Vorwand iſt nicht hinlaͤnglich) hat, weswegen er ſich dem Herrn den Zinß zu bezahlen wegert. Hieher gehoret z. E. wenn der Herr dem Emphyteutæ einige zu dem Gut gehorige Nutzungen vorenthaͤlt; als in welchem Fall der Em⸗ Phytéuta allerdings berechtiget iſt, auch ſo lange den Zinß einzubehalten, dis ihm der voͤllige Gebrauch des Guts, ſo wie er ihm verſprochen, ein⸗ geraumet worden, arg. L. 13. f. S. ff. de Kion. emt. vend. 8 ) Wenn uͤberhaupt die Schuld des nicht gezahleten Zinſes nicht an dem Emphyteuta, ſondern entweder an dem Herrn ſelbſt lieget, oder ſonſten durch einen unvermeidlichen Zufall verurſacht worden. Dahin ge⸗ hoͤret, wenn der Herr geſtorben, und man noch nicht weiß, wer deſſen Erbe werden wird: Wenn der Herr ferne verreiſet iſt, und keinen Ge⸗ b voll⸗ vollmaͤchtigten zuruͤckgelaſſen hat: Wenn der Emphyteuta von denen Feinden gefangen und weggefuͤhret worden ꝛc. Denn in dieſen und der⸗ gleichen Faͤllen iſt der Emphyteuta nicht in mora, arg. L. 21. 22. ſeqq. I. de Uuris& fructibus. 8 f) Wenn er einen Theil des Zinſes abgetragen. Es ſind hier ſehr viele Rechtslehrer anderer Meinung, und halten davor, daß, wenn auch nur ein Theil des Zinſes unbezahlet geblieben, oder wenn nur einer von denen Miterben ſeinen Antheil nicht abgetragen, die ganze Emphy- teuſis verlohren gehe. Ihre Gruͤnde ſind dieſe: 1) Das Argumentum L. 7. f. Commun. divid. 2) Eine particularis Solutio ſey vor gar keine Zahlung zu halten, arg. L. 41. g. 1. ff. de Vuris& L. 9. C. de Solutionib. Weswegen es den Kaͤufer auch von dem Lege Commiſſoria und der dar⸗ inn abgeredeten Strafe nicht befreye, wenn er gleich einen Theil des Geldes bezahlet habe, arg. L. g. 1. 8 L. F. g. 1. ff. de Lege Commiſſor. E. s. F. 5. ff. de Zerb. Obl. Es iſt aber dawieder zu merken. 2) Daß in dem L. 7. ff. commun. divid. worauf ſich Meſtenberg und Herr Hei- mrcius ad ff. h. t. berufen, zumal da ſie von dieſem langen Geſetz den ei⸗ gentlichen§. woraus der Schluß gemacht werden ſoll, nicht beyfuͤgen, nichts zu Erweiſung dieſes Satzes hinlaͤngliches anzutreffen. Zwar heiſ⸗ ſet es im Anfang dieſes Geſetzes, worauf ſie vermuthlich gezielet, wie ich daraus, daß Weſtenberg zugleich den. 3. ff. fanil. erclſc. beygefuͤget, urtheile, daß ein Ager vectigalis bey Theilungen nicht leicht von dem 23²)O( Richter in wuͤrkliche Stuͤcke und Gegenden vertheilet werden ſolle, da⸗ mit die Bezahlung des Vectigalis denen Herren nicht verwirret und ſchwer gemacht werde,(alioquin præſtatio vectigalis confundetur) Und kann alſo dieſes als ein Exempel dienen von der Regel, die der Juriſt Gajus in dem bemeldeten L. 3. fl. famil. erciſc. anfuͤhret: Plane ad offieium ju.- dicis nonnunquam pertinet, ut debita& credita ſingulis pro ſolido, aliis alia attribuat: quia ſæpe& ſolutio& exactio partium non mi. nima commoda haber. Auch kann man ſo viel hieraus ſchlieſſen, daß, wenn mehrere Miterben ſind, der Herr nicht noͤthig habe, von jedwedem die Bezahlung des Zinſes nach ſeinem Antheil anzunehmen, ſondern die ganze Summe auf einmal verlangen koönne. Daraus folget aber nicht, daß wenn er von allen ihren Antheil insbeſondere bezahlet angenommen, und noch ein einiger ſchuldig geblieben, er wegen dieſes kleinen Ruͤckſtan⸗ des die ganze Emphyteulin einziehen konne, indem von dieſem Fall3in dem —+₰ a —— h wpdf andoh denn it gen un A, arg. 1. 2. gen. Sadſi en das daß n n, ode am u gen, d dee lm. 1) D=mma dolutiq t Syot ger I de Hau ommil und do gleich= en d 1. f. 1A. ge Cun eder zu Wrken. 9 Teſtens Sind geu ſem la Geſezn den ſol icht ben anzuſpan. Johl muthlit ezielet, famul. Ee. beyi gen ni Teicht u etheilet r den ſo nicht vorntet unde un 1à 7 — — et aba dere 8 inen Y ern ie diſe 3 angenn )O( ⸗ 233 dem ganzen Lege nichts enthalten iſt. 3) Daß es ſeine voͤllige Richtig⸗ keit habe, daß eine Bezahlung auf Abſchlag gar keine Zahlung ſey, nem⸗ lich in ſo weit, daß ich den andern zu deſſen Annehmung nicht zwingen, und auch folglich wieder des andern Willen mich dadurch von der auf die unterlaſſene Zahlung geſetzte Strafe nicht befreyen kann. Wenn aber mein Glaubiger ſolche annimmt, ſo iſt ſie allerdings vor eine Zahlung zu ach⸗ ten, und werde ich dadurch pro parte von meiner Schuld befreyet, wenn nicht auch darinn die Verabredung und die Abſicht der Partheyen ein an⸗ ders befiehlet. So heiſſet es mit Recht in dem L. z7. F. 1. f. de ſaris &☛ L. 9. C. de Solut. daß wenn ein Schuldner eine geringere Summe als wie er ſchuldig, deponiret, er ſich dadurch von der Bezahlung der Zin⸗ ſen vor die ganze Summe nicht befreye, wenn nicht bey Darleihung des Geldes verabredet worden, daß ſolches nach und nach wieder bezahlet wer⸗ den koͤnne, d. i. wenn der Glaͤubiger in die particeularem Solutionem ein⸗ williget: dieſe Einwilligung aber iſt auch nachher vorhanden, wenn er die Bezahlung auf Abſchlag annimmt. Bey dem Lege Commiſloria be⸗ ſtehet der ganze Vertrag darinn, daß wenn der Kaͤufer nicht die voͤllige Summe des Kauf⸗Geldes, oder wenn er ſchon etwas darauf abgetra⸗ gen, den voͤlligen Ruͤckſtand innerhalb einer gewiſſen Zeit bezahlen werde; ſo ſolle der ganze Kauf wieder null und nichtig, und bisweilen das auf Abſchlag bezahlete Geld dazu verlohren ſeyn. In dieſe Bedingung hat der Kaͤufer ſelber gewilliget, und iſt alſo kein Zweifel, daß hier wegen des ausdruͤckl chen Vertrags eine particularis Solutio den Kaͤufer nicht ſicher ſtellen konne. Es waͤre denn, daß der Verkaͤufer wiederum dar⸗ inn willige, und nach verfloſſenem Termin den oder einen Theil des ruͤck⸗ ſtaͤndigen Geldes annehme, L. 6. F. 2. ff. Ae Leg. Commiſſ. In dem Fall des L S). g. 6. ff. de Zerb. Obligat, beſtehet ebenfalls der Vertrag blos darinn, daß, wenn der fundus Titianus nicht uͤberliefert werde, der an⸗ dere 100 geben ſolle. Wenn er alſo nur einige Stuͤcke von dieſem Fun- do uͤberliefert, ſo kann man nicht ſagen, daß er den Fundum ſelbſt oder ganz uͤbergeben habe, folglich iſt der Vertrag nicht erfuͤllet, und findet die darauf geſetzte Strafe ſtatt. Bey dem Contractu emphyteuticario und der auf die unterlaſſene Zahlung des Canonis geſetzten Strafe ſind die Umſtaͤnde ganz anders beſchaffen. Denn 1) ſo verordnen die Rech⸗ te, daß der Emphyteuta, welcher die ganze Zeit der zwey oder drey Jah⸗ re uͤber keinen Zinß, oder wie es E. 2. S. 1. C. de Jur. Empbyt. mutet. g kein . 03 234 Z) 0(689. kein Geld gegeben, das Gut verlieren ſolle. Dieſes aber kann man von einem, der immer etwas abbezahlet, und um das uͤbrige den Herrn um Gedult angeſprochen, nicht ſagen, und iſt ſolcher in der That den voͤlligen Zinß von zwey oder drey Jahren nicht ſchuldig geblieben, weil das darauf bezahlete wieder davon abgehen muß, und er alſo nur den Zinß etwa von drittehalb, oder anderthalb Jahren nach der Groͤſſe der Summe, die er darauf bezahlet, unbezahlet gelaſſen hat, worauf aper die Geſetze die Be⸗ raubung noch nicht verordnet haben. 2) So muͤſſen wir hier den Fall nothwendig vorausſetzen, daß der Herr dieſe unvollkommene und auf Ab⸗ ſchlag geſchehene Zahlung angenommen, denn ohnedem, wenn er ſolche abgeſchlagen, als welches ihm allerdings freygeſtanden, weil ich nieman⸗ den zu einer particulari Solutione zwingen kann, iſt es nicht moͤglich, daß der Emphyrteuta jaͤhrlich was abbezahlen koͤnnen. Hat er aber ſolche an⸗ genommen, ſo hat er ſelber dem Emphyteuræ ſtillſchweigend den Auf⸗ ſchub wegen des uͤbrigen zugeſtanden, und ſich ſeines Rechts begeben. Man fuͤhret zwar insgemein zu Beſtaͤrkung dieſer Meinung annoch an. 3) Daß die Beraubung der Emphyteuſeos wegen nicht bezahleten Cano- nis nicht ſowohl wegen eines Interreſſe pecuniarii, wie bey denen uͤbri⸗ gen unter einer gewiſſen Strafe verabredeten Vertraͤgen, als vielmehr deswegen geordnet und eingefuͤhret ſey, weil ein ſolcher Emphyteuta, der den Canonem nicht bezahlet, das Anſehen habe, als ob er ſeinen Herrn nicht mehr davor erkennen, und ſolchen gar um ſein Eigenthums⸗ recht bringen wolle. Allein es iſt von dieſer Urſache der Strafe in de⸗ nen Geſetzen nichts zu finden, ſondern ſchlechthin auf die unterlaſſene Zah⸗ zung die Beraubung des Guts geſetzet worden. Auch wuͤrde dargus fol⸗ gen, daß wenn ein Emphyteuta gleich in dreyen Jahren gar nichts von ſeinem Zinß abgetragen, aber doch alle Jahr ſich gemeldet, den Herrn um Gedult gebeten, und ihn verſichert, daß er gar keine nachtheilige Ab⸗ ſicht bey der Unterlaſſung ſeiner Zahlung habe, man ihn des Guts nicht berauben koͤnne. Unterdeſſen ſo flieſſet aus dem obangefuͤhrten von ſelber, daß die auf Abſchlag geſchehene Zahlung alsdenn den Bmphyteutam nur vor die Beraubung des Guts ſichere. 2) Wenn der Herr dieſelbe an⸗ genommen, denn, wenn er den Emphyreutam damit abgewieſen, wie er zu thun Recht hat, ſo bleibet ſolcher ihm den ganzen Canonem ſchul⸗ dig, und findet alſo auch die in denen Rechten erlaubte Beraubung ſtatt. Dieſerwegen kann ich dem Herrn Hofr: Leyſer Spec. 103. m. 9. nicht bey⸗ pflich⸗ — ſes ado mm. 5 übrig 7 Heru) in derſ Hehennh lieben/ zadazm nur A— 6 etwe oſſe det nm,J ader d D ſazed muͤſſen* jer da ollkom te undan hneden annerſe anden* ichnim iſt es moglc. 7. Hat au berſoche ſtillſch= end dan ſeines Dchts ba ſer Mr aig aum en nich Dahlete ari,*n dena Vertraͤren als ein ſol Emph nhaben s ob ar um= Sigent rſachem Strmf auf d as erlaſſe Auch cde darit en Jattdar nict A aA 9 den. ſich go=ct, den gat ke 1achthelt man. es Gl⸗ er dich m dam Heblen 498) O(Zr⸗ 235 pflichten, wenn er davor haͤlt, daß auch ſogar die bloſſe Oblarion der par- ticularis Solutionis hinlaͤnglich ſey, und den Emphyreutam von der Strafe befreye, indem ſolches denen klaren Geſetzen, daß ich niemanden zu Annehmung einer Bezahlung auf Abſchlag zwingen kann, zuwieder lauft. Zumal da Herr Leſer ſelbſt die gewoͤhnliche ſub n. 3. von uns emeldete Urſache, warum die parricularis Solutio allhie die Strafe ver⸗ indere, vor unkraͤftig haͤlt, und das ganze Reſponſum lediglich auf den L. 42. ff. de Pænis gruͤndet, welcher alſo lautet: interpretatione legum pœne molliendæ ſunt potius quam aſperandæ. Oder wie baulus L. 755. G. 2. ff. de div. reg jur. ſaget: In pœnalibus cauſis benignius inter- pretandum eſt. Da doch dieſe allgemeine Regel nur in denen Faͤllen ſtatt findet, wo die Worte eines Strafgeſetzes zweifelhaft ſind, und man aus zweyen oder mehrern Begriffen, welche mit ſolchen Worten nach der gewoͤhnlichen Bedeutung verknuͤpft werden koͤnnten, denjeni⸗ gen, nach welchem die Strafe am gelindeſten bleibet, erwaͤhlet. Hinge⸗ gen iſt es denen Rechts⸗Auslegern nicht erlaubet, unter dieſem Vor⸗ wand eine Meinung einzuſchieben, wovon in dem Geſetz gar nichts ent⸗ halten, oder welche wohl gar demſelben zuwieder iſt. Denn dieſes heiſ⸗ ſet nicht die Geſetze auslegen, ſondern ſie veraͤndern, oder neue Geſetze machen. Siehe oben p. 225. ſeqq.§½) Wenn er bey der auf Abſchlag geſchehenen Bezahlung, den Herrn um Gedult angeſucht, denn wenn er es boshafter Weiſe verſchwiegen, daß dieſes nicht der voͤllige Zinß ſey, und auch dem Herrn ſolches nicht bekannt geweſen; ſo kann er ſich auf kei⸗ ne ſtillſchweigende Einwilligung des Herrn in eine Sache, die ſolcher nicht gewuſt, berufen, und kann ihm alſo auch ſeine Argliſt nicht behuͤlflich ſeyn. Uebrigens flieſſet aus dem angefuͤhrten von ſelber, daß, wenn der Herr, um zu der Bezahlung ſeines Zinſes zu gelangen, vor Ablauf der drey Jahre dem Emphyteutæ einen Theil ſeiner Fruͤchte wegnehmen und ver⸗ kaufen laͤſſet, oder nach vorhergegangener Taxation auf Abſchlag des ruͤck⸗ ſtaͤndigen Zinſes zur Bezahlung annimmt, als welches ihm Kraft ſeines auf die Fruͤchte der Emphyreuſeos haftenden ſtillſchweigenden Unter⸗ pfandes nach Maaßgabe eines andern Locatoris auf den Saͤumungsfall erlaubet iſt, er dadurch ſich des Beraubungsrechts verluſtig mache, in⸗ dem nach Abzug dieſes aus denen Fruͤchten geloͤſeten oder angerechneten Geldes, der voͤllige Zinß von drey Jahren nicht mehr ruͤckſtaͤndig bleibt, ſondern der Herr durch das ergriffene Mittel einen Theil davon be ahlee Gg 2 erhal⸗ 236)O( e erhalten, und ſelbſt die particularem Solutionem beliebet, folglich auch aus dieſer Urſache dem Emphyteutæ das Gut zu nehmen, nicht mehr befugt ſeyn kann.. b b g) Wenn die Zahlung des Zinſes nicht ſowohl aus Vorſatz und grober Unachtſamkeit, als vielmehr aus bloſem Unvermoͤgen, oder andern geringem Verſehen unterblieben. Es machet der Herr Hofrath Le)- jer c. l. med. 2 ſeg. dieſe Ausnahme, und zwar aus dieſem Grunde, weil juſtinianus eine ſo harte Strafe auf die unterlaſſene Zahlung des Zinſes, nicht ſowohl des Schadens wegen, ſo durch die Zuruͤckbehaltung des Zin⸗ ſes dem Herrn zuwachſen moͤchte, als vielmehr dieſerhalben geſetzet, weil in ſolchem Fall vermuthet werde, daß der Erb⸗Zinßmann den Herrn um ſein Recht bringen, und ihn vor ſeinen Herrn nicht mehr erkennen wollen. Dieſes aber ſetze einen boshaften Vorſatz oder eine grobe Unachtſamkeit bey dem Emphyteuta voraus, und wenn alſo ſolche fehleten, fiele auch die geſetzte Strafe der Beraubung weg. Gleichwie ein Vormund auch nur b fraudem vel latam culpam tanquam ſuſpectus removiret werden koͤnne, L. 7. F. 1. ff. de Suſpett. tutor. Es ſcheinet, daß der Herr Hof⸗ rath bey Berfertigung dieſer Meditation noch nicht gewuſt, daß er die⸗ ſe gemeine Urſache ſelbſt medit. 7. als unzulaͤnglich anſehen wuͤrde. Wie ſie denn auch, welches bey der vorigen Ausnahme bereits angemerket worden, in denen Geſetzen nicht den geringſten Grund hat, und nichts darinnen anzutreffen, woraus man ſchlieſſen koͤnnte, daß Juſtinianus um dieſer Urſachen willen die Beraubungsſtrafe geordnet habe. Viel⸗ mehr, wenn es ja noͤthig iſt, bey einem ſo klaren und deutlichen Geſetz, die Urſache zu unterſuchen; ſo ſind unterſchiedene Muthmaſſungen vorhan⸗ den, woraus das Gegentheil, und daß Juſtinianus ſich nicht durch dieſe, ſondern durch andere Urſachen zu dieſer Verordnung bewegen laſſen, zu ſchlieſſen. a) So iſt aus dem g. 3. J. de Locat. 87 Conduct. zu erſehen, daß juſtinianus den Contractum emphyrteuticarium ſich hauptſaͤchlich als eine Locationem perpetuam vorgeſtellet, die gemeiniglich ſo lange daurete, als die jaͤhrliche Pacht richtig bezahlet wuͤrde, ibi: quamdiu pen- Ho five reditus pro his domino præſtetur. Da nun bekanntermaſſen eine jedwede Locario aufhoͤret, wenn das Miethgeld innerhalb zwey Jahren nicht bezahlet worden, L. 72. F. z. L.„. fl. Locat. cond. und auch insbeſondere ſolches bey denen Erbpachten gebraͤuchlich war, wie aus dem gemeldeten F. 3. J.& Locat. abzunehmenz; ſo iſt nichts wahrſcheinie er⸗ ———-— beliebe u nehn aa wohl S Jorſa verma Toderm er He faath us dieſ rrunde ne Zal* des truͤckd ang da jeſerhg geſeza inßma Tien Hem t meht amnende ne gro 1nachtir he fehh fiele ein Ne und au Aus unwircu net, 1Jher dn nicht g=, dißt bwe 1Iuns ange Grun t, um. nte, d Muſtinim geord †ohabe. n unt tlichet Muth= ungente aus ſit an ht durch 9 nung üegen l ich an— wuͤrd. O( Sr 237 cher, als daß Juſtinianus bey Gebung des L. 3. C. de Jur. Euipb)t. die bey der Verpachtung gebraͤuchliche Verordnungen vor Augen gehabt, und dem Emphyteute, um ihm einiges Vorrecht vor einem bloßen Miethsmann zu ertheilen, ein Jahr laͤngere Friſt gegeben. Wie er denn auch in der Nov. 120. c.§. die Woͤrter und Ausdruckungen: quod ab eo promiſſum eſt emphytenticum aur locationir canonem, it. ex qua locatio aut emphyteuſis facta eſt it. locaræ vel emphyteuticæ rei Xc, als aͤhnliche oder faſt gleichguͤltige Redensarten verknuͤpfet. Da nun bey dem Miethsmann kein weiterer boͤſer Vorſatz bey der verab⸗ ſaͤumeten Zahlung noͤthig iſt, ſondern die bloſſe Nichtzahlung dem Ver⸗ miether ein Recht giebt, den Contract aufzuheben, ſo iſt auch ein gleiches bey der Emphyteuli zu vermuthen. 3) Wenn bey der unterlaſſenen Zah⸗ lung des Canonis das pecuniarium interreſſe des Herrn nicht das vor⸗ nehmſte waͤre, ſo haͤtte Juſtinianus keine Urſache gehabt, bey derer Kir⸗ chen ihren Emphyteuſibus die drey in zwey Jahre zu veraͤndern, weil der Aufſchub des einen Jahrs dem Lmphyteutæ noch keine ſo groſſe Gelegen⸗ heit geben wuͤrde, die Kirche um ihr Eigenthum zu bringen. Zumal da gegen ſolche ohnedem eine vierzigjaͤhrige Verjaͤhrung erfordert wurde. Mlein es lehret der ganze Zuſammenhang der Nov. 7. cap. IMII. g. 1. 2. daß des Kaiſers einzige Abſicht dabey geweſen, die Zinſen und die uͤbri⸗ ge Beſchaffenheit derer Emphyteuſium ſo einzurichten, daß die Kirche am wenigſten Schaden dabey litte.) Und uͤberhaupt, ſo iſt der Ter⸗ min von drey Jahren viel zu kurz, zumal bey dem Emphyteuta, der ob defectum tituli mit der ordentlichen Verjaͤhrung von 10 Jahren nicht ausreichen kann, als daß man glauben ſollte, daß er in der Abſicht⸗ um das Gut vollig an ſich zu bringen, den Zinß in drey Jahren nicht be⸗ zahlet habe. Folglich iſt auch nicht zu vermuthen, daß Juſtinianus eine ſo unwahrſcheinliche Abſicht bey dem Emphyteuta ſolle vorausgeſetzet, und deswegen die Strafe der Beraubung verordnet haben. Wie wenig man uͤbrigens allhie von einem Vormund auf einen Emphyreutam, und von deſſen Vormundſchaft auf die Emphyteuſin ſchlieſſen koͤnne, erkennet bey P ungleichen Dingen ein jedweder, und wollen wir uns alſo bey deſſen Wiederlegung nicht aufhalten. Es iſt alſo Kraft des angefuͤhrten unſtrei⸗ tig, und denen Roͤmiſchen Geſetzen vollig gemaͤß, daß, wenn ein Em- Phyteuta wegen Unvermoͤgen nicht im Stande geweſen, den Zinß zu be⸗ zahlen, ſich auch by leinem Herun nicht gemeldet, und um Aufſchub ge⸗ 1 b Gg 3 b betem 238 BO(S- beten, oder ſolchen nicht erhalten, er nach verfloſſenen drey Jahren ſeines Guts verluſtig ſey, indem er mit demjenigen, der gemeinet, er habe mit der Bezahlung ſeines Zinſes ſo lange Zeit, bis daß er deswegen gemah⸗ net werde, in gleicher Verdammniß iſt, und einer ſo wenig als wie der an⸗ dere ſich innerhalb drey Jahren bey ſeinem Herrn mit der Zahlung gemel⸗ det, ſondern erſtlich ſeine Anforderung erwarten wollen, und alſo keine hinlaͤngliche Entſchuldigung, wodurch er ſich von der Strafe befreyen koͤnnte, vor ſich hat, arg. L. 3. C. de Jur. Emphbyt. Ich leugne zwar nicht, daß bey dergleichen Umſtaͤnden der Herr billig handele, wenn er ſich mit einer gelinden Warnungsſtrafe begnuͤgen laͤſſet, glaube aber nicht, weil man zum Mitleyden niemand zwingen kann, und uberdem der Herr bey ſolchem verarmten Emphyteuta ſowohl wegen der kuͤnftigen richtigen Bezahlung des Zinſes, als auch der guten Verwaltung und Beſtellung des Guts ſelber groſſe Gefahr lauft, daß man den Herrn, wie in dem von Herr Leyſer angefuͤhrten Reſponſo geſchehen, zu der Annehmung dergleichen Strafe, wovon in denen Geſetzen nichts zu finden iſt, nd⸗ thigen und verbinden koͤnne. Auch wird ſolches durch den beygefuͤgten Kec. Imp. de A. 16 5a. J. 172. und L. 212. ff. de reb. credit. keinesweges bekraͤftiget. Denn einestheils ſo handeln ſolche nur von der von dem Glaubiger nach und nach oder ſtuͤckweiß anzunehmenden Zahlung, nicht aber von der gaͤnzlichen Begebung oder Wegnehmung eines bereits er⸗ langten Rechts, dergleichen hier der Herr hat. Und zum andern ſo kann dasjenige, was in dem Reichsabſchied wegen des gemeinen Beſtens vom Kaiſer und Reich in einem beſondern Fall verordnet worden, nicht von einem jedweden Richter oder Rechtslehrer auf andere ihm bil⸗ lig anſcheinende Faͤlle angewandt werden. Der L. 21. f. de reb. crea. aber findet nur alsdenn ſtatt, wenn bey angeſtelleten Proceß wegen einer Schuld⸗ oder andern Forderung, der Beklagte nur einen Theil derſel⸗ ben geſtaͤndig, und ſolchen ſogleich zu bezahlen, erbietig iſt. 8 h) Wenn der Herr den Zinß von denen verfloſſenen dreyen oder mehrern Jahren angenommen. Ehe wir, ob dieſe Ausnahme gegruͤn⸗ det ſey oder nicht, eroͤrtern und beurtheilen konnen, ſo muͤſſen wir zuvor eine andere Frage unterſuchen. Nemlich: Ob bey angeſtellter Priva. tions Klage der Emphyteuta nicht allein des Guts beraubet werde, ſon⸗ dern auch uͤberdem annoch den ruͤckſtaͤndigen Zinß bezahlen muͤſſe? Carp⸗ xov. P. II. Comſtit. 35. def. 6. u. 10. ſeqa. meinet, daß der rätehäng, 88 Zinßz —A — —— ſenend eud er gem ge t. Ich a ne wen andele nneeſt et, g9 3 aber n, und t arden R en der t ntigen rwaltu Sdind Wi den Lren, we den, ſ r Ann nichtst finden hes dut— en behge de reb.— it. keine che nu re n der n hmend v'ahlumj nehmu Tnes ba⸗ Und ſemandern en des* geinen veror) worda drer d dei 42 f. 4 n elleten eß wegt gte nu Tfa „ erbi ſt. nverſt fen dein b dieſe nahme üſſen 1 Zuts b. Mel na inß boh mi ü inet, Ksyer hn ndere i 7 )O(844ä. 239 Zinß in dieſem Fall nicht gefordert werden koͤnne, indem 1) die Berau⸗ bung nichts anders als eine wuͤrkliche Strafe waͤre; nun aber koͤnne ins⸗ gemein die Sache ſelbſt und die Strafe nicht zugleich gefordert werden L. 4. C. de pact. int. emt. L. 10. ff. de Zeatigal. 2) Der Hauptend⸗ zweck des Zinſes nicht die Bezahlung der Fruͤchte, ſondern die recogni- tio domini waͤre, und man alſo nicht ſagen koͤnne, den Zinß bekomme der Herr vor die Fruͤchte, die Strafe aber leide der Emphyteuta vor die unterlaſſene Bezahlung. Es iſt aber die gegenſeitige Meinung denen Rechten viel gemaͤſſer, ſintemahl ſolche durch die Nov. 120. c.§. und die daraus gezogene Authentic. Qui rem bujurmodi. de Ss. Eccleſtis be⸗ kraͤftiget, und darinnen ausdruͤcklich verordnet wird, daß der Emphy- teuta der Beraubung ungeachtet dennoch allen ruͤckſtaͤndigen Zinß bezah⸗ len muͤſſe. In der Novella heiſſet es: Ex qua locatio aut emphyteu- ſis facta eſt,& quæ debentur folum pro præcedente tempore. Und in der Aurhentica: Ut tamen ſolvat totius temporis penfionem. Auch laͤſſet ſich denen Einwuͤrfen Carpzovs leicht begegnen. Denn a) ſo iſt es uͤberhaupt kein allgemeiner Satz, daß die Sache und die Strafe nicht zugleich gefordert werden koͤnnen, denn ob es gleich bey denen ſogenann⸗ ten Actionibus mixtis in ſo weit eintrift, daß, da in ſolchen Actionibus auch zugleich die rei perſecurio mit enthalten iſt, ich alſo z. E. in der Actione vi bonorum raptorum nach erhaltenem Quadruplo nicht noch ins⸗ beſondere ad rem perſequendam klagen kann; ſo fehlet es doch bey andern, indem ich z. E. nach angeſtelleter actione furti ad pcœnam conſequen- dam annoch condictionem furtivam ad rem perſequendam habe L. 33. J. 2. Ff. de Obligat.& Aion. Ueberdem aber, ſo kann die gegenwaͤr⸗ tige Beraubungsklage, wobey der Herr zugleich den ruͤckſtaͤndigen Zinß fordert, mit denen Actionihus pœnahbus oder mixris gar nicht vergli⸗ chen werden, indem allhie zwey Klagen, die beyde rei perſecuroriæ ſind, im uͤbrigen aber miteinander nichts gemeines ſondern ganz unterſchiedene Abſichten haben, und alſo einander auch nicht aufheben koͤnnen, vorhan⸗ den ſind, nemlich eine ad retradendum fundum ob non ſolutum ca- nonem, und die andere ad ſolvendum canonem vor die in Beſitz und Genuß gehabte Emphyteuſin. Die beyden angeführten Geſetze halten auch nichts in ſich, woraus das Carpzoviſche Vorgeben erwieſen werden koͤnne. In dem L. 4 C de Pact. int. enitor.& vend. ſtehet nur, daß der⸗ jenige, welcher nach Verlauf der zur Bezahlung angeſetzten Zeit nicht die ver⸗ —.. diged araſeh om Me dh der Wad den Dittn nſen ſt Hiaſſean der V 8 dn Sach er der ug ch dart F eundt wenn g Ser Kant r zuru Hmmenn en muſ Hincegt egen d= tong gezogn und wen t wiedt ſchuldiſFnin dae befichꝛ* daß /de zgahlen—n ihhenn Ruͤckſſtrdie Ii n manan dieg die ruͤ ndigen Sache Meich da der bie vteuft des I= dens⸗ derde, Ueis geze mpbyti ſchudde Beſit ☛ dieſesn U ahlung— ichten 1à aue Nn ,i d ſen en/in= unglbh eggenun koͤnne, auch ſolches durch das c. 7. 2* Locat, conduct. ausdruͤcklich be⸗ o( 888 241 herigen Aufſchub wieder gut machen will, ohne Wiederſpruch annimmt, er dadurch ſich ſeines Rechts das Gut einzuziehen, ſtillſchweigend begebe, in denen Roͤmiſchen Rechten nicht den geringſten Grund habe. Denn a weil erwieſenermaſſen der Emphyteuta, wenn ihm gleich das Gut weg⸗ genommen wird, dem ungeacht annoch verbunden iſt, den ruͤckſtaͤndi⸗ gen Zinß zu bezahlen, ſo empfaͤngt der Herr in Annehmung dieſes ruͤck⸗ ſtaͤndigen Zinſes nichts weiter, als was ihm zugehoͤret, woraus gar kein Schluß auf die Begebung eines gewiſſen Rechts, und daß er ſolchen Zinß auch noch inskuͤnftige von eben dieſem Emphyteuta annehmen wol⸗ le, zu machen. Es waͤre ſolches eben, als wenn ich ein aufgekuͤndigtes Eapital deswegen laͤnger muͤſte ſtehen laſſen, weil ich von denen verfloſſe⸗ nen Jahren die Zinſen angenommen, oder wenn ein Officier, der auf gewiſ⸗ ſe Jahre capituliret, ſich deswegen zu laͤngerer Zeit anheiſchig gemacht haͤtte, weil er den ruͤckſtaͤndigen Sold angenommen.§) So hat der Emphyteuta, ſo bald als er innerhalb zwey oder drey Jahren den Zinß nicht bezahlet hat, das Gut ipſo jure verlohren. Wozu braucht alſo der Herr, ſo lange er noch nichts thut, woraus man etwa ſchlieſſen koͤnn⸗ te, daß er den Emphyteutam deſſen ungeacht behalten wolle, in einer von denen Geſetzen auſſer allen Zweifel geſetzten Sache eben bey Empfa⸗ hung des ruͤckſtaͤndigen Zinſes ſein Recht durch Proteltiren in Sicherheit zu behalten? und da doch einmal ſeine gerechte Abſicht iſt, in ſeiner ge⸗ gen den Emphyteutam anzuſtellende Klage, ſowohl den ruͤckſtaͤndigen Zinß, als das Gut ſelber zu haben und einzuziehen, warum ſoller denn, da ihm der Emphyteuta das erſte, nemlich den Zinß gutwillig geben will, ſolchen nicht annehmen, ſondern ihn damit ab⸗ und zum Proceß verweiſen, und ſich alſo ohne alle Noth ſeine Muͤhe, Klage und Koſten vermehren. Wozu braucht der Herr in dieſem Fall den Emphyteutam durch gericht⸗ lichen Zwang zu etwas anzuhalten, welches ihm derſelbe gutwillig und wuͤrklich anbietet, und wie kann eine Klage laͤnger ſtatt finden, wenn der Beklagte dem Klaͤger dasjenige, weswegen er ihn verklaget, wuͤrklich und ſo wie er es gefordert, uͤberliefert. Dieſem ungeachtet aber behaupten nicht allein die mehreſten Rechtslehrer das Gegentheil, und halten die obgemeldete Ausnahme vor richtig, weil vor der Erklaͤrung des Herrn noch keine Beraubung vorhanden waͤre, noch der Herr ein jus quæſitum erlanget haͤtte, folglich der Emphyteuta ſeine bisherige Moram purgiren kraͤf⸗ 242 o(er kraͤftiget werde: Sondern es gehet auch Herr Hofr. Leyſer cit. Hyec. megit. 6. ſo weit, daß er ſetzet, daß wenn der Heer ſchon wuͤrklich die Privations-Klage angeſtellet, der Emphyteuta ihm aber waͤhrenden Proceſſes den Zinß von denen verfloſſenen Jahren ganz oder auch nur zum Theil gebracht, und der ſolchen angenommen, er ſich dadurch der Privations-Klage ſtillſchweigend begeben habe. Seine Gruͤnde ſind fol⸗ gende. 4) Dem Herrn komme deswegen die Privotions-Klage zu, da⸗ mit er die Injurie, welche ihm durch die Verwegerung des Zinſes, und der unterlaſſenen Recognition ſeines Dominii einigermaſſen von dem Emphyteuta erwieſen, raͤche. Nun aber verlaſſe oder vergebe ein Inzu. riatus auch nach angeſtellter Klage die erlittene injurie, wenn er die 8a tisfaction ohne Wiederſpruch annehme, L. 7. F. 6. ff. de Iujuriis Gothofred ad F. 11. g. 1. de Iujuriis lit.. B) So koͤnne zwar der Herr, ohne ſich feiner Privations- Klage dadurch zu begeben, den Zinß annehmen, u muͤſſe aber ſolche Abſicht bey deren Empfang ſelbſt an den Tag legen, um ſich dadurch ſein Recht erhalten. Denn ſonſten, wenn die Urſache der Beſchwerung gehoben, werde auch die Beſchwerung ſelbſt mit aufgeho⸗ ben, F. 2. J. Ae perpet.& temporal. ack. Es laſſen ſich aber ſowohl die⸗ ſe als die erſtern Einwuͤrfe wieder unſere obige Meinung leicht beantwor⸗ ten. Denn a) ſo iſt es zwar wahr, daß die Rechte zugeben, daß durch die wuͤrkliche Verrichtung oder hinlaͤngliche thaͤtliche Anbietung desjen gen, ſo nicht zur rechten Zeit geleiſtet oder bezahlet worden, die Mom purgiret werden koͤnne, wie aus dem LI. 73.. 2. L. Ha. L. 9:. f. 3. f. de Verb. Oblgat. und andern Geſetzen erhellet. Es iſt aber ſolches nur von denen Faͤllen zu verſtehen, wenn es entweder noch Res integra iſt, oder daß der Schuldner nur ſuchet, ſich durch ſolche Anbietung von der kuͤnftigen Mora und der damit verknuͤpften Gefahr zu befreyen. De Purgatio moræ aber kann keinesweges ſtatt finden, wenn durch die Mo⸗ ram bereits eine Strafe verwirket iſt, und der andere alſo ein Jus quæ- ftum erhalten hat, als welche Strafe durch die bloſſe zu ſpaͤt geſcheheme Anbietung nicht wieder aufgehoben, noch das einmal erhaltene Recht dem andern wieder entzogen werden kann. Welches auch durch den L. 23. ff. de Obligat. 8& adt. und den L. 23. pr. ff.& recept. bekraͤftiget wird. Auch wird ſolches dadurch nicht abgelehnet, daß ſie ſagen, vor der Erklaͤ⸗ rung des Herrn waͤre noch kein jus quæſirum vorhanden, ſintemal ſol⸗ ches ein blos angenommener, aber nicht erwieſener und an ſich ungegruͤn⸗ deter Hoft Ana. Hetr uw à ihm in wid dren g zuder an nen, L Sein Wudeſt rwvotig etlage gerun&. Jnſ meinig aiſſen u iſſe odr Mebe Injuri denn en . ff. d*.win Gi zward=yerr h den annehe dſt an= Taak den, n= die hu werun ſt witc laſſen ſAber ſon Meinz Weichtde ſechte oen, d atliche S jetun zahlet den, 7. 2..L. A t. Gm ber ſit weder Res ins poich dietungt Gefah Sbeftenn nden,=düurch er and— lſo enn die blc ſpät a gs ein hate Wel auch d 42 vor d aß ſe, finm vor* n ſeeru rſchun Tagtht „2A ecu o( ber 243 deter Satz iſt. Denn das Recht an ſich erlanget der Herr Kraft der Ge⸗ ſetze, ſo bald in drey Jahren der Zinß nicht bezahlet worden, und konnte ihm ſeine Erklaͤrung ſolches nicht zuwege bringen, wenn es nicht ſchon vor⸗ handen waͤre. Ein jJus quæſitum beſtehet in einem durch des andern Ein⸗ willigung und meine Annehmung erlangtem, oder wir durch die Geſetze zuerkanntem Rechte, folglich kann meine bloſſe Erklaͤrung mir ſolches nie⸗ mals geben, ſondern ſelbige dienet nur dazu, daß man weiß, ob ich mich dieſes erlangten Rechts bedienen will, das Recht an ſich aber wird dabey immer ſchon als vorhanden eratagiſegt. 6) Die hieher gehoͤrigen Wor⸗ te aus dem. 2. X. de locat. cond. ſind dieſe: Emphyteuta quoque— ceſfando in ſolutione canonis per biennium(niſi celeri ſatisfactione poſtmodum ſibi conſulere ſtuduiſſet) juſte potuiſſet repelli. Es iſt aber dabey zu merken, daß es erſtlich nicht beſtimmet iſt, wie viele Zeit unter der celeri ſatisfactione zu verſtehen, und ob der Pabſt nicht etwa nur ein paar Tage, die er aus anſcheinender Billigkeit dem Emphy- teutæ noch hingehen laſſen wollen, dadurch anzeigen wollen. Und zum andern ſo kann die ganze Verordnung gar fuͤglich von dem Fall, wenn der Herr damit zufrieden geweſen, und ſich die Reue des Emphyteutæ ge⸗ fallen laſſen, erklaͤret werden, weil das Wort ſtuduiſſet nur eine Bemu⸗ hung auf des Emphyteuræ Seiten anzeigt, woraus noch keine Ver⸗ bindlichkeit des Herrn ſolcher Bemuͤhung die Wirkung angedeyen zu laſ⸗ ſen, folget. Was ferner den von dem Herr Hofr. Leyſer aus der Vergleichung einer Injurien Klage hergenommenen Grund anbetrift, ſo iſt ſolche Vergleichung an ſich, weil die unterlaſſene Recognirio do- mimi nicht die Urſache der Beraubung iſt, wie oben gezeiget, nicht gar zu wohl ausgeſonnen, man muͤſte denn bey einem jedweden Miethsmann der ſeine Miethe nicht richtig abtraͤgt, ja aus gleichem Grunde bey allen boͤſen Bezahlern zugleich eine Injurie und daraus entſpringende Klage be⸗ haupten wollen. Geſetzt aber die Privations-Klage habe eine Gleichheit mit der Injurien⸗Klage, und man koͤnne von der einen auf die andere ſchlieſſen; ſo beſtehet die Satisfaction, welche der Herr verlanget, nicht in der Erhaltung des Zinſes, ſondern in der Wegnehmung des ganzen Guts, folglich kann man nicht ſagen, daß er durch die Abbezahlung und den Empfang des Zinſes ſeine Sarsfaction erhalten, indem er dadurch nichts weiter, als eine ihm ohnedem zukommende Schuld, mit nichten aber eine Genugthuung vor die angebliche erlittene Injurie und Verach⸗ §h 2 tung 244 O 88 tung erhaͤlt, als welche Kraft der Geſetze durch die Wegnehmung des ganzen Guts muß gebuͤſſet werden. 5) Ich ſehe gar keine Urſache, warum der Herr noͤthig habe bey dem Empfang des Zinſes von neuem ſeine Abſicht wegen der Beraubung des Guts an den Tag zu legen, da er ſolche durch die Anſtellung der Klage ſelbſt deutlich genug zu erkennen gegeben, und der Zinß mit der Bergubung des Guts an und vor ſich nichts zu thun hat, und alſo auch von deſſen Empfang auf die Begebung dieſes Rechts nicht kann geſchloſſen werden. Vielmehr, da der Herr in ſeiner Privarjons. Klage um zweyerley bittet, nemlich um die Bezahlung des ruͤckſtaͤndi⸗ gen Zinſes, und um die Wegnehmung des Guts, und der Emphy- teuta ſich zu dem erſtern gutwillig verſtehet, ſo muß ihm ja die An⸗ nehmung dieſes Zinſes ohne Nachtheil erlaubet ſeyn, weil ihn in dem Verwegerungsfall der Richter ex officio ſogar dazu anhalten koͤnn⸗ te arg. Z. 21.. reb. eredit. Woraus auch zugleich erhellet, daß der g.⸗. J. Ae perpet.& tempor. adlion hieher nicht zu ziehen ſey, denn ſolchen befiehlet nichts weiter, als daß, wenn vor ergangenem Spruch der Be⸗ klagte den Klaͤger zufrieden ſtellet, der Richter jenen von der Klage entbin⸗ deen muͤſſe. Dieſes hat was die ruͤckſtaͤndige Zinſen anbetrift, ſeine Rich⸗ tigkeit, als weswegen der Herr nach erhaltener Bezahlung den Emphy⸗ teutam nicht weiter verklagen kann, hingegen der andere und wichtigſte Punct dieſes Proceſſes, nemlich daß der Herr, Kraft des durch die drey Fahre unterbliebene Zahlung des Zinſes erhaltenen Rechts, das Gut ein⸗ ziehen koͤnne, hat durch die Bezahlung des Ruͤckſtands noch keinesweges ſeine abhelfliche Maaß, noch iſt dieſerwegen der Herr zufrieden geſtellet, und kann mithin der beklagte Emphyteuta nach Anleitung des cit. g. 3. auch von der wieder ihn angeſtelleten Klage noch nicht loßgeſprochen wer⸗ den. Wiewohl es nun ſeine voͤllige Gewißheit hat, daß der Herr ſich durch Annehmung des ruͤckſtaͤndigen Zinſes keinesweges ſeines Rechts das ver⸗ fallene Gut einzuziehen begebe; ſo hat die Sache doch eine ganz andere Beſchaffenheit, wenn der Emophyteuta nicht allein den ruͤckſtaͤndigen, ſondern auch zugleich den zukuͤnftigen Zinß auf ein oder mehrere Jahre ab und voraus bezahlet, und der Herr ſolchen wiſſentlich mit annimmt. Denn alsdenn zeiget der Herr deutlich an, daß er ſich der Privarions Klage gat nicht, oder nicht weiter bedienen, ſondern den Emphyteutam noch laͤn⸗ ger auf ſeinem Gute behalten wolle add. Nov. 120. c. S. ibi: quæ deben: Uebri⸗ tur ſolum pro præcedente tempore. — —— die N wm. r keine lhe we don eg dnec gen 1 1 ſolhe erkent ngeden, er ſich zuthen ung Jün err in e Pra ezahlu gs rücß uts, Ader Im ſo muſ a ja d t ſeyn il ihan ar daz: haltat — ch erhi= daßd zieden, denſ angenc pruchd Fgen voln⸗ Klagen ſſen an: ſſ, ſen⸗ Bezaa denb er ant aund wi Kraft s durcht nen RC, dase kſiand erth keins r Hertan ieden h Andi g desc⸗ hnicht= eſproce t, daß=—derr ſch e o( A 245 Uebrigens iſt allhie zum Beſchluß dieſer Art die Emphyteuſin zu en⸗ digen annoch die Frage zu unterſuchen: Ob in dieſem Fall der Emphy- teuta nach dem Ablauf der drey oder mehr Jahren von dem Herrn eigen⸗ maͤchtig, und ohne den richterlichen Spruch zu erwarten, des Guts entſetzet werden koͤnne? Die Uneinigkeit der Rechtslehrer bey dieſer Frage ruͤhret groͤſtentheils daher, daß viele die Redensart, daß der Em⸗ phyteuta wegen unterbliebener Zahlung ſein Gut ꝛ9 /% jaure verlohren habe, nicht gehoͤrig eingeſchraͤnkt, ſondern auch dahin mit ausgedehnet haben, daß der Herr das Gut eigenmaͤchtig einziehen koͤnne, da doch durch die Worte: ipſo jure, niemals dergleichen angezeiget wird, ſondern ſol⸗ che bedeuten bisweilen ſo viel, als daß eine Exceptio zu jederzeit des Pro⸗ ceſſes auch noch bey dem Judice pedaneo, wenn ſie etwa von dem Be⸗ klagten bey dem Prætore vergeſſen worden, koͤnne vorgeſtellet und da⸗ durch die Klage vernichtet werden, und in dieſem Verſtande ſaget man, quod ſit exceptio, quæ actionem 1/5* jure tollat, welcher die Exceptio er quam actio per modum exceptionis tollitur entgegen geſetzet iſt. Bernr wird auch dadurch bisweilen angezeiget, daß eine Sache ganz und gar unguͤltig ſey, in welchem Verſtande einige behaupten quod do- lus dans cauſam contractui bonæ ſidei, contractum reddat 590 jure nullum, dolus incidens autem per modum exceptionis doli vel actio- nis ex contractu purgetur. Allhie bey der Emphyteuſi aber verſte⸗ hen wir dadurch, daß ſo bald zwey oder drey Jahre verfloſſen, in welchen der Emphyteuta den Zinß nicht abgetragen, er das Gut ſogleich von der Zeit an verlohren habe, ſolches nicht mehr in ſeinem, ſondern in ſei⸗ nes Herrn Namen beſitze, und demſelben alle ſeit dem gehobene Nu⸗ tzungen uͤberlaſſen muͤſſe. Und in dergleichen Verſtande ſcheinen faſt dieſe Worte in dem L. 23. F. 3. Ff. ae receptis gebraucht zu ſeyn. Daraus aber folget noch nicht, daß gar keine richterliche Erkenntniß und Urtheil erfordert werde, ſondern der Herr den Emphyteutam ſogkeich vom Gu⸗ te herunterwerfen koͤnne. Denn) ſo ſind, wie wir mit mehrem geſe⸗ hen haben, unterſchiedene Faͤlle moͤglich, da des nicht bezahlten Zinſes ungeachtet die Beraubung nicht ſtatt findet, hieruber alſo muß nothwen⸗ dig die Obrigkeit, weil der Herr in ſeiner eigenen Sache nicht Richter 2 ſeyn kann, den Ausſpruch thun. b) So kommt es uͤberhaupt in einem 92 3 wohleingerichteten Staat nur der Obrigkeit zu, diejenigen, welche das dem andern verſprochene gutwillig Auiht halten, oder deſſen Rechten et⸗ Hh 3 b was 246 A) O(S8 was entziehen wollen, mit Gewalt zu ihrer Schuldigkeit anzuhalten, nicht aber der beleidigten Parthey ſelber... 8) Wenn er die auf das Gut haftende öͤffentliche Be⸗ b ſchwerden in drey Jahren nicht abfuhretrtr. es meinet Huber in Prælect. ad ff. b. t. J. 12. weil von der Zeit, wie lange der Emphyteuta die oͤffentlichen Abgiften muͤſſe haben auf⸗ ſchwellen laſſen, ehe man zur Beraubung ſchreiten konne, in denen Ge⸗ ſetzen nichts vorgeſchrieben worden; ſo muͤſſe ſolches von der Zeit an ge⸗ rechnet werden, daß der Fiſcus das Gut wegen dieſer Auflagen in An⸗ ſpruch genommen habe, oder daß ſonſten der kmphyteuta deswegen ernſt⸗ lich und zum oͤftern gemahnet worden. Ich ſehe aber nicht, warum er hierinnen unnoͤthig einen Zweifel erreget, da allhie kein Stillſchweigen der Geſetze vorhanden, ſondern ſolche ausdruͤcklich wie bey der Bezahlung des Zinſes drey Jahre zum Ziel ſetzen, wenn es L. 2. C. de ar. Eiupo)t. alſo lautet: Sed per totum triennium neque pecuniam ſolverit éequt apocha a domino tributorum reddiderit, und dadurch die Frage, wenn wegen der Zeit, nach welcher die Wegnehmung des Guts wegen nicht gezahleter Zinſen noch Steuren geſchehen koͤnne, nichts verabredet worden, wie viel Jahre die Zahlung muͤſſe unterblieben ſeyn, ſowohl in Abſicht der Steuren als der Zinſen entſchieden wird. Auch iſt der Um⸗ ſtand, daß der Emphyteuta ernſtlich muͤſſe gemahnet ſeyn, ebenfalls uͤber⸗ haupt ſowohl bey unterlaſſener Zahlung des Zinſes, als der Contribu⸗ tion verworfen worden: Omnimodo eo repellendo— neque præeten- dente, quod non eſt ſuper hac cauſa inquietatus: cum neminem opor- teat conventionem(nemlich wegen des verſprochenen Zinſes) vel ad- monitionem(wegen der Steuren) expectare, ſed ultro ſeſe offerre, & debitum ſpontanea voluntate perſolvere. Es fraͤget ſich hiebey, ob dieſe drey Jahre bey emphyteuſibus Eccleſiaſticis, wenn auf ſolche dergleichen Anlagen haften, gleichfalls wie bey der unterlaſſenen Zahlung des Zinſes in zwey Jahr verwandelt worden? Ich halte, weil in der Mo. 7. cap. 3. F. 2. nur ausdruͤcklich des Canonis gedacht wird: hoc enim tempus(ſc. biennium continuum) heiſſet es, pro triennio aliorum hominum ſufficere ad caſum ceccleſiaſticarum aut ptochicarum em- phyteuſium pro non ſoluto canone ponimus, daß bey der unterlaſſenen Zahlung der oͤffentlichen Beſchwerden kein Unterſcheid zwiſchen weltliche und geiſtliche Emphyteuſes zu machen ſey. b b b 9) Wem —,— aldigh uue füe weil v e ftm am n koͤnn a dena. hes vo Zeta dieſer Ilagen n hyteu*Q— wegane eaber it, wann Uhie ke, zillſche hwie er Bau L 2.(= Nu. n pecuni ar ſolyett id da iy die dmung= Gate könne, ts dent erblieht vn, ſct wird. ch iſtd net ſet nbenfal ſſes, Sder Ch endo— ieque g 8: cutt minem rochen inſes)t e, led 0 ſeled . Es c ſc aaſtich enn an der un= ſeuund 7 1 Ich ha veil in 1 de öf frichee e 2 Ser 247 9) Wenn er das in Empbyteuſim ihm eingegebene Gut ver⸗ 84 dirbt und verwuͤſtet. keil wir oben ſub n. 8. unter denen Pflichten des Emphyteutæ mit ) angefuͤhret haben, daß er ſchuldig ſey, das ihm anvertraute Gut zu verbeſſern, oder wenigſtens in gutem Stande zu erhalten; ſo darf man fich um ſo vielweniger verwundern, daß die Rechte, wenn der Emphy- teuta dieſem Endzweck, weswegen ihm hauptſaͤchlich das Gut eingegeben worden, zuwieder handelt, die Strafe der Beraubung darauf geſetzet ha⸗ ben. Es flieſſet aber zugleich eben hieraus, daß nicht eine jedwede unor⸗ dentliche Wirthſchaft, und daß etwa der Emphytenta ſich das Gut nach denen Regeln einer guten Haushaltung nicht gehoͤrig zu Nutze zu machen weiß, hieher nicht gehoͤre, als wodurch nicht ſowohl dem Herrn als nur dem Emphyteutæ ſelbſt ein Schaden verurſachet wird; ſondern es wird eine ſolche Verderbung des Guts erfordert, wodurch deſſen Werth und innerliche Guͤte verringert wird, z. E. wenn er die Aecker ganz verwildern laͤſſet, die Waldungen verwuͤſtet, fruchtbare Obſtbaͤume umhauet ꝛc. Es meinet Herr Hofr. Leyſer Spec. 102. med. 9. der Emphyteuta koͤn⸗ ne in dem Fall, wenn er das Gut in andern Stuͤcken wieder verbeſſert, dieſe Verbeſſerung vor die Verſchlimmerung anrechnen, und ſich da⸗ durch von der Beraubung befreyen. Er beruft ſich hiebey auf den L. 7z. in fin. ff. de Negot. geſt. und auf den von Carpzov H. II. Couſzit. 39. dof. 2. in einem faſt aͤhnlichen Exempel angefuͤhrten Z. 23. g. 13. ff. de jure fiſci. Ich zweiſle aber, wenn man die beſondern Umſtaͤnde, die vielleicht in dem Fall, welcher dem Herrn Hofrath zu dieſer Gedanke Anlaß gege⸗ ben, vorhanden geweſen, auſſer Acht laͤſſet, ob uͤberhaupt dieſer Satz denen Rechten gemaͤß ſey. Denn a) ſo ſtehet die klare Verordnung ſo⸗ wohl der Mo. 2120. c.§. als der Authent. qui rem C., de S. Ecoleſ. im Wege: In der erſtern ſind die hieher gehoͤrige Worte dieſe: Et anti⸗ quum ſtatum locatæ ſive emphyteuricæ rei exigere& ejicere de em- phyteuſi, ſive de locatione, non valentem de emponematis altionen ali- quam comtra venerabiles domos movere. Und in der letztern lauten ſie al⸗ ſo: Ut tamen ſolvat totius temporis penſionem,& id, in quo rem læſit, reſarciat, non reperituruf, ſi quid impendit nomine meliorationis. Kann nun der Empbhyteuta, da er wegen ſeiner Verderbung des Guts be⸗ reits mit der wuͤrklichen Beraubung deſſelben beſtrafet worden, nicht ein⸗ 248.—8 5 O( Sr einmal vor die angewandte Verbeſſerungen einige Erſetzung fordern, wie vielweniger vermag er durch deren Vorſchuͤtzung ſich von der Strafe der Beraubung ſeldſt befrehen. b) So flieſſet ſolches aus der Natur die⸗ ſes Contracts, indem der mpiryteuta dadurch, daß er das Gut verbeſ⸗ ſert hat, nichts weiter gethan hat, als was ſeine Schuldigkeit erforder⸗ te. Wie will er alſo davor dem Herrn etwas anrechnen, und dadurch denſelben noͤthigen ſeine Unachtſamkeit und Verbrechen ungeſtraft hinge⸗ hen zu laſſen. c) Dieſerwegen ſind die Geſetze hierinn ſo ſcharf, daß ſie ſich nicht begnuͤgen, wegen der Verderbung des Guts dem lmphyteutæ das Gut ſelber abzuſprechen, ihn aller geſchehenen Verbeſſerungen und darauf verwandten Koſten verluſtig zu erklaͤren; ſondern ſie legen ihm üͤberdem auf, daß er auch die Verderbung des Guts oder den dadurch ver⸗ urſachten Schaden wieder abſtellen oder erſetzen ſolle, cit. Nov. 120. c. 9. e Aathent. qui rem C. de SS. Eccleſ. Sogar daß dieſerwegen der Herr eine tacitam hypothecam auf des Lmphyteutæ Guͤter hat, Nov. 7. cap. 3. ihi: ejusque rer. Worgus zur Gnuͤge erhellet, daß die Einwendung, daß der Herr durch die Verderbung keinen Schaden leyde, oder ihm ſol⸗ cher anderwaͤrtig erſetzet werde, den Emphyteutam vor die Wegnehmung des Guts nicht ſichern koͤnne, inmaſſen dieſer Umſtand bey jedweder we⸗ gen der Verderbung geſchehenen Beraubung des Guts denen Geſetzen nach vorhanden iſt.) In denen von Herr Leyſer angefuͤhrte beyden Geſetzen iſt auch nichts wiedriges enthalten. Denn in dem 1. 11. in fin. ff. de Megot. g ½. ſtehet nichts weiter, als daß ein Abweſender, deſſen Geſchaͤfte von einem andern wieder ſein Wiſſen beſorget worden, den er⸗ haltenen Vortheil mit dem verurſachten Schaden aufrechnen muͤſſe. Dieſes hat ſeine voͤllige Richtigkeit in der negotiorum geſtione, ſinte⸗ mal der negotiorum geſtor des andern Geſchaͤfte aus lauter Gut⸗ heit uͤbernimmt, und ihm alſo zu nichts weiter gehalten iſt, als daß er ihm keinen Schaden verurſache, wenn er ihm gleich keinen Vortheil zuwege bringet. Ein Lmphyteuta hingegen iſt zu der Verbeſſerung des Guts gehalten, und kann alſo ſolche dem Herrn nicht als eine Wohlthat anrechnen. Eben ſo wenig als wie ein Soeius den verurſachten Schaden gegen den in der Geſellſchaft verſchaften Vortheil aufrechnen darf, L. 2). & 26. ff. pro ſocio. In dem L. 4j. g. 13. ff. de Jure Eiſci iſt verordnet, daß ein Pachter von einem Fundo fiſcali ſich bey Strafe der vierfachen Erſetzung nicht unterſtehen ſolle, Cypreſſen⸗oder Oliven⸗Holz davon zu b ver⸗ „₰——„1 ——— Erſebu f gdem A ſich)— daß er E zat Schul Sit ehſ nrechne ad da rechen ſ raft 1 jerinn Fuf, d Guts dimpdm 3 ſond r ie leam uts odet ⸗* daddrc ſolle, d v. lanl aß dieſ zen daß Güter Ner.ſdh „daß anwem aden leß— oder n am vor*☚ Vegyct mſtand iedwo des Gu eenen leyſer dBuͤhrten denn in L. un ein Aender deſorae'rden d caden am echnen! dotiorutx ſtione, ſchaͤfte ³ lautat ter gehe iſ, u. 0(⸗ b 249 verkaufen, oder ſonſten Obſt tragende Baͤume umzuhauen, wenn er nicht andere wieder in die Stelle verſchaffet. Hieraus kann man, in ſo⸗ fern man ſolches auf den Emphyteutam anwenden will,(wiewohl da der Conductos nicht wie der Emphyteuta zu der Verbeſſerung, ſondern nur zu der Erhaltung der gemietheten Sache verbunden iſt, man nicht einmal fuͤglich von dem einen auf den andern ſchlieſſen kann) nichts wei⸗ ter beweiſen, als daß dem Emphyteutæ frey ſtehe, einige Baͤume abzu⸗ hauen, wenn er andere an deren Stelle hinpflanzet, die dem Gute eben ſo vortheilhaftig ſeyn, und daß er dieſerwegen des Guts nicht beraubet werden koͤnne. Aber warum? Nicht deswegen, weil er vielleicht das Gut in andern Stuͤcken wieder verbeſſert, ſondern weil in ſolchem Fall gar keine Verderbung des Guts vorhanden, indem es vielmehr eine gute Haushaltungerfordert, die alten unfruchtbaren Baͤume abzuhauen, und junge an deren Stelle zu pflanzen. Es fraͤget ſich hiebey, ob bey der Verſchlimmerung auch eine gewiſſe Zeit erfordert werde, ehe der Herr das Gut einziehen koͤnne? Ich halte, daß, ſo bald der Emphyteuta die in Emphyteuſin gegebene Sache wuͤrklich verdorben hat, der Herr be⸗ rechtiget ſey, ihm ſogleich ohne Aufſchub dieſelbe wegzunehmen. Denn a) ſo iſt hiebey von keiner Zeit etwas in denen Geſetzen beſtimmet, und waͤre ſolches auch uͤberfluͤßig geweſen, indem, ſo bald als eine wuͤrkliche Verſchlimmerung des Guts vollfuͤhret iſt, das Gut ſogleich dadurch ver⸗ wirkt, und dem Herrn ein Recht ſolches einzuziehen, erworben wird, folg⸗ lich zu einer ſchon vollendeten Sache kein weiterer Ablauf einer gewiſſen Zeit noͤthig iſt. b) So wuͤrde ein langes Warten einem uͤbeln Haushaͤl⸗ ter nur Anlaß geben, das Gut immer mehr zu verderden, und dem Herrn den Schaden deſto groͤſſer zu machen. c) Auch kann der Umſtand den Herrn zum Warten nicht verbinden, daß er erſtlich abſehen muͤſſe, ob der Emphyteuta das verdorbene wieder zurecht bringen werde. Denn hiezu iſt derſelbe, wenn ihm gleich das Gut weggenommen wird, ohnedem ver⸗ bunden, cit. Aarb. Qui rem. C. de S&S. Eccl. ibi:& id in quo rem læſit, reſarciat, Nv. 126. c.§. ihi: antiquum ſtatum rei emphyteuticæ exi- gere,& ejicere de emphyteuſi. Und iſt alſo durch die bloſſe That der Werderhung dem Herrn ſchon ein Recht das Gut einzuziehen, zugewach⸗ en. J b 10) Wenn — i das 3, 1 vorg m weit eiſ pdyn ige, e bey de Jul A phhr.. as von t ⸗ Pohfi zuts vet az nachde n auten ker füt doſuit, ☛ empw von dm es weh n Geſe. wieder ge weg Ter Ban Lmpbir en einm nraͤum—. i. N. asdruͤch it da c, ſont— in eit lche m, daß Buts ve liig gec dem(titubo abe vot den ſch zu beſt undi r. f huir. 9 ldie eilter lnun en, w ·;ꝛ* dasd O(e. 251 — Fictitia tradirio mit keiner Veraͤuſſerung verknuͤpft, ſondern dienet nur zu der Verſicherung einer Verpfaͤndung; die Verpfaͤndung aber iſt, in ſoferne dem Herrn kein Nachtheil dadurch zugezogen wird, dem mphy- teutæ, wie oben erwehnet, erlaubet. Das Conſtitutum Poſſelſorium hat hier keine weitere Wirkung, als daß, wenn der Emphyteuta in der Wie⸗ derbezahlung des ausgeliehenen Geldes ſaͤumig iſt, oder ſonſten das Gut an einen dritten veraͤuſſert und uͤbergiebt, der Glaͤubiger zu Erlangung ſei⸗ nes Pfands entweder wieder den Emphyteutam, oder wieder den dritten Beſitzer die Remedia poſſeſſoria ergreifen kann. Hiedurch aber wird dem Herrn an ſeinen Rechten nichts entzogen, denn ehe der Glaͤubiger in den wuͤrklichen Beſitz des Guts ſoll geſetzt werden, wird zuvor des Herrn 8 4 Einwilligung,(indem wir hier immer vorausſetzen, daß die Verpfaͤn⸗ dung an ſich ohne des Herrn Bekraͤftigung geſchehen,) erfordert, und wenn er dem Glaͤubiger das auf das Gut vorgeſchoſſene Geld bezahler will, hat er, wie bey der Verkaufung, womit hierinnen die Datio in 10 lutum oder die Addictio pignoris uͤbereinkommt, das Naͤher⸗Recht Ferner, wenn der Herr wegen nicht geſchehener Zahlung des Zinſes, ode wegen anderer rechtmaͤßigen Urſachen den Emphyteutam des Guts ver luſtig erklaͤren laͤſſet, wird er daran durch das ohne ſeine Bewilligung vo dem Emphyteuta verſchriebene Conſtitutum Poſſeſſorium keineswege verhindert, ſondern ſolches erliſchet alsdenn von ſelber. Da alſo eines theils die Veraͤuſſerung fehlet, und zum andern die dem Umphyteut an ſich erlaubte Verpfaͤndung des Conſtituti Poſſeſorii ungeachtet ve den Herrn unſchaͤdlich bleibet; ſo hat auch dadurch der Emohyteura nicht wieder die Verordnung des L. 3. C. de Jur. Empbt. verubet, und finde alſo auch keine Beraubung ſtatt. b) Wenn der neue Kaͤufer eine gerin gere Kauf⸗Summe angegeben, damit er ſeinen Herrn um einen Theil ſe ner Lehnwaare bringen moͤge. Wir haben bereits oben gezeiget, daße nach dem Roͤmiſchen Recht nicht allein wahrſcheinlicher iſt, daß nicht de. Kaͤufer, ſondern der Verkaͤufer die Lehnwaare bezahlen muͤſſen, ſon dern daß auch die klare Vorſchrift des Q. 3 C. de Jur Empb lehret, daß abermal nicht der Kaͤufer ſondern der Verkaͤufer, und zwar vor Ueberge⸗ bung des Guts dem Herrn den Preiß, um welchen er das Gut verkauft hat, anzeigen muͤſſe, damit der Herr ſich entſchlieſſen koͤnne, ob er das Gut vor eben das Geld behalten wolle. Dieſerwegen ſo halte ich davor, aß uͤberhaupt dieſer Fall nicht ſo leicht nach dem Roͤmiſchen Recht vorkommel Ji 2 könne, 252 b) O( r 82 — koͤnne, indem der Verkaͤufer ſich nicht leicht unterſtehen wird, eine ge⸗ ringere Summe, als um welche er das Gut wuͤrklich, anzugeben, aus Furcht, daß der Herr deſto eher bewogen werden duͤrfte, ſein Naͤher⸗ Recht auszuuͤben. Sollte aber ja ſolches geſchehen ſeyn, weil der Emphy- reuta verſichert geweſen, daß der Herr wegen des Verbots der Landesge⸗ ſetze, oder wegen anderer Urſachen ſich des Naͤher⸗Rechts nicht bedienen koͤnne oder wolle; ſo waͤre doch alsdenn der Betrug nicht von dem Kaͤufer ſondern von dem Verkaͤufer begangen worden, und koͤnnte alſo der er⸗ ſtere deswegen nicht beſtraft werden, denn die Guͤltigkeit des Contracts ſelber kann dieſerwegen von dem Herrn nicht angefochten werden, in Be⸗ tracht, daß, da er in die Verkaufung um einen geringern Preiß einge⸗ williget hat, es leicht zu vermuthen, daß er noch viel eher, wenn er ge⸗ wuſt haͤtte, daß ſolches um eine groͤſſere Summe geſchehen, darinn wuͤr⸗ de geheelet haben. Geſetzt aber, es haͤtte der Kaͤufer an dieſer argliſtigen Werſchweigung mit Antheil, ſo wuͤrde doch deswegen die Beraubung nicht ſtatt finden, indem der ganze L. 3. C. de Jur. Empb)t. zwar den Werkaufer gewiſſe Pflichten, die er bey Strafe der Beraubung in Acht zu nehmen hat, vorſchreibet, von dem neuen Kaͤufer aber gar nichts er⸗ wehnet, und man alſo auch daraus die gemeldete Strafe der Beraubung nicht erweiſen kann; Sondern es bleibet in dieſem Fall dem Herrn nur das Recht offen, wenn er ſolchen Betrug erfaͤhret, wegen der noch fehlenden Summe an der Lehnwaare, ſeine beſondere Klage zu deren Bezahlung wieder den Emphyteutam gnzuſtellen. Eine andere Beſchaffenheit aber hat es, wenn der Verkaͤufer eine groͤſſere Summe angegeben, als wo⸗ vor er das Gut wuͤrklich verkauft hat, und dadurch den Herrn von Aus⸗ uͤbung ſeines Naͤher⸗Rechts abgehalten hat. Denn in ſolchem Fall hal⸗ te ich allerdings, daß nicht allein der Herr nachhero, wenn er ſolches Be⸗ trugs innen wird, den getroffenen Kauf, der darauf geſchehenen Einwei⸗ ſung in das Gut unerachtet, was den Kaͤufer anbetrift, wieder aufheben, andem er wegen des von dem Emphyrteura begangenen Betrugs niemals in ſolche Veraͤuſſerung eingewilliget, noch ſich ſeines Naͤher⸗Rechts be⸗ geben hat, ſondern, daß er auch ſolches Gut hernach dem Verkaͤufer voͤllig wegnehmen und vor ſich einziehen koͤnne, ſintemal alsdenn dieſer Verkaͤufer der Vorſchrift des L. 3. C. de Sur. Empb)t. Kraft deren er den wahren Preiß, welcher ihm auf das Gut geboten, anzeigen ſoll, ibi⸗ prædicere quantum pretium ab alio revera accipi poteſt nicht nachgelebet b und —— —— — —— .— aterſteht K d, a ktüch, eugaa, den dü arſang en ſeyn aa derlw Vert 8 eim der⸗Rel Kaicht da tug nich x idenß u und teaſan Gäͤltig des Em gefocht e erda n gerit= Preze ich viel, wene ne geſche, daim aufer a? eſer ai destweg Mie Bah Jur. A☚⁵&̈ ht. ſ fe der= ubung Kufer!*e gar ü ete Stifer Va m Falle= Herxn wegen cnochft Klage a ren I. ndere* haffen mme leben, durch* derrt Denn lcß zhero,*— ter ſälh darauf S ehentne eer diedera anbett dledekſe ⁵ etrugs in e her⸗Ne 9 ,„. e) O( 888 253 und alſo die auf den Ungehorſam geſetzte Strafe verdienet hat. c) Wenn dem Herrn die Lehnwaare gar nicht bezahlet worden. Es ſcheinet zwar, weil dieſe Bezahlung der Quinquageſimæ ausdruͤcklich in dem L. 3. C. de Jur. Empbyt. geordnet iſt, daß durch die unterlaſſene Zahlung derſelben dieſem Geſetz zuwieder gehandelt werde, und alſo die auf die Uebertretung geſetzte Strafe der Beraubung ſtatt finde. Allein es iſt zu merken, daß die Bezahlung der Lehnwaare nicht eher gefordert werden kann, als bis die mit Einwilligung des Herrn geſchehene Veraͤuſſerung ganz vollfuͤhret, und der neue Emphyteuta in den Beſitz des Guts von dem Herrn geſetzt wor⸗ den. Folglich, wenn die Bezahlung der Lehnwaare, wie oben erwehnet, nach dem Roͤmiſchen Recht dem Verkaͤufer obliegt, ſo kann durch deſſen Saͤumung dem neuen Emphyteutæ ſein auf das Gut erlangte Recht nicht wieder entzogen werden. Muß aber der Kaͤufer ſolche bezahlen, ſo iſt, wie ſchon oft erwehnet, demſelben in gedachtem L. 3. C. de Jur. Empb)t. nichts, ſo er bey Strafe der Beraubung in Acht zu nehmen haͤtte, aufgeleget. Dieſerwegen hat der Herr nur blos eine Klage wieder den Emphyteutam zu Bezahlung der Lehnwagre, von welcher Klage oben bereits gehandelt worden. Welches auch in ſo weit nach denen Teutſchen Sitten ſtatt fin⸗ det, daß der Beſitzer eines Guts wegen nicht bezahleter Lehnwaare deſſel⸗ ben nicht koͤnne beraubet werden, es waͤre denn, daß er zugleich gaͤnzlich unterlaſſen, ſich bey dem Herrn wegen der Belehnung zu melden, ſondern ſich eigenmaͤchtig in den Beſitz des Guts geſetzet haͤtte. Da aber alsdenn die Beraubung nicht ſowohl wegen der unterlaſſenen Bezahlung derLehnwaa⸗ re, als vielmehr wegen der nicht geſuchten Belehnung und bezeigten Ver⸗ achtung des Herrn ſtatt findet. Wie denn bey einigen Meyer⸗Gutern in ſol⸗ chem Fall die Beraubung ſtatt findet. Siehe Herr Struben Comment. de Jur. Till. p. 339. e*⁶. Es fraͤget ſich hiebey, d) ob auch nach dem Roͤ⸗ miſchen Recht, wie einige wollen, der Emphyteuta des Guts verluſtig werde, wenn er ſeinen Herrn nicht mehr davor erkenne, noch das Gut vor eine Emphyteuſin gehalten wiſſen will? Weil in denen Roͤmiſchen Rechten nichts verordnet iſt, daß der Emphyteuta dem Herrn eine beſon⸗ dere Verehrung und Hochachtung ſchuldig ſeyn ſoll; ſo glaube ich nicht, daß die bloſſe Leugnung des Emphyteutæ, daß das von ihm beſeſſene Gut eine Emphyteuns ſey, hinreichend iſt, denſelben dieſes Guts zu berauben, ſondern der Herr iſt nur berechtiget, ihn durch den Richter zu der Erken⸗ nung dieſer Verbindlichkeit zu zwingen, und wenn er ſolche ohne glaub⸗ b Ji 3 liche 254)O(S liche Urſache geleugnet hat, von ihm die Erſtattung der verurſachten Un⸗ koſten zu fordern. Wenn aber ſolche Ableugnung voͤllig doloſe geſchehen, „ 4 8 und daruͤber drey Jahre verfloſſen, daß der Zinß nicht bezahlet worden; ſo ehet er allerdings des Guts verluſtig, aber nicht deswegen, weil er es vor keine Emphyteulin erkennen wollen, ſondern, weil er boshafter und vor⸗ ſetzlicher Weiſe den Zinß innerhalb drey Jahren nicht bezahlet hat. V) Von denen aus dieſem Contract entſpringenden Klagen. N eil in dem L. 1. C. de ur. Empbyt. der Contractus emphyteuti- carius vor einen beſondern vor ſich verbindlichen Contract erklaͤret, und zu deſſen Guͤltigkeit nichts weiter, als die bloſſe Verabredung erfor⸗ dert wird, er auch dieſer und anderer Urſachen wegen, wie oben gezeiget, unter die Contractus nominatos zu rechnen iſt; ſo folget von ſelber, daß auch die daraus entſpringende Klage mit ihm gleichen Namen haben, um Actio emphyteuticaria genannt werden muͤſſe, ob gleich der Name ſelbſt, ſo viel mir errinnerlich, in denen Roͤmiſchen Geſetzen nicht angetroffen wird. Da nun ferner dieſer Contract gleich anfaͤnglich auf beyden Sei⸗ ten verbindlich iſt, ſo iſt auch die Actio emphyteuricaria utrinqué directa. Von Seiten des Herrn wieder den Emphyteutam gehet ſolche dahin, daß er den Zinß bezahle, und dem uͤbrigen, was er Kraft des Contraets zu lei⸗ ſten ſchuldig iſt, ein Genuͤgen thue. Ob der Herr auch durch ſolche Kla⸗ ge die Lehnwaare fordern, imgleichen, ob er ſolche auch wieder den neuen Emphyteutam wegen des von ſeinem Vorgaͤnger noch ſchuldig gebliebe⸗ nen Zinſes anſtellen koͤnne, iſt bereits oben unterſucht und verneint wor⸗ den. Abſeiten des Emphyteutæ beſtehet die Actio emphyteuticaria dar⸗ inn, daß der Herr ihm dem Emphyteuræ dem geſchloſſenen Contract zufolge das Gut einraͤume, und ihm ſolches unter denen abgeredeten oder in denen Geſetzen beſtimmten Bedingungen ruhig gebrauchen laſſe. Ueberdem aber, wenn der Emphyteuta nicht auf die Erfuͤllung des Con⸗ traets, ſondern auf die Wiedererlangung des ihm entzogenen Guts oder darauf zukommenden Rechts klaget, ſo kommt ihm eine Actio realis zu, welche er wieder einen jedweden Beſitzer, und auch ſogar wieder ſeinen eigenen Herrn anſtellen kann, arg. L. z. F. 1. f.&i ager vecligalis. Man nennet ſolche insgemein utilem rei vindicationem, weil man dem Em. phyteutæ ein utile dominium uͤber die Emphyteuſin zuſchreibet, da 3 b aber ung de ſahn g vollig Ktlegc Fnicht! to. t desw Kawelt deil er Eſterm nicht e ietn. ract( Rring t Conss emyd ndlichen Dttattah bloſſe Ja drewh wegen 1 obengh ſo folz Zon ſebe leichen= en hete 41 9. „ob glei* Nau Geſetzt cht ant anfaͤnglh uf bende rreuticat Tinquet tam geh alchede Kraft d) ontrant derr aut rch ſat iche au diederda ger noſf ſuldigge terſuch vernen AGio etteution dem geſt fenen 6 2ͤ)Oo(ah. 255 aber oben erwieſen, daß ihm ſolches Dominum nicht zukomme; ſo koͤn⸗ nen wir ihm auch aus dieſem Grunde und in dieſem Verſtande die utilem rei vindicationem nicht beylegen, ſondern wir begnuͤgen uns, nach An⸗ leitung des cit. L. 1. F. ꝛ. F. Si ager veczigal zu ſagen, daß ob der Emphy- teuta gleich kein Dominus von der Sache werde, es dennoch durch die Diſpurationes fori(wie aus dem Wort placuit in cit. L. zu ſchlieſſen) eingefuͤhret worden, daß er eine Actionem in rem wieder jedwede Beſi⸗ tzer haben ſolle. Will man nun dieſe Actionem in rem eine rei vindicatio- nem nennen, ſo muß alsdenn das Wort vindicare in ſeinem allgemeinen Verſtande, da alle Actiones in rem darunter begriffen ſind, genommen werden, gleichwie in dem L. ult. ff. 4e pisnuor. act. von dem Pfande, und in der rubric. Iit. ff. Si ſeroitus windicetur von der Servitute geſagt wird, daß ſie vindiciret werden koͤnnen, in beyden Faͤllen aber doch kein Homi- nium vorhanden iſt, woraus dieſe Vindicatio entſpringe. Daß uͤbrigens auch der Herr, wenn ihm das Gut auf eine oder die andere Art heimgefal⸗ len, und es ein dritter in Beſitz hat, wieder ſelbigen Rei vindicationem an⸗ ſtellen koͤnne, iſt eine Sache, welche ſich von ſelber verſtehet, indem der Herr in ſolchem Fall von andern Eigenthuͤmern gar nicht unterſchieden iſt. XVIID Von denen Erb⸗Beſtand⸗Erb⸗Leyh⸗Erb⸗Pacht, 18)£ oder Erb⸗Zinß⸗Guͤtern. Ley den Herrn von Ludewig in Fur. Clientel. p. 191. ſerg. und wobey die Par⸗ theyen nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde, in welchen ſie ſich befunden, bald dieſe bald jene Bedingungen hinzu geſetzet haben. Solche unterſchie⸗ dene Beſchaffenheit ſich nun ſowohl in der Art der Pacht oder des Merce- dis, da bald Geld, bald Fruͤchte, bald gewiſſe Verrichtungen vor den Ge⸗ nuß des Guts ausbedungen worden, und in andern Umſtaͤnden, als auch hauptſaͤchlich in der Laͤnge der⸗Zeit, daß der aufgerichtete Pacht⸗Contract unter beyden Partheyen dauern und gelten ſoll. Denn ſo findet man a) Verpachtungen auf eine beſtimmte Zeit als auf ein, zwey, zehen, zwanzig und mehr Jahren. b) Dergleichen, welche nach dem Willkuͤhr desjeni⸗ gen, der das Gut verpachtet hat, wiederrufen werden konnen. c) Sol⸗ che, welche auf Lebenszeit des Pachters eingerichtet ſind. d) Endlich ders⸗ diejenigen, welche immerfort dauren, und auch auf die Erbendes Beſtaͤn⸗ * Erb⸗ h⸗ Es iſt die Berpachtung der Land⸗Guͤter ein Vertrag, welcher von alten“er Zeiten her und faſt bey allen Voͤlkern gebraͤuchlich geweſen. Siehe 256 3 Z)Oo(S ders gehen. Von der erſten Art iſt es unndthig allhie zu handeln, weil ſolche in denen nicht abgeredeten, oder durch den Landesbrauch nicht beſtimmten Stuͤcken bloß nach der Vorſchrift der gemeinen auswaͤrtigen Rechte beurtheilet werden, auch der Ungrund, daß durch die Werpach⸗ tungen auf eine lange beſtimmte Zeit von zwanzig oder mehr Jahren dem Pachter ein Jus reale zuwachſe, und dadurch die Art der Innhabung des Guts bey ihm veraͤndert werde, von andern hinlaͤnglich gezeiget worden. Siehe Herr Hofr. Eſtor in den kleinen Schriften Zbl. 7. p. 156. Zu der zweyten Art gehoͤren die obgemeldeten Gunſt⸗Zinß⸗Guͤter, imgleichen, wenn dieſe Bedingung dem Vertrag ausdruͤcklich mit beygefuͤget worden, oder ſonſten die Art der Guͤter ſolche ſtillſchweigend mit ſich fuͤhret. Die dritte Art der Verpachtung auf Lebenszeit wird ebenfalls entweder ſtil⸗ ſchweigend aus der Natur der Guͤter geſchloſſen, wie bey dem Præcari der Leibzucht ꝛc. oder ausdruͤcklich ausbedungen, z. E. in einer Urkunde de A. 13254. bey Herr Kuchenbecker in Analect. Haſſ. Coll. VIII. p. 3⁰6 Recipiens ad ſe eundem manſum ab eisdem Domus& Monaſterii Do- minis locationis titulo jure emphyteutico ad tempora vitæ ſuæ poſſiden. dum pro duobus ſolidis denariorum legalium- fingulis annis- pre- ſentandos. Imgleichen in der im Anhang befindlichen Verleyhung Ae A. 1593. N. 5. Ein ander Exempel von einer unter ganz beſondern Bedin⸗ gungen(faſt nach Art der Oblatorum v. du Freſne h. v.) von dem Kloſter Doberan an jemand auf Lebenslang eingegebenen Muͤhle und Zugehoͤr de A. 1341. findet man bey Herr Koröger in denen Wißmariſchen Erſt⸗ lingen Vol. J. p. 305. da nemlich der Mauͤller jaͤhrlich zwanzig Mark Zinß geben, dem Magiſtro des Hofes zu Redentien umſonſt mahlen, und die Daͤmme und was an der Muͤhle baufaͤllig ausbeſſern ſollte. Wenn er mehr, als wie er zu ſeinem noͤthigen Unterhalt brauchte, auf der Muͤhle erdienen wuͤrde, ſollte ſolches zum Beſten des Hofes oder des Kloſters an⸗ gewandt werden, und nach ſeinem Tode ſollte nebſt der Muͤhle ſeine ganze Verlaſſenſchaft dem Kloſter anheimfallen. Davor ſollte er die Muͤhle nebſt zugehoͤrigen Wieſen, Gaͤrten und Aeckern, wie auch die freyeFiſcherey zu ge⸗ nieſſen haben, ein Familiaris des Kloſters werden, in dem Kloſter an der Moͤnche und anderer Converſorum-Tiſch, oder, wenn er ſolches nicht wollte, vor ſich, frey Eſſen und Trinken haben. Wenn es ihm gefaͤllig ſollte er den Kabitum converſorum erlangen, und nach ſeinem Tode in dem Kloſter Doberan begraben werden. Die vierte Art endlich, da Se . 1 —— —— Jalhieſ g den, den Lat 19 muc er gemei ea odn ig oder. Jaen e Artd e ſhaler laͤnglich git n riſten ¾= 5.. Zinß⸗E St wa ch mit b e uͤgetme end mit ꝛm fühtt. d ebenffr Jentwaig 7, wie 1& dem ba 1, z. Epriner Ui — 1. Hiaſ. VII Domus lonatten tempordi t ſus m= liI s annb. efindlich yerleyht ter ganz wonder eſwe b. ur on dem den MulSnd Z nen Wrr zariſche brlich Kſig M umſonm üeg obe ern. t 54 ug= auf d03 Hofeso es. lſ nebſt de hhle ent warſall ee e M 12 85 8 98) O( 888 52 4 Gut dem Pachter erblich eingegeben wird, iſt bey denen Teutſchen jeder⸗ zeit ſehr gebraͤuchlich geweſen. Weil nun ſolche erbliche Verpachtung in vielen Stuͤcken eine ſehr groſſe Aehnlichkeit mit der Roͤmiſchen Kmphy- teuſi hat; ſo darf man ſich um ſo vielwen ger verwundern, daß bey der allmaͤhligen Einfuͤhrung des Roͤmiſchen Rechts, man nicht allein die Teut⸗ ſchen Erbleyh⸗Guͤter ſowohl in denen Urkunden als in denen Geſetzen Em⸗ phyteuſès genannt, ſondern daß man auch aus dieſem irrigen Vorurtheil die mehreſten von denenEmphyteuſibus vorhandene Verordnungen ſchlech⸗ terdings auf die Erbleyh⸗Guͤter angewandt, und dadurch die Teutſchen und Roͤmiſchen Rechte hierinnen gaͤnzlich mit einander verwechſelt; ſo daß man zuletzt deſto eher auf die Gedanken kommen koͤnnen, daß die Roͤmi⸗ ſche Emphyteuſes in Teutſchland in allen Stuͤcken eingefuͤhret, und mit einem Teutſchen Namen in einigen Provinzien Erb⸗Leyh⸗ in andern aber Erb⸗Zinß⸗Guͤter genannt worden. Da doch dieſe Art von Guͤtern in Teutſchland viel eher, als wie daſelbſt die Roͤmiſchen Imphyteules bekannt geworden, gebraͤuchlich geweſen. Dieſerhalben muß man wie auch ſchon oben bey denen Zinß⸗Guͤtern angemerkt, mit der Anwendung des Roͤmi⸗ ſchen Rechts nicht gar zu ſicher gehen, weil noch vieles von denen alten teutſchen Gewohnheiten und Rechten bey dieſen Guͤtern uͤbrig geblieben, welches billig jenem vorgehen muß. Wir wollen zu dem Ende die Be⸗ ſchaffenheit der auf Erbleyh eingegebenen Guͤter mit wenigem aus denen Urkunden und Teutſchen Rechten eroͤrtern, wegen derjenigen Fragen aber ſo wir voritzo nicht daraus entſcheiden koͤnnen, uns auf die vorige Abhande⸗ lung von der Roͤmiſchen Emphyteuli beziehen, indem man in Ermange⸗ lung der Teutſchen Rechte hierinnen, wie gleichfalls bereits oben erweh⸗ net, die Roͤmiſchen allerdings zu Huͤlfe nehmen muß. Weswegen wir uns auch allhie einigermaſſen nach der in voriger Abhandelung gebrauchten Ordnung richten wollen. Ehe wir aber zur Sache ſelber ſchreiten, muͤſſen wir vorher die Frage unterſuchen: Was vor eine von den vier angefuͤhr⸗ ten Arten von Verpachtungen vorgenommen zu ſeyn vermuthet werden muüͤſſe, in dem Fall, wenn in dem Leyh⸗Brief gar keine Zeit, wie lange die Verpachtung dauren ſoll, beſtimmet iſt, ſondern das Gut ſchlechterdings gegen einen jaͤhrlichen Zinß oder Pacht verliehen iſt, der HZerr Hofr. Eſtor in denen kleinen Schriften 70l. 1. p. 236. /⁄ bringet hievon un⸗ terſchiedene Exempel bey, wovon wir nur eines zur Probe wiederholen wollen.„Ich Amelya Fisborn Munter aus Wirberg zue dieſer Zit, und 2) Mar⸗ der 4 Dun von zu es chaſe davon. 3,6 giren S zm iſe Vet unga errufun as ſaldenn eich, dg Sichas einer 9 n et Gut ni en hotign konnte, pennma Sohneei r wwenen der Pach= degan eo ipſo Weien ddeen B 3, ſh en waͤr etroſten deigendeingun geduhret Achtm weilen uer haln hnen, Ain da „. En Slung. der Zin uͤtern — de 4 32. um en werd rrnn Hertn ſehr oftt rerer d N 2 )O(8 295 finden, oder wenn ſonſten abſeiten des Bauern eine guͤltige Verjaͤhrun vorhanden, wovon man ebenfalls hochbelobten Herrn von Ludolph e l. p. 324. /*νρ. mit mehrem nachſehen kann, zu bejahen: Auſſer dem aber, wenn ein jedweder Erbe oder neue Beſitzer den Vertrag vor ſich wieder unter gleichen Bedingungen erneuet, zu verneinen waͤre. I.) Von denen unterſchiedenen Benennungen dieſer erb⸗ b lichen Eingebung der Guͤceer. Es wird ſolche genannt 1) Erbleyhe oder Erblehn, welches ſo viel 8 als Locatio hereditaria anzeigt, indem leyhen, oder lehnen, wie oben p. 47. erwehnet, unter andern auch ſo viel als locare vermiethen, verpach⸗ ten bedeutet. Dieſen Namen fuhret dieſelbe nun z. E. in der Solmi⸗ ſchen Lands⸗Ordnung Z. II. 7 t. V. g. 3.„Zum andern werden ſolche „liegende Guͤter auf keine benannte Anzahl Jahr, ſondern zu rechtom Er⸗ „be, das iſt, nicht allein dem jetzigen Beſtaͤnder, ſondern auch zugleich „allen ſeinen nachkommenden Leibes⸗Erben verliehen⸗⸗⸗Solches iſt und „heiſt ein Erb⸗Leyhe.“ In einer Urkunde de A. 1494. bey Gerr An- cbenbecker in nal. Haſſ. Coll. I111. p. 52.„Daß wir zu rechten Srble⸗ „hen erblich belehent ſeyn⸗⸗mit irem Huſe⸗⸗das wir ime jerlich uf Sant⸗ „Martins⸗Tag gutlich die Zinſes Buſſe geben ſoln.“ In der Urkunde de A. 1487. im Anhang W. 17. bi: zu einem rechten redlichen Erblehen verluͤhen haben. 2) Erb⸗Verleyhung. 3) Erbbeſtaͤndniß. Den erſten Namen fuͤhret ſie in Abſicht des Eigenthums, der das Gut verleyhet, und den letztern in Abſicht desjenigen, der das Gut pachtet oder beſtehet. Das Chur⸗Pfaͤlziſche Landrecht de A. 15§2. P. 11. TIt.. p. 1o.„ Liegende „Guͤter werden bisweilen auf keine benannte Anzahl Jahre, ſondern zu rech⸗ „tem Erbe das iſt⸗⸗allen nachkommenden Leibes⸗Erben um ein⸗⸗jaͤhr⸗ „lichen Erb⸗Zinß oder⸗⸗Pacht verliehen. Solches iſt und heißt eine Erb⸗ „verleyhung oder Erbbeſtaͤndniß. 4) Vererbung. In einer ungſe⸗ druckten Urkunde de A. 1237. ſuh V. 6. im Anhang.„Und das Herr „Conrad vorgenannt dieſe Vererbung alſo mit unſerem willen, wiſſen und „verhengknuͤtz gethan hat.* 5) Erbpacht, Erbpachtung, oder nach der Heßiſchen und derer da herumgelegenen Provinzen Mundart: Erb⸗ pfacht. Cleviſch Landrecht cop. 106. p. 111. ad. Ludwig. c. l.„Die Jahrpachtung ſeyn ohne Verſchreibung beſtaͤndig: aber Leib⸗ und Erb⸗ pachtung ꝛc. Die Bedeutung i muit denen vorigen Namen einerley, 2 weil 260 495) 00( Gor⸗ weil Pacht ein altes teutſches Stammwort iſt, und ſo viel als locatio conductio anzeiget. So findet man ſolches ſchon in Statut. Gnod. Ee- clef. Nemauſeus. ap. Martene I bun. V. col. 1006. cit. à du Hεſne v. Firma. noviſſ. edit. Et tunc etiam regularibus vel Laicis Eccleſiam ad Fir- mam id eſt à Presfoch concedere non præſumant. Daß durch das Wort foch Pacht oder Pfacht angezeiget werde, erkennet man leichtlich, was aber das Wort Hres bedeuten ſolle, iſt etwas zweifelhafter. Mich duͤnkt, daß dadurch Preiß oder Pretium bemerket werde, indem kurz vorher dieſe Pachtung kirma ſub certo pretio genannt wird, auch Preiß im Niederſaͤchſiſchen noch Preeß ausgeſprochen wird. Ja es iſt das Bar⸗ bariſch⸗Lateiniſche Wort Facheria(Pachterey) daraus gemacht worden, wie in einer Urkunde de A. 1469. in Tabular. S. LVictor. Maſſil. ap. du freſne cit. I. edit. nouiſſ. Dedit ad Bucheriam Puræ firmæ& irrevocabilis Und das bey dem Kerone befindliche Wort ababter, Villicationis, iſf ohne Zweifel auch nichts anders, als das mit dem Articulo unitatis a ode- eine zuſammengefuͤgte Wort Bacht oder Pacht, oder das a iſt ſonſten als ein Præfixum anzuſehen. S. Herr Nacbter Glollur. Germla. Dro jeg. Secl. V. Es kommt mir alſo die Meinung des Herrn von Ludewig c. J. p. 176. welcher auch Herr Wachter cit. loc. h. V. beypflichtet, nicht wahrſcheintich vor, daß pachten von pago oder partſeon herkomme, und uberhaupt ſo viel als einen Vertrag machen, andeute, insbeſondere aber nur vor leyhen oder miethen gebraucht werde. 6) Prb⸗Zinß⸗Lehn. Weil die Miethe oder das Pachtgeld von der Erbleyh Erb⸗Zinß genannt wird, z. E. in der Pfaͤlziſchen und Solm. O. Tit. 6. g. 3. und nach de⸗ nen Teutſchen Rechten kein beſtaͤndiger Unterſcheid zwiſchen denen zur Erbleih und denen zum Erb⸗Zinß eingegebenen Guͤtern vorhanden iſt, ſon⸗ dern die erſtern ihren Namen von dem Vertrage ſelbſt, und die letztern von der Bezahlung des jaͤhrlichen Pachtgeldes haben, ſo trage ich kein Bedenken dieſe beyden Benennungen urſpruͤnglich als gleichgeltend an⸗ zuſehen, und daß in der einen Provinz diejenigen Guͤter Erb⸗Zinß⸗Guͤter geheiſſen, welche in der andern Guͤter zur Erbleyh genannt worden. Wie denn auch beyde wegen ihrer Aehnlichkeit vor Roͤmiſche Emphyteuſes an⸗ geſehen, und mit dieſem Namen in denen Urkunden beleget worden. Doch leugne ich nicht, daß durch Vertraͤge und andere Umſtaͤnde nach und nach einige kleine Abweichungen, ſo dieſe Guͤter eine von denen an⸗ dern haben, eingefuhret worden. Unterdeſſen ſiehet man wohl, daß de b b b et — — „ undſ ig aaw hon in 4. Dml cit. d dd εuun Laicis 1e am ä mam. ¼ iß dut „erkenſ aa l vas zw fter. erket m E uda enanntſt.2 auh wird. ¼ iſ dai daraut x nacht me r.§. Mbr Maſn ræ firm, aitreson ahabter ⁵ lieziai em Aru T uniun acht, as aß hter C Germ ag des 4 vonl Dc. h. vI pflichte er na Serkomn andeute in zbeſotd de. G ☛ b⸗ zin Erdley=⸗Zuß A. Tt. In3. Und terſcheid ſchen n Gäter ten:hande⸗ rrage ſiſE und ldes hah ſo nn unglich— uh 1 den Gir Ab⸗Z e unde ſe Git i ſichet d woh 89) O(868 261 ſer Urſachen halber die obige Abhandelung von denen Bonis cenſiticis all⸗ hie wieder muß zu Rath gezogen werden. 7) Empbyteuſir. Es fuͤhret die Erbleyh dieſen Namen nicht allein in der Solm. L. O. Tit. 6.. 3. „Und heißt ſolche Erbleyhe im Latein Emphyteuſis, vel contractus em- „pPhyteuticus. Und in dem Churpfalziſchen Landr. P. II. Tit. V. p. 10.„Und heißt ſolche Erbverleihung oder Erbbeſtaͤndniß im Latein Em- phyteuſis oder Contractus emphyteuticus. Sondern auch in unter⸗ ſchiedenen Urkunden, z. E. in dem Libro ſtatutor. Argentor. de A. 1322. 4p. Schilt. de bouis Laudemial. p. 630. heiſſet es:„Wer ſin eigen oder ſin „erbe es ſy mann oder wib zu erbe liehet.“ Und hernach wird in der ſchon oben angefuͤhrten Urkunde de A. 13475. zbid. p. 652. Dieſe Verleyhung zu einem rechten Erbe ausdruͤcklich Emphyteuſis genannt. In einer Urkunde de A. 1337. bey Herr Auchenbecker in ial. Haſſ. Coll. II. p. 249. Quæ omnia& ſingula bona— Jure empbyteutico nobis& conſanguineis noſtris antedictis eorumque heredibus bereditarie poi denda rite& rarionabiliter locaverunt. Ueberhaupt ſcheinet es, als wenn man die Verleyhung oder Location auf eine lange Zeit, und die Emphy- teuſin vor einerley gehalten, z. E. in einer Urkunde Ae A. 2327. bey Herr Auchenb. c. l. Coll. VIti. p. 306. Recipiens ad ſe eundem manſum ab eisdem Domus& monaſterii Dominis locarionis zitulo jure emphb'yteutico ad tempora vite ſue poſſidendum pro duobus ſolidis denariorum le- galium. Uebrigens iſt hiebey, was insbeſondere die Solmiſche und Chur⸗ Pfaͤlziſche Landesordnung anbetrift, annoch zu merken, daß, weil der Verfaſſer der erſtern Johann Fichard der Stadt Frankfurt am Mayn Syncheus, die teutſche Erbleyh lediglich vor eine Roͤmiſche Emphyteufin gehalten, und dieſerwegen faſt alle bey der Emphyteuſin gegebene Geſetze und Verordnungen auch bey der Erbleyhe vorgeſchrieben hat. Die Pfaͤl⸗ ziſche aber hierinnen die Solmiſche faſt lediglich wiederholet, man daraus, daß dieſes oder jenes in dieſen beyden Ordnungen befindlich iſt, nicht ſicher ſchlieſſen kann, daß es deswegen unter die teutſchen Gewohnheiten zu rech⸗ nen ſey, gleichwie ſolches bey denen mehreſten Statuten und Landesord⸗ nungen zu beobachten iſt. Siehe hievon den Herrn Canzeley⸗Directo- rem Hoph de Iohamentis Germanorum F. 11. p. 161. ſeqq. Was die uͤbrigen Ausdruckungen, womit die Erbleyh in denen Urkunden angezeiget wird, anbetrift, z. E. jure hereditario in perpetuum locare, jure colonario perpetuo poſfidere, jure eredaan verpeeus pollidere,(Siehe Anal. 1ah. k 3 Loll. 28 1 64, 26²2 2 O(8es Coll. I. p. 79. 79.) immer und ewiglich leyhen, zu rechtem Lehen lei⸗ hen, um einen Pfacht erblichen einraumen, vererben und verleihen, erblich verleihen ꝛc. ſo werden ſolche bey der weitern Ausfuührung in de⸗ nen angezogenen Stellen hin und wieder vorkommen. b II.) Wer, woruͤber, und wie man di ſen Erbleyh⸗Con⸗ tract ſchlieſſen koͤnne und muͤſſe!? Bey denen Perſonen, welche dieſen Contract ſowohl wie Verleiher als — wie Beſtaͤnder ſchlieſſen koͤnnen, iſt allhie nichts beſonders, welches nicht aus denen gemeinen Rechten koͤnne erkannt und beurtheilet werden, zu merken. Nur iſt bey dem Beſtaͤnder von Land⸗Güͤtern ein Zweifel, ob nach denen teutſchen Rechten auch ein Edelmann ſolches, ohne ſich an ſeinem Adel etwas zu vergeben ſeyn koͤnne. Der G/0ator uͤber das Saͤch⸗ ſiſche Landr. Lib. I1. art. 59. meinet, daß es nicht angehen koͤnne, und ſchlieſſet alſo:„Wer auf gemietem Gut ſitzt, ſoll nicht von Ritters⸗ „Art ſeyn. Denn ſonſt verleuſt er dadurch ſeine Ritterſchaft, weile „den zu einem Herrn annehmen muß, der es ihm einthut. Dann alſo te⸗ „det dieſer Artickel hie: Will ein Herr ſeinen Zinßmann ꝛc. Als ob er ſa⸗ „ gen ſollte. Wer ein Zinß⸗Gut annimpt, der wird des Zinßmann, der „es ihm austhut, und dieſer wird jenes Herre. Denn wer ein Gut alſo „zu Zinſe annimt, iſt geringer, als wenn ſein Lehenmann were. Denn „wie er um des Lehens willen die Wappen fuͤhret, und bleibt bey der Rit⸗ „terſchafft, alſo verzeihet er ſich um des Zins⸗Guts willen derſelben und „wird zum Bauern L. 5. G 31. C. de locat.& conduct.“ Von ſo ſchlech⸗ ter Erheblichkeit nun insgemein die ertraumten Anmerkungen des Slof ſatoris ſind; ſo iſt doch dasjenige, was er allhie anfuͤhret, nicht ganz oh⸗ ne Grund, und iſt wenigſtens ſo viel gewiß, daß es in denen mittlern Zei⸗ ten in Teutſchland etwas ungewoͤhnliches und unanſtaͤndiges geweſen, daß ein Edelmann von einem andern Edelmann Bauer⸗Guͤter in Erbleyh beſtanden. Denn die Erbleyh⸗Guͤter waren in Nachahmung der Ritter⸗ lehne eingefuͤhret, und wurden alſo insgemein nur denen Bauern erthei⸗ let, welche damit von ihren Edelleuten als von ihren Herren beliehen wur⸗ den, wegen des Zinſes in den Saumungsfall von ihnen gepfaͤndet wer⸗ den konnten, u. w. d. m. In Frankreich iſt gleichermaſſen durch eine Ver⸗ ordnung K. Franciſci I. de A. 1540. Tou. 3. ordin. Gall. j. cit. à otho- fred. ad L. 32. C. de Locat. cond. verſehen: Que les gentils-bommaer& gens dordonnance, ne peuvent prendre ne tenir aucune ferme. Doch iſt 1 3u n vererbe ea veti atern A fe tugi amen.. leſen 1 eyh⸗ nuͤſſe! Nn ſowohl u Derla nichts 2 dn tt undh r zeiketw and⸗G⸗ ein x nann ſt chei Gloſat, dder das es nicht gehen tt, ſoll t vongt ſeine Rf chaft n dm eintt Dam Zinßmar— r. Abt rwird[=zinßma e. Det er en Leheng un wer. et, und z bt beyd Guts v Anderſet conducdk— Von ſii n Anm ngen R 2rg nichtgt ß esity an mitit d unale diges n Bau= uͤterinch Nacht alng de nur d= Vauenl⸗ heen r Kbeliä ha 3 ) O(S8⸗ 263 iſt hiebey auch auf die Perſonen, welche die Erbleyhe ertheilen, wie auch auf die Art, wodurch ſolche entſtanden, zu ſehen. Denn wenn z. E. der Zinß an Kloͤſter und Geiſtliche Stifter bezahlet wird, und der Eigenthuͤ⸗ mer des Guts nach vorhergegangener Schenkung ſolches als eine Erb⸗ leyhe wieder bekommen hatte, ſo konnte ihm ſolches an ſeinem Stande keinen Nachtheil bringen, wohin unter andern die Urkunde de A. 1304. bey dem Herrn von Falckenſtein Cod. Diplom. Nordg. n. 177. gehoͤret. Sintemal in ſolchen und dergleichen Faͤllen man Exempel von Fuͤrſten und Herren hat, welche Guͤter zu Erbleyh beſeſſen. So haben z. E. un⸗ terſchiedene Landgrafen von Heſſen einige Hoͤfe, Muͤhlen, Fiſchereyenc. von dem Dechant und Capittel zu Wetzlar in Erbpacht oder Erbleyh genommen, laut der obbemeldeten Urkunde deA. 1334. bey Serr Kuchenb. c. J. Coll. 2. p. 279. Noch mehrere Exempel von Edelleuten, die Land⸗ Guͤter gegen Bezahlung eines jaͤhrlichen Zinſes uͤbernommen, findet man auch bey Herr Struben Comment. de Jure Iillicor. p. 27. Heutiges Tags wird niemand mehr in Zweifel ziehen, daß ein Edelmann, ohne ſeinem Stande zuwieder zu handeln, Land⸗ und Bauer⸗Guͤter erblich pachten und beſtehen koͤnne, wenn ſonſten dergleichen Erbpacht nur mit keinen Nebenumſtaͤnden, die ſolchen Vertrag vor einen Edelmann veraͤchtlich machen, begleitet iſt. Siehe den Herrn von Ludewig c. J. p. 196. Bey denen Sachen, welche zu Erbleyhe ertheilet werden koͤnnen, braucht es ebenfalls keiner weitern Unterſuchung, indem eine jedwede Sache, wel⸗ che dem Beſtaͤnder einigen Vortheil verſchaffen kann, und wovor er alſo einen jaͤhrlichen Zinß oder Pacht zu bezahlen ſich anheiſchig macht, dazu tuͤchtig iſt, ſogar, daß an einigen Orten das Scharfrichter⸗Amt nebſt dem Waaſenwerk gegen Erlegung eines jaͤhrlichen Zinſes zu Erbleyhe ge⸗ geben wird. Was die Art und Weiſe, wie der Erbleyh⸗Vertrag auf⸗ gerichtet werden muß, anbelanget, ſo hat es zwar ſeine Richtigkeit, daß⸗ gleichwie alle erlaubte Vertraͤge, bey welchen ſonſten die allgemeine Re⸗ geln, die zu der Guͤltigkeit der Vertraͤge erfordert werden, in Acht 86 nommen ſind, bey denen Teutſchen eine Rechts⸗Verbindlichkeit mit ſich fuͤhren, alſo auch ein gleiches bey denen Erbleyhen ſtatt findenm uͤſſe. Un⸗ terdeſſen hindert ſolches nicht, daß nicht durch die Geſetze des Staats noch dieſe und jene willkuͤhrliche Umſtaͤnde, als nothwendig zu der Guͤltigkeit ei⸗ nes Geſchaͤfts koͤnnen hinzugefuͤget werden, und daß, wenn ſolche feh⸗ len, keine Parthey zu deren Erfuͤllung mit buͤrgerlichen Zwa ng angehal⸗ ten 264 b 2 Oo( 8 ten werden darf. Und iſt ſolches um ſo vielweniger unbillig, weil die Partheyen, da ſie dieſe vorgeſchriebene und ihnen unbekannte Umſtaͤnde nicht in Acht genommen, ſtillſchweigend einwilligen, daß ſie entweder uͤberhaupt ihren Vertrag nicht erfuͤllet haben, oder daß ſie wenigſtens es einer des andern freyem Belieben uͤberlaſſen wollen, ob er ſolchen gutwil⸗ lig erfuͤllen wolle oder nicht. Dahin gehoͤret nun, daß nicht allein durch die faſt allgemeine Gewohnheit Teutſchlandes, ſondern an einigen Orten auch durch ausdruͤckliche Geſetze es eingefuͤhret und anbefohlen worden, daß der Erbleyh⸗Contract ſolle ſchriftlich aufgerichtet werden. Das er⸗ ſtere wird durch die haͤufige Exempel, da unter zwanzig und mehr Erbleyh⸗ Guͤtern insgemein kaum eines ſeyn wird, woruͤber die Beſitzer nicht einen Brief haben ſollten, erwieſen, und flieſſet daraus von ſelber, daß die Vermuthung immer vor den iſt, welcher einen Brief verlanget. Zu do⸗ nen Geſetzen gehoͤret die Solmiſche Landsordn. t. 6. g. 2.„EVrſtlich, „heiſſet es, daß ſolche Erb⸗Leyhe allwegen in Schriften, unter des Ge „richts, oder unſer Amptleute, darunter ſolch Gut gelegen, oder ſonſ „anderer glaubhafter Leut(ſo Siegel⸗Genoſſen) Inſiegel verbrieffet wer⸗ „den ſoll, umb gleiches Behalts willen, wie und mit was Pacten und „Bedingungen ſolch Vererbung, oder Erbleyhe geſchehen ſeye. Darmit „dardurch kuͤnftige Mißverſtaͤnde und unnoͤthiges Gezaͤnck, auch Recht⸗ —₰æVũQłᷓ“ „fertigungen, verhuͤtet werden.“ Welches in dem Chur⸗Pfaͤlziſchen Land re cht c. l. ebenfalls wiederholet wird. Das Cleviſche Aandrecht caß. 106. Von Verpachtung p. 111. ap. Ludewig de Jur. Clientel. p. 17. ibi:„Die Jahrpachtung ſeyn ohne Verſchreibung beſtaͤndig: aber Leib⸗ „und Erb⸗Pachtung koͤnne keine Wirkung haben, es muͤſſen ſchrift⸗ „liche Verſchreibung darunter auffgerichtet werden.“ Nach der Solmi⸗ ſchen und Chur⸗Pfaͤlziſchen Landordnung wird insbeſondere c. J.§. 3. & 4. zu ſolchem ſchriftlichen Contract erfordert,„daß in ſolcher Erb⸗ „leyhe und Verſchreibung, das Gut, ſo alſo verliehen wird, mit ſeinen „Anwaͤnden, ſonderlich aber, ſo es ein Feld⸗Gut, auch mit der Morgen „und Ruthen⸗Zahl, ſeiner ganzen Zugehoͤrunge, auch anſtoſſenden Nach⸗ „baren, Reynen, Steinen, und ſonſt eigentlich ſoll beſchrieben und er⸗ „klaͤret werden.“ Ferner iſt hiebey annoch zu merken, daß man nach Maaßgabe der bey denen Belehnungen gebraͤuchlichen Reverſalien, auch bey denen Bauer⸗Güͤtern ein gleiches eingefuͤhret, und zum oͤftern ſol⸗ che Reverſalien ſich von denen Beſitzern ausſtellen laſſen, wie unter an⸗ dern aaͤͤͤͤhͤͤ—y—— — 1 er ſolchengw. nicht dle d an einign befohlen weh verden. Di und mehr Eth Beſitzer niche en ſelber, di erlanget. 3. J. 2.„Er n, unter dest elegen, oderſ zel verbrieffete was Pacten! en ſepe. Dan nck, auch R faͤlziſchenle Landrecht Clientel. 1 ändig: abetd s muͤſſen ſch Nach der Si ondere c. ß in ſolchee wied, mi ſa mit der Au nſiſendene eſchrleben m n, daß mmt 1 Reverſaune d zum hha e 1L ine hhen g ) O(r⸗ 268 —. dern aus der Urkunde A A. 179⁄. bey Herr Auchenb. in Anal. Haſſ. Coll. EII. p. Fi. und aus der ungedruckten Urkunde de 2. 1237 im An⸗ hang M. 6., erhellet, auch unten von dergleichen Landſiedel⸗Leyh⸗Brie⸗ fen noch mehrere Exempel vorkommen werden. Und oben bey denen Cor⸗ nelien⸗Guͤtern ebenmaͤßig bereits eines angefuͤhret worden. Ill.) Von denen Kechten und Pflichten des Erb⸗Be⸗ b ſtaͤnders? b 1) Er erlangt ein Erb⸗ und Dingliches Recht auf das Gut. Es ſcheinet zwar einen Wiederſpruch in ſich zu faſſen, daß einer nur ein Pachter einer Sache ſeyn, und doch ein Dingliches Recht darauf haben ſolle. Allein eben dieſe Schwierigkeit war bey denen Roͤmiſchen Agris vectigalibus auch vorhanden, und dennoch haben die Roͤmiſchen Rechts⸗ Lehrer denen Beſitzern ein lus reale zugeſtanden. Auch wird dadurch, daß dieſer Beſtand erblich iſt, die Natur der ordentlichen Vermiethung und Pacht nicht wenig veraͤndert, indem, wie der Herr von Ludewig c. I. p. 203. angemerkt, demjenigen der auf ewig eine Sache gemiethet hat, mehr daran gelegen iſt, daß er ſich in den Beſitz derſelben wieder jeder⸗ mann ſchuͤtzen, und ſolche von allen, die ihm ſolchen entriſſen haben, wie⸗ der erlangen koͤnne, als einer, der nur auf eine kurze Zeit etwas gemiethet hat, da der Herr ſich ſeiner ohnedem von ſelber mehr annehmen wird. Und wird aus gleichem Grunde in denen Roͤmiſchen Rechten bey der Superfi⸗ eie ein Unterſcheid gemacht, ob einer ſolche auf kurze oder auf lange Zeit gemiethet habe, indem er in dem erſtern Fall keine Actionem realem, wohl aber in dem letztern anſtellen kann E 1. F. 3. f e Superſlieh. Hiezu kommt hauptſaͤchlich, daß nach denen Teutſchen Sitten dergleichen Erb⸗ Leyh jederzeit vor die Uebertragung eines fonderbaren Rechts an den Be⸗ ſitzer gehalten worden. So findet man, daß die Beſtaͤnder ſolches Recht durch ordentlichen Kauf an ſich gebracht haben, wie z. E. aus der in dem Anhang M. 6. befindlichen Urkunde de A. 1 43. zu erſehen, daß ſolches als eine andere geiſtliche Stiftung denen Kloͤſtern geſchenkt wor⸗ den, z. E. in der Urkunde de 1. 117½.— bey dem Herrn von Gu. denus Glloge I. Oiplom. p. 6. Qui locis divino cultui mancipatis,& inibi domino famulandibus quippiam beneficii pro Dei amore con- ferunt, eterne beatitudinis premio remunerari non diffidunt. Qua- propter— predium— jure hereditario ſub annua penſione Xv. ſolidorum in perpetuum WheveEant des man noch die andere 1. 1106 5f. —.— elberei Kad elen Ui gr a4 dla bert er 1 Daß 1ecdme nkonne Keßet führtg nenen ausdi 3) ſuß dewig). Paͤchtet N ſen d acht au e anech davon* vmau er anzu a hen une herbey fffen. ter bekc te, iſſhr und wzuch .J. J. 1 f.ul e, dag* vohldan Dder aben d ſehhal d. 44 zurs, In kam Es fiiif dieſe ts durd Michede Sach Zaͤlt;, a le auo= Zohnſ witd ſo bisw „E..— llrkun FerdiAſanun mdadent ſen Unde 2) o(u 269 und dergleichen Veraͤnderungen des Guts nicht immer erlaubet ſind. Ja daß er nicht einmal jederzeit Macht habe, alle Nutzungen, ſo er aus der verliehenen Sache, auch ohne derſelben Veraͤnderung, ziehen koͤnnte, ſich zueignen, wenn nemlich die Erbleyhe auf einen gewiſſen Gebrauch ein⸗ geſchraͤnkt iſt, wie z. E. in der angezogenen Uirkunde de J. 259½. N 9. dem Beſtaͤnder unterſaget iſt, auf der verliehenen Muͤhle eine haͤußliche Wohnung anzuſtellen. Folglich ſind die in der Solmiſchen Land⸗G. Tit. III. F. 4. beſindliche Worte:„So hat der Erbbeſtaͤnder ein unge⸗ „meſſene Macht das vererbt Gut zu beſſern und zu bauen nach der Na⸗ „tur dieſes Contracts zu erklaͤren, und nicht zu weit auszudehnen. 3) Er iſt befugt ſeine Erbleyhe zu verpfaͤnden, umd an je⸗ mand anders zu veraͤuſſern. Doch daß das erſtere ohne Nachtheil, und das letztere mit Vorwiſſen und Einwilligung des Herrn geſchehe. Daß die Verpfaͤndung gemeiniglich dem Beſtaͤnder erlaubet ſey, erhellet aus dem, was oben bey der Emphyreuſi hievon geſagt worden, und zeigen ſol⸗ ches auch die Exempel. So iſt in dem Anhang W. 2. eine Urkunde de 1. 135J0. angefuͤhret, worinnen eine zu Erbleyh ertheilte Muͤhle zum Unter⸗ pfande geſetzt wird. Es waͤre denn, daß in dem Leyh⸗Brief ihm ſolches ausdruͤcklich unterſaget worden, wie in dem /uh N. 5. i5id. bey Strafe der Beraubung geſchehen. Wegen der Veraͤuſſerung iſt zwar in der Solmiſchen und Pfalziſchen Landso. Zit. VIl. g. 9. die Noͤmiſche we 1 Verorenung wiederhohlet, daß nemlich der Beſtaͤnder ſeine Beſſerung, wenn er ſolche verkaufen wolle, ſeinem Lehen⸗Herrn vor allen Fremden anbieten, ferner deſſen Entſchlieſſung zwey Monat uͤber erwarten muͤſſe, nach deren Verlauf aber Macht habe, ſie einem jeden Femden, doch unverbotenen Perſonen bey denen der Lehen⸗Herr ſeines Zinſes oder Pfachts gewiß haͤbig und maͤchtig ſeyn koͤnne zu verkaufen. Ich glaube aber, daß nach denen Teutſchen Rechten im Zweifel, wenn nemlich we⸗ der der Leyh⸗Brief noch andere Umſtaͤnde etwas gewiſſes an die Hand ge⸗ geben, die Vermuthung immer wieder den Beſtaͤnder ſey, daß er nicht Macht habe, das Gut ohne Einwilligung des Herrn zu veraͤuſſern, noch zu zertheilen. Denn a) ſo flieſſet ſolches daraus, weil die Erbleyhe nur auf den Beſtaͤnder und ſeine Leibes⸗Erben gehet, wie wir gleich ſehen werden, ſo kann ohne Bekraͤftigung des Herrn der Beſtaͤnder ſolches Recht nicht auf Fremde bringen, und dadurch dem Herrn den Heimfall entziehen. b) So iſt in denen mehreſten Teoh WBelgfen die Veraͤuſſerung ohne Wer⸗ 2 wiſſen 268) Oo(6r wiſſen und Einwilligung des Herrn ſchlechterdings und oͤfters bey Stra⸗ fe der Beraubung unterſagt, wie ſolches die in dem Anhang beygefuͤgte Urkunden V. 3. N. 3. N. M. 10. Imgleichen die bey Herr Aucbenbecber in Aual. Haſſ. Coll. 7/1. p. 52. befindliche de A. 1794. allwo es alſo lau⸗ tet:„Und wir enſoln das Huß nicht verkauffen adir vorthun ſunder iren „Willen und Wiſſen ꝛc.“ Und andere lehren. Unterdeſſen, weil die Herrn insgemein leicht in dieſe Veraͤuſſerung gewilliget, zumal bey denen Gi⸗ tern wo der neue Beſitzer die Lehnwaare bezahlen muͤſſen, undes alſo, wie oben bey denen Zinß⸗Guͤtern angemerkt worden, auch bey dieſen Erb: leyhen einigermaſſen zur Gewohnheit geworden, daß der Beſtaͤnder ſein Erb⸗Recht veraͤuſſern koͤnnen, welches denn ferner durch die Einbildung, daß die Erbleyhe eine wuͤrkliche Emphytsuſis ſey, in ein vermeyntes Recht abſeiten des Beſtaͤnders verwandelt worden; ſo iſtes vermuthlich daher ent⸗ ſtanden, daß einige Herrn, um allen Zweifel zu heben, dem Beſtaͤnda die Veraͤuſſerung ausdruͤcklich und in der That zum Ueberfluß in dem Leyd Briefe unterſagt, andere hingegen ſich nach Maaßgabe des Roͤmiſcha Rechts begnuͤget, ſich bey der Veraͤuſſerung das Naͤher⸗Recht vorzubehal⸗ ten, wie z. E. in der Urkunde de M4. 1296. ap. Schilt. in Diſl. de bonis lau- dem. g. 49.: Poſſidendam in perpetuum zu eim rechten Erbe ab eisdem & fuis heredibus pro annuo cenſu duarum Pf.— Et ſi pofſfeſſores areæ ædificia ſua vendere vel obligare voluerint, primo debent Do- nuno cuviæ exbibere,& ei, ſi competens pretium ſicut alii homines dare voluerit, affignare, ſin autem, ædificia ſua vendent aliis cum acto ſuo, fraude& dolo penitus circumſcriptis. Receptores autem areæ dabunt Ehrſchatz. Und in der folgenden de A. 1375. ibid. Lo- caſſe& conceſſiſſe dicto N. in Emphyteuſin in perpetuam, quod vulgo dicitur zu eim rechten Erbe pro ceniu annuo XII. folidorum— His adjectis conditionibus expreſſo de conſenſu N. N. prædictorum, quod ſi N.(emtor) jam dicius&— Succeſſores jus emphyteuticum prædictum vendere voluerint, quod primo Domuino directo areæ præ. dictæ, qui pro tempore fuerit, venditionem ex ponant. Noch mehrere hieher gehoͤrige Exempel ſind oben bey der Abhandelung von denen Zinß⸗ Guͤtern n. 3. angemerkt. Welches Naͤher⸗Recht denn bisweilen durch ausdruͤckliche Geſetze bekraͤftiget und dadurch zugleich dem Beſtaͤnder die Weraͤuſſerung erlaubet worden. Wohin auſſer die angefuͤhrte Solmiſche und Pfaͤlziſche Landso. auch die von Schilter c. 7. J. 22. beygebrachte Ka⸗ . tuta ernerdu lierwi „in eilſ un nerntt) ſtes ver.3 lichdi um US ßindal Maafgq— des Na Näͤher Rchtponm Scbilt. ſ. An im rechſrrirbent Pf.—* ü pel crint, Neno ³ etium t ali d cia ſut&.dent a¹ ptis.— jeptorai n de 5 it in in* ekuam, annu ſolds ſu N— predan ſlores= mohyles Domis==00 are zu 5 gem Ph G ) O(8- 269 tuta Argentorat. de A. 1322. gehoͤren, in welchen es hievon alſo lautet. „Were aber das der erben einer ſin teil an dem Erbe wolle verkouffen, das „ſoll er dem Hofeherrn von erſte bieten, wil der Hofeherre ſo vil darum „geben, als ein ander, ſo ſoll mans Im geben, wil er des nit tun, ſo mag ner es wol geben zu kouffende andern luͤtten, und der es koufft, der ſoll dem „Hofeherrn ſweren, wie er es gekoufft habe, an alle gefaͤrde: Und ſoll in „derſelben verbundniſſe ſin, als die erben waren: doch ſoll er dem Hofe⸗ „herrn Erſchaz geben nach der margzal.“ Andere Herrn haben ſich aus⸗ bedungen, daß die vorzunehmende Veraͤuſſerung an niemand als ſie geſche⸗ hen duͤrfe, z. E. in der Urkunde de 4. 2303. bey dem Herrn von Falcken- ſtein in Cod. Liplom. antiquitt. Vardgav. u. 1½2. Nos receptis— 6. libb. Hall.— curiam noſtram— Epiſcopo& Eccleſiæ ſuæ donavimus& donamus, tradidimus& tradimus, allignavimus& aſlignamus, te- nendam deinceps jure proprietaris& Dominii,& pacifice pofliden- dam.(Dua donatione facta, idem Dominus Epiſcopus ex liberali- tate propria eandem curiam denuo nobis ſub hac forma locavir— Quocunque etiam tempore— ixpſam curiam vendere, ſeu diferabere volue- riuus, ex tune ipſe Dominus Epiſcopus aut fucceſſor ipſius, ultra Præmiſſas ſex libras aliqguod pretium nobis ſuper addere tenebitur& ſupplere, quod per ſfuorum diſeretorum Virorum arbitrium, quo- rum unus per dictum Dominum Epiſcopum alter per nos aſfumtus fuerit, adjuncto alieujus mediæ perſonæ arbitrio, ſi opus fuerit, no- dis fuerit deputartum,& ex tunc— ad Dom. Epiſcopum& Eceleſian⸗ huam libere revertetur. 4) Er vererbet ſolche. Es fraͤget ſich hiebey, ob der Beſtaͤnder ſeine Erbleyh nicht allein auf ſeine Leibes⸗Erben, ſondern auch auf ſeine uͤbrige Anverwandten und Teſtamentariſche Erben vererbe? Weil die Erb⸗ leyhe in denen mehreſten Stuͤcken nach denen Ritter⸗Lehnen eingerichtet worden, ſo iſt auch bey der Erbfolge ein gleiches geſchehen, und ob zwar die Weiber, als welche den Pacht ſo gut bezahlen koͤnnen als wie die Maͤnner, davon nicht ausgeſchloſſen geweſen, ſo ſind doch unter denen Erben, wie bey denen Lehnen nur die Leibes⸗Erben des erſten Erwerbers verſtanden worden. Es erhellet ſolches ſowohl aus denen Geſetzen als aus denen Loyh⸗Briefen. Was die erſtern anbetrift, ſo heiſſet es z. E. in der Sol⸗ miſchen Landso. Tit. 1. g. z.„Zum dritten, ſo hat die Erbleyhe dieſe „Art, daß ſie nicht allein auf die Beſßänder ſondern auch derſelben ehe⸗ b LI 3„liche 270 ,8) O(88 —— iche Leibes⸗Erben, und fortan auch derſelben eheliche Leibes⸗Prben „fuͤr und fuͤr erſtreckt.“ Und in dem Churptaͤlziſchen Landr. e. 1. jbi: allen ſeinen nachkommenden Leihes⸗Erben. In denen Urkunden pfleget zu dem Ende, damit man den eigentlichen Stamm, auf welchen die Erbleyhe fortgepflanzet werden ſoll, wiſſen koͤnne, ſehr oft die Frau des erſten Beſtaͤnders mit beliehen zu werden, und werden alſo unter ihren Er⸗ ben hernach nothwendig die Kinder, ſo ſie mit einander erzeuget und deren Nachkommen verſtanden, weil ſonſten, wenn ihre uͤbrigen Anverwand⸗ ten und Teſtamentariſche Erben mit darunter ſollten begriffen ſeyn, die Erbleyhen wieder ihre Natur ſehr oft muſten vertheilet werden. Dahin gehoͤret z. E. die Urkunde de 1. 1494. bey Herr Auchenbecker in Anal Haß. Coll. VII. p. 5i.„Ich Hans Poſſel Zymmermann und Hillegart „ſyn eliche Husfrowe bekennen vor uns und unſer Erben in diſſen offen „Brieffe, das wir zu rechten Erblehen erblich belehnet ſeyn.“ Ferner di ungedruckte de A. 1321. im Anhang MW. z. imgleichen die 2e A. 1737. N 6., und die de 7. 1599. W. ꝛ0. In der Verleyhung Ade A.:ſ4. ſub M. z heiſſet es ausdruͤcklich.„Hineſen Mellerin, und iren Erben, ſo ſie mit „Hans Mellern gehabt hat zu rechtem Lehen geliehen haben.“ Weswegen auch eben dieſe verliehene Muͤhle, wie der Melleriſche Stamm abgeſtorben, dem Lehen⸗Herrn wieder anheimgefallen, und anderweitig von ihm ver⸗ liehen worden, laut der Verleyhung de A. 1610. N. 7. Ein gleiches iſt auch zu ſchlieſſen aus der Erbleyhe de A. 1602. W. J. da die verliehene Muͤhle, weil der letzte Beſitzer(unerachtet er von dem, der ſie hernach wie⸗ der bekommen, ein Vatters Bruder, aber vermuthlich von einer andern Mutter oder Großmutter geweſen) ohne Hinterlaſſung ehelicher Lei⸗ bes⸗rben todes verfahren, wieder ganz aufs neue dem Caſpar Muͤler und wie es heiſſet, ſeiner itzigen Haußfrauen Catharina, ihren Kindern und Erben zu Erbleyhe gereicht worden. Esiſt alſo etwas ungewoͤhnliches⸗ wenn in der Erbleyhe ae A. 1594. N. 9. ſolche auf die Erben und Erbnch⸗ men ausgedehnet wird, welches vielleicht wegen des vorgegangenen Kaufs, wodurch dieſe Erbleyhe erlangt worden, verwilliget worden. 5) Er muß jaͤhrlich einen gewiſſen Erb⸗Zinß davon geben. Es wird dieſe Abgift bald Erb⸗Zinß, bald Pacht oder Erb⸗Pacht, bald Guͤlte bald Penſio, bald Cenſus u. ſ. w. genannt, und kann ſie ſowohl in baarem Gelde als in Fruͤchten und andern Sachen beſtehen. So wurdez. E. in dem Erb⸗Pacht, wovon die Urkunde de A. 1263. bey dem Herrn von Gude- Vls —= — nehelit patiſ e ad n. In Wrl en Stat Franf n nne, ſeh S jegm erden al t ter he Lander 4 Set 1 ire ub aänenn ſollten hi fen ſan ertheilet den. d rr Auch cker n, nmermq́ rrumd M nſer Eor eindiſct elehnet..“ m leichen=e 4 9 dung 48 fl⸗ d nnd iren Sen, ſi liehend= W riſche Srermabgi andern dit von ho. N. 4 kin g .N. 1⁴ die t dem S ehernt muthli on einen⸗ nterlaſe eheltt neue Laſon Cathat* ihren alſo etn S gewah des vo S ingenend villiget* n. d⸗ zinß b 12 O(8 b 271 nus Hllog. I. Diplomat. p. 22. handelt, der Zinß jaͤhrlich mit 10. Kaͤſen be⸗ zahlet: Sub annua penſione X. caſeorum, habentium precium X. dena- riorum, perpetuo locavimus. Das Wort Pacht wird insbeſondere insgemein von der jaͤhrlichen Lieferung an Fruͤchten gebraucht, wie die Verfaſſer der Solmiſchen und Pfalziſchen Landsordn. Tit. Z. g. 3. F. 1. angemerkt, wenn es in der erſtern heiſſet:„Umb einen nahmhafften „jaͤhrlichen Erb⸗Zinß, oder wenn es Feld⸗Guͤter und Aecker ſind umb einen „jaͤhrlichen Pfacht, das iſt, ein nahmhaffte Anzahl Achtel oder Malter „Korns, dem Verleyher jaͤhrlich auff ſeinen Boden zu lieffern.“ Und in der letztern:„Umb einen nahmhafften jaͤhrlichen Erb⸗Zinß, oder wenn es „Feld⸗Guͤter und Aecker ſeindt, um einen jaͤhrlichen Pfacht, das iſt, ein „Anzahl Frucht dem Verleyher jaͤhrlich auff ſeinen Boden zu licferi. Womit auch die im Anhange ub N. 2. befindliche Urkunde uͤbereinkommt, wenn es heißt:„14. Achtel Korns Pacht, fuͤnff thorneß Zinß. Wie nicht weniger N. 5. N. 7. und N. 9. Es fraͤget ſich hiebey, ob bey der Erbleyhe, wie bey andern Pachtungen, der Erbbeſtaͤnder wegen Unfruchtbarkeit oder anderer Ungluͤcksfaͤlle einen Nachlaß an dem Zinß zu fordern berechtiget ſey? Ich halte, daß ſolches zu verneinen ſey. Denn a) ſo iſt in allen Erbleyhen⸗Briefen dem Beſtaͤnder ſchlechterdings und insgemein bey Strafe der Beraubung die jaͤhrliche Bezahlung des Zinſes auferlegt, und alſo ſtillſchweigend der zu ſuchende Nachlaß verworfen, bisweilen aber auch ausdruͤcklich denen Beſtaͤndern aller Abzug unterſaget worden, wie in der Urkunde 1487. N z2 ibi:„Fuͤr alle Mißgewaͤchs, Hagel „und Wind, Stuͤre, Bette, Landſchaden, Schatzunge und on alle Min⸗ „derunge und Abbruͤche der Guͤlte.“ b) So iſt der jaͤhrliche Zinß ins⸗ gemein viel geringer, als wie der Werth der gewoͤhnlichen Fruͤchte aus⸗ macht, und kann alſo der Beſtaͤnder deſto eher den Verluſt, ſo er etwa bey einem unfruchtbaren Jahr leiden muͤſte, ertragen. Oder c) wenn auch ſolches bey denen heutigen Erbleyhen moͤchte geaͤndert ſeyn, und daß der Zinß mit dem Werth der Fruͤchte und wuͤrklichen Nutzungen meh⸗ rentheils uͤbereinkaͤme, ſo wuͤrde doch der Beſtaͤnder auch nach denen Roͤmiſchen Rechten keinen Nachlaßz fordern koͤnnen, weil er die Frucht⸗ barkeit eines Jahrs mit der Unfruchtbarkeit des andern aufrechnen muͤſte, nach der Vorſchrift des L. 15. F. 5. f. Locat. conduct. L. C. eod. Wes⸗ wegen auch) bey denen Roͤmiſchen Agris vectigalibus und bey denen Emphyteulibus denen Beſitzer kein Nachlaß zugeſtanden wird, cit. I. 15. G. f. 272) O(Ser⸗ F. 3. ff. Locat. Cond. L. z. C. de Jur. empbyt. Womit ebenfglis die von ver Herrn von Ludewig c. 1. p. 199. angefuͤhrte Formul eines Erb⸗Pachts de A. 1705. Ubereinkommt, als worinnen zwar die gaͤnzliche Vernich⸗ tung des Guts wie bey der mphyreuſi, dem Herrn ſchadet, die uͤbrigen Ungluͤcksfaͤlle aber alle den Beſtaͤnder allein betveffen.„Inmaſſen denn „der Erbpachter alle calus kortuitos minores, als Hagel, Brand, Maͤuſe, „Hamſter⸗Fraß, Ueberſchwemmung, Mißwachs und Viehſterben ͤber ſich „nimmt, und niemals einige Erlaſſung zu pretendiren, ſich feſtiglich „hiedurch verbindet und begiebet. Wenn aber das in Erb⸗Pacht gethane „Gut durch allgemeine Kriegs⸗Verheerunge, Brandſchatzung, oder durch „allgemeine Peſt und anſteckende Seuche; imgleichen durch Feuer vom „Himmel dergeſtalt verwuͤſtet werden ſollte, daß der Erb⸗Pachter kei⸗ „nen Genuß davon haben koͤnnte, wollen wir ihm dasjenige, was unſern „andern Unterthanen zu gute kommt, genieſſen laſſen.“ b 6) r muß die gemeinen Beſchwerden davon abfuͤhren. Es behauptet der Herr von Ludewig c. 1. p. 209. ſe„g. das Gegentheil, und fuͤhret hauptſaͤchlich folgende Gruͤnde an. a) So laͤge die Laſt der Con⸗ tribution demjenigen auf, der die Sache jure und civiliter beſaͤſſe L. 7. pr. ff. de publican.& vestigal. L. 1.& 2. C. de aunon.& tribut. ſolches aber waͤre nicht der Pachter ſondern der Verpachter, qui per colonum pofli- det g. 5. J. de znterd. b) So genoͤſſe der Pachter die Fruͤchte nicht in ſeinem ſondern in des Eigenthuͤmers Namen, als welcher letztere ver⸗ mittelſt des Pachters, von dem er den Zinß bekaͤme, die verpachtete Sa⸗ che in Nutzen und Gebrauch haͤtte L. 39. ff. de ufufruct.& guemad. quis utat. Folglich muͤſſe hier die Verordnung des L. 13. f. de zm penſ. in re dot. tributa ferenda elſe ei, qui percipit fructus, nur auf diejenigen, welche proprio jure die Fruͤchte genoͤſſen, wie z. E. ein Uſufructuarius, Creditor pignoris emphyteuta, angewandt werden. c) So habe ein Erbbeſtaͤnder vor einem ordentlichen Pachter nichts voraus, als daß ſeine Pacht laͤnger daure, welches aber die Natur dieſes Contracts nicht ver⸗ aͤndere. Da alſo ein Pachter auf eine kurze beſtimmte Zeit die Contribu⸗ tiones zu bezahlen nicht gehalten ſey; ſo koͤnne man auch ſolches einem Erb⸗Pachter nicht aufbuͤrden. Wenn man nun gleich eine Weile zugeben wollte, daß die bey denen Steuren und Schatzungen ſich ereignete Fragen bloß aus dem Roͤmiſchen Recht entſchieden werden koͤnnten; ſo wuͤrden doch die angefuͤhrten Gruͤnde noch nicht hinlaͤnglich ſeyn, die Beſiber er — Wowit„ Soſd e zn gormul an ** 1 5 8 9 eren ſch e deg peffen. maſſe Hagel m, und N Tirhenit erendi E ſch fit das in hacte Brandſc u ng gleichen. 1 Fan daß der e Pact hhm das pesſe, wazn en laſſet— n dave bfuühen. ſ-h dd*☚ genthe So lat daſtu re und 4i ter beſct n. ut ftt r, quiſ& colom achter 1szruͤche als 1sſer lett kaͤme, S erpacht de uſuft— zum. au ie z. E. tenUfüftles nichtsſt os alin dieſes— rattsn⸗ ſtimmn M dieln nlaͤngh 88)(SE 273 der auf Erbleyhe eingegebenen Guͤter von der Bezahlung der Schatzung, und dergleichen auf die Guͤter haftenden gemeinen Beſchwerden zu be⸗ freyen. Sintemal ſolche alle vorausſetzen, datz zwiſchen einem bloſſen zeiti⸗ gen Pachter und einem Erbbeſtaͤnder kein Unterſcheid ſey, und einer nicht mehr Recht erlange als wie der andere. Da wir doch ſchon oben mit meh⸗ rem, und ſelbſt aus dem Roͤmiſchen Recht gezeiget haben, daß ein Erb⸗ Pachter ein Jjus reale auf das verliehene Gut erlange, und dieſerwegen Actionem in rem ſogar wieder ſeinen eigenen Herrn anſtellen koͤnne. Folglich kann er pro nudo detentore nicht gehalten noch von ihm geſaget werden, daß er die Fruͤchte Jure alieno, und im Namen des Lehnherrn genieſſe, ſondern er percipiret die Fruͤchte eben ſowohl jure proprio, als wie ein Uſufrnctuarius, Creditor und Emphyteura. Wiewohl, da die Materie von denen Steuren und oͤffentlichen Auflagen lediglich aus denen Teutſchen Rechten entſchieden werden muß; ſo iſt es uͤberfluͤßig all⸗ hie die vorgeſchützte Roͤmiſche Geſetze aus dem Wege zu raͤumen. Hinge⸗ gen iſt bekannt, und von Herr Srrube ſowohl in Comment. de Jure Zil- licorum Cap. II. als in der dieſer Abhandelung beygefuͤgten Obſervat. 771. de Collectarum& xrariorum provincialium origine mit mehrem und gruͤnd⸗ lich gezeiget worden, daß, ſeit dem die beſtaͤndigen Steuren und Collee⸗ ten aufgekommen, und man angefangen, ſolche als eine immerwaͤhrende Laſt auf die im Lande befindliche Guͤter zu legen: ſo haben die Geiſtlichen und Edelleute, mit deren, als der Landſtaͤnde Bewilligung und Rath dieſe Beſchwerung und Eintheilung derſelben geſchehen muſte, ihr aͤuſſer⸗ ſtes gethan, daß ſie vor ſich und ihre eigene Guͤter, welche ſie ſelbſt im Ge⸗ braucht hatten, frey bleiben moͤchten. Hingegen haben ſie um deſto eher zugeſtanden, daß ſolche Beſchwerden von denen Guͤtern, welche ſie an ihre Bauern erblich eingegeben hatten, bezahlet wuͤrden. Welches denn auch zu einer faſt allgemeinen Gewohnheit in Teutſchland geworden. Da alſo die auf Erbleyh eingegebene Bauer⸗Guͤter hierinnen eine gleiche Be⸗ ſchaffenheit mit denen uͤbrigen haben, ſo haftet auch auf ſolche und deren Innhaber die Bezahlung der gemeinen Beſchwerden. Dieſem zufolge heiſſet es in der Urkunde de A. 1237. im Anhang N 6.„Und die ver⸗geen „verſteen und davon thun alles daz ſich geboret uff iren Koſten.“ Und in der e A. 94. N. 9.„Welche(Freyheit) aber nicht uff Volge, Reichung veiniges Geldts, oder auch nachbarliche gemeine Beſchwerunge, mit hal⸗ „tung der Wege, Stege, oder deigleichen gerichtet ſeyn ſoll⸗⸗Darbeneben RNm „ ſoll 274 b 2o 8 nen, m—— „ſoll er die uff der Muͤhl undt der „ſchreiben laſſen, jaͤhrlich entrich en Begrieff ſtehendte Beth ihme zu⸗ ten.“ Wie nicht weniger in der A A. 1497. VW. 11. ibi:„funfzehen Pfenning die ſie jerlich geben und uß⸗ „ richten ſollen unſerm gnaͤbigem Herren von Rinegk“⸗⸗⸗Und hernach: „Stuͤre, Bette⸗⸗Schatzung. Es wird dieſes auch bekraͤftiget und erlaͤutert durch die alten Steuer⸗ und Schatzungs⸗Regiſter, in welchen alles ſteuerbare Vermoͤgen der Unterthanen angeſchlagen iſt, als worin⸗ nen die Guͤter, welche die Bauern von denen Geiſtlichen oder Edelleuten entweder erblich, oder nur auf gewiſſe Jahre in Beſtand gehabt, mit in Anſchlag gebracht, und die Anlagen der Bauern darnach eingerichtet wor⸗ den. Doch ſo, daß ſie davon insgemein nicht die ganze Steuer, wie von ihren eigenthuͤnlichen Guͤtern, ſondern nur die Helfte, oder ſo viel die ihnen darauf zukommende Beſſerung oder Oberbeſſerung(als in deren Ermangelung ſie gar nichts davon bezahlet) geachtet worden, erlegen muͤſſen. Welches denn um ſo viel billiger war, weil die Herrn oder Ei⸗ genthuͤmer dieſer Pacht⸗Guͤter den jaͤhrlichen Zinß oder Pacht, der zu ei⸗ nem gewiſſen Capital angeſchlagen wurde, gleichfalls verſchaͤtzen muſten, und wenn alſo die Beſtaͤnder die ganze Schatzung davonentrichtet haͤtten, dieſe Guͤter zweymal in Anſchlag wuͤrden gebracht und geſchaͤtzt worden ſeyn. Wie ſolches alles aus denen im Anhang ſub N. 12. befindlichen Auszuͤgen aus einigen Schatzungs⸗Regiſtern mit mehrem abzunehmen iſt. 27) Er muß das Gur in gutem Bau und Beſſerung erhalten. Die Urſache, weswegen der Beſtaͤnder zu dieſer Pflicht verbunden iſt, 7 * weil er nicht Eigenthuͤmer von dem eingegebenen Gut iſt, und alſo bey dem Heimfall, oder wenn ſonſten das Gut dem Lehenherrn wieder zufaͤllt, dieſer durch ſeine des Beſtaͤnders Unachtſamkeit wiederrechtlich Schaden leyden wuͤrde. Die Verordnung in dem Solmiſchen Landr. Tir. MI. J.§. lautet hievon alſo:„Zum ſiebenden, ſoll der Beſtaͤnder das Gut in „rechtem Weſen und Bau, im Tach, Waͤnden und Schwellen, oder in „ſeinen Fuͤrchen, Reynen, Steinen und Zaͤunen halten, daſſelbig mit „Zinſen, noch auch andern Dienſtbarkeiten, dem Lehen⸗Herrn zum Nach⸗ „theil, nicht beſchweren, ſondern dermaſſen halten, als wenn es ſein ei⸗ „gen waͤre, und einen guten Hauß⸗Vatter und Bidermann ein Gut zu⸗ „behalten gebuͤhret.« Welches faſt mit eben denen Worten in der Chur⸗ Pfaͤlziſchen c. l. wiederholet iſt. Womit auch die Urkunden uͤberein⸗ ſtimmen, in welchen dem Beſtaͤnder insgemein die gute Aufſicht über des unt ——— —— — ſtehend 5 hi eenicht an ſie jerli a a ne“⸗ e fſa teſes a dif nos⸗Ra„ un geſchlaß a,chn Geiſtlich a 11 Beſia 2 hahte ndarna t eſwric ie ganzs ve n de Helft deſen derbeſſer(A 8 geachts arden t t, weil= ermc Zinß ode= icht ichfalls=hazenn ung davo= richte racht ut, ſchätt ang*6ꝗ)— 2. b zit mehrt ozun und Aſ fung a jeſer Pfle verbun enen Gue unde nLehend= wiede eit wiede kliche 8) O( 88. 275 Gut anbefohlen wird. Z. E. in der oft angefuͤhrten Urkunde de 4. 1294. G 7 bey Herr Auchenbecker zn Anal. Haſſ. Codl. ⁷ 11. 9. 52. ſind die Wo dieſe:„Auch ſoln wir ſolich Huß in redelichen Weſen, Pouwe und Beſ⸗ „ſerunge halten ane iren Schaden und zuthun.“ Dergleichen lieſet man auch in denen im Anhang befindlichen Urkunden N. 3. N. 5. N. 6. N. 9. N. 10. N. 11.&c. 8) Er darf das eingegebene Gut ohne rechtmaͤßige lUirſache nicht verlaſſen. Wir haben zwar oben bey der Emphyrteuli mit meh⸗ rem behauptet, daß im Zweifel zu vermuthen waͤre, daß dem Emphy- teutæ erlaubet ſey, das Gut zu verlaſſen. Es ſind aber allhie bey der Erb⸗ leyhe ganz wiedrige Gruͤnde vorhanden, welche dem Beſtaͤnder die leicht⸗ ſinnige Verlaßſung derſelben unterſagen. Denn ¹) ſo iſt dem Erbbe⸗ ſtaͤnder eigenmaͤchtig die Veraͤuſſerung nach denen Teutſchen Rechten nicht erlaubet, welche doch dem Emphyreutæ zukommt, und worauf ſich deſſen Befugniß das Gut zu verlaſſen hauptſaͤchlich grundet. b) So iſt bey denen Teutſchen Bauer⸗Guͤtern die Vermuthung immer wieder die Beſitzer derſelben, daß ſie ſolche wegen ihres vormaligen knechtiſchen Standes nicht nach Belieben verlaſſen konnen. c) So iſt wenigſtens an denen Orten, wo die Solmiſche und Churpfalziſche Landsordn. angenommen ſind, die Sache auſſer Streit, indem es darinnen ausdruͤck⸗ lich heißt, Tit. 7. g. 7.& Zat. ⁷.„Zum ſechſten hat der Beſtaͤnder nicht „Macht, dem Verleiher oder Lehen⸗Herrn das beſtanden Gut ſeines Ge⸗ „fallens jederzeit auftzuſagen, wider deſſen Willen, er habe dann deſſen „ehehaffte rechtmaͤßige Urſachen. Auch fehlet es nicht an Urkunden, in welchen, um allen Zweifel zu heben, denen Beſitzern ſolches ausdruͤcklich unterſaget worden, z. E. in der ebengemeldeten Urkunde e 4. 1291 bey Herr Auchenb c. 1. ſtehet:„Und ſoln in auch ſolich Huß nicht ufgeben, „liggen laiſſen adir verwoſten.* In einer andern de 4 1337. bey Herr RKucbenb. c. l. Coll. II. p. 229 ſexd. heiſſet es: Ita ſane, quod hujusmodi locationi perpetue nobis, dictisque noftris Conſanguineis eorumque heredibus per prefatos Decanum& Capitulum facte renunciare nos noſtrique conſanguinei ſupraſcripti non poterimus aliqualiger, nec debemus. Was die beygefuͤgte rechtmaͤßige Urſachen, weswegen dem Beſtaͤnder die Aufſagung erlaubet, anbetrift; ſo ſind unſtreitig ſolche darunter zu verſtehen, welche nemlich bey Schlieſſung des Contrarts von denen Partheyen ausdruͤcklich depſtilſchmeipend als Bedingungen, un⸗ m 2 ter amesrees ter welchen die Daurung der Erbleyh beſtehen ſollte, zum Grunde geleget worden. Z. E. wenn bey einer auf Erbleyh ertheileten Ziegelhuͤtte, die Er⸗ de, woraus die Ziegel bisher gebrannt worden, nicht mehr vorhanden iſt. Wenn bey einer verliehenen Muͤhle das Dorf, deſſen Einwohner bishero ihr Getraid in dieſer Muͤhle mahlen laſſen, zerſtoͤret und oͤde gemacht wor⸗ den. In dem oben beygedruckten Schoͤnreiner Weißthum Ae A. 1477. iſt es auch vor eine hinlaͤngliche Urſache, weswegen der Bauer das Gut verlaſſen duͤrfe, geachtet, wenn er ſich nicht darauf ernaͤhren kann. Doch muß er den darauf haftenden Zinß dem Herrn zugleich darbieten, u. w. d. m. Ueberhaupt wird bey der Verlaſſung und Uebergebung der Erbleyh an den Lehnherrn, in ſofern ſolche erlaubet iſt, zugleich nach Anleitung der Solmiſchen und Chur⸗Pfalziſchen Aandordn. c. 1. erfordert,„daß er „(der Beſtaͤnder) in ſelben Fall ihme dem Lehen⸗Herrn, ſolche Guͤter, in „weſenklichem Stand und Bau, auch da es Haͤuſer, Scheuren und „Staͤlle waͤren, dieſelben am Tach, Waͤnden und Schwellen, weſent⸗ „lich(neben Entrichtung der beſeſſenen Zins oder Pfaͤcht) lieffern um „wiederum zuſtellen.“ Doch iſt ſolches nur zu verſtehen, wenn die verlie⸗ hene Sache durch die Unachtſamkeit des Beſtaͤnders, oder durch ordentli⸗ che Begebenheiten, z. E. durch die Laͤnge der Zeit, durch den Gebrauch, durch die gewoͤhnliche Jahrswitterung ꝛc. in Verfall und Unordnung gerathen iſt. Nicht aber wenn ſolches durch unvermeidliche und auſſer⸗ ordentliche Ungluͤcksfaͤlle, z. E. daß das Gewitter eingeſchlagen, die Fein⸗ de dos Hauß in Brand geſteckt, den Wald niedergehauen, den Muͤhl⸗ graben zugeworfen ꝛc. verurſacht worden. 9) Er verliert das Gut, wenn er in Bezahlung des Zinſes ſäumig iſt. Wir haben bereits oben bey denen Zinß⸗Guͤtern angemerkt, daß die Teutſchen Rechte keine gewiſſe Zeit beſtimmen, nach deren Ver⸗ lauf der Beſitzer wegen nicht gezahleten Zinſes des Guts verluſtig werde, Eine gleiche Beſchaffenheit hat es auch mit denen Erbleyhen. Die Lehen⸗ herrn haben in denen Leyh⸗Briefen insgemein die Zeit benannt, welche bald kuͤrzer bald laͤnger iſt, bald lediglich von ihnen beſtimmt werden kann. Zu dem letztern Fall gehoͤret die Urkunde bey Herr Kachenb. c. 1. Coll. 7. p. 53.„Und ob wir, heiſſet es, adir unß Erbin ine die Zynſe, nicht zu rech⸗ „ten Zyden gutlich geben⸗⸗ alsdann han wir uns ſelbs verdreben und ent⸗ „ſaſt ꝛc.“ Und die de A. 1597. im Anhang M. 9. ibi:„Anliefferung der „Pfocht ſaͤumig ſein.“ Imgleichen die de A. 1497. N. 11. ibi: uf das b„ beſtimpt —2 — ——— 2——4 n A*„* egen p 1 5 ernahr eich dart rgebung 1 — — 2 n und C tellem a boder Mn(ißf verſtehue emd inders,— durche Zeit, d= denG 1 Verftn id U unverm Che wm ter eing agen⸗ diedergeſe n, da in Bez!eeng de en Zinß in en alg ſtimmeg ſch dau 3 des G= erlif enen Ert. J. A „, r annt, n die 8 8p e ll 1 ediet lüch unsſibe nsſe ee lüeftm 9 6 8 1 hnen 7 twerda 8 ⸗ 29 99) O(S88⸗ 257 „beſtimpt Zyle nit alſo antwuͤrtten und bezaltten.“ Zu Erhaltung des Zinß an ſich aber hat ſich das Kloſter als Lehnherr das Recht zwey Maͤn⸗ ner aus der Gemeine ins Einlager zu mahnen, vorbehalten. In der de A. 1737. ibid. V. 6. ſind ſechs Wochen und drey Tage nach verfloſſenem Zahlungs⸗Termin geſetzt, wobey der Umſtand merkwuͤrdig, daß bey der Einziehung des Guts dem Beſtaͤnder eine Maaß Wein gegeben werden ſol⸗ len, welches eine Aehnlichkeit mit den Schillings⸗Hauer⸗Guͤtern hat, wo⸗ von wir unten handeln werden. In der de 1. 2602. 15. N. z. iſt ein Jahr verordnet, welches auch in der«e 7. 130¼ bey dem Herrn von Kalcken⸗ ſtein Cod. Qiplom. Voragau. à 17. mit dieſen Worten beliebet worden. In cujus ſolurione, ſi nos aut unus ex nobis, per unius anni ſpacium nos exhiberemus negligentes,& tunc ab omni jure, quod in ipſa curia nobis competit, cedimus ipſo facto,& in caſu hoc ipſa curia ad ipſum Dominum Epiſcopum& Ecclefiam ſüam libere revertetur. Gleichwie nun kein Zweifel obwaltet, daß, wenn in denen Leyh⸗Brie⸗ fen eine gewiſſe Zeit benannt iſt, ſolches abgeredete wegen der Beraubung, von welcher Zeit an ſolche ſtatt finde, blos Maaß und Ziel geben muͤſſe, es moͤge auch der Termin ſo kurz ſeyn, wie er immer wolle; So iſt auch anderntheils nicht zu leugnen, daß, wenn die Briefe nichts gewiſſes hierinn beſtimmen, man wegen Ermangelung der Teutſchen Rechte die in denen Roömiſchen Geſetzen verordnete drey Jahre zur Richtſchnur an⸗ gehmen muͤſſe, welche ſich auch die Verfaſſer des Solmiſchen und Chur⸗ Pfaͤlziſchen Landr. belieben laſſen.„Zum vierten, ſtehet in dem er⸗ „ſten§. 5. Soll der Beſtaͤnder, oder deſſen Erben, alle Jahre die Erb⸗ „Zinß oder Pfaͤcht, dem Eigenthums⸗Herrn guͤtlich ausrichten. Thaͤten „ſie ſolches nicht, und lieſſen auffs wenigſt drey Jahr zuſammenwachſen, „und verflieſſen, ohn daß ſie die Zinß oder Pfaͤcht ausrichten(ob ſie gleich „von dem Zinß⸗oder Pfacht⸗Herrn, darumb nicht angemahnet wuͤrden.) „So ſoll derſelbig Lehen⸗Herr nach Ablauffung ſolcher Zeit; Macht ha⸗ „ben, ſolche Guͤter als verwuͤrckt, und ihme verfallen, wiederum zu ſich „(doch vermittelſt Recht, und rechtlicher Erkanntniß) zu erfordern, zu „nehmen, und den Pfachtmann davon zu ſtoſſen. Womit auch das „letztere c. 1 uͤberein kommt.“ 10) Wie auch, wenn er das Gut verdirbt. Es iſt dieſe Urſa⸗ che der Beraubung in der Solmiſchen Landsordn. nicht ausdruͤcklich an⸗ gefuͤhret, doch kann ſie aus folgenden 7 t, 21. g. 2. beſindlichen Worten Mm 3 geſchlof⸗ 278 O( er geſchloſſen werden.„Und derwegen denſelben, ſo lang ſie die Lehen⸗Guͤ⸗ „ler in rechtem Weſen und Bau halten⸗⸗⸗ ſolche vererbte Guͤter nit moͤ⸗ „gen entzogen werden.“ Deutlicher aber wird ſie insgemein in denen Urkunden ausgedruckt, z. E. in der e A. 1702. im Anhang V. J. In der de A. 1437. ib. N. 6., in der de A. 1592. ib. W. 9. In der de A. 14§7. ih. NM 11. in der de A. 1294. bey Herr Kuchenbecker c. l. Es gehoret zu die⸗ ſer Verderbung nicht allein die innerliche und natuͤrliche Verſchlimme⸗ rung der verliehenen Sache, ſondern auch, wenn deren Werth auf an⸗ dere Art durch die Schuld des Beſtaͤnders verringert wird, z. E. wenn er das Gut mit Dienſtbarkeiten oder ſonſten zum Nachtheil des Herrn be⸗ ſchweret, wie oben aus der Solmiſchen LKandordn. angefuͤhret worden. Nicht weniger, wenn durch ſeine uͤbele Haushaltung, welche zwar ſon⸗ ſten, wie oben bey der Kmohyteuſt erwehnet, an und vor ſich noch kei⸗ ne zur Beraubung hinlaͤngliche Urſache iſt, dem Gut oder dem Herry ein unwiederbringlicher Schaden verurſacht wird. So weiß ich, daß bey einer auf Erbleyh gegebenen Ziegelhuͤtte der Beſtaͤnder unter andern deswegen derſelben vevluͤſtig erkannt ward, weil er wegen ſeiner uͤbeln Haushaltung nicht mehr das noͤthige Holz zum brennen anſchaffen konn⸗ te, und alſo wegen Mangel der Ziegel alle Kunden, welche ſonſten die Ziegel daſelbſt gekauft, weg gewoͤhnete, auch die Unterthanen des Lehn⸗ herrn noͤthigte, die Ziegel aus freiden benachbarten Landen zu holen. Daß uͤbrigens, wenn der Beſtaͤnder durch ſeine eigene Schuld verhin⸗ dert wird, die verliehene Sache gehoͤrig zu nutzen, ihn ſolches von der Bezahlung des Zinſes nicht befreye, iſt eine ausgemachte Sache, nach der Regel: damnum quod quis ſua culpa ſentit, ſentire non videtur, und iſt es alſo etwas uͤberfluͤßiges, wenn in der Urkunde de A. 1599. im Anhang N. ¹0. der Lehenherr ſich in dieſem Fall die Bezahlung des Ca- nonis ausbedungen. 3 11) Oder, wenn er uͤberhaupt das in dem Leyh⸗Brief bey Strafe der Beraubung verſprochene nicht gehoͤrig erfuͤller. Es ſcheinet, daß die Teutſchen bey der Erbleyh den Roͤmiſchen Satz, daß ich bey des andern Saͤumung das verſprochene ins Werk zu richten. Oder wenn er demſelbigen ſchon wuͤrklich zuwieder gehandelt, nicht auf die Aufhebung des Eontracts klagen koͤnne, ſondern blos auf deſſen Erfuͤl⸗ lung oder auf die Abſtellung des wiedrigen dringen muͤſſe, nicht ange⸗ nommen haben, indem ſie ſo haͤufig in die Leyh⸗Briefe die Formul, daß, wenn ———„ —— — ᷣ 8 ꝙ——;—9— — — — — — — — ——— — — —— un ders in ngert w=.Eh Nacht’ I 8 Han rdn. an f azret de ltung, Ethe zwa — an und z ſich ueh em GuSr da ird.( heßih „ Beſtäſne Untacg ler= ſene brenne— ſchaftn mden, Kche ſel ie Unte nend barten u den u e eigen* chudd zen, i lches sgemq* Sac lit.(ed— noOn k Urku=4, ldie N= lungW dei ſe )o( erh 279 wenn der Beſtaͤnder dem abgeredeten nicht genau nachkommen wuͤrde, die ganze Erbleyh wieder aufhoͤren, und das Gut dem Herrn wieder an⸗ heimgefallen ſeyn ſolle, mit hineingeruͤckt. So findet ſich ſolche z. E. in der Erbleyhe de A. 1337. ſub N. 6., wie nicht weniger in der ſub M. 9., und auch einigermaſſen in der ſub M. z. ibi:„Bey Verluſt deren Erb⸗ „leyhe.“ In der de A. 149½. bey Herr Auchenbecker c. I. lautet ſie alſo: „Und ob wir adir unß Erbin⸗⸗adir in den andern vorgen Stuͤcken und „Puncten ſumig worden, alsdann han wir uns ſelbs verdreben und ent⸗ „ſaſt, und ſie mogen da ire Huß zu ſich nemen, unde eyme andern lihen „ane Intrag und Widderrede uns, unſer Erben und eyns iglichen von „Unſerwegen.“ XIX.) Von denen Firmis und Mannfirmis. (des ſind wegen der Ableitung und eigentlichen Bedeutung des Worts Firma die Gelehrten nicht einig. 1) Die mehreſten haben ſich durch das Lateiniſche gleichlautende Wort Firma verleiten laſſen, dieſe Benen⸗ nung aus ſolcher Sprache zu erklaͤren. Da denn bald das Fœmininum von dem Adjectivo Firmus kraͤftig, feſt, zu dieſem Namen Anlaß ſoll ge⸗ geben haben, indem entweder die Locatio-Conductio ſelber rma& con- ſtans, oder die Merces certa vel firma ſeyn ſollen. Bald aber das Bar⸗ bariſch⸗Lateiniſche Wort: Firma oder Manufirma, welches bisweilen uͤber⸗ haupt eine Handſchrift oder Urkunde angezeiget, dieſen Pachtungen, we⸗ gen des dabey aufgerichteten ſchriftlichen Vertrags, den Namen ſoll zugezogen haben. Siehe Dominic. de Prærogat. Mod. p. 125. F. 6. 2) Andere ſind zwar auf die Gedanken gekommen, daß hierunter ein altes Saͤchſiſches Wort verſteckt ſey, ſie ſchraͤnken aber entweder deſſen Be⸗ deutung zu eng ein, und nehmen ſolche mehrentheils unerwieſen an, oder ſie legen ihm eine Bedeutung bey, welche mit der Sache, welche durch das Wort Firma angezeiget wird, gar keine oder doch eine ſehr entfernete Gemeinſchaft hat, und uͤberdem auch nicht hinlaͤnglich erwieſen wird. Zu denen erſtern zehle ich diejenigen, welche behaupten, das Firma oder eorma uͤberhaupt dasjenige, was vor den Gebrauch einer gemietheten Sache an Geld oder Fruͤchten bezahlet wird,(quamcunque mercedem) bedeute, ſolche Bedeutung aber faſt mit nichts erweiſen, als daß ſie ſich auf ein angebliches Engliſches Wort Feo, welches noch heuliges Sagesſa viel 280 2) o(S8 7 viel als merces heiſſen ſoll, berufen, wodurch aber ihre Meinung wenig beſtaͤrket wird. Denn erſtlich, ſo heiſſet es heutiges Tages im Engliſchen nicht feo ſondern ſee, und zum an ern, ſo bedeutet ſee keine Pacht vor ein Gut, ſondern nebſt andern hieher nicht gehoͤrigen Bedeutungen, nur den Lohn oder das Honorarium, das ein Arzt oder ein Anvocat vor ſei⸗ nen Beſuch bekommt, zugeſchweigen, daß aus /eo oder ſee nicht wohl uma oder Feorma haͤtte gemacht werden koͤnnen. Unterdeſſen ſo hat es doch an und vor ſich ſeine Richtigkeit, daß Firma auch den Zinß oder Pacht an⸗ zeiget, ob gieich ſolches nicht vor die eigentliche und Hauptbedeutung zu halten iſt, wie wir gleich ſehen werden. Zu denen letztern rechne ich dieje⸗ nigen, welche wollen, daß Leorma ſo viel als Eſſen und Trinken, Fruͤch⸗ te, Getraide, wie auch eine Abendmahlzeit anzeige, und alſo ad firmam dare ſo viel ſey, als gegen jaͤhrlicher Entrichtung gewiſſer Fruͤchte etwas verpachten. Denn 2) ſo iſt dieſe Bedeutung durch die von du Preſe v. Firmae angefuhrte Stellen noch nicht ſattſam erwieſen, indem daſelbſt Firma unterſchiedene Erklaͤrungen leydet. b) Geſetzt aber auch, daß Firma bisweilen ſo viel als eine Mahlzeit hieſſe, ſo wuͤrde ſie doch ſolche Bedeutung zu denen Redensarten dare, ponere ad firmam, ad fr- mam recipere, firma alba, firma recta und dergleichen, wovon wir allhie zu handeln haben, nicht füglich ſchicken. c) Hiezu kommt noch, daß man eben ſo alte, wo nicht aͤltere Urkunden hat, wo Firma bereits eine Verpachtung um gewiſſes Geld bedeutet, als diejenigen ſind, wo es eine Mahlzeit anzeigen ſoll. So heiſſet es z. E, in Statur. Syuod. Eccleſ. Ne- mauſenſ. ap. Martene Iou. IM. col. 1666. cit. ap. du Preſne b. v. uouiſf. euit. Item prohibemus diſtricte ne aliquis Clericus futuros reditus alicujus Eccleſiæ noſtræ Dicœœceſis emat, recipiendo ad firmam ipſam Eccleſam cum reditibus ipſfius Eccleſiæ ſub certo pretio, ſine noſtro conſilio& aſſenſu, niſi Prior ſ. Rector ipſius Eccleſiæ ad ſtudium Theologiæ ire voluerit. Et tunc etiam regularibus vel Laicis Eocle- ſiam ad Firmam id eſt à Presfoch concedere non præſumant. 3) Viel wahrſcheiylicher iſt es alſo, daß das im Engliſchen und Franzoͤſi⸗ ſchen annoch gebraͤuchliche Wort farm, ferm oder ferme nicht von Feor- ma wieder herkomme oder ſeine Bedeutung empfangen habe, ſondern, daß es ſelber ein Stammwort, und das Lateiniſche Firma davon gemacht ſey. Von welcher Abſtammung nebſt denen vorerwehnten und deren Vertheidigern man Herr Hofrath Hior in denen kleinen Schriften Iol. ͤd 2—— Unterd et D den J F aze und 5 e bedam den leet E cweit eſen un ſnia helge, U Krlſo a ag gewi! 1 Fräͤch durchſFävon a⸗ nerwi indenw ) Geſe vr at ſe, ſo a ſiedot mere l mam, Derqlo u„ won -) Held mmtm t, wolnan beu dejenig Ind, ue Ktatut pDd. En ap. d Iſme hu Cleris= iturost idiend& fumm certe=, fine! lius n x 34 ularibu ☛ lLaichk nos te fumm Sngl e und ſe der 2 ² icht ui⸗ mpfan Pabe, ſh⸗ ſchellu Javongi vorerſ eten 3— 1 run denen dun S 3)o(4. 281 Vol. I. p. 259. ſeg. mit mehrem nachſehen kann. Gleichwie nun a farm, a ferm, oder das Franzoͤſiſche une ferme ſowohl eine Pachterey oder Meyergut als wie eine Verpachtung uͤberhaupt, wie nicht weniger das⸗ jenige ſo davor bezahlet wird, den Mercédem, anzeiget; ſo bedeutet das daraus gemachte Barbariſch⸗Lateiniſche Wort firma ebenfalls ein ver⸗ pachtetes Gut, eine jedwede Pacht oder Verpachtung uͤberhaupt, und bisweilen auch das Pachtgeld oder dasjenige, ſo vor die Pacht gegeben wird. Wir wollen von einer jedweden Bedeutung ein Exempel beybrin⸗ gen. α) MWull. Malmeshur. An. 1099. ap. da Figſue 5. v. Rex Willet mus Eccleſias& Monaſteria fere totius regni Angtiæ in manu ſua Paſtoribus defunctis retinens, gravi omnia depopulatione vaſtabar, & inſtar firmarum laicis commendabat. ½) c. 2. X. Ae locat. cond. Veſtra nobis relatio declaravit, quod cum ad ſurmam fructus veſtra- rum dare confueveretis decimarum, Dicceſ. Epiſcoporum ſtatuto contrario non obſtante, veſtrarum decimarum proventus illis lihere locare poteſtis, cum quibus Eccleſiæ veſtræ conditionem poteretis facere meliorem ita tamen, quod dujurmodi locatio ad feudum vel alie- nationem non videatur extendi.) Zitteræ Eduvardi A. Anglic 4. 1369. iner Anscd. Marten. T. I. col. 1 ο. ab. de Ereſne 5. v. uou‿‿/¹f. edit. Et quod procurator Lirmas ſ. Apporta quæ de terris& poſſeſſioni- bus illis ſolvi debent ad terminos ſtatutos bene& Jiaeliter oluet. Dem man noch beyfuͤgen kann die Urkunde de 4. 12 ½0. ap. Miræum. 7.1. Diplom. Belgic. p.. col. 2. ibid. Promittimus vobis& Eccleſiæ ve- ſtræ annuatim uomine Fumæ ſive Canouis— in Trajecto ſolwere de- cem marcas Colonienſèes legales. Die mittelſte Bedeutung iſt unter⸗ deſſen die gewoͤhnlichſte, und muͤſſen nach ſolcher die mancherley Redens⸗ arten, welche in denen Zeugniſſen bey au EMeſne b. v. ſonderlich in der neuen Pariſer Auflage vorkommen, erklaͤret werden, z. E. ad firmam por- tare, ad firmam committere, ad firmam dare, ad firmam ponere, ad firmam recipere, ad firmam tenere&c. als welche nichts anders als in Pachtung geben, in Pachtung nehmen, in Pachtung haben ꝛc. an⸗ zeigen. Weil nun die Verpachtungen, ſowohl wegen der Art der Pacht, ſo dabey gegeben wird, und wegen der Beſitzer, ſo das Gut innhaben, als auch wegen der Zeit, ſo ſolche dauren ſollen, unterſchieden ſeyn koͤn⸗ nen, ſo iſt leicht zu beurtheilen, woher es komme, daß man ſo manche Beywoͤrter, wodurch die eigentliche Natur der Firmarum oder Ver⸗ b n pach⸗ 282 8)O(88⸗ pachtungen beſtimmet und eingeſchraͤnket wird, findet. Dahin gehoͤret nun a) Firma alba oder blauca, welche die Normannen blanche ferme nennen, iſt dergleichen Verpachtung, allwo die jaͤhrliche Miethe in baa⸗ rem Gelde beſtehet, und weil von ſolchen Pachtungen, vermuthlich keine weitere Dienſte oder andere Beſchwerden geleiſtet oder abgefuͤhret worden; ſo heiſſet es von ihnen ap. da freſue b. v. lihere tenentes per albam fir- mam, und glaube ich dieſerwegen, daß die eben daſelbſt angefuhrte libe. ra jirma mehrentheils mit der alda firma einerley geweſen. b) Lirma nobilir. Es erwehnet dieſer Art Pacht der Seriptor Anonymus in Geſlis Dei per Francos ap. du EFreſne b. v. Ut bona quæ habent Templarii& Hoſpitalarii citra mare ad jirmam nobilem, primo trium vel 4. anno. rum cum incremento,& demum vel ex nunc, ſi fufficienter fieri poffit, in perpetuam emphyteuſim tradantur. Man ſiehet wohl, daß ſie ihren Namen von denen Beſitzern haben ſollen, ob aber ſolches eine gewoͤhnliche Benennung geweſen, oder nur von dieſem Scribenten in ge⸗ genwaͤrtigem Fall gemacht worden, laͤſſet ſich aus der angefuͤhrten Stelle nicht hinkaͤnglich entſcheiden. Ob es gleich ſonſten an und vor ſich nichts ungewoͤhnliches geweſen, daß auch viri nobiles& equeſtris conditionis, firmas beſeſſen, wie aus der gleich anzufuͤhrenden Urkunde de A. 1469. erhellet, und ein gleiches auch ſchon oben bey der Erb⸗Leyhe bemerket iſt. c) Fiurma pura& irrevocabilis, Firma perpetua. Die hieher gehoͤrige Zeugniſſe findet man gleichfalls bey au EFreſne b. v. in der neuen Pariſer Fdition. Cbarta A. 1469. in Tabular. S. Lactor. Maſſil. Capitulum fſeu devotus Conventus Monaſterii S. Victoris dedit ad Facheriam puræ firmæ&æ irrevocabilis nobili viro Marqueto— quandam vineam de no- vo acquiſitam. Charta S. Ludovici A. 1203. ex Cbartul. S. Vandreses 7. I. p. 7309. Notum facimus univerſis— quod nos Furmam perhe- tuam conceſſimus quatuor viginti quinque acras. Cbarta A. 2239. ap. Henneff. Autiquit. Ambrosden p. 223. Notum ſit— quod Abbas& Conventus Glowceſtr. crediderint ad perpetuam firmam omnes deci- mationes. Meines Beduͤnkens wird unter dieſen Benennungen eine Art von Erbleyhe angedeutet, welches ſich, wenn man die Urkunden in ihrem Zuſammenhang einſehen wuͤrde, vielleicht noch klaͤrer zu Tage legte. d) Kecia firma. Gleichwie uͤberhaupt, wie ſchon oft erwehnet, viele Eigenſchaften und Benennungen, ſo bey denen Lehen vorkommen, auf die Eingebung der Bauerguͤter angewandt worden, ſo findet ſich au +„,——⸗———— — fndt. Fno manna e 6 ahrlich Khen ungen, tht, oderad atu lenen eram daſelh ar ſfühee ley gem b)n Ptor A au u ur hah a lena imo tüm 49 unc,( Niciem Man it we en, ob ke r ſolchs⸗ dieſem Sibentan us der uͤhrtne ſten an— vorſch & equ s condi den Unre e des r Erb⸗ A’ bemt a. Di eher v. in—euen, . Mah apiuun edit 4! Klain 9, näehs S nag rden f )o(ah 285 dieſe Nachahmung bey denen erblich⸗verliehenen oder verpachteten Guͤter; da nun unter denen Lehen einige rechte Lehen, feuda recta, genannt werden, ſo hat man auch bisweilen die Erbleyhen, weil ſie in der Erbfol⸗ eund dergleichen denen Lehnguͤtern ſehr nahe kommen, rechte Erbleyhe, deohung zu rechtem Erbe, rechte Lehen ꝛc. geheiſſen, wie oben bereits an⸗ gemerkt. Siehe die ungedruckte Urkunde 4e A. 15§12. im Anhang M. 3. und die ub W. 1. Ich halte alſo davor, daß im Lateiniſchen dieſe Leyhung gleichfalls in der Abſicht zu Zeiten ſirma recta genannt worden, und daß man dadurch nichts anders, als was man im Teutſchen durch die Worte: zum rechten Erbe leyhen, ausgedruckt, anzeigen wollen. Die von au Lreſne aus dem Eicardo Hagulſtadeuſi ad A. 1133. angezoge⸗ ne Stelle, welche in dieſen Worten beſtehet: Exceptis reckis firmis zmeis, iſt zu kurz, als daß man daraus etwas ſchlieſſen koͤnne. e) Manmnfirma. Ich kann zwar nicht in Abrede ſeyn, daß wenn unter Manufirma oder NManufirmata eine jedwede ſchriftliche Urkunde verſtanden wird, daß als⸗ denn ſolches von Manus eine Hand⸗oder Unterſchrift und firmare bekraͤf⸗ tigen, befeſtigen herkommt. Wie auch unter andern aus dem Teutſchen Wort: Handveſte, welches bekanntermaſſen gleiche Bedeutung mit Manufirma hat, zu ſchlieſſen. Wenn aber Manufirma ſo viel als die Eingebung gewiſſer Guͤter gegen Erlegung eines jaͤhrlichen Zinſes anzei⸗ get; ſo halte ich allerdings davor, daß Firma alsdenn eine Leyhe oder Pacht bedeute, und weil ſolche ſchriftlich verfaſſet worden, etwa Manufirmwage⸗ nannt ſey. Was die Beſchaffenheit der Manufirmatum in dieſer letzten Bedeutung anbetrift; ſo ſind ſolches ohne Zweifel gleichfalls eine Art. von Erbleyhen oder Verleyhungen auf Lebenslang geweſen, wie aus dem, was du Freſne b. v. mit mehrem anfuͤhret, erhellet. So ward a) ein jaͤhr⸗ licher Zinß davon gegeben. Tabular. Vindocin ch. 17. Cujus etiam ma. nufirmæ cenſfum de meo jure in eorum transfero dominium. Charta Monaſter. Mobiliac. Sub manufirma per noſtræ autoritatis ſcriptum dignaremur concedere— Eo videlicet modo, quamdiu vixerit præ- fatus Bernerius ſub cenſu 18. denariorum teneat, poſſideat,& faciat exinde quicquid elegerit. ³3) Es behielte ſolche der Beſitzer Lebenslang, oder vererbete ſie auch wohl auf einen, zwey oder mehr Leibeserben oder erwaͤhlte Nachfolger. Tuabular. Monaſt. S. Petri Carnotenſ. Pars vero B. Petro data à Guiberto Abbate quondam improvide cuidam Mili- ti& duobus beredibus ſuis in manufirma conceſſu eſſe dignoſcitur.(it. b Nu 2 Chart. 284 O( 8 Chart. Monaſt. Vobiliac. Poſt ſuum quoque deceſſum, duobus ſucceſſori- bus ſuis qualescunque melius voluerit, ſub eodem cenſu remaneat.*) Wenn er mit der Bezahlung des Zinſes ſaͤumig war, war er ſtraffaͤllig. Ead. Chart. Et ſi tardi, aut negligentes hujus cenſus fuerint, dupli- catum reddant& res non perdant.*⁴) Er muſte bisweilen bey Veraͤn⸗ derung des Herrn eine Lehnwaare, welche in dem doppelten Zinß beſtand, bezahlen, wie da Froſne aus dem Hutilerio in Summa rurali aufüͤhret. — Du Freine urtheilet dieſerwegen nicht unrecht, wenn er ſie mit denen Zinß⸗ oder Erb⸗Zinß⸗Guͤtern vor einerley haͤlt. 20) FreXN.) Von denen Frey⸗Guͤtern oder Freymann Lehn⸗ Suter. dergleichen Bauerpflichten befreyet ſind. VW A erl auch in andern Gegenden Teutſchlandes, als in dem Thuͤringiſchen, all⸗ wo nach dem Zeugniß Wehner Obſervat. Pratt. b. v. dieſe Freyguͤter „ wie Lehn, und Sinß⸗Gut Recht und Gewohnheit iſt zu genieſſen und Hufen.. Es ſind ſolches gewiſſe Bauer⸗Guͤter, womit der Beſitzer beliehen wird, und wovon er jaͤhrlich einen gewiſſen Zinß bezahlen muß, von uͤ bri⸗ gen Dienſten aber befreyet iſt. Dergleichen freye Zinß⸗Guͤter denen Teut⸗ ſchen ſchon vor Alters bekannt geweſen, wie oben bey der Abhandelung von denen Bauer⸗Guͤtern n. 3. angemerkt worden. Leyſer in Jur. Georg. p. 136. iſt zwar der Meinung, daß ſie deswegen alſo genannt wor⸗ den, weil ſie von denen Servitiis militaribus befreyet waͤren, und ſiehet er ſie alſo vor eine Art von Ritterlehne an: Ich kann ihm aber darinnen nicht beypflichten, ſondern halte vielmehr davor, wie geſagt, daß es or⸗ dentliche Bauer⸗Guͤter ſind, die aber von dem Herrn, oder bey anderer Gelegenheit, von denen darauf haftenden Beſchwerden, d. i. nicht von denen Ritterlichen Kriegsdienſten, ſondern von denen Frohnden und Wie in ſolchem Verſtande vor andern zu finden ſeyn ſollen, die Freyguͤter anzutreffen und von denen adelichen Guͤtern unterſchieden ſind. Sie werden dieſerwegen in dem Lehnbrief, welchen Leyſer c. l. aus des Falckners Dill. de eo quod Juſtum eſt circa ruſticos in mater feud. anfuͤhret, und wir allhie in Erman⸗ gelung weiterer Nachrichten mit einruͤcken wollen, auch Zinß⸗Guͤter ge⸗ nannt.„Ich NN. Amtsſchoͤſſer zu N. urkunde⸗⸗ daß ich N. auf ſein „Anſuchen⸗ in Lehen gereicht und gegeben habe anderthalb Hufen auf Goͤr⸗ „litz Marck gelegen Freymann Lehn⸗Gut. reiche und leihe⸗⸗ dieſelben „ Ill. 8881ͤ cenid gaim, e disw S c a. ndoppe te ſaßte Sumus gad dan went mi — er Frem un l r Ben heliie — d un] in d Zins- r daa den beſt Abſa worden MVer a .*— efrepet In, d 5 kann wberd 1 da 5 d 74 at 1, et t, Herrn en er dee awerde 8. 1. M. . 8 d on den zrohn⸗ *& m T tzahleſt ß, u S o(8⸗ 285 „zu gebrauchen. Doch dergeſtalt, daß er davon dem Amte, was ſich ge⸗ „buͤhret und darauf hergebracht, jaͤhrlichen zu rechter Zeit entrichten, „der Lehn, ſo offte dieſelbe zu Falle komt, in Jahres Friſt nach jedem Fall „gebuͤhrliche Folge leiſten, und jedesmahl, immaſſen auch jetzo geſche⸗ „hen zwey neue Schock zur Kehnwaar erlegen ſolle, bey welchem Acker, „ſo viel mir und meinem Nachfolger gebuͤhret, er Amtswegen geſchuͤtzet „werden ſoll.“ Es bemerket auch der Herr von Gabel in Diſſ. de ſingul. quib. pred. in terr. Brunſuic. Laneb.& in vicin. p. Sj. daß im Hildeshei⸗ miſchen gewiſſe ſogenannte Freydings⸗Hoͤfe anzutreffen ſeyn, von wel⸗ chen er folgende Nachricht giebt. Es ſind ſolche in dem Amt Steuerwald befindlich, und werden deren Beſitzer die Freymanne genannt. Es be⸗ zahlen ſolche keinen Hauptfall, Heergewette, noch Gerade, ſondern nur der Freyen⸗Zinß. Sie kommen zu Erhaltung ihrer Freyheit jaͤhrlich zwey⸗ mal in dem Hauſe des Gogreven zu Groſſen Ginſſen zuſammen, und halten daſelbſt ihre Dingkage oder Curias, einmal nach dem Oſter⸗ feſt, und das anderemal zwey Wochen nach Michaélis. 2 Freygreve iſt der Amtmann zu Steuerwald, der Freygreve, Richter und Schoͤffen werden erwaͤhlet. Der Freye Zinß wird bey angefangenem Ge⸗ richt bezahlet. Die Appellationes gehen an den Ober⸗Freygreven, und von dem iſt keine weitere Appellation erlaubet. Ein Unfreyer muß 63 Schritt von dieſem Freydingiſchen Gericht entfernet ſtehen. Wer ein Freydingiſches Gut erwerhen will, muß ein ganzes Jahr herdurch in dem Stande eines Freymanns gelebet haben. Wenn ein Freymann einem Unfreyen ein Freydingiſches Gut verpfaͤndet oder verkauft, und ſich ein ander Freymann dem Unfreyen zum Beſten den Pfand⸗Schilling bekennen laͤſſet, ſoll der Verpfaͤnder und Verkaͤufer der Laͤnderey zu unfrey des Geldes, und der Freymann, der ſich den Pfand⸗Schilling bekennen laͤſſet, ſeiner Freyheit mit Weib und Kinder verfallen ſenn. XXI.) Von denen Haͤger⸗Guͤtern. Iußeit. feud. Cap. 3. S. 56. an, daß einige davor hielten, die Haͤger⸗ maͤnner haͤtten ſolchen daher, weil ſie groſſere Freyheiten wie andere haͤt⸗ ten, und gleichſam gehegte Maͤnner waͤren. Weil ich aber nicht ſinde, daß ſie vor andern Vauern etwas voraus haben ſollten, ſo halte ich auch dieſe Ableitung vor unwa vrſcheinlich, und zu weit her geſucht. Der Herr 1 n 3 von Der Ober⸗ 21) 35* ger⸗ Gu⸗ Das ihren Namen anbetrift, ſo fuͤhret Zerr Hofrath Pleiſeber iuter. 286 3)O( Sr von Gæial in Diſl. de Sure& judic. ruſticorum p. 21§. leitet ihren Namen von Hagen, d. i. einer lebendigen Hecke her. ltaque Haͤger, ſetzet er, ni⸗ hil aliud ſunt, quam qui polt vel intra ſepes véel dumeta latitant i. e, ruſtici. Atqui ſic Haͤger⸗Gerichte nihil aliud ſunt, quam judicia ru- ſtica. Allein dieſe Abſtammung ſcheinet dieſem Worte eine gar zu weit⸗ laͤuftige Bedeutung beyzulegen, und wuͤrden nach ſolchen Haͤgeriſche Guͤ⸗ ter, und Bauern⸗Guͤter einerley ſeyn. Meine Wauthmafung iſt, daß ſte zwar von einem Hagen oder Hecke ihren Namen erhalten haben, aber nur in ſofern, als wie Hagen nach Scbilters Anfuͤhren in Gloſfarin b. v. den Gerichts⸗Platz, oder den Ort wo das Ding geheget wird, an⸗ zeiget, weil nemlich ſolcher umſchloſſen oder umzaͤunet geweſen, wie denn hagen noch ſo viel als umzaͤunen bey denen Schweitzern andeutet. Sie⸗ he Herr Machter in Gloſſar. b. v. Auch fuͤhret gemeldeter Herr von Ge⸗ hel in Diſſert. de Singular. quiburd. prædits ruſticorum p. 112. an, daß ein die Laß⸗oder Laten⸗Guͤter betreffendes Gericht an einigen Orten in Weſ⸗ phalen das Hacht Geding⸗Hachting, d. i. das Gericht ſo in denen N gen oder Zaͤunen gehalten worden, und die Gerichtsſchoͤffen die Hag⸗ meiſters, d. i. Gerichtsmeiſter, genannt worden. Es hieſſen alſo Ha⸗ geriſche oder Haͤger⸗Guter ſo viel als Guͤter, die einem gewiſſen Gericht unterworfen ſind, gleichwie die Probſtdings⸗Meyerdings⸗Guͤter eben⸗ falls von dem Gericht, worunter ſie ſtehen ihren Namen erhalten haben. Sie werden auch in denen gedachter Diſſertation beygefuͤgten Protocolen Holtenſche Guͤter, z. E. P. 159. u. 10. p. 160. qu. 15., und die Beſitzer Hilterſchen p. 25§. gu. 7. genannt. Wenn nun dieſe Benennungen nicht etwa von denen Doͤrfern, in welchen die Haͤger⸗Guͤter belegen, und die Haͤgermaͤnner wohnen, hergenommen ſind, ſintemal in der Haͤger⸗ Gerichts Form de A. 16 51. ap. Dmn. Pufendorf. in Iutrod. ad Proc. Cr- vil. Brunſu. in Append. p. 7§6. der Ort: Langen Holtenſen, wo das Ge⸗ richt gehalten wird, angefuͤhret worden. So vermuthe ich faſt, daß die erſtere Benennung ebenfalls von denen unter denen Baͤumen und im Holze vor dieſem gehaltenen Gerichten herzuleiten, bey der letztern aber braucht es einer weitern Unterſuchung, ob man anſtatt Hilterſchen etwa Hillerſchen leſen muͤſſe, und daß ſolches alſo von Mill, welches im Engli⸗ ſchen einen Huͤgel anzeiget, herkomme, und die Huͤgel oder kleinen Ber⸗ ge, worauf in denen Waͤldern die Gerichte gehalten worden, und wes⸗ wegen man ſolche Oerter auch Mahlberge Montes placiti nennete. Whe⸗ gemeld be 4 icorum 2. M, tan einſ Orten das Ger— dinm Gerich höffmd orden. e jieſſat die ein—zewiſen Meveltiſs⸗C en Nat t verhalt on beys iten o. qu. 1* undi an dieſ Enennan ger⸗Gii elege „ ſinte re in da dorf. if= a. Ä gen H 3i/ ln Bo vern A ich fi ter den Zauna, uleiten— der l O(Sr⸗ 287 —— he mit mehrem du Freſne v. Malbergium ibi: placitum in eadem ſilva ad tumulum habuit) ebenfalls zu dieſem Namen Anlaß gegeben. Die Natur dieſer Guͤter ſelber anbelangend, ſo viel ich nemlich ſolche aus de⸗ nen beyden Protocollen, welche der Herr von Gabel der angefuͤhrten merkwuͤrdigen Dif. de ſingularibus quibusdam prædiis ruſticorum in ter- ris Brunſuico Luneburg& vicinia, und der eben beruͤhrten Form des Haͤger⸗Gerichts zu Langen⸗Holtenſen de A. 1651. welche der Herr von Pufendorf. der Iutroductioni in Proceſſ. Civil. Prunſu. Luneburg. p. 796. Jeãg. beydrucken laſſen, ſchlieſſen koͤnnen; ſo beſtehet ſolche in folgen⸗ den. 1) Der Beſitzer oder Haͤgermann hat wie bey andern eingegebe⸗ nen Bauer⸗Guͤtern die voͤllige Nutzung von dem Gut, an Feldern, Hol⸗ zung und dergleichen. Das erſtere erhellet aus der Lieferung des Zehen⸗ ten, und das letztere aus der ‿/p. ad quæſt. 17. p. 151. ibi:„Ein Haͤgeriſch „Mann durfte wohl in ſeinem eigenen Zoltze hauen, ſo er bekoͤhret.“ 2) Er muß davor ſeinem Haͤger⸗Junker oder Herrn gewiſſe Dienſte keiſten, ihm den Zehenten von dem Getraide, wie auch vom Federvieh und den jaͤhrlichen Erb⸗Zinß bezahlen, nicht weniger auch die Schatzung von den Guͤtern abfuͤhren, cit. Form Haͤg. Ger. qu. 15.„Wenn die „Hand⸗ und Spann⸗Dienſte des Dorffs gebuͤhren thun? Die Dienſte „gehoͤren dem Oberjaͤger. Und zu. 19. wenn einer auswendig dem „Dorffe wohnhafft, Haͤger⸗Guͤter beſitzet, welche zum Dorffe gehoͤrig, „ob er nicht mit denen andern Einwohnern in Schuld und Schatzungen „nach Vermoͤgen der Guüter gleich zu bezahlen ſchuldig und verpflichtet „ſey? Wird eingebracht: Ja ad au. 10. p. 259. ap. Gæbel. Was haben denn „des Herrn Abts Hochw.⸗⸗an den Holtenſchen und Haͤgerſchen Guͤtern „vor Recht und Gerechtigkeit zu genieſſen? Erkannt. Den gewoͤhnlichen „Dienſt, Erben⸗Zins, Koͤhr, auch von den Arthafften den Zehenden. it. ad qu. 20. p. 162. So weit der Pflug ginge, zoͤge auch das Cloſter den „Zehenten. Und ad qu. 27. p. 152. Von Feder⸗Vieh gebuͤhrte der Ze⸗ „hente, von Schweinen wuͤſte man nicht, bliebe aber in allem dabey, „wie es hergebracht. Ad 7u. 30. p. 164. Wie es vor dieſem gehalten und „rechtens geweſen, wenn die Haͤgerleute nicht jaͤhrlich auff Erfordern ih⸗ „re Zinſe entrichtet haͤtten. Wie auch ad qu. 19. ihid. Wer bey da⸗ „maligem Haͤger⸗Gericht ſeine ſchuldige Haͤger⸗Zinſe nicht wuͤrde be⸗ „zahlen.“ Ich weiß alſo nicht, warum der Herr von(œbe! dem es der Herr Hofrath Pleiſcher Iuſtit. Jur. Feud. p. 67. g. 56. gleichfalls nach⸗ 288 o Sa⸗ nachzuſchreiben beliebet, cit. Hig. p. 107. S.. geſetzet: Hægermannusé contrario meliori gaudet conditione, nec dl?o canoni vufgo ſubjeclus eſt, da er doch bald nachher g. 17. cit. Liß. ſelbſt das Gegentheil bezahet. 3) Er ſtehet wegen dieſer Guͤter unter einem gewiſſen Haͤger⸗Gericht, und iſt der Gerichtbarkeit ſeines Haͤgeriſchen Junkers unterworfen, 2u 2. „. 250.„Wenn einer den andern Haͤgeriſcher Guter halben zu beſpre⸗ „chen, wo und bey weme er ſolches thun moͤge? Relp. bey ſeinem Haͤge⸗ „riſchen Juncker. ad cit. qu. 10. p. 159. wird unter denen Gerechtigkeiten „des Herrn in denen alten Protocollen noch hinzugefuͤget: Gebot und „Verdot, Arreſt und Kummer.“ Der Hager muß bey Straffe vor die⸗ „ſem Gericht erſcheinen: Form Haͤg. Ger. p. 744.„ Wann ein Haͤger „aufs Haͤger⸗Gericht nicht erſcheinet, was deſſen Beſtraffung ſey? Ein „Pfund Geldes, wovon dem Ober⸗Haͤger der dritte Pfenning gebuͤh⸗ „ret.“ Wie ſolches Haͤger⸗Gericht beſtellet werden muͤffe iſt mit mehrem p. 149. und p. 154.- 5J. angefuhret. Von denen Gerichtskoſten und Sportuln wird F. 152. 2u. 27. 719. gehandelt. Doch iſt die Appellatian von denen geſprochenen Urtheilen, nach vorher geſuchter Reviſion, a das Hof⸗Gericht oder die Canzley erlaubet, ad qu. 14. p. 160.„ Muͤſte zu⸗ „erſt an den Herrn Abt ſuppliciren, und reviſionem actorum ſuchen, „wenn er denn auch damit nicht friedlich, ſtuͤnde ihm frey aus Hoff⸗Ge⸗ „richte oder Cantzeley zu gehen.“ 4) Er iſt nicht befugt, eine dem Herrn ſchaͤdliche Aenderung bey dem Gut vorzunehmen, 7u. 22. p. 163. „Ob ein Haͤgermann befugt, aus arthaffter Laͤnderey ohne Conſens des „Kloſters eine Zuſchlage, Wieſen oder Garten, Camp zu machen?“ Negant zu. 23.„Wenn aber ſolche neue Zuſchlaͤge, Wieſen Campen „und Garten von jemand ohne Vorbewuſt des Cloſters gemachet wuͤr⸗ „den, ob ſelbiges nicht bey naͤchſtem Haͤger⸗Gericht zu beſtraffen, und „ohnedem das Cloſter davon anſtatt des abgehenden Zehnten ein gewiſſes „an Gelde, Huͤnern und Eyern, oder ſonſt etwas zu fordern befugt ſey!. „Affirmant. Wer ſolches thaͤte, muͤſte billig 1. fl. Strafe erlegen, „und davon fuͤr den Zehnten ein Æauivalent geben.“* 5) Er darf ſolches ohne Einwilligung ſeines Herrn nicht veraͤuſſern, 4u. 12. p. 151. „Ob man auch Haͤgeriſche Guͤter verkauffen, oder ſonſt ohne Conſens „des Guts⸗Herrn alieniren moͤge, und was desfalls Recht ſey? Reſp. „Es ſey Unrecht, und muͤſſe mit Conſens des Junckern geſchaͤhen, thaͤte „es einer ohne deſſen Conſens, ſo waͤre er der Guͤter verluſtig, ad Lues 8„P. 167. —. b 93)O0O 8 geſezet d——— 282 uuo cah 5 8„p. 162. Es duͤrffe niemand ohne gehoͤrigen Conſens etwas verkauffen. ſt das a thalt„Sorm. Haͤg. Ger. p. 799. Ob ein Haͤger⸗Gut ohne Vorwiſſen des gewiſſe e⸗„Ober⸗Haͤgers an einen frembden„ der kein Häger ſey, koͤnne ver⸗ unters trdof„ſetzet oder verkaufft werden? Nein koͤnne nicht geſchehen.* Wiewohl er Güt cg deng wenn er in der hoͤchſten Noth iſt, ſo darf er ſolches zwar veraͤuſſern, al⸗ 1 Rel M ſenen lein er muß es erſtlich ſeinen naͤchſten Erben, und wenn die es nicht wol⸗ ter dq er zanti len, ſeinem Haͤgerſchen Junker anbieten und wenn ſolcher es auch nicht hinzu St. Ga verlangt, alsdann iſt ihm erſtlich die Veraͤuſſerung an jemand anders rnun D taaß erlaubt, 2u. 30. 5. 753.„Da ein Mann verarmete oder verbrannt waͤre, 287. ma n»oder ſonſt durch Gefaͤngniſſe mitgenommen wuͤrde, und keinen Troſt ſſn B. e fungi„mehr haͤtte, ob er nicht ſich zu retten ſein Haͤger⸗Gut verſetzen, oder ver⸗ „ kauffen muͤge, und was desfalls recht ſey? Reſp. Alsdann mag er in ſei⸗ er dritſ e fenng.„ner Noth, mit Wiſſen ſeiner Erben ihnen das Gut anbieten, wann die Wen 1 üun„es nicht begehren, mag ers dem Haͤgerſchen Junckern anbieten: wenn denen chlüit„der es auch nicht begehret, mag er es einem Freunde verſetzen oder Ood iie An„verkauffen. ad ·u. 1§. p. 162. Er ſolle es zuerſt dem naͤchſten Anver⸗ der geſtr Keri„wannten, und da die nicht wollen, dem Herrn Abt und Kloſter Amelungs⸗ 4ſu. 1. hurad„born anbieten, und wann die auch nicht wollen, moͤge er es wohl ei⸗ ewilion a tonn„nem andern, doch mit Conſens des Abts verſetzen oder verkauffen.“ de ihm& y ausij In der Jorm Haͤg. Ger.„. 749. iſt dem Ober⸗Haͤger in dem Fall, ſt nich Mugt, wenn das Gut an einen fremden verkauft werden ſoll, der Vorkau zunehn. 7u. ebenfalls zuerkannt:„ Wann ein Haͤger ſein Haͤger⸗Gut an einen andern Ander x neCn„fremden verkauffen wolle, ob der Vorkauff dem Ober⸗Haͤger nicht ge⸗ .( zun„ bühre, und der des Jurs prorimiſeos ſich gebrauchen moͤchte? Der ſedlän ieſenl„Ober⸗Haͤger haͤtte den Eintritt, und ſich des ſuris protimiſeos zu ge⸗ i„brauchen.“ Wie weit ſich nun dieſes Naͤher⸗Recht erſtrecke, und wel⸗ eb Soer hu che alſo unter denen naͤchſten Anverwandten, denen das zu veräuſſernete Gerihm 4 9 Gut zuvor angeboten werden müͤſſe; ſolches hat zwar die auf die 7u. 37. denden R ten 9 9. 163. gegebene Antwort entſcheiden ſollen, welche alſo lautet:„Usque twas dernai„ad tertium gradum lineæ æqualis, ſecundum computationem ci- Uig 1. Ana„vilem; aber die nur in Schwaͤgerſchafft verwannt, koͤnnten ſolche fur at gedde 9 1„ſich nicht prætendiren.“ Es muß aber allhie nothwendig ein Fehler veräuſ t= Lu. 1 des Protocolliſten vorhanden ſeyn, weil ein tertius gradus in linea , odr ohneſ æquali nach der Rechnung des juſtinianiſchen Rechts, welches auch in der desfal= dht, Seiten⸗Linie ſo viel Grade als Zeugungen ſind, zehlet, ein Non Ens Junc—* ſc und unmoͤgliche Sache iſt, Debmigene flieſſet aus dieſer Einſchraͤnkung ene e ig, ul Guter 7 ſti, 79 von 290 3 O( 88 von ſelber, daß niemand Macht habe dieſes Recht an einen fremden ab⸗ zutreten, ad qu. 34. p. 166.„An Fremdbde aber ſolches zu cediren, und „dadurch den Kaͤuffer zu hintergehen, wuͤrde niemande geſtattet.“ Auch muß ſich einer innerhalb Jahr und Tag dazu melden ibid.„Den Bluts⸗ „verwannten bliebe billig ihr Naͤher⸗Recht auf Jahr und Tag unge⸗ „kraͤnckt.“ Und koͤnnen die Kinder aus dieſem Grunde ihrer Eltern Ver⸗ aͤuſſerungen nicht wieder umſtoſſen, ad qu. 37. p. 165.„Was im uͤbrigen „erb und eigenthuͤmlich verkaufft waͤre, daran haͤtten des verkaufften „ſoll vermuthlich heiſſen Verkaͤuffers) Kinder kein Naͤher⸗Recht mehr.“ Uebrigens wird in der Form Haͤg. Ger. p. 792. zu einer guͤltigen Veraͤuſ⸗ ſerung annoch erfordert, daß der Verkaͤuffer ein Haͤger ſey, folglich, wenn ein Fremder ein Haͤger⸗Gut von ſeinen Freunden geerbet, und daſſelbe wieder verkaufen will, muß er zuvor ein Haͤger werden, ehe er es verkaufet. Und ferner p. 790. heiſfet es auf die Frage:„Wenn ein „Haͤger⸗Gut verkaufft werde, was dem Ober⸗Haͤger davon gebuͤhrete! „Dem Haͤger⸗Buche ohne Præjudiz, ſonſt 5. Kortling, wie von anſe⸗ „tzen.“ 6) Er vererbet ſolches auf ſeine Kinder und Nachkommen, und in deren Ermangelung auf ſeine naͤchſten Seiten⸗Anverwandten, Lu 3z. p. 265.„Wer in denen Erbfaͤllen, da ein Haͤgermann ab inreſtato „verſtivbet, demſelben zu Ererbung deſſen Guͤter am naͤchſten ſey 2 Erkannt. „Die Erben in abſteigender Linie, die im naͤchſten gracu dem defuncto „zugehoͤreten, ad gu. 36. ibid. Nach denen alten Rechten fielen die Haͤ⸗ „ger⸗Guͤter„wenn eine Frau keine Kinder haͤtte, auch per pacta dotalia ihr „ſolches nicht vermacht, an des defuncti naͤheſte Collateral Freunde.“ Es hat zwar das Anſehen, als ob durch die Worte: ab inteſzato, ſo⸗ wohl, als was von denen Pactis dotalibus angefuͤhret wird, ſtillſchwei⸗ gend angezeigt, und vorausgeſetzt werde, daß der Haͤgermann Macht ha⸗ be ſein Gut an jemand zu vermachen, oder ſolches durch Ehe⸗Stiftung auf ſeine Frau zu bringen. Ich halte aber davor, daß, wenn man gleich in denen neuern Zeiten und bey Haltung des damaligen Haͤgeriſchen Ge⸗ richts de X. 1715. in dieſen Gedanken ſollte geſtanden haben; ſolche Leryheit des Haͤgermanns dennoch ſo wenig der Natur der mehreſten Teutſchen Bauer⸗Guͤter uͤberhaupt, als auch ins beſondere denen uͤbrigen Berordnungen dieſer Haͤgeriſchen Guͤter gemaͤß ſey. Denn zu geſchwei⸗ gen, daß es in dem erſtern Protocoll ad 7u. 13. p. 151. ſchlechterdings heiſſet:„Und zwar der Mann, die Frauen, weil ſie nicht erben koͤn⸗ „nen, I—„—— ſemande ſe t eden ibi Das nuf Ja r ſd Grunde. Sümm 2. 