Alte Heſſiſche Glaubens, Lehr/ In zwantzig Theologſihen Gelwſſſend⸗ ragen Fepet Da Anleitung zweyer Fuͤrſtlichen Heſſen⸗ Darmſtaͤttiſchen Ahßlcdeche und p ICTEN, ein Die Durchleuchtigſte Fuͤrſtin und Frau/ Fr. Sliſabetha Qorothea g ndarafnzu Aſen⸗ Fuͤrſtin zu Herßfeld/ Gebohrne Hertzogin Sachſen/ Juͤlich/ Clev und Bergen/ ꝛc.ꝛec. als damahlige Regentin/ Von beſſerer Feyer des Sontags/ Anno 1687. den 1. Junii erneuert und publicitt, und alle Jahr auff den XVII. ntag nach Trinitans vonden Gan uleſen, befo en. Wn 9 Und des de darnu 43 He. Der Durchleuchtigſte Fuͤrſt und Herr/ 4 derr GEORG der II. Landgraff zu Beſſen uͤrſt zu F Herßfeld/ ꝛc. ꝛc. Von den alſo Surf zu 9 garſtigen Schabbaths⸗Mäaͤgden Anno edehan dtSicnedan ffgeſ Kllan Rudrauffen/ Doa und prof Theologiæ, b auff der Univerſitaͤt zu Gieſſen. 3 J SSE/ In Venlegung David Zunners/ uckts Ehr ſtoſe Hemann Karger/ de 36 Kunw Buchdr. 1688. — Landgräͤ zu Heſen⸗ Färſanzu Heßetd, Be en Hertzogin zu Sachſen/ uͤlich/ Clev und Bergen/ ꝛc. G 45 zu Katzemelnbogen/ Dietz/ Ziegenham /Nidda/ 3 Schauenburg⸗ Iſenburg und Bupen. 4 gen/ ꝛc. ꝛc. 4 Naner rehhah Kunſim und demm⸗ San wie ſonſten allzai in meinem armen g Ott nſa 3 Zatter/ und dem eeine 3 Aaiam * 1 4 8 8. —* ——— Gott verordneten 22 4 1 2 ½ 2* 2 2 2 2. 6 8 4 8 S e 1„ 1. s Sonntags/ nechſt andern gottſeligſten reſpectivè Anſialten/ Be⸗ ſehlen/ Gutthaͤtigkeiten und Gnaden/ ſo dieſelbe Zeit Ihrer wehren⸗ en Fuͤrſtlichen Vormundsſchafftlichen Regierung/ dem heiligen von Miniſterio, Kirchen und Schulen/ hoͤchſtruͤhmlichſt uhm aſchen gegeben und der gute Geruch von der Erden biß een. Mir /als einem armen und ohnwuͤrdigen Theo- — DVormuundſebaff licher Negierung Derv Geiſtlichkeit/ auff viele Au aut und Weiß/ groſſe Fuͤrſtl. Gnad und Gutthaͤtigkeiten crzeiget! ſo viee W Kirchen/ Pfarr⸗ und Schul⸗Gebaͤu laſſen auffrichten/ darzu nich! gel⸗ nur Collecten gnaͤdigſt befohlen/ ſondern auch auß Dero Camme auf und eigenen Renthen/ an Dienſi⸗Geldern/ und Waldungen/ groſſe h Zuſchuß und Beyhuͤlff thun und reichen/ und benannilich zwey Kit⸗ chen/ als eine zu Darmſtatt/ und die andere zu Romrod/ mit groſſen Koſten reſpectivè erbauen/ und biß auff das Ende fortfuͤhren laſſen. Sie haben nicht ermangelt/ zu des beſagten Miniſterii reſpect, Sreys geſ⸗ nicht ohnbillich der Fuͤrſtl. Befchl zu rechnen/ vom dato Darm den 5. Decembris 1881. wider das ſchaͤndliche Huren⸗Weſen/ kuͤnfftig auff Dominica II. poſt Epiphanias alle Jahr/ das Capitn auß der Kirchen⸗Ordnung von heimlicher Verloͤbniß und Huren⸗ Weſen nach der Predigt/ ſolte offentlich den Huren zum Abſcheu ab⸗ lcht geleſen werden. Solten nun Euer Hoch Fuͤrſtliche Durchl. auff dieſe Fuͤrſtl. loͤbliche Gedancken kommen/ zu welchen Deroſelben 1 hertzliebſi⸗ geweſener Ehegemahl/ hoͤchſtſeligſt⸗ und glorwuͤrdigſien Ge⸗ daͤchtniß bey offentlichem/ von dem damahligen Hof⸗Prediger abge⸗ legten Regierungs⸗Ruhm veranlaſſet worden/ daß Sie nach dem Erempel des groſſen Koͤnigs Alexanders zu bewuſtem Hof⸗Predigern geſagt: Ihr habr meinem Herm Vattern hochſ. Andenckens/ alles che Lob gegeben/ ſo daß ich hiernechſt vor mich nichts werde ſu⸗ eigen haben/(welches doch gar groß und hoch geweſen/ und in ge⸗ wiſſen Stuͤcken jenes uͤbertroffen) ſo glaube/ daß nur allein dieſe erzehl⸗ eei⸗ te Stuͤcke bey allen gottſeligen Hertzen und Dienern des Worts Got⸗ 4, tes koͤnnen gnug ſeyn/ Ihr ein Fuͤrſtliches Lob und Zeugniß zu zueig⸗ nen/ und das gemeine auch in ſolchen geiſtlichen Gnaden anmerckliehes ſir Sprichwort zu beſtaͤttigen: Der Apffel faͤllt nicht weit vom Stamm. Der in GOtt ruhende von geiſtlichem Eifer/ Anſtalten und devotion unvergleichlich geweſene Fuͤrſt/ Euer Hoch Fuͤrſil. Durchl. Herr Vatter/ hoͤchſtſel. Andenckens/ iſi der Stammꝛ Cuer Hoch Fuͤrſtl. Durchl. der lobliche Fuͤrſtliche Apffel der ſich nun wieder in einen gantzen Fuͤrſtlichen Stamm verwandelt/ GOtt 1 gebe/ in ſolcher ſitigen Fortpflantzung und Verwandelung/ welche ina. Himmel und Erde mit dergleichen Lob und ewigen Ruhm erfuͤlle! und Dieſes lege hiermit vor/ und zeige/ was ich weiß. Ich ruͤhme und prei⸗ hren ſe Deren gute Gedancken und Raht/ welche zu ſolchem Sabbathe⸗ FLdict chollfen won Anfang/ und auch ito bey vergangener Erneue⸗ tung. G Ott gedencke Derſelben in Gnaden und im Beſten Weſil nte aber in dieſen letzten boͤſen Tagen auch unter andern Rotten/ Zwieſpal⸗ een und Dilpurationen/ ſchwuͤrige Sabbaths⸗Stuͤrmer ſich hie und da/ bey verſchiedenen Religionen finden/ welche mit den Soeintanern und Libertinern dem Volck Pfuͤle unter die Arm legen/ azugraſ, 8 4 3 ger —· — — —ä — —— ͦ— ——— —— ——— mehr iſt/ weil die Ruh von wochentlicher Arbeit ein frey Ding ſey im Neuen Teſtament/ und unter die Ceremonialien zu zehlen/ die Juden angehe und nun nach der Ankunfft Chriſti/ als Schattenwerck/ ganz tion, bey Dero Fuͤrſtl. Edict, Ich ein zwar vor der Welt einfaͤltigem1n!) * gerliche Freyheit auff die feyerliche Sonntage/ unter dem ſonſi guten/ feu aber hierzu ſchaͤndlichſt⸗ mißbrauchten Deck⸗Mantel der Chriſtlichen ba Behet verſtatten/ daß ſie in offentlichen gefaͤhrlichen Diſputationen wit behaubten wollen/ man koͤnte wohl/ ſo viel als das dritte Gebott ba⸗ du tyeffe/ auff die Sonntag allerley Arbeiten und gemeine Dienſte ver⸗ richten/ man koͤnte wohl Maͤrckt/ Kirmeſſen/ Taͤntze und andere Luſi⸗„ barkeiten auff dieſe Sonntags⸗Feyer treiben/ und was dergleichen und gar auffgehoben/ welches dann gerad dem Fuͤrſtl. Edict, und wie der gemeinen Chriſtlichen/ alſo auch abſonderlich alter Heſſiſchen Eyan⸗ geliſchen Glaubens⸗Lehr zuwider laͤufft: So habe veranlaſſet durch ae Euer Hoch Fuͤrſtl. Durchl. hochſtruͤhmlichſt gottſelige inten. un doch in Gottes Wort gegruͤndeten weitern Bericht/ dabey ich gedencke 68 in der Krafft des HErnn feſt zu ſtehen/ uͤber einige Frag⸗ und Lehr⸗Pun⸗ d eten wohlmeinend wollen entwerffen/ Euer Hoch Fuͤrſtl. Ourchl. Fuͤrſtl. Edict und gottſeligſte intention weiter bekant machen/ und 3zu Verthaͤdigung deſſelben Inhalts gewiſſe Fragſtuͤcke vorſtellen. Ind nach dem Euer Hoch Fuͤrſtl. Durchl. goͤttlicher Eifer hieruu Urſach und occaſion mir gegeben/ dieſelbe auch Zeit Dero wohlge fuͤhrten Regierung mir ſonderbahre groſſe Fuͤrſtl. Gnaden erzeigee: So lege dieſe meine geringe Arbeit zu Ew. Hoch F uͤrſtl. Durchl. Schos verwahret/ theils meine unterthaͤnigſte devotion und Danck barkeit zu erweiſen; theils/ daß ſolche unter Dero maͤchtigen Schus und Schatten nicht nur ſicherer/ ſondern auch bey denen/ di GOttes Wort und Geſet lieben/ deſto angenchmer und beliebter werde.»n ſenem groſſen Sabbath/ in deſſen Abſehen dieſes Sabbaths⸗diet de⸗ ſto erfreulicher geweſen/ werden nicht ſo wohl ick und andere treue Diener weiter zeugen/ als der groſſe teiche Bergelter und in ſeiner Herrlichkeit kommende Troſtreiche Richter/ gegen alle die/ b auff auff ſeine Ankunfft im G lauben warten/ und ſeine Erſcheinung lieb den baben/ Euer Hoch Fuͤrſtl. Durchl. ſebbſtdiß Zeugniß und Troſt den wird! wiederfahren aſſen ſagend Dugetre e Regenten Magd/ bo du von meinem Vatter geſegnete Dorothea/ du biſt uͤber wenig treu geweſen/ Ich wil dich uͤber viel ſetzen/ gehe ein in deines HErrn Freude! Ich repetire mein Gebet und herzlichen Wunſch: GO TT troͤſie und erfreue Sie ſampt dem gantzen Hoch Fuͤrſtl. Hauſe mit allerley reichem Segen/ Er thue was Shr Hert begehret/ gewaͤhre Sie aller Ihrer Bitte/ und erfuͤlle alle Ihre Anſchlaͤge Sonderlichen ſegne der HERR des Segens die an, Nnachgelaſſene Fuͤrſtliche Regierung/ den Geſalbten und groſſen Re⸗ rch genten/ welchen uns der HENR gegeben/ Er ſende Ihm Huͤlff von u feinem Heiligthum/ und ſtaͤrcke Ihn auß Zondaß Er ſiarck/ geroſt En, und froͤich i/ immar und ewiglich V un Ir Lue 33 5 Baiſ Dmcl. waues ere untachan ne treuer Dienek wind arbitle u GOt . nhuasus AuDRAURE, p. Vor — ———— ——. — ——— ——— 8. 1 den an der Wohr ann. 1575. den 9. Jan. und Mangero, anno 160. ſeiner Dien D ee e e e ee ee. Voeorrede an den guten Leſer 8 G Ch ſtelle hiemit dor ein Stuͤck der alten Zeſſiſcheg dere & Glaubens ⸗Lehr/ ſo viel nemlich die Erklaͤrung des des 2 dritten Gebotts und Sonntaͤglichen Feyers betrifft/ wa wie davon bißher in Heſſen gelehret und uͤber ſolche Lehe wie N. gehalten worden/ oder doch nach Fuͤrſtlicher Kirchen, Ta⸗ =) Ordnung/ Anſtalten und Befehlen hette ſollen gehalten un erden. Ich ſtelle dieſelbe vor/ wie ich ſie empfangen/ der ich in Heſſen ge⸗ und boren/ in Heſſen auferzogen und daſeldſten meine ChriſtlicheLehr und Unter⸗. richt von meinen geweſenen Præceptoribus, Profeſſoribus, Pædagogiarchen un wen anderenalange„won mennen Collgen ghore /undnunlange Jahr gefaſt pd und getrieben. Und wie ſolche ſchon lang vor mir offentlich vretrageſſge eehr prediget und geſchrieben/ derhochberuͤhmt⸗ und beleht⸗geweſene Hefſ. Theologus, D. Balthaſar Nem eee höehſtverdient geweſtner 9 Pred er zu Darmſtatt/ der auch ſolche ſeine Lehr/ als in Heſſen gebohren unn e o zogen/ zweiffels⸗frey von den Heſſiſchen Theologis, beſonders auch deſſen ßen theuren und hoͤchſtwehrten Batter und andern beruͤhmten Profeſſoribus pat und Doctoribus Theologiæ gefaſſet/ wie dann dazumahl zu Marpurg ge⸗ g bet und oehet, n Wifie D. Menzer, D. iehen ben 12 Steuber, Eramekemus, D. Tanſör, alleſampt Profeſſ. Theol. welchen beygefuͤget wird ſi das Zeugniß D. 7 5F. Schuppens/ auß ſeiner wohlgeſtellten Sabbaths⸗ ni Predgt in Hamburg gehalten/ da Er ſich auch außf dieſe Heſſiſche Lehr und Ordnung beziehet/ als dabey Er erzogen und unterrichtet worden. Sonderlich zeuget in allen angefaͤhrten Puneten hiervon in ſeiner Analy li. Herr D. Cunrad Dieterich/ der gleichfals wie in Heſſen zu Gemun⸗ . hr 9. boren/ alſo auch von Jugend auff in der Heſſiſchen Lehr/ Glauben und Rei den wohl unterꝛichtet/ ſo/ daß Er zu Marpurg ſchon in vorigem ſeculo das ollicium Majoratus bedienet/ und daſelbſten zum Hof⸗und Stadt⸗Caplan beſtellet/ auch bey Aenderung der Regierung/ nach dem Er. Jahr lang im Mimtterio daſelbſten geſtanden/ beneben den bekanten Theologis landurwenfbae Leuchtero, Winckelmannd.*₰ ezu Marpurg erlaſſen und nassG — dere Erklaͤrung de Puncten vom Jahr 1629. und ſpecial-Ordnung zu Erbauung des bat gebundener Sabbath/ kaltſinniges auffgebundenes Chriſtenthum. Wer unertraͤgl in kommen/ da Er auff die o. Jahr peofeſt und Pædagsgiarch geweſe biß Er zachuin num Brbenn denun benufen eeennsnan „. 2. Zu dieſen Privat⸗Zeugniſſen kommen die offentliche Landa⸗ Fäͤrſtliche Heſſiſche Krchen⸗Ordnungen/ als das abſonderliche Fuͤrſtliche Sefen. Darmſtaͤttiſche Kdict und Conſtitution von mehrer und beſſerer Sonntags⸗Feyer/ de amno 32. den 8. Nov. zu Marpurg bey Caſpar Chem⸗ lin/ als auch ber van. Hampeln in quarto gedruckt. So dann diebeſon⸗ er liche bey allgemeiner Kirchen⸗Viſitation vorkommen⸗ wahren Chriſtenthums de anno 1634. die Kirchen⸗Ordnung ſelbſten/ wie ſolche 1574. gedrucket und publicirt worden. Tit. 1. Von Feyer⸗ Tagen, und folgenden. Und in der Fuͤrſtl. vier Gebruͤderlichen Ordnung und Reformation de anno ¹572, den 1. Aug. s. Von Sonntags⸗Kirmeſſen und Taͤntzen. Allen dieſen Schrifften iſt unſere Lehr conkorm. F. z. Es iſt aber die Lehr von Heiligung des Sabbaths ein ſehr noht⸗ wendigStuͤck zu Erhaltung des Chriſtenthums und reinen Gottesdienſts/ ſo daß die jenige Theologi nicht irren/ welche das dritte Gebott/ deſſen Lehr⸗ Stuͤck und Ubung nennen ein nervum intelligentiæ& obedientia exterorum præceptorum, ein rechten Kern vom gantzen Geſetz und einkraͤff⸗ iig Zugband/ womit das gantze Geſetz zuſammen verbunden und alle Ge⸗ bott zur gottſeligen Ubung gezogen werden. So nohtwendig/ daß es wol beße mag/ am Sabbath erkennt man des Landes Heiligkeit/ wie Sab⸗ ſo Heiligthum. Kein Sabbath/ kein Chriſtenthum. Kaltſinniger auff⸗ davon ein Urtheil faſſen wil/ wie in dieſer oder jener Gemeinde das Chri⸗ ſtenthum beſchaffen 1 ſehe den Sonntags⸗Feyer an. Auff welche Erkaͤnt⸗ 4 uns Won. 1ſt rehas erwecſe⸗ m. Wers wiſßhr wil/ darff nicht weit lauffen/ am Feyer⸗ lehet man es wol/ jerem. 11.24. Es iſt kein Gebott ee eiches GEÆDKEUC K bemer⸗ cket/ als das dritte. Kein Gebott fuͤhret ſo groſſe und vielfaͤltige ſcharffe Bedrohungen der STRAF FENN nach ſich/ als dieſes. Alle ſchwere 8 uc Land⸗Straffen d auff befen llehehorſan geſetzet ſhwe⸗ V Arieg/ Theurung/ Feuer und dergleichen/ ohne daß ſolchen freventlichen Sabeaths Schäͤnderd, ſampt den Teuffeln und ſeinen Engeln/ das ewige Feuer bereitet iſt/ Matth. XXv. Es iſt kein Gebott mit ſo groſſem Naehtruck und ſonderlichen bewegenden Urſachen zu halbe vorgeſtellt/ und ſo offt wiederholet/ als dieſes von Heiligung des— aths. Wann der heili, 1 —y 6 und dabey klagt/ daß ſie ſein Geſetz verlaſſen/ gedencket Er allemahl ab⸗ I ſon onderlich des Sabbaths/ daß ſie ſeinen Sabbath entheiliget hetten/ uu 7 olches ſechs mal nacheinander in einem Capitel v 11. 33. 16. 10 21.24. Al ſollt Er ſagen/ die Prob eures Gehorſams iſt die Heiligun des Sabbaths. geft Dergleichen ſiehe jerem. XVI. z1. Das hat der vortreffliche hochmeritirte um Peihhe heciosas Pen, hrer e Hahenn ſeinen Tugend⸗Spruͤchen fe⸗ zber die Wort 2. B. Moſ. XXXI. 33. Haltet meinen Sabbath/ und G ſo weiter/ nachdencklich bemercket/ was GOtt vor ſonderbare otibe Bn eyer auffzumundern/ bele anfuͤhre/ uns zur gebahrenden heiligen Sabbaths⸗Feyer auffz und nach dem Er ſolche nacheinander vorgeſtellt/ bricht Er in dieſe An⸗ chreyungs⸗Wort herauß und ſpricht: Hilff Gütt was ſind das vor heil Motiven Ach lieber Chriſt/ NB. Er redet dieChriſten an/ als welch Fey dieſes Geſetz ſo wohl gegeben als den Juden/ wie es in ſeiner Moralitaͤt ei der ſehen wird) gehe um Gottes Willen in dich und bedencke ꝛc. Win ſe d art duzur Heiligung des lieben Sonnta svermoͤg unſers Spru * dich durch deſſen Entheili e Sung verſündigeſt. Der alte hoch⸗ und weitberuͤhmte D. Fantzius, ge⸗ oͤhe weſener profeſl. Theol. zu Wittenberg/ hat die Sonntags Feyer ſohoch S a halten/ daß Er ſetzet: Derhabe keinen Glauben/ welcher den 8 b⸗ ſoick G begreift das gantze Men da ẽr den ſiebenden Tas nennet/ den groſſen heligen Sabb aapſohnenas ic) rbe⸗ und unverſtaͤndig mancher Poͤbel ſey/ iſt nicht gnugſam zu ſagen und zu⸗ ige beklagen; daher kein Wunder were/ wann der gerechte eiferige GOTT/ hie alle ſeine ſchwere angetrohete Straffen mit groſſem Zorn und Grimm uͤber u ſolchen unbaͤndigen Poͤbel auff einmahl außſchuͤttete. Ich mag hierbey „ſonſten bey den Propheten orkotttk. An allen dieſett Ortel iſt babth ch L. und ſgefoͤget worden? Solte das ohngefe beleuchtet und begnadiget worden/ ihre Obrigkeitliche Pflichten und Sor⸗ 1 1 ſeyn laſſen/ gute Landes⸗ und Kirchen⸗Ordnung zu faſſen/ damit der „ge⸗ böheſte groſſe HERR allem Volck ſo ernſtlich befiehlet: Halt meinen u zugetragen. Es ſchreibt ein Doctor Theologiæ an eine gewiſſe benachbar⸗ ꝛdet/ ſich ſelbſten ſuͤndlich und voller Laſter ſtecke/ ſondern auch denen Ihm an⸗ orai⸗ befohlenen angrentzenden Gemeinden gantz aͤrgerlich ſey/ alſo wolte Er auß gutem Nachbarlichen Vertrauen/ und weil Ihm und andern Geiſtlichen „dahero ein Beſchwerde im Gewiſſen zuwuͤchſe/ freundlich gebeten haben/ zugleich mit andern Evangeliſchen Staͤnden/ zu Gottes heiligſten Ehren/ Jſon⸗ dann ihnen und ihren Nachkommenden zum beſten/ einſtellen/ und auff chen. enen andern Tag verlegen/ in der Wochen/ GOtt ſage ihnen und uns II. z allen: Haltet und heiliget meinen Sabbath! Sie antworten lang 8 ͤcht/ vor kurtzen Tagen aber/ als ihr Abgeordneter ohne das bey obi⸗ ſten geus Docore zu thun/ laſſen ſie Ihn beankdfeneſſe haͤtten mit Zuͤnfften 4 was ſonderlich zu bemercken. Man ſchlage auff imꝛ. B. Moſ. Xxill. bedencke/ wie dieſes Moral⸗Geſetz 8 die weltliche Policey⸗Ordnung an⸗ word das rgeſchehen ſeyn? Oder vielmehr dar⸗ um/ weil es in das Obrigkeitliche Ampt/ Pflicht und Sorge mit einlauf⸗ fe/ uͤber den Sabbath zu halten? Das letztere wird das rechte ſeyn. Dar⸗ 63 auch unſere glorwuͤrdigſte Fuͤrſten zu Heſſen/ nach dem durch Gottes Gnade unſer liebes Vatterland mit dem Evangeliſchen Glaubens⸗Liecht eilige Tag/ ſo in der Chriſtenheit und von Aufang gleich zu wochentlicher eyer angeſetzet/ moͤge in heiliger Ruh und gotrgefällgein Weſen nach der intention deſſen/ welcher ein HErr iſt des Sabbaths/ allerdings ei⸗ ferigſt zugebracht und gefeyret werde. . z. Dieſen und dergleichen huchtisblchſirn Exempeln ſolten ja al⸗ Staͤdte und Gemeinde gottſelig nachfolgen/ und bedencken/ was der abbath/ damit in allem Volck der gantzen wehrten Chriſtenheit/ ein ſolch heilig und ernſtes Gebott heiligſt gehalten wuͤrde. Allein wie roh/ wild vwohl gedencken/ was noch in juͤngſten Tagen ſich eben in dieſer Materien e Stadt/ remonſtrirend/ daß ihr Sonntags⸗Marck nicht nur an undvor ſie moͤchten doch ſolchen ſaͤndlichen und laſterhafftigen Sonntags⸗Marck/ und 2n und Weiſe nach ſeinen Dodotalen privilegien, Macht hat/ wte ſich sutherus dahin bezogen/ an allen Orten zu lehren/ wo nicht maͤndlich⸗ doch ſchrifftlich. Darum dieſem Poͤbel leicht zu ſagen: Wie ſolr unns dieſer weiſen was gut iſt? Pſal. V. Oder mit dem loſen Volek/ wel⸗ chem die Propheten geprediget: Gebeut hin gebeut er/ ſchreibe hin/ ſhreibe her/ E XXVIII. Nach dem Worr/das du 2 Nahmen des HErrn uns ſageſt/ wollen wir dir nicht gehorchen? Jjerem. XLIV. SFrr laßſe die Zeit kommen/ daß ſie dieſes verſtehen/ damit du nicht mit h andern Zungen mit ihnen reden muſſeſt! Laß ihre Waͤchter nicht ſtumme Hunde ſeyn/ damit ſie von ſelbigen erinnert und geſtraffet zu deines Worts Erkaͤntniß kommnen! EſaLVl. 4 46. Daß ich aber dieſe zwantzig Fragen uͤber die Fuͤrſtliche Pdicte wollen zu Papier ſetzen/ tractiren und publiciren/ geſchiehet vors(1) Meine Freude zu bezeugen/ welche ich auß ſolcher gottſeligen inrention unſer LandsFuͤrſtl. hohen Obrigkeit und deren Geheimbden Raͤhten gefaſſet und mich darinnen hertzlich erquicket/ weil ich darauß geſehen daß GOtt der heilige groſſe Regent/ dennoch mit ihnen in ihrem 12) Offentlich allen denen zu dancken/ und vor Wunſch und Zeugniß abzuſtatten/ vor ſolche heilige gute Anſtalten 4 dancken/ Raht und Ordnung. Vors 8) meine Willigkeit und Gehor⸗ ſam an Tag zu geben/ nach allem Verm aht und Regiment iſt. GOT ein gottſaligen k⸗ gen/ ſchrifft⸗ und muͤndlich dieſen uch gottgefaͤllNigen guten Anſtalt zu befoͤrdern/ davon mir Zeugniß geben koͤn⸗ inen nen/ die Außſchreiben/ welche ich alſo bald auff Fuͤrſtlichen Befehl an al⸗ le meiner inſpection und Superintendur ergebene Doctores, Metropoli- nanos und Paſtores; außgefertiget. Vors(4) Eben ſolchen mir anvertrau⸗ Für⸗ zen Geiſtlichen und anderen weitere inkormation zu geben/ uͤber ein und an⸗ en/ dert erregte Fragſtuͤcke/ worinn ſie ſelbſten Zweiffel getragen und einrich⸗ dd tige Antwort verlanget.(„) Ein ohngeſcheuet offentlich von dem/ was ich bißzhero gelehret und gelernet/ und in dieſem Stuͤck ims auch mehrmahls/ und ſenderſch deh Publicirung dieſes Fuͤrſtlichen Ediets/ g am XVII. Sonntag p. Trin. Bekaͤntniß zu thun ter in der Stadt⸗Kirchen geprediget.(⁶) aach Eine beſtaͤndige weitere Erklaͤrung uͤber das/ was ich ſonſten in meinen ten Schrifften/ als in den Catechiſmus⸗Fragen/ und Sylloge Controverſia- ho⸗ mum der ſtudirenden Jugend vorgetragen/ darzugeben.(7) Einen gebuͤh⸗ tt’/ renden Ampts⸗Eifer zu mterlaffen 1 lche Mißbraͤuche/ ſchreckliche Suͤnde und La er/ rohes Weſen und Leben/ ſe ſo ich bey vilitarion auff dem Land mit groſſer Beſtuͤrtzung Anag un or ber alle ſolche ſchaͤndliche Sonntaͤg⸗ Z8 23 8 — 4 α8 —.= 2 2 — 8 2 28 S G 8 8 8˙8 m α—— 8. R& 8 — ˙ 8 —2 SS8 == — 3 8 8.3 ◻ 8 2 8 — 5* 25 8 8 — &☛ „18 8 S — ☛ — — &☛ Z —4 5 — L 5 — = ◻ — 8 2 — S ν 85 2. 8. 8 5 8 — E — — &ϑ½ 5 = *ο☛ — — — 5 & — 8 & 8 2 S 8 8 A 8 S ₰ — — — — 8 R. 8 —₰ —₰½ —̈ — * 2. — ☛ ☚ — — E. .= — — . 2 — — — S 8 2 —₰ — 2 8 S —₰ — — — ₰ 8 S. G SG 8 — — = — S S S 8 — — — G 2 2 — — 12 9 S S —½ 8 N 5 Sf ¼† bens bin viel weiters ohne tringende Noht zu diſf utiren/ 1. Cor. X. 16. ſon⸗ 1 haueane mich an das feſte/ heilige Wort und Gebott Gottes/ Haltet den zu bedencken uͤberlaſſend die angefuͤhrte Wort des HErrn: Wer auß SGer iſt/ der hoͤret Gottes Wort. Joh. VIII. Nach der Krafft des bey Ihm wohnenden guten Geiſtes 1. Cor. VII. ult. Welcher gute und heili⸗ — ——— ten/ was ſein Sinn iſt! Dir aber lieber Leſer/ und mir ſelbſten/ ſpreche ich zu: ſn nn du haſt/ daß niemand deine Krone nehme/ Of⸗ ſenbahr. joh. III. 1r. Halt/ mein lieber Heß /uͤber die alte heilige Heſſie eLehr und Glauben! daß nicht geſchehe/ was der alte Heſſiſche Theo⸗ logus und Superintendens D. Leuchter an einem Ort anfuͤhret/ von 25 0 8. 4 0 — 0◻ 5 8 8 3 = 8 8. — 8. — — rauen Haaren geſagt: m 3 dieſer S dm wild zerſchmoltzen ſeyn/ alsdann wird es viel Koth geben. GOtt der Geber und Erhalter alles gu und verhuͤten/ dem Boͤſen ſteuren/ und das heilige Glaubens⸗Gut in unx rm lieben Vatterland biß an das Ende der Welt nach ſeiner vaͤtterlichnn fin Warenn Iin Chriſto —2 S * 1 —— 5— 4 1 —— **— ““ 3 “— ——— „ . gufl Heſſen„Darmſtaͤttiſches 8 34453 Sstiittt its 2. draͤ che ——. 3 u On GOttes Gnaden/ Wir a 2 8. Eliſabetha Dorothea/ Land⸗ 1 5 graͤfin zu Heſſen/ Fuͤrſtin zu Ko Herßfeld/ gebohrne Hertzogin 1n zu Sachſen/ Juͤlich/ Cler und Berg, ac. Graͤfin zu Catzenelnbogen Dietz/ Ziegenhain/ Nidda/ Schauenburg 12 Pſenburg und! Buͤdingen a. Wittib/ Vor⸗ de muͤnderin und Negentin/ thun biermit zu 2 auch inn⸗ und auſſerhalb Teulſchland ſich zutragenden und dunh ſ Veraͤnderung der Zeiten herfuͤr gebrochenen/ und daberor faſt nicht uͤberdachten vielen revolurionen, ſo dann dahen entſtehenden gemei⸗· nen und beſon dern a ruͤbſalen und Plagen/ mit welchen de gerec GOTE/ die Menſchen wegen ihrer Suͤnden heimſuchet/ alle G bott GDatcs: wohl zu erwegen/ groſſe Urſachen haben: Und dann befindlich/ weil ſonderlich der Sabbath/ unſer Chriſilicher Sonnt⸗ von unſern Unterthanen/ nicht allerdings/ wie er wohl ſolte/ gch ligt wede⸗ daß 1 gleich wie allen groben Miſſet 1 1b zu wehren/ und die Straffen Gottes/ die Er durch allerhand Vor⸗ botten andraͤuet/ dardurch abzuwenden/ eine hohe Nohtdurfft ſeyn wil: Sintemahln ja das Goͤttliche Wort hin und wieder bezeuget/ daß GᷣOtt denen/ ſo den Feyertag entheiligen/ groſſe Straffen ange draͤuet habe/ und dieſelbe auch wuͤrcklich ihnen zuſende. Er wil ſol⸗ Straffen. chen Ubertrettern ein Feuer ſenden/ das ihre Haͤuſer verzehren/ und nicht geloͤſchet werden ſoll Das Land muß um ſolcher Suͤnde willen erbeben und uͤberſchwemmet und verſtoͤret werden. GO T T wil ſolcher Uberfahrer Feyertage in Trauren/ und alle ihre Lieder in Wehe⸗ klagen verwandeln/ Er wil uͤber alle Lenden den Sack bringen/ und alle Koöpffe kahl machen/ und einen Hunger/ nach ſeinem Wort ins Land ſchicken/ daß ſie es werden ſuchen/ und nicht finden; Er wil die Uber⸗ rretter in die Lehr geben/ ſo nicht gut iſt/ und in Rechte/ darinn ſie kein Leben finden koͤnnen; Er wil ſie zerſtreuen/ und in die Laͤnder zuſtaͤu⸗ ben; Er wil ihnen Krieg zuſenden/ daß auch die Aecker ohnbeſiellet egen bleiben/ und alſo wegen der Menſchen Suͤnden/ ihren/ offt lang⸗ „ wierigen Sabbath halten muͤſſen; Er wil ſie heimſuchen mit Schre⸗ rken/ Schwulſt und Fieber/ daß ihnen die Angeſichter verfallen/ und der Leib verfchmachte; Er wil ſein Antlitz wider ſie ſtellen/ daß ſie ge⸗ ſchlagen werden fuͤr ihren Feinden/ ihren Himmel wil Er wie Eiſen/ und ihre Erden wie Ertz machen/ ihr Land ſoll ſein Gewaͤchs niche geben/ und die Baͤume im Lande ihre Fruͤchte nicht bringen. Und ob ſie ſich in ihre Staͤdte und Veſtungen verſamlen/ wil Er doch die Pe⸗ ſillentz unter ſie ſenden/ und ſie in ihrer Feinde Haͤnde geben. Er wil ihnen den Vorraht des Brods alſo verderben/ daß/ wann ſie eſſen/ ſie chu nieht ſatt werden ſollen/ Er wil die boͤſe Pfeil des Hungers unter ſit Ge ſchieſſen/ ſie zu verderben/ daß ſie ſollen ihrer Soͤhue und Toͤchter ann Fleiſch freſſen; Er wil ihres Heyligthums Kirchen einreiſſen/ und aãg/ was ſie auff den Feyertag arbeiten/ mit Unſegen ſchlagen; Ja Er wil hei⸗ ſie/ wofern ſie nicht Buſſe thun/ zeitlich und ewiglich toͤdten und ver⸗ z dammen. 4 ins V Waͤlchem nach/ und damit diein GOT T ruhende/ hochloͤbl. A 2 Fuͤrſten ͤͤ. “ ¹ 2 4———* Ser. 2 1 äqä—ʒ)ʒ)“&“&é-éG—* 5 3. 8 3. 2 2 1 K.Ord. Beerann. He 29. Prrediger. bekandt machen/ und zur Erbauung richten die Zuhorer zur H cyli⸗ nan gung des Feyertags/ und zu allen G Oit wohlgefaͤlligen Tugenden ze beweglich anmahnen/ und dargegen ſie von der Entheiligung des die Sabbaths und allen andern Laſtern und Ubelthaten abſchrecken; Di 5 Kinder⸗Lehr unnachlaͤſſig halten/ und die Zuhoͤrer dahin vermoͤgn und anweiſen/ daß ſie nicht nur den Catechiſmum wiſſen herzuſagen/ galſo ſondern auch verſtehen/ und das endlich das Vornehmſte iſt/ ihr Leben der und Wandel darnach auſtellen/ und in der That den Verſtand in al⸗ die 4 im Stuͤckin ezorimiinn; Auch ſi zur Lafung der Heil. Bibel, ſo wan dann Auffzeichnung und Lernung der Haupt⸗ Spruͤche hetliger um Schrifft/ in der Kirchen und ſonſten antreiben/ darzu die H. Sacras uigl menten/ nach Chriſti Einſetzung/ auß ſpenden/ die bußfertige Suͤn⸗ lag der im Nahmen Gottes von ihren Suͤnden loßſprechen/ und darge⸗ ſich gen die Unbußfertigen in ihren Suͤnden binden; Fuͤr die gante Ge⸗ ies! meind/ und die wehrte Chriſtenheit andaͤhtig belen; Die Krancken H. veſuchen/ die Angefochtene troͤſten/ die Armen in guter Obacht dr 54 aEENICT. 3 ten/ und ihren Zuhoͤrern ein Fuͤrbilde im Wort/ im Wandel/ in der Aiebe/ im Geiſt/ im Glauben/ in der Keuſchheit ſeyn/ und ſich ſelbſt und die Ihrigen/ zum Fuͤrbilde guter Werck/ mit unverfaͤlſchter Lehre/ mit Erbarkeit ſtellen; Werden ſie/ die Prediger/ den Sabbath Got⸗ tes alſo gebuͤhrlich feyren/ und ihr gantzes Ampt fleiſſig verrichten/ ſo werden ſie getreue Knechte Gottes ſeyn/ die Er uͤber viel ſetzen/ und ſie in die Himmels⸗Freude auffnehmen/ und mit himmliſcher ewiger Glori begnaͤdigen wird; Dargegen die Prediger/ welche ſtumme Hunde/ Faullentzer/ Heuchler/ Freſfer/ Sauffer/ Balger/ Fluͤcher/ Zaͤncker/ Geitzhaͤlſe/ und dergleichen aͤrgerliche Ubelthaͤter ſeynd/ die entheiligen den Sabbath/ laden auff ſich G Ottes flammenden Zorn/ verſaͤumen threr/ ſo theuer ihnen anbefohlener Zuhoͤrer zeitliches und wiges Heyl/ und dafern ſie ſich nieht beſſern/ werden ſie wegen der von t. ihnen verabſaͤumeten Seelen/ uͤber welche ſie GOTT/ zu Geiſtlichen 1Waͤehtern geſetzet/ ſchwerere Hoͤllen⸗Pein/ außſtehen muͤſſen: Dann der Knecht/ der ſeines Herrn Willen weiß/ und hat nicht nach ſei⸗ nem Willen gethan/ der wird viel Streiche leyden muͤſſen. Dieſen zeitlichen und ewigen Straffen GOttes zu entrinnen/ ſollen ſie ſich/ daerieſehuſte und unſtraͤffliche Arbeiter Gottes/ zu erzeigen/ ſich befleiſſigen. 1 viſo heiligen/ daß ſie ſich den Tag zuvor Chriſtlich darzu vorbereiten/ der Natur/ ſo viel thunlich/ an Eſſen und Trincken eiwas abbrechen/ die Evangelia und Epiſteln/ ſo am folgenden Sonntag in der Kirchen werden erklaͤret/ wohl durchgehen und betrachten/ GOtt den HErrn um Kraͤffte und Vermoͤgen/ den Sabbath recht zu feyren/ demuͤh⸗ eiglich anſchreyen/ mit dem glaubigen Gebet einſchlaffen/ des Sonn⸗ lag morgens/ mit und unter dem inbruͤnſtigen Gebet wieder auffſiehen/ ſich zum offentlichen Gottesdienſt fertig machen/ zum Hauſe Got⸗ tes in ſonderbarer eiffriger Andacht ſich einſtellen/ GOtt um ſeinen H. Geiſt inbruͤnſtig anruffen/ mit den gewoͤhnlichen Geſaͤngen und Pfalmen G Ott loben/ die Predigt Goͤttliches Worts mit groſſer 8 A 3 Andache Die Zuhoͤrer/ Manns⸗ und Weibsbilder/ ſollen den Feyertag Zuhoͤrer⸗ 6 Fuͤrſt Andacht und Luſt anh thun/ die begangene Suͤnden ernſtlich bereuen/ mit dem feſten Vor⸗ ſatz/ dieſelbe hinfuͤrter gaͤntzlich zu unterlaſſen/ und alſo um deren Ver⸗ gebung im Vertrauen IEſu Chriſti bitten/ zum H. Gebrauch der Goͤttlichen Sacramenten ſich embſig in wahrer Buß einſtellen/ de Armen nach allem Vermoͤgen williglich ſteuren/ die in der Kire angehoͤrte Predigten Hauß auch betrachten/ Gottes Wort in der Bibel auffſchlagen/ und die gehaltene Predigten darnach erforſchen/ und mit Gottſeligen Ver⸗ richtungen/ als da ſind/ GOtt anbeten/ ihn loben/ ihm dancken/ dergleichen H. Werck/ zubringen/ weil GOtt den gantzen/ und nicht nur den halben Feyertag von uns wil gefeyert haben/ und zu deſſen andaͤchtigen Feyer/ mit dem Anmahnungs⸗Wortlein: Gedencke des Sabbath⸗Tags daß du ihn heyligeſt ꝛc. Unſere verderbte Natur auffgemunte hat: Darum niemand ihm einbilden muß/ er heilige den Sabbath g buͤhrlich/ wann er nur die euſſerlich gewoͤhnliche Wochens⸗Arbeit Sonntag unterlaͤſſet/ und denſelben Tag uͤber/ nur euſſerlich fey Dann unſer HErr G Ott/ nicht nur die euſſerliche/ ſondern viel die innerliche Feyer des Sabbaths/ von uns erfordert/ und wil haben daß wir den Sabbath⸗Tag alſo halten/ daß wir von Suͤnden abſt hen/ in G Ott unſere Nuhe haben/ und an ihm und ſeiner Gnade begnuͤgen laſſen/ ſeine uns erzeigte Gut⸗und Wohltahten/ hertzlich ¶Heſſen⸗Darmſtaͤttiſches oren/ ſie ins Hertz faſſen/ behalten/ und darnach eſ Wo und empfangene Sacramenten Chriſtlich den gantzen Feyertag biß an den Abend/ nuͤtz trachten und ruͤhmen/ und nach dem Ewigen Him̃liſchen Sabbath uns im Heil. Geiſt ſehnen; Derowegen/ und daß unſere Unterth insgeſambt/ den gantzen Feyertag/ alſo GOtt wohlgefaͤlliglich deſſ beſſer celebriren moͤgen/ als wollen Wir/ daß die Chriſtliche Hauß⸗ Vaͤtter und Hauß⸗Muͤtter/ ihre erwachſene K mit ſich ſelbſten zur Kirchen nehmen/ und ſie in ihrer Sonntags⸗ nicht behindern/ ſondern vielmehr ſie darzu dergeſtolt beforder ſie ihnen zu Hauß nicht cher etwas zu eſſen icken haben denn zuvor/ was ſie auß der Predigt behalten/ erzehlet/ u inder und ihr Geſi n und zu trincken 4 ſu EDICT. heiſſen/ demſelben durch G Ottes Gnad/ wuͤrcklich und beſtaͤndig nachzukommen/ ſintemahln wir nicht nur Hoͤrer des Goͤttlichen Worrs/ ſondern auch Thaͤter deſſelben ſeyn ſollen; Die aber nichts davon behalten haben/ denen ſollen ſie alsdann nichts zu eſſen noch zu wincken geben/ damit ſie hierdurch zu kuͤnfftigem fleiſſigerem Auff⸗ mercken angeſtrenget werden. Unſere Beambten/ Schultheiſſen/ Beambten Purgermeiſter /Rahtsperſonen und ſonſten unſere Diener in Staͤd⸗ een/ Flecken und Dorffſchafften/ ſollen nicht allein fuͤr ſich/ mit emb⸗ ſigem Kirchen gehen/ und andaͤchtigem Gehoͤr Goͤttliches Worts/ und oͤfftern Gottſeeligem Gebrauch des Heiligen Abendmahls/ und dergleichen heiligen Wercken/ ihren Mit⸗Chriſten trefflich vorleuch⸗ ten/ und ſie zur G Ott wohlgefaͤlligen Nachfolge dardurch anreitzen/ ſondern es ſoll auch ein jeder/ ſo viel er in Krafft ſeines tragenden Aſits darzu verpflichtet/ und befugt iſt/ alle dieſelbigen Dinge und Wercke/ dardurch die Feyer und Heyligung des Sonntags gehemmet und be⸗ hindert wird/ abſchaffen/ und demnach die ernſte Verfuͤgung thun/ und thun laſſen/ daß auch die/ dem Gottesdienſt abbrechende Gaſte⸗ teyen/(und inſonderheit das Freſſen und Sauffen/ ſo verdammliche Suͤnde ſind) am Sambſtag zu Abend/ den Sonntag zu Morgen/ am Mittag deſſelben/ oder ſonſten/ ſo lang die Sonntags⸗Feyer noch 1 Pabree ſoll aber waͤhren biß zum Abend) die Frohndienſie/ Hetzen/ Jagen/ Kauffen/ Verkauffen/ Bier⸗ und Weinzapffen(außgenom⸗ men nur ſo viel zur Leibes Nohtdurfft noͤhtig iſt) Sonntags⸗Spiel/ Taͤntze/ Fechten/ Graß und Frucht abmaͤhen/ und heimfuͤhren oder kagen/ Ackern/ Ballſchlagen/ Trommelſchlagen/(unter wehrendem ottesdienſt und Heiligen Feyeren) Schuldrechnen und einfordern/ Bulen⸗Geſpraͤch/ Bulen⸗Lieder/ aͤrgerliches/ unzeitiges und unnoͤh⸗ 1de keyet aue Wercke/ dardurch die heilige und billiche Feyer/ des Sonn⸗ tiges Gaſſen ſtehen/ ſchwaͤtzen/ lachen/ pfeiffen/ und dergleichen ver⸗ tags wird verſtoͤret/(deren leider/ gar viel ſind/ und wegen ihrer Viel⸗ l aldi nͤtall war gaachtwdt vo mtvaſanden vndenn t⸗ gäͤntzlich abgeſchaffet/ und die Uberfahrer uhälablhnach Han J 1.. 