1 35— 2 4* 4 88 9B GESSEN WARMünic 3 151 261 8 DBibiðii di diiðt ʒ:Bidi BiBiiddid —————— EX LIBRIS SEMINARlI THEOLOGlICI Geschenkt von iid iDDiDiOEE 6 16 6 aiiiIEI SG G i 6 e 3 22 2.. O. V S21iS iSi5 di5S PNSi S:S:— V A ———. Geiſtliche Gedichte des Grafen von Zinzendorf Eine Nuswahl zur Erinnerung an den Tag leiner Geburt vor zweihunderk Jahren Herausgegeben von H. Bauer und G. Burkhardt 1. — 44 A* Aℳ s. 8⁸„ . Ed. N Teipzig Verlag von Friedrich Janſa 1900 Es ſeit der 26. Mai Gedächtni Tage wie was das werden. Einswerd die Herrn zweitauf heutigen mit auf freilich bedeutun Kircheng der Tho ſowohl! nicht ge vollen S wenigſten gemeinſch ———— Vorrede. Es naht der Tag, an dem 200 Jahre verfloſſen ſein werden ſeit der Geburt des Grafen Zinzendorf. Dieſer Tag iſt der 26. Mai 1900. Es iſt alſo Veranlaſſung gegeben, daß das Gedächtnis dieſes Mannes in der evangeliſchen Kirche unſrer Tage wieder wach gerufen werde. Zinzendorf konzentrierte alles, was das Menſchenherz in ſeinen Tiefen bewegt, mit ſeltener Energie auf einen einzigen Punkt, auf die perſönliche Ge⸗ meinſchaft mit dem lebendigen Chriſtus. Darin liegt ſeine Be⸗ deutung. Und dieſe Bedeutung beſchränkt ſich nicht auf die Zeit ſeines Lebens. Auch heute noch ſollte der Mann in ſeinem Streben gekannt und gewürdigt, ſollten ſeine Schriften geleſen werden. Denn der Sammlung aus der Zerſplitterung, dem Einswerden im Mittelpunkt alles Chriſtenlebens bei Verſchieden⸗ heit der Auffaſſung in Nebendingen, einer Sache, die uns heute dringend not thut, dient er noch immer mit der wunderbaren Energie ſeines religiöſen Lebens. Dieſer Mann, der ſein Leben thatkräftig in den Dienſt ſeines Herrn ſtellte, war zugleich auch Dichter. Er hat wohl an zweitauſend geiſtliche Lieder gedichtet, deren viele einen für unſre heutigen Begriffe ſtaunenswerten Umfang haben. Er dichtete mit außerordentlicher Leichtigkeit, oft improviſierend. Nun liegt freilich nicht ſeine eigentliche Stärke, auch nicht ſeine Haupt⸗ bedeutung in der geiſtlichen Dichtung. Wir werden ihn in der Kirchengeſchichte wohl in erſter Linie immer als einen Mann der That zu betrachten haben. Immerhin iſt ſeine Dichtung, ſowohl nach ihrem dichteriſchen als nach ihrem religiöſen Wert, nicht gering anzuſchlagen. Er war wirklich ein Dichter im vollen Sinn des Wortes. Und er hat zu ſeiner Zeit nicht am wenigſten gerade durch ſeine Gedichte weckend, belebend und gemeinſchaftsbildend gewirkt. VI zi mzendorſs Freilich diejenigen, welche die Geſchichte unſrer deutſchen Faunpbüch Litteratur geſchrieben haben oder dieſe Litteratur wiſſenſchaftlich eam lehrend heute unter uns vertreten, ſind in auffallender Weiſe an Knapp hat Zinzendorf vorübergegangen. Sie haben ihn vielfach gänzlich verkannt, und gerade das Unbedeutende an ihm, das Bizarre und Verkehrte, das, was einer ganz vorübergehenden Verirrung angehörte, das haben ſie hervorgekehrt und oft mit einem ge— gewiſſen Hohn, zu zeigen, wohin der Pietismus führe, der heu— tigen Leſewelt vorgelegt. Wilhelm Scherer, in ſeiner„Ge⸗ ſchichte der deutſchen Litteratur“,*) ſpricht zwar mit Anerkennung von der Brüdergemeine und ihrer ſtillen Wirkſamkeit, aber in dem Dichter Zinzendorf ſieht er nur einen Menſchen, der in kindiſcher Tändelei und mit leerem Wortgeklingel ſeine Schwärmerei für die gegeben Et lich waren. Eime geviſe Arteileng, d lih in der worden iſ. Dem g Wunden des Heilands in Verſe bringt und ſich dabei in allerhand e Räir i Ungeheuerlichkeiten und in der größten Geſchmackloſigkeit gefällt. Pir volhn Daß er Lieder gedichtet hat wie:„Chriſten ſind ein göttlich Vieismus Volk“,„Herz und Herz, vereint zuſammen“,„Die Chriſten gehn al d 1 von Ort zu Ort“ ꝛc., Lieder, die doch eigentlich zu den geiſtlichen T diſer! Schätzen der ebangeliſchen Kirche gehören und in viele Geſang— ſeine dict bücher übergegangen ſind, wird merkwürdigerweiſe mit keiner wos er ibe Silbe angedeutet. Aber auch Richard Weitbrecht in ſeiner „Geſchichte der deutſchen Dichtung“,**) der ſonſt für die Kirchen⸗ lieder des Pietismus durchaus Anerkennung hat, ſagt von Zinzendorf, daß er zwar manches ergreifende und liebliche Lied gedichtet habe, aber kaum ein kräftiges und großartiges. Und indem er ihm den Vorwurf macht, den Anſtoß zu ſüßlichem nicht den Liebesgetändel und zu dem ungeſunden Kultus der Bräutigams— Entwurf liebe gegeben zu haben, citiert er ein Lied der angegebenen Art, mutete ſe das allerdings haarſträubend iſt. Von allen Liedern Zinzendorfs zu, die ih weiß er nur dieſes eine namhaft zu machen, kein anderes, keins Und wen von allen denen, die in erhabenen Tönen die Liebe Gottes kühnen Ec preiſen oder die dankesfrohe Hingabe an den Erlöſer zum Aus⸗ auch bei ſe druck bringen! Und man darf wohl ſagen, daß das, was— hat das!; Scherer und Weitbrecht hier ausſprechen, faſt das allgemeine bereit, das Uͤrteil der deutſchen Litteraturhiſtoriker iſt. Und doch finden ſich hat er ſel geſchah das 6. Auflage, Berlin 1891, Kap. 10, S. 346 u. f. immte 8 **) Stuttgart, Engelhorn 1880. S. 113 f war, für VII Zinzendorfs Gedichte nicht hie und da zerſtreut und in den Geſangbüchern der Brüdergemeine verſteckt, ſondern Albert Knapp hat ſie im Jahre 1845 geſammelt und geſichtet heraus⸗ gegeben(Stuttgart, J. G. Cotta), ſo daß ſie jedermann zugäng⸗ lich waren. Man wird daher die Behauptung aufſtellen dürfen: 1 Norfprug C.:— 3....... u Verirrung Eine gewiſſe Ungerechtigkeit