165. Domt an haͤtttt o dein kein N= Nüta zu einet K igma rein H rn ſch ft en Freut= geuic ein Has Syerdan, uf die Je„M r⸗Ha on gi 5. Korth= wiew Kinder= Nachi Seiten⸗ urwan einn Haͤgtennn adr ram na Eſey! ſchſten deme lten Maa fel e, auch* ackach heſte(ral u „ We 1 imt agefubnt dd, 1 Rwa damalſta he 3 daben. te 4* ſi 99) o Ser. 291 „nen, geben keinen Koͤhr. Die Frau, ſo ſie Kinder, bliebe ad dies vi. „tœ in denen Guͤtern, wann keine Kinder oder Erben, ſiele es an „den Guts⸗Herrn.“ Folglich es nicht wahrſcheinlich iſt, daß der Haͤ⸗ germann durch ſein Verfuͤgen dem Herrn ſein Heimfallsrecht habe ent⸗ ziehen duͤrfen; ſo wird auch vorher daſelbſt auf die neunte Frage:„Ob „man auch Haͤger⸗Guͤter von einander theilen und reiſſen koͤnne, ohne „des Guts⸗Herrn Conſens, Wiſſen und Willen: dann, ob ſie auch koͤn⸗ „nen pro dote mitgegeben werden,“ die Antwort lediglich gegeben: „Die Haͤger⸗Guͤter koͤnnen ohne Conſens des Junckern nicht getheilet, „noch weniger pro dote mitgegeben werden.“ Da nun der Haͤgermann nicht einſt zum Beſten ſeiner Kinder ohne des Herrn Willen eine Ver⸗ fuͤgung uͤber ſein Gut machen darf; ſo muß es ihm noch vielweniger frey ſtehen, ſolches durch ſein Teſtament oder Eheberedung gar auf auswaͤrti⸗ ge zu bringen. Wenn alſo bey denen unter dem Kloſter Ameluncksborn ſtehenden Hoͤger⸗Guͤter ein anders gebhraͤuchlich, ſo iſt zu vermuthen, daß ſolche der eigentlichen Natur der Haͤger⸗Guͤter zuwieder laufende Ge⸗ wohnheit ſich daſelbſt nach und nach etwa bey Kriegeszeiten eingeſchli⸗ chen habe. Wie denn auch faſt ein gleiches bey denen uͤbrigen Haͤger⸗Guͤ⸗ tern bisweilen wiederrechtlich geſchehen. Denn ſo lautet es in dem er⸗ ſtern Protocoll 7u. 10. p. 250.„Wer nun ohne Conſens des Junckern „die Guͤter theilete, oder pro dote mitgebe, was der gebrochen? Reſp. „Es muͤgte in den Krieges⸗Zeiten wohl geſchehen ſeyn, der es gethan, „haͤtte daran unrecht, und zu viel gerhan, und muͤſte ſich mit dem „Guts⸗Herrn abfinden.“ Uebrigens fuͤget der Herr von Gæbel cit. Diſ. p. 106. F. 6. in fin. hinzu, daß, wie in denen Lat, alſo auch in denen Haͤger⸗ Guͤtern die unaͤchten Kinder der Mutter erbeten. Es iſt aber in denen Beylagen nichts davon zu finden, vielmehr wird bey Bruͤdern und Schwe⸗ ſtern, wenn ſolche zu der Erbfolge concurriren, die rechte Geburt aus⸗ druͤcklich erfordert, ad zu. 31. p. 153.„Wenn ſie aͤcht und recht geboh⸗ „ren ſeyn, ſo koͤnnen ſie zugleich, und zuſammen erben.“ 7) Wenn der verſtorbene Haͤgermann mehrere Kinder oder Erben hinterlaͤſſet, ſo duͤrfen ſolche das Gut unter ſich nicht theilen, es waͤre denn, daß der Herr darinn willigte. Wie aus der eben vorher angefuͤhrten 7u. 10 p. 150. erhellet. Ein neuer Beſitzer muß bey dem Herrn in gehoͤriger Zeit um die Belehnung anſuchen, und ihm die Koͤhr bezahlen. Was en Ter⸗ min anbetrift, ſo heiſſet es davon 5 2u. 6.. 150.„Muͤſſe er innerhalb Oo 2„vier 29 2) O(88⸗ „vier Wochen den Junckern anſprechen, und in Jahr und Tage den voͤl⸗ „ligen Koͤhr ausgeben.“ Imgleichen ad qu. 31. 5. 167.„Innerhalb vier „Wochen muͤſte die Anmeldung geſchehen“(oder wie es in der Frage lautet, die Guͤter wieder geſonnen werden)„und innerhalb Jahr und „Tag von denen einheimiſchen dieſelbe(nemlich die Koͤhre)„entrichtet „werden, doch bleibe dem Herrn Abt und Cloſter frey, ſolches ihrer Ge⸗ „legenheit nach ehender einzufodern. Die Koͤhre an ſich beſtehet in Ge⸗ bung eines Stuͤck Viehes, oder einer gewiſſen Summe Geldes, ad qu. 7.p. 25o. wird alſo geantwortet:„Vor dem gantzen Koͤhr als einer Huefen „Landes, eine Kuhe oder 5. Rthlr. wenn es ein voller Meyerhoff ſey, „1. Pferd nechſt dem beſten, oder dafuͤr 12. Rthlr. vom Konter aber eine „Kuh nebſt der beſten, oder dafuͤr 5. Rthlr.(Variat ſecundum conſue- „tudines locorum).“ Ad qu. 32. p. 164. iſt folgendermaſſen erkannt: „Baͤthen es bey der bey dem letzten Haͤger⸗Gerichte gemachten Verord⸗ „nung zu laſſen, daß ein Mann von einem Morgen 6. gl. und eine Frau „von einem Morgen 4. ingl. gebe.“ In der Form Haͤg. Ger. p. 790. lautet es hievon au. 10.„Wenn ein Haͤger ſtuͤrbe, was dem Ober⸗Haͤ⸗ „ger gebuͤhre! Eingebracht. Muͤſte ſich mit dem Ober⸗Haͤger verglei⸗ 30— „chen, oder darnach das Haͤger⸗Gericht ſey, eine Kuh geben. Und cu. 16.„Wenn einer in Langen⸗Holtenſen ſich wollte niederſetzen auf „ein Haͤger⸗Gut, was dem Ober⸗Haͤger davon gebuͤhre? Soll der Haͤger „mit dem Ober⸗Haͤger ſich abſinden, oder einen Thlr. geben.“ Wenn einer mehr als ein Haͤger⸗Gut beſitzet, muß er von jedwedem Gut die Koͤhr bezahlen, nach dem Ausſpruch ad qu. 11. p. 15.„So mannig Gut, „ſo mannigen Koͤhr. Bey dem Abſterben des Herrn aber bezahlet er „nichts, ad qu.§. p. 15.„Wenn ein angeſchriebener Haͤgermann ſtuͤr⸗ „be, ſo gebuhret der Koͤhr, aber nicht wenn der Haͤger⸗Juncker ſtuͤrbe.“ Es wird uͤbrigens durch dieſe bey denen Haͤger⸗Guͤtern uͤbliche Bezahlung der Koͤhr auch dasjenige, was wir oben bey denen Churmed⸗Guͤtern an⸗ gemerkt haben, bekraͤftiget, daß nemlich dieſes eine Abgift ſey, welche man als ein Zeichen der von dem Herrn dem neuen Beſitzer geſchehenen Eingebung des Guts, und daß er dadurch ein rechtmaͤßiger Innhaber deſſelben geworden, angeſehen. Denn ſo heiſſet es ausdruͤcklich in der au. g. p. 150.„Wann der Haͤger⸗Juncker ſtuͤrbe, ob dann die Haͤger⸗ „maͤnner nicht die Saͤger⸗Guͤter allemal de novo recognoſciren mu⸗ „ſten?“ In der eben angefuͤhrten Antwort aber wird die Keroaäuon urch —— —— oder wi und in lich die ſter frey 145 ddre anc Summeſ 85 den n Irina d ein voh pyeh thlr. vot 4 (Variat 1r duamdu folgend ſen erichte g4 d hiend dorgen 6 Ide. der Form. Gn ſürde, mem. it dem Oa daäge „ eine eben. ſich wo S eder n gebuh Holld den Thlo en.“ zer von zeden p. 181.= mm des Her derti hriebendh— gerni der Haͤg= uncker „Guͤtern Dhe 2r denen C 1-— d⸗Gh 86 4 ſes eine ſt ſe 5 1 19 eel 9 M neuen 5„e mrat* iſp m! h. deiſſet!. deh 1 893„6( ⸗ 8 293 durch die Bezahlung des Koͤhrs erklaͤret. Und in der oben bereits befind⸗ lichen Antwort ad ju. 17. p. 151. wird dem Haͤgermann nur das Recht, in ſeinem Holze zu hauen, zugeſtanden, ſo er bekoͤhrer. In der Form Haͤg. Ger. p. 7§9. wird es anſetzen genannt, und iſt folgendes davon verordnet:„Wenn ein Haͤger in gebuͤhrlicher Zeit ſich nicht anſetzen laſ⸗ „ſe, was ſeine Straffe ſey? Eingebracht: Was Rechtens und das Haͤ⸗ „ger⸗Buch mit ſich fuͤhret, ſolches wird dem Ober⸗Haͤger heimgeſtellt, „doch Gnade beym Rechten begehret, ſonſten ſey das Gut verfallen. „Wie kange oder kurtz die gebuͤhrliche Zeit zu verſtehen ſey, in welcher „der Haͤger ſich ſoll laſſen anſetzen? Eingebe. So lange angebran von „der andern leuchtet, und die auswendige innerhalb ſechs Wochen; Es „ſey denn Sache, daß von dem Ober⸗Haͤger dem Haͤger mehr Zeit geben „werde.“ 9) Ein Haͤgermann kann wegen ſehr vieler Verbrechen ſei⸗ nes Guts verluſtig werden, als. a) Wenn er in Haͤgerſchen Sachen vor einem andern als dem Haͤger⸗Gericht Recht ſucht, ad„zu. z. p. 750. „Wenn einer an andere Orten in Haͤgerſchen Sachen ſein Recht ſuchte, „ſo waͤre er ſeiner Guͤter verfallen. In dem zweyten Ameluncksborni⸗ „ſchen Protocoll ad Qu. 12. p. 259. heiſſet es nur:„Wer dagegen handel⸗ „te, ſiele in des Herrn Abts und Cloſters wiſlkuͤhrliche Beſtraffung.“ b) Wenn er daszjenige ſo er von ſeinem Gut zu bezahlen ſchuldig, boshaf⸗ ter Weiſe nicht richtig abfuͤhret, 7u. 5. p. 250o.„Wenn ein Haͤgermann „ſeine Pflicht verſaͤſſe, und mit Vorſatz von dem Gute nicht die Gebuͤhr „geben wollte, was derſelbe ſchuldig, und ob nicht die Guͤter an den „Haͤger⸗Juncker verfallen? Be. Wenn ein Haͤgermann nicht zu gebuͤhr⸗ „licher Zeit præſtanda præſtiret, waͤre er ſeiner Guͤter verfallen.“ Was insbeſondere den jahrlichen Haͤger⸗Zinß anbetrift, ſo heiſſet es davon ad gu. 30. p. 10½.„So manchen Tag ſelbige(die Haͤger⸗Leute) damit zu⸗ „ruͤck geblieben, ſo vielmahl gedoppelt haͤtte die Haͤger⸗Zinſe muͤſſen erle⸗ „get werden.“ Welches aber durch das bey eben dieſem Gerichte verle⸗ ſene Hoch⸗Fuͤrſtl. Mandatum de A. 1696. dahin geaͤndert worden,„daß „wer bey damahligen Haͤger⸗Gerichte, lauten die Worte cit. p. 164., „ſeine ſchuldige Haͤger⸗Zinſe nicht wuͤrde bezahlen, und kuͤnftig das Cur- „rent jaͤhrlich langſtens den 8. Tag nach Michael, nicht ans Cloſter lie⸗ „fern, derſelbe dadurch ſeiner Guͤter ſich ſelbſt priviren ſollte, laut publi⸗ »„eirten ediets, wovon auch keine eintzige Entſchuldigung entheben, oder „loßmachen wuͤrde.“ Form Haͤg. Ger.„. 799.„Wann ein Haͤger ſeine Oo 3.„gebuͤh⸗ 294 889 00 Sor⸗ „gebuͤhrende Haͤger⸗Zinſe nicht entrichtet, was derſelbe verwirket? Was „vor Alters her gebraͤuchlich geweſen, ſoll dabey verbleiben, und der „Ober⸗Haͤger ſoll die Haͤger⸗Guͤter, wenn die Haͤger⸗Zinſe in dreyen Jah⸗ „ren nicht entrichtet, zu ſich nehmen.“ Wegen der ſaumhaftigen und Wiederſpenſtigen in Abfuͤhrung der Koͤhre heiſſet es ad qu. 33.„. 165.„Re- „ferunt ſe ad priora, addunt: Wolte ja jemand ſich zu zahlen nicht an⸗ „ſchicken, koͤnnte ja das Kloſter die Guͤter in Arreſt legen, auch bey fer⸗ „nerer Wiederſetzlichkeit die Kohren von quartalen zu quartalen verdop⸗ „peln und wenn ſelbige dann ſo hoch geſtiegen, als die Haͤger⸗Guͤter „werth, ſelbige dafuͤr ans Cloſter zu nehmen.“ Wenn alſo der Herr von Gæbhel c. Diſſ. p. 111. F. 17. uͤberhaupt ſetzet: Bona hægermannica amit- tuntur, ſi tertius poſt non ſolutum canonem elaßſus ſit aunnus. So kommt ſolches zwar mit dem, was aus der Form des Haͤger⸗Gerichts von uns angefuͤhret worden, aber keinesweges mit denen von ihm beyg⸗ brachten Protocollen uͤberein. c) Wenn er ohne Erlaubniß ſeines Herr oder Haͤger⸗Junkers das Gut veraͤuſſert, ad qu. 12. p. 151.„Thaͤte o „einer(daß er das Gut veraͤuſſerte) ohne des Junckers Conſens, ſo waͤ⸗ „re er der Guͤter verluſtig.“ ad qu. 19. p. 162.„Wer die Veraͤuſſerung „nicht anmeldete, derſelbe machte ſich ſelbſt der Guͤter eo ipſo den Rech⸗ „ten nach verluſtig, add. ad qu. 15. p. 164.* d) Wenn er ſein Gut inner⸗ halb vier Wochen nicht muthet, oder daraum anſinnet, adqu, 1, p. z:. „Wenn er nicht in vier Wochen Richtigkeit machte, und alſo muthwillig „verſaͤſſe, verfielen die Guͤter dem Junckern, es muͤſte aber allhier oder „in der Naͤhe ein Verwalter ſeyn“(bey dem er ſich nemlich melden koͤn⸗ nen). e) Wenn er argliſtiger Weiſe ſich wegen der ihm angeſetzten Bruͤche nicht vergleichet, 7u. 26. p. 152.„Wenn einer ſtilleſchweigent, „ehe er mit den Junckern wegen des Nachſtandes oder Bruͤche abgehan⸗ „delt, nach Hauſe ginge, was demſelben geſchehen ſoll? K. Es waͤre „nicht recht, wenn ers thaͤte, ſoll ſich ſolcherwegen mit dem Juncker ab⸗ „finden, ſo gut er koͤnnte, thaͤte er es aber muthwilliger Weiſe, ſey er „ſeiner Guͤter verluſtig.“ f) Wenn er in dem geforderten Verzeichniß al⸗ ler ſeiner Haͤger⸗Guͤter einige verſchwiegen. A4 qu. 15. p. 100.„Daß „man an ſeiten des Cloſters die Abrede genommen, und veſt beſchloſ⸗ „ſen, innerhalb einigen Tagen ſelbſt die Feldmarck, und Stuͤcke Hol⸗ „tiſcher und Haͤger⸗Laͤnderey und Wieſen zu beſehen, und zu be⸗ „ſchreiben, wobey denn ohnfehlbar dasjenige, was verſchwiegen, „wor⸗ — † — derſc n dabey— n,n ſet es ad 0 and ſichſt ant Arreſt auht rtalen zj ulag gen, alg dig⸗ * Went 1 dag Bona b4 mca em eleh a zorm des 3 ger⸗0. à wit d on ia hoe Erlqt c ſähſ ad qu. 12¼— ſt. 3Juncket mſens 2.„W= Wenj der Guͤte= iplod 1) Wen wein. anſinne dau! nachte Vj Silſo m „es mih ver al er ſich l*ch m wegen 1)=hm an Denn ei mlleſce ades od— uches ſchehen 13 K. 9 wegen ³. mn Ju⸗ muthwi Mi gee E A. AA P. monnen du 9 ldmark a) Sh und; 4 1 92) O(868⸗ b b 295 „worden der privation unterwuͤrffig, und dem „ſeyn ſoll.“ XXII.) Von denen Hſpitüs oder Hſtiſtis. Rs kommt mir nicht unwahrſcheinlich vor, daß dieſer Namen einigen Bauer⸗Guͤtern in dreyerley Abſicht koͤnne beygeleget worden ſeyn, und daß es alſo auch gewiſſermaſſen dreyerley Gattungen von Hoſpitiis gegeben. 1) So, halte ich, hat man diejenigen Guͤter, welche an jemand zuerſt eingegeben, Hoſpuia genannt, vielleicht deswegen, weil die erſten Beſitzer darauf bewirthet und eingenommen, oder als Gaͤſte und neue Bewohner darauf geſetzet worden. Wie denn ſolche Hoſpitia vornemlich bey denen neuausgerotteten und angebaueten Laͤndern angeleget wurden. So heiſ⸗ ſet es z. E. in einer Urkunde Graf Theobaldi de A. 1200. ap. du Preſue h. d5. Ita tamen, quod de nemoribus illis nibil amplius poterunt exſtirpare, nec villam illic conſtruere, nec 50/bites ponere. TLabular. Lindosinenſe Cb. 5o. ihid. Dedit Radulphus uxorque ſua totam terram, quam habe- bat ad villam Leurei tam in 5%, quam in plano, tali convenientia, ut Monachi eandem terram bhoſpitari jacerent,& de hisden hoſpitibus ſex proprios haberent, de ceteris vero medietatem,&ñ Radulphus aliam. Die Hoſpires oder Beſitzer ſolcher Hoſtiſiarum wurden etwas beſſer und gelinder, wie die uͤbrigen Knechtiſche Bauern gehalten, wie aus der Urkunde Lulovici lt. de A. 1179. in Tubular. Monaſt.. Ge- novef ap. du Freſue b. v. zu ſchlieſſen. Cum Abbas—& Canonici aſ- ſererent homines de Rodoniaco ſervos ſe Eccleſiæ ſuæ, homines id pe- nitus negaverunt,& ſoſe tantum bo ſpites Ecleſiæ& colonos eſſe confelſſi ſunt. Sie bezahleten vor die ihnen angewieſenen Laͤndereyen einen jaͤhr⸗ lichen Zinß Tabular.&t. Mauri A. 1245. Octo ſolidi annui cenſus in dua- bus 50/1 /, Charta Odouis Epiſc. Paris. de A. 1199. Terram noſtram de Marna, in qua nemus olim fuiſſe dignoſcitur ad H 2iſtas dedimus ad cenſum: tali modo, quod quælibet hoſtiſia habebit 8. arpennos ter- ræ cultibiles,& unum arpennum ad herbagium faciendum. Wo⸗ bey meiner Meinung nach a Fre ue ohne Urſach anſtatt herbagium her⸗ bergium leſen will, indem ganz klar erhellet, daß 8. arpenni(arpens) zur Beſaͤung und Bepflanzung, und einer um ſolches zum Wieſenwachs zu gebrauchen, ſollten gewidmet ſeyn. 2) So ſind auch vermuthlich diejenigen Bauer⸗Hoͤfe Hoſpitia genannt worden, deren Beſitzer den b Herrm Cloſter heimgefallen ſpitia. 296 9) O(86 nere. Da iſt es nun glaublich, daß man die mit ſolcher Beſchwerde be⸗ haften Guͤter bisweilen ebenfalls Hoſpiia genannt hat, und Hernunhe 34 . ———1..„ — dſie Ph 8 bey gegeden 9 nen ret g dasſer en Sti g hzint nejare, E chſſtt ſtagiat e mannte. .II. d. K m tum(1 AMcP) ülla ES=i, 4 ſtros di erre 5. 49. 4— ſuni 3) Ei D ſoſſtt men, ndie K denen Aternr enernh Luf ihn wordet Dami gen krdan,ſon nsmitt’ was ni bezahl 1Eotn Coles.=2. klü nbertus l am. In ad Æ⁸ Keu Humild! er 3 vigs 1 Tafen Teci. 1ent. 13 aaction 2bleq 9 6 u d 0= Neſche mit 35 erni 38) 0(86 29 ich faſt, daß die vielen in dem Polyptico Monaſt. Foſſatenſ. in Ahpeud. Mor. Vet. ap. Palux. T. 11, p. 1397. ſeãqa. angefuͤhrten Hoſpitia, weil ihre Abgiften blos in Victualien beſtanden, zum Theil zu dieſer Claſſe zu rechnen, und deren Einkuͤnfte zu denen Bewirthungen gewidmet geweſen. Denn ſo heiſſet z. E. Hoſpitia VI. ſolvunt communiter mod. 11I.& dimidium, unusquisque vero pullum cum ovis, und gleich nachhero: Habet in curte Protalio hoſpitia IV. ſolvit unusquisque per fingulos annos devino mod. I.& pullum cum ovis. Daß uͤbrigens die Hoſpi- tia auch zu Lehn ertheilet worden, lehret uns eben dieſes Polypticon mit dieſen Worten: De quibus manſis ſint in keneſicio V.& dimid.& 5% Ppiciuum 1.„ b XXIII) Von denen Hufen⸗oder Huben⸗Guͤtern. Es erhellet nicht allein aus denen von da Freſue v. Huba angefuͤhrtens — Stellen, denen mit leichter Muhe noch viele andere hinzugefuͤget wer⸗ den koͤnnten, ſondern es lehret auch das noch im Teutſchen vorhandene und gebraͤuchliche Wort Hufe, daß darunter uͤberhaupt eine gewiſſe Groͤſ⸗ ſe Feldes oder Ackers verſtanden werde, nach deren Verhaͤltniß man auch bisweilen die Groͤſſe einer Weyde, Waldung und dergleichen beſtimmet, wie ſolches noch heutiges Tages nichts ungewoͤhnliches iſt, woraus die Re⸗ densarken in denen Urkunden bey du Freſue b v. una hoba in campis, in terra,& altera in ſuvis leicht zu erklaͤren ſind. Was die eigentliche Groͤſſe einer Hufe anbetrift, ſo iſt erſtlich dieſelbe in allen Provinzien an ſich nicht einerley geweſen, und hernach ſo ſind auch die geringere Eintheilungen von acris aucingis, arpennis, croadis, jornalibus, jugeribus und derglei⸗ chen, wornach die Hufen in denen Urkunden gerechnet ſind, hinwiederum ſehr unterſchieden. Z. E. in einer Urkunde de 4. 779. bey Herr Shannat in Bachonia Veteri ſchenket einer: Hobam unam hoc eſt XXX. jugera terræ aratoriæ, und hingegen in einer andern de A. 1103. in libro Hir- ſaug. Monaſter. heiſſet es: lllic(in Franconia) EX. zugera unum ho- bam faciebant: ſed nobæ ibi ſex faciebant Hirſaugienlibus XII. Sie⸗ he Herr Potgieſſer de Statu Servor. p. 227. In dem Dinghoffs⸗Recht zu Nieder⸗Haußbergen ap. Schilt. Diſſ. de Curiis Dominic. p. õ0o. ſtehet: „Und hat jede Hube dreyſig Acker.”“ Im Wratehover aber p. 604. „Von einer Huben, das iſt X2.ll. Acker. Und im Ekholtzbeimer p. 605.„Und thun viertzig Acker eine Huobe, auch hant ſie eine Huobe 2 22 da 298 2 o(a „da genannt Jagehuobe, die hett uff 11. Acker.“ Man haͤlt insgemein auch davor, daß Nuba bisweilen ein ganzes Gut bedeute, mit allen dazu gehoͤrigen Haͤuſſer, Wieſen, Aeckern ꝛc. wie davon Gerr Potgieſſer c. 1. auſſer denen von du Ereſne b. v. beygebrachten Stellen noch unterſchiedene hinzugefuget hat. So heiſſet es z. E. in einer Urkunde bey Goldaſt. An. tiquit. Alemaun. T. II. u. 49. Medietatem de ipſa boba Fruchanolui, boc eſt cum caſis, caſatis, pumariis campis, pratis, ſylvis, aquis aqna- rumve decurſibus. Und ap. Brovverum Lib. IIlI. Autiquit. Fulden.. Cap. JI. Numerus mancipiorum 2ſ4., villarum 23., præd iorum ſi- de bubarum 170. Ich glaube aber, daß hiebey eine Verwechſelung der beyden teutſchen Woͤrter Hoff und Hufe vorgegangen, und beyde im La⸗ teiniſchen durch Hoba, Huba, Hova, Hobunna,(Hofung) uͤber⸗ ſetzet worden. Ob nun gleich das Wort Huba oder Hufe allen Aeckern und Fa⸗ dern, in ſoferne ſie eine gewiſſe Groͤſſe haben, zukommen kann, und die ſerwegen der Name buharius an und vor ſich gleichfalls allgemein iſt und allen Beſitzern einiger Laͤndereyen beygeleget werden kann; ſo iſt doch zu merken, daß man einige Bauern vielleicht deswegen, weil man ih⸗ nen eine ganze Hufe und alſo eine groͤſſere Anzahl Aecker wie denen meh⸗ ‿8 reſten eingegeben, insbeſondere Hubarios, Zuͤber, Zuͤffner, Vollhuͤff ner und ihre Guͤter in dieſer Abſicht auch vor andern Huben⸗Guͤter ge⸗ eiſſen hat. Was die Beſchaffenheit dieſer Guͤter anbetrift, ſo iſt leicht zu er⸗ achten, daß ſie, wie andere Bauer⸗Guͤter von gleicher Benennung, an allen Orten nicht einerley Natur haben. Unterdeſſen, weil ſie doch in vielen eine groſſe Aehnlichkeit mit einander haben; ſo wollen wir, in Er⸗ mangelung mehrerer Nachrichten, die vornehmſten Rechte und Pflichten derjenigen Huͤbner, von welchen die von Schilter ſeiner Diſſertation d Curiis Dominicalibus beygefuͤgte Dingrechte einen Unterricht geben, allhie kuͤrzlich anfuͤhren, da es denn hernach deſto leichter ſeyn wird, die Abwei⸗ chungen, die in einer jedweden Provinz bey dieſem und jenem Punct vor⸗ kommen, zu merken. b 1) Die Zuͤbner ſtehen wegen dieſer Guͤter unter einem beſondern Gericht oder Ding⸗Hofe, bey welchen Gerichten, ſie ſelbſt das Recht mit weiſen. Dinghoff Monaſter. Ebersheim. p. 596.„So ein mag die ein „dis Gothusman verlieren ſin eigen, noch ſin erbe, noch en ſol zu keiner 4 5 ———— ellen n ctert grtund 1 Gol lpa 1 a wen atis, agun tum A kFalm eine rS ecſt angen t a beyaen unna,— ofung) e allen Rekenm zukom am annen ˖gleich Jalam et wer m*nn,i t dew&, welt 461 Acm diede ber, 1ᷣ ter,I andert ben⸗ detrift iſt li terdeſe deil ſe⸗ 330(a b 295 „Notrede ſtan darumbe, wande in dieſeme offen Dinge.“ Dingro⸗ tul zu Capell. 599.„Und ſullent die Huber die dru Ding ſuchen, „und wer zu ir eime niht komet, der wettet in dem nehſten Dinge dar⸗ „nach zwene Schillinge Strasb. pfennige, die ſullent werden den Hubern „zu irme Koſten.“ Es wird ſolches Gericht bey einigen Hoͤfen jaͤhrlich einmal, wie zu Ebersheim p. 5§., bey andern zweymal, wie zu Nie⸗ der⸗Haußbergen p. 600., bey andern dreymal, wie zu Gruſſenheim p. Jo., und zu Wratzhoven p. 602., bey andern viermal, wie zu Sy⸗ goltzheim p. 5§§., gehalten. Wozu nebſt dem Herren und denen Meyern oder Richtern die Huͤbner oder Beyſitzer die Koſten as Getraide, Brod, Wein und dergleichen hergeben muͤſſen, wie oben bey dene Dinghoͤfen bereits angefuͤhret worden. Daß aber die Huͤbner ſelbſt das Gericht mit beſeſſen, und Urtheil und Recht gewieſen, auch daß zu dem Ende, wenn die Guͤter an Weiber, Kinder, Kirchen oder dergleichen ge⸗ fallen, ſolche an ihrer Stelle einen tuͤchtigen Dingmann ſtellen muͤſſen, erhellet unter andern aus dem zum Beſchluß dieſer Abhandlung beyge⸗ fuͤgte Auszug ſub M. z. und 2. 2) Sie muͤſſen ihren Herrn einen Eyd der Treue ſchwoͤren, und ſich insbeſondere auch zu der Handhabung des Gerichts verpflichten. Ding⸗ hoff von Ebersheim p.§o.„Dis iſt der Huber Eidt. Ich N. globe „und ſchwere meynem Herrn dem Abt von Ebersheimmunſter und ſynem „Guttshuſe truwe und holt zu ſin. Iren Schaden wenden und warnen, „Frommen und Nutz werben, darzu fordern, diſſen Dinghoff wie von al⸗ „ter harkomen, helffen halten und hanthaben, als mir Gott helff und die „heiligen. Dingrotull zu Capell p. 599.&c.„Auff dergleichen Huber⸗ Eyd wird auch vermuthlich in dem cit. Auszug /ub W. 2. gezielet, wenn das Unternehmen der Hubener, daß ſie zu Schmaͤlerung des Hub⸗Ge⸗ richts und der Herrſchaftlichen Gerechtſamen die Guͤter an Kindern auf⸗ geben, vor unbillig gehalten wird, beſundert nachdeme ſie Unſern Hrn und „dem Goitshuſſe gemant ſint.“ d. i. nachdem ſie mit ihren Hub⸗Guͤtern beliehen ſind, den Huber⸗Eyd abgeſchworen, und alſo Mannen oder Lehnsleute des Kloſters geworden. 13 3) Sie haben nicht alle eine gleiche Anzahl Laͤndereyen, wie man etwa obangefuͤhrtermaſſen aus dem Namen ſchlieſſen moͤchte, ſondern ein jedweder, der etwas von dieſen Guͤtern in Beſitz hat, es mag wenig oder viel ſeyn, wird dadurch Huͤber und muß den Huber⸗Eyd ſchwoͤren. b Pp 2. Ding⸗ SA e n F 3 8 Dingrotul zu Capell p. 599.„Wer des Guts iht hat oder hyn noch ge⸗ „winnet, ſin ſie lusel oder vil, der iſt Huber, und ſol unſerme Herrn hove oder ſime Meigern an finer ſtatt, hulden und ſchweren, „“ ½½ 4 4 8 4 ₰ H 3 20. 4-; 3 11„„ 2 4 8 23 wendenve, und alles UA ein Hu ber von ſimle gute ſchulbig iſt zu tunde.“ — 8 A2 27 8.. 6 8 6 1 G 7. 1 4 1 6 8 8, Man ſindet alſo unter ihnen einige, die eigene Guͤter haben, und damit wieder geringere Bauren oder Hinterſaſſen belehnen. 10414. p. 799.„We⸗ Hinderſeſſe vellet dem Huͤber, obe er ſtirbt.“ 3 „des Biſchoffs Meiger in dem Selehove mit der Huber rat ſetzen zwe⸗ „ne Forſtere einen von des Biſchoffs wegen, den andern von der Gemein⸗ „de wegen, die ſullent des Waldes huten, die Huber die uff dem eigen ſi⸗ „tzen hant recht in den Walt wer bowen wil zu howende zu einen Huͤſſe „fuͤnff groſſe boͤme⸗⸗⸗ Vurbaß hant die Huber dar in recht⸗⸗⸗⸗ mit „den(ſwoin)⸗⸗ in 3 „geben einen pfennig und niht me.. 3) Sie bezahlen einen jaͤhrlichen Zinß oder Pacht us Curic Gru- ſenbeim. 591.„In diſen ſelben hof hoͤren och ſiebentzehen Huben, die „zinſenr minen Herren dem Appete, und git jede Hube ſehs ſchilling „Baſeler Phenninge, und jede hube ſehs Seyſter futers, und jeder Sey⸗ „ſter ſehs Pfenninge zu Usferte. Dinghoffs⸗Recht zu Nieder⸗Hauß⸗ bergen 5. 600.„Und zinſet jede⸗ Hube 5. Schilling Pfenn und ein vier⸗ „tel Rocken und Habern zu St. Martins Tage ꝛc.“ Wozu auch die Meyer oder Vogte bey dieſen Dinghoͤfen gehalten ſind. Hub⸗Recht zu Haſelache p. 596.:„Das die Dogtige ſoll geben jergeliche entzwiſchen „den zweie Meſſen zu rechter Bette und nit me denne XXIV. Pfunt Pfen⸗ „ninge⸗⸗ ouch geben dru hunre. In dem eit. Auszug: ibi: Gibt die „Zinſe davon na als vor.. 6) Sie muͤſſen die Frohnden leiſten⸗ Dinghoff zu Ebersheim p. 693.„So hat eine herre drige Aahte Tage imme Jare, alſo daz in „jedez Zus einen Tage wan ſol tun, einen ze grabende, das ſie teuren ⸗in den Wald zu eckern, und ſol von jegelichen ſchwine —“n —.— lhat dna. undſe eeh duld t dſöm nde 2 Scha te ſchu iam Uter W en. I1 9 dinder f dahn je Wa n berch trift, E aezenm Waldu x haba et, iſi Je wien Ucber ſriben M der Su=cat ſt mandet— aded Huder= ff denh u hom=zu ent der dat e t; ſol vol wällichen e Pat aus(n ſiebet een Ha der fut Ind ſ Recht Niedel⸗ illng n und 6 Lage Wozl 3 dlten ſ= GHab⸗e ben ie che enn — denne. in . Au ☛ bi. t jede n e ſeht — )O er 230 — „ſtant, unde git man zweigen ein drincken wines unde mus unde nachtes „jegelichen ein ſleht brot. So hat er einen dag zu howende.“ Imgleichen p. 591. Dinghoff zu Mieder⸗ Haußbergen p. 601.„Item von jeden 5. „Schillingen der vorgenannten Zinſe ſoll man uns ein Acker ehren vier „werbe in dem Jahr und an dem hinderſten Tage, ſo gibt man dann ein 2) Winige ſind dabey mit dem Verpflegungs⸗Recht beſchweret. Dinghoff zu Ebersheim. 71.„Dieſe Hofe ligent alle in deme rehte ꝛc.“ (Siehe dieſe Stelle vorher bey denen Hoſpitiis)„⸗⸗ Und ſoll der Buͤt⸗ „ſol den val der meiger deme Abbete entwirten.“ Curia Dominic. Gruſ- 3„ 4„„ 1—, 2 4.. 3 4 2 3 4— ſeurb. p. oa. cit. Auszug n. 1. ibi:„Von todes wegenn abe gegangenn nach dem ein anderer Huber das Naͤher⸗Recht. Cur. Dominig. Grufen- Dinghoff 3u Ebersheim 9. 586. In den Auezud„r. v. iſt von dem Naͤher⸗Recht des Herrn bey Veraͤuſſerung des Hub⸗Guts zwar nichts verordnet, doch iſt dagegen Daladsu erſehen, daß ſolche Veraͤuſſerung 302) O(Sor⸗ ohne rechtmaͤßige Urſache nicht ſoll vorgenommen werden, und daß des Herrn Verſtattung oder Einwilligung dazu erfordert wird, auch daß uͤber⸗ haupt die Hube an niemand, der dem Hub⸗Recht kein Genuͤgen thun kann, oder dem Hub⸗Gericht gehoͤrig beyzuwohnen untuͤchtig iſt, ſoll vergiftet oder vergeben werden. 10) Ein neuer Huber muß ſich von dem Herrn oder deſſen Gevoll⸗ maͤchtigten in den Beſitz des Guts ſetzen laſſen, und davor den Ehrſchatz be⸗ zahlen. Dinghoff zu Ebersheim p. 5§6.„Man ſoll och wiſſen, wie „ein gut verendert wirt, das man das empfahen ſol von einem Appete „und vuͤr erſchatzen.“ Cur. Domin. ruſenb. p. 592.„Were och das ein „gut verendert wurde, das man es ſolte empfahen, das git zu Erſchatz al⸗ „ſo vil alſo der Zinſe ſint die von dem Gute gont. Iſt aber der ders em⸗ „phohet ein Gotzhusman, ſo git er halb alſo vil.“ Dinghoffsr. zu Mieder⸗Haußbergen p. 5⁰1. Dinghoff zu Wratzhoven 5. 603. Wo⸗ bey er auch zugleich denen uͤbrigen Huͤbenern etwas entrichten muß. Ding⸗ hoff zu Nieder⸗Haußbergen p. 60z.„Wenn ein Gut, das in den „Hof zinſet veraͤndert wuͤrd, ſo gibt der es empfahet dem Meyer Erſchatz „das iſt den halben Zinß und ein Viertel Weines, und gibt den Hu⸗ „bern ein Ohmen Weines, doch ſollent die Huber genode thun an Wei⸗ „ne.“ Dinghoff zu Wratzhoven p. 60½.„Und welcher Gut emphahet „es ſyge nach doter oder lebendiger Hant, der git auch den Zuͤbern von „einer Huben, daß iſt 42. Acker einen Seſter Korns, ſechs Viertel Wins, „vier Brot und vier Keſe.“ Recht zu Eckboltzheim p. 609.„Wenn ein „Gut inn Dinckhoff gehoͤrig, es ſeye nach todter oder lebendiger hant, ver⸗ „aͤndert und faͤllig wird, daß dann der oder die an welche ſolch veraͤndert „Gut erblich, oder in andere Weiß fallt⸗⸗⸗ gemeinen Huobern und „Stulgenoſſen, nicht mehr denn einmahl vier Maſſen Weins fuͤr den „Erſchaz und Juprecht zu geben ſchuldig ſeyn ſollen.“ Und von An. shelmo Abbate Laurishamenſi heiſſet es ap. Freher. Orig. Pal. Tom.. p. 39. app. cit. à Struben de Jure I'illic. p. 37. Aream& vineas in Seri- zesheim hobariis atque curtariis, præter ea quæ jam in ſervitio ha- buerunt, ſub annua& determinata penſione jure hereditario con- tradidit eisque conceſſit, ut cum aliquis bobariorum obierit, heres ejus tantum quinque ſolidos Wormatienſis monetæ ſupra dicti loci præpo- ſito,& unicam ejus villico trihuat, ac hereditatem ſuam poſſideat. Daß die Meyer und Huber bisweilen bey der Vergebung der Guͤter feuß b ihrem errn aſeng. ddavd heſt dan ſoſ wſſe, en ſotſ einent ad entt uml an ein=, dor fahet dNeyas ines, m güt uber tthunn dd wel=Gute git au vn gi ens, Vieri zheim!§.„ roderedigelſt an mdo ſelchne )o(8 1 303 ihrem Herrn Einrede thun wollen, erhellet aus der Urkunde de 1. 12747. in Hiſtor. Mediani Monaſt. p. 332. ap. du Eeſue b. v. Moviſſ. edit. Pro- nuntiavimus prædictum Abbatem— omnes agros, qui jure pro- prietatis ad ſœpe dictam curiam ſpectare noſsuntur, couferre poſſé & debere ſine reclamatione Villici& Hubariorum dictæ villæ. 11) Wenn ſie ſich in der Bezahlung des jaͤhrlichen Zinſes ſaͤumig erweiſen, ſo waͤchſet erſtlich der Zinß an ſich, ferner iſt der Herr berechti⸗ get, den Huber deswegen zu pfaͤnden, oder endlich das Gut gar einzu⸗ ziehen. Cur. Domin. in Gruſſenb. p. 592.„Wer es och das ſich jeman „ſumete an ſinen Zinſen oder an andern hofes rechten, deme ſol man ta⸗ „gen uff ſin Gut alſo recht iſt. Und uͤberſizet er jar und tag, das deme „gute zu trigen dingen usgetaget wuͤrt, ſo ſol der Meiger das Gut ziehen „in des Appetes gewalt, und ſol in ein Voget das uffe ſchirmen vor ge⸗ „walt⸗⸗⸗⸗Es iſt och ze wiſſende, wer ſine Zinſe nut en git uff den tag, „ſo ein Appet gedinge het und ſine zinſe fordert, der ſol ſu geben uber ah⸗ „te tage mit der beſſerunge.“ Dinghoffsr. zu Nieder⸗Haußbergen p. 6017.„Welcher Huber oder Schuldgenoß zu den vorgenannten Dingen „nit entkummet, oder ſeine Zinſe zu St. Martins Nacht nicht haͤtt ge⸗ „richtet, dem mag der Meyer ſeine Guͤter verbieten, daß er nicht darauf „fahre noch ſie baue, fahrt er aber darnach darauf, ſo ſoll ihme der Vogt „ein Pfand nehmen, und das Pfand in den Hoff fuͤhren, und laſſen in „dem Hoffe 7. Tage, und bezahlet er den nicht die Zinſe, und die Wet⸗ „te, die er verbrochen hatt in denſelben 7. Tagen, ſo ſoll es der Vogt be⸗ „zahlen und das Pfand behalten.“ Womit auch die Verordnung des Dinghoffs zu Wratzhoven p. 63. in vielen uͤbereinkommt, zum Be⸗ ſchluß p. 60¼. aber wird noch hinzugefuget.„Es iſt ouch zu wiſſen⸗ „de, woͤller Huͤber oder Leheman nit entrichtet, alſo vorgeſchrieben ſtet, „ſo muͤgent die Herren⸗⸗ob ſie woͤllent der eygenſchafft der Guͤter noch „gon und die guͤter ziehen in iren Gewalt alſo davor iſt geſeit, oder aber „die Zinſſe vordern an die Luck der die Eygenſchafft iſt derſelben Guͤter „und ſie bekuͤmmern alſo lange untze die verſeſſene Zinſſe bezahlt werden.“ In dem Eckboltzheimer Recht p. 606.„Welcher ſein Zinß und Pflug⸗ „Recht nicht engyt in den nechſten 14. Tagen, nach den gebotten Ding, „der beſſert 2. ſchilling pfenn., und in 14. tagen darnach aber 2. ſchill. „pfen. und darnach fuͤr baß aber inn 14. tagen 2. Schill. Pfen. das iſt drey „werbe 14. tagen 6. Schilling⸗Woͤller ſeine Zinſe und Pflug⸗Rochtee 8. 5) nn 2(K 3⁰4 3 ) „nicht gibt/ inn jahr und tag, ſo mag da „oder Acker, geruͤwig an ſich ziehen, und „andern ihren eygenen.“ Capittel die Guͤter es ſey Holt damit thun und laſſen als mit 1²) Doch iſt es ihnen bisweilen erlaubet das verwirkte Gut in⸗ nerhalb Jahr und Tag wieder einzuloͤſen. Hoves⸗Recht zu Sygolt⸗ heim p. 194.„Unde ſwenne das hubgut gezogen wirt, ſo ſol es in des „Meigers hant jar und tag ſtan. Iſt das aber der, des das Gut iſt, „mit dem Meigere der jar Vriſt nuͤt uͤberein kumet, ſo ſol der Meiger das „Gut entwirten in den hof.“ Curia Dominic. in Artoltzbeim p. 594. „Kumet er aber dar dez das Gut was, und wil das gut wider haben, „ſo ſol ers wider gewinnen glſo liep ſo ime das gut iſt. Gewinnet ers wieder, „ſo ſol er mit dem Meiger uͤberein kumen umb ſine wette.“ Dinghoff zu WMratzhoven p. 603.„Iſt aber das niemant uff das verbotten Gut fert, „und blybet wuͤſt lygen ein gans Jahr, ſo ſoll hernach der Meyger daß „ſelbe Gut ziehen in der Herren Hant gerwe und frylich, und die Herren „darauff ſchirmen von allermengelichen.“ 13) Wenn mehrere das Huben⸗Gut erben, ſo muͤſſen ſolche einen Lehn⸗oder Vortraͤger unter ſich ausmachen. Hoff Recht von Eckboltz⸗ heim p. 609.„Im Fall ſo zu ſolchem felligem Gut, nicht immer ein ein⸗ „ger Erb, oder nachkommen, ſondern mehr vorhanden waͤren(ſo ſoll „mand allewegen einen Vortraͤger geben, welcher ſolch Gut im Dinck⸗ „ hoff iaͤhrlich als ein Huober oder Stulgenoß vertratte, und zu Ding und „Ringgange, wie von Alter herkommen iſt.“ 14) Wer unter ihnen eine Fremde, die nicht ſeine Genoßin iſt, heyrathet, der muß nicht allein Straf geben, ſondern ſeine mit ſolcher Frau gezeugte Kinder erben auch nichts, es waͤre denn, daß ſich Mutter und Kinder dem Herrn oder Gotshauſe ecgen gaͤben. Cur. Domun. Gruſ- ſenb. p. 793.„Und wer das ein Gotzhusmann ſin Ungenuß in neme, der „beſſert alle jar diewile er lebet drißig ſchillinge phenninge zu rehte, und „wenne er ſtirbet, ſo ſol och ein Appet nemen als das er vindet varendes „gutes, und ſollent ſine Kint kein Gut erben, das von deme Cloſter roͤret, „es en wer denne daz ſich die frowe und Kind dem Gotzhuſe und S. Mau⸗ „ricien gebent obe es ſin mag, und ſol die erbeſchafft vallen an die neheſten „frunt die an das Cloſter horent?c. ꝛc.“ b 1) Aus⸗ —— — thun Gſac das um t Ge des ⸗R u E en wirſ ſolth e der, e dasc net, ſoſ. M c. in 4 ben dil das vdda tiſt. Gel ietenm ine wetc. Dingz ff dasv I ttaen Aderna M ndfryli dd . „ en, ſo en ſti Zoff n vont zut, nit anme vorhat* waäſt ſcher ſo yut ertrattir du 3)r 28 1) Auszug aus dem Gennßheymer Weyßthum æA b 2455. Aus einer Copey. Datum Anno Domini Milleſimo, quadringenteſimo, LV, quinta die Menſis Iunii. b Dieſe nachgeſchriebene Herligkeytt und Rechtt wyſenn wir Hubener und Gemeynde zu Gennßheym, dem Erwirdigenn Herrn Aptt zu Sanct Jacob by Mentze unnd ſyme Convent,⸗⸗⸗⸗⸗⸗ Der Herrenn Spruche. Auch ſo wyſenn wir, daß keyne Hubener zu Genßheym forter mee ſin Hu⸗ be vergyfften noch vergebenn ſolle, es erfinde ſich dan gleupliche, daß er darzu nitt mehr tugliche ſy, dem Hup⸗Recht gnugk zu thune, und die Ge⸗ richt daſelbſt zuvergene oder zuverſtene als ſich gepurt, oder ſuſte urſache dardurch daß zymlich ſy jme daß zugeſtandenn, und alsdann, ſo ſalle der⸗ ſelbe der ſin Hube alſo vergifften wille, die Niemandt vergifften noch verge⸗ benn, Er ſy dann tugliche dem Hub⸗Recht gnungk zuthune, und die Ge⸗ richtt daſelbſt zuverandelagenn, als ſich geburth, und wer dann dieſſelben Huͤben Inhabenn nutzenn, nyeſſenn und verpruchenn wirdet, von todes wegenn abe gegangenn iſt, des Erben ſollenn unnſerm vorgnt. Herren dem Aptt, und auch uns, unſſer beſte Haupt davon gedenn, alß ſich ge⸗ 5 5 burth, unverzogenliche, one Inerede, und ſolle von jglichem Hubener der jnn zeitten alſo ſin wirt, daß alſo unverpruchenliche vollenfurth und ge⸗ haltenn werdenn onegephirliche. 8 2) Auszug aus einer alten Nachricht das Hub⸗Ge⸗ richt zu Geinßheim betreffend. circa A. 12. Aus dem Ori⸗ . ginal. Ptem eß hait vnſſer Her der Apt vnd daz Gotshuſſe zu ſant Jacobsberg by Mentzse gelegen jn yrme Dorffe Genßheym daſelbs vnſſer Her Graff Ludewig von Yſenderg des Heilig. Apoſteln ſant jacob vnd des Gotis Huſſe Fait iſt, ein Hup gericht, die Lude die in demſelben Gerichte begudet, ſint Huberer des Gerichtes, dingplichtig die Gerichte zu Huden, zu beſitzen, vrtel vnd der Hern Herligkeit vnd recht zuwiſen, ſant Jacob deme Goits⸗ huſſe vnd dem Fait von den Guter zinßber vnd beſtheubdich yelichene zu ſy⸗ nen rechten in altem Herkomen. Item dieſelben Hubener beſtent vnſſerm Hrn da eyne Inbroch zu machen damit das ſie yre yelichen wen daz gelangt derſtellet ein Kynt dar vnd gibt dem de Buter„davon er Hubener geweſt iſ 306 O(88 — 1, vnd meynt dar umb dem Gerichte iſt uff, intruwen Hant, nit zu eygen, Beſtheupt zu geben, vnd blibt doch in nit me verbonden zu ſyn, auch kein Be denſelben Gutern ſitzen, beheldet die genuſſet vnd gebrucht ſich der, gibt die zinſſe davon na als vor, vnd wieder ruffet die Gifft wan er wil ꝛc. Alſo mochten ſie alle Kynder in yre ſtait darſtellen, durch ſoliche geverliche fuͤr⸗ nemen vernichtiget, vnſſer Her der Apt das Goitshuſſe, auch onſer Her Graffe Ludewig der Fait yrer Herligkeit Gerechtigkeit vnd Notzong der beſtenheupt ꝛc. entferret entfremdt vnd verluſtig, dan Kindere mogent noch konen nit gericht beſitzen vrtel vnd recht ſprechen, ſoliche fuͤrnemen von den Hubenern vnbillig gehandelt wurdet, beſunder nachdeme ſie vnſſern Hen vnd deme Goitshuſſe gemant ſint. 1 BVmb denſelbe Artikel ſint die Hubener von vnſſers Hre wegen mit recht gefragit, in der geſtalt, das vnſer Hre meynet ſoliche furneme nit mit recht ſin ſulle, daz recht hant ſie noch hinder yne, wollen ſich des ni verdragen eynmudiklich zu wiſſen. Dan eß iſt recht Lentliche auch billig ein Hubener, der Hup⸗Gut jn nehait zu dem Hup⸗Gericht dugelich, daz ine das Gericht geliden mag das derſelbe das Hubguͤt davon er Hubener iſt keyne Kynde uffgeben, ſunder er ſulle daz ſelbs biß zuͤ ende ſins Lebens verſtene vnd vergeen wan der von dodes wegen abegangen iſt vnſſern Hrn vnd Gotzhuſſe vnd dem Fait igli⸗ chen daz beſtheupt gefallen und werden als gewonelich iſt. Item were auch ſache das Hupgut an wyddefrauwe, Kinde, Kir⸗ chen oder an yemant der zu Gericht nit dugeliche were erpfalshalp komen wurde, dieſelben ſullen jn yre ſtait dugeliche dingkman gebin die das Ge⸗ richte geliden mag ſunder Geverde, beheltnis vnßme Hrn vnd dem Fait yre Gerechtigkeit zinſſe zhenden beſtheubde ꝛc. uff denſelben Perſonen die das auch alſo zu dhun geloben ſullen. b Item was Hupguter in der Hrn hannt gewyſt werdent, ſal man den Ghenen, den die abe gewyſt ſint von der Hrn wegen gebieden uff die Guter nit zugeen oder zuſtene uff ein Pene wie hoich mam will, die Or ich der Guder vngehindert gebruchen laſen, vnd wurde das Gebot Vber⸗ Aran von denſal man die Pene heben das dhun als dicke das vberfaren wurde. XXIV.) Von htig 1 1e N dan K Gmem 4. Gnoh loliche ewa nchde Freuſt Hubens er. as Gerim elidenr e. Kpni dm ebch de vnd nenw othuſſt e dem vonelic ddefrgt u, K de wa 3 falshh ingkm inde⸗ — uff da n Pan⸗ 6 6 9 ach Befoldi in Theſauro Practico b. v. Zeugniß ſind dieſe Guͤter, wel⸗ F A. 2 „0(888 307 XXIV.) Von denen Kalands⸗Guͤtern. . 1 24) Ka⸗ ands⸗ (&s iſt bekannt, daß im dreyzehenden Jahrhundert gewiſſe Geſellſchaf⸗Gͤter. ten von Geiſtlichen und Weltlichen, Manns⸗ und Frauens, vorneh⸗ nun mit denen uͤbrigen geiſtlichen Verbruͤderungen nach der Gewohnheit die Kalanden kamen, an und vor ſich nicht geaͤndert wurde, und ſolche nicht von ihren beſondern Rechten, ſondern blos von ihren Eigenthuͤmern 62 ihren Namen empfangen haben, unſer Vorhaben aber hier nicht iſt, von denen Geiſtlichen Ordens⸗und Bruͤderſchaften zu handeln; ſo ergiebet ſie hieraus von ſelber, daß es eine ganz ungereimte Ausſchweifung ſeyn wuͤr⸗ de, wenn wir uns bey der Beſchreibung dieſer Guͤter laͤnger aufhalten, und bey der Gelegenheit vieles von denen Kalanden aus des Herrn Blum⸗ XXV.) Von denen Kaphan⸗Guͤtern. che von der jaͤhrlichen Lieferung der Capaunen ihren Namen haben, in dem Thuͤringiſchen und denen benachbarten Gegenden anzutreffen, und haͤlt er zugleich davor, daß ſie nicht unter die Zinß⸗Guͤter, ſondern un⸗ ter die Feuda impropria zu rechnen ſeyn, weil ſie allein auf die maͤnnliche Erben fallen, und die Weiber davon ausgeſchloſſen werden, Carpzov P. 11. Conſt. 39. de. 37. hingegen will ſie A Bona emphyteutica angeſehen wif 2 en, 25) Ka⸗ phan⸗ Guter. * 308 O0(884 b b eygefuͤgten Urtheil gleichfalls vor Erbe ſen, und ſind ſie in dem von ihm bey gefu Keichfa d E erklaͤret, und iſt denen Toͤchtern aus dieſem Grunde die Erbfolge darinn zuerkannt worden. Ob und wie weit nun die heutige Gewohnheit die Toͤch⸗ ter von dieſen Guͤtern ausſchlieſſe, iſt mir unbekannt. So viel aber zei⸗ get die jaͤhrliche Lieferung der Capaunen, daß es keine Ritter⸗Lehen, ſon⸗ 8 ſten bey Bauer⸗Guͤter duͤrfte gefunden werden, daß die Weiber von der wahrſch. 4 dern Bauer⸗Guͤter oder Bauer⸗Lehen ſeyn muͤſſen, und ob es gleich ſon⸗ Erbfolge darinn ausgeſchloſſen ſeyn; ſo iſt es doch nicht etwas ganz un⸗ ſcheinliches, daß da die Herren ſo viele Eigenſchaften von denen Le⸗ hen auf die Bauer⸗Guͤter angewandt, ſie auch die Ausſ chlieſſung der Wei⸗ ber bey dieſen Kaphan⸗Guͤtern eingefuͤhret haben. Anhang Einiger ungedruckten Urkunden, welche in der Ab⸗ handelung von denen Erbleyhen angezogen wer⸗ den. 3 b — N. I. 4 Erbleyh⸗Brief uͤber eine Muͤhle de A. B 2. Aus dem Driginal. Dir Ulrich Herre zu Hennowe, Philips von Falkenſtein der aldeſte, und Philips von Falkenſtein der junge, don kont allen Luden die dieſen Brief ſehent, horent oder leſent, die wir die Mulen bi dem alten torne zom hayn han geſuhen und lyhen an dieſem Briefe zo rechtem erbe Diedriche genant Ruſſe vom hayn und agnetzen ſinre eliche huffrauwen und irn erben ummer eweliche, alle jar um ſes ſchillinge colſchir, und um funff honre, unſu ylichem zu ſinre anzal zu geben uf Sante Martins Dag, und hat derſelbe vorgenant diedrich ſinem brodder Colmanen ſin deil an der Mulen vorgenannt abe gegulden mit ahte ponden hallern, al⸗ ſo daz Colman und ſine Erben nyht mit der Mulen zo ſchaffen hant. Z0 urkunde han wir Ulrich von Hennowe, Philips und Philips von Falken⸗ ſtein vorgenannt, dieſen brief daruber beſigilt gegeben, nach Criſt gebur⸗ te druzenhondert jar dar nach in dem eyn und viertzegeſten jare uff den an⸗ dern dag nach Sante Joh. dage Baptiſten als he entheubtit wart. (L. S.)(L. S.)(L. S.) 8 N N. 2. 4 I daß d F aban och nid d ma genſchg 3 vonde te Ausſt ung en. welch n da ang gen w 4 ☛ A in Falſrin de den Erallen! ir die un bit em Bo ra en ſint he buſt ſcu S lſcn geben andtie em b= Cülne⸗ *)O(88 1209 b N. 2.“ Verpfaͤndung dieſer Erbleih de A. 390. Aus einer b opey. STch Diederich Hentzelen Kochs Sohn bekennen mich offentlich in dieſem brief vor mich und alle meine Erben, und thu kund allen denen, die in ſehend oder horend leſen, daß ich mit gutem Willen recht und redlichen verſetzen und verſatzt han fuͤnff Achtel Korn Guldt meinem Schweher Friederiche Schame und Lyſa ſeiner ehelichen Wirttin, meiner Schwieger und Iren Erben vor neun und zwantzig Pfund Heller, zu wiederloſung, und hant ſie mir die vorgenante Summe gelts guͤtlichen gelangt und ge⸗ geben, an alle die ſtatt, da es mir noth iſt geweſen, und ſollent die vorgl. y. Achtel Korn Guͤldt alle Jar fallen, zwiſchen den zweien unſer Frawen tagen, als ſie zu himmel fuhr und geborn wardt, und han ime darfuͤr zu Underpfandt geſatzt mein teil an der Muͤhle, die heiſſet Friederich Ruͤſſen mohle, hinder dem alten thorne. Auch iſt geredt, wann ich Diederich vorgl. oder meine Erben quemen zwiſchen den zweien unſer Frauwen tagen, als vorgeſchrieben ſtehet, mit neun und zwentzig Punt Hellers, zu mei⸗ nem Schweher Friederich, Lyſen meiner Schwieger und iren Erben, ſo ſollent ſie die Summa gelds wider nemen, und ſollent mir und mei⸗ nen Erben die vorgen. Moͤhle, die ich in zu unterpfand geſaſt han, quier ledig und looß ſagen, ohn alle Widerrede und ohn alle boͤſe ſuͤnde. Deß zu Urkund, daß alle dieſe vorgen, veſte, ſtette gehalten werden, ſo han ich Diederich vorgl. gebetten Jungkher Emichen zum Hane, daß er ſein ingeſiegel an dieſen ofſen briefe hat gehangen. Daß ich Emichen vorgen. be⸗ kennen, daß ich durch bede willen des vorgl. Dietherichs, mein Ingeſie⸗ gel an dieſen brief han gehangen Datum A. Domni 1380., quarta feria ante feſtum beati Georgli Martyris. .„ 1 K„ e r 5 1 Verleyhung einer Muͤhle de A. H1a. Aus einer Copey b vom gleichen Jahre. Nir Philips, wir Diether und wir Johann von Eyſenberg Grafen zu 8 Buͤdingen gepruͤdere. Bekennen und thun kont offentlich midt die⸗ ſem brife, das wir unſere Molin uff dem groſſen Wage zum Heyn in der Tryeich gelegen mit ſambt der Wieſen darhinder, dene Garten daby da⸗ Qq 3 b ruff 316 A o ee. ruff ein ſcheuer(Stalh geſtanden iſt, zwene morgen Ackers uff Stempels Garten und ein morgen ane Kriegs⸗Acker gelegen welches alles zu genan⸗ ter Molen gehoret, Hineſen Mellerin und iren Erben ſo ſie mit Hanz Mellern gehabt hat zu rechtem Lehen geliehen haben, und lohen jme die in kraft dieß briefs, alſo daß ſie dieſelbigen in redlichen Weſen Buwe und Beſſerunge halten ſol uns auch alle und jedes Jahrs beſonder davon reychen und geben in unſere Kellerey zum Hayn x 1111. achtel Korns Pacht, funff thorneß Zinß und try ſommer Honer, und ain Sommerhune und ein thur⸗ niß unſern Vetter von Hanau. Auch ſol ſie jars uff den heilgen Carfry⸗ tag ein achtel Korns in die Kirchen zum Hayn liebern, das man dan fuͤr⸗ ter umbd Gots Willen ſpulget zugeben. Auch ſollen wir und unſer erben notuͤrftig Holtz zu Welbeum und kennele ung geheltz zum Molenbeuwe ge⸗ ben. So geben jne die burger zum Hayn Holtz zu Schredeln und Schꝛ⸗ feln, und ſonſt wie eynen andern burger. Es ſollen auch Hineſe und jf⸗ re Erben ſolche Molen nit zertrennen teylen oder in andere Haͤnde wen e oder verkeuffen on weſſen unſer und unſer Erben, alles on geferde. Un des alles zu orkundt handt wir die gepruder von Yſenberg obgenannt unſen Secrete an dieſen Briefe thun hencken der geben iſt A. 1512.(am Dien⸗ ſtag nach dem Sontag Vocem Jucunditatis, als man abe der Gepurt Chriſti unſers lieben Herrn funfzehen hundert und zwelff jar zehlet). N. 4. Anderwertige Verleyhung dieſer Muͤhle weil der er⸗ ſten Beſitzer Nachkommen ausgeſtorben de A. 161%. Aus dem Original. b Mir Wolffgang Ernnſt Grave zu Yſenburgkh undt Buͤdingen?c. thun . kundt hiemit offentlich bekennende, daß wir unſere Mahl⸗Muͤhlen auff dem groſſen Wag zum Hainn in der dreyaych gelegen mit ſambt der wieſenn darhinder, den Garten darbey, darauff ein Stall geſtanden, zween morgen Ackers auff Stempels Garten, und ein Morgen an Krie⸗ ges Eckern gelegen, welches alles hiebevor in Anno tauſend fuͤnff hundert und zwoͤlff Haͤuſinn Moͤllerin und iren Erben, ſo ſie mit Henn Moͤllern gehabt, zue rechtem Lehen verliehen geweſen, aber Unns durch Abſterben ſolcher Linien wiederumb heimgefallen, von neuem geliehen und vertehen haben — 1 gen A aſed mweld n Erdi ff iemi aden, ahen dlichen Ande es deſg zewmutne achtel Pat dvomme s unden rs uft Kalaanes — liebern man ſollenn nd un helz zu? toleda zu Sc 8 ln und ſollen Himtht eein at— Hander en, all agefen Menh en bgenn een iſt 12. G „als tt nabede und zu Mjar W. Nuͤh veild de A. H.. 49” n dingmn kh un— dd 9 M wir= M aych= 4 5 uff tal gn. rauf gen 1 0— Anno te dfll 1 haben ꝛc. Geben Buͤdingen den fuͤnff und zwantzigſten Junii jm Jahr Chriſti tauſend Khihunder und zehen. b NB. Weil die neue Verleyhung ſehr weitlaͤuftig und uͤber⸗ dem keine Erbleyhe ſondern nur auf ſechs Jahr gerich⸗ tet iſt, ſo habe ich unndthig geachtet ſolche hier einzu⸗ ruͤcken. N. 5.. Erbleyhe uͤber eine Muͤhle de A. 1602. Aus einer 5 Copey. 8 8 Kir Johann Adam von Gottes Gnaden, des heiligen Stuels zu Maynz erwaͤhlter und beſtettigter Ertzbiſchoff, des heiligen Roͤm. Reichs durch Germanien Ertz⸗Cantzlar und Churfuͤrſt. Bekennen und thun offentlich in dieſem Brief. Als Uns unſer Burger und Un⸗ terthan zu Hoͤchſt, Caſpar Muͤller unterthaͤnig zu erkennen geben, wel⸗ cher geſtalt unſer Vorfahr Ertzbiſchove Sebaſtian ſeliger, unſer Mayn⸗ Muͤhlen daſelbſten ſeinen Voreltern ſeeligen uff gewiſſe maß umb einen be⸗ nannten Pfacht Erblichen eingeraumt, und verliehen gehapt, und ſich aber durch den Willen Gottes zu getragen, daß ſeines Vatters Bruder Baͤſt⸗ Muͤller ohne hinderlaſſung ehelicher Leibs⸗Erben todts verfahren, mit un⸗ terthaͤniger pitt, ime die ebenmaͤßige Gnadt zu erweiſen, und uff ihnen ſeine itzige Haußfraue Catharinam, ire Kinder und Erben oben gedach⸗ te Mayn⸗Muͤhlen gegen einen gewiſſen jaͤhrlichen Pfacht, ein Erbleyhe richten und verfertigen zu laſſen. Daß wir demnach ſeine unterthaͤnigſte pitt in Gnaden angeſehen, und ihme ſeiner Haußfrauen und Erben, die geſuchte Erbleyhe gebettener maſſen gnediglichen verwilliget und gegeben: Willigen und geben die auch hiemit und kraft dieſes Brieffs, alſo und dergeſtalt, daß er, obgemelde ſeine Hauffrawe Catharina und irer beyder Kinder und Erben dieſelbige unſere Mayn⸗Muͤln nunmehr erblich innha⸗ ben, davon uns, unſern Nachkommen und Ertzſtifft Maintz jaͤrlich und ein jedes Jar beſonder uff Martini unſers Ertzſtiffts parronen tag, in vnſere Kellerey Hochſt, viertzig fuͤnff achtel Korns uter druekenerGencſ Rguff⸗ 31² o( er Kauffmanns wehrung, vf vnnſern Speicher daſelbſten zue rechtem Erb⸗ pfocht außrichten, bezahlenn vnnd antworten ſollen. Damit nun er onnd ſeine erben, ſolchen Erbpfocht deſts beſſer auß⸗ richten moͤgen, vnnd dann von Alters hero vnnd noch onnſere Burgere vnnd vnnterthanen zu Hoͤchſt, Saſſenheim, ond Schwanheim gebande vnnd gezwungene Mahlgeſte zu dieſer Main: wie auch der Stein⸗Muͤh⸗ len Meinig ſein: So haben wir die gnedige Verordnung vund verglei⸗ chung zwiſchen Inen beidenn Muͤllern getroffen, das nun fuͤr hat, die vnderthanen vnnd Gemein zu Schwanheim an die Main muͤhl, die Saſſenheimer aber an die Steinmuͤhln gebannet, und daß vbrige Mahl⸗ werekh im Staͤttlein, beiden Muͤllern gemein ſein, vnd keiner dem an⸗ dern desfals Intrag, ſperrung, oder abwendung der Mahlgeſte thun ſollte. Doch iſt in ſolcher Leyhe ſonderlich vor vnd außbehalten worden, zum fall er Caſpar Muͤller, ſeine Haußfrawe, Kinder und erben, ſolchen Pfocht mehr als ein Jar vnaußgericht außſtehenn, oder aber dieſelbige Muͤhlen in Abgangk, an Gebaͤwen ond ſonſten, ſo wohl in, alß auſſer⸗ halb der Muͤhlen, kommen laſſen, oder in einigen weg, wie das namen haben moͤgte, zu beſchweren, zu verpfenden, vnd zu veraͤnſſern vnderſte⸗ hen wuͤrden, daß wir, vnſere Nachkommen vund Erzſtifft Mainz gut fugk vnd macht haben ſollen, vns ſolcher Muͤhlen, alß onſers Eigen⸗ thumbß zu nehern, dieſelbige zu vnſern handen zu nemen, vnd alſo ihnen ſeine Kinder vnnd Erben, deren genzlichen zu entwehren. Ingleichen demnach ermeld Caſpar Muͤller, auch vor ſich vnd ſeine Erben verſpro⸗ chen, noch etlich hundert Gulden, innerhalb zweier Jar friſte an ſolche onſere Muͤlen zu verwenden, onnd dieſelbigen vffrichtigen weſentlichen guten Bawlich⸗Stanndt, an Dach, Fach, in gebaͤwen vnd Muͤhl⸗Ge⸗ ſchirr zu pringen, vnd der geſtaldt nicht allein kuͤnfftig zu erhalden, ſon⸗ dern auch da etwas an Gebaw vnnd Muͤhl⸗Geſchirr, vber kurz oder lang Schaden vnd Abgang nehme, ſolches alles off ihren Coſten, wie⸗ der vffricht⸗vnd erbawen zu laſſen: So ſollen ſie demſelbigen, bey ver⸗ luſt deren Erbleyhe, alſo nachzukommen, vnnd vnſere Zollſchreibere, ſo jederzeit ſein werden, fleißig vfſicht daruͤber zu haben, ſchuldig vnd ver⸗ bunden ſein. Es ſolle auch gedachter Caſpar Muͤller vnnd ſeine Erben, ſchuldig vnnd pflichtig ſein, vnſere Burger vnnd vnderthanen, Reiche vnnd Arme, mit mahlwerekh ohne Clage, in rechter Zeit gebuͤerlich zu⸗ verſehen, of die Wage, nach dem Gewicht zu mahlen, die Mahlgeſte — F—— ſübſen im Uen. d Scſ mi ie auch 9 ar⸗ erordm arudn an die eni t, und fe rg ſein, vo iged dung d ghl nd auß alten w Ninder Terden 4* erP N Knn, 1† Ader da 7, ſo w a a ah igen wa zie den ond zu 1r ſſernn vand If ft A lhlen, Donſeu zu nem vnde entwe. 9. vnd ſit fkrben. weier afeiſen 2 vffrid an weſ gebam Imd M. funfftiſ e rhahn, „Geſch—oberte es vf Sr Con⸗ ſie det! gen, d vnſet— ſchra ge 313 in der Statt Hoͤchſt, vnd darzu gehoͤrigen fleekhen, wochenklich vfs we⸗ nigſt zwey oder drey mal wie braͤuchlich, zu vndern: oder mittag zeit (wann die Leuth Inheimiſch) zu beſuchen, vnd ſich denjenigen Mehlwa⸗ gen ordnungen, welche vnſere lobſelige vorfahren albereit gegeben, oder wir von uns ſelbeſten, oder durch vnſere Zollſchreibere zu Hoͤchſt noch kuͤnfftiglichen geben laſſen werden, in allem gehorſamlich vnnd gleichfoͤr⸗ mig zu bezeigen. Inſonderheit aber ſolche vnſere Main Muͤhl ohne vn⸗ ſern vnnd vnſerer Nachkommen vnnd Erzſtiffts vorwiſſen und Bewilli⸗ ung, nicht zu beſchweren, zu uerpfenden, oder zu uerkauffen. Ingleichen kein frembdt herloß Geſindt, ohne vnſere Beampten zue Hochſt vorwiſſen vnnd Bewilligung, bey tag oder naͤchtlicher weil ein zunehmen, zu herbergen, oder vnderſchleiff zu geben, auch er der Muͤller vor ſich, ſeine Haußfraw vnnd Geſindt, ſich vnſer Ordnung in Kirchiſchen vnnd andern Sachen gleichfoͤrmig zu bezeigen: Wege vnd Steege, wie von alters Herkommen, erhalten zu helffen, alles getreulich, ſonder geferde vnnd Argeliſt. Deſ⸗ ſen zue wahrer Vhrkundt haben wir vnſer Seecret⸗Inſtegel an dieſe Erb⸗ leyhe thun heneken, ſo geben zu Aſchaffenburg, den zwoͤlfften February Anno Domini Milleſimo Sexcenteſimo Secundo. N. 6. Erbleyh uͤber drey Huben⸗Landes ſamt Hauß, Hoff und Garten de A. 1437. Aus dem Original. b „Tch Henne Krebel und ich Gerdrut ſine eliche Hußfrawe wonhafftig J zu Steynbach, bekennen uffentlich mit dieſem Brieffe vor uns und unſer Erben. Daz wir umb den erſamen Herrn Conrad Gorren Fruͤ⸗ herren unſer lieben Frauwen Altar zu Ofenbach obendig Franckfurt an dem Meyne gelegen zu rechtem Erbe beſtanden han, und beſteen die auch in crafft dißs Brieffs dry Hube Landes Eckere und Wieſen und darzu Huß, Hoff und Garten mit allen iren Begrieffen und Zugehorungen gelegen zu Steyn⸗ bach by Groneberg umb drutzehen Achtel Korns und eyn Somern Erbeß jerlicher Gulte Franckfurter maſſes, und der vorgut Her Conrat uns und unſern Erben ſoliche dry Hube⸗Landes mit iren Zugehorungenvor ſich und ſine Nachkommen beſitzer des engnt altar vererbet und zu rechtem Erbe geluhen hat nach Lude und Inhalt ſol lchs Brieffs daruber ſagende def don 3 Rr Wor⸗ 314 e) 88s Worte zu Worte hernach geſchreben ſtet, und alſo ludet. Ich Conrat Gorre fruͤherre unſer lieben Frauwen Altars zu Ofenbach obendig Franck⸗ furt an dem Meyer gelegen bekenne vor mich und my Nachkommen beſi⸗ ter deſſelben Altars offentlich mit dieſem Brieffe, daz ich recht und rede⸗ lich mit Willen, Wiſten und Verhengniſſe der erſamen Herrn Dechands und Capittels des Stiffts zu Sancte Peter ußwendig der Muren zu Men⸗ te gelegen, die des egentl myns Altars zu Ofenbach rechte Lehen⸗Herrn ſin vererbet und verluhen han, und vererben und verlyhen auch mit dieſem Brieffe den erbarn Luden Hennen Krebel Gertruden ſiner elichen Hauß⸗ frauwen und iren Erben ſoliche dry hube Landes Aeckere und Wieſen und dartzu Hus Hoff und Garten mit allen iren begriffen und Zugehorungen gelegen zu Steynbach by Gronnenberg, alsdan dieſelben Gude zu dem obgunt Altar gehorig ſind mit Nahmen umb drutzehen Achtel Korns und eyn Somern Erbeß guter Fruchte Franckfurter maſſes jerlich ewiger Gul⸗ te, die ſie und ire Erben mir Conrat Gorren obgunt oder wer den vor⸗ gunten Altar nach mir inne hat und beſitzet davon alle Jare jerlichen um iglichs Jars beſonder zwuſchen den zwey unſer lieben Frauwen tagen, alt ſie zu Hymmel fore und geboren wart gutlichen in der Stat Franckfurt zu gulte erweclichen reichen und antwurten ſollen, uff huſunge daruff ſie zu iglicher Zyt von uns oder den unſern gewiſt werden uff iren koſten und ſcha⸗ den und aller kommer und verbode gentzlichen ledig und fry. Auch iſt mit namen beredt, daz die obgunten elude Henne und Gertudt und ire erben die vorgunte gude furter eweelich in buwe tuͤngen und beſſerunge halden ſollen nach landes gewohnheit, und die vergeen verſteen und davon thun alles daz ſich geboret uf iren koſten. Und ſie enſollen die auch nit verthei⸗ ſen oder veruſſern in eynigs Wiß, und an welchen den vorgunten ſtucken eyme oder me dieſelben vorgunte elude oder ire erben ſumig wurden und nit enhilden und teden als vor ſtet geſchreben ane geverde. So han ſie itzunt vor ſich und ire erben ſich mit freyhem eigem Willen verwilkoret, und iſt dieſe Vererbunge daruff alſo geſcheen, daz ich Conrat Gorre ob⸗ genant, oder wer den vorgunten Altar nach mir inne hat und beſitzet oder wem wir daz von unſern Wegen bevelhen werden mit namen affter ſeß Wochen und drien tagen nach unſer lieben frauwen tagen als ſie geboren wart die obgenante Gude ſementiich und beſunder mit allen buwen und beſſerunge wie ſie dan erfonden werden mit eyner maß Wyns zu unſern Handen mogen uffholen, und alsdan furter damit thun und laſſen 3i 1 mi t, dait mm erſemeg aedn endigde M ndach Feche dverloh 8 pn ruden x ita S Aecker K W giiffn u Sugche. an dieſeſ=Ghe utehen S3 el ge naſſes ſ heng odgant* wern don alle*r jellice luben Jr ant in derr Frans , uf hur te dau den uf itnoſtent edig unr z. A nd Ga l☛ und. gen uns cerung. verſteit dd dae ollen dchur hen det!„guntit erben a whe ne geoh Eo 3o 385 mit unſern guden und zuglicher wiſe als hetten wir daz mit gerichte uß und ußerclaget und ergangen, ſonder allen Intrag der vorgunten elude irer er⸗ ben und eyns iglichen. Des zu Orkunde han ich Conrat Gorre gebeden die egunten Dechan und Capittel zu ſanete Peter obgunt daz ſie deſſelben ires Stiffts und Capittels Ingeſiegel des ſie zun ſachen gebruchen zu getzug⸗ niſſe an dieſen Brieffe wollen tun hencken Des wir Dechann und Capit⸗ tel zu ſancte Peter obgunt uns bekennen alſo beſigelt han und daz her Con⸗ rat Vorwandt dieſe Vererbung alſo mit unſerm Willen Wiſſen und Ver⸗ hengniſſe gethan hat. Datum Anno Dm. milleſimo quadringenteſimo triceſimo ſeptimo feria ſexta poſt Bonifacii Epiſcopi. Darum ſo gereden wir obgunt elude Henne und Gertrud vor uns und unſer erben dem vor⸗ genannten Hern Conrat oder ſinen nachkommen beſitzern des egenannten Altars mit ſolcher obgenannter Gulde nemlich drutzehen Achtel Korns und eyn Somern Erbeß zu gewarten und gehorſam zu ſin, und alle jare jerli⸗ chen gutlichen zu geben und zu antwurten als in dem vorgeſchriebenem Brieffe begrieffen iſt, und dartzu alle ſtucke puncten und Artickeln wie die in dem egenanntem Brieffe beſchrieben und begriffen ſint, ſtede veſte und unverbrochlich zu halden, dawidder nit zu thun noch ſchaffen gethan wer⸗ den geiſtlich oder werntlich, alle geverde und argeliſte gentzlich ußgeſchei⸗ den. Und des zu Orkunde ſo han wir gebeten den Erſamen Hern Jo⸗ hann Loci poſtor zu Eſchborn daz er ſin Ingeſiegel vor uns und unſer er⸗ ben an dieſem Brieff hait gehangen. Des ich Johannes paſtor obge⸗ nannt erkennen umb bede Willen der vorgenannten elude den alſo verſi⸗ gelt han. Datum Anno Dm. milleſimo quadringenteſimo triceſimo ſep⸗ timo feria ſexta poſt Bonifacii Epiſcopi. (L. S.) NB. Auswendig auf dieſem Briefe ſind dieſe Worte e beygefuͤget. N. noch lude dißis briffes han ich die Gude zu Steynbach an dem Gerichte uffgeholt uff mitmochin uff ſant Fabians und Sebaſtians Obent. MCCCCLVII. Rr 2 N. y. 316 O Ser N. 7. Verleyhung einer Mühle auf unbeſtimmte Zeit de A. 32. Aus dem Original. Wi Anthan von Yſenburg Graue zu Buͤdingen bekennen hiemit, daß ☛8 wir durch unſern Keller und lieben getreuen, Jorge Zieglern unſere Moͤle zu Milaw Joſt Guͤnthern verliehen haben, und leihen ime dieſelb in erafft dies brieffs, alſo daß er uns und unſern Erben iherlich und eins je⸗ den Jars beſonder davon und daraus zu Pacht geben ſoll. Vierdhalb Malter Korn Geilicheuſſer maß, und dieſelb zwiſchen dene zweien unſer lieben Frawen tagen Aſſumptionis und Nativitatis gein Buͤdingen in un⸗ ſer Kellerei libbern, ſonder verzug und uffhalt. Wo aber genanter Gun⸗ ther an Bezahlung und Libberung obberurts iherlichen Pfachts ſeumig und wie obſtet nicht ußrichten wurde, ſo haben wir uns hiemit vorbehalten, die genante moͤle ein andern zu lyhen, und er nichts deſto weniger zu Bezah⸗ lung alles usſtands verhefft ſein und angehalten werden ſoll. In Urkum des haben wir diſſen Brieff mit unſerm zuruck ufgetruektem Seeret ver⸗ —— ſiegelt daruber machen und uͤbergeben laſſen uf Donnerſtagk nach ſant Martins tag als man nach der gepurt Chriſti unſers Hrn funffzehen hundert zwei und dreißig Jar zelet. NB. Auf der andern Seite dieſes Briefs iſt das Siegel in der Mitte befindlich. b Verleyhung an zwey Fheleute auf Lebenslang de A. 93 4 Aus einer Copey. Jir Wolffgang Ernſt von Iſenburg Graue zue Budingen alß uns un⸗ gelegen Muhlen Caſpar Reppes underthenig zuerkennen geben, welcher Maſſen die Stell und Mauer an der Muhle hierumb, verfallen unnd Notwendig wieder zu Reſiciren unnd zuverbeſſern mit untertheniger bitt weil Nunmehr ſein ſechsjaͤrige Leihe zu endlauffen, inen und Gehlen 8. D ſer underthan unnd Muller auff unſer an Marienbrun dem Kloſter „ö⁶ —— mmte 1924 gen ders im e, Jort Es ſena undlo Sudn Erden ih une t geden A Pa wiſchen 1a wen. tis gein i angmn Wo ab e n lichen Ptsſeu us hiemſ abehal d deſto n eruh n werdet Jil ufgetrut Smn uf Don nigkm ſi unſert= n ſ iſtde icg ebens 4, u de Bu krra zue B 1 en dn Maris N al 2 ℳ uerkenn? ng 8) 0(86- 317 ner Haußfrauen ſolche unſere Muhln, auff ertraͤgliche Contitiones, auffs neuwe, die Zeit ihrer beyder Leben, gnediglich zuverleihen: Demnach ſo thun wir kundt, hiermit oͤffentlich bekennend, das wir gedachte unſere Marienbruner Muhln, gebettener maſſen, gnediglich verliehen haben. Verleihen inen auch dieſelbe, hirmit und in krafft dieſſes Brieffs, der geſtaltt unnd alſo, daß ſie beyde Eheleutt, unnd noch eines oder des an⸗ dern Abſterben, daß letzt leben, ſolche unſere Muhl, auff Petri Catedræ des nechſtkunfftigen 94. Jahrs, anzufangen, ihr Lebenlang ihnen haben, genieſſen unnd ſich des mahlwercks an ortten und enden es herkommen, ohne Bezwangk geprauchen moͤgen: Die anitzo verfallene Stell und Mauwer, darzu ihnen auch wie bißhero geſchehen, daß Bauhols auß dem Budinger Wald und die Mauwer: Und Muhlſtein ihm frohen, ſol⸗ len herbey gefuͤhrt werden, wieder neuw auf bauwen: Dieſelbe mit ſampt allen andern Beuwen, ſo viel muglich in beulichen Weſſen auch mit ſchiff unnd allen lauffenden geſchirr in gutten Gangk erhaltten, Denn muhl⸗ graben Raumen: die Oeffen und Fenſter, auch was ihnen ſonſten darein gelieffertt iſt, beſſern und nicht ergern: Auch weder durch ihr ſelbſten noch der jrigen vorlefigkeit einigen ſchaden geſchehen laſſen: Oder do ſich uber⸗ zuverſicht, ihrenthalben, einiger zutragen ſollte, denſſelben wiederkehren: keine frembde verdaͤchtige Perſohn, in der Muhln herbergen: Auch den Malgeſten jederzeit mit Abnehmung ihrer Frucht gewerttig ſein: Und darreichung gutes unverfelſchten Mehls richttig under Auwen gehen, und ſich alſo durchaus gegen maͤnniglich dermaſſen verhalten ſollen und wollen: daß uber ſie ſampt und ſonders keine erhebliche Clag gehoͤrt werden, noch fuͤrkommen moͤge, und damit ſie deſto mehr Urſach haben, dem Muhl⸗ werck mit vleiß abzuwartten, ſo ſollen ſie das Brenholtz auch hinfuro in den Eckarts⸗heuſer Waͤlden, wie andern unſere Unterthanen daſelbſten unſchadlich zu holen macht, und die zunechſt umb die Muhl gelegen, drey Morgen, und x1. Rthlr. Wieſſen, jeden Morgen umb einen Roͤmiſchen tahler: Und drei virtel Cappes Gartten, umb 2 fl. Item daß an die Muhl ſtoſſend Plaͤcklein Baumgarttens, ohne Zinß zu gebrauchen haben, auch zu Beſſerung und Abſteygung der Tach, ihnen, jederzeit Strohe, nach Notturfft auß unſer Scheuwer geben laſſen. Im fall ſich aber nach Got⸗ tes willen begebe, und zutruge daß oberurtter Muhler, fur Gehlen ſeinem Weib mit todt abginge, und ſie die Wittibe, hernacher die Muͤhl ihnn redlichen und weſſendlichen Baufs und Gangk„wie obſteth, nicht wurd Ar 7 erhal⸗ 318)— SSr- erhaltten koͤnnen, ſo ſoll alsdann dieſe Leyhe ihre Endſchafft haben, und ſie auß der Muhln zu ziehen ſchuldig ſein. Hierumb und von ſolcher Be⸗ ſtandnus wegen ſollen und woͤllen, ſie die Beſtandere ſampt und ſonders uns hinfiro jaͤrlich und jedes Jars beſonders, ſo lang dieſe Leyhe wehret, und alſo anfaͤnglich uff Petri Cathedræ des 94. Jahrs ſechzehen Achttell Korn gutter durrer Fruchtt, Kauffmanns Gutt, Budinger Maaß un⸗ derſchiedlich, nemlich jedes virtell Jahr 4. Achtell, ihn unſer Kellerei da⸗ ſelbſten unwegerlichen, geben, entrichten, und mit ſolcher Liefferung, nicht ſeumig noch auffheldlich ſein haben auch darauff ſolches alles getreu⸗ lich und ohne gefertte zueleiſten, uns und unſer Graffſchafft dabeneben treuw und holt zu ſeyn, unſern Schaden zu Tagen und Nacht zu war⸗ nen, ſo viel ihnen muͤglich zuvor kommen, und ſelbſten keinen zu thun, bey Verpfendung aller ihrer Haab und Gutter, an welchem Ortt umd enden ſie die itzunder haben, oder kunfftiglich bekommen moͤchten, mit Hand gegebener treuw, an aides Statt verſprochen und zugeſagt; Im Mhrkundt haben wir dieſſen Leyhe Brieff, mit eigener Handt underſchrie ben, und unſer Cantzley Secrer zu ent wiſſentlich auff trucken laſſen. Ge⸗ ſchehen Donnerſtag nach Jacobi den 26. Julii im funffzehen hundert drey und neunigſten Jahre. N., Pine durch Kauf erlangte Erb⸗Leyh de A. 259v. Aus einer Copey. Wi Philips undt wir Wolffgang Ernſt von Yſenburck, Grauen zue * Buͤdingen ꝛc. Vatter und Sohn thun kundt hiermit oͤffentlich be⸗ kennendte, daß wir aus wohlbedachtem muth, einiger Bewegnuß, ge⸗ habtem zeittigen rath, undt unſers beſſern Nutzens willen, dem Erbarn unſerm Underthanen zue Goͤtzenheim, Deyß⸗Loͤrchen, unſere daſelbſten under dem underſten Weyher, der Gerhardts Wagk genant, undt neben dem Buͤrger Waldt gelegene Muͤhl ſampt dem Wieſen Placken darbey (doch ausgeſcheiden unſers Tammes zue dem Weyher gehoͤrig) welche weilandt der Wolgeborne unſer freundlicher lieber Bruder undt Vetter, Graue Ludwig von Yſenburgk wohlſeliger gedaͤchtnus umb Ebertshauſen kaufflichen an ſich bracht, erblich undt ewiglich wieder verkaufft, und uͤber⸗ geben haben, verkauffen undt uͤbergeben ihme auch dieſelbe hiemit, undt b inn ——— b b —— nde— ndſch ſffen, derund Seg lang d 9f d wit arauff us eer n 8 t d jagen uf; atta d ſelbſtet mn c, an 4 bekomt a nichn rochen— gehn ägener t un ich auff lm n hſt im funff eed han⸗ de 4A. 42 A on Nfef r f, En kundt itf „, einig ewenn Lorchel ſeei dichtnu di Che wieder 18 1 auch SJeſt 98) o(8*r⸗ 39 inn krafft diß Brieffs derogeſtait, daß er dieſelbe, ſampt der Wieſen, vor ſich, ſeine Erben undt Erbnehmen innhaben, nieſſen undt gebrauchen, nach ſeiner Notturft undt Gelegenheit bauwen undt zurichten ſollundt mag, doch alſo, daß er der endts keine Haͤußliche Wohnung oder Viehe⸗Zucht (wie es ſich dann unbequemlichkeitt halben nicht thun laͤſſet) ahnſtelle, ſon⸗ dern daß Mahlwerck von Goͤtzenhain auß verſehe, darneben wir auch ih⸗ me undt ſeinen Nachkommen, innhabern dieſſer Muͤhl die leibs Freyheit von unſern Frohndienſten,(welche aber nicht uff volge, reichung einiges Geldts, oder auch nachbarliche gemeine Beſchwerunge, mit haltung der Wege, Steege, oder dergleichen, ſondern allein uff die uns ſchuldige Herrn⸗Dienſte verſtanden, und jederzeit nuhr uff ein einige Perſon ge⸗ richtet ſein ſoll: erblichen, undt ſo lang dieſſe Muͤhl alſo in gangbaren weſen ſein wirdt, verſprochen und zugeſagt haben. Undt iſt ſolcher Kauff geſchehen umb undt vor 100. fl. gangbarer Muͤntz, Franckfurter wehrung⸗ ſo er unß alſſo balt vor uͤberliefferung dieſſes zu genuͤgen richtig gemacht undt bezahlt hat, wir ihne auch daruͤber quittiren undt ledig ſprechen. Dar⸗ neben ſoll er die uff der Muͤhl, und deren Begrieff ſtehendte Beth ihme zuſchreiben laſſen, jaͤhrlich entrichten auch untz von dem Waſſerfall, jaͤhr⸗ lich und eines jeden Jahrs beſonders uff Petri ad Cathedram uff unſere Speicher im Hain der dreyaich, wohin er gewieſen wirdt, reichen undt lieffern, 10. Achtel Korn, Muͤhlpfocht, gutter hartter doͤrrer Frucht Franckfurter Maß, daran ihne nicht hindern oder abhalten ſoll einige ex⸗ ception, Ausflucht oder Entſchuldigung, wie die Nahmen haben moͤg⸗ te. Auch ſoll er die Muͤhl inn gutten Weſentlichen Bauw undt uffrich⸗ tigkeitt halten, dieſelbe nit verfallen oder verderben laſſen, wie ihme dann zu deſto beſſerer Underhaltung des Muͤhlwercks nothwendig Gehoͤltz zue⸗ Caͤnneln und Raͤdern auß unſern Waͤldten, gleichmaſſen auch zu andern Muͤhlen inn unſer undern Graueſchafft der dreyaich beſchicht, gegeben, ſon⸗ ſten aber mit Gehoͤltz zu dem Muͤhlbauwer, gleich andern unſern Untha⸗ nen zue Goͤtzenhain gehalten werden ſoll. Darbey iſt auch austruͤcklich abgeredt und vorbehalten, inn fall der kauffer obgemelt, oder ſeine Er⸗ be undt Innhaber der Muͤhl an Liefferung der Pfoͤcht ſaͤumig ſein, die Muͤhle in Abgang gerathen lieſſen, und anders, ſo inn dieſem Brieff be⸗ grieffen ſteht, nicht halten wuͤrdten, daß wir undt unſere Erben alßdenn die Mühl ohne einige ſeine Einredt wieder zu unſern Handten zu nehmen, unß auch des anſtaͤndigen Pfochts undt andern Schadens halben, ahn andern 32928) 20 8. andern ſeinen, oder ſeiner Erben Guͤttern zu erholen, gutt fug undt Macht haben ſollen. Hierauff gereden und verſprechen wir hiemit, undt inn Krafft dieſes Brieffs obgemelten Kauff unſers theils ſtaͤth, veſt undt un⸗ verbruͤchlich zuhalten, darwieder nicht zu thun: Da auch die Muhl von jemand, ſei wer der woͤlle, ahngeſprochen, mitt Zinſen oder andern be⸗ ſchwert werden wollte, den Kauffer deswegen gebuͤhrlichen zu vertretten, undt in alle wege ſchadtloß zu halten, alle gefaͤhrdt hierinn gaͤntzlich aus⸗ geſcheiden. Deſſen zue Urkundt undt mehrer Sicherheit halben haben wir Graue Philipß undt wir Graue Wolffgang Ernſt von Yſenburgk obge⸗ nant, unſer Graͤventlich Cantzley Seeret hierunten uff druͤcken laſſen, uns auch mitt eigenen Handten underſchrieben. Aetum Birſtein Mon⸗ tags martini Epiſcopi den II. OCtob. A. 1594. Philipß von Yſenburg(L S.) Wolffgang Ernſt Graf zue Büdingen. N. 10. Erbleyhe uͤber einen Weyher und Waſſer⸗Fall de A. 759 Aus einer Copey. Wi Heinrich von Yſenburgk Graue zu Buͤdingen, bekennen undthu⸗ A en kunth vor unß und unſſer Erben. Nachdem Jacob Boeß und An⸗ na Eheleutt unſſere Underthane und hinterſaſſen zue langen unß, daß wir ihnen ein wuſtes Weiher under der Springen bei Langen ſampt einem Waſ⸗ ſerfall ſo auß einem andern unſerm nechſt darob gelegenem Weiher herfleuſt, zue Behuffeines Muhlwercks, ſo ſie dahin zu bauen und auf zurichten ge⸗ meinet wehren, erblich verleiher wolln, underthenigklichen angelangt 4 ben, das demnach wir ihre Bitt gnedigklich betrachtet verleihen daruff ih⸗ nen eheleutten und iren kuͤnfftigen Erben, mit rechtem Wiſſen und ih Erafft diſes Briefs angeregtes unßer wuſtes Weiyer, ſampt dem Waſſer⸗ fall ſo wie obſtehet auß dem nechſten darob unſerm gelegenen Weiher he⸗ raus fleuſt, alſo und dergeſtalt, daß ſie daſelbſten ein Muhlwerck aufrich⸗ ten, den Weiher und Waſſerfall darzu gebrauchen, und ſollich Muhl⸗ werck zu ihrem beſten Nutzen jehrlich geniſſen und gebrauchen moͤgen, doch ſollen ſie von ſolchem Weiher Waſſerfall und Muhlwerck, jehrlich und ein jedes Jahr beſonderlich auff den tagk Petri ad Cathedram, unfrun kuͤnff⸗ len, gut ond en wi ,m . eu Daa R it Zinſ a ee edührli ta dn ardt hiel tr änke licherhei a aſan Ernſt voſ K. ſüu⸗ erunten Fückat 1. Actu irſe 4 4. Affgan nſto Paſſer=llu dingen* enne hdem J* Bc n zue le= rung e Lange? ſytem gelegen aeiht bauent ⁴ ufunt thenigk iangi etracht,= eipen mit tetr⸗Wiße Weiner, at i0s nſerm g R ten 4 dſten ein 5— 5 rauchen 2 ld und gedt Ken dMh lek, 4 11 24 0 A A, O(Sr 321 kuͤnfftigen unſſern Erben ſechs Malter Korn und einen Gulden Geldes pro canone gutlich und ungeſaumpt entrichten, auch mit Erlegung des Zinſes auff nechſtkunff⸗ tigen tagk Petri ad Catbedram im Jahr ſechzehenhundert den Anfangk machen, dar⸗ nechſt auch das Muhlwerck jederzeit in gutem Baw und Beſſerung underhalten und im fall ſie daſelbige nicht theten, gleich wol den jaͤrlichen Canonem unnß oder unſern Erben zubezalen ſchuldigk und verbunden ſein. Deſſen zu Uhrkundt haben wir ih⸗ nen diſſe erbleihe under unſſerm Greflichen Seecret wiſſentlich zugeſtelt. Gegeben auff Ronburgk auff den Tagk Petri ad Cathedram Anno Chriſti funffzehen hundert neunzigk und neun. N. I1. 3 Erbleyhe uͤber einen Hoff zu Hoffſtete de A. 1297. Aus dem Original. ir 2nafcfins von Gottes Gnaden Abtt Pryor und Convent gemeinlich des Gotzhuß Hyrſſolv ſant Benedieten Ordenß Spyrer Biſtumb, bekenne und offen⸗ barn Menglichn mit dieſem Brief, alß wir von unſſern Convent Bruͤdern Johan⸗ nes der zytt Prior und ander des Convents unſſers Gotzhuß zu Schoͤnrajn Wuͤrtz⸗ burger Byſtumb an dem Maͤnn gelegen angelangt und Bericht ſyen, wie ſie umb des gemeltten Gotzhuß beſſern Nutzen willen füͤrgenommen haben, den Hoff zu Hoff⸗ ſtetten gelegen zu einem Erbe zu verlyhen, mitt Bitt darin zu verwilligen, des wir fuͤr uns und unſer Nachkommen alſo verwilliget mit krafft diß Beieffs, und zu ei⸗ nem rechten redlichen Erblehen verluͤhen haben, den erbern und beſchaiden Schul⸗ thaiſſen und gantzer Gemaind des Dorffs Hoffſtetten an dem Menne in Wuͤrtzburger Byſtumb gelegen, und iren Erben unſſern Hoff in dem gemeltten Dorff Hoff⸗ ſtetten gelegen, mit aller Gerechtigkeit fuͤr ledig aigen dan das daruß geett jerlich funffzehen Pfennig, die ſy jerlich geben und ußrichten ſollen, unſſerm gnedigen Herrn von Rinegk jnwendigt und ußwendigt der Muͤren mit allen Rechten und Zugeho⸗ rungen, ußgenommen die Wyſſen mit Clauſſen Eberhartten verluit um ain Stuͤck Wiſſen an der Zunwiſſen gelegen, wie dan das obgenantt Cloſter den bißher jnge⸗ hebt und genoſſen hant, nemlich den Byſaſſen jnderhalb der Muͤren als wytt und braitt er begriffen hant Aecker, Wyſen auch die Waiden ober Gemuͤnden gelegen, die vormauls zu den Hoͤffen nitt gehoͤrtt haben, und nemlichen der Waiden ſo jetz Clauß Roit von Maſſenbuchen jnhaut, davon er unſſerm Cloſter ain jerlichen zins gibtt, der ſoll nach tod deſſelbigen Rotten ijn den Hoff un Zinß und Beſchwernüs volgen und gedyhen, darzu den Schaufftrib mit der Waide zu Maſſenbuch zum Erb⸗ brun und zum Seffritzen, und ſunſt allenthalben alß wytt und breitt das obbeſtimptt Gottzhuß den jngehebtt und gebruch haut, des ſie ſich doch gebruchen ſollen, wie jn Landen zu Francken Sytt, und Gewohnheit iſt, auch ſollen wir obgenantter Abtt Prior und Convent jne Holtz darzu und darin geben, alß dan ſollichs durch die Ge⸗ ſchichtten des Wolgeborne Herr Philippſſen Graue zu Rynegk des juͤngeren, mit baider ſitt Wiſſen und Willen untergangen verſtaint und verainſt iſt, duch ſollen wir die vorgenanten Abtt Prior und Convent und unſſer Nachkomme gut Macht han, unß des Waſend ob dem Dorff Hoffſtetten zu unſſerm altten Waſſer zu gebrau⸗ chen nauch Notturfft, ußgeſchaiden den Terh daß wir unſſer Vich daruff zu wai⸗ den 322)O ⸗ — den nit triben ſollen ungeverlich, die gemeltten armen Luͤtt und ihre Nachkommen ſollend auch mit ſundern Beding kaine jren des obgenantten Hoffs taile und Güͤtte⸗ re und one das ander nit zertrenne verkuffen ſunder wenn ain taile oder me verkou⸗ fet oder veerbt wuͤrde, ſo ſoll allwegen von unſſerm Prior des genanten Gottzhuß Schoͤnrain geluhen und empfangen werden, denn der dem obgenantten Gotzhuß zu verluͤhen zu ewigen zitten zugehoͤren ſoll, und welcher alſo einpfanget, ſoll allweg ainem Prior zu Erkantnuͤß und Gedäͤchttnuͤs der Lehenſchafft geben ainen bekantten Pfennig und nit me, und ſoll und moͤgend die obgenantten Schulthaiß und Ge⸗ maind und jre Nachkomme den obbeſtimpten Hoff mit ſeiner Zugehoͤrden Ewiglich zu ainer rechten Erblehen jnnhaben, Nutzen nieſen und den jn gutten Ern und nuͤt⸗ lichen Bew halten ungeverde, und darum ſollend unß die obgenantten Schulthaiß und Gemaind auch jre Nauchkommen nun fuͤhrohin alle Jar jerlichen und eins jeden Jars beſunder allwegen uff ſant Michels Tag acht Tag vor oder nauch die näch⸗ ſten zu rechter Guͤltt nauch Hoff guͤlt Recht und gewonheit raichen und geben hun⸗ dert Malter Winter Kornns vorlaug Kauffmanns Gute Karelſtatter Meſt mit ver⸗ ſampter Hand und uns die Anttwuͤrtten gon Schoͤnrain jn das Cloſter uff ainen Boden der jne von unß benennet wuͤrtt, der obgenantten Meſte Kauffmans Gute wern und bezaln on allen Mangel und Abbruͤche vermuͤgliche on alle Irrunge um Intreg der Fuͤrſten der Herren der Steet noch des Landes oder gantz nichtznit da jemand hiewyder erdencken kan oder mag und inſunderheitt an allen unſſern und un⸗ ſſer Nachkommen Coſten und Schaden getreulichen und ungeverlichen, duch fuͤr ab⸗ le Miſſe Gewaͤchß, Hagel, und Wind, Stuͤre Bette Landſchaden Schatzunge und on alle Minderunge und Abbruͤche der Guͤltte, duch were es Sach, daß wir unſſer Erben und Nachkommen ſolten und muͤſten Zehenden geben, uß der Wyttraiche in der Mure, woͤlche den wir genanten Herren bißher Zehendfry geweſen ſyen, ſoll unß an der obgenanten Guͤlte oder ſunſt eincherlay wiß one Schaden ſin, wenn ſy Ir Erben oder Nauchkommen unß obgenanntten Herren Prior und Convent unſſern Nauchkomme die obberuͤrten Guͤltte hundert Malter Winter Korn jerlichen wie ob⸗ ſteet uff das beſtimpt Zyle nit allſo anttwuͤrtten und bezalten, desgleichen ob ſy ſolli⸗ che Hoͤffe nit in gewoͤnlichen Buve und jn Eren hielten, alß dann haben wir die ob⸗ genanten Abtt Prior und Convent zu Hyrſſow und unſſere Nauchkommen ſollen Gewalt Macht und gutte erlangt Recht ſollichen Hoffe mit aller ſiner Zugehoͤrd wy⸗ derum zu unſſern Handen niemen alß andere unſſere Guͤtter an Irrunge und Intre⸗ ge der obgemelten Schulthaiſſen Gemaind und jre Nachkommen und mengklichs von jren wegen, duch der Herren der Steet noch des landes weder mit Gerichtt Gaiſtli⸗ chen oder Weltlichen noch gante nichtznit das jemand hiewyder erdencken kan oder mag. Duch ſo haben wir obgenantten Abtt Prior und Convent oder unſſer Nach⸗ kommen, oder wenn wir das zuthun bevelhen vollen Gewalt Machtt und gut Recht, wann die obgemeltten Schulthaiß Gemainde und jr Nachkommen ſolliche Guͤltte nit reichten wie vorſtet zueen Mann unter jne uſſer jr Gemainde des obbeſtimptten Dorffs zu manen, zu Huß zu Hoffe mit Briffen, Botten oder ſelbs mündliche un⸗ ter ougen one alain aine Schulthaiſſen der nit gemant ſoll werden, und woͤlche un⸗ ter jne allſo gemant werden, die ſollend, dan in acht Tagen den naͤchſten nauch der⸗ manunge gelaure jn die Statt jn ains offen Wirttes und Gaſtgeben Huß in der ma⸗ nunge beſtimpt infarn laiſten und gemaine Gyſellſafft halten nauch Syt und Ge⸗ won⸗ ——— y-— ſchafft a mu dantim äßu 4 einer W da Ren m Fermm 1d cd ome e Jar jetſ Nenda ag der Gmuch n. onheit rat Snd ahn tte Karelſ n Min ain in d dſte uf atten M mwffm nügliche 1. I Landes oh uh ut thatt an 1r anſeme nd unger dn, diſ te Landſch— Sthen vere es= dajr r geben, a der! r Zebend weſt one Scha m in, Prier= ontn Dinter Kam erlcen ezalten,= ichent 1, alß R an hen i d unſſere de dlomn fe mttallf Fr Zu Guͤtter afRNge 6 achkomm u men des moch ret d diemd— ncm 1 1 3)o(Sr 323 wonheitt und von ſollicher Laiſtunge nit ledig ſin noch werden, unſſern obgemelten Prior und Convent zu Schoͤnrain und jren Nachkommen ſye dan um die obberur⸗ ten ußſtaͤnden und jerlichen Hoffguͤltten mit ſampt allen Coſten und ſchaden ſo unß nauch dem obgeſchriben Zyle daruff ergangen oder erwachſſen were, wenn ſich der ungeverlichen gefuͤgt oder gemachtt hette genntzlichen abgeleitt geanttwuͤrtt ußge⸗ richtt gewertt und bezahlt haben, nauch lut und ußwiſſungen diß Brieffs wir dick gemeltten Abtt Prior und Convent oder unſſer Nauchkommen muͤgen ouch ſolliche Layſtungen von unß oder unſſern Erben und Nauchkommen oder den Hoffe mit aller ſiner Zugehoͤrungen in obgeſchriebner wiß wyderum niemen, woͤlches unß fuglich und eben iſt, davor die obgenantten Schulthaiſſen Gemaind und jr Nauchkommen nichtznit beſchuͤren beſchirmen nach befreyen ſoll eincherlay Gnaude Fryhaitt tro⸗ ſtunge verbintnuͤſſe verainunge der Fuͤrſten der Herren der Steet noch des Landes weder mit Recht Gericht Gaiſtlichs oder weltlichs nichtznit uͤberall jn keine weg wan ſy ſich wyder alle und jettliche Stuͤcke Artickel und Puneten und jedes jnſun⸗ derheit wie obgeſchriben zuthun behelffen werden, verzigen und geben haben verzy⸗ hen und begeben ouch hiemit allen und jettlichen Fryhaitten und wie daß unß ge⸗ guͤnſtigtt und introtuciertt iſt und ſonderlichen dem Rechten gemainer Verzyhunge wyderſprechend des wir dan vorgewiſt ſyen und alſo gereden und verſprechen wir obgenanten Abtt Prior und Convent zu Hirſchaw fuͤr uns und unſſer Nauchkom⸗ men bey unſſern Wuͤrden alle obgeſchrieben Stucke ſtett und veſt zuhalten, dem ge⸗ treulich und ungeverlich nauchzukommen, nauch lut und Ußwyſung dis Brieffs un⸗ geverlich und des zu offener Urkunde und waurer gezuͤgnuͤſſe haben wir obgenantt Abtt Prior und Convent zu Hirſaw unſſer Abttye und Convent Inſigelle gehengt, an dieſen Brieff unß aller obgeſchribener Ding zu bezuͤgen, der geben iſt uff ſant Peters Tag Cathedra genant alß man von der Geburtt Criſti unſers lieben Herren tauſend vierhundert achtzig und ſieben jare zelet. N. 12. 83 5 83. Auszuͤge aus einigen Schatzungs⸗Regiſtern. a) Aus der Tuͤrcken Anlage und Schatzung de 1J. 1742. *) Friederich Cleburger Pfarrer zu Buͤdingen b V. gl. IIII. ß. Ir. hllr. Martins Zins Wieſen Zins. VIII. gl. IIi. f. Preſentz XV. gld. Opffer die vier Veſt VIII. gld. Korn ANAũũlüIII. glo. Ausgaab davon 1. gl. Schawer Zins 10. gl. Her Nietharten dem Caplan IIII. gl. Zerung die vier Feſte Noch bleibt zu veranlagen Ss 2 KXXVIII. 324 n O(8688 XXVIII. gl. V. ß. 11. Heller Tutt Annlag III. gld. 6) Kolbpen Hanß(zu Hephei))— Hauß, Hoff, Schewer meyt ſeym Begreiff Ic. gl. IIII. cLVIII. Ein Kelter IlI. gl. gl. geyt ane Wyngarten LX. gl. ſchult abe Haußrath II. gl. loXa. 1 Kewe XII. gl. noch pleibt Sewe III. gl. lcLXVI. gl. Pferde und Geſchirr b XXX. gl. iſt anlog Hemel und Schoff b III. gl. 1. gl. Xl. f. Beſſerung uff Pocht⸗Guͤtern IcXLIII. gl. III. d. mytt Geſein Lon geipt anlog III. ß. III. d. b Idem Geſein. „ Heintz Voelckher(aus Glauberg) Hus und Hoff XV. JI Hußrat 8 IIII. g. ecker 28. morgen zu Lehen von denen Jungfrawen von Coußdorſ und thut ſein Beſſrung an XII. gl. It. hat 5. morgen. VIII. gl. Weingarten 1. Morgen N. g1. Pferd und Geſchirr. XV. gl. 1. Kue III. gl. v. Sem“ III. gl. It. hat 1. Dienſtbot davon 4. d. zu Schatzung. Summa LXXXlI. gl. Tregt Schatzung XI. f. b) Aus dem Schatz⸗Regiſter de A. 127. *) Kreyß Loj(aus Hepheim) b Hauß und Hoff IIIe. fl. Ecker 460. fl. Wein⸗Garten 350. fl. Wiſſen b 24 fl Pferde und Geſchirr 4 40. fl. Keuhe b 25. f —— XXX Efm Il e.g UcXLIII 1 den A 1 ungfraw n d 1 — — 41 — ——— —— — Hauß und Hoff 80. fl. Acker 100. fl. Wiſſen 16. fl. Garten 14. fl. Win⸗Garten 30. fl. Pferdt. 20. fl. 95. Kuhe 10. fl. Seu 3. fl. Hausrat 3. fl. Erbbeſtentnus 60. fl.] Wein Hauß⸗Radtt Bar geltt Korn Habern Ein Erbeſtendinue Ecker 1 b Summa XVc. LVII. fl. 6) Gumpen Peter(aus Offenbach) V. d. — Summa 336. fl. c) Aus dem Schatzungs⸗Regiſter de A. 159. *) Johanns Herrn im Ringkau uf S. Johannsberr. Hat zu Ocruͤfftel von Guͤtern fallen uff die 2 Achtel Pfacht. die Acker verſchaͤtzt wie eigentumb. 8) Carthaͤuſer zu Meintz 96. fl. 30. fl. 60. fl. 20. fl. 10. fl. 72. fl. fl. 9. d. Sind Haben zu Oeruͤfftel fallen 3. Achtel Pfacht, darzu geben die Haiderßhei⸗ me noch 1. Achtel thut 4. Achtel. It. 2½ Achtel Gefell zu Ocruͤfftel, in die Haiderßheimer Hubzal gehoͤret. Summa 6 Achtel. Iſt verſchetzt worden. „P Stifft Herrn zu S. Lenhart zu Franckfurt⸗ Erheben zu Ocruͤfftel 7. Simm. Korn. Iſt das Gut verſchetzt wie Eigenthumb. Nielaus Lorey Schultheiß(zu Hepheim) Hauß und Hoff mit iren Begriff e 100. fl. Erbbeſtaͤndniß um die Zerrn zum heiligen Creutz an Ackern 20. m. Wingart und Garten 6. m. giht deauß 10. Acht. Pfacht, die Helffte des 8 3 An⸗ 325 o) o(8688⸗ Anſchlags tregt 660. fl. die Helffte des Jarobs Herrn Hofs, ſo 260. m. inhelt und zuſammen gibt 62. Achtel Korn. Beſſerung 100. fl. ꝛc. ꝛc. *) JohannSpinß(aus Hepheim) Hauß und Hof 400. f. Acker 24. morgen b 364. f Ein beſtanden Lehen⸗Gut um die Cartheuſer, helt uf 90. m. Lands, gibt drauß 23. Achtel Korn. Sein beſſerung 60. fl. zc. 5) Hanß Schmidt(aus Hepheim) Behauſung 150. f. Acker 19. Morgen 684. f Wieſen o. Wingarten 3. m. 1. vl. gut 4874. Boͤß 1½⁴ vl. 37 ⁄ Beſtanden Gut von Mercurinſſen Wildhelm und Chriſtoff Fabri Altar Cantzlern: helt 161. morgen: Gibt drauß 42. Achtel Korn: hat ku beſſerung druf. b Ein rd⸗Gut von dem Herrn zu S. Victor heltt 10 morgen Ackerz. Gibt jarlich 6. mltr. Korn Geſchetzt zum halben teil. 184. fl. 3. Pferd⸗ 130. fl. 4. Kuͤh 1. Kalben⸗⸗ 26. fl. 8. Seu⸗⸗S. fl. 32. Schaff⸗⸗ 16. ſ. Hauß⸗Rath und Geſchirr 40. fl. Ausſtaͤndig Gelt an Hanß Koch ꝛc. 62. ſ. Summa⸗⸗ 1825. fl. 1e Aaceltoehe Guͤter Wingarten Y. m. zu Laubenheim⸗⸗ 150. fl. Wieſen 1 Vl. im Rodenheimer Feldt b 20. Summa 1997. f. Dagegen ſchuldlig 165. fl. Mercurinſſen Wildhelm 104. fl. Chriſtoph Fabri Doctore 100. ſl. Bartel Leſchbrands Frauen. 30. fl. Johann Gambach, Judenſchuld zo. Rthlr. 100. fl. Jacob Ruppein allhie. Reſt. noch⸗⸗ 1734. fl. (Anlage) 5. fl. 2. ß. 7. d.. „) Schultheiß Jacob(aus Hepheim) Ein Erb⸗Gut von den Jungkhern von Machenheim und Koppenſtein, helt 33. m. gibt 9. Acht. Korn zu ſeinem dritten teil, achtet die Beſſerung uf 200. fl., tregt aber⸗⸗ 2 594. fl. 9) Peter Jung(aus Hepheim) b. Ein beſtendniß um L. Philips Mohr Erben, helt 62, morgen, giti 7 und Chſ ffka na n. Acht. xn:h or heltt oin iben teil. fl. 4 28§. f.— c Bel tanzt rKet . 5 ſtoph Vhr Gamdac udert noch⸗*t. rchenze JK en ne,( de helt— 5 4 i 2 2)o( 8 327 122— Acht. 1. Simm. Korn. Die Beſſerung druff⸗⸗⸗⸗ 100. fl. Koch ein ſolch Beſtandnuß gur uf 20. Jar, umb ermelte Erben, helt 21 ½ morgen Acker, gibt Jars 7. Achtel Korn Beſſerung geachtet an 30. fl. 1) Lohn Burgehorts Wittwe. Ein Gut vom heiligen Creutz, das Cuſtory gut genant helt uf die 48. mor⸗ gen, gibt drauß 9. Achtel Korn. Iſt ein ſchlecht Beſtaͤndniß. Beſſerung zum halben teilen angeſchlagen thut⸗⸗ 5o. fl. d) Aus dem Schatzungs⸗ARegiſter de A. 1599. *.) Cloſter zu den Carmel iten zu Franckfurt 16. Achtl. Korn⸗Pacht 62 Sprendlingen) jedes 1 ½ fl. Thut an Capital⸗⸗⸗⸗4o. fl. Anlage⸗⸗ I. fl. 14. ß., 4. d. 6) Hans Faupel(aus Weiſſenau) Hauß 50. fl. Weingarten von Jacobs Herrn erblich beſtanden 5. Vl. geben darvon den 4. Theil⸗⸗ 1122 fl. e) Aus dem Schatzungs⸗Rexgiſter de A. 1616. 2) Paulus Atzel(aus Goͤtzenhayn) Hauß und Hoff⸗⸗ 110. fl. Ecker, Gut, 3. morgen 124. fl. Mittel 6. Mor⸗ gen 3. Vl.⸗⸗ 162. fl. Boͤß z morgl. 6. fl. Wieſen 2. ſcherig 1. morgl.⸗⸗ 60. fl. Einſcherig 1. Vl.⸗ 10. fl. Beſſerung an einer hub⸗⸗5. fl. Garten Plancklin⸗ 15. fl. 2. O Dohſen. 40. fl. 2. Kue⸗⸗⸗⸗ 16. fl. 4. Schwein 4. fl. Haußrath⸗⸗⸗ 10. fl. Summa 562. fl. Schulden. Ebert Gabeln⸗⸗⸗ 13 fl. Reſt 548 fl. Anlag 1. fl. 7. d. Kirchenbau(in Offenthal) Stendig Zinß 3. fl. 20. ß. 6. d. Capital 70 ¾. Uff Penſion 1165. f. Korn Pfacht 3. Achtes 3 ⅞ ß. 120. fl. Oli Zinß 5. fl. 15. ß. Cap.⸗⸗ 112 ½◻ fl. Wachs Zinß 2. fl.⸗⸗⸗ 40. fl. . Summa- 1508. fl. Anl. 2. fl. 19. ß. 9. d „ Johann Loth(aus Weiſſenau) 5. Vl. Weingart erblich beſtanden thut4. theil abgezogen⸗⸗ 221123 fl. ꝛc 1 328 e) o(Sr 9) Loy Wennß(aus Hepheim) Beſſerung ufm Cardeuſer Hoff⸗Gut⸗⸗ 60. fl. ꝛc. *) Doͤngeß Weller(aus Hepheim) b V Beſſerung uf des Davidt Kellers Hoff Gut 80. fl. V Noch ein Beſtendnuß Gut uſt 20. Jar. Beſſerung 20. fl. 5 Victor Schmitt(aus Hepheim) Beſſerung uff der Dombherrn Pfochtgut 100. fl. „) Simon Bartal(aus Geinßheim) Hauß und Hoff⸗⸗ 8o. fl. Ecker 4. morgen 1 Vl.⸗⸗ 10. 3. fl. 3. ß. Noch *Morgen ausgeroth Weingart⸗⸗ 12 fl. Wieſen morgen erkaufft 12 f. Das Cloſter zu St. Jacob auſſerhalb Maintz, hat in dieſer Terminey ein Anzal Lenderey, und Wießwachs, welche 1ö. Stem in ihrem Ge⸗ brauch, umb das 3. Theil haben, wird ungefehr uf 160. morgen erach⸗ tet: Jeder morgen uf 6. Haufen Frucht und 4. Haufen uf 1. Malter, thun insgeſamt 240. malter, und jedem Stam 15. Halb angeſchlagen, . 2. fl. thun 7 ½ malter und 15. fl. Capital 110..4 Das Adelich Geſchlecht von Franckenſtein hat in dieſer Terminey u. morgen Wieſen, welche 9. Underthanen beſtanden. Iſt jederm 1. mot⸗ gen ½ Vl. wirt die Nutzung zum halben theil geachtet an 15. fl. So hat das adelich Geſchlecht, ſo zu Saalheim wonet(Schuͤtzen von Holtzhauſen) 12. morgen Acker ausgeliehen, thut zum halben theil 6. morgen. Zu Pfocht 6. Achtel habern und 5. Gaͤnß. Zu 10. Batzen 1. Malter angeſchlagen thut d 4. fl. Ausſtehent Gelt bey ſeinem Bruder Velten Barteln 18. fl. 3. Pfert und 1. Fuͤllen⸗⸗ 30. fl. 2. Kue⸗⸗ 16. fl. 1. Kalb⸗⸗ 3. fl. 3. Schwein⸗ 3 fl. Haußraͤth 20. fl. Schulden Summa 427. fl. 3. f. D. Martin Leuthen zu Oppenheim 180. fl. Wilhelm Henrich von Oppenheim 50. fl. Jeekels von Dorheim Wit. 36. fl. Anlage 7. ß. 3. d. Summa 266. fl. Reſt 161. fl. 3. ß. XXIV.) Von rung u M.⸗⸗ 1=. en zmor mn kaft 6, hat ſ4 ſed de 16. GS i i ehr uf. Tnocge 4. Haulm fl. 115.Hq ggeſte 1 dat in dit ⸗Term anden. † Kdem geachtel tr 15. deim w= Säh thut 3 de)abden Gaͤnß. 1 10.2 zarteln=1 3 3 1 B. J 4 XXIV) Von denen Landſiedel⸗Leyhen. Worten, nemlich aus Land⸗Siedel und Leyhe zuſammengeſetzt. Gleichwie nun die Bedeutung des erſten und des letzten Worts gewoͤhn⸗ lich und bekannt iſt, und ſolche keiner weitern Erklaͤrung beduͤrfen, ſo kommt es vor allen Dingen auf das Wort Siedel an. Ohne uns nun bey der Wiederlegung der Taboriſchen Ableitung von Sudeln, und der Hertiſchen von Sitten oder Laͤndlich, Sittlich, noch bey der Unterſu⸗ chung der Lynckeriſchen von Sedile aufzuhalten; ſo merken wir nur an, daß Sedal oder Sidel, wie auch Giſidili urſpruͤnglich im Teutſchen einen Sitz oder Stuhl heiſſet, z. E. ZTatian c. 3.. Gibit imu Pruthin ſedal Davides ſines fater, d. i. Gibt ihm der Herr den Sitz oder Stuhl ſeines Vatters David. Und iſt davon hinwieder das Wort ſiãaln, welches ſo viel als ſetzen(collocare Engliſch ſettle) bedeutet, gemacht. Otfried. 1. 7. 31. Giſidalter in himile thie othmuatige, d. i. Er hat die Demuͤthigen (Nieder⸗S. ohdmoͤdig) im Himmel geſetzet. In der Zuſammenſetzung wird es hernach auch vor einen Sitz oder eine Wohnung gebraucht. Notker. 69. 26. Wuoſte wuerde iro anaſidale, d. i. Wuͤſte werde ihre Wohnung. Und diejenigen, welche in oder auf einem fremden Lande wohnen, werden Landſideling genannt, Notker /. 10½. 23. Do fuor ſin fater dara unde ward dar landſideling, d. i. Da fuhr oder reiſete ſein Va⸗ ter(nemlich Jacob) dahin und ward daſelbſt ein Einwohner oder Accola. Ferner werden diejenige, welche fremde Guͤter oder Laͤndereyen gegen ge⸗ wiſſen jaͤhrlichen Pacht innhaben, aurſiaion geheiſſen, denn ſo nennet Oufried. Lib. I1. Cap. fI. a¹. diejenigen, denen nach dem Gleichniß Matth. XXI. Y. 33. ſe*ρ. Marc. XlI. V 1. ſegh. und Luc. X&. V. 9. ſ„h. der Hauß⸗ vater ſeinen Weinberg ausgethan hatte. Thie ſine lautſi lelon. Si da- tun ſo ih thir redinon, d. i. Dieſe ſeine Pachter, ſie thaten was ich dir ſage, wie die hievon angefuͤhrte Zeugniſſe bey Schilter in Cloſfario v Sedat anzu⸗ treffen. Dieſer letzten Bedeutung zufolge nun iſt insbeſondere auch in ei⸗ nigen Provinzen von Teutſchland durch Landfiedel ein Bauer dem unter gewiſſen Bedingungen gegen einen Phrlichen Pacht ein Gut oder Stuͤck 83 t b Landes ſiedel⸗ Was den Namen dieſer Guͤter anbelanget ſo iſt ſolcher aus dr eyen e) hen 4 Landes verliehen worden, bemerket, und ſind dieſerwegen die Laͤnder ſelbſt die dem Bauern unter der Verabredung, daß er ſolche als einLandſiedel inna⸗ haben ſolle, eingegeben worden. Guͤter zu Landſiedel⸗Recht, oder Land⸗ ſiedel Leyhen geheiſſen worden. Folglich haben allhie nicht ſowohl die Inna haber von denen Guͤtern, als die Guͤter von denen Innhabern den Namen empfangen. Die Sachen welche zu Landſiedel⸗Recht konnen verliehen wer⸗ den, ſind zwar gemeiniglich nur Feld⸗Guͤter, doch hindert ſolches nicht, daß nicht auch Muͤhlen, Haͤuſer und dergleichen unter gleichen Bedingun⸗ gen ſollten eingegeben werden koͤnnen, ob gleich der Herr von Ludewig Fur. Client. 5. 324. lit. p. ſolches nicht eingeſtehen will, und den Tabor dieſer⸗ wegen wiederleget, indem die im Anhang ſub V. z. und 2. beygedruckte Ur⸗ kunden von zu Landſiedel⸗Recht verliehenen Muͤhlen das Gegentheil lehren. Die vornehmſten Rechte und Pflichten eines ſolchen Landſiedels in Abſicht ſeines Guts beſtehen nun nach Anleitung der Solmiſchen Landordnung und der Leyhbriefe ſelber in folgenden. 1) Er erhalt insgemein ſein Landſiedel⸗ Recht durch einen ih) ausgefertigten Lehn⸗ oder Leyhbrief, deſſen Eigenſchaften in dem Solm ſchen Landrecht I t. V11. g. 6. folgendermaſſen beſchrieben werden. „Soll der Lehen⸗Herr uͤber ſolche Guͤter dem Landſiedel unter des Gerichts „oder Amptmanns, darunter dieſelben gelegen, oder ſeinem felbſt Inſiegel⸗ „einen Leyhe⸗Brieff fertigen und zuſtellen, in welchem die Guͤter ſampt ij⸗ „ren Zugehoͤrungen eigentlich benahmet, und ſampt ihren Anwaͤnden „ſpecificirt, auch die Pacta und Geding, auff welche dieſelben Guͤter ver⸗ Zliehen, und weß ſich damit der Land⸗Siedel halten ſolle, ausdruͤcklich „erklaͤret werden.“ Welches alles durch die von Herr rmann denen maleli. Haſſiac. Cob. III. p. 107. 7*. einverleibte, wie auch durch die im Anhang von uns beygefuͤgte und ſonſten angezogene Leyhbriefe in meh⸗ rem erlaͤutert wird. Doch iſt zu merken, daß die Leyhbriefe zu dem Be⸗ ſitz dieſer Guͤter nicht ſo nothwendig ſind, daß man nicht auch Exempel fin⸗ den ſollte, da die Landſiedel deswegen gar keine Briefe empfangen. Denn ſo meldet Hyncker in Diſſ. de Contractu Colonario Seck. 111. Cap. f. F.§. Di verſum quoque habent die Hanauiſchen Abfaͤlle in verbis.„Hierbey iſt zu „wiſſen, daß der mehrere theil keine Leyh⸗Brieffe im Buͤcherthal hat, doch „gefreuen ſie ſich des Landſiedel⸗Rechtens, und ob ſchon keine Leyh⸗Brieff „vorhanden ſind, ſo haͤlt man ſ olche Pacht⸗Guͤter, ſie ſtehen gleich geift . 22 ode 8 3 8 4 4 4 1 1 4 3 8 hlde Inn Inng Se ſecht kon r riin doch hin E c 1 diche = unte g ede ch der Mr anb will, un. ldu tr. und †. gedu dlen das* enthal ſchen Lat f vem. Selwiſ= Vnie 4⸗Nechſchm genſchaf.n dems maſſen iebar undſiedelt rda „odetſalr felbet velchem*rüter nd ſam en d welche denc halten!, albe 3) e 333 „oder weltlichen zu, gemeinem Landbrauch nach vor Landſiedel⸗Guͤter dar⸗ „auf der Landſiedel Beſſerung hat, es waͤre dann bewieſen, daß die Ver⸗ ahhung auff etliche gewiſſe Jahre, und auff keine Beſſerung geſchehen 2) Er iſt dagegen ſchuldig dem Herrn gewiſſe Reverfales, wie bey denen Ritterlehnen und wie auch bey der Verleyhung anderer Bauer⸗ Guͤter gebraͤuchlich geweſen. Siehe das v. Buriſche Lehen⸗Recht p. 940. (oben p. 265.) auszuſtellen, in welchen er angelobet, dem in dem Leyh⸗ brief verabredeten getreulich nachzukommen, und zu dem Ende bisweilen dem Herrn gewiſſe Unterpfaͤnder verſchreibet, wie in der Urkunde de A. 1503, im Anhang/ N. 2. Dieſen Reverſalien wird nun zwar insgemein der Leyhgrief ſelber mit einverleibt. Wie z. E. in der im Anhang ſub W. z. befindlichen Urkunde de A. 147 t. und der de A. 1571. bey dem Herrn von Ludolpb in Continuat. Obſervat. Foren). p. 631. ſeg. und lautet die Verord⸗ nung in dem SolmiſchenKandr. F. 22, alſo:,Der Landſiedel iſt ſchuldig, dem „»Lehen⸗Herrn auff ſein Begehrn, uͤber die beſtandene Guͤter, ein Rever⸗ „ſal, oder Beſtaͤndnuͤß⸗Brieff, welchem der Leyhe Brief eingeleibt, auff „ſeinen Koſten, unter des Gerichts, oder des Amptmanns, darunter ſol⸗ „che Guͤter gelegen, Inſiegel, zuzuſtellen, darinn er ſich und ſeine nachkom⸗ „mende Erben verpflichte, demſelben Leyhe⸗Brieffe alles ſeines Inhalts „treulich nachzukommen, und zugeleben. Doch findet man auch, daß zu Zeiten ſowohl der Leyhbrief als die Reverſalien jedwedes beſonders ausge⸗ ſtellet worden, wie in der im Anhang beygedruckten Urkunde de. 1563, N. 2. Und in der Urkunde de A. 1108. bey Herr Aopp de zure pignorandi conveutionali p. 17. Wie nicht weniger, daß gar keine beſondere Reverfa⸗ lien ausgefertiget, ſondern die Pflicht der Landſiedel in den Leyhbrief kuͤrz⸗ lich mit hineingeruckt worden, z. E. in der Urkunde in malect. Hasi. Coll. T. p. 125. und in der andern 15141. Coll. 3. p. z10. wie aus denen Worten: „Seyn dieſe Lehn⸗Brieffe zwene gleichlautend heruͤber auffgericht.“ Und.„Sint dieſer Zettel zwey⸗⸗gleichluten, iglicher Party eyner aus⸗ „geliebert worden ꝛc.“ zu ſchlieſſen iſt. b 3) Er hat zwar ein Recht aller Nutzungen des ihm zum Landſie⸗ del⸗Recht ertheileten Guts zu genieſſen, doch darff er ohne Erlaubniß des Herrn keine Veraͤnderung, wenn gleich das Gut dadurch gebeſſert wuͤrde, darauf vornehmen. Solm. LZandr. F. 29. 30.„Er ſoll auch kei⸗ T 1 2„nen 334 Z)O(88⸗ „nen neuen Roth, oder neuen Satz in den Guͤtern machen, noch auch „Waſſer leyten, ſo zuvor nicht geweſen, ohne Vorwiſſen und Ver⸗ „guͤnſtigung des Lehen⸗Herrns. Item. Er ſoll auch ſonſt die Guͤter nit „veraͤndern oder verwandeln, als Acker zu Weingarten, Wieſen oder Gaͤr⸗ „ten, oder herwiederumb, Wieſen und Gaͤrten zu Aeckern machen, oh⸗ „ne Verguͤnſtigung und Vorwiſſen des Lehen⸗Herrns.“ In der Urkunde de A. 1571. bey dem Herrn von Ludolpb c. 1.„Daß ſie dieſelbige als „Landſiedel einhaben, aͤſten, bauen, nutzen und nieſſen ſollen und moͤ⸗ „gen, ſich derſelben wie treuen Landſiedeln eigent zu ihrem Beſten gebrau⸗ „chen⸗⸗⸗⸗ davon nichts⸗⸗ verandern.”“ Nach dem vom ucken cit. Diſſ. Sect. I11. Cap. II. F. 17. 19. angefuͤhrten Hanauiſchen Landbrauch wird daf lbſt ein Unterſcheid unter die offenbar nuͤtzlichen Veraͤnderungen, und unter diejenigen deren Erbfolg und Nutzen zweifelhaft iſt, gemacht Die erſtern ſind dem Landſiedel auch obne Vorwiſſen des Herrn erlauben die letztern aber keinesweges, ſondern, wenn er ſolche eigenmaͤchtig unte nimmt, verwirkt er dadurch ſeine Beſſerung.„Da aber heiſſet a. „ein Landſiedel aus einem Acker oder Ellern, die naß und deswegen u⸗ „fruchtbar, oder ſonſt voll Dorn und Hecken geſtanden, neue Wieſen ge⸗ „rodet, gemacht und beſaamet hatte, dem ſchaͤtzet man darauff ſo viel man „ſeine Muͤh und auch angewendeten Fleiß, mit dem Beſſern fuͤr billig er⸗ „kennen kan. Doch ſoll man aus keinem aehrhafften Acker, welcher mit „dem Pflug zu bauen und fruchtbar iſt, ohne Vorwiſſen des Lehen⸗Herrn „zum Wein⸗Garten roden und machen. Wenn aber ſolches geſchehe, „ſo haͤtte der Landſiedler ſeine Beſſerung verwuͤrckt.“ Welche Verordnung wegen ihrer Billigkeit auch an andern Orten nicht ganz auſſer Augen zu ſe⸗ ten ſeyn duͤrfte, doch ſo, daß im Zweifel immer die Entſcheidung wieder den Landſiedel zu machen iſt, als welcher uͤber eine gewiſſermaſſen fremde Sache ſich keine groͤſſere Macht und Verfugung, als wie ihm der Eigen⸗ thuͤmer ſtillſchweigend oder ausdruͤcklich zugeſtanden haͤtte, anmaſſen ſollen, und der mit leichter Muͤhe, wenn er bey ſeinem Lehn⸗Herrn deswegen An⸗ frage gethan, und deſſen Einwilligung eingeholet haͤtte, ſich auſſer alee Verantwortung ſetzen koͤnnen. 4) Er muß das Gut mit allen dazu gehoͤrigen Gebaͤuden, in dem guten Stande, worinnen es ihm geliefert worden, erhalten. Solm. Landr. g. 22.„Item ſoll er die beſtandene Guͤter in rechtem Weſen „und — — ——— —— dern m in de Vor Kw. lauch ſ n garten, Mnug zu As as ath derrns. da .„Df dah. —— ntzuiht Feſant „Nad om Hanau Hnla nuͤzlich uhn n zweiß Gtit wiſen werma er ſolchs Dimäch ag.„Iiber die naſen. desde geſtan rneued azet mc— auff aur demfr eln ſe hafften* er, n Vorwif a'esl genn ar Solche erckt.“ cheche icht gar ſſerde ger die n chede eine germoſe ng, a— iihan anden m annii nLehn⸗ desch holet te 1h „ 110 hörige baͤuden, und Baue halten, alſo, daß ſie gebeſſert, und nicht geringert noch geaͤr⸗ gert werden. In der Urkunde bey dem Herrn von Ludopb. c. l.„In „gutem Bau, Weſen, Beſſerung bey einander halten.“ In der de a. 1570. bey Herr Aucbenbecker in Analect. Haſſ. Coll. J. p. 125.„ Er ſoll „auch ſolich Gut oder Hof in weſentlichem Bau und Beſſerung erhalten. In der de A. 1471. ub M. z.„Auch dieſelben Molen und Wieſen mit „ihrem Waſſer und anderswurter in redelichem Weſen und Buwe hal⸗ „ten ꝛc.“ Wohin auch die nach denen Regeln einer guten Land⸗Haußhal⸗ tung vorzunehmende Beduͤngung der Aecker gerechnet wird. Solm. Landr. §. 23.„Soll er in den Hublands jaͤhrlichs auffs wenigſt ein Mor⸗ „gen wohl zu Korn, oder drey Viertheil zu Weitzen thuͤngen.“ Und§. 27. „Soll er das Stroh und den Miſt auſſern Hoff, andern um Geld nicht ver⸗ „kauffen, ſondern fuͤr ſich behalten, und wiederumb auff die Guͤter, zu we⸗ „ſentlicher Unterhaltung und Beſſerung derſelben, kommen laſſen. In der Urkunde de A. 153 5. V. z0.„denſelbigenn unſſernn Hoff mit ſeiner „Zugehoͤrung in thunge und guten fruchtbarlichen Weſen und Bau⸗ „he halten.“* Und damit der Landſiedel hierinnen ſeine Pflicht nicht verab⸗ aͤume, ſtehet es dem Herrn frey deswegen Beſichtigung thun zu laſſen. bid. §. 1r.„Hat der Lehen⸗Herr Macht, da er zweiffelt, daß der Land⸗Sie⸗ „del die Tunge, die ſich Jahrs auff den Guͤtern zu thun gebuͤhrt, gethan „hab, ſolches beſichtigen zu laſſen.“ Ja dem Landſiedel iſt dieſerwegen un⸗ terſaget, fremde Guͤter, wenn nemlich dadurch die gute Beſorgung ſeiner rfte, in Pachtung und Beſtand zu Landſiedel⸗Guͤter verhindert werden duͤ nehmen. lid.§. 38.„ Alſo ſoll auch der Landſiedel keine andere frembde „Gelaͤnde, dadurcher mocht gehin ert werden, ſeinen vorigen Lehen⸗Guͤ⸗ „tern deſto weniger auszuwarten, und ihre Gerechtigkeit oder Bereitſchafft „zu rechter Zeit zu thun, auff ſich nehmen. Welches abernicht auf die An⸗ kaufung mehrerer Guter und noch vielweniger auf die Uebernehmung der ihm durch Erbſchaft zugefallenen Laͤndereyen auszudehnen iſt, als welche unter die fremden Gelaͤnde, deren Uebernehmung ihm allhie nur verboten iſt, nicht begriffen ſind, auch dem Herrn, wenn der Landſiedel etwa uͤber dieſe eigene Guͤter die Lehn⸗Guͤter verwahrloſen ſollte, annoch allenfalls die Einziehung, um ſich ſchadloß zu ſtellen, offen bleibet. Noch vielweniger darf er alſo etwas unternehmen, wodurch das Gut wuͤrklich verſchlim⸗ mert wuͤrde/ ½, E. Keha ann Paunne aſdhnen lbid.§, 28.„Er ſoll kei⸗ 21„ nen 336—) e(. „nen fruchtbaren geſchlachten Baum auff den Guͤtern abhauen, ohn des „Lehen⸗Herrn Vorwiſſen und Bewilligen.“ Es verſtehet ſich hiebey, daß wenn der Herr dieſe Pflicht von ſeinem Landſiedel in Acht genommen wiſ⸗ ſen will, er ihm vorhero die Guͤter in gutem Stande liefern muß. bid.§. 8. „Soll der Lehen⸗Herr dem Landſiedel den Hoff, auch andere Gebaͤue, in „guter Tachtung, Schwellen, Waͤnden, ſampt Fenſtern, Ofen und „andern Inbaͤuen, in gutem weſentlichem Stand und Bauelieffern, und „ihme ſoſche Baͤue in dergleichen gutem Weſen zu erhalten, befehlen.* In der Urkunde de A. 1503. N. 2.„Die Muln Buwe die itzunt gud i „geprauch und geſteint ſind, verfallen lieſſen. 8 9 Gleicherweiſe iſt er auch verbunden vor die Erhaltung und Vermehrung des ihm eingegebenen Guts zum Beſten ſeines Herrn in an⸗ dere Wegezu ſorgen. Dahin gehoͤret z. E. daß er die dem Gut zukommende Gerechtigkeiten, die dazu gehoͤrige Wege, Straſſen, Zaͤune ꝛc. es mi⸗ gen ſolche von ihm ſelbſt oder von andern muͤſſen gehalten werden, ungr⸗ kraͤnkt und unperletzt zu erhalten ſucht Solm Landr.§. 26.„Soll e „alle Zaͤun, Graͤben, Waſſerfluß, Waſſerleiten, Straſſen, Fußwege „Reyn und Stein, und andere dergleichen Befriedungen, und Gerech⸗ „tigheiten, deren Lehen⸗Guͤter, ohnzergaͤnglich, und in gutem Gebrauch Berhalten, ſo viel ihme immer moͤglich. In der Urkunde de 4. 235.. 10. heiſſetes hievon:„den(Hoff) in ſeinen Rechten, Furchen, Stucken „und Steyern, ſo vil Ine moͤglich erhalten. Und in der folgenden de A. 1514. N. 11.„Die In allewege in iren rechtenn forchen, unnd ſteynen, ſo „vill Ihnen muglich, erhalten.“ Daß er fleißig Acht hat, daß von denen Guͤtern ſelbſt durch die Eingriffe der Nachbarn nichts von Abhanden ge⸗ bracht werde. Weswegen er vor ſich keine Grenz Begehung oder Ent⸗ ſcheidung vornehmen darf. bid.§. 41.„Es hat auch der Landſiedelnicht „Macht, mit jemand Begaͤngniß zu thun, Marck und Schiedſtein zu „ſetz n, vor ſich ſelbſt und ohne Vorwiſſen des Lehen⸗Herrn.“ Und wenn ihm ja von denen benachbarten etwas abgezackert oder entwendet werden will, muß er ſolches dem Lehen⸗Herrn ſogleich melden, und um ſeinen Bey⸗ ſtand anſuchen. id§. 34.„ Er ſoll gut Achtung und fleißig Auff ſehen ha⸗ „ben, die Guͤter in ihren rechten Fuͤrchen, Reynen und Steinen zu erhal⸗ „ten, davon nichts abzackern, noch entwenden laſſen, ſondern da ihme daru⸗ ber von jemand Abbruch geſchehen wolte: ſo ſoll er ſolches dembehen⸗Hetn 8— 72 —,— Süterng 3399 1 verſete if el in Ad D Iin deliefern ein, l auch a G Feh npt Fel Bi, n d und/ Ritfn — — — — 8 — — Z — — d erhalt Lrfehle. Buwe ſsung 2 mvor di halte Beſten ſi Hen dieden Stzutm traſſen= men en dä— erda Landr.— 6. 1 iten, Cſen efriedut—/ un w undſt temt er Urti S deA. hten, a hen/e Und in folgen forchee ind t = daß 99) 0O(Sr 337 „, foͤrderlichen anzeigen, und zu wiſſen thun, und ſolches mit deſſelben Rath „und Beyſtand, vorkommen.“ Da denn der Herr zwar verbunden iſt, ihm mit dienlichen Nachrichten an die Hand zu gehen, die Koſten ſelber aber, ſo durch dergleichen Streitigkeit und den daraus entſtandenen Proceß verurſa⸗ chet werden, muß der Landſiedel allein tragen, hid.„.. Da der Landſiedel „kuͤnfftiglich in ſolchen Guͤtern angefochten wuͤrde, etlicher Stuͤck halben, „oder daß ihme abgezackert wuͤrde: So ſoll der Lehen⸗Herr ihme dem Land⸗ „ſiedel(doch auff deſſelben Koſten) mit ſeinen Brieffen, Buͤchern, und „Regiſtern zu Huͤlff kommen, und Beyſtand thun. Da auch in ſolchem „die Nothdurfft erfordern wuͤrde, daß die Acker gantz oder zum theil, von „neuem muͤſten gemeſſen, oder Stein geſetzt werden: So ſoll ſolches als⸗ „dann auff des Landſtedels Koſten auch geſchehen.“ Ferner, daß, wenn er in Erfahrung bringet, daß einige Stuͤcke, die zu der Landſiedeleyh gehoͤren, von Abhanden gekommen, er ſolches ſeinem Lehnherrn melde. Ibid. g. 25.„So er der Landſiedel noch andern mehr Stuͤck, die auch „in ſolch Lehen gehoͤrten, erfuͤhre, ſoll er ſolches dem Lehen⸗Herrn treulich „anzeigen, damit dieſelben, wo moͤglich, wiederum zu dem Lehen gebracht „werden moͤgen.“ Es fraͤget ſich aber hiebey a) ob dergleichen von ab⸗ handen geweſenes Stuͤck, wenn es wieder zu dem Lehen gebracht worden, dem Herrn oder dem Landſiedel dem Gebrauch nach zufalle? Mich duͤnkt, man muͤſſe allhie einen Unterſcheid machen, theils in Abſicht der Zeit, ſeit welcher ſolche Stuͤcke von dem Lehen gekommen, ob nemlich ſolche an⸗ noch zu des jetzigen Landſiedels oder ſeiner Voreltern Zeiten bey dem Gu⸗ te geweſen, oder ob ſie ſchon davon abgeriſſen geweſen, ehe das Gut ihm oder ſeinen Voreltern verliehen worden. In dem erſtern Fall muß der⸗ gleichen wieder beygebrachtes Stuͤck dem Landſiedel allerdings zu gute kommen, weil ihm in der Verleyhung ſolches mit zu Landſiedel⸗Recht ge⸗ reicht worden, und alſo der Umſtand, daß ſolches ohne ſein Verſchuͤlden eine Zeitlang in fremden Haͤnden geweſen, dem Herrn kein Recht geben kann, dem Landſiedel das einmal ertheilete ohne hinlaͤngliche Urſache hin⸗ wiederum zu nehmen. In dem letztern Fall hingegen kann der Landſiedel ſich aus keinem Grunde den Gebrauch einer Sache zueignen, womit er niemal beliehen worden. Theils aber muß man zugleich hier auf den Ein⸗ halt des Leyhbriefs Acht haben. Denn wenn z. E. darinnen die For⸗ mul befindlich, daß der Landſiedel das Gut mit eben dem Zubehoͤr und b u Recht 338) o(88 Recht haben ſolle, wie ſeine Vorgaͤnger es gebraucht oder mit Recht ge⸗ brauchen koͤnnen, ſo kann er ſich alles desjenigen, was ehemals zu dem Gut gehoͤrig geweſen, wenn es gleich ſchon zu der Zeit, wie er oder ſeine Voreltern damit beliehen worden, davon getrennet geweſen, mit Be⸗ ſtand Rechtens anmaſſen, weil er von ſeinem Herrn dadurch, daß er ihm alle derjenigen, ſo vor ihm das Gut inngehabt, ihre Rechte von neuem ertheilet, mit allen denen Stuͤcken, ſo ſolche als zu dieſer Landſiedel⸗ Leyhe gehoͤrig beſeſſen, zugleich beliehen. Eine gleiche Wirkung hat auch oͤfters meines Ermeſſens die in denen alten Urkunden ſehr ge⸗ woͤhnliche Formul quæſita& inquirenda erſucht und unerſucht, wenn ſolche ſo geſetzt iſt, daß ſie auf die Zubehoͤrde und Pertinenzien des Guts kann gezogen werden, wie z. E. in der Urkunde bey Herr Aoppc.! ibi:„Iren Hoff⸗⸗ mit aller ſiner zugehorden erſucht und unerſucht. Wenn aber nach der Vorſchrift des Solm. Landr. F. 6. in dem Leyh⸗ brief alles was dem Landſiedel geliefert worden, der Groͤſſe und Ä⸗ zahl nach genau verzeichnet iſt, auch keine dergleichen ſich auf nicht beſtimn⸗ teugehoͤr erſtreckende Formuln beygefuͤget ſind, ſo kann der Landſiedel wie derum auf ſolche neugefundene, ihm aber niemals verliehene Stuͤcke kei⸗ nen gegruͤndeten Anſpruch machen. b) Ob der Landſiedel auch die zu der Herbeybringung dergleichen verlohren geweſener Stuͤcke erforderliche Pro⸗ eeß⸗ und andere Koſten allein tragen muͤſſe? Daß ſolches in dem Fall, wenn die wieder erlangte Stuͤcke angefuͤhrtermaſſen nicht ihm, ſondern ſeinem Herrn zufallen, gaͤnzlich zu verneinen ſey, und der Herr ganz allein die Koſten deswegen tragen muͤſſe, verſtehet ſich von ſelber, weil den Landſie⸗ del die ſe ganze Streitigkeit eigentlich gar nichts angehet, ſondern in Abſicht ſeiner vor eine ganz fremde Sache anzuſehen iſt. Wenn aber das von ab⸗ handen gekommene Stuͤck, wenn ſolches durch Proceß oder andere Koſten erfordernde Wege wieder wird herbey gebracht feyn, dem Landſiedel zu gu⸗ te kommen, und mit ſeinem Gute wieder vereiniget werden wird; ſo halteich, daß nach Maaßgabe des Solmiſchen Rechts aug. cit. F. 10. der Landſiedel eben ſowohl als wenn durch Abzackerung oder ſonſten ihm etwas entzogen worden, die Koſten dazu allein hergeben muͤſſe, und von dem Herrn nichts weiter als deſſen unſchaͤdlichen Beyſtand verlangen konne, indem die⸗ ſer Fall von dem incit g. 10. beruͤhrten hierinnen nicht unterſchieden iſt, und in beyden Faͤllen der Landſiedel ſich hauptſaͤchlich des Genuſſes, der duich b b d —— daucht 33dd ten, waß ih d rennet g 2 wi ihre de wan als zu 23. di ine glei— Fiire alten 1Idaß cht und e ſac, rde und tinan Irkunde Zerri een erſut andm Landr. inda den, de* oſew ichen ſicht nichti dſokant= andſu mals vet= ne Ei rLandſt auch er Stuc ü ordet ß ſolche ems nicht iſ rſonden d der 1rr gan on ſelbe Heilden angehe denin Wen Fer dabt, Proceßi tanda epn, d mſi zerd ud;ſ 4 twee derh nded Ine, n0 c an h des= iſts,d )o( 86—⸗ 335 den Sieg in dergleichen Streitigkeiten geſuchet wird, zu erfreun hat, der Herr aber gegenwaͤrtig nichts dabey gewinnet, ſondern nur die Hofnung hat, daß ihm dereinſt ein deſto groͤſſeres Gut zufallen koͤnne. Denn den Zinß ſelber darf er wegen ſolches Anwachſes dem Landſiedel nicht erhoͤhen, indem dadurch, daß dem Landſiedel anfaͤnglich dieſe wieder herbeygebrach⸗ te Stuͤcke ſtillſchweigend oder ausdruͤcklich verliehen ſind, auch der Zinß ſchon auf ſelbige mit gerechnet und geſchlagen worden, und alſo ſolche nicht zum zweytenmal mit einem neuen Zinß beleget werden konnen. Noch vielweniger kann ſich alſo der Landſiedel wegern, dergleichen entwandtes Stuͤck auf ſeine Koſten wieder herbeyzuſchaffen, wenn es von ihm ſelbſt oder ſeinen Vorfahren, von denener ſein Recht ererbet hat, von Abhanden gebracht worden. Wie ſolches zum Ueberfluß alſo in dem Leyhbrief bey dem Herrn von Ludolpb c.! verabredet worden:„Was auch ein oder „der andere Stamm daraus verkauft, verpfaͤndet oder verſchrieben haͤtte, „das ſollen ſie wieder ledig machen und zum Lehen bringen.- 6 Er muß von ſolchem Gut dem Herrn einen jaͤhrlichen Zinß oder Pacht bezahlen, welcher wie bey andern Bauer⸗Guͤtern in Gelde, Getraide, Huͤnern und dergleichen beſtehen kann. In dem Leyhbriefe bey dem Herrn von Ludolpb c. l.„Vier Malter Korn, und vier Mal⸗ „ter Hafern⸗⸗ und ſechs Tornoß zu Pfacht und Zinß ausrichten.“ In dem de A. 1370. in Aual. Haſſ. Coll. I11. p. 1⁰7.„Um eine Gand und ein „Hun⸗⸗ und ume ein Punt Hellere.“ In dem de A. 1513. TDid. p. 109. „Gebenjerlichen Xlll Malter guter trockener Frucht halb Korn und halb „Habern, eyn Gulden drey Torneß, eyn Kirbhayn, eyn Faſtnacht⸗ „Hun, und den Knechten eyn Faſtnacht⸗Braten, oder ein Torneß da⸗ „vor, und zwey halben Gulden⸗⸗ und zweyhundert Pyer zun Oſtern. ꝛc. Gleichwie nun uͤberhaupt bey denen Bauer⸗Guͤtern der darauf einmal geſetzte Pacht insgemein nicht darf erhoͤhet werden, ſo lange ſie bey denen Beſitzern, die von denen erſten Erwerbern ihr Recht erhalten haben, bleiben: ſo iſt auch ein gleiches bey denen auch Landſiedel⸗ Recht er— theileten Guͤtern zu merken, daß nemlich bey ſolchen der Herr den ein⸗ mal abgeredeten Zinß nicht erhoͤhen darf. Soim Landr. g. 9. „Soll der Lehen⸗Herr den Landſiedel und deſſen Erben, bey ſolcher Leyhe „treulich bleiben laſſen, ihnen nicht erſteigern.“ Doch iſt auch andern⸗ theils der Landſiedel nicht berecheiget wegen Unfruchtbarkeit und anderer u 2 Un⸗ 340 9) O(6“ Ungluͤcksfaͤlle einen Nachlaß an ſeinem jaͤhrlichen Zinß zu fordern, indem obberuͤhrtermaſſen bey dergleichen erblichen oder wenigſtens langeeit dau⸗ renden Verleyhungen der Mangel des einen Jahrs durch den Ueberfluß der andern wieder erſetzet und verglichen werden muß. Folglich iſt es etwas be⸗ ſonders, wenn in der von dem Herrn Canzeley⸗Durecton Aopp e. I. ange⸗ fuͤhrten Urkunde denen Lan ſiedeln in ſolchem Fall zu einem Nachlaß Hof⸗ nung gemacht wird.„Auch ob Hagel, Mißwachs oder Herren Nodte „gedihe, do Gott vor ſey, ſo ſollen wir vorgenanten Lantſiedel oder unſſer „Erben den obgenanten Herrn doch geben den Pfacht nach erber Leudt „erkentnuͤß, die wir auff beyde Partheyen daruͤber kyeſſen wurden.“ 7) Micht weniger muß er wie andere Bauern bisweilen gewiſſe Dienſte dem Herrn davon leiſten. Solm. Landr. g. 37.„Was aber „von Alters fuͤr Dienſt auff dem Hoff oder Guͤtern ſtuͤnden, die ſoll er der „Landſiedel tragen.“ In dem Leyhbrief in Anal. Haſl. Coll. 111. p. in „Sal auch der dickgemelt Schelthen und ſin Erben, ſo ſie geheiſſen werde „den Jungfrauwen mit Wagen, Pferden, und was es die Notturfft hiſ „ſet und erfordert, zu Dienſt kommen II. oder 1Il. mal in dem Jahr.“ Meri⸗ wuͤrdig iſt hiebey, daß in dem Vergleich de A. 2372. im Anhang W.). ausdruͤcklich verabredet worden, daß die an ſich frey erkannte Kloſter⸗Gu⸗ ter, wenn ſie an Bauern verlandſiedelt wuͤrden, eo ipſo dem Landesherrn, wie andere beſchwerete Bauer⸗Guter frohnbar werden ſollten. 8) Er muß die auf das Gut haftende und geſetzte gemeine Auf⸗ lagen, Steuren, Schatzungen und dergleichen abfuͤhren. Solm. Landr. cit. F. 34.„Und ſonſt die Guͤter gegen der Obrigkeit, inmaſſen ſich ge⸗ „buͤhrt, und von Alters herkommen, in allewege, vergehen und verſtehen.“ Es waͤre denn, daß ihm die Guͤter von dem Landesherrn ſelber verliehen worden, und ſolcher ihm zugleich die Freyheit ertheilet, wie in dem Leyh⸗ brief de A. 1471. N. z. geſchehen iſt. 9) Er iſt dem Herrn zu einer beſondern Treue verbunden, worin⸗ nen man wiederum bey dieſen Guͤterneine Nachahmung der Lehne wahrneh⸗ men kann. Solm. Kandr. C. 76.„Soll er ſonſt insgemein allenthalben „ſeinem Lehen⸗Herrn in Anſehung und Betrachtung, daß er ſich und die „ſeinen von deſſelben Guͤter ernaͤhrt, treu und hold ſeyn, ſeinen Nutzen „werben, und Schaden helffen vorkommen, als viel ihm immer moͤglich „iſt. Leyhbrief de A. 1513. in Anal. HMaſſ. Coll. III. P. 110.„Sal auc 22 de uß. 8 Gan ſeei 3— e Sallzuei Eat zwachs o X ena nanten q en Pfach Faheh rüber k= da Bauern pel landr. 4=„A ütern ſtuͦ= di Tnal. Hi. al.NI rden, ſo ſen jeiſen ndwas ee Notte ll. malin r= Jaht⸗ A 74m Aha h freyel re te K „eo ipſ& Lan. rwerde p(ten. und 9 gem. nabfudt— Son brigken mnaſc e, verge ind oj andesh da ſelbere ertheil— ie in. Treueſt nden'¹ dmun cchmun dmun N iſt ins Iu btung= fer ſtn hold feinln 1s vic& imme— 1. II 1 770.„S 4 2 ) 0(Se⸗ b 341 „⸗:2 der Jungfrawen und der erren, auch des Cloſters Schaden waren, „weren und keren, nach ſiner Vermoͤge und der ſin, und iren Frommen „ſuchen, wie ſie eygen.“ In dem andern de A. 1470. Ibid. Coll. I. p. 12 5. „ Sondern ſich in dieſer leihe, wie einem getreuen Hoffmann und Land⸗ „ſiddel wohl eignet und gepuret, verhalten.“ 10) Er darf von denen zum Landſiedel⸗Recht ihm verliehenen Guͤtern nichts veraͤuſſern, noch ſolche ſonſten mit Schulden, Dienſtbar⸗ keiten und andern Laſten beſchweren. Solm. Landr. g. 32. 33.„Gleich „ſo wenig ſoll der Landſiedel die Guͤter eintzeln, oder etwas daraus verkauf⸗ „fen, verſetzen, noch mit Zinſen oder Gulden, hinder dem Lehen⸗Herrn „beſchweren. Alſo ſoll er auch kein Fron⸗Dienſt, Hoff⸗Dienſt, oder ei⸗ „nige andere Beſchwerung, daraus mit der Zeit demLehen⸗Gut ein Dienſt⸗ „ barkeit entſtehen, und auffgeladen werden wolt, durch jemand auf den „Hoff oder die Guͤter ſchlagen; Sondern da ihme dergleichen etwas begeg⸗ „nen wuͤrde, ſolches ſo bald an den Lehen⸗Herrn gelangen laſſen.“ Leyh⸗ brief de A. 2571 bey dem Herrn von Ludolpb c. l.„Davon nichts ver⸗ „aͤuſſern, verkauffen, vergeben oder veraͤndern ꝛc.“Leyhbrief de A. 1570. in Anal. Haſſ. Coll. I. p. 126.„Davon nichts veraͤuſſern oder ſonſt abziehen „laſſen.“ Noch ſie unter ſeine Kinder vertheilen, ſie denſelben bey Ver⸗ heurathungen mitgeben ꝛc. Solm. Landr. g. 32.„Noch weniger ſoll er „die Guͤter verſchlitzen, vertheilen, ſeine Kinder damit ausſetzen, und alſo „in frembde Haͤnde kommen laſſen, ſondern allweges treulich bey einander „halten, damit er und ſeine Erben, hernach den Lehen⸗Herrn, oder „ſeine Erben, da es zu Faͤllen kaͤme, wiederumb mit den Guͤtern voll⸗ „koͤmmlich lieffern moͤge, und dieſelben mittlerzeit nicht verlohren, und „durch frembde, fuͤr ihren Eigenthum praeſcribirt oder erſeſſen werden.“ Leyhbrief de A. 1719. N. ½.„Nichts davon verſetzen, verpfaͤn⸗ „den⸗⸗ auch ſeine Kinder damit nicht ausſetzen und verbraͤutelgaben, „oder hievon nichts unter ſie⸗⸗ vertheilen ꝛc.“ Verleyhung de A. 1554. N. ꝛ1. ibi:„Dieſſe Guter hinfuͤro in alle Wege by einander plei⸗ „ben laiſſen, davon nichts veraͤuſſern, verſetzen, vertauſchen, oder ver⸗ „theilen, noch mit andern mehrern Burden beſchweren.“ Wenn ja bis⸗ weilen das Gut gleich anfaͤnglich an zweyen verliehen worden, ſo iſt doch die weitere Vertheilung unterſagt, wie z. E. in der Verleyhung de 4. 1535. M. 10. ibi:„Noch den(Hoff weltheds dan in zwey theill vertheylen⸗ Un 3 Ein 342 9) O( 2⸗ Ein gleiches iſt auch in dem Vertrag de A. 1530. M. z. verſehen: ibi: „In zweien Theylen undnit weiter zu theilen macht haben ſollen. Ob und wie weit uͤbrigens der Landſiedel, welcher ohne es ſeinem Herrn zu melden von denen Guͤtern etwas veraͤuſſert, oder ſolche mit einer Dienſtbarkeit be⸗ ſchweret hat, dadurch dem Herrn einen Nachtheil zuziehen, und ein drit⸗ ter dem Herrn die Verjaͤhrung entgegenſetzen koͤnne; ſolches wird aus dem, was unten von der Verjaͤhrung der Lehne wird abgehandelt werden, mit koͤnnen entſchieden werden. Allhie wollen wir uns begnuͤgen, die vor eini⸗ ger Zeit vorgefallene Frage, mit wenigen zu unterſuchen: Ob nemlich eine Kirche oder andere Geiſtliche Gemeine, welche eine alte Nachricht vorzeigen kann, woraus erhellet, daß ihre zu Landſiedel⸗Recht verliehene Guͤter da⸗ mals von allen Beſchwerungen befreyet geweſen, nunmehro aber die Landſiedel bereits uͤber hundert Jahre die gemeinen Laſten davon getragen haben, berechtiget ſey, wieder dieſe Entrichtung der Schatzung die relt. tutionem in integrum intraquadriennium a tempore detectæ læſionish ſuchen, und die Landſiedel⸗Guͤter dadurch den Steuer⸗Regiſtern wieder entziehen? R. Daß denen Kirchen die Freyheiten der Minderjahrige zukommen, und ſie ſich Kraft des c. 1.& 2. de Keſtitut in integr in der Reititutionis in integrum zu erfreuen haben, wie auch, daß dieſe Rechts⸗ wohlthat auch auf andere ſogenannte pia corpora ausgedehnet wird, iſt bekannt. Es iſt aber in gegenwaͤrtigem Fall zu merken. a) Daß daraus, daß abſeiten der Kirche eine alte Nachricht, welche die damalige Freyheit der Landſiedel⸗Guͤter bezeuget, vorgezeiget wird, noch nicht ſicher folge, daß die Kirche oder deren Vorſteher von der von denen Landſiedeln geſchehe⸗ nen Bezahlung gar nichts ſollten gewuſt oder erfahren haben: Vielmehr iſt aus dem, was Herr Strube in Comment. de Tur. Villic. Cap. VI. J. 4. von dem Urſprung der Steuern bey denen Edelleuten und Geiſtlichen zugehori⸗ gen Bauer⸗Guͤtern anfuͤhret, zu vermuthen, daß ſolche Laſten wenigſtens mit ſtillſchweigender Genehmhaltung der Herrn bey denen Bauer⸗Guͤtern eingefuͤhret worden. b) So iſt in dergleichen die oͤffentliche Anlagen be⸗ treffenden Faͤllen annoch zu unterſuchen, ob ſolche alte Freyheits⸗Ertheilun⸗ gen oder Zeugniſſe aͤlter ſind, als wie die Einfuͤhrung der ordentlichen Steu⸗ ren und Anlagen. Dem wiedrigen Fall koͤnnen ſie auf noch nicht vorhan⸗ den geweſene, und mit Genehmhaltung des Kaiſers und des Reichs nach⸗ hero erſtlich angeſetzte Steuern mit Fug nicht ausgedehnet werden. err 7zo. N.. acrtat Met es ſeinen. 1 emiteine Sfan heil uiig gm enne; ſolh Sa deh 111 nen Laſtzt wong ng der Czung mpore(te len Steuer⸗= ſſternd deiten di inda e Acteut uta. wie auch Si dieſ dora aut= hynet merkens Daß lche die de alig rd, noc aht ſo denen It redeng fahren ſi:Vun r. Filu d. N1ℳ um Gi ichenu iß ſolch= ien wan dey deſ Bauree ie offe e Ag altes its⸗En ng der Durlia ſie auf y üctie ſers u SNat usges—t wenn, 9 — — )O e 343 Herr Strube c. l. y. 9. gleichfalls gezeiget hat. c) Wenn auch gleich die voͤllige Unwiſſenheit abſeiten der Kirche vorhanden geweſen waͤre, ſo wuͤrde dennoch die Reſtitution nach einer ſo langen Zeit nicht mehr ſtatt finden koͤn⸗ nen, indem die Meinung, welche von einigen Rechtslehrern geaͤuſſert wor⸗ den, daß nemlich das Quadriennium dieſer zu ſuchenden Reltitution nicht àtempore lælionis, ſondern blos à tempore notitiæ, wenn gleich ſchon gan⸗ ze Jahrhunderten ſeit der Verletzung verſtrichen, gerechnet werden muͤſſe, der ausdruͤcklichen Verordnung des L. ult. C. de Praæſcript. ns, temp. ibi: nulla ſcientia vel ignorantia exſpectanda, und dem L. 3. C. de Præſcript. 30. vel 40. ann., in welchem alle Reſtituriones wieder eine ſo lange Zeit ver⸗ worfen werden, zuwider iſt. Ich halte alſo davor, daß in dergleichen Faͤllen die Landſiedel⸗Guͤter denen Steuern und Beſchwerden nicht wie⸗ der entzogen werden konnann. 11) Doch iſt er befugt, ſeine Beſſerung an andere zu veraͤuſſern, wenner ſie vorhero ſeinem Herrn angeboten hat, als welcher das Vorrecht vor einem jedweden Fremden hat. Solm Landr. g. 20.„So hat auch „der Lehen⸗Herr allwegen den Vorkauf der Beſſerung, wann dieſelbig „dem Landſiedel feil iſt, vor einem jeden frembden.* Und daß auch die Per⸗ ſonen, an welcher er ſolche Beſſerung veraͤuſſert, nicht ſo maͤchtig und an⸗ geſehen ſind, damit der Herr bey dieſer Uebertragung nichts nachtheiliges zu beſorgen habe, Tbid. g. 23.„Wenn auch der Landſiedel die Beſſerung „verkauffen will; ſo ſoll er dieſelbige dem Lehen⸗Herrn zuforderſt anbieten, „ob er dieſelbige in einer benannten Zeit, nemlich zweyer Monaten, kauffen „wolle. Da dann innerhalb ſolcher Zeit er der Lehen⸗Herr ſolche Beſſerung „nicht kaufft: So mag alsdann der Landſiedel ſolche Beſſerung verkauffen „wenn er will, doch ſolchen Perſonen, ſo die Recht zulaſſen, ſonderlich „aber die demLehen⸗Herxn nicht beſchwerlich ſeyn moͤgen, als geborne Her⸗ „ren, Staͤdte, groſſe Prelaten, nahmhaffte von Adel, von denen der Le⸗ „hen⸗Herr ſich eines Anhangs zu beſorgen haben moͤchte.“Durch die Beſ⸗ ſerung wird allhie alles dasjenige verſtanden, wodurch der Landſiedel das Gut eintraͤglicher und beſſer gemacht hat, es mag ſolches durch Setz⸗ und Pflanzung neuer Obſt⸗und anderer Baͤume, Fuͤhrung noͤthiger Graben und Zaune, Beduͤngung der Aecker und Laͤnder, Beſetzung der Fiſchwey⸗ her, Verbeſſerung an denen Gebaͤuden, oder ſonſten geſchehen ſeyn, wie aus dem, was von der Schaͤtzung aller dieſer Sachen in dem Solm. Landr. g. 79. 7old. verordnet iſt, erhellet. 12) 2 344 98) O(½ 12²) Wenn er aber ſein Landſiedel⸗Recht ſelber an jemand anders Abtreten will, ſo muß ſolches jederzeit mit Vorwiſſen und Einwilligung des Herrn, und an annehmliche und tuͤchtige Perſonen geſchehen. Solm. Candr. 9. 43.„So der Landſiedel jemand ſeine Lehn⸗Gerechtigkeit auff⸗ „geben wollte, ſoll er ſolches mit Vorwiſſen und Willen des Lehen⸗Herrn, „Und auch an ſolche Perſonen, ſo demſelben zum Landſiedel annehmlich „ſeyn moͤgen, thun. Es ſcheinet, als wenn dieſer Fall von dem vorigen nicht unterſchieden waͤre, indem die Beſſerung als eine dem Gut auf ge⸗ wiſſe Art unzertrennlich ankleben eSache, nicht fuͤglich beſonders kann be⸗ ſeſſen, und von dem Landſiedel⸗Recht abgeriſſen werden, ſondern, wenn der Herr erlauben muß, daß der Landſiedel ſeine Beſſerung an einen frem⸗ den verkaufen darf, ſo kann er auch nicht hindern, daß dieſer neue Kaͤufer das ganze Landſiedel⸗Gut unter vorigen Bedingungen innhaben und beſ⸗ tzen ſolle, vielmehr hat er ſtillſchweigend mit darinn gewilliget oder einwil⸗ gen muͤſſen, folglich hat es in ſo weit ſeine Richtigkeit, daß eine jedwo⸗ von dem Landſiedel vollfuͤhrte Verkaufung ſeiner Beſſerung an ene fremden auch zugleich eine Aufgebung und Uebertragung ſeiner Lehn⸗Ge rechtigkeit mit ſich fuͤhret. Hingegen trift es umgekehrt nicht ein, daß eine jedwede von dem Landſiedel vorgenommene Uebertragung ſeiner Lehn⸗ Gerechtigkeit vor nichts weiter als vor eine Verkaufung ſeiner Beſſerung zu halten ſey, indem der Landſiedel den Beſitz des ganzen Guts mit ebende⸗ nen Rechten, wie er ſolches bishero inngehabt, und nicht blos und ins⸗ beſondere ſeine darauf gemachte Beſſerung an jemand abtreten unduͤber⸗ laſſen kann. Unterdeſſen, da der Landſiedel die Einwilligung des Herrn in die Uebertragung ſeinerLehn⸗Gerechtigkeit perindirectum immer nothwen⸗ dig machen koͤnnte, wenn er ſolche in eine Veraͤuſſerung ſeiner Beſſerung verwandelte, und alſo dadurch der angefuͤhrte§. 44. des Solmiſchen Land⸗ reechts jederzeit unwirkſam gemacht werden koͤnnte, ſo halte ich, daß blos ein unrichtiger Begriff von dem L. 3. C. de Jur. Empbyt. und der daſelbſt bemerkten venditione meliorationum, den Verfaſſer erwehnten Solmi⸗ ſchen Rechts auf dieſe Unterſcheidung und die davon abhangende zwey be⸗ ſondere Verfuͤgungen gebracht, denen Teutſchen Sitten aber die Einthei⸗ lung in die Veraͤuſſerung der Beſſerung und Uebertragung der Lehns⸗Ge⸗ rechtigkeit oder des Landſiedel⸗Rechts eben ſo unbekannt, als wie dem Roͤ⸗ miſchen Recht eine von Verkaufung des Juris emphyteurtici unterſchiedene ven- ———— zum Lal Fſl dieſer Sg&r da gals ein— Gi tfüglich 3deßn ſen werd oda ne Beſſe a anen ern, daß i xnen ngungen ueaben 1 rinagew ltodr ſchtigkeit iß en ſei er I unge bertragt S einal es umge=nicte telledert, Ing ſa kaufung=er B s ganzs Sits m t, und t blet jeman retenn Einwit i de direchrnmerl äuſſern inerd V44. de= zlmſte inte, ſierte ihe r. Emf dn Uhd u erfaſſm anne davon Wendm „Sit r ber de bekan Iömii npbyt r üum 1 64 o a. 345 venditio meliorationum Kraft der Worte in cit. L. 3. Meliorariones ſuas aliis vendere, vel jus emphyteuticum transferre, geweſen. Zwar ſtimme ich darinn Schilter nicht bey, wenn er in Qiſ de Emponematun jure vulgo vom Schauffel⸗Recht F. 6. p. 11 davor haͤlt, daß unter der Beſſerung, oder wie es im Elſaßiſchen auch genannt wird, dem Schauffel⸗Recht das Gut ſelber(rem& fundum atque prædium ipſum meliorarum denatant) verſtanden werde, indem man ſonſten einem Erbbeſtaͤnder, Landſiedel ꝛc. das Eigenthum uͤber die verliehene Guͤter zuſchrfßpen muͤſte. Sonſten aber zeigen die von ihm c. l. angefuͤhrte Formuln und Redensarten zur Ge⸗ nuͤge, daß das Schauffel⸗Recht, die Beſſerung, Gebuwe ꝛc. mit dem Recht oder der Lehns⸗Gerechtigkeit des Beſitzers uͤber das verliehene Gut jederzeit verknuͤpft werden, z. E. Iren Gebuwe uf der Hofſtatt und ir Kecht. Ihr Erbezal und Beſſerung an den Heuſern. Die Beſſe⸗ rungen und alle die Rechte, ſo in zugehoͤrent an einem Huſe und Hofe⸗ ſtet mit allen ſinen begriffen, rechten und zugehorden. Dieſerwegen, weil die Veraͤuſſerung der Beſſerung zugleich eine Verſetzung der verliehenen Sache ſelbſt auf einen andern in ſich faſſet; ſo findet ſich in andern Ver⸗ ordnungen und Vertraͤgen, daß bey verbotener Veraͤuſſerung des verlie⸗ henen Guts auch die Veraͤuſſerung der Beſſerung mit verboten, und hin⸗ gegen bey erlaubter Veraͤuſſerung der Verbeſſerung auch die Verſetzung der Sache ſelbſt auf andere zugeſtanden worden, z. E. in der Straßburgi⸗ ſchen Verordnung de A. 160⅞3. ap. Kbilt. c.l heiſſet es: Daß hinfuͤro in „allen und jeden Gemeiner dieſer Stadt Aemptern und Obrigkeiten, kein „Unterthan, Schirmsverwanter noch Angehoͤriger Macht haben ſoll eini⸗ „ges Schauffel Recht oder Beſſerung ſolcher Guͤlt⸗ oder Lehen⸗Guͤter „einem andern zu ceciren, uͤbergeben, zu vertauſchen, oder einige an⸗ „dere alienation, Auswechſelung oder Veraͤnderung der Zinß und Guͤter, „es ſey durch Heyrath, oder wie das Nahmen haben mag, ohne austruck⸗ „liches Vorwiſſen und Bewilligung des Eigenthums⸗Herrn fuͤrzuneh⸗ „men.“ In dem Urteil Brief de A. 1217. zbid. p. 2„Soll Hein⸗ „rich by dem Huſze bliben und es jors verzinſſen⸗⸗⸗ ſolange untze Hein⸗ „rich einen findet, der das hußz umb in kaufft eins rechten redelichen kouffs, „der Ime gelt umb die Beſſerunge git, dem ſollent es die frowen ſetzen. Es koͤnnen alſo auch bey der Landſiedelleyh dieſe mit einander verknuͤpfte Din⸗ ge nemlich die Beſſerung und de b Tfecht des Beſitzers nicht getrennet wer⸗ Lr den, 346 2e) O(S8- den, ſondern es verhaͤlt ſich meines Beduͤnkens die Sache mit der Ver⸗ leyhung zu Landſiedel⸗Rechten, wie mit andern Bauer⸗Guͤtern, allwo dem Beſitzer ſein Recht auf einen andern zu verſetzen erlaubet iſt. Nemlich wenn der Landſiedel ſein auf das Gut habende Recht, er mag nun ſolches ſeinem Kaͤuſer blos nach ſeinen gemachten Beſſerungen, oder uͤberhaupt angeſchlagen haben, veraͤuſſern will: ſo muß er ſolches ſeinem Herrn mel⸗ den, damit derſelbe einestheils ſich erklaͤre, ob er des Landſiedels Recht vor den demLandſiedel getzotenen Preiß lieber ſelber behalten, oder dem vorhan⸗ denen Kaͤufer uͤberlaſſen wolle, anderntheils auch, damit er unterſuchen koͤnne, ob in dem letztern Fall der neue Kaͤufer eine ſolche Perſon ſey, dem er den Genuß und die Bebauung ſeines Guts mit Nutzen anvertrauen koͤnne. Dieſerwegen heiſſet es in der von Herr Ayrmann Collect. III. Anal Haſſ. p. 115. aus einem Leyhbrief de A. 1496. angefuͤhrten Stell ſchlechthin:„Daferne ſie oder ihre Erben ihr Recht an ſolcher Muͤhla „verkauffen wollten, ſollten ſie ſolches vorher den Anthoniter Herrenan⸗ „bieten.“ Und in dem Kaufbrief de A. 1349. W. 6. wird dieſes Va⸗ aͤuſſerungs⸗Rechts mit folgenden Worten gedacht.„Ab die Landſiedelof „den vorgeſchrieben Guten von Armuth oder Norkeydt Ir Erbe an „den Gutern verkhauffen muſten, welch die were, und das die vorge⸗ „nante Apt und ſein Stiefft das erbe an den Guͤtern khaufften.“ Es fraͤget ſich hiebey ferner, ob der Landſiedel befugt ſey, das ihm zum Landſie⸗ del⸗Recht verliehene Gut ohne Einwilligung ſeines Herrn an einen andern hinwiederum zu verpachten? Es verneinet ſolches Hncker cit. Diſſ. ęe Con- tractu Colon. Sect. I. Cap. V. F. 7.& 9. aus folgenden Gruͤnden. a) We⸗ gen des§. 31. des Solm. Landr. b) So koͤnnte man aus denen Be⸗ nennungen: Affterſiedel und Hinterſiedel keinen gegentheiligen Beweiß hernehmen, noch ſolche vor Subeolonos des Landſiedels ausgeben, indem. vielmehr ein Affter oder Unter⸗Vaſall, der wegen Kleinigkeit des Guts al⸗ ſo genannt wuͤrde, darunter zu verſtehen ſey. Der Herr von Ludewig in Jur. Clientel. p. 292. fuͤget noch hinzu. c) Es waͤre hier der Fleiß und die Geſchicklichkeit der Perſon des Landſiedels insbeſondere erwaͤhlet, und kon⸗ ne alſo ein anderer nicht in ſeine Stelle treten. Wie er denn auch aus eben dieſer Urſache uͤberhaupt diesublocarion in denen Pachtungen derLand⸗Guͤ⸗ ter c. 1. p. 202. lit. v. vor unzugelaſſen haͤlt, und die Verordnung des L. 5. C. de locgto, allwo es heiſſet: Nemo prohibetur rem, quam conduxit, fruen- dam — ,———— 3 29 4☛— —— —* nd die Se ad 5 Bu ſetzen erlg e e Natt, aan ſerungen a tin rſolches da ha er des Lan 5 la dehalten S dan auch, da nun öfer eine J g uts mit Nlan Ayrman D läl 1996. at= httn Recht cher den Antt rha 45. N. G☛☚ daß dacht.„I Lam der Not x: Nt were,dasd Guͤter uffte gt ſey, Ar nzur onder* ihln Gie ert al Pacht r miu Der e nnde⸗ n, quf e Ge 1 3) 0(8⸗ 347 dam alii locare: ſi nihil aliud convenit, nur auf die Vermieth⸗ und Pach⸗ tungen der Haͤuſer, Fiſchereyen, Heerden Viehes, Schiffe ꝛc. eingeſchraͤn⸗ ket wiſſen will. Ich finde aber dieſes alles nicht hinlaͤnglich, daß deswe⸗ gen dem Landſiedel das Recht das ihm eingegebene Gut an eine Perſan, wie⸗ der welche der Herr mit Beſtand nichts einzuwenden hat, auf eine beſtimm⸗ te Zeit hinwiederum zu verpachten, gaͤnzlich abſprechen koͤnnte, da er ſo⸗ gar angefuͤhrtermaſſen durch Veraͤuſſerung ſeiner Beſſerung ſein ganzes Landſiedel⸗Recht gewiſſer Art wieder den Willen des Herrn an einen frem⸗ den uͤberlaſſen, und dem Herrn einen andern Landſiedel, wenn er nur tuͤch⸗ tig dazu iſt, aufdringen kann, bey der Affter⸗Verpachtung aber der Herr mit dem Pachter des Landſiedels nichts zu thun, ſondern ſich ſowohl wegen der Bezahlung des Zinſes als der Erfuͤllung der uͤbrigen Pflichten lediglich an ſeinen Landſiedel vor wie nach zul halten hat. Was die bemeldete Ein⸗ wuͤrfe anbetrift; ſo iſt dawieder zu merken. a) Der§. 31. des Solm. Landr., welcher vorher„. 10. zu leſen, handelt von der gaͤnzlichen Ver⸗ aͤuſſerung und Vertheilung der Landſiedel⸗Guͤter, und daß ſolche dadurch nicht in fremde Haͤnde gebracht werden ſollen. Solches aber iſt bey einer auf beſtimmte Zeit gerichteten Verpachtung(denn eine erbliche Verleyhung kann man billig dem Landſiedel ohne Einwilligung des Herrn nicht zuſtehen) nicht vorhanden noch zu beſorgen. 5) Daß durch Affter⸗oder Hinterſiedel kein Untermiethsmann desLandſiedels angezeiget werde, gebe ich gerne zu, indem dieſe Benennungen ſelber mit dieſer Bedeutung nicht uͤbereinkom⸗ men, ſintemal es alsdenn nicht blos Affterſiedel, Hinterſiedel, 1 dern vielmehr Affterlandſiedel, Hinterlandſiedel heiſſen muͤſte, weil das Wort Land dem Landſiedel hauptſaͤchlich mit von andern Innhabern und eingeſeſ⸗ ſenen der Bauer⸗Guͤter unterſcheidet, wie aus dem, was oben von der Ab⸗ ſtammung dieſes Worts angemert⸗ worden, zu ſchlieſſen. Auch wenn dasjenige, was 1oh. Gemmelius in Compend. Jur. Eeud. P. V.. p. 2. ap. Ludewig c. 1. p. 319. bezeuget, ſeinen Grund hat, ſo wird derjenige, wel⸗ cher einen Theil des Lehns von dem Vaſallen hinwiederum zu Lehn hat, ein Affterſiedel oder Affterſitzel genannt, gleichwie nach dem Zeugniß Anichen Part. 2. c. 3 de veſtitur. paction. u. 30 31 ap. Ludewig c. l. 5 317. diejenigen Bauern, welche nicht ſo viele Laͤndereyen beſitzen, daß ſie Geſchirr darau halten konden, und alſo nur Handdienſte leiſten an einigen Orten, Hin⸗ terſiedler oder Hinterſaſſen heiſſen. Gleichwie wir uns aber dieſer Namen Xx 2 nicht 348 S)O( e — nicht bediegen, um daraus das Recht des Landſiedels, ſein Gut an andere zu verpachten, zu erweiſen, ſo kann uns auch die angefuͤhrte Bedeutung der⸗ ſelben nicht im Wege ſtehen. c) Es iſt nicht ohne, daß bey denen Ver⸗ pachtungen derLand⸗Guͤter dem Pachter nicht jederzeit die Affter⸗Verpach⸗ tungerlaubet iſt, wenn nemlich aus denen Umſtaͤnden zu ſchlieſſen, daß der Herr des Guts hauptſaͤchlich auf die Perſon des Pachters als eines der Landhaushaltung verſtaͤndigen geſehen, oder daß die Wieder⸗Verpach⸗ tung an einen der Sachen unerfahrnen geſchehen iſt, bey welchem der Ei⸗ genthuͤmer eine Verderbung ſeines Guts zu beſorgen haͤtte u. w. d. m. Eine andere Beſchaffenheit aber hat es was die erſte Urſache anbetrift bey denen erblichen Verpachtungen, worunter die Landſiedel⸗Leyhe mit zu rechnen iſt als bey welchen man nicht mehr ſagen kann, daß der Herr auf die Tuͤchtig⸗ keit einer gewiſſen Perſon ſein Abſehen gerichtet habe, indem ſolche Leyße auf Perſonen, die zu der Zeit der erſten Verleyhung gar noch nicht in de Welt geweſen, fallen kann, folglich kann aus dieſem Vorwand der Herrai von ſeinem Landſiedel an eine annehmliche und tuͤchtige Perſon geſchehas Wieder⸗Verpachtung nicht anfechten.. b 13) Er hat ein gewiſſes Erb⸗Recht auf die ihm verliehene Gu⸗ ter, Kraft welcher dieſe Verleyhung auch auf ſeine Leibes⸗Erben fortge⸗ het. Es wird ſolches faſt durch alle Leyhbriefe beſtaͤrket, als in welchen immer der Erben ausdruͤcklich gedacht wird, daß die Verleyhung ſich auf ſelbige mit erſtrecken ſoll, z. E. in dem Leyhbrief de A. 1471. in Anal. Fiaſſ. Coll. II. p. 105. ibi:„ Gelyen han zwei Guder⸗⸗Heintzen Huſen „unde ſine Irben.“ In dem folgenden de A. 1513. ibid. p. 109.„Gelu⸗ „hen haben und lihen dem beſcheiden Schelthen und ſine Erben.“ In dem de A. 1508. bey Serr Koppc. I. ibi:„Wir egenannten Landſidel oder „unſſer Erben die vorgeſchrieben.“ In dem ſub N. 1. im Anhang befind⸗ lichen ibi:„Frederich Dulden und Guden ſiner elichen Hußfrauwen⸗⸗ „und iren Erben.“ Wie nicht weniger in dem ſub N. 2.„Geluhen han „und lyhen⸗⸗⸗ dem erſamen Herln Malnen und ſiner elichen Hußfru⸗ „wen und ihren Erben.“ Und in dem Revers ibid. verbinden ſich die Landſiedel auch vor ihre Erben zu Haltung der Verſchreibung. In dem ſub N. 0. ibi:„Samptlich und iren Erben.“ Und /ub N. 22. Und ihren geibs⸗Erben. In der Urkunde de A. 1348. ſub N. 6. heiſſet es ausdruͤck⸗ lich:„So ſollen ſie darauff Erbe haben als ander unſer Landſiedene Dieſer⸗ ſiedels, 8 ngefühet Fe 4 dne, daſ gam derzeitd fle unden zu Kſa den iſt, h daß die 1 4 6 b orgenhat dn. Urſache A rſti 9 1 dan ſedel keyh.zu iß der Her fdi tet habe, A mſl n erhung. Dochn ieſem Wea ndde ad tuͤchtig Ttſong auf die perlit uf ſeine d=⸗El iefe beſtit dr als „doß die kexht hbrief d 141 a Gudei Heine d(e b 349 Dieſerwegen da die Verleyhung der Guͤter zu Landſiedel⸗Recht ohnſtreitig erblich iſt, und mit dem Tode des erſten Landſiedels nicht erliſchet, ſo finde ich es gar nicht ſo fremd, daß dieſe Verleyhung bisweilen eine Landſiedel⸗ Erbleyhe genannt wird, wie ſich Tabor in Diſl. de Contractu è Jure(olo- nario Provinc. S. 20. auf eine Urkunde, wo ſie ſolchen Namen fuͤhret, beruft, welche aber nebſt denen uͤbrigen angezogenen Beylagen in der groſſen Sammlung ſeiner Tractate ausgelaſſen iſt. Es meinet zwar ſowohl Zabor c. I. als Uyncker cit. Diſſ. Secr, I. Cap. 111. 9. 3. daß hier ein Jerthum vorge⸗ gangen, und es ſo viel als eine Landuͤbliche Erbleyhe heiſſen ſolle, oder daß es uͤberhaupt von einem unerfahrnen Schreiber alſo aufgeſetzet worden, oder daß wenigſtens in dieſem Leyhbriefe von einer ganz beſondern und von der gemeinen Natur dieſer Guͤter abweichenden Art gehandelt werde. Man kann aber aller dieſer Ausbeſſerungen und Muthmaſſungen gar leicht uͤberhoben ſeyn, wenn man gemeldetermaſſen nur erweget, daß es in der That gar nicht uneigentlich geſprochen oder geſchrieben ſey, wenn ich eine auf die Erben gehende oder erbliche Landſiedel⸗Leyhe durch eine kleine Ver⸗ ſetzung des Worts, wodurch die Erblichkeit angezeiget wird, eine Landſiedel⸗ Erbleyhe nenne. Zwar moͤchte man einwenden, daß auf ſolche Art die unter ſich nach Anweiſung des Verfaſſers des Solmiſchen Landr.. 2. ſea. ſo ſehr unterſchiedene Erbleyhe und Landſiedel⸗Leyhe entweder mit ein⸗ ander verwechſelt wuͤrden, oder wenn man ſie auf ſolche Art zuſammen⸗ ſetzte, daß die eine die Natur der andern beſtimmen ſollte, dergleichen zuſam⸗ mengeſetztes Wort wegen der wiedrigen Eigenſchaften dieſer beyden Sa⸗ chen einen Wiederſpruch in ſich faſſen und eines das andere aufheben wuͤrde, zumal da es in gam Soͤlm. Landr. c. J. ausdruͤcklich hieſſe.„So iſt „die Erbleyhe erblich und faͤllt auff die Leibes⸗Erben fuͤr und fuͤr⸗⸗Aber „die Landſiedel⸗Leyhe, ob fie wohl dem Beſtaͤnder mit Zuſatz deren „Woͤrter; und ſeinen Erben, geſchicht, ſo iſt ſie doch nicht erblich, „ſofern darinn auch dieſe Wort: Zu g ndſiedelem Rechten, gefunden „werden.“Auch dieſer Unterſchied zwiſchen der Erb⸗ undandſiedel⸗Leyh in denen Urkunden ſelbſt deutlich bekraͤftiget und als bekannt vorausgeſetzet werde. Wohin z. E. die im Anhang ſub V. 7. befindliche Kundſchaft de A. 1456. gehoͤret, ibi:„Zu Erbe umb eynen ſtendigen erblichen Zinß „und nit zu Landſiedeln Rechten verliehen hat.“ Es laͤſſet ſich aber hierauf gar leicht antworten. Deun was erſtlich die vorgegebene WBer b r3 wech⸗ 350* Jo( wechſelung anbetrift, ſo iſt ſorher gar nicht zu befuͤrchten, indem alle dieje⸗ nige Eigenſchaften, worinnen nach dem Anfuͤhren des Solmiſchen LCandrechts cit. l. die Erbleyhe und die andſiedelleyhe von einanander unter⸗ ſchieden ſind, annoch uͤbrig bleiben, und in ſofern ſie ſonſten gegruͤndet ſind, Merkmahle des Unterſcheides an die Hand geben. Daß aber zum andern der Verfaſſer dieſes Solm. Rechts auch in der bloſſen Erblichkeit einen Un⸗ terſcheid zwiſchen dieſe beyde Leyhen ſetzen, und die Erbleyhe vor erblich, die Landſiedelleyhe aber nicht davor erkennen will ſolches ruͤhret mehr aus einer unrichtigen Ausdruckung und irrigem Begriff von der Erblichkeit her, aͤls daß er in der That die Erblichkeit der Landſiedel⸗Leyhen leugnen ſollte. Er verwechſelt die Unwiederruflichkeit mit der Erblichkeit, und meinet, weil dem Landſiedel, wenn er gleich in keinem Dinge ſeiner Schuldigkeit zuwie⸗ der gehandelt habe, gewiſſermaſſen das Gut koͤnne aufgekuͤndiget und von dem Herrn eingezogen werden, ſo beſitze er ſolches nicht erblich, da doch auf ſolche Art die Erbleyhe ſelber nicht vollkommen erblich ſeyn wuͤrde, i⸗ dem ſelbige ebenfalls wegenwielerley Urſachen aufhoͤren und von dem Herrn aufgerufen werden kann, mithin der ganze Unterſcheid in dieſem Stuͤcke darinn beſtehet, daß bey der Landſiedel⸗Leyhe einige Urſachen mehr vorhan⸗ den ſind, als wie bey der Erbleyhe, weswegen ſolche aufgehoben werden kann, ſonſten aber dieLandſiedel⸗Leyhe eben ſo wenig als die Erbleyhe an und vor ſich durch den Tod des zeitigen Beſitzers aufhoͤret, ſondern beyde auf deſſen Erben fortgehen, die Rechte aber, welche durch den Tod des zeitigen Beſitzers nicht erleſchen, ſondern von ihm auf ſeine Erben fortgepflanzet werden, denen wird wohl niemand den Namen der Erblichen Rechte ſtreitig machen. Welches alles denn durch die Erfahtzung noch mehr be⸗ kraͤftiget wird, indem viele zu Landſiedel⸗Recht ertheilte Guͤter ofters ei⸗ nige Jahrhundert herdurch von einem Erben auf den andern gebracht und fortgefuͤhret wordeg. Wie z. E. der Herr von Ludolpbc. I. Obſerv. 217. bezeuget, daß der von ihm beygebrachte Landſiedel⸗Leyh⸗Vertrag de A. 1571. noch jetzo unter denen Erben der Contraheaten fortdaure. 14) Der Erbe als neuer Landſiedel iſt bisweilen verbunden, ſich von neuem mit dem Gut belehnen zu laſſen, und die Lehnwaare deswegen zu bezahlen. In dem von Herr Jyrmann in Anal. Haſſ. Coll. II. p. 110. angefuͤhrtem Leyhbrief de A. 1513. heiſſet es hievon.„Und hat igliche „Party verwilliget, ſo der offtgemelt Schelthen von Dodes wegen abe 99 ge e .—₰ꝙ——ſ —— füͤrchten h) fühten Seon yhevone w den iſie ſonſtt e 8 en. Daß 89 loſſen Erſ Hiten. die Erdle 3 dat lches rüh A em. von der C kae. Leyhen dnſth dlichkeit a mem ſeiner Sr digia t koͤnne 1 künd ſolches n a blch, menerbl nul aufhorenſt vondm nterſcheit ieſene nige Uſc,—meht ſolche hoba nig als eblen ffboret'ern durchd odd ſeine S= fort en de Dbliche Erfaſſe wohn t erthei Szäüͤtertr f den a=ngeh tah. 1 Tudo ³! Uhn. del-d—Derht heaten daulk, isweil rbuns dieeanedn ral. 1— M jevon.“ lidi weg — —— parn, genannt, wie die nachfolgende Zeugniſſe lehren. ) 0(◻ 351 „gehet⸗⸗alſo ſollen ſin Kinder, die da noch im Leben, den Hof von nu⸗ „ hen von den gemelten Jungfrawen empfahen, und zu drucken Wincop „geben III. Gulden. Wann aber die Kinder nit ſint, ſo ſollen die andern „Erben, auch ab yn geliebet, den Hoff zu Landſiedelem Recht zu behalten „von nuhen empfahen, und alsdan ſall der Wincop ſten an den Jungfrau⸗ „wen, und eren Vorſtenderen.“ In dem Vertrag de 7. 1530. M. z. iſt ein gleiches verabredet, doch muß allem Anſehen nach anſtatt geſchehen, beſtehen geſchrieben werden, ibi:„Und daß die gemelten Erben ſolche „Gueter von neuem von den⸗⸗Deutſchen Herrn⸗⸗ nach ires Hauß „geprauch, herkomen und Gewohnheit zue Landſiedeln rechten ge⸗ „ſchehen(beſtehen).“ In der Verleyhung de A. 1554. MW. 11. ſtehet: „Wann auch gedachte eeleude mit Tode verfaren, alsdann ſollen ihre „Erben vorgemelt(ob ſie deren laiſſen werden) dieſe Guter von Unns oder „Unnſern Erben widderumb zu empfahen, und newe Beſtendtnus „anzunemen ſchuldig ſein.“ Welches zu Zeiten ſogar auf den Todt des Herrn mit verordnet und ausgedehnet iſt, wie z. E. in dem bey dem Herrn von Ludolpb c. 1. befindlichem Leyhbrief.„Wann auch dieſe vier „Mompar ſampt oder ſonder, oder auch ich Dr. Johann, nach dem „Willen Gottes todlichen verfahren werden, ſo ſollen jederzeit die andere „Mit⸗Erben, durch einen andern Lehentrager ſo ich, oder meine Erben „aus ihnen zu erwehlen, da der Fall ſie die Lehentrager betrifft, von mir, „oder aber, da ich verfiele, ſie ſelbſt von meinen Erben, dieſe Guͤter, in „allermaſſen jetzunder von mir beſchehen, wieder zu entpfangen, ihrem „Weinkauff und Revers dagegen herauszugeben ſchuldig ſeyn.“ In der Verleyhung he A. 1719. M. 4. hingegen iſt ſolche Lehnwaar oder trocke⸗ ner Weinkauf dem Beſitzer auf den Todesfall der Vorſteher, von denen⸗ die Verleyhung geſchehen, ausdruͤcklich erlaſſen worden. 15) Wenn bey dem Abſterben des Landſiedels mehrere Miter⸗ ben vorhanden ſind, ſo muͤſſen ſie, damit die Vertheilung des Guts dem Herrn nicht nachtheilig ſey, einen oder mehrere unter ſich ausmachen, welche dem Herrn den ganzen Zinß unzertrennet bezahlen, die Lehn auf Erfordern empfangen, und an welche ſich der Herr in Ermangelung der Zah⸗ lung halten koͤnne. Dieſe werden bald Staͤmme, bald Vortraͤger, bald Lehntraͤger, bald Haupr⸗Schuldner und Ausrichter, bald Mom⸗. Solm. Landr. F. 36. — 35² 1?) O( 385. F. 36.„Wann deren Landſiedel und Miterben viel waͤren, ſo ſollen ſie, „auff Begehren des Lehen⸗Herrn, einen Stamm unter ihnen machen, „alſo daß durch denſelben gus einer Hand die Zinß oder Pfacht, jedes „Jahrs ſamptlich und nicht vertheilt moͤgen gereicht werden.“ Labor c. 7 J. 3. fuͤhret hievon folgendes Urtheil an.„In Sachen 8. Ih. Klaͤgers „contra S. F. Beklagten erkennen wir ꝛc. daß Beklagter als Vortraͤger „biß Joh. Baptiſtæ 165 2. incluſive gerechnet, vermoͤge des in vim proban- „di adacta gelegten Auszuges die per Reſt erforderte 82. Rthlr. 16. „Schilling verfallener Zinſe, ſalvo regreſſu an ſeine Mit⸗Erben klagenden „Stiffts⸗Schaffnern, beſchehenen Exciperens ungehindert, in Zeit der „Ordnung mit Abtrag Koſtens, abzurichten ſchuldig, ihme aber, da „er in ſolcher Traͤgerey kuͤnfftig zu bleiben nicht gemeinet, ſich mit Interel. „ſirten deßwegen zu vergleichen, und Klaͤgern einen annehmlichen Tra⸗ „ger zu 1 hiebey reſexy ret und vorbehalten ſeyn ſolle.“ In dem Vertragſuh N.) heiſſet es hievon, einen, welcher Inen geliebt, ußden „zweien ſtemmen welen, und als fuͤr ein einchen gewieſſen ſtam, haupe „ſchuldener und ausrichter des ganzen Pochts und andere gebure⸗⸗⸗ „anemen. In dem Leyhbrief bey dem Zerrn von Ludolpb c. l. „Den Ehrbaren⸗⸗⸗⸗ als von mir dießmals dazu erkornen Nomparn „und Lehentragern, von ihrer ſelbſt und aller andern ihrer Mit⸗Erben (welche anfaͤnglich Gan⸗Erben und Mit⸗Landſiedel genannt werden) ⸗⸗⸗ b „dieſelbige zu Landſiedelem Rechten wiederum gereicht⸗⸗⸗ derge⸗ „ſtalt daß ſie⸗⸗⸗ durch die vier Mompar und Lehentrager⸗⸗ „zu Pfacht und Zinß ausrichten. Dem man noch tbas die Beleh⸗ nung anbetrift, die kurz vorher aus dieſem Leyhbrief angezogene Stelle beyfuͤgen kann. Was insbeſondere das Wort Mompar anbetrift, ſo iſt Felche⸗ ohne Zweifel mit dem Barbariſch⸗Lateiniſchen Munaiburdus einer⸗ ey; als welches bey dem Kiliano nach dem Anfuͤhren du Freſne h v mond. boor, mond baer, und momboor heiſſet, und uͤberhaupt einen Beſchuͤtzer, Vormund, oder wie Herr Wachter in Gloſſario Germ. 5 v will, jemand der vor den andern gut ſaget, und ſolchen Kraft des vor ihn gethanen Ver⸗ ſprechens ſicher ſtellet und beſchuͤtzet, anzeiget. So heiſſet es z. E. in einer Urkunde de A. 1452. bey Herr Rath Kenckenberg TI m. I. Selel Jur.& Fiis. p. 97.„Als eyn Montbar und Furmonder.“ Und in der folgen⸗ den de A. 1456. Iid. p. 1⁰0°. gleichfalls.„Als ein Fuͤrmonder und Mont⸗ 9) pat. ———— In Sad ral Beklag I 1 dermoge 1 erfordet a. R. 1 nſeine M= ba 1 ens ungel rt, ten ſchuld zihmet dt gemein, ichm ru einen ahmlüt dalten ſeſt le.“ welcher4 glth achen gem i ſtem ochts unt ar'ereg mn Hertn=i L0 als dazu Pen aler ande yrer! nſiedelg untwe derum g=ht“ ompar 1= Lehet m man** en Lephbrtt Wei )o(ur 353 par. Unterdeſſen ſchicket ſich die von Herr Wachter angefuͤhrte Erklaͤrung am Beſten zu dem Sinn dieſes Worts, in welchem es in dem obigen Leyh⸗ briefe gebraucht wird, da nemlich die Momparn vor ihre uͤbrige Mit⸗ Landſiedels gut ſagen, die Bezahlung vor ſie mit verſprechen, und ſie alſo durch ihre Wort und Zuſage in dem Genuß und dem Beſitz ihrer Guͤter ſchuͤtzen und ſicher ſtellen. Uebrigens iſt zu merken, daß dieſe Verordnung nicht allein bey denen Landſiedel⸗Leyhen, ſon ern wegen gleicher Urſachen auch bey allen andern erblichen Verleyhungen ſtatt finden muͤſſe, indem es uͤberhaupt dem Herrn ſehr ſchaͤdlich und nachtheilig iſt, wenn das Gut und der darauf haftende Zinß vertheilet, und deſſen Erhebung dem Herrn da⸗ durch ſchwehr und muͤhſam, ja derſelbe gar leicht ganz ungiebig gemacht wird. Weswegen der Herr in ſolchem Fall mit Recht darauf dringet, daß die Beſitzer entweder gewiſſe Staͤmme unter ſich ausmachen, oder wenn ſolches nicht thunlich, einer den andern vollig ablege, und alſo auf ſolche Art die wiederrechtlich vertheilete Guͤter wieder zuſammengebracht, und auf eine beſtimmte Anzahl Beſitzer geſetzet werden, wie hievon ſuh M 12. be⸗ findliche Urkunde de A. 1727, ein Exempel an die Hand giebt. 16) Die Landſiedel ſtehen zum oͤftern in Abſicht dieſer Guͤter unter einem gewiſſen Gericht, welches nach ihnen das Landſiedel⸗ Gericht genannt wird. Es ſtehet zwar der Herr von Ludewig Jur. Ciint. p. 349. lit.(p) in denen Gedanken, daß die Landſiedel⸗ daß man bey jenem keine Belehung, noch daß die Landſiedel dieſerhal⸗ ben unter einem beſondern Gericht ſtehen, finden werde. Gleichwie aber das Gegentheil des erſtern aus dem, was ad n. 14. angefuͤhret worden, deutlich erhellet; ſo wird auch das letztere durch die Landſiedel⸗Gerichte, deren zum oͤftern in denen Urkunden Erwehnung geſchiehet, ſattſam wie⸗ derleget. So leyhen z. E. in der Urkunde de A. 1405. bey Gerr Kenckenb. Select. Nur.& Hiiſt. Lom. 11 p. 52. die Grafen von Hanau an Henne von Waſin:„Eyn Landſidele Gerichte und was in das Gericht gehorit „mit ſinem rechten.“ Und kraft einer andern le A. 1481. 191.. 1 ¼ wird ebenfalls von dem Herrn zu Eppenſtein und Mintzenberg dem Henne von Waſen geliehen.„Zu Harprechtshuſen ein Landſiedel⸗Gericht, fron⸗ tage und faßnachthuͤner mit ſiner zugehorde.“ In dem Lehnbrief A A. 14202. im Anhang /ub N. 33. wird Henne von Ruͤdigheim unter andern beliehen: mit einem Theil an dem Landſiedel⸗Gericht zu Neuen Haſ⸗ Ny ſeloch. Leyhe vornemlich darinnen von denen Curmeden unterſchieden ſey, 3743 der ſeloch. Welches Landſiedel⸗Gericht zu Neuen Haſſelau noch jetzo die von Kameytzky von dem Hauſe Yſenburg zu Lehen tragen. Auf ſolchen Land⸗ ſiedel⸗Gerichten oder Landſiedel⸗Dingen waren nun, wie bey andern aͤhnli⸗ chen Bauer⸗Gerichten die Landſiedel Beyſitzer, und wurden die bey denen Landſiedel⸗Leyhen vorkommende Streitigkeiten, wegen Einziehung der Guüter, Schaͤtzung der Beſſerung und dergleichen davor entſchieden, wie zu erſehen aus der Urkunde de A. 13744. N. 6. ibi,„Sie machten uff den „Gut ein Landſiedel⸗Dinge beſytzen, und nemen von dem Landſiedel, „der ſolch Gulte oder Zinß verſeſſen hette, nach der andern KLandſiedel „Urtheil daß Gudt ufnemen, alß Recht und gewonlich iſt.“ Und hernach:„Dieſelben Beſſerung⸗⸗ ablegen⸗⸗ nach Rat und Wort der „ander Landſiedel ꝛc.* 17) Es kann dieſe Landſiedel⸗Leyhe wegen unterſchiedener Ur⸗ ſachen von dem Herrn wieder aufgerufen, und das Gut von ihm eingeza⸗ gen werden. Wir wollen die vornehmſten Faͤlle nach Maaßgabe des So⸗ miſchen Landrechts und der Urkunden kuͤrzlich anfuͤhren und betrachte und hernach zum Beſchluß die Abweichungen, welche im Ober⸗Heßiſchen hievon vorhanden ſeyn, ſollen hinzufuͤgen. Es hoͤret die Landſiedel⸗Leyhe alſo auf.— 8 b a) Wenn die Landſiedel⸗Leyhe ausdruͤcklich auf eine beſtimmte Zeit gerichtet, und ſolche verfloſſen iſt. Es meinet zwar Lyncker cit. Diſſ. Sect. II. Cap. II. g. 7., daß dieſe Leyhe nothwendig auf eine unbeſtimmte Zeit gerichtet ſeyn muͤſſe, ſo daß ſie durch den Zuſatz von 6. 9. 