23 8. Fuͤrſtl. Heſſen⸗Darmſt. EDICT. Verdienſt mit Geld/ Thurn und dem Saſen belegt/ und alſo dit offentlich herrſchende Ubelthaten auß unſerm Batterland/ durch Goͤtt, ee⸗ che Verlcyhung/ außgemuſtertwerden. Wuͤrden auch aͤrgerliche Ubelthaͤter etwa fuͤrhanden ſeyn/ dieſich durch keine Vermahnung beſſern laſſen wolten: Als aͤrgerliche Fluͤcher/ Fo beharrliche Verſaͤumer der Predigt Goͤttliches Worts/ viel jaͤhriga Veraͤchter des H. Abendmabhls/ und dergleichen Verbrecher/ die ſolla Segen. ter mit glaͤntzenden Schwertern/ und mit blitenden Spieſſen/ von uns vern abſeyn ſollen; Er wird uns auch/ als ſeine Kinder halten/ uns in ſenem Bethauß erfreuen/ und endlich im Himmel den ewigen Sabbath in H. E unauffhoͤrlicher Freude feyren laſſen; Derohalben zweiffeln Wir nicht/ allelInſere Unterthanen/ ais gehorſame Chriſten/ werden dieſem unſern 2. 7 4. 4.. in Gottes Wort gegruͤndetem Fuͤrſtl.dict. G Ote zu Ehren/ und ihne +₰— und den ihrigen zu zatlchem und ewigem Hel willglich gehorche. r Geben zu Darmſiatt den nin Rona Tas ant ans Ehrin„B. Ein tauſend fahs hundert achtzigſiben. Fol Die erſte drag di Seh eh Sc eh Seshſ ehn tt, xeae ede eee ege ee n Ne heeeN, zePier Neeeeekeßn SFolgen die 20. Theologiſche Gewiſſens Fra⸗ 9gen undlnterricht/ nach dem vorgeſetzten Fuͤrſtl. edad Edict von beſſerer Feyer des Sahbafhs oder Sonntags. 1. 8 Die erſte Frage. Wie wielerley Sabbathen finden ſichin GOttes Wort? de und iſt es gnug mit dem aͤuſſerlichene oder iſt der aͤuſ⸗ 68 ſerliche gar nichts:. 8 8 Jeſe Frag ſtellt uns vornemlich zweyerley vor: oder auch folglich dreyerley. 1. Wie vielerley Sabbathẽ — ſich in SOttes Wort ſinden: Auff daß man wiſ⸗ ſe/ von welchem eygentlich unſer Vorhaben ſey? Dañ vors 2. weil ſich ſonderlich ein aͤuſſerlicher und inner⸗ A Sn licher zeiget/ obes gnug ſey/ mit dem auſſerlichen ere Prachtun Ceremonien/ ſo ſich beym aͤuſſerlichen Sabbath findet? Dann unde kommt es auffs Dritte/ weil der aͤuſſerliche nicht gnug undohne den inner⸗ ind, uchen nichts ſey/ ob der auſſerliche Gottes/ Dienſt/ aͤuſſerliche Ver⸗ deu, ſamlung/ auſſerlich ſingen/ beten/ predigen/ und ſo fort/ gar nichts und uns verwerfflich ſey? 1— 1 . ⸗. Auff das erſte antworten wir alſo: Der Sabbath iſt in der in S deif Hauptſaͤchlich Dreyerley: als 1. der aͤuſſerliche und zeitliche. icht) Vors: der innerliche und geiſtliche/ und vors; der himmliſche ewige Sab⸗ rm! bath. Der aͤuſſerliche iſt aber wieder Dreyerley/ als der Wochentliche: nen Monatliche/ Neu⸗Monath genannt: und derjaͤhrliche/ entweder der Ialle Jahr kommt/ als Oſtern/ Pfingſten und Lauber⸗Huͤtten⸗Feſt: oder hette der alle 7. oder alle o. Jahr wider kommt/ davon. B. Moſ. XXII. und Sokx. 35Sö 5.33 Alls Le S PcSe 1——————— te Die erſte Frag. V .; Andere lehren/ und theilen den Sabbath ſo auß/ und ſagen/ daß g gla ſechserley ſey Als ſey der heilige Ruh⸗und Feyertag bey dem Werck de Be Schoͤpffung/ dabbathum Creationis, 1. B. Moſ. l 2. da Gott innerhalb di s. Tagen alles erſchaffen/ und am ſiebenden geruhet/ denſelben geheiliget unh dieß geſegnet/ daß er forthin ſoll ein Sabbath und Ruh⸗Tag ſeyn/ wird ſonſttſ daß genennet der Wochen⸗Sabbath. Dannſey vors 2. der Sabbath de üich Erloͤſung/ ſo inund durch Chriſtum geſchehen/ da Er im Grab geruhet da der! gantzen Sabbath oder den an Sabbaihasde ſo bey uns der Som d abend iſt/ und ein heilige Ruh gemacht. Vors 3. der Moſaiſche Juden No Sabbath/ wie ſolchen Moſes den Juden in gewiſſen Levitiſchen Ceremo aͤbe nien und Schatten, Werck vorgeſchrieben und anbefohlen/ welcher in ſeinn dott ſonderbaren Umſtaͤnden vorgetragen wird/ um von aller Arbeit/ auch von wir Feuer anzuͤnden/ Laſt⸗und Waſſer⸗tragen ſich zu enthalten. Dahin dan gehöten alle Juͤdiſche Sabbathen/ der Neu onathen 4. B Moſ. X o O. XXVIII.. Der Jahren/ da ale Rahrſalt und muſte ein Feyer⸗Jahr ſeyn des Landes/ da das Land nicht doͤrffte beſaͤet und der Weinberg nicht ſchnitten werden/ 3. B. Moſ.XXV. Welches ein Feyer⸗Jahr des Landes ſo hieß. Und das 3Jahuane 50. Jahren/ ſoll auch heilig ſeyn/ 3. Bucſ Moſ. XV. 10. Dieſe Juͤdiſche Sabbathen ſind im N. Teſtament au hoben/ Gal V. 10. Coloſſ.II. 6. So daß ſich niemand uͤber die ſonſten Juden verbottene Speiß und Tranck/ oder üͤber beſtimte Feyer⸗Tag/ Neu Monathen oder Sabbather ſolte ein Gewiſſen machen/ als uͤber Schatten ſ Werck/ ſo bey Ankunfft des Torpern riſto auffgehoͤret/ wie Paulas redet. Es ſ vors 4. Der Chriſtliche Sabbath/ wie derſelbe im N gar Teſtament erfre lich und troͤſtlich angeordnet. Vors Der geiſtliche un nen. innerliche Seelen⸗Sabbath/ da die Seele immerdar in GOtt/ als i dem hoͤheſten erfreulichſten Gutruhet/ von allen todten und ſuͤndlichen cken ſich huͤtet und abſtehet/ welcher Seelen Sabbath des aͤuſſerlichen Sah o baths Schmuck/ Ehr/ Geiſt und Leben iſt/ daß man in einem neuen geſ⸗ ꝛen lichen Leben wandelt. Davon Lutherus redet Tom. V. Witteb. Germ. p. 25. und ſpricht: Wir fahen aber den rechten Sabbath allhier an halten/ wann unſer alter Adam auffhoͤret von ſeinen Werck Laffan Willen/ Begierden/ Luſtꝛc. Welcher Sabbath recht gehalten wird/ wan wir geſtotben ſind. Und Tom. Vlll. Wit 882. Dieſe Feſt halten wir alle Vas in Seiſ den wir haben ich Oſtern/ wañ wir Chriſtum das Lam̃ Gottes eſſen und opffe das iſt/ wenn wir predigen/ daß Ex bey uns geopffert ſeyund das 3. g guben Die erſte Frag. 3 glauben: Alſo haben wir alle Tag Pfingſten/ Wali wir das nelle Beſetz den. Geiſt in unſern Hertzen empfangen durch die Pre⸗ digt des Worts. Undeben dahin geyörtauch das/ was D. Luther von dieſem innerlichen geiſtlichen Sa bath lehret in ſeinem groſſen Catechiſmo/ daß wir alle Tag Sabbath hielten/ wann wir Gottes Wort und den Ca⸗ techiſmus hoͤreten/ betrachteten und unſer Leben darnach anrichteten/ welches der rechte Sabbath ſey. Vors 6. der ewige himmliſche Sabbath/ da man ruhet von allem Elend/ Beſchwerde/ Jammer/ Truͤbſal/ Angſt/ en Noth und Todt/ in der ewigen Freud und Herꝛlichkeit/ daein Sabbath ber den andern/ und ewig ſeyn wird/ Eſa. XVI.23. da dann im dritten Ge⸗ ott und in unſerm Vorhaben der Wochentliche Feyer⸗Tag verſtanden viird/ davon in folgenden weiter zuhandeln. 444. So viel nun die Zweite und die mit eingeflochtene Dritte Frag betrifft/ ſo muͤſſen wir uns auff einer ſeiten huͤten vor dem Phariſaͤiſchen und Papiuſche opere operato, dem aͤuſſerlichen Schein⸗Werck/ davon Chri⸗ ſagt Matth. XV.9. Vergeblich dienen ſie mir/ dieweil ſie lehren des ſolche Lehr/ die nichts dann Menſchen Gebott ſind: und wider c Luc. XVII. 0. z1. das Reich GOttes kommt nicht mit aͤuſſerlichen Geberden/ in aͤuſſerlichem Pracht und Ceremonien/ in Wallfahrten und en Monſtrantien und ſo weiter. Nicht in Judiſchen Opffern und Faſten/ und e dergleichen. Auff der ander Seiten vor der Schwaͤrmerey der Enthuſia⸗ ſien/ Widertaͤuffer/ QOuacker und dergleichen/ welchein Verwuͤſt⸗und Zer⸗ ſioͤrung des H. ordentlichen Predig⸗Ampts/ den offentlichen Gottes Dienſt gar vor nichts halten und gantz und gar verwerffen. Da doch GOtt in ſei⸗ nem Wort auch den aͤuſſerlichen Sabbath/ den aͤuſſerlichen/ doch rechten wahren/ Gottes⸗Dienſt/ mit befohlen/ ſo daß wir unſere aͤuſſerliche Ver⸗ ſamlungen ſollen nach dem ExempelChriſtiund ſeiner Apoſtel anſtellen und ordentlich halten/ in denſelben Gottes Wort leſen/ fleiſſig mercken und hoͤ⸗ ten/ heilige Haͤnde auffheben/ unſere Lippen auffthun zu GOttes Lob und Ehr/ und zuErhaltung des lieben Predig⸗Ampts/ wie Lutherus redet/ unſern Sabbath nach dem dritten Gebott einrichten/ die Prediger/ ihre Lehr/ Troſt/ Erinnerung und Ermahnungen zualler Weißheit und Gottes Furcht/ doͤren und ehren/ weder die Verſamlung/ noch die Ubung des Predig⸗ Ampts/ weder ihr Wort noch Lehr/ vernichten und verwerffen. Beydes mnuß hier beyeinander ſeyn/ das aͤuſſerliche und das innerliche/ das auſſer⸗ licche iſt wol nichts jafuͤr GOtt ein Greuel und Geſpott /ein Phariſaiſch ſuͤnd⸗ liches Werck/ wann das innerliche nichtabth iſt/ im dritten Gebott wird 12 4 beydes 15 4= 8 2 „ Die erſte Frag. Bgeydes witeinaͤnder verbunden/ miteinander befohlen/ wann SOtt ſagt den Sedencke daß du den Feyertag heiligeſt Mit einander zu Gottes Ehren uñ Heiligung des Sabbaths gerichtet. Der innerliche geiſtuche Seelen Sab Bath iſt der vornemſte/ aber in dem dritten Gebott nicht allein verſtanden/ un den geiſtlichen ſollen und muͤſſen wir alle Jag halten und allezeit von allen C Wercken des alten Adams abſtehen. Aber den ſolennen Wochentlichen be⸗ Feyer oder Sabbath/ da das aͤuſſerliche und innerliche beyſamen ſtehet/ im wird nur einmahlin der Wochen gefeyret. Der innerliche Geiſtliche geht un durchs gantze Geſetz/ und wird in allen Gebotten zu feyren befohlen/ dag N wir durch und durchin allen Stuͤcken ſollen heilig ſeyn von allen ſuͤndlichtnn wi ungoͤttlichen und abſcheulichen Wercken ruhig und befreyet. Der Solen⸗ in ne Wochentliche Feyer⸗Tag aber wird allein im 3. Gebott regiert und an Ki Befohlen. Der innerliche kan hey andern Arbeiten ſtehen; da man in den inn uͤbrigen 6. Tagen ſeine ordentli de Beruffs⸗Arbeit nachG Ottes Wort ver⸗ richtet. Aber dieſer ſolenne aͤu erliche Wochentliche Feyeriſt ſo gethan/ daß da man von andern Arbeiten ſollabſtehen um dem HExrallein ſeinen verord⸗ G neten Tag heilig zu halten und in GOtt zu ruhen/ an lauter goͤttlichen lic Wercken unſers Luſt/ Troſt/ Freud und Erquickung zu haben/ ſo daß unſe: un Seele von allen andern Sorgen und Beſchwerungen entlediget/ GOttes„ Ehr und Lob allein ergeben und von Andacht/ Geiſt/ Lieb und Lobe Got⸗ de res gleichſam brennen moͤge. Im zweyten Gebott iſt verordnet den Nah⸗ 0. men G Ottes zu heiligen/ ohne Meldung eines Tages/ vor alle Tag und au Brſenn. Aber im dritten Gebott den gewiſſen verordneten Feyer⸗Tag n N eeiligen. .5. Von dieſem Unterſcheid der Sabbathen redet Sragorius Naxian. D zenus Orat. 44. p. m. 266. Edit. Antverp. Anno 161½. Wann er zeiget/ daß G zwar der Jud ſeine Zeſt⸗Taghalte/ allein nur nach dem Buchſtaben/ſehend g auff das auſſerliche leibliche Geſetz/ nicht auff das innerliche und geiſtlicht. mi Dann ſagt er ferner habe auch ein Heyb ſeine Feſt und Sabbath/ aber den g Leibe nach/ und wie es ſeinen Goͤtzen und Geiſtern dæmonibus gefalle und anſtehe. Allein ein Chriſt muͤſſe den Sabbath halten/ wie es Gottes Geiſt angenehm und gefäͤllig ſey/ und ſo/ daß wir nicht allein aͤuſſerlich/ wie d Jud und Heyd/ ſondern allermeiſten innerlich feyren. Es fuͤhret auch ſolcher belobter Kirchen Vatter an/ wie nach der Schrifft o bey den zi⸗ .* h — 82 „. — den ein Wochen/ und ein S a nfenn halr Saraſundn e ſiebe Jahr/ wie dann die ſiebende Zahl in H. Schrifft vor eine heilige und ſonder bche Zahl gehalten wud/ dahin Chriſtus geziehlet/ wann Er batohlenda 3 8 * 1.. Æ c 3 4 N. „ Die zweyte Frag. Die zweyte Frg. Kan man ſagen und erweifen/ daß der wochentliche Feyer⸗ 6 ke ar oder Sabbath Tag gleich anfangs im Paradiß ver⸗ ordnet und angeſetzet geweſen? Ja. 5a. ☚ ωʒ Wochentliche Sabbath Tag auff den⸗ oderlettenkag i 9* in der Wochen iſtvon GOTT eingeſetzet gleich bey der e Schoͤpffung/ und hat gewaͤhret biß auff Chriſtum/ dader 5 —“ CTag geandert worden. Und weiter ſagen wir: Der Wochentliche Feyer oder Sabbath/ daß ein Tag in der Wochen ſoll dem d HErnn geheiliget werden/ es ſey welcher es wolle/ gehet durch alle Staͤnde 4 und Zeiten/ und war gleich im Paradies im Stand der Unſchuld vor Mo 1 ſe und nach Moſe/ malten und neuen Teſtament/ vorund nach Chriſti Ge⸗ burt/ im Stand der Suͤnden und im Stand der Gnaden/ undwirdauch he bleiben biß an Juͤngſten Tagim Reich der Gnaden/ biß der ewige Sab; ren bath/ dawir einen Sabbath nach dem andern haben werden ohne auffhoͤ⸗ un ren/ anbricht. Darum ſollen und muͤſſen wir dieſen Wochentlichen Sabbath Feyer⸗und Gedaͤchtniß-Tag in Erinnerung/ daß wie GOtt anfaͤnglich ge nu ruhet und gleichſam das Werck der Schopffung engeweihe und geheiliget/ pe alſo Chriſtus in ſeinem Grab und durch die Aufferſtehung auß dem Grab pig uns die ewige Ruh mit⸗und zu wegen gebracht/ allezeit/ fort undfort feyer⸗ lich begehen/ ſo lang es bey uns heut heiſt und biß wir zur ewigen Ruh und da Feyer kommecn.— ſe 9. 2. Es wollen zwar einige Juden vorgeben/ daß vor Abrahams ſan Zeiten kein Sabbath geweſen/ und Abraham ſelbſten habe das Gebott ze vom Sabbath nicht gewuſt oder gehabt/ wie ſolches von den Juden zeuget: der gelehrte D. Aelwviaus, geweſener Profeſſ. Theol. hier in Gieſſen Tom. IV. Dicp.IX. welcher Juͤdiſchen Meynung auch kr. GCamarus ein Reformirter Doctor mit ſeinem Anhang/ die Gomariſten genannt/ in Miederland/ eyfftig beypflichtet/ davor haltend/ es habe der Sabbath ſeinen Anfang gewonnen 2. B. MoſXVI. als das Manna vom Himmel kommen/ in einem Tracat ur vom Sabbath und ſonſten. Dergleichen Rede fuͤhren auch einige von dn Papiſten/ als Pererius, Pradus, Eſtius, Toſtatus, Azorius, ſo dann Men chius 1.3. de Repub. Hebr.. dahin gezogen werden/ es ſey der Sabbath nicht g von Anfang der Welt geweſen. Aber ohne einigen Schein eines beſtaͤndi 8 gen und rechten wahren Grunds/ und gerad wider Gottes Wort Dam 1 §.3 Die zweyte Frag. b 8 .3. Dann es iſt der Sabbath Tag gleich im Anfang der Welt und der Schoͤpffung/ von GOtt dem Schoͤpffer geſegnet/ geheiliget und zur DPeiligung verorduet worden. Soſſtehetim 1. B. Moſe cap Il. 2. GOtt uhete am ſiebenden Tag von allen ſeinen Wercken/ die Er mach⸗ ⸗/ und ſegnete den ſiebenden Tag und heiliget ihn darum daß Er aaam felbigen geruhet hatte von allen ſeinen Wercken/ da heiſt heiligen/ den „ SToag von den gemeinen Werck⸗Tagen abſondern/ wie Chryloſt recht lehret/ ag em.lin cap. 2. Geneſ.p. 2z. Tom. X. Edit. Pati. und zum heiligen Gottes der Dienſt verordnen/ ſegnen/ allerley Goͤttliche Gnad und Segen denen ver⸗ be ſprechen und verordnen/ weicht dieſen Tag heilig halten/ und darinn heilige der treiben/ wie GOtt ſpricht: Wo ich meines Nahmens Ge⸗ em daͤchtniß werde ſtifften/ da will ich zu dir kommen und dich ſe⸗ de nen/ 2. B. Moſe XX:za und iſt ein anders/ wann GOtt den Tag heiliget/ o- en anders wann ihn der Menſch heiliget/ dorten heiſt heiligen zum heiligen Be, Dienſt verordnen/ hier vor heilig halten. Darum Moſes dieſes als ein uch heeilige und Goͤttliche Urſach anfuͤhret/ warum wir den Sabbath ſollen hal⸗ een und feyren/ die weil GOtt denſelben Tag geſegnet und geheiliget habe/ und alſo durch ſein Exempel und Gebott zur Heiligung verordnet/ 2. B. y) MoſXX I. wie dann dieſe erſte Heiligung des Sabbaths anzuſehen iſt/ nicht nur als ein heilig Exempel der NMachfolgung/ da wie GOtt den ſie- benden Tag geheiliget/ alſo auch der Menſch denſelben heiligen und am ſel⸗ bpigen ſeine Ruh haben ſolle; ſondern auch als ein ehr/ um zu erkennen/ daß ſolches Gott der Menſchen wegen/ und den Menſchen zu gut gethan/ und dann endlich vor ein Gebort zuhalten/ daß dem Menſchen da zumahl dieſer LCag zum Sabbath und heiligen Ruhtag Goͤttlich befohlen und angeſetzet/ aanctificatione triplici, exemplari, doctrinali,& præceptiva. v. Hotting. diaſ- de Sabbath. diſp.kp. 5. 5 5. 4. Darum ſoll/ kan und darff man nicht ſagen/ daß die Patriarchen keinen Sabbath gehabt/ oder daß die Wochentliche Feyer⸗Tag allererſt zu Moſis Zeiten angefangen/ und von Moſe zum erſten mahl entweder bey zamlung des Manna oder bey Stellung und offentlicher Porſtellung des eſetzes verordnet worden/ maſſen ſolcher gleich im Paradiß angefangen/ und vor dem Geſetz Moſis geweſen/ wie er dann zur Zeit da das Manna on den Iſraeliten geſamlet worden und alſo vor dem Geſetz oder deſſen Pu. neirung verordnet/ daß auff den Sabbath/ welcher ein Ruh⸗Tag ſey des Feahce. vom HErrn nemlich verordnet laͤngſt vorher/ kein Manna ſolle geſamlet werdey. Sechs Tag/ ſagt Moſts/ ſolt ihr Wanma ſamn⸗ len/ aber der ebende Euc ſde Sabbath/ darin wirds nicht ſeyn. inni Welches geſchehen am funffzehenden Tage des andern Monaten nach dem Autzgang auß E ypten/ z2. B. Moſ. XVI. ehe im dritten Monath das An Geſetz durch Moſen geſtellt worden/*.B. Moſ. X. was ſonſten die Pa⸗ mit triarchen anlangt/ ſo wird zwar in ihrem Leben das nie tſo außdruͤcklich ders gemeldet/ in dem ſie ider die Drdnun daotersgenuſt u ott nach und in get ſeiner Ordnung gefaͤrchtet/ auch ihre Altaͤr gehabt im. B. Moſ. Xll. 8. und Ort dañ von der Zeit Seth uñ Enos ſtehet/ daß man zur ſelbigen Zeit angefangen tes habe zu predigen/ ſo iſt darauß zu ſchlieſſen/ daß ſie auch auff gewiſſe von b.i GOtt beſtimbte Fetofennch uſennnen unne⸗ Goͤttliche Geſpraͤch ge. halten/ und demoffentlichen Gottes⸗Dienſt abgewartet/ wie dañ kein Volck ber ſo barbariſch geweſen/ das nicht einen GOtt erkant/ und zu gewiſſen Zeiten dar denſelben geheiliget und geehret atee.. §. 5. Das iſt die Lehr der alten Vaͤtter/ Coryſoſtomi, Homil- K. incaz. divi Geneſ. Theodoreti, quæſt. in Geneſ. und anderer mehr/ auch unſers uthere, dien die er geführet und vorgeſtellt in ſeinem groſſen Catechiſmo uͤber das z. Ge⸗ bottund im r. Tom. Isleb. ꝓ. 4. f0l. zſo dann auch im Commentad Geneſ. Vaͤ und mit ihm ins gemein unſere gottſelige Lehrer Pbil. AM2elancht. LL. Cpemn. gefa Loc: part. ⁊.ad 34 præcept. p. ms4. ᷣ.egidins Hunnius ad Matth. XII. Brentiun; wiſſ und Oſiand. in Geneſ. C. Dietericus Analyſ. Domin. XVII poſt Trinit. p.S12. nicht §. V. Gerhardus T. III.p. 36. J. 123. 124. Brochm Syſt. T. 2. p. 44· Franæ. diſp. 1. cher S. 10.& diſp.:ad Deut. 8.§. 94. Hüulſemannus in Brev. und Schertz-in Vermeh⸗ duĩd rung deſſelben p.731. Calov. T. XEp.. und ſonderlich in ſeiner erklaͤtten Bi⸗ dio: bel äber das 2. B. Moſ. c. XX. p. 412. D. M2entaer. in ſeiner Sabbath Predigt En in der Darmſt. Ehren⸗Seul p. 858 D. Gomajer Theol- Poſit. p. 745. D. J. A. . Oſiander Spec. Tract. D. figidins Strauch. Brev. chron.l.z. c.z. q.. DJ C Dar. durc rius Comp. Theol. Mor. p. 120. D. Stempel. in ſeiner diſp. de Sabb. p. 9. D. J. Be- nediftus Carpzov'inſſeinen Tugend⸗Spruͤchen p.926. der vor andern darinnen der wohl zuleſen. Auch ins gemein die Papiſten und Reformirten/ nahmentlich der? von dieſen/ Calvinus ſelber ad Genel. Bullinger, Nalauzs, acobus Uſſerius, Dr- dan jinus Mercerus, Ezamiſé. Junius, Rivetus, Ameſius Vendelinus, D. Hottinge. rus, Diaſc. de Sabbath. p. 5. D. Andreas Eſſenius, diſſ. de Moral. Sabb. c. 4. pSs. und andere viele mehr/ wider die beſagte Gomariſten/ davon Rivetus Tom. l. operum fol. 314. Comment. ad c. XVI.& XXX. Exod. und ſonſten. .. Und weil einige voin Gegentheil D. Gethardum anziehen/ als ſtuͤ⸗ d de Er auff ihrer Seiten/ daß der Sabbath nicht were gleich Anfangs ein⸗ geſetzet/ ſo wollen wir deſſen cirirte Wort anhoͤren/. 8. Faꝛ⸗ ſagter: Cum in 9. in ipſa mundi creatione Sabbathum fuerit à Deo ſantificatum, ideo recor- m aandi verbo memoria illius rei quaſi renovatur. Weil der Sabbath gleich as Anfangs in der Welt Schoͤpffung von GOtt geheiliget/ ſo wird ſolches da⸗ mit dem Wort/ Gedencke/ erinnert; und damit man nicht ſage/ ein an⸗ ich d ders ſey heiligen/ ein anders verordnen/ GOtt habe den Sabbath geheili⸗ in get gleich Anfangs/ aber nicht verordnet; So ſpricht er an eben älcem nd DOrt§. 123. die Moſaiſche Erklaͤrung erinnert und verweiſet uns auff Got⸗ gen tes Exempel und erſte Einſetzung und Verordnung/ ſo dann wieder on p. 140.§. 31. Non dicitur hominis ſed DEl Sabbathum, quia ab ipſo eſt in- ge, Kitutum tum quia in prima ſtatim creatione eſt celebratum. Wenn iſt er a⸗ lck ber anfaͤnglich ver wie undengeſtst Da Er innerhalb 6. Tagen ec gleich ken darauff§.125. erklaͤret Er/ wie GOtt den Sabbath geheiliget/ nemlich/ daß KEEsr ſelbigen zu ſeinem Dienſt verordnet/ Deus ſanetiticat illud h. e. cultui 22. Alvino Thata p. 137. daß alſo das widrige Vorgeben von dieſem hochver⸗ 5, dienten Mann gantz falſch iſt. Ge⸗. 7. Wenn aber Tertuallianus, uſtinus, renaus, und andere von den alten nel. Vaͤttern/ und Kirchen⸗Lehrern gedencken/ daß der Sabbath mit Moſe an⸗ „„. gefangen/ ſo reden ſie von dem Moſaiſchen Juden⸗Sabbath/ in ſeinen ge⸗ e wiſſen Levitiſchen und Juͤdiſchen Ceremonien/ und harten Dienſtbarkeiten/ 12. nicht aber von dem Sabbath/ wie er von Anfang der Welt gleich auſſer ſol⸗ .1. cher Dienſtbarkeit iſt angeſetzet worden/ dann ja Terꝛulliames nicht nur der ſeh Juden Meinung erzehlet/ daß der Sabbath gleich von Anfang à primor- Bi⸗ Ao von GOtt geheiliget und verordnet/ l. V. adv. Judæos ſondern auch in dgt ſeiner eigenen Meinung und Lehre/ ſpricht er 1. V. ady. Mateion. c. 12. daß A. Chriſtus den Sabbath/ welchen der Vatter habe anfaͤnglich geſegnet/ dr. durch ſeine Gutthaͤtigkeit heiliger gemaccht. Be. 5.8. Iſt nun der Sabbath von Anfang geweſen/ und auch im Stand nen der Vollkommenheit gleich mit der Erſchaffung des Menſchen/ und alſo mit lich der Menſchlichen Natur angefangen/ ſo iſt und bleibt es irrig und falſch/ r vann die Menniſten im Niederland/ die Socinianer und andere lehren ge. und vorgeben/ es ſey das Gebott vom Sabbath allererſt durch Moſen ge⸗ . Tben⸗ und ſey ein bloſſes Juͤdiſches Ceremonial⸗Geſetz/ wit auch einer von tus den Reformirten Nahmens Thomas Brodaus in ſeinem Practat vom Sab⸗ . bath c. 2. vorgibt/ es ſey ſolches Gebott/ welches er nach ſeiner bekandten än⸗ Drdnung das vierte im Lehr⸗Geſetz nennet, nicht ein ewig verbindlich Ge⸗ ein⸗ ſttz/ ein Morale, ſondern ein Ceremoniale. Es iſt/ wie geſagt/ bloſſer Ding dum wider Gottes Wort/ was die droben hdefhe Goſgariſten, Payſſet 18 Die dritte Frag. b und nahmentlich auch tbulenſas lehret/ daß der Sabbath allein vor die Su, s id nhen auh n vor andere Voͤlcker/ es ſey auch derſelbe von Anfang 2* der Schoͤpffung nicht geweſen/ auch weder dem Adam nochſeinen Kindem we und Nachkoͤmmlingen von GOtt anbefohlen. a . 9. Wolte man ſagen im Stand der Maſehud weren alle Tag Sah dig bath geweſen/ alle Tag zum Gottesdienſt und Gottesfurcht vraehneeun 8 beſtimmet/ daß kein abſonderlicher Sabbath vonnoͤhten geweſen; ſo iſt ſo ches wider die Ordnung Gottes/ welche gantz klar iſt/ daß der HErr din p⸗ Sabbath verordnet habe auff den ſiebenden Tag abſonderlich/ dargegen die das beſagte nichts hindert/ dann wir find auch verpflichtet alle Tag GOtt ſoll⸗ dn uruen und zu ehren/ ohne Unterlaß zu beten/ 1. heſtV 7 der Sabbath den bleibt doch vor ſich/ dem HErrn heilig und abgeſondert zu ſeinem eigene ten Dienſt gantz ergeben/ ohne andere dienſtbare Arbeit/ und iſt kein Zweiffel Eoc⸗ wann Adam im Stand der Unſchuld geblieben were/ ſo haͤtte Er auch fon! dun undfort den eingeſetzten heiligen Tag celebrirt, und wann er ſo lang ſtehe ſien dleden dah Cee. Piee enn offt alea⸗ ſo haͤtte er ſie auhe 11uf 4 b Die dritte Frag.. Muß nicht nohtiendig noch der ſiebende Tag als da ni Sonnabend bey uns Chriſten im N. Teſtament hoh fen⸗ lig ſeyn/ und der heilige Feyertag bleiben/ weil ſhſ eef GOtt ſelbſten darzu im Anfang verordnete n Nlein/ das iſt nicht noͤhtig. nma Je Juden ſagen Ja/ und doͤrfften auch tnte den Chritz wil ſdergleichen Judentzer geben/ ſo es mit bejahen moͤch ia ng 2 wanm es ihnen frey ſtuͤnde/ wie vor Zeiten in der Chriſtu 22 deen hefnene ſich auffwarffen/ welche ube den 8) 2 den ſiebenden Tag wollen gehalten haben/ deswegen ſie dabbatharũ genenn in A worden. Welche Rott Lutherus ein naͤrriſch Volck/ thoͤrichte und ſcha. Seeſtier nennet/ darum daß ſie noch wollen den Sabbath auff den Sonn at ſobend heiligen/ wie er pricht Lom K. Witt. Germ fl3a3.Hacb. Ju un Gel Feit hat ſich gefunden in Maͤhren eine naͤrriſche Rott Volcks beſt deſich nemueg die Sabhrher/ ſ da fungehen/ Wan ſlsena d 1. 1. 8* 1 J9* 8 Ju 7s ſcher Gewohnh Disdruu 5mg, halten/ und 8 83 1 e e MWelts 3 en 4 4 fang icht werden ſie zu Pe Zeit auch auff die Beſchneidung gleicher den Weiß crin 2 Von ſolchen thoͤrichten und ſchaͤdlichen Geiftern — ſen GOet loh unſere Kirchen/ darinnen Gottes Wort gepre⸗ Sab 3 e e ni ee er die Oerter/ da ungeſtaͤmme und tyran⸗ tun e Fuͤrſten das Evangelium nicht leiden wollen/ ſind derſelben ſt ſoh 5 voll. Und weiter ſagt er p. 342 fac. b. cit.. In Oeſterreich und er di Maͤhrenland hoͤre ich/ daß noch heutiges Taͤges Leut ſeyn ſollen/ gegen die auff das Judenthum/ Sabbath und Beſchneidung tringen 93n büem Zu alten Zeiten hat es Kaͤtzer gegeden/ Ebioniten genant/ weche obah den ſiebenden Tag mit den Juden/ und den erſten mit den Chriſten wol⸗ genen ten fort und fort celebrirt und gefeyert haben/ davon Eaſchꝛus l. III. Hliſtor. eiffel Ecclel c. 17.p. m. 42. Und ſo haben ſie es auch mit der Tauff und Beſchnei⸗ h fon pung gehalten. Dergleichen von den Abyſiniſchen oder Aethiopiſchen Chri⸗ ſtehen ſten geſchrieben wird/ daß ſie beyde Tage wollen gefeyret haben/ Sonn⸗ nach V gbend und Sonntag/ und wil noch heutiges Tages auch unter uns davon aiſpurirt werden/ ob dieſer Siebende von GOtt ſelbſten geheiligte Tag/ — haͤrte koͤnnen veraͤndert werden? Wie D. chertz erus anziehet/ daß kuͤrtzlich in unbekandte Schrifft(manuſcriptum) ohne Truck umher geflogen/ aines ohnbenennten Autoris, welcher doch vor einen auß unfer Religion 8 der wil gehalten werden, da ſich der Auror unterſtanden zu lehren und zu erwei⸗ h 9 een/ unter der Uberſchrifft: Lehr von dem wahren Sabbath/ daß man mit gutem Gewiſſen unſern Sountags ⸗Sabhath nicht koͤn⸗ l ihi te feyern/ ſondern nohrwendig bey der erſten Einſatzung bleiben maͤſte. Itzo die Zweiffels⸗Gedancken/ welche heut zu Tag bey einem und Nandern von dem Tag des Sabbaths/ entſtehen/ nicht zu melden. Und kan nan gar leicht auff dieſe Gedancken gerahten/ wann man darvor halten hriſiee wil/ es ſey ein menſchlich beginnen/ Menſchen⸗Tand und Gebott/ den Soñ⸗ ſchtn tag zu feyren/ da dann gleich ein ſolcher Schluß fallt/ GOTT muß man. 1 mehr gehorchen als den Peheehe alele e Meiſchrt heübe den erſten Sag e SBochas lun Sbdah oder Feyertag gemacht/ alſe enenn muß jenes Goͤttliches Gebott mehr gelten. dlicht S. 2. Allein man muß hier ein klaren Unterſcheid halten unter dem Sab⸗ Sonn bath an und vor ſich ſelbſten/ und deſſen beſtimmten Tag. Obſchon das unſe Gebott vom Sabbath und Heiligung deſſelben feſt bledet iſt doch der lcke beſtimmte ſiebende Tag/ der Feyertag oder Sonnaben L n Ruh und Gottesdienſt aurangich daordns geinda un 1 /welcher zur heili⸗ Vnoſ f 8 DKie dritte Frag. A u Anfangs mn N.. Cololl 6. bardurch ene ofenklche und nägliche Ab Shlendenvnde Juden geſchehen; daß alle Herrlichkeit des Sabbaths chen geſchehen 6,3. Daran nicht hindert/ daß GOet ſelbſten gleich anfaͤnglich den —₰½ — —₰ 8 — 2 8 2 5 2 „» 2 = —₰ 2 8 ☛ — — — —24 —₰ 3 η — — — — ☚ S S — — — ◻ — * — 2 und Ordnung zum offentlichen wochentlichen Feyer⸗ oder Sabbath⸗T ungefeeet,und angenommen worden/ beydes iſt Gotees Wilen. Der Terulrena kruͤgt dieſe Frag vor: Ob der Juͤdiſche Sabbath ungs Bo⸗ Die vierte Frag. a 3 daß wir GOtt eine gewiſſe Zeit ſollen heiligen/ und zu ſolchem Ende alles/ was der Heiligkeit des Gottesdienſts hinderlich iſt/ abſeit ſtellen/ ſo wird und ſoll es auch nach dem Willen GOttes immer fort und fort in ſeinem Reich halten werden.: Die vierte Frag. hat dieſe Aenderung in dem Tag gemacht/ daß an ſtatt des Siebenden nun der Erſte iſt zum Feyertag “ CE 3§.1. Das — — 8 3 H . 1 Juͤdiſchen Sabbaths auff den Tag des HErrn/ diem Dominicam⸗verle get. So wird quch dieſer Arhanalius angefoͤhrt/ daß er in einer Predigt n 4 22. Die vierte Frag. Avon ſind dreyerley Meynungen in der Kirchell. Etliche ſa m N gen Chriſtus ſelbſten habe ſolche Aenderung gemacht und tasg ſeinen Apoſteln in den Tagen angeſagt/ ehe Er gen Himmel rag gefahren/ darum wuͤrde dieſer Sonntägliche Feyertag ge⸗ nennet ein Tag des Hrrn/ Offenbar. l.10. eben in dem Verſtand/ wie das Vatter Unſer ein Gebet des H̃Errn/ und das H. Abendmahl ein an. Abendmahl des HErrn genennet werde/ weil dieſe alle/ Feyertag/ Gebit Er und Abendmal vom HErrn/ das iſt/ Chriſto eingeſetzet und verordnet wor⸗ ae den. Oder wie man ſage/ die Baͤume oder Berge des HErrn/ die vom ere Errn gemacht ſind. Wiewohl doch dorten eigentlich im Lateiniſchen der hal ag des HErrn werde genennet non ſolum Domini ſed Dominica; und dan alſo anderſt zu verſtehen/ als wann man ſonſten ſagt vom Himmelfahrts⸗ wer Tag und Chriſt⸗Tag/ daß ſie des HErrn Tage ſeyen/ in dem Verſtand/ we nicht daß ſie vom HErrn verordnet und zu feyren befohlen/ ſondern daß an Ap ſelbigen Tagen des HErrn gedacht/ und die Geſchichte vom HErrn ſolten et. geprediget werden. Und ſo nach obigem Verſtand werde dieſer Tag genen⸗ ao⸗ net ein feyerlicher Tag des HErrn/ vom HErrn verordnet/ ies Dominica, Ge. in der Offenbar. Joh. wie dann ſolcher Benennung gedacht wird gleich An: Caꝛ fangs von den aͤlteſten Lehrern ſchon im 2. und; ſeculo, als von Melitone, 1 der zur Zeit des Juſtini im 2. ſeculo gelebet/ Biſchoff zu Sarden in Alia(an. 141.bey dem Euſebio 1. 4.c.26.§. m. G1. dahin gehoͤret/ daß Juſtinus in ſeiner Sc Apologia 2. p. 77. zeuget/ daß die Chriſten auff den Sonntag alleine zuſam⸗ ſeie men kommen. Und vors 2. von Terrulliano, welcher gleich im Anfang des me⸗ dritten ſeculi gelebet/ lde Idololatr. c.14 de Corona milit. c.3.&. Ohne daß ab⸗ gar in ſecr. oder im Anfang des ſec.z. Lnatius der Marryrer genennt/ und als die Apoſteln ſelbſten geſehen und gehoͤrt/ wie er ſonderuich ein Schuͤler des tige Evangeliſten und Apoſtels Johannis geweſen/ dieſes Tages als diei Do Po minicæ gedacht/ ſagend: Wer Chriſtum lieb hat der feyre den Sonn* tag/ diem Dominicam reſurrectione inſigner in der Epiſtel an die Magne. abe ſizner p. m. 18. orth. welche Epiſtel eine von den ⁊ guten gehalten wird. Undin beg eben ſolchem ſec. ⁊hat Donyſius Corinthius, Biſchof zu Corintho/ von ſelbigem job Tag abſonderlich geſchrieben de die Dominica, wie Euſebius erzehlt 1.4. c. 2z. di und geſagt: Hodiernam Dominicam diem ſanctam egimus, in qua legimus veſtram Epiſtolam. Seculo IV.zeuget Athanaſius von dieſen und andern hei⸗ igen Lehrern der Kirchen ſermone de Tempore, daß ſie alle Herrlichkeit d Die vierte Frag. 23 ſten fallen/ „z Die vierte Frag. ſemias ſagt in ſeiner dilſert. de moral. Sa bb. p. 100. Wir erkennen/ daß dit iu onderung des Sabbaths geſchehẽ von dem Errndes Sabbaths⸗ tag oder von den Apoſteln nach ſeinem Willen und Autoritaͤt. p. roz. ill GOtt hat im A. Teſtament den letzten Lag der Wochen derer nuum lX und angeſetzt zur Sabbaths⸗HKeyer/ aber un N. L. dan erſten. Wo⸗ mit Er den Urſprung des Sabbaths diei Dominicæ vor Goͤttlich haͤlt/ es Ape komme von Chriſto oder den Apoſteln. Eben ſo hat es auch Nenelimas l.:. wor de Theol. Chr. 393. Wiewohl ſeine argumenta auff Chriſtum gerichtet ſind. und D. Samuel Mareſius contra Volckel. der erſte Tagin der Wochen/ welcher than der Sonntag iſt/ iſt von Chriſto und den Apoſteln zur Heiligung erwehlet. Gu . 