gegen Zinzendorf liegt in der Be⸗ it einem ge⸗ urteilung, die ſeinen Gedichten in der Offentlichkeit und nament⸗ lich in der Wiſſenſchaft von deutſcher Litteratur zu teilge⸗ worden iſt. Dem gegenüber nun iſt es unſer Beſtreben, in der vor⸗ liegenden Jubelausgabe von Zinzendorfs Gedichten zu zeigen, was wir ihm als einem Dichter geiſtlicher Lieder in Wahrheit zu danken haben, was er ſeinen Zeitgenoſſen geweſen iſt, und was er heute uns ſein kann, wenn wir ihn unbefangen würdigen. Wir wollen zeigen, daß er den beſten Kirchenliederdichtern des Pietismus wahrlich nicht nachſteht. Zu dem Zweck haben wir aus der großen Zahl ſeiner Gedichte eine Auswahl getroffen. In dieſer Auswahl haben die Leſer unſres Erachtens den Kern ſeiner Dichtung. Wir wollen nicht eine Probe geben von dem, was er überhaupt gedichtet hat, ſondern wir ſchälen das Edelſte und Beſte heraus aus einer— das ſagen wir ganz offen— Unmaſſe von Unbedeutendem, ja oft Abſtoßendem und Verzerrtem. Dieſe Perlen, die wir hier bieten, ſind es wert, in der evangeliſchen Chriſtenheit gekannt, von ihr geſchätzt und geliebt zu werden. Wir geben allerdings auch in dieſen ausgewählten Liedern nicht den vollen urſprünglichen Text. Zinzendorf war im erſten Entwurf ſeiner Lieder oft ſehr kühn, rückſichtslos kühn. Er mutete ſeinen Leſern oder Hörern Gedankengänge und Sprünge zu, die ihm der einfache fromme Chriſt nicht nachmachen konnte. dud. Und wenn es ihm auch manchmal gelang, andere in ſeinen ld kühnen Schwung hinein fortzureißen, ſo blieb er doch im ganzen auch bei ſeiner Herrnhutiſchen Gemeine vielfach unverſtanden. Er hat das nicht immer gefühlt. Wo er es aber fühlte, war er bereit, das urſprünglich Geſchriebene umzuändern. In der That hat er ſelbſt viele Umänderungen vorgenommen. Zum Teil geſchah das in der Weiſe, daß er das, was urſprünglich auf be— ſtimmte Perſonen und Verhältniſſe ging und Gelegenheitsgedicht war, für die Erbauung der Gemeine verallgemeinerte, nicht die Kirchen⸗ ſagt von d. Ugl be Gottes m Aus⸗ VIII immer zum Vorteil des Liedes in Bezug auf ſeinen poetiſchen Gehalt. Zum Teil geſchah es auch ſo, daß er das, was allzu kühn und extravagant war, milderte. Die Sammlung der Brüder lieder in dem von ihm 1753 herausgegebenen Geſangbuch, dem ſogenannten Londoner*) Geſangbuch, beweiſt das.— Eine weitere Sichtung nahm Chr. Gregor vor bei ſeiner Herausgabe des Brüdergeſangbuches von 1778. Hier ſind Zinzendorfs Lieder oft vollſtändig überarbeitet. Gregor wollte ſie dem Bewußtſein der Ge meine näher bringen, wollte ſie ſo geſtalten, daß ſie dem religiöſen Empfinden der Gemeine im Kultus entſprächen. Das iſt ihm teilweis gut gelungen, aber darüber iſt die urſprüngliche poetiſche Kraft nicht ſelten verloren gegangen; oft auch iſt der Gedanke ein ganz anderer geworden, als er urſprünglich in Zinzendorfs walgor Alſſl in ſeiner Ulſo Geiſt gelegen hatte. Wieder in anderer Weiſe hat Albert Knapp ſich an den Gedichten Zinzendorfs verſucht. Vieles hat er auf den urſprünglichen Ton zurückgeführt und das Originale, zelnen don K das Echte wiederhergeſtellt. Aber er hat zugleich das Bedürfnis bei dieſen ſir gefühlt, Unebenheiten in der Form zu glätten, moderne Sprach gewandtheit und Schönheit an die Stelle des Abſtoßenden und Barocken zu ſetzen. In dieſem Beſtreben iſt er entſchieden zu weit gegangen. Auch wandelt er den urſprünglichen Gedanken oft— mals vollſtändig um. Überdies hat Knapp weitaus zu viel Ge dichte von Zinzendorf in ſeine Sammlung aufgenommen und auch die einzelnen Gedichte häufig faſt in ihrer ganzen urſprünglichen Jeuoxis Länge wiedergegeben. Infolgedeſſen wird die Knappſche Samm der Dichter lung unſren heutigen Wünſchen und Bedürfniſſen, Zinzendorf punkt ſchide kennen zu lernen, nicht gerecht. in welchen! In unſrer Jubelausgabe zum Andenken an die Geburt anſchauung Zinzendorfs vor 200 Jahren haben wir uns zuerſt im Intereſſe Haben wir des Dichters und ſeiner Leſer eine große Beſchränkung auf⸗ vas der di gelegt. Nicht wie Knapp gegen 800, ſondern nur 120 Lieder in der 3 geben wir, und auch von dieſen viele gegen die urſprüngliche Gemeine! Ausdehnung ſehr erheblich verkürzt. Was den Text betrifft, ſo di lezte( ſind wir, wo es möglich war, auf den älteſten der gedruckten welch bei h Texte zurückgegangen, viel mehr als Knapp es gethan hat, und Prr ne haben ſo dem Liede öfters den Hauch der urſprünglichen Friſche dorfs Lidder 3» In London zu Anfang der fünfziger Jahre bearbeitet und auch 1. Die let dort, aber nicht für den Buchhandel, in deutſcher Sprache und Schrift gedruckt. jf— IX zurückgegeben, auch die Originalität des Gedankens wiederher geſtellt. Aber Zinzendorf iſt ein Dichter, den man heutzutage in ſeiner urſprünglichen Form nicht wiedergeben kann, jedenfalls gbuch den nicht durchgängig. Darum waren auch wir zur Änderung des ne weite Originals bisweilen genötigt. In dieſen Fällen folgten wir lsgabe des manchmal Gregor, manchmal auch Knapp. Einige wenige Lieder Lider oſt haben wir, um ſie überhaupt zu retten, in der Knappſchen Um ein der Ge geſtaltung gegeben. An anderen Stellen haben wir den ur religiöſen ſprünglichen Text nur leiſe ſprachlich verbeſſert überall aber s iſt ihm haben wir geſucht, auch da, wo wir änderten, das zu geben, was he poetiſche Zinzendorf urſprünglich hat ſagen wollen, nur aber durch ſeine eigentümliche rückſichtsloſe Form unverſtändlich und unerkennbar gemacht