———— —— —— — —— —— —— Prolegomena einer jeden kuͤnftigen Metaphyſik als Wifferfchaft wird auftreten koͤnnen, von Immanuel Kanf. fre ao 8 b— Riga, bey Johann Friedrich Hartknoch. 1 73 3. —— — ⁸8AI 2* A XE— 8 . 8 6 5—— e 4—, —. L 1 lin auch nar ſchon demn um E Püoſorh hiuſah neaa wch dizniga du ſchäyf nuch ha von dem Inroen iieſe Prolegomena ſind nicht zum Gebrauch vor cehrlinge, ſondern vor kuͤnftige Lehrer, und ſol⸗ len auch dieſen nicht etwa dienen, um den Vortrag ei⸗ ner ſchon vorhandnen Wiſſenſchaft anzuordnen, ſon⸗ dern um dieſe Wiſſenſchaft ſelbſt allererſt zu erfinden. Es giebt Gelehrte, denen die Geſchichte der Philoſophie(der alten ſowol, als neuen) ſelbſt ihre Philoſophie iſt, vor dieſe ſind gegenwaͤrtige Prolego⸗ mena nicht geſchrieben. Sie muͤſſen warten, bis diejenigen, die aus den Quellen der Vernunft ſelbſt zu ſchoͤpfen bemuͤhet ſind, ihre Sache werden ausge⸗ macht haben, und alsdenn wird an ihnen die Reihe ſeyn, von dem Geſchehenen der Welt Nachricht zu geben. Widrigenfalls kan nichts geſagt werden, was ihrer A 2 Mei⸗ 1 — 8 keinung nach nicht ſchon ſonſt geſagt worden iſt, und emibn in der That mag dieſes auch als eine untruͤgliche Vor⸗ V in.( herſagung vor alles kuͤnftige gelten; denn, da der b di ſ V menſchliche Verſtand uͤber unzaͤhlige Gegenſtaͤnde viele ſchi Jahrhunderte hindurch auf mancherley Weiſe ge⸗ dde 1 ſchwaͤrmt hat, ſo kan es nicht leicht fehlen, daß nicht ſun E zu jedem Neuen etwas Altes gefunden werden ſollte, tr u k was damit einige Aehnlichkeit häͤtte. 1 ſintale Meine Abſicht iſt, alle diejenigen, ſo es werth ſch finden, ſich mit Metaphyſik zu beſchaͤftigen, zu uͤber⸗ du Nns zeugen: daß es unumgaͤnglich nothwendig ſey, ihre o ſäer Arbeit vor der Hand auszuſetzen, alles bisher geſche⸗ viſſer hene als ungeſchehen anzuſehen, und vor allen Din⸗ V weil i gen zuerſt die Frage aufzuwerfen:„ob auch ſo etwas, Maß: als Metaphyſik, uͤberall nur moͤglich ſey.,, küi bon Iſt ſie Wiſſenſchaft, wie kommt es, daß ſie E ſich nicht, wie andre Wiſſenſchaften, in allgemeinen ach lan und daurenden Beyfall ſetzen kan? Iſt ſie keine, wie n Wa geht es zu, daß ſie doch unter dem Scheine einer Wiſ⸗ uunnan ſenſchaft unaufhoͤrlich groß thut, und den menſchli⸗ liſt, d chen Verſtand mit niemals erloͤſchenden, aber nie er⸗ moglch fuͤllten Hoffnungen hinhaͤlt? Man mag alſo entweder hauliſi ſein Wiſſen oder Nichtwiſſen demonſtriren, ſo muß fähtt, doch einmal uͤber die Natur dieſer angemaßten Wiſ⸗ fhen, u ſenſchaft etwas ſicheres ausgemacht werden; denn auf inn nich dem⸗ aß ſie neinen „wie Wiſ⸗ enſchli⸗ nie er⸗ atweder ſ muß in Wiſ⸗ an auf dem⸗ — 5 demſelben Fuſſe kann es mit ihr unmoͤglich laͤnger blei⸗ ben. Es ſcheint beinahe belachenswerth, indeſſen daß jede andre Wiſſenſchaft unaufhoͤrlich fortruͤckt, ſich in dieſer, die doch die Weisheit ſelbſt ſeyn will, deren Orakel jeder Menſch befraͤgt, beſtandig auf der⸗ ſelben Stelle herumzudrehen, ohne einen Schritt wei⸗ ter zu kommen. Auch haben ſich ihre Anhaͤnger gar ſehr verloren, und man ſiehet nicht, daß diejenigen, die ſich ſtark genug fuͤhlen, in andern Wiſſenſchaften zu glaͤnzen, ihren Ruhm in dieſer wagen wollen, wo jedermann, der ſonſt in allen uͤbrigen Dingen un⸗ wiſſend iſt, ſich ein entſcheidendes Urtheil anmaßt, weil in dieſem Lande in der That noch kein ſicheres Maaß und Gewicht vorhanden iſt, um Gruͤndlich⸗ keit von ſeichtem Geſchwaͤtze zu unterſcheiden. Es iſt aber eben nicht ſo was unerhoͤrtes, daß, nach langer Bearbeitung einer Wiſſenſchaft, wenn man Wunder denkt, wie weit man ſchon darin ge⸗ kommen ſey, endlich ſich jemand die Frage einfallen läßt: ob und wie uͤberhaupt eine ſolche Wiſſenſchaft moͤglich ſey. Denn die menſchliche Vernunft iſt ſo bauluſtig, daß ſie mehrmalen ſchon den Thurm auf⸗ gefuͤhrt, hernach aber wieder abgetragen hat, um zu ſehen, wie das Fundament deſſelben wohl beſchaffen ſeyn mochte. Es iſt niemals zu ſpaͤt, vernuͤnftig und A 3 wei⸗ — 6 N weiſe zu werden; es iſt aber jederzeit ſchwerer, wenn die Einſicht ſpaͤt kommt, ſie in Gang zu bringen. Zu fragen: ob eine Wiſſenſchaft auch wohl moͤglich ſey, ſezt voraus, daß man an der Wirklich⸗ keit derſelben zweifle. Ein ſolcher Zweifel aber belei⸗ digt jedermann, deſſen ganze Habſeligkeit vielleicht in dieſem vermeinten Kleinode beſtehen moͤchte; und da⸗ her mag ſich der, ſo ſich dieſen Zweifel entfallen laͤßt, nur immer auf Widerſtand von allen Seiten gefaßt, machen. Einige werden in ſtolzem Bewußtſeyn ihres alten, und eben daher vor rechtmaͤßig gehaltenen Beſitzes, mit ihren metaphyſiſchen Compendien in der Hand, auf ihn mit Verachtung herabſehen: andere die nirgend etwas ſehen, als was mit dem einerley iſt, was ſie ſchon ſonſt irgendwo geſehen haben, wer⸗ den ihn nicht verſtehen, und alles wird einige Zeit hin⸗ durch ſo bleiben, als ob gar nichts vorgefallen waͤre, was eine nahe Veraͤnderung beſorgen oder hoffen lieſſe. Gleichwohl getraue ich mir vorauszuſagen, daß der ſelbſtdenkende Leſer dieſer Prolegomenen nicht blos an ſeiner bisherigen Wiſſenſchaft zweifeln, ſondern in der Folge gaͤnzlich uͤberzeugt ſeyn werde, daß es dergleichen gar nicht geben koͤnne, ohne daß die hier geaͤuſſerte Forderungen geleiſtet werden, auf welchen ih⸗ —— trrNg gſürhen, daſch nals de nen Nuſ t- ſh ſ dhervilm bühr ge ſahe me ben, wie S’ Vamäh de Gi hait zu ſe V als der. tt Er ri, ab man wo dinen a Glnm worden wenn 1 wohl irklich⸗ belei⸗ cht in nd da⸗ aͤßt, efaßt, ihres ltenen in der endere nerley wer⸗ thin⸗ waͤre, hoffen daß zt blos ſondern daß es die hier welchen ij⸗ —— 7 ihre Moͤglichkeit beruht, und, da dieſes noch niemals geſchehen, daß es uͤberall noch keine Metaphyſik gebe. Da ſich indeſſen die Nachfrage nach ihr doch auch nie— mals verlieren kan*), weil das Intereſſe der allgemei⸗ nen Menſchenvernunft mit ihr gar zu innigſt verfloch⸗ ten iſt, ſo wird er geſtehen, daß eine voͤllige Reform, oder vielmehr eine neue Geburt derſelben, nach einem bisher ganz unbekanten Plane, unausbleiblich bevor⸗ ſtehe, man mag ſich nun eine Zeitlang dagegen ſtraͤu⸗ ben, wie man wolle. Seit Loks und Leibnitzens Verſuchen, oder vielmehr ſeit dem Entſtehen der Metaphyſik, ſo weit die Geſchichte derſelben reicht, hat ſich keine Begeben⸗ heit zugetragen, die in Anſehung des Schickſals die⸗ ſer Wiſſenſchaft haͤtte entſcheidender werden koͤnnen, als der Angrif, den David Hume auf dieſelbe mach⸗ te. Er brachte kein Licht in dieſe Art von Erkent⸗ niß, aber er ſchlug doch einen Funken, bey welchem man wohl ein Licht haͤtte anzünden koͤnnen, wenn er einen empfaͤnglichen Zunder getroffen haͤtte, deſſen Glimmen ſorgfaͤltig waͤre unterhalten und vergroͤſſert worden. 14 Hu⸗ *) Ruſticus exſpectat, dum defluat amnis: at ille Labitur et labetur in omne volubilis aeuum. Horat. — 9—— —— 8— Hume ging hauptſaͤchlich von einem einzigen, aber wichtigen Begriffe der Metaphyſik, naͤmlich dem der Verknuͤpfung der Urſache und Wirkung, (mithin auch deſſen Folgebegriffe der Kraft und Hand⸗ lung ꝛc.) aus, und forderte die Vernunft, die da vor⸗ giebt, ihn in ihrem Schooſſe erzeugt zu haben, auf, ihm Rede und Antwort zu geben, mit welchem Rech⸗ te ſie ſich denkt: daß etwas ſo beſchaffen ſeyn koͤnne, daß, wenn es geſetzt iſt, dadurch auch etwas anderes nothwendig geſetzt werden muͤſſe; denn das ſagt der Begriff der Urſache. Er bewies unwiderſprechlich: daß es der Vernunft gaͤnzlich unmoͤglich ſey, a priori, und aus Begriffen eine ſolche Verbindung zu denken, denn dieſe enthaͤlt Nothwendigkeit; es iſt aber gar nicht abzuſehen, wie darum, weil Etwas iſt, etwas anderes nothwendiger Weiſe auch ſeyn muͤſſe, und wie ſich alſo der Begrif von einer ſolchen Verknuͤpfung a priori einfuͤhren laſſe. Hieraus ſchloß er, daß die Vernunft ſich mit dieſem Begriffe ganz und gar betriege, daß ſie ihn faͤlſchlich vor ihr eigen Kind halte, da er doch nichts anders als ein Baſtard der Einbil⸗ dungskraft ſey, die, durch Erfahrung beſchwaͤngert, gewiſſe Vorſtellungen unter das Geſetz der Aſſociation gebracht hat, und eine daraus entſpringende ſubjective Nothwendigkeit d. i. Gewohnheit, vor eine objective aus — 1 — ᷣ-Fc—— -— ans Ein Drrnunf rüͤpfun — gmnene gibei gide.) So wet, ſ gaxäͤnd diß ſi ſorit geno häch igen, dem ung, dand⸗ vor⸗ auf, Rech⸗ nne, deres t der lich: riori, enken, r gar twas und fung daß d gar halte, Einbil⸗ aͤngert, cigtion jective jective aus — 9 aus Einſicht, unterſchiebt. Hieraus ſchloß er: die Vernunft habe gar kein Vermoͤgen, ſolche Ver— knuͤpfungen, auch ſelbſt nur im Allgemeinen, zu den⸗ ken, weil ihre Begriffe alsdenn bloſſe Erdichtungen ſeyn wuͤrden, und alle ihre vorgeblich a priori beſte⸗ hende Erkentniſſe waͤren nichts als falſch geſtempelte gemeine Erfahrungen, welches eben ſo viel ſagt, als es gaͤbe uͤberall keine Metaphyſik und koͤnne auch keine geben.*) So uͤbereilt und unrichtig auch ſeine Folgerung war, ſo war ſie doch wenigſtens auf Unterſuchung gegruͤndet, und dieſe Unterſuchung war es wohl werth, daß ſich die guten Koͤpfe ſeiner Zeit vereinigt haͤtten, A 5 die *) Gleichwol nannte Zume eben dieſe zerſtoͤrende Philo⸗ ſophie ſelbſt Metaphyſik, und legte ihr einen hohen Werth bey.„Metaphyſik und Moral, ſagt er,(Verſuche 4ter Theil, Seite 214, deutſche Ueberſ.) ſind die wichtigſten Zweige der Wiſſenſchaft; Mathematik und Naturwiſſen⸗ ſchaft ſind nicht halb ſo viel werth.,, Der ſcharfſinnige Mann ſahe aber hier blos auf den negativen Nutzen, den die Maͤſſigung der uͤbertriebenen Anſpruͤche der ſpecu⸗ lativen Vernunft haben wuͤrde, um ſo viel endloſe und verfolgende Streitigkeiten, die das Menſchengeſchlecht verwirren, gänzlich aufzuheben; aber er verlor daruͤber den poſitiven Schaden aus den Augen, der daraus ent⸗ ſpringt, wenn der Vernunft die wichtigſten Aus ſichten genommen werden, nach denen allein ſie dem Willen das hoͤchſte Ziel aller ſeiner Beſtrebungen ausſtecken kan. 10 E=B die Aufgabe, in dem Sinne, wie er ſie vortrug, wo moͤglich, gluͤcklicher aufzuloͤſen, woraus denn bald eine gaͤnzliche Reform der Wiſſenſchaft haͤtte entſprin⸗ gen muͤſſen. Allein das der Metaphyſik von je her unguͤn⸗ ſtige Schickſal wollte, daß er von keinem verſtanden wuͤrde. Man kan es, ohne eine gewiſſe Pein zu em⸗ pfinden, nicht anſehen, wie ſo ganz und gar ſeine Gegner Reid, Oswald, Beattie, und zuletzt noch Prieſtley, den Punct ſeiner Aufgabe verfehlten, und indem ſie immer das als zugeſtanden annahmen, was er eben bezweifelte, dagegen aber mit Heftigkeit und mehrentheils mit groſſer Unbeſcheidenheit dasjeni⸗ ge bewieſen, was ihm niemals zu bezweifeln in den Sinn gekommen war, ſeinen Wink zur Verbeſſerung ſo verkannten, daß alles in dem alten Zuſtande blieb, als ob nichts geſchehen waͤre. Es war nicht die Fra⸗ ge, ob der Begrif der Urſache richtig, brauchbar, und in Anſehung der ganzen Naturerkentniß unent⸗ behrlich ſey, denn dieſes hatte Hume niemals in Zweifel gezogen; ſondern ob er durch die Vernunft a priori gedacht werde, und, auf ſolche Weiſe, ei⸗ ne von aller Erfahrung unabhaͤngige innre Wahrheit, „B und daher auch wohl weiter ausgedehnte Brauchbarkeit 7 habe, die nicht blos auf Gegenſtaͤnde der Erfahrung ennuſch Es bat Bogriſs, Gebtauch 6 ſch n ds! ſton bon di zm dr A wur de kn beſch we Wh metes; lich, d berſand Hinma lih ben iten. duach de denktun nichts g weiß, Wenn den, als Maſche rug, bald vrin⸗ guͤn⸗ nden em⸗ ſeine uletzt lten, men, ügkeit asjeni⸗ in den ſerung bleb, ie Fta⸗ uchbar, unent⸗ nals in ernunft eiſe, d⸗ zahrhel, hbarkeit fahrung ein⸗ eingeſchraͤnkt ſey: hieruͤber erwartete Hume Eroͤffnung. Es war ja nur die Rede von dem Urſprunge dieſes Begriſs, nicht von der Unentbehrlichkeit deſſelben im Gebrauche: waͤre jenes nur ausgemittelt, ſo wuͤrde es ſich wegen der Bedingungen ſeines Gebrauches, und des Umfangs, in welchem er guͤltig ſeyn kan, ſchon von ſelbſt gegeben haben. G Die Gegner des beruͤhmten Mannes haͤtten aber, um der Aufgabe ein Gnuͤge zu thun, ſehr tief in die Natur der Vernunft, ſo fern ſie blos mit reinem Den⸗ ken beſchaͤftigt iſt, hineindringen muͤſſen, welches ih⸗ nen ungelegen war. Sie erfanden daher ein beque⸗ meres Mittel, ohne alle Einſicht trotzig zu thun, naͤm⸗ lich, die Berufung auf den gemeinen Menſchen⸗ verſtand. In der That iſts eine groſſe Gabe des Himmels, einen geraden(oder, wie man es neuer⸗ lich benannt hat, ſchlichten) Menſchenverſtand zu beſitzen. Aber man muß ihn durch Thaten beweiſen, durch das Ueberlegte und Vernuͤnftige, was man denkt und ſagt, nicht aber dadurch, daß, wenn man nichts Kluges zu ſeiner Rechtfertigung vorzubringen weiß, man ſich auf ihn, als ein Orakel beruft. Wenn Einſicht und Wiſſenſchaft auf die Neige ge— hen, alsdenn und nicht eher, ſich auf den gemeinen Menſchenverſtand zu berufen, das iſt eine von den ſub⸗ 1²— ſubtilen Erfindungen neuerer Zeiten, dabey es der ar Eff ſchaalſte Schwaͤtzer mit den gruͤndlichſten Kopfe ge⸗ diſ ab troſt aufnehmen, und es mit ihm aushalten kan. fan 1 So lange aber noch ein kleiner Reſt von Einſicht da wo di iſt, wird man ſich wohl huͤten, dieſe Nothhuͤlfe zu er⸗ ¹rend g greifen. Und, beym Lichte beſehen, iſt dieſe Appella⸗ äl tion nichts anders, als eine Berufung auf das Ur⸗ 6 theil der Menge; ein Zuklatſchen, uͤber das der Phi— Dune we loſoph erroͤthet, der populaire Witzling aber trium⸗ mn zurſ phirt und trotzig thut. Ich ſollte aber doch denken, anni Hume habe auf einen geſunden Verſtand eben ſo pajloſeye wohl Anſpruch machen koͤnnen, als Beattie, und wan noch uͤberdem auf das, was dieſer gewiß nicht beſaß, Gehor naͤmlich, eine critiſche Vernunft, die den gemeinen b ſein A Verſtand in Schranken haͤlt, damit er ſich nicht in V nur uf Speculationen verſteige, oder, wenn blos von dieſen Ganz in die Rede iſt, nichts zu entſcheiden begehre, weil er km. A ſich uͤber ſeine Grundſaͤtze nicht zu rechtfertigen ver— V nict aus ſteht; denn nur ſo allein wird er ein geſunder Ver⸗ andenr ſtand bleiben. Meiſſel und Schlaͤgel koͤnnen ganz furgiis wohl dazu dienen, ein Stuͤck Zimmerholz zu bearbei⸗ ſchatſie ten, aber zum Kupferſtechen muß man die Radierna⸗ I dieſes di del brauchen. So ſind geſunder Verſtand ſowol, als V Ii ſpeculativer, beyde, aber jeder in ſeiners Art brauch⸗ inwurf bar: jener, wenn es auf Urtheile ankommt, die in dß der der — — 13 der der Erfahrung ihre unmittelbare Anwendung finden, ſe ge⸗ dieſer aber, wo im Allgemeinen, aus bloſſen Begrif⸗ kan. fen geurtheilt werden ſoll, z. B. in der Metaphyſik, cht da wo der ſich ſelbſt, aber oft per anthiphraſin, ſo nen⸗ zu er⸗ nende geſunde Verſtand ganz und gar kein Ur⸗ pella⸗ theil hat. s Ur⸗ Ich geſtehe frey: die Erinnerung des David Phi⸗ Hume war eben dasjenige, was mir vor vielen Jah⸗ trium⸗ ren zuerſt den dogmatiſchen Schlummer unterbrach, enken, und meinen Unterſuchungen im Felde der ſpeculativen den ſo Philoſophie eine ganz andre Richtung gab. Ich war ) und weit entfernt, ihm in Anſehung ſeiner Folgerungen ſ biſeß, Gehoͤr zu geben, die blos daher ruͤhrten, weil er ſich gemeinen ſeine Aufgabe nicht im Ganzen vorſtellete, ſondern nicht in nur auf einen Theil derſelben ſiel, der, ohne das zn dieſen Ganze in Betracht zu ziehen, keine Auskunft geben „weil er kan. Wenn man von einem gegruͤndeten, obzwar igen vrr nicht ausgefuͤhrten Gedanken anfaͤngt, den uns ein der Vet⸗ anderer hinterlaſſen, ſo kan man wohl hoffen, es bey nen ganz fortgeſetztem Nachdenken weiter zu bringen, als der bearbei⸗ ſcharfſinnige Mann kan, dem man den erſten Funken dieſes Lichts zu verdanken hatte. Radierna⸗ vwol, als Ich verſuchte alſo zuerſt, ob ſich nicht Hume's 3 4. tt brauch⸗ Einwurf allgemein vorſtellen lieſſe, und fand bald: t, die in daß der Begrif der Verknuͤpfung von Urſache und / Wir⸗ der W ir⸗ — 1 4 ₰yßöV; Wirkung bey weitem nicht der einzige ſey, durch den der Verſtand a priori ſich Verknuͤpfungen der Dinge denkt, vielmehr, daß Metaphyſik ganz und gar daraus beſtehe. Ich ſuchte mich ihrer Zahl zu verſt⸗ chern, und, da dieſes mir nach Wunſch, naͤmlich aus einem einzigen Princip, gelungen war, ſo ging ich an die Deduction dieſer Begriffe, von denen ich nun⸗ mehr verſichert war, daß ſie nicht, wie Hume be⸗ ſorgt hatte, von der Erfahrung abgeleitet, ſondern aus dem reinen Verſtande entſprungen ſeyn. Dieſe Deduction, die meinem ſcharfſinnigen Vorgaͤnger un⸗ moͤglich ſchien; die niemand auſſer ihm ſich auch nur hatte einfallen laſſen, obgleich jedermann ſich der Be⸗ griffe getroſt bediente, ohne zu fragen, worauf ſich denn ihre objective Guͤltigkeit gruͤnde, dieſe, ſage ich, war das ſchwerſte, das jemals zum Behuf der Me⸗ taphyſik unternommen werden konte, und was noch das Schlimmſte dabey iſt, ſo konte mir Metaphyſik, ſo viel davon nur irgendwo vorhanden iſt, hiebey auch nicht die mindeſte Huͤlfe leiſten, weil jene Deduction zuerſt die Moͤglichkeit einer Metaphyſik ausmachen ſoll. Da es mir nun mit der Aufloͤſung des Humi⸗ ſchen Problems nicht blos in einem beſondern Falle, ſondern in Abſicht auf das ganze Vermoͤgen der rei⸗ nen Vernunft gelungen war: ſo konnte ich ſichere, ob⸗ gleich — gaih ine den gaad Gtenzen nach äl denn d ireſi 3 Huriſt weiter eben ſt ging, unricht man wi jtar oͤu hat; und verwenden dunl, w tend und daß sn Kagen und Gen diner ge Erienntn dn ftun rch den Dinge und gar zu verſ⸗ naͤmlich ging ich ich nun⸗ ume be⸗ ſondern . Dieſe aͤnget un⸗ auch vor ſich der Ber worauf ſich ſe, ſage ich, huf der Me⸗ d was noch Metaphyſt, hiebey auch ne Deductiot ik ausmachen g des Humi⸗ ſondern gal moͤgen der tii ih ſchue, e glech EE 15 gleich immer nur langſame Schritte thun, um endlich den ganzen Umfang der reinen Vernunft, in ſeinen Grenzen ſowol, als ſeinem Inhalt, vollſtaͤndig und nach allgemeinen Principien zu beſtimmen, welches denn dasjenige war, was Metaphyſik bedarf, um ihr Syſtem nach einem ſicheren Plan aufzufuͤhren. Ich beſorge aber, daß es der Ausfuͤhrung des Humiſchen Problems in ſeiner moͤglich groͤßten Er⸗ weiterung(naͤmlich der Critik der reinen Vernunft) eben ſo gehen duͤrfte, als es dem Problem ſelbſt er⸗ ging, da es zuerſt vorgeſtellt wurde. Man wird ſie unrichtig beurtheilen, weil man ſie nicht verſteht; man wird ſie nicht verſtehen, weil man das Buch zwar durchzublaͤttern, aber nicht durchzudenken Luſt hat; und man wird dieſe Bemuͤhung darauf nicht verwenden wollen, weil das Werk trocken, weil es dunkel, weil es allen gewohnten Begriffen widerſtrei⸗ tend und uͤberdem weitlaͤuftig iſt. Nun geſtehe ich, daß es mir unerwartet ſey, von einem Philoſophen Klagen wegen Mangel an Popularitaͤt, Unterhaltung und Gemaͤchlichkeit zu hoͤren, wenn es um die Exiſtenz einer geprieſenen und der Menſchheit unentbehrlichen Erkenntniß ſelbſt zu thun iſt, die nicht anders, als nach den ſtrengſten Regeln einer ſchulgerechten Puͤnctlich⸗ keit 16— keit ausgemacht werden kan, auf welche zwar mit der Zeit auch Popularitaͤt folgen, aber niemals den An⸗ fang machen darf. Allein, was eine gewiſſe Dun⸗ kelheit betrift, die zum Theil von der Weitlaͤuftigkeit des Plans herruͤhret, bey welcher man die Haupt⸗ punkte, auf die es bey der Unterſuchung ankommt, nicht wohl uͤberſehen kan: ſo iſt die Beſchwerde deshalb gerecht, und dieſer werde ich durch gegenwaͤrtige Pro⸗ legomena abhelfen. Jenes Werk, welches das reine Vernunftver⸗ moͤgen in ſeinem ganzen Umfange und Grenzen dar— ſtellt, bleibt dabey immer die Grundlage, worauf ſich die Prolegomena nur als Voruͤbungen beziehen; denn jene Critik muß als Wiſſenſchaft, ſyſtematiſch, und bis zu ihren kleinſten Theilen vollſtaͤndig darſtehen, ehe noch daran zu denken iſt, Metaphyſik auftreten zu laſſen, oder ſich auch nur eine entfernte Hoffnung zu derſelben zu machen. Man iſt es ſchon lange gewohnt, alte abgenutz⸗ te Erkentniſſe dadurch neu aufgeſtutzt zu ſehen, daß mun ſie aus ihren vormaligen Verbindungen heraus⸗ nimmt, ihnen ein ſyſtematiſches Kleid nach eigenem beliebigen Schnitte, aber unter neuen Titeln, an⸗ paßt; Mft und Vlr auch v u diſeg „ ſſchen, Mache ſi faßat, mn vchu b waden kon grif gebe dagläcen 4 dne, ſonde ringen, a da s dann bey wir ben, ar, Mant, de nit einer bo daſcen, das ihm gr dne Jui lrt und di .(u, als aworbenen dag the ſi wit der den An⸗ ſe Dun⸗ —uftigkeit Haupt⸗ kommt, deshalb Pro⸗ nftver⸗ en dat: rauf ſch n; denn h, und eiſtehen, uftreten offnung abgenutz⸗ hen, daß heraus⸗ eigenem in, an⸗ paßt; 17 paßt; und nichts anders wird der groͤßte Theil der Le⸗ ſer auch von jener Critif zum voraus erwarten. Al⸗ lein dieſe Prolegomena werden ihn dahin bringen, ein⸗ zuſehen, daß es eine ganz neue Wiſſenſchaft ſey, von welcher niemand auch nur den Gedanken vorher ge⸗ faßt hatte, wovon ſelbſt die bloſſe Idee unbekant war, und wozu von allem bisher gegebenen nichts genutzt werden konte, als allein der Wink, den Humes Zweifel geben konten, der gleichfalls nichts von einer dergleichen moͤglichen foͤrmlichen Wiſſenſchaft ahn⸗ dete, ſondern ſein Schiff, um es in Sicherheit zu bringen, auf den Strand(den Scepticism) ſetzte, da es denn liegen und verfaulen mag, ſtatt deſſen es bey mir darauf ankommt, ihm einen Piloten zu ge⸗ ben, der, nach ſicheren Principien der Steuermanns⸗ kunſt, die aus der Kentniß des Globus gezogen ſind, mit einer vollſtaͤndigen Seecharte und einem Compas verſehen, das Schiff ſicher fuͤhren koͤnne, wohin es ihm gut duͤnkt. Zu einer neuen Wiſſenſchaft, die gaͤnzlich iſo⸗ lirt und die einzige ihrer Art iſt, mit dem Vorurtheil gehen, als koͤnne man ſie vermittelſt ſeiner ſchon ſonſt erworbenen vermeinten Kentniſſe beurtheilen, obgleich die es eben ſind, an deren Realitaͤt zuvor gaͤnzlich ge⸗ B zwei⸗ 4 —————— —— ——— — — 18 zweifelt werden muß, bringt nichts anders zuwege, als daß man allenthalben das zu ſehen glaubt, was einem ſchon ſonſt bekant war, weil etwa die Ausdruͤ⸗ cke jenem aͤhnlich lauten, nur, daß einem alles aͤuſ⸗ ſerſt verunſtaltet, widerſinniſch und kauderwelſch vor⸗ kommen muß, weil man nicht die Gedanken des Ver⸗ faſſers, ſondern immer nur ſeine eigene, durch lange Gewohnheit zur Natur gewordene Denkungsart da⸗ bey zum Grunde legt. Aber die Weitllaͤuftigkeit des Werks, ſo fern ſie in der Wiſſenſchaft ſelbſt, und nicht dem Vortrage gegruͤndet iſt, die dabey unver⸗ meidliche Trockenheit und ſcholaſtiſche Puͤnctlichkeit, ſind Eigenſchaften, die zwar der Sache ſelbſt uͤber⸗ aus vortheilhaft ſeyn moͤgen, dem Buche ſelbſt aber allerdings nachtheilig werden muͤſſen. Es iſt zwar nicht jedermann gegeben, ſo ſubtil und doch zugleich ſo anlockend zu ſchreiben, als Da⸗ vid Hume, oder ſo gruͤndlich, und dabey ſo elegant, als Moſes Mendelsſohn; allein Popularitaͤt haͤtte ich meinem Vortrage(wie ich mir ſchmeichele) wohl geben koͤnnen, wenn es mir nur darum zu thun ge— weſen waͤre, einen Plan zu entwerfen, und deſſen Vollziehung andern anzupreiſen, und mir nicht das Wohl der Wiſſenſchaft, die mich ſo lange beſchaͤftigt hielt, t, am tlitl Be nrlaugm ſigen A V V ader dau go lriſhe G Pſhen e V faan, we n dc i mmn ſt e uch n Eiii T e nur w di grähni taſten i manerichte ſien Ei wel, den imafalb 5 wund Gütra nders wwege, Aaubt, was a die Ausdri⸗ nem alles inſ derwelſch du⸗ nken des Ve e, durch lang nkungsart dar laͤuftigkeit des ft ſelbſt, und dabey unver⸗ Pinctlichkü ache ſäbſt über zuche ſelbſt abt ben, ſo ſubtil iben, als Da⸗ abey ſo elegan opularitaͤt hit tmchle) wo rum zu thun fen, und deſer d mir vich d dllange beſchäſt 1 hü 19 hielt, am Herzen gelegen haͤtte; denn uͤbrigens gehoͤr⸗ te viel Beharrlichkeit und auch ſelbſt nicht wenig Selbſt⸗ verläugnung dazu, die Anlockung einer fruͤheren guͤn⸗ ſtigen Aufnahme der Ausſicht auf einen zwar ſpaͤten, aber dauerhaften Beyfall nachzuſetzen. Plane machen iſt mehrmalen eine uͤppige, prah⸗ leriſche Geiſtesbeſchaͤftigung, dadurch man ſich ein Anſchen von ſchoͤpferiſchem Genie giebt, indem man fodert, was man ſelbſt nicht leiſten, tadelt, was man doch nicht beſſer machen kan, und vorſchlaͤgt, wo⸗ von man ſelbſt nicht weiß, wo es zu finden iſt, wie⸗ wohl auch nur zum tuͤchtigen Plane einer allgemeinen Critik der Vernunft ſchon etwas mehr gehoͤret haͤtte, als man wohl vermuthen mag, wenn er nicht blos, wie gewohnlich, eine Deklamation frommer Wuͤn⸗ ſche haͤtte werden ſollen. Allein reine Vernunft iſt eine ſo abgeſonderte, in ihr ſelbſt ſo durchgaͤngig ver⸗ knuͤpfte Sphaͤre, daß man keinen Theil derſelben an⸗ taſten kan, ohne alle uͤbrige zu beruͤhren, und nichts ausrichten kan, ohne vorher jedem ſeine Stelle und ſeinen Einfluß auf den andern beſtimmt zu haben, weil, da nichts außer derſelben iſt, was unſer Urtheil innerhalb berichtigen koͤnte, jedes Theiles Guͤltigkeit und Gebrauch von dem Verhaͤltniſſe abhaͤngt, darin B 2 28 20— es gegen die uͤbrige in der Vernunft ſelbſt ſteht, und, wie bey dem Gliederbau eines organiſirten Koͤrpers, der Zweck jedes Gliedes nur aus dem vollſtaͤndigen Begriff des Ganzen abgeleitet werden kan. Daher kan man von einer ſolchen Critik ſagen, daß ſie nie⸗ mals zuverlaͤßig ſey, wenn ſie nicht ganz, und bis auf die mindeſten Elemente der reinen Vernunft voll— endet iſt, und daß man von der Sphaͤre dieſes Ver⸗ moͤgens entweder alles, oder nichts beſtimmen und ausmachen muͤſſe. Ob aber gleich ein bloſſer Plan, der vor der Critik der reinen Vernunft vorhergehen moͤchte, un⸗ verſtaͤndlich, unzuverlaͤſſig und unnuͤtze ſeyn wuͤrde, ſo iſt er dagegen um deſto nuͤtzlicher, wenn er darauf folgt. Denn dadurch wird man in den Stand ge— ſetzt, das Ganze zu uͤberſehen, die Hauptpuncte, wor⸗ auf es bey dieſer Wiſſenſchaft ankommt, ſtuͤckweiſe zu pruͤfen, und manches dem Vortrage nach beſſer einzurichten, als es in der erſten Ausfertigung des Werks geſchehen konte. Hier iſt nun ein ſolcher Plan, nach vollende⸗ tem Werke, der nunmehr nach analytiſcher Me⸗ thode angelegt ſeyn darf, da das Werk ſelbſt durch⸗ aus dis c danit dn G. manum da lch fun, d prladiche niht de den G gene Ie ne Giſſ genſand Meygyſ krnünnt, daden, d nnn uff di anginnt, he anden lan er ſt Ankelhei ſn Gemaͦ dl habe ſa und, din, ollſäddn n. dr daß ſen und ü nunft vol⸗ dieſes Ver immen und der vor der mochte, un ſeyn wuͤrde in er darauf Stand ge⸗ puncte wot⸗ ſtüchwaſe e nach diſ fertchag dö nach talender nalyüſce Mo gerk lbi dacch 1u . aus nach ſynthetiſcher Lehrart abgefaßt ſeyn mußte, V damit die Wiſſenſchaft alle ihre Articulationen, als den Gliederbau eines ganz beſondern Erkentnißvermoͤ⸗ gens, in ſeiner natuͤrlichen Verbindung vor Augen ſtelle. Wer dieſen Plan, den ich als Prolegomena vor aller kuͤnftigen Metaphyſik voranſchicke, ſelbſt wiederum dunkel findet, der mag bedenken, daß es eben nicht noͤthig ſey, daß jedermann Metaphyſik ſtudire, daß es manches Talent gebe, welches in gruͤndlichen und ſelbſt tiefen Wiſſenſchaften, die ſich mehr der Anſchauung naͤhern, ganz wohl fortkoͤmmt, dem es aber mit Nachforſchungen duch lauter abgezo⸗ gene Begriffe, nicht gelingen will, und daß man ſei⸗ ne Geiſtesgaben in ſolchem Fall auf einen andern Ge⸗ genſtand verwenden muͤſſe, daß aber derjenige, der Metaphyſik zu beurtheilen, ja ſelbſt eine abzufaſſen un⸗ ternimmt, denen Forderungen, die hier gemacht werden, durchaus ein Gnuͤge thun muͤſſe, es mag nun auf die Art geſchehen, daß er meine Aufloͤſung annimmt, oder ſie auch gruͤndlich widerlegt, und ei⸗ ne andere an deren Stelle ſetzt,— denn abweiſen kan er ſie nicht— und daß endlich beſchri Dunkelheit(eine gewohnte Bemaͤntelung ſeiner eige⸗ nen Gemaͤchlichkeit oder Bloͤdſichtigkeit) auch ihren Nutzen habe: da alle, die in Anſehung aller andern B 3 Wiſ⸗ 21— Wiſſenſchaften ein behutſames Stillſhweigen beobach⸗ ten, in Fragen der Metaphyſik meiſterhaft ſprechen, und dreuſt entſcheiden, weil ihre Unwiſſenheit hier freylich nicht gegen anderer Wiſſenſchaft deutlich ab⸗ ſticht, wohl aber gegen aͤchte critiſche Grundſaͤtze, von denen man alſo ruͤhmen kan: ignauum, fucos, pecus a praeſepibus arcent. Virg. Prole⸗ V A dende, ihr iſg drgerfals ftn, und Aehandelt w Diſes des Obſett der Giin Eticke un Idee der n Duerſ antniß be Rencht en betbach⸗ ſorecn, rii hie utlich ü⸗ ſͤtze, im s arcent, Prole Prolegomena. Vorer innerung von dem Eigenthuͤmlichen aller metaphyſiſchen Erkentniß. §. I. Von den Quellen der Metaphyſik. Cenn man eine Erkentniß als Wiſſenſchaft dar⸗ „eſtellen will, ſo muß man zuvor das Unterſchei⸗ dende, was ſie mit keiner andern gemein hat, und was ihr alſo eigenthuͤmlich iſt, genau beſtimmen koͤnnen; wi⸗ drigenfalls die Grenzen aller Wiſſenſchaften in einander lau⸗ fen, und keine derſelben, ihrer Natur nach, gruͤndlich ab⸗ gehandelt werden kan. Dieſes Eigenthuͤmliche mag nun in dem Unterſchiede des Objects, oder der Erkentnißquellen, oder auch der Erkentnißart, oder einiger, wo nicht aller dieſer Stuͤcke zuſammen, beſtehen, ſo beruht darauf zuerſt die Idee der moͤglichen Wiſſenſchaft und ihres Territorium. Zuerſt, was die Quellen einer metaphyſiſchen Er⸗ kentniß betrift, ſo liegt es ſchon in ihrem Begriffe, daß ſie nicht empiriſch ſeyn koͤnnen. Die Principien derſelben, B 4(wo⸗ 4— 2 4—— (wozu nicht blos ihre Grundſaͤtze, ſondern auch Grundbe⸗ griffe gehoͤren,) muͤſſen alſo niemals aus der Erfahrung genommen ſeyn: denn ſie ſoll nicht phyſiſche, ſondern me⸗ taphyſiſche, d. i. jenſeit der Erfahrung liegende Erkentniß ſeyn. Alſo wird weder aͤuſſere Erfahrung, welche die Quelle der eigentlichen Phyſik, noch innere, welche die Grundlage der empiriſchen Pſychologie ausmacht, bey ihr zum Grunde liegen. Sie iſt alſo Erkentniß a priori, oder aus reinem Verſtande und reiner Vernunft. Hierin aber wuͤrde ſte nichts Unterſcheidendes von der reinen Mathematik haben; ſie wird alſo reine phi⸗ loſophiſche Erkentniß heiſſen muͤſſen; wegen der Bedeu— tung dieſes Ausdrucks aber beziehe ich mich auf Critik d. r. V. Seite 712 u. f. wo der Unterſchied dieſer zwey Arten des Vernunftgebrauchs einleuchtend und gnugthuend iſt dargeſtellt worden.— So viel von den Quellen der me⸗ kaphyſiſchen Erkentniß. §9. 3, Von der Erkentnißart, die allein metaphyſiſch heiſſen kan. a) Von dem Unter ſchiede ſyn hetiſcher und analyti⸗ ſcher Urtheile uͤberhaupt. NM detaphyſiſche Erkentniß muß lauter Urtheile a priori 8 3 enthalten, das erfordert das Eigenthuͤmliche ihrer Quellen. Allein Urcheile moͤgen nun einen Urſprung ha⸗ ben, 4 ben, wa nad beſſh Anterſchſen ſie entwe Erkervf rimet ſt, de kannen. Anabr ds, was geich nicht wat. We dabe r wettert, nung bo nicht aue dus lether einge Kor den allem uid er weiem Fe ſrthaſte Das ge Gtundbe⸗, biagrung uden we⸗ Eriatiß velche R velche de „ bey ihr ori, oder des von ine phi⸗ Bedeu⸗ eitik d. t. wey Atten thuend iſt der meg Hanalyti ile a riori üͤmlche ihrer uaung hu ben, — 25 ben, welchen ſie wollen, oder auch ihrer logiſchen Form nach, beſchaffen ſeyn wie ſie wollen, ſo giebt es doch einen Unterſchied derſelben, dem Inhalte nach, vermoͤge deſſen ſie entweder blos erlaͤuternd ſind, und zum Inhalte der Erkentniß nichts hinzuthun, oder erweiternd, und die gegebene Erkentniß vergroͤßern; die erſtern werden analyti⸗ ſche, die zweyten ſynthetiſche Urtheile genannt werden koͤnnen. Analytiſche Urtheile ſagen im Praͤdicate nichts, als das, was im Begriſſe des Subjects ſchon wirklich, ob⸗ gleich nicht ſo klar und mit gleichem Bewußtſeyn gedacht war. Wenn ich ſage: alle Koͤrper ſind ausgedehnt, ſo habe ich meinen Begrif vom Koͤrper nicht im mindeſten er⸗ weitert, ſondern ihn nur aufgeloͤſet, indem die Ausdeh⸗ nung von jenem Begriffe ſchon vor dem Urtheile, obgleich nicht ausdruͤcklich geſagt, dennoch wirklich gedacht war; das Urtheil iſt alſo analytiſch. Dagegen enthaͤlt der Satz: einige Koͤrper ſind ſchwer, etwas im Praͤdicate, was in dem allgemeinen Begriffe vom Koͤrper nicht wirklich gedacht wird, er vergroͤſſert alſo meine Erkentniß, indem er zu meinem Begriffe etwas hinzuthut, und muß daher ein ſynthetiſches Urtheil heiſſen. b) Das gemeinſchaftliche Princip aller analytiſchen Urtheile iſt der Satz des Widerſpruchs. Alle analytiſche Urtheile beruhen gaͤnzlich auf dem Satze des Widerſpruchs, und ſind ihrer Natur nach Er⸗ B 5 kent⸗ 26— kentniſſe a priori, die Begriffe, die ihnen zur Materie dienen, moͤgen empiriſch ſeyn, oder nicht. Denn, weil das Praͤdikat eines bejahenden analytiſchen Urtheils ſchon vorher im Begriffe des Subjects gedacht wird, ſo kan es von ihm ohne Widerſpruch nicht verneinet werden, eben ſo wird ſein Gegentheil, in einem analytiſchen, aber ver⸗ neinenden Urtheile, nothwendig von dem Subject vernei⸗ net, und zwar auch zufolge dem Satze des Widerſpruchs. So iſt es mit denen Saͤtzen: Jeder Koͤrper iſt ausgedehnt und kein Koͤrper iſt unausgedehnt(einfach), beſchaffen. Eben darum ſind auch alle analytiſche Saͤtze Urtheile a priori, wenn gleich ihre Begriffe empiriſch ſeyn, z. B. Gold iſt ein gelbes Metall; denn um dieſes zu wiſſen, brauche ich keiner weitern Erfahrung, auſſer meinem Be⸗ griffe vom Golde, der enthielte, daß dieſer Koͤrper gelb und Metall ſey: denn dieſes machte eben meinen Begrif aus, und ich durfte nichts thun, als dieſen zergliedern, ohne mich auſſer demſelben wornach anders umzuſehen. c) Synthetiſche Urtheile beduͤrfen ein anderes Prin⸗ cip, als den Satz des Widerſpruchs. Es giebt ſynthetiſche Urtheile a poſteriori, deren Ur⸗ ſprung empiriſch iſt; aber es giebt auch deren, die a priori gewiß ſeyn, und die aus reinem Verſtande und Vernunft entſpringen. Beyde kommen aber darin uͤberein, daß ſie nach dem Grundſatze der Analyſis, naͤmlich, dem Satze des Widerſpruchs all⸗in nimmermehr entſpringen koͤnnen; ſie ſe eiotde dus ſedem Säbed nüͤſſen, ddgleih Ic 1 hahen. A Dan ts fahtung zu ncht hinar alſo kin; dnn Sdeh fecaht zur Erj Vrthele dlak na und dade hebuſt w airen vi )„ theiſt derer der allen i ob er ge vichtig i Runhema Mrterie n, weil ſchon b kan es en, Gn ber ver vernei⸗ ſpruchs. Sgedehnt affen. Urtheile 13. S. wiſſen, inen Be⸗ gelb und rif aus, n, ohne Prir⸗ 8. deren lr⸗ e a priori dVernunft ein/ de ſe dem Sabze e konnen; ſ — 27 ſie erfordern noch ein ganz anderes Princip, ob ſie zwar aus jedem Grundſatze, welcher er auch ſey, jederzeit dem Satze des Widerſpruchs gemaͤß abgeleitet werden muͤſſen, denn nichts darf dieſem Grundſatze zuwider ſeyn, obgleich eben nicht alles daraus abgeleitet werden kan. Ich will die ſoynthetiſchen Urtheile zuvor, unter Claſſen bringen. 1) Erfahrungsurtheile ſind ſederzeit ſynthetiſch. Denn es waͤre ungereimt, ein analytiſches Urtheil auf Er⸗ fahrung zu gruͤnden, da ich doch aus meinem Begriffe gar nicht hinausgehen darf, um das Urtheil abzufaſſen, und alſo kein Zeugniß der Erfahrung dazu noͤthig habe. Daß ein Koͤrper ausgedehnt ſey, iſt ein Satz, der a priori feſtſteht, und kein Erfahrungsurtheil. Denn, ehe ich zur Erfahrung gehe, habe ich alle Bedingungen zu meinem Urtheile ſchon in dem Begriffe, aus welchem ich das Praͤ⸗ dicat nach dem Satze des Widerſpruchs nur herausziehen, und dadurch zugleich der Nothwendigkeit des urtheils bewuſt werden kan, welche mir Erfahrung nicht einmal lehren wuͤrde. 2) Mathematiſche Urtheile ſind insgeſamt ſyn⸗ thetiſch. Dieſer Satz ſcheint den Bemerkungen der Zerglie⸗ derer der menſchlichen Vernunft bisher ganz entgangen, ja allen ihren Vermuthungen gerade entgegengeſetzt zu ſeyn, ob er gleich unwiderſprechlich gewiß, und in der Folge ſehr wichtig iſt. Denn weil man fand, daß die Schluͤſſe der Mathematiker eus nach dem Satze des Widerſpruchs fort⸗ ges 28— gehen,(welches die Natur einer jeden apodictiſchen Gewiß⸗ heit erfordert,) ſo uͤberredete man ſich, daß auch die Grund⸗ ſaͤtze aus dem Satze des Widerſpruchs erkant wuͤrden, wor⸗ in ſie ſich ſehr irreten; denn ein ſynthetiſcher Satz kan al⸗ lerdings nach dem Satze des Widerſpruchs eingeſehen wer⸗ den, aber nur ſo, daß ein anderer ſynthetiſcher Satz vor⸗ ausgeſetzt wird, aus dem er gefolgert werden kan, niemals aber an ſich ſelbſt. Zuvoͤrderſt muß bemerkt werden: daß eigentliche mathematiſche Saͤtze jederzeit Urtheile a priori und nicht empiriſch ſeyn, weil ſie Nothwendigkeit bey ſich fuͤhren, welche aus Erfahrung nicht abgenommen werden kan. Will man mir aber dieſes nicht einraͤumen, wohlan ſo ſchraͤuke ich meinen Satz auf die reine Mathematik ein, deren Begrif es ſchon mit ſich bringt, daß ſie nicht empi⸗ riſche, ſondern blos reine Erkentniß a priori enthalte. Man ſollte anfaͤnglich wohl denken: daß der Satz 7 †5= 12 ein blos analytiſcher Satz ſey, der aus dem Begriffe einer Summe von Sieben und Fuͤnf nach dem Sa⸗ tze des Widerſpruchs erfolge. Allein, wenn man es naͤ⸗ her betrachtet, ſo findet man, daß der Begrif der Sum⸗ me von 7 und) nichts weiter enthalte, als die Vereini— gung beyder Zahlen in eine einzige, wodurch ganz und gar nicht gedacht wird, welches dieſe einzige Zahl ſey, die beyde zuſammenfaßt. Der Begrif von Zwoͤlf iſt keineswe⸗ ges dadurch ſchon gedacht, daß ich mir blos jene Vereini⸗ gung von Sieben und Fänf denke, und, ich mag meinen Be⸗ Sgtif von ſergledern fn. Me man die! den corit per r ſine mfdie Ei „ dmn de dſe witlich und chut fenem gar ſt jederzet wnd a denn da deehen! ſchaunng glarrung finnen Eben wettje anal Pance d mein degr dern nu alſo gan aus dem; ſtuung itſe der Gewiß⸗ Grund⸗ den, wot⸗ 6 kn a hen e Fatz bor⸗ niemals lgentliche ind nicht fuͤhren, den kan. ohlan ſo atik ein, icht empis halte. der Satz aus dem dem Sa⸗ n es na der Sum⸗ Vereini ganz und l ſen di t keineswe⸗ ege Peteinis nag mweinen Be⸗ —— 29 — Begrif von einer ſolchen moͤglichen Summe noch ſo lange zergliedern, ſo werde ich doch darin die Zwoͤlf nicht antref⸗ fen. Man muß uͤber dieſe Begriffe hinausgehen, indem man die Anſchauung zu Huͤlfe nimmt, die einem von bey⸗ den correſpondirt, etwa ſeine fuͤnf Finger, oder(wie Seg⸗ ner in ſeiner Arithmetik) fuͤnf Puncte, und ſo nach und nach die Einheiten der in der Anſchauung gegebenen Fuͤnf zu dem Begriffe der Sieben hinzuthut. Man erweitert alſo wirklich ſeinen Begrif durch dieſen Satz 7 Ff= 12 und thut zu dem erſteren Begrif einen neuen hinzu, der in jenem gar nicht gedacht war, d. i. der arithmetiſche Satz iſt jederzeit ſynthetiſch, welches man deſto deutlicher inne wird, wenn man etwas groͤſſere Zahlen nimmt; da es denn klar einleuchtet, daß, wir moͤchten unſern Begrif drehen und wenden, wie wir wollen, wir, ohne die An— ſchauung zu Huͤlfe zu nehmen, vermittelſt der bloſſen Zer⸗ gliederung unſerer Begriffe die Summe niemals finden koͤnten. Eben ſo wenig iſt irgend ein Grundſatz der reinen Geo⸗ metrie analytiſch. Daß die gerade Linie zwiſchen zweyen Puncten die kuͤrzeſte ſey, iſt ein ſynthetiſcher Satz. Denn mein Begrif vom Geraden enthaͤlt nichts von Groͤſſe, ſon— dern nur eine Qualitaͤt. Der Begrif des Kuͤrzeſten kommt alſo gaͤnzlich hinzu, und kan durch keine Zergliederung aus dem Begriffe der geraden Linie gezogen werden. An⸗ ſchauung muß alſo hier zu Huͤlfe genommen werden, ver— mittelſt deren allein die Syntheſis moͤglich iſt. Ei⸗ 30 Einige andere Grundſaͤtze, welche die Geometer vor⸗ rit liſ ausſetzen, ſind zwar wirklich analytiſch und beruhen auf ndantis dem Satze des Widerſpruchs, ſie dienen aber nur, wie finde ih identiſche Sätze, zur Kette der Methode und nicht aus Uphen, Principien, z. B. a— a, das Ganze iſt ſich ſelber gleich, oder in der Me (a+ b)= ad. i. das Ganze iſt groͤſſer als ſein Theil. Und endnuf doch auch dieſe ſelbſt, ob ſie gleich nach bloſſen Begriffen ji ſ von gelten, werden in der Mathematik nur darum zugelaſſen, uh ni de V weil ſie in der Anſchauung koͤnnen dargeſtellet werden. fündeſhe 3 Was nun hier gemeiniglich glauben macht, als laͤge das Ehe ds Praͤdicat ſolcher apodictiſchen Urtheile ſchon in unſerm Be⸗ ſh in En griffe, und das Urtheil ſey alſo analytiſch, iſt blos die tiff ch ſ Zweydeutigkeit des Ausdrucks. Wir ſollen naͤmlich zu Dadad einem gegebenen Begriffe ein gewiſſes Praͤdicat hinzudenken, im viede und dieſe Nothwendigkeit haftet ſchon an den Begriffen. dem er Aber die Frage iſt nicht, was wir zu dem gegebenen Be— der Vor griffe hinzu denken ſollen, ſondern was wir wirklich in ih⸗ hatk, wo nen, obzwar nur dunkel, denken, und da zeigt ſich, daß ſett(anal das Praͤdicat jenen Begriffen zwar nothwendig, aber nicht dr Porſel unmittelbar, ſondern vermittelſt einer Anſchauung, die ſo gieht er hinzukommen muß, anhaͤnge. dläzen §. 3.. 6 heuſct Anmerkung m ir zur allgemeinen Eintheilung der Urtheile in deß um analytiſche und ſynthetiſche. ich nict Dieſe Eintheilung iſt in Anſehung der Critik des üer Säe menſchlichen Verſtandes unentbehrlich, und verdient daher daglichen in Wie benmein 1 und ber, daber nn. und nich ſlergeeih d ſein Thel. w lloſen Anfe darun zunicſe geſtelet vann. t, als lie de Nin utſetn de⸗ ch, it bos de len nmmüch a tat igudentn, dn Geyrſſen rgebenmn An ttlich iih⸗ gt ſch, daß „aber nicht auung, de theilein der Gik des bethent daher in — 31 in ihr claſſiſch zu ſeyn; ſonſt wuͤßte ich nicht, daß ſie irgend anderwerts einen betraͤchtlichen Nutzen haͤtte. Und hierin finde ich auch die Urſache, weswegen dogmatiſche Philo⸗ ſophen, die die Quellen metaphyſiſcher Urtheile immer nur in der Metaphyſik ſelbſt, nicht aber auſſer ihr, in den rei⸗ nen Vernunftgeſetzen uͤberhaupt, ſuchten, dieſe Eintheilung, die ſich von ſelbſt darzubieten ſcheint, vernachlaͤſſigten, und wie der beruͤhmte Wolf, oder der ſeinen Fußtapfen folgende ſcharfſfinnige Baumgarten den Beweis von dem Satze des zureichenden Grundes, der offenbar ſynthetiſch iſt, im Satze des Widerſpruchs ſuchen konten. Dagegen treffe ich ſchon in Lock's Verſuchen uͤber den wenſchlichen Verſtand einen Wint zu dieſer Eintheilung as. Denn im vierten Buch, dem dritten Hauptſtuͤck g. 9 u. f. nach⸗ dem er ſchon vorher von der verſchiedenen Verknuͤpfung der Vorſtellungen in Urtheilen und deren Quellen geredet hatte, wovon er die eine in der Identitaͤt oder Widerſpruch ſetzt(analytiſche Urtheile), die andere aber in der Exiſtenz der Vorſtellungen in einem Subject(ſynthetiſche Urtheile), ſo geſteht er§. 10, daß unſere Erkentniß(a priori) von der letztern ſehr enge und beynahe gar nichts ſey. Allein es herrſcht in dem, was er von dieſer Art der Erkentniß ſagt, ſo wenig beſtimmtes und auf Regeln gebrachtes, daß man ſich nicht wundern darf, wenn niemand, ſonder⸗ lich nicht einmal Hume, Anlaß daher genommen hat, uͤber Saͤtze dieſer Art Betrachtungen anzuſtellen. Denn dergleichen allgemeine und dennoch beſtimmte Principien 32— lernt man nicht leicht von andern, denen ſie nur dunkel od⸗ geſchwebt haben. Man muß durch eigenes Nachdenken zuvor ſelbſt darauf gekommen ſeyn, hernach ſindet man ſie auch anderwerts, wo man ſte gewiß nicht zuerſt wuͤrde angetroffen haben, weil die Verfaſſer ſelbſt nicht einmal wußten, daß ihren eigenen Bemerkungen eine ſolche Idee zum Grunde liege. Die, ſo niemals ſelbſt denken, beſi⸗ tzen dennoch die Scharfſichtigkeit, alles, nachdem es ihnen gezeigt worden, in demjenigen, was ſonſt ſchon geſagt worden, aufzuſpaͤhen, wo es doch vorher niemand ſehen konte. 8 Der Prolegomenen Allgemeine Frage, Iſt uͤberall Metaphyſik moͤglich? §. 4. Jaͤre Metaphyſik, die ſich als Wiſſenſchaft behaupten . koͤnte, wirklich; koͤnte man ſagen: hier iſt Metaphyſik, die duͤrft ihr nur lernen, und ſie wird euch unwiderſtehlich und unveraͤnderlich von ihrer Wahr⸗ heit uͤberzeugen; ſo waͤre dieſe Frage unnoͤthig, und es bliebe nur diejenige uͤbrig, die mehr eine Pruͤfung unſerer Scharfſinnigkeit, als den Beweis von der Exiſtenz der Sache ſelbſt betraͤfe, naͤmlich, wie ſie moͤglich ſey, und wie Vernunft es anfange, dazu zu gelangen. Nun iſt es der de nenſche totden. ¹ wn etwoa nohyit, Wſſenſtt äner fii Drn Wn de apo M; cber nehr die M dls die Erw lche Aofcch aber gaich reichenden Vernunft hewieſen, ſo geralſet Haupt weck Reſaupt maeenentr ire Rii auf dauad die Werat gen, ohne nen Scepti vnnunſt ſe namal — t doni ⸗ Natdanta findt am erſt virde ſcht einnal olche Nee ken, beſt⸗ es ihnen on geſagt ind ſehen 1 g, 7 ehaupten hier iſ ſie wird rer Wahte g, und e ung unſeker riſetz der ſen, und Nun iſt es der — 33 der menſchlichen Vernunft in dieſem Falle ſo gut nicht ge⸗ worden. Man kan kein einziges Buch aufzeigen, ſo wie man etwa einen Euclid vorzeigt, und ſagen, das iſt Me⸗ taphyſik, hier findet ihr den vornehmſten Zweck die ſer Wiſſenſchaft, das Erkentniß eines hoͤchſtens Weſens, und einer kuͤnftigen Welt, bewieſen aus Principien der reinen Vernunft. Denn man kann uns zwar viele Saͤtze aufzei⸗ gen, die apodictiſch gewiß ſind, und niemals beſtritten wor⸗ den; aber dieſe ſind insgeſamt analytiſch, und betreſſen mehr die Materialien und den Bauzeug zur Metaphyſik, als die Erweiterung der Erkentniß, die doch unſere eigent⸗ liche Abſicht mit ihr ſeyn ſoll.(§. 