2. Andere halten darvor/ es ſey der Sonntag zum eyertag geſetzt/ Dart nicht zwar ohnmittelbahrer Weiß und perſoͤhnlich von Chriſto/ weil davon elif die H. Schrifft keine Meldung thue/ vielmehr aber zeuge/ daß Chriſtus d. noch den VII. Tag mit den Juden gefeyret/ Luc. IV. 16. und ins gemein ge⸗ p.ge lehret werde/ daß um deswegen der Sonntag zum Feyertag verordnet/ well an, Ehriſtus am ſelbigen Tag von den Toden aufferſtanden, darauß zuſchlie⸗ d. ſen/ daß Chriſtus vor ſeinem Tod dieſes nicht verordnet/ ſondern dieſer Tag d.7. ſey von den Apoſteln/ wie in unſerm Faͤrſtl Edict und andern Fuͤrſtl Evan⸗ legi geliſchen Kirchen⸗Ordnungen enthalten/ auß ſonderbahren erheblichen Ur⸗ geſc ſachen und goͤttlichen Raht/ Willen und Eingeben/ zuin Feyertag verord⸗ ghen net worden. Wie ſolches der bekandte und groſſe Biſchoff Auguſtinus zu ver Hippon, in Africa lebend und florirend um das Jahr 40. imm vierten un fuͤufften ſeculo lehret und bekennet Tom. X. ſerm. 251, de Tempore p.m 39 Den Sonntag oder den Tag des HErrn(diem Dominicam) habe die Apoſtel und Apoſtoliſche Maͤnner/ deswegen zum heiligs Feyertag verordnet/ dieweil am ſelbigen Tag unſer Erloͤſer von Tode aufferſtanden/ und wird deswegen des rrn Tag/ 4 Domimus genant/ daß wir am ſelbigen ſollen von allen irdiſche Wercken und Wolluͤften abſtehen/ und allein dem Gottesdien abwarten. Alſo laſſt uns dieſem Tag die Ehr und Reverentz geben u der Hoffnung Willen der kuͤnfftigen Auffesſeyung: Weitter ſagt am ſelb gen Ort Augullinus. Der Tag des rrn iſt der erſte Tag in de Welt/ an welchem die Elementen geſchaffen und die Engel Go tes. Mehr lehret er davon in der 119. Epiſtola c. 10. 13. und zwar am 17. cap. als wann Chriſtusſelbſten ſolche Verordnung gethan habe. Beſiehe auch und leſe/ was dieſer H. Lehrer ſagt l.22. de Cir.DEl c. 30. als am letzten dieſer Büächtr. Oruus ſagt zwar nicht daß Chriſtus oder die Apoſtel dieſe On 4 4 “ Dit vierte Frag. 25 Zdie ung gemacht/ Er ſchlieſſet aber doch/ daß/ well Chriſtus auff enen Sonn⸗ the/ tag 3 enioſtein ehneſſehade die Thuͤr verſchloſſen geweſen/ ſo geſchehen dz. hillich jure die H.Chriſtliche Verſamlungen auff den Sonntag/ in Johan. ut 1 XII. c. 58. p. m. 20. e S. 3. Dieſer zweyten Meynung/ daß dieſe Feyertags⸗ Enderung die lpoſtel gethan/ und nachmahls von dem Keyſer Conſtantino bekraſtiget orden ſey/ ſind beneben dem alten Clemnitio Loc. part.2. m. 5z. adz. præe. deEgidio Hunnio, Comment. ad Matth XlI. p. m. 262. in fol. oper. zuge⸗ an der beruͤhmte und gottſelige D. Gerhardus, deſſen Autoritaͤt/ Lehr und utachten hoch gehalten wird bey unſern Lehrern/ Confeſſ. Cathol.§. 2. rt. 1. p. 338. und Tom. 3.§. 141. p. m. 48. So dann D. Lyferus in der Evan⸗ Abdn iſchen Harmonia c. 119. p.a35. D. Arcularius T. 1. Marp. Diſp. XXXIII.p. 40r. D. Calovius Tom. Xl. p. 140. D. Dieterich in Analyſ. Dom. XVlI. p. Ir. 512. Ulm. edit. p. 512. D. Pappus in ſeinem Comm ad Apocal. c.. D. Balth. 22. Colleg. Adiaphor. p. z11. und in ſeinen Meditat. Evangel. pag. 660. J. B. Carpzov. Ilagog. p. 752. D. Caſp. Eraſm. Brochman. Syſt. T. 2. p. 42. 7. Wagner, in Exegeſi Catech. Brentii p. 285. wird gar nachdencklich al⸗ r daß er noch Super. zu Eßlingen/ ehe er zu Tuͤbingen Cantzlar worden/ ſchrieben/ die Chriſten hetten zuihrem Sabbath den Sonntag/ auff wel⸗ die Apoſteln und Apoſtoliſche Maͤnner alle Herrlichkeit des Sabbaths berſetzet un verleget nach dem 3. Gebott/ D... Zoͤllner/ in angefuͤhrter Wuͤr⸗ bergiſchen Bekantniß p. 19. der Sonntag ſey ein Ordnung der Apoſteln d der erſten Kirchen. D. Hulſemann. in ſeinem Breviario c. XII. th. 15. P.165. eZeit(terminus& à quo incip. Sabb. ab Apoſtolis immutatus)oder Tag von der Sabbath anfieng/ iſt von den Apoſteln geaͤndert. D. Balanin. l.2. Cal. Conſc. c. 13. caſ. z. p. 312. Apoſtoli propter præſentem eo tempore moditatem ita ſanciverunt, die Apoſteln/ von welchen erredet/ haben o verordnet. D. ſob. Muller geweſener Pfarrerin Hamburg in ſeinem Ju⸗ denthum p. 735. antwortend auff des R. Iſaacs Einwuͤrffe/ ſpricht: Es iſt daß ſolche Ordnung etlich oder z00. Jahr nach Chriſti Geburt von „ abſt eingeſetzet ſey/ ſie ruͤhret von den H. Apoſteln her. Und bewei⸗ 26 Die vierte Frag.. durch Gottes ſonderbahres Eingeben bey Pflantzung der Chriſtlichen Kir⸗ kec dunh als ſie die Juͤdiſche Synagog ehrlich begraben/ dieſes ec. Ceremoniale So geaͤndert/ und den Sabbathꝛc. auff den erſten Tag geleget und geſchloſſen/ daß dieſer forthin in der gantzen Chriſtenheit der Sabbath und Ruh⸗Tag des HErrn ſeyn ſoll ꝛc. Und D. Seberzerus in ſeinemn Antisocin. und in dem Auctario Hülſemanni Brev p. 731.740.§. XIX. D. Mentz.in der angezogenen Saſbbaths⸗Predigt p. 871. D. Henrich. Atuller in ſeiner Evangeliſchen Schluß⸗Kett p. 1076. und Ev. Feſt⸗Kette p. 201. auß dem was Auguſtinus gezeuget ſerm. 291. de Temp. daß die Apoſteln ꝛc. D. 7. C. Durrius Theol⸗ a Moral. p. 122.§.9.& 16. Wohin auch zielet das neue Werck der Gewiſſens⸗ We rage/ ſo Herr D. uler Slaßen außgehen p. 191. D.. Aa. Oſiand. Tr. de ang abb. p. 109. geſtehet/ daß der Sonntag von der Apoſtoliſchen Kirchen ſey abſe gefeyret/ welches Exempel gleich wieder p. r10. 5.6. von ihm angefuͤhret wird, koͤnt obſchon noch von goͤttlichem Befehl diſputiret werden wolle. Ohne daß nich auch beneben dieſen unſern tapffren Lehrern ſolcher Lehr und Meynung fol⸗ Se gen Calvinus Commentat. 1. Corinthi. 16, und mit ihm Beza in C. 1. Apoc- VWendelinus, Rivetus und Henricus Flockenius contta Catech. Raccov. p. 188⸗ D. Hotting. in ſeiner 2 Sabbaths⸗Diſputat. D. Andr. Eſenius, Diſſert, de mo- Ey nalit. Sabb. p. 0. und andere Reformirten. Auch einige von den vornehmſten Papiſten/ wie dann der bekandte Saarerz. l.2. de relig. c.4. bekennt und lehrt/ i es werde dieſer Sonntag in der Schrifft des N. Teſt. ſelbſt anbefohlen u commendiret. Und der Jeſuit Ribera in Cap.. Apoc. daß der Sonnt ſchon zur Zeit der Apoſteln gefeyret worden/ deſſen Paulus gedencke 1.0 rinth. 16. Welche Zeugniſſe andern Papiſten entgegen geſetzt werden/ vengebtn⸗ des Sonntags Feyer habe in der Schrifft keinen Grund/ d von§.7. . 4. Die dritte Meynung hiervon iſt dieſe/ daß es die Chriſtliche K 6 teln/ all drern/ B von bloſſer Menſchlichen Autoritaͤt herruͤhre/ welches ins gemein bey d Papiſten/ die Autoritaͤt der Kirchen zuerheben/ alſo gelehret wird/ vdd 6 eus AStell in Luc. I. 2. p. 116. Auch ſind etliche von uns/ welche ſolch “ nen/ die den VI Attic. ritualem, der Augſpurgiſchen Confeſſion de po 18. 3— 1 7 7 Die vierte Frag. Kir⸗ Fecleſ. dahin ziehen/ daß die Verordnung aller Feſttagen/ und alſo auch des nials Sonntaͤglichen Feyertags bloſſer Ding in der Macht der Kirchen ſtehe. Da ſſen/ ſie dann die Kuchen verſtehen/ welche den Apoſtoliſchen Zeiten gefolget/ Tag und der Apoſtoliſchen entgegen geſetzet ſeyn. Allein dieſer dritten Meynung/ dem velche wir nicht nur ohnbegröͤndet/ ſondern ſehr gefuͤhrlich und der Heili⸗ genen gung des Sabbaths gantz nachtheilig/ der Welt beſchaͤfftigen Sabbaths⸗ ſchen Schaͤndung aber foͤrderlich beſorgen/ wil gleich zu wider ſeyn und entgegen tinus ſtehen 1. weil dieſe Sonntaͤgliehe Feyer oder Sabbaths⸗Verordnung eine heol⸗ allgemeine Apoſtoliſche Catholiſche Satzung iſt/ welche durch die gantze ſſens⸗ Welt getrungen und bekant worden/ wo nur Chriſti Lehr und Nahmen frr. de angenommen. Dergleichen Ordnungen weder von Privat⸗Lehrern/ noch en ſey abſonderlichen Gemeinden/ noch auch/ wie einige meynen/ von den Keyſern wird/ koͤnnen gegeben und außgeſchrieben werden/ welches doch D. Hildebrand e daß nicht verſtatten wil p.8r. Apoſt. Satzung. Vors 2. Weil ſchon in der H. gfol⸗ Schrifft/ zu der Apoſtel Zeiten/ da die Apoſtel noch gelebet und zugegen ge⸗ Apoc weſen/ dieſes Tages des HErrn Meldung geſchehen/ an welchem die Chri⸗ 6.183, ſten zuſammen kommen/ und ihre Feyer gehalten/ Offenbahr. Joh. cap. I. 10, mO. Bp Sule, dr e G aals d2 i v A᷑&s εεακ dahin auch gezogen wird 1. Cor. mſten XVIi. daß auff jeden Sabbather einer/ ſolten die Allmoſen vor die Chriſten lehrt/ im Juͤdiſchen Lande hin und wieder geſamlet werden/ an dem Tag an wel⸗ nund chem die Chriſten zuſammen kommen/ als am Sonntag/ wie die Weinmar. intag Bibel hat. Und dann 3. Daß eine bloſſe Menſchliche Satzung ſo religios, r.0o⸗ andaͤchtig und gottſelig nicht/ und zwar wider die erſte Goͤttliche Einſa⸗ —n/ di tzung/ were auffgenommnen/ und beſtaͤndig ohne eintzige Enderung von An⸗ 8 der Chriſtlichen Kirchen/ biß hieher/ gehalten worden. Wie ſolche z. urſachen und Gruͤnde dieſer dritten Meynung entgegen ſetzet/ D. 72 Henr. Kir⸗ Hottingerus in ſeiner diaſcepſ. von dem Sabbath Diſp. z. p. 9.§. altera ſent. reyen 8.z. Gefaͤhrlich iſt dieſe dritte Meynung und nachtheilig wegen aller⸗ Tag hand gefaͤhrlichen Schluͤſſen und Gedancken/ und zwar ſelbſt der Goͤttli⸗ dieſe chen Hoheit/ Autoritaͤt und Majeſtaͤt des einigen und groſſen Geſetz⸗ 8 Gebers/ welcher/ wie Er alle Gebott und Moral⸗Geſetz wil heiligſt gehal⸗ „ten/ und deswegen veneriret und geehret/ weil es ſein heiliger Will und ern⸗ ſer Befehl iſt/ alſo auch nicht wenſyit⸗ das/ was Er im dritten Gebott be⸗ fohlen/ ſ —— ſo wil angeſehen haben/ daß es ſein Will/ ſein Ordnung und Gebott iga⸗ ſty/ und nicht eines Menſchen/ nicht Menſchliche Verordnung und Sa⸗ tung. Sagt man nun/ der Chriſtliche Feyer⸗und Sabbath⸗Tag/ komm 'en Menſchicher Aurorunt ſgeher gac der Schuß/ und ſiwde de 8 ——— — — X 28 Die vierte Frag. Feyertag auffgehoben/ ſo iſt das Gebott auffgehoben. So moͤchte jemand Se Ehr und Autoritaͤt Gottes/ der daſpricht: Ich bin der HErr dein GOtt; Be Du ſolt den Feyertag heiligen/ der iſt allem der HErr des Sabbaths/ G64 und weiß die Schrifft von keinem andern Geſetz⸗Geber/ Jac. V. z. Auch die uhralte Apoſtoliſche Catholiſche Kirche nicht. Wir wiſſen gar wohl Es den Unterſcheid vom Wochentlichen Sabbath ſelbſten/ und dem Tag des ode Sabbaths/ und daß ſie ſagen/ dieſer ſey von Menſchen im N. Teſt. Jener ver von GOtt verordnet/ wir geſtehen auch gern/ daß jetzo die Frag allein ſey bat von Enderung des Tages/ allein es iſt doch auff ſolche Weiß die Hoheit des ewi Gebotts von dem Feyer und Sabbath ſelbſten mit eingeflochten und vom Gegentheil gekraͤncket/ dieweil man in der Chriſtenheit von keinem andern an. Wochentlichen Sabbath und Feyer weiß/ als der auff den Sonntag ge⸗ bey leget worden. Iſt nun dieſer unſer Sonntaͤgliche Feyer⸗Tag nicht goͤtt, bat lich eingeſetzet/ und auch kein anderer von GOtt beſtimmt/ ſo vergehet 6 pd der gantze wochentliche Sabbath/ und verlieret das Goͤttliche Moral⸗Geſetz gen der zehen Gebotten auff ſolche Weiß folglich eines von der erſten und vor⸗ den nehmſten Tafel/ als welches Gebott/ und bekantlich das dritte/ den wochen⸗ So lichen Sabbath der gantzen Welt zu heiligen anbefiehlet. Iſt aber dieſer D auß dieſer Meynung in dergleichen Gedancken gefuͤhret werden; und weiter ſere gefaͤhrlich und nachtheilig der Heiligung des Sabbaths ſelbſten/ dann we ſo moͤchten die Libertiner und alle boͤſe rohe Welt⸗Kinder den Schluß ma⸗. chen/ kommt der Sonntag von Menſchen her/ ſo iſt wenig daran gelegen/ uͤb ob man denſelben heilig halte oder nicht? So mag ich denſelben Tag zu meiner Luſt/ beliebter Freyheit und Willen brauchen/ wie es mir gefaͤllig iſ/ cher weil es nur ein Menſchen⸗Gebott iſt/ ſo wird es GOtt nicht hoch achten/ ren Chriſtus hette uns nach dieſer Meynung von dem Sabbath befreyet/ den Ge Judiſchen Sabbath⸗Tag auffgehoben/ und keinen andern weder immedia. geh eein ſeiner Perſon ſelbſten/ noch wediatè durch die Apoſteln verordnet/ ſo die ſeyen wir in Haltung des Menſchlichen Sabbaths im Gewiſſen ſo hoch und nicht verbunden. So mag man folglich in die Kirche gehen oder nicht/ i der offentlichen Verſamlung der Chriſten erſcheinen oder nicht/ und dann Arbeiten/ Eſſen und Trincken/ Hochzeit und Kirmeſſen/ Taͤntz und allerlen Ergetzlichkeit anſtellen wie man wil/ weil 65Ott keine Ruh⸗und Feyertag im N. T. befohlen. Sagt man ſchon die Obrigkeit/ die Keyſer/ die Kicht/ Ge und dond öehrer, haͤtten doch den Sonntag zu feyren bafs en und verord⸗ Ta net/ ſo bleibt bey ſolchen Menſchen doch immer der Zweiffel/ Warum es un Scꝛs nicht befohlen? Undobeeine Menſchliche Ordnung hne Sonn Stt; Befehl das Gewiſſen ſo feſt koͤnte verbinden als Gottes Wort? Wann es ths, GOtt haͤtte haben wollen im N. T. ſo haͤtte es Chriſtus oder die Apoſteln icht allzu kurz 30 Dite vierte Frag. auffeinander geſetzte Zeit einig und allein zum offentlichen Gottesdienſtund de Verſamlung der Gemeinde angewendet werde/ GOtt aber gleich nachder A Schoͤpffung ſolche Zeit zeiget/ daß es alle Woche geſchehen ſoll/ ſo iſtdieſets ha ſo fern/ einen Tag/ nemlich auß ſieben zu nehmen/ nicht in der Krrchen nu und Menſchen Macht zu aͤndern oder anders zu machen/ ſondern ein Tag ge⸗ auß ſieben/ muß zum Gottesdienſt nohtwendig bleiden. Was aberinſon⸗ we derheit den erſten oder letzten Tag dererminarè abſonderlich betrifft/ denſel ſtaͤ ben zum heiligen Gottesdienſt zu verlegen/ ſo were es wol auch gleichund get indifferent, an und vor ſich ſelbſten zu betrachten/ welcher Tag hierzu ver⸗ 4 ordnet wuͤrde/ und ſolches ſo weit in der Kirchen Macht geſetzet. Weil aber ein doch Gott ſelbſten in ſeinem Geſetz den Tag verordnet/ auch damit hierdie der Urſachen des Geſetzes und des Tages gemeldet/ ſo daß uns dieſe Urſach im⸗ ein mer verbindet/ nemlich das hohe Werck der Schoͤpffung/ heiligſt auff den da Feyertag zu betrachten und zu bedencken/ und zwar ſo lang auff den Sab Po bath⸗Tag/ biß GO⸗ Tè ſolches anders verordnet/ der allein ein HErr der S Sabbaths iſt/ ſo iſt es nicht zu dencken/ nicht glaublich oder vermuhtlich/ ihn daß ſolches ein eintziger Menſch auff Erden vor ſich und auß ſeinem eigenen des Hirn und Gutduͤncken hat geaͤndert oder aͤndern doͤrffen ohne Goͤttüchen ſenm vorhergehenden wo nicht außtruͤcklichen/ aͤuſſerlichen Befehl/ doch deſſenin 1.0 nerlichen goͤttlichen Unterricht/ Eingeben und Erlaubniß. Sondern es heiſt nac und bleibt/ wie der Tag gleich anfangs durch die hohe goͤttliche Autoritaͤt Hit und Majeſtaͤt des einigen/ allmaͤchtigen Geſetz⸗Gebers/ iſt heiligſt angeſetzet der und eingefaͤhrt/ ſo muß auch ſolches/ wann es geaͤndert werden ſoll/ allen auf durch ſo hohe goͤttliche Autoritaͤt wieder auffgehoben geaͤndert und ein an⸗ am der Tag benennet und verordnet werden: Alſo redet Chemnitius wohl und Ta nachdencklich/ die Apoſteln haben den erſten Tag der Wochen genommen) da weil Chriſtus durch ſeine Auferſtehung das Schattenwerck auffgehoben ſen und einen gewiſſen Tag wollen haben. D. Carp⸗. Die Apoſtel haben es auff nen Chriſti Befehl gethan. D. Gerb. Confeſſ. Cath. l.. part. 1. p. 38. Der Sab) S bath gleich andern Ceremonien iſt abgethan nicht auß der Kir, die chen Macht ſondern nach Gottes Verordnung und Chriſti An kunfft. Lyſerus in Harm. Ev. cur9. Wir geſtehen nicht/ daß die Aenderung des Sabbaths auff dem Sonntag von der Kirchen herruͤhre/ ſondern die b 3 Awoſe 9 welche Chriſtus an ſeine Stell zulehren der Welt geſetzet/ haben das gethan. 1 88 4 §. 7. Darum endlich in dieſen dreyen Meynungen ein Wahl zu machen/ ſo ſtimmen zwar die erſte und zweyte darinnen uͤberein/ daß die? inderung F — Dite vierte Frag. 4 des Tages voͤn G Ott herruͤhrt/ dann was die Apoſteln auß Apoſtoliſcher Autoritaͤt geordnet und geheiliget haben/ das wird billich vor goͤttlich ge⸗ halten Darum es in ſo weit gleich viel gilt/ ob die andere oder erſte Mey⸗ nung angenommen wird. Gleichwol ſcheinet die zweyte Meynung ſo wohl geegruͤndet/ daß ſie der erſten und letzten vorzuziehen ſey/ ſonderlich der letzten/ welche auß vielen Urſachen zu leicht befunden wird/ und iſt auß allen Um⸗ ſanden zu ſehen/ daß die Apoſteln ſolches/ und zwar nicht ohne Gottes Ein⸗ eben geordnet/ welches dahero zuſchlieſſen/ weil gleich anfangs nach Chri⸗ Himmelfahrt ihre Chriſtliche Kirchen⸗Verſamlung und Chriſtlicher reiner Gottesdienſt/ ſampt allem was darzu gehoͤret auff den erſten Tag in der Wochen gehalten/ und demſelben gefeyret/ als Apoſt. Geſch. XX.7. Auff einen Sabbath aber/ das iſt der erſte Tag in der Wochen/ der Sonntag/ da die Jaͤnger zuſammen kommen/ das Brod zu brechen/ prediget ihnen Paulus/ und wieder in der 1. Cor XVl. 2. Auff jeder Sabbather einen/ war Sonntag/ lege bey ſich ſelbſt ein jeglicher bey unter euch/ und ſarle/ das hhn gut duͤncket. Auch wird dahin gezogen/ daß Johannes auff den Ta des HErrn/ da die Gemeinde bey einander geweſen/ entzuͤckt geweſen/ Of⸗ fenb. Joh. I. In welchen Spruͤchen/ als in der Apoſt. Geſchicht. Xx. und 1.Cor. XVI. ein ſolches Wort im Grund⸗Text ſtehet/ r;ᷓ uio cabarar, ſo nach Hebraͤſcher Art zureden/ wie Theophylactus zeuget/ und J.Friſchmuth. Diſp. de Sabb. auß R. Bechai Worten fol. 74. col. 3.erweiſet/ vor den erſten Tag der Wochen genommen wird/ wie Chriſtus auff ſolchen Tag ui aCarar aufferſtanden Marc. XVI. 2. ſeinen Juͤngern erſchienen/ Joh. XX. 19. Wieder am 8. Tag oder 8. Tag hernach v. 26.(maſſen ſolche Redens⸗Art da acht ag um waren/ den achten Tag bedeutet. Wie Chriſtus beſchnitten/ da acht Tag um waren/ das iſt/ am achten Tag Luc. II. z1.) darum auß die⸗ ſen drey obigen Spruͤchen Act. XX. 1. Cor. XVI. Apoc. I. D. Pappus in ſei⸗ Nnem Comment. uͤber die Offenb. ad c.. ſolcher maſſen ſchlieſſet/ auß dieſen Spruͤchen/ ſagt er/ haben wir klaren Nachricht/ daß die Apoſtel dieſen Tag erwehlet. Verwufft damit der Papiſten Meynung/ welche „ lehren/ daßin drO Scheßf kein Nachricht ſey von dieſer Aenderung/ und g was man davon habe/ ſe ie Welches doch nicht alle Papiſten/ wie droben 5.3. citiret worden/ alſo lehren oondern theils geſtehen/ daß der Sonntag der Tag des HErrn/ in der Shrif n Zeugnis habe/ und ſonderlich Apoc.1. Und iſt dieſer angefuͤhr⸗ te Nachricht gro FKuche ihre gottſeeſige Verſamlungen und Sapblen orſe und helr ye auß ohnbeſchriebenen Kirchen⸗Satzungen. und dahin gnug/ daß die Apoſtoliſche erſte Chriſtliche 1 4 Lehr auff den Sonntag verleget/ welches ja die Enderung im Werckſe 2 wohen Und fuͤhrt der Jeſuit Biſciola a. S8... viel Zeugniß anvon den in den erſten Apoſtoliſchen Zeiten iſt in die Chriſtliche Kirche ins geſa auffd Avofa * 4.* a — 3 Die vierte Frag. ſelbſte Alten in Apoc. I. bey D. Bebel. Cent. 1. p. 48. Hiſt. Eccleſ. Und Cyrillus 1XI in Joh. c. 8. ſolches alſo erklaͤrt poſt 8. dies, i. e. octavo die, die Dominic Desgleichen auch juſtinus, Chryſoſtomus, Auguſtinus und andere geth vid. Calov. Bibl. III. ad Ex. p. 415. Vors:. ſo findet ſich auch/ daß die Kirchen⸗Lehrer außtruͤcklich zeugen/ wie die Apoſtel dieſe Enderung mit der Feyertag gemacht/ und deswegen ſolche angenommen/ wie auß dem duß ſtino klar angefuͤhret worden. Nuniſt wohl wahr/ daß das Wort Apoſ liſch/ mancherley Bedeutung hat/ weil er aber dieſes lehret als ein bekand gewiſſe und angenommene Lehr/ die zu ſeiner Zeit durchgehends kund offenbar geweſen/ ſoiſt vermuhtlich/ daß er ſolches wird in eygentlichem ſtand und Bedeutung genommen haben/ und darinnen auch/ als ein Warheit ergebener groſſer Lehrer nicht wuͤrde offentlich bezeuget ode ſchrieben haben/ wann es noch ſolte zweiffelhafftig ſeyn/ und er nicht von gewiſſen Grund und Nachricht gehabt haͤtte. Uber das/ ſo hat er das jenige bezeuget/ was innerlich in der Schrifft enthalten wird. Dazu komt vors dritte/ daß ſolche gemachte Enderung gleich Anfangs in der Apoſto⸗ ſchen Chriſtlichen Kirchen angenommen/ wuͤrcklich gefeyret/ beobachtet/ durchgehends als eine Apoſtoliſche und Goͤttliche Verordnung geuͤbet wo den/ ſo gar/ daß/ wann von den uhralten Martyrern gefragt worden/ o ſie auch den Tag des H RB gefeyret haͤtten? Sie geantwortet m dieſen Worten: Ich bin ein Chriſt/ alſo kan ichs nicht unterlaſſe Und damit ange zeiget/ was wir droben auß Ignatii Epiſteln citirt, da jeder Chriſt ſchuldig ſey/ wann er Chriſtum lieb habe/ den Tag des HErr zu feyren/ ſo der Sonntag iſt. Darauß dann dieſer Schluß erfolget: Wa allenthalben und durchgehends eingefuͤhret/ gelehrt und auffbracht verordnet worden/ das iſt/ zweiffels frey von den Apoſteln herkomen. von ſolchem Satz D. Hildebrand weitlaͤufftig lehret in ſeinem gelaͤhrten derbahren Tractat von den Apoſtoliſchen Satzungen beſonders c. III. p (und zeigt daß etwas auff vielerley Art koͤnne Apoſtoliſch genennet wer welches in ſo weit mit des vortreffichen und ſchon offtbelobten Auga Regul uͤbereinſtimmt de Bapt. cz 4³. Wanner ſpricht: Was die gautzt gemeine Kirche hat/ und iſt nicht abſonderlich auff einem Concilio verord ſondern vorher allezeit geweſen(verſtehe daß man koͤnne zuruͤck gehen ſtel Zeiten) das glaubt man recht/ daß es ſey auß Apoſton à· b Die vierte Frag. 32 oſten Autoritaͤt und Macht gegeben und verordnet worden. Nun iſt in den erſten den Apoſtoliſchen Zeiten dieſe Ordnung/ den Sabbath oder Feyer auf den Sonn⸗ XI tag zuhalten/ in die Chriſtliche Kirche ins geſam̃t allenthalben und durchge⸗ dico. hends eingefuͤhrt/ gelehrt/ geüͤbet und angenommen worden/ ſo gar/ daß auch Han/ in der H. Schrifft davon gute Nachricht/ und man damit biß auff die Zei⸗ altt ten der Apoſteln kommen kan; Als iſt ſolches von den Apoſteln herkomien/ dem and die haben ſolches gethan auff Gottes ſonderbahres Eingeben/ wie dann ugu- der noch zu Leipzig hochmarirende rheols e D„. hepest Erſsenen in oſto⸗ ſeinen Tugend⸗Spruͤchen p. 226. eben dieſes lehret/ daß dieſe Enderung von ndte den Apoſteln auff Chriſti Befehl oder doch Gottes ſonderbares Ein⸗ und geben geſchehen. Ver⸗§. 8. Andere machen einen ſolchen Schluß: Welche vors ꝛ. den Juͤdi⸗ der ſchen Sabbaths⸗Tag abgethan/ und hingegen vors 2. auff den Sonntag rge⸗ die H. Sabbaths⸗Werck zu celebriren und zu verrichten angeordnet haben tda⸗ wollen/ dieſelben haben dieſe Enderung des Feyertags gemacht und einge⸗ das füͤhret. Nun haben beyde Stuͤck die Apoſtel gethan; Alſo haben die Apo⸗ kom̃t ſtel dieſe Enderung gemacht/ verordnet und eingeſetzet. Daß ſolches die ſtoli Apoſtel gethan/ iſt allbereit eingefuͤhrt und erwieſen. Sie wollen es aber ſund noch weiter und abſonderlich daher begruͤnden. Und zwar das erſte/ daß die wor⸗ Apoſteln den Juͤdiſchen Sabbath abgethan auß der Epiſt. an die Coloſſ. /ob II.16. Da ſonſten die Juden hefftig und eiferig hielten uͤber ihre Faſten und tmit Geſetz von den Speiſen/ und aber ſolche nur ein Schattenwerck geweſen/ ſo ſſen. ſind ſolche von den Apoſteln auffgehoben. Nicht zwar/ daß kein Feyertag ßein mehr ſeyn ſolte und alſo alle Feyer abgeſchafft/ ſo wenig als alle Speiſe ver⸗ Lun botten/ ſondern daß der Juͤdiſche Sabbaths⸗Tagſoll ein Ende haben; Und Bas dahin ziehen ſie auch die Verordnung imerſten Concilio und Verſamlung nbt/ der Apoſteln Act. XV. darinnen beſtehend/ weil den Heyden der Juͤdiſche oder Sabbath nicht anbefohlen/ ſo ſolte ſelbiger in dem Werck ſelbſten abge⸗ Wie than zuſeyn/ verſtanden werden. 1 ſon⸗ Daß aber auch zweytens die ander Verordnung geſchehen/ und auff .20. die Sonntag die heilige Feyer⸗oder Sabbaths⸗Werck verleget/ erweiſen ſie den) auß dem/ daß die Apoſtel auff die Sonntag Allmoſen geſamlet Cor. XVI. ctint Gottes Wort erklaͤret und geleſen und die H. Sacramenten gereicht/ beſon⸗ rall⸗ ders das H. Abendmahl Act. XX. 7. Welches alle Werck ſind des ordina- net/ uen Feyertags/ und ſey dann una Labbathi, der eine Tag des Sabbaths/ biß der Sonntag/ 3wie ſchon droben angefuͤhrt/ und Auguſtinus andeut in Pſal. her VuIl 23. So dann Epiſt. V. 86. Und das iſt 4 was der mehr angeführte 6 11.. D. Hot- Die vlerte Frag. D. Hnuang'ru außfuhrlicher vottruͤgt und beweiſet p. 10.r.. 11. Diſpurxi de Sabbath. .. So viel die angeregte Augſpurgiſche Confeſſion betrift/ ſo werden die Apoſtelin derſelben von dieſer guten Berordnung nicht außgeſchloſſen/ dann in der Apologia, welche ein fernereErklaͤrung der beſagten Confeſſion uñ Lehr iſt/ maſſen Piul. Melancht. in beyden die Jeder gefuͤhrt/ und dannin dieſer je a dertheidiget/ als vom Gegentheil die von den Apoſteln gennch Kirchen⸗ Ordnung und Gebraͤuche uns vorgeworffen wurden/ daß man ſolche muſte halten/ die Gerechtigkeit vor Gott zu erlangen/ dergeſtalt geantwortet wird/ daß man ſolche Apoſtoliſche Kirchen⸗Gebraͤuch muſte urtheilen und erklä-⸗ ren auß ihren Schrifften/ auß welchen bekant waͤre/ daß die Apoſtel dieſe Gebraͤuch nicht haͤtten noͤhtig gehalten/ um dardurch gerecht zu werden/ oder damit Gerechtigkeit vor GOtt zu verdienen und zuerlangen/ ſie haͤtten damit nicht wollen eine Beſchwehrde auff unſer Gewiſſen laden/ und ſo wei⸗ ter. Sie hielten diedoge nicht die Gerechtigkeit damit zu verdienen/ ſon⸗ e/ wann man zuſammen kommen ſolte. Damit eigt ja die Apologia, daß die Apoſteln dieſen Kirchen⸗Gebrauch und den Pga beſtimmet haͤtten. Und wird noch weiter hinzu geſetzt etliche Fe⸗ ſten haͤtten die Apoſtel behalten/ nemlich Oſtern und Pfingſten/ auß dem Alten Teſtament/ ohne/ daß ſie ſolche in etwas geaͤndert/ und nach der Hi⸗ dern/ daß das Volck w ſtoria des Evangelii accommodiret und eingerichtet. Da redet die Apologi gantz klar/ von dem/ was die Apoſtel gethan/ in Enderung und Behaltung der Feſten und deren Ceremonien/ ſo daß die Kirchen den Wochen Sab⸗ bath/ ſo dann Oſtern und Pfingſten gelaſſen. Etwas aber/ was die heilige 8 5 * Schrifft nach den Evangelien wolle geaͤndert haben/ haͤtten ſie bey den be⸗ len haltenen Feſten auß der Freyheit/ welche den Evangelien oder Chriſten ge⸗ 8 Phan⸗ eingerichtet p. 153. 54. artie. VII. davon ein mehrers in der Special- rag X, — 1 r. Die faͤnffte Frag 35 e in der Iv. Frag angefuͤhret und geſagt iſt; Sie haben es nicht anders gethan oder thun koͤnnen als mit goͤttlicher Er⸗ I. laubniß/ Eingeben/ und alſo auß innerlichem heiligem An⸗ trieb Gottes des H. Geiſtes/ auß welchem Antrieb und Ein⸗ 3 geben ſee alles geſchrieben/ alles gelehret/ und die Gemeinde Gottes in allen noͤhtigen Glaubens⸗Stauͤcken/ und was ihnen zu wiſſen noͤhtig geweſen/ un⸗ terrichtet/ und alſo die Juͤdiſche Sabbather abgeſchaffet/ Col. li. Und damit die Gemeinde nicht ohne Feyertag ſey/ den Chriſtlichen angeordnet/ alles nach Gottes Willen So/ daß man wol ſagen kan/ alles was die Apoſtel in Amts⸗ Sachen von Gottes wegen/ und die Menſchen den rechten Weg zur Heili⸗ ung Gottes zu fuͤhren/ geredt/ geſchrieben/ unterricht und gelehrt/ es ſey in laubens⸗Sachen/ Sacramenten/ moribus oder ritibus, Lebens⸗Reguln oderKirchen⸗Cexemonien/ das haben ſie auß heiligem ohnmittelbahrem An⸗ trieb und Eingeben Gottes gethan/ auß dem Geiſt/ der durch ſie geredet und gewircket. D. uldebr. Apoſt. Satz. c. X§. V. p. m. 100. II. Wann man ſchon keinen außtruͤcklichen/ aͤuſſerlichen Befehl lieſet/ ſolche Maͤnner haben ihren Trieb von dem H. Geiſt/ deſſen ſie voll geweſen/ gleichwie im Alten Teſta⸗ wment/ die 5 Propheten nichts in Goͤttlichen Verrichtungen vorgenom⸗ men/ ohne Goͤttliches Eingeben und Befehl/ ob ſchon ſolcher nicht allemal gelsſe wird/ wie der Prophet Samuel den Koͤnig Saul dem Volck durchs zum Koͤnigreich verordnet/ da man zwar lieſet/ daß er den Saul ſoll zum Faͤrſten des Volcks ſalben/ daß er aber durchs Loß ſolchen dem Volck zei⸗ en ſoll/ lieſet man nicht/ und iſt doch ſolches nicht anders als nach dem efehl/ Willen oder heiligſten Eingeben geſchehen/ und ſo das Loß gefal⸗ ien/ wie es ze Pen gerichtet hat/ 1. Sam. X. und das 3 wohin Paulus ſich beziehet/ daß er nichts ſage oder lehre/ oder ſich unterfa ſer Chriſto/ oder dem/ was der Geiſt Gottes rede und ihm eingebe: Dar⸗ zu kommen dann ſonſten andere hohe heilige Urſachen und Motiven/ war⸗ um ſie ſolches gethan und ſich deſſen unterfangen. 3 8 nge zu reden auſ⸗ 4 wohl 4 mache hätten, allein nicht auß Beſehl oder Eingeben Gottes/ ſondern nach ihrem Menſchlichen freyen Willen und Gutachten/ fuͤhren an/ u. daß in hei⸗ iiger Schrifft davon keine Meldung geſchehen/ kein Befehl oder Ordnung geleſen/ oder angefuͤhret/ daß ſie es auß Goͤttlichem Befehlund Eingeben Pehan Vors 2². Weil Paulus ſelbſten noch eine gute Zeit nach ſeinemem⸗ §.2. Zwar ſind einige von unſern vornehmen Lehrern/ welche dieſes eben und geſtehen wollen/ daß die Apoſtel ſolche Enderung ge⸗ pkangenen IpoſteiAnpt den Sabbath mit dn Jabek ghaet uwouf 1— 2 8 8 Die fuͤnffte Frag. die Sonntag ſeinem Teppichmachen abgewartet. Apoſt Geſch. XVIII.; 4. daß Aafdns a iſt ſchon droben bey der IV. Frag g. 7. und 8. das Gegentheil 9 geantwortet. Und wann auch in den Kirchen⸗Ceremonien das ſolte gelten/ Er was in der heiligen Schrifft nicht außtruͤcklich und buchſtaͤblich geleſenwer⸗ gez⸗ de/ gar nichtes ſey/ ſo maͤſten viel Ceremonien weichen; auch wuͤrden ſit/ eine dieſe Lehrer/ nicht zugeben koͤnnen/ daß die Apoſtel dieſen Feyertag geaͤn⸗ wei⸗ dert/ denn auch ſolches nicht ſo außtruͤcklich und dem Buchſtaben nach in glaꝛ H. Schrifft gemeldet iſt. Darum in dieſen Stuͤcken der Schluß von dem g Stillſchweigen der H. Schrifft/ Alilentio S. Scripturæ, uns nicht binden kan. tag, Wie dann nicht anders oſgetzal geſagt/ daß ſolche Lehrer ſelber ſich in dem deite zu wider ſind/ wenn ſie außtruͤcklich ſagen und lehren/ Sie geſtuͤnden und So geben zu/ daß der Juͤdiſche Sabbath auff Gottes Befehl/ autoritaté divina, lun auffgehoben ſey/ und gleichwol dieſes auch nicht außtruͤcklich in H. Schrifft die dem Buchſtaben nach/ und in den Worten/ wie ſie reden/ gelehret wird. dehr Wie ſchlieſſen ſie denn hier/ was nicht in der Schrifft beſagter maſſen ſte⸗ Er het/ und verwerffen doch alleweil in dieſer Materie unſern Satz und Schluß/ trieb daher daß er nicht buchſtaͤblich in der Bibel ſtehet/ ſo durch dieſes/ nemlich und nicht dem Buchſtaben nach/ ſondern im Werck ſelbſten/ und nach dem Ver⸗ lier ſtand/ darinnen gegruͤndet iſt/ Secundum rem& ſententiam,nach dem inner⸗ den lichen Ver anduhne daß ja eines auß dem andern folget/ wañ ſie autoritate ſet/ divina, auf Gottes Befehl den Juͤdiſchen Sabbath den Chriſten abgenom⸗ was men/ ſo muſten ſie ja auch auß Gottes Befehl einen andern in der Chriſten,— heit angeſetzet und verordnet haben/ oder muſte folgen/ daß GOtt bey den Chriſten keinen Wochentlichen Feyertag haben wolle. So viel das an dere antrifft/ daß Paulus anfaͤnglich bey den Juden den ſiebenden Tag mit gefeyret/ moͤgen wir gar wohl zugeben/ daß es eine Zeit lang von den Au Chriſten und ihm geſchehen/ wie es auch mit der Beſchneidung ergangen; denn ſolche Gewohnheiten mit der Zeit nach und nach ſolten abgethan und begraben werden/ doch iſt jenes von Paulo noch nicht auß beſagtem XVII. Capitel ſo klar zu erzwingen/ weniger/ daß er auff den Sonntag ſoll Tep⸗ g1. pich gemacht haben: nicht jenes/ weil nur bloß ſtehet/ daß er auff die Sab⸗ bath ſey in die Synagog gangen/ und weil die Juden auff ſelbigen Tag beyeinander verſamlet geweſen/ habe Er davon anlaß genommen/ ihnen zu predigen. Nun iſt ja das bekäͤntlich weit ein anders/ Urſach und Anlaß nehmen auff die Sabbath den Juden in ihren Schulen zu predigen/ als ſen mit den Juden ihren Sabbath feyren und nicht den Sonntag. Maſſenihm Jud nicht ohnbekant/ daß die Judiſche Sabbathen ſolten ein Ende haben/ 173 „„ 22. 