12. Jahren Zanz nichtig gemacht und aufgehoben wuͤrde, wenn gleich die Formul, nach Landſtedel⸗Recht hinzugefuͤget worden. Und koͤnne man auch um deswillen dergleichen Contract vor keine Landſiedel⸗Leyhe erkennen, weil durch die Zufuͤgung der beſtimmten Zeit der Herr das Anſehen haͤtte, als wenn er betruͤglich handeln, und den Landſiedelhintergehen wollen, indem er dieſen Contraet wieder deſſen Natur auf eine gewiſſe und beſtimmte Zeit einſchraͤnkte. Will man aber dasjenige, was Iucker in allen dieſen Worten geſaget hat, kurz zuſammenfaſſen, ſo kommt es darauf hinaus: die Landſiedel⸗Leyhe kann auf keine gewiſſe beſtimmte Jahre eingeſchraͤnkt werden, weil ſolches der Natur dieſes Contracts zuwieder iſt, fraͤget man aber nach dem Beweiß, warum denn die Beſtimmung einer gewiſſen Zeit der Natur dieſes Contracts zuwieder laufe, ſo iſt davon nichts weiter ben . gefuͤ⸗ — — Haſſelau 10 zen tragen. nuca nun, wit ſdm und wu ei n, wege d ſa chen davo o hi idi,„St di nemen vo M. 1 ach der rnbn und gew iſe 1 nach d— ndw wegen ur achid d das Gl ihn lenach Ian gabeh ch anfüha din n, welche berj Es hötet! andſe rücklih in neinet zw mc wendig a1 e un n Zuſatzo. 1,9. 6 e, wemn Ahdi den. Unkr meln wſird e atn derr das t= henit 8 Iu= it 3 kommt arwuit lhu c6 timmte eänt 1 tts zuwt 1 b immun e ge ſt davo e 4* 4 8 9) 0( 868- b 1— 555 gefuͤget, ſondern es bleibet bey dem bloſſen Verneinen. Dieſerwegen wird es uns um deſto eher erlaubet ſeyn, das Gegentheil zu behaupten, und zu bejahen, daß die Beſtimmungeiner gewiſſen Zeit der Natur der Landſiedel⸗ Leyh gar gemaͤß ſey, und zwar wegen folgender Urſachen. a) Weil da⸗ durch keine einzige von denen Haupt⸗Eigenſchaften dieſes Vertrags aufge⸗ hoben oder veraͤndert wird. Der Leyhbrief, der jaͤhrliche Zinß, die Vererbung, ſo lange die beſtimmte Zeit noch nicht verfloſſen iſt, die verbo⸗ tene Vertheilung und anbefohlene Erhaltung des Guts, die Erſtattung der Beſſerung, wenn der Herr das Gut wieder zu ſich nimmt u. w. d. m. bleibt alles unveraͤndert, nur blos, daß in ſolcher auf gewiſſe Jahre gerichteten Leyhe, die Zeit, wann ſolche wieder aufhoͤren ſoll, von dem Herrn vor⸗ aus beſtimmet iſt, undderLandſiedel ſich alſo mit ſeinen Sachen darnach rich⸗ ten kann, in der unbeſtimmten aber der Herr nach dem Solmiſchen Landr. ſolche einziehen kann, wann es ihm beliebet, es mag dem Landſiedel auch noch ſo unvermuthet und ungelegen kommen. Folglich wird niemand leicht behaupten wollen, daß ein Herr, welcher dem Landſiedel ausdruͤcklich vor⸗ ausſaget, daß er ihm oder ſeinen Erben das Gut nur auf ſo und ſo viel Jahre verleyhen wolle, der Landſiedel ſich auch ſolche Bedingung gefallen laͤſſet, betruͤglich handle, und den Landſiedel zu hintergehen ſuche, als wel⸗ cher Vorwurf bey der beſtimmten Verleyhung noch viel weniger als bey der unbeſtimmten ſtatt finden kann. Gleichermaſſen hindert auch hiebey nichts, daß auf ſolche Art die Landſiedel⸗Leyhe, die ſonſten ganze Jahrhun⸗ derten waͤhre, oͤfterz nur ein paar Jahr dauren wuͤrde. Denn zugeſchwei⸗ den, daß dieſer in dem Leyhbrief heſtimmten Zeit ungeachtet, die Land⸗ gedel Leyhe insgemein denen Beſitzern beſtaͤndig gelaſſen wird, wie wir gleich ſehen werden, ſo veraͤndert allenfalls die bloſſe Dauer die Natur die⸗ ſes Vertrags nicht, indem ſonſten folgen muͤſte, daß, wenn wegen nicht bezahleten Zinſes oder anderer Urſachen halben das Gut von dem Herrn nach Ablauf einer kurzen Zeit eingezogen wird, niemals eine Landſiedel⸗Leyhe aufgerichtet worden. 6) Weil wuͤrkliche Exempeln von dergleichen auf gewiſſe Jahre gerichteten Landſiedel⸗Leyhen vorhanden ſind, ſo iſt z. E. der Leyhbrief de A. 1570. in Anal. fHo Coll. J. p. 12) auf neun Jahr, und der de A. 1718 im Anhang V. 4. auf 8 Jahr gerichtet. Uind ob man gleich einwenden moͤchte, daß in dieſem letztern einer Landſiedel⸗Leyhe mit keinem einzigen Wort gedacht wende, ſh erhellet doch, wenn man die⸗ y 2 ſe 336)O ſe Verleyhung mit denen Landſiedel⸗Leyhen zuſammen haͤlt, daß ſolche in allen Haupt⸗Eigenſchaften mit denenſelben uͤbereinkommt, daß fulchain der Name ausgelaſſen iſt. Hiezu kommt noch, daß in dem Ober⸗Heßi⸗ ſchen die mehreſten Landſiedel⸗Leyhen auf beſtimmte Jahre, und zwar insge⸗ mein auf neun Jahre gerichtet ſind. Ob es nun alſo gleich ſeine Richtigkeit hat, daß die auf gewiſſe Jahre geſetzte Landſiedel⸗Leyh nichts wiederſpre⸗ chendes und ihrer eignen Natur zuwiederlaufendes in ſich faſſen; auch an und vor ſich es nach Ablauf dieſer beſtimmten Zeit dem Herrn ungezweifelt erlaubet ſeyn muß, dergleichen verliehene Guͤter wieder zu ſich zu nehmen, da er ſonſten unter denen ſub lit. c. allhie bemerkten Umſtaͤnden ſolches alle Jahre zu thun berechtiget iſt; ſo glaube ich doch, daß die Abſicht dieſer ſo haͤufig eingerlickten Formul nicht ſowohl geweſen, daß nach verfloſſenen Leyh⸗Jahren die Guͤter wuͤrklich eingezogen werden moͤchte, als daß viel⸗ mehr ſelbiges folgender Urſachen wegen geſchehen. a) So hat hauptſaͤchlich der irrige Satz der Rechtslehrer, ab wenn eine auf zwanzig Jahre un laͤngere Zeit fortdaurende Verpachtdhs dem Beſtaͤnder nicht allein ein Dingliches Recht, ſondern auch ſogar ein Eigenthum uͤber die gepachtete Sache beylegete, denen Herrn Anlaß gege⸗ ben, daß ſie, um ihr Eigenthum uͤber ihre denen Bauern eingegebene Laͤnde⸗ reyen aufrecht zu erhalten, die Verleyhungen nur auf einige und zwar insge⸗ mein auf neun Jahre gerichtet, nach deren Ablauf ſie dem Lehnmann die Guͤ⸗ ter entweder ausdruͤcklich oder ſtillſchweigend hinwiederum von neuem ver⸗ liehen. Dieſerwegen wirdes in der Verleyhung ſub W. 2. demLehnmann bey Strafe der Beraubung anbefohlen, nach Ablauf der geſetzten 8 Leyhjahre um neue Belehnung anzuſuchen. Bey denen Meyer⸗Guͤtern iſt wegen glei⸗ cher Urſache die neue Belehnung alle neun Jahr durch ein ausdruͤckliches Geſetz verordnet. Denn ſo heiſſet es in dem Landt. Abſch. zu Saltzthal. de A. 1597. F. 19.„Damit denen Guts⸗Herrn ihr utile Aominium nicht „intervertirt, und aus Meyer⸗Guͤter, Erb⸗Zinß⸗Guͤter, nach Langheit „der Zeit gemacht werden; iſt vor nothwendig und dienlich erachtet, daß „alle und jede Meyer und ihre Erben, ſo der uͤbrigen Jahre zu genieſſen „und deßwegen auffs neue zu meiern nicht vonnoͤthen haben, jederzeit nach „Verflieſſung neun Jahren, die Guͤter von neuem Meyerweiß an⸗ „nehmen, und an den Oertern, daguter Acker und der Zinß nicht zu hoch, „von jeder Hufe einen Reichsth., von andern aber nach Gelegenheit in ammen aſ rreinkom n 1 4 Lalſogle 7i del⸗Leyh wa Noc 5 endes in Egſcr deit dem uh er wiedet ch un emerkten aͤndei och, daß* bſi eſen, Da un h wa erdeth., al hen. — fortdauſ Wan echt, ſon um auch fe, denet ern Bauern megedt tr auf ein m ndit zuffieden inmnan dinwiede onte g/¹5 N=kefh auf desFtendt Never⸗Gniftwe ahr durd zalme landt. 4= 3u en ihr Ne Adum ithen h an on neuf 2 ug rund des jn t Batz der Stälah ) o( 357 „halben oder Ortsthaler dem Gutsherrn vor die neue Meier⸗Zettel zu „Weinkauff geben ſollen.« b) So war ſolches von einigen Herrn auch des⸗ wegen, damit ſie deſto oͤfter die Lehnwaare bezahlet bekommen moͤchten, mit hineingeruckt. c) So dienet es auch dazu, damit dieLehnleute in Abtragung der Zinſe und Paͤchte deſto richtiger einhalten, auch ſonſten ſich in Beſtel⸗ lung und Verbeſſerung des Guts deſto emſigey und ſorgſamer betragen moͤchten, aus Furcht, daß wenn ſie an ihren Pflichten etwas verabſaͤume⸗ ten, der Herr nach geendigten Leyhjahren daher Urſach nehmen moͤchte, ihnen das Gut zu entziehen, und einen andern fleißigern Beſitzer einzugeben. Hingegen, wenn die Landſiedel in allem ihrem Verſprechen nachkamen, an Entrichtung der Zinſen, guter Aufſicht und Beſtellung der Guͤter nichts ermangeln lieſſen, fiel es dem Herrn auch ſelten ein, ihnen ohne Urſache die Guͤter wegzunehmen: Vielmehr lehret die Erfahrung, daß dieſe auf be⸗ ſtimmte Zeit geſetzte Landſiedel⸗Leyhen bey einer Familie auf Kind und Kin⸗ des⸗Kinder und noch weiter vererbet worden. Und wenn ja ein Herr ſich dieſer Clauſul zu ſeinem Vortheil und um Neuerungen zu machen bedienen wollte, ſo beſtund ſolches doch nicht in der gaͤnzlichen Wegnehmung des Guts, ſondern er begnuͤgte ſich insgemein bey ſolcher Gelegenheit den Zinß in etwas zu erhoͤhen.“ b) Wenn der Herr die zu Landſiedel⸗Recht gereichte Guͤter an je⸗ mand verkauft, und ſolcher neue Kaͤufer dem andſiedel dieGuͤter nicht laſſen will, als welches in des Kaͤufers Willkuͤhr ſtehet. Solm. Landr. 9. 3. „Wann der Eigenthums Herr ſeiner Gelegenheit und Nothdurfft nach „den Eigenthum der vererbten Guͤter einem andern verkaufft:⸗⸗So bleibt „der Pachtmann, wann es ein Landſiedel⸗Leyhe iſt, nicht dabey, ſondern „muß von den Guͤtern weichen, doch auff Erſtattung ſeiner Beſſerung. „Es ſeye dann, daß der Kaͤufer willig waͤre, ihnen darbey, inmaſſen wie „vor, bleiben zu laſſen. Doch ſoll alsdenn eine neue Landſiedel⸗Leyhe und „Verſchreibung, zwiſchen ihnen beyden Theilen, auffgericht werden.“ Daß der Herr berechtiget ſey, ohne dem Landſiedel davon Nachricht zu ge⸗ ben, die verliehene Guͤter an andere erb⸗ und eigenthuͤmlich zu verkaufen oder in andere Wege zu veraͤuſſern, hieran iſt kein Zweifel, und bezeuget ſolches nicht allein das Solmiſche Landr. g. 19.„Es mag auch der „Lehen⸗Herr jederzeit ſeiner Nothdurfft und Gelegenheit nach, die verliehene „Guͤter, andern erblich und eigent ümlich verkauffen, ohnbefragt des y 3„ Lahnd⸗ 358 9) 0O(8⸗ „ Landſiedels ꝛc.“ Sondern es bekraͤftigen auch ſolches ſehr viele Urkun⸗ den, wie davon 3. E. Herr Zyrmann in-Jnal. Haſſ. Coll. 1lI. p. 114 unter⸗ ſchiedene Exempel beybringet. So verkauft A. 1352. Frederich von Her⸗ tingishuß ſeinen Hab oder Hoff,„den Herman von Umbach ſein Landſi⸗ „del bevaren haidt.“ In einer Urkunde de A. 1458. verkauft einer ſin eygen Wieſſen und Guͤter⸗⸗⸗ und Hier, Henne von Lunßzbach itzunt „eyn Kantſiedel der genannten Guter iſt.“ Und A. 1398 ſchenkt einer eine Hube Landes,„da N. zu der Zeit offen ſitzt zu Landſedeline Rechte, „das alle Jar gildet ꝛc.“ In einem ungedruckten Kaufbrief A A. 1476. verkauft der Abt von Arnßburg.„Unſern Hoff zu Wyederumbs „gelegen, mit ſeiner Zugehoͤrung, deß Fritz Steyffner bißher ein Landſie⸗ „deler geweſt iſt.« Und in einem andern Kaufbrief uͤber eben dieſen Hof de A. 1539. heiſſet es:„Welchen(Hoff) itzo Hemmel Peter daſelbſ „zu Wydderumbs von uns und unſerm Gotshauß(Marienborn) zu Lam⸗ „ſiedelen Kechten inhatt, und jehrlichs ſechſthalb Malter Korn unsar⸗ „von zu reichen ſchuldig.“ Bey welcher Verkaufung es zugleich mei⸗ wuͤrdig iſt, daß das Kloſter ſolchen Hoff, zu eynem ewigen ſtetten und un⸗ „wiederrufflichen Kauff verkaufft und erblichen zu kauffen geben hat⸗⸗⸗ „fuͤr unnd umb ſechſthalb Malter Korns, jherlicher Korn Gulte.“ Welche Gulte jedoch mit funf und ſiebenzig Gulden wieder abgekauft wer⸗ den koͤnnen, und auch 10 Jahr hernach wuͤrklich abgekauft worden. Gleichwie nun ein jedweder Herr insgemein befugt iſt, die Landſiedel⸗Guͤ⸗ ter wieder zu ſich zu nehmen; ſo muß auch ohnſtreitig demjenigen, der die⸗ ſelben durch Kauf an ſich gebracht hat, ein gleiches Recht zukommen. Und in ſo weit hat es ſeine Richtigkeit, daß es bey dem Kaͤufer ſtehe, ob er dem Landſiedel die Guͤter ferner laſſen wolle, oder nicht. Daß aber an und vor ſich durch die Verkaufung der Landſiedel⸗Guͤter die Leyhe gebrochen werde, und der Landſiedel die Guͤter nicht weiter beſitzen koͤnne, wenn er nicht einen neuen Vertrag und anderweitige Verſchreibung mit dem Kaͤu⸗ fer als ſeinem zukuͤnftigen Herrn aufgerichtet hat; hierinnen kann ich dem Vorgeben des Verfaſſers des Solmiſchen Rechts keinen Glauben zuſtellen. Vielmehr halte ich davor, daß die Verkaufung an und vor ſich gar keine Veraͤnderung bey der Leyhe ſelbſt wirke, ſondern daß ſelbige vor wie nach ain ihren Kraͤften bleibe, und daß, wenn gleich bisweilen nach Maaßgabe der Ritterlehne der Landſiedel ſich bey Veraͤnderung ſeines Herrn von neuem auß(M Sern) ſthald N Kom Serkaufun*n zuglet eynemew S ſtete. hen zu ka Wigebe „jberlid= om ulden wi Sabgt vürklich a kauft es bey d räͤuie 4 le, oder i. Di eiter beſſ! Anun derſchreim miin dat, hit zekend hts kein Dauag N an U= R ing=g rom — es h 83) oC Be 5o neuem wieder belehnen laſſen muß, wie wir davon vorher ac n. 14. ein pgar Exempel angemerkt haben, ſolches dennoch eben ſo wenig, als wie bey denen Ritterlehen, vor eine ganz neue Verleyhung und Verſchreibung zu achten ſeh. Es wird ſolches alles dadurch ſehr wahrſcheinlich, daß bey denen Verkaͤuſſerungen der Landſiedel⸗Leyhen oͤfters nicht ſowohl die Guͤter ſelbſt, als vielmehr die davon jaͤhrlich fallende und von dem Landſiedel zu bezahlende Guͤlte verkaufet werden, welcher Verkauf ganz vergeblich und uneigentlich geweſen waͤre, wenn durch den Verkauf die bisherige Land⸗ ſiedel⸗Leyhe an und vor ſich aufgehoben worden, indem alsdenn eine Sache, die durch den Verkauf ſelber vernichtet worden, verkauft wuͤrde, und es ganz unnoͤthig geweſen waͤre, die Groͤſſe des verkauften Zinſes, der doch nach geſchehenem Verkauf von dem Kaͤufer erſtlich angeſetzet werden muſte, zu beſtimmen. So heiſſet es z. E. in der von Herr Hrmannc. l. angefuͤhr⸗ ten Urkunde de A. 1570.„Virkauffen zu eym ſtarcken ewegen Virkauf⸗ „fe, eyne halbe Marck Pfennyg Geldes guder Grunberger Werunge zwo „Genſe und zwei Hunir, Gulde, und eyn Faſtnachthun zu Flenſingen „Uffe Korbers Gude, da Gerlach ſin Nachfare, der deſſelben Kor⸗ „bers Wip hat, und itzunt mit demſelben Wybe uffe ſitzet⸗⸗⸗ und „ſollen dye vorgen. Lantſiedeln, ire Erbin, odir an wen das egen. Gut „⸗⸗⸗ kummet⸗⸗ alle Jar⸗⸗ als Zinſes und guder Gulde Gewonheit „und Recht iſt, zu bezalne ewecliche, frydeliche und geruweliche.In ei⸗ ner andern de A. 1461. bey Herr Kuchenbecker in Aual. Haſſ. Coll. V. p. 13.„Daß wir verkaufft haben⸗⸗ drie Malder gute Fruͤchte us „unſirm eygen Erbe Gude gelegen tzu Beſſe, datzumal uffe ſitzet genannt „Freudenthal unſer Landſiedel das buwet und beſirt.“ Kurz alſo: Wenn der Kaͤufer die Landſiedel⸗Guͤter einziehet, ſo thut er ſolches nicht als Kaͤu⸗ fer, ſondern als Hekr ſolcher Guͤter, und iſt alſo auch zu eben dem, wozu ein anderer Herr bey der Aufkuͤndigung gehalten iſt, verbunden. Solm. Landr. F. 19.„Doch da der Kauffer den Landſiedel demnach auf den „Guͤtern nicht laͤnger dulden, noch bey der Landſiedel⸗Leyhe bleiben laſſen „wollte: So ſoll er ſich der Aufkuͤndung halben halten, wie obſteht(nem⸗ „lich wie ein anderer Lehn⸗Herr) auch dem Landſiedel ſeine Beſſerung „ablegen und erſtatten. c) Wenn uͤberhaupt der Herr nicht Belieben hat, die Guͤter dem Landſiedel laͤnger zu laſſen, ſondern ſie ſelber wieder zu ſich nehmen will. Solm. 36⁰ 88)0(Sr Solm. Landr. F. 12.„Hat auch der Lehen⸗Herr macht, eines jeden „Jahrs die verliehene Guter ſeiner Gelegenheit nach dem Landſiedel auffzu⸗ „kuͤnden, und wiederum zu ſich zu nehmen.“ Siehe auch den§. 42. Es ſcheinet, daß die willkuͤhrliche Wiederrufung der Leyhe, und die damit ver⸗ knuͤpfte Erſtattung der Beſſerung die vornehmſte Eigenſchaft der Landſie⸗ del⸗Leyhe geweſen, wodurch ſolche von andern aͤhnlichen Verleyhungen der Bauer⸗Guͤter unterſchieden worden. Dieſerwegen, nach dem in dem Leyhbrief de A. 1471. im Anhang M.: gleichfalls die wuͤllkuͤhrliche Wie⸗ dernehmung der zumLandſiedel⸗Recht verliehenen Muͤhle abſeiten des Herrn vorbehalten, und die Erſetzung der Beſſerung in ſolchem Fall dem Landſiedel verſprochen wirds ſo werden zugleich dieſe Worte hinzugefuͤget: Nach Lantsſiedeln⸗Rechten, Landes⸗Gewohnheit ꝛc. In der Verley⸗ hung de A. 1493. N. 9. behaͤlt ſich der Herr gleichfalls bevor nach vorherge⸗ gangener Abkuͤndigung und geſchehener Ablegung der Beſſerung den f wieder zu ſeinen Handen zu nehmen. Es fuͤhret auch dieſe Bedingumg an und vor ſich nichts hartes und unbilliges mit ſich, denn wenn der Ladd⸗ ſiedel fleißig iſt, und das ihm eingegebene Gut wohl bauet und beſſert/ genieſſet er nicht allein, wie ein ander bköſſer Pachtmann, vor ſeinen Zinß aller Nutzungen des Guts, ſondern er iſt auch verſichert, daß der Fleiß welchen er anwendet, ihm insbeſondere vergolten, und ihm alle gemachte Beſſerung bezahlet wird. Ig damit der Landſiedel deſto weniger hierinnen zu beſorgen haͤtte, daß ſein Herr ſich dieſes Rechts etwa bedienen moͤchte, um ohne Unterlaß bey der geringſten Verbeſſerung des Guts den Zinß zu erhoͤhen, oder den Genuß ſolcher Verbeſſerungen einem andern zu erthei⸗ len, ſo war bey dieſer Verleyhung es eine gewoͤhnliche Bedingung mit, daß ſolche Einziehung des Guts nicht um hoͤhern Zinß, noch um das Gut einem liebern und angenehmern Landſiedel zu leyhen geſchehen ſolle. So heiſſet es z. E. in dem eben beruͤhrten Leyhbrief N. z.„Doch uf das „nit geſcheen ſal umb merern Pacht nach liebern Zynßman.“ Und in dem de A. 1392. bey Herr Auchenbecker in Analect. Haſſiac. Coll. Vill. 9. 316.„Ouch iſt gereddit, daß uns die egen. Herren oder unſer Erbin umme „mehreren Zinß oder lieberen Landſedel nicht in ſollen verwiſen der vor⸗ „geſchrebin Hobereyde.“ In dem von Herr hrmann c. 1. p. 107, ange⸗ ührten de A. 1370. iſt dieſe Formul annoch insbeſondere dem ſchon voͤlii ausgefertigten Vertrag angehaͤngt worden.„ Auch in ſullen wir Hart⸗ „mannen erLeyhe, nſte Eigen de ahnlichen„eze erwegen, grda falls die N e nen Muhl Du inſolchem mmie Worte hin x aigt beit c. ☛ da ſchfalls be iadh 1 8 6 3 ung der erm füͤdret aude mit ſich,Nun zen uut wohl 60 un Pachtma horſ ich verſich n daß elten, un in nal gedel deſttz ug dechts etn! deer w A an. lebern w1 nager. erreno t in ſoll direhe wiſn )o( 88 361 — „mannen vorgen. nie virdribin ume libern Lantſidelen, adir ume ho⸗ „bere Cins.“ Ja in dem Leyhbriefe de A. 1471. ibid. wird es als ein Merkmahl einer guͤltigen und rechtmaͤßigen Verleyhung mit angefuͤhret, daß ſolche nicht um den Pacht zu erhoͤhen oder einen liebern Landſte⸗ del zu bekommen geſchehen ſeye,„Lyen und gelyen han zwei Guder⸗⸗ „⸗⸗ Heyntzen Huſen unde ſine Irben zu Landſiddelem Rechte, noch um „liebern Landſiedel, noch um hoeren Zinß Es bleibt alſo nur der bey denen Bauer⸗Guͤtern ſich ohnedem nicht gar zu oft zutragen e Fall uͤbrig, wenn nemlich der Herr ſolches Gut ſelber bauen, und unter ſeinen eigenen oder ſeiner Hofleute Pflug nehmen laſſen wollte. Solm. Landr cit. g. 12.„Doch daß er ſie alsdann entweder ſelbſt baue, oder ſonſt durch eine „gebroͤtte Diener bauen laſſe, und nicht anderwerts verleyhe.“ In dem von Lyncker cit. Di ſ. Sat. 1. Cup. 1. g. 5. angezogenem Hanautſchen Landbrauch de A. 17§. iſt in dieſem Fall dem Herrn die anderweitige Ver⸗ leyhung nach Ablauf eines Jahrs wieder erlaubt:„Hergegen aber, wenn „der Lehen⸗Herr ſeinen Landſiedel ohne rechtmaͤßige Urſachen von dem and⸗ „ſiedel⸗Gut zu gebuͤhrender Zeit abkuͤndet, und ihm ſeine Beſſerung bezahlt; „ſo muß er ſolches Gut das erſte Jahr entweder durch ſeine gebroͤdete „Diener bauen, oder um Lohn zackern laſſen, aber nach Verflieſſung des „erſten Jahrs mag er das einem andern verleyhen.“ 1 d) Wenn derLandſiedel ſelbſt diegeyhe auffaget. Es iſt ihm aber ſol nicht anders als aus erheblichen Urſachen erlaubet. Siih Laben Aches „Sollder Landſiedel das Gelaͤnde oder die beſtandene Guͤter ſo lang er die „bauen kan, ohne ehehaffte redeliche Urſachen deméehen⸗Herrn nicht auffſa⸗ „gen, und andereGelaͤnde beſtehen.“ Worunter nebſt andern die Kriegsun⸗ ruhen gerechnet werden, Mbid. g. 39.„ Wo Krieg und Heerzuͤge einfielen, ſo „ſoll er ſolches demehen⸗Herrn,(ſonderlich wann derſelbig etwas entſeſſen) „zeitlich anzeigen, und zu wiſſen thun, damit er ſeinen Hoff, ob er wolle, ver⸗ „ſehen und beſtellen moͤge.* In der Verleyhung ſub. W. 9. iſt die Abkuͤn⸗ digung dem Landſiedel ausdruͤcklich erlaubt. ibi:„ Deßgleichen ſie(Hoff⸗ „leute) auch Macht abzukhunden habenn. Ueberhaupt aber, weil die recht⸗ maͤßige Urſachen der Aufſagung in denen Teutſchen Geſetzen und Sitten nicht eigentlich beſtimmet ſind; ſo muß deren Erheblichkeit von dem Rich⸗ ter in vorkommenden Fall beurtheilet Waeden, welcher dabey die in denen Roͤmi⸗ 362 e) O(88- Roͤmiſchen Rechten bemerkten Urſachen, weswegen ein Miethsmann wieder von ſeinem Contract abgehen darf, zu Rathe ziehen kann. c) Wenn der Landſiedel den verſprochenen jaͤhrlichen Zinß oder Pacht zu gehoͤriger Zeit nicht entrichtet. Der Verfaſſer des Solm. gandr. redet zwar uͤberhaupt etwas zweifelhaft davon, und meinet auch uͤberdem, daß wenigſtens in dreyen Jahren der Zinß nicht muͤſſe bezahlet ſeyn, wenn die Beraubung ſtatt finden ſolle, wenn er§. 35. alſo ſetzet: „Soller ſeine Zinß und Pfaͤcht jaͤhrlich getreulich und gutwillig ausrichten „und lieffern, und die nicht auffwachſen laſſen, ſonderlich uͤber drey Jahr „lang. Dann er ſonſt ſeine Leyhe und Beſſerung, da ihme der Lehen⸗ „Herr hart zuſetzen wolte, dardurch verlieren moͤchte.“ Allein gleichwie bey dem erſtern das Recht des Herrn durch die Urkunden, und die bey der⸗ gleichen gegen einen jaͤhrlichen Pacht eingegebenen Guͤtern faſt allgemeim Gewohnheit auſſer Streit iſt; ſo iſt auch die Abwartung der drey Jahr nicht ſchlechterdings, ſondern nur alsdenn noͤthig, wenn in dem Leyhbrief zon dieſem Fall entweder gar nichts enthalten, oder wenigſtens die Zeit, nad welcher das Gut wegen nicht bezahleten Zinſes verfallen ſeyn ſoll, nicht be⸗ ſtimmt iſt, und man alſo in Ermangelung der Teutſchen Rechte die Roͤmi⸗ ſchen mit zu Huͤlfe nehmen muß. Wiewohl es, nach denen Urkunden zu urtheilen das Anſehen hat, als wenn bey denen Landſiedel⸗Leyhen faſt nie⸗ mals eine Abwartung gewiſſer Jahre vonnoͤthen, ſondern ein einziger Saumungsfall hinlaͤnglich geweſen, den Landſiedel ſeines Guts verluſtig zu machen. Wir wollen zu Erlaͤuterung und Beſtaͤrkung des angefuͤhr⸗ ten einige Zeugniſſe beybringen. In der Verleyhung de A. 1570. bey Herr Auchenb. in al. Haſſ. Coll. I. p. 126. ſtehet:„Wo der Hoffmann „ſich zu außrichtung der jerlichen zinſſe und pachten ſeumig, und „mit Liefferung ohntuglicher Frucht, ohngeſchickt erzeiget und verhalten „wird, ſo ſoll er ſich dadurch dieſer leihe ſelbſt entſetzt haben.“ In der de A. 1370. Ibid. Coll. II. p. 107.„Auch ſol he uns das Gut gutelichincinſin, „und ſal deme Gute rait⸗⸗⸗ recht dun. Wa he des nicht in dede, ſo „ſulde unſe Gud⸗⸗« ledig und lois ſin, ane alle Widdirrede Hart⸗ „mannis vorgen. und ſiner Erbin.“ In der de A. 1392. IDid. Colleck. 7lI. .326.„Zu bezahlin uffe St. Mertins Tage zu Wenters, alſe Zinſis „Recht iſt ane Verzog. Were es, daß wir des nit endetin und dy vor⸗ „gen. Hobereyde in Rode nicht inhilden, und den egen. Zinß uffe den „Vok⸗ —— zwegen ½ 6 — 1 ſ Rathe 48„ 1 enen ſäßt t Ar Der f b 8 ft davon, Kinen er Zinß ni Iſſb wenn er w ich undgu Dom ae ſonderh(am⸗ ſerung, d en nmoͤchte. Sitt Urkunden r da enen Gute ſſtai wartungd 93. wenninſrereyhw der wenigſ adieg es verfallen er ſoht Teutſchen—hted es, nach d lrt en kandſic Jeyhe othen, ſorn d. — 23 A. 363 „vorgen. Tach en nicht ingeben, oder mit irre Freundſchafft nicht invor⸗ „hilden, ſo ſolde die egen. Hobereyde mit allir Beſſerunge wider den „egen Herren quyd, ledig und loiß ſin an alle Widderrede. In der de A 1571 bey dem Herrn von 2.&α00% c.. Da ſie aber zu beſtimm⸗ „ter Zeit mit Außrichtung der Pfacht und 3inß ſaumig ſeyn, und die nit „außrichten, oder ſonſten in einem oder dem andern dieſer Leihe nicht nach⸗ „kommen, oder dem, oder ſonſten gemeinen Landſiedelen Rechten etwas „zugegen handeln oder vornehmen wuͤrden, ſo ſollen ſie ſich derſelben ihrer „Leyhe und der Guͤeter, ohn all weiter rechtlich Erkenntnuͤß und clara- „tion, ſelbſt entſetzet haben, auch ich und meine Er! ben alsdann Macht „haben, die Guͤther einem andern, wem uns geluͤſtet und geſellet, ohn alle „Verhinderunge zu verleihen. Dieſem kann man noch hinzufuͤgen, was in dem Leyhbrief und dabey befin lichem Revers de A. 1503. im Anhang N. 2. mit mehrerm hievon abgeredet iſt, kraft deſſen auch die von denen Beſtaͤndern verſchriebene Unterpfaͤnder auf dem Saumungsfall mit ver⸗ fallen ſeyn ſollen. In dem Leyhbrief de A. 1718. bid. V. 4.(welcher aber nach denen aͤltern vorhergehenden eingerichtet iſt)iſt gleichfalls die Aus⸗ richtung des Zinſes ohne einigen Vorzug verabredet, und auf den Sau⸗ mungsfall die Bergubung geſetzt worden. In der Verleyhung de 2. 1393. M. 9. heiſſet es uberhaupt:„An Bezahlung des Pfochts ſeumig wur⸗ „den.“ Wie auch in der folgenden /ub V. 10. Und in der de A. 1754. fub N. 11.„An Bezalung und Lifferung ehegerurts jerlichen Pfachts ſau⸗ „mig und wie obſteht zu beſtimprer Zeit nit ausrichten wurden.Doch gebe ich gerne zu, daß die Herren ſich dieſes Rechts nicht jederzeit mit ſol⸗ cher Strenge bedienet, datz ſie ſogleich dey der erſten Saumung das Gut ſollten eingezogen haben, vielmehr ſind ſie oͤfters noch einige Jahre in Ge⸗ dult geſtanden, ehe ſie zur Beraubung geſcritten, wie aus eben dieſer Ur⸗ kunde ſlub N 111 zu ſchlieſſen, ibi: Sein gelaſſene Wittib und Erbenn „unns an Handtraichung des jerlichen Pfachts davon, ethwan vill Jare „ſeumig worden, unnd unbezalt anſtehen laſſen biß auch dahere, derewe⸗ „gen ſie ſich gehabter Leihe entſetzt.“ Man findet zwar auch Leyh⸗ briefe, in welchen wegen des verſeſſenen Zinſes entweder gar nichts ver⸗ abredet, wie z. E. in denen ſub N. und 3. im Anhang befindlichen Leyh⸗ briefen, oder woninn nur blos verſehen iſt, wie der Herr zu der Bezah⸗ lung ſeines Zinſes gelangen ſolle, Thneeh der Strafe etwas beyzufuͤgen, 5 2 b wie 3663s3 2)( Ser⸗ wie z. E. in der Verleyhung bey Herr Aopp c. I., allwo es alſo hievon lau⸗ tet:„Als dicke als wir egenanten Landſidel oder unſer Erben die vorge⸗ „ſchrieben Zeit verſeſſen und in ihren Pfacht mit ſeyner zugehorde vorge⸗ „nannt nicht endtheten und geben, alſo mogen ſie oder wem ſie das bevellen „von ire wegen uns pfenden uff irm eigen Hoeff oder anderswo in Stetten „ader in Dorffen, oder in Felde mit ader an Gericht unſſer Pfandt und Gut, „angreyffen, nehmen, und verſetzen oder verkeuffen, wem ſie monen als dick „das not geſchiecht fuͤr iren verſeſſen Pfacht und moglichen Schaden, als „lange byß das ſie on allen iren ſchaden ußgericht und wol bezahlt worden.“ Ich bin aber der Meinung, daß in beyden Faͤllen dergleichen Stillſchwei⸗ gen dem Herrn ein bey der Landſiedel⸗Leyhe gewoͤhnliches Recht nichtent⸗ ziehen koͤnne, noch den Herrn verbinden, ſich blos mit der Erhaltung des ihm ohnedem gebuͤhrenden Zinſes zu begnuͤgen, ohne das Gut wieder ein⸗ ziehen zu duͤrfen. Gleichwie es denn auch in dem Kaufbrief de 4 134§. N. 5. in des Herrn Willkuͤhr geſtellet wird, ob er wegen des y⸗ ſeſſenen Zinſes und Gulte den Landſiedel pfaͤnden, oder das Gut wn ihm aufnehmen wolle, und zwar mit dem Zuſatz: als recht und g⸗ woͤhnlich iſt. b f) Wenn er die Guͤter vertheilet, etwas davon veraͤuſſert, ſe 8 verdirbet, oder auch uͤberhaupt dem verabredeten nicht genau nachlebet, noch ſich wie einem getreuen Landſiedel zukommt, auffuͤhret. Solm. Landr. 9. 23.„„Wann dann der Lehen⸗Herr, dem Landſiedel die Guͤter will „abverkunden, und zu ſich nehmen, es geſchehe gleich von nechſtgemeld⸗ „ter, oder einer andern rechtmaͤßigen Urſach willen: So ſoll er demſelben „neben der Aufkuͤndung, die Urſach, warumes geſchehe, anzeigen laſſen, „als dieweil er ihm ſeine jaͤhrliche Pfaͤcht nicht entrichte, oder die Guͤter „in gebuͤhrlicher Aſtung, Bauunge, und Tuͤnge nicht halte, odet „dieſelben zum theil veraͤuſſere, verſchlitze, vertheile, die Stein und „ Reyn abgehen laſſe, ꝛc.“ Welche Urſachen der Beraubung auch durch die Urkunden bekraͤftiget werden, wie zum theil aus denen kurz vor⸗ her angefuͤhrten Stellen zu erſehen, und aus nachfolgenden noch mehr er⸗ bellen wird. In dem Leyhbrief de A. 1513. in Aual. Hall. Col. III. p. 710. heiſſet es uͤberhaupt:„Iſt auch bereit worden, ſo der gemelt Schel⸗ „then oder ſin Erben in den obgemelten Artickeln bruchlich oder verſumlich „ wurt, alſo dan mogen die Jungfrawen den oder ſin Erben vertriben, 1n 3) N 1., alln iw ian d mit foderanſ ans ngeunn 4. fffen, wen 1z a nd mogli 1 ht und 1— iw h in den Aufb: witd, oh a dega fanden,*(das Zuſatz: Drech twas da a eril⸗ deten nic nau nt, auffü Sel m Landſt die dehe gleit* unt willen: †cbllen es geſch* anee ht entric*r oderi Tünge aſt hen „verthe e Su chen def= ralha um theiſt duu 1] tgamn drut Dod keln druſt Dod, dderſi(A. vert b . in A.h. 1 a n nachfolltan näe 30o-(88. 305 — „den Hof entphremden, on ſin und ſiner Erben, und eines iglichen Intragk „und Widerſtant.“ In dem de A. 1471. im Anhang M.. ſind die Ver⸗ laſſung der verliehenen Muͤhle, Verfall der Gebaͤude, uͤbele Verwal⸗ tung des Mahlwerks ſelber, als Urſachen der Beraubung angefuͤhret wor⸗ den. In dem Vertrag de A. 1530. Ibid. M. z. iſt die Vertheilung als eine Urſache, weswegen die Herrn, und zwar wie die Worte lauten, nach Lands Gewohnheit und Landſiedeln Recht, die Guͤter wieder zu ihren Haͤnden nehmen koͤnnen, insbeſondere ausbedungen. In der Verleyhung /ub N. 9. ſind die unterlaſſene Unterhaltung des Hofes in re⸗ delichen Weſen und Baue, die Verwendung etlicher Aecker oder Wieſen, und die Saumung an Bezahlung der Pacht, als Beraubungs⸗Urſachen angefuͤhret. Und der folgenden M. 10. iſt ebenfalls auf die unterlaſſene Be⸗ zahlung des Pfachts, Vertheilung, Veraͤuſſerung und Verderbung des Hofes die Beraubung geſetzet. Welches auch in der ſub M. 11. alſo ver⸗ abredet worden. Was nun die oben beruͤhrte Abweichungen, welche im Ober⸗ Heßiſchen gebraͤuchlich ſeyn ſollen, anbetrift; ſo beſtehen ſolche uͤberhaupt darinn, daß dem Landſiedel das verliehene Gut nicht leicht von dem Herrn entzogen werden kann, wenn gleich die vorbemeldete Urſachen vor⸗ handen ſind, ſondern daß der Herr ſeine Klage nur ſchlechterdings zu Erfuͤllung des Contracts und Entrichtung des Verſprochenen anſtellen muß. Die Gruͤnde, womit man ſolches erweiſen will, ſind nicht alle von gleicher Staͤrke. Wir wollen mit denen ſchwaͤchern, welche deswe⸗ gen der Herr von Ludolpb iy Coutinuat. Obſervat. Porenf. Oſerv. 157. p. 312. /e*ςᷣ—h., allwo er ſolche anfuͤhret, Rationes adminiculantes nennet, und wowieder Zerr Hofr. Bhor in denen kleinen Schriften Voöl. I. p. 253. ſchon unterſchiedenes erinnert hat, den Anfang machen, und ſolche mit we⸗ nigem beurtheilen. Es ſind aber folgende. 1) So werde der Landſiedel in denen mehreſten Leyhbriefen ein Lehnmann genannt, wodurch ihm eine Eigenſchaft, die von der Roͤmiſchen Emphyteuſi nicht weit entfernet waͤre, beygeleget wuͤrde. Hiewieder iſt aber zu merken, daß a) wegen der allgemeinen Bedeutung des Worts Lehen, da ſolches auch von blos gepachteten Guͤtern gebraucht wird, wie oben p. 47. und p. 686. ange⸗ merkt worden e aanhieraus nicht wohl ein Beweiß mag hergenommen wer⸗ den. b) Daß eſer Name dem audſeder wegen der empſangenen Be⸗ 366) O(88 lehnung, und davor zum oͤftern gezahleten Lehnwaare, wegen der ver⸗ ſprochenen Treue und anderer Aehnlichkeiten mit denen Vaſallen, eben ſowohl wie vielen andern Beſitzern der Bauer⸗Guͤter zukomme, daraus aber noch nicht folge, daß die Landſiedel⸗Leyh unwiederruflich ſey, weil Auch die Lehne ſelbſt ſolches vor dieſem nicht geweſen, und noch heutiges Ta⸗ ges um unterſchiedener Urſachen halben verwirkt und eingezogen werden oͤnnen. c) Zugeſchweigen, daß, wenn man auch ſogar die vorgegebe⸗ ne Gleichheit zwiſchen denen Landſiedel⸗Leyhen und Roͤmiſchen Lmphyteu. fibus zugeben wollte, dennoch auch alsdenn dem Herrn die Einziehungwe⸗ gen nicht bezahlten Zinſes, Verderbung des Guts und dergleichen zukom⸗ men müuͤſte. 2) So werde in denen Leyhbriefen verordnet, daß der Landſiedel nichts veraͤuſſern, vertheilen, verbrautgaben ſolle ꝛc. woraus zu ſchlieſſen, daß der Landſiedel ein kraͤftigers Recht auf das Gut haben muͤf ſe, als wie eine bloſſe Pachtung ihm geben wuͤrde, zumal, da die vordi⸗ ſem geſchehene Veraͤuſſerungen nicht wiederrufen worden, welches ebenn Einruͤckung dieſer Formul Anlaß gegeben. H. ³) Daß der Land ſiedelwe einem bloſſen Pachter ſehr unterſchieden ſey, und gewiſſermaſſen ein Erd⸗ recht habe, erhellet aus dem, was vorher angefuͤhret worden. Und da alſo die Guͤter oͤfters hundert und mehr Jahre bey einer Famillbleiben konnten, ſo war es allerdings noͤthig, denen Beſitzern die Veraͤuſſerung zu unterſagen, daraus aber folget noch nicht, daß dieſerwegen der Landſiedel die Guͤter unwiederruflich beſitze, und ſich derſelben auf keine Art verluſtig machen koͤnne. b) Eben ſo wenig laͤſſet ſich dargus, daß der Landſiedel bis⸗ weilen wieder ſeine Pflicht gehandelt, und wuͤrklich von denen ihm einge⸗ ebenen Guͤtern etwas veraͤuſſert, vertheilet ꝛc. auf ſeine Befugniß ſchlieſ⸗ en, und braucht es eines ſtarken Beweiſes zu behaupten, das die Herrn ſolchen Anmaſſungen ihrer Landſiedel jederzeit mit Ge ult zugeſehen, und ſich niemal dawieder gereget; vielmehr erhellet das Gegentheil aus der oft angezogenen Urkunde bey dem Herrn von Ludopb c. 1. p. 632. ibi:„das „ſollen ſie wieder ledig machen, und zum Lehn bringen.“ Und dem im Anhang ſub N. z. befindlichem Vergleich. c) Und wenn gleich die Herrn wegen hoͤherer Gewalt erlangten Rechts der dritten Beſitzer und derglei⸗ chen Urſachen die geſchehene Veraͤuſſerung nicht wieder aufheben koͤnnen, ſo benimmt doch ſolches ihrem gegruͤndeten Recht nichtst Nicht weni⸗ ger wuͤrde es ſehr ſchwer zu erhaͤrten ſtehen, daß in denen anen Briäf 5 orm mit denes 14 A 1 r⸗Guͤter au 4 ei Rh unwied gehſ 2 Ä eſen, und zeaaa tkt und gan auch ſo Iem und Röm teiſm⸗ 9 em Herrnſ S te Guts und— ate. briefen vor autgaben K. w ct auf de ütße uede, zutf dad e. 1) Daſten nſſ ound gewit aſ mngeführ= d. re bey ei am eſitzern= rraui ß dieſer 8 derl ſellben au Sedt aus, daß—andſe ürklich vet nentg e. aufſeit 4 u bedau den daßd mit Get ht wied— ſ 3 8 echt nich 3 19 M uni das m ſeli △32 b 1 M i brings l Und we S lüh b dritten kn „ er 362 Formul von der verbotenen Veraͤuſſerung nich befindlich geweſen, da ſol⸗ che doch denen Teutſchen bey ihren Verleyhungen ſehr gewoͤhnlich geweſen. Zugeſchweigen, daß, wenn auch ſolches ſeine Richtigkeit haͤtte, man auch eben ſowohl daraus ſehlieſſen koͤnnte, daß bey dieſen Verleyhungen zu Land⸗ ſiedel⸗Recht damals das bey dem Herrn gebliebene voͤllige Eigenthum auſ⸗ ſer allen Streit geweſen, und man alſo um ſo viel weniger dieſes Verbot auszudrucken vor noͤthig gehalten. 3) So waͤren oͤfters wuͤrkliche Ver⸗ aͤuſſerungen, z. E. bey Verheurathungen, Ausſtaztung der Kinder und der⸗ gleichen mit Einwilligung der Herrn vorgenommen worden, welches ſich zu dem voͤlligen Eigenthum der Herrn nicht wohl ſchickte. Re. Die Haupt⸗ abſicht bey denen Landſiedel⸗Leyhen iſt wie bey andern Bauer⸗Guͤtern eben⸗ falls dieſe geweſen, daß der Herr von denen Laͤndereyen, die er ſelber un⸗ moͤglich alle beſtellen laſſen konnte, ſeinen jaͤhrlichen Pacht und Zinß genoſ⸗ ſe, und verſichert waͤre, daß das Gut in gutem Stande erhalten wuͤrde. Dieſen Endzweck konnte er nun oͤfters eben ſo gut von dem Tochtermann, als bey dem Schwiegervater, bey denen Kindern als bey denen Eltern er⸗ halten, und konnte er alſo um ſo viel eher geſchehen laſſen, daß ſolche Guͤter mit ſeiner Genehmhaltung auf einen andern Beſitzer kamen, zumal wenn ihm die Lehnwaar muſte bezahlet werden. Wodurch aber ſeine Eigen⸗ thums⸗Rechte nicht geſchmaͤlert noch veraͤndert wurden, in Betracht der neue Beſitzer nicht mehr Recht bekam als ſein Vorgaͤnger, und unter ehen denſelben BedingungenLandſiedel ward, als wie der vorige es geweſen wal. 4) So waͤke in Oberheſſen das Landſiedel⸗Recht in vielen Stuͤcken von dem Solmiſchen zumal in der Wiedexrrufung unterſchieden, und kaͤme mehr mit der Roͤmiſchen Emphyrteuſi uͤberein. B. a) Daß nach Einfuͤh⸗ rung der ordentlichen Steuren und Anlagen die willkuͤhrliche Wiederru⸗ fung der Bauer⸗Guͤter uberhaupt, und zwar aus hinlaͤnglichen wichtigen Urſachen ſehr eingeſchraͤnkt worden, und daß alſo auch ein gleiches mit denen Landſiedel⸗Leyhen vorgenommen werden koͤnnen, wird hernach vor⸗ kommen Daß aber die Landſiedel⸗Leyhe an und vor ſich und urſpruͤnglich eine andere Natur in Ober⸗Heſſen als in der Wetterau haben ſollen, ſolches machen die Urkunden, welche in beyden Gegenden lange vor Verfaſſung des Solmiſchen Landrechts ausgefertiget ſind, und in denen Hauptſa⸗ chen voͤllig mit einander uͤbereinkommen, ganz unwahrſcheinlich. Und thut es alſo b) nichts zur Sache, daß das Solmiſche Landrecht als ein . Jus 368 e o er Jus ſtatutarium in andern Prodſaßhen kein Anſehen haben koͤnne, indem wir ſolches nicht weiter als ein Zeugniß und eine Sammlung von denen bey de⸗ nen Landſiedel⸗Leyhen uͤblichen Gewohnheiten anſehen, deren Richtigkeit in dem mehreſten durch die oben angefuͤhrte Stellen aus denen Urkundener⸗ wieſen worden. 5) Es waren dieſe Guͤter vom einem Landſiedel auf den V aanndern vererbt, und von einer Familie von undenklichen Zeiten her ungeaͤn⸗ dert beſeſſen worden, folglich hatten ſie durch die Verjaͤhrung ein Recht einer immerwaͤhrendengeyhe(jus coloniæ perpetuæ) erlanget. R. Wenn man dasjenige, was der Herr von Ladolpb cit. I. obſerv 159. ſehr gruͤnd⸗ lich von dem Jure Colomæ perpetuæ ausgefuͤhret, nachlieſet; ſo wird man leicht erkennen, daß dergleichen durch die Verjaͤhrung zu erlangendes u⸗ Coloniæ perpetuæ, als welches uͤberhaupt ſehr ſelten vorkommen kann, bdeey denen Landſiedel⸗Leyhen, wenn ſie gleich noch ſo lange bey einer Famile geblieben, nicht vorhanden ſeyn koͤnne, indem der Leyhbrief ſelder, he Benennung von Landſiedel und dergleichen Umſtaͤnde genug an den dng — b legen, daß der Herr dem Landſiedel zwar ein erbliches, aber kein unde⸗ V derrufliches Recht auf das verliehene Gut jemals geſtattet, oder naha⸗ hero ſtillſchweigend eingeraumet habe. 6) So waͤre der jaͤhrliche Zinß bey denen Land ſiedel⸗Leyhen viel zu ering, als daß er vor ein ordentliches Pachtgeld koͤnnte gehalten werden, 6 alglich muͤſſe man denſelben vielmehr als eine jaͤhrliche Guͤlte odercanonem, Rimmer unveraͤndert geblieben, anſehen. Re. a) Der geringe Zinß ruͤh⸗ ret einestheils und in ſofern er in baarem Gelde beſtehet von der Veraͤnde⸗ rung, welche ſeit ein paar hundert Jahren bey dem Werth des Geldes und deſſen Verhaͤltniß gegen die Guͤter und uͤbrige Sachen vorgegangen, her, und kann ſolcher zu der Zeit, wie die Guͤter verliehen worden, gar wohl nach dem Werth der Nutzungen eingerichtet eweſen ſeyn, ob gleich heutiges Tages ſolcher weit geringer iſt, und nicht mehr damit zu vergleichen iſt. Zum andern und hauptſaͤchlich aber muſte der jaͤhrliche Pacht oder Zinß bey denen erblich verliehenen Bauer⸗Guͤtern nothwendig um deswillen gering ſeyn, und den wuͤrklichen Ertrag der Guter nicht ausmachen, weil diee Guͤter zugleich dienen ſollten, dem Bauer ſeinen noͤthigen Unterhalt zu ver⸗ ſchaffen. Wie es denn hievon in der ſub W. 12. im Anhang befindlichen Urkunde de A. 1527. heiſſet:„daß aber den Armen, ſo ſich viel jahre here „von ſolchen Guͤtern yetweder nach ſeiner antzal, erhalten.“ b) 8r ehen habg 3 1 1 denklichen e c die We E mn rpetuæ) q 1 4.1' et. l.ohſa pſ dret, nac z atzin erjährung a iah. ſelten oo emma ch ſo 3 A ſein dem der If if Umſtand*e agm. in eroliche zerin jemals 9— t, 3 nen Lan* Ael tgeldkont halt jaͤhrlichel. kode K.)Ne ding. elde beſteſ nde p dem Wm desge ge Sache=* Män nehr dam berg 9 führliche—ht dih wendig esblt aicht al a han⸗ ennothi autria 2. im ⁵ 1. Armen/= bui zutzal/ kell daß die Landſiedel und nicht die Herr die eſchwerung von dem geſamm⸗ o(der⸗ 359 iſt der Zinß, welchen der Landſiedel bezahlet, allerdings vor eine jaͤhrliche Guͤlte oder Canonem zu halten: c) Auch darf ſolcher insgemein nicht er⸗ hoͤhet werden. Alles dieſes aber hebt das Recht des Herrn, die Guͤter aus rechtmaͤſigen und bey der Landſiedel⸗Leyhe hergebrachten Urſachen, wieder aufzukuͤndigen und einzuziehen, nicht auf. 7) So maͤſſen die Erben immer die Leyhe erneuern, auch wohl dieſerwegen die Lehnwaare bezahlen, welches bey ordentlichen Pachtungen etwas ungewoͤhnliches waͤre, und nur bey ſolchen Leyhen die mit denen Emphyteuſibus einige Verwandtſchaft haͤtten, gefunden wuͤrde. He. a) Daß die Landſiedel⸗Leyhe eine bloſſe Pachtung ſey, kann von niemand mit Grund behauptet werden, indem ſie dem Landſiedel Kraft des obangefuͤhrten in vielen ein ſtaͤrkeres und auch erbliches Recht ertheilet, welches aber unter gewiſſen Umſtaͤnden von dem Herrn Meder aufgekundiget werden kann. b) Die bey Abſterben des Landſiedels von ſeinen Erben zu ſuchende neue Belehnung iſt gar kein Beweiß einer Unwiederruflichkeit, ſondern koͤnnte iel eher als ein Zeichen, daß der ertheilten Erblichkeit ungeachtet der Erbe ch des fortdaurenden Genuſſes des Gutes an und vor ſich nicht zu getroͤſten habe, ſondern erſtlich die Bekraͤftigung des Herrn, ob ſolcher nicht etwa die Leyhe aufzukuͤndigen gewillet ſey, erwarten muͤſſe, ausgeleget werden. Wiewohl die wahre Urſache ſolcher Belehnung in Anwendung derer bey denen Ritterlehen gebraͤuchlichen Anordnungen auf die Bauer⸗Guͤter zu ſuchen iſt, wie in dem v. Zuriſchen Lehenrecht p. 867. und an andern Orten bereits angemerkt, und daſelbſt auch zugleich gezeiget worden, daß bey de⸗ nen Roͤmiſchen Emphyteuſibus bey der Vererbung auf die naͤchſten Anver⸗ wandten nicht einmal die Bezahlung des Laudemii noͤthig geweſen, und hat man alſo deſto weniger Urſache, hieraus eine Gleichheit mit denenẽm⸗ phyteuſibus zu ſchlieſſen. 8) So muͤſten die Landſiedel nicht allein die auf dem Gut ſelber haftende, ſondern auch insbeſondere wegen ihrer Beſſerung die Steuren und Beſchwerungen entrichten, wie die Steuer⸗Regiſter leh⸗ reten. Nun koͤnne man zwar aus denen Steuer⸗Regiſtern kein voͤlliges Eigenthum, aber doch ein Dingliches Recht des Beſtitzers ſchlieſſen. Fe. Weil die ordentliche Steuern gleich anfaͤnglich auf die Bauer⸗Guͤter und deren Zugehoͤrde geſchlagen ſind, und von dem zeitigen Beſitzer eines Guts abgefuͤhret werden muͤſſen; ſo hat es wohl nicht anders ſeyn koͤnnen, als ten 370 e o( ten Gute, und alſo auch von der damit verknuͤpften Beſſerung abfuͤhren muͤſſen, wodurch aber die Rechte und Verbindlichkeiten des Herrn und des Landſiedels untevahnen ſelbſt nicht veraͤndert worden. 9) So wollten die in denen Landſiedel⸗Leyh⸗ Briefen befindliche Formuln, daß die Leyhe auf gewiſſe Jahre eingeſchraͤnkt worden, nach deren Ablauf ſie geendigt ſeyn ſollte ꝛc. hiewieder nichts verfangen. Denn dergleichen Formuln wuͤrden denen einfaͤltigen Bauern wieder die Natur dieſes Contracts vorgeſchrieben, und waͤren billig anzuſehen, als ob ſie nicht da ſtunden, und pro non adjectis zu halten. Weswegen, wenn ſie auch hundert und mehr Jahre in die erneuerte Leyhbriefe eingeruͤckt wor⸗ den, ſie doch dieſe Wuͤrkung niemals gehabt haͤtten, ſondern die neuen Verleyhungen waͤren immer auf dem vorigen Fuß wieder geſchehen. Auch wuͤrden die Landesherrn nicht leiden, daß ſolche Clauſul zur Wuͤrk⸗ lichkeit gebracht wuͤrde. R. 2) In ſofern durch dieſe auf beſtimmte 9 1 gerichtete Landſiedel⸗Leyhen die Freyheit es Herrn insgemein eingeſchmutt iſt, daß er vor Ablauf ſolcher Jahre die Guͤter nicht zu ſeinem eigenem oe brauch wieder einziehen kann, kann man zugeben, daß ſie von der gewoͤhnl⸗ chen Natur der Landſiedel⸗Leyhen abweichen: Nicht aber, in ſofern der Herr nach Verflieſſung ſolcher Jahre dieſes Recht wieder erlanget; als welches mit der Natur der Landſiedel⸗Leyhen vollkommen uͤbereinkommt und, wie oben angemerkt, vor die vornehmſte Eigenſchaft derſelben zu halten iſt. b) Da ſonſten bey der Roͤmiſchen Emphyteuſi das abgeredete die vornehmſte Richtſchnur, wornach alles beurtheilet werden ſoll, iſt, und es auch bey denen Agris véchgandbus nichts ungewoͤhnliches geweſen, daß die Verpachtung nur gewiſſe Jahre gedauret, wie der L. 3 f ſi ager velti. gal lehret. Nun aber die Teut chen in allen ihren Geſchaͤften die Regel, daß die Vertraͤge gehalten wer en muͤſſen, in Acht genommen; ſo iſt nicht wohl ein Grund anzugeben, warum allein bey denen Landſiedel⸗Leyhen as Gegentheil ſtatt finden ſolle, und wie ſolches mit der ſo oft gemachten Ver⸗ gleichung mit der Lmphyteuli ſich zuſammenreimen laſſe. c) Auch wird niemand leicht die Bauern vor ſo einfaͤltig halten, daß ſie nicht verſtehen ſollten, was das heiſſe, wenn ihnen ein Gut nur auf ſo und ſo viel Jahre verliehen ſeyn, nachhero es aber wieder bey dem Herrn ſtehen ſolle, ober ſolche wieder ihnen oder andern verleihen wolle. d) Wir haben bereits oben angemerkt, daß dieſe Clguſul nur insgemein deswegen hineingeſetzt worden, theils um die vermeikliche Erlangung des Eigenthums abſejten —— inftn di m ndüchkeis zam 4 den 1— eh 4 5 1 nancr⸗ 8 der nichtsſ fam. n Bauern K engi dillig ang t ten. We ach te Leyhbri an t haͤtten, ann. ggen Fuß ag aß ſolche uͤl urch dieſe efin Rrrninsg nein ter nicht zuſm neg. den, daßſſ=den en: Nicht=, n Recht w= el rvollkomt u lber⸗ mſte Eige—ſta dlmphyt! Sasd eurtheiletrr nſc ungewoͤhr— 5gen. , wie def 2 4 idren G Eften 6 Acht ge fan ddenen 1 A nit der ſ m mreimen 9 3 o( a 371 der Beſitzer zu verhuͤten, theils damit die Bauern aus Furcht das Gut zu verlieren, ihren Zinß deſto richtiger abtragen, und das Gut ſelber wohl bebauen moͤchten, theils auch, damit die Herrn deſto oͤfter einen Wein⸗ kauf erhielten; Dieſerwegen iſt es freylich wahr, daß die Herrn ſelten Luſt gehabt, dieſe Clauſul zur Wuͤrklichkeit zu bringen, welches aber an ung vor ſich ihrem Recht, als welches durch die beſtaͤndige deutliche Wieder⸗ holung dieſer Clauſul in allen Leyhbriefen hinlaͤnglich erhalten wird, keinen Abbruch thun kann. Wie weit aber der Landesherr ſie an deren Ausuͤbung zu hindern berechtiget, ſolches muß aus dem allgemeinen und beſondern Staatsrecht eroͤrtert werden. 10) So werde dieſes alles durch die gerichtliche Obſervanz hinlaͤnglich beſtaͤrket, indem die Erfah⸗ rung lehre, daß in ein bis zwey hundert Jahren denen Herrn jederzeit das Recht ihreLandſiedel willkuͤhrlich von denen Guͤtern zu vertreiben, aberkannt worden, und ob ſie gleich zum oͤftern von dergleichen Spruͤchen an hoͤhere Reichs- und andere Gerichte appelkret, ſie doch niemals etwas wieder das ergangene Urtheil auszurichten vermoͤgend geweſen. e. Wenn die zum oͤftern erkannte Rechtsſpruͤche durch nichts weiter, als durch vorangezogene Gruͤnde gerechtfertiget werden koͤnnten; ſo fuͤrchte ich, daß ſolchen groſſe Nichtigkeiten entgegen geſetzet werden koͤnnten, und alle dieſe uͤbereinſtimmende Ausſpruͤche der Richter denen Herrn ihr habendes Recht zu entziehen nicht vermoͤgend ſeyn duͤrften, weil durch der Richter uͤbele Erkenntniß die Geſetze und hergebrachte Gewohnheiten nicht veraͤn⸗ dert noch aufgehoben werden, auch die Schwierigkeiten, welche die Herrn gefunden, ihr Recht in denen hoͤhern Inſtantien zu erlangen, ihren ſonſt befugten Wiederſpruch nicht vernichten, noch ihre Einwilligung in dieſe Neuerungen hervorbringen koͤnnen. Allein es fehlet nicht an einer hinrei⸗ chenden Urſache, worauf ſich die Veraͤnderung einiger denen Herrn bey der Landſiedel⸗Leyhe vormals zukommenden Rechte gruͤndet, und wor⸗ aus ſich ſolche nebſt denen derſelben zufolge ergangenen Urtheilen vollkom⸗ men rechtfertigen laͤſſet. 8 b „Es beſtehet ſolche nemlich, wie ſie denn auch von dem Zerrn von Ludolpb e. I. ebenfalls angemerkt worden, darinn. Nachdeme die ordent⸗ lichen Steuren in Teutſchland aufgekommen, und die Edelleute, Geiſt⸗ liche Stifter und Kirchen ſelber, um ihre Guͤter frey zu behalten, zufrie⸗ den geweſen, daß ſolche allein auf die Bauern und die denenſelben eingege⸗ bene Guͤter geleget worden: ſo erfordert es auch nunmehro deasicht eines . Aga 2 andes⸗ 372 e) o( Landesherrn mit, daß er ſo viel moͤglich vor die Erhaltung der Bauern, als durch deren Beytrag die Soldaten insgemein erhalten werden, und folglich das ganze Land geſichert wird, ſorge, und alles dasjenige, wo⸗ durch ſolche auſſer Stand geſetzet werden, die gemeinen Beſchwerunge zu Atragen, verbiete. Nun aber iſt unſtreitig, daß in denen Provinzien, wo Wiele Bauern ſind, die Landſiedel⸗Guͤter haben, wenn daſelbſt die Herrn ſich ihres vorigen Rechts, die Guͤter zu ihrem eigenem Gebrauch einzuziehen, bedienen wollten, theils viele dem Staat nuͤtzliche Unterthanen, die ſich bishero von dieſen Guͤtern genaͤhret, und das ihrige zu Erhaltung des ge⸗ meinen Beſtens mit beygetragen, an den Bettelſtab wuͤrden gebracht wer⸗ den; theils auch dadurch denen Herrn Gelegenheit gegeben wuͤrde, wie⸗ der die Natur und Rechte der Landſiedel⸗Leyhen ſelbſt den Zinß per indi⸗ rectum immer hoͤher zu ſteigern, und dadurch den armen Landmann zum Nachtheil des Staats ganz auszuſaugen; theils auch auf ſolche Art oft ganze Doͤrfer wuͤrden veroͤdet, und die dabey befindliche Laͤndereyenm einige wenige Perſonen, Stifter oder geiſtliche Gemeinden gebracht wo⸗ din, welches wiederum dem Staat nicht anders denn hoͤchſt ſchaͤdlich ſeyn koͤnnte, zumal wenn ſolche Herrn die ihren Guͤtern zukommende Freyheit hernach auf dieſe eingezogene mit erſtrecken, und ſich die davon bishero entrichtete Steuern abzufuͤhren wegern wollten. Wann man alſo dieſe und dergleichen in der Staats⸗Klugheit wei⸗ ter auszufuͤhrende Gruͤnde uͤberleget; ſo erkennet man leicht, daß nicht al⸗ lein im Ober⸗Heßiſchen, ſondern auch durchgehends die Landesherrn, in ſofern keine beſondere Vertraͤge mit denen Landſtaͤnden und Unterthanen im Wege ſtehen, befugt, ja verbunden ſind, vor die Erhaltung der Bauern zu ſorgen, und die Einziehung der Bauer⸗Guͤter ſowohl, als die dftere Veraͤnderung der Beſitzer derſelben, indem ſie dadurch insgeſamt entkraͤftet werden, und keiner Zeit hat, zu einem wohlhabenden Standde zu gelangen, zu verbieten. Gleichwie denn auch ſolches angefuͤhrtermaſ⸗ ſen nicht allein bey denen Landſiedel⸗Leyhen, ſondern auch bey Meyer⸗ Schillingshauer⸗ und andern Bauer⸗Guͤtern hin und wieder von denen Landesherrn weißlich verfuget worden, wovon man Herr Srruhe in dem Tractat von dem Abmeyerungs Recht und in Commeunt. de Ture Ialli- eorum Cap. IIII. mit mehrem nachſehen kann. Uunterdeſſen erfordert doch auch die Billigkeit, daß die Rechte der Herrn nicht gar zu ſehr und ohne Urſache gekraͤnket, und die urſorünalich Ver⸗ dee Erhalt ae mein erhe 8 4 7 Und al 1 un gemeiner ma 5 in dens p en, wemn E in, denem Gel)an zliche Und T m ihrige iu üm telſtad wii zahmm endeit geſ e vwin. den ſelbſt zi hden arm Audm ¹ dils auch u ſcſchh ey defind! Laͤnde che Gemeine gebht deers denn iſct Büͤtern zuſr— rende und ſich em dabon en. der Stara Klun net man ſten, di Hgedendt= Land indſtaͤnde an dlhnt d, vor Sethuth auer⸗Gh we mem eteün nem woh undad nc ſolc— gühnn ſonder*. 93r din und uden unt man+ menn 7 Conuj:4 aket, ut⸗ lgkeit, 1 rls rdt mttt, u 3 Nß „So 9) dur n 11 ) O( ⸗ 373 Verbindlichkeit ihrer Bauern nicht gaͤnzlich dadurch aufgehoben werde. Dahin gehoͤret z. E. daß man den Herrn nicht zwinge, einen uͤbeln Zahler, der nicht durch Ungluͤcksfaͤlle, ſondern durch ſeinaliederliche Haushaltung in Ruͤckſtand gerathen, der ſo wenig wegen der verſeſſenen Zinſen den Herrn befriedigen, als wegen der zukuͤnftigen ſicher ſtellen kann, wieder Willen auf ſeinem Gute zu behalten, wenn er bereit iſt, das Gut einem andern fleiſigen Wirth hinwiederum unter billigen Bedingungen zu ley⸗ hen. Daß man ihm nicht anmuthen ſey, einem ſchlechten Haushalter und Verderber des Guts, ſolches zu ſeinem und des Gemeinen Weſens Scha⸗ den laͤnger zu laſſen. Daß man ihm, ſolches zu ſeinem eigenen Gebrauch einzuziehen, nicht gaͤnzlich verwehre, wenn er gegrundete Urſachen vorzu⸗ bringen weiß, und ſich zu der fernern Abfuͤhrung aller oͤffentlichen Be⸗ ſchwerden, als wozu er kraft des obangefuͤhrten insgemein verbunden iſt, erbietet. Daß man ſolches auch nicht auf neu verliehene und dergleichen Guͤter, die niemals mit denen Steuren und Anlagen behaftet geweſen, und bey deren Verwechſelung der Beſitzer der Staat nichts verlieret, aus⸗ dehne, u. w. d. m. Kurz, daß man jederzeit bedenke, daß die Abſicht der⸗ gleichen Verordnungen nicht ſowohl ſey, die Rechte der Bauern mit Schmaͤlerung derer denen Herrn zuſtehenden Befugniſſe zu vermehren, als vielmehr das Wohlſeyn des gemeinen Weſens, welches das hoͤchſte Geſetz iſt, zu beſorgen, und den Gebrauch derer einem jedweden zukom⸗ menden Rechte darnach einzurichten. b 18) Es muͤſſen aber bey dieſer Einziehung der Landſiedel⸗Leyh⸗ Guͤter annoch folgende Stuͤcke in Acht genommen werden. a) Es muß die Abkuͤndigung zu gehoͤriger Zeit, nemlich ſechs Wo⸗ chen und drey Tage vor Petri Stuhl⸗Feyer, d. i. den 22ten Februarii gerichtlich von vierzehen Tagen zu vierzehen Tagen geſchehen. b) Innerhalb ſolcher Zeit muß der Landſiedel ſich zu Schaͤtzung der Beſſerung anſchicken, die Schaͤtzung der Beſſerung wuͤrklich und zwar insgemein auf des Herrn Koſten durch die Feldgeſchworne, die aber die Partheyen, wenn ſie wollen, annoch mit einem beſondern Eyd dieſe Schaͤ⸗ tzung unpartheyiſch zu verrichten, belegen koͤnnen, vorgenommen werden. Wie ſolches alles das Solm. Landr. F. 14. eãg. ausfuͤhrlich verordnet. der Lehen⸗Herr die Abkuͤndung gemeinem Landbrauch nach, thun den Schultheiſſen, drey Tage und ſechs Wochen vor S. Petri Aaa3 1„Stuhl⸗ 374 o(- „Stuhl⸗Feyertag, Cathedra Petri genannt, darneben auch dem Land⸗ „ſiedel anſagen laſſen, da er etwas auf den Aeckern von Straͤuchen, He⸗ „cken, Dornen, oder mas das waͤre, das er nicht geſchaͤtzt haben wollte, „haͤtte, daß er ſolches in den naͤchſten viertzehen Tagen(doch ſonder gefaͤhr⸗ „lichen Schaden) ab⸗ und hinweg ſchaffen moͤge. Item, wann die erſte „vierzehen Tage nach der erſten Abkuͤndung herumb ſeyn, und der Land⸗ „ſiedel zu weichen ſich nicht ſchicken wolte, noch darzu nicht luſtig waͤre; „So ſoll ihme die zweyte Abverkuͤndung, abermahls durch den Schul⸗ „theiſſen geſchehen, und ſoll darauff der Lehen⸗Herr die geſchwornen Land⸗ „ſcheider und Schaͤtzer erfordern, und da er an etlichen Feldern Mangel „haͤtte, mag er dieſelben wiederum meſſen und ſteinen, wo aber nicht, „ſonſt die Schatzung der Beſſerung thun laſſen. So dann dieſelben „Feldgeſchwornen und Schaͤtzer geſchickt waͤren, oder es ihnen gelegen „So ſollen ſie dem Lehen⸗Herrn ſo bald verhelffen. Waͤren ſie aber niſf „geſchickt, oder Schnee, Regens, und Ungewitters halben, nicht ſal⸗ „fen koͤnnen: Alsdann ſollen ſie dem Lehen⸗Herrn einen andern Tag ſo „und ernennen, und alsdann ihme forderlich helffen. Item es ſoll ei ‚jeder Lehen⸗Herr, wenn er dem Landſiedel die Beſſerung ſchaͤtzen laͤſſet, „die geſchwornen Schaͤtzer auff ſeinen Koſten fuͤhren. Und ſoll alsdann „der Landſiedel alle Acker, Wieſen, Feldungen, Stuͤck und Placken, „ſonderlich die man Braach nennet, auff welchen er Beſſerung zu haben „vermeint und begehrt, im Augenſchein anzeigen. Item, es ſollen die „Partheyen, ſampt oder ihrer eine, welche da will, Macht haben, an „die Schaͤtzer, vor die Schatzung, einen leiblichen Eyd, den der Schul⸗ „theiß ihnen geſtatten ſolle, zu erfordern, daß ſie ihrem beſten Verſtand „nach, ganz unpartheylich, und keinem Theil zu lieb oder zu leyd die „Schatzung thun wollen. Sie die Schaͤtzer ſollen auch ſolchen Eyd „(da der alſo an ſie begehrt wuͤrde) ohnangeſehen, daß ſie zuvor Feldge⸗ „ſchwornen ſeyn, zu erſtatten ſchuldig ſeyn. Was die Koſten der Schaͤ⸗ tzung anbetrift, ſo wird nach dem Hanauiſchen Landbrauch de. 7791. ein Unterſcheid gemacht, ob die Aufkuͤndigung blos deswegen geſchiehet, daß der Herr ſich ſeines bey denen zum Landſiedel⸗Recht verliehenen Guͤtern ihm zuſtehenden Rechts, ſolche ohne weitere Urſache zu ſeiner Gehrauch einzuziehen, bedienet, oder ob der Landſiedel durch ſeine uͤbele Aufftheung dem Herrn zu der Abkuͤndigung Anlaß gegeben, in dem erſten Fall muß der Herr die Koſten tragen, im letztern aber der Landſiedel. 2 5 ache „ 0 eckern von 1t nichtgeſg za Tagen( Gn 4 und ſtene och laſen. 6. em irch, odet zmen elffen. W= ſet gewitters n, Herrn ein* enn. ich helffn teng ldie Beſtt uſch en füͤhren. † dſe ungen, G und elchen er= run⸗ zeigen.*, 6 da wil, chtſe ſolichen 8 Oenn aß ſiehe miſtn Theil zu 2 das Aber ſolli= h bt⸗ zſehen, de n „Wast ofende e— Sache zweifelhaft, ſo muͤſſen ſie von beyden zu gleichen Theilen bezahlet werden. Welche Verordnung der Billigkeit vollkommen gemaͤß, und alſo auch andern Orten, wonicht ein anders hergebracht, nicht auſſer Acht zu laſſen iſt. Die Worte derſelben, welche Lyncker cit. Diſſ. Seck. l1. Cap. I. S. 24. anfuͤhret, ſind folgende.„Wo der Lehen⸗Herr dem Land⸗ „ſiedel ohne einige Urſache abkuͤndet, ſo er doch ſein Pacht jaͤhrlich ent⸗ „richtet, und das Gut redlich und recht in Beſſerung gehalten haͤtte, ſo „muß der Lehen⸗Herr den Koſten(oder Schatzung) allein tragen. Waͤre „aber der Landſiedel an Reichung der Pacht ſaͤumig, auch die Guͤter im „weſentlichen Bau nicht hielte, oder etwas daraus verpfaͤndet oder ver⸗ „aͤuſſert, alſo daß der Lehen⸗Herr dahero zur Abkuͤndigung verurſacht „worden, ſo muß auf ſolchen Fall der Landſiedel den Koſten ablegen, oder „wird ihm an der Beſſerung abgezogen. Befindet man aber, daß zu bey⸗ „den theilen Mangel waͤre, ſo wird der Koſten verglichen.“ o) Hierauf iſt der Herr ſchuldig dem Landſiedel das Geld, ſo viel nemlich die Beſſerung geſchaͤtzet und angeſchlagen worden, baar zu liefern, und braucht der Landſiedel vor deſſen Empfang von denen Guͤtern nicht zu weichen. Solm. Landr. g. 1§.„So dann die Beſſerung „durch die Geſchwornen alſo geacht und geſchaͤtzt worden: So ſoll in den „dritten vierzehen Tagen, die dritt und endliche Abverkuͤndigung, auch „durch den Schultheiſſen geſchehen, und ſoll darauff der Lehen⸗Herr dem „Landſiedel, was und ſo viel fuͤr die Beſſerung geſchaͤtzt worden iſt, mit „barem Geld abl„en, und ihm auch ſolch Geld zu Hauß in ſein ſicher Ge⸗ „wahrſam lieffern laſſen. Demnach der Landſiedel der Guͤter muͤßig ſte⸗ „hen, und dieſelbigen dem Lehen⸗Herrn, ohn fernern Eintrag oder Auf⸗ „fenthalt wiederum einraumen ſoll.“ b d) Was die Schatzung der Beſſerung ſelber anbetrift, ſo ſoll ſolche uͤberhaupt nicht nach dem, was ſolche dem Landſiedel wuͤrklich ge⸗ koſtet, noch was der Werth der ganzen Guͤter, gegen dem was ſie bey der erſten Eingebung gegolten haben, zu rechnen, dadurch vermehret wor⸗ den, ſondern wie ſolche wuͤrklich annoch vorhanden, und zu der Zeit der Schaͤtzung an und vor ſich werth zu ſeyn erachtet wird, geſchehen, Solm. Landr g. 49.„Daß hinfort an die Beſſerung, nicht demnach, wie die „liegende Guͤter, der Zeit nach, in dem Wehrt hoch ſteigen und auff⸗ „ſchlagen, ſondern dem nach, wie ſolche Beſſerung auf denſelben Guͤ⸗ „tern augenſcheinlich gefunden wird, nach billigen Dingen, und damit „weder 326 o(or „weder der Lehen⸗Herr, noch der Landſiedel dadurch beſchweret werde, „geſchehen ſoll.“ add g. 30. ſeg. Auch alle diejenige Beſſerungen, wo⸗ durch das Gut mehr belaͤſtiget als gevortheilet wird, nicht mit geſchaͤtzet werden, wie aus dem, was von denen ſteinern Gebaͤuden auf dergleichen Bauer⸗Hof in dem Solm. Landrecht g. z0 geordnet, zu ſchlieſſen. „Soll ein Landſiedel guff dem Hoff keinen ſteinen Stock machen laſſen, „noch bauen, ſonder Vorwiſſen und Bewilligen des Lehen⸗Herrns. Thaͤt ner ſolches hieruͤber, ſo ſoll ihm deswegen keine Beſſerung geſchaͤtzt wer⸗ „den. Was nun uͤberhaupt dieſe aus dem Solmiſchen Landrecht bey⸗ gebrachte Art zu verfahren bey Schaͤtzung der Beſſerung, und die Bezah⸗ lung der Beſſerung ſelbſt anbetrift; ſo halte ich, daß hiebey in vielen nicht ſowohl die bey denen Landſiedel⸗Leyhen wuͤrklich vorhandene Gewohnhe⸗ ten angefuͤhret und bekraͤftiget, als vielmehr willkuͤhrliche Verordnunge von dem Geſetzgeber gemacht worden; Wir wollen zu deſſen Beſtaͤrkung einige Proben und Zeugniſſe aus denen Urkunden beyfuͤgen. b *.) So iſt von der dreyfachen Aufkuͤndigung und denen uͤbrigen vorgeſchriebenen Umſtaͤnden bey der Schaͤtzung der Beſſerung in denen Ur⸗ kunden nichts befindlich. In dem Leyhbrief de A. 1471. im Anhand N. z. ſoll die Schaͤtzung von vier beyderſeits dazu erkohrnen Freunden geſchehen. In der Urkunde de à. 1348. 1 ¹. N. 6. ſoll die Beſſerung nach dem Ausſpruch der uͤbrigen Mit⸗Landſiedel erſtattet. Und in der A. 14§3. N. 9. ſoll die Beſſerung nach Erkenntniß der Raͤthe des Herrn abgelegt werden. b ) So iſt die Erſtattung der Beſſerung nach dem Solmiſchen Landrecht ohne Unterſcheid bey der Einziehung der Guͤter verordnet, und ſind alſo ſtillſchweigend auch diejenigen Faͤlle, wenn der Herr wegen der uͤbeln Auffuͤhrung des Landſiedels, und daß ſolcher ſeiner Pflicht kein Ge⸗ nuͤgen gethan, die Guͤter wieder zu ſich nimmt, darunter begriffen, arg. F. 33. ſeqa. Welches denn auch in dem Hanauiſchen Landbrauch de A. 1191. wenn das Gut wegen nicht gezahleten Zinſes eingezogen wird, ausdruͤck⸗ lich alſo verordnet iſt: Wann ein Landſiedel ſeine Pacht nicht ausrichtet, lguten die Worte nach dem Anfuͤhren Lyncker cit. Diſſ. Seæct. Mll. Cap. A4. g. 32.„es geſchehe in wenig oder viel Jahren, ſo hat der Landſiedel darum „ſeine Beſſerung nicht verwuͤrckt, ſondern ſie muß ihm nach billiger „Schatzung bezahlet werden,“ Und daß ein gleiches auch bey de Wi9 nehmung —q— 1 dadurch d V a. dejenige. f 1 1 el wud, n 2 en Gebände e d n geord a teinen Sti g z gen des Leh 1 ne Beſee S ſtn Solmifcht! i Beſſerun d c, daß hitt an lich vorhat= Ge willkuhrlit: ron wollen zu ☚ 13e unden beſR☛. ndigung u cenut na der Veſſzind ef de A.—. m es dazu en Zrn N. ſol Sefia el erſtattt Uo ntniß de chell ung nach der Gut ton⸗ wenn d? arng cher ſeit efictn arunter fen eingezogt! i eine Pa gru⸗ ait. D M o) O(or 37 nehmung des Guts wegen deſſen Verderbung oder anderer rechtmaͤßigen Urſachen ſtatt finden ſolle, iſt ſowohl aus dem, was vorhero angefuͤhret worden, daß nemlich alsdenn die Koſten der Schaͤtzung von dem Land⸗ ſiedel ſollen bezahlet, und ihm an ſeiner Beſſerung abgezogen werden, als auch aus der ſogleich zum Beſchluß dieſer Abhandelung aus eben dieſen Hanauiſchen Landbrauch angezogenen Stelle zu ſchlieſſen. In denen Ur⸗ kunden hingegen iſt in allen dieſen Faͤllen, wenn der Landſiedel durch ſeine Schuld der Leyhe verluſtig wird, auch der unentgeltliche Heimfall der Beſſerung an den Herrn verabredet, und iſt ſolches auch denen teutſchen Gewohnheiten bey denen Bauer⸗Gütern viel gemaͤſſer. So heiſſet es z. E. in dem Revers de A. 1392 bey Herr Auchenbeck. Anal. Haſſ. Coll, WIll. p. 316.„So ſolde die egen. Hobereyde mit allir Beſſerunge den „egen. Herren quyd ledig und loiß ſin.* In dem Leyhbrief de A. 1471. im Anhang M.:. unerachtet ſich der Herr, wie vorher beruͤhret, auf den Fall, wenn er die verliehene Mühle ohne weiteres Verſchulden des Land⸗ ſiedels zu ſeinen Haͤnden nehmen wuͤrde, zu Erſtattung der Beſſerung ver⸗ bunden, wird doch alsdenn, wenn der Herr wegen der uͤbeln Auffuͤhrung des Landſiedels ſolche wieder einziehen wuͤrde, ausdruͤcklich verabredet, daß ſolches geſchehen ſolle:„ane alle Ablegunge, Beſſerunge noch an⸗ „ders, wie wir die funden.“ Ein gleiches iſt auch in dieſem Fall verſe⸗ hen in der Verleyhung de A. 12503. und dem dabey befindlichen Revers ibid. N. 2. ibi:„Und nit ſchuldig ſin, Uns oder unſern Erben eini⸗ „che Beſſerung zu vergelten.“ In dem Vertrag de A:1530. hid. W. 5. ſtehet:„Wo das nit geſchehe⸗⸗⸗ ſo ſollen die Herrn ſolche nach „Lands⸗Gewohnheit und Landſiedeln Rechte wieder zu iren Han⸗ „den ſonder Ablegung einer Beſſerung zu nemen Macht haben.“ Wie nicht weniger in der Verleyhung de A. 1293. M. y. ibi: Solchen Hoff mit aller Beſſerung nach Landſiedelem Recht zu un⸗ ſern Handen zu nemen. In der de A. 1535. fub W. 10. ibi:„zu unſern „Handen zu nemen, onvergalten einicher Beſſerung.“ Welche Aus⸗ druckung auch in der folgenden de A. 1754. M. befindlich iſt. Uebrigens verſtehet ſich auch, daß, wenn das Gut wegen Verwuͤrkung des Landſie⸗ dels an den Herrn zuruͤckfaͤllt, der Herr alsdenn nicht noͤthig habe, das Gut unter ſeinen eigenen Pflug zu nehmen, ſondern ſolches ſogleich hinwiede⸗ rum an einen andern verleyhen koͤnne, indem die Urſache der oben ad„ 17. lit. c. angefuͤhrten Gewohnheit dieß war damit die Landſiedel, die habe b b em 328 O( r lem ihrer Pflicht ein Genuͤgen thaͤten, nicht ſo leicht zu befahren haͤtten, daß ihnen die Guͤter entzogen wuͤrden, welche aber bey uͤbeln Bezahlern und Hauswirthen, die ſich ſelbſt der Verleyhung verluſtig machen, von ſelber wegfaͤllt. Dieſem zufolge heiſſet es in dem Hanauiſchen Land⸗ brauch de A. 1/§t. ap. Lyncker c. I. Sect. IU. Cap. I. F. 5.„Wenn nunder „Lehen⸗Herr befugte Urſachen zu der Abkuͤndung hat, ſo mag er ſol⸗ „ches Gelaͤnd ſo bald nach der Auffkuͤndigung und Ablegung der Beſſe⸗ „rung einem andern verleyhen, und iſt auff ſolchen Fall das Gut ein „Jahr lang durch die ſeinen arbeiten zu laſſen, nicht ſchuldig;“ In eini⸗ gen Verleyhungen hat ſich der Herr ſolche Freyheit ausdruͤcklich und ins⸗ beſondere, wie in der ſnb N. 10. und 2., in andern aber nur uͤberhaupt durch Vorbehaltung mit dem eingezogenen Gut nach Gefallen zu thun und zu laſſen, wie in der ſub N. 1. und 9. ausbedungen. Laßoder Von denen Laß⸗oder Laten⸗Guͤtern. Guͤter. Dee gemeine Meinung iſt, daß die Laſſen oder Laten ihren Namen — von laſſen haben, daß ſie entweder von dem Feinde lebendig gelaſſen, oder aus der Knechtſchaft loß gelaſſen ſind. Oder wie dà Herr von Ludewig in Jur. Client. p. 226. meinet, daß ſie der Hauß dienſte erlaſſen, und zum Ackerbau gewidmet worden. Dieſe Ableitung von laſſen verwirft Gundling in Diſl. an nobilitet Venter Cap. 11. g. 3. zwal ſetzet aber eine noch weniger wahrſcheinliche an deren Stelle, indem er nemlich meinet, daß ſie von loͤſen ihren Namen haͤtten, weil ſie nemlich einen gewiſſen Zinß, oder eine Loͤſung bezahlen muſten, und waͤren alſo Laſſen ſo viel als zinßbare Leute. Noch andere Gedanken von der Abſtam⸗ mung und eigentlichen Bedeutung dieſes Worts kann man nachleſen bey Herr Maehter in Gloſſar. 6. v., welcher es von dem Angelſaͤchſiſchen leſa, das ſo viel als der geringſte heiſſet,(womit das Engliſche Wort /e; welches bekanntlich kleiner, geringere, anzeiget, uͤbereinkommt) herfuͤhret, weildie Knechte die geringſten im Staat waͤren. Meinem lrtheil nach iſt es am glaublichſten, daß laß oder lad urſpruͤnglich einen Menſchen bedeute, in⸗ dem im Engliſchen Lad annoch einen jungen Burſchen, und Laſj ein junges Maͤdgen, wie in dem v. Buriſchen Lehenr. p. 69. beruͤhret, anzeiget, hernach aber hauptſaͤchlich vor einen unterworfenen Menſchen oder Knecht ge⸗ braucht worden, eben wie es mit a*boros, bvomo, Mann, Menſch, Leute/ 8 Sell] 1 — tſo leicht che aber 1 1 8 1 4 :10p.1 W kindung 28 ung und? Jmi auf ſolchx Ad len, nicht Ldig⸗ Frepheit à f 1 Nandern 6Suu en Gut na eeilt zusbedung& Laten⸗C arn. aſſen oderi m ir der von d iende gelaſſe 11 ſ— 6 M. 6. meinet i ſ net wordel hieſt hilitet Ians) J.l he an dere— tell, amen haͤtt veli ahlen muß enn re Gedan ond. zorts kant hut in dem Aichſt gEngliſc ote reinkomm ie fiͤne zurſchen lAa ducane— un⸗ Nenſc u9 3 93)O( 379 geus&c.(Siehe das v. Buriſche Lehenr. p. 62.) ergangen. Denn was die⸗ ſe letztere Bedeutung des Worts Laß anbetrift, ſo erhellet ſolche ganz deutlich aus der bekannten Stelle Nithardi von denen Adelingis, Frilin- gis und Laazis, welche er durch Nobiles, ingenuos arque ſerviles uͤberſetzet Siehe oben p. 235.) Ferner ſo fehlet es auch nicht an Urkunden die ſol⸗ ches erhaͤrten. So fuͤhret z. E. Berr Potgieſſer de Statu Servor. p. 2272. aus der Urkunde Ludodici Pii ex Monument. Paderborn. p. 230 dieſe Stelle an: Homines ipſius monaſterii tam ingenuos quam è latos diſtringi Und aus einer andern ap. Schaten. Annal Padei born. Lib. H. ad A.§'„. p. 14. Fi- dejuſſores tolli aut homines ipſius cellulæ tam ingenuos Juam& latos di- ſtringi. Ja ſelbſt die Urkunde de A. 1525 welche der Herr von Gæbel Diſſ. d Singular. quibusd. præd in terr. Brunſiz. Lun. h. z02 beybringet, und woraus er dehaupten will, daß die Laten Freygelaſſene bedeuten ſollen, und von laten dimutere alſo genannt worden, erweiſet ganz klar, daßLate einenLeib⸗ eigenen oder Knecht anzeige. Dat wy hebben fry ghegeven unde ghelaten, „unde geven unde laten⸗⸗⸗ von ſodaner Behoͤringe unde Egenſchop, „ſo ſe und deſulven ohre Kindere unſers benomten Cloſters Laten unde „egen weren, unde behoͤrig wente an duͤſſe Stunde.“ Es will zwar Zerr Potgieſſer c. l. die Laten annoch von denen Laſſen unterſcheiden, und die erſtern von denen l. etis, die unter denen Kaiſern Brobo und Conſtantino M. in die Roͤmiſchen Provinzien eingedrungen, herfuͤhren. Aber meiner Mei⸗ nung nach ohne Urſache, indem die Woͤrter Laß oder Lat, wie laſſen und laten nur der Ausſprach nach unterſchieden ſind, und wenn es z. E. in dem Saͤchſiſchen Landr. Lib. III. art. 2. in dem Codice Lipſienſi heiſſet: „ein helling iſt der lazen buze, ſo ſtehet in dem Colice Quedlinburgenſi Edit. Gærtuer.„eyn helling is der late buthe,“ uͤberdem in Nieder⸗Sach⸗ ſen, wo doch die Laten auch haͤufig anzutreffen ſind, die Leri von den Roͤ⸗ mern niemals hingeſetzet worden, auch niemals Leten, ſondern allezeit Laten gefunden wird. Eben ſo wenig wird auch die angefuͤhrte Bedeu⸗ tung des Worts Laß dadurch zweifelhaft gemacht, daß ſie bisweilen von denen ſervis unterſchieden werden, wie z. E. in der von dem Herrn von Ludewig in Jur. Client. 220. angezogenen Urkunde Ottonis T. de A. 933. Prædium in proprietatem damus cum familia Laſarum 18, ſervorum 20., Litorum 8., colong etiam uno. Indem es bey denen Teutſchen eine ge⸗ woͤhnliche Sache geweſen, daß ſie ihren Knechten, nachdem ſie zu dieſen oder jenen unterſchiedenen Pflichten verbunden geweſen, auch beſondere Bbb 2 Namen 380) O(Ser Namen beygeleget haben, welcher mancherley Benennung ungeachtet ſe doch ingeſamt Knechte geweſen, wie in dieſem Exempel auch ſelbſt das Wort tamilia, ſo Leute von Knechtiſchem Stande anzeiget, beſtaͤrket, und durch die von Herr Boͤhmer Diß. de im'peifecta libert. ruſticorum g. §. beygebrachte Stelle aus der Urkunde Kenrici II. a5. Schaten. de A. 1039. p. 515. in welcher die Franci und Liberi denen Kecleſiaſticis lironibus, maal- mannis vel. fervis cuuslibet conditionis ſive colonis entgegengeſetzet werden, erlaͤutert wird, dem man dasjenige was cit. Diſ. F. 7. hieher gehoͤriges zu leſen, beyfuͤgen kann. Was nun die Natur dieſer Laß⸗oder Laten⸗Guͤter an ſich anbetrift, ſo iſt ſolche zwar an ſich in allen Provinzen nicht einerley: Es wird aber die Ungewißheit in vielen Stuͤcken dadurch merklich vermehret, daß man wenige Leyhbriefe und andere dergleichen Urkundliche Nachrichten hat, woraus man ihre wahre Beſchaffenheit erkennen koͤnne, und daß manſſich alſo in deren Ermangelung mehrentheils hat begnuͤgen muͤſſen, dem Zau⸗ niß dieſes oder jenen Schriftverfaſſers ſchlechterdings Glauben beyzulege da man doch nicht allezeit verſichert iſt, ob ein ſolcher ſelber von der Gewohn⸗ heit hinlaͤnglich unterrichtet geweſen, oder ob nicht wenigſtens die davon bey Handen gehabten Beweißthuͤmer nach ſeinen vorgefaſſeten Meinungen er⸗ klaͤret habe. Folglich darf man ſich nicht verwundern, daß man oͤfters in einigen beſondern Abhandelungen von Laß⸗Guͤtern, anſtatt derſelben rech⸗ te Eigenſchaften eroͤrtert zu ſehen, faſt nicht als undienliche Ausſchwei⸗ fungen, und verwirrende Zuſammenhaͤufungen vieler einander wieder⸗ ſprechender Urtheile der Rechtslehrer antriſt. Um dieſes nun zu vermei⸗ den, und da uns gleichwohl die zureichende Nachrichten von dieſen Guͤ⸗ tern ebenfalls abgehen; ſo wollen wir nur ganz kuͤrzlich die vornehm⸗ ſten Eigenſchaften dieſer Guͤter anzeigen, und wenn uns der gehoͤrige Be⸗ weiß fehlet, den Leſer auf die Zeugniſſe, ſo die Herrn von Ludewig und(æbel, jener in ſeinem Jure Clientelarz p. 217. ſeqa. und dieſer in der Diſert. de Singular. quib. præd. in terris Brunſis. Luneb. p. 101. ſeqq. davon beygebracht, verwieſen. 1) Der Laß hat ein gewiſſes Erbrecht auf das ihm eingege⸗ bene Gut, Kraft deſſen er ſolches nicht allein auf ſeine Kinder und Anver⸗ wandten vererbet, ſondern auch an einigen Orten ſolches durch letzten Wil⸗ len und Eheberedungen auf ſeine Frau verſetzen kann. Es haͤlt zwar der Herr von Ludewig c. l. p. 227. e*. nebſt vielen andern davor, daß 3 . 4 5 2 ——— — lem Exen b b Stande a 1 udeifecla]. Ghhn neill. 45). ua⸗ Lecleſialtt eau, onis entg t 3 * Dil.. ſan — 1 ey Beneng lrkundlich chre b anen tonn, dd tdegnügeg; ren,h dterdingsa end ſolcherſelgt nde nicht went. ode nvorgefaſ= M rwundern e ma Hüͤtern, der dt als unt rache? ungen viel! rand ſt. Um di=uhg. Nachricht von ganz ki e) dew dwenn u= g ſ di en vnb⸗ 277./G D N ſo. Lunel. n. ℳ ct auf* h 6 auf ſeins ket! renſolp i dhun en kang! hätn⸗ 1w zuwxr, 3 den ani t edoh,. p 1 8 O( 381 Laß⸗Guͤter nach Belieben von dem Herrn eingezogen, und dieſe Pachtung willkuͤhrlich von ihm aufgerufen werden koͤnne, und werden zu dem En⸗ de von ihm und andern folgende Gruͤnde angefuͤhret. c) So finde man Exempel, daß die Laß⸗Guͤter ausdruͤcklich in Erb⸗Zinß⸗Guͤter verwandelt worden, wie davon der Herr von Audewig c. 1. p. 237. lit m. eine Urkun⸗ de de A. 1531. beybringet, in welcher es zum Beſchluß alſo lautet:„Wie „der Rath das bißhero als Laß⸗Gut um Pacht innen gehabt, um einen „jaͤhrlichen und ewigen Erb⸗Zinß vererbet und vereignet haben.“ Und Schilt. Exerc. ad ff. Xl³. g.§7. ebenfalls eine anfuͤhret, worinnen dieſe Worte unter andern zu leſen:„demnach ein arthafftiges Stuͤck⸗Land⸗⸗ „gegen einen Getreyde⸗Zinß Laaß⸗Weiſe eingehabt: Nunmehro aber „dem Erbarn⸗⸗⸗ eines beſtaͤndigen und unwiederrufflichen Erbkauffs „zugeſchlagen⸗⸗⸗Ferner ſoll und will der Kaͤuffer auch jaͤhrlich⸗⸗ 24. „Scheffel⸗Rocken⸗⸗ zur Erbzinſe erſchuͤtten.“ Dieſes aber waͤre un⸗ noͤthig geweſen, wenn die Laß⸗Guͤter gleichfalls unwiederruflich waͤren. b) So erhelle blches auch aus der Conſtit. Saxon. Eleckor. X., welche ausdruͤcklich die Laß⸗Guͤter beſchreibe, daß ſolche auf etliche Jahre mieth⸗ weiſe eingethan warden, ibi:„Von ihme oder ſeinen Vorfahren, um „einen gewiſſen Zinß auff etliche Jahr alleine miethweiſe, und alſo „als ein Laß⸗Gut eingethan⸗⸗⸗ daß der Beſitzer das Gut dem „Herrn abzutreten ſchuldig ſey.* c) So würde auch ſolches durch den erſten Urſprung dieſer Guͤter bekraͤftiget, denn da der Herr einem ſolchen Knecht, der deswegen Laß genannt worden, von denen andern Dien⸗ ſten befreyet, und ihm blos dem Ackerbau anbefohlen, ſo waͤre nicht glaub⸗ lich, daß er ſolchen Laſſen ſollte Gelegenheit an die Hand gegeben haben, daß derſelbe ſich von aller Verbindlichkeit loßmachen, Lund Herrn und Acker verlaſſen koͤnnen. Vielmehn habe ſich der Herr kluͤglich giafreye Gewalt vorbehalten, dieſen Laſſen Und Pachter, wenn es ihm beliebte, wieder von dem Gute zu nehmen. Dieſen koͤnnte man annoch hinzufuͤgen. d) Daß der Name Laß⸗Guͤter ſelber anzeige, daß ſie vor bloſſe Pacht⸗ Guͤter zu halten, indem laſſen ſo vieggls verpachten anzeige. Es laͤſſet ſich aber dieſen Einbuͤrfen folgendermaſſen begegnen. 2) So iſt es uͤberhaupt in dem Ober⸗Saͤchſiſchen ſchon eine alte Mei⸗ nung, daß man die Laß⸗Guͤter als bloſſe Pacht⸗Guͤter angeſehen, und kann man ſolches untet andern aus dem Glotſatore des Saͤchſiſchen Landrechts wahrnehmen, als welcher nicht allein ad art. 59. Lib. I1. die Laſſen denen b b Bbb 3 Maͤr⸗ 38² 259) 0( 8- Maͤrkiſchen Bauern, welche Erbe an ihrem Zinß⸗Gut haben, entgegen⸗ ſetzet, ſondern auch ad art. 4½. Lib. III. ausdruͤcklich ſchreibet:„Ein Laſ⸗ „ſe iſt der, ſo auffm Zinß⸗Gut ſitzt, den man davon weiſen, oder es „ihm um einen gewiſſen Zins laſſen mag.“ Es hat alſo dieſem oder jenem Beſitzer eines Laß⸗Guts deſto eher einfallen koͤnnen, daß er, um ſeines Beſitzers gewiß zu ſeyn, Anſuchung gethan, daß ſolches in ein Erb⸗ Zinß⸗Gut verwandelt werden moͤge. Und hiezu hat ihn auch dieſes mit be⸗ wegen koͤnnen, weil man die Teutſchen Zinß⸗ und Erb⸗Zinß⸗Guͤter mit denen Roͤmiſchen Emphyteuſibus verwechſelt, und deren Inhabern ſogar ein nuͤtzliches Eigenthum daruͤber zugeſchrieben, daß er, wenn gleich die Laß⸗Guͤter ebenfalls erblich geweſen, bey dieſer Verwandelung dennoch immer gewonnen hat, wie denn die Worte vererbet und vereigne in der bemeldeten Urkunde de A. 1531. merkwuͤrdig ſind. Zugeſchweigen, daß, ſonderlich in denen ſpaͤtern Zeiten, dieſe und jene Meinung, Umſtin⸗ de und Vortheile ſowohl den Beſitzer als den Herrn dieſe Veraͤnderung ſuchen oder zu erlauben, koͤnnen angereitzt haben, und man alſo daraus das unumſchraͤnkte Recht des Herrn, die Laß⸗Guͤter nach Belieben zu wie⸗ derrufen, nicht wohl erweiſen kann. b) Daß heutiges Tages in Sachſen wegen des Gloſſatoris und der angefuͤhrten Conſtitution, die Laß⸗Guͤter nicht allein vor wiederruflich, ſondern auch nur vor bloſſe Pacht⸗Guͤter ge⸗ halten werden, iſt bekannt, und ruͤhret daher eben die Uebereinſtimmung ſo vieler Rechtslehrer, wovon der Herr von Ludewig L. 1. unterſchiedene angefuͤhret hat, daß die Laß⸗Guͤter nach Belieben wiederrufen werden koͤnnen. Ob aber daraus, daß der Gloſſator etwas bezeuget, oder in de⸗ nen Chur⸗Saͤchſiſchen Conſtirurionibus etwas verordnet worden, al⸗ lein bewieſen werden koͤnne, daß ſolches vor eine alte teutſche Gewohnheit zu halten ſey, ſolches wird wohl nienand, der bedenket, daß der Gloſſa⸗ tor die keutſchen Gewohnheiten insgemein mit nichts als mit Roͤmiſchen Geſetzen und andern ungegruͤndeten Urtheilen zu erlaͤutern gewohnt gewe⸗ ſen, die Landes⸗Verordnungen aber gemeiniglich von ſolchen Leuten, die ſich mehr um das Roͤmiſche, als das Teutſche Recht bekuͤmmert, aufge⸗ ſetzet worden, und auch der Herr von Ludewig ſelber nicht, Kraft deſſen, was er c. I. p. 270. lit. e. angemerket„zugeben. c) Daß die Teutſchen ſo⸗ wohl ihre zu der Hausarbeit beſtellete Knechte oder Gaſindos, als andere, welche die ihnen eingegebene Guͤter gegen jaͤhrliche Abgiften und Dienſte bauen muͤſſen, gehabt, wird niemand leugnen, auch iſt nicht zu he⸗ then, 4 nen Nauß⸗Gut c rückich ſc a nan davot an 1d 44 A fallen kön mg than, daß 1un zuhatihn 2 8⸗und Ert.. und der— e en, daß eif me iſer Verw F am rie vererh di düreig ſind— git —» 4 und ſene Nf z9g Herrn dieſt aͤnd en, undme oda Huter nach eeda deutiges Si Coaſtiru= l rvor bloſſ=hte den die lel uſt udewig— tin lieben wſ u ſc etwas bez, at, 6 ᷑̈ ol ⸗ 383 then, daß die Herrn ſich ihres Eigenthums uͤber dergleichen Laͤndereyen gaͤnzlich ſollten begeben haben, wie in dem v. Buriſchen Lehenr. p. 75 ½. 24. beruͤhret worden. Daß aber daraus folge, daß die Herrn denen Bauern ihre Guͤter willkuͤhrlich und ohne alle Urſache jederzeit wieder wegnehmen koͤnnen, dagegen ſtreiten die hin und wieder von uns angefuͤhrte aͤlteſte Nach⸗ richten, woraus das Gegentheil, und daß insgemein die Bauern ein Erb⸗ recht auf die Guͤter bekommen, deſſen ſie nicht ohne Urſache beraubet wer⸗ den koͤnnen, erhellet. Wenigſtens kann aus dieſem Grunde die Wieder⸗ rufung dieſer und jener Art Guͤter insbeſondere nicht fuͤglich erwieſen wer⸗ den. d) Es iſt ſehr zweifelhaft, ob das Wort laſſen jemahls ſo viel als ver⸗ pachten oder vermiethen bedeutet habe, ob gleich das Engliſche Wort /et annoch dieſe Bedeutung hat. Wenigſtens laͤſſet ſich ſolches durch die von dem Herrn von Ludewig c. I. p. 223. lit. g. angefuͤhrte Redensart: Ei⸗ neudas Gut in Pacht laſſen, gar nicht erweiſen, indem ich mit gleichem dalsdenn auch ſagen koͤnnte, daß geben, reichen ꝛc. auch bisweilen ſo viel als verpachten anzeige, ſintemal ich auch ſagen kann: Einem das Gut in Pacht geben, in Pacht reichen ꝛc. Dem mag unterdeſſen ſeyn, wie ihm wolle, da Lat oder Laß eine gewiſſe Art von Knechten bedeutet, ſo iſt es viel wahrſcheinlicher, daß diejenigen Guͤter, welche man denen Laſ⸗ ſen eingegeben, von denenſelben alſo genannt worden, das Wort oder verbum laſſen aber nichts zu dieſer Benennung beygetragen habe. Was nun aber die Gruͤnde ſelber anbelangt, woraus dieſes erbliche Recht der Laſſen kann geſchloſſen werden, ſo beſtehen ſolche in folgenden. 4) So vererbet in dem Hildesheimiſchen ein Late nicht allein ſein Gut auf ſeine Kinder und andere Blutserben, ſondern er kann es ſogar ſeiner Frauen in dem Teſtament oder in denen Ehepacten vermachen. Denn ſo heiſſet es in dem von dem Herrn von Gabel Hiſſ. de JTure tæ judic. Huſtic. p. 163. angefuͤhrtem Protocoll. judic. larico fol. 27.„Lant⸗Guͤter wer⸗ „den ab inteſtato nicht vererbet, denn allein an die naͤchſten Blurs⸗ „Freunde, oder Stamm⸗Erben, exeluſis conjugibus, welche nur „allein dieſelbe, Zeit ihres Lebens, uſufructuarie zu genieſſen haben. Da „aber zu recht beſtaͤndige hatta dotalia, oder andere teſtamentariſche diſpo- „ſition und letztern Willens⸗Vermaͤchtniß deruͤber verhanden und auffzu⸗ „weiſen, werden dieſelben vor guͤltig paeret und obſerviret, und demjeni⸗ „gen, welchen dieſelben dadurch vermacht, preæltitis præſtandis zugeſchrie⸗ nben, auffgetragen und verlaſſen.“ Ja nach eben dieſem Protocoĩl /ol.§2. koͤnnen 384) Oo(5 koͤnnen ſogar unehliche Kinder der Mutter ihre Laten⸗Guͤter erben. Inein⸗ „faͤltiger Unzucht gezeugte Kinder, koͤnnen von ihrer natuͤrlichen „Mutter auſſer Ehe gezellgt, ab inteſtato vel ex teſtamento wohl, aber „weder exteſtamento, noch ab inteſtato von ihrem natuͤrlichen Vater eini⸗ „nige Lant⸗Guͤter⸗Erben. 3) Ebenmaͤßig werden auch die in der Graf⸗ ſchaft VYſenburg zu Willerod befindliche Laͤß⸗Guͤter von dem Beſttzer ſo⸗ wohl auf ſeine Kinder und Angehoͤrigen vererbet, als durch Eheberedung und andere Verordnung von einem Ehegatten auf den andern gebracht, wie die im Anhang M. 14. befindliche Zuſchreibung lehret, nach welchem Formular die uͤbrigen, was die Hauptſachen anbetrift, insgeſamt ein⸗ gerichtet werden.) Daß in dem Juͤlichiſchen der Laß ebenfalls ſein Gut vererbe, und ohne Ürſache nicht davon vertrieben werden koͤnne, ſchlieſfet der Herr von Ludewig c. l. p. 259. lit.* ſelber aus einem daſelbſt gegebe⸗ nem Spruch, Kraft deſſen ein Laß, der das auf ihn gefallene Gut inge⸗ halb ſechs Wochen nicht geloͤſet, deſſen verluſtig erklaͤret worden.) de Zinß, welchen der Laß jaͤhrlich von dem Gut bezahlet, wird in dem von Heut Kivino Diſſ. de Prædiis quæ vulgo Laß⸗Guͤter appelantur G 14. angefuͤhr⸗ tem Ober⸗Laußnitziſchem Annehmebrief, wie auch in dem n. 4. angezogenem Parifications- Receſs, der Erb⸗Zinß genannt, welches wenigſtens eine Vermuthung macht, daß im Zweifel die Verleyhung auf die Erben fort⸗ gehe.*) Selbſt der Saͤchſiſche Gloſſator ſetzet ad art. 4. Lib. I1I.„Ein „Laſſe iſt ledig ſo lang er lebet, wenn er aber ſtirbt, ſo belehnet der „Herr ſeine Kinder auffs neue damit.“ Und unerachtet er ihm ad art. 5o. Lib. II. ebenfalls das Erbrecht, wie oben erwehnt, abſpricht, ſo ſchreibet er doch zugleich:„ Wer in Sachſen zu einem Zinß⸗Gut geboren „iſt, der heiſſet ein Laſſe.“ Zu einem Gut aber gebohren ſeyn, heiſſet nicht allein, wie der Gloſſator zu urtheilen ſcheinet, daß einer ein Leibeige⸗ ner ſey, der das Gut ohne ſeines Herrn Erlaubniß nicht verlaſſen duͤrfe, ſondern hauptſaͤchlich: ein Erbrecht auf das Gut haben, wie aus dem cit. art. 59. des Saͤchſ. Landr. zu ſchlieſſen iſt. ¹ 2) Er hat das Recht aus hinreichenden Urſachen das Gut oder ſein daran habendes Recht zu veraͤuſſern und zu verpfaͤnden, doch muß ſolches gerichtlich und mit des Herrn Vorwiſſen und Einwilligung geſchehen. Es vermeinet der Heil von LudewigC. 7. p. 20. lit. k. ſolches zwar gaͤnzlich, und beruft ſich auf das Zeugniß einiger Rechtslehrer, wel⸗ che einmuͤthig bekraͤftigen, quod Laſſi neque dividere, neque lenei⸗ poſſint ſen von ih ag dex teſtam 33 1 rem natuͤr verden d0 8 Güter don 5 bet, als d en auf den Fnng aäbung lehr n andetrift d g. en derkaß m eben werdeſ! au B— — — — T 4 — — 3 — — 6 3 — 1 4 8 — 1 — traus einen e auf idn e. ſug erklaͤret nde. zahlet, wir ienn r appelarta an nuch indem= ng. ant, welche i erleyhunge DVeẽ et ad art. 4 2.1 aber ſtitbt bih ind unerach Britt den erwedt öbtt zu einemz Fun taber gbc e ſen. heinet, da a a ubniß nit lſtn 3Gut hat n und orwiſſen f bi 3o(8 385 — poſſint prædia, quibus adſcripti ſunt, auch waͤre hieran um ſo viel weniger zu zweifeln, weil ein Laß wieder den Willen ſeines Herrn das Gut nicht verlaſſen, noch einen andern an ſeine Stelle darauf ſetzen koͤnne, wie denn der(loſſator cit. I. art. 59. ausdruͤcklich bejahe:„(Ein Laſſe) der mag „ſich des Guts ohne des Herren Willen nicht verzeihen.“ Gleichwie es aber ſeine Richtigkeit haben kann, daß die Veraͤuſſerung in denen Niederlaͤndi⸗ ſchen Gegenden, als wovon die angefuͤhrten Rechtslehrer, Sande, Gori- ſius, Ant. Matthæi, Vostius hauptſaͤchlich geredet, dem Laſſen voͤllig ver⸗ boten iſt: Auch es unſtreitig iſt, daß ein Laß als ein Leibeigener ohne ſeines Herrn Willen vor dieſem das Gut nicht verlaſſen duͤrfen, und ihm auch ſolches an denen Orten, wo die Herrn ihre vorige Rechte unveraͤndert behalten haben, noch nicht erlaubet iſt; So iſt doch hinge⸗ gen zu merken, daß die Herrn an vielen Orten, wie bey andern Bauer⸗ Guͤtern, alſo auch bey denen Laß⸗Gütern, hierinnen denen Beſitzern nachgeſehen, und ihnen eine denen Gerechtſamen des Herrn unſchaͤdliche Veraͤuſſerung oder Verpfaͤndung erlaubet haben, zu welchem Ende ſol⸗ che mit Vorwiſſen und Bekraͤftigung des Herrn geſchehen muß. Wie ſolches aus nachfolgenden Zeugniſſen erhellet. So heiſſet es in dem Weichbilde art.. ap. Ludemig c. l. p. 233. lit. p.„Ein Laß mag auch „wohl bey ſeinem Leben ſein Gut aufflaſſen vor ſeinem Herrn und wieder „empfahen und geben, wem er will, ohne jemands Wiederſprach.“ Im Hildesheimiſchen muß es laut des Protocoll. jud. L.a. Wanzenb. p. 20 ap. Gæbel Diſſ. de Jur.& Judic. ruſtic.. 161 gerichtlich Und um eine gewiſſe Summe geſchehen.„Daß wer Lant⸗Güͤter verſetzen oder verpfaͤnden „wolte, ſolches fuͤrm Lgeten⸗Gerichte anzeigen oder bekennen, und den „Pfand⸗Schilling einſchreiben laſſen ſolte.“ Und ferner:„Daß die „Laet⸗Guͤter ungeſtraffet hoͤher nicht verpfaͤndet, oder ſonſt, von Alters „her nach loͤblicher Gewohnheit, gekauffet oder verkauffet werden koͤnnen, „nemlich der Morgen Landes hoͤher nicht als fuͤr 10. fl., ein Morgen Hoff⸗ „Raum, Garten oder Wieſen 20. fl.“ Iſt nun etwas uͤber dieſe Summe bezahlet, ſo darf derjenige, welcher die veraͤuſſerten Laͤndereyen wieder einloͤſet, ſolches nicht bezahlen. Nimmt aber der Late die Veraͤuſſerung oder Verpfaͤndung boshafter und heimlicher Weiſe vor, ſo iſt nicht allein die Veraͤuſſerung und Verpfaͤndung unguͤltig, ſondern der Late iſt auch wegen dieſes Unternehmens dem Herrn 4 Strafe verfallen, und nach dem 386 9)O( dem Receſſ. Saltzthal de A. 1597. hat er ſich dadurch ſeines Guts ipſo facto verluſtig gemacht, nach dem Zeugniß des Herrn von Gaæhel cit. Diſ. de Singul. quih. prad. p. 111. f. 7. Was zu der Veraͤuſſerung der in Yſen⸗ burgiſchen befindlichen Laß⸗Guͤter erfordert werde, lehret der im Anhang M. 13. beygefuͤgte Extractur Protcolli, kraft deſſen der Laß die Urſache ſei⸗ ner vorhabenden Veraͤuſſerung anzeigen, und um die Einwilligung ſeiner Herrſchaft anhalten muß. Ein gleiches muß auch bey der Verpfaͤndung von ihm in Acht genommen werden. b 3) Ein ſolcher neue Late, auf den das Gut durch Vererbung oder andern Veraͤuſſerung gebracht worden, muß ſich von dem Herrnin den Beſitz des Guts ſetzen oder bekraͤftigen laſſen, und davor eine Art von Lehnwaare bezahlen. Im Cleviſchen iſt nach dem Zeugniß Melch. ⁷ derin biſtor. Jur. Cliv. p. 90. u. 273. ap. Ludewig c. 7. p. 250. lit. i.„Daß es „nach Abſterben des Innhabers, der Lat guter Art und Natur ſey, daßſe „ wiederum mit dem zwoͤlfften Pfennig von dem Latherrn, auff Verllt „deſſelben Landes, empfangen und gewonnen werden muͤſſen.“ In dm Hildesheimiſchen lautet es in dem Eætract. Prorocoll. judic. de A. 1510. 40 Sæhel cit. Diſſ. F. 17. p. 129. hievon alſo.„Vor duſſen Meyerding wart „gevraget nen gemene Ordell, wer ock ene mochte Lat⸗Gud edder Tyns⸗ „Dat is, Meyerdings⸗Gud beſitten one der Heren Willen. Ward ge⸗ „vunden, dat nemand ſchall Gut hebben, dat ſy Kaht⸗Gut, edder „Meyerdings⸗Gunndat ene hebbe mit der Heren Willen.“ Weswe⸗ gen der Herr berechtiget iſt, ſo lange ſolches nicht geſchehen, das Gut zu ſich zu nehmen. In dem Extratt. Privil. Epiſc.&& Capitul. g. VI. 1bid.. 127.„A. 1484. ward gevraget, effte waGud hedde unde nicht der Heren „Willen hedde, wer ſeck de Heren des Gudes nicht untermaten mochten „ſo lange dat ſe Willen ghemacket hedden. Ward ghevunden: Ja, ſe „mochten ſeck ſodanes Gudes undermaten, ſo lange dat de Wille „were ghemacket.“ Und konnte dieſer Urſachen halber niemand als ein Late dergleichen Gut erwerben, Lbid. F. V.„Anno Domini 1483.⸗⸗⸗ „Wart gevraget: Offte jemand mochte hebben der Heren Lant⸗Gud, he „en were dan dar behorich aff, unde eyn Late der Kerken. Hierup vante „dat Ampt; we der Heren Lant⸗Gued wolde hebben to Erve, „de moſte unde ſcholde weſen eyn Lante der Kerken.“ Sogar, daß wenn einer der kein Late war, dergleichen Gut nur pfandweiſe innha en das Gut reſch muß ſiche den iſſen, und cän dem Zeuſt allnl c.4 5. 214.4.„. ter Artun Tturſ ndem Lathm, auf een werdet rerſeen.“ Protacul. 1=. A4 Vor duſ enen mochte La dah r Heren= m. dat ſy dt⸗G geren U in“ nicht ger en, d iſc.& C 1. ℳ90 hedde t nich nicht 1 matann Ward* ndel. „[a. dud 9) o(84. 83387 ben wollte, ſo muſte er einen Laten bevollmaͤchtigen, der das Gut in ſeinem Namen empfinge, Ihid. g. V11.„A. 1487. Item vragede deſuͤlve, we⸗ „re ock we ohre Lat⸗Gud hebben mochte, de or Late nicht en were? Vant „das Ampt: Ju. Weſeck Gelt lete bekennen an oren Gude, de nicht „behorichen were, deſcholde enen behorigen Man bidden, de ome „dat Gut entfenge to truwer Hand, de Gnade hebbe ſe ghehadt want „an duͤſſe Tydt, ſo ver euſe ſodane Guet hedden mit der Heren Willen, „wente neymant mochte Lant⸗Gut hebben ſunder der Heren Willen.“ Nach denen Staruris Laticis geſchiehet dieſe Bekraͤftigung und Einſetzun vor dem Laten⸗Gericht, und lauten die von dem Herrn von Gœbelcit. Diſſ. p. 11⁰ daraus angefuͤhrte Worte alſo:„Wer Laeten⸗Guts ſo viel kaufft „oder durch andere Contracten an ſich bringet, als mit einem Schemel zu „bedecken, der iſt ſolches ſich auff oͤffentlichen Laeten⸗Gerichte zuff⸗ „zutragen, und ſich daran ſetzen zu laſſen ſchuldig.“ Dieſem zukole muß die geſchehene Veraͤuſſerung bey dem naͤchſt darauf folgenden Laten⸗ Gericht angezeiget, und das Gut aufgetragen und verlaſſen werden, und wenn der Verkaͤufer ſelber nicht dabey erſcheinet, ſo kann der naͤchſte Erbe zum Gute, oder der Zeuge, ſo bey dem Contract geweſen, die Auftracht und Verlaſſung im Namen des Veraͤuſſerers verrichten. Wird aber dieſe Veraͤuſſerung bey dem naͤchſten Laten⸗Gericht nicht angezeiget, und daß keine Friſt deswegen gebeten noch verſtattet worden, ſo muß es bey dem folgenden Laeten⸗Gericht geſchehen, und muͤſſen die Gebuͤhr davor dop⸗ pelt bezahlet werden. Laſſen endlich die Partheyen auch dieſes Gericht vor⸗ beygehen, ohne ſich zu melden, ſo verlieret der Verkaͤufer ſowohl das empfangene Geld als das Gut, wenn ihm ſein Verbrechen nicht aus Gna⸗ den von dem Herrn und dem Gericht geſchenkt wird. Siehe den Herrn von Geæhelcit. Diſſ. F. 13. Es wird hiebey, was die Groͤſſe der Lehnwaare an⸗ betrift, ein Unterſcheid gemacht, ob der neue Beſitzer das Lat⸗Gut erer⸗ bet oder erkauft, denn der Erbe bezahlt nur die Helfte von der Summe, welche der Kaͤufer als Lehnwaare geben muß, fuͤr die Anſetzung im Laten⸗ Gericht, Idem c. l. p. 107. Fernek iſt bey demjenigen, welcher durch Kauf das Laß⸗Gut an ſich gebracht, annoch zu merken, daß die Stammer⸗ ben vor ihn den Abtrieb, oder das Naͤherrecht haben, kraft deſſen ſie in⸗ nerhalb Jahr und Tag den geſchloſſenen Kauf wieder umſtoſſen koͤnnen. In welchem Fall ſie aber dem Kaͤufer das ausgezahlete Kaufgeld nebſt b Cec2 6 allen 388) o( der — n allen Unkoſten und Verbeſſerungen erſtatten muͤſſen, wogegen der Ver⸗ kaͤufer die abgeredete Kauf⸗Summe von ſeinem erſten Kaͤufer zu em⸗ pfangen hat. Fuͤget es ſich weiter, daß der Verkauf von dem geſchehen iſt, welcher kein hinlaͤngliches Recht das Gut zu veraͤuſſern gehabt hat, dem Kaͤufer aber iſt unterdeſſen das Gut doch ohne jemandes Einſprache erichtlich aufgetragen worden, ſo iſt der Kaufer nach Verlauf dreyer Jahren ſicher, und hat das Gut als ein bonæ fidei poſſeſſor wieder die Ei⸗ genthuͤmer verjaͤhret. Es waͤre denn, daß durch ſolche Veraͤuſſerung die Ehefrau oder minderjaͤhrige und unmuͤndige verletzet worden, als welche innerhalb der gehoͤrigen Zeit die Reitirution ſuchen koͤnnen, bid. p. 111. In dem Pſenburgiſchen muß der neue Beſitzer ſich das Gut von der Eanzeley, oder anitzo von der Kammer zuſchreiben laſſen, und wird ihm daruͤber en Schein unter dem Kammer⸗Secret ausgeſtellet, wie W. 14. und 16. im Anhang zu ſehen. n 4) Der Aate iſt ſchuldig von dieſen Guͤtern jaͤhrlich den zuß an den Herrn zu bezahlen. In dem Annehmebrief bey Herr irm Diſ. de Prædiis, quæ vulgo Laß⸗Guͤter appell.. 14. heiſſet es:„Erd⸗ „Zinß giebt er jaͤhrlich auff Michael 14. gl. 4. Pf. nebſt einer Henne undei⸗ „ner Mandel Eyer.“ Im Hildesheimiſchen wird er der Laten⸗Zinß genannt, und beſtehet mehrentheils in Lieferung einer gewiſſen Anzahl, (welche ſich nach der Groͤſſe der Laͤnder richtet) Korns, Hafern, Weitzen, Heu zc. Gobel cit. Liſ. p. 106. Er muß die darauf haftende Beſchwer⸗ den und Steuren abfuͤhren, wie der Herr von Gæbel bid. bezeuget. In dem im Anhang M. 14. 16. befindlichem Zuſchreibungs⸗Schein ſind alle Abgiften des Laſſen unter denen allgemeinen Worten: Alle darauff haff⸗ „tende Herrſchafftliche Onera richtig abtragen, begriffen.* Hingegen in dem bey dem Austauſch mit Chur⸗Maynz aufgerichſeten Paxrifications. Receſs de A. 1706. ſind folgende insbeſondere benahmet.„An Erb⸗Zinſ⸗ „Item 13. Faſtnachts Huͤner, Item 26. Sommer⸗Hahnen, Item 3. „Leibs⸗Huͤner. Item zahlen die Unterthanen zu Willdoda, wegen Be⸗ „freyung des Kauffhabers jeder⸗⸗Kreutz. Item fallen zu Willroda „jaͤhrlich⸗⸗Malter Habern Haͤuſſer Gemaͤß. Item das eingefuͤhrte „ Niasazin Korn zu Willroda kann ein Jahr ins andere ertragen⸗Mal⸗ ter* „ſen fallen jaͤhrlich zu Willroda⸗⸗ fl. Item vor eae 2⸗ Kreutz. ayntzer Maß. Item die ordinari Schatzung zu Wilhodn gſ 4. „(Luar- efdeipol T wa urch ſolch f rinße verlezet en, uchen ent Ebi ich das G’* dan en, und m amd ellet, wit M.u Giterg llih nehmebrit’ y Sn pel. f. 1 ſettz .Pf. nebſſt ir He pen wird erle trung ein, wiſe ) Korns R fen, darauf unded on Gelbe beie. hreibun= chein Worten! Ledau aufgerit enhn⸗ vor Sca w Hommer— ſlel. b — — — —— 92 855 oC ⸗ b 389 „Quartale gerechnet, betraͤgt nach dem neuen regulirten Fuß⸗⸗ fl.⸗⸗ „Kreutz.“ Wobey annoch zu merken, daß in Kriegszeiten, wenn die Laſſen nicht wuͤrklich mit Mannſchaft beleget werden, noch uͤber die or⸗ dentliche Schatzung vor die Winterquartiere etwas von ihnen bezahlet werden muß. Ueberdem muͤſſen ſie auch kraft des Austauſch⸗Vergleichs de A. 1706. anſtatt der ballien⸗Gelder, die ſie vorhero, wieſie unter Chur⸗ Manynz geſtanden, gegeben, anitzo davor zu denen Sraulein⸗Steuern das ihrige mit beytragen. b Er muß ferner dem Herrn die hergebrachten Frohnden leiſten. Es meinet der Herr von Audewig C. 1. p. 255. lit. p. daß, weil die Laſſen vor ihre Laͤndereyen einen gewiſſen jaͤhrlichen Pacht bezahleten, ſo waͤre zu glauben, daß ſie zu weiter keinen Dienſten verbunden waͤren, folglich muͤſſe im Zweifel derjenige, welcher ſolche von dem Laſſen fordere, ſie erweiſen. Ich ſehe aber nicht warum hierinnen vor den Laſſen eine groͤſ⸗ ſere Vermuthung der Freyheit, als vor andere Bauern vorhanden ſeyn ſolle. Denn a) ſo iſt ein Laß ein Leibeigener, und iſt glſo aus dem Grun⸗ de die Vermuthung immer wieder ihn. ½) So muͤſſen die mehreſten Bauern ihres jaͤhrlichen Zinſes unerachtet, dennoch ihre Frohnden lei⸗ ſten, und kann alſo die Bezahlung des Zinſes die Laffen an und vor ſich nicht davon befreyen.*) So lehret die Erfahrung, daß faſt aller Orten die Laſſen auſſer ihren Sinß auch noch frohnden muͤſſen, und lieget es alſo die⸗ ſem oder jenem Laſſen ob, der ſich die Dienſte zu leiſten wegert, ſolche auſ⸗ ſerordentliche Freyheit zu erweiſen. So heiſſet es z. E. in dem Anneh⸗ mebrief bey Herr Kivino cit. l.„Iſt hingegen ſchuldig alle taͤgliche „volle Landuͤbliche Hofe⸗Dienſte zu leiſten, Sonn⸗und Feyertage ausge⸗ „nommen, bey der Koſt⸗⸗k⸗ Uebrigens iſt er ſchuldig gleich andern da⸗ „ſigen Unterthanen, Bottſchaft zu lauffen, Nachtwachen und derglei⸗ „chen zu verrichten.“ Nicht weniger bezeuget der Herr von Gabel cit. l. daß die Hildesheimiſchen Laten zu gewiſſen Dienſten verbunden ſind. Gleichermaſſen muͤſſen auch die im Yſenburgiſchen befindliche Leibeigene Laſſen theils gemeſſene theils ungemeſſene Dienſte leiſten, oder wenn der Herr derſelben nicht benoͤthigt, ein gewiſſes Frohngeld dapor bezahlen. In dem gemeldeten Harfications-Aece;s heiſſet es hievon:„Item ſeyn „die Unterhanen daſelbſt gnaͤdigſter Herrſchafft einen theils gemeſſene, „theils ohngemeſſene Frohn zu præſtiren ſchuldig, maſſen ſothane 390)O( „Schuldigkeit in der Beyfug ſpecificiret iſt, vor welchen Genuß von 13. „Unterthanen ſo alle Fuhrgeſchirr halten, angerechnet wird, wiewohl die „Frohn ein mehrers werth⸗⸗fl. Was nun die Verzeichniß der Froh⸗ nen ſelber anbetrift, welche allhie einzurucken vor uͤberfluͤßig und vor zu weitlaͤuftig erachtet, ſo beſtehen ſolche in Herbeyfuͤhrung aller Bauma⸗ terialien, und ungemeſſenen Frohnden mit Hand und Geſchirr bey fuͤrfallen⸗ dem Bauweſen, in Abfuͤhrung herrſchaftlicher Fruͤchte und Fiſche. Aus⸗ fuͤhrung der herrſchaftlichen Dung und Beſſerung, im Kornſchneiden, bey einigen Wieſen das Heu und Grummet zu machen, Brennholz zu hauen und aufs Schloß zu liefern, im Garten zu ſcharren, zu graben, auszugeten, Kraut zu ſetzen, zu hacken, denſelben zu zu machen, unddie Stickel darzu zu hauen und zu ſetzen, den Flachs zu ropfen, zu brechen umd zu ſchwingen ꝛc. Wobey ihnen nachdem es hergebracht, bey einigen Frohn⸗ den etwas Geld, bey andern Brod, bey andern Supp und warmes⸗ ſen, bey einigen auch etwas Wein ꝛc. gereicht werden muß. Endliy ſind ſie auch bisweilen der Bezahlung des Hauptfalls wie andere We⸗ eigene unterworfen. Weichbild art. 5o.„„Wenn der Laß ſtirbt, ſo ſ „ſeinem Herrn ledig ſein beſtes Pferd, und ſeine taͤgliche Kleyder, ob erſue „nehmen will.“ Der Gloſſator ad Lib. III. art. z5. Sachſ. Landr. ſchreibet dem Herrn gar die Helfte der Erbſchaft zu.„Wenn der Laſſe „„ſtirbt, ſo belehnet der Herr ſeine Kinder auffs neue damit, und theilet mit „ihnen, das iſt er nimmt das Korn in der Scheure, das noch in dem Staden „ungedroſchen liegt: Iſt es aber noch nicht einbracht, ſo nimt er es auff „dem Felde halb, und die fahrende Haab halb.“ Wiewohl dieſes Recht in Sachſen nicht mehr gebraͤuchlich iſt. Von Geldern aber bezeuget deſſen Gebrauch Janden in der von dem Herrn von Ludewig c. l.. 237. lit.t. angefuͤhrten Stelle. Nach dem Protocoll de A. 1257. bey dem Herrn von Goæbel cit. I. p. 107. hat auch im Hildesheimiſchen der Herr ſolches Recht ge⸗ habt:„De Heren, heiſſet es, von ſuͤnte Mychaele hebben ahn orem „Laethgud den Tins, de Ummeſathe(d. i. die Lehnwaare) dat Richte „de Buteringhe(ſoll ohne Zweifel heiſſen Butelinge oder Buleninge, d. i. den Hauptfall)„den Beddemund unde vort meer, wen de Erven „ſterven, velt das Gud an de Heren.“ Wie auch im Braunſchwei⸗ giſchen, wie aus der Verordnung de A. 1433. bey Schortelio de Singul, Ce autiqu. in German. jur. Cap. II. 9. 13. erhellet, in welcher ſolches ewhs ihe 1 geſchraͤn⸗ —— vor welch — ggerechnetſ ai un die Pen ai en vor udo 1 1 erbeyführt en ndundGeſ rio eer Fruͤchte faß 6 eſſerung, 1 uß net zu eg e. arten zu ſch ſſelden zu z date acs zuropf unn rgebracht,& nig ndern Sup a m cht werden. Hauptfall ta n „Wenn d E jſtt ſeine taͤglih h III. t. 3 ad chaft zu. † em ss neue dan md heure, das n. E da einbracht— ime ab halb.“ iene Von G* e won ud 3 07 A 146. Smer Ao( 8 391 geſchraͤnket worden.„Dat we, unſe Prelaten, Manne und alle de jen⸗ „ ne de in unſer Herſchop hebben eigene Luͤde oder Laten, ſe ſin Manne „edder Frowen kuͤnne, dat nemande na ohrem Dode van ehren Erven mer „nemenedder van ohren wegen nemen, eſchen oder ſchatten laten, wan dat „Stuͤcke negſt dem beſten dat bi deme Doden beſtorven waß, dat „ſine waß, unde weme dat van rechte hoͤren mag, de mag dat „uth des Doden nagelaten Gude keſen.“ In dem Yſenburgiſcheu muͤſſen die Laſſen ebenfalls den Hauptfall theidigen, und iſt ſolcher heu⸗ tiges Tages auf eine gewiſſe Summe Geldes geſetzet. Ueberdem muͤſſen ſie, wenn ſie in andere Lande ziehen wollen, ſowohl den zehenten Pfen⸗ ning ihres Vermoͤgens zuruͤcklaſſen, als ſich auch zuvor von ihrer Leib⸗ eigenſchaft gegen Erhaltung eines Manumiſſion-Scheins loskaufen. 6) Die Laten oder Laſſen ſtehen wegen dieſer Guͤter an einigen Orten unter einem beſondern Gericht, vor welchem alle dieſe Guͤter anbe⸗ treffende Sachen abgehandelt werden muͤſſen. Im Hildesheimiſchen muͤſſen die Laten nothwendig davor erſcheinen, oder eine gewiſſe Geld⸗ ſtrafe bezahlen, und wenn ſie bey dreyen Laten⸗Gerichten hintereinan⸗ der ausbleiben, werden ſie ihrer Guͤter beraubet, oder nach Befinden noch wohl haͤrter beſtraft. Das Gericht an ſich wird daſelbſt einmal im Jahr und zwar den Freytag vor Pfingſten gehalten, die Sachen werden Sum⸗ mariſch abgehandelt, und keine Procurators noch Advocaten zugeltaſſen, ſondern das Urtheil wird von denen Laten, nachdem der Amtmann ihnen die eingeklagte Sache nochmals deutlich vorgetragen, ſelber abgefaſſet, und werden ſie von denen Schoͤffen oder Urtheiltraͤgern darum befraget. Iſt die Sache aber ja vor die Bauern zu hoch, ſo werden die Partheyen an das Amt verwieſen. Sonſten kann von denen bey dieſen Gerichten geſpro⸗ chenen Urtheilen nicht leicht appelliret, noch ſonſten ein Remedium ſuſpen- ſivum dawieder eingewandt werden. Wie ſolches alles bezeuget der Herr von Gobel cit. Diſſ. p. r11. feqg. In dem Juͤlichiſchen iſt durch die Verord⸗ nung de A. 1458., welche der Herr von Ludewig c. 1. p. 272. lit. e. an⸗ fuͤhret, darinnen eine Aenderung gemacht worden, daß nicht mehr, wie vor dieſem, alle im Gerichte gegenwaͤrtige Laten oder der Umſtand, ſon⸗ dern nur einige ausgeſuchte, dazu tuͤchtige und geſchwworne Maͤnner oder Schoͤffen die Urtheile faͤllen. Auch iſt daſelbſt die Appellation von denen Laten⸗Baͤnken au die Laten⸗Herrn, oder Herrſchaftliche Haupt⸗Gerich⸗ te erlaubet. Im Yſenburgiſchen ſtehen die Laſſen nach Beſchaſtenheſt derer achen 28. Ceib: 392 83)o( ⸗ Sachen unter der Canzeley oder unter der Kammer. Was] urisdiGtionalia ſind, wird vor der Regierung oder Canzeley, was aber Sachen ſind, die in die herrſchaftlichen Einkuͤnfte einſchlagen, vor der Kammer ausgemacht. XXVIII.) Von denen Guͤtern der Leibeigenen. (s leydet unſere Abſicht nicht, und wuͤrden wir uns gar zu weit von unſerm Vorhaben entfernen, wenn wir hier alles dasjenige, was Herr Potgieſſer ſehr gruͤndlich und weitlaͤuftig von dem Urſprung, man⸗ cherley Namen, Rechten und Verbindlichkeiten der Knechte uͤnd Leib⸗ eigene in Teutſchland in ſeinen Commentariis de ſtatu ſervorum ausgefuͤh⸗ ret hat, wiederholen, und zum Theil mit neuen Zuſaͤtzen vermehren wol⸗ ten. Auch wuͤrde es ebenfalls annoch viel zu weitlaͤuftig, und wegener⸗ mangelnder Nachrichten uns groͤſtentheils unmoͤglich ſeyn, wenn wirnur blos die Beſchaffenheit der Guͤter aller Leibeigenen, und unter waßtor Bedingungen und unterſchiedenen Benennungen ſie dieſelbigen in ſodes len Provinzien Teutſchlandes beſitzen, zu eroͤrtern uns vornehmen. Soh⸗ dern unſer Endzweck iſt, damit wir doch eine Art Bauer⸗Guͤter, die anſ vielen Orten anzutreffen, und von dem vormaligen allgemeinen Knechti⸗ ſchen Stande der mehreſten Bauern zeuget, nicht ganz unberuͤhret vor⸗ beygelaſſen zu haben ſcheinen, gleichſam zur Probe nur einige, und zwar hauptſaͤchlich diejenigen, wovon der Herr von Ludolpb in Ohſervation.(u mer. OLſ. CL. ſeqq. einige Nachrichten zu ſammlen, und der gelehrten Welt mitzutheilen beliebet hat, allhie zu eroͤrtern, und derſelben Natur undEigen⸗ ſchaften kuͤrzlich abzuhandeln. Und damit man ſolche durch die Verglei⸗ chung und Zuſammenhaltung desjenigen, was ſie mit einander gemein ha⸗ ben, und worinnen ſie von einander abgehen, deſto beſſer erkennen koͤnne; ſo wollen wir einige allgemeine Fragen zum Grunde legen, und nach deren Maaßgabe, in ſoferne nemlich die vorhandene Nachrichten uns zu der Be⸗ antwortung einer jedweden etwas an die Hand geben, ſie insgeſammt ab⸗ handeln. Dieſem zufolge wollen wir bey dieſen Guͤtern der Leibeigenen unterſuchen. 1. In wie weit die Beſitzer uͤber die ihnen eingegebene Guͤter ein Erbrecht haben:. b 53 Il. Wie weit ſie ſolche veraͤuſſern, verpfaͤnden, oder ſonſten be⸗ ſchweren koͤnnen: b IIl. Was den wir un Duy vir dier alt g tig von dem zul 8 dkeiten der n. II de ſtatu 1 euen Zuſätz me u weitlaͤuft, imd unmoguch ſſawe deigenen, 1=— nm. nungen ſie dF jihar drtern uns hwn e Agt Bal= ütn rmaligen alt eim , nicht ga b rProbe nl un ig on Ludotl he mlen, und=ulh ndderſälbe Inn „ nan ſolchs hdn as ſie mit t Idle „deſto be— kaun Grundele unal Nachrid= mn⸗ nd geben/* Bh jeſen Guͤt 2 d enen eing u 1 2 apfaͤndd al . 3 8)o(e⸗ 322 III. Was ſie vor Abgiſten an den Herrn zu entrichten, vor Dienſte zu leiſten, oder ſonſten wegen ihrer Guͤter zu bezahlen haben:“ IV. Wie weit ſich des Herrn Recht uͤber ihre uͤbrige Guͤter erſtreckt: V. Aus was vor Urſachen ſie ihrer Guͤter koͤnnen beraubet werden: b I. Von denen Guͤtern derer Ravensbergiſchen Ei⸗ genbehoͤrigen. Es hat der Herr von Ludolpb c. p. 169. ſe„. das A. 1669. publicirte Ravensbergiſche Eigenthums⸗Recht voͤllig eingeruͤckt, in welchem von ebengemeldeten Fragen folgende Verordnungen gemacht werden. 1) Von ihrem Erbrechte. Wenn das Eigenbehoͤrige Erbe durch den Tod der Beſitzer, oder durch ihre Abtretung erledigt wird; ſo faͤllt ſolches auf den jungſten Sohn, welcher deswegen der Anerbe ge⸗ nannt wird(Cap. I. F. ¹.) Iſtaber ſolches wegen ſeiner Jugend oder ſonſten nicht geſchickt denen Guͤtern gebuͤhrend vorzuſtehen; ſo kann alsdenn der Eigenthums⸗Herr mit Zuziehung der Eltern oder naͤchſten Anverwandten einem von denen uͤbrigen Kindern, welches tuͤchtig dazu iſt, ſolches uͤber⸗ laſſen, doch muß ſolche Auflaſſung gerichtlich geſchehen, und muß dem jungſten wegen ſeines Abſtandes ſogleich eine Erkenntniß ausgeſetzet, und auch denen uͤbrigen Kindern eine beſondere Ausſteuer nach Verordnung des Lehenherrn behalten und ausgegeben werden,(F. 2.) Stirbt der juͤngſte Sohn, ehe er das Erbe wuͤrklich angetreten, oder hat ſonſten nicht Luſten dazu, ſo tritt der naͤchſte juͤngſte Sohn und reſpectivè Bruder in ſeine Stelle. Sind gar keine Soͤhne vorhanden, ſo faͤllt es auf die Toͤchter, unter welchen wir bey denen Soͤhnen die juͤngſte immer das Vorrecht hat. Sind Kinder von unterſchiedenen Ehen vorhanden, ſo gehen die aus der erſtern denen aus der letztern vor,(6. 3.) Wer einmal von denen Kindern, es mag Sohn oder Tochter ſeyn, vom Erbe mit Ausſteuer abgeguͤtet iſt, oder andere Erb⸗ und Guͤter angenommen hat, bleibet von dem Erbe aus⸗ geſchloſſen, es waͤre denn, daß ihn der Herr hinwieder vermittelſt gebuͤhr⸗ licher Qualincation zum Erbe verſtatten wollte,(§ 5) Wenn keine Kinder vorhanden, ſo kann der uͤberlebende Ehegatte mit Einwilligung des Herrn auf die Stelle heurathen. 23.) Ddd 2) Von 394 e) Oo( er 2) Von ihrer Veraͤuſſer⸗ und Beſchwerung. Sie haben gar kein Recht, etwas von denen Eigenbehoͤrigen Gutern zu veraͤuſſern,(F. 27.) Sie duͤrfen auch ſolche ohne Bewilligung des Herrn nicht guͤltig verpfaͤn⸗ den, ſondern ein ſolcher Glaͤubiger muß bey entſtehender Abaͤuſſerung ſein unverwilligtes Pfand dem Herrn unentgeltlich einraͤumen, wie aus dem Cap. VI. F. 5. in welchem Capitel auch ſonſten annoch viele von Bezahlung der gemachten Schulden des Eigenbehoͤrigen Handelnde Verordnungen befindlich, erhellet. Wenn die Eltern ihren Anerben das innhabende Gut abtreten, ſo koͤnnen ſie ſich dagegen eine Leibzucht, die aber hoͤchſtens nicht mehr als den ſechſten Theil der Guͤter ausmachen muß, und deren uͤbrige Rechte Cap. 17. beſchrieben werden, lebenslang vorbehalten. 3) Von ihren Abgiften und Beſchwerden ꝛc. Ein Eigenbe⸗ hoͤriger muß von ſeinem Erbe die gewoͤhnliche Pfaͤchte, und Dienſte, di gemeine Beſchwerden und die von ſeinen Eltern gemachte Schulden, moͤgen verwilliget oder unverwilliget ſeyn, abtragen,(. 7.) Wobey maen der Dienſte insbeſondere zu merken, daß, wenn nicht gewiſſe mit dedm Unterthanen getroffene Vergleiche im Wege ſtehen, es dem Herrn fre bleibet, ſich die wuͤrklichen Dienſte leiſten, oder das Geld davor zahlen zu laſſen, und zwar ſo, daß er hierinnen nach Belleben wieder wechſeln, und ihm keine Verjaͤhrung entgegengeſetzet werden kann, wie aus dem beyge⸗ fuͤgten Keſcrspe de A, 16 5z. p. 199. zu erſehen. Er muß ferner von ſeinen Guͤ⸗ tern und Vieh den Zehenten bezahlen, von deſſen Einforderung das Cap. VIl. Ziel und Maaß vorſchreibet. Ein Anerbe bezahlet zwar den Sterb⸗ fall aber keinen Weinkauf,(C. 6.) Hingegen eine von neuem auf das Er⸗ be oder die Koten tretende Perſon muß einen willigen Gutsherrn machen, d. i. die Auffahrt oder Weinkauf und das Nagelgeld entrichten, (C. 19.) 4) Herrnrecht über ihre andere Guͤter. Wenn eine Eigen⸗ dehoͤrige Perſon ſtirbt, und laͤſſet einen Ehegatten nach, ſo erbt der Herr die Halbſcheid von allen Guͤtern, und die andere bleibt bey dem uͤberleben⸗ den Ehegatten. Geht ſolcher hernach auch ab, ſo faͤllt die uͤbrige Helfte ebenfalls mit Ausſchlieſſung der Kinder an den Herrn,(F. 19.) Es waͤre denn, daß zu des Erbes beſſern Aufkommen der Gutsherr den Anerben zu des Sterbfalls⸗Dingung, das iſt, daß er dem Herrn vor den Abſtand etwas an Gelde zahlet, zulaſſen wollte, in welchem Fall er ein richei 4 — —— hwerung. 8 * Güͤtern zun 1 b 1 1 l 8 Herrn nit M w e o entſtehenden 3½ b ich einrdun Fen annoch di e d. a Handelnt— m Anerben da än zucht, died Ath achen muß, x id ang vorbeh 2. dwerden d i ltern gematn he dtragen,(. Der wenn nicht Siſer gge ſtehen, aht oder das G=wn. Beljeben w) v en kann, 1. ald Er mußfe ar on deſſen Einſteam. rbe bezahl es Kdi reine ven t nal willigen Ct name das Nag U arer. 1.— dr atten naß ttnf 4 o( 397 Verzeichniß der ganzen Verlaſſenſchaft, bey Strafe, daß die verſchwie⸗ gene Poſten, wenn es entdeckt wird, dem Herrn ganz anheimfallen, herauszugeben ſchuldig iſt,(F. 22. S. 22.) Iſt von denen Ehegatten die eine Perſon eigen, und die andere frey, und die eigene ſtirbt zuerſt, ſo erbt der Gutsherr die eine Helfte der Verlaſſenſchaft, und die andere bleibet bey dem nachgebliebenem freyen Ehegatten, der ſolche nach ſeinem Tode hinwiederum auf ſeine Kinder oder uͤbrige Anverwandten vererbet,(„. 0.) Ein Eigenbehoͤriger iſt befugt, die Helfte ſeiner beweglichen Guͤter durch eine Schenkung unter denen Lebendigen zu veraͤuſſern, doch muß die Schenkung ſogleich durch die Uebergabe vollendet werden, und ohne allen Vorbehalt einer Nutzung geſchehen,. 27) Hingegen iſt er nicht berech⸗ tiget, uͤber dieſe bewegliche Guͤter zu teſtiren, mortis cauſa zu ſchenken, oder die Ueberlieferung der inter vivos geſchehene Schenkung bis nach ſei⸗ nem Tode zu verſchieben, als in welchem Fall die ganze Schenkung un⸗ guͤltig iſt,(ibid.&s g. 25.) Ein gleiches iſt auch von denen unbeweglichen Guͤ⸗ tern, welche der Eigenbehoͤrige durch ſeinen Fleiß erworben, zu merken, wenn der Acquirens aber ſolche bey ſeinem Leben nicht veraͤuſſert, ſo werden ſie nach ſeinem Tode mit denen eigenthuͤmlichen Guͤtern conſolidiret, und koͤnnen von ſeinen Nachkommen auf keine Art mehr veraͤuſſert werden, f. 26.).„ 9 5) Beraubung ihrer Guͤter. Es ſind ſehr viele Urſachen vorhan⸗ den, weswegen die Ravensbergiſche Eigenbehoͤrigen ihrer Guͤter beraubet werden koͤnnen. In dem vierten Capitel werden folgende als hinlaͤnglich angegeben, weswegen ein Eigenthums⸗Herr zum Aeuſſerungs⸗Proreß reiten kann. 3 ſch a) Wenn der Eigenbehoͤrige aus Vorſatz, oder wegen üͤbeler Haushaltung heinen Pacht nicht bezahlet, ſondern ſo weit als die Paͤchte von zweyen Jahren austragen koͤnnen, aufſchwellen laͤſſet, auch ſonſten ſei⸗ ne Hebüheende Dituſte zum oͤftern aller gethanen Anforderung ungeachtet, nicht verrichtet.. ch b) Wenn er andere gemeine auf das Gut haftende Anlagen und Be⸗ ſchwerden innerhalb vier nach einander folgenden Jahren nicht abtraͤget. c) Wenn eine eigenbehoͤrige Perſon ohne Einwilligung und Vor⸗ wiſſen des Herrn ſich verheurathet, und das Weib oder den Mann auf das Erbe fuͤhret, und der⸗oder dieſelbe mit dem Eigenthum und denen ge⸗ Ddd 2 wohn⸗ 96)o( woͤhnlichen Weinkaufs⸗ und Auffahrts⸗Geldern zu dem Erbe ſich nicht qualificiret, noch aus ihres Eigenthums⸗Herrn perſoͤnlicher Dienſtbar⸗ keit durch Freykauf⸗ oder Wechſeln ſich zuvor befreyet hat. d) Wenn er das ihm eingegebene Erbe nicht in gutem Stande haͤtt, ſondern verwuͤſtet und verdirbt, und insbeſondere das fruchtbare oder Oberholz, wenn er oder ſeine Vorfahren es gleich ſelber gepſtanzet, wie auch das Brandholz ohne Noth verhauet, oder die Laͤndereyen nicht gehoͤrig beſaamet, noch in der nothigen Duͤngung oder Begeylung er⸗ haͤlt. b b e) Wenn er oder ſeine Vorfahren das Erbe ohne Vorbewuſt und Einwilligung des Herrn mit vielen Schulden beſchweret, die dazu gehoͤrige Läͤndereyen, Wieſen ꝛc. verpfaͤndet, vertauſchet, oder ſonſten veraͤuſſert. Wenn aber der Gutsherr dieſe Umſtaͤnde gewuſt, und deſſen ungeachtet das Gut einem von dieſer Familie gelaſſen, ſo kann er ſich dieſer Urſaghe nicht bedienen. b f) Wenn er ohne Vorwiſſen und Einwilligung ſeines Herrn ae Kindern Brautſchaͤtze an Geld, Vieh, Korn, und anderer fahrerde Haab, oder auch durch heimliche Nebenpacta ein mehrers, als derſelbig eingewilliget, gelobet, und ſelbiges ganz oder zum Theil bezahlet. g) Wenn durch ſeine Hurerey, Ehebruch, Diebſtahl und derglei⸗ hen orobe Miſſethat dem Erbe eine groſſe Schuldenlaſt angehaͤlſet wer⸗ den ſoll. h) Wenn er ſich ſeinem Gutsherrn muthwilliger Weiſe wieder⸗ fetzet, und die hergebrachte Spann⸗ und Leib⸗Dienſte erweißlich nicht lei⸗ ſten will. Es iſt hiebey dasjenige, was zum Beſchluß hinzugefuͤget wird, ſehr merkwuͤrdig, nemlich a) daß uͤber obige auch ſimiles und graviores cauſæ mit begriffen ſeyn, und ſolche dem Ermeſſen des Richters anheim⸗ geſtellet ſeyn ſollen. 6) Daß ſolche nicht alle zugleich erfordert werden, fondern auch zur Aeuſſerung geſchritten werden kann, und es genug ſeyn ſoll⸗ wenn deren zum wenigſten drey zuſammentreffen und erweißlich ſind. Was zu dieſer letzten Verordnung mag Anlaß gegeben haben, kann ich nicht wohl errathen, weil ſonſten bey andern Bauer⸗Guͤtern niemals leicht eine Zuſammentreffung vonmehrern Urſachen erfordert wird, ſondern ins⸗ gemein eine zur Beraubung hinlaͤnglich iſt, auch uͤberhaupt auf ſolche Art der Bauer faſt immer frey durchgehen duͤrfte, indem es ſehr lelten vor⸗ 1 b komme 2 1 insdeſond † z den es gleich 18 f et, oder d döm dungung N. — — deſchweret ſſchet, oder ta ie ewuſt, und H al. ſo kann er d= w awilligung ſ. Ha Korn, und Muei rta ein meſhe 1 der zum T druch, Die lu Schuldentt muthwili= di 6⸗Dienſte Ar ſ Beſchluß Keg e auch I= lg rmeſſen det FTä le zugleich dm⸗ 1 entann,un S m atreffen u cai⸗ laß geged u Bauer⸗G S 8 „ f 9 nafordaſ fnaß — ou. 397 kommen kann, daß drey von dieſen Urſachen zugleich vorhanden ſind. Auſ⸗ ſer was etwa diejenige von der Abhauung des Holzes und uͤbeler Bebauung der Laͤndereyen ſeyn moͤchten, die in der Verordnung als beſondere Urſa⸗ chen angefuͤhrt werden, von uns aber als Exempel der Deterioration mit darunter begriffen ſind. Uebrigens werden in eben dieſer Verordnung an andern, Orten annoch zwey Urſachen der Beraubung hinzugefuͤget, als nemlich: b i) Wenn die erwachſene Kinder und Anerben auf vorhergehendes Anmuthen des Herrn ſich innerhalb Jahrsfriſt nicht erklaͤren, ob ſie die Staͤtte wuͤrklich beziehen und annehmen wollen, ſo werden ſie dadurch ihres an die Guͤter habenden Rechts verluſtig,(Cup. 1. F. 33.) ) Wenn der Anerbe wegen begangener Uebelthat das Erbe und das Land verkauft, und innerhalb zwey Jahren kein Geleit erhalten, noch ſie zu Recht vertheidigen koͤnnen; ſo iſt der Gutsherr befugt, einen an⸗ dern auf das Erbe zu ſetzen,(bid. g. 14.) II. Von denen Erb⸗Meyerſtaͤttiſchen Guͤtern. Es befinden ſich die Erb⸗Meyerſtaͤttiſche Guͤter gleichfalls in der Graf⸗ ſchaft Ravensberg, und weil die Beſitzer derſelben frey ſind, ſollten ſie billig allhie unter der Leibeigenen Guͤtern nicht abgehandelt werden. Al⸗ lein weil ſehr vieles von dem, was vorhero von denen Eigenbehoͤrigen Guͤ⸗ tern angefuͤhret worden, auch bey dieſen gebraͤuchlich iſt, und es ſolcher hal⸗ ben in der Pragmatiſchen Sanction de A. 70 /. bey dem Herrn von.uH⁴ο⁵e eit. I. p. 190. in dem§. 2. gusdruͤcklich heiſſet:„Von welchen(Eigenbe⸗ „hoͤrigen) die Meyerſtaͤttiſche Freye auf keine andere Weiſe zu unterſchei⸗ „den, als daß ſie nicht geerbtheilt werden.“ So habe ich es nicht der Muͤhe werth geachtet, ſie an einem andern Ort insbeſondere vorzunehmen. Son⸗ ſten iſt es auch bey dieſen Guͤtern merkwuͤrdig, daß das Roͤmiſche Recht, und was darinn von der Emphyteuſi geordnet iſt, bey denenſelben zu keiner Entſcheidung dienen ſoll.„So ſetzen und ordnen wir, heiſſet es in der gemeldeten Sanction,„daß in genere die Controverſien, ſo unter Unſern „Erb⸗Meyerſtaͤttiſchen Unterthanen, als welche aus dem Eigenthum „mehrentheils herruͤhren, und genauer als die Roͤmiſchen Em phyteutæ „oder Erb⸗Zinß⸗Leute, laut denen alten Erb⸗Meyer⸗Brieffen, einge⸗ „ſchraͤnckt worden, nicht nach denen gemeinen geſchriebenen Rech⸗ 3 Sdd 3» en, 335 O( „ten⸗ ſondern nach der alten Juͤlichiſchen Policey⸗Ordnung, Tuulo „von Vertheilung, Verſplitterung, ungebuͤhrlichen Verbringungen, „und Verwuͤſtung der Sadel Schatz und Dienſt⸗Guͤter⸗⸗⸗So dann „nach hergebrachter alter Landes⸗Gewohnheit und denen alten Prb⸗ „Meyer Brieffen, decidiret und abgethan werden ſollen.* 1) Ihr Erbrecht. Dieſe Erb⸗Meyer⸗oder wie ſie auch heiſſen, Erb⸗Zinß⸗Guͤter werden unter mehrere Kinder und Erben nicht vertheilet, ſondern der juͤngſte erbet ſich allein,(&.2.) Denen uͤbrigen Kindernwird nach Beſchaffenheit der Guͤter eine gewiſſe Ausſteuer ausgelobet, und von de⸗ nen Herrn verſchrieben und bewilliget,(F. 2.) 2) Ihre Verauſſerung. Die Beſitzer haben gar kein Recht die⸗ ſe Guͤter ohne ausdruͤckliche Einwilligung und Vorwiſſen des Herrn zu veraͤuſſern, zu verſetzen, oder einigermaſſen zu verbringen,(F. 1) In dem Lippiſchen, allwo gleichfalls Meyerſtattiſche Guͤter zu finden, heiſſet es hievon in der dafigen Policeyordn. Tt. Xl. bey dem Herrn von Ludhn c. I. p. 299.„Es ſoll kein Bauersmann ſeine unterhabende Meyerſtitt⸗ „ſche Guͤter ohne der Land⸗ und Gut⸗Herrn Bewilligung verkauffen, ver⸗ „ſetzen mit einiger Dienſtbarkeit beladen, oder mit Schulden beſchweren „ auch was hiergegen auff einige Wege gehandelt nichtig und krafftloß „ſeyn, der Verbrecher ſoll ſeines Meyer⸗Rechts, und der Auslehner ſei⸗ „nes Geldes verluſtig ſeyn.-.. 5 Ihre Abgiften. Sie bezahlen einen jaͤhrlichen Erb⸗Zinß ec. 6. 7. 4 4) Herrenrecht uͤber die uͤbrigen Guͤter. Dieſe Erb⸗Meyer ſind von der Erbtheilung wie vorher beruͤhret, befreyet, es kann auch kein Heergewette noch Gerade ſo wenig von dem Herrn als denen Anverwand⸗ ten gefordert werden. Wenn aber dergleichen Guͤter durch Abſterben der Beſitzer ohne Hinterlaſſung Leibeserben varant werden, ſo fallen dieſelbe dem Lehenherrn anheim, und ſoll es damit bey dergleichen Begebenheiten gehalten werden, wie mit denen Leibeigenen,(F. F†) Auch duͤrfen im Lip⸗ piſchen die angekaufte Guͤter von denen Meyerſtaͤttiſchen nicht wieder ge⸗ trennet, noch von denen ausgeſteureten Kindern geerbet werden, cit. Ordin. Folit. c. l.— 8 5) Beraubung ihrer Guͤter. Es verlieren die Meyerſtaͤttiſche freye Unterthanen ihre Guͤter. a2) Wenn ſie ihre Præſtanda dicht richtig b b abtragen. De Hollcey,„ dhacn denſ n heit und ſ u e werden ſoll t“oder wiſ iihg t und Erde Krm enüdrigen a. uver ausgelt e .) I dhaden gaſ 8. nnd Vorwi ag uverbringg n eGüter zu n, dey dem ☚ nal R unterhad Ma Bewilligun e kauß der mit Ed N⁸ n ehandelt nitt und echts, und alut den jährlih rh⸗ uöter. T E , befrepetſt Soma Herrn als ſE Anc in Güuͤter d„äPſe ant werde fuͤne e derglei M ,1,4) Je an erſttiſc ln ₰ wrr. abtragen. b) Die Guͤter in Schulden ſetzen, in welchem Fall bey der Aeuſſerung die unbewilligte Glaͤubiger abgewieſen werden. Eben dieſe Urſache der Beraubung findet auch angefuͤhrtermaſſen in demippiſchen bey dieſen Gutern ſtatt, und heiſſet es l. c. annoch zum Beſchluß:„Und ſoll „der vorſetzliche Verſchwender von den Guͤtern abgeſetzt, und des Landes „verwieſen werden.“ c) Oder ſich ſonſten erhebliche Urſachen finden,(g.3) Wohin kraft deſſen, was bey dem Herrn von Ludolpb c. 1. p. 290. zu leſen, die uͤbele Haushaltung und Verderbung des Guts geſchehene Ver⸗ auſenung oder Verſetzung deſſelben ohne des Herrn Einwilligung zu neh⸗ men iſt. b IlI. Von denen Guͤtern der Oßnabruͤckiſchen Eigen⸗ behoͤrigen. 3 iſt eine ziemlich weitlaͤuftige Verordnung von denen Oßnabruͤckiſchen ⸗ Eigenbehoͤrigen A. 1722. von dem damaligen Biſchof Ernſt Auguſt gegeben worden, welche bey dem Herrn von Ladolph cit. loc. p. 193. fegq. zu leſen, und nach deren Innhalt wir die Beſchaffenheit dieſer Eigenbe⸗ hoͤrigen Guͤter kuͤrzlich anzeigen wollen. 1) Ihr Erbrecht. Der juͤngſte Sohn hat auch allhie das Erb⸗ recht von denen andern Kindern,(Cap. 77. g..) wenn er aber wegen ſeiner Jugend, oder weil er lahm und gebrechlich zum Ackerbau untuͤchtig iſt, das Erbe nicht gehoͤrig verwalten kann; ſo kann der Herr unter denen andern Kindern einen erwaͤhlen, welchen er will, ohne daß der naͤchſte von denen juͤngern ein Vorrecht vor denen andern haͤtte. Doch muß in dieſem Fall dem Anerben vor ſeinen Abſtand eine abſonderliche Erkenntniß ausgelobet werden, im uͤbrigen aber wird er denen andern Kindern gleich gehalten, und nach der Billigkeit und dem Ertrag des Guts abgefunden,(Thid. g. 2) Wenn keine Sohne vorhanden ſind, ſo hat die juͤngſte Tochter vor denen aͤltern ſich des Erbrechts zu getroͤſten. Stirbt aber der juͤngſte Sohn oder Tochter vor Antretung des Erbes, kauft ſich frey, oder hat ſonſten nicht Luſt es zu uͤbernehmen; ſo ſtehet es wieder bey dem Herrn, welchen er un⸗ ter denen uͤbrigen Kindern auf das Erbe ſetzen will. Ueberhaupt haben die Kinder erſter Ehe vor denen aus denen nachfolgenden Ehen den Vorzug, (G..) Wer einmal von dem Erbe durch die Ausſteuer abgeguͤtet iſt, der bleibet von der Erbfolge ausgeſchloſſen, es waͤre denn, daß ihn der Herr b mittelſt ——— —õ————O—— —— Erde zulaſ e d. er üderdid 2m rath auf d S 7,.— mc. Alt m Dorwiſtn i Terſͤheu m ruſchungen, Ohhr enundewegl d rmuthete N Qff muß er ſolc S fe ligung anſſ, 1 deld zudem M za alls iſt die im lh ndern nicht— ha ſolcher mue i 2, will aber zu konnen die ſt 17. 9. Ein ² dbe 5.) Denen, Leibzucht zif Erbes aus, b muß ſich=td. „und ob et NX muß er ſt ow auf das S= u, remder hin E hde 3 en Herrn Sn n aot muß ei? un j )o( er 401 unterſchieden, leiſten,(Cap. Xll.) Der Herr iſt zwar nicht befugt, anſtatt der Dienſte ein gewiſſes Geld von dem Eigenbehoͤrigen wieder deſſen Wil⸗ len zu fordern, wenn aber ſolches bishero freywillig gegeben worden, ſo ſtehet es dennoch dem Gutsherrn jederzeit frey, die wuͤrklichen Dienſte wieder zu fordern, ohne daß der Eigenbehoͤrige einige Verjaͤhrung dagegen vorſchuͤtzen koͤnnte,(bid„ 2.) Es waͤre denn, daß die Sache durch beſonde⸗ re Vertraͤge alſo ausgemacht worden, als welchen auch hierinnen unver⸗ bruͤchlich nachzuleben,(Eaick de A. 1660. cit 1.. 231.) Eben ſo wenig waͤch⸗ ſet dem Eigenbehoͤrigen ein Recht die Dienſte zu verweigern daraus zu, daß er in langer Zeit deswegen nicht angefordert worden, weil es in des Guts⸗ herrn Willkuͤhr ſtehet, den Eigenbehoͤrigen zu Dienſt zu fordern oder nicht, (Cap. X. J. 2) Sonſten haben die Herrn bey dieſen Eigenbehoͤrigen Kindern auch einen gewiſſen Dienſtzwang hergebracht, kraft deſſen ſie ihnen ein halbes oder auch an einigen Orten ein ganzes Jahr umſonſt dienen, und uͤberdem, bis zum Freyhkauf, nach Verflieſſung des ſiebenden Jahrs, wie es hergebracht, den Dienſt wiederholen muͤſſen. Auch wenn ſie nach Endigung dergleichen unentgeltlichen Zwangdienſtes noch weiter dienen wollen, haben einige Herrn das Naͤherrecht,(Caß. XIII. g 10. 21.) Wenn ein Eigenbehoͤriger ſeinen Pfacht nicht entrichtet, die Dienſte nicht leiſtet; ſo ſind dem Herrn unterſchiedene Zwangsmittel erlaubet, z. E. daß er ihn auspfaͤnden, das Korn ausdreſchen und verkaufen, ins Gewahr⸗ ſam ſetzen laſſen kann ꝛc.(Cap. Xlv g. 1.) Es kommt zwar der nothduͤrftige Gebrauch des auf dem Erbe wachſenden Holzes dem Eigenbehoͤrigen un⸗ ter gewiſſer Einſchraͤnkung zu, doch bleibet es dem Herrn auch frey, wenn er ein Stuͤck Holz noͤthig hat, ſolches vom Erbe hauen zu laſſen,(ap. Xl. F. 12.) 4) Uebrige Guͤter c. Der Herr erbet von allen beweglichen Guͤtern des Eigenbehoͤtigen die Helfte, welches der Sterbfall oder die Beerbtheilung genannt wird, doch ſtehet es bey dem Herrn, ob er den Sterbfall in narura nehmen, oder auf ein ſicheres verdingen laſſen will,(Cap. 71. 9 j.) Bey dem Abſterben des einen Ehegatten faͤllt die eine Helfte der beweglichen Guͤter, wie geſagt, an den Herrn, die andere aber behaͤlt der uͤberbliebene ſo lange er lebet, nach deſſen Tode aber erbet der Herr ferner,(F. 3.) Wenn die Anverwandten des Verſtorbenen etwas, ſo doch mit zu der Berlaſpenſchaft gehoret, nicht anzeigen, ſondern vorſetz⸗ See und e) O( und wiſſentlich verſchweigen, ſo iſt ſolches dem Herrn ganz verfallen, 9 9.) Ueberhaupt gilt bey allen ihren erworbenen Guͤtern die Regel: Was ein Leibeigener erwirbt, erwirbt er ſeinem Gutsherrn, und werden ſolcheer⸗ worbene Mittel denen andern eigenthuͤmlichen Guͤtern gleich gehalten, (F. 6.) Doch iſt zu merken, daß ſie die Helfte von ihren beweglichen Guͤ⸗ tern an ihre Kinder oder an andere verſchenken koͤnnen, wenn das Erbe da⸗ durch nicht beſchweret wird, es muͤſſen aber die geſchenkte Sachen ſogleich uͤberliefert werden, und duͤrfen ſie ſich nicht den Nutzen und Gebrauch derſelben vorbehalten, noch die Uebergabe bis nach ihrem Tode verſchieben, wie ihnen denn auch uͤberhaupt alle Teſtamente, mortis cauſa donationis und dergleichen unterſaget ſind,(Cap. 77. S. 6.9. Cap. XZ. J. 3. 4.) Wenn der Eigenbehoͤrige blos durch ſeinen Fleiß, ohne daß er von ſeinem Erbe etwas dagegen vertauſchet oder veraͤuſſert, unbewegliche Gruͤnde erworben hat, ſo ſtehet ihm zwar frey ſolche bey ſeinem Leben wieder zu veraäͤuſſen, doch ſo, daß der Herr den Naͤherkauf daran hat; Thut er aber ſolches bey ſeinem Leben und geſunden Tagen nicht, ſondern ſtirbt daruͤber no ſo bleibet es bey der Staͤtte, und kann nachgehends, wenn der Sterbfal daruͤber gangen, ohne Bewilligung des Gutsherrn nicht davon veraͤuf⸗ ſert werden,(Cap. XI. g. 2. Cap. XlT. g. J.) 5) Beraubung ihrer Guͤter ꝛc. Es ſind Cap. X771II. uͤber zwan⸗ zig Urſachen der Aeuſſerung angegeben, es ſind aber ſehr viele eine unter der andern begriffen, und nur als Exempel von einer andern allgemeinen Urſa⸗ che anzuſehen. Wir wollen ſie unterdeſſen, wegen des zum Beſchluß ge⸗ machten Unterſcheides zwiſchen hinlaͤngliche und aggravirende Urſachen, in der angefuͤhrten Ordnung herſetzen. 1) Wenn das Sigenbehdrige entweder aus Vorſatz oder Nachlaͤß ſigkeit die Staͤrte herunter bringt, verdirbt oder verwuͤſtet. 2) Das Wohnhaus.„ 3) Die zur Staͤtte gehoͤrigen Nebenhaͤuſer verfallen laͤſſet. 4) In gutem Dach nicht bewahret und erhaͤlt. 5) Die Gruͤnde der gezimmerten Gebaͤude zu rechter Zeit, und wenn es noͤthig, nicht beſſert und im Stande erhalt.“ 6) Vor die Unterhaltung der Zaͤune und Wrechten, gleichfalls als ein guter Haußvater keine Sorge traͤget. 2) Wenn ndeweglich=nd mLeden wzun an hat; T zrat , ſondern(t da Hgehends, ſt dad zutsherrn 1Adau f.) ſind Co. XIÄ daber ſehſ un einn iner anden remn wegen des.3 I und aggn 1* ſdeli aus Vot eöder. oder vertal. iſerverit t eiſſ erhalt.„ 1 dude zu* K Kerbaͤlt. 1d WS,M I Discuſſion zu achten. 22 2 7) Wenn er das Blumen⸗als Eichen⸗ und Buchenholz„ ob es A gleich von ſeinem Vorfahren gebodet iſt, unter dem Vorwand, daß es mdordet geweſen ſey, ohne Gutsherrliche Anweiſ⸗ und Bewilligung abhauet. 8) Das Brand⸗ und Unterholz muthwilliger Weiſe verdirbet, verſauft, oder zu Tilgung ſeiner unbewilligten Schulden, oder ſonſt un⸗ zulaͤßiger Weiſe verbringet oder veraͤuſſert; Wie dann wann Eigenbehoͤ⸗ rige das Holz ſolchergeſtalt merklich verhauen, ſolches pro cauſa aggra- vante anzuſehen iſt..—„ 9) Wenn derſelbige, wie es einem Eigenpflichtigen wohl anſtehet und gebuͤhret, nicht wieder anpflanzet. 10) Wenn derſelbe die Laͤndereyen durch Faulheit unbeſaamet lie⸗ gen und verderben laͤſſet. Oder b b 11) Selbige in gebuͤhrendem Gail und Bau durch Mangel des Viehes an Pferden und Kuäͤhen. n Auch die zum Ackerbau noͤthige Gereitſchaften nicht behoͤrig unterhaͤlt. b 13) Wenn er das ausgeſaͤete beſte Korn auf dem Lande verkauft, ſelbiges an andere verſetzet, verſpielet, verſaͤuft, oder ſonſt unzulaͤßiger liederlicher Weiſe abhanden bringet. 14) Wenn er das Erbe mit vielen Schulden ohne des Gutsherrn Bewilligung beſchweret. 3 15) Deſſen zugehoͤrige Stuͤcke an Land oder Wieſen und ſonſt ver⸗ ſetzet, vertauſchet, darauf Geld oder andere Waaren, als Pferde, Kuͤ⸗ he und dergleichen nimmt, es geſchehe bey dem Leben, oder auf den To⸗ desfall, wie dann, wann Eigenbehorige das Erbe mit ſo vielen Schul⸗ den belaſten, welche den Werth des Erbes nach Proportion der Pacht⸗Lie⸗ ferung zu 3 pro Cento erreichen, oder gar uͤberſteigen, es pro unica cauſa discuſſionis, wenn er aber den dritten Theil verſetzet, pro cauſa aggra- vante zu halten. 16) Wenn er ſeinen Kindern Brautſchatz ohne Vorwiſſen des Gutsherrn auslobet und mitgiebt, es ſey an Geld, Land, Vieh, oder wie es Namen haben mag, ſo iſt auch ſolches allein als eine Urſach der Eee2 17) Wenn 404 3)O C. er 2) Wenn er dem Gutsherrn ſeine ſchuldige Pfaͤchte und Dien⸗ ſte nicht abſtattet, ſondern ſelbige, ſo weit ſie von zwey Jahren eintragen koͤnnen, aufſchwellen laͤſſet, oder auch ſeine ſchuldige Dienſte, aller ge⸗ thanen Anforder⸗ und Warnung ungeachtet, in zwey Jahren nicht ver⸗ richtet, ſo iſt ſolches pro cauſa aggravante, wann aber dem Gutsherrn ſo viel zuruͤckſtuͤnde, als dreyjaͤhrige Pfaͤchte eintragen, gleichfalls alleinig pro cauſa discuſſionis zu halten. b 18) Wenn er ſich dem Gutsherrn muthwillig wiederſetzet, und demſelben ſein Recht boshafkig abzuſagen ſuchet, iſt cauſa discufſionis aggravans. 1 b 19) Wenn er die Contribution aufſchwellen laͤſſet, und dieſelbe in zwey Jahren nicht bezahlet, oder vorhin ſo viel ſchuldig bleibet, als zwey Jahr austragen, ſo iſt auch ſolches, in ſofern er wegen des Ruͤckſtandes vor dem ordentlichen Verfall⸗ und Zahlungs⸗Termin anSchatzung keinn Nachlaß erhalten, pro cauſa aggravante zu achten. —20) Wenn eine eigenbehoͤrige Perſon ohne Conſens des Gulz⸗ herrn ſich verheurathet, und das Weib oder den Mann auf das Erbefuh⸗ ret, bevor ſie mit dem Eigenthum und gewoͤhnlichen Weinkaufs⸗ ode Auffahrts⸗Geldern zu der Staͤtte, und bey dem Gutsherrn ſich behoͤrgg qualificiret, noch aus anderer Gutsherrn Dienſtbarkeit durch Freykau⸗ fung ſich frey gemacht hat, ſoll ſolches ebenmaͤßig allein pro cauſa dis cuſfionis angeſehen werden. b 21) Wenn der⸗oder dieſelbe ſich dem ſchaͤndlichen Hurenleben ergiebt, ingleichen Ehebruch oder Diebſtahl begehet, oder auch ſonſt einer groben Miſſethat uͤberfuͤhret iſt, wodurch dem Erbe eine ſchwere Laſt zu⸗ waͤchſet, iſt ſolches gleichfalls alleinig pro cauſa diseuſſionis zu halten. Von dieſen angefuͤhrten Urſachen heiſſet es nun zum Beſchluß: Wenn ſich nun dergleichen Urſachen als entweder eine einzige zur Abaͤuſſe⸗ rung hinlaͤngliche Urſache, wie oben gemeldet, oder zwey Aggravantes oder eine aggravirende nebſt zweyen andern Aeuſſerungsurſachen zugleich, oder auch drey Urſachen der Discufſion ohne Unterſcheid hervorthun, ſoiſt dem Gutsherrn erlaubt zu der Prædial. Discuſſion zu ſchreiten ꝛc. ec. Wo⸗ von die Art zu verfahren hernach mit mehrem beſchrieben wird. Wiewohl da nur zweyerley Urſachen, nemlich hinlaͤngliche und àggravantes angefuͤh⸗ ret werden, und von denen erſtern nur eine und von denen letztern zweyi tt, in zwer „ wann reintragen E ſ mutſwilig M x nſuchet, ſ ſchwellenf u o viel ſchul Täͤbe fern er weg 33 5⸗Vrwinſ ichan u achten. ſon ohne(tac d er den Maßße fdi gewoͤhnliche= einku e dem 61 am Dienſtbat durh denmaͤßig b dem ſchat hen. (begehet,= auhß dem Erbe u ſchon auſa dsq E 11S diſſet es 1 um 4 weder ein e geilte det, odet Ar h 3E Jeuſſerut= Unterſch rur uilon zu k 1. noeſchrit t vold, weund A M. em cheund eaams 3 1 9) O( r 405 der Abaͤuſſerung hinlaͤnglich ſind, ſo begreife ich wiederum nicht, in wel⸗ chen Faͤllen eine aggravirende und annoch zwey hinlaͤngliche oder uͤberhaupt drey Urſachen erfordert werden. Sonſten iſt bey der Abaͤuſſerung merk⸗ wuͤrdig, daß der Herr alsdenn ſein Erbe mit fuͤnf Oßnabruͤckiſchen Schil⸗ lingen, ſo denen unbewilligten ſaͤmtlichen Glaͤubigern auf ihr Verlangen von ihm gegeben werden, retten, und damit ſowohl dieſe Glaͤubiger als den Eigenbehoͤrigen und ſein Gebluͤt von dem Erbe gaͤnzlich abweiſen kann, (Wbid. F. 13.) Uebrigens ſind auſſer dieſe angefuͤhrte annoch einige andere Urſachen vorhanden, um welcher Willen zwar eben nicht eine Aeuſſerung vorgenommen wird, aber doch die Anerben ihres Erbrechts an die Guͤter verluſtig werden, als nemlich: 22²) Wenn die erwachſene Kinder und Anerben ſich innerhalb Jahrs⸗ friſt nicht erklaͤren, ob ſie die Staͤtte wuͤrklich beziehen und annehmen wollen, auch ſolche boshafter Weiſe innerhalb ſolcher Zeit nicht beziehen, ſo ſind ſie ihres Anerben⸗Rechts verluſtig, haben aber doch die Ausſteuer zu gewaͤrtigen,(Cap. 17. g. 19.) 23) Wenn ſie ſich abweſend in fremden Landen befinden, und ſich nach Verlauf eines Jahrs nicht wieder einſtellen, ſo ſoll nicht laͤnger auf ſie gewartet werden,(id. g. 19.). 24) Wenn ein Anerbe wegen einer begangenen Uebelthat das Erbe und das Land verlaufet, und innerhalb zwey Jahren kein Geleit erhalten, noch ſich zu Recht vertheidigen koͤnnen, ſo kann der Herr das Gut mit ei⸗ nem andern beſetzen,(F. 20.) 25) Wenn ein Eigenbehoͤriger ſich in Kriegsdienſte inn⸗ oder auſſerhalb Landes begeben, oder ſonſt die Staͤtte verlaſſen hat, ſo iſt, falls er ſich innerhalb drey Jahren(wenn nemlich immittelſt die Preſtanda von der Staͤtte haben kommen koͤnnen, ſonſt aber nach Ablauf eines Jahrs) nicht woſeder einfindet, die Staͤtte dem Gutsherrn zu ſeiner Verfuͤgung verfallen. 3 IV. Von denen Guͤtern derer Hausgenoſſen des Meyerhofs zu Weſtrum.— Es ſind die Hausgenoſſen gewiſſe unter dem Domeapittel zu Oßna⸗ ² bruͤck ſtehende Eigenbehoͤrige, deren in der von dem Herrn von Lu. dolpbc. l. P. 253. beygelegten Nachricht 43, an der Zahl zu ſeyn angegeben 6 3 wer⸗ — —-———— 4 406 b 3 10 Ser⸗ werden. Sie haben laut des daſelbſt p. 276. angefuͤhrten Hausgenoſſen Hofbriefs drey jaͤhrliche Zuſammenkuͤnfte, welche Hausgeſpraͤche, die Tage ihrer Zuſammenkunft ſelber, als die Pflicht⸗Tage genannt wer⸗ den. Worunter der erſte Dienſtag nach H. Drey Koͤnige der rechte Pflcht⸗ Tag iſt, welchen jeder Hausgenoſſe bey Verluſt ſeiner Gerechtigkeit halten muß. Was ihre Rechte in Abſicht ihrer Guͤter anbelanget, ſo will ich ſolche kuͤrzlich, in ſofern erwehnter Hofbrief mir einigen Unterricht da⸗ von mittheilet, und ich deſſen Einhalt, welchen unterſchiedene mir unbe⸗ kannte und auch zum Theil im Abſchreiben verdorbene Worte hin und wieder ſehr unverſtaͤndlich machen, begreifen koͤnnen, beruͤhren. 1) Ihr Erbrecht. Daß die Hausgenoſſen ihr Gut auf ihre Kinder vererben, erhellet aus folgender Verordnung:„Wenn beyde „Mann und Frau geſtorben, und ein klein Kind nachgelaſſen, das de „vier Waͤnde beſchreyen kann, ſo ſoll ſolches nach Haußgenoſſen Recht da „halbe Gut bey dem Wehr behalten, und die naͤchſten Freunde vonba⸗ „den Seiten ſollen dem Kinde vorſtehen, bis daß es zu ſeinen Jahren „kommt, und deſſen Erbe bauen, und dem Dom⸗Probſt die davon fallen⸗ „de jaͤhrliche Abgiften entrichten kan.“ b 2) Veraͤuſſerung und Verſetzung ꝛc. Es iſt zwar hievon in dem Hofbriefe nichts enthalten; es iſt aber leicht zu erachten, daß dieſe Hausgenoſſen darinn nicht mehrere Freyheit, als andere benachbarteigen⸗ behoͤrige haben werden. Wer von denen Alten ſich auf die Leibzucht ſetzet, der muß ein beſtimmtes an Hausrath, Vieh, Geſchirr, Getreyde, Fut⸗ ter bey dem Wehr, oder dem Gut laſſen. 3) Abgiften. Sie muͤſſen ihre jaͤhrliche Guͤlte, Zehenden ec. abtragen. Von denenjenigen, welche ihre Worth⸗Pennunge nicht alle Jahr ausgeben, ſondern zwey bis drey Jahr aufſchwellen laſſen, heiſſet es: „So mag de Dom⸗Proveſt de ſulveſten ervdehlen na widder guͤrte ꝛc. Was aber unter WorthPennunge und Widder Guͤtte verſtanden werde, weiß ich nicht. Es meldet zwar Gericken in Schottelio Tluſtrato p. 99.„daß „in der Neuſtadt Hildesheim annoch ein gewiſſer Zinß gebraͤuchlich, wel⸗ „cher der Wohrt⸗Zins genannt werde, da nemlich alle Jahre zweymal „als des Montags nach Oſtern und Michaelis dem zeitigen Herrn Dom⸗ „Probſt des Stiffts Hildesheim, als domino, von denen meiſten Haͤu⸗ „ſern 1. oder 2. Pf. bezahlet werden, und wann ſolches nicht auf beſtimmte „Dell Büter anbele e jef mir eing im⸗ lchen unne Sn en verdorbei d fen konnen, † ſ asgenoſſen i i Werordnung N in Kind m=ſ nach Haußt Ih die nächſien zm „ bis daß et in. Dom⸗Proh ſ c. Es ſſtzl ien leicht zu er n, als andere Tuzbre tten ſich arf ihe eh, Geſchirt be. heliche Gu Sühe Worth⸗ amt aufſchwell An rodehlen n rdat⸗ dder Guͤtt 2 ann hotteln A 4, B) o(Se⸗ 407 „Zeit geſchiehet, ſteige der Zins alle Stunden hoͤher.“ Allein ich habe hieraus eben ſo wenig die eigentliche Bedeutung von Worth errathen koͤn⸗ nen. Von dem Dienſtzwang ſind ſie befreyet. Die Frohndienſte aber muͤſſen ſie leiſten, doch behaupten ſie, daß ſie mit ſelbigen nur an einen zeitigen Domprobſt angewieſen, und alſo ſolche zu keines andern Herrn Behuf und Nutzen veraͤndert, auch ſie uͤberhaupt wegen ihrer Entfernung von der Dumprobſtey zu denen woͤchentlichen Dienſten nicht angehalten werden moͤgen. Welche Befugniß ihnen aber in der erſten Inſtanz abge⸗ ſprochen worden, worauf ſie ſich an das Kaiſerliche Kammer⸗Gericht gewandt haben. 4) Ihre andere Guͤter. Was bey dem Sterbfall der Herr von dem Hausgenoſſen erbe, erhellet aus folgendem:„Wenn de ein „Mann ſterpet im Hußgenotten Rechte, ſo hoͤret dem Dom⸗Proveſt „dat beſte Perd mit Sadel und Tom, ſin Schwerd und Sporen, ſo ſe „dar ſind, und darna ein Hergeweide to then na Hußgenotten Tothen, „na Hußgenotten Rechte, int erſte eine Kiſten dar man ein Schwert in „leggen kan, und einen Kettel, da man mit einer Sporen in treden kan, „ein Seckel und ein Sack, und vort alle ſine Kleder, uhtbeſcheiden „Toſchen, Meſten, Gordel, Hout, Schowe, und vort alle Gewehr, „to einer Hand, dat ſuͤlvige hoͤret dem Amt⸗Meyer. Ock folget dem „Dom⸗Proveſt nach Herpol, wiewohl idt noch nicht lange ein Recht gewe⸗ „ſen iſt. Wenn ein Freuwe in Hußgenotten ſtervet, ſo behold de Mann „dat beſte Perd by der Wehr mit ſinner Tobehoͤring, negſt dem tuet de „Dom⸗Proveſt der Fruwen Gerade, alle ere Kleider uhtbeſcheden de „Ampt⸗Meyer nimmt ere Huweſel, Kragen, Mauen, Haͤnſchen, Schohn, „Gordel, Meſte. Item darnegſt hoͤret dem Dom⸗Proveſt alle ge⸗ „boͤget Suͤlver, und alle Lacken, dar de Scheere nicht hefft daer⸗ „ggen, alle Wreven, Flaß, und ein Bier⸗ und Boͤtteren⸗Poͤtte⸗ „cken.“ Wie aber die folgende Ordnung, da alle Wehr bald dem Dom⸗ probſt, bald wieder denen andern Erben zugeſchrieben wird, zu erklaͤren ſey, verſtehe ich ebenfalls nicht. Die Worte ſelbſt lauten alſo:„Wenn „Mann off Fruwen ſtervet in den Hußgenotten, ſo hoͤret mit erſte to blie⸗ „ven by der Wehr, Bulle und Beer und de Mutte mit dem negſten „Worpe, und alle dat den Titte ſteidt. Darneigſt hoͤret dem Dom⸗ „Proveſt alle Wehr, vorethede Grund halff; Idt iſt ock to weten, dat „de 4⁰⁸ 3) Oo(6 „de Reede⸗Meyers two Mutten mit dem negſten Worpe vorn auffnehmen, „und alle doppelt, dat de andern Erven holden alle Korn, idt ſy ge⸗ „droſchen oder nit, dat hoͤret by de Wehr to blieven. Ein Knecht „ oder Magd, wenn er ſie ock nit uhtgedehnet hebben, darv man ſie ock „nicht ervdehlen.“ Von der Leibzucht erbet der Herr bey des einen Ehe⸗ gatten Abſterben die Helfte, ſterben ſie aber beyde, ſo ziehet der Dom⸗ probſt alles was da iſt, in Beyſeyn der Hausgenoſſen, auſſer was Erd⸗ und Nagelfeſt iſt, und alles Korn,„dar de ſyende nit hefft under hergegan, (das noch auf dem Halm ſtehet) als welches bey dem Wehre bleibet. 5) Beraubung. Hievon iſt nichts verordnet, doch werden die ge⸗ woͤhnlichen Urſachen der Wegnehmung auch wohl bey dieſen Guͤtern att finden. b V. Von denen Guͤtern der Weſterburgiſchen Leib⸗ eigenen. Die wenige bey dem Zerrn von Ludolpb c. I. p. 323. befindliche Nach⸗ richten erlauben uns nur bey dem zten und 5ten Punct etwas an⸗ zumerken. 3) Ihre Abgiften ꝛc. Sie muͤſſen ungemeſſene Dienſte ver⸗ richten, wobey jedem ein Frohnbrod gereicht wird. Ein jeglicher muß jaͤhrlich fuͤnf Leibhuͤner liefern. Sie haben auch vor dieſem das beſte Haupt gethaͤdiget, welches ihnen aber von Graf Georg Willhelm nach⸗ gelaſſen worden. Ferner muß jedweder Leibeigener jaͤhrlich nach Beſchaf⸗ fenheit ſeines Weymönons zwey, drey bis vier Meſten Hundhabern lie⸗ fern. Sie ſind dem Dienſtzwang unterworfen, und werden jaͤhrlich in dem Hofgeſinde Knechte und Maͤgde ausgezogen, welche aber doch den gewoͤhnlichen Lohn bekommen. Wenn ein Leibeigener ausziehen will, welches ihm doch ſein Herr zu verſtatten nicht ſchuldig iſt, ſo muß er ſich um ein gewiſſes Looßgeld vergleichen, und wird ihm alsdenn ein Er⸗ laßſchein mit der Bedingung ertheilet, daß falls er hienaͤchſt wiederum einziehen wuͤrde, er alsdenn mit der Leibeigenſchaft verhaft ſeyn ſolle. b 5) Beraubung. Wenn einer ohne Theidigung der Leibeigen⸗ ſchaft, oder wieder Willen des Leibeigen⸗Herrn ausziehet, ſo fallen ſeine Guͤter demſelben anheim. p Von — ehnet hebben G et der Herr 4 der deyde, at ausgenoſſen d d. ſdendenithe M des dey dem n derordnet, 3 en auch wohl Dißt Veſterdur P en. Pb c. 1.. 21 tdi zten und ſta n ſen ungen d reicht wird. Siſ adden auch! Siſe on Geaf Go= dn adeigener d I ut Kvier Mſtſ mie worfen, un kadat gezogen, † dnn ge Theld 48 ii derrn aus N/ 4 )0( 409 VI. Von denen Guͤtern die Hofsleute des Hofes Eickel. Es fuͤhret Lünig in Corpore Juris Feud. Germanici Ton. I. p. 1997. fegg. eine ſogenannte alte Rolle und einen darauf ſich gruͤndenten Ver⸗ trag de A 1569 an, worinnen folgende Nachrichten von dieſen Guͤtern und deren Beſitzern enthalten. Der Hof Eickel liegt in der Grafſchaft Mark, und iſt laut der Rolle dem Stift 8. Panthaleon in der Stadt Coͤln am Rhein zuſtaͤndig geweſen, welches aber ſeine Erb⸗Gerechtigkeit, Lehen⸗ gewehr und Nutzbarkeit uͤber dieſen Hof, nach Auſſage ermeldeten Ver⸗ trags n. 9. an Johann Hugenpoet zum Goſewinkel und die Gebruͤdere und Vettere von Eickel uͤberlaſſen hat. Es gehoͤren zu dieſem Hofe ein und zwanzig Bauerhoͤfe, und werden die dazu gehoͤrige Beſitzer und Leute in Hoefners, Kotteren, und Ummeling eingetheilet,(Roll.§. 6.) Es ſcheinet zwar, als wenn ſie unter die Leibeigene nicht zu rechnen, indem es in dem Vertrag n. 1. ausdruͤcklich heißt:„Dweil dieſe Luyde mit „geiner Hoffs⸗Eigenſchafft behafft, ſunder allein hoffhoͤrig ſeyn.“ Allin dieſer Unterſcheid beſtehet nur in dem Namen, ſintemal ſie ſon⸗ ſten in ihren Rechten und Verbindlichkeiten von andernEigenbehoͤrigen we⸗ nig unterſchieden ſind. So werden ſie z. E. verwechſelt und vertauſcht(R. F. 25.) Sie koͤnnen ohne Erlaubniß ihres Herrn ſich keiner fremden Herr⸗ ſchaft ergeben, noch in andere Lande ziehen,(A. F. 24¼.) Ein fremder, der eine hof hoͤrige Frau heurathet, wird dadurch Wachszinßig,(A. F. 27.) Ein Hoefs⸗Knecht und Hoefs⸗Magd werden ausdruͤcklich denen frehen Maͤgden und Knechten entgegengeſetzet, und werden die unehlichen Kinder, welche ein Hoefs⸗Knecht mit einer freyen Magd erzeuget, dem Herrn wachszinßig, und hingegen diejenigen, welche ein freyer Knecht mit einer Hoefs⸗Magd erzeuget, ſollen in den Hof gehorig ſeyn zu ewi⸗ gen Tagen,(R. F. 31. 32.) Sie bezahlen den Hauptfall, Gezeugniß⸗ Pfennig ꝛc. Uebrigens iſt auch noch zu merken, daß ſie wegen dieſer Guͤ⸗ ter unter gewiſſen Gedingen oder Gerichten ſtehen, welche viermal im Jahr ungeboten ſollen gehalten werden. Hiebey iſt der Schultheiß im Namen des Herrn zugegen, die Beyſitzer, welche dieſe Hofgedinge mit beſitzen, ſind ſieben aus dieſen Hofhoirigen Leuten erkieſete Maͤnner, welche die verſtaͤndigſten, weiſeſten, und ehrbareſten ſind, und die den Namen Latones oder Laten fuͤhren 35* F. 1.) Die Pflicht dieſer eben Laten 410 O( ⸗ Laten beſtehet darinn, daß ſie auf Erinnern des Schultheiſſen bey denen Gedingen bey ihren Eyden„alles des Hoeffs⸗Recht und Herlichkeit nae „Uißwiſinge des Brieffs und Rollen erwecken und erneuwern, und wenn „jemandt von den Hoffs⸗Luiden, die in den Hoeff gehoͤrig ſyn, einich Ge⸗ „breck hedde⸗⸗ ſollen ſie Recht und Ordell wyſen. 1) Ihr Erbrecht. Daß dieſe Guüͤter vererbet werden, und der Prbe als neuer Beſitzer die Lehnwaare bezahlen muß, erhellet ſo⸗ wohl aus der Rolle g. 19. als aus dem Vertrag, worinn die hieher gehoͤrige Worte n. 3. alſo lauten:„Wanner na Affſterven eines Hoeffs⸗Mann off „einer Hoeffs⸗Vrauwen, ſo auff einem Hoff gewohnet, die negſte Er⸗ „ven, oder die ſuͤs dat mit Rechte doin mochten, umb ſolchen Hoeff „oder Hoeffs⸗Guidt, als der Affgeſtorvener verlathen, tho hand⸗ „gewinnen den Hoeffs⸗Heren oder ſeinen Schulten erſuche, ſall der „Hoeffs⸗Herroffte ſein Schulte dieſelve, tho der Handtgwinnung geſta⸗ „den, und derjenne, der ſolche Handtgewinn begehrt, hy ſy Mann oder „Frauwe, fuͤr den Handtgewinn jedesmahl ſechs alde Guͤlden Schilde „écu] mit Gnaden, oder den Werth dairvoir, als der Herr von dem „Lande boiren doit, vort mehr geven und verrichten.“ Wie aber die Erbfolge eigentlich eingerichtet ſeyn, und wer darinn den Vorzug haben ſolle, ſolches iſt ſo wenig in der Rolle, als in dem Vertrage beſtimmet. So viel ſcheinet aus dem§. 20. der Rolle zu folgen, daß, wenn von zweyen Ehegatten der eine ſtirbt, der zuruͤckgelaſſene vor allen andern das Vorrecht hat, indem daſelbſt verordnet iſt, daß wenn ein ſolcher nachgebliebener Ehegatte„des Guides nicht laͤnger bekommen noch gewinnen moͤchte; „ſo ſoll und mag ſie, Ler] off ſie Ler] wil, vur dem Herrn off Schultis kom⸗ „ men, und ime in die Handt taſten, und op dat Guidt vertheien, „wan nehe dat geſcheidt is, ſo mag der negſte Erve kommen, und „geſinnen des von dem Herrn of Schultis zu Handtgewinn⸗⸗⸗ Und „wenn die Vrauwe geſtorven, ſo mag der Mann deſſelven gleichen doin. 2) Veraͤuſſerung ꝛc. Die Veraͤuſſerung und Vertheilung iſt bey dieſen Guͤtern ohne des Herrn Einwilligung gaͤnzlich verboten, und wenn dergleichen deſſen ungeachtet vorgenommen wird,„dat ſall alles van Un⸗ „werde und Macht lois ſeyn“(A. g. 3.) Dieſem zufolge wird denen Er⸗ ben, die zu dergleichen veraͤuſſerten Stuͤcken berechtiget ſind, die Anſpra⸗ che darauf zuerkannt, und daß das Hofsrecht daruͤber evoͤfnet, und nach winn degehſ A'ſl nahl ſechs 3S lde daicvoir, al H. und verricht— 1 dwer darmn= W als in dem= zufolgen, R fem mevor alen ℳ ni⸗ wenn ein ſt K tt fommen not dun vür dem a Eféte und op? r der negſte m altis zu Hq e dr Mann d fu 16 ſſerung un E thein A un ginzlid ean )O(S- b 4¹1 nach deſſen Erkenntniß alles vollfuͤhret werden ſoll, verordnet in dem Ver⸗ trag n. 10. Nicht weniger wird ihnen(lbid. n. 13.) anbefohlen, daß ſie die jaͤhrliche Rente, die ſie aus ihren Hofs⸗Guͤtern ohne Wiſſen und Be⸗ willigung des Hoifs⸗Herrn andern verkauft und verſchrieben haben, wie⸗ der ablegen ſollen. Wenn ſie aber ſolche zu gehoͤriger Zeit nicht abloͤſen koͤnnen; ſo ſoll es denen Herrn frey ſtehen, ſolche an ſich zu loͤſen, doch mit dem Vorbehalt, daß denen Hoefsleuten ſowohl gegen ihre Herren, als gegen diejenigen, denen ſie anfanglich ſolche Renten verkauft oder ver⸗ ſchrieben, ihr Wiederkauf und Abloͤſung offen bleiben ſoll. Eben ſo we⸗ nig iſt es ihnen auch erlaubet, durch uͤbeln Gebrauch das Gut zu verſchlim⸗ mern, wie denn z. E. denen Hofsleuten, welche mit ungebuͤhrlichen Holzhauen das Gehoͤlz veraͤrgern und verderben, ſolches cit. u. 10. bey namhafter Penen oder Strafe unterſaget iſt. 3) Abgiften und andere Pflichten. Diejenigen, welche auf denen Hoͤfen wohnen, muͤſſen alle Jahr zu Zinß und Hacht geben zu vier Zeiten zwein Schildt Ldeux écus] und vier Huͤner, und die Kottere halb alſo viel,(R g. 2) Es iſt aber dieſe gleichfoͤrmige Bezahlung nachgehends durch die Scheidung oder Vertheilung, ſo zwiſchen beruͤhrten Hofs⸗ herrn geſchehen, veraͤndert worden, ſo daß ein Hofsmann mehr oder weniger bezahlet. Weswegen um zu verhuͤten, daß ſolche Pfaͤchte nicht weiter verhoͤhet, vermindert, oder veraͤndert wuͤrden, in dem Vertrag n. 12. verabredet worden, daß von beyden Seiten ein Verzeichniß, was ein jeder Hoefsmann und Kokter dem Hofsherrn jaͤhrlich zur Pacht ge⸗ geben, beygebracht, und ſolches der Erbrolle mit einverleibet werden ſolle. Sie muͤſſen bey denen vier angebaden Gedingen ein jeder einen gewiſſen Zinß bezahlen,(R. g. 3./⁄ν.)„Alle Hoeves⸗Luide in den Hoeff „gehoͤrig, idt ſie Mann oder Frowe, Knecht oder Maͤde, ſollen alle Jairs „eins op Sanet Panthaleons Dagh geven und betzahlen dem Herrn ei⸗ „nen Getzeugnuß⸗Penning, dat hie in den Hoeff gehoͤrig is und „underworpen, und ſoll geven einen alden ſilveren Torins der Montzen „des Koͤnigs von Frankreich ꝛc.“(K.. 9. V. n. 6.) Ein neuer Beſitzer des Hofes muß die Lehnwaare bezahlen, wie vorhero angemerkt wor⸗ den. Sie muͤſſen jaͤhrlich dem Herrn oder dem Schultheiß von des Herrn wegen vier Dienſte thun, einen bey Graß, einen bey Stroh, einen zu Holten, einen zu Dunen, und zwar wer auf en Hoeven ſitzet mit vier Pferden, b Fff 2 und 412 92 50( Ser⸗ und ein Kotter mit zween. Ferner muß ein jeder er mag Hoefsmann oder Kotter ſeyn mit ſeins ſelbſt Leib zwey Tag im Jahr dem Herrn dienen. Ueberdem muͤſſen ſie annoch zur Bitte oder Bede dem Herrn zwey gewoͤhn⸗ liche und ziemliche Dienſte mit Pferden oder mit dem Leibe thun, welche zwey Dienſte nicht laͤnger als zwey Tage waͤhren ſollen. Die Ummeling von Mannsperſonen ſollen einen Tag dienen,(R. K. 10. 14.) In dem Vertrag n. 2. ſind uͤberhaupt acht ſchuldige Dienſte, nemlich vier bey Graß und vier bey Stroh geſetzet. Sie muͤſſen bey Antretung des Guts einen beſondern Eyd der Treue ſchwoͤren. In der Rolle heiſſet es hievon§. 21. alſo:„Wannehe ein Hoffs⸗Mann ein Hoeffs⸗Guidt zur Hand gewin⸗ net und wervet von dem Heren off Scholtis, ſo ſoll die dem Heren off „Scholtis in des Heren ſtatt einen Eydt doin, und geloven mit opge⸗ „richten Fingern den Heiligen Sanct Panthaleon, und dem Abt, und „dem Convent des Goidtz⸗Huiß Sanct Pantaleon binnen Colne, und „dem Hoeff trewe und holdt zu ſein, ir Beſte vuͤrzukehren, und ir „Ergſt zu warnen, und des Hoeves Rechte und Herlichheiten helpen tho „handhaven na all ſeinem Vermoͤgen und beſten Sinnen und Vorſtandt, „ſo jem helpe Godt und ſein Heiligen, und den Eydt ſoll ime verſtapelen „der Wroene des Hoeves von Befelche des Herrn off des Scholtis.“ 0) Uebrigel Guͤter. Wenn ein Ummeling, der in den Hof ge⸗ hoͤret, und in andern Landen wohnet, ſtirbt, ſo faͤllt dem Herrn die Helfte von aller ſeiner Verlaſſenſchaft zu, es waͤre denn, daß der Ummeling drey⸗ ſig Jahr herdurch ſeinen jaͤhrlichen Zinß bezahlet haͤtte, als wodurch er frey geworden,(R H. 2§. 29.) Es haben zwar die Hoſsherrn ſolches auch auf die uͤbrige Sofsleute erſtrecken, und deren nachgelaſſene Getraide⸗Guͤ⸗ ter ebenfalls erbtheilen wollen; Es iſt ihnen aber ſolches bey dieſen in dem Vertrag 2. 1. mit Anfuͤhrung der Urſache, daß die Hofsleute init keiner Hofseigenſchaft behaftet, ſondern nur hofhoerig waͤren, aberkannt, und nur allein der Sterbfall gelaſſen worden, welcher bey dem Tode ei⸗ nes Mannes in dem beſten Pferd, zweyen der beſten Kuͤhe, und zweyen der beſten Ferkel, und bey dem Abſterben einer Hoefsfrauen in dem be⸗ ſten Kleide, in zweyen der beſten Kuͤhe, und zweyen der beſten Ferkel beſte⸗ het,(R. F. 26. V.„. 1.) Wenn der Herr will, ſo kann er dieſe Sachen ſchaͤ⸗ zen laſſen auf ein glimpflich redlich Geld, und ſolches davor nehmen. Deucht aber diejenigen, welche ſolches bezahlen ſollen, daß der Heus ber 1— 1 E — 32 ——— le njeder er na e— 5 Jahr; a * de dem h 1 der mit dem aig wäͤhein ſole nen,(R. 1ℳ) eDienſie, ne Ka dey Antren S In der Rolle eth Hoeffs⸗Gui R. h doltis, ſo ſoll R c At doin, und b anthaleon, 1☛ m Pantaleon 1 ir Veſte di m im chte und Her im dbeſten Sint*t und den Eydt Am. des Herrn o? 6. Immeling,—nd rbt, ſofäͤltd Kaem tredenn, daß emn. ezahlet hätte/ N oan awar die goſn. eren nachgel= G nen aber ſole— he, daß dieſectlhn efborrig dm rden, weich fum m der beſten en o r 35 ſolche Anvallenus zu hoch und ungebuͤhrlich Geld heiſche, ſo koͤnnen ſie die Sachen dem Herrn in narura geben, und muß der Herr ſich damit begnuͤgen,(A. F. 16z. b 5) Beraubung. Es iſt hievon in denen bemeldeten Nachrichten nur folgende Urſache anzutreffen. Wenn nach dem Tode des Hofsman⸗ nes oder der Hofsfrauen die naͤchſten Erben aus Verſchmaͤhung und Verachtung das Gut innerhalb drey Monate nicht geſinnen oder muthen, ſo kann der Herr nachhero einem andern zum Hof gehoͤrigen Mann oder Frauen ſolches verlehnen,(R. F. 22.) Wird aber ſolches nur wegen Abweſenheit unterlaſſen(denn auf ſolche Art duͤnkt mich muͤſſe der erwehnte§. 