2. litt. c.) Ob ihr aber gleich auch ſynthetiſche Saͤtze(;. B. den Satz des zu⸗ reichenden Grundes) vorzeigt, die ihr niemals aus bloſſer Vernunft, mithin, wie doch eure Pflicht war, a priori bewieſen habt, die man euch aber doch gerne einraͤumet: ſo gerathet ihr doch, wenn ihr euch derſelben zu eurem Hauptzwecke bedienen wollt, in ſo unſtatthafte und unſiche⸗ re Behauptungen, daß zu aller Zeit eine Metaphyfik der anderen entweder in Anſehung der Behauptungen ſelbſt oder ihrer Beweiſe widerſprochen, und dadurch ihren Anſpruch auf daurenden Beyfall ſelbſt vernichtet hat. So gar ſind die Verſuche, eine ſolche Wiſſenſchaft zu Stande zu brin⸗ gen, ohne Zweifel die erſte Urſache des ſo fruͤh entſtande⸗ nen Scepticismus geweſen, einer Denkungsart, darin die Vernunft ſo gewaltthaͤtig gegen ſich ſelbſt verfaͤhrt, daß dieſe niemals, als in voͤlliger Verzweiflung an Befriedi⸗ C gung 34—— gung in Anſehung ihrer wichtigſten Abſichten haͤtte entſte⸗ hen koͤnnen. Denn lange vorher, ehe man die Natur methodiſch zu befragen anſing, befrug man blos ſeine ab⸗ geſonderte Vernunft, die durch gemeine Erfahrung in ge⸗ wiſſer Maaſſe ſchon geuͤbt war; weil Vernunft uns doch immer gegenwaͤrtig iſt, Naturgeſetze aber gemeiniglich muͤh⸗ ſam aufgeſucht werden muͤſſen: und ſo ſchwamm Metaphy⸗ ſik oben auf, wie Schaum, doch ſo, daß, ſo wie der, den man geſchoͤpft hatte, zerging, ſich ſogleich ein anderer auf der Oberflaͤche zeigte, den immer einige begierig aufſamm⸗ leten, wobey andere, anſtatt in der Tiefe die Urſache die⸗ ſer Erſcheinung zu ſuchen, ſich damit weiſe duͤnkten, daß ſie die vergebliche Muͤhe der erſtern belachten. Das Weſentliche und Unterſcheidende der reinen ma⸗ thematiſchen Erkentniß von aller andern Erkentniß a prio⸗- ri iſt, daß ſie durchaus nicht aus Begriffen, ſondern jederzeit nur durch die Couſ ruction der Begriffe(Critik S. 713.) vor ſich gehen muß. Da ſie alſo in ihren Saͤ⸗ tzen uͤber den Wanf zu denſenigen, was die ihm corre⸗ ſpondirende Anſchauung enthält, hinausgehen muß: ſo koͤnnen und ſollen ihre Saͤtze auch niemals durch Zergliede⸗ rung der Begriffe, d. i. analytiſch, entſpringen, und ſind daher insgeſamt ſonthetiſch. Ich ken, den die Vernachlaͤſſigung dieſer ſonſt leichten und un⸗ F F 1 an aber nicht umhin, den Nachtheil zu bemer⸗ bedeutend ſcheinenden Beobachtung der Philoſophie zuge⸗ zogen hat. Hume, als er den eines Philoſophe n wuͤr⸗ di⸗ lihſte Pr es bon mi 1 db et rnalhüſch r. Nar hatte d Iie Fol o hallea fſetiſcen dr Cauſag d Nethe tt tan ſor Jäte aſ Erfͤren teinen N haben wi de glte ſn glon fahrang i 1 nunft uns uc weiniglic nd⸗ amm Metagi ſo wie det dn ein anderet ai jerig aufſanme dee Urſache di duͤnkten, daß 7. dt vanen da⸗ kkentnih aplio jßen, ſoen zegriffe(Cü Hin ihren d die ihm con ehen muß: urch Zergle ngen, undſi luſphen wül 0' digen Beruf fuͤhl ete, ſeine Blicke auf das ganze Feld der reinen Erkentniß a priori zu werfen, in welchen ſich der menſchliche Verſtand ſo groſſe Beſitzungen anmaßt, ſchnit⸗ te unbedachtſamer Weiſe eine ganze und zwar die erheb⸗ 1C lichſte Provinz derſelben, nemlich reine Mathematik, davon ab, in der Einbildung, ihre Natur, und ſo zu reden ihre Staatsverfaſſung, deruhe auf ganz andern Principien, naͤmlich, lediglich auf dem Satze des Widerſpruchs, und ob er zwar die Eintheilung der Saͤtze nicht ſo foͤrmlich und allgemein, oder unter der Benennung gemacht hatte, als es von mir hier geſchieht, ſo war es doch gerade ſo viel, als ob er geſagt haͤtte: reine Mathematik enthaͤlt blos analytiſche Saͤtze, Metaphyſik aber ſonthetiſche a prio- ri. Nun irrete er hierin gar ſehr, und dieſer Irthum hatte auf ſeinen ganzen Begrif entſcheidend nachthei⸗ lige Folgen. Denn waͤre das von ihm nicht geſchehen, ſo haͤtte er ſeine⸗ Vagr, wegen des Urſprungs unſerer ſyn⸗ thetiſchen Urtheile, weit uͤber ſeinen metaphyſtſchen Begrif der Cauſalitat erweitert, und ſie auch auf die Moͤglichkeit 6 der Mathematik a priori ausgedehnt; denn dieſe mußte 8 4 er eben ſowol vor ſonthetiſch a annehmen. Alsdenn aber haͤtte er ſeine met aphyſiſchen Saͤtze keinesweges auf bloſſe Erfahrung gruͤnden koͤnnen, weil er ſonſt die Axiomen der reinen Mathematik ebenfalls der Erfahrung unterworfen haben wuͤrde, welches zu thun er viel zu einſehend war. Die gute Geſellſchaft, worin Methaphyſik alsdenn zu ſte⸗ hen gekommen waͤre, haͤtte ſie wider die Gefahr einer C 2 ſchnoͤ⸗ —xòV 36— ſchnoͤden Mishandlung geſichert, denn die Streiche, wel⸗ che der letztern zugedacht waren, haͤtten die erſtere auch treffen muͤſſen, welches aber ſeine Meinung nicht war, auch nicht ſeyn konnte: und ſo waͤre der ſcharfſinnige Mann in Betrachtungen gezogen worden, die denjenigen haͤtten ähnlich werden muͤſſen, womit wir uns jetzt beſchaͤftigen, die aber durch ſeinen unnachahmlich ſchoͤnen Vortrag un⸗ endlich wuͤrde gewonnen haben. Eigentlich metaphyſiſche urtheile ſind insgeſamt ſynthetiſch. Man muß zur Metaphyſik gehoͤrige von ei⸗ gentlich metaphyſiſchen Urtheilen unterſcheiden. Unter jenen ſind ſehr viele analytiſch, aber ſie machen nur die Mittel zu metaphyfiſchen Urtheilen aus, auf die der Zweck der Wiſſenſchaft ganz und gar gerichtet iſt, und die allemal ſynthetiſch ſeyn. Denn wenn Begriffe zur Metaphyſik ge⸗ hoͤren, z. B. von der Subſtanz, ſo gehoͤren die Urtheile, die aus der bloſſen Zergliederung derſelben entſpringen, auch nothwendig zur Methaphyſik, z. B. Subſtanz iſt das⸗ jenige, was nur als Subſect exiſtirt ꝛc. und vermittelſt mehrerer dergleichen analytiſchen Urtheile ſuchen wir der Deinttion der Begriffe nahe zu kommen. Da aber die Analyſis eines reinen Verſtandesbegrifs(dergleichen die Metaphyſik enthaͤlt) nicht auf andere Art vor ſich geht, als die Zergliederung jedes andern auch empiriſchen Be⸗ grifs, der nicht in die Metaphyſik gehoͤrt(z. B. Luft iſt eine elaſtiſche Fluͤſſigkeit, deren Elaſticitaͤt durch keinen bekanten Grad der Kaͤlte aufgehoben wird), ſo iſt zwar der Be⸗ t a pril Meſtonde den, ſt Elſfnz iſ fünlch me Wenn terie der N nach gewiſ derung d de ſähe as defnithu Sätz ent yypſik ec Denr in de ders einen di in döſ ghyſt 6, hun gan velt em ſe Nrrife 71 d Verſaß imn, Sirite veb keſet uch Puüct wa ſinnige Vam nigen hinen beſchaͤftihe Vortrag um⸗ insgeſamt rige von d een. Unter cen nur die ſie der Iweck ad de alemal Metapyyſik ge mdie Urthelt, entſoringen/ ſtanz iſt das⸗ d vermittelſt hen wir der Da aber die ergleichen die vor ſich geht viriſchen Be⸗ (. B kuttiſ t durg keinen ſöſtgpar der Be⸗ —— 3 7 Begrif, aber nicht das analytiſche Urtheil eigenthuͤmlich me⸗ taphyſiſch: denn dieſe Wiſſenſchaft hat etwas beſonderes und ihr eigenthuͤmliches in der Erzeugung ihrer Erkentniſ⸗ ſe a priori; die alſo von dem, was ſie mit allen andern Verſtandeserkentniſſen gemein hat, muß unterſchieden wer⸗ den; ſo iſt z. B. der Satz: alles, was in den Dingen Subſtanz iſt, iſt beharrlich, ein ſynthetiſcher und eigen⸗ thuͤmlich metaphyſiſcher Satz. Wenn man die Begrißſe a priori, welche die Ma⸗ terie der Metaphyſik und ihr Bauzeug ausmachen, zuvor nach gewiſſen Principien geſammlet hat, ſo iſt die Zerglie⸗ derung dieſer Begriffe von groſſem Werthe; auch kan die⸗ ſelbe als ein beſonderer Theil(gleichſam als philoſophia definitiua), der lauter analytiſche zur Metaphyſik gehoͤrige Saͤtze enthaͤlt, von allen ſynthetiſchen Saͤtzen, die die Meta⸗ phyſik ſelbſt ausmachen, abgeſondert vorgetragen werden. Denn in der That haben jene Zergliederungen nirgend an⸗ ders einen betraͤchtlichen Nutzen, als in der Metaphyſik, d. i. in Abſicht auf die ſynthetiſchen Saͤtze, die aus jenen zuerſt zergliederten Begriffen ſollen erzeugt werden. Der Schluß dieſes Paragraphs iſt alſo: daß Meta⸗ phyſik es eigentlich mit ſynthetiſchen Saͤtzen a priori zu thun habe, und dieſe allein ihren Zweck ausmachen, zu welczem ſie zwar allerdings mancher Zergliederungen ihrer Begriffe, mithin analytiſcher Urtheile bedarf, wobey aber das Verfahren nicht anders iſt, als in jeder andern Ers kenntnißart, wo man ſeine Begriffe durch Zergliederung C 3 blos ——— — 4— 4— 64——— blos deutlich zu machen ſucht. Allein die Erzeugung der Erkentniß a priori ſowol der Anſchauung als Begriffen nach, endlich auch ſynthetiſcher Saͤtze a priori, und zwar im philoſophiſchen Erkentniſſe, machen den weſentlichen Inhalt der Metaphyſik aus. Ueberdruͤſſig al alſo des Dogmatismus, der uns nichts lehrt und zugleich des Scepticismus, der uns gar uͤberall nichts verſpricht, auch nicht einmal den Ruheſtand einer erlaubten Unwiſſenheit, aufgefordert durch die Wichtigkeit der Erkentniß, deren wir beduͤrfen, und mistrauiſch durch lange Erſahrung in Anſehung jeder, die wir zu beſitzen glauben, oder die ſich uns unter dem Titel der reinen Vernunft anbietet, bleibt uns nur noch eine critiſche Fra⸗ ge uͤbrig, nach deren Beantwortung wir unſer kuͤnftiges Betragen einrichten koͤnnen: Iſt uͤberall Metaphyſik moͤglich? Aber dieſe muß nicht durch ſceptiſche Einwuͤrfe gegen gewiſſe Behauptungen einer wirklichen Me⸗ taphyſik(denn wir laſſen jetzt noch keine gelten) ſondern aus dem nur noch problematiſchen Begriffe einer ſolchen Wiſ⸗ ſenſchaft beantwortet werden. In der Critik der reinen Vernunft bin ich in Abſicht auf dieſe Frage ſynthetiſch zu Werke gegangen, naͤmlich ſo, daß ich in der reinen Vernunft ſelbſt forſchte, und in dieſer Quelle ſelbſt die Elemente ſowol, als auch die Geſetze ihres reinen Gebrauchs nach Principien zu beſtimmen ſuchte. Dieſe Arbeit iſt ſchwer, und erfordert einen ent⸗ ſchloſſenen Leſer, ſich nach und nach in ein Syſtem hinein zu gdunke duſe de d in Factan hen Kän deey bn nun hun zr grülch nlſen ſch taäſſs e du den A tnt atal 6 1 ſpringen der prol gen Nec 1ſchl, Est geich nich ſaitri wi und gexie Narunw abodictſſc llgemeine ls bon E n Vir degung der als Vegtiffn » Und war Thnhgs runs nichts gar uͤberall eſtand einer Wichtigeit auiſch durch ezu beſttzen der reinen Ccſche Fa⸗ anſer kanfüges 1 Mtaxhyſ durch ſceptſte wirklihen N en) ſondern al ner ſolchen J . 11. 1A7 Aubs 7' unft bin ihe Cerke gegennn nit ſelſtfe 15 4 wol, als auchd dien zu befimmne fotdert eiven dn din eyſem hii — „— 6 — 3 9 zu denken, was noch nichts als gegeben zum Grunde legt, auſſer die Vernunft ſelbſt, und alſo, ohne ſich auf irgend ein Factum die Erkentniß aus ihren urſpruͤngli⸗ chen Keimen zu entwickeln ſucht. Prolegomena ſollen dagegen Voruͤbungen ſeyn; ſie ſollen mehr anzeigen, was man zu thun habe, um eine Wiſſenſchaft, wo moͤglich, zur Wirklichkeit zu Iiaiene als ſie ſelbſt vortragen. Sie etwas ſtuͤtzen, was man ſchon zu ſt kuͤtzen, muͤſſen ſich alſo au als zu⸗ verlaͤſſig kent, von t man mit Zutrauen ausgehen, und fſteiden kan, die man noch nicht kent, das, was man zu den Quellen aufſt und deren Entdeckung uns nicht allein wußte, erklaͤren, ſondern zugleich Linen Umfang vieler Er⸗ kentniſſe, die insgeſamt aus den naͤmlichen Quellen ent⸗ ſpringen, darſtellen wird. Das methodiſche Verfahren der Prolegomenen, vornemlich derer, die zu einer kuͤnfti⸗ gen Methaphyſik vorbereiten ſollen, wird alſo analytiſch ſeyn. Es trift ſich aber gluͤcklicher Weiſe, daß, ob wir gleich nicht annehmen koͤnnen, daß Metaphyſik als Wiſ⸗ ſenſchaft wirklich ſey, wir doch mit Zuverſicht ſagen koͤnnen, daß gewiſſe reine ſynthetiſche Erkenntniße a priori wirklich und gegeben ſeyn, naͤmlich reine Mathematik und reine Naturwiſſenſchaft; denn beyde enthalten S apodictiſch gewiß durch bloſſe Vernunft, theils durch die allgemeine Einſtimmung aus der Erfahrung, und dennoch als von Erfahrung unabhaͤngig durchgaͤngig anerkant wer⸗ den. Wir haben alſo einige, wenigſtens unbeſtrittene, 8 4 ſyn⸗ Saͤtze, die theils ₰8 4 0◻o——ö— — ſynthetiſche Erkentniß a priori, und duͤrfen nicht fragen, ob ſie moͤglich ſey,(denn ſie iſt wirklich) ſondern nur wie ſie moͤglich ſey, um aus dem Princip der Moͤglichkeit der gegebenen auch die Moͤglichkeit aller uͤbrigen ableiten zu konnen. Prolegomena. Allgemeine Frage, IWie iſt Erkentniß aus reiner Vernunft moͤglich? G. SF⸗ Wi haben oben den maͤchtigen Unterſchied der analy⸗ tiſchen und ſynthetiſchen Urtheile geſehen. Die Möglichkeit analytiſcher Saͤtze konte ſehr leicht begriffen werden; denn ſie gruͤndet ſich lediglich auf dem Satze des Widerſpruchs. Die Moglichkeit ſynthetiſcher Saͤtze a po- ſteriori, d. i. ſolcher, welche aus der Erfahrung geſchoͤ⸗ pfet werden, bedarf auch keiner beſondern Erklaͤrt ung; denn Erfahrung iſt ſelbſt nichts anders, als eine continuirliche Zuſammenfuͤgung(Syntheſis) der Wahrnehmungen. Es bleiben uns alſo nur ſynthetiſche Saͤtze a priori uͤbrig, de⸗ ren Moͤglichkeit geſucht oder unterſucht werden muß, weil ſie auf anderen Principien, als dem Satze des Wider⸗ ſpruchs, beruhen muß. Wir Wied nih uuri tz ſind de virküch folgen, thh gen 1d kuns wir liir Nog dlſe Etken ire Nög Unfang liſet e oudgede d 3 tas in aus renn hne Na vell, da un Duel ten die witd nunft lich da „&.; und g. ich fun, ern nr die Nalltſe en ahſaten ge, wanft dd dnai ſchen. ht begrifen Sahe de Saͤtze a ho⸗ zung geſti⸗ rung; dem atinuirlihe ingen. G uͤbrig, de muß, bil des Wder⸗ Wir Lereeeree 41 Wir duͤrfen aber die Moͤglichkeit ſolcher Saͤtze hier nicht zuerſt ſuchen, d. i. fragen, ob ſie moͤglich ſeyn. Denn es ſind deren genug, und zwar mit unſtreitiger Gewißheit wirklich gegeben, und, da die Meihode, die wir jetzt be⸗ folgen, analytiſch ſeyn ſoll, ſo werden wir davon anfan⸗ gen: daß dergleichen ſynthetiſche, aber reine Vernunfter⸗ kentniß wirklich ſey; aber alsdenn muͤſſen wir den Grund dieſer Moͤglichkeit dennoch unterſuchen, und fragen, wie dieſe Erkentniß moͤglich ſey, damit wir aus den Principien ihrer Moͤglichkeit die Bedingungen ihres Gebrauchs, den Umfang und die Grenzen deſſelben zu beſtimmen in Stand geſetzt werden. Die eigentliche mit ſchulgerechter Praͤciſion ausgedruckte Aufgabe, auf die alles ankoͤmmt, iſt alſo: Wie ſind ſynthetiſche Saͤtze a priori moͤglich? Ich habe ſie oben, der Popularitaͤt zu Gefallen, et⸗ was anders, naͤmlich als eine Frage nach dem Erkentniß aus reiner Vernunft, ausgedruckt, welches ich dieſes mal ohne Nachtheil der geſuchten Einſicht wohl thun konte, weil, da es hier doch lediglich um die Metaphyſik und de⸗ ren Quellen zu thun iſt, man, nach den vorher gemach⸗ 1 ten Erinnerungen, ſich, wie ich hoffe, jederzeit erinnern wird: daß, wenn wir hier von Erkenntniß aus reiner Ver⸗ nunft reden, niemals von der analytiſchen, ſondern ledig⸗ lich der ſynthetiſchen die Rede ſey.*) C 5 Auß *) Es iſt unmoͤglich zu verhuͤten, daß, wenn die Erkentniß nach und nach weiter fortruͤckt, nicht gewiſſ ſchon claſſiſch gewordne Aus⸗ 2=g—— 1 5 5„ 55———B2 ———— 3. 2— 3————— ————— ‿———=. 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Z—= —.„————— 8 ‚Z 2 2 2= 5 63— ₰ 8——.———. 2. 22 . α— 2. 2 3-— SSE* —— 6 1 2 35— 1——— 2 SE —— 4 4 5 ◻* 2 ‿ 2 — — konmetes re Eſ aſten gen in ders Schläſe er nict können, tundloſe urch rei⸗ kentniſſe ene Be⸗ ſchaft her ud gefun⸗ ſener Ge⸗ gerathen entgegen⸗ jſche er Sa d⸗ wird, als aufſteigt, net man 1' hemal tiſche ſer de ke⸗ iſchen der ik auch als kder Pahr⸗ entlich dar⸗ ltiſchddet 1* — 43 Dich auf Beyſtimmung der allgemeinen Menſchenvernunft zu berufen, kan dir nicht geſtattet werden; denn das iſt ein Zeuge, deſſen Anſehen nur auf dem oͤffentlichen Ge⸗ ruͤchte beruht. Quodcunque oſtendis mihi ſic, incredulus odi- Horat. So unenkbehrlich aber die Beantwortung dieſer Fra⸗ ge iſt, ſo ſchwer iſt ſie doch üleich, und, obzwar die vornehmſte Urſache, weswegen man ſie nicht ſchon laͤ aͤngſt zu bean en geſucht hat, darin liegt, daß man ſich nicht einmal hat elnealie laſſen, daß ſo eewas gefragt werden koͤn⸗ ne, ſo iſt doch eine zweyte Urſache dieſe, daß eine gnugthuende „2 KSAlAAS Beantwor tung die ſer einen Fraͤge eiln weit anhaltenderes, tieferes, und muͤhſameres Nachdenken erfordert, als je⸗ mals das weitlaͤuftigſte Werk der Metaphyſik, das bey der erſten Erſcheinung ſeinem Verfaſſer Unſterblichkeit verſprach. Auch muß ein jeder einſehender Leſer, wenn er dieſe Aufg be nach ihrer Foderung ſorgfaͤltig uͤberdenkt, anfangs di urc ihre Sanurkkeßt erſchreckt, ſie vor unaufloͤslich, und gaͤ⸗ be es nicht wirklich dergleichen reine ſynthetiſche Erkentniſſe a priori, ſte ganz und gar vor unmoͤglich halten, welches dem David Hume wirklich begegnete, ob er ſich zwar die Frage bey weitem nicht in ſolcher Allgemeinheit vorſtel⸗ lete, als es hier geſchieht und geſchehen muß, wenn die Beantwortung vor die ganze Methaphyſik entſcheidend wer⸗ den ſoll. Denn, wie iſt es moͤglich, ſagte der ſcharfſinni⸗ ge 4 —— — —jj — 44— ge Mann: daß, wenn mir ein Begrif gegeben iſt, ich uͤber denſelben hinausgehen, und einen andern damit verknü⸗ pfen kan, der in jenem gar nicht enthalten iſt, und zwar ſo, als wenn dieſer noth vendig zu jenem gehoͤre? Nur Erfahrung kan uns ſolche 2 Verknuͤpfungen an die Hand ge⸗ ben,(ſo ſchloß er aus jener Schwierigkeit, die er vor Un⸗ moͤglichkeit hielt) und alle jene vermeintliche Nothwendig⸗ keit, oder welches einerley iſt, davor gehaltene Erkenntniß a priori, iſt nichts als eine lange Gewohnheit, etwas wahr zu finden, und daher die ſubjective Nothwendigkeit vor objectiv zu halten. Wenn der Leſer ſich uͤber Beſchwerde und Muͤhe be— klagt, die ich ihm durch die Aufloͤſung dieſer Aufgabe ma⸗ chen werde, ſo darf er nur den Verſuch anſtellen, ſie auf leichtere Art ſelbſt aufzuloſen. Vielleicht wird er ſich als— denn demjenigen verbunden halten, der eine Arbeit von ſo tiefer Nachforſchung fuͤr ihn uͤbernommen hat, und wohl eher uber die Leichtigkeit, die nach Beſchaffenheit der Sa⸗ che der Aufloſung noch hat gegeben werden koͤnnen, einige Verwunderung merken laſſen, auch hat es Jahre lang Be⸗ muhung gekoſtet, um dieſe Aufgabe in ihrer ganzen Allge⸗ meinheit Lin dem Verſtande, wie die Mathematiker dieſes Wort nehmen, naͤmlich hinreichend vor alle Faͤlle) aufzu⸗ loͤſen, und ſie auch endlich in analytiſcher Geſtalt, wie der Leſer ſie hier antreffen wird, darſtellen zu koͤnnen. Alle Metaphyſiker ſind demnach von ihren Geſchaͤf⸗ ten feyerlich und geſetzmaͤſſig ſo lange ſuſpendirt, bis ſie die Fra⸗ fne J lalich 0t in deſet tes ſie b Vernunfe galunz dſ ale ton J dy chne zewieſen Pol 8ſchat, ſ neigen N ben, ſ wehr che eine hen, de ſeit der auch nur viſen, Anen ledach ſe meht ſ deſe wal um · ih lſe t betl und war re Nur Hand ge vor Un, wendig⸗ enntniß s wahr eit vor uhe be⸗ abe wa⸗ ſie auf ſich als, t von ſo nd wohl er Sa⸗ einige ung Bet n Allge⸗ er dieſes ) aufßus wie der eiſuf ſi die Fra⸗ 4☛ / 44 ₰ — 4 5 Frage:, Wie ſind ſynthetiſche Erkentniſſe a priori moͤglich? gnugthuend werden beantwortet haben. Denn in dieſer Beantwortung allein beſteht das Kreditiv, wel⸗ ches ſie vorzeigen muſten, wenn ſie im Namen der reinen Vernunft etwas bey uns anzubringen haben; in Erman⸗ gelung deſſelben aber koͤnnen ſie nichts anders erwarten, als von Vernuͤnftigen, die ſo oft ſchon hintergangen wor⸗ den, ohne alle weitere Unterſuchung ihres Anbringens, ab⸗ gewieſen zu werden. Wollten ſie dagegen ihr Geſchaͤfte nicht als Wiſſen⸗ ſchaft, ſondern als eine Kunſt heilſamer und dem allge⸗ meinen Menſchenverſtande anpaſſender Ueberredungen, trei⸗ ben, ſo kan ihnen dieſes Gewerbe nach Billigkeit nicht ver⸗ wehrt werden. Sie werden alsdenn die beſcheidene Spra⸗ che eines vernuͤnftigen Glaubens fuͤhren, ſie werden geſte⸗ hen, daß es ihnen nicht erlaubt ſey, uͤber das, was jen⸗ ſeit der Grenzen aller moͤglichen Erfahrung hmausliegt, auch nur einmal zu muthmaſſen, geſchweige etwas zu wiſſen, ſondern nur etwas(nicht zum ſpeculativen Ge⸗ brauche, denn auf den muͤſſen ſie Verzicht thun, ſondern lediglich zum practiſchen) anzunehmen, was zur Leitung des Verſtandes und Willens im Leben moͤglich und ſogar unentbehrlich iſt. So allein werden dſis den Namen nutz⸗ licher und weiſer Maͤnner fuͤhren koͤnnen, um deſto: nehr, je mehr ſie auf den der Metaphyſiker Verzicht thu n; denn dieſe wollen ſpeculative Philoſophen ſeyn, und da, wenn es um Uriheile a priori zu thun iſt, man es auf ſchaale Wahr⸗ 4— 4 5—— Wahrſcheinlichkeiten nicht ausſetzen kan,(denn was dem Vorgeben nach a priori nun beg, wird eben dadurch als nothwendig angekuͤndigt) ſo kan es ihnen nicht erlaubt ſeyn, mit Muthmaſſungen zu ſpielen, ſondern ihre Be⸗ hauptung muß Wiſſenſchaft ſeyn, oder ſie iſt uͤberall gar nichts. Pan † HA6 8 Syan cendental 1 Man kan ſagen, daß die ganze Transſcendentalphi⸗ CAAAI A Ap Aor SPorhopsns dBSRo„S ArR 5 loſophie, die vor aller Methaphyſik nothwendig vorhergeht, t nichts anders, als blos die vollſtaͤndige Aufloͤſung der hier vorgelegten Frage ſey, nur in ſyſtematiſcher Ord⸗ nung und Ausfuͤhrlichkeit, und man habe alſo bis jetzt .„ EaSſeondontalaäzloren NVonn g 3 keine Transſcendentalphiloſophie: Denn, was den Na⸗ ne Wiſonſchaft ſo 31 lenhe nſchäft b 7. A mhns aleh Aär Nothashns rRoy ausm achen, und muß alſo vor aller Methaphyſit vorher⸗ 2 8* N ne ſich alſo auch nicht 44 undern 8 971 gey 1. Mäan Ldarf ſch 1 Alch Ucht waäanbern; d9 eine 9 2 anre und ꝛwar aller Beyhüuͤlſe aus nd 1 mit⸗ ganze und zwar aller Beyhulſe gus andern ber au ble, mit⸗ 9 5 2 RS, e, airo z Fonden f ißhin ijſ* n üüp ein Hiu an ſich ganz neue Wihenſchaft Roech g iſt, um nur eine — enn IInf. elnz 5 59r48 hinrelchens nn een? wel 1 die Auf⸗ 6*⁸ 2 5*† ſ ¹ 846 5*„pjn d9 loſung Derſe n mit Muhe ns Schwierigten, ja ſogar Indem wir jetzt zu dieſer Aufloͤſung ſchreiten, und zwar nach analytiſcher Methode, in welcher wir vorausſe⸗ tzen, daß ſolche Erkentniſſe aus reiner Vernunft wirklich ſeyn: ſo koͤnnen wir uns nur auf zw ken der theoretiſchen Erkentn ls von der allein hier die Re⸗ de iſt) berufen, naͤmlich reine Malhemalit und relne Na⸗ di Geſch gen vicht gar don ſchn Der ſätet wer d diien! vir ſie alſzuſte And al qls Mofaohag Mghhh 47 us die Ge⸗ — — à badden ne, 1ʃ6 n die all ihnen ausgehen, anſt he 4 4 ei hei ᷣ☛ & 29 ge k vel glich en werden 2 8 hr, in † 50 ₰g 8 M „ 2 rein 4 gegan r 8 6 t aͤfte ſe natuͤrlich ge ihr Ue ege for n 1 ung „ 9 Unterſuch tiſchen V oder gar von deten reine 191 heit„ — — ½ ufliͤſung eentalphi der Ord⸗ erw merſt nur eine il vorhet⸗ / 48— 1) Wie iſt reine Mathematik moͤglich? 2) Wie iſt reine Naturwiſſenſchaft moͤglich? 3) Wie iſt Metaphyſik uͤberhaupt moͤglich? 4) Wie iſt Metaphyſik als Wiſſenſchaft moͤg⸗ lich? Man ſiehet, daß, wenn gleich die Aufloͤſung dieſer Aufgaben hauptſaͤchlich den weſentlichen Inhalt der Critik darſtellen ſoll, ſie dennoch auch etwas Eigenthuͤmliches habe, welches auch vor ſich allein der Aufmerkſamkeit wuͤrdig iſt, naͤmlich zu gegebenen Wiſſenſchaften die Quel⸗ len in der Vernunft ſelbſt zu ſuchen, um dadurch dieſer ihr Vermoͤgen, etwas a priori zu erkennen, vermittelſt der That ſelbſt zu erforſchen und auszumeſſen; wodurch denn dieſe Wiſſenſchaften ſelbſt, wenn gleich nicht in Anſehung ihres Inhalts, doch, was ihren richtigen Gebrauch betrift, gewinnen, und, indem ſie einer hoͤheren Frage wegen ihres gemeinſchaftlichen Urſprungs, Licht verſchaffen, zugleich Anlaß geben, ihre eigene Natur beſſer aufzuklaͤren. Der transſcendentalen Hauptfrage Erſter Theil. Wie iſt reine Mathematik moͤglich? §. 6. Her iſt nun eine groſſe und bewaͤhrte Erkentniß, die “ ſchon jetzt von bewundernswuͤrdigem Umfange iſt, und unbegre gedurch un dubhwendihe ngkgruͤe nanft, übed ſſt es nnn der Erkannö ga deſs Verm woch fuſſen! borahs, deſe ſine, reſen Anſs L dieſs Ei in dr 9- gen, die darſtegen m zen Shitt tid ſnd, a theilen as dietſche g aber daher der Natur ng a uf walih, es glich? glich? aft lläg⸗ ug dieſen er Critik imliches kkſamkeit ie Quel⸗ ich dieſer ttelſt der arch denn Anſehung ch betrift gen ihres zugleich —n 49 und unbegrenzte Ausbreitung auf die Zukunft verſpricht, die durch und durch apodictiſche Gewißheit, d. i. abſolute Nothwendigkeit, bey ſich fuͤhret, alſo auf keinen Erfah⸗ rungsgruͤnden beruht, mithin ein reines Product der Ver⸗ nunft, uͤberdem aber durch und di urch ſynthetiſch iſt;„wie iſt es nun der menſchlichen Vernunfe moͤglich, eine ſolche Erkentniß gaͤnzlich a priori zu Stande zu bringen?,, Setzt dieſes Vermoͤgen, da es ſich nicht auf Erfahrung fußt, noch fuſſen kan, nicht irgend einen Er kkentnißgrund a prio- ri voraus, der tief verborgen liegt, der ſich aber durch dieſe ſeine Wirkungen offenbaren duͤrfte, wenn man den erſten Anfaͤngen derſelben nur fleiſſig nachſpuͤrete? §. 2. Wir finden aber, daß alle mathematiſche Erkentniß dieſes Eigenthuͤmliche habe, daß ſie ihren Begrif vorher in der Anſchauung, und zwar a priori mithin einer ſol⸗ chen, die nicht empiriſch, ſondern reine Anſchauung iſt, darſtellen muͤſſe, ohne welches Mittel ſie nicht einen einzi⸗ gen Schritt thun kan; daher ihre Urtheile jederzeit intui⸗ tiv ſind, an ßan daß Philoſophie ſich mit diſcurſiven ur⸗ theilen aus bloſſen Begriffen begnuͤgen, und ihre apo⸗ dictiſche Lehren wol durch Anſchauung erlaͤutern, niemals aber daher ableiten kan. Dieſe Beo obachtung in Anſehung der Natur der Mathematik giebt uns nun ſchon eine Lei⸗ tung auf die erſte und oberſte? Bedingung ihrer Moͤglichkeit: naͤmlich, es muß ihr irgend eine reine Anſchauung zum D Grun⸗ 50— Grunde liegen, in welcher ſie alle ihre Begriffe in concre- to, und dennoch a priori darſtellen, oder, wie man es nennt, ſie conſtruiren kan.* Koͤnnen wir dieſe reine Anſchauung, und die Moͤglichkeit einer ſolchen ausfinden, ſo erklaͤrt ſich daraus leicht, wie ſynthetiſche Saͤtze a prio- ri in der reinen Mathematik, und mithin auch, wie dieſe Wiſſenſchaft ſelbſt moͤglich ſey; denn, ſo wie die empiri— ſche Anſchauung es ohne Schwierigkeit moͤglich macht, daß wir unſeren Begrif, den wir uns von einem Object der Anſchauung machen, durch neue Praͤdicate, die die An⸗ ſchauung ſelbſt darbietet, in der Erfahrung ſynthetiſch er⸗ weitern, ſo wird es auch die reine Anſchauung thun, nur mit dem Unterſchiede: daß im letztern Falle das ſynthetis ſche Urtheil a priori gewiß und apodictiſch, im erſteren aber nur a poſteriori und empiriſch gewiß ſeyn wird, weil dieſe nur das enthaͤlt, was in der zufaͤlligen empiri⸗ ſchen Anſchauung angetroffen wird, jene aber, was in der reinen nothwendig angetroffen werden muß, indem ſie als Anſchauung a priori, mit dem Begriffe vor aller Er⸗ fahrung oder einzelnen Wahrnehmung unzertrennlich verbunden iſt⸗ §. 3. Allein die Schwierigkeit ſcheint bey dieſem Schritte eher zu wachſen, als abzunehmen. Denn nunmehro lau⸗ tet die Frage: wie iſt es moͤglich, etwaͤs a priori an⸗ zuſchauen? Anſchauung iſt eine Vorſtellung, ſo wie ſie un⸗ *) Siehe Kritik S. 713 angittelbat be gn wütde. ſrringlich en n einen ve fund, niruf ſo nicht ſhe dr k d rur dos Den b gagwohl a einen wmitte V dn, z.d flbſt dieß e za verſchiffn b Anwendung V Gegenſtand b ſchauung Haueſen? Räte Dingemſlr gar keine hic vaͤte allemi a ſch ſeltt regegenvir 1 1 unbegrei dä nir die ei doners. „tem e dit dſe ri hen eid Säe ajio h, wie diſ ie die empin ich macht, daß nem Odfec der , die de du ſynthetſſc er no thun, nur dos ſhathei⸗ Hmn erſee iß ſeyn witd äligen ewpie ber, was in nos, iden ſie vot Alace⸗ unzertrand ſem Ehti unmehro fah 4 prioii 09 , ſo wile ſ Ä- 51 unmittelbar von der Gegenwart des Gegenſtandes abhaͤn⸗ gen wuͤrde. Daher ſcheinet es unmoͤglich, a priori Ur⸗ ſpruͤnglich anzuſchauen, weil die Anſchauung alsdenn oh⸗ ne einen weder vorher, noch jetzt gegenwaͤrtigen Gegen⸗ ſtand, worauf ſte ſich bezoͤge, ſtattfinden muͤßte, und al⸗ ſo nicht Anſchauung ſeyn koͤnte. Begriffe ſind zwar von der Art, daß wir uns einige derſelben, naͤmlich die, ſo nur das Denken eines Gegenſtandes uͤberhaupt enthalten, ganz wohl a priori machen koͤnnen, ohne daß wir uns in einem unmittelbaren Verhaͤltniſſe zum Gegenſtande befaͤn⸗ den, z. B. den Begrif von Groͤſſe, von Urſach ꝛc. aber ſelbſt dieſe beduͤrfen doch, um ihnen Bedeutung und Sinn zu verſchaffen, einen gewiſſen Gebrauch in concreto, d. i. Anwendung auf irgend eine Anſchauung, dadurch uns ein Gegenſtand derſelben gegeben wird. Allein wie kan An⸗ ſchauung des Gegenſtandes vor dem Gegenſtande ſelbſt vor⸗ hergehen? §. 9- Muͤßte unſre Anſchauung von der Art ſeyn, daß ſie Dinge vorſtellte, ſo wie ſie an ſich ſelbſt ſind, ſo wuͤrde gar keine Anſchauung a priori ſtattfinden, ſondern ſie waͤre allemal empiriſch. Denn was in dem Gegenſtande an ſich ſelbſt enthalten ſey, kan ich nur wi iſſen, wenn er mir gegenwaͤrtig und gegeben iſt. Freylich iſt es auch als⸗ denn unbegreiflich, wie die Anſchauung einer gegenwaͤrtigen Sache mir dieſe ſollte zu erkennen geben, wie ſie an ſich iſt, D 2 da 52— —₰ da ihre Eigenſchaften nicht in meine Vorſtellungskraft hin⸗ uͤber wandern koͤnnen; allein die Moͤglichkeit davon einge⸗ raͤumt, ſo wuͤrde doch dergleichen Anſchauung nicht a prio- ri ſtattfinden, d. i. ehe mir noch der Gegenſtand vorge⸗ ſtellt wuͤrde: denn ohne das kan kein Grund der Bezie— hung meiner Vorſtellung auf ihn erdacht werden, ſie muͤß⸗ te denn auf Eingebung beruhen. Es iſt alſo nur auf eine einzige Art moͤglich, daß meine Anſchauung vor der Wirk⸗ lichkeit des Gegenſtandes vorhergehe, und als Erkentniß a priori ſtattfinde, wenn ſie naͤmlich nichts anders enthaͤlt, als die Form der Sinnlichkeit, die in meinem Subject vor allen wirklichen Eindruͤcken vorhergeht, dadurch ich von Gegenſtaͤnden afficirt werde. Denn daß Gegenſtaͤnde der Sinne dieſer Form der Sinnlichkeit gemaͤß allein angeſchaut werden koͤnnen, kan ich a priori wiſſen. Hieraus folgt: daß Saͤtze, die blos dieſe Form der ſinnlichen Anſchauung betreffen, von Gegenſtaͤnden der Sinne möglich und guͤltig ſeyn werden, imgleichen umgekehrt, daß Anſchauungen, die a priori moͤglich ſeyn, niemals andere Dinge, als Gegenſtaͤnde unſrer Sinne betreffen koͤnnen. G. 10. Alſo iſt es nur die Form der ſinnlichen Anſchauung, dadurch wir a priori Dinge anſchauen koͤnnen, wodurch wir aber auch die Objecte nur erkennen, wie ſie uns(unſern Sinnen) erſcheinen koͤnnen, nicht wie ſie an ſich ſeyn moͤ⸗ gen/ u, und dg wenn tant, od e Mogi den ſell 11 in der rein dhne welc diederung es ihr w naͤnlich ſynthetiſ metrie leg Arithmetie hiagſtzur üc terde nat dent Deyde wenn me und ihrer nimlih nach Rau vaſn, ſelngektat 1 hkeit dabon ſeing ing nicht a pin kgenſtand torg rund der dee verden, ſie mij ſo nur auf ein bor der Wirt als Erkentniß ichts anders keit, die in Eindruͤcke anden afiih ine dieſer Fon werden koͤnne aß Saͤte, d betreffen, vo ſeyn werden, die a priot Gegenſeaͤn n Anſchauun nen, vodut ſie uns(unſe nſch ſehn d — 1 — 53 gen, und dieſe Vorausſetzung iſt ſchlechterdings nothwen⸗ dig, wenn ſynthetiſche Saͤtze a priori als moͤglich einge⸗ raͤumt, oder im Falle ſie wirklich angetroffen werden, ih⸗ re Moͤglichkeit begriffen und zum voraus beſtimmt wer— den ſoll.— Nun ſind Raum und Zeit diejenigen Anſchauungen, welche die reine Mathematik allen ihren Erkentniſſen, und Urtheilen, die zugleich als apodictiſch und nothwendig auf⸗ treten, zum Grunde legt; denn Mathematik muß alle ihre Begriffe zuerſt in der Anſchauung, und reine Mathematik in der reinen Anſchauung darſtellen, d. i. ſie conſtruiren, ohne welche(weil ſie nicht analytiſch, naͤmlich durch Zer⸗ gliederung der Begriffe, ſondern ſynthetiſch verfahren kan) es ihr unmoͤglich iſt, einen Schritt zu thun, ſo lange ihr naͤmlich reine Anſchauung fehlt, in der allein der Stoff zu ſynthetiſchen Urtheilen a priori gegeben werden kan. Geo⸗ metrie legt die reine Anſchauung des Raums zum Grunde. Arithmetik bringt ſelbſt ihre Zahlbegriffe durch ſucceſſive Hinzuſetzung der Einheiten in der Zeit zu Stande, vornem⸗ lich aber reine Mechanik kann ihre Begriffe von Bewegung nur vermittelſt der Vorſtellung der Zeit zu Stande bringen. Beyde Vorſtellungen aber ſind blos Anſchauungen; denn wenn man von den empiriſchen Anſchauungen der Koͤrper und ihrer Veraͤnderungen(Bewegung) alles Empiriſche, naͤmlich was zur Empfindung gehoͤrt, weglaͤßt, ſo bleiben noch Raum und Zeit uͤbrig, welche alſo reine Anſchauun⸗ gen ſind, die jenen a priori zum Grunde liegen, und da⸗ d 3 her 34 9—,¶— her ſelbſt niemals weggelaſſen werden koͤnnen, aber eben dadurch, daß ſie reine Anſchauungen a priori ſind, bewei⸗ ſen, daß ſie bloſſe Formen unſerer Sinnlichkeit ſind, die vor aller empiriſchen Anſchauung, d. i. der Wahrneh⸗ mung wirklicher Gegenſtaͤnde, vorhergehen muͤſſen, und denen gemaͤß Gegenſtaͤnde a priori erkant werden koͤnnen, aber freylich nur, wie ſie uns erſcheinen. §. 1 Die Aufgabe des gegenwaͤrtigen Abſchnitts iſt alſo aufgeloͤſet. Reine Mathematik iſt, als ſynthetiſche Er⸗ kentniß a priori, nur dadurch möglich, daß ſie auf keine andere als bloſſe Gegenſtaͤnde der Sinne geht, deren em— piriſcher Anſchauung eine reine Anſchauung(des Raums und der Zeit) und zwar a priori zum Grunde liegt, und dar⸗ um zum Grunde liegen kan, well dieſe nichts anders als die bloſſe Form der Sinnlichkeit iſt, welche vor der wirkli⸗ chen Erſcheinnng der Gegenſtaͤnde vorhergeht, indem ſie dieſelbe in der That allererſt moͤglich macht. Doch betrift dieſes Vermoͤgen, a priori anzuſchauen, nicht die Materie der Erſcheinung, d. i. das, was in ihr Empfindung iſt, denn dieſe macht das Empiriſche aus, ſondern nur die Form derſelben Raum und Zeit. Wollte man im mindes ſten daran zweiſeln, daß beyde gar keine den Dingen an ſich ſelbſt, ſondern nur bloſſe ihrem Verhaͤltniſſe zur Sinnlichkeit anhaͤngende Beſtimmungen ſeyn, ſo moͤchte ich gerne wiſ⸗ ſen, wie man es moͤglich finden kan, a priori, und alſo vor — ter äller ans geget ſen ſeyn ziit iſ. nichts we kät, ie dun als ebuſcha ſtelt In ſdaen, nothwe weiſe guren geſeßt einande alf der dih ſ wen deiſ helt ſo u dahln ſabſt dhmeſſ e, aber eer lſnd) bevi keit ind, de er Wahtnt nuͤſen, un den koͤnne itts iſt alſo hetiſche Er⸗ ſe auf keine deren em Naums und gt, und dar⸗ anders els der wirkli indem ſie HDoch betrift die Matere fndung iſ dern nur d n im mind ßingen an ſ ir Sinnliche⸗ ch gerne v eri, und a 1' — 8 — 35 vor aller Bekantſchaft mit den Dingen, ehe ſie naͤmlich uns gegeben ſind, zu wiſſen, wie ihre Anſchauung beſchaf⸗ ſen ſeyn muͤſſe, welches doch hier der Fall mit Raum und Zeit iſt. Dieſes iſt aber ganz begreiflich, ſo bald beyde vor nichts weiter, als formale Bedingungen unſerer Sinnlich⸗ keit, die Gegenſtaͤnde aber blos vor Erſcheinungen gelten, denn alsdenn kan die Form der Erſcheinung d. i. die rei⸗ ne Anſchauung allerdings aus uns ſelbſt d. i. a priori vor⸗ geſtellt werden. 6. 12. Um etwas zur Erlaͤuterung und Beſtaͤtigung beyzu⸗ fuͤgen, darf man nur das gewoͤhnliche und unumgaͤnglich nothwendige Verfahren der Geometern anſehen. Alle Be⸗ weiſe von durchgaͤngiger Gleichheit zweyer gegebenen Fi⸗ guren(da eine in allen Stuͤcken an die Stelle der andern geſetzt weren kan) laufen zuletzt darauf hinaus, daß ſie einander decken; welches offenbar nichts anders, als ein auf der unmittelbaren Anſchauung beruhender ſynthetiſcher Satz iſt, und dieſe Anſchauung muß rein und a priori ge⸗ geben werden, denn ſonſt koͤnte jener Satz nicht vor apo⸗ dictiſch gewiß gelten, ſondern haͤtte nur empiriſche Gewiß⸗ heit. Es wuͤrde nur heiſſen: man bemerkt es jederzeit ſo, und er gilt nur ſo weit, als unſre Wahrnehmung bis dahin ſich erſtreckt hat. Daß der vollſtaͤndige Raum(der ſelbſt keine Grenze eines anderen Raumes mehr iſt) drey Abmeſſungen habe, und Raum uͤberhaupt auch nicht mehr D 4 der⸗ —— 3-ꝛ4̃—————— —— — derſelben haben koönne, wird auf den Satz gebaut, daß ſich in einem Puncte nicht mehr als drey Linien rechtwink⸗ licht ſchneiden koͤnnen; dieſer Satz aber kann gar nicht aus Begriſſen dargethan werden, ſondern beruht unmittelbar auf Anſchauung, und zwar reiner a priori, weil er apodic⸗ tiſch gewiß iſt, daß man verlangen kan, eine Linie ſolle ins Unendliche gezogen(in indefinitum), oder eine Reihe Veraͤnderungen(z. B.) durch Bewegung zuruͤckgelegte „Naͤume) ſolle ins Unendliche fortgeſetzt werden, ſetzt doch eine Vorſtellung des Raumes und der Zeit voraus, die blos an der Anſchauung haͤngen kan, naͤmlich ſo fern ſie an ſich durch nichts begrenzt iſt; denn aus Begriffen koͤnte ſie nie geſchloſſen werden. Alſo liegen doch wirklich der Mathematik reine Anſchauungen a priori zum Grunde, welche ihre ſynthetiſche und apodictiſch geltende Saͤtze moͤg⸗ lich machen, und daher erklaͤrt unſere transſcendentale Deduction der Begriffe im Raum und Zeit zugleich die Möglichkeit einer reinen Mathematik, die, ohne eine ſol— che Deduction, und, ohne daß wir annehmen,„alles, was unſern Sinnen gegeben werden mag(den aͤuſſeren im Raume, dem inneren in der Zeit), werde von uns nur an⸗ geſchauet, wie es uns erſcheinet, nicht wie es an ſich ſelbſt iſt, zwar eingeraͤumt, aber keinesweges eingeſehen wer⸗ den koͤnte. G. 13. Diejenigen, welche noch nicht von dem Begriffe los⸗ kommen koͤnnen, als ob Raum und Zeit wirkliche Beſchaf⸗ fen⸗ fthelte w fonnen ihre und) wend wenigſten? vermathe, mes und der ſtaung Vena ſih nur im und Dualte ſo muß doc hungen an n d d ſched de auch ſo ſchedene nern lihe Jäkni, ſtan ait nüägiten ſuiliche ſhu d wenn a nichs an kung des Etelle de rſhzär) khaut, d rechtwini r nicht auz unmitteldat er apodie kinie ſole tine Reihe rüͤckgelegte etzt doch raus, die ern ſie an feen konte erlach der Grunde, Sätze mog⸗ tendentale gleich die eine ſol⸗ „alles, iſſeren im Z nur an⸗ ſich ſebbſ ehen wel⸗ egtife los⸗ e Eeſchaf fen — 57 fenheiten waͤren, die den Dingen an ſich ſelbſt anhingen, koͤnnen ihre Scharfſinnigkeit an folgendem Paradoxon uͤben, und, wenn ſie deſſen Aufloͤſung vergebens verſucht haben, wenigſtens auf einige Aueſce wen Vorurtheilen frey, vermuthen, daß doch vielleicht die Abwuͤrdigung des Rau⸗ mes und der Zeit zu bloſſen Formen unſrer ſinnlichen An⸗ ſchauung Grund haben moͤge. Wenn zwey Dinge in allen Stuͤcken, die an jedem vor ſich nur immer koͤnnen erkant werden(in allen zur Geoͤſſe und Qualitaͤt gehoͤrigen Beſtimmungen) voͤllig einerley ſind, ſo muß doch folgen, daß eins in allen Faͤllen und Bezie⸗ hungen an die Stelle des andern koͤnne geſetzt werden, oh⸗ ne daß dieſe Vertauſchung den mindeſten kenntlichen Unter⸗ ſchied verurſachen wuͤrde. In der That verhaͤlt ſich dies auch ſo mit ebenen Figuren in der Geometrie; allein ver⸗ ſchiedene ſphaͤriſche zeigen, ohnerachtet jener voͤlligen in⸗ nern Uebereinſtimmung, doch eine ſolche im aͤuſſeren Ver⸗ haͤltniß, daß ſich eine an die Stelle der andern gar nicht ſetzen laͤßt, 3. B. zwey ſphaͤriſche Triangel von beyden He⸗ miſphaͤren, die einen Bogen des Aequators zur gemein⸗ ſchaftlichen Baſis haben, koͤnnen voͤllig gleich ſeyn, in An⸗ ſehung der Seiten ſowohl als Winkel, ſo daß an keinem, wenn er allein und zugleich vollſtaͤndig beſchrieben wird, nichts angetroffen wird, was nicht zugleich in der Beſchrei⸗ bung des andern laͤge, und dennoch kan einer nicht an die Stelle des andern(naͤmlich auf dem entgegengeſetzten He⸗ miſphaͤr) geſetzt werden, und hier iſt denn doch eine inne⸗ D 5 re V —— ——4ꝰÿqpqp — 5⁸ re Verſchiedenheit beyder Triangel, die kein Verſtand als innerlich angeben kan, und die ſich nur durch das aͤuſſere Verhaͤltniß in Raume offenbaret. Allein ich will gewoͤhn⸗ lichere Faͤlle anfuͤhren, die aus dem gemeinen Leben ge— nommen werden koͤnnen. Was kan wohl meiner Hand oder meinem Ohr aͤhn⸗ licher, und in allen Stuͤcken gleicher ſeyn, als ihr Bild im Spiegel? Und dennoch kan ich eine ſolche Hand, als im Spiegel geſehen wird, nicht an die Stelle ihres Urbildes ſetzen; denn wenn dieſes eine rechte Hand war, ſo iſt jene im Spiegel eine linke, und das Bild des rechten Ohres iſt ein linkes, das nimmermehr die Stelle des erſteren ver⸗ treten kan. Nun ſind hier keine innre Unterſchiede, die irgend ein Verſtand nur denken koͤute; und dennoch ſind die Unterſchiede innerlich, ſo weit die Sinne lehren, denn die linke Hand kan mit der rechten, ohnerachtet aller bey⸗ derſeitigen Gleichheit und Aehnlichkeit, doch nicht zwiſchen denſelben Grenzen eingeſchloſſen ſeyn,(ſie koͤnnen nicht con⸗ gruiren) der Handſchuh der einen Hand kan nicht auf der andern gebraucht werden. Was iſt nun die Aufloͤſung? Dieſe Gegenſtaͤnde ſind nicht etwa Vorſtellungen der Dinge, wie ſie an ſich ſelbſt ſind, und wie ſie der pure Verſtand erkennen wuͤrde, ſondern es ſind ſinnliche Anſchauungen, d. i. Erſcheinungen, deren Moͤglichkeit auf dem Verhaͤlt⸗ niſſe gewiſſer an ſich unbekanten Dinge zu etwas ande⸗ rem, naͤmlich unſerer Sinnlichkeit beruht. Von dieſer iſt nun der Raum die Form der aͤuſſern Anſchauung, und die —,.,— ——C—C—C—ꝭ—ꝭ—ꝭ—ꝭ—ꝭ—ę—ę—LCęQęQ———e— —-— de innere dee Beſtin Naume, auſeeren lich nic desſſer ſceinunge krſhied Dige(. kanen ei durch de hes ven geht, in unſte ſ dr Din ud eiſ n ric ſand kaita dern um g mag, dorm Derſted i hdat aͤuſer vil gewihn den beben g in Dhr aähee als ihr Ild he Hand, als hres Urbildes ay, ſo it jene ahten Ohtes ertteren bet⸗ eiſcſede, de denaech ſad elehren, dem tet aleer be nicht zwiſchen nen nicht con⸗ richt auf der eAufäſang? en der dinge pore Vetſtnd Anſchauungen dem Vetfäͤh etvas ünde⸗ vun diſtriſt auung, und die 59 die innere Beſtimmung eines jeden Raumes iſt nur durch die Beſtimmung des aͤuſſeren Verhaͤltniſſes zu dem ganzen Raume, davon ſener ein Theil iſt,(dem Verhaͤltniſſe zum aͤuſſeren Sinne) d. i. der Theil iſt nur durchs Ganze moͤg⸗ lich, welches bey Dingen an ſich ſelbſt, als Gegenſtaͤnden des bloſſen Verſtandes niemals, wol aber bey bloſſen Er⸗ ſcheinungen ſtattſindet. Wir koͤnnen daher auch den Un— terſchied aͤhnlicher und gleicher, aber doch incongruenter Dinge(z. B. widerſinnig gewundener Schnecken) durch keinen einzigen Begrif verſtaͤndlich machen, ſondern nur durch das Verhaͤltniß zur rechten und linken Hand, wel⸗ ches unmittelbar auf Anſchauung geht. Anmerkung I. Die reine Mathematik, und namentlich die reine Geometrie, kan nur unter der Bedingung allein objective Realitaͤt haben, daß ſie blos auf Gegenſtaͤnde der Sinne geht, in Anſehung deren aber der Grundſatz feſtſteht: daß unſre ſinnliche Vorſtellung keinesweges eine Vorſtellung der Dinge an ſich ſelbſt, ſondern nur der Art ſey, wie ſie uns erſcheinen. Daraus folgt, daß die Saͤtze der Geome⸗ trie nicht etwa Beſtimmungen eines bloſſen Geſchoͤpfs un⸗ ſerer dichtenden Phantaſie, und alſo nicht mit Zuverlaͤſſig⸗ keit auf wirkliche Gegenſtaͤnde koͤnten bezogen werden, ſon⸗ dern daß ſie nothwendiger Weiſe vom Raume, und dar⸗ um auch von allem, was im Raume angetroffen werden mag, gelten, weil der Raum nichts anders iſt, als die Form aller aͤuſſeren Erſcheinungen, unter der uns allein Ge⸗ ——— 3— ———ÿy— —— 60 d—— Gegenſtande der Sinne gegeben werden koͤnnen. Die Sinnlichkeit, deren Form die Geometrie zum Grunde legt, iſt das, worauf die Moͤglicheit aͤuſſerer Erſcheinun⸗ gen beruht; dieſe alſo koͤnnen niemals etwas anderes ent⸗ halten, als was die Geometrie ihnen vorſchreibt. Ganz anders wuͤrde es ſeyn, wenn die Sinne die Obfecte vorſtellen muͤßten, wie ſie an ſich ſelbſt ſind. Denn da wuͤrde aus der Vorſtellung vom Raume, die der Geome⸗ ter a priori mit allerley Eigenſchaften deſſelben zum Grun⸗ de legt, noch gar nicht folgen, daß alles dieſes ſamt dem, was daraus gefolgert wird, ſich gerade ſo in der Natur verhalten muͤſſe. Man wuͤrde den Raum des Geometers vor bloſſe Erdichtung halten, und ihm keine objective Guͤl— tigkeit zutrauen; weil man gar nicht einſieht, wie Dinge nothwendig mit dem Bilde, das wir uns von ſelbſt und zum voraus von ihnen machen, uͤbereinſtimmen muͤßten. Wenn aber dieſes Bild, oder vielmehr dieſe formale An⸗ ſchauung, die weſentliche Eigenſchaft unſerer Sinnlichkeit iſt, vermittelſt deren uns allein Gegenſtaͤnde gegeben wer⸗ den, dieſe Sinnlichkeit aber nicht Dinge an ſich ſelbſt, ſon⸗ dern nur ihre Erſcheinungen vorſtellt, ſo iſt ganz leicht zu begreifen, und zugleich unwiderſprechlich bewieſen: daß alle aͤuſſere Gegenſtaͤnde unſrer Sinnenwelt nothwendig mit den Saͤtzen der Geometrie nach aller Puͤnctlichkeit uͤber⸗ einſtimmen muͤſſen, weil die Sinnlichkeit durch ihre Form aͤuſſerer Anſchauung,(den Raum) womit ſich der Geometer beſchaͤftigt, jene Gegenſtaͤnde, als bloſſe Erſcheinungen ſelbſt V V ftſt alle kangswuͤt phe bleibe matiker, der Näi den Kaum Arwendun Beſamma d ſie beſ das phyſ fecte aus da der Wächen Gedan rie ſel heit de ſtrer ſin de in R ſth ſebſ ſduung den de unh der N hach) den E Regtif ſin Er nen. De i Grunde Erſcheinun deres ent k. Gan, Obfecte Denn da Geome⸗ im Grun⸗ amt dem, er Ratur hometers iwe Gal⸗ wie Ange ſelbſt und en muͤßten. eemale An⸗ innlchkeit ſeben wer⸗ ſelbſt, ſöw leicht zu tſen: doß othwendig iſeit über ihre Jorm er Geoneter teuungen elbſt — — N— 61 ſelbſt allererſt moͤglich macht. Es wird allemal ein bemer⸗ kungswuͤrdiges Phaͤnomen in der Geſchichte der üloſos phie bleiben, daß es eine Zeit gegeben hat, da ſelbſt Mathe⸗ matiker, die zugleich Philoſophen waren, zwar nicht an der Nichtigkeit ihrer geometriſchen Saͤtze, ſofern ſie Los den Raum betraͤfen, aber an der objectiven Guͤltigkeit Anwendung dieſes Begrifs ſelbſt und aller d geometriſchen Beſtimmungen deſſelben auf Natur zu zweifeln anfingen, da ſie beſorgten, eine Linie in der Natur moͤchte doch wol aus phyſiſchen Puncten, mithin der wahre Raum im Ob⸗ jecte aus einfachen Theilen beſtehen, obgleich der Raum, den der Geometer in Gedanken hat, daraus keinesweges beſtehen kan. Sie erkanten nicht, daß dieſer Raum in Gedanken den phyſiſchen d. i. die Ausdehnung der Mate⸗ rie ſelbſt moͤglich mache: daß dieſer gar keine Beſchaffen⸗ heit der Dinge an ſich ſelbſt, ſondern nur eine Form un⸗ ſerer ſinnlichen Vorſtellungskraft ſey: daß alle Gegenſtaͤn⸗ de im Raume bloſſe Erſcheinungen, d. i. nicht Dinge an ſich ſelbſt, ſondern Vorſtellungen unſerer ſinnlichen Au⸗ ſchauung ſeyn, und, da der Raum, wie ihn ſich der Geo⸗ meter denkt, ganz genau die Form der ſinnlichen Anſchau⸗ ung iſt, die wir a priori in uns finden, und die den Grund der Moͤglichkeit aller aͤuſſern Erſcheinungen(ihrer Form nach) enthaͤlt, dieſe nothwendig und auf das praͤciſeſte mit den Saͤtzen des Geometers, die er aus keinem erdichteten Begrif, ſondern aus der ſubjectiven Grundlage aller aͤuſ⸗ ſern Erſcheinungen, naͤmlich der Sinnlichkeit ſeldſt zieht, zu⸗ 62 1 zuſammen ſtimmen muͤſſen. Auf ſolche und keine andere Art kan der Geometer wider alle Chicanen einer ſeichten Metaphyſik, wegen der ungezweifelten objectiven Reali⸗ taͤt ſeiner Saͤtze geſichert werden, ſo befremdend ſie auch dieſer, weil ſie nicht bis zu den Quellen ihrer Begriffe zu⸗ ruͤckgeht, ſcheinen muͤſſen. Anmerkung II. Alles, was uns als Gegenſtand gegeben werden ſoll, muß uns in der Anſchauung gegeben werden. Alle unſere Anſchauung geſchieht aber nur vermittelſt der Sinne; der Verſtand ſchauet nichts an, ſondern reflectirt nur. Da nun die Sinne nach dem jetzt erwieſenen uns niemals und in keinem einzigen Stuͤck die Dinge an ſich ſelbſt, ſondern nur ihre Erſcheinungen zu erkennen geben, dieſe aber bloſſe Vor⸗ ſtellungen der Sinnlichkeit ſind,„ſo muͤſſen auch alle Koͤr⸗ per mit ſamt dem Raume, darin ſie ſich befinden, vor nichts als bloſſe Vorſtellungen in uns gehalten werden, und exiſtiren nirgend anders, als blos in unſern Gedanken.,, Iſt dieſes nun nicht der offenbare Idealismus? Der Idealismus beſteht in der Behauptung, daß es keine andere als denkende Weſen gebe, die uͤbrige Din⸗ ge, die wir in der Anſchauung wahrzunehmen glauben, waͤren nur Vorſtellungen in den denkenden Weſen, denen in der That kein auſſerhalb dieſen befindlicher Gegenſtand correſpondirete. Ich dagegen ſage: es ſind uns Dinge als auſſer uns befindliche Gegenſtaͤnde unſerer Sinne gege⸗ ben in alein be wiſen wir d.i, de Dor unſete Einne ß es uhr nach dn, w urbeht, wi eifus auf tir de Den dſo asdie deſ weniger deſes wo3 wachel de dß ſerer Ding ſie gehotet nur zu ihte felluug keir r Locks din angene decpume, noch ued lbaͤten a nung, d vas ihm ſai„Gej nier ⸗ ein ate ner ſacen ben daa nd ſie uuh egriffe u den ſol, e unſere ne; der t. Da als und dern nur loſſe Vor⸗ ale Koͤr⸗ en, vor en, und ankeno, 9, daß ige Din⸗ glauben n, denen egenſuno ns Dinge mne geges ben cd 3. = 63 ben allein von dem, was ſie an ſich ſelbſt ſeyn moͤgen, wiſſen wir nichts, ſondern kennen nur ihre Erſcheinungen, d. i. die Vorſtellungen, die ſie in uns wirken, indem ſie unſere Sinne afficiren. Demnach geſtehe ich allerdings, daß es außer uns Koͤrper gebe, d. i. Dinge, die, obzwar nach dem, was ſie an ſich ſelbſt ſeyn moͤgen, uns gaͤnzlich unbekant, wir durch die Vorſtellungen kennen, welche ihr Einfluß auf unſre Sinnlichkeit uns verſchaft, und denen wir die Benennung eines Koͤrpers geben, welches Wort alſo blos die Erſcheinung jenes uns unbekanten, aber nichts deſto weniger wirklichen