hat. Wir haben nie einen dem Dichter ſelbſt fremden Gedanken hineingetragen. Wenigſtens iſt unſer aufrichtiges Be⸗ ſtreben dahin gegangen. Eine Ausnahme machen nur die ein zelnen von Knapp bezw. Gregor umgeſtalteten Strophen, ung bei dieſen ſind in unſrer Ausgabe die Namen Knapp oder Gregor hinzugefügt. Wir können alſo getroſt behaupten, daß die Leſer in dieſer hier vorliegenden Ausgabe die Lieder Zinzen⸗ dorfs ſo echt und ſo durchaus wirklich vor ſich haben, wie weder das Brüdergeſangbuch noch die Knappſche Sammlung ſie darbieten. Wir haben in der vorliegenden Sammlung die Lieder ſo gruppiert, daß nach einigen allgemeinen, gewiſſermaßen klaſſiſchen Zeugnisliedern diejenigen die erſte Gruppe bilden, in welchen der Dichter ſeine eigne Erfahrung unter rein ſubjektivem Geſichts punkt ſchildert(S. 7— 57); die zweite Gruppe umfaßt diejenigen, in welchen der Dichter ſeine Erfahrung, ſeine Welt⸗ und Lebens anſchauung als etwas Errungenes anderen empfiehlt(S. 58— 89). Haben wir ſo in den beiden erſten Gruppen das zuſammengeſtellt, was der Dichter als einzelner Menſch empfindet, ſo folgen nun in der 3. Gruppe diejenigen Lieder, die er als Stifter der Gemeine und für die Gemeine geſungen hat(S. 89—173). Die letzte Gruppe endlich(S. 174—222) enthält die Lieder, welche bei beſonderen äußeren Veranlaſſungen entſtanden ſind. Wir nennen hier noch die Quellen, aus denen wir Zinzen⸗ dorfs Lieder geſchöpft haben: 1. Die letzten Stunden unſres Herrn und Heilandes auf dieſer Erde. Wittenberg 1722. Die Leidensgeſchichte unſres Herrn in Verſen. In unſerer Ausgabe durch L. St. bezeichnet. Vergl. hiſtor. kritiſche Anmerkungen zu S. 53. Die letzten Reden unſres Herrn und Heilandes Jeſu Chriſti. Frankfurt und Leipzig 1725. Das 14. bis 17. Kapitel des Evang. Johannes in Verſen betrachtet. In unſerer Ausgabe durch L. R. bezeichnet. Vergl. hiſtor. kritiſche Anmerkungen zu S. 35 und 127. Deutſche Gedichte. Erſte Ausgabe Herrnhut 1735, zweite Barby 1766. In unſerer Ausgabe durch D. G. bezeichnet. Das Geſangbuch der Gemeine in Herrnhut. Erſte Ausgabe Herrnhut 1735, zweite 1737, dritte 1741. Dieſes Geſangbuch, das außer den eigentlichen Brüderliedern auch viele Kirchenlieder enthält, iſt die Hauptquelle der Zinzendorfiſchen Lieder, denn die meiſten derſelben finden ſich hier in urſprünglicher Geſtalt. Sie tragen keine Namens⸗ unterſchrift, aber ein handſchriftliches Verzeichnis aus den Jahren 1742 bis 1747, im Unitätsarchiv aufbewahrt, giebt nach ſorgfältigen damaligen Unterſuchungen die Verfaſſer an. In unſerer Ausgabe durch A. H. G.(Altes Herrn⸗ huter Geſangbuch) bezeichnet. Alt⸗ und neuer Brüdergeſang(Londoner Geſang buch), Teil I und II. London 1753 und 1754. Mit einem Anhang vom Jahre 1755.(Vergl. oben S. VI). In unſerer Ausgabe durch L. G. bezeichnet. So möge denn auch durch dieſe Ausgabe ſeiner Lieder Zinzendorf unter uns wieder aufleben zur Ehre unſres einigen Herrn und Meiſters, der von Jahrhundert zu Jahrhundert derſelbe bleibt. Herrnhut und Niesky, im September 1899. Die Herausgeber. Frnon Erneu In i ofs d de in I Chrüſ un R pr W 83 ALh No Krellz des U Llo m Uebe zum N. Entſchiedenhe Nriede unter Stiller Gehor Getroſte 9 elloſte Zuver 1„ 2Ä Ehriſten Mut in Mält in Unernr Auf dem Wo Weg⸗ i betrachtet ergl. hiſtor. ut. Erſte . Dieſes derliedern juelle der en finden hrt, giebt Verfaſſer s Herrn⸗ Geſang Nit einem VD. In Seite. Nicolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. Ein Lebensbild XIII. Zinzendorf als Dichter geiſtlicher Lieder!l.. XXIV Lieder Glückſeligkeit der Kinder Gottes... Bekenntnislied. Gnadenwahl und Glaube 35 Chriſtus die alleinige Lebenstrafftft. 77 Feſt werden in der Gemeinſchaft mit Chriſtus 10 Friede mit Gott nach empfangener Vergebung.. 13 Innige Gemeinſchaft mit Jeſus.... 16 Seligleit in der Liebe zu Jeſus. 6 17 Kindliches Sehnen nach Feſuitss.. 18 Weihe des Lebens Biißee 26 Erneute Herzensbußge. 75 In die Tiefe der Buße 24 In Chriſti Bild geſtältetr.... 1. 27 Erneuter Liebesbund mit dem Heilandd... 29 Friede inmitten des Kampfes.... 3606 Einfalt in der Nachfolge Chriſti......... 31 Durch Kampf zum Ziel. 32 Kreuz des Chriſten LCos....34 Liebe zum Wort.. ö3253 Entſchiedenheit im Dienſte des Herri.....37 Ghrifteiheriin 83868606 Urſprung der Seele... Was ein Diener Chriſti Srancht Friede unter dem Kreuiz..... 44 Stiller Gehorſam... ö Lmſe Zuverſicht in Gottes Führung....... 45 2 Chriſten Sorgloſigkeit........ 1.46 Mut in unerwarteter Trübſal........ 47 Auf dem Wege nach Kanaan.... 4148 —— XII Seite Anbetung 1 147468 gantelid Ruhe nach der Arbeit 772 2 räih Sehnſucht nach der Ewigkeit...... 52 Lerrif Hoffunng in Sterhensnot.........53 i mn Ich bin des Herrn... 55 1 Verlenanun vyͦ............855 Gnigarhhshtht 56 Die eine Paſſibon....................8 56 Gemeinſchaft unter dem Kreuzßz... 57 1 3 3 Beruf der Jüngerſchaft Chriſti... 58 Abendmohkéfeie Dem Herrn geweiht..... 62 A Gnade ſchafft das Leben neu....... 64 Froft der Brd Heiligung in Chriſti Blut...... 67 Einfalt des Glaubens. 71 Reich in Jeſus“ 73 Dem Demütigen giebt Gott Gnade 172723 gemeirt n Vor Gott zum Nichts geworden 77 Heinrif ans d Gehvrſan. 3 79. Aubit fird Freiheit im Dienen....!. 860 dn Preis des ſtillen Wartens....... 2 d Die erlöſte Seele ein Eigentum Jeſu..... 83 an an Preis der Menſchheit unſres Herrn.. 84 de Segen der Menſchheit Jeſu Chriſti für ſeine Gemeine auf Erden 87 d8 ve In der Schule des Geiſtes. 