22. mit dem§. 36. vereiniget werden) ſo kann der Herr das Gut zwar auch nach Ablauf dreyer Monate einem andern zu bebauen ein⸗ geben, allein die Erben verlieren nicht eher als nach dreyen Jahren ihr Recht daran, nach welcher Zeit es der Herr vor ſich einziehen, oder ei⸗ nen andern damit behanden kann,(R. F. 356.) b VII. Von denen Hoebs⸗Hofs⸗ oder Haves⸗Guͤtern des Stifts Eſſen. Es bringet Lünig cit. Corp. Jur. Feud. Germ. p. 2001. ſeqg. wiederum zwey Nachrichten von dieſen Guͤtern bey. Die erſtere, welche die Ueberſchrift Hobaſael fuͤhret, begreift die aͤltern Hofsrechte, die letz⸗ tere enthaͤlt eine ſogenannte Reſormation dieſer Hofs⸗ oder Hobs⸗Rech⸗ te de A. 1454. Dieſe Hobs⸗Guͤter ſollen zwar eigentlich nur huldigen Haeves Luden behandiget werden, wenn man aber keine Huldige haben kann, ſo ſoll man auch aus Noth Uinhuldige zulaſſen, und ſie das Gut zu ihren Handen gewinnen laſſen,(Ref. c. 3.) Es ereiget ſich aber dieſer Fall bey folgenden Umſtaͤnden. Wenn ein Haeves⸗Gut durch Abſterben des letzten Beſitzers erledigt worden, ſo muͤſſen die naͤchſten huldigen und hoͤri⸗ gen Erben ſich innerhalb Jahr und Tag melden, und das Gut annehmen. Haben ſie aber redliche Urſachen, warum ſie das Gut zu der Zeit noch nicht annehmen koͤnnen; ſo kann der Herr oder deſſen Schultheiß das Gut einem freyen Mann oder Frauen austhun nach Haevesrecht von ſechs zu ſechs Jahren. Iſt nun der Erbe im Lande, ſo kann er dieſes Gut innerhalb 18 Jahren, iſt er aber auſſerhalb Landes 4 rnexhalt 30 Jahren von dem freyen, Fff 3 dem 414 8 93) 0(8⸗ dem es behandiget iſt, gegen billige Erſtattung wieder einloͤſen. Nach Ablauf dieſer§ oder 30 Jahren aber bleibt er des Guts zu ewigen Tagen enterbet, es waͤre denn, daß der Herr ihn aus Gnaden wieder zulaſſen wollte. Geſchieht aber ſolches nicht, ſo kann der Herr das Gut einem Unhuldigen oder Freyen eingeben zu ewigen Tagen,(Hobaſ cap. 5. 7.§. Kef c. 1. 2. 3.) 1) Ihr Erbrecht. Wenn von zweyen Hoebshoͤrigen Eheleu⸗ ten der Mann orer die Frau ſtirbt, und das Hobs⸗Gut kommt von dem Verſtorbenen her, denn wenn es von dem uͤberbliebenen herkommt, ſo verſtehet es ſich von ſelber, daß der Tod des andern Ehegatten ihm ſein ge⸗ habtes Recht nicht veraͤndern oder entziehen kann, ſo ſind entweder von ih⸗ nen gezeugte Kinder vorhanden oder nicht. In dem erſten Fall ſind ſol⸗ ches die naͤchſten Erben: In dem letzteren hingegen muß wiederum ein Unterſcheid gemacht werden, ob damals, wie uͤberbliebene Ehegatte auf das Gut gekommen iſt, die Erben ſich ihres Rechts an das Gut fuͤr dem Hofe verziehen haben oder nicht. In dem letztern Fall behaͤlt zwar der letzt verbliebene das Gut lebenslang, nach deſſen Tode aber faͤllt es wieder an die naͤchſten huldig und hoͤrigen Erben, von denen das Gut herkommen iſt. Hingegen wenn die Erben angefuͤhrtermaſſen ſich ihres Rechts verzie⸗ hen haben, ſo behaͤlt nicht allein der nachgebliebene Ehegatte das Gut lebenslang, ſondern wenn er ſich wiederum mit einer Hoebsperſon verheurathet, und Kinder aus dieſer Ehe erfolgen, ſo ſind auch ſolche Kinder des Guts rechte Folger, zeugen ſie aber keine Kinder mit einander, ſo be⸗ haͤlt doch wiederum der zweyte Ehegatte, wenn er anders an das Gut behandet iſt, ſolches Lebenslang, und nach deſſen Tode faͤllt es wiederum an des Erſtverſtorbenen naͤchſtes Blut huldig und hoerig.(Hobaſ. c. 1.) In der Reformation c. 7. wird von dieſer Verzichniß der Erben nichts er⸗ wehnet, ſondern es heiſſet daſelbſt ſchlechterdings:„Ob ein Mhan oder „Fraw off unſerm Haeves Gude behandet thoſamen kommen weren, „und der eine ſturbe ſonder blivende Liefs⸗Erven, der lebendige Mhan oder „Fraw mag ſich veranderſaeten, en nehmen ſeines glichen de huldig weer, „den willen Wy behanden, und ſy ſollen toſahmen mit ihren Kindern „Erven bliven, nach unſer Haeves⸗Aechten, deſſen ſollen des Doe⸗ „des Erven nit werrſprechen.“ Wenn Kinder aus zweyerley Ehen voorhanden ſind, ſo ſollen die letzten Kinder an dem Zaeves⸗Guedt kein Recht haben,„es were dan Saecke, daß die Vorkindere ſonder vei b„Erven 1 ung wieder) 1 42 1 d V er des Gutt„ „ Gnadenwed 2e ld ga a obaſ ca.„.. Sb 8 Hohs⸗G nnt Küberdlieben in andern Eheg i kann, ſo ſini am In dem et iu a dingegen Nu „, wie uͤber im ddres Recht d e emleztern K ſi deſſen Tode Silt don denen d Dter rmaſſen ſichit er ich nachgebliebe har derum mit 1h vlgen, ſoſin a ſilt ne Kinder— A „wenn er d m deſſen Todt R thtt dig und hot(3. Verzicn J mn 1M An dal dan e gi nder au t Auh Kinder 1 Ge ) o(Ser⸗ 415 „Erven von ihnen gebohren geſtorben weren, oder ſie uf dat Gueth verzie⸗ „hen hetten.*(Hobaſ. c. 13.) In Ermangelung rechtmaͤßiger Kinder ha⸗ ben die unehlichen vor andern Erben den Vorzug„der uneheliche Hoebs⸗ „huldig geboren iſt, der ſoll kein rechter Folger ſin zu einem Hoebs⸗Guet, „dar aber keine eheliche Kinder ſein, ſall er naher ſein als ein ander, „das Gueth zu winnen und zu werben von Gnaden des Herrn und Haeves, (Tbid. c. 1a.) Wann mehrere gleichnahe Seitenerben als Bruͤder und Schweſtern und deren Kinder vorhanden ſind, ſo ſoll der vorgehen und das Gut hernach auf ſeine Kinder fort vererben,„der unter ihnen allen der „bequemſte und nuttiſte iſt nach Bekendenus des Haeves⸗Schulten und „des Haeves, welcher aber dagegen ſeine andere Schweſtern oder Bruͤder „abguden muß nach Gelegenheit des Guts, und den nach Werthurung „des Hoebes⸗Schulten und Haeves.“(Lbid. c. 1z.) Was den Beweiß, daß einer der naͤchſte Erbe ſey, anbetrift, welches ſich an das HSaeves⸗Gut ſibben heiſſet, der muß deswegen ſeine Zeugen beybringen und ſchwoͤren, daß er ſey der naͤchſte rechte Erbe, ehelich, huldig und hoͤrig zu dem Gut. (Tbid. c. ⁵.) Und weil ſich kraft des cap. 2. ibid. niemand nach Hoebsrecht ſibben mag fuͤr einen rechten Erfolger zu einem Hoebs⸗Guth, es waͤre denn Sache, daß er ſelbſt oder zum wenigſten ein von ſeinen Eltern vor der Sibbinge, und ehe er das Gut erlanget, huldig und horig ſey nach dem Gut, deſſen er ſich anſibben will, ſo folget von ſelber, daß ein Freyer un⸗ huldiger, der das Haeves⸗Gut in Beſitz hat, weder an ſeine Kinder noch an ſonſten jemand ein Recht an das Gut uͤbertragen, und alſo auch ſolches nicht vererben koͤnne,(Hobaſ c. 9.) Wiewohl ſolches in der Reformat. c. 3. einigermaſſen geaͤndert zu ſeyn ſcheinet, indem wenn, wie oberwehnt, das Gut nach dreyßig Jahren fuͤr ein Erbe auf unhuldige Hand geſetzet wird, diejenigen, die alſo behandet ſind, dabey zu behalten zu den ewigen Dagen tho des Stiffts Beſte. Ein erledigtes Gut, da man keine Erbe zu weiß, ſoll ohne Verwilligung und Bekraͤftigung des Capittels von dem Haeves Schulter nicht weiter als zu zwey Haͤnden, es moͤgen ſolche huldig oder frey ſeyn, verliehen werden,(Hobaſ. c. 2§) 2) Verauſſerung ꝛc. Gleichwie die Abtißin von dieſen Guͤtern nichts dem Stift zum Nachtheil veraͤuſſern oder davon bringen darf, ohne Einwilligung des Pabſtes, noch ihre weltliche Leute dergleichen zu thun befugt ſind, ohne Wiſſen und Willen des Roͤmiſchen Koͤnigs, Want des I Seſchluß 4¹⁶ 93 0( Ser⸗ Beſchluſſes der Haeves⸗Rechten in Keformat. in ſin. So iſt auch eben⸗ maͤßig in cit. Reformat. c. u. denen Haevesleuten unterſaget, die Haves⸗ Guͤter zu verſetzen, in andere Haͤnde zu bringen und zu verkaufen tho Live off tho Jahren,(add. Sobaſ. c. 3.) Jedoch iſt ihnen in dem Hobaſael caß. 15. erlaubet, daß wenn ſie keine Kinder haben, oder dieſelben mit einwilli⸗ gen, ſie vor dem Haeve Verzichnuß thun uff ihr Hoebs⸗Gut, und ſolches in andere Leute Haͤnde laſſen duͤrfen, durch welche Auflaſſung das Gut voͤllig aus ihrer Familie herausgeſetzet wird, und weder ſie noch ihre Kinder jemals einen Anſpruch darauf machen koͤnnen. Doch muß ſolches ge⸗ ſchehen, wenn ſie annoch geſundes Leibes ſind, denn„ob einige Haves⸗ „Mhan oder Weib jemande ſein Gut gebe, verſetzte, oder verkoffte, oder „ſonſt ahn andere Hende brechte, wannehr er mit ſterblicher Kranckheit „befangen, dat ſall gentzlich machtlos ſie en bliven.“ Nicht weniger iſt ihnen auch in der Reformat.«.!/. im Nothfall die Veraͤuſſerung gewiſſer⸗ maſſen erlaubet:„dat en ſy, heiſſet es, umb kendliche Nooth vor ons ver⸗ „ſchienen, en nah der Noot mit unſerm Wiſſen bey Jahrmahlen laeten „verkoopen tho Stiffts en Haeves⸗Recht.(add. Sobaſ. c. 3.) Wenn ein Haevsmann oder Weib dem Gut nicht laͤnger vorſtehen will, ſo wer⸗ den die Kinder an das Gut beſtaeden, und geben dem Vater oder Mutter, eine regeliche Lifftocht nach Werthurung des Guts, und der den von denen Kindern uff das Gutalſo beſtadet wird, der ſall ſine Schweſter und Bruder abguthen, als des Haeves Gewohnheit is, Sobaſ cap. 12.) 3) Abgiften und andere Pflichten. Sie muͤſſen davon einen jaͤhrlichen Pacht und andere Gefaͤlle bezahlen,(Sobaſ.⸗c. 3.) ibi:„Und „bezahlte nit davon Beede Pfacht und andere Hoebß⸗Rechten. Keform. „im Beſchlus:„dat unſer arme Stifft⸗Lude ſchwarlichen mit unſere „Raigt⸗Beede beſchwaͤrt ſind.“ Ein neuer Beſitzer muß den Gewinn oder dieLehnwaare entrichten,(Gobaſ. cꝛ.) ibi:„und das winnen und wer⸗ „ben und redtlich Gewinn davon geben, als des Hoebs Gewohnheit iſt, „und von Alters hero iſt geweſen und noch iſt. Ein Freyer, welcher damit behandet wird, muß nach Gelegenheit des Guts 123 bis 10 Mark oder doch wenigſtens ſo viel, als wie das Gut nach Abzug der Pacht und der Bede in einem Jahr eintraͤgt, fuͤr den Gewinn geben,(Sobaſ. c.. Re⸗ form. cop. 3.) Ueber das muß ein ſolcher,„welcher eine freye Hand ahn „einem Haeyes⸗Goedt empfangen will, erſtlich geloben, ſchweren, teeu 2) 2 —* nat. nſn. 8d 1 zleuten unteg r angen und zu u Hiſt ihnen in 1 den, oder dieſ ge⸗ uf ihr den n rch welche A m. undweder Ta önnen. Do m ſi ſind, denn e e, verſetzte, G S or er mit ſterl r den bliven.“ F itt. dfall die Veri ſm md kendliche! Du Wiſſe bey 1u bt.“(41.. dt laͤnger 4 Dtl dgeben dem Ie ung des Gt l! detwird, Rt km o( a⸗ 417 „und holdt tho ſyn einer Abdißinnen zu Eſſen und ihren Naekommelingen, „und irem Capitul und Stifft, ſo lang er das Guedt hat, ihr Beſt zu „thoen, und Argſt tho kehren, dat er mit Ehren und Recht thoen mag, „naer ſeinem beſten Vermoͤgen, ſonder Argliſt.“ Sie ſtehen wegen die⸗ ſer Guͤter unrer einem gewiſſen Haeves⸗Gericht, worinnen die Haeves⸗ Geſchworne Urtheil geben, und welches auf eines jedweden Begehren ge⸗ gen Erlegung der Koſten und Bezahlung eines gewiſſen Geldes an den Schultheiſſen und Haeves⸗Frohnen, gehalten wird,(Hobaſ. cap. 20.) Von dieſem Haeves⸗Gericht beruft man ſich oder appelliret an den Viehhof, das der oberſte Hof iſt des Stifts, und von dem Viehhof an die Abtißin und das Capittel, bey deren Urtheil es bleiben muß,(Hobaſ. pr.& cap. 20.) Ein Freyer, welcher ein Haeves⸗Gut beſitzet, kann kein Haeves⸗Geſchwor⸗ ner ſeyn, kein Urtheil weiſen, noch Wort thun vor dem Haeves⸗Gericht „mar er ſall mede in die Acht gahen und helffen dem Haeff und Haeves⸗Lu⸗ „den bey oeren Rechten halden.“(1b. cap. 6.) Und muß er dieſerwegen zu allen Haeves⸗Gerichten kommen, under Pome des Haeves⸗Gericht und erſcheinen gleich andern Haeves⸗Lude,(Reform. c. 1.) 4) Ihre uͤbrigen Guͤter. Es erhellet nicht aus dieſen Nachrich⸗ ten, wie weit das Stift einen Anſpruch auf der Hofshoͤrigen ihre beweg⸗ liche Guͤter machen koͤnne. Daß aber denen Hofshoͤrigen keine freye Ver⸗ fuͤgung daruͤber zuſtehe, iſt daraus abzunehmen, daß ſie erſtlich niemanden von ihren Guͤtern etwas geben koͤnnen, wenn ſie mit ſterblicher Suͤckte be⸗ fangen ſind, und zum andern, wenn ſie auch bey ihren geſunden Leben ihren Kindern, Anverwandten, oder ſonſten jemanden etwas geben, ſo duͤrfen ſie ſolche weggegebene Sachen ohne hinlaͤngliche Nothurſache und ohne Willen des Herrn und des Schultheiſſen nicht im Gebrauch behalten, ſondern muͤſſen ſolche laͤngſtens innerhalb Jahr und Tag uͤberliefern und von ſich ſchaffen, wiedrigenfalls iſt die Gift machtloß.„Wannte ob dat „alſo, wird hinzugefuͤget, nicht en geſchehe, ſo were tho vermoden, dat „man dem Heren und Schulten damit gedaͤchte tho verkloken, dat gegen „Recht und auch ungebuͤhrlich waͤre.* b H Beraubung ꝛc. Die Hoebsleute werden ihrer Guͤter verluſtig. a) Wenn ſie drey Jahr nach einander die Beede, Pfacht und andere Hoebsrechte, ohne Willen des Herrn und Hoeves nicht bezahlen,(SHo⸗ baſ. c. 3.) b) Wenn ſie,„daß Gut verhauen, verwuͤſten, verſplittern, 9 ver⸗ 4¹⁸ „verſetzen, verkaufen, oder an eine andere Hand bringen, im Theil „oder zumahl, ſonder rechtliche Nooth⸗Sachen und ſonder Willen Her⸗ „ren und Hoeves. Wer der vorgenannten Puneten einige thete, den mag „man von dem Gute wyſen, und thuen das Gut den rechten Erben, die „das Gut nach Doodt deſſelbigen zu Haeves⸗Recht hebben ſolten.“(bid.) c) Wenn in dieſem Fall die Erben das Gut nicht annehmen, noch alle Beſchwerung und allen Verſetz ablegen und bezahlen wollen, und keine Nothſache, die ſie daran hindern, erweiſen koͤnnen, ſo ſollen ſie des Guts enterbt ſeyn und bleiben,(tbid.) d) Wenn nach Erledigung des Hofs⸗ Guts durch Sterbfall oder ſonſten die naͤchſten Erben ſich binnen Jahr und Tag nicht an das Gut ſibben, noch das winnen und werben nach Haevesrecht, auch keine redliche Urſachen, die ſie daran verhindern, an⸗ zufuͤhren wiſſen,(1514 g. 5.& ¹0.) e) Wenn ſie in dem obbemeldeten Fall, wenn das Gut einem Freyen behandet worden, ſich innerhalb 18 oder 30 Jahren nicht mel⸗ den. Melden ſie ſich aber innerhalb dieſer Zeit, und beweiſen ihre Sibbe, ſo muͤſſen ſie, ehe ſie das Gut bekommen, zuvor demzenigen, der das Gut mit Willen des Herrn, Schulten und Haeves in Gewinn hat, ſein ausgelegt Geld wieder geben.„Ferner was er an das Gut gelegt hat, die „Winnung und Werbung anzuſtehender Pacht und Beede, Timme⸗ „rung an Vette oder anderer Beſſerung des Guts, nach redlicher Bewei⸗ „ſung und Werthierung des Schulten und des Haeves, nach Gelegenheit „der Zeit und der Saecken, ſonder Argliſt, und wann die Wiederrichtung „alſo geſchehen iſt, ſoll man die Erben an das Gut ſtaben, die dar dan „nicht mehr geben ſollen, als dem Herrn Schulten eine redeliche Somm „Geldts, und dem Haeve ſin Recht ꝛc. ꝛc.(Hobaſ. capß. 7.§. BReform. c. 7. 2. 3. ſe„ε.) f) Wenn einer durch Wechſel ſich von dem Gehoer und Haevesrecht frey macht, oder in ein ander Gehoer kommt, der hat alles ſein Erbrecht an die Haeves⸗Güter verlohren, es waͤre denn, daß alle huldigen Erben verſtorben waͤren, und keine Huldigen zu dem Gute mehr waͤren, in welchem Fall er um kenntlichen Nutz des Stifts halben, und mit Willen des Herrn und des Haeves zu dem Haeves⸗Gut wieder kommen kann,(Hobaſ. c. 19. Ref. c. 4.) 8) Wenn ſie wegen der Erb⸗ tolge mit andern vor dem Haeves⸗Gericht zu ſtreiten und zu rechten kom⸗ men, und daſelbſt die Sache mit Gewalt, oder mit Bitten, oder auf andere b unge⸗ ——— ———„—.—,,’’ ⁰——„—— ——— = dachen und ſ Puncttn ei das Gut den es⸗Rechthebt 9 2 — 1 ¹ * 1 8₰ = —— 4 — 2— — — — — — — 6 h Gut nicht anl Ie und dezahlen m konnen, ſo Wu enn nach Eil S nichſten Abe im h das winnen K in /, die ſidart ſe — — p i Fall, wen*. d 18 oder zo*n. n Zeit, undbe S in den, zuvot d d n und Haeves iſ—i was eran das T der Pacht un n des Guts, na üt. ad des Haerc t her d, und wann Sihn an das Gut ,N en Schulten 3dle A. gobaſ. 2 9 dachſel ſch u 6 — 2 inder Gehq N ed and keine Hl 3 M nthc 3 2n as zu dem Sh b g) Wenn 2 7 jiche ttu ſtritel e am der mit Bi lien 4 8 9) O(⸗ 4¹⁹ ungebuͤhrliche Weiſe auszumachen trachten,(Ref. F. 10.) h) Wenn ſie dem Stift entweder ſelber gewaltigen Schaden oder Unwillen thun, oder daß ihrentwegen ſolches dem Stift wiederfaͤhret, ſo ſollen ſie damit all ihr Recht, das ſie an die Haeves⸗Guͤter haͤtten, verlohren haben,(bia.) i) Wenn ſie uͤberhaupt in denen Artickeln und Puneten, welche in der Reformation enthalten, bruchhaftig gefunden werden, und ſolches vor der Abtißin in der Stadt Eſſen nicht verantworten koͤnnen,„ſo ſollen „ſie von Stunde ahn des Dages all ihres Gewinns, dat ſie uns verlagt „hetten, verlohren hebben, und quit weſen, und uns unſere Hoeve ſonder „ihren Zorn und Ubelmode, wiederum verfallen, dartho ihre Brieve mit „ihren Rechten, darin ſie uns geloven pflegen zu doen, weerlos weſen. (Reform. c. ꝛ¹.) Dieſes ſind diejenigen Arten von denen Guͤtern der Leibeigenen, wel⸗ che ich vor diesmal insbeſondere zu erklaͤren vor gut befunden. Wenn man nun mit ſelbigen die Beſchaffenheit derer Guͤter, welche von ſo vielen andern in Teutſchland vorhandenen Leibeigenen beſeſſen werden, zuſam⸗ menhaͤlt; ſo wird man zwar in dieſen oder jenen Hauptſachen eine Ueber⸗ einſtimmung bemerken, niemals aber eine voͤllige Gleichheit antreffen, weil die Pflichten und Rechte der Beſitzer ſo mannigfaltig verabredet, und eingefuͤhret ſind, daß ſolche, ich will nicht ſagen in einem Fuͤrſtenthum oder in einer Grafſchaft, ſondern insgemein in einem Amt oder Gericht, ja in einem Dorf ſehr unterſchieden ſind. Denn, um nur zur Probe etwas von denen Guͤtern der Leibeigenen in der Grafſchaft Yſenburg anzufuͤhren, ſo hat es ſeine Richtigkeit, daß die Bauern daſelbſt faſt insgeſamt vor die⸗ ſem Leibeigen geweſen und groͤſtentheils noch ſind. Es erhellet ſolches unter andern von denen vorigen Zeiten aus denen Urkunden, ſo der Zerr Can⸗ zeley⸗Director Aopp in ſeiner Nachricht von denen Armen Mannen genannt die Peterlinge bey Herr Auchenbecker in Anal. Haſ. Coll. IX. p. 53. ſegg. hin und wieder einverleibet hat. Nicht weniger ſindet man noch im funfzehenden Jahrhundert Exempel von Leuten, die ſich und ihre Kinder und Nachkommen dem heiligen Johannes als Patronen des ehemaligen Kloſters zu Selbold zu eigen gegeben haben, wie nachfolgende beyde Ur⸗ kunden ſub Lit. A. B. zeugen. Auch lehret die ſuh Lit. C. befindliche Ur⸗ kunde, daß dieſe Arme oderLeibeigene Leute des Kloſters Selbold von andern Leibeigenen ihren Pflichten nach nicht unterſchieden geweſen, ob ſie gleich Gg9 2 damals 420 8o damals durch Vermittelung ihres Landesherrn, als dem an ihrer Er⸗ haltung mit gelegen, und dem ſie insgemein auch noch zu Bede und Dien⸗ ſten verpfichtet waren, einige Vorzuͤge, daß ſie z. E. nicht veraͤuſſert wer⸗ den duͤrfen, daß ihre Dienſte der Zeit nach in etwas beſtimmet worden, von dem Abt erhalten haben. Denn daß ſie uͤberdem dem Landesherrn annoch zu Bede oder Geſchoß gehalten geweſen, ergiebet ſich unter andern aus einem alten Selbolder Weißthum de A. 1383. in welchem folgendes zu leſen:„Were ein armer Mann geſeſſen in dem Gericht zu Selboldt, und „der Gut hette in demſelben Gericht, das vor von alther her den Herren „gedient und geſchoſſet hette, und zoge der arme Man uß dem Ge⸗ „richt, er zoge oder fure warer er wolte, under welchen Herren er wolte, „So ſall daß Gudt bedenn, dienen und ſchoſſen, in aller der maß, „als er uff den Gutern ſeſſe⸗⸗⸗⸗ Auch wolte ein Arme Mann uß dem „Gericht zu Selboldt faren oder ziehen, der ſal gehen zu den Bede ſetzern „unnd ſall mit denn rethenn, was ihme die heiſchen, waß er von rechtge⸗ „benn unnd thun ſall nach marzall, daß ſal er thun, unnd thette er des nit, „ſo ſollen die Bede ſetzer daß Geſchoß ſein Annzal nach Marzall uff ſein „gudt ſetzenn, unnd uff ſeinen ſchaden nemen, alſo lang byt er daß be⸗ „halt.“ Unterdeſſen, weil dieſe und in andern Aemtern befindliche arme oder leibeigene Leute vor dieſem nicht alle einem Herrn zugehoͤret, auch fer⸗ ner ſie ihre Guͤter unter verſchiedenen Benennungen inngehabt, da einige ſolche als Landſiedel⸗Leyhen, andere als Hub⸗Guter, andere als Erbley⸗ hen u. ſ. w. beſeſſen, nebſt dem durch die Nachſicht der Herrn, durch die von denen Bauern angefangene Proceſſe, und in deren Entſcheidung ange⸗ wandte auslaͤndiſche Roͤmiſche Rechte und andere Unruhen und Vorfaͤlle, die Rechte der Herrn in vielen Stuͤcken geaͤndert und geſchmaͤlert worden; ſo hat ſolches alles eine ſolche Mannichfaltigkeit der Rechte bey denen Guͤ⸗ tern der Bauern im Yſenburgiſchen zuwege gebracht, daß ſich faſt nichts allgemeines davon bejahen laͤſſet, auch bey vielen man wegen der freyen Verfuͤgung, ſo denen Beſitzern in Veraͤuſſerung, Verpfaͤndung, Verma⸗ chung derſelben zugeſtanden worden, kaum mehr glauben wuͤrde, daß ſol⸗ che leibeigenen Leuten eingegeben waͤren, wenn nicht die Ledigzehlungs⸗ Scheine, ſo ſie faſt insgeſamt, wenn ſie auſſerhalb Landes ziehen wollen, oſen, und ſich zugleich von ihrer Leibeigenſchaft frey kaufen muͤſſen, davon den beſtaͤndigen Beweiß unterhielten, wovon das Formular ſub La. 7 zu b eſen. —— =— = —— —— —— — — — c m eimasd 8 ſie überdem er. weſen, ergiede de K. 333 inwe 6 1 1 1 1—— ndem Gericht 2 N 6 . 8 ſal gchen A * die deiſchen, r aler thun, unt t in in Angzal nat ka nemen, alſohſtt andern Aertz ain einem Herrn S rt nennungen in 4t Had⸗Güter, †rtch Nachſchtd Tne⸗ „und in derent Ta danderellur e andert und g Dl⸗ nakeit der Rc Faam ezegebracht/ Ehſe n vielen maf FMn. ſrung, Peri t Fun d tte ein Arr a 3)0(aa 4²1 leſen. An einigen Orten muͤſſen nur etliche Staͤmme bey einem jeden Hauptfall das beſte Haupt theidigen, welches nach Beſchaffenheit des Vermoͤgens auf ein gewiſſes Geld geſetzet wird, die andern Einwohner aber ſind frey davon. Es finden ſich auch einige, die in fremden Gehiet wohnen, und dennoch an Yſenburg das Hauptrecht theidigen muͤſſen. Andere, welche herrſchaftliche ſogenannte Erb⸗Zinß und Pfacht⸗Guͤter in Beſitz haben, bezahlen zwar jaͤhrlich einen gewiſſen ſehr geringen Geld⸗ oder Frucht⸗Zinß, haben ſich aber im uͤbrigen, was die Vertheilung, Veraͤuſſerung und Verpfaͤndung der Guͤter anbetrift, nach und nach ſehr viele Vorrechte, welche ſonſten der eigentlichen Natur ſolcher Guͤter zu⸗ wiederlaufen, angemaſſet. Doch muͤſſen ſie bey jedweder Veraͤnderung oder Veraͤuſſerung das Laudemiengeld bezahlen, welches aber in ſolchem Fall nicht der neue, ſondern der vorige Beſitzer oder Verkaͤufer entrichten muß.(Siehe das v Buriſche Lehenr. p. 869. ſeqq.) Wenn das Gut durch Vererbung auf einen neuen Beſitzer gebracht worden, wird kein Laudemiengeld gegeben. Bey Verkaufung der beſchwerten Bauer⸗Git⸗ ter kommt denen naͤchſten Anverwandten der Abtrieb oder das Naͤherrecht zu, und muß dieſerwegen der Verkaͤufer vorgeſchehenem Verkauf ein ſo⸗ genanntes Anſchlagszettel von der Obrigkeit, worunter er geſeſſen, ho⸗ len, damit denen Anverwandten durch deſſen oͤffentliche Anſchlagung die vorhabende Verkaufung bekannt werde, und ſie ſich dieſermwegen bey dem Verkaͤufer melden koͤnnen. Thun ſie ſolches innerhalb der beſtimmten Zeit nicht, ſo kann der Beſitzer nachhero ſeine Guͤter an wen er will ver⸗ kaufen, und hat keinen Abtrieb mehr zu beſorgen ꝛc. Lit. A. Ergebung etlicher Perſonen an das Cloſter Selboldt zu eygen. de A. 1445. Aus einer Sammlung Copeylicher Ur⸗ (Tch Gele Kletten Contze Wechters dem GOtt gnade eheliche Haußfraw „ bekhenne offentlich und thun kundt allen denen die dieſenn offenn Brieff ſehenn oder horen leſenn daß Ich mit wolberadem Muth recht und redlich vergifftiget und zu eygen gegeben meyne ehelichen Kindere hernach Gg93 geſchrie⸗ 4²² o geſchrieben Mit namen Elſſen Catherinen Jutten Henne und Contzenn, Sanet Johanſſen In das Cloſter Selboldt mit verhengnuß des Erwuͤr⸗ digen unſers Herrn Anthonio zu dieſen Zeithen Apt des obgenanten Clo⸗ ſters, auch ſo han die egnanten meyne Kinder keinen andern nachvolgenden Herrn bißher gehapt, dann ſie ſollen nun further des obgntn. Cloſters lauter eygene ſeynn, und Ich Gele der obgnt. Kinde leippliche Mutter ver⸗ zeyhenn daruff ewiglich vor mich und alle meyne Erbenn In Crafft diß Brieffs und Iſt beredt daß der obgnt. Unſer Herre Apt Anthonius und alle ſeine Nachkomen ſollen die obgnt. meyne Kindern verſprechenn und ver⸗ anthworten als ander ſant Johans des egnanten Cloiſters armen Leuth als dick und viel des Noth geſchicht one alles Geverde und Argeliſte, bey die⸗ ſer Bereddung ſein geweſt die Erbaren Leuth hernach geſchrieben mit na⸗ men Irdersheyne Scheffen zu Selboldt und der obgnt. Kinde Alder mu⸗ ther Bruder, Henne Wechter von Mitlaw der egnannten Kinde leiplich Vetter Bechtoldt Kremer Bechtoldt Seyferim Wentzell Schrodell Hen⸗ ne Zaudin und Henne Ermoldt. Deß zu Urkhunde und merer ſicherheit aller obgeſchrieben Artieul ſtede und feſte zu halten, ſo han ich Gele Kletten Con⸗ tze Wechters ſeligenn obgnt. eheliche Hauß⸗Fraw vor mich und auch vonn meyner Kynde wegenn, der Ich mich in dieſen Sachen gemechtiget hann, gebetten den feſten Jungherrn Heinrich vonn Rudigkeim, daß hee ſein eigen Ingeſiegell vor uns unten an dieſenn Brie hat thun hencken. Solches verſiegelns Ich Heinrich von Rudigkeim obgnt. mich erkhen⸗ nen und umb vleißigis bede willen Gelen obgnt. und von Ire Kinde wegenn auch egnt. alſo wiſſentlich verſiegelt hann. Geben nach Gots Geburth tauſen dierhundert und Ime dem funff und viertzigſten Jare uff Dornſtage nach dem zwoͤlfften unſers HErrnn. Lit. B. Anderweitige Ergebung etlicher Perſonen an das Clo⸗ ſter Selboldt zu eygen de A. 144. Ihid. Ch Contz Eyrer und Ich Anna ſein eheliche Haußfraw bekhennen offent⸗ 9 lich und thun khunth allen den, die dieſen offen Brieff ſehenn oder horenn leſen, daß wir mit wohlberadem Muth recht und redelich vergff ge ——————— —.——j„„ ddt nit vechenn then dgt 8 5 der keinenand un further desſ d. nt. Kindeleiz. le meyne Erde 1n ſer Herre Apt 8 t Kindern derſ Se nnanten Cloſſtet 7 3 Geverde undſ keuth hernach g K. 4* und der obgnt.. law der egnanz ee 11 epferim Wenzel= Urfhundeundm 1 t ten, ſo hanih I uß⸗Fraw vorn C dieſen Sachen dat vonn Rudigkt w ieſenn Brief 21 Nadigkeim o m odgnt. und rof nn. Gebenn! dht and oierzigſten⸗ id 3 4A l.M. lc Hꝛufftn 2 edeeſen offen 1 Nadh techtuſ 22 9 ſer Perſong? & O6 a 423 get und zu eygen gegebenn hann uns ſelbſt mit dem Leip, und alle unſere Kynder mit namenn Henne Catharinen Elſſen Contz, Peter und Wor⸗ nern, die jtzund leben, und alle die Kinder die wir noch In khunfftigen Zei⸗ then von Gots Verhengknuß pringenn mogenn, ſant Johans In das Eloſter Selboldt, mit Verhengknuß des Erwirdigen unſers Herrn Antho⸗ nio zu dieſen Zeithenn Abt des obgenanten Cloſters, auch ſo hann Ich Contz Eyrer Ich Anna ſeyne eheliche Hauß⸗Fraw, und die egnanten unſ⸗ ſer Kyndere keynen andern nachvolgenden Herrn bißher gehapt. Dann wir wollen und ſollen nuhn further des obgnanten Cloſters lauther eygen ſein one alles Geverde. Und Iſt beredt daß der obgnt. unſer Her Apt, An⸗ thonius und alle ſeine Nachkhomen ſollen uns obgnt. Alt und Jung die Itzund lebenn oder khomen mogen verſprechenn veranthwortten alß andere ſant Johans der egnanten Kirchen und Cloiſter armen Leuth, alß dicke und vill deß noth geſchicht, one alles Geverde und Argeliſte, deß zu Ur⸗ khunde und merer Sicherheidt aller obgeſchrieben Articul ſtede und veſte zuhalten, So hann Ich Contz Eyrer obgnt. und Ich Anna ſeyne eheliche Hauß⸗Fraw obgnt. vor uns und alle unſere Kyndere denn Veſten Jungkhern Heinrich von Ruͤdigkeim gebetten, daß he ſein eygen Ingeſiegel vor Uns unden an dieſen Brieff hat getruckt. Deß Ich Heinrich vonn Rudigkeim obgnt. mich erkhennen, und alſo umb der obgn. Contz Annen und Ire Kinder vleißigen Bede willten wiſſentlich verſtegelt hann. Datum A. Domini M. CCCCXLVi. uff ſant Otilien Tag der heyligen Jung⸗ fraw.. Lit. C. Vertrag, wie es mit den eigen Leuten des Cloſters Selhold ſoll gehalten werden. de A. 1221. Ibid. Wi Diether vonn Yſenburg Herre zu Buͤdingen Bekhennen vnd thun 8 khund offentlich mit dieſem Brieff vor Allermeniglich vmb ſolche geſpenne Als der Erwirdige Herre Friederich van Gots Gnaden Apt des Stiefts zu Selboldt, Prior und der konuent gemeiniglich daſelbs, biß off dieſen heutigenn Tag mit den armen Leuthen, die da geſeſſen ſein In dem Gericht zu Selboldt, die da yn und ſein konuent engehoren, Als van ſanet Johans wegen Ires Patrons vmb ſolche geſpenne han wir berett und ſie 424 2)o(*r ſie vereiniget, mit denſelben armen Leuthen in der maß als hernach ge⸗ ſchrieben ſteht, Dieſelben richtung ſie eintrechtlichenn mit gutem Radt und rechter wiſſenheit gethan han, vnd ſollen ſie und Ihre nachkhomen diſſ richtung halten zu ewigen tagenn⸗ Alſo daß ſie oder Ire nachkhomen, die Armen Leuth oder Ire nachkhomen, nirgent keren oder wenden ſollen, Sondern ſie ſollen ewiglichen pleiben bej Sant Johans und dem Cloſter zu Selboldt, darumb ſollen dieſelben Armen Leuth die ſanet Johans Ange⸗ horenn Alle Jare Iglichs geben daß da Haußheldt oder Wydwer Iſt Ein faſſnacht hune Ein Apt der dan zu der Zeith Iſt, vnd wahne Ire eins von todts wegen abgehet, So ſal ein Apt ein Beſthaupt werden, von eim Mann und von eyner Frawen Ire beſte Kleyd angeuerde, nach Lands ge⸗ wohnheidt, Auch ſall ein Ackermann mit ſeiner fure Eim Apt ein tag dienen Ime Jare Ime Gerichte zu Selboldt zu acker zugen, holtz zufuren ſonſt zu farenn der Dinſt eyn als hepfleget zuthun welcher eyn der Apt will, Auch ſal ein eintzlinger Mann oder Fraw die nit fure enhan eins ein tag Ime Ja⸗ re dienen mit mehenn Schneydenn oder Hauhe zu machen, jglichs nach dem als es dan pfleget zu Arbeithenn, der Arbeydt ein welche ein Apt will vnd mit mehe, vnd hieruber ſo ſollen die egnt. her Friederich, der Prior und der Conuent und Ire nachkhomen die armenéeuth nit hoher beſchweren oder bedrangen mit bede Dinſte oder andernn ſachen dan als vorgeſchrieben ſteth Sonder ſie und Ire nachkhomen ſollen den armen Leuthen fuͤrderlich ſein, und ſie vertheydigenn, deß beſten ſie mogen vnd hieruff ſo han die Armen Leuth dem vorgnanten hern Fridrichen gewonliche Huldung gethan Ime und ſeim Cloſter zu gewarten Als eyn Mann ſeim Naturlichen hern pfleget zuthun zugewarten und zuthun als vorgeſchrieben ſteth, vnd ſein und ſeins Cloſters beſte zuwerben und ſchaden zuwarnen, Solche huldung auch thun ſolten Ir nachkhomen eim jglichenn Apt, der dan Iſt In der maß als vorgeſchrieben ſteth. Deß zu bekhenthnuß hann wir Diether egenant her vnſer Ingeſiegeln ann dieſen Brieff thun hencken. Datum ſub Anno Domini Milleſimo qua⸗ dringenteſimo Viceſimo primo Feria quarta poſt Vineula Petri Apoſtoli. Bevers des Cloſters Selbold uͤber dieſen Vertrag de A. 14121. Wir Friederich vonn Gots Gnaden Apt des Stieffts zu Selboldt. Wir der Prior und der Convent gemeinlich daſelbs, bekhennen und thun fhunth offentlich mit dieſem Brieff vor uns und alle unſer anchtpomen 4 olche A* b— en in der wai ah. antrechtlichenn n nſemna 1 daß ſie oder Itz an. den ima Sant Johantu Fo en Kuth die ſan d Daußdeldt oder ge eith Iſt, undw r ein Beſthaupt“. Kleyd angeuerde d4 ,,. ſeiner fure Eim de Nacker zugen, un welcher eond t fure enhanein Ken Hauhe zu mach rn der Ardeydt ein 4 n „ p eant. her Frieder c enleuth itſeh Z. 4 Leut M 09 r 5 H a 6 ſachen danalsn 1— dn armen Leutt ri dond hieruffſoh m rnliche Hudaf 3. im Naturlichenſ ac mſieth, vndſein d volche huldung nn RIn—— S der egenant el e Ham den 8 rna poſt Vinc 5 dein Von an nJot des St 4 üic daſelbs/ 5 1 undalle unſ r 71 ſ 1 1 nd kuͤnftighin in Unſern o a. 425 — ſolche geſpenne als wir gehapt han biß uff dieſen heuttigen tag mit den armen Leuthen, die da geſeſſen ſein in dem Gericht zu Selboldt, die da uns und unſern Convent angehoren, als von ſant Johans wegen unſers Patrons, das hat der Edel Herre Jungherr Diether von Yſemburg, Herre zu Buͤ⸗ dingen unſer gnediger lieber Jungherr beredt und uns vereyniget mit denſel⸗ ben armen Leuthen in der maſſen als hernach geſchrieben ſteth. Dieſelbe Rachtung wir eintrechtlich mit gutem Rath und rechter Wiſſenheid gethan han. Und ſollen und wollen wir und unſer Nachkhomen dieß riehtung hal⸗ ten zu ewigen tagen. Alſo daß wir oder unſer Nachkhomen die Arme Leuth oder Ire nachkhomen nyrgen kehren oder wenden ſollen, ſonder ſie ſollen ewiglich pleibenn by ſanet Johans und dem Cloſter zu Selboldt ꝛc.⸗⸗⸗⸗ N.„Das uͤbrige kommt mit dem obigen in allem uͤberein.“ Zum Be⸗ ſchluß lautet es alſo: Deß zu Urkhunde und Bekhentnuß, ſo han wir Frie⸗ derich egnant unſer Prelaturen, Wir der Prior und Convent unſers ge⸗ meyn Convents Ingeſiegel an dieſen Briff gehanghen, vor uns und alle unſere nachkhomen. Datum ſub Anno Domini Milleſimo Quadringen⸗ teſimo viceſimo primo, feria quarta poſt vincula Petri Apoſtoli. Lit. D. Formular des im Pſenburgiſchen gewoͤhnlichen Ledigzehlungs⸗Scheins. b 8 Ir Wolffgang Ernſt Graff zu Yſenburg und Buͤdingen ꝛc. Fuͤgen 2 hiermit zu wiſſen, nachdeme bey Uns N. N. von N. N. Ambts N. N. demuͤthigſt nachgeſucht und gebeten, Wir wollten gnaͤdigſt geruhen Ihn (Sie) der Leibeigenſchafft, womit Uns und Unſerm Graͤfflichen Hauß Er (Sie) verhaftet iſt, zu erlaſſen und davon loß zu ſprechen, auch gnadigſt verſtatten, ſich von dannen weg und in N. N. zu begeben, daß Wir ſotha⸗ nem demuͤthigſten Nachſuchen in Gnaden deferiret haben, alſo und derge⸗ ſtalten, daß von Uns und Unſerm Graͤfl. Hauß gedachter(gedachte) N. N. fuͤrohin der Leibeigenſchafft halber in keinen Anſpruch mehr genommen werden, ſondern hiervon loß und ledig, auch ihm(ihr) ſich anders wohin zu begeben ohnverwchet ſeyn ſolle, es ſeye dann, daß er(ſie) ſich etwa anden an einem 5 wo die Leibeigenſthaft Der⸗ om⸗ 8F lar ia. 426 b*3) Oo(88 kommens iſt, wieder niederlaſſen wuͤrde, welchenfalls Er(Sie) dieſer Ledigzehlung ohngeachtet wiederum mit der vorigenLeibeigenſchaft verhaff⸗ tet ſeyn und bleiben ſolle. Uhrkundlich Unſers hier aufgedruckten Graͤff⸗ lichen Seeret Inſiegels Birſtein den 28. Aug. 1737. b Es ſind die Erklaͤrungen der Rechtslehrer von denen Libellariis, oder bonis ad libellum datis, jure libellario conceſſis&c. ſehr unterſchiedlich, und ruͤhret ſolches vornemlich daher, daß man keine genugſame Urkunden und Leyhbriefe, woraus man ihre Natur haͤtte erennen koͤnnen, bey Handen gehabt, und man alſo wegen diefer oder jener Aehnlichkeit, ſo die Libellariæ mit andern Guͤtern haben, ſolche ſogleich vor dieſe Guͤter ſelber gehalten. Wir wollen die vornehmſten Meinungen allhie anfuͤhren, und mit wenigem unterſuchen. 1) Die mehreſten holen den Urſprung des Contractus libellariis aus dem Juſtinianiſchen Rechte her, berufen ſich auf den L. 2½. g. 1. C. 8e ⁸s. L die Nou. 7. pr. und die Vovell. Leanis 13., und beſchreiben ihn alſo folgendermaſſen: Es waͤröe ein ſchriftlich aufgerichteter Vertrag, kraft deſſen eine unbewegliche Sache vor einen gewiſſen Preiß verkauft wird, mit der Bedingung, daß der Kaͤufer nicht allein einen gewiſſen Zinß jaͤhr⸗ lich zu entrichten, ſondern auch nach Verlauf einer beſtimmten Anzahl Jahre den Vertrag immer wieder zu erneuern, und abermal eine gewiſſe Summe zu bezahlen gehalten iſt. Gorbof, ed. in not. adeit. L. 23. ibiquecit. Cujacius. Betrachtet man aber die angefuͤhrten Geſetze genauer, ſo erhel⸗ let. a) Daß in allen dreyen des Contractus libellarii nicht mit einer Sylbe gedacht wird, ſondern in dem Z. 22. und in der Nou. 7 wird das Jus colo⸗ narium angefuͤhret, und beſchrieben, und in der Novella Leonis wird von einer Art von Verpachtung gehandelt, die auf gewiſſe beſtimmte Zeit ge⸗ richtet iſt, nach deren Endigung der Beſitzer davor, daß die Verpachtung erneuert, und er in dem Beſitz gelaſſen wird, ein gewiſſes Geld, welches audeuruor genannt wird, bezahlen muß. b) Daß dem juri Colonario nachgehends der Name eines Contractus libellarii, und ſo viel weniger aa ohm beygeleget werden koͤnnen, weil ſo wenig in dem L. 24. als in der Nav. 7. zu dem Jure Colonario ein Libellus oder ſchriftlicher Contract als nothwen⸗ —— A — ——.——— . — ewecchenfals E. rdorigenkeid 1 lnſers hie auft aen Aug. 17 1 „o en Libellar n. drer von denen u. coOnceſſis Kc. ſe man keine gen F tur hätte ere ar eſer oder jener I n che ſogleich vot i den Meinungen ung des Contas aas. n ſich auf da ans 13., undh Mt ch aufgerichtte Xr n gewiſſen Pei t. Ctallein einng dat BDerlauf einer h rdi mneuern, und af en3 efiai iumt. ul K 9 gfüheten Geſeze 2 din der No.7. nd in der Neral XI dieauf gewißſe An azer davor/ da 71. in gewi S d den Aufnahm⸗ oder Zulaſſungs⸗Geldes. c) leicht, daß die Rechtslehrer zwey ganz unterſchiedene Vertraͤge mit 42)o( anr nothwendig erfordert wird. Und ob es gleich in der Novella Leonis heiſſet: inſuper omnis illatio locationis inſtrumentis inſeribatur, ſo iſt doch dieſer Miethcontract don dem in der Noo. 7. beſchriebenen Jure Lelonario gänz⸗ lich unterſchieden. In dem jure Colonario iſt anfaͤnglich ein ordentlicher Verkauf, in dem in der Nov. Leonis enthaltenem Geſchaͤft aber gleich von Anfang nur eine auf gewiſſe Zeit gerichtete Miethe vorhanden. In dem jure Colonario wird von keiner Erneuerung des Vertrags etwaser⸗ wehnet, vielmehr beſitzen die Kaͤufer und deren Erben die erkaufte Sache beſtaͤndig gegen Erlegung des zuerſt abgeredeten jaͤhrlichen Zinſes. In der Vermiethung aber, wovon die Novella Leouis handelt, beſtehet die Hauptſache in der Erneuerung der Miethe, und des davor zu bezahlen⸗ Folglich erkennet man einander vermiſcht, und mit einerley Namen ohne hinlaͤnglichen Grund beleget, und daß alſo, wenn man ja den in der Novella Leonis beſchriebe⸗ nen Miethvertrag wegen des dabey vorkommenden ſchriftlichen Auf⸗ ſatzes Libellarium nennen wollte, dieſer Name doch in gleicher Bedeutung dem davon ganz unterſchiedenem Juri Colonario nicht zukommen koͤnne. 2) Andere halten davor, der Contractus libellarius beſtehe darinn, wenn ein Vaſall oder Emphyteuta ſein Lehen oder ſeine Emphyrteuſin einem andern hinwiederum zu Lehen oder zur Emphyteuſi ganz oder zum Theil reicht und eingiebt Sie berufen ſich zu dem Ende auf unterſchiedne in dem Longobardiſchen Lehnrecht befindliche Stellen, allwo von Vaſallen, die ihre Lehn⸗Guͤter andern als bona libellaria wieder eingegeben, gehan⸗ delt wird, z. E. 1. L. pr. 1. FE. 13. 2. F. 9. c. 2. 2. F. ß. Allein, daraus, daß die Vaſallen zu Zeiten ihre Lehn⸗Guͤter ganz oder zum Theil per libel⸗ lum veraͤuſſert, folget noch nicht, daß allein die Eingebung, ſo von denen Vaſallen geſchehen, ein libellarius contractus genannt worden, und nie⸗ mand anders dergleichen Vertrag aufrichten koͤnne, zumal, da es hier⸗ innen an wiedrigen Exempeln nicht fehlet. 3) Georg Adam Struv in Gutagm. Jur. Feud. Cap. Ii. g. 10. n. z. meinet, daß wenigſtens in denen Longobardiſchen Lehnrechten durch den Contractum L.ibellarium eine Aufrichtung der Emphyteuſeos angezei⸗ get werde. Er fuͤhret zu deſſen Beſtaͤrkung folgendes an. a) So erhel⸗ le ſolches aus der Beſchreibung, welche 2. F. 9. F. z. von dem Contractu b Hhh ⸗ libel⸗ 4²8 3 0 A libellario angefuͤhret wuͤrde, als welche mit der F. 3. J. ge Locat.& conduct. befindlichen Beſchreibung der Emphyteuſeos ubereinkaͤme. b) So werde in denen Longobardiſchen Lehnrechten, wenn ein dem Lehncontract nahe kommender Contract eingegeben wuͤrde, immer der Libellariusgenannt, z. E. cit. 2. F. 9. c. 1. 2. F. 26. f. inter, niemals aber die Emphyteuſis, da doch dieſelbe bey denen Longobarden auch im Gebrauch geweſen, wie aus dem I. Longob. Lib. III. 7 t. III. 1. 37., Tit. X. 1. ½. zu erſehen. Es muͤſſe alſo folgen, daß unter dem Contractu libellario die Emphyteuſis begriffen ge⸗ weſen, und ruͤhre ſolches vielleicht daher, daß die Sammtler dieſer Longo⸗ bardiſchen Lehngebraͤuche der gemeinen Lehre der Rechtslehrer hierinn gefolget, nach welchen zu der Emphyteuſi nothwendig ein ſchriftlicher Vertrag erfordert wird, und ſie alſo von dieſer Eigenſchaft die Emphyteu- ſin ein Libellum genannt, und rem in libellum oder in emphyteuſin dare ihnen einerley bedeutet, 2. F. 44. c) So bezeuge auch der alte Rechts⸗ lehrer Jacobus de Ardizone, daß an einigen Orten in Italien, wie z. E. zu Verona in ſeinem Vaterlande der Contractus emphyteuticus, Libellus genannt werde. Und Jaſon ſchreibe: Ex communi uſu loquendi appel- lamus contractum emphyteuticum, libellarium: imo materno ſermone ſemper appellatur libellum, womit auch noch unterſchiedene andere uͤber⸗ einſtimmeten. Meines Erachtens aber ſind alle dieſe Gruͤnde nicht hinlaͤng⸗ lich, zu erweiſen, daß die Bona libellaria und emphyteutica an und vor ſich einerley geweſen. Denn a) ſo finde ich die Aehnlichkeit zwiſchen den Contradtum libellarium und emphyteuticum in denen angefuͤhrten Stellen gar nicht, I7. F. 9. S. z. heiſſet es: Quis enim dubitat, quod libellario no- mine ſub viliſſima duorum denariorum penſione perpetuo concedatur utendum, alienatum in fraudum eſſe? In dem g. 3. J. de locat.& conduct. hingegen ſind die hieher gehoͤrige Worte dieſe: De prædiis, quæ perpe- tuo quibusdam fruenda traduntur, id eſt, ut quamdiu penſio ſive redi- tus pro his domino præſtetur, neque ipſi conductori neque heredi ejus, cuive conductor heresve ejus id prædium vendiderit, aut donaverit, aut dotis nomine dederit, aliove quocunque modo alienaverit, auferre liceat. In denen Inſtiturionibus iſt die Rede von einer wuͤrklichen erblichen Ver⸗ pachtung, allwo alſo auch ohne Zweifel der Zinß oder Pacht mit denen Nutzungen des Guts einige Gleichheit hat, und deswegen auch reditus genannt wird. In denen Longobardiſchen Lehngebraͤuchen aber mid vo r. V 14 tde9. 2 a. dos üderenti denn ein den ze dem m mmerderlid mn sader dielm 1 Gedruc za A¹4 zuerſt r nio die Emod daßdie San t r Lehre der R Pat euii nothwen Hſ ddieſer ben 1n dellum cder ig So dezeuge au a aigen Octen in Kan ontractusempi u Excommuni u! m dellarium: imq rm c noch unteict Stu ind ale dieſeGt e i aund empbyts mitm ih die 3 n nicum indefen D t enim dubim, im penſione pf m Andem F..) Miake Pdiſ: Deh B, d ¹ 9 a ) o(SFor⸗ 4²9 von einer erdichteten und angeblichen Verpachtung gehandelt, unter wel⸗ cher eine Veraͤuſſerung verſteckt iſt, und wo alſo der Zinß gar nicht die ge⸗ ringſte Gleichheit mit denen Nutzungen hat, und alſo die Nichtigkeit der Verpachtung von ſelber verraͤth. 3) So folget nicht, weil die Sammler der Longobardiſchen Lehnsgewohnheiten nur allein des libellarii contractus Erwehnung gethan, und von dem Emphyteuticario nichts gemeldet haben, daß deswegen dieſe beyde Contracte voͤllig einerley geweſen, indem ſonſten die datio ad libellum auch mit andern Eingebungen der Guͤter, die in Ita⸗ lien zu denen Zeiten uͤblich geweſen, einerley ſeyn muͤſte. Vielmehr iſt zu glauben, daß in denen Maylaͤndiſchen Gegenden dieſer Contract am meh⸗ reſten und ſonderlich bey denen Lehn⸗Guͤtern gebraͤuchlich geweſen, und er alſo denen Sammlern deſto eher als ein beſtaͤndiges Exempel einfallen koͤn⸗ nen.) So darf man es ſich gar nicht befremden laſſen, daß die Ita⸗ liaͤniſchen Lehrer des Roͤmiſchen Rechts zum oͤftern die Emphyteuſin mit dem Contractu libellario verwechſelt haben, weil wir auch ein gleiches in Teutſchland mit denen Erb⸗Zinß⸗ und Erbleyh⸗Guͤtern wahrnehmen, und macht ſich Rollandinus in Summa Notariæ cap 1. rubr. de Motul. Eceleſ. ap. du Eyeſne v. Libellus kein Bedenken, alle etwas aͤhnliche Eingebungen der Guͤter insgeſamt von Emphyteuſes zu halten, wenn er von der Empy- teuſi ſchreibet; Et contractus iſte ſecundum diverſas terrarum conſuetudi- nes diverſis nominibus nuncupatur: Dicitur enim Emphyteuſis, Precaria, Libellus, Cenſus, Fictum&c. Nicht weniger ſind ſchon in denen aͤl⸗ tern Zeiten der Contractus libellarius und emphyteuticusals aͤhnliche Ver⸗ traͤge mit einander verknuͤpft worden. Denn ſo heiſſet es in dem Capitul. Caroli Calvi de A.§76. c. 10. Quæ à reCctoribus Eccleſiæ— Iibellario vel empbyteuticario jure— amiſiſſe videntur. Unterdeſſen beweiſet dieſes alles noch nicht, daß ſie an und vor ſich einerley ſind. 4) Eben dieſer angefuͤhrte Georg Adam eruve c. l., dem auch der Herr Hofr. Burchard Gotthelff Snuv in Jurisprud. Feud. Cap. II. f. 7. beytritt, haͤlt auch davor, daß die Meyer⸗Guͤter vor eine Art von Bonis übellarüs zu achten. Ob nun gleich alle Verleyhungen der Bauer⸗ und anderer Land⸗Guͤter in dieſem und jenem Stuͤck eine Aehnlichkeit mit ein⸗ ander haben; ſo folget doch daraus noch nicht, daß ſie einerley, und nur dem Namen nach unterſchieden ſeyn, weil auch wieder Eigenſchaften, wor⸗ innen ſie von einander abgehen, ben ſededen anzutreffen, dergleichen 3 Ab 430 b) O(⸗ Achweichungen auch zwiſchen die Bona libellaria und Meyer⸗Guͤter vorhanden ſind. 5) Der Herr von Ludewig Jur. Clientel p. 145. beſchreibet dieſe Eingebung auf folgende Weiſe: Es haͤtte einer ein Gut gekauft oder gepachtet, und zwar, weil der Contract nur einige beſtimmte Jahre waͤh⸗ ren ſollen, um einen wohlfeilern Preiß, wogegen der Kaͤufer⸗dem Verkaͤr⸗ fer einen jaͤhrlichen Zinß gegeben, wobey alſo der Verkaͤufer das Eigen⸗ thum entweder behalten habe, oder nachhero wieder zu ſich nehmen koͤn⸗ nen. Weil kein Beweiß von dieſer Meinung beygefuͤget iſt, ſo kann ich nicht beurtheilen, wie weit ſie gegruͤndet, und mit denen 2. F. 9. g. z. be⸗ findlichen Worten: perpetuo concedatur utendum zu vereinigen ſey. 6) Meine Gedanken ſind endlich dieſe: Man kann zwar nicht in Abrede ſeyn, daß der Contractus hbellarius, wo nicht in allen, doch in denen mehreſten und vornehmſten Stuͤcken mit dem in der Nov. 7. beſchriebenem Jure colonario oder ααοοιασαησάν ⁶eie bereinkomme. Daß er aber mit dem⸗ ſelben einerley ſey, und in Italien nur einen andern Namen erhalten habe, ſolches kommt mir folgender Urſachen wegen nicht wahrſcheinlich vor. *2) Weil ſolcher Vertrag ſo beſchaffen iſt, daß er gar leicht mehrern Voͤl⸗ kern zugleich einfallen koͤnnen, ohne daß ſie noͤthig gehabt haͤtten, es eines von dem andern zu lernen. 8) Weil bey dem Jure Colonario obangefuͤhr⸗ termaſſen derjenigen, welches doch dem Contractui libellario einzig und allein den Namen gegeben, nemlich eines Libelli, gar nicht einſt erweh⸗ net wird. Vielmehr halte ich davor, daß der Contractus libellarius ein beſonderer Vertrag ſey, der gleich bey dem erſten Urſprung dieſen Namen empfangen, und darinn beſtehet, daß gewiſſe Guͤter vermittelſt eines ſchriftlichen Contracts an jemand verkauft werden, unter der Verbindlich⸗ keit, daß der Kaͤufer und deſſen Erben jaͤhrlich einen gewiſſen leidlichen Zinß an den Verkaͤufer und deſſen Erben bezahlen muͤſſen. Daß erſtlich ein ſchriftlicher Contract oder Brief erfordert werde, ſolches zeiget der Name von ſelber an,(denn was Meſenbeciusc. 14. Feud. vor eine Abſtammung von Libella beygebracht, weil nemlich der Kauf⸗ ſchilling vor dieſem dem Verkaͤufer nicht zugezaͤhlet, ſondern zugewogen worden, wird durch die gleich anzufuͤhrende Stellen ſattſam wiederleget.) Denn Lihellus heiſſet bekanntermaſſen ſchon bey denen alten Roͤmern einen Brief, ſchriftlichen Aufſatz und dergleichen, wie die Zeugniſſe ap. Fabrum . 255 düi. dichn verde, Tau- Kalf woh gegt 7 nai umm 1 libellaria in toto territorio Tui )o(S 431 in Tbeſaur. Erudit. Scholaſt. edit. Geſmer. h. v. lehren. Insbeſondere aber iſt hernach in denen ſpaͤtern Zeiten dadurch eine ſchriftliche Urkunde uͤber die Verkaufung, Vermiethung ꝛc. eines Guts angezeiget worden. Gerber- tus Epiſt. 2. ap. du Freſne b. v. Neſcio quibus codicibur, quos libellor vo- cant, totum ſanctuarium Domini venundatum eſt Godefrid. Monach.&. Pantaleonis ad A. 1169. ibid. Bonos uſus urbis& locationis libellos tertii& quarti generis. In der Urkunde Ottonis III. Imp. de A. 999. ap. Murat. 7T. II. P. II. col. o3. cit in noviſſ. edit. du Treſme. Monaſterium ipſum te- neat cum omnibus privilegiis, quæ ab antiquis temporibus illi pertinere viſa ſunt,& quæ noviter per chartulas homines illic contulerunt, aut per terri Tchano aut centum cellenſi. Wie denn auch gleicher Weiſe die Angelſachſen eine ſolche ſchriftliche Urkunde uͤber ein Gut voc, und deswegen einige Guͤter ſelber Hoc land oder prædia li- bellaria, libros, libellos genannt, wie davon die Zeugniſſe ebenfalls bey du Freſue v. Liber zu leſen. Daß ferner die Libellariæ durch einen Kauf an den Beſitzer gekommen, und er deſſen ungeachtet annoch einen jaͤhrli⸗ chen Zinß bezahlen muͤſſen, hieran laͤſſet uns nicht zweifeln, was Jacob. Sirmondus in Vot. ad Capitul. P. Sox. v. libellario jure aus dem Leone Mar- Acano Lib. Il. Hiſtor. Caſſin. c. g. de Aligerno Abhate anfuͤhret, von dem der Leo folgendes erzaͤhlet: Libellos plurimos de rebus hujus monaſterii fecit, ut monaſterium à Saracenis dirutum ex eis pecuniis reficeret. Nam in Aprucio de Curre Tulliana ſolidor accepit Cꝗ& annuo cenſu XXIII. Giſonis filiis. Item ibidem faeto eis libello decurte Vi ngana CCCC. modio- rum, ſexcentor accepit ſolidos, annuo autem cenſus folfaor XX.&c. Auch wird ſolches beſtaͤrket 2. F. 44. ibi: ſi domini voluntate venaiderit per libellum— ſi quidem pro libello ei datur fingulis forte annir. Es er⸗ hellet zugleich aus der Erzaͤhlung Leonis Marſicani, daß es keine nothwen⸗ dige Eigenſchaft einer Libellariæ geweſen, daß der Beſitzer einen mit denen Nutzungen des Guts gar nicht uͤbereinkommenden ganz geringen Zinß be⸗ zahlet, ſondern ſolcher hat ſich unſtreitig nach der Groͤſſe der Kauf⸗Sum⸗ me gerichtet, daß je geringer die Kauf⸗Summe in Abſicht des Guts, je groͤſſer der Zinß, und je groͤſſer die Kauf⸗Summe, je geringer die Zinß geweſen, und hat deswegen der Feudiſt 7.. T. 9. J. z. ganz recht, wenn er dergleichen Libellum, wo nur zwey Denarii zum jaͤhrlichen Zinß gegeben werden, vor einen bloſſen Kauf, bey dem von einer Berpachtungtaſtgar nichts 432 O( er nichts mehr anzutreffen iſt, haͤlt, dergleichen Blendwerk auch II. E. z. verboten iſt. Was die uͤbrigen Rechte der Libellorum oder Libellariarum anbetrift, ob und wann ſolche nach dem Abgange der Erben des erſten Kaͤufers an den Herrn wieder zuruͤckfallen, wie einigermaſſen aus I. F. 33. zu ſchlieſſen. Imgleichen, ob und wie weit ein ſolcher Contract bey Ver⸗ aͤnderung des Beſitzers oder nach Ablauf gewiſſer Jahre wieder erneuert werden muͤſſe, u. w. d. m. Hierinnen geſtehe ich voritzo meine Unwiſſenheit, weil ich ſelbſt keine vollſtaͤndige Urkunden von dergleichen dationibusadli- bellum geleſen, und ſolches alles doch auch dem bloſſen Bejahen der Rechts⸗ lehrer, die es einer dem andern getroſt nachſagen, nicht ſchlechterdings zu glauben mag. 30) Manſt. XXX.) Von denen Manſis, und ihren unterſchiede⸗ nen Arten. Was die Abſtammung des Worts Manſum anbetrift, ſo wollen es einige von Mann herleiten, weil es ſo viele Laͤndereyen in ſich faſſe⸗ te, wie ein Mann beſtellen koͤnnte, und zeigte es ſo viel an, als eines Manns⸗Maaß oder Mannsmatt. Andere hingegen meinen, es komme von menſura her, weil eine gewiſſe abgemeſſene Groͤſſe Landes einen Man- ſum ausmache. Man koͤnnte aus gleichem Grunde es auch von dem alten Teutſchen Wort Motz, welches nicht allein eine Maaß, ſondern wie GHerr Wachter in Gloſſario b. v. angemerkt, insbeſondere auch ein abge⸗ meſſen Land anzeiget, herfuͤhren. Zumal da Manſus auch durch maße und mas ausgedruckt wird, und dieſes letztere nach dem Zeugniß du Freſue b. v. und Bruſſel in not. ad Conſtit. de expedit. Roman. edit. Gebauer. p. 213. lit. a. nicht allein in Auvergne, ſondern auch nach dem Anfuͤhren des Zerrn Fontanini delle masnade bey Herr Eſtor in denen kleinen Schriften erſten Bandes p. 303. im Friaul noch heutiges Tages gebraͤuchlich iſt. Ja in dem Wort Cbefmex, welches Caput manſi bedeutet, iſt wuͤrklich manſum und mez einerley. Ich halte aber doch hierinnen die Lateiniſche Ableitung vor die wahrſcheinlichſte, daß manſus, manſum oder manſa von manere und manſio herkomme, und uͤberhaupt dadurch im Auffenthalt oder Wohnplatz auf dem Lande mit denen dazu gehoͤrigen Laͤndereyen ange⸗ zeiget werde, und weil denen Bauern insgemein eine gewiſſe Groͤſſe und Anzahl Laͤndereyen zu ihrem Unterhalt eingegeben worden, ſo iſt hernach r oöoooͤ—— ſerhei dusadl- Nchte⸗ Tdings ſ⸗ Men es V jfuſſe eihes komme Man- allen K adge⸗ ˖maſt Iſu :6. 263— eun criften ſdh vürih tnſch anſar funh enahe ſiy Taud dyj erneuer b 43³ durch manſum auch eine gewiſſe beſtimmte Groͤſſe der A · merket worden. Meine Gruͤnde, die mir ſolches die Bewohner und Bebauer der manſorum ſehr oft mauſionarii und ma- nenter genannt worden, wie davon unterſchiedene Zeugniſſe bey 2u Ereſne 5. v. zu leſen. Weil ſelbſt in denen heutigen Sprachen unterſchiedene hieher gehoͤrige Benennungen, die von manere abſtammen, uͤbrig geblie⸗ ben. So heiſſet z. E. im Engliſchen manor ein Meyerhof oder ander Land⸗Gut, und manſion ſowohl das Haus auf einem Land⸗Gut, als uͤberhaupt ein Auffenthalt oder Wohnung. Und im Franzoͤſiſchen Ma 4 ein Bauer oder Landmann, und Manoir ein Haus oder Auffent⸗ halt ꝛc. Daß aber Manſus zum oͤftern ein ganzes Gut mit allen Gebaͤuden, Aeckern und andern Zubehoͤr bedeute, erhellet aus denen von uns in dieſer Abhandlung hin und wieder angefuͤhrten Stellen und ward ein mit Ge⸗ baͤuden verſehener manſus insbeſondere bisweilenmanſuramaſatur genaunt. Siehe de Freſne v. amaſatus. Da nun manſus eine ſo allgemeine Bedeu⸗ tung hat, ſo iſt leicht zu erachten„daß nach der Beſchaffenheit der Beſitzer und anderer Umſtaͤnde ihnen mancherley Nebenbenennungen, wodurch man ſie von einander unterſchieden, beygeleget worden. Wir wollen die vornehmſten davon anfuͤhren, und kuͤrzlich erklaͤren. 1) Manſus regalitL. Daß dieſes diejenigen Laͤndereyen und Guͤter, welche dem Koͤnig zugehoͤret, geweſen, zeiget der Name von ſelber, wo⸗ durch denn, kraft der mancherley Bedeutung des Worts manſus bald ganze Guͤter, bald nur dieſe und jene Laͤndereyen verſtanden werden. Vara S. Egwini Epiſcop. Wigorn n. 77. ap. du Fireſne 5. v. Caſtrum Alveceſtre 4 resale tunc manſum. Capitul. II. de-71. Sl.. c. 19. p. Jro. In foreſtis manfum regale,& ibi vicaria cum piſcibus& homines ibi manent.[(manentes] In der Urkunde de à. 1041. ap. Mader. Antiquit. Srunſu. 2. 12. p. 227. ſchenket Kaiſer Henricus III. Marcwardo cuidam militi decem Tegales manfos noſtræ proprietatis cum Zurdis& illorum uxoribus&c. 2) Mauſus dominicatus, dominicus, indomenicatur Oos. Es er⸗ haͤrten die vielen von da Freſne v. Dominicum beygebrachten Zeugniſſe zur Gnuͤge, daß dominicus, dominicatus Rc. uͤberhaupt ſo viel als eigen⸗ Jii b thuͤm⸗ ecker bisweilen be⸗ . kemne d te mi glauben machen, ſind dieſe. a) Weil manſio bekanntermaſſen ſchon bey denen alten Lakeiniſe ſi Auroribus ſo viel als eine Herberge, Auffenthalt ꝛc. bedeutet hat. b) lhen 3 4 8 7 9 434 ͤ(COo thuͤmlich heiſſe. So werden z. E. in Capitul. Mormat. Ludovici Pii dt ₰§29. c. 10. die agri dominicari denen fremdden. Deillo, qui agros domi nicatos proptenea neglexerit excolere, ut nonas& decimas exinde non per- ſolvat,& alienas terras ad excolendum propter hoc accipit. Und in ei⸗ ner Urkunde Caroli Calvi pros. Dionyſio, wie Srmond. in not. ad Capitul. . Fo6. angemerkt, die ville indominicatæ denen zuLehn gereichten entgegen⸗ geſetzet. Volatilia de ſubſeriptis villis ſive indominicatæ ſivèe in hene ficium kuerint datæ. Cupitul. Curoli Calui Iit. 37. c. J. Et ſi nec ita ad fidelitatem noſtram aut ad juſtitiam reddendam adduci potuerint, ipſi alodes in no- ſtrum dominicatum recipiantur. In liter. Henrici Epiſt. Tullenſ. de donatio- ne Simon. Ducis Lotharing.&E Atbleid. pro S. Manſueto cit. ap. Sirmond c. 1. p. 796. Alodium ſuum, quod emerant,& in ſuo indoꝛuinicatu jam dudum poſſederant. In Præcepto Ludovici gun. de Abbatia in Calvomonte ap. Eund. Quam ipſe& antecefſores longo tempore in dominicatura ha buerant&c. Insbeſondere aber bedeutet dominicus, indominicatus R&c. auch 6 viel als Herrſchaſtlich, in ſofern nemlich ſolches bey Regenten derer Unterthanen, und bey andern Herrn ihrer unterworfenen Bauern und anderer Leute Guͤtern und Sachen entgegengeſtellet wird. Capitular. Caroh Calvi Tit. 30. c.§. Et in omnibus civitatibus& vicis ac villis, tam 20/ε indominicatis, quam& de his, quæ de immunitate ſunt vel de comitati- bus atque hominum noſtrorum ſive cujuscunque ſint. In dieſer Bedeu⸗ tung werden in dem Pohyprico Foſſatenſi ap. Baluz in Append. Ator. er. Tom. II. p. 1397. ſe*³. vinec. capellæ, Und culturæ dominicatæ oder indo- minicatæ angefuͤhret. Anderer Exempel voritzo zu geſchweigen. In glei⸗ cher Abſicht werden nun auch zum oftern die manſi, dominicati oder indomi- nicati in denen Urkunden genannt, und ſind alſo ſolches diejenigen Hoͤfe und Laͤndereyen, welche die Herrn zu ihrem eigenen Gebrauch behalten, und die ſie nicht, wie die uͤbrigen, ihren Bauern gegen jaͤhrliche Abgiften eingegeben. Caſarius in Gloſſa ap. Leihnit. 7. II. Collect. Etym. p. 2215. be⸗ ſchreibet ſie alſo: Sun agri curiæ, quos vulgariter appellamus Selgunt, ſive Aeten vel Cunden. Daß Lelaunt ſo viel als Seleuet heiſſen, und etwa im Abſchreiben nur ein Verſehen vorgegangen, iſt leicht zu errathen, indem Sel⸗Gut oder Sal⸗Gut ſo viel als Hof⸗Gut anzeiget, auch die manſi indominicati und die Sal⸗Guͤter zum oͤftern einerley geweſen, wie unten annoch ———— 3 ——————— ————-—————ů ů—y——— — Pu Sdom. daper. di⸗ Cahitul tgegen⸗ zefteuun itatem 25 1n 7o. Anauu la! Ddum Fe 7 9, aaha . ohch nderer en und „Lunn I-hd ntac- edeb⸗ r. Ier. ride angee intom. 2n H jhalten ſbgſſe aiſ be unt, li etivaw inoch ſt wul jeam, Gneh —— oo( ⸗ 435 annoch vorkommen wird. Was aber tten und Cunden heiſſen ſolle, iſt etwas ſchwerer herauszubringen. Meine Muthmaſſung iſt dieſe: Atta heiſſet ein Vater, und im Mecklenburgiſchen nennen die Bauern ihre Mutter Aette, welche Woͤrter auch in dergleichen Verſtande in mehren Mitternaͤchtiſchen Sprachen gebraͤuchlich ſind, wie Herr Wachter in Gloſſario b. v. angemerkt. Ich halte alſo, daß durch die Atten nichts anders als vaͤterliche oder ererbte Guͤter, die von niemanden zu Lehn gehn, bemerket werden. Ein gleiches wird auch durch die Cunden angezeiget, denn cund oder kund heiſſet ſo viel als angebohren, angeerbet, nativus, wie abermal Herr Wachter v. Aund durch die Woͤrter: himinakunds Himmeliſch gebohren, cartbcund von der Erden gebohren, utucuna, auswaͤrts gebohrenꝛc. erwieſen hat. Ob dieſe manſi indominicati eben diejenigen ſind, welche an ei⸗ nem andern Ort in dem Aegi tro Prumien). p. ⁷2. c. l. Heraler genannt wer⸗ den. Eagilardus, lauten die Worte, tenet beralem unam, z. e. curtilem,(olvit denarios quatuor— vidua una tenet beralenn unam„ſolvit denarios 4., brauchet annoch einer weiteren Unterſuchung, denn ob gleich der Name ſol⸗ ches zu erweiſen ſcheinet, ſo ſind doch dieſe Herales wieder die gewoͤhnliche Natur der manlorum dominicorum andern gegen einen jaͤhrlichen Zinß eingegeben geweſen. Es begreifen dieſe manſt dominicati oͤfters viele andere dazu gehoͤrige Bauerhoͤfe und andere Zubehoͤr in ſich, z. E. in dem rit. Polyptico Foſſatenſi heiſſet es: Habet in Mairiaco manſun indominica- tum cum caſa& diverſis ædificiis ſupra poſitis cum viridario,& omnibus congruis adjacentiir. Imgleichen: Habet in Floriaco unum manſum iu- donunicatum, ad quem che manſt XIX., ex quibus ſunt ingenuiles XII.& Serviles VII. Reſpiciunt etiam ad ipſum manſum de terra arabili bunuaria XXXVIII.—& in alio loco ſunt bunuaria XXXII.& dimi- dium— Eſt etiam una area in remis pertinens ad ipſum. Und ferner: Nonus manſus eſt indominicatus, ubi babet culturas I.,& pratum& hivar & aquas cum farinario. Gleichwie auch hingegen anderntheils biswei⸗ len nur dieſe oder jene Laͤndereyen von einem allodio indominicaturæ ge⸗ nannt werden, z. E. in Hiſt. Mediani. Monaſt b. 271. in Excerpt. Tob. 4 Sayono de Abbatibus ejusd. Monaſt. ap. du Treſne oviſI. Edit. v. Indomuini. catura. Hugo circa finem vitæ ſuæ contulit ex Indomini catura in allouso ſuo duas croadas cum parte prati. Daß uͤbrigens durch die manſos indomini- catos herrſchaftliche Guͤter und Laͤndereyen verſtanden werden laͤſſet ſich Jii 2 ferner 436 O( 38⸗ ferner auch daraus ſchlieſſen, daß in dem Polyptico Foſſatenſ von ihnen keine Abgift noch Dienſtleiſtung, wie von denen uͤbrigen Manſis, ſondern nur blos ihre Groͤſſe angefuͤhret und beſchrieben wird, und daß uͤberdem die uͤbrigen Manſt oder deren Beſitzer in dem Dominico die Frohnden ver⸗ richten, und ſolches behauen helfen muͤſſen, z. E. Facit peituram in cultura dominicata& ſeminat ibi de ſuo tritico mod. II.— fodit unusquisque jactum 1. in vinea dominicata. L. Mlemiauu. c. 22. Servi dimidium ſibi & dimidium in dominico arativum reddant&c. Gleichwie auch in denen Formtulis Lindenbrogii n. 79. p. 53⁄. ap. Baluz. T. 11. die manſi ſerviles als zu dem manſo indominicato gehoͤrig angefuͤhret werden, ibi: Manſam ju⸗ ris mei in dominicatum eum aliis quatuor manſis ſervilibus ſeu ad,picienti- bus ſimul curtiferis, vineis arpennorum quatnor, filvis, viridigariis, pratis, campis, cultis vel incultis—& reliquis adjacentiis, mobilibus& im- mobilibus, cum mancipiis utriusque ſexus. 3) Manſus capitalis, Caput manfum. Weil Manſum beruͤhrter⸗ maſſen uͤberhaupt ein Land⸗Gut mit allem Zuhehoͤr bedeutet, und alſo dazu hinwiederum oͤfters unterſchiedene Bauerhoͤfe und andere kleinere Guͤter gehoͤren, ſo glaube ich, daß manſum capitale, oder, wie es gebraͤuchlicher genannt wird, caput manſum(chef mez) das Haupt⸗Gut, wohin die dazu gehoͤrige Bauerhoͤfe frohnden muͤſſen, oder worauf wenigſtens der⸗ jenige, dem die uͤbrigen darunter ſtehende Laͤndereyen zugehoͤren, wohnet, bedeute, und alſo oͤfters von der terra ſalica und vorangefuͤhrten manſo indominicato nicht viel unterſchieden ſey. Es wird ſolches durch nachfol⸗ gende Zeugniſſe glaublich gemacht. Tabular. Eccleſ. Cadurcenſ. ap. du Freſne b. v. Ipſe alode meus de Albuſſio, qui eſt in pago Caturcino— cum ipſo caput manſo, cum terras& vineas&c. Iufra E. iſte capur mans, ubi ego permaneo&c. Tabular. Bellilocenſe Cb. 145. ibid. In primis cap- manſionile meum indomimicatum, quem pater meus mihi dimiſit, cum otto, cum vineis&c. In der Urkunde bey Dominico de Prærogativ. Al lodior. in fin. p. 16ꝛ. wird der Capmanſorum ſehr oft erwehnet, z. E. Etin Belent unum capmanſum cum farinario videlicet cum cuncta ſuprapo ſia ſua,& in Ciciolarias duos capmanſos cum ipſis vineis ſuir. 4) Manſus Eccleſiaſticur. Es iſt bekannt, daß Carolus M. zum Aufnehmen der Chriſtlichen Religion verordnet, daß bey einer jedweden Kirche zugleich ein oder zwey Mani ſollten gewidmet ſeyn, welche von L uf⸗ —————— Eͤ — nen Neen dedem ebe⸗ V atna disqne m übi dhen lesgls Imjl. deun. Tli, im. tte⸗⸗ dazu Güter icher in die del⸗ Nll, lo c⸗ p. du n0- mang s cay- 8 30( 437 Auflagen und Dienſten frey waͤren, und zu deren Beſtellung zwey Knechte von denen zu dieſer Gemeine gehoͤrigen liberis hominibus zugleich ſollten ge⸗ ſchenkt werden. Solche Manſi nun ſollten als ein dos der Kirchen anzuſe⸗ hen ſeyn, und mit zu der Unterhaltung des Prieſters dienen„wie ſolches alles aus unterſchiedenen Stellen in denen Capitularibus, und insbeſondere aus dem(apit. Luadovici Pii de A. 92¼. c. 1. cit. ap. du Freſne b. v erhellet: Quod ſi forte in aliquo loco ſit Eccleſia conſtructa, quæ tamen neceſſaria ſit,&nihil dotis habuerit, volumus, ut ſecundum juſſionem Domini& genitoris noſtri unus manſus 12, bunnariis de terra arabili ibi detur,& mancipia duo à liberis hominibus, qui ad eandem Eccleſiam officium Dei audire— ut Sacerdos ibi pofſit eſſe,& divinus cultus fieri. Sie wer⸗ den dieſerwegen in denen Urkunden mauſa eccleſiaſtici, und manſi prerl yte- riales genannt, z. E. in der Urkunde ap. Baldricum Noviomenſ. Lib. I. cap. [2. cit. à du Ereſue b. v. Eccleſiam unam in Gentlinio cum Eceleſiaſtico manſo habente de terra arabili bun. n. 12. Tabular. Eceleſ. Gratianopol. fol. 25. ibid. Manſus vero, in quo Eccleſia S. Imerii fundata eſt,& vocatur manſus Presbyterialis. ) Mauſus veſtitus. Wir haben ſchon oben p. C90. bey der Ab⸗ handelung von denen Abſitatibus etwas von denen manſis veſtitis beruͤhret. Nemlich veſtire(Engliſch ve*) heiſſet ſo viel als in den Beſitz einer Sache ſetzen, z. E. Charta Caroli C. Reg. ap. Beslium P. 229, cit. du Ereſne v. veſtire. Unde Cœnobium S. Dionyſi velzitum fuerat à bonis Deum timentibus hominibus, Qao Cluniacenſ. de Keverſione S. Martini cap. J. Ibid. Nolo Eccleſiam meam tanto defraudari theſauro, quia Epiſcopus factus eo Veſti- tam inveni. Gleichwie disveſtire, deveſtir: wieder aus dem Beſitz ſetzen bedeutet. Und veſtitura heiſſet die Erweiſung in dem Beſitz. L1b. M. Sa⸗ pitular. c. 19. p. 77§. Et coram eis rerum ſuarum traditionem faciat,& fidejuſſores veſtituræ donet ei, qui illam traditionem accipit, ut veſtitu- ram faciat. Cbronic. Andrenſe ab. du Reſne c. l. Hujus Eccleſiæ M onachi per annum& diem in ejusdem terræ veſzitura ſunt. Wie auch der Zinß, ſo von denen Guͤtern vor dieſen Beſitz gegeben wird. Taſrameut. Hernon. Abbat. Ciuniac. ap. du Freſne 5. v. Eo tenore, ut per ſingulos annos cen- ſus 12. denariorum pro veſtitura reddatur. Dieſem zufolge heiſſet nun manſus veſtitus ein in Beſitz gegebenes oder verliehenes Gut oder Land. Und kommt es mir gar nicht wahrſcheinlich vor, daß veſtitus manſus oder J3113 ager, 438 b 3) 0(⸗ ager, wie du Freſne davor haͤlt, einen beſaamten oder fruchttragenden Acker (agrum cui fruetus inſunt) anzeigen ſolle, indem die figuͤrliche Redensart, die in einer Urkunde de A. 1298. 0 f1 ½i. Guinenſi. 129. ap. Eund. gebraucht worden, und alſo lautet: Terram ſcilicet quandam nemore veſtitam, in loco, qui dicitur&c. ſolches gar nicht erweiſet, vielmehr unterſchiedene von du Freſne ſelbſt angefuͤhrte Urkunden deutlich das Gegentheil lehren, z. E. in der Urkunde ap. Baldric. Nouiom. lib. I. cap.[2. Manſos etenim, qui ad ſupradictum manſum dominicatum deſerviunt, veſtitos 12.& alios qui nuper veſtiti ſunt 12., qui nec adhuc integrum poſſunt ſolves cen- ſum, abſos 16. Chronic. Seſvenſ. p. 57àa. Apud Vetus vineas unum manſum veſtitum, cum ſervo in eo habitante. Auch kann ich denen nicht voͤllig bey⸗ ſtimmen, die zwar die manſos veſtitos vor Laͤndereyen halten, die mit Bauern beſetzet geweſen, ihren Namen aber daher fuͤhren, daß ſie gleich⸗ ſam mit Knechten oder Bauern bekleyder waͤren, und wuͤrden deswegen die Nudi ihnen entgegengeſetzt, als die von ſolchen Bewohnern entbloͤſſet waͤren. Siehe Herr Fontanini delle masnade c. I. 5 302. Sintemal nicht allein die Redensart, die Guͤter mit Bauern bekleyden, an ſich ſehr unei⸗ gentlich, ſondern auch unerwieſen, die andere bey Eingebung der Guͤter ge⸗ woͤhnliche Bedeutung des Worts veſtire hingegen auſſer Streit iſt. Auch es wenig zur Sache thut, wenn in dieſer oder jener Urkunde die Verfaſſer das Wort veſtire anders verſtanden, und in dieſer Meinung etwa die denen veſtitis entgegengeſefts manſos, manſos nudos genannt, in Betracht ſie ſonſten viel gewoͤhnlicher abſt benahmet werden, wie die oben bey denen Abſitatibus angefuͤhrte Zeugniſſe uͤberfluͤßig lehren, woſelbſt auch mit meh⸗ rem gezeiget worden, daß die nuai oder alſimanſi diejenige Laͤndereyen ſind, welche der Herr an niemand verliehen hat, ſondern durch ſein Geſinde be⸗ ſtellen laͤſſet. Die manſi veſtiti werden nun ferner nach dem Unterſcheid der Beſitzer mit folgenden Namen beleget. 6) Manſus ingenuilis. Schon in dem v. Buriſchen Lehenr. p. 708. ſeqq. unter der Abhandelung von denen Bauer⸗Guͤtern iſt angemerkt wor⸗ den, daß der Ackerbau vor dieſem in Teutſchland nicht durchgehends von Knechten beſorget worden, ſondern daß ſich auch zum oͤftern freye Leute demſelben unterzogen. Auch iſt ſolches um ſo viel glaublicher, wenn man bedenkt, daß es unmoͤglich geweſen, daß bey Vermehrung der in dem Fraͤn⸗ kiſchen Staat befindlichen insbeſondere ſogenannten liberorum Honsadan alle, 3) 0( b 4³9 alle, ich will nicht ſagen eigenthuͤmliche Guͤter gehabt, denn hievon ergiebt ſich das Wiederſpiel deutlich genug aus dem Lib. U. Capitul. c. 307. p. 995. ili: de liberis hominibus, qui proprium non habenr, ſed in terra domini- ca reſident. Sondern nur insgeſamt ſo vermoͤgend geweſen, daß ſie ſich bey denen von denen Nobilibus, Stiftern und Kloͤſtern erhaltenen und verliehenen Aeckern immer wieder Knechte und Sclaven zu der Beſtel⸗ lung des Ackerbaues halten koͤnnen. Capitul. e 17. 90,. c. 2. P. 41§. Et qui ſic pauper inventus fuerit, qui nec mancipia nec propriani poſſeſ- fonen terrarum habeat. Ferner finde ich darinn nichts unwahrſcheinli⸗ ches, wenn man davor haͤlt, daß die liberi homines zwar dem Stande nach alle einerley, aber doch ſonſten in Abſicht ihres Vermoͤgens, und der Ehrenſtellen, wodurch ſich einige im Kriege und an denen Hoͤfen der Nobilium empor gebracht, eben ſo ſehr unterſchieden geweſen, als wie heu⸗ tiges Tages in dem ſogenannten buͤrgerlichen Stande ein armer aber freyer Tagloͤhner von einem in einem anſehnlichen Ehrenamt ſtehenden unadeli⸗ chen Mann unterſchieden bleibt. Dieſerwegen iſt leicht zu erachten, daß viele liberi homines ſich kein Bedenken gemacht, nicht allein ſich mit beſchwere⸗ ten Manſis belehnen zu laſſen, und die darauf haftende Dienſte und jaͤhr⸗ liche Abgiften zu leiſten und abzufuͤhren. Denn ſo heiſſet es z. E. in dem Polyptico Eoſſatenſe. Habet in Varena manſos caroperarioν 36.,& ſunt ex 2P in beneficio manſi IV.& tres partes— Habet in Buxido manfos carro- perarios 2⸗¹.& dimid.& manoperarios 10., hoſpicia 13. De quibus manſis funt in beneficio j.& dimid. Sondern auch, wenn ſie nicht im Stande geweſen, Knechte zu Beſtellung dieſer Laͤndereyen zu halten„ſolche unter gleichen Bedingungen, wie andere Knechtiſche Bauern zu uͤbernehmen, die Aecker ſelber zu beſtellen, und die darauf haftende Frohnden allenfalls perſoͤnlich zu verrichten. Dergleichen ſolchen freyen Leuten eingegebene Manſi ſind es nun ohne Zweifel, welche man manſos ingenuiles genannt. Man beruft ſich in derſelben Erklaͤrung zwar insgemein auf den Caſarium, welcher ꝛn Gloſſa ad Aegiſtr. Prumien. c. I. b. 24. alſo ſchreibet: Manſi in- Lgenuales ſunt, qui jacent in Ardenna id eſt Osdinc, in qua terra jacert Alve& Hunlar& Vilantia. Quilibet iſtorum manſorum habet Cl. X. jur- nales terræ, quos appellamus vulgariter Honinbegerbuive. Allein dieſes giebt uns ſehr wenig Licht, indem er nicht anzeiget, worinn die Natur der manforum ingenuilium beſtanden, und warum ſie alſo genannt worden, ſondern nur meldet, wo die manſi ingenuales bey ſeinem Kloſter gelegen geweſen, 440 3) 0(⸗ geweſen, und was ſie vor Namen gefuͤhrt haben. Ueberhaupt haͤlt man ſonſten mit Lirmondo, du Ereſne&c. davor, daß bey denen ingenuilibus man- fis die Bedingungen nicht ſo hart, noch die Beſitzer zu ſolchen vilioribus ſervitiis, wie bey denen ſervilibus verbunden geweſen. Es fehlet aber hie⸗ bey an einem hinlaͤnglichen Beweiß. Denn wenn man gleich vorgeben wollte, es waͤre doch zu vermuthen, daß man freyen Leuten nicht ſo harte Bedingungen als wie denen Knechten wuͤrde aufgelegt haben; ſo ſtehen doch die Urkunden und Nachrichten im Wege, als woraus man erkennet, daß die manſi ingenuiles uͤberhaupt zu eben denen Beſchwerden und Ab⸗ giften, wie die ſerviles verbunden geweſen, und die freyen Beſitzer ſich ſehr geringer und weniger Vorzuͤge vor denen Knechtiſchen zu getroͤſten ge⸗ habt. So muͤſſen laut des oft angefuͤhrten Polyptici Foſſatenſis die ingenui- les ſowohl, wie die ſerviles manſi, woͤchentlich fuͤnf Tage frohnden, dem Herrn Huͤner, Eyer, Schindeln ꝛc. liefern. Solvit unusquisque man- fur ingenuilis per totas ebdomadas in anno dies V., præter tres ebdoma- das, unam in natale Domini, alteram in Paſcha, tertiam in Rogationibus, Debet napaticas III.— de lignatico carradas III.— Solvit unusquisque ſcintulas C., debet unusquisque pullos III. cum ovis XV. de vino ſext. 12., corbadas 2.&c. Ja bisweilen werden ſie ausdruͤcklich mit denen ſervilibus zuſammengeſetzt, und einer Verbindlichkeit unterworfen, Ibid. Unusquis- que manſus ingenuilis& ſervilis debet in Eulogiis panes VI. ad carnem denarios 2.& pullos 2., de vino ſext. 2., de avena ſext. 4. Cum fecerint cor- badas in menſe Martio, debent habere panem& ligumina& ſiceram. Menſe Majo panem& caſeum. Menſe Octobrio panem& vinum ſi eſſe poteſt. In einigen Kleinigkeiten werden ſie hernach daſelbſt unterſchieden, 3. E. der manſus ingenuilis muß das Getraide in die Muͤhle fahren, der ſer⸗ vilis aber hernach vor das Mahlen ſelber ſorgen: Der ſervilis muß l. v. den Miſt aufladen, der ingenuilis aber ihn auf den Acker fahren, abladen und von einander werfen. Deber ducere, heiſſet es von dem manſo inge⸗ nuili, annonam ad farinarium ſuper carrum ſuum de ſuis diebus,& in ipſo farinario debet ſtare ſervilis manſus, qui ipſam annonam prævideat, & copperetur. Debet etiam de ſuis diebus fimum ducere in campum& expandere de ſuo carro,& ſervilis manſus debet levare Hmum ſuper car- rum. In dem Breviario Caroli M. ap. Leibnit. Tonn. II. Collect. Etymol. p.3. ſind die manſi ingenuiles ebenfalls zum Pfluͤgen, Mehen, Heu einfahren, 4 ngen fat meh doman. obug ber ſe vegeben tſoſent ſ fehn rtenncc Indh⸗ per ſch 1 enge⸗ genui. dem man. Goma. onidu, uisqle N.I2, vilibus SMulis- rnem Rcor- eram. aſellt hieden, derſer. (v. dt gbladen ſo inge 3, Klh vvidest pumd perdh Thm fit Vw eeee 2do( Zä.. 4 Duͤngen und dergleichen Bauerdienſten verbunden. Operatur annis ſin⸗ gulis hebdomades V., arrat jurnales III., ſecat de fœno in prato domi- nico carradas I.& introducit, ſcaram facit— Quorum arat unusquis- que annis ſingulis jurnales VIIII., ſeminas& introducit. Serat in prato dominico carradas III.& illud introducit. Operatur in anno hebdoma- das VI. ſearam facit ad vinum ducendum, fimat de terra dominica jur- nalem I. de ligno donat carradas X.&cc. 7) Manſus exercitalis& barſcalceur. Da es nun„ wie eben ange⸗ fuͤhrt, ſeine Richtigkeit hat, daß die Bauer⸗Guͤter auch denen liberis hominibus verliehen worden, von ſolchen liberis hominibus es aber bekannt iſt, und oben. 33§. v. Senion gezeiget worden, daß ſie unter der Anfuͤh⸗ rung ihrer Seniorum mit zu Felde gehen muſten, und davor bisweilen ge⸗ wiſſe Guͤter von ihnen empfangen, ſo iſt es ſehr wahrſcheinlich, daß die dieſen Soldaten oder exercitalibus eingegebene Manti von ihren Beſitzern bisweilen manſi exercitales genannt worden. Gleichwie die den Burſchal- cis, d. i. denen Bedienten oder Kuechten derer Nobilium oder Baronum ver⸗ liehene Laͤndereyen manſi barſcalci geheiſſen. Aunotat. Arnoniy Epuſc. ap. Caniſum T. IH. Antiqu. lection. p. 3593. cit. a du Freſne 5. v. In ea manſos 60. inter veſtitos& abſos,& inter exercitales& barſchalcos cum omni- bus appenditiis. b 8) Mauſus Baccalarius, Baccalariæ. Es wird dieſer Manſorum oder Guͤter unter andern Erwehnung gethan en Cbarta 5. Tabular. Belliloc. a. du Treſue v. HBaccalaria. Hoc eſt curtem meam indominicatam„ quæ vocatur lgeracus, cum Eccleſia S. Martini conſtructa& baccalariir& an- fi ſervilihus. Auch zeigen die uͤbrigen in groſſer Menge von du Iieſnec. I. beygebrachte Zeugniſſe zur Gnuͤge, daß baccalaria überhaupt einen Begriff unterſchiedener Laͤndereyen bedeutet. Denn um nur eines anzufuͤhren, ſo heiſſet es in Teſtament. S. Geraldi Aueliacenſ. Com. ap. Ducbesne in Not. Et medietatem de ipſa curte,& ipſum caſtellum æunm baccalaria dominica- ria,& duos manſos. Es wurden dieſe baccalariæ, ſowohl von dem Herrn ſelber benutzet, und wurden alsdenn, wie auch aus dem eben angefuͤhrten Exempel erhellet, baccalariæ dominicariæ, indominicariæ, indominicatæ genannt: Als wie ſie andern hinwiederum eingegeben wurden, welche davonbaccalarii benahmet wurden. Matici Farcinonenſer cap. 46. ap. du Eeſe ae 5. v. Sacramenta ruſtici, qui teneat manſum& laboret cum pare boum. Kkk ſunt A ſunt credenda usque ad 7. ſolidos platæ. De allis namque rufticit, qu dicuntur Bacallarii, credantur ſacramenta usque ad 4. Mancuſos, auri valentiæ. Was aber der Name Baccalaria an ſich eigentlich anzeigen ſol⸗ le, ſolches laͤſſet ſich nicht wohl errathen. Ich habe zwar anfaͤnglich ge⸗ glaubet, daß dadurch Vorwerke oder Hollaͤndereyen, d. i. Hoͤfe, die zur Viehzucht gewidmet geweſen, verſtanden wuͤrden, und daß ſie ihren Na⸗ men von Hacca, welches auch bisweilen nach der Spaniſchen Ausſprache anſtatt vacca gebraucht wird, empfangen haͤtten, und daß ſie alſo mit denen Zaccarius einerley waͤren. Allein ich habe keinen Grund antreffen koͤnnen, warum man alsdenn niemals Vaecalaria noch umgekehrt Bacca- ria finde, und habe alſo dieſer Muthmaſſung noch nicht trauen moͤgen. Hierinn pflichte ich unterdeſſen a Freſne bey, daß die in denen ſpaͤtern Zeiten alſo genannte baccalarii oder juͤngere oder geringere Soldaten als wie die Ritter,(von welchen wir unten annoch werden zu handeln haben) wie auch die nach dieſem Beyſpiel auf denen hohen Schulen eingefuͤhrte, und nach denen geiſtlichen Rittern oder Doctoribus kommende Laccalari oder baccalaurei ihren Namen von denen gemeldeten baccalariis oder Be⸗ ſitzern der baccalariarum, und weder von denen baculis, womit als mit ihren Waffen ſie kaͤmpfen muͤſſen, noch von bas chevaliers, und was dergleichen mehr erhalten haben. Denn daß die Beſitzer der baccalariarum freye Leute geweſen, ſchlieſſe ich daraus, daß in der obigen Stelle ihre Guͤter denen manſis ſervilibus entgegengeſetzt worden, daß ſie auch etwas angeſehener als die geringern Bauern geweſen, erhellet daraus, daß ſie eine groͤſſere Summe, laut des cit. Matici Harcinonenſis als wie jene beſchweren duͤrfen. Da ſie nun als liberi homines mit zu Felde gezogen, und vielleicht ihre bac⸗ ealariæ von denen eben gemeldeten manſis exereitalibus nicht viel unterſchie⸗ den geweſen, weswegen wir die baccalarias auch lieber hier, als oben ins⸗ beſondere erklaͤren wollen) ſo hat nachgehends dieſe Benennung um ſo viel eher bey denen Soldaten ſtatt finden, und einigen unter ihnen insbeſon⸗ dere beygeleget werden koͤnnen. 9) Manſus ſervilis. Dieſes ſind kraft des obangefuͤhrten die de⸗ nen Knechten eingegebene Guͤter oder Hoͤfe. Caſarins ſetzet zwar e. uͤber⸗ haupt: Manſi ſervilers ſunt, qui continuo tenentur nobis ſervire, id elt omni hebdomada per totum annum tribus diebus. Prærerea faciunt alia jura multa, ſicut expreſſum eſt in libro. Wir haben aber kurz zuvor he⸗ merkt, MRai—(A b los, alt waaſe ngicg ſe,deg henxa sſpros eglo mt anttefen èt Baer mäͤge. ſutern ten N,8 haben) gfühtte arcclari der ⸗ witihrmn roleichen m fleyt denen cheger gedſſere durfe hreder gkeſche⸗ öbenoi⸗ mſorie göbeſer merkt, daß die ingenuiles manſi oͤfters fuͤnf und alſo noch mehr Tage in der Wochen, als wie hie die ſerviles, zu dienen wlſamoch mehrr gand ergiebt ſich alſo von ſelber, daß nicht die Dienſte an ſich, ſondern vielmehr die Beſchaffenheit der Beſitzer einen allgemeinen Unterſcheid der manſo⸗ rum ſervilium von denen ingenuilibus an die Hand gebe. „ 10) Manſur ledilis Cæſarius e. I. erklaͤret ſich folgendermaſſen: Manſt lediles ſunt, qui nobis multa jura ſolvunt, ſed tamen ita continue non fer. viunt, ſicut manſi ſerviles. Es iſt zu vermuthen, daß ſie ihren Namen ebenfalls von ihren Beſitzern bekommen, welches die liti, ludi, ledi&c. geweſen. Von dieſer liorum Beſchaffenheit iſt ein weniges in dem v. Bu⸗ riſchen Lehenr.„. 69. beruͤhrt, ausfuͤhrlicher aber iſt ſolche von Zerr Bot⸗ gieſſer. de Srat. Servorun p. 249. ſeqg. abgehandelt worden. Woraus erhel⸗ let, daß ſie zwar nicht allezeit, aber doch ſehr oft zumal in denen alten Ge⸗ ſetzen, wie oben p. 33 5. /d. aus dem Lege saxonum, Lege Friſionum und denen Capitularibus Krancorum angemerkt zu finden, von denen eigentli⸗ chen Knechten unterſchieden, und etwas beſſer gehalten worden, doch aber keine freye, ſondern verbindliche und gewiſſen Herrn unterworfene Leute ge⸗ weſen, weswegen ſie auch mit dem allgemeinen Namen Liti oder Lidi beleget worden, als wodurch unſtreitig(ob ich gleich oben. 69. ſolches annoch mit einigem Zweifel bejahet habe) nichts anders als Leute oder Luͤde angezeiget wird, indem ſie nicht allein an andern Orten ausdruͤcklich Leuti und udi ge⸗ nannt werden, wie die Exempel bey Herr Horgieſſerc.! lehren, ſondern man auch noch in denen ſpaͤtern Zeiten Lit anſtatt Leute findet, z. E. in der Urkunde de A. 1408. bey Serr Senckenberg Tom II. Select. Jur.&ũ Hiiſg. p. 690. heiſſet es anfaͤnglich:„mit Gericht, Zwang und Ban, mit L⸗ „mit Gut, mit Zoll ꝛc.“ und kurz nachher:„Mit Gericht, Zwing und „Bann mit Leut, mit Gut, mit Zoll ꝛc.“ Es meinet zwar Herr Porg! ſt. Ffer c. 1. p. 250. eine neue Abſtammung in dem Wort Zot, welches ein Dorf oder villam bedeute, gefunden zu haben, und wuͤrden alſo Liti ſo viel als Bauern oder villani heiſſen, welches zwar in ſo weit wahrſcheinlich genug waͤre, wenn es nur mit der Bedeutung des Worts N ſeine Rich⸗ tigkeit, und er ſolches nicht aus einem bloſſen Irrthum durch villam erklaͤret haͤtte. Nemlich er gruͤndet ſich hierinn auf eine alte Ueberſetzung einer ge⸗ wiſſen bey dem Herrn von Ludewig 7. 1. Keliqu. AStor. p. 157. befind⸗ lichen Urkunde de A. 1190., in weſcherfalgende Stelle: Facta eſt gue 1* 4 2 dam . 483 1 38 4 † 5½ 4 9 3 . 1 4** 4 4 F 2½ 1 444) O(S dam deſtinctio terminorum inter villam religioſorum virorum Monaſte- rii Dobirlug, que Nozzedil dieitur,& inter quandam villam adjacentem, que Salhuſen nuncupatur, alſo uͤberſetzt worden;„Geſchen iſt eyne Schei⸗ „dunge der grenitzin tzuſchinden tzwen Doͤrfirn Noſſedil, daz da iſt der „Moͤnche und des Cloſtirs tzum Dobirlug, und daz da by dem lyt, das „Salhuſen genannt iſt.“ Man erkennet aber leicht, daß durch C hier nichts anders als liegt angezeiget werde, und weil gleich anfaͤnglich anſtatt, daß im Lateiniſchen bey jedwedem Dorf das Wort villa wiederholet wor⸗ den, der Ueberſetzer ſich begnuͤget zu ſetzen: twen Ooͤrffern, ſo hat er her⸗ nach bey denen Worten: Et inter quandam villam adjacentem nicht noͤ⸗ thig gehabt, das Wort villam noch einmal zu uͤberſetzen, und zu ſagen; und „daz Dorff daz da by dem lyt, ſondern ſolches mit Fug auslaſſen koͤnnen. Weil uͤbrigens dieſe lidi oder ledi insgemein etwas beſſer, wie die geringen Knechte gehalten worden; ſo kann es ſeyn, daß bey dem Pruniſchen Kloſter ihnen die Laͤndereyen auch unter etwas leidlichern Bedingungen eingegeben worden, und ihre mehreſte Beſchwerden in der Bezahlung ihrer Abgiften, welche von denen litis, leda, lenda, ledda genannt worden, vid. du Freſue 9. v. beſtanden. Ja daß die Manſi ſelber vielleicht von dieſer Abgift lediles benamet worden, gleichwie die manſi tributarii von dem tributo, den ſie bezahlen muͤſſen, ihre Benennung empfangen. Weil aber Caſarius bey allen ſeinen Erklaͤrungen der Manſorum nicht ſowohl uͤberhaupt derſelben Natur, als vielmehr was vor Rechte ſein Kloſter davon zu fordern gehabt. an den Tag legen wollen; So iſt man nicht verſichert, daß die lediles manſi allerwaͤrts unter leidlichern Dienſten und andern Bedingungen, als wie die ſerviles verliehen worden, zumal da wir vorher ſelbſt von denen In⸗ genuilibus das Wiederſpiel angemerkt haben. ) Manſus carroperarius& manopera iu. Man erkennet ſo⸗ gleich aus dem Namen, daß dieſe Benennungen denen Manſis in Abſicht der Dienſte, ſo von ihnen geleiſtet werden muͤſſen, beygeleget worden. Da diejenigen, deren Beſitzer mit dem Geſchirr frohnen und zu gewiſſen Spanndienſten verbunden geweſen, Carroperarii, diejenigen aber, deren Beſitzer mit dem Leibe gedienet, und gewiſſe Handdienſte verrichten muͤſſen, Manoperarii genannt worden. Sie brauchen alſo keiner weit⸗ laͤuftigen Erklaͤrung. Es wird ihrer unter andern in dem Polyptico Foſſa- tenti ſehr oft gedacht, und unerachtet ſie ſowohl von denen ſorvilibus 32 als — s ingen zot, da en Bet nach den Denn ſo übeigen, tertio a tem cun axant— heiſſet e d tofſat ſtin den Kccipiet, mm reN träͤchtige quoque au frad — Nonald. leentenn. eScer dſſde It, dd rſer hannt, olet tte⸗ at eſn. richti gen, können „ 4 1 geringen Kloſte gegehen lbgiſteh A Lnlhe ttleclls „den ſt rus he fellen hadt. zmanſt als wie enen le nnet ſe awſcht vorden gewiſen aber, min ger vai⸗ unif érülbls äl o( r 445 als ingenuilibus manſis daſelbſt unterſchieden werden; ſo halte ich doch da⸗ vor, daß der Unterſcheid nur in der Benennung beſtanden, und ſie in de⸗ nen Bedingungen, unter welchen ſie verliehen worden ‚einerley, auch nach dem Unterſcheid der Beſitzer bald ingenuiles bald ſerviles geweſen. Denn ſo waren ſie nebſt ihren carroperis oder manoperis annoch, wie die uͤbrigen, zu andern Abgiften verpflichtet: Jalvunt man ⁊ carroperarii in tertio anno unusquisque /olidos.,& alios 2. annos unusquisque verve- cem cum aeno, ſolvunt de annona inter totos annis ſingulis möodios 109., arant— faciunt corvadan. Und hingegen von einigen manſis ingenuilibus heiſſet es eben daſelbſt: Solweban duo manſi trer carroperas in anno usque ad foſſatis. Von der Zeit, wie lange taͤglich eine carropera dauren ſolle, iſt in dem Zabular. Dervenſi ap. du Freſne b. v. verordnet: Carropera ſic accipiet, ut mane progredienies cum carris& animalibus fuis ad veſpe rum revertantur. Wie auch, daß ſie kein lahmes oder gebrechliches, traͤchtiges, oder gar zu junges Vieh dazu nehmen ſollen: Carroperum quoquse— fiet— in hac quoque conventione, ut bos claudus ſive cor- nu fracto,& vacca prægnans,& fœta tenera in carropera non eat. XXXI) Von denen Meyer⸗Guͤtern. ure illicorum die Rechte und Eigenſchaften der Meyer⸗Güͤter ſo gruͤndlich und ausfuͤhrlich abgehandelt, daß es faſt vergeblich ſcheinet, von denenſelben ferner etwas zu ſchreiben. Unterdeſſen, weil in derglei⸗ chen ſowohl Juriſtiſchen als andern Schriften, in welchen eine ganze Wiſſenſchaft oder gewiſſer Theil der Rechts⸗Gelehrſamkeit in ſeinem Zu⸗ ſammenhang vorgetragen werden ſoll, deswegen eine Materie nicht gaͤnz⸗ lich ausgelaſſen werden darf, weil ſie ſchon von andern weitlaͤuftig und hinlaͤnglich erklaͤret worden, ſondern vielmehr zum oͤftern dasjenige, was von andern bereits geſaget worden, wenn es anders der Wahrheit gemaͤß iſt, nothwendig wiederholet werden muß; So haben wir auch allhie, da wir die Natur der vornehmſten in Teutſchland befindlichen Bauer⸗Guͤter zu beſchreiben uns vorgenommen, kein Bedenken getragen, die Meyer⸗ Guͤter ebenfalls zu betrachten. Wir wollen dabey die Ordnung und Ab⸗ theilung, welche Herr Seruben in cit. Senunean. beliebet hat, mehren⸗ 3 theils Meyer⸗ Es hat der Herr Hofr. David Georg Struben in Commientatione de Guͤter. 4468)o( 86 theils beybehalten, dasjenige, was um die Beſchaffenheit der Meyer⸗Guͤ⸗ ter zu erkennen, vonnoͤthen ſeyn wird, daraus anfuͤhren, und hin und wieder unſere Gedanken beyfuͤgen, da es hernach dem Leſer, welcher von dieſer oder jenen Materie eine weitere Nachricht zu haben verlangt, deſto leichter ſeyn wird, ſich deswegen in der belobten Commentation Raths zu erholen. Worinnen das Amt der Villicorum oder der Majorum Villæ unter denen Franken beſtanden, iſt in dem v. Buriſchen Lehenr. p. 29 5. und p. 362. bereits erwehnet, wie auch, daß in denen ſpaͤtern Zeiten ein gewiſſes Richter⸗ amt dadurch angezeiget worden. Gleichwie nun ein Meyer in einer Art von Bedienung ſtund, kraft welcher er die Aufſicht uͤber die Landhaushaltung hatte, ſo waren ihm auch, wie andern Bedienten, zu denen Zeiten gewiſſe Laͤndereyen zu ſeiner Beſoldung angewieſen, oder, welches einerley war, zu Lehn gegeben. Hiedurch bekamen ſie Gelegenheit, wie die uͤbrigen Va⸗ ſallen, ihre Lehn⸗Guͤter nach und nach erblich zu machen, und obgleich Kaiſer Conradus III. ausdruͤcklich verbot, daß ſolches wenigſtens bey denen Kloͤſtern nicht geſchehen ſollte, wie aus dem Magno Chronico Delgico ap. Piſtorium Iom. I. p. 162. abzunehmen: Communi principum& gene- galis curiæ conſilio(ſtatuir,) quod nullus judex, qui vulgo Scultetus dici- tur, nullus villicus, qui vulgariter Major vocatur, miniſterium ſuum diutius habere& retinere valeat, niſi quandiu cum gratia Abbatis deſervire queat. ſed quotiescunque juſſus fuerit reddere, ſine contradictione reddat, nec filius poſt obitum patris per bereditatem repetat. So ſcheinet doch ſolches nicht durchgehends in Acht genommen zu ſeyn, vielmehr meldet Weruer Holevink de antiqua Savonum dignitate Lib. I. cap. 11. ap. Leibnit. Tom. III. Rer. Brunſuic. p. 631. von ſeinen Zeiten: Scio quod loquor, quia vidi mul- tos de majoribus illis, quos alio nomine cultos(Scultos) vocant, quan- quam tamen uxores univerſaliter omnes Majoricæ à noſtratibus nomi- nentur. Scio inquam eos egregias curias poſſidere, cum filiabus domi- cellorum connubia jungere, judicia exercere, non ex conumiſſione, ſed ex paterna traductione, reditus& ſervitia in pagis ſuis, ſicut ab antiquo, ſic &nunc obtinere, aliaque ad ſtatus ſecularis honeſtatem pertinentia habe- re. Es iſt aber hiebey zu merken, daß die Meyer nicht alle von gleichem Stan⸗ de und Anſehen geweſen. Denn gleichwie ſchon in denen aͤltern Zeiten die Majores Villæ aus denenliberis hominibus genommen wurden, und Shne⸗ ehene — ſhenede Fatten: nen nach te, ſol fau⸗. JI4. ei V geden— Dogte Kuehen Bugehn Kevond Giehe a zadere ge zus dem Denn o I. I. 6. — karè ſet es z. Filicus Vorwer Ku! Mdin dac. der M heim. dem H bejzahle und he⸗ I herrſch unterſc gewiſe ihre ſ Needer däben. e gi⸗ ſin und herden t, de Natht weunter dp. Zb Richer. Nrttod altung gewiſe zwar, nD⸗ bgleich ins bey) hegin Rgene. dici. jiutius Ueat, Nee diches V Gerun mA diwuk gan. noſml- sdom. ſd pvo, jababe Sthy tenY Dane u1 BB 447 ſehene Leute waren, die andern unter ihnen ſtehenden Bedienten zu befehlen hatten:(Siehe das v. Buriſche Lehenr. p. 295.) Nicht weniger auch in de⸗ nen nachfolgenden Zeiten die Edelleute dieſe Stellen zu verwalten fortfuh⸗ ren, ſo wird z. E. in dem Cbronic. Hamelen. ap. Leibnit. Tom. II. Ser. Srun- Juic. p. 522. einer curiæ, quæ fuerat villicatio Henrici Theideri militir und p. Fi¼. einer curiæ decimalis, quæ olim fuit villicatio Hinrici militi d icti The- geden, erwehnet, und wurden dieſe villicariones im Teutſchen bisweilen Vogteyen genannt. Denn z. E. das in der Urkunde de A. 1333. bey Serr uchenb. Anal. Haſſ. Coll. 2. H. 276. vorkommende Ohficium illicationis in Bugeln, wird hernach in der Urkunde de A. 1358. 26i1. 5. 250., in welcher die von Fleckenbuͤl damit beliehen werden, die Fridige zue Birgem genannt. Siehe auch Herr Eſtor daſelbſt in not. p. 1t. So gab es hingegen auch andere geringere unter dieſen ſtehende Villicos oder Majores, welche nicht aus dem freyen, ſondern aus dem Knechtiſchen Stande erwaͤhlet wurden. Denn ohne des NMajoris unter denen Knechten, deſſen in dem I. Jal. Zit. XI. 1. 6. mit dieſen Worten erwehnet wird: Si quis Majorem, infertorem — furaverit, aut occiderit, vel vendiderit&c., zu gedenken, ſo heiſ⸗ ſet es z. E. in einer Urkunde ap. Sebaten. Aunal. Paderborn. Lib. J.j. p. 590 Fillicus ei(Epiſcopo Wurtzburgenſi) cum ſubditis villicit de omnibus Vorwereken, cum multa copia ſêrviat, convocatisque miniſterialibus &’ tota familia, in die Sanéti Michaélis eos convivio participare faciat Und in vita Meinwerci f. 122. wird der villicorum, die litoner ſind ge⸗ dacht. In Sugerii Epiſt. 99. de Majore S. Columbæ ap. du Freſne h. v. wird der Major, rußſticus genannt. In dem Saalbuch des Kloſters Ebers⸗ heim ap. Srhilter. Diſſ. de Curiis Dominicalibus p. 592. werden die Meiger dem Hauptfall unterworfen erkannt, und zwar ſo, daß ein doppelter Fall bezahlet werden muß, erſtlich wegen ſeines Leibes(von me Libe das beſte) und hernach wegen ſeines Amts. 1 1 Weil dieſe angefuͤhrte Meyer aber die Verwalter uͤber fremde und herrſchaftliche Hoͤfe und Guͤter waren; ſo muͤſſen von demſelbigen annoch unterſchieden werden diejenigen Meyer, welche, wie andere Bauern gewiſſe ihnen verliehene Guͤter in Beſitz und Nutzung haben, und davon ihre jaͤhrliche Abgiften und Dienſte entrichten, welche hauptſaͤchlich im Niederſaͤchſiſchen gefunden werden, und wovon wir allhie zu handeln haben. 4 Og ͤͤſͤſͤſſͤſſſſ —— 448 2)o( er. Da nun Meyer ſowohl urſpruͤnglich nach der Celtiſchen und Armo⸗ riſchen Sprache, da es Maer oder Mirer ausgeſprochen worden.(Siehe Herr von Ludewig in Jur. Client. p. 352. lit a. und Herr Wachter in Crloar. b. v.) als auch nachgehends, wie das Lateiniſche Wort Maſor dar⸗ aus gemacht, und ſolchem in dieſem Verſtande bisweilen Minor entgegen⸗ geſetzet worden, jederzeit einen Dorgeſetzten bedeutet. Auch die Bauern, welche anitzo Meyer heiſſen, insbeſondere mit denen vormaligen Majori- bus Villæ oder Hofmeyer faſt in keinem Stuͤcke mehr uͤbereinkommen, wie ſolches der Herr von Ludewig c. I. p. 44ν19. lit. g. durch Entgegenhaltung ihrer beyderſeitigen Rechte mit mehrem gezeiget hat. So fraͤgt man bil⸗ lig, woher dann die heutige von andern Bauern nicht unterſchiedene Be⸗ ſitzer der ſogenannten Meyer⸗Guͤter den ihnen gar nicht zukommenden Namen der Meyer erhalten haben. Der Herr von Ludewig c. 1. p. 451. feqa. lit. 1. fuͤhret folgende Gedanken hievon. Die Pachtung der Land⸗Guͤter waͤre bey denen Teutſchen vor eine den freyen Leuten unanſtaͤn⸗ dige Sache gehalten worden, weil die Coloni oder Pachter dieſerwegen als Eigenbehorige des gepachteten Guts angeſehen worden. Nun haͤtten ſich zwar, ſo lange als wie die Knechtſchaft gedauret, leicht Leute gefunden, welche ihren Knechtiſchen Stand mit dem Jurecolonario verwechſelt haͤtten. Wie aber hernach die Knechtſchaft aufgehoben, Staͤdte erbauet, Zuͤnf⸗ te und Handwerke aufgerichtet, und ſonſten andere Mittel denen Frey⸗ gelaſſenen an die Hand gegeben worden, ihren Lebensunterhalt zu erwer⸗ ben, ſo hatten die freygelaſſene Knechte einen Abſcheu vor die Pachtung der Bauer⸗Guͤter gehabt. Damit aber die Eigenthuͤmer der Guͤter doch Leute bekommen moͤchten, die ſolche bebaueten; ſo haͤtten ſie der Sache einen andern Namen geben muͤſſen, und ſich geſtellet, als wenn ſie keine Beſtaͤnders oder Pachters, ſondern Meyers oder Aufſehers uͤber ihre Guͤ⸗ ter ſuchten. Und gleichwie vorhero des Meyers Amt darinn mit beſtanden, daß er die Aufſicht uͤber die bey einem jedweden Gut befindliche Knechte ge⸗ habt, es aber nachhero denen Herrn nicht gelegen geweſen, Miethdiener oder Geſinde auf ihren Guͤtern zu halten, ſo haͤtten ſie dieſen ſo benahmten Meyern die ganze Annehmung ſolches Geſindes uͤberlaſſen, da denn alſo ein ſolcher Meyer wiederum eine Aufſicht erlanget, aber nicht wie vorhero uͤber Knechte, ſondern uͤber gemiethetes Geſinde, nicht uͤber fremdes, ſon⸗ dern uͤber ſein eigenes, nicht wie ein Vorſteher, ſondern wie ein Beod. oder — der Ha geich die hehalten Methge den orde Menge! ſon eine ſrrubene rung ſet wie wel Bauer⸗ überi h. 1,937. gehaadel AS dGy andeer geſcha dovon 2 angem aloͤdei erhalte Fahge aühitt viel w locken in der nonden 4.4 9. ng der anſtän⸗. genas tten ſch funden tteh. zunf Frey⸗ A⸗ node dr doch Sache ſeebäne herGü⸗ ſanden, ſhte ge⸗ diener 2 98)o( Se oder Hausherr. Es haͤtte alſo der Ehrgeitz dieſe Leute angetrieben, ob gleich die Sache nicht mehr vorhanden, dennoch den alten Namen zu behalten. Ferner da nach aufgehobener Knechtſchaft die Guͤter durch Miethgeſinde beſtellet werden muͤſſen, ſolche Leute aber, weil ſie unter dem ordentlichen Richter geſtanden, nicht fuͤglich, wenn ihrer eine groſſe Menge auf einem Gute zuſammengeweſen, wie vor dieſem die Knechte von einem Aufſeher in Zaum gehalten werden koͤnnen zſo haͤtte es der Nu⸗ tzen der Herrn erfordert, die Guͤter zu theilen, und aus einer Meyerey viele zu machen, wodurch alſo die Anzahl der Meyer vermehret, aber auch zu⸗ gleich die Wuͤrde und das Anſehen dieſes Namens und Amts vermindert worden. b Es fehlet aber allen dieſen Muthmaſſungen nichts als ein zureichender Beweiß, wodurch ſolche in etwas wahrſcheinlich gemacht werden koͤnnten; Vielmehr ſind wichtige Gruͤnde vorhanden, und hat der Zerr Zofr. Struben e. 1. Cap. 1. deren unterſchiedene angefuͤhret, welche dieſe Mei⸗ nung ſehr unglaublich machen. Denn 1) ohne allhie zu wiederholen, wie weit es denen Edelleuten ſchimpflich geweſen, von ihres gleichen Bauer⸗Guͤter unter knechtiſchen Bedingungen anzunehmen, und ob die liberi homines niemals dergleichen uͤbernommen„als wovon ſchon oben p. 937 bey der Erbleyhe und kurz vorher bey denen manſis ingenuilibus gehandelt worden; ſo iſt keine Wahrſcheinlichkeit vorhanden, daß allein in Niederſachſen die Bauern ſo ehrgeitzig geweſen, daß man ſie mit groſ⸗ ſen Ehrentiteln zu Bebauung der Aecker anreitzen muͤſſen, da in ſo vielen andern Provinzen die Bauern auch nach erhaltener Freyheit, ſich nicht geſchaͤmet, ihre Aecker zu behalten, und die vorige Abgiften und Dienſte duvon zu entrichten und zu leiſſten. b b 2) Hiezu kommt noch, daß, wie oben bey denen Bauer⸗Guͤtern angemerkt worden, die Bauern ihre Freyheit an denen wenigſten Orten ausdruͤcklich und auf einmal, ſondern ſtilſchweigend und nach und nach erhalten, auch ſie die Guͤter nicht, wie insgemein andere ausdruͤcklich Freygelaſſene, ſogleich verlaſſen, ſondern ihrer perſ oͤnlichen Freyheit unge⸗ achtet, ſolche unter denen vorigen Beſchwerden behalten, und es alſo um ſo viel weniger noͤthig geweſen, neue Beſitzer zu denen Bauer⸗Guͤtern anzu⸗ locken, da die alten noch nicht Luſten gehabt, ſolche zu verlaſſen. Zumal in dem Niederſaͤchſiſchen, wo ahneden wenig Staͤdte geweſen, und ſo viele 449 450 b ͤOor viele tauſend Bauern, wenn ſie auf einmal von ihren Hoͤfen verlaufen, und ſich ihren Lebensunterhalt daraus zu erwerben vor ſchimpflich halten wollen, vor Hunger umkommen muͤſſen. 3) So findet man an vielen Orten in Niederſachſen eigenbehoͤrige und leibeigene Meyer, und iſtalſo nicht glaublich, daß, wenn der Titel eines Meyers dienen ſollen, die freyen Leute zu der Bebauung der Bauerhoͤfe anzulocken, man ſolchen denen Eigendehoͤrigen beygeleget haben wuͤrde. Kurz da, wie Herr Keruben c. l. gezeigt, ganz Niederſachſen eben ſowohl, wie andere Provinzen in Teutſchland mit knechtiſchen Bauern angefuͤllet geweſen, und zum Theil noch iſt, ja die Meyer ſehr oft ausdruͤcklich darunter gerechnet werden; ſo iſt keine Urſache vorhanden, warum man ſich von denen in Niederſachſen hauptſaͤchlich gebraͤuchlichen Meyer⸗Guͤtern und deren Beſitzern eine andere Vorſtellung, wie von denen uͤbrigen Bauern und deren Guͤtern machen ſolle, und kann alſo in dem angeblichen Urſprung der Meyernicht wohl der Grund ihrer Benennung geſetzet werden. Viel glaublicher aber iſt es, daß das Wort villicus oder Meyer nicht allein einen Vorgeſetzten, ſon⸗ dern auch ſchon in denen aͤltern Zeiten einen Bauern, dem ein Gut gegen gewiſſe jaͤhrliche Abgiften eingegeben worden, bedeutet habe. Denn ſo üͤberſetzet die Cloſa Beziana conductores durch meiora,(Siehe Serr Mach⸗ ter 5. v.) und Aero in interpret. vocabul. barhar. bezeugt, daß Villicatio oder eine Meyerey auf Teutſch Lbabt oder eine Pacht heiſſe, der neuern Zeugniſſe zu geſchweigen. So werden z. E. in dem Bayeriſchen Landr. de A. 1519. tit. 37. art. 10. und in der Landsordn. de A. 1753. lib. 3. kit. 15. ap. Schilt. Diſſ. de Jure Emponematam 11. die Freyſtifter oder Be⸗ ſtaͤnder Meyer genannt, ibi:„den Mayr ſo die Herrſchafft darauff zu ſtiff⸗ „ten vor hat.“ Item andern Magyren verſtiften.(Siehe unten von denen Frey⸗Yeu⸗Stift⸗Guͤtern.) Da nun die ſogenannte Meyer die Guͤter ihrer Herrn ebenfalls als Beſtaͤnder oder Pachter, in ſoferne nem⸗ lich die Natur dieſes Vertrags durch die Teutſche Rechte und Gewohnhei⸗ ten beſtimmet wird, beſitzen; ſo hat man ihnen um ſo viel eher den Na⸗ men Meyer in dieſer Abſicht beylegen koͤnnen. Auch iſt es an ſich nicht ſo ungereimt geweſen, daß man anfaͤnglich denen Beſtaͤndern den Namen Mevyer mitgetheilet, indem ein Beſtaͤnder ebenfalls ein fremdes Gut, wie ein anderer eigentlicher Meyer, in Beſorgung und Verwaltung hat, und der Unterſcheid nur darinn beſtehet, daß der vorgeſetzte Meyer es zum beſten ſeines Herrn, der Beſtaͤnder aber zu ſeinem eigenen Nutzen beſtellet. — Wo fot Herr indemt 3 züberi anjaſehe 1 hewied gen Men ſchreibe 7 ſelben u hefondel Myerre feyrvera ann, n Aführet ſeen, d Verl 336. Hh dem? ten un aunſern „Oahe Wa dad in de das mmß, anſtal tinloſe recht wonde von Vaͤ tract tenin ruhene, dinzegg um Je den oß erſacheg eanden machen dohlder 1 ſſ 89, n, ſor Utgegn Dennſ rMEa. ſicao eller 3. tit der e fuſtf ondenet ener d neehe⸗ hnhe ſen Ne. dichtſt Nani ut , mt 1 1 3) 0( Sr⸗ 451 Was nun die Natur des Meyercontracts an ſich anbetrift; ſo hat Herr eruben in dem ganzen zweyten Capittel ſich weitlaͤuftig zu erwei⸗ ſen bemuͤhet, daß die Meyer kein nutzbares Eigenthum wie die Lmphyteu. tœ uͤber ihre Guͤter haͤtten, ſondern nur als bloſſe Conductores oder Pachter anzuſehen waͤren. Gleichwie aber diejenigen allerdings zu weit gehen, wel⸗ che wieder die Eigenſchaft der mehreſten Bauer⸗Guͤter in Teutſchland de⸗ nen Meyern ein Eigenthums⸗Recht uber die ihnen eingegebene Guͤter zu⸗ ſchreiben, oder die Roͤmiſchen Rechte von denen Emphyteuſibus auf die⸗ ſelben unvorſichtig anwenden; auch ferner nicht zu leugnen, daß durch die beſondern Vertraͤge, welche der Herr mit ſeinem Meyer aufgerichtet, das Meyerrecht ſowohl was die Zeit als auch andere Umſtaͤnde anbetrift, ſehr veraͤndert, und einem bloſſen Mietheontract aͤhnlicher gemacht werden kann, wohin die beyden Meyerbriefe, welche Herr Seruben c. 1. p. 33. anfuͤhret, gehoͤren, da in dem einen die Daurung dieſer Verleyhung auf ſteben, und in dem andern auf drey Jahr geſetzet iſt. Denen man noch die Verleyhung de A. 1311. a5p. Scbilter cit. Diſſ de Jure Emponematum p. 36. hinzufuͤgen kann, worinnen es unter andern alſo heiſſet:„In allem „dem Rechte alſe alle Meiger denenſelben Hof mit Aeckern und mit mat⸗ „ten unze har gehabet hant, verlihen ſint, von unſer Stifte wegen mit „unſerm Willen und mit unſerer hant, Friederichen Herrn Johanſens „Sune an dem Bach, und ſinen erben zu einem rechten gedinge „zwantzig jar.“ So iſt doch auch anderntheils auſſer allen Streit, daß insgemein und uͤberhaupt zu reden ein Meyer von einem bloſſen Pachter in vielen Stuͤcken unterſchieden iſt, und eine Art von dinglichem Recht auf das Gut hat, indem er z. E. die Steuern von denen Meyer⸗Guͤtern bezahlen muß, wenn er in ſeinem Beſitz beunruhiget wird, remedia poſſeiſoria anſtollen, die von denen Meyer⸗Guͤtern getrennete Pertinenzien wieder einloͤſen, und mit dem Haupt⸗Gut vereinigen kann, folglich das Meyer⸗ recht ihm eine actionem realem giebt, der Beſitz dieſer Meyer⸗Guͤter ihn von der Satisdation befreyet ꝛc. Siehe mit mehrem des Zerrn O A. Raths von Pufendorf introdudt. in Praceſſ. Cwil. Luneburg. p. 3 ¼ ſeqg. Meines Beduͤnkens iſt es alſo ganz vergeblich zu unterſuchen, ob der Meyereon⸗ tract vor eine Emphyteuſin oder vor eine locationem conductionem zu hal⸗ ten, indem er bald dieſer bald jener in hem einen oder dem andern Stuͤck nahe, . 1 2 und 1 3 4 4 4 W 8 . 6 45²) O(88 — und doch mit keiner voͤllig uͤbereinkommt, ſondern wie alle Verleyhun⸗ gen der Bauer⸗Guͤter in Teutſchland, ſeine beſondere Natur hat, die allein aus denen Teutſchen Rechten und Gewohnheiten beſtimmet und er⸗ oͤrtert werden muß. Folglich handelt man am beſten, wenn man, ohne ſich bey ſolchen allgemeinen Vergleichungen mit denen Roͤmiſchen Con⸗ tracten aufzuhalten, die Eigenſchaften einer jedweden Verleyhung, das iſt, die Rechte und Verbindlichkeiten des Herrn und des Bauern vor ſich, und nach Maaßgabe der Teutſchen Anordnungen betrachtet, und blos nach ſolcher Richtſchnur die vorkommende Streitigkeiten entſcheidet, 41 dem fremden Roͤmiſchen Recht aber nicht eher ſeine Zuflucht nimmt, als bis alle einheimiſche Grunde der Entſcheidung fehlen. 1) Ein Meyer genieſſet alle die Nutzungen, welche die ihm zum Meyerrecht verliehene Laͤndereyen und Guͤter hervorbringen. Es flieſſet dieſes Recht des Meyers nicht allein aus der allgemeinen Natur aller Ver⸗ leyhungen, ſondern wird auch uͤberdem in denen Meyerbriefen durch die Worte: das Land nach ſeinem beſten Nutzen zu gebrauchen, oder wie es in der im Anhang W. 17. befindlichen Formul lautet:„Mit al⸗ „len Pertinentzien und Gerechtigkeiten⸗⸗ zu ſeinem beſten zu genieſſen „und zu gebrauchen ꝛc.“ ausdruͤcklich bekraͤftiget. Es verſtehet ſich aber hiebey von ſelber, daß ſolches nur von denen Nutzungen, auf welche bey Schlieſſung des Contracts das Abſehen von beyden Partheyen gerichtet worden, und welche der Natur der verliehenen Sachen gemaͤß ſind, zu verſtehen ſey, und daß aus dieſem Grunde es dem Meyer nicht erlaubet ſey, die aͤuſſerliche Geſtalt der verliehenen Sache zu Vermehrung ſeines Nutzens zu veraͤndern, und aus Wieſen Aecker, aus Holzungen Weyden, aus Fiſchteigen Land zu machen. Sintemal hiewieder nicht allein ſtreitet, daß das Eigenthum uͤber die Guͤter nicht dem Meyer, ſondern dem Herrn zukommt, und alſo ohne dieſes letztern als des Eigenthuͤmers Willen keine Veraͤnderung in denenſelben darf gemacht werden: Sondern es wuͤrde der Meyer auch dadurch ſein Meyerrecht weiter und auf Sachen ausdeh⸗ nen, deren Nutzungen ihm nicht verliehen worden, und eigentlich nicht die eingegebene, ſondern andere Guͤter nutzen wollen. Ferner iſt unter dieſen Nutzbarkeiten, welche dem Meyer verliehen werden, auch nicht begriffen die Jagd, als welche ſich vor keinen Bauern ſchickt, und iſt es unter die unge b b woͤhn⸗ nhic behnlich durht h daß au beiterg tondieſe ungen feiffeni⸗ ſoret. Vnd z um Gel dh, we⸗ loehoͤren hen Re wel des 34 dket, e 2) en, zu chweren draft deſſ atsder VN fänta. ruckt: Whan ) berta y lbern vtel w „hele? gen von gem un ihm d von g ſwor lrato, enießen ooher ſebey de od w detſey. Nuhens n, Klb raltt Herrt len kane wüͤrde zodeh nictdi tr diir rffenö d E o( e⸗ 413 woͤhnliche Exempel zu rechnen, wenn hie und da die Bauern ſolche herge⸗ bracht haben, wovon Herr Struben Cap. IIl. J. 3. einige Proben beybringet. Daß auch ein auf dem Meyer⸗Gut gefundener Schatz dem Meyer nicht weiter als zur Helfte gebuͤhre, flieſſe aus dem, was oben bey derkmphyrenſi von dieſer Materie geſaget worden, indem ein ſolcher Schatz unter denen Nu⸗ tungen des Guts, welche dem Meyer verliehen ſind, bekanntlich nicht mit be⸗ griffen iſt, das Gut ſelber aber nicht dem Meyer ſondern ſeinem Herrn zuge⸗ hoͤret. Etwas zweifelhafter ſcheinet es wenn der Schatz in dem Hauſe, und zwar nicht in dem Grundplatz, worauf ſolches ſtehet, ſondern in dem Gebaͤude ſelber, z. E. unter dem Tach, in der Mauer, gefunden wor⸗ den, weil die Gebaͤude auf denen Meyer⸗Guͤtern insgemein denen Meyern zugehoͤren. Ich halte aber, daß auch in dieſem Fall nach dem Juſtiniani⸗ ſchen Recht dem Meyer nur die Helfte des gefundenen Schatzes gebuͤhre, weil des Rechts, ſo ihm uͤber die Gebaͤude zuſtehet, ungeachtet, das Ei⸗ genthum dennoch dem Herrn bleibet, dem der Grund und Boden zuge⸗ oͤret, cum ſuperficies folo cedat. Siehe unten von der Superficie. 2) Er iſt aber nicht befugt dieſe Guͤter zu veraͤuſſern, zu zerthei⸗ len, zu verpfaͤnden, oder auf andere Art zum Nachtheil des Herrn zu be⸗ ſchweren. Es flieſſet dieſes Verbot nicht allein aus dem Meyerrecht, kraft deſſen dem Meyer zwar die Nutzungen, aber nicht das Eigenthum des Guts verliehen worden, ſondern wird uͤberdem auch durch viele ausdruͤckli⸗ che Landesgeſetze, welche Herr Seruben Cap. IIl. g. 7. feqa. angefuhret, be⸗ ſtaͤrket, und pfleget uͤberdem annoch in die Meyerbriefe mit hineinge⸗ ruͤckt zu werden.„Nichts von dem Meyer⸗Gut, heiſſet es in dem im Anhang N 17, befindlichem Formular,und deſſen Zubehoͤr veraͤuſſern, „vertauſchen, verpfaͤnden, noch an ſeinen Kindern zur Ausſteuer etwas „uͤberlaſſen, und dadurch daſſelbe vertheilen oder auff einige Weiſe, un⸗ „ker was Vorwand es ſeyn koͤnnte, davon abkommen, noch demſelben „neue Beſchwerden auff buͤrden.“ Es werden hiebey einige befondere Fra⸗ gen von Herr Struben cit. Cap. III. aufgeworfen, welche wir allhie mit weni⸗ gem unterſuchen wollen. Nemlich a) ob der Meyer berechtiget ſey die ihm verliehene Guͤter an andere hinwiederum zu verpachten? Der Zerr von Ludewig c. 1. p. 221§. u.). haͤlt davor, daß dem Meyer dieſes Recht zwae nach denen gemeinen Rechten nicht zukomme, indem der 7. 6,0 Ade Locato, wie oben bey Bee Lanſlede deſh bereits erwehnet worden, auf en b 1 3 die 454) Oo(Sr⸗ die Verpachtung der Land⸗Guͤter nicht auszudehnen ſey, doch ſey ihm ſol⸗ ches kraft der Landesgeſetze erlaubt, indem es in dem Landt Abſch. 1619. §. 10. heiſſe:„Es ſolle der Meyer befugt ſeyn, das Gut nach Belieben an „eine tuͤchtige Perſon, wieder welche der Guts⸗Herr nichts erhebliches ein⸗ „zuwenden haben wuͤrde, abzutreten.“ Berr Struben c. I. p. 69. ſegg. hinge⸗ gen zeiget, daß die Landesgeſetze dieſe Freyheit dem Meyer zwar nicht er⸗ theileten, indem die von dem Herrn von Ludewig beygebrachte Stelle in keinem Landtags⸗Abſchied befindlich, ſondern von Stryk in Uſu Moderno ff. Zit. Locat. Conduct.§. 32. aus denen Meyerbriefen angefuͤhret waͤre. Es komme ihm aber ſolche kraft der gemeinen Rechte zu, ſintemal der eit. L. 6. C. de Locato gar zu allgemein, als daß man ſolchen nur auf die Ver⸗ miethung der Haͤuſer und dergleichen einſchraͤnken ſollte. Auch zweytens aus dem L. 7. fI. Loc. cond. erhelle, daß insbeſondere auch Inſuln, die oh⸗ ne Bebauung und Bearbeitung nicht genutzet werden koͤnnten, ſublociret werden duͤrften. Und drittens es bey Vermiethung der Haͤuſer, des Vie⸗ hes und dergleichen dem Eigenthuͤmer eben ſo wenig gleichguͤltig waͤre, wer ſolche in Beſitz habe, als bey denen Laͤndereyen, indem bey beyden ein mittelmaͤßiger Fleiß des Beſtaͤnders erfordert wuͤrde. Allein auch hiewie⸗ der kann annoch eingewandt werden, daß erſtlich die Leges des Codicis. weil ſie ſich nach denen Umſtaͤnden des vorgebrachten ſtreitigen Falls richten, nicht jederzeit auf alle unter denen allgemeinen Worten begriffene Faͤlle an⸗ zuwenden ſind, zweytens der. 7. h.. Loc. cond. die erlaubte Sublocation der Land⸗Guͤter nicht erweiſet, indem nſula daſelbſt keine eigentliche Inſul, oder ein mit Waſſer umfloſſenes Erdreich, ſondern ein mit einer beſondern Mauer umgebenes und von andern Haͤuſern abgeſondertes Gebaͤude anzei⸗ get, wie aus denen Worten; Prohibirus fuerit babitare, zu ſchlieſſen, und welches Feſtus b v. alſo beſchreibet: Inſulæ dictæ, quæ non junguntur com- munibus parietibus cum vicinis, circuituque publico vel privato cingun- tur. Nicht weniger drittens bey denen Verpachtungen der Land⸗Güͤter es mehr auf die Geſchicklichkeit des Beſtaͤnders ankommt, als bey der Vermie⸗ thung eines Hauſes, wobey keine beſondere Wartung noch Bebauung erfordert wird. Meiner Meinung nach muß man auch allhie, wie oben bey der Landſiedel⸗Leyhe, einen Unterſcheid unter eine kurze auf beſtimmte wenige Jahre gerichtete und unter eine erbliche Verpachtung oder After⸗ Vermeyrung machen. Die erſtere muß dem Meyer billig zugeſtanden b b werden/ — werden fungen de Gu ſen Aft eewied gern ho Entrich ter lic erbliche indem dalliehe fatnoch d Und nut. Poli „ſoll Le gung berkal aͤuſſer n die vo volle, Nerals NK Meta drauch kiaft wolle. — ywſ⸗ 16l9. lebehan chezi ng nichta. Stelein Molam ket win. dldetat die Da. eyten die oh⸗ bloeiret es Die⸗ b te,we pden hiewie odicis, lihton, lean⸗ danoh Iſab ſondern deanle, ſen Ind turcom- ociogulr Güterts DPami⸗ ebauung wieoh 3oaa. 435 werden, weil einestheils bey denen Meyer⸗Guͤtern als erblichen Verley⸗ hungen der Herr nicht fuͤglich ſein Abſehen auf eine gewiſſe Perſon, welche die Guͤter innhaben ſollte, kann gerichtet haben, zweytens der Herr bey die⸗ ſen After⸗Verleyhungen keinen Nachtheil zu befahren hat, indem, wenn er wieder die Tuͤchtigkeit eines ſolchen Pachters mit Grund etwas zu erin⸗ nern hat, ihm ſeine Befugniß immer offen bleibet, im uͤbrigen aber wegen Entrichtung des Zinſes und der uͤbrigen Abgiften er mit erwehnten Pach⸗ ter nichts zu thun hat, ſondern ſich lediglich an ſeinen Meyer haͤlt. Eine erbliche Verpachtung hingegen kann ſich der Meyer keinesweges anmaſſen, indem dadurch das Gut in eine ganz andere Familie, als der es der Herr verliehen, gerathen, und auch ſonſten dem Herrn ein eben ſo groſſer, ja faſt noch groſſerer Nachtheil als durch die Verpfaͤndungen zugezogen wuͤr⸗ de. Und von dieſen erblichen Verleyhungen iſt ohne Zweifel das in der Ordi- nat. Polit. Guelferbyt. art. 30. vorhandene Verbot zu verſtehen:„Miemand „ſoll Lehn⸗Erben Zinß⸗Meyer oder andere fremde Guter ohne Bewilli⸗ „gung der Lehn⸗Erben Zinß⸗oder Guts⸗Herrn verſetzen, vertauſchen, „verkauffen, andern hinwieder vermeyern, einthun, oder ſonſt ver⸗ „aͤuſſern.“ b) Ob der Herr noͤthig habe gewiſſe Urſachen, warum er nicht in die von dem Meyer geſuchte Veraͤuſſerung ſeiner Meyer⸗Guͤter willigen ₰ wolle, anzufuͤhren? Dieſes wird billig verneinet, denn da dem Meyer niemals ein Veraͤuſſerungs⸗Recht zugeſtanden, ſondern das Gut nur ihm und ſeinen Erben verliehen worden; ſo iſt er auch nicht befugt, von dem Herrn gewiſſe rechtmaͤßige Urſachen zu fordern, weswegen er ihm den Ge⸗ brauch eines Rechts, welches er ihm niemals ertheilet ſondern vielmehr kraft des Meyereontracts ausdruͤcklich unterſaget hat, nicht erlauben wolle. Eben ſo wenig als wie bey andern Vertraͤgen jemand berechtiget iſt, ſich der Erfuͤllung des abgeredeten aus dem Grunde zu entziehen, weil der andere keine hinlaͤngliche Urſachen anzufuͤhren wuͤſte, weswegen er jenen von ſeiner Verbindlichkeit nicht befreyen wollte. c) Ob im Fall der Noth der Meyer berechtiget ſey, Geld ohne Einwilligung des Herrn auf das Gut zu nehmen, und wie weit auch der Herr allenfalls deswegen gehalten ſey? Es hat HerrStruben p. 95. ſej. ganz wohl angemerkt, und flieſſet ſolches auch aus demjenigen, was in denen gemeinen Rechten von der utiliactione de in rem verſo verordnet iſt, daß, wenn der Meyer zu der unumgaͤngli⸗ chen Erhaltung des Guts das Geld aufgenommen und verwandt hat, z. E. 4⁵5⁵6) o(Sar — kauft, daß er ſolches zu Ausbeſſerung der Daͤmme und Teiche, wodurch die Wegſpuͤlung der Laͤndereyen verhuͤtet worden, angewandt ꝛc. alsdenn der Herr geſchehen laſſen muͤſſe, daß ſolches aufgenommene Geld hinwie⸗ derum aus denen Meyer⸗Guͤtern bezahlet werde. Doch wird uͤberdem bilig in der Keſolut. Lünehurgica de A. 10§6. S. 5. erfordert, daß wegen Entfer⸗ nung oder anderer Verhinderungen der Meyer den Herrn um ſeine Einwil⸗ ligung nicht erſuchen koͤnnen, als wozu er ſonſten allerdings gehalten iſt, weil er wiedrigenfalls das Anſehen hat, als wenn er wieder den Willen des Herrn ſich eine Verfuͤgung uͤber deſſen Guͤter anmaſſen, und derſelben Nutzen beſorgen wollen, auch er dadurch dem Herrn die Gelegenheit be⸗ nimmt, vielleicht auf beſſere und wohlfeilere Art den Untergang oder Verderb ſeiner Guͤter abzukehren. 3) Ob das Meyer⸗Gut mit Auflegung einer Dienſtbarkeit be⸗ ſchweren koͤnne? Daß er dergleichen Dienſtbarkeit, die ewig auf das Gut haftet, und auch dereinſt bey dem Heimfall zum Nachtheil des Herrn beſtehen ſollte, nicht auflegen koͤnne, verſtehet ſich von ſelber, weil das Eigenthum des Guts nicht ihm, ſondern dem Herrn zukommt, und er alſo ſein Nutzungsrecht auf ſolche aus dem Eigenthum flieſſende, und dem Gut ſelbſt ſchaͤdliche Unternehmung nicht ausdehnen kann. Auch iſt olches Verbot uͤberdem in der vorher aus dem Meyerbrief angefuͤhrten Stelle, daß er dem Gut keine neue Beſchwerden aufbuͤrden ſolle, mit enthalten. Eine andere Frage aber iſt es, ob er nicht wenigſtens einem dritten eine gewiſſe Gerechtigkeit auf dem Gut ertheilen konne, welche ſo lange, als wie er der Meyer und ſeine Erben das Gut in Beſitz haben, daurete, bey einem Heimfall oder anderer Veraͤnderung der vorigen Be⸗ ſitzer aber von ſelber erloͤſche? Herr Strube c. l. p. 132. haͤlt davor, daß ob oiche Gerechtigkeit gleich vor keine eigentliche Dienſtbarkeit, ſondern viel⸗ dih vor eine perſoͤnliche Verbindlichkeit zu halten ſey, deren Auflegung dennoch dem Meyer erlaubet ſey. Seine Gruͤnde ſind dieſe. a) Da es dem Meyer vergoͤnnet ſey, die Nutzungen des ganzen Guts einem dritien zu uͤberlaſſen, ſo koͤnne man ihm auch nicht wehren, daß er demſelben ei⸗ nen geringen Gebrauch deſſelben erlaube.§) So koͤnne er dem Herrn, wenn ſolcher dieſem Unternehmen wiederſprechen wolle, durch die Exce- ption Tua non intereſt, zuruͤckweiſen.) Die Kinder und Erden des b b geyers 3. E. daß er in Kriegszeiten dadurch die Niederhauung des Waldes abge⸗ — gieyers falten. Meyers her geze wieder! zuf erbl aus den ufzule 1 zu/ a hlung dß der dnd daß ſber au Neognit ts Nac de Afte Gache lleind lberden ben, de Harrna Daxd wedig nemd da die garlei Ueſoru ſllbſt nicht i dritten den be und ſe Herd liehen dem d. — o( E⸗ 457 Mir Meyers aber muͤſten ihres Vaters und Vorgaͤngers Handlungen genehm 8 halten. Es ſcheinen mir aber dieſe Beweißthuͤmer nicht hinlaͤnglich, des heann Meyers Befugniß auſſer Streit zu ſetzen. Denn a) ſo haben wir vor⸗ unnnn her gezeiget, daß der Satz, daß der Meyer nach Belieben ſein Gut hin⸗ danili wieder verpachten koͤnne, noch ſo ausgemacht nicht ſey, und wenigſtens auf erbliche Verleyhungen nicht erſtrecket werden koͤnne. 8) So laͤſſet ſich desin aus dem Recht zu verpachten nicht ſicher auf das Recht, eine Dienſtbarkeit M aufzulegen, ſchlieſſen. Denn das erſtere kommt insgemein einem Conducto- Plad, rizu, aber nicht das letztere. Bey dem erſtern wird durch die jaͤhrliche Be⸗ derſtha zahlung des Pachtgeldes immer von neuem wieder an den Tag geleget, enheite daß der Afterpachter ſein zeitiges Recht blos von dem Conductore habe, gang od und daß alſo, wenn deſſen Pachtjahre zu Ende ſind, auch die ſeinigen von ſelber aufhoͤren muͤſſen; Bey denen Dienſtbarkeiten aber fehlet dergleichen aket he⸗ Recognition, und hat alſo nach Laͤnge der Zeit der Eigenthuͤmer ein groͤſſe⸗ das Git res Nachtheil zu befahren. Bey denen After⸗Verpachtungen genieſſet Heln der Afterpachter anſtatt des Conductoris die Nutzungen der vermietheten weil d Sache, bey Auflegung dergleichen Dienſtbarkeiten aber genieſſet nicht „und allein der Conductor die ihm vermiethete Nutzungen, ſondern es wird 7 de, Und uͤberdem die vermiethete Sache einem dritten zu einem Gebrauch und Nu⸗ Nuuhiſ tzen, der nicht mit vermiethet worden, ertheilet ꝛc.„) Es iſt alſo dem hein Herrn allerdings daran gelegen, daß das Meyer⸗Gut mit keinen ſolchen a wit Dienſtbarkeiten belaͤſtiget werde. Denn einestheils, ſo hat der Herr nicht dödem wenig Urſache zu befuͤrchten, daß wenn dergleichen Gerechtigkeit von ei⸗ wacheſ nem dritten oͤfters hundert und mehr Jahre gebraucht worden, als welches, hhhaber da die Verbindlichkeit ſolche zu leiden auf des Meyers Erben fortgehet, gen Ge⸗ gar leicht kommen kann, man endlich, da man nach ſo langer Zeit den erſten d,dhoh Urſprung derſelben nicht mehr erforſchen kann, auch des Herrn Einwilligung denyi felbſt aus ſeinem vieljaͤhrigen Stillſchweigen zu vermuthen iſt, ſolche gar dugeegun nicht wieder abſtellen noch das Gut davon befreyen koͤnne, ſondern dem ) Dat/ dritten dadurch die beſte Gelegenheit an die Hand gegeben werde ſich bey nditt dem beſtaͤndigen Gebrauch der einmal erlangten Gerechtigkeit zu erhalten, giübene und ſich mit der Verjaͤhrung zu ſchuͤtzen. Und zum andern, ſo hat der n Hern Herr dem Meyer zwar das Recht alle Nutzungen des Guts zugenieſſen ver⸗ debie liehen, keinesweges aber erlaubet, uͤberdem und zu gleicher Zeit auch ei⸗ Frhei nem dritten den erblichen Gebrauch eines Nutzens auf dem Gute zu erthei⸗ hi Mmm len, — N o( len, und iſt alſo der Herr unſtreitig berechtiget, demjenigen, worinnen der Meyer ſeine Rechte weiter, als wie ſie ihm zugeſtanden ſind, auszu⸗ dehnen ſich unternimmt, zu wiederſprechen. Zugeſchweigen, daß die we⸗ nigſten bey Bauer⸗Guͤtern uͤbliche Dienſibarkeiten ſo beſchaffen ſind, daß ſie ohne allen Nachtheil des Guts ſollten gebraucht werden koͤnnen. Dieſer⸗ wegen 0) kommt es hier nicht darauf an, ob die Kinder und Erben ih⸗ res Vaters und Vorfahren Handlungen genehm halten muͤſſen, ſondern ob der Herr nicht befugt ſey, dergleichen ihm nachtheiliges Verſprechen des Meyers vor nichtig zu erklaͤren, und deſſen fernere Erfullung denen Kin⸗ dern und Erben zu unterſagen. Welches man dem Herrn kraft des ange⸗ fuͤhrten nothwendig zuſtehen muß, wenn man ſeinen herrſchaftlichen Ge⸗ wechtſamen nicht offenbar etwas entziehen will. 3) Doch hat er ein Erbrecht auf die Meyer⸗ Guͤter, kraft deſ⸗ ſen nach ſeinem Abſterben ſeine Kinder ſich eines gleichen Rechts auf ſelbige zu erfreuen haben. Es haͤlt der Herr Hofr. Seruben Cap. VIII. g. 1. fegg. davor, daß wegen des vormaligen knechtiſchen Zuſtandes der Bauern, die Guͤter ihnen ſelten beſtaͤndig auch erblich eingegeben worden, und haͤtte es alſo auch ohne Zweifel eine gleiche Beſchaffenheit mit denen Meyern ge⸗ habt, daß die Herren ihnen die Guͤter nach Willkuͤhr wieder wegnehmen koͤnnen. Weswegen man bey Verkaufung der Meyer⸗Guͤter zugleich das Recht der Upſetinge und Affſettinge, Beſettinge und Eurſer⸗ ringe, inſtitutionis& deſtitutionis mit veraͤt ſſert, wie aus denen Urkun⸗ den bey Musbard in Monument. nobil. Bremenſ.& Lerden)ſ. p. 309. und bey Seblöpken in Chronico der Stadt und des Stifts Bardewick p. 262. wie auch p. 497. ibie„de Weſter Meyer⸗Hof in den Dorpe to Garlſtorp „mit aller ſiner Thobehoͤrunge, Beſettinge und Entſertinge mit einer „„Kathſtede, Tinſe und Denſie ꝛc.“ zu erſehen. Wir haben aber bereits an unterſchiedenen Orten angemerkt, daß die mehreſten Bauer⸗ Guͤter in Teutſchland ſchon von Alters her denen Beſitzern, um ſie deſto beſſer zu deren Bebauung anzufriſchen, erblich eingegeben worden, und iſtalſo im Zweifel, wenn die Verleyhung nicht ausdruͤcklich auf beſtimmte Zeit oder auf Willkuͤhr des Herrn eingerichtet worden, auch ein gleiches Erb⸗ recht von denen Beſitzern der Meye r⸗Guͤtern zu vermuthen. Auchſtreitet das Recht der Ein⸗ und Abſetzung hiewieder keinesweges, als welches nicht nothwendig ein willkuͤhrliches Recht dem Meyer die Guͤter ohne alle rſache b zu ducch die ſheinlich g Ftreit g gefäͤhr ſehen R ſbende ſttonis draun⸗ Weil „Jürſter „dd Urſprr wenig wie ſol Landes Aten! Sehn: dotk. L Goh, 8 welche Anhan Knder — drinnen MAlzu⸗ dee⸗ ſad . Dh Erben a, ſonden drechend denen h des ane 9 dichene kenſt de dufſelig Panlern undhät eyernge Gnehhnen ugleih Entfet⸗ dched- vnddch 1 F. 262 Garſſtor 7. e 3) 0( 88 zu nehmen anzeiget, ſondern auch von einer Abſetzung, wozu der Meyer durch ſein uͤbeles Verhalten Urſache gegeben, erklaͤret werden kann, wie ſol⸗ ches auf gleiche Art in denen Landesgeſetzen angefuͤhret wird, z. E. in dem von Herzog Erico dem Aeltern der Calenbergiſchen Landſchaft erthei⸗ leten Privilegio de 4 1526. heiſſet es:„So dat ein jeder Geiſtlich oder „Weltlick ſiener Maier und Gueder maͤchtig ſie, tho ſetten und ko ent⸗ „ſetten, wohe de Maier oder Koͤther dat verorſacket.“ Ich bin alſo nicht der Meinung, wenn gleich durch die Landesherrn wegen des gemei⸗ nen Beſtens die Freyheit der Gutsherrn auch in Entſetzung der Meyer hin und wieder eingeſchraͤnkt worden, daß die Erblichkeit an ſich ſolle blos durch die Landesgeſetze eingefuͤhret ſeyn; ſondern halte es vor viel wahr⸗ ſcheinlicher, daß ſich die Meyer derſelben ſchon von Alters her zu erfreuen gehabt, und ſolche durch die Landesgeſetze nur bekraͤftiget, und auſſer Streit geſetzet worden. In Betracht in allen denen von Herr Srruben c. l. angefuͤhrten aͤltern Verordnungen keine Spuren von der Setzung eines neuen Rechts zu finden, ſondern man ſich vielmehr auf die bereits vor⸗ habende Gewohnheit beruft, z. E. in dem Vertrag Herzogs Franciſci Ottonis mit der Stadt Braunſchweig de A. 1557. ap. Eetbme)yer in der Braunſchweig⸗ Luͤneburgiſchen Chronic F. IIt. Cap. 73. p. 1373. ibi: „Weil hie in gemeldtem Ampt und ſonſt in unſer Hertzog Frantz Otten „Furſtenthum gebrauchlich, wann der Guet⸗Herr oder Meiger „verſtirbt, daß dann der Hoff wieder empfangen wirdt. ꝛc. Es mag aber endlich auch dieſs Erblichkeit der Meyer⸗Guͤter ihren Urſprung fruͤh oder ſpaͤt, und woher ſie wolle empfangen haben; ſo iſt es wenigſtens heutiges Tages unſtreitig, daß die Meyer ihre Guͤter vererben, wie ſolches Herr Struben c. l. von denen mehreſten Provinzen aus denen Landesgeſetzen erwieſen. Die Ordnung der Erbfolge aber iſt an allen Orten nicht einerley. Im Luͤneburgiſchen und Hopyiſchen gehet der aͤlteſte Sohn denen uͤbrigen, und gehen uͤberhaupt die Soͤhne denen Toͤchtern vor. Laut des Cataſtri Wintzenburg. de A. 1578. p. 9z. hat der juͤngſte Sohn, und in Ermangelung der Soͤhne die juͤngſte Tochter das Vorrecht. In dem Bremiſchen ſtehet es in des Vaters und des Herrn Belieben, welchem unter denen Kindern der Hof zufallen ſoll, wie auch aus dem im Anhang ſub M. 17. befindlichem Meyerbrief zu ſchlieſſen. Wenn keine Kinder vorhanden, ſo faͤllt das Gut in denen Grafſchaften Hopa und Mumm 2 Diep⸗ 466)O r Diepholtz, auf dem letztlebenden Ehegatten. Und im Bremiſchen, wenn die Kinder bey dem Abſterben des Vaters noch minderjaͤhrig ſind, bleibt die zuruͤckgebliebene Wittwe gleichfalls in dem Beſitz des Guts. Im Luͤneburgiſchen gehet die Erbfolge nicht auf die Seitenverwandten, wie die beyde Præjudicia bey Herr Seruben c. I. p. 319. fegg. lehren. In dem cit. Bremiſchen Meyerbrief wird der Seitenverwandten gleichfals nicht erwehnet. An andern Orten aber werden die Seitenverwandten, welche von dem erſten Erwerber herſtammen, nicht ausgeſchloſſen ꝛc. Es fallen uͤbrigens bey dieſer Vererbung annoch folgende Fragen zu unterſuchen vor: a) Ob der Meyer mit Ausſchlieſſung ſeiner Kinder ſein Meyerrecht an einem andern ganz fremden oder Seitenverwandten, oder wenigſtens nach Belieben einem unter ſeinen Kindern durch einen letzten Willen vermachen koͤnne? Herr Struben c. l. Cap. III. g. 29. haͤlt da⸗ vor, daß wenn man die Sache an ſich, ohne auf beſondere Landesge⸗ ſetze zu ſehen, beurtheile, ſo komme dem Meyer dieſes Recht allerdings zu. Denn 2) wenn gleich die Eintheilung des Meyerrechts auf die Ab⸗ ſtammende des erſten Erwerbers eingeſchraͤnkt worden; ſo geſchehe doch dem aͤlteſten oder juͤngſten Sohn, welcher ab inteſtato den Meyerhof ererbet haͤtte, kein Unrecht, wenn der Vater ihm einen andern von ſeinen Geſchwiſtern vorzoͤgen, und wenn auch gleich der Herr ſelbſt, aber ohne rechtmaͤtzige Urſache, nicht damit zufrieden waͤre. Denn der Meyereon⸗ traet ertheilt allen Kindern ein gleiches Recht, und da ſie insgeſamt, we⸗ gen der verbotenen Theilung des Meyer⸗Guts, deſſelben nicht genieſſen koͤnnten, ſo ſtuͤnde nichts im Wege, weswegen der Vater ſich nicht nach Belieben ſollte einen Nachfolger erwaͤhlen duͤrfen. ½) So waͤre auch nicht zu vermuthen, daß denen Meyern das Recht, zum Beſten ihrer Sei⸗ tenverwandten, die von dem erſten Erwerber herſtammen, zu teſtiren, benommen ſey, indem der erſte Erwerber nur ein erbliches und immerwaͤh⸗ rendes Recht, damit ſeine Nachkommen von dem Herrn des Guts nicht beraubt wuͤrden, zu erlangen geſucht, keinesweges aber gemeinet geweſen, dadurch ſeinen Nachkommen die Freyheit zu teſtiren, und ſowohl von ihren Pacht als andern Rechten Verordnungen zu machen, zu benehmen: Den Herrn aber koͤnne man damit abweiſen, daß es ihm nichts angehe, und er zufrieden ſeyn muſſe, wenn ein Erbe, der zu der Bebauung des Guts tuchtig, und in dem erſten Contract mit begriffen geweſen, eingeſetzt wor⸗ den, — 39 rcht d ren Er⸗ te, G den O denen t prechen Gewob Meyer Meyer betrift, Gewohl Veliebe Oder da Gohn d war ke ſichts Kindd dieſe v wennſc weder AAANRA dg geben haben — nſchen, dofd, 8Gl. dend, . Indm glecchtt wandin. ſe. Fragen dinderſin wandten, b urcheing hhtde Landeige allerdig fde r hehe doh Moathe inſeinen A' ohne eroh⸗ 4K erjeſſen ſtdach ate auch rerEi⸗ teſtten wervih⸗ ut nicht gebeſen votihtel den. 5 ſe, unde des G ſee 6 b ) 0( den, ſintemal er zwar denen Nachkommen des erſten Meyers ein Erb⸗ recht verſprochen, ſich aber kein Recht vorbehalten, daß er ſich unter de⸗ nen Erben einen zu ſeinem Meyer auswaͤhlen duͤrfte.) Wenn die Geſe⸗ tze, Gewohnheiten und Vertraͤge ohne Unterſcheid denen Erben das Recht den Meyervertrag fortzuſetzen, ertheilen, konne man ſolches auch denen teſtamentariſchen Erben, wenn ſie gleich fremd waͤren, nicht ab⸗ ſprechen. Gleichwie aber Zerr Struben ſelber eingeſtehen muß, daß die Gewohnheiten und Landesgeſetze hierinnen insgemein die Freyheit des Meyers einſchraͤnken; ſo halte ich, daß uͤberhaupt eine ſolche Gewalt dem Meyer angefuͤhrtermaſſen nicht zukomme. Denn was a) die Kinder an⸗ betrift, ſo muß man entweder ſetzen, daß nach denen Landesgeſetzen und Gewohnheiten es dem Vater erlaubet ſey, eines von ſeinen Kindern nach Belieben zu erwaͤhlen, welches das Gut nach ſeinem Tode behalten ſolle. Oder daß nach denen Geſetzen und Gewohnheiten der aͤlteſte oder juͤngſte Sohn den Vorzug habe, und ſolches Gut ererbe. In dem erſten Fall iſt zwar kein Zweifel, daß des Vaters Verordnung, wenn anders der Herr nichts mit Beſtand dagegen zu erinnern hat, guͤltig ſey, weil alsdenn kein Kind den Vorzug hat, noch eines vor den andern ſagen kann, daß ihm durch dieſe vaͤterliche Verfuͤgung an ſeinem Recht etwas entzogen ſey; ſondern, wenn ſolcher vaͤterlicher Wille nicht vorhanden waͤre, wuͤrde die Wahl ent⸗ weder blos dem Herrn zuſtehen, oder die Kinder muͤſten ſich, wie bey andern Erbtheilungen guͤtlich oder gerichtlich mit des Herrn Einwilligung vergleichen, wer das Gut behalten und denen uͤbrigen Geſchwiſtern heraus⸗ geben ſollte. Allein dieſen Fall ſcheinet Herr Keruben c. I. nicht gemeinet zu haben, weil er vorausſetzet, daß, wenn der vaͤterliche letzte Wille nicht vorhanden waͤre, der jungſte oder der aͤlteſte Sohn das Gut ererbet hatte. In dem letztern Fall aber, wenn nemlich die Gewohnheit oder eine Landes⸗ verordnung dem aͤlteſten oder jungſten Sohn die Erbfolge zuſpricht, ſo iſt der Vater, wenn anders dieſer Sohn zu Uebernehmung des Guts tuͤch⸗ tig iſt, nicht befugt, ihm ſolches durch die Geſetze zugetheilete Recht durch ſeine beſondere Verordnung zu entziehen. Wie ſolches Herr rruben c. 1. §. 30. ſelber weitlaͤuftig behauptet. 8) Weil bey Aufrichtung der Meyer⸗ vertraͤge die Teſtamente denen Teutſchen, ſonderlich denen Bauern nicht viel bekannt geweſen; ſo kann man auch nicht vermuthen, daß der erſte Er⸗ werber, da er ſich ein Erbrecht von dem Herrn ausbedungen, ſollte auf Mmm 3 eine * 461 462 2)O( eine TeſtamentariſcheErbfolge ſein Abſehen mit gerichtet haben, noch auch, daß der Herr ihm ſolche habe zuſtehen wollen. Vielmehr haben beyde Par⸗ theyen durch die verabredete Erbfolge eine ſolche, die ihnen beyderſeits be⸗ kannt, und bey denen Bauer⸗Guͤtern gebraͤuchlich geweſen, verſtanden und vor Augen gehabt, d. i., daß hauptſaͤchlich auf des letzt verſtorbenen Leibeserben, in deren Ermangelung aber allererſt auf die Seitenver⸗ wandte das Gut fallen ſolle. Zugeſchweigen, daß dem Herrn insgemein daran gelegen iſt, daß der Hof bey einem von denen Kindern bleibe, als wodurch nicht allein die Erhaltung des Meyers ſelbſt, ſondern auch der Nutzen des Guts befoͤrdert wird, daß ſolches nicht ohne Unterlaß auf ſremde Beſitzer, denen die Natur und Beſchaffenheit deſſelben nicht ſo gut bekannt iſt, verſetzet werde, und hat alſo der Herr allerdings Befugniß zu wiederſprechen, wenn zu ſeinem Nachtheil der Meyer das ihm zukommen⸗ de Erbrecht weiter, als wie ihm ſolches kraft des erſten Vertrags zuge⸗ anden worden, ausdehnen will.) Noch vielweniger kann man alſo das in denen Geſetzen und Vertraͤgen vorkommende Wort: Erbe, auf teſta⸗ mentariſche und ſolche Erbenerſtrecken, welche, wenigſtens vor dieſem, bey denen Bauer⸗Guͤtern gar nicht gebraͤuchlich geweſen, und auf die weder Herr noch Meyer bey Aufrichtung des erſten Vertrags gedacht, ja um ſo viel weniger darunter begriffen zu haben vermuthet werden koͤnnen, indem ſolches ſowohl des Herrn als des Meyers Nutzen und Abſichten zuwieder⸗ laufen wuͤrde. Des Herrn, weil dadurch das Gut zum oͤftern in fremde Haͤnde gebracht werden koͤnnte; des Meyers, weil er dadurch Anlaß gege⸗ ben haͤtte, daß ſeine Familie, welcher er doch durch das Erbrecht einen Vortheil zuzuwenden gedacht, gar leicht aus dem Beſitz des Guts gebracht werden koͤnnte. Welchem allen man noch hinzufuͤgen kann, was oben p. 369. ſeqq. bey der Erbleyhe n. 4. hievon angemerkt worden. Es fraͤgt ſich aber, b) Ob dergleichen Verfuͤgungen dadurch nicht guͤltig werden, wenn der Herr darinn williget und ſolche bekraͤftiget? Es ſcheinet, daß ſolches um ſo viel mehr um deswillen zu bejahen ſey; weil der Meyer bey Lebzeiten mit Einwilligung des Herrn ſein ganzes Meyerrecht an fremde veraͤuſſern, und alſo ſeine Kinder und uͤbrige Anverwandten deſſelben be⸗ rauben kann, folglich ihm auch ein gleiches durch einen letzten Willen zu thun frey ſtehen muͤſſe. Wie denn auch in der von Herr truben c. I. p. 129. an⸗ gefuͤhrten Urkunde de A. 1319. von denen Bremiſchen Litonibus perorduet iſt: — ſf. lte vebus! ſii dbn aber di Landes kraft d Kinder 2 wiſſes ſinen! Daß 1 dſen g mter di ſſchieht Reſizer Vchtan ſerben, ſch nos tzoge ten W folge al dant . ererbt unget 1 d nachge Erben ſſſolch ſolten waͤbe nicht, ſchen! ren K ben E auch Pr⸗⸗ ſäsbe⸗ nanda lrbenen ditenoe⸗ dogenen ſeibe,alb auchd erlaß an ſchſoga fugnißn komnecc. gs lg- alſöddd zufteſc- ſmm, heoy jeweder Jumſp Ademn eder⸗ Konde 1 Rai⸗ äͤgen (otocht ohenp. ͤgtſch verden, t, dj werben fremde benbe⸗ zuthon 2 rory 4 Erben mehrentheils abgekommen, und vor unnoͤth 2) O(Ses⸗ 46½ iſt: Item, quod nullus lito in extremis, hoc eſt in lecto ægritudinis, de 8 rebus ſuis teſtamentum condere poteſt, aut quicquam diſponere ſane licentia Fui domini, ad quem poſt ejus deceſſum omnia devolvuntur. Es wird aber dieſe Frage deſſen ungeachtet billig verneinet, nicht allein kraft gewiſſer Landesgeſetze, wie Zerr Seruhen c. l. wiederum meinet, ſondern auch kraft des Meyervertrags an ſich, indem nach dem Tode des Meyers die Kinder aus dem mit dem erſten Erwerber aufgerichteten Vertrage ein ge⸗ wiſſes Erbrecht erlanget haben, welches ihnen ſo wenig ihr Vater durch ſeinen letzten Willen als der Herr ohne rechtmaͤßige Urſache entziehen darf. Daß aber dennoch der Meyer durch ſeine Veraͤuſſerung bey Lebzeiten ſie deſſen gewiſſermaſſen berauben koͤnne; ſo iſt dawieder zu merken. a) Daß unter dieſer Veraͤufferung, und derjenigen, ſo durch einen letzten Willen geſchieht, ein merklicher Unterſcheid obwalte; So lang als der Vater und Beſitzer lebet, haben die Kinder und uͤbrige Erben noch kein wirkendes Recht auf das Gut, ſondern ſolches aͤuſſert ſich erſtlich nach des Vaters Ab⸗ ſterben, folglich koͤnnen ſie bey der Veraͤuſſerung unter denen Lebendigen ſich noch nicht auf ein auf ſie verfallenes Recht, welches ihnen dadurch entzogen wuͤrde, berufen; wohl aber bey der Veraͤuſſerung durch einen letz⸗ ten Willen, indem ſogleich nach dem Tode des letzten Beſitzers die Erb⸗ folge auf die naͤchſte Erben, vermoͤge des erſten Vertrags verfallen iſt. 6) So wurde bey der Veraͤuſſerung der Erb⸗Guͤter vor dieſem jederzeit die Einwilligung der Erben erfordert, wie oben p. 392. Jegg. mit mehrem ge⸗ zeiget worden, undiſt alſo zu vermuthen, daß auch ein gleiches bey denen ererbten Meyer⸗Guͤtern gebraͤuchlich, und es folglich an und vor ſich nicht ungewoͤhnlich geweſen, daß die Meyer⸗Guͤter mit Einſtimmung des Herrn und der Erben von dem zeitigen Beſitzer veraͤuſſert worden.„Wie nun nachgehends bey Einfuͤhrung des Roͤmiſchen Rechts die Einwilligung der 1 inothig erachtet worden, ſo iſt ſolches auch bey denen Meyer⸗Guͤtern geſchehen, und hat man davor ge⸗ halten, daß der Meyer ſeine Guͤter, wenn nur der Herr damit zufrieden waͤre, ungehindert, es moͤchten ſeine Erben damit zufrieden ſeyn oder nicht, veraͤuſſern koͤnnte. Mit denen Veraͤuſſerungen durch die Roͤmi⸗ ſchen letzte Willen aber hat es eine ganz andere Beſchaffenheit. Weil de⸗ ren Kraft ſich erſtlich nach dem Tode des Peſtaroris auſſert„ und der Er⸗ ben Einwilligung dazu nicht erfordert ward, ſo waren ſolche bey denen Erb⸗ 454)o(er — Erb⸗Guͤtern an und vor ſich unguͤltig, und vor dieſe Unguͤltigkeit bleibet wiede auch noch immer im Zweifel die Vermuthung, wenn darinnen Verfuͤgun⸗ den gen uͤber Lehnbare Bauer⸗Guͤter gemacht ſind. Zu geſchweigen y) daß Jahr es ſich annoch ſehr wuͤrde ſtreiten laſſen, ob dem Vater auch bey Lebzeiten er der die Veraͤuſſerung zum Nachtheil ſeiner Kinder und Erben ſo unumſchraͤnkt konnt zukomme, daßzer ſolche ohne erhebliche Urſachen und ſogar titulo lucrativo nen, unternehmen koͤnne, vielmehr halte ich davor, daß die Kinder wieder der⸗ anitzo gleichen pflichtloſe Veraͤuſſerung allerdings zu hoͤren, und ſolches um ſo denne viel mehr, weil dieſe Meyer⸗Guͤter ebenfalls in vielen Stuͤcken mit denen beybe Lehen⸗Guͤtern uͤbereinkommen, und nach deren Muſter eingerichtet ſind, unde und alſo ein daher genommener Schluß nicht gaͤnzlich zu verwerfen iſt. tar de Daß uͤbrigens, wenn der Meyer der letzte ſeiner Familie iſt, und das Gut gen K nach ſeinem Tode dem Herrn heimfallen wuͤrde, ihm mit Einwilligung ſei⸗ Meyer nes Herrn ein Teſtament uͤber ſolches Meyer⸗Gut zu machen erlaubet ſey, porgen verſteht ſich von ſelber. Und auf dergleichen Fall iſt auch in der obigen Ur⸗ waron kunde nur geſehen worden, ibi: ad quem poſt ejus deceſſum omnia devol- ſolle be 1 vuntur. c) Ob die uͤbrigen Geſchwiſter, welche von denen Meyer⸗ ſenige Guͤtern ſelber nichts ererben, dennoch befugt ſind, von demjenigen Bru⸗ vor d der oder derjenigen Schweſter, welche den Hof empfaͤngt, ihr Antheil an gleich Gelde zu fordern, oder auch der Vater ſelber berechtiget ſey, ihnen ſol⸗ zu hal ches aus denen Meyer⸗Guͤtern auszuzahlen und anzuweiſen? gaäoge Es bezeugen die von Herr Seruben c. 1. p. 107. 7249. angefuͤhrte Ver⸗ Kodd ordnungen, daß einestheils dergleichen Abtheilungen ohne Vorwiſſen und ded Einwilligung des Gutsherrn nicht unternommen, und zum andern die and Neyer⸗Guͤter an ſich dabey nicht in Anſchlag gebracht, ſondern daß nur die Ein. . auf dem Gut gemachte Beſſerung, und die zu dem Meyerhofe gehoͤrige M eigenthuͤmliche Gebaͤude, Haab und Guͤter gerechnet werden durfen. undi Es meinet Herr truben c. l., weil nach denen gemeinen Rechten bey dem liche Abſterben des Pachters alle deſſen Erben den Pachtvertrag fortſetzen muͤ⸗ theilt ſten, die verbotene Theilung bey denen Meyer⸗Guͤtern aber wegen des ge⸗ nüſſ G meinen Beſtens eingefuhret worden, und daraus noch nicht folge, daß Gite derjenige, der den Hof antritt, wegen ſolchen Vortheils ſeinen andern zeti Miterven keine Vergeltung thun muͤſſe; ſo muͤſten die wiedrigen Verord⸗ rich nungen annoch aus der vormaligen Natur des Meyervertrags, da ſol⸗ Gi cher in einer auf gewiſſe Zeit geſetzten oder nach Belieben des Herrn zu dlei wieder⸗ — dülebet düu ayds Uüdgät nſchrät Anctäihn diederg. hes im mitdenh ictetſn werfen ſ ddasGl ligungſt laubetſc, bigenr. nig deybk- Meer gen Yru⸗ htßeilah h ſol⸗ ⸗ ſenurd adern de aßrurdi gheige n dütfen. dey den ien ni⸗ endebge⸗ Nge dij N anden GWervh 3, d Hen — —— o( ⸗ b 465 wiederrufenden Verpachtung beſtanden, herruͤhren. Sintemal als⸗ denn der Pachter, als der zu jeder Zeit, oder doch nach Ablauf weniger Jahre des Guts wieder entſetzet werden koͤnnen, nicht gewuſt, wie lange er den Vortheil, der ihm aus dem Beſitz dieſes Meyer⸗Guts zuwachſen koͤnnte, behalten wuͤrde, und ihm alſo nicht wohl zugemuthet werden koͤn⸗ nen, das gewiſſe fuͤr das ungewiſſe hinzugeben. Nun verhielte ſich zwar, anitzo nach eingefuͤhrter Erblichkeit die Sache ganz anders, allein es waͤre dennoch, ob gleich der Grundſatz geaͤndert, die daraus flieſſende Folge beybehalten worden. Nicht weniger waͤre es auch denen Landesgeſetzen und Vertraͤgen zuzuſchreiben, und flieſſe nicht aus der jetzigen erblichen Na⸗ tur der Meyer⸗Guͤter, daß die Abtheilungen und Ausſteurungen der uͤbri⸗ gen Kinder, unerachtet ſolche aus denen eigenthuͤmlichen Guͤtern des Meyers geſchehen, dennoch mit Vorwiſſen und Eiwilligung des Herrn vorgenommen werden muͤſſe, indem ſonſten kein Grund vorhanden waͤre, warum ein Pachter auch wieder Wiſſen und Willen des Verpachters nicht ſolle beſtimmen, oder ſeine Kinder unter ſich ausmachen duͤrfen, was der⸗ jenige, der unter ihnen allein die Pachtung fortſetzen wuͤrde, denen andern vor dieſen Vortheil hergusgeben ſolle. Ich halte aber wieder davor, daß, gleichwie der Satz, daß die Meyer nur vor bloſſe Roͤmiſche Conductores zu halten, kraft des obangefuͤhrten ſehr zweifelhaft„alſo auch die daraus gezogene Schluͤſſe nicht wohl angenommen werden koͤnnen, ſondern, daß ſowohl diejenige Verordnungen, daß bey denen Abt eilungen der Kinder die Meyer⸗Guͤter ſelber nicht mit in Anſchlag gebracht werden follen, als die andern, kraft welcher zu dergleichen Abfindungen des Herrn Vorwiſſen und Einwilligung erfordert wird, beyderſeits der eingentlichen Natur der Meyer⸗Guͤter und des daruͤber aufgerichteten Vertrags voͤllig gemaͤß ſeyn, und daraus von ſelber flieſſen. Denn was das erſtere anbetrift, ſo iſt es erſt⸗ theilbar ſind, und daß alſo unter mehrern Erben ſolche nur einem zufallen muͤſſen, ferner bringet es die Abſicht der Herrn bey Eingebung der Bauer⸗ Guͤter mit, daß ſie hauptſaͤchlich gewollt, daß die Beſitzer derſelben jeder⸗ zeit im Stande bleiben moͤchten, den ſihuldigen Zinß und andere Abgiften richtig abzufuͤhren. Wenn nun bey Abtheilung mehrerer Erben die Meyer⸗ Guͤter ſelber ſollten mit in Anſchlag gebracht werden, ſo wuͤrden ſie nicht allein in der That gewiſſermaſſen Ktheilbar gemacht, ſondern diejenige, Nun dem lich etwas gewoͤhnliches bey denen mehreſten Bauer⸗Guͤtern, daß ſie un⸗ 46⁶ o( dem ſolche zuſielen, wuͤrde dadurch jederzeit ſehr geſchwaͤchet, und zum Nach⸗ theil des Herrn untuͤchtig gemacht, den jaͤhrlichen Zinß und andere auf das Gut haftende Beſchwerden zu entrichten. Welcher Umſtand aber bey bloſſen Pachtungen nicht vorhanden iſt, als bey welchen der Eigenthuͤmer zufrieden ſeyn muß, wenn er ſein Pachtgeld richtig erhaͤlt, und ſich im uͤbrigen um die fernere zukuͤnftige Erhaltung ſeines Pachters, und was 9 ſolcher mit ſeinen Miterben vor Vertraͤge macht, nicht zu bekuͤmmern hat. Woraus auch, das zweyte anbelangend, zugleich von ſelber folget, daß zu dergleichen Abtheilung, wenn gleich nur die eigenthuͤmliche Guͤter mit in Anſchlag gebracht werden, des Herrn Vorwiſſen und Einwilligung er⸗ fordert werde. Denn einestheils ſoſteckt unter denen eigenthuͤmlichen Guͤ⸗ tern die Beſſerung mit, welche mit dem Meyer⸗Gut unzertrennlich ver⸗ knuͤpft iſt, und betrift alſo der Vergleich nicht blos fremde den Heren nichts angehende Guͤter, und zum andern, ſo iſt dem Herrn an der Erhaltung ſeines Meyers gelegen, und iſt er alſo billig befugt mit Acht zu haben, daß derſelbe in ſolchem Vergleich nicht vervortheilet, noch ihm unter dem Vor⸗ wand, daß er den Hof behakte, nicht eine gar zu groſſe Laſt, welche ihn auſſer Stand ſetzet, daß Gut gehorig zu verwalten, und ſeine Abgiften davon zu entrichten, von ſeinen Miterben aufgebuͤrdet werde, welches al⸗ les ſich angefuͤhrtermaſſen bey einem bloſſen Pachter anders befindet. 4) Auch kann er bey ſeinen Lebzeiten ſeinem Sohn, oder ſeiner Tochter, auf welche das Gut nach ſeinem Tode fallen wuͤrde, ſolches ab⸗ treten, doch muß die Uebergabe, zumal, wenn er ſich eine Leibzucht aus dem Gut vorbehaͤlt, mit Vorwiſſen und Einwilligung des Herrn geſche⸗ hen, damit ſolcher ſowohl zuſehe, daß keinem untuͤchtigem das Gut uͤber⸗ tragen, als auch, daß der neue Meyer nicht zu ſehr belaͤſtiget werde. Und iſt es dieſerwegen in einigen Landesgeſetzen dem Meyer bey gewiſſer Geld⸗ ſtrafe verboten, dergleichen Uebergabe vor ſich zu vollfuͤhren. Siehe Herr Struben c. I. p. 100. ſedd. Laut des Meyerbriefs N. 17. iſt die ganze Ueber⸗ gabe unguͤltig, ibi:„Wiedrigenfalls zu Beſitzung dieſes Hofes nicht „zugelaſſen werden.“. b 3) Er hat das Recht die von dem Meyer⸗Gut von ſeinen Vor⸗ fahren oder auch von ihm ſelber veraͤuſſerte Stuͤcke wieder einzuloͤſen und an ſich zu bringen. Es koͤnne nach denen ordentlichen Rechten dieſe Wie⸗ derforderung und Redintegration nur eigentlich dem Herrn, wieder deſen b illen — Wile der er nicht bunde gemei Stan und? ander iſt an. vindic wieder raunte⸗ „dican ben? opfaͤnd „ſonſt „ derſe ſen „ken, „Salis — Radh detauf hheeh eihüme dſchin Unds mennſct dlgt,dh üterwin ligungg. licene nichber eennnichs Etholtang aben,d den Cer welch it Pafftn Ahes a- Met. feiner ob. ochtald gſſche Hutlber. de Und oc zee 467 2₰ Willen die Pertinenzien veraͤuſſert ſind, und denenjenigen Meyern, die in der erſten Verleyhung mit begriffen ſind, aber doch von dem Veraͤuſſerer nicht abſtammen, noch ſonſten deſſen Handlungen genehm zu halten ver⸗ bunden ſind, zu. Es iſt aber ſowohl wegen des Herrn, als wegen des gemeinen Beſtens, damit nemlich die Meyer oder Bauern deſto beſſer im Stande ſeyn moͤgen, die gutsherrlichen und andere gemeine Beſchwerden und Abgiften zu entrichten, ſolches durch die Landesgeſetze auch auf die andere Meyer, ja auf den Veraͤuſſerer ſelber ausgedehnet worden. Doch iſt annoch der Unterſcheid zu machen. Wenn die erſtern die Pertinenzien vindiciren, ſo haben ſie nicht noͤthig dem Beſitzer das davor bezahlete Geld wieder zu geben, die letztern aber ſind allerdings dazu gehalten. Coußrit. redintegr. villis c. 1. F. z.„Wuͤrde ſich aber finden, daß dergleichen vin- „dicans von demjenigen, welcher ein ſolch Stuͤck von einem Meyer⸗Er⸗ „ben Zinß⸗oder Schillings⸗Gute unzulaͤßiger Weiſe verkauffet, ver⸗ „pfaͤndet, oder ſonſt liemret, in gerade abſteigender Linie poſterire, oder „ſonſt ex alio nexu deſſen facta zu præſtren ſchuldig ſey, ſolchenfalls wuͤrde nderſelbe dem poſſeſſori und Einhaber dergleichen aliemi rten Stuͤcks vor deſ⸗ „ſen Wiedereinraͤum⸗und Abtretung wegen der darauf erweißlich ausgeleg⸗ „ken, und verſchloſſenen Kauff⸗Gelder oder Pfand⸗Schilling⸗⸗⸗ voͤllige „Satisfaction geben muͤſſe.„ Es waͤre denn, daß auch in dieſem Fall die Geſetze den Kaͤufer, der wieder die Landesverordnung fremde Guͤter ge⸗ kauft, mit dem Verluſt des Kauf⸗Schillings beſtraft wiſſen wollten. Wie z. E. in der Ordinat. Dolit. Hilqeſienſi art. 9ß. ap. Srruben p. 126. ge⸗ ſchehen iſt:„Daß, wenn Meyer⸗Land verkauffet, und vom unterhaben⸗ „den Hofe weggethan wird, nicht allein der eine ſowohl als der andere vor vein jedes StuͤckLandes 10. Rthl. Straffe unfeilbahr erlegen, ſonder auch „derſelbe, ſo auf ſolche Weiſe ein Stuͤckéandes annimmt, ſeines Rechten oder „des Kauff⸗Geldes verluſtig, und daſſelbe dem filco anheim fallen ſoll.“ Aus welchem Grunde der Kaͤufer, der wieder das Gebot der Geſete etwas ge⸗ kauft, gewiſſermaſſen in male fide zu ſeyn, und alſo zuErſtattung der genoſſe⸗ nen Fruͤchte, ſo viel ſolche den Werth der ordentlichen Zinſen des Kaufgel⸗ L des uͤberſteigen, ſchuldig erachtet wird, cit. Conſgit. de redintegr. vill. cap. 1. F. 7. ibi:„vorbehaͤltlich der von denen mitler Zeit genoſſenen fructibus „zuzulegender liquidation.“.. Es werden bey dieſer Materie einige merkwuͤrdige Fragen von Zerr Sofr. Leyſer a Meditat. ad f. Spec. 100. und 101. eroͤrtert, welche wir Nun 2 allhie 468)O( 8. allhie kuͤrzlich wiederholen wollen. a) Ob die Vindication der Pertinen⸗ zien auch ſtatt finde, wenn das Haupt⸗Gut in dem einen, und das abge⸗ kommene Stuͤck in dem andern Gebiet lieget, an beyden Orten aber die Geſetze von Wiedereinloͤſung der Pertinenzien uͤblich ſind? Herr Leyſere. 7. p. 371. n. 1. verneinet ſolches ag. L. 2. f. ge l., weil es in der daſelbſt aus dem Demoſthene angefuͤhrtenErklaͤrung einesGeſetzes heiſſe: a.* i àrac, roννέν rolg&y TI, Und koͤnnen alſo z. E. die Hildesheimiſchen eſetze nicht im Wolffenbuͤtteliſchen Gebiet, noch dieſe Geſetze in jenem Gebiet gelten. Nun hat zwar dieſer Satz an ſich ſeine Richtigkeit, es kommt aber die Entſcheidung dieſer Sache nicht ſowohl dem Richter zu, daß ſolcher nach ſeinem Gutduͤnken dem vindicaturo ſein Recht abſpreche; als wie es vielmehr auf die Vergleichung der beyden Landesherrn beruhet, ob ſie zu ihrem beyderſeitigen Nutzen das ihren Bauern ertheilete Einloͤ⸗ ſungsrecht einer in des andern Gebiet wollen gelten laſſen. In welchem Fall der Kaͤufer, als der gewuſt, daß die Veraͤuſſerung und Erkaufung der Pertinenzien von einem Meyer⸗Gut verboten geweſen, ſich uͤber die Wiedereinloͤſung zu beſchweren keine Urſache hat. b) Wenn der eine Bauer das Haus, der andere aber die Laͤndereyen beſitzet, wem alsdenn hie Vereinigung der Pertinenzien zukomme, ob nemlich das Haus vor eine Pertinenz von denen Laͤndereyen, oder dieſe vor eine Pertinenz von dem Hauſe zu halten? Herr Leyſer c. 7. p. 372. n. 2. haͤlt davor, daß dem Beſitzer des Hauſes die Wiedereinloͤſung zukomme, weil das Haus das vornehmſte Theil eines Bauer⸗Guts ſey, und es die Alten deswe⸗ gen Caput manſi genannt haͤtten. Meines Beduͤnkens kann man, was wenigſtens die Meyer⸗Guͤter anbetrift, die Sache nicht immer auf gleiche Art entſcheiden, ſondern man muß auf die Umſtaͤnde ſehen, und z. E. ei⸗ nen Unterſcheid machen, ob der Innhaber des Hauſes annoch Laͤndereyen dabey beſitze, die er als Meyer⸗Guͤter von ſeinem Herrn erkennet, oder ob er nur blos das Haus habe, und der andere alle Laͤndereyen beſitze. In dem erſtern Fall kommt dem Beſitzer des Hauſes die Wiedereinloͤſung zu: In dem letztern aber iſt der Beſitzer der Aecker, zumal, wenn er dem Herrn den jaͤhrlichen Zinß davon entrichtet, und ſie als Meyer⸗Guͤter re⸗ cognoſciret, von allem Anſpruch frey, und findet auf beyden Seiten kei⸗ ne Wiedereinloͤſung ſtatt. Sintemal, da das Haus bekanntermaſſen dem Meyer zuſtehet, die Laͤndereyen aber eigentlich nur dem Herrn gehoͤ⸗ ren, und auf ſolche ſich der Meyervertrag gruͤndet; ſo iſt in dieſem Sen eher gowiſſe wellder lindere daloſun weinen und ver Med. 3. und G (eichtſ hher ein den au NNA Herr weil veri vond ein je Verk Ain Sach nem ſesm Bem — einen⸗ Niabhe d rleſr. Heoſtnt 1 Fhara I 1 1 1 ein ſgm igiat, 6 P der ein halsden ooren en; von ! 1 doß §Hand deswe⸗ Ah va wfglihe dE Fnderehen lſte. I jfung zu: 1 heimſon Rchteg. rnufwg hiber 3) o(⸗ 4⁵⁹ eher zu glauben, daß bey einer vorgenommenen Abmeyerung oder derglei⸗ chen Veraͤnderung der Herr nicht Luſt gehabt, dem Meyer ſein Haus zu bezahlen, ſondern es ihm lieber laſſen, und die Guͤter an einen andern, der ohnedem ſchon eine Wohnung gehabt, einthun wollen. Und dergleichen Umſtaͤnde koͤnnen mehr vorhanden ſeyn, welche bald dieſe bald jene Ver⸗ muthung erfordern. Deß uͤbrigens Caput manſi nicht ſowohl das Haus an ſich auf einem Bauerhofe, als vielmehr das Haupt⸗Gut, auf wel⸗ chem der Herr wohnet, bedeute, iſt vorher unter der Abhandelung von denen Manſis angemerkt worden. Und bey denen Meyer⸗Guͤtern kann das Haus um ſo viel weniger vor das vornehmſte Theil des Guts ſondern muß gewiſſermaſſen vielmehr vor eine Pertinenz derLaͤndereyen gehalten werden, weil der Meyer bey der Verwirkung ſeines Meyerrechts ſolches bey denen Laͤndereyen laſſen muß. c) Ob durch eine eydliche Begebung die Wie⸗ einloͤſung verhindert werde? Weil die Wiedereinloͤſung wegen des ge⸗ meinen Nutzens, und nicht blos dem Meyer ſelbſt zum Beſten eingefuͤhret und verordnet worden, ſo wird ſolches billig von Herr Leyſer c. l. p. 375. med. 3. verneinet, indem der Meyer durch ſeine Eydſchwuͤre dem Landes⸗ und Guts⸗Herrn ihre Rechte nicht entziehen kann, ob er gleich wegen ſeines leichtſinnigen Schwoͤrens billig eine Strafe verdienet. d) Obeiner, wel⸗ cher ein Meyer⸗Gut bey eineroͤffentlichen Vergantung oder ſonſten erſtan⸗ den, auch die vorhero davon veraͤuſſerte Pertinenzien wieder einloͤſen koͤnne, unerachtet ihm ſolche nicht insbeſondere zugeſchlagen und verkauft worden? Berr Leyſerc. 1. p. 379. faod. medit. 5. ſegg. bejahet ſolches aus dem Grunde weil ein jedweder Kaͤufer zugleich das Recht erlange, die vor dem Verkauf veraͤuſſerte Pertinenzien an ſich zu bringen, wenn gleich bey dem Verkauf von denenſelben nichts erwehnet worden, Z 13.. 