1 Die ſechſte Frag. 37 .3.,44 daß die Apoſteln ſchon ihre Zuſammenkuͤnfften auff den Tag des HErrn theil gehalten. Geſetzt aber/ da aſauneganften auf wo ſtehet dann/ daß lten/ Er auff den Sonntag Teppich gemacht hat? Dieſes wird alleinim an⸗ wer⸗ gezogenen Capitel erzehlet/ daß Paulus zu Corinthen den Juden Aquilam ſſit, anen Teppichmacher mit ſeinem Weibe briſeill antroffen /dey welchen Er, an weil Er gleiches Handwercks geweſen/ auß und eingangen/ und bey ihn ch in uches Wo ſtehet uff den Sonntag« Sprichſtu/ Er habe den dem Sabbath gefeyret/ und die uͤbrige Tage uͤber/ und alfo auch auff den Sonn⸗ kan. tag/ gearbeitet. So iſt das eben de Frag, obErauf den Sonntag gear⸗ dem deitet? Und nicht vielmehr/ wie andere Apoſteln/ mit den Chriſten au den und Sonntag vonſolcher Arbeit abgeſtanden/ und den Chriſtüchen Verſam⸗ dun ungen beygewohnet: Man kan ja reehtemnahl variß ſchlieſſen/ daß Er hrifft die ubrige Tage immer zu Corintho gean geitet/ weil Er ſeinem Apoſtoliſchen wird. Lehr⸗Ampt allerdings und vornemlich muſte abwarten/ geſchweigen/ daß n ſte⸗ Er ſolte den Sonntag aͤber/ ſervile, gemeine und dienſtbare Arbeit ge⸗ hluß rieben/ und nicht vielmehr auff das Werck der Erloͤſung/ gottſelig gedacht nlich und daſſelbe heilig celebrirt haben. Zwar iſt uns nicht ohnwiſſend/ daß Ver⸗ ieronymus und andere/ in dieſer con eckur und Meynung ſtehen, wir re⸗ nner⸗ der aber jetzo von demfeſten Schluß und Beweißthum/ da man nicht ſie⸗ ritate het/ wer ein Ding geſaz hat 2oder von wem? ſondern was und warumet⸗ nien⸗ was geſagt worden? Doch laſſen wir einem jeden ſeine Freyheit. den 16 1 ſſ De ſechſie Frag. den Auß was Urſachen haben die Apoſtel den Feyertag ge⸗ den) andert/ und eben den erſten Tag inder Wochen da⸗ v u geheiligett: Tep⸗ 5r, Je vornehmſte Urſach der Enderungiſt wol der heilige Raht 606 2 GSottes und Antrieb Gottes des H. Geiſtes; beneben dem 2 aber/ ſo haben die Apoſteln/ ſo viel das gantze Weſen des ⸗ Juͤdiſchen Sabbaths betrifft/ wollen ein That und Werck 2 hun/ der von Chriſto ſeinem Volck erworbenen Chriſtlichen Freyheit/ daß nicht mehr als wie die Juden auff die Kirchen⸗Ceremonial⸗Geſetz und Judenthum verbunden/ welches ſie/ wie in der Beſchneidung/ alſo auch mit dieſer Sabbaths⸗Enderung offentlich bebeuen olee Vors 2, haben ſe L3 ————— ſich in offentlichen Kirchen⸗Ceremonien mit Fleiß ſichtbarlich wollen von iwe dem Juͤdiſchen Volck abſondern/ wie 4, ſtinus lehret in der obangezogenen ben 119. Epiſt. c. X. 8“ 4 9. 2. Daß ſie aber benenntlich dieſen. Tag in der Wochen/ den Sonn⸗ nen tag/ erwehlet/ das iſt beneben jener Haupt⸗Urſach darum geſchehen/ weil P. Chriſtus auff denſelben Tag aufferſtanden/ und an dieſem Tag das Werck die der Erloͤſung vollbracht/ da nun3im Alten Teſtament/ die Urſach des ſieben, den den Tags war/ daß der ſiebende Tag zum Feyer⸗und Ruh⸗Tag gemacht/ M weil GOTT am ſelbigen Tag vom Wercke der Schoͤpffung geruhet /und— am ſiebenden Tag daſſelbe vollbracht/ alſo/ nachdem nun dieſes rloſungs Werck noch hoͤher war als jenes der Schoͤpffung/ und darauff alle Welt hoͤchſtens zu ſehen/ ſo achten es die Apoſteln allerdings billig und noͤhtig S8 daß nun/ zu betrachten und zu ruͤhmen das kundbahre hohe Geheimniß S. der Erloͤſung/ als einiger neuen Erſchaffung/ wie D. aremus redet/ diſpat Decalog. ex Hebr. II.5. 2. Cor. V. 17. und andere mehr/ der jenige Tag ga heiliget werde/ welchen Chriſtus durch ſeine Aufferſtehung und Vollbrin⸗ gung der Erloͤſung ſelbſten geheiliget. Andere Neben⸗Motiven werden hin⸗ ga.⸗ zu geſetzet/ als daß vors 2. am ſelbigen Tag groſſe heilige Werck/ Offen⸗ 8 barung und Gutthaten den Juͤngern Chriſti und der Gemeinde Gottes ge⸗ ſchehen/ als daß Chriſtus/ wie ſchon droben angefuͤhret ſeinen Tüipen 2 dieſen Tag die erſte Offenbahrung ſeiner Aufferſtehung erwieſen. Daß die ftyr Apoſteln auff dieſen Tag im Pfngf Feſt zuſammen kommen/ und den auß Heiligen Geiſt ſichtbarer Weiß empfangen/ Apoſt. Geſch. am. und 2. Cap. cal. uch ſie an ſolchem Tag8im Predig⸗Ampt confirmiret und beſtaͤttiget won ghen den/ Joh.XX. 23. Vors 3. weil dazumahleinige Irr⸗Geiſter und Widen heut ſprecher geweſen/ welche geleugnet/ daß Chriſtus were aufferſtanden/ al beu ſey deſto mehr und eifferiger/ haben ſie durch dieſen offentlichen Feyertag/ da— zum Gedaͤchtniß der Aufferſtehung ſonderlich eingefuͤhrt/ die Warheit de den Aufferſtehung Chriſti wollen bekraͤfftigen und an Tag legen. Eben ditſe giſch Urſachen ziehet auch der mehrbelobte Herr D. J. B. Carpzev. an in ſeinen ſ Tugend⸗Spr. p. 926. 927. 928. ohne daß Er auch dieſes hinzu legt: Und dien ſo wir das Werck der Schoͤpffung mit darzu nehmen(wie auch dere von vielen beſchiehet) ſo hat es GOTTan dieſem Tage angefangen/ und das Liecht von der Kinſterniß geſchieden/ Genel. I. 4. deſſen r uns behudere an Deelem Is Kinwew dae das 2. eche de ESvangelii die Apoſtoliſche Predigten in der gantzen Wel hat auffgehen laſſen. 2. Cor. V.ö. Uber dieſe wollen noch viel andere Mo — ag ge Die ſiebende Frag. 39 twen und Urſachen hinzugeſttzet werden/ dardurch die Apoſtollſche Kirche dewogen worden/ den erſten Tag in der Wochen zu feyren/ als daß Chriſtus am ſelben Tag geboren/ beſchnitten/ getaufft/ der Stern den Weiſen erſchie⸗ nen/ wie Suaret⸗-.Urſachen zuſammen getragen la. de diebus feſtis c. IV. ſo D. empeluus citirt, welche wir aber an ſeinem Ort laſſen geſtellt ſeyn/ ob ſich die Sach ſo verhalten/ und dann auch darauff ein Abſehen gemacht wor⸗ den oder werden kan? Ob ſchon die heilige Vaͤtter auch einige dergleichen Maotiven und Urſachen angefͤhit. — Die ſtebende Frag.— lbrin o„oder fuͤnffzehenden zu nehmen: nhin⸗ 4. Q☚¶ĩαέσ ½ſo meynen etliche/ wie der tapffere D. Breniius dahin allegirt Offen⸗“ ₰ un angefuͤhrt wird/ äber das III. B. Moſ.c. 5.p. 123: Es haͤtte es ge⸗ die Kirche auß 10. oder ½. Tagen einen nehmen koͤnnen zum ngern Feſt⸗ oder Feyer, Tag/ oder da ſie einen auß der Wochen aß de feyren wolten/ den Montag oder Dienſtag/ oder einen andern nehmen. Wie d 9 auß dem Brentio ſolches D. Danbavo. ſelb en bekennt in ſeinem Colleg. De- wor Lider, I/ alſo ſeinen nd cal. p. 42 Und moͤgen noch heut zu Tag/ einige vornehme Lehrer unſer Kir⸗ hen dieſes davor halten/ wie jemand p.zy. dafäcsſch ſage⸗ es koͤnte noch heut zu Tag/ die Kirche auß 4 4 Lieb aber der Ruh/ und daß man keine Aergerniß und Spaltung mache/ , da ſey es nicht rahtſam/ und muͤſte billig der beliebte Sonntag behalten wer⸗ 4 der 3 ſehre ſcheinbar an zu bekraͤfftigen ihrer Meynung die Augſpur⸗ diee giſche Confeſſio en P derum auß ſeinem groſſen Catechiſmo, wie nicht weniger den hochver⸗ anden Chemniium T. 2. loc. Und Part. V. Exam. Concil. Trident. und an⸗ onderbaren Urſachen/ den Tag aͤndern/ auß ion artic. XV. doctrinalem, und artic. VII. ritualem. So dann e gottſelige Lehrer. lofſer Dinge zu reden/ wann die Anſetzung der Wochen⸗Feyer auſſer oͤtt⸗ icher Ordnung und Geſetz naeaſenung de Dachen Reherauf der. ader ein ander Tag/ koͤnte de oeTan angeſetzet werden/ und ſolches in wat in die Macht und Gewalt der Kirchen zu geben ſey. Jhihade - tuͤnde nicht in der Kirchen Freyheit und Macht/ einen andern Tag/ als etwa den zehenden/ vierzehenden „K. z. Wir haben aber ſchon droben mehrmahls angezeigt/ daß zwar 4o Diiie ſtebende Frag. Wochen⸗Feyertag Gottes Geſetz vor ſich hat/ auch mit der natuͤrlichen gu, em ten Vernun Ata Billigkeit wohl uͤbereinkom̃t/ beſſer als wenn der Feyer⸗ ge tag weiter ſolte hinauß kommen/ ſo wird hiemit der Kirchen Gewalt und Macht auff ein Wochen⸗Tag oder einen Tag in der Wochen reſtringirett th und verwieſen/ ſo daß dieſe Macht von GOtt der Kuchen gegedenuch ſeit nach Gottes Willen/ von der Kirchen eingericht und gebrauch werden ein maͤſſen. Und wie Epriſtus das Haupe ſtſeiner Semende⸗ ſo muͤſſen 14 tu auch die Gliedmaſſen nach des Haupts Reg⸗ und Bewegung richten und die lencken. Dahin die jenige Lehrer zielen/ welche ſagen/ daß ein Tag auß de ger Wochen zum Feyertag verordnet werde/ das ſey morale, aber morale nicht i naturale, ſondern poſitivum, nicht ſo morale naturale, als wenn es GOtt tei ohnmoͤglich ſey zu Pndern ſondern morale, daß es GOT T vor gut/ bo quem/ erkant und befunden habe/ einen Tag auß⸗. zu heiligen/ und daß ddieſes ſo fern/ als ein Tag auß der Wochen zu heiligen/ es ſey denn welcht es woltt/ mit der natuͤrlichen Billichkeit und heilſamer Erkantniß uͤberein ſtimmig. Poſitivum, weil es G Ott ſo gefallen/ einen gewiſſen Tag auß 7 1¹. ſetzen/ da ers auch anders machen koͤnnen. So 5 D. Major in ſeinet Diſp. vom S. th. 5. und D. Atenezer in ſeiner S. Predigt/ p. 862. D. Carps, in ſtiner Iſagog. p. 320. p.751. D. Calov. T. X. und D. J. A. Oſcander inl ſein Theol. Morali p 395. D. Danbavv. in Deuteronomio, und andere mehr. Oh ſchon einigen ſolches widrig und ohngereimt vorkommt/ daß es woraleund doch poſitivum ſiy/ allein wann es recht verſtanden und auff beſagte vet ſchiedene Art und Weiß gezogen wird/ entweder ſo/ wie alleweil angefuͤhrt und in dieſem Verſtand/ daß GO TT einen Tag auß ſieben zum heilig Sabbath verordnet/ ſey politivum und Gottes Willen/ welcher es auch.r. anders koͤnnen ordnen: Nach dem aber dieſe Ordnung mit demnatuͤrlichn guten Verſtand/ Billigkeit und heilſamer Erkantniß einſtimmig/ ſo ſeytzz gen nicht ohnrecht geredt/ und ohntadelich zum Unterſcheid deßſen/ was ſo ſten mot⸗le aerataſe m engem eriandg heiſſen wird. Welche Dilpu tion de morali naturali ſich auff unſer Vorhaben nicht ſchicket/ damehru Die achte Frag. 41 einig auff die Ubung der Gottſeligkeit/ und nicht auff ſubtile Wortgezaͤnck geſehen wird/ wie es in folgender Frag mit mehrerm vorgeſtellet wird. 5. z. So viel die angefuͤhrte Articul betrifft/ weil alles/ was Gegen⸗ theil ret/ darauff beruhet/ maſſen von einem nahmhafften Doctore in uch ſeiner Diſputation p.:2. außtruͤcklich geſtanden wird/ daß ſie um deswegen ein goͤttliche Autoritaͤt/ goͤttlich Recht und Eingeben bey dieſer Veraͤnde: n ſich rung nicht zugeben koͤnten propter expreſſos Aug. Confeſſionis textus, weil n und die ugſeungſſh Confeſſion klar dargegen were; und p. 34. daß ſie deswe⸗ uß de gen mit Niemanden von unſer Religion wolten ſtreiten/ wann derſelben Lehr nicht mit der Augſpurgiſchen Confeſſion koͤnte vergliechen werden, daß ſie meine⸗ 8Ot ten/ ihre Lehr ſey in der Außſpurgiſche Tonfeſſion zulaͤſſig. So wollen wir ein abſonderliche Frag daruͤber anſtellen und recht beſehen Frag.Xx. a——4———— velche 2 Dete achte Frag. b ſeine Iſt dieſes Recht und kan man mit Beſtand und Grund h der Warheit ſagen: Ein Tag in der Wochen muß .OO zum Feyertag nohtwendig geheiliget ſeyn? Und daß beun ſolches auch einiger maſſen auß dem Liecht der Na⸗ füden tur koͤnne erkaut ſeyn: eugs Wiir ſagen Ja/ andere Nein.. sauch Fr. 9 Ir bejahen die Frag/ wie ſie ſtehet/ und beziehen uns auff rlichnn einen guten Grund/ auch gemeine Lehr der unſerigen. Wei⸗ ſeys che Nein ſagen/ die wolten entweder mit den Libertinern uchſ Ire gant frey ſeyn: oder mit den Socinianern und andern lle Schwermern das gantze dritte Gebott vor ein Ceremonial⸗Gebott gehalten ag/ haben Oder haben doch ſonſten ihr eigen Bedencken und impreſſion, daß e meynen/ es ſey zu viel und zu ſtreng/ undder Chriſtlichen Kirchen Macht i6 und Freyheit zu wider geſagt/ daß nohtwendig ein Tag auß ſieben muſte geheiliget werden/ weil das bloß bey Verordnung der Kirchen geſtanden. b ein Tag auß ſieben ein ſolch ewig natuͤrlich und ohnveraͤnderliches Lehr⸗ - Geſetz ſey/ welches in unſere Menſchliche Netur eingepflantzet A act 8.:. Es laufft aber hierbey zwiſchen den Gelehrten/ auch Unſerigen/ n ſcharffe Diſputation vor/ von den Worten morale und morale naturale, 42 Dieachte Frag. —*— ö“ 4 — ö 4 zu aͤndern ſehy Oder ob es ſo morale und natuͤrlich ſey/ daß es in natutlli e hem nſehans0nenne Verſtand/ guten Grund habe/ und mit demſeb⸗ bef ben wohl uͤbereinkomme/ und dann ſo weit ein moral beſtaͤndig Geſetz blei⸗ naꝛ be/ ſo alle Menſchen verbinde als ein gewiſſe Lebens⸗Norm und Regul, D. als es in der Natur allenthalben guten Grund finde/ und weil bekant/ daß bef Ddieſes Wort Morale naturale, ein natuͤrlich Lehr⸗Geſetz/ ſo unterſchiedlich ge⸗ das braucht wird/ bald in gantzem engen/ bald in einem weiteren Verſtand/ daß ſer es ſchwer zu ergruͤnden/ wie es bey einem jeden Lehrer genommen und ge⸗ der braucht wird. Und dann ſolches mehr ein Schul⸗Concert als ein Erbau- lichkeit im Leben nach ſich fuͤhrt/ ſo wollen wir ſolches dabey bewenden laſ⸗ ſch ſen/ was wir in unſerm Sylloge Hiſl. de lege morali im dritten Gebott vor, und gelegt. Und ſehen hier nur auff das/ was in unſer Frag enthalten iſt! che welches auff zweyerley hinauß laufft. 1. Ob ein Tag auß der Wochen/ ode Lel auß den ſieben nothwendig muͤſſe gefeyert? Und ob ſolches auß dem Liecht inn der Natur koͤnne einiger oder guter maſſen erkant werden? Daruͤber wol rol len wir erſt unterſchiedene Lehrer anhoͤren/ welche ſolches bejahen/ dann wol inĩ len wir vor uns ſelbſten noch einige Erinnerung/ und was zu weiterer Er⸗ Aſt klaͤrung und Beweißthum gereichen mag/ hinzu thun? §. 3. Auß den alten Kirchen⸗Lehrern ſagt Chryſoſtomus homil. X. in] ſe= c. 2. Geneſ. p.m.. Daß GOtt gleich anfaͤnglich uns dieſes gelehrt/ De daß auß dem Circul der Wochen ein gantzer Tag ſoll abgeſon⸗ tur bem und zur heiligen oder geiſtlichen Wirckung verwendet wen noc b 4 ¹ eit gegeben und gel des Menſchen it mi ſte ange Ven 111125 g 7 Die achte Frag. 3 tätli morale ein Tag auß der Wochen/ und der letzte oder der erſte/ der gewiſſe mſeb⸗ beſtimmte Tag das Ceremoniale. Didacus a Stella ſagt es klaͤrer und ge⸗ blei⸗ nauer/ wie ein Tag auß der Wochen das morale und ein beſtaͤdiges ſey. gul/ Das morale, ſpricht er/ in dem dritten Gebott/ das ein feſt ewig und daß beſtaͤndig Geſetz iſt/ einen Tag auß der Wochen heiligen/ und chge⸗ das hat die Kirche nicht auffgehoben. Daß es aber dieſer oder je⸗ daß i(r Tag ſeyn ſoll/ das iſt Ceremonal, und das hat die Kirche geaͤn, d ge⸗ dert. Und das beweiſt er weitlaͤufftffftft. 8.). Solte hierzu das Zeugniß Pbilomis, ſoſephu des Judiſchen Geſchicht⸗ nlaſe ſchreibers/ und anderer kommen/ welche hier ins gemein allegiret werden/ tvor⸗ und gleichfals von dem reden/ daß alle Menſchen ſchuldig ſeyen/ den Wo⸗ chen⸗Sabbath zu halten/ ſo redet der gelahrte Pbilo in ſeinem 2. Buch vom Leben Moſis alſo: Unſer Recht(nemlich des Wochen⸗Sabbaths) er⸗ Liech! innert alle Nenſchen ihrer Pflichten und Schuldigkeit/ oli cia) die rohe Barbaren/ Griechen/ die Einwohner auff dem Lande und wol⸗ in den Inſulen/ Morgen, und Abendlaͤnder/ die in Europa und rEr Aſia wohnen/ und auff dem gantzen Erdreich/ wo Aeute ſind/ ddeenn wer iſt unter ihnen allen/ der nicht den heiligen Tag/ der al⸗ X. in[e Woche zu feyren iſt/ ſolte ehren? Und im III. Buch ſetzt er hinzu: ehrt/ Der Sabbaths⸗ Tag hat ſein priyilegium und Freyheit von Na⸗ eſon tur. Foſephus l. 2. contra Appion. beſtaͤttiget dergleichen/ daß kein Stadt noch Volck bey den Heyden/ Griechen oder Barbaren ſey/ dem nicht dieſe Wochentliche Sabbaths⸗ Feyer bekant ſey. Noch naͤher kommt eines ge⸗ Lahrten Juden Zeugniß/ welcher von D.Calovio uͤber das 2. B. Moſ. c. XX. 9m.*] p. 413. und D. Quenſteden in ſeiner neuen außgegangenen éyſtem part. V p.z2. daß angefuͤhret wird/ und heiſſet aacus Anat, welcher in ſeinem Theſauro zu Benedig getruckat ee part. v.n. 157 ſchreibt: Daß ſolches den Heyden von Natur bekant ſey/ Gott habe es in ihr Hertz geſchrieben/ daß nemlich GOtt ſe ſenen Dienſt ein gewiſſer Tag auß der Wochen gebuͤhre/ davon mit mehrerm Rivetus Comment. in Geueſ. exerc. XIII. D. MHottingerus diſp. de b. pz. 6. und ſo weiter/ und andere meer. . 6. Wir wollen aber etwas naͤher gehen/ und unſerer Lehrer Mehj⸗ ung hieruͤber hoͤren. Da gleich Lutherus wird angefuͤhret ex tom. V. Wit- b. p. 229. und dann auß dem groſſen Carechiſmo, daß ein Tag zum we⸗ gſten in der Wochen zu dieſem(Gottes) Dienſt muͤſſe angewendet den; dorten aber an jenem Ort redet Er alſo: Wiewohl nun der abbath auffgehoben tſt Tun eie G.aiſenfe dn — 42 44 Die achte Frag. ĩſt es doch gut und auch vonnͤhten/ daß man einen ſonderlichen Tag in der Wochen halte/ um des Worts Gottes willen/ daran zu handeln/ hoͤren und lernen/ dann jedermann kans alle Vag nicht gewarten/ auch fordert die Natur/ daß man in der Wochen einen Tag ſolte halten/ und enthalte ſich von der Arbeit. Und aber⸗ mal fae. ꝛ. Wiewol alle Tag frey ſind/ und iſt einer wie der ander/ ſo iſts doch nuͤtz und gut/ ja ſehr von noͤthen/ daß man an einem Tag Feyer halte/ es ſey am Sabbath/ Sonntag oder an einem andern Tag nemlich in der Wochen/ wie allezeit geſagt) Dem folgen nun in groſſer Menge die/ welche ſeiner Lehr beypflichten/ als einer goͤttlichen Lehr: Phꝛlippus AMelanchthon, der dazumahl mit Luthero gehalten und die Feder gefuͤhrt in der Auguue⸗ ſchen Confeſſion/ antwortet auff dieſe Frag: Ob der Sabbath abge chan? In nachfolgenden Worten: Die allgemeine Lehr/ daß wir einen gewiſſen Tag haben in der Wochen/ da wir zuſammen kommen/ das Pre⸗ dig⸗Ampt und den Gottesdienſt verrichten/ bleibt und iſt nicht abgethan. Welches die vornehmſte Meynung des dritten Gebotts iſt/ in ſeinem G ꝛechiſin. T. 1. p. 6. und bey Außlegung des dritten Gebotts p. gr. 5. 7. Wir wollen die hoͤren/ welche folgen/ und zwar auff der Univer⸗ ſitaͤt Wittenberg/ da Lurherus ſolche Lehr verlaſſen/ hat ſolche der alleweil hochbelobte Theologus D. Abrahanz Calovius, beſtaͤndig mit fort gefuͤhret und vertheidiget/ in ſeinen mancherley herrlichen und geiſtreichen Seheſß⸗ ten/ als in ſeinem Syſtemate T. VI c. III. ꝗ3. ſo dann in ſeinem Commentarie P. 246.247. Der Sabbath/ ſagt Er/ muß betracht werden/ tum ra⸗ tione moralitatis, ſo wohl als ein beſtaͤndiges Lehr⸗Geſetz/ als auch wegen des veraͤnderlichen Umſtands in der Zeit. Zum Lehr Geſetz/ ad moraliratem Sabbathi, gehoͤrt nicht nur/ daß ein gewiſſ SZeit(indefinite) muß zum Gottesdienſt beſtimmt/ ſondern auch/ daß ein Tag auß ſieben darzu geheiliget werde. Daß aber abſonderlich der letzte oder der ſiebende der Sonnabend/ darzu geheili get/ das iſt Ceremonial/ ein willkuͤhriger Umſtand/ daß wir des Wercks der Schoͤpffung ſollen eingedenck ſeyn/ daß ſo dieſen Tag geendiger worden das gehoͤ 3 cht zur Moralitaͤt. Die⸗ ſer eintzige/ tapffere und hochmeritirte alte heologuskan uns von dieſer ini⸗ verſitaͤt gantz gnug ſeyn/ der nichts anders lehret/ als ſeine Vorfahren/ und welchem ſeine damahlige Collegen und nochlebende vornehme und bemeldtt p⸗⸗ Theologi nicht widerſprechen/ ſondern eben das lehren und bekennen. Son⸗ ten ja ohniqugbar/ was D. Zalamer, quch weiland Profeſlor auff dſe p. 732.&ſe b Die achte Frag. 45 Univerſitaͤt in ſeinen caſ conſc. p. 471. geſchrieben. Was den Sabbath an⸗ langt/ ſohat GOT/ ſagt Er/ den im dritten Gebott zu heiligen befohlen. Dabey die Moralien von den Ceremonialien zu unterſcheiden ſind/ das Mo⸗ rale iſt/ einen auß den ſieben Tagen heiligen. §. 8. Auff der Univerſitaͤt Leipzig D. ulſemann Breviario c. XII. th.;. p.163. ſagt/ jure naturæ, nach dem natuͤrlichen Recht/ iſt es noͤthig/ daß man einen Tag auß der Wochen feyre/ und das bindet uns als ein beſtaͤndiges Lehr⸗oder Moral-Geſetz/ moraliter obligat, ſo viel die Heiligung eines Ta⸗ es auß ſieben betrifft. D. Komayer in Epiſt. ad Gal. IV. p. 496. das iſt mo- e, ein beſtaͤndig Lehr⸗Geſetz/ daß ein gewiſſer Tag auf der Wochen zum Gottesdienſt verordnet werde. Ceremonial aber/ daß es beſonders entwe⸗ der der ſiebende oder der erſte in der Wochen ſeyn ſoll. Wie deswegen etli⸗ che ein Unterſcheid machen/ unter dem ſiebenden Tag/ formaliter, abſonder⸗ lich/ und unter dem ſiebenden Tag/ materialiter, einer auß ſieben/ welcher es ſey/ und wo man anfange zu zehlen. Jener/ ſagt Er/ ſey im Alten Teſta⸗ ment/ dieſer im alten und neuen/ immer einer auß ſieben/ und ſo heiſt es im dritten Gebott/ du ſolt den Sabbath/ materialiter, einen auß ſieben heiligen. Und eben das zeuget Er auch in ſeiner Hiſtor. Eccleſ. p. 549. 550. da Er den Sabbaths⸗Streit erzehlet/ welcher vor kurtzen Zeiten zwiſchen den Refor⸗ mirten geweſen/ CGomaro und Riveto, als Raͤdelsfuͤhrern. D.. B. Carpzov. in ſeiner Iſagoge p. 320. 970. Sonſten daß einer auß den ſieben geſetzet zur Heiligung/ iſt Gottes Wort und Ordnung. Und iſt ein Moral. Geſetz/ dar⸗ in alt und neu Teſtament uͤbereinkommen. D. Schertaer in ſeinem Anti- Sociniano pro III. præcepto lit.. ſagt: Das Moral beſtaͤndig Lehr⸗ Geſetz iſt/ daß ein Tag auß den ſieben GOTC geheiliget werde/ ſeptenarius indefinitus. Und iſt falſch/ daß der Sabbath nicht mehr die Iriſia angehe. Sondern bleibet/ wie D. Meimer lehret/ daß die Entheiligung des Sabbaths ſey eine Tod⸗Suͤnde wider das Geſetz. Welches er wiederholet im auctario Breviarii Hülſemanni p.732. da Er ein Unterſcheid macht unter der Cardinal- und Ordinal-Zahl Peleben⸗ den Tages/ und ſpricht/ daß es ein morale, ein beſtaͤndiges Lehr⸗Geſetz ſey/ den ſiebenden Cardinal- Tag/ einen auß den ſieben in der Wochen/ zu feyren. Allein der ſiebende Ordinal-Tag/ das iſt der letzte Tag nach der Zahl/ ſey Ceremomial Und beweiſt jenes mit 8. angefuͤhrten Motiven und Graͤnden nun wol/ ſage ich/ wir im N. Teſtament an das Ceremontal dieſes 4 P. 8; Secbofts ligen Dienſt verhinder lich ſind/ abſtehe. Vors: juris moralis po. frey ſtehet/ daß ein Tag in der Wochen dem rrn geheiliget werde. M⸗ fang den le/d antʒz klar ſind: Sechs Tag e ſol arbei undd er ſiebende ſo allg ſeen Daher diealeen Rlchenvavor gchalten daßzder oon chentliche Keyer oder die ſiebende Fahl nicht zu aͤndern ſey. Vors 3. juris Ceremonialis, ein willkuͤhri ,, Sr kuͤhrig frey Geſetz/ daß es der ſiebenda it Seee Lacgedeſen, fccheehebe eenn an änfees Geſchlecht Exod. XXXI3. ſo lang als das Jüdiſche Regiment 2 ſ Moſaiſche Policey ſtunndg. Iidi ey, * ₰ 1 4 5.n. Auff b Die achte Frag. 47 ert worden unu.. Auff der Univerſitaͤt Altorff D. Obw ritten Sebott. — 5 3 ö“ — 4——— —————— ²——— 4 48 Die achte Frag. angeföhret: Und ſiehet darauff§. VII. Ob ſchon die geſunde Vernurfft ſohn ſchen Wochen⸗Sabbath ein Unterſcheid/ unter 39 und Schattenwerck iſt/ dahin gehoͤrt der beſtimmte ſiebende Tag/ die Erine ſchri nerung der Ruhe/ daß GOTT ſein Volck in das Land Canaan gebracht und dann die ſtrenge Straff/ ſo auff die/ welche am Sabb pe beiten/ geſetzet worden. So dann was vors 2. ſoperſtitios und aberglaͤu hoͤre biſch war bey den Juden/ damit ſie nachgehends das Joch noch ſchweret en gemacht unter dem Schein einer ſonderbaren He 6 u:: iligkeit. Und vors 3. wo zum beſtaͤndigen Lehr⸗Geſetzgehoͤrt/ als daß allezeit ein Tag auß ſieben in und der Wochen ſoll heilig ſeyn/ Moralis& perpetuæ obſervationis ſit unius à uh 7. diebus ſanctificatio ad eultum DEl publicum& cxercitia pietatis, imo&⁵ das creationis utriusque primæ& ſecundæ commemorationem, daß wir ſollen eingedenck ſeyn/ dererſten und andern Schoͤpffung. Dann diegeſunde V 1 8 5 nunfft gibt es/ daß GHOtt ſoll geehrt und darzu eine gewiſſe Zeit eöiinen 8 Die achte Frag. 49 n/und ſwmedaf keine Zeit darzu bequemer und ſchicklicher ſey/ als die ufft dbe⸗ GOtt ſelbſt im Stand der Unſchuld gleich Anfangs durch Erwehlun glich eines Tages auß ſieben in acht zu nehmen verordnet. Benahhcs die Aang zum ge Lehr iſt/ und die meinſten Chriſtliche Theologi das vor ein Morale und iſma ewiges Recht erkant/ daß in dem Circul der ſieben Tage einer zum Gottes⸗ e der dienſt geheiliget werde. aPehehe ſich auff Rvetam de origine, vom Ur⸗ 2 daß g des Sabbaths/ auff Malaum de Sabbarh. c. 3. v.. NMicolaus Ar- Ta nuldus adv. Catech. Raccov. cap.de præceptis Chriſti quæ legi addidit, das iſt athi⸗ das Morale in dieſem Gebott/ das ſtänd ge Lehr⸗Geſetz/ daß man an einem ag der Wochen des Gottesdienſtes abwarte. Und wo man das nicht auß der Einſetzung des Gebotts ſolte ſchlieſſen koͤnnen/ daß ein Tag auß ſieben heilig ſeyn ſoll/ ſo wuͤrde gar kein gewiſſer Tag koͤnnen auß einigem Gebott „ beſtimmet werden. Dann/ nach dem zur Wochen ſieben Tage gehoͤren/ ſechs aber zur Arbeit verordnet/ ſo bleibt einer zu des HErrn Tag. Mar⸗ e cus Fridericus Wendelinus Exerc. CXXXVIII de moralitate Sabbathi, referirt 1ſich auff das/ was Er m ſeiner Theol. Chriſt. p. 674. gelehrt/ da Er geſagt/ 4 bie ein morale, und ſtaͤtige unveraͤnderliche Lehr/ daß ein Tag auß der Wochen zur Gottesfurcht und heiligem Gottesdienſt depurirt und verord⸗ vet werde. Das Ceremoniale aber/ daß es der letzte Tag ſeyn ſoll. .ꝙ S. 5. So viel vomerſten/ daß unſere Lehrer ins gemein davor halten/ t! daß dieſes ein morale ſey/ einen Tag auß ſieben wochentlich feyren. Das ader/ daß ſolches der natuͤrliche Verſtand gebe/ lehren ſie auch. Als be⸗ ſonders D. Calovna in ſeinem Syſtemate T. VI. c Ill.. ³. führet dieſe Wort: Die Sabbaths⸗Ruh iſt nicht nur von Anfang heligſt von Gott verordnet/ ſondern iſt auch in und nach dem NB. natürlichen Geſetz in unſer Hertz ge⸗ Erin, ſchrieben/ und das hat ſchon im Anfang der Reformation Philippus Ake- racht/ lanchton, welcher die Feder gefuͤhrt bey der Augſp. Confeſſion und deren A- ar pologi gelehret/ wie er in ſeinen locis ſagt: Das Gebott vom Sabbath ge⸗ rglaͤu hoͤre NB. zum Geſetz der Natur/ und ſey dabey NB. das natuͤrliche oder Mo⸗ zwere, al beſtaͤndige Lehr⸗Stuͤck von dem Ceremonial zu unterſcheiden/ ſetzt hin⸗ z was zu: Daß ein gewiſſer Tag verordnet zum Feyertag/ das Polck zu lehren ben in und das Predig⸗Ampt zu erhalten/ ſey NB. natuͤrlich und beſtaͤndig/ welches mius d nicht zu aͤndern ſey. Daß aber endlich der ſiebende Tag darzu verordnet/ mo à, das ſey Ceremonial und geaͤndert. Wie ſchon droben im erſten Stuͤck an⸗ ſollen gefuͤhrt. Eben alſo redet auch D. Halſemann in ſeinem angezogenen Bre- eVer, nario p. 165.§. 5. Nach dem natuͤrlichen Recht iſtes noͤhtig/ daß man einen umnel Tag auß der Vochen feyr/ weſſchon droben Seaus Ssche Schudg 8 —...— Fe Die achte Frag. keit und obligation, ſagt Er/ habe ſchon angefangen nicht mit dem Geſetz un Moſis/ ondern mit dem Geſetz Eechanau Mer nche den ſieben 8 gri dem HErrn geheiliget werden. D. Xaslerus in ſeinen Caſ. Conſc. wann Er reit handelt/ daß auff den Sonntag die Maͤrckte verbotten/ ziehlet auch dahin na⸗ wann Er ſpricht: Stthahe in Wiederholung des NB. natäͤrlichen Geſe⸗ beh tzes in dem dritten Gebott befohlen/ den Feyertag zu heiligen. p. 75. D. 7. 0 ver Durrins, auch droben angehoͤnt/ ſpricht/ ſolches ſey Gottes Willen und Nd. verm dem natuͤrlichen Geſetz gemaͤß/ einen auß den ſieben GOtt heiligen. Da vor auff der Univerſita3ͤt Roſtock geweſene Pfarrer Tbeophilu, Großgebauer mo iſt ſo gar gewiß dieſer Sach/ daß er meynet/ alle Chriſtglaͤubige in deꝛ gantzen Welt weren dieſer eynung Dant einſtimmig/ daß es natuͤrliche Se Rechtens ſey/ daß ein Tag in der Wochen dem HErrn zu ſeinem Di geheiliget werde/ welchen die Kirche ſchuldig und darzu verpflichtet/ Kra des dritten Gebotts/ zu heiligen und zu feyren. Es moͤge dann den gewiß hen ſen Tag entweder GOtt ſelbſten außtruͤcklich genennet/ oder die H. 2n ſten ſteln ſambt der Kirchen ſelbigen erwehlet und angeſetzet/ und zwar nicht we dah der den Willen/ ſondern mit dem Wohlgefallen Gottes/ wie ſeine Won auf lauten in der Waͤchterſtimm/ p. 260. F. 10. cap, NXllI. cher §. 16. Alſo iſt der Socinianer Vorgeben/ daß dieſes dritte Gebott gantz und gar ein Eeremonial⸗Gebott ſey/ und von Chriſto auffgehoben/ falſch. Denn ¹. ſolches von Chriſto nirgends geleſen wird. 2. Iſt Chriſtus nicht zu dem Endin dieſe Welt kommen/ das Geſetz oder einig Gebott vom Mo⸗ ral⸗Geſetz auffzuheben/ ſondern zuerfoͤllen. 3. Iſt es/ wie mehrmahls dro⸗ ben angefuͤhrt/ ein ewig Moral-Gebott/ was einen Tag in der Wochen zu inte heiligen betrifft/ ſovon Anfang Prachrie Stand der luſchund mit dem Go ſtan ſetz der Natur angefangen/ gehoͤrt unter die 10. Gebott/ die noch wehren 1 ku und alle Menſchen obligiren/ welche/ daß ſie feſt ſtehen ſollen/ von Gotte Finger in die ſteinern Tafel aͤuſſerlich/ und in unſer Hertz innerlich geſchrie ben/ wie kan dann das Ceremonial ſeyn? Was demnach der Coc ia⸗ ſche Volkelius, der Catechiſmus Raccovienſis und andere Rotten⸗Geiſter da von plaudern/ iſt nicht vom Geiſt der Warheit. Sie geſtehen zwar/ daß der Chriſtliche Sonntags⸗Sabbath zu Zeiten der Apoſteln angefangen/ und als ein alte Gewonheit zu halten/ aber daß es verbindlich/ Moral und beſagter maſſen hnanoe Siche golnſ nicht geſtehen. S. 17. Wir bleiben bey der beſtaͤndigen gemeinen Chriſtlichen Lehr/ daß ein das dritte Sebott vom Sabbath/ nicht nur auff eine gewiſſe Zeit indeltnitè, ne ſondern auch alle Wochen einen Tag Gott dem HErrn zu heiligen/ ein Mo . und Die achte Frag. er und ewig uns verbindendes Gebott ſey. Weil ſolche gemeine Lehr wohl ge⸗ gröndet iſt/ im Alten und Neuen Teſtament befindlich/ Gottes Willen und reiner geſunder Vernunfft und natuͤrlichem Verſtand gantz gemaͤß/ und nach goͤttlicher Anweiſung und Eingeben im Neuen Teſtament/ in ſo weit behalten/ daß ein Tag in der Wochen ſoll des HErrn/ zu ſeinem Dienſt 7. G verordnet/ die ſuneſecheber uuſ Beruffs⸗ und Ampts⸗Arbeiten zu verrichten/ bleiben ſo 1 de vorbehaltene Zeit/ dieſe aber zu unſer Arbeit gegeben/ das iſt goͤttlich/ billich/ r) moral und ohnaͤnderlich er 1,8a 3— Ulen. Jene iſt Gottes/ zu deſſen Gottesdienſt/ eigene 5. 18. Die Natur/ wie ſie nun geſchwaͤchet/ und vielen Kranck⸗ und Schwachheiten unterworffen iſt/ erfordert Ruh/ dann ohnmoͤglich/ ſo fort ieni und fort ohne Sabbath in der Laſt zu ſtehen. Daß nun dieſe Ruh und Sab⸗ bath alle Wochen einmahl geſchehe/ iſt GOttes Ordnung und der Natur ß/ und hat guten Mah geſchehen Daß es aber auff S letzten oder er⸗ vo ſten Tag geſchehe/ in der Wochen/ gilt der Natur gleich/ GOTT aber hat w, dabey ſeine ſonderliche Urſachen/ 6 im Alten Teſtament der Ruh⸗Tag auff den letzten/ und im Neuen Teſtament auff den erſten Tag der Wo⸗ Kchen verlegt worden. Wann nun Efahteid, es ſey auß dem Licht der Na⸗ tur einiger Maſſen bekant/ daß ein heiligen Gottesdienſt zu nehmen/ ſo hat es den Verſtand nicht/ daß es ſo ag auß der Wochen zuruhen/ und zum nicht natuͤrlich kundbar/ ſo hell und klar in der Natur/ daß es auff keine Weiß zu andern/ und ſo/ daß es auch Gott der HErr der Natur nicht aͤndern koͤnte: g2 Die neunte Frag. Monat oder einmahl in der Wochen? Weil die gantze Zeit ſo abgetheilet wird/ in Jahr/ Monaten/ Wochen und Tage. Alle Tag kanes nichtſepn SOtt hat ſechs Tag den Menſchen zur Arbeit verordnet/ und muß beneben dem Gottesdienſt oder Gebet auch die Arbeit ſeyn/ ohne welche das menſch⸗ liche Leben bekantlich nicht beſtehen kan. Sobleiben die anden eit ab, Alle Jahr einmahl/ iſt gar zu lang/ und ſolte der Menſch da chen Dingen gantz wuͤſt und wilde werden. Alle Monat iſt auch noch nicht zulaͤnglich/ theils/ daß der Menſch in ſo langſamen Zuſammenkuͤnfften nicht viel in goͤttlichen Dingen wird lernen und faſſen koͤnnen. Theils/ daß die Danckbarkeit/ ſo wir offters und allezeit offentlich zuerweiſen ſchuldig ſind/ woann es nur ſeyn kan/ gar zu langſam und zu weit hinauß fallen wird. Wit GO T T uns allezeit gutes thut/ ſo ſoll es allezeit erkannt und offten offentlich geruͤhmet werden. GOT T wil nicht nur einmahl im Jahr: Nicht nur einmahl im Monat/ ſondern ſes in ſeiner Guͤte/ Liebe/ Vorſorg/ Juuſden Regierung und 5 ort/ wie erkant/ alſo auch o fentlich geruͤhmet und geehret ſeyn/ alſo folget es/ daß es alle Wochen geſchehe. Und das iſt/ was ein geſunder natuͤrlicher Verſtand finden nat * ey in goͤtti⸗ eee kan/ daher heiſt es/ etlicher maſſen der Natur bekannt un „ I Die neunte Frag. Wann/ in welchem Jahrmag dieſe Aenderung geſcheban V ſeyne dannt man der Sachen gewißſeyx. As kan man ſo eigentlich nicht ſagen/ und hat man davon keine enan ſreien uich 1 ſage hat man davon Aenderung gleich nach der nach Chriſti Himmelfahrt auff den Tag des rſtehung oder Himmelfahrt Chriſti geſe hen. 3rocbm, Syit. T.2.. 