88 Uu Bundeslied der Gemeine Herrnhut. 89 radigkeit d Huldigungslied der Gemeine........ 92 prüt Hingebung an den Herrn als das Haupt der Gemeine.. 93 Aufrichtigkeit iim Dienſte JFeſi........ 95 Gebet um Gemeinſchaftsſegen...... 97 Gebet um Erneuerung der Liebe...... 968 Gebet um Rechtfertigung nach außen....... 99 Zucht durch Gnade............... ͤ 101 Feſtlied der Gemeine........... 1.!.ͤ 1004 7 7— —õõ—jBöIö Weihelied. Feſtgeſang Chriſtnacht— Geſang der Gemeine am Feſted deß Himreffabr Feſtgruß an den Himmelskönig XIII Seite. 105 105 107 109 11²2 Huldigung dem gen Himmmel gefahrenen König des Gottes reiches Die Lebenskraft einer Ehriſtengenmeins Stille Andacht.(Nach dem Abendmahl) Jeſus ſorgt für die Seinen. Jeſus, der ewige König Abendmahlsfeier Dienet einander in der Liebe Kraft der Bruderliebe Wie die Gemeinſchaft wahrer Ehriſten entſteht Segen und Kraft chriſtlicher Gemeinſchaft In Eintracht ſtark. Gemeinſchaft mit der Genscine der Vollendeten Heimruf aus der Gemeinſchaft Arbeit für die Ewigkeit Demütige Bereitſchaft zur Nachfolge Chriſti Dornenkränze Innerer Friede bei äußerem Streit Bereitet dem Herrn den Weg.....„ Der Siegeskranz Mut in Verfolgungen. Streitermut und Glaubenskraft Der Herr ſtärkt ſeine Boten Freudigkeit der Streiter Chriſti Früher Tod im Dienſte des Herrn Hoffnungsvolle Ausſaat Heroldsruf Bekenntnis zu dem Gekreuziglen Saat und Ernte Gmeiafanſg fröhliche Arbeit Bereitſchaft, das Evangelium des Friedens zu treihon Gebet um Heiligung der Streiterſchar Triumphgeſang über die Ausbreitung des Evangeliums —ᷓʒᷓ—ꝭ—ꝭC—CCCjdee————¶Dᷓ́ᷓq¶nᷓ́ᷓÿyᷓ́ᷓ́ᷓ́õÿͤz¶¶A.yßmyᷓ́́——ᷓr————— XNV Seite Die ſtreitende Kircte............. 1770 Des Kindes Gebet zum Heiland.........!.1771 † Am frühen Morgen.. 174— Grat Herbſtahend....... 1477 Abeibtiedndzdzd. 1149 Rußſe in Gott 180 Nachtgebet unter dem Zelt im Indianerlande..... 182 Auf hoher See.. 184 Auferſtehungsgedanken im i Spätherbſt 185 Troſtreiches Begräbnis.......... 190 Grabgeſang beim Heimgang eines Dieners Chriſti... 191 Sterbelied. Auf den Heimgang des Knaben Matth. Linner 193 Nimm es hin! Auf den Heimgang der Theodora Caritas 196 Nachruf an Paul Antonn.........:)... 198 Wünſche für den Freind........... 199 An Martii Doßhde 12202 4 Geburtstagslied, einem Freunde gewidmet...... 204 1 Dank für Gottes gnadenvolle Führung.(Heinr. XXIX. Relſ⸗ Cbersdorf.. 206 täden Vorzein Y Hochzeitalied 2008 d der „ Seiner Gemahlin zum Geburtstag 1724...... 214 Seiner Gemahlin zum Geburtstag 1726...... 216 Seiner Gemahlin zum Geburtstag 1728...... 219 Seiner Gemahlin zum Geburtstag 1729...... 220 Alphabetiſches Regiſter der vorſtehenden Lieder.... 223 Unrauu Hiſtoriſch⸗kritiſche Anmerkungen........ 227 A 3 —-— —jõm ——————-——ᷓyᷓ—ᷓ́ᷓ́ᷓ́yᷓyÿ—ᷓ́ỹqöýy——OOVꝛ·Ay'́;́;ʒ Dirvlaus Tudwig Graf von Zinzendork. Ein Lebensbild. Der Graf Nicolaus Ludwig von Zinzendorf gehört ſeinem Auftreten und ſeiner Denkungsart nach ganz dem geiſtigen Leben der erſten Hälfte des 18. Jahrhunderts an. Aus dieſem Boden iſt er hervorgewachſen. Weiter gehört er durch Geburt und Stand der Ariſtokratie, ſpeziell der ſächſiſchen Ariſtokratie ſeiner Zeit an. Er iſt zwar durchaus andere Wege gegangen als die meiſten ſeiner damaligen Standesgenoſſen, er hat ſich dadurch in einen offenen Gegenſatz zu letzteren geſtellt und iſt von ihnen gewaltig angefeindet worden. Dennoch war er in ſeinem ganzen Auftreten, in ſeinen Anſchauungen, in ſeiner Art zu denken und zu reden durch und durch Ariſtokrat. Dieſe beiden Wurzeln ſeines Daſeins, das geiſtige Leben in Deutſchland während der erſten Hälfte des 18. Jahrhunderts und die Ariſto kratie ſeines engeren Vaterlands, werden wir uns gegenwärtig halten müſſen, wenn wir den Mann verſtehen und richtig be— urteilen wollen. Freilich iſt er wie alle hervorragenden Menſchen ſeinem innerſten geiſtigen Weſen nach etwas durchaus Eigen tümliches und Eigenartiges, ja bis auf einen gewiſſen Grad darf man ſagen Einzigartiges, weit hinausragend über ſeine Umgebung. Aber jene beiden genannten natürlichen Grundlagen ſeines Daſeins drücken dem individuellen Geiſtesleben doch immer ihr beſtimmtes Gepräge auf und wollen daher bei Beurteilung und Verſtändnis ſehr ernſt genommen ſein. Zinzendorfs Vater, Georg Ludwig Graf von Zinzendorf, war kurſächſiſcher Miniſter unter Kurfürſt Friedrich Auguſt dem Starken. Er trat 1699 zum zweiten Mal in die Ehe und zwar mit Charlotte Juſtine, Freiin von Gersdorf, einer Tochter des Freiherrn Nicolaus von Gersdorf, der damals Landvogt der Oberlauſitz war. Dieſer Ehe entſtammte Graf Zinzendorf. Er XVI wurde zu Dresden geboren am 26. Mai 1700. In beiden zin Familien, der des Vaters in Dresden und der der Mutter in Groß 1 hennersdorf in der Oberlauſitz, ſtand das religiöſe Leben unter ſe Tll dem ſtarken Einfluß Speners, der von 1686 bis 1691 Ober⸗ 1 hofprediger in Dresden geweſen war. In dieſem Geiſt wurde auch der junge Graf Zinzendorf erzogen. Daß er von früheſter Kindheit an die geiſtige Luft des Speneriſchen Pietismus geatmet Jin hat, iſt in ſeinem ganzen Leben erkennbar. Aber nicht gewaltſam„ iſt ihm dieſe Anſchauung aufgedrängt worden. Er hat ſie, ſelbſt 8 zur geiſtigen Reife gelangt, mit vollem Bewußtſein und mit klarer Überzeugung ergriffen und mit großartiger Energie zu der ſeinigen gemacht. Nicht in der Familie des Vaters indes und nicht in der Reſidenz mit ihrer Zerſtreuung und