Gegenſtandes bedeutet. Kan man dieſes wol Idealismus nennen? Es iſt ja gerade das Ge⸗ gentheil davon. Daß man, unbeſchadet der wirklichen Exiſtenz aͤuſ⸗ ſerer Dinge von einer Menge ihrer Praͤdicate ſagen koͤnne: ſie gehoͤreten nicht zu dieſen Dingen an ſich ſelbſt, ſondern nur zu ihren Erſcheinungen, und haͤtten auſſer unſerer Vor⸗ ſtellung keine eigene Exiſtenz, iſt etwas, was ſchon lange vor Lock's Zeiten, am meiſten aber nach dieſen, allge⸗ mein angenommen und zugeſtanden iſt. Dahin gehoͤren die Waͤrme, die Farbe, der Geſchmack ꝛc. Daß ich aber noch uͤber dieſe, aus wichtigen Urſachen, die uͤbrigen Qua⸗ litaͤten der Koͤrper, die man primarias nennt, die Ausdeh⸗ nung, den Ort, und uͤberhaupt den Raum, mit allem was ihm anhaͤngig iſt,(Undurchdringlichkeit oder Materia⸗ litaͤt, Geſtalt ꝛc.) auch mit zu bloſſen Erſcheinungen zaͤhle, dawider kan man nicht den mindeſten Grund der Unzulaͤſſig⸗ keit V b —— ᷣ———— 64—— keit anfuͤhren, und ſo wenig, wie der, ſo die Farben aicht als Eigenſchaften, die dem Object an ſich ſelbſt, ſon⸗ dern nur dem Sinn des Sehens als Modificationen an⸗ haͤngen, will gelten laſſen, darum ein Idealiſt heiſſen kan: ſo wenig kan mein Lehrbegrif idealiſtiſch heiſſen, blos deshalb, weil ich finde, daß noch mehr, ja alle Eigen⸗ ſchaften, die die Anſchauung eines Koͤrpers ausma⸗ chen, blos zu ſeiner Erſcheinung gehoͤren; denn die Exis ſtenz des Dinges, was erſcheint, wird dadurch nicht wie beym wirklichen Idealism aufgehoben, ſondern nur ge⸗ zeigt, daß wir es, wie es an ſich ſelbſt ſey, durch Sinne gar nicht erkennen koͤnnen. Ich moͤchte gerne wiſſen, wie denn meine Behaup⸗ tungen beſchaffen ſeyn muͤßten, damit ſie nicht einen Idea⸗ lism enthielten. Ohne Zweifel muͤßte ich ſagen: daß die Vorſtellungen vom Raume nicht blos dem Verhaͤltniſſe, was unſre Sinnlichkeit zu den Objecten hat, vollkommen gemaͤß ſey, denn das habe ich geſagt, ſondern daß ſie ſo⸗ gar dem Object voͤllig aͤhnlich ſey; eine Behauptung, mit der ich keinen Sinn verbinden kan, ſo wenig, als daß die Empfindung des Rothen mit der Eigenſchaft des Zinno⸗ 5 9◻ keit habe. Anmerkung III. Hieraus laͤßt ſich nun ein leicht vorherzuſehender, aber nichtiger, Einwurf gar leicht abweiſen:„daß naͤmlich durch die Idealitaͤt des Raums und der Zeit die ganze Sin⸗ ertenwelti Nachdem wa von der Nat hatte doß A Votſil noch eritnet zu ſaben al Nruſtfeyn; da dos Ei der Kletſeit des Ueſorune Lrkentmns de de vond alſ dß ſelbſt dem dieſer nt jeihlicer u gender Ein dinnenvelt Menn ganz ſ, Je uw die Te 6 TWorſee aln 1— heiſſen le le Ciga s ausma. n die Exig nicht wie n nur ge⸗ arch Sinne e Behaup⸗ anen Kea en: daß die Berhaͤttniſe vollkommen daß ſie ſo⸗ ung, wit s daß die des Zinno⸗ Aehnlich tzuſchenber 1 daß nän namlich tdee ganze Sine⸗ 65 Sinnenwelt in lauter Schein verwandelt werden wuͤrde.,, Nachdem man Nemlich zuvoͤrderſt alle philoſophiſche Einſicht von der Natur der ſinnlichen Erkentniß dadurch verdorben hatte, daß man die Sinnlichkeit blos in einen verworre⸗ nen Vorſtellungsart ſetzte, nach der wir die Dinge immer noch erkenneten, wie ſie ſind, nur ohne das Vermoͤgen zu haben, alles in dieſer unſeren Vorſtellung zum klaren Bewuſtſeyn zu bringen: dagegen von uns bewieſen wor⸗ den, daß Sinnlichkeit nicht in dieſem logiſchen Unterſchiede, der Klarheit oder Dunkelheit, ſondern in dem genetiſchen des Urſprungs der Erkentniß ſelbſt, beſtehe, da ſinnliche Erkentniß die Dinge gar nicht vorſtellt, wie ſie ſind, ſon⸗ dern nur die Art, wie ſie unſere Sinnen afficiren, und alſo daß durch ſie blos Erſcheinungen, nicht die Sachen ſelbſt dem Verſtande zur Reflexion gegeben werden: Nach dieſer nothwendigen Berichtigung regt ſich ein aus unver⸗ zeihlicher und beynahe vorſetzlicher Misdeutung entſprin⸗ gender Einwurf, als wenn mein Lehrbegrif alle Dinge der Sinnenwelt in lauter Schein verwandelte. Wenn uns Erſcheinung gegeben iſt, ſo ſind wir noch ganz frey, wie wir die Sache daraus beurtheilen wollen. Jens, naͤmlich Erſcheinung, beruhete auf den Sinnen, diene Beurtheilung aber auf dem Verſtande„ und es fraͤgt ſich nur, ob in der Beſti mmung des Gegenſtandes V Wahrheit ſey oder nicht. Der Unterſchied aber zwiſchen Wahrheit und Traum, wird nicht durch die Beſchaffenheit der Vorſtellungen, die auf Gegenſtaͤnde bezogen werden, E aus⸗ — ————*—— 5 ————— — 1 ausgemacht, denn die ſind in beyden einerley, ſondern durch die Verknuͤpfung derſelben nach denen Regeln, wel⸗ che den Zuſammenhang der Vorſtellungen in dem Begriffe eines Objects beſtimmen, und wie fern ſte in einer Erfaͤh⸗ rung beyſammen ſtehen koͤnnen oder nicht. Und wea es gar nicht an den Erſcheinungen, wenn unſere Erkent⸗ niß den Schein vor Wahrheit nimmt, d. i. wenn Anſchau⸗ ung, wodurch uns ein Object gegeben wird, vor Begrif vom Gegenſtande, oder auch der Exiſtenz deſſelben, die der Verſtand nur denken kan, gehalten wird. Den Gang der Planeten ſtellen uns die Sinne bald rechtlaͤufig, bald ruͤcklaͤufig vor, und hierin iſt weder Falſchheit noch Wahr⸗ heit, weil, ſo lange man ſich beſcheidet, daß dieſes vor⸗ erſt nur Erſcheinung iſt, man uͤber die objective Beſchaffen⸗ heit ihrer Bewegung noch gar nicht urtheilt. Weil aber, wenn der Verſtand nicht wohl darauf Acht hat, zu verhuͤ⸗ ten, daß dieſe ſubjective Vorſtellungsart nicht vor objectiv gehalten werde, leichtlich ein falſches Urtheil entſpringen kan, ſo ſagt man: ſie ſcheinen zuruͤckzugehen; allein der Schein kommt nicht auf Rechnung der Sinne, ſondern des Verſtandes, dem es allein zukommt, aus der Erſcheinung ein objectives Urtheil zu faͤllen. Auf ſoſche Weiſe, wenn wir auch gar nicht uͤber den Urſprung unſerer Vorſtellungen nachdaͤchten, und unſre Anſchauungen der Sinne, ſie moͤgen enthalten was ſie wol⸗ len, im Raume und Zeit nach Regeln des Zuſammenhan⸗ ges aller Erkenntzniß in einer Erfahrung verknuͤpfen: ſo kan, nach⸗ nnßdem w schein oder Gebrauch ſ ihten Urſon der Sine vor nicts d bloſe Hoem Olſeten gar derſelben Ve ſchrong, ſo Irthum, Uaſe Erſch wand d dg zoae der Geon fſaͤneen Eriajeung Einnächke do anſeße in we then ſ und zeit de unoe d, ſerbem Noi a den ehn einet E Und dalg nſere Erien enn Anſchau bor Begrif iſelben, die Den Gang zufig, bald noch Waht⸗ dieſes vor⸗ eDeſchaffen⸗ Weil abet t, zu verhi vor obſectip lentſpringen allein der ſondern des Erſcheinun) nicht ube de , und unſte was ſe wol⸗ arſamenhan iyfn: ſotm nach — — 4 67 nachdem wir unbehutſam oder vorſichtig Hurr truͤglicher Schein oder Wahrheit entſpringen; das geht lediglich den Gebrauch ſinnlicher Vorſtellungen im Verſtande, und nicht ihren Urſprung an. Eben ſo, wenn ich alle Vorſtellungen der Sinne ſamt ihrer Form, naͤmlich Raum und Zeit, vor nichts als Erſcheinungen, und die letztern vor eine bloſſe Form der Sinnlichkeit halte, die auſſer ihr an den Objecten gar nicht angetroffen wied, und ich bediene mich derſelben Vorſtellungen nur in Beziehung auf mögliche Er⸗ fahrung, ſo iſt darin nicht die mindeſte Verleitung zum Irrthum, oder ein Schein enthalten, daß ich ſie vor bloſſe Erſcheinungen enthalte; denn ſie koͤnnen deſſen un⸗ gea tet nach Regeln der Wahrheit in der Erfahrung rich⸗ tig zuſammenhaͤngen. Auf ſolche Weiſe glten alle Saͤtze der Geometrie vom Raume eben ſowohl von allen Gegen⸗ ſtaͤnden der Sinne, mithin in Anſehung aller moͤglichen Erfahrung, ob ich den Raum als eine bloſſe Form der Sinnlichkeit, oder als etwas an den Dingen ſelbſt haften⸗ des anſehe; wiewohl ich im erſteren Falle allein begreifen kan, wie es moͤglich ſey, jene Saͤtze von allen Gegenſtaͤn⸗ den der aͤuſſeren Anſchauung a priori zu wiſſen; ſonſt bleibt in Anſehung aller nur moͤglichen Erſahrung alles eben ſo, wie, wenn ich dieſen Abfall von der gemeinen Meinung gar nicht unternommen haͤtte. Wage ich es aber mit meinen Begriffen von Raum und Zeit uͤber alle moͤgliche Erfayrung hinauszugehen, wel⸗ ches unvermeidlich iſt, wenn ich ſie vor Beſchaffenheiten E 2 aus⸗ Pe. —õ————— ————— 68.— 8 ausgebe, Rarden Dingen an ſich ſelbſt anhingen,(denn was ſollte mich da hindern, ſie auch von eben denſelben Dingen, meine Sinnen moͤchten nun auch anders einge⸗ richtet ſeyn, und vor ſie paſſen oder nicht, dennoch gelten zu laſſen? alsdenn kan ein wichtiger Jrrthum entſpringen, der auf einem Scheine beruht, da ich das, was eine blos meinem Subject anhangende Bedingung der Anſchauung der Dinge war, und ſicher vor alle Gegenſtaͤnde der Sin⸗ ne, mithin nur alle moͤgliche Erfahrung galt, vor allge⸗ mein guͤltig ausgab, weif ich ſie auf die Dinge an ſich ſelbſt bezog, und nicht auf Bedingungen der Erfahrung ein⸗ ſchraͤnkte. Alſo iſt es ſo weit gefehlt, daß meine Lehre von der Idealitaͤt des Raumes und der Zeit die ganze Sinnenwelt zum bloſſen Scheine mache, daß ſie vielmehr das einzige Mittel iſt, die Anwendung einer der allerwichtigſten Er⸗ kentniſſe, naͤmlich derjenigen, welche Mathematik a priori vortraͤgt, auf wirkliche Gegenſtaͤnde zu ſicheren, und zu verhuͤten, daß ſie nicht vor bloſſen Schein gehalten werde, weil ohne dieſe Bemerkung es ganz unmoͤglich waͤre aus⸗ zumachen, ob nicht die Anſchauungen von Raum und Zeit, die wir von keiner Erfahrung entlehnen, und die dennoch in unſerer Vorſtellung a priori liegen, bloſſe ſelbſtgemachte Hirngeſpinſte waͤren, denen gar kein Gegen⸗ ſtand wenigſtens nicht adaͤquat correſpondirte, und alſo Geometrie ſelbſt ein bloſſer Schein ſey, dagegen ihre un⸗ ſtreitige Guͤltigkeit in Anſehung aller Gegenſtaͤnde der Sin⸗ nen⸗ ſenwelt bon uns! Es Prinaypi Sinne faürun ſ vigeſr d Echi zu tiuict, ur berliket ve Elſchinung Enchen an doe Naft dabon ic durch jer ſcheinung vitd, Va hinausgelt Shon hert Ni borſiln, Anſczaun in gar k Ungen von dung jen ſben an; d nir a Ungn denn then deiten anders eag dennoch g tn entſpringe, vas eine ble „Arſchauung unde det Sin⸗ itt, vor allge⸗ geau ſichſebſt efahrung ein⸗ ehte von der aze Einnenwat ehr das einzige wichtigſten Er matik a priori jermn, und zu kalten werde, ſch waͤre aus⸗ Naum und nen, und di legen, bbſt am kein Gegen⸗ itte, und alſo geger hie un fuͤnde der Sin⸗ nen⸗ 69 nenwelt, eben darum, weil dieſe bloſſe Erſcheinungen ſind, von uns hat dargethan werden koͤnnen. Es iſt zweytens ſo weit gefehlt, daß dieſe meine Principien darum, weil ſie aus den Vorſtellungen der Sinne Erſcheinungen machen, ſtatt der Wahrheit der Er⸗ fahrung ſie in bloſſen Schein verwandeln ſollten, daß ſie vielmehr das einzige Mittel ſeyn, den transſcendentalen Schein zu verhuͤten, wodurch Metaphyſik von je her ges taͤuſcht, und eben dadurch zu den kindiſchen Beſtrebungen verleitet worden, nach Seifenblaſen zu haſchen, weil man Erſcheinungen, die doch bloſſe Vorſtellungen ſind, vor Sachen an ſich ſelbſt nahm, woraus alle jene merkwuͤr— dige Auftritte der Antinomie der Vernunft erfolgt ſind, davon ich weiter hin Erwaͤhnung thun werde, und die durch jene einzige Bemerkung gehoben wird: daß Er⸗ ſcheinung, ſo lange als ſie in der Erfahrung gebraucht wird, Wahrheit, ſobald ſie aber uͤber die Grenze derſelben hinausgeht und transſcendent wird, nichrs als lauter Schein hervorbringt. Da ich alſo den Sachen, die wir uns durch Sinne vorſtellen, ihre Wirklichkeit laſſe, und nur unſre ſinnliche Anſchauung von dieſen Sachen dahin einſchraͤnke, daß ſie in gar keinem Stuͤcke, ſelbſt nicht in den reinen Anſchau— ungen von Raum und Zeit, etwas mehr als blos Erſchei⸗ nung jener Sachen, niemals aber die Beſchaffenheit der⸗ ſelben an ihnen ſelbſt vorſtellen, ſo iſt dies kein der Natur von mir angedichteter durchgaͤngiger Schein, und meine E 3 Pro⸗ —,—— —— 70— Proteſtation wider alle Zumuthung eines Idealism iſt ſo bandig und einleuchtend, daß ſie ſogar uͤberfluͤſſig ſcheinen wuͤrde, wenn es nicht unbefugte Richter gaͤbe, die, indem ſie vor jede Abweichung von ihrer verkehrten obgleich ge⸗ meinen Meinung gerne einen alten Namen haben moͤchten, und niemals uͤber den Geiſt der philoſophiſchen Benennun⸗ gen urtheilen, ſondern blos am Buchſtaben hingen, bereit ſtaͤnden, ihren eigenen Wahn an die Stelle wohl beſtimm⸗ ter Begriffe zu ſetzen, und dieſe dadurch zu verdrehen und zu verunſtalten. Denn daß ich ſelbſt dieſer meiner Theorie den Namen eines transſcendentalen Idealisms ge⸗ geben habe, kan keinen berechtigen, ihn mit dem empiri⸗ ſchen Idealism des Cartes(wiewol dieſer nur eine Aufga— be war, wegen deren Unaufloͤslichkeit es, nach Carteſens Meinung, jedermann frey ſtand, die Exiſtenz der coͤrperli⸗ chen Welt zu verneinen, weil ſie niemals genugthuend be⸗ antwortet werden koͤnte,) oder mit dem myſtiſchen und ſchwaͤrmeriſchen des Berkley(wowider und andre aͤhnli⸗ che Hirngeſpinſte unfre Critik vielmehr das eigentliche Ge⸗ genmittel enthaͤlt) zu verwechſeln. Denn dieſer von mir ſogenannte Idealism betraf nicht die Exiſtenz der Sachen, (die Bezweifelung derſelben aber macht eigentlich den Idealism in recipirter Bedeutung aus) denn die zu bezwei⸗ feln, iſt mir niemals in den Sinn gekommen, ſondern blos die ſinnliche Vorſtellung der Sachen, dazu Raum und Zeit zuoberſt gehoren, und von dieſen, mithin uͤber⸗ haupt von allen Erſcheinungen, habe ich nur gezeigt: daß — ni ſe ii rach nich gen ſind. mir wier ſondetn dieſe N d cher ein he Gachen zo bervan henennen, maht Naald der ſch nen, ſon ahxalem ——„1 an ſſo daß ſie nicht Sachen,(ſondern bloſſe Vorſtellungsarten) iſſg ſtenn auch nicht den Sachen an ſich ſelbſt angehoͤrige Beſtimmun⸗ e, die idm gen ſind. Das Wort transſcendental aber, welches bey n obglic mir niemals eine Beziehung unſerer Erkentniß auf Dinge, en nottn ſondern nur aufs Erkentnißvermoͤgen bedeutet!, ſollte er Benennm dieſe Misdeutung verhuͤten. Ehe ſie aber denſelben doch ngen, berct noch fernerhin veranlaſſe, nehme ich dieſe Benennung lie⸗ nih befiun, ber zuruͤck und will ihn den critiſchen genannt wiſſen. Wenn uu vadrien es aber ein in der That verwerflicher Idealism iſt, wirkli⸗ dere mäne che Sachen,(nicht Erſcheinungen) in bloſſe Vorſtellungen Nalons ge zu verwandeln, mit welchem Namen will man denjenigen den n⸗ benennen, der umgekehrt bloſſe Vorſtellungen zu Sachen macht? Ich denke, man koͤnne ihn den troͤumenden Idealism nennen, zum Unterſchiede von dem vorigen, der der ſchwaͤrmende heiſſen mag, welche beyde durch mei⸗ nen, ſonſt ſogenannten transſcendentalen, beſſer critiſchen, Idealism haben abgehalten werden ſollen. teine Aufe⸗ nach Cartiſene jder eoͤre muathuend be⸗ hſtiſchen und Der transſcendentalen Hauptfrage gentliche Ge⸗ eſer von wit Zweyter Theil. d Sth Wie iſt reine Naturwiſſenſchaft moͤglich? igentlich der die zu bewih 6. 14. len, ſaea Netur iſ das Daſeyn der Dinge, ſo fern es nach all⸗ dax Naum 9 Jemeiſten Geſeben beſtimmt iſt. Sollte Natur das ut ib Dazehn der Dinge an ſich ſelbſt bedeuten, ſo wuͤrden wir ſie niemals, weder a priori noch a poſteriori, erkennen nur gezeigtt — 9 8 4 kton⸗ ———õ— — ——— 7² können. Nicht a priori, denn wie wollen wir wiſſen, was den Dingen an ſich ſelbſt zukomme, da dieſes niemals durch Zergederung unſerer Begriffe(analytiſche Saͤtze) geſchehen kan, weil ich nicht wiſſen will, was in meinem Begriffe von einem Dinge enthalten ſey,(denn das gehoͤrt zu ſeinem logiſchen Weſen) ſondern was in der Wirklichkeit des Dinges zu dieſem Begrif hinzukomme, und wodurch das Ding ſelbſt in ſeinem Daſeyn auſſer meinem Begriffe beſtimmt ſey. Mein Verſtand, und die Bedingungen, unter denen er allein die Beſtimmungen der Dinge in ihrem Daſeyn verknuͤpfen kan, ſchreibt den Dingen ſelbſt keine Regel vor; dieſe richten ſich nicht nach meinem Verſtande, ſondern mein Verſtand muͤßte ſich nach ihnen richten; ſie muͤßten alſo mir vorher gegeben ſeyn, um dieſe Beſtim— mungen von ihnen abzunehmen, alsdenn aber waͤren ſie nicht a priori erkant. Auch a poſteriori waͤre eine ſolche Erkenntniß der Natur der Dinge an ſich ſelbſt unmoͤglich. Denn weun mich Erfahrung Geſetze, unter denen das Daſeyn der Dinge ſteht, lehren ſoll, ſo muͤßten dieſe, ſo fern ſie Din⸗ ge an ſich ſelbſt betreffen, auch auſſer meiner Erfahrung ihnen nothwendig zukommen. Nun lehrt mich die Er⸗ fahrung zwar, was daſey, und wie es ſey, niemals aber, daß es nothwendiger Weiſe ſo und nicht anders ſeyn muͤſſe. Alſo kan ſie die Natur der Dinge an ſich ſelbſt niemals lehren. §. 15. N nen Nat gen Nat 94— und dd geif de auf der ſeitae ne Natu de Geg⸗ ſaid den Daatt dena (den o unter, ter der vitklig i Sg 1 w diſen ieſts Vamals htiſche ei as in wiym n das gehdt Wirlichet und vadurt nem Begrife ediugungen, gge in ihrem ſelbſe keine Verſtande, richten; ſe dieſe Beſtims er waͤren ſe enntniß der denn weun daſeyn der en ſie Din⸗ Erfahrung ich die Er emals eber, ſeyn vüſſe ſlbſ niemals §. I 9 §. 15. Nun ſind wir gleichwol wirklich im Beſitze einer rei⸗ nen Naturwiſſenſchaft, die a priori und mit aller derjeni⸗ gen Nothwendigkeit, welche zu apodictiſchen Saͤtzen erfor⸗ derlich iſt, Geſetze vortraͤgt, unter denen die Natur ſteht. Ich darf hier nur diejenige Propaͤdevtik der Naturlehre, die, unter dem Titel der allgemeinen Naturwiſſenſchaft, vor aller Phyſik(die auf empiriſche Principien gegruͤndet iſt) vorhergeht, zum Zeugen rufen. Darin findet man Mathematik, angewandt auf Erſcheinungen, auch blos diſcurſive Grundſaͤtze(aus Begriffen), welche den philoſo⸗ phiſchen Theil der reinen Naturerkentniß ausmachen. Al⸗ lein es iſt doch auch manches in ihr, was nicht ganz rein und von Erfahrungsquellen unabhaͤngig iſt: als der Be⸗ grif der Bewegung, der Undurchdringlichkeit(wor⸗ auf der empiriſche Begrif der Materie beruht), der Traͤg⸗ heit u. a. m. welche es verhindern, daß ſie nicht ganz rei⸗ ne Naturwiſſenſchaft heiſſen kan; zudem geht ſie nur auf die Gegenſtaͤnde aͤuſſerer Sinne, alſo giebt ſie kein Bey⸗ ſpiel von einer allgemeinen Naturwiſſenſchaft in ſtrenger Bedeutung, denn die muß die Natur uͤberhaupt, ſie mag den Gegenſtand aͤuſſerer Sinne oder den des innern Sinnes (den Gegenſtand der Phyſik ſowohl als Pſychologie) betreffen unter allgemeine Geſetze bringen. Es finden ſich aber un⸗ ter den Grundſaͤtzen ſener allgemeinen Phyſik etliche, die wirklich die Allgemeinheit haben, die wir verlangen, als der Satz: daß die Subſtanz bleibt und beharrt, daß E 5 gl⸗ 1b 1 — 74 8 alles, was geſchieht, jederzeit durch eine Urſache nach beſtandigen Geſetzen vorher beſtimmt ſey, u. ſ. w. Dieſe ſind wirklich allgemeine Naturgeſetze, die voͤllig a priori beſtehen. Es giebt alſo in der That eine reine Naturwiſſenſchaft, und nun iſt die Frage: wie iſt ſie moͤglich? §. 16. Noch nimmt das Wort Natur eine andere Bedeu⸗ tung an, die naͤmlich das Object beſtimmt, indeſſen daß in der obigen Bedeutung ſie nur die Geſetzmaͤſſigkeit der Beſtimmungen des Daſeyns der Dinge uͤberhaupt andeute⸗ te. Natur alſo materialiter betrachtet iſt der S Inbegrif aller Gegenſtaͤnde der Erfahrung. Mit dieſer haben wir es hier nur zu thun, da ohnedem Dinge, die niemals Gegenſtaͤnde einer Erfahrung werden koͤnnen, wenn ſie nach ihrer Natur erkant werden ſollten, uns zu Begriffen noͤthigen wuͤrden, deren Bedeutung niemals in concreto in irgeud einem Beyſpiele einer moͤglichen Erfahrung) ge⸗ geben werden koͤnte, und von deſſen Natur wir uns alſo lauter Begriffe machen muͤßten, deren Realitaͤt, d. i. ob ſie wirklich ſich auf Gegenſtaͤnde beziehen, oder bloſſe Gedan⸗ kendinge ſind, gar nicht entſchieden werden koͤnte. Was nicht ein Gegenſtand der Erfahrung ſeyn kan, deſſen Er⸗ kentniß waͤre hyperphyſiſch, und mit dergleichen haben wir hier gar nicht zu thun, ſondern mit der Naturerkent⸗ niß, deren Realitaͤt durch Erfahrung beſtaͤtigt werden kan, ob ſee gli votherge —j4 — taupſia Pſang, nadige däßen: d fen ſeen demn als apriotl! dach vie ten laſſ als Gen der In kur nenn lihkeit eite ſerſh, te hſich J, un die tili it eine taie wie iſtſt ere Bedeu⸗ deſſen daß igkeit der t andeute⸗ Inbegrif jeſet haben die niemals „ wenn ſe Begriffen concreto hrung) ge⸗ runs alſo d.i. ob ſie ſe Gedane nte. Was Jdeſſen En iichen haben Naturerkent⸗ werden kan, b — 25 ob ſie gleich a priori moͤglich iſt, und vor aller Erfahrung vorhergeht. S. 17. Das Formale der Natur in dieſer engern Bedeu⸗ tung iſt alſo die Geſetzmaͤſſigkeit aller Gegenſtaͤnde der Er⸗ fahrung, und, ſofern ſte apriori erkant wird, die noth⸗ wendige Geſetzmaͤſſigkeit derſelben. Es iſt aber eben dar⸗ gethan: daß die Geſetze der Natur an Gegenſtaͤnden, ſo fern ſie nicht in Beziehung auf moͤgliche Erfahrung, ſon⸗ dern als Dinge an ſich ſelbſt betrachtet werden, niemals a priori koͤnnen erkannt werden. Wir haben es aber hier auch nicht mit Dingen an ſich ſelbſt(dieſer ihre Eigenſchaf⸗ ten laſſen wir dahin geſtellt ſeyn) ſondern blos mit Dingen, als Gegenſtaͤnden einer moͤglichen Erfahrung zu thun, und der Inbegrif derſelben iſt es eigentlich, was wir hier Na⸗ tur nennen. Und nun frage ich, ob, wenn von der Moͤg⸗ lichkeit einer Naturerkentniß a priori die Rede iſt, es beſ⸗ ſer ſey, die Aufgabe ſo einzurichten: wie iſt die nothwen⸗ dige Geſetzmaͤſſigkeit der Dinge als Gegenſtaͤnde der Er⸗ fahrung, oder: wie iſt die nothwendige Geſetzmaͤſſigkeit der Erfahrung ſelbſt in Anſehung aller ihrer Gegenſtaͤn⸗ de uͤberhaupt a priori zu erkennen moͤglich? Beym Lichte beſehen, wird die Aufloͤſung der Frage, ſie mag auf die eine oder die andere Art vorgeſtellt ſeyn, in Anſehung der reinen Naturerkentniß(die eigentlich den Punct der Quaͤſtlon ausmacht) ganz und gar auf einerley hin⸗ 3 G ——— 2 V 76 Se hinauslaufen. Denn die ſubjectiven Geſetze, unter denen ha 1 1 allein eine Erfahrungserkenntniß von Dingen moͤglich iſt, müch ſ 6 gelten auch von dieſen Dingen, als Gegenſtaͤnden einer bnrenf! moͤglichen Erfahrung,(freylich aber nicht von ihnen als nen d Dingen an ſich ſelbſt, dergleichen aber hier auch in keine ſruchtet Betrachtung kommen). Es iſt gaͤnzlich einerley, ob ich vor M, ſage: ohne das Geſetz, daß, wenn eine Begebenheit wahr⸗ ſuchn genommen wird, ſie jederzeit auf etwas, was vorhergeht, Wr bezogen werde, worauf ſie nach einer allgemeinen Regel n de al folgt, kan niemals ein Wahrnehmungsurtheil vor Erfahe fn N rung gelten; oder ob ich mich ſo ausdruͤcke: alles, wovon a d gn ’ 7 die Erfahrung lehrt, daß es geſchieht, muß eine Urſache ſmnen. 6 haben. ich heri Es iſt indeſſen doch ſchicklicher, die erſtere Formel de ſen 66 zu waͤhlen. Denn da wir wohl a priori und vor allen bokals, 1 18— gegebenen Gegenſtaͤnden eine Erkenntniß derjenigen Bedin⸗ tut die G 1 gungen haben koͤnnen, unter denen allein eine Erfahrung nicht Geſe 3. V in Anſehung ihrer moͤglich iſt, niemals aber, welchen Ge⸗ V ſcaft, ſe ſetzen ſie, ohne Beziehung auf moͤgliche Erfahrung an ſich Naichet 6 ſelbſt unterworfen ſeyn moͤgen, ſo werden wir die Natur dam ale der Dinge a priori nicht anders ſtudiren koͤnnen, als daß muͤſſe ’ wir die Bedingungen und allgemeine(obgleich ſubjective) 1 Geſetze erforſchen, unter denen allein ein ſolches Erkent⸗ V f niß, als Erfahrung,(der bloſſen Form nach) moͤlich iſt, und älle Eiſ 9 1 darnach die Moͤglichkeit der Dinge, als Gegenſtaͤnde der n der Erfahrung beſtimmen; denn, wuͤrde ich die zweyte Art amnoch n des Ausdrucks waͤhlen, und die Bedingungen a priori ſu⸗ anngg chen, un dee n nigſä n ſtändn in on ihnen als nuch in lane tley, obi enheit wah⸗ borhergeht, einen Regel bor Erfah⸗ les, wovon eine Urſache ſtere Förme nd vor allen igen Bedin⸗ Erfahrung velchen Ge⸗ ing an ſich die Natur n, als daß ſubſectibe) hes Erkent glich iſt und enſtände der e zweyte Art auaui ſu⸗ chen/ 18=— 77 chen, unter denen Natur als Gegenſtand der Erfahrung moͤglich iſt, ſo wuͤrde ich leichtlich in Misverſtand gerathen koͤnnen, und mir einbilden, ich haͤtte von der Natur als einem Dinge an ſich ſelbſt zu reden, und da wuͤrde ich fruchtlos in endloſen Bemuͤhungen herumgetrieben werden, vor Dinge, von denen mir nichts gegeben iſt, Geſetze zu ſuchen Wir werden es alſo hier blos mit der Erfahrung und den allgemeinen und a priori gegebenen Bedingungen ihrer Moͤglichkeit zu chun haben, und daraus die Natur, als den ganzen Gegenſtand aller moͤglichen Erfahrung, be⸗ ſtimmen. Ich denke, man werde mich verſtehen: daß ich hier nicht die Regeln der Beobachtung einer Natur, die ſchon gegeben iſt, verſtehe, die ſetzen ſchon Erfahrung voraus, alſo nicht, wie wir(durch Erfahrung) der Na⸗ tur die Geſetze ablernen koͤnnen, denn dieſe waͤren alsdenn nicht Geſetze a priori, und gaͤben keine reine Naturwiſſen⸗ ſchaft, ſondern wie die Dedinüungen a priori von der Moͤglichkeit der Erfahrung zugleich die Quellen ſind, aus denen alle auigemelns Naturgeſetze hergeleitet werden muͤſſen. 8. 19. Wir muͤſſen denn alſo zuerſt bemerken; daß, obgleich alle Eefaßrungsurtgene empiriſch ſeyn, d. i. ihren Grund in der unmittelbaren Wahrnehmung der Sinne haben, dennoch nicht umgekehrt alle empiriſche Urtheile darum Er⸗ fahrungsurtheile ſind, ſondern, daß uͤber das Empiriſche, und —— —ÿ — — — — 4 61 2 4 78 und uͤberhaupt uͤber das der ſinnlichen Anſchaunng gegebene, noch beſondere Begriffe hinzukommen muͤſſen, die ihren Urſprung gaͤnzlich a priori im reinen Verſtande haben, un⸗ ter die jede Wahrnehmung allererſt ſubſumirt und dann vermittelſt derſelben in Erfahrung kan verwandelt werden. Empiriſche Urtheile, ſo fern ſie objective Guͤl⸗ ſerligkeit haben, ſind Erfahrungsurtheile; die aber, ſo nur sczeetie gültig ſind, nenne ich bloſſe Wahrnehmungsurtheile. Die letztern beduͤr⸗ fen keines reinen Verſtandesbegrifs, ſondern nur der logi⸗ ſchen Verknuͤpfung der Wahrnehmung in einem denken⸗ den Subject. Die erſtern aber erfordern jederzeit, uͤber die Vorſtellungen der ſinnlichen Anſchauung, noch beſon— dere im Verſtande urſpruͤnglich erzeugte Begriffe, welche es eben machen, daß das Erfahrungsurtheil objec⸗ tiv guͤltig iſt. Alle unſere Urtheile ſind zuerſt bloſſe Wahrneh⸗ mungsurtheile, ſie gelten blos vor uns, d. i. vor unſer Subſect, und nur hinten nach geben wir ihnen eine neue Beziehung, naͤmlich auf ein Object, und wollen, daß es auch vor uns jederzeit und eben ſo vor jedermann guͤltig ſeyn ſolle; denn wenn ein Urtheil mit einem Gegenſtande uͤbereinſtimmt, ſo muͤſſen alle Urtheile uͤber denſelben Ge⸗ genſtand auch unter einander uͤbereinſtimmen, und ſo be⸗ deutet die objective Guͤltigkeit des Erfahrungsurtheils nichts anders, als die nothwendige Allgemeinguͤltigkeit deſſelben. Aber auch umgekehrt, wenn wir Urſache finden, ein Ur⸗ theil üͤbot nd nals auf ſondesbe ſonit ſt daß e5 N- ein Eſ auedice; jrſie nigtet, w u, auf de nen, und nen nͤſe 6 Allgemer oh vir g benn wi dig anſeh ſaaden. (vemn 6 undeinee da dieſe ſo wern nicht bo dnn dies 4 AllA 0 ün lhbene, nenne ich bloſſ leßtern beduͤrs nur der log⸗ einem denken, ederzeit, uͤber 8 voch beſen⸗ ote Wagrift gsurtheil ohje bloſſe Vahn , d. i. vor ui ihnen(in te dwollen, düt jedermann oi jnem Gegenſun ber denſälten mmen, undbe ngsunfeisicht uligkäk aſtben efinoe ein ur. thi e, 79 6 theil vor nothwendig allgemeinguͤltig zu halten(welches nie⸗ mals auf der Aorgenegnnug fondern dem reinen Ver⸗ ſtandesbegriffe beruht, unter dem die Wahrnehmung ſub— ſumirt iſt), ſo muͤſſen wir es auch vor objectiv halten, d. i. daß es nicht blos eine Beziehung der Wahrnehmung auf ein Subject, ſondern eine Beſchaffenheit des G ausdruͤcke; denn es waͤre kein Grund, warum anderer Urtheile nothwendig mit dem meinigen uͤbereinſtimmen muͤßten, wenn es nicht die Einheit des Gegenſtandes waͤs re, auf den ſie ſich alle beziehen, mit dem ſie uͤbereinſtim⸗ men, und daher auch alle unter einander zuſammenſtim⸗ men muͤſſen. Gegenſtandes .§. 19⸗ Es ſind daher objectlve Guͤltigkeit und nothwendige Allgemeinguͤltigkeit(vor jedermann) Wechſelbegriffe, und ob wir gleich das Object an ſich nicht kennen, ſo iſt doch, wenn wir ein Urtheil als gemeinguͤltig und mithin nothwen⸗ dig anſehen, eben darunter die obſective Guͤltigkeit ver⸗ ſtanden. Wir erkennen durch dieſes Urtheil das Object, (wenn es auch ſonſt, wie es an ſich ſelbſt ſeyn moͤchte, unbekant bliebe,) durch die allgemeinguͤltige und nothwen⸗ dige Verknuͤpfnng der gegebenen Wahrnehmungen, und da dieſes der Fall von allen Gegenſtaͤnden der Sinne iſt, ſo werden Erfahrungsurtheile ihre objective Galtigkeit genſtandes, (denn dieſe iſt unmoͤglich) ſondern blos von der Bedindur⸗ der nicht von der unmittelbaren Erkenntniß des 5 1 —— — — ͦy——— — 80 der Allgemeinguͤltigkeit der empiriſchen Urtheile entlehnen, die, wie geſagt, niemals auf den empiriſchen, ja uͤber⸗ haupt ſinnlichen Bedingungen, ſondern auf einem reinen Verſtandesbegriſſe beruht. Das Obfect bleibt an ſich ſelbſt immer unbekant; wenn aber durch den Verſtandes⸗ begrif die Verknuͤpfung der Vorſtellungen, die unſrer Sinnlichkeit von ihm gegeben ſind, als allgemeinguͤltig be⸗ ſtinmt wird, ſo wird der Gegenſtand durch dieſes Ver⸗ haͤltniß beſtimmt, und das Urtheil iſt obſectiv. Wir wollen dieſes erlaͤutern: daß das Zimmer warm, der Zucker ſuͤß, der Wermuth widrig ſey*), ſind blos ſub— jectiv guͤltige Urtheile. Ich verlange gar nicht, daß ich es jederzeit, oder jeder andrer es eben ſo, wie ich, finden ſoll, ſie druͤcken nur eine Beziehung zweener Empfindun⸗ gen auf daſſelbe Subject, nemlich mich ſelbſt, und auch nur in meinem diesmaligen Zuſtande der Wahrnehmung aus, und ſollen daher auch nicht vom Objecte gelten; der— gleichen nenne ich Wahrnehmungsurtheile. Eine ganz an⸗ dere Bewandniß hat es mit dem Erfahrungsurtheile. Was die *) Ich geſtehe gern, daß dieſe Beyſpiele nicht ſolche Wahrnehmungs⸗ urrheile vorſtellen, die jemals Erfahrungsurtheile werden koͤnten, wenn man auch einen Verſtandesbegrif hinzu thaͤte, weil ſie ſich blos aufs Gefuͤhl, welches jedermann als blos ſubjectiv erkent und welches alſo niemals dem Objeet beygelegt werden darf, be⸗ ziehen, und alſo auch niemals objectiv werden koͤnnen; ich woll⸗ te nur vor der Hand ein Beyſpiel von dem Urtheile geben, was blos ſubjeetiv guͤltig iſt, und in ſich keinen Grund zur nothwen⸗ digen Allgemeinguͤltigkeit und dadurch zu einer Beziehung aufs Objeet enthaͤlt. Ein Beyſpiel der Wahrnehmungsurtheile, die durch hinzugeſetzten Verſtandesbegrif Erfahrungsurtheile werden, folgt in der naͤchſten Anmerkung. de Eahſong bt tant detſeben vnalgen f vethellechet de biſteh Vähumung winSinnen angeottheil pön aute’ dn Ip maqt Ic dawana diſeb da vohend Vir we njſin, un; Anh des Der Iihel ſſe m dnh danich cepo d h dehonruhd konmt), R indem ich ba Aebruſtſegn item Beul ſuas ein a legae de d anin 8 et f7 mſj Hden Verin nyn, die an rlymeigiltig durch dieſes der jectib. ds J'urner van, )) ſind blos ſab nicht, daß ic wee ich, funde ener Cnofindeh fäbbſt, und an Vanrvehmun, ecke gelken; der Eine gant ol⸗ urihell. Vas die Wahrnehmung, le werden konin gate weil ſeſſ s ſubjectih tin verden d darj konnen n; i ſ 6 ttheile gebe le nüs 45 dinn nothie⸗ Be jie jng nuß Ttä theil d ſ terh de unge geuih hen — 81 en mich lehrt, muß ermann lehren, und die Guͤltig⸗ nicht auf das Subject oder ſeinen damaligen Zuſtand ein. Daher ſpreche ich alle dergleichen Urtheile als objectiv guͤltige aus, als z. B. wenn ich ſage⸗ die Luft iſt elaſtiſch, ſo iſt die Erfahrung unter gewiſſen Umſtaͤnd 41 ſie mich jederzeit und auch jed 55 1 Hoyſalßon„AnF ſiech eit der elben ſe hrandkt ſich dieſes Urtheil zunaͤchſt nur ein Wahrnehmungsurtheil, ich à doi zwey Empfindungen in meinen Sinnen nur auf einander. Will ich, es s ſo Erfah⸗ heiſſen, ſo Sur 194 daß dieſe Verknuͤ⸗ pfung unter einer Bedingung ſtehe, welche ſie olgeigringül⸗ Ich will alſo, daß ich zederbeit und auch je⸗ Wahrnehmung unter denſelben Umſtaͤn⸗ 1 vAj den nothwendig verbinden rungs urtheil tig macht. dermann dieſelbe — 111110 nuſſe. §. 204 0 Erfahrung uͤberhaupt zergliedern zu ſehen, was in dieſem Product der Sinne und des Verſtandes enthalten, und wie das Erfahrungs⸗ urtheil ſeldſt moͤglich ſey. Zum Grunde liegt die Anſchau⸗ ung, deren ich mir Wir werden muͤſſen, um & 8 ᷑ᷣ 8 AA 7 5 bewuſt bin, d. i. Wahrnehmung(per- FSyr A 5 her . 12,. ☛75 ceptio), die blos den Sinnen igehort. ber zweytens Verſte ande zu⸗ gehort auch dazu das Urtheilen(das blos d em? koͤmmt). Dieſes Urtheilen 28 nt/ 0 an nun zwiefach ſeyn: erſtlich, RSem di Aa/ A. 12 7 indem ich blos ie Wahrnehmunger eiche, und ineinem Bewuſtſeyn meines Zuſtandes, oder zweyten 8, da ich ſie in einem Bewuſtſeyn uͤberhaupt verbinde. Das erſtere Urtheil iſt blos ein Wahrnehmungsurtheil, und hat ſo fern nur ſubs AN ——— —— —jj— d —— ————— — „ — ͦ——————— ————— — — 82 Lerece — ſubjective Guͤltigkeit, es iſt blos Verknuͤpfung der Wahr⸗ nehmungen in meinem Gemuͤthszuſtande, ohne Beziehung auf den Gegenſtand. Daher iſt es nicht, wie man gemei⸗ niglich ſich einbildet, zur Erfahrung gnug, Wahrneh— mungen zu vergleichen, und in einem Bewuſtſeyn vermit⸗ telſt des Urtheilens zu verknuͤpfen; dadurch entſpringt keis ne Allgemeinguͤltigkeit und Nothwendigkeit des Urtheils, um deren willen es allein objectiv guͤltig und Erfahrung ſeyn kan. Es geht alſo noch ein ganz anderes Urtheil voraus, ehe aus Wahrnehmung Erfahrung werden kan. Die ge⸗ gebene Anſchauung muß unter einem Begrif ſubſumirt wer⸗ den, der die Form des Urtheilens uͤberhaupt in Anſehung der Anſchauung beſtimmt, das empiriſche Bewuſtſeyn der letzteren in einem Bewuſtſeyn uͤberhaupt verknuͤpft, und dadurch den empiriſchen Urtheilen Allgemeinguͤltigkeit ver⸗ ſchaft; dergleichen Begrif iſt ein reiner Verſtandesbegrif a priori, welcher nichts thut, als blos einer Anſchauung die Art uͤberhaupt zu beſtimmen, wie ſie zu Urthrilen die⸗ nen kan. Es ſey ein ſolcher Begrif der Begrif der Urſa⸗ he, ſo beſtimmt er die Anſchauung, die unter ihm ſubſu⸗ mirt iſt, z. B. die der Luft in Anſehung des Urtheilens uͤberhaupt, naͤmlich daß der Begrif der Luft in Anſehung der Ausſpannung in dem Verhaͤltniß des Antecedens zum Conſequens in einem hypothetiſchen Urtheile diene. Der Begrif der Urſache iſt alſo ein reiner Verſtandesbegrif, der von aller moͤglichen Wahrnehmung gaͤnzlich unterſchieden iſt, ſt vid ut V ihn enthalen V zu beſiinnn, ſch za macen. ar w ein lil de deß de Wat desbegtiffe(u de dagrif d in Ariehung, Dedurch wir wener Wahr in mahremn Wahrnehwe wendig a iſt aufſſc, Erfageungen die Anſchaua Weiung ſubſ ) milo Hendes, d Dieſts A keinet noch ſo ſich nure warmt⸗ tendeehe ſceins de ſte Urryen us e nüͤpfeg R Viſt⸗ de n daung cht de m za d unh, Ain Fauſfeyn un durc miſeinge Viät des Urtfl iig un efigran dS Urtheilvoraus den kan. De he⸗ def ſubſowitt we habdt in Wyſchen ſche ewviiſenw ppt verknuͤpſt u reingultigkeitw Verſtandesbegt einer Anſchouung ur Urthrilen de hegrif der vrſ⸗ nter ihm ſtlü gdes Urthelan euft in dnichm Antecedens zunn zelle der. Dei ſandbegtif de jſc annnſtie 1 iſt, und nur dazu dient, diejenige Vorſtellung, die unter ihm enthalten iſt, in Anſehung des Urtheilens uͤberhaupt zu beſtimmen, mithin ein allgemeinguͤltiges Urtheil mög⸗ lich zu machen. Nun wird, ehe aus einem Wahrnehmungsurtheil ein Urtheil der Erfahrung werden kan, zuerſt erfordert?: daß die Wahrnehmung unter einem dergleichen Verſtan⸗ desbegriffe ſubſumirt werde; z. B. die Luft gehoͤrt unter den Begrif der Urſachen, velcher das Urtheil uͤber dieſelbe in Anſehung der Ausdehnung als hypothetiſch beſtimmt.*) Dadurch wiro nun nicht dieſe Ausdehnung, als blos zu meiner Wahrnehmung der Luft in meinem Zuſtande, oder in mehrern meiner Zuſtaͤnde, oder in dem Zuſtande der Wahrnehmung anderer gehoͤrig, ſondern als dazu noth⸗ wendig gehoͤrig, vorgeſtellt, und dis Urtheil, die Luft iſt elaſt ſch, wird allgemeinguͤltig, und dadurch allererſt Erfahrungsurtheil, daß gewiſſe Urtheile vorhergehen, die die Anſchauung der Luft unter den Begrif der Urſache und Wirkung ſubſumiren, und dadurch die Wahrnehmungen 2 nicht *) Um ein leichter einzuſehendes Beyſpiel zu haben, nehme man fol⸗ gendes. Wenn die Sonne den Stein beſcheint, ſo wird er warm. Dieſes Urtheil iſt ein bloffes Wahrnehmungsurtheil, und enthaͤlt keine Nothwendigkeit, ich mag dieſes noch ſo oft und andere auch noch ſo oft wayrgenommen haben; die Wahrnehmungen finden ſich nur gewoͤhnlich ſo verbunden. Sage ich aber: die Sonne er⸗ wärmt den Stein, ſo komt uͤber die Wahrnehmung noch der Ver⸗ ſtandesbegrif der Urſache hinzu, der mit dem Begrif des Sonnen⸗ ſcheins den der Waͤrme nothwendig verknuͤpft und das ſyntheti⸗ ſche Urtheil wird nochwendig allgemeinguͤltig, folglich objectiv und aus einer Wahrnehmung in Erfahrung verwandelt. 3 V 5 1 A —— — 1 — — nicht blos reſpecteoe auf einander in meinem Subjecte, ſons dern in Anſehung der Form des Urtheilens uͤberhaupt (hier der hypothetiſchen) beſtimmen, und auf ſolche Art das empiriſche Urtheil allgemeinguͤltig machen. Zergliedert man alle ſeine ſynthetiſche Urtheile, ſo fern ſie objectiv gelten, ſo findet man, daß ſie niemals aus bloſſen Anſchauungen beſtehen, die blos, wie man ge⸗ meiniglich dafuͤr haͤlt, durch Vergleichung in ein Urtheil verknuͤpft worden, ſondern daß ſie unmoͤglich ſeyn wuͤrden, waͤre nicht uͤber die von der Anſchauung abgezogene Be⸗ griffe noch ein reiner Verſtandesbegrif hinzugekommen, un⸗ ter dem jene Begriffe ſubſumirt, und ſo allererſt in einem objectiv guͤltigen Urtheile verknuͤpft worden. Selbſt die Urtheile der reinen Mathematit in ihren einfachſten Axiomen ſind von dieſer Bedingung nicht ausgenommen. Der Grund⸗ ai die gerade Linie iſt die kuͤrzeſte zwiſchen zweyen Punc⸗ 1, ſetzt voraus, daß die Linie unter den da der Groͤſ⸗ 4 ſubſumirt werde, welcher gewiß keine bloſſe Anſchauung iſt, ſondern lediglich im Verſtande ſeinen Sitz hat, und dazu dient, die Anſchauung(der Linie) in Abſicht auf die Urtheile, die von ihr gefaͤllet werden mogen, in Anſehung der Quantitaͤt derſelben, naͤmlich der Vielheit(als iudicia Plurativa“) zu beſtimmen, indem unter ihnen verſtanden wird⸗ „ 2 So wollte ich lieber die Urtheile genannt wiſſen, die man in der Logik particularia nennt. Denn der letztere; Ausdruck enthaͤlt ſchon den neddi ige eichaler at re ſeaftei zuhr, nüſſ zut gehort des in deſe dnn di wine als Iegtife b in Waſchonge thelen an ſ gültig beſt rallel ausfe a prionj der tib rillgen e verden. O⸗ a Tährneg Amnn de griff ſanm den Ged der Einhe gehe, ſo ich dente; dſelben. de Derfka dan dache nen Sün en eilent lutat auf ſlce jen, e Atteiſe, daß ſe niemat 5 wie man ge⸗ in ein Vitheil hſeyn wuͤrden abgtzogene Se⸗ gekommen w⸗ derert in ayn den, Eübſ h ſachſten Arioha nn. Der Grund n zweyen Puno⸗ lgjf der Groͤſ⸗ ſe Anſchauung Sitz hat, um bſicht auf! „in Anſchen eit(als jusii hnen berſande ti ſen die man in de ruckenchät ſche 1 d ==ß 85 wird, daß in einer gegebenen Anſchauung vieles gleichar⸗ tige enthalten ſey. §8. 21. Um nun alſo die Moͤglichkeit der Erfahrung, ſo fer⸗ ne ſie auf reinen Verſtandesbegriffen a priori beruht, dar⸗ zulegen, muͤſſen wir zuvor das, was zum Urtheilen uͤber⸗ haupt gehoͤrt, und die verſchiedene Momente des Verſtan⸗ des in denſelben, in einer vollſtaͤndigen Tafel vorſtellen; denn die reinen Verſtandesbegriffe, die nichts weiter ſind, als Begriffe von Anſchauungen uͤberhaupt, ſo fern dieſe in Anſehung eines oder des andern dieſer Momente zu Ur⸗ theilen an ſich ſelbſt, mithin nothwendig und allgemein⸗ guͤltig beſtimmt ſind, werden ihnen ganz genau pa— rallel ausfallen. Hiedurch werden auch die Grundſäͤtze a priori der Moͤglichkeit aller Erfahrung, als einer objec⸗ tiv guͤltigen empiriſchen Erkenntniß, ganz genau beſtimmt werden. Denn ſie ſind nichts anders, als Saͤtze, welche alle Wahrnehmung(gemaͤß gewiſſen allgemeinen Bedin⸗ gungen der Anſchauung) unter jene reine Verſtandesbe⸗ griffe ſubſumiren. F 3 Logiſche den Gedanken, daß ſie nicht allgemein ſind. Wenn ich aber von der Einheit(in einzelnen Urtheilen) anhebe und ſo zur Allheit fort⸗ gehe, ſo kan ich noch keine Beziehung auf die Allheit beymiſchen: ich denke nur die Vielheit ohne Allheit, nicht die Ausnahme von derſelben. Dieſes iſt noͤthig, wenn die logiſche Momente den rei⸗ nen Verſtandesbegriffen unterlegt werden ſollen; im logiſchen Gebrauche kan man es beym Alten laſſen. ——— —— — 7 Logiſche Tafel V der Urtheile. V 1.— Der Quantitaͤt nach male Allgemeine) Addet Beſondere K uededr Einzelne V en— V 2 on dene 4. 3⸗ Der Qualitaͤt nach Der Relation nach un deki Bejahende Categoriſch eAnt lichol Verneinende Hoporheuiche uſßaſ V Unendliche Diojunetive I zenhvalch 4⸗ 2 74* N Der Modalitaͤt nach mndes Problematiſche nnen. v Aſſertoriſche 4 Apodictiſche V Erüͤln Transſcendentale Tafel igtt un der Verſtandesbegriffe. V beſaſte des I.. 2„ da de R Der Quaniitaͤt nach V ¹ Einheit Cdas Maas) mact, ſ Vielheit(die Groͤße) Denn in ei Allheit(das Gange) 2 2. 3⸗ mungen bver 1 Der Qualität Der Relation gegeben ſeyn Realitaͤt Gubckaid Negation rſache ugen, was 1 e Einſchraͤnkung Gemeinſchaft Un⸗ 4. ſe Wayrr 3 2 2 Der Modalitaͤt b üt. de Möoͤglichkeit Daſeyn 71 ſimüte i Nothwendigkeit hben tt Reine phyſiologiſche Tafe dden) in en allgemeiner Grundſaͤtze der Naturwiſſenſchaft. unſcr 1 Ariomen rülig be V der Anſchauung deenige .„ 20 3.. n rrda des Anticipationen Analogie der Wahrnehmung der Erfahrung 4 Poſtulate des empiriſchen Denkens uberhaupt. Relation uh Crtegoriſche Lazuthetiſce Diczanetiwe Tafel 5. mungen verknuͤpfen, ſo wie ſie in der ſinnlichen Anſchauung ee diin gegeben ſeyn, in dem letztern Falle aber ſollen die Urtheile Irjade ſagen, was Erfahrung uͤberhaupt, mithin nicht was die Eenanläat bloſſe Wahrnehmung, deren Gultigkeit blos ſubjectiv iſt, enthaͤlt. Das Erfahrungsurtheil muß alſo noch uͤber die ſinnliche Anſchauung und die logiſche Verknuͤpfung derſel⸗ ben(nachdem ſie durch Vergleichung allgemein gemacht wor⸗ Taftl den) in einem Urtheile etwas hinzufuͤgen, was das ſynthes iſſenſchaft tiſche Urtheil als nothwendig und hierdurch als allgemein⸗ guͤltig beſtimmt, und dieſes kan nichts anders ſeyn, als derjenige Begrif, der die Anſchauung in Anſehung einer e 3 e Form des Urtheils elmahrn als der undeve, als an ſich 141o gi 2 nn erfahrun 9. 21.„. Um alles bisherige in einen Begrif zuſammenzufaſſen, iſt zuvoͤrderſt noͤthig die Leſer zu erinnern: daß hier nicht von dem Entſtehen der Erfahrung die Rede ſey, ſondern von dem, was in ihr liegt. Das erſtere gehoͤrt zur empi⸗ riſchen Pſychologie, und wuͤrde ſelbſt auch da, ohne das zweyte, welches zur Kritik der Erkentniß und beſonders des Verſtandes gehoͤrt, niemals gehoͤrig entwickelt werden koͤnnen. Erfahrung beſteht aus Anſchauungen, die der Sinn⸗ lichkeit angehoͤren, und aus Urtheilen, die lediglich ein Geſchaͤfte des Verſtandes ſind. Diejenige Urtheile aber, die der Verſtand lediglich aus ſinnlichen Anſchauungen macht, ſind noch bey weitem nicht Erfahrungsurtheile. Denn in einem Fall wuͤrde das Urtheil nur die Wahrneh⸗ F 4 be⸗ — —— 4 — —ͤ— — —— ——44 — —— — ——— — —————ͤ— 3 1 ¹— ——õ—— —— ——-—— — — — —— — —. 88 beſtimmt, vorſtellt, die ein Begrif von derjenigen ſynthe⸗ tiſchen Einheit der Anſchauungen, Wſe nur durch eine ge— gebne logiſche Function der Urtheile vorgeſtellt wer⸗ den kan. §. 22. Die Summe hievon iſt dieſe: Die Sache der Sinne iſt, auzuſchauen; die des Verſtandes, zu denken. Den⸗ ken aber iſt Vorſtellungen in einem Bewuſtſeyn vereinigen. Dieſe Vereinigung entſteht entweder blos relativ dſs Sub⸗ ject, und iſt zufaͤllig und ſubjectiv, oder ſie findet ſchlecht⸗ hin ſtatt, und iſt nothwendig oder objectiv. Die Ver⸗ einigung der Vorſtellungen in einem Bewuſtſeyn iſt das Urtheil. Alſo iſt Denken ſo viel, als Urtheilen, oder Vor⸗ ſtellungen auf Urtheile uͤberhaupt beziehen. Daher ſind Urtheile entweder blos ſubjectiv, wenn Vorſtellungen auf ein Bewuſtſeyn in einem Subiect allein bezogen und in ihm vereinigt werden, oder ſie ſind objectiv, wenn ſie in einem Be⸗ wuſtſeyn uͤberhaupt d. i. darin nothwendig vereinigt werden. Die logiſche Momente aller Urtheile ſind ſo viel moͤgliche OlInten Arlte 1 † Vorſtellungen in einem Bewuſtſeyn zu vereinigen. Dienen aber eben dieſelben als Begriffe, ſo ſind ſie Bes griffe von der nothwendigen Vereinigung derſelben in einem Bewuſtſeyn, mithin Principien objectiv guͤltiger Urtheile. Dieſe Vereinigung in einem Bewuſtſeyn iſt entweder analytiſch, durch die Identitaͤt, oder ſyn⸗ thetiſch, durch die Zuſammenſetzung und Hinzukunft vers ſchie⸗ ſcjadenen 8 i de. (Wahtaiß nothwerd jegige alet ſollatt we aa a Ungen ale A Aoel wd.”) Arihei Derarigang detracht ſe de J geln ap ſe algalei * Ve fir dokeitin it wen 9 Gier Dm c Wuu Banät 9e nd Exwin erfolge grifs d fahuun ſen Zu mun e de dar Reletta 7 6 dn detſenigen Ar darc vorgeßen 7 Sache d Sitn denken, Da ſeyn verini. gtib aufs Eb- findet ſchlcht⸗ b. Die Pet⸗ Weha Wt das heilen, oder Da r. Daher i orſtellungen ti gen und in ihn ſeineinen de⸗ einigt werden. viel woglich zu vereinig ſo ſind ſie d gg derſeben ſ djecid glit em Setuſſent itaͤt, un yle HM dun ver ſcin 89 ſchiedener Vorſtellungen zu einander. Erfahrung beſteht in der ſynthetiſchen Verknuͤpfung der Erſcheinungen, (Wahrnehmungen) in einem Bewuſtſeyn, ſo fern dieſelbe nothwendig iſt. Daher ſind reine Verſtandesbegriffe die⸗ jenige, unter denen alle Wahrnehmungen zuvor muͤſſen ſubſumirt erden⸗ ehe ſie zu Erfaßrungsupthellen dienen koͤnnen, in welchen die ſynthetiſche Einheit der Wahrneh⸗ mungen als nothwendig und allgemeinguͤltig vorgeſtellt §. 23. Urtheile, ſo fern ſie blos als die Bedingung der Vereinigung gegebener Vorſtellungen in Einen Bewuſtſeyn betrachtet werden, ſind Regeln. Dieſe gellt, ſo fern ſie die Vereinigung als nothwendig Leredn ſind Re geln a priori, und ſo fern keine uͤber ſie ſind, von denen ſie abgeleitet werden, Grundſaͤtze. Da nun in Anſehung *¶ 2 9 F 3 der ſe fe X *) Wie ſtimmt aber dieſer Satz: daß Erfahrungsurtheile Nothwen⸗ digkeit in der Syntheſis der Wahrnehitungen enthalten ſollen, mit meinem oben vielfaͤltig eingeſchaͤrften Satze: daß Erfahrung, als Erkentniß a poſteriori, blos zufaͤllige Urtheile geben koͤnne? Weun ich ſage, Erfahrung lehrt mir etwas, ſo meine ich jeder⸗ zeit nur die Wahrnehmung, die in ihr liegt, 3. B daß auf die Beleuchtung des Steins durch die Sonne jederzeit Waͤrme fol⸗ ge, und alſo iſt der Erfahrungsſatz ſo fern allen kalzufetſ Daß dieſe Erwaͤrmung nothwendig aus der Beleuchtung durch die Sonne erfolge, iſt zwar in dem Erfahrungsurtheile(vermoͤge des Be⸗ grifs der Urſache) enthalten, aber das lerne ich nicht dun ch Er⸗ fahrung, ſondern umgekehrt, Erfahrung wird aler eeſt, durch die⸗ ſen Zuſatz des Verſta undesbegrifs(der Urſache) zur Wal rneh⸗ mung, erzeugt. Wie die Wahrneh mung zu d dieſen Zufat e kom⸗ me, daruͤber muß die Critik im Abſchnitte von der transſe. ue theilskraft, Seite 137. u. f. narhgeſphen werden⸗ 1 ——— —y—— — —— —— — 4 90— der Moͤglichkeit aller Erfahrung, wenn man an ihr blos die Form des Denkens betrachtet, keine Bedingungen der Erfahrungsurtheile uͤber diejenige ſind, welche die Erſchei⸗ nungen, nach der verſchiedenen Form ihrer Anſchauung, unter reine Verſtandesbegriffe bringen, die das empiriſche Urtheil objectiv⸗guͤltig machen, ſo ſind dieſe die Grundſaͤtze a priori moͤglicher Erfahrung. Die Grundſaͤtze moͤglicher Erfahrung ſind nun zu⸗ gleich allgemeine Geſetze der Natur, welche a priori er⸗ kannt werden koͤnnen. Und ſo iſt die Aufgabe, die in unſs „ rer vorliegenden zweyten Frage liegt: Wie iſt reine h. bee nn ſſenſchaft moͤglich? aufgeldſet. Denn das Syſtematiſche, was zur Form einer Wiſſenſchaft erfodert wird, iſt hier vollkommen anzutreffen, weil uͤber die ge⸗ nannte formale Bedingungen aller Urtheile uͤberhaupt, mithin aller Regeln uͤberhaupt, die die Logik darbietet, keine mehr moͤglich ſind, und dieſe ein logiſches Syſtem, die darauf gegrundeten Begriffe aber, welche die Bedin⸗ gungen a priori zu allen ſynthetiſchen und nothwendigen Urtheilen erhalten, eben darum ein transſcendentales, end⸗ lich die Grundſaͤtze, vermittelſt deren alle Erſcheinungen unter dieſe Begriffe ſubſumirt werden, ein phyſiologiſches d. i. ein Naturſyſtem ausmachen, welches vor aller empi⸗ riſchen Naturerkentniß vorhergeht, dieſe zuerſt moͤglich macht, und daher die eigentliche allgemeine und reine Naturwiſſenſchaft genannt werden kan. §. 