42. und nach und nach mit der Zeit hie und da ein gefuhret. —. z. Es iſt aber doch nicht nur vermuhtüich/ ſondern auch au den Kirchen⸗Hiſtorien ſelbſten bekant/ daß venuhun, 95 Fhierchen. Theil den ſiebenden Tag noch gefeyret/ ja die Apoſtel ſelbſten au dem Iudenthum bekchrten und dis ſebenden Tages Enohntn Efn 6 34 nndaß de wolein a6. Verſamlung ſehabr, daher geſchloſſen wird/ es ſey eſt — 8 Ssß SGEE SSASSSESSE derlich/ da wir vielfaltig die vor uns haben(wie ſchon in der Die zehende Frag. 63 ſten/ hierinn nicht nur nachgeſehen/ ſondern ehe alle Juͤdiſche Ceremonien/ wuͤrcklich und erbaulich auffgehoben/ mit den Juden/ wenn ſie d9 ihnen in deen Synagogen und Schulen geweſen/ Aergerniß zu meyden/ Ehriſtliche reyheit zu zeigen/ und deſto mehr Leut zum Chriſtenthum zu bringen und zu gewinnen/ den Sabbath⸗Tag noch zu feyren kein Bedencken gehabt. Wie denn von Paulo geleſen wird/ ich bin allen alles worden/ daß ich alle gewinnen moͤge. In welcher Meynung beneben den alten Lehrern auch viel von den Unſern ſind und dieſes nachgeben/ weil ſich noch viel tauſend im Anſang moͤgen ein Gewiſſen gemacht haben von dem Sabbath⸗Tag/ den GOtt ſelbſten im Paradiß ſo klar verordnet/ und ſo lang gefeyret worden/ abzuſtehen/ ob ſie ſchon von der Apoſtoliſchen Aenderung recht ſind be⸗ dene und uetachte worden. Lange und heilige Gewonheiten laſſen ſich nicht auff ein ndern. . z. Inzwiſchen iſt doch die Sache gewiß/ daß gleich anfaͤnglich in der Chriſtenheit der Tag geaͤndert/ und die Chriſtliche Verſamlung auff den Tag des HErrn/ oder Sonntag geſchehen. Davon zeuget die gantze Chriſtenheit/ und muͤſſen die widrige Socinianer ſelbſten bekennen/ daß es eine alte Gewonheit ſey b —yy Die zehende Frag. In dan/ wa bißzhero haubtſachlich von Beraͤnderung ders Feyertags angefuͤhrt/ auch mit der Augſpur⸗ giſchen Confeſſion conform/ und mit derſelben Be⸗ Aantniß einſtimmig? daß es damit nicht anſtoſſe: Ntwort: Wir halten daß ſolche unſere obige gemeine Lehr gantz und zumahl mit der Augſpurgiſchen Confeſſionuͤber⸗ e einkommo dann ja Aur nicht zu vermuhten/ daß alle obige . tapffere/ und der Augſpurgiſchen Confeſſion zugethane reine Lehrer/ hierinn ſolten von der Au alrg en Confeſſion abgehen/ ſon⸗ agniſſen D. zargun Phil. hede Au der IV. Frag§. 9. angefuͤhret) welche die Au⸗ ze Conſeſion Getelltſs waden deſe niche wiher ſchſeldſien eden. ur. Doch ſolahes abſonderlichen vorzuſtellen und zu erweiſen/ wollen wir die MDnrnaanGen ee eſen, Holh en des Apoſtels Lehr Gal. V.. 4. Dann es muſte ja der vangelii erhalten werden/ durch den Glauben an Chriſtum auß Gnaden 54 Die zehende Frag. Worrtt der Augſpurgiſchen Confeſſion auß dem 28. Arric. von der Biſchof⸗ fen Gewalt ſelbſten hoͤren/ ſo viel hierzu noͤhtig iſt. Hauptfachlah wird da diſputiret und gefragt: Ob die Biſchoͤffe Macht aben/ Ceremo⸗ nien in der Kirchen auffzurichten? Desgleichen Satzungen von Speiß/ Feyertag/ von unterſchiedlichen Ordnungen der Kirchen⸗ diener/ und ſo fort zu machen? Da ſagen die Papiſten bloſſer Ding Ja/ und ziehen verſchiedene Exempel an/ ſonderlich/ daß der Sabbath in Sonn⸗ tag verwandelt ſey/ wider die zehen Gebott/ wie ſie es achten/ ſo groß und hoch ſey die Gewalt der Chriſtlichen Kirchen von Anfang geweſen und no 4 §.2. Unſer Vorfahren antworten mit gewiſſer Bedingung und Un⸗ terſchied/ als 1. daß die Biſchoͤffe nicht Macht haͤtten etwas wider das Evangelium(oder die H. Schrifft/ der goͤttlichen Warheit zuwider) zuſe⸗ en und anzuordnen: Als Satzungen und Geſetze auffzurichten/ wie man 3 die Suͤnde ſolte gnug thun/ und Guad verdienen oder erlangen/ welches die Ehre und Krafft des Verdienſtes Chriſti verlaͤſterte/ und die Lehr von Glauben und der Gerechtigkeit des Glaubens untertruͤckte/ wie doch des⸗ wegen taͤglich neue Feyertag/ neue Feſten/ neue Ceremonien/ neue Ehrer⸗ bietung der Heiligen und ſolche Werck zu dem Ende bey den Papiſten ein⸗ gefuͤhret worden/ und noch wuͤrden. Solche Menſchliche Satzungen wer⸗ den in der Augſpurgiſchen Confeſſion verworffen/ iſt eines. Vors z haͤtten ſie nicht Macht nach ihrem eigenen Gefallen Menſchliche Satzungen auff⸗ vuichten⸗ die Gewiſſen der Menſchen zu quaͤlen und zuverſtricken/ ais Suͤn⸗ zuſetzen in der Speiß/ Tagen und dergleichen/ welches wider Gottes Ge⸗ bott und Worte lieffe/ ſo dann wider die Chriſtliche Freyheit/ und Apo⸗ ſtoliſche Lehr/ Actor. XV. 9. Col. II. 6⁰ zum Tit. I. 4. Und daß man vorgebe/ ſol⸗ che Dienſtbarkeit ſey noͤhtig hur Rerhefargunge eches außrüctlch wider eelig zu werden/ ohne unſere Dienſt und Verdienſt. Alſo wird/ wie ge⸗ ſagt/ das Vorgeben der Papiſten in ſo weit verworffen/ worinnen die Sach auch richtig iſt. . 5. 3. Darauff kommen ſie abſonderlich auff die Sabbaths⸗Frag: Was man halten ſoll vom Sonntag und andern Kirchen⸗Ord⸗ nung und Ceremonien? Und antworten folgender maſſen. 1. Moͤgen die Biſchoͤffe oder Pfarrer Ordnung machen/ damit es ordentlich in der Frrchen hergehe/ nicht aber zu dem End/ damit Gottes Gnad zu verdie⸗ nen/ 1 1 1 4 8 1. 3 8 1— v=81 nehmſte Articul des Die zehende Frag.. hen/ oder fuͤr die Suͤnde nug zuthun/ oder die Gewiſſen damit/ ais mit ei⸗ nem noͤhtigen zur Seligkeit erforderten Gottesdienſt/ zu binden und zu kraͤncken. Wie dann Paulus verordnet/ es ſolten die Weiber in der Kirchen ihre Haͤupter bedecken/ und in der Verſamlung muß ei⸗ ner reden/ und nicht alle zugleich/ ſo zur guten Ordnung dienete. Und lche Ceremonien oder Ordnung ſolte man halten/ um Lieb/ Ruh und riedens/ ſo dañ guter Ordnung willen/ aber gar nicht/ daß ſolchenoͤtig ſeyen 5 Seligkeit/ und daß ohne ſolche Haltung niemand ſelig werden koͤnte. nd ſo were es vors 2. auch mit der Haltung des Sonntags/ Oſter⸗Feyer und Pfingſten/ und dergleichen/ ſo fern und weit ſolche in der Kirchen Macht und Chriſtlicher Freyheit/ darinnen etwas zu ordnen/ geſetzt weren/ davon droben in beſagter IV. Frag§.)9. Wann man aber ſagen wolte/ die Ordnung vom Sonntag an Statt des Sabbath⸗Tags ey noͤhtig zur Seligkeit/ das were ſehr geirret/ maſſen auch die Seligkeit 4 erhalten/ wann auch der alte Sabbath geblieben were. Die SC KRJFFT 45 aber den IU DJSCHErl) Sabbath und alle Ceremonien des evitiſchen alten Geſetzes nach der Eroͤffnung des Evangeli abgethan. Und weil doch 3. wie droben auß Lurhero und unſern Theologis angefuͤhret/ noͤ⸗ tig geweſen/ einen gewiſſen Tag in der Wochen(wie Lutherus ſagt Ca⸗ tech. maj.zum offentlichen Gottesdienſt und Verſamlungen zu verordnen/ ſweſches Chemnitius p. 29. und andere morale nennen /) damit das Volck wiſ⸗ en koͤnte/ wann ſie ſolten zuſammen kommen? So hetten die(alte Apo⸗ oliſche) Chriſtliche Kirchen den Sonntag darzu verordnet/ und dem Volck ein Exempel auß Gottes Wort hinterlaſſen der Chriſtlichen Freyheit/ und daß man wiſſe/ daß weder die Haltung des uDJer Hrie) Sabbaths/ noch eines andern gewiſſen Tages zur Seligkeit) noͤhtig ſey. Were alſo eine irrigeboͤſe Meynung/ als muͤſte in der Chriſtenheit ein ſolcher Gottesdienſt ſeyn/ welcher dem Levitiſchen/ Judiſchen Gottesdienſt gleich und gemaͤß were/ und daß deswegen Chriſtus der Kirchen befohlen hette/ dergleichen neue Ceremonien zu erdencken/ die zur Seligkeit noͤhtig weren. Das ſind die Wort/ Lehr und Bekaͤntniß unſer gottſeligen Vorfahren. §.¼. Alles nun was ſie hiermit unſtreitbar lehren und bekennen/ das iſt eben das/ was wir bißhero auch gelehrt und erklaͤrt haben. Man muß aber dabey in acht nehmen: Daß ſie reden/ z. nicht vom Sabbath ſelbſten/ daß derſelbe zu heiligen/ abgethan Dhwelchen Socinianiſch und Anabapti⸗ tiſch were/ ſondern von dem gewiſſen Hei⸗ Wuunodes Sahzaths vnardne deß enich weld Siſe 333e 9 des Sabbaths/ welcher zu Hei⸗ ſein Gewiſſen vie 56 Die zehende Frag. diſchen Sabbath auffgehoben/ und auch ein Feyer in der Wochen ſeyn muͤ⸗ ſte/ ſo habe die Chriſtliche alte Kirche/ nach Anleitung und Eingeben Got⸗ tes/ Macht erhalten den Tag zu aͤndern/ und an Statt des ſiebenden/ den erſten auß der Wochen zur Heiligung des Sabbaths zu erwehlen und zu verordnen/ wie ſolches bekant das Würtenbergäſhe Bekaͤntniß/ daß die Apoſteln auß goͤttlichem Antrieb und Erleuchtung/ den erſten Tag zum Sabbath verordnet. Vors:. reden ſie von dem Juͤdiſchen Sabbath/ daß nicht die Kirche/ ſondern urſpruͤnglich die H. Schrifft denſelben/ wie er 9 den Juden verordnet/ gebotten und celebrirt worden/ auffgehoben/ doch ſo/ daß das Gebott vom Sabbath oder Feyertag ſelbſten ewig bleibe in der Kirchen. Und kan nicht auffgehoben werden/ iſt auch weder in der Schrifft/ noch in der Kirchen⸗Ordnung auffgehoben worden. Vors z. reden ſie von einem gewiſſen beſtimmten Tag/ die ordinali& determinato, wie droben angefuͤhrt/ als vom letzten der Wochen/ nicht von einem auß der Wochen/ es ſey welcher es wolle. Einer auß der Wochen muß bleiben/ welcher es aber ſeyn und verordnet werden ſolte/ ſtunde nach Befindung der Umſtaͤnde und Anleitung der H. Schrifft in der alten Chriſtlichen Kirchen/ als welche von dem Juͤdiſchen Joch/ Ceremonien und Sabbachen befreyet ſeyen. Vors 4. wird durch die Chriſtliche Kirche verſtanden/ die jenige/ welche ſolche Ord⸗ nung anfaͤnglich gemacht/ das iſt aber die uhralte Apoſtoliſche erſte Kir⸗ che/ nicht die neue Papiſtiſche oder andere juͤngere. Vors z. hab ſolche A⸗ poſtoliſche Kirche die Macht und Freyheit vekommen/ von GOT T/ und ſolche Ordnung in Veraͤnderung des Wochentlichen Feyer⸗Tages zu ſe⸗ tzen/ nicht wider/ ſondern gleichfoͤrmig Gottes Wort/ wie es Goͤttlicher An⸗ leitung/ Willen/ Raht und Eingeben gemaͤß ſey. Endlich koͤnnen wir/ wi durch keine Werck/ alſo auch nicht durch Haltung des Sabbaths⸗Tag den Himmel verdienen/ wie ſonſten nach Art der falſchen Apoſteln auff den Sabbath⸗Tag getrungen worden/ Gal. l. 4. Und ſo weit iſt dieſe Haitung zur Seligkeit/ durch den Sabbath zu erlangen/ nicht noͤhtig/ weder die Hal⸗ tung des letzten/ noch die Haltung des erſten Tages. Wer aber doch denn dem dritten Gebott verordneten heiligen Wochentlichen Sabbath⸗oder Feyer⸗Tag vernichtet/ ſchaͤndet/ laͤſtert oder veraͤrgert/ wie ſolcher nach dem Willen deſſen/ der ein HErr des Sabbaths iſt/ angeordnet/ und in dem oͤttlichen Moral⸗Geſetz fundiret iſt/ der begeht eine wuͤrckliche grobe Tod⸗ uͤnde/ damit/ daß er wider Gottes Gebott und Moral⸗Geſf ſuͤndiget/ das Wort des Fn line⸗ Gottes verachtet/ die Gemeinde aͤrgert und altig beſchweret/ davon Auguſtinus und andert alte h eingehen/ welche den ige Lehrer ſeyn/ daß ein ſolcher Menſch nicht dencken ſoll/ daß er im Stand der Snade lebe/ und unter die Kinder Gottes zu rechnen ſey. Ja wie der ſelige D. Komayer, der wohlverdiente Leipziger Theologus redet Theol. po- ſit.f.⸗47. Es iſt nicht elaublich daß die in die ewige Ruh ſolten uh⸗Tag des HErrn/ hier auff Erden uns zu heiligen anbefohlen/ nicht geheiliget haben. Sondern es wird dermaleins heiſſen/ wie hier geruhet in der Zeit/ ſo dorten in der Ewigkeit. Wie gelebet/ ſo belohnet. Wie geſaͤet/ ſo geerndet. §. 5. So viel den Xv. Articul der beſagten Augſpurgiſchen Confeſſion belanget/ ſo iſt derſelbe auß obangefuͤhrtem gantz klar/ und redet von bloſ⸗ ſen Menſchen⸗Satzungen in den Kirchen⸗Ordnungen gemacht/ daß man dergleichen ſolte halten/ welche ohne Suͤnde moͤgen und koͤnnen gehalten werden/ und zum Frieden/ Ruh und guter Ordnung in der Kirchen diene⸗ thasaeest Feyer das ſind die Apoſteln⸗ und andere Tage/ welches klaͤr⸗ lich zu erweiſen) Feſt/ Kloſter⸗Geluͤbde und dergleichen. So daß hier nicht einmahl eigentlich vom wochentlichen ordentlichen Feyer oder Sonn⸗ ag der Zeit nach/ gehandelt wird/ weder in dem Vorſatz/ noch in der zuge⸗ thanen Erklaͤrung und Unterricht. Solchem nach ſind beyde angefuͤhrte Arrticul unſer Erklaͤrung und Lehr nicht zu wider/ ſondern allerdings gemaͤß und einſtimmig. F. 6. Num moͤgſtu ſagen/ es ſcheine doch noch/ daß die Augſpurgiſche Confeſſion in dem 28. Articul von der Kirchen Macht und Gewalt/ in etli⸗ chen Stuͤcken von vorigen Lehr⸗Saͤtzen abgehe/ und mit der gemachten Er⸗ klaͤrung nicht ubereinſſimme. Dann es gebe ja die Confeſſion außtruͤck⸗ lich der Kirchen/ Biſchoffen und Hirten oder Lehrern/ Macht/ ſolche Kir⸗ che⸗Ordnung zu machen/ nicht zwar/ daß wir etwas dadurch ſolten ver⸗ dienen oder gnug thun vor unſere Suͤnde/ oder die Gewiſſen zu beſchweren und zu beaͤngſtigen/ als wann wir ſuͤndigten/ wann wir ohne Aergerniß andern ſolche Ordnung nicht hielten/ ſondern daß alles in der Kirchen und Gemeinden fein ordentlich/ ruhig und richtig/ ohne Verwirrung und Wi⸗ derſprechen/ hergehe/ und daß einer den andern nicht hindere oder beleidige. Dahin auch die Ordnung vom Sonntag mit hingezogen und verſtanden werd, W ader Me dande/ du de erdnung des dSentage Don n Apoſteln geſchehen ſey/ und ni ich von den Biſch und Pre⸗ digern/ und af nicht nach Menſchlichem/ ſondern Goͤttlichem Raht/ Wil⸗ een und Autoritaͤt; da doch die Ordnung vom Sonntag bey die Ordnung von Oſtern/ Pfingſten und andern Geyer doen und Gebraͤuchen gegeh. 2 Die zehende Frag 5 58 Die zehende Frag. let und ſolche alle in Chriſtliche Freyheit geſetzet ſeyn. Und wuͤrde hinzu ge⸗ than/ daß die jenige irreten/ welche ſolche Ceremonien und daßz an ſtatt des Sabbaths der Sonntag verordnet/ vor ein nohtig Werck hielten: Dar⸗ um ſo ſey es einerley/ wie Oſtern/ Pfingſten und andere Feyertag von der Kirchen auß Chriſtuccher Freyheit verordnet/ ſo auch der Sonntag. 7. Darauff iſt die Antwort nach allen angefuͤhrten Puncten.. Iſt es wahr/ und bleibt auch nach unſerer Erklaͤrung ohnverꝛuͤcket/ die Kirche hat freylich Macht gute und loͤbliche Kirchen⸗Gebraͤuche zu machen/ und zuverordnen/ wie der Gottesdienſt ſoll ordentlich und erbaulich auch auf die Sonntag/ auff die hohe Feſt/ Oſtern und Pfingſten/ und andere Feyer⸗ tagen/ verꝛichtet/ was vor Text und Evangelia ſollen erklaͤrt werden/ wie es mit Singen/ Beten/ Predigen/ Vorbitten und dergleichen/ ſolte ordent⸗ lich gehalten werden? und das ſagt die Confeſſion. Aber vors 2. iſt die Frag/ wie das Teutſche Exemplar hat/ was man halten ſoll vom Sonn⸗ tag? Darauff iſt dieſe Antwort/ es iſt ein Unterſcheid unter der Zeit/ waͤnn der Wochentliche Sabbath? Und unter der Ordnung/ Art und Weiß/ wie der Gottesdienſt auff ſolche Zeit ſoll gehalten und verrichtet werden? Das letztere hat die Kirche noch Macht/ weil darinnen in Gottes Wwiort nichts gebotten/ nichts verbotten/ ſondern als ein frey⸗willkuͤhrige Ordnung der Kirchen uͤbergeben iſt. Das erſte aber/ die Zeit des ordent⸗ lichen Wochentlichen Sabbaths oder Feyer⸗Tags/ ſo hat die Schrifft den Sabbath⸗Tag des alten Teſtaments/ welcher war der Sonnabend/ ge⸗ andert und abgeſchafft/ wie die Confeſſion ſelbſten redet/ Scriptura abroga- vit Sabbathum, die Schrifft hat den Sabbath/ das iſt den Sabbath⸗Tag/ wie er bey den Juden war/ abgeſchafft. Und nicht die Kirchen/ ſo daß e nicht nach ſolcher beſchehenen Abſchaffung bloß hin bey der Kirchen Ma und Freyheit geſtanden/ im neuen Teſtament/ und nach der Ankun Chriſti/ ſolchen Juͤdiſchen Sabbath fort und fort zu behalten. Was aben den Sabbath oder Wochentlichen Feyer ſelbſten detrifft/ ſo ſoll doch ein Tag in der Wochen/ wie außtruͤcklich Lutherus redet in ſeinem groſſen Ca techiſmo, zur Heiligung des Feyertags bleiben/ es ſey welcher es wolle/ und das hat die Kirche nicht Macht auffzuheben/ und den Wochentlichen Feyen⸗ Tag auſſer der Wochen zu legen/ wie wiederum die Confeſſion dahin zit⸗ let/ daß ſie ſagt; wiſchen war es noͤhtig ein gewiſſen Tag zu verordnen(nemlich in der Wochen/ ſo exklaͤret es Lurherus in ſeinem groſſen Catechiſmo und ſonſten/ welcher die Augſpurgiſche Confeſſion gu ſtellet) dang ſonſten/ wie offtirs gemeldet/ die Chriſtenheit„Ferie b Die zehende Frag 59 lichen Feyer⸗Tag gelaſſen worden/ welches ja nicht zu dencken. Darum ſo ha die Kirche/(welche? Nemlich/ die es von Anfang gethan/ das iſt die poſtoliſche Kirche/ wie droben erwieſen/ und unſer Fuͤrſtl. Edict auch mit hin redet) denn Sonntag darzu verordnet. Das alles iſt bißhero noch gantz einſtimmig. Was aber vors;3. geſagt wird/ von der Mohrwen⸗ digkeit/ wann jemand wolte die Haltung des Sonntags nohtwendig achten und halten/ der irre/ das muß nach dem gewiſſen Abſehen und Zweck der Confeſſion genommen und erklaͤrt werden. Welche Erklaͤrung ſchon in dem XV. artic. vorher gehet/ und auch hier klar iſt/ davon das Wuͤrten⸗ bergiſche Bekaͤntniß gleichformig redet. Nemlich die Confeſſion wider⸗ pricht ihren Widerſachern den Papiſten/ welche ſagen/ daß ſolche ihre eyer⸗Tage nohtwendig zur Seligkeit/ und die Gerechtigkeit zu erlangen/ moͤſten gefeyret werden/ wie dann die Confeſſion gußtruͤcklich ſolchem Irr⸗ thum widerſpricht und ſagt/ daß ſolche Irrthuͤmer ſeyen in die Kirchen eingeſchliechen; Welche? Nemlich dieſe/ daß der Sonntaͤgliche Gottes⸗ Dienſt gleich ſey dem Levitiſchen/ und das iſt falſch. Pors 2. daß Chriſtus den Apoſteln und Biſchoffen anbefohlen/ dergleichen neuen Ceremonien und Kirchen⸗Gebraͤuch zu erdichten/ welche NB. noͤhtig ſeyen zu Seligkeit/ das iſt wieder falſch. Vors;3. geben ſie vielerley Geſetz/ wie weit auff die Feyertag zu arbeiten/ und wolten 3 Auffſaͤtze lindern und der Billigkeit gemaͤß machen/ welches doch nicht geſchehen koͤnte/ ſo lang ſie den Irrthum haͤtten von der Nohtwendigkeit/ welcher dann verblie⸗ be/ wann man nichts wuͤſte bor der Gerechtigkeit des Glaubens. Alſo reden unſere Vorfahren von ſolcher Nohtwendigkeit/ als ſie von den Wi⸗ derſachern gelehrt wird/ zur Seligkeit oder Gerechtigkeit zu erlangen/ da ſſt es recht geredet und gelehret/ daß weder des Sonnabends oder Sonn⸗ tags Haltung zur Seligkett noͤhtig ſey. Nicht des Sonnabends/ ſonſten wuͤrden die Chriſten nicht ſeelig/ welche den Sonntag: Nicht des Sonn⸗ ctags/ onſten wuͤrden alle Heilige des alten Teſtaments verdamt ſeyn; da⸗ von der XV. Articul gantz klar und deutlich redet. Handeln alſo nicht von dem Wochentlichen Sabbath/ wie ſolcher nach dem dritten Gebott noͤhtig iſt zu feyren/ ſondern von der Nohtwendigkeit zur Seligkeit. §. 8. Was abſonderlich das betrifft/ daß die Ordnung vom Sonn⸗ tag/ Oſtern/ Pfingſten und dergleichen Foher und Kirchen⸗ Gebraͤuche beyeinander ſtehe/ als wenn es einerley und gleichwie nach freyem Willen die Kirche Macht habe die Apoſtels⸗ eyer zu verordnen/ ſo auch den Sonntag. * nd andere Feſt⸗Tagen/ als Chriſt⸗ Tag/ irnnielſehee und andere 1 arauff iſt dieſes zu wiſſen/ daß eynung damit habe/ E0 Die zehende Frag. b daß beſagter maſſen die Gebraͤuch und Ordnung/ ſo bey dem Gottesdienſt auff erzehlte und andere Feſte in acht zu nehmen/ freylich bey der Kirchen Willkaͤhr/ Macht und Freyheit ſtehen/ wie droben die Erklaͤrung geſchehen. Was aber die Zeit ſelbſten betrifft/ da iſt ein groſſer Unterſcheid zwiſchen dem Wochentlichen Sabbath/ oder Sonntag/ und andern Feſi⸗oder Feyer⸗ Tagen; die Zeit des Wochentlichen Sabbaths iſt in der Schrifft angezei⸗ get/ daß ein Tag in der Woche zum Gottesdienſt nohtwendig bleiben muß/ welches die Kirche nicht Macht hat auffzuheben/ auch nicht auffgehoben hat. Daßes aber der Sonntag worden/ das iſt auß heiligen Urſachen ge⸗ ſchehen/ und nach Anleitung der Sehrifft und Eingebung Gottes/ daß 3 Apoſteln oder Apoſtoliſche Kirchen ſolchen erwehlet hat/ wie droben meh zu offtermahls angezogen worden. Oſtern und Pfingſten belanget/ ſo 8— die Feſt ſelbſten blieben/ der Tag aber der Oſtern nach Chriſtlicher Freyheit auch veraͤndert/ und das iſt nicht von den Apoſteln geſchehen/ wie Socrates I. 5. hiſtor. Eccl. c. 21. außtruͤcklich ſchreibet/ daß von den hohen und Fey andern Feſten/ Chriſtus und die Apoſteln kein Geſetz gegeben/ welches auch Ncephorus beſtaͤttiget 1.z. Hiſt. Eccleſ. c. 32. Das 8 1,7.c.6. daß unter dem Keyſer Maximino etliche tauſend Ehriſten in den Weyhnachten ſich martern und verbrennen laſſen im 3ů lecu Wcepborus 1. 7. c. 28. daß Juſtinus der Keyſer/ welcher gelebt Anno zrz. ſolch Chriſt/ Keſt am erſten offentlich und allenthalben zu feyren angeordnet Davon D. Hildebrand. in der 2poſt Sa c. 8. Was vor ein groſſer Str in dererſten Kirchen geweſen/ wegen des ten werden? das iſt gantz offentlich bekant. Die Chriſten in Aſien hielten Oſtern auf den Tag/ wiets in A Teſtament geordnet/ und allo mit den Ju den auff den 4. Tag des Monats Niſan, welcher in unſerm Aprilfaͤllt/ weil b der Weyhnachten iſt anfaͤnglich nicht geweſen/ ſondern nur von einigen Kirchen gefeyret/ und iſt der erſte/ welcher ſolches Chriſt⸗Feſtes gedencket Theoplilus Antiochenus, der gelebet Anno 70. unter Keyſer Commodo. Dann meldet Mieepborus o⸗ und erzehlt ages/ wenn Oſtern ſolte gehal⸗ bndabch die meiſten Chriſten in Aſien auß dem denthun bekehrt/ und ſo dieſes Tages gewohnet waren/ von denen ſich dieauß dem Heidenthum in Aſien bekehrte nicht wolten trennen/ daher ſie Quartadecimani genant mar worden. Und mit denen hielten es Melito Sardenſis, Pohcarpus und andere— a vornehme Lehrer. Hingegen weil Chriſtus auff einen Sonntag aufferſtan⸗ den/ und zu deſſen Se ehen bey den Chriſten der Oſtertag gefeyre, ſo wolten die Roͤmiſche und Abendlaͤndiſche Kirchen den Sonntag zum Oſter⸗ Feſt haben/ gleich wie der Sonntag zum Woͤchentlichen Feyer⸗Tag da vrdnet — — ₰ — lag alle. Fey Die zehende Frag. 64 ordnet war. Welcher Unterſcheid im Anfang inden erſten hundert Jahren nichts geachtet worden. Nachgehends von Anno 163. da man mehr begun⸗ ee auff die Kirchen⸗Gebraͤuch Achtung zu geben/ wolte man gern darinnen ein Gleichheit halten/ hat aber nicht ſeyn koͤnnen/ biß auff dem Concilio Ni- ceno I der Sonntag zum Oſter⸗Feſt beliebt worden/ welchem dann Pfing⸗ ſten nachgefolget/ ais welches Feſt 70. Tag nach Oſtern gefeyret wird. Al hat es nicht einerley Bewantniß mit Anordnung der Wochen und Jaͤhr⸗ lichen Sabbathen/ was die Zeit anlanget. In dem außtruͤcklich die Kirchen⸗ Hiſtorici lehren/ die Apoſteln hetten keine Geſetz von den hohen Feſten gege⸗ ben oder auch vorgehabt zu geben. Aber der Sonntag iſt doch gleich an⸗ faͤnglich ſchon zur Zeit der Apoſteln in der Chriſtlichen Kirchen gefeyret/ und der Sabbaths Sonnabend auffgehoben worden. „S.9. Endlich das Wort kerien/ Keyer/ ob es zugleich den Sonntag mit begreiffe? Und wann Artic. XV. ſtehet/ daß die Kirche Macht habe 1Feyer⸗Tage anzuordnen/ auch ſolches vom Sonntag zuverſtehen? kan uns hier nieht auffhalten/ da wir meiſtens auff die Heiligung des Sonn⸗ tags unſer Abſehen machen/ und mit Wort⸗Gezaͤnck nicht gern die Zeit ver⸗ lieren; undob wir ſchon geſtehen/ daß im Teutſchen auch unter dem Feyer⸗ Tag der Sonntag manchmal mit begrieffen wird/ dahin mag gehen was p. 26. A. 4. von der Meß geſagt wird/ daß ſie auff die Feyer⸗Tag gehalten werde. So iſt es doch gewiß daß dieſes Wort in Artic.XV. allein und auch ſonſten in der Aanſaurgſchen Confeſſion meiſtens von den andern Feſt⸗ Tagen/ welche abſonderlich werden Feyertage genennet/ gebrauchet/ als p 6. A. XX. da gewiſſe Feyer werden unter kindiſche und ohnnoͤtige Werck zehlt. A.XXVI. p. 32. werden die vornehme Feyertag angefuͤhrt/ welche eneben dem/ was in der Meß zu leſen/ unter die eingefuͤhrte tradition und Satzungen gezehlet/ welche noch in unſern Kirchen behalten werden/ und dann eben in dieſem 28. Artic. p. 40. da von Kirchen⸗Gebraͤuchen und Ge⸗ ſetzen/ von Speiſen oder Faſten und Feyer⸗Tagen geredt wird Und gleich darauff p. 41. da geklagt wird/ daß zu viel Feyer⸗Tag und Feſten ange⸗ ordnet worden wüche Klag den Sonntag nicht angehet. Alſo p. ead. wenn man auffſolche Feyer⸗Tag mit der Hand arbeite ohne Aergerniß/ horas Ca- nonicas nachlaſſe/ gewiſſe Speiſe nehme/ ſolches keine Tod⸗Suͤnde ſeyen/ dahin gleichfals gehoͤrt/ was p. 374. von den ferüs ſtehet/ ſo die Sonn⸗ tag nicht angehet. Alſo kan man ja nicht ſagen/ daß dieſes Wort ferien allezeit den Sonntag mit einſchlieſſe. Artic. XV. wird geredet von ſolchen Leyer⸗Tagen und Feſten/ welche bloß auch ze Srtnai in der Wachrden — 3 Kirche 6² Ditie zehende Frag. Kirchen ſtehen. Allein der Wochentliche Feyer⸗Tag/ was den Feyer ſelbſten— angehet/ einen auß ſieben zu nehmen/ ſteht nicht in der Macht und Freyhet der Kirchen/ iſt kein Ceremoniale, ſondern morale, wie droben Frag. VllI. gnugſam erwieſen Und iſt hiebey noch zubemercken/ daß auch die Jenigen/ Iſt welche allein in Anſehen der Augſpurgiſchen Confeſſion den Urſprung und— Autoritaͤt des eingeſetzten Sonntags⸗Feyer wollen vor menſchlich und nicht vor goͤttlich halten/ geſtehen und bekennen/ z. daß die Apoſteln und Apoſto⸗ liſche erſte Kirche auß Eingeben und Huͤlff des H. Geiſtes darzu unterrich⸗ tet und zuverſichtlich beredet perſuaſa ope Spir. S. dieſe Aenderung gemacht. p. 32. diſl. de Sabb. was aber ſo beſchaffen/ daß es auß Huͤlff/ Eingeben und d. zuverſichtlicher Beredung Gottes des H. Geiſtes herruͤhret/ das geſchiehet und kommt von GOtt. Und worzu mich der HErr oder deſſen Geiſt bä. redet/ das iſt des HErrn Willen und heiliger Antrieb/ von GOtt/ goͤttlcch und nicht menſchlich. Vors geſtehen ſie und maͤſſen bekennen auß Gottes zwar Wort Col. II. und der Augſpurgiſchen Confeſſion/ daß die Aunderung des 19 Joͤdiſchen Sabbaths ſey nach Gottes Willen/ Befehl und Autoritaͤt ge⸗ ſchehen; Nicht aber wollen ſie ſagen/ daß gleicher weiß geſchehen ſey/ die Ein⸗ ſen u ſetzung des Sonntags an Statt des Sabbaths. Die Abſetzung des letz⸗ Wie ten Tages/ abrogatio, ſagen ſie/ komme von GOtt/ aber die Einſetzung des Kufff erſten/ ſubſtitutio in locum ejus, von Menſchen. p. 36. . 14. Allein das iſt alzu hoch und ſonnreich außgeſonnen/ ſolten die vorne Apoſteln auß Gottes Eingeben/ Raht und Willen/ nach der Schrifft/ den wohl letzten aias geaͤndert und nicht zugleich auch auff deſſen Eingeben/ Raht Mar und Huͤlff erkant haben/ daß nun nicht der letzte/ ſondern der erſte Tag zu Chri henlgen ſey? Sie/ welche dieſe ſubtile ſinnreiche diſtinction gebrauchet/ ge⸗ 1Coꝛ ehen ja/ daß beydes auß Gottes Eingeben und Huͤlff geſchehen/ ſolte es Spr dann nicht zugleich in einer Erleucht⸗ und Unterrichtung geſchehen ſeyn? ſiehe Iſt es nicht eine Aenderung? Hengt es nicht aneinander/ das alte Ab⸗und auß das neue Einſetzen? So viel dieſe Materien betrifft. Muß nicht die Kirche welch allezeit einen Sabbath haben: a §. 15. Schließlichen/ wann die Augſpurgiſche Confeſſion dahin ſolte perir gußgelegt werden/ daß der Sonntags⸗Feyer urſpruͤnglich nicht von Gott/ voci ſondern von Menſchen⸗ Satzungen herruͤhret/ ſo werden die Sabbatharii, Sch welche uͤber den letzten Tag in der Wochen halten/ denſelben gefeyret und hette dig gehalten haben wollen hieruͤber geſtaͤrcket werden/ daß ſie auff Gottes cken zebott/ wir aber auff Menſchen⸗Satzungen in dieſem Stoͤck ſehen/ wel⸗ geſet ches ja der Heiligkeit und Hoheit des Chriſtlichen Wochen⸗Seyers viel zuu rachtheilig were. 3 Dir Die eilffte Frag. 63 bten—— M Die eilffte Frag. gen Iſt aber auch dieſe bißhero gethane Lehr und Erklaͤrung/ nicht eben der alten Heſſtſchen und andern bewehrten oſt⸗ Evangeliſchen Geiſtlichen Lehr und Bekantniß ge⸗ rich⸗, acht maͤße Und woher kan ich ſolches wiſſen: ———.— — 3 und Ka..⁵£⁹¶%&.⅔ Wey Stuͤck werden den Worten nach gefragt. Eines von iehet 2S der Heſſiſchen Chriſtlichen alten Lehr? Tnees nneevon be⸗ der gemeinen Evangeliſchen Lehr/ welche von andern Theo- tlich u logis auff andern Univerſitaͤten getrieben wird? Welches ottes zwar in der That nur ein Zweiffel iſt/ weil unſere Heſſiſche Theologi eben des das gelehrt und geſchrieben/ was andere Cnſee h ſhene auff an⸗ tge⸗ dern Univerſitaͤten offentlich bekant und bewieſen haben. Inzwiſchen wol⸗ Ein⸗ len wir beydes ſo viel thunlich/ klar und eigendlich vorlegen und erweiſen. zleb⸗ Piwaht ur und mit wenigen Worten/ als in einer Sach/ da Weit⸗ ufftigkeit mehr verdrießlich als nuͤtzlich und noͤhtig ſeyn wird. .. Daserſte von den Heſſiſchen Theologis erweiſen wir auß dreyen n die vornehmen Lehrern/ welche hier gantz vollkommen gnug ſeyn/ ſonſten ja (den wohl bekantlich der beruͤhmte D. Damiel Arcularius, dabevor Prof. Theol. zu V Raht Marpurg/ unſer Lehr gantz gemaͤß ſagt/ ß die Apoſteln die heilige und 1 agzu Chriſtliche Zuſammenkuͤnfften auff den Sonntag die Dominica ActXX. t/ge⸗ 1Cor. XVl. Apoc. I. verordnet/ Tom. I. Marpurg. diſp. 33 da Er eben ſolche ite es Sprüͤch anfüͤhret/ welche D. PLappus zu ſeinem Lehr⸗Grund gebraucht/ be⸗ eyn? ſiehe droben Frag. IV.