ihrem gleißenden Schimmer ſollte die Erziehung des Knaben vor ſich gehen. Der Vater ſtarb ſchon 6 Wochen nach der Geburt des Sohnes, und die Mutter zog mit dem Kinde nach Großhennersdorf zu ihren Eltern. Aber auch hier veränderte ſich bald der Schauplatz. Im Jahre 1702 ſtarb der Großvater mütterlicherſeits, und im Jahre 1704 ver⸗ heiratete ſich die Mutter mit dem preußiſchen Feldmarſchall von 1 Natzmer in Berlin. So waltete die erziehende Hand der Groß⸗ mutter über dem Knaben gerade in den Jahren, die für die Charakterentwickelung von einflußreicher Bedeutung ſind. Sie war eine äußerſt energiſche Frau. Dennoch war es dem Knaben anzumerken, als er 10 Jahre alt in das öffentliche Schulleben trat, daß bis dahin Frauenhände, die der Großmutter und die einer Tante, ſeine Erziehung geleitet hatten. Die Schulbildung zwar empfing er von einem Hofmeiſter, aber deſſen perſönlicher Einfluß war wenig ſpürbar. So war er denn ein wenig ver⸗ zärtelt, eigenwillig, von Standeshochmut erfüllt, daneben phanta— ſiereich und nicht immer ganz wahrhaftig, als er unter die Mit— aune elne ſchüler und unter die Zucht eines Erziehungsinſtituts kam. fen duf Zinzendorf ſelbſt erzählt von einer außerordentlich frühreifen religiöſen Entwickelung, die er während ſeiner Kindheit in Hennersdorf durchgemacht habe. Ohne Zweifel war eine ſolche vorhanden; die ſpäteren Jahre mit ihrer ernſten, tiefgreifenden Frömmigkeit weiſen unwiderleglich darauf zurück, denn von einem plötzlichen Umſchwung, von einem Erwachen mit radikaler Um— Leben unter 1691 Ober⸗ zeiſt wurde n früheſter us geatmet gewaltſam ſie, ſelbſt und mit rnergie zu ht in der Schimmer Jater ſtarb die Mutter 1 Eltern. fahre 1702 1704 ver⸗ ſchall von er Groß⸗ e für di ind. Sie im Knaben Schulleben er und die chulbildung perſönlicher wenig ber⸗ ben phanta⸗ er die Mit⸗ ttuts kam. frühreifen indheit in eine ſolche efgreifenden von einem dikaler Um⸗ XVII kehr finden wir nirgends etwas in ſeinem Leben. Aber Zinzen dorf, indem er in reiferem Alter von dieſen kindlichen Er— fahrungen und Zuſtänden ſeines Innenlebens erzählt, nimmt Farbe, Ton und Ausdrucksweiſe unwillkürlich aus ſpäterer An⸗ ſchauung, und ſo erſcheint, wenn man ſeine Schil ilderungen lieſt, die Frühreife ausgeprägter, als ſie vielleicht in Wirklichkeit war. Im Jahre 1710 trat der junge Zinzendorf in das haupt⸗ ſächlich für Söhne adliger Familien von Aug. Herm. Francke in Halle errichtete Pädagogium ein. Das war für ihn un— ſtreitig gerade die geeignete Bildungsſtätte. In den erſten Jahren gab es manch erlei Not. Er litt ſchwer unter dem Spott und Mutwillen ſeiner Kameraden. Aber auch er wiederum be—⸗ reitete ſeinen ehrenn viel Not und Schwierigkeit. Lehrer und Leiter des Pädagogiums hatten wiederholt ſehr ernſtlich über ihn zu klagen. Der Knabe rang ſchwer mit den ihm unge⸗ wohnten Verhältniſſen, und dabei kam das Böſe ſeines natür— lichen Herzens oft unverhüllt zu Tage. Aber gerade hier zeigte es ſich, wie außerordentlich gut die Halliſche Erziehungsweiſe in ihr Wirkungen war. Namentlich iſt Franckes perſönlicher Ein— fluß hier von unberechenbarem Wert geweſen. Zinzendorf lernte allmählich ſich ſelbſt in ſeinen Fehlern und Sünden gründlich kennen, und mit Gottes Hilfe überwand er ſie. Das Echte und Wahre in der Frömmigkeit ſeiner Kinderjahre, das im Kampf mit dem Leben eine Zeit lang verſchwunden ſchien, brach wieder durch und kam nun zu um ſo vollerer Kraft. Als er im Jahre 1716 Halle verließ, um die Univerſität Wittenberg zu beziehen, war er ein echter, edler Jüngling nach 1. Joh. 2, 14, ſtark und feſt, ſeines hohen Zieles ſich bewußt und in Chriſtus ſeinen Heiland, ſeinen Erlöſer und Helfer wohl kennend. Auch nach der äußeren Seite ſeines Lebens hatte er bedeutend ge wonnen. Seine Geſundheit hatte ſich gehoben und gekräftigt, und ſein aufgeweckter Geiſt war in den Wiſſenſchaften gründlich und tüchtig geſchult worden. Es iſt gar nicht genug anzuer— kennen und hervorzuheben, wie gut ihm gerade Halle gethan hat. Er ſelbſt hat das auch im Leben nie vergeſſen. Seine nkbarkeit gegen Halle war ſtets warm und lebendig. In Wittenberg ſollte er nach Anordnung des Oheims und Vormundes die Rechte ſtudieren. Er that es im Gehorſam, nd ren ß orf, Gedichte.* aber nicht mit Neigung. Seine privaten, aber mit Herz und Gemüt getriebenen Studien galten der Bibel, der Theologie. So war auch, als er nach vollendeten Studien und nach längeren Reiſen in den Staatsdienſt trat als Hof⸗ und Juſtizrat bei der Regierung in Dresden, die amtliche Thätigkeit nicht das, woran ſein Herz hing. Der Verkehr in amtlichen Kreiſen, namentlich aber das Treiben am kurfürſtlichen Hof ſtieß ihn ab. Er ſammelte ſtatt deſſen in aller Stille erweckte Leute um ſich, mit denen er in Speners Weiſe Erbauungsſtunden hielt. Aber nirgends verbarg er ſeine Geſinnung. Er trat mit dem, was ſein Herz erfüllte und was er wollte und wünſchte, in Wort und Schrift ganz offen hervor. Das erregte ſchon damals nicht nur Ver⸗ wunderung, ſondern Haß, der ſich ſpäter je länger je mehr ſteigerte. Das Ideal, das in dieſer Zeit ſein Gemüt erfüllte und deſſen Verwirklichung er beſtändig im Auge hatte, war: als chriſtlicher Gutsherr auf dem Lande für ſeine Leute, die nach damaliger Anſchauung ſeine„Unterthanen“ waren, in religiöſer und ſitt licher Beziehung väterlich zu ſorgen. Von da aus wollte er dann weiter in der Weiſe Franckes am Aufbau