32. ff. devion emt. Allein ein jedweder Kaͤufer iſt nicht befugt, diejenige Stuͤcke, welche vor dem Verkauf von dem Verkaͤufer oder ſeinen Vorgaͤngern von der verkauften Sache veraͤuſſert oder getrennet geweſen, wieder einzuloſen, indem dem Verkaͤufer ſelber ſolches nicht frey geſtanden, auch der eit. L. 13. J. 37. ff. de Kiion. emt. nicht von denen zu der Zeit des Verkaufs von der gekauften Sache bereits getrenneten vormaligen Zubehoͤrungen„ ſondern von ei⸗ nem noch vorhandenen Brunnendeckel, der bey Verkaufung des Hau⸗ ſes mit verkauft zu ſeyn erachtet wird, behandelt. Dieſerwegen muß dieſer Beweiß recht verſtanden werden. Nemlich die Befugniß des Kaͤufers iſt 6. Nun3 zwar 470 o(o(S⸗ „ — zwar in ſo weit in denen gemeinen Rechten gegruͤndet, daß er auf die erkauf⸗ te Sache alle diejenige Rechte und Anſpruͤche erhaͤlt, welche dem Verkaͤu⸗ fer zu der Zeit des Verkaufs zugekommen. Daß er aber insbeſondere auch die von dem erkauften Meyer⸗Gut abgekommene Stuͤcke wieder herbey und an ſich zu bringen befugt iſt; ſolches ruͤhret lediglich aus denen Landes⸗ geſetzen her, kraft deren ein jedweder Meyer die von dem verliehenen Meyer⸗Gut veraͤuſſerte Pertinenzien wieder vindiciren darf, und alſo auch derjenige, der durch Kauf ein Meyer⸗Gut an ſich gebracht hat, ſich eines gleichen Rechts zu erfreuen haben muß. e) Ob auch ein vertauſchter Acker wieder eingeloͤſet werden koͤnne! Herr Leyſerc. l. p. 350. med. 9. beja⸗ het ſolches aus dieſen Gruͤnden. a) Weil die Reunions-Edicte uͤberhaupt von der Veraͤuſſerung redeten, und alſo auch die Vertauſchung unter ſich begriffen, zumal da ſolche dem Verkauf ſehr nahe kaͤme. 8) Weil auch die Abſicht der Edicte bey der Tauſchung nicht wegfalle, indem ſolche da⸗ rinn beſtuͤnde, daß wegen der Gerichtbarkeit, und der auf das Gut haften⸗ den Laſten und Dienſten keine Verwirrung entſtehen moͤge. Ich bin aber der Meinung, daß man dieſe Frage nicht durchgehends auf gleiche Art be⸗ antworten koͤnne, ſondern auf die Beſchaffenheit der Umſtaͤnde ſehen muͤſ⸗ ſe, ob durch dergleichen Tauſch der Abſicht der Reunions Edicte zuwieder gehandelt geworden oder nicht. Welche Abſicht nicht ſowohl in der Vermei⸗ dung der Verwirrung der Gerichtbarkeit, und der Beſchwerden des Guts, als welche, wenn die Guͤter in einem Amt oder Dorf liegen, nicht ſonderlich zu beſorgen iſt, als vielmehr darinn beſtehet, daß die Meyerhoͤfe aufrecht er⸗ halten, und deren Beſitzer im Stande bleiben, die oͤffentliche und Guts⸗ herrliche Beſchwerden richtig abzufuͤhren. Wenn alſo durch den geſchehe⸗ nen Tauſch dieſer Endzweck nicht gehindert, ſondern vielmehr befoͤrdert wird, z. E. daß die vertauſchte Aecker einem jeden an den ſie vertauſcht wor⸗ den, viel bequemer und vortheilhafter liegen, als diejenige, ſoer davor ge⸗ geben, daß der eine an der vertauſchten ArtLaͤnderey einen Ueberfluß, und der andere einen Mangel gehabt, und dagegen etwas bekommen, welches ihm fehlet, u. w. d. m. So waͤre es unbillig die Landesgeſetze auf Faͤlle, die ie gar nicht gemeinet, und wovon ſie ſtillſchweigend das Gegentheil ver⸗ ordnet, zu erſtrecken. b 3 .6) Ihm kommen wegen dieſer Guͤter, wenn er in deren Beſitz geſtoͤret wird, die remedia poſſeſſoria zu. Es flieſſet ſolches aus ſenen rh⸗ 734. ander wenn orhon gſchrie ils wie llat Ulutrue weil me übetha jon de heme Gerich ſitidat Hartu K N Cand cher noͤth datio den, V Guͤten Denr hören undg Gute verla werd als. — eecuf⸗ M daanach der ſadih onde derliehenn dalſönch t, ſchehe vertauſtet nei.edäh. 3 Guts, dede 295 0(E- 471 Erbrecht, und kann man dasjenige, was oben bey der Erbleyhe Secr. fI. a. z. geſaget worden, hiebey nachſehen. Ob es auch mit dem Roͤmi⸗ ſchen Recht uͤbereinkomme, hat Herr Seruben c. l. Cap. III. F. 33. mit mehrem unterſucht... 4 7) Er wird wegen dieſer Guͤter als ein Beſitzer unbewe licher Guͤter angeſehen, und iſt alſo von der Satisdation befreyet. Zerr nen I. §. 37. meinet, daß ihm dieſer Vorzus nicht ſowohl wegen der innhabenden Laͤndereyen, als wegen der ihm zugehoͤrigen Gebaͤude zukomme, und wenn alſo dergleichen ihm zuſtaͤndiges Gebaͤude nicht bey dem Meyer⸗Gut vorhanden waͤre, ſo koͤnne ihm auch die Befreyung der Sarisdation nicht zu⸗ geſchrieben werden, wenn nicht etwa die Gewohnheit hierinnen freygebiger als wie das Jus Civile waͤre, welches denn hin und wieder um ſo viel eher Platz gefunden, theils weil man den Satz der Saͤchſiſchen Rechte„daß ein Uſufructuarius keine Caution leiſte, auch auf die Meyer angewandt„theils weil man von denen Emphyreutis auf die Meyer geſchloſſen. Allein da uͤberhaupt der Satz, daß ein Beſitzer unbeweglicher Guͤter von aller Cau⸗ tion befreyet ſey, nicht in dem Roͤmiſchen Recht gegruͤndet, als nach wel⸗ chem er, wenn er als Beklagter ſich von dem Klaͤger nicht ſogleich wollte vor Gericht ziehen laſſen, ſich nicht anders als durch eydliche Caution de judicio ſiſti davon befreyen konnte, L. 26. 9. 6. C.&e Epiſcop. audient. E. 3. g. 1. C. de Sportulis&æ ſumtib., ſondern durch die teutſche Gewohnheiten eingefuͤhret iſt, nach welchen man nur blos auf die Sicherheit des Gegentheils bey aller Caution geſehen, und weil ſolche gemeiniglich bey dem Beſitzer unbewegli⸗ cher Guͤter anzutreffen iſt, man bey demſelben eine weitere Caution vor un⸗ noͤthig erachtet hat; So halte ich, daß die dem Meyer nachgelaſſene Satis- dation nicht ſowohl aus uͤbeler Anwendung des Roͤmiſchen Rechts entſtan⸗ den, als vielmehr aus obigem Satz, daß bey einem Beſitzer unbeweglicher Guͤter insgemein keine weitere Sicherheit erfordert werde, von ſelber flieſſe. Denn ob gleich dem Meyer die verliehene Guͤter nicht eigenthuͤmlich zuge⸗ hoͤren, ſo beſitzet er ſolche doch erblich, iſt voͤlliger Herr von denen Fruͤchten und gemachten Verbeſſerungen, und kann ohne rechtmaͤßige Urſachen der Guͤter nicht beraubet werden, folglich iſt derjenige, welcher die Caution verlanget, nicht allein geſichert, daß ſein Gegentheil nicht davon laufen werde, ſondern weiß, daß er Guter hat, aus deren Nutzungen er ſich allen⸗ falls bezahtet machen kann. Gleichwie aber uͤberhaupt bey der Säubion des 1 Rich⸗ ) o 3„ 8 2 9. G) Sge — 47 6OO 8ͤS8 Richters Beurtheilung nicht ausgeſchloſſen iſt, und er einen Beſitzer unbe⸗ weglicher Guter, wenn ſolche nicht hinreichend ſind, dem Gegentheil die nothige Sicherheit zu verſchaffen, annoch zu weiterer Satisdation anhalten kann; ſo iſt nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde auch bisweilen von denen Beſitzern der Meyer⸗Guͤter ein gleiches in Acht zu nehmen. 8) Er muß dem Herrn einen jaͤhrlichen Zinß entrichten. Es iſt dieſer Zins, wie bey andern Bauer⸗Guͤtern, ſowohl der Groͤſſe als der Art nach ſehr unterſchiedlich, da einige Meyer in Betracht der Nutzungen wenig, andere eben ſo viel als wie bloſſe Pachter, einige den Zinß an Gelde, andere an Fruͤchten bezahlen muͤſſen. Es fallen hiebey folgende Fragen zu unterſuchen vor. a) Ob der Herr berechtiget ſey, den einmal geſetzten Zinß zu er⸗ hoͤhen? Es iſt dieſe Erhoͤhung denen Herrn in denen mehreſten Landesge⸗ ſetzen ausdruͤcklich verboten, wie die Zeugniſſe bey Herr Struben c. l. Cap. II. g. 2. lehren. Es meinet der Herr von LAudewig in Jur. Client. p. 392. lit. b. zwar, daß ſolches denen alten Sitten und vormaligen Rechten der Herrn zuwiederlaufe, und ſcheinet auch Herr Serubenc. l. davor zu halten, daß hierinnen der Meyer Recht nur blos in denen Landesgeſetzen gegruͤn⸗ det ſey, ja daß nach dem Receß zwiſchen Herzog Henrich den Juͤngern und die Stadt Braunſchweig de A. 1553. ap. Kethmeier in der Braun⸗ ſchw. Luͤneb. Chronic P. I41. Cap. 6ꝛ. p. 924. nur die unbillige Steigerung verboten geweſen. Meiner Meinung nach aber muß man allhie einen Un⸗ terſcheid machen unter die Steigerung, welche bey einem Meyer, auf den das Gut durch Vererbung oder andere Art von ſeinen Vorfahren ge⸗ bracht worden, und unter diejenige, welche bey einem Meyer, dem es der Herr von neuem ertheilet, und der vorhero gar kein Recht darauf gehabt, oder deſſen Recht doch wieder erloſchen geweſen, vorgenommen werden ſoll. In dem erſtern Fall iſt die Verſteigerung von Alters her bey allen erbli⸗ chen Verleyhungen der Bauer⸗Guͤter, und alſo auch bey denen Meyer⸗ Guͤtern dem Herrn nicht erlaubet geweſen, weil das Gut immer un⸗ ter gleichen Bedingungen von dem erſten Erwerber auf die nach⸗ folgende Meyer fort vererbet worden, und wird auch durch die Worte des angefuͤhrten Receſſes, welche alſo lauten:„Doch daß die von „Braunſchweig hinwiederum ſie uͤber alt Herkommen und Gebrauch mit „den Maltern und Zinſen zur Unbiligkeit nicht ſteigern ꝛc.“ dem Heren eine Angeme fllerla Und al ten du dern leßhe von kanmi liche NN ind wac und wie gem ligen hery Güte a weſ Her ihm digt Genel. kiem.)h Rechkende oxzuhfan en gegelt 7 Jungen Blaun eigerung aAden Vu⸗ ehet, alf fahtenge dewesder nufgehab, verdenſb allen all⸗ en Mot⸗ nmer ur die nad de Wen ß di m nus⸗ e d m Gh. 1 8—90( Se 473 keine gewiſſe billige Steigerung erlaubet, ſondern dielmehr alle Steige⸗ rung, als die dem alten Herkommen und— elwehn ahe Seine⸗ billig erkannt und verwoͤrfen. In dem letztern Fall aber iſt die Einſchraͤn⸗ kung der Freyheit der Herrn blos denen Landesgeſetzen zuzuſchreiben, damit die Bauern deſto beſſer im Stande erhalten werden, die offentliche Beſchwer⸗ den richtig abzufuͤhren. Welche Urſache auch in der Conſiit. Calenberg. A2 30. ul. 7719. verbis:„Wodurch aber Unſere Unterthanen uͤber Gebuͤhr „beſchweret und zu Entrichrung der gemeinen Landes⸗Cuerum ohn⸗ „tuchtig geinacht werden.“ Und in der Stift Hildesheimiſchen Dienſto art. 16. verbis:„Zu unſerm und des puhlici groͤſtem Nachtheil „die Unterthanen wieder das Herkommen zu beſchweren ꝛc.“ ausdruͤcklich angemerkt worden. Denn ſonſten muͤſte es dem Herrn ohne allen Zwei⸗ fel erlaubet ſeyn, unter was vor Bedingungen er ein ihm heimgefallenes und alſo ganz eigenthuͤmliches Gut wieder an jemand verleyhen wollte. b) Ob der Meyer wegen Mißwachſes oder andern an denen Fruͤch 3 ten durch Ungluͤck erlittenen Schadens einen Nachlaß an dem Zinß zu for⸗ dern berechtiget. Es erhellet aus dem, was oben p. 270. /. bey der Erb⸗ leyhe n. 5. angefuͤhret worden, dem man noch dasjenige, was der Zert von Ludewig c. 7.. 393. lu. z. hievon ſehr wohl angemerkt hinzufuͤgen kann, daß bey denen erblichen Verleyhungen der Bauer⸗Guͤter, und alſo aus gleichem Grunde auch bey denen Meyer⸗Guͤtern kein Nachlaß des Zinſes wegen Unfruchtbarkeit und dergleichen ſtatt ſinde. Unterdeſſen ſo iſt doe in denen mehreſten Landesgeſetzen verordnet, daß nicht allein ſen ſoiſtdech wachſes, ſondern auch wegen anderer Ungluͤcksfaͤlle, als Viehſterben und dergleichen dem Meyer ein Nachlaß an dem Zinß zu gute kommen ſoll wie die Zeugniſſe bey Herr Jeruben c.1. g. 3. /19. lehren. Es haͤlt zwar jetzt⸗ gemeldeter Herr Struben davor, daß dieſe Verordnungen aus der vorma⸗ ligen Natur der Meyer⸗Guͤter, da ſie nur zeitige Verpachtungen geweſen herzuleiten ſeyn. Allein, gleichwie dieſe angegebene Natur der Meyer⸗ Guͤter annoch unerwieſen iſt, ſo iſt es viel glaublicher, daß die gemeine Wohlfahrt und die geſuchte Erhaltung der Bauern die einzige Urſache ge⸗ weſen, weswegen in einigen Provinzen dasjenige, was zuvor in des Herrn Belieben geſtanden, und wozu ihn nichts als die Billigkeit und die ihm ſelbſt nuͤtzliche Erhaltung ſeines Meyers angetrieben, in eine Schul⸗ digkeit verwandelt worden. Daß uͤbrigens wegen Vergroͤſſerung des b Ooo Meyer⸗ ͤſſſͤſſͤſ ——— 4 216. lit. p. ſehr wohl bemerket worden. b 9)£ 474 do(a Meyer⸗Guts durch eine Anſpuͤlung des Fluſſes der Zinß nicht vermehret werden koͤnne, zumal wenn der Meyer die Teiche und Daͤmme nicht ohne Koſten im Stande erhalten muß; flieſſet zum Theil aus dem, was oben bey der Emphyteufi p. 18 1. feqq. hievon angemerkt worden. Jedoch, weil dem Meyer wegen Verminderung des Guts etwas an dem Zinß nachgelaſſen wird, ſo iſt auch bisweilen in denen Landesgeſetzen dem Herrn die Ver⸗ mehrung des Zinſes in dieſem Fall erlaubet. Zu deſſen Beſtaͤrkung Zerr Struben c. l. Cap. 1f1. G. 2. lit. y. ſich auf den Keceſſ. Moyen). Ae 4. 16,97. F. 11. beruft. Ob der Herr wegen dieſes Zinſes denen uͤbrigen Glaͤubigern vorgehe? Daß die uͤbrigen Glaͤubiger an das Gut ſelber keinen Anſpruch ma⸗ chen, noch darinn dem Herrn vorgezogen zu werden, verlangen koͤnnen, verſtehet ſich von ſelber, weil daruͤber dem Herrn das Eigenthum zukommt, und der Meyer ſolche fremde Guͤter denen Glaͤubigern ohne des Herrn Ein⸗ willigung zu verpfaͤnden, nicht befugt geweſen. Es iſt alſo die Frage nur von denen uͤbrigen eigenthuͤmlichen Guͤtern und Mitteln des Meyers. Und auch auf ſolche ertheilen die mehreſten Landesgeſetze dem Herrn ein ſtill⸗ ſchweigendes Unterpfand und einen Vorzug vor denen uͤbrigen Glaͤubigern, z. E. in der Couſtatut. Serzog mton Ulrichs de A. 2707.„daß die ſaͤmtli⸗ „che Guͤter derer Meyer und Colonorum denen Guts⸗Herrn ratione der „Meyer⸗Zinſen pro tacita hypotheca obligirt, und dafern bey ereignenden „Concurs dergleichen ruͤckſtaͤndig, ſolche in denen prioritaͤt Urtheln, nebſt „denen Erb⸗Zinß⸗Gefaͤllen, Lehn⸗Geldern, und dergleichen, ſo fort „nach den Oneribus publicis geſetzet, und uͤbrigen Creditoren præteriret „werden ſollen.“ In der Stift⸗Hildesheimiſchen Hoſgerichts⸗ ordnung 7 1. 37. S. 19.„Daß die Guts⸗Herrn wegen der von denen drey „letzteren Jahren ruͤckſtaͤndigen Zinſen allen andern Creditoren(auſſer den „ Liedloͤhnern, und denjenigen, welche die Begraͤbn:ß⸗Koſten zu fordern „haben) vorzuziehen. Welches Vorrecht des Herrn um ſo viel billiger iſt, weil deſſelben Forderung aus einer nothwendigen Borgung herruͤhrt, in⸗ dem er denZinß nicht voraus heben koͤnnen, ſondern vielmehr wegen des ver⸗ floſſenen bisweilen zu der Erhaltung des Meyers wieder Willen mit ihm in Gedult zu ſtehen genoͤthiget worden: die uͤbrigen Glaͤubiger aber es ſich ſel⸗ ber zuzumeſſen haben, daß ſie jemanden, deſſen Guͤter und Haabſeeligkei⸗ ten bereits ſeinem Herrn verbindlich waren, etwas geborget, oder andere Vertraͤge geſchloſſen. Wie ſolches von dem Herrn von Ludewig c. ſggen, dsRM. Fteur onihe ſen da ch ihn chaffe ſteuer. Ahn ſn en ein ſit Naubigen die ſam arone del janenoch in nebſt „ſo ford ræferixet gericht⸗ denendrey Lauſſerde zu foedet biligerſ rühet,i deö nitihni ſellg Nranjr V if⸗ 3 4 eäſchſt 1 3 o( 475 O. Er muß die auf das Gut haftende oͤffentliche Steuren von ihnen um deſto mehr zu fordern berechtiget geweſen, nachdem man ih⸗ laut der bey der vorhergehenden Fortſetzung im Anhang /ut N 22.) fasd. beygefuͤgten Auszuͤgen aus einigen Sehien nheu nen. 9.27. Perſon an ſeine Stelle ſchicken. Iſt er aber nicht im Stande jemand Ooo 2 anders 426 9) O(- 4 anders zu ſchicken, ſo wird ihm ſolches nach der Stift⸗Hildesheimiſchen Dienſtordnung§. 11. in einigen Faͤllen nachgelaſſen, doch muß er als⸗ denn das gewoͤhnliche Dienſtgeld bezahlen.„Wann die Weiber, heiſ⸗ „ſet es, in den Wochen ſeynd, ſoll dem Hand⸗Dienſtmann, dafern ſelbi⸗ „ger, weil er keine Kinder oder Dienſtboten hat, den Dienſt ſelbſt verrich⸗ „ten muß, auf ſein Begehren eine ſechswoͤchige wuͤrkliche Dienſtbe⸗ „freyung gegen Erlegung des gewoͤhnlichen Dienſt⸗Geldes ohne ferneren „Entgelt oder einige weitere Ausgabe zu ſtatten kommen, deßgleichen „wann ſich derſelbe oder ſeine Kinder verheyrathen; Dafern auch der Hauß⸗ „wirth oder die Wirthin mit Tode abgehen, ſoll der Dienſtmann ein vier⸗ „tel Jahr ſolche Freyheit genieſſen.“ An einigen Orten wird ihnen zugleich etwas an Speiſe gereicht, an andern Orten aber muͤſſen ſie ſelbſt vor ihre Koſt ſorgen. Das zu denen Dienſten noͤthige Geraͤth muͤſſen die Bauern mitbringen, und auf ihre Koſten im Stande erhalten. Herzogl. Wolffen⸗ buͤtteliſch Dienſt⸗Reglement§. 10.„Sollen die Spann und Hand⸗ „Dienſte die zu denen angeſetzten Dienſten benothigte inſtrumenta ruſtica, „als Wagen, Pflug, Eggen, Dreſch⸗Flegel, Miſt⸗Furcken und Ha⸗ „cken mitbringen, den Wagen nicht beengen, ſondern bey zu verrichtenden „Miſt⸗Fuhren, mit 2. Miſt⸗Flechten, oder 1. Miſt⸗Flechte und 1. Brete, „bey Erndte und Heufuhren aber mit tuͤchtigen Erndte⸗Leitern beſetzen, „den Pflug tuͤchtig bekeylen, auch ſo offt es noͤthig ſchaͤrffen, und die Eg⸗ „gen mit guten Zacken verſehen laſſen. Was die uͤbrigen von Herr Struben c. I. Cap. I. abgehandelte Fragen anbetrift, z. E. ob bey denen Meyern ungemeſſene Dienſte zu vermuthen, ob ſie ſolche auch anderwaͤrts als nach dem Gut ihres Herrn leiſten muͤſſen, ob der Herr ſolche andern vermiethen koͤnne, ob ihm Geld an deren ſtatt zu fordern erlaubet ſey, ꝛc. ſolche koͤnnen aus dem, was oben bey denen Bauer⸗Guͤtern hievon angefuͤh⸗ ret worden, in ſofern nicht durch die Landesgeſetze oder Gewohnheiten in dieſem oder jenem Stuͤck eine Abweichung bey denen Meyer⸗Guͤtern ein⸗ gefuͤhret worden, zugleich mit beantwortet werden. Daß ferner, wenn ein Meyer mehrere einem Herrn gehoͤrige dienſtbare Meyer⸗Guͤter an ſich bringet, auch die Dienſte dadurch vermehret, und hingegen, wenn er ei⸗ nige dienſtbare Laͤndereyen durch Waſſerfluth und dergleichen verlieret, ſol⸗ che Dienſte vermindert werden, ſolches verſtehet ſich von ſelber, weil die Dienſte nicht auf des Meyers Perſon, ſondern auf ſeine Guͤter haten. b enn — Went ſ hat er den nehm der ve Baue Gewo hre haupt Ve ger, d gel, ſ thhtion gfelbe — Daſte teſernn deßglath und HM anta ruſſo in und. rrichtende AI. Yrete heſetzen, ddieEg⸗ dn Hert dey denen derwaͤte ce anden lbet eg. !. angely voßeheln Fukerneie 2o 477 Wenn der Meyer ſeinen ſchuldigen Zinß und ſeine Dienſte nicht entrichtet ſo hat der Gutsherr an ſehr vielen Orten das ienſe nichtent ichte, er dem Meyer das Korn kann abdreſchen laſſen, oder ihn ſonſten durch Weg⸗ nehmung dienlicher Pfaͤnder zu ſeiner Schuldigkeit anhalten. Welche aus der vormaligen Herrſchaftlichen Gewalt uͤber die mehrentheils knechtiſche Bauern herruͤhrende, und noch hin und wieder in ganz Teutſchland uͤbliche Gewohnheit um ſo viel weniger einer Gerichtbarkeit, welche die Herrn uͤber ihre Bauern ſollten gehabt haben, zuzuſchreiben iſt, da die Pfaͤndung uͤber⸗ haupt bey denen Teutſchen ſehr gebraͤuchlich geweſen, und durch beſonde⸗ re Vertraͤge ein jedweder Glaͤubiger ſich ſolche oͤfters bey ſeinem Schuld⸗ ner, der ihm im ubrigen auf keine Art unterworfen geweſen, ausbedun⸗ gen, wie Herr C. Direct. Kopp in Spec. I. Jur. Germ. de Pignoratione con- ventionau ſolches mit mehrem angefuͤhret hat. Wobey man denen vielen daſelbſt angefuͤhrten Exempeln von allerley Art Vertraͤgen, noch was ins⸗ beſondere die Verleyhung der Guͤter anbetrift, hinzufuͤgen kann, die Li⸗ henunge de A. 122. ap. Ihilt. in Hiſf. dèe Jure Emponematum ibi:„Al⸗ „ſo doch wer es daß die egenanten Lehener oder ire erben je mer deheins „jores zu dem egenanten in der bezalunge und antwurtunge der obgenan⸗ „ten guͤlten ſumig wuͤrtent oder die vorgenanten Guͤter in gutem Bu⸗ „we nit enthieltent, ſo mage man ſy darumbe ze banne tun und mit „weltlichem Gerichte oder ohne Gerichte angryffen, bekumbern und „pfenden, untze das die obgeſchr. dinge alle gar und ganz erfuͤllet und „uff gerihtz werdent mit allem coſten und ſchaden.“ Von dieſen gutsherrlichen Dienſten der Meyer muͤſſen annoch die⸗ jenigen Dienſte unterſchieden werden, welche ſie der Landesherrſchaft zu leiſten ſchuldig ſind. Dieſe ſind zweyerley Gattung. Sie ſind entweder ſo beſchaffen, daß ſie blos zu dem gemeinen Beſten abzielen, und zu der Wohlfahrt und Erhaltung des Landes unumgaͤnglich erfordert werden, wohin die Krieger⸗Fuhren, Landfolgen, Burgveſten, Dienſte zu Er⸗ bauung der Canzeleyen und anderer gemeinſten Gebaͤudenꝛe. zu rechnen ſind. Und weil die Dienſte von denen Bauern gefordert werden, in ſofern ſie Unterthanen, und alſo das ihrige zu der Landeserhaltung mit beyzutragen verbunden ſind; ſo iſt immer die Vermuthung wieder denjenigen Bauern oder Meyer, der ſich ſolche zu leiſten weigert, und davon befreyet zu ſeyn verlanget. Oder es ſind ſolche Dienſte, welche nur blos den Privatnutzen Ooo 3 der 478 899) o de— de„——— den gand zshereſchaſee mn Ewdiwwen haben und wozu man die Dienſte elche bey denen Jagden,(wohon gber die Wolfsjagden billig auszu⸗ nehmen, als die hauptſaͤchlich denen Bauern und Lande zum b grfhe⸗ hen) Veraͤnder des Hoflggers, Erl hen) Veraͤnderung des Hoflagers, Erbauung neuer herrſchaftlichen Hanſee eDeffehenne des hereſafklichen Weins, Rorns uindandene herr nicht zugleich ſ Derden muͤſſen, zaͤhlen kann. Wenn nun der Landes⸗ ihren Mer erhof de er Guksherr iſt, ſondern die Meyer oder Baue hen uend ſol oder anderes Gut von einem andern Gutsherrn em fa⸗ ſen; er aber lehe un ie gewoͤhnliche gutsherrliche Dienſte bereits leiſten map hergebracht hat geacht obige Dienſte gleichfalls bey eben dieſen Bau en ſo iſt allerdings zu glauben, daß er ſolche Frohnden, die aus der Landeshoheit an und vor ſich nicht flieſſen, durch Vertraͤge, aus⸗ druͤckliche oder ſtillſchweigende Einwilli Aſſ 3 illigung der Gutsherrn, od Lef eEertemüſ erlanget haben. Folglich wenn hevon gopeine de 4 Srepheit der chandenien aſtige dean Kber, daß in Sweißet vor di die Wermuthung i naihen ſey. gten Bauern wieder den Furſten hierinn 11) Er muß ſeinem Herrn eine beſondere Tr 4 reue angelo ſſindenen mehraſtan aͤltern und neuern Meyerbriefen eine ngeroben. 5 gehet.„Daß d Foheende Formal enthalten, welche ungeſehr da dunas het. Feadasn deyer ſeinem Herrn treu und hold ſeyn deſſen A naus . em Srmmen ſuchen dlen Schaden n Nachtheil hingegen nach be 14 3 nal 1 4 6 hem gehorſaͤmen und getreuem Meyer dlenn ſoneuffführen wohef wie brief de A. 1602. ap. Duun. Struben c. I. p. 142. lautet 5 alſo: Meher⸗ :„Da „der Meyer ſeinen Guts⸗Herrn den von Harleſſen getreu und hold zu ſeyn 7 „ihr Beſtes zu befoͤrdern, ihr Nachtheil Ralt ihr Nachtheil aber muͤgliches Flei ä“ 3 und gehorſamen Colono zu ſtes⸗ 75 onſt in alem 4 als einen getreuen er der h rnere ieſt eihe dan dihen ſgender Ueſachen. enn h Aſ, nrorhli ett. Die Zeit, wie! jch di Zahlung muͤſſe unterblieben ſeyn, iſt in denen daentote rangememiich die gen beſtimmet, welches ohne Zweifel daher ruͤhret, weil die Teutſchen Sitten hierinnen ſehr unterſchieden geweſen, wie oben bey denen Zinß⸗ Guͤtern Güten v; zind oder a Veral in. landt die mig, „den? agkbͤr eſkeyel ſr mal rauch ndanden Redande, der Big veifelta iſten hien lohen. 6 Mihtde hinaus en Nutzen nach be⸗ volle, wi m Meyer ſo.„D old zuſet zanzuwe chte.“ en getteyn Guͤtern und denen Erbleyhen angemerkt worden. Doch halte ich da⸗ vor, daß wenn ſolche Zeit in denen Leyhbriefen nicht beſtimmet worden es in dem Willkuͤhr der Herrn geſtanden„wie lange ſie mit ihren Meyern oder andern Bauern in Gedult ſtehen wollen, und daß auch allenfalls die Beraubung ihnen ſogleich bey dem erſten Saumungsfall erlaubet gewe⸗ ſen. Auf dieſe willkuͤhrliche Beſtimmung der Zeit gruͤndet ſich auch der Landt. Abſch. Ae A. 1597. g. 27. cit. ap. Ludewig c. I. p. 429.„ Da aber „die Meyer in Entrichtung der Zinſſen ein, zwey oder mehr Jahre ſaͤu⸗ „mig, oder kein Marckgebe Korn liefferten, wenn deswegen zuvor(bey⸗ „den Beamten oder andern Gerichts⸗Herrn dAditur in eceſſ. Saltætbal.. ¹9.) „gebuͤrlich, aber vergebens geklaget worden, ſeyn die Guts⸗Herrn der Ab⸗ „weyerung halben nicht zu verdenken.“ An denen mehreſten Orten aber har man die bey der Roͤmiſchen Emphyreuſi verordnete zwey oder drey Jah⸗ re auch bey denen Meyer⸗Guͤtern zum Termin angenommen. Es meinet zwar Herr Keruben c. 1. p. 322. daß ſelbſt nach Maaßgabe der Roͤmiſchen Rechte der Meyer, wenn er nur ein Jahr mit der Entrichtung ſeines Zin⸗ ſes ſaͤumig geweſen, ohne weitern Verzug abgemeyert werden koͤnne. Denn 2) ſo waͤren die Meyer⸗Guͤter eine Art von Pacht⸗Guͤtern, ein Pachter aber koͤnne ſogleich, wenn er nach einem Jahre ſeine Miethe nicht bezahle, ausgetrieben werden, arg. L. 3. C. de locat. cond. welches Geſetz man ohne Grund von dem Verzug von zwey Jahren erklaͤre. 6½) Der L. J7. G. 1.. locat. cond., welchen man zu Erweiſung der zweyjaͤhrigen Friſt anfuͤhre, ſetze voraus, daß der Eigenthuͤmer der vermietheten Sache ſeine Klage nicht eher als nach Ablauf von zweyen Jahren angeſtellet habe. P. In dem Z. 6. ff. locat. cond., worauf man ſich hauptſaͤchlich berufe, waͤre die Rede nicht ſowohl von Austreibung des Miethsmanns, als viel⸗ mehr von Eroͤfnung der Scheuren. Ich kann ihm aber hierinn nicht Bey⸗ fan geben, denn a) ſo bleibt der vor richtig angenommene Satz, daß die Meyer⸗Guͤter vor ſchlechte Pacht⸗Guͤter zu halten, noch ſehr vielen Zwei⸗ feln unterworfen, wie oben angemerkt worden. Wenigſtens, wenn man die Sache aus denen Roͤmiſchen Geſetzen eroͤrtern will, ſo koͤnnen die Meyer⸗Guͤter wegen des dem Beſitzer darauf zukommenden Erbrechts, noch viel eher mit denenEmphyteuſibus, als welches auch erbliche Verpach⸗ tungen ſind, als mit denen bloſſen Pachtungen verglichen werden. 8) So iſt es eine Muthmaſſung, welche mit nichts aus dem Geſetze ſelber bekraͤftiget wird, o( er⸗ 479 ———— 480 Z3) Oo( wird, daß in dem I. 74. F. 1. ff. Locat. coud. vorausgeſetzet werde, daß der Verpachter nicht eher als nach zweyen Jahren ſein eKlage angeſtellet ha⸗ be. Vielmehr macht der ganze Zuſammenhang es viel wahrſcheinlicher, daß der Rechtsgelehrte Paulus es als eine bekannte Sache vorausgeſetzet habe, daß durch die zweyjaͤhrige Unterlaſſung der Zahlung der Miethe der Miethcontract aufhoͤre, und fraͤget er alſo nur, ob ſolches auch ſo weit gehe, daß, wenn der Locator dem Conduetori eine gewiſſe Strafe auf den Fall, wenn er ihn vor Endigung der Miethjahre austreibe, verſprochen, er ihn dennoch, wenn er innerhalb zwey Jahren nacheinander den Zinß nicht entrichtet, austreiben koͤnne, ohne daß er noͤthig haͤtte, die abgere⸗ dete Strafe ihm zu bezahlen, welches er bejahet. Wie will man nun hier⸗ aus erweiſen, daß Paulus des biennii gleichſam nur von ungefaͤhr gedacht, weil nemlich in dem vorgekommenen Fall der Klaͤger ſo lange gewartet haͤtte. Es waͤre ja die Frage noch viel merkwuͤrdiger geweſen, wenn er zum Grun⸗ de geſetzet haͤtte, daß der Conductor nur in einem Jahre die Miethe nicht bezahlet haͤtte. Zugeſchweigen, daß der Zuſatz eines continui biennii als⸗ denn, wenn ein Jahr hinlaͤnglich waͤre, ganz vergeblich geweſen, weil es wenig zur Sache gethan, wenn gleich der eine Nachſtand von einem vor⸗ hergehenden Jahre geweſen, und er inzwiſchen wieder einige Jahre die Miethe richtig bezahlet, genug daß er zuletzt doch noch von einem Jahre im Ruͤckſtand geblieben, welches allein zu der Austreibung hinlaͤnglich gewe⸗ ſen, und der Reſt von einem der vorhergehenden Jahre ſeine Schuld noch verdoppelt haͤtte. Noch unwahrſcheinlicher duͤnkt mich der Ein⸗ wurf, daß in dem L. z6. fI. Locat. cond. nicht von der Austreibung des Conductoris, ſondern von der Eroͤfnung der Scheuren gehandelt werde. Denn zu was Ende ſoll die Eroͤfnung der vermietheten Scheu⸗ ren und Haͤuſer(inſularum) dienen, als daß die Eigenthuͤmer derſel⸗ ben ſich an denen darinn befindlichen Sachen der Conductorum, als welche ihnen ſtillſchweigend verpfaͤndet ſind, wegen ihrer zweyjaͤhrigen Mie⸗ the erholen ſollen, und dadurch zugleich die vermiethete Sache dem Ge⸗ brauch des Conductoris entzogen, und der Mietcontract aufgehoben werde. Wenn aber dieſe Wegnehmung der vermietheten Sache jederzeit nach ei⸗ nem Jahr, da der Zinß nicht abgefuͤhret worden, erlaubet geweſen waͤre, wozu waͤre es denn noͤthig geweſen, in dem gegenwaͤrtigen Fall zwey Jahre dazu vorzuſchreiben, da der Eigenthuͤmer bey einem abweſenden Conducto- re, von dem er weder Geld noch Nachricht empfaͤngt, wo nicht mehr doch ebea 0 —— —= —— — —-— —— — — — — —. — — — — — — — — —. — — — — — — 3 — — — — — — —— — — —, — — — —— — —— —— — — ½ — — — — — — — — ffährg ewarte ——— 1 —— .— S= — —=—= ——= —— — — — . — — — — — in einem u ge Jahlen m Jahtei glich gewe Wud wo ch der E. Aostteibun en gehabol eten Sch⸗ üͤmer de dorum, d Rhrunge 7 cedn Ge —— —— —— — ———— 481 ) O(S ſo viel Gefahr laͤuft, ſein Miethgeld zu verlieren, al enem gegen⸗ wartigen, und einer ſowohl wie der andere ſein Palheen Verhechen bricht, folglich auch gegen beyde demL ocatori gleiche Rechte zukommen ma ſten. Bey welchem allen 9) es ſich von ſelber ergiebt, daß obgleich der 7 z. de Locat conduct. keine gewiſſe Zeit nach deren Ablauf der Mietheontrart wegen nicht gezahleten Miethgeldes aufhoͤre, beſtimmet, ſondern nur aͤber⸗ haupt ſetzet, daß wenn anders der anfragende Theil den Zinß richtig bezat. let, er aus dem gemietheten Hauſe nicht vertrieben werden konne, dennoch das gewoͤhnliche biennium deswegen nicht aufgehoben, ſondern ſtill⸗ ſchweigend verſtanden worden. Daß uͤbrigens an einigen Orten wenn anders die Abmeyerung ſtatt finden ſoll, erfordert werde, daß der Heer Hor⸗ hero den Meyer wegen der verſeſſenen Zeit gebuͤhrlich verklagt habe aber nichts erhalten koͤnnen, erhellet aus dem angefuͤhrten Saltzthaliſchen Re⸗ ceß. Im Bremiſchen iſt gleichfalls noͤthig, daß der Herr den Meyer Wue⸗ *ᷣ gen des Zinſes fleißig angefordert, ihn pfaͤnden, Korn ausdreſchen laſſen wollen ꝛc. er aber alles dieſes nicht geachtet, noch Richtigkeit gorrn Es grundet ſich dieſes nicht ſowohl auf die Gerecheſgka ds uf w Fen. ligkeit, und die von dem Landesherrn geſuchte Erhaltung der Bauern. Was die Fragen anbetrift, ſo hiebey vorkommen, ſo ſind ſolche bereits ob n bey derkmphyteuſ mit abgehandelt worden, z. E. ob ſich der Herr dadurch, daß er den ruͤckſtaͤndigen Zinß angenommen, der Abmeyerung begeben habe! welches billig verneinet wird. Siehe oben pP. 914. feqq. Ob d 2n eine Bezahlung auf Anſchlag die Abmeyerung verhuͤtet werde? walcheh wir oben 9⁰§. wenn nemlich ſolche Zahlung von dem Herrn angenomme worden, bejahet. Es bringet aber Herr Struben c. J. p. 325. ſegg. wied 1 dieſe letztere Meinung noch folgende Gruͤnde bey. 2) So befreye der 7 8 C. de loc. conduct. nur diejenigen von der Beraubung, welche ihre Micthe voͤllig bezahlet, und breche der auch die gegebene Treue, der nur eine Theil ſeines Verſprechens nicht erfuͤlle. 3) Wenn man gleich mit denen Emphyteutis nach einiger Meinung gelinder verfahren muͤſſe, ſo koͤnne doch ſolches denen Meyern nicht zu ſtatten kommen, als auf welche von denen Emphyteutis nicht geſchloſſen werden koͤnne.) So wuͤrde ſolches durch den angefuͤhrten eceſ. Saltztbal. beſtaͤrket kraft deſſen bey einem F ch der kein Markgebe⸗Korn liefere, und alſt onur Inneridha ſames Wicher, chens nicht halte, die Abmeyerung Kerſtottat werde. Es laſſen ſich aber ſlche P p in⸗ Ein⸗ 48²)O Einwuͤrfe folgendermaſſen beantworten. a) In dem cit. L. 3. C. locat. cond hatte die anfragende Frau ſich ohne Zweifel auf ihre richtige Zahlung berufen, und wird ihr alſo reſcribiret, daß, wenn ſie alles ſo richtig be⸗ zahlet habe, ſie auch aus dem Hauſe nicht getrieben werden koͤnne, wodurch aber, wie vorher beruͤhret, die andern Geſetze, welche wollen, daß die Mie⸗ the von zwey ganzen Jahren nicht bezahlet ſeyn muͤſſe, ehe die Austreibung ſtatt finde, nicht aufgehoben werden. Auch handelt derjenige, der einen Theil ſeiner Schuld abtraͤgt, und wegen des uͤbrigen um Gedult anſucht, bey weitem nicht ſo treulos, als der gar nichts entrichtet, und muß alſo auch leirlicher gehalten werden. 6) Wenn man das Roͤmiſche Recht zu Huͤlfe nehmen will, ſo kann man, wie geſagt, auf die Meyer wegen ih⸗ res habenden Erbrechts viel eher von denen Emphyteutis als von denen Conductoribus ſchlieſſen. Der Meyer, der dem Herrn kein gut mark⸗ gebig Korn liefert, der unterlaͤſſet nicht nur einen Theil ſeines Verſpre⸗ chens unerfuͤllt, ſondern handelt ſeiner ganzen Pflicht zuwieder, und ge⸗ denkt ſeinen Herrn zu betruͤgen, folglich iſt auf ſolches der angelobten Treue des Meyers ganz zuwiederlaufendes Verfahren billig die Abmeye⸗ rung geſetzet, und kann man ſolche Lieferung faſt eben ſo wenig vor eine Be⸗ zahlung auf Abſchlag rechnen, als wenn er ſeinen Zinß in falſchem und abgeſetztem Gelde bezahlet haͤtte. b) Wenn er das Meyer⸗Gut verdirbt. Es wird hierunter alles dasjenige, wodurch der Hof und Zubehoͤr in ſchlechten Stand geſetzet wird, begriffen, wie aus der Conſlit. Georg. MWuilbeli. de curiis villical. red integr. cap 1. g. 7. ap. Struh. c. 1. p. 329. zu ſehen:„Wenn er die Gebaͤnde „zu rechter Zeit nicht repariret, ſondern eines nach dem andern verfallen laͤſ⸗ „ſet, die Zupflanzung der Baͤume und Zuziehung des Viehes unterlaͤf⸗ „ſet, vielmehr aber die noch vorhandene Baͤume und Gaͤrten ruiniret, die „Aecker in behoͤrigen Stande und Geilung nicht erhaͤlt, und dagegen mit „Verſaͤumung aller ſolcher ihm einzig und hauptſaͤchlich obliegender Arbeit „mit dem Fuhrwerck oder auff andere ſeinem Hausweſen unanſtaͤndige und „vielmehr hinderliche Weiſe, ſeine Nahrung zu ſuchen vermeinet, oder „ſonſten dem Faullentzen und Muͤßigang ſich ergiebet.“ Was die Zeit anbetrift, innerhalb welcher er in dieſem Fall das Gut verlaſſen muß, ſo wird in eben dieſer Conſtitution§. 8. ein Unterſcheid gemacht, ob der Hof ſchon wuͤrklich verdorben, oder ob dergleichen Verwuͤſtung wegen der uͤbeln 6s ie er, ud angabbh dieAbmen oreine N cem un ter ales nd glſehe dilical ru dagegenne ndertet ndgewh ne, de 4, d ) 0(S8⸗ 483 uͤbeln Haushaltung des Meyers allererſt beſorget wied. In dem erſtern Fall muß ihm die Auf kuͤndigung ſchriftlich in Gegenwart zweyer Zeugen geſchehen, worauf er innerhalb drey Monaten den Hof verlaſſen muß. In dem letztern wird ihm ein halb Jahr Zeit gegeben, wenn er aber inner⸗ halb ſolcher Zeit ſich nicht beſſert, noch Caution ſtellet, daß er hinfuͤhro den Hof gehoͤrig verwalten wolle, ſo kann er ebenfalls abgemeyert werden. Nach dem Keceſſ. Saltzthal. wird auch allhie erfordert, daß der Herr ſich zuvor gerichtlich aͤber die uͤbele Haushaltung des Meyers beſchweret, aber keine Beſſerung dadurch zuwegegebracht habe. — Wenn in denen Meyerbriefen die Verleyhung auf eine gewiſſe beſtimmte Zeit eingeſchraͤnkt, oder ſonſten dem Herrn die will⸗ kuͤhrliche Abmeyerung vorbehalten iſt. Wiewohl in vielen Provinzien durch die Landesgeſetze wegen des gemeinen Beſtens und zu Erhaltung der Bauern dergleichen Vertraͤge und Formuln vor unguͤltig erklaͤret ſind, wie die Zeugniſſe bey Herr Strabenc. l. F. 12. lehren. Siehe auch was oben bey denen Landſiedel⸗Leyhen hievon angemerkt worden. d) Wenn der Meyer von denen Meyer⸗Guͤtern ohne Einwilligung des Herrn etwas verpfaͤndet oder veraͤuſſert. Wovon man die von Herr Struben c. I. g. 23. angefuͤhrteLandesgeſetze nachſehen kann. In dem Meyer⸗ brief ſub N. 17. iſt ſolche Urſache unter denen Worten:„Da obigen „entgegen gehandelt wuͤrde, des Meyer⸗Rechts verluſtig ſeyn, mit begrif⸗ „fen.“ Nach einigen Landesgeſetzen aber werden ſolche Veraͤuſſerungen nur ſchlechterdings vor unguͤltig erklaͤret, oder es wird dem Meyer eine gewiſſe Geldſtrafe angeſetzt. b 0) Wenn ein neuer Beſitzer des Meyer⸗Guts den Meyervertrag nicht erneuern, d. i. den Meyerbrief nicht einloͤſen, noch den davor zu ent⸗ richtenden Weinkauf bezahlen will. In der Conſtitut. Cuelferb)t. do 4.:703. iſt dieſe Urſache der Beraubung ausdruͤcklich bekraͤftiget. Doch pflichte ich Gerr Seruben c. I. G. 13. allerdings bey, daß auch in denen Provinzien, wo dergleichen ausdruͤckliches Geſetz nicht vorhanden iſt, dennoch im Zweifel ein gleiches ſtatt finden muͤſſe. Denn a) ſo begiebt der Meyer ſich ſelber des ihm auf das Gut zukommenden Rechts, wenn er ohne erhebliche Ur⸗ ſache dasjenige, worauf ſich die Rechtmaͤßigkeit ſeines ganzen Beſitzers gruͤndet, nicht annehmen will.„) So handelt er dadurch wieder die ihm obliegende Pflicht und Treue gegen Veiden Herrn, daß er ihn verachtet, p p 2 und 830 842 484— 5„ 8(“ und ihn nicht vor ſeinen Herrn halten und erkennen will;) Da bey denen Bauer⸗Guͤtern die Belehnung des neuen Beſitzers nach Maasgabe der Ritterlehne eingefuͤhret iſt, bey ſolchen aber die unterlaſſene Erneue⸗ rung der Belehnung die Beraubung nach ſich ziehet, ſo iſt auch ein gleiches bey denen Bauer⸗Guͤtern zu vermuthen. Es iſt dieſem zufolge auch eben ſolches in dem Formular des Briefs ſub V. 12., welcher denen herrſchaft⸗ lichen Meyern ertheilet wird, verſehen, wenn es heiſſet:„Und wann die „Kinder von dem Alter, daß einer von ihnen den Hof oder Laͤndereyen be⸗ „wohnen und antreten kan, ſo ſoll die Verweinkauffung innerhalb 6. Wo⸗ „chen geſchehen; Sonſten bleibt der Koͤniglichen Dom⸗Kirchen frey, ſol⸗ „che an jemand anders zu thun.“ Es ſind zwar auch einige wenige Meyer in dem Bremiſchen anzutreffen, welche die Comter⸗Meyer genannt wer⸗ den, die nicht ſchuldig ſind einen Meyerbrief zu loͤſen, ſondern an deſſen Stelle nur ein ſogenanntes Schreibgeld insgemein von 4. Rthlr. bey Antretung des Meyerhofs erlegen. Es iſt aber billig davor zu halten, daß, wenn ſie ſolches Schreibgeld zu zahlen ſich muthwillig wegern, ſie ebenfalls dieſerwegen ihres Meyerrechts beraubet werden koͤnnen, weil die Erlegung dieſes Schreibgeldes loco recognitionis iſt, und ſie in allen andern Stuͤcken mit denen uͤbrigen Meyern gleiche Rechte haben. f) Wenn der Herr des Meyerhofs ſelber unumgaͤnglich benoͤthiget iſt. Es gruͤndet ſich dieſe Befugniß des Herrn auf die Verordnung des 1.3. C. ZLocat. cond. und e. 3. X. de Loc. conl. kraft deren der Eigenthuͤmer die ge⸗ ſchehene Verpachtung auch vor Ablauf der beſtimmten Jahre wieder auf⸗ rufen kann, wenn er der vermietheten Sache ſelber hoͤchſt benoͤthiget iſt. Dieſes iſt nun in einigen Landesgeſetzen auch auf die Meyer⸗Guͤter ange⸗ wandt worden. So heiſſet es in dem Landt. Abſch. de A. 1597.„Es „ſind die Gut⸗Herrn der Abmeierung halben nicht allein in oberwehnten „Faͤllen nicht zu verdencken; ſondern ſie ſind auch ſolcher Abmeierung ſonſten, „vermoͤge der gemeinen beſchriebenen Rechte, in dieſem Falle, wenn „ſie nemlich die Guͤter zu ihrer eigenen Nothdurfft.“(In der Conſtit. Anton. Ulrici de&. 1717. wird ſolches von einer ohnumgaͤnglichen Noth⸗ durft erklaͤret)„zu gebrauchen vorhabens, bemaͤchtiget und berechtiget.“ Ob aber an und vor ſich auch nach denen Teutſchen Gewohnheiten denen Herrn bey denen erblichen Verleyhungen der Bauer⸗Guͤter ſolches Recht zukomme, hieran iſt billig zu zweifeln, indem das denen Bauern bey dieſen Verley⸗ ſte b dieſe dor ſ te ihr get ——— —— ———— — ———— ——— ———— wegern, onnen, a d ſie inalt Haher. ehiget ſ ds.3C. der de ge⸗ wieder auß nothigeth Güter ue 9 6 berwehehn o(a 485 Verleyhungen ertheilete Erbrecht, kraft deſſen dieſelben vor ſich und ihre Nachkommen, ſo lange ſie an ihrer Schuldigkeit nichts ermangeln laſſen, die Guͤter unwiederruflich beſitzen ſollen, ſehr im Wege ſtehet, als welches abſeiten des Herrn eine ſtillſchweigende Ausſchlieſſung und Begebung die⸗ ſes Rechts mit ſich fuͤhret, auch man ſolcher erblichen Inhaber ihre Rechte nicht wohl nach der bloſſen Conductorum ihren Befugniſſen abmeſſen kann, ſondern ſie allenfalls eher mit denen Roͤmiſchen erblichen Eingebungen oder Emphyteuſibus, bey welchen die Wiederrufung in dieſem Fall nicht ſtatt findet, vergleichen kann. Und ob gleich bey denen Landſiedel⸗Leyhen dem Herrn dergleichen ja noch eine weitere Befugniß zuſtehet; ſo iſt doch zu mer⸗ ken, daß vornemlich eben durch dieſe beſondere Eigenſchaft die Landſiedel⸗ Leyhen von andern Verleyhungen unterſchieden werden, und man alſo um ſo viel weniger bey denen uͤbrigen Bauer⸗Guͤtern ein gleiches vermuthen koͤnne. Dieſerwegen halte ich davor, daß, wenn ja in einigen Provinzen durch die Landesgeſetze dieſes Recht des Herrn auſſer Streit geſetzet wor⸗ den, dennoch im Zweifel alle diejenige Umſtaͤnde, welche nach Anleitung der Roͤmiſchen Rechte bey der Aufhebung einer bloſſen Pacht in dergleichen Fall mit Grunde von denen Rechtslehrern erfordert werden, aufs genaue⸗ ſte bey der Auf kuͤndigung der Meyer⸗Guͤter, als welche, in ſofern ſie aus dieſer Urſache geſchiehet, lediglich aus dem Roͤmiſchen Recht entlehnet worden., vorhanden ſeyn muſſen. Und kannich alſo die Urſache, welche der Herr von Ludewig c. 1. p. 42 5. lit. a. anfuhret, weswegen allhie die Ge⸗ ſetze und Richter insgemein willfaͤhriger, als bey Aufrufung einer ſchlech⸗ ten Vermiethung waͤren, damit nemlich die Eigenthuͤmer nicht auf ewig ihre Guͤter entbehren duͤrften, nicht vor gegruͤndet halten, indem der Ei⸗ genthuͤmer durch die erbliche Eingebung genugſam an den Tag geleget hat, daß er niemals die verliehene Sache, ſo lange der Beſitzer dem Verſpre⸗ chen auf ſeiner Seite ein Genuͤgen thun werde, wieder zu haben verlange. g) Wenn der Meyer kundbarlich untuͤchtig iſt, das Gut gehoͤrig zu ver⸗ walten. Es iſt dieſe Urſache in dem Luͤneburgiſchen eſolut. Je A. 1596. mit folgenden Worten bekraͤftiget:„daß die Adeliche und andere Guts⸗ „Herrn ihre Guts⸗Leute, wenn ſie kundbarlich den Hoͤfen ferner vorzuſte⸗ „hen untuͤchtig und unvermoͤgend ſind, entſetzen wollen. Meinem Be⸗ duͤnken nach aber iſt dieſelbe bereits unter der zweyten ſub lit. b vorher ange⸗ fuͤhrten Urſache mit begriffen, inde be) einer ſolchen andbarlſchen lin. p p 3 Uch⸗ 485) o( tuͤchtigkeit nicht allein aller Vermuthung nach das Gut in dem gehoͤrigen guten Weſen nicht wird erhalten, vielmehr unfehlbar verwuͤſtet und ver⸗ Whiummert werden; ſondern es muͤſſen ſich auch ſchon wuͤrkliche Proben einer ſchlechten Verwaltung des Guts geaͤuſſert haben, ehe man von dieſer kundbarlichen Untuͤchtigkeit vergewiſſert ſeyn kann. Es meinet zwar Herr Kruhen c. l. p. 363., daß nach denen gemeinen Rechten dieſe Urſache der Abmeyerung nicht hinreichend ſey, ſondern es dem Herrn gleich gelten muͤſſe, ſo lange der Meyer ſeinen Zinß und ſeine Dienſte richtig abfuͤhre und leiſte, ob derſelbe die Laͤndereyen ſelbſt beſtelle, oder durch andere beſtellen laſſe. Allein es kommt mir unnothig vor, hierinnen einen Unterſcheid zwiſchen die Luͤneburgiſche Reſolution und die gemeine Rechte zu machen, indem auch in der erſtern nicht ſchlechterdings das perſoͤnliche Bauern der Aecker von dem Meyer erfordert, ſondern eine ſolche Untuͤchtigkeit und Unvermoͤgen ver⸗ ſtanden wird, wodurch der Meyer unfaͤhig wird, dem Hofe uͤberhaupt vor⸗ zuſtehen, d. i. daß er nicht einmal tuͤchtiges Geſinde zu halten, und demſel⸗ ben die Arbeit anzuweiſen im Stande iſt, oder verſtehet. h) Wenn des Herrn, welcher dem Meyer den Hof verliehen, ſein Recht erliſchet, und alſo auch des Meyers Recht zugleich mit geendiget wird, nach der bekann⸗ ten Regul: reſoluto jure dantis reſolvitur& jus accipientis. Es fraͤget ſich alſo hiebey. a) Ob uͤberhaupt ein jedweder ſingularis ſucceſſor des Herrn das Gut dem Meyer wegnehmen, und den von ſeinem Vorgaͤnger mit ihm gemachten Vertrag wieder aufrufen koͤnne? Der Herr von Ludewig e. 7,b. 210. bejahet ſolches, und pflichtet hierinn dem Serykin UI. A40. ff. Lit. Locat. cond. ꝗ. 30. und in Diſſ. deæ Tur. Colon. 9. 29. bey. Ihre Gruͤnde ſind ungefehr dieſe. 1) So waͤre nach dem Roͤmiſchen Recht die Sache auſſer Streit, daß ein ſingularis ſucceſſor die von ſeinem Vorgaͤnger geſchehene Vermiethung auf heben koͤnne. L. 25. F. 1. Ff. Locat. conauti. L. 9. C. eod. Nun aber muͤſſe in Ermangelung der einheimiſchen Rechte hierinnen die Verordnung des Roͤmiſchen Rechts um ſo viel mehr gelten, weil in denen Braunſchweigiſchen Landes⸗Conſtitutionen, welche von denen Meyer⸗ Guͤtern handelten, und insbeſondere, in der de A. 1597. man auf die ge⸗ meinen beſchriebenen Rechte verwieſen wuͤrde. 2) So waͤre hierinnen das Roͤmiſche Recht ohnedem denen Teutſchen Gewohnheiten gemaͤß, als nach welchen es ebenfalls heiſſe: Kauf bricht die Leyh, oder Kauf geht vor Miethe. 3) So faͤnde ein gleiches auch bey andern aͤhnlichen Bauer⸗Guͤ⸗ tern, — fern, in be Moy rufi giſch gen oder durch 7 wenn dadut widde deſell lcceſ der N — — — —— — — — —— deimarea — — Nhſa glcenn dte — — zerhaut „undda ) Wemd rliſcht, h derbekewh Ffninet tt drs Hern) ermitihn udewige fod.f. T3 runde ſi zache alſ rgeſchzee .„, bM erinnend en Mae il in dene auf dige —— — hleuna 5 4 fgehl gu, mm b 8o( 4³7 tern, nemlich der Landſiedel⸗Leyhe ſtatt, unerachtet der Landſiedel ebenfalls ein beſtaͤndiges und immer fortdaurendes Recht habe. 4, So waͤre des Meyers Recht in vielen Provinzen Deutſchlandes nur bittlich und wieder⸗ ruflich. H Hiewieder ſtreite die wiedrige Gewohnheit im Braunſchwei⸗ giſchen nicht, weil die angefuͤhrten Geſetze und Sprichwoͤrter nur von de⸗ nen Vermiethungen handelten, welche durch des Vermiethers Vertrag oder Handlung immerwaͤhrend gemacht, nicht aber von denen, welche durch die Landesgeſetze davor erklaͤret worden, als gegen welche ſo wenig dem Kaͤufer als dem Verkaͤufer zu handeln erlaubt waͤre, auch dadurch wieder die Abſicht dieſer Geſetze die Meyer⸗Guͤter mit leichter Muͤhe wiederruflich gemacht werden koͤnnten. Meines Beduͤnkens aber iſt dieſe Unwiederruflichkeit abſeiten des Kaͤufers oder eines andern ſingularis ſucceſſoris des Herrn nicht ſowohl beſondern Landesgeſetzen, als vielmehr der Natur der Meyer⸗Guͤter ſelber zuzuſchreiben, wie aus der Beantwor⸗ tung der angefuhrten Gruͤnde mit mehrem erhellet. Denn ¹) ſo han⸗ deln die Roͤmiſchen Geſetze nur von einer bloſſen oder ſchlechten Verpach⸗ tung, nicht aber von denen erblichen Verleyhungen, wozu die Meyer⸗ Guͤter zu rechnen ſind, denn bey ſolchen iſt dem Hunfa Huedstlrn die Wie⸗ derrufung nicht erlaubet, ſondern die Beſitzer ſind kraft ihres auf die ver⸗ liehene Sache habenden dinglichen Rechts wieder jedermann geſichert, wie ſolches von denen agris vectigalibus, der Emphyteuſi und dersuperficieaus dem L. 1. F. z. f. Si ager vectigal. E. 1. J. 1. 3.& 6. F. de Super ſicieh. zu ſchlieſ⸗ ſen. Folglich iſt es unnoͤthig zu unterſuchen, ob und wie weit die Roͤmi⸗ ſchen Geſetze auch bey denen Meyer⸗Guͤtern kraft der Braunſchweigiſchen Landes⸗Conſtitutionen, und insbeſondere der de A. 1597., woraus die hie⸗ her gehoͤrige Stelle kurz vorher lir./ angefuͤhret iſt, angenommen worden. 2 Micht weniger iſt auch das teutſche Sprichwort nur von ſolchen ſchlechten Verpachtungen zu verſtehen, zugeſchweigen, daß an einigen Orten, z. E. in Holland, Brabant, Flandern, das gegenſeitige Sprichwort: Zuyr gaat voor Koop, Platz greifet. Wenn man aber das erſtere auch auf die erblichen Verleyhungen anwenden wollte, wuͤrde dadurch die ganze Natur derſelben veraͤndert, und dem Erbbeſtaͤnder ſein Erb⸗ und fortdaurendes Recht gar teicht entzogen, und in ein zeitiges und wiederrufliches verwandelt werden koͤnnen. In einigen Urkunden iſt dieſe Unwiederruflichkeit bisweilen zum Ueberfluß ausdruͤcklich mit hineingeruckt worden, z. E. in der Verley⸗ hung 483) o(r hung Ae A. 1272. ap. Scbilter Diſ- de Jure Emonematun lautet es davon alſo:„Wer es ouch, daß dieſelbe egenannte Hoffeſtat verkaufft wur⸗ „de oder verſetzet, ſo ſoll doch die egenante gedinge und geſchihte ſtere „und veſte gehalten werden. 3) Aus welchem Grunde bey der Landſiedel⸗Leyhe der Kaͤufer ſolche wiederrufen koͤnne, ſolches iſt oben bey Abhandelung der Landſiedel⸗Leyhe n. 17. lit. b. mit mehrem gezeigt wor⸗ den, woraus denn von ſelber erhellet, daß dieſer Umſtand bey denen Meyer⸗Guͤtern, als welche der Herr oder Verkaͤufer nicht nach Belieben, wie die Landſiedel⸗Leyhe wieder zu ſich nehmen kann, nicht vorhanden ſey. 4) In dem Bayeriſchen Landr., worauf der Herr von Ludewig zielet, heiſſet es Tt. 2:. art. 2.„Welcher Meyer auff einem Gut ſitzet, das er „einem Herrn verdienen muß, und vermeint auff dem Gut Erb⸗Recht oder „Leibgeding zu haben, das ſoll dem Meyer, dafern er nicht glaubwuͤrdige „Brieff und Siegel darum hat, oder nicht genugſam beweißt, wieder ſei⸗ „nen Herrn kein Nutz noch Gewehr fuͤrtragen.“ Woraus aber nichts weiter erhellet, als daß die bloſſe Innhabung eines Guts, nebſt der Be⸗ nennung eines Meyers, als welches auch einen Verwalter oder Beſtaͤnder anzeigen kann, noch nicht gleich ein Erbrecht mit ſich fuͤhre, ſondern dazu ein Meyerbrief oder anderwertiger Beweiß erfordert werde, keineswe⸗ ges aber angezeiget wird, daß diejenige, welche ein wuͤrkliches Meyer⸗ recht auf den Hof erhalten, ſolches nur bittweiſe innhaben, und es ih⸗ nen nach Gefallen wieder genommen werden koͤnne; vielmehr ſind dieſe unter denen letztern, die nemlich kraft des Meyerbriefs oder durch die Gewohnheit ein Erbrecht erlanget haben, begriffen. Dieſerwegen iſt es 5) kberfluͤßig, die in dem Braunſchweigiſchen uͤbliche Gewohnheit aus dem Unterſcheid zwiſchen eine durch den Vertrag des Vermiethers oder durch die Geſetze immerwaͤhrend gemachte Verpachtung herzuleiten, ſin⸗ temal auch ſelbſt nach denen Roͤmiſchen Geſetzen eine durch den Vertrag erblich gemachte Verleyhung von einem ſingulari ſucceſſore nicht wieder aufgerufen werden mag. 6) Ob insbeſondere bey einem wiederkaͤuf⸗ lich veraͤuſſerten Gut der erſte Verkaͤufer bey der Einloͤſung den unterdeſ⸗ ſen von dem Wiederkaͤufer geſetzten Meyer wieder abmeyern koͤnne? Man muß allhie einen Unterſcheid machen, ob der Wiederkaͤufer der⸗ leichen Guͤter an jemand zu Meyerrecht verliehen, welche ſchon zu der eit des erſten Kaufs nach Meyerrecht von andern beſeſſen worden, 8 b b mittler⸗ ſta agheigtee „ 2 5 tb⸗Nahts laubwie. t, wien 8 gber i tetſt dad er Veſtim ſondern dae 7 kanesne hes Meher und es i⸗ ſiod di t durchd wegen ſt ohnheit a nithers o uſeiten, en Wertt nicht wi wiedertie en unterd ern kuyne faͤufer W pon u orden Tit ) O(⸗ 489 mittlerweile, daß das wiederkaͤuflich erhandelnde Gut in ſeinen Haͤnden ge⸗ weſen, ausgeſtorben ſind; oder ob er einige Laͤndereyen von dem Haupt⸗ Gut abgeriſſen, und ſolche denen Bauern nach Meyerrecht eingegeben hat. In dem erſtern Fall kann der Wiederkaͤufer bey der Einloͤſung dieſe Meyer nicht wieder abmeyern. Denn der erſtere Kaͤufer iſt mittlerweile, daß er das erkaufte Gut beſitzet, ein wahrer Herr und Eigenthuͤmer deſſelben, und kann alſo alles dasjenige mit Beſtand Rechtens darauf verrichten, was einem andern Eigenthuͤmer frey ſtehet, in ſofern dadurch die erkaufte Sa⸗ che nicht in einen andern und ſchlechtern Stand gebracht, und er alſo ver⸗ hindert wird, ſolche dem Wiederkaufs⸗Vertrag zufolge unverſchlim⸗ mert und ungemindert ſeinem Verkaͤufer hinwiederum zu uͤberliefern. Nun aber hat er die zu Meyerrecht verliehene Guͤter bey dem erſten Kauf in gleicher Eigenſchaft erhalten, folglich wird durch die Setzung eines neuen Meyers an die Stelle des abgegangenen das Gut nicht veraͤndert noch ver⸗ ſchlimmert. Wozu noch bisweilen eine neue Urſache aus denen Landes⸗ geſetzen kommt, daß er nemlich die erledigte Meyer⸗Guͤter einzuziehen nicht befugt, ſondern ſolche ſchlechterdings hinwiederum mit andern Meyern zu beſetzen verbunden geweſen. In dem letztern Fall aber iſt ſolche Verley⸗ hung allerdings unguͤltig, und kann von dem Wiederkaͤufer bey der Einloͤ⸗ ſung wiederrufen werden, weil ſolche dem Wiederverkaufs⸗Vertrag entgegenlaͤuft, und des erſten Kaͤufers ſein zeitiges Eigenthum nicht ſo weit gehet, daß er kraft deſſelben ſolche Verrichtungen, wodurch er die ge⸗ kaufte Sache ungeaͤndert und unverſchlimmert zuruͤckzugeben verhindert wird, guͤltig unternehmen koͤnne, vielmehr erloͤſchen ſolche bey der Einloͤſung von ſelber, ang. L. 4. S.3 f. dein diem addia. L. 37 H. de piguor. L. 3. ff. Luib. mod. pign. Siehe auch Herr Leyſer Medit. ad ſ. Spec. 191. med. 21. ſehg. Ob bey dem Heimfall der Lehn⸗Guͤter der Lehnherr die von dem Vaſallen geſetzte Meyer austreiben koͤnne? Bey der Beantwortung dieſer Frage muß der vorige Unterſcheid beobachtet werden. Sind zu der Zeit der erſten Belehnung dieſe Laͤndereyen bereits denen Bauern zu Meyer⸗ recht verliehen geweſen, ſo muͤſſen ihnen ſolche bey dem Heimfall auch von dem Herrn gelaſſen werden. Hat ſie aber der Vaſall erſtlich nachhero an die Bauern ausgethan, und dadurch das Lehn⸗Gut geſchwaͤcht und verſchlim⸗ mert; ſo iſt der Lehnherr bey dem Heimfall allerdings befugt, dieſe ihm nachtheilige Veraͤnderung des Lehn⸗Guts wieder abzuſtellen. Doch iſt Q49 hiebey 490 2 Oo(⸗ hiebey annoch zu merken; Erſtlich, daß im Zweifel immer die Vermu⸗ thung vor die Bauern ſey, weil bey denen mehreſten adelichen Lehen⸗Guͤ⸗ tern auch zugleich einige dazu gehoͤrige Bauern mit ihren Landereyen zu Lehn ertheilet worden, und alſo ſolche ſo viele Jahre her zu Meyerrecht verlie⸗ hen geweſene Hoͤfe gleich anfaͤnglich dieſe Eigenſchaft gehabt zu haben, ver⸗ muthet werden. Zweytens, daß, wenn auch oͤfters der Lehnherr gleich erweiſen koͤnnte, daß des Vaſallen Vorfahren vor Alters vor ſich und ohne ihres Lehnherrn Genehmhaltung die Laͤndereyen denen Bauern verliehen, ihm dennoch die Landesgeſetze, und die dadurch geſuchte Erhaltung der Bauern im Wege ſtehen, und die Einziehung ſolcher Guͤter, welche ſo lange Zeit in der Bauern Haͤnden geweſen, nicht geſtatten. Ob uͤbrigens der Meyer auf ſeiner Seiten den Meyervertrag aufheben, und den Hof nach Belieben verlaſſen koͤnne, ſolches wird von dem Herrn von Audewig c. 1. p. 415. verneinet, dem auch Herr Stru- ben c. I. p. 370. beytritt, und fuͤhret erſter folgende Gruͤnde an. a) So waͤre es unbillig, daß, da die Meyereyen immerwaͤhrend ſeyn ſollten, ei⸗ ne Parthey ſolche zeitig oder bittlich machen duͤrfte, L. J. C. de Oblig. G AM. 9) So waͤre bey denen Bauer⸗Guͤtern dem Herrn ſehr daran gelegen, daß ſolche nicht zur Unzeit verlaſſen wuͤrden, Z 23. F. z. C deagricol. weswegen ein Bauer, der ſolche zu unbequemer Zeit verlieſſe, dem Herr dieſerwe⸗ gen zu Erſetzung des dadurch erlittenen Schadens gehalten waͤre: L. 5z. F. 2. ff. locati.—) Da der Herr oder Vermiether den Vertrag auf ſeiner Sei⸗ te halten muͤſſe, ſo waͤre auch der Bauer oder Pachter zu einem gleichen verbunden, indem bey der Verpachtung und Pachtung ſich ſicher von der einen auf die andere ſchlieſſen laſſe. 2) Daes dem Meyer frey ſtuͤnde, das Gut nach Belieben an andere hinwiederum zu verpachten, ſo koͤnne er ſich nicht beſchweren, daß er hiedurch zum glebæ adſcriptitio gemacht werde. Nun lieſſe ſich hiewieder noch unterſchiedenes, kraft deſſen, was oben.§99. faqg. von der Aufkuͤndigung des Empbhyteutæ angefuͤhret worden, einwen⸗ den. Unterdeſſen bin ich doch auch der Meinung, daß dem Meyer die willkuͤhrliche Verlaſſung ſeines Meyerhofs nicht erlaubet ſey, zumal, wenn er dergleichen zu einer ungelegenen Zeit und ohne es dem Herrn fruͤhe genug vorher gemeldet zu haben, damit ſolcher ſich allenfalls, wenn er etwa dem zeitigen Meyer den Abzug verſtatten wollte, um einen andern tuͤchti⸗ gen Meyer umſehen koönnen, unternehmen wollte. Sintemal allhie die⸗ jenigen )o(⸗ 491 lenigen Gruͤnde, welche oben p. 9ſo. bey der Erbleyhe beygebracht wor⸗ den, mit ſtatt finden. Und iſt uͤberdem zu merken, daß bey denen erbli⸗ chen Verleyhungen dem Beſitzer auch ſogar in dem Fall, wenn ihm ſein Erbrecht an andere zu veraͤuſſern verſtattet geweſen, nicht frey geſtan⸗ den, die verliehene Sache eigenmaͤchtig, und ehe und bevor er einen an⸗ dern Erbbeſtaͤnder an ſeine Stelle geſchaffet, zu verlaſſen, wie ſolches klaͤr⸗ lich erhellet aus dem Urteilbrief uͤber das Haus zu der Mucken d 4 1214. Ap. SFhilter Diſ. de Emponematum ure p. 39. ſegg., in welchem dem⸗ jenigen, welcher das von ihm und ſeinen Vorfahren erbsweiſe beſeſſene Haus verlaſſen, und den jaͤhrlichen Zinß nicht mehr bezahlen wollen, fol⸗ gender Spruch ertheilet worden:„Soll Heinrich by dem huße bliben „und es jors verzinſſen und die vorgonden zehen Schillinge gelz jors do⸗ „von rihten gliche und in alle dermaſſen als ſin Symunt von Nuwiler bunt⸗ „liche was zu tunde, ſo lange untze Heinrich einen vindet der das huß „umb in kaufft eins rechten redelichen kouffs, der ime Gelt umb die „Beſſerunge gilt, dem ſollent es die frowen ſetzen, oder ſollent aber ſy ſo „vil Geltz dargeben und das huß zu iren handen nehmen, und gebutten bei⸗ „den parthen diße urteile ſtete zehaltende.* Wiewohl uͤberhaupt bey denen Meyer⸗Guͤtern uͤber dieſe Frage ſelten Streit vorfallen wird, indem die Bauern insgemein nicht groſſen Luſten haben, ihre Guͤter ſo ſchlechter⸗ dings zu verlaſſen. 4. 3 8 13) Doch muͤſſen ihm bey ſolcher Abmeyerung die Gebaͤude entweder ganz oder zum Theil, wie auch die gemachten Verbeſſerungen und dergleichen nach Maasgabe der Landesgeſetze von dem Herrn bezahlet werden. In dem Landt. Abſchied de A. 1597. g. 29. cit. ap. Ludew. c. J. p. 333. heiſſet es hievon:„Die Gutsherrn ſollen dem Meyer nach vor⸗ „gangenerLoſungund Wardierung ſeine Baaubeſſerung, gaar undgail und „dergleichen nothwendige auch nuͤtzliche angewannte melloramenta der ge⸗ „buͤhr bezahlen.“ Und in dem Gandersheimiſchen Landt. Abſch. Je 2. 2607. S. 27. 1017.„Wenn ihme(dem Meyer)zuvor von dem Gutsherrn auff „Thome die Loſe geſchehen, ob gleich die Gebaͤude dem Meyer und nicht „dem Gutsherrn zuſtaͤndig, gegen Entrichtung des Wardirten Geldes „davon gleichwohl was er dem Gutherrn zu thun ſchuldig, abzuziehen, den „Meyer ab⸗ und einen andern auffzuſetzen zugelaſſen.“ Damit aber au ſolche Art theils der Herr nicht mit berfüßigen Roſten uͤberhaͤuft, theils 2 auch 492 45*) 0( Ser⸗- auch alle Unbilligkeit und Weiterung in Schaͤtzung dieſer Gebaͤude und Beſſerungen verhuͤtet werde; ſo darf kraft des Landt. Abſch. 4e 4. 1797. F. 19. kein Meyer auſſerhalb nothwendige Gebaͤude, ohne des Gutsherrn Bewilligung etwas auf dem Meyerhofe bauen. Die Schatzung aber ſoll durch drey unpartheyiſche der Sachen verſtaͤndige und insbeſondere dazu beeidigte Leute nach der Vorſchrift des Landt. Abſch. de. 7597. g. 19. vorgenommen und vollzogen werden. Es iſt hiebey merkwuͤrdig, daß, kraft der Landesgeſetze, als des cit. Landt. Abſch. de A. 7597. g. 19. und des Gandersh. de A. 1001. F. 27. dem Meyer dennoch die Verbeſſerung gut gethan werden muß, wenn er gleich wegen ſeiner uͤbeln Aufflhrung, und daß er ſeiner Schuldigkeit nicht nachgelebet, des Guts beraubet wird. Der Herr Hofr. Srruben c. 1. p. 367. meinet, daß ihm ſolches nach dem Roͤ⸗ miſchen Recht billig gebuͤhre, als nach welchem laut des Z. F z. pr. ff. Locat. Cond. dem Colono oder Pachter ein gleiches zuerkannt werde, nun aber finden bey einem Meyer die Rechte eines Coloni, nicht aber eines Emphy- teutæ ſtatt. Dieweil aber ſchon hin und wieder von uns gezeiget worden, daß ein Meyer wegen ſeines habenden Erbrechts eher mit einemf mphyteuta als mit einem ſchlechten Pachter zu vergleichen ſey; ſo halte ich auch davor, daß, wenn keine wiedrige Landesgeſetze vorhanden ſind, als welche hier⸗ innen insgemein ſehr vortheilhaft vor die Bauern abgefaſſet zu ſeyn pflegen, ein Meyer, der wegen ſeiner uͤbeln Bezahlung, Verderbung oder dergleichen Verbrechens des Meyer⸗Guts beraubet wird, ſowohl nach denen Roͤmiſchen Geſetzen, als nach denen Teutſchen Gewohnhei⸗ ten ſeine etwa gemachte Verbeſſerungen zugleich unentgeltlich mit verloh⸗ ren habe, gleichwie oben bey der Landſiedel⸗Leyhe ein gleiches angemerkt worden. Es darf uͤbrigens der Meyer nicht eigenmaͤchtig in denen an⸗ gefuͤhrten Beraubungsfaͤllen von dem Gut getrieben werden, ſondern es wird eine Richterliche Erkenntniß und Spruch dazu vorher erfordert, doch ſoll kraft der von dem Herrn Strubenc. ⁵. 309. angefuͤhrten Landes⸗ geſetze die Sache ſummariſch gehandelt, und wenn ſchriftlich verfahren wird, nicht uͤber die Duplie geſchritten werden. Hat der Herr zugleich die Gerichtbarkeit uͤber ſeinen Meyer, ſo kann er zwar vor ſeinem eigenen Ge⸗ richt die Sache unterſuchen, und den Meyer nach vorhergegangener zeitiger Auf kuͤndigung aus dem Gut ſetzen laſſen. Appelliret aber der Meyer von ſoolchem Spruch, ſo muß billig, bis daß die Sache in der zweyten Inſtanz geendiget iſt, mit der Execution eingehalten werden. Wenn à Rfſernmg lüihrung Fetwit ich dm pr.f.l. he, nuit ines bn iget wond Empbyna jauch ywor welche hie ſet u ſen zerderbung d, ſowohe hewohnhe⸗ wit derloh Sangemeii in denen 3 0(5e. 493 Wenn zu dem Meyerhof mehrere Herrn geho um he Wer ren bey geſchehener Abmeyerung ſich wegen der Verun ge⸗ des heuen Mhes nicht vereinigen koͤnnen; ſo ſind die Landesgeſetze in der Entſcheidung, wem unter denen Herrn den Ausſchlag in der Sache zu geben nicht einig. Im Calenbergiſchen kommt es auf de 4.. dezeomne mede oder Lehnwaare bekommt. Im Wolffenbuͤtteliſchen auf den, welcher den groͤſten Antheil an dem Meyerhof hat. ſchen gleichfalls auf den, welcher die Lehnwaare empfaͤngt, oder wenn ſolches ungewiß iſt, welchem die Dienſte geleiſtet werden. Im Schaum⸗ burgiſchen geſchieht die Beſetzung von der Landesherrſchaft oder deren Beamten mit Vorwiſſen des Gutsherrn, damit der Meyer ſowohl der Landesherrſchoft wweden der Dienſte und anderer Praͤſtationen, als de⸗ nen G en wegen ihrer Gebuͤhr annehmli ge. Siehe Herr Hofr. Itruben c. I. p. yr annehmlich und genug ſeyn moo XXXII. Von denen Meyerdings⸗Guͤtern. s ſind dieſes gewiſſe Bauer⸗Guͤter, welche in dem Hi imiſchen dings⸗ E gebraͤuchlich ſind, und von Kirchen velche in den nldesheiwiſchen Guͤter. Sie haben daher ihren Namen, weil deren Beſitzer oder Meyer dieſer. wegen einem gewiſſen Ding oder Gericht unterworfen ſind. Es hat d r Berr von Gæ el Daſ. de ſinguil. Luibhurd. præd. vuſticor. in terr. Brun fu Pe neb.& viein. auch dieſe Meyerdings⸗Guͤter mit abgehandelt, und zu leich zum Beſchluß einige dazu dienende Nachrichten anhaͤngen laſſen ndvoh die /uh Lat. 5.9. 116. befindliche ſogenannte Gemeine Urtheil auch nachhe⸗ ro der mtroduct. in Proceſſ. Civil. Brunſuic. des Serrn Ob. App. R Bufeu- dof beygedruckt worden. Nicht weniger iſt auch ein Meyerdin 6⸗P o⸗ eeodt in e arhes Schottelio Aluſtrato p. 1So. ſe*g. zu leſen. Wir wollen 439 hieraus ie Natur und Beſchaffenheit dieſer Guͤter mit wenigen er⸗ 1) Die Beſitzer dieſer Guͤter ſind, wie vor dieſem die mehret Bauern, unter die Leibeigene zu rechnen, und uunedſdfen Ne wehyeſeen Guͤter von freyen Leuten nicht erblich beſeſſen werden, ſondern wenn Cn ein freyer Mann Geld auf ſolches Gut geſchoſſen, und es ihm verpfaͤndet werden ſoll, ſo muß er daſſelbe durch einen leibeigenen oder behoͤrigen 92944 3 b Mann Im Hoyi⸗ Meyer⸗ 494) o(E Mann empfangen und beſitzen laſſen. Aljunct. ad Sect. II. p. 133. g. 24. A. 1499.„Et ſchal nemand to Erve und to eghen werden gheſath in Gud, „denn de den Heren nycht behorichen ys, edder en wylſyek nycht na „dem Gude eyghen gheven, als ſuͤs lang eyn recht weſt is. Men ſchall „ock nemande gelth an Gude bekennen, de den Heren nycht behorig ys, „ſunder we Ghelt uthdeyth uppe Gud und nycht behorichen ys, de mach „eynen behorichen Man byoden, de dath oͤhme the Gude entpfange.“ Und ibid. g. 26. de A. 12573.„Auff den ſiebenden berichtet E. E. Thum⸗ „Capittel, daß die Meyerdings⸗Guͤter der Art und Natur ſeyn, daß nie⸗ „mand dieſelbe erblich beſitzen kann, er ſey denn der Kirchen und Capittel zu „Hildesheim Halßeigen, und da ſich zutraͤgt, daß ein ſolcher Halßeigener „Mann oder Weib in die Stadt Hildesheim oder auch anderwerts in einer „Stadt befreyen wuͤrde, muß ſich der oder die vom Capittel zu Hildesheim „erſtlich frey kauffen, und wenn das geſchehen, muß er mit ſeinem leibli⸗ „chen Eyd betheuren, daß er auff ſolche Meyerdings⸗Guͤter, die er jetzo „habe gehabt habe, oder zukuͤnftig anerben koͤnte, eine ewige Vezicht „thun wil, kan aber nach ſolcher Freylaſſung noch Erbe oder Pfennings⸗ „Gewehr zu bereden haben. Es kan aber wohl kommen, daß ſolche Leute, „die als freygelaſſen von ihren Eltern ein Stuͤck Geldes an ſolchen Meyer⸗ „dings⸗Guͤtern bekannt, und ins Meyerdings⸗Buch geſchrieben werden, „und ſolch Stuͤck Geldes oder Pfand⸗Schilling den zu verwahren, wird „wohl ein behoͤriger Mann an daſſelbig Gut ſo lang geſetzt, biß der naͤch⸗ „ſten Bluts⸗Verwannten und behoͤrigen einer des Guts ſolchen bekann⸗ „ten Pfand⸗Schilling wieder loͤſen moͤge: alsdann muͤſſen dieſelbe ihr „Geld auffnehmen und davon ohne Entgeldniß abſtehen.“ Dieſerwegen kann noch heutiges Tages, ob gleich ſonſten die vormalige Knechtſchaft der Meyerdings⸗Leute etwas leidlicher mag geworden ſeyn, nach demeige⸗ nen Zeugniß des Herrn von Gabel c. I. p.§5. kein ſogenannter Freymann ein Meyerdings⸗Gut beſitzen, ſondern muß ſich allenfalls durch eine getreue Hand anſetzen, d. i. das Gut durch einen andern Unfreyen verwaltenlaſſen. Welches auch durch das Meyerdings⸗Protocoll ap. Gericken c. 1. p. 167. bekraͤftiget wird, wenn es n. 9. alſo lautet:„Kan einer Meyerdings⸗ „Land kauffen, welcher kein Meyerdings⸗Mann? Eingebracht. Nein, „ſondern muß erſtlich Meyerdings⸗Mann werden, und alsdann iſt er uY „hig, Meyerdings⸗Land zu kauffen. n. 10. So ein Fremder auf Meyer⸗ 92 ing 5 ) Oo(r 495 „dings⸗Land ein gewiſſes Geld Pfandweiſe thaͤte, wie iſt er deſſen verſichert? „Eingebracht: Muß ſich eine treue Hand ſetzen laſſen.“ Welches p. feH*‿. 1§ 5. n. 2. wiederholet wird. 25) Sie ſind wegen dieſer Guͤter einem beſondern Gericht, wel⸗ ches das Meyerding genannt wird, und wovon angefuͤhrtermaſſen ſie und ihre Guͤter den Namen empfangen, unterworfen. Und wenn alſo die Huͤlfe oder Pfaͤndung in dieſe Guͤter vorzunehmen iſt, ſo kann ſolche nicht von demordentlichen Beamten, worunter dieſelbe belegen, vollſtrecket wer⸗ den, ſondern es muß von denen Meyerdingsbeamten, und zwar ohne daß ſie noͤthig haben, den ordentlichen Beamten deswegen vorhero zu re⸗ quiriren, geſchehene Gemeine Urtheil zu Haſede p. 119. n. 11. 12. 13. „Wer wegen Meyerdings⸗Guͤter die Execution, da es noͤthig, verrich⸗ „ten ſolle! Eingebracht. Der Groß⸗Voigt. Ferner gefraget: Wenn „einer Meyerdings⸗Guͤter in oder auſſerhalb Stiffts belegen, erblich oder „pfandsweiſe an ſich gebracht, wer die mmilſſion in dieſelbe zu thun ſchul⸗ „dig ſey? Eingebr. Wanns keinen Streit giebt, iſt ihme die Verlaſſun⸗ „ge auff dem Meyerdinge geſchehen, ſonſten muͤſte es der Groß⸗Voigt thun, „oder derjenige Meyerdings⸗Voigt, welchem ers aufftraͤgt zu verrichten. „Ferner gefraget: Ob die Beamten, worunter die Meyerdings⸗Guͤter be⸗ „legen, mit demſelben etwas zu thun, oder zu ſchaffen haben oder nicht? „Eingebr. die Beamten koͤnnen dar nicht ankommen. In dem Zeugniß de A. 1717. p. 94 heiſſet es hievon:„Nicht allein die uralte von einigen „Seculis her noch vorhandene Meyerdings⸗Protocolle, auch des hohen „Meyerdings Gekenntniß und Artickel ſamt andern Urkunden klar vermoͤ⸗ „gen, ſondern auch die Landkuͤndige wohlhergebrachte Meyerdi ngs⸗Rechte „und Gewohnheiten ſelbſt ergeben, daß E. Hochw. Dohm⸗Capittel und „deſſen Meyerdinge durch dero Meyerdings⸗Beamte und Nothen derglei⸗ „chen Pfandung und Lxecutiones ihrer Erkaͤnntniß ſelbſt bewuͤrcken kon⸗ „nen, auch in allen dieſen Stiffts⸗Aemtern⸗⸗⸗⸗ bewuͤrcket haben und „zwar ohne einige requilition ſothaner Aemter, geſtalt ſelbige dabey durch⸗ „aus nicht noͤthig noch hergebracht. Es muß alſo die von Herzog Henrico Julio A. 1591. gegebene und p. 132. befindliche Verordnung, nach welcher der Amtmann zu Spring dem Meyerdings⸗Gericht zu Volckerſen(doch ohne Schmaͤlerung und Abbruch der alten Gerechtigkeiten) mit beywoh⸗ nen, und dasjenige, was vor demſelben Gericht dem Herkommen nach ge⸗ buͤhrlich 496(o 8 buͤhrlich und rechtmaͤßig erkannt und verhandelt wird, Amtshalberſubſidia liter exequiren ſoll, entweder nicht in Obſervanz kommen, oder nur al⸗ lein von dem Meyerding zu Volckerſen zu verſtehen ſeyn. Die Perſonen, woraus dieſes Gericht beſtehet, ſind, erſtlich der Apt, oder in deſſen Ab⸗ weſenheit der insbeſondere dazu bevollmaͤchtigte Pater Kellner, ferner der Oberſchreiber, oder Actuarius, und endlich die aus denen Bauern genom⸗ mene Scheffen, welche die Erben oder die Nothen genannt werden. Man appelliret von dieſem Gerichte an niemand weiter als an den Prelaten els Ober⸗Meyerdings⸗Herrn. Hildesheim. Meyerdings⸗Statuüten 124. n. 25.„Da auch Sententia und Decreten in ein oder anderer ſtrittigen „Sache publiciret wird, und denn gravirter des beneficii appellationis ſich „bedienen wolte, derſelbe ſoll und kan(weilen die Erben⸗Zinß oder „Meyerdings⸗Guͤter ausgehenden Rechtens) bey Vermeidung hoher „Straffe, uͤnd befindenen Dingen nach, bey Verluſt des Guts an keinen „andern, als an Ihro Hochw. den Herrn Prelaten, als Ober⸗Meyer⸗ „dings⸗Herrn appelliren, ſeine Appellation allda juſtificiren, und Be⸗ „ſcheides erwarten.“ Eigentlich gehoͤren zwar nur diejenigen Sachen, welche die Meyerdings⸗Guͤter betreffen vor dieſes Gericht, doch haben nach dem§. 30. 31. der cit. Hildesh. Meyerd. Statut. c. l.„die Meyerdings⸗ „Leute von gehegtem Meyerdinge an, biß des andern Abends die Bet⸗ „Glocke geſchlagen wird, auch freye Macht, diejenige ſo in der Zeche Un⸗ „luſt oder Schlaͤgerey anfangen, befindenden Dingen nach zu beſtraffen, „auch freye Macht, denſelhen, ſo ſich wiederſetzen wolte, mit Execurions „Zwang und Arreſt zum Gehorſam und Erlegung dictirter Straffe zu „bringen.“ 3) Sie empfahen uͤber dieſe Guͤter keine Meyerbriefe, ſon⸗ dern gleichwie ſie gerichtlich in deren Beſitz geſetzt werden, ſo wird ſolches nur in dem Meyerdingsbuch angemerkt, und dergleichen Zeugniß des Meyerdingsbuchs iſt bey denen Streitigkeiten uͤber dieſe Guͤ⸗ ter der ſtaͤrkſte Beweiß. Extract. p. 129. S. 16. de A. 1130.„Vragede um⸗ „me eyn recht Ordel: Ifft man ock Segel und Breve ſchulde Gelowen „gewen, de vor veelen Jaeren over liggende Gode gegeven ſyn. Vant „dat Ampt, man lyde over Meyerdinghs⸗Gud neyn Breve dan allein dat „Meyerdings⸗Bocke. Und F. 17. de A. 15§o.„dewile Tilke Meyer in „dem Meyerdings⸗Boke bevunden, ſo is omme neen anderen Nabringe „van Noden.“ Wie auch F. 27. de A. 1/§9. p. 13 5.„ Gemeine Urtell: der 3) Perr — o( Settäts„Herr Abt laͤßt fragen, ob auch Notarien Brieffe, ausgeſchneden Breffe rdaui⸗ 1„oder andere Zettel vor dieſem Meyerdinge gelten ſollen? Eingebracht: deeen„Sie willen dat Meyerdings⸗Bock in Kraͤfften holden, und dar ſal Cn dſad.„nichts uͤbergahn.“ 1 ot, fenen 4) Sie bezahlen davon einen jahrlichen Zinß, welcher der Uerngah Erben⸗Zinß heiſſet, und wovon die Guͤter bisweilen ſelber Erben⸗Zinß⸗ Lelden. Guͤter genannt werden, wie aus der ſub N. 2. angefuͤhrten Stelle er⸗ Prcletn hellet. In dem Extrasl.. 19. 2. 2.. 130.„Wem der Erben⸗Zinß rtuten) u„von den Meyerdings⸗Guͤtern gebuͤhre? Reſp. dem Herrn Abt und Clo⸗ rrer ſtitn ſter St. Mich.’ Meyerdings⸗Protocoll 2. 1. p. 193. n. 2.„ Was ge⸗ tellarorbi„hoͤret denn eigentlich dem Meyerdings⸗ Herrn von dem Meyerdings⸗ ⸗3iß,„Lande? Eingebracht: der Erben⸗Zinß.“ Es iſt aber hiebey zu merken, eidung weil einer die Meyerdings⸗Guͤter auch pfandweiſe innhaben, und den ats an t Zinß davon bezahlen kann, daß aus der bloſſen Bezahlung des Zinſes noch Dber⸗M kein Meyerdingsrecht vermuthet werde, ſondern ſolches insbe n, und J erwieſen werden muͤſſe, wovon der Herr von Gabel c. J. p. 99. Præjudici bringet. zen Sachen Præjudicium bey„ bre Kinder zun Feſnt e ee hhaben nat 2. Sie vererben ſolche auf ihre Kinder und uͤbrige Verwand⸗ nxrduns ten. Bey welcher Erbfolge der aͤlteſte vor dem juͤngſten oder der juͤngſte 54 33 vor dem aͤlteſten keinen Vorzug hat. Extract. c. l. p. 126. g. 2. de A. 2491. 3 4 8„Wart gefraget eyn meyne Ordel in duͤſſe Wiſe. Ofte weren twe Suͤ⸗ chlln„ſters, den Gudtho ſtorve, wer de ene deme Gude nicht ſo nah ſcholde we⸗ deſtraffen„ſen, als de ander? Wart ghefunden: Nachdemalen dat ſe beyde von dem weruunn„Gudeut ghegeven, unde beyde echte unde rechte gebohren weſen van Va⸗ Srrafen„der unde van Moder, ſo ſcholden ſe beede dem Gude allike na b . Noch auch die maͤnnliche Linie von der weiblichen. ihid. 2 1293. f. 5.„In ife,„duͤſſen ſlilven Meyerdinck wart gevraget, were de Schwerthalve nicht witdſoch„alſo wol ervede, alſe de Spilhalve. Hier vant dat Ampt up: Ja, ſe —n Jauni„ſuͤnt bar like na. deſe G 5) Doch muß bey dem Abſterben eines Beſitzers, aus deſſen Guͤ⸗ ragede ll tern der Koͤhr oder die Bauhebung bezahlet werden. cit. Extract de f. de Gelctde 15§§ F. 1§. n. 11.„Ob nicht diejenige, ſo Meyerdings⸗Guͤter inne haben, n. V es ſey viel oder wenig, dem Herrn und Stifft zu St. Michaðl in Hildes⸗ Rallinah„heim den koͤhr oder Bawlebunge zu gebende ſchuldig ſeyn? Reſp Menr„es waͤre von Alters her alſo gebraͤuchlich geweſen. Was ſie zu Koͤhr geben Se„muͤſten? Reſp. Der Ackermann d Pferd naͤgſt den beſten, der Koͤther fl Arr lnig —,--—— 3 „die Kuhe negſt der beſten, die Frau den rotoc. ap. Gericken c. 1. p. 193. u. F. 6. ttode abgehet, was gebuͤhret ſo dann dem Meyerdings⸗Herrn? Ein⸗ g3. Was iſt dann die Baulebung? Eingebracht. Iſt n Pferd nechſt dem beſten; Iſts ein Koͤther, eine „Kuh nechſt der beſten.“ Es muß ſolcher nach Verlauf der vier Wochen egeben werden, Iid. n. 23. und wird er als eine auf das Gut haftende aſt angeſehen, Ibid. u. 12.„Wenn nun einer in „ſaumig wuͤrde, wie ſich der Herr gegen denſelben v „Wenn der Voigt den Koͤhr zur rechten Zeit gefordert, und nicht aus⸗ eben wuͤrde, ſol ſich der Herr an die Guͤter halten.“ 7) Sie koͤnnen ſolche Guͤter zwar veraͤuſſern, ihrem Ehegatten verpfaͤnden ꝛc. doch wird dabey erfordert, daß alles mit Vor⸗ hmhaltung des Herrn geſchehe, und daß ſolche Vertraͤge t und gerichtlich bekraͤftiget werden, als wodurch ufer, Glaͤubiger oder andern Erwerber ein beſtaͤndiges und das Gut ertheilet wird. Prorocoll. de A. 1677. p. 9. zu recht fragen, ob er nicht kraft der Obligation an die Laͤnderey angeſetzt werden ſolte? Eingebracht. Weilen ebitoris eigner Hand ſo bekannt waͤre, ausge⸗ llet, ſoll crediror Pfandweiſe an das Land geſetzet werden. Weiter r verſtorben, wer das Gut verlaſſen ſollte? ngebracht. Der Meyerdings⸗Herr. Der Meyerdings⸗Herr verließ dar⸗ das Land und wurde creditor von dem Richter Pfandweiſe ange⸗ „ſetzt, auch den Lande ein Friede geworben.“ Hildesheimiſche Meyer⸗ a p. 122. n. 9.„Wann auch ein Mann mit ſeiner Frauen eyerdings⸗Guͤter an ſich freyet, iſt die Frau ſchuldig, die Guͤter „vorm Gericht ihrem Manne aufzutragen, und der Mann ſich daran In dem teſtat. de A. 1724. p. 115. heiſſet es hievon: Daß zwar wohl per pacta ein Erb⸗Recht an Meyerdings⸗ „Guͤter koͤnne acquiriret werden, doch der acquirens ehender nicht von dem „Meyerding pro domino gehalten werde, biß er von demſelben oͤffentlich „auff ſothane pacta durch Urtheil und Recht daran geſetzet worden⸗⸗⸗ „Solche Verlaſſung und translatio dominii aber geſchiehet entweder von „dem vorigen domino ſelbſt, oder durch andere von ſeinetwegen, „ gebr. die Baulebung. „es ein Ackermann, ei zubringen, wiſſen und Gene dem Meyerding angezeige allererſt dem Kaͤufer guͤltiges Recht auf „N. ließ ein Urtheil „ihm verſchriebene Laͤr „die Obligation unter d „ausgefraget, weil debitor ver dings⸗Statut „ſetzen zu laſſen.& vice verſa.“ Rock negſt den beſten. Meyerd. „Wenn ein Meyerdings⸗Mann Ausgebung des Koͤhrs rhalten ſolle? Reſp. nemlich „durch 3 Y Im Cher les mi⸗ ce Va z) ols wone ſſtandigesn 1 1977,5 acht. Weil , auda 1. 48 aſſer ſohte verließdar weiſe ang ſche Men iner Frau die Gi nſich dan 14.*,2- Neperdini ſichtvoni en jfenth word 441 ntwederm wAh igeionand 3o 499 „durch einen, ſo er etwa dazu bevollmaͤchtiget hat, oder durch Richtern und „Amt ex oſſiicio, zu welches letztern dann erfordert wird, daß der acquirens „ſein erworbenes Erb⸗Recht und titulum durch gnugſamen Beweiß dar⸗ „thue, und darauf ſein Anſatz vor dem oͤffentlichen Meyerdings⸗Gerichte „durchUrthel und Recht gebilliget, und erkannt werde, und wann dieſes iſt, „wird das Gut und deſſen Lominium durch den Richter des Meyerdings ge⸗ „woͤhnlichermaſſen vermittelſt der Eingreiffung im Huhr verlaſſen wund auffgetragen, der acquirens angeſetzt, und damit dem Gute der Frie⸗ ade gewurcket.“ Man ſollte aus dieſem Zeugniß, und daß darinnen der Beſitzer der Meyerdings⸗Guͤter ein dominus genannt, und ihm ein do- minium daruͤber zugeſchrieben wird, faſt ſchlieſſen, daß die Beſitzer ein voͤlliges Eigenthum uͤber die Merdings⸗Guͤter, und bey deren Veraͤuſſe⸗ rung ſich um ihres Herrn Einwilligung gar nicht zu bekuͤmmern haͤtten. Wie dann auch der Herr von Gæbelcit. Oiſſ. p.§6. ſegg. dieſerwegen dieſes mit als einen Unterſcheid zwiſchen die Meyer⸗ und zwiſchen die Meyerdings⸗ Guͤter angiebt, daß die erſtern ohne Vorwiſſen des Gutsherrn nicht ver⸗ pfaͤndet noch veraͤuſſert werden duͤrfen, wohl aber die letztern, als von wel⸗ chen er ſetzet: Meierdingus è contrario Plena fruitur libertate, de bonis ſuis diſponendi, ea vendendi, oppignorandi, pro dote filiabus dandi& quæ ſunt hujus libertatis reliqua, unde& vocantur vaͤterliche Erblande. Al⸗ lein es lehren unterſchiedene in denen beygefugten alten Protorollen befind⸗ liche Stellen zur Gnuͤge, daß die Meyerdings⸗Guͤter hierinnen von der Na⸗ tur der andern Bauer⸗Guͤter gar nicht unterſchieden ſind, ſondern daß de⸗ ren Veraͤuſſerung allerdings mit des Herrn Vorwiſſen und Bewilligung bey Straſe der Beraubung geſchehen muͤſſe, folglich ſind in dem gedachten Zeugniſſe die Worte Aominur und domimum ohne Zweifel aus Irrthum gebraucht worden, weil man die Meyerdings⸗Guͤter vor eine Art von Em- phyteuſibus gehalten, und man denen Emphyteutis ein dominium utile zuzuſchreiben pfleget. Die hierher gehoͤrige Stellen ſind folgende: In dem Extract. de A. 1512. J. 13 p. 129.„Vor duͤſſen Meyerdinge leet Sander „Bartelt wragen: Wer ock me mochte vorpenden, verkopen edder Geld „ob ſyn Gud nemen, ſuͤnder des Gudes Over⸗Heren Willen, Wetten, „Wytſchopp unde Vollborde. Wart gevunden, me ſcholde nicht noch „verpenden, noch verkopen edder Geld doon up Gud dat ſchege mit der „Heren Willen, Witten und Wittſchopp ock Rulbold, dat ock de Rrr a„Heren 500 b 898)Oo( „Heren nit alleen ore Ommeſare kregen, ſondern ock wuͤſten, wor ſy „ores Tynſes unde Gudes warende ſcholden.“ Ibid. d. A. 15§§. F. 29. u. 7.§.„Wenn einer oder mehr dieſe Meyerdings⸗Guter ohne Vorwiſſen „und Bewilligung des Herrn und Stiffts St. Michael veraͤn⸗ „derte, verpfaͤndere, verſetzte, oder gar verkauffte, fremden, „ſo keine Meyerdings⸗Leute noch Erben waͤren, vergebe oder ſonſt ver⸗ „machte wieder Recht, Art, und Gewohnheit des Meyerdings, ob er „ſolches ohne Bruͤche moͤchte gethan haben? Reſp. Solches koͤnte ohne „Bruͤche nicht geſchehen, ſo fern das Gut innerhalb Jahr und Tag „oder auff dem naͤchſten Gerichte nicht auffgetragen und verlaſſen wuͤr⸗ „de. Ob dieſelbe alſo dem Ober⸗Herrn nicht ſollten verfallen ſeyn? Reſp. „Waͤren dem Ober⸗ und Erben⸗Zinß⸗Herrn verfallen.“ bid. de A. 15§2. F. 20. p. 132.„Eod. die: Eingebracht: Wenn einer einen Pfand⸗ „Schilling mit Wiſſen und Willen des Gurs⸗Herrn und Meyerdings⸗ „Leute auf Meyerdings⸗Guͤter thur, derſelbe ſoll ein Pfand⸗Geld „an das Gud behalten, thut einer darnach aber einem mehr darauf, „ſolches ſoll nichtig und kraftlos ſeyn, und ſoll derſelbe dem Herrn und „den Nothen in Straffe gefallen ſin: wie ſuͤßlang Bruck es geweſt.* 8) Es haben die naͤchſten Anverwandten bey denen Verkau⸗ fungen dieſer Guͤter das Naͤherrecht. Hildesheim. Meyerdings⸗Sta⸗ tut p. 223. F. 17.„Wenn ein Acker, Wieſe, oder ander Meyerdings⸗ „Gut verkaufft werden ſollte, oder allbereits an einen fremden verkaufft „ waͤre, ein naͤher Freund ſolchem Kauff contradicirte mit dem Erbieten, „daß er ſo bald in den Kauff treten, und das Kauff⸗Geld erlegen wolte, ſo „hat derſelbe die hreferentz fuͤrm Fremden.“ Extradl. de 1. 1593. S. 2. p. 132.„Cord Clages laͤſt anzeigen, daß er ſeinen Freunden alle ſeine Guͤter „zu Kauff zum drittenmahl angeboten ꝛc. Eingebracht: Dieweil Cord Cla⸗ „ges den Freunden das Gut zum drittenmahl angeboten, und es „nicht kauffen wollen, ſo moͤge er das einem fremden verkauffen, und „ihme ſoll keine Einſprache geſchehen.“ Es haben bey dieſem Abtrieb die b Maͤnnliche Anverwandten vor denen Weiblichen keinen Vorzug, Lid. g. 27. p. 135.„Anno 1594. Dinſtages nach der Nevenſtecker Kirch Meß zu „Netling Klaͤger fragen laſſen, ob er als die Schwerdt⸗Ainie zum Kauff „nicht naͤher ſey, als die Spillſeithe. Urtell: Sie ſeint dem Kauff „gleiche nahe, und moͤgen es beyde kauffen.“ 3 1 7 1 Cllaſenmd reinen pfe Mepelde Ofand⸗oh ehr dar m Herrn s geweſt. en Werkal ungs⸗Sti jeyerdingé⸗ verkauff m Ebieten ten, uld kauffen, i 3) O(88⸗ 101 9) Es kommt auch denen Beſitzern dieſer Guͤter in unterſchie⸗ denen Faͤllen das Recht zu, die von dem Haupt⸗Gut abgekommene Perti⸗ nenzſtuͤcke wieder einzuloͤſen und an ſich zu bringen. Zildesheim. Meyerd. Statuta p. 225. F. ½1.„So jemand ein Gut oder Hof cum Pertinentiis erblich an ſich bringet, und die onera ohne Unterſcheid dem pu⸗ „blico abtraͤget, derſelbe ſoll, wenn er denen Creditoribus ihre credita wie⸗ „der erleget hat, befugt und berechtiget ſeyn, die Laͤnderey bey den erb⸗ „lich an ſich gebrachten Hof wieder zu nehmen.“ Und g. /eg. 42.„Wan vein oder ander einig Pertinentz⸗StuͤckErblaͤnderey erblich an ſich gebracht, „dieſer aber ſich weigern wuͤrde, zu denen oneribus pro rata mit zu concur- „riren, ſo ſoll der Colonus berechtiget ſeyn, gegen Erlegung des Kauff⸗ „Schillings das Land hinwieder bey den Zof zu nehmen.“ Merk⸗ wuͤrdig iſt es, daß bey dieſen Meyerdings⸗Guͤter keine Verjaͤhrung ſtatt finden, und wegen Laͤnge der Zeit einer nicht verhindert werden ſoll, ſein Gut in Anſpruch zu nehmen. Extracl. d. A. 2596. p. 136. g. 29.„Ferner „ließ der Herr Abt ein gemein Urthel fragen; in was Zeit einer ſein Erb und „Gut beſprechen ſoll in⸗ oder auſſerhalb Landes, in 20. 30. 40. 50. und 100. „Jahren? Eingebracht: dar ſeint keine Jahr auf den Meyerdingen geſetzt, „Und ein jeder moͤge ſein Gut beſprechen, wenn er will, und die „langen Jahren koͤnnen ſie nit ſcheiden, ſondern das Meyerdings⸗Buch „muͤſſe ſie ſcheiden.* Wobey der Zerr von Gabel hinzufuͤget: Et duæ hæ ultimæ quæſtiones in ſequentibus judiciis meierdingicis ſæpius ſimili de- ciſo confirmatæ ſunt. Es ſcheinet aber, als wenn deſſen ungeachtet die Ver⸗ jaͤhrung doch nicht immer verworfen worden, und muß alſo dieſe Verord⸗ nung nicht alle Faͤlle unter ſich begriffen haben. Denn ſo heiſſet es vorher P. 12S. K. 13.„A. 1512. Actio vindicator.& poſſeſſ. inſtituta. Hierup vant „dat Ampt, dat Hinning Cording wer nycht plichtig to antworden, „nachdeme he ſo lange hedde gebrucket dat Gud ohne Anſpracke „und Anclagde.“ 10) Die verpfaͤndete Laͤndereyen muͤſſen dem erſten Glaͤubiger ſo lange gelaſſen werden, bis daß der Schuldner im Stande iſt, ſolche mit ſeinem eigenen Gelde wieder einzuloͤſen. Zildesheimiſche Meyerdings⸗ Statut. 5. 125. F. 43.„Daferne auch ein Oreditor ſeinen debitorem aus „der Noth helffen und demſelben auff Erblaͤnderey Pfandsweiſe Geld vor⸗ „ſchieſſen, der debitor aber zu einem dritten gehen, ſolches Geld wieder er⸗ Rrr 3„borgen, 702 2) o(S8⸗ „borgen, und das ſeinem erſten Creditoren verſetzte Land wieder verpfaͤn⸗ „den wuͤrde: ſolches aber der Billigkeit zuwieder, ſo ſoll keiner hinfuͤro be⸗ „fugt ſeyn, ſondern bey dem erſten Creditoren ſo lange verbleiben, biß der „debitor ſelbige aus ſeinen eigenen Mitteln wieder einloͤſen koͤnne. Ich glaube, daß dieſe Verordnung deswegen gemacht worden, damit die Guͤ⸗ ter nicht gar zu oft in neue Haͤnde gerathen, und durchdieſe haͤufige Ver⸗ aͤnderung der Beſitzer ſchlecht verwaltet und beſtellet werden moͤchten. 11) Bey der Einloͤſung dieſer Guͤter werden dem bisherigen Innhaber weiter keine Beſſerungen gut gethan, als die er mit des Herrn und derer Bauern, die das Erbrecht auf dieſe Guͤter haben, Einwilli⸗ gung vorgenommen hat. Extract. de 4. 1½ 91. J. ½. p. 126.„Wart gevraget „eyn meyne Ordel effte eyn Gud hedde, edder Hove, unde de betterde, „wen he der Beterynge ſcholde vervallen weſen, wan ſodan Gud worde „wedder geloſet, edder wat dar eyn Recht umme were. Vant dat Ampt, „were de Beteringe geſcheyen myt der Heren und der Erven willen, „ſo ſcholde ome de Beteringe ghegulden werden, wart over dat ſodan „Beteringe nicht wer geſcheyn mit der Heren un Erven Willeen, ſo ſchol⸗ „de me de Betteringe nicht gelden.“ 12) Ein neuer Beſitzer muß uͤberhaupt erſtlich die Einwilligung des Herrn zu dem Beſitz eines Meyerdings⸗Guts haben. Extract. de A. 151e. F. 12. p. 129.„Nemant ſchal Gut hebben dat ſy Lath⸗Gut edder Mey⸗ „erdings⸗Gud, dat en hebbe mit der Heren Wille.“(Siehe oben bey denen Laß⸗Guͤtern n. 3.) Ferner wird er vor dem Meyergeding mit dem Gut vermittelſt gewiſſer Zeichen, als mit Eingreiffung im Zut(Siehe vor⸗ her n. 7.) mit Darreichung eines gruͤnen Zweiges beliehen. Hildesh. Meyerd. Statut. p. 232. g. 3.„Wenn einer an ein Guth vor dem Mey⸗ „erding ſol angeſetzet werden, muß ſolches von dem Meyerdings⸗Greven „mit Darreichung eines gruͤnen Zweiges geſchehen.“ Weiter ſo muß er dem Herrn davor, daß das Gut auf ihn verſetzt wird, die Umſate bezah⸗ len. Extract. de A. 2)59. S. 1§. u. 9.„Ob nicht von den Guͤtern ſo in dies „Meyerding⸗Gerichte gehoͤrig, wenn ſie mit Vorwiſſen und Bewilligung „des Guts Ober⸗Herren verkaufft, verſetzet, oder verpfaͤndet wuͤrden, „dem Herrn Abt zu St. Michael in Hildesheim die Ummeſaet gebuͤhre?“ Reſp. Ja! Meyerd. Prorocoll eit. 7. p. 293. n. 7.„So ein Meyerdings Mann „Land kaufft, was gebuͤhret davon dem Meyerdings⸗Herrn? Eingebracht⸗ b die 504 B o er⸗ 2) Wenn ſie den Erb⸗Zinß in gebuͤhrender Zeit nicht bezahlen. Hildesh. Meyerd. Statut. n. 10. p. 722.„ Wann einer ſeinen Erben⸗ „Zinß in gebuͤhrender Zeit nicht entrichtet, der iſt ſeines Guts verluſtig und „dem Meyerdings⸗Herrn anheim gefallen.“ vMeyerd. Protoc. c. l. p. 193. u. 3. 4.„Wann iſt der hoͤchſte und letzte Ta im Jahr, da der Er⸗ „ben⸗Zinß muß bezahlet werden? Eingebr. Auff dem Meyerding. So „aber ein Meyerdings⸗Mann in dreyen nach einander folgenden Jahren „den Erben⸗Zinß nicht abfuͤhrete, was iſt deſſen Straffe? Eingebracht. „Iſt ſeines Guts verfallen.“ Doch wird dabey erfordert, daß der Herr zuvor alle dienliche Mittel, um ſie zu der Zahlung zu noͤthigen, verſuchet. Denn ſo heiſſet es in dem gemeinen Urtheil n. 2. ſe*g.. 127.„Wenn „nun einer oder mehr ſeinen Erben⸗Zinß auff die rechte Zeit nicht ausgebe, „was deſſen Straffe ſeyn ſolle Eingebracht. Die Herren ſollen mahnen „laſſen. Ferner gefraget, wenn ſich nun jemand an das mahnen nicht „ kehren wollte, wie ſich die Herrn gegen denſelben verhalten ſollen? Ein⸗ „gebracht. Die Herren ſollen das Gut in Kummer legen laſſen, biß „ſo lange ſie die Herren bezahlen. Weiter gefraget: Wenn ſie ſich nun⸗ „mehro an den Kummer legen nicht kehren wollten, wie ſich die Herren ge⸗ „gen dieſelbe verhalten ſollen? Eingebracht. Die Herren ſollen pfanden „laſſen. Nochmahls gefraget: Wenn nun jemand ſeinen Erben⸗Zinß in „2. oder 3. Jahren nicht bezahlete, wie man ſich gegen dieſelben verhalten „ſollen? Eingebracht. So ſollen die Herren ſich an das Gut ſetzen „laſſen, wente ſo lange ſie das alte mit den neuen bezahlen. Abermahl „gefraget, wenn es ſich nun begebe und zutruͤge, daß jemand in dreyen „Jahren ſeinen Erben⸗Zinß nicht ausgaͤbe, ob die Herrn ſich denn nicht fuͤr „Erben an das Gut ſollen ſetzen laſſen? Eingebr. Wenn einer in dreyen „Jahren ſeinen Erben⸗Zinß nicht ausgeben wuͤrde, ſo muͤgen ſich die Her⸗ „ren an das Gut mit einer treuen Hand ſetzen laſſen.“ Und in dem Extratt. de 4. 1569. S. 19. n. ½, p. 30.„Da einer oder mehr ſich in Bezah⸗ „lunge desErben⸗Zinſes verſaͤumlich erzeigen, und denſelben auff beſtimm⸗ „te, und itzt zu rechte erkannte Zeit und Termin nicht erlegen wuͤrde, wie „man ſich gegen den oder die von rechtswegen verhalten ſolle? Reſp. Man „ſoll dem Nicht⸗Bezahler die Guͤrer in Kummer legen.“ 2. 6. Iid. „Wenn die Verbrecher den Kummer nicht achten wuͤrden, ob nich die b„Güter 3)o( 88.. 535 „Guͤter an den Ober⸗ und Erb⸗Herrn den Herrn Abt zu St. Michael „verfallen? Reſp. Sie ſollen des Guts verluſtig ſeyn.“ b) Wenn ſie innerhalb drey, oder wenn ſie auſſer Landes ſind, innerhalb ſieben Jahren bey dem Meyerding nicht erſcheinen. Hildesh. Meyerd. Statut. 7. 2. P. 1221.„Wann einer Erben⸗ Zinß⸗Guͤter quo- „Cunque etiam titulo hat, und innerhalb Landes wohnet in drey Jah⸗ „ren, auſſerhalb Landes aber in ſteben Jahren davon das Meyerding „nicht begeher, derſelbe iſt ſeines Rechtens und Gutes verluſtig.“ Und n. 19. ibid. p. 123.„Wann auch ein oder ander vorhanden, der ſo viel „Meyerdings⸗Gut nur haͤtte, als er mit einem Stuhl beſchreiten kann, der⸗ „ſelbe iſt ſchuldig dem Meyerdinge zu folgen; und wer zuruͤck bleibt, „giebt das erſtemahl 5. Groſchen, das ztemahl 10. Groſchen, das dritte⸗ „mahl aber iſt er ſeines Guts verluſtig“ Dieſem zufolge iſt dasjenige, was in dem Meyerd Protoc. e./ D. 1247. é. 12. verordnet iſt:„So einer „ohne erhebliche Urſache vom Meyerding bliebe, was iſt deſſen Straffe? „Eingebr. Ein Pfund Geldes,“ nur von dem erſten oder zweyten Auſ⸗ ſenbleiben zu verſtehen. b c) Wenn ſie uͤberhaupt ſich des M. erdings⸗Gerichtbarkeit bos⸗ Mey hafter Weiſe entziehen. Gemeine lirtheil n. g. p. 12§.„Wird gefra⸗ „get, da ein oder ander bey den Aemtern oder Gerichten, worunter die „Guͤter belegen, wegen Meyerdings⸗Guͤter Klage anſtellete, oder daruͤber „Lontractus, Vergleich oder Vertraͤgen vor denſelben uffrichte „und alſo das Meyerding vorbey ginge, und gegen deſſen wohlherge⸗ „brachte Gerechtigkeit handelte, ob ſolche L anderey den Meyerdings⸗ „Herrn, wie auch die Kauff⸗Gelder und Pfand⸗Schillinge nicht ſollen „verfallen ſeyn, und ſolche annoch dazu zu ſtraffen waͤren? Eingebr. Solche „Guͤter und Gelder ſollen verfallen, und annoch dazu in der Herrn und „Meyerdings⸗Nothen Straffe ſeyn.“ Ererack. ão, 1199 9.§. 2. 17. p. 131.„Da einer dieſer Meyerdings⸗Guͤter halber an andern Orten „dem Guts⸗Herrn zu Verkleinerung und Schmaͤlerung ſeiner Gerech⸗ „tigkeit, und den Nothen zum Nachtheil, von dergleichen Erben ein den „andern beſprechen wurde; was ſeine Straffe ſeyn ſolle? Reſp. Solle „der Guter verfallen oder verluſtig ſeyn.“ Meyerd. Protoc. c. l..:192. ². ½.„Wenn denn ein oder anderer, ſo auff dieſem loͤblichen Meyerding „Klage zu fuͤhren haͤtte, daſſelbe bey⸗ und etwa nach Fuͤrſtlicher Re⸗ „gierung „gierung oder nach Wetzlar, oder ſonſten wohin ginge, was iſt deſ⸗ „ſen Straffe? Eingebr. Iſt ſeines Guts verfallen.“ Es wird aber hiebey ausdruͤcklich erfordert, daß die Beſitzer dieſer Meyerdings⸗Guͤter ſich in der Abſicht an fremde Gerichte gewandt, damit ſie ſich dem Meyer⸗ ding und deſſen Gerichtszwang entziehen moͤchten. Denn, wenn es an⸗ derer Urſachen halber geſchehen, ſo findet anſtatt der Beraubung des Guts eine andere Beſtrafung ſtatt. Hildesh. Meyerd. Statut. p. 123. 7. 21. 22. „Da auch einer ſich erkuͤhnen wuͤrde, bey einem fremden Gerichte we⸗ „gen Erben⸗Zinß⸗Landerey, als bey den Ammten und ſonſten Ilagte „zu fuͤhren, derſelbe iſt denen Meyerdings»Leuten in zwey Tonnen „Bruͤhahn, dem Meyerdings⸗Herrn aber in vier Tonnen Straffe ver⸗ „fallen. Der es aber dem Meyerdings⸗ Gerichte veruntrauen wolte, „der iſt ſeines Guts ohn weiteres Nachſehen, und allem Einwenden ohn⸗ „gehindert gar und ganz verfallen, und denen Meyerdings⸗Leuten auch „eine Tonne Bruͤhahn zu geben, und den daraus folgenden Schaden zu „erſtatten ſchuldig.“ Dieſerwegen findet man, daß in dem Extract. de A 15§2. g. 20. p. 132. denen Uebertrettern nur eine Geldſtrafe angeſetzet worden, wenn es alſo lautet:„Dieweile die Klaͤgere vor dem Land⸗ „Gerichte Meyerdings⸗Guͤter halber geklaget, ſo ſchullen ſie dem „Herrn und Nothen Willen machen, wie ſie dann ſolches in Richters Hand „angelobet, und 30. Gulden Muͤntz zur Straffe gezahlet. Gleicher⸗ „weiſe muß nach dieſem Unterſcheid die in denen Hildesh. Meyverdings⸗ Statut. n. 2 5. p. 124. geſetzte Ahndung wieder diejenige, welche von dem bey dem Meyerding ergangenen Spruch an einen andern Oberrichter als an den Ober⸗Meyerdings⸗Herrn appelliren, erklaͤret werden, die Worte ſelbſt ſind vorher ad n. 2. angefuͤhret worden, ibi:„Bey Vermeidung ho⸗ „her Straffe und beſindenden Dingen nach bey Verluſt des Guts.“ ) Wenn ſie ohne Vorwiſſen und Bewilligung des Herrn die Meyerdings⸗Guͤter veraͤuſſern oder verpfaͤnden. Extract. de A. 15§§. S. 7§. n. 7.§. p. 130.(Siehe vorher ad n. 7.) ibi:„Waͤren dem Ober⸗ und „Erben⸗Zinß⸗Herrn verfallen.“ b oe) Wenn ſie die uͤber die Meyerdings⸗Güuͤter geſchloſſene Ver⸗ traͤge bey dem Meyerding nicht anzeigen, noch ſich der neue Erwerber vor ſolchem in den Beſitz derſelben ſetzen oder anſetzen laͤſſet. In dem Atteſtat. e A. 1724. p. 123. heiſſet es hievon:„Dieſer Anſatz muß /ub pena cadu- 506 „Citatis — adas ſtyi i ngte pme Rdina 1ngde .123.N Aa Herichten aſten ac rwey Tom rStraſeh dauen w :wendent n⸗Leutena mSchada n Ertra. zaafe angeſt or dem Lan Uen ſie dar chters Hand Glaicher⸗ jeyerdinge. lchedonde zerrichter n, dieWot rmeidungh es Herrn. AA )O(E 107 „ citatis innerhalb drey oder hoͤchſtens vier nach Errichtung der Pacten „folgenden Jahren, wofern keine erhebliche Urſachen ſelbigen zuruͤckſtellen, „geſchehen, und bey demſelben das Gut verlaſſen und dem acquirenti auff⸗ „getragen werden.“ Gemeine Urtheil 2. 10. 5.:11§.„Da ein oder ander „ zu Hintergehung des Meyerdings, Geld auff Erb⸗Guͤter thaͤte, oder gar „kauffte, und ſich nicht innerhalb Jahrs⸗SFriſt oder einer Art wie braͤuch⸗ „lich uffn Meyerdinge verwahren lieſſe, ob nicht der Kaͤuffer des Gel⸗ „des, und Verkaͤuffer des Landes verluſtig, und ſolches an die Herrn ver⸗ „fallen ſeyn? Eingebr. Wehre alles verfallen.“ Hildesh. Meyerd. Statut. n. 15. p. 123.„Wenn einer ein Gut kauffet und ſich ſolches „nicht alſobald im erſten und andern Gerichte bekennen laͤſſet, derſelbe „ſöoll vor jedes vorbey paſſirtes Gerichte 18. Mgl. das dritte Ge⸗ „richte aber ſeines Guts verluſtig ſeyn.“ Und n. 27. 16id. 5. 1247. „Wenn einer ein Gut Pfands⸗Weiſe an ſich bringet, und ſich „im erſten folgendem Gerichte nicht anſetzen laͤſſet, ſoll das erſtemahl „dem Herrn Prelaten, eine gantze Tonne Bruͤhahn, denen Meyerdings⸗ „Leuten die Halbſcheid, das zweytemahl in duplo, das drittemahl aber „ſeines Guts verluſtig ſeyn.* 6 f) Wenn ein Sohn ſich an die von ſeinem Vater ererbte Guͤter innerhalb ſechs Jahren nicht anſetzen laͤſſet. Zildesh. Meyerd. Sta⸗ tut. n. 37. p. 125.„Wenn ein Sohn nach ſeines Vaters Tode in ſechs „Jahren an Meyerdings⸗Laͤnderey der Gebuͤhr nach ſich nicht anſe⸗ „tzen laͤſſet, ſoll derſelbe ſeines Gurs verluſtig, und ſecundum ſtatuta „verfallen ſeyn. 9. 8) Wenn ſie nicht darthun koͤnnen, daß ſie oder ihre Vorfah⸗ ren ſich wegen dieſer Guter behoͤrig gemacht, indem obberuͤhrtermaſſen kei⸗ ne freye Perſonen die Meyerdings⸗Guͤter beſitzen koͤnnen. Zildesh. Meyerd. Statut. n. 33. p. 12½.„Wann auch ein Meyerdings⸗Mann „nicht mit einem documento, Meyerdings⸗Schein oder lebendige Zeugen „erweiſen kan, daß er oder ſeine Vorfahren ſich wegen ſeines Guts be⸗ „hoͤrig gemacht, ſo ſoll derſelbe ſeines Guts verfallen ſeyn, und deſ⸗ „ſen ſich verluſtig gemacht haben.* b h) Wenn ſie das Gut vorſetzlicher Weiſe ihrem Herren zu ent⸗ ziehen, und fremden Herren zu unterwerfen trachten. Extrack J. 29. p. 136.„A. 1670. den F. May Hoheneggelſen, fragte der Meyerdings⸗ SSs 2 8 Voigt —-——jj— 508) O(* „ Voigt ein Urthel zu Recht, wann einer ſein vom Cloſter recognoſeiren⸗ „des Erben⸗Zinß⸗Landt in fremder Herren Hande bringen wollte, „was dieſelbe vor Straffe verwuͤrcket. Eingebracht: Wan es vorſetzli⸗ „cher Weiſe geſchehen, waͤre das Gut dem Cloſter anheim ge⸗ „fallen.“ 933) XXXIII.) Von denen Meyerſtaͤttiſchen Guͤtern. er⸗..— 7. ſaarriſche Hievon iſt oben bey denen Guͤtern der Leibeigenen Guͤter. mit gehandelt worden. 24) Pre- XXXIV.) Von denen Precareyen Precariis oder caria. Praſtarlis. s werden dieſe Verleyhungen ſowohl precariæ als præſtariæ genannt, nachdem man nemlich ſeine Abſicht auf diejenigen, welche ſolche Guͤ⸗ ter verleyhen, oder auf diejenigen, welche ſolche empfangen, richtet. In Abſicht der letztern heiſſen ſie precariæ, und zwar deswegen, weil ſie die Verleyhung durch ihre preces oder Bitten erlangen, oder wenigſtens er⸗ langen ſollen. So heiſſet es z. E. in der Verleyhung des Kloſters MWau⸗ num de A. 943. in Bibliotb. Sebuſ. Ceus. J. u. 23. edit. Hoſfmaun. p. 61. gleich anfaͤnglich: Quicunque res eccleſiæ ſuth uſur bensficii acquirere deſiderat, ab ejusdem Kectoribus Eccleſic ſuffragium& tuitionem petat, quorum vi- dentur ſubeſſe dominati. In denen formulis Bignonianis n. 20., welche von einem an die Kirche verkauften, und nachhero dem Verkaͤufer wieder als eine precaria eingegebenem Gute handelt, ſtehet: Precator acceſſi ad vos. In der Urkunde ap. Mabillon Lom IIl. Aualecl. p. 237. Ideo vobis precatores accedimus. In denen bey du Ireſue 5 v. befindlichen Formuln: Per meas literas precarias rogum— emiſi. It. Per nos litteras precarias rogavimus te— rogum miſimus& petivimus à te. Sie werden dieſerwegen auch precatoriæ oder precaturiæ genannt, z. E. In formul. Sirmond. u. 7 p. 472. ap. Baluz. T. II. Capitul. lautet die Ueberſchrift Precaturia, und in der Formul ſelbſt lieſet man: Qui contra hanc precatoriam— Et hæc pre- catoria, quamvis per diverforum annorum curricula à me fuiſſet poſ- ſeſſa. Noch mehrere Zeugniſſe von dieſer Benennung werden von Hieron. Bignon in not. ad Marculj. p. 93⁄. aus dem Synodo Epaunenſi und Rhe- menſi angefuͤhretꝛc. Iſt —— ) o(⸗ 509 Iſt aber die Rede von denen Biſchoͤffen oder andern Geiſtlichen Vorſtehern, welche auf des Anſuchenden Bitten die Guͤter zu Precareyen verleyhen; ſo werden ſie preſtarie genannt. Denn preſſtare wird bereits in dem 1. 14. S. z. C. de&s Ecoleſ. in dem Verſtande gebraucht, daß es ſo viel bedeutet, als einem die Nutzungen eines Guts auf eine beſtimmte Zeit oder auf Lebenslang eingeben, ibi: temporalis ufusfrucyus poſſeſſio pro ip- ſius petitione prætetur, und kurz hernach: Præſtando quidem eccleſiaſtici prædii pro tempore uſumfructum. Welche Bedeutung denn auch in de⸗ nen folgenden Zeiten bey denen Verleyhungen der precariarum uͤblich ge⸗ blieben, wie aus denen in dieſer Abhandelung vorkommenden, und an⸗ dern bey au Ereſmne b. v. beſindlichen Stellen zu erſehen. Ueberhaupt aber heiſſet præſtare in denen Zeiten ſo viel als leyhen, oder einem eine Sache mit der Bedingung, daß er nach einer geſetzten Zeit entweder eben dieſelbi⸗ ge oder eben dergleichen Sache wieder liefern folle, ein⸗ und uͤbergeben. Es bezeugen ſolches unter andern die bey dem Marculfo Lib. II. n. 2. feqg. und n. 142. ſeqg. bey dem Lindenbrog. p. 52. und ſonſten befindliche For⸗ muln, z. E. Dum& ad meam petitionem& neceſſitatem ſupplendo ve- ſtra bonitas habuit, ut libram de argento de rebus veſtris mihi ad beneficium praſtititis, ideo per hunc vinculum cautionis ſpondeo me kalendas illas proximas ipſum argentum veſtris partibus eſſe redditurum. Siehe auch du Ereſne v. praſtare. Das Franzoͤſiſche Wort preſter oder préter iſt da⸗ von gemacht, und zeiget ebenfalls ſo viel als leyhen an. Weil nun dieſe Bedeutung des Worts preſtare ſich zu der Natur der precariarum ſehr wohl ſchicket, ſo kann es auch ſeyn, daß die Geiſtlichen um ihr voͤlliges Ei⸗ genthum uͤber die verliehene Sache anzuzeigen, und daß ſie ſolche dem Be⸗ ſitzer nur geliehen haͤtten, die Precareyen auf ihrer Seite præitarias genannt haben. Dieſerwegen bemerket man, wenn die Formul einer Precarey in deſſen Namen, der ſolche ertheilet, abgefaſſet iſt, oder wenn ſich ſonſten die Rede auf ihn beziehet, ſo werden die Worte præſtare, præſtaria, ge⸗ braucht, ſonſten aber, auch wenn die Verleyhung nur an und vor ſich an⸗ gezeiget wird, wird ſie precaria genannt, z. E. in formaul. Lindenbr. n. 23. ſtehet: Uade precariam à nobis vel ab ipſo monaſterio petii, in der Ueberſchrift hingegen heiſſet es doch Præſtaria, weil die Formul im Na⸗ men des Abts abgefaſſet iſt. In der Urkunde de A.§12. ap. Baluz. in Aphend. adtor. Net. n. 23. p. 1407. nennen die Canonici, in deren Namen SS8 3 die 510 e) O(Sr⸗ die Precarey verfaſſet iſt, ſolche præſtariam: hæc præſtaria noſtra per quin- quennium renovetur: Der Geiſtliche aber, der ſolche geſchrieben, und der ſie alſo nur uͤberhaupt und an und vor ſich benennet, ſetzet gleich darauf: Ego Judrannus Clericus hanc precaria iſta ſcripſi. 4 1 Es werden dieſe Precareyen in denen Formuln und Urkunden auch zum oͤftern beneficia genannt, z. E. in formul. Fignon. u. 20. Ipſam rem dum advivo per veſtrum heneficium tenere& uſuftructuare faciam. In der Urkunde 4. A. 771. in Analect. Opuſc. ap. Baluxz. T. II. Capit. p. 924. n. 7. Ad vos expetivi& vos mihi pro beneficio veſtro Sancto Vitono babere promiſiſtis. In einer andern de A. Fr. in Append. Ator. Vet. u. 23. ihid. p. 3403. Ipſa vobis pro beueficio noſtro ad uſufructuario jure concedimu. In der obangefuͤhrten ap. Mabillon Tom. III. Analect. p. 23 7. Ut nobis deneficium de aliquibus rebus Sancti Gervaſii— facere deberitis. Was nun die Beſchaffenheit dieſer precariarum an ſich anbelanget, ſo iſt vor allen Dingen zu merken, daß ſie nicht alle von einer Art, noch auf gleiche Weiſe entſtanden ſind. Es ſind ihrer hauptſaͤchlich fuͤnferley Gattung. 1) Bisweilen gaben die Biſchoͤffe dieſem oder jenem Geiſtlichen an⸗ ſtatt der Beſoldung ein gewiſſes der Kirchen zugehoͤriges Gut ein, daß er deſſen Einkuͤnfte zu ſeinem Unterhalt genieſſen ſollte, welche Verleyhun⸗ gen man ebenfalls precarias nannte, und hievon handelte das c. 72. C. 17. 7u. 2. ibi: Si quis Clericorum ſtipendium de rebus Eccleſiæ cujusquam Epiſ copi percèpit largitate, ſub precariæ nomine debeat profeſſionem ſcribere. Dem man noch die uͤbrigen von du Freſne h. v. aus denen Coneiliis be⸗ merkte Stellen beyfuͤgen kann. 8 2) Weil die Kirchen und Kloͤſter durch die haͤufige Schenkungen einen Ueberfluß an Laͤndereyen bekamen, die ſie alle ſelber beſtellen zu laſſen nicht im Stande waren, ſo muſten ſie auf Mittel bedacht ſeyn, ſolche durch Eingebung an andere zum Beſten der Kirche anzuwenden. Einige ertheileten ſie alſo denen Edelleuten oder Soldaten zu Lehen, um im Fall der Noth mit gewafneter Hand von ihnen beſchuͤtzet zu werden, wie oben p. 535. feqq. angemerkt worden, welches durch das von Bignon. in not. ad Marculf. p. 933. aus dem Flodoardo Lib. III. cap. 1o. Und Anſelmo Leo- dienſ Cap. 56. angefuͤhrte Zeugniß bekraͤftiget wird, welches alſo lautet: In tres portiones prædia Eccleſiæ diviſit, unam ſibi& ſucceſſoribus reſer- . VaVII, kundau 4 lpüma Ataclam. nhit.) itono hu- t.. zü Te concuin .7. Uuh gritis. anbelan. er Art, n Peiſtlichen w tein, doßt Verlephun 72. 8 17. Cu. quam Eoil em ſcribers Concilis 8)o 88. 1. vavit, alteram Eccleſiis ac monaſteriis impertiit, terriam militibus, qui Eceleſiam armis protegerent, habere conceſſit. Andere Laͤndereyen ver⸗ aͤuſſerten ſie zwar, behielten ſich aber doch einen jaͤhrlichen abloͤßlichen Zinß darauf bevor, wovon oben bey denen Zinß⸗Guͤtern p. 799. ſegg. in etwas gehandelt worden, und welches durch die im Anhang /ub W. 1§. befindliche Urkunde noch mehr erlaͤutert wird. Andere gaben ſie denen Beſitzern ge⸗ gen Erlegung eines jaͤhrlichen Zinſes und anderer Abgiften unter denen in jedweder Provinz gewoͤhnlichen Benennungen von Erb⸗Landſiedel⸗Leyhen, Meyer⸗Guͤtern ꝛc. erblich ein, wie unter denen beſondern Abhandelungen dieſer Art Guͤter hin und wieder zu ſehen. Hieher gehoͤren auch diejenigen Verleyhungen, welche per eleemoſynam geſchahen. Es wird dieſer Te- weuræ per eleemojnam Erwehnung gethan in dem Cod. LL. VWormann. Lib. II. Cap. XXXIX. ap. Ludewig. I. III. Aeliqu. Diplomn, p. 227. ſegg. und wird ſolche daſelbſt folgendermaſſen beſchrieben: De Teneura per Ele- moſinam. Per elemoſinam autem tenere dicuntur, illi qui terras tenent in elemoſinam puram Deo& ſervientibus ſibi collatas. In quibus collato- res nichil penitus ſibi retinent aut reſervant, niſi ſolummodo dominium patronale,& tenent de illis per eccleſiam tanquam de patronis. Nun er⸗ kennet man endlich wohl aus dieſer Erklaͤrung, daß die teneura per eleemo- ſynam in der Einhabung eines der Kirchen zugehoͤrigen Gutes beſtehet, * welches auch aus dem g. 5. ibia. zu ſchlieſſen, der alſo lautet: Illud vero quod in his illi, quibus facta fuit elemofina, habere disnoſcuntur, eceleſie eſt, & per modun elemoſine poſſidendum. Quod autem per modum elemoſino pacifice poſſeſſum fuerit, non interrupta videlicet poſſeſſione per ſparium 30. annorum ad eccleſiaſticum curiam pertinet evidenter. Imgleichen aus dem g.. Cap. XXTPX. ibid. Und bringet die Bedeutung des Worts eleemoſyna, welches insbeſondere ein an die Kirchen und Kloͤſter ge⸗ ſchenktes Gut anzeiget. Siehe au Freſue. v. ſolches mit. Allein man kann ſo wenig die eigentliche Beſchaffenheit dieſer teneurarum, als von wel⸗ chen Beſitzern oder tenentibus allhie die Rede ſey, ob dadurch die Geiſtli⸗ chen, deren Kirchen ſolche Guter geſchenkt worden, ſelbſt, oder andere Be⸗ ſitzer, an welche ſie hinwiederum ſolche verliehen, verſtanden werden, dar⸗ aus erſehen. So viel erhellet unterdeſſen, welches zu unſerm Vorhaben allhie genug iſt, aus dem g. 2. Lid., daß auch ſolche geiſtliche Guͤter von b b welt⸗ —— weltlichen beſeſſen worden. Plures ſiquidem, heiſſet es, ſunt terre, quo m elemoſinate ſunt; agricolis autem eat poſſidentibus, tanquam laicale feo- Dei dum poßidentur& uon per modum elemoſine. Id enim quando laici habent, ne in eis tanquam ſuam conditionem feodi retinent laicalis. Und wiewohl naſ allhie geſaget wird, daß ſie in dieſem Fall nicht mehr als eleemoſinæ anzu⸗ mo ſehen waͤren, ſo halte ich doch, daß durch die in denen Urkunden vorkom⸗ ſeee mende eleemoſynarios die Beſitzer ſolcher eleemoſynarum verſtanden wer⸗ hatu den, und ihren Namen davon erhalten haben, z. E. in der Urkunde Natran nuris ni Epiſcopi Nivernenſis ap. du Ereſue h. v. Quicquid illi olim Antidius di- prel miſit,& ipſè poſtea ab Eleemoſyuarlis comparavit, ipſis Canonicis poſſi- und dendum perpetuo dimiſit. In einer andern de A. 2243. in Conciliis Nor- nite mannicis p. 146. ap. Eund. Quin etiam ea, quæ Galerannus Comes Nn Mellenti vobis conceſſit, videlicet unum eleemoſynarium apud Villevil- der g lam. Andere endlich verliehen ſie zwar auch gegen Erlegung eines jaͤhrlichen vete Zinſes, ſchraͤnkten aber die Dauer dieſer Verleyhung insgemein auf die fun b Lebenszeit des Beſitzers ein, und nenneten ſie dieſerwegen precarias, und Ind dieſes waren eigentlich die Verleyhungen, welche denen Kirchen und Kloͤ⸗ kp ſtern in denen Capitularibus erlaubet wurden. Capit. I. Caroli M. de A. Rüi 503. c. 3. ap. Haluz. I bun. I. p. 379. Præcipimus omnibus ditioni noſtræ dun fubjectis, ut nullus privilegia Eccleſiarum vel monaſteriorum infringere, Uuſt resque Eecleſiarum invadere, vel vaſtare, aut alienare, vel facuſtates far earum diripere præſumat, nec ſine precaria poſſidere pertendet. Und in N dem Capit. VIII. Caroli M. Ibid. p. a11. Præcipimus, ut nullus res Eceleſiæ LU niſi precario poſſideat,& poſtquam ipſæ precariæ finitæ fucrint, faciant lit poteſtative ſpeculatores Eccleſiœ utrum elegerint, aut ut ipſas recipiant, rit aut poſteris eorum ſub precurio& cenſu babere permittant. b nu. 3) Eben dieſer Ueberfluß der Kirchen⸗Laͤndereyen gab auch denen Koͤnigen und Groſſen Anlaß, daß ſie einige davon nahmen, und ſolche ein theils vor ſich behielten, theils ihren Bedienten und Soldaten, nicht allein S wie in dem v. Buriſchen Lehenr. p. 32, erwehnet, zu Lehn, ſondern auch als bra precarias gegen Bezahlung eines jaͤhrlichen Zinſes an die Kirchen, eingaben. K Denn ſo heiſſet es in Capit. Il. Marlomanni de A. 743. ap. Baluz. I11. 1 50. und 5 b Lib. V. Capit. c. 3. ibid. ꝓ.§26. Statuimus quoque cum conſtlio ſervorum Dei ne & populi Chriſtiani, propter imminentia bella& perſecutiones ceterarum ſti gentium, quæ in circuitu noſtro ſunt, ut ſub precario& cenſu aliquam dun 1 parten ng Sden teit eſtandenn 1 unde Nen 2 Anxidii Doniei Conciu Lunnus(m aapud Vi rines jaͤht zemein au Srecarias, chen und groli M. d Iirioni noltu ninttingeri rel facultates t. Undi us rer Ecchſ erint, fach- 9 4 7 ſas recipir zen, eingi „T.Lſet ſervorunl ges cetetal eenſu alhm j )o(8⸗ barten eceleſialir pecuniæ in adjutorium exercitus noſzri cum indulgentia Dei aliquanto tempore retineamus, ea conditione, ur annis ſfingulis de unaquaque caſata ſolidus id eſt duodecim denarii ad Eccleſiam vel mo- naſterium reddantur, eo modo, ut ſi moriatur ille, cui peeunia com- modata fuit, Eccleſia cum propria pecunia reveſtita ſit,& iterum ſi neceſſitas cogat, aut Princeps jubeat, precarium renovetur& reſoeri. batur novum. Et omnino obſervetur, ut Eecleſiæ vel monnaſteria pe- nuriam& paupertatem non patiantur, quorum pecunia in Precario præſtita ſir. In der bey Mabillon Tben Il. males H. 237. befindlichen, und von Herr Boͤhmer in ꝛuar. Eccleſ. Di ot. Lib. Ill. Tit. X S. 6. mit eingeruͤckten Urkunde heiſſet es: A vobis expetivimus per juſſionem Doꝛnini egis Pipini, ut nobis beneficium— Jacere deberetis. In ej⸗ ner andern de A. 93. in Biblioth. Sebus Cent. I. n. 2 3. Pulbente 9 conſen- tiente Domino noſtro Conrado, excellentiflimo Aege, concedere Aehere. mus. Es wurden in dieſer Abſicht die precariæ ausdruͤcklich in befohlene und freywillige eingetheilet. Capit. Caroli Mf. de 4. 779. c. 13. p. 297. Et precariæ ubi modo ſunt renoventur& ubi non funt ſcribantur. Et ſit diſcretio inter precariar de verho noſero factar,& inter eas, quas Spontauea voluutate de ipſis rebus Eccleſiarum jaciunt. Bey welchen Umſtaͤnden man ſich nicht verwundern darf, daß Koͤnigliche Prinzen, Gra⸗ fen und andere Groſſe haͤufig precarias von denen Kirchen beſeſſen. So meldet Hinemar. in Epiſt. ad Ludovicum M. ap. Plodoard. fH. ſt. ICebemen). Lib. 3. c. 20. nach dem Anfuͤhren Bignon. in not. ad Murculf. p. 950. Qua- liter Sanctus Clodoaldus(villam Dudiciacum) Sancto Remigio dede- rit,& quomodo Carolus Pipini Regis ſilius eandem Villam apud Tilpi- num Archiepiſcopum ohtinuerit in præſtariam. + Zum oͤftern dienete die Verleyhung der Precariarum auch zu einer Vergeltung an diejenige, welche entweder auf die zu verleyhende Sache Koſten gewandt, und ſie dadurch in guten oder beſſern Stand ge⸗ bracht, oder welche ſonſten von ihren eigenthuͤmlichen Guͤtern etwas an die Kirche geſchenkt hatten. Zu denen erſtern gehoͤren zum Theil die von Herr Boͤhmer cit. 7. ebenfalls aus dem Aabibon Thm. IIl. Analock. p.§7. ge⸗ nommene Urkunde, ibi: quam(eccleſiam) ego jam dictus Carileffus in ve- ſtram terram, cum veſtra licentia& adjutorium, ex veſtris rebus,& alio- rum bonorum virorum meo opere ædificavi. Das letztere iſt eine Anord⸗ nung, welche bereits vom Kaiſer Wehe ben der Conſtantinopolitaniſchen Kir⸗ 514 59„ Ser⸗ Kirche in dem L. 14. F. J. C. de SS. Eccleſ. gemacht, und vom Kaiſer ju⸗ ſtiniano Woo. 7. Cap. II. auf alle Kirchen ausgedehnet worden. Es iſt ſol⸗ che auch bey denen Franken ſehr gebraͤuchlich geweſen, wiewohl die in dem Juſtinianiſchen Recht anbefohlene Gleichheit zwiſchen der verliehenen und der der Kirchen hinwiederum zu ſchenkenden Sache cit. L. 17. ibi: alterius tantæ quantitatis, quantæ acceperit reditus, cit. Wv. ibi: percepit tantos & tales frequentes reditus, quantos aut quales habet, nicht eben ſo genau dabey in Acht genommen worden, ſondern die von der Kirche verliehene Sache wohl zwey bis dreymal ſo viel eintragen konnte, als die geſchenkte. Capit. Car. Calv. Tit. VII. c. 22. Precariæ autem à nemine de rebus ec- cleſiaſticis fieri præſumantur niſi quantum de qualitate convenienti datur ex proprio, duplum accipiatur ex rebus Eccleſiæ, in ſuo tantum qui dederit nomine, ſi res proprias& eccleſiaſticas uſufructuario tenere voluerit. Si autem res proprias ad præſens dimiſerit, ex rebus eceleſi- aſtitis triplum fructuario uſu in ſuo tantum nomine ſumat, quia ſic eas quemquè tractare oportet, ut alienarum diſpenſatorem, non propria- runn largitorem, ada. c. 2. Cauſ. 10. qu. 2. Siehe oben p. 539. ibi: Duplum aut triplum uſufructuario accipiat. Und uberdem von dem Beſitzer insge⸗ mein ein jaͤhrlicher Zinß bezahlet werden muͤſſen. Es wird ſolche Gegenſchen⸗ kung in dem ſub M. 2. angefuͤhrten Capitul. Caroli M. IUIII. T. I. p. a1l. ausdruͤcklich befohlen, wenn es ferner heiſſet: Sub precario& cenſu habe- re permittant. Ita tamen, ut ipſi proprias èy' utiles res eisdem Eccleſiis, de quarum jure eſſe videntur, legaliter tradant,& ſic à rectoribus ea- rundem Eccleſiarum precariæ ſi renovandæ ſunt, canonice renoven- tur. Und erhellet ein gleiches auch aus vielen Formuln und Urkunden. For- mul. Marculf. Lib. 1I. u. 4. p. 4. Dum ad petitionem veſtram alio locello— vobis pariter ad beneficium, dum advigeritis excolere per- miſimus, per hoc alio locello— de proprierate veftra tam pro inſo uſu, quam pro animæ veſiræ remedio poſt amborum diſceſſum ad ipſa Ec- cleſia Sancti illius per veſtram epiſtolam delegaſtis Form. Lindenbr. n. 19. Simili etiam modo expetivi à vobis aliquam rem veſtram in pago illo — quam quondam ille homo per veſtrum benefieium tenere viſus eſt, ut eam mihi in uſum concedere dignaremini. In einer Urkunde de A. 910. ap. Calmet. Preuves de l biſtoire de Lorraine T. I. p. 333. To- tum per omnia ad integrum partibus memorati monaſterii dono, trado atque transfundo— ita tamen, ut in recompenſatioue ea b run- die geſchn 42 dè redb & conmved 1O tantum. atuario a r rehur, quia ſi rnon propi 'ibi: Duh Beſtzer ingh eGegenſche T. A, h. 2l „cenſubad. lem Becleſt eoribuse nice renoſe kkunden. veſtram? excolere tam ero um 3d ph- aſter 1 Go d Jatrol genſ „ valeant babere,& excolere. o. 22 rundem rerum— tam ipſas res quas ego dedi, quam& de ratione Sancti Petri ſeu Sandti Gorgonii monaſterii— de parte prædictæ eceleſiæ per rekirinm(d. i. Ruͤckkehr, Wiederkehr, Wiedervergeltung. Siehe Herr Machter in Gloſſar. v. Kebr.) memorati præſulis domini Ro- berti ſeu ſucceſſorum ejus, quandiu vixero, jure Precario quieto ordine In einer andern de 1. 926. 1hid. p. 337. Hæc autem omnia nobis ad partem Sancti Stephani vel Sancdti Arnulphi de- derunt,& per cartulam teſtamenti affirmaverunt. Poſtea vero illorum fuit petitio,& noſtra decrevit voluntas ut— eir beneficiare deheremus; quod ita& fecimus. In der er TZubular. Chſaurienſi ap. du Ti'eſne h. v. Pro ea vero ratione vobis memoratas res uſufruendi concedimusr, qu. tu uobis dediſti in ea convenientia de veſero proprio. Es zielete dieſe Gewohnheit zwar eigentlich zum beſten derer Kirchen ab, als welche da⸗ durch Gelegenheit bekamen, immer mehr und mehr Guͤter an ſich zu bringen: Siehe Thomas Oeſſ. de Natura precurn judicarum g. 2. ſe**. Allein es bedienten ſich doch auch anderntheils die Beſitzer ge⸗ ringerer Guͤter zum oͤftern dieſer Veranſtaltung, um ſich vermittelſt ſol⸗ cher Schenkung und Gegeneingebung denen gemeinen Laſten zu ent⸗ ziehen, oder ſonſten durch falſche Vorſtellungen ſich den Genuß ein⸗ traͤglicher Guͤter zu verſchaffen. Welche dem Staat ſchaͤdliche und un⸗ erlaubte Precareyen aber verboten waren. Cuaßar. Hlorharir Zit. II1 c. es, qui non 22. Tbm. II. p. 32z.. Placuit nobis, ut liberi homin propter paupertatem, ſed ob vitandam Reipublicæ utilitatem, fraudulen- ter ac ingenioſèe res ſuas Eccleſtir delegant, easque denuo ſub cenſu uten- das recipiunt, ut quousque res ſuas poſſident, hoſtes& reliquas publicas functiones faciant. Mait. III. Capit. c. 79. Ut ſi quislibet ho- minum rer Eccleſiæ per mendacia vel mala ingenia in precariam ſibi adqui- rere& habere voluerit,& poſt factas precarias eadem mendacia ad au- res ejusdem rectoris Eccleſiæ delata fuerint, ipſa Eccleſia res ſuas, quæ ei mendaciter abſtractæ fuerunt, pleniter absque ullius contra- dictione omnimodis recipiat. Ille vero, qui rer ſuuas per eadem menda- eia, propter cupiditatem ipſius precariæ Eccleſicc traaidit, ſimili modo in ſuam recipiat dominationem. Aus welcher erſtern Stelle auch zugleich zu ſchlieſſen, daß dieſe Precareyen denen Armen bisweilen zu ihrem beſſern Auskommen gedienet. Daß aber die Unterhaltung der Armen die Hauptgelegenheit zu Verleyhung der Precareyen ge⸗ T It 2 ben. 516 2) O(68688- ben, wie Herr Boͤhmer in NJur. Eccleſ. Proteſt. Lib. III. Tit. Xlr. y. z. davor zu halten ſcheinet, wenn er ſchreibet: Cum eo tempore adhuc hinc inde ſuftentatio pauberum ex patrimonio eccleſiæ in uſu eſ- ſet, unde precariarum conceſſio invaluit, hierinnen kann ich ihm nicht Bey⸗ fall geben. Denn ob gleich dazumal ein Theil von denen Einkuͤnften der Kirchen zum Beſten der Armen angewandt werden muſte, wie in dem v. Buriſchen Lehenr. p. 540. bemerket worden, ſo glaube ich doch nicht, daß die Biſchoͤfe und andere Geiſtliche Vorſteher ſich leicht werden ent⸗ ſchloſſen haben, denen Armen einige von ihren Guͤtern als eine Allmoſen zum wuͤrklichen Gebrauch und Beſitz einzuraumen, wenigſtens duͤrften die Exempel davon ſehr rar ſeyn, wie denn auch Herr Bohmer c. J. kei⸗ nes davon angefuhret hat. 5) Endlich ſo war es eine ganz gewoͤhnliche Sache, daß man denen⸗ jenigen, welche ihre unbewegliche Guͤter denen Kirchen und Kloͤſtern ſchenkten, ſolche auf ihr Bitten Lebenslang, oder bisweilen auch ihren Erben wieder zum Gebrauch verliehe, wie davon in dem v. Buriſchen Le⸗ henr. p. 539. bereits einige Exempel beruͤhret worden. L. Longob. Tit. 1§. c. a2. Eidem(ſe. qui res ſuas tradidit) tamen, ſi voluerit uſumfructum per pre- cariam, res traditas usque in tempus definitum poſſidendi ſit conceſſa fa- cultas. Gleichwie nun dieſe in des ſchenkenden vorherigen eigenen Guͤtern beſtehende Precareyen mit denen ebenerwehnten nicht allein insgemein ver⸗ knuͤpft waren, ſondern auch dem Beſitzer uͤber beyde gleiche Rechte zuka⸗ men, und gleiche Verbindlichkeiten oblagen, nicht weniger auch die uͤbri⸗ gen Precareyen zwar ihrem Urſprung, aber nicht ihrer Natur nach un⸗ terſchieden waren, oder doch von Rechtswegen nicht unterſchieden ſeyn ſollten; So wollen wir bey der Abhandelung der eigentlichen Beſchaffen⸗ heit der Precareyen ſolche uͤberhaupt und insgeſamt betrachten: 1) Es werden insgemein unbewegliche Guͤter nebſt deren Zube⸗ hoͤr zur Precarey verliehen. Doch findet man auch Exempel, daß gewiſſe Abgifte und Einkuͤnfte mit dazu ertheilet worden. Ferner flieſſet es aus der damaligen Beſchaffenheit der Kirchen und Kloͤſter,(Siehe das v. Bu⸗ riſche Lehenr. p. 512. ſegch. und p. 723. /44.) daß guch ſolche mit unter die Sachen, welche zur Precarey verliehen werden koͤnnen, zu rechnen ſind. So lautet es z. E. in der Urkunde de A. 996. ap. Calmet. cit. 1. p. 397. Dedi- musei e contra in precario per manum ſæpe nominati advocati noſtri Co- mitis Henrici, in eodem pago& in comitatu, villam Dalheim nominatam, tun Seine Ahe ſtens dh aiß mand und Kl Alen auch Buriſchen 1gol. Tit. dietum per ſtt conceſſai venen Gute gemein ber⸗ Ncchte wee zuchdieudee tor nach w rſchieden ſe Veſchaft deren 90 14 hten: h 3 I, daß gew 10(S b 517 eum Eceleſia& ejus decimatione& manſo dominicali, cum XII. manſi singe- nuilibus& XX. ſervilibus,& inter villas Burmeringa& Druftelevinga decem manſos ſerviles cum omnibus ad eos pertinentibus tam in man- cipiis quam in ædificiis, vineis, pratis, paſcuis, molendinis, mobilibus & immobilibus, cultis& incultis aquis, aquarumque decurfibus, exiti- bus& reditibus— Inſuper& præter prædictum precariæ ius ad dies vitæ ſuæ ſingulis annis quatuor carradas vini noſtra largitate es accom- modawimus. In einer Uebergabe de A. 1109. bey Herr Krbannat. in Zindenm liter. Coll. I. n. 29. p. 67. Poſſeſtionem noſtram— pro remedio animarum noſtrarum delegaverimus,& novem mancipia— quam traditionem ea firmavimus conditione, ut noſtris, quamdiu vixerimus, poſt mortem autem noſtram, fratrum uſibus deſerviant; inſuper etiam per ſingulos annos, quatuor quadrautes frumenti,& alia quatuor Fraccii(eine Art von Getraide zum Bierbrauen. Siehe du Freſne b. v.)& porcur mediocris æſti- mationis, nobis concedatur. In der Urkunde de A. 933 ap. Guichenon. in Biblioth. Sebus. Cent. I. n. 23. verleyhet das Agannenſiſche Kloſter dem Grafen von Mantiscon und ſeinen beyden Soͤhnen: Eccleſiam, quæ eſt conſtructa in honore S. Petri in Calme Arlicana, cum omnibus appen- ditiis, quæ ibi adſpicere videntur— poteſtatem Arecii, cum Eceleſia S. Melanii cum decimis& omnibus appenqditiis, excepto Altari, Eceleſiam S. Mauritii in Camblaſio. In der bey Mabillon Tbin. TII. Jna. p. 97. wird einem Prieſter und Moͤnchen, zua monaſteriolum, quod eſt con- ſtructum in honore Sancti Petri& Sancti Martini, zur Precarey verlie⸗ hen. Und in einer andern de A. 969. ap. Calmet. c. l. p. 3So. wird einer bba⸗ tiolæ dicatæ in honore Sancti Martini ſuper fluvium Mofam, welche zur Precarey ertheilet geweſen, Erwehnung gethan. 2) Wenn die Kirche die Precareyen von ihren eigenthuͤmlichen Guͤ⸗ tern verleyhen wollte; ſo muſten ſolches keine Guͤter ſeyn, die zu Unterhal⸗ tung der Kirchen und der Geiſtlichen insbeſondere gewidmet waren. Denn dieſe verſtehe ich unter denen Worten: proprie Deo& Sanctis illius dica- tis, von denen es in Capit. Caroli Calvi TIit. MII. c. 22. heiſſet: Et à nulla poteſtate quis cogatur facere precatiam de rebus proprie Deo de San- tis illius dicatis; cum ratio& uſus obtineat neminem, qui non vult, con- tra utilitatem& rationem cogi, præſtitum de proprio facere veneficium ada. c. ³ Cauſ. X. qu. 2. Noch auch dergleichen, bey welchen der Stifter die Verleyhung zur Precarey ausdrücklich unterſage hat. So ſetzet z. E. 3 Caro- 518) O( Carolus M. in einer Stiftung de A. 793. ap. Calmet c. l. p. 291. In- terdicimus omnibus abbatibus ſive cuſtodibus ejusdem venerabilis lo- ci,& per divinum eos obteſtamur examen, att jam fatam villam nun- quam præſumant alicui beneficio tribuere, nec per precariam, ut fieri aſſolet, præbere. Welche Formul auch in der folgenden Stiftung ſei⸗ ner Gemahlin Hildegardæ zu leſen, und findet man dergleichen Verbot in vielen andern geiſtlichen Schenkungen. Wenn deſſen ungeachtet der Biſchof oder ein anderer geiſtlicher Vorſteher ſolche verbotene Verley⸗ hung unternahm, und daruͤber die Koͤnigliche Bekraͤftigung wiederrecht⸗ lich ausgewirket hatte, ſo ſollten ſolche doch unguͤltig ſeyn. Cit. Capit. Caroli Calvi Tit. VIII. c. 22. Idem autem Cuſtos eccleſiæ ſollertiſſime caveat, ne ſui ordinis& eccleſiaſticæ communionis forte immemor, contra auctoritatem præceptum regium pro quacunque adſentatione fieri petat, qui etſi fecerit non audiatur. Si autem obtinuerit, regia diſcretione& epiſcopali judicio idem reſcindatur,& petitor inju- ſtus pro Principis injuſta ſuggeſtione digne corripiatur, und unter⸗ ſagt ſie ihnen gedachter Kaiſer deswegen nochmals. Zt. XI. c. ꝛ2. Sciant etiam fideles noſtri, quia conceſſimus in Synodo venerabili- bus Epiſcopis, ne ſuper beneficia eccleſiaſtica vel præſtariis, etiamſi Epiſcopus aut quilibet monaſteriorum prælatus inrationabiliter petierit, præcepta confirmationis noſtræ ullo modo faciamus. Et ideo zura- tionabili petitione ſe unusquisque compeſcat. Von ſolchen oder derglei⸗ chen wiederrechtlichen Verleyhungen handelt vermuthlich das c. 6. Cauſ. X. qu. 2. und das c. 2. X. de precariis, wenn darinn verordnet wird: 8i Anteceſſor res Eccleſiæ irrationabiliter diſtribuit, ab eo(ſucceſſore) ad jus ejusdem Eccleſiæ revocentur: Nicht aber, wie Herr Boͤhmer eit. loc. g. 5. meinet, von denen precariis, die denen, welche nicht beduͤrftig und arm waren, verliehen worden, indem ſolchergeſtalt faſt alle Precareyen irra- tionabiles und unguͤltig geweſen waͤren, und wiederrufen werden koͤnnen. 3) Es kann ſolche Verleyhung nur allein von dem Biſchof oder ei⸗ nem andern geiſtlichen Vorſteher geſchehen, welcher ſelber um die Koͤnigli⸗ che Bekraͤftigung anſuchen muß, cit. c. 22. ibi: Præcepta autem regalia ſu- per precariis eccleſiaſticis fieri nec ratio ſinit, nec autoritas quolibet mo- do permittit; quoniam præcepta in jure eccleſiaſtico firmare indignum judicet neceſſe eſt majeſtas regia, niſi ab eccleſiaſtico redtore petantur. Und wann alſo die Verleyhung ſede vacante geſchehen, iſt ſolche unguͤl⸗ tig, 2 wjedern⸗ 1 Gt. lh k ſolleril c immem nadſentaui zuerit, i Mhetitor iln a und unne t. LIe.l d) venerabil aiis, eriam dwe rrlentt, ideo ina- der dergle⸗ Se. 6. Cau et wird: 5 ſucceſſore Boͤhmerdi edürftigw careyen lenl den nd of oder teſan mm regalelt zwolibet m re incignde ye fetun. olcheung, dch 0 3) 0⸗( 519 tig, und muß von neuem vorgenommen werden, cit. Capit. Caroli Caluic. 21. Ut precariæ& commutariones tem pore viquatarum Ecoleſiarum foctæ ab his, qui loca Epiſcoporum occupaverant, reſcindautur,& cum au- Ctoritate eccleſiaſtica vel civili denuo ſiſtendæ ſunt, fiant. b 4) Ts muß dieſe Verleyhung ſchriftlich geſchehen. Addit. M. Capitul. c. 132. p. 1221. Et brecariæ modo renoventur. Et ubi non ſunt ſcriptæ, fiat deſcriptio inter conventores de verbo noſtro. Et qui prædicta facere noluerint,& ſpontanea voluntate hæc tria perſolve- re,& precarias accipere citiſſime diſtulerint, perdant beneficia quæ habebant, cit. Capit. Caroli M2. de A. 779. c.: 3. Et precariæ, ubi modo ſunt renoventur,& ubi non ſunt ſeribantur. Und findet man dieſer⸗ wegen eine ſo groſſe Menge von denen Formuln uͤber dieſen Vertrag. 5) Es iſt dieſe Derleyhung insgemein auf die Lebenszeit des Beſitzers eingerichtet, wie die hieruͤber vorhandene Formuln, und die Urkunden lehren. Doch hindert ſolches nicht, daß von denen Partheyen oͤfters eine kuͤrzere oder laͤngere Zeit abgeredet worden. So heiſſet es in denen formulir ap. Lindenbrog. n. 26. Ut quandiu advixeris, aut ad T. aut X. aut XZ, aunos ipſas res uſualiter habere& poſſidere vel excolere debeas. Und in der formul. 19. ihid. iſt die Verleyhung auch auf des Sohns Leben erſtrecket worden. Et poſt meum ex hac luce diſ⸗ ceſſum, jilius meus nomine ill. in ipſa precaria vel in ipſo cenſu adſta- re debeat. At poſt ejus diſceſſum ipſas res— revocare faciatis in veſtrum dominium. Welches auch in der Ae. 973. ap. Guicbenon in Biblioth. Sebur. Ceut. I. n. 23 alſo verſehen iſt, ibi: Tibi,& filtis tuis Leu- toldo& Huberto, poſt ruum aiſceſum. In der aus dem Tubular, Mo- naſt. S. Andreæ Ziennenſ. ap. du Frſue b. v. geht ſolche bis auf den erſten 4 Erben, ibi: Zibi& ad unum tuum beredem per libèllum ſub uſu bene- ficii concedo. In einer andern ex Zubul. Caſaur. ibid. bis auf die En⸗ kel, ibi: Vobis memoratis& filiis& nepotibus Widonis Lgitimis as- que in tertia gemeratione tua. Ja in dreyen andern ex eod. Tabul. zbia. bis auf das fuͤnfte Glied, ibi: mihi memorato Pelegrino, vel meis bere- dibus usque in quintam geuerationem. It. mihi Raceperto vel meis Here- dibus usque in quintam generationem. Zum oftern iſt eine Precarey auch auf mehrere Perſonen und deren Lebenszeit zugleich geſetzet worden 6. E. in einer Urkunde ge 7. 126 5. bey dem Herrn von Falckenſtein Cod. Diplom. Autiqu. Vordg. u. Si. Nobis& Dnæ Eliſabethæ uxorz no- 920)O(r noſtræ& Adelheidi ſorori noſtræ relictæ Palatini Comitis de Orten- berch nomine precario contulit, quoad vixerimus poſſitendum. Biswei⸗ len iſt der Heimfall, wenn noch Kinder geboren werden ſollten, aus⸗ druͤcklich ausgeſchloſſen. Wie z. E. in der Urkunde de A. 1267. bey Herr Kuchenbecker Aual. Haſſ. Coll. VIll. p. 290., allwo es von denen an die Kirche von zweyen Eheleuten geſchenkten, und ihnen lebenslang hin⸗ wiederum verliehenen Guͤtern, zwar heiſſet: Poſt mortem autem am- borum bona eadem apud eandem eccleſiam perpetuo remanebunt, ſogleich aber hinzugefuͤget wird: Inſuper adjectum eſt, quod ſi do- mino dante pariter prolem generimus, eadem bona ad eandem pro- lem redibunt omni poſtpoſito impedimento. Eine ganz beſondere Verabredung findet ſich in Nov. Collect. form. n. 76. p. 599. ap. Haluz. 7. II. Capit. In ea videlicet ratione, ut ea habeat tempus vitæ ſuæ, cenſumque annis ſingulis inde ſolvat,& ſi redimere voluerit, cum illo pretio redimat— Poſt obitum vero ejus omnia ad ſupra dictum monaſterium redeunt perpetim poſſidenda, ſi ante non redemerrit. Welche Verleyhung mit denen abloͤßlichen Zinſen einige Gleichheit hat. Weil aber dieſe und dergleichen Exempel ſeltener ſind, ſo iſt im Zweifel doch immer die Vermuthung, daß die Precareyen auf des Beſitzers Le⸗ benszeit eingeſchraͤnkt ſind, und werden ſie dieſerwegen in denen folgen⸗ den Zeiten auch Leibgeding genannt, z. E. in einer Urkunde de A. 1297. bey dem Herrn von Falckenſtein cit. I. u. 119. ibi: Villulam—& duo prata,— tam ego, quam agnes uxor mea— Jjure duntaxat precario, gquod vulgo Leibgeding dicitur, Poſſidemus. Quorum utrumque poſt meum X ejusdem uxoris meæ obitum, ad dictam redibunt Eccle- ſiam. In einer andern de A. 1293. Ibid. ſub u. 105. Nos eadem bo- na Sophiæ—& Conrado fratri ejusdem— contulimus& couferi- mus nomine precario, quod vulgo Leibgeding dicitur, ſive penſione de- bita annis ſingulis exſolvenda, Pro tempore vitæ ſuæ tenenda.&c 6) Der Beſitzer genieſſet zwar alle Nutzungen der ihm zur Precarey verliehenen Sache, doch kommen ihm weiter keine aus dem Eigenthum flieſ⸗ ſende Rechte zu. Form. Lindeubr. n. 19. Et ſic nobis complacuit atque conavenit, ut ipſas res nec vendere, nec donare, nec concambia- re, nec in ullum quodlibet naufragium imponere licentiam non habeam, niſi tantum dum advixero, uſitare& meliorare faciam. Dergleichen Worte und Ausdruckungen faſt in allen Formuln und ui⸗ un⸗ Son dant. ldenslong. remanen à quodl Feandema inz beſon Sur vite neſt, cum hpra dih n redeme leichheit ſ in weit Doſiters d anen folgen de A. 1297. —& duo acai precarid umque pol bunt Ecck ss eadem be 18& cnjn penboone 6 Ide.&c zur Pretm genthum phacuit ach „coqcanbt centiam 1 rare facil- And l nuln 7 oC b 521 kunden zu leſen ſind, z. E. in der Urkunde de 4. 926. ap. Calmet. c 19. 339, Sub uſufructuario in precaria quieto ordine valeant habete & excolere, jureque legitimo uti,& nullam habeant poteſtatem guicquam exinde minuendi aut alienandi, ſed magis emeliorandi. In denen beyden ex Tabul. Caſaur. ap. du Freſne b. v. In eo vera tenore beneficiali ordine uſufruendi, cultandi, laborandi, melio- randi, nam non vendendi, nec donandi, nec concambiandi nec per ullum. ingenium ipſas memoratas res in alterius poteſtatem Aans a niſi tantum uſufruendi usque in quintam meam generatio- Ich weiß alſo nicht, weswegen der Zerr G. R. Heinecciur in Eke- ment. Nur. German. Lib. II. Tit. IT. g. 39. eben aus dieſer unterſagten Veraͤuſſerung zu ſchlieſſen ſcheinet, daß die Veraͤuſſerung der Precariarum an ſich erlaubet geweſen, wenn ſie nicht dem Beſitzer insbeſondere verboten worden. Da doch die ganze Abſicht und Natur der precariarum dieſer Verauſſerung zuwiederlauft. Denn es mochte das verliehene Gut der Kirchen bereits vorhero zugehoͤret haben, oder ihr erſtlich von dem Beſitzer geſchenkt worden ſeyn; ſo befand es ſich doch immer in dem Eigenthum der Kirchen, und konnte alſo dem Beſitzer keine Veraͤuſſerung daruͤber zuſtehen. Und wird dieſerwegen in einigen Verleyhungen, der Kirchen ausdruͤcklich das Eigenthum zugeſchrieben, z. E. in der Urkunde« 1 129 5. ap. Falckenſtein c. 1. u. 112. Eccleſiæ ſuæ donavi,& dono, tradi- di& trado, omni jure, quo ad me pertinebant, pro menſa epiſco ali tenenda, amodo& perpetuo poſſidenda, ita videlicet, ut ad ipſain Se ſiam in eisdenn ponis proprietatis dominio permanente, ufuanfructunm eſorum bonorum ego& prædicta Irmgardis uxor mea, quam nunc teneo ex do- natione prædicti domini mei Epiſcopi jure precario, quod vulgo Leihge- ding dicitur, percipere debemus pro tempore vitæ noſtræ. Es ſollte na dem Tode des zeitigen Beſitzers der Kirchen anheimfallen, folglich durfte es an keinen fremden veraͤuſſert werden. Es folget nicht, weil dieſer oder jener Umſtand in dem Vertrag insbeſondere ausgedruckt wird, daß er des⸗ wegen bey demſelben ungewoͤhnlich, oder gar deſſen Natur zuwieder ſey, ſintemal in denen Formuln und Urkunden faſt immer auch diejeni dingungen, welche bey dem darinn enthaltenen Vertrag vche uchlich Be⸗ hineingeſetzt werden. Und ſelbſt bey denen precariis wird die funfjaͤhrige Erneuerung derſelben zum oͤftern linsbeſondere ausgedruckt, unerachtet Auu ſol⸗ 522)O(88 ſolche ohnedem in denen Geſetzen klar verordnet worden. Zugeſchweigen, daß zu denen damaligen Zeiten, da die Groſſen zum oͤftern Luſt bekamen, ſich der geiſtlichen Guͤter zuzueignen, die Vorſteher der Kirchen allerdings wohl thaten, denen Beſitzern der precariarum alle Veraͤuſſerung zum Ueber⸗ fluß ausdruͤcklich in denen daruͤber abgefaſſeten Vertraͤgen zu verbieten. Auch darf einen die in der Urkunde ap. Alabillon Tom. III. Analecl. p. 543. befindliche Formul: Er alicubi nec vendere, nec donare& aliena- re pontificium non habeam, niſi ſub jure& poteſtate ac dominatio- ne Sanctæ Mariæ& Sanctorum Martyrum Gervaſii& Protaſii, vel eorum Pontificibus atque Rectoribus permaneat, nicht auf die Ge⸗ danken bringen, als wenn nur eine ſolche Veraͤuſſerung, wodurch die in precariam verliehene Sache der Hoheit und Herrſchaft der Kirchen gaͤnz⸗ lich entzogen worden, verboten, alle uͤbrige Veraͤuſſerung aber erlaubet ge⸗ weſen. Denn es iſt bekannt, und auch bereits von gu Freſne v. Viſt ange⸗ merkt worden, daß das Wort Niſi in denen Urkunden ſehr oft ſo viel als /ed oder ſondern anzeiget. Es erhellet ſolches nicht weniger aus der an⸗ dern von Herr Boͤhmer c. l. aus dem Mabillon c. l. p. 237. angefuͤhrten Ur⸗ kunde, in welcher dieſe Formul folgendermaſſen abgefaſſet iſt: Et nobis non liceat de ipſis rebus jam dictis alicubi nec vendere, nec donare, nec abenare, nec in ullo modo diſtrahere, nec inſos ufur in alteram manum transferre, niſi ſub veſtro& Sancti Gervaſi prætextu nobis uſualiter liceat tenere. 8— 2) Der Beſitzer muß vor dieſe Nutzungen und um das Eigenthum der Kirchen uͤber die verliehene Sache zu erkennen, insgemein einen jaͤhrli⸗ chen Zinß bezahlen. Form. 20. ap. Lindenbr. Et pro ůnſo uſu cenſiſtis nobis fingulis annis denarios tantos. ſt. n. 25. 26.&c. In der lirkunde 2p. Guichenon c. I. Ea vero ratione, ut annis ſingulis ad feſtivitatem S. Mauritii cenſum perſolvatis ad fratres, ſolidos viginti& ſeptem, ad Secre- tarium XII. ſolidos à Turma jurenſe, ſolidos duos; de unaquaque Ee- cleſia ſolidos XV. In der Precaria de A. 9½. bey Herr Khannat Tradit. Fuld. n. 453. Et ut cognoſcatur in futurum, non ex jure proprio, ſed ex beneficio noſtro vos zpſus res posfidere, volumus ut cenſum inde miſſis no- ſtris per annos ſingulos reddatis IIII. videlicer denarios. Weil nun ſol⸗ cher Zinß insgemein von denen vormaligen eigenthuͤmlichen Guͤtern des Beſitzers bezahlet wird, ſo hat man ſolchen in denen ſpaͤtern Zeiten hiswei⸗ len eigenen Zinß genannt. In der Urkunde de A. 1376. bey Seer ſheher ecke/ k g zamd u det 1ll. Au — ure Ru Sc domm 3 brotali, 2 auf det dodurc Kirchen. ererlaube 3ev. Niſa Kehr oſt ſo dir aus dere „gefühetenl R. E' 1oh ner donan ur alberun texuu nob Eigenth „6 einen jähl venſitis not der Urku 3 o 523 becker in Snual. Hall. Coll. I. p. 95.„Doch han der Pherner her Herman „Contzen⸗-⸗⸗ mir den Willen und Gunſt gethan, und mir den vorge⸗ „nannten Wieſen geluwen umb eigne Zinß, nemelich eyne ſchilling »Hellir, den ich ime myn lebetage jars daraus geben ſol, und wann ich „von dods wegen abgegangen, ſo ſullen die obgenanten Hern die Wie⸗ „fen zu ſich nehmen.“ b 8) Er muß die verliehene Sache in gutem Weſen, Bau und Beſſerung erhalten. In der Precaria exr Tubul. Lienn. ap. du Freſne h. v. Faciatis ex his omnibus diebus vitæ veſtræ, quicquid vobis juſte & rationabiliter viſum fuerit. Ea tamen conditione, ut eardermn res cæli- ficęStis& melioretir atque excolatis. Siehe auch die ſuy n. 6. angefuͤhrte Stellen, ibi: meliorare faciam it. emeliorandi& augmentandi it. labo- randi, meliorandi. 1 4 b 9) Er muß die Precarey alle fuͤnf Jahre erneuern laſſen die Kirche deſto weniger zu beſorgen habe, daß er ſich mit laſen, damſt genthumsrecht uͤber das verliehene Gut anmaſſen moͤchte. Capit. Caro- li Calvi Lit. V. c. 22. p. 32. Et precariæ ſecundam antiquam conſue- tudinem& auctoritatem de quinquennio in quinquennium renoventur Form. 19. ap. Lindenbr.. Et ut hæc precaria firmior habeatur, de quin- uennio in quinquennium ſit renovara, quatenus ſic ſem ma- Nure valeat in effectum. Und n. 20. Ibid. Aut hæc praſtaria dl qwm. quennio in quinquennium ſit renovata. Daß aber auch alsdenn zugleich eine Lehnwaare bezahlet werden muͤſſen, wie Zerr Heinecciur c./ meinet hievon finde ich nichts in denen Geſetzen, Formuln, und Urkunden. Es wuͤrde auch allhie die eigentliche Urſache, weswegen die Lehn⸗ waare gegeben werden muß, weil nemlich ein neuer Innhaber eines ver⸗ liehenen Guts in den Beſitz geſetzet, oder das erloſchene Recht de⸗ zeitigen Beſitzers bekraͤftiget worden, fehlen, indem das dem Beſi⸗ ter gleich anfaͤnglich ertheilete Recht auf die Precarey insgemein die gan⸗ ze Zeit ſeines Lebens dauret und fortwaͤhret. Ueberhaupt wird dieſe fuͤnfjaͤhrige Erneuerung ſehr oft in denen Vertraͤgen ausdruͤcklich nach⸗ gelaſſen. Form. 27. ap. Marculf. Alias precarias per quinquennium fuerint renovatas iſta per ſe obtineat firmitatem. 7t. form. 22. 2. ap. Lindonbr., Siehe noch mehrere Zeugniſſe bey da Freſne b. v. Uunu 2 10) Es 524 o( 10) Es hoͤreten dieſe Verleyhungen auf a) Durch den Tod derjenigen Beſitzer, auf deren Lebenszeit ſie ertheilet worden, da die Guͤter ſogkeich an und vor ſich und ohne alle Erſtattung der Beſſerung der Kirchen oder dem Kloſter wieder anheimfie⸗ len. Form. 20. ap. Lindenbr. Et poſt veſtrum amborum diſceſſum ipſas res emelioratas absque ullius coutradictione vel judiciaria aſignatione revocare faciamus in noſtrum dominium. Form. zo. ap. Marculj. Lib. II. p. 4298. Dum advixeritis amba locella excolere debeatis,& poſt veſtrum ambobus diſceſſum— absque ullius expectata tradi- tione— eas nos— ad partem Eocleſiæ noſtræ revocare debea- mus. In der Urkunde de A. 910. ap. Calmer. c. l. p. 333. Poſt meum autem diſceſſum— omnes ſupradictæ res ad partem præ- ati monaſterii absque ullius contradictione vel Jjudicis aſſignatione omnimodis revertantur. In der ap. Mabillon cit. Tom. M Aual. p. 237. Et poſt noſtrum quoque diſceſium ipſas res jam dictas, cum omni re immeliorata vel ſuper poſito, hoc eſt cum terris, manſis — vel quicquid dici aut nominari poteſt, vel quicauid ad ipſa lo- ca adhæret, attrahere, parare vel immeliorare potuerimus,& tran- Stus noſter ad ipfa loca dereliquerit, vos aut fuoceſſores veſtri, aut pars eccleſiæ præfatæ Sancti Gervaſii, absque ullius expectata tra- ditione, vel judicum conſignatione in veſtram vel Sancti Gervaſii revo- care faciatis poteſtatem& dominationem. b) Wenn die Beſitzer den jaͤhrlichen Zinß nicht richtig bezahleten. Form. Lindenbr. u. 1 50. p. 59. Quod fi non fecerimus,& in hoc negligentes, tardi aut contumaces fuerimus publice per hanc pre- eariam, ac ſi ſemper per quinquennium renovata fuiſſet, condem- nati, ur lex præſtitit tardis èæ negligentibus de ipſa terra nos pomi- ficium habeatis ejiciendi. Wiewohl dieſe Strenge in denen Vertraͤgen zum oͤftern nachgelaſſen worden, z. E. in der angefuͤhrten Urkunde ap⸗ Mabillon T. IIi. Anal. p. 9v. Et ſi negligens aut tardus de ipſo cen- ſu apparuero, fidem exinde faciam,& ipfunt monaſteriolum tempo- re vitc meæ non perdam. In der de A. 926. ap. Calmet. c. I. p. 339. Et ſi de ipſo cenſu tardi aut negligentes extiterint, cum legis fan- ctione illud reſtiruant, ſed ipſans precariam proprerea non perdaut. In der de A. 9z3. ap. Guichenon c. l. p. 6½. Et de ipſo eancheraeigene non appareatis,& ſi negligentes in uno anno fueritis, iu alio duplum Con- * Jah. Nlan debens d d zeCtata th = ware dhe Poſt Mel artem w A aſonn X. III. A jam dich rris, m dI ad iph AM,& m dres veſtli 8 Eeuara Urd valii revo- dezahleter „, R in de ter hane pi er, conder n03 pon en Wertrig Urkunde de ipſo o riolun! im * . 6, J 4— 5)o(. 325 enaeeen In der ex Tabul. Monaſz.&. Andr. Vienn. ap. du Freſme h. v. Si de ipſo cenſu negligens fueris in uno anno, in alio duplum compo- nas, ac inſuper hoc libellum ſcriptum inviolabilis permaneat cum iti- pulatione ſubnixax. c) Wenn ſie dieſen Vertrag nicht alle 5 Jahr erneuern lieſſen. Fa lux. in not. ad Capitul, p. 120 ⁄. ex vetuſtiſſima colleckione Bibliotbeca ZTel- lieriaue. Statuimus& monemus, quatenus lex per omnia de Ec- cleſiarum precariis ſerverur Canonica, ut poſt quinquennium reno- ventur. Si vero evpleto Quznguennio renovatæ non hhernas„ cenſè- mus, ut vigorem habeant nullum. Ideo talia decernimus, quia nolu- mus, ut res alienentur Eccleſiæ nec priventur. Hoc capitulum in Nicæna Synodo relectum eſt, conlaudatum& confirmatum, de- mumque in diverſis ſynodis& conciliis à ſanctis patribus& folem- niter roborarum. Es waͤre denn, daß auch dieſes in dem Vertrag vuedehkticherluſſen worden, wovon ad n. prac. 9. einige Zeugniſſe bey⸗ ge ra md. 2 e d) Wenn ſie ſich ein Eigenthum uͤber die verliehene Guͤter anmaſſe⸗ ten, oder ſolche zu veraͤuſſern ſich unternahmen. In der Urkunde d. A. T7i. in Aual. Opuſc. ap. Baluz. T. II. p. 92 7. n.. Quod ſi non fe- cero, aut ſi de ipſo cenſu negligens fuero— Aut ſi ipſas res meum proprium eſſe dixero, aut alienare voluero, poteſtas veſtra ſit ſucceſſo- rumque veſtrorum me exinde foras mittere,& cum emeliòratione res veſtras recipere.— b *) Wenn ſie die verliehene Sache verwuͤſteten und verduͤrben In der Urkunde ex Tabular. Caſaur. ap. du Freſue b. v. Seu memoratus Pe- legrinus una cum meis heredibus omnem ipſam memoratam ful ſtan- tiam bene non laboraverimus,& uſu non fruerimus,& dolo o animo ea male tractaverimus,& ipſum memoratum cenſum annualiter tibi, Ro- mane Abbas, vel ſucceſſoribus tuis non dederimus ſic pleniter, ſicut ſuperius dictum eſt, hæc omania memorata nos non adimpleverimus vel fecerimus, tunc expondero me ego memoratus Pelegrinus una cum meis heredibus, tibi memorate Romane Abbas, vel ſucceſſo- ribus tuis componere vobis ſolidos centum, omner j pfas memoratas res in integrum reprebendatis ad partem memorati monaſterii ſine om- nem calumniam; quæ ſic taliter inter nos ſtetit convenienter. Uuu. Es 100K Es meinet uͤbrigens Zbomaſius cit. Diſſ. de NNatura precum Nurigi- carum g. 27., daß uͤberhaupt eine Precarey nicht leicht ſo feſt und guͤl⸗ tig aufgerichtet und verliehen werden koͤnnen, daß die Geiſtlichen nicht immer einen Vorwand zu finden gewuſt, ſolche wieder aufzuheben und vor unguͤltig zu erklaͤren. Allein, wenn man die wiederrechtlich verliehe⸗ ne Precareyen, wovon oben gehandelt worden, ausnimmt, ſo duͤrfen vielleicht wenige oder gar keine Exempel ſeyn, da die Geiſtlichen blos un⸗ ter dem Vorwand, daß die Precareyen mit unter die denen Kirchen verbotene Veraͤuſſerungen gehoͤreten, ſolche wieder aufgerufen. Sin⸗ temal dergleichen Satz, ihnen ſelbſt, als die bey denen Precareyen insgemein am mehreſten gewonnen, den groͤſten Schaden wuͤrde verur⸗ ſachet, und die Leute abgeſchrecket haben, dergleichen Vertraͤge mit ih⸗ nen aufzurichten. Vielmehr giebt der Pabſt Gregorius IX. es als eine ausgemachte und eingefuͤhrte Sache an ꝛu c. 3. X. de Precariis,(quod) Precarie, quæ quandoque de Eccleſiarum poſſeſſionibus fieri ſo- lent, non ſunt pro voluntate concedentium revocandæ. Und wenn es ja 6 einem oder dem andern geiſtlichen Vorſteher einſiel, daß er dem Be⸗ ſitzer die Precareyen unter unerlaubten Urſachen einziehen wollte, dieſer ſich aber deswegen beklagte, ſo wuſten die Kaiſer damals ſchon die Geiſt⸗ lichen in ihre Ordnung und zu Haltung des Verſprochenen anzuweiſen. Wie wir davon unter andern ein Exempel finden in der Urkunde de A. Sr5. ap. Calmet. c. l. p. 299., allwo es hievon alſo lautet: Poſtea venit Magulfus epiſcopus atque abbas de ipſo Monaſterio,& volwit ipſfam pre- cariam ceſſare. Tunc Hartmannus Comes ad noſtram acceſſit cle- mentiam, deprecans, ut ipſam precariam quam àâ ſupra memo- rato abbate Optatio acceperat, per noſtram mandeburdam,& licen- tiam diebus vitæ ſuæ, ſicut inter eos convenerat, babere potuiſſet: cujus petitionibus Domus Dei utilitatem conſiderantes, capto fidelium noſtro- rum conſilio, annuimus,& ideo hanc noſtræ authoritatis largitio- nem prædicto fideli noſtro Hartmanno, expetitione Madefridi fide- lis noſtri, ac ceterorum fieri decrevimus, perquam ſtatuimus atque ſanximus, ut res ſuperius ſeriptas quas tam ipſe Hartmannus ad ipfam caſam Dei dedit, quam etiam illas, quas in precariam accepit, per boc majeſtatis noſtræ præceptum, ſeu per dictam conventionem, diebus vi- tæ ſuæ ſecuræ poſſideat. XXXV.) Von Precaxkr 'ürde de Traͤge mi 1 es als daiit,(ou 2 us fierii 1 wenn Zer dem I vollte, di vndi Geiſ enyjuweijen, dinde d A. „oſtea venlt eiyſem yne accellit cl rà memo⸗ 71,& Uicel ciſlet: cuſ lium nolt atis largitk deftidi ſii zimat athu u al iolm 7 1.) 1 1 4 iu ) v 6 ä... 2, XXXV.) Von denen pProbſtings⸗Guͤtern. Es ſind dieſes gewiſſe in dem Braunſchweigiſchen befindliche Bauer⸗ Guͤter, wovon der Herr von Golbel in der oftbelobten Diſſertation oder nachherigen Zrackation, de ſingularibus quiburdam prædiis ruſticorum in terris Brunſu. Luneburg.& vicinia ebenfalls einige Nachricht ertheilet hat. Was ihren Urſpruͤng anbetrift, ſo haͤlt er Sea. Z. g. 2. p. 9. davor, daß es dergleichen vor Alters der Kirchen geſchenkte Guͤrer ſeyn, woruͤber damals der advocatus eccleſiæ die voͤllige Gerichtbarkeit gehabt, wovon aber nachgehends, da die Beſitzer ſolcher Guͤter von dieſen ad- vocatis hart gedruckt wurden, die Kirche ſelbige zu befreyen und ſie le⸗ diglich ihrer Gerichtbarkeit zu unterwerfen, Gelegenheit gefunden, und ſolche Befreyung haͤtten ſie theils gegen Erlegung eines gewiſſen Geldes an die Advocatos, theils durch freywillige Entſagung derſelben bewerk⸗ ſtelliget. Gleichwie er aber zu Erweiſung dieſer Muthmaſſung nichts, ſo insbeſondere die Probſtings⸗Guͤter angehet, beybringet, ſondern ſich begnuͤget, uͤberhaupt durch einige aus Urkunden genommene Zeugniſſe zu erhaͤrten, daß die Advoratien durch dieſe beyde Arten, nemlich durch Abkaufung oder freywillige Begebung bisweilen aufgehoͤret haben; ſo finde ich unnoͤthig, einen Urſprung, den allenfalls alle einer geiſtlichen Gerichtbarkeit unterworfene Bauer⸗Guͤter mit einander gemein haben wuͤrden, allhie insbeſondere bey denen Probſtings⸗Guͤtern zu unterſu⸗ chen. Vielmehr will ich, ohne mich dabey aufzuhalten, die Beſchaffen⸗ heit dieſer Guͤter ſelbſt aus denen von Zerr Gabel c.7. beygefuͤgten Nach⸗ richten kurzlich bemerken. 1 1) Die Beſitzer dieſer Probſtings⸗Guͤter ſind in Abſicht derſelben einem beſondern Probſtings⸗Gericht unterworfen. Ohlsburgiſche Prob⸗ ſtey⸗Statuten g.§. p. 122.„Ock ſo ſchollen alle Haͤndel un Sacken, „Proͤbſting⸗Gud oder Acker belangende nergends anders, den allene vor „den Probſtings⸗Gerichte verhandelt, und allda mit Rechte entſcheden „werden.“ Es beſtehet ſolches aus dem Probſte, dem Richter, dem Vogt, dem Dechant oder Schaffner, und denen Nothen oder Bey⸗ ſitzern, arg. g. S. n. r. p. 142 5. Siehe unten ad n. 5. Das Gericht ſel⸗ ber wird in der Kirchen oder auf dem Kirchhof gehalten. id. p„. ½2 9. „Ock ſin unſe Heren de Proͤbſte ſammt gantzen Amte ſo begnadet, det „ſei 1 1 8* 3 „ 728 88—0( Ser „ſei moͤgen oͤhre frie Proͤbſtings⸗Gerichte in der Bercken tho Olß⸗ „burg effte Kerckhoͤffe uf beſtemede Richts⸗Tage holden und entrich⸗ „ten.“ Oder wie es in denen aͤltern p. 99.§. 10. angefuͤhrten Statuten lautet:„Van older lobelicher Gewonheit hebben de Herren Forſthen „van Brunswich, de by duͤſſer Probeſthie tho Olſeborch to donde ge⸗ „hatt, un noch tho donde hebben, alſo begnadet den Probeſthen, de „Heren Paſtorn und gantzen Ampte, eine frye Kercke ſamt dem Kerck⸗ „hove, darſuͤlven ohre frye Probeſtinges⸗Gerichte uff fhoringe beſtim⸗ „mende echte Richts⸗Dage, binnen edder buthen der Kercke tho hol⸗ „dende. Und zwar ſind jaͤhrlich drey Gerichts⸗Tage dazu beſtimmet, nemlich, wie es c. 7. p. 124. heiſſet:, De erſte Sondag nach der hilligen Drey⸗ „faldigkeit, de andere Sondag nach Michaelis, de dridde Sondag nach der „hilligen 3. Koͤnige.“ Es muͤſſen ſolche Gerichts⸗Tage denen darunter gehoͤ⸗ rigen, oder die ſonſten etwas davor zu thun haben, drey Tage vorher bekannt gemacht werden, Ibid.„Ock ſchoͤlle de Voged der Proͤbſtin einen jeden „dat Gericht drey Tage vor dem Gerichte to ſeggen, up dat ein jeder⸗ „man ſick mit Vorſpracken und Bieſtande verſorgen werden, einen Prob⸗ „ſting⸗Manne ummeſonſt, und den Uhtmanne einen verordinten Schil⸗ „ling.“ Ein Utmann oder fremder darf bey dieſem Gericht nicht an⸗ ders gegenwaͤrtig ſeyn, als wenn er etwas davor zu handeln hat. Ibid. p. 145.„Ock geſtadet me neenen Uhtmanne by den Gerichte tho ſtehen⸗ „de, beſondern ſeſtig Foͤte darvon blieben, id waͤre dan, dat me dee „Uhtluͤde bedoͤrffete, moͤgte de alsden von Richter gefohdert werden.“ Ein Beklagter muß dreymal von dem Klaͤger eitiret werden, wenn er anders zu erſcheinen ſchuldig ſeyn ſoll. bid.. 145.„Ock ſcholl den Ver⸗ „klagten dat Richt de Klaͤger dreymahl laten anſeggen, und wenn de „Klaͤger dat dridde verſchmadete un uthe bleve, un de Beklagede thon „Gerichte mit ſienen Biſtanne erſcheene, Wege und Koſt⸗Spillung „daruf gewendet, ſo ſchulde de Beklagde von allen vorigen Anklagen ſo „lange entledigt ſin, bet de Klaͤger den Beklageten erſtmals noch zmahl „dat Gerichte durch den Voged lathen anſeggen.“ Wer mit dem bey dieſem Gerichte gefaͤlleten Urtheil nicht zufrieden iſt, wird dadurch ſtraf⸗ faͤllig. bid.„So ock jemand nach Erkaͤnntniſſe Richters Recht von un⸗ „ſern Herrn un Ammete eine Rechtſcheidung werde gethan, und de Par⸗ „te ſick hieran nich wollen faͤdigen lahlen, ſo ſchollen de montwilligen „Parte unſen Heeren in dey Broͤcke gefallen ſien, damit Richt und Rechte „ /——,——³——— 530 b e) Oo(SE⸗ „Gude dee negeſten ſien, und de Spilhaber, ſo der jetlicke weren, mit „Geldes Gewehr affleggen, un einem Probſting⸗Manne oder Knechte „wedder verkoͤhpen oder verlehnen. So aber ein Probſting⸗Mann neene „maͤnnliche Erven, beſondern eine Dochter edder mehr haͤtte, ſo denn der „Doͤchter ein edder mehr bueten der Probſtien wuͤrde uht gegeben, ſo „blifft oder bliven de Doͤchter buthen der Probſtien, ſo ſchuͤllen ſe buten „der Probſtie ock bleven un mit dem Antheil oͤhrem Anfall von dem „Schwerdtholer offgeleget werden; ock ſo gifft un nimpt de Prob⸗ „ſtie tho Olßburg der natuͤrlichen Gerechtigkeit nach, ſo ein Probſtie⸗ „Mann ſiene Dochter eine edder mehr buhten der Probſtie berege, ſchall „de Dochter darbothen blieben, wu boven verteicknet. So aber ein „fremder buten der Probſtie gebohren, eine edder mehr Doͤchter hedde, „un de einem Proͤbſting⸗Knechte edder Manne vertruwede, ſo wert „duͤſſe Fruwe ſammt oͤhren Kindern in Probſting⸗Gerechtigkeit genah⸗ „men.“ Und p. 147. S.§.„De Probeſthe to Olſeborch der natuͤrlichen „Gewohnheit nach, gifft und nimpt. So ein Probeſting⸗Mann ſeiner „Döͤchter einer edder meere buthen de Probeſthie uhtgeve, ſo blifft ſe „darbuthe, kan und mag nicht wedder in Probſtingl. Frieheiten geno⸗ „men werden, noch Probeſtingl. Landt edder Gut beſitten, veelweniger „öhren Kindern einen beſondern mit gudes Gewehre oͤhren Abſcheedt neh⸗ „men. Idt ſy denne dat ſe wedder na Abſterven des fhorigen Mannes „wedderum in de Probeſtie friede. Und ſo ein Frowe buthen der Probe⸗ „ſtien geborn, eine Dochter edder mehr hedde, und einen Probeſtingl. „Knechte edder Manne vortruende, ſo wird duͤſſe Frwe ſampt oͤhren Kin⸗ „dern in Probeſtingl. Gerechtigkeit Land und Guedt to beſittende und er⸗ „vende ingenommen, mit Beſcheede wuͤ bowe vorteckent.“ Beylaͤufig merket der Zerr von Gebel azt. f. F. 6. p. 97. bey Gelegenheit derer in dieſer Stelle vorkommende Woͤrter: Schwerdtholer und Spillhaber an, daß die gewoͤhnlichen Woͤrter: Schwerdtmagen und Spillmagen, aͤlſchlich und verdorben alſo ausgeſprochen werden, indem das Wort Magen gar keine hieher ſich ſchickende Bedeutung habe. Allein da es ſeine Richtigkeit hat, daß Mag ſo viel als ein Anverwandter heiſſet, wo⸗ von Magſchaft die Anverwandtſchaft herkommt. Siehe Herr MWacb- ter Gloſſ. German b. v., ſo ſiehet man wohl, daß die Benennung von Schwerdt⸗ und Spillmagen ſich ſehr wohl, ja noch beſſer als Schwerdt⸗ halter und Spillhaber zur Sache ſchickt.„6 . 5) Sie erege, So aba ¹ chter ha ede, ſol igkeit ga er natürit 2 Mann ſen 2', ſo blif S heiten gan A Welwenigt yſſcheedt net⸗ nen Mande an der Prob Probeſti ptoͤhren i dttendeund! « Pexläl unheit dere⸗ d Saun ꝛm das d „Allein a fer heiſet e Hert 1 zenennung⸗ b als Schme A — 99) O(⸗ 31 5) Sie koͤnnen dieſelbe zwar an ihre naͤchſte Freunde veraͤuſſern, und auch einem fremden verpfaͤnden, doch muß ſolches mit Wiſſen und Willen des Herrn geſchehen, und das Gut gerichtlich verlaſſen und aufgetragen werden. bid. g.). b. 123.„Ock ſo mag ein Prob⸗ „ſting⸗Mann ſienen Broder und Dern effe angebohrnen Freunden ſien „Gut mit Wetten und Willen der Herren verkopen, effe up dat hoͤchſte „einen andern verſetten, aber id ſchall im Probſting⸗Gerichte verlaten Lun upgetragen werden.“ Denn ohne gerichtliche Auftragung iſt kein Beſitz eines Probſtings⸗Guts zu Recht beſtaͤndig. Tbid. g. 6.„Das „Ammt der Probſtie beſteit neemand wat an Probſtings⸗Gude, idt „ſie vormahls in Probſtings⸗Gerichte upgetragen.“ Vor ſolche gericht⸗ liche Umſetzung des Guts muß die UUmmeſath bezahlet werden. 79. g. 9. n. F. p. 15.„Von den Ummeſathen den Herrn den Probſten von „einem Probſting⸗Manne ein Halvſtovecken, vom Uthmanne ein Stoͤ⸗ „vecken Wiens: dem Richter vom Probſting⸗Manne einen halben veer „Orden⸗Schilling, de Uhtmann einne veer Orden⸗Schilling: dem Vo⸗ „gede gehoͤret von einem Uhtmanne ein veer Orden⸗Schilling, vom „Probſtings⸗Mann nichts: dem Dechant effte Schaͤvner vom Prob⸗ „ſting⸗Mann ein halb Stoͤvecken Wiens, den Nothen eine Tonne „Beers de Uhtmann, de Probſtings⸗Mann eene halve Tonne Beers.“ Und n. 9. lbid.„Wenn ein Proͤbſtings⸗Mann Verneurung macket »einiger veſeßter Guͤter halven, ſol Wetten Geld geven den Nothen „veer Schilling, ein Uhtmann 8. Schilling. 8 65) Sie muͤſſen wegen ſolcher Guͤter einen jaͤhrlichen Zinß an Geld und Fruͤchten bezahlen. hid. g. 2. P. 1. 73.