§.). Und zwar erſtlich beweiſen wir unſer Vorhaben. „und autz den Schrifften des weltberühmten Theologi, D. Conrad Dietrichs/ irche welcher hier zu Gieſſen auff die neun Jahr die Jugend in der H. Lehr/ als Padagogiarch ruͤhmlichſt informirt, und dann/ als Er nach Uim zum Su⸗ 1 perintendenten verordnet/ wieder in Heſſentand zum Superintendenten vocirt heuorſa welches gewißlich nicht geſchehen/ wo nicht auß ſeinen Schrifften/ ſein hu Evangeliſche Heſſiſche Lehr bekant geweſen/ ja man hette ſeine Schrifften/ Analyſin und Catechiſmum in Heſſen ſo offt zutru⸗ b Eeaich verpunnde wenn darinnen etwas wider die Heſſiſche Lehrer jemals 1 geſetzt geweſen. it. I a. Dann vors jweyte auß den Schrfften des vonnehman/ n une “ 8 ————— 64 Die eilffte Frag. er dem Roͤmiſchen Reich hochbeliebt⸗geweſenen Theologi, D. Baltbſ. tirter amlerde geweſe l Profeſſoris Theologiæ hier in Gieſſen/ und Ober Hoff, der Predigers in Darmſtatt/ und ſonderlich auß deſſen Geiſtreichen und auß veror der Weißheit Gottes/ geſtellten Heſſen⸗ Darmſtaͤttiſchen Ehren⸗Seulen/ Auff darinn Er ein ſonderbare Sabbaths⸗Predig gehalten/ und in der Fuͤrſtl. nicht Eapell in Darmſtatt vor dem hoͤchſt⸗ruͤhmlichſten nun ſeligſten Fuͤrſten verbt und Landgrafen/ Ludwig dem Vl. mit groſſem Lob und Ruhm abgelegt Chri Welcher D. Menter dann die prælumtion allerdings vor ſich hat/ daß Er ſyyen ſeine reine Evangeliſche Sabbaths⸗Lehr und Eiffer wird von ſeinem Herrn(Colo Vatter dem hochverdienten alten Theologo, empfangen; ſo dann/ daß wir v er gantz conform dem damahligen weltbelobten Theologen/D. Fewerborn zum und Haberkorn/ wird geſchrieben und geprediget haben. Daß demnach Frag an dieſem hochbelobten Theologo nichts wird zu tadeln ſeyn. Alles aber was dann ſelbiger in mehr geruͤhrter Predigt vortraͤgt/ iſt eben das/ was wir bißhe ſteln ro in den Haupt⸗Fragen gelehrt haben. Man leſe dieſe Sabbaths⸗Predig! offenn P wnd man die erbauliche reine alte Chriſtliche Lehr daſelbſten finden und ſten/ 5.4. Das dritte Zeugniß gibt/ deruͤberauß gottsfoͤrchtige/ tille und laͤuff hochverdiente Theologus, nunmehr auch mit den vorigen in ſeinem Exloͤſen den E erfreuet und getroͤſtet/ weiland Fob. Meolaus Mislerus, D. Theol allhier/ ge⸗ Vll.? weſener Prediger/ Superintendens/ Pedagogiarch und Profeſſor/ mein mor⸗ in dieſen und andern Stuͤcken/ Lehr und Aemptern geweſener liebſter Vor⸗ esdie gaͤnger/ Præceptor und Lehrer wie Er dieſe ſeine Lehr in allen Punetenin nunff dem neuen opere der Gewiſſens⸗Gragen/ klar und Kentſan an Tag gege, ſprich ben: Sonderlich aber zeuget von der Heſſiſchen Theologen Lehr/ das poſtel anno 32. publicirte und jetzo repetirte Furſtl. Edict, welches zweiffels⸗frey tnus⸗ die damahlige vornehme Theologi als D. Leuchter/ Winckelmann/ Mentzer nicht Herdenius, Dietericus, Fewrbornius, Steuberus, Hannekenius, Leißring! nun und andere/ reſpectivè vorher gelehret/ geſehen und approbirt haben/ und Das weil es allzuviel und weitlaͤufftig wird ſeyn/ alle Wort auß dieſen drehen kenne hochverdienten Theologis dunhwſ wil ich allein ſo viel dienlich in da der ſ Kaͤrtze des ſeligſten Heirn Dieterichs Wort vorlegen/ und zwar auß ſeinan letzten Schrifften und alſo genanten Analyſis Evangelicæ; benantlich auß dern Domin, XVIl. p. Tr. weil Er daſelbſten ſeine Lehr/ die Er anfaͤnglich im derr groſſen Carechilmo gegeben/ gruͤndlicher und beſtaͤndiger erklaͤrt hat. An, weſen dere Bekant⸗ und Zeugniſſen von ihm ſind ohnnoͤti gniſ tig. dent F.Was ſagt und lehrt dann mehr balobrerſelg te D. Dietrich amn 7 A. Dite eilffte Frag. 68 rten Ort? 1. auff unſer zweyte Frag/ daß der Wochentliche Feyer⸗Tag der alrreiſte Sabbarh ſhvon Gdct gleich bey Erdenhe dh 2 verordnet/ geſegnet und geheiliget/ und von Moſe wiederholet. n. V. p. 512. Auff unſere III. Frag/ bekennt und lehrt Er/ daß die Chriſten heut zu Tag nicht mehr eben auff den ſiebenden Tag/ wie die Juden im alten Teſtament/ verbunden: Sondern ſey ein groſſer Unterſcheid unter dem Juͤdiſchen und Chriſtlichen Sabbath/ auch des Tages wegen/ daß wir nicht verbunden ſeyen/ auff einen gewiſſen Tag/ als den letzten in der Wochen/ Gal. VV. 20. Coloſſ. II.. ſondern dieſes ſey beſtaͤndig und ein Lehr⸗Geſetz/ morale, dahin wir verbunden/ daß nemlich ein gewißſe Zeit und NB. Tag auß der Wochen 33 Gottesdienſt und deſſen Ubung verordnet werde. Auff unſer 1v. rag/ wer den Tag geaͤndert? Sagt Er blat auß Auguſtino und dann der Apoſtel Geſch. XX. 1. Cor. XVI. Offenbahr. Joh. I. daß die Apo⸗ ſteln auff den Sonntag weren zuſammen kommen/ und den Sonntag zum offentlichen Feyer⸗Tag verordnet. So faͤllt die V. Frag von ſich ſelb⸗ ſten/ weil die Apoſteln nichts gethan/ als auß dem Trieb des Geiſtes Got⸗ tes/ was ſolch ihr Lehr⸗Ampt betrifft. Die VI. Frag beantwortet Er weit⸗ laufftig/ und fuͤhret p. /33. vielerley Urſachen an/ warum die Apoſteln eben den Sonntag erwehlet? ſind eben ſolche/ die wir auch angezogen. Auff die VI. Irag hat Er ſchon geantwortet/ wie alleweil angefuͤhrt/ daß es ein Vor⸗ ten in gege ntzer A. Oſiandrum, wie Er in ſeiner Theologia 1 uͤber das dritte Gebott morale ſey/ welches uns alle verbinde/ einen Tag auß den ſieben zum Got⸗ tesdienſt zu nehmen. p./12. Und daß dieſes zum VIII. der geſunden Ver⸗ nunfft und natuͤrlichen Billigkeit gemaͤß/ gibt Er damit an Tag/ daß Er ſpricht/ es ſey ein morale einen auß geben Tagen zu nehmen/ welches die A⸗ d poſtel und Apoſtoliſche Maͤnner/ ſo dann die Chriſtliche Keyſer Conſtan⸗ 5 44 tinus, Theodofius M. Arcadius verſtattet/ befohlen und bekraͤfftiget/ welches 4 richt geſchehen/ wann es der natuͤrlichen Billigkeit und erleuchten Ver⸗ ring und 5 kenner ja Vertheidiger der Augſpurgiſchen Tonfeſon iſt/ welcher nichts wi⸗ n da e ſeinen dern Univerſitaͤten ſo bekant und gelehrt werde? So haben wir ſchon in der V. und VIII. Frage/ von Straßburg angefuͤhrt den grundgelaͤhrt ge⸗ veſenen D. Danbavverum. Von Tuͤbingen/ den Zeitigen noch hochver⸗ nunfft zuwider were. Das IX faͤllt an ſich ſelbſten/ ſo Niemand kan ſagen. Das X. aber iſt darauß zuſchlieſſen/ daß Er ein vornehmer Lehrer und Be⸗ der ſolche Bekaͤntniß lehren wird; weiter bedoͤrffen wir nichts. §. 6. Was nun das zweyte Staͤck betrifft/ ob auch dieſe Lehr auff an⸗ dienten Theologum und Cantzlar bey der lnvenſta daſelbſten/ Herrn)ob. alles gf S —.——— 66 Die eilffte Frag. b 6 alles genau lehret/ wie wir gethan/ und in keinem Stuͤck abgehet. Und ſich Tes⸗ Khahe auff ſeine ſonderbare Diſp. oder Tract. de Sabbatho, darinnen dergleichen begrieffen und gelehret wird. Von der UniverſAltorff D. Koͤ nigen/ und beſonders D. Duͤrren/ welcher bezeugt/ daß die Apoſteln die Werordnung gethan: Daß es morale ſey/ und ſo wohl dem Geſetz der Na⸗ tur als goͤttlichem Willen gemaͤß/ daß ein Tag auß ſieben geheiliget werde/ und ſo ferner. Von der Univerſitat Jena haben wir den uͤberall hochbe⸗ nd f belobten ſeligſten D. Gerharden. Von Leipzig fuͤhren wir an die dreyfache Cron der Geiſtlichen/ nulſemannum, Womayern, und Schertzern/ und vor allen dieſen den ſeligſten D. Carpzoven, und den Zeitigen noch hochverdienten zu Leipzig/ auch D. 7. B. Carpzovium. Von der Lutheriſchen Mutter⸗Schul und Univerſitaͤt Wittenberg/ da Lutheri Carhedra gewe⸗ ſen/ den hoͤchſt⸗wehrteſten theuren Theologum D. Calovium, auß ſeinen To- mis und Bibliſchen Erklaͤrungen. Mit welchem üͤbereinſtimmt der nochleben⸗ de und wohlverdiente beruͤhmte alte Theologus D. Quenſtet, in ſeinem Syſte- mate und der reine tapffere Lehrer D. Strauch in angefuͤhrtem Ort. Von Coppenhagen oder der Daͤniſchen Univerſitaͤt D. Caſpar Eraſm. Broch⸗ mannen. Von Koſtock den geiſtreichen D H. Muͤllern/ und ſofort viel 4 4. Lv 4 8 faͤltig. 1 §.7. Es ſcheinet aber/ als were dieſer Lehr Cbemnitius entgegen/ wel⸗ cher vor allen dieſen Doctoribus gelebet/ und deſto hoͤher zu halten iſt. Ant⸗ wort: Chemmin Autoritaͤt iſt hech/ aber doch keine Regul/ hat Er etwas eigenes in Neben⸗Dingen/ ſo die Haupt⸗Lehr nicht angehet/ auch nicht S mit der gemeinen Lehr/ und erleuchtetem guten Perſtand einſtimmet/ bin⸗ det ſolches nicht. Doch iſt noch nicht ſo klar und gruͤndlich erwieſen/ daßs Chemnitins im Hauptwerck eine andere Lehr vom Sabbath ſoll gefuͤhret ha⸗ ben. Dann 1. Was Er von Chriſtlicher Freyheit redet/ einen Tag zu ver⸗ aͤndern/ das redet Er nach Inhalt der Augſpurgiſchen Confeſſion/ ſo nicht wider uns iſt/ davon in der X. Frag gehandelt worden. Und hat D. Diae. ricus ſeine gantze Lehr vom Sabbath auß dem Chemnitio genommen/ und ſo erklaͤrt/ wie angefuͤhrt und unſer Lehr iſt. Vors a. Wann Erſagt/ es ſey nicht noͤhtig im N. Teſtament auff die ſiebende Zahl zuſehen/ obſervare. merum ſeptenarium; iſt es ſo zuverſtehen/ vom ſiebenden Tag als dem letz⸗ 1 ten/ nicht aber von einem auß den ſieben. Einer auß ſieben iſt noͤhtig/ daß es aber im N. Teſtament mäͤſte eben der ſiebende ſeyn/ ſolches iſt nicht noͤhtig Und das iſt recht/ mit allem uͤbrigen was Chemnuin auß Gottes Wort leh⸗ Pt/ und von D, Dietericheg porgetragen worden Namerã ſeprenarium 95 Lalea Cardinalem, wie droben auß D. Schertzern angefuͤhrt worden. vorgiht/ die Urſach des Sabbaths/ warum Gott denſelben eingeſetzet/ und bey das dritte Gebott geſetzt/ ſey nicht ewig und beſtaͤndig oder moral: Dl ellffte Frag. 6 Beleni oblervare flon eſt neceſſe, eſt autem obſervare nutiſeruch Nueeae Daß Er z. das iſt zu verſtehen entweder von dem/ was GOtt im v. B. Moſ. 3 das dritte Gebott geſetzet; daß die Iſraeliten ruhen ſolten und den Sa bath halten/ weil G Ott ſie zur Ruh gebracht⸗ und ſie auß der Egyptiſchen Dienſtbarkeit und Knechtſchafft außgefuͤhrt. Oder von dem/ was der Hrr gleich von Anfang bey der Einſetzung des Sabbaths auff den ſie⸗ benden Tag zubedencken angefuͤhrt/ nemlich/ daß man auff dieſen ſiebenden Tag als Sabbath⸗Tag ſoll bedencken/ daß GOtt innerhalb ſechs Tagen alles geſchaffen und am ſiebenden geruhet/ und daß derſelbe ſiebende Tag immerfort ein Ruh⸗Tag ſeyn ſoll. Jenes iſt freylich ein ceremoniale, ein ſolche Lehr und Urſach/ welche nicht alle Menſchen/ ſondern allein die Juden angehet und verbindet. Dieſes iſt auch ſo fern ceremonial und nicht ewig oder moral, als man eben auff den ſiebenden Tag/ und auff ſonſt keinen/ das Werck der Schoͤpffung ſoll bedencken/ dann bekantlich der Umſtand des ſiebenden Tages nicht moral iſt/ und alſo im M. T. nicht bindet. Sonſten aber das Gedaͤchtniß der Schpffung ſelbſten ſo wenig durch das Ge⸗ daͤchtniß der Aufferſtehung Chriſti im N. T. auffgehoben iſt/ als der ander Articul von der Erloͤſung auffhebt den erſten von der Schoͤpffung. Zufor⸗ derſt bedencket man unge Tag der Aufferſtehung Chriſti/ welches der Sonntag iſt/ das weite und groſſe Geheimniß der maͤchtigen Erloͤſung/ dann auch mithin die uͤbrige goͤttliche Geheimniſſen und Gutthaten/ darun⸗ ter ja freylich das Werck der Schoͤpffung rhoret 9. 8. Noch eines findet ſich beym beruͤhmnten Cbemnitio, welches ſchei⸗ net ein Anſtoß zu haben/ nemlich/ wann Er vors 4 lehret/ alle Zeichen/ Fi⸗ guren/ Bildniß and Schattenwerck/ ſo im Alten Teſtament geleſen/ weren im N. T. abgeſchafft/ und alſo auch die Zeichen und Schattenwerck des Sabbaths. Gleich vorher aber ſtehet/ daß der Sabbath ein Zeichen ſey der Heiligung/ daß ſolche nicht ein Werck unſerer Kraͤfften ſey/ ſondern Gottes Gabe. Ein Zeichen der Lidrusg fleiſchlicher boͤſer Luͤſten/ daß der alte Adam in uas ſoll ſterben mit allen ſaͤndlichen boͤſen Luͤſten/ und daß wir ruhen muͤſten von allen unſern todten Wercken/ eb. IV. 4. und allein Got⸗ tes Wercke thun und treiben. Ein Zeichen des zukuͤnfftigen erwartenden ewigen Sabbaths/ und ſo fort/ ſuinͤcht dann folgen/ daß dieſes alles auffgehoben worden oder werden koͤnte/ und alſo das gantze Geſetz von der 34“ 2 Heiligung „ Die zwolffte Frag. Heiligung des Sabbaths ein bloß ceremoniale ſey/ beſtehend in menſchli Ho chem Willen. Darauff antworten wir/ daß freylich alles Schattenwerck/ S und alſo auch des Juͤdiſchen Sabbaths/ bey der Ankunfft Chriſti/ alsz des Leibes ſelbſten/ auffgehoͤrt, Daß aber auß dieſem und der Lehr Chennu. ꝛis wolte geſchloſſen werden/ das gantze Gebott von Heiligung des Sab⸗ baths ſey ceremonial und in menſchlichem Willen geſetzet/ iſt falſch/ und ei Ge ne verkehrte Soeinianiſche Lehr/ ſo ſchon widerlegetiſt/ und alſo diſemvot bre trefflichen Lehrer nicht beyzumeſſen. Jͤdſche Zeichen und Figuren/ wel, erlc che allein auff die Juden ein Abſehen haben/ ſind mit dem Schattenwerck der ab ſchafft Obige Zeichen aber/ der Heiligung/ der Toͤdtung fleiſch, dur licher boͤſen Luͤſten/ und des zukuͤnffeigen ewigen Sabbaths/ da hin ein heiliges Abſehen zu haben/ bleiben immer fort/ wie im Alten/ als auch im Neuen Teſtament/ davon derofft belobte D.73. Carpzou in ſeintn 3 T citirten Supand Sh nützlich ubefchen iſt/ welches auch mit dem/ was in wa der erſten Frag auß Lurhero ange hrt/ daß der innerliche geiſtliche Sab⸗ geſe bath muſte bey dem euſſerlichen ſeyn/ uͤbereinkomt. Wann dennach dt theure Bemnuuas und ſein Lehr recht erklaͤrt und auffgenommen wird/ wit von D Dieterichen und andern geſchehen/ ſo iſt Er noch bißher einſtimmig mit der gemeinen Chriſtlichen Lehr. Im uͤbrigen/ wann Er ein ander Mey⸗ dur nung und intention ſolte hierinnen/ auch nur in Neben⸗Sachen/ gefuͤhrt ha⸗ zu ben/ als in Gottes Wort gegruͤndet were/ ſo wir doch nicht nachgeben/ we⸗ a niger ſelbſten ſagen koͤnnen noch wollen/ ſo kan uns in unſerm Gewiſſen ken, nichts verbinden/ als Gottes Wort/ und was damit uͤbereinſtimmt.„ode b Die zwoͤlfft ag.Y Was iſt vor ein Unterſcheid ziviſchen dem Juͤdiſchen Sab⸗ 2 bath und der Chriſtene derſt bey den Juden als Chriſt vorher/biß ao 1 doͤrfften ſie kein Die zwolffte rag. von Auffgang der Sonnen biß zum Niedergang/ ſo ins gemein auff 1,, Stund Wia V Sen P— 3 §. 2z. Was das Zweyte anlangt/ ſo waren die Juden unter dem ſchweren Joch gar hart nach dem Ceremonial-Geſetz angeſtrenget/ als 1. Fauer anzuͤnden auff den Sabbath/ Exod. XXXV.;. zum Sedaͤchtniß/ daß ſie von den Feuer⸗Dienſten in Egypten/ da ſie die Ziegel brennen muſten/ befreyet ſeyen/ ohne daß ſie es in Winter und auffdie Feſt erlaubt hatten/ 2. B. Moſ. XII. 1. Vors 2. doͤrfften ſie nicht Reiſen /ſon⸗ dern muſten bloß zu Hauß bleiben/ Exod. XVI. 29. zum Gedächtniß/ daß ſie durch die Wuͤſten gereiſt und zur Ruh ins Land Canaan komen ſeyen/ es ſey dann ein kleine Sabbaths⸗Reis/*Reg. V. 23. wie Chriſtus durch die Saat gangen auff den Sabbath/ ſo die Phariſeer nicht geſtraffet Matth. XII. 3. Doͤrfften ſie am Sabbath kein Laſt tragen/ Jerem. XVII. 2r. Und war uͤber dieſem ſo eine ſchwere Straff auff den Verbrecher des Sabbaths eſetet, daß auch der/ ſo ein wenig Holtz auff den Sabbath zuſammen ge⸗ Pee nuſſ auff Gottes ſonderbaren Befehl geſteiniget werden/ V. Buch 1 0„*. 6. 3. Wir aber ſeind/ Gott lobl von ſolchem Judiſchen Joch befreyet durch Chriſtum/ und machen uns kein Gewiſſen/ auff den Sonntag Feuer zumachen/ zu kochen/ und andere Nohtwendigkeiten zu verrichten. Soiſt we⸗ auch der Außgang auß den auſern/ Staͤdten oder Doͤrffern nicht verbot⸗ dem geweſenen „ ten ſelbſten nicht angenommen wid, vanen Gisbertost. detrappehasc fe eib⸗ ken/ wann es geziemender Maſſen geſchiehet/ etwa auß Noht/ oder Lieb/ oder um den Segen Gottes auff dem Felde und in den Gaͤrten zu beſehen/ und der Guͤte Gottes darbey zu gedencken. So darff man auch eine kleine Reiſe thun/ zum gottſeligen Ende/ als etwa zu predigen/ und das Ampt des Geiſtes zu verrichten/ Freunde oder Krancken zu beſuchen/ oder gar Krancke zu heilen und zu troͤſten/ und ſo weiter. Die Laſten/ ſo verwegen und aͤrgerlich getragen werden 1 zwar derboren, aber nicht ſolche/ da an etwan einem Krancken Speiß und Tranck/ ſo dann Bett und andere Nohtwendigkeiten zutragen muß/ wie Chriſtus den in die8. Jahr kranck⸗ Renſchen dies auff den Sadbat ſein Bett tragen und verthei⸗ digte ihn Joh. v. Die Straff iſt auch gelindert und gemindert/ und nicht mehr peinlich/ wie etwa Piſe⸗ator meynen moͤge/ ſo doch von den Reformir⸗ Doch ſeind damit nicht alle Straffen auff gehoben/ ſondern es bleibt das e und ſtetige Lehr/ wer ſ dige eefbasdaeda waß ach as dem Seſetz und nach ſeinem Verdienſt/ den unpenmaa Mheeeede 4. netbllich ab geſtraff Iſt demnach der Chriſten Sreyhett in ſolchen Stu⸗ cken viel groͤſſer. eh Ae ., Im dritten Umſtand iſt bekant/ daß der offentliche Gottesdienſt nicht mehr/ ais im Alten Teſtament/ mit Opffern und gleichen Ceremonien/ 98 ſondern im Singen/ Beten/ Predigen/ Catechiſmus⸗ Lehr/ diſpenſatioen der Sacramenten/ und ſo weiter/ geſchehe. Dahin gehoͤrt auch/ was dro⸗ ben angefaͤhrt in der dritten Frag/ daß die alte Chriſtliche Lehrer die Chri⸗ dern vielmehr/ daß ſie auff dieſen Tag ſol Hẽrrn/ auff des HErin Tag. ſten nicht auff ein Faſten auff die Sonntag verbunden haben wollen/ ſon, e ten froͤlich ſeyn/ verſtehe in den 5 Die dreyzebende Feag. Was iſt das/ welches allezeit auff den Feyer⸗Tag bleibe muß/ im Alten und Neuen Teſtament? So man † .———— 8 erley All⸗ n 1 moſen außtheilet/ die Knden beſu im Elend nd⸗Höſtth und dann bleiben auch die Werck der No keit/ daß man auf. die Sabbath allerley Schaden und Gefahr und ergleichen Noͤhten abwende und zuruͤck treibe 4 Fer leibt vors 3. daß man ruhen muß/ wie in GOtt geiſtlich/ und der Seelen ch: alſo auch dem Leibe nach von allerley dienſtbaren und ſonſt gewoͤhn⸗ lichen taͤglichen Arbeits⸗und Handwercks⸗ Verrichtungen/ als maͤhen/ ſaͤen/ ndten/ ſchuſtern/ ſchneidern/ zimmern/ ſchmieden/ ſpinnen/ Vieh ſchlach⸗ n/ Bier brauen/ kraͤmern/ handthieren und parthieren und dergleichen Dingen/ welche den Menſchen gantz von der Heiligung abfuͤhren. Und ann 4. bleibt der gantze Tag zu heiligen und zu ruhen/ wie im Alten/ alſo uch/ in ſeiner Ordnung und Maſſen/ im Neuen Teſtament. Dann wie es dorten heiſt/ der Sabbath⸗Tag/ alſo auch hier/ der Feyer⸗Tag der Tag es HErrn/ der heilige Tag/ der Ruh⸗Tag/ und ſo fort. Nicht ein Stuͤck om Tag/ nicht etliche Stunde oder einige Zeit vom Tag. Und wie der Lag einmahl iſt in das dritte Gebott geſetzet/ ſo bleibet ſelbiges auch im N. e vernt 8 immer vom ganben Tag u verſehen⸗ von e Morgen biß gen Aben Die vinzehende dn Nuß man den gantzen Tag heilig halten und fchern?. D der iſts gnug/ daß man einige Stunde zum Got⸗ tesdienſt anwende/ Gottes Wort und die Predigt anhoͤre/ und dann die uͤbrige Zeit des Tages entwe⸗ der mit Spielen/ Luſtbarkeiten/ oder annehnchen 4 * Arbeiten zubringe: 4 1 1 ☛. As erſte iſt in Gottes Won gant kar/ daß nicht ein o Meedi ireszechreeedchs es heiſt: GOTT ruhete am ſiebenden 682 fwerSaß. befiehlt uns den Feyer⸗Tag zu heiligen/ und ſo wei heiſt es der Tag. Und nennt der HE haig Tag ſeinen den 1 den ſich der HEr affanden und zu fanan De Naa. ſeben/ oͤrnen? t und grund falſch. Was erzehlet wird/ daß in voriger Zeit die Engelaͤnder G nur einen halben Tag zur Feyer wollen anwenden/ iſteine ohnrechteſaͤndli⸗ che That erzehlen/ wie es D. Danbavv. D. Scherzer, und andere/ an obange⸗ das 4 ene di erwieſen. Und daß der Engliſche oh. Spencerus ſpincirt/ als zog us n, fehleten d eſe unſere Lehrer erbaͤrmlich von dem gantzen Sabbath zu heili⸗ ſen/ gen/ Die vierzehende Frag. 2½ gerlich ſind/ als Tantzen/ Charten/ und Wuͤrffelſpiel/ Kegeln/ Ja⸗ 1 Ferde enen Siſchen we dann in unſerm beff 3. 15 zuten 5 u kelen 74 Die vierzehende Frag. ſondern auch das Gemuͤht durch Betrachtung goͤttlicher Werck und Winn das derholung der Predigt oder ſonſt andern guten und erbaulichen Geſpraͤchen/ det von aller ley vorkommenden wichtigen/ geiſtlichen und goͤttlichen Dingen bot erfreuet und ergaͤtzet werde. Davon eben ſo judiciren vorangezogene Theo. W logi beneben D. Danbavvero und andern. D. Gerhardus ſagt Tom. III. p. 137. ſot Hie ehenae daß du den Tag des Sabbaths heiligeſt/ ſpricht der HErr: ‚icht daß Er die aber tubſche Juͤdiſche Tag⸗Haltung wolte beſtaͤrcken/ Me ſondern daß Er uns lehre und erinnere den NB. gantzen Tag heilig halten auf und mit heiligen Wercken zubringen; dann der gemeine boͤſe Gebrauch iſt/ ein eini klein Stuͤck des Tages zum Gottesdienſt verwenden/ das uͤbrige aber de; S Tages/ entweder der faulen Ruh/ oder Taͤntzen/ oder Gaſtereyen c n. Eh Darum gedencke/ daß der Tag und nicht nur etliche Stunde de aths ſollen geheiliget werden p. 149.§.14: wiederholet Er dieſes/ daß der Sab⸗ zaͤb baths⸗Tag ſoll mit heiligen Wercken zubracht werden/ und alle hinderlis Re che Arbeiten ruhen. D. 7. F. Carpzvv. als Er in ſeinen Tugend⸗Spruͤchen ſie ſechs ſtarcke Motiven und Urſachen angefaͤhrt auß dem Epruch Exod.zt. derl p. 939. exclamirt und ſpricht: Hilff GOtt! Was ſind das vor Moti Sc ven/ ach lieber Chruft⸗ gehe um Gottes Willen in dich/ und beden eerſ cke/ daß du es in Ewigkeit nicht verantworten kanſt/ wann du lich nicht den N. G AllTExrl heiligen SABBAT allein wa deinem GOð laͤſſeſt/ der dieſe Heiligung von dir begehrt/ und rag p. 943 ·Und zwar den gantzen Tag; anders als viel im Pabſtthum/ und doc Navarrus meynet Manual. c. 3, n. 1z. daß es mit einer Meß gnugſey. oͤb 5.4. 4 heſin es muß ja doch ein Unterſcheid ſeyn zwiſchen dem Jaͤ⸗ alle diſchen und Chriſtlichen Sabbath/ und die Chriſten ſo hart nicht ange, auf ſtrenget werden/ maſſen ja Chriſtus ſelbſten auff den Sabdathtag zu Gaſt gib geweſen/ und Luc. X'. in eines Obriſten der Phariſeer Saus das Brod ren geſſen. Desgleichen auch auff Sabbaths⸗Tage mit ſeinen Juͤngern gereiſet. ma Und iſt dahero gemein unter den Chriſten/ daß nicht nur die Poſten und ang Poſtwagen Sonn⸗ und Weitetuhs gehen/ ſondern auch ohn Interſcheid ſelt 35 wird. Und in unſerm Heſſenland uͤberall in den Staͤdten und ſon⸗ Ke ſen das ordentliche Schieſſen nach der Scheiben/ nach gehaltenem Got⸗ zu tesdienſt gehalten und vergoͤnnet wird. Es ſcheinet auch/ daß Lutherus in und ſeiner Catechiſmus Erklaͤrung nichts mehr zur Heiligung des Sabbaths käͤl erforder dermahl die Predigt hoͤren. der die Antwort/ daß freylich der Unterſcheid ſeyn und der uns und den Juden/ wie ſchon droben veſaut Auei At Hen IEſus; daß du maͤſſig zu billigen. Jenes aber in und defenſions⸗Werck geſehen/ die Buͤrger und Unterthanen zu exerciren/ känfftig zur defenſion und Schuͤtzung des Vatterlands zu brauchen/ und denn daß ſolches ohne eintzigen Abbruch des offentlichen Gottesdienſtes in der Stille und ohne Tumult/ den Sommer in den langen Tagen heen Die vierzehende Frag. 75 däs Gebott von der Heiligung des Sabbaths den gantzen Tag über/ bin⸗ det uns alle/ und iſt das morale, die beſtaͤndige Lehr/ nach dem dritten ge bott/ daß ein Tag auß ſieben ſoll geheiliget er n/ dabey muß es bleiben. Was Chriſti Brod eſſen betrifft/ wann du/ ſagen wir mit N. Geiern, auch ſo das Brod in eines andern Haus iſſeſt und ſo zu Gaſt geheſt/ wie der iſſeſt und trinckeſt/ bey einer nohtduͤrfftigen ahlzeit/(wie dann da kein Uberfluß kan geweſen ſeyn/ weil die Phariſeer auff den Sabbath nicht kochen doͤrffen/ ſondern nur vermuhtlich entweder einige kalte oder in Backofen von vorigem Tag her noch warm gehaltene Speiſen auffgetragen) und dabey mit ſo erbaulichen Reden umgeheſt/ als Chriſtus gethan L. uc. X.V. ſo hat es kein Bedencken/ und wird ſolche Gaſt⸗ haltung nicht Arade noch verbotten. Eben alſo verhaͤlt ſichs auch mit dem öͤblichen Troſt⸗und Lehr⸗vollen Reiſen des Heylands. Was aber unſere Reiſe anlanget/ da hat ſich ein Jeder zu pruͤfen/ was Er vor Reiſen thue? Ob ſie nohtwendig und erbaulich? Oder verwegen/ gewinnſuͤchtig und luͤder⸗ derlich ſind? Rechtſchaffene gewiſßnhaffe Ehriſten reiſen nicht auff die Sonntag es ſey dann in Noht und Ampts⸗Sachen. Und was ſo ohne Un⸗ terſchied mit den Poſtwagen wr gehen⸗ iſt gewißlich nicht allerdings loͤb⸗ lch/ und daher in ein gut Exempel zu ziehen. Wohl were es/ daß die Poſt⸗ wagen zum wenigſten ins geſamt muͤſten und koͤnten an dem Ort den Soñ⸗ tag biß auff Mittag feyren/ wohin ſie den Sonnabend anlangen/ und dann doch die uͤbrige Zeit auff der Poſt mit guter Andacht zubraͤchten/ das were löͤblich und recht. Solte aber die Reiß nicht zu aͤndern ſeyn/ ſo haben doch alle ſolche Reiſende der Heiligung des Sabbaths nicht zu vergeſſen. Unſer auff die Sonntag nach der letzten Predigt erlaubtes Scheiben⸗Schieſſen/ gibt ebenſo wohl auch Nachdencken/ was die alte loͤbliche Fuͤrſten/ und de⸗ ren ſo geiſt⸗ als weltliche Raͤhte zu ſolcher Verguͤnſtigung und Ordnung mag bewegt haben? Und wird ſolches an andern Orten in den Wercktagen angeſtellt. Doch macht man ein billichen Unterſcheid/ unter dem Schieſſen felbſten und unter dem luderlichen Leben/ ſo dabey mit Sauffen/ Trommeln/ Kegeln/ Wuͤrffeln und dergleichen Aergerniſſen vorgehet. Dieſes iſt ja nicht 5 weit zu entſchuldigen/ als es auff ein Noht⸗ er⸗ Abend/ um 4 Uhr/ da ſchon der Feyertag guten Theils ſein Endſch . reicht/ 5 Die vierzehende Frag. 76 ucht emeſen und vorhero alle ſolche Schuͤben dem Gottesdienſt beyge; vohnet haben. Solten aber dieſe Schuͤtzen um deswegen zu Hauß und von dem Gottesdienſt bleiben/ daß ſie ihre Gewehr zu recht machen/ die Roͤhre butzen/ laden und zurichten/ ſo handeln ſie wider Gottes und de Obrigkeit Gebott und Ordnung/ darum hierinnen behurſam zu gehen/ und das Gewiſſen nicht zu beſchweren. Deswegen/ den Mißbrauch zu meiden/ beſſer auſſer dem Feyertag das Schieſſen anzuſtellen were. Auſſer dem Miß⸗ brauch laſſen wires hingehen/ undfuͤhren an/ was in dem Scheiben⸗Schieſ⸗ ſen/ die Chur⸗ Saͤchſi che Kirchen⸗Ordnung meldet: Mach dem auch die Schützen/ Hoͤfe/ Schieſſen und anders/ ſo darbey getrieben und auff die Feyer/ Tag angeſtellet/ die Predigt Gottes Worts hefftig verhindert/ und aber die Sonn/ und Feyer⸗Lage nicht um ſolcher Sachen willen/ ſondern vornehmlich zum Gehoͤr Gottes Worts verordnet/ ſoll jedes Orts brigkeit dieſe Verfuͤgung thun/ damit die Schůtzen/ Hoͤfe/ Schieſſen und dergleichen/ ſi werden um Pfingſten oder ſonſten im Jahr gehalten/ alſo aie 1 ieſelbe ellet/ daß ſie nicht unter der Predigt gehalten/ ſondern d hierdurch unverhindert bleiben/ noch das Volck von Gottes Wort und von der allernůtzlichſten und nohtwendigſten Predigt des Catechiſimi abgehalten werde. Und dann ferner: Wann in un⸗ ſerm publicirten general · Decret die Schuͤtzen⸗Hoͤfe und Schieſſen nicht verbotten/ ſondern allein dieſes verordnet/ daß dieſelbe nicht vor Endung der Veſper geſchehen/ als laſſen wir es bey ſolcher Anordnung/ und daß deinem Erbieten nach alles Paucken/ Bla⸗ ſen und Tantʒen dabey eingeſtellt werde/ bewenden.„ . 6. Was Lutherum anlanget/ iſt es ja nicht die Meynung/ daß mit Anhoͤrung einiger Pudg die gantze Heiligung des Sabbaths verrichtet/ und nach gehoͤrter „ redigt der Feyer ein Ende habe. Dann es heiſt hier/ dieſes/(Gottes Wort hoͤren) ſoll man thun/ und das ander/( Gottes Werck— V und preiſen/ GOtt zu Hauß gnruffen/ und ſeinen Kindern das Geſetz fen) ſoll man nicht unterlaſſen. Beydes iſt Gottes Wort/ ſo Luthe. nen geſchiehet ja auch/ wann man das gepredigte/ undin der Kirchen denſelben Tag auch auſſer der Predigt bedencken/ erkennen/ 55* 8 ohl verſtanden und alſo auch gelehret. Dann Er hat niemahls und s gelehrt/ daß nach der Predigt der Feyer ein Ende/ und ein Jeder wieder an ſein Handwerck gehen ſoll. Sondern Er wil/ daß man den Sonn tag ſoll Gottes Wort und die Predigt hoͤren und NB. lernen. Das Ler⸗ hoͤrte Die vierzehende Frag. 27 hoͤrte Wort zu Hauß wiederholet/ betrachtet/ zu Hertzen faſſet und behaͤlt. Wie Er dann in ſeinem groſſen Catechiſmo die SMrben faſ und ſpricht: Den Sabbath heiligen/ iſt heilig halten. Heilig halten iſt den Sabbath/ oder Sabbaths/ Tag mit heiligen Worten/ Wercken und Leben zubringen. p. 423. Form. Conc und ferner: Dieſer Tag ſoll dir heilig ſeyn. Er wird aber entheiliget/ wann du gemeine Arbeit darinnen thuſt. Alſo muß man/ ſagt Er ferner/ dieſen Tag allein mit V heiligen Dingen zubringen/ und ſo weiter. Wit ebenmaͤſſig ſolches der deruͤhmte D. Danbavver in gewiſſen Stuͤcken anfuͤhret/ was man auff ſol⸗ chen Tag gottſelig thun ſoll. Lurherus iſt nicht der Meynung/ daß der Sabbath zur Wohlluſt und ſchaͤndlichem Muͤſſiggang/ oder Überfluß ver⸗ ordnet ſey/ ſondern von wegen unſer Seligkeit/ und um der Ehre Gottes willen/ Tom. VIII. Witteb. p. 189. f.z. Der alte Chryſoſtomus Homil. de Lazaro, daß man auch zu Hauß fleiſſig in der H. Schrifft leſe. Homil. 3,de Lazar. 6.7. Gleichſehr wollen die Libertiner und Sabbaths⸗Stuͤrmer/ ſich auch auff Lutherum beziehen/ ihrem aͤrgerlichen Vorgeben ein Farb anzu⸗ ſtreichen/ da doch kundbarlich der theure Mann ein anders lehret/ ohne wa Er in ſeinem erſten Schreiben/ da Er noch hart im Papſtthum geſtocken/ au ſolcher Finſterniß geſchrieben/ wie ſie dann anfuͤhren/ was Er Tom.l. jenenſ- 1242. fac.2. geſagt: GOtthabe im N. T. die leibliche Ruhe der Chriſtenheit uccht gebotten/ auff die Sonntag/ wie der Apoſtel an die Coloſſ. II. davon zeuge. Allein 1. bleibt Lutheri Lehr und Meinung/ wie angefuͤhrt/ auß ſei⸗ nen letztern Schriften gewiß/ da man ſonderlich und amallermeiſten auff ſeine Catechiſmus-Buͤcher und Lehr/ als libros ſymbolicos zu ſehen/ auß welchem heaſfe Catechilmo wir/ beſagter Weiß/ berichtet werden/ daß GOtt die e ilige Ru botthn ſollen wir aber in GOT T ruhen/ ſo maͤſſen wir auch von allen ſolchen Arbeiten ablaſſen/ welche der geiſtlichen Ruh Abbru thun. Vors 2. Iſt dieſes opponirte Zeugniß eben auß ſolchen erſten Buͤ⸗ ceern/ von welchen Niclas von Amsdorff in ſeiner Vorrede außtruͤcklich no. aurr, daß Er darinn noch viel Papiſterey habe/ nahmentlich von des Pabſt aund der Biſchoffen Gewalt/ und ſo fort/ dahin auch dieſe vermeinte Kir⸗ cen⸗Macht zu ziehen/ daß es beym Papſt und deſſen Biſchoffen ſtuͤnde/ Gebott und Verbott zu thun im dritten Gebott nach belieben/ und were oon der leiblichen Ruh kein Gebott im N. Teſtament/ ſondern der Sab⸗ bath were eintzig und allein angeſetzet/ daß das kohe Voſc ſolte unterrichtet cerden/ wann wir alleſampt gleich gelehrt Werei, ſo d rfften wir arbeiten 3 wie 28 Die vierzehende Frag. wie man wolte. So Er im Pabſtthum gelernet. Deswegen D. Danbavvt rus beklagt in ſeiner Catechiſmus⸗Milch/ daß man im Anfang nicht alles/ was die Papiſten auff die Sonntag eingefuͤhret/ auff einmahl abſchaß fen koͤnnen. Lurherus redet und ſchreibet in ſeinem groſſen Catechiſmo gantz anders/ wann Er ſpricht: Wann du auch alles wuͤſteſt/ was in Gottes Wort ſtehet/ und darinnen alle andere uͤbertreffeſt/ ſo iſt doch vonnoͤhten/ wider des Teuffels Gewalt/ daß du dich mit Gottes Wort/ im Hertzen/ Mund und Ohren verwahreſt/ und alſo ſolches betrachteſt und faſſeſt. Danem es nicht gnug 4 daß du Gottes Wort hoͤreſt/ ſondern du muſt au ſolches gehoͤrte .4²8. Es ſey ein boͤſe Gewonheit/ der Jenigen/ welche meynen/ wann ſii bes Sonntags ein Meß oder Evangelium gehoͤrt/ ſo ſey ſchon dem Sab⸗ bath ein Vergnuͤgen gethan. p. 425. Und das war auß dem Pabſtthum Darum wil Er haben/ daß man auff den Sabbath Gottes Wort und he lige Werck ſo trackire, und ſich darinnen dergeſtalt üͤbe/ daß man ſein Leben darauß beſſere. Deswegen allein auff ſolchen Tag heiligen Dingen aped V warten ſey/ p. 425. Dann obſchon ſolches alle Tag ſolte geſchehen/ wei nicht Jedermann darzu Zeit kan haben auff die Wercke⸗Tag/ ſo ſeye Tag in der Wochen darzu vor die gantze Gemein verordnet. Welches weit anders lautet/ als jenes genommen auß dem erſten Tomo Jenenſi, ohne daß nicht ſchlieſſet/ das Verbott vom Arbeiten auff den Sonntag wird nicht im Neuen Teſtament geleſen/ alſo iſt es aufgehoben Er Lutherus ſelbſten ſpricht Tom. IV. Alt. p. 610. es ſey ein Tag n ort faſſen/ lernen und verwahren. Wieder ſpricht Er: htig in der Wochen/ daß man ruhe von der Arbeit und Mauͤſſe habe/ Gottes Wort zu hoͤren und zulernen. Und Tom. V. Jenenſ. Germ. daß man einen Tag in der Wochen ſtill halte. geho Das uͤbrige toͤſſet auch an/ daß der Sabbath eintzig und allein vor die roht Leut zu lehren angeordnet/ maſſen die Moral⸗Gebott alle Menſchen angehen/ Gelaͤhrte und Ungelaͤhrte. Und was ſie weitlaͤufftig anfuͤhren auß Tom. Ill p. 41. und 43. auß Tom. IV. und Tom. VII. iſt gantz vergeblich und im ge⸗ ringſten nichts unſer Lehr zuwider geredet oder gelehrt/ ſonſten muſte Luthle. rus wider ſich ſelbſten ſeyn. Darum eben ſolches D. Calovius auß dem Tom. IV. Altenb. p. 610.in demm Comment. uͤber die Epiſt. an die Coloſſer vor unſet Lehr anfuͤhret/ da D. Luther zeiget wie der Sonntag noͤhtig ſey/ daß wit ruheten/ und Gottes Wort lerneten/ ſo Er beyſammen ſetzet. So viel von Luthero erwieſen/ daß uns ſelbiger gar nicht entgegen ſey. Und ſo n iſt es 3 mit den pielen angefuͤhrten Zeugniſſen manchaiep bauhmte eeh w Die dierzehende Frag. 79 er unſer Religion/ da man ſich nicht entbloͤdet/ 6eine groſſe Menge Nahmen ohne Nachtruck uͤber ein Hauffen zu fuͤhren. Davon ſonſtenn.. M8.8. Und weilſich im Gegentheil ſonderlich auff drey Spruͤch Pauli ezogen wird/ als Rom. XIV. 5. Gal. V. 10. Coloſl.IL.. ſo wollen wir der⸗ ben Wort ſelbſten hoͤren/ und Achtung geben/ was Paulus damit wol⸗ e und lehre. Rom. XüV.