des Reiche Gottes arbeiten. Es ſchwebte ihm eine chriſtlich geleitete Land ſchule für adlige Knaben vor, eine ländliche Nachbildung des Halliſchen Pädagogiums. Ferner wollte er durch Bibelverbreitung und Verbreitung chriſtlicher Schriften wirken. Das Eigentliche aber und die Hauptſache bei all ſolcher Wirkſamkeit war, wie er es ſpäter ausdrückte, der Welt den Heiland zu verkündigen. Die Perſon des gekreuzigten und auferſtandenen Heilands ſollte als der Mittelpunkt des Chriſtentums klar hingeſtellt und alles Nebenſächliche davon ausgeſchloſſen werden. Aber Herzens glaube an dieſen Heiland und perſönliche Lebensge meinſchaft mit ihm ſei das unumgänglich notwendige Stück und das Weſen eines wahren Chriſtenlebens. Er nannte das die Herzensreligion, auch die Univerſalreligion des Heilands. Und die ganze evangeliſche Kirche, ja weit darüber hinaus auch die Katholiken, die Juden und Heiden ſollten das Feld ſein für die Verkündigung dieſer Religion. Unſtreitig ein großartiger, über Spener und Francke bereits weit hinaus gehender Gedanke. Und eben dieſen Gedanken weiter auszu geſtalten und wirkſam zu machen, das iſt in der That die von — Gott ihm geg nahm, hat! 6 Beweggrund ſeine ganze und Zinzende dem g leichen von Vatte! l dem Pädag oc freundſchaft eiden wißr ohma nehmen wür nur Verſt ſelber thät dorf aus Spener 1 inausging. Da ſen teder Ein n zimmer inſ und noffen n u XIX Gott ihm gegebene Lebensaufgabe geworden. Alles was er unter nahm, hat im Grunde immer dieſen leitenden Gedanken zum Beweggrund. Und daher muß auch unter dieſem Geſichtspunkt ſeine ganze Arbeit angeſehen werden. Den Anfang zur Verwirklichung all dieſer Pläne machte er namentlic mit dem Ankauf des Gutes Berthelsdorf im Jahre 1722, E das in der Nähe von Großhennersdorf lag. Dorthin berief er als Pfarrer einen ihm befreundeten und gleichgeſinnten Mann, en Joh. Andr. Rothe. Er machte dieſes Gut auch zu ſeinem ſein Herz Wohnſitz, denn er beurlaubte ſich des öfteren, bis er im Jahre 1727 1 dd Schrift den Staatsdienſt ganz aufgab. Mit den beiden Freunden Rothe nicht nur Ver und Zinzendorf gemeinſam, auf dem gleichen Grund und mit dem gleichen Ziel, arbeitete noch ein dritter im Bunde: Friedr. von Wattewille. Dieſer ſtammte aus der Schweiz, hatte auf dem Pädagogium in Halle mit Zinzendorf eine innige Jugend⸗ naliger freundſchaft geſchloſſen und war nun als der Genoſſe ſeines und ſitt Lebens zu ihm gezogen. In ihrem Jugendbund hatten ſie ſchon llte er in Halle, durch Francke angeregt, die Heidenmiſſion ins Auge gefaßt. Ja ſie hatten untereinander ausgemacht, gerade auf ſolche Heiden ihr Auge zu richten, deren ſich ſonſt niemand an achbildung des nehmen würde. Jetzt bildete das noch nicht ein Stück ihres Planes, aber zehn Jahre ſpäter kam der Gedanke zur Aus führung. In demſelben Jahre, 1722, vermählte ſich Zinzendorf mit Erdmuth Dorothea, geb. Gräfin Reuß⸗Ebersdorf. Sie war die Schweſter ſeines Freundes, des Grafen Heinrich XXIX. Reuß. Und auch in ihr fand er eine wackere Genoſſin, die nicht nur Verſtändnis für ſeine Arbeit hatte, ſondern auch vielfach ſelber thätig mit eingriff. So entfaltete ſich denn von Berthels dorf aus eine rege Thätigkeit für das Reich Gottes, die von Spener und Francke ihre Formen entlehnte und doch über beide hinausging. Da ſenkte Gott ganz unerwartet ein neues Reis in dieſen Boden. Eines Tages, es war im Juni 1722, erſchien Chr. David, ein Zimmermann aus Mähren, der aber ſchon viel in Deutſchland gereiſt und einige Wochen zuvor mit Zinzendorf zuſammen getroffen war, in Berthelsdorf mit etlichen Leuten, die um ihres evangeliſchen Glaubens willen aus Mähren ausgewandert waren. Er bat, dieſe Leute aufzunehmen und ſie auf Berthelsdorfer * XX Grund ſich anſiedeln zu laſſen. Zinzendorf gab die Erlaubnis, ohne damit im geringſten beſondere Pläne zu verbinden. Die Niederlaſſung erfolgte nicht im Dorf Berthelsdorf, ſondern, durch den Hutberg davon getrennt, an der Straße von Löbau nach Zittau und ward Herrnhut genannt. Bald mehrte ſich der Zuzug aus Mähren, ſo daß Zinzendorf heikle Verhandlungen mit der öſterreichiſchen Regierung führen mußte, die aber ſchließſich zu einem gewiſſen Einverſtändnis führten, und Herrnhut wuchs zu einem ſtattlichen Ort heran. Auch aus ver ſchiedenen Gegenden Deutſchlands zogen erweckte Leute dorthin und bauten ſich an. Es entſtand ein Ort, deſſen Einwohner ausſchließlich aus religiöſen Gründen ſich zuſammengefunden hatten. Aber damit war noch nicht die innere Eintracht gegeben. Vielmehr machte ſich eine ſtarke Verſchiedenheit der Meinungen geltend, einer erhob ſich über den anderen, und je ärger der Streit wurde, um ſo mehr traten auch ſeparatiſtiſche Neigungen hervor. Zinzendorf that das in der Seele weh. Er hatte die Leute lieb und wollte ihnen gern helfen. Wie wenn er nun hier ſeine große, von Gott ihm gegebene Idee durchführen und dieſe Leute mit Ausſcheidung alles Nebenſächlichen, das den Streit erregt, ſchlechthin auf Chriſtus, auf die Perſon des Heilands vereinigen könnte? Er ſchlug jetzt, es war im Früh jahr 1727, ſeinen Wohnſitz in Herrnhut auf und nahm ſich der ſämtlichen einzelnen Einwohner Herrnhuts ſeelſorgeriſch an. Und Gott gab Gnade. Es gelang dem Grafen, eine Einigung der Gemüter herzuſtellen auf Grund der perſönlichen Stellung, die der einzelne zu Chriſtus, dem Erlöſer, einnahm. Nun ſah jeder, daß es ſich beim Chriſtenleben in Wahrheit