24 du ale Erſch unter d der Arrend wen uhſ Etyfindun icht gera Fidung hüli, a6 in heyde ſe nngaat der Wice Gtͤſſe he Grade d. de Vam Schwere Erfüllung dir noch! ſec wwſc vüßetn fänthidm nen abſah 2 Die lich nas d ſe kön lichten velche di dſt hrer Anſchaung de das empitſg ieſedeGrundſit ng ſind nun zu ſche a prioi- gabe, die inc Wie iſt rein ſet. Denn da ſſerſchaft erfode weil über die theile überhaun ie Logik det lugſchey Syſi wace di Sedins und vothwendigen Kſendentales, en ale Erſcheinan din ahyſiobogſte es bor aller empe eſe zwert niglch emeine a00, keine 6. 24 — 91 §. 24. Das erſte*) jener phyſiologiſchen Grundſaͤtze ſubſumirt alle Erſcheinungen, als Anſchauungen im Raum und Zeit, unter den Begrif der Groͤſſe, und iſt ſofern ein Princip der Anwendung der Mathematik auf Erfahrung. Das zweyte ſubſumirt das eigentlich Empiriſche, naͤmlich die Empfindung, die das Reale der Anſchauungen bezeichnet, nicht geradezu unter den Begrif der Groͤſſe, weil Em⸗ pfindung keine Anſchauung iſt, die Raum oder Zeit ent⸗ hielte, ob ſie gleich den ihr correſpondirenden Gegenſtand in beyde ſetzt; allein es iſt zwiſchen Realitaͤt(Empfin⸗ dungsvorſtellung) und der Null d. i. dem gaͤnzlich leeren der Anſchauung in der Zeit, doch ein Unterſchied, der eine Groͤſſe hat,„da naͤmlich zwiſchen einem jeden gegebenen Grade Licht und der 5 Finſterniß, zwiſchen einem Jeden Gra⸗ de Waͤrme und der gaͤnzlichen Kalte, jedem Grad der Schwere und der abſoluten Leichtigkeit, jedem Grade der Erfuͤllung des Raumes und dem voͤllig leeren Raume, im⸗ mer noch kleinere Grade gedacht werden konnen, ſo wie ſelbſt zwiſchen einem Bewuſtſeyn und dem voͤlligen Unbe⸗ wuſtſeyn(pſychologiſcher Dunkelheit) immer noch kleinere ſtattfinden; daher keine Wahrnehmung moͤglich iſt, welche ei⸗ nen abſoluten Mangel bewieſe, z. B. keine pſychologiſche Dun⸗ kel⸗ *) Dieſe drey aufeinander folgende Paragraphen werden ſchwer⸗ lich gehoͤrig verſtanden werden koͤnnen, wenn man nicht das, was die Critik uͤber die Grundſaͤtze ſagt, dabey zur Hand nimmt; ſie koͤnnen aber den Nutzen haben, das 2 Allgemeine derſelben leichter zu uͤberſehen und auf die Hauptmomente Acht zu haben. — — —— — 8 ———— 92 kelheit, die nicht als ein Bewuſtſeyn betrachtet werden koͤnte, welches nur von anderem ſtaͤrkeren uͤberwogen wird, und ſo in allen⸗Faͤllen der Empfindung, weswegen der Verſtand ſo gar Empfindungen, welche die eigentliche Qualitaͤt der empiriſchen Vorſtellungen(Erſcheinungen) ausmachen, anticipiren kan, vermittelſt des Grundſatzes, daß ſie alle insgeſamt, mithin das Reale aller Erſcheinung Grade habe, welches die zweyte Anwendung der Mathe⸗ matik(mathelis intenſorum) auf Naturwiſſenſchaft iſt. H. 25. In Anſehung der Verhaͤltniſſes der Erſcheinungen und zwar lediglich in Abſicht auf ihr Daſeyn, iſt die Be⸗ Ktimmung dieſes Verhaͤltniſſes nicht mathematiſch, ſondern Dyr amiſch und„niemals obſectiv guͤltig„mithin zu einer AheSeSen Ingc h eyn, wenn ſie nicht unter Grundſaͤtzen a priori ſteht, welche die Erfahrungserkentniß in Anſehung derſelben allererſt moͤglich machen. Daher muͤſſen Erſchei⸗ nungen unter den Begrif der Subſtanz, welcher aller Be⸗ ſtimmung des Daſeyus, als ein Begrif vom Dinge ſelbſt, zum Grunde liegt, oder zweytens, ſo fern eine Zeitfolge unter den Erſcheinungen, d. i. eine Begebenheit angetroffen wird, unter den Begrif einer Wirkung in Beziehung auf Urſache, oder, ſo fern das Zugleichſeyn objectiv, d. i. durch ein Erfahrungsurtheil erkant werden ſoll, unter den Begrif der Gemeinſchaft(Wechſelwirkung) ſubſumirt wer⸗ den, und ſo liegen Grundſaͤtze a priori objectiv guͤltigen ob⸗ döglach e ſahrong, Natur ve ſid die koͤnney lett Elutnis d ſwol der als dielineh dhes etved dingungen, nit den J Aa Uhd Wirklühke geſetzen en (Unkerſche Grenzen d Dügbe do ſäh Grunhe weit ii auf dogn ſucht wo ramdch d ſunig un dglen ettaz üeh keren Uen ung, man he die däga (Erſcenung des Grudſate aller Eſteg dung da guß wwiſſenſtaiſſ er Eſſtinen in nſen,ſüd hengſß,„ſende „Füithin u w nter Guuyſn tniß in ylhi er miſin eiu thch alr Des xon dabe ſebſt femäne zättfol aſet angetroffn Segjehung duf obſectibd i ſoll,unte den ſäbſumit ver⸗ gſaci dültigen 1 —— 9 3 obgleich empiriſchen Urtheilen, d. i. der Moͤglichkeit der Er⸗ fahrung, ſo fern ſie Gegenſtaͤnde dem D Daſen n nach in der Natur verknuͤpfen ſoll, zum Grunde. eſe Grundfaͤtze ſind die eigentlichen Naturgeſetze, ehe koͤnnen. Zuletzt gehoͤrt auch zu den Erfahrungsurtheilen die Erkentniß der Uebereinſtimmung und Verknuͤpfung, nicht ſowol der Erſcheinungen unter einander in der Erf⸗ ahrung, als vielmehr ihr Verhaͤltniß zur Erfahrung uͤberhaupt, wel⸗ ches entweder ihre Uebereinſtimmung mit den formalen Be⸗ dingungen, die der Verſtand erkennt, oder 3 Zuſar mmenhang nit dem Materialen der Sinne und der Wahrnehmung, oder beyden in einen Begrif vereinigt, folglich Moͤglichkeit, Wirklichkeit und Nothwendigkeit nach allgemeinen Matak⸗ geſetzen enthaͤlt, welches die ph hyſiologiſche Methodenlehre Unterſcheidung der Wahrheit und Hypotheſen und die Grenzen der Zuverlaͤſſigkeit der letzteren) ausmachen wuͤrde. 9H 206. r.„; et, 11 e é 4,— Obgleich die dritte aus der Natur des r dynamiſch heiſſen 16ſ 4 ◻ ſrAen MNorhA 9 p s ſelb t nach critiſcher Methode gezogene Tafel iea eine Vollkommenheit an ſich zeigt, darin ſie ſich weit uͤber jede andre erhebt, die von den Sachen ſelbſt 34 — 7 — 7 auf dogmatiſche Weiſe, obgleich vergeblich, jemals ver⸗ ſucht worden iſt, oder nur kuͤnftig verſucht werden mag: naͤmlich daß ſie alle ſynthetiſche Grundſätz a priori voll⸗ ſtaͤndig und nach einem. Princip, naͤmlich dem Vermoͤgen zu Urtheilen uͤberhaupt, welches das Aeſen der Erfahrung in ————C——— — ————— — ———— — „ 94 in Abſicht auf den Verſtand ausmacht, ausgefuͤhrt worden, ſo daß man gewiß ſeyn kan, es gebe keine dergleichen Grundſaͤtze mehr,(eine Befriedigung, die die dogmatiſche Methode niemals verſchaffen kan) ſo iſt dieſes doch bey wei⸗ tem noch nicht ihr groͤßtes Verdienſt. Man muß auf den Beweisgrund Acht geben, der die Moͤglichkeit dieſer Erkentniß a priori entdeckt, und alle ſolche Grundſaͤtze zugleich auf eine Bedingung einſchraͤnkt, die nie⸗ mals uͤberſehen werden muß, wenn ſie nicht misverſtanden und im Gebrauche weiter ausgedehnt werden ſoll, als der urſpruͤngliche Sinn, den der Verſtand darin legt, es ha⸗ ben will: naͤmlich, daß ſie nur die Bedingungen moͤglicher Erfahrung uͤberhaupt enthalten, ſo fern ſie Geſetzen a prio- ri unterworfen iſt. So ſage ich nicht: daß Dinge an ſich ſelbſt eine Groͤſſe, ihre Realitaͤt einen Grad, ihre Exiſtenz Verknuͤpfung der Accidenzen in einer Subſtanz u. ſ. w. enthalte; denn das kan niemand beweiſen, weil eine ſolche ſynthetiſche Verknuͤpfung aus bloſſen Begriſfen, wo alle Beziehung auf ſinnliche Anſchauung einer Seits, und alle Verknuͤpfung derſelben in einer moglichen Erfah⸗ rung anderer Seits, mangelt, ſchlechterdings unmoͤglich iſt. Die weſentliche Einſchraͤnkung der Begriffe alſo in dieſen Grundſaͤtzen iſt: daß alle Dinge nur als Gegen⸗ ſtaͤnde der Erfahrung unter den genannten Bedinguns gen nothwendig a priori ſtehen. Hieraus ſolgt denn zweytens auch eine ſpecifiſch eis genthuͤmliche Beweisart derſelben: daß die gedachte Grund⸗ ſaͤtze ſite auc haltiß von Eiſe ausmadh thetiſc bloſtr 1 dl waen. 1 alö Naum! Grnſ ſe ſ ti nach I Pahrnehm enchält, Perſchwwe ringerun Grad hal von Ral gang zu Sie d In ein Naum ſchaun Verhaͤl durch; don der dner bef dang 1 6 ausefüſtan, e keine denthe ie die don dieſes doch n⸗ lcht geben, der eckt,undallſo nſchraͤntt,de nie ht misverſtanden ſol,, als or n legt, es ha⸗ angen wdgücher Geetzaptio : daß D uge einen Grad n einer Sllin and beweiſen, bloſen Bayf uung einer dih rmoglichen eit erdings unmi⸗ Begriffe olt nur als Gi annten Thlhuns „ c eine ptiſch die gehngie Guun b ſch 4 — 95 ſaͤtze auch nicht geradezu auf Erſcheinungen und ihr Ver⸗ haͤltniß, ſondern auf die Moͤglichkeit der Erfahrung, wo⸗ von Erſcheinungen nur die Materie, nicht aber die Form ausmachen, d. i. auf obſectiv und allgemeinguͤltige ſyn⸗ thetiſche Saͤtze, worin ſich eben Erfahrungsurtheile von bloſſen Wahrnehmungsurtheilen unterſcheiden„bezogen werden. Dieſes geſchieht dadurch, daß die Erſcheinun⸗ gen als bloſſe Anſchauungen, welche einen Theil von Raum und Zeit einnehmen, unter dem Begrif der Groͤſſe ſtehen, welcher das Mannigfaltige derſelben a prio- ri nach Regeln ſynthetiſch vereinigt, daß, ſo fern die Wahrnehmung auſſer der Anſchauung auch Empfindung enthaͤlt, zwiſchen welcher und der Null, d. i. dem voͤlligen Verſchwinden derſelben, jederzeit ein Uebergang durch Ver⸗ ch/ 5 7 ringerung ſtattfindet, das Reale der Erſcheinungen einen Grad haben muͤſſe, ſo fern ſie naͤmlich ſelbſt keinen Theil von Raum oder Zeit einnimt, 9 aber doch der Ueber⸗ gang zu ihr von der leeren Zeit oder Raum nur in der Zeit *) Die Waͤrme, das Licht ꝛc. ſind im kleinen Naume(dem Gra⸗ de nach) eben ſo groß, als in einem groſſen; eben ſo die innere Vorſtellungen, der Schmerz, das Bewuſtſeyn uͤberhaupt nicht keiner dem Grade nach, ob ſie eine kurze oder lange Zeit hin⸗ durch dauren. Daher iſt die Groͤſſe hier in einem Puncte und in einem Augenblicke eben ſo groß als in jedem noch ſo groſſen Raume oder Zeit. Grade ſind alſo groͤſſer, aber nicht in der An⸗ ſchauung, ſondern der bloſſen Empfindung nach, oder auch die Groͤſſe des Grundes einer Anſchauung, und koͤnnen nur durch das Verhaͤltniß von 1 zu o, d. i. dadurch, daß eine jede derſelben durch unendliche Zwiſchengrade bis zum Verſchwinden, oder von der Null durch unendliche Momente des Zuwachſes bis zu 7 einer beſtimmten Empfindung, in einer gewiſſen Zeit erwachſen kan, als Groͤſſen geſchaͤtzt werden.(Quantita⸗ qualitatis eſt gradus.) — ——— mithin, obzwar Empfindung, als die Qualitaͤt der empiriſchen Anſchauung, in Anſehung deſſen, worin ſie ſich ſpecifiſch von andern Empft ſcheidet, niemals a priori erkant werden kan, ſie dennoch in einer moͤglichen Erfahrung uͤberhaupt, als Groͤſſe der Wahrnehmung intenſio von jeder andern gleichartigen un⸗ terſchieden werden koͤnne; woraus denn die Anwendung der Mathematik auf Natur, in Anſehung der ſinnlichen Anſchauung, durch welche ſie uns gegeben wid, zuerſt moͤglich gemacht, und beſtimmt wird. Am Weiſten aber muß der Leſer auf die Beweisart der Grundſaͤtze, die unter dem Namen der Analogien der Erfahrung m ſeyn. Denn well dieſe nicht, ſo wie die Grundſaͤtze der Anwendung der Ma⸗ die d eish ndungen unter⸗ 1 aufmerkſa vorkommen, Q E& 641SSonFen⸗ 4 241 hematik auf Naturwiſſenſchaft deenniec 7 Sncakrung Fetroffet 6 5 in einer Erfahrung betreffen, dieſe aber nicht dandersh als die Beſtimmung der Exiſtenz in der Zeit nach nothwendi⸗ gen Geſe tig, mithin Ehiaht ung iſt: die ſy nthetiſche Einheit in der Verknuͤ 2 etzen ſeyn kan, unter denen ſie allein objectiv⸗ guͤl⸗ ſo Heht der Beweis nicht auf Dinge h ſelbſt, wen der Wahrneh mungen, und zwar oft un 9 der 7 dieſer nicht in Anſeh beſtimmung und des Berhäͤltn ſſes des Daſeyns in ihr, — 71 ur dobofie 6 n 1„† doſo nach allgemeinen Geſetzen. Dieſe allgemeinen Geſetze ent⸗ AtEWondiakEoz RNoſimmungn 8 Na* hal ten alf ſo die 2 Nothwendigkeit der Beſtimmung des Da⸗ * 3 f 85 3 derhaupt(folglich nach elner Regel = ſeyns in der Zeit uͤl 1 w Tſnde in der velatio ſehn ſoll J anfihren db zn Getzt ſche Zöſnen daher uran ge diſ reichen, titeit giebt u darf, de 29 tttieh der E Wahenehnunge Gaatepunet hier ſt den Grunde: vir die Nöoſi d TNſons e n mam, durc Neun hinzu,ds ti 3 d. 1. der Näöh der Dinge Nrdicat bon 17. daß n Ra ſacen Di ——— 97 pfindon des Verſtandes a priori) wenn die empiriſche Beſtimmung iniſzeng in der relativen Zeit objectiv⸗ guͤltig, mithin Erfahrung mpfindunnn ſeyn ſoll. Mehr kan ich hier als in Prolegomenen nicht en fan, ſerh anfuͤhren, als nur, daß ich dem Leſer, welcher in der lan⸗ dt, als Grye gen Gewohnheit ſteckt, Erfahrung vor eine blos empiri⸗ n glchartgen) ſche Zuſammenſetzung der 2tznenmn zu halten, und in die Anvenan daher daran gar nicht denkt, daß ſie viel weiter geht, als ung der ſinichn dieſe reichen, naͤmlich empiriſchen nre Allgemeinguͤl⸗ ben wöd, zut tigkeit giebt und dazu einer reinen Ve erſtandeseinheit be⸗ darf, die a priori vorhergeht, empfehle: auf dieſen un⸗ f die Bebeisatt terſchied der Erfahrung von einem blof ſſen Aggregat von t Analocena Wahrnehmungen wohl Acht zu haben, und aus dieſem n. Den we Geſichtspuncke die Beweisart zu beurtheilen. wendung der N§. 27. ot, die Etzeaun 1 ing ihres Daſen Hier iſt nun der Ort, den Humiſchen Zweiſel aus nicht anders, N dem Grunde zu heben. Er behau uptete mit Recht: daß 1ie.. 2 7,„7 5— nap nutſtend” wir die Moͤglichkeit der Cauſſalit aͤt, d. i. der Bezieh 7Aach Delbrn, des Daſeyns eines Dinges auf das Daſe Hung eyn von irgend et⸗ 4 in ohfectib gub⸗ . deret durch jenes okhwe„, 253 eweis vicht ai was anderem, was durch je nothwendig geſetzt werde, durch Vernunft auf keine Weiſe einſehen. Ich ſetze M 1 L — 6„ NIyx ung der R. 4 „ an 4 NE„(nngn gen vnd hinzu daß wir eben 10 venlg den Begrif der Subſiſtenz 0„ 8...— . d. i. der Nothwendigkeit darin einſehen, daß dem Daſ⸗ .oun do' ſondern de. d 6JIuAo„zn ſ f ⸗⸗ rSe z,.. er Oinge ein Subject zum Grunde liege, das ſelbſt kein 8; 75, nderen Ding „Pradicat von irgend einem anderen Dinge ſeyn koͤnne, ja . 8 2 55 N gris gon— a ſogar, daß wir uns keß en Begrif vo n der 2 Noͤglichke it ei⸗ ſit nungue— 1 le. Aan nes ſolchen Dinges machen koͤnnen,„(ob ggleich wir in der Er⸗ G ſah⸗ Daſe Ind n 1 3 inen Geſc N ſ nach dan 3 ————-——— 9 8 fahrung Beyſpiele ſeines Gebrauchs aufzeigen koͤnnen) im⸗ gleichen, daß eben dieſe Unbegreiflichkeit auch die Gemein⸗ ſchaft der Dinge betreffe, indem gar nicht einzuſehen iſt, wie aus dem Zuſtande eines Dinges eine Folge auf den Zu⸗ ſtand ganz anderer Dinge auſſer ihm, und ſo wechſelſeitig, koͤnne gezogen werden, und wie Subſtanzen, deren jede doch ihre eigene abgeſonderte Exiſtenz hat, von einander und zwar nothwendig abhaͤngen ſollen. Gleichwol bin ich weit davon entfernet, dieſe Begriffe als blos aus der Er⸗ fahrung entlehnt, und die Nothwendigkeit, die in ihnen vorgeſtellt wird, als angedichtet, und vor bloſſen Schein zu halten, den uns eine lange Gewohnheit vorſpiegelt; vielmehr habe ich hinreichend gezeigt, daß ſie und die Grundſaͤtze aus denſelben a priori vor aller Erfahrung feſt ſtehen, und ihre ungezweifelte objective Richtigkeit, aber freylich nur in Anſehung der Erfahrung haben. §8. 28. Ob ich alſo gleich von einer ſolchen Verknuͤpfuns der Dinge an ſich ſelbſt, wie ſie als Subſtanz exiſtiren, oder als Urſache wirken, oder mit andern(als Theile eines realen Ganzen) in Gemeinſchaft ſtehen koͤnnen, nicht den mindeſten Begrif habe, noch weniger aber dergleichen Eigenſchaften an Erſcheinungen als Erſcheinungen denken kan(weil jene Be⸗ griffe nichts, was in den Erſcheinungen liegt, ſondern, was der Verſtand allein denken muß, enthalten,) ſo haben wir doch von einer ſolchen Verknuͤpfung der Vorſtellungen in uns ſerm fmm Verſtande ſachen Bgrſ urtheile als e anderen als G duuten alsdhes kenrms uomac Ptiol doß d hun einer od ahuſehen, wi ſtande gelte,) Gegenſtanoy an des Merknal m in Nagehung d ſternt ſchd Arache, odet unter den Re TWonlqhtett ai ich keinen Sen Duge an ſip Dap n Anſeh haun deüͤmnt Eriäſra u ken ſubſunn allein de N dle Erſchenn ſez Grund n vollkom zgen na)in auch Re Gnin inzuſehen ſi ne ige auf dag ſo wechſt uzen, deren nt, von einange Gleichwelin c los aus dr E⸗ t, die in ihna bloſſen Scgein it borſpiegelt; 5 ſie und die Erfahrung feß Nichtigkeit, we aben. ekaubſuns der üten, oder als le eines reale den windeſe ägenſchaften u (weil jene de t, ſondern, ut 7)) ſö haben we rſtelungen i u ſem — um— 99 ſerm Verſtande, und zwar in Urtheilen uͤberhaupt, einen der⸗ gleichen Begrif, naͤmlich: daß Vorſtellungen in einer Art Urtheile als Subject in Beziehung auf Praͤdicate, in einer anderen als Grund in Beziehung auf Folge, und in einer druten als Theile, die zuſammen ein ganzes moͤgliches Er⸗ kenniß ausmachen, gehoͤren. Ferner erkennen wir a priorf: daß ohne die Vorſtellung eines Objects in Anſe⸗ ung einer oder der andern dieſer Momente als beſtimmt 9 anzuſehen, wir gar keine Erkentn.ß, die von dem Gegen⸗ ſtande gelte, haben koͤnten, und, wenn wir uns mit dem Gegenſtande an ſich ſeloſt beſchaͤftigten, ſo waͤre kein einzis ges Merkmal moglich, woran ich erkennen koönte, daß es in Anfehung eines oder des andern gedachter Momente bes ſtimmt ſey, d. i unter den Begrif der Subſtanz, oder der Urſache, oder(im Verhaͤltniß gegen andere Subſtanzen) unter den Begrif der Gemeinſchaft gehoͤre; denn von der Moglichkeit einer ſolchen Verknuͤpfung des Daſeyns habe ich keinen Begrif. Es iſt aber auch die Frage nicht, wie Dinge an ſich, ſondern, wie Erfahrungserkentniß der Dinge in Anſehung gedachter Momente der Urtheile uüber⸗ haupt beſtimmt ſey, d. i. wie Dinge, als Gegenſtaͤnde der Erfahrung, unter jene Verſtandesbegriffe koͤnnen und ſol⸗ len ſubſumirt werden. Und da üut es klar: daß ich nicht allein die Moͤglichkeit, ſondern auch die Nothwendigkeit, alle Erſcheinungen unter dieſe Begriffe zu ſubſumiren, d. i. ſie zu Grundſaͤzen der Moͤglichkeit der Erfahrung zu brau⸗ chen, vollkommen einſehe. G 2§. 292 b — — ————— mn — r —xx—y—— ͦ 6. 29. Um einen Verſuch an Humes problematiſchem Be⸗ grif(dieſem ſeinem crux metaphyſicorum), naͤmlich dem Begriffe der Urſache, zu machen, ſo iſt mir erſtlich vermit— telſt der Logik die Form eines bedingten Urtheils uͤberhaupt, naͤmlich, ein gegebenes Erkentniß als Grund, und das an⸗ dere als Folge zu gebrauchen, a priori gegeben. Es iſt aber moͤglich, daß in der Wahrnehmung eine Regel des Verhaͤltniſſes angetroffen wird, die da ſagt: daß auf eine gewiſſe Erſcheinung eine andere,(obgleich nicht umgekehrt) beſtaͤndig folgt, und dieſes iſt ein Fall, mich des hypo⸗ thetiſchen Urtheils zu bedienen, und z. B. zu ſagen, wenn ein Coͤrper lange gnug von der Sonne beſchienen iſt, ſo wird er warm. Hier iſt nun freylich noch nicht eine Noth⸗ wendigkeit der Verknuͤpfung, mithin der Begrif der Urſa⸗ che. Allein ich fahre fort, und ſage: wenn obiger Satz, der blos eine ſubjective Verknuͤpfung der Wahrnehmungen iſt, ein Erfahrungsſatz ſeyn ſoll, ſo muß er als nothwen⸗ dig und allgemeinguͤltig angeſehen werden. Ein ſolcher Satz aber wuͤrde ſeyn: Sonne iſt durch ihr Licht die Urſa⸗ che der Waͤrme. Die obige empiriſche Regel wird nun⸗ mehr als Geſetz angeſehen, und zwar nicht als geltend blos von Erſcheinungen, ſondern von ihnen zum Behuf einer moͤglichen Erfahrung, welche durchgaͤngig und alſo noth⸗ wendig guͤltige Regeln bedarf. Ich ſehe alſo den Begrif der Urſache, als einen zur bloſſen Form der Erfahrung nothwendig gehoͤrigen Begrif, und deſſen Moöglichkeit als ei⸗ iint ſgith nem Vew tet anes ich gar Prſachefn Erfazeng di ur en und i ſende wit! Urcheilede Daher dd g Etfährong nn) bijog Erſcheinun zu fünnen, hen auf di Wrſande— d wlcatü dere Ng te Neicha befäͤnign, Beyſpiele lhut, mit Nders, all 1 lonnen. lenaiihm de ), nanlichda erſtlich ut fels übetze d, und das a geben. Es i ine Negel des daß auf ine he ungekehrt) i des ſpo⸗ ſagen, wenn Manen ſ, ſo icht eneduß geif der lit ſoöiger Sih ahrnehmungen als nothwen⸗ Ein ſolchet icht die Vie gel wird uen s geltend d m Wehuf ein und alſ oh alſo den Aotf der Gfühtung ulchket als ’ —— 101 einer ſynthetiſchen Vereinigung der Wahrnehmungen in ei⸗ nem Bewuſtſeyn uͤberhaupt, ſehr wohl ein: die Moͤglich— keit eines Dinges uͤberhaupt aber, als einer Urſache, ſehe ich gar nicht ein, und zwar darum, weil der Begrif der Urſache ganz und gar keine den Dingen, ſondern nur der Erfahrung anhaͤngende Bedingung andeutet, naͤmlich, daß dieſe nur eine objectiv- guͤltige Erkentniß von Erſcheinun⸗ gen und ihrer Zeitfolge ſeyn koͤnne, ſo fern die vorherge⸗ hende mit der nachfolgenden nach der Regel hypothetiſcher Urtheile verbunden werden kan. O. 30. Daher haben auch die reine Verſtandesbegriffe ganz und gar keine Bedeutung, wenn ſie von Gegenſtaͤnden der Erfahrung abgehen und auf Dinge an ſich ſelbſt(doume- na) bezogen werden wollen. Sie dienen gleichſam nur, Erſcheinungen zu buchſtabiren, um ſie als Erfahrung leſen zu koͤnnen, die Grundſaͤtze, die aus der Beziehung derſel⸗ ben auf die Sinnenwelt entſpringen, dienen nur unſerm Verſtande zum Erfahrungsgebrauch; weiter hinaus ſind es willkuͤhrliche Verbindungen, ohne obſective Realitaͤt, deren Moͤglichkeit man weder a priori erkennen, noch ih⸗ re Beziehung auf Gegenſtaͤnde durch irgend ein Beyſpiel beſtaͤttigen, oder nur verſtaͤndlich machen kan, weil alle Beyſpiele nur aus irgend einer moͤglichen Erfahrung ent⸗ lehnt, mithin auch die Gegenſtaͤnde jener Begriffe nirgend anders, als in einer moͤglichen Erfahrung angetroffen wer⸗ den koͤnnen. 3 Die⸗ 102— Dieſe vollſtaͤndige, obzwar wider die Vermuthung des Urhebers ausfallende Aufloſung des Humiſchen Pro⸗ bleme rettet alſo den reinen Verſtandesbeariffen ihren Ur⸗ ſprung a priori, und den allgemeinen Naturgeſetzen ihre Galngkeit, als Geſetzen des Verſtandes, doch ſo, daß ſie ihren Gebrauch nur auf Erfahrung einſchraͤnkt, darum, weil ihre Moglichkeit blos in der Beziehung des Verſtam⸗ des auf Erfahrung ihren Grund hat: nicht aber ſo, daß ſie ſich von Erfahrung, ſondern daß Erfahrung ſich von ihnen ableitet, welche ganz umgekehrte Art der Verknuͤ⸗ pfung Hume ſich memals einfallen ließ. Hieraus fließt nun folgendes Reſultat aller bisheri⸗ gen Nachforſchungen:„Alle ſynthetiſche Grundſaͤtze a prio⸗ ri ſind nichts weiter, als Principien möglicher Erfahrung,, und koͤnnen niemals auf Dinge an ſich ſelbſt, ſondern nur auf Erſcheinungen, als Gegenſtaͤnde der Erfahrung, bezo⸗ gen werden. Daher auch reine Mathematik ſowol als reine Naturwiſſenſchaft niemals auf irgend etwas mehr als bloſſe Erſcheinungen gehen koͤnnen, und nur das vorz ſtellen, was entweder Erfahrung uberhaupt moͤglich macht, oder was, indem es aus dieſen Principien abgeleitet iſt, jederzeit in irgend einer moͤglichen Erfahrung muß vorge⸗ ſtellt werden koͤnnen. §. 31. Und ſo hat man denn einmal etwas beſtimmtes, und woran man ſich bey allen metaphyſiſchen Unternehmungen, die die biher chne Unte Denket h hrer èe ſebbſtdien de Prnun n hlſſe rundſat tor de ſ konker, w eines ſolche dacht hoie N ich den ſchaft in votgelen, oder, wen Pompe bo⸗ ſcerneit ſe ſeden a mittle nie hinu man ihn ſtehen m fahrung, ariorj Rdenn d) die Vmmiug 5 humſche n earffen im Naturgeſtage doch ſo, I ſchräͤnkt, dann ung des Verſt ct aber ſo, da huum ſt u t der Verkul allet Gher, aodſaße pii ſcher Erfofrn, lbſt, ſondmur Erfahxung,a ematik ſowal end erwas m d nur das t moͤglich mat en abgelett ung muß buh zbeſint vn Vnenemunge —— 103 die bisher, kuͤhn gnug, aber jederzeit blind, uͤber alles ohne Unterſchied gegangen ſind, halten kan. Dogmatiſche Denker haben ſich es niemals einfallen laſſen, daß das Ziel ihrer Bemuͤhungen ſo kurz ſollte ausgeſteckt werden, und ſelbſt diejenige nicht, die, trotzig auf ihre vermeinte geſun⸗ de Vernunft, mit zwar rechtmaͤſſigen und natuͤrlichen, aber zum bloſſen Erfahrungsgebrauch beſtimmten Begriffen und Grundſaͤtzen der reinen Vernunft auf Einſichten ausgingen, vor die ſie keine beſtimmte Grenzen kanten, noch kennen konten, weil ſie uͤber die Natur und ſelbſt die Möoglichkeit eines ſolchen reinen Verſtandes niemals entweder nachge⸗ dacht hatten oder nachzudenken vermochten. Mancher Naturaliſt der reinen Vernunft(darunter ich den verſtehe, welcher ſich zutraut, ohne alle Wiſſen⸗ ſchaft in Sachen der Methaphyſik zu entſcheiden) moͤchte wohl vorgeben, er habe das, was hier mit ſo viel Zuruͤſtung, oder, wenn er lieber will, mit weitſchweifigem pedantiſchen Pompe vorgetragen worden, ſchon längſt durch den Wahr⸗ ſagergeiſt ſeiner geſunden Vernunft nicht blos vermuthet, ſondern auch gewußt und eingeſehen:„daß wir naͤmlich mit aller unſerer Vernunft uͤber das Feld der Erfahrungen nie hinaus kommen koͤnnen.,, Allein da er doch, wenn man ihm ſeine Vernunftprincipien allmaͤhlig abfraͤgt, ges ſtehen muß, daß darunter viele ſind, die er nicht aus Er⸗ fahrung geſchoͤpft hat, die alſo von dieſer unabhaͤngig und a priori guͤltig ſind, wie und mit welchen Gruͤnden will ey denn den Dogmatiker und ſich ſelbſt in Schranken hal⸗ 6 4 ten — 6 A ⸗ 9. . 3 4 — —— —— —ÿ— — ——— ——— ——— — — a— —⅓¼⅓¼,¼ — — — 4— 1 0 4.—— aten, der dieſer Begriffe und Grundſaͤtze uͤber alle moͤgliche 1 . Erfahrung hinaus bedient, darum eben weil ſie unabhaͤn⸗ „gtg von dieſer erkant werden. Und ſelbſt er, dieſer Adept der geſunden Vernunſt, iſt ſo ſicher nicht, ungeachtet aller ſeiner angemaßzten wohlfeil erworbenen Weisheit, unver⸗ merkt uͤber Gegenſtaͤnde der Ceſaßrung hinaus in das Feld der Hirngeſpinſte zu gerathen. Auch iſt er gemeiniglich tief onng drin verwickelt, ob er zwar durch die populai⸗ Sprache, da er alles blos vor Wahrſcheinlichkeit, ver⸗ nuͤnftige Vermuthungen oder Analogie ausgiebt, ſeinen grundloſen Anforächen einigen Anſirich giebt. §. 32 Schon von den aͤlteſten Zeiten der Philoſophie her, haben ſich Forſcher der reinen Vernunft, auſſer den Sin⸗ nenweſen oder Erſcheinungen,(phaenomena) die die Sinnenwelt ausmachen, noch beſondere Verſtandesweſen, (noumena) welche eine Verſtandeswelt ausmachen ſollten, gedacht, und da ſie(welches einem noch unausgebildeten Zeitalter wohl zu verzeihen war) Erſcheinung und Schein vor einerley hielten, den Verſtandesweſen allein Wirklich⸗ keit zugeſtanden. . In der That, wenn wir die Gegenſtaͤnde der Sinne, wie billig, als bloſſe Erſcheinungen anſehen, ſo geſtehen wir hiedurch doch zugleich, daß ihnen ein Ding an ſich ſelbſt zum Grunde liege, ob wir daſſelbe gleich nicht, wie es an ſich beſchaffen ſey, ſondern nur ſeine Erſcheinung, d. i. die die Art t affurt wet 5 doß ei bon Dinn gen, dil norar zun ſnact al Unſer (Noomen nifr e ja nich auf doſſ ic ſe vor de tn ſolen leſſen, n Ausrahſm deſen ga viſen fn A as n nsta ber all nägich well ſe una l et, dieſerzen ungeachtna Jiiseit, u aus in das Lemeiniglich he die waunai einlichkeit, der Sgiebt, ſelnen Phloſophie auſſer dendi nena) die N erſtandesweſel, nachen ſollten ausgebildeten g und Schit lein Wirii⸗ nde derSn⸗ den, ſo giſt tſ ung anſ ſch ſahh nicht t, h es al ſceuung, 1 ——n 10 5 die Art, wie unſre Sinnen von dieſem unbekanten Etwas afficirt werden, kennen. Der Verſtand alſo, eben dadurch, daß er Erſcheinungen annimmt, geſteht auch das Daſeyn von Dingen an ſich ſelbſt zu, und ſo fern koͤnnen wir ſa⸗ gen, daß die Vorſtellung ſolcher Weſen, die den Erſchei⸗ nungen zum Grunde liegen, mithin bloſſer Verſtandeswe⸗ ſen nicht allein zulaͤſſig, ſondern auch unvermeidlich ſey. Unſere critiſche Deduction ſchließt dergleichen Dinge (Noumena) auch keinesweges aus, ſondern ſchraͤnkt viel⸗ mehr die Grundſaͤtze der Aeſthetik dahin ein, daß ſie ſich ja nicht auf alle Dinge erſtrecken ſollen, wodurch alles in bloſſe Erſcheinung verwandelt werden würde, ſondern daß ſie nur von Gegenſtaͤnden einer moglichen Erfahrung gel⸗ ten ſollen. Alſo werden hiedurch Verſtandesweſen zuge⸗ laſſen, nur mit Einſchaͤrfung dieſer Regel, die gar keine Ausnahme leidet: daß wir von dieſen reinen Verſtandes⸗ weſen ganz und gar nichts beſtimmtes wiſſen, noch wiſſen koͤnnen, weil unſere reine Verſtandesbegriffe ſo⸗ wol als reine Anſchauungen auf nichts als Gegenſtaͤnde moͤglicher Erfahrung, mithin auf bloſſe Sinnenweſen gehen, und, ſo bald man von dieſen abgeht, jenen Begriffen nicht die mindeſte Bedeutung mehr uͤbrig bleibt. §. 33. Es iſt in der That mit unſeren reinen Verſtandesbe⸗ griffen etwas verfaͤngliches, in Anſehung der Anlockung zu einem transſcendenten Gebrauch; denn ſo nenne ich den⸗ G 5 je⸗ — jenigen, der uͤber alle moͤgliche Erfahrung hinausgeht. Nicht allein, daß unſere Begriffe der Subſtanz, der Kraft, der Handlung, der Realitaͤt ꝛc. ganz von der Erfahrung unabhaͤngig ſind, imgleichen gar keine Erſcheinung der Sin⸗ ne enthalten, alſo in der That auf Dinge an ſich ſelbſt (noumena) zu gehen ſcheinen, ſondern, was dieſe Ver⸗ muthung noch beſtaͤrkt, ſie enthalten eine Nothwendigkeit der Beſtimmung in ſich, der die Erfahrung niemals gleich kommt. Der Begrif der Urſache enthaͤlt eine Regel, nach der aus einem Zuſtande ein anderer nothwendiger Weiſe folgt; aber die Erfahrung kan uns nur zeigen, daß oft, und wenn es hoch kommt, gemeiniglich auf einen Zuſtand der Dinge ein anderer folge, und kan alſo weder ſtrenge Allgemeinheit, noch Nothwendigkeit verſchaffen ꝛc. Daher ſcheinen Verſtandesbegriffe viel mehr Bedeu⸗ tung und Inhalt zu haben, als daß der bloſſe Erfahrungs⸗ gebrauch ihre ganze Beſtimmung erſchoͤpfte, und ſo baut ſich der Verſtand unvermerkt an das Haus der Erfahrung noch ein viel weitlaͤuftigeres Nebengebaͤude an, welches er mit lauter Gedankenweſen anfuͤllt, ohne es einmal zu mer⸗ ken, daß er ſich mit ſeinen ſonſt richtigen Begriffen uͤber die Grenzen ihres Gebrauchs verſtiegen habe. §. 34 Es waren alſo zwey wichtige, ja ganz unentbehrliche, obzwar aͤuſſerſt trockene Unterſuchungen noͤthig, welche Crit. Seite 137 ꝛc. und 235 ec, angeſtellt worden, durch deren er⸗ eeſtere ge⸗ ſtandesbe zun Gebr gemäͤſſe ducte ds angabuffe 6 235) unſter rei fehrung, des Gebtn der Ekfaht nichts than in Aaſcha aber uͤber keine Anſe und gar an in coneret Youmena, Uon*), ¹) Ftt Tät. ſend, ¹ telligi Verſta Fnnlich genfan wuͤrde Dinge nindefte Wfdſe — 107 4 hituegch erſtere gezeigt wurde, daß die Sinne nicht die reine Ver⸗ anz, der guß ſtandesbegriffe in concreto, ſondern nue das Schema b der Erißen zum Gebrauche derſelben an die Hand geben, und der ihm mung dn gemaͤſſe Gegenſtand nur in der Erfahrung(als dem Pro⸗ ge an ſit ducte des Verſtandes aus Materialien der Sinnlichkeit) was dieſe n angetroffen werde. In der zweyten Unterſuchung(Crit. Nothvendyx S. 235.) wird gezeigt; daß ungeachtet der Unabhaͤngigkeit niemab gait unſrer reinen Verſtandesbegriffe und Grundſaͤtze von Er⸗ e Neyel mch fahrung, ja ſelbſt ihrem ſcheinbarlich groͤſſeren Umfange noͤlger Weſt des Gebrauchs, dennoch durch dieſelbe, auſſer dem Felde en, daß oft, der Erfahrung, gar nichts gedacht werden koͤnne, weil ſie inen Joſtan) nichts thun koͤnnen, als blos die logiſche Form des Urtheils weder ſrexp„ in Anſehung gegebener Anſchauungen beſtimmen; da es fen ꝛe. aber uͤber das Feld der Sinnlichkeit hinaus ganz und gar mehr dau keine Anſchauung giebt, jenen reinen Begriffen es ganz kErfahran und gar an Bedeutung fehle, indem ſie durch kein Mittel und ſo bau in concreto koͤnnen dargeſtellt werden, folglich alle ſolche er Erfahrung Noumena, zuſamt dem Inbegrif derſelben; einer intel⸗ G 1 guf die er gehen ſoll. , welches? ligibeln*) Welt, nichts als Vorſtellungen einer Aufgabe' umal zu m ſind, . 4 Begriffen*) Nicht(wie man ſich gemeiniglich ausdruͤckt) intellectucllen . Welt. Denn intellectuel ſind die Erkenrniſſe durch den Ver⸗ ſtand, und dergleichen gehen auch auf unſe e Sinnenwelt; in⸗ h telligibel aber heiſſen Gegenſtände, ſo fern ſie blos durch den Verſtand vorgeſtellt werden konnen und auf die keine unſerer ſinnlichen Anſchauungen gehen kan. Da aber doch jedem Ge⸗ 6 unenköjtlh genſande irgend eine moͤgliche Anſchauung entſprechen muß, ſo hii rieLit wuͤrde man ſich einen Verſtand denken muͤſſen, der unmittelbar V Dinge anſchauete; von einem ſolchen aber haben wir nicht den , furch de mindeſten Begrif, mithin auch nicht von den Verſandesweſen, —— ſind, deren Gegenſtand an ſich wohl moͤglich, deren Auf loͤfung aber, nach der Natur unſeres Verſtandes, gaͤnzlich unmoͤglich iſt, indem unſer Verſtand kein Vermögen der Anſchauung, ſondern blos der Verknuͤpfung gegebener Anſchauungen in einer Erfahrung iſt, und daß dieſe daher alle Gegenſtaͤnde vor unſere Begriffe enthalten muͤſſe, auſ. ſer ihr aber alle Begriffe, da ihnen keine Anſchauung un⸗ terlegt werden kan, ohne Bedeutung ſeyn werden. 9. 35. Es kan der Einbildungskraft vielleicht verziehen wer⸗ den, wenn ſie bisweilen ſchwaͤrmt, d. i. ſich nicht behut⸗ ſam innerhalb den Schranken der Erfahrung haͤlt, denn wenigſtens wird ſie durch einen ſolchen freyen Schwung be⸗ lebt und geſtaͤrkt, und es wird immer leichter ſeyn, ihre Kuͤhnheit zu maͤſſigen, als ihrer Mattigkeit aufzuhelfen. Daß aber der Verſtand, der denken ſoll, an deſſen ſtatt ſchwaͤrmt, das kan ihm niemals verziehen werden; denn auf ihm beruht allein alle Huͤlfe, um der Schwaͤrmerey der Einbildungskraft, wo es noͤthig iſt, Grenzen zu ſetzen. Er faͤngt es aber hiemit ſehr unſchuldig und ſittſam an. Zuerſt bringt er die Elementarerkentniſſe, die ihm vor aller Erfahrung beywohnen, aber dennoch in der Er⸗ fahrung immer ihre Anwendung haben muͤſſen, ins Reine. Allmaͤhlig laͤßt er dieſe Schranken weg, und was ſollte ihn auch daran hindern, da der Verſtand ganz frey ſeine Grund⸗ geundſaͤtz 5 zuerſt a nach auf; auf eine I nict fehle lich heriage ſaͤtiit, ab die Urſache, doamatiſche it ſonſje Es kar üüce der rei gen det E Fragen, S und Hekab ungen, maͤ käiktderſelbe Eelbſterken wad worin igen vud ſra triſche ew deſkeddage 14 Dieſe lancſenden , den guj unds, oanſt Dernüxn Ang geten aß dieſdge een muͤſe u nſchauung u erden. tziehen wet, nicht behute halt, dem Schwung be er ſeyn, ilte aufzuheſen. in deſſen ſtat eerden, denn ſchwaͤrmeren Gtenzen in zund ſitin üſſe/ de ihn och in det b en, jns Neine vns ilt hi an ſtey ſeime Grun Grundſaͤtze aus ſich ſelbſt genommen hat? und nun geht es zuerſt auf neu erdachte Kraͤfte in der Natur, bald her⸗ nach auf Weſen auſſerhalb der Natur, mit einem Wort auf eine Welt, zu deren Einrichtung es uns an Bauzeu nicht fehlen kan, weil es durch fruchtbare Erdichtung reich⸗ lich herbeygeſchafft, und durch Erfahrung zwar nicht be⸗ ſtaͤttigt, aber auch niemals widerlegt wird. Das iſt auch die Urſache, weswegen junge Denker Metaphyſik in aͤchter dogmatiſcher Manier ſo lieben, und ihr oft ihre Zeit und ihr ſonſt brauchbares Talent aufopfern. Es kan aber gar nichts helfen, jene fruchtloſe Ver⸗ ſuche der reinen Vernunft durch allerley Erinnerungen we⸗ gen der Schwierigkeit der Aufloͤſung ſo tief verborgener Fragen, Klagen uͤber di und Herabſetzung der Behauptungen auf bloſſe Mutl maſ⸗ ſungen, maͤſſigen zu wollen. Denn wenn die Unmoͤglich⸗ keit derſelben nicht deutlich dargethan worden, und die Selbſt terkentniß der Vernunft nicht wahre Wiß ſenſchaft 8 — 1i * ie Schranken unſerer Vernunft, wird, worin das Feld ihres richtigen von dem ihres nich⸗ tigen und fruchtloſen Gebrauchs, ſo zu ſagen, mit geomes triſcher Gewißheit unterſchieden wird, ſo werden jene eitle Beſtrebungen niemals voͤllig abgeſtellt werden. §. 36. Wie iſt Naturzſelbſt moͤglich? Dieſe Frage, welche der hoͤchſte Punct iſt, den transſcendentale Philoſophie nur immer beruͤhren mag, und zu ——„*————— —————— — —————— — — zu welchem ſie auch, als ihrer Grenze und Vollendung, gefuͤhrt werden muß, enthaͤlt eigentlich zwey Fragen. Erſtlich: Wie iſt Natur in materieller Bedeu⸗ tung, naͤmlich der Anſchauung nach, als der Inbegrif der Erſcheinungen, wie iſt Raum, Zeit, und das, was beyde erfuͤllt, der Gegenſtand der Empfindung, uͤberhaupt moͤg⸗ lich? Die Antwort iſt: vermittelſt der Beſchaffenheit unſe⸗ rer Sinnlichkeit, nach welcher ſie, auf die ihr eigenthuͤmli⸗ che Art, von Gegenſtaͤnden, die ihr an ſich ſelbſt unbekant, und von jenen Erſcheinungen ganz unterſchieden ſind, geruͤhrt wird. Dieſe Beantwortung iſt, in dem Buche ſelbſt, in der transſcendentalen Aeſthetik, hier aber in den Prolegomenen durch die Aufloͤſung der erſten Hauptfrage, gegeben worden. Zweytens: Wie iſt Natur in formeller Bedeu⸗ tung, als der Inbegrif der Regeln, unter denen alle Er⸗ ſcheinungen ſtehen muͤſſen, wenn ſie in einer Erfahrung als verknuͤpft gedacht werden ſollen, moͤglich? Die Ant⸗ wort kan nicht anders ausfallen, als: ſie iſt nur moglich vermittelſt der Beſchaffenheit unſeres Verſtandes, nach welcher alle jene Vorſtellungen der Sinnlichkeit auf ein Be⸗ wuſtſeyn nothwendig bezogen werden, und wodurch aller⸗ erſt die eigenthuͤmliche Art unſeres Deniens, naͤmlich durch Regeln, und vermittelſt dieſer die Erfahrung, welche von der Einſicht der Objecte an ſich ſelvſt ganz zu unterſcheiden iſt, moͤglich iſt. Dieſe Beantwortung iſt in dem Buche ſelbſt, in der transſcendentalen Logik, hier aber in den Pro⸗ lealegomen auptfrage Wie Sinnlichkeit ihm und ale Ipperceplin, und beantwo und zu allen thij haben. Es ſih ituſf u E ſpkeit in Ver te üdethanot lernen, well ihrer Nöglih Die M ſeich das alle deder erſtern dſ kennen Me ſhernungen d. her dsſſtzi den Grnſäge den Seͤinung Jevuſſſem, ucht, herna Selbſt ſrit ausgeft Dalendung Fragen, nieler don Inpegrfee was ſy erhaupt nh fenheit un eigenthuͤml öſt unbekant, hieden ſind dem Buche ber in den Nperage, neller Dene enen all de r Erfohrong 9? Die Aht⸗ nur molich ndes, vach tauf ein I wodutch d namuch dut G, nüle u unterſcheden in den duche er ohr in den Pr —. 111. Prolegomenen, in dem Verlauf der Aufloͤſung der zweyten Hauptfrage gegeben worden. Wie aber dieſe eigenthuͤmliche Eigenſchaft unſrer Sinnlichkeit ſelbſt, oder die unſeres Verſtandes und der ihm und allem Denken zum Grunde liegenden nothwendigen Apperception, moͤglich ſey, laͤßt ſich nicht weiter aufloͤſen und beantworten, weil wir ihrer zu aller Beantwortung und zu allem Denken der Gegenſtaͤnde immer wieder no⸗ thig haben. Es ſind viele Geſetze der Natur, die wir nur ver— mittelſt der Erfahrung wiſſen koͤnnen, aber die Geſetzmaͤſ⸗ ſigkeit in Verknuͤpfung der Erſcheinungen, d. i. die Nas tur uͤberhaupt, koͤnnen wir durch keine Erfahrung kennen lernen, weil Erfahrung ſelbſt ſolcher Geſetze bedarf, die ihrer Moͤglichkeit a priori zum Grunde liegen. Die Moͤglichkeit der Erfahrung uͤberhaupt iſt alſo zus gleich das allgemeine Geſetz der Natur, und die Grundſaͤ⸗ tze der erſtern ſind ſelbſt die Geſetze der letztern. Denn wir kennen Natur nicht anders, als den Inbegrif der Er⸗ ſcheinungen d. i. der Vorſtellungen in uns, und koͤnnen das her das Geſetz ihrer Verknuͤpfung nirgend anders, als von den Grundſaͤtzen der Verknuͤpfung derſelben in uns, d. i. den Bedingungen der nothwendigen Vereinigung in einem Bewuſtſeyn, welche die Moͤglichkeit der Erfahrung aus⸗ macht, hernehmen. Selbſt der Hauptſatz, der durch dieſen ganzen Abs ſchnitt ausgefuͤhrt worden, daß allgemeine Naturgeſetze a prio- 2—— 1 I 2—— priori erkant werden koͤnnen, fuͤhrt ſchon von ſelbſt auf den Satz: daß die oberſte Geſetzgebung der Natur in uns ſelbſe, d. i. in unſerm Verſtande liegen muͤſſe, und daß wir die allgemeinen Geſetze derſelben nicht von der Natur vermittelſt der Erfahrung, ſondern umgekehrt, die Natur ihrer allgemeinen Geſetzmaͤſſigkeit nach, blos aus den in un⸗ ſerer Sinnlichkeit und dem Verſtande liegenden Bedingun⸗ gen der Moͤglichkeit der Erfahrung ſuchen muͤſſen; denn wie waͤre es ſonſt moͤglich, dieſe Geſetze, da ſie nicht etwa Regeln der analytiſchen Erkentniß, ſondern wahrhafte ſynthetiſche Erweiterungen derſelben ſind, a priori zu ken⸗ nen? Eine ſolche und zwar nothwendige Uebereinſtimmung der Principien moglicher Erfahrung mit den Geſetzen der Moͤglichkeit der Natur, kan nur aus zweyerley Urſachen ſtattfinden: entweder dieſe Geſetze werden von der Natur vermittelſt der Erfahrung entlehnt, oder umgekehrt die Natur wird von den Geſetzen der Moͤglichkeit der Erfah⸗ rung uͤberhaupt abgeleitet, und iſt mit der bloſſen allge⸗ meinen Geſetzmaͤſſigkeit der letztern voͤllig einerley. Das erſtere widerſpricht ſich ſelbſt, denn die allgemeinen Natur⸗ geſetze konnen und muͤſſen a priori(d. i. unabhaͤngig von aller Erfahrung) erkant, und allem empiriſchen Gebrau⸗ che des Verſtandes zum Grunde gelegt werden, alſo bleibt nur das zweyte uͤbrig.). Wir 8) Cruſius allein wußte einen Mittelweg: daß naͤmlich ein Geiſt, der nicht irren noch betriegen kan, uns dieſe Naturgeſetze ur⸗ ſpruͤnglich eingepflanzt fabe. Allein, da ſich doch oft auch truͤgliche Grund ſätze einmiſchen, wovon das Syſtem dieſes Mau⸗ Wit dderzeit teinen, o beſondere Bedingun fahrung leßztern ſſ einetley, nothwendi fabrung der Einnen⸗ cen Geſet anfangs de venn ſch ſcͤft ſ ondety ſ Vir t Snz durch Jdazß Gſctze ſchauung ent nes ſell ge ſichen unterſche mißlich Geiſt der den moͤge. R bon ſlbſt an er Natur in und müſſe, und u bon der Taunt ihrt, die neur aus den nm den Bedingw muͤſſen; den a ſie nicht etwa ern waßrhaft priori zu ken eereinſtinmung Gaͤeczen der egerley Vtſachn von der dutur er umgekeht de chkeit der Erich der bloſſen alhe einerly. Das ſemeinen Natun mäßingß owiſchen Getm erden, alſ bleh W 2‿ 6 „ e ⸗ aß namlih u9 d, 44, jelſt eM 7 6 dlc oſt aul A b„„6(o Mal as Syfen dieſes 3 Dm „ — 113 Wir muͤſſen aber empiriſche Geſetze der Natur, die jederzeit beſondere Wahrnehmungen vorausſetzen, von den reinen, oder allgemeinen Naturgeſetzen, welche, ohne daß beſondere Wahrnehmungen zum Grunde liegen, blos die Bedingungen ihrer nochwendigen Vereinigung in einer Ers fahrung enthalten, unterſcheiden, und in Anſehung der letztern iſt Natur und moͤgliche Erfahrung ganz und gar einerley, und da in dieſer die Geſetzmaͤſſigkeit auf der nothwendigen Verknuͤpfung der Erſcheinungen in einer Er⸗ fahrung(ohne welche wir ganz und gar keinen Gegenſtand der Sinnenwelt erkennen koönnen) mithin auf den urſpruͤng⸗ lichen Geſetzen des Verſtandes beruht, ſo klingt es zwar anfangs befremdlich, iſt aber nichts deſto weniger gewiß, wenn ich in Anſehung der letztern ſage: der Verſtand ſchoͤpft ſeine Geſetze(a priori) nicht aus der Natur, ſondern ſchreibt ſie dieſer vor. §. 37. Wir wollen dieſen dem Anſcheine nach gewagten Satz durch ein Beyſpiel erlaͤutern, welches zeigen ſoll: daß Geſetze, die wir an Gegenſtaͤnden der ſinnlichen An⸗ ſchauung entdecken, vornemlich wenn ſie als nothwendig er⸗ nes ſelbſt nicht wenig Beyſpiele giebt, ſo fieht es bey dem Man⸗ gel ficherer Criterien, den aͤchten Urſprung von dem unaͤchten zu unterſcheiden, mit dem Gebrauche eines ſolchen Grundſatzes ſehr mißlich aus, indem man niemals ſicher wiſſen kan, was der Geiſt der Wahrheit oder der Vater der Luͤgen uns eingefloͤßt ha⸗ den moͤge. H 114— erkannt worden, von uns ſelbſt ſchon vor ſolche gehalten werden, die der Verſtand hinein gelegt, ob ſie gleich den Naturgeſetzen, die tdir der Erfahrung zuſchreiben, ſonſt in allen Stuͤcken aͤhnlich ſind. 28 §. 