„ heiſt es: Einer haͤlt einen Tag fuͤr den an⸗ dern/ der ander aber haͤlt alle Tag gleich. Ein jeglicher ſey ſeiner Meinung gewiß. Zur ſelben Zeit/ da Juden und Heyden zum Chriſten⸗ thum bekehret worden/ gab es von dem Ceremonial⸗Geſetz und Chriſtli⸗ cher Freyheit unterſchiedliche Meynung und Gedancken. Die auß dem Ju⸗ denthum kamen/ wolten das Ceremonial⸗Geſetz noch halten/ auch auß den — 80 Sabbath ſey ein Ceremonial/ und alſo auch ſolch Gebott von leiblicher Ruh mit hin auffgehoben/ ſolchts iſt falſch ach ſalch denaantes ehn d Dite vierzehende Frag. ſoltu arbeiten/ und am ſiebenden Tag in der Wochen/ als am Feyertag/ von der Wochen⸗Arbeit ruhen/ ſagt Lutherus Tom. IV. p. 6r. Und wann da feyern und ruhen von ſolcher Arbeit Juͤdiſch were/ hetten es die Chriſtliche Keyſer und Biſchoffen nicht befehlen koͤnnen in der Chriſtenheit. §.10. In der Epiſtel an die Coloſſ. lI 1⁶. redet Paulus alſo: So laß ſet nun Niemand euch Gewiſſen machen uͤber Speiſe oder uͤbe Tranck/ oder uͤber beſtimmte Feyertagen/ oder NMeumonden oder Sabbather. Das folget auß dem/ wenn das Ceremonial⸗Geſetz auffge⸗ hoben/ ſo ſind wir davon frey in Gewiſſen. Daredet der Apoſtel nicht von dem Moral⸗ Zucht⸗ oder Lehr⸗Geſetz/ dahin das Gebott vom Sabbath gehoͤret/ daß in der Wochen ein Tag ſoll dem HErrn ſeyn: ſondern von dem Ceremonial⸗Geſetz/ daran wir bas ſul a eden ſeyen/ und folglich die Gebott von gewiſſen Speiſen und Tranck/ ſo dann von gewiſſen Feyer⸗ tagen nicht zu beobachten/ darob ein Gewiſſen zu machen. Die abgeſchaff te Sabbather ſind nicht der Wochentliche Sabbath ins gemein damahls der Ankunfft Chriſti ihr Endſchafft erreichet/ und alſo auch der Sabbat abgeſchafft/ ſondern die Juͤdiſche Sabbather/ welche als Vorbilder 9 welcher in Lutheri Außlegung iſt der Sonnabend. Es waren im Alten Te⸗ ſtament gewiſſe Speiſen/ als unrein verbotten/ Lev. Xl. und den Nazart⸗ nern der Wein verbotten. Num. VI. z. Es waren auch mancherley Sab bathen im Alten Teſtament/ Jahr⸗ und Monatlichen/ welche nun als Schattenwerck auffgehoͤrt. Davon redet der Apoſtel. . u. Und nach dem nun offenbar/ daß der Apoſtel von ſolchen Ta⸗ u gen redet/ welche den Juden zu feyren im Alten Teſtament anbefohlen ge⸗ weſen/ wie ſchlieſt man dann auff ſolchen Tag/ der im Neuen Teſtament voon den Apoſteln vor die Chriſtliche Kirche zu feyren/ verordnet worden: 3 Jene Tage ſind auffgehoben/ und dieſer heilig gemacht bey uns Ehriſten heiligen Feyer. Darum ja nicht zu dencken oder zu ſagen: Der Apo⸗ il nicht/ daß jene Tage uns binden ſollen/ um dieſelbe feyerlich zuhal⸗ nicht feyerlich gehalten haben in der Chriſtlichen Kirchen/ und kein Ge ſen zu machen auff die Sonntag gemeine Wochen⸗Arbeit Vrgerlehſtvon M zunehmen/ das fey fern von allen Chriſtlichen Herten! 1 . 2. Sprichſtu/ es ſey im Keyſerlichen Gebott l. 33. C. deferiis, eig ubetia gf richſt ſey im Keyſerlichen Gebott l. omnes 3. C. de 6, 6 8 — „ 8 X † ten/ oder daruͤber ein Gewiſſen zu machen/ alſo wil Er auch den Sonntag em Feld die Sonntag uͤber zu arbeiten. Antwort/ Rohe 9 arbeiten ordentlich und miteinander gangen/ daß ein jeder Hau zeugen/ was heiligſt in der Die vierzehende Frag. 84 arbeiten ſind erlaubet/ ſo erklaͤrt D. Gerhara diß Keyſerlich Gebott. Tom. III. p. 15J0. Und da ſolche Erlaubniß/ von Conſtantino M geſchehen/ mißbrau⸗ chet worden/ hat der Keyſer Leo Conſtitut. ·3. 54. ſolche auffgehoben und befohlen/ daß jedermann ſoll am Sonntag feyren. Carolus M. hat garein Straff auff ſolche Arbeit geſetzt/ opera ſervilia. Und ſo lehren auch die Con⸗ eilia, und Gregorius M. Epiſt.l. 21. c. 3. wil/ daß man von irdiſchen Arbeiten ablaſſe/ ceſſandum à labore terreon. 3 §. 33. Sie fuͤhren Meroymum an/ welcher euget, daß ſuſeine Zeit/ wann der Gottesdienſt verricht geweſen/ die Chriſten die aͤbrige Zeit mit Arbeit zubracht/ und die Nonnen/ welche unter Paul⸗ Auffſicht geweſen/ hetten nach verrichtetem Gottesdienſt/ wann ſie nach Hauß kommen/ ge⸗ naͤhet und Hembder vor ſich oder andere gemacht. Tom. i. p. m. 1rz. Darauff wird geantwortet 1. Hieromma erzehlet an dieſem Ort/ was die Cloſter⸗ Jungfrauen/ welche in drey Haufen ſeyen getheilt geweſen/ gethan/ ſo wol am Sonntag/ als in der Wochen. Auff den Sonntag ſeyen ſie in die Kirchen fen ihrer vorgeſetzten Mutter gefolget; wann ſie dann wieder nach Hauß kommen/ hetten ſie ih⸗ bey tem Beruff abgewarter/ operi diſtributo inſtabant, und was ihnen vorge⸗ legt/ gethan. Das erzehlet nur ereymus, gibt daruber kein Gutachten der Kirchen. Es mag doch vors 2. ierommus wohl auch in der irrigen Mey⸗ nung geweſen ſeyn/ daß ſolches nicht verbotten/ wie wir droben ꝗq. V. ange⸗ Beit,icß er in dem Irrthum geſtanden/ Paulus habe auff die Sonntage leppich gemacht/ und dannenhero erlaubet/ daß dergleichen ſtille Arbeit/ ais Hembder naͤhen/ wohl vorzunehmen ſey/ weil dabey auch mit Singen 1 4. guten Gedancken koͤnne fortgefahren werden. In welcher Meynung wohl einige von unſern vornehmen Lehrern ſind/ die doch mit den Libertinern nichts zuthun haben/ ſondern ihnen widerſprechenin den Principal⸗Puncten. Vors 3. erzehlet Rierommus, was im Cloſter geſchehen und den Nonnen er⸗ laubet worden/ nicht aber/ was Grund hat in H. Schrifft. 44guſtwaus aber/ welcher faſt eben zu ſolcher Seit gelebet/ und andere angefuͤhrte alte Lehrer irchen verordnet/ und das dem Feyertag aller⸗ dings eißſ So ſagt Aaſluuus ſerm. 251. Deswegen iſt den Chri⸗ ſten befohlen/ daß ſie in den H. Feſten/ ſonderlich aber auff die Sonntag Muͤſſe hetten und von irdiſchen Geſchaͤfften abſtuͤnden/ Aterteng nego⸗ dio vacarent. Eben derſelbe ſpricht de X. chordis c.z Wann die Juͤdiſchen Wieiber nichts anderſt thun wolten/ als tantzen und ihres Leibes pflegen/ ſo whaͤten ſie beſſer/ ſie nehmen dafuͤr eine Kunci und ſpinneten Garn/ das waͤre 6 waͤre unter zwehen Ubeln das beſſe. So D. Dwbavven geget die Judest. anfuhret. Lact. Catech. Uber dieſes iſt vors 4. in acht zunehmen/ da ug tſee ha droben g. 3. von Spatzieren und derglei⸗ ley Arbeiten und Luſtbarkeiten auff die Sonntag/ auch hachs Die vierzehende Frag 8„.2 den. 14. Einige machen ſolche Schrancken in der Luſtbarkeitund Ergaͤ⸗ d. tung/.. Muß alle Entheiligung/ fleiſchlicher Muhtwillen/ Fleiſches Luſt tſee⸗ und dergleichen Garſtigkeiten fern ſeyn. Vors 2. Soll keine Luſtbarkeit Re- verſtattet ſeyn/ vor oder innerhalb des Gottesdienſts/ ſondern allein/ wann 4 gerck der Sokttobienſ allerdings und voͤllig verrichtet iſt. 3. Muͤſſen es ſolche ſott⸗ Luſten ſeyn/ welche auch die Krafft/ Troſt und Licht des gehoͤrten Worts ſtalt nicht wieder daͤmpffen/ zerſchlagen und außloͤſchen/ ſondern/ daßes ſolche. 1 nen: und dergleichen ſeyen/ die mit der Heiligung des Sabbaths ſtehen koͤnnen/ ligen Exod. XXIII. 2z. und nach dem Exempel des HErrn Chriſti gerichtet ſeyen/ des wenn Er entweder außgangen oder mit andern Brod geſſen/ dahin das vohl Exempel Esdræ gezogen wird Nehem. VIII. 1z. Welche Schrancken gut nicht ſind/ wann es darinnen bleiben koͤnte: Denn/ wie ſchon gedacht/ was ſo an ſeyn/ wie Chriſti Leben und Wandel/ auſſer aller Entheiligung und uge⸗ Saͤn blichkeit iſt.„ ter. 5. 5. Weil es aber faſt nicht zu hoffen iſt/ daß das gemeine/ ſonder⸗ kund lich junge luͤſterne Volck/ in ſolchen Schrancken kan gehalten werden/ ſo mſo gehet der eifferige Theopbiu Großgebauer/ geweſener Pfarrer bey S. Ja⸗ aller⸗ cob in Roſtock/ in ſeiner Waͤchter⸗Stimm/ gantz hart und hefftig gegen al⸗ Pre⸗ ke die/ welche am Sonntag erlauben entweder zu arbeiten/ oder zu tantzen/ ſich Kirmeſſen zu halten/ und dergleichen/ ſo gar/ daß Er auch kein Spatzieren Lag/ gehen/ Hochzeit machen und dergleichen/ verſtatten wil/ welches dann gar n/ ſo zu hart/ und wider ſolche Chriſtliche moderation und Freyheit ſcheinet/ da⸗ rn/ von bißhero gedacht. Und laſſen wir es allerdings bey dem/ was auß D. Sol⸗ Mentzers S. Predigt und andern Schrifften in gründlicher und billicher er⸗ moderation iſt angefuͤhret worden. Der die Heiligkeit des Chriſtenthums De ſuchende Großgebauer faſſet ſo ſeine Wort und Straff⸗Predigt p. 263. ohn⸗ Wir erkennen keine Chriſtliche Freyheit/ die uns von der Ruhe in und GOTT und von dem Dienſt Gottes abfuͤhret: Sondern ſagen wie vielmehr/ daß wer da lehret/ daß die Chriſtliche Freyheit zu ge⸗ eun⸗ be/ am Tage des HErrn Hochzeit zu machen/ Jahrmaͤrcktez uns halten/ Kirmeſſen anzuſtellen/ Laſt zu tragen/ Spatzieren Se dem/ hen oder zu fahren/ zu tantzen/ zu ſpielen und zu zechen/ daß die⸗ Naſ ſelbe Lehrer das Volck verfuͤhren/ das Geſetz Gottes verkehren/ olck und ihre Augen vonden Sabbathen des HErrn verbergen/ Eꝛech. „ XXII. 6. Dieſes alles iſt in gewiſſen Stuͤcken un Maſſe wahr. Zechen/ feeſſen und ſauffen/ dahin auch die pompoſe Hochüet⸗ ahl gehoͤ 5 ſo 2²2 ann 84 Diefuͤnſfzehende Frag. dann Kmeſen/ Tande und Maͤrkte ind nicht eaubet auffden Gonn. x tag/ auch das ſpatzieren gehen oder fahren/ wann es entweder auß Uppig keit und ſaͤndlicher Luſt/ oder mit Verhinderniß des Gottesdienſtes/ oderr zu eiteler Beluſtigung in allerey unnuͤtzen/ ungeziemenden und der Heili gung gantz frembden Geſchwaͤtzen und Kurtzweilen/ oder anderen uͤbel lau⸗ kanden Umſtaͤnden geſchiehet/ iſt boͤß und aͤrgerlich/ und alſo gleichfalls ver, gel botten. Wann aber das ſpatzieren gehen und fahren ſo geſchiehet/ daß ein ſen allein vor ſich/ oder auch mit einem andern und wenigen mehr nach verrich Th tetem Gottesdienſt/ Leibs⸗ und Gemuͤhts⸗Kraͤfften zuerfriſchen/ außgehet/ gle Daſelsſe entweder bey ſich gute Gedancken und Andacht hat im Feld/ Gau H ten und ſonſten/ oder auch mit andern erbauliche und freundliche Reden und i Diſeurſen fuͤhret/ ſie ſeyen denn von geiſtlichen Materien/ oder dem/ 8 8 uns GOtt zeigt auff dem Felde/ oder ſonderlichen Anliegen und Noͤhten ti oder auch von des Gemeinen Weſens Zuſtand/ Wohlfaht und Betraͤng niß/ das iſt nirgends in der Chriſtenheit verbotten/ ſondern nach der Chriſt un lichen Freyheit allerdings erlaubet und zugelaſſen/ als eBec dabehſa der Chriſtlichen Freyheit und Erlöſung von dem Judiſchen Joch in den und Danckſagung zuerinnern/ und freudig zu gebrauchen. Nur mu alles nach der Heiligkeit und Chriſtlicher Be ſcheidenheit temperirt u gemaͤſſiget ſeyn/ daß die Freyheit und Freudigkeit auſſer Suͤnden u Schande bleibe/ damit freylich der edle Schatz/ welcher ſelbigen Tag b fruchtbarem Gottesdienſt geſamlet/ nicht durch unnuͤtz Geſchwaͤtz/ Zech und andere Eitelkeit wieder verſchuͤttet/ und die Freyheit zum Deckel da —. Bohheit gebraucht werde. 1Pet. 1IIL. 1c. —— 1 Dieie fuͤnffzehende Frag. Iſt das nicht zu hart und Juͤdiſcher Art/ daß man den Sonnabend Abends vorher zur folgende Sonntags⸗KFeyer ſchieke? So dann/ daß die E eeenoche han ener vne gt ihre Kinder examind “ ren auß der Predigt/ und wenn ſie nichts behalten* auß der Predigt/ ſe nicht eſſen ſoltene §4 1. Die fuͤnffzehende Frag. 2 chen gut/ und iſt billich daß man dieſelbe beobachtet. Und wer ſolche frevent⸗ —. Die Vorbereitung iſt nicht zu verwerffen/ dann bey allen hohen geiſtlichen und goͤttlichen Wercken geſchiehet eine Vorbereitung/ und iſt CACottes Wilt/ daß man ſich zu folgendem heiligen Werck vorhero ſchicken ſooll und ſolches nicht nur im Alten Teſtament/ da GOtt ſein Geſetz gege⸗ ſich ven/ und dem Volck gebieten laſſen/ ſich darzu zu heiligen. 2. B. M. XIX. 32 den ſo dann/ da Er die 70. Elteſten angeordnet/ und ihnen ſeinen Geiſt gegeben/ El und zu dem Ende das Volck laſſen zuſammen kommen/ hat Er ihnen ſagen El aaſſen: Heiliget euch auff morgen/ 4. B. Moſ. XI. 18. Und eben das zint muſte auch geſchehen vor den Oſtern auff den Ruͤſttag: Sondern auch im alteh N. Teſtament/ wann wir wollen zum Sacrament des Altars gehen/ ſo ſagt lten Paulus: Der Menſch prüfe aber ſich ſelbſten/ und alſo eſſe er von 6 dieſem Brod/ und trincke von dieſem Ie ich. 1. Cor. Xl. 38.— 3 86 Die fuͤnffzehende Frag. man nicht ohnwuͤrdig eſſe und trincke/ und alſo ein ohnwuͤrdiger Gaſt ſey dergleichen iſt/ welcher den Leib des HErrn nichtuneſcheddt vencher ſen 4) het und erkennet/ was er vor ein hochwichtig Werck vorhabe/ dabeyer ſin Unwuͤrdigkeit zu erkennen/ und deswegen in groſſer Demuht und gevotion hinzugehen/ hergegen und auff der ander Seiten Gottes Guͤte und Gnade gegen alle arme bußfertige und glaubige Saͤnder zu preiſen/ und in ſolcher hübenſchtun Glauben von dem Lamm Gottes/ welches auff dem Altar— ſegt/ zu genieſſen. .z. Wie nun ſolches nicht zu hart und keiner Juͤdiſchen Strenge zu dert vergleichen/ daß wir uns vorhero pruͤfen/ ſchicken/ und ſelbſten wohl erken: e nen/ ehe wir in den Beicht⸗Stuhl oder vor den Altar tretten/ oder daß di liebe Alten vor dem H. Chriſttag der Menſchwerdung Chriſti/ vier Advents. Sonntag und Evangelia zur Chriſtlichen Bereitung verordnet/ daß der groſſe Advents⸗Herr bey uns mit Troſt und Freude einkehre/ und auff je⸗ den Advents⸗Sonntag zu dieſer und jener Andacht Anlaß geben/ ohne i Hadiche Strenge: Sondern es iſt eine noͤhtige/ Chriſtliche Lebe undheil ſame Vorbereitung; alſo auch das nicht/ wann wir uns zu dem heiligen Sonntag ſchicken/ vorher uns bereiten und dencken/ was uns auff den aue Teyertag zu thun von Gottes wegen gebuͤhre und obliege: Daß wir uns vorſtellen/ was vergangen iſt/ und alſo entweder Gutes uns von GOTT erwieſen und geſchehen oder Boͤſes von uns begangen? jenes zu ruͤhmen/ und dieſes zu depreciren und abzubitten/ in dem Vorſatz ins kuͤnfftig uns zu beſſern. D. Danhavver lehret davon in ſeiner Catechiſmus⸗Milch part.. P. 540. alſo: Man ſoll ſich vor dem Sabbath recht bereiten/ be Zeiten aller Dienſt/ Arbeit ſich muͤſſigen/ in Speiß und Tranch und anderer fleiſchlichen Wohlluͤſten ſich maͤſſigen. Sintemahl es die Erfahrung bezeuget/ wer ſich den vorigen Tag über ermuͦ⸗ ddeet/ oder ſonſt wohl bezecht ſchlaffen gangen/ hernach den an dern Tag geſchickter zum ſchlaffen und ſchnarcken als zum Got⸗ esdienſt ſey/ und ſo weiter. Und gleich darauff: Heiliget euch bey Seiten durch wahre Buß/ in Betracht/ und Wiederholung der Sünden/ die man die Wochen uͤber begangen/ bittet ſie GoTC 14, hnet euch nach den Vorhoͤfen Gottes mit hertzlichem Ver⸗ 8 neh, ee, Se er geeNenſcen eß“ .. 4. Daß die Eltern verbunden ſind ihre Kinder ſonderlich de Sonn⸗ de tag zum Gottesdienſt zu halten/ zu Hauß zu examiniren undzu unterrich ten/ davon wollen wir din im gauzen Roͤmiſchen Reich und ſonſten be⸗ 95 1 ruͤhmten Die fuͤnffzehende Frag. 0 1 hmten frommen Theologen/ zeitigen hochbeliebten Ober Hoff⸗ Predi⸗ ern zu Dreßden/ Herrn D. Spenern laſſen reden/ der in der Fpan et: hüſchen Erklaͤrung uͤber Domin. XVII. p. Trin. p. 68. ſo lehrt und predig on Doch ſoll ſolche Schuldigkeit des Vermahnens/ Troͤſtens/ Straf⸗ ffens und Unterrichtens nicht bloß den Predigern heimgewieſen che werden. Sondern andere ſind eben ſo wohl darzu verbunden. k Benemsen und Hauß/ Müůtter ſdllen auch auff dieſe Weiß den Sabbath heiligen/ daß ſie ihre Kinder und Geſinde mit NB. Wie⸗ kens derholung/ Vorleſung/ Befragung/ ꝛc. zu erbauen ſuchen. Derglei⸗ i, chen findet man beym Chryſoſtomo Homil. 5. in Matth. und andern Theolo⸗ ts, gen/ als bey D. Danhavv in angezogenem Ort p./41. D.Oſiand. Theol. Moral. —.405. bey D. Muͤllern in ſeiner Poſtill p. 076 bey dem gottſeligen erman. ſ uͤber beſagte Evangelium p. 65z. und ſonſten: Daß demnach auch hierin⸗ ne nen unſer e dern wohlverdienten Theologis, und wird auch gar bey den Papiſten/ wie uͤrſtl Edict gantz Chriſtlich undgottſelig redet mit dieſen und an⸗ en denn Zudovicns Granatenſs in ſeinem Catech. p. 230. ſolches lehret/ gleichmaͤſ⸗ den liges befohlen/ und der alſo genante diſcrerus Catholicus erkennt/ welcher ein Fuͤrſt in Heſſen iſt/ der nicht wil benamt ſeyn/ in ſeinem extract p.41. F.. Hier kan ich nicht vorbey/ auß der gottſeligen Predigt D. Balcha- xn, ler Schuppens/ einige hierzu gehoͤrige Wort anzufuͤhren/ zumahl darin⸗ uns nen/ da Er ſich auff die alte Jeyer⸗Gewonheit beziehet/ und in Heſſen/ ja mhier in dieſer Stadt geboren und erzogen/ daſelbſten ſeine Studia Theologi- „ ca von den alten beruͤhmten Theologis gefaſt/ und/ ſo viel dieſe Materien 3 betriff/ ſo nachtruͤcklich und eifferig an Tag legt/ daß auch die Reformirten abl ſolche Predigt vor eine bewegliche/ gottſelige und reine Lehr⸗Predigt ach⸗ 3 E und ruͤhmen/ wie D. Andreas Eſenius ſolche in ſeiner Diſſertation vom abbath p. 281. einfuͤhret/ und p. 287. nach angefuͤhrter Lehr hinzu ſetzet: an Sic ille in Keipſe atheticd,orthodorè piè. Die Worte des Herrn D Schup⸗ pens hieher geh rige/ lauten alſo: Wann vor Zeiten der Sonntag bey kam/ und zur Veſper gelaͤutet wurde/ ſo wurden alle Kraͤ e wohl ruhen/uud morgen liſtis ſemn dein Wort zu hoͤren Wamn 5 laden/ alle Werckſtaͤtt/ zugeſchloſſen Die Eltern ſagten zu ihren Kindern: Liebe Kinder/ raͤumet auff/ nicht allein im Hauſe/ ſon⸗ de 3 en 5 4 „0–“ 0ſ„ſ„““ 1111111 88 Die fuͤnffzehende Frag. die Morgenroͤht anbrach/ hoͤrte man in allen Haͤuſern die Jungg und Marhe lauter Stimm beten und allerhand geiſtliche Ln zehle ſingen. Wann die Mutter ihre Kinder flechtete und ſchmuͤckete/ men muſte das Kind ein geiſtlich Lied ſingen/ oder die Mutter feges den! den Kindern etwas fuͤr auß Gottes Wort. Das ſagt der ei i 34 Prediger auß der alten Gewonheit/ wie es gehalten vor der Predigt/ bal darauff kommt Er auff das/ was in der Kirchen und bey der Predigtwen beobachtet worden. Und ſpricht ferner: Wann unſere Vorfahren in Feye die Kirche kamen/ ſielen ſie auff ihre Knie/ beteten mit Thraͤnen/ und fiengen darauff an die Kirchen/ Lieder mit Andacht zuſingen/ und Muͤ — wann der Prediger auff die Cantzel trat/ ſo hoͤrten ſie zu wie di 4 Falcken/ und giengen nicht auß der Kirchen wieder herauß/ biß de/ i daß der Segen geſprochen war. Und dieſes Prieſterlichen/ oder te ar vielmehr goͤttlichen Segens/ troͤſteten ſie ſich die gantze Wochen tes über. Wann der Prieſtet ſagte: Der HᷣERR ſegne dich und be bey⸗ hute dich/ ſo nahmen ſie Ihm dieſe Wort auß dem Munde und zum ſagten: Der HᷣᷓErr ſegne mich und behuͤte mich ꝛc. Nun kommt frag noch weiter/ was die Eltern nach gehaltener Predigt mit ihren Kindern zu zittzo thun ſchuldig ſind und gethan haben. Er ſpricht: Nach gehaltener Pre abg digt begehrten ſie von ihren Kindern und Geſind zu wiſſen/ was gen ſie in der Kirchen gehoͤrt und behalten haben. Iſt ja eben das/ was gan in unſerm Furſtl. Edic enthalten und zu thun befohlen wird/ und ſolches Leid nicht erneuerlich/ fundenn ſchon auß dem alten Fuͤrſtl. Edict von anno 32 44 welches zweiffels frey mehrbelobter D. Schupp in Heſſen/ als in ſeinem d Vatterland und zu ſelbiger Zeit lebend und dem Stuͤdiren ergebend/ wird ſel Publicirt, gehoͤrt/ und hernach im Truck/ in der Hampeliſchen Trucker Sch tepetirt, geleſen haben. 1 iina — 6. 6. Gleiche Andacht hat der diſcretus Catholicus catholicè bemer, ner cket und gelobet an zweyen jungen Reichs⸗Prinzen/ welche ſich an.38. und z9. Whu Genff auffgehalten/ deren einer Evangeliſch⸗Lutheriſch/ der ander Refor, d mirter Religion beygethan/ welche beyde/ ob ſie ſchon nicht beyeinander ge 5 d e wohnet/ gleichwohl den gantzen Sonntag uͤber groſſe Andacht von ſich ſe ¹ hen laſſen/ von Morgen an biß zu Abend die gantze Dneheconſih mit 1 nichts anders als mit ſingen/ beten/ leſen in der Bibel und andern geiſtlichen Liee 4 Andachts⸗Buͤchern zubracht/ ohne daß ſie gegen Abend ein promenade, wit E 9 Er redt/ zu Juß vor das Thor gethan zur recreation, p. 43. und wuͤnſchet/ d daß dergſeichenim Pabſtthumgeſchehe/ an ſtatt der Spielen/ Gaſtereyen/ So Wollerey/ und dergleichen ungeziemenden Dingen. p. 42.§.7. Wer e abgelegte as gen entweder guts gethan? Oder unterlaſſen? Was etwa vor Saͤndebe⸗ 6 Leid erkant und Gott abgebeten/ vor das gute aber dem Liebhaber der Men⸗ ſchen demunyſ gedancket werde. Es iſt leicht/ daß man Sfonnobenda Abend t mi ke e,wie xer/ der dieſes b uditorio od et’/ Ein ſeliger Haußvatter ein geſegneteliebe Haußt eheilige 55 Sabangs⸗ Gewonheit eeene ruhet GOtt/ da wohnet Wer M GdOtt/ 98 Die fuͤnffzehende Srag Kriegs⸗Exercitiis durch fleiſſige Ubung fertig und geſchickt machen/ daß di 4 Gott/ da ſingen undfreuen ſich mit uns dis Engel Gottes/ da iſt lauter Se; ſern gen/ Freude und liebliches Weſen/ da iſt Gottes Hauß! Ich zweiffeie auß nicht/ es werde GOtt einiger rechtſchaffenen Lehrer Hertz reſpectivè theils war darzu erleuchtet theils noch kuͤnfftig darzu erleuchten/ antreiben und erwe, Vaͤr cken/ auch Krafft und Geiſt geben/ daß ſie dieſes Werck mit Freuden und Ve Eiffer angreiffen und heiligſt zu Erweiſung des lebendigen hell⸗leuchtenden wan Glaubens⸗Lichts effectuiren. Dann ſo das moͤglich geweſen/ wie ich weiß Geiß daß es geſchehen iſt/ daß einige Pfarrer auff dem Land ihre Suhöee jung leiſte und alt/ und ſonderlich das Weibes⸗Volck/ darzu ruͤhmlichſt angefuͤhnt Wel und gewoͤhnet/ alleſampt zu rechter Zeit mit ihren Geſangbuͤchern bey den die Gottesdienſt zu erſcheinen/ daß ein jeder Weibs⸗Perſon/ mit den Maͤnnen— gleichſam concertirend/ abwechſels⸗weiß auß ihren Geſangbuͤchern GOl lobet und ehret/ mit Singen und Beten/ wie ſolte dann nicht m dich eyn in der Kinderlehr und von der Cantzel Junge und Alte zu dieſer hoͤchſt. erfreulichen Sonntags⸗Gewonheit anzufuͤhren und zuunterrichten? Nicht W zwangsweiß/ und wider der Gewiſſen Freyheiten/ ſondern alles/ bey den willigen Zuhoͤrern/ mit Luſt/ Lieb undfreymuhtigem Hertzen/ in der Freudd. die der freudige Geiſt in die Seele ſetzet. 58. Man hat geſehen/ wie weit es treue/ eifferige und Gottſelige Ses, len⸗Hirten bracht haben in dem Carechiſiren oder Catechiſmus⸗Fragen/ daß man mit ſonderbarer Luſt und Freude horet und ſiehet/ was der HErn vor gutes außrichte bey der Jugend/ ja bey Jungen und Alten/ wie die Er 5. 1. dauung in der Chriſtlichen Lehr darzu gebracht worden/ daß die Zuhoͤrn geuͤbte Sinne haben. Kan man rohe und ohnerfahrne Soldaten in den Officirer in der Muſterung mit Lob und Ruhm beſtehen/ und ſich uͤber di ſen! gute Kriegs⸗Leqtionen und Ubungen erfreuen: Wie ſolte nicht dergleichen Lebe geeſchehen in geiſtlichen Ubungen/ und ſo vielmehr/ als williger iſt der G terſe der Weißheit/ der Erkaͤntniß/ der Furcht des HErnn ſeine Gaben darzurez ſind chen und mitzutheilen. Nur iſt viel an der Anfahung und guten Anſtal den⸗ gelegen/ und daß auch die weltliche Obrigkeit den Geiſtlichen die Handbi aͤ te/ gegen die muhtwillige Veraͤchter/ und daß uͤber der Faͤrſtlichen Oid⸗ nr nun ehante werde. Doch kommt das von GOtt/ und iſt ein Werck di H. 4 eſten/ daß/ wie dorten ſtehet in 1. Samuel. Xl. die Furcht des HErm ſei er das Volck komme/ und der Geiſt Gottes uber Saulen gerahte/ das iſt/ uber die von GOtt erwehlte Obrigkeit. Welches dann auch noch heut, wer geſchichet under unß Ich wil jetzo nicht ſagen/ was der greue GOu dh be 3/ Die ſechszehende Frag. 9f ſan und andern Färſtl. Hoͤfen/ ſo dann in unſern Fuͤrſtl. Raht⸗Stuben iffele EAudanden de ofen ruͤhren und duſer Suefis Mahe, Eftußen ils was ſich ein bekanter tapfferer Amptmann von ſich ſelbſten erklaͤret/ als dieſe we Faͤrſtliche Verordnung das erſte mahl itzo publicirt worden/ daß heut ſein und dLSerfii heealu Er laͤngſtein ſolchen ärſil. Anſtalt und Heſ er⸗ nden wartet/ an ſeinem Ort wolle Er daruͤber mit Freuden halten/ und den weiß Geiſtlichen ſeines ihm anbefohlenen Ampts alle Huͤlffe treulich und willigſt jung leiſten/ wie Er dann auch thut. GOtt gebe dergleichen mehr/ wie wir das üͤhmt Vertraue nkal den/ nicht weniger ſie als auch wir ſind re ien noch zu vielen haben/ welche der HErrkennet 2. Tim. II. 19. als m die Seinige.. „ Deie ſechszehende Frag. ach Weil die Nohtwerck erlaubet/ was iſt dann von dem d 5 Sonntaͤglichen Mahlen/ Vieh huͤten/ Graß holen unnd dergleichen zu halten? Gehoͤren ſolche Stuͤck aauch unter die Nohtwercke und wie hat man ſich Sen dazu verhalten 5. 1. 1¶.Rdentlich Mahlen iſt ordentlich ſeine Nahrung ſuchen und Handwerck treiben/ alſo iſt es benea)ung des Sab⸗ VoDh baths zu wider und verbotten. Solche Leut verſaͤumen O8 den Harresdienſt⸗ werden wild/ irdiſch und viehiſch/ wiſ⸗ Gott und ſeiner H. Ruhe nichts zu ſagen/ oder ſich deren zu erfreuen. eichen Leben alſo in einem ſuͤndlichen Stand/ dafern ſie ſo fort und fort ohne Un⸗ Beiß terſcheid einigen Feyers ihrer Nahrung und Handwercks abwarten/ und arei ſind nicht weniger ſie/ als wir alle an die Seligung des Sabbaths verbun⸗ tal efehlicht alle ihre Werck auß ihren bbie Haͤnden zu legen/ und allein Gottes Werck an die Hand zu nehmen. Das rd iſt das Geſetz/ das heilige Gedenck/ Gebott/ der Bund mit GOtt in der d8 4 Tauff gemacht. Krafft deſſen/ muß der Schuſter auff den Sonntag m ſei Erm ſeinen Kneip und Leiſt/ der Schneider ſeine Scheer und Nadel/ der Schmied Das keinen Aunboß und Hammer fahren laſſe/ ſo auch der Muͤlle ſen Mahl⸗ eut Peras daß GOtt ſein Werck und heilige Ruh bey ihin habenkoͤnne. Wann Ke gleihſehr deie woderason Belcedenhehundüntſchad haen dce — L Die ſechezehende Frag. Menſchen zur Heiligung des Sabbaths verbunden und verpfüchtet/ auch bey offentlicher Benſ wung gültlchen Worts und Gebrauch des H. Abendmahls/ wie bekantiſt. rowegen in unſer Heſſiſchen Kirchen⸗Ordnung von Aäſluer nbunn des Saͤu⸗Schaf⸗ und ri dage darzu anzuwen⸗ or. faͤltig zu ſeyn. GOtt 3 und 4 „ 1 2— I. 6 Die ſiebenzehende Frag. 93 Sraß: Gewiß wird hier langſam ein Nohtdienſt vorkommen/ welcher ſon maͤſte entſchuldiget werden. Darum auch im Faͤrſtl. Edict dieſes recht ver⸗ tn Graß und Frucht abmaͤhen/ heimführen oder tragen/ und weiter. 3 8 Ddie ſiebenzehende Frag. Iſt es recht/ daß auff die Sonntag die Kraͤmer⸗und Hand⸗ wercks⸗Laͤden zugeſchloſſen werdenr: s iſt allerdings recht noͤhtig/ loͤblich/ und in Gottes Wort begräͤndet. Denn bekantlich GOtt Fxod. XXNI. und ſonſten vielfaͤltig die gemeine und ſonſt auff die Werck⸗ Tag uͤbliche Arbeiten ſcharff verbotten/ ſo/ daß der ſoll des Todes ſterben/ welcher am Sabbath werde arbeiten/ ſeine Seele ſoll Naußgerottet werden. Nun ſind Kraͤmer⸗Arbeiten offentlich feil haben⸗ Kauffen und Verkauffen/ Werck⸗Tags arbeiten/ alſo ſind olche auff die Sonntag verbotten. Der Sabbath iſt 2. ein lieber Seelen? uh⸗Tag in GOTT’ allein handthieren/ rechnen/ abrechnen/ kraͤmern/ kauffen und ver⸗ tauffen/ und zu dem Ende die Laͤden eroͤffnen und offen behalten iſt nicht etuhen/ weder in GOtt noch ſonſten am Leibe/ ſondern arbeiten/ alſo laufft cher das wider die heilige Ruhe. 3. Auff die Sonntag ſoll man auff goͤttliche heilige Werck dencken/ und damit den gantzen Feyertag zubringen/ mit gott⸗ ſegen guten Gedancken/ Singen/ Beten/ Leſen/ Betrachtung Goͤttlichen ſich Worts und hohen heiligen Wercken/ dergleichen nicht ſind/ kraͤmern/ hand⸗ iſen thieren/ parthieren/ kauffen und vekaufß ick ſwenden. 4. Soll man ſich zur Heiligung des Sabbaths morgends zeitlich im Gebet und Andacht anſchicken undein guten Vorſatz nehmen zux Heili⸗ , dung und Gottesdienſten. Die aber fruͤh auff ſind die Kram und Hand⸗ n/ und darauff ſeine Gedancken ercksladen auffzumachen/ die Waar/ Fleiſch/ Brod/ Kannen Bier z d zapffen außzuhencken/ dencken nicht an ſolche liebe Zubereitung und Heili⸗ gung des Sabbaths/ ſondern gedencken und iſt ihi Vorſatz auff Wucher⸗ 5 em Geld zu loͤſen/ zu parthieren und ſo zu handthieren/ als wie auff einen ſch Wercktag/ welches alles der goͤttlichen und hohen obrigkeitlichen Ordnung on⸗ und Heiligung des Sabbaths gerad zuwider laufft. 1 . Darum wie das Concilium zu Vuaind gehalten im Anfang des — IX. ſe- ——— . 6 8 4 ailt ottliebende Hertzen aͤrgern/ Fremb⸗ Par und Juden. Und maͤſſen dieſe dencken/ es 2 örer auch ſo Chriſt⸗erkaͤntlich wolten ſeyn/ und ſo GOTT als Landsds; Färſtl. Ordnung folgen/ ſo wuͤrden ſie nicht weniger als andere Chriſtliche Hemanden ds dölchm Segens zu erwarten haben. Wo nicht/ ſo iſt der . 4 2* 3 L1 8 er, Kirmeſſen zu halten? Und bey denſelben zu tan⸗ ,. Sr PAr nicht/ das ſind eitelt/ profan/ weltliche/ und von der r. icht/ das profan/ weltliche/ und von der dſ 4 8 Heiligung des Sabbaths gantz abfuͤhrliche Dinge/ die er. ein Chriſtliche Obrigkeit nicht kan erdulten: Wie von Len unſern Lehrern davon abſonderlich ſchreiben D. Kesler Caſ. be Conſc. c. 11. D. Balduinus Caſ. Conſc.l. z. D. ob. Ad. Oſiander Tract de Sab- 4 bath. q. z.& 3z. p. 264.·& ſeqq. D. J. C. Dürruu Theol. Moral p. 135. D. Stem- Großgebauer⸗ 1pel. Di Pee Sabbath. und der droben q. XIV.§. 1. angefuͤhrte und andere mehr/ welche dieſe ſuͤndliche Kraͤmerey erkennen und verwerffen. Und kommen ſolche profanation und Sabbaths⸗Entheiligungen urſpruͤng⸗ ich auß dem verderbten Chriſten⸗Staat und Pabſtthum/ da man erſtlich n Die achtzehende Frag. 95 Drachtzehende Frag 35 und kan erlaubt ſeyn/ auff die Sonntag Maͤrckt und guter intention und Meynung die jaͤhrliche Kirchen Einweyhungs⸗ auß Her wohen halten/ und GOtt zu Ehren und 5 deſſen heiligem Wohlge⸗ en offentlich dancken vor die erbaute und bißher erhaltene Kirchen. Dann nd mit der Zeit die Mißbraͤuch auß zu vieler conniventz und negligentz der um Geiſtlchen/ in Gaſtereyen/ Taͤnten/ Spielen/ ſo dann Kraͤntrehen und 3 Parthieren/ eingeſchliechen und zugelaſſen/ welches ſo hoch geſtiegen/ daß ein „ keenge hachſtor bottene d lchesſ d baths darauß en bottene profanation und Entheiligung des Sab⸗ anden/ welche billich abzuſchaffen/ und bey vielen Evan⸗ fre 1 geliſchen Staͤnden improbirt und verworffen/ auch ſchon in dem Concilio e uManns ſec. IX. can. 36. deswegen die Sonntags⸗Maͤrckte verbotten ſind. d Darum zu waͤnſchen/ daß ſolches Unweſen und offenbahre Hinderung des fem Gottesdienſts/ bey den Papiſten/ ſonderlich unſern Nachbarn/ daran uns/ ern wegen unſer anvertrauten Zuhoͤrern auch mit gelegen iſt/ wolte und moͤchte * arant und alſo gantzund Far abgeſchafferwerden 4 2. In unſetem liben Färſtenthum und Heſſenland iſt das alles/ 588 Fuͤrſt b G0 TT od abgeſchafft und ſcharff verbotten. Ohne daß ſchon vorher der dergleichen Verbott geſchehen/ ſo lautet die Reformation p. 348. davon aber⸗ mahls alſo. Wir ſetzen/ ordnen und wollen: Daß hinfuͤro die Kir⸗ meſſen durch unſere gantze Kuͤrſtenthumen und zugehoͤrige Graf⸗ Ehafften Cauff dis Sonneen annlich abgeſte 4 und Brhber — ——— o“ — ————ͤͤͤſſͤſͤſſſͤſſſſn 96 Dit achtzehende rag. von unſern Superintendenten und Pfar henſ5 wol als unſern und Beambten/ gehalten werden ſoll. Und da hierüber einiger Fleck wie oder Dorff/ oder die Pfarrherꝛn in den Doͤrffern und Flecken beh funden wurden/ die da Kirmes hielten/ die ſollen darum ernſtlich bar geſtrafft werden. Nemlich/ der Pfarꝛherꝛ ſoll ſeines Ampts ent⸗ nen, ſetzt/ und der Fleck oder das Dorff/ wann es ein ziemlich Dorſſ tags oder Fleck iſt/ um zwantʒig Gulden: Aber ein kleines Doͤrff lein Taz um zehen Gulden/ ſo offt es uͤbertritt/ geſtrafft werden. Die ſon⸗ richt dere Ubertretter ſollen vier Gulden zur Buß geben. In anno ²29. dan wird ſolches wiederholet/ die Kirmeſſen und Sonntags⸗Taͤntze nochmahls und bey ernſter Straff verbotten/ und dabey angedeutet/ daß/ wenn ein Gerichts⸗ und Juncker/ Pfarrer oder Ambts⸗Diener/ die Sonntags oder Kirmeß⸗ Taͤntze erlauben oder ohne Erlaubniß nachſehen/ und die Taͤntzer und Uben So tretter dieſes Gebotts nicht mit ernſter Straff belegen werden/ ſolches an Fch ihme oder ihnen ſolte geſucht werden. v Erklaͤrung p.52. Dergleichen fil⸗ als 1 det man in andern ChurFuͤrſtl. Fͤrſtlichen und Graͤfflichen reſpective Kirz chen⸗ und Policey⸗Ordnungen/ wie davon Carpxovius zeuget/ luriſp Eccleſ 2 n I. II.tit. 16. def. 253 n. 1. feqq. und die Graͤffliche Naſſau⸗ Eatzenelnbogiſe 5 Policey⸗Ordnung de auno 1615. p. 1. Da auff die Sonntag kanesha und Maͤrckte/ und vor den Predigten nicht einmal Weck auff den Kirchhoͤfen Der 1 ſollen feil gehalten werden. p. ꝛ1. Sind abſonderlichen auch die Sonntag⸗ Taͤntze verbotten/ laut der Kirchen⸗Ordnungen. he .