um perſönliche Erfahrung, um Vergebung der eigenen Sünde, um Herzens glauben und Gemeinſchaft mit dem Heiland handele. Und daß ſie ſolches wirklich erlebten, das band ſie zuſammen und ließ alle trennenden Meinungen dagegen zurücktreten. Am 12. Mai verbanden ſich ſämtliche Einwohner durch Handſchlag und Unter ſchrift zu Statuten, die Zinzendorf in Gemeinſchaft mit Chr. David aufgeſetzt hatte. Dieſe Einigung Getrennter zu einer wirklichen lebendigen Gemeinſchaft auf Grund des perſönlichen Herzens glaubens an Chriſtus iſt Zinzendorfs ſchönſte That. Es iſt die — That ſeines Lebens. Seine ganze bisherige innere und ———— XXI gab die Erlauhy) e verbfade a äußere Entwickelung zielte auf dieſe That hin, und in ihr wurzelte orf ſonden 76 ſein ganzes ſpäteres Wirken im Reiche Gottes. Gott hat auch gleich damals den reichſten Segen darauf gelegt. Die Erweckung, d in Herrnhut entſtanden war, vertiefte ſich während der Sommermonate des Jahres 1727, und am 13. Au luguſt erhielt von Löba ld mehrte ſichd kle V.. 7. 12.5:. ſie ihre Weihe und gleichſam ihren vorläufigen Abſch hluß bei Gelegenheit eines Abendmahls en, n einander in der Kirche „ das die junge Gemeine mit zu Berthelsdorf feierte. Hier ergoß ſich Auch aus ve der Geiſt einer wunderbar mächtigen Bruderliebe auf die Ge ſkte Leute dorthin meine und blieb als das charakteriſtiſche Lebenselement dauernd deſſen Einmahr. 3 iſ deſſen Einwohn auf ihr ruhen. Von da an iſt auch Zinzendor mit der Ge zriſammengefunden meine Herrnhut unzertrennlich verbunden. Sie iſt ſein Lebens Eintracht gegeben werk, und in ihr und für ſie geht nun ſein ganzes weiteres Thun auf ind je ärger der Die Gemeine in Herrnhut blieb nicht auf Herzensgemein ſtiſche Neigungen ſchaft untereinander beſchränkt. Auf Zinzendorfs eueien Er hatte die tritt ſie alsbald nach außen hin thätig am Reiche Gottes bauend wenn er nun auf. Was bis dahin Sache einzelner Männer geweſen war, durchführen und wird hier zum erſten Mal durch eine ganze Gemeine ausgeübt. lichen, das den Zinzendorf hat an ihr ſeinen Rückhalt und in ihr die Kräfte die Perſon des zur Ausführung ſeiner ihm von Gott gegebenen Aufträge. Was 5 war im Früh er als einzelner oder in Verbindung mit etlichen gleichgeſinnten id nahm ſich der Männern niemals würde erreicht haben, das wird jetzt möglich dadurch, daß eine ganze Gemeine mit der gleichen Begeiſterung und mit der gleichen Liebe zur Sache des Herrn hinter ihm ſteht Zunächſt wurden die Erweckten aller Orten aufgeſucht und ſo durch Gemeinſchaftspflege die auf die Perſon des Heilands gegründete Gemeinſchaft ausgedehnt, immer das Nebenſächliche, das Setniedde bei Seite ſchiebend. Dann wurde das Werk der Heidenmiſſion begonnen, indem von Herrnhut aus die erſten Miſſionare zu den Negerſklaven nach Weſtindien(1732), zu den heidniſchen Eskimo an der Küſte von Grönland(1733 gingen. Jetzt regte ſich aber von vielen Seiten die Feindſchaft gegen Zinzendorf. Der Halliſche Pietismus, ſeit 1727 durch den jüngeren Francke vertreten, ſtellte ſich in immer ſchärferen Gegenſatz zu Zinzendorf, weil er in dieſem Mann und ſeinem Werk die riae innere und von Halle aus immer ſtärker geltend gemachte methodiſtiſche XXII Bekehrungstheorie und das ganze Syſtem geſetzlicher weltflüchtiger Askeſe über den Haufen geworfen ſah. Gleichzeitig ſtieg die Erbitterung des weltlichgeſinnten Adels und der lutheriſchen Geiſtlichkeit im Lande. Dadurch wurde auch die kurſächſiſche Regierung(ſeit 1733 Kurfürſt Friedr. Auguſt II.) ſo bedenklich gemacht, daß ſie Zinzendorf im Jahre 1736 ein Ausweiſu ngs— dekret zuſtellte, er habe fortan die ſächſiſchen Lande zu meiden. Aber was ſo als ein Schlag gemeint war, der Zinzendorf von Herrnhut trennen und damit Herrnhut vernichten ſollte, das diente in der That dazu, ihm und ſeinem Werk eine breitere Grundlage und damit um ſo mehr Feſtigkeit zu geben. Denn er fand mächtige Freunde, die ihm Schutz gewährten. Die Grafen Iſenburg im heutigen Heſſen nahmen ihn in ihren damals reichsunmittelbaren Ländchen auf, und es entſtanden Gemeinen, wie Herrnhut eine war, in der Wetterau. Einfluß⸗— reicher noch war der Schutz, den Zinzendorf bei dem König Friedrich Wilhelm I. von Preußen fand, und der zur Folge hatte, daß einige Jahre ſpäter Gemeinen in Schleſien gegründet werden konnten. Gleichzeitig vollzog ſich eine Wen⸗ dung auf kirchlichem Gebiet. Zinzendorf ſelbſt war 1734 in den geiſtlichen Stand getreten, im Jahre 1735 hatte man das Biſchoftum aus der alten böhmiſch⸗mähriſchen Brüderkirche auf Herrnhut übertragen, und im Jahre 1737 empfing Zinzendorf ſelbſt durch Jablonsky in Berlin die altbrüderiſche Biſchofsweihe. Daraufhin wurde in der Folgezeit die von Zinzendorf ins Leben gerufene Gemeine als ſelbſtändige, vom Staat unabhängige „Mähriſche Kirche“ zuerſt von Iſenburg⸗Büdingen, dann von Preußen und England und endlich auch von Sachſen, wenn auch dort mehr ſtillſchweigend, anerkannt. Zinzendorf ſelbſt ſtand übrigens dieſen ſtaatlichen Anerkennungen der mähriſchen Kirche auf deutſchem Gebiet fern, jedenfalls hat er ſelbſt ſie nicht be— trieben; er hätte eine freiere Wirkſamkeit innerhalb der Landes⸗ kirchen vorgezogen. Aber wie die Verhältniſſe nun einmal lagen, zumal da die Brüdergemeine auf ihren Miſſionsgebieten ſelbſtändig kirchliche Handlungen vollzog, war dieſer Weg der gewieſene. Schließlich konnte doch auch Zinzendorf nicht umhin, in der