38. Wenn man die Eigenſchaften des Cirkels betrachtet, dadurch dieſe Figur ſo manche willkuͤhrliche Beſtimmungen des Raums in ihr, ſo fort in einer allgemeinen Regel dereinigt, ſo kan man nicht umhin, dieſem geometriſchen Dinge eine Natur beyzulegen. So theilen ſich naͤmlich zwey Linien, die ſich einander und zugleich den Eirkel ſchnei⸗ den, nach welchem Ohngefaͤhr ſie auch gezogen werden, doch jederzeit ſo regelmaͤſſig: daß das Rectangel aus den Stuͤcken einer jeden Linie dem der andern gleich iſt Nun frage ich,„liegt dieſes Geſetz im Cirkel, oder liegt es im Verſtande„„ d. i. enthaͤlt dieſe Figur, unabhaͤngig vom Verſtande, den Grund dieſes Geſetzes in ſich, oder legt der Verſtand, indem er nach ſeinen Begriffen(naͤmlich der Gleichheit der Halbmeſſer) die Figur ſelbſt conſtruirt hat, zugleich das Geſetz der einander in geometriſcher Propor⸗ tion ſchneidenden Sehnen in dieſelbe hinein? Man wird bald gewahr, wenn man den Beweiſen dieſes Geſetzes nachs geht, daß es allein von der Bedingung, die der Verſtand der Conſtruction dieſer Figur zum Grunde legte, naͤmlich der Gleichheit der Halbmeſſer konne abgeleitet werden. Erweitern wir dieſen Begrif nun, die Einheit mannigfal⸗ ti⸗ liger E ſczaftlic ten den Kegelſch Lonſtru innerfab belſhiei htn D chen Ve da noch Ihfronon dur berbrei Uon, dete der Enif nehmen, breitet, der Dinge priori einfach nu ſeülos au denn hub botträſch menſtinme lein ale ken, ſond tinander s des vor ſolche dhalter ob ſie gleſc dn zuſchreien ſong örkels betracht he Beſtimmunge gemeinen Regel I Reomeltſſhe n ſich naͤmlich en rkel ſchne⸗ ezsgen werdet) ctangel aus d gleich iſt ka oder liegt em unabhaͤngig bo n ſich, oder lg fen(naͤmlich de eonſtruitt hi ſteiſcher Pro din? Man ud ſes Geſetes u die der Verſen de legte lini abgeleite werden Einhef nannigfi ' — tiger Eigenſchaften geometriſcher Figuren unter gemein⸗ ſchaftlichen Geſetzen noch weiter zu verfolgen, und betrach⸗ ten den Cirkel als einen Kegelſchnitt, der alſo mit andern Kegelſchnitten unter eben denſelben Grundbedingungen der Conſtruction ſteht, ſo finden wir, daß alle Sehnen, die ſich innerhalb der letztern, der Ellipſe, der Parabel und Hyper⸗ bel ſchneiden, es jederzeit ſo thun, daß die Rectangel aus ihren Theilen zwar nicht gleich, aber doch immer in gleis chen Verhaͤltniſſen gegen einander ſtehen. Gehen wir von da noch weiter, naͤmlich zu den Grundlehren der phyſiſchen Aſtronomie, ſo zeigt ſich ein uͤber die ganze materielle Na⸗ tur verbreitetes phyſiſches Geſetz der wechſelſeitigen Attracs tion, deren Regel iſt, daß ſie umgekehrt mit dem à Quadrat der Entfernungen von jedem anziehenden Punct eben ſo ab⸗ nehmen, wie die Kugelflaͤchen, in die ſich dieſe Kraft ver⸗ breitet, zunehmen, welches als nothwendig in der Natur der Dinge ſelbſt zu liegen ſcheint, und daher auch als a priori erkennbar vorgetragen zu werden pflegt. So einfach nun auch die Quellen dieſes Geſetzes ſeyn, indem ſie blos auf dem Verhaͤltniſſe der Kugelflaͤche von verſchie⸗ denen Halbmeſſern beruhen, ſo iſt doch die Folge davon ſo vortreflich in Anſehung der Mannigfaltigkeit ihrer Zuſam⸗ menſtimmung und Regelmaͤſſigkeit derſelben, daß nicht al, lein alle moͤgliche Bahnen der Himmelseoͤrper in Kegalſchnit⸗ ten, ſondern auch ein ſolches Verhaͤltnig derſelben unter einander erfolgt, daß kein ander Geſetz der Attraction, als das des umgekehrten Quadratverhaͤltniſſes der Entfer⸗ 9 2 115 nun⸗ 11 6 ☛₰☛ᷓ— nungen zu einem Weltſyſtem als ſchicklich erdacht wer⸗ den kan. Hier iſt alſo Natur, die auf Geſetzen beruht, welche der Verſtand a priori erkent, und zwar vornemlich aus allgemeinen Principien der Beſtimmung des Raums. Nun frage ich: liegen dieſe Naturgeſetze im Raume, und lernt ſie der Verſtand, indem er den reichhaltigen Sinn, der in jenem liegt, blos zu erforſchen ſucht, oder liegen ſie im Verſtande und in der Art, wie dieſer den Raum nach den Bedingungen der ſynthetiſchen Einheit, darauf ſeine Begriffe insgeſamt auslaufen, beſtimmt. Der Raum iſt etwas ſo gleichfoͤrmiges und in Anſehung aller beſondern Eigenſchaften ſo unbeſtimmkes, daß man in ihm gewiß kei⸗ nen Schatz von Naturgeſetzen ſuchen wird. Dagegen iſt das, was den Raum zur Cirkelgeſtalt, der Figur des Ke⸗ gels und der Kugel beſtimmt, der Verſtand, ſo fern er den Grund der Einheit der Konſtruction derſelben enthaͤlt. Die bloſſe allgemeine Form der Anſchauung, die Raum heißt, iſt alſo wohl das Subſtratum aller auf beſondere Objecte beſtimmbaren Anſchauungen, und in jenem liegt freylich die Bedingung der Moͤglichkeit und Mannigfaltig— keit der letztern; aber die Einheit der Objecte wird doch lediglich durch den Verſtand beſtimmt, und zwar nach Be⸗ dingungen, die in ſeiner eigenen Natur liegen, und ſo iſt der Verſtand der Urſprung der allgemeinen Ordnung der Natur, indem er alle Erſcheinungen unter ſeine eigene Ge⸗ ſetze faßt, und dadurch allererſt Erfahrung(ihrer Form nach) nach) 3 was nur ſehen no nicht mi die iſtſ Verßonhe nen Gege der Verſt Sinnenw dder dine reine Fö kan venne ſate Re ihnen men ten, aus ſolche Ve glaubte er Rtattion i ander, ein cj etdadh wer⸗ berußt, val vornemlich des Nauk n Jaume, u hhaltigen Sin it, oder liegin ˖ſer den Run ingeit, darauf Der Naum aller beſondeta imn gewi à Dagexrniß Figur date ind, ſo ferne tſebben enthäͤt rg, die Raum auf beſondere in jenem leg Mannigfalti gſecte wird dat zwar nach I gen, und bii nen Orduun, der er ſeine ehnne Ge⸗ ung Ghur dorn nach 4 ☛— — 1 I 7 nach) a priori zu Stande bringt, vermoͤge deren alles, was nur durch Erfahrung erkant werden ſoll, ſeinen Ge⸗ ſetzen nothwendig unterworfen wird. Denn wir haben es nicht mit der Natur der Dinge an ſich ſelbſt zu thun, die iſt ſowohl von Bedingungen unſerer Sinnlichkeit als des b Verſtandes unabhaͤngig, ſondern mit der Natur, als ei nem Gegenſtande möglicher Erfahrung, und da macht es der Verſtand, indem er dieſe möͤglich macht, zugleich, daß Sinnenwelt entweder gar kein Gegenſtand der Erfahrung oder eine Natur iſt. 6. 39. Anhang zur einen Naturwiſſenſchaft von dem Syſtem der Categorien. s kan einem Philoſophen nichts erwuͤnſchter ſeyn, als wenn er das Mannigfaltige der Begriffe oder Grund⸗ ſaͤtze, die ſich ihm vorher durch den Gebrauch, den er von ihnen in concreto gemacht hatte, zerſtreut dargeſtellt hat⸗ ten, aus einem Princip a priori ableiten, und alles auf ſolche Weiſe in eine Erkentniß vereinigen kan. Vorher glaubte er nur, daß, was ihm nach einer gewiſſen Ab⸗ ſtraction uͤbrig blieb, und, durch Vergleichung unter ein⸗ ander, eine beſondere Art von Erkentniſſen auszumachen H 3 ſchien, —— ’ 4 3 6 ——— 118 ſchien, vollſtaͤndig geſammlet ſey, aber es war nur ein Aggregat; jetzt weiß er, daß gerade nur ſo viel, nicht mehr, nicht weniger, die Erkentnißart ausmachen koͤnne, und ſahe die Nothwendigkeit ſeiner Eintheilung ein, welches ein Begreifen iſt, und nun hat er allererſt ein Syſtem. Aus dem gemeinen Erkentniſſe die Begriffe heraus⸗ ſuchen, welche gar keine beſondere Erfahrung zum Grun⸗ de liegen haben, und gleichwohl in aller Erfahrungserkent⸗ niß vorkommen, von der ſie gleichſam die bloſſe Form der Verknuͤpfung ausmachen, ſetzte kein groͤſſeres Nachdenken, oder mehr Einſicht voraus, als aus einer Sprache Regeln des wirklichen Gebrauchs der Woͤrter uͤberhaupt heraus⸗ ſuchen, und ſo Elemente zu einer Grammatik zuſammen⸗ tragen(in der That ſind beyde Unterſuchungen einander auch ſehr nahe verwande, ohne doch eben Grund angeben zu koͤnnen, warum eine jede Sprache gerade dieſe und kei⸗ ne andere formale Beſchaffenheit habe, noch weniger aber, daß gerade ſo viel, nicht mehr noch weniger, ſol⸗ cher formalen Beſtimmungen derſelben überhaupt angetrof⸗ fen werden koͤnnen. Ariſtoteles hatte zehn ſolcher reinen Elementarbegriffe unter dem Namen der Categorien*) zuſammengetragen. Dieſen, welche auch Praͤdicamente genennt wurden, ſahe er ſich hernach genoͤthigt, noch fuͤnf Poſtpraͤdicamente beyzufuͤgen**), die doch zum Theil ſchon in jenen liegen (als *) 1. Subſtantia. 2. Qualitas. 3. Quantitas. 4. Belatio. 5. Actio. 6 baſſio. 7. Ouando. 3. Ubi 9. Situs. 10. Habitus. **) Oppoſitum, Prius, Simul, Motus, Habere. (a pi mehr von eine rege dienen, loſophie R ſcuu ent lang es! Element denen de und alhul gſter die gen konte den war und ale entſoring den künte Um nich nach atht, Ode Mon ſtelumgu gen, wn im urth icht ga dadurch dffel tei es wat nt iin ſo dill, nich lsmachen kämm, ng ein, wites ein Syſten Begriffe heruut rung zum Gron ffahrungserken, bloſſ Form der „ Nachdenken, prache Regeln haupt heraus Ratt Pſammer, dungen eingne Grund anͤen de dieſe und ti noch wenigt hweniger, ſol haupt angetto glewentarbegii ſammengetrahe ant wurden, ſc Poſtprdiemn on in jenen ſagen (d 4 Raltio, 5 Kcii b 1, Habitus- ahere, — 119 (als prius, fimul, motus); allein dieſe Rhapſodie konte mehr vor einen Wink vor den kuͤnftigen Nachforſcher, als vor eine regelmaͤſſig ausgefuͤhrte Idee gelten, und Beyfall vers dienen, daher ſie auch, bey mehrerer Aufklaͤrung der Phi⸗ loſophie, als ganz unnuͤtz verworfen worden. Bei einer Unterſuchung der reinen(nichts Empiris ſches enthaltenden) Elemente der menſchlichen Erkentniß ge⸗ lang es mir allererſt nach langem Nachdenken, die reinen Elementarbegriffe der Sinnlichkeit(Raum und Zeit) von denen des Verſtandes mit Zuverlaͤſſigkeit zu unterſcheiden und abzuſondern. Dadurch wurden nun aus jenem Re⸗ giſter die 7te, 8te, 9te Categorien ausgeſchloſſen. Die uͤbri⸗ gen konten mir zu nichts nutzen, weil kein Princip vorhan⸗ den war, nach welchem der Verſtand voͤllig ausgemeſſen und alle Functionen deſſelben, daraus ſeine reine Begriffe entſpringen, vollzaͤhlig und mit Praͤciſion beſtimmt wer⸗ den koͤnten. Um aber ein ſolches Princip auszufinden, ſahe ich mich nach einer Verſtandeshandlung um, die alle uͤbrige enthaͤlt, und ſich nur durch verſchiedene Modificationen oder Momente unterſcheidet, das Mannigfaltige der Vor⸗ ſtellung unter die Einheit des Denkens uͤberhaupt zu brin⸗ gen, und da fand ich, dieſe Verſtandeshandlung beſtehe im Urtheilen. Hier lag nun ſchon fertige, obgleich noch nicht ganz von Maͤngeln freye Arbeit der Logiker vor mir, dadurch ich in den Stand geſetzt wurde, eine vollſtaͤndige Tafel reiner Verſtandesfunctionen, die aber in Anſehung 9 4 ab —————— ———— — —— — —— — alles Objects unbeſtimmt waren, darzuſtellen. Ich bezog endlich dieſe Functionen zu urtheilen auf Odjecte uͤberhaupt, oder vielmehr auf die Bedingung, Urtheile als objectiv⸗ guͤttig zu beſtimmen, und es entſprangen reine Verſtan⸗ desbegriffe, bey denen ich auſſer Zweifel ſeyn konte, daß gerade nur dieſe, und ihrer nur ſo viel, nicht mehr noch weniger, unſer ganzes Erkentniß der Dinge aus bloſſem Verſtande ausmachen fonnen. Ich nannte ſie, wie billig, nach ihrem alten Namen Categorien; wobey ich mir vor⸗ behielt, alle von dieſen abzuleitende Begriffe, es ſey durch Verknuͤpfung unter einander, oder mut der reinen Form der Erſcheinung(Raum und Zeit) oder mit ihrer Materie, ſo fern ſie noch nicht empiriſch beſtimmt iſt,(Gegenſtand der Empfindung uͤberhaupt) unter der Benennung der Praͤdicabilien, vollſtaͤndig hinzuzufuͤgen, ſo dald ein Syſtem der transſcendentalen Philoſophie, zu deren Behuf ich es jetzt nur mit der Critik der Vernunft ſelbſt zu thun hatte, zu Stande kommen ſollte. Das Weſentliche aber in dieſem Syſtem der Catego⸗ rien, dadurch es ſich von jener alten Rhapſodie, die ohne alles Princip fortging, unterſcheidet, und warum es auch allein zur Philoſophie gezaͤhlt zu werden verdient, beſteht darin: daß vermittelſt derſelben die wahre Bedeutung der reinen Verſtanoesbegriffe und die Bedingung ihres Ge⸗ brauchs genau beſtimmt werden konte. Denn da zeigte ſich, daß ſie vor ſich ſelbſt nichts als logiſche Functionen ſind, als ſolche aber nicht den mindeſten Begriff von einem Ob⸗ — Dſecte al ſunlche? dazu dien aller Fun ſind/ in; Allgemängi Exfihrun Von den, die iinchine gend einer ſiht(die g detſelen d Nawenregi Wire deigt ohne Zveif kentniß, we dunderte vite it gan, te dn Dat wirhic gc beleyen g drauchbar Deſe ſmndlung lüſt wieden Anaſung, iln It beg⸗ Hojecte dderen en reine Venin ſeyn konte, a nicht meyt in nge aus bloſen eſie, wie bll bey ich mir du⸗ , es ſey durch er reinen Form ihrer Materie, 1(Gegenſtand Benennung de en, ſo dad in „zu deren Sij uft ſelbſt zu thu tem der Categd gſodie, die ohn warum es aut derdient, beſtt e Bedeutunz de ngung ihres be dgiſche Funtonen Benrff en dnem 121 — Objecte an ſich ſelbſt ausmachen, ſondern es beduͤrfen, daß ſinnliche Anſchauung zum Grunde liege, und alsdenn nur dazu dienen, empiriſche Urtheile, die ſonſt in Anſehung aller Functionen zu urtheilen unbeſtimmt und gleichguͤltig ſind, in Anſehung derſelben zu beſtimmen, ihnen dadurch Allgemeinguͤltigkeit zu verſchaffen, und vermittelſt ihrer Erfahrungsurtheile uͤberhaupt moͤglich zu machen. Von einer ſolchen Einſicht in die Natur der Catego— rien, die ſie zugleich auf den bloſſen Erfahrungsgebrauch einſchraͤnkte, ließ ſich weder ihr erſter Urheber, noch ir⸗ gend einer nach ihm etwas einfallen; aber ohne dieſe Ein⸗ ſicht(die ganz genau von der Ableitung oder Deduction derſelben abhaͤngt) ſind ſie gaͤnzlich unnuͤtz und ein elendes Namenregiſter, ohne Erklaͤrung und Regel ihres Gebrauchs. Waͤre dergleichen jemals den Alten in den Sinn gekommen, ohne Zweifel das ganze Studium der reinen Vernunfter⸗ kentniß, welches unter dem Namen Metaphyſik viele Jahr⸗ hunderte hindurch ſo manchen guten Kopf verdorben hat, ware in ganz anderer Geſtalt zu uns gekommen, und haͤt⸗ te den Verſtand der Menſchen aufgekläͤrt, anſtatt ihn, wie wirklich geſchehen iſt, in duͤſtern und vergeblichen Gruͤ⸗ beleyen zu erſchoͤpfen, und vor wahre Wiſſenſchaft un⸗ brauchbar zu machen. Dieſes Syſtem der Categorien macht nun alle Be⸗ handlung eines jeden Gegenſtandes der reinen Vernunft ſelbſt wiederum ſyſtematiſch, und giebt eine ungezweifelte Anweiſung oder Leitfaden ab, wie und durch welche Punc⸗ H 5 te — öE zunt 1 6 122 te der Unterſuchung jede metaphyſiſche Betrachtung, wenn ſie vollſtaͤndig werden ſoll, muͤſſe gefuͤhrt werden: denn es erſchoͤpft alle Momente des Verſtandes, unter welche jeder andere Begrif gebracht werden muß. So iſt auch die Ta⸗ fel der Grundſaͤtze entſtanden, von deren Vollſtaͤndigkeit man nur durch das Syſtem der Categorien gewiß ſeyn kan, und ſelbſt in der Eintheilung der Begriffe, welche uͤber den phyſtologiſchen Verſtandesgebrauch hinausgehen ſollen, (Critik S. 344. imgleichen S. 415.) iſt es immer derſelbe Leitfaden, der, weil er immer durch dieſelbe feſte, im menſchlichen Verſtande a priori beſtimmte Puncte gefuͤhrt werden muß, jederzeit einen geſchloſſenen Kreis bildet, der keinen Zweifel uͤbrig laͤßt, daß der Gegenſtand eines reinen Verſtandes oder Vernunftbegrifs, ſo fern er philoſophiſch und nach Grandſaͤtzen a priori erwogen werden ſoll, auf ſolche Weiſe vollſtaͤndig erkant werden koͤnne. Ich habe ſogar nicht unterlaſſen koͤnnen, von dieſer Leitung in Anſe⸗ hung einer der abſtracteſten ontologiſchen Eintheilungen, naͤmlich der mannigfaltigen Unterſcheidung der Begriffe von Etwas und Nichts Gebrauch zu machen, und dar⸗ nach eine regelmaͤſſige und nothwendige Tafel(Critik S. 292) zu Stande zu bringen*). Eben *) Ueber eine vorgelegte Tafel der Categorien laſſen ſich allerley artige Anmerkungen machen, als: 1¹) daß die dritte aus der er⸗ ſten und zweyten in einen Begrif verbunden entſpringe, 2) daß in denen von der Groͤſſe und Qualitaͤt blos ein Fortſchritt von der Einheit zur Allheit, oder von dem Etwas zum Nichts(zu dieſem Behuf muͤſſen die Categorien der Qulitaͤt ſo fehen de alita Eber ſenden Ge gegründet V femdatti ſtandesbe Erkentui che ic un fals nach bracht hat fiigung un fanhkalegr und dadurch Vergzeicon ne gan a ſetniſe aliit, relata 1 dieſe les riſche ur Suh3 neden anh die 1. hate. tiemic tens) woben Fung g ein blo keinen tiſchen) findi gk. mihm, Beteztn, we kt werden: dm, „Unter walceſte So iſt auch de ren Vollſtäͤnat en gewiß ſeyn a ffe, welche u nausgehen ſoll es immer derſch jeſelbe feſte, in Puncte gefuͤht ereis bildet, der and dwes rein rn er phlſtyjſt werden ſol, u oͤnne. Jc h er(Leitung in An zen Eintheilunge ung der Begri machen, und d ge Tafel Crii 6 orien laſſe ſch al 6 die dritte aed 8 den entſprinae⸗ dlos ein Fun i 1 Etwas iin N rQultifh hue — 123 Eben dieſes Syſtem zeigt ſeinen nicht genug anzuprei⸗ ſenden Gebrauch, ſo wie jedes auf ein allgemeines Peincip gegruͤndetes wahres Syſtem, auch darin, daß es alle fremdartige Begriffe, die ſich ſonſt zwiſchen jene reine Ver⸗ ſtandesbegriffe einſchleichen mochten, ausſtoͤßt, und jedem Erkentniß ſeine Stelle beſtimmt. Diejenige Begriffe, wel⸗ che ich unter dem Namen der Reflexionsbegriffe gleich⸗ falls nach dem Leidfaden der Categorten in eine Tafel ges bracht hatte, mengen ſich in der Ontologie, ohne V Verguͤn⸗ ſtigung und rechtmaͤſſige Anſpruͤche, unter die reinen Ver⸗ ſtandesbegriffe, obgleich dieſe Begriffe der Verknuͤpfung, und dadurch des Objects ſelbſt, jene aber nur der bloſſen Vergleichung ſchon gegebener Begriffe ſind, und daher ei⸗ ne ganz andere Natur und Gebrauch haben; durch meine geſetzmaͤſſige Eintheilung(Critik S. 260.) werden ſie aus die⸗ alitäͤt, Einſchraͤnkung, voͤllige Negation) fortgehen, ohne cor- relata oder oppolita, dagegen die der Relation und Modalitaͤt dieſe letztere bey ſich fuͤhren, 3) daß, ſo wie im Logiſchen catego⸗ riſche Urtheile allen andern zum Grunde liegen, ſo die Categorie der Subſtanz allen Begriffen von wirklichen Dingen, 4) daß, ſo wie die Modalitaͤt im Urtheile kein beſonderes Praͤdicat iſt, ſo t auch die Modelbegriffe keine Beſtimmung zu Dingen hinzuthun, u. ſ. w. dergleichen Betrachtungen alle ihren groſſen Nutzen haben. Zaͤhlt man uͤberdem alle Prädicabilien auf, die man ziemlich vollſtaͤndig aus jeder guten Ontologie(z. E. Baumgar⸗ rens) ziehen kan und ordnet ſie elaſſenweiſe unter die Cqtegorien, wobey man nicht verſaͤumen muß, eine ſo vollſtaͤndige Zergliede⸗ rung aller dieſer Begriffe, als moͤglich, hinzuzufuͤgen, ſo wird ein blos analytiſcher Theil der Metaphyfik entſpringen, der noch gar keinen ſynthetiſchen Satz enthaͤlt und vor dem zweyten(dem ſynthe⸗ tiſchen) vorhergehen koͤnte, und durch ſeine Beſtimmtheit und Voll⸗ ſaͤndigkeit nicht allein Kutzen, ſondern, vermoͤge des Syſtematiſchen in ihm, noch uͤberdem eine gewiſſe Schoͤnheit enthalten wuͤrde. b 4 1 —— — —— —— 124—= dieſem Gemenge geſchieden. Noch viel heller aber leuchtet der Nutzen jener abgeſonderten Tafel der Categorien in die Augen, wenn wir, wie es gleich jetzt geſchehen wird, die Tafel transſcendentaler Vernunftbegriffe, die von ganz anderer Natur und Urſprung ſind, als jene Verſtandesbe⸗ griffe,(daher auch eine andre Form haben muß,) von je⸗ nen trennen, welche ſo nothwendige Abſonderung doch nie⸗ mals in irgend einem Syſtem der Metaphyſik geſchehen iſt, jene Vernunftideen mit Verſtandesbegriffen, als gehoͤreten ſie, wie Geſchwiſter, zu einer Familie, ohne Unterſchied durch einander laufen, welche Vermengung, in Ermange⸗ lung eines beſondern Syſtems der Categorien, auch nie⸗ mals vermieden werden konte. Der tranſcendentalen Hauptfrage Dritter Theil. Wie iſt Metaphyſik uͤberhaupt moͤglich? §. 40. Ri⸗ Mathematik und reine Naturwiſſenſchaft, haͤtten 1 zum Behuf ihrer eigenen Sicherheit und Ge⸗ wißheit keiner dergleichen Deduction bedurft, als wir bis⸗ her von beyden zu Stande gebracht haben; denn die erſtes re ſtuͤtzt ſich auf ihre eigene Epldenz; die zweyte aber, ob⸗ gleich aus reinen Quellen des Verſtandes entſprungen, den⸗ noch auf Erfahrung und deren durchgaͤngige Beſtaͤttigung, welcher letztern Zeugniß ſie darum nicht gaͤnzlich ausſchla⸗ gen und entbehren kan, weil ſie mit aller ihrer Gewißheit den⸗ dennoch, gleich thl gedachte! dere Viſ Me in der El mit reiner b gend ein, den, mit ſie nicht! deren Wa fättigt, od Metaphyſit ſentlichen ausmacht, duction un dritte Frag athuͤmſich der Lernun te ailene E V meintlich en dazu det noch uͤbet *) Venn n Dee alle de Auffe ſicen Ve el hellr aber leuc der Cattgorjen ind geſchehen wird, fe, die don 7 jene Verſtauese aben muß,) bu ſonderung doch! phyſik geſchehen en, als gehoͤen ohne Unterſcht 9, in Ermange tien, auch wie iſſenſchaft, hätt ſcherheit und e urft, als wir in; denn die ei ſe zweyte abet, Zentſprungen, d ngige Beſätun ͤt gäͤmlch ruöſchl aller ihre Srwißhe d ä— —— 125 dennoch, als Philoſophie, es der Mathematik niemals gleich thun kan. Beyde Wiſfenſchaften hatten alſo die gedachte Unterſuchung nicht vor ſich, ſondern vor eine an⸗ dere Wiſſenſchaft, naͤmlich Methaphyſik, nothig. Methaphyſik hat es, auſſer mit Naturbegriffen, die in der Erfahrung jederzeit ihre Anwendung finden, noch mit reinen Vernunftbegriffen zu thun, die niemals in ir⸗ gend einer nur immer moͤglichen Erfahrung gegeben wer⸗ den, mithin mit Begriffen, deren objective Realitaͤt(daß ſie nicht bloſſe Hirngeſpinſte ſind) und mit Behauptungen, deren Wahrheit oder Falſchheit durch keine Erfahrung be⸗ ſtaͤttigt, oder aufgedeckt werden kan, und dieſer Theil der Netaphyſik iſt uͤberdem gerade derjenige, welcher den we⸗ ſentlichen Zweck derſelben, wozu alles andre nur Mittel iſt, ausmacht, und ſo bedarf dieſe Wiſſenſchaft einer ſolchen De⸗ duction um ihrer ſelbſt willen. Die uns jetzt vorgelegte dritte Frage betrift alſo gleichſam den Kern und das Ei⸗ genthuͤmliche der Metaphyſtk, naͤmlich die Beſchaͤftigung der Vernunft blos mit ſich ſelbſt, und, indem ſie uͤber ih⸗ re eigene Begriffe bruͤtet, die unmittelbar daraus ver⸗ meintlich entſpringende Bekantſchaft mit Objecten, ohne dazu der Vermittelung der Erfahrung noͤthig zu haben, noch uͤberhaupt durch dieſelbe dazu gelangen zu koͤnnen*) Ohne *) Wenn man ſagen kan, daß eine Wiſfenſchaft wenigſtens in der Idee aller Menſchen wirklich ſey, ſo bald es ausgemacht iſt, daß die Aufgaben, die darauf fuͤhren, durch die Natur der menſch⸗ lichen Vernunft jedermann vorgelegt, und daher auch jederzeit dar⸗ 126—2 Ohne Aufloͤſung dieſer Frage thut ſich Vernunft nie⸗ mals ſelbſt gnug. Der Erfahrungsgebrauch, auf welchen die Vernunft den reinen Verſtand einſchraͤnkt, erfuͤllt nicht ihre eigene ganze Beſtimmung. Jede einzelne Erfahrung iſt nur ein Theil von der ganzen Sphaͤre ihres Gebietes, das abſolute Ganze aller moͤglichen Erfahrung iſt aber ſelbſt keine Erfahrung, und dennoch ein nothwendiges Pro⸗ blem vor die Vernunft, zu deſſen bloſſer Vorſtellung ſie ganz anderer Begriffe noͤthig hat, als jener reinen Ver⸗ ſtandesbegriffe, deren Gebrauch nur immanent iſt, d. i. auf Erfahrung geht, ſo weit ſie gegeben werden kan, in— deſſen daß Vernunftbegriffe auf die Vollſtaͤndigkeit, d. i. die collective Einheit der ganzen moͤglichen Erfahrung und dadurch uͤber jede gegebne Erfahrung hinausgehen, und transſcendent werden. So wie alſo der Verſtand der Categorien zur Erfah⸗ rung bedurfte, ſo enthaͤlt die Vernunft in ſich den Grund zu Ideen, worunter ich nothwendige Begriffe verſtehe, deren Gegenſtand gleichwol in keiner Erfahrung gegeben werden kan. Die letztern ſind eben ſowol in der Natur der Ver⸗ nunft, als die erſtere in der Natur des Verſtandes gelegen, und, wenn jene einen Schein bey ſich fuͤhren, der leicht ver⸗ leiten kan, ſo iſt dieſer Schein unvermeidlich, obzwar„daß er nicht verfuͤhre, gar wohl verhuͤtet werden kan. Da daruͤber viele, obgleich fehlerhafte, Verſuche unvermeidlich find, ſo wird mon auch ſagen muͤſſen: Metaphyſik ſey ſubjecive(und zwar nothwendiger Weiſe) wirklich, und da fragen wir alſo mit Recht, wie ſie(objective) moͤglich ſey. De Grund d ein Selbſe ſcendenten wahrunge Vernunft und dasſe ſelhſt bezi tung deſe Die Vetnunfth ſtandesbeg Art, Urſp zur Grund aller dieſer dine ſolche lch oder 1 ohne gentni und ihter K tengedaͤnde nur das al Augen zul lͤrung un mn gelde d denißunge tt ſch demung brauch, auf walh hraͤnkt, erfülle nt einzelne Erfi dare ihres Giith Erfahrung ſn nothwendiges. ſſer Vorſtellung jener reinen V Nanent it, d werden fau, in ſͤndigkeit, d.i à Crſahrung w. inausgehen, n egorien zur diß in ſich den Grn riffe verſtehe, den g gegeben werd der Natur der! Verſtandes gelet hren, der leicht! ddlich, obzwat erden kan⸗ — ſuche untemäich h aoyſi ſch lrade(u dyſ dda fuyi un alſo 127 Da aller Schein darin beſteht, daß der ſubjective Grund des Urtheils vor objectiv gehalten wird, ſo wird ein Selbſterkentniß der reinen Vernunft, in ihrem trans⸗ ſcendenten(uͤberſchwenglichen) Gebrauch das einzige Ver⸗ wahrungsmittel gegen die Verirrungen ſeyn, in welche die Vernunft geraͤth, wenn ſie ihre Beſtimmung misdeutet/ und dasjenige transſcendenter Weiſe aufs Object an ſich ſelbſt bezieht, was nur ihr eigenes Subject und die Leis tung deſſelben in allem immanenten Gebrauche angeht. §. 41. Die Unterſcheidung der Ideen, d. i. der reinen Vernunftbegriffe, von den Categorien, oder reinen Ver⸗ ſtandesbegriffen, als Erkentniſſen von ganz verſchiedener Art, Urſprung und Gebrauch, iſt ein ſo wichtiges Stuͤck zur Grundlegung einer Wiſſenſchaft, welche das Syſtem aller dieſer Erkentniſſe a priori enthalten ſoll, daß, ohne eine ſolche Abſonderung Metaphyſik ſchlechterdings unmoͤg⸗ lich oder hoͤchſtens ein regelloſer ſtuͤmperhafter Verſuch iſt, ohne Kentniß der Materialien, womit man ſich beſchaͤftigt, und ihrer Tauglichkeit zu dieſer oder jener Abſicht ein Kar⸗ tengebaͤude zuſammenzuflicken. Wenn Critik d. v. V. auch nur das allein geleiſtet haͤtte, dieſen Unterſchied zuerſt vor Augen zu legen, ſo haͤtte ſie dadurch ſchon mehr zur Auf⸗ klaͤrung unſeres Begrifs und der Leitung der Nachforſchung im Felde der Metaphyſik beygetragen, als alle fruchtloſe Bemuͤhungen den transſcendenten Aufgaben der r. V. ein Gnuͤ⸗ 1 6 6 b ¹ ¹ e 128— Gnuͤge zu thun, die man von je her unternommen hat, ohne iemals zu waͤhnen, daß man ſich in einem ganz andern Felde befaͤnde, als dem des Verſtandes, und daher Ver⸗ ſtandes und Vernunftbegriffe, gleich als ob ſie von einer, ley Art waͤren, in einem Striche hernannte. §. 42. Alle reine Verſtandeserkentniſſe haben das an ſich, daß ſich ihre Begriffe in der Erfahrung geben, und ihre Grundſaͤtze durch Erfahrung beſtaͤttigen laſſen; dagegen die transſcendenten Vernunfterkentniſſe ſich, weder was ihre Ideen betrift, in der Erfahrung geben, noch ihre Saͤtz jemals durch Erfahrung beſtaͤttigen, noch widerlegen laſ⸗ ſen; daher der dabey vielleicht einſchleichende Irrthum durch nichts anders, als reine Vernunft ſelbſt, aufgedeckt werden kan, welches aber ſehr ſchwer iſt, weil eben dieſe Vernunft vermittelſt ihrer Ideen natuͤrlicher Weiſe dialec⸗ tiſch wird, und dieſer unvermeidliche Schein durch keine objective und dogmatiſche Unterſuchungen der Sachen, ſon⸗ dern blos durch ſubjective, der Vernunft ſelbſt als einem Quell der Ideen, in Schranken gehalten werden kan. §. 43⸗ Es iſt jederzeit in der Critik mein groͤßtes Augenmerk geweſen, wie ich nicht allein die Erkentnißarten ſorgfaͤltig unterſcheiden, ſondern auch allein zu jeder derſelben gehoͤrige Begriffe aus ihrem gemeinſchaftlichen Quell Il ableiten koͤnte, da⸗ zamit ich woher ſie ſtimmen aber unſ der Aufe griffe a pt ne dieſes man niem dder ob, man dieſen ben, bon! DSaic E ſchen Fune hatte, ſo in den du denn wenn Ideen) geg na vor an als in der welche, ſo f Vernanſtſch in Anſchong fümmt von unft ausm Der Linthen Uäuneiie, t unternonnen h neinem gan, an s, und daher de ls ob ſi von iig unte, aben das an ſit geben, und ihh ſſen; dagegen d weder was ihte noch ihte Sae Hehegen! leichende Irrthet tt ſelbſt, auireakt t, weil eben de cher Weiſe dialee Schein durch kein der Sachen, ſor ft ſelbſt als einn werden kan⸗ gtoͤßtes Augenne tnißarten ſoryfi der detſobelüͤrih Quell ableln üm d ERrec e 129 damit ich nicht allein dadurch, daß ich unterrichtet waͤre, woher ſie abſtammen, ihren Gebrauch mit Sicherheit be⸗ ſtimmen koͤnte, ſondern auch den noch nie vermutheten, aber unſchaͤtzbaren Vortheil haͤtte, die Vollſtaͤndigkeit in der Aufzehlung, Claſſificirung und Specificirung der Be⸗ griffe a priori, mithin nach Principien zu erkennen. Oh⸗ ne dieſes iſt in der Metaphyſit alles lauter Rhapſodie, wo man niemals weiß, ob deſſen, was man beſitzt, gnug iſt, oder ob, und wo, noch etwas fehlen moͤge. Freylich kan man dieſen Vortheil auch nur in der reinen Philoſophie ha⸗ ben, von dieſer aber macht derſelbe auch das Weſen aus. Da ich den Urſprung der Categorien in den vier logi⸗ ſchen Functionen aller Urtheile des Verſtandes gefunden hatte, ſo war es ganz natuͤrlich, den Urſprung der Ideen den drey Funetionen der Vernunftſchluͤſſe zu ſuchen; denn wenn einmal ſolche reine Vernunftbegriffe(transſc. in Ideen) gegeben ſind, ſo koͤnnten ſie, wenn man ſie nicht et⸗ wa vor angebohren halten will, wohl nirgends anders, als in derſelben Vernunfthandlung angetroffen werden, welche, ſo fern ſie blos die Form betrift, das Logiſche der Vernunftſchluͤſſe, ſo fern ſie aber die Verſtandesurtheile in Anſehung einer oder der andern Form a priori als bes ſtimmt vorſtellt, transſcendentale Begriffe der reinen Ver⸗ nunft ausmacht. Der forn nale Unterſchied der Vernunftſchluͤſſe macht die Eintheilung derſe elben in categoriſche, hypothetiſche und disjunctive, nothwendig. Die darauf gegruͤndete Ver⸗ 5 nunft⸗ — ʒ— ʒʒ— 1 130 T nunftbegriffe enthalten alſo erſtlich die Idee des vollſtaͤndi⸗ gen Subjects(Subſtantiale), zweytens die Idee der voll⸗ ſtaͤndigen Reihe der Bedingungen, drittens die Beſtim— mung aller Begriffe in der Idee eines vollſtaͤndigen Inbe⸗ grifs des Moͤglichen). Die erſte Idee war phyſiologiſch, die zweyte cosmologiſch, die dritte theologiſch, und, da alle drey zu einer Dialectik Anlaß geben, doch iede auf ih— re eigene Art, ſo gruͤndete ſich darauf die Eintheilung der ganzen Dialectik der reinen Vernunft: in den Paralogis⸗ mus, die Antinomie, und endlich das Ideal derſelben, durch welche Ableitung man voͤllig ſicher geſtellt wird, daß alle Anſpruͤche der reinen Vernunft hier ganz vollſtaͤndig vorgeſtellt ſind, und kein einziger fehlen kan, weil das Vernunftvermoͤgen ſelbſt, als woraus ſie allen ihren Ur⸗ ſprung nehmen, dadurch gaͤnzlich ausgemeſſen wird. §. 44. Es iſt bey dieſer Betrachtung im Allgemeinen noch Lategorie der Erfal deſſelben! Vernunft gleichwoh nothwend ſey, oder nungen d den Begr fahrung/ und ſo ſſt Urſache der Prinep de fahrung a⸗ nen uns d der Welten iine Begel merkwuͤrdig: daß die Vernunftidee nicht etwa ſo wie die Endlich muͤ Ca⸗ *) Im diszjunctiven Urtheile betrachten wir alle Möglichkeit, re⸗ ſpectiv auf einen gewiſſen Begrif, als eingetheilt. Das ontologi⸗ ſche Princip der durchgaͤngigen Beſtimmung eines Dinges uͤber⸗ haupt(von allen moͤglichen entgegengeſetzten Praͤdicaten kommt jedem Dinge eines zu) welches zugleich das Princip aller disjune⸗ tiven Urtheile iſt, legt den Inbegrif aller Moͤglichkeit zum Grun⸗ de, in welchem die Moͤglichkeit jedes Dinges uͤberhaupt als be⸗ ſtimmter angeſehen wird. Dieſes dient zu einer kleinen Erlaͤu⸗ terung des obigen Satzes: daß die Vernunfthandlung in disjunc⸗ tiven Vernunftſchluͤſſen der Form nach mit derjenigen einerley ſen, wodurch ſie die Idee eines Inbegrifs aller Realitaͤt zu Stan⸗ de bringt, welche das Poſitive aller einander entgegengeſetzten Praͤ⸗ dicate in ſich enthaͤlt, furyhiloſop, die aus dem enthalten, dern ein G Es haben hres Gebr ſe darauf, iglic war litdes Ven te des wliind— die Nee der u trens de Bii lſtaändigen gi ar phyſätii ögiſch, und doch jede auf Eintheilung den Paraogt eal derſibe tellt wird, daß anz volltand kon weil de eoleen ihren h eſſen wind, Allgemeinen nat etwa ſo wi di 8 Woglichkei heilt. Das ontſt eines Dinges dig a Prͤdieaten kim Prineip allerdiöi aoglichkeit im bmm ges uͤberhannt 8 1 weiner leinrält rſthandlumantsun mit derfenen ſiine 1 saller Nalu Sii r auzzeeſten Le 131 Categorien, uns zum Gebrauche des Verſtandes in Anſehung der Erfahrung irgend etwas nutzen, ſondern in Anſehung deſſelben voͤllig entbehrlich, ja wohl gar den Maximen des Vernunfterkentniſſes der Natur entgegen und hinderlich, gleichwohl aber doch in anderer noch zu beſtimmender Abſicht nothwendig ſeyn. Ob die Seele eine einfache Subſtanz ſey, oder nicht, das kan uns zur Erklaͤrung der Erſchei⸗ nungen derſelben ganz gleichguͤltig ſeyn; denn wir koͤnnen den Begrif eines einfachen Weſens durch keine moͤgliche Er⸗ fahrung ſinnlich, mithin in concreto verſtaͤndlich machen, und ſo iſt er, in Anſehung aller verhofften Einſicht in die Urſache der Erſcheinungen, ganz leer, und kan zu keinem Princip der Erklaͤrung deſſen, was innere oder aͤuſſere Er⸗ fahrung an die Hand giebt, dienen. Eben ſo wenig koͤn⸗ nen uns die cosmologiſchen Ideen vom Weltanfange, oder der Weltewigkeit(a parte ante) dazu nutzen, um irgend eine Begebenheit in der Welt ſelbſt daraus zu erklaͤren. Endlich muͤſſen wir, nach einer richtigen Maxime der Na⸗ turphiloſophie, uns aller Erklaͤrung der Natureinrichtung, die aus dem Willen eines hoͤchſten Weſens gezogen worden, enthalten, weil dieſes nicht mehr Naturphiloſophie iſt, ſon⸗ dern ein Geſtaͤndniß, daß es damit bey uns zu Ende gehe. Es haben alſo dieſe Ideen eine ganz andere Beſtimmung ihres Gebrauchs, als ſene Categorien, durch die, und die darauf gebauten Grundſaͤtze, Erfahrung ſelbſt allererſt moͤglich ward. Indeſſen wuͤrde doch unſre muͤhſame Ana⸗ lytik des Verſtandes, wenn unſre Abſicht auf nichts anders J 2 als — ——— —— — — —— —— — ——— —*— ————ÿ—, ÿÿ—õ—— y8—x 22 132 als bloſſe Naturerkentniß, ſo wie ſie in der Erfahrung ge⸗ geben werden kan, gerichtet waͤre, auch ganz uͤberfluͤſſig ſeyn; denn Vernunft verrichtet ihr Geſchaͤfte ſo wohl in der Mathematik als Naturwiſſenſchaft, auch ohne alle dieſe ſubtile Deduction ganz ſicher und gut: alſo vereinigt ſich unſre Critik des Verſtandes mit den Ideen der reinen Ver⸗ nunft zu einer Abſicht, welche uͤber den Erfahrungsgebrauch des Verſtandes hinausgeſetzt iſt, von welcher wir doch oben geſagt haben, daß er in dieſem Betracht gaͤnzlich unmoͤg⸗ lich, und ohne Gegenſtand oder Bedeutung ſey. Es muß aber dennoch zwiſchen dem, was zur Natur der Vernunft und des Verſtandes gehoͤrt, Einſtimmung ſeyn, uß zur Vollkommenheit der letztern beytragen, und kan ſie unmoͤglich verwirren. Die Aufloſung dieſer Frage iſt ſolgende: Die reine Vernunft hat unter ihren Ideen nicht beſondere Gegen⸗ ſtaͤnde, die uͤber das Feld der Erfahrung hinauslaͤgen, zur Abſicht, ſondern fodert nur Vollſtaͤndigkeit des Verſtan⸗ desgebrauchs im Zuſammenhange der Erfahrung. Dieſe Vollſtaͤndigkeit aber kan nur eine Vollſtaͤndigkeit der Prin⸗ cipien, aber nicht der Anſchauungen und Gegenſtaͤnde ſeyn. Gleichwol, um ſich jene beſtimmt vorzuſtellen, denkt ſie ſich ſolche, als die Erkentniß eines Objects, deſſen Erkentniß in Anſehung jener Regeln vollſtaͤndig beſtimmt iſt, welches Object aber nur eine Idee iſt, um die Verſtandeserkent⸗ niß der Vollſtaͤndigkeit, die jene Idee bezeichnet, ſo nahe wie moͤglich zu bringen. und jene §. 45* licher deſt brauch ge an ſich Anſchauu in conere loonen, zw allein kein geben ko⸗ nun die, bbeſſer Ged che aber der eine 1. ſ w. d dazn dener zu machen, ſchauung, ihnen weg Jedeutung Es ſlbſ, ohn ſine Gren, Erſähng gan, übefüſt zaäfte o tijli ohne ale din vbereinig ſc der reinendn hrungsgebrun wir doch üün aͤnzlih unmiy ſep. Es mi der Vernunſt zn, und ſeue den, ved kin de: Die rein ſondere Gege nuslägen, zu t des Verſänn⸗ rung. Di geit der Pi genſtaͤnde ſin u, denktſieſ deſſen Erkentn mt iſt/ welte Verſtandekrin zeichnet, a n 8 4 — 133 §. 45. Vorlaͤufige Bemerkung Dialeetik der reinen Vernunft. Io hatenaben Paragraph 33, 34, gezeigt: daß die Rei⸗ nigkeit der Categorien von aller Beymiſchung ſinn⸗ licher Beſtimmungen die Vernunft verleiten koͤnne, ihren Ge⸗ brauch gaͤnzlich, uͤber alle Erfahrung hinaus, auf Dinge an ſich ſelbſt auszudehnen, wiewohl, da ſie ſelbſt keine Anſchauung finden, welche ihnen Bedeutung und Sinn in concreto verſchaffen koͤnte, ſie als blos logiſche Func⸗ tionen, zwar ein Ding uͤberhaupt vorſtellen, aber vor ſich allein keinen beſtimmten Begrif von irgend einem Dinge geben koͤnnen. Dergleichen hyperboliſche Objecte ſind nun die, ſo man Noumena oder reine Verſtandesweſen ceſſer Gedankenweſen) nennt, als z. B. Subſtanz, wels che aber ohne Beharrlichkeit in der Zeit gedacht wird, oder eine Urſache, die aber nicht in der Zeit wirkte, u. ſ. w. da man ihnen denn Praͤdicate beylegt, die blos dazu dienen, die Geſetzmaͤſſigkeit der Erfahrung moͤglich zu machen, und gleichwohl alle Bedingungen der An— ſchauung, unter denen allein Erfahrung moͤglich iſt, von ihnen wegnimmt, wodurch jene Begriffe wiederum alle Bedeutung verlieren. Es hat aber keine Gefahr, daß der Verſtand von ſelbſt, ohne durch fremde Geſetze gedrungen zu ſeyn, uͤber ſeine Grenzen ſo ganz muthwillig in das Feld von bloſſen Ge⸗ I 34 ⁴ Gedankenweſen ausſchweifen werde. Wenn aber die Ver⸗ nunft, die mit keinem Erfahrungsgebrauche der Verſtandes⸗ regeln, als der immer noch bedingt iſt, vollig befriedigt ſeyn kan, Vollendung dieſer Kette von Bedingungen fodert, ſo wird der Verſtand aus ſeinem Kreiſe getrieben, um theils Gegenſtaͤnde der Erfahrung in einer ſo weit erſtreckten Rei⸗ he vorzuſtellen, dergleichen gar keine Erfahrung faſſen kan, theils ſo gar(um ſie zu vollenden) gaͤnzlich auſſerhalb der⸗ ſelben Noumena zu ſuchen, an welche ſie jene Kette knuͤ— pfen und dadurch von Erfahrungsbedingungen endlich ein⸗ mal unabhaͤngig, ihre Haltung gleichwol vollſtaͤndig ma⸗ chen koͤnne. Das ſind nun die transſcendentalen Ideen, welche, ſie moͤgen nun nach dem wahren, aber verborge⸗ nen Zwecke der Naturbeſtimmung unſerer Vernunft, nicht auf uͤberſchwengliche Begriffe, ſondern blos auf unbegrenz⸗ te Erweiterung des Erfahrungsgebrauchs angelegt ſeyn, dennoch durch einen unvermeidlichen Schein dem Verſtan⸗ de einen transſcendenten Gebrauch ablocken, der, ob⸗ zwar betruͤglich, dennoch durch keinen Vorſatz innerhalb den Grenzen der Erfahrung zu bleiben, ſondern nur durch wiſſenſchaftliche Belehrung und mit Muͤhe in Schranken gebracht werden kan. §. 46. 1. Pſychologiſche Ideen. Critik(S. 341. u. f.) Man hat ſchon laͤngſt angemerkt, daß uns an allen Subſtanzen das eigentliche, Subject, näͤmlich das, was uͤbrig ibrig ble geſondert bekant ſe faltig Kl daß der nehmen d. i, bor ber, daß nen Geg reine Ve Dinas welches n fernerhin ſo weit ſ wir nicht Subject h˖ mals bon ſelbſt went wetden koͤn des dorinb hin auch d abſolatt E reale Eige Accidenzen immer nu dazu uns n abet de Na eder Verſandes ig befriedigt ſen gungen ſcher, rieben, um tl erſtreckten rung faſſen kan auſſerhalb de ſene Kette kü en endlich ein ollſaͤndig ma⸗ talen Ideen, ader verdorge ernunft, nict auf unbegteng angelegt ſehn dem Verſtan⸗ en, der/ ob⸗ ſaz innerhalb ern nat duth in Schranin . 341,17) daß und nn ällen zmlch das, wi üͤör 135 uͤbrig bleibt, nachdem alle Accidenzen(als Praͤdicate) ab⸗ geſondert worden, mithin das Subſtantiale ſelbſt, un bekant ſey, und uͤber dieſe Schranken unſrer Einſicht viel— faͤltig Klagen gefuͤhrt. Es iſt aber hiebey wohl zu merken, daß der menſchliche Verſtand daruͤber nicht in Anſpruch zu nehmen ſey: daß er das Subſtantiale der Dinge nicht kennt, d. i. vor ſich allein beſtimmen kan, ſondern vielmehr daruͤ⸗ ber, daß er es, als eine bloſſe Idee, gleich einem gegebe⸗ nen Gegenſtande beſtimmt, zu erkennen verlangt. Die reine Vernunft fodert, daß wir zu jedem Praͤdicate eines Dinges ſein ihm zugehoͤriges Subject, zu dieſem aber, welches nothwendiger Weiſe wiederum nur Praͤdicat iſt, fernerhin ſein Subject und ſo forthin ins Unendliche(oder ſo weit wir reichen) ſuchen ſollen. Aber hieraus folgt, daß wir nichts, wozu wir gelangen konnen, vor ein letztes Subject halten ſollen, und daß das Sobſtantial ſelbſt nie— mals von unſerm noch ſo tief eindringenden Verſtande, ſelbſt wenn ihm die ganze Natur aufgedeckt waͤre, gedacht werden koͤnne; weil die ſpecifiſche Natur unſeres Verſtan⸗ des darin beſteht, alles diſcurſiv d. i. durch Begriffe, mit⸗ hin auch durch lauter Praͤdicate zu denken, wozu alſo das abſolute Subſject jederzeit fehlen muß. Daher ſind alle reale Eigenſchaften, dadurch wir Koͤrper erkennen, lauter Accidenzen, ſo gar die Undurchdringlichkeit, die man ſich immer nur als die Wirkung einer Kraft vorſtellen muß, dazu uns das Subſect fehlt. Nun + ———— 6 136—— dun ſcheint es, als ob wir in dem Bewuſtſeyn uns ſerer ſelbſt(dem denkenden Subject) dieſes Subſtantiale haben, und zwar in einer ummitkelbareſ Anſchauung; denn alle Praͤdicate des innern Sinnes beziehen fſid auf das Ich, als Subject, und dieſes kan nicht weiter als Praͤdicat ir⸗ end eines andern Sutzeet gedacht werden. Aſlſo ſcheint ( Begriffe als Praͤdicate auf ein Subject, nicht blos Idee, ondern der Gegenſtand, naͤmlich das abſolute Subject elbſt, in der Erfähin rung gegeben zu ſeyn. Allein dieſe Erw zartdg wird vereitelt. Denn das Ich iſt gar kein Be⸗ grif*), ſondern nur Bezeichnung des Gegenſtandes des in⸗ hier die Vollſtaͤndigkeit in der Beziehung der gegebenen —— — nern Sinnes, ſo fern wir es durch kein Praͤdicat weiter erkennen, mithin kan es zwar an ſich kein Praͤdicat von einem andern Dinge ſe yn, aber eben ſo wenig auch ein be⸗ ſtimmter Begrif eines abſoluten Subjects, ſondern nur, wie in allen andern Faͤllen, die Beziehung der innern Er⸗ ſcheinungen auf das un— ner aen elden Gleich⸗ wol veranlaßt dieſe Idee(die gar wohl d u dient, als re⸗ — gulatives Princip alle materiali iſtiſche Erklaͤrungen der in⸗ nern Erſcheinungen unſerer Seele gaͤnzlich zu vernichten)) durch einen ganz natuͤrlichen Misverſtand ein ſehr ſcheinba⸗ res *⁴) Waͤre die Vorſtellung Axperception, das Ich, ein Begrif acht wuͤrde, ſo wuͤrde es auch als Praͤ⸗ at von andern Dingen gebraucht werden koͤnnen, oder ſolche Praͤdicate in ſich enthalten. Nun iſt es nichts mehr als Gefuͤhl ines Daſeyns oh ine d den mindeſten Begrif und nur Vorſtellung esjenigen, worauf alles Denken in Beziehung(relatione acci- dentis) 7 ſteht. Iog 3 e d er ed Undurrl 3 wodurch irgend etwas . 4 nes Argl dem Sum ſo ſern d Erfahruf Di auch ale weiter, den kon zen in d den kan. Di fe einer e ges exiſti harrlich ſe No Dergleiche ſch ſelbſt, Senge Rwufiſegn n 18 Sudſ do OQädſtantias hauung; de 1 auf das s I Prädar is gar kein ð Ve⸗ andes des ins Di wälter Praͤdicat va ig auch ein le⸗ ſondern nur, er inuern E⸗ den. Geich⸗ hent, als re⸗ agen der ir vernichten)“ ſehr ſcheinde — 13 7 res Argument, um, aus dieſem vermeinten Erkentniß von dem Subſtantiale unſeres denkenden Weſens, ſeine N ſo fern die Kentniß derſelden ganz auſſer den Inbegrif der Erfahrung hinaus faͤllt, zu ſchlieſſe — — 4 2 — „ — — — — ◻☚ — — — — — 2 — e auch als das lette Sutitr des 3Düneens⸗ was ſelbſt nicht Dinges vorgeſtellt wer⸗ den kan, Sudſtanz heiſon ſo bleibt dieſe Begrif doch gaͤnzlich leer, und ohne alle Folgen, wenn nicht von ihm die Beharrlichkeit, als das, was d zen in en Begrif der Erfahrung fruchtbar macht, den kan. der Subſtan⸗ bewieſen wer⸗ Die Beharrlichkeit kan aber niemals aus dem Begrif⸗ fe einer Subſtanz, als eines Dinges an ſich, ſondern zum Behuf der Erfahrung bewieſen werden. bey der erſte Dieſes iſt n Analogie der Erfahrung hinreichend darge⸗ than worden,(Critik S. 182.) und, will man ſich dieſem Beweiſe nicht ergeben, ſo darf man nur den Verſuch ſelbſt anſtenen, ob es gelingen werde, aus dem n a ges exiſtirt, zu beweiſen, daß ſein Daſeyn durchaus be— harrlich ſey, und d ß es, weder an ſich ſelbſt, noch durch irgend eine aundn icht entſtehen, oder ve De Dergleichen ſynthetiſche Saͤtze a priori koͤnnen niemals 7) ſelbſe, den jederzeit nur in Beziehung auf Dinge, J 5 als 138— als Gegenſtaͤnde einer moͤglichen Erfahrung, bewieſen werden. §. 48. Wenn wir alſo aus dem Begriffe der Seele als Sub⸗ ſtanz auf Beharrlichkeit derſelben ſchlieſſen wollen: ſo kan dieſes von ihr doch nur zum Behuf möglicher Srkaßrüng, und nicht von ihr, als einem Dinge an ſich ſelbſt und uͤber alle moͤgliche Erfahrung hinaus gelten. Nun iſt die ſub⸗ jective Bedingung aller unſerer moͤglichen Erfahrung das Leben: folglich kan nur auf die Beharrlichkeit der Seele im Leben geſchloſſen werden, denn der Tod des Men⸗ ſchen iſt das Ende aller Erfahrung, was die Seele als einen Gegenſtand derſelben betrift, wofern nicht dos Gegentheil dargethan wird, als wovon eben die Frage iſt. Alſo kan die Beharrlichkeit der Seele nur im Leben des Menſchen (deren Beweis man uns wohl ſchenken wird) aber nicht nach dem Tode(als woran uns eigentlich gelegen iſe dar⸗ gethan werden, und zwar aus dem Allgetmelnen Grunde, weil der Begrif der Subſtanz, ſo fern er mit dem Begrif der Beharrlichkeit als norhwendig berbunden angeſehen werden ſoll, dieſes nur nach einem Grundſatze möglicher Ee⸗ fahrung und alſo auch nur zum Behuf derſelben Lni zan *) Es iſt in der That ſehr merkwuͤrdig, daß die nneraodüiferi derhit ſo ſorglos uͤber den Grundſatz der Beharrlich e whe wibin⸗ en; ohne Zweifel, weil ſie ſich, ſo ba eſee as uit dem Be ſenhe Swage anfingen, von allen Seus erhäinenn dinata verlaſſen ſahen. Der gemeine Verſtand, der Lnt dahl⸗ dne daß ohne dieſe Vorausſetzung keine Vereinignng der ward, daß ohn 3 fr⸗ O liches al cotreſpo knuͤpfun der Erfa gen: daſ im Rau denn mi moͤlliche eben datl werden ko auſſer mi Wahr. Mang te er! Materi Aufloͤſt unverm digkeit ſt. N. der Eee wendige nͤmüich theilba tergan dieſes chunge wuͤrden der Su daher n mit and auch un don der ung, urnieſ Seele als eul vollen: ſo li der Erfahtung ſelbſt und uͤbe eun iſt die ſ⸗ Erfahrung das eit der Seele d des Men⸗ ſeele als einen as Gegentheil iſt. Aſſo kan des Menſchen ird) aber nicht legen iſt) dar, einen Grunde, it dem Begrif en angeſehen mogücher E⸗ ben ſeynkm. §. 49 taphyſikeriedettl Kkeit der Ellſin⸗ eweis dävon Ullt ſie es nit din Be⸗ eisthunenn rinii der oir vohl inne ine Drrainisnng de Waht 139 §. 49⸗ Daß unſeren aͤuſſeren Wahrnehmungen etwas wirk⸗ liches auſſer uns, nicht blos correſpondire, ſondern auch correſpondiren muͤſſe, kan gleichfalls niemals als Ver⸗ knuͤpfung der Dinge an ſich ſelbſt, wohl aber zum Behuf der Erfahrung bewieſen werden. Dieſes will ſo viel ſa⸗ gen: daß etwas auf empiriſche Art, mithin als Erſcheinung im Raume auſſer uns ſey, kan man gar wohl beweiſen; denn mit andern Gegenſtaͤnden, als denen, die zu einer moͤglichen Erfahrung gehoͤren, haben wir es nicht zu thun, eben darum, weil ſie uns in keiner Erfahrung gegeben werden koͤnnen, und alſo vor uns nichts ſeyn. Empiriſch auſſer mir iſt das, was im Raume angeſchaut wird, und da Wahrnehmungen in einer Erfahrung moͤglich ſey, erſetzte dieſen Mangel durch ein Poſtulat: denn aus der Erfahrung ſelbſt kon⸗ te er dieſen Grundſatz nimmermehr ziehen, theils weil ſie die Materien,(Subſtanzen) bey allen ihren Veraͤnderungen und Aufloͤſungen, nicht ſo weit verfolgen kan, um den Stoff immer unvermindert anzutreffen, theils weil der Grundſatz Nothwen⸗ digkeit enthaͤlt, die jederzeit das Zeichen eines Prineips a priori iſt. Nun wandten ſie dieſen Grundſatz getroſt auf den Begrif der Seele als einer Subſtanz an, und ſchloſſen auf eine noth⸗ wendige Fortdauer derſelben nach dem Tode des Menſchen(vor⸗ naͤmlich da die Einfachheit dieſer Subſtanz, welche aus der Un⸗ theilbarkeit des Bewuſtſeyns gefolgert ward, ſie wegen des Un⸗ terganges durch Aufoͤſung ſicherte). Haͤtten ſie die aͤchte Quelle dieſes Grundſatzes gefunden, welches aber weit tiefere Unterſu⸗ chungen erforderte, als ſie jemals anzufangen Luſt hatten, ſo wuͤrden ſie geſehen haben: daß jenes Geſetz der Beharrlichkeit der Subſtanzen nur zum Behuf der Erfahrung ſtattfinde, und daher nur auf Dinge, ſo fern ſie in der Erfahrung erkant und mit andern verbunden werden ſollen, niemals aber von ihnen auch unangeſehen aller moͤglichen Erfahrung, mithin auch nicht von der Seele pach dem Tode gelten koͤnne. — 140 E da dieſer ſamt allen Erſcheinungen, die er enthaͤlt, zu den Vorſtellungen gehoͤrt, deren Verknuͤpfung nach Erfah⸗ rungsgeſetzen eben ſowol ihre objective Wahrheit beweiſet, als die Verknuͤpfung der Erſcheinungen des innern Sinnes die Wirklichkeit meiner Seele(als eines Gegenſtandes des innern Sinnes), ſo bin ich mir vermittelſt der aͤuſſern Er⸗ fahrung eben ſowol der Wirklichkeit der Koͤrper, als aͤuſ⸗ ſerer Erſcheinungen im Raume, wie vermittelſt der innern Erfahrung des Daſeyns meiner Seele in der Zeit, bewuſt, die ich auch nur, als einen Gegenſtand des innern Sinnes, durch Erſcheinungen, die einen innern Zuſtand ausmachen, erkennen, und wovon mir das Weſen an ſich ſelbſt, das dieſen Erſcheinungen zum Grunde liegt, unbekant iſt, Der Carteſianiſche Idealism unterſcheidet alſo nur aͤuſſere Erfahrung vom Traume, und die Geſetzmaͤſſigkeit als ein Criterium der Wahrheit der erſtern, von der Regelloſig⸗ keit und dem falſchen Schein der letztern. Er ſetzt in bey— den Raum und Zeit als Bedingungen des Daſeyns der Gegenſtaͤnde voraus, und fraͤgt nur, ob die Gegenſtaͤnde aͤuſſerer Sinne wirklich im Raum anzutreffen ſeyn, die wir darin im Wachen ſetzen, ſo wie der Gegenſtand des innern Sinnes, die Seele, wirklich in der Zeit iſe, d. i. ob Er⸗ fahrung ſichere Criterien der e iche dund von Einbil⸗ dung bey 4 fuͤhre. Hier laͤßt ſich der Zweiſel nun leicht heben, und wir hehen ihn auch jederzeit im gemeinen Le⸗ ben da nich, daß wir die Verknuͤpfung der Erſcheinungen in beyden nach allgemeinen Geſetzen der Erfahrung unter⸗ ſu⸗ ſuchen, damit d nicht wo teriale, nach ihr den, la ſo ſicher eriſtiren nern S aber oͤhb Gegenſtat das Sulb die aͤuſe Ding an Grunde ſcheinunge ken als tur vernei anders mit innernE auſſer mei dieſe muß ſe iſt alle wird, en (ſonſt von Materſellen enthaͤl, dad g nach fi⸗ htheit beveſt innern Sinnes genſtandes des er aͤuſſern E orper, als au telt derinnen Zeit, bewwuſ. nern Sinnes, aulsmachen, ſelbſt, das dobetant iſt ſo nur aͤnſere ſigkeit als ei der Regelloſi r ett in bey Daſeyts der Gegenſtäͤnde ehn, die wit ad des inner d. i. ob Er g von Einbl veiſel nun ki gemeinen le erdäun tfahrang unce M 8 — — 141 ſuchen, und koͤnnen, wenn die Vorſtellung aͤuſſerer Dinge damit durchgehends uͤbereinſtimmt, nicht zweifeln, daß ſie nicht wahrhafte Erfahrung ausmachen ſollten. Der mas⸗ teriale Idealism, da Erſcheinungen als Erſcheinungen nur nach ihrer Verknuͤpfung in der Erfahrung betrachtet wer⸗ den, laͤßt alſo ſich ſehr leicht heben, und es iſt eine eben ſo ſichere Erfahrung, daß Koͤrper auſſer uns(im Raume) exiſtiren, als daß Ich ſelbſt, nach der Vorſtellung des in— nern Sinnes(in der Zeit) da bin: Denn der Begrif: auſſer uns, bedeutet nur die Exiſtenz im Raume. Da aber das Ich, in dem Satze: Ich bin, nicht blos den Gegenſtand der innern Anſchauung(in der Zeit) ſondern das Subject des Bewuſtſeyns, ſo wie Koͤrper nicht blos die aͤuſſere Anſchauung(im Raume) ſondern auch das Ding an ſich ſelbſt bedeutet, was dieſer Erſcheinung zum Grunde liegt: ſo kan die Frage: ob die Koͤrper(als Er⸗ ſcheinungen des aͤuſſern Sinnes) auſſer meinen Gedan⸗ ken als Koͤrper exiſtiren, ohne alles Bedenken in der Na— tur verneinet werden; aber darin verhaͤlt es ſich Pnr anders mit der Frage, ob ich ſelbſt als Erſcheinung d innern Sinnes(Seele nach der empiriſchen zochelege) auſſer meiner Vorſtellungskraft in der 3 dieſe muß eben ſo wohl verneinet werden, Auf ſolche Wei⸗ ſe iſt alles, wenn es auf ſeine wahre Bedeutung gebracht wird, entſchieden, und gewiß. Der formale Idealism (ſonſt von mir transſcendentale genannt) hebt wirklich den materiellen oder Carteſtaniſchen auf. Denn wenn der Raum — Zeit exiſtire, denn 1 p ———————— 1 2— — — 5 —— — — ᷣ— 142 Raum nichts als eine Form meiner Sinnlichkeit iſt, ſo iſt er als Vorſtellung in mir eben ſo wirklich, als ich ſelbſt, und es kommt nur noch auf die empiriſche Wahrheit der Erſcheinungen in demſelben an. Iſt das aber nicht, ſon⸗ dern der Raum und Erſcheinungen in ihm ſind etwas auſ⸗ ſer uns exiſtirendes, ſo koͤnnen alle Criterien der Erfah⸗ rung auſſer unſerer Wahrnehmung niemals die Wirklich⸗ keit dieſer Gegenſtaͤnde auſſer uns beweiſen. 