*. Es iſt aher hierbey zu beobachten/ daß nicht nur Kirmeſſen/ nt Marck⸗Tag und Taͤntze zu hal nnnfen Bestlandune Geſtet dum von Heſſen verbotten/ ſondern daß auch niemand auß dem Foͤrſtenthum ander, Arn werts ſolches auff den Sonntag thun ſoll. Denn das ja einerley Suͤnde ſen! und auff einerley Entheiligung des Sabbaths hinauß laufft/ ob ich beß tag⸗ mir in meinem Hauß/ Dorff/ Flecken oder Stadt ſolches thue? oder an, hat derwerts? dann eben das gethan wird/ ob ſchon drauſſen und auff dem Gei Land/ das wider die Heiligung des Sabbaths gereicht/ und daher ernſtlich che verbotten iſt. Darum auch dieſe auff die Sonntag hinauß lauffende Ver Ge brech r des Sabbaths billich zu ſtraffen ſind. Wiewoldo einigeerinner Se was die Beſtraffung belanget/ daß man auf die Noht zu ſehen/ welche/ waſ heit ſie ſo gethan/ daß ſie auſſer allem Geſetz ſeyn muß/ auch ohngeſtrafft pflegt geͤ gehalten zu werden/ wie ſolches D. Oſzander, D. Durr, D. Stempelius, und ande, wel re mit mehrerm außfuͤhren. Iſt aber nicht alles vor Noht zu achten/ was des Noht wil genennt werden/ und alſo anders als die Libertiner unnon Die achtzehende Frag · 9 ern und Geſetz⸗Stuͤrmer meynen und lehren woͤllen. Darum zu verwundern/ wie einige von unſern Lehrern in offentlichen Schrifften ſolches zu ſaee. 1 5.4. Es iſt wohl zu beklagen/ daß einige/ ob ſchon Evangeliſche Nach⸗ ich barn/ dieſe Sabbaths⸗Schaͤndung und groſſe Sünde nicht wollen erken⸗ nte⸗ nen/ um in ihren Landen/ Staͤtten/ Flecken und Dorffſchafften die Sonn⸗ erff tags⸗Maͤrckt/ Kirmeſſen und Taͤnte abzuſchaffen und auff einen Werck⸗ lein Tag zu verlegen. Ich ſage enge, dann dem gewiſſen Verlaut und Be⸗ ſn⸗ richt nach/ nicht nur die Herrn Baronen oder Freyherrn von Riedeſel/ ſo 229. dann auch die Herrn Baronen von Goͤrtze in ihrem Land/ Staͤtten/ Flecken ahls und Dorfſſchafften/ ſolche Kirmeſſen auff die Sonntag neulichſtabotten bts, und abgeſchafft/ ſondern auch etliche von den Herrn Grafen zu Solms/ 6 benantlich der Hochgebohrne Graf/ Herr Johann Friederich/ Graf zu Solms⸗Laubach/ enior und Direccor, dergleichen gute Anſtalt gemacht. Sch ſage Evangeliſche/ dann bekant iſt/ daß die angraͤntzende Papiſten/ als Herbſtein und andere darinnen gantz aͤrgerlich und offentlich ſuͤndigen. Welche Maͤrckte die unſenge ja billich ſcheuen und fliehen ſollen/ auch dar⸗ zu mit mehrerm Nachtruck und Schaͤrffe muſſen befehlicht werden. §. ſche§.5. Dabey man ja nicht zu ſehen/ auff langwierige boͤſe Gewonheiten 6 9 und Gebraͤuche: Nicht auff vermeinte beſſere Nahrung und dergleichen. oͤfen Den GOtt muß man jain allen Dingen mehr gehorchen/ als Menſchen 8 und Menſchlichen Gewonheiten/ ſo ſchaͤndliche und ſuͤndliche Mißbraͤu⸗ 4 che ſind/ welchen/ als dem alten ſaͤndlichen Sauffen SSere en/ man ſen⸗ eit rechtem beſtaͤndigen Eiffer entgegen ſtehen/ und dieſelbe abſchaffen muß/ m von Gottes wegen. Sunde geben keine Nahrung/ ſondern bringen Fluch/ der⸗ Armuht und Verzehrung der Mahrung. 8 einer bekanten Stadt 1 inde ſen war ein beſteyieralie Marck auff Galli Tag und damit auff den Son⸗ bey tag/ da hates dabevor hart gehalten ſolchen Marck⸗Tag zu aͤndern/ endlich an, hates die Obrigkeit/ Buͤrgermeiſter und Raht auff ernſtliches Anhalten der dem Geiſtlichen erkant/ und den Marckt auff die Werck⸗Tag verlegt/ ſo ein loͤbli llich che Aenderung iſt/ dabey aller goͤttliche Segen und vermehrte Nahrung vor Ver GOtt zu waͤnſchen. Es waren eben bey kurtzer Zeit noch einige Heſſiſche ern/ Gerichts⸗Junckern in der Meynung/ es were ſolche Aenderung ihrer Frey⸗ vaß heit zu wider/ auff gottſelige Remonſtration aber haben ſie dergleichen auch b 0 geandert/ und die Kirmeſſen/ der Kirchen⸗Ordnung gemaͤß/ eingericht. Von nde, welchen ich das gute Zeugniß geben kan/ daß ſie ihren Willen dem Wort vas des HErn unierwoiffen/ und dem nicht widerſtreben wollen/ was des 79 Herrn Beort und Willeniſt. Eben ſo ler unſert uͤbrige Ben aebu. X8 als bey ſolcher Tantz⸗Freyheit; Laut der Erzehlung/ welche davon ein bes Beſ 98 Die achtzehende Frag. 1 riſtlich erwegen/ daß ſie deswegen nicht die Aenderung vorzunehmen/ als en 4 4 Heſſiſche Kirchen⸗Ordnung/ davonſie befreyet/ alſe gut befun⸗ Cor den: ſondern weil es Gottes Wort und Befehl gemaͤß iſt/ dem ſie ja ſo ver wohl unterworffen/ als wir im Juͤrſtenthum/ und wann ſie es nicht thun/ Vo ligt es auff ihrem Gewiſſen und ſchwerer Verantwortung. Dieſem boͤſen wie Weſen abzuhelffen/ hat ſich noch en ein benachbahrter Grafund Herr&& erklaͤrt in ſeinem Land und Grafſchafften die Sonntags⸗Maͤrckte zu ver, nich bieten/ GOT gebe/ daß nicht ein ander Apoſtel darzwiſchen komme/ und ſollt es auffhalte! §.6. Vom Tantzen noch etwas weniges zu edencke ſo finden 33 ſolch auch einige von unſern Lehrern/ welche zur Entſchuldigung ihrer Obrigkeit, lichen Indulgentz/ vorgeben/ daß jungen Leuten wohl ein recrearion 9n Tantzen auff die Sonntag zuerlauben ſey/ etwa ein Stund vor Nacht/ und mit ſolcher Verwahrung/ daß keire i oighenenvorgiengen. Dann. GOtt auch beym Feyertag auff die KPhuhe uh und geziemende Ergaͤt⸗ lichkeit geſehen habe/ ohne daß auch 2. das Tantzen vor ſich ſelbſten ein Mit⸗ telding und nicht verbotten ſey/ nur daß alles ſeine Zeit habe/ Predig. Sa⸗ lom. III. Wie dann;3. den jungen Leuten eine Muſie und andere erbare Spiel und Kurtzweilen nicht verbotten am Sonntag/ ſo auch nicht das Tantzen/ doch ohne Verhinderniß des Gottesdienſtes. Und waͤr 4. bey dem Bamen⸗Volck ſonderlich/ endlich beſſer ein kleinen Tantz zu verſtatten/ als daß ſie ſonſten bey ſchaͤndlichem Muͤſſiggang auff andere Laſter ſich wen⸗ deten/ welchꝛs dann an verſchiedenen Orten ſo eingeriſſen und zum unnu⸗ aller tzen Gebrauch kommen/ daß auch das Geſinde nicht anders dienen wollen/ ein kanter vornehe Phenee Hathan⸗ 1 F auff den Fe leg o19 §5.7. Nun iſt es wohl wahr/ daß auff den Feyertag nicht alle Ergaͤtz⸗ wen lichkeiten und Freuden gaͤntzlich verbotten ſeyn/ und Aeahnichtalge des d Sisanhs freylich auch auff die recrearion des Leibes mit hingeſehen/ allin Sy das Tantzen unter ſolche Freuden⸗ Spiel und Ergaͤtzlichkeit gehoͤret/ Spa welche den gantzen Menſchen einnehmen/ und von allen gottſeligen heiligen and Gedancken und Wercken abfuͤhren/ davon droben bey der Frag XIV..2. ge⸗ kon dacht/ auch das junge Volck ſich nicht ſo maͤſſiget/ daß es nicht ſoll vorher Ta und den Sonntag mehr auff ſolche Tantz⸗Luſt/ als Heiligun la genhe Aui tags gedencken/ und deswegen das Tantzen ohne Verhinderniß der heillgten W Ruh nicht abgehet/ ſo iſt es ſicherer und beſſer gethan/ nach Inhalt I Tarſtl. Kuchen⸗Ordnung und Necii Bächen ſoiche adieSennd, dab * Die achtzehende Frag. 99 en, als anzuſtellen/ wie Cvraſtomus davon recht urtheilet/ wann Er ſpricht ad , Sear.RVi famene en. Dieſen Lcenu man mir bal Jen Thren ſo verehren und in acht nehmen/ nicht mit Gaſtereyen/ Sauffereyen/ un, Vollereyen und Taͤntzen zubringen. Nicht weniger lehret Auguſtinar⸗ 1 ſen wie droben angefuͤhret. Ludovicus Granatenſis ſagt recht/ nil niſi lanckum &s Chriſtianum hiſce diebus reperire liceat. p. 230. ſeines Catech. Es ſoll nichts/ als was heilig und Chriſtlich iſt/ in dieſen Tagen erlaubet ſeyn/ und ſcooll man in ottlicher Traurigkeit die Suͤnde der vergangenen Wochen da⸗ r iinnen bereuen. p. 229. 233. das findet ſich nicht beym Tantzen. Und wie auß Hche Urſach Jechten⸗Ballt/welklche Comeedien halten und dergleichen⸗ it, ihrer ſelbſt eigenen Lehr und Bekaͤntniß nach/ nicht ohue groſſe Sende da⸗ nit ſtattet werden/ quia nihil prorſus ſacri, ac neceſſarii aut utilis habeant, mul- tum verò profani, inanis ac incommodi, ſind ihre Wort/ weil ſie nichts ne. Geiſtliches oder Heiliges/ ſondern mehr Schand und Schaͤdliches enthal⸗ ag, ten; alſo wird eben das nicht unbillig von den gememen Taͤntzen geurtheilet. it,. 8. Sie bemuͤhen ſich ſehr/ welche als Vortaͤntzer und Platzmeiſter za⸗ den Taͤntzen das Wort thun/ ein Unterſcheid zu machen/ 7. Unter dem erba⸗ ren/ zuͤchtigen und maͤſſigen/ ſo dann unter dem unzuͤchtigen/ frechen und 1 kich ertigen Tantzen/ jenes ſey freylich der Heiligung des Sabbaths zu bey wider/ nicht aber dieſes. Dann wollen ſie lieber dieoffentliche Taͤntze erlau⸗ ten/ ben/ dabey ein Auffſehen ſeyn koͤnte/ ais das Winckel⸗Tantzen/ welches im ven, Verborgen und ohne Auffſehen verdachtiger We vorzrhet⸗ dabey leicht mnä⸗ allerley Leichtfertigkeit mit unterlauffen koͤnne. Dann ſoll auch nur etwa lne in Stund vor Albend ſſches ventaetet wardeih int groſſe Behurſam⸗ be Beſcheiden⸗und Erbarkeit/ und was dergleichen Reſtrictionen mehr ſeynd. Mun wil ich zwar nicht ſagen/ daß ein ehrlicher Tantz auff den Sonntag/ d6⸗ d Er beſagter Maſſen eingerichtet iſt/ ſo viel ſen/ als nach Brauch der —— pS——“ 3 * 3 5 * 1is. * Ed 21 S— e ☛ gen einen Die neunzehende Frag. dor and auff andere Zeit Gottes Wort deſto fleiſſiger hoͤren. Dann ſokoͤnten al⸗ zu le Entheiligungen ihre Entſchuldigung haben/ und wenn ein Schneider/ iſte Schuſter und dergleichen ihr Handwerck getrieben auff den Sonntag/ or⸗ moͤchten ſie gleichfals ſagen/ ſie koͤnten und wolten ſonſten ſolches wieder zu einbringen/ und Gottes Wort auffeine andere Zeit hoͤren. Das ſind untuͤch⸗ tige/ unguͤltige Entſchuldigungen. Es bleibt bey dem Verbott auß dem —Concilio Aquiggranenſi zu Zeiten des Keyſers Ludovici I. 836. can. 17. part 2, So in den Kirchen⸗Satzungen der Ungariſchen Kirchen anno 1642 zu Wa⸗ radein außgegeben Can. LIX. und bey unſern Evangeliſchen Lehrern/ Bal- auin. 1.. c.13. Caſ. 8. p. 486, Dunr. q. 73. p. 253. D. Quenſted in einer Diſput. QIV. approbirt wird. ..z. Was die Kindtauffen anſaußet warden ſolche in ſo weit auff die 6 Sonntag zugelaſſen/ als keine weitlaͤufftige und dem Gottesdienſt hinder⸗ liche Mahlzeiten dabey vorgehen/ und damit ſolche moͤgen nachbleiben/ iſt 1an verſchiedenen Orten in Heſſen braͤuchlich/ nach der Tauff und letzten Pre⸗ rer⸗ digt ins Wirtshauß zu gehen/ bey einem Stuͤck Kuchen und ein halb Wein hren vor die Perſon zu trincken/ ohne ſondere Koſten und Weitlaͤufftigkeit. Wel⸗ Din⸗ ches/ wann es in der Stille geſchiehet/ kan etlicher Maſſen entſchuldiget wer⸗ den/ weil auff den Feyer⸗Tag keine ſolche uͤberfluͤſſige Speiſe bereitet/ dar⸗ durch der Heiligung des Sabbaths ein Abbruch geſchehe. ver. 3. Iſt es ein ſchwere Suͤnde/ wie D. Kesler c. Xl. in Caſ. Conſc von lche den Jahrmäaͤrckten redet/ den Tag der zum Gottesdienſt/ Gottes Wort zu zu⸗ hareizund in Chriſtlichen geiſtlichen Sachen zuuͤben/ zur Abſchaffung oder doch mercklicher Verhinderniß ſolcher geiſtlichen Ubungen/ zu verwenden/ undan ſelbigem Tag auff freſſen und ſauffen zu gedencken/ ſo leuchtet ſolche CSände auch hier hervor. Und demnach der Libertiner/ Antinomer und all⸗ ehen zu ſicherer Lehrer Meynung nicht zu billichen/ daß man in dergleichen Din⸗ ſe doͤrffte thun auff die Sonntag/ was man wolte. Gott wil ſeinen Sab⸗ ſt/ derhoͤrt etes.“ 6 nd 5. 4. Es pflegt wol auch von den Begraͤbniſſen gefragt zu werden/ enſt ob ſolche auff die Sonntag zulaͤſſig ſeyen? Weil bey den alten Roͤ⸗ die wern an hren Hegoniſche ofach en keriis, ſo dann bey den Juden ſolche erg nicht zugelaſſen. Allein die Toden begraben/ gehoͤret unter die Wercke der zeie Barmhertzigkeit/ welche ja freylich zugelaſſen auff die Sonntag. Doch hat delt man hier auch auf rühhesſtenndes der noͤtigſten Carechiſmus enLehr nichts abgehe/ und kein Mißbrauch gehe 4 4 Die ath heilig gehalten haben. Das iſtſein Wort und Gebott/ wer auß Gott T Lde ehr eenſine auch ſ onn Wa⸗ 6 aber endlich von den Sabacho⸗ Manden halten/ wann die Chriſten den Juden auff 1hn n Sabbath dienenrnn: 1 d ck 3 „. enerewe rrsere rene 2 undöeewegen gü win n/ daß in dem offt hoͤchſtbelob⸗ ten Faͤr Lere ſolches von neuem zuverbieten/nicht ver⸗ te Foͤrſtli urdnet und Bbotd vorige Theolog i davon deme und Selthe anende andgraf Geor n de 11. genannt/ laͤſt ſt anno 39. ein ſonderbahte ernſtliche Verordnung er⸗ Se nes einen chen ahohen belgbrah 1 ſernſt Lhrtuche Befehi uu. wie Th. 8 in nen meid un ae in 3 “ 5 ‿ “ 1 3 1 1 * Der Eiſchluß an die Brandten imuttvon WottzuWdrtalſß: madung funfftis Reichsthaler unnachlaſſiger Straff/ damit ſie Uns/ ſo ofſt ſie darwider handeln werden/ verfallen ſeyn ſollen) aller ein⸗und außge⸗ ga, noch einiger eſtalt darunter nachgeſehen werde/ fleiſſige Obacht haben *. let/Maſſen Wir dann auch diejengellnterthautn ſo zu olchen aͤrger⸗ abt lichen Juden. Dienſten/ ſich gebrauchen laſſen werden/ ihrem Vermoͤ⸗ G ung findanen Sngenn, nit Geld⸗oder Thurn⸗Straff belegen Vnn wollen/ und ſolleſt lins/ ſo offt hierwider gehandelt wird/ deinen un⸗ terthaͤnigſten Bericht/ mit Benahdunn der Verbrerher Nahrung und Vermoͤgens/ ſo bald und bey Vermeydung Unſerer Ungenad/ 8 peherſemich aſtaten auch dam ſeh wänngleh darnach u ahten wiſe, tt 3 Novembris, An, 1639. enen Chriſten⸗ Dienſts/ auff ihren Sabbath/ allerdings ſich zuenthalten⸗/ nſtlich verbieten/ auch da d mher Te⸗ hlbedzeteln gerhanem dſe Unſee anſte Verordnung förderlichſt„euenen. Berſehens Uns, —— —— —— 3 „ Die zwantzigſte Frag. §.z. Dieſer Fuͤrſtlichen oͤchſtloͤblichtten Verordnung hat der geweſene tapffese 2 8 eld/ Herr bandohſf Georg der 4 Aandeſ n Herr Sohn/ hoͤchſtſeligen Andenckens/ wohnend dazumahl zu Voͤhl/ treulich inſiſtirt, und denen unter Ihro Durchl. wohnenden Juden in der Herrſchafft Itter durchauß keine Sabbaths⸗Maͤgde verſtatket/ und als ſie/ die Juden/ deswegen Beſchwerung vorgewendet/ und ſich geſtellet/ als wolten ſie degwegen auß dem Land zjiehen/ hat Erihnen gantz ernſtlich und ruͤhmlichſt in gottſeligem Eifer anbefohlen ſe ſolten innerhalb 24. Stunden alleſampt das Land raͤumen. Da die Juden dieſen Furſtlichen Eifer geſt⸗ hen/ haben ſie zwar gantz unterthaͤnigſt angehalten/ daß ihnen im Land zu wohnen und zu bleiben gnaͤdigſt verſtattet werden moͤchte/ ſie wolten und begehrten keine Sabbaths⸗Dienſte von den Chriſten/ allein ſie haben fort gemuſt. Waͤrde dergleichen Eifer bey andern Fäͤrſtlichen/ hohen und an dern Potentaten ins geſambt gefaſſt/ ſo wuͤrden die hoffaͤrtige Geſellen der⸗ gleichen ſchimpfliche Bedienungen von den wehrten und theuren Chriſten weder begehren/ noch erlangen. Daher mag es kommen ſeyn/ daß auch noch die Wohlgeborne Herrn im Buſeckerthal in ihren Ganerbens Dorff⸗ ſchafften öber dergleichen iöbliche Ordnung ruͤhmlichſt halten/ wie nich! ſäͤn weniger einige benachbahrte Grafen und Herrn/ wie ich gewiſſe Nachrichl habe von dem Hochgebohrnen Grafen und Herrn/ Herrn Johann Frie⸗ vercheeerafen zu Sohna⸗Vaubich und andeen Onei dedlechenaBefſſ ergehen laſſen. Nas 9 . † allegirt der hochverdiente D. Aremesder ein T einer præfation oder Vorrede anno er von Sihfl eultaͤt geſtellet/ darinnen die Sandlichkeit ſolches I vorgeſtellt ſey. Welches Tractaͤtlein aber nicht mehr alte weitberuͤhmte Gieſſiſche Theologus, D. Helvicus hei So viel nun derHefiſche Theolsge ehr hieruder betrift/ un ihres Aberglaubens und abgoͤttiſchen Got⸗ mit Feuer anzuͤnden/ Waſſer tragen/ und 2 er 2ch bedorffen a VII 115 Die gemeine und he ſidirh der Evangeliſchen Geiſtlichen ,qd er iſt dieſe/ daß ſolcher Dienſt ſuͤndlich/ ſchaͤndlich /3aͤrgerlich und ſchin 9 ſey/ 1. Wider die Gottes Forcht und heil „ e und heiliges Wort/ daß ma den Belials⸗Kindern nie ts ſoll zu Befoͤrderung ihres boͤſen Gottesdienſt ren. zu ſchaffes haben/ un ſich nicht theilhafftig zu machen ihrer Apgötterey 1 as Die zwantzigſte Frag. und Aberglaubens.. Joh. v. u. ſondernidargegen ſoll man der Feinde Ghriſul Vend ſeyn/ wollen wir rechtetreue Freunde und Juͤnger unſers Heylands ſeyn. Es heiſt hier: Wer nicht mit mir iſt/ der iſt wider mich Matth. XII 30. Und Joh. XV. ½½. Ihr ſeyd meine Freunde/ ſo ihr thut/ was ich euch gebiete. Feinden Chriſti ſoll man nicht parrociniren und ſie bedie⸗ hoͤren. Solte nicht der HERR dermahleins ſagen/ wie dorten Sohn Hanani der Prophet ſu Joſaphat/ als er dem gottloſen Ahab ge⸗ dienet: Soltu ſo den Gottloſen helffen/ und lieben/ die den HErrn 2.Chron. XIX.z. an welchem Ort die nachdenckliche den Richtern gepredig⸗ te Wort ſtehen: Sehet zu was ihr thut! 2. Iſt ſolcher Schanddienſt wider die Hoheit/ Wuͤrde und Heiligkeit unſer Chriſtlichen Reli- gion/ denen bey ihrem Unglauben zu dienen/ welche Fe inde ſind des gantzen Chriſtenthums/ Chriſtlicher Lehr und Lebens/ ſonderlich der hochgelobten Dreyfaltigkeit und unſers Heylandes JEſu Chriſti/ den ſie allermeiſt am abſcheulichen Abgotterey deſto freyer koͤnnen abwarten/ welches heiſt b auſaffehhegen zu ſolcher Sl helffen/ foͤrdern und theilhafftig werden. 3. Sind ſie den Juden und Chriſten aͤrgerlich. Jenen geben ſie Anlaß allermeiſt ihren Predigern und Beichtvaͤtte Beſchwerung/ Zorn und Unwillen/ daß ſie Chriſten muen ſeuffzen/ klagen und zuͤrnen. . 6. Man iſt zwar nicht der Meynung/ daß man die Juden gar nicht dulten und leyden ſolte unter der Chriſtenheit/ wiewohl ſolche Dultung/ Peuf die Juden⸗Ordnung kuntbar nicht gehalten wird/ überauß gefaͤhr⸗ 1 1 ienſten/ wie auß der Erfahrung und ihren eigenen Erklaͤrungen beka ſo muß dieſe Erdultung der Ehre Chriſti und fhits Reichs nehenn ider geſchehen. Man dultet ſie allermeiſt in der machen ſie lauter Unluſten/ Adbgaͤtteren geſt net und bekehret. 4 57. Sprichſtu/ ja dag mag wohl a in ansdme agenah nen laſſen durch die/ welche den Nahmen Chriſti fuͤhren und Ehnboangn Jehu der B haſſen? Und um deswillen iſt uůber dir der zorn des HERBll. ſelbigen Tag ſchmaͤhen; wann ſolchen die Chriſten dienen/ ſo helffen dieſelbe d ſtinckende Saͤcke/ ſo viel an ihnen iſt/ daß jene/ die abgoͤttiſche Suhenahuf von dem Chriſtenthum ſchaͤndlich und ſchimpfflich zu dencken und zu reden/ daß wir in unſerm Glauben ſo kchefinnig und luͤderlich ſeyen. Dieſenund er dergleichen unwuͤrdigen davon ſonſten; allein weil ſie doch wohl leben koͤnnen auſſer dieſen V nung und Erwartung B rkehrung, allein durch dieſen Judendienſt werden ſie mehr in irs ſeyn/ allein wit ſoll 3hmenae, 3 lcy/ vrwegene/nchtswundige Zuhoͤrerhat welchedie ſůn . ber und fort begehen und doch kommen das heilige Abendmahl zu genieſſen? n en b werden/ weil Er wider ſa piſenhafft Beichtvatte und Pfarte chun, wann Er dsglachen lider⸗ liche Dienſte nd zwar/ wenn ſie ein und andermahlerinnert/ Beſſerung verſprochen und die nie kane erwieſen/ ja wohl endlich dahin kommen/ es ſey dieſes keine Suͤn⸗ nge, de/ſie wolten das Abendmahl haben/ und erlangen auch Obrigkeitlichen Befehl an den Pfarrer/ ſolche Leut nicht vom Abendmahl abzuhalten/ bey Fuſſe nahmhaffter Straff/ wie noch juͤng ſt ein gewiſſer Pfarꝛer aͤber ein ein dergleichen Klag gefuͤhrt. Darauff iſt zu antworten/ daß der t. Pfarrer rin ſeiner kehr muß fortfahren/ einiern/ ermahnen/ die Suͤnde nach⸗ g adcklch vorſtellen und auß Gottes Wort kraͤfftig darthun zu rechter Zeit ſt and Unzeit. Vors 2. alle Mittel und Kraͤfften anwenden/ mit bitten und ſiehen fuͤr Gott und der Hbrigken daß ein ſolcher Befehl nicht moͤchte exe⸗ Ott und das Gewiſſen laufft· Wil es nicht ffen/ und nicht erkant werden/ auch die hohe Obrigkeit dennoch dit ab⸗ lution beffehlt/ ſo iſt zwar ein ſolcher Befehl unrecht und nimmermehr zu be behaubten/ daß man einem Pfarrer wider ſein Gewiſſen etwas zumuhte/ aſſen allezeit wahr bleibt: SGTT muß man mehr gehorchen als Jenſchen/ und kan keinem Menſchen erwas wider Gewiſſen be⸗ ſohlen werdan. Darum auch der Pfarrer hierinnen nichts wider GOtt nlat und ſein Gewiſſen thun kan/ es komm wie es wolle/ und olte Er auch um den/ der Warheit/ Ehr und Liebe Chriſti/ gemartert/ beſchuͤdiget/ verfolget/ 3 8 89 iicht eſen von denlimſtaͤnden kein-zachricht 6 8 1 71 1 2 3* —, 3 4 auch wohl gar vom Altppne ſre und v auch be Kändert und beraubet/ 5 gerödtet werden. Welches ffene undeiferige Lehrer und Prediger maͤſſen relol alles zu leyden/ rechtſe uut und in groſſem Muht und Troſt gewaͤrtig ſeyn. Solt aber/muß und inder bey demunrechten obrigkeitlichen Befehl beſtaͤrcket/ ucht der das haben/ ſo iſt es beſſer/ daß Er einen andern Pfarrer anſpreche/ der dieſen Schand⸗Sack nicht kennet/ und⸗ adenll icht hat/ da doch endlich einem ſo boͤſen Men⸗ ſchen kein andere abſolution geſchehen kan/ als auff gethane Beicht/ und dafern Er der Beichtiger ſeine Suͤnde erkennet/ bereuet und davon abzuſte⸗ wil endlich der ng hen vorhat/ wo nicht/ ſo empfaͤnget Er/ der unwuͤrdige Communieant/ das Abendmahl zu ſeiner Verdammniß. Allein/ könte auch ein ſolcher Geiſtli⸗ cher/ inem das Abendmahl wiſſentlich zu ſeiner Verdamniß reichen laſſen? Wiſſentlich und befliſſen naht Souden ſö g als nur Hoffnung da 35 2 4 —— 408 Dite ziwantzigſte Frag. daß GOT ſolchem Menſchen werde ſeine Suͤnde zu erkennen geben/und Seufftzen/ die Communion durch einen andern verrichten laſſen/ doch in fleiſchlicher Rach und ohnmaͤſſigem Zorn/ der nicht thut/ was vor GO der Unflaht in ſeiner Unreinigkeit ſoll fortfahren/ ſondern in der Hoffnung/ zoͤttlichen Speiß der Suͤnder bekehrt/ von Suͤnden gereiniget/ und auß ſei de Ehſehiit errettet werde. Deswegen vor ſolche irrende Menſchen fort undfort im Gebet anzuhalten und zu ſeufftzen iſt. Wil denn dieſes al⸗ den ſeine Seufftzen den hartnaͤckichten Suͤnder trucken/ und das Abend⸗ mahl zur ewigen Verdamniß/ Qual und Pein ihm außſchlagen. Was aber bey ſolcher Verdamniß die Obrigkeit/ wegen des Befehls/ vor G Ott behuͤten/ und denen Juden⸗Patronen ihre Saͤndlichkeit vorſtellen wolle. und Conſiliis Eccleſiaſticis, wie denn AM. Georg. Dedekennus Theſ. Conſilior, Volum. z. p. 117, ein hee9iſch Vedenckin ſthrt s den 12. Januarii 1620. gegeben und alſo lautet: So viel die Jude — betrifft/ ſo iſt es nicht allein gefaͤhrlich/ ſondern auch/ ſo fern ſolche Dienſt⸗ vom Chriſtlichen Glauben abgehalten merdenſaer 2. In participatione rea- tus alieni, daß ſich ſolche Dienſtbotten ſo V Zorns GOttes und ſeiner Straffen/ ſo da ergehen uͤber die greuliche Laͤſtes davon endlich abſtehen/ ſo fern kan Er in ſolcher Hoffnung im Gebet und z'oſſer Behutſamkeit und Sorgfalt/ in Lieb und Andacht/ daß Er wiſſent, gezei heoſſend befliſſen nichts wider das Gewiſſen/ ſo zart iſt/ auch nichts auß ſoi recht iſt/ unter nichtigem Vorwand eines Gewiſſens vornehme. Nicht da; daß nach hertzlicher Vorbitt endlich durch die Krafft Gottes und der heilign les nicht helffen/ ſo hat der Prediger ſein Ampt moͤglichſt gethan/ und wer⸗ und dem ſtrengen groſſen Richter zu verantworten haben wird/ iſt leicht zu n Anden. Die Philolophi haben ein auch in Gottes Wort richtige Regul Cauſa cauſæ eſt etiam cauſa cauſati. Darum ertzlich zu bitten/ daß Gott alt d Chriſtliche Obrigkeit vor dergleichen Befehlen und referenten in Gnaden §§. Ein mehrers haben unſere Theologi in den Gewiſſens⸗ Fragen von der unteesſast ephcan di uden barkeiten nicht gezwungen/ ſondern freywillig/ GOttes Ordnung zu wi der/ daß ein Chriſt bey ihnen im Dienſt ſtehe. Die Gefahr erregt ſic t . in ſeductione vera fide, in dem/ daß ein ſolcher leicht kan verfuͤhrt und chuldig machen/ des grimmigen ng und Schaͤndung unſers HErrn JEſu Chriſti/ welche/ weil ſie frey⸗ g den Laͤſterern beywohnen/ was thun ſie anders/ als daß ſie nebenden en in Gottes Straff fallen?Und dann weiter/ die Juden ſollen derChri⸗ Knechte ſeyn/ dieſe kehren das Urtheil Gottes um/ und ſaſande V Die zwantzigſte Frag. 199 und Knecht uͤber den Herrn. Darum ſich auch die Juden deſſen ruͤhmen/ daß d ihnen die Chriſten am Sabbath dienen muͤſſen. p. 118. Weiter hat dieſe Frag D. Maͤller in ſeinem Judenthum außgefuͤhrt p. 1473. und vornehmlich t, gezeigt/ daß ein ſolcher hinſt wider Gottes Ordnung ſey/ und die auß 4 verrichten⸗ ſich theilhafftig machen aller Judiſchen Suͤnden und 8 6. 9. Es hat zwar der beruͤhrte und beruͤhmte Doctor Muͤller fuͤnſf ung/ Motiben und Urſachen/ oder Argumenten an⸗und außgefaͤhret/ warum die gen Chriſten den Juden nieht ſollen dienen/ weder auff Werck⸗oder Feyertagen/ Bſei, ſondern gar mcht/ wir wollen aber auß ſolchen fuͤnffen nur zwey/ als/ ſeiner chen Aonu nach/ die erſte und letztere Urſach/ um der Kuͤrtze willen/ hieher von 8 al: Wort zu Wott ſetzen/ wie ſie lauten/ ob etwa ſolche ein groͤſſern Nachtruck der, und Autoritaͤt erlangen moͤchten/ als das/ was wir reden und lehren/ und nd daß man deſto eigentlicher erkenne/ was andere Chriſtliche und gewiſſen⸗ a haffte vornehme Lehrer von dieſen hoch⸗aͤrgerlichen und ſchaͤndlichen Sab⸗ tt baths⸗oder Juden⸗Maͤgden und Dienſten halten. In der erſten Urſach eu udet Er alſo: I. Lauffet ſolcher Dienſt zu wider der goͤttlichen gul: Ordnung/ in dem GOTT die Juden nicht zu unſern Herren/ ſon⸗ alle dern Knechten geſetzet/ alſo/ daß wir nicht ihnen/ Sedenſi⸗ uns en diene ſollen. Im Alten Teſtament hatten die Juden zwar frembde Knechte/ als ihnen GOT T das Land Canaan eingabe/ ſchenckte Er ihnen agen alle Einwohner des Landes zu eygen. Dannenhero die jenige Heyden/ or, welche beym Leben erhalten worden/ der Juden Feerbte ehnanuſthn Als an, KeSabehner Jo iſtigli Lhern ür/ ſie kaͤmen auß fernen oſuam liſtiglich bet 7. är, iden Landen/ Harte 1 Saͤck auff ihren Eſeln/ und alte zerriſſene geflickte nſt⸗ Weinſchlaͤuche/ begehrten einen Bund/ daß ſie beym Leben bleiben moͤch⸗ wi ten/ Joſua aber/ und die Elteſten in Iſrael endlich ſahen/ daß ſie betrogen NRoͤmiſche K in eine Dien ſich waren/ und den Eyd um des HERR N willen nicht brechen wolten/ 10 Die zwantzigſte Frag. ment verlohren/ und nicht wir/ ſie mäſſen unſer/ wir aber nicht nich chrer Obrigkeit Unterthan ſeyn. Wann nun ein Chriſt in der Ju⸗ boͤſe den Haͤuſer ſich als ein Knecht oder Magd zur Dienſtbarkeit begiebet/ den tign Juden dienet und auffwartet/ der verkehrt unſerm Errn GOTT und ſeine Ordnung: Er macht ſich unterthan den Juden/ da doch GOTT brach die Juden uns Chriſten hat unterworffen/ Er macht ſich zum Knecht der Wa Jenigen/ die GOtt zu der Chriſten Knechten gemacht hat. Haͤtte GOtt uns Chriſten in der Juden Dienſtbarkeit gegeben/ daß wir Frembdlinge ein bey Ihnen waͤren in ihren Landen/ es wurdens die Juden wohl blei g ben laſſen/ daß ſie uns dienen ſolten. Allein wir Thriſten ſind ſolche 65 thoͤrichte Leute/ und machen uns ſelber zu der Juden Knechte/ da doch der Gi Allmaͤchtige GO uns gemacht hat zu ihren Herren. Wer demnach det. ſolche Ordnung Gottes umkehret/ der verletzet hierinn ſein Gewiſſen/ ner/ und kan ſolche That vor GOTT nicht verantworten. „. ¹0. Die fuͤnffte Urſach gibt Er mit ſolchen Worten. v. Es machen ken u ſolche Chriſten durch ihre Dienſte bey den Luden ſich heulhaff, tig aller Suͤnden und Greuel ihrer Herren. Das geſchicht zum heil durch ihre Arbeit: Sie muͤſſen ihre Hand leyhen und arbeiten/ daßman das Oſter⸗Jeſt/ Pfingſt⸗Feſt/ und Lauberhuͤtten⸗Feſt begehe/ welche Fe⸗ ande ſte mit ihren Ceremonien vor GOtt ſtincken/ denn ſie geſchehen im Unglau⸗ den: ben und Verachtung ſeines Sohns Chriſti/ ohne Anruffung des wahren iſt Gottes/ haben auch nunmehr gant auffgehoͤrt/ nach dem Chriſtus ins vor Sleiſch kommen/ ſie muͤſſen auch ihre Arbeit und Dienſte in den Haͤuſern da⸗ zeige hin richten/ daß der Juden Sabbarh gefeyret/ der Chriſten Sabbath aber geth 9 verunehret und entheiliget werde. Zum Theil geſchicht es durchihr Still; were ſchweigen/ wann ein Chriſt ſtillſchweiget/ zu den Dingen/ welche wider eine 1 die Ehr ſeines Heylands lauffen/ die Er doch ſtraffen/ und ihnen widerſpre⸗ ſchaf chen ſolte/ macht Er ſich mit ſolchem Stillſchweigen deſſelben theilh 19. G Nun horen und ſehen ſolche Chriſten/ die in der Juden Haͤuſer dienen/ taͤ⸗ 4 lich ſoiche Ding/ welche wider ihren HErrn Chriſtum und ihre Chriſtliche celigion lauffen/ doͤrffen aber dawider nicht reden/ denn das wuͤrden ih 1 nen Herrn und Frauen nicht geſtehen/ ſondern ſie muͤſſen ſtillſchweigen/ al les laſſen hingehen/ dadurch werden ſie ſolcher Greuel theilhafftig. Es heiſ⸗ den⸗ 1 ſet auch in dieſem Stuͤcke: Wer guts chun kan/ und thut es nicht/ ben 4 dem iſts Sünde. jac. V. So Jemand zu euch kommt/ und brin des get dieſe Lehr nicht/ den nehmet nicht zu Hauſe/ grüſſet ihn 23 mgh. 8 82 ni 3 8 Diie ziwantzigſte Frag. nn iund bekämmert ſind. Allein tt n/ und zumahl an dem Tag und zu der Zeit/ daſſihh 2a re Gottslaͤſterung ſieih ſchen koͤnnen deſto beſſer auff die Straſſe greiffen. Der Schafe gehuͤtet/ wet dede HFenhaſen und wunahl an dan Sag un 2 1 g begehen/ und damit ſie ſolcher ihrer abſcheulichen Ab⸗ unt goͤtterey deſto ruhiger und ungehindert abwarten koͤnnen/ han Han r gehen. Das heiſt das Geraͤht wahren und huͤten/ daß die Moͤrder inzwi wa Un, mit Enn dar⸗ gen ſit ger Die zwantzigſte Frag. 88 eche Zand und naͤhre dich redlich/ Plal. XxXVIl. 3 Mit GcTTund Ab⸗ mit EThrey/ daß du GcTC fuͤrchteſt und niemand unrecht thuſt/ 4 nd wie Lutheri Rand⸗Gloͤßlein ſolche erklaͤrt. Heiſt das mit GOCT/ was wider Gottes und Chriſti Lehr und Befehl? Mit Ehren/ was wider die Heiligkeit/ Hoheit und Ehr des Meſſiæ gehet? wie droben er⸗ waeeſen. Wer Nahruͤng ſuchet mit Suͤnden/ und wie D. Maͤller redet⸗ Un, mit Verkleinerung der Ehren Gottes/ mit Verletzung ſeines Gewiſſens/ 1 inde Entheiligungdes Sabbaths und Schadenſeines Chriſtenthums/ der naͤh⸗ 3 din ret ſich nicht mit GOtt. Soll unſer Nahrung des Leibes mit Schaden ind und Gefahr der Seelen geſchehen? Soll man Chriſtum unſern Heyland, Cu. um der Saͤu willen/ mit den Gergeſenern außſtoſſen? Es were ja endlich en beſſer durch bitten und betteln ein Stuͤck Brod zum Auffenthalt des Lebens/ eine als durch Sände und Aergerniß/ mit Spott und Verietzung des Chriſten⸗ r thums zu fuchen. Man hat/ ſolchem Vorwenden des aͤuſſerſten Armuhrs ort abzuhelffen/ an einem gewiſſen Ort/ und damit der Pfarrer moͤchteſein Ge⸗ —vwiſſſen befreyen/ Verordnung thun wollen/ daß ein dergleichen Juden⸗ che Sabbaths⸗Magd auß dem Kaſten ein Almoſen habenſolle/ umvon ſolchem ſchaͤndlichen und fündlichen Dienſt abzuſtehen. Es hat aber doch nicht helf⸗ f ete fen wollen/ ſondern des Junckern Gebott gieng vor der goͤttlichen Ehr und 8* tti, Lehr/ und muſte die Sabbaths⸗Magd ferner dienen/ daß die Juden nicht zu auß dem Dorff zoͤhen und des Junckern Miiſhung nicht gefaͤhrt wuͤrde. Es age erkaͤrte ſich endlich der Juncker von ſeinem Gebott abzuſtehen/ wenn ein i Univerſal⸗Verbott im gantzen Land geſchehe/ daß auch alle andere ſeine ung. Wettern muſten dergleichen thun⸗ vieſes iſt nicht die Suͤnde gar 8 e. V uͤnden einzufuͤhren. Gehet man gb demerſten Gebott und von der Jurcht des HErrn/ ſo kan man deſto t ter verfährt werden zu Suͤnden wider das ander Gebott. Haͤlt man ges erſte Tafel nicht des Gottlichen heiligen Geſetzes/ ſo hat der Teuſſel ſchon In Chär und Thoren offen/ die Soͤnde zubereden wider die ander Taftl. Iſt antzigſte Frag. nden/ daß ſolche Sabb und Epiſtein ſote verleſnunderklären? und was dergleichen mehr iſt⸗ha.. kantlich zu dem Judiſchen Poliewy⸗Geſetz/ undwird nun die Weſtraffun Kirehen ſo angerichtet wie es die Noht und Bilichkeit erforder. Bas 1* We— InTEnTnſnmnnſinng0 12 13 14