„Allene dat de „Probſtie⸗Maͤnner den Herren, den Proͤbſten und den Decken tho „Olsburg von oͤhrem Gude de Tinſe geven, noͤmelick von der Hove »Landes over der Fueſen einen Bronswickiſen Joͤrding, uff duͤſſe ſint „der Fuſen ein Punt Geldes dartho uf dat Hues Lechtenberg Verde⸗ „dings⸗Geld van der Huffe Landes twe Himten Havern un twe „Schilling nie Bronswickiſche. Wenn ſie denſelben nicht zu gehoͤriger „Zeit entrichten, noch bey dem Herrn um Anſtand anſuchen, kan „er ſie daruͤber pfaͤnden laſſen, wenn die Guͤter gleich unter einem „fremden Gerichts⸗Zwang liegen. Vbid. Z. J. D. 175.„Ock ſchullen „de Probſtings⸗Maͤnner, edder de Proͤbſtings⸗Guht under ſick „heffen, oͤhre geboͤhrliche Tinſe uht to geven ſchuldig, Sonntas nechſt X† 2 9„ ichae⸗ 532(0O( r. „Michaelis, edder tied bidden; So aber jemand hierin verſaͤumlich ge⸗ „funden, moͤgen unſe Heern durch den Voged panden laten.“ Und 1dl. p. 147.„Ock hebben de Probeſthe binnen und buthen Oelſeborch, „over Probeſtingl. Guede de Macht ock over öre Tinſe tho richtende und „tho panden. Idt ligge binnen edder buthen Olſeborch effte watte „Soͤrſtendome idt ligge.“ 7) Sie muͤſſen dey einer neuen Belehnung auch die Lehnwaare an die Kirche, bey dem Abſterben die Baulebe und der Probſtey jaͤhr⸗ lich ein Halßhun geben. Ibid. p. 1465.„Wenn ein Canonicus ed⸗ „der Vicarius der vorgemelten Kercke(tho Olſeborch) Dodes afſſtervet, „edder eine Voranderinghe der Lhene geſchuett, de ſo dan Lheen „wedder entfenget moeth de Helffte ſiner Tinſe einmahl thom Gebwe „und Betheringhe der Kercke geven.“ Tbid. F. 9. p. 14.„Wann „ein Probſting⸗Mann verſtoͤrve in Staͤdten effe Doͤrffern, un de „Buleve nicht foglich moͤchte bekommen; ſo ſchulde me ſodahne Weh⸗ „re an ſtenen nagelaten Gude ſoͤcken.“ Und p. 1½ 7. Lid.„Ein Pro⸗ „beſtingl. Mann, ſo he Dodeshalv verſtervet, iſt ſchuldig eine Bulebe, „den Probeſthen und der Kercken togevende. de Ackermanlein „Verde, negeſt dem Beſthen. de Koter eine Bs negeſt der Beſthen. „de Bulebe wert in dri dhele gedhehlet, dem Geiſtlichen Probeſthe ein „deel, dat ander deel dem wertlichen Probeſthe, dat dritte deel der „Kercke to Oelſeborch, duͤſſe Bulebe ſcal nicht, den allene dorch den „Voget und Heren gefordert werden. dem Vogede gehoͤrt hiervan ein „phar Scho edde achte Mariengr. mach me mit in dingen.* Extraclus actor. p. 136. /½α%α᷑ in welchem die klagende Probſtey anfuͤhret, daß ihr von denen Probſteyleuten, als die ihr mit Halßeigenſchaft ver⸗ pflichtet waͤren, das jaͤhrliche Halßhun abgetragen werden muͤſſe. Welches ihr aber das beklagte Amt Wolffenbuͤttel p. 140. nicht wei⸗ ter eingeſtehet, als daß ſie ſolches Halßhun von denen Probſtings⸗ leuten, welche nach dem Probſtings⸗Gerichte giengen, wuͤrklich kriege, es giengen aber oft viele nicht dahin, und von ſolchen bekaͤme ſie es nicht. Die Weiber muͤſſen bey ihrer Verheurathung ein Pfund Wachs an die Kirche geben. Olsburg Statut. de A. 1527. p 146.„So ock je⸗ „mand tho Olſeborch eine Magett edder Fruwen thor Ee nheme und frie⸗ „de, moeth de brudt thom Ingange der Kercke und vor dat gemachede „Stolte ein puntt Waſſes geven, de Kercken in Betherunge tho hoidende 46 2o. 333 8) Wer unter ihnen als ein Hageſtolz nach funfzig Jahren und drey Wochen, oder wie es in denen neuern Statuten verſehen iſt, nach ein und funfzig Jahren und drey Tagen ſtirbt, deſſen Gut faͤllt dem Herrn an⸗ heim, doch koͤnnen die naͤchſten Freunde gegen Erlegung eines gewiſſen Geldes es wieder einloͤſen. In den Statuten e 1.: 527. heiſſet die hie⸗ her gehoͤrige, und von dem Herrn von Goœbel zum Beſchluß des oftge⸗ meldeten Tractats p. 168. annoch beygefuͤgte Stelle alſo:„Thom verden, „wo oldt ein Hageſtolte ſin ſchulle! Ein Hageſtolte behorich int Probe⸗ „ſtinck ſcall oldt ſin vefftig Jar und drey Weecken. Und ſo ein Pro⸗ „beſtinglicher Hageſtolte na vefftig Jaren und drey Wecken affſtoͤrve, ſo „ſchullen ſick de Hern de Probeſthe tho Olſenborg des verſtorbenen „Hageſtolten thobehoͤringe und angefallen Gudt, Land edder Hoffe „mit Rechte untermathen und an ſick nehmen.“ Und in denen de A. 1600 F. J. p. 173.„Thom veerden, ein Hageſtolte behorigk in dee „Probſtie ſchall ein un vefftig Jahr und drey Dage ſin, und ſo ein „Hageſtolte nach ein unvoͤfftig Jahren in GOtt verſtoͤrffe, ſo ſchulde ſien „Nachgelaten Guht an dee Heeren dee Proͤbſte und Dechand tho Olß⸗ „borg gefallen ſien, aber dat naͤchſte Bloet moͤgte einer ſothan Guht „ von den Heeren wedderkoͤpen.“— 9) Sie verliehren ſolche Guͤter. a) Wenn ſie ſelbige ohne Einwilligung des Herrn veraͤuſſern. Statut.«e 4 1600 F. F. p. 1333. „Et mag ock neen Probſting⸗Mann⸗Land edder Guht ohne Wetten und „Willen der Heeren verkofft werden, wu ſodann geſchehe, ſoll dets Gue⸗ „des verfallen ſien, edder nach Gelegenheit der Sachen in tein Bruns⸗ „wickiſche Marck verfallen ſien.“ b) Wenn ſie eigem andern Herrn ein Halßhun geben. Iid. p. 1257.„Ock ſo jemand Probſtings⸗Guht un⸗ „der ſick hedde un geve einen andern ein Halßhohn, der koͤnte und moͤch⸗ „te neen frie Probſtings⸗Guht erven, ock der Probſtien Gerechtigkeit „brucken, beſondern de Schwerdhalve des Guͤders mag ſick an ſo⸗ „dahnen Guede ſetten laten. c) Wenn ſolches von ihnen innerhalb Landes in funfzehen, und auſſer Landes in zwanzig Jahren nicht beſeſſen, und alſo von einem andern verjaͤhret worden. Statut. de A. 16 00. p. 12 ½. „Ock ſcholl me einen Probſtings⸗Mann edder Knaben binnen Landes „ſien Guht veffte in Jahr, un einen Uhtmanne twintig Jahr lang „nachgeheget werden.“ Wiewohl der Herr von Gobelp. 101. Anmerket 6 534 22 Sau daß in denen aͤltern Statuten de A. 2529. einem der ſich innerhalb Lan⸗ des befindet nur ein Jahr, einem abweſenden aber zehen Jahr nachgeſe⸗ hen worden. d) Gewiſſermaſſen werden ſie auch des Gebrauchs ihres Guts beraubet, wenn ſie innerhalb drey Jahren den ſchuldigen Zinß nicht abtragen. Statut. ge A. 1600. p. 145.„Es iſt zu Rechte erkannt, daß „die Probſtings⸗Maͤnner, ſo den Heern Proͤbſten und dem Herrn dech⸗ „ant mit Pfenning Zinſen verhafftet, im dritten Jahr nicht bezahlen wuͤr⸗ „den, ſollen alle ihre Proͤbſtings⸗Guͤter mat und ſtille legen, und den „Heern Proͤbſten in Straffe von 10. fl. gefallen ſeyn, und den Nothen „ein Vaß Biers.“ 39) Rup- XXXVI.) Von denen Rupturis, Exſartis, Scindis, Oc. ruræ, Ex- ſarta, Scindæ, Odc. Es erwehnet der Zerr Zofr. Gebauer in not. ad L. J. derer bey denen Franken und ſonſten gebraͤuchlichen Apriſionum, Rup- turarum, Scindarum, Exſartarum, Terrarum, Arabilium, Facta- rum,&c., und rechnet ſolche unter die Arten von Emphyteuſibus. Weswegen wir ſolche auch allhie zuſammennehmen, und ihre Beſchaf⸗ fenheit kuͤrzlich anzeigen wollen. Von denen Apriſionibus iſt oben p. 18 feqq. bereits gehandelt worden. Exſarta, Allarta, Sarta,&c. Daß hiedurch ſolche Felder und Laͤndereyen, welche nach vorhergegangener Ausrottung der Waldungen, Straͤuche und Gebuͤſche neu angeleget worden, angezeiget werden, ſolches iſt auſſer Streit, und laſſen uns die vielen und deutlichen von n Freſne h. v. angefuͤhrte Zeugniſſe hieran nicht zweifeln. Denn ſo heiſſet es z. E. in Lca⸗ car. Anplic. P. I. cap. 13. Eſſarta vulgo dicuntur, quæ apud Iſidorum Occationes nominantur: quando ſcilicet foreſtæ, nemora vel dumeta quæ- libet paſcuis& latibulis ferarum opportuna ſucciduntur, quibus ſucciſis & radicitus evulſis terra ſubvertitur& excoliter. Cum nos vellemus eſur- tare,& ad terram arabilem redigere nemora noſtra. Was die Abſtammung dieſes Worts anbetrift, ſo kommt mir unter denen, ſo man insgemein an⸗ fuͤhret, die von dem Lateiniſchen Sarrire, welches ſo viel als ausjaͤten, aus⸗ putzen anzeiget, ſo lange am wahrſcheinlichſten vor, bis daß man ein Teut⸗ ſches Wort beybringet, wovon ſolches fuͤglicher hergeleitet werden koͤnne. Es hat zwar Herr Machter in Gloſſar, in Prafat. ad German. f. 43. ds 1— ey dir, Ne „. derer rum, Ruj ¹phyteulibe Per Veſchi ai' ſf ohen p. Faldder und Waldungen den, ſolche du Freſuebe 3 3. E. ing Jud Iſidoru- dumeta qu pibus ſux jellemus ſ Alſtenn⸗ insgemein usjaͤten,C maneind werden k dll. 1. 8 )o( a⸗. 75 bey Boxbornio in Lex. Britann. Lat. befindliche Celtiſche Wort bear, ara- tu facilis, arabilis zum Stammwort angegeben. Allein einestheils ſo ſteckt in der Bedeutung dieſes Worts ſelber nichts, weswegen man es von Aushauungen und Ausrottungen der Waͤlder und Gebuͤſche vor an⸗ dern haͤtte gebrauchen ſollen, vielmehr ſchickt ſich ſelbiges beſſer auf bereits bebauete als neuausgerottete Laͤndereyen. Und zum andern, ſo lehret das Wort /artare, welches mit exſartare oder eſſartare einerley iſt, z. E. in der Urkunde de A. 1191. ap. Hemereum in Auguſta Virom. Vallis Ge- rardi& medietas nemoris de Berencourt, quod dicitur Foreſtel. ſartanda excolenda conceduntur. Wie auch Sartum, welches mit Eſſartum gleiche Bedeutung hat, z. E. in Charta Plaetor. Corona ap. Fovedenum p. 795. Moa autem ſarta erunt in manu Regis. Si vetera. ſarta znhladata ſunt de frumento vel ſiligine. Daß das Stamm⸗ wort mit einem Kanfangen muͤſſe. b Scindæ. Es ſoll dieſes Wort in dem Cupirulari Ludbvici Pii de . S29. c. 12. vorkommen, allwo anſtatt der Worte alienas terras, wie ſie bey Baluzio geleſen werden, bey Heroldo, Scindas ſtehet. Da nun ſeindere terram ſo viel als umpfluͤgen heiſſet, wuͤrden durch dieſe ſein- das vermuthlich auch neuausgerottete oder wenigſtens neuumgepfluͤgte Laͤndereyen zu verſtehen ſeyn. Allein weil vielleicht nur durch ein bloſſes Verſehen im Abſchreiben dieſes Wort hervorgebracht worden, finde ich es unnoͤthig, mich bey deren laͤngerer Unterſuchung aufzuhalten. AKußpticum, Kuptura. Rumpere heiſſet in denen mittlern Zei⸗ ten ſo viel als umpfluͤgen, umackern, z. E. in der Urkunde Ae k. 7273. in M. Paſtorali Eceleſ. Pariſ. lib. 15. ch. 22. ap. du Eroſnue b. v. Cum centum arpentis terræ arabilis, tam ruptir Quam rumfpendir. Und kann es wohl ſeyn, daß das teutſche Wort rotten zu dieſer Bedeu⸗ tung des Worts rumpere mit Anlaß gegeben, wiewohl die Redens⸗ art, aratro rumpere terram, auch bereits bey denen Roͤmern ge⸗ braͤuchlich geweſen. Ruprura bedeutet alſo an und vor ſich ein umge⸗ pfluͤgtes Land. Es wird aber hernach bald vor ein Bauer⸗Gut uͤberhaupt genommen, und denen Ritterlichen Lehen entgegengeſetzet. Charta I beobaldi Chabot. de A. 119. ex Tabul. Aſienſi ap. du freſne cit. 1. Quod ſi pro defectu ſervitii feodum aliquod mihi ſaiſiero, ip- ſi propterea rupruras non perdant ſed habeant, und werden die Beſitzer oder Bauern davon rupturarii genannt. Von welchem Wort au Freſne b. v. 536)o( u „ v. das Wort roturier viel wahrſcheinlicher als wie Leibnits von Ruoda(ſiehe das v. Buriſche Lehenr. p. 235.) herleitet. Mit welchen rup⸗ turariis die rupturarii oder rutari, wodurch zuſammengelaufen raͤuberiſch Geſindel angezeiget wird, nicht verwechſelt werden muͤſſen, als welche von dem Teutſchen Worte: Rotte cohors, turba, ihren Namen haben. Bald zeiget ruptura aber ebenfalls ein neu ausgebrochen oder neu ausgerottetes Land an. Bulla Privileg. Monaſter. S. Felicis in Arragou. ap. du Freſne b. v. Decimas& primitias de uovis rupturis, quæ factæ ſunt in allo- dio S. Felicis. Und zwar wird das Wort rupticium faſt immer in dieſem Verſtande gebraucht, z. E. in Charta Theobaldi Epiſcop. Am- hian. de A. 1163. ap. du Freſne b. v. Infra terminos ejusdem decimatio- nis de Savieres eſt pars cujusdam nemoris, quam tenentur fratres B. Joannis ad culturam reducere& rupticia facere. Sudicatum A. 3332. in Hiſt. Reomaenſi ap. Eund. Omnes decimæ remanebunt etiam in novalibus ſive rupticiis, ſeu in bladis vivis. Was nun die Beſchaffenheit dieſer Exartorum und Rupticiorum anbetrift, ſo werden wir ſolche bey Abhandelung der Novalium oder Rotlaͤcker in der Lehre von denen Regalien mit unterſuchen. Hier merken wir nur an, daß man ſolche neuausgebrochene Laͤnder ins⸗ gemein denenjenigen, welche dieſelbe zuerſt ausgerottet und fruchtbar ge⸗ macht, gegen Erlegung eines jaͤhrlichen Zinſes erblich eingegeben. So ſchreibet z. E. der Pabſt Alexander III. an den Vigorienſiſchen Biſchoff in demc. 7. X. de Reb. Eccleſ. alien. vel non. Illas terras, quæ de ſylvis extirpatæ ſunt arabiles factæ, eis hæreditario jure poteris concedere ſuh aunuo ceuſu tenendas, d quibus ſuo vel parentum ſuorum labore, couſtiterit extir patas. Ein gleiches iſt auch verſehen im Saͤchſ. Landrecht Lib. III. art. 79.„Swa geburee ein nuwe Dorf beſezzoen von wilder wurzeeln, den „mac des dorfes herre wol gebn zins Recht an den Gute. al en ſin ſie „zu deme gute nicht geborn.: Welches in denen Churſaͤchſiſchen Conſtitutionen P. II. conſt. 39. ebenfalls bekraͤftiget worden, ibi:„Daei⸗ „nem aus raucher Wurtzel ein Gut um einen Zins zu einem Erb⸗ „Zinß⸗Gut eingethan und ein Lehnbrieff daruͤber gemacht, ſo waͤre es auch „pro emphyteuſi zu halten.* Ein ſolcher Zinß ward nun bisweilen ſelbſt ruptura genannt. Motit. A. 1072. ap. Beslium p. 1 91. cit. à du Freſne b. v. Dimiſerunt conſuetudinem, quam tenuerunt, id ſt rupturam in medio terræ noſtræ, quæ eſt in Inſula Oleronis. Auch haben wir obenp. 806. die Benen⸗ ₰ adein T 1 d lihen V Si ruh nls wi. rhaben.) 1 * ausgerte — d. Au N. —(unt in r faſt inm A Fhjſa am decim 4 entur im ditum 41 Adebunt d a. Rupticion Tovalium 5u. arelanderin ufruchtbarge geben. E ſen Viſchof wwis ertinhe ruh annuo a Aufiiterit en dt Lüy. III wurzceln iee al enf lhurſachſt eh, ibi:„D zu eineme ſo waͤretz biswelle à du Ffeſu aramin m 3 o( 937 Benennung der Rutſcher⸗Zinſen hievon hergeleitet. Vor andern aber duͤnkt mich, daß die Abgift, welche man taſca genannt, insbeſondere und anfaͤnglich einen Zinß von neuausgerotteten Aeckern bedeutet habe, denn ſo wird z. E. in einer Urkande de 4 12o. ap. du fieſue h. v. quls⸗ druͤcklich das Recht auszurotten, ausbedungen, ohne daß man noͤthig haͤt⸗ te, die raſchiam zu bezahlen: Videlicet jus exſartandi absque præſtatio- ne taſchiæ, ac etiam laborandi Ic. Ob gleich nachgehends ſolches uͤber⸗ haupt eine Abgift von denen Laͤndereyen angezeiget hat, wie die vielen Zeugniſſe bey aa Eyeſne L. v. lehren, z. E. in der Urkunde Pbilippi Pul- cbri de A. 130à½. Illud agrarium ſive taſcam, quod& quam dictus Rex Percipere conſuevit in 9. quartonatis terræ. XXXVII.) Von denen Terrir Saliis. Es ſind die Meinungen der Gelehrten von der Beſchaffenheit der Sa⸗ liſchen Guͤter ſehr unterſchieden, wie aus der Anfuͤhrung derer vornehmſten mit mehrem erhellen wird. b 1) Pithæuf in Gloſſar. ap. Baluz. 7. II. p. 70½. Lindenbrog und andere halten davor, daß es dergleichen Laͤndereyen geweſen, welche von denen Teutſchen Voͤlkern bey der Eroberung der Provinzen denen Feinden abgenommen, und durch das Loos unter den Koͤnig und un⸗ ter die Soldaten vertheilet worden. Und rechnen ſie dahin auch die Stelle Procopii L. I. de Bello Wandalico- Gizeticus deinde ſi quid inter Afros boni fuerat aut agri, aut rerum aliarum„ omne inter filios diviſit Honorichum& Genzonem. Nam Theodatus Junior jam deceſſerat ſine liberis. Ceteros item agrνος optimos Africæ à do- minis ereptos Wandalis diſtribuit, qui adhuc hodie XAOo, QarydAoy aA⁴‿Sp rau. Nun meinet zwar Herr Hofr. Struv in Coypore Hiſßtor. Germ. P. 96. e*‿h., daß dieſe Muthmaſſungen deswegen keinen Grund habe, weil die von denen Teutſchen Voͤlkern eroberten Laͤnder vielmehr unter der Lehnsverbindlichkeit ausgetheilet worden. Es laͤſſet ſich aber dieſer Zwei⸗ fel aus dem, was wir in demv. Buriſchen Lehenr. p. 379. von dem Urſprung der Allodiorum beygebracht haben, leicht heben, da wir nemlich angemerkt haben, daß auch Eigenthums⸗Guͤter unter die Soldaten ausgetheilet wor⸗ den, und vielleicht gar das Wort Allot oder Allode ſeinen Namen daher be⸗ kommen habe, welches denn noch dun die angefuͤhrte Stelle Procopii be⸗ yy kraͤftiget 9) Terræ 6 1 * 1 8 4 ½ 8 1 3 “ 8 „o ——— 3 4 538 9,3)O( kraͤftiget wird. Unterdeſſen halte ich doch deswegen dieſe Meinung nicht vor wahrſcheinlich, weil a) auf ſolche Art faſt alle eigenthumliche Guͤter der damaligen Teutſchen Voͤlker dieſen Namen haben muſten, und auch b) ſonſten nichts zu der Beſtaͤrkung dieſer Bedeutung beygebracht wor⸗ den. 2) Franciſe. Horromannus Francogall cap. 10. Tbomaſius éelect. Ca- pit. Hiſt. Jur. jeud. g. 20. ſerg. und andere meinen, daß es mit Allodium voͤllig einerley ſey, indem dieſe Worter in einigen Urkunden als gleichbe⸗ deutend gebraucht wuͤrden, z. E. Job. Tilius Ker. Gallic. Lib. III. tit. de filiab. francis p. 12:. fuͤhre eine Urkunde de A. 1231. an, in wel⸗ cher es heiſſe: cui dedit ſuum alaudium vel bereditatem Solicam. Ja ſelbſt in dem Lege Salica laute die Ueberſchrift des Tituls: de Alode, und wuͤrde hernach doch die Verordnung von der Terra Salica darinnen bemerket. Hiewieder aber wendet Herr Seruv in Commient. de Allodiis Imperii(ap. I. S.§. p. 39. ein. a) So werde in dem Lege Salica alo- de und Terra Salica deutlich unterſchieden, indem die Allodia der freyen Erbfolge und Verordnung uͤberlaſſen, in Terra Salica hingegen die Erb⸗ folge nur auf die Mannsperſonen eingeſchraͤnkt werde. b) So werden in vielen Urkunden die Saliſchen von denen uͤbrigen Eigenthums⸗Guͤtern klaͤrlich unterſchieden, z. E. in der Schenkung Caroli M. ap. Lindenbr. in Gloſſar. Atque inſuper in Honica duos manſos& dimidium, dræter Salicam terram, Antiquit. Puldenſ. Lib. III. trad. 29. Trado decem huobas in eadem ſcilicet villa, ſex cum manſionariis& omni poſteritate eorum, unam in Weldricheshuſum unam in Burcho, unam in Oweheim& vineam, centum quinquaginta jugera terræ Salica. Ob ich nun ſchon, was den erſten Grund anbetrift, ſolchen nicht aller⸗ dings vor richtig halte, wie wir gleich mit mehrem ſehen werden, ſo hat es doch an und vor ſich ſeine Richtigkeit, daß Terra Salica und Allodium nicht voͤllig einerley, ſondern vielmehr die erſtern vor eine Art des letztern zu halten, weil man ſonſten ſolche bey Erzaͤhlung anderer Hoͤfe, Laͤnder und Gebaͤude von dieſen nicht wuͤrde unterſchieden haben. 3) MWendelinus in Gloſſario meinet, es waͤre ein ſolches Gut Saliſch genannt worden, welches ein homo ſalicus beſeſſen. Man wendet aber mit Recht hiewieder ein, daß ſolche Perſonen mehrere Guͤter beſeſſen, und man ſie folglich insgeſamt alſo nennen muͤſſen, da doch angefuͤhrtermaſ⸗ ſen bey Erzaͤhlung ihrer Beſitzungen nur einige dieſen Namen tihren⸗. 9) P. — ͤ—— = mun Slüchie 11) Wha 2 brach 1 zu Klh. nit Alln e als glet X Iil. M In, in Adücam. p u: de Aa 2 icca darin Tait. de Alb Jee Salica! T i der fen eegen diec So verde duns⸗Güten An Liubulr dimidium, dr 29. Trad rüs& om s in Burche terræ Salt en nicht u verden/ ſo. und Allod Art des eht „Hife, i s Got Si vendetaber ngefühett nocfhe en füh W o( 539 „¼ Du Freſne in Gloſſario H. u. Lex Salica haͤlt davor. Es waͤren die Saliſche Guͤter dergleichen, die anfaͤnglich denen Salicis hominibus gegeben worden, daß ſie dagegen Kriegesdienſte verrichten ſollten, und weil die Weiber zu deren Leiſtung nicht tuͤchtig waͤren, haͤtten ſie auch kei⸗ ne Erbfolge darinn haben koͤnnen. Gleichwie er aber keine Gruͤnde zu Be⸗ ſtaͤrkung dieſer Meinung anfuͤhret, ſondern ſich blos auf ſeine Deſſertat. XI II. ad Joinvilam beruft, ich aber ſolcher voritzo nicht habhaft wer⸗ den koͤnnen; ſo kann ich nicht wiſſen, wie weit er ſein Vorgeben wahr⸗ ſcheinlich gemacht habe. Eben ſo wenig kann ich 5) von derer ihrer Meinung urtheilen, welche nach dem An⸗ fuͤhren du Freſne in Gloſſar. v. Sala wollen, daß die Saliſchen Guͤ⸗ ter ihre Benennung von Sala publica, welches ein zu denen Gerich⸗ ten gewidmetes Haus heiſſe, empfangen, und dadurch ſolche Guͤter an⸗ gezeiget wuͤrden, welche denen in dem Sala publica gehaltenen Gerichten unterworfen geweſen, und nach denen dabey uͤblichen Geſetzen beurthei⸗ let worden. Sintemal u Freſne c. l. auch wegen dieſer Muthmaſſung und deren weiterer Ausfuͤhrung ſich auf gedachte XVIIte Diſſertation ad Joinvillam berufet. 6) Serr Wachter in Gloſſario v. Sal⸗Land erklaͤret dieſelben fol⸗ gendermaſſen. Gleichwie von denen Anfuͤhrern der Teutſchen Voͤlker die denen Soldaten eingegebene Laͤnder Allodia von lot ſors, weil ſie durch das Loos ihnen ausgetheilet worden, genannt; ſo waͤxen ſolche auch mit ei⸗ nem andern Namen bona ſalica Sold⸗Guͤter von /elen, welches ſo viel als uͤbergeben, eingeben hieſſe, benamet worden, und waͤren alſo die allo⸗ dia und terræ ſalicæ einerley, bey welchen als Beſoldungs⸗ und Beloh⸗ nungs⸗Guͤter der Soldaten die Weiber keine Erbfolge haben koͤnnen. So wie nun ferner nachgehends durch Allodium, das erſtlich ein Soldaten⸗ Gut(terra militaris) bedeutet, ein jedwedes vaͤterliches Gut angezeiget worden; ſo waͤre auch nach und nach ein jedwedes vaͤterliches Gut, wel⸗ ches eine Saliſche, d. i. eine jedwede freye Perſon unter denen Franken be⸗ ſeſſen, terra ſalica genannt worden. Und habe auf dieſe letztere Bedeu⸗ tung Marculfus Lib. II. form. 12. ſein Abſehen gerichtet, wenn er als eine gottloſe Gewohnheit angegeben, daß bey der terra paterna die Schweſtern nicht mit denen Bruͤdern erbeten: Denn, daß ſonſten die Schweſternin denen Soldaten⸗Guͤtern(fundis militaribus)nicht erbeten, waͤre keine gott⸗ loſe, ſondern eine gerechte Brochaheſe Allein es bleiben auch bey dieſer h p. 2 Mei⸗ 540) O(r- Meinung noch viele Zweifel uͤbrig. Denn a) ſo wuͤrde folgen, daß die Saliſche Guͤter anfaͤnglich von Sellan, ſelle, tradere, hernach aber von denen Saliſchen Beſitzern genannt worden, und alſo nach Veraͤnderung der Umſtaͤnde auch einen ganz unterſchiedenen Grund der Benennung erhalten haͤtten. 6) So waͤre bey Anfuͤhrung ſo vieler Guͤ⸗ ter in denen Urkunden, worunter vermuthlich ebenfalls ſehr viele ererbet geweſen, es unnoͤthig geweſen, dieſe und jene Guͤter insbeſondere Saliſch zu nennen, und ſie dadurch von andern allodiis paternis zu unter⸗ ſcheiden.)) So muſten bey denen Franken alle liberi homines wegen jed⸗ weder eigener Guͤter, ja wenn ſie gleich nicht einmal Laͤndereyen beſaſ⸗ ſen, entweder in Perſon mit zu Felde ziehen, oder nach Beſchaffenheit ihres Vermoͤgens an Gelde etwas zu denen Heerzuͤgen beytragen,(ſiehe das v. Buriſche Lehenr. p. 338.) folglich haͤtte Mareulfus in ſo weit niemals Urſach gehabt, die Ausſchlieſung der Toͤchter vor eine gott⸗ loſe Gewohnheit auszugeben, wenn ihm nicht vermuthlich die Roͤmi⸗ ſchen Sitten, oder eine vermeinte natuͤrliche Unbilligkeit zu dieſer Be⸗ nennung Anlaß gegeben haͤtten. Zugeſchweigen, 9) daß die angege⸗ bene Erklaͤrung von der Beſchaffenheit der terræ ſalicæ ebenfalls, wie die ſub n. 2., mit nichts weiter als mit dem Lege Salica, und daß ſolche daſelbſt auch allode genannt wird, beſtaͤrket wird, von welcher Stelle wir ſogleich handeln wollen. 7) Noach. Ladianus de Ohſcur. Alemann. verborum ſagnificat. ap. Goldaſt. Tom. II. Ker. Allemann. p. 6o. bejahet, daß ſolches freye Lehn⸗Guͤter,(Fryge⸗Lehnguͤt) die nemlich bey. Veraͤnderung der Beſi⸗ tzer keinen Ehrſchatz oder keine Lehnwaare bezahlen duͤrfen, geweſen. Dieſem tritt auch Herr Hofrath Keruve c. l. bey. Weil er aber in der Ausfuhrung ſelber eine ganz andere Erklaͤrung von dieſen Guͤtern als wie Zadianus beybringet, ſo wollen wir ſolche, ohne uns bey der mit nichte erwieſenen Vadianiſchen Meinung aufzuhalten, insbeſondere un⸗ terſuchen. b 8) Er traͤget nemlich mit vielen andern und insbeſondere auch mit unſerm Verfaſſer, der in dem letzten§. dieſes Capitels faſt gleiche Gedan⸗ ken heget, die Sache ungefaͤhr folgendermaſſen vor. Wie der Fraͤnki⸗ ſche Staat ordentlich eingerichtet worden, ſo haͤtten die Franken ihren Anfuhrern und Koͤnigen ihre gewiſſe Cronen⸗Guͤter oder domainen, bona fiſcalia angewieſen. Wenn nun jemanden wegen beſonderer Verdienſte b etwas == ——— — —————„ — )o Mr etwas von dieſen Guͤtern ohne Dienſtleiſtun ſolches Saliſche Guͤter genannt worden. Guͤter Treue und Dienſte geleiſtet werde einer voͤlligen freyen Verfugung uͤberla ſchen Guͤter gleichſam eine Mittelgattu keine Dienſte geleiſtet, doch aber auch nicht ſo freye V wie uͤber die Allodia machen, noch auch die Weiber ſich nen anmaſſen koͤnnen. Es iſt aber be der hinlaͤngliche Beweiß fehlet, ind nichts als auf den Beyfall unterſchieden 9) Meines Erxachtens endlich halte angegebene, und in dem v. Buriſchene maſſung vor die wahrſcheiniichſte, cæ nichts anders als dergleichen G nung einer Familie gehoͤret, gewe ges Tages auch Stamm⸗Guͤter nennen koͤn ich dieſer Meinung vor andern be Sala zwar uͤberhaupt ein Haus lehren, hauptſaͤchlich aber wir g geſchenkt worden; ſo waͤren Gleichwie nun be den muͤſſen, die ſſen geweſen, ſo ng geweſen, y denen Lehn⸗ Allodia hingegen waͤren die Sali⸗ von denen man zwar fuͤgungen daruͤber, ein Erbrecht darin⸗ auszuſetzen, daß ihr ahrſcheinlichkeit auf er neuerer Gelehrten gruͤndet. ich die von Becard ad Leg. Sal-h henr. p. 204½. bereits beruͤhrt daß nemlich bona ſalica oder te aͤter, welche zu dem Sitz und der Woh⸗ die man gewiſſermaſſen heuti⸗ nte. Die Gruͤnde, ypflichte, ſind folgende. wie die vielen Zeugniſſe b d dasjenige Haus, y dieſer Meinung dem ſich ihre W weswegen 2) So bedeutet ey du Freſne b. v. welches auf einem Gute zu dem Auffenthalt und der Wohnung des Herrn verſtanden, z. E. in Hreviar. Caroli M. ap. Leihnit. 325. Invenimus in Aſnapio o dominico ſolam Ktam oprime, da an andern Stellen davor caſau z. E. p. 330. Invenimus in illo fiſco dominieo eaſt Domum regalem ex ligno ordinabiliter conſtri de de A. 799. bey Herr Scbannat. Tradit. Fuldenſ. u. Mogontia aream unam cum ſala lateribus via&. In einer Urkunde Caroli Calo ap. du Freſne v. Sedes, ſeſſus. ſum unum indominicatum ad a gewidmet iſt, darunter Cplect. Etymol. T. 11. p. regalem, ex la pide fa- nd domus geſetzet wird, regalem. Und p. 337. In einer Urkun⸗ 133. Infra Civitate „ quod eſt duabus i in Tabular. Der Concedimus etiam eisdem Dei ſervis/ cum proprio, uti vul- & cum omni ædificio ceipiendum ſalem, go dicitur, ſtallone& furca ſuperpoſita. B Abſicht dem Wort Domus no ſondere den Sitz und das isweilen ward in dieſer um dadurch insbe⸗ nem Gute anzuzei⸗ ch ſalica hinzugeſetzet„ Wohnungshaus auf ei gen, wie z. E. in der Urkunde ap. Golaoſt. Tom. n. Jz. Tam marchis quam ædificiis(excepta terris, pratis, vineis, ſylvis, aquis, aquarumque II. Antiquit. Mlemanun. Jalica) curtilibus, decurſibus cultis & incultis, omnia ex integro pro remedio animæ ſuæ nobis tradidit in ea ratione, ur nos easdem res ſtatim habeamus,& ex illis faciamus, quicquid voluerimus,& ille a nobis accipiat in beneficium in tempus vitæ ſuæ, quod habemus in Majugas excepta Salica terra, niſi 4. jugera ex ipſa. In Unter⸗Navarra werden nach dem Zeugniß du Freſue b. v. noch jetzo die adelichen Sitze oder Haͤuſer Salæ genannt. Und in dem Dingrotul su Capell ap. Schilt. de Curiis domin. p. 59§., wird die curia dominica: der Selehoff genannt:„der Selehoff, heiſſet es, da dis Gut und die Huber „inhoͤrent, der lit zuC. obwendig der Brucken uf dem eigene, das S. Gerien „was.“Diejenigen Guͤter nun, welche zu dieſer ala oder Wohnung gehoͤre⸗ ten, oder wenigſtens vor dieſem dazu gehoͤret hatten, wurden Saliſch genaßt. So heiſſet es z. E. in der Urkunde de A. 1016. bey Herr Schannat. in Tradit. Fuld. n. 666. Excipiens unam curtem Mulinhuſen vocatam, ejuy ſoilicet Terram Salicam cum triginta hubis. Sie waren alſo von denen agris oder manſis indominicatis oͤfters nicht unterſchieden. Cæſarius in Gloſſa p. 445. beſchreibet die manſos indominicatos durch agros curiæ, die man Selgunt oder Sel⸗Gur nennete. Siehe oben v. manjus dominicus bey eben dieſem Cæſarioin Regiſtro Prumienſi ap. Leibnit. c. l.. 400. wird ſalica terra eben⸗ fals als ein zu dem Hof, Sitz oder Stamm⸗Gut gehoͤriges Land angege⸗ ben: Canonici noſtri recipiunt decimam in ſalica terra ejusdem curiæ, & tenent eam ab Eccleſia Prumienſi. Puto tamen eam jacere inter Binge& fluvium Na, juxtra caſtrunn ejusdem Comitis. Und p. 496. wird eines vineæ ſalicæ erwehnet, welchen als herrſchaftlich die Bauern mit bebauen helfen muͤſſen: Inter illa ſeptem feoda debent bene co- jere vineam ſalicam, quæ ſita eſt in monte juxta villam: Solvunt etiam fimum ad eandem vineam. Nicht weniger fuͤhret Heſold. in Addit. v. Jahr und Tag aus des Durri Diſſert. de Curiis Dominicalibus. 37. an, daß ein dem Herrn wieder anheimgefallenes oder von ihm eingezoge⸗ nes Gut: Sel⸗Gut, d. i. herrſchaftlich, zum Hof des Herrn gehoͤri⸗ ges Gut genannt werde, ibi:„Sol man daſſelbige Gut ziehen mit einer „freyen Hand, und heiſſet dann ein Sel⸗Gut und iſt dann lediglich „des Herrn.“ In der Urkunde Ottonis M. de A. 956. ap. Calmet. Preuver de hiſtoire de Lorraine P. 1. p. 302. werden die Salices decima- tiones ausdruͤcklich durch dominicales und herrſchaftlich erklaͤret: Ec- cleſias omnes abbatiæ illius in beneficiis omnibus ad uſus prædicto- rum cœnobitarum reddidimus dominicales, quas vulgo Salicas 2en 11 ecꝛ — B S= SSͤSSͤ==== —,————— dsru Dis faca i d ſaban * Ding. = ominie — nunggt Taliſch geni Suat, in I da, ejur ſcl nen agrish Ghoſap. 4 cnan Selzu ay eben diſe R ca tern ebel d lund anege dm auru, r iacere inken a Und d. 400 7hdie Baue dent bene olvunt ett DSan A nicalilus ſé ihm eingeg Herry ge giehen mie dann lad 4. 1. G Salices de ) erliri duſus ple 1 N Saliau 9 o 343 decimationer, quoniam eſſent noſtræ regaler,& nulli unquam termino Epiſcopali vel eccleſiæ ſubjacenter. Und in der von Henrico III. de A. 10 56. Tid. p. 74. werden eben dieſe decimariones in ſylvis denen eigen⸗ thuͤmlichen Waldungen des Kloſters entgegengeſetzet, und folgendermaſ⸗ ſen beſchrieben. Omnes eccleſiæ& ſalicæ decimationes, tam in agris quam in vineis, ſive in ſywis ubicunque in prædio Sancti Maximini jacentibus, tam in Kiliwalde, quam in Slva circa curtem Steinſicla vel caſtrum Lucelenburc— adjacente, ad ſuſceptionem hoſpitum& pau- perum debent pertinere; in fuis vero pylvir, quas adhuc abbas aut fra- tres habere videntur, quicquid ſibi utile videbitur, exceptis feris ban- nitis, decet eos libere diſponere. Wobey es nichts zu der Sache thut, daß allhie durch die Salicas decimationes die dem Koͤnig anfaͤnglich gehoͤri⸗ ge, und denen Kirchen und Kloͤſtern geſchenkte Zehenten verſtanden werden, welche an andern Orten auch indominicatæ decimæ heiſſen, z. E. in der Urkunde Caroli Simplicis de A. 922. ap. Calmet. c. l. p. 330. ibi: Epiſco- porum decimam indominicatam de civitate Tullo ex annona, vino, fœ- noque. Denn gleichwie Sala auch von groſſen Haͤuſern und Pallaͤſten gebraucht wird; ſo ſind auch die Koͤniglichen Pallaͤſte und Wohnungen Salæ genannt worden, wie die obangefuͤhrte Stelle aus dem Breviario Caroli M. unter andern erweiſet,(ſiehe auch Zerr Wachter in Gl0 /- ſar. v. Sal) mithin hat man die zu ſolchen Koͤniglichen Wohnungen gehoͤ⸗ rigen Guͤter ebenfalls gar fuͤglich Saliſch nennen koͤnnen. Wie es denn gleicher Urſachen halben an und vor ſich nicht unwahrſcheinlich iſt, daß man die Hofbediente(Oflicieurs de la maiſon du Roi) Salicos geheiſſen, ob gleich die bey Mabillon de Re Diplom. Lib. I2. n. 93. befindliche Urkun⸗ den de A. 6o., womit Herr Struve c. I. dieſe Bedeutung zu erweiſen ge⸗ denket, ſolche noch nicht hinlaͤnglich beſtaͤtiget. Denn da die ganze Sa⸗ che, welche dieſe Urkunde in ſich enthaͤlt, in Italien vorgegangen, und der Adalbertus, der Salica perſona genannt wird: Quod proprium, lauten die Worte, de Domino Imperatore ad Salicam perſonam al Maalbertum poteſtative traditum& inveſtitum, die ſtreitige Guͤter in Italien beſeſſen: Res proprietatis ſuæ, quas habere viſus fuit in finz- dus Italie, Tuſſiæ, Spoleti& Romaniæ; ſo kann es auch gar leicht ſeyn, daß dieſer Adalbertus ein Franke geweſen, oder nach dem Sa⸗ liſchen Geſetze gelebet, und in dieſer Abſicht Salica perſona benamet wor⸗ den, immaſſen aus der Urkunde gar nicht zu erſehen, daß dieſer Adalber- ktus —————. 144) O., der tus eine Hoſbedienung gehabt, oder mit dem vorherbenannten Stallmei⸗ b ſter(Comite ſtabuli) Adalberto eine Perſon geweſen. Man findet auch in denen Urkunden gewiſſe Saliſche Knechte an⸗ gefuͤhret, z. E. in Polypt. Monaſt. S, Emerami bey Herr Potgieſſer p. 459. Ad Chefinpurum ſervi Salici habent dimidiam hobam, manii XXVIII. & dimidiam. Singuli ſolvunt avenæ VI. modios,& J. ſouma vini & duos pullos&c. Ob ſie nun ihren Namen daher erhalten, daß ih⸗ nen Saliſche Laͤndereyen eingegeben geweſen, denn daß es bey denen Kloͤ⸗ ſtern nicht ganz ungewoͤhnlich geweſen, daß ſie die vormalige Saliſche Gu⸗ ter hernach denen Bauern eingethan, kann man ſchlieſſen aus der Stelle Cæſarii ad Regiſtr. Prumienſ. ap. Leibnit. c. l. p. 4 50. Sciendum vero eſt, quod Salica terra noſtra apud Marreche ultra Moſéèllam libere no- ſtra eſt,& Dominus de Hages vel aliquis ſuorum decimam ibi requi- rere non attentabit, utrum nos eam ipſi colamus, vel eam hominibus colendam tradamus. Oder weil ſie zu der Sala oder dem Hof gehoͤrige Knechte geweſen, kann ich wegen Ermangelung weiterer Nachrichten zwar annitzo nicht entſcheiden, doch wird in dem einen noch in dem andern Fall dadurch der Wahrſcheinlichkeit der Meinung, daß Saliſch alles dasje⸗ nige, was zu dem Hofe des Herrn in dieſer oder jener Abſicht gehoͤret, ge⸗ heiſſen, etwas entzogen. Ferner wird ſolche annoch beſtaͤrket. 3) Weil die von dieſer terra ſalica vorhandene Verordnungen ſehr wohl mit der Na⸗ tur derer zu dem Stammhaus gehoͤrigen Guͤter uͤbereinkommen, ſinte⸗ mal, da ſolche zu dem Flor und dem Unterhalt der Familie dieneten, es ſehr billig war, daß die Toͤchter, als durch welche ſolche in fremde Haͤnde gebracht worden, keine Erbfolge darinn haͤtten.) So ſtimmen die uͤbri⸗ gen Teutſchen Geſetze, wenn ſie auf gleiche Art die Toͤchter ab a viatica here- ditate, à terra paterna, ab alode patern a xc.(Siehe das v. BuriſcheLehenr. p. 399. ſeg. und p. 20⁰¼.) ausſchlieſſen, mit dieſer Erklaͤrung ſehr wohluͤberein, weil alsdenn durchgehends in allen unbeweglichen ererbeten oder Stamm⸗ Guͤtern die Toͤchter ausgeſchloſſen werden. Hingegen iſt es ungegruͤndet, daß nach dem Saliſchen Geſetze die Tochter auch in denen unbeweglichen Guͤ⸗ tern, wenn es nur keine Saliſche geweſen, die Erbfolge ſollten gehabt haben. Denn in eben dem Zꝛr. LXII. Lagis Salicæ nach Wendelini und Eccards Edi⸗ tion wird ausdruͤcklich die terra ſalica hernach alode terræ genannt. (Siehe das v. Buriſche Lehenrecht p. 705.) Und noch deutlicher erhellet ſolches aus der formula beredetoria in append. Marculf. u. z9. 5 463. . mai- — — 1TnSü Bme at Se 1 ia R - loum — tten, d = y denen. 2 Saliſch Tus deré. jendum Sm liberen mimm ibi ne. Aum bomin A Hof geh * hrichtenze mandernge r.) ales dahh i geholet, ge her. 6 Wel aamitder Na⸗ arwen) ate er dieneten, fremde Him amen dielbe aviaticabe ariſchlehe wohluͤber doder Stan unnie weglichene gehabtzſ dccardi ſ rre gena ttlicher 1 — 82 0 e 545 Omnibus non habertur incognitum, quod, ſicut Lex Salica continet, do res mear, gquod mibi ex nlode parentum meorurn obvenit, apud ger- muanor tuos, filios meos, minime in hereditare ſaccedere potebat. Wo⸗ durch denn zugleich deutlich angezeiget wird, daß Allodia und Saliſche Guͤter einander nicht entgegengeſetzet, ſondern dieſe eine Art von jenen ſeyn, und die unbewegliche zum Hofe oder Stammhaus, und alſo zu der Familie aufnehmen, und Unterhalt gewidmete Guͤter unter ſich be⸗ greifen„in beyden aber die Toͤchter von der Erbfolge ausgeſchloſſen ewe en. 3 Es haͤlt der Herr G. R. Heineccius in Element. Jur. Germ. Lib. II. Zit. I. g. 1½. zwar um deswillen dieſe eben eingefuͤhrte Meinung von der Beſchaffenheit der Saliſchen Guͤter nicht vor wahrſcheinlich, weil alsdenn kein hinreichender Grund anzugeben waͤre, warum die Toͤchter von deren Erbfolge ausgeſchloſſen geweſen, ſintemal die von Eccard angefuhrte nicht glaublich waͤren, nemlich, daß a) diejenigen, welche das vaͤterliche Haus geerbet, auch haͤtten etwas haben muͤſſen, wovon ſie ſolche erhielten. b) So haͤtten nicht die Toͤchter, ſondern die Soͤhne die Kriegsdienſte leiſten muͤſſen. c) So haͤtten die Toͤchter, wenn ſie in andere Familien geheurathet, daſelbſt ihren Unterhalt gefunden. Denn hiewieder koͤnne eingewandt werden. 2) So ſaͤhe man auch heutiges Tages, daß einer das vaͤterliche Haus erlangte, ohne gewiſſe Salicas terras dabey zu bekom⸗ men, und daß ſolches dennoch nicht leicht uͤbern Haufen fiele. b) So ge⸗ hoͤre die zweyte Urſache nicht ſowohl zu denen Saliſchen als zu denen Lehn⸗ Guͤtern. 1) Der dritten Urſache zufolge haͤtten die Toͤchter von der vaͤ⸗ terlichen Erbſchaft gar nichts empfangen muͤſſen. Es laſſen ſich aber dieſe Zweifel leicht heben, und auch die Ercardiſchen Gruͤnde, in ſofern es zu unſerm Vorhaben dienet, rechtfertigen. Denn a) ſo muſte billig derjeni⸗ ge, welcher das Stammhaus erbete, auch die zu Erhaltung deſſelben und der darinnen wohnende Familie gewidmete Guͤter behalten, weil ſon⸗ ſten das bloſe Gebaͤude ihm wenig, das Aufnehmen der Familie zu befoͤr⸗ dern, wuͤrde geholfen haben. b) So wurden die Kriegsdienſte in denen damaligen Zeiten nicht blos von denen Lehn⸗ſondern hauptſaͤchlich von de⸗ nen eigenthuͤmlichen Guͤtern geleiſtet, und lag alſo allerdings denen Soͤh⸗ nen eine groͤſſere Laſt als denen Toͤchtern ob.(S. das v. Buriſche Lehenr. 5. 339.) c) Weil das mehreſte Vermoͤgen der Franken und anderer Teutſchen Volker in unbeweglichen Guͤtern beſtand, ſo war es zu ihrer Abſicht genug, 8 wenn 546 89 0( wenn ſolche bey der Familie und denen maͤnnlichen Erben blieben, und brauchten ſie alſo nicht bey denen beweglichen Sachen die Tochter ebenfalls von der Erbfolge auszuſchlieſſen. Wiewohl es uͤberhaupt zu der gegenwaͤr⸗ tigen Sache nichts thut, zu unterſuchen, warum die Teutſchen die Wei⸗ her von denen Saliſchen Guͤtern ausgeſchloſſen. Genug, daß ſie ſolche uͤberhaupt von den ererbten unbeweglichen Guͤtern ausgeſchloſſen, undalſo auch bey denen Saliſchen als ebenfalls unbeweglichen Familien⸗Guͤtern ein gleiches verordnet haben. sat XXXVIII.) Von denen Sattelhoͤfen oder Sattelfreyen⸗ Guͤte rn. 1 Fs fuͤhren dieſen Namen in dem Braunſchweigiſchen ſowohl einige adeliche, als andere von Bauern beſeſſene Hoͤfe und Guͤter. Sie ha⸗ ben ihre Benennung ohne Zweifel von Sedal oder Sedel, welches einen Sittz oder Auffenthalt bedeutet, C(ſiehe oben von denen Landſiedel⸗ Leyhen) z. E. in dem Privilegio de A. 1542. cit. ap. Strub. de jur. villic. p. 25§. heiſſet es:„Wenn auch ein Rittermaͤßig Mann, auf ſeinen eigenen „Gütern daſſelbe zu verſorgen wohnete, oder darauf zu ziehen betacht, das „ſoll er, ſo fern er keinen Sitz oder Sattelhoff haͤtte, wie ander ſein „Ritter⸗Gut frey haben und gebrauchen.* In dem Saltzthal. Abſchied de A. 1597.„Und ſie dieſelbigen zu ihren eigenen habenden adelichen Si⸗ „zen oder freyen Sattelhoͤffen pleiblich gebrauchen wollen.w⸗ In dem Weißthum des Buͤdinger Waldes de A. 142 5. ap. Lunig R. A. Hicil. Secul. II. Th. 160¼4. wird die Erbauung eines Wohnhauſes: der Sedel⸗ Buwe genannt. Siehe unten unter der Abhandelung von denen Wild⸗ huben 2. 9. und 13. Es wird im Lateiniſchen das Wort ſedile, wie auch ſella faſt auf gleiche Art gebraucht, und dadurch auch der Sitz und Auf⸗ fenthalt eines Coloni angezeiget, z. E. in der Urkunde Caroli C. ap. He- mereum in Auguſt. Viromand. in Regeſto p. 29. ap. du Ereſne v. Jeder. Et in Domirionis monte tria ſedelia cum vineis ad ſe pertinentibus. In vico quoque ſedioſum unum ad officium peragendum lavandorum veſtimentorum cum gemino lavendario, qui in eo babitare videtur. Cbarta Berengeri Epiſcop. Virdun ap. Eund. c. l. Dedimus præterea— manſa decem cum ſedilibur, ad eadem manſa pertinentibus. In dem Ca- — — rertdi Ter gege. A chendin daß ſet R ſen,w Alien⸗G. üttelfren „vowohl ein ter. Si a welches en 3n Landſide d K in ull n fineneihen abetacht, das ander ſen er hal. Awſchit Jadelichens Sn. 16 In d 9 R. 4. Hi n denen W en lavanddl ahitare vil etel Uus brren dbus. J. )088 547 Cnpit. Car. Calvi Iit. 36. c. 3o. Manſa quæ tenent— vendunt,& tan- tammodo ſellam retinent.(Siehe oben p.§3. 72.) Ob nun gleich auf ſolche Art die Sattelhoͤfe mit denen vorerwehnten Saliſchen Guͤtern mehren⸗ theils uͤbereinkommen, und deswegen Conring. de Orig. Jur. Cerin. c. 7. gemeinet, daß Sattelfrey ſo viel als Saalfrey heiſſe, auch Schilter in der oben p„. 149. angefuͤhrten Stelle Selehof durch Sedelhof erklaͤret; ſo kommt es mir doch, da man von beyden Benennungen be⸗ ſondere Stammwoͤrter hat, wahrſcheinlicher vor, daß ihgen unter⸗ ſchiedene Ableitungen zuzuſchreiben ſeyn. Es verwirft der Zerr von Gæhel Tract. de Singular. quiburd. præd. p. 62. zwar auch um deswillen die Abſtammung von Saal, weil die Sattelfreye Guͤter insgemein wie⸗ der die Natur der Saaliſchen Guͤter auch auf die Weiber vererbet wuͤr⸗ den. Es lieſſe ſich aber, wenn ſonſten alles ſeine Richtigkeit haͤtte, die⸗ ſer Zweifel leicht aus dem Wege raͤumen. Denn a) ſo waren vor⸗ mals die Weiber von der Erbfolge in die Sedelhoͤfe allerdings ausge⸗ ſchloſſen. Denn ſo heiſſet es hievon in dem Schwabiſchen Landrecht Cap. XXXV. y. 3.„Iſt da ein S delhoff(Anſedel) da der Vater „auff ſaß, und leſt der Vater einen Sun und Tochter hinter im, die „nicht ausgeſteurt ſeint; die Sun beſiczent das Anſiedel mit Recht „vor den Toͤchtern. Und iſt aber anders da nicht, dann das Anſaß, „ſo ſtet es an der Bruder Gnaden, was ſie den Schweſtern geben.“ b) Wenn ja in denen ſpaͤtern Zeiten die Weiber ein mehrers Recht bey dieſen Guͤtern erlanget, ſo iſt ſolches dem nachhero eingefuͤhrten Roͤmi⸗ ſchen Recht zuzuſchreiben, als wodurch uͤberhaupt die Erbfolge der Wei⸗ ber in unbewegliche Guͤter ſehr veraͤndert worden. Um nun die Beſchaffenheit und Rechte dieſer Sattelhoͤfe gehoͤrig zu erkennen, ſo muß man mit Herr Krruben in Obſervat. ur. E Hiſtor. German. ohſ. 10. p. 279. einen Unterſcheid machen, unter diejenigen, welche von denen Edelleuten ſelbſt beſeſſen werden, und unter die andern, welche denen Bauern hinwiederum verliehen worden. Was die erſtern anbetrift, ſo meinet der Herr von Gœhel c. 1. p. 65. daß ſie daher ihren Urſprung er⸗ halten, daß die Edelleute ihrer Bauern oder gndere verlaſſene Guͤter an ſich gebracht, ſolche mit ihren Guͤtern verknuͤpft, und darauf von dem Fuͤrſten zu Lehn empfangen haͤtten. Ob es nun wohl ſeyn kann, daß in denen neuern Zeiten die Edelleute bisweilen der Bauren Guͤter an ſich ge⸗ bracht, als wovon die von ihm c. 1. angefuͤhrte Paunſehwegedane 1. 3 2 urx⸗ 3 3 3 ö— 4 548(o( burgiſche Schatzordnung de A. 1619. ein klares Zeugniß giebt, ibi: „Gleich als viele von unſer Ritterſchafft und andere, gantze und halbe „Meyer auch Roth⸗Zoͤffe⸗⸗⸗ an ſich gebracht.“ o ſehe ich doch nicht, warum man denen Sattelhoͤfen einen ſolchen Urſprung zuſchrei⸗ ben wolle, da bekannt iſt, daß die Edelleute von Alters her in allen Pro⸗ vinzien Lehn⸗ und andern Guͤter beſeſſen, von welchen ſie dieſe und jene Laͤndereyen hinwiederum an die Bauern verliehen haben. Auch ſtreitet insbeſondere die Benennung der Sadelhoͤfe ſelbſt hiewieder, und zei⸗ get an, daß dadurch die zum Sitz und Auffenthalt der Edelleute gewidme⸗ te Guͤter angedeutet werden. Und bezeuget Herr Seruben c. 1. daß in denen alten und neuen Lehnbriefen die adelichen Guͤter, ja ſelbſt die Stammhaͤuſer vieler anſehnlichen Familien Sattel⸗oder Sedelhoͤfe ge⸗ nannt werden, wobey er noch anfuͤget, daß der in der cit 7 p. 256. befind⸗ lichen Urkunde de A. 2559. alſo genannte Kitterhof tho Gledy in des Biſchoff Berndes zu Hildesheim Saalbuch de A. 1473. ein Sadel⸗Soy benamet werde. In dem Lehnbrief bey Lunig. Corp. Jur. Feudal. Germ. Toun. III. p. 615. werden nebſt dem Sattelhofe auch die Erbge⸗ richte auf demſelben zu Lehn ertheilet, welches von Bauerhoͤfen nicht wohl zu vermuthen. Gleichwie alſo die Sadelhofe an und vor ſich ade⸗ liche Guter ſind, ſo verſtehet es ſich von ſelber, daß wenn ſie von Edelleu⸗ ten beſeſſen werden, ihnen im Zweifel alle denen uͤbrigen adelichen Guͤtern zuſtehende Freyheiten zukommen, und ſie alſo auch von denen Steuern und dergleichen auf Bauerpflichtige Guͤter haftenden Beſchwerden be⸗ freyet ſeyn muͤſſen.— b Weil aber die Edelleute bisweilen einige von ihren Sattelhoͤfen, zu⸗ mal wenn ſie von keiner ſonderlichen Wichtigkeit geweſen, denen Bauern hinwiederum verliehen, oder auch wohl in denen ſpaͤtern Zeiten an ſie ver⸗ ſetzet oder wiederkaͤuflich eingegeben; ſo entſtehet daraus die zweyte Art der Sattelfreyen Guͤter, nemlich diejenigen, welche von denen Bauern beſeſſen werden. Dieſe haben ſich insgemein keiner weitern Freyheit zugetroͤſten, als daß ſie von denen Frohnden befreyet ſind, welches vermuthlich der vor⸗ maligen Beſchaffenheit dieſer Guͤter, weil ſie nemlich denen Edelleuten zugehoͤret, und von ſelbigen bewohnet worden, zuzuſchreiben iſt. Wie⸗ wohl auch deſſen ungeachtet urſpruͤnglich adeliche Guͤter oͤfters nach und nach mit Frohnden beſchweret worden, wie aus dem ait. Keceſſ. Saltzthal. d. A. 1597. zu ſchlieſſen, ibi:„Wenn dero von Adel dittermabie Gie 3„welche ——2—— 5 ☛—————— dieſe uin 20. h 3 Gledy i —n Sadelh 2 Jur. Tal auch de Ett Puerhofen me a vor ſich a dre von Cdelle zichen Güter anen Stewer ſchwerden! attelhäfen, denen Bal⸗ 43 0 b 949 „welche von alter, biß ſie Buͤrgern oder Bauern verſetzt oder wieder⸗ „kaͤufflich ausgethan worden, von Herren Dienſten beweißlich frey⸗ „geweſen, hernacher von ihnen wieder eingeloͤſet worden ſollen dieſelbi⸗ „ge ihre vorige Freyheit wiederum erlangen.“ Hingegen muͤſſen die Steuren und andere gemeine Anlagen insgemein davon abgefuͤhret werden, und iſt folglich immer die Vermuthung wieder den Bauern oder eine andere unfreye Perſon, welche ſolchen Sattelhof beſitzet, wie ſol⸗ ches der Herr von Gæbel c. 1. p. 72. mit mehrem ausgefuͤhret, als deſſen Gruͤnde nur eigentlich bey dieſer letztern Art von Sattelhoͤfen ſtatt finden. Ein beſonders Exempel, daß ein ſolcher Sedelhof nicht allein an einen Edelmann zum Affterlehn ertheilet geweſen, ſondern auch von dem Aff⸗ terlehnsmann hinwiederum veraͤuſſert, und dieſe Veraͤuſſerung von dem Ober⸗Lehnsherrn bekraͤftiget worden, fuͤhret der Zerr von GCa- bel I. c. p. 113. an, und heiſſet es in der Bekraͤftigung Herzogs Magm de A. 1373. alſo:„dat we hebben ghelecht un gelaten uſemen⸗⸗Rade „22 und der gantzen Menheyt uſes Wiebeldes to Scheninghe einen Hoff, „den ſe kofft hebben van Johanſe van Dalem und van ſynen Erven dat „ſin Sedelhoff was, un geghen den Esbecke Dore lit. un den Zer „Anne van Heymborch van uns to Lene hadde, un de van Da⸗ „lem vortan van Hern Annen, ledig un vri to vrigeme Wiebelde, „alß he uſe weſen hefft wente an deſſe tyd.“ XXXIX.) Von denen Schillingshauern oder. Scha⸗ Schillings⸗Guͤtern. b nge, Es ſind die Schillings⸗Guͤter gewiſſe im Luͤneburgiſchen befindliche Bauer⸗Guͤter, welche vermuthlich daher ihren Namen haben, weil der erſte Erwerber ſein Erbrecht gegen Erlegung eines Schillings erhaͤlt. Man nennet ſie im Lateiniſchen dieſerwegen bona ſolidorum. Was ihre Beſchaffenheit anbetrift, ſo beſtehet ſolche, ſo viel ich aus denen weni⸗ gen mir bekannten Nachrichten erkennen koͤnnen, in folgenden. 1) Die Beſitzer der Schillings⸗Guͤter haben ein Erbrecht auf dieſelbigen. Es iſt zwar der Herr von Ludewig Jur. Clientel. p. 2 7⁄. g. 3. anderer Meinung, und haͤlt davor, daß vor dieſem dieſe Verleyhung nach Willkuͤhr von dem Herrn wiederrufen werden koͤnnen, und eine 3³³3 Condu- nE, n e Condudtio intuitu locatoris precaria geweſen ſey. Allein ſein einziger Beweiß beſtehet in denen beyden Zeugniſſen des Balthaſar. Clammeri. und des Schottelii. Worunter aber das erſtere unzureichend iſt, und das leßtztere ſogar das Gegentheil erweiſet. Der erſtere ſchreibet in Dramnptua. rio Juris Tit. 9. de bonis Solidorum von Schilling⸗Guͤtern p. 22. alſo: Im Fuͤrſtenthum Luͤneburg ſind etliche Guͤter, die heiſſen Schillings⸗ „hauer, die empfahet der Bauer mit einem Schilling; ſo kan man ihm „auch mit einem Schilling wieder davon kundigen. Wie er auch „ſelbſt den Hof mit einem& Faͤlle, in welchen dieſe Aufkuͤndigung dem Herrn erlaubet iſt, nicht be⸗ ſtimmet, ſo muß ſolches aus andern Nachrichten erlaͤutert werden. Nun meldet Schottelius in Singular quibusd. German. juribus Cap. Xlν‿l. p. 370. welcher die Natur der Schillings⸗Guͤter etwas umſtaͤndlicher beſchreibet, daß dieſe Abkuͤndigung nur alsdenn ſtatt findet, wenn der Bauer ſeine Schuldigkeit verabſaͤumet, wie ſolches die unten n. 5. befindliche Worte in mehrem beſagen. Hingegen ſetzet er vorhero 9. 369. bey Erklaͤrung der Schilling⸗Guͤter ausdruͤcklich:„Es ſind viele Guͤter in dem Fuͤr⸗ „ſtenthum Luͤneburg und angraͤntzenden Oertern, welche genannt wer⸗ „den Schillinghauer oder Schilling⸗Guͤter, ſo gemeiniglich die Land⸗ „Leute von langen Jahren beſeſſen, und von den Voreltern „auff ſich gebracht haben.“ Hiezu kommt noch, daß bey dergleichen Verleyhungen an die Bauern im Zweifel immer die Vermuthung vor* die Beſitzer iſt. Uebrigens iſt heutiges Tages an dem Erbrecht der Beſitzer der Schillings⸗Guter um ſo viel weniger Zweifel, da ſolches durch die Landesgeſetze nicht allein bekraͤftiget, ſondern auch zugleich ver⸗ ordnet worden, daß wegen einer geringen Saumſeeligkeit, und wenn noch Hofnung zur Beſſerung iſt, ihnen ſolches nicht entzogen werden ſoll, wovon die Zeugniſſe gleichfalls n. 3. zu leſen. 2) Doch faͤllt, wenn mehrere Miterben vorhanden ſind, das Gut nur auf einen, und zwar denjenigen, dem es der Herr verleyhen will. Weil nun ſolcher in ſo weit das Gut blos von dem Herrn empfaͤngt, und es deſſen Gnade zu danken hat; ſo iſt er auch nicht gehalten, ſeinen uͤbrigen Miterben dieſerwegen etwas herauszugeben, noch die von ſeinem Va⸗ ter gemachte Schulden, wenn er demſelben in deſſen uͤbrigen Vermönen b 14 nich chilling auffſagen kan. Weil er aber die —„» · e ian eng (lna. uha iam n u an man bie eru — er aber , nichth. „nannt wer⸗ ar’ die Land⸗ voreltern zergleichen mnchung dor nedrecht der da ſolchs euugleich ber⸗ und wen gen werde — 3o(a- 551 nicht erbet, zu bezahlen. Die Zelliſche Policeyordnung de A. 161§. cã. 7. verordnet ſolches in folgenden Worten:„Iſt es aber ein Schil⸗ „lings⸗Gut, ſo darf derjenige, dem der Hof durch den Gutsherrn „geliehen wird, ſeinen Mit⸗Prben wegen Aecker und Wieſen nichts „geben, denn ſie nicht ihme, ſondern dem Gutsherrn zuſtaͤndig „ſeyn, jedoch iſt an ihm ſelbſten billig und recht, daß er ſich wegen der „Baarſchafft, auch fahrenden Haab, des Haus⸗Geraͤths, und was „ſonſten zu dem Erbe gehoͤrig, mit ſeinen Mit⸗Erben vertraͤget und abfin⸗ „det⸗⸗⸗ So der Hauß⸗Wirth ſtuͤrbe, ſo ſoll ſein Nachfolger auff „den Hof oder Kahten zu dem ausgeliehenem Gelde zu antworten „nicht gehalten ſeyn, es ſey denn des verſtorbenen Erbe, ſondern „ſollen Und moͤgen die veraͤuſſerte Guͤter zu den Hoff oder Kahten, ohne maͤnnigliches Behinderung und Entgeld wieder genommen werden.“ Die eigentliche Urſache, worauf ſich dieſe Verordnung gruͤndet, iſt ohne Zweifel dieſe, damit zu Befoͤrderung des gemeinen Beſtens die Bauern, ſo viel moͤglich, bey Kraͤften und Vermoͤgen erhalten, und durch die Theilung oder Beſchwerung ihrer Guͤter, nicht geſchwaͤchet oder gar an den Bettelſtab gebracht werden. b 3 Die Beſitzer dieſer Guͤter ſind nicht befugt, die geringſte dem Eigenthum des Herrn nachtheilige Verfugungen uͤber dieſe Guͤter vorzu⸗ nehmen. Denn ob ſie gleich den Beſitz dieſer Guͤter vererben, ſo ſind ſie doch nur als Miethsleute und Pachter derſelben anzuſehen, wie auch der Name Schillings⸗Hauer, i. e. Schillings⸗Pacht, Schillings⸗Miethe ſelber anzeiget, folglich koͤnnen ihnen keine Rechte zukommen, wodurch das bey dem Herrn bleibende Eigenthum einigermaſſen geſchmaͤlert werden duͤrfte. Wozu noch kommt, daß die eben angefuͤhrte geſuchte Erhaltung der Bauern und ihrer Hoͤfe ebenfalls erfordert hierinnen die Freyheit der Beſitzer einzuſchraͤnken. So duͤrfen ſie ſolche nicht veraͤuſſern, noch ver⸗ pfaͤnden, noch vertheilen, cit. Policeyordn. A A. 1029„Und ſoll nie⸗ mand Geld auff Schillings⸗Gur, noch deſſelbigen zugehoͤrigen Ae⸗ „cker, Wieſen, Immen⸗Zaͤune oder Gaͤrten, ohne Bewilligung des „Guts⸗Herrn leihen noch deſſen etwas kauffen, denn ſo dawieder „gehandelt wird, und der Hauß⸗Wirth ſtuͤrbe ꝛc.“(Siehe vorher n. 2.) 22„So ſoll auch der Bauersmann von Schillings⸗Gute nichts, „weder erblich noch auff Lebetags⸗Zeit vergeben, oder einigerley Weiſe 952) 0 e „Weiſe veraͤuſſern, und vamit die Hoͤfe und Kahten um ſo viel deſto⸗ „mehr und gewiſſer unzerſplittert bleiben, ſo ſollen keine Feuerſtaͤtten in „denen Scheunen und Backhaͤuſern gemacht, noch dieſelbe bewohnet „werden.“ Herzog Georg Wilhelms Reſolut. Gravam. de A. 2996. „Daß von den Hoͤfen, ſie moͤgen Schillings⸗ oder Meyer⸗Guͤter ſeyn, „gantz keine von Alters dabey geweſene Laͤndereyen, Aecker, Wieſen oder „andere Pertinentzien, wie die Nahmen haben moͤgen, vielweniger die „Hoͤfe ſelber verpfaͤndet, verſetzet, oder ſonſten, es geſchehe unter „welchem Schein es wolle, veraͤuſſert; und, da ſich jemand un⸗ „terſtehen wuͤrde, dieſer Dero Verordnung zuwieder zu handeln, alle „und jede ſolche Verpfaͤnd⸗Verſetz⸗ und Verauſſerungen% zure null „und nichtig ſeyn, und dafuͤr geachtet werden.“ Sie duͤrfen ohne Vorwiſſen des Herrn ſolche an ihre Kinder nicht abtreten, noch ſich eine eiibzucht oder Auszug darauf vo behalten. Geong Wilbelm Conſtitut. Wie es mit Redintegrirung der N eyerhoͤfe zu halten, F. 10.„So ord⸗ „nen wir hiemit gnaͤdigſt, daß die Cblom und Inhabere der Meyer⸗ „Zinß⸗oder Schillings⸗Guͤter, ſie ſeyn von was Alter und Jahren, „Kraͤfften und Vermoͤgen wie ſie wollen, ohne Vorwiſſen und Conſens der „Aemter, und uͤbrigen Guts⸗Herrn, ihre Hofe und Kathen, bey ihren „Lebzeiten an ihre Kinder, Befreundte oder Fremde abzutreten und zu „uͤbergeben, und ſich als Alt⸗Vaͤtern oder ihren Frauen als Alt⸗Muͤt⸗ „tern davon etwas vorzubehalten, oder ſonſten ausloben, zu laſſen, nicht „befugt, ſondern, da jemand ſich deſſen ohne ſeines Guts⸗Herrn Con⸗ „ſens unternehmen wuͤrde, ſolche Handlung an ſich null, nichtig und „krafftloß ſeyn, und dem Guts⸗Herrn dergleichen Auslobungen, des „Hofes Ertrage und Zuſtande nach zu moderiren und einzurichten, frey und bevor bleiben.“ Ein gleiches iſt auch daſelbſt verſehen, wenn einer twa bey Minderjaͤhrigkeit des dazu gehoͤrigen rechten Erben, oder ſonſten zen Hof nur aufeine Zeitlang innhat, und nachhero einen Unterhalt aus ſol⸗ hem Hofe oder Kothe verlanget, als mit welchen daruͤber ebenfals nicht nders als mit Vorwiſſen und Einwilligung des Gutsherrn accordiret —n gehandelt werden ſoll. 1 e. 4) Sie bezahlen von ſelbigen einen jaͤhrlichen Zinß, und ſind ich zu Leiſtung der Dienſte verbuͤnden, wie aus denen gleich anzufuͤh⸗ renden Zeugniſſen erhellen wird. b. 22 5) Sie — Serfaaun 7 ſe dena Andeln,¹ 2 ſ jun an duͤrfen rooch ſicht A Couftit „Soch rader Mye r alnd Jahreh a Conſensde a, leychren auten undò za ar At⸗Met⸗ aſſen nich Herrn Cor 3 vichtig u ungen, d a richten, f 9, oderſon rhalt ausſ benfalsne ſern accond leh u 3)o( 8.. 552 9) Sie verlieren ſolche Guͤter, wenn ſie in Bezahlung der Zinſen und Leiſtung der Dienſte ſich ſaͤumſelig erweiſen, die Guͤter ſchlecht ver⸗ walten, und keine Hofnung zur Beſſerung iſt. Poliseyordnung de A. 162§. cap. z.„Wir ordnen und wollen gleichwohl, daß die Schil⸗ „lings⸗Hoͤfe und Kathen zuſamt allen deren Zubehoͤrungen bey den Er⸗ „ben, ſo lange ſie den Gutsherrn an Dienſten, Zinſen, Paͤch⸗ „ten und andern, wie es von Alters hergebracht, davon bey rech⸗ „ter Zeit leiſten, geruhiglich gelaſſen, und ſie ohne Verwuͤrkung und „unſere Erkaͤnntniß, von den Schillings⸗Guͤtern durchaus nicht ver⸗ „ſtoſſen werden ſollen. Wie es alsdenn mit der Erſtattung des Schil⸗ lings gehalten werde, beſchreibet Shortelius c. I. Cap. Xll.. folgender⸗ maſſen.„So fern der Bauer oder Meyer mit Bezahlung der Zinſe dem „Gutsherrn nicht richtig einhaͤlt, oder in Abſtattung der Dienſte aus Mut⸗ „willen ſaͤumig wird, oder ſich ſonſten nicht recht und from verhaͤlt, alſo „daß der Guts⸗Herr billige Urſache haben kan, mit demſelben nicht laͤnger „friedlich zu ſeyn, oder es begibt ſich der Meyer aufs Sauffen und gerdth „ſonſt in zu viel Schulden, ſo kan ſo fort das Schillings⸗Recht gebraucht „werden: Nemlich es laͤſſet der Guts⸗Herr, ſo fern ers ſelbſt zu thun „Bedenken hat, oder der Schilling Hof zu den Fuͤrſtlichen Aemtern gehoͤrt, „durch den Vogt oder anderen bekannten Amts⸗Bedienten einen Schil⸗ „ling an den Keſſelhacken haͤngen, oder an den Seuer⸗Herd hefften, „und ſo bald ſolches geſchehen, muß der Bauer ohn eini Saumniß mit „Weib und Kind, Hauß und Hoff raͤumen, und hat an bloer Anſchau⸗ „ ung des hingehengten, oder angeheffteten Schillings ſein End⸗Urtheil „empfangen, und darf dawieder nicht reden. Was der Bauer an Vieh, Korn „und anderer Fahrniß zuruͤcke laͤſſet, davon machet ſich vorerſt der Guts⸗ „ Herr bezahlet, das uͤbrige, wann Schuld vorhanden, wird unter die „Creditores vertheilet; und was annoch etwa alsdann uͤbrig bleibet, wird „dem abgewichenen Bauern abgefolget, und der Hoff einem andern zu glei⸗ „chem Schillings⸗Recht eingeraͤumt, und zwar nur gegen Erlegung eines „Schillings; Und bleibet alſo der Hoff allezeit dem Schillings⸗Recht un⸗ „terworfen.“ Es fuͤget zwar Sehottelius.. hinzu, daß die Obrigkeit nicht leicht zugebe, daß der Herr ſich dieſes Schillings⸗Recht gebrauche,„ſo „lange nemlich der Bauer ſich mit Liefferung der Paͤchte und Verrichtung „der Dienſte leidlich erwieſen auch Hoffnung zur Beſſerun vorhan⸗ „»den.“ Allein es wird deßweoen das Beraubungs⸗Recht d Whane Aagaag b 3 nicht 514 492) 0O(8 nicht voͤllig aufgehoben, ſondern er wird nur zu einer billigen Gedult gegen ſeinen ſich zur Beſſerung anlaſſenden Bauern angewieſen. Denn wenn eine laͤngere Nachſicht nicht allein vergeblich, ſondern auch dem Herrn nachtheilig ſeyn wuͤrde; ſo noͤthigen ihn die Geſetze keinesweges, einen boͤ⸗ ſen Bezahler und uͤblen Hauswirth wieder ſeinen Willen auf ſeinem Gut zu behalten. Wie ſolches ſowohl aus der angefuͤhrten Polizeyord⸗ nung zu ſchlieſſen, als wie auch Sebotrelius g.!. von dem Gebrauch zeuget, wenn er hinzuſetzet:„Wo aber die Beſſerung am Ende, und „aus dem Bauern ein Sauffer, Geuder, Faullentzer und Doͤgenicht „worden; ſo pfleget die gemeldte geſchwinde Abkuͤndigung, durch die⸗ „ſes Schillings⸗Recht, zu erfolgen.“ Wie uͤbrigens bey denen Oßna⸗ bruͤckiſchen Eigenthums⸗Gutern ein faſt aͤhnliches Recht des Herrn uͤblich ſey, daß er nemlich, wenn Abaͤuſſerungsurſachen vorhanden ſind, ſowohl die unbewilligte Glaͤubiger als auch den Beſitzer des Guts nebſt ſeinem Gebluͤt gegen Erlegung fuͤnf Oßnabruͤckiſcher Schilling, gaͤnz⸗ lich abweiſen koͤnne, daß ſie an dem Erbe nichts weiter zu fordern haben; iſt oben bey denen Guͤtern der Leibeigenen angemerkt worden. In der oben p. 313. MN. 6. beflndlichen Urkunde iſt die Aufholung des Guts mit einem Maaß Wein verabredet. Siehe oben 5. 314. Son⸗ ſten iſt zu Jena A. 1736. unter dem Præſidio des Herrn D. Jo. Chri- ſtian Waitzii von Cbriſtian Franciſc. Poſner eine beſondere Diſerta- tion de Honis Solidorum Brunſuicenſium& Luneburgenſium yc. gehalten worden: Man findet aber in ſelbiger von dieſen Schillings⸗Guͤtern faſt gar keine weitere Nachricht, als das wenige, ſo irgend aus dem Beſoldo darinn angefuͤhret wird, indem der Verfaſſer ſich nur vorgeſetzet, einige bekann⸗ te Eigenſchaften der Lehne, und etlicher andern Guter beyzubringen, und unten ſelbige und die Schillings⸗Guͤter eine allgemeine Vergleichung an⸗ zuſtellen. b XL.) Von denen Schupf⸗Lehen, oder Fall⸗ Guͤtern. b b Wir haben bereits oben p. 255. bey der Erbleyhe angemerkt, daß die Verleyhungen bey denen Teutſchen, der Zeit oder der Dauer nach ſehr unterſchieden geweſen, und auf eine beſtimmte oder unbeſtigna Er? 8n durc 20 des h t vorhand (er des Gu — Silling, gai deen haben holung di Ruh. Son⸗ 1 Ja, Chnt. de Diſerta- 4. ghalten ternfaſtgan T ſoldodarim Rrnige bekan⸗ Ldtingen, Jgleichungan 255 9( 555 Zeit, auf Lebenslang, und auf die Erben gerichtet worden. Unter die⸗ jenigen nun, welche auf Lebenslang geſchehen, gehoͤren auch die in Schwa⸗ ben hauptſaͤchlich gebraͤuchliche Schupf⸗oder Fall⸗Lehen, deren Natur Herr Woßlfe. daam. Schwpf. Dif. de Bouir vitalitiir Suevid, Ger- manice von Fall⸗ und Schupf⸗ALehen mit mehren erlaͤutert hat, wor⸗ aus wir, mit Vorbeygehung derer aus denen Roͤmiſchen Rechten, und von der Beſchaffenheit der Emphyteuſium aufgeworfenen und eroͤrter⸗ ten Fragen, das vornehmſte nach Maasgabe derer zum Beſchluß von ihm beygedruckten beyden, und auch anderer hin und wieder beruͤhrten Leyh⸗ briefen wiederholen und unterſuchen wollen. Was ihren Namen anbetrift, ſo leiten ſolchen die mehreſten von ſchupfen oder ſchieben her, weil nemlich nach Abſterben des zeitigen Be⸗ ſitzers die Erben, wenn nicht einer unter ihnen das Gut wiederum von neuem auf ſeinen Leib kaufet, davon geſchupft wuͤrden: Gleichwie ſie aus gleichem Grunde Fall⸗Lehen oder Jall⸗Güter genannt wuͤr⸗ den, weil ſie nemlich durch den Tod des Beſitzers dem Herrn wieder an⸗ heimfielen. Georg Heyer in Iolckmanno emendato p. 168. hinge⸗ gen meinet, daß ſie von der Schuͤppe ihre Benennung empfangen, weil ſie nemlich nach des Beſitzers Tode dem Herrn anheimfielen, und al⸗ ſo nicht laͤnger waͤhreten, als bis mit der Schuͤppe zugeſchlagen wuͤrde. Ob ich nun gleich dieſe letztere Ableitung vor gar zu weit hergeſucht halte, ſo kommt mir doch die erſtere ebenfalls nicht allerdings wahrſcheinlich vor, weil nicht wohl zu glauben, daß man dieſe Guͤter von einem Umſtande„der ſich bey ſolchen Perſonen, die an und vor ſich mit denenſelben nichts zu thun haben ſollen, befindet, benannt habe, unerachtet ich voritzo keine beſſere anzugeben weiß. Es ſollen dieſe Schupf⸗Lehen auch bisweilen: Leib⸗ geding, Leibfaͤllige Guͤter, Leiblehen, Leibfallige Beſtand⸗Guͤ⸗ ter, Hof⸗Guͤter, Schuppaß, Gnaden⸗Guͤter„ Gnadenguͤtige Hof⸗Guͤter ꝛc. genannt werden. Man muß aber meines Erachtens bey vorkommenden Fall vor allen Dingen auf die eigentliche Natur der Guͤter, welche dieſe Namen fuͤhren, ſehen, damit man aus dieſer oder jener Aehnlichkeit nicht gleich auf eine voͤllige Gleichheit ſchlieſſe. Was die Beſchaffenheit der Schupf⸗Lehen oder Fall Guͤter anbe⸗ langet, ſo beſtehet ſolche in folgenden. 556 e o( rig, angefuͤhret: — 1) Denen Beſitzern werden insgemein, wie bey andern Bauer⸗ Guͤtern, gewiſſe Lehnbriefe ertheilet, wogegen ſie dem Herrn Reverſe, denen der Lehnbrief gewoͤhnlichermaſſen wieder mit einverleibet wird, neſtelen muͤſſen, wie die von Zerr Scbapf c. l. beygebrachte Exempel ehren. 2) Sie erhalten durch dieſe Verleyhung ein dingliches Recht auf das Gut, kraft deſſen ihnen der Beſitz nebſt der voͤlligen Benu⸗ tzung deſſelben zuſtehet, doch kann man ihnen kein Eigenthum daruͤber zu⸗ ſchreiben, als welches bey dem Herrn bleibet. So heiſſet es z. E. in denen Leyhbriefen: Innhaben und beſitzen; beſitzen, haben, und halten. Hingegen wird anderntheils in dem Leyhbrief de A. 1596. bey Herr Schepf c. l. dieſe Verleyhung ein Beſtand oder Pachtung genannt, und die verliehene Sache, als dem Herrn zugehoͤ⸗ „Uns⸗⸗⸗⸗ zu rechten Schupfflehen geliehen und „verliehen hat, wir auch von ihm empfangen und beſtanden haben, ſein „eigen Hoff und Gut.“ .3) Sie muͤſſen einen jaͤhrlichen Zinß, welcher in Geld, Fruͤchten, Huͤnern, Eyern und dergleichen beſtehet, und durch die Abredung der Partheyen, oder die Gewohnheit nach Maasgabe der Groͤſſe der Laͤnde⸗ reyen beſtimmet wird, bezahlen. An einigen Orten, allwo in dem letztern Fall ſolcher Zinß zelglich oder flurlich bezahlet wird, wird alle drey Jahr, wenn die Aecker in der Brache oder in der Ruͤhe liegen, kein Zinß davon be⸗ zahlet. In dem Lehnbrief de A. 1596. c. l. wird folgender in unterſchie⸗ denen Abgiften beſtehender Zinß angefuͤhret:„Darzu mir oder meinen „Erben nun hinfuͤhro alle Jahr jaͤhrlich, auch eines jedes Jahrs alleine „und beſonders alleweg auff St. Martins, des heiligen Biſchoffs⸗Tag, „davon neun Scheffel Verſen, ſechs Scheffel Habern mit dem Pflegel, „Reutern, Sieb und Wannen wohl bereit, gelaͤuttert ſaubers Korn und „Haber, zwey Pfund Pfenning an Geld, alles der Stadt Ravenſpurg „Meß und Waͤhrung, ain Hennin, ſechs Huͤner, ain hundert Ayer, „zwo Streichen Gerſten, zwo Raiſtin Werck, ain Ganß, und ein Emi „Erbſen, jedes zu ſeiner gebuͤhrenden Zeit, zu rechter Zinß⸗ und Hueb⸗ „Guͤlt richten, geben, und allhero gen Uuterraithnau zu mein und mei⸗ „ner Erben ſichern Handen und Gewalt antwortten. An den entricht Cap. I2. 9 4 „lich ausrint „meind het 7) 8 verbunden theils, ri Schepf. c. anfühtet: 3. „Kibeigenae Aach a0d. Abſterber ae terfall dei gemeinig 4.1707. 1 9 den olhn „lich garme ſlhes ni u 14 ſe9nl gende Vin vſieſole n b„ en d. 3 1 überh w vfüͤr eina l, hun * brief à- zzeſtand eerrn zug geliehen! 51 haben, 8 Fruͤchte radung dt an der Lande⸗ dr dem latzter mns dadon Sin uuterſch b) Oo(A b 157 Ann dieſem Zinß wird wegen Mißwachſes oder anderer Ungluͤcks⸗ faͤlle nichts nachgelaſſen. In dem Leyhbriefe de A. 2556. und A. 1527. ap. Schæpf. c. l. Cap. I. g. g.„Alles fuͤr maͤnnigliches Anlei⸗ „then, Verhafften, Verbieten, Niederlegen, Arreſtiren und Entweh⸗ „ren, aller und jeder geiſtlichen und weltlichen Obrigkeit, Leuten, Rich⸗ „tern und Gerichten, auch fuͤr alle Krieg, Peen, Reiffen, Hagel Theu⸗ „re, Mißgewaͤchs und Landſchaden, und ſonſt gemeiniglich fuͤr alle andere „Einfaͤll, Irrung, Auszug, Ein⸗ und Wiederred gaͤntzlich ohne unſer „Koſten und Schaden.“ Und in dem de A. 1596.„Alles ohne alle „Fuͤrwort ainiches Hagels, Mißgewaͤchs und Landſchadens.“⸗ 4) Sie muͤſſen die auf das Gut haftende oͤffentliche Beſchwer⸗ den entrichten. In einem Leyhbrief de A. 1666. ap. Shwpf. c. I. Cap. 1. S.§.„Daß ſie Beſitzer alle ehehafften und Gemeinden jaͤhr⸗ „lich ausrichten, auch in allen, wie es gleich Namen hat, mit der Ge⸗ „meind heben und legen ſollen.“ 5) Sie ſind dem Herrn zu Leiſtung der hergebrachten Frohnden verbunden. Gleichwie nun die Beſitzer dieſer Guͤter vor dieſen groͤſten⸗ theils, wie die mehreſten Bauern, Leibeigen geweſen, wie denn Herr Schæpf. c. I. Cap. II. H. ꝛ2. aus einigen Leyhbriefen dieſe Formul anfuhret:„So ſoll er auch mit Weib und Kind jetzig und kuͤnfftig mit „Leibeigenſchaft uns und unſern Erben zugehoͤrig und verbunden ſeyn:“ Auch aus eben dieſem Grunde bey einigen von dieſen Guͤtern bey dem Abſterben der Beſitzer aus deren Verlaſſenſchaft die Wegloͤſin oder Hin⸗ terfall dem Herrn entrichtet werden muß; So ſind auch ſolche Frohnden gemeiniglich ungemeſſen: So heiſſet es z. E. in einem Leyhbrief dLe . 1707. c. 1.„Und dann zu taͤglich ungemeſſenen Dienſten Handfrohn⸗ „den, ohne einig der Herrſchaft Entgelt oder Bezahlung geſeſſen, folg⸗ „lich gantz und gar umſonſt zu frohnen verbunden ſeyn. Doch hindert ſolches nicht, daß nicht, wie bey andern knechtiſchen Bauern,(ſiehe oben P. 27. 7*2%.) alſo auch hier dieſe Dienſte durch ausdruͤckliche oder ſtillſchwei⸗ gende Vertraͤge bisweilen auf etwas gewiſſes ſollten eingeſchraͤnkt ſeyn, 3. E. in dem Lehnbrief de A. 1596. c. 1. pP. 74. heiſſet es:„Item „ſie ſollen mir alle Jahr im Herbſt, wann ich oder meine Erben das begeh⸗ „ren, und ſie deſſen gemahnt werden, eine Fahrt an See nach Wein thun, „ uͤberhuͤben wir ſie aber ſolcher Fahrt, ſollen ſie mir oder meinen Erben je „fuͤr eine Fahrt zehen Schiligg Pfenning darfuͤr zu geben, deßleichen, ALagda 3 219 558) 0(r⸗ „ſo ich oder die Meinen zu Zeiten in ein Bad, oder anders wohin fahren „wollten, ſollen ſie uns zu fuͤhren, oder Roß anzuſetzen, in unſerer „Aitzung, ſchuldig ſeyn.“ 6) Sie muͤſſen das Gut in weſentlichen Bau und Ehren getreu⸗ lich, unverwuͤſtlich und unzergaͤnglich halten. Und weil ſolches ihre Pflicht erfordert, koͤnnen ſie wegen dieſer Beſſerungen bey Erloͤſchung ihres Schupf⸗Lehn⸗Rechts von dem Herrn insgemein keine Erſtattung for⸗ dern. So heiſſet es z. E. in dem cit. Lehnbrief de A. 1596.„So „ſollen ſie oder ihre Erben denſelben mit Miſt, Heu, Stroh, Miſſtrich⸗ „ten, auch der dritten Garb Winterkorns und andern darzu gehoͤrigen, „wie der Enden der Landsbrauch, Sitt und Gewohnheit, hinter ihnen „bleiben laſſen, und darumb noch fuͤr kein Gebaͤu, Zimmer, Zimmer⸗ „ſteuer, noch anders halber, ſo ſie derweilen auff ſolchen Hoff und „Guth ſammt ſeiner Zugehoͤrung gemacht und gebauen haͤtren, wir ih⸗ „nen nichts zu geben, noch zu wiederlegen ſchuldig ſeyn.“ An einigen Orten hingegen wird ihnen vor die neuaufgerichtete Gebaͤude, wovon aber der Bauuͤberſchlag vorhero zur Schaͤtzung und Bekraͤftigung dem Herrn mitgetheilet werden muß, eine gewiſſe Bauſteur, nemlich 10 vor 100 gut gethan. 2) Es geſchiehet die Verleyhung zwar eigentlich nur auf die Lebenszeit einer oder mehrerer in dem Leyhbrief benamten Per⸗ ſonen, nach welcher Abſterben das Gut dem Herrn wieder anheimfal⸗ len ſoll. So heiſſet es z. E. in cit. Leyhbrief de A. 1596.„Dem „ehrbarn Caſpar Hallern und Maria Sengerin ſeiner ehelichen Hauß⸗ „frauen, auff ihr beyder Weyhl und Lebenlang und niemand „fuͤro noch laͤnger zu rechten Schupff⸗Lehen geliehen und verliehen, „ſie auch von mir empfangen und beſtanden haben.“ Und in einem andern de A. 1707. Ihid. Cap. I. F. 12.„Wuͤrde aber ſie Beſtaͤn⸗ „derin gar mit todt abgehen⸗⸗⸗ ſollen wir und unſer Erben gut „Fug, Macht und erlangtes Recht haben, ſolchen Acker ohne den ge⸗ „ringſten Entgeld, oder der Beſitzerin Ein⸗ und Wiederred, ein⸗ „und an uns zu ziehen, ſolchen anderwaͤrts nach Belieben zu ver⸗ „ beſtaͤndten und zu verleyhen.“ Allein es wird deſſen ungeachtet das Gut doch insgemein denen Erben gelaſſen, doch ſo, daß ſie ein gewiſſes Beſtandgeld, welches der Handlohn, d. i. der Lohn vor die Ei b b weiſung — neſung und c müͤſſen. üuſichen e „gebeten⸗ „fe Lehen „Margaret! vicht laͤngen dem ermelis fimmten To tzig dier Gis legt⸗⸗ ſeinem W laͤnger, n „mit Munt erwegen gi N. F. 17, aſt ds zeitigen 2 verkauft waß recht in Iu 270. dieſtnt nehr wiedlin ien worda & viva c nachdemenn An dergla deſſen un zn⸗ dſſelbig M Paiahlune rach gant g be 1 auff 1. ſinder a. des od. räfra. 2 b olte * hſchunes biſtattuen — 1191. 1 —oh, M * zzu gehin e hinter rwer, Zim S hen Hyff tren, wi An ein Eͤude, wo Eͤftigung 8 emlich 10% dnur auf dl a ter anheimff relichen Hh und nienmal Und in ehle Ar ohne d” 1 ederred, 9” lieben u b) O(8 559 weiſung und Ueberlieferung des Guts genannt wird, dem Herrn bezah⸗ len muͤſſen. So lautet es z. E. in dem Leyhbrief de A. 1703. c. 7. Cap. II. g. 21. hievon folgendermaſſen:„Demnach Jerg Walden⸗ »„meyer zu Lorch alt 25. Jahr von ſeinem Vater Johannes Walden⸗ „meyer, das auff ſeinen Leib noch beſtandene Fall⸗Lehen⸗Gut, deme „der alte Mann, beſchwerlicher Leibs⸗Diſpoſition wegen nimmer vor⸗ „zuſtehen vermoͤcht, an ſich erhandelt, und uns deßwegen unthaͤnigſt „gebeten⸗⸗ ⸗⸗ das auff ermeldt ſeines Vaters Leib noch gehaff⸗ „te Lehen⸗Gut⸗⸗⸗« nunmehro auff ſeinen und ſeines Weibs „Marggretha alt 19. Jahr, ihren alſo beeder Leiber, Lebenslang und „nicht laͤnger nach Gnaden zu verleyhen. Als haben wir hierauff, nach⸗ „dem ermeldtes Fall⸗Gut gebuͤhrend angeſchlagen, und an der be⸗ „ſtimmten Wegloͤſin, auch veraccordirten Hand⸗Lohn zuſammen vier⸗ „tzig vier Gulden ausmachend, gleichbalden zwanzig zwey Gulden er⸗ „legt⸗⸗ ¹z ſothanes Fall⸗Gut beruͤhrten Georg Waldmeyer und „»ſeinem Weib Margaretha, auff ihrer beeder Leiber lebenslang und nicht „laͤnger, nach Gnaden verliehen und geliehen, thun auch ſolches jetzund. „mit Mund und Hand, nach Lehens⸗Sitt und Gewohnheit.“ Die⸗ ſerwegen giebt es ſehr viele Rechtslehrer, die Herr Johopf. c. I. Cap. VI. H. 17. anfuͤhret, welche behaupten, daß dieſe Guͤter nach dem Tode des zeitigen Beſitzers jederzeit hinwiederum an eines von denen Kindern verkauft werden muͤſſen. Ob nun gleich Ferainand Cbriſtophor. Har- precbt in Iolum Nov. Couſultat.& Criminal.& Civil. Couſßil. XXXI. n. 210. dieſes vor keine nothwendige Schuldigkeit des Herrn haͤlt, viel⸗ mehr wiedrige Exempel anfuͤhret, wo ſolches alſo nicht in Acht genom⸗ men worden, wenn er cit J. n. 114. ſchreibet:„Allermaſſen ich auch, „ex viva& propria experientia mit Wahrheit bezeugen kann, daß, „nachdeme auch allhieſiger loͤblicher Univerlitaͤt, vor wenigen Jahren, „ein dergleichen Fall⸗Gut auff der Alb heimbgefallen, Sie daſſelbe, „deſſen ungeachtet, daß man vorhero, bey verſchiedenen Tod⸗Faͤllen, „daſſelbig jedermahlen, geger es Laudemui von o. fl. oder Thalern „Bezahlung, den hinterlaſſe Rindern denuo uberlaſſen, dennoch letzt⸗ „lich gantz eingezogen, daſſelbe vor 500. fl. an den Schultheiſſen in loco „verkaufft ꝛc.“ So haͤlt er doch ſelber c. 1. u. 129., daß die nachgelaſſene Kinder oder andere Blutserben gegen Zahlung eines billigen Kauf⸗ geldes oder Handlohns mit dieſen Lehn⸗Guͤtern wieder Wnetitet und faltem 560 3) o(6— faltem ex æquitate zugelaſſen werden muͤſſen. Wenigſtens erhellet aus dieſen unterſchiedenen Meinungen der Rechtslehrer doch ſo viel, daß es ſehr gewoͤhnlich ſeyn muͤſſe, daß man denen Erben dieſe Guͤter laſſe, und die Strenge, ſo in deren Verleyhungen verabredet iſt, hierinnen nicht ſo genau beobachtet werde. Man hat auch bey dergleichen auf Lebens⸗ lang verliehenen Guͤtern Exempel, daß die Verleihung ſogleich mit auf der bereits vorhandenen Kinder Lebenszeit erſtrecket worden, wohin die in dem v. Buriſchen Lehenr. im Anhang /ub N. 29. befindliche Urkunde gehoͤ⸗ ret, in welcher die Redensart: zu rechtem Erb⸗⸗verleyhen, zu merken iſt, als welche ſonſt bey denen Erbleyhen nur gebraͤuchlich iſt. 8) Doch ſind die Beſitzer nicht befugt, etwas von denen Guͤtern zu veraͤuſſern, ihr Recht in fremde Haͤnde zu bringen, dem Herrn nach⸗ theilige Veraͤnderung ohne deſſen Wiſſen und Willen auf dem Gut vorzunehmen ꝛc. In dem Lehnbrief de A. 1596. ſtehet folgendes: „Nichts weder Acker, Wieſen, Holtz, Feld, Miſt, Heu, Stroh, „noch anders darzu gehoͤrig, daraus oder darvon verkauffen, veraͤndern „oder verſchencken⸗⸗⸗ auch den ſelbs perſoͤnlich beſitzen, nicht. „mehr dann einen Feuer⸗Rauch und kein Haußleut bey ihnen haben, „am Hoff und ſeiner Zugehoͤrd, ohne mein und meiner Erben Wiſ⸗ 8 kn und Willen nichts vermarcken, verthedigen untergehen noch ver⸗ „rechten.“ b Man ſollte zwar aus dem Schwaben⸗Spiegel ſchlieſſen, daß bey dieſen und dergleichen auf Lebenszeit eingeſchraͤnkten Verleyhungen dem Beſitzer die Befugniß, ſein Recht an jemand anders zu veraͤuſſern, im Zweifel zukomme. Gleichwie denn auch der Herr G. R. Heineccius in Element. Jur. German. Lib. II. Tit. II. g. 37. aus dieſem Grunde da⸗ vor haͤlt, daß, wann keine wiedrige Vertraͤge vorhanden, dem Beſitzer einer Leyhe zu Leib oder Leibgedings die Veraͤuſſerung oder Abtrettung der verliehenen Sache erlaubt geweſen. Die Worte lauten in dem Schwaͤ⸗ biſchen Landrecht Cap. 299. g. 4. edit. Burgermeiſt. alſo:„Und iſt, „daß ein Mann Gut gewinnet zu zweyen Leiben, oder zu mehr Leiben, „und nennet die Leibe und Beſcheidenheit der nicht, welcher nach dem „Leibe nieſſen ſolle, der es in der Gewehr hat, als der Leib ſtirbet; ſo ſol⸗ „len die Leib mit einander das Leibgeding nieſſen, die da genennet ſind. „Wird aber da ein Leib ſonder genennet, daß er nach dem Leibe nieſſen „ſolle, der da verfehrt, der ſoll das nieſſen, dieweil er lebt. Will 4 b„das „man das „gelaffen. „ſie das me „ohn werd „an ihrer „Willen. „ohn wel „Leuthenn „gebe ma „Recht, i „geben, „bder melun dn Iin „den ein n net thuntn „ſoll den an „Ichi Spiegelu und dasſa dene erſelben a wanan Geſehe ten Angeva ſe vonſeld daß, ſl, aln 362) o sur Ausdehnung und Verlaͤngerung des ertheilten Rechts ſtatt finden koͤnne. Womit auch die hieher gehoͤrige Urkunden uͤbereinſtimmen, z. E. in der im Anhange ſub N. 19. ſtehet:„Es ſollen auch dieſe unſere itz verliehene Guͤ⸗ „ter by einander gehalten, auch one unſernn und unſerer Erben Wiſſen, „und ſondere Willigung ferners nit vertheilt, noch in andere fremde Hen⸗ „de durch Verkhauff, Pfandtſchafft, oder andere geſtalt verwendt wer⸗ „den.“ In der de A. 1316. ap. Ihilt. Diſ. de Jure Emponemat. u. 7. „Und lehnte ſinen lebetagen und nit lenger;“ Und obgleich in eben dieſer Verleyhung dem Beſitzer erlaubet worden, die Lehne dem Herrn aufzuſa⸗ gen, ibi:„Es iſt ouch hierinne bered worden, wenn der egenannte Ent⸗ „lehner wil, ſo mag er von der egenannten lihenungen ſton, doch ſo ſoll „er die verſeſſenen Zinße vorhin ußrichten und bezalen.“ So iſt doch von einer Abtretung ſeines Rechts an einen fremden nichts erwehnet. In der Urkund de 4. 1402. bey dem Herrn von Falckenſtein Cod. diplomat. an- tiquit. Vordeav. n. 300. iſt zwar der Frau Hedwig frey gelaſſen, den ihr zu einem rechten Leibgeding recht undredlichen verſchriebenen und vermach⸗ ten Hof„zu ihrer ſelbs Perſon, oder wenn ſie das an ihr ſtatt gant, „ jerlichen einzuraumen, innzuhaben und zu nieſſen.“ Allein, weil es doch auch zugleich heiſſet:„dieweil ſie lebt, und nit laͤnger.“ Und daß nach dem Todt aller derer, worauf ſolches Leibgedingerſtrecket worden, der verliehene Hof dem Kloſter wieder anheimfallen ſoll; So erkennet man leicht, daß ihr keine Veraͤuſſerung, dergleichen in der angefuͤhrten Stelle des Schwaben⸗Spiegels angezeiget wird, verſtattet geweſen, ſon⸗ dern nur die Freyheit, den Hof durch einen andern verwalten zu laſſen, der in ihrem Namen die Nutzungen deſſelben genoſſe. Welche Ueber⸗ laſſung auch bey dem Roͤmiſchen Uſufructu erlaubet iſt. Es wuͤrde auch ſelbſt aus der von dem Herr G. R. Heineccio c. 1. angefuͤhrten Stel⸗ ie aus denen L. L. Longobard. Lib. II. Zit. Xv*. 1. 2., welche alſo kau⸗ tet: 9i quis res ſuas alii thingaverit& dixerit in ipſo thinx, lidolaip qui in die obitus ſui reliquerit, non pergat ipſas rer, ac ipſis poſtea doloſo aniino fruatur, niſi cum ratione, die verbotene Veraͤuſſe⸗ rung eines Leibgedings erwieſen werden koͤnnen, wenn anders unter dem Lidolaip ein Leihe zu Leib koͤnnte verſtanden werden, wie auch Jchil ter in Diſl.- de Ture Emponematum g. 30. gemeinet, und nicht viel⸗ mehr der ganze Zuſammenhang des Geſetzes lehrete, daß daſelbſt von ei⸗ ner Schenkung, deren Uebergabe erſtlich nach dem Tode des ſchenkenden 2) W worden/ worden, b) 1 Theil veraͤ⸗ c) A. halten. 9 e) We ken. Es ſon alſo: Vi „die Guͤ „lieffern 1 „Stande „ſens verin nd „diger E „ Fug ur „Entgel und an m f) 4 tif4. 1 und Fen⸗ „Dier ſim jederzei e „ſeten 4 ndteide ne b) 2 da Lin E liehen 1 * bend † remehr wente nennat inedena — rrnauf ₰ hanatec , dochſo * oiſtdoch 2 1 annet. Kahlbmat. Poſen, den ind vermah fiart g d an, weil nur.“ AUn aret worden, 50 üun 2o wgeſhten Amäg or cin zl laſſe ͤlche Ueir 3 ninen 1ährten El 4 ſo l 1.„Wo al 3o e— 36½ geſchehen ſoll, die Rede ſey. Siehe Herr Wachter Gloſſar. v. Ii. doldl. 1 9) Sie verlieren dieſe Guͤrer, wegen folgender Urſachen. a) Wenn ſie ſterben, weil die Guͤter nur auf ihren Leib verliehen worden, wobey aber doch dasjenige, was vorher ad not. 7. geſaget worden, zu wiederholen ſ ſf. bp) Wenn ſie ſolche ohne Einwilligung des Herrn ganz oder zum Theil veraͤuſſern 2. hatten Wenn ſie dieſelbe nicht im Bau und weſentlichen Stande er⸗ d) Wenn ſie den gebuͤhrenden Zinß nicht davon bezahlen. e) Wenn ſie ſolches verſetzen, oder ſonſt mit Schulden beſchwe⸗ ren. Es ſind dieſe Urſachea faſt in allen Leyhbriefen ausgedruckt, und heiſ⸗ ſet es 6. E. in dem de A. 1707. bey Herr Schænf c. l. Cap. I41. F. g. hievon alſo:„Wuͤrde aber ſie Beſtaͤnderin dieſen oder mehr Punct uͤberſchreiten, „die Gülten, wie obgemeldt, nicht richtig und zur beſtimmten Zeit „lieffern oder bezahlen, noch den Acker im baulich⸗oder weſentlichem „Stande erhalten, oder ſonſt ohne Herrſchafft Vorwiſſen und Con⸗ „ſens verkauffen, verſetzen, verleihen, vertauſchen, oder in andere „Wege veralieniren, ſolle offterwehnt Ihro Hoch⸗Graͤfl. Excell. mein gnaͤ⸗ „diger Graff und Herr, Dero Erben oder nachgeſetzte Beamten, gut „Fug und erlangtes Recht haben, ſolchen Acker ohne den geringſten „Entgelt, oder der Beſitzerin Ein⸗ und Wiederred ein und an ſichziehen, „und anderwaͤrts nach Belieben zu verbeſtaͤnden und zu verleyhen.“ J) Wenn ſie polche nicht perſoͤnlich verwalten. In dem Leyh⸗ brief de A 1666. c. l. S. 1z.„Wenn ich daſſelbige zu Dorff, Holtz, „und Feld nicht perſoͤnlich und weſentlich hielte, oder mit Wein und „Bier ſaͤumig ſeyn wuͤrde: ſo haben alsdenn meine gnaͤdigſte Herſchafft „jederzeit vollen Gewalt und gut Recht, noch einen Wirth neben mir zu „eden 2² oder mich gar von ſolcher Herrberg zu fordern und zu „treiben.““ ) Wenn ſie die abgeredeten Dienſte, oder wozu ſie ſich ſonſten anheiſchig gemacht, nicht leiſten und erfuͤllen. Leyhbrief de A. 7796. c. „Wo aber ſie Ehegemaͤcht beyde, oder das ein nach des andern Tode Bb bb 2„und 7 2 564 O( a „und Abgang obberuͤhrten Hoff und Guth ſelbs nit beſuzen, oder „nicht in guten baulichen Ehren, ſondern wuͤſtiglich und zergaͤnglich „haben und halten, ainiches was das waͤre davon verkauffen, ver⸗ „andern, oder ohne mein und meiner Erben Vorwiſſen etwas ver⸗ „rechten oder verthedingen, oder Zinß und Guͤlt auff die Zeit, auch „an die End und immaſſen obſtehet, jaͤhrlich nicht richten, darzu „die Seefahrt nicht thun, oder die zehen Schilling Pfenning darfuͤr „nit geben, oder wie der andere Articul vor und nach beſtimbt hand⸗ „len, und mit Vollziehung thun, oder daß ſie beyde mit Todt abgan⸗ „gen, wie ſich ein ſolches begeben wurde, alsdann zu ſtund ſoll ſeyn und „iſt ſolcher Hoff und Guth mit aller ſeiner Zugehoͤrd, wie oblaut, mir „oder meinen Erben frey, ledig heimbgefallen und verfallen, derge⸗ „ſtalten, daß ich oder meine Erben dann zumahl ſolchen Hoff und „Guth mit aller ſeiner Zugehoͤrung, unverhindert ihr der Ehegemaͤcht, al⸗ „ler ihrer Erben und ſonſt maͤnniglichs, zu unſern Handen ziehen, den „ſelbs behalten, oder andern wie und wenn wir wollen verleyhen mogen.“ h) Wenn nach der Verordnung des Bayriſchen Landesr. Ae 7. 1553. Lib. III. Zit. 1z. art. J. p. 79. der Bauer heimlich und ohne Vorwiſſen des Herrn die Guͤter verlaſſen, und mit Weib, Kinder, Vieh, und aller ſeiner Haabſeeligkeit davon gegangen; ſo ſoll er zur Strafe ſein Schupf⸗Leyh⸗Recht verlohren haben, und uͤberdem allen Schaden dem Herrn erſetzen, und den etwa noch ruͤckſtaͤndigen Zinß abfuͤhren. Wenn aber der Herr ſolches nicht verlanget, ſondern lieber fiehet, daß er den Hof ferner baue, ſo kann er auch dazu von der Obrig⸗ keit angehalten werden. 1 Was die uͤbrigen Arten, wodurch dieſe Verleyhung geendiget wird, anbetrift, welche Zerr Srbapf. c. 1 F. 13. /ega. anfuͤhret, nemlich i) durch den voͤlligen Untergang der verliehenen Sache. k) Durch die freywillige Aufgebung oder Abtretung des Beſtaͤnders an den Herrn. 9 Durch den Ablauf der Zeit, worauf die Verleyhung gerichtet gewe⸗ ſen. m) Wenn der Herr ſolche Fall⸗Guͤter erblich macht. n) Durch die Ver⸗ L jaͤhrung ſowohl auf Seiten des Herrn als des Beſtaͤnders. o) Wenn durch ein rechtskraͤftig gewordenes Urtheil die Natur dieſer Guͤter veraͤn⸗ dert, und ſolche vor erblich erklaͤret worden. p) Wenn mehrere Urſachen der Beraubung in denen Leyhbriefen verabredet worden ꝛc. So ſchei⸗ net es unnothig zu ſeyn, ſich dabey aufzuhalten, weil ſeſche allen dergleichen “ erley⸗ — Verleyhur gleichwie re Verat a eſchehen, nhebebta ſie von 5 „der Ame „ kommen doe heiſſ 8 Suppa iſt ſolche i ſolches En dem Acke! 83o 667 Verleyhungen allgemein ſind, und aus denen gemeinen Rechten flieſſen. Gleichwie es auch anderntheils in der Partheyen Willkuͤhr ſtehet, durch ihre Verabredung alle obgemeldete Urſachen der Beraubung auszuſchlieſ⸗ ſen, wiez. E. in der vorgemeldeten Urkunde de A. 1 02. ap. Falckenſt. c. I geſchehen, ibi:„Sy ſullen auch noch einmuͤgen das obgenannt ihr Leibding „ihr Lebtag mit kainerley Mißthaten, Vergaͤſſen und Ungenaden, darein „ſie von Bloͤdigkeit der Menſchheit, ob das Gott uͤber ſy verhengt, das „der Almechtig nit einwol, gevallen moͤchten, zen uns oder unſern Nach⸗ „kommen nit verlieren oder verwuͤrcken, in keinerley Weiß oder Weg.“ XLI) Von denen Heagii. — gium. Ooe heiſſet die Pflugſchaar. Aexander Meham ap. du Feſue 5. v. — Zupponatur dentile vel dantale, cui Soc vef vomis infigatur, und iſt ſolche Bedeutung auch im Franzoͤſiſchen annoch gewoͤhnlich. Ein ſolches Gut nun, deſſen Dienſte in Brauchung der Pflugſchaar, d. i. in dem Ackerbau beſtehen, und daß alſo denen Lehn⸗Guͤtern, wovon Kriegs⸗ dienſte geleiſtet werden, entgegengeſetzet wird, heiſſet in denen Engli⸗ ſchen Geſetzen und Urkunden Socagium Zittleton ap. du Freſnue b. v. Cheſ- cun tenure, que n eſt pas tenure en chivalry, eſt tenure en ſo- cage. Die Beſitzer derſelben Guͤter werden Socomanni, Socmanni, d, i. Soc⸗ oder Pflugmaͤnner genannt, und ſind noch heutiges Tages beyde Benennungen im Engliſchen uͤblich, indem ein ſolches Land⸗oder Bauer⸗ Gut, deſſen Beſitzer dem Herrn Acker⸗oder Pflug⸗Dienſte leiſten muß, Socage, und der Beſitzer ſelber Socager oder Sockman benamet wird. Dieſem zufolge wuͤrde Socagium uͤberhaupt ein dienſtpflichtiges oder beſchwertes Bauer⸗Gut anzeigen. Gleichwie aber die Bedingungen, un⸗ ter welchen ſolche denen Beſitzern eingegeben worden, unterſchieden ſeyn koͤnnen; ſo werden hauptſaͤchlich zweyerley Art von Socagiis in denen alten Nachrichten angefuͤhret, nemlich Socagium liberum und villanum. Das erſtere iſt dergleichen Gut, wovon jaͤhrlich ein gewiſſer Zinß ent⸗ richtet, welches aber mit weitern Auflagen oder Dienſten nicht beleget wird. Bracton. Lib. 2. c. 33.. z. ap. du Freſne h. v. Socagium liberum(Socage en franc tenure) eſt, quod tenetur quidem in ſocagio, ſed nou fit ſorvi- tium dominis capitalibus niſi er& nihil inde omnino daes 3 83 2 A.e 2e ad ſeutum& ſervirium regis. Und bemerket Spelmann, daß die Be⸗ ſitzer derſelben die Freyheit haben, mit Einwilligung des Herrn etwas von ihren Sachen zu verkaufen oder ſonſten zu veraͤuſſern, doch werden davon einige Dienſte(oder vielleicht die zum Ackerbau beſtellete Dienſtboten, in dem ſervitium auch von denen Leuten ſelber, die dienen, gebraucht wird. Siehe du Freſne v. Servieium) ausgenommen. Auch duͤrfen ſie kein Zug⸗ vieh maͤnnlichen Geſchlechts anders verkaufen, als wenn ſie dem Herrn 3. folidos und 4. denarios bezahlen. Welche Summe ſie auch bey denen Verheurathungen ihrer Toͤchter erlegen muͤſſen. Ihre Kinder koͤnnen Geiſt⸗ liche werden, der aͤlteſte Sohn aber bekommt das ganze Gut. Sokeman- ni liberi, ſchreibet er, poſſunt dare& vendere, ſed ad voluntatem do- mini: non poſſunt alienare certa ſervitia. Antenatus ſuccedit in to- tum. Non poſſunt a verium maſculum vendere, neque maritare filiam niſi dem domino 3. ſol.& 4. den. b b Ein villauum ſocagiam hingegen iſt, wovon die Beſitzer die Acker⸗ dienſte leiſten muͤſſen. Brackon L. 2. c. F. n. 2. ap. du Freſne b. u. Non mutat ſtatum liberi villanum ſocagium non magis quam liberum. uamvis autem de villaxo ſocagio jiat certum ſervitium, propter hoc non habebit liberum tenementum, quia hoc facit rarione tenementi, licet non ratione perſonæ. Und ſind ſolche vermuthlich diejenigen, welche von Spelmann, Sokemanni cotarii(Kothners, Koͤters) genannt werden, von welchen er meldet, daß der Herr ſie nach Belieben mit Auf⸗ lagen beſchweren koͤnne, und ſie zu ungemeſſenen Dienſten verbunden ſeyn, auch daß alles ihr Haab und Gut dem Herrn gehoͤre. Soke- manni Cotarii debent talliari ad voluntatem domini& facere ſervi- ria incerta: nihil poſſunt dare vel vendere, nihil proprium habere, nec acquirere, niſi ad promotionem domini ſu. Wiewohl dieſes mit dem, was vorhero aus dem Bracton angefuͤhret worden, nicht aller⸗ dings uͤbereinzuſtimmen ſcheinet. Weil ich aber ſo wenig die Urkun⸗ den, woraus Spelmann dieſe Nachrichten gezogen, als auch die uͤbri⸗ gen Scribenten, welche du Freſue b. v. anziehet, bey Handen habe, und nachzuſehen im Stande bin; ſo muß ich deſſen Unterſuchung und ei⸗ ne gruͤndlichere Erklaͤrung unter und andern uͤberlaſſen. Nur iſt annoch zu merken, daß bey einigen Bauer⸗Gutern bisweilen jaͤhrlich ein Soc oder Pflugſchaar als eine ordentliche Abgift entrichtet werden müſſen. So wird z. E. in dem Pohprico Folatenſ. ap. Haluz T. Ii. Capitul. p. 1 357. W ſehl. ue usqus? amer Urku jone, ut 3 hoc finguli 4 denarios 5 E⸗ ſinddin jaͤhrlic gen Frohnde kunde de 4 „ nin„ „ 8 3 reytehe „Pond 9. »Kornſa n hren Na⸗ KLII- Oiinn⸗ - gn dergach 5 Worts r Ben a E Kut ſie kas = ich befm CTkonnengt E. Soken e untarem ccedit u 1 nrue marh er die A -e5. v. N. „ um liberun woropter na d tenement 383)(r b 167 7387. feqq. von einigen manſis ſervilibus angeführet: Solvit unusquis- que usque ad monaſterium carroperam 1.& /0c.& cultrum. Und in einer Urkunde bey Goldaſt. Tom. II. Aer. Allemann. u. ſo. In ea ra- tione, ut dum advixero, ipſas res habere debeam& cenſui me pro hoc ſingulis annis de feſtivitate S. Galloni in alia, ſoccum unum aut 4. denarios. b 42) Soͤl⸗ III) Von denen Soͤlden⸗Guͤtern. —88ſſſ„den ⸗Guͤ⸗ Es ſind dieſes gewiſſe in Franken befindliche Guͤter, deren Beſitzer einenter. jaͤhrlichen Zinß an Geld und Huͤnern bezahlen muͤſſen, auch zu eini⸗ gen Frohnden verbunden ſind. Wie ſolches alles zu ſchlieſſen aus der Ur⸗ kunde de A. 1199. bey Herr von Falckenſtein Coa. Hiplom. Antigquit. Nordgav. n. 92.„Mehr(haben wir der Graff von Caſtel ihme verlie⸗ „hen) ſechs Soͤlden⸗Guͤter zue Stuͤbach, deren eins beſitzt, Hannß Sieg⸗ „mundt, gibt jaͤhrlich ſechs Pfund, ein Faßnachts Zuen, und ein „Sommer⸗Huen, Hanß Streicher eins, gibt zehendhalb Pfund, ein „Faßnacht⸗Huen, Marr Schweitzer eins, gibt vier Pfund fuͤnff Pfen⸗ „ning, ein Faßnacht Huen, Michel Dennerle eins, gibt fuͤnff Pfund, „ein Faßnacht Huen Paulus Creutzer eins, ſo ein Erbſchenckſtatt, gibt „dreyzehen Pfund, ein Faßnacht Huen, Georg Ruͤedel eins, gibt neun „Pfund ein Faßnacht Huen, und frohnet ein jeder zween Ta 3 im „Kornſchnitt, und zween Tag im Habern.“ Ob ſie nun von Sold ihren Namen haben, und worinnen im uͤbrigen ihre Natur beſtanden, kan ich wegen Ermangelung weiterer Nachrichten nicht entſcheiden. XLIIIL) Von denen veranlaiteten Frey⸗Stift bloſſen 5) ge⸗ Frey⸗Stift, und Neu⸗Stift⸗Guͤtern. undett⸗ Frey⸗Stift, und Neu⸗Stift⸗Guͤt ſtift⸗ Guͦ⸗ ter. Stiſten heiſſet unter andern auch ſo viel als einſetzen, einweiſen, ein⸗ — geben, wie die aus denen Bayeriſchen Landesgeſetzen kurz bernach beygebrachte Zeugniſſe lehren. Von dieſer Bedeutung des Worts ſtiften, haben nun einige Arten verljehener Guͤter in Bayernih⸗ re Benennung erhalten. Nemlich W a) die 66 a) Die veranleitete Frey⸗Stift oder Herrn Gunſt. Welche Ertel in Praxi Aurea von Anſchlag, Taxation und Schaͤtzung ꝛc. fol⸗ gendermaſſen beſchreibet:, Wann nemlich einem ein Bauren⸗Gut ver⸗ „laſſen wird mit der Art und Manier, daß der Verlaſſer ſolches alle Au⸗ „genblick zuruckziehen, und den Contract annulliren koͤnne, wann er „nur dasjenige erſtattet, was der andere fuͤr ſein Gerechtigket una cum „meliorationibus ausgeleget hat.“ Veranlaiten bedeutet vermuthlich ſo viel als uͤberlaſſen, verleyhen. Denn laſſen heiſſet, wie Herr Wachter in Gloſſar. 6. v. bezeugt, im Gothiſchen letan und im Angel⸗ ſaͤchſiſchen!etan, und let zeiget im Engliſchen annoch ſo viel als verley⸗ hen, verpachten an. b) Bloſſe Frey⸗Stift, oder Beſtand⸗Guͤter. Dieſe ſind nach Ertels c. l. Vorgeben von denen ſchlechten Pacht⸗Guͤtern gar nicht unterſchieden, ſondern die Beſitzer ſind als bloſſe Conductores anzuſe⸗ hen. Daß aber dennoch dieſe Frey⸗Stifter, es moͤgen nun die von der erſtern oder von dieſer letztern Art geweſen ſeyn, ſich zum oͤftern ein groͤſſeres Recht als wie bloſſe Pachter angemaſſet, auch die willkuͤhrli⸗ che Auf kuͤndigung der Herrn nicht zugeben noch denen Meyern, denen die Güter von den Herrn von neuem geſtiftet worden, ſolche raumen wollen, ja bisweilen gar einige Stuͤcke von dieſen verliehenen Guͤtern verſetzet und veraͤuſſert, erhellet aus denen dieſerwegen ergangenen Verboten. Denn ſo heiſſet es in dem Bayriſchen Landrecht de A. 1515. Tit 37. art. 10.„Nachdem uns taͤglich Klag fuͤrkohmen, ſo die „Herren irer Notturfft nach, ire Zoͤfe und Guͤter auff dem Land, „andern verſtifften wellen, das Inen von den Pauersleuten, die ſy „alſo darab ſtifften vil drangs und muetwillens bewißen werde. Auch „dieſelben abgeſtifften Paurs⸗Leut, nit allein gegen ir Herrſchafft, ſon⸗ „der auch den ihenen die an irer ſtat auffſtifft werden, ſich drolich, und „in anderwege vaſt ungeſchickt halten ſollen, und uͤber der Herrſchafft „willen, die Guter nit raumen woͤllen, dardurch ſie dann den Mayr, „ſo die herrſchafft darauff zu ſtifften vorhat bezwingen, iren gonſt und „willen,(wo er anderſt zu dem Luet khomen, und deßelbi mit ruhe „und on ſorg beſytzen will) von Inen zu erkauffen. olches zu fuͤr⸗ „khomen ordnen und ſetzen wir ꝛc.“ Ein gleiches iſt auch in der Bay⸗ riſchen Landesordn. de A. 1573. Lib. III. Tit. ej. art. 1. wiederholet worden, Und art.*. ilid. lautet es hievon: Als ſich auch etlich auß und von — nvol iren v grundherre „gat zu ver. „der zeit on werden, d elierung ſe ndern gebu⸗ e Unternet Nachricht n fommt ei n fe bloſſe und wie andere; denn ob gle fhr frey gert un ſeiner En ſlten bedie brauch desn lich gar nin Recht uͤben lierung ihi waͤre, wei c) N „ſpecies in chig, un „nemlich n „ zeitlichen d Nach dieſh tehhungen werden n eet, und a. — 2 A wang o 1 e, de et umn — ¼ ZS —— dm oͤſtern! Aee wilkthe pern, dene che zauma en Gltern eegangeve echt de4 ahcen, ſod f den kan auhten, 3 b 8) O(8 369 „von iren verſtifften Guͤtern etliche ſtuck und grund on irer Lehen⸗ und „grundherren wißen und willen hinzelaſſen, und etwo zu verſetzen oder „gar zu verkauffen underſteen, dadurch den lehen oder grundherren mit „ der zeit on ir vorwißen ſolch Grund verlorn und die Guͤter geſchmelert „werden, das ſoll hiemit ainem jeden ernſtlich verpote ſein, alles bey ver⸗ „lierung ſeiner gerechtigkeit, oder ſo er kaine auff dem gut het, bey an⸗ „dern gebuͤrlichen Straffen.“ Ob nun gleich denen Freyſtifftern alle die⸗ ſe Unternehmungen unterſaget worden, auch ich wegen ermangelnder Nachricht nicht weiß, wie weit ſie ſich ihrer Rechte gemißbrauchet; ſo kommt es mie doch aus allem dem fehr wahrſcheinlich vor, daß ſie vor kei⸗ ne bloſſe und ſchlechte Pachter der verliehenen Guͤter zu halten, ſondern wie andere Bauern in Teutſchland ein ſtaͤrkeres Recht darauf gehabt. Denn ob gleich dem Herrn die Aufrufung der Verleyhung nach Will⸗ kuͤhr frey geſtanden, ſo glaube ich doch, daß, ſo lange der Frey⸗Stifter an ſeiner Schuldigkeit verabſaͤumet, der Herr ſich dieſes Rechts ſehr ſelten bedienet, ſondern vielmehr den Bauer und ſeine Erben bey dem Ge⸗ brauch des Guts gelaſſen habe, indem es ſonſten denen Beſitzern vermuth⸗ lich gar nicht eingefallen ſeyn wuͤrde, ſich einigen Anſpruch oder einiges Recht uͤber das verliehene Gut anzumaſſen, auch die Strafe: bey Ver⸗ lierung ihrer Gerechtigkeir, in obiger Verordnung vergeblich geweſen waͤre, wenn ſie gar kein Recht daran gehabt haͤtten. c) Neu⸗Stift. Dieſe beſchreibet Hrtel c. I. alſo:„ Dieſe „ſpscies iſt bey denen Herrn Prelaten in Unterlands⸗Bayern ſehr gebraͤu⸗ „chig, und wird per modum feudi alterati exerciret, wenn man „nemlich ein Gut verlaſſet usque ad vitam concedentis, nach deſſen Beitlichen Hinſcheiden ein neuer Hauptanfall gereicht werden muß.“ Nach dieſer Erklaͤrung gehoͤren dieſe Guͤter mit unter die erblichen Ver⸗ leyhungen, nur daß bey Veraͤnderung des Herrn die Lehnwaar bezahlet werden muß, wovor ſolcher den Beſitzer von neuem auf das Gut ſtif⸗ tet, und in deſſen Genuß bekraͤftiget. XLIV.) Von denen Stock⸗Guͤtern. Es meldet Beſold. b. v. zwar, daß dieſe Guͤter im Julichiſchen be⸗ findlich ſind. Was aber ihre Beſchaffenheit anbetrift, ſo verwei⸗ ſet er den Leſer auf Nutger. Sabbe de Commiſſion. P. IIlI. Lib. I.. ece c. 7. 570 1⁷) Su- perficies Grund⸗ zinß⸗Guͤ⸗ ger. ) o( ⸗ c. I. n. 39. Alllein ich ſinde an dem angefuͤhrten Orte nichts wei⸗ ter, als folgendes: Realis actio eſt rei vindicatio, qua agitur, Primo ſi ratione conſuetudinis quædam bona petantur, utpote ex conſue- tudine terræ Juliacenſis die Stock⸗Guͤter, tunc non poteſt dari pe- titio hereditatis. Und muß alſo deren Erklaͤrung andern uͤberlaſſen. Im Hollaͤndiſchen werden Erb⸗vaͤterliche oder Stamm⸗Guͤter, Stock⸗Guͤ⸗ ter genannt, wie Herr Machter in Gloſſar. 5. v. bezeugt. XLV.) Von denen Superficiebus und Grundzinß⸗ Guͤtern. Wir wollen die Natur der Superficierum zuerſt lediglich nach Maas⸗ gabe der Roͤmiſchen Rechte abhandeln, und hernach ſehen, ob und wie weſ Kinioe denenſelben aͤhnliche Vertraͤge bey denen Teutſchen an⸗ zutreffen ſind. Superficies wird zwar uͤberhaupt in dem Verſtande gebraucht, daß dadurch die aͤuſſere Flaͤche einer Sache angezeiget wird. Eigentlich aber wird ein Gebaͤude, in ſofern es dem Grundplatz der area oder dem ſolo, worauf es ruhet, entgegengeſetzet wird, alſo genannt. So ſchreibet z. E. Cucero ad Atticum Lib. 11. ep. 1. Aream præclaram ha- bebimus, ſuperficiem Conſules ex SCto æſtimabunt. In dem L. 20. pr. ff. de Servit, præd. urb. werden die bey denen Gebaͤuden vorkommende Dienſtbarkeiten Servitutes quæ in ſuperficie conſiſtunt, und im Grie⸗ chiſchen a* ‿ν Siνν σς‿ειααᷣ geheiſſen. In dem L. F. F. 3. ff. de legat. 1. merket Julianus an, daß unter ædificium auch die bloſſe Superficies ohne das ſolum verſtanden werden koͤnne. Wie nicht weniger in dem I. 23. pr. ff de Uurp.& ſur heiſſet es: ædes ex duabus rebus conſtant ex folo æ ſuper ficie. Und in L. 71. ff. de Nufruct. wird dasjenige, quod quis in area ædificavit, ſuperficies genannt. In dem L. 39.. de legat. 2. wird es auch ſuperſicium geſchrieben, quaſi ſuperfactum auf oder uͤbergebauetes. Si areæ legatæ poſt teſtamentum factum ædifi- cium impoſitum eſt: utrumque debebitur&& ſolum& ſuperficium &c.&c. Wenn nun der Grund oder Boden jemanden eigenthuͤmlich zugehoͤret, ein anderer aber das Recht von ihm erlanget hat, auf ſol⸗ chem Grund und Boden ein Gebaͤude zu errichten, und gegen einen jaͤhr⸗ lichen Zinß deſſen Nutzungen zu genieſſen, oder auf gleiche Art das be⸗ rei — risaufgef ſe Superſto weitern elegen w 3 1) D heyLändere anterſchiede ſanden, di hinwiederu die Superſic dn, lehret ces, ſonder. een, in we he, wenn beſimmen, vertiehene L. Abhandlurn ſch war, prcd. ruſt. poteſt, ven deo füblat te Mad a der ganze n deeſem Gen ondern erl d, und di eworben ds, was n Veinſtock dücklich un Rpote In Rrſolchenn hen wollag f. de den n Superfie do eige t * nict ut, a —₰ el en eſt dan Alaſa — Stai a dzinß d nach M Kehen, obn a deutſchene de gebrou re. Eigente g der arez Od erannt. E. eclaram M 8 dem I. 20 o( b 571 reits aufgefuͤhrte Gebaͤude von ihm einzuhaben, ſo wird ſolches Recht ei⸗ ne Superficies und der Beſitzer Superficiarius genannt, wie aus der waitern Eroͤrterung der Natur dieſer Superficiei mit mehrem ſich zu Ta⸗ ge legen wird. 1) Die Superficies findet eigentlich nur bey Gebaͤuden und nicht bey Laͤndereyen ſtatt, und iſt ſie darinnen hauptſaͤchlich von der Emphyteuſi unterſchieden, ob es gleich nachgehends in der Partheyen Belieben ge⸗ ſtanden, die Haͤuſer als Emphyteuſes, und die Aecker und Laͤndereyen hinwiederum als Superficies zu verleyhen und in Beſitz zu nehmen. Daß die Superſicies bey denen Roͤmern nur eigentlich bey Gebaͤuden ſtatt gefun⸗ den, lehret nicht allein die angefuͤhrte Bedeutung des Worts Luperki- cies, ſondern es zeigen auch ſolches die Stellen in denen Roͤmiſchen Ge⸗ ſetzen, in welchen etwas von denen Superficiebus verordnet iſt, als wel⸗ che, wenn ſie anders etwas von der in ſuperficiem ertheileten Sache beſtimmen, jederzeit eingegebene Gebaͤude vorausſetzen, niemals aber verliehene Laͤndereyen anfuͤhren, wie ſolches aus denen in der fernern Abhandlung beygebrachten Geſetzen ſich von ſelbſt ergiebet. Man beruft ſich zwar, um das Gegentheil zu erweiſen, auf den L. 13. pr. ff. de Servit. præd. ruſt., wo es alſo lautet: Certo generi agrorum aquiri ſervitus poteſt, velut vineis, quod ea ad /ſolum masis quam ad ſuperficiem pertinet ideo fublatis vineis ſervitus manebit: ſed, ſi in contrahenda fervitu- te aliud actum erit, doli mali exceptio erit neceſſaria. Es zeiget aber der ganze Zuſammenhang, daß des Rechtsgelehrten Javoleni Abſicht in dieſem Geſetz nicht iſt, eine neue Art von Superficiebus zu beſchreiben, ſondern er will nur darthun, daß die cauſa ſervituris perpetua ſeyn muͤſ⸗ ſe, und daß alſo, wenn ſich einer eine Dienſtbarkeit bey einem Weinberg erworben, ſolche auf das Erdreich oder den Grund ſelbſt, und nicht auf das, was darauf ſtuͤnde, hafte, mithin auch noch daure, wenn gleich die Weinſtoͤcke ausgerottet wuͤrden. Es waͤre denn, daß ein anderes aus⸗ druͤcklich verglichen worden, in welchem Fall zwar iplo jure die ſervitus, utpote quæ ad tempus conſtitui nequit, fortdaure, demjenigen aber, der ſolche dem Vertrag zuwider noch nach ausgerotteten Weinberg brau⸗ chen wolle, durch die Kxceptionem doli begegnet werden koͤnne, L. 2. pr. ff. de Servitut. Es erhellet alſo hieraus, daß der Juriſt allhie das Wort Superficies im weitlaͤuftigem Verſtande gebraucht, keinesweges aber das eigentliche Jus ſuperficiei, als welches einer auf ſeine eigene Sache Cecc 2 nicht 17²)O nicht haben, und alſo auch in dieſem Fall bey dem Eigenthuͤmer des Weinbergs nicht ſtatt finden kann, dadurch gemeynet habe. Es iſt eine groſſe Ungewißheit unter denen Rechtsgelehrten, wor⸗ innen die Superficies eigentlich von der Emphyteuſi unterſchieden ſey. Die mehreſten halten davor, daß der Unterſcheid darinn beſtehe, daß der Em. phyteuta ein Recht ſowohl auf die aͤuſſere Flaͤche des Erdreichs, als auf den Grund ſelber habe; der Superficiarius hingegen habe nur blos ein nutzbares Eigenthum uͤber die Superficiem, nicht aber uͤber den Grund, als welcher einem andern gehoͤre. Es hat aber Herr Hofrath Leyſe⸗ in medit. ad ff. Specim. 510. u. 1. ſHε‿. hiewieder ſehr wohl angemerkt, daß es eine unmoͤgliche, und der Abſicht der Superticiei ſelber zuwider⸗ laufende Sache ſey, daß einer das Recht haben ſolle, auf des andern Grund und Boden ein Gebaͤude aufzurichten, und doch nicht befugt ſey, ſich einiges Recht oder einigen Gebrauch uͤber den Grund ſelber anzumaſ⸗ ſen, da er doch bey der Erbauung nothwendig den Grund um⸗ und ausgra⸗ ben muͤſſe, um das Fundament hineinzulegen, Keller und unterirrdiſche Gewoͤlbe zu machen ꝛc. Und wenn man uͤber dem von dem Eigenthum reden will, ſo gehoͤret dem domino ſoli ſowohl der Grund, als das darauf geſetzte Gebaͤude, der Gebrauch von beyden aber ſtehet dem Su- perficiario zu. Bey welchen Umſtaͤnden auch der aus dieſem angebli⸗ chen Unterſcheid gemachte Schluß, daß ein Emphyteura den in dem Grund und Boden gefundenen Schatz bekomme, der Superficiarius aber nicht, hinwegfaͤllt, zumal da wir oben p. 169. dem Emphyteutæ auch nur, wie einem fremden Finder, die Helfte des gefundenen Scha⸗ tzes zuerkannt haben. Andere wollen annoch den zweyten Unterſcheid in der Beſchaffenheit des jaͤhrlichen Zinſes ſetzen, und meynen, daß a) ſol⸗ cher bey der Superficie, als einer Art von Verpachtung im baaren Gelde beſtehen muͤſſe, bey der Emphyteuſi aber auch in andern Sachen entrich⸗ tet werden koͤnnen. 3) Bey der Superficie vor den Gebrauch des Grun⸗ des und Bodens; bey der Emphyteuſi aber nur in recognitionem do- minii gegeben werde. Siehe Lauterbach Colleg. Tbeor. Prac. h. t. g. 24. Allein das erſtere faͤllt dadurch weg, daß einestheils die Locatio-Con- duétio auch nach dem Roͤmiſchen Recht vor eine beſtimmte Anzahl Fruͤchte geſchehen kann. L. 21. C. de locat. cond., und aiſo auch ein gleiches bey der Superficie ſtatt finden muß, allenfalls aber, wenn ſolches nicht waͤre, es eben ſo wenig bey der Emphyteuſi angehen wuͤrde, als welche nichts anders als — b eine ert wiſchen en iichtet wir letztere abe auch nicht vor den G wie oben! geringen; ſchraͤnktn 1S. dieſen egen ſehr 5 gerr ſheid blos⸗ ten erkennn gerichtet ſ terſchieden terſcheid gleichnat kein Naͤn anderungt gezahleternn Katſode terſcheid i Benenn a Verbiniit fer e. l. bin ſcheid à n Merkmen. wuf un ne voli ch dadurch te Superfi in arrn i. worau⸗ th ſonſſen bbenfan * ktn n Kden a 2 dß dab. —he, ſrath l 1. angemen ber zuwh f des an a't befugt der anzun 2 und auba runnteriredſt n Eigentze End, als d 6„ -, daß) e baatecGe rachen enti 1 ich des G müiorenä- 12. bt. 3 „ILocario-Lh- mnalgu lechesin nch chtion enncin, — )( r 573 als eine erbliche Pacht oder Verpachtung iſt. Auch zum andern alsdenn zwiſchen einer Emphyteuſi, wo gleichfalls der Zinß in baarem Gelde ent⸗ richtet wird, und einer Superſicie kein Unterſcheid ſeyn wuͤrde. Das letztere aber wird dadurch widerleget, daß bey der Emphyteuli der Zinß auch nicht an und vor ſich in recognitionem dominii, ſondern allerdings vor den Gebrauch der zur Emphyteuſi verliehenen Sache gegeben wird, wie oben p. 236. ſeq. mit mehrem gezeiget, ob man gleich bey einem ſehr geringen Zinß oder Canone dieſe Redensart, wenn ſie gehoͤrig einge⸗ ſchraͤnkt wird, gelten laſſen kann, wie ſie denn auch von uns z. E. p. 182. dieſerwegen beybehalten worden, da ſie aber auf gleiche Art bey der gegen ſehr geringen Zinß verliehenen Superficie gebraucht werden kann. Herr Hofrath Leuſer c. I. haͤlt alſo davor, daß der ganze Unter⸗ ſcheid blos in der Benennung beſtehe, und man aus der Partheyen Wor⸗ ten erkennen muͤſſe, welcher von dieſen beyden Vertraͤgen von ihnen auf⸗ gerichtet worden. Wenn aber die Sachen blos dem Namen nach un⸗ terſchieden ſeyn ſollen, ſo muß ſich in keinem Stuͤck ein wuͤrklicher Un⸗ terſcheid unter ihnen zeigen. Nun iſt jedoch der Herr Hofrath Leyſer gleich nachhero ſelbſt der Meynung, daß bey der Superficie dem Herrn kein Naͤherrecht zukomme, daß er keine Quinquageſimam bey Ver⸗ aͤnderung des Beſitzers fordern koͤnne, daß keine Beraubung wegen nicht gezahleten Zinſes, oder vorgenommenen eigenmaͤchtigen Veraͤuſſerung ſtatt findeꝛe. Wenn alſo ſolches ſeine Richtigkeit hat, ſo beſtehet der Un⸗ terſcheid zwiſchen der Emphyteuſi und der Superfieie nicht lediglich in der Benennung, ſondern es iſt in der That, und in denen Rechten und Verbindlichkeiten der Beſitzer einer vorhanden. Zwar wirft Herr Ley- fer c. I. hiewider ein, daß dieſe angefuͤhrten Umſtaͤnde nur einen Unter⸗ ſcheid à poſteriori und in effectu darlegeten, à priori aber doch kein Merkmahl vorhanden ſey, woran man die Superficiem von der Emphy- teufi unterſcheiden koͤnne, allein zu geſchweigen, daß der Satz, daß ei⸗ ne voͤllige Gleichheit zwiſchen der Emphyreuſi und der duperkcie ſey, dadurch noch nicht hinlaͤnglich erwieſen iſt, daß die Geſetze ſowohl dem Superficiario als dem Emphyteutæ eine Actionem realem wider den Herrn verſtatten, indem dieſes nur eine Gleichheit in einem Stuͤck iſt, woraus ſolche in denen uͤbrigen nicht an und vor ſich nothwendig folget, weil ſonſten ein Creditor gewiſſermaſſen auch hieher zu rechnen waͤre„als der ebenfalls ratione pignoris eine Asone realem, nemlich die quaſi 8 Lece 3 ſer- 574 3) O0(8 ſervianam oder hypothecariam wider den Herrn hat. Und uͤberdem dieſe gleiche Actiones auch nur vor Gleichheiten à poſteriori, und die ſich erſtlich in effectu aͤuſſern, anzuſehen ſeyn wuͤrden. Auch ferner bey denen mehreſten Vertraͤgen, die eine aͤhnliche Abſicht mit einander haben, der Unterſcheid aus denen Wuͤrkungen und unterſchiedenen Rechten, die bey⸗ de Theile dadurch erlangen, erkannt werden muß, weil die Aufrichtung des Vertrags, und die Natur deſſelben uͤberhaupt gar leicht uͤbereinkom⸗ men kann, gleichwie davon ein deutliches Exempel bey denen Verleyhun⸗ gen der Bauer⸗Guͤter anzutreffen iſt, die in denen Haupteigenſchaf⸗ ten faſt alle mit einander uͤbereinkommen, und alſo à priori wie es Herr Leyſer nennet, nicht unterſchieden ſind, in dieſen und jenen Wuͤrkun⸗ gen aber von einander abgehen, und Merkmahle des Unterſcheides an die Hand geben. So bin ich dennoch der Meynung, daß es bey der Superficie an ei⸗ nem Merkmahle, wodurch man ſolche von der Emphyteuſi auch à prio- ri unterſcheiden koͤnne, nicht gaͤnzlich fehle. Nemlich die Superficies war bey denen Roͤmern ein gewiſſer Vertrag, welcher eigentlich bey Eingebung oder Verpachtung derer Haͤuſern und andern Gebaͤuden ge⸗ braͤuchlich war; bey Eingebung oder Verpachtung derer Aecker und Laͤndereyen zu ſchlieſ⸗ ſen pflegte. Es wird ſolches ſelbſt durch die Benennung dieſer beyden Vertraͤge wahrſcheinlich genug gemacht. Denn der Name Superfi- cies ſetzet ein Gebaͤude, und der von Emphyteuſis eine zu bepflanzende Laͤnderey voraus. Siehe auch Georg Beyer delineat. Jur.(wil. h. t. Unterdeſſen, ſo wie es in dergleichen von dem Willkuͤhr der Menſchen abhangenden Dingen zu gehen pfleget, ſo kann es auch leicht ſeyn, und iſt ſolches wenigſtens von denen heutigen Zeiten gewiß, daß, gleichwie man nachgehends Haͤuſer oder Bauplaͤtze zu Emphyteuſibus ertheilet, man auch umgekehret Laͤndereyen als Superficies eingegeben hat, und muß nunmehro freylich, wie Herr Leyſer ſaget, die Benennung der Partheyen der Sache den Ausſchlag geben, ob ſie eine Superficiem oder Emphy- teulin uͤber die verabredete Sache aufrichten wollen, wiewohl ſolches faſt bey allen Vertraͤgen, die mit einander einige Aehnlichkeit haben, vonnoͤthen iſt. W 2) Es die Emphyteuſis hingegen war ein Vertrag, den man — ²) 4 Fauf, T werden, ihid. Bis an ſich ſe wenn nem de ohne gemeinen hinderlich deformet ſondern eln des Baun Ne quid int 1Dau durch eint 1. pr. f. — fruer cem ex* bey abern perſcciei andern bif auf kovng Qui nok ſchreibet! und erbt wovon an 3) K berliehe ha der Pacm auch aun So gelun Superß 8 Id e g bm lurch ichkein a die es an arfdcie an luch d gii ₰ Luperhis entlich be bauden ge ar den man ar zu ſchleß 4 dohden e Supeck⸗ ezepflanzend 5 Ctwil 9. 1 ar Meſcha itwirna Ao( 575 2) Es kann die Superficies zwar durch allerley Titulos, als durch Kauf, Tauſch, Schenkung, Vermaͤchtniß und dergleichen erlanget werden, arg. L. 1. F. ¹. ff. 5. 2. ibi: ſi emit, exempto agere und g. 7. ibid. Bisweilen kann auch ſolche ſtillſchweigend und durch die Erbauung an ſich ſelbſt auf einem fremden Grund und Boden erhalten werden, wenn nemlich einer auf einem dem Staat zugehoͤrigen Platz ein Gebaͤu⸗ de ohne jemandes Widerſpruch aufrichtete, ſolches Gebaͤude auch dem gemeinen Weſen und denen oͤffentlichen Verrichtungen nicht ſchaͤd lich noch hinderlich war, ſo konnte der Erbauer aus der Urſache, ne urbs ruinis deformetur, nicht angehalten werden, dieſes Gebaͤude wieder abzubrechen, ſondern er war nur ſchuldig, einen gewiſſen Grundzinß vor den Gebrauch des Bauplatzes zu bezahlen, wie ſolches erhellet aus dem Z. 2. J. 17. f. Ne quid in loco puhlico. Hauptſaͤchlich und am gewoͤhnlichſten aber wird die Superficies durch eine Verpachtung aufgerichtet, wie aus dem Edicto prætoris I. 1. pr. f. 5. t. ibi: Uti ex lege locationis ſive conductionis ſuperficie — fruemini, und aus dem L. 2§. J. 4. ff. de damno infecto ibi: invi- cem ex conducto& locato habent actiones&c. zu ſchlieſſen. Wo⸗ bey aber der Unterſcheid zu merken iſt, wenn die Verpachtung der Su⸗ perficiei auf eine gewiſſe beſtimmte Zeit geſchehen iſt, ſo iſt ſolche von andern bloſſen Miethvertraͤgen nicht unterſchieden; Wenn aber dieſelbe auf keine gewiſſe maͤßige oder gemeſſene Zeit(cit. L 1. g. 3. H. 1. Qui non ad modicum tempus conduxit ſuper ficiem, Gelliur 72. 73. ſchreibet: Modice eſt, cum modo.) ſondern vielmehr unbeſtimmt und erblich verpachtet worden, ſo entſtehet allererſt das jus ſuperficiei, wovon wir allhie zu handeln haben. 3) Der Superjiciarius genieſſet alle Nutzungen des in ſuperficiem verliehenen Gebaͤudes. Es flieſſet ſolches Recht nicht allein aus der Natur der Pachtungen und der Abſicht des Beſtaͤnders uͤberhaupt, ſondern es ſind auch ausdruͤckliche Geſetze vorhanden, woraus ſich ſolches erweiſen laͤſſet. So gebrauchet der Prætor in ſeinem Edicto h. t. das Wort frui von der Superficie. Uti ex lege locationis ſive conductionis ſuperſicie— alter ab altero fruemini, quo minus fruamini vim feri veto. Nun aber iſt bekannt, daß durch frui nicht allein ein nothduͤrftiger Gebrauch, wie durch uti, ſondern ein jedweder Gebrauch auch zum Nutzen, zur Bequem⸗ lichkeit, zum Vergnuͤgen und dergleichen angezeiget werde.(Siehe mit mehrem 576 b o mehrem den Ger. Noodt. de ſufructu Lib. I. Cap. 2.) Und in eben die⸗ ſem L. 1. F. 6. f. b. t. wird von dem Superficiario geſaget, Juaſiuſunfru- Aum ſive uſum quendam ejus eſſe.(Siehe unten n. 8 lit. a.) b 4) Er hat ein dingliches Recht auf dieſe Superficiem, kann ſich aber keines Eigenthums daruͤber anmaſſen, als welches dem Grund⸗ H rrn ſowohl uͤber den Grund als uͤber das darauf geſetzte Gebaͤude zu⸗ ſiehet. Daß der Superficiarius ein dingliches Recht habe, hieran laſſen uns die deutlichen Geſetze, welche ihm ſolches, und eine daraus flieſſende Actionem realem ertheilen, nicht zweifeln. So heiſſet es z. E. in L. 1. F. 3. ff. b. t. Sane cauſa cognna ei, qui non ad modicum tempus conduxit ſuperficiem, in rem adlio competet. Und F. 6. ibid. OQgia autem eriam in rein actio de ſuperficie dabitur. L. 73. 77. 7. f. de Rei vindic. Superficiario, id eſt, qui in alieno ſolo Superficiem ira habet, ut certam penſionem præſtet, Prætor, cauſa cognita, in rem actionem pollicetur&c. L. 19. pr. ff. de damno infecto ibi: Sive domini ſint, ſive aliquod in ea re jus habeant. qualis ⁸, creditor& fructuarius& ſusper ficiariur. Weil es nun ausgemacht iſt, daß die Loca- tio Conductio an und vor ſich kein Jus reale noch Actionem in rem her-⸗ vorbringen kann; ſo erkennet man leicht, daß der Prætor in deren Erthei⸗ lung von denen ordentlichen Geſetzen abgewichen iſt, und nach denen Re⸗ geln der Billigkeit etwas der Strenge des Juris Civnlis zuwiderlaufendes verordnet hat. Worinnen aber der Grund ſeiner Billigkeit beſtanden, oder was ihn ſonſten zu der Ertheilung dieſes Rechts und der daraus flieſ⸗ ſenden Klage bewogen; ſolches iſt etwas ſchwerer zu errathen. Insgemein haͤlt man davor, daß aus einer langwierigen und erblichen Verpachtung die Einwilligung des Eigenthuͤmers, daß er dem Erbbeſtaͤnder ein Erb⸗ recht auf die verliehene Superficiem ertheilen wollen, vermuthet werde, und alſo das Jus reale, ſich allhie auf ein ſtillſchweigendes bactum gruͤnde, mithin, gleichwie bey der Hypothek dem Glaͤubiger durch ein bloſſes Pa⸗ Kum expreſſum ein Ius reale ertheilet wird, alſo der Prætor auch hier ei⸗ nem bacto racito gleiche Kraft zugeſchrieben habe. Allein da die Dauer und Laͤnge der Zeit an und vor ſich die Natur eines Vertrags nicht veraͤndern kann, ſo fraͤget man billig, was denn vor Zeichen und Handlungen vorhan⸗ den ſind, woraus man des Eigenthuͤmers ſtillſchweigende Einwilligung ſchlieſſen, und das ſich darauf gruͤndende ſtillſchweigende bactum herleiten moͤge. Man weiß aber dabey nichts weiter anzugeben, als daß ſolches ein gemei⸗ emeiner „J. 10. Wr Dch ſtzers bey der Supent bori der R olchen V oder dielm fen, oder; vor einen K ſ iſt ihm z glaubet, d mer gemein uſtehen, Actionem daß dergl. lehret un J. 1. f.. b. locati zut en) n hie durch ia dem L. 1. 3 lich gemn rat. act. u ain neueiſt bekrͤft igin ſin Abſean Niſchaſf n Acioneng f.3 f ¼. derſteher a auch eit a wen de 2 ſchehen Beſlzen däͤtten — Siebc, d Huſun 1 em, in * em Grh * Joande Neran i — uus fiiſ 8. E. ul. mum tema J. l. A 73. 74. „lSuperia ſſ coghi- ao ibi: crecditor Jaß dielor ar in rem he Nerm Erthe a' denen Re⸗ artlaufendes deſtanden darausfhi e Insgeſten „Wepachtn der ein Et envolſer Einwllge Kuafekti Beſchaffenheit der Umſtaͤnde(cauſa cognita) dem Superficiario — 2) 0(Ser 527 gemeiner Glaube der Rechtslehrer ſey. Lauterbh Colleg. Theor. Pracr. p. t. F. 10. welche leere Uebereinſtimmung jedoch wenig zur Sache thut. Ich haite dieſerwegen vielmehr davor, daß das lus reale des Be⸗ ſitzers bey denen Erbverpachtungen, als bey denen Agris vectigahbus, der Superfieie, der lmphyteuſi urſpruͤnglich durch die Diſputariones fori der Roͤmiſchen Rechtsgelehrten entſtanden. Nemlich, weil bey ſolchen Verleyhungen dem Beſitzer erlaubet iſt, die gemiethete Sache oder vielmehr ſein Recht darauf zu vererben, zu verſchenken„ zu verkau⸗ fen, oder ſonſten zu veraͤuſſern, und man alſo nicht gewuſt, ob man ihn vor einen Kaͤufer und Eigenthuͤmer, oder vor einen Pachter halten ſollte, ſo iſt ihm zwar das Eigenthum abgeſprochen worden, doch hat man ge⸗ glaubet, daß man wegen der vielen Rechte, die er mit einem Eigenthuͤ⸗ mer gemein haͤtte, ihm wenigſtens ein Jus reale auf die gepachtete Sache zuſtehen, und ihm alſo auch nach dem Exempel eines Eigenthuͤmers eine Actionem realem utilem dieſerwegen anzuſtellen erlauben muͤſſe. Denn daß dergleichen Zweifel bey denen erblichen Verpachtungen vorgewaltet, lehret uns der g. 3.. Re ocat conaua. Auch ſcheinet die in dem 7. 1. F. 1. f. 9:. angemerkte Ungewißheit, ob dem Superficiario die Actio locati zukaͤme, eben daher geruͤhret zu haben.(Siehe guch oben p. 15§. ſegg.) Und daß ferner das Jus reale nebſt denen Actionibus reslibus all⸗ hie durch die Diſputationes fori eingefuͤhret worden, wird durch das in dem LC. 1. F.. ager vectigalis befindliche Wort: Placuit, wahrſchein⸗ lich gemacht. Auch zeigen die Worte in dem L. 16.. 2. ff. de Iigno- rut. act. quia Hodie utiles actiones ſuperficiariis dantur, daß dieſes alles ein neueingefuͤhrtes Recht ſey. Auf dieſes durch die Diſpurationes fori bekraͤftigte und uͤblich gewordene Recht hat nun der Prætor ohne Zweifel ſein Abſehen gerichtet, wenn er in ſeinem Edict verordnet„ daß er nach eine Actionem realem ertheilen wolle. Wobey denn Olpianus in dem L. 7. F. 3. ff h. t. deutlich erklaͤret, wohin die Worte: cauſa cognna, zu verſtehen ſeyn. Es wolle nemlich der Pretor erſtlich unterſuchen, ob auch eine erbliche oder beſtaͤndige Verpachtung vorhanden ſey, denn, weil bey denen Vermiethungen, die auf eine gewiſſe beſtimmte Zeit ge⸗ ſchehen, niemals Zweifel vorgefallen, noch vorfallen koͤnnen„ ob die Beſitzer ein groͤſſeres Recht, wie andere Pachter, d. i. ein perſoͤnliches, haͤtten, ſo konnte auch das bey denen erblichen Verpachtungen durch die Diſpu- 528)O Diſputationes fori eingefuͤhrte Recht auf jene nicht angewandt wer⸗ den. Da nun die Actioin rem, welche dem Superficiario zukommt, nach dem Exempel und Vorbilde derjenigen, welche ein Eigenthuͤmer wegen der ihm zugehoͤrigen Sache anſtellen kann, eingefuͤhret worden, ſo wird ſie nicht directa ſondern utilis genannt, cit. L. 106. g. 2. ff. de pignor. act. cit. L. 1. F. 4. ff. h. t. ibi: non indiget utlli actione. b Ob es alſo gleich auſſer Streit iſt, daß der Superficiarius ein ding⸗ liches Recht auf die Superficiem hat; ſo kann ich doch der gewoͤhnlichen Meynung der Rechtslehrer, welche ihm ein dominium utile daruͤber zu⸗ ſchreiben, nicht beypflichten. Denn ohne hier dasjenige, was oben p. 266. feng. angefuͤhret worden, zu wiederholen, ſo ſind klare Geſetze vorhanden, welche ſolches dem Superficiario abſprechen, z. E. in dem Z. 2 fh. 9. 7. heiſ⸗ ſet es ausdruͤcklich: Superficiarias ædes appellamus, quæ in condu- cto ſolo poſitæ ſunt, quarum proprietas civili& uaturali Jure ejus eſt, cujus& ſolum. In dem cit. L. 19. pr. II. de daiuno infecto wird der Su- perficiarius ſowohl als der Creditor und Uiufructuarius denen Dominis entgegengeſetzet. Und L 709. F. de Z. S. werden die Bona ſuperficiaria von denenjenigen, quæ dominii noſtri ſunt ausdruͤcklich unterſchieden. Nach der Vorſchrift des L. 9. F. 2. F. de damno infecto muß ein Superfi- ciarius, wenn die ſuperficiaria inſula oder Gebaͤude baufaͤllig iſt, wie ein Beſitzer einer fremden Sache Satisdation leiſten, und kann mit der bloſ⸗ ſen promiſſione cautionis nicht abkommen, womit man ſich ſonſten bey einem Eigenthuͤmer der baufaͤlligen Sache begnuͤget nach dem. 7. pr. ff. eod. ibi: damni infecti ſuo nomine promitti, alieno ſatisdari jubebo. Dieſerwegen wird die Superficies in dem L.§6. g. ½. f R legat. 1. von Juliano eine Servitus genannt, eine Servitus aber iſt in Abſicht desjenigen, der ſolche beſitzet, immer ein Jus in re aliena, cum res propria nemi- ni ſervire poffir. L. 5. pr. ff. K uſfugfr. petatur. Man fuͤhret zwar wider dieſes alles insgemein an den Z. 3. F 7 f. Uti posidetis, allwo der Superſiciarius ausdruͤcklich ein quaſi dominus genannt werde. Allein es iſt bereils von andern und insbeſondere von Cujacio und Godofredo in not. angemerkt worden, daß hier von keiner eigentlichen Superficie, ſondern vielmehr von der Gewohnheit die Rede ſey, nach welcher es zweyen oder mehrern erlaubet wurde, auf einem dem Staat zugehoͤrigen Platz zu bauen, und zwar ſo, daß dem einen das unterſte und dem andern das berſ Stock⸗ — Svckwerk Fraeer 9 84 ſaber des ſen allerd te. ſ)£ ſchen Vert de Erbſch amniæ ero hoc judicit Gigalia, Ve daß die Pra nſerm Pat 6 ℳ ſonſten ve F. 2. ff. Ar ded& li wie auch! und daß get der a. zu ſchlieſſen eweit, ficie ſelbſtn non ſolu ſeinem Rit der. 1. 2) ah errecht zu Obn tuüsals 4 derhaber gt ſchedda Gaſezen folglih ſn. Ung ₰ mmt 6 ümen J ſona ² gyr. ü. — ins eihih * zewöhnih darühe & Fobena dee vorhayh. 1 12. b.k * E in coah wi ſiye ejut d wird der hen Domii 8 ſuperfcim w nterſchiede mein Supert ig ſt, wi wider bl dh ſodſten e dem L.7)r. Sderi jubetd 9 legnt. 7, 0 Jit desſerin ropriä len r führit ie kiir, altwdn de. Au „Godefeede3 an Superfor dhachenn Se a,t V Rrun ſen. Ueberdem auch es das Anſehen Pat dls wenn die Billigkeit erfordere, 8 dg 2 5 0 6 Sos⸗ 5 579 Stockwerk zugeeignet wurde.(redee᷑r ey a aararycia Naννvovrton, 2rεcoy e TA 2 ε. Diouſ. Halicatnéaſ. z0.) In welchem Fall der Inn⸗ haber des oberſten Gebaͤudes ſolches in Abſicht des Bewohners des unter⸗ ſien allerdings gleichſam als ein Eigenthuͤmer(quaſi dominus) bewoh⸗ ne 2. 1 92 Er vererbet ſolche. Es flieſſet dieſes von ſelber aus der erb⸗ lichen Verleyhung, und werden dieſerwegen die Superficies hey Theilung der Erbſchaft mit in Anſchlag gebracht, und erſtrecket ſich das judicium familiæ erciſcundæ mit auf ſelbige L. 10. famil. erciſcund.(Veniunt in hoc judicium.) Item prædia, quæ noitri patrimonii ſunt: ſed& ve- ctigalia, vel fuperficiaria. Wobey beylaͤufig hinwiederum zu merken iſt, daß die Prædia vectigalia und ſuperficiaria denen Guͤtern, welche ſich in unſerm Patrimonio oder Eigenthum befinden, entgegengeſetzet werden. 6) Er kann ſolche verpfaͤnden, vermachen, verkauffen, und ſonſten veraͤuſſern. Sein Recht zu verpfaͤnden erhellet aus dem Z. 16. f. 2. Ff. de Pignorat att. Etiam vectigale prædium pignori dari poteſt. Sed& ſuperficiarium aus dem Z. 13. g. 3 f. de pignor. O hypoth. wie auch aus dem L. 15. f. qui potior in pigu. Und von der Vermachung, und daß ſolche auch an den Grund⸗Herrn ſelber geſchehen koͤnne, zeu⸗ get der cit L. S6. G. z. f. de legatis 1. Sein Recht zu verkaufen iſt zu ſchlieſſen aus dem Z. 32. F. æ coutrab. emrt., welcher auch zugleich erweiſet, daß alle Veraͤuſſerungen des Superlicarii nicht von der Super- ficie ſelbſt, ſondern nur von ſeinem Grundrecht zu verſtehen ſind, ibi: non ſolum, ſed jus vendit, adq. L. 71. F.. 6. ff. de legat. 1. Von ſeinem Recht die Superficiem zu uͤberliefern, zu verſchenken ꝛc. handelt der. 1. F. 7. F. b. t. Es fraͤget ſich hiebey: æ) Ob bey der Verkaufung der Superficiei dem Herrn das Naͤ⸗ herrecht zukomme? Ob nun gleich nicht zu laͤugnen iſt, daß die Superficies und Emphy- teuſs als beyderſeits erbliche Verpachtungen groſſe Aehnlichkeit mit einan⸗ der haben, ſo daß obberuͤhrtermaſſen die Rechtslehrer faſt gar keinen Unter⸗ ſcheid darunter zu finden wiſſen, auch ſie dieſerwegen in denen Roͤmiſchen Geſetzen zum oftern als aͤhnliche Vertraͤge und Rechte angefuͤhret werden, folglich es nicht ungereimt ſcheinet, von der einen auf die andere zu ſchlieſ⸗ daß, 380 3)O( e daß, gleichwie bey Veraͤuſſerung der Pfaͤnder derjenige Glaubiger, wel⸗ d L cher die groͤſte Summe zu fordern, und alſo das ſtaͤrkſte Recht an das Pfand hat, auch vor denen andern den Vorkauf hat. L. 16. ff. de Reb. autor. jud. Alſo auch bey Veraͤuſſerung der uperficiei der Herr, als dem ſogar das Eigenthum uͤber den Grund und das darauf ge⸗ ſetzte Gebaͤude zukommt, einem auswaͤrtigen Kaufer vorgehen muͤſſe. So getraue ich mir doch nicht dem Herrn ein Naͤherrecht zuzuſchrei⸗ ben, und zwar wegen folgender Urſachen. a) Weil die Geſetze dem Superficiario zwar die Veraͤuſſerung verſtatten, dem Herrn aber keiner⸗ werts das Naͤherrecht dabey ertheilen. b) Die angefuͤhrten Gruͤnde nicht ſo beſchaffen ſind, daß man ſolches Recht des Herrn daraus er⸗ weiſen koͤnne. Denn) ſo koͤnnte man zwar hierinn allerdings von der Emphyteufi auf die Juperkieiem ſchlieſſen, wenn das Naͤherrecht des Herrn bey der Emphyteuſi aus deren Natur von elber foͤſſe, und in dieſer Abſicht in denen Geſetzen verordnet waͤre: Da aber die erbliche Verpachtungen, und die dem Beſitzer dabey zugeſtandene Freyheit, ſein Recht zu veraͤuſſern an und vor ſich nichts in ſich faſſen, woraus das Naͤ⸗ herrecht des Herrn folge, ſondern das Widerſpiel allenfalls noch ehe zu vermuthen iſt,(ſiehe oben p. 121.) folglich Juſtinianus dieſes als et⸗ was beſonders bey der kmphyreuſi verordnet hat; ſo kann man auch ſolches auf andere aͤhnliche Verleyhungen nicht ausdehnen. 5) So iſt eines⸗ theils das Naͤherrecht des ſtaͤrkſten Glaubigers nur von denen gericht⸗ lichen Verkaufungen oder Subhattarionen der Guͤter des Schuldners zu verſtehen, und zwar, wie es ſcheinet, aus dem Grunde der Billigkeit verordnet, weil in dergleichen Fall, wenn des Schuldners Guter vergan⸗ tet werden, die Glaubiger insgemein zu kurz kommen, die Sachen aber ſelten nach ihrem wahren Werth ausgebracht werden, und man alſo davor gehalten hat, daß, weil der ſtaͤrkſte Glaubiger alsdenn gemeiniglich, wenn er nemlich vor denen uͤbrigen wegen ſeiner Schuldforderung keinen Vorzug hat, am mehreſten verlieret, ihm auch vor andern der Vortheil, ſo dem Kaufer aus der wohlfeilen Ankaufung der verſteigerten Sache zuwachſen möochte, zu goͤnnen ſey. Mithin, da bey andern Verkaufungen der Guͤ⸗ ter des Schuldners dem Glaubiger kein Naͤherrecht zukommt, ſo kann man noch vielweniger ſolches auf andere Geſchaͤfte ausdehnen. Und zum andern ſo finden ſich ſonſten bey andern Verkaufungen keine Spuren in denen Geſetzen, daß derzenige, welcher ein gewiſſes Recht auf die zu per⸗ kau⸗ — faufende C bey DVete lgkeit ode durch die daraus ge 90 muſſe? Es ſe ſeh, weil d dem Herr. folglich di vor geneh⸗ Hofr. Lo) Einwillig iſt dem K daß die wirth ve reuſi auf auch in di nate erlaut dwſer nn Emphyra Superfiet doch die geben, deeſe Veit Glario vin dern San d Nova kannter wenn ng darch C ludn Nacht⸗ Heren 581 kaufende Sache hat, andern au bey Verkauft tigkeit oder durch die Ge ſung eines Guts, woruͤber dem andern eine gewiſſe Gerech⸗ Servitut zuſtehet, swaͤrtigen Kaͤufern vorgehen muͤſſe, z. E 6 folglich iſt dieſer Grund des Naͤherrechts ſetze nicht bekraͤftiget, und kann alſo auch keine Folgerung daraus gezogen werden. ie Veraͤuſſerung mit des Herrn Bewilligung geſchehen s ſcheinet zwar, daß des Herrn Einwilligung allhie unnoͤthig ſey, weil dem Superficiario an und vor ſich die Veraͤuſſerung erlaubet iſt, dem Herrn aber angefuͤhrtermaſſen kein Naͤherrecht zukommt, und er folglich die von dem Superficiario vorgenommene Veraͤuſſerung immer Ich ſtimme aber doch hierinn des Herrn med. 6. und 7. Meynung bey, daß nemlich des Herrn ter gewiſſen Umſtaͤnden erfordert werde. Denn a) ſo ie eben ſowohl als bey der Emphyteuſi daran gelegen, daß die Superficies an keinen uͤbeln Bezahler und liederlichen Haus⸗ wirth veraͤuſſert werde, folglich kann man hierinn ſicher von der Emphy- teuſi auf die Superficiem ſchlieſſen. b) So iſt bey der Emphyteuli auch in dem Fall, da dem Bmphyteutæ nach Ablauf der zweyen Mo⸗ nate erlaubet iſt, ſeine Beſſerung ohne des Herrn Einwilligung zu ver⸗ aͤuſſern, dennoch dem Herrn die Freyheit vorbehalten, einen untuͤchtigen — vor genehm halten muß. Hofr. Leyſer c. 1. Einwilligung un dem Herrn allh Emphyteutam abzuweiſen. Dieſerwegen, wenn man auch gleich dem Superficiario eine unbewilligte Veraͤuſſerung zuſtehen wollte, ſo wuͤrde it des neuen Superſiciari dem Herrn immer ein Recht geben, die geſchehene Veraͤuſſerung zu vernichten. c) So wird durch dieſe Veraͤuſſerung in der That eine Art von Delegation von dem Superfi- ciario vorgenommen, da er nemlich an ſeiner Stelle dem Herrn einen an⸗ dern Schuldner wegen ſeines kuͤnftigen Zinſes anweiſet, arg.. 12. pr. ff. doch die Untuͤchtigke de Woat.& deleg. G Eine Delegation oder Ueberweiſung aber kann be⸗ kanntermaſſen ohne des Glaͤubigers Willen nicht geſchehen. Und wenn man gleich ſagen wollte, daß die Geſetze hier dem Superficiario durch Verſtattung der Veraͤuſſerung auch zugleich die damit verknuͤpfte Ueberweiſung erlaubet haͤtten, ſo iſt doch dieſe Erlaubniß immer ohne Nachtheil des dritten zu verſtehen, und kann alſo der Superficiarius dem Herrn nicht wider Willen enen. Schaloner oder Pachter, bey Abr. 3 3 ſelbi⸗ d 3 782) o( 8⸗ ſelbiger ſeiner Zahlung nicht gewiß iſt, aufdringen. Eine andere Fra⸗ ge aber iſt es: ) Ob ein Fuperſiciarius, welcher ohne Einwilligung des Herrn die Superficiem veraͤuſſert, und dem andern wuͤrklich einraumet, ſich dadurch ſeines Rechts, wie ein Emphyrzuta, beraubet habe? Dieſes wird wiederum mit Herr Leyſer c.! billig verneinet ,„ weil keine Beraubung eines Rechts ſtatt findet, als wo ſolche durch einen Vertrag oder durch die Geſetze verabredet oder verſtattet worden. Es fehlet hier aber an beyden. Aus dem Vertrag flieſſet ſolches nicht, weil dem Herrn ſonſten Mittel wider die Aufdringung eines untuͤchtigen Superficiarii offen ſtehen, auch er ſolchen aus dem bereits ertheilten Be⸗ ſitz der Superficiei durch richterliche Huͤlfe wieder entſetzen, und ſeinen erſten Superficiarium zu Beſtellung eines bequemern Erbbeſtaͤnders an⸗ halten laſſen kann, und man alſo nicht ſagen kann, daß der Herr ſich in ſolchen Fall die Beraubung ſtillſchweigend ausbedungeg, oder der Su⸗ perficiarius auf gleiche Art darinn gewilliget habe. Und eben aus die⸗ ſer Urſache, weil die Natur dieſes Vertrages die Beraubung nicht ſtill⸗ ſchweigend mit ſich fuͤhret, ſo kann man auch die von jultiniano bey der Emphyteuſi insbeſondere gegebene Verordnung von der Beraubung auf die Superſiciem nicht ausdehnen. ) Ob der neue Erwerber von dem Herrn in den Beſitz der Superſiciei geſetzet werden muͤſſe, und deswegen die Quinquagetimam zu bezahlen ſchuldig ſey? Die Pflicht des Superficiarii bey der Veraͤuſſerung der Superficiei L beſtehet kraft des angefuͤhrten darinn: Er muß dem Herrn melden, wie er ſein jus ſuperficiei an den und dea veraͤuſſern wolle, oder bereits ver⸗ aͤuſſert habe, und alſo vernehmen wolle, ob der Herr wider die Perſon des neuen Superficiarii etwas erhebliches einzuwenden habe. Weiß nun der Herr keine hinreichende Urſachen, weswegen er ihn nicht annehmen koͤn⸗ ne, anzufuͤhren; ſo kann der Superficiarius demſelben die Superficiem vor ſich einraumen und uͤberliefern, indem ihm die Praditio in dem L. 2. S. 7. ff. b. t. ausdruͤcklich erlaubet wird, und braucht der neue Beſitzer deswe⸗ gen keine weitere Bekraͤftigung von dem Herrn, mithin faͤllt auch die Ur⸗ ſache, weswegen die Quinquageſima bey der Emphyteuſi geordnet wor⸗ den, hinweg, und kann der neue Superficiarius nicht dazu angehalten werden. Hat aber der Herr wider den neuen Erwerber der Zaperſijei mit — nit Beſtal io nicht? ſachen get nem Nach len einen! 2) 4 eet wird, aus dem; 1. 1. J. ſ. de ædificic dß das! bohl wege des, worit Uti poſſicket Rauch wi de zukom ein beſonn welches il deſſen Ern gen auch f.b.t., in nam eng ſel. legat.Ü 8) iigkeiten n ram utila Hingeger igen Diſ hey der Si arkeiter n Dun win kät auf 2. handeln a⸗ wegen ſg. keiten den, d — 5 O(E 583 21 Nen„ 2.„— V mit Beſtand etwas zu erinnern, ſo gebuͤhret es dem bisherigen Superficia- d dein rio nicht eher, bis die Wahrheit derer von dem Herrn vorgeſchuͤtzten Ur⸗ 13 uma ſachen gehoͤrig unterſucht und ausgemacht worden, die Superficiem ſei⸗ K nem Nachfolger zu uͤberliefern, weil er ſonſten dem Herrn wider Wil⸗ cent, len einen untuͤchtigen Beſtaͤnder aufdringen koͤnnte. d= duch 7) Er kann, wenn er in dem Beſitz dieſer Superficiei geſtoͤ⸗ ordan, ret wird, Remedia poſſeſſoria ergreifen. Wenn er mit Gewalt S ritt, aus dem Beſitz getrieben worden ſo hat er das Interdictum unde vi urätn 7 1. G. J. ff. de L1& vi armata., weil ſolches ſowohl de ſolo als = heitn de edificio gegeben wird, cit. Z. ¹. g. 3. 7. Hingegen iſt zu merken, ulrdſu daß das luterdietum uti poſſidetis, unerachtet ſolches ebenfalls ſo⸗ 26 de wohl wegen des Beſitzes des Grundes als des darauf ſtehenden Gebaͤu⸗ r ländaie des, worinnen einer geſtoͤret worden, ſtatt findet, L.. pr.& F. 1. ff. 2 Herr ſi Uei poſidetis, dennoch nicht dem Superficiario, ſondern dem Domino 1. oder das li auch wieder den Superficiarium ſelber nach Beſchaffenheit der Umſtaͤn⸗ Chen aus 1 de zukomme, ZL 3. F. 7. Jf. eod. Doch hat der Prætor dem Superficiario ung vichtſt ein beſonder Interdictum poſſeſſorium gegeben, 15il&ꝓ I.. J. 1. f 5 2. 3unno bey welches in allem mit dem lnterdicto poſſidetis uͤbereinkommt, als nach c Beraubun deſſen Exempel es eingefuͤhret iſt, eit. 1. 1. g. 2. ff h t, und daß dieſerwe⸗ gen auch das Interdietum uri pofſideris utile genannt wird, cit. L. z. g. 3. s Beſiz der ff. b. t., indem bekannt iſt, daß die nach dem Exempel der directarum actio- Dwac num eingefuͤhrte Klagen Actiones utiles heiſſen. Z. y. g. 22. ff. Vtin pof ſel. legat. L. 1. C. de precar. èo εr. Jalbiano. 1 gaperhel 8) Er hat das Recht bey der Supenficie Servitutes oder Gerech⸗ melden, W tigkeiten zu erwerben, und zu derſelben Erhaltung die Actionem confeſſo- e bereitz de riam urilem oder auch das laterdictum utile uti poſſidetis anzuſtellen. er die Peti Hingegen iſt er nicht befugt die Superficiem mit dem Herrn nachthei⸗ 2. Waß ul ligen Dienſtbarkeiten zu beſchweren. Daß der Superficiarius befugt ſey mnehrente bey der Supei fieie zwar nicht ipio Jure aber doch tuitione Prætoris Dienſt⸗ eerficiem barkeiten zu erwerben, ſolches iſt zu ſchlieſſen aus dem I. 1. g. 9. F. h. x. dem L.2. Denn wenn man auch gleich dieſen§. von der Auflegung der Dienſtbar⸗ eſttzr debt keit auf die Superfiaem erklaͤren wollte, wovon wir ſogleich mit mehrem auch delt handeln werden, ſo waͤre doch auch daraus, daß es dem Superficiario eordlet ne wegen ſeines Juris realis erlaubet waͤre, die Juperficiem mit Dienſtbar⸗ u angehal keiten zu beladen, und ſolche von dem Prætore vor guͤltig erachtet wuͤr⸗ Tölbate den, abzunehmen, daß eben dieſes jus reale des Superficiarii noch viel⸗ 1 mehr 984 895 100( S3s⸗ mehr hinlaͤnglich ſeyn muͤſte, daß er kraft deſſelben bey ſeiner Superficie Dienſtbarkeiten erwerben koͤnnte. Indem in Abſicht des Superfieiaritei⸗ 8 1 nn nerley Grund vorhanden iſt: weil iplo jure ſowohl die Auflegung als die Erwerbung einer Dienſtbarkeit von dem Herrn geſchehen muß; in Ab⸗ ſicht des Herrn aber der Hretor einen viel groͤſſern und ſtaͤrkern Grund der Billigkeit gehabt, dem Superficiario die Erwerbung, als die mit des Herrn Nachtheil verknuͤpfte Auflegung der Dienſtbarkeiten zu verſtatten. Weil nun ferner die directa actio confeſſoria nur von dem Herrn des Peiedi dominantis wider den Herrn des Praædi ſervientis angeſtel⸗ let werden kann per 2.& g. 3. f.& ſervit. vindic., der Superficiarius aber kein Eigenthum hat, ſo kommt ihm auch keine directa, ſondern nur die utilis actio zu, eben wie einem Glaͤubiger in Abſicht des in Beſitz haben⸗ den verpfaͤndeten Guts, und einem Beſitzer eines Agri vectigalis. 7. 76. ff. de Servilut. add. L. 3. 9. 3. f. de Oper. nov uune Was ſeine Befug⸗ niß, ob er die Superſiciem mit Dienſtbarkeiten belaͤſtigen duͤrfe, anbetrift, ſo fehlet es nicht an Stellen in denen Geſetzen, die ihm ſolche Gewalt zu⸗ zuſchreiben ſcheinen, und berufet man ſich zu dem Ende hauptſachlich auf folgende Gruͤnde: 3 b a) So werde in dem L. z. F. 6. ff. b. t. ausdruͤcklich bejahet, daß ein quaſi(oder utilis) uſusfructus ſive uſus auf die Superficiem geſetzet werden koͤnne, wenn es alſo heiſſe: Quia autem etiam in rem actio de ſuperficie dabitur, petitori quoque in ſuperficiem dari& quaſi uſum- fructum five uſum quendam ejus eſſe& conſtitui poſſe per utiles actio- nes credendum eſt. Denn durch den Petitorem werde allhie derjenige, welcher die auf die Superficiem geſetzte Dienſtbarkeit fordert, verſtanden, gleichwie in einem aͤhnlichen Fall ebenfalls das Wort peritor gebraucht wird, in dem Z. 5. F. 7. H.&e ſervitus vindic., und waͤre der Schluß Ul⸗ piani dieſer. Weil der Superficiarius ein dem Dominio nahe kommendes Jus reale auf die Superficiemhabe, ſo koͤnne er auch inſtar domini einen urilem oder quaſi uſumfructum darauf ſetzen. §) Noch deutlicher erhelle ſolches aus dem cit. Z. z. g. 9. ff. h. t., als in welchen mit klaren Worten geſagt werde: Servitutes quoque Præto- rio jure conſtituentur,& ipſæ ad exemplum earum, quæ ipſo jure conſtirutæ ſunt, utilibus actionibus petentur, ſed& interdictum de his utile competit. Denn, daß allhie von denen von dem Superficiario aufge⸗ legten — lgten Die tuere, U 9 ſl ſolches a ) 24 TFüfr. Quei wemlich der tten Agru b jure abe lngefuͤhrte klaͤret unñ So ſch daß ſolcheh perfcemp vheiih ſin 71. J. b.t Vorrecht lehrten int Aerif. 1„. anſtatt han durch beſt ꝛze wit Ulit Verpfang nem rea werde in dei verlo i dicatione dder uſun ſcheintich kommen fergehen e e. donn e eX efmt der Suf deſtz fen nußß n iene diem * perſ. * dem h us arh c ſiciarus X dern ne e ſtt hi rrralhe 2 igalis. d ſeine Bi 5*, anbetn eGewalt ootſachliche djeinhet, d uam gſet n an àdho 6. 1 gpalt ulim evuiles acih jie derjer , verſtande, cor gebraut er Schluß ekonman Jdomini ah9 ſey, nothwendig auf ihn gezogen werden muͤſſe; ſondern es werde auch ſolches auſſer allen Streit geſetzet. 119 —) Durch den L z. pr. f Qaibus mod. ſiutgfr. und I 9 F F. UWufr. quemadm. cav. in welchen mit klaren Worken einer Dienſtbarkeit, nemlich des Uſusfructus erwehnet werde, der auf die Superficiem und einen Agrum vestigalem geleget worden, und dieſerwegen zwar nicht ip⸗ ſo jure aber doch tuitione bræroris guͤltig ſey, wodurch alſo die in dem angefuͤhrten§. 9. bemerkte ſervitutes Prætorio jure conititutæ hinlaͤnglich erklaͤret und beſtimmet wuͤrden. DSo ſcheinbar nun auch dieſe Gruͤnde ſind, ſo halte ich doch nicht, daß ſolche hinreichend ſind, um daraus das Recht des Superficiarii die Su- perſicieim mit ſolchen Dienſtbarkeiten, die dem Eigenthum des Herrn nach⸗ theilig ſind zu belegen, zu erweiſen. Denn a) ſo iſt der cit. F. 6. L. 7. J. b. ꝛ nicht ſo klar, daß man daraus ein dem Herrn ſo ſchaͤdtiches Vorrecht des Superficiarii darthun koͤnne, vielmehr ſind die Rechtsge⸗ lehrten in deſſen Erklaͤrung ſehr unterſchiedener Meynung. Anron. Laher deczſ. 6*. err. 3. haͤlt gar davor, daß der Text verfaͤlſcht ſey, und man anſtatt peritorie pignori leſen muͤſſe. Welche Muthmaſſung noch da⸗ durch beſtaͤrket wird, daß Paulus in L. 26. g. 2. ff. Ae Dignorat. aclio- ne mit Uſpiano allhie einen gleichen Schluß machet, und deswegen die Verpfaͤndung der Superficiei erlaubet, weil der Superficiarius eine Actio- nem realem hat. Sehulter in Exercit. ad ff. 27. g. 62. haͤlt davor, es werde allhie von einem Superkiciario, welcher den Beſitz der Superfi- ciei verkohren, gehandelt, und geſaget, daß ſolcher auch ein utilem vin⸗ dicationem auf die Superficiem ſelbſt, als auf einen quaſi uſumfructum oder uſum ſoli, habe. Nun hat es in ſo weit allerdings eine Wahr⸗ ſcheinlichkeit, daß hier von einer dem Superkiciario, und nicht wieder ihn zukommenden Klage gehandelt werde, wenn man dieſen§. mit dem vor⸗ hergehenden verknuͤpft, indem alsdenn der Zuſammenhang ungefaͤhr die⸗ ſer iſt. Wenn dem Superficiario ſeine Superficies evineiret wird, ſo kann er dieſerwegen wider den Herrn ad evictionem vel ex ſtipulatu vel ex emto klagen. Weil er aber auch eine Actionem realem wegen der Superficiei hat, ſo kann man in ſolchem Fall, da er Petitor iſt, und den Beſitz verlohren hat, davor halten mdaß er gleichſam einen Pneuaa 4 eee au legten Dienſtbarkeiten die Rede ſey, beweiſe nicht allein das Wort con⸗ ſtituere, welches, da allhie von denen Rechten des Superficiarit die Rede 586 eo( e auf die Superficiem habe, und alſo die utilem confeſſoriam auch wider den dritten Beſitzer anſtellen koͤnne. Zumal, da vermoͤge des I. 66. pr. ff.&e evict. ein Kaͤufer, der die publicianam vel actionem quæ de fundo vectigali propoſita eſt anzuſtellen unterlaͤſſet, ſich dadurch der Forderung der Evietion verluſtig macht, und alſo ein Superficiarius zu einem gleichen verbunden iſt. Und uͤberdem Ulpianus in dem L. 3. g. 3. ff. de Oper. nov. nunciat. einen gleichen Schluß machet, und dem Superficiario aus dem Grunde, weil er eine Actionem utilem in rem hat, auch eine Actionem ſervitutum cauſa zuſchreibet. Geſetzt aber auch, es handele dieſer§. von dem von dem Superficiario auf die Superticiem ertheileten Cſumfru. Au, ſo wuͤrde ſolcher doch nichts weiters einſehen, als daß auch ein 8uper- ficiarius einen OCſumfructum auf die Superficiem ſetzen koͤnne, welches ohnedem ſeine Richtigkeit hat, woraus aber noch kein Schluß auf alle uͤbrige Servitutes prædiales zu machen iſt, wie wir gleich ſehen werden. 9) So haben wir bereits oben 5. 170. angemerkt, daß dieſer cit. F. 9. L. 1. f. 5. t. vermuthlich von denen auf ein fremdes Gut zum Beſten der Superkticiei haftenden oder neu aufgelegten Dienſtbarkeiten handele, welche Erklaͤrung gleichfalls Scbilter cit. loc. ſchon angefuͤhret hat, und die durch folgende Gruͤnde noch wahrſcheinlicher gemacht wird. a) Daß der Endzweck des Prætoris in ſeinem Ediet hauptſaͤchlich geweſen, dem Super⸗- ficiario wegen ſeines dinglichen Rechts auf die Superkiciem der Billigkeit nach gewiſſe Klagen und Rechtswohlthaten zu ertheilen, nicht aber an⸗ dern gegen ihn Klagen anzugeben, und daß alſo der§. ſo muͤſſe ausgeleget werden, daß durch die utiles actiones die Actio confeſſoria, ſo der Su- perficiarius wider denjenigen, der ihm die auferlegte Servitut auf deſſen Gut nicht erlauben will, anſtellen kann, verſtanden werde. Zumal, da b) es an und vor ſich ſeine Richtigkeit hat, daß der Superticiarius eine Actionem utilem zu Behauptung derer ſeiner Superficiei zukommenden Dienſtbarkeiten von dem Prætore erhalten hat, wie vorhero aus dem L. 16. ff. de Servitut. und I. 3. J. 3. ff. de Oper. nov. nunciat. gezeiget worden. c) Weil widrigenfalls folgen werde, daß der Prætor unter dem Vorwand der Billigkeit dem Superficiario ſolche Sachen erlaubet haͤtte, die demſelben wenig Vortheil braͤchten, dem Eigenthuͤmer des Grun⸗ des und des darauf ſtehenden Gebaͤudes aber offenbar nachtheilig waͤren, welches nicht wohl zu vermuthen. Dieſerwegen, wenn man auch gleich 522 den — den oft a harkeiten bus perſ barkeiten ) P. berliehene cer tunti dem cit. 1 ra. ſonde ſch nichts Rzogenwe zuperkicie Ein gleiche ihrer Nat⸗ denn der! let hat, tut. præd ficiarius mer aben fenheit aln ren, unde Denawa waͤren, a gleich ann npen 31. ff. demn deenit tius tcige hen, u 9 3 p moͤglat die N dum d gende g Frage † 1e t. Sln f. czoaa nenaae — Ahn. * irio quhw je Adian ele der en Uluna ſcheinom. a ne, wät 1 Sluß aufi ren werde aß diſſer 3 — zum Bein A ten hande hat, undd 2) Da de dem Super- na Wligkei ct aber a Iſeausgele ia, ſo der H tut auf deſ 7, Zumaled iciarius el ukommen —0 aus den vciat. geheh ein Kn ichen erlauhe dhdagr heiig un an auch an auc 1 ———,— 1 — —— — =—— o ar 887 den oft angezogenen§. von denen vom Superficiario aufgelegten Dienſt⸗ barkeiten erklaͤren wollte, ſo muͤſte doch ſolches nur von denen Lerwiuti⸗ bus perſonalibus und dergleichen dem Eigenthuͤmer unſchaͤdlichen Dienſt⸗ barkeiten zu verſtehen ſeyn. ) Daß der Superficiarius ſowohl als der Emphyteuta auf das verliehene Gebaͤude oder Gut einen Uſumfructum ſetzen koͤnne, und ſol⸗ cher tuirione Prætoris zu Rechtbeſtaͤndig ſey, erhellet nicht allein aus dem cit. L. 1. pr. ff quib. mod. uſugfr. und E. G z. f. uſufr. quemad. Tav. ſondern ſolche Erlaubniß des Superkiciarii fuͤhret auch an und vor ſich nichts unbilliges in ſich, indem dem Herrn dadurch kein Nachtheil zu⸗ gezogen wird, und es ihm gleich viel gelten kann, ob der superficiarius die Superk iciem perſoͤnlich innhat, oder durch einen andern bewohnen laͤſſet. Ein gleiches kann auch zugegeben werden von ſolchen Dienſtbarkeiten, die ihrer Natur nach zu jeder Zeit wieder geendiget werden koͤnnen, und die als⸗ denn der Superficiarius ſeinem Nachbarn nur auf deſſen Lebenszeit erthei⸗ let hat, nach dem Exempel derjenigen, welche in dem L. 2. ff. de Serui- tut. præd. ruſt. beſchrieben werden, ſintemal in ſolchem Fall der Super- ficiarius nur allein die Unbequemlichkeit davon empfindet, der Eigenthuͤ⸗ mer aber nichts Nachtheiliges davon zu beſorgen hat. Eine andere Beſchaf⸗ fenheit aber hat es mit denen Servitutibus prædialibus, die ewig fortdau⸗ ren, und die Superficiem zum Schaden des Eigenthuͤmers verſchlimmern. Denn wenn man gleich ſagen wollte, daß auch dieſe dem Herrn unſchaͤdlich waͤren, indem ſie, wenn die Superficies dem Herrn wieder zufiel, zu⸗ gleich aufhoͤreten nach der Regel: Reſoluto Jure dantis reſolvitur& jus accipientis, und dem I. 17. f 2. Hl. quemadm ſervit. amitt und arg. L. 31. JI. de pignor&y bypothec. So iſt doch zu merken, daß einestheils die Dienſtbarkeiten bey Gebaͤuden als Oneris ferendi, tigni immitendi. altius tollendi&c. ſich oͤfters, ohne das Prædium dominans abzubre⸗ chen, und die Stadt mit Ruinis zu verſtellen, nicht aufheben laſſen, und zum andern, ſo wird durch die Laͤnge der Zeit es dem Herrn insgemein unmoͤglich gemacht, die Superficiem von ſolchen Dienſtbarkeiten, welche die Nachbarn hundert und mehr Jahre darauf hergebracht, hinwiede⸗ rum zu befreyen, weil man aus dieſem vieljaͤhrigen Beſitz die ſtillſchwei⸗ gende Einwilligung des Herrn ſchlieſſen wuͤrde, anderer Hinderungen die oben unter der Abhandelung von denen Meyer⸗Guͤtern bey dieſer Frage beruͤhret worden, zu geſchweigen. EeeRe 2 9) Er — ——— 588 X 48 88 9) Er hat nunciatio etwas neuerliches, das ſeine F. 3. ff. de Oper. nov. ununc. Und hat al nem novi operis gegen denjenigen, welcher r guperficiei ſchaͤdlich iſt, auffuͤhren will..3. ſo darinn vor einem Uſutruua- rio erwas voraus, welcher ſolches nur nomine procuratorio im Na⸗ men des Eigenthuͤmers thun hierinnen mit ih der Superficiei ſo de Keniiſſio ſintemal o wird, add. L. 3. ex locato vel emto tl kann. L. 1. g. 20. ff. eod. Doch k daß er wider den Herrn und Eigenthuͤmer lche Nunciation nicht verrichten kann, ag. L un. g. 4. fl. de cæteris, quibus aliqun ſervitus à vicino debetur, bberuͤhrtermaſſen die Superficies mit einer Servitut verglichen ff. de oper. nov. nunc. Sondern gegen ſolchen muß er agen, arg. L. 16. J.„. HI. de damno iufecto. 4 m uͤberein, ommt er 10) Er kann von einem fremden die cautionem de damno infe- cto fordern, L. 39. F. 2. uͤber die Superficiem fehl ſondern nur utiliter zu. L. 13. F.§. f. Grundes kann er dieſe Caution nicht fordern, gleichw ff. de danuno infecto, weil ihm aber das Eigenthum tihm dieſe Stipulatio nicht pſo jure eod. Von dem Eigenthuͤmer des eauch ſelbiger ſolche von ihm nicht verlangen kann, indem ſie einer wider den andern die Aclio⸗ nem locati conducti, oder wenn die Superficies erkauft worden, Actionem damni infe emti venditi haben. L. 19. F. 2. ◻ 5.*2. Wiewohl aus eben dieſem Ge⸗ ſetz zu ſchlieſſen iſt, daß angefuͤhrten Klagen ungeachtet die ſtipulatio cti vor beyde Theile nicht ohne Nutzen ſeyn kann. 11) Er muß vor den Gebrauch des Grundes und Bodens dem Herrn einen jaͤhrlichen Zinß bezahlen, welcher Solarium genannt wird. L. 72. f. de Kei vind. L. 39. 9. 2. ff. ge damnno 22f. I. 2.. 27. f. ue quid in loc. publ. ibi: Vectigal enim hoc ſic appellatur ſolarium, ex eo quod pro ſolo pendatur. einer die Superficiem durch Kauf, Ver Es behaupten zwar einige Rechtslehrer, daß wenn Schenkung und dergleichen bekommen, die jaͤhrliche Bezahlung des Grundzinſes nicht ndoͤthig ſey. Nun ſind freylich denen willkuͤhrlichen Vertraͤgen der Par⸗ theyen keine Graͤnzen geſetzet, und iſt ihnen alſo nicht verwehret, zu ver⸗ abreden, daß der eine die Erlaubniß haben ſolle, auf des andern Grund und Boden ein Gebaͤude zu errichten, und ſolches hernach unentgeltlich zu beſitzen. Ob man aber dieſes eine eigentliche superfictem in dem ge⸗ woͤhnlichen Verſtande nennen koͤnne; ſolches glaube ich nicht, weil die Roͤmiſchen Rechtsgelehrten in Beſchreibung der Superficiei immer ei⸗ nes ahrli nes jaͤhre Erb⸗Zinß lgen kont mehr wut ten, gleid J. 7. J. jihrlichen zuf die Su 12) und Beſch aus dem lahlen mu in Diſ. d werden we Iweifela. wie denn f. e U7ſat Beſitzer nicht dan Superficiet dh)t. dem wwedenſot dieſerwenn raubung 13) wwey Fran a) daperſic 4 rehtiget dernichte n 8 ſen halt a ſolches ſ ge der Sal über de n me, ma E ut veryi ſchen m — ec 0. „ damnoi † sEigenth 3 icht pr 1anthamern ſelbbigerſalt a ern die aci 2, Ackioner 87 d'ſem G ahe ſtipulatio 3 and Voden enannt witd r f. WJu 8, ex 60 Cul eer, daß ve Ihenkung 589 nes jaͤhrlichen Zinſes Erwehnung thun, eben ſo wenig als wie man einem Erb⸗Zinß⸗Gut oder Brædio vectigali mehr dieſen Namen mit Fug bey⸗ legen koͤnnte, wenn kein Zinß, oder Vectigal davon bezahlet wuͤrde. Viel⸗ mehr wuͤrde ich ſolche Superficiem vor eine ordentliche Dienſtbarkeit hal⸗ ten, gleichwie die ſervitus, ut tugurium in alieno habere liceat in dem L. 6. g. 1. ff. de Servit. praæd. 1 ½. angefuͤhret wird. Wegen dieſes jaͤhrlichen Zinſes hat der Herr ein ſtillſchweigendes privilegirtes Unterpfand auf die Superficiem, L. 1). fI. qui potior. in pirg. 12) Er muß alle auf die Luper ſiciem haftende oͤffentliche Laſten und Beſchwerden tragen. Es ſind einige Rechtslehrer, welche ſolches aus dem Grunde, weil der Superficiarius bereits einen jaͤhrlichen Zinß be⸗ zahlen muͤſſe, verneinen. Es wird aber ſolches mit groͤſſern Fug von kert in Liſſ. de jure ſuperficiario g. 17. und andern bejahet, denn ſolche Laſten werden wegen der Nutzungen einer Sache bezahlet, und muͤſſen alſo im Zweifel auch von dem, der ſolche Nutzungen genieſſet, getragen werden, wie denn ein gleiches auch bey dem Uſufructuario ſiatt findet, L. 27. J. 3. F. de Mufructu. Und wenn die Entrichtung des jaͤhrlichen Zinſes den Beſitzer an und vor ſich davon befreyete, ſo koͤnnte auch ein Emphytenta nicht dazu angehalten werden. Von dem man hierinnen ſicher auf den Superficiarium ſchlieſſen kann, weil Juſtinianus in I. 2. C. de Nur. em- pbyt. dem Emphyteutæ dieſe Laſt nicht zuerſt aufgebuͤrdet, ſondern als im eben ſowohl wie die Entrichtung des Zinſes obliegend vorausgeſetzt, und dieſerwegen auf die unterlaſſene Abtragung derſelben die Strafe der Be⸗ raubung geſetzet hat.. 13) Bey der Verlierung der Superficiei wollen wir nur folgende zwey Fragen unterſuchen. a) Ob ſolche durch den Untergang des Gebaͤudes, worauf die Superficies haftet, an und por ſich aufhoͤre, oder der Superliciarius be⸗ rechtiget ſey, an des abgebrannten, uͤbern Haufen gefallenen oder ſonſten vernichteten Hauſes Stelle wieder ein anderes aufzubauen? Die mehre⸗ ſten halten davor, daß dieſes dem Superficiario nicht erlaubet ſey, weil ſolches ſowohl der favor libertatis erfordere, als wie es auch der Natur der Superficiei gemaͤſſer ſey, als wobey dem Beſitzer gay kein Recht uͤber den Grund und Boden, ſondern nur uͤber das darauf gebauete zukom⸗ me, mithin rei interitu auch ſein darauf gehabtes Recht mit verlohren Eeee b gehen 590)o( gehen muͤſſe, und auf eine Sache, woruͤber ihm niemals ein Recht er⸗ theilet worden, wie der Grund und Boden waͤre, nicht erſtreckt werden duͤrfe. Hert cit Daſ. F. 21. iſt der Meynung, daß, wenn keine widri⸗ ge Sitten, wie an einigen Orten in der Velau, allwo die Haͤuſer auf den erſten Brand gepachtet ſind, vorhanden waͤren, das jus(uperficiei auch noch nachhero, wenn gleich die superficies untergegangen und vernichtet waͤre, fortdaure. Indem das jus ſuperficiei viel ſtaͤrker und kraͤfti⸗ ger als wie eine Servitus realis waͤre, dieſe aber mit Untergang des Prædii nicht aufhoͤre. L. 20. S. 2. 3. ff. de Servitut. præd urban. Dieſem tritt auch Herr Hofrath Leyſer c. l. med. 11. cor. 3. bey, und zwar aus der Urſache, weil der Superficiarius allerdings ein Recht auf den Grund und Boden habe, das nach abgebranntem noch fortwaͤhre, und welches von denen, die der erſtern Meynung beypflichteten, ohne Grund im Zweifel gezogen würde. Meines Erachtens muß man hier den oben p. 279. 