5. ßo⸗ II. Cosmologiſche Ideen.(Crit. S. 405. u. f.) Dieſes Product der reinen Vernunft in ihrem trans⸗ ſcendenten Gebrauch iſt das merkwuͤrdigſte Phaͤnomen der⸗ ſelben, welches auch unter allen am kraͤftigſten wirkt, die Philoſophie aus ihrem dogmatiſchen Schlummer zu erwe⸗ cken, und ſie zu dem ſchweren Geſchaͤfte der Critik der Vernunft ſelbſt zu bewegen. Ich nenne dieſe Idee deswegen cosmologiſch, weil ſie ihr Object jederzeit nur in der Sinnenwelt nimmt, auch keine andere als die, deren Gegenſtand ein Object der Sinne iſt, braucht, mithin ſo fern einheimiſch und nicht transſcen⸗ dent, folglich bis dahin noch keine Idee iſt; dahingegen, die Seele ſich als eine einfache Subſtanz denken, ſchon ſo viel heißt, als ſich einen Gegenſtand denken(das Einfache) dergleichen den Sinnen gar nicht vorgeſtellt werden koͤnnen. Demungeachtet erweitert doch die cosmologiſche Idee die Verknuͤpfung des Bedingten mit ſeiner Bedingung(dieſe mag mag me fahrung Anſehur ſtand n werden 30 Categor auch ni allein i nunft ha ſcendente der Categ die abſol einem ge⸗ gemaͤß gie gen der t durch ſelb baren Gr. ſorechender phyſiſte 8 dern die der reinen etwa belie lichen Ve niemals e⸗ Rende vier iit ſt, ſoi ds ih ſi Vahtheit de richt, ſon detwas u n der Erfe⸗ de Wirtlih F. u, f) Frem trans⸗ aomen der, en wirkt, di ner zu erwe⸗ er Critik det giſch, veil immt, auch der Sinne ttrausſcen⸗ ngegen, d ſchon ſo vit as Einfache) erden konnen ſche dde die dinunz(diſ mal B 143 mag mathematiſch oder dynamiſch ſeyn) ſo ſehr, daß Er⸗ fahrung ihr niemals gleichkommen kan, und iſt alſo in Anſehung dieſes Punkts immer eine Idee, deren Gegen— ſtand niemals adaͤquat in irgend einer Erfahrung gegeben werden kan. §. 51. Zuerſt zeigt ſich hier der Nutzen eines Syſtems der Categorien ſo deutlich und unverkennbar, daß, wenn es auch nicht mehrere Beweisthuͤmer deſſelben gaͤbe, dieſer allein ihre Unentbehrlichkeit im Syſtem der reinen Ver⸗ nunft hinreichend darthun wuͤrde. Es ſind ſolcher trans— ſcendenten Ideen nicht mehr als vier, ſo viel als Claſſen der Categorien; in jeder derſelben aber gehen ſie nur auf die abſolute Vollſtaͤndigkeit der Reihe der Bedingungen zu einem gegebenen Bedingten. Dieſen cosmologiſchen Ideen gemaͤß giebt es auch nur viererley dialectiſche Behauptun⸗ gen der reinen Vernunft, die, da ſie dialectiſch ſind, da— durch ſelbſt beweiſen, daß einer jeden, nach eben ſo ſchein— baren Grundſaͤtzen der reinen Vernunft, ein ihm wider⸗ ſprechender entgegenſteht, welchen Widerſtreit keine meta⸗ phyſiſche Kunſt der ſubtilſten Diſtinction verhuͤten kan, ſon⸗ dern die den Philoſophen noͤthigt, zu den erſten Quellen der reinen Vernunft ſelbſt zuruͤck zu gehen. Dieſe nicht etwa beliebig erdachte, ſondern in der Natur der menſch⸗ lichen Vernunft gegruͤndete, mithin unvermeidliche und niemals ein Ende nehmende Antinomie, enthaͤlt nun fols gende vier Saͤtze ſamt ihren Gegenſaͤtzen. 1. Satz 46 n dhe ſ 1 10 1 1 1 15 4 1 4 5* G 6 1 Gſ 1 A ſ 4 144 Die Welt — —=— I. hat der Zeit und dem Raum nach einen Anfang(Grenze) Gegenſatz Die Welt iſt der Zeit und dem Raum nach unendlich 2° 3- Saz Satz Alles in der Welt beſteht Es gebkn der Welt Urſa⸗ aus der en durch Einfachen Gegenſatz Es iſt nichts alles iſt zuſammenge △̈ 6 2. In der Re Es iſt in ihr n Hier iſt nun chen Vernunft, andern Gebrauch d wir, wie es gew der Dünſenbelt als Dinge an ſich ſelbſt die Grundſaͤtze Einfaches, ſondern wovon ſonſt kein Veiſpiel in irgend Fre eyheit Gegenſatz oyn Es iſt keine Freyheit, ſondern alles iſt ſetzt Natur. 4. S a 8 Reihe der Welturſachen iſt irgend ein norhwendig Weſen Gegenſatz ichts nothwendig, ſondern in dieſer ot i ſt alles zufallig. 3 Reihe n das ſeltſamſte Phaͤnomen der menſchli⸗ einem rſelben gezeigt werden kann. W ie Erſcheinungen enken, wenn wir bönt ilich geſchieht, uns dung als allge ; hrev Verbind emein von Dingen an Senn an ſich Grundſ ja ohne vermutk woͤhnlic ſowol und unn — den ge ich n entzwey Hockt, do kuhe verſ R. herumpfe wahrheit nur nicht geich gäͤn konnen wi wir derkn ganzen„ koͤnnen, wie wolle Welt von Naterie deälen be nach ach 34 4 6 der Welt lſa⸗ durch heit ſat heit, ſondern n d. eit Neihe der weuſch jegend elnin ann. Pem Erſcheinungen ken, vend wit einten Ddinbe 1 0'' 145 an ſich ſelbſt und nicht blos von der Erfahrung geltende Grundſaͤtze annehmen, wie denn dieſes eben ſo gewoͤhnlich, ja ohne unſere Critik unvermeidlich iſt: ſo thut ſich ein nicht vermutheter Widerſtreit hervor, der niemals auf dem ge⸗ woͤhnlichen dogmatiſchen Wege beygelegt werden kan, weil ſowol Satz als Gegenſatz durch gleich einleuchtende klare und unwiderſtehliche Beweiſe dargethan werden koͤnnen, — denn vor die Richtigkeit aller dieſer Beweiſe verbuͤr⸗ ge ich mich,— und die Vernunft ſich alſo mit ſich ſelbſt entzweyt ſieht, ein Zuſtand, uͤber den der Sceptiker froh⸗ lockt, der critiſche Philoſoph aber in Nachdenken und Un⸗ ruhe verſetzt werden muß. §. 52. b. Man kan in der Metaphyſik auf mancherley Weiſe herumpfuſchen, ohne eben zu beſorgen, daß man auf Un⸗ wahrheit werde betreten werden. Denn, wenn man ſich nur nicht ſelbſt widerſpricht, welches in ſynthetiſchen, ob⸗ gleich gaͤnzlich erdichteten Saͤtzen gar wohl moͤglich iſt: ſo koͤnnen wir in allen ſolchen Faͤllen, wo die Begriffe, die wir verknuͤpfen, bloſſe Ideen ſind, die gar nicht(ihrem ganzen Inhalte nach) in der Erfahrung gegeben werden koͤnnen, niemals durch Erfahrung widerlegt werden. Denn wie wollten wir es durch Erfahrung ausmachen: ob die Welt von Ewigkeit hex ſey, oder einen Anfang habe, ob Materie ins Unendliche theilbar ſey, oder aus einfachen Theilen beſtehe, dergleichen Begriffe laſſen ſich in keiner, K auch — — ——————— 8 ½ L——.— auch der groͤßtmoͤglichen Erfahrung geben, mithin die uUnrichtigkeit des behauptenden oder verneinenden Satzes durch dieſen Probierſtein nicht entdecken. Der einzige moͤgliche Fall, da die Vernunft ihre geheime Dialectik, die ſie faͤlſchlich vor Dogmatik aͤus⸗ giebt, wider ihren Willen offenbarete, waͤre der, wenn ſie auf einen allgemeinen zugeſtandenen Grundſatz eine Be⸗ hauptung gruͤndete, und aus einem andern eben ſo bes glaubigten, mit der groͤßten Richtigkeit der Schlußart, gerade das Gegentheil folgerte. Dieſer Fall iſt hier nun wirklich, und zwar in Anſehung vier natuͤrlicher Ver⸗ nunftideen, woraus vier Behauptungen einerſeits, und eben ſo viel Gegenbehauptungen anderer Seits, jede mit richtiger Conſequenz aus allgemein zugeſtandnen Grund⸗ ſaͤtzen, entſpringen, und dadurch den dialectiſchen Schein der reinen Vernunft im Gebrauch dieſer Grundſätze ofſen⸗ baren, der ſonſt auf ewig verborgen ſeyn muͤßte. Hier iſt alſo ein entſcheidender Verſuch, der uns nothwendig eine Unrichtigkeit entdecken muß, die in den Vorausſetzungen der Vernunft verborgen liegt). Von zwey *) Ich wuͤnſche daher, daß der eritiſche Leſer ſich mit dieſer Antinomie hauptſaͤchlich beſchaͤftige, weil die Natur ſelbſt ſie aufgeſtellt zu haben ſcheint, um die Vernunft in ihren dreiſten Anmaſſungen ſtutzig zu machen, und zur Selbſtpruͤfung zu noͤthigen. Jeden Beweis, den ich fuͤr die Theſis ſo wol als Antitheſis gegeben habe⸗ mache ich mich anheiſchig zu verantworten, und dadurch die Ge⸗ wißheit der unvermeidlichen Antinomie der Vernunft darzuthun. Wenn der Leſer nun durch dieſe ſeltſame Erſcheinung dahin ge⸗ bracht wird, zu der Pruͤfung der dabey zum Grunde liegenden Vor⸗ weh e beide ſpreche zwey( eckigter was de Lirkl falſch, Grkel mal de Voraus ſen wi gedacht dacht w N nalema der The cher wid etkläͤreis theſis ber A o rede ih von V Vorau die er tieſer; wichin di enden Etges ternunft re dgmatit aus⸗ der, wem ſatz eine de eben ſo be Schlußart jſt pier nun icher Ver⸗ eits, und „irde wit nen Grunde ſchen Schein dſatze oſer⸗ ßte. , det uns de in der *). W zon ſeſer Antinnn e aufgeſtllt en Anmaſſun zthigen. Jän tiis gegebe ſahe d dadurc ſeGe⸗ rnunftyrathun. heinmng un 1 runde lies 5 — 147 zwey einander widerſprechenden Saͤtzen koͤnnen nicht alle beide falſch ſeyn, auſſer, wenn der Begriff ſelbſt wider⸗ ſprechend iſt, der beiden zum Grunde liegt; z. B. die zwey Saͤtze: ein viereckigter Zirkel iſt rund, und ein vier⸗ eckigter Zirkel iſt nicht rund, ſind beide falſch. Denn, was den erſten betrift, ſo iſt es falſch, daß der genannte Cirkel rund ſey, weil er viereckigt iſt; es iſt aber auch falſch, daß er nicht rund, d. i. eckigt ſey, weil er ein Cirkel iſt. Denn darin beſteht eben das logiſche Merk⸗ mal der Unmoͤglichkeit eines Begrifs, daß unter deſſelben Vorausſetzung zwey widerſprechende Säͤtze zugleich falſch ſeyn wuͤrden, mithin, weil kein drittes zwiſchen ihnen gedacht werden kan, durch jenen Begrif gar nichts ge⸗ dacht wird. §. z2. 9. Nun liegt den zwey erſteren Antinomien, die ich mathematiſche nenne, weil ſie ſich mit der Hinzuſetzung oder Theilung des Gleichartigen beſchaͤftigen, ein ſol⸗ cher widerſprechender Begrif zum Grunde; und daraus erklaͤre ich, wie es zugehe: daß Theſis ſo wohl ais Anti⸗ theſis bey beiden falſch ſind. Wenn ich von Gegenſtaͤnden in Zeit und Raum rede, ſo rede ich nicht von Dingen an ſich ſelbſt, darum, weil ich von dieſen nichts weiß, ſondern nur von Dingen in K 2 der Vorausſetzung zuruͤckzugehen, ſo wird er ſich gezwungen fuͤhlen, die erſte Grundlage aller Erkentniß der reinen Vernunft mit mix tiefer zu unterſuchen. ——ÿõÿ——— 149— der Erſcheinung„ d. i. von der Erfahrung, als einer be⸗ ſondern Erkentnisart der Objecte, die dem Menſchen al⸗ lein vergoͤnnet iſt. Was ich nun im Raume oder in der Zeit denke, von dem muß ich nicht ſagen: daß es an ſich ſelbſt, auch ohne dieſen meinen Gedanken, im Raume und der Zeit ſey; denn da wuͤrde ich mir ſelbſt widerſprechen; weil Raum und Zeit, ſamt den Erſcheinungen in ihnen, nichts an ſich ſelbſt und auſſer meinen Vorſtellungen exi⸗ ſtirendes, ſondern ſelbſt nur Vorſtellungsarten ſind, und es offenbar widerſprechend iſt, zu ſagen, daß eine bloße Vorſtellungsart auch auſſer unſerer Vorſtellung exiſtire. Die Gegenſtaͤnde alſo der Sinne exiſtiren nur in der Er— fahrung; dagegen auch ohne dieſelbe, oder vor ihr, ih⸗ nen eine eigene vor ſich beſtehende Exiſtenz zu geben, heißt ſo viel, als ſich vorſtellen, Erfahrung ſey auch ohne Er⸗ fahrung, oder vor derſelben wirklich. Wenn ich nun nach der Weltgroͤſſe, dem Raume und der Zeit nach, frage, ſo iſt es vor alle meine Begriffe eben ſo unmoͤglich zu ſagen, ſie ſey unendlich, als ſie ſey endlich. Denn keines von beiden kan in der Erfahrung enthalten ſeyn, weil weder von einem unendlichen Raume, oder unendlicher verfloſſener Zeit, nach der Begrenzung der Welt durch einen leeren Raum, oder eine vorhergehende leere Zeit, Erfahrung moͤglich iſt; das ſind nur Ideen. Alſo muͤßte dieſe, auf die eine oder die andere Art beſtimmte Groͤſſe der Welt in ihr ſelbſt liegen, abgeſondert von aller Er⸗ fahrung. Dieſes widerſpricht aber dem Begriffe einer Sinnen⸗ Sinn ten 7 näͤnli V an ſich ffolgt, welt Proble man m die C. loſe? Torſell ner nd⸗ jene g men, Theile nen nut einer b fium kat hergelen ſtellunge getroffe auch jes hag dat lnendlic pPheile als aänet t Mrnſthen a oder in de i es anſi Naume und derſorechn, gen in ihnen ellungen ey ſind, und Feine bloße ng exiſtire. in der Erz dt ihr, i geben, heiß ch ohne E Naume und Begrife eben eſey endüch ng enthalte taume, o renzung d vorhergeſen d nur JIne eAutlefumt rt vonaler Er Synſfe eine Sinnae 149 Sinnenwelt, die nur ein Inbegrif der Erſcheinung iſt, de⸗ ren Daſeyn und Verknuͤpfung nur in der Vorſtellung, naͤmlich der Erfahrung, ſtattfindet, weil ſie nicht Sache an ſich, ſondern ſelbſt nichts als Vorſtellungsart iſt. Hleraus folgt, daß, da der Begrif einer vor ſich exiſtirenden Sinnen⸗ welt in ſich ſelbſt widerſprechend iſt, die Aufloͤſung des Problems wegen ihrer Groͤſſe, auch jederzeit falſch ſeyn werde, man mag ſie nun bejahend oder verneinend verſuchen. Eben dieſes gilt von der zweyten Antinomie, die die Theilung der Erſcheinungen betrift. Denn dieſe ſind bloſſe Vorſtellungen, und die Theile exiſtiren blos in der Vorſtellung derſelben, mithin in der Theilung, d. i. in ei⸗ ner moͤglichen Erfahrung, darin ſie gegeben werden, und jene geht daher nur ſo weit, als dieſe reicht. Anzuneh⸗ men, daß eine Erſcheinung, z. B. die des Koörpers, alle Theile vor aller Erfahrung an ſich ſelbſt enthalte, zu de⸗ nen nur immer moͤgliche Erfahrung gelangen kan, heißt: einer bloßen Erſcheinung, die nur in der Erfahrung exi⸗ ſtiren kan, doch zugleich eine eigene vor Erfahrung vor⸗ hergehende Exiſtenz geben, oder zu ſagen, daß bloße Vor⸗ ſtellungen da ſind, ehe ſie in der Vorſtellungskraft an⸗ getroffen werden, welches ſich widerſpricht, und mithin auch jede Aufloͤſung der misverſtandenen Aufgabe, man mag darinne behaupten, die Koͤrper beſtehen an ſich aus unendlich viel Theilen oder einer endlichen Zahl einfacher Theile. K 3§. 53. .———*———————— —————y—————— Be—— 150— 9. 53. In der erſten Claſſe der Antinomie(der mathema⸗ tiſchen) beſtand die Falſchheit der Vorausſetzung darin: daß, was ſich widerſpricht(naͤmlich Erſcheinung als Sa⸗ che an ſich ſelbſt) als vereinbar in einem Begriffe vorge⸗ ſtellt wuͤrde. Was aber die zweyte, naͤmlich dynamiſche Claſſe der Antinomie betrift, ſo beſteht die Falſchheit der Vorausſetzung darin: daß, was vereinbar iſt, als wi⸗ derſprechend vorgeſtellt wird, folglich, da im erſteren Falle alle beide einander entgegengeſetzte Behauptungen falſch waren, hier wiederum ſolche, die durch bloßen Misverſtand einander entgegengeſetzt werden, alle beide wahr ſeyn koͤnnen. Die mathematiſche Verknuͤpfung naͤmlich ſetzt noth⸗ wendig Gleichartigkeit des Verknuͤpften(im Begriffe der Groͤſſe) voraus, die dynamiſche erfordert dieſes keineswe— ges. Wenn es auf die Groͤſſe des Ausgedehnten ankommt, ſo muͤſſen alle Theile unter ſich, und mit dem Ganzen gleichartig ſeyn; dagegen in der Verknuͤpfung der Urſa— che und Wirkung kan zwar auch Gleichguͤltigkeit angetrof⸗ fen werden, aber ſie iſt nicht nothwendig; denn der Be⸗ grif der Cauſſalitaͤt(vermittelſt deſſen durch Etwas etwas ganz davon verſchiedenes geſetzt wird) erfordert ſie wenig⸗ ſtens nicht. Wuͤrden die Gegenſtaͤnde der Sinnenwelt vor Din⸗ ge an ſich ſelbſt genommen, und die oben angefuͤhrte Na⸗ turgeſetze vor Geſetze der Dinge an ſich ſelbſt, ſo waͤre der der W Subſec als ble V ſo wol es wuͤt ben 2 Ih abe zogen, entſpti von Ca miglic begreifti mung d vorherge ſolgt. tat muß ſchiht. denn ſe Zeitfolge ſo wie cheinun zuch ent ung, ei ſaben m (der nuthen ezung duin ung als En zegriffe eun th dynamite Falſchheit d iſt, als tii dim erſteren ehauptungen urch bloßen alle beide ſch ſetzt noch⸗ Vegriffe der eſes keinesne ſten ankommt dem Ganzen ing der Urſt teit angetre denn der d Etwas ew. dert ſie wenn nwelt vtr Di angtfäfeede ſelbf, ſ ni 1 151 der Widerſpruch unvermeidlich. Eben ſo, wenn das Subject der Freyheit gleich den uͤbrigen Gegenſtaͤnden als bloße Erſcheinung vorgeſtellt wuͤrde, ſo koͤnte eben ſo wohl der Widerſpruch nicht vermieden werden, denn es wuͤrde eben daſſelbe von einerley Gegenſtande in derſel⸗ ben Bedeutung zugleich bejahet und verneinet werden. Iſt aber Naturnothwendigkeit blos auf Erſcheinungen be⸗ zogen, und Freyheit blos auf Dinge an ſich ſelbſt, ſo entſpringt kein Widerſpruch, wenn man gleich beide Arten von Cauſſalitaͤt annimt, oder zugiebt, ſo ſchwer oder un⸗ moͤglich es auch ſeyn moͤchte, die von der letzteren Art begreiflich zu machen. In der Erſcheinung iſt jede Wirkung eine Begeben⸗ heit, oder etwas, das in der Zeit geſchieht; vor ihr muß, nach dem allgemeinen Naturgeſetze, eine Beſtim⸗ mung der Cauſſalitaͤt ihrer Urſache(ein Zuſtand derſelben) vorhergehen, worauf ſie nach einem beſtaͤndigen Geſetze folgt. Aber dieſe Beſtimmung der Urſache zur Cauſſali⸗ taͤt muß auch etwas ſeyn, was ſich eraͤugnet oder ge⸗ ſchieht; die Urſache muß angefangen haben zu handeln, denn ſonſt ließe ſich zwiſchen ihr und der Wirkung keine Zeitfolge denken. Die Wirkung waͤre immer geweſen, ſo wie die Cauſſalitaͤt der Urſache. Alſo muß unter Er⸗ ſcheinungen die Beſtimmung der Urſache zum Wirken auch entſtanden, und mithin eben ſo wohl, als ihre Wir⸗ kung, eine Begebenheit ſeyn, die wiederum ihre Urſache haben muß, u. ſ. w. und folglich Naturnothwendigkeit 1 44 die 4 6 — —— — S —— ——ʒ——ry r———— 152 A +— die Bedingung ſeyn, nach welcher die wirkende Urſachen beſtimmt werden. Soll dagegen Freyheit eine Eigen⸗ ſchaft gewiſſer Urſachen der Erſcheinungen ſeyn, ſo muß ſie, reſpective auf die letztere, als Begebenheiten, ein Ver⸗ moͤgen ſeyn, ſie von ſelbſt(ſponte) anzufangen, d. i. ohne daß die Cauſſalitaͤt der Urſache ſelbſt anfangen duͤrf⸗ te, und daher keines andern ihren Anfang beſtimmenden Grundes benoͤthiget waͤre. Alsdenn aber muͤßte die Ur⸗ ſache, ihrer Cauſſalitaͤt nach, nicht unter Zeitbeſtimmun⸗ gen ihres Zuſtandes ſtehen, d. i. gar nicht Erſcheinung ſeyn, d. i. ſie müßte als ein Ding an ſich ſelbſt, die Wir⸗ kungen aber allein als Erſcheinungen angenommen werden“*). Kan man einen ſolchen Einfluß der Verſtan⸗ des⸗ *) Die Idee der Freyheit findet lediglich in dem Verhaͤltniſſe des Intellectuellen, als Urſache, zur Erſcheinung, als Wirkung, ſtatt. Daher koͤnnen wir der Materie in Anſehung ihrer unauf⸗ hoͤrlichen Handlung, dadurch ſie ihren Raum erfuͤllt, nicht Frey⸗ heit beylegen, obſchon dieſe Handlung aus innerem Princip ge⸗ ſchiche Eben ſo wenig koͤnnen wir vor reine Verſtandesweſen, . B. Gott, ſo fern ſeine Handlung immanent iſt, keinen Begriff ben Freyheit angemeſſen finden. Denn ſeine Handlung, obzwar unabhaͤngig von aͤußeren beſtimmenden Urſachen, iſt dennoch in ſciner ewigen Vernunft, mithin der goͤttlichen Natur, beſtimmt. Nur wenn durch eine Handlung erwas anfangen ſoll, mithin die Wirkung in der Zeitreihe, folglich der Sinnenwelt anzutref⸗ fen ſeyn ſoll,(z. B. Anfang der Welt) da erhebt ſich die Frage, ob die Cauſſalitaͤt der Urſache ſelbſt auch anfangen muͤſſe, oder, ob die Urſache eine Wirkung anheben koͤnne, ohne daß ihre Cauſ⸗ ſalitaͤt ſelbſt anfaͤngt. Im erſteren Falle iſt der Begriff dieſer Cauſ⸗ ſalitaͤt ein Begriff der Naturnothwendigkeit, im zweyten der Freyheit. Hieraus wird der Leſer erſehen, daß, da ich Freyheit ſas das Vermoͤgen eine Begebenbeit von ſelbſt anzufangen er⸗ klaͤrete, ich genau den Veniif traf, der das Problem der Me⸗ taphyfik iſt. desweſe wird zu in der gegen d iſt(obe Natur verſchie andrem beygele 3 2 Aos mi die Nat pfung das ſel obſectit fern ſ kaüpiu möͤgen Meſch nanft b trachtet Eigenſc keit, n ſchehen 3 bot cheinun können. B=Bn 153 ad Triachen desweſen auf Erſcheinungen ohne Widerſpruch denken, ſo teine Eign wird zwar aller Verknuͤpfung der Urſache und Wirkung yn, ſo mah in der Sinnenwelt Naturnothwendigkeit anhangen, da⸗ b ten, ein Ie ingen, di gegen doch derſenigen Urſache, die ſelbſt keine Erſcheinung iſt(obzwar ihr zum Grunde liegt), Freyheit zugeſtanden, fangen i Natur alſo und Freyheit eben demſelben Dinge, aber in beſtimmende verſchiedener Beziehung, einmal als Erſcheinung, das ißte die U andremal als einem Dinge an ſich ſelbſt ohne Widerſpruch eitbeſtimmun. beygelegt werden koͤnnen. 6 1 rſcheinung Wir haben in uns ein Vermoͤgen, welches nicht 8 „die Wir⸗ blos mit ſeinen ſubjectiv beſtimmenden Gruͤnden, welche ngenomwen die Natururſachen ſeiner Handlungen ſind, in Verknuͤ⸗ a dr Perſtut pfung ſteht, und ſo fern das Vermoͤgen eines Weſens iſt, A des das ſelbſt zu den Erſcheinungen gehoͤrt, ſondern auch auf Vaßilniſtt objective Gruͤnde, die blos Ideen ſind, bezogen wird, ſo vnn nnt fern ſie dieſes Vermoͤgen beſtimmen koͤnnen, welche Ver⸗ ült, nüht Fn knuͤpfung durch Sollen ausgedruckt wird. Dieſes Ver⸗ nceuſh moͤgen heißt Vernunft, und ſo fern wir ein Weſen(den ie i du Menſchen) lediglich nach dieſer objectiv beſtimmbaren Ver⸗ — n, iſ dmatj nunft betrachten, kan es nicht als ein Sinnenweſen be— 9.. Mudi trachtet werden, ſondern die gedachte Eigenſchaft iſt die ngen ſoll, unne nennalt anm Eigenſchaft eines Dinges an ſich ſelbſt, deren Moͤglich⸗ hebt ſc dichn keit, wie naͤmlich das Sollen, was doch noch nie ge— ———— whefia ſchehen iſt, die Thaͤtigkeit deſſelben beſtimme, und Urſa⸗ 6 danftentu che von Handlungen ſeyn koͤnne, deren Wirkung Er⸗ 8 ughe ſcheinung in der Sinnenwelt iſt, wir gar nicht begreifen äl bſ npaim/ können. Indeſſen wuͤrde doch die Cauſſalitaͤt der Ver⸗ 1 b rlim dar 9 K½ nunft 1 nunft in Anſehung der Wirkungen in der Sinnenwelt Freyheit ſeyn, ſo fern objective Gruͤnde, die ſelbſt Ideen ſind, in Anſehung ihrer als beſtimmend angeſehen werden. Denn ihre Handlung hinge alsdann nicht an ſubjectiven, mithin auch keinen Zeitbedingungen und alſo auch nicht vom Naturgeſetze ab, daß dieſe zu beſtimmen dient, weil Gruͤnde der Vernunft allgemein, aus Princi⸗ pien, ohne Einfluß der Umſtaͤnde der Zeit oder des Orts, Handlungen die Regel geben. Was ich hier anfuͤhre, gilt nur als Beyſpiel zur Verſtaͤndlichkeit, und gehoͤrt nicht nothwendig zu unſerer Frage, welche, unabhaͤngig von Eigenſchaften, die wir in der wirklichen Welt antreffen, aus bloſſen Begriffen entſchieden werden muß. Nun kan ich ohne Widerſpruch ſagen: alle Hand⸗ lungen vernuͤnftiger Weſen, ſo fern ſie Erſcheinungen ſind,(in irgend einer Erfahrung angetroffen werden) ſtehen unter der Naturnothwendigkeit; eben dieſelbe Handlungen aber, blos reſpective auf das vernuͤnftige Subject, und deſſen Vermoͤgen nach bloſſer Vernunft zu handeln, ſind frey. Denn was wird zur Naturnoth⸗ wendigkeit erfodert? Nichts weiter als die Beſtimmbar⸗ keit jeder Begebenheit der Sinnenwelt, nach beſtaͤndigen Geſetzen, mithin eine Beziehung auf Urſache in der Er⸗ ſcheinung, wobey das Ding an ſich ſelbſt, was zum Grunde liegt, und deſſen Cauſſalitaͤt unbekant bleibt. Ich ſage aber: das Naturgeſetz bleibt, es mag nun das ver⸗ vernuͤnft Urſache mag die Denn, rimen, ſaͤndige die hal nunft; unterw hach b aher nich an ihr a Urſache: ten Fall der Sin fluß auf nicht ſelb nöglich Feegheit nungen, ſchen als beſt bruch tj A ich dieje ſimmend Sirnerde e dee jiht nd angeſcha unn nict an ſen und alt zu beſcimmen aus Princh er des Orth Geyſpiel zur zu unſerer die wir u Wegtiffen alle Hand⸗ Erſcheinungen ſen werden) tben diſtbe 3 vernünfüt „Vernanit i ir Naturno Beſämmda ich beſtͤndie ſche in der d” 4, was in tblebk. Ih nuj unn d ben — 1 55 vernuͤnftige Weſen aus Vernunft, mithin durch Freyheit, Urſache der Wirkungen der Sinnenwelt ſeyn, oder es mag dieſe auch nicht aus Vernunftgruͤnden beſtimmen. Denn, iſt das erſte, ſo geſchieht die Handlung nach Ma— ximen, deren Wirkung in der Erſcheinung jederzeit be⸗ ſtaͤndigen Geſetzen gemaͤß ſeyn wird: iſt das zweyte, und die Handlung geſchieht nicht nach Principien der Ver⸗ nunft, ſo iſt ſie den empiriſchen Geſetzen der Sinnlichkeit unterworfen, und in beiden Faͤllen haͤngen die Wirkungen nach beſtaͤndigen Geſetzen zuſammen; mehr verlangen wir aber nicht zur Naturnothwendigkeit, ja mehr kennen wir an ihr auch nicht. Aber im erſten Falle iſt Vernunft die Urſache dieſer Naturgeſetze, und iſt alſo frey, im zwey⸗ ten Falle laufen die Wirkungen nach bloſſen Naturgeſetzen der Sinnlichkeit, darum, weil die Vernunft keinen Ein- fluß auf ſie ausuͤbt: ſie, die Vernunft, wird aber darum nicht ſelbſt durch die Sinnlichkeit beſtimmt,(welches un⸗ moͤglich iſt) und iſt daher auch in dieſem Falle frey. Die Freyheit hindert alſo nicht das Naturgeſetz der Erſchei⸗ nungen, ſo wenig, wie dieſes der Freyheit des practi⸗ ſchen Vernunftgebrauchs, der mit Dingen an ſich ſelbſt, als beſtimmenden Gruͤnden, in Verbindung ſteht, Ab⸗ bruch thut. Hiedurch wird alſo die practiſche Freyheit, naͤm⸗ lich dieſenige, in welcher die Vernunft nach objectiv⸗ be⸗ ſtimmenden Gruͤnden Cauſſalitaͤt hat, gerettet, ohne daß der ——— 8 1——·;·—ÿ—ÿ—;—;ẽ Q——ꝭ—Z—˖—;:—CQ’˖˖ZOQ:A:„yöyö„ ͤ— —:—ꝛ:—— 156 der Naturnothwendigkeit in Anſehung eben derſelben Wirkungen, als Erſcheinungen, der mindeſte Eintrag geſchieht. Eben dieſes kan auch zur Erlaͤuterung desje⸗ nigen, was wir wegen der transſcendentalen Freyheit und deren Vereinbarung mit Naturnothwendigkeit(in demſelben Subjecte, aber nicht in einer und derſelben Beziehung genommen) zu ſagen hatten, dienlich ſeyn. Denn was dieſe betrift, ſo iſt ein jeder Anfang der Hand⸗ lung eines Weſens aus obſjectiven Urſachen, reſpective auf dieſe beſtimmende Gruͤnde, immer ein erſter Anfang, obgleich dieſelbe Handlung in der Reihe der Erſcheinun⸗ gen nur ein ſubalterner Anfang iſt, vor welchem ein Zuſtand der Urſache vorhergehen muß, der ſie beſtimmt, und ſelbſt eben ſo von einer nah vorhergehenden beſtimmt wird: ſo daß man ſich an vernuͤnftigen Weſen, oder uͤberhaupt an Weſen, ſo fern ihre Cauſaalitaͤt in ihnen als Dingen an ſich ſelbſt beſtimmt wird, ohne in Wider⸗ ſpruch mit Naturgeſetzen zu gerathen, ein Vermoͤgen den— ken kan, eine Reihe von Zuſtaͤnden von ſelbſt anzufangen. Denn das Verhaͤltniß der Handlung zu objectiven Ver⸗ nunftgruͤnden iſt kein Zeitverhaͤltniß: hier geht das, was die Cauſſalitaͤt beſtimmt, nicht der Zeit nach vor der Handlung vorher, weil ſolche beſtimmende Gruͤnde nicht Beziehung der Gegenſtaͤnde auf Sinne, mithin nicht auf Urſachen in der Erſcheinung, ſondern beſtimmende Urſa⸗ chen, als Dinge an ſich ſelbſt, die nicht unter Zeitbedin⸗ gungen ſtehen, vorſtellen. So kan die Handlung in Anſe⸗ Anſehun fang/ doch zus und ohr ſem(da digkeit V die aͤhn nanft r Urſach Eiſchein dacht we Säͤte w der Sin ſeßen de hin not Velt de urſache Gane)! keit li blos dor auszudeh vermeng en daſeben deſſe Cunag terung desn len Fruße endigkelt(i ud derſelle dienlich ſeyn i der Hand reſpectibe auf r Mfang, Erſcheinun⸗ velchem ein d detramt, den beſtinunt Deſen, oder ltaͤt in ihuen hne in Wider⸗ ermogen deme anzufangen. eetiven Ver⸗ ht das, wai nach vot de Geuͤnde uich hin nict u mmende li nter zelte e bundlung An Anſehung der Cauſſalitaͤt der Vernunft als ein erſter An: fang, in Anſehung der Reihe der Erſcheinungen, aber doch zugleich als ein blos ſubordinirter Anfang angeſehen, und ohne Widerſpruch in jenem Betracht als frey, in die⸗ ſem(da ſie blos Erſcheinung iſt) als der Naturnothwen⸗ digkeit unterworfen, angeſehen werden. Was die vierte Antinomie betrift, ſo wird ſie auf die aͤhnliche Art gehoben, wie der Widerſtreit der Ver⸗ nunft mit ſich ſelbſt in der dritten. Denn, wenn die Urſache in der Erſcheinung, nur von der Urſache der Erſcheinungen, ſo fern ſie als Ding an ſich ſelbſt ge⸗ dacht werden kan, unterſchieden wird, ſo koͤnnen beide Saͤtze wohl neben einander beſtehen, naͤmlich, daß von der Sinnenwelt uͤberall keine Urſache(nach aͤhnlichen Ge⸗ ſetzen der Cauſſalitaͤt) ſtattfinde, deren Exiſtenz ſchlecht⸗ hin nothwendig ſey, imgleichen anderer Seits, daß dieſe Welt dennoch mit einem nothwendigen Weſen als ihrer Urſache(aber von anderer Art und nach einem andern Geſetze) verbunden ſey; welcher zween Saͤtze Unvertraͤglich⸗ keit lediglich auf dem Misverſtande beruht, das, was blos von Erſcheinungen gilt, uͤber Dinge an ſich ſelbſt auszudehnen, und uͤberhaupt beide in einem Begriffe zu vermengen. §. 54· Dies iſt nun die Aufſtellung und Aufloͤſung der ganzen Antinomie, darin ſich die Vernunft bey der An⸗ . wen⸗ ———— — — — wendung ihrer Prineipien auf die Sinnenwelt verwickelt findet, und wovon auch jſene(die bloße Auſſtrliung) ſo gar allein ſchon ein betraͤchtliches Verdienſt um die Kents nis der menſchlichen Vernunft ſeyn wuͤrde, wenn gleich die Aufloͤſung dieſes Widerſtreits den Leſer, der hier eis nen natuͤrlichen Schein zu bekaͤmpfen hat, welcher ihm nur neuerlich als ein ſolcher vorgeſtellet dorden, nach⸗ dem er ihn bisher immer vor wahr gehalten, hiedurch noch nicht voͤllig befriedigt werden ſote. Deni eint Folge hievon iſt doch unausbleiblich, naͤplich daß, weil es ganz unmoͤglich iſt, aus dieſem Widerſtreit der Wer, nunft mit ſich ſelbſt herauszukommen, ſo lange man die Gegenſtaͤnde der Sinnenwelt vor Gachen an ſich ſelbſt nimmt, und nicht vor das, was ſie in der That ſind, naͤmlich bloſſe Erſcheinungen, der Leſer daduuch genoͤthigt werde, die Deduction aller unſter Erkentnis a priori und die Pruͤfung derjenigen, die ich davon gegeben habe, nochmals vorzunehmen, um daruͤber zur Entſcheidung zu kommen. Mehr verlange ich jetzt nicht; deun wenn er ſich bey dieſer Beſchaͤftigung nur allererſ tief gnug 1 die Natur der reinen Vernunft hinein we hſ werden die Begriffe, durch weiche die Auf ſung e Widerſtreits der Vernunft allein moͤglich iſt, ihm chn gelaͤufig ſeyn, ohne welchen Umſtand ich ſelbſt n di aufmerkſamſten Leſer voͤlligen Beyfall nicht er ten kan. §. 55. „III. 2 wichtig. witd, dorch d iſt das hier nich Idee b der Gr jter Ae ahbricht, adſolate chen wuͤ kommnen nichin pelt; o helches, aun Seßa Perknüpfo gedacht ni läichter ni her konte entſpringt dinkens un eine n Veinunft: velt beri pufſklun) un die Fen, „wenn geic der hier welcher ihn orden, na en, hiedurz Denn ein daß, well it der Ver⸗ nge man die ſch ſeltſ er That ſind, uch gendthig is a prioti gegeben habe, Entſcheidung denn wenn nief gnug in acht hat, ufldſung d 1, ihn ſco ſelbſt von di nicht erna — 159 SF. 55. „III. Theologiſche Idee.(Critik S 571. u. f.) Die dritte transſcendentale Idee, die zu dem allers wichtigſten, aber, wenn er blos ſpeculativ betrieben wird, uͤberſchwenglichen(transſcendenten) und eben das durch dialectiſchen Gebrauch der Vernunft, Stoff giebt, iſt das Ideal der reinen Vernunft. Da die Vernunft hier nicht, wie bey der pſychologiſchen und cosmologiſchen Dee, von der Erfahrung anhebt, und durch Steigerung der Gruͤnde, wo moͤglich, zur abſoluten Vollſtaͤndigkeit ihrer Reihe zu trachten verleitet wird, ſondern gaͤnzlich abbricht, und aus bloſſen Begriffen von dem, was die abſolute Vollſtaͤndigkeit eines Dinges uͤberhaupt ausma— chen wuͤrde, mithin vermittelſt der Idee eines höchſt voll⸗ kommnen Urweſens zur Beſtimmung der Moglichkeit, mithin auch der Wirklichkeit aller andern Dinge herab— geht; ſo iſt hier die bloſſe Vorausſetzung eines Weſens, welches, obzwar nicht in der Erfahrungsreihe, dennoch zum Behuf der Erfahrung, um der Begreiflichkeit der Verknuͤpfung, Ordnung und Einheit der letzteren willen gedacht wird, d. i. die Idee von dem Verſtandesbegriffe leichter wie in den vorigen Faͤllen zu unterſcheiden. Da⸗ her konte hier der dialectiſche Schein, welcher daraus entſpringt, daß wir die ſubiective Bedingungen unſeres Denkens vor objective Bedingungen der Sachen ſelbſt und eine nothwendige Hypotheſe zur Befriedigung unſerer Vernunft vor ein Dogma halten, leicht vor Augen geſtellt wer⸗ 160— werden, und ich habe daher nichts weiter uͤber die Anmaſ⸗ ſungen der transſcendentalen Theologie zu erinnern, da das, was die Critik hieruͤber ſagt, faßlich, einleuchtend und entſcheidend iſt. §. 556. Allgemeine Anmerkung zu den transſcendentalen Ideen. Nie Gegenſtaͤnde, welche uns durch Erfahrung gege⸗ ben werden, ſind uns in vielerley Abſicht unbegreif⸗ lich, und es koͤnnen viele Fragen, auf die uns das Naturgeſetz fuͤhrt, wenn ſie bis zu einer gewiſſen Hoͤhe, aber immer dieſen Geſetzen gemaͤß getrieben werden, gar nicht aufge⸗ loͤſet werden, z. B. woher Materien einander anziehen. Allein, wenn wir die Natur ganz und gar verlaſſen, oder im Fortgange ihrer Verknuͤpfung alle moͤgliche Erfahrung uͤberſteigen, mithin uns in bloſſe Ideen vertiefen, als⸗ denn koͤnnen wir nicht ſagen, daß uns der Gegenſtand unbegreiflich ſey, und die Natur der Dinge uns unauf⸗ loͤsliche Aufgaben vorlege; denn wir haben es alsdenn gar nicht mit der Natur oder uͤberhaupt mit gegebenen Objecten, ſondern blos mit Begriffen zu thun, die in unſerer Vernunft lediglich ihren Urſprung haben, und mit bloſſen Gedanken⸗Weſen, in Anſehung deren alle Aufgaben, die aus dem Begriffe derſelben entſpringen muͤſ⸗ nuͤſſen/ von ih Rechenſc giſche/ Vernunf werden! Vernunfe genſͤnde um ihrer ſfean ins, velhes a rundſatze Angigen Einheit aher in ahſolutes ) Henrg V keit z. 7. zkein Be nunbegte „lichteit laͤnglic radox un tur ſey wenn wi us gehe en /alode ſen, und iſet 12 hebrauch den, weil aber de Aema eeinnern, j, einkeucn deen. rung gege ht unbegreiff § Warvrgeſe aber imme r nicht auf nder anziehen erlaſſen, ode che Erfahrun ertitfen, al er Gegenſin ge uns una een es alsde mit gegehe n thun, d ng haben, 9 thung demn Aben ertſpra 1 ᷓ 161 muͤſſen, aufgeloͤſet werden koͤnnen, weil die Vernunft von ihrem eigenen Verfahren allerdings vollſtaͤndige Rechenſchaft geben kan, und muß*). Da die phyſiolo⸗ 1 giſche, cosmologiſche und theologiſche Ideen lauter reine Vernunftbegriffe ſind, die in keiner Erfaͤhrung gegeben werden koͤnnen, ſo ſind uns die Fragen, die uns die Vernunft in Anſehung ihrer vorlegt, nicht durch die Ge⸗ genſtaͤnde, ſondern durch bloſſe Maximen der Vernunft um ihrer Selbſtbefriedigung willen aufgegeben, und muͤſ⸗ ſen insgeſamt hinreichend beantwortet werden koͤnnen, welches auch dadurch geſchieht, daß man zeigt, daß ſie Grundſaͤtze ſind, unſern Verſtandesgebrauch zur durch⸗ gaͤngigen Einhelligkeit, Vollſtaͤndigkeit und ſynthetiſchen Einheit zu bringen, und ſo fern blos von der Erfahrung, aber im Ganzen derſelben gelten. Obgleich aber ein abſolutes Ganze der Erfahrung unmoͤglich iſt, ſo iſt doch die *)) Herr Platner in ſeinen Aphorismen ſagt daher mit Scharfſinnig⸗ keit§. 728. 729.„Wenn die Vernunft ein Criterium iſt, ſo kan „kein Begrif moͤglich ſeyn, welcher der menſchlichen Vernunft „unbegreiflich iſt.— In dem Wirklichen allein findet Unbegreif⸗ „lichkeit ſtatt. Hier entſteht die Unbegreiflichkeit aus der Unzu⸗ „laͤnglichkeit der erworbenen Ideen.,,— Es klingt alſo nur pa⸗ radox und iſt uͤbrigens nicht befremdlich, zu ſagen, in der Na⸗ tur ſey uns vieles unbegreiflich,(z. B. das Zeugungsvermoͤgen) wenn wir aber noch hoͤher ſteigen und ſelbſt uͤber die Natur hin⸗ aus gehen, ſo werde uns wieder alles begreiflich; denn wir verla ſ⸗ ſen lalsdenn ganz die Gegenſtaͤnde, die uns gegeben werden koͤn⸗ nen, und beſchaͤftigen uns blos mit Ideen, bey denen wir das Geſetz, welches die Vernunft durch ſie dem Verſtande, zu ſeinem Gebrauch in der Erfahrung vorſchreibt, gar wohl begreifen koͤn⸗ nen, weil es ihr eigenes Product iſt. L 1 V 1 — AwW 1 9 . 8 ₰ 1 1 ¹ 1 1 L 97 , 3 1 — 1 4 5hb ¹ durn * 84 n A 1 4 8 5 1 65 Aä A En 6— aff 19 64 7 1 1 1 9 Be. 5³ 1 10 3 ö 9 8 3 7 4 1 A. 4 4 7 * * 4 f 4 „ 1 4 162 die Idere eines Ganzen der Erkentnis nach Principien uͤberhaupt dasjenige, was ihr allein eine beſondere Art der Einheit, naͤmlich die von einem Syſtem, verſchaffen kan, ohne die unſer Erkentnis nichts als Stuͤckwerk iſt, und zum hoͤchſten Zwecke(der immer nur das Syſtem aller Zwecke iſt,) nicht gebraucht werden kan; ich ver⸗ ſtehe aber hier nicht blos den practiſchen, ſondern auch den hoͤchſten Zweck des ſpeculativen Gebrauchs der Vernunft. Die transſcendentale Ideen druͤcken alſo die eigen⸗ thuͤmliche Beſtimmung der Vernunſt aus, naͤmlich als eines Princips der ſyſtematiſchen Einheit des Verſtandes⸗ gebrauchs. Wenn man aber dieſe Einheit der Erkentnis⸗ art davor anſieht, als ob ſie dem Objecte der Erkentnis anhaͤnge, wenn man ſie, die eigentlich blos regulativ iſt, vor conſtitutiv haͤlt, und ſich uͤberredet, man koͤnne vermittelſt dieſer Ideen ſeine Kentnis weit uͤber alle moͤg⸗ liche Erfahrung, mithin auf transſcendente Art erwei⸗ tern, da ſie doch blos dazu dient, Erfahrung in ihr ſelbſt der Vollſtaͤndigkeit ſo nahe wie moͤglich zu bringen, d. i. ihren Fortgang durch nichts einzuſchraͤnken, was zur Erfahrung nicht gehoͤren kan, ſo iſt dieſes ein bloſſer Misverſtand in Beurtheilung der eigentlichen Beſtimmung unſerer Vernunft, und ihrer Grundſaͤtze, und eine Dia⸗ lectik, die theils den Erfahrungsgebrauch der Vernunſt verwirrt, theils die Vernunft mit ſich ſelbſt entzweyet. Beſchluß Gri b wir von feten, auch be ſin aiht das mind eſchaffe enn we da zeit aber noc hehmun andern( Erfäürung den rainen dlsdenn, al keine Es Utgerein ſelhſt einn mägliche ſhun ach Punii beſondere n m, berſchafe Stüͤckwerki r das fii kan; ich w chen, ſonda Gebrauchs ſo die eihe naͤmlich al 3Verſtanden de ERentni e der Erkentt blos regulet det, man iin t uͤber alle n dente Art erb Erfahrung in glch zu bri uſchnken dieſes ein w lichen Seſinm e, un eine uch der Viu ſciſt ehun Bi — Beſchluß — von der Grenzbeſtimmung der reinen Vernunft. 163 §. 57. Nos den allerklaͤreſten Beweiſen, die wir oben gege⸗ ben haben, wuͤrde es Ungereimtheit ſeyn, wenn wir von irgend einem Gegenſtande mehr zu erkennen hof⸗ feten, ais zur moͤllichen Erfahrung deſſelben gehoͤrt, oder auch von irgend einem Dinge, wovon wir annehmen, es ſey nicht ein Gegenſtand moͤglicher Erfahrung, nur auf das mindeſte Erkentnis Anſpruch machten, es nach ſeiner Beſchaffenheit, wie es an ſich ſelbſt iſt, zu beſtimmen; denn wodurch wollen wir dieſe Beſtimmung verrichten, da Zeit, Raum, und alle Verſtandesbegriffe, vielmehr aber noch die durch empiriſche Anſchauung, oder Wahr⸗ nehmung in der Sinnenwelt, gezogene Begriffe keinen andern Gebrauch haben, noch haben koͤnnen, als blos Erfahrung moͤglich zu machen, und laſſen wir ſelbſt von den reinen Verſtandesbegriffen dieſe Bedingung weg, ſie alsdenn ganz und gar kein Object beſtimmen, und uͤber⸗ all keine Bedeutung haben. Es wuͤrde aber anderer Seits eine noch groͤſſere Ungereimtheit ſeyn, wenn wir gar keine Dinge an ſich ſelbſt einraͤumen, oder unſere Erfahrung vor die einzig moͤgliche Erkentnisart der Dinge, mithin unſre An⸗ ſchauung in Raum und Zeit vor die allein moͤgliche An⸗ 8 3 ſchau⸗ ———õ——— - 4 164 y ſchauung, unſern discurſiven Verſtand aber vor das Ur⸗ in, t 4 bild von jedem moͤglichen Verſtande ausgeben wollte, mit⸗ ter der 9 6 hin Principien der Moͤglichkeit der Erfahrung vor allge⸗ kan ul meine Bedingungen der Dinge an ſich ſelbſt wollten ges Geenzbe halten wiſſen. und alle Unſre Principien, welche den Gebrauch der Ver⸗ le nunft blos auf moͤgliche Erfahrung einſchraͤnken, koͤnten rung ſi demnach ſelbſt transſcendent werden, und die Schran⸗ gen, ke ken unſrer Vernunft vor Schranken der Moͤglichkeit der dennoch Dinge ſelbſt ausgeben, wie davon Humes Dialogen zum inzich Beiſpiel dienen koͤnnen, wenn nicht eine ſorgfaͤltige Critik Nununf die Grenzen unſerer Vernunft auch in Anſehung ihres partung empiriſchen Gebrauchs bewachte, und ihren Anmaſſungen Anſet ihr Ziel ſetzte. Der Scepticism iſt uranfaͤnglich aus der uͤnt, n kan, 1 Metaphyſik und ihrer Policeyloſen Dialektik entſprungen. nen Ver Anfangs mochte er wohl blos zu Gunſten des Erfahrungs⸗ Grund 8 gebrauchs der Vernunft, alles, was dieſen uͤberſteigt, etragn. V 4 vor nichtig und betruͤglich ausgeben, nach und nach aber, lguen 3 8 4 da man inne ward, daß es doch eben dieſelbe Grundſaͤtze zängung a priori ſind, deren man ſich bey der Erfahrung bedient, rialiſtich 6 4 die unvermerkt, und, wie es ſchien, mit eben demſelben dinn dee 1 34 Rechte noch weiter fuͤhreten, als Erfahrung reicht, ſo uingsbeg fing man an, ſelbſt in Erfahrungsgrundſaͤtze einen Zwei giff(ein fel zu ſetzen. Hiemit hat es nun wohl keine Noth; denn ſin Aj der geſunde Verſtand wird hierin wohl jederzeit ſeine Renlitaͤt 1 Rechte behaupten, allein es entſprang doch eine beſon⸗ der bloſſe „ dere Verwirrung in der Wiſſenſchaft, die nicht beſtimmen Frahen, het dit das h den wollte n rung bor alg löſt wolln auch der M aͤnken, kon aĩ die Schr Noglichkeit d Dialogen zur gfaͤltige Criti ſehung ihre Wmaſuuug mnglich aus d iik entſprungn des Erfahrun jeſen uͤberſtet und nach abt elbe Grundſt hrung bedſe eben demſt rung reicht, ſatze einen J aine Noth; d hl ſedetzet doch ene bi ie nihtleſimn fa! — 165 kan, wie weit und warum nur bis dahin und nicht wei⸗ ter der Vernunft zu trauen ſey, dieſer Verwirrung aber kan nur durch foͤrmliche und aus Grundſaͤtzen gezogene Grenzbeſtimmung unſeres Vernunftgebrauchs abgeholfen und allem Ruͤckfall auf kuͤnftige Zeit vorgebeugt werden. Es iſt wahr: wir koͤnnen uͤber alle moͤgliche Erfahs rung hinaus von dem, was Dinge an ſich ſelbſt ſeyn moͤ⸗ gen, keinen beſtimmten Begriff geben. Wir ſind aber dennoch nicht frey vor der Nachfrage nach dieſen, uns gaͤnzlich derſelben zu enthalten; denn Erfahrung thut der Vernunft niemals voͤllig Gnuͤge; ſie weiſet uns in Beant⸗ wortung der Fragen immer weiter zuruͤck, und laͤßt uns in Anſehung des voͤlligen Aufſchluſſes derſelben unbefrie⸗ digt, wie jedermann dieſes aus der Dialektik der rei⸗ nen Vernunft, die eben darum ihren guten ſubjectiven Grund hat, hinreichend erſehen kan. Wer kan es wohl ertragen, daß wir von der Natur unſerer Seele bis zum klaren Bewuſtſeyn des Subjects und zugleich der Ueber⸗ zeugung gelangen, daß ſeine Erſcheinungen nicht mate⸗ rialiſtiſch koͤnnen erklaͤrt werden, ohne zu fragen, was denn die Seele eigentlich ſeyn, und, wenn kein Erfah⸗ rungsbegrif hiezu zureicht, allenfalls einen Vernunftbe⸗ grif(eines einfachen materiellen Weſens) blos zu die⸗ ſem Behuf anzunehmen, ob wir gleich ſeine objective Realitaͤt gar nicht darthun koͤnnen? Wer kan ſich bey der bloſſen Erfahrungserkentnis in allen cosmologiſchen Fragen, von der Weltdauer und Groͤſſe, der Freyheit L 3 oder ds. n 166 oder Naturnothwendigkeit, befriedigen, da, wir moͤgen es anfangen, wie wir wollen, eine jede nach Erfahrungs⸗ grundgeſetzen gegebene Antwort immer eine neue Frage gebiert, die eben ſo wohl beantwortet ſeyn will, und da⸗ durch die Unzulaͤnglichkeit aller phyſiſchen Erklaͤrungsar⸗ ten zur Befriedigung der Vernunft deutlich darthut? Endlich, wer ſieht nicht bey der durchgaͤngigen Zufaͤllig⸗ keit und Abhaͤngigkeit alles deſſen, was er nur nach Er⸗ fahrungsprincipien denken und annehmen mag, die Un⸗ moͤglichkeit, bey dieſen ſtehen zu bleiben, und fuͤhlt ſich nicht nothgedrungen, unerachtet alles Verbots, ſich nicht in transſcendente Ideen zu verlieren, dennoch uͤber alle Begriffe, die er durch Erfahrung rechtfertigen kan, noch in dem Begriffe eines Weſens Ruhe und Befriedigung zu ſuchen, davon die Idee zwar an ſich ſelbſt der Moͤg⸗ lichkeit nach nicht eingeſehen, obgleich auch nicht wider⸗ legt werden kan, weil ſie ein bloſſes Verſtandesweſen be— trift, ohne die aber die Vernunft auf immer unbefrie⸗ digt bleiben muͤßte. Grenzen(bey ausgedehnten Weſen) ſetzen immer einen Raum voraus, der auſſerhalb einem gewiſſen be⸗ ſtimmten Platze angetroffen wird, und ihn einſchließt; Schranken beduͤrfen dergleichen nicht, ſondern ſind bloße Verneinungen, die eine Groͤſſe afficiren, ſo fern ſie nicht abſolute Vollſtaͤndigkeit hat. Unſre Vernunft aber ſieht gleichſam um ſich einen Raum vor die Erkentnis der Din⸗ ge an ſich ſelbſt, ob ſie gleich von ihnen niemals beſtimm⸗ te te Beg ſchraͤn iſ, I In d menſe zen/ niemal innern Erwei Nüͤgliq then ſo Keäfte einigur ken ſin matik, Gegenſe Tegriße ſehabb ſie beda continui ſenſchaf ruͤhrun fe der über doe gen dien licht zu a) twir nägn ch Eſahrung ne neue Fm will, un d Erkläͤrunue tich dartze gigen zufül⸗ nur nach( mag, die l und fuͤhlt ſi ts, ſich nich! och uͤbet all den kan, uit d Vefriedigun ſelbſt der M ch nicht wie randesweſen! immer unbeft ) ſetzen in em gewiſſet ihn einſt adern ſid ſo fetn ſe tnunft aber entrißder) nienab beſir — te Begriffe haben kan, und nur auf Erſcheinungen einge⸗ ſchraͤnkt iſt. So lange die Erkentniß der Vernunft gleichartig iſt, laſſen ſich von ihr keine beſtimmte Grenzen denken. 