62⁄2. von uns angefuͤhrten und auch bereits von andern angemerkten Unterſcheid in Acht nehmen, und hauptſaͤchlich auf die Abſicht der Partheyen ſehen, denn wenn aus denen Umſtaͤnden abzunehmen iſt, daß ſie bey Schlieſſung des BVertrags nicht ſowohl auf den Platz als vielmehr auf das bereits dar⸗ aufgeſetzte Gebaͤude ihr Abſehen gerichtet, und ſolches dem Superficiario von dem Eigenthuͤmer gegen einen jaͤhrlichen Zinß erblich verliehen worden; ſo kann unmoͤglich oer Vertrag laͤnger dauren, als wie die Sache, wor⸗ uͤber ſolcher aufgerichtet worden, vorhanden iſt. Hingegen iſt der Platz an ſich dem Superficiario um ein Haus darauf zu bauen verpachtet wor⸗ den, ſo veraͤndert die Abbrennung des Hauſes nichts bey dieſem Vertra⸗ ge, indem der Platz annoch derſelbe iſt und bleibet, und alſo guch des Superficiarii einmal darauf erlangtes Recht fortdauren muß. Sind aber keine Umſtaͤnde vorhanden, woraus man die eigentliche Abſicht der Partheyen erkennen kann, ſo halte ich ebenfalls, daß im Zweifel immer zu vermuthen, daß die Wiederaufbauung erlaubet ſey. Indem die Abſicht des Eigenthumers von dem Grund und Boden uͤberhaupt dieſe iſt, daß er vor den Gebrauch deſſelben einen jaͤhrlichen Zinß erhalte, gleichwie auch das Wort ſolarium ſelber anzeigt, und kann es ihm alſo gleich gelten, ob der andere das erſtere Haus darauf ſtehen laͤſſet oder ein neues hinſetzet, und ob er ſolches alsdenn ſelbſt umreiſſen laͤſſet, oder ob es durch Feuer, Erdbeben und andere Zufaͤlle verzehret und uͤber einen Haufen geworfen wird. — wied. C und Bode aufbauut niemalse 9 verfciei b gen folgen des Super. das bloſſe der L. 2. den Supert Ns. Jur. derjenigen 1) ſo mu laſſene B und von! Verpacht dieſem ode .3. Na tus pro hy quamdiu i O( r⸗ 591 wird. Genug, daß er dem Superficiario den Gebrauch ſeines Grunds und Bodens erblich und ewig verliehen, und dieſer ſich durch die Wieder⸗ aufbauung kein neues Recht anmaſſet, ſondern ſich nur des alten und noch niemals erloſchenen Rechts kraft des erſten Vertrags fort gebraucht. 8) Ob der Super iciarius wegen nicht bezahleten Zinſes ſeiner Su- perficiei beraubet werden koͤnne; Es wird ſolches von unterſchiedenen we⸗ gen folgender Urſachen verneinet. a) So muͤſſe das)ominium utile des Superficiarii doch etwas kraͤftiger, und beſſerer Natur ſeyn, als wie das bloſſe perſoͤnliche Recht eines bloſſen Miethsmanns. b) So koͤnne der L. 2. C. de Jur. Empb)t.: als ein verhaſſetes und Strafgeſetz auf den Superficiarium nicht erſtrecket werden, kraft des L. 155. F. 2. ff. Ae Res. Nur. und c. 20. de Aegul. Jur. in 6to. Meines Erachtens aber iſt derjenigen Meynung, welche ſolches bejahen, viel gegruͤndeter. Denn 1) ſo muß die allgemeine Regel, daß die Verpachtungen durch unter⸗ laſſene Bezahlung des jaͤhrlichen Zinſes oder der Miethe gebrochen werden, und von dem Eigenthuͤmer aufgehoben werden koͤnnen, ſo lange bey allen Verpachtungen ſtatt finden, bis man von dieſer oder jener Art, oder in dieſem oder jenem Fall das Gegentheil zeiget. 2) So lehret ſowohl der G. 3. J. de Locat.& conduct. durch die Worte: Tuamdiu penſio ſive redi- tus pro his domino præſtetur, als der Z. 2. Dr. ff.& ager vectigal. ibi: quamdin pro illis vectigal pendatur, Und Z. 2. ff. eod. Ita tamen ſi vectigal ſolvant. L. 3. Jf. eod. L. 10. f. 1. ff. de publicanis, nebſt dem Z. 2. C. de Jur. Empbyt. durch die Exempel derer Agrorum vectigalium und emphyteuſium, daß auch die erblichen oder auf lange Zeit gerichtete Verpachtungen durch die unterlaſſene Bezahlung des jaͤhrlichen Zinſes von dem Eigenthuͤmer wieder aufgehoben werden koͤnnen. Dieſerwegen laſ⸗ ſen ſich die gegenſeitigen Gruͤnde auch leicht beantworten. Denn a) ſo folget nicht, daß, weil die Geſetze bey denen erblichen Verleyhungen dem Erbbeſtaͤnder in einigen Stuͤcken groͤſſere Rechte, als einem bloſſen Pach⸗ ter ertheilen, ſie ihn auch wider die unterlaſſene Bezahlung des Zinſes ſicher ſtellen wollen, indem einestheils nicht zu vermuthen, daß die Geſetze denenjenigen, die ihrer Pflicht und Verſprechung zuwider handeln⸗ zum Nachtheil eines Dritten beſondere Rechtswohlthaten haben angedeyen laſſen wollen, und zum andern das Gegentheil angefuͤhrtermaſſen aus de⸗ nen Exempeln derer Agrorum vectigalium und emphyteuſium zu erſe⸗ hen 192)o( er hen iſt. Aller Vorzug alſo, den hierinnen ein Superficiarius vor einem bloſſen Pachter mit einigem Fug fordern koͤnnte, wuͤrde darinn beſtehen, daß er wegen ſeiner Aehnlichkeit mit dem Lmphyteuta der Superficiei nicht nach zweyen ſondern erſtlich nach dreyen Jahren, in welchen er den Zinß nicht bezahlet, verluſtig wuͤrde. b) So kommt es hier nicht ſowohl an, auf die Ausdehnung des L. 2. C. de Tur. Empb)t als vielmehr auf die Anwendung desjenigen, was in denen Geſetzen bey allen ſo erblichen als andern Verpachtungen uͤber⸗ haupt verordnet iſt, und woſelbſt es denen Rechtsgelehrten nicht erlau⸗ bet iſt, gelinder als die Geſetze zu ſeyn, und Ausnahmen nach ihrem Gut⸗ dunken davon zu machen. Bey welchen Umſtaͤnden der. 253. F.. ff. de Regulis Jur. und das c. 79. eod. in 6. eben ſo wenig wie oben 5. 23. eingeworfen werden konnen. 3 Was nun die Gewohnheiten der Teutſchen anbetrift, ſo fehlet es auch bey denen nicht an Vertraͤgen und Veranſtaltungen, die mit dem Roͤmiſchen lure ſuperficiario eine Aehnlichkeit haben. So iſt erſtlich bekannt, daß von denen Lehrern des Teutſchen Staatsrechts unter⸗ ſchiedene Exempel angemerkt werden, da einige Staͤdte und Oerter in Teutſchland entweder ganz oder zum Theilauf fremden Grund und Boden ſtehen ſollen⸗ und hat auch der Herr von Ludewig in Fur. Clientel. p. 136. ein paar Exempel davon angefuͤhret. Ferner iſt es eine gewoͤhnliche Sache, daß bey Erbauung neuer oder Erweiterung bereits vorhandener Staͤdte und Oerter, der Landesherr ſich von einem jedweden Platz, worauf ein neues Haus erbauet wird, einen jaͤhrlichen Grundzinß ausbedinget, wel⸗ cher auf alle Beſitzer eines ſolchen Hauſes fortgehet, im uͤbrigen aber der⸗ ſelben Eigenthum und freye Verfuͤgung daruͤber gemeiniglich nicht ein⸗ ſchraͤnket. Weiter lehren die vorhandene Urkunden und Lehnbriefe, daß die Vaſallen zum oͤftern mit Bauplaͤtzen belehnet worden.(Siehe oben p. 612. n. 37.) Insbeſondere aber gehoͤren hieher diejenigen Verleyhungen, da nach dem Exempel anderer unbeweglichen Guͤter einem vor ſich und ſeine Erben Grund⸗oder Bauplaͤtze oder Hofſtaͤtte gegen Erlegung eines jaͤhr⸗ lichen Grund⸗ oder Bodenzinſes zum Gebrauch eingegeben worden. Die⸗ ſe Verleyhungen nun ſind von denen erblichen Verleyhungen anderer Guͤ⸗ ter nicht weiter als der ertheileten Sache nach unterſchieden, und wenn al⸗ ſo wegen ihrer Natur und Eigenſchaft Zweifel vorkommen, und ſolche gus denen Vertraͤgen und dabey abgeredeten Bedingungen, als welche hierin⸗ — fieringen werden k und Exbl auchin d geo, allge platz jure A 1272.1 hurg belee „Frowe. berliehen. eweldet, lberfluͤßig Grund un wir undd einige dar 1) den, mu⸗ der oben von Vaun Urkunde! „eyn Pf! ruchne „U 7 fab 5 dinß, 1 Aufbaun wiederhin iſen ing uer, n Gärten„ Jaß ni 1idi „ninge ſe gel b O(8 593 Afttti hierinnen vor andern oͤfters etwas beſonders in ſich halten, nicht gehoben ben b werden koͤnnen, ſo muß die Sache aus dem, was oben von denen Zinß⸗ 1 und Erbleyh⸗Guͤtern geſaget worden entſchieden werden. Wie es denn Ledag auch in der oben p. 119 aus des Herrn von Falckenſtein Cod. Antigu. Vord- r, angezogenenUrkunde ausdruͤcklich heiſſet, daß die Area oder der Grund⸗ Sung dal platz jure ac titulo cenſiali verliehen worden. Und in der Urkunde ge Aigen, A 1272. ap.&bilt. Diſ. de Emponem. Jure 5. 33. u. 1. wird die in Straß⸗ 3 ungen ie burg belegene Hoffſtatt.„Herren Burckarten Schaub eim Ritter und * nicht an„Frowe Kunigunden ſinre elichen Hußfrowen und allen iren erben a hihrenGi verliehen. In der folgenden de A. 1276, wird von einer andern Hoffſtatt KII. J. gemeldet, daß der Probſt ſolche verluhen het zum erbe. Da es glſo a oben ⸗. üͤberfluͤßig ſeyn wuͤrde, die Verleyhungen derer Arearum, Bauplaͤtze, Grund und Bodens, Hoffſtaͤtte ꝛc. insbeſondere auszufuͤhren, ſo wollen d ſo fehltt wir uns begnuͤgen, aus denen bey Handen habenden Nachrichten nur n diewit i einige darinnen bemerkte Eigenſchaften derſelben beyzubringen. b iſt erſit 4 9 1) Derjenige, welchem der Grund und Boden verliehen wor⸗ „ Oetkeri den, muß einen jaͤhrlichen Zinß davon bezahlen, welche Ceuſus, wie in eu zh der oben 5. 112. aus dem Herrn von Gudenus und 5. ¹13 aus dem Herrn eeteln 3 von Falckenſtein angefuͤhrten Urkunden, oder Bodenzinß, wie in der che Sache, Urkunde de A. 17200. bey Herr Auchenb. Anal. Haſſ. Coll. 7. p. 33. ibi: 3 Staͤdt„eyn Pfunt Boden Zinſes, das wir bisher jorlichs fallen hatten uff dem eder fi„cleynem Hußgen. it. Auch ein halp Punt Geldes jorlichs Boden⸗Zinſes 3 wori zuff Peter Bills⸗Huſſe. Oder Grundzinß, wie in der im Anhang nedinget ne fub N. 20. befindlichen Urkunde. Oder Grund⸗ Erb⸗ und Staͤnder⸗ igen aberde Zinß, wie in der Chur⸗Maynziſchen Verordnung 4. 16 99. von icch nicht 9- Aufbauung wuͤſter Hoffſteten bey Herr Franz Henning Schaden vom riefe,daß Erb⸗Zinß⸗Recht p. 122. /*22z0)( aus welchen zu unterſchiedenen Zeiten iehe oben, wiederholeten Verordnungen beylaͤufig abzunehmen, daß die Grund⸗ gerleyhunge zinſen in Erfurt vor andern ſehr gewoͤhnlich ſeyn muͤſſen.) Oder Grund⸗ e ſich undee Huer, oder Hauer, wie bey einigen vor der Stadt Luͤneburg befindlichen ng eines Gaͤrten und darauf ſtehenden Haͤuſern, genannt wird. Es darf ſolcher vorden. 9 Zinß nicht verſteigert werden. In der Urkunde de 4 1272. a.&Thilt, e. randertto„ibi:„Von derſelben Hoffeſtakt drißig Schillinge Straßburger Pfen⸗ und wem„ninge geltz gewonlicher one hoͤher ſteigen unſerm Cloſter jerlichen zuin⸗ 11, und h„ſe geben und bezalen ſollent.“ Und in der folgenden«e A. 1276. zia. ibi: n, al 1 1 Ffff jer⸗ — 594 93) O(Ser⸗ „jerlichen umb vier untze Straßburger pfenninge gelt one hoͤ igen.“ In einer Prrunde de A. 1420. bey Herr nninge delt one h her geigene Nur.& Iiſtor. p. 69., da einer auf des andern Grunde oder Flecken ge⸗ bauet hatte, iſtkein jaͤhrlicher Zinß, ſondern an deſſen Stelle verabredet wor⸗ den, daß der Eigenthuͤmer des Bodens entweder die Freyheit haben ſollte ſich des darauf gebaueten Stalles mitzubedienen, und bey dem andern zu inen. oder wannn es 3 eben were, ſo ſullen wir(die Erbauers) yn ſol⸗ 5 bher uas Aanteſerdu abthun, wann ſie daz uns eyn firtheil Jars zu⸗ 2) Er vererbet ſolche. In der e ibi 11,. eerer. rwehnten Urk 772. ibi: Eüi vel Proxirni heredes eorum. In der hehät urkunde Hte m 2 enn fralich und ewiglich.« Aus denen beyden Urkunden bey Schilter Dul. de Emponemn. ur. ſind die hieher gehoͤrige Stellen eben angefuͤh⸗ 3) Er iſt bisweilen befugt, ſein Recht ar 2 1 ht an andere zu veraͤuſſe cit. I. ibi: vendere voluerit. Und:„Ire Erben, Ddert s ewinſſetn ageyn dem Flecken mit demſelben inne hette.“ Bey welcher Verkau⸗ fung ſich er Herr des Platzes zu Zeiten den Naͤherkauf ausbedungen. ie im er Urkunde A. 1272. ap. Schilt. c. l. ibi:„Und wer es ouch, „daß die Beſitzer derſelben Hoffſtette iren gebuwe verkauffen oder ver⸗ nſecen woftent, ſo ſoͤllent ſy es uns zum erſten feile bieten, wellent „ iedanle wiel eumt beben alſ fremde Lute, ſo ſoͤllent ſie es uns „fü eben. Woltent aber ander lute um ege⸗ 5 dendenn ſwirncnſe We 3 mddent 9 76 zekuffende geben.“ Dnanud bleyhung iſt dem Beſitzer das Gebaͤud ei gen ertheilet.„Und ouch den Gebuwe, der San zuhei⸗ ben e 1 Und ouc„der uff derſelben „dey hat der egenante Probſt den obgenanten Johenga feſtern⸗ „geben.“ 4) Ein neuer Beſitzer, er mag den Platz er 4 atz ererbet ode„ Horbenhräße 3 me zu Zeſten den Handiohn oder die dnderaldnfendatn De ahlen. r cit. Urkunde ibi: XII. denarios ad man ſowant. In der de A. 1276. ap. Sxhilt. c. I.„Und alſo 3a 2anas 4 die „ enante Zofſeſtan deronndelf wuer von einre Perſonen an die unpote „ 42 egen, alſo dicke ſol ouch Erſe 6 G A— t 5 e „den.“ In der andern de A. 1272, ſind die Peſchas denr ehr has 4 aus⸗ Vi — „ausdrüc kouſfen „ten Hei „deheine A gutem B ohe reddt 6) 2 ſalten, d darauf ge⸗ d bey den ſeta, ul ex aliqua rarabere tradictior vel hered dem jux rum, no 1 dirbt d. ſ. adf geet get, ihm den ruͤcke erſetzet h ſt. 1 Krechte 1 Kaecht a z. E.(n M1JJap 2 mihi ta V — Zr ſeie llig Seth, breda e habene 2emanda wers)n r heil Jahg 1). 12 = Inne u IrI bey Küt Fr)en angſt ¹ beraͤuſſn 1 die das M. Sher Verta Fubedunge anyer 8 olch unn oder vel⸗ Sn wellen Gut ſie es vn darumbeg In der ande⸗ J de ganzül- — Geffeſtat chen zu i 8 3o e. 595 „ausdruͤcklich befreyet, ibi:„Und die denn die egenante Hoffeſtat „kouffent, die ſollent den Erſchatz geben, ußgenommen die egenann⸗ „ten Herr Burckart und Frowe Kunigund und ir libes erben, die ſoͤllent „deheinen erſchatz geben.““ 5) Er muß das auf dem verliehenen Platz ſtehende Gebaͤude in gutem Bau und Weſen erhalten. In der Urkunde /ub W. 2o. ibi:„in⸗ „ne reddtlichem zimlichen Bave halten.“ b 6) Bisweilen hat ſich der Herr die Einloͤſung des Platzes vorbe⸗ halten, doch muß in ſolchem Fall dem Beſtaͤnder oder Lehenmann das darauf geſetzte Gebaͤude gut gethan werden. In der angefuͤhrten Urkun⸗ de bey dem Herrn von Halckenſtein c. 1. u. 102. ibi: Hac conditione ad- jecta, ur ſi idem Dominus Epiſcopus& quicunque ſucceſſor ſuus, ex aliqua cauſa utili vel neceſſaria, pro ſe& Eccleſia ſia, dictas areas retrahere voluerit, eas ſibi receptis 8. libb. Hall. reſtituere ſine con- tradictione qualibet teneamur, ita tamen, ut ædificia, quæn per me vel heredes meos inſtaurata reperiri tunc temporis contingeret, in eis: dem juxta taxationem& arbitrium duarum perſonarum ſide digna- rum, nobis teneatur Epiſcopus, qui pro tempore fuerit reſarcire. 7) Wenn er den jaͤhrlichen Zinß nicht bezahlet, den Platz ver⸗ dirbt ꝛc. ſo hat er wie bey andern Verleyhungen den Grund und das dar⸗ auf geſetzte Gebaͤude verwirkt. Bisweilen aber hat ſich der Herr begnuͤ⸗ get, ihm in ſolchen Fall nur den Gebrauch der verliehenen Sache, bis er den ruͤckſtaͤndigen Zinß wuͤrde bezahlet, und den verurſachten Schaden erſetzet haben, zu unterſagen, wie in der Uirkunde /ub W. 20. geſchehen XIVI) Von denen wilenaguͤä. VWillanus heiſſet uͤberhaupt ein Bauer, weil er auf denen Villis oder 2o) Vie Dorfern wohnet. Da nun ſolches bekanntermaſſen mehrentheils aagia. Knechte waren; ſo findet man nicht allein, daß die Villani, wie andere Knechte veraͤuſſert worden, wie die Zeugniſſe bey Au. Ereſne h. v. lehren, z. E. Cbarta Alfonſi A. Caſtellæ de A1. 1220. Dono igitur vobis quindecim I illanos quos habeo in Angonne& in Sa, cum omnibus juribus, quibus mihi tenebantur jure hæreditario, ut in perpetuum habendos,& ir- Ffff 2 revo- 596 b o(a. revocabiliter poſſidentos, ſondern es wird auch durch villanus, oder wie es im Franzoͤſiſchen heiſſet: villain, vilain, oͤfters uͤberhaupt ein Menſch vom knechtiſchen Stande angezeiget, und ſowohl denen vom Ritterſtande, wie in der Stelle aus dem Loiſel: Main en crimes es vilaius ſont plus grievement punis, que les nobles, worauf auch das Sprichwort: Zi- laint ne ſent point ce que eperons valent, erlaͤutert wird, als auch de⸗ nen Buͤrgern entgegengeſetzet, denn ſo ſchreibet eben dieſer Loiſel. Lav. z. tit. 1. art.§. Les roturiers ſont hurgeois ou vilains. Siehe Dicionnaire de Richeles b. v. So wie nun die Bedingungen, unter welchen die Bauern ihre Guͤter beſitzen, unterſchieden ſind, ſo haben auch die Villani in die⸗ ſer Abſicht beſondere Nebenbenennungen, wodurch ihre Beſchaffenheit be⸗ ſtimmet wird, erhalten. So findet man villanos ſocomannos, villa- nos adventitios, villanos ad manerium adſpicientes, villanos in groſ- f0, villanos Collaterios, villanos de Parada&c. deren Bedeutung man bey du Freſne b. v. nachſehen kann. b BVon dieſen Villanis haben die Villenagia ihren Namen, wodurch uͤberhaupt beſchwerete Bauer⸗Guͤter angezeiget werden. Deren Be⸗ ſitzer waren zwar insgemein Knechte, ſo daß Villenagium bisweilen ſo viel als Knechtſchaft, knechtiſcher Stand bedeutet, z. E. Glanvilla Lib. 5. c. 1. p. du Freſne b. v. ibi: quando quis trahit alium à libertate in villena- gaum, und cap. J. Pluribus autem modis poteſt in libertatem aliquis in villenagio poſitus deduci. Doch koͤnnen ſolche auch von freyen Perſonen beleſſe werden, nach dem Zeugniß Bracton Lib. I. c. 6. g. 1. ap. du Feſe. Dieſe Villenagia koͤnnen von dem Herrn zu gehoͤriger Zeit aufge⸗ kuͤndiget und eingezogen werden. Fleta Lilh. J. c. 5. F. 15. Villenagium eſt, quod traditur villanis ad excolendum,& terra precarie dimiſſa, quæ tempeſtive& pro voluntate domini poterit revocari. Die Beſitzer ſind zu ungemeſſenen Dienſten und Abgiften verbun⸗ den. Practon lib. 1. c. 11. F. 1. Servi ſive nativi appellantur, qui te- nent villenagia,& per villana ſervitia& incerta, qui— villanas fa- ciunt conſuetudines,& quicquid eis præceptum fuerit. Doch iſt die⸗ ſes nur von einem villenagio puro zu verſtehen. Bey einem villenagio privilegiato hingegen, welches vom Koͤnige verliehen wird, haben die Beſitzer leidlichere Bedingungen. Es kann ihnen ſolches, ſo lange ſie ihrer Pflicht ein Genugen thun, nicht genommen wer⸗ — werden/ ſn. Au mehrem verliehen ra. Lal presbytei & ipſe ſ Kalia on Dr di zend und Lande berg Kelect tern heiſſe vererbet! nach auf gen ſiey. der Land) Rareuſ. 0 Steinhe gemeldet her habe daß ſie Voigtan tern ein di ich na neinen k Keſcha Si ci E in Ritta ſo = woxt. ls auh — anſel. 1 Dadion Adie Bm S llani inh — affenhant nos, ſi it nos in g 1 9 Bedeun 4 1 1 rn, wodm weilen ſo le Zib, ſ. ave Iê Lilenn am aliquis in g en Perſoden 4 j. 1). ger Zeit aufß Villenagi Ccarie dimil E 1 1 Siften verte antur, qui Doch iſt )s vom K 4 en. E icht genon . 3) 0o(8 V 597 werden, ob ſie gleich die Freyheit haben, es aufzukuͤndigen und zu verlaſ⸗ ſen. Auch ſind ſie nur zu gemeſſenen Dienſten verbunden. 1 Siehe mit mehrem du Lreſhe h. v. Daß auch bisweilen Haͤuſer in villenagium verliehen worden, erhellet aus der Urkunde de A. 1263. in M. Paſto- ral. Eccleſ. Dariſienſ. l. 1. c. 15. ap. Eund. c. I. Presbyter promiſit bona fide, quod ipſe tenebit in villenagium, X ipſe ſolvet ratione dictæ domus talliam, coſtumas redhibitiones & alia onera. XLVII.) Von denen Voigt⸗Guͤtern. Daß die Voigt⸗Guͤter in dem Ober⸗Fuͤrſtenthum Heſſen und angraͤn⸗ zenden Orten befindlich ſind, erhellet aus dem Auszug einiger Stadt⸗ und Landesgewohnheiten im Ober⸗Fuͤrſtenthum Heſſen bey Herr Seucken- berg Seleck. Jur.& Ii—or. T. III. p. 272., allwo es von denen Voigt⸗Guͤ⸗ tern heiſſet, daß ſolche in Huttenberg nicht auf den letztlebenden Ehegatten vererbet werden, ſondern derſelbe nur die Leibzucht darauf hat, und ſie her⸗ nach auf des erſtverſtorbenen Freunde wiederum zuruͤckfallen. Weswe⸗ gen ſie p. 2§1. ihid. auch unter die hinterfaͤllige Guͤter gerechnet werden. In der Landſiedel⸗Leyhe de A. 1571. bey dem Zerrn von Ludolpb Obſervat. Forenſ. obſ. 217. p. 631. wird von denen zu Landſiedelen⸗Rechten verliehenen Steinheuſer Guͤtern in und vor dem Dorf Nauborn gelegen, gleichfalls gemeldet, daß ſie Voigt⸗Guͤter ſeyn. Ob ſie nun ihren Namen da⸗ her haben, daß ſie urſpruͤnglich von Advocatis oder Voigten beſeſſen, oder daß ſie von ſolchen an die Bauern verliehen worden, oder daß durch Voigt allhie ein Meyer angezeiget wird, und ſie alſo mit denen Meyer⸗Guͤ⸗ tern einige Verwandtſchaft haben ꝛc. Solches ſind Muthmaſſungen, die ich wegen ermangelnder Nachrichten eben ſo wenig bejahen, oder ver⸗ neinen kann, als wie ich wegen gleicher Urſachen ſonſten etwas von ihrer Beſchaffenheit beyzubringen im Stande bin. XLVIII.) Von denen Guͤtern zu Waldrecht. Quam domum ipſe 47 Voigt⸗ Guͤter. s ſind dieſes ebenfalls gewiſſe in Heſſen gebraͤuchliche Guͤter„von de⸗ 48 wald⸗ nen Herr Dice⸗Canzler Malaſcbmied Diſſ. de H onis zu Wald⸗ rechts⸗ recht, und Herr Hofrath Mh evuus Juris Civilis Haſſüaei Guͤter. 3 292 598 2)O0o( u in empbhteuſi Waldrecht dicta bey Herr Kuchenhecker in 6 Haſ. b finc. Collect. M1* p. 146. 7½%G%ßmit mehrem gehandelt haben 3 len wir nach Anleitung derer von ihnen handelteh Lneuma lr marhrihten die vornehmſten Eigenſchaften derſelben kuͤrzlich bemer⸗ Was die Bedeutung der Worte zu Wald⸗ oder Waltre. betrift, ſo ſind hauptſaͤchlich zwey Ableitungen und Erklaͤrungen vehelenn vorhanden, indem einige das Wort Wald oder Walt von walten oder verwalten Un Rere he rcen cher einem Wald oder Gehoͤlze herleiten len. die erſtere wahrſcheinlich zu n ind zruͤn⸗ 3 ven 3 een h ch zu machen, ſind folgende Gruͤn⸗ 2) So kommt das Wort walten oder Walt nach ſein ⸗ ſchiedenen Bedeutung ſehr wohl mit der Natur dieſer Gurerd 8 bnter. ſo heiſſet Malt ſowohl die Verwaltung und Beſorgung einer fremden Sache, als auch der Verwalter ſelber, wie Zerr Machter in Gloſſar. h v. angemerkt. Und Walten, ſchreibet er, wird vornemlich von denen geſagt, die vor einen andern eine Sache in Beſorgung und Obſicht haben. Ja bisweilen wird Walten insbeſondere von Bauung und Beſtellung der Laͤndereyen und Aecker gebraucht, z. E. die Worte in Aytnn, 426. Annon F. 49.: Lante des die gutin ouch fulin waltin, uͤberſetzet Schilter in Ghf. fario b. v alſo: Terram quam boni debebant colere. Es wuͤrde alſo: zu Waltrecht verleyhen, entweder ſo viel heiſſen, als einem eine Sa⸗ che ſolchergeſtalt eingeben, daß er ein Walt oder Aufſeher und Verwal⸗ ter daruͤber ſeyn ſolle, gleichwie man ſaget, einem eine Sache, zu Land⸗ ſiedelrecht, zu Meyerrecht verleyhen: Oder auch einem eine Sache eingeben, daß er ſolche walten, d. i. bauen und beſſern ſoll. Be 5 Erklaͤrungen aber ſchicken ſich zu der Beſchaffenheit dieſer Guͤter. d bb) So wird es in denen alten Urkunden ni 3 immer Waltrecht geſchrieben. emals Wald⸗ ſondern c) So findet man, daß auch Haͤuſer und Muͤhlen ech verliehen worden, bey welchen die oe enſitige Adlenun vom Walsrch nicht fuͤglich zu ſchicken ſcheinet. ) So thut es nichts zur Sache, daß in denen Urkunden die 25 Recht auf Lateiniſch Jus ſylvaticum. jus daß ſaſ zuenſale unde 3 dieſes bekannt iſt, wie wenig man in denen aͤltern Zeiten bey dergleichen Ueber⸗ ſetzun⸗ — thangen dern das comtes Di 3) So! haupt i: W. man die Vauern, Guͤter zu Jecht, 1 angefüͤllet ſe nemlich Weinbere Fruchten che Ausre Felder un ſchen geb wovon e anzutreff fanl. an, und de⸗ be. Lar⸗ ner dem Nemoril d. 92. ais iiget zu; kunde nin daß die gen auten Keanker geich a w weit daß ſienn noch d 1 9. 1 and. Anndenh E ktrecht zenderſg R valteng za henian Fende Gin iner un rein. d jer fren An Ghola. 2i von dene oſicht habe Leſtellungde d, Annmn. drirCh fürde alſd: Neihe Sa⸗ d Werwal⸗ de, zuLan eine Sach M. VBemd ater. ald⸗ ſonden 0(8 b 999 ſetzungen auf die eigentliche Bedeutung der Woͤrter geſehen, wie unter an⸗ dern das Exempel der Kauh⸗Grafen, welche man Comites hirſutos, comites piloſos genannt, lehret. Die letztere Ableitung von Wald wird dadurch glaublich gemacht. a) So heiſſet Wald vor dieſem nicht allein ein Gehoͤlz, ſondern uͤber⸗ haupt Wuͤſteneyen, d. i. unbebauete Oerter. Aero in Intenpret. vocab. ibi: Waͤldes, Heremi, Waldlihhero, Heremitarum, folglich hat man diejenigen wuͤſten⸗ und unbebaueten Gegenden, welche man denen Bauern, um ſolche auszurotten und fruchtbar zu machen, eingegeben, Guͤter zu Waldrecht genannt, d. i. ſolche, woruͤber die Beſitzer ein Recht, wie uͤber dergleichen wuͤſte und mit Gebuͤſchen und Waldungen angefuͤllete Oerter ertheilet zu werden, gewoͤhnlich war, haben ſollten, daß ſie nemlich die Waldungen ausrotteten, und fruchtbare Felder, Wieſen, Weinberge und dergleichen daraus macheten, und die davon fallende Fruͤchte und Nutzungen gegen gewiſſe Abgiften genoͤſſen. Denn daß ſol⸗ che Ausrottungen der Waͤlder, und Eingebung der daraus zu machenden Felder und Wieſen gegen Erlegung eines jaͤhrlichen Zinſes bey denen Teut⸗ ſchen gebraͤuchlich geweſen, lehren die viele davon vorhandene Nachrichten, wovon einige bey Zerr Jtruben Comuuent. de Jur. Eallicor. p. 35. ſegg. anzutreffen ſind, und bemerket Zerr Schannat in Buchonia Vetere p. 322. 2* an, daß man dieſes Ausrotten der Waldungen, laborare ilvam, und die ausgerotteten Laͤndereyen ſelber: Laboraturos ſilvæ genannt ha⸗ be. Laut des Kummar. Thadit. Cap. I. p. 296. ap. Eund. c. l. ſchenket ei⸗ ner dem H. Bonifacio XXX. Jugera, XV. Jjau exfii pata& alia XV. Nemoribusr adbuc occupata. Welches alles durch den in Innal. Haſſ. c. 1. p. 192. aus einer Urkunde angefuͤhrten Auszug nicht wenig ſcheinet hekraͤf⸗ tiget zu werden, wenn anders aus dem Zuſammenhang der ganzen Ur⸗ kunde nicht etwas widriges abzunehmen iſt. In ſelbiger wird angefuͤhret, daß die Villani von Dudenhuſen kraft ihres Waldrechts die Waldun⸗ gen ausgehauen, und Aecker angeleget„ ibi: ex quo(nemore dicto Frankenwaldt) liona pracidinms E novalia fecimus minus juſte, und ob gleich aus denen Worten: minus juſte, zuͤ ſchlieſſen„daßz ſie hierinnen zu weit gegangen, ſo iſt ihnen doch ſolches unter gewiſſen Bedingungen, daß ſie nemlich von denen neuausgerotteten Aeckern, als welche unter ih⸗ rer ihnen zu Waldrecht verliehenen Villa nicht begriffen geweſen, noch den ſiebenten Theil Fruͤchte abgeben ſollten, erlaubet geblieben. b) So 600 9) d( b) So ſtreitet hiewieder nicht, daß man nicht Wald ſondern Waltrecht geſchrieben findet, indem es bekannt iſt, daß dieſe bey⸗ de Buchſtaben d und t ſehr oft verwechſelt werden. So heiſſet es bey dem Aerone Winti, venti, Theomuatliho humiliter, T'oran, mortuum&c. Ja ſelbſt in dem Wort Wald findet man dieſe Ver⸗ wechſelung. In Khytm. de S. Ann. c. 10 ap Keineſ. Vocab. Theor. cit. à Sœbilt. in Gloſſar. b. v. werden die Woͤlfe Walthunde genannt, und hingegen, wenn durch Walr, walten ſo viel als Gewalt, Verwal⸗ tung, verwalten, beſorgen ꝛc. angezeiget wird, ſolches auch walt, wal⸗ dan geſchrieern. b 0) Auch laͤſſet ſich der Zweifel, daß auf ſolche Art keine Haͤuſer und Muͤhlen zu Waldrecht verliehen werden koͤnnen, leicht heben, wenn man bedenket, daß es mit der Roͤmiſchen Emphyteuſi eben alſo ergan⸗ gen, die von verliehenen unfruchtbaren Oertern auf fruchtbare Aecker, ja gar auf Haͤuſer, Kirchen und Kloͤſter, unerachtet das Wort Emphy- teulis ſich zu ſelbigen gar nicht ſchicket, ausgedehnet worden, und man alſo die urſpruͤnglich bey ausgerotteten Laͤndereyen nur ſtattfindende Ver⸗ leyhungen zu Waldrecht, hernach auch bey andern Sachen, die unter gleichen Bedingungen eingegeben worden, beybehalten habe. b b d) So iſt aus der Lateiniſchen Benennung von jus ſilvaticum. Jus nemorale, zwar kein unwiderſprechlicher Beweiß herzunehmen, doch wird es ſehr wahrſcheinlich, daß, weil man in denen alten Urkunden uͤber dieſe Guͤter, die dem erſten Urſprung dieſer Benennung der Zeit nach um ſo viel naͤher geweſen, bereits das Waldrecht durch Jus nemorale erklaͤ⸗ ret hat, man ſchon damals muͤſſe geglaubet haben, daß es vor andern bey denen aus ausgerotteten Waldungen gemachten Laͤndereyen muͤſſe ge⸗ braͤuchlich geweſen ſeyn, und auch davon den Namen erhalten haben. Gleichwie man es aus gleichen Urſachen, und wegen ſeiner Aehnlichkeit mit der Roͤmiſchen Emphyteuſi auch Jus emphyteuticum genannt, z. E. in der Urkunde de A. 1373 c. 1. p. 191. de jure nemorali, id eſt, emphy- teutico, quod vulgariter Waltrecht vocatur, und andern daſelbſt an⸗ gemerkten Stellen. b Ohne uns aber bey dem Namen weiter aufzuhalten, wollen wir die Natur nebſt denen Rechten und Verbindlichkeiten der Beſitzer dieſer Guͤter ſelber aus denen Urkunden anfuͤhren. 2 1) Es — 1 ſcrifth Jur. „ mag Und ſin oder Zit Einruͤckt pel d A. tern eine 2) 4 Verpach kunde d & villar recht. „lyhen „frauw bey gern Und hern. ſober ſol⸗ wie laut geſchehat „ſes bre⸗ „2 22 vidd de deraͤnde anen a Kauf en wie ein 3 vach ſig kunde 41 9 Lend Ir „ der N ſchriftlich. Zort Kmyh 2N, und me Andende W d", die un 31 lileaticum, hen doc kunden ube Zait nachl norale erii oranderni jen müſen alten ſoe rAepnüch Jdaſebſ welenéi Shen A 2 10( ⸗ 601 1) Es geſchiehet die Verleyhung zu Waldrecht insgemein Beſchreibung des Waldrechts ap. Lunig. T. I11. Corp. Jur. Peud. German. p. 717., welche auch bey Herr Waldſchmidt cit./ 5. 7. zu leſen, ibi:§. 1.„Waldrecht iſt, wenn jemand etzliche Guͤ⸗ „ter, Garten, Wieſen, Aecker oder anders, wie das Namen haben „mag, nach Inhalt Brieff und Siegel zu Waldrecht verthan haͤtte.“ Und ſind auch dabey die Ausſtellungen der Reverſe von denen Waldrechts⸗ oder Zinßleuten an die Waldrechts⸗Herrn ſowohl beſonders, als mit Einruͤckung des Leyhbriefes gebraͤuchlich. Von denen erſtern iſt ein Exem⸗ pel«e A. 1513. bey Herr Maldſchm. c. 1. p. 27. n. z. und von denen letz⸗ tern eines de:720. ibid. n. 5. und bey Lung. c. 1. anzutreffen. b 2) Es beſtehet ſolche in einer Art von erblicher Verleyhung oder Verpachtung, wie bey denen mehreſten Bauer⸗Guͤtern. In der Ur⸗ kunde de A. 1232. bey Berr Maldſchm. c. l. p. 25. 2. 1. ibi: Predium— & villam— locare agricolis ſecularibus eo jure quod dicitur Walt- recht. In einer andern de 1. 1795. 10id. u. 3. ibi:„recht und reddelich „Uhen und geluhen hoin⸗⸗Henn Sybalde, Annen ſyner Elichen Huß⸗ „frauwen und ehrn rechten erben zu Waltrechts⸗Recht.“ In der ge4. 13 Fr. bey Herr Eſtor c. 1. p. 196. ibi:„verlehnet ihren Hoff⸗⸗ zu Waltrecht.“ Und hernach:„der zu Wald⸗Recht ausgeliehen. Wenn gleich der Be⸗ ſitzer ſolches Erbrecht von dem Herrn durch Kauf an ſich gebracht, wie laut der Urkunde de 1. 7770. bey Herr Maldſchmid c. l.. 25. 2. 2., geſchehen: ibi:„recht und reddelich verkaufft hoin und myt krafft dyſ⸗ „ſes bryefs verkeuffenn geynwertiglichenn Unſſere Whyſſen und Acker „⁵: Und dy zum rechten Walt⸗Rechte inne hoin und beſitzen.⸗· So wird doch dadurch die Natur der Guͤter zu Waldrecht eben ſo wenig veraͤndert, als wenn der Zinßmann mit Erlaubniß des Herrn das Gut an einen andern veraͤuſſert, oder ein Emphyteuta eine Emphyteuſin durch Kauf erlangt, indem der Kaͤufer das Gut an und vor ſich doch immer wie ein Erbbeſtaͤnder nutzet und innhat. 3) Der Zeſitzer erlanget dadurch ein Recht das verliehene Gut nach ſeinem beſten Nutzen zu genieſſen und zu gebrauchen. In der Ur⸗ kunde de A. 12170. bey Herr Waldſchm. c. 1. n. 2. ibi:„ Whyſſen und „Lenderey gebruchen noch alle erhm notze.“ In der folgenden ae. 113§ 5. „der Whyſſenn bebruchenn noch al ehrm nottze und wyllenn, ſo dan 999 alt⸗ 602 „Waltrechts⸗Recht und Gewonheit iſt.”“ In der ão1720. ibid. n. 6. ibi: „deſſen ſich nunmehro nach ihrem eigenen Gefallen zu bedienen.“ 4) Er vererbet das Gut auf ſeine Leibeserben. In der Ur⸗ kunde de A. 1340. bey Serr Eſtor c. 1. p. 299. ibi: cum noſtris veris he- reaibus— conjux mea legitima nec non pueri noſtri legitimi& beredes — molendino— nobis& heredibus noſtris jure emphyteuſis, quod vulgariter dicitur Waltregt, conceſſo. Und in der A. 1233. p. 194. Ihid. Jus ruſticorum ſuwaticum, quod ad ipſorum pertinet heredita- temn. In der de A. 1543. bey Herr Maldſchm. c. I. u. 4. ibi:„Vor mich „und myn Kinder und liebes erben.“ Und der folgenden ibid. 2. 5. ibi: „dem N. und N. deſſen Ehelichen Haußfrauen, und ihren rechten Leibes⸗ „Erben.“ Wenn mehrere Kinder bey dem Abſterben des Waldrechts⸗ mann vorhanden ſind, ſo muͤſſen ſie einen unter ſich ausmachen, welcher das Gut zuſammen behaͤlt, weil ſolches zum Nachtheil des Herrn nicht vertheilet werden darf. Beſchreibung dee Waldrechts F. 2. c. 1. „Wo auch die Beſitzere mit Todt abgehen wuͤrden, muͤſſen die Geſchwi⸗ „ſterige und Erben untereinander ſich vergleichen, und einen mit des Waldt⸗ „rechts⸗Herrn Wiſſen und Bewilligung uffloͤſſen.“ Auch iſt zu merken, daß die Vererbung nur auf die Ab⸗ und Aufſteigende Linie gehet, die Seitenverwandten aber von der Ererbung dieſer Guͤter ausgeſchloſſen find. 1bi4. 9. 3.„Es erbet auch nicht zur Seiten aus, ſondern der in ſtra⸗ „cken Linien vor⸗ und unter ſich, und wodie nicht wehren, ſo erbet es der „Wald⸗Rechts⸗Herr, und faͤlt ihme ohne Entgeldnuͤß, wieder heim.“ In der Urkunde de A 17700. bey Herr Luni und Herr Waldſchm. n. 7. cc. U.„Und dieweil auch gedachtes Waldrecht in linea transverſali nicht, „ſondern gerade unter ſich erbet.* Es fuͤhret Serr Maldſebm. cit. Diſ. p. 19. auch ein Exempel an, da dieſen Gewohnheiten zufolge von der Re⸗ gierung zu Caſſel einem Bruder die Erbfolge in den von ſeiner verſtorbenen Schweſter zu Waldrecht beſeſſenen Garten aberkannt worden. Es ruͤh⸗ ret uͤbrigens dieſe Ausſchlieſſung der Seitenverwandten ohne Zweifel von der ehemaligen Erbfolge bey denen Ritterlehnen her, zu welcher niemand als die abſteigende Linie an und vor ſich zugelaſſen wurde. Siehe Herr Senckenberg in Jur. Leud. p. 352., welches man hernach, wie andere Eigenſchaften der Ritterlehne, auch bey einigen Bauer⸗Guͤtern eingefuͤhret hat. 1 5) Er folgende veinand „ferne „ohne L »Kaufft emgen „gen ac auſerur und En wen er ob der ſey.— 5. 7, be 1720. „vartan „Beſo 3 Da „ihres! „ſie und vein L „vom! „Leih „»Und en „ Stit „red „W Waßz ſchr — a. 8 bath iFm Räli, ql — Woe m liu. E. ſib A ten Leibt Szaldrecht an, welct Hern nith 3 f. 2. 1 1 jeGeſchw⸗ des Wahh⸗ Rau merken jeßer, de geſchloſſen derinſtra⸗ erdetesde ieder hein. Adſelm. 4. verfaltnich cit. Dil von der d 5)O(⸗ b 603 5) Er iſt befugt das ihm zu Waldrecht verliehene Gut, oder vielmehr ſein darauf habendes Recht ſowohl rech den iehe— als 85 andere zu veraͤuſſern. Von dem erſtern Fall ſcheinet die Urkunde 4 A. 13 52. bey Herr Eſtor c. 1.. 197 zu handeln:„Herman Fuglar ver⸗ „kauffet an das Cloſter Haina, was er Rechtens hat an dem Gut „Muͤnchhauſen, das er ſolte vom Cloſter zu Waltrecht haben.“ Von dem letztern verordnet das Hombergiſche Stadtbuch c. art. ½. 5. d. folgendes:„Es moͤgen auch beyde Ehe⸗Leuthe, ſo ein Wald⸗Recht mit „einander ererbet oder gekaufft haͤtten, daſſelbe wieder verkauffen, ſo „ferne ſie noch beide im Leben, verſtuͤrbe aber ein Ehegatte vorm andern „ohne Leibs⸗Erben, mag das uberbleibende das Guth nicht verkauffen; „Kaufft ein Wittwer oder Witfrau daſſelbe Waldrecht vor ſich allein, „moͤgen dieſelbe das Gut wieder verkauffen. Nachgelaſſene Kinder moͤ⸗ „gen ein Wald⸗Recht auch verkauffen.“ Es iſt bey dieſer erlaubten Ver⸗ aͤuſſerung noch folgendes zu merken. a) Daß ſolche mit Vorwiſſen und Einwilligung des Herrn geſchehen muͤſſe, damit derſelbe wiſſe, an wen er ſich wegen ſeines Zinſes zu halten, und auch unterſuchen koͤnne, ob der neue Waldrechtsmann eine tuͤchtige und annehmliche Perſon ſey. In denen bey Herr Lunig c. I. und bey Herr HMaldſchmadt r 5. 6. 7. befindlichen Urkunden heiſſet es hievon alſo, und zwar in der de A. 1720.„Auch ohne unſern Conſens dieſen Garten nicht verkauffen, „vertauſchen, verpfaͤnden, verreinen, verſteinen, auch nicht die geringſte „Beſchwerung darauf kommen laſſen, alles bey Verluſt der Leyhe⸗⸗⸗⸗ „Da aber erſagter unſer Lehnmann deſſen Frau und Erben um Beſſerung „ihres Nutzens willen, dieſen Garten zu verkauffen geurſachet, ſo ſollen „ſie uns ein ſolches zuvor anzeigen, damit zu ſehen, ob der Kaͤufer als „ein Lehn⸗Mann uns anzunehmen ſeyn, auch der zehnte Pfenning „vom Kaufſchilling uns entrichtet werden moͤge, alles bey Verluſt der „Leihe.“ In der andern dFe eod. ann.„Mit Conſens Burgermeiſter „und Raths.“ In der de A. 1700.„Mit Conſens und Einwilli⸗ „gung des Wohlehrenveſten Rats allhier-⸗⸗⸗ Damit dann gemeine „Stadt und Nahmens derſelbigen Buͤrgermeiſter und Rath, als Waldt⸗ „rechts⸗Herrn, wiſſen moͤgen, von weme ſie daſſelbe zu fordern haben „mögen.“ Es muß alſo die in dem Hombergiſchen Stadtbuch dem Waldrechtsmann uͤberhaupt erlaubte Veraͤuſſerung mit dieſer Ein⸗ ſchraͤnkung, daß ſolche mit des Herrn Vorwiſſen und Bewilligung ge⸗ Ggg9 2 ſche⸗ 604 95)O( ſchehe, verſtanden werden. Und ſolches um ſo viel mehr, weil in denen aͤltern Urkunden dem Waldrechtsmann die Veraͤuſſerung gaͤnzlich bey Strafe der Veraubung unterſaget iſt, denn ſo heiſſet es in der Ur⸗ kunde de A. 1340. bey Herr Eſior p. 190. c. l. Quod ſi nos univer- ſaliter aut aliquis de nobis particulariter aut alius noſtro nomine pu- blice vel privatim pratum vel prata agrum aut agros aut aliquid aliud ad predictum molendinum pertinens à data preſentia alicui aut aliqui- bus annuatim aut heredihus vendetur aut vendemus, vel pro pigno- re à nobis aut à noſtris obligetur, aur quocunque modo alio à molen- dino per nos aut colonos noſtros permutaretur aut alienaretur, ex tunc predictum molendinum cum edificationibus& meliorationibus & univerſis& ſingulis pertinentiis ſibi annexis, immediate& ipſo acu erit& eſt liberum& ſolutum Religioſorum virorum de Hegene, nihil juris in predictis omnibus nobis,& noſtris heredibus aut qui- buscunque aliis penitus reſervaris. Doch gebe ich gerne zu, daß ver⸗ moͤge der Hombergiſchen Stadtrechte der Herr ſeine Einwilligung ohne hinlaͤngliche Urſachen nicht verſagen duͤrfe. bb) Daß dem letztlebenden Ehegatten, der keine Leibeserben hat, dieſe Veraͤuſſerung nicht erlaubet ſey. Homberg. Stadtrecht c. l. Es ſcheinet zwar, daß wegen der Worte: ohne Leibserben, dieſes Verbot der Urſachen halber gegeben worden, weil in ſolchem Fall das Gut dem Herrn bald anheimfallen wird, und ihm alſo durch die Veraͤuſſerung ein ungezweifelter Schaden und Nachtheil zuwachſen wuͤrde. Man kann aber hiewider einwenden, daß bey dem Wittwer oder der Wittwen, wie auch dey denen nachgelaſſenen Kindern eben dieſer Umſtand vorhanden ſeyn koͤnne, und ſelbigen dennoch die Veraͤuſſerung erlaubet werde. Man moͤchte denn etwa ſagen, daß bey einem Wittwer eben deswegen, weil er keine Erben habe, und dennoch das Waldrecht vor ſich allein kaufe, vermuthet werde, daß er ſich die Wiederverkaufung ſtillſchweigend vor⸗ behalten, weil ihm ſonſten das ertheilete Erbrecht gleich anfaͤnglich un⸗ nuͤtz geweſen waͤre. Unter denen Kindern aber muͤſſe man ſolche verſte⸗ hen, von denen noch Erben zu hoffen waͤren. c) Daß man von dieſer erlaubten Veraͤuſſerung des ganzen Guts ſo wenig auf die verſtattete Verpfaͤndung, als auf die Veraͤuſſerung ein⸗ zeler Stuͤcke und Vertheilung des Guts ſchlieſſen muͤſſe. Denn beydes iſt dem — zm Zinß nh U fähret. b reverſir „Rechte⸗ sverreine „niren, he Regel nehr zuve funde nich lichtige. ewegen de Verpf deſſen Er außer Ste der Herr haftende Vergant zugeſchla theiligen mann die Thelong! uſſerun Homber Perfuͤgt ſteine ne »willigu V Alquid a ien erlar wenn de ſen duͤn ben zuti hierin ie Guti von dein derr 1½ lind. 2) g Os I omine 1 I —iqud — ant am. — Dro pe ) mo inretur, 4 Aormon d te& i rrie Hegeyi Brus aut q 31) daß do ligung ohh S erben hat⸗ ate! G es Verbot usGut den Loſſerungei ankannaber den, wiegl thanden ſey eerde. M allein kaui weigend we nfäͤnglich! ſolche vc 0( b 605 dem Zinßmann unterſaget. Die von der Verpfaͤndung handelnde Stellen in der Urkunde A. 370. und der de A. 1720. ſind kurz vorhero ange⸗ fuͤhret. In der de A. 17700. bey Zerr Walqſchm. n. 7. heiſſet es:„So „reverſiren wir uns hiemit, und in kraft dieſes, daß wir nach Wald⸗ „Rechts⸗Gewohnheit, dieſen Waldrechts⸗Garten nicht verſteinen, nicht „verreinen, auch ohne den Waldrechtsherrlichen Conſens, nicht veralie- „niren, verſetzen, oder verpfanden.“ Hiewider thut die gewoͤhnli⸗ che Regel nichts, daß wer eine Sache veraͤuſſern duͤrfe, ſolche noch viel mehr zu verpfaͤnden berechtiget ſey, ſintemal in Abſicht des Herrn die Um⸗ ſtaͤnde nicht einerley ſind. Bey der Veraͤuſſerung, wenn ſolche an eine tuͤchtige Perſon geſchiehet, verlieret der Herr nichts, vielmehr gewinnet er wegen Bezahlung der Lehnwaare noch oͤfters dabey. Hingegen durch die Verpfaͤndung wird das Gut ſelber beſchweret, und der Beſitzer, an deſſen Erhaltung dem Waldrechts⸗Herrn gelegen iſt, nach und nach auſſer Stand geſetzt, den ſchuldigen Zinß zu entrichten, und will alsdenn der Herr zur Beraubung ſchreiten, ſo muß er entweder die auf das Gut haftende Schulden ſelber bezahlen, oder geſchehen laſſen, daß bey der Vergantung das Gut wohl garzerriſſen, oder unannehmlichen Glaͤubigern zugeſchlagen werde. Folglich kann man den Herrn zu einer ihm ſo nach⸗ theiligen Einwilligung von Rechtswegen nicht anhalten, noch dem Zinß⸗ mann die eigenmaͤchtige Verpfaͤndung erlauben. Von der verbotenen Theilung des Guts, und der dadurch zugleich mit unterſagten einzeln Ver⸗ aͤuſſerung einiger Stuͤcke und Zubehoͤrde derſelben„thut das im Hombergiſchen Stadtbuch aufgezeichnete Waldrecht F. 7. folgende Verfugung.„Doch daß er den Garten oder Guth nicht verreine, ver⸗ „ſteine noch vertheile ſonder des Wald⸗Rechts⸗Herrn Wiſſen und Be⸗ „willigung. Cit. Diplom. de A. 13 z0 bey Herr Eſtor p. 190. ibi: aut aliquid pertinens. Wowider der Einwurf, daß was bey dem gan⸗ zen erlaubet ſey, auch bey deſſen Theilen vergoͤnnet ſeyn muͤſſe, und daß, wenn der Waldrechtsmann ſein ganzes Waldrechts⸗Gut veraͤuf⸗ ſern duͤrfe, ihm ſolches auch und noch vielmehr bey einem Stuͤck deſſel⸗ ben zu thun frey ſtehen muͤſſe, wiederum nicht verfaͤnget, indem auch all⸗ hier in Abſicht des Herrn ein groſſer Unterſcheid vorhanden iſt, ob das gan⸗ ze Gut auf einmal veraͤuſſert, oder einige Stuͤcke davon abgeriſſen, und von dem Beſitzer veraͤuſſert werden. In dem erſtern Fall verlieret der Herr angefuͤhrtermaſſen nichts; bey der Veraͤuſſerung einzeler Stuͤcker Goggg 3 aber 606 2 o( aber wird ſein jaͤhrlicher Zinß nebſt denen andern ihm zu zahlenden Abgif⸗ ten mit zerſtuͤckelt, daß er ſolche von vielen Leuten einzeln zuſammen ſu⸗ chen, und anſtatt eines tuͤchtigen Mannes ſich um viele bekuͤmmern muß. Zugeſchweigen, daß durch dieſe Zerſplitterung der Guͤter gar leicht dieſe und jene Stuͤcker von abhanden kommen koͤnnen. 6) Er muß dem Herrn einen jaͤhrlichen Zinß oder Pacht bezah⸗ len, an welchem, wie bey andern erblichen Verleyhungen, wegen Miß⸗ wachs und anderer Ungluͤcksfaͤlle nichts nachgelaſſen wird. In der Ur⸗ kunde de A. 12340. bey Herr Eſtor c. l. p. 299. ibi: Quod non obſtan- tibus ſterilitatibus vel aquarum inundationibus aut incendiis vel rapi- nis, ſed in omnem eventum dabimus& dare tenemur ac tenebimur —— quinque libras denariorum legalium& bonorum— perpe- tui& hereditarii cenſus ſingulis annis. Gleichwie auch anderntheils der Herr ſolchen nicht erhoͤhen darf. Homberg. Stadtbuch c. J. g. 7. ibi:„der Waldrechtsherr kan das(Gut) mit hoͤhern Zinß(nicht) „beſchweren.“ In der Urkunde de A. 1470 bey Herr Maldſchm. c. I. n. 2. ibi:„eynen gulden geldes rechtes zinſſes⸗⸗ gebenn ſollen und wul⸗ „len, und wann daß ſo geſcheit ſo enſollen noch enwollen Wir noch unn⸗ „ſer nachkommen ſy foreer nicht bedrangen in kyne wyße.“ 2) Ein neuer Beſitzer muß ſich von dem Herrn belehnen, oder in dem Beſitz bekraͤftigen laſſen, und davor die Lehnwaare bezahlen. In ei⸗ ner Urkunde de A. 2352. bey Herr Eſtor c. l.. 195. iſt ſolches ſowohl bey Beraͤnderung des Herrn als des Zinßmanns verordnet, und heiſſet es hie⸗ von alſo. Quoties novus factus eſt dominus, tunc poſſeſſor agri tene- batur venire ad N.& exhibere novo domino talem reverentiam, pro tali jure, quod dicitur To Waltrecht ſecundum conſuetudinem terræ. Idem toties fieri debebat, quoties novus colonus agrum colere inci- piebat. Si neglexiſſet, debebat ſolvere ſecundum conſuetudinem terræ pœnam, quæ pro tali negligentia ſolvenda venit. Laut der Urkun⸗ de de A. 1720. bey Herr Waldſchm. c. I. n. 5. werden die darinnen benann⸗ ten Eheleute nach Abſterben ihres reſpectivè Vaters und Schwiegerva⸗ ters mit dem von demſelben und deſſen Vorfahren beſeſſenen Garten hin⸗ wiederum aufs neue beliehen, und iſt es zugleich merkwuͤrdig, daß der Lehn⸗ mann bey ſolcher Belehnung an Eydsſtatt mit Hand und Mund angelobt b— und — undverſo nann zut hnen vor lngs an f. 2. Wil Pnen, ot ch davor Porte: kaͤren ſe⸗ 89) 4 oiche dem dr Auszue pel an die „Aebtißin „Waͤlt⸗N „zu Wal „ten, aul iſt dieſe m ſelber ben p Wa⸗o ben ſeine „tig waͤr e den ſch derg. S dem Exen bong ſtat⸗ jäͤhrlich der Zin ſelben a ſolchen 1 y alßdar Walchenn alſo wie „) richte* der ofl 1 aüf denn ¹ Padht — weganih . Jan * noa 3 e dis wan rac kenehn 2 andernt Cuch c.4 r Zinß(ni auheln. oleen und ie „Lir vochu 5 „nen, dderj hlen. In⸗ hes ſowohl dheiſſtest ellor agrl a erentiam, etudinem"- um coletel- zetudinem! nut der li rrinnen be Schwieg⸗ ) Oo( 607 und verſprochen, ſeines vechten Lehns⸗ und Waldrechtsherrn getreuerLehn⸗ mann zu ſeyn, und deſſen Schaden zu warnen. Wie auch, daß bey der von ihnen vorzunehmenden Veraͤuſſerung der 10te Pfenning des Kaufſchil⸗ lings an den Herrn bezahlet werden ſoll. In dem Homberg. Stadtbuch g. 2. wird durch die denen Kindern anbefohlene Aufloͤſung eines unter ihnen, ohne Zweifel auch dieſe neue Belehnung verſtanden. Gleichwie ich davor halte, daß die in der Urkunde de A. 1726 z. c. l. n. 3. befindliche Martes e Unverzihn unnſer zeytliche lygunge, ebenfalls davon zu er⸗ „klaͤren ſeyn.“ b 8) Eo hoͤret dieſe Verleyhung auf. a) Wenn der Zinßmann ſolche dem Herrn ſelber aufſaget, von welcher freywilligen Aufgebung der Auszug aus der Urkunde de A. 1362. bey Herr Eſ7or c. lI. p. 196. ein Exem⸗ „pel an die Hand giebet, wenn es heiſſet:„Kunigunda von Schlirpach, „Aebtißin zu Nordhauſſen, verlehnet ihren Hoff zu Algroß⸗Hauſen zu „Walt⸗Recht an N., nachdem N. zuvor die Beſitzer, welche ihn auch „zu Waltrecht gefuchet hatten, ſolchen auffgegeben und verziehen hat⸗ „ten, auf all das Recht, daß ſie daran haͤtten.“ Dem Herrn hingegen iſt dieſe willkuͤhrliche Auf kuͤndigung, wenn er gleich der verliehenen Sache ſelber benoͤthiget waͤre, nicht erlaubet. Homberg. Stadtbuch„. 7.„der „Wald⸗Rechts⸗Herr kan ſeinen Zinßmann und deſſen Rechte Leibes⸗Er⸗ „ben ſeines Gefallens nicht entſetzen, ob er gleich ſelbſt des Guts beduͤrf⸗ „tig waͤre, noch daſſelbe mit hoͤherem Zinß beſchweren.“ b) Wenn er den ſchuldigen Zinß zu beſtimmter Zeit nicht liefert. In dem Hom⸗ berg. Stadtbuch c.!. g. 7.. ſind drey Jahre Ruͤckſtand nach dem Exempel der Roͤmiſchen Emphyteuſeos verordnet, ehe die Berau⸗ bung ſtatt finden kann.„So ferne ſie den darauf geſetzten Zinß uff be⸗ „jaͤhrlichen Zins⸗Termin entrichten und gut machen. Im Fall aber „der Zinßmann in Bezahlung des jaͤhrlichen Zinſes ſaumbhafft, und den⸗ „ſelben in das dritte Jahr, verlauffen und ufwachſen laͤſſet, hat er ſich „ſolchen Guths⸗ und Wald Rechts⸗ohne alle Mittel entſetzet, und nimbt „alßdann der Wald⸗Rechts⸗Herr das Guth ohne Entgeldt wieder zu ſich.⸗ Welches auch in der Urkunde de A. 1700. n. J. bey Herr Maldſchun. c. J. alſo wiederholet wird:„Auch wann der Zinß in drey Jahren nicht ent⸗ „richtet wird, der Wald⸗Rechts⸗Grund caduc und verfallen iſt.“ In der oftangezogenen Urkunde he A. 1340, bey Herr Eſtor c. 1. p. 159 iſt auf den geringſten Saumungsfall ſogleich die Beraubung geſetzet: ed ſ 49) Wal⸗ zende Feldle⸗ hen. 608 92) Oo( ſi nos conjuges legitimi cum noſtris veris heredibus antedictis inſolu- tione ſeu miniſtratione ac præſentatione predicti cenſus in feſtis pre- tactis vel infra octavas ipſorum quocunque impedimento intervenien- te extitimus negligentes, quod abſit, tunc predictum molendinum cum omnibus juribus& pertinentiis ſuis antedictis plenarie& libere transſibit ad pretactos religioſos noſtra& heredum& coheredum no- ſtrorum contradictione qualibet quieſcente. Bisweilen haben die Herrn ſich blos das Recht, den Zinßmann durch Pfaͤndung zu Bezahlung ſeines Zinſes anzuhalten, ausbedungen, z. E. in dem Auszug aus der lIrkunde 4e 2. 1391. bey Herr Ehor p. 196.„Zu deſſen Verſicherung ſetzet der neue „Inhaber ſeinen eigenen Hof zu Pfand ein. Wuͤrde der Hoff, der zu „Waltrecht ausgeliehen in Unfall kommen, daß der Waltrechts⸗Mann „davon die Gulde nicht geben koͤnnte; ſo ſoll dem Cloſter erlaubet ſeyn, „auff deſſen Hof zu fallen, und davon die Zinſe einzutreiben.“ Wie auch in der e A 1513 bey Herr Malaſcbzn. c. l. n. 4.„zu gebenn zwelff „bhembſche zu zinſe bey der Buſſe ſo Gulde und Zinſſe recht iſt nach Walt⸗ „rechts recht davor ſy uns pfenden moͤgen laſſen, wann des noid iſt, „nach Waltrechts⸗ Rechte.“ c) Wenn er das verliehene Gut ganz oder zum Theil ohne des Herrn Vorwiſſen und Einwilligung veraͤuſſert. Die hieher gehoͤrige Zeug⸗ niſſe ſind bereits vorher ad n. F. lir. a. angefuͤhret. Nur iſt allhie annoch hinzuzufuͤgen, daß, wenn der Waldrechtsmann das Gut verwirkt⸗ und ſolches von dem Herrn eingezogen wird, ihm die darauf gemachte Beſſerungen nicht erſtattet werden. In der Urkunde de A. 130. bey Zerr Eſtor c. l. p. 190. ibi: cum ædificationibus& meliorationibus. Hom⸗ berg. Sradrb. g.§. ibi: Ohne Entgeldt. b XLIX) Von denen Walzenden Feldlehen. Ein Jeldlehen zeiget meines Erachtens nicht blos verliehene Felder oder Aecker, ſondern ein jedwedes verliehenes Bauergut oder Gut auf dem Lande oder Felde an. Gleichwie in der Redensart: Er iſt uͤber Land, oder iſt uͤber Feld, Land und Feld ebenfalls gleichbedeutende Woͤrter ſind. Dieſerwegen werden unter denen 36 Seldlehen, deren in der Urkunde de A. 1599. bey dem Herrn von Falckenſtein Cod. Diplom. Antiluit. Nordgav. n. 4⁰2. gedacht wird, ſowohl Aecker als Weingaͤrten, 8“ deren — xeren angeft ter de „ geho das hit Erman ſtehet den G zu thei Walze diſteru jdeo, vidi& quid od zerd, ſchlieſſ zenden erſehen giebt f 7) welch nſchaffl nen van ſtein e es gent einen aͤnder lohnt von in „Sel 4 „mi g nte N „te t iotene. 8 K- A molaie 1 rie Ai eredua R den dim Sahlora erechts⸗N. H rlaubett iben.“ „gebenn kiſtnach. des hodd rheil ohne Forioe Jel allhie anncc aat verwirk kauf gewach 16340 bey G tibus. 9o ehen. rithene 30 rgut de rt: Eriſt 5 lichbedan ldlehen, . 1 s Weing — o( 86-. 609 deren Beſitzer einen gewiſſen Zinß und den Zehenten entrichten muͤſſen, angefuͤhret. Und in der Urkunde e 4. 1610. iheal. n. 70. werden un⸗ ter der Rubrick:„Von Veld Lebhen auff dem Land, ins Amt Wald „gehoͤrig, ſowohl Aecker als Lehen⸗Wieſen beygebracht. Was aber durch das hinzugefuͤgte Wort walzend allhie angezeigt werden, kann ich wegen Ermangelung hinlaͤnglicher Nachrichten nicht eigentlich beſtimmen. Zwar ſtehet Mebner in Obſervat. Pradt. u. Walzende theilbare Guͤter, in den Gedanken, daß dadurch dem Beſitzer eine freye Gewalt das Gut zu theilen und zu veraͤuſſern beygeleget werde, wenn er alſo ſchreibet: Walzende oder theilbare vocantur prædia allodialia, eigene Guͤter, quæ differunt à feudalibus& colonariis, Lehen⸗Guͤtern. Vocantur autem ideo, walzend und theilbar, quod pro libitu poſſeſſoris ſive domini di- vidi& alienari queant, ſecus ac in Lehen und Zinß⸗Guͤtern. Niſi aliud quid obſtet. Allein zugeſchweigen, daß das Wort walzend oder wel⸗ zend,(volvens) nicht in ſich faſſet, woraus man eine erlaubte Theilung ſchlieſſen koͤnne, ſo ſtreitet ſeine ganze Erklaͤrung mit der Natur der wal⸗ zenden Feldlehen, als welche, wie zum Theil aus der Benennung ſelber zu erſehen, gewiſſe zinßbare Bauerlehn ſind. Beſold. in Theſaur. Pradt. ead. v. giebt folgende Beſchreibung:„Rectius alii waltzende Guͤter ea vocant, „welche auſſer dem Erb⸗Recht zugebauet werden, die keine eigene Mann⸗ „ſchafft noch gemein Recht haben.“ Wie weit nun ſolche gegruͤndet ſey, und was er eigentlich damit ſagen wollen, kann ich nicht wiſſen, weil ich den von ihm angefuͤhrten Zarer Barz. I. qu. 11. n. 737. nicht bey Handen ha⸗ be. Ich muß mich alſo begnuͤgen, die walzende Feldlehne nach de⸗ nen von ihnen in der Urkunde de A. 7 59§. bey dem Herrn von Falcken- ſtein c. I. u. 4⁰3. angegebenen Merkmahlen uͤberhaupt zu beſchreiben, daß es gewiſſe denen Bauern verliehene Guͤter ſeyn, deren Beſitzer dem Herrn einen jaͤhrlichen Zinß entrichten, Frohnden leiſten, bey Kauf⸗ und Ver⸗ aͤnderungsfaͤllen(ſiehe die eit. Urkunde ſab n. 40. p. 369.) den Hand⸗ lohn bezahlen, und die Steuern tragen muͤſſen. Denn ſo heiſſet es daſelbſt von denen verkauften 54 walzenden Feldlehen:„Mehr 54. waltzende „Feld Lehen an Aeckern, Wieſen, Holtz, und Weinen, alle und jede „mit ihren Zinſen, Frohnen, Steuer, Frevel, Buß, Hand⸗Lohn, Vog⸗ „teylichen Bottmaͤßigkeiten, auch andern Rechten und Gerechtigkei⸗ n„ten.““ Hhhh L.) Von O(Sr⸗ L. Von denen Wetterfreyen Guͤtern. 50) wet. Es ſind dieſes gewiſſe im Oßnabruͤckiſchen belegene Guͤter, welche ih⸗ teriſche ren Namen von dem Schultenhof zu Wetter, deſſen Gerichtbar⸗ oderwet⸗ keit ſie unterworfen geweſen, haben. Sie gehoͤreten vor dieſem an das Guͤter. terfreye Stift zu Heerſe, es hat ſie aber die Abtißin von dieſem Stift an Oßna⸗ bruͤck verkauft. Die vormaligen Grafen von Ravenſperg hatten die Gerichtbarkeit daruͤber, und wurden in dieſer Abſicht: Edle Voigte, und das Gericht ſelber, die edle Vogtey genannt. Aber auch ſolches iſt durch einen Vergleich, welchen A. 1664. der damalige Biſchoff zu Oß⸗ nabruͤck Ernſt Auguſt mit Churfuͤrſt Friederich Willhelm von Brandenburg getroffen, an Oßnabruͤck gekommen. Von dieſen Gutern hat der Herr von Ludolpb in Obſervat. Forenſ. obl. 155. einige Nachrichten be ygebracht, woraus wir die Beſchaffenheit derſelben, nebſt denen Rechten und Pflich⸗ ten der Beſitzer kuͤrzlich anfuͤhren wollen. 1) Die Wetterfreyen ſind, was ihre Perſonen anbetrift, freye Lente, und koͤnnen hinziehen, wohin ſie wollen, ohne dadurch ihre Frey⸗ heiten und Vorzuͤge zu verlieren. Renterey⸗Rechnung de A. 1566.. 1. 5. 299. ibi:„Und ſeynd die Guder mit freygen Lyden beſet.“ Hofſprach de A. 1590. c. 1. p. 273. ibi:„Die Haußgenoſſen bitten ein Urthel, was „ein Mann gewonnen habe, der auff dem Pflicht Tag jaͤhrlich erſcheine „und halte. Wird durch die Zwoͤlffe zu Recht eingebracht, daß dieſelbi⸗ „gen ſich moͤgen wenden in die vier Oerter der Welt, und des Amts⸗ „Wetter nicht verſagen,“ oder wie es in denen Bekraͤftigungen e 1. 1672. Und 2730. ⁸. 279. und p. 29 4. f. 2. heiſſet:„Wer jaͤhrlich den Freyen „ auff dem Pflichttag erſcheinet, derſelbe ſoll ſich moͤgen wenden und kehren in die vier Oerter der Welt, und das Amt Wetter nicht verleugnen.“ Es iſt ihnen auch erlaubet, andere Kloͤſter, adeliche und Mark⸗Guͤter zu beſitzen, doch muͤſſen ſie in ſolchem Fall jaͤhrlich vor den Genuß der Wet⸗ teriſchen Frey⸗ und Gerechtigkeiten zur Urkund einen Schilling an das Amt geben. Zofſprachn ⸗„F.„Was ein Freyer, der auff Cloſter, Jun⸗ „ker oder Marck⸗Guͤtern ſitzet, jaͤhrlich zu thunſchuldig, darauff erkannt, „ſeyen ſchuldig, die ſolcher Freyh und Gerechtigkeit genieſſen wollen, „jaͤhrlich zu geben zur Urkund einen Schiling, ſie ſitzen auff was Gier A 3„ ſte „ſchwo f. 6. Eigenbe „maſſe „Welt „wuͤrkl „angeſch 2 1 allt 1 chem ſie Geſchw 277.* „hielte „einge „w ſich n „ſo eirn 9 ling 1 * dbh teriate I feae tanc. 1 hatte — le Dai n h ſolche Soff ud rrandente rrat der e eygeblat Itriſt, fin 2) ihre Feer A7I,«4 azoffbrach athel, was cerſcheie Haßdieſelbe des Ante⸗ amgen d4 „den Freye nnundkehken verleugnen. r⸗Gütert uß der We Unng ande loſter, Ie aufferime ſen waln fnt )o( 611 „ſie wollen,“ add. Bekraͤfrig. p. 290. und p. 2§95. g.. Wer ſich aus dieſer Freyheit heraus oder hinein kaufen will, muß drey Schilling erlegen. Soſſprach p. 274.„Item ferner gefragt, wann einer in dieſer Frey⸗ „heit ein oder daraus wolte, was er darum thun ſolle, darauf erklaͤret, „daß derſelbe drey Schilling ausgeben, davon ein Schilling dem Amt⸗ „Meyer, ein Schilling dem Vogt, und ein Schilling den zwoͤlff Ge⸗ „ ſchwornen zukommen ſolle.“ add. Bekraͤſtig. p. 250. und 5. 25¼. 2) In Abſicht ihrer Guͤter aber werden ſie denen uͤbrigen Eigenbehoͤrigen gleich gehalten. Atteſtat de A 1716. p. 299. ibi:„In⸗ „maſſen dann auch beglaubet hierdurch bekuͤndet wird, daß die ſogenannte „Werter⸗Freyen(auſſer perſoͤnlicher Freyheit) geſamt ihren Guͤtern als „wuͤrkliche Eigenbehorige nach Ravensbergiſchem Eigentums⸗Recht ſich „angeſchicket haben, und darnach gehandelt, und mit ihnen verfahren „worden ſeoey. 4 3) Sie haben ihren jaͤhrlichen Gerichts⸗ oder Amtstag, wel⸗ cher der Pflichttag genannt wird. Bekraftig.„ 279. und p 297. J. 1. „ Daß wir den gewoͤhnlichen Pflicht⸗Tag auff unſerm Meyer⸗Hoff zu „Wetter jaͤhrlich und alle Jahr, wenn ſonderlich keine Verhinderung ein⸗ „faͤllt, des Dienſtags nach Michaséli halten laſſen wollen.“ Bon wel⸗ chem ſie ohne erhebliche Verhinderungen bey Strafe drey, und bey denen Geſchwornen ſechs Schilling nicht ausbleiben duͤrfen. Hofſprach. 275.„Gefragt, wann einer ausbliebe, und ſeine Pflicht⸗Tage nicht „hielte, auch ſeinen Urkund nicht bezahlete, was der verbrochen, darauf „eingebracht, wann der Haußgenoſſen einer ungehorſam ausbliebe, oder „ſich nicht vernothſamen ließ, ſoll man pfaͤnden auf drey Schilling: aber „ſo einer von den Geſchwornen ausbiiebe, ſoll man auff ſechs Schil⸗ „ling pfaͤnden.; Bekraftig. F. 2. 4) Sie bezahlen von ihren Guͤtern einen jaͤhrlichen Pacht. Hofſprach p. 277.„Vorbehaltlich die gebuͤhrliche Pacht, ſo ſie „uns und unſerm Stifft jaͤhrlich zu geben ſchuldig, ungeſchwaͤcht und un⸗ „verbruͤchlich. Renterey⸗Rechnung p. 254.„Geven dem Stifft „Heerſe Jahr dher beſundere Dacht.x. 3 5) Rin neuer Beſitzer muß die Lehnwaare oder den Wein⸗ kauf erlegen. Atreſtat. de 1716. p. 259.„Es wird hiermit der Wahr⸗ „heit zu Steuer arteltiret, wie ſich ſowohl in denen bey hieſiger Koͤniglichen Hhhh 2„Cam⸗ 612 b) o( ⸗ 8 „Cammer vorhandenen Renterey Rechnungen und ſonſtigen Urkunden des „Amts Ravensberg befinde, daß die an das Stifft Oßnabruͤck 166. ce⸗ „dirte Wetter⸗Freyen, ſo offt ſolche Staͤtte mit neuen Colonis, Mann⸗ „oder Weiblichen Geſchlechts beſetzet werden, dieſelbe die Ein⸗ und Auff⸗ „fahrts⸗Gelder oder Weinkauff⸗⸗⸗ an das Amt Ravensberg ale⸗ „mahl bezahlet haben, und ſolche Gelder in gedachten Rechnungen unter „einen beſonderen Rubrique berechnet ſeyn.“ Gleicherweiſe muſten ſie auch einer neuerwaͤhlten Abtißin zwanzig Reichsthaler zur Erkennung oder Recognition verehren. Hofſprach p. 277.„Auch in allewege allen „unſern am Stifft Heerſe Nachkommen, neuen erwaͤhlten angehenden „Abtißin mit zwantzig Thaler Verehrung zu erkennen.“ Derglei⸗ chen Verehrung auch in denen Bekraͤftigungen, doch ohne Benennung der Summe, wiederholet worden, wenn es zum Beſchluß alſo heiſſet: „Vorbehaltlich auch Uns und Unſern Nachkommen an Stifft Oßnabruͤck, „wann die zur Regierung treten, mit einer Verehrung gehorſamlich zu „erkennen.“ Nicht weniger muß ein Wetteriſcher Freyer, wenn er ſein Kind von dem einen Gut auff das andere bringet, dem Vogtherrn et⸗ was erlegen. Hoſſprach p. 273.„Wann ein Freyer ein Kind von dem „einen freyen Gut auff das andere bringe, was dem Edlen Vogt⸗Herrn „davon gebuͤhre, darauff durch die zwoͤlffe zu Recht einbracht, man ſeye „ſchuldig dem Vogt, ſo der Vogt⸗Herr in dero Zeit zu Buer haben wer⸗ „de, zu geben einen Sartuches Wammes, oder einen Thaler davor.“ Bekraͤftig. F. 4. 6) Sie muͤſſen dem Edlen Vogtherren zwey Tage frohnen. Hoſſprach p. 273. ibi:„Daß man ſchuldig ſeye dem Edlen Vogt⸗Herrn „zwey Dienſte zu thun, einen bey Graß und einen bey Sroh bey „Sonnen ein und aus.“ Bekraftig F. 3. Daß ſie aber dem Guts⸗ herrn annoch zu mehrernordentlichen und auſſerordentlichen Dienſten ver⸗ pflichtet ſeyn muͤſſen, iſt zu ſchlieſſen aus der Urkunde A. 1667. c.! p. 290., in welcher dem von Hammerſtein einige Wetteriſchen Freye„mit „aller Zugehor, Recht und Gerechtigkeiten, an Eigenthum, Pfaͤchten, „Schulden, Weinkauffen, Ordimari und extraordinarz- Dienſten, „Urkunden ꝛc. abgetreten werden. 7) Sie muͤſſen ihrem Landesherrn einen Tag die Folgen lei⸗ ſten. Hofſprach pP. 277.„Ferner gefragt, wenn der Landde Herr als b 2 Biſchoff „oder ih „es kon ves ſey vauff de gungen „redim „aber d „Urku toge in pelt ſo v „binnen „dieſen. „Recht „ter ta „) Kleid 9) Gut nit ſich eine ſprach vemer ſeinenn „Rech „Lem 1 „Rei 1 1 alte 1 n iundes 166,8. 1 s, I. — uudi nedeg ungan d mu Sennun ewege — angehenn Da & Benenu dn glſo ſeſt Oßnabai Tyrſamlich swennerſe —ogtherrn eind von den ar ugt⸗Herrl ar, Man ſee aaben wer⸗ De davor.“ See ftohnen. „Jogt⸗Herrl 3 Stoh den dem Glit⸗ „dienſtender 11604.) „Freye n , Pfäch Dienſta, Folaen d b Vah 4 „„Iſti „ oder ihren 3)0 „Biſchoff zu Oßnabruͤck in Noth kaͤme, wie weit ihm dieſelbige zu folgen „ſchuldig, darauf zu Recht durch die zwoͤlff geſchworne erklaͤret, ſeyen 613 „ſchuldig hochermeldtem Fuͤrſten dem Biſchoff in Nothſache zu folgen „einen Tag bey Sonnen⸗Schein aus und zu Hauß.“ Bekraͤftig. g.§. „Wenn wir als der Landesfuͤrſt es noͤthig haben ſollten, uns die Freyen „zu folgen ſchuldig ſeyn einen Tag.“ 8) Bey dem Abſterben eines gebohrnen Wetterfreyen iſt dem Herrn ſein oberſtes Kleid verfallen, bey einem andern aber muß ein Schil⸗ ling zur Urkund gegeben werden.“ Hofſprach.„Wann einer „von dem freyen Gut verſtirbt, was der Hochwuͤrdigen Frauen zu Heerſe Taftellanen davon zukomme, durch die zwoͤlffe darauf einbracht, „es komme davon der Hochwuͤrdigen Frauen zu das oberſte Kleid, „es ſey Mann oder Frau, und muſte daſſelbe in dieſem Amt⸗Hof „auff den Pflicht⸗Tag gebracht werden.(In denen beyden Bekraͤfti⸗ gungen wird§. 5. noch hinzugefuͤget:„Oder ſonſt durch deſſen Werth „redimiret und bezahlet werden) von denen ſo in Rechten gebohren, „aber die nicht darin gebohren, ſollen Ihrer Gnaden einen Schilling zur „Urkund geben.“ Unterlaͤſſet der Erbe dieſes Kleyd auf dem Pflicht⸗ tage in den Hof zu bringen, ſo wird aus des Verſtorbenen Guͤtern dop⸗ pelt ſo viel weg gepfaͤndet. Hofſprach p. 277.„Wann einer verſtuͤrbe „binnen Jahr und Tag und das oberſte Kleid auff dieſem Pflicht⸗Tag in „dieſen Hoff nicht bracht, was der verbrochen habe, darauf die zwoͤlffe zu „Recht eingebracht, da ſolches geſchehen, daß man alsdann in die Gu⸗ „ter taſte, wuͤrge, und doppelt ſo viel daraus nehme, als das oberſte „Kleid werth iſt.“ Bekraͤftig. F. 19. 9) Sie koͤnnen, wenn ſie Alters und Schwachheit halber ihr Gut nicht mehr verwalten koͤnnen, ſolches an ihre Erben abtreten, und ſich einen Theil davon zum Auszug oder Unterhalt vorbehalten. Zof⸗ ſprach p. 276.„Iſt gefraget und um ein Urthel zu Recht gebeten, wann „einer aus den Haußgenoſſen ſein Erbe und Guth aus Noth oder ſonſten „ſeinen Erben uͤberlieſſe, was er auf der Wehr laſſen ſolle; darauf zu „Recht durch die zwoͤlff Geſchworne einbracht, derſelbe ſey ſchuldig in ſei⸗ „nem Abzug bey der Wehr zu laſſen einen Wagen und Pflug, Boden und „Reiff, und ſo der Alten zwey, moͤgen das halbe Gut abziehen, ſo aber der „alte Mann einer“(in denen Bekraftigungen heiſſet es F. ½2.„Da aber Hhhh 3„der 614 b)o(e „der Alten nur einer) den vierten Theil, und nach Gelegenheit der Guͤter, „ und wollte ſich ein jeder nach der Billigkeit wohl richten.“ 10) Doch duͤrfen ſie von denen Gütern ſelbſt nichts ohne Herr⸗ ſchaftliche Erlaubniß veraͤuſſern oder verpfaͤnden, es muͤſte dann dies letz⸗ tere wegen einer ſehr geringen Summe geſchehen. Hofſprach 5. 275. „Wann einer der Freyen ſeiner Nothdurfft nach noͤthig, etwas von den „Güͤtern zu verſetzen, zu verkauffen, oder zu verpfaͤnden, ob er daſſelbe „ maͤchtig ſeyn wuͤrde oder nicht. Dgrauff durch die Zwoͤlffe nach gehab⸗ „ten Bedencken eingebracht, wann fuͤrfalle, daß einem Freyen etwas noͤ⸗ » thig, daß alsdenn derſelbe ſich bey dem Amtmann zu Ravensberg anſtatt „des Edlen Vogt Herrn verfuͤgen ſolle, ihm ſeine Noth entdecken, und „ darauf Erlaubniß bitten, ſonſten ohne ſein Vorwiſſen und Vollbotung „ ſoll es nicht geſchehen, es ſeye dann um allzugeringe Zuthunnde.“ In de⸗ nen Bekraͤftigungen§. 15. wird noch hinzugefuͤget:„Es ſeye dann um ein gar geringes, aber nicht von dem Gut zu verkauffen.“ Dann die Verſplitterung der Guͤter iſt ihnen gaͤnzlich unterſaget. Renterey⸗Rech⸗ nung de 4. 2666.. 249. ibi:„Und meines gnaͤdigen Herrn Vogt to „Wetter iſt von ſeiner Fuͤrſtlichen Gnaden wegen pflichtig Auffſicht to „hebben, dat ſie nicht verſplittert, noch verwoͤſtet werden.“ 11) Wann ſie dieſes Verbots ungeachtet ihre Guͤter verſetzen, veraͤuſſern oder verwuͤſten, ſo ſcheinet es zwar, daß ſie ſolche dadurch nicht verwirken, ſondern wegen ihres Frevels ſonſten geſtraft werden. Denn ſo lauten die Worte in der Hofſprach p. 276.„Noch ein Urthel wegen „des Edlen Vogt Herrn gefragt, ſo ein freyer Mann waͤre, der ſein Gut „Unnüuͤtz zubringen, verſetzen, verpfaͤnden, oder umhauen wolle, wie „man es damit halten ſolle? erkannt: daß man ihn darum in Gnaden „ſtraffen ſolle.“ Und in denen Bekraͤftigungen g. 16.„Da ferne aber »ein freyer Mann waͤre, der ſein Gut unnuͤtz zubringen wolte, denſelben „wollen wir in gebuͤhrende Straffe nehmen.“ Allein es erhellet ſowohl aus denen Worten, wolle, und wollte, als auch hauptſaͤchlich aus dem Zeugniß de 4. 20. p. 290. daß dieſes nur von denen zu erklaͤren ſey, die ſolches Unternehmen entweder noch nicht voͤllig zur Wirklichkeit gebracht, oder doch dadurch dem Gut oder dem Herrn keinen ſonderlichen Schaden zugefuͤget haben. Die Worte dieſes Zeugniſſes ſind folgende:„Es wir „hiermit der Wahrheit zu Steuer arreſtiret und kund gemacht, daß die ſo⸗ „genann⸗ Iamn gena a br „ſaͤttiſh „von be „landub venſchu nit auch han zum jede Ali „Schuld dern eig „worden. 12) in Wils einer ſo sſtrecken ves ihm! denen( vſchadlic ner ſeinen „gungen Fo iſt be mehr and Kaiſe lber dieſe da heſowoh: ſch habe. Sorgen glein nie. bediente ung no das e 1ob erun nad, ehetwa Asbergan tdecken, 11 Wolben aede.“ JIn aype dannt 8 Dan 4₰ nterey⸗Rit E rn Vagt. c Auffſicht” n de werſtzen, ndorchech nden. Dent „Irthel wege der ſeinG 7 wolle, an in Gnahe „R fernett rite, denſt ichellet ſort llich aub laͤren ſey keitgetra⸗ chen Sth de.„ E R cht,daßdi „geh 98)0(. rs „genannte Ravensbergiſche Freyen⸗Guͤter im Stifft Oßnabruͤck belegen, »als Prædia Colonaris, gleich andern Gutsherrlichen der Erb⸗Meyer⸗ z ſtaͤttiſchen Guͤtern den Aeuſſerungen unterworffen, und keinesweges da⸗ „von befreyet ſeyn, dahero auch denen Domnis directis zuſtehet mit „ landuͤblichen Dꝛi ſeuſſionen zu verfahren, wenn die Guͤter deteriorirt, „verſchuldet, verſetzet und ohne Conſens veralienirt werden.⸗ Wo⸗ mit auch das vorhero ad n. 2. angefuührte Atteſtat uͤbereinkommt, in wel⸗ chem zum Beſchluß annoch hinzugefuͤget wird:„Da ihnen dann alle und „jede Alienationes und Onerirung der Güter, Contrahirung fremder »Schulden, und all dasjenige verbotteygeweſen iſt, was ſonſten bey an⸗ „ den eigenbehörigen Staͤtten in ſolchen Faͤllen attendiret und obſerviret „worden.“ b b 12) Uleber ihre bewegliche Guͤten aber nach ihrem Gefallen letz⸗ ten Willens Verfuͤgungen machen. Zofſprach 5. 274.„Dieweil „einer ſo viel Macht habe, daß er die Hand uͤber den Bert⸗ Poſten „ſtrecken koͤnne, mag er ſein heblich Guth hinwenden und geben, wo „es ihm beliebe, in Gegenwaͤrtigkeit des Amt⸗Meyers„und zweyer von „denen Geſchwornen, oder durch zwey fromme Maͤnner, doch ohn⸗ „ſchaͤdlich dem Erb⸗Gut, und wollten ſich verſehen, es wuͤrde ein je⸗ „der ſeinen Freunden daſſelbe nicht entwenden.“ In denen Bekraͤfti⸗ „Jungen F. 7. iſt anſtatt, heblich Guth, Hauß⸗Guth geſetzet. 1I) Von denen Wildhuben. ——-y—⁊ Es iſt bekannt, und wird in der Lehre von denen Regalien annoch mit 5wild⸗ mehrem vorkommen, daß die Fraͤnkiſchen und nachfolgende Koͤnige huben. und Kaiſer zu beſſerer Erhaltung ihrer gebannten Forſten oder Wildbanne uͤber dieſelbe beſondere Foreſtarios,(ſ. das v. Buriſche Lehenr. p. 283.) Cu- ſtodes Magiſtros, Comites Sylveſtres, bræpofitos Voͤgte ꝛc. geſetzet, wel⸗ che ſowohl auf die Jagden, als auch ſonſten auf die Waldungen eine Auf⸗ ſicht haben, und daß darinn nichts nachtheiliges vorgenommen wuͤrde, Sorge tragen muſten. Weil aber dieſe Foreſtani und Borgeſetzte ſolches allein nicht beſtreiten konnten, ſo hatten ſie hinwiederum ihre Unter⸗Forſt⸗ bediente, Wildbereiters und Forſtknechte, welchen anſtatt ihrer Beſol⸗ dung nach der damaligen Gewohnheit gewiſſe Laͤndereyen verliehen wur⸗ den, 8 1.* 4 616 s)o(&K- den, welche man deswegen manſos foreſtarios, Wildhuben, und die Beſitzer Joͤrſter, Wildhubener nennete. So wird ſchon in einer Ur⸗ kunde Pipini pro Monasterio Sti. Diou)yſii ap Doublet. p. 699. cit. à da Treſ= ne v. Eoreſtarius derer manſorum foreſtariorum gedacht, wenn es heiſ⸗ ſet: Nec non& diverſa feraminum gener, ſeu& foreſtarios cuan 15/%- ryum manſibus in ipſa foreſte per diverſa loca commanentes. In der Urkunde e A. 119. bey dem Herrn von Gudenus Syllog. I. Diplom. p. 37. lieſet man: Hartliebus, filius Symonis vendidit XXV. marcis& peana unam Wiltbubam& unam cenſualem. Und in einer andern 4 A. 1222. ibid. p. 12. Illeée manſus, quem preterea habent predicti fra- tres,& vocatur Maltbuobe, nihil nobis folvit, nec ad nos periinet. In dem Weißthum des Buͤdinger Waldes de A. 142 5. bey Lanig Reichs⸗Arch. Spicil. Secul. II. Theil p. 1603 ſeggh wird angefuͤhret, daß die zwoͤlf unter dem Forſtmeiſter ſtehende Foͤrſter mit einer Hube beliehen werden, wenn es p. 1607. heiſſet:„Und were es, daß ein Foͤrſter ab⸗ „ gienge„ſo ſal der Forſtmeiſter ſynen eldeſten Sohn in die Hube ſetzen iß an ſynen Ober⸗Herren, und were aber der aͤltiſte Sohn ußwendig „Landes, ſo ſalde he darnach ſynen eldiſten Sohn inſetzen, der Lehenher „were, biß daß der eldeſte zu Lande queme ſo ſalde man ym dann ſynes „Rechten goͤnnen.“ Ob die oben p. 172. aus Schilt. De9 de Curiis Da- minicis angefuͤhrte Jagehuobe auch hieher zu rechnen, kann ich nicht wiſ⸗ ſen. Bey denen Nuͤrnbergiſchen Reichswaldungen beſaſſen die Foͤr⸗ ſter ebenfalls ihre Forſthuben, z. E. in der Urkunde Ludoviet Bavari de A. 1331. ap. Lunig Reichs⸗Arch. Vol. XITZ. p. 99.„Es ſoll auch je ein For⸗ „ſter auff ſeiner Forſthueb ſitzen⸗⸗ und derſelb Forſter ſol auch pfenden in „derſelben Forſthuebe.“ Welches auch in dem Privilegio Carl des IV. de A. 1355. und der Bekeafrtigung der Guͤldenen Bulle Ae A. 1355. ap. Lunig c. I. p. 99. wiederholet iſt. Quilibet etiam Foreſta- rius ſuper manſo ſuo foreſtali, ui vulgariter Sorſthub nuncupatur, te- nebitur reſidere. Siehe unten die Abhandelung von denen Zeidel⸗Guͤ⸗ tern, und Herr Aobler Daiſ. de Caſtro Imperii Toreſtali Brunu. Eine gleiche Beſchaffenheit hatte es auch mit dem in Pago Rhenenſi belegenem Reichs⸗ und Koͤnigs⸗Forſt zu Dreyeichen, woruͤder dem Hoch⸗Graͤfli⸗ chen Hauſe Yſenburg kraft der auf ſelbiges gebrachten Reichsvogtey zu Maͤntzenberg, die Wildbanns⸗Obrigkeit(vorbehaͤltlich des dem neu⸗ lich ausgeſtorbenen Hoch⸗Graͤfl. Hauſe Hanau daran zu kommenden ſch b en ausge Dieſen — 4* „ Reich „jum H „werde „auch; „ben n „der A »mehr „pfahun kn N rat zun Tubn. 1 n dem Kan dem 29 „Sorf 4 „ hub* „Lor⸗ 5 „den 4 1 — rior den es. h V. Waka er ande. predici 88 nos peui . bey l w efüͤhret, 2 Hube belt 1iin Keſtee rrie Hubeſg d ohn ußtwey „. der lehen rum dann ſyl AA Curus! 16 nicht wi eſen die Fo di Bevcri de, Aich je ende juchpfenden r gio Carld liam Fot r Bulle. c Anc upatun— Hrunu. d Jenli belogn „Hoch⸗G neichsdogn 5 des den⸗ ammenden, 3 1 52 0( 862 617 ſten Theils zuſtehet, und es ſolche vom Kaiſer und Reich zu Lehn traͤget wie ſolches alles mit mehrem in dem in Sachen Pſenburg contra Schen⸗ born im verwichenen Jahr 1736. zu Offenbach gedruckten Gruͤndlichen 2 ericht von dem uralten Reichs⸗ und Koͤnigsforſt zur Dreyeichen ꝛc. ausgefuͤhret, und mit lauter archivaliſchen Urkunden beſtaͤrket worden. Dieſem Bericht ſind nun zugleich einige alte Nachrichten, worunter der Wilbanne Weißthum auch bey Lun. Teutſch. Reichs⸗Archiv Spirz- leg. Secular. II. Theil p. 2617. /⅓φ. anzuͤtreffen iſt, von denen zu dieſem Forſt gehoͤrigen Wildhuben beygefuͤget worden, woraus wir die Eigen⸗ ſchaft dieſer Huben mit wenigem eroͤrtern wollen. 1) Die Wildhubener werden durch die Herrn Grafen von Yſenburg oder deren Gevollmaͤchtigte mit dieſen Huben auf der Schloß⸗ bruͤcke zum Hayn in Beyſeyn der Yſenburgiſchen und Hanauiſchen Wild⸗ foͤrſter, auch zweyer oder mehrer Wildhubener beliehen. Ordnung und Formleyhung der Wildhubener cit. I. 5. 73. n. 3.„Zum erſten „ſoll ein iglicher Wild⸗Hubener durch die Heren von Yſenburg Graffen „ zu Buͤdingen ſo den Hayn in der Dreyeich inhaben, als des Roͤmiſchen „Reichs Irbfaudt zu Mintzenberg Irer Gnaden Furſtmeiſter zum Hayn „oder andere ſolche an ſtat Irer Gnaden zu thun Bevelch habenn, doſelbſt „zum Hayn uff der Schloß⸗Bruͤckenn by dem Spilhuß gelegen, belehend „werden, in Beiſein der Iſenburgiſchen und Hanauiſchen Wildfuͤrſter „auch zweier oder mehr Wild⸗Hubener, ſo viel man ungeuerlich do zu ha⸗ „ben magk, den dan als Gezeugen darzu verkundt werden ſall, ob aber „der Wild⸗Furſter einer oder zwen dabey nit ſein konten, dergleich ob nit „mehr dan ein Wild⸗Hubener dabei were, ſo mag die Lehung und Em⸗ „pfahung doch ihren Furgang habenn. Ebenmaͤßig werden auch die zu dem Nuͤrnbergiſchen Reichsforſt gehoͤrige Forſthuben von dem Magi⸗ ſtrat zu Nuͤrnderg verliehen, wie die unten bey denen Zeidel⸗Guͤtern ſubn.. befindliche Zeugniſſe lehren. Daß ſolche vorhero unmittelbar von dem Kaiſer und Reich zu Lehen gegangen, iſt unter andern zu ſchlieſſen aus dem Begnadigungsbrief riderici HlI. de A. 1½67⁄. ibi:„als den die „Sorſthub, die Hanß Waldſtromer innen hat zu Reichelsdorff, die Forſt⸗ „hub, die Veit Ammon innen hat zu Schwartzenloe, die Forſthub die „Lorentz Seidenſchuſter innen hat zu Biffalterbach und anders, das aus „den Forſthuben iſt gezogen worden⸗⸗⸗ welche vermelte Stuͤck Jiii„und 6¹18 o( —— „und Guͤter mit ihren Ein⸗ und Zugehoͤrungen die egenannten Perſonen „von uns empfangen und ihnen verliehen worden ſeyn.“ 2) Sie muͤſſen bey ſolcher Belehnung einen Eyd der Treue ſchwoͤren. Ib1d.„Item ein iglicher Wild⸗Hubener ſoll geloben und „ſchweren denn Herrn von Yſenburg Grafen zu Buͤdingen und Faudt zu „Mintzenberg ſo den Hayn in der Dreyeich inhabenn, getrew, holt und „verbunden zu ſein, Irer Gnaden Schaden zu warnen, Frommen und „Beſtes zu werben, auch vleiſigs Inſehens zu haben, daß ſolche Wildhu⸗ „be die er entpfeht, in redlichem weſelichen Bawe und Beſſerung gehal⸗ „tenn, die nit vereuſert oder verwent werde ohn Wiſſen und Willen ge⸗ „dachter Hern von Yſenburg Irer Gnaden Erben und Nachkommen, „und ſonſt alles das zu thun, daß einem Wildhubener von ſolcher Wild⸗ „huben wegen zu thun geburet, alles ſonder Geferde.“ Wenn aber die Sache ſtreitig iſt, und mehrere auf eine Wildhube Anſpruch machen, ſo ſollen ſie zwar insgeſammt mit Vorbehalt eines jedweden Rechts belie⸗ hen, doch zu keiner Abſchwoͤrung des Eydes noch ſonſten einiger Dienſtbar⸗ keit zugelaſſen und angehalten werden. Ibid.„So aber zwenn oder mehr „zu einer Wildhuben ſich vermuthen Gerechtigkeit zu habenn, und von „allen Theilen um Lyhung anſuchen und begehren iglicher damit belehnet „zu werden ſo ferne ſie dann irer Begere und Anſuchens redelich Urſach ha⸗ „benn, und ſie verſprechenn die Sachen zu rechtvertigen in Jars Friſt „nechſtvolgendt anzufahen und redlichen ußzufuren, mag man ſie zum Rech⸗ „ten und Rechtſtand mit Ußnemung den Graffen von Yſennburg und Fau⸗ „den zu Mintzenburg irer Gnaden Erben und nachkomenn den Wildhu⸗ „benern und ſonſt mainglichen ſeiner Gerechtigkeit belehenen, wie ſich ge⸗ „burden, und ſal man von keinem Theil kein Eide oder Geluͤbt nemenn, „ſie auch zu keiner Dienſtbarkeit verbinden, ſonder damit beruhen biß zu „Ende der Rechvertigung, und alsdan von ihenen ſo im Rechten obliegen „und behaltenn Eyde und Geluͤbdt nemen, und ſie gleich andern Wild⸗ „Hubenern verbinden, doch mag man von iglicher Lehung und Empfeng⸗ „niß denn Guldenn fur Empſa⸗Recht die XVI. Schilling ſambt den Zyp⸗ „pen Wecks zu Erkentnuß nemen und ſollen ſolche Entfahung wie die zu „ jeder Zeit geſchehenn in das Wildtbuch wie nachgemeldt geſchrieben wer⸗ „den.“ Von dieſem allhie gemeldeten Wildbuch iſt p. 177.„. 4. eine Probe zu leſen, allwo ein Auszug aus dem Wildbuch de 2. 12. L9. bey⸗ „Gnas „theilt „Ernve „Furſ „Tag l forſts d nen zeit meiſter Waldſt de A. 1. „Wan „Mein 3 holffen 3) ſelbigen Nn.h „des R „don ei „wird,, vunnd vraith »kuren 9) ben D „richt „ iglic— »pflic la, ) O(Kr⸗ 619 beygefuͤget iſt. Nicht weniger erhellet dieſe Aufzeichnung derjenigen, ſo beliehen worden, aus dem p. 75. 5. befindlichen Wildbanns⸗Protocoll de h. 1Fr2., wovon der Anfang alſo lautet:„Als man nach der Geburdt „Eriſti unſers lieben Herrn XVC. und Xli Jarezelet, ſind nach Abſterben » weiland des Wolgebornen Hern Hern Lutwigs von Yſenburg Graffen „zu Buͤdingen loͤbl. Gedechtnus ſeligen dieſe hernag geſchrieben Wild⸗Hu⸗ „ben, von wegen und an ſtat der Wolgebornen Herren ilippſen Diethers, „und Johans von Yſenburg Graffen zu Budingen Gebruͤder, ſo alß Ire „Gnaden zu einhelligem Regiment Irer Gnaden Land und Leude unver⸗ „theilt ſich bey einander hielten, uffs Befelch Irer Gnaden durch den „Ernveſten Heinrichen von Bobenhauſen Irer Gnaden Amptmann und „Furſtmeiſter zum Hayn uff der Brucken derlawen wurden, und jedes „Tag wie hernach volgt.“ Wie die Foͤrſter des Nuͤrnbergiſchen Reichs⸗ forſts der Stadt Nuͤrnberg einen Eyd ſchwoͤren muͤſſen, iſt unten bey de⸗ nen Zeidel⸗Guͤtern ſub M. z. zu leſen. Auch waren ſie dem Oberſtforſt⸗ meiſter zu einer beſondern Treue verbunden. In der Urkunde Conrad Waldſtromer Oberſten Forſtmeiſter auf dem Reichs⸗Wald zu Nuͤrnberg de A. 1373. bey Serr Kbwartz Oiſſ de Butgulariis Norimberg p. 99. „Wann mir die Vorſter gelobt und geheiſſen haben, daß ſie mich und „mein Gebruͤder in allen unſern Rechten getreulichen fudern und ge⸗ „holffen ſeyn, als ferre ſie kunnen und muͤgen.“ 3) Sie beſitzen das Meygericht zu Langen, und weiſen auf ſelbigem zu Recht. In dem Wildbanns Weißthum Ae 4. 1335. c.) M. ꝛ2. heiſe es p.§5.„Und heget ein Forſtmeiſter das Meygericht von „des Reichswegenn, und von ein Fauths wegenn, zu Myntzenberg, und „von eins Forſtmeiſters und Hubener wegenn, und wenn das geheget „wird, ſo gibt ein Forſtmeiſter dene Hubenern uff den Eidt, das ſie ußgeen „Unnd vor unnd inbringen alles das da rugbar unnd ſchedelich unnd Un⸗ „raith were dem Wildpanne nach lauth der Rollenn den Wildpannt be⸗ „rurende, wie des von Alter herkomen iſt. So ſein dieß hernach geſchrie⸗ „ ben die Huben des Wildbannes, als eyner der andern an das Meyge⸗ „»richt gebeuttet, und von denſelben Huben die Hubener heiſſen, unnd ir „iglicher das Meygericht zu beſetzenn unnd zu weiſſen, wie vorgeſchrieben „pflichtig iſt.« Wozu ſie vierzehen Tage vorher berufen werden muſſen. Tbid. p. 6·.„Auch deilent ſie, wan ein Fauth von Myntzenberg eynnes b Jiii 2 in 620 b O( „in dem Jare in dem Meye will ein Gericht hann, ſo ſoll es ein Forſtmei⸗ „ſter vierzehen Nacht vor verkunden in dem Meye rugen des uff die Wilt⸗ „huben zu Mersfelden unnd Diepurg, die ſollent ſie vorwerter verkunden „ alſo lange biß inn dem Hubener gentzlichen verkuͤndiget wirt, alß recht „iſt, unnd uff den Tag ſal ein Fauth voͤn Myntzenberg unnd ein Schul⸗ „theiß von Franckfurth komen zu Langen, und welcher dare nit queme un⸗ „der den zweyen, ſo weren die Hubener den andern nit ſchuldig eynig „Recht zu ſprechen.: Gleicherweiſe muſte von denen Foͤrſtern des Buͤ⸗ dinger Waldes das Forſtgeding beſeſſen werden. Weißthum Buͤdin⸗ ger Waldes de A. 1425. ap. Lunig c. I. p. 1697.„Auch meynen ſetzen „und wollen wir von der ehegenannten Koͤniglichen Macht, daß der Forſt⸗ „meiſter alle Quatember Fronfeſten genannt, und ſonſt wan des noth ſeyn „wird, das Gericht genannt das Joͤrſter⸗Geding beſetzen, und un⸗ „ſer und des Reichs Foͤrſtere, die ihme an unſer und des Reichs ſtat „geſchworen haben, und keinen andern zu ihme nehmen ſoll, auszu⸗ „tratzen und zu enden, was nothduͤrfftig ſeyn wird, bey Verlieſung „jegliches Ampte.“ Und die Foͤrſter des Nuͤrnbergiſchen Reichs⸗Wal⸗ des ſprachen gleichfalls Recht. In der Urkunde de A. 1373. bey Herr Schwartz c. l.„Von erſten iſt recht, daß alle Vorſter des obgenend⸗ „ten Waldes vor mir, oder welcher meiner Gebruͤder in Zeiten Ober⸗ „ſter Vorſtmeiſter wird, umb alle Sachen ſullen zu recht ſteen, und „ſullen auch die Erbvorſter das recht ſprechen, on umb das Halß⸗ „gericht iſt, das ſullenn ſie thun an den ſteten als Recht iſt.“ bd. „„Und ob ein Vorſter gen mir verſagt und verleymut wuͤrd von des Wal⸗ „des wegen, dem ſoll ich wieder Recht nicht thun noch anders, dann „die Vorſter ertheilen, vor den ich recht von In nehmen ſol.“ Weil alſo die Wilt⸗Hubener wegen ihrer Hube das Gericht beſitzen mu⸗ ſten, ſo ruͤhret ohne Zweifel daher das Verbot, daß kein Geiſtlicher ei⸗ ne ſolche Hube kaufen duͤrfte; wenn ſie aber auf ihn vererbet wurde, oder er nachher, da er die Hube ſchon in Beſitz hatte, Geiſtlich ward, ſo behielte er ſie zwar, muſte aber einen Mondeling oder Gevollmaͤch⸗ tigten ſetzen, welcher vermuthlich an ſeiner ſtatt zu Gericht ſitzen muſte. Tbid. p. 6½..„Auch deilente die Hubener das die vorgenanten Huben „kein Geiſtlich Man kauffen ſall, es were dann, das ſie uff ine erſtur⸗ „be oder vorhin in ſeiner Handt hette, ehe er Geiſtlichen wurdt, der ſall v ſie behaltenn und ſall einen Mondeling ſetzen uͤber ſich, nit unter beh. 3). 1 b Blei⸗ „ man Mond Beſchü von der ſar. Ge worden ſonſten eine gal lich eine nes Biſc ge, Und Womt ſcheinet mundilie Stelle de Lorr- cti Gon daß allh dern der menhan che an Ludovic b„hoch 1 „Edel »an des und 137 mſtario in eisc pe deb ſylbis. nern gen, A inèt. * tapener wphen ſe ß derzen enes not 8 Räicst x eoll, aug 8₰ Werlieſin Anleichs⸗V 83. dey S ohgenend wäten Oher ſdieen, und das Ha⸗ 3 iſt.“ lu Gn des We ders, dam hmen ſol⸗ a beſtten m zeifllicer O(⸗ 621 Gleicherweiſe, wenn einer vom Herrn⸗Stande eine ſolche Hube beſitzen wollte, ſo muſte er einen Edelmann zum Mondeling haben. Tbid. p. 96. „Auch iſt gedeilet, welche Zerre ein Wilthube hatt, der ſol einen Edel⸗ „mann han zu einen Mondelinge.“ Was den Verſtand des Worts Mondeling anbelanget, ſo iſt es unſtreitig von Mund, welches einen Beſchuͤtzer, Vertheidiger anzeiget, gemacht, und die Endigung ling, von deren mancherley Bedeutung Zerr Wachter in Prolegom. ad Gloſ- fax. German. Seck. II. 5. v. nachgeſehen werden kann, hinzugefuͤget worden, um entweder die Bedeutung von Mund zu verringern, oder ſonſten zu beſtimmen. Es fuͤhret zwar Wacbter in Gloſſar. Munding eine ganz andere Erklaͤrung von dem Wort Mundling an, daß es nem⸗ lich einen, der ſich und das ſeinige in eines maͤchtigern, und vornemlich ei⸗ nes Biſchoffs oder Abts Schutz begiebt, um dadurch von der Heeres⸗Fol⸗ ge, und andern oͤffentlichen Beſchwerden befreyet zu werden, anzeige. Womit das Barbariſch⸗Lateiniſche Wort: Mundilio, uͤbereinzukommen ſcheinet, wie das Zeugniß bey du Freſne b. v. lehret, ibi:„Ubi etiam zmundiliones plurimi B. Arnulphi commanent. Dem man noch die Stelle aus der Urkunde de A. 765. ap. Calmet Preuver de fbiſtoire de Lorraine 7. 1. p. 292. hinzufuͤgen kann. 81 quis mundilionum San- cti Gorgonii de rectitudine ſua quidquam facere noluerit. Allein, daß allhie Mondeling nicht einen, der ſich in Schutz begeben, ſon⸗ dern der eines andern Stelle vertritt, bedeute, lehret der ganze Zuſam⸗ menhang. Bey denen Nuͤrnbergiſchen Forſthuben war es verboten ſol⸗ che an einen Ritter oder Edelmann zu verkaufen. In der Urkunde Ludovici Favari de A. 1331. ap. Luuig R. A. VL5l. XII. p. Sg. „Es ſoll kein Amtmann oder Forſter uͤber die Waͤld keinen ſeine Hub „noch Recht, die ſie in den Waͤlden haben, nit verkauffen keinem „Edelmann noch Ritter, wann es dem Reich und der Stadt ſchaͤdlich „an den Waͤlden iſt.“ In der Bekraͤftigung Caroli Iõ. de A. 13 j. und 135§. iſt ſolches wiederholet: Nullur etiam officialium ſeu fo- rehtariorum dictarum ſylvarum manſor ſuos, aut jura eorum, quæ in eisdem ſylvis obtinent, ullo modo Mobilibus aut Militibus venaFe- re debebunt, quoniam illud Imperio& dictæ civitati, in eisdem ſylvis eſſet nocivum& damnoſum. Wer von denen Wild⸗Hube⸗ nern bey dieſem Gerichte nicht erſcheinet, muß eine gewiſſe Strafe erle⸗ gen. Wildb. Weißthum c. 7, p. 5. .„Auch deilent ſie, welchem Jiii 3 Hube⸗ 622 o( ⸗ „Hubener verkundiget und verbodt wuͤrde an ein Meyes Ding als Recht „iſt, komet der nit, der buſſet einem Forſtmeiſter ſechzig Schilling Geber „Pfenning und einen Helbeling, unnd einem jeden Hubener ſechzig Pfen⸗ „ninge.“ Denen Nuͤrnbergiſchen Foͤrſtern iſt es bey Strafe ihr Wald⸗ recht zu verlieren, anbefohlen worden, ihre vor dem Forſtgericht gehoͤ⸗ rige Klagen keiner Orten anderwaͤrts anzubringen. Siehe unten bey denen Zeidel⸗Guͤtern /ub n. 3. Von denen harten und beſondern Stra⸗ fen gegen die Wildfreveler bey dem Meygericht, koͤnnen folgende Stel⸗ len aus dem bemelten Weißthum zur Probe dienen, z. E. p.§.„Wo „ man einen Druher begriffe oder einen Hecken⸗Jeger dem ſall man igli⸗ „chem die rechte Hand abſchlagen, einem Leuſer den rechten Dau⸗ „men, und was in ſeinem Haut were under dem Schliffbalcken, das „ſall eins Forſtmeiſters ſeyn.“ Eine aͤhnliche Strafe findet ſich auch in dem Zuͤdinger Waldes Weißthum ap. Lunig c. l. p. 1606. ibi:„Und „wo ein Drauwer iſt in dem Buͤdinger Wald, der gedrauwet hat, oder „drauwet, der hat die Rechte Hand verlohren.“ Und ein Haſenluf, „oder einen Haſen fehet, in dem Buͤdinger Walde, und darum der „hat verwircket ſynen rechten Dumen.“ Ferner in dem Weiß⸗ thum p. 6z.„Auch ſall er werenn Eichen bornnen, wer das thette „und begriffen wurde, dem ſall ein Forſtmeiſter binden ſein Hende uff ſei⸗ „nen Ruck unnd Beynne zu hauff, unnd einen Pfale zwiſchen ſein Beyn⸗ „ne ſchlagenn, und ein Feuer fur ſein Fueß gemacht, unnd das ſal alſo „lang bornnen bis ime ſein Solenn verbrenten von ſeinen Fuſſen unnd „nit von ſeinen Schuhenn. Auch ſo ſal man weren die Welde anzu⸗ „ſtoſſen, wo man den Begriff, dem ſal man binden Hende und Fueſſe „unnd ſal ine legen dry werbe fuͤr das Feuer da es allergroͤſt iſt.“ Daß auch die Waſſerprobe, aber nicht die gewoͤhnliche, da aus dem Oben⸗ ſchwimmen einer ſchuldig zu ſeyn erachtet wurde, ſondern die andere, da das Obenſchwimmen als ein Zeichen der Unſchuld angeſehen ward, und wovon dua freſne v. aquæ frigidæ judicium ebenfalls ein paar Exempel aus dem Libro de Miraculis F. Mariæ Kupis Aucloris ap. Cadun cos Lib. I. cap. 36. und aus dem Gregorio Turonenſi Lib. I. Miraculor. c. 69. 70. angemerkt hat, was bey dieſem Gericht gebraͤuchlich geweſen, erhellet aus folgenden c. l. b.§ã.„Auch wer verleumut wurd umb Luſ⸗ „ſen und Druhen als recht iſt, und hat nun Lumauth, will ſich der ver⸗ „antwortten, dem ſal man ſein Recht⸗Tage ſetzenn, wil er unſchuldig „ weren, machen, Gericht „jglich? „mehr? „ein tuc ventfe aher „men we focoll de „Keſten »Mit⸗E „Wild⸗ n gen.“ »Hlbene ner v. Bit „Jacob: „die and „gelegen „Hoenſt »weil ei hubene. Weiter »Scheff „Stam Meynn 1 pfang 1 N . verleyt d Wil sdernen 7 Vndec .8. rl mm * chten da Kialcken,) 3 ſich auit Dbi:„. et hat, h Ch Haſerlo d. darum R adem Wei 8 dos fhen dende ufffi dſein Behn⸗ dad ſalalſe Suſſen unn Welde an ee und Fueſ ſt iſt. DM z dem Ol ie andere, n ward, l aar Exam gp. Caunl I Alunau lich gewe⸗ Ird in ſich der lna „W 3 0(r 4 523 „weren, ſo ſal man ime ſeine Hende binden zu Hauff, und ſal ime eynen „Heynen Knebell zwiſchen ſeinen Beynenn und Armen durchſtoſſen, unnd „ſal ine werffen in ein Meyſche Bodenn von dreienn Fuder Waſſers, fel⸗ „let er zu Grunde, ſo iſt er ſchuldig, ſchwebet er empor ſo iſt er un⸗ „ſchuldig, das ſal man drey werbe thun.“ b 4) Sie vererben dieſe Wildhuben. Wenn aber mehrere Er⸗ ben dazu vorhanden ſind, ſo muͤſſen ſie einen Lehntraͤger unter ſich aus⸗ machen, welcher ſolche in aller Namen empfaͤngt, und dieſerwegen das Gericht mit beſitzet: Ordnung und Formleyhung p. 73.„Item ein „jglich Wildhube ſal zu wenigſten einen Lehendrager habenn, und ob wol „mehr Perſonen daran Theil oder Erbſchafft haͤtten, ſall die doch durch „ein tuglich Perſon als einen Stamm von der Erben aller wegenn „entfahen, und daruͤber nachvolgender maiſen gelobe und Pflicht geno⸗ „men werdenn.“ Dieſem zufolge heiſſet es in dem Wildbanns Pro⸗ tocoll de 4. 1512. p. 76. v. Kelſterbach.„Item ein Wild⸗ Hube hait „Keſten Ewald von Kelſterbach alß ein Stam von wegen ſein und ſeiner „Mit⸗Erben gelegen zu Kelſterbach in Beyſein der Wild-Furſter und »Wild⸗Hubener, ſo deſſelbigen Tags gegenwertig geweſt ſint, entpfan⸗ „gen.“ Und v. Langgen ihid.„Item ein Wild⸗Hube hat Heuch in „»Hubener zu Langen empfangen fur ſich und ſein Mit Erben.“ Fer⸗ ner v. Bieberaw ꝛbid.„Item ein Wildhube hait entpfangen Alhens „Jacob von Bieberaw des hait er ein halb Hub, und der Wagenmeiſter „die ander halb Hub darzu gehoͤrig, iſt dieſelbige Hub auch zu Bieberaw „gelegen, und hat die von wegen Buden Hens nachgelaſſen Witwe zu „Hoenſtat und des Wagenmeiſters obgenant entpfangen uß Urſachen, die „weil ein igliche Hube zum wenigſten einen Lehentreger oder Wild⸗ „hubener Scheffen das Meyding zu Langen zu beſitzen habenn ſall.“ Weiter v. Nidderoda ihid.„Item ein Wildhube hat empfangen „Scheffers Keſt von Nidderoda in demſelbigen Gebieth gelegen, als ein „Stamm fur ſich und ſein Mit⸗Erben.“ v. Stocks⸗Statt am Meynn.„Item ein Wildhube hat Kas Zyppen von Stockſtatt em⸗ „pfangen fur ſich und ſein Mit⸗Erben als ein Stamm.“ 9 Sie koͤnnen ſolche an andere hinwiederum verpachten oder verleyhen, cit. Wildbanns⸗Protocoll v Sachſſenhuſſen.„Item ein „Wildhube hat empfangen Gerlach von Creſſenbach genent Hube Burger 2, 5 624 492 0( — „zu Worms von wegen Ewalts und Diether Hueben ſeines Bruders ſee⸗ „ligen Kinde, ſolch Huben iſt gelegen fur Sachſenhuſſen by Franckfurth, „und hat die beſtentnuß wyſe under Handen Wannen Walts Adam „Burger daſelbſt, gibt inen jerlichs davon zu Pfacht XVIII. Achtel „Korns, iſt ſich wol zu vermuthen, daß ſolch zwo Huben ſein ſollen in An⸗ „ſehung des Pfachts, iſt ime gelawen als einem Stame und Lehendre⸗ „ger, wie obſtehet, gleich andern Wild⸗Hubenern.“ 6) Auch ihr Recht daruͤber an andere abtreten, doch muß ſol⸗ ches gerichtlich bekraͤftiget werden. Dreyeicher Wildbuch p. 74.. z7. ibi:„Anno Dni. M. CCCCLXX. primo uff der Kindelein Tag „iſt Monch Hen von Fulwil hie zum Hayn geweſt, und begert ſich uß „und ſyn Swager Richarten in ſyn Teil Wildhube die zu Filwel gele⸗ „gen iſt, zu weren und ſetzen nach Wildhuben Gewonheit.“ 7) Sie duͤrfen uͤberhaupt ſolche unter gleichen Rechten ver⸗ aͤuſſern, doch muß ſolches mit Wiſſen und Willen des Herrn geſchehen. Die Vertheilung iſt ihnen zwar auch erlaubet, doch nicht weiter als in vier Theile. Wildbann. Weißthum c. 7. 5.§½.„Auch deilente die Hubener „daß der Wilthuben ſallen ſein, ſechs und dreyßig und erben iglich Hube „nit hoher ſollent deilen dann in vier unnd benottiget ſie das, ſo das ſie die „verkeuffen muſten, ſo ſollent ſie verkeuffen uͤber ſich, unnd nit under ſich, „unnd wo der Huben eine weiter vertheilt wurde, dann in viere, wo das „ein Forſtmeiſter gewar wurde, ſo ſall er die alſo lang in ſeiner Hand han, „biß daß die Erben ſie wieder gewonnen, als die Hubener deilenn als „Recht iſt.“ Und p.§6. 1hid.„Auch iſt gedeilet, were jemand der ſich „vermeß Gutt zu haben, daß in den Wildpanne gehoͤret, der ſal beweiſ⸗ „ſenn mit dem Forſtmeiſter und mit zweyen Hubenern unnd mit ime ſelber, „das er das Gut gekaufft habe umb eynnen, der des Guts Macht ha⸗ „be unnd moge zu buſſen, unnd zu brechenn zu den Zeitten unnd den Beſeß „gehabt hab.“ Ob nun ſchon dergleichen Veraͤuſſerung mit Wiſſen und Willen des Herrn geſchehen muſſen, laut der ſub n. 2. angefuͤhrten Eydes⸗ formul, ſo ſcheinet doch eben dieſe Freyheit der Wildhubener mit Anlaß gegeben zu haben, daß viele Wildhuben nach und nach von Abhanden ge⸗ kommen, und von denen Beſitzern vereignet worden. Man findet davon bereits eine Probe in dem Wildbanns⸗ Protocoll. 77. v. Joges⸗ eim „Under ſen ale „Entph „behalt „keit un auff den auſſerung Daide A „hueb ſi manſus f tol IV.. horige §. banns U „den and „Uff der „fen, 1 „dem R „ſenn al yyhe ſol— vfieinn, „Rn don Förſter 9.) eſalln ch. indelein 8 egert ich rikechten w Irn geſchet ter als inhe a die Huben dlih o das ſiedle rrurderſcch, mere wodal ir Hand han d deilenn d and derſh 6 eer ſal beve riitime ſebe 2s Matte ndden Aii Wifenun heten Eh⸗ ermit ä Abhandene 15 9. ſo 2 e) Oo(8⸗ 62] heim.„Item III. Wiertel an einer Wild Huben, hat empfangen „»Heintz Kunß von Jogeßheim von wegen ſein und ſeiner Mit⸗Erben hat „XVIII. Schillinge zu Entpha⸗Recht, und XVI. Schillinge und VIII. „Zyppen⸗Weck vergnugt, und iſt belehnt wie ander Wild⸗Hubener alß „von Alter herkomen iſt, und haben Neythinß Keß und Hanß Hebers „ſeligen Erbenn zu Hogesheim das Wiert Wiertel ſolcher Wild⸗Huben »Under henden, wollen das nit entphahen, auch gemeltem Heintz Kunſ⸗ „ſen als einem Stammen oder Lehendrager ſolcher Wild⸗Huͤben mit den „Entpha⸗Rechten nach ihrem Antheil mit zu ſtatten komen, ſondern „behalten das fur ir emgen Gut, zu Abbruch des Heil. Reichs Ober⸗ „keit und meyner gnedigen Herrn Lehenſchafft.“ Bey denen Forſthuben 7 auff denen Nuͤrnbergiſchen Reichs⸗Waldungen war ſo wenig die Ver⸗ * aͤuſſerung als die Vertheilung erlaubet. In der Urkunde Zuaorici Ha- va i de A 1337. ap. Lumg c. l.„Es ſoll auch je ein Forſter auff ſeiner Forſt⸗ „hueb fitzen und nicht mehr, und ſoll nicht getheilet werden.“ Et idem manlus foreſtalis divici non deber, heiſſet es in der Bekraͤftigung Ca- roli Il‧. de A. 2355. Von der verbotenen Veraͤuſſerung iſt die hieher ge⸗ hoͤrige Stelle unten bey denen Zeidel⸗Guͤtern ful' VW. 6. befindlich. 8) Ihre Guͤter haben das Recht einer gefreyten Zuflucht. Wild⸗ banns Weißth. p. 62.„Auch deilent ſie der Huben Freiheit wo einer „den andern erſchlagen haͤtte, flohe er uff der Huben eynne, oder »uff der Ecker eynnen, der in die Hube gehort, den ſoll niemand angreif⸗ „fen, weder an ſeinem Leibe, noch an ſeinem Gutt, es werde dan mit „dem Rechten gewonnen, were daruber an ine griff, der ſal es verbuſ⸗ „ſenn als die Hubener teilen as Recht were.. b 9) Die Wiildhubener haben einiges Maſt⸗ und Beholzungs⸗ recht, cit. Wildbanns Weißthum c. I.„Auch deilent ſie iglicher Hube „zu, iglichem Jare alß voll Eckeren iſt, dreißig Schwein und einen Eber, „unnd ein Mucken in die Margk, da die Hube ingehort, unnd die Schwei⸗ „he ſollent geen on dehne. Auch deilent ſie jeder Hube in der Margk, da „ſie inn gehoret zu jeder Wochen hawen unte holen ſall einen gruͤnen Wa⸗ gen voll Holtz und einen doͤrren. Gleicher Vortheile haben ſich auch die Foͤrſter des Buͤdinger Waldes zu erfreuen. Zuͤding. Wald⸗Weißth. 2. I. p. 16. ibi:„Und darnach iglicher Foͤrſter zwoͤlf Swyne, und die „ſallen geen in irem Ambte⸗⸗ I. Fuch mag der Forſtmeiſter und „iglicher 626) o( „umb pfenden, haut er aber „iglicher Foͤrſter hauwen zu ſynem Sedelbuwe, was er zu ſyner Noit⸗ „torfft bedarff, und zu ſyme Fuͤre, in dem Wiltpanne, und die Gude, „die geforſtet ſin, da hee ſelber wonet. Auch mag ein yglicher Foͤrſter ig⸗ „liches Jaris dry ſteende Buchen hauwen, oder verkauffen, daß er ſyn „Sedel damit gebuͤſſe, und ſal das thun in ſyme Ambte.“ Wie nicht weniger die auf denen Nuͤrnbergiſchen Reichs⸗Waldungen. In der ir⸗ kunde de A 1373. bey Herr Schwartz c. I. p. 91.„Und was ein Vorſter „Zymmer⸗Holtz und Prennholtz auff ſeiner Vorſthub bedarff, das ſoll er „hauen mit eines Waldſtromers Gewiſſen, und da ſoll man yn nicht das er verkauffen will, da mag man In „um pfenden, als ander Leut.“ 10) Sie muͤſſen bey der Empfahung ihrer Huben ein gewiſſes Empfahgeld geben. Ordnung und Formleyhung p. 73.„Item „von einer iglichenn Wild⸗Hubenn geporet ſich den Hern und denn „Wild⸗Furſtern ein Gulden ane Gelt zu Entpfa⸗Recht zu gebenn, „ſolcher Gulden ſoll eins iglichen Jars uff der gemeinem Wild⸗Furſter „Rechnung verrechent, idem Herrn und Wild⸗Furſter ſin Anetheil daran „werden wie ſich geburden, und von Alter herkomen iſt, ob aber einer ein „halb, oder aber ein Viertheil von einer Wildhuben entphahen wurde, „geporet inen von der halben Huben einen halben Gulden von dem „Viertheil 7 Schilling alts Geldes allewegen nach Anzall den Hern „und Wild⸗Furſtern ire Entpha⸗Recht zu geben, aber von einer iglichen „Entpfengnus, die an einer Hubenn uf einmal geſchicht, ſie geſche durch „eine oder mehr Perſonen, und man entpha ein gantz oder halb Wild⸗ „Hub oder weniger geburet ſich den Wild Furſtern, und auch ſo viel „Hubenere, die entpfangen haben, und bei ſolcher Entpfengnus ſein XZ. „Schilling alts Gelts und 7 l1. Zyppen /Decks, angeſehenn das zu der „Entpfengnuß einer halben oder eins Viertheils einer Wildhubenn als viel „Perſone und Coſtens gehorent, als zu einer gantzen Wildhubenn und „ſollen alßbalde mit denſelbigen ſo entpfangen haben in das Wirtzhauß „gehenn ſolche X71. Schilling und If. Zyppen⸗Wecks mit einan⸗ „der verzerenn, bleibe aber etwas an den XVI. Schilling uͤber, das ſol⸗ „len die Wild Furſter theilen mit denen Hubenern, alſo das einem ig⸗ „lichen Wild⸗Furſter und Hubener der zu derſelbigen Zeit, oder aber fuͤr⸗ „mals entpfangen hait, und gegenwaͤrtig iſt, werde einem Wild. Hubener 3 99 ꝗ4 4 »wennig / „Wild⸗ einen ve oir ſiehen vfallen ſe »ben Fri „ekbene „Furſter „ire En „guch X ) Wid⸗ „nachgel „deſſeldi „maiß g 11) „Und 1” »Langer. nbuſſen 121¹ „vorger „dem „d zß waten 4,17 »Wal ain r =f, da Jan mn u * Hag man 1 7 1 ein gewi 4 =: zu geben e Wild⸗Vorſ Eigetheil doun diber einera aduhen wurde aun von dem al den Her zeäcerigliche geſche dart 2r hald Wh Jh auch ſo l nus ſein I Inn das zud mubennaläl ldhubenn! us Wirzzi C's mit eiu uͤber das das einene oderadef „ . „jhenen ſo damals entpfangen habenn an den XI1 Schillingen Freund⸗ ſchafft, und nachlaſſen, wie ſie nach Gelegenheit bequemlich dunckt.“ Die hier gemeldete Nachlaſſung an denen XVI. Schillingen geſchahe ge⸗ meiniglich alsdenn, wenn viele zugleich beliehen wurden„wie zu erſehen aus dem Wildbanns⸗Protocoll e 1. 1512. p. 75. v. Vechenheim. „Item die obgenante halbe Wildhuben Schnag Henn und Penten Hen „von Vechenheim auch entpfangen, gleicher maiß wie die Zincken auch zu „irer Gerechtigkeit, mit Ußnemung den Hern den Hubenernn und ſunſt „menniglichen ſin Recht, und haben ire Entpha⸗Recht den Heren den „Wild⸗Furſtern und Hubenern wie oben gemelt vergenugt, des hat man „inen vier Albus wiedder gebenn angeſehenn das deſſelbigen Tags „ir ſieben Partheyen entpfangen habenn, und viel Entpha⸗Recht ge⸗ „fallen ſeien.“ Und v. Dilbill. 1id.„Item ein halb Wild⸗Hub ha⸗ „ben Fritz Criſten und Ewalts Cleſenheim von Wilwil fur ſich und ire Mit⸗ „erben enkpfangen zum Hayn, uff der Brucken in Beyſein der Wild⸗ „Furſter, und der Wildhubener ſo deſſelbigen Tags entpfangen haben „ire Entpha⸗Recht nemlichen 1. Flor. den Herren und Wild⸗Furſtern, „guch XVI. Schilling und vier Zyppen Wecks den Wild⸗Furſtern und „Wild⸗Hubenern alles vergenugt, des hait man ine I1. Schilling „nachgelaſſen uß Urſachen das vier Wild⸗Zubener mit einander „deſſelbigen Tags entphangen, und ſie an der Zerung ethwas Uber⸗ „maiß gehabt habenn.“ 11) Sie bezahlen einen jaͤhrlichen Zinß. Wildb. Weißth. p Ff. „ Und wer ſeinen Zinß von dieſſen vorgenanten Huben uff den Hoff zu „Langen zu iglichen Jare uff St. Martins⸗Tag nit ergiebet, der ſall „buſſen dem Forſtmeiſter achte halben Schilling Pfenning.“ 12) Auch ſonſten noch einige Abgiften. Ibid. p. 9v.„Und der „vorgenannten Huben der geben zwolff Schibenn zu beyden Seiten ey⸗ „nem Fauth vonn Myntzenberg und zwolff Huben geben Wolffs⸗Engel „und zwolff Opffer⸗Geld.“ Die Foͤrſter auf dem Buͤdinger Wald waren dem Reich zu gewiſſen Dienſten verbunden. In der Urkunde Ae A. 7373. bey Herr Cbwartz c. 1. p. 9o.„Es iſt auch recht, daß der „Waldſtromer, der Worſtmneiſtes 44 die Vorſter dem Reiche dienen dE 2— „ſullen 3 o( 627 „als viel als einem Wild⸗Furſter, doch ſo mogen die Wild⸗urſter die —-—————— 628 o eer „ſullen in den vier Welden, als gewonlichen iſt, und ſoll man In darzu „koſt, waͤgen und Pfeil geben von Hof, hin und herwieder.“ 13) Ibre Wohnungen ſind mit dem Beherbergungsrecht in Abſicht des Kaiſers beſchweret, welche ſie deswegen im Bau und We⸗ ſen zu unterhalten ſchuldig ſind, das Holz dazu aber in der naͤchſten Mark hauen duͤrfen. Wildbanns⸗Weißthum c. I. p. 64.„Auch deilent „ſie den Sattelhoffenn die zu den Huben gehorent, das man uff einem „iglichen Sadelhoff ſal finden ein Bawhoft, ein Backhauß, ein „Scheure und ein Hundthauß, und ſal das in der nechſten Marck „haugen, da er ein Mercker inne iſt, ob ein Kayſer queme in der vor⸗ „genannten Hoffe ein, und wolte dainn ruhen und eſſen, ſo ſal „man ime geben ein wyß Strohe, und wan der Keyſer danne feret, ſo „ſall er dem Hubener alſo vill latzen an Coſten, das er unnd ſein Geſinde „acht Tage wol faren. Auch ginge den Hubener Noitt an, ſo moͤcht er „den Bau verkauffen, unnd ſal aber haugen in der Margk ſolichen „Barwe altz hievox geredt iſt, und ſal das zwiret thun, zu dem dritten mall „ſall er ein Schwelle haugen da ein Thore uff gehe, unnd ſal das ander „in die Erden ſtecken unnd einen Erlen Furſtbalcken uff zwo Seulen. Ginge „ime aber der Bawe abe von Brandt, oder das er verfaulte, ſo ſall er aber „in der neheſten Margk hawenn, und ſall bawen, Hauß, Scheuren, „„Backhauß und Hundthauß zu allem dem Rechten alß von erſten.“ 14) Sie verlieren den Gebrauch ihrer Wieſen, wenn ſie ſolche verwildern und mit Geholz uͤberwachſen laſſen, cit Wildb. Weißth p.§. „Auch deilen ſie wo ein Mann hat Wieſen, die in ſein Hube gehorenn, „die mag er allewege halten, das ſie icht zu Walde werden, verhengt aber „daß es zu Walde wirdet unnd das alſo ſtarck wirdet, das es zween Och⸗ „ſenn mit eim Joche nit nidder mogen getrucken, ſo lal er es nit raden „one Laube eins Sorſtmeiſters.“ Einige Urſachen, weswegen die Forſter auf denen Nuͤrndergiſchen Reichs⸗Waldungen ihrer Rechte ver⸗ luſtig worden, ſind unten bey denen Zeidel⸗Guͤtern /*ꝭν n. 10. mit ange⸗ fuͤhret worden. Uebrigens iſt zu merken, daß mit der Aufhoͤrung des Meygedings zu Langen auch die denen Beyſitzern dieſes Gerichts verliehene Wil hu⸗ ben in Vergeſſenheit gerathen, und heutiges Tages von denen Innha⸗ 1 pern zu ihre de dote ein Ere Mothec. ad can elſtam tem m. cc ſeſiaꝛ cunduj che get nannt„ Cbarta tleſtam Wittu Dortem Undw b lina im wieder tums 1 bet vo „faſti gem „die n „un Nch 83 Shnt. =ud. b t hſterhe — luch Rat — n iſſan Ekhauf 1 K ſſten Nu in der ſen, ſ — nee feret en ſein Gei 8 ſo moͤche Irgk ſolih drittenme * al das ande 2 ulen. Ging /aller abt Scheulan, aerſten.“ m ſe ſolh elßth Sye gehokenn herhengta rs zweenj es nit kadd eswegen .5 Lechte he Klo. mit alh 1 Meygedi ene V 1 enen J o( 86829 bern nit mehr empfangen werden, ſondern die vormals darauf haften⸗ de Abgiften mehrentheils auf die ganze Gemeine eines jedweden Orts geſchlagen worden. LllI.) Von denen Wittums⸗Guͤtern. (Ks iſt aus denen Concillis, der Movel.§7. c. 2., auch ſonſten 52) wie⸗ bekannt, und wird von denen Lehrern des geiſtlichen Rechts mit mehrem erlautert, daß keine Kirchen durften erbauet und geweyhet wer⸗ den, bevor ſie mit einem hinlaͤnglichen Dors oder ihr gewidmeten Guͤtern zu ihrer und der Geiſtlichen Unterhaltung verſehen waren. Siehe Ziegler de dote eceleſic. So heiſſet es, um aus einer unzaͤhlichen Menge nur ein Exempel anzufuͤhren, in der Urkunde de l. 1029 ap. Guichenon Bi- blaothec. Sebus. Ceut. I. n. 62. p. 125. edit. Hoffmann. Antequam ad conſecrationis gratiam pedem verterent, dixerunt nullo modo Ee- eleſiam Catholicam poſſe benedici, niſi ſub nomine dotis; convenit au- tem mihi, ut juſſionibus eorum obtemperarem,& ſponſarem ipſam accleſiam in nomine Domini, ex proprio meo conitituens ibi, ſè- cundum poſſe meum, ex redditibus meis&c. Dieſe der Kir⸗ che gewidmete Guͤter wurden auch bisweilen dotalitium Eccleſiæ ge⸗ nannt, wie aus denen von du feſne b. v. angefuͤhrten Zeugniſſen erhellet. Charta Gorzenſis de A. 761. Dotalitium quo Pipinus Aex dotavit Ec- eleſam Gozunſem in die, qua dedicata eſt. Das Teutſche Wort Wittum ſchickt ſich zu beyden Benennungen, indem ſolches ſowohl den Dotem als Dotahrum anzeigt. Siehe Herr Wachter in Gloſur. 5. v. Und werden dieſem zufolge die denen Kirchen gewidmete Hotes oder Dota- lina im Teutſchen Wittum genannt, und die Beſitzer, welchen ſolche hin⸗ wiederum von der Kirche eingegeben worden, heiſſen deswegen: Wit⸗ tums Banern. Krtel in raxi Aurea Lib 1i. Cap. 35 bſi:. ſchrei⸗ bet von ſolchen Guͤtern folgendes.„In Schwaben und Bayern werden „faſt in allen Doͤrffern gewiſſe zur Kirchen geſchlagene Guͤter gefunden, ins⸗ „gemein Wittumb genannt, weiln ſie zur Kirchen gewidmet ſind, und „die Bauern, ſo darauf ſitzen, oder ſelbige anbauen, heiſſet man Wir⸗ „tums Bauern. Man al] Lab 2. Lit. 1 F. u. 13. ſegga. Die Rechte und Verbindlichkeiten dieſer Beſitzer ſind mir unbekannt. Kkkk 3 LIII.) 53) Zeidel⸗ Guͤter. 3)o(888 LIII.) Von denen Zeidel⸗Guͤtern. eideln ſoll nach dem Anfuͤhren Herr MWachter in Gloſſar. h. v. in Schleſien annoch bey denen Bauern ſo viel als Honig ſchneiden oder ausnehmen bedeuten, und Zeidler wird dieſerwegen in dem unten ange⸗ fuͤhrten Privilegio Caroli IV. de A. 1375. durch Mellicida dberſetzet, weswegen Gerr Machterc. jI. muthmaſſet, daß Zeidl. ein verlohren gegan⸗ genes altes teutſches Wort ſey, welches ſo viel als Zonig angezeiget. We⸗ nigſtens iſt kein Zweifel, daß die in denen Nuͤrnbergiſchen Waldungen be⸗ findliche ſogenannte Zeidel⸗Guͤter auch vom Honig oder Honigſchnei⸗ den ihren Namen erhalten haben. Nemlich es iſt bekannt, und in der gelehrten Diſſertation Herrn Cbriſſt. Gottſieb Schwartz de Butsgulariis mit mehrem ausgefuͤhret worden, daß in denen bey der Stadt Nuͤrnberg belegenen Reichsforſten unter andern auch die Bienenzucht ſehr getrie⸗ ben worden, ſo daß dieſerwegen Kaiſer Carl der Vlte in der Bekraͤſti⸗ gung der Zeidlerrecht de A. 13 50. ap. Lunig R. A. V0l. XIZ7. p. 94. dieſe Gegend nennet des Reichs Pin Garten it. den Pin⸗Kreyß. Diejenigen nun, welche dieſe Bienenzucht beſorgeten, wurden Zeidler, und die Guͤter, ſo ihnen in denen Reichs⸗Waldungen eingeraumet worden, wurden Zeidel⸗Guͤter genannt, welchen Namen ſie auch bis auf den heutigen Tag behalten haben. Es ſind deren, wie Herr Schwartz cit. Deſ. p. 62. anfuͤhret in allen§0. Einige darunter haben groͤſſere Rechte und Freyheiten, als wie die uͤbrigen, und ſtehen unmittelbar unter dem Zei⸗ delgericht; andere hingegen ſind mit dieſen unmittelbaren Zeidel⸗Guͤtern vereinigt, ſind denenſelben zu Erlegung eines gewiſſen Zinſes und anderer Abgiften verbunden, und ſind mithin dem Zeidelgericht nur mittelbar unkerworfen, haben auch ſich weniger Vorrechte als die erſtern zu ge⸗ troͤſten. Eben dieſe Eintheilung der Zeidel⸗Guͤter bringet hinwiederum eine neue hervor. Nemlich einige von denen unmittelbaren Zeidel⸗Gü⸗ tern ſind mit andern unter ihnen ſtehenden mittelbaren verknuͤpft, und werden in dieſer Abſicht Zeidel Mutter⸗Guͤter genannt, deren 10 an der Zahl ſind, da die unter ihnen ſtehende Zeidel⸗Toͤchter heiſſen, und de⸗ ren zehlet man 22; Andere unmittelbare Zeidel⸗Guͤter hingegen, mit wel⸗ chen dergleichen Zeidel⸗Toͤchter nicht verknuͤpft ſind, werden einſchich⸗ . tige tiges len zu 63. a. Wald Zu Ehb Die Fiſch Kuutz Lauff Mey Mot Netz Pirn Roie Gan Ruͤb b Ung Wasd anbetr. den und ſe⸗ J. 62„ cir K. r. bnn neideng, † Mntengw⸗ =— beri⸗ E hrengan. T zeiget. idungent 'onigſthn r und n. e htigumm 4 8 71ʃ. 2 t Näenba *r ſehr getn 1 LII.; Din⸗Aresß webldler, und ant worden; 8ds ouf da drtveit. Diſ Rechte vnd ter dem 3e del⸗Güten und andert Ir mittel z rſtern zuc „jinwiedern SZeidelo eniſt,n deren 10 3 ſen, und en, ma von einſchl en ell p )o( u⸗ 631 N Was die Rechte und Verb tige Zeidel⸗Guͤter genannt, len zu deſto beſſer 63. angefuͤhrte Walde beſindlichen Zeidel⸗ Zu Feucht 2 2* Eybach 2 2 2 Diepersdorff⸗ ⸗ ⸗ Fiſchbach 2 2 2 Kutzenau ⸗ 47„⸗ Lauffenholt ⸗ ⸗ Meyach 7 2 Moßbach ⸗ 2 Netzſtal 2 2 2 Pirnthon. ⸗, 2 Roͤtenbach bey St. Wolff⸗ Gang ⸗ 2 5 2 Ruͤblings⸗Hoff ⸗ ⸗ Schwaig 2 7 Ungelſteren ⸗ Zabels hoff 2 ciis Keipublicæ Morimlergeuſis und von ſolchen findet man 6. Wir wol⸗ er Nachricht allhie Verzeichniß aller auf dem Nuͤrnbergiſchen Laurentzien Guͤter mit beyfuͤgen. N KNNAAU N N 2 und ſonſten zu leſen, anfuͤhren, in das von Herr Schwarrz cit. Liſſ. p. F Einſchichtige Zeidel⸗Guͤter⸗ Mutter⸗Guͤter. Zeidel⸗Toͤchter. Mutter⸗Guͤter. Zeidel⸗Toͤchter. Zeidel⸗Toͤchter. Einſchichtiges. Mutter⸗Gut. Einſchichtiges. Mutter⸗Gut. Zeidel⸗Toͤchter. Einſchichtige. Zeidel⸗Toͤchter. Einſchichtiges. Mutter⸗Gut. ſ1 Mutter⸗Gut. 42 Einſchichtige. 1 Zeidel⸗Tochter. 1 Einſchichtiges. 1 Mutter⸗Gut. 83 Einſchichtige. b — ,—— —— P SSdden 1 Mutter⸗Gut. 1 Zeidel⸗Tochter. 1 Einſchichtiges Zeidel⸗Gut. 9 e ebindlichkeiten der Beſitzer dieſer Zeidel⸗Guͤter anbetrift, ſo will ich ſolche kuͤrzlich blos nach Maasgabe derjenigen Urkun⸗ den, welche davon bey Solilter, Lunig, Goldaſt, Limndus, Herr Moſer, dem ich die von Herr Kchwartz cit. I. P. 62. bemerkte Oaſſertationer Cbriſtopb Scheurl. 4 Defersdorft de Tudi- Altorf. 4. 1709f. und de Jure mellcidit ibid- —— ———————— 1 632) o( ⸗ ihid. eod. ann. nebſt der von Nob. Sigirm. Sobyeiher de Nudicio Foreſtali Cæſareo ibid. 1711., worinnen vermuthlich noch unterſchiedene hieher ge⸗ hoͤrige Nachrichten werden zu finden ſeyn, nicht bey Handen habe. 1) Die Zeidler empfahen ihre Guͤter von der Stadt Nuͤrnberg zu Lehen. Es iſt bereits in der ſub n. 2. angefuͤhrten Urkunde Kaiſers Hen- rici VII. de A. 1310. und in der von Ludovico Bavaro de A. 1331. bey Lunig Reichs A. Zol. XIE.. p. 5. verſehen, daß die Zeidler dem Rath zu Nuͤrnberg ſchwoͤren ſollen:„Des erſten, heiſſet es in der letztern, „daß alle Amptleut, Forſter und Zeidler, auff beeden Waͤlden jedweder „halb der Pegnitze, wann man die fordert, von des Raths wegen zu „Nuͤrnberg, alle Jar zu einemmal ſollen kommen auf den Rath, und zu „den Heiligen ſchweren, zu behalten, was dieſelben Burger zu Raty „werdent, das dem Reich und der Stadt gut und nuse ſey, und „ſollen auch ruͤgen bey demſelben Eyde, was demſelben Walde ſchaͤdlich „ſey.“ Welchem zufolge in einem alten Codice, worinnen einige im dreyzehenten und vierzehenten Jahrhundert vorgefallene, und die Stadt Nuͤrnberg betreffende Begebenheiten aufgezeichnet ſind, unterſchiedene Zeidler, welche geſchworen haben, benamet werden, wie ſolche bey Zerr Schwartz c. I. p. 7. zu leſen ſind. Hi foreſtarii, heiſſet es, jurarunt: Stro- maier, Ot Vorſtmeiſter, Chunrad Venator&c. Hi Zeidelarii jœra- runt, Wigel de Novo foro, Herman Diabolus— Ch. de Roten- bach, Henr. de Aych.— Simon Zidelmaiſter— Ulr. Zorn de Moſpach &c. Doch iſt deſſen ungeachtet noch nachhero das von dieſen Guͤtern fal⸗ lende Honiggeld und andere damit verknuͤpfte Rechte von denen Kai⸗ ſern bald an dieſem bald an jenem verſetzet und rarpfaͤndet, auch ſind die Zeidler dabey ausdruͤcklich mit ihrer Pflicht an dieſe Pfandsherrn verwie⸗ ſen worden, z. E. in der Urkunde Caroli IZ. de A. 355. bey Berr Schwartz c. I. in appendice p.§6. ibi:„Wann wir vormahls dem Ed⸗ „len Arnolden von Seckendorff⸗⸗⸗ das Hoͤnig⸗Geld, das wir haben „auff unſern und des Reichs Forſt zu Nuͤrnberg, und inn der Gelegen⸗ „heit, was daſelbſt gefellet, von dem Zeidlern und von dem Zeidelhu⸗ „ben, mit allen Rechten und Zugehoͤrungen, fuͤr zweyhundert Marck Loͤ⸗ „ thig Silbers, die wir ihme ſchuldig waren verſetzet und verpfandet ha⸗ „ben⸗⸗⸗Darum gebieten wir allen denſelben Zeidlern, die nun ſeynd „oder geſetzt werden in kunfftigen Zeiten, daß ſie dem obgenannten Burg⸗ b„gray nachfole nung an tigung Manl. ꝛ „ſetzen „komme »„Recht, „Forſeh »außge vgehore vund 4 „ſo jez uberg, „»homn. „pfahe heiie geſete Kaiſer 3 Ir hinfün ſt ſol 1 Mnir . hſersh :à. jy. D eidler a der lezte n jedwo 8s wegan S th„Unda trr zu Ih. e. ſey, w de ſchaͤdlt t rreinige in 2) die Stm tkerſchiedene mebey geu a unt: Sfro- aari jera- 1 Je Koien⸗ e Moſpach Jäternfa denen Ka⸗ zuch ſinddi arn verwie rls dem z wir habt er Gelege m Zeidebe 1 rtt Mhrck rpfandette b o(a 633 „Albrechten“(als an welchen der von Seckendorff ſein Pfandres t verkauft hatte)„und ſeinen Erben mit allen Noeff ſn af. hacht „und dienſten wartten, gehorſam und unterthaͤnig ſeyn ſollen, glei⸗ „cherweiß als dem Reich.: Biß daß endlich das Zeidel⸗Gericht mit allen dazu gehoͤrigen Rechten und Einkuͤnften A. 1427. von Churfuͤrſt Friederich von Brandenburg an die Stadt Nuͤrnberg verkauft worden, wovon die hieher gehoͤrige Clauſul alſo lautet ap Cunig Reichs⸗A. ⁷ ol. 1X. P. 303.„dazu haben wir in alſo abgetretten, verzigen, ein⸗und uͤberge⸗ „ben, all unſer Recht der Pfan ſchaft an⸗Und auf dem Zeidel⸗Gericht, „ Zeidlern, Zeidel⸗Guͤtern und Hoͤnig⸗Geld zu Feucht, auch mit allen Eh⸗ „ren, Freyheiten, Privilegien, Renten, Nutzen, Faͤllen, Dienſten, Zu⸗ „gehoͤrungen, Gewohnheiten und Rechten, als unſre vordern und wir das „von dem Heil. Roͤmiſchen Reich zu Pfandſchafft weiß, fuͤr zweyhundert »Marck loͤtiges Silbers, inne gehabt. Dieſem zufolge werden in denen nachfolgenden Kaiſerlichen Bekraͤftigungen die Zeidler wegen ihrer Beleh⸗ nung an die von Nuͤrnberg geſetzte Beamten verwieſen, z. E. in der Bekraf⸗ tigung Kaiſers Friederichs de A. 1452. ap. Sohilt. Sriptor. Ker. Ger- man. in Diplom. Friderici III. p. 1zz heiſſet es hievon:„Ordnen und „ ſetzen wir von Roͤmiſcher Kaiſerlicher Macht, fuͤr Uns und Unſer Nach⸗ „ kommen am Reiche unwiederruffenlich, von neuen fuͤr ein Statut und „»Recht, daß alle Stuckh und Guͤeter, die da Lehen ſeindt, es ſeindt „ Forſthube, Zeidelguͤter, oder anders, wie das Namen haͤtt, nichts »außgenommen, zu den vermelten Waͤlden Zeidlern und Gerichten ge⸗ „gehoͤrendte, alle die jenen, ſo damit belehent, und dem ſolche Guͤeter „ und Lehen zuſtehen und gebuͤhren, jetzo und hinfuͤro zu ewigen Zeiten, „ſo offt ſich ſolches begiebt und zu ſchulden kumbt, von den Ambtleuthen, „ ſo je zu Zeiten von den vermelten Burgermaiſtern und Rathe zu nuͤrn⸗ „berg, uͤber die genannten Waͤlde Zeidler und Gericht angeſehen, fuͤrge⸗ „»nommen, geordnet, und geſetzet werden, zu Lehen fordern und em⸗ „pfahen ſollen, als ſich gebuͤhrt und Lehens⸗Recht iſt.“ Siehe auch das Privilegium de A. 1476. ihid. p. 12 1. Und weil dieſer Begnadigung un⸗ angeſehen dennoch einige Forſthuben und Zeidel⸗Guͤter nachhero von dem Kaiſer verliehen worden; ſo ſind auch deren Beſitzer kraft des Befehls K. Sriederichs de A 126 ihid. p. 271. angewieſen worden, dieſe Lehen hinfuͤro ebenfalls von denen Nuͤrnbergiſchen Beamten zu fordern. Auch iſt ſolches alles von erwehntem„Aaiſer Friederich dem IIIten 4 1476. 634 3 o(A 1476. nochmals bekraͤftiget worden, laut der Urkunde ap. Scbilter c. 1, 2. 30606. 4. 2) Sie ſind verbunden mit auf die Erhaltung der Reichs⸗ Waldungen zu ſehen. In der Urkunde Henrici I1l. de A. 1310. ap. Goldaſt. Couſtit. Imper. 7. I. p. 319. wird denen Præfectis ſylvæ, fore- ſtariis& Zeidelariis anbefohlen, ut Sculteto& Conſulibus Norimber- genſibus jurati promitterent, ſe nemus Norimbergenſe, quod quinqua- ginta inde annis vaſtatum deſtructumque fuerat, in ſtatum priſtinum, hoc eſt in ſylvam atque arbores, auctoritate regia redacturos, èx re- digi curaturos, neque permiſſuros eſſe, ut extranei jus in ipſo nemore non habentes, per venduionem aut vias alias, caperent vel recipe- rent aliquem uſumfructum. Ein gleiches iſt ihnen auch von denen fol⸗ genden Kaiſern auferleget worden. Die hieher gehoͤrige Stelle aus der Urkunde Ludoviei Bavari iſt ſub lit. n. t. zu leſen. Welche auch von Carolo IV in der Verordnung de A. 1377. ap. Lunig Reichs⸗Arch. Vol. XIZV. 5.§o. wiederholet, und in deſſen ſogenannter Guͤldenen Zulle, ſo er der Stadt Nuͤrnbergl. 1355. ertheilet, und unter andern ap Lunig c. l. p. 97. und bey Herr Aöbler Diſſ. de Caftro Imperu Foreſtahi Brunn. p. 39. fegq. zu finden, auf Lateiniſch alſo uͤberſetzet worden, Inprimis quod omnes Officiales, Foreſtarii,& Mellicidæ, qui Zeidler vulgariter nuncupan- rur, ſuper utrisque ſylvis utrobique& ex utraque parte fluvii Pegnitz, quando ex parte Conſulum Civitatis Nurebergenſis, requiruntur, fingulis annis ſemel tenentur venire ad Conſilium Civitatis Nurem- bergenſis,& ad ſanctos jurare conſtauter obſervare èo' tenere, quicquid prædicti cives de conſilio Civitaris Nurebergenfis deliberaverint, pro Imperio& Civitate ipſorum, quod utile ſit eisdem ylwis,& debeaut etiam aceuſare& nuntiare per dictum eorum juramentum, quticquid Prædictis./ylvis poterit&ſſe nociwum èæ damnoſum. Sie hatten dieſem zu⸗ folge das Recht wegen einiger Waldfrevel zu pfaͤnden. Bekraͤfti⸗ gung der Zeidlerrechte Caroh l. de A1. 13 5o.„die Zeidler ſollen auch „pfaͤnden an Linden, und an Sahlen, und an Spuͤrckeln, umb ein Pfund »Haller, und dieſelben Pfand ſoll man antworten dem Stromer, und der „Stromer ſoll dann dem Zeidler davon einen Schilling Haller geben, dem, „der ihm die Pfand antwortet.“ Und werden alſo auch mit unter die „Wald⸗Beamten gerechnet,“ In der cit. Guͤld. Bull e 137). ſtehet zu 83 b unter⸗ — unkerſ larii V. 3 hannt „»Und 8„Feuch denen: ticht ve IMten „jeglic Und fer „Und de „dern? „hach! hen gen woraus anfuͤyre „da ſie „ſelben Kaiſerli ed in de „Ich? „⸗ daz „Und 0 „ icht zl „fragt b ahett, „ſwwer vicht 1 „Und „ſo ſo ge dar ſen,ſ. zeidel und ſi — 4 cdilte L1d quna. * hrifim NrMr, F Saplo nenr d= vel ne t denen 2 ell auzr von Cam r D. 7äl. I =k, ſo eei —ge’9 h 39./; R700 mes nuncuhan- 1 begri, cuirundur, 9 us Nurem 8, quicquii verint, p *. F Aha en, nuiin dn dieſem 8 Ir ſollen al rd eingii egeben, d” imt nterd rfefeil Tii ſty 3) o(— 635 — unkerſchiedenenmalen: Magiſtri foreſtæ, foreſtarii aut mellicidæ Zeid- larii vulgariter nuncupati, aliuqjue Oficialer& cuſtoder nemorum. ) Sie ſtehen wegen dieſer Guͤter unter einem beſondern ſoge⸗ nannten Zeidelgericht. In dem Privilegio Caroli Ll. d 135o. » Und darnach kein Recht zu halten, dann vor ihren Zeidelmeiſter zu „»Feucht.“ Es beſtund dieſes Gericht vor dem aus dem Zeidelmeiſter und denen Zeidlern als Beyſitzern. Der Zeidelmeiſter wurde mit dieſem Ge⸗ richt vom Kaiſer und Reich beliehen. In dem Privilegio K. Carl des I Zten de A. 13 50. d. Lung c. 1. p. 93. ibi:„Es iſt auch recht, daß ein „jeglicher Zeidelmeiſter, der von des Reichs Gnaden zu Feucht ſitzet.“ Und ferner:„Es iſt auch Recht, ob der belehnet Zeidelmeiſter von uns „und dem Reich das Zeidel⸗Gericht nicht beſitzen will, daß er einen an⸗ „dern Zeidelmeiſter an ſein ſtatt ſetzen ſoll nach der Feidler Rath und „nach ihrem Willen.“ Daß die Waldſtroͤmer mit dieſem Gericht belie⸗ hen geweſen, erhellet aus dem ihnen ertheileten Lehnbriefe de A. 1416.„ woraus Herr Sbwartz cit. Oiſſ. p. 59. folgende hieher gehoͤrige Stelle anfuͤhret.„Item, die Lehenſchafft des Zeidel⸗Gerichts zu Feucht, „da ſie auch einem jedem Richter von hant leyhen ſollen das ſie von dem⸗ „ſelben Gerichte haben.“ Der Zeidelmeiſter war vor ſeine Perſon dem Kaiſerlichen Buriculario zu Nuͤrnberg unterworfen. Denn ſo heiſſet es in der Urkunde de. 1296. bey Herr Srhwartz Cir. Diſ p. 79. n. 10. „Ich Rudiger vom Brant der Landrichter zu Nuremberg, tun kunt⸗ „z daz fuͤr mich kame in Gericht Hilteprand der Zeidelmeiſter von Feucht, „ und gert zervaren an einer Urteyl Im und den Zeidlern, ſwer hintz In „icht zuſprechen het, wo der das durch recht vordern ſolt: do ward umb ge⸗ „fragt und erteilt, ſwer hintz dem Zeidelmeiſter ſelb icht zu ſprechen „hett, der ſolt das vordern vor einem Zutigler ze Nuremberg, „ſwver aber hintz den Zeidler eine und die er durch recht verſprechen ſol vicht zu clagen hett, der ſolt das vordern vor einen Zeidelmeiſter, „ und anders nyndert, verzug aber der Zeidelmeiſter ymant das recht, „ſo ſolt er elagen wo er wolt, do Im die urteyl geviel.“ Es haben eini⸗ ge daraus, daß der Zeidelmeiſter dem Butigulario unterworfen gewe⸗ ſen, ſchlieſſen wollen, daß dieſer Burigularius Norimbergenſis ein Ober⸗ zeidelmeiſter, der die Oberaufſicht uͤber die Zeidler gehabt, geweſen, und ſeinen Namen von dem Eeltiſchen Wort: Byda, welches einen 1 1 2 Bie⸗ 636 o A Bienenkorb anzeiget,(ſiehe Hovborn Origin. Celtic. 5. v.) empfangen ha⸗ be, mithin von dem im Fraͤnkiſchen Staat gebraͤuchlichen Buticulario oder Pincerna(ſ. das v. Buriſche Lehenr. p. 254.) ſowohl dem Namen als der Sache nach unterſchieden geweſen, wie denn auch nach dem Anfuͤhren Herr Schwarez cit. Diſſ. p. 5o. in einem alten zu Nuͤrnberg A. 1482. gedruck⸗ ten Woͤrterbuch butiglarius durch Zeidelmeiſter uͤberſetzt iſt. Gleichwie aber Herr Schwartz cit. l. gezeiget, daß des Butigularii Norimbergen- ſis ſein Amt und Anſehen ſich viel weiter als auf die bloſſe Oberaufſicht uͤber die Bienenwaͤrter erſtreckt, und dabey ſehr wahrſcheinlich dargethan hat, daß er von denen Fraͤnkiſchen Buticulariis dem Urſprung nach nicht unterſchieden geweſen; ſo kann ich um ſo vielweniger Herr Machter in Gloſſario v. Beute& v. Zeidler beyſtimmen, welcher die Zeidler ſelbſt mit denen Nuͤrnbergiſchen Butigulsriis zu verwechſeln ſcheinet, und ſchreibet er an dem letztern Ort: Butigularii vero Norimbergenſes erant homi- nes plebeji in ſilvis circa Norica caſtra hærentes& alveariis atque mel- lificio unice occupati. Denn einestheils ſo werden die Zeidler in denen Urkunden niemals: Butigularii genannt, und zum andern, wenn durch Burigularius auch gleich ein Oberzeidelmeiſter verſtanden wuͤrde, ſo wuͤr⸗ de er doch von denen Zeidlern ſelbſt dem Amt und der Wuͤrde nach ſehr unter⸗ ſchieden bleiben, ſintemal auch uͤberdem aus denen von denen Burigula- riis geſchehenen, und von Herr Schwartz c. l. p. 54 ſegg. angefuͤhrten Un⸗ terſchriften zur Gnuͤge erhellet, daß ſie ex ordine miltari geweſen. Es gehoͤreten vor dieſes Zeidelgericht nicht allein die an denen Bienenſtoͤ⸗ cken und Waldungen veruͤbte Frevel, ſondern auch alle andere dieſe Guͤ⸗ ter, die Forſthuben oder die Waldungen betreffende Irrungen, ſo gar, daß wenn einer dieſer Sachen halben bey einem andern Gericht klagte, er ſeines Waldrechts beraubet wurde. In der Bekraͤftigung Ca⸗ roli Iy. der Zeidlerrecht ꝛc. de A. 13 50. ap. Lunig c. 1. p. 93.„Und „wer einen Peuden niederheuet, der iſt ſchuldig dem Zeidelmeiſter „zehen Pfunt Haller und einen Haller. Und wer auch einen gewip⸗ „felten oder gemerckten Baum abhauet, der iſt ſchuldig dem Zeidel⸗ „meiſter ein Pfundt Haller, und dem des der Baum geweſen iſt auch „ein Pfundt Haller. Es ſollen auch die Zeidler zwirnt in dem Jah⸗ „re darum bruͤgen dem Zeidelmeiſter, iſt aber daß er in das nit aus⸗ „richtet, ſo ſollen ſie es klagen, unſerm und des Reichs Pfleger, und der „ſoll es ausrichten, und auch die Puß darumb nehmen, als vorgeſchrie⸗ 4. 9) ben — „ben Khilte Tom. n „ZHelle „Folf „gen, „Forſü „ tern „) die V „ſetzen „ Wie „diellt „genon „ theile vainich „rer S „ande „» Homt „ und vaber „) oder „die U „ vond vrimdenn ddberxui — d daraah —g nachm ' Mabtr „Tler ſellſt * And ſchte S erant hon atque m. — ller in den ₰ wenndu A dde, ſo wu &) fehrunter aa7 Burigulg. müͤhrten Un⸗ ndeſen. Birnenſtt⸗ mere dieſeeh en, ſogn 4 klag k ſtigung A.. olh e zeidelnrit einen gew ³) dem zul weſen ifa in dem J Jdas nün ejeger, un ds vorgit⸗ 3 84)o 637 „ben ſtehet.⸗ In der Bekraͤftigung Friderici TlI, de 4. 1776. ap. Schilter c. 1. p. 143. Lunig c. I. p. 250. Serr Moſer Reichsſtaͤdt. Handb. Tom. II. p. 371.„Mehr ordnen und ſetzen wir, wie dieſelben Buͤrger⸗ „maiſter und Rathe zu Nuͤrnberg und ihr Nachkommen zu ewigen „Zeiten eines jeden Jahrs die vermelten Waͤlde, Forſthub, Zeidler, „Forſt und Zeidel⸗Gericht, mit allen und jedlichen Ein⸗ und Zugehoͤrun⸗ „gen, ordnen, beſtellen, ſetzen und handeln, daß ſollen ſich die Erb⸗ „Forſter, Zeidler, und all andere Perſonen, zu denſelben Waͤlden, Gue⸗ „tern und Stucken gehoͤrig und verwandt, und die Jenen, ſo Recht in „die Waͤlde von billigkeit haben ſollen, nit wiederſprechen, darwieder nit „ſetzen, noch darwieder thun, ſondern ohn all Irrung, Eintrag und „Wieder⸗Standt dem allen Volg und genug thun. Es ſollen auch „die Urthelſprecher, ſo je zu Zeiten, zu ſolchen Gerichten angeſehen, fuͤr⸗ „genommen werden, Urthel auff ſolchs als vorgeſchrieben ſtehet, ur⸗ „theilen und ſprechen, und ob jemand jetzo oder hinfuro kuͤnfftiglich „ainicherley Irrung hett, oder gewinnen, pfandung oder aller ande⸗ „rer Sachen halb, die vermelten Waͤlde, Forſthub, Zeidler, oder vanders, mit ihren ein⸗und zugehoͤrungen beruͤrende, nichts ausge⸗ „nommen. Die alle ſollen das mit Recht, an den vermelten Forſt⸗ „und Zeidel⸗Gerichten austragen, und anderſtwo nindert. Ob „aber jemandt ſich darwieder ſetzet, und nicht thun wolt, wer der »oder die wehren, die ſollen ihr Wald⸗Recht verlohren haben, und „die Urtelſprecher der vermelten Gericht, ſie mit ihrer Urtel zu Recht „von denſelben Waldrechten erkenen und ſprechen.“ Daß uͤbrigens Zerr Kehwartz c. 7. p. 39. davor haͤlt, daß dieſes Zeidelgericht etwas ſo ungewoͤhnliches ſey, daß man dergleichen nicht leicht in Teutſchland antreffen werde, ſolches koͤnnte zwar dem Namen nach, und daß von dieſer beſondern Art keines mehr gefunden werde, zu⸗ gegeben werden: uͤberhaupt aber iſt es vor dieſem eine ſehr gewoͤhnliche Sache in ganz Teutſchland geweſen, daß die mehreſten Arten von gewiſ⸗ ſen Guͤtern auch einem beſondern Gericht unterworfen geweſen, wie die Haͤger⸗ Huben⸗Landſiedel⸗Laten⸗Meyerding⸗ Probſting⸗Wildhuben⸗ und andere Gerichte zur Gnuͤge lehren. b Llll ⸗„ Sie 638 42)o( a — 4) Sie muͤſſen von ſolchen Guͤtern ein gewiſſes Zonig erlegen. In dem Privilegio Caroli 1k.. de A. 5 Fo. ſer Ponig Lele p. 93. Herr Moſer c. 1. p. 299. Herr Schwartz c. 1. p. Fi. 5, Und „ſoll auch jeder Zeidler von ſeinen Guten geben ſein Zoͤnig Geld uns „und dem Reiche, als es von alter an Uns herkommen iſt, oder dem, „der es von Uns und dem Reich innen hat.“ In dem Verpfandungo⸗ briefe Caroli II. an Arnold von Seckendorff de A. 1350. bey Herr Schwartz c. I. P. 6z.„Zu einem rechten Pfandt unſer und des Reichs „Zoͤnig Geld, das wir haben auff unſern und des Reichs Forſt zu „Vuͤrmberg, und mit der Gelegenheit daß was daſelbſt gefaͤllet von „den Zeidlern und von den Zeidelhuben.(Siehe vorher n. 1.) In dem Lehnbrief derer Waldſtroͤmer de A. 1z216. cit. ap. Din. Ichwartz c. l. p. 9.„Und darzu vier Schrott Honigs daſelbſt, der „Herdegen zwey, und Proͤll zwey, jerlichen geben; Item anderthalb „Schrott Honigs von deſſen Kreſſen Gut zu Meyach ꝛc. Be/old. The- Jaur. Pract. v. Zeidelgericht fuͤhret folgendes hieher gehoͤriges an.„In „einem alten Kaufbrief Joachim Weyermanns uͤber das Herren Hauß „und Zeidel Gut zu Schwaig, als er daſſelbe von Marx Koͤtzlern Pfle⸗ „gern zu Hildpolſtein A. 1580. den 20ten Jenner erkaufft, wird vermel⸗ „det, daß dieſes Zeidel⸗Gut der vier Zeidel⸗Mutter eine ſey, item, „daß fuͤr Lehen und Eigenſchaft 24. Maaß Honigs vor Alters da⸗ von ſey gereicht worden. Es iſt dergleichen Liefferung des Honigs auch bey Bauer⸗ und andern Guͤtern gebraͤuchlich geweſen, und hat Zerr Scehwartz c. l. P. 77. ſeã¹ᷣg. davon einige Exempel angemerkt. Auch wird in einer Urkunde e 1. 126½. bey dem Herrn von Palckenſtein Cod. Diplom. Autiguit. Vordgav. n. 719. eines feudi mellis gedacht, welches die Grafen von Henneberg von dem Stift Eyſtett zu Lehn getragen, ibi: feu⸗ do mellis, per quod antiquitus à dicta Eccleſia Eyſtettenſi fuimus inteu- dati, renunciamus, ipſam Eccleſiam ab hujusmodi nellis perſolutione perperualiter exonerantes. Ich weiß aber nicht, wie Herr Irhwartz eben daſelbſt p. 45. auf die Gedanken gekommen, daß er meinet, dieß Honig⸗Guͤld werde bisweilen: Koſſetin genannt. Ejus generis redi- tus, ſchreibet er, alibi eriam mellificia, vel jura mellificii item Germa- nice, Honig⸗Gelde, Honig⸗Gelder,& nomine nobir aliar incognito Koſſetin couſueviſſe appellari, animadvertimus. Weil nemlich in einer Urkunde de 7. 1296. bey dem Serrn von Ludewig Aeliqu. Diplom. 3: Mr. — IMt. Ioreſ, Ueber „die deutl jzahler ander viel a Chla Baue nung werde ſehet, dieſe A maſſun 1 und R ſtiramt muſten n ſeyn vuündr „ miſch „vier „ len n „ben „nicht n Rech „ fahre „) um 1 Pfer 6 gen i vileg. ner: T hfander be m ꝛ des A * Js Satt p gefallet ther n. A. M aſelbſt,“ * andertha —„Deſoha. 1 an. 9) deren Hali zlern Phe⸗ Ad verms anky, Aen, zolltets da⸗ 8 Horigs adhat Her „ Auch widd Lmbein Cu Snccar , ibi: u imus lntel * ne) olutig =rr Kann jeinet, ii eneris felr dem Cennt im nn, lich in 4 e M ⸗à 639 Ar. 7. J. ½ 169. ſexq. die Worte: Mellificiorum jura& eorum reddi- tores, qui dediti aicuntur, in der alten eben daſelbſt befindlichen teutſchen Ueberſetzung folgendermaſſen gegeben ſind:„die Honig⸗Guͤlde und alle „die Honig⸗Geldere, die da Koſſetin genannt ſin.“ Da doch ganz deutlich erhellet, daß nicht das Honiggeld, ſondern die Geber und Be⸗ zahler deſſelben Koſſetin benamet werden. Denn Gelten heiſſet unter andern auch ſo viel als: bezahlen, liefern, und Gelter oder Gelder ſo viel als ein Schuldner, Geber,(redditor) ſiehe Zerr Wachter iu Goſſar. 6. v. Koſſete oder Koſſate hingegen zeiget eine gewiſſe Art von Bauern an,(ſiehe Herr Wacbter v. Coſſcten) und iſt ſolche Benen⸗ nung unter andern annoch im Mecklemburgiſchen ganz gewoͤhnlich. Auch werden eben dieſe dediti in andern Urkunden ebenfalls durch Coſſetin uͤber⸗ ſetzet, z. E. in der èe 4. 1276. ibia. 5. 112. Zugeſchweigen, daß Herr Khwarta dieſe Auslegung ſelber mit angefuͤhret, ſie aber nuͤr vor eine bloſſe Muth⸗ maſſung gehalten hat. 9. Sie waren uͤberdem nebſt ihrem Zeidelmeiſter dem Kaiſer und Reich zu gewiſſen Dienſten verbunden, doch ſo, daß ſolche auf be⸗ ſtimmte Orte eingeſchraͤnkt waren, und auf des Reichs Koſten geſchehen muſten. Privilegium Carl des Vten de 1. 13 50.„Sie(die Zeidler) „ſeyn auch ſchuldig von ihren geſchrieben Erben, auf den Zeidel⸗Guten, „und von allen ihren vorgeſchrieben Rechten, die ſie von Uns und dem Roͤ⸗ „miſchen Reich haben, zu dienen Uns und dem Reiche, zwiſchen den „vier Waͤlden auff Gnade, und der Dienſt iſt alſo, daß ſie dienen ſol⸗ „len mit ſechs Armbruͤſten, und zu denſelben Armbruͤſten ſoll man ihn ge⸗ „ben Pfeil, was ſie ihr beduͤrfen, Es iſt auch ihr Recht, daß man ihn „Waͤgen von Hof ſoll geben, und auch Koſte, und ob man des „nicht enthett, ſo ſein ſie ires Dienſts ledig⸗⸗⸗⸗„Es iſt auch ihr „Recht, daß der Zeidelmeiſter in unſern und des Reichs⸗Dienſt ſoll ver⸗ „fahren, und ſoll In von Hof ihr Koſt fordern, und auch ihr Rechte, und „um denſelben Dienſt iſt man dem Zeidelmeiſter ſchuldig ſeinen Weiß⸗ „Pfenning.“ b 6) Sie beſitzen ihre Guͤter zwar erblich, und werden deswe⸗ gen in denen Urkunden Erb⸗Zeideler, geerbet Zeidler genannt. Pri- vileg. Caroli 11. de A. 1350. ibi: denn allein geerbet Zeidler. Und fer⸗ ner:„Von ihren geſchrieben Erben auff den Seidel⸗Guten.“ Doch if es ihnen 640—0( der⸗ ihnen nicht erlaubet, ſolche an andere zu veraͤuſſern oder in eigenthuͤmliche Guͤter zu verwandeln, vielmehr ſind ſie ſchuldig, wenn ſolches etwa vor⸗ hero geſchehen, ſolche veraͤuſſerte oder zum Erbe gemachte Guͤter wieder herbey zu bringen bey Strafe der Beraubung. In der Guͤldenen Bulle Caroli Il. de A. 335. und 1354. ap. Lunig c. l. 99. Quicquid inſuper ræfati Magiſtri foreſtæ, foreſtarii aut ellicida, aut alii officiales, de jam dictis 200. jugeribus aut aliis agris, paſcuis, pratis, vel juribus an- tiquitus ad prædicta nemora ſpectantibus vendiderunt, aut in bæreditatem converterunt, vel quovis alio modo à nemore ipſo& proprietate ipſius alienarunt: illud totum taliter venditum, vel in hæreditatem conver- ſum, vel quomodolibet alienatum absque dilarione ulteriori qualibet ad Imperiuni&' ad proprietatem& uſum dictorum nemorum libere reducere & recuperare debebunt& tenentur. Quod ſi non facerent,& tunc præ- fati cives noſtri Nurebergenſes, vice& auctoritate noſtra& Imperii, de bujusmodi jugeribus& juribus venditis vel alienatit, aut in agros ſeu hæreditatem converſis ſe libere intromittaut,& ad proprietatem& uſum nemorum ipſorum illico reducere tenebuntur. Volumus inſu- per& decernimus diſtricte, gratiæ noſtræ ſub obtentu præcipientes, ut ſæpe nominati magiſtri foreſtæ, foreſtarii, mellicidæ vel alii Officia- les prædictorum nemorum, officia aut jura ipſorum, quæ nobis& Im- perio in prædictis ſylvis& nemoribus habent& habere noſcuntur: nulli omnino hominum vel perſonæ, cujuscunque ſtatus, dignitatis conditionis ſeu præeminentiæ exiſtat, vel quocunque nomine nuncu- atur, vendere, impignorare, obligare, permutare vel donare aliqua rat io- ne debeant aut præſumant. Et quicunque eorum contra boc quovis mo- do faceret vel attentaret, vel per quemcunque modum attentare præ- ſumeret: ille ab omuibus officiis& juribus, quæ in dictis nemoribus ha- beat, vel habere poterat, cadat,& eisdem privatus ſit,& perpetuo deſtitutus, praæfarique cives noſtri Nurebergenſes ex tunc de hujusmodi juribus& Officiis, tanquam ad nos& Imperium devolutis, aucto- ritate noſtra& Imperii ſe intromittere tenebuntur. Eben dieſe Verord⸗ nung iſt auch in denen nachfolgenden Kaiſerlichen Bekraͤftigungen wie⸗ derholet worden. 4 8 2) Sie waren von allen Zoͤllen befreyer. KR. Caroli Il. Bebraͤf⸗ tigung der Zeidlerrecht de A. 13 50. ap. Lunig. Berr Sœbwartz. Herr Moſer cit..„Des erſten, daß ſie in allen Staͤtten des Roͤmiſchen Reichs ſollen Zollfrey ſeyn.“ 8) Sie 9) keine vein! v habe „ lte * cxnen E nid u A fHcas4 Jurihn 1 Harauditn S ielzle in ☚ eem con * 2ori qualb SAbere raaur „ tunc a. mperi, * n agros l „— rietatem lumus ialt —s pientes, u a ali Ofdccir bis& m- amoſcuntut: au Gägpäali Rine nuncl- a aliquarati- „ qQuovis mo- entare ple moribo „& perpeln hujusmoi tis rüct reſe Veu — 49 0( 8a. 641 8) Sie hatten in denen Waldunggen das zungsrecht ſowohl zu ihrem eigenen Gebrauch als auch Fen Des ee hohuhoewecht „ ſeyn auch ire Recht alſo, daß man alle Zeidl⸗Gut zimern ſoll aus un⸗ „ſerm und des Reichs⸗Walde bey Nuͤrmberg, und um daſſelbig Zimer „ſoll man urlaub begern und gewinen um den Waldſtromer und den Forſt⸗ „meiſter, unnd die ſollen es erlauben umbſonſt, und in welches Forſters „ Hut das Zimer gehauwen wirdt, dem ſoll man davon geben zwen Hal⸗ „ler. Sie haben auch das Recht, daß ein jedlicher Zeidler alle Wo⸗ „chen ſoll fuͤhren zwey Fuder Stoͤck und Ramen, aus des ehegenann⸗ „ten Reichs⸗Walde, und mag das verkauffen, ob er will, unnd „ ihn ſoll niemandt daran hindern noch irren. Es ſoll auch kein Zeidler „kein Forſt⸗Recht geben⸗⸗⸗⸗ Es ſoll auch jeder Zeidler hauwen „was er zu den Beuten bedarff.“ 4 „Stromer und der Forſtmeiſter⸗⸗⸗⸗Es ſollen auch alle verſagte Pin a) Wenn ſie ſolche freywillig verſaſfen, als welches ihnen gegen Erle⸗ eidelmeiſter, erlaubet iſt. Der neu⸗ „auch recht, welcher Zeidler Willen zu fahren hat von d del⸗ d M n on dem Zeidel⸗ 27 Gut, 642) o(8a gBVꝑg „Gut, derſelb ſoll geben dreyzehen Haller dem Zeidelmeiſter, und „waͤr das, ob der Zeidelmeiſter dieſelben Haller verſchluüg, ſo mag der „ Zeidler von dem Gut fahren, ob er will, und dieſetben Haller legen „auff das Uberthuͤr inn dem Hauſe, da er ausfert, und ſoll darnach faren „als ein Gerechter, und wer den auff das Zeidelgut fert, der ſoll „dem Zeidelmeiſter einen Schilling Haller der kurtzen geben, und „daran ſoll er ſich laſſen genuͤgen.“ Es fraͤget ſich hiebey, ob auf gleiche Art auch der Zeidelmeiſter berechtiget geweſen, die Zeidler nach Belieben der Guͤter zu entſetzen? Nun ſcheinet es zwar, als wenn ihm ſolches Recht zugekommen waͤre, weil es in der Pfandverſchreibung Caroli Iy. an Arnold von Seckendorff de A. 13 50. ap. Dmu. Schwartz c. I. p. 9). ausdruͤcklich heiſſet:„Mit allen rechten, dienſten, ehren und nutzen, „als ſie das Reich herbracht hat, mit gantzen Gewalt, der Feidler aller „und ihr jegglichen beſonder zu ſezen und zu entſetzen, wie Ihn und „ſeinen Erben das allerfuͤglichſt und nuz iſt, und geſein mag.“ Welches in der andern an den Burggrafen von Nuͤrnberg Ae 4. 1355. ibid. p.§6. faſt mit gleichen Worten wiederholet iſt:„das obgenannt „Hoͤnig⸗Geld mit allen ſeinen Rechten, Dienſten, ehren, nuzen, „hofen und Guͤttern, und mit allen Ihren Zugehoͤrungen, wie die ge⸗ „nannt, oder wo die gelegen ſeindt, als ſie das Reich herbracht hat, „mit gantzem Gewalt, die Zeidler alle und jedlichen beſonder zu ſezen „und zu entſezen, wie ihme und ſeinen Erben das fuͤglich iſt und „allerbeſt gefellet.“ Allein einestheils ſo ſtreitet hiewider das denen Zeidlern in denen Urkunden beygelegte Erbrecht, und zum andern, ſo haben wir bereits oben bey denen Meyer⸗Guͤtern angemerkt, daß derglei⸗ chen Formuln: aufſetzen und abſetzen, ſetzen und entſetzen, nicht von ei⸗ ner willkuͤhrlichen, ſondern von einer aus rechtmaͤßigen Urſachen vorgenom⸗ menen Beraubung zu verſtehen ſey. Gleicherweiſe wird in der Bekraͤf⸗ tigung der Zeidlerrechte von Carolo IL. de A. 13 5, worinnen ſie geerbte Zeidler genannt werden, dem Zeidelmeiſter das Setzen und Ent⸗ ſetzen zugeſchrieben, und zwar aus der Urſache, damit ſolche Guͤter dem Reich aufrecht erhalten und die ſchuldigen Dienſte davon geleiſtet werden moͤgen, mithin iſt zu ſchlieſſen, daß das Entſetzen nur von denen Zeid⸗ lern zu verſtehen ſey, welche die Guͤter in Abgang bringen, oder ſich ſonſten ihrer Schuldigkeit entziehen. Die Worte ſelber ſind dieſe: „Es iſt auch recht, daß ein jeglicher Zeidelmeiſter, der von des Meſcho b laſſen. zeidel „das —— 9 9 daß „Nac „heit „ Ra 3 „ ſelbel „ Unſet „tragel „Nuͤrt „von! „ zu S 4. 17 1 genden fehl Ca b. 309. „ geme V n zu N 5) de,( „Brie „derrt 1 Sag vlich ſ ohetet vken vſoll Dava 9) beſ⸗ vaug äcesnt ,arah II eA *₰ und nh. ⁵⁴ Feidlera iie Ihn u Seſſein way AA A h' obgehan n, nuhen ap⸗ wie deg d Nacht hat der zu ſezen foch t wn ot das dene ra oddern, 6, daß derg „ nicht vot envorgelwr —n der Beki worinnen 0u 643 „Gnaden zu Feucht ſitzt, ſoll ſetzen und entſetzen alle Zeidel⸗Gut, „glſo, daß uns und dem Reich an ſeinen Guten nicht abgehe, und auch, „daß das Reich ſeinen Dienſt auff denſelben Guten findee. b) Wenn ſie ſich nicht von dem Magiſtrat zu Nuͤrnberg belehnen laſſen. K. Friederichs des Ilten Bekraftigung der Forſt⸗ und Zeidelgerichte de A. 17 52. ap. Schilter& Luni c. 1l.„Und ob aber „das von yemand veracht, oder daß denſelben von Uns oder Unſern „Nachkommen am Reich ſolich Lehen verliehen, es were von Vergeſſen⸗ „heit oder wie das geſchehe, das ſoll den vermeldten Buͤrgermeiſtern und „Rath zu Nuͤrmberg und ihren Nachkommen unſchedlich ſeyn und die⸗ „ſelben Perſon, die ſolch Verachtung thun, oder von Uns und „ Unſern Nachkommen verliehen wurden, das ſollen dieſelben nit fuͤr⸗ „tragen in kein Weiß ſonder als verfallen Lehen, den vermelten von „Nuͤrmberg verfallen ſeyn und zuſtehn, alsdann andere Perſohnen „von neuem von in damit zu belehnen, ſo offt ſich ſolches begiebt und „zu Schulden kombt.“ Ein gleiches iſt auch in der Bekraͤftigung de A. 1770. wiederholet. 3* o) Wenn ſie keine gehoͤrige Aufſicht, kraft des ihnen mit auflie⸗ genden Amts, auf die Waldungen und deren Erhaltung haben. Be⸗ fehl Caroli I de A. 1359. ap. Lunig c. 1. p. z0, und Herr Maſer c. I. b. 305.„darumb gebieten wir euch(Forſtmeiſtern, Foͤrſtern und Zeidlern) „gemeiniglich⸗⸗⸗ daß ihr⸗⸗ den vorgenannten unſern Buͤrgern „zu Nuͤrnberg, die Beſſerung und Wiederkommung derſelben Waͤl⸗ „»de, alle die Puncte und Articul, die wir ihn mit unſern Kaiſerlichen „Brieffen verſchrieben haben, ſollen halten ungaͤntzlich und gar und un⸗ „verruckt vollfuͤhren, und ſonderlich mit Schweren, mit Ruͤgen mit „Sagen und mit andern Sachen, die unſern Waͤlden nuͤtzlich oder ſchaͤd⸗ „lich ſeyn moͤgen, nach laut ihrer Brieffe, und wo ihr das nicht ent⸗ „heter, und euch deſſen wiedert, ſo wollen wir, daß ihr von allen eu⸗ vren Ambten und Nutzen derſelben Waͤlde verfallen und beraubt „ſollet ſeyn. Gleichergeſtalt heiſſet es bereits in der Comſfatut. Ludovici Bavari de A. 1331.„Wie auch der Wald des Jars von den Buͤrgern „beſetzt wuͤrd, hielten daß die Amtleute, Forſter und Zeidler, oder wer n zu dem Walde gehoͤret nicht ſteet oder uͤberfuͤhren das, und wolten ſein Iudon Mmmm 2„nicht 644 o ☛ „nicht gehorſam ſeyn, an welchen Artieuln das were, die vorgeſchrieben, „die ſoll ein Richter zu Nuͤrnberg, und die Burger von des Reichswe⸗ „gen ſtraffen an Leib und an Gut, nachdem und ſie duͤnckt, daß ſie „ berwivert haben.“ Siehe auch die Guͤldene Bulle de. 13/5. ap. Lu- zug c. 1. p. 97ñ b d) Wenn ſie ſich demjenigen, was ihnen vor dem Zeidelgericht anbefohlen worden, widerſetzen. Bekraͤftig. Friderici 1llI. de A. 12/2. und de A. 1476., woraus die gehoͤrige Stelle bereits ſub u. 3. angefuͤh⸗ ret worden, ibi:„ihr Waldrecht verlohren haben.. e) Wenn ſie die von abhanden gebrachte Stuͤcker nicht wieder her⸗ beyſchaften, oder ſonſten etwas von ihren Guͤtern veraͤuſſerten oder ver⸗ ſetzten. Die hieher dienliche Stelle aus der Guͤldenen Bulle Caroli Iy. de A. 3355. ſtehet vorher ſub n. 6. ibi: cives noſtri Nurebergenſès— ſe libere intromittant. it. ab omnibus officiis& juribus— cadat& privatus ſit.&c.&c.&. b Es iſt dieſe Abhandelung von denen mancherley Verleyhungen der Land⸗Guͤter in Teutſchland wider Vermuthen etwas weitlaͤuftig gerathen: Doch muß ich deſſen ungeacht zum Beſchluß noch eben dasjenige, was ich zu Anfang des Lehnrechts p. 639. geſagt, wiederholen, daß nemlich nicht allein ſehr viele Arten gänzlich werden vergeſſen, ſondern, daß auch bey unterſchiedenen von denen, die ich abgehandelt habe, wegen Mangel hinlaͤnglicher Nachrichten, oͤfters annoch mehr dazu gehoriges duͤrfte aus⸗ gelaſſen ſeyn, als wie ich davon beyzubringen im Stande geweſen bin. Ja bey einigen habe ich mich faſt mit der bloſſen Anfuͤhrung des Namens degnugen muͤſſen, wie z. E. bey denen Vehandigungs⸗Cornelien⸗Dwer⸗ Nachts⸗Stock⸗Wittums⸗Soͤlden⸗Guͤtern ꝛc. Bey welchen letztern, nemlich denen Soͤlden⸗Guͤtern annoch zu merken, daß die Grafen von Caſtell auch die von Heßberg mit unterſchiedenen Soͤlden⸗Guͤternbelehnen, laut des Lehnrevers de A. 1712. ap. Lunig Corp. Tur. Feud. German. Tom. III. p. 19. ibi:„Und zwey Soͤlden⸗Guͤter zu Burg⸗Bernheim⸗⸗ „noch fuͤnff Soͤlten⸗Guͤter gebauet und ungebauet oder wuͤſt⸗⸗ und „darzu ein Soͤlden⸗Gut zu Buchheimb gelegen⸗⸗⸗ mehr ein Soͤlden⸗ „Gur daſelbſt gelegen, ſo jaͤhrlich giebt einen Rheyniſchen Gulden, drey „Faßnacht Huͤner, eine Gans uff St. Martins⸗Tag, und funffzig Eyer „zu Oſtern.“ Die Beſitzer ſolcher Soͤlden⸗Guͤter werden Soͤldner ge⸗ 38 nannt, — zant welch gen froh DPil. m.I Bay⸗ Taxa hau, izet: Arten de zwe die St „om( b„hört, „ihrer tract ander! „) Im b „bey! „Und: „Seel in ſof mann rialis Name pel vo trag h wit je Eʒ widde 4 en oden e Ceroll gen(s- 22.— cadat; — hungen d ar iggerathen Dnge, woi uß vemlich ane daß auch Mangt „ dürfteaui⸗ es Namen lien⸗Dbe⸗ a hen leztern (Grafen bol rnbelehne „ d. Germa. 8 ☛ 449 nannt, und ſind ſolches im Fraͤnkiſchen uͤberhaupt ſolche Bauern, welche wegen Mangel oder Wenigkeit ihrer Feld⸗Guͤter kein ei⸗ gen Geſchirr halten, und alſo dem Gutsherrn nuͤr die Leib⸗oder Hand⸗ frohnden verrichten, wie ſolches unter andern aus dem, was Grollmann Oiſ de Operar. debitar. mutat. Part. I. Cap. I. J. 3. Lauter b. Colleg. Theo- ret. Practic. Lib. 39. Tit. I g. 9.&c. von ihnen anfuͤhren, zu ſchlieſſen. Im Bayriſchen werden nach dem Zeugniß Ertel in Praxi durea von Anſchlag Taxation ꝛc. diejenigen Soͤlden⸗Guͤter, wo weder Garten, noch Acker⸗ bau, noch Viehzucht bey iſt, ſondern der Bauer nur ein bloſſes Hauß be⸗ ſitzet: Haußſoͤlden, ſchlechte einfache Soͤlden genannt. Von denen Arten, welche ich anzufuͤhren voͤllig vergeſſen, fallen mir annitzo folgen⸗ de zwey Exempel aus dem Ertel cit. I. Lib. II. Cap. 3. bey. Nemlich die Stolhoͤfe, von denen er dieſes p. 207. meldet:„ Zu Haͤrlingen oben „am Schwartz⸗Wald, welches dem Geſchlecht der Herrn von Auw ge⸗ „hoͤrt, hat es Guͤter, ſo man Stolhoͤf nennet, deren Innhabere muͤſſen „ihrer, Herrſchafft ankommende Gaͤſt, ohne einige Recompens umſonſt „tractiren.“(Siehe oben von denen Hoſpitiis n. 2. p. 970.) Und zum andern die Seel⸗Cehen, deren er p. 212. mit dieſen Worten erwehnet: „Im Biſtthum Augſpurg werden die Amts⸗Diener, ſo dem Straff⸗Voigt „ bey Unterſuchung der Verbrechen an die Hand gehen, Seel⸗Anechte, „und die Guͤter, deren Abnutzung ihnen vor ihre Arbeit eingethan wird, „Seel-Lehen genennt.“ Sie haben ihren Namen vermuthlich von Saal, in ſo fern es ein Gerichts⸗ oder Amtshauß anzeiget, und wird Saal⸗ mann von Herr achte, 5. v. auch durch einen Execurorem juris cu- rialis erklaret. Auſſer diejenigen Verleyhungen, welche einen gewiſſen Namen fuͤhren, findet man auch in denen Urkunden annoch viele Exem⸗ pel von ſolchen, deren Natur blos durch den daruͤber aufgerichteten Ver⸗ trag beſtimmt iſt, und die in einem Stuͤck, mit dieſer und in dem andern mit jener Art von Guͤtern uͤbereinkommen. Dahin gehoͤret z. E. die Verabredung de A. 1272. bey dem Herrn von Falckenſtein Cod. Diplo- mat. Antiguit. Vordgav. n. 69. ibi: Reimbertus de Voychsberg cum domino Udalrico Canonico& Procuratore venerab. Doi. Hildebran- di Epiſcopi Eyſtettenſis pro bonis in Binſagen ſalvo jure illuſtris Comi- tis Meinhardi de Tyrol talem iniit unionem, ut annuatina dictus Reim- bertus de Voychsberg quaruor plauſtra vini menſuræ de Heiſſe, debeat Inſpruckæ ſine damno dicti Dni. Hildebrandi aſignare. G memora- Mmmm 3 tus tus Reimbertus de Voychsberg auno uno præpeditus dare vel præſen- tare ad dictum locum non potuit, ſecundo anno tenebitur dare odo plau- ſira,& ſi tertio anno dare neglevxerit, ab omni ſuo jure cadit, quod in dictis bonis de Binſagen dignoſeitur habere. Haæc autem unio tantum durabit pro temporibus memorati Dni. Hildebrandi venerabilis Epiſeo- pi Eyſtettenſis& Reimberti de Voychsberg, quorum quis quando obiit, hoc inſtrumentum erit minime valiturum, non nocivum tamn ſucceſſori dicti Domini de Eyſtetten, quam etiam beredibus dicti Do- mini de Voychsberg. Ertel in Praxi durea Lib. II. Cap. 35. p. 207. meldet von einigen Guͤtern in Oeſterreich, daß die Unterthanen jaͤhrlich zu gewiſſer Tag und Stunde ein gewiſſes Geld dem Gerichtsherrn ab⸗ reichen muͤſſen, welches man insgemein verzuͤckte Dienſt nenne; wenn aber einer nur eine viertel Stunde zu ſpat komme, ſo falle das Grund⸗ ſtuͤck der Obrigkeit anheim. Nichtweniger kann auch folgende Ver⸗ leyhung de 1494., hieher gerechnet werden. K 1 Verleyhung eines Hofes an Henne Breidenbach und ſeine Leibeserben de A. 11⁰m* Aus einer Copey. Wr Ludwig von Eiſennburg Graue zu Buͤdingen fuͤr Uns auch alle ₰ Unſere Erbenn bekennen und thun kunth allermenniglichen mit die⸗ ſem Brieff, daß Wir betrachtet, angeſehen, und zu Hertzen genommen getrewe Dienſt, ſo Henn Breidenbach Friderichs ſeligen Son Uns biß anhero ertzeiget, auch kuͤnftig wol thun magk, und Ine mit Margrethen Renen Unſers Kellners zue Villmar Tochter ehelich verandert, denſelben zweien Eheleutten Hennen und Margarethen, auch ihren Leibs⸗Erbenn, ſo ſie vonn Ire beyder leiben habenn und machenn werden, verſchrieben habenn, und verſchreiben Inen hiemitt und Inn Crafft ditz Brieffs Unn⸗ ſern Hoff zu Villmar Wolffs⸗Hoff genannt, mitt aller Freyhaitt, wie wir den biß anhero ingehappt habenn, alſo daß ſie ſich deſſelben gebrauchen moͤgen mit Aſten, Bawen, Nutzungen und Gefellen, gleich andern Iren eigen Guttern, an Intrag Unſer, Unſer Erben und allermenni⸗ glichs. Doch alſo ob ſie die beide Eheleutte nitt Leibs⸗Erben mit einan⸗ der hetten, oder gewonnen, wann ſie dann beide thails abgingen, ſollt der genant Hoff wiederumb one alle Beſchwerung oder Vergeltung einicher Beſſerung uff Uns Unſere Erbenn, und Grafſchaft fallen, auch ob ſie Leibs Erbenn mit einander hetten und gewoͤnnen, und dieſelben ane⸗ 18 au ni n Ais Lhi ruis qun Vxwum m An Gieih — 3.)n ₰ hen jißel * htsherm a d ſeine ans auch ull anpenmitdie an genommen ) en Vas diß Matgrethe ret denſelbe Sribs⸗Crbe . vwerſchrite Brieffs li — eyhaitt, n ngebrauct dernch ͤa. 647 auch one Leibs Erben abgingen, ſollt der Hoff, wie vorſtehet, widder hinter ſich auff Uns, unnd Unſere Graffſchafft fallen, alle Geverde und Argeliſt hierinnen ußgeſchloſſen, und des alles zu Uhrkund, hand Wir Unſer eigen Ingeſiegel an dieſen Brieff thun hencken, der geben iſt uff Donderſtag nach S. Catharin Tag. Anno Domini mille- ſimo quatringenteſimo nonageſimo quarto. S 6 4„e, M, I M ,] ₰ ₰ ½ Anmerkungen berichtigendt Zuſätz den Buriſchen Lehnrecht oder der ausfuhrlichen Abhandlung von Bauerguͤtern D. Juſtus Friedrich Runde Profeſſor der Rechte und der Reichshiſtorie am Collegio Carolino zu Caſſel, Gieſſen, bey Krieger dem Juͤngern —— 3 ¹ ee Se, hreens MiytioeinsSeire torwekueMnsswweeiewriteSemee ehweemeeee e fee eereeremesber ewreneetet Prrewere⸗ Da aͤltere Ausgabe der vierten und fünften ortſetung des Bu⸗ riſchen Lehnrechts war nach der dritten Fortſetzung mit forltaufender Seitenzahl gedruckt. In dem neueren hingegen, ſo wie in der un⸗ ter dem Titel einer Abhandlung von Bauerguͤtern,. veranſtalteten b Ausgabe derſelben haben ſie eine abgeſonderte Seitenzahl. Da man fuͤr die Bequemlichkeit beyderley Beſitzer zu ſorgen billig fand, ſo iſt deshalb in den hier folgenden Anmerkungen jedesmal von bey⸗ derley Ausgaben die Seite, wohin die Anmerkung gehoͤrt, ange⸗ merkt worden. Mehrere Nachricht von den Abſichten dieſer An⸗ merkungen und Zuſaͤtzen giebt die Vorrede zu der hiermit zugleich erſcheinenden neuen Ausgabe des ganzen Werks, welche deshalb auch dieſem Theile der Anmerkungen beygelegt wird, wenn derſelh⸗ beſonders verlangt wird. R. Erſte Anmerkung zu S. 4.(oder S. 686. der aͤltern Ausgaben) Eine gleiche Beſchaffenheit hat es auch mit dem Worte Fedum, als wodurch ebenfalls die Bauernguͤter bisweilen angezeigt werden. don einer Urkunde de Ao. 1096. beym Calmet I. pag. 504. findet ſich folgendes Beyſpiel hievon: ltem ſi quis de familia mea (Comitiſſæ Matildæ) vel de ruſticis alodum ſuum vel feodum, quòôd a me tenet, Deo inſpirante prædictis Dei ſenis dare voluerit, laudo& concedo atque dono. B. Zwote Anmerkung Ebendaſelbſt. Mit dem Worte Beneſicium hat es eine gleiche Bewandniß. In einer Urkunde de Ao. 1033. beym Calmer Hiſtoire de Lorraine I. pag. 410. lieſet man: Ex Beneficiis autem ruſticalibus clauſuræ& ædi- ficia tectorum, iuxta facultatem vniuscuiusque circa monaſterium con- ſtruantur. B. Dritte Anmerkung Ebenbaſelbſt. Eine gewiſſe Treue angeloben muͤſſen. Ein Beyſpiel ſiehe beym Hergort pag. 278. B. b Vierte zue 4 ktal. T. ſelden; r glet m, qlh A⸗ = findet ſ nilia mel cel feodum, a' volueri, eine Se lorrain ræ& cl. Serium cocr Pie )O(⸗ Vierte Anmerkung zu S. 6.(688.) Merkmahle, wodurch die Lehen von b allen Guͤtern unterſchieden. b „ Die Verſchiedenheit der eigentlichen Lehenguͤter und der ihnen aͤhn⸗ lichen Bauerguͤter, welche hin und wieder mit den im Lehnrecht uͤbli⸗ chen Benennungen bezeichnet werden ſind ſowohl uͤberhaupt, als guch inſonderheit in Anſehung der wichtigen Frage, von der in beyden uͤbli⸗ chen Art der Erbfolge am beſten auseinander geſetzt, in des Herrn Ge⸗ heimen Raths loh. Henr. Chriſt. de Selchow difl. de differentiis Præ- diorum Ruſticorum& feudorum præſertim quoad ſucceſſionem. Göt- tinge 1765. Daß aber die zwiſchen beyden obwaltende Aehnlichkeit vorzuͤglich daher erwachſen ſey, daß man in Ertheilung der Bauerguͤ⸗ ter faſt uͤberall die Grundſaͤtze des Lehnweſens nachzuahmen geſucht habe, zeugt auf eine uͤberzeugende Weiſe Joh. Adam Kopp in den Proben des deutſchen Lehenrechts Th. I. p. 272. feq. und 288. ſeqq. R. Fuͤnfte Anmerkung zu S. 8.(690.) quaſi ſemen O' cultura abeſſet. Dieſen Grund der Benennung beſtaͤtigt eine Stelle in einer Ur⸗ kunde beym Muratori in Antiq. Ital. T. I. P. 661. wo es heißt: Manſio etiam veſtitis& abſentibus. B. Sechſte Anmerkung zu S. 17.(699.) Fctus oder Fictum heiſſet uͤberhaupt ein jaͤhrlicher Zins. Dieſer Erklaͤrung des Worts Fictus hat auch Muratori in Antiq. Tral. I. I. pag. 545. ſeinen Beyfall geſchenkt, und zur Beſtaͤtigung deſ⸗ ſelben eine Urkunde beygebracht. B. 4 7 Sieben⸗ —o( Siebende Anmerkung zu S. 28.(710.) die gewöhnliche Antwort iſt. Mit demjenigen, was der Verfaſſer hier von der in neueren Zei⸗ ten unter dem deutſchen Bauerſtande ausgebreitetern Freyheit vortraͤgt, vergleiche man zur Ergaͤnzung und Berichtigung meine Abhandlung von den Mitteln, wodurch die in dem deutſchen Bauerſtande er⸗ folgte Veraͤnderungen bewuͤrkt worden ſind. Sie findet ſich in den Memoires de la ſocieté des Antiquités de Caſſel T. I. p. 254. ſeq. R. Achte Anmerkung zu S. 39.(711.) Aus dem angefuͤhrten iſt es nun leicht. Daß die Patrimonialgerichtbarkeit keineswegs zu der ehemaligen Leibeigenſchaft der Bauern, ſondern allein in der ausdruͤcklichen oder ſtillſchweigenden Ertheilung der Landesherren ihren urſpruͤnglichen Grund habe, zeigt aus Gruͤnden und Landesordnung auch Herr Ge⸗ heime Rath von Selchow in elementis iuris germanici§. 290. R. „ Neunte Anmerkung zu S. 42.(724.) In der Urkunde de A. 936. a. Calnnet. In einer andern Urkunde de Ao. 1037. apud Calmet c. 1. P. I. pag. 416. bedinget ſich derjenige, ſo einem Kloſter einige Doͤrfer oder Hoͤfe (villas) ſchenket, ausdruͤcklich bevor: Hoc duntaxat excepto, vt qucælli- bet domus dictarum villarum vno die ſingulis annis, vnius viri labore pro caſtro noſtro Saarburg laborare tenebitur,& tenetur ad edictum illius, qai ipſum caſtrum tunc temporis pro tempore titulo poſſederit iuſto. B. Zehende Anmerkung Ebendaſelbſt. Daß ihm und nicht dem Gerichtsherrn. Daß in zweifelhaften Faͤllen die Dienſte dem Grund⸗ oder Guths⸗ 2 b herrn, natuͤrli pag. 69 Minu doch ih als di daher iſt reuern itvon ¹bhan n leicht ² echemalg cklichen a prunglit d Herr 0. H. K. 2„Calmet. —₰. J. P. J. cii oder 9 „ o, W 9ud vii lir w ad eält dlo polkäe ytsherne „oder Gl 80d hal 0 7 herrn, das iſt demjenigen, welchem die Verleihung der Bauerguͤter zu⸗ kommt, und nicht dem Gerichtsherrn zuzuſprechen ſind, behauptet auch Herr geheime Rath von Selchow in elementis iuris germanici§. 349. und zwar aus dem entſcheidenden Grunde, weil dieſe Dienſtleiſtungen urſpruͤnglich nichts anders ſind, als Vergeltungen der verſtatteten Be⸗ nutzung der Bauerguͤter und dazu gehoͤrigen Grundſtuͤcke. Da dieſes in der That auch unſers Verfaſſers Meinung iſt, wie er ſich daruͤber am Schluſſe dieſes Abſchnittes ſehr beſtim̃t erkaͤrt, ſo iſt derſelbe wohl nur durch einen Zufall beym Herrn von Selchov in die Stelle eines Diſſentienten gerathen. Als Vertheidiger dieſer Lehre verdienen uͤbrigens noch En- gau in elem. iur. germ. Lib. I. Tit. IV. g. LXIV. und Chriſt. Henrich de Berger in diſſ. de iure ordinum imperii circa operas ſubditorum. Wittemberg. 1724. angemerkt zu werden. R. Eilfte Anmerkung zu S. 47.(728.) Diejenige Rechtslehrer, welche mit Beyſeitſetzung dieſer und dergleichen. Unſer Verfaſſer behauptet hier zu viel, wenn er alle Lehrer des deutſchen Rechts fuͤr Vertheidiger der Vermuthung fuͤr ungemeſſene Dienſte ausgiebt. Von den neueren Schriftſtellern wenigſtens haben mehrere dieſe Lehre als in deutſchen Geſetzen und Herkommen keineswegs gegruͤndet erkannt, und entweder die gerade entgegen ſtehende Meinung angenommen, oder einen Mittelweg eingeſchlagen. Von denen, wel⸗ che fuͤr die Vermuthung der gemeſſenen Dienſte ſtreiten, hat Niemand die Sache ausfuͤhrlicher und gruͤndlicher unterſucht, als Joh. Leonhard Haͤuſchild in den juriſtiſchen Abhandlungen von Bauern und deren Frohndienſten auch der in Rechten gegruͤndeten Vermuthung ihrer natuͤrlichen Freyheit.(Dresden und Leipzig 1771. in 4.) N. V—VIII. pag. 69— 170. So viel aber auch hiſtoriſch richtiges zum Beſten dieſer Meinung und gegen die entgegen ſtehende geſagt werden mag, ſo hat doch ihre uneingeſchraͤnkte Anwendung faſt eben ſo groſſe Bedenklichkeit, als die Vermuthung fuͤr die ungemeſſene Dienſte. Ohne Zweifel ſind daher ſolche Grundſaͤtze, welche den Mittelweg einſchlagen, wegen ihrer vor⸗ 8) e(a2* vorzuͤglichen Billigkeit und Uebereinſtimmung mit der Rechtsanalogie allerdings vorzuziehen. Herr geheime Rath von Selchow hat ſie ſei⸗ nen elementis iuris germanici§. 350. not. 5. mit der genaueſten Be⸗ ſtimmtheit und Kuͤrze dargeſtellt, deshalb wir ſie hier mit ſeinen eigenen Worten beſchreiben. Res omnis— his regulis continetur.(a) Viden- dum an lege vel pacto res definita ſit.(b) Si his nihil definiatur, ad obſeruantiam recurritur. Cum enim ea, quæ vt plurimum& ordina- rie fiant, præſumantur, ſequitur, pro diuerſitate territoriorum nunc de- terminatas, nunc indeterminatas operas præſumi oportere.(c) In caſu dubiæ obſeruantiæ ad poſſeſſionem deueniendum eſt.(d) Sin& hæc dubia eſt, tutius agunt partes, cum rem omnem arbitrio iudicis vel principis decidendam committant, aut transactione controuerſiam ſopiant, R. Zwoͤlfte Anmerkung zu S. 66.(747.) ſo halte ich, daß ſo ſchlechterdings. Die Meinung, daß der Herr nicht befuͤgt ſey, ohne Einwilligung der dienſtbaren Bauren anſtatt der Naturaldienſte ihnen ein gewiſſes Geld abzufordern, wird jezt von den mehreſten Rechtsgelehrten ange⸗ nommen. Ich nenne von ſelbigen ſtatt aller andern nur den Herrn Ge⸗ heimen Rath von Selchov in element. iuris germanici§. 351. Gleich⸗ wie aber der Herr nicht nach Willkuͤhr Geld und Geldeswerth ſtatt der Naturaldienſte fordern kann, ſo iſt gleicherweiſe aus leicht zu erachten⸗ den Gruͤnden auch der Bauer nicht befugt, dem Gerichtsherrn ſtatt der zu leiſtenden Naturaldienſte ein Surrogat an Geld oder Getreide und Vieh aufzudringen, und ſonſt auf irgend eine Art die Dienſte zu verringern; denn die Dienſte ſind keineswegs an ſich in iure als odioſa zu betrachten. S. de Selchow l. c. Engau in elem. iur. germ. Lib. I. Tir. IV.§. LXX. und LXXI. Melch. Dithm. Grolmann de mutatione debitarum operarum diſſ.— III. cum præf. Eſtoris. Giſſæ 1734. Was uͤbrigens in Anſehung dieſer Sache von Seiten einer weiſen Lan⸗ desregierung zu verfuͤgen rathſam ſey, zeigen folgende Schriften: C. F. G. Weſtfeld uͤber die Abſtellung der Herrendienſte. Lemgo 1773. 1 in 116. 1 wnein 1=im nun It e.()! 1=(G 8a0 „ itrio iuah 1r atroueri Ardinge N finwillimm aih gewiſſe an yxten ange⸗ 9 Me Ge S1. Gla erth ſtatta * zu erachte toherrn ſu — der Get — ie Dienſte re als Odhch eerm. Lb de murii Gille nn ir weſſe Schriften 1n Lemgo 1 —)o( — 9 in 8. Und die von mir herausgegebenen zwo Abhandlun gat der Hand⸗ und Spanndienſte. Caſſel 1775. in 8. Dreyzehende Anmerkung zu S. 69.(750.) Zugleich vor ſie ausbedinget und verordnet, daß wer ſeine Dienſte bezahlen wolle. Ein gleiches findet ſich auch in der Urkunde de Ao. 1037. ap. Calmet C. I. p. 416. ibi: Adiicientes, vt ſi quæ domus omnes huiusmodi laborem redimere voluerint vel decreuerint, obulo Treuirenſi bono& legali ſingulæ domus ſingulis annis redimere vale- bunt, ac deinceps anno illo ab ad prædictum caſtrum Sarburg liberæ manebunt& abſolutæ, B. Die vorhergehende Worte dieſer Urkunde finden ſich oben in der neunten Anmerkung. R.. b Vierzehende Anmerkung b zu S. 73.(754.) Und wird alſo billig ſeine Einwilli⸗ gung zu dieſer Veraͤnderung erfordert. Bissweilen iſt ſolche Ueberlaſſung ausdruͤcklich verboten, z. E. in einer Urkunde de Ao. 1112. ap. Calmet I. P. 530. heiſſet es: Seruitia quæ in curtibus quibusdam aduocatis tribuuntar, cum villicis& ſcauio- nibus accipere& non emittere debent vel vendere quia ad hoc eis do- nantur, vt quicquid abbati vel familiæ aduerſitatis contigerit, per eos corrigatur. Doch ſtehet dahin, ob eben von Frohnden daſelbſt die Re⸗ de ſey, und ſelbige unter den ſeruitiis verſtanden werden. B. Funfzehende Anmerkung zu S. 77.(758.) Daß dergleichen jaͤhrliche Abgiften durch keinen Ablauf der Zeit koͤnnen verjaͤhrt werden. Man ſehe hievon Frid. Ch. Pufendorfu obſ. iur. vniuerſ. T. I. obſ. 116. Sechz⸗ Z. G. Zuſaͤtze b gen vom Surro⸗ dictarum villarum„ aut omni exactione& ſeruitute, quantum 8 8 * 4 ½ N. 3. 8 5 8 5 F 4 4 ————— F. 406 „ 2)⸗( Sechzehende Anmerkung zu S. 99.(280.) ſolches iſt mir unbewußt. Wer mehr von der rechtlichen Beſchaffenheit dieſer Behandigungs⸗ guͤter zu leſen wuͤnſcht, den verweiſen wir auf des Freyherrn von Cra⸗ mer Wetzlariſche Nebenſtunden Th. 9. S. 119. ſeqq. und Th. 40. p. 61. ſeq. ellfelds repert. iur. germ. h. v. Webuer in obſ. pract. ſub vocibus. Behandigung und Curmede. Beſoldi theſaurus entinuatus ſub voce Behandigungsguͤter. C. G. Knoyxens rechtliche Anmerkungen pag. 356. de Selchow in elem. iur. germg. 406. 40. Hier iſt noch anzumerken, daß dieſe Art Guͤter auch unter dem Namen Hobsguͤter vorzukommen pflegen, und daß der Name Behandigungeguͤter im la⸗ teiniſchen durch bona amanuata oder bona admanuationis pflegt ausge⸗ druckt zu werden. R. b Siebenzehende Anmerkung zu S. 103.(784.) Doch wurden ihre Beſitzer auch da⸗ mit ver liehen. b Dieſes geſchahe unter der Formel zu Purgrecht und Grundrecht, wie man aus einigen Beyſpielen in ſelect. iur.& hiſt. Tom. IV. p. 285. v. 300. ſehen kann. B. Achtzehende Anmerkung zu S. 107.(787.) nro. 20. nach den Worten: pro recognitio- ne buius donationis dare promitto. b Ein anderes Beyſpiel ſiehe beym Calmet I. pag 577. B. Neunzehende Anmerkung zu S. 112.(793) Daß die auf Zinns eingegebene Guͤter e niiccht immer einerley Natur gehabt. Der Hauptgrund dieſer verſchiedenen Natur iſt ohne Zweifet. Erh⸗ Siet 123. §.35 aou 1 J Cdixmg — A von Er h. 40 3 pradh h 8 e uatush ( erkun — er iſtne Tuzobegit 1r 1ter m 1> alis ih da⸗ Dindrecht N..Aſ. coguiit Siehe Chriſtian Ulr. Grupens Alterhuͤmer der Stadt 123. Mehreres davon ſiehe beym Herrn von Selebow in el §. 357. BKopp in den Lehensproben Th. I. S. z11. Und au Freſne edit. nouiſl. ſub voce cenſus creſcens,. b ) o( a⸗ I1 Prblichkeit oder Nichterblichkeit ſolcher Guͤter; woraus beſondern Verſchiedenheiten als Folgen herzuleiten ſind. Man kann daher mit Herrn Geheimen Rath von elchom in elem. iur. germ. J. 374. ſeq. dieſe Bauerguͤter uderhaupt unter zwo Elaſſen bringen. Die⸗ jenige, bey welchen eine Erblichkeit ſtatt findet, werden Erbenzinsguͤ⸗ ter(bona cenſiticorum hereditariorum) genannt; die andre hingegen ſchlechthin bona cenſitica Zinsguͤter. Daß erſtere durchaus nicht mit der Emphyteuſi zu verwechſeln ſind, hat Herr von Selchow ſehr richtig be⸗ merkt, indem er den großen Unterſchied von beyden deutlich vor Augen legt. Daß man uͤbrigens ehedem die beſondre Natur der nichterblichen Zinsguͤter ſehr genau gekannt, und ſie deshalb von dem uͤbrigen erb⸗ und eigenthuͤmlichen Vermoͤgen ſorgfaͤltig unterſchieden habe, zeigen unter andern einige Urkunden beym Sudenus in Cod. dipl. T. II. pag. 974. ſeq. und Tom. III, p. 29. worin bona immobilia propria& cenfua- lia ſiue hereditaria einander entgegengeſetzt ſind. R. Zwanzigſte Anmerkuug zu S. 125.(805.) Von den Kutſcher⸗Zinſen fuͤhrt Carpzov ein paar Exempel an. Eine ſehr ſonderbare Beſchreibung findet ſich in dem Vergleicheder Stadt Bremen mit dem Erzbiſchof Hildebold d. a, 1259. „Ich ſchal den Voget van wegen des Koͤninges Gerechtigkeit „ alle Jahr up St. Martens Dach by Sunnen ſchine den Koͤnig „ Tins entfangen, und de den nicht uthgift by deme Sunnenſchine „ denen ſchal de Tins duppelt upflan, ſo vaken de Klocke ſleyt, „ de Hane kreyt, de Wind weyet, Sunne und Mande Ebbe » und Floth up und Darl geyt. Hanover pag. em. iur. germ. b 2 Ein die uͤbrigen 3 1— . n ———— 12 Oo( A Ein und zwanzigſte Anmerkung zu S. 127.(806.) Legale G. antiguum dictunn genannt wird. Dieſem zufolge wird es in einer Urkunde de ao. 1112. ap. Colmet P. I. pag. 530. als eine bey den gehaltenen Gerichten gewoͤhnliche Sache vorausgeſetzt, daß, wer ſeinen Zins nicht rlchtig bezahlt, des Gutes verluſtig werde, ibi: Si propter cenſus ſui negligentiam vel ob quamlibet aliam culpam manſus aut„oo alicuius hominis in placitis abbatis paubli- cata aut dominicata fuerint, omnia abbatis erunt. Und kurz hernach heiſſet es von denen, welche ſelbigen zu geben gar weigern: ſi villani de- bitum cenſum voluerint denegare, primum per alios iudices, deinde in ipſo principali loco Treuiris per illos iudices ac miniſtros, qui Scare- manni dicuntur, ad viam ſi poſſent, reducantur; ſin autem per car- tham& aduocatum, ad vltimum vero per manifeſtum iudicium, in quo ſi conuicti fuerint, omnibus bonir ſuis carebunt,& nullum ius, niſi quod Abbas poſtea eis conceſſerit, habebunt, Vid. aliud exemplum ap. Guden. C. D. II. p. 63. B. b 5* Zwey und zwanzigſte Anmerkung zu S. 135.(814.) weil man in den Urkunden nicht Curmied, ſondern Curmod oder Curmud finde. In einer Urkunde bey Guden. Cod. dipl. Tom. II. pag. 978. heißt es: Cenſibus, homagiis, Cormedir. S. auch ebendaſ. pag. 1069. und 1202, B. Drey und zwanzigſte Anmerkung zu S. 136.(816.) Ferner Mieta oder Meda. Die Bedeutung dieſer Worte erklaͤrt vorzuͤglich gut Joh. Ad. Ropp in den Proben des deutſchen Lehnrechts Th. I. p. 283. Siehe auch Beyſpiele zur Beſtaͤtigung ſeiner Erklaͤrung beym Gudenus in Cod. di- plom. Tom, III. p. 286, B, b Vier 1 aans = baiisnu 1 t henni iillani Ses, dein ) quiden mun pera ⁵☛ leium, i Ein ics, ül a exemphun macht Go )o Vier und zwanzigſte Anmerkung zu S. 138.(817.) Welcher Woͤrter Bedeutung man bey Harprecht. Daß dieſe Worte nicht voͤllig gleichbedeutend ſind, hat der Ver⸗ faſſer ſelbſt angemerkt. Von dem verſchiedenen Sinne handelt auſſer dem genannten Harprecht auch Herr Geheime Rath von Jelchow in elem. iur, germ.§. 384. Das Wort Budel oder Huathei inſonderheit will Senkenberg in præfat. ad Tom. VI. ſelect. iur.& hiſtor. germ. pag. 60. von beid und theilen herleiten, weil vermoͤge des Budtheils gleichſam beyde Theile, nemlich des Herrn und der Erben des verſtorbenen Leib⸗ eigenen von einander abgeſondert wuͤrden. Dieſe Erklaͤrung hat jedoch viel Gezwungenes. Es iſt natuͤrlicher, ſolches entweder vom Beſttheil (res optima) oder vom Beuteltheil herzuleiten. Letztere Herleitung wird dadurch wahrſcheinlich, weil das Budtheil nicht blos, wie das Beſthaupt ein einziges, und zwar das beſte Stuͤck in ſeiner Art, ſon⸗ dern einen ganzen Theil, nemlich die Helfte, ein Drittel oder Viertel der Verlaſſenſchaft enthaͤlt.„Daher es auch das Beutelrecht oder ius Bidellæ genannt wird. In einer Urkunde beym Gudenus Tom. II. pag. 46. ſtehen Buteil, Behtheuhs neben einander. Meliora capita findet man — ebendaſelbſt pag. 79. Fuͤnf und zwanzigſte Anmerkung zu S. 140.(819.) Das Gut aufſchwoͤren genannt wird. Dabß die Churmedguͤter an verſchiedenen Orten die Natur der Lehen nachahmen, bezeugt Ludoff in obl. forens. T. III. obſ. 283— 294. Ja! Cramer in den Wetzlariſchen Nebenſtunden Th. 4. p. 36. ſeqq. behauptet, daß ſie fuͤr wahre Lehen zu halten waͤren, wenn in Anſehung derſelben eine Lehenstreue verſprochen wuͤrde. Weshalb er auch Chur⸗ medguͤter und Churmedlehen genau von einander unterſcheidet, B. u. R. b 3 Sechs 5 4 —————— 14 o)O Sechs und zwanzigſte Anmerkung Ebendaſelbſt. 4) Er bezahlt dabey ſeinen jaͤhrlichen Zins. Auch kann gegen ihn von dem Gutsherrn wegen nicht erfolgter Zah⸗ lung des Zinſes oder der Churmede die actio pruuatoria angeſtellt wer⸗ den. S. Cramer a. a. O. pag. 66. ſeq. B. u. R Sieben und zwanzigſte Anmerkung zu S. 144.(823) Welche man in Schwaben Koͤln⸗ hoͤfe nenne. Ein Beyſpiel von einem ſolchen vom Reich zu Lehn gehenden Koͤln⸗ hofe hat Moſer im Reichshofraths⸗Proceß Th. 3. p. 820. B. Acht und zwanzigſte Anmerkung zu S. 150.(829.) Am Schluß des M. Abſchnittes. Von Reichsdinghoͤfen, welche zu Lehen gehen, finden ſich Bey⸗ ſpiele beym Moſer a. a. O. pag. 681. 755. 778. 770. B. Neun und zwanzigſte Anmerkung Ebendaſelbſt. Xl. Muß ich mich anjetzo mit der bloſ⸗ ſen Anfuͤhrung begnuͤgen. Herr D. Gerh. Oeirichs in gloſſario ad ſtatuta Bremenſia antiqua (Francof. 1767. in 8.) giebt folgende Erlaͤuterung uͤber den Artickel Dweenacht:„ſpatium 24 horarum: quod datur a iudice in rebus pa- „ ratam executionem requirentibus. Over de Dwee nacht ſignificat „ tempus, worinn nur eine Nacht in die Quere kommt, d. i. ehe die zwo⸗ „ te Nacht anbricht.„ Dieſes ſcheint allerdings die urſpruͤngliche und gewoͤhnliche Bedeutung zu ſeyn, wie aus vielen von Herrn Gelerche . b au emg Pag — 1I cchen 1= gte dt niſelte 12 1n Joͤn den h — E 1 Muittes. aſich Beß⸗ Jer blof aus deutſchen Stadtgeſetzen angefuͤhrten Beyſpielen erhellet. Indeſſen fuͤhrt eben derſelbe noch einige andere Statuten an, in welchen bald acht, bald vierzehen Tage, bald auch vier Wochen unter dem Ausdrucke Dweewacht verſtanden werden. Dweenachteguͤter ſcheinen mir daher ſolche Guͤter zu ſeyn, bey welchen zur Ausuͤbung des Retractrechts nicht die gewoͤhnliche Zeit von einem Jahre, ſondern eine kuͤrzere, will⸗ kuͤhrliche, vom Richter nach Befinden der Umſtaͤnde zu beſtimmende Friſt ſtatt findet. Umſtaͤndlicher handelt von dieſer letztern Sache Cramer in den Wetzlariſchen Nebenſtunden Band 1X. S. 85. feqq. R. Dreyſigſte Anmerkung Ebendaſelbſt. XVl. und unter andern mehrern wird ſie auch Ehrſchatz genannt. In terris nobilium de Riedeſel ſubditi, qui bona cenſitica oneroſa (laſtbare Zinsguͤter) in alios pro certo pretio transferunt: ſiue fiat per diuifionem patris inter liberos, ſiue poſt eius mortem liberi uni inter ipſos prædium pro certo prerio reliquis ſoluendo addicant, ſiue deni- que in extraneum vel totum, vel pro parte pro certo pretio transferant, tune emtor vel nouus poſſeſſor decimum nummum vel partem pretii conuenti Dominis de Riedeſel ſoluere debent, hac tamen cum reſtrictio- ne, vt in duobus prioribus caſibus emtor de ſua portione hereditaria nihil ſoluat. Hæc præſtatio vocatur Herrn Weinkauff. in duobus prio- ribus caſibus der Geſchwiſterliche in poſteriori der Fremde, vid,. Qua- drupl. in cauſa Engelrode contra Riedeſel p. 46. b Ein und dreyſigſte Anmerkung zu S. 153.(832.) Mit den roͤmiſchen Empb)teuſibus verwechſelt. Exemplum emphyteuſeos vid. apud Hergott pag. 271. 389. Iure emphyteutico——— herecditarie locare, beym Gudenus T. III. Pag. 287⸗ B. 1 9 Zwey ) O(8½. 15 —y—-— 16)o( a⸗ Zwey und dreyſigſte Anmerkung zu S. 163.(841.) So iſt der enpb)teuta allerdings ſchul⸗ b ding ſolchen anzunehmen. Wie nicht weniger, wenn der Erbbeſtaͤnder oder ſeine Vorgaͤnger wuͤrklich eine ſchriftliche Erbleyhe ehedem bekommen, ſolche aber wieder verloren hat. In welchem Fall, wenn von dem vorigen Brief keine Nachricht vorhanden, der neue Brief nach den bisherigen Abgiften, und in dem uͤbrigen nach den gemeinen Rechten der daſigen Gegenden eingerichtet werden muß. B. b Drey und dreyſigſte Anmerkung zu S. 178.(856.) Es fragt ſich hiebey, wenn viele b Miterben vorhanden ſind. Es erwaͤchſt hier noch eine andre Frage; nemlich, ob mehrere Mit⸗ erben eines ſolchen Emphyteutguts oder der Erbleyhe gezwungen werden koͤnnen, wider ihren Willen einen gemeinſchaftlichen Lehentraͤger(pro- uaſallum) zu beſtellen? Beck de emphyteuſi pag. 344. leugnet ſolches, wofern nicht ein entgegengeſetztes Herkommen vorhanden ſey, fuͤr wel⸗ ches jedoch billig die Vermuthung an ſolchen Orten ſtreitet, wo die Erbleyhen ganz nach dem Maaßſtabe der wuͤrklichen Lehen beurtheilt wer⸗ den. In dieſem Falle muͤſſen nemlich die Erben des Erbbeſtaͤnders die Erbleyhe erneuern, wenn aber mehrere Erben ohne einen gemeinſchaft⸗ lichen Lehntraͤger zu beſtellen, die Emphyteuſin erhalten, und alle zu⸗ gleich die Erbleyhe erneuern, ſo wuͤrde nach dem Ableben eines jeden dieſer Miterben, entweder von allen, oder wenigſtens von den Kindern dieſes Miterben jedesmal eine beſondre Erneuerung der Erbleyhe zu ſuchen ſeyn; und dieſe wuͤrde unzaͤhlige Erneuerungen zum großen Schaden der Miterben veurſachen. Auch iſt uͤberdem dem Grundherrn ſehr daran gelegen, zu wiſſen, von wem er ſeinen Erbzins zu fordern habe, und er kann daher nicht ohne ſeinen Nachtheil zugeben, daß ſein Emphyteut⸗ gut unter ſo viele Erbpaͤchter getheilt mwerde. B. u. R. b b b Vier V a viele t hrere Mi a zen werdn wäher(pro unt ſolches, 3 für wa⸗ 9u wo die „ cttheilt wer 4 danders di mauiti⸗ Ind qle z- e n t zeines jod ren Kinden hezuſoch rochadende T Vier und dreyſigſte Anmerkung zu S. 187.(865.) Laudemium und auf deutſch Lehen⸗ waare genannt. In Urkunden kommt ſolches auch unter dem Namen Vinicopium und Weinkauf vor. S. Guuenus Cod. dipl. T. II. pag. 77. desglei⸗ chen wird es Vorhure genannt. Ibid. p. 182. die Benennung Herrn Weinkauf ſiehe oben in der zoten Anmerkung. B. In einer Urkunde beym Cnkenberg in ſelect. iuris& hiſtor. Tom. V. pag. 244. kommt auch der Name Leickouf vor, welches daſelbſt eben⸗ falls die Lehnwaar bedeutet. R. Fuͤnf und dreyſigſte Anmerkung zu S. 189.(866.) In den ſpaͤtern Zeiten annoch dieſe Bedeutung gehabt hat, dieſer Abgift den Namen gegeben. Dieſe Vermuthung wird um deſto ſtaͤrker, wenn man findet, daß die Worte Mirleiden und Leiden in alten Urkunden wuͤrklich fuͤr contribu⸗ tio gebraucht ſind. S. Senkenberg in ſelect, iur.& hiſtor. Tom. IV. pag. 161. wo es heißt: Wir Albrecht bekennen—— daß er(G. N.) in unſern Landen ſolle frey und ledig ſeyn vor aller Stewre, Weingarts⸗ ſtewre, Lehen und Loſung vor aller andere Stewer Vorderung und mitleiden wie die genannt ſeyn. Von dem Gebrauche des Worts lei. den in eben dieſer Bedeutung findet man bey Senkenberg g. a. O. pag. 185. gleichfalls ein Beyſpiel. Sechs und dreyſigſte Anmerkung zu S. 201.(878.) Und ſolche bey beyden Veraͤnderun⸗ gen ſowohl des Vaſallen als des Herrn erfordert wird. Beyſpiele von Lehnbriefen, welche dieſes erlaͤutern, finden ſich beym Ropp in den Lehnsproben Th. 1. p. 177— 183. B. B. G. Zuſaͤtze. c Sieben 18*—— Sieben und dreyſigſte Anmerkung zu S. 210.(887.) So kann dieſes doch bey der gehn⸗ waare, die den Herrn angehet, keine Wuͤrkung haben. 1. Mit Recht iſt hier zwar behauptet worden, daß auch ein entfernter cdo Erbe bey der auf ihn erfolgten Vererbung eines Emphyteutguts, ver⸗ e moͤge eines ihm aus der erſten Aufrichtung der Emphyteuſis zukommen⸗ 1e den Erbrechts keine Lehnwaare zu bezahlen ſchuldig ſey; daß aber da⸗ ſd0 gegen derjenige entfernte Erbe, der durch eine beſondre aus der erſten m Errichtung nicht herruͤhrende Translation zum Beſitz des Guts gelangt, be allerdings dazu verbunden ſey. Hierbey entſteht aber noch eine andere mi Frage: ob nemlich, wenn das Emphyteutgut einem entfernten Erben nn verkauft iſt, der Gutsherr oder dominus directus ein ius protimiſeos w gegen ihn ausuͤben koͤnne? Uns ſcheinet es, daß dieſe Frage um deswil⸗ en bejahet werden muͤſſe, weil der Kaͤufer in dieſem Falle nicht als Erbe zm des letzten Beſitzers, ſondern als ein ſucceſſor ſingularis deſſelben die 5 Emphyteuſin bekommt, mithin fuͤr den gegenwaͤrtigen Fall als ein Frem⸗ jinh der zu betrachten iſt, dem der dominus directus, wenn er eben ſo viel nni geben will, allerdings vorzuziehen iſt. Weil indeſſen ein ſolcher ent⸗ do fernter Erbe doch ein eventuelles Erbrecht hat, welches ihm ſchon ver⸗ d moͤge der erſten Conceſſion der Emphyteuſis zukommt, ſo kann er auch deſſen nicht ſchlechterdings und wider ſeinen Willen beraubt werden. Hieraus folgt zugleich, daß von dem Zeitpuncte an, da nach Abſterben aller uͤbrigen naͤheren Verwandten, die Erbfolge dieſen entfernten Ver⸗ wandten, welchen der Gutsherr durch ſein Naͤherrecht bey dem Ver⸗ kaufe ausgeſchtoſſen hatte, treffen wuͤrde, deſſelben Erbrecht reviviſeirt, A und der Gutsherr ihm das Emphyteutgut zuruͤckgeben muͤſſe. Denn ohne dieſes wuͤrde ein dominus directus, wenn er ſich nur mit dem ge⸗ genwaͤrtigen Beſitzer verſtuͤnde, alle entferntere Verwandten per inch- rectum um das ihnen einmal durch die erſte Errichtung der Emphyteuſis wohl erworbene Recht bringen koͤnnen. B. u. R. di Acht ur entfen 1☛ ſuts, G † Üukomme * ßßabern 3 der Gi (Sts gelane 1Mine anda Aten Erbe = roumiſe tueim destwi ir htals Eri 1a ſelben d alein Frem⸗ apen ſo vle ccher t⸗ ſchon der⸗ Rann er auch 1) Slſted a enten dem 8 * reviviſel † re. Dml a ait dem. 5 n per ind 1 d A )o(bor 19 Acht und dreyſigſte Anmerkung iu S. 211.(888.) Durch die Veraͤuſſerung ſeines Va⸗ teers als des letzten Beſitzers erhalten hat. Bey den deutſchen Erbzins oder Leyhguͤtern wird zum 5 b Laudemium auch bey der Veraͤnderung des Herrn ad innoftere das dorum entrichtet, welches gleichwohl in zweifethaften Faͤllen nicht zu vermuthen und deshalb auch nicht uͤber die im Contract beſtimmten Faͤl⸗ le auszudehnen iſt. Wenn nun aber in demſelben Meldung geſchehen daß bey erfolgtem Sterbfalle eines der beyden Contrahenten das Laude⸗ mium bezahlt werden ſolle, und der dominus directus alsdann ſein Recht bey ſeinen Lebzeiten einem andern uͤbertraͤgt, ſo wird auch das Laude⸗ mium nicht bey ſeinem, als des Cedentis Tode entrichtet ſondern es iſt in dieſem Falle der Tod des Ceſſionarii abzuwarten. Gleicherweiſe wenn der Dominus directus die Emphyteuſin zwiſchen zween Erben theilt⸗ o kann er das Laudemium nach deren Tode nicht rechtmaͤßiger Weiſe zweymal fordern, ſondern er empfaͤngt bey eines jeden Tode nur die Helfte des verſprochenen oder hergebrachten Laudemiums. Wenn auch in dem Leyhbriefe nur des erſten Verleyhers bey Entrichtung des Laude⸗ mii gedacht worden, ſo faͤllt bey folgenden Sterbfaͤllen alle Schuldigkeit 9 dergleichen weiter zu bezahlen gaͤnzlich weg. Conf. 5 Erbzins⸗ recht Cap. XI. B. ch g 44 vom Erbzins⸗ Neun und dreyſigſte Anmerkung zu S. 259.(034.) 1) Erbleyhe oder Erblehnen. Verſchiedene merkwuͤrdige Documente von Erblehen ſiehe beym B. Kopp in den Lehnsproben Th. I. pag. 177. feqq. Vierzigſte Anmerkung zu S. 259.(035.) 4) Vererbung. Auch ſchlechthin Erbe, wie folgendes Beyſpiel zeigt: Teneat a dicto monaſterio iure, quod vulgo Erbe dicitur, pro annuo cenſu, f 2 VnO ————— 3 20( vno videlicet ſoldo denariorum. Beym Hergott geneal. gent. Auſtr. pag. 340. desgleichen lus Hereditarium proprietate oppoſitum kommt vor in einer Urkunde beym Gudenus Cod. diplom. T. II. pag. 9. B. Ein und vierzigſte Anmerkung zu S. 261.(936.) 7) Emphyteuſis. Auch ius Colonarium beym Gudenus Cod. dipl. T. II. pag. 182. und in den vorhin angefuͤhrten Stellen hin und wieder. B. Zwey und vierzigſte Anmerkung b zu S. 265.(940.) b In der hier im dritten Abſchnitte folgenden Aufzaͤhlung der Rech⸗ te und Pflichten des Erbbeſtaͤnders hat der Verfgſſer einen Punet uͤber⸗ gangen, den wir jedoch als die Grundlage aller uͤbrigen von ihm erklaͤr⸗ ten Rechte und Pflichten anſehen muͤſſen. Dieſen nemlich, daß zu Er⸗ richung der Erbleyhe allezeit eine Verbriefung oder ſchriftlicher Contract erforderlich iſt; als worinn gleich anfaͤnglich dieſe deutſche Emphyteuſis von der roͤmiſchen abweicht. Denn es iſt bey den Deutſchen Herkommens, daß die Verleihung zu rechtem Erbe allezeit durch ordentliche geſchrie⸗ bene Leyhbriefe geſchehe, welche als die Hauptquelle der unter den Con⸗ trahenten ſtattſindenden Rechten und Verbindlichktiten betrachtet werden. Eines Theils geſchahe dieſes zu deſto ſtaͤrkerer Gewißheit der einander gethanen Zuſagen; andern Theils aber und vornehmlich auch deshalben, weil durch dergleichen Verleihungen zu rechtem Erbe der wuͤrkliche Be⸗ ſitz des Leyhguts zum deutſchen Nießbrauche uͤbergeben wurde, wozu die ſogenannten Handfeſten oder oͤffentliche ſchriftliche Urkunden jederzeit als ein nothwendiges Formale betrachtet wurde. Man ſehe die Solm⸗ ſiſche Landesordnung b. II. tit. VI.§. 1. wo es heißt: b „Erſtlich, daß ſolche Erbleyhen allwege in Schriften, unter des „Gerichts oder unſer Amptleute, darunter ſolch Gut gelegen, „oder ſunſt anderer glaubhafter Leuth, ſo Siegel genoſſen, »Inſiegel verbriefet werden ſoll, um gleiches Behaltswillen, „ wie 4 gat iſt Naa der N 4 1& hunetibe Sihm erkler ddaß zu Er 11a Contrae 1a wphteuſſ a vnmend, ail geſchrie⸗ un da Coy⸗ aet werden. x er einande n deshalbey A rkliche è⸗ men jederne 1 die Sche Laltwin 7E „ wie und mit was Pacten und Bedingungen ſolch Vererbung, oder Erbleyhe geſchehen ſey, damit dadurch kuͤnftige Mißver⸗ Au ſtaͤnde und unnoͤthiges Gezaͤnk, auch Rechtfertigungen verhuͤ⸗ „ tet werden. Ein gleiches beſagt auch die Churpfaͤlziſche Landesordnung barrt. II. Tit. V.§. 2. Siehe Kopp in den Lehensproben Th. 1. S. 297. ſeq. R. Ddrrey und vierzigſte Anmerkung zu S. 268.(944.) Noch mehrere hieher gehoͤrige . Eyempel. Ssiieehe eines dergleichen beym Gudenus Cod. dipl. T. II. p. 78. B. Ebendaſelbſt. Bisweilen durch ausdruͤckliche Ge⸗ ſetze bekraͤftigt. In einer Urkunde beym Senkenberg in ſelect. iur.& hiſtor. Tom. IV. pag. 486. ſeq. beruft man ſich ausdruͤcklich auf ein hieruͤber vor⸗ handenes Herkommen und Geſetz: vnd er(Emhpyteuta) ſollich leben alſo vn ir(Abbatiſſæ Kubacenſis) Miſſen vnd S das vor nicht angepoten hetre nach lainder gewonbeit vnd der berrſchaft und der Serichtr rechten nach pucbs ſage. Herr von Senkenberg bemerkt dabey in der Anmerkung, daß dieſe Worte aus dem im Jahr 1344. gemachten Bayriſchen Landrecht genommen waͤren. R. b b Vier und vierzigſte Anmerkung zu S. 269.(944.) Es fragt ſich hierbey, ob der Be⸗— ſtcander ſeine Erbleyhe nicht allein auf ſeine Leibeserben. Bey dieſer Frage von Vererbung der Erbleyhe, welche der Wer⸗ ſaſſer hier beantwortet, entſteht noch weiter auch dieſe Frage: ob in ſolchen Gegenden, wo Solmſiſches Recht gilt, der uͤberlebende Ehe⸗ gatte den Uſumfructum an dieſer deutſchen Emphyteuſi habe? hierauf iſt zu antworten: daß in Ruͤckſicht auf die Miterben ohne Apſtand die b 6 3 Fra⸗ 22 48)0(38. — Frage zu bejahen ſey, weil es in der Solmſiſchen Landes⸗und Gerichts⸗ Ordnung Tu. 18.§. 11. die Erbieyhe ausdruͤcklich unter ſolchen Guͤtern nahmhaft gemacht wird, worinn dergleichen Nießbrauch des uͤberleben⸗ den Ehegatten ſtatt findet. Wofern indeſſen dieſer Nießbrauch dem In⸗ tereſſe des domini directi auf irgend eine Weiſe zu nahe treten ſollte, da wird zum Rechtsbeſtande deſſelben auch ſeine Einwilligung erforderlich ſeyn. Wenn aber weiter dieſer uͤberlebende Ehegatte zur zwoten Ehe ſchreitet, verliert er alsdann den Nießbrauch? dieſe Frage ſcheint wohl um deswillen mit Nein zu beantworten zu ſeyn, weil in gedachter Landes⸗ ordnung der Nießbrauch den uͤberlebenden Ehegatten ausdruͤcklich auf Lebenszeit angewieſen⸗ dagegen aber in derſelben von keiner Strafe der zwoten Heyrath etwas enthalten iſt, und die aus der Landesordnung dem uͤberlebenden Ehegatten zukommenden Vortheile alſo auch keines⸗ wegs davon abhangen koͤnnen. Hierzu kommt noch die allgemeine Ver⸗ muthung aus den deutſchen Rechten, daß der einer Ehegattin zugeſicher⸗ te Nießbrauch, oder das dotalitium derſelben nicht durch die zwote Hey⸗ rath geendigt werde; Man ſehe§enkenbergu meditationes de vniuerſo iure&R hiſtoria pag. 42. feq.& 432. ſeqd.(Wie auch Mernber in obſ. forenſ. P. VIII. obſ. 144. und loh. VIr. de Cramer in den Wetzlariſchen Nebenſtunden P. 9. obſ. 1. Chriſt. Henr. Hreuning de dotalitio ob ſè- cundas nuptias non ceſſante. Lipſ. 1754. 4. R.) Abs daher(im Jahr 1750. im Monat Junius) ein Vater bey dem domino directo um die Einwilligung nachſuchte, daß die Erbleyhe nach ſeinem Tode ſeiner Schwiegertochter, einer Wittwe ſeines vor ihm verſtorbenen Sohns, wenn ſie ſich gleich zum zweytenmale verheyrathen ſollte, ſo lang ver⸗ bleiben moͤgte, bis ſein erſtgebohrner Enkel das fuͤnf und zwanziſte Jahr erreicht habe, ſo wurde ihr ſolches ohne Schwierigkeit zugeſtanden. In einem uns vorgekommenen Erbleyhbriefe war dem Erbbeſtaͤn⸗ der verſtattet worden, ſein Erbrecht und die Oberbeſſerung andern zu verkaufen und zu begeben. Daraus wollte derſelbe den Schlutz ziehen, daß dieſe Emphyteuſis nicht blos auf ſeine Leibeserben eingeſchraͤnkt ſey; welche Folgerung aber um deswillen als ungegruͤndet angeſehen wurde, weil ſie 1.) der Natur der Erbleyhe in ſolchen Gegenden, worinn Solmſiſches Recht gilt, ganz zuwiderlauft; 2.) weil auf den Todesfol des Frh⸗ han oder rath ſo ko gar wen deſſe — b 6 e Gert. 6 e G 4, bue 1i 21t ſolke, Tuerfoneh 2 wota, Kcheinta 1* dterlahe m ruckiche Hter Strafen ei d Hesord (Guch kenn 6„Tneinec⸗ 2A zugeſche 1* zwote he ( ie vullerl ber in ol 1¹ Segloriſche ai0 ob ſe anlim Jahr — dn de mnddde ſeine [Ben Sohu 4 ſ lang den e miſſte ſanden. aErbkeſt „g andenl Su eh „ rchraͤntt ſe a hen wund nen, woli⸗ — odesfold niode ie. 3)0(8. 23 Erbbeſtaͤnders eine Recognition des dominii directi, wiewohl ohne Le⸗ 2A, henwaare verſprochen war, welches eine Inteſtaterbfolge vorausſetzt; 3) iſt auch in Ruͤckſicht auf Laudemium, Naͤherkaufsrecht und Beurthei⸗ lung des neuen Erbbeſtaͤnders ein ſo großer Unterſchied zwiſchen einer Veraͤuſſerung unter Lebendigen, und einer Teſtamentariſchen Verfuͤ⸗ gung uͤber die Erbleyhe, daß ſchlechterdings von jener auf dieſe nicht ge⸗ ſchloſſen werden kann. Dabß die Erben bey dieſer deutſchen Emphyteuſi bisweilen eine Lehn⸗ waare oder ſogenannte Weinkaufsgelder bezahlen, als worinn ſich eine Nachahmung der eigentlichen Lehen, und zugleich ein groſſer Unterſchied von der roͤmiſchen Emphyteuſis zeigt, davon ſind ſchon oben Beyſpiele angefuͤhrt, welchen noch beyzufuͤgen iſt Gudenus in Cod. dipl. T. II. pag. 77. Ausfuͤhrlich handelt davon Kopp in den Lehensproben Th, 1. pag. 301. Ebenderſelbe ſtimmt auch S. 299. darin mit uns uͤberein, daß unter Leibeserben des erſten Erwerbers bey dieſer deutſchen Em⸗ phyteuſi, gleichwie bey den eigentlichen Lehnguͤtern, bald die maͤnnlichen Deſcendenten allein, bald auch zugleich die weiblichen verſtanden werden, die Aſcendenten und Collaterales aber allezeit ausgeſchloſſen bleiben; wie ſich aus mehreren von ihm angemerkten Beyſpielen ergiebt. B. Fuͤnf und vierzigſte Anmerkung zu S. 269.(045.) So ſind doch unter den Erben wie bey Lehen nur die Leibeserben des erſten Erwerbers ver⸗ ſtanden worden. b Wie aber, wenn mehrere Kinder des letztern Erbbeſtaͤnders vor⸗ handen ſind, muͤſſen ſolche insgeſamt zur Erbfolge in dieſem Erblehen oder Emphyteuſi gelaſſen werden? ich antworte: wenn ſie es fuͤr ſich rathſam finden, daſſelbe gemeinſchaftlich zu verwalten und zu benutzen, ſo kann ihnen ſolches nicht unterſagt werden; indem der Lehnherr dabey gar nicht interreßirt iſt. Ein anderes hingegen waͤre zu antworten, wenn ſie das Gut unter ſich theilen wollten; denn gegen alle Zerſtuͤckelung deſſelben ſowohl, als der davon abhangenden Verpflichtung zu Bezah⸗ lung 24 Z3o( lung des jaͤhrlichen Canons hat der Erblehnherr allerdings ſehr gerechte Urſach ſich zu ſetzen. Man ſehe Beck vom Erbzinsrecht. S. 328. Weenn nun aber vielleicht die Kinder nicht laͤnger in der gemeinſchaft⸗ lichen Verwaltung und Benutzung des Guts bleiben wollen, oder we⸗ gen des daraus entſtehenden Schadens nicht weiter bleiben koͤnnen; welche von ihnen ſind alsdann den uͤbrigen vorzuziehen? und verdient nicht etwa inſonderheit ein maͤnnlicher Leibserbe den Vorzug vor dem weiblichen? dieſe Frage iſt aus folgenden Gruͤnden zu bejahen: a) weil dieſe Erbleyhen mit den wahren Lehen eine ſo groſſe Gleichheit haben, daß man der Regel nach auch in Betracht der Erbfolge hier eine recht⸗ liche Analogie annehmen, und von dieſen auf jene wohl den Schluß machen darf. Da nun bey der Erbfolge in Lehen den maͤnnlichen Erben gewoͤhnlich der Vorzug vor den weiblichen zukommt, ſo gilt in zweifel⸗ haften Faͤllen auch ein gleiches in der Erbleyhe. b) Weil der dominus directus ein ſehr gegruͤndetes Intereſſe hat, dahin zu ſehen, daß die Erbleyye nicht ohne hinreichende Urſache aus einer Familie in dje andre uͤbergehe, welches bey der weiblichen Erbfolge ganz natuͤrlicher Weiſe erfolgt. Indeſſen kommt es bey dieſer ganzen Sache doch gar ſehr auf das Gutfinden des Grundherrn an. Wenn nemlich ſaͤmtliche Kinder noch unmuͤndig ſind, ſo muß die Obrigkeit, welche gemeiniglich zugleich Dominus directus iſt, auch den Nutzen derſelben vor Augen haben. In dieſen Umſtaͤnden iſt ihr unbenommen, die Emphyteuſin mit Vor⸗ beygehung der Soͤhne einer Tochter und dem Manne, mit welchem ſie in der Ehe lebt, zuzuwenden, wenn dieſer ſolche Anerbietungen thut, welche allen Kindern zuſammengenommen, vortheilhafter ſind, als diejenigen, zu welchen ſich der Vormund des Sohnes hat verſtehen wollen. So iſt zum Beyſpiel im Jahr 1749: den 29. Maͤrz dem Braͤutigam oder Ehemann einer minderjaͤhrigen Tochter, mit Vorbeygehung eines un⸗ müuͤndigen Sohnes eine auf Erbleyhe ſtehende Muͤhle auf folgende Be⸗ dingung zugeſprochen worden: 1.) daß er einem jeden Kinde ſeinen An⸗ theil an dem Werth der Muͤhle, welche durch Kunſtverſtaͤndige geſchaͤtzt war, entweder baar herausgeben, oder Zinſen dafür bezahlen ſollte. 2.) daß er die Gefahr der Gebaͤude und der geſamten Emphyteuſis uͤber ſich nehmen ſollte. 3.) daß er die ſaͤmtlichen Kinder bis zu ihren manin⸗ b aren —— ⏑—„—i,', ð— — — I h n de unt 1 dan an kunn. Hmn: hjii a eit ſehe d wrhen Etn *in zweſt GIA cociau 1e in die an richer Wiſ Jr ſehr aij 7Anhe 8 1aanh uglen 1 17 vit Vor⸗ iwelchem S3 hut wele a diejenigun alen. C. tigam od an g eines l lgende I e ſeinen Ie Fige gechi ahlen olh ar teuſſs 1 hren man⸗ 3 ¹ ban I, daß A b Abtrettung des Guts dringen. Bey der deutſchen findet ſtatt, jedoch kann der Erbbeſtaͤnder zugleich noch dur 2¹ baren Jahren, oder wenigſtens bis zum ſechszehenden oder zwanzigſten Jahr derſelben ernaͤhren und erziehen ſollte, wogegen ihm der Nieß⸗ brauch von den eigenen Guͤtern derſelben zugeſtanden wurde. 4.) Daß er die ſehr in Verfall gerathenen Gebaͤude der Emphyteuſis auf ſeine ei⸗ gene Koſten wieder herſtellen und ausbeſſern ſollte. 5.) Daß zu glei⸗ chem Ende, im Fall ſeine Frau als Tochter des vorigen Erbbeſtaͤnders ohne Kinder verſterben ſollte, nach ſeinem eigenen gleichfalls erfolgten bleben, den uͤbrigen Kindern frey ſtehen ſolle, von ſeinen Erben die Emphyteuſin mit Erſetzung deſſen, wofuͤr er dieſelbe angenommen, wie auch aller darauf verwandten Beſſerungskoſten zuruͤck zu nehmen. B. b Sechs und vierzigſte Anmerkung zu S. 270.(946.) 5.) Er muß jaͤhrlich einen gewiſſen b b Erbzins geben. 1 In Anſehung der Mittel dieſen jaͤhrlichen Erbzins beyzutreiben, zeigt ſich abermals, wie Kopp in den Lehensproben Th. 1. pag. 308. anmerkt, ein wichtiger Unterſchied zwiſchen der deutſchen und roͤmiſchen Emphyteuſi. Bey dieſer iſt der Dominus directus befugt, ackionem emphyteuticariam directam anzuſtellen, und kann vermoͤge derſelben entweder auf Erfuͤllung der verabredeten Bedingungen, oder auf die zwar dieſes auch G ch kuͤrzere und beſſere Zwangsmittel zu Erfuͤllung ſeiner Schuldigkeit gebracht werden. Da⸗ hin gehoͤrt 1.) die Leiſtung oder das obhtagium, da ſich der Erbbeſtaͤnder verbindlich macht, auf den Saͤumungsfall, an einem beſtimmten Orte in ein Wirthshaus einzureiten, und darin ſo lange Gyſellſchaft zu hal⸗ ten, bis alles, was in dem Leyhbriefe verſprochen war, erfuͤllt ſeyn wuͤrde. Ein Beyſpiel hievon findet ſich Nin einer Urkunde vom Jahr 1487. welche der Verfaſſer ſelbſt unten S. 321.(994.) eingeruͤckt hat. Siehe auch, was derſelbe hieruͤber unten S. 277.(952.) ſagt. Jedoch iſt dieſes Huͤlfsmittel wegen vieler dabey vorgefallenen Mißbraͤuche durch die Reichspoliceyordnung vom Jahr 1577.§. 10. aufgehoben, und auſ⸗ ſer den Hollſteiniſchen Landen wenig mehr bekannt. 2.) Die Pfandung B. G Zuſaͤtze. d auf —— 6„99s o( auf die ruͤckſtaͤndigen Zinſen und uͤbrigen in dem Leyhbrief enthaltenen Schuldigkeiten; oder was heut zu Tage gewoͤhnlich an die Stelle dieſes Huͤlfsmittels tritt, daß gegen denjenigen, welcher ſich zu einer ſolchen willkuͤhrlichen Pfandung verpflichtet hat, gleich executiviſch verfahren werden kann. 3.) Die ſogenannte Zinsbuße, welche der ſaͤumſelige Erbbeſtaͤnder ſeinem Lehnherrn entrichten muſte, welche auch der Rut⸗ ſcherzins pflegt genannt zu werden, wovon auch der Verfaſſer ſchon oben S. 125.(805.) gehandelt hat. R. b Sieben und vierzigſte Anmerkung zu S. 273.(084.) Und dergleichen auf die Guͤter haf⸗ tenden gemeinen Beſchwerden zu befreyen. Es war eine allgemeine aͤchte deutſche Gewohnheit des mittlern Zeit⸗ alters, daß zwar der Adel, wenn er ſeine liegende Gruͤnde ſelbſt benutzt, von oͤffentlichen Abgaben befreyet iſt; keineswegs aber diejenige Land⸗ leute, welche von ihm Guͤter zur Cultur eingeraͤumt bekamen. Ein ſehr deutliches Zeugniß enthaͤlt hiervon eine Urkunde vom Jahr 1357. bey Herrn von Jenkenberg in ſélect. iur.& hiſtor T III. pag. 587 feq. worin ein Friedrich von Ranneberg, Etelknecht, unter andern ſagt: Auch iſt geredet, wer es fache, das die vorgenanten Herren(Ulrich Herr zu Hanau undEberhart Herr zuEppenſtein, denen Friedrich von Ran⸗ neberg zwey Theile ſeines Caſtr mit den Pertinenzſtuͤcken verkauft hatte) oder ir Erben, oder ich Fritz vorgenante, oder myn Erben vnſer Gut ſelber eren buwen wolden an Geverde, ſo ſolde es fryhe ſin, were aber, das wirs verlantfiddelten, ſo ſolden die Landſiddele, oder weme man di gut liche dynen von Waſſer vnd von Weyde von Gerichts wegen als ander is Nachgebuer an Geverde, R. 1 Accht und vierzigſte Anmerkung zu S. 276.(9510 9.) Er verliert das Gut, wenn er in Bezahlung des Zinſes ſaumig iſt. Mit demjenigen, was hievon in dieſer Stelle gelehrt worden, ver⸗ gleiche man noch, was Kopp in den Lehnsproben I. 1. pag. 542. daruͤber ſagt. B. Neun he 13 äonn dc nde t Siſſetig m (Erhef c d milern an f ſtbenut er znige Law prſahr 137 . 97 ſp 4 vnn ſagt. t zn(lleich 6 on Rah⸗ 1Gauft hatte) voſer Gu ( verecdes e weme ml a chhts Wege ann erin Sorden, 6 12. dardi — 1 N. 1 Ch. A) e(ar⸗ 27 Neun und vierzigſte Anmerkung zu S. 277.(952.) Daß bey der Einziehung des Guts dem Beſtaͤnder eine Maaß Wein gegeben werden ſolle. Eine richtigere Erklaͤrung dieſer Gewohnheit giebt Kopp in den Lehensproben Th. I. pag 317. B. .. Es iſt nemlich falſch, wenn der Verfaſſer ſagt: daß bey der Ein⸗ ziehung des Guts dem Beſtaͤnder eine Maaß Wein waͤre gegeben wor⸗ den. Vielmehr war ſolches die eigentliche gewoͤhnliche Gerichtsgebuͤhr, welche dem Richter gegeben werden mußte, worauf die Austreibung des ſaumſeligen und unordentlich wirthſchaftenden Erbbeſtaͤnders ohne Anſtand erfolgte. Die Urſach, warum dieſe Gerichtsgebuͤhr ehedem mit einer Maaß Wein bezahlt werden mußte, mag wohl darin liegen, daß in vorigen Zeiten, in deutſchen Gegenden, wo Weinwachs iſt, dem Unterrichter faſt alle Sportel mir Wein bezahlt wurden. Das ganze Verfahren fuͤhrte den Namen der Aufholung oder Aufholungeproceſſes. Es war eine Art executiviſchen Proceſſes, der auch heut zu Tage ge⸗ woͤhnlich u. in ſeiner heutigen Geſtalt an die Stelle jener alten Gewohnheit tritt, in ſofern ſolcher bereits in den Leyhebriefen ausbedungen iſt. Denn wenn letzteres nicht geſchehen iſt, ſo wird gegen den Erbbeſtaͤnder nach dem Inhalte der ſonſt uͤblichen oder gemeinen Rechte verfahren. S. Kopp g. a. O. pag. 315. ſeq. Joh. Georg Eſtor in der deutſchen Rechts⸗ gelahrheit§. 1912. Struben de iure villicorum cap. 2.§. 1. ſeq. Und in den acceſſionibus ad ius villicorum obſ. 25. p. 73. Herr Geheime Rath von Selchow in elem. iur. germ.§. 367. R. W Funfzigſte Anmerkung zu S. 279.(954.) Anhang zum XVIII. Abſchnitte von den Erbbeſtand⸗Erbleyh⸗Erbpacht⸗ oder Erbzinsguͤtern. Bey der unendlichen Mannigfaltigkeit der rechtlichen Natur und Eigenſchaften der deutſchen Bauerguͤter,„muͤſſen inſonderheit ſolche Nachrichten, welche die Beſchaffenheit derſelben in einzelnen Segenden aufklaͤren, willkommen ſeyn. Ich glaube daher den Beſitzern disſes 9 2 Theils h“ ͤͤ “ 1 46,“ —— 28 106( Theils des Buriſchen Lehnrechts, welcher von Bauerguͤtern handelt, ein angenehmes Geſchenk zu machen, wenn ich folgenden von einer ver⸗ ehrungswuͤrdigen Perſon mir verſchaften lehrreichen Aufſatz mittheile. Er enthaͤlt einen Appellationsbericht, welcher das baͤuerliche Lehnrecht in einem großen Diſtrict von Oberheſſen erlaͤutert. Der Verfaſſer deſſelben war Herr Zuehl, Fuͤrſtl. Heſſen⸗Darmſtaͤdtiſcher Rath und Amtmann zu Blankenſtein, und ſeine durch vieljaͤhrige Erfahrung er⸗ kangte Einſicht leuchtet aus dem ganzen Aufſatze von ſelbſt hervor. Durchlauchtigſter ꝛe. „Um in Appllationsſachen G. B. und deſſen Eheweib und Con⸗ ſorten zu H. u. D. contra Margret J. L. H. Wittib zu E. erforder⸗ „ten Appellationsbericht, wegen des ex ommiſſione Regiminis pariter „ ac ſeriniſſimi, wie die vorherige acta mit mehrerm zeigen werden, er⸗ „ theilten Beſcheids mit behorigem Grund zu erſtatten, muß zuforderſt „in aller Kuͤrze praͤmittiren, wie das geſamte Hinterland und ganze „ Marburgiſche Diſtriet des Oberfuͤrſtenthumes Heſſen mit ganz beſon⸗ „ dern baͤuerlichen Lehnguͤtern, woraus wenigſtens die Helfte, wo nicht „ zwey Drittel der ſaͤmtlichen baͤuerlichen Guͤtern beſtehet, von uralten „ unüuͤberdenklichen Zeiten her angefuͤllet ſeye, welche mehrentheils apiis „ corporibus, als nemlich dem hohen deutſchen Haus zu Marburg, dem „ hohen Samthoſpital Haina, Pfarrern und Kirchenkaſten, einige aber p auch von gnaͤdigſter Herrſchaft, denen von Adel und verſchiedenen „ Privatperſonen dependiren. Es ſind jedoch ſolche Guͤter weder pro „ bonis cenſiticis noch emphyteuticis, oder auch vor Landſiedeley⸗Guͤter „ nach dem Solmſiſchen Landrecht zu achten, als welches Solmſiſche „ Landrecht allein in terris Solmenſibus und was vormalen dazu gehoͤrt, „ obtinirt, in dem Oberfuͤrſtenthum Heſſen aber niemalen etwas gegol⸗ „ten, wo es nicht etwa per incuriam atque ignorantiam der Beamten, „ welche ſolches geritten, ſenſim introducirt worden, ſo jedoch in allhie⸗ „ ſiger Gegend, worinnen die Unterthanen luris antiquiſſimi a maiori- „ bus accepti quam tenaciſſimi ſind, nicht geſchehen iſt, wie folches be⸗ „ ſondere baͤuerliche Lehnrecht des Oberfuͤrſtenthums Heſſen betr., die vor⸗ „ malige groͤſte Zierde des Hochpreißlichen Kammergerichts zu Wetzlar, A L ——— Z 1= hahn 94† Ihrunge eh krvor. * —— — 93 und Ee 5 etforde n nis parie rrden, o. „ur uferden tu und gane t anz beſcr⸗ 1, wict 1uR Arahn angeils apis Jmong den [anigeabe crſchiedenen weder p = Solmſſch zugeſer, was Jeh * Beamte och in alhy FEn2 malol- — ſlchsie u Weßla u I 8 H ut fieri plerumque ſolet, ab ipſo prouiſum non fuerit, ſucceſſio pro- )o( 29 v illuſtris Aſſeſſor de Ludolph in ſeinen obſeruationibus forenſibus, ob- „ ſeruatione CXLVIII. pag. 155.& obf. 157. de colonis Haſſiacis mit „ mehrerm ſehr vortreflich beruͤhret, und mit wenigem ausfuͤhrt, mit⸗ „ hin nur zu beklagen, daß dieſer theure Mann mit Suppeditirung aller „ Nachrichten von dem ganzen Oberfuͤrſtenthum nicht ſollicitirt wor⸗ „ den, hievon einen vollſtaͤndigen Tractat zu ſchreiben. „ Damit man aber in weiterer Ausfuͤhrung dieſes baͤuerlichen Lehn⸗ kechts ſich aller moͤglichen Kuͤrze befleißigen moͤge, ſo will ich nur nach⸗ „ folgende aus der mit vieler Muͤhe und treueſten Sorgfallt erlernten *„ Obſervanz fließende Beſchreibung deſſelben machen:(Quod ſeilicet ſit P ins in re vel prædio ruſtico perpetuum ex antiqiſſimis Germanorum „& Cattorum ſuperioris præſertum Haſſie moribus deriuatum, vigore „ cuius poſſeſſor eiusmodi feudi hoc quolibet octo annorum decurſu x recognoſcens, ac duplum præſtationis cæteroquin annuæ ſoluens, „ plenariam habet poteſtatem, vtendi fruendi atque vnum ex deſcen- „ dentibus aut filium cum vxore, aut filiam cum marito, vel etiam de- ficiente prole, extraneum, quem ad legitimam familiæ ſuſtentationem „ aptum exiſtimauerit, in conſortum iuris ſui recipiendi, eidemque poſſeſſionem tradendi, cæteroquin diuiſionem, oppignorationem, „ atque alienationem horum bonorum absque conſenſu Domini, cum „ intermiſſione præſtationis annuæ ab antiquo ſolitæ, ſub lege caduci- „ tatis ſollicite præcauere debet; Dominus autem eiusmodi poſſeſſorem „ preæſtitis præſtandis nunquam depellere poteſt, ſed eundem potius „ cum in conſortium iuris a poſſeſſore electo, vel deſcendente, vel hoc „ deficiente, extraneo infeudare tenetur. „ Si autem poſſeſſor, ſucceſſore haud conſtituto, morte fuerit ab- „ reptus, vnus ex liberis& quidem natu maior, ſi ad publica ac fami- „ liæ ruſticæ onera ſuſtinenda aptus fuerit, in feudo ſuccedi „ vt filia etiam natu maior aptiſſima filiis adhuc ætate longe inferiori- „ bus, præuia cauſæ cognitione a iudice vel præfecto ordinario per- „agenda, præferri poſſit. t, ita tamen Deficientibus deſcendentibus pofſeſſoris,& ſi pacto ſucceſſorio, d 3 vt 30) o(ur „ vt feudum a patre vel matre fuerit profectum, ad proximum agna. „ tum vel cognatum absque vlla diuiſione vel æſtimatione deuoluitur. — »Quod ſi contingat, vt per vxorem aliquis feudum accipiat, atque mortua vxore filius forte vnicus tanquam legitimus feudi ſuo- v ceſſor mortem ſine prole decumbat, ſolus pater in feudo ſuccedit, » excluſis omnibus agnatis pariter ac cognatis. Eodemque iure vxor etiam cum filio vel filia relicta pari caſu contingente in feudo a marito profecto gaudet Deceſſa autem vxore absque prole, maribus feudum p ruſticum defunctæ vxoris cognato eiusdem proximo reſtituere tene- v tur, hoc tamen cum diſcrimine, vt, ſi per plures annos prædium „ coluerit, in viduatu permanens, ad dies vitæ ex fructibus feudi ſuſti- » nendus ſit; hocque etiam obtinet in pari cauſa ratione feudi a marito „ profecti. „ Cæteroquin poſſeſſor eiusmodi feudi ruſtici in dotatione deſcen- „ dentium ex familia iure feudi regularis gaudet, alere enim ſaltem fra- tres ſororesque ac ſuttinere, vſque ad eam ætatem, quæ ruſticis ſer- „ uiendo vitam tranſigere apta eſt, peruenerint, ac deſponſatos etiam ſaltem ex fructibusſ feudi absque vlla diuiſione arque æſtimatione præ- „ dii dotare tenetur. Dos autem non vno impetu, ſed ſenſim ac ſucceſſi- „ ue præſtanda vel in pactis dotalibus poſſeſſoris, unter dem Namen „ Hochzeitſteuer und Braͤutelgab, conſtituitur, vel ſi hoc factum non „ fuerit, ex officio Iudicis vel præfecti ordinarii pro more ab antiquo y recepto, liberorum numero, atque fructuum feudi ratione determi- „ natur. Ab hiſce deſcendentes: atque abeuntes ex familia ruſtica con- „ tenti eſſe atque emigrare, iure equidem germanico, altercationibus „ atque diuerſarum opinionum plauſtris baud quaquam amico, absque „ vllo proceſſus peſtilentiſſimi ſtrepitu, tenentur. „ Hæc omnia pro natura atque Origine feudi ruſtici, obſeruantia „ longe antiquiſſima conſtituta, Dominus abſque vlla contradictione y atque vlla innouatione vltro permittere ſolet ac debet.& ſi conſenti- „ re noluerit, vel etiam ſubditos Principis contra mores ab antiquo re- „ ceptos turbare auſus fuerit, conſenſus cum adminiſtratione iuſtitiæ »ſubditos tuendo, a iudice loci ordinario vel ipſo etiam Principe ſup- pleri a amm m isfeuin 21 ierenn 1 precdin die reudiſuh- er a man 9 E e deſcen. (r iſatemf. Aſticis ſer 1 tos etiam (urionepræ- am füccell ue Namen 2 dm non en baniquo determi. uſticacod- cationibus ro, absque bſeruanii radictione = conſenl- T atiquon J ae iultite A ocipe ſip pler )0( 8⸗ 31 „pleri debet. Quod cum aliis exemplis tum exemplo etiam ſereniſſi- „mo illuſtrat illuſtris de Ludolf in obſeruat. forenſ. obſ. CL.VII. de Co- „»lonis Haſſiacis pag. 309. 10. 11. 12.& ſèquentibus. „Nachdem nun(I.) das quaͤſtionirte Gut zu E. A. B. ein ſolches ab⸗ „geſchriebenes von gnaͤdigſter Herrſchaft dependirendes baͤuerliche Lehen⸗ „Hut mit allen Qualitaͤten iſt, welches J. L. H. deſſen Wittib und Vor⸗ „fahren von acht Jahren zu acht Jahren von unuͤberdenklichen Jahren „her zu Lehen getragen, auch alle gebuͤhrende præſtanda richtig praͤſtirt, „und darneben dieſes herrſchaftliche Lehngut in fauorem des Allodialer⸗ „ben vorher noch niemalen weder halb noch ganz geſchaͤtzt, und ſolcher⸗ „ geſtalt in geſchwiſterliche Theilung und Vergleichung gebracht, ſon⸗ „ dern nur Hochzeitſteuer und Braͤutelgab pro more ſolito ac recepto „ex ftuctibus feud conſtituirt worden; mithin(2.) keinem Richter in „der Welt erlaubt iſt, X quolibet ein quodlibet zu machen, ſondern der⸗ „ ſelbe bey der Natur, Conſtitution und Beſchaffenheit einer jeden ihm vor⸗ „kommenden Sache feſt verbleiben muß, auch ne iplo quidem Principi „durch einen ſogenannten Machtſpruch dargegen zu handeln von Gott „ und Rechtswegen verſtattet iſt; einfolglich man(3.) vermoͤge anliegen⸗ „ den protocolli die Sache wieder in ihr rechtliches Weſen einleiten muͤſ⸗ „ ſen, ob ſich gleich an den laudirten Transact unter dem 4. Apr. 1722. „ ſo jed och cum ante actis wohl geleſen worden, da appellantes ſelbſten „davon abgegangen, nicht zu kehren gehabt, dannoch geſorgt, daß ſel⸗ „bige per ſententiam mehr bekommen, als ſolcher Vergleich und der „Gerichtſchoͤffen zu F. E. und H. beſchehene Abſtandsſchaͤtzung nach dem »Landbrauch, wogegen ein erbetteltes widerrechtliches Atteſtat gar „nichts operiren mag, ausweiſen, mithin alle vermeintliche grauamina „ der Appellanten von ſich ſelbſten gaͤnzlich zerfallen; weniger nicht(4.) „bey dem praͤtendirten monſtro prætenſæ obſeruantiæ, und da, was „einem recht waͤre, dem andern auch billig ſeyn muͤſte, ja J. H. als „J. L. H. Vaters Geſchwiſtern das halbe Lehengut, und deſſen Vor⸗ „fahren T. H. Geſchwiſtern die andre Helfte zugeſtanden, oder ſelbiger „ und deren Erben annoch gegeben werden muͤſte, daß demnach weder an „Appellantes noch Appellaten davon das geringſte weiter kommen koͤnnte, „ Und ſolchemnach die ſo hoch angeruͤhmte nichtige Obſervanz den Appel⸗ „lanten ———— 32)o e. „lanten ſelbſten, welche ſolchergeſtalt auch gar keine Hochzeitſteuer und „Braͤutelgab zu erhalten vermogten, hoͤchſt nachtheilig ſeyn wuͤrde; ſo⸗ „dann(s5.) auf dieſe nichtswuͤrdige Art alle baͤuerliche Lehenguͤter in dem „Amt B. innerhalb 2. bis 3. generationibus vorlaͤngſt gaͤnzlich zernich⸗ „tet werden muͤſſen; und da gleichwohl(6.) erwehntes Amt noch an⸗ „jetzo mit vielen baͤuerlichen Lehenguͤtern angefuͤllt iſt„ſich allein dadurch „von ſelbſten an den hellen Tag legt, wie dieſe fingirte B. Obſervanz „ein recht leeres Nichts ſey; Ferner(7.) ein prædium feudale in toto „complexu aller ſolches ausmachenden Stuͤcken ſo wenig ein halbes feu⸗ „dum und halbes allodium ſeyn, oder davor geachtet werden kann, als „wenn man aus einer Sache und Weſen ein halbes ens und ein halbes „non ens machen, oder einen Ochſen vor ein halbes Pferd und halben „ Ochſen conſideriren, mit der Halbſchied davon reiten, und die uͤbrige „Helfte zum Schaͤrgen zuruͤcklaſſen wollte, anerwogen ſo wenig dieſes „moͤglich iſt, eben ſo wenig auch unum idemque prædium feudale in „denen ſolches ausmachenden Lehenſtuckern halb vor Lehen und halb vor „Erbe, gegen alle Vernunft und Rechte gehalten und conſideriret „werden mag, daß ſich demnach bey ſolchen Unweſen ein rech⸗ „tes monſtrum iuridieum, ein impoſſibile morale, und ein leeres „non ens prætenſæ obſeruantiæ, cuius nulla ſunt nec eſſe poſſunt „prædicata, als daß bey dergleichen widerrechtlichen Schatzun⸗ „ gen in bonis feudalibus ruſticis die beſten Unterthanen in dem Hinter⸗ „lande ausgeſchaͤtzt, und auch zernichtet werden muͤſten, nur an die Son⸗ „ne der theuren Wahrheit ſtellet; und gleichwie(8.) wofern ein valallus „absque conſenſu Domin ſich unterſtehen wollte, die Halbſchied des „Lehenguts als ein allodium ſchaͤtzen zu laſſen, und ſolchergeſtalt den „»Allodialerben hinzugeben, ſich des ganzen Lehens verluſtig machen wuͤr⸗ „de, alſo auch(9.) noch vielweniger ludex loci inſcio Domino& con- „tradicente vaſallo ein kundbares ganzes Lehngut halb pro allodio tracti⸗ „ren, und in fauorem der Allodialerben wegſchaͤtzen laſſen darf, mithin „hierunter wenigſtens lauter Nullitaͤten begehet; weiter(10.) bey Trei⸗ „bung dergleichen Unfugs ratione baͤuerlicher Lehenguͤter die ohnehin „den Lehenleuten wegen von uralter Zeit her recipirten ſehr geringen Le⸗ „ hen⸗Præſtandorum ſehr gufſaͤtzige Lehenherren gewiß mit einander auf 97 ehen, 19 Ich deeni 14 noha ſit win dacf s AObſenn m n lle im. a thalbesa „a die ubt, V en enig dieß 2i umn feudalei *h nd halbh u conſdderite f 2 ein reh⸗ ir eert If poſſänt 4 ˙tabon⸗ aindeeCer⸗ (r ein walllo S bſchied de Stgeſtata D achen wt⸗ e Kcot odiio trat⸗ arf, mih 1„) be r die ohne x eringen!. ander al 4 ſte „ſte — —— 1 — 1 3 —— — — o( A 33 „ſtehen, und die von ihnen dependirende Lehen uͤter, n zer. „geſtalt den Allodialerben contra legem 4 Ber, wlche doch ſlcher⸗ „ruſticorum Preiß gegeben werden ſollten, mit allem Recht zu ſich neh⸗ »men wuͤrden, welcher unumgaͤnglicher tfectus hernach cauta ſomel adj. „miſſa, ſalua iuſtitia nicht zu behindern ſtuͤnde, und nichts mehr uͤbrig „bleiben duͤrfte, als daß man die dermaligen beſten, ſolchergeſtalt aber „ guͤterloſe Unterthanen und Lehenleute nur mit weißen Staͤben aus dem „Land ziehen lieſſe; anbey(rr.) in herrſchaftl. baͤuerlichen Lehngüͦtern „ womit nomine brincipis der Beamte ſelbſten die Unterthanen belehnet, „dergleichen praͤjudicirliches Verfahren contra intereſſe Brincipis& abs- „que eiusdem mandato gar nicht zu juſtifteiren ſtehet; und endlich(12.) „gegen eine ſo uralte von unuͤberdenklichen Jahren her mit Conſerva⸗ „kion der Furſtl. Unterthanen indiſſolubili prorſus nexu combinirte Lan⸗ „ des verfaſſung„ mithin contra ſalutem pariter Principis ac ſubditorum „refragante etiam iuſtitia, zu handeln, nimmermehr zu verantworten ge⸗ „ſtanden; Als hat in hac cauſa von Gottes, Rechts und Gewohnheits⸗ »„wegen anders nicht geſprochen werden koͤnnen ꝛc. R. Ein und funfzigſte Anmerkung zu S. 281.(956.) Die mittelſte Bedeutung j ter⸗ 14 deſſen die gewoͤhnlichſte. g iſt unter⸗ Wir merken davon noch aus Cudenus Cod. diplom, eini xr⸗ laͤuterung dienende Beyſpiele hier an. T. Il. as 939 Ian Kr⸗ mæ imperiales vor. T. II. pag. 1057— 88— 91. finden ſich die Aus⸗ druͤcke ad Fumam ſeu accenſum dare, è locare ad certum temporir ſpa- tium. T. III. p. 305. ſteht in einer Urkunde der Ausdruck: Der petuo ad firmam vel ſub cenſu annuo conceſeruut. B. Aus dieſen Stellen iſt erſichtlich 1.) wie das Wort Firma ſowohl von Zeitpacht als Erbpacht genommen wird. 2.) Und daß dieſe Art Pachtgüter auch in Deutſch⸗ land nicht ungewoͤhnlich geweſen ſey. Letzteres zieht Herr Walch in ſei⸗ nen Anmerkungen zu Eckhardi Hermenuticam juris pag. 609, in Swaſ 4 ſo wie er auch unſers Verfaſſers Meinung von der Abſtammung dieſes Wortes daſelbſt nicht richtig vortraͤgt. R. b B. G. Zuſaäͤtze. e Zwey . 3 3*ℳ— —————— 4) o( u⸗— Zwey und funfzigſte Anmerkung zu S. 285.(961.) XXl.) Von den Haͤgerguͤtern. Den Schriftſtellern von dieſer Materie, welche der Verfaſſer nahm⸗ haft gemacht hat, iſt noch beyzufuͤgen Frid. Eſ. Pufendorfi Liber de iurisdictione germ. pag. 742. feq. und Herr Geheime Rath von Selchow in Elem. i iur. germ.§. 399. R. Drey und funfzigſte Anmerkung zu S. 286.(001.) Holtenſche Guͤter. Das it, Guͤter, welche unter dem Zolzgericht, oder nach dem alten Dialect unter dem ſogenannten Holtenck(Holtding) ſtanden. S. Grupen i in anig Hanouerenſ. p. 90. B. Vier und funfzigſte Anmerkung zu S. 331.(1003.) Welche fremde Guͤter oder Laͤnde⸗ reyen gegen gewiſſen jaͤhrlichen Pacht inhaben. Dieſe Bedeutung des Worts Landſi ddel und verlandſiddelen findet der Leſer auch in einer beym Senkenberg in ſelect. iur.& hiſtor. T. III. p. 589. befindlichen Urkunde. B. Die hieher gehoͤrige Worte ſind aber in der ſieben und rierigſen Anmerkung ſchon beygebracht. R. Fuͤnf und funfzigſte Anmerkung zu S. 352.(1004.) Haͤuſer und dergleichen unter glei⸗ chen Bedingungen ſollten eingegeben werden. Beym Gudenus Cod. dipl. T. II. p. 169. kommt in einer Urkunde: Domus in“ vor, welches hier als ein Beyſpiel dienen kann B. Sechs —,ͤ—.———— n 7 0 hach d 1(Ldey, 6 1 virrüiſtn nar glei 2 kunde 2* Urkunde Aniam Seci 433)oC 88.— 35 Seecchs und funfzigſte Anmerkung zu S. 343.(1015.) Doch iſt er befugt, ſeine Beſſerung 2 an andere zu veraͤuſſern. Ein Exempel, da Landſiedel ihre Beſſerung an andere verkauft de AoO. 1506. ohne daß des Eigenthumsherrn Einwilligung dabey gedacht worden vid. ap. Cramer in den Wetzlariſchen Nebenſtunden Th. III. p. 32. Weil aber dergleichen Anmaſſung der Landſiedel zu ſehr uͤberhand nahmen, ſo iſt durch eine Verordnung Landgraf Philippi Magnanimi e Ao. 1545.(ſie findet ſich in der Sammlung Heſſen⸗Caſſeliſcher Lan⸗ desordnungen Th. I. S. 142. R.) dieſe eigenmaͤchtige Verwendung ausdruͤcklich verboten und den Landſiedeln und dergleichen Lehenleuten anbefohlen worden, wenn ſie ihre Beſſerung verkaufen wollten, ſolche dem Eigenthumsherrn erſtlich anzubieten. Cramer ibid. pag. 38. dem Leyhbrief de 1488. ap. Cramer in den Gedanken von der Landſiedel⸗ leyhe wird dem Landſiedel auch frey gelaſſen, ihr Maſtrecht(Miſtrecht) einem Bauersmann, der Ihro glichen were, zu uͤberlaſſen. B Sieben und funfzigſte Anmerkung zu S. 348.(1020.) 13. Er hat ein gewiſſes Erbrecht auf die ihm verliehene Guͤter. In einem Landſiedelbrief de Ao. 1343. ap. Reinhard juriſtiſche Ausfuͤhrung, vierte Ausfuͤhrung p. 259. 260. wird den Kindern des Landſiedels das Recht zugeſchrieben, daß ſie das Gut mit Darbringung zweyer Schoͤllingen Penningen zur Vorhure von dem Convent zu Dir⸗ ſteyn wieder erhalten koͤnnen. In einer andern Urkunde de Ao. 1345. iſt ein gleiches in Anſehung der Wittwe verordnet, doch iſt zu merken, daß in der Urkunde, ſo die Meiſterin und Convent ausgeſtellt haben, foldende Worte gebraucht ſind:„ſo mogen wir 13. bedenken und be⸗ „ gnadigen vor eime andern mit dem Guit. B. e 2 Acht 8& ———— 36)o(*r Acht und funfzigſte Anmerkung zu S. 359.(1031.) c) Wenn überhaupt der Herr nicht Belieben hat, die Guͤter dem Landſiedel laͤnger zu laſſen. Es giebt aber auch Landſiedelleyhen, welche auf Lebenszeit des Herrn, der ſie ertheilt, eingegeben werden, wie aus folgender Urkunde erhellet: „Ich Volprecht Forſtmeiſter bekenne vor mich myn Erben und „Nachkommende, das ich Mertin Forſtmeiſter mynem Vettern inge⸗ „geben han zu Landſydeln Rechten die kemnaden Hof, Garten und mit „iren Inbegriff genannt, die Forſtmeiſterey gelegen in der Vaburgk „Gelnhuſſen vnd er ſal ich oder niemant yn darvon vertriben myn Lebtag, „und wan ich nit mere im Leben bin wer den dazu Recht hait, der ſol „dem obgeten Mertin oder ſin Erben ſine Buwe und Beſſerunge able⸗ „gen was er oder ſin Erben daran erbuwet hait oder hetten, wan die „kemmenaden und Begryf ſere buwefaͤllig worden want ich ſie nit getru⸗ „wet zu buwen oder zu beſſern auch beken ich Volprecht obgenannt das „Mertins Vater ſilge die Schuwerk die uff der obgenant Forſtmei⸗ „ſterey ſtent ließ buwen mit Willen Herrn Dietrichs Forſtmeiſters myn „Vaters ſelgen, die ſal man Ime auch geldin und ablegen in Landſi⸗ „dels wiße an Geverde. Des zu Orkundt ſo hab ich Volprecht myn „Ingeß vor mich myn erben und nachkommende an dieſen Brieff gehan⸗ „gen. Datum anno Du. milleſimo quatringenteſimo viceſimo ſexto, „ipſo die purificationis Ste Marie Virginis glorioſe. B. V Neun und funfzigſte Anmerkung zu S. 378.(1050.) Wie die in der ſub N. z. und 9. 1 ausbedungen. d „ Ddie bis hieher abgehandelte wichtige Lehre von Landſiedelguͤtern A konnte noch ſtark vermehrt und hin und wieder verbeſſert werden, wenn n' ich noͤthig oder nuͤtzlich faͤnde, ein Buch auszuſchreiben, worinn dieſelbe di aufs gruͤndlichſte unterſucht iſt, und welches von allen, die mit Rechts⸗ m fachen uͤber dieſe Art Bauernguͤter zu thun haben, ſelbſt geleſen zu wer⸗ be den —— 9 r4 uhh ens d 3hen Ur e rafß m ddenh m Ternin Gn undn in* Vabug m nlebta dt m., der Masige ahe r wand tit aigetw b r Im. annt das el Pißorſtme⸗ u mrd myp Aun Landſ⸗ 3 oct won Socha⸗ 1 no ſexto, 4 209. E idelgutm a ennl diſtte wiiit Nah S3in de )o( S 37 den verdient. Ich meyne das gelehrte Werk des wuͤrdigen Heſſen⸗Caſſel⸗ liſchen Hrn. Geh. Raths„Georg Lennep von der Leyhe zu Landſiedel⸗ „recht, worinn die Landſiedelguͤter und Beſchaffenheit gruͤndlich unter⸗ „ſucht und mit den Lehnguͤtern ſowohl als den Meyerpacht⸗ Waldrechts „» und andern unter mancherley Namen vorkommenden Bauerguͤtern in „Vergleichung geſtellt, auch zugleich viele bisher ungedruckte Leyhebriefe „»und andere Archivaliſche Urkunden in einem beſondern codice probatio- „num beygefuͤgt werden. Marburg 1769. b In dieſem Werke iſt zur Aufklaͤrung dieſer in Heſſen und der Wet⸗ terau ſehr haͤufig zu findenden Art Bauerguͤter alles geleiſtet, was nur einigermaßen erwartet werden Hute Man verbinde mit ſelbigem noch die in den Deciſionen des Zeſſen⸗ Caſſeliſchen Oberappellations⸗ Gericht von dieſer Materie befindlichen wichtigen Ausfuͤhrungen und Praͤjudicia, welche vermulhlich auch groͤßeſten Theils von dieſem ein⸗ ſichtsvollen Herrn Verfaſſer herruͤhren. R. Sechszigſte Anmerkung zu S. 419.(1091.) Von denen armen Mannen ge⸗ b nannt die Peterlinge. Beym FJenkenberg in elect. iur.& hiſt. T. V. pag. 539. findet ſich eine Urkunde vom Jahr 1385. worinnen Leibeigene und Aeterlinge von einander unterſchieden werden. B. Fuͤr die daſelbſt wiederkaͤuflich abgetretene Peterlinge werden 250. Gulden, fuͤr die eigin Lude aber 60. Gulden bezahlt, zugleich wird verſprochen, daß, wenn der Ver⸗ kaͤufer binnen zwey Jahren die lude wieder kaufen wollte, es ſin Peter- linge ader eigen Lude oder ſie beyde mit einander, ſo ſoll ſolches ſtatt fin⸗ dene Kopp hat zwar in der angefuͤhrten und in den Kuchenbeckeriſchen Analectis haſſiacis befindlichen Abhandlung durch unverwerfliche Zeug⸗ niſſe dargethan, daß Peterlinge Leibeigene geweſen ſind. Daß jedoch dieſe Eigenſchaft nicht allgemein geweſen ſey, ſondern unter dieſem Na⸗ men es ehedem freye wiewol zinspflichtige Bauern gegeben haben muͤſſe, beweiſet dieſe Urkunde deutlich genug. R. e 3 Ein ———. 38 3)o e Ein und ſechszigſte Anmerkung zu S. 426.(1098.) Daß man keine genugſame Urkun⸗ * den und Leyhebriefe. Einige der aͤlteſten hieher gehoͤrigen Urkunden, welche zugleich den Urſprung der Benennung hinreichend zu erkennen geben, findet man beym Muratori in antiq. Ital. Tom. I. p. 519. u. 375. B. u. R. Zwey und ſechszigſte Anmerkung zu S. 431.(1103.) Eine ſchriftliche Urkunde uͤber die Verkaufung. Beym Muratori A. Hab. Tom. I. pag. 164. kommt ein ſolcher Li bellus penſionarius vor, ſo wie auch ebendaſelbſt pag. 424. das Wort libellare in dem hieher gehoͤrigen Sinne gebraucht wird. B. Drey und ſechszigſte Anmerkung zu S. 433.(1105.) Weil die Bewohner und Bauer der Manſorum ſehr oft Manſionarii— genannt werden. Zum Beyſpiel hiervon verdient nachgeſehen zu werden eine Urkunde beym Gudenus in cod. dipl. T. II. pag. 295. Noch mehr dient die Stelle der Urkunde pag. 989. wo geſagt wird: iure manſionario id elt ſub annuo cenſu, zur Beſtaͤtigung des hier geſagten. Man ſehe auch Mu- ratori in ant. ital. T. I. p. 431. B. b Vier und ſechszigſte Anmerkung zu S. 434.(1106.) Daß Selgunt ſo viel als Selguet heiſſe. Beym Hergott in geneal. Habſpurg. pag. 221, und i tis ſeq. lieſet man Selguot. B. 8 3 P in den no 12 Füänf ——— ge ell. e dieStlle 1r id elt lib 1e auch b. A heiſſe 6 den oti Sl a ellriunde )o( 39 Funf und ſechszigſte Anmerkung zu S. 435.(1107.) Daß uͤbrigens durch die manſos in- dominicatos herrſchaftliche Guter und Laͤndereyen verſtanden 3 werden. Beweiſe hiervon finden ſich beym Calmet hiſt, de Lorr. T. I. pag. 455— 465. B. Sechs und ſechszigſte Anmerkung zu S. 437.(1109.) Dieſem zufolg heiſſet nun manſus veſtitus und in Beſitz gegebenes oder verliehenes Gut b oder Land. b Die Richtigkeit dieſer Erklaͤrung, welche hier gegen du Freſme ver⸗ theidigt wird, ergiebt ſich aus ſolchen Stellen alter Urkunden, worinn den manſis veſtitis auch die lndominicari entgegengeſetzt werden. Zum Beyſpiel in der Urkunde de Ao. 1083. beym Calmet P. I. p. 481. wo es heißt: manſum unum indominicatum& quatuor veſtitos. b In einer Urkunde beym Hergott VIII. p. 32. ſtehet: Capellam vnam cum mancipiis ad eas pertinen- cum terra falica& Bobas veſtitar quinque tibus. In einer Urkunde de Ao. 1330. in dedud. in Sachen Wieſentia- veren c. Ihro Churfuͤrſtl. Durchl. zu Coͤlln N. 1. heiſſet es: quod quatuor manſos abſoluror& quatuor manſos fitonicos ſitos in Grauestorpe cum hominibus eis attinentibus& aliis eorum pertinentiis quibuscunque. vid. Relat, Comit. Ao. 1748. n. 65. B. Sieben und ſechszigſte Anmerkung zu S. 445.(1117.) b Zur Ergaͤnzung dieſes Verzeichniſſes der verſchiedenen Benennun⸗ gen der manſorum verdienen auch noch folgende bemerkt zu werden. 1.) — — 40 0 1.) Manſi comitiales beym Gudenus in cod. diplom. Tom. III. Pag. 754. 2.) Curti manſi. Es wird derſelben gedacht, in einer Urkunde de Ao. 1097. apud Calmet T. I. p. 5S10. Camerarius dedit in eadem villa VII. curtos manſos& mancipia Erundum Benhelinum Bernardum cum vxoribus& filiis& reliquis utriusque ſexus——— Und gleich her⸗ nach: Et duobus curtis manſis hac conditione retentis. Preybyter tota vita fingulis annis denarium inde perſoluet. 3.) Manſi Flandrenſes.(Flemiſche Hufen) Ludwig relig. mſtorum. T. I. p. 16— 18. B. Acht und ſechszigſte Anmerkung Ebendaſelbſt. Nuam. XXXI. Ehe hier weiter von Meyerguͤtern zu reden iſt, wuͤr⸗ de noch etwas von Mdeumeguͤtern einzuſchalten ſeyn. Es handelt von ihnen Kopp in den Lehensproben Th. 1. S. 283. ſeq. und zur Erlaͤute⸗ rung deſſen, was daſelbſt vorgetragen iſt, dient die Urkunde beym Lunig im Reichsarchiv P. I. ſpic. Eccleſ. Tit. Trier§. 9. pag. 190. B. Sie gehoͤren unter diejenigen erblichen Leyhguͤter, welche der Aus⸗ rottung der Waͤlder und Urbarmachung der Wuͤſteneyen ihren Urſprung E zu danken haben; indem dergleichen Laͤnder gewoͤhnlich denjenigen gegen einen gewiſſen jaͤhrlichen Zins oder Pacht erblich uͤberlaſſen worden, welche ſich zur Urbarmachung derſelben haben gebrauchen laſſen. Sie ſind alſo hierin den Rottlaͤndern und denen zu Waldrecht verliehenen Guͤtern gleich, und finden ſich auch wie die letztern vorzuͤglich haͤufig in Heſſen. Was ihre Benennung betrift, ſo iſt Medum, Mera, Methium ein in den alten deutſchen, und inſonderheit heßiſchen Urkunden ſehr oft vorkommendes Wort. In den Legib. Longob. Lib. II. Tit. 4.§. 3. wird ſolches pro ſponſalitio vel nuptiali dono gebraucht, in den Worten: Nulli ſic licentia coniugi ſuæ de rebus ſuis dare amplius per qualecunque ingenium, niſi quod ei in die votorum in Metbio& Morgengaba dede- rit. Eine aͤhnliche Stelle findet ſich im lege Rothar, Lib, I, cap. y. Hin⸗ ͤ S=S ͤ=„— 1 b —,— V . 4 “— 1 Mat möll ennt une b t emil rumm 1A* leche lS=mau 4 1 Ppnſtorn g 1 wſt, vir⸗ Adelttin unt 2 Erlauk⸗ un d Anlaug w. Nar⸗ 7 Srſprong d gen gegen -* wordan dwn. GE „ allithenan Uin häufgin 1 Aethium anden ſ „it. 4 ſ ¹ W lecunqle E bab cp./ 11 e 41 Worts von dem urſpruͤnglich deutſchen Worte Miethe oder Locarium, phyteuſi Waldrecht k. ca.. 3. pag. 193. Die Churmedguͤter, von welchen oben unter Num. X. S. 134.(813.) 37 handelt worden, haben eben daher ihre Benennung erhalten; und wie Stellen aus dem Altdeutſchen Gedicht: der Niebelungen Liet, welches Herr Profeſſor Myller zu Berlin 1782. hat heraus Beſtaͤtigung und Erlaͤuternng dieſer Bedeutung dienen. v. 370. Hundert ganze wagene es heten niht getragen. Noch me des roten goldes von niblunge land. Das ſolt in allez teilen des Kuonen ſifrids hant. Do gaben ſi im ze miete daz niblunges ſwert. und y. 956. Do ſprach diu minnechliche du haſt mir wol geſeit. Du ſolt darambe haben ze miete richiu chleit. Cehen march von golde die heize ich dir nu tragen. Des mach man ſolhin mere richen frouwen gerne ſagen. Man gap ime ſine miete das golt vnd auch daz cleit. Conf. Eccard ad legem ſalicam pag. 60. ſeq. und unſer Verfaſſer oben S. 136.(816.) Medumn iſt daher nichts anders als eine gewiſſe Ab⸗ gabe an Geld oder Fruͤchten, welche der Beſitzer des ihm oder ſeinen Vorfahren geſchenkten Stuͤck Landes zur Recognition der geſchehenen Schenkung jaͤhrlich entrichten muß. Mit dieſer Ableitung ſtimmt auch der Begrif, welchen man in Heſſen mit dem Worte Medum verbindet, B. G. Zuſaͤtze. f voll⸗ —————— 8— 4²)o( ⸗ ———.— vollkommen uͤberein. Denn in dem Oberfuͤrſtenthum Marburg muß ein Medumsland, ſo entweder von der Landesherrſchaft oder denen von Adel, denen Bauern ehedeſſen aus ihren Wuͤſteneyen oder Waldungen umſonſt eingegeben und geſchenkt worden, dem Medumeherrn des Jahrs einen gewiſſen und beſtaͤndigen Fruchtzins liefern. Inſonderheit giebt im Amt Wetter das Medumsland, das erſte Jahr Korn(Rocken) das zweyte Jahr Haber, das dritte Jahr aber, wenn ſolches braach und unbeſaamt iſt, nichts. Uebrigens muß der Beſitzer den Zehenden, Contribution, Steuern und andere Onera gleichfalls abtragen. Siehe KRopp g. a. O. K. Neun und ſechszigſte Anmerkung zu S. 446.(1118.) Daß in den ſpaͤteren Zeiten ein ge⸗ b wiſſes Richteramt dadurch angedeutet worden. 7 Auch ſchon in den aͤlteren Zeiten. Man ſehe Calmer I. pag. 471. g. B. Siebenzigſte Anmerkung zu S. 510.(1182.) Es werden die Precareyen in den Formeln und Urkunden auch zum oͤftern beneſicia genannt. Auch wohl beneſiciarium. Siehe Gudenus in cod. diplom, Tom. III. pag. 1026. Ein und ſiebenzigſte Anmerkung zu S. 514.(1186.) Es wird ſolche Gegenſchenkung ꝛc. Ein Beyſpiel einer precariæ pro euentuali donati ſiæ fin⸗ dt ſich vleichfall beym Gackaa in cod. dipl. Tom, III.. e fin 1630. B. Zwey nt en.— ſondeg 111 ir(Actſ jraimmnt. le fom. Ton 8 100( 43 Zwey und ſiebenzigſte Anmerkung zu S. 515.(1187.) Daß dieſe Precareyen denen Armen bisweilen zu ihrem beſſern Auskominen gedient. Ein Beyſpiel davon ſindet ſich beym ergott(en. Habi. pag. 45. B. Drey und ſiebenzigſte Anmerkung zu S. 516.(1188.) Wenigſtens duͤrften davon die Exempel ſehr rar ſeyn Haͤufiger ſind dagegen ſolche Beyſpiele, da Layen Kirchenguͤter unter der Bedingung gekauft haben, daß ſie nach ihrem Tode wieder an das Kloſter zuruͤckfallen ſollten; wodurch eigentlich auch nicht mehr als der Beſitz und Nießbrauch auf Lebenslang uͤbertragen wurde. Siehe ein Veyſpiel dieſer Art beym Gudenus in cod. dipl. Tom. III. p. 739. B. Vier und ſiebenzigſte Anmerkung zu S. 519.(1191.) 5.) Es iſt dieſe Verleyhung insge⸗ mein auf Lebenszeit des Beſitzers eingerichtet Bisweilen geſchieht ſie aber auch ganz erblich, in welchem Falle gleich⸗ wohl die Teſtamentserben ausgeſchloſſen ſind, und nur die Inteſtat⸗ erben darauf Anſpruch machen koͤnnen. Man ſehe Hergott in Gen. Habſ. pag. 21— 25. B. Fuͤnf und ſiebenzigſte Anmerkung zu S. 321.(1193.) In einigen Verleyhungen der Kir⸗ chen ausdruͤcklich das Eigenthum zugeſchrieben. Ein dem hier bemerkten gleiches Beyſpiel findet ſich beym Schaunat in tradit. Fuldenſ. P. II. n. 21. B. f. Sechs — 44 ao( Sechs und ſiebenzigſte Anmerkung zu S. 535.(1207.) Vielmehr ſchickt ſich ſelbiges beſſer auf bereits bebauete als neu angerottere Landereyen. Dieſes beſtaͤtigt eine Urkunde vom Jahr 1033. beym Calmet P. I. pag. 409. worinn dieſe Worte vorkommen: Allodium quoque quod de- dit quidam Hugo conuerſus in exſarto. B. Sieben und ſiebenzigſte Anmerkung zu S. 541.(1213.) So bedeutet ſala zwar uͤberhaupt ein Haus. Zum Beyſpiel beym Muratori in amiq. Ital. T. I. p. 154. findet ſich in einer Urkunde ſala vna cum ipſo broilo. B. Acht und ſiebenzigſte Anmerkung zu S. 543.(1215.) Decimationes in Syluis. Salicæ decimationes findet man auch bey loan. ſpicil. p. 9⁊. desgleichen dominicalium agrorum ibid. pag. 108 verglichen mit pag. 113. wo die vorhin ſogenannte agri dominicales genannt werden terra ſalica. Eben daſelbſt wird pag. 104. Terra ſalica den Manſis a colonis poſſeſſis ent⸗ gegengeſetzt. B. Neun und ſiebenzigſte Anmerkung zu S. 544.(1216.) Denen Bauern eingethan, kann man ſchlieſſen aus der Stelle. b Man ſehe auch Hergott Gen. Habſ. pag. 372. ſeq. B. Acht⸗ ‿—— 2 . da. d Akann 4— dgleichn t z. wo de NA LE. Eb 1 ſells ine 12 85)o(8 45 Achtzigſte Anmerkung zu S. 548.(1220.) Hinwiederum an die Bauern verlie⸗ hen haben. Siehe Senukenberg in medit, pag. 302. B. Ein und achtzigſte Anmerkung Ebendaſelbſt. Ein Sodelhov benahmet worden. Eben dieſer Name findet ſich auch beym Gudenus in cod. diplom. Tom. III. pag. 283. Dagegen lieſet man bey eben demſelben T. II. p. 266— 268. Stadilhobe. B. Zwey und achtzigſte Anmerkung zu S. 555.(1227.) Schupf⸗ oder Falllehen. In dem alten Reichslehnsregiſter, welches Moſer dem dritten Theil ſeines Reichshofraths⸗Proceſſes angehaͤngt hat, findet man pag. 821. einen Zans Jacob Reutner, der vom Kaiſer etliche daſelbſt mit ihren jaͤhrlichen Gefaͤllen beſchriebene Schuͤppeß zu Lehen empfaͤngt, welches allem Anſehen nach auch ſolche Schupflehen ſind. B. Drey und achtzigſte Anmerkung zu S. 595.(1267. 6.) Bisweilen hat ſich der Zerr die Eiinnloͤſung des Platzes vorbehalten. Ein Privilegium gegen dergleichen Ausloͤſungen, welches Herzog Albrecht 111. von Oeſterreich dem Kloſter Zerzogenburcz ertt eilte dadurch das Grundrecht 6nd Barchrecht oder di derihente uud demſelben in und um die Stadt 7uln zuſtaͤndig waren, unwiderruffi machte 1 finder man beym Senkenberg in ſelect. iur.& hiſtor. Tom. ſich Pag. 236. B. die iura füperficiaria, ſo f 3 b Vier 4 5) o( 8. Vier und achtzigſte Anmerkung zu S. 597.(1269.) X. II. Von den Voigtguͤtern. Hiervon findet man umſtaͤndlichere und beſtimmtere Nachricht in Chriſt. Ulr. Grupens Alterthuͤmern der Stadt Hanover St. 245. B. Fuͤnf und achtzigſte Anmerkung zu S. 616.(1288.) Qui vulgariter Forſthub nuncupatur. „Ein aͤhnliches Beyſpiel findet ſich in dem alten Verzeichniſſe der Reichsunmittelbaren Lehne beym Moſer im Reichshofraths⸗Proceß Th. 3. S. 738. wo angemerkt wird, daß die von Haſſen oder Lauffen eine Forſthube auf dem Buͤdinger Wald vom Reich zu Lehen tragen. Auch beym Sebannat in hiſt. Fuldenf. n. 71. findet man einen mantum pro cuſtodia Foreſti. B. Secchs und achtzigſte Anmerkung zu S. 629.(1301.) Dieſe der Kirche gewidmete Guͤter wurden auch bisweilen dotalitium Eccleſiæ genannt. Dieſe Benennung war nicht nur dem ganzen patrimonio Eccleſiæ eigen, ſondern auch jede einzelne zu ſelbigen gehoͤrige Sache wurde gleich⸗ falls damit bezeichnet. So findet man beym Senkenberg in meditat. pag. 627.— 630. Manſum dotalem ad eceleſiam pertinentem. Desgleichen beym Gudenus in cod. diplom. T. II. pag. 1. Manczpia dotalia. Hernach Manſum dotale auch beym Sebannat in hiſt. Wormat. pag. 20. und beym Gudenus Tom. III. pag. 1031. B. Miit dem deutſchen Wort Wittum verhaͤlt ſichs gleichermaſſen. In dem alten Verzeichniſſe der Reichslehen bem Moſer im Reichshof⸗ raths⸗Proceſſe Th. 3. S. 820. wird bemerkt, daß berhards von Reiſchach nachgelaſſene Toͤchter vom Reich zu Lehen empfangen: den Birchenſatz in dem Dorſe Linz bey der Stadt Pfulendorf gelegen, item den 1 3 J n. e diita j.! AMwm. An iſed u Proeh wauffe 1cragen i m nanlum 2 Der 1.32 da lcdele meglech⸗ 1=. pag nen beym ernach und ae Vchehoß de von enn: den V —,, item = d geltern die luden ſind, ſicher und frey ſeyn ſoll&c- )o( 47 den Withum und Kelnhof, wobey angefuͤhrt iſt, daß in einem unter Carl IV. ausgefertigten Lehenbriefe ſolches die Ehehafte deſſelben Dorfs genannt werde. So wird auch der Ausdruck Hewedemen gleichfalls in der Bedeutung gebraucht, daß es heißt: eine Kirche oder geiſtliche Stif⸗ tung mit den erforderlichen Einkuͤnften verſehen; wie man aus einem Beyſpiel beym Jenkenberg in ſelect. iur.& hiſtoriæ T. VI. p. 270. wahr⸗ nehmen kann. R. Sieben und achtzigſte Anmerkung zu S. 630.(1302.) LIII. Von den Zeidelguͤtern. Von Eeſhehenen Belehnungen mit der Zidilweide findet man bey folgenden Schriftſtellern einige Exempel. Pfeſinger in Vitr. illuſtr. T. III. pag. 1369. Areſ] diff. de variis iurisd. crim. gener. pag. 34. Fal- tenſtein in antiq. Nordgau. N. 6. ebannat in Buchon. vet. pag 391. B. Acht und achtzigſte Anmerkung zu S. 635.(1307.) In einem bey Horn in Henrico illuſtri pag. 329. vorkommenden Diplom, werden die Baͤume, auf welchen die Bienen ihren Honigbau vorzunehmen pflegen, Büten genannt. B. Neun und achtzigſte Anmerkung zu S. 639.(1311.) Und Gelter oder Gelder ſo viel als ein Schuldner. Bisweilen bezeichnet dieſes Wort auch den Glaubiger. Zum Beyſpiel in einer Urkunde des Erzherzogs Albrecht III. von Oeſterreich beym Jenkenberg in ſelect. iur.& hiſtor. T. IV. Pag. 282. wird einem gewiſſen Hunguclen ein Moratorium ertheilt: daz er von dem Tag als diſer brief gegeben iſt, zwai ganze lar nach einander vor allen ſein Neun⸗ 48)o( Neunzigſte Anmerkung zu S. 645.(1317.) Schlechte einfache Soͤlden genannt. Auch der Name Sold ſchlechthin bedeutete ehedem ein ſolches Gut, welches gewoͤhnlich Soldengut genannt wurde. In dem alten Ver⸗ zeichniſſe der Reichslehne beym Moſer im Reichshofraths⸗ Proceſſe Th. 3. S. 673. finden ſich mehrere ſolche Zinsguͤter, die unter dem Na⸗ men Sold zu Lehen ertheilt werden. B. Ein und neunzigſte Anmerkung Ebendaſelbſt. Und wird Saalman— auch durch einen executorem inris curialis erflaͤrt. Man ſehe von dieſem Worte Gudenus in cod. dipl. T. II. pag. 98. 130. ſeq. B. Zwey und neunzigſte Anmerkung zu S. 646.(1318.) Nichtweniger kann auch folgende b Verleyhung. 8 Noch einige hieher gehoͤrige Beyſpiele findet man beym Gudenus in cod. diplom. Tom. II. pag. 192. und beym Schannat in hiſtoria Wor- matienſi pag. 155. n Mnn. I 91& d Sroaſ A noͤe 1* in 12 ne 1 Vinen 1ues r e. Negiſter der vernehmſtes Sachen und Wör⸗ rter welche in dieſem Buch abghandelt und erklaͤret werden. Kuaben 4 zur Nachricht dienet, b daß wo a. dabey ſtehet, in der erſten bis zten Fortſetzung zu finden ſeyn. Wo b. in der aten und zten Fortſetzung anzutreffen. Dasjenige, wobey e. ſtehet, iſt in den Lehnrechtszuſaͤtzen zu finden; dahingegen das, wo d. beygeſetzt iſt, in den Bauerguͤtern Zuſaͤtzen zu ſuchen. ————— —.— “ 8 1 A.„ Pag. A bba⸗Comes, wer alſo in dem Fraͤnkiſchen Staat genannt worden. a 239. c 46 Abgifften zu Lehen ertheilt a 607 Nach welcher Maaß, Muͤnz ꝛc. ſolche bezahlet werden muͤſſen b 87 feqq. Ob der Herr dieſerwe⸗ gen ein ſtillſchweigendes Unter⸗ pfand habe b 86 Abſare, heiſſet einziehen b 11 Abſitates, terræ apſæ, ob ſolches wuͤſte und unfruchtbare Aecker b 8. Sind herrſchaftliche Aecker b 9. Werden zu Lehen und in præcarium exrtheilt b 13 Abſtammung Urſachen deren Man⸗ nichfaltigkeit a 36. Nutzen de⸗ ren Unterſuchung a ibid. Regiſter b pag. Aceapitum, worinn dieſe Verley⸗ hung beſtanden b 14 feqq. Acker zu Lehen ertheilet 608 Ackerbau von wem ſolcher bey den Teutſchen beſorget worden b 23 ſeqd. Iſt auch von freyen Leu⸗ ten verſehen worden b 438 Actor, wer ſolcher im Fraͤnkiſchen Staat geweſen a 241 Adelerbe bedeutet einen filium here- dem c 64 Adelode, ob Allode davon gemacht b 1 2 377 Advocatus, wer ſoleher bey den Franken a 242 Afffctus, ob ſolches eine jedwede Pacht bedeute b 15 ſeqq. Al, iſt eine Endigung der Woͤrter 258 Alferus Imperatoris 2 353 (a) 2 Allo- ————— 5———————— Regiſter. Allode, deſſen Abſtammung a 375 ſeqq. c 65. Wie ſolche entſtan⸗ den a 379 ſeqd. Unterſchiedene a 406. Verſchenkung der Allo⸗ dien c 66 Allodia, des Reichs a 407. Siehe Bedeutung dieſes Worts 382. Reichs allodia. ſeqq. Wie ſolches ſonſten mehr Allodialitaͤt, ob ſolche im Zweifel genannt werde 384. feqq. Præ- vermuthet werde a 687 feqg. rogativa allodiorum, wo davon Allot, was es bedeutet b 378 geſchrieben c 64. Die Beſitzer Altar⸗Lehen koͤnnen in dreyerley derſelben ſind zu Kriegsdienſten verbunden a 387. Muͤſſen ſol⸗ che von andern recognoſciren und Abſicht dieſen Nahmen fuͤhren a 518-19-20. Sind noch heu⸗ tiges Tages anzutreffen a 722 gewiſſe Abgiften davon geben a Ambacti, ob ſolches Vaſallen a 59 388. Konnen derſelben beraubet Amt zu Lehen ertheilet a 608. Was werden a 389. Koͤnnen bey eini⸗ gen deutſchen Volkern ohne Ein⸗ willigung der Erben veraͤuſſert werden a 389. Bey einigen aber iſt ſolches nicht erlaubet a 391. Wenn gleich die Veraͤuſſerung an dem Koͤnig oder die Kirche ge⸗ ſchiehet a 392. Die Erben haben bey derſelben Veraͤuſſerung das Naͤherrecht a 394. Welcher Er⸗ ben Einwilligung dazu erfordert werde a 395 67. Muͤſſen bey geſundem Leibe veraͤuſſert werden a 396.( 68 69. Ob ſolche den Toͤchtern vermacht werden duͤr⸗ fen a 399. Die Toͤchter werden bey ſolchen von den Soͤhnen von der Erbfolge ausgeſchloſſen a 400 Entſagung derſelben c 69. Suc⸗ eediren aber in ſubſidium a 403 ſedd. Wie vielerley ſolches ſey a Mpocriſiarius, wer alſo bey den ſolches ſey b 661r. Amtspflicht worinnen ſolche beſtehe, und wor⸗ innen ſie von der Lehenspflicht unterſchieden b 660 ſfeqq. Wor⸗ innen ein Amt von dem Lehen un⸗ terſchieden b 662 Anlod, ob Allode davon herſtamme 375 Franken genannt worden a 243 c 46 Apriſiones, was ſolches vor Guͤter geweſen b 18 ſeqq. Rechte der Beſitzer daruͤber d 20 ſeq. Wer⸗ den zum filco gerechnet b 22 Archiater bey den Franken a 244 Archicancellarius, worinn deſſen Amt bey den Franken beſtanden a 24 Archicapellanus, wer dadurch ange⸗ zeigt werde aà 247(47 Ar chi⸗ 2 ☚ A S len a 1¹ atspfich 42& und wr (E ſenspfich * S. Wor 1/ clehen un⸗ 5 662 nerſtamme 4355 2 dey den den 4 243 46 vor Git Regiſter. ——ͤͤͤͤͤöͤſͤſͤſͤſͤſͤſͤſͤͤͤ ———ͤͤſſſſſſͤſͤͤͤſͤſͤſͤſͤſͤͤſͤſͤſͤſ Archiminiſter a 294 Archinotarius bedeutet bißweilen den Erz⸗Canzler a ibid. Archipresbyter wird der Archica- Ausreuter dehnende, einſchrenkende und ge⸗ woͤhnliche, und Nutzen dieſer Ein⸗ theilung b pellanus bißweilen genannt a 248 Autor Vetus de beneficiis, wann Argentarius, wer ſolcher bey den Weſtgothen geweſen a ibid. Armigeri, worinnen deren Amt be⸗ ſtanden b Aſecretis iſt eine Benennun Erz⸗Canzlers Atten, deſſen Bedeutung à 248 g des a 249 b 43 Auftragung zu Lehen, ob nach dem Roͤmiſchen Recht dazu die Ueber⸗ lieferung erfordert werde a 675 ſeqq. Wie es bey den Teutſchen hierinn gehalten worden, und ob Badſtube zu Lehen ertheilt dieſes Buch geſchrieben a 162 ſeq. c. 38. Hat niemahls die Kraft eines Geſetzes gehabt a171. Das Saͤchſiſche u. Schwaͤbiſche Lehn⸗ Recht ſind daraus genvinmnen . à 1b1dl. B. P' calarix. baccalarii, Abſtam⸗ mung und Erklaͤrung dieſer Woͤrter b 441 cor der Herr das aufgetragene Lehen Backhauß zu Lehen ertheilt a 608 Jahr und Tag behalten a 680 Barnbrod zu Lehen ertheilt 1 91 ſedd. Hat die Anzahl der mittel⸗ Bajulus, wer ſolcher am Fraͤnkiſchen baren Lehen ungemein vermehrt c 8. Vor eingefuͤhrter Erblich⸗ BHarrholom. de Barateriis Buch de keit findet ſich davon keine Spur ibid. Bewegungsgruͤnde dazu in den mittlern Zeiten c 8 ſeq. Ob Baͤren bear, was es heiſſe Hofe geweſen a 270 feudis, wann ſolches verfertiget a 110 ſeq. a 251 die Ueberlieferung heutiges Ta⸗ Barigildus, was ſolches vor ein Be⸗ ges noͤthig ſey a 683. Was zu dienter geweſen a 250 einer ſtillſchweigenden Auftra⸗ Baro, was ſolches Wort heiſſe gung erfordert werde a 648 a 251 Auslegung der Geſetze, wird in die Bauern, ob ſolches lauter Knechte Geſetzkraͤftige und unterrichtende eingetheilet a 225 feqq. Regeln ſo bey der letztern zu beobachten 2 228 fegq. Die erklaͤrende, aus⸗ geweſen b 26 feqq. c. 4. Wo⸗ durch ſolche an den mehreſten Or⸗ ten ihre Freyheit erhalten b 28 ſeg. Ob ſie der Gerichtbarkeit (a) 3 ihrer ————— 8— Reg iſter, ihrer Herrn unterworfen geweſen Lehens⸗Folgern oder den Allodial⸗ b 36 feqq. Ob ſie im Zweifel Erben zuzuſprechen ſey b 292 fég. „frohnbar vermuthet werden b 42 Beverarius, was ſolches vor ein ſeqq. Ob ſie ein Eigenthum uͤber Bedienter geweſen a 253 ihre Guͤter haben b 83 leqg. Wor⸗ Bewegliche und unbewegliche Sa⸗ inn ihre Treue beſtehe b666 leg. chen, ob dieſe Eintheilung bey Bauhof und Burgſtall zu Lehen er⸗ den Teutſchen gebraͤuchlich a 454 theilt 91 Ob und wie weit die erſtern zu Brauhaus zu Lehen ertheilt ibid. Lehen gegeben werden koͤnnen Brod zu Lehen ertheilt ibid. 4 a 455 Bruͤcke zu Lehen ertheilt ibid. Biebel, ob daraus der Urſprung der Becher zu Lehen ertheilt a 608 Lehen herzuholen aà 2. Ob aus Behandigungsguͤter, woher ſie ih⸗ ſolcher die Lehensſtreitigkeiten ent⸗ ren Nahmen haben b 98. d 10. ſchieden werden koͤnnen a224 Werden auch Hobeguͤter ge⸗ Bibliothecarius am Fraͤnkiſchen nannt ibid. Hofe 2a 253 Belehnung, ob ſolche auch bey Zinß⸗ Boc land, was alſo genannt wor⸗ gutern bey Strafe der Berau⸗ den b 431 bung noͤthig ſey b 131 ſeq. Boͤhmen iſt vor Friderieci II. Zeiten Beneficiati bedeutet Vaſallen a 6so bey der Kaiſerwahl zugegen ge⸗ Beneficium bedeutet ein Lehen 48 weſen a 190 ſeq. Bedeutet eine preceriam Boni homines, wer ſolche geweſen b 510. Enthaͤlt den Keim des a 253 ſeq. nachherigen Lehnweſens, iſt auch Bord bedeutet ein Haus, Tafel b 99 demſelben aͤhnlich, aber von wirk⸗ Bordagia, was ſolches vor Guͤter lichen Lehen noch verſchieden c3 ibid. ſeq. Jure curiæ conceſſum c 5. Budtheil, was es bedeutet d 13 Jure feudi conceſſum. ibid. Be⸗ Burgagia, ob ſolche mit den bonis deutet oft ein Bauergut d bargenſaricis einerley b 100 ſeq. Beorgan, Bergen, was ſolches be⸗ Burgen, Schloͤſſer wurden zu Le⸗ deute a 321 hen ertheilt 6 83 Berſa, Berſarii, was dadurch ange⸗ Burgenſatica bona, ob ſolches allo- zeiget werde a 252 dia bedeute a 385. Unterſchie⸗ Beſitz, ob ſolcher im Zweifel den dene Muthmaſſungen von derſel⸗ den — — [ Autg ( vor dh 47p 12 chea Nungd — Ob an P liten ene⸗ 22 — aͤnkſchen 426) x& nt wor⸗ 5431 i Feiten az egen ge⸗ 4 190 2. weſen b 1213 feg. Tafel byy 2 vor Güter lbidh ctet d r den boub 1 b 100 ſeh eden zub⸗ 69 olches al lltrſt von derſ 9 1 ———————— ——P—B—P—ꝛ—ꝛ—ꝛ—ꝛ—ꝛ—x—xxꝛꝛꝛꝛöB—B—B—B—B—y——OQOQQQ—OꝭC—QOñLñO——Oñ—ññꝭ—ꝭ——C—ꝑ—Q—COCQCQC—C—CQCQCQ—Q—QC—ę—C—C—CVVV—O;O⸗—⸗——õõ Regiſter. — ben Natur b verliehen. d io durch angezeiget werde a 49 Buticularius am Fraͤskiſchen Hofe Caſamentum bedeutet ein Lehen a 2 254 4s 49. Darvon wird kein Leheneyd Burigularius Norimbergenſis, wer 101 feq. Werden Caput manſum deſſen Bedeut. b 436 G zu Purgrecht und Grundrecht Caſa, Caſata, Catati&c. was da⸗ geleiſtet b c 17 ſolcher geweſen b 635 ſeq. c 49 Calſtaldius dio, deſſen Bedeutung Byda, deſſen Bedeutung 636 E (umbellanus am Franzoͤſiſchen 2 255 Cameræ nuncius, worinnen deſſen à 256 Camerarius, was ſolches vor eine Be⸗ deutung am Fraͤnkiſchen Hofe ib. Cammerguͤther a 478. Siehe Do- Ch Hofe Amt beſtanden mainen Cancellarius, ob ſolcher bey den Roͤmiſchen Kaiſern ein Thuͤrhuͤ⸗ ter geweſen a 257. Es ſind deren von unterſchiedener Art a 258 Canoniſch Recht, ob es dem Ju⸗ ſtinianiſchen auch in Lehen⸗ und andern weltlichen Sachen vor⸗ gehe 2 215 17 ſeg. Capa, Capella, was ſolches eigent⸗ lich bedeute a 246 Capellani, wer ſolche bey denen Franken geweſen a 246 278 Capelle zu Lehen ertheilet a ſio Capitula extraordinaria des Lon⸗ gobardiſchen Lehenrechts, wer ſolche hinzugefüget a 103 ſegq. Von deren Guͤltigkeit a 138 ſeqꝗq. und Amt 2 259 Cellæ deren Bedeutung b 144 Cellarius, cellerarius, wer ſolcher geweſen a 260 Cenfitica bona b 105 ſeq. Siehe Zinßguͤter. enſus creſcens b 124 Centenarius deſſen Amt und Stand im Fraͤnkiſchen Staat a 260 artigraphus Benennung des Kanzlers a 261 Churmedguͤter woher ſie ihren Na⸗ mmen haben b 134 ſeqq. Unter⸗ ſchiedene andere Benennungen der Abgiften bey dem Tode der Beſitzer dieſer und dergleichen Guͤter b 138. Natur und Be⸗ ſchaffenheit dieſer Guͤter b 139 ſeq. Nehmen an verſchiedenen Or⸗ ten die Natur der Lehen an d 13. Gegen den Beſtaͤnder ſolcher Gu⸗ ter kann wegen nicht erfolgten Zins die actio privatoria ange⸗ ſtellt werden d 14 Clauſum und non clauſum terri- torium ob ſolche Eintheilung ge⸗ gruͤndet a 648 feqg. Cleri- ———— 3.— ————— bddbod “ e ee hene 4“ Retiiſter. Clericus bedeutet einen Schreiber a 261 Cliens, Clientulus bedeutet einen Baſallen a 60. Zu Zeiten auch famulum oder Knappen c 18. Wird mit miniſterialis oft gleich⸗ bedeutend gebraucttht 20 Clientela bedeutet ein Lehen a 50 Collectarius, was es vor ein Be⸗ dienter 2 262 Coloniæ b 142 ſeqq. Siehe Koͤln⸗ öfe. Cbeie deſſen Amt, Gewalt, Be⸗ ſoldung ꝛc. im Fraͤnkiſchen Staat a 262 feqq. Wird mit Dux oͤf⸗ ters verwechſelt a 265. Wird von dem Koͤnige Bruder genannt a 266. Wird bisweilen illuſtriſli- mus genennet c 49 Comes Marcarum, deſſen Bedeu⸗ tung und Amt a 266 c 50 Comes Maritimæ, wer alſo genannt worden a 267 Comes balatii, deſſen Amt und An⸗ ſehen am Fraͤnkiſchen Hofe a 267 ſeqq. c 50 Comes ſtabuli, Coneſtabilis Scc. deſſen Amt am Fraͤnkiſchen Hofe a 269 Comites der alten Teutſchen a4 Commendationes, welchen Sachen dieſe Benennung beygeleget werde b 144 feqd. Commendatum zeiget ein Lehen an a 50. Beyſpiele davon c 2 Commenden, worinn ſolche beſtan⸗ den und ob ſie mit dem Patro⸗ nenrecht einerley 2 561 feqq. Commentarienſis deſſen Bedeutung a 270 rer extra Commercium, wenn ſol⸗ che zu Lehen ertheilet a 475 ſeq. Comter Meyer b 484 Conſiliarius, wer alſo am Fraͤnki⸗ ſchen Hofe genannt worden a 270 Conſpalatinus, zuſammen gezogene Benennung des Comitis Palatii b a 268 Conſul Benennung der Grafen 271 Conviva Regis, wer alſo genannt worden Vorbericht p. a 172 c 50 Coquus, Magnus Coquus, deſſen Amt und Stand a ibic. ſeq. Cornagium deſſen Bedeutung a824. Cornelien⸗Guͤter, deren Beſchaf⸗ fenheit a 825 Corneria, was ſolches vor Guͤter a ibid. Coͤrperliche und uncoͤrperliche Sa⸗ chen, Grund dieſer Eintheilung a 450. Auf wie vielerley Art die letztern zu Lehen ertheilet werden konnen a 452. Ob dabey eine Zertheilung derſelben vorkomme b 2, 428 Cubicularius, ob er von dem merario unterſchieden a 274 Cujacii — ——— — — — ddeuna 4 M = vennſt 41 89 Feäri en ao 1 gezogel. ds Palaii 1 266 ofen ant 1 genannt 172 cſo Ar, deſſen 8 zic. ſec. ad. ¹= Veſchf⸗ 482 or Glter a bid. liche So⸗ 3 theilung **) Att di =t werden bey eihe rorkomnme 15 dem 5 4 274 Oujacl — Regiſter. Cujacii Sammlung der Lehensge⸗ ſie zu Lehen ertheilet werden koͤn⸗ wohnheiten a IIt nen a 479. feQ—. c.77. Ob d Cunden deſſen Bedeutung b 435 Fuͤrſt blehe wrzuſſern Gepen Curiæ dominicales b 147 482 ſeqq. Des Reichs a 487 CQumod, Curmied d 12 ſeq. Siehe Reichs⸗Domainen Lehen extra Curtem, ob ſolches ver⸗ Domeſticus, wer dieſen Namen im aͤuſſert werden duͤrfe a 645 Fraͤnkiſchen Staat gefuͤhret a Cuſtos corporis Regis a 274 352 278 I. Deſſen Verrichtung d. ibid. S Dominium directum, wird zu Lehen D'pifer, iſt mit dem Seneſcallo ertheilet a 606. Ob dabey den einerley b a 274 Vaſallen Einwilligung erfodert Decanus deſſen Amt a 276 werde c 89 Defenſivæ, Defenſores bey denen Dominium emines, ob ſolches dem Weſtgothen a 277. Delicioſur, Fuͤrſten ein Recht die Untertha⸗ was es bedeutet c51 nen einem dritten als Vaſallen Demarchus ſoll einen Grafen be⸗ zu unterwerfen gebe a 629 deuten a ibid. Domus zu Lehen ertheilt c 91 Diaconus iſt ein Kanzleybebienter Dos, wer ſolchen bey den Teutſchen b a 1b1d. egeben a 588 Dienſte zu Lehen ertheilet a 609 5 8 Solee zu Lehen ertheilt 6 34 Ob ſolche dem Gerichts⸗ oder Dotalia bona, Rechte des Mannes dem Gutsherrn geleiſtet werden uͤber dieſe Guͤter a 589. ſegq. muͤſſen b 40 d 6 fed. Ob die Was zu deren Ertheilung zu Le⸗ Vermuthung fuͤr ungemeſſene ſey hen nach den Teutſchen Rechten d 7. ob ſolche in Geld verwan⸗ erfordert werde a 591. Wie weit delt werden koͤnnen does nach dem Roͤmiſchen Recht der Dinghoͤfe, deren Benennung und Ehemann ſolche zu Lehen erthei⸗ Beſchaffenheit b 147 ſeqq. Bey⸗ len koͤnne 47 18s a 593 ſeq. ſpiele von Reichsdinghoͤfen, wel⸗ Dotalitium eccleſiæ m ſus⸗ Stan che zu Lehen gehen d4 mancipia dotalia, Peentea das Diſpenſator deſſen Amt am Hofe patrimonium eccleſiæ d 46 a 278 Duumyvir 52 a 280 Domainen deren Erklaͤrung, und ob Dux, deſſen Amt im Fraͤnkiſchen (b) Staat —,— 3— 4 u3 8 — Staat a ibid. deren Anzahl iſt — Regiſter. von Carolo M. vermindert a 281. haben zum oͤftern zwoͤlf Graf⸗ ſchaften verwaltet a ibid. Zweyer⸗ ley Bedeutung des Worts /2 Dwer⸗NMachts⸗Guͤter b 150. Er⸗ laͤuterung des Worts d 15 E. Edle machten einen beſondern Stand bey den Teutſchen Voͤlkern aus a 234 ſeqq. Ob ſolche auch bey den Franken von den Freyen und Knechten unterſchieden geweſen a 236 ſeg. Ehrſchatz, was ſolches ſey und deſ⸗ ſen Urſprung c 19. Ehrſchaͤtzige Zinſen b 150 ibid. Ob es beſon⸗ dere ehrſchaͤtzige Guͤter gebe b 151 Des Hofes Kickel Hofleute, deren Eintheilung b 409. Ihre Rechte und Verbindlichkeiten ba roſeqq. Schwoͤren einen Eyd der Tede 4¹² Eigenſchaften der Lehen und Ein⸗ theilung derſelben in weſentliche, gewoͤhnliche u. zufaͤllige b 701 ſeq. PEigen, Eigenthum a 386. Grund und Urſprung deſſelben a 5ů81. Warum. ſolches im Zweifel eher als die Lehnbarkeit zu vermuthen b 687. feq. Einkuͤnfte zu Lehen ertheilet a 609 (C90 Eleemoſynarius, wer dadurch in dem Fraͤnkiſchen Staat angezei⸗ get worden a281. Bedeutet ei⸗ nen Beſitzer der Kirchenghker 12 teneura per Eleemoſynam, was ſol⸗ ches ſey b 511 Emphyteuſis, ob ſolche bey den Teutſchen gebraͤuchlich bi5 1 ſeq. Urſprung derſelben b 151. Ob ſie mit den agris vectigalibus einerley b 157. Natur des dar⸗ uͤber aufgerichteten Vertrags b 158. Ob er nominatus oder in- nominatus ſey b 159. Ob er conſenſualis oder litteralis ſey b 160. Ob der emphyteuta zu Annehmung eines Leyhbriefes ge⸗ zwungen werden koͤnne b 161. Was iſt Rechtens, wenn der Erbbeſtaͤnder wirklich ehedem eine ſchriftliche Erbleyhe bekommen, ſolche aber wieder verloren d 16. Ob der Vertrag bone fidei oder ſtricti juris ſey b 163. ſeq. Wie ſolche erhalten werde 165. Ob der emphyteuta ein dominium utile oder nur ein jus reale dar⸗ uͤber habe b. 166. Er genieſet all Fruͤchte 168. Ob er ſervitu- tes dabey erwerben, oder auf ſel⸗ bige legen koͤnne b 169. ſeg. Wie weit er ſelbige verpfaͤnden und veraͤuſſern koͤnne b 171. ſeg. Zu welcher — — — — — — —— —— — bizulh V dar des w 2 ertragi dder l O! m cals ſey npteuta 90 a briefes ge⸗ An? 5 161. venn der 4 dhe ekommen, woren d ¹b. fdei ode eq. We 161. 0 r dominuum E reale d- Er ganiſ er ſen der aufſt — Regiſter. b tigalde welcher Zeit er um die Einwill⸗ gung des Herrn in die Veraͤuſſe⸗ rung anſuchen muͤſſe b 173. Ob viele Miterben ſolche unter ein⸗ ander vertheilen oder nach ihrem Gefallen einem unter ſich uͤber⸗ laſſen koͤnnen b 178. Ob mehrere Miterben eines Emphyteutguts gezwungen werden koͤnnen, wider ihren Willen einen Lehntraͤger zu beſtellen d 16. Ob ſolche aauf einen adoptivum vererbet werde b 181. . Ob der emphy- teuta den Zinß bezahlen muͤſſe, wenn er das Gut gar nicht nutzen konne b 187. Ob der Zinß we⸗ gen geſchehener Alluvion erhoͤhet werde b 183. Ob durch die Er⸗ theilung in emphyteuſin ein Gut die vorige Freyheit verliere b 184. Wie weit der emphyteuta wegen der Verbeſſerung etwas von dem Herrn fordern koͤnne b 186. Ob ein in emphyteuſin ertheiletes Hauß, nachdem es abgebrannt, wieder erbauet werden duͤrfe b 219. Ob der Herr bey Entſte⸗ hung anderer Erben des emphy- teutæ den liſcum von der emphy. teuſi ausſchlieſſe b220. Ob der Gutsherr, wenn das Emphy⸗ teutgut einem entfernten Erben verkauft iſt, ein jus proſimiſeos gegen dieſen ausuͤben koͤnne d 18. Ob der Herr ſolche dem emphy- teutæ aufkuͤndigen koͤnne b 222. Ausnahmen, allwo die emphy- teuſis wegen unterlaſſener drey⸗ jaͤhriger Bezahlung des Zinſes nicht verwirkt wird b 231. Ob ſolche Verwirkung durch die Be⸗ zahlung einen Theils des Zinſes verhuͤtet werde b 232. Wie auch, wenn die Zahlung aus Unvermoͤ⸗ gen, oder andern geringen Ver⸗ ſehen unterbleiben b 236. Im⸗ gleichen, wenn der Herr den Zinß von den verfloſſenen Jahren an⸗ genommen b 238. Ob der em- phyteuta ohne richterliche Huͤlfe des Guts entſetzet werden koͤnne b 245. Wie viel Jahre die Zah⸗ lung der oͤffentlichen Beſchwer⸗ den muͤſſe unterblieben ſeyn, ehe die Beraubung ſtatt findet b 246. Ob der emphyteuta die gemachte Verbeſſerungen gegen die ver⸗ urſachte Verſchlimmerungen auf⸗ rechnen, und dadurch die Berau⸗ bung verhuͤten koͤnne b 248. Ob ein vom emphyteuta verabredetes conſtitutum poſſeſſorium die Be⸗ raubung nach ſich ziehe b 250. Ob durch dirAugebägn einer ge⸗ ringern Kaufſucene ſolches ge⸗ ſchehe b 251. Wie auch, wenn der emphyteuta den Herrn nicht⸗ mehr davor erkennen will b 253. b) 2 Klagen 2 Retiſter. Klagen des Herrn und emphy- teutæ b 254. Endzweck der Aufrichtung der Le⸗ hen iſt vielfach a 365 ſeq. 63 Equilibrator, wer alſo genannt worden a 250. War eine Art von Stallmeiſter c48 Erbgerichte, deren Urſprung b 34 Benennungen b 259 ſeq. Ein Haupt⸗Erforderniß derſelben iſt ein ſchriftlicher Contract d 20. Ob es ſich vor einen Edelmann ſchicke ſolche zu uͤbernehmen b 262. Geſchiehet insgemein ſchriftlich gegen Ausſtellung gewiſſer Re⸗ verſalien b 264. ertheilet ein jus reale b 265. Ob der Beſtaͤnder das Gut verpfaͤnden oder veraͤuſ⸗ ſern duͤrfe b267. Wird nur auf die Leibeserben vererbet b 260. Ob ein maͤnnlicher Leibeserbe den Vorzug vor dem weiblichen habe d 24. Ob in ſolchen Gegenden, wo Solmſiſches Recht gilt, der überlebende Ehegatte den uſum- ructum an der Erbleyhe habe. d 21. Ob der Beſtaͤnder die oͤf⸗ fentliche Beſchwerden abfuͤhren 6 Ob er das Gut muͤſſe b½7 verlaſſen duͤlfe b 275. In wel⸗ chen Faͤllen er deſſelben beraubet Austreibung des unordentlichen Erbbeſtaͤnders wurde dem Rich⸗ ter eine Maas Wein bezahlt d 22. Exempel von Erbleyhbrie⸗ fen b 308. Mittel den jaͤhrlichen Erbzins beyzutreiben das Erben⸗Zinß Guͤrer Benennung der Meyerdingsguͤter b 493 3 b 18d. Erb⸗Zinß⸗Guͤter. Siehe Zinß⸗ Erbleyhe unterſchiedene aͤhnliche auter. Eſſarta, was ſolche ſeyn und Ab⸗ ſtammung dieſes Worts b 534 Haves⸗Guͤter des Stifts Eſſen deren Eigenſchaft b 413 ſeqq. Deren Beſitzer ſtehen unter einem HOaeves⸗Gericht b 417 Eviction, wie ſolche nach den al⸗ ten Teutſchen Geſetzen geleiſtet worden a 458. Worinn ſolche nach dem Lehenrecht beſtehe a 460. Was erfordert werde, 12 wann ſolche ſtatt finden ſolle a 461, ſeg. Ob ſolche auch bey geſchenkten Lehen ſtatt finde a 463 feq. Ob auch der verurſachte Schaden dabey erſetzet werden muͤſſe a 469. Wann ſolche bey einem aufgetragenen Lehen ſtatt finde a 470 ſeq. c. 76. Worinn ſie alsdenn beſtehe a 473. Wie lange der Herr oder der Vaſall nach den Teutſchen Rechten darzu verbunden geweſen a 474. Wie ſolche geleiſtet werde, wenn 1es —„+——— g —te zut And A 58 128 Eſſ az ſegg M tereinem b 417 8= den ab⸗ geleiſtet o ſolche 3 iehe 4 2 de, ſolle m auch ben a finde 3 rurſachte 8 werden Solche be hen ſiatt . Woeimn 3. Wi r Waſal Rechten 501 3 474 18 1 Saßzieher⸗Amt zu Lehen erheilt cor —— Regiſter. res extra commerciun zu Lehen deſſen mancherley Bedeutung Lertheilet worden a 476 2 74 ſeq. 157. fed. Extravagantes Conſtitutiones des Feudium, dieſes Wortes Abſtam⸗ Longobardiſchen Lehenrechts, wer mung a 37 ſeg. c9 ſegd. Deſſen ſolche hinzugefugt a 105 ſegq. erſter Gebrauch 44 ſegg. c 12 Eyd, wer ſolchen bey Streitigkeit Kag. Deſſen mancherley Bedeu⸗ wegen der Lehenbarkeit oder Allo⸗ tung a 4427. Bedeutet ein Bauer⸗ dialitaͤt abſchwoͤren muͤſſe b694 gut a 449. 4. Wird mit dem ſeqq. Wort beneficium im 12ten Jahr⸗ 83 S8t hundert voͤllig gleichbedeubend 1 12 E I TH-onarius deſſen Amt am Fraͤn⸗ Fiqtio, fctionis, ob ſolche in den — kiſchen Hofe a2 282 Rechten gegruͤndet a 6277 FJallguͤter b 554. ſeqq. Siehe Fictus, fickum, was dadurch an⸗ Schupflehen. gezeiget werde b 17 d 5 Familienguͤter, deren Ertheilung Fideicommiß⸗Guͤter deren Erthei⸗ zu Lehen 2 604 ſed. lung zu Lehen a 604 Familiaris, recipere in familiarita- Fides, ob feudum davon herſtam⸗ tem c 2o me à 37 Famulus bedeutet einen Vaſallen Pirma, dieſes Worts Abſtammung abr und unterſchiedene Bedeutung 8 1 4 b 279 ſeqq. Fehde, ob die feuda davon genannt Firma alba, blanca, firma nobilis, worden a 39 firma pura& irrevocabilis, fir- Felonie, ob dieſerwegen das Lehen⸗ ma recia deren Erklaͤrung b 282 gut von dem Landesherrn der nicht *Gd. Lehensherr iſt, eingezogen werden Siſcherey zu Lehen ertheilet a 609 koͤnne a 637 ſed. Siſchnetze zu Lehen ertheilet c91 Fe, feo, was es bedeute a 39 Fiſcus zeiget ein Lehen an a 50 Feodarius, feudalis&c. bedeutet Fluß zu Lehen ertheilet a 609 einen Vaſallen a 61 Fœdus, ob feudum davon ſeinen Feodum bedeutet oft ein Bauern⸗ Namen habe a 38 gut d4 Sehd, ob feudum davon herkomme Feudale vel feudorum feudi jus, a 39 (b) 3 Foreſta- ————n8D—]“ ARegiſter. Foreſtarius, worinn deſſen Amt be⸗ ſtanden a 283. traget ſein Amt zu Lehen b 662 c 52 Forfacere, wird nicht blos von Verwirkung der Lehen gebraucht Jorſthuben b 615 ſeq. d 46. Wildhuben. Fremde Sachen, wenn ſolche zu Le⸗ hen ertheilet a 457 ſeqq. Wenn olche zu Lehen aufgetragen wor⸗ den a 470 ſeq. Freye machen bey den Teutſchen Woͤlkern einen beſondern Stand aus a 234 ſeq. 45. Sind je⸗ ddoch von den Edeln unterſchieden ibid. Freygelaſſene ſind von den Freyen unterſchieden a ibid. Freyguͤter, Freymann⸗Lehn⸗Hufen, deren Eroͤrterung b 284 ſegg. Freylaſſung, ob eine allgemeine vorhanden b 28 ſegq. Deren vormahlige Wirkung b 29 ſeg. Freyſtatt fuͤr Todſchlaͤger und un⸗ ſichere Perſonen zu Lehen ertheilt c 93 Frey⸗Stiſt b 568 Frey⸗Stuͤhle zu Lehen a 640 Frohnden, ob ſolche dem Guts⸗ oder Gerichtsherrn geleiſtet wer⸗ den muͤſſen b 40. Woraus ſol⸗ che entſtanden b 41. Ob ſolche im Zweifel vermuthet werden b a 152 Siehe 43 ſeq. Ob gemeſſene oder unge⸗ meſſene vermuthet werden b 44. Ob die erſtern in den neuern Zei⸗ ten eingefuͤhret b 47 ſeq. Ob ſolche wegen unterlaſſener Forde⸗ rung verjaͤhret werden b 3 ſeq. Ob die gemeſſene auf aͤhnliche ausgedehnet werden koͤnnen b 59 Ob der Herr deren Anzahl ver⸗ mindern koͤnne b 6c. Wie weit die ungemeſſenen Dienſte vom Richter eingeſchraͤnkt werden koͤn⸗ nen b 61. Ob ſolche in Geld ver⸗ wandelt werden koͤnnen b 63. Ob deſſen ungeachtet ſolche her⸗ nach wieder in natura gefordert werden koͤnnen b 67 ſeqg. Wem die Wahl zukomme, wenn entwe⸗ der Geld oder Frohnden herge⸗ bracht, dem Herrn oder den Bau⸗ ern b 68. Ob ſolche anderwerts hin als nach dem Gute des Herrn geleiſtet werden muͤſſen b 69 teg. Ob der Herr ſolche an andere ver⸗ pachten duͤrfe b 71 ſeq. Worauf ſie haften b 73 ſeq. Frohntage und Faſtnachtshuͤner zu Lehen ertheilt b c 91 Fruͤchte zu Lehen ertheilt a 610 Fuͤrſt, wie vielerley deſſen Guͤter 1 a 477 Fuͤrſtenrhum, ob ſolches im Zweifel vor eigenthuͤmlich, oder vor lehn⸗ bar zu halten b 679 féq. G. 4. A = ßaen 2 ähnlc V pen bp Tahl Wee wii —ſte von — Bamg. nba n eng, en dden kil⸗ / Ield ver⸗ A&n b 6z. A lcche her⸗ A gefordert 2. Wem Xmnentwe⸗ an) herhe⸗ an Bau⸗ d Kowerd * es Heerg 85b 69 leg. ndere ber⸗ — 8 „on Güte 3 1 an Zweſfe evor lh 679 feg, G Regiſter. Snne. GO Gzanerben⸗ Guͤter, deren Erthei⸗ b a 604 feq. GSardingus, Bedienter bey den lung zu Lehen Weſtgothen a 284 Garten zu Lehen ertheilt a 611 Gaſindius, was es bedeute 852 Gaſtaldus c49. Bedienter in Ita⸗ 4 259 lien Geiſtliche beſchaͤftigten ſich neben der Seelſorge mit Erlernung und Ausuͤbung der Arzneykunde 47 Geiſtliche Gerichte, ob ſolche das Jus Patronatus bedeuten a 671 Geiſtliche Lehen, Urſachen, welche zu deren haͤufigen Errichtung An⸗ laß gegeben b 732 ſeq. b 510. Ob ſolche insgemein vor aufge⸗ tragen zu halten Geld zu Lehen ertheilt c 90 deSericheadraitse uſt begriffen 4 ehen erthei⸗ und zugleich mit zu let ſey a 659 ſeqg. Iſt insgemein in den Lehnbriefen insbeſondere ausgedruckt a 667. Iſt von Al⸗ ters her von den Grafen exerciret worden a 666 Ob ſolche unter den Worten: mit allen Gerich⸗ ten, mit Ober⸗ und Niederge⸗ richten immer verſtanden werde a 669. Geiſtliche, ob ſolche zu Lehen ertheilet werden koͤnne a 671. Ob ſolche cumulative oder privative ertheilet werde a 672 ſeqq. Ob ſie ſubordinate von dem Vaſallen beſeſſen werde a 674. Ob ſolche den Herrn uͤber ihre Knechte zugekommen b 35 ſed. a 540 feq. Geſell, ob ſolches Wort von Gwas herkomme Gelter oder Gelder bedeutet oft den Getreyde zu Lehen ertheilet 3 5 5 Glaubiger Gemeinſchaftliche Sachen, wie Gewehr. Siehe Eviction. weit ſie zu Lehen ertheilet werden Gewohnheit, was, und wie man⸗ koͤnnen a 586 ſeq. Gerade bey den Haußgenoſſen des Hofes zu Weſtrum b 407 Gerichtbarkeit iſt insgemein mit cherley ſolche ſey a 78. Deren rechtliche Natur c 25. Unter⸗ ſchied derſelben von Obſervanz der Belehnung uͤber ein Schloß(zildum, Geldum, guilot, was es verbunden a 655. Iſt an und 2 vor ſich mit den Lehnguͤtern nicht Gillonarius, Schenk bey den Weſt⸗ verknuͤpft a 658. Die criminal peinliche, ob ſolche unter der Glocken werden zu Lehen ertheilt Formul: mit den Gerichten, mit c 26 bedeute a 251 gothen a 284 c 82 Grafio Regtiſter. Grafio iſt mit den Comitibus einer⸗ te b 98. Ob es Einwilligung * ley 2 285 heiſſe„ 690 Graſſchaft iſt nicht ganz lehnbar Haus zu Lehen ertheiltt 2 612 2 364. Ob ſolche im Zweifel vor Haußgenoſſen des Meyerhofs zu eigenthuͤmlich oder lehnbar zu Weſtrum b 40) ſeq. halten„b 679 ſed. Heergewette bey dieſen Weſtrum⸗ Gras zu Lehen ertheiit cor ſchen Haußgenoſſen b 407 Grundzinß⸗Guͤter ſind nach den Heimburgu, Heimberger, was teutſchen Rechten von andern erb⸗ ſolche Benennung bedeute a 321 lichen Verleyhungen nicht unter⸗ Zenkeramt zu Lehen ertheilt 9r ſchieden b 592. Vererbung, Ferdocho, was ſolches anzeige Veraͤuſſerung, Bezahlung der b 239 Lehenwaare ꝛc. bey denſelben b Hereditas bedeutet ein allodium 794 feqd. Exempel von derglei⸗ a 384.( 66 chen Verleyhung b 730 Herren Gunſt eine Art Guͤter b 568 Guͤter nach Hofrecht c 5. Nach Herzoge haben ſich die Herrn biß⸗ Lehnrecht ibid. weilen von ihren eigenthuͤmlichen Swas, deſſen Bedeutung a 56. Gutern genannt a 175 ſeq. c 40 Baßſall, Vaſſus ſtammet davon Zeugelds ein Fuder zu Lehen er⸗ adhd a ibid. theilt C 91 S. SBilterſchen b 286 Saber zu Lehen ertheilt 91 Hofsguter b 413. Siehe Eſſen. Sabicht⸗ und Schoͤnenfrauen⸗ Hofſtaͤtte zu Lehen ertheilt a 612 Lehen 61 94 Holtenſche Guͤter b 286. Grund Haͤgerguͤter, Urſprung deren Be⸗ deren Benennung d 34 nennung b 285. Rechte und Zolz zu Lehen ertheilt c 91 Verbindlichkeiten der Beſitzer Homagium wird zuweilen ſtatt feu- derſelben b 287. Ob ſolche an dum gebraucht; Beyſpiele davon fremde vermacht werden koͤnnen c 18 b 12 b 289 4 34 Homo, deſſen Bedeutung a 62. Zeigt Hageſtolzen Recht iſt bey den Prob⸗ einen Vaſallen an ibid. c 21 ſtingsguͤtern gebraͤuchlich b 33 Hominues in feudum dati 1 92 Halßeigene b 494 Homologus, ob es einen Vaſallen Hand, handen, was ſolches bedeu⸗ anzeige 2 63. c 21 Honig GEt egr e anzel 5 233 A lodium 4. e66 n r bög m oiß⸗ nlicen 0. co d vn er⸗ c91 de a aſſen. 1) a4612 „ Grund 4 33 19 Aatt keu. edavon c 18 2. Zeigt cI 0 92 Zaſallen 64.„d2l Honig Regiſter. —— Honig zu Lehen ertheilet a 613 lanitor 32 285 Honiggeld bey den Zeidelguͤtern Inciſor, ob ſolcher am Fraͤnkiſchen 5b 638 Hofe geweſen a 285. Der Her⸗ Honores zeigen Lehenguͤter an a51. zog von Luxemburg wird dazu Aucch werden der Üiberorum ho- gemacht a 286 minum ihre Lehen alſo genannt Incorporation, dadurch haben ſich a 302. Die Lehenstreue wird die Reichsallodia verlohren a412. daher fidelitas honoris genennt Ob dadurch ein Allodium lehnbar c19 werde a 424. Ob ſolche dem Soſpitaͤler a 527. Siehe religioſe Nachfolger anbefohlen werden domus. b koͤnne b a 425 Hoſpitia oder Hoſtiſia ſind dreyer⸗ Infertor b a 286 ley Gattung und deren Erkklaͤ— Interpretatio Authentica a 225. rung b 29; ſeg. Uſualis, deren richtige Beſtim⸗ Huben, Zufen werden mit Hof mung(44. Siehe Auslegung. verwechſelt, Bedeutung dieſer Judex, wer dieſen Namen im Fraͤn⸗ Woͤrter b 297 kiſchen Staat gefuͤhret a 286 Hubenguͤter, Natur und Beſchaf⸗ ſeq. Wird dem Koͤnige ſelbſt fenheit derſelben b 298 ſeg. Alte beygelegt c 13 Hubener Recht b 298 Judex judicum, Judex publicus vel Hufen zu Lehen ertheilet a 613 fecularis, Judex eccleſiaſticus, Hurenhaͤuſer, Abgabe davon, zu Judex emunitatis, Judex villa- Lehen ertheilet.94 rum, judex Imperatoris, was b dadurch vor Beamte angezeiget J. werden a 287 fedq. Sagd zu Lehen ertheilt c 90 Juniores, welche darunter verſtan⸗ J Jagt mit Raubvoͤgeln bey den den werden a 290 Kantſchen Voͤlkern ſehr gewoͤhn⸗ Jus beneliciale deſſen Bedeutung a 282 1 b a 157 ſeq. Jaͤhrliche Abgiften, ob ſolche ver⸗ jus feudorum, Jus feudale, Jus jaͤhret werden koͤnnen b 77 ſeq. feuqdi, deren Bedeutung a 74 ſeg. Jaͤhrliche Vermaͤchtniſſe, ob bey a 157. ſeq. c 24. Jus feudi be⸗ ſelbigen eine beſondere Verjaͤh⸗ deutet oft jus patronatus ibid. rung noͤthig b 78 Jus gentium, ob das ehenrecht b d alſo .* 8„ 4 ——— 2 Retziſter. alſo genannt worden a 159 ſegq. Jus ſcriptum was es heiſſe a 77 ſeq. Juſtinianiſche Recht, ob ſolches den Canoniſchen vorgezogen wer⸗ den muͤſſe a 216 ſeqg. Beyder Anwendung in caulis feudalibus c 43 Kalandsguͤter. 3 hb 307 Kaphangüͤter, deren Erklaͤ⸗ rung b ibid. Kaufbrief auf Wiederloͤſung b7 10 f Kaſe zu Lehn gereicht c92 Keßleramt zu Lehn gegeben ibid. Kelter zu Lehen ertheilet a 613 Kirchen, ob die Teutſchen Kirchen oder Tempel gehabt a5 1. Wer⸗ den dem Eigenthum aller Men⸗ ſchen entnommen a ibid. Wer⸗ den unter den Franken und auch nachhero als andere Guͤter gehandelt a 712 ſegq. Auch zu Lehen gereichet a 515. Ob da⸗ durch nur das Jus patronatus er⸗ theilet werde a 516 Kirchenguͤter, deren Eintheilung 2 531. Sind haͤufig zu Lehen er⸗ theilet worden a 552. Urſachen davon a ibid. ſeqq. Die Kirchen und Kloͤſter haben ſich durch Pri⸗ vilegien, Vertraͤge, eydliche Angelobungen, Verbote der Stifter, wie dieſe haͤufige Erthei⸗ lungen zu Lehen geſichert a 536 fg. 4 —, Kirchenlehen, was es ſey a514 irchhoͤfe, wie ſolche entſtanden a 529. Sind veraͤuſſert worden a 531. Die Belehnung mit ſelbi⸗ gen a ibid. Kirchſatz zu Lehen ertheilt 87 Klagen(Actiones) ob ſolche zu Le⸗ hen ertheilet werden koͤnnen a 599 Le. Kloͤſter, deren Urſprung a 522. Wer⸗ den haͤufig zu Lehen ertheilet a 523 leq. 9. Beyſpiele davon c 80. Dieſe Belehrungen ſind biswei⸗ len fuͤr unguͤltig erkannt e go. Wie weit heutiges Tages ſolche Ertheilung bey Catholiſchen und Proteſtanten erlaubet a 526 ſeg. Kloͤſter ſuchten haͤufig Pfarrkirchen und Altaͤre an ſich zu bringen c 86 Knecht, Knapp, Knave, deren Bedeutung, und ob ſie einen BVaſallen anzeigen a 63 Knechte machen einen beſondern Stand bey den Teutſchen Voͤl⸗ kern aus a 234 ſeq. Roͤhr wird bey den Haͤgerguͤtern bezahlet b 291. Wie auch bey den Meyerdingsguͤtern b 492 Roͤlnhoͤfe, woher ſolche ihren Na⸗ men haben b 142 ſeq. Zoſſetin Bedeutung dieſes Worts b 638 L. Z oddar u Dit ſhe 12-9 1 biswei⸗ 2. co. —es ſolch ten und 1526 feg. Arrhirchen agen céb n deren Reſ uren 46z beſondern d hhen Vi⸗ 234 f9 Zerguͤten ¹ auch ben „. b41 hren Na⸗ 158 ſeg . 28 Wortt b 68 1 Regiſter. J. Lbor bedeutet erworbene Guͤter 5 Landeshoheit, ob ſolche vor allo⸗ dial oder lehnbar zu achten⸗ 430 ſeqq. Ob ſolche in den geſchloſſe⸗ nen Gebieten zu vermuthen 4 648 ſeq. Muß nach dem Unterſcheid der Laͤnder und Perſonen vermu⸗ thet, oder nicht vermuthet wer⸗ de a 651. fe2†. n Landſaͤßige Lehen, deren Urſprung ſeꝗqꝗq. a 33 Landſiedel⸗Leyhe, woher ſolche ih⸗ ren Namen b. 331 4 34. Ob nur allein Feldguͤter alſo verliehen werden b 332. Ob ſolche ſchrift⸗ lich aufgerichtet werden muͤſſe b ibid. Sind reverſales dabey ge⸗ woͤhnlich b 333 a 1378. Wie weit dem Landſiedel die Veraͤn⸗ wirkt werde b 362 ſeqq. Ob und derung des Guts erlaubet b 333 ſeq. Ob er fremde Laͤndereyen zugleich bauen duͤrfe b 336. Ob ihm die mit der Landſiedel⸗Leyh wieder vereinigte Guͤter zukom⸗ men b 377. Ob und wie weit ſolche auf ſeine Koſten wieder her⸗ beygebracht werden muͤſſen b 338. Ob er an dem jaͤhrlichen Zinß ei⸗ nen Nachlaß ſordern koͤnne b 339. Von deſſen Dienſten, Bezah⸗ lung der Steuern, beſonderer Treue, verbotenen Veraͤuſſerung, 4 3 b 378 feq. und Beſchwerung des Guts b Laßnürer, ob die Beſitzer ein Erb⸗ c) 2 leyhe unterſchieden Laſſen oder Laten Abſtammung und Bedeutung dieſes Worts 340 ſeqq. Wie weit er ſeine Verbeſſerungen veraͤuſſern duͤrfe b 343 fegq. d 35. Ob er das Gut verpachten duͤrfe b 3443. Er hat ein Erbrecht darauf b 348 ſeqq. d35. Muß die Lehnwaare bezah⸗ len b 370 ſeq. Wann ein Lehen⸗ kraͤger erfordert werde b 351. Der Landſiedel ſtehet unter einem Landſiedelgericht b 353. Ob dieſe Leyhe auf eine beſtimmte Zeit ge⸗ ſetzet werden koͤnne b 354. Wird oft auf Lebenszeit des Herrn, der ſie ertheilt, eingegeben d 36. Ob ſolche durch den Verkauf des Herrn aufhoͤre b 357 ſeg. Wie weit dem Herrn erlaubet ſey, ſol⸗ che aufzukuͤndigen b 360 leq. Nach wie vielen Jahren wegen nicht gezahleten Zinſes ſolche ver⸗ wie weit ſolche im Heßiſchen un⸗ wiederruflich b 365 ſeqCqꝗ. Was bey der Einziehung des Guts zu beobachten b 373 ſeg. Von Schaͤtzung und Bezahlung der Beſſerung b 375 ſeq. Exempel von Landſiedel⸗Leyhbriefen b 703 705 ſ—. Duͤrfen nicht vertheilet werden b 709. Sind von der Erb⸗ b 349 recht Rextiſter. recht darauf haben b 380 ſeq. Ob ſie ſolche veraͤuſſern und ver⸗ ſetzen duͤrfen b 384 feg. Es ſin⸗ det bey ſelbigen das Naͤherrecht ſtatt b 387. Ob die Beſitzer auch Frohnden leiſten muͤſſen b 389. Sie muͤſſen den Hauptfall theidigen b 390. Sie ſtehen un⸗ traͤge verhuͤtet und aufgehoben a 646. Veraͤnderungen bey den Lehen b 647. feq. Unterſchiedene Erklaͤrungen von den Lehen und derſelben Beurtheilung b649 ſegg. Unterſchied derſelben von den Bauernguͤtern aͤuſert ſich in der Erbfolge b dy ter einem beſondern Gericht b 391. Lehenbarkeit einer Sache, ob ſolche Formular von der Zuſchreibung eines Laßguts b 722. Exempel von Veraͤuſſerung, und Bekraͤf⸗ tigung der geſchehenen Zuſchrei⸗ bung eines ſolchen Guts b 726 Lehenbriefe. erſte und vornehmſte Regel, wor⸗ aus der beſtaͤndigen Verknuͤpfung mit dem Lehen vermuthet werde b 696 die aͤlteſten ſind die Laudemium Abſtammung dieſes — nach eine Lehensſtreitigkeit ent⸗ Wortsb 187. Siehellehenwaare. ſchieden werden muß a 20¼4. Le⸗ Ledigzehlungs⸗Schein b 425 henbrief an Henne von Ruͤdig⸗ Leeg, was es bedeute a 66 heim b 720 Lehen, Urſprung derſelben a 2 ſeg. Lehengeſetze in Teutſchland, gemei⸗ a 233 c 1. Weßwegen ſolcher un⸗ gewiß a 20 ſeq. Abſtammung und Bedeutung dieſes Worts a46 feg. Unterſchied derſelben von Roͤm. beneficiis c 1. Was uͤberhaupt vor Sachen zu Lehen ertheilet werden koͤnnen a449. Viele Bey⸗ ſpiele davon c 91 fed. Lehen in einem fremden Gebiet a 623 ſeqq. Endzweck der Lehen, Beyſpiel davon c 63. Erbfolge der Wei⸗ ber darinnen c5. Siehe Vaſall. Wie weit dem Lehensherrn dar⸗ uͤber die Gerichtbarkeit zukomme 2 633 feqq. Sind durch Ver⸗ bey dem Lehenhof, oder des Lan⸗ ne und beſondere a 201 ſeq. Lehenrecht, deſſen mancherley Be⸗ deutung a 74 ſeg. Zeiget ſowohl das Recht des Vaſallen uͤber das verliehene Gut, als das judicium parium oder Manngericht an a 154 157 feq. Ob es zu dem jure conſuetudinario gehoͤre a 84 feq. Ob es ein allgemeines und in dem Recht der Natur gegruͤnde⸗ tes gebe a 86 c 26. welches zur Entſcheidung dienen ſoll, wird ofters durch ausdruͤckliche Ver⸗ traͤge beſtimmet a 206. Ob das des, I 4 1 S b ſoch It üpfing 18t wede 5 66b6 d mind di (₰h wor⸗ ar äit ent⸗ eh. LW. = Nui⸗ 5a0 [dn gemei⸗ K ol ſeg. . W u ſonohe alber das udicum S ht an 4 us yem jure ———ſſͤ———— den Vorzug habe a 207.10. fegq. 634 ſedq. c 42 Ob dasjenige, welches in dem Lande, wo der Lehensvertrag geſchloſſen wor⸗ den, gebraͤuchlich iſt, eine Guͤl⸗ tigkeit habe a 209 213. Objecta des Lehenrechts à 372 Lehnrechts⸗Gelahrtheit, worinn ſolche beſtehe a 371 Leheneſtreitigkeiten, nach welchen Regeln ſolche zu entſcheiden a 202 ſeqq. Lehenwaare, Urſprung derſelben b 189. kommt oͤfters unter dem Namen Weinkauf, Vorhure vor d 17. Desgleichen unter Leie- kouf ibid. Iſt von der Roͤmi⸗ ſchen quinquageſima unterſchie⸗ den b 190. Wer ſolche bezahlen muͤſſe b 191. Ob ſolche groͤßer als 2. von 100. ſeyn koͤnne b 193. Ob und wann ſolche auch bey Veraͤnderung des Herrn bezahlet werden muͤſſe b 195. Ob, wenn im Contract bedungen worden, daß ſie bey dem Sterbfalle eines der Contrahenten bezahlt werden ſolle, und der dominus directus ſein Recht einem andern uͤbertraͤgt, das laudemium bey des Cedentis Tode entrichtet⸗ oder aber der Tod des Ceſſionarii abgewartet werden muͤſſe d 19. Ob ſolche des, worinn das Lehen belegen, bey allen Arten der Veraͤuſſerung bezahlet werden muͤſſe b 201. Wie es bey dem pacto de retro- vendendo gehalten werden muͤſſe b 201. Imgleichen bey der ad⸗ dictione in diem, lege commiſ- ſoria und wieder aufgehobenem Kauf b 203 ſeq. Ob ſolche bey der Subhaſtarion entrichtet werde b 205. Ob der Herr ſolche for⸗ dern koͤnne, wenn er in den Kauf nicht einwilligen wollen b 207. Ob und wie ſolche bey Verer⸗ bung und Erbtheilung bezahlet werde b 208 ſeqq. Wie ſolche bey Vertauſchungen, Vermaͤcht⸗ niſſen ꝛc. gerechnet werde b 211. Was der Herr deswegen vor eine Klage habe b 213 ſeqq. Ob der Beſitzer des Guts ſich durch Ver⸗ jaͤhrung davon befreyen koͤnne b 215 ſedq. Ob wegen unterlaſ⸗ ſener Zahlung das Gut verwirkt werde b 231. Ob, wenn die Emphyteuſis unter zweyen Erben getheilt iſt, das laudemium nach deren Tode zweymal gefodert werden koͤnne d 19 Leibgeding zeigt eine precariam an b 520 Leibeigene zu Lehen ertheilet b 613 Im Yſenburgiſchen beſitzen ihre Guͤter unter unterſchiedenen Rech⸗ ten und Verbindlichkeiten b 420 ( 3 ſeqq. Rextiſter. fegq. Ergeben ſich freywillig Locatio ad firmam 4 33 b 221. Der Landesherr nimmt Lociſervator, Locopoſitus, Unter⸗ ſich ihrer an b 423. Wie ſie le⸗ bedienter derer Grafen bey den diglich gezaͤhlet werden b 425 Longobarden a 291 53 Leiden, Mirleiden bedeutet in den Lod, lot, ob allode davon her⸗ alten Urkunden oͤfters eine Art komme a 377. bedeutet eine Ab⸗ voon Contribution d 17 gift b 188 Leod, ob allode davon genannt a376 Longobarden, wo ſie gewohnet a Leudes, liudi&c. deren Bedeu⸗ 87. Ob gleich anfaͤnglich die Le⸗ tung, und ob Vaſallen dadurch henguͤter bey ihnen gebraͤuchlich angezeigt werden a 6 ſeq. geweſen a 88 ſeq. Ob ſie von den Leute werden zu Lehen ertheilet a Lehen Geſetze gehabt agrſeg. 602 ſeq. Longobardiſche Lehenrecht, ob Bi⸗ ob ſolcher ſchof Fulbertus deſſen erſter Ur⸗ — Libellarius contractus, aus dem Juſtinianiſchen Recht herzuleiten b 426. Ob er ein ſubfeudum oder eine ſubemphy- teuſis ſey b 427. Ob er eine em. phyteuſis oder Meyergut b ibid. ſeqq. Gedanken von deſſen Na⸗ heber geweſen 4 92. Was Ober- tus de Orto und Gerardus Niger zu deſſen Samlung beygetragen a ibid. Wahrſcheinlicher Urſprung deſſelben, und wer es dem Cor- pori Juris beygefuͤget a 95 ſegq. tur b ibid. Von welchem Hugolimo ſolches Lidolaip, ob ſolches eine Leyhe zu geſchehen a 99 c 28 ſeq. Daß er Leib heiſſe b 562 nur in einem Buch beſtanden a 562 Ligius, dieſes Worts Abſtammung und Bedeutung a 66 ſeq. Limitrophi agri, ob von ſolchen die Lehen entſtanden a ſedq. Liti, litones&c. was dadurch an⸗ zeigt werde a 69. Abſtammung dieſes Wors b 443. Ob es von Lyt herkomme und ſolches einen 98. Wer die erſten Gloſſen dar⸗ uͤber gemacht a 101 ſeq. e 32. Wer die Capitula extraordinaria hinzugefuͤget a 103 ſeq. Anſehen derſelben c 36. Wer die Conſti- tutiones extravagamtes hinzuge⸗ than a 105 ſeq. Ob Reichsgeſetze darinnen vorhanden a 113 legq. vIllam anzeige b ibid. Ob ſolches ausdruͤcklich oder ſtill⸗ Lit anſtatt Leute c 21 ſchweigend von den Kaiſern be⸗ kraͤftiget worden a 119 ſegg. 35. Load, ob allode davon gemacht a 377 8 Wie Suclh If ſonda :9rl. 10S, 8 er Ur B3 Ober sNgex S ttragen Atſorung Poor- in ſ69g, an ſolches dn e Snnden 3 eſen dar⸗ Ulen -cdinuris . Anſehen *(oalt jinzuge⸗ „ hsgeſete I3 feqg. der ſill eern bee 29 ez, 690 Regiſter. Wie es auf die Teutſchen gekom⸗ Mannſchaft, was und ob es Lehen men a 124 feqd. c33 feqq. Wenn bedeute a 51 ſfeqq. bedeutet ſer- es in Gebrauch gekommen c 34. vitia militaria feudalia c 19 Ob und wie weit es eine Geſetz⸗ Manſionarius, deſſen Beſorgung maͤßige Kraft in Teutſchland habe a 296. Ob es beſondere Comites 2 131 feqq. Wenn mit einander Manſionariorum gegeben a ibid. ſtreitende Verordnungen darin⸗ Manſus, Abſtammung dieſes Worts nen anzutreffen, welche darunter b 432. Amaſatus b433. Baccala- vorzuziehen ſey a 142 ſegq. Ob es auch in allodialibus geſetzmaͤßige Kraft habe a 144 ſeqq. Ob es dem Canoniſchen und Juſtinia⸗ niſchen Recht in Lehenſachen vor⸗ rius b 44 1. Capitalis b 436. Car- roperarius& manoperarius b 444. Dominicatus, indominica- tus, dominicus b 433. Heißt herr⸗ ſchaftliches Guth, Laͤnderey d 39. gehe a 214 feqq. Eccleſiaſticus b 436. Exercitalis Ludorum exhibitor, wer ſolcher ſey& barſcalcus b 441. Ingenuilis 32 291 G(438. Ledilis b 443. Regalis b Luparius, deſſen Amt a ibid. 433. Veſtitusb 437. Bedeutet ein g verliehenes Gut d 39 „Manſi comitiales, curti, Flan- Miſter cubiculariorum, oſtia- drenſes b 40 Tleor dornasse unterſchſeden⸗ Be⸗ Mannfirma, worinnen ſolche beſtan⸗ nennungen, und Beſchaffenheit den 281 dieſes Amts a 292 ſeqq. Ob Marchio, Marchiſus a 266 c50 deren mehr zugleich vorhanden Mareſcallus a 26 Allus 2 269 geweſen a 2943. Was dieſes Amt Marhalis, was es bedeutet 54 bey den Longobardiſchen Koͤnigen Markſchiff zu Lehen ertheilt c92 geweſen c 54 Neduur. Nedunnenüder. 25 ſi Major villæ, deſſen Verrichtun edeuten d a0 ed. Was im Heßi⸗ ſ Gtang ſchen das Medumsland ertraͤgt Mann zeiget einen Vaſallen an a70 d 42 c 22. Noch andere Bedeutung Mellis feudumm b 638 bedeutet im mittlern Zeitalter ei⸗ Meræ facultatis res, was darunter nen tapfern Helden ibid. zu verſtehen, und ob ſie verjaͤhret werden Regiſter. — — werden koͤnnen. 54 ſeq. Merkmale des Unterſcheides, ob ein beſtaͤndiges bey den Lehen an⸗ zugeben b5 ſed. Meyer,(Meyerguͤter) machen ihre Guͤter erblich b 446. Sind un⸗ terſchiedener Gattung b ibid. ſeq. Weßwegen einige Bauern alſo genannt worden b 448 ſeq. Bedeutet auch einen Pachter b 450. Ob ſolcher vor einen bloſ⸗ ſen Conductorem zu halten b 451. Ob ihm der gefundene Schatz zugehoͤre b 453. Ob er das Gut verpachten duͤrfe b ibid. ſeg. Ob der Herr der von dem Meyer unternommenen Veraͤuſ⸗ ſerung der Guͤter ohne Urſache widerſprechen koͤnne b 457. Wie weit der Meyer im Fall der Noth Geld auf ſein Gut nehmen duͤrfe b ibid. Ob er das Gut mit ei⸗ ner Dienſtbarkeit beſchweren koͤn⸗ ne b 456. Ob er vor dieſem ſeine Guͤter nur bittweiſe beſeſſen b 458. Ob er durch ein Teſtament ſein Erbrecht einem andern ver⸗ machen duͤrfe b 459. Ob ſolche Verfuͤgung durch des Herrn Ein⸗ willigung guͤltig werde b 462. Ob alle Erden des Meyers einen Antheil am Gut haben b 664. Unter was Bedingungen er die veraͤußerte Pertinentien des Guts vindieiren koͤnne b 466 ſegg. Wie es gehalten werde, wenn in ſolchem Fall die Pertinenzien und das Hauptgut in unterſchiedenen Gebieten liegen b 468. Ob die Vindication dem Beſitzer des Hauſes, oder der Laͤndereyen zu⸗ komme ibid. Ob ſolche durch eine eydliche Begebung verhindert werde b 469. Ob ſolche auch ei⸗ nem Kaͤufer zukomme b ibid. Ob ſolche auch bey einem vertauſch⸗ ten Stuͤck ſtatt finde b 470. Warum der Meyer von der Sa⸗ tisdation befreyet ſey b 471. Ob ſein jaͤhrlicher Zinß erhoͤhet wer⸗ den koͤnne b 122 Ob wegen Mißwachſes ſolcher nachgelaſſen werde b 473. Ob der Herr we⸗ gen deſſelben ein Vorzugsrecht habe b 474. Weßwegen er zu Ab⸗ fuͤhrung der Steuern gehalten ſey b 475. Von deſſen Verbind⸗ lichkeit zu den Dienſten b 475. Er gelobet ſeinem Herrn eine be⸗ ſondere Treue an b 478. Ober, wenn er in einem Jahr den Zinß nicht bezahlet des Guts verluſtig gehe b 478. Imgleichen, wenn er einen Theil des Zintzes bezahlet b 451. Uebrige Urſachen der Be⸗ raubung b 482. Ob ſolche auch wegen unterlaſſener Recognition ſtatt finde b 483. Imgleichen, wenn — dgg 2 Sum er a rienuh) ¹l iedag 42 0e dE 1 Sihe d erhm age hinda 8ſuch m id. Oh 76n tauſc⸗ ft 8 e rr der So .nI. O De pa⸗ . ₰ wega Wpelaſea 4 nr we⸗ Imesrecht 6* ⸗ 1Prehalen 1) retbind * ib 1 meine be⸗ 1 Oder an Suſ 1Serlüſtg S, vem S ejohlet eder Be⸗ † he dn b nitio Flächn wenl b Rexiſter⸗ —— wenn der Herr der Guͤter ſelber Miles Regis bedeutet einen jedweden benoͤthiget iſt b 484. Ob ein ſin- vornehmen Hofbedienten a 297 gularis ſucceſſor des Herrn den Militia zeiget ein Lehen an a 52. Ob Meyercontract aufrufen koͤnne ſolche Bedeutung aus 2. F. 74. b 486. Wie es hierinnen bey ei⸗ erwieſen werde a ibid. nem Wieder⸗Verkauf gehalten Millenarius, Bedienter bey den werde b 488. Imgleichen bey dem Weſtgothen 2 297 Heinfan des Lehenguts b 489. Ant. Mincucci Buch de feudis, ob Ob der Meyer das Gut verlaſſen ſolches auf Kaiſerlichem Befehl duͤrfe b 490. Wann ihm die verfertiget, oder von den Kaiſern Beſſerung bey der Einziehung gut bekraͤftiget worden a 107 ſegg. gethan werde b 492. Formular Miniſterialis bedeutet einen Vaſal⸗ eines herrſchaftlichen Meyerbrie⸗ len a 71. Miniſter, welche unter fes im Bremiſchen b 724 den Franken dieſen Namen gefuͤh⸗ Meyerdingsguͤter, deren Beſitzer ret a 297 feqq. 14 ſind Leibeigene b 493. Stehen Miniſterium bedeutet ein Lehen a52 unter einem beſondern Gericht b Miſſi, worinnen deren Amt beſtan⸗ 495. Empfahen keine Briefe den a 302 ſeqg. c 5. Muſten b 496. Ihre Rechte uͤber dieſe bey commutationibus epiſcopo- Guͤter b 498. Das Naͤherrecht rum gegenwaͤrtig ſeyn ibid. findet bey ſelbigen Statt b 500. Miſſi diſcurrentes, c 55. Reipubli- Die Beſitzer werden mit ſelbigen cx, Archiepiſcopi, Epiſcopi, beliehen b 502. Wann ſie der Ducis, Comitis Xc. a 305 ſéq. Guͤter beraubet werden koͤnnen Mittelbare und unmittelbare Pro⸗ b 504 feqq. vinzen, ob ſolche Eintheilung ge⸗ Meyerſtaͤttiſche Guͤter ſollen nicht gruͤndet a 649 dnc hen wlorziſchen Aechten he Mittere, deſſen Bedeutung a 307 urtheilet werden b 397. Rechte t ſind bey den Landſledelt und Verbindlichkeſten der Beſi⸗ Mompar ſind bey den Landſiedel⸗ tzer derſelben b 398 Leyhen gebraͤuchlich b 371 Mieta oder Meta b d 12 Monetarius, wer ſolches geweſen, Miles bedeutet einen Vaſallen a 70. deſſen Beſoldung a 307. Hat Lancherley Bedeutung dieſes nebſt dem domeſtice den Zins in Worts in mittlern Zeiten 23(Suephang genommen(52 55 Moraſt Regiſter. —— Moraſt ſumpſigte Gegend zu Lehen ertheilet a 614 Muͤhle zu Lehen ertheilt a ibid. Mundilio, Mondeling, deſſen Be⸗ deutung b 621 Muͤnze, die Aufſicht daruͤber liegt den Grafen ob a 308 Munus regium bedeutet ein Lehen a 53. Ob ſolche Bedeutung alle⸗ zeit zutreffe a 15 Naxelgeld muͤſſen die Ravensber⸗ giſche Eigenbehoͤrige bezahlen b 394 Naͤherrecht der Erben bey Verkau⸗ fung der allodiorum a 394. Ob dem Herrn ſolches bey den Zinß⸗ guͤtern zukomme b 121. Iſt bey den Haͤgerguͤtern gebraͤuchlich b 289 ſeqq. Wie auch bey den Laß⸗ den Meyerdingsguͤtern b 500 Neue Stiftguͤter 559 Niſi bedeutet ſo viel als: Sondern b 522 Notarius, dadurch wird der Canz⸗ ler angezeigt 2 308 47 Nothen, ſind Beyſitzer des Meyer⸗ dings 1 49 Numerarius, Bedienter bey den Weſtgothen a 309 vlationes, ob ſolche zu Lehen er⸗ ) theilet werden koͤnnen a 578 b ſeqq. guͤtern b 387. Imgleichen bey Od, Odd, Odds, deren Bedeu⸗ tung b a 39 Ode, eine Endigung a 42 ſeqq. Oeconomus, wer alſo genannt werde a 310. Bedeutet bißwei⸗ len den Truchſeß a ibid. Optimas, wer alſo genannt worden a 310 Orleanſiſche Forderung der Allodia⸗ lien, worinn ſolche beſtanden a . 433 fedq. Osnabruůckiſche Eigenbehoͤrigte, de⸗ ren Erbrecht b 399. Wiefern ſie uͤber ihre Guͤter Vertraͤge ma⸗ chen duͤrfen b 400. Ihre Abgif⸗ ten b ibid. Wie weit ihnen der Herr erbe b 401. Urſachen, weß⸗ wegen ſie ihrer Guͤter beraubet werden b 402 ſeq. Oſtiarius, Oſtiariorum magiſter, deſſen Amt und Anſehen a311056 P. Jhacht, Abſtammung dieſes Worts b 259. Ob ſolche nach dem Roͤmiſchen Recht, wenn in einem Jahr das Pachtgeld nicht gezah⸗ let worden, aufgehoben werden koͤnne b 478 ſeqq. Siehe Ver⸗ pachtung. Pacis aſſertor, worinn deſſen Amt bey den Weſtgothen beſtanden 2 312 Pagenſes, wer ſolche geweſen a 324 Pala- 4— d 2 Jadr m g1* 1ig eham d bißa at e e wohn uma nd Alodh d wandent G MRine, 3. fernſ Ige m. 1 7 2’f w Anen de n w d a etauict A 02 ſeg Nrnlc5b = Watkz d ach den mineinem Tirtgtiahe warden ſhe Ve⸗ — Si Ant Suna V 4 312 434 4 Pal- 4 4— ͤo —;—V—V—V—éVB’Dͤͤͤͤͤͤͤdͤͤſͤſͤͤͤ——— ——⏑———V—B—B—V—V—V— 4„.ͤ—————.— Regiſter. Paſltus, wer ſolchen Namen ge⸗ Pecunia, bedeutet eigenthuͤmliche uhre — a 312(56 Güͤter a . 8„. 85 Panetarius Franciæ a ibid. Perſona, wer alſo genannt werde Par, deſſen beſondere Bedeutung . a 562 a 496 Pfaͤndung, iſt wegen der Abgiften Paraphernalia bona, Rechte des von den Bauerguͤtern gebraͤuchlich Manns daruͤber, und ob er ſie b 477 zu Lehen ertheilen duͤrfe a 597 Pfandſchaften des Reichs, ob ſol⸗ fedd. che vor allodial zu achten a 428 Pares,(Pairs de France) à 313 Pincerna, ob ſolches Amt auch von Patrimonialis jurisdictio b 34 feg. der Koͤnigin verwaltet worden Worinnen ſie ihren Grund habe a 314 c57 . 4 d 6 Poledrarius, deſſen Verrichtung Patrimonium bedeutet ein allodium 7 2 31 a 385 Poſſeſſio zeiget ein allodiun an Parritius(Romanus) was durch à 385 ſolche Benennung angezeigt, und Poſtcomes a 354 wem ſolche im Fraͤnkiſchen Staat Poſtſequentaneus, wer darunter beygeleget worden a 313. Die⸗ verſtanden werde. Vorbericht p. jenige Patriciatwuͤrde, die am a 311 cs Hofe der Griechiſchen Kaiſer uͤb⸗ Poteſtas, wer alſo genannt worden lich geweſen, muß von der am a 317 Fraͤnkiſchen Hofe wohl unter⸗ Præceptor, wer alſo genannt wor⸗ ſchieden werden c 6. In Ruͤck⸗ den a ibid. ſicht dieſer Wuͤrde wurde dem Præfectus palarii bedeutet den Ma- Kaiſer bey der Kroͤnung ein gold⸗ jorem domus a ibid. ner Bogen ertheilet* 57 Pralaten muͤſſen eydlich angeloben Patronatus jus bey den Roͤmern az ohne Einwilligung des Pabſts Patronenrecht, deſſen Urſprung nichts zu verleyhen 8 83 8 3 84 a 559 ſeq. Iſt oͤfters zu Lehen Præpoſitus, mancherley Bedeu⸗ ertheilet worden a 563 leg. In tung dieſes Worts a 318 ſeq. welchem Verſtande es ein Geiſt: Cameræ Regalis a ibid. Canoni- lich Lehen genannt werde a 65 corum aibid. Civitatis aibid. Co- ſeqq. mitis a ibid. Domus a ibid. Ec- (d) 2 cleſiæ 2 ————j⁴— Retiſter. —— cleſiæ a ibid. Hoſtis a a ibid. Menſæ a 319 0.60. Mo- nachorum, Monalterii a ibid. Palatii a ibid. Urbis a ibid. Xenodochii a ibid. Præſes provinciæ, wer alſo genannt worden a ibid. Præſumtio juris, ob ſolche vim le- gis habe b 670 ſolche beſtehe b 672. Unterſu⸗ chung einiger Exempel, welche da⸗ zu gerechnet werden b ibid. ſeq. Siehe Vermuthung. dieſer Benennung b 508. Wird anſtatt feudum gebraucht c 19. Heiſſen auch beneficia b 110. Sind fuͤnferley Gattung b ibid. Bey welchen Sachen ſolche ſtatt finden koͤnnen b 516. Von wem ſolche verliehen werden koͤnne b 518. Muͤſſen ſchriftlich geſchehen b 519. Auf wie lange Zeit ſolche gerichtet werden d ibid. Werden auch Leibgedinge genannt b 520. Deren Beſitzern ſtehet kein Eigen⸗ thum zu b ibid. Bezahlen einen jaͤhrlichen Zinß b 522. Deren uͤbrige Pflichten b 523. Ob ſie auch die Lehnwaare bezahlen muͤſ⸗ ſen b ibid. Weßwegen ſolche Verleyhungen aufhoͤren b 124. Ob ſolche nach Belieben wieder⸗ ibid. Loci Præſumtio juris& de jure, worinn Præcariæ oder Præſtarie, Grund rufen werden koͤnne b/ꝛ6 Presfoch, Bedentunodieſes Aertz b 935 Primiſcrinius, Benennung des Kanzlers 2a 320 Privatus, wird den Soldaten ent⸗ gegengeſetzet a 9 Probſtingsguͤter, deren Beſitzer ſitehen unter einem beſondern Ge⸗ richt, welches in der Kirche oder auf den Kirchhoͤfen gehalten wird b 527 feq. Koͤnnen ihre Guͤter verlaſſen b 529. Sind dienſtfrey b ibid. Vererben ihre Guͤter nur auf die Soͤhne b ibid. Muͤſſen Zinß, Lehnwaare ꝛc. bezahlen b 531. Sind dem Hagenſtolzen⸗ recht unterworfen b 533. Weß⸗ wegen ſie die Guͤter verliehren b ibid. Proconſul a 353 Proroſpatarius, wer ſolcher geweſen 58 Propoſitor bedeutet den Truchſeß 3 a 320 Proprietas, proprium bedeutet ein allodium à 384 c 66 Q. (Nueckionariis. wer darunter ver⸗ ſtanden werde a 320 Quaternio a 321 Quingentarius, wer ſolcher bey den Weſtgothen geweſen 4 321 R. —— 1 8— 8SA b B. dadurch lehnbar werden a 424 d acha, Rachinburgii. Bedeu⸗ ſec. Sind zu Lehen aufgetragen 6d g h tung dieſer Woͤrer a z21 worden a 414. Einige Exempel Ravensbergiſche Rigenbe oͤrige. derſelben a 416. Die erworbene - 1⁰ Ihr Erbrecht auf ihre Guͤter b koͤnnen von den Beſitzern veraͤuſ⸗ SSea. 393. Ob ſie etwas von ihren ſert werden a 418. Aber nicht die Guͤtern veraͤuſſern oder beſchwe⸗ ererbten a 419. Es haften die d aeſie ren duͤrfen b 39 ½3. Wann die Reichs⸗ und Kreyßanlagen dar⸗ bE 2 G. Auffahrt, Weinkauf und Nagel⸗ auf a ibid. Die Reichsſtandſchaft di—heon geld bezahlet werden muͤſſe b3943. kann ſich darauf gruͤnden a 420. gSanwi Wie weit ihnen der Herr erbeb Werden durch die Reichsacht ver⸗ en Gütr ibid. Weßwegen ſie ihre Guͤter lohren a 421. Wie weit die Wei⸗ 5i anſifra verlieren 395 ber davor ausgeſchloſſen ſind a O ter nur Receptitia bona ſind von den para- 422. Fallen dem Reich anheim ih—Mſen phernalibus nicht unterſchieden a 423. Ob ſeculariſirte Guͤter Bählen⸗ a2 598 dazu zu rechnen a 426. Ob die 1 ſſwhen⸗ Referendarius, worinn deſſen Amt Reichspfandſchaften dazu zu rech⸗ 2 We⸗ beſtanden a 322 58 nen a 428. Ob erheyrathete Laͤn⸗ 2 X Üühun Refuration der Lehen bey Befeh⸗ der dazu zu zaͤhlen a ibid. Ob die hd dungen a 641 Neichsſtaͤdte dazu gehoͤren a 429. 3s Regalien, deren Lehensertheilung Ob die Landeshoheit darunter zu geveſe 2 607 89 rechnen a 430 feq. Wie weit 189 1 Rechen bedeutet gemeiniglich einen die in der Orleanſiſchen Forde⸗ ſ Ritter, wird aber auch ſtatt Le⸗ rung begriffene Stuͤcke dazu zu e nich hensmann oder Vaſallen ge⸗ zehlen a 433 ſegq. 2310 braucht c 23 Reichs⸗Domainen, worinnen ſol⸗ 1A tet in Reichsallodia, deren Urſprung a che beſtanden a 485 ſeq. Wie 8 84 c66 407 ſeq. Haben Gelegenheit zu ſolche nach und nach von den der Erblichkeit der Reichslehen Kaiſern veraͤuſſert worden a 487 tr ber gegeben a410. Imgleichen zu der ſeg. Wie dieſe Freyheit zu ſpaͤt ker 4 weiblichen Erbfolge a411. Wo⸗ eingeſchraͤnkt worden a 503. 1310 durch deren Anzahl vermindert Vorſchlaͤge ſolche zu vermehren 5 V worden a412. Sind den Reichs⸗ a z0¼. Ob die zu Lehen ertheilete 2 hn V lehen incorporirt a ibid. Ob ſie widerrufen werden koͤnnen a 505, 3 (d) 3 Was Regiſter. Was heutiges Tages zu deren guͤltigen Ertheilung zu Lehen er⸗ fordert werde a 506 G77 Reichslehen, deren Urſprung a 22 ſeq. c 7 ſeq. Ob deren Natur un⸗ ter Conrado 1. veraͤndert worden a 25 ſeq. c7 ſeq. Sind damals noch nicht erblich geweſen a 29 ſeq. Ob durch die Auftragung deren Natur veraͤndert werde a b 32 ſeqq. Reicheſtaͤdte, ob ſolche unter die Reichsallodia gehoͤren a 429 Rekirium, deſſen Bedeutung b 515 Religioſe domus, wodurch ſie zu ſolchen werden a 528. Sind zu Lehen gereicht a ibid. Wie weit ſolches heutiges Tages erlaubet ſey. 2 529 Religioſæ res, deren Ertheilung zu Lehen a 310 Res communes, nullius&c. Grund dieſer Eintheilung a 579 ſeqq. Ob ſie zu Lehen ertheilet werden koͤnnen 2 581 ſeq. Roͤmerzuͤge, ob deren Urſprung un⸗ ter HenricoV. zu ſetzen a 165 feqg. Roturier, deſſen Abſtammung b 536 Rothweiliſch Hofgericht, ob es von Conrado III. angeordnet a 186 ſeggq. Rudemeiſter a 362 Rupticium, ruptura, Abſtammung und Bedeutung dieſer Woͤrter b 535 Rutſcharzinß, Muthmaſſung von deſſen Benennung und Natur b 125 feq. Beyſpiel davon dI112 SG. Sualmann d 48 Saccellarius, worinn deſſen Amt beſtanden a 322 ſeq. Saͤchſiſch Lehenrecht, iſt mehren⸗ theils aus dem Autore Vetere de beneficiis uberſetzet a172. Wann es verfertiget worden a 174 ſeqq. c 39. In welcher Sprache es an⸗ faͤnglich geſchrieben a 176 ſeq. c 40. Ob es eine geſetzmaͤſige Kraft habe a 178 ſegq. Deſſen Nutzen a 198 fedq. Sacibarones, ob ſie mit den bonis hominibus einerley a 323. Wer ſie geweſen a 324 Sacræ, ſanctæ res, deren Erthei⸗ lung zu Lehen a 508 feg. Sagio, woher er genannt, und wer er geweſen a 525 ſeq. Sala bedeutet ein Hauß d 44 Salmfang zu Lehen ertheilt 92 Salica terra, ob dadurch die eroberte, und ausgetheilete Laͤndereyen an⸗ gezeigt werden b 537. Ob ſelbige mit dem allodio einerley b 538. Ob ſie von ihren Beſitzern den Namen habe b ibid. Ob ſie von ſala publica oder von ſelen ge⸗ nannt worden b 539. Ob es freye 1 i f gw Zu a) da Erun 1a³ din= en A al 89G t, N vehen. ng Aered tWm d ſeqg Smissan ent 6ſege de d zmäͤſig d = C t2n boni „1ut. Wer 424 Jp ihär 1 508 ſeg. 1 und wer 25 19 4 ½ 12 t ¹9 croberke Sehen al⸗ o falbige 2 b53 Sern da ſie bot len 95 V Ob fteeſe. Regiſter. freye Lehenguͤter b 540. Ob ſie die Guͤter b 551 mit den Stammguͤtern einerley b 541 Salicæ decimariones d 44 Saltuarius, Saltarius, ein Beamter bey den Longobarden a 327 Sakz, Salzbrunnen zu Lehen a 614 Sarelles, bedeutet einen Vaſallen a71 Sattelhoͤfe oder Sattelfreye Guͤ⸗ ter, woher ſolche alſo genannt b 546. Sind zweyerley Gattung b 547. Scabini, ihre Benennung, Amt und Stand a 328 feqq. Unter⸗ ſchied derſelben von den judicibus c 58 Scancio à 332 Scapha, ſcapilus, ſkep, Bedeu⸗ tung dieſer Woͤrter a 331 Scaporadus, deſſen Amt aibid. Scaramanni, Scararii, wer ſolche geweſen a 332 Scariones. c 59 Schatzungsregiſter, Auszuͤge dar⸗ aus b 323 Schaufelrecht, was es ſey b 345 Schenken(cauponæ) zu Lehen er⸗ theilet 2 615 Schenkung, ob ſolche immer ad ti- tulos lucrativos zu rechnen a 463 Scheuer zu Lehen ertheilet a 615 Scindæ 1. Weßwegen, und mit was vor Ceremonien ſie derſelben beraubet werden b 553 Schloß, mit ſelbigen wird insge⸗ mein die Gerichtbarkeit zugleich ertheilet a 655 fedq. Schoͤnreiner Weißthum b 91 ſeqꝗq. Schupflehen, Rechte und Ver⸗ bindlichkeiten der Beſitzer derſel⸗ ben b 556 ſegg. Ob ſolche nie⸗ mals erblich b 5 8. Ob die Be⸗ ſitzer etwas davon veraͤuſſern duͤr⸗ fen b 560. Weßwegen ſolche auf⸗ hoͤren b 563 Schuͤſſeln aus dem Wald zu Lehen ertheilt c 92. Denn Bedeubung 151d. Schwaͤbiſches Lehenrecht, ob ſol⸗ ches von Ottone IV. bekraͤftiget worden a 183 ſeqq. Ob es aͤlter als wie das Saͤchſiſche Lehnrecht a 189 ſeqq. c41. Deſſen Ver⸗ faſſer ibid. ſeq Ob es in Teutſch⸗ land als ein Geſetz gegolten und noch gelte a 195 ſegq. Deſſen Nutzen a 198 ſeqgq. Schweine zu Lehen ertheilt c61 Schwerd⸗ und Spillmagen, ob ſolche Woͤrter unrichtig 3 530 535 Schillingshauer, die Beſitzer haben Scrinium, Scriniarius, Bedeutung ein Erbrecht auf dieſe Guͤter b 549. Des Erben Vorrechte b Sculdaſius, wer ſolcher geweſen a333 150. Haben kein Eigenthum uͤber dieſer Woͤrter a 320 c 60 c60 Scuta- 7 —-— 1 Regiſter. Scutarius a 4 334 Soldurii, ob ſolches Vaſallen ge⸗ Seculariſirte Guͤter, ob ſolche vor weſen a 5 lehenbar oder allodial zu achten Sonnenlehen, ob ſie von der An⸗ a 426 betung der Sonnen alſo genannt gedile, ſella, Bedeutung dieſer worden a 437-40 42 7 ſegq. Woͤrter b 546 Ob an univerſitates ertheilete Le⸗ See zu Lehen ertheilet 2 5 hen darunter zu verſtehen a 437. Seel⸗Lehen 2 645 Ob es gewiſſe davon unterſchie⸗ Selgunt, deſſen Bedeutung b 434 dene Sonnenguͤter gebe a 438 d 38 ſeq. Ob es ſo viel als Sonder⸗ Senator, wer alſo genannt worden lehen a 441. Ob es ſo viel als Sein oder eigen Lehen a 442. Senaſcallus, deſſen Anſehen und Ant Ob eine beſondere Auftragung zu a 335 feqq. Lehen darunter verborgen a443 f. Senior, deſſen Bedeutung a 338 Sors bedeutet ein allodium a 379.84 gommandiret die liberos homines Spatarius c 61 im Kriege a 339. Sind die Ur⸗ Staatsguͤter, was ſolche ſeyn, und heber vor den Ritterlehen a 340 deren Ertheilung zu Lehen a 428 80 Senultura, was ſolches Wort 8 Stabularius, ſtabulator à2a 340 deute 4730 Stadt zu Lehen ertheilet a 615 Sequentia, was ſolches heiſſe a316 Staͤmme werden bey erblichen Ver⸗ Serviens, ob es einen Vaſallen an⸗ leyhungen geſetzet b 351 zeige 4 72,,23 Stand war drey oder viererley ben ertheilet werden d auch a 600 Stift, Stiften, deſſen Bedeutung Signifer a 340 352 b 567. Veranlaitete Freyſtift, Säber zu Lehen ertheilet a 614 bloße Freyſtift, Neuſtiftguͤter Silentiarius c 60 b 568 ſeq. Silvarius, Silvani ibid. Stock und Galgen zu Lehen ge⸗ Socagium liberum und villanum, reicht c 92 was ſolches ſey b 565 Stockguͤter b 569 Sodelhof d 45 Stogliaa ſc(r Soldenguͤter b 567 644 d 48 Stolhoo b 645 Stra- lg. Alttei 8 133 I T eutung arſſät, S iftoiit 568 ſeg. hen g’ c9 1 Dta * ſenmt lſeg C 8 . erſche 111 9 S honde r diel ad 44412. umn 1 b59 c61 5, Surs. . RKegiſter. Strator, Strarige Strenuus, war vormahls ein Titul der Nobiliumm Strenuoſiſſimus Subregulus, Benennung der Ma jorum domus aum 2 34 Superficies, Bedeutung dieſes Worts b 570. Worinnen ſie . 61 gezahleten Zinſes verwirkt werde 2 361 T. b (62 Tafelguͤter, Urſprung derſelben a ſ4 ſeqq. Ob ſolche koͤnnen — veraͤuſſert und zu Lehen ertheilet werden a 748 ſeqq. Sind wieder eingezogen worden a 55 ſegg. von der emphyteuſi unterſchieden Exempel, daß ſolche zu Lehen er⸗ bSII ſegd. Wie ſolche entſtehe theilet worden a b 575. Worauf ſich des ſuper- Taſca, was ſolches bedeute b 537 58 ficiarii jus reale gruͤnde b 576. Telonearius, worinnen deſſen Amt Ob derſelbige ein dominium utile beſtanden a 347. Wer der telo⸗- habe b 578. Ob bey Veraͤuſſe⸗ nearius Palatii geweſen a ibid. rung des juris ſuperficiarii dem Tenementum, ob es ein Lehen an⸗ Herrn das Naͤherrecht zukomme b 579. a2 ſ3 Ob die Veraͤuſſerung Tenens, ob es einen Vaſallen be⸗ gung ge⸗ deute 1 — Ob widri⸗ Tenere pheodaliter genfalls die ſuperficies verwirkt Teneura per eleemoſynam b 511 die quinqua Teurſche Lehenrechte unter den mit des Herrn Bewill ſchehen muͤſſe b 581. werde b 82. Ob zeige b a 72 c 24 geſima dabey ſtatt finde b ibicd. Fraͤnkiſchen Koͤnigen a 149 ſeqq. Des Superficiarii remedia poſſ Ob Lotharius II. ein allgemeines ſeſſoria b583. Ob er die Dienſt⸗ Teutſches Geſetz von den Lehen barkeiten bey der ſuperficie er⸗ gegeben a 151 feqq. werben oder ſelbige damit belegen Thal, was alſo genannt worden koͤnne b ibid. Won deſſelben et 1 41657 nunciatione novi operis, cau. Theſaurarius an dem Fraͤnkiſchen tione de damno infecto, jaͤhr⸗ Hofe a z2 lichem Zinß, Abfuͤhrung der oͤf⸗ Thyuphadus, Bedienter bey den fentlichen Beſchwerden b 588. Weſtgothen a ibid. Woher er Ob die ſuperficies durch den Un⸗ ſeinen Namen habe a 343 cér (tergang des Gebaͤudes aufhoͤre Titulus, unterſchiedene Bedeutun⸗ b 589. O b ſolche wegen nicht gen dieſes Worts aà So ſedd. (e) Treue Retziſter. Treue, worinnen ſie beſtehe b 659. Worinnen ſolche bey den Bauer⸗ guͤtern beſtehe b 666 ſegq. Tribunus, wem ſolcher Nahmen unter den Franken beygeleget worden a 343 Tronarius, trona, tronator, was ſolche Woͤrter bedeuten a 344 c61 Truchſeß, Abſtammung und Be⸗ deutung dieſes Worts a 275. Bedeutet auch einen Richter a 337 Tunginus, Tunzinus, wer alſo ge⸗ nannt worden “ Vnaſlator bedeutet einen Va⸗ ſallen c 24 Dienſte verbunden ſey a 640. Unterſchiedene Wirkungen, ob ein Vaſall zugleich Unterthan iſt oder nicht a 654 Vaſel, mancherley Bedeutung die⸗ ſes Worts a 55 Vaſſen, was es anzeige und ob Va⸗ ſall davon herkomme 2 54 Vaſſus. vaſallus Comitis, iſt zweyer⸗ ley Gattung a 346 Vaſſus dominicus, deſſen Verrich⸗ tungen, Stand und Anſehen a 347( 61 62 Vaſten, ob Vaſall davon herſtam⸗ me a 74 Vehrarius, wer ſolcher geweſen a 349 Venator principalis, wer dieſen Nahmen gefuͤhret a 350 Vas, ob Vaſall davon herkomme Verbeſſerungen zu Lehen ertheilet 3 54 Vaſall, Urſprung und Bedeutung dieſes Worts a 54 feq. c 20. Deſſen ſynonyma a 59 ſeqq. Iſt an und vor ſich kein Unterthan a 619. 647. De& in territorio a 621. Wegen ſeiner Perſon de, wegen ſeines Guts aber we⸗ der de noch in rerritorio a ibid. Urſprung dieſer Vaſallen a 624. Weder de noch in territorio a 622 fed—. In aber nicht de ter- rirorio a 647. Wie weit ein Va⸗ ſall, der weder de noch in terri⸗ torio iſt, zu Leiſtung der Lehen⸗ a 616 Veredarius, wer ſolcher geweſen Vereinigung der Kirchen, ob 858 aus das Patronenrecht entſtan⸗ den a 562 ſeq. Verjaͤhrung, ob ſolche bey jaͤhrli⸗ chen Abgifften ſtatt finde b 77 ſeqd. Ob ſolche bey jaͤhrlichen Vermaͤchtniſſen zugelaſſen b 78 Verleyhung. ſeꝗq. Siehe Verpach⸗ tung. Vermachtniſſe(jaͤhrliche) deren Verjaͤhrung b 79 fegq. VPer⸗ Aegiſter. Vermannen bedeutet Kriegs⸗ und Wer bey den Kirchen dieſen Nah⸗ Lehnsdienſte leiſten c 19 men gefuͤhret a 562. Wer unter Vermuthen, was ſolches ſey b 668 den Knechten b 10 ſeq. Wozu es helfe, daß einer Vicecomes, worinnen deſſen Amt die Vermuthung vor ſich habe beſtanden a 353. Es war nur b 670. Siehe Bræſumtio. einer in einer jedweden Grafſchaft Vermuthung der Allodialitaͤt, bey b a 366 c62 welchen Umſtaͤnden ſolche ſtatt Viceconſul Benennung des Vice- finde b 674. Der Lehnbarkeit, comitis a 354 bey welchen Umſtaͤnden ſolche Vicedominus, mancherley Bedeu⸗ ſtatt finde b 677 ſeqq. Was tung dieſes Worts a 358 feq. vor eine Vermuthung bey den Worinnen deſſen Amt beſtanden Reichsfuͤrſtenthuͤmern und Graf⸗ a 359. War Nobilis a 361 c 6½ ſchaften ſtatt finde b 697 ſeqq. Villanus, villenagium, deren Be⸗ Ob uͤberhaupt ſolche im Zweifel deutung und Beſchaffenheit b vor die Lehenbarkeit oder das Ei⸗ 595 ſeq. genthum einer Sache zu machen Villicationes heiſſen Voigteyen b ſey„ b 687 ſegg... 447 Verpachtung, wie vielerley ſie iſt Villicus, deren Beſorgung a 352 b 255. Zü welcher die auf keine Siehe Meyer. beſtimmte Zeit geſchehene Ver⸗ Umſaat muß von dem neuen Beſi⸗ pachtung zu zaͤhlen b 257. Auf tzer eines Meyerdingsguts bezah⸗ Lebenszeit 58. Exempel von let werden b 503 dergleichen Verleyhung b 728 Ungericht, was es bedeute a 669 Verſchreibung eines Hofes b 646 Umverſitatis res, wie weit ſie zu Le⸗ Veſtiarius, ob dergleichen Bedien⸗ hen ertheilet werden koͤnnen a ter am Fraͤnkiſchen Hofe gewe⸗ 38 ſen a 351 C 62 Univerſitates zu Lehen a 585 Veſtire, veſtitura, dieſer Woͤrter Unterpfand, ob der Herr ein ſtili⸗ Bedeutung b 437 ſchweigendes auf der Bauern ih⸗ Vexillifer bey den Franken a 352 ren Guͤtern habe b 86 Vicarius, iſt von zweyerley Gat⸗ Unterthanen, ob ſie einem fremden tung a 356. Iſt von dem Vice. Landesherrn ihre Guͤter zu Lehen comite unterſchieden a ibid. ſeq. auftragen duͤrfen a 625 ad Le) 2 ——— 2 3 )-)”ſſſͤ.— —́ᷓłõ Cöböoobobböbdböoͤbͤbͤdͤͤſͤ — 3 „ eechnn—— 3 5 1**—— 8— 3 e 4 1 8. 4 4— *. 1 8— 4 4—— Retiſter. Wacheu Pfun zu Lehen er⸗ theilt Waeſel, ob Vaſall davon herkom⸗ O b ſie von dem Landesherrn wi⸗ der Willen an jemand zu Lehen gegeben werden koͤnnen a 627 ſeq. Ob dem Kaiſer ſolches er⸗ laubet ſey a 631. Worinnen ihre Pflicht beſtehe und von der Le⸗ henspflicht unterſchieden ſey b 664 fegg. Vogelheerd zu Lehen ertheilt a616 Vogen, ob feudum davon ſeinen Namen habe Voigtguͤter Vormundſchaft, b 597, 46 unter einer beſtaͤndigen Vor⸗ mundſchaft a89 Urbani II. I. f. 6. befindliche Ver⸗ ordnung a 749. Wer deren Ur⸗ heber a 550. Deren Verſtand a ibid. Anſehen a 553. Ob die Belehnung mit Tafelguͤtern da⸗ durch verboten. ibid. Vronen, was ſolches heiſſe a1 W. c 92 2a 56 Wald zu Lehen ertheilet a 616 Waldrecht(Guͤter zu) woher ſol⸗ che ihren Namen a 792. Die Verleyhung derſelben geſchiehet erblich a übid. Gehet aber nicht auf die Seitenverwandten b 602. Ob ſie koͤnnen veraͤuſſert werden b 603. Ob die Ver⸗ pfaͤndung oder Vertheilung der⸗ ſelben erlaubt b 604 ſeq. Es muß von ſolchen ein jaͤhrlicher Zinß, wie auch die Lehenwaare bezahlet werden b 606. Wie derſelben Verleyhung aufßoͤre 1* b 60 a 38 Walzende Feldlehen, was ſolche b ſeyn 5b5 608 Weiber leben Waſſerprobe iſt bey dem Wildhu⸗ bengerichte gebraͤuchlich b 621. Iſt zweyerley Gattung b ibid. Waſſer, Waſſerraͤder zu Lehn ge⸗ reicht c 92 Waſſo, was es bedeute a 15. Wapen zu Lehen ertheilet c 92 Wein zu Lehen ertheilet a617 c92 Weinberg zu Lehen ertheilet aibid. Weißthum Schoͤnreiner b9 1 ſegg. Weizen zu Lehn ertheilt c 92 Werder zu Lehen ertheilet a 617 Weſterburgiſche Leibeigene, deren Abgiften b 408 Haußgenoſſen des Hofes zu We⸗ ſtrum ſind eigenbehoͤrige b 405 Rechte und Verbindlichkeiten derſelben b 406 Wetterfreye Guͤter, deren Beſitzer derſ ſind in Betracht ihrer Perſonen insgemein ſchriftlich b 60t. Iſt freye Leute b 610. Aber nicht we⸗ W nt Sauſe b boj 1 1doch m Vidha⸗ ud t b bu. ttt D b itic dei alehng⸗ 999 4 41' di d cz An mMe — St aübb =91fgG. . c. 1Ae 161 e, deren * b 40 1= zu we [1 b f a ichkeitn b 406 — Beſize a Perſonan her nict E Regiſter. b ibid. Bezahlen einen jaͤhr⸗ lichen Zinß und die Lehenwaare b ibid. Ihre Dienſte b 612. Sind dem Hauptfall unterwor⸗ fen b 613. Wie weit ſie uͤber dieſe und ihre andere Guͤter di⸗ ſponiren köonnen dbib. ſeqq. Weydenbaͤume zu Lehen ertheilet 2 617 Weyher zu Lehen a ibid. Wieſen zu Lehen a6I8 Wildhuben, deren Urſprung b 616. Deren Beſitzer werden damit be⸗ liehen b 617. Schwoͤren einen Eyd der Treue 618. Beſitzen das Meygericht b 619. Ver⸗ erben ſolche Guͤter b 623. Wie weit ſie ſolche an andere abtreten und veraͤuſſern koͤnnen b 624. Haben das jus aſily b 62. Ihre Abgiften an Zinß und Em⸗ pfahgeld b 626. ſeg. Sind dem Beherbergungsrecht unterwor⸗ fen b 628 Wittumsguͤter, deren Erklaͤrung b 629 Wittiſcalcus, wer alſo genannt worden a 363 Woͤrter, wann ſie erklaͤret werden muͤſſen a 74. Wie weit man ſolchen eine beſondere Bedeutung beylegen koͤnne a 272 ſeq. ————-——— 5— 3 wegen ihrer Guͤter b 611. Ha⸗ Worthpennunge b 406 ben ihren jaͤhrlichen Pflichttag Worthzinß ibid. Wroinde, was ſolches ſey do Zehenten, Eintheilung derſelben in perſonales und prædiales a 567. Wurden ſchlechthin altaria genennet c 79. Urſprung der⸗ ſelben a 68. Wie ſolche in der Weltlichen Haͤnde gerathen a 569 ſeqq. Ob die Kirchen ſol⸗ che ſelber geben muͤſſen a 570. Ob diejenigen, welche ſich vor dem Lateranenſiſchen Concilio in der weltlichen Haͤnde befunden, ihnen bekraͤftiget worden a 573. Ob ſolche zu Lehen ertheilet wer⸗ den koͤnnen a 574. Ob es welt⸗ liche Zehenten gebe a 575. Ob ſolche in Sachſen den Geiſtlichen niemals gehoͤret ibid. Exempel, daß ſolche zu Lehen ertheilet a 7 ſedq. c 88 Zeidelguͤter, woher ſie den Namen haben b 630. Deren Eintheilung und Anzahl b ibid. Gehen von Nurnberg zuLehen b 632. Die Be⸗ ſitzer muͤſſen auf die Erhaltung der Reichswaldung ſehen b 634. Stehen unter einem beſondern Zeidelgericht b 635. Bezahlen ein gewiſſes Honiggeld b 638. Sind dem Kaiſer und Reich zu ge⸗ 2 Regiſter. 9 gewiſſen Dienſten verbunden b 639. Duͤrfen ſolche auf keine Art veraͤuſſern b ibid. Sind von Zoͤllen befreyet b 640. Ha⸗ ſie allein Bienen halten duͤrfen b 641. Wie ſie ſolche berlieren 1b1-. Zidilweide Belehnung damit ⁴4 Zinß, deſſen Bezahlung ruͤhret aus mancherley Urſachen her b 105 ſeq. Ob aus deſſen Bezahlung eine Landeshoheit zu vermuthen b 133. Eigen Zinß, was ſol⸗ ches ſey b 522. Grund Boden⸗ Staͤnder⸗Zinß b 593. Zinß um Gunſt iſt wiederruflich b 110 114. Exempel von vorbehalte⸗ nem abloͤßlichen Zinß b 108 nßgut, ob der Beſitzer ein Ei⸗ wirket werde b 131. ſegq. Ob er ſolches verſetzen oder veraͤuſſern duͤrfe 118 ſeqq. Ob dem Herrn bey deſſen Veraͤuſſe⸗ 9 rung das Naͤherrecht zukomme ben ein Beholzungsrecht und daß b 121 feqd. Ob der Beſitzer deſſelben wegen nicht bezahleten Zinſes beraubet werde b 124. Oder ob der Zinß in ſolchem Fall nur verdoppelt werde ibid. In wie vielen Jahren ſolcher nicht muͤſſe bezahlet worden ſeyn, wenn die Beraubung ſtatt finden ſoll b 124. Ob das Gut wegen nicht geſuchter Belehnung ver⸗ Abgabe davon, im Riedeſelſchen, wenn ſolche Guͤter verkauft werden, der Herren Weinkauf genannt d 15 4 Zinßlehen iſt zweyerley Gattun genthum daruͤber habe b I1. zweyerley Gattung b 108 11 kg mannt d1 d 9 tuung 1 dod ͤ 8LIt SldEAde