167 In der Mathematik und Naturwiſſenſchaft erkent die menſchliche Vernunft zwar Schranken, aber keine Grens zen, d. i. zwar, daß etwas auſſer ihr liege, wohin ſie niemals gelangen kan, aber nicht, daß ſie ſelbſt in ihrem innern Fortgange irgendwo vollendet ſeyn werde. Die Erweiterung der Einſichten in der Mathematik, und die Moͤglichkeit immer neuer Erfindungen geht ins Unendliche; eben ſo die Entdeckung neuer Natureigenſchaften, neuer Kraͤfte und Geſetze, durch fortgeſetzte Erfahrung und Ver⸗ einigung derſelben durch die Vernunft. Aber Schrans ken ſind hier gleichwohl nicht zu verkennen, denn Mathe⸗ matik geht nur auf Erſcheinungen, und was nicht ein Gegenſtand der ſinnlichen Anſchauung ſeyn kan, als die Begriffe der Metaphyſik und Moral, das liegt ganz auſ⸗ ſerhalb ihrer Sphaͤre, und dahin kan ſie niemals fuͤhren; ſie bedarf aber derſelben auch gar nicht. Es iſt alſo kein continuirlicher Fortgang und Annaͤherung zu dieſen Wiſ⸗ ſenſchaflen, und gleichſam ein Punct oder Linie der Be⸗ ruͤhrung. Naturwiſſenſchaft wird uns niemals das Inne⸗ re der Dinge, d. i. dasjenige, was nicht Erſcheinung iſt, aber doch zum oberſten Erklaͤrungsgrunde der Erſcheinun⸗ gen dienen kan, entdecken; aber ſie braucht dieſes auch nicht zu ihren phyſiſchen Erklaͤrungen; ja, wenn ihr auch 4„ der⸗ dergleichen anderweitig angeboten wuͤrde,(z. B. Einfluß immaterieller Weſen) ſo ſoll ſie es doch ausſchlagen und gar nicht in den Fortgang ihrer Erklaͤrungen bringen, ſons dern dieſe jederzeit nur auf das gruͤnden, was als Gegen⸗ ſtand der Sinne zu Erfahrung gehoͤren, und mit unſern wirklichen Wahrnehmungen nach Erfahrungsgeſetzen in Zuſammenhang gebracht werden kan. Allein Metaphyſik fuͤhret uns in den dialectiſchen Verſuchen der reinen Vernunft(die nicht willkuͤhrlich, oder muthwilliger Weiſe angefangen werden, ſondern dazu die Natur der Vernunft ſelbſt treibt) auf Grenzen, und die transſcendentale Ideen, eben dadurch, daß man ihrer nicht Umgang haben kan, daß ſie ſich gleichwohl niemals wollen realiſiren laſſen, dienen dazu, nicht allein uns wirklich die Grenzen des reinen Vernunftgebrauchs zu zeigen, ſondern auch die Art, ſolche zu beſtimmen, und das iſt auch der Zweck und Nutzen dieſer Naturanlage un⸗ ſerer Vernunft, welche Metaphyſik, als ihr Lieblingskind, ausgebohren hat, deſſen Erzeugung, ſo wie jede andere in der Welt, nicht dem ungefaͤhren Zufalle, ſondern ei⸗ nem urſpruͤnglichem Keime zuzuſchreiben iſt, welcher zu groſſen Zwecken weislich organiſirt iſt. Denn Metaphyſik iſt vielleicht mehr, wie irgend eine andere Wiſſenſchaft, durch die Natur ſeloſt ihren Grundzuͤgen nach in uns ge⸗ legt, und kan gar nicht als das Product einer beliebigen Wahl, oder als zufaͤllige Erweiterung beym Fortgange der der Er angeſeh L — des Ve hin inn doch be Unendlie Hoffnur Die tre Abſicht ſeßt ſie nicht ent ne Begr nen: D Namen Die Siu Geſezen ſtehen p ſelſ, un Grund d blos als kant we Vernun beit im einmal b 0 uunft in 6·8 bnuh utſchlgen un Köongen, ſn das als Gegn nd wit uſen noögeſeten i dialectiſch villkuͤhtli n, ſondern uf Grenzen, d daß mat ich gleichwoh nicht allen unftgebrauche ſtimmen, und aturanlage unt gieblingskim e jede anden ſondern weelcher nn Metephiſ t Wiſſeſch ach in vne g einet belbigen eym gtttgang d —— 169 der Erfahrungen(von denen ſie ſich gaͤnzlich abtrennt,) angeſehen werden. Die Vernunft, durch alle ihre Begriffe und Geſetze des Verſtandes, die ihr zum empiriſchen Gebrauche, mit⸗ hin innerhalb der Sinnenwelt, hinreichend ſind, findet doch von ſich dabey keine Befriedigung; denn durch ins Unendliche immer wiederkommende Fragen wird ihr alle Hoffnung zur vollendeten Aufloͤſung derſelben benommen. Die transſcendentale Ideen, welche dieſe Vollendung zur Abſicht haben, ſind ſolche Probleme der Vernunft. Nun ſieht ſie klaͤrlich: daß die Sinnenwelt dieſe Vollendung nicht enthalten koͤnne, mithin eben ſo wenig auch alle je⸗ ne Begriffe, die lediglich zum Verſtaͤndniſſe derſelben die— nen: Raum und Zeit, und alles, was wir unter dem Namen der reinen Verſtandesbegriffe angefuͤhrt haben. Die Sinnenwelt iſt nichts als eine Kette nach allgemeinen Geſetzen verknuͤpfter Erſcheinungen, ſie hat alſo kein Be⸗ ſtehen vor ſich, ſie iſt eigentlich nicht das Ding an ſich ſelbſt, und bezieht ſich alſo nothwendig auf das, was den Grund dieſer Erſcheinung enthaͤlt, auf Weſen, die nicht blos als Erſcheinung, ſondern als Dinge an ſich ſelbſt er⸗ kant werden koͤnnen. In der Erkentniß derſelben kan Vernunft allein hoffen, ihr Verlangen nach Vollſtaͤndig⸗ keit im Fortgange vom Bedingten zu deſſen Bedingungen einmal befriedigt zu ſehen. Oben G. 33. 34.) haben wir Schranken der Ver⸗ nunft in Anſehung aller Erkentniß bloſſer Gedankenweſen L 5 ange⸗ — 170— angezeigt, jetzt, da uns die transſcendentale Ideen den⸗ noch den Fortgang bis zu ihnen nothwendig machen, und nur alſo gleichſam bis zur Beruͤhrung des vollen Raumes (der Erfahrung) mit dem leeren,(wovon wir nichts wiſ⸗ ſen koͤnnen, den Noumenis) gefuͤhrt haben, koͤnnen wir auch die Grenzen der reinen Vernunft beſtimmen; denn in allen Grenzen iſt auch etwas Poſitives,(z. B. Flaͤche iſt die Grenze des coͤrperlichen Raumes, indeſſen doch ſelbſt ein Raum, Linie ein Raum, der die Grenze der Flaͤche iſt, Punct die Grenze der Linie, aber doch noch immer ein Ort im Raume,) dahingegen Schranken bloſſe Nega⸗ tionen enthalten. Die im angefuͤhrten§ph angezeigte Schranken ſind noch nicht genug, nachdem wir geſunden haben, daß noch uͤber dieſelbe etwas(ob wir es gleich, was es an ſich ſelbſt ſey, niemals erkennen werden,) hin⸗ ausliege. Denn nun fraͤgt ſich, wie verhaͤlt ſich unſere Vernunft bey dieſer Verknuͤpfung deſſen, was wir kennen, mit dem, was wir nicht kennen, und auch niemals ken⸗ nen werden? Hier iſt eine wirkliche Verknuͤpfung des be⸗ kanten mit einem voͤllig unbekanten,(was es auch jeder— zeit bleiben wird) und, wenn dabey das Unbekante auch nicht im Mindeſten bekanter werden ſollte— wie denn das in der That auch nicht zu hoffen iſt— ſo muß doch der Begrif von dieſer Verknuͤpfung beſtimmt, und zur Deutlichkeit gebracht werden koͤnnen. Wir ſollen uns denn alſo ein immaterielles Weſen, eine Verſtandeswelt, und ein hoͤchſtes aller Weſen(lauter Nou⸗ Noume V Dingen trift/ ren gl dieſe cnitzhi nungen und al erkenn thas ſi erkenne auf die Vernu twenigſe denken drucken rihts⸗ durcj ſt ühne B ten, di mehr x nomene len ein neymen he d begii, iale den dn g machen, un vollen Nauns vir nicts ſ j koͤnnen yi immen; dm G. B. Fth ſen doch ſelt ge der Flaͤh Hoch immer bloſſe Rega⸗ H angezeigte wit Kunden wir es glei, werden,) hir aͤlt ſich unſen as wir kennen ch niemals in jpfung des es auch jer Unbekante 2— wie . ſo nuß d mmt, undg teridls iſen in Vin laut Nih 171 Noumena) denken, weil die Vernunft nur in dieſen, als Dingen an ſich ſelbſt, Vollendung und Befriedigung an⸗ trift, die ſie in der Ableitung der Erſcheinungen aus ih⸗ ren gleichartigen Gruͤnden, niemals hoffen kan, und weil dieſe ſich wirklich auf etwas von ihnen unterſchiedenes (mithin gaͤnzlich ungleichartiges) beziehen, indem Erſcheis nungen doch jederzeit eine Sache an ſich ſelbſt vorausſetzen, und alſo darauf Anzeige thun, man mag ſie nun naͤher erkennen, oder nicht. Da wir nun aber dieſe Verſtandesweſen, nach dem, was ſie an ſich ſelbſt ſeyn moͤgen, d. i. beſtimmt, niemals erkennen koͤnnen, gleichwohl aber ſolche im Verhaͤltniß auf die Sinnenwelt dennoch annehmen, und durch die Vernunft damit verknuͤpfen muͤſſen, ſo werden wir doch wenigſtens dieſe Verknuͤpfung vermittelſt ſolcher Begriffe denken koͤnnen, die ihr Verhaͤltniß zur Sinnenwelt aus⸗ drucken. Denn, denken wir das Verſtandesweſen durch nichts als reine Verſtandesbegriffe, ſo denken wir uns da⸗ durch wirklich nichts beſtimmtes, mithin iſt unſer Begrif ohne Bedeutung: denken wir es uns durch Eigenſchaf⸗ ten, die von der Sinnenwelt entlehnt ſind, ſo iſt es nicht mehr Verſtandesweſen, es wird als eines von den Phaͤ⸗ nomenen gedacht und gehoͤrt zur Sinnenwelt. Wir wol⸗ len ein Beyſpiel vom Begriffe des hoͤchſten Weſens her⸗ nehmen. Der Deiſtiſche Begrif iſt ein ganz reiner Vernunft⸗ degrif, welcher aber nur ein Ding, das alle Realitaͤt ent⸗ A 4 1 4 5 1 1 —————ÿ—O—B—ʒ—ʒQOQNyõÿᷓ—— —, 172— enthaͤlt, vorſtellt, ohne deren eine einzige beſtimmen zu koͤnnen, weil dazu das Beyſpiel aus der Sinnenwelt ent⸗ lehnt werden muͤßte, in welchem Falle ich es immer nur mit einem Gegenſtande der Sinne, nicht aber mit etwas ganz ungleichartigem, was gar nicht ein Gegenſtand der Siane ſeyn kan, zu thun haben wuͤrde. Denn ich wuͤr⸗ de ihm z. B. Verſtand beylegen; ich habe aber gar kei⸗ nen Begrif von einem Verſtande, als dem, der ſo iſt, wie der meinige, naͤmlich ein ſolcher, dem durch Sinne Anſchauungen muͤſſen gegeben werden, und der ſich da⸗ mit beſchaͤftigt, ſie unter Regeln der Einheit des Bewuſt⸗ ſeyns zu bringen. Aber alsdenn wuͤrden die Elemente meines Begrifs immer in der Erſcheinung liegen; ich wur⸗ de aber eben durch die Unzulaͤnglichkeit der Erſcheinungen genoͤthigt, uͤber dieſelbe hinaus, zum Begriffe eines We⸗ ſens zu gehen, was gar nicht von Erſcheinungen abhaͤn⸗ gig, oder damit, als Bedingungen ſeiner Beſtimmung, verflochten iſt. Sondere ich aber den Verſtand von der Sinnlichkeit ab, um einen reinen Verſtand zu haben; ſo bleibt nichts als die bloſſe Form des Denkens ohne An⸗ ſchauung uͤbrig, wodurch allein ich nichts beſtimmtes, alſo keinen Gegenſtand erkennen kan. Ich muͤßte mir zu dem Ende einen andern Verſtand denken, der die Gegen⸗ ſtaͤnde anſchauete, wovon ich aber nicht den mindeſten Begrif habe, weil der menſchliche discurſiv iſt, und nur durch allgemeine Begriffe erkennen kan. Eben das wi⸗ derfaͤhrt mir auch, wenn ich dem hoͤchſten Weſen einen Willen Piller ich ihn meiner deren Grund Weſen ſchwach thuͤmen ſelbſt. nuͤhere grifs b ſiee ſehr tet, it unwide den blo als ont macht) fen, ſot einen d genug, ſalitaͤt! und da der The ds Dei Eefar Pſae beſäimmen 1 nnenwelt e es immer nu der mit etdas egenſtand i enn ich wit abet gar ki ; der ſo iſh durch Sinne der ſich da⸗ des Bewuſi⸗ ie Elemente da ſch wut⸗ Erſcheinungen ffe eines We ungen abhaͤn⸗ Beſtimmung, tand von der ) zu haben; ns ohne Auf beſtimmte nuͤßte wit et die Gege den mindeſte ˖Hiſt, und lut Eben dis vi n Vffr einen PWllen 6K 173 Willen beylege: Denn ich habe dieſen Begrif nur, indem ich ihn aus meiner innern Erfahrung ziehe, dabey aber meiner Abhaͤngigkeit der Zufriedenheit von Gegenſtaͤnden, deren Exiſtenz wir beduͤrfen, und alſo Sinnlichkeit zum Grunde liegt, welches dem reinen Begriffe des hoͤchſten Weſens gaͤnzlich widerſpricht. Die Einwuͤrfe des Hume wider den Deismus ſind ſchwach, und treffen niemals etwas mehr als die Beweis⸗ thuͤmer, niemals aber den Satz der deiſtiſchen Behauptung ſelbſt. Aber in Anſehung des Theismus, der durch eine naͤhere Beſtimmung unſeres dort blos transſcendenten Be⸗ grifs vom hoͤchſten Weſen zu Stande kommen ſoll, ſind ſie ſehr ſtark, und, nachdem man dieſen Begrif einrich⸗ tet, in gewiſſen(in der That, allen gewoͤhnlichen) Faͤllen unwiderleglich. Hume haͤlt ſich immer daran: daß durch den bloſſen Begrif eines Urweſens, dem wir keine andere als ontologiſche Praͤdicate(Ewigkeit, Allgegenwart, All⸗ macht) beylegen, wir wirklich gar nichts beſtimmtes den— ken, ſondern es muͤſten Eigenſchaften hinzukommen, die einen Begrif in concreto abgeben koͤnnen: es ſey nicht genug, zu ſagen: er ſey Urſache, ſondern wie ſeine Cauſ⸗ ſalitaͤt beſchaffen ſey, etwa durch Verſtand und Willen; und da fangen ſeine Angriffe der Sache ſelbſt, naͤmlich der Theismus an, da er vorher nur die Beweisgruͤnde des Deismus geſtuͤrmt hatte, welches keine ſonderliche Gefahr nach ſich ziehet. Seine gefaͤhrlichen Argumente 7 beziehen ſich insgeſamt auf den Anthropomorphismus, von — 1 1 — 8 4 f 1 2 1 ö ’ 5 7' 3 K 31 1 1 1 ’ 1 1 1 3 R 1 1 A e 4 7 d 1 1 1[Sn 9 e [I E P h* 3 1 1 1 —— 174 LMe von dem er davor haͤlt, er ſey von dem Theism unab⸗ trennlich, und mache ihn in ſich ſelbſt widerſprechend, lieſſe man ihn aber weg, ſo ſiele dieſer hiemit auch„ und es bliebe nichts als ein Deism uͤbrig, aus dem man nichts machen, der uns zu nichts nuͤtzen und zu gar keinen Fun⸗ damenten der Religion und Sitten dienen kan. Wenn dieſe Unvermeidlichkeit des Anthropomorphismus gewiß waͤre, ſo moͤchten die Beweiſe vom Daſeyn eines hoͤchſten Weſens ſeyn, welche ſie wollen, und alle eingeraͤumt wer— den, der Begrif von dieſem Weſen wuͤrde doch niemals von uns beſtimmt werden koͤnnen, ohne uns in Wider⸗ ſpruͤche zu verwickeln. Wenn wir mit dem Verbot, alle transſcendente Urtheile der reinen Vernunft zu vermeiden, das damit, dem Anſchein nach, ſtreitende Gebot, bis zu Begriffen, die auſſerhalb dem Felde des immanenten(empiriſchen Gebrauchs) liegen, hinauszugehen, verknuͤpfen, ſo wer⸗ den wir inne, daß beide zuſammen beſtehen koͤnnen, aber nur gerade auf der Grenze alles erlaubten Vernunftge⸗ brauchs; denn dieſe gehoͤret eben ſo wohl zum Felde der Erfahrung, als dem der Gedankenweſen, und wir wer⸗ den dadurch zugleich belehrt, wie jene ſo merkwuͤrdige Ideen lediglich zur Grenzbeſtimmung der menſchlichen Vernunft dienen, nämlich, einerſeits Erfahrungserkent⸗ niß nicht unbegrenzt auszudehnen, ſo daß gar nichts mehr als blos Welt von uns zu erkennen uͤbrig bliebe, und an⸗ dererſeits dennoch nicht uͤber die Grenze der Erfahrung hin⸗ aus⸗ V auszue Dinge V unſer ches d ſelbſte b Welt ſien durch und be V phismu dllbe ſchen⸗ ge une uhen und W, wie ver Kuͤnſier (oder d Erſcheit alſo hie ſt, abe in Anſe nne, Dhäisn mc viderpreten nit auch, un em man uicts ar keinen zu kan. Wmn hiemus gewi eines hoͤchſin ngeraͤumt wer doch niemals 5 in Wider⸗ daasſterdenk , das dawit zu Degriffen, n(empiriſchen pfen, ſo wer n koͤnnen, aler ten Vernunftoe l zun dede w und wir we ſo nertwüth der meiſclth rfahrungsat gar nicts n bliebe, undg rerfifung he aus — 175 auszugehen, und von Dingen auſſerhalb derſelben, als Dingen an ſich ſelbſt, urtheilen zu wollen. Wir halten uns aber auf dieſer Grenze, wenn wir unſer Urtheil blos auf das Verhaͤltnis einſchraͤnken, wel⸗ ches die Welt zu einem Weſen haben mag, deſſen Begrif ſelbſt auſſer aller Erkentnis liegt, deren wir innerhalb der Welt faͤhig ſeyn. Denn alsdenn eignen wir dem hoͤch ſten Weſen keine von den Eigenſchaften an ſich ſelbſt zu, durch die wir uns Gegenſtaͤnde der Erfahrung denken, und vermeiden dadurch den dogmatiſchen Anthropomor⸗ phismus, wir legen ſie aber dennoch dem Verhaͤltniſſe deſſelben zur Welt bey, und erlauben uns einen ſymboli⸗ ſchen Anthropomorphism, der in der That nur die Spra⸗ che und nicht das Obſject ſelbſt angeht. Wenn ich ſage, wir ſind genoͤthigt, die Welt ſo an⸗ zuſehen, als ob ſie das Werk eines hoͤchſten Verſtandes und Willens ſey, ſo ſage ich wirklich nichts mehr, als: wie verhaͤlt ſich eine Uhr, ein Schiff, ein Regiment, zum Kuͤnſtler, Baumeiſter, Befehlshaber, ſo die Sinnenwelt (oder alles das, was die Grundlage dieſes Inbegrifs von Erſcheinungen ausmacht) zu dem Unbekanten, das ich alſo hiedurch zwar nicht nach dem, was es an ſich ſelbſt iſt, aber doch nach dem, was es vor mich iſt, naͤmlich in Anſehung der Welt, davon ich ein, Theil bin, er⸗ kenne. §. 583s §. 58. Eine ſolche Erkentnis iſt die nach der Analogie, welche nicht etwa, wie man das Wort gemeiniglich nimmt, eine unvollkommene Aehnlichkeit zweener Dinge, ſondern eine vollkommne Aehnlichkeit zweener Verhaͤltniſſe zwiſchen ganz unaͤhnlichen Dingen bedeutet*). Vermittelſt dieſer Analogie bleibt doch ein vor uns hinlaͤnglich beſtimmter Begrif von dem hoͤchſten Weſen uͤbrig, ob wir gleich alles weggelaſſen haben, was ihn ſchlechthin und an ſich ſelbſt beſtimmen koͤnte; denn wir beſtimmen ihn doch reſpectiv auf die Welt und mithin auf uns, und mehr iſt uns auch nicht noͤthig. Die Angriffe, welche Hume auf diejenigen thut, welche dieſen Begrif abſolut beſtimmen wollen, indem ſie die Materialien dazu von ſich ſelbſt und der Welt ent⸗ lehnen, *) So iſt eine Analogie zwiſchen dem rechtlichen Verhaͤltniſſe menſch⸗ licher Handlungen, und dem mechaniſchen Verhaͤltniſſe der bewe⸗ genden Kraͤfte: ich kan gegen einen andern niemals etwas thun, ohne ihm ein Recht zu geben, unter den naͤmlichen Bedingungen eben daſſelbe gegen mich zu thun; eben ſo wie kein Koͤrper auf einen andern mit ſeiner bewegenden Kraft wirken kan, ohne da⸗ durch zu verurſachen, daß der andre ihm eben ſo viel entgegen wirke. Hier ſind Recht und bewegende Kraft ganz unaͤhnliche Dinge, aber in ihrem Verhaͤltniſſe iſt doch voͤllige Aehnlichkeit. Vermittelſt einer ſolchen Analogie kan ich daher einen Verhaͤltnis⸗ begrif von Dingen, die mir abſolut unbekant ſind, geben. Z. B. wie ſich verhaͤlt die Befoͤrderung des Gluͤcks der Kinder— a. zu der Liebe der Eltern— b. ſo die Wohlfahrt des menſchlichen Ge⸗ ſchlechts— c. zu dem Unbekanten in Gott=— x, welches wir Liede nennen; nicht als wenn es die mindeſte Aehnlichkeit mit irgend einer menſchlichen Neigung haͤtte, ſondern, weil wir das Ver⸗ haͤltnis derſelben zur Welt demjenigen aͤhnlich ſetzen koͤnnen, was Dinge der Welt unter einander haben. Der Verhaͤltnisbegrif aber iſt hier eine bloſſe Categorie, naͤmlich der Begrif der Urſache, der nichts mit Sinnlichkeit zu thun hat. lehnen, fen, er objectib ſten We 2 Hume i nen Dial deiſtiſch man ſich der Sul Auß, t Beingun hen, ch welches thropomo nenwelt, u de zwar nen auf B giif deſel ſen Weſe hung der uͤber uſch Vernunſt ſchaft, be iſt ſs der mn t, in der Anal iniglih rinm, dinge, ſonder tniſſe wichn ernitteſt dee lich beſtimman vir gleich allet an ſic ſabe doch reſpectir iſt uns auq uf dieſenigen en inden der Welt ent⸗ lehnen, ltniſſ der bewe nals etwas thun, hen Bedingungen kein Fötyer auf n kau, ohne dae ſo viel entgege gant unahnli lige Aehnlicht einen Verhäͤlt nd geben. 35 er Kinder=u¹l menſchlcen ⸗ welches virlu lichkeit wit hand weil wir d det⸗ ˖ſehen kunm nas er Veüniebegif Vennfde drſache — 177 lehnen, treffen uns nicht; auch kan er uns nicht vorwer⸗ fen, es bleibe uns gar nichts uͤbrig, wenn man uns den objectiven Anthropomorphism von dem Begriffe des hoͤch⸗ ſten Weſens wegnaͤhme. Denn wenn man uns nur anfangs(wie es auch Hume in der Perſon des Philo gegen den Cleanth in ſei⸗ nen Dialogen thut), als eine nothwendige Hypotheſe, den deiſtiſchen Begrif des Urweſens einraͤumt, in welchem man ſich das Urweſen durch lauter ontologiſche Praͤdicate, der Subſtanz, Urſache ꝛc. denkt,(welches man thun muß, weil die Vernunft in der Sinnenwelt durch lauter Bedingungen, die immer wiederum bedingt ſind, getrie⸗ ben, ohne das gar keine Befriedigung haben kan und welches man auch fuͤglich thun kan, ohne in den An⸗ thropomorphism zu gerathen, der Praͤdicate aus der Sin⸗ nenwelt auf ein von der Welt ganz unterſchiedenes Weſen uͤbertraͤgt, indem ſene Praͤdicate bloße Categorien ſind/ die zwar keinen beſtimmten, aber auch eben dadurch kei— nen auf Bedingungen der Sinnlichkeit eingeſchraͤnkten Be⸗ grif deſſelben geben): ſo kan uns nichts hindern von die⸗ ſem Weſen eine Cauſſalitaͤt durch Vernunft in Anſe⸗ hung der Welt zu praͤdiciren, und ſo zum Theismus uͤberzuſchreiten, ohne eben genoͤthigt zu ſeyn, ihm dieſe Vernunft an ihm ſelbſt, als eine ihm anklebende Eigen⸗ ſchaft, beyzulegen. Denn, was das Erſte betrift, ſo iſt es der einzige moͤgliche Weg, den Gebrauch der Ver⸗ nunft, in Anſehung aller moͤglichen Erfahrung, in der M Sinnen⸗ ſe 5 178 L V . Sinnenwelt durchgaͤngig mit ſich einſtimmig auf den hoͤch⸗ 6 4 ſten Grad zu treiben, wenn man ſelbſt wiederum eine 6 hoͤchſte Vernunft als eine Urſache aller Verknuͤpfungen in der Welt annimmt: ein ſolches Princip muß ihr durch⸗ gaͤngig vortheilhaft ſeyn, kan ihr aber nirgend in ihrem Naturgebrauche ſchaden; Zweytens aber wird dadurch 1 6 V doch die Vernunft nicht als Eigenſchaft auf das Urweſen an ſich ſelbſt uͤbertragen, ſondern nur auf das Verhaͤlt⸗ nis deſſelben zur Sinnenwelt und alſo der Anthropomor⸗ ſache der Vernunftform betrachtet, die in der Welt al⸗ 8 lenthalben angetroffen wird, und dem hoͤchſten Weſen, 6 A fo fern es den Grund dieſer Vernunftform der Welt ent⸗ haͤlt, zwar Vernunft beygelegt, aber nur nach der Ana⸗ 5 logie, d. i, ſo fern dieſer Ausdruck nur das Verhaͤltnis y anzeigt, was die uns unbekante oberſte Urſache zur Welt hat, um darin alles im hoͤchſten Grade vernunftmaͤßig zu beſtimmen. Dadurch wird nun verhuͤtet, daß wir uns der Eigenſchaft der Vernunft nicht bedienen, um Gott, ſondern um die Welt vermittelſt derſelben ſo zu denken, gebrauch in Auſehung dieſer nach einem Princip zu ha⸗ ben. Wir geſtehen dadurch: daß uns das hoͤchſte We⸗ ſen nach demjenigen, was es an ſich ſelbſt ſey, gaͤnzlic unerforſchlich und auf beſtimmte Weiſe ſo gar undenf, bar ſey, und werden dadurch abgehalten, nach unſeren Begriffen, die wir von der Vernunft als einer wirkenden Urſa⸗ phism gaͤnzlich vermieden. Denn hier wird nur die Ur⸗ als es nothwendig iſt, um den groͤßtmoͤglichen Vernunft⸗ eſache denten Eigenſc Natur chwaͤrn uch n uͤbertra mit hyy und vor der ſe⸗ nd nich 3 eine hen Be ans die Pernunf üöſtamm ihr, der dan nalln, oherſin! (her Ver dazu vor 0 Jc nige i ſehung bberſtel kante ꝛ mit den g auf da ſ t wiederum 1 erknüpfunge, muß ihr dut nirgend in ten er wird dadun auf das Urde fdas Verhi er Anthropom td nur die l n der Welt a. ochſten Weſi a der Welt i at nach der A das Verhält Urſache zur A vernunftmaͤßi t, daß wir! enen, um C in ſo zu di glichen Ver n Prineip das hochit elbſt ſe/ d eiſe ſo gar Unde lten/ nuj unſe als eine wirken 179 Urſache(vermittelſt des Willens) haben, keinen transſcen⸗ denten Gebrauch zu machen, um die goͤttliche Natur durch Eigenſchaften, die doch immer nur von der menſchlichen Natur entlehnt ſind, zu beſtimmen und uns in grobe oder ſchwaͤrmeriſche Begriffe zu verlieren, anderer Seits aber auch nicht die Weltbetrachtung, nach unſeren auf Gott uͤbertragenden Begriffen von der menſchlichen Vernunft, mit hyperphyſiſchen Erklaͤrungsarten zu uͤberſchwemmen und von ihrer eigentlichen Beſtimmung abzubringen, nach der ſie ein Studium der bloßen Natur durch die Vernunft und nicht eine vermeſſene Ableitung ihrer Erſcheinungen von einer hoͤchſten Vernunft ſeyn ſoll. Der unſeren ſchwa⸗ chen Begriffen angemeſſene Ausdruck wird ſeyn: daß wir uns die Welt ſo denken, als ob ſie von einer hoͤchſten Vernunft ihrem Daſeyn und inneren Beſtimmung nach abſtamme, wodurch wir theils die Beſchaffenheit, die ihr, der Welt, ſelbſt zukommt, erkennen, ohne uns doch anzumaßen, die ihrer Urſache an ſich ſelbſt beſtimmen zu wollen, theils anderer Seits in das Verhaͤltniß der oberſten Urſache zur Welt den Grund dieſer Beſchaffenheit (der Vernunftform in der Welt) legen, ohne die Welt dazu vor ſich ſelbſt zureichend zu finden*). M 2 Auf *) Ich werde ſagen: die Cauſſalitaͤt der oberſten Urſache iſt dasje⸗ nige in Anſehung der Welt, was menſchliche Vernunft in An⸗ ſehung ihrer Kunſtwerke iſt. Dabey bleibt mir die Natur der oberſten Urſache ſelbſt unbekant: ich vergleiche nur ihre mir be⸗ kante Wirkung(die Weltordnung) und deren Vernunftmaͤßigkeit mit den mir bekanten Wirkungen menſchlicher Vernunft, und nen⸗ ne — 1280 Auf ſolche Weiſe verſchwinden die Schwierigkeiten, die dem Theismus zu widerſtehen ſcheinen, dadurch: daß man mit dem Grundſatze des Hume, den Gebrauch der Vernunft nicht uͤber das Feld aller moͤglichen Erfahrung dogmatiſch hinaus zu treiben, einen anderen Grundſatz verbindet, den Hume gaͤnzlich uͤberſah, naͤmlich: das Feld moͤglicher Erfahrung nicht vor dasjenige, was in den Augen unſerer Vernunft ſich ſelbſt begrenzte, anzuſehen. Critik der Vernunft bezeichnet hier den wahren Mittelweg zwiſchen dem Dogmatism, den Hume bekaͤmpfte, und dem Scepticism, den er dagegen einfuͤhren wollte, einen Mit⸗ telweg, der nicht, wie andere Mittelwege, die man gleich⸗ ſam mechaniſch(etwas von einem, und etwas von dem andern) ſich ſelbſt zu beſtimmen anraͤth, und wodurch kein Menſch eines beſſeren belehrt wird, ſondern einen ſolchen, den man nach Principien genau beſtimmen kan. §. 59⸗ Ich habe mich zu Anfange dieſer Anmerkung des Sinnbildes einer Grenze bedient, um die Schranken der Vernunft in Anſehung ihres ihr angemeſſenen Ge⸗ brauchs feſtzuſetzen. Die Sinnenwelt enthaͤlt blos Er⸗ ſcheinungen, die noch nicht Dinge an ſich ſelbſt ſind, weh⸗ che letztere(Noumena) alſo der Verſtand, eben darum, weil ne daher jene eine Vernunft, ohne darum eben daſſelbe, was ich am Menſchen unter dieſem Ausdruck verſtehe, oder ſonſt et⸗ was mir bekantes ihr als ihre Eigenſchaft beyzulegen. vel 1 unge 8 b fährt lu beg aangt! Heding auſſer ſandes h fern ſandesn es auf: uͤber da aher eit wohl zu Nume dg doch nänft bl dieſer Gr Gtenze! leren R zu Dunge die Begt ihr ſonſt nugft in, ſe ſict in Schwieittiin 1, dadurg: en Gedrauch lihen Cfhen deren Gruhſa naͤmlich: d nige, was ini ate, anzuſefe ahren Mitteln npfte, und de te, einen Mit die wan Reich Ktwas von de und wodurc e ern einen ſachh n kan. Anmerkung! n die Schrut angemeſſenen! enchält bost t ſelbſtſad, nd, tden dir um eben diſete 1 verfehe de ſeni texzultgen — weil er die Gegenſtaͤnde der Erfahrung vor bloße Erſchei⸗ nungen erkennt, annehmen muß. ſind beide zuſammen befaßt, und es fraͤgt ſich: wie ver— faͤhrt Vernunft, den Verſtand in Anſehung beider Felder zu begrenzen? Erfahrung, welche alles, was zur Sin⸗ nenwelt gehoͤrt, enthaͤlt, begrenzt ſich nicht ſelbſt: ſie ge⸗ langt von jedem Bedingten immer nur auf ein anderes Bedingte. Das, was ſie begrenzen ſoll, muß gaͤnzlich auſſer ihr liegen, und dieſes iſt das Feld der reinen Ver⸗ ſtandesweſen. Dieſes aber iſt vor uns ein leerer Raum, ſo fern es auf die Beſtimmung der Natur dieſer Ver⸗ ſtandesweſen ankommt, und ſo fern koͤnnen wir, wenn es auf dogmatiſch-beſtimmte Begriffe angeſehen iſt, nicht uͤber das Feld moͤglicher Erfahrung hinaus kommen. Da aber eine Grenze ſelbſt etwas Poſitives iſt, welches ſo wohl zu dem gehoͤrt, was innerhalb derſelben, als zum Raume der auſſer einem gegebenen Inbegrif liegt, ſo iſt es doch eine wirkliche poſitive Erkentnis, deren die Ver⸗ nunft blos dadurch theilhaftig wird, daß ſie ſich bis zu dieſer Grenze erweitert, ſo doch, daß ſie nicht uͤber dieſe Grenze hinaus zu gehen verſucht, weil ſie daſelbſt einen leeren Raum vor ſich findet, in welchem ſie zwar Formen zu Dingen, aber keine Dinge ſelbſt denken kan. Aber die Begrenzung des Erfahrungsfeldes durch etwas, was 181 n ihr ſonſt unbekant iſt, iſt doch eine Erkentnis, die der Ver⸗ nunft in dieſem Standpunkte noch uͤbrig bleibt, dadurch ſie nicht innerhalb der Sinnenwelt beſchloſſen, auch nicht M 3 auſſer In unſerer Vernunft —— —, öͤͤͤdͤöͤöͤöͤöͤöͤöͤöͤö—ͤöoͤöͤöͤͤöͤͤoöoö— auſſer derſelben ſchwaͤrmend, ſondern ſo, wie es einer Kentnis der Grenze zukomt, ſich blos auf das Verhaͤltnis desjenigen, was auſſerhalb derſelben liegt, zu dem, was innerhalb enthalten iſt, einſchraͤnkt. Die natuͤrliche Theologie iſt ein ſolcher Begrif auf der Grenze der menſchlichen Vernunft, da ſie ſich genoͤ⸗ thigt ſieht, zu der Idee eines hoͤchſten Weſens(und, in practiſcher Beziehung, auch auf die einer intelligibelen Welt) hinauszuſehen, nicht, um in Anſehung dieſes bloſ⸗ ſen Verſtandesweſens, mithin auſſerhalb der Sinnenwelt, etwas zu beſtimmen, ſondern nur um ihren eigenen Ge⸗ drauch innerhalb derſelben nach Principien der groͤßt⸗moͤg⸗ lichen(theoretiſchen ſo wohl als practiſchen) Einheit zu leiten, und zu dieſem Behuf ſich der Beziehung derſelben auf eine ſelbſtſtaͤndige Vernunft als der Urſache aller die⸗ ſer Verknuͤpfungen zu bedienen, hiedurch aber nicht etwa ſich blos ein Weſen zu erdichten, ſondern, da auſſer der Sinnenwelt nothwendig Etwas, was nur der reine Ver⸗ ſtand denkt, anzutreffen ſeyn muß, dieſes nur auf ſolche Weiſe, obwohl freylich blos nach der Analogie, zu bes ſtimmen. Auf ſolche Weiſe bleibt unſer obiger Satz, der das Reſultat der ganzen Critik iſt:„daß uns Vernunft durch „alle ihre Principien a priori niemals etwas mehr, als „„lediglich Gegenſtaͤnde moͤglicher Erfahrung und auch von „dieſen nichts mehr, als was in der Erfahrung erkant „werden kan, lehre,,; aber dieſe, Einſchraͤnkung hindert nicht nicht/ d fahrung nicht G V Grund von den auf ihre cke gerie zu lehre reenünf mit wel G Netuüre zmar 1 Vearbei keit aus daß die R unſer che nard und in⸗ hm Schluͤſe aphyſt ſg wohl ſine de Iwecke, ſo, wie cs ie uf das Pergäle Jt, zu dem, w ücher Begiſa da ſie ſich ſ Weſens(und, lner intellighe khung dieſes l der Sinnenwe ren eigenen G der gedßt mi chen) Enhet ezjehung derſe rUrſache aller! h aber nicht a ern, da auſſt nur der reine? eſes nut auf ſ Analogie, ger Satz, de ns Vernunft etwas weht rung und auh er Etfaſrug d rſchündug h 9' 7 183 nicht, daß ſie uns nicht bis zur objectiven Grenze der Er⸗ fahrung, naͤmlich der Beziehung auf etwas, was ſelbſt nicht Gegenſtand der Erfahrung, aber doch der oberſte Grund aller derſelben ſeyn muß, fuͤhre, ohne uns doch von demſelben etwas an ſich, ſondern nur in Beziehung auf ihren eigenen vollſtaͤndigen und auf die hoͤchſten Zwe⸗ cke gerichteten Gebrauch im Felde moͤglicher Erfahrung, zu lehren. Dieſes iſt aber auch aller Nutzen, den man vernuͤnftiger Weiſe hiebey auch nur wuͤnſchen kan, und mit welchem man Urſache hat zufrieden zu ſeyn. §. 60. So haben wir Metaphyſik, wie ſie wirklich in der Naturanlage der menſchlichen Vernunft gegeben iſt, und zwar in demſenigen, was den weſentlichen Zweck ihrer Bearbeitung ausmacht, nach ihrer ſubjectiven Moͤglich— keit ausfuͤhrlich dargeſtellt. Da wir indeſſen doch fanden, daß dieſer blos natuͤrliche Gebrauch einer ſolchen Anla— ge unſerer Vernunft, wenn keine Diſciplin derſelben, wel⸗ che nur durch wiſſenſchaftliche Critik moͤglich iſt, ſie zuͤgelt und in Schranken ſetzt, ſie in uͤberſteigende, theils blos ſcheinbare, theils unter ſich ſo gar ſtrittige dialectiſche Schluͤſſe verwickelt, und uͤberdem dieſe vernuͤnftelnde Me⸗ taphyſik zur Befoͤrderung der Naturerkentnis entbehrlich, ja wohl gar ihr nachtheilig iſt, ſo bleibt es noch immer eine der Nachforſchung wuͤrdige Aufgabe, die Natur⸗ zwecke, worauf dieſe Anlage zu transſcendenten Begrif⸗ N; fen a u L 9 9 1 17 11 1 1 4 1 fen in unſere Vernunft abgezielt ſeyn mag, auszufinden, weil alles, was in der Natur liegt, doch auf irgend eine nuͤtzliche Abſicht urſpruͤnglich angelegt ſeyn mußz. Eine ſolche Unterſuchung iſt in der That mislich: auch geſtehe ich, daß es nur Muthmaßung ſey, wie alles, was die erſten Zwecke der Natur betrift, was ich hievon zu ſagen weiß, welches mir auch in dieſem Fall allein er⸗ laubt ſeyn mag, da die Frage nicht die objective Guͤltig⸗ keit metaphyſiſcher Urtheile, ſondern die Naturanlage zu denſelben angeht, und alſo auſſer dem Syſtem der Meta⸗ phyſik in der Anthropologie liegt. Wenn ich alle transſcendentale Ideen, deren Inbe⸗ grif die eigentliche Aufgabe der natuͤrlichen reinen Ver⸗ nunft ausmacht, welche ſie noͤthigt, die bloſſe Naturbe⸗ trachtung zu verlaſſen, und uͤber alle moͤgliche Erfahrung hinauszugehen und in dieſer Beſtrebung das Ding(es ſey Wiſſen oder Vernuͤnfteln) was Metaphyſik heißt, zu Stande zu bringen, ſo glaube ich gewahr zu werden, daß vieſe Naturanlage dahin abgezielet ſey, unſeren Begrif von den Feſſeln der Erfahrung und den S Schranken der bloſſen Naturbetrachtung ſo weit loszumachen, daß er wenigſtens ein Feld vor ſich eroͤffnet ſehe, was blos Ge⸗ genſtaͤnde vor den reinen Verſtand enthaͤlt, die keine Sinn⸗ lichkeit erreichen kan, zwar nicht in der Abſicht, um uns mit dieſen ſpeculativ zu beſchaͤftigen(weil wir keinen Bo⸗ den finden, worauf wir Fuß faſſen koͤnnen), ſondern damit praktiſche Principien, die, ohne einen ſolchen Raum vor ihre ihre ut finden, deren d btdarf. 1 ich mac über al lichen keit der bom A tnuglihe ſicht der dienen akei in imwer„ und die von det den muß ſie blos aſs ſeine Wernunf läm os, 7 auszedt auf irgend i muß. That wialdh ſey, wie t was ich hetn Fall allein a jectide Gülit aturanlage g tem der Metu deren Inben wien Den oſſ Naue liche Erfahrun das Dng ehyſik heißt,) zu werden d unſeren Ber Schranken nahen, dje „ was blos t die keine n bſicht, um wir keinen n), ſondernde ſlchen aun 1 h 185 ihre nothwendige Erwartung und Hoffnung vor ſich zu finden, ſich nicht zu der Allgemeinheit ausbreiten koͤnten, deren die Vernunft in moraliſcher Abſicht unumgaͤnglich bedarf. Da finde ich nun, daß die pſychologiſche Idee, ich mag dadurch auch noch ſo wenig von der reinen und uͤber alle Erfahrungsbegriffe erhabenen Natur der menſch⸗ lichen Seele einſehen, doch wenigſtens die Unzulaͤnglich⸗ keit der letzteren deutlich gnug zeige, und mich dadurch vom Materialism, als einem zu keiner Naturerklaͤrung b tauglichen, und uͤberdem die Vernunft in praktiſcher Ab— ſicht verengenden pſychologiſchen Begriffe abfuͤhre. dienen die cosmologiſche Ideen durch die ſichtbare Unzu⸗ laͤnglichkeit aller moͤglichen Naturerkentnis, die Vernunft in ihrer rechtmaͤßigen Nachfrage zu befriedigen, uns vom Naturalism, der die Natur vor ſich ſelbſt gnugſam aus⸗ geben will, abzuhalten. Endlich da alle Naturnothwen⸗ digkeit in der Sinnenwelt jederzeit bedingt iſt, indem ſie immer Abhaͤngigkeit der Dinge von andern vorausſetzt, und die unbedingte Nothwendigkeit nur in der Einheit einer von der Sinnenwelt unterſchiedenen Urſache geſucht wer⸗ den muß, die Cauſſalitaͤt derſelben aber wiederum, wenn ſie blos Natur waͤre, niemals das Daſeyn des Zufaͤlligen als ſeine Folge begreiflich machen koͤnte, ſo macht ſich die Vernunft vermittelſt der theologiſchen Idee vom Fata⸗ lism los, ſo wohl einer blinden Naturnothwendigkeit in V M 5 So dem dem Zuſammenhange der Natur ſelbſt, ohne erſtes Prin⸗ cip, als auch in der Cauſaalitaͤt dieſes Princip's ſelbſt, und fuͤhrt auf den Begrif einer Urſache durch Freyheit, mithin einer oberſten Intelligenz. So dienen die trans⸗ ſcendentale Ideen, wenn gleich nicht dazu, uns poſitiv zu belehren, doch die freche und das Feld der Vernunft verengende Behauptungen des Materialismus, Natu⸗ ralismus, und Fatalismus aufzuheben, und dadurch den moraliſchen Ideen auſſer dem Felde der Speculation Raum zu verſchaffen, und dieſes wuͤrde, duͤnkt mich, jes ne Naturanlage einigermaßen erklaͤren. Der practiſche Nutzen, den eine blos ſpeculative Wiſſenſchaft haben mag, liegt auſſerhalb den Greuzen dieſer Wiſſenſchaft, kan alſo blos als ein Scholion ange⸗ ſehen werden, und gehoͤrt, wie alle Scholien, nicht als ein Theil zur Wiſſenſchaft ſelbſt. Gleichwohl liegt dieſe Be— ziehung doch wenigſtens innerhalb den Grenzen der Phi⸗ loſophie, vornemlich derſenigen, welche aus reinen Ver⸗ nunftquellen ſchoͤpft, wo der ſpeculative Gebrauch der Vernunft in der Metaphyſik mit dem practiſchen in der Moral nothwendig Einheit haben muß. Daher die un⸗ vermeidliche Dialectik der reinen Vernunft, in einer Me⸗ taphyſik als Naturanlage betrachtet, nicht blos als ein Schein, der aufgeloͤſet zu werden bedarf, ſondern auch als Naturanſtalt ſeinem Zwecke nach, wenn man kan, erklaͤrt zu werden verdient, wiewohl dieſes Geſchaͤfte, als uͤber⸗ überver nicht; 9 7 Netap der Fe 647 bb nunfty vielme ſuchen und ge ſie doch we d 1 hen V auf be ihrem V ſonder b ſtand Ige E ten m V ziehun Erfah ſtehe, auch V den laupt anog jne erſts Prin. Princiy ⸗ ad.Pſa ienen de rung u, uns piſic dder Vernuſt lsenus, Ni n, und dadaut der Speculatie dnkt mich, Ae(dcdlatit ad den Greu n Schollon an glien, nichtolt hl legt dieſe Gtenzen der aus reinen d ve Gebrauc prattiſcen i Daher de nft, in eine! nicht blis ah zarf, ſondern— , wenn mal t ſes bechit — Ahe 187 uͤberverdienſtlich, der eigentlichen Metaphyſik mit Recht nicht zugemuthet werden darf. Vor ein zweytes, aber mehr mit dem Inhalte der Metaphyſik verwandtes Scholion, muͤßte die Aufloͤſung der Fragen gehalten werden, die in der Critik von Seite 647 bis 668 fortgehen. Denn da werden gewiſſe Ver⸗ nunftprincipien vorgetragen, die die Naturordnung oder vielmehr den Verſtand, der ihre Geſetze durch Erfahrung ſuchen ſoll, a priori beſtimmen. Sie ſcheinen conſtitutiv und geſetzgebend in Anſehung der Erfahrung zu ſeyn, da ſie doch aus bloſſer Vernunft entſpringen, welche nicht ſo, wie Verſtand, als ein Princip moͤglicher Erfahrung ange⸗ ſehen werden darf. Ob nun dieſe Uebereinſtimmung dar— 4 auf beruhe, daß, ſo wie Natur den Erſcheinungen oder ihrem Quell, der Sinnlichkeit, nicht an ſich ſelbſt anhaͤngt, ſondern nur in der Beziehung der letzteren auf den Ver⸗ ſtand angetroffen wird, ſo dieſem Verſtande die durchgaͤn— gige Einheit ſeines Gebrauchs, zum Behuf einer geſamm— ten moͤglichen Erfahrung(in einem Syſtem) nur mit Be⸗ ziehung auf die Vernunft zukommen koͤnne, mithin auch Erfahrung mittelbar unter der Geſetzgebung der Vernunft ſtehe, mag von denen, welche der Natur der Vernunft, auch auſſer ihrem Gebrauch in der Metaphyſik, ſo gar in den allgemeinen Principien eine Naturgeſchichte uͤber⸗ haupt ſyſtematiſch zu machen, nachſpuͤren wollen, weiter erwogen werden; denn dieſe Aufgabe habe ich in der Schrift 188— Schrift ſelbſt zwar als wichtig vorgeſtellt, aber ihre Auf⸗ loͤſung nicht verſucht*). Und ſo endige ich die analytiſche Aufloͤſung der von mir ſelbſt aufgeſtellten Hauptfrage: Wie iſt Metaphyſik uͤberhaupt moͤglich? indem ich von demjenigen, wo ihr Gebrauch wirklich, wenigſtens in den Folgen gegeben iſt, zu den Gruͤnden ihrer Moͤglichkelt hinaufſtieg. Aufloͤſung der allgemeinen Frage der Prolegomenen Wie iſt Metaphyſik als Wiſſenſchaft moͤglich? N etaphyſik, als Naturanlage der Vernunft, iſt wirk⸗ lich, aber ſie iſt auch vor ſich allein(wie die ana⸗ lytiſche Aufloͤſung der dritten Hauptfrage bewies, dialec⸗ tiſch und truͤglich. Aus dieſer alſo die Grundſaͤtze herneh— men wollen, und in dem Gebrauche derſelben dem zwar natuͤr⸗ *) Es iſt mein immerwaͤhrender Vorſatz durch die Critik geweſen, nichts zu verſaͤumen, was die Nachforſchung der Natur der rei⸗ nen Vernunft zur Vollſtaͤndigkeit bringen koͤnte, ob es gleich noch ſo tief verborgen liegen moͤchte. Es ſteht nachher in jedermanns Belieben, wie weit er ſeine Unterſuchung treiben will, wenn ihm nur angezeigt worden, welche noch anzuſtellen ſeyn moͤch⸗ ten, den dieſes kann man von demienigen billig erwarten, der es ſich zum Geſchaͤfte gemacht hat, dieſes ganze Feld zu uͤber⸗ meſſen, um es hernach zum kuͤnftigen Anbau und beliebigen Aus⸗ theilung andern zu uͤberlaſſen. Dahin gehoͤren auch die beiden Scholien, welche ſich durch ihre Trockenheit Liebhabern wohl ſchwerlich empfehlen duͤrften, und daher nur vor Kenner hinge⸗ ſtellt worden. nataͤrli folgen, diglecti der and gen und liche le Anſpru ſebſt d Einthei Sinnlich eine vol aller di werden ſonthet ction endlich vollſtaͤn auch ſie waͤhrten ſich, w bracht! unmoͤgl dieſes leingen und fr. bewegen aber ir u 1 ſung der 1 ſt Netwif nigen, wo gen gegeben ſ 9. he enſchaft unft, iſt wir (wie die ana bewies, dialen undſätze hern bben dem zoet natir ie Critik geweſt der Natur der n t, ob es gleich ut her in jedermam feiben will, venn ſtellen ſeyn mach lig erwarten, i anze Feld zu Me d beliebigen ⸗ en auch die bn tt Liebhaben Ga vor Kennet ſiun — 189 natuͤrli j folgen Deu Vchith hadfenes 1 falſchen Scheine dialecti enſchaft, ſondern nur ei der uih dechec edora dh⸗ darin es Pn ta gen uid denede en⸗ keine aber jemals einen rechtmaͤßi⸗ Damit ſie 4 eyfallnerwerben kan⸗ Sae ucherechung 3 als Wiſſenſchaft nicht blos auf truͤg— Anſoruchmachen„lundarn auf Einſicht und Ueberzeugung ſeſbt den ganzen W e, ſo muß eine Critik der Vernunft eicheilung de Vorrath der Begriffe a priori, die Sinnlichkeit dn aseec den verſchledenen Quellen, der ud ulſeen 4 2ennde und der Vernunft, ferner aller dieſer Seheeſn derſelben⸗ und die Zergliederun werdenß kan, dra⸗ mit allem, was daraus Tss onthetilcher Eiken f aber vornemlich die Moͤglichkeit des ction dieſer Beefriſt 1 priori, vermittelſt der Dedu⸗ eouch aueh 3 f die Grundſaͤtze ihres Gebrauchs volandigen Er en dirn deſſelben, alles aber in einei auch ſie pons n darlegen. Alſo enthaͤlt Crilik, und waͤhrten Püan, ja 8 3 zue u wohlgepruͤften und be⸗ eittel der Vollzi— en,eeras mentt e etnen Laneee unmoͤglich. 3. e ſh andere Wege und Mittel iſt ſie dieſes Geſchaffe bet ſich alſo hier nicht ſo wohl, wie Lesgeny dund dhhahee ſdet⸗ nur wie es in Gang zu und iechälgſen te Koͤpfe von der bisherigen Lertehrten bewpegen ſe zu Kahxr untruͤglichen Bearbeitung zu yn, und wie eine ſolche Vereinigung auf d gemein⸗ gemeinſchaftlichen Zweck am fuͤglichſten gelenkt werden koͤnne. So viel iſt gewiß: wer einmal Critik gekoſtet hat, den ekelt auf immer alles dogmatiſche Gewaͤſche, womit er vorher aus Noth vorlieb nahm, weil ſeine Vernunft etwas bedurfte, und nichts beſſeres zu ihrer Unterhal⸗ tung finden konte. Die Critik verhaͤlt ſich zur gewoͤhnli⸗ chen Schulmetaphyſik gerade wie Chemie zur Alchimie, oder wie Aſtronomie zur wahrſagenden Aſtrologie. Ich bin davor gut, daß Niemand, der die Grundſaͤtze der Critik auch nur in dieſen Prolegomenen durchgedacht und gefaßt hat, jemals wieder zu jener alten und ſophiſtiſchen Scheinwiſſenſchaft zuruͤckkehren werde; vielmehr wird er mit einem gewiſſen Ergoͤtzen auf eine Metaphyſik hinaus⸗ ſehen, die nunmehr allerdings in ſeiner Gewalt iſt, auch keiner vorbereitenden Entdeckungen mehr bedarf, und die zuerſt der Vernunft dauernde Befriedigung verſchaffen kan. Denn das iſt ein Vorzug, auf welchen unter allen moͤglichen Wiſſenſchaften Metaphyſik allein mit Zuverſicht rechnen kan, naͤmlich, daß ſie zur Vollendung und in den beharrlichen Zuſtand gebracht werden kan, da ſie ſich weiter nicht veraͤndern darf, auch keiner Vermehrung durch neue Entdeckungen faͤhig iſt; weil die Vernunft hier die Quellen ihrer Erkentnis nicht in den Gegenſtaͤn⸗ den und ihrer Anſchauung,(durch die ſie nicht ferner eines Mehreren belehrt werden kan) ſondern in ſich ſelbſt hat, und, wenn ſie die Grundgeſetze ihres Vermoͤgens vollſtaͤns dig V ges. dig und nichts en, ſichere Wiſen * gleich, verd) 1 V Zeit; Cultur 8 ſey, Efer, den/ alte E Scaatt V wegt n und an liche W mag ſ man ei wohlge ſpruch E A chen⸗ anchen Wisderg elenkt dedn k gekoit ſe iſche, ume eine Vernu zrer Unterd zur gewoͤhel zur Alchimi rologie. 30 rundſaͤße de gedacht und ſophiſtüſchen nehr wird u phyſik hinau walt iſt, auf darf, undi ung verſchfe hen unter dla mit zuveiſt ng und in i , da ſie ee Vermahen die Teruui den Gegrſi nicht farnr n n ſih ſ nuynealſän d LA 191 dig und gegen alle Misdeutung beſtimmt dargeſtellt hat, nichts uͤbrig bleibt, was reine Vernunft a priori erken⸗ nen, ja auch nur was ſie mit Grunde fragen koͤnte. Die ſichere Ausſicht auf ein ſo beſtimmtes und geſchloſſenes Wiſſen hat einen beſondern Reiz bey ſich, wenn man gleich allen Nutzen(von welchem ich hernach noch reden werde) bey Seite ſetzt. Alle falſche Kunſt, alle eitele Weisheit dauert ihre Zeit; denn endlich zerſtoͤrt ſie ſich ſelbſt, und die hoͤchſte Cultur derſelben iſt zugleich der Zeitpunct ihres Untergan⸗ ges. Daß in Anſehung der Metaphyſik dieſe Zeit jetzt da ſey, beweiſet der Zuſtand, in welchen ſie bey allem Eifer, womit ſonſt Wiſſenſchaften aller Art bearbeitet wer⸗ den, unter allen gelehrten Voͤlkern verfallen iſt. Die alte Einrichtung der Univerſitaͤtsſtudien erhaͤlt noch ihren Schatten, eine einzige Academie der Wiſſenſchaften be— wegt noch dann und wann durch ausgeſetzte Preiſe, ein und anderen Verſuch darin zu machen, aber unter gruͤnd⸗ liche Wiſſenſchaften wird ſie nicht mehr gezaͤhlet, und man mag ſelbſt urtheilen, wie etwa ein geiſtreicher Mann, den man einen großen Metaphyſiker nennen wollte, dieſen wohlgemeinten, aber kaum von jemanden beneideten Lob⸗ ſpruch aufnehmen wuͤrde. Ob aber gleich die Zeit des Verfalls aller dogmati⸗ ſchen Metaphyſik ungezweifelt da iſt, ſo fehlt doch noch manches dran, um ſagen zu koͤnnen, daß die Zeit ihrer Wiedergeburt, vermittelſt einer gruͤndlichen und vollen⸗ deten 192— deten Critik der Vernunft dagegen ſchon erſchienen ſey. Alle Uebergaͤnge von einer Neigung zu der ihr entgegen⸗ geſetzten gehen durch den Zuſtand der Gleichgultigkeit, und dieſer Zeitpunct iſt der gefaͤhrlichſte vor einen Verfaſ⸗ ſer, aber, wie mich duͤnkt, doch der guͤnſtigſte vor die Wiſſenſchaft. Denn wenn durch gaͤnzliche Trennung vor⸗ maliger Verbindungen der Parteygeiſt erloſchen iſt, ſo ſind die Gemuͤther in der beſten Verfaſſung, nur allmaͤlig Vorſchlaͤge zur Verbindung nach einem anderen Plane anzuhoͤren. Wenn ich ſage, daß ich von dieſen Prolegomenen hoffe, ſie werden die Nachforſchung im Felde der Critik vielleicht rege machen, und dem allgemeinen Geiſte der Philoſophie, dem es im ſpeculativen Theile an Nahrung zu fehlen ſcheint, einen neuen und viel verſprechenden Gegenſtand der Unterhaltung darreichen, ſo kan ich mir ſchon zum voraus vorſtellen: daß jedermann, der die dornigten Wege, die ich ihn in der Critik gefuͤhrt habe, unwillig und uͤberdruͤßig gemacht haben, mich fragen wer⸗ de, worauf ich wohl dieſe Hoffnung gruͤnde? Ich ant⸗ worte, auf das unwiderſtehliche Geſetz der Nothwen⸗ digkeit. Daß der Geiſt des Menſchen metaphyſiſche Unter⸗ ſuchungen einmal gaͤnzlich aufgeben werde, iſt eben ſo wenig zu erwarten, als daß wir, um nicht immer unrei⸗ ne Luft zu ſchoͤpfen, das Athemholen einmal lieber ganz und gar einſtellen wuͤrden. Es wird alſo in der Welt jeder⸗ —— ſederzeit dem na Ermang nach ſei bis dah Kopfe ei doch aus teinen T unterſu weil es dürfns, ſſt, abzug Ee Durchleſe mich dur faltigkeit hohl unte konnen, vhyſit un die geleh mir in a der Gemt 5 ich i ſu en(d fin en koͤn⸗ b trſciene n ihr intgen Slichgiligki einen Veri ſtigſte bot de Teennung ta ſchen iſt, ſ jnur almälg nderen Plane grolegomenen de der Ceitſt en Geiſte de an Nahrung verſprechen ſo kan ich m nann, der d gefuͤhrt hi ſlch fragen we de? Ich u der Nothte phyſiſche Unia e, iſt een ht immer unri nmal leür gan iſo nra Wel jede — 193 jederzeit, und was noch mehr, bey jedem, vornemlich dem nachdenkenden Menſchen Metaphyſik ſeyn, die, in Ermangelung eines oͤffentlichen Richtmaßes, jeder ſich nach ſeiner Art zuſchneiden wird. Nun kan das, was bis daher Metaphyſik geheiſſen hat, keinem pruͤfenden Kopfe ein Gnuͤge thun, ihr aber gaͤnzlich zu entſagen, iſt doch auch unmoglich, alſo muß endlich eine Critik der reinen Vernunft ſelbſt verſucht, oder, wenn eine da iſt/ unterſucht, und in allgemeine Pruͤfung gezogen werden, weil es ſonſt kein Mittel giebt, dieſer dringenden Be⸗ duͤrfnis, welche noch etwas mehr, als bloſſe Wißbegierde iſt, abzuhelfen⸗ Seitdem ich Critik kenne, habe ich am Ende des Durchleſens einer Schrift metaphyſiſchen Inhalts, die mich durch Beſtimmung ihrer Begriffe, durch Mannig⸗ faltigkeit und Ordnung und einen leichten Vortrag ſo wohl unterhielt, als auch cultivirte, mich nicht entbrechen koͤnnen, zu fragen: hat dieſer Autor wohl die Meta⸗ phyſik um einen Schritt weiter gebracht? Ich bitte die gelehrte Maͤnner um Vergebung, deren Schriften mir in anderer Abſicht genutzt, und immer zur Cultur der Gemuͤthskraͤfte beygetragen haͤben, weil ich geſtehe, daß ich weder in ihren noch in meinen geringeren Ver— ſuchen(denen doch Eigenliebe zum Vortheil ſpricht) habe finden koͤnnen, daß dadurch die Wiſſenſchaft im mindeſten N weiter — —— ————— — — —— 194 weiter gebracht worden, und dieſes zwar aus dem ganz natuͤrlichen Grunde, weil die Wiſſenſchaft noch nicht exi⸗ ſtirte, und auch nicht ſtuͤckweiſe zuſammengebracht wer⸗ den kan, ſondern ihr Keim in der Critik vorher voͤllig praͤ⸗ formirt ſeyn muß. Man muß aber, um alle Misdeutung zu verhuͤten, ſich aus dem vorigen wohl erinnern, daß durch analytiſche Behandlung unſerer Begriffe zwar dem Verſtande allerdings recht viel genutzt, die Wiſſenſchaft der(Metaphyſik) aber dadurch nicht im mindeſten weiter gebracht werde, weil jene Zergliederungen der Begriffe nur Materialien ſind, daraus allererſt Wiſſenſchaft ge⸗ zimmert werden ſoll. So mag man den Begrif von Sub⸗ ſtanz und Accidens noch ſo ſchoͤn zergliedern und beſtim⸗ men; das iſt recht gut als Vorbereitung zu irgend einem kuͤnftigen Gebrauche. Kan ich aber gar nicht beweiſen, daß in allem, was da iſt, die Subſtanz beharre, und nur die Accidenzen wechſeln, ſo war durch alle jene Zer⸗ gliederung die Wiſſenſchaft nicht im mindeſten weiter ge⸗ bracht. Nun hat Metaphyſik weder dieſen Satz, noch den Satz des zureichenden Grundes, vielweniger irgend einen zuſammengeſetztern, als z. B. einen zur Seelenlehre oder Cosmologie gehoͤrigen, und uͤberall gar keinen ſyn⸗ thetiſchen Satz bisher a priori guͤltig beweiſen koͤnnen: alſo iſt durch alle jene Analyſis nichts ausgerichtet, nichts geſchafft und gefoͤrdert worden, und die Wiſſenſchaft iſt nach ſo viel Gewuͤhl und Geraͤuſch noch immer da, wo ſie ſe Ve einen Satz zu bet leiſtet, Wiſſene ſonſt d Keine im(u Ausſpr ſenſcham V N foderun Gpield welches Geomet Vaͤnſch ſtandes pegſoni b e= 195 t aus den dann noch nicht ei tengebracht wen ſie zu Ariſtoteles Zeiten war, obzwar die Veranſtaltun⸗ gen dazu, wenn man nur erſt den Leitfaden zu ſoyntheti⸗ ſchen Erkentniſſen gefunden haͤtte, ohnſtreitig viel beſſer, arher vollg pr wie ſonſt getroffen worden. alle Misdeutur einnern, dah Glaubt jemand ſich hiedurch beleidigt, ſo kan er die⸗ grife zwar de ſe Beſchuldigung leicht zu nichte machen, wenn er nur de Bſſenſhwi einen einzigen ſynthetiſchen, zur Metaphyſik gehoͤrigen nindeſten weiin Satz anfuͤhren will, den er auf dogmatiſche Art a priori n der erft zu beweiſen ſich erbietet, denn nur dann, wenn er dieſes Liſſenſchaft gs leiſtet, werde ich ihm einraͤumen, daß er wirklich die egrif von Sü’ Wiſſenſchaft weiter gebracht habe: ſollte dieſer Satz auch ww wöd ſmn ſonſt durch die gemeine Erfahrung genug beſtaͤtigt ſeyn. i ogerd ein Keine Foderung kan gemaͤßigter und billiger ſeyn, und, enicht bewiſ im(unausbleiblich gewiſſen) Fall der Nichtleiſtung, kein nz behatte, Ausſpruch gerechter, als der: daß Metaphyſik als Wiſ⸗ urch allſeney ſenſchaft bisher noch gar nicht exiſtirt habe. deſten weiter,. jeſen Satz/ n Nur zwey Dinge muß ich, im Fall, daß die Aus⸗ dielweniger in foderung angenommen wird, verbitten: Erſtlich, das in zur Seclnt Spielwerk von Wahrſcheinlichkeit und Muthmaßung, l gar keinn welches der Metaphyſik eben ſo ſchlecht anſteht, als der beweiſen im Geometrie: zweytens die Entſcheidung vermittelſt der vsgerichtt 1 Wuͤnſchelruthe des ſo genanten geſunden Menſchenver⸗ die Viſeufte ſtandes, die nicht jedermann ſchlaͤgt, ſondern ſich nach wun perſoͤnlichen Eigenſchaften richtet. N 2 Denn p —ʒ—— —y———— ——— — — — — * — —ööͤͤ— — ——— —=— — — — — — 8 — Denn was das erſtere anlangt, ſo kan wohl nichts Ungereimteres gefunden werden, als in einer Me— taphyſik, einer Philoſophie aus reiner Vernunft, ſeine Urtheile auf Wahrſcheinlichkeit und Muthmaßung gruͤnden zu wollen. Alles, was a priori erkant werden ſoll, wird eben dadurch vor apodictiſch gewiß ausgegeben, und muß alſo auch ſo bewieſen werden. Man koͤnte eben ſo gut eine Geometrie, oder Arithmetik auf Muthmaßungen gruͤn⸗ den wollen; denn was den calculus probabilium der letz⸗ teren betrift, ſo enthaͤlt er nicht wahrſcheinliche, ſondern ganz gewiſſe Urtheile uͤber den Grad der Moͤglichkeit ge⸗ wiſſer Faͤlle, unter gegebenen gleichartigen Bedingungen, die in der Summe aller möoͤglichen Faͤlle ganz unfehlbar der Regel gemaͤß zutreffen muͤſſen, ob dieſe gleich in Anſehung jedes einzelnen Zufalles nicht gnug beſtimmt iſt. Nur in der empiriſchen Naturwiſſenſchaft koͤnnen Muth⸗ maßungen(vermittelſt der Induction und Analogie) ge⸗ litten werden, doch ſo, daß wenigſtens die Moglichkeit deſſen, was ich annehme, voͤllig gewiß ſeyn muß. Mit der Berufung auf den geſunden Menſchen⸗ verſtand, wenn von Begriffen und Grundſaͤtzen, nicht ſo fern ſie in Anſehung der Erfahrung guͤltig ſeyn ſollen, ſondern ſo fern ſie auch auſſer den Bedingungen der Er⸗ fahrung vor geltend ausgegeben werden wollen, iſt es, wo moͤglich, noch ſchlechter bewandt. Denn was iſt der geſunde Verſtand? Es iſt der gemeine Verſtand, ſo fern fern er Perſtat Gebrau ſpeculc Erkentn meine mittiſt mals ab daher daß die dacht 9 ein Hau ſatz un alſo we (obglei der Er und un hor den Geſiats es ja ab und es ſtandes hier ga uͤher d draͤnge thin, n b ſo bon nuil in tiner Ne nunſt, ſene zung gründen en ſoll, wi n, und mah eben ſo gu ßungen grͤr lium der let che, ſondern glichkeit ge⸗ dedingungen, anz vrfehſber eſe gleich in g beſtmmtit koͤnnen Mu Analogie)9 die Noglihi nmuß. en Menſce ndſäͤtzen, n atis ſeyn il gungen der wollen, iſ! denn was i eWerftr, ſen fern er richtig urtheilt. Und was iſt nun der gemeine Verſtand? Er iſt das Vermoͤgen der Erkentnis und des Gebrauchs der Regeln in concreto, zum Unterſchiede des ſpeculativen Verſtandes, welcher ein Vermoͤgen der Erkentnis der Regeln in abſtracto iſt. So wird der ge⸗ meine Verſtand die Regel: daß alles, was geſchieht, ver⸗ mittelſt ſeiner Urſache beſtimmt ſey, kaum verſtehen, nie⸗ mals aber ſo im allgemeinen einſehen koͤnnen. Er fordert daher ein Beiſpiel aus Erfahrung, und, wenn er hoͤrt, daß dieſes nichts anders bedeute, als was er jederzeit ge— dacht hat, wenn ihm eine Fenſterſcheibe zerbrochen oder ein Hausrath verſchwunden war, ſo verſteht er den Grund⸗ ſatz und raͤumt ihn auch ein. Gemeiner Verſtand hat 1 alſo weiter keinen Gebrauch, als ſo fern er ſeine Regeln (obgleich dieſelben ihm wirklich a priori beywohnen) in der Erfahrung beſtaͤtigt ſehen kan, mithin ſie a priori, und unabhaͤngig von der Erfahrung einzuſehen, gehoͤrt vor den ſpeculativen Verſtand, und liegt ganz auſſer dem Geſichtscreiſe des gemeinen Verſtandes. Metaphyſik hat es ja aber lediglich mit der letzteren Art Erkentnis zu thun, und es iſt gewiß ein ſchlechtes Zeichen eines geſunden Ver⸗ ſtandes, ſich auf jenen Gewaͤhrsmann zu berufen, der hier gar kein Urtheil hat, und den man ſonſt wohl nur uͤber die Achſel anſieht, auſſer, wenn man ſich im Ge⸗ draͤnge ſieht, und ſich in ſeiner Speculation weder zu ra⸗ then, noch zu helfen weiß. 197 Es 2 — 82 198— Es iſt eine gewoͤhnliche Ausflucht, deren ſich dieſe falſche Freunde des gemeinen Menſchenverſtandes(die ihn gelegentlich hoch preiſen, gemeiniglich aber verachten) zu bedienen pflegen, daß ſie ſagen: Es muͤſſen doch endlich einige Saͤtze ſeyn, die unmittelbar gewiß ſeyn, und von denen man nicht allein keinen Beweis, ſondern auch uͤber⸗ all keine Rechenſchaft zu geben brauche, weil man ſonſt mit den Gruͤnden ſeiner Urtheile niemals zu Ende kom⸗ men wuͤrde; aber zum Beweiſe dieſer Befugnis koͤnnen ſie(auſſer dem Satze des Widerſpruchs, der aber die Wahrheit ſynthetiſcher Urtheile darzuthun nicht hinrei— chend iſt) niemals etwas anderes ungezweifeltes, was ſie dem gemeinen Menſchenverſtande unmittelbar beymeſſen duͤrfen, anfuͤhren, als mathematiſche Saͤtze: z. B. daß zweymal zwey vier ausmachen, daß zwiſchen zwey Pun⸗ cten nur eine gerade Linie ſey, u. a. m. Das ſind aber Urtheile, die von denen der Metaphyſik himmelweit un⸗ terſchieden ſeyn. Denn in der Mathematik kan ich alles das durch mein Denken ſelbſt machen,(conſtruiren) was ich mir durch einen Begrif als moͤglich vorſtelle: ich thue zu einer Zwey die andere Zwey nach und nach hinzu, und mache ſelbſt die Zahl vier, oder ziehe in Gedanken von einem Puncte zum andern allerley Linien, und kan nur eine einzige ziehen, die ſich in allen ihren Theilen (gleichen ſo wohl als ungleichen) aͤhnlich iſt. Aber ich kan aus dem Begriffe eines Dinges, durch meine ganze Denk⸗ bedarf es dach fertigu ſonſt! in der koͤnne ſpecal den ge man ge ſperul muß, lehrun, und ei ſerm? als da⸗ di Gej den ſih deſe ndes(dſeſta berachten) g doch enlc n, und mn in auch ütn eil man ſonn zu Ende kim ugnis konnen der aber die nicht hinrei⸗ tes, was ſie dar deymeſſe 6e: S. d hen zooeh hu Das ſind in himmelweit it kan its nſtruiren) u rſtelle: ich ind nach hi he in Gedauin anien, und i en ihten Lh iſt. M gri durch mete m 12e 195 Denkkraft, nicht den Begrif von Etwas anderem, deſſen Daſeyn nothwendig mit dem erſteren verknuͤpft iſt, her⸗ ausbringen, ſondern muß die Erfahrung zu rathe ziehen, und, obgleich mir mein Verſtand a priori(doch immer nur in Beziehung auf moͤgliche Erfahrung) den Begrif von einer ſolchen Verknuͤpfung(der Cauſſalitaͤt) an die Hand giebt, ſo kan ich ihn doch nicht, wie die Begriffe der Mathematik, a priori, in der Anſchauung darſtellen, und alſo ſeine Moͤglichkeit a priori darlegen, ſondern die⸗ ſer Begrif, ſamt denen Grundſaͤtzen ſeiner Anwendung, bedarf immer, wenn er a priori guͤltig ſeyn ſoll— wie es doch in der Metaphyſik verlangt wird— eine Recht⸗ fertigung und Deduction ſeiner Moglichkeit, weil man ſonſt nicht weiß, wie weit er guͤltig ſey, und ob er nur in der Erfahrung oder auch auſſer ihr gebraucht werden koͤnne. Alſo kan man ſich in der Metaphyſik, als einer peculativen Wiſſenſchaft der reinen Vernunft, niemals auf den gemeinen Menſchenverſtand berufen, aber wohl, wenn man genoͤthigt iſt, ſie zu verlaſſen, und auf alles reine ſpeculative Erkentnis, welches jederzeit ein Wiſſen ſeyn muß, mithin auch auf Metaphoyſik ſelbſt, und deren Be⸗ lehrung(bey gewiſſen Angelegenheiten) Verzicht zu thun, und ein vernuͤnftiger Glaube uns allein moͤglich, zu un— ſerm Beduͤrfnis auch hinreichend(vielleicht gar heilſamer, als das Wiſſen ſelbſt) befunden wird. Denn alsdenn iſt die Geſtalt der Sache ganz veraͤndert. Metaphyſik muß N 4 Wiſſen⸗ — ———— — — ——— — —— 200— Wiſſenſchaft ſeyn, nicht allein im Ganzen, ſondern auch allen ihren Theilen, ſonſt iſt ſie gar nichts; weil ſie, als Speculation der reinen Vernunft, ſonſt nirgends Hal⸗ tung hat, als an allgemeinen Einſichten. Auſſer ihr aber koͤnnen Wahrſcheinlichkeit und geſunder Menſchenverſtand gar wohl ihren nuͤtzlichen und rechtmaͤßigen Gebrauch ha⸗ ben, aber nach ganz eigenen Grundſaͤtzen, deren Gewicht immer von der Beziehung aufs practiſche abhaͤngt. Das iſt es, was ich zur Moͤglichkeit einer Meta⸗ phyſik als Wiſſenſchaft zu fodern mich berechtigt halte. Anhang von dem, was geſchehen kan, um Metaphyſik als Wiſſenſchaft wirklich zu machen. D. alle Wege, die man bisher eingeſchlagen iſt, die⸗ ſen Zweck nicht erreicht haben, auch auſſer einer vorhergehenden Critik der reinen Vernunft ein ſolcher wohl niemals erreicht werden wird, ſo ſcheint die Zumu— thung nicht unbillig, den Verſuch, der hievon jetzt vor Augen gelegt iſt, einer genauen und ſorgfaͤltigen Pruͤfung zu unterwerfen, wofern man es nicht fuͤr noch rathſamer haͤlt, lieber alle Anſpruͤche auf Metaphyſik gaͤnzlich auf⸗ zuge⸗ zugebe nur t man nicht, ein U und ſer au nunft ſoll) ches gerun ſaarkt duͤrſte allere geleit ſit vo wuͤrd holge ten wi alle n aber (ſynte gar ſo die be ſelbſt keln ſß ſonden auch väl ſe, u nirgends. 90 luſſt ihr he nſchenverſtn Gebrauch te deten Gewvic haͤngt einer Meta gt halte. in, enſchaft 4 hlagen iſt,d h auſſet in ift ein ſält eint die zmm hievon ſebt e altigen Peüft noch rathſ ſt unſtai T —— 201 zugeben, in welchem Falle, wenn man ſeinem Vorſatze nur treu bleibt, nichts dawider einzuwenden iſt. Wenn man den Lauf der Dinge nimmt, wie er wirklich geht, nicht, wie er gehen ſollte, ſo giebt es zweyerley Urtheile, ein Urtheil, das vor der Unterſuchung vorhergeht, und dergleichen iſt in unſerm Falle dasſenige, wo der Le⸗ ſer aus ſeiner Metaphyſik uͤber die Critik der reinen Ver⸗ nunft(die allererſt die Moͤglichkeit derſelben unterſuchen ſoll) ein Urtheil faͤllet, und dann ein anderes Urtheil, wel⸗ ches auf die Unterſuchung folgt, wo der Leſer die Fol⸗ gerungen aus den critiſchen Unterſuchungen, die ziemlich ſtark wider ſeine ſonſt angenommene Metaphyſik verſtoßen duͤrften, eine Zeitlang bey Seite zu ſetzen vermag, und allererſt die Gruͤnde pruͤft, woraus jene Folgerungen ab⸗ geleitet ſeyn moͤgen. Waͤre das, was gemeine Metaphy⸗ ſik vortraͤgt, ausgemacht gewiß(etwa wie Geometrie), ſo wuͤrde die erſte Art zu urtheilen gelten; denn wenn die Folgerungen gewiſſer Grundſaͤtze ausgemachten Wahrhei⸗ ten widerſtreiten, ſo ſind jene Grundſaͤtze falſch, und ohne alle weitere Unterſuchung zu verwerfen. Verhaͤlt es ſich aber nicht ſo, daß Metaphyſik von unſtreitig gewiſſen (ſynthetiſchen) Saͤtzen einen Vorrath habe, und vielleicht gar ſo, daß ihrer eine Menge, die eben ſo ſcheinbar als die beſten unter ihnen, gleichwohl in ihren Folgerungen ſelbſt unter ſich ſtreitig ſeyn, uͤberall aber ganz und gar kein ſicheres Criterium der Wahrheit eigentlich⸗ metaphy⸗ N5 ſiſcher 4 1 —ö— — — —— — ——— 2 — = ——— — — 202 N ſiſcher(ſynthetiſcher) Saͤtze in ihr anzutreffen iſt: ſo kan die vorhergehende Art zu urtheilen nicht Statt haben, ſon⸗ dern die Unterſuchung der Grundſaͤtze der Critik muß vor al⸗ lem Urtheile uͤber ihren Werth oder Unwerth vorhergehen. Probe eines Urtheils uͤber die Critik das- vor der Unterſuchung vorhergeht. T) aieſhen Urtheil iſt in den Goͤttingiſchen gelehrten Anzeigen, der Zugabe dritten Stuͤck, vom 19 Jenner 1782. Seite 40 u. f. anzutreffen. Wenn ein Verfaſſer, der mit dem Gegenſtande ſei⸗ nes Werks wohl bekant iſt, der durchgaͤngig eigenes Nachdenken in die Bearbeitung deſſelben zu legen befliſſen geweſen, einem Recenſenten in die Haͤnde faͤllt, der ſei⸗ ner Seits ſcharfſichtig gnug iſt, die Momente auszuſpaͤ⸗ hen, auf die der Werth oder Unwerth der Schrift eigentlich beruht, nicht an Worten haͤngt, ſondern den Sachen nach⸗ geht, und nicht blos die Principien, von denen der Verfaſ⸗ ſer ausging, ſichtet und pruͤft, ſo mag dem letzteren zwar die Strenge des Urtheils misfallen, das Publicum iſt dagegen gleichguͤltig, denn es gewinnt dabey; und der Verfaſſer ſelbſt kan zufrieden ſeyn, daß er Gelegenheit bekomt, ſeine von inem ———— — ganz auf oder fey r uder einen Neit gern an nien geſtuͦ man, kann chem Gaͤtz kan⸗ mir i chd benn fei itt an att haben, ſa⸗ tik muß bot vothergehen. e Critit geht. ihen geleßtlen c, vom 109 Hegenſtande ſi gaͤngig eigens u legen befſſe⸗ e faͤllt, der nente auszuſhi Schrift eigent en Sachen nu enen der Veii letteren zwarde licum iſt dageg er Veffoſirſült kkomt, ſäle bon einem — 203 einem Kenner fruͤhzeitig gepruͤfte Aufſaͤtze zu berichtigen, oder zu erlaͤuteren, und auf ſolche Weiſe, wenn er im Grunde Recht zu haben glaubt, den Stein des Anſtoſſes, der ſeiner Schrift in der Folge nachtheilig werden koͤnte, bey Zeiten wegzuraͤumen. Ich befinde mich mit meinem Recenſenten in einer ganz anderen Lage. Es ſcheint gar nicht einzuſehen, wor⸗ auf es bey der Unterſuchung, womit ich mich(gluͤcklich oder ungluͤcklich) beſchaͤftigte, eigentlich ankam, und, es ſey nun Ungeduld ein weitlaͤuftig Werk durchzudenken, oder verdrießliche Laune uͤber eine angedrohete Reform einer Wiſſenſchaft, bey der er ſchon laͤngſtens alles ins Reine gebracht zu haben glaubte, oder, welches ich un⸗ gern vermuthe, ein wirklich eingeſchraͤnkter Begrif, dar— an Schuld, dadurch er ſich uͤber ſeine Schulmetaphyſik niemals hinauszudenken vermag; kurz, er geht mit Un⸗ geſtuͤm eine lange Reihe von Saͤtzen durch, bey denen man, ohne ihre Praͤmiſſen zu kennen, gar nichts denken kann, ſtreut hin und wieder ſeinen Tadel aus, von wel⸗ chem der Leſer eben ſo wenig den Grund ſieht, als er die Saͤtze verſteht, dawider derſelbe gerichtet ſeyn ſoll, und kan alſo weder dem Publicum zur Nachricht nuͤtzen, noch mir im Urtheile der Kenner das mindeſte ſchaden; daher ich dieſe Beurtheilung gaͤnzlich uͤbergangen ſeyn wuͤrde, wenn ſie mir nicht zu einigen Erlaͤuterungen Anlaß gaͤbe, die — die den Leſer dieſer Prolegomenen in einigen Faͤllen vor Misdeutung bewahren koͤnten. 204 Damit Recenſent aber doch einen Geſichtspunkt faſſe, aus dem er am leichteſten auf eine dem Verfaſſer unvor⸗ theilhafte Art das ganze Werk vor Augen ſtellen koͤnne, ohne ſich mit irgend einer beſondern Unterſuchung bemuͤ⸗ hen zu duͤrfen, ſo faͤngt er damit an, und endigt auch damit, daß er ſagt:„dies Werk iſt ein Syſtem des trans⸗ „ſcendenten(oder, wie er es uͤberſetzt, des hoͤheren)* „Idealismus.,, Beym Anblicke dieſer Zeile ſahe ich bald, was vor eine Recenſion da herauskommen wuͤrde, ungefaͤhr ſo⸗ als wenn jemand, der niemals von Geometrie etwas ge⸗ hoͤrt oder geſehen haͤtte, einen Euclid faͤnde, und er⸗ 2 ſucht *) Bey Leibe nicht der höhere. Hohe Thuͤrme, und die ihnen ahnliche metaphyſiſch⸗groſſe Maͤnner, um welche beide gemei⸗ niglich viel Wind iſt, find nicht vor mich. Mein Platz iſt das fruchtbare Bathos der Erfahrung, und das Wort, transſcenden⸗ tal, deſſen ſo vielfaͤltig von mir angezeigte Bkdeutung vom Re⸗ cenſenten nicht einmal gefaßt worden,(ſo fluͤchtig hat er alles angeſehen) bedeutet nicht etwas, das uͤber alle Erfahrung hin⸗ ausgeht, ſondern, was vor ihr(a priori) zwar vorhergeht, aber doch zu nichts mehrerem beſtimmt iſt, als lediglich Erfahrungs⸗ erkentnis moͤglich zu machen. Wenn dieſe Begriffe die Erfah⸗ rung uͤberſchreiten, dann heiſſet ihr Gebrauch transſcendent, wel⸗ cher von dem immanenten, d. i. auf Erfahrung eingeſchraͤnkten Gebrauch unterſchieden wird. Allen Mißdeutungen dieſer Art iſt in dem Werke hinreichend vorgebeugt worden: allein der Re⸗ senſent fand ſeinen Vortheil bey Mißdeutungen. —— ſucht w beym d te„ de „hen: „Am du „am E „jeder mbeine s ein Jdeal gnch ben macht. dar ſchen Sc mel entha „tung iſt „des reine Der rqgiert und „Dingen, „ Pernunft Erfohrun däl de kspunkt feſf faſſer under ſtellen konn, uchung bend endigt auc im des trand boͤßeren)) d) was vor ungefaͤhr ſe die etwas ge de, und ſut und die ien ſche beide zen dein Plat ii d kt, trans ſcene deutung nn dtig hat ert bc rfahrung eErfat eorderreßt i —— 205 ſucht wuͤrde, ſein Urtheil daruͤber zu faͤllen, nachdem er beym Durchblaͤttern auf viel Figuren geſtoßen, etwa ſag— te:„das Buch iſt eine ſyſtematiſche Anweiſung zum Zeich⸗ „nen: der Verfaſſer bedient ſich einer beſondern Sprache, „um dunkele, unverſtaͤndliche Vorſchriften zu geben, die „am Ende doch nichts mehr ausrichten koͤnnen, als was „jeder durch ein gutes natuͤrliches Augenmaß zu Stande „bringen kan ꝛc. Laßt uns indeſſen doch zuſehen, was denn das vor ein Idealism ſey, der durch mein ganzes Werk geht, ob⸗ gleich bey weitem noch nicht die Seele des Syſtems aus⸗ macht. Der Satz aller aͤchten Idealiſten, von der eleati⸗ ſchen Schule an, bis zum Biſchof Berkley, iſt in dieſer Jor⸗ mel enthalten:„alle Erkentnis durch Sinne und Erfah⸗ »» rung iſt nichts als lauter Schein, und nur in den Ideen „des reinen Verſtandes und Vernunft iſt Wahrheit.,, Der Grundſatz, der meinen Idealism durchgaͤngig regiert und beſtimmt, iſt dagegen:„Alles Erkentnis von „Dingen, aus bloſſem reinen Verſtande, oder reiner „Vernunft, iſt nichts als lauter Schein, und nur in der „ Erfahrung iſt Wahrheit., 2+ — 206— Das iſt ja aber gerade das Gegentheil von ſenem eigentlichen Idealism, wie kam ich denn dazu, mich die⸗ ſes Ausdrucks zu einer ganz entgegengeſetzten Abſicht zu bedienen, und wie der Recenſent, ihn allenthalben zu ſehen? Die Aufloͤfung dieſer Schwierigkeit beruht auf et⸗ was, was man ſehr leicht aus dem Zuſammenhange der Schrift haͤtte einſehen koͤnnen, wenn man gewollt haͤtte. Raum und Zeit, ſamt allem, was ſtie in ſich enthalten, ſind nicht die Dinge, oder deren Eigenſchaften an ſich ſelbſt, ſondern gehoͤren blos zu Erſcheinungen derſelben; bis dahin bin ich mit jenen Idealiſten auf einem Bekent⸗ niſſe. Allein dieſe, und unter ihnen vornehmlich Berkley, ſahen den Raum vor eine bloße empiriſche Vorſtellung an, die eben ſo, wie die Erſcheinungen in ihm, uns nur ver⸗ mittelſt der Erfahrung oder Wahrnehmung, zuſamt allen ſeinen Beſtimmungen bekant wuͤrde; ich dagegen zeige zuerſt: daß der Raum(und eben ſo die Zeit, auf welche Berkley nicht Acht hatte) ſamt allen ſeinen Beſtimmungen a priori von uns erkant werden koͤnne, weil er ſo wohl, als die Zeit uns vor aller Wahrnehmung, oder Erfah⸗ rung, als reine Form unſerer Sinnlichkeit beywohnt, und alle Anſchauung derſelben, mithin auch alle Erſchei⸗ nungen moͤglich macht. Hieraus folgt: daß, da Wahr⸗ heit auf allgemeinen und nothwendigen Geſetzen, als ih⸗ ren ren Crit Criterien nungen gelegt we ter Sche bindung moͤglichen gleich da Schein; NMa aſſo von gewohnii a prioti täit belom des Raun ſein gar wandnjß *) da ſicht, Llich d Gegen ift, dae 1 vor lism, d unſeren haier ſchloß, à Hiori (il von inem a, michdis en Abſicht 4 lenthaben a erußt auf e nenhange de gewoll haͤtt. ſch enthalten, ften an ſich en derſelden; ewem Bekety hmlich Berlen Vorſtellungi uns nur „ zuſamt a dagegen 6 eit, auf wit Beſtimmung veil er ſo ue g/ der Eiſ ckeit beyneſ ach all Eriti daß, da Püßt⸗ d 1 4△☛— ren Criterien beruht, die Erfahrung bey Berkley keine Criterien der Wahrheit haben koͤnne, weil den Erſchei⸗ nungen derſelben(von ihm) nichts a priori zum Grunde gelegt ward, woraus denn folgte, daß ſie nichts als lau⸗ ter Schein ſey, dagegen bey uns Raum und Zeit(in Ver⸗ bindung mit den reinen Verſtandesbegriffen) a priori aller moͤglichen Erfahrung ihr Geſetz vorſchreiben, welches zu⸗ gleich das ſichere Criterium abgiebt, in ihr Wahrheit von Schein zu unterſcheiden*). Mein ſo genanter(eigentlich gritiſcher) Idealism iſt alſo von ganz eigenthuͤmlicher naͤmlich ſo, daß er den gewoͤhnlichen umſtuͤrzt, daß durch ihn alle Erkentnis a priori, ſelbſt die der Geometrie, zuerſt objective Reali⸗ taͤt bekoͤmmt, welche ohne dieſe meine bewieſene Idealitaͤt des Raumes und der Zeit ſelbſt von den eifrigſten Reali⸗ ſten gar nicht behauptet werden koͤnte. Bey ſolcher Be⸗ wandniß der Sachen wuͤnſchte ich nun allen Misverſtand zu *) Der eigenkliche Idealismus hat jederzeit eine ſchwaͤrmeriſche Ab⸗ ſicht, und kan auch keine andre haben, der meinige aber iſt ledi⸗ glich dazu, um die Moͤglichkeit unſerer Erkentnis a priori von Gegenſtaͤnden der Erfahrung zu begreifen, welches ein Problem iſt, das bisher noch nicht aufgeloͤſet, ja nicht einmal aufgewor⸗ fen worden. Dadurch faͤllt nun der ganze ſchwaͤrmeriſche Idea⸗ lism, der immer(wie auch ſchon aus dem Plato zu erſehen) aus unſeren Erkentniſſen a priori(ſelbſt derer der Geometrie auf eine andere,(naͤmlich intelleetuelle Anſchauung) als die der Sinne ſchloß, weil man ſich gar nicht einfallen ließ, daß Sinne auch a priori anſchauen ſollten. 208 zu verhuͤten, daß ich dieſen meinen Begrif anders benen⸗ nen koͤnte; aber ihn ganz abzuaͤndern will ſich nicht wohl thun laſſen. Es ſey mir alſo erlaubt, ihn kuͤnftig, wie oben ſchon angefuͤhrt worden, den formalen, beſſer noch den critiſchen Idealism zu nennen, um ihn vom dogma⸗ tiſchen des Berkley und vom ſceptiſchen des Carteſius zu unterſcheiden. Weiter finde ich in der Beurtheilung dieſes Buchs nichts merkwuͤrdiges. Der Verfaſſer derſelben urtheilt durch und durch en gros, eine Manier, die kluͤglich ge⸗ waͤhlt iſt, weil man dabey ſein eigen Wiſſen oder Nicht⸗ wiſſen nicht verraͤth: ein einziges ausfuͤhrliches Urtheil en detail wuͤrde, wenn es, wie billig, die Hauptfrage betroffen haͤtte, vielleicht meinen Irrthum, vielleicht auch das Maaß der Einſicht des Recenſenten in dieſer Art von Unterſuchungen aufgedeckt haben. Es war auch kein uͤbelausgedachter Kunſigrif, um Leſern, welche ſich nur aus Zeitungsnachrichten von Buͤchern einen Begrif zu ma⸗ chen gewohnt ſind, die Luſt zum Leſen des Buchs ſelbſt fruͤhzeitig zu benehmen, eine Menge von Saͤtzen, die auſſer dem Zuſammenhange mit ihren Beweisgruͤnden und Erlaͤuterungen geriſſen(vornemlich ſo antipodiſch, wie dieſe in Anſehung aller Schulmetaphyſik ſind) nothwendig widerſinniſch lauten muͤſſen, in einem Athem hinter ein⸗ ander her zu ſagen, die Geduld des Leſers bis zum Ekel zu beſ ſinnrei ſey, b V Lectiot V genom ſtiſche thümi riſch ſ ſes, aucj nicht t d wwichtig de er der M u einen kber ſel hotenthe 5— 209 anders inen, zu beſtuͤrmen, und denn, nachdem man mich mit dem ich nicht wih ſinnreichen Saͤtze, daß beſtaͤndiger Schein Wahrheit künftig, we ſey, bekant gemacht hat, mit der derben, doch vaͤterlichen beſſe noch Lection zu ſchlieſſen: Wozu denn der Streit wider die an⸗ vom donna genommene Sprache, wozu denn und woher die ideali⸗ 88 Carteſtus ſtiſche Unterſcheidung? Ein Urtheil, welches alles Eigen⸗ thuͤmliche meines Buchs, da es vorher metaphyſiſch⸗ ketze⸗ riſch ſeyn ſollte, zuletzt in einer bloſſen Sprachneuerung g diſes duzt ſetzt, und klar beweiſt, daß mein angemaßter Richter erſaben urat auch nicht das mindeſte davon, und obenein ſich ſelbſt di llilih ge nicht recht verſtanden habe*). ſen oder Niht⸗ grüches Vrhel Recenſent ſpricht indeſſen wie ein Mann, der ſich die hauykeng wichtiger und vorzuͤglicher Einſichten bewuſt ſeyn muß, die er aber noch verborgen haͤlt; denn mir iſt in Anſehung der Metaphyſik neuerlich nichts bekant geworden, was zu einem ſolchen Tone berechtigen koͤnte. Daran thut er aber ſehr unrecht, daß er der Welt ſeine Entdeckungen „vielleich auch in dieſer i war auch kein reſche ſich nur. egrf zu wa⸗ vorenthaͤlt; denn es geht ohne Zweifel noch mehreren ſo, ℳ. s Buchs ſelhſt wie Saͤtzen, de*) Der Reecenſent ſchlaͤgt ſich mehrentheils mit ſeinem eigenen 4 Schatten. Wenn ich die Wahrheit der Erfahrung dem Traum sgränden und entgegenſetze, ſo denkt er gar nicht daran, daß hier nur von dem nipodiſc, wie bekanten lomnio obiectiue ſumto der wolfiſchen Philoſophie die 4 Rede ſey; der blos formal iſt, und wobey es auf den Unterſchied ind) nothwendh des Schlafens und Wachens gar nicht angeſehen iſt, und in einer libem hutni⸗ Transſcendentalphiloſophie auch nicht geſehen werden kan. Uebri⸗ üche gens nennt er meine Deduction der Categorien und die Tafel der ers bis u. Eie Verſtandesgrundſaͤtze:„gemein bekante Grundſaͤtze der Logik und 1 O„Onto⸗ —,———Ö———— — 210—ÿ— wie mir, daß ſie, bei allem Schoͤnen, was ſeit langer Zeit in dieſem Fache geſchrieben worden, doch nicht fin⸗ den konten, daß die Wiſſenſchaft dadurch um einen Fin⸗ gerbreit weiter gebracht worden. Sonſt Definitionen an⸗ ſpitzen, lahme Beweiſe mit neuen Kruͤcken verſehen, dem Cento der Metaphyſik neue Lappen, oder einen veraͤnder⸗ ten Zuſchnitt geben, das findet man noch wohl, aber das verlangt die Welt nicht. Metaphyſiſcher Behauptungen iſt die Welt ſatt: man will die Moͤglichkeit dieſer Wiſſen⸗ ſchaft, die Quellen, aus denen Gewißheit in derſelben ab⸗ geleitet werden koͤnne, und ſichere Criterien, den dialec⸗ tiſchen Schein der reinen Vernunft von der Wahrheit zu unterſcheiden. Hiezu muß der Recenſent den Schluͤſſel beſitzen, ſonſt wuͤrde er nimmermehr aus ſo hohem Tone geſprochen haben. Aber ich gerathe auf den Verdacht, daß ihm ein ſolches Beduͤrfnis der Wiſſenſchaft vielleicht niemals in Gedanken gekommen ſeyn mag, denn ſonſt wuͤrde er ſei⸗ ne Beurtheilung auf dieſen Punkt gerichtet, und ſelbſt ein fehlgeſchlagner Verſuch in einer ſo wichtigen Angele⸗ genheit, Achtung bey ihm erworben haben. Wenn das iſt, ſo ſind wir wieder gute Freunde. Er mag ſich ſo tief in ſeine „Ontologie auf idealiſtiſche Art ausgedruͤckt.,, Der Leſer darf nur daruͤber dieſe Prolegomenen nachſehen, um ſich zu uͤberzeugen, daß ein elenderes und ſelbſt hiſtoriſch unrichtigeres Urtheil gar nicht koͤnne gefaͤllet werden. geloͤſe kein ner S den W welche ie S tbeiten ſit unget nicht in. einen Fm itionen au⸗ ſehen, dem veraͤnder, maber das hauptungen ſer Wiſſen⸗ erſelben abe den dialec Jahrheit zu Sthlaͤſſ hohem Tone daß ihn en niemals in wuͤrde er ſi und ſelt tigen Angett enn dasiſ ich ſo tefi der Leſeedrf nir ic zu lheugen, igeres ntheil oe ſeine Metaphyſik hinein denken, als ihm gut duͤnkt, dar⸗ an ſoll ihn Niemand hindern, nur uͤber das, was auſſer der Metaphyſik liegt, die in der Vernunft befindliche Quelle derſelben, kan er nicht urtheilen. Daß mein Ver⸗ dacht aber nicht ohne Grund ſey, beweiſe ich dadurch, daß er von der Metaphyſik der ſoynthetiſchen Erkentnis a priori, welche die eigentliche Aufgabe war, auf deren Aufloͤſung das Schickſal der Metaphyſik gaͤnzlich beruht, und worauf meine Critik C(eben ſo wie hier meine Pro⸗ legomena) ganz und gar hinauslief, nicht ein Wort er⸗ waͤhnete. Der Idealism, auf den er ſtieß, und an wel⸗ chem er auch haͤngen blieb, war nur, als das einige Mittel jene Aufgabe außzuloͤſen, in den Lehrbegrif aufge⸗ nommen worden(wiewohl er denn auch noch aus andern Gruͤnden ihre Beſtaͤtigung erhielt), und da haͤtte er zeigen muſſen, daß entweder jene Aufgabe die Wichtigkeit nicht habe, die ich ihr(wie auch jetzt in den Prolegomenen) beylege, oder daß ſie durch meinen Begrif von Erſcheinun⸗ gen gar nicht, oder auch auf andere Art beſſer koͤnne auf⸗ geloͤſet werden, davon aber finde ich in der Recenſion kein Wort. Der Recenſent verſtand alſo nichts von mei⸗ ner Schrift, und vielleicht auch nichts von dem Geiſt und dem Weſen der Metaphyſik ſelbſt, wofern nicht vielmehr, welches ich lieber annehme, Recenſenteneilfertigkeit, uͤber die Schwierigkeit, ſich durch ſo viel Hinderniſſe durchzu⸗ arbeiten, entruͤſtet, einen nachtheiligen Schatten auf O 2 das — — —— — — — —— — —— — — — —— ——— — 212 5 das vor ihm liegende Werl warf, und es ihm in ſeinen Grundzuͤgen unkentlich machte. 4 Es fehlt noch ſehr viel daran, daß eine gelehrte Zeitung, ihre Mitarbeiter möͤgen auch mit noch ſo guter Wahl und Sorgfalt ausgeſucht werden, ihr ſonſt verdien⸗ tes Anſehen im Felde der Metaphyſik eben ſo wie ander— werts behaupten koͤnne. Andere Wiſſenſchaften und Kentniſſe haben doch ihren Maasſtab. Mathematik hat ih⸗ ren in ſich ſelbſt, Geſchichte und Theologie in weltlichen oder heiligen Buͤchern, Naturwiſſenſchaft und Arzney⸗ kunſt in Mathematik und Erfahrung, Rechtsgelehrſam⸗ keit in Geſetzbuͤchern, und ſo gar Sachen des Geſchmacks in Muſtern der Alten. Allein zur Beurtheilung des Din⸗ ges, das Metaphyſik heißt, ſoll erſt der Maasſtab gefun⸗ den werden(ich habe einen Verſuch gemacht, ihn ſo wohl als ſeinen Gebrauch zu beſtimmen). Was iſt nun, ſo lange, bis dieſer ausgemittelt wird, zu thun, wenn doch uͤber Schriften dieſer Art geurtheilt werden muß? Sind ſie von dogmatiſcher Art, ſo mag man es halten wie man will: lange wird keiner hierin uͤber den andern den Meiſter ſpielen, ohne daß ſich einer findet, der es ihm wieder vergilt. Sind ſie aber von critiſcher Art, und. zwar nicht in Abſicht auf andere Schriften, ſondern auf die Vernunft ſelbſt, ſo daß der Maasſtab der Beur⸗ theilung nicht ſchon angenommen werden kan, ſondern aller⸗ — 1 V them ing ffoder gend taph grif als. odet ten du Gruͤn ſchwei da M ſer An naglic in ſinen ne gelehrte c ſo gatet iſt verdeen, wie ander⸗ zaften und ntik hat i weltlichen nd Arzneg Sgelehrſam⸗ Geſchmackz ng des Die döſtab gefun acht, ihn ſd Was iſt nun, thun, wenn verden waß! an es halten r den anden indet, der ſcher Att, un ften, ſondin ſtab der dule kan ſenden allen L S== 213 allererſt geſucht wird; ſo mag Einwendung und Tadel unverbeten ſeyn, aber Vertraͤglichkeit muß dabey doch zum Grunde liegen, wil das Beduͤrfnis gemeinſchaftlich iſt, und der Mangel benoͤthigter Einſicht ein richterlich⸗ entſcheidendes Anſehen unſtatthaft macht. Um aber dieſe meine Vertheidigung zugleich an das Intereſſe des philoſophirenden gemeinen Weſens zu knuͤ⸗ pfen, ſchlage ich einen Verſuch vor, der uͤber die Art, wie alle metaphyſiſche Unterſuchungen auf ihren gemein⸗ ſchaftlichen Zweck gerichret werden muͤſſen, entſcheidend iſt. Dieſer iſt nichts anders, als was ſonſt wohl Mas thematiker gethan haben, um in einem Wettſtreit den Vor⸗ zug ihrer Methoden auszumachen, naͤmlich, eine Aus— foderung an meinen Recenſenten, nach ſeiner AÄArt ir⸗ gend einen einzigen von ihm behaupteten wahrhaftig me⸗ taphyſiſchen, d. i. ſynthetiſchen und a priori aus Be⸗ griffen erkanten, allenfalls auch einen der unentbehrlichſten, als z. B. den Grundſatz der Beharrlichkeit der Subſtanz, oder der nothwendigen Beſtimmung der Weltbegebenhei⸗ ten durch ihre Urſache, aber, wie es ſich gebuͤhrt, durch Gruͤnde a priori zu erweiſen. Kan er dies nicht,(Still⸗ ſchweigen aber iſt Bekentnis) ſo muß er einraͤumen: daß, da Metaphyſik ohne apodictiſche Gewißheit der Saͤtze die⸗ ſer Art ganz und gar nichts iſt, die Moͤglichkeit oder Un⸗ moͤglichkeit derſelben vor allen Dingen zuerſt in einer Cri⸗ O 3 tik 1 6 8 214 ‿ 4 3 tik der reinen Vernunft ausgemacht werden muͤſſe, mit⸗ üige hin iſt er verbunden, entweder zu geſtehen, daß meine tap) Grundſaͤtze der Critik richtig ſind, oder ihre Unguͤltig⸗ b 17 keit zu beweiſen. Da ich aber ſchon zum voraus ſehe, wie 6 daß, ſo unbeſorgt er ſich auch bisher auf die Gewißheit V d ſeiner Grundſaͤtze verlaſſen hat, dennoch, da es auf ei⸗ V ſi — 1 ne ſtrenge Probe ankomt, er in dem ganzen Umfange der V ihr detaphyſik auch nicht einen einzigen auffinden werde, und 14 mit dem er dreuſt auftreten koͤnne, ſo will ich ihm die ani F vortheilhafte Bedingung bewilligen, die man nur indirt 3 einem Wettſtreite erwarten kan, naͤmlich ihm das onus lang N probandi abnehmen, und es mir auflegen laſſen. eh 8 Gru ¹ 9 Er findet nemlich in dieſen Prolegomenen, und in B 6’ meiner Critik S. 426— 461. acht Saͤtze, deren zwey rech Y 6 und zwey immer einander widerſtreiten, jeder aber noth⸗(ob b 6 wendig zur Metaphyſik gehoͤrt, die ihn entweder annehehh dhi V men oder widerlegen muß,(wiewohl kein einziger der⸗ V din 9 ſelben iſt, der nicht zu ſeiner Zeit von irgend einem Phi⸗ ten, 4 loſophen waͤre angenommen worden). Nun hat er die te/ Freyheit, ſich einen von dieſen acht Saͤtzen nach Wohlge⸗ und fallen auszuſuchen, und ihn ohne Beweis, den ich ihm de e ſchenke, anzunehmen; aber nur einen,(denn ihm wird b c Zeitverſpillerung eben ſo wenig dienlich ſeyn wie mir) und G alsdenn meinen Beweis des Gegenſatzes anzugreifen. V Kan ich nun dieſen gleichwohl retten, und auf ſolche Art zeigen, 6 V ſſe, wits 6 ment Ungültig taus ſehe, Genihet es auf ei nfange der den werde, c ihm die n nur in. das onus n. den, und in deren zwey er aber nohh⸗ veder anneſe- einziger des d einem pii n hat et di nach Wohlh den ich ir denn ihm win wie mir) un s arpogrfi, d auf ſiche Aui zelen — 215 zeigen, daß nach Grundſaͤtzen, die jede dogmatiſche Me⸗ taphyſik nothwendig anerkennen muß, das Gegentheil des von ihm adoptirten Satzes gerade eben ſo klar be⸗ wieſen werden koͤnne, ſo iſt dadurch ausgemacht, daß in der Metaphyſik ein Erbfehler liege, der nicht erklaͤrt, vielweniger gehoben werden kan, als wenn man bis zu ihrem Geburtsort, der reinen Vernunft ſelbſt, hinaufſteigt, und ſo muß meine Critik entweder angenommen, oder an ihrer Statt eine beſſere geſetzt, ſie alſo wenigſtens ſtu— dirt werden: welches das einzige iſt, das ich jetzt nur ver⸗ lange. Kan ich dagegen meinen Beweis nicht retten, ſo ſteht ein ſynthetiſcher Satz a priori aus dogmatiſchen Grundſaͤtzen auf der Seite meines Gegners feſt, meine Beſchuldigung der gemeinen Metaphyſit war darum unge⸗ recht, und ich erbiete mich, ſeinen Tadel meiner Critik Cobgleich das lange noch nicht die Folge ſeyn duͤrfte,) vor rechtmaͤßig zu erkennen. Hiezu aber wuͤrde es, duͤnkt mich, nothig ſeyn, aus dem Incognito zu tre⸗ ten, weil ich nicht abſehe, wie es ſonſt zu verhuͤten waͤ⸗ re, daß ich nicht, ſtatt einer Aufgabe von ungenanten und doch unberufenen Gegnern, mit mehreren beehrt oder beſtuͤrmt wuͤrde. 9 4 Vor⸗ 216— Vorſchlag zu einer Unterſuchung der Critik, auf welche das Urtheil folgen an. „ Dech bin dem gelehrten Publicum auch vor das Still⸗ ſchweigen verbunden, womit es eine geraume Zeit hindurch meine Critik beehrt hat; denn dieſes beweiſet doch einen Aufſchub des Urtheils, und alſo einige Ver⸗ muthung, daß in einem Werke, was alle gewohnte We⸗ ge verlaͤßt, und einen neuen einſchlagt, in den man ſich nicht ſo fort finden kan, doch vielleicht etwas liegen moͤge, wodurch ein wichtiger, aber jetzt abgeſtorbener Zweig menſchlicher Erkentniſſe neues Leben und Fruchtharkeit bekommen koͤnne, mithin eine Behutſamkeit, durch kein uͤbereiltes Urtheil den noch zarten Propfreis abzubrechen und zu zerſtoͤren. Eine Probe eines aus ſolchen Gruͤn⸗ den verſpaͤteten Urtheils komt mir nur eben jetzt in der Gothaiſchen gelehrten Zeitung vor Augen, deſſen Gruͤndlich⸗ keit(ohne mein hiebey verdächtiges Lob in Betracht zu ziehen) aus der faßlichen und unverfälſchten Vorſtellung eines zu den erſten Principien meines Werks gehoͤrigen Stuͤcks jeder Leſer von ſelbſt wahrnehmen wird. Und nun ſchlage ich vor, da ein weitlaͤuftig Gebaͤu⸗ de unmoͤglich durch einen fluͤchtigen Ueberſchlag ſo fort im das Stib aume zeit s beweiſet inige Vetz ohnte We⸗ man ſich gen moͤge ner zweig uchthatkeit durch kein abzubrechen hen Grüͤn⸗ jetzt in der Gruͤndlich; etracht zu Vorſtellung gehotigen flig Geöiu Win — — 217 im Ganzen beurtheilt warden kan, es von ſeiner Grund⸗ lage an, Stuͤck vor Stuͤck zu pruͤfen, und hiebey gegen⸗ waͤrtige Prolegomena als einen allgemeinen Abriß zu brauchen, mit welchem denn gelegentlich das Werk ſelbſt verglichen werden koͤnnte. Dieſes Anſinnen, wenn es nichts weiter, als meine Einbildung von Wichtigkeit, die die Eitelkeit gewoͤhnlicher maſſen allen eigenen Producten leihet, zum Grunde haͤtte, waͤre unbeſcheiden, und ver⸗ diente mit Unwillen abgewieſen zu werden. Nun aber ſtehen die Sachen der ganzen ſpeculativen Philoſophie ſo, daß ſie auf dem Puncte ſind, voͤllig zu erloͤſchen, obgleich die menſchliche Vernunft an ihnen mit nie erloͤſchender Neigung haͤngt, die nur darum weil ſie unaufhörlich ge⸗ taͤuſcht wird, es jetzt, obgleich vergeblich, verſucht, ſich in Gleichguͤltigkeit zu verwandeln. In unſerm denkenden Zeitalter laͤßt ſich nicht ver⸗ muthen, daß nicht viele verdiente Maͤnner jede gute Ver⸗ anlaſſung benutzen ſollten, zu dem gemeinſchaftlichen In⸗ tereſſe der ſich immer mehr aufklaͤrenden Vernunft mit zu arbeiten, wenn ſich nur einige Hoffnung zeigt, dadurch zum Zweck zu gelangen. Mathematik, Naturwiſſen⸗ ſchaft, Geſetze, Kuͤnſte, ſelbſt Moral ꝛc. fuͤllen die Seele noch nicht gaͤnzlich aus; es bleibt immer noch ein Raum in ihr uͤbrig, der vor die bloße reine und ſpeculative Ver⸗ nunft abgeſtochen iſt, und deſſen Leere uns zwingt, in O5 Fratzen 218— Fratzen oder Taͤndelwerk, oder auch Schwaͤrmerey, dem Scheine nach, Beſchaͤftigung und Unterhaltung, im Grun⸗ de aber nur Zerſtreuung zu ſuchen, um den beſchwerlichen Ruf der Vernunft zu uͤbertaͤuben, die ihrer Beſtimmung gemaͤß etwas verlangt, was ſie vor ſich ſelbſt befriedige, und nicht blos zum Behuf anderer Abſichten, oder zum Intereſſe der Neigungen in Geſchaͤftigkeit verſetze. Da⸗ her hat eine Betrachtung, die ſich blos mit dieſem Umfan⸗ ge der vor ſich ſelbſt beſtehenden Vernunft beſchaͤftigt, darum, weil eben in demſelben alle andere Kentniſſe, ſo gar Zwecke zuſammenſtoſſen, und in ein Ganzes vereinigen muͤſſen, wie ich mit Grunde vermuthe, vor jedermann, der es nur verſucht hat, ſeine Begriffe ſo zu erweitern, einen großen Reitz, und ich darf wohl ſagen, einen groͤßeren, als jedes andere theoretiſche Wiſſen, welches man gegen jenes nicht leichtlich eintauſchen wuͤrde. Ich ſchlage aber darum dieſe Prolegomena zum Plane und Leltfaden der Unterſuchung vor, und nicht des Werks ſelbſt, weil ich mit dieſem zwar, was den Inhalt, die Ordnung und Lehrart und die Sorgfalt betrift: die auf jeden Satz gewandt worden, und ihn genau zu waͤ⸗ gen und zu pruͤfen, ehe ich ihn hinſtellete, auch noch jetzt ganz wohl zufrieden bin,(denn es haben Jahre dazu gehoͤrt, mich nicht allein von dem Ganzen, ſondern bis⸗ weilen auch nur von einem einzigen Satze in Anſehung ſeiner ey, dem n Gran⸗ werlichen ſimmong efriedige, dder zum de. Daß n Umfan⸗ eſchaftit niſſe, ſo ereinigen dermann, ern, einen groͤßeren, V man gegen mena zun nicht des en Inhal betrift: die nau zu wi⸗ wauch noc Jahre date ſondern bi⸗ i Aricung ſeine — 209 ſeiner Quellen voͤllig zu befriedigen,) aber mit meinem Vortrage in einigen Aöſchnitten der Elementarlehre, z. B. der Deduction der Verſtandesbegriffe, oder dem von den Paralogismen d. r. V., nicht voͤllig zufrieden bin, weil eine gewiſſe Weitlaͤuftigkeit in denſelben die Deutlich⸗ keit hindert, an deren ſtatt man das, was hier die Pro⸗ legomenen in Anſehung dieſer Abſchnitte ſagen, zum Grun⸗ de der Pruͤfung legen kan. Man ruͤhmt von den Deutſchen, daß, wozu Be⸗ harrlichkeit und anhaltender Fleiß erforderlich ſind, ſie es darin weiter als andere Voͤlker bringen koͤnnen. Wenn dieſe Meinung gegruͤndet iſt, ſo zeigt ſich hier nun eine Gelegenheit, ein Geſchaͤfte, an deſſen gluͤcklichem Ausgange kaum zu zweifeln iſt, und woran alle denkende Kenſchen gleichen Antheil nehmen, welches doch bisher nicht gelungen war, zur Vollendung zu bringen, und je⸗ ne vortheilhafte Meinung zu beſtaͤtigen; vornehmlich, da die Wiſſenſchaft, welche es betrift, von ſo beſonderer Art iſt, daß ſie auf einmal zu ihrer ganzen Vollſtaͤndig— keit und in denjenigen beharrlichen Zuſtand gebracht werden kan, da ſie nicht im mindeſten weiter gebracht, und durch ſpaͤtere Entdeckung weder vermehrt, noch auch nur veraͤndert werden kan,(den Ausputz durch hin und wieder vegroͤßerte Deutlichkeit oder angehaͤngten Nu— tzen in allerley Abſicht rechne ich hieher nicht,) ein Vor⸗ theil, S 87 6 da 220—— ſ. theil, den keine andere Wiſſenſchaft hat, noch haben kan, d weil keine ein ſo voͤllig iſolirtes, von andern unabhaͤngi⸗ R G 8 6 ihr 3& G. 2; 6 8 ges und mit ihnen unvermengtes Erkentnisvermoͤgen betrift. 1 4 — 3 8 Auch ſcheint dieſer meiner Zumuthung der jetzige Zeitpunct ſch nicht unguͤnſtig zu ſeyn, da man jetzt in Teutſchland faſt an nicht weiß, womit man ſich, auſſer den ſogenanten nuͤtz⸗ ze lichen Wiſſenſchaften noch ſonſt beſchaͤftigen koͤnne, ſo daß d es doch nicht bloſſes Spiel, ſondern zugleich Geſchaͤfte ſey, ſo wodurch ein bleibender Zweck erreicht wird. V d d Wie die Bemuͤhungen der Gelehrten zu einem ſol—/ V 1 chen Zweck vereinigt werden koͤnten, dazu die Mittel zu V w erſinnen, muß ich andern uͤberlaſſen. Indeſſen iſt mei⸗ V d ne Meinung nicht, irgend jemanden eine bloſſe Befol⸗ h W gung meiner Saͤtze zuzumuthen, oder mir auch nur mit der Hoffnung derſelben zu ſchmeicheln, ſondern, es mo— V 3 gen ſich, wie es zutrift, Angriffe, Wiederholungen, Einſchraͤnkungen, oder auch Beſtaͤtigung, Ergaͤnzung und Erweiterung, dabey zutragen, wenn die Sache nur von — 4 — — Grund aus unterſucht wird, ſo kan es jetzt nicht mehr 3 fehlen, daß nicht ein Lehrgebaͤude, wenn gleich nicht das meinige, dadurch zu Stande komme, was ein Vermaͤcht⸗ 1 nis vor die Nachkommenſchaft werden kan, davor ſie b 1 Urſache haben wird, dankbar zu ſeyn. 3 Was, wenn man nur allererſt mit den Grundſaͤtzen 2 der Critik in Richtigkeit iſt, vor eine Metaphyſik, ihr m — 1 zu ben in, aöhaͤngi nbetrift, Jeitpunet land faſt ten nütz „ ſo daß äft ſe nem ſols Mittel zu iſt mei⸗ ſſe Befol⸗ nur mit es mo⸗ cholungen, nzung und enur boh nicht mehr nicht das Vermaͤche davor ſe Grundſthe pyyſi ht 1 — — — — 22 I zu Folge, koͤnne erwartet werden und wie dieſe keineswe⸗ ges dadurch, daß man ihr die falſche Federn abgezogen, armſelig und zu einer nur kleinen Figur herabgeſetzt er⸗ ſcheinen duͤrfe, ſondern in anderer Abſicht reichlich und anſtaͤndig ausgeſtattet erſcheinen koͤnne; wuͤrde hier zu zeigen zu weitlaͤuftig ſeyn; allein andere große Nutzen, die eine ſolche Reſorm nach ſich ziehen wuͤrde, fallen ſo fort in die Augen. Die gemeine Metaphyſik ſchaffte dadurch doch ſchon Nutzen, daß ſie die Elementarbegriffe des reinen Verſtandes aufſuchte, um ſie durch Zergliede⸗ rung deutlich und durch Erklaͤrungen beſtimmt zu machen. Dadurch ward ſie eine Cultur vor die Vernunft, wohin dieſe ſich auch nachher zu wenden gut finden moͤchte; Al⸗ lein das war auch alles Gute, was ſie that. Denn die⸗ ſes ihr Verdienſt vernichtete ſie dadurch wieder, daß ſie durch waghaͤlſige Behauptungen den Eigenduͤnkel, durch ſubtile Ausfluͤchte und Beſchoͤnigung die Sophiſterey, und durch die Leichtigkeit, uͤber die ſchwerſten Aufgaben mit ein wenig Schulweisheit wegzukommen, die Seicht gkeit beguͤnſtigte, welche deſto verfuͤhreriſcher iſt, je mehr ſie einerſeits etwas von der Sprache der Wiſſenſchaft, ande⸗ rerſeits von der Popularitaͤt anzunehmen die Wahl hat und dadurch allen Alles, in der That aber uͤberall nichts iſt. Durch Critik dagegen wird unſerem Urtheil der Maasſtab zugetheilt, wodurch Wiſſen von Scheinwiſſen mit Sicherheit unterſchieden werden kan, und dieſe gruͤn⸗ det 222—— det dadurch, daß ſie in der Metaphyſik in ihre volle Aus⸗ uͤbung gebracht wird, eine Denkungsart, die ihren wohl⸗ thaͤtigen Einfluß nachher auf jeden andern Vernunftge⸗ brauch erſtreckt und zuerſt den wahren philoſophiſchen Geiſt einfloͤßt. Aber auch der Dienſt, den ſie der Theo⸗ logie leiſtet, indem ſie ſolche von dem Urtheil der dogma⸗ tiſchen Speculation unabhaͤngig macht und ſie eben dadurch wider alle Angriffe ſolcher Gegner oollig in Sicherheit ſtellt, iſt gewiß nicht gering zu ſchaͤtzen. Denn gemeine Metaphyſik, ob ſie gleich jener viel Vorſchub verhieß, konte doch dieſes Verſprechen nachher nicht erfuͤllen, und hatte noch uͤberdem dadurch, daß ſie ſpeculative Dogma⸗ tik zu ihrem Beyſtand aufgeboten, nicht anders gethan, als Feinde wider ſich ſelbſt zu bewaffnen. Schwaͤrmerey, die in einem aufgeklaͤrten Zeitalter nicht aufkommen kan, als nur wenn ſie ſich hinter einer Schulmetaphyſik vers birgt, unter deren Schutz ſie es wagen darf, gleichſam mit Vernunft zu raſen, wird durch critiſche Philoſophie aus dieſem ihrem letzten Schlupfwinkel vertrieben, und uͤber das Alles kan es doch einem Lehrer der Metaphy⸗ ſik nicht anders als wichtig ſeyn, einmal mit allgemeiner Beyſtimmung ſagen zu koͤnnen, daß, was er vortraͤgt, nun endlich auch Wiſſenſchaft ſey, und dadurch dem gemeinen Weſen wuͤrklicher Nutzen geleiſtet werde. dle lue ren wohl⸗ rnunftgee— ſophiſchen V der Thers t dogna⸗ n dadurch Sichetheit n gemeine Hverhieß, len, und e Dogma⸗ es gethan, waͤrmerey, zmmen kan, pphyſik ver⸗ gleichſan— Philoſophie jeben, und r Metaphh⸗ allgemeiner ortraͤgt, nun em gemeinen —————— 4 4 4 — 1 8 1 2 4 4 8 1 1 b b 4— COoſour& Grey Control Chart Blue Cyan Green Vellow Heod Magenta Whme Grey ,G=h Ge—8, ee 4 . 1 1