ſelbſtändigen„Mähriſchen Kirche“ die politiſche Sicherſtellung und damit die Krönung ſeines Werkes zu ſehen. den Heilan Lort) eten ſeit tle Negern au ehnliche C in Augenſch den Oze Miſſion kennen le große Id die lebent Auch die meiſt in herzen we⸗ Hemeinſche XXIII icher we..... er weltllchig Wie ſehr es ihm anlag, nicht allein Herrnhut und die ichzeiti tig ſtieg d anderen mähriſchen Gemeinen zu bauen, ſondern, wenn auch b der lutheriſhe immerhin von dem geiſtigen Boden Herrnhuts aus,„der Welt die brrſähſt den Heiland zu verkündigen“, das zeigt uns ſein ganzes Auf— Il) ſo bedente treten ſeit der Verbannung aus Sachſen, namentlich vom Jahre 1738 Ausweiſungz an. In dieſem Jahre hielt er in Berlin ſeine großartigen Lande zu medde„Berliner Reden“. Anfangs unſcheinbare Erbauungsſtunden, in r Zinzendorf bo einem Privathaus gehalten, erweiterten ſich dieſe Vorträge bald ichten ſollte, d zu förmlichen Volksreden. Kopf an Kopf gedrängt ſtand die Verk eine breit andächtig lauſchende Menge, die ſich aus allen Ständen herzu— zu geben. Den fand, auf dem geräumigen Boden des Hauſes, da die Berliner gewährten. I Geiſtlichkeit ihre Kanzeln dem Redner verweigerte. Zweimal in ien ihn in il der Woche redete er zu Männern und ebenſo oft zu Frauen. nd es entſtand Mit hinreißendem Feuer zeugte er von der Kraft des neuen etterau. Eni Lebens, das dem begnadigten Sünder in der Gemeinſchaft mit fbei dem Köliy Chriſtus zu teil werde. Und auch hier wieder wie immer nd, und der zur konzentrierte er mit rückſichtsloſer Energie alles auf den einen inen in Schleſien Punkt: Chriſtus, der uns mit Gott verſöhnt hat. Dieſer Eifer g ſich eine Wen für ſeinen Herrn trieb ihn noch in demſelben Jahre zu den war 1734 in d Negern auf St. Thomas. Dort hatte ſich ſeit 1732 eine an⸗ hatte man da ſehnliche Chriſtengemeine gebildet. Dieſes junge Werk wollte Brüderkirche aui in Augenſchein nehmen, und ſeine unerwartete Ankunft verfchaſſte npfing Zinzender den Miſſionaren, die gerade durch den feindlichgeſinnten Gou— ſce Bich ofsweihe verneur gefangen geſetzt waren, die Freiheit und dem ganzen Werk einen neuen Aufſchwung. Im Jahre 1739 kehrte er nach taat unabhängi Deutſchland zurück. Aber ſchon 1741 fuhr er abermals über en, dann wo den Ozean, diesmal nach Nordamerika, wo er ebenfalls die dingen, dann 5 1 1 achſen, wenn aut Miſſion unter den Indianern durch perſönliche Anſchauung dorf ſelbſt Kn kennen lernen wollte, zugleich aber in weiteren Kreiſen für ſeine mähriſchen Kt große Idee, die Zuſammenfaſſung aller Verſchiedenheiten unter die lebendige Einheit: Chriſtus unſer Verſöhner, thätig war. Auch die weiteren Jahre hat er viel auf Reiſen zugebracht, zu⸗ meiſt in England und Holland, immer und überall Menſchen⸗ herzen weckend, erbauend und ſie in Chriſtus zur lebendigen Gemeinſchaft untereinander zuſammenführend. Neben dieſer unabläſſigen Thätigkeit für andere und nach t umhin, außen hin hatte er aber doch auch wieder zu Zeiten das Be⸗ ce Siteritl dürfnis, ſich in die Stille zurückzuziehen, mit ſich ſelbſt zu Rate glbſt ſie nicht! chalb der Landes nun einmal lage gebieten ſelbſtänd eg der gewiee n. XXIV zu gehen und ſeine Gedanken und Anſchauungen am Worte Gottes zu klären. So heilſam und notwendig das für jeden Menſchen iſt, für Zinzendorf barg es zu einer gewiſſen Zeit ſeines Lebens Gefahren in ſich. Er geriet in wunderliche Speku 8 lationen über die Trinität, die er ſich als menſchliche Familie ausmalte. Damit hing weiter zuſammen ein unheiliges Spielen mit der Perſon Chriſti, namentlich mit dem Leichnam und ſeinen Wunden. Es war nicht entfernt ein Abirren vom Grund des Glaubens, im Gegenteil, er wollte ſich den Gegenſtand des Glaubens recht menſchlich nahe bringen. Ebenſo war es nicht im mindeſten ein Hinabgleiten in ſittliche Laxheit der Lebens führung. Er war wohl kaum zu irgend einer Zeit ſeines Lebens ſtrenger und asketiſcher als gerade damals. Aber es war eine Verirrung, die, wenn nicht rechtzeitig erkannt, Glauben und Leben hätte gefährden können. Einmal entfernte er ſich dadurch von den Kreiſen, die er früher geweckt und angeregt hatte, und verdarb ſich ſeine Wirkſamkeit. Dan Dann aber auf ſeine von ihm abhängige Gemeine. Denn jeder Schritt von der zarten Innigkeit ſeiner eigenen Empfindung hinweg in die bloße Nachahmung vergröberte Anſchauung und Ausdruck und vergrößerte die Gefahr. Und als er das ſah, erkannte er klar ſeine eigene Verirrung. Er lenkte zurück auf den geſunden Weg nüchternen Glaubens, und ſeine Gemeine, in der übrigens noch nirgends thatſächlicher Schade angerichtet worden war, folgte ihm. Wie alles in ſeinem religiöſen Leben, ſo ging auch dieſe Buße tief und war nachhaltig. Die Jahre der Verirrung liegen zwiſchen 1745 und 1750. Aber ein gewiſſes ſtilles Zurücktreten, eine ſchweigende Ein kehr in ſich ſelbſt iſt ihm ſeitdem geblieben. Schon früher nahmen wir gelegentlich bei allem thätigen Eingreifen nach außen eine ſtille, tiefgehende Bewegung ſeines Inneren wahr. Er redet da in der Stille mit ſeinem Heiland und legt ihm die Bußgedanken ſeines Herzens rückhaltlos vor. Aber er findet auch ſtets mit der Begnadigung neue Kraft der Liebe. Zeugnis davon geben viele ſeiner innigen, tief empfundenen Lieder. Im letzten Jahr zehnt ſeines Lebens werden dieſe Regungen des Innenlebens ſtärker und geben auch ſeinem äußeren Auftreten ein beſtimmte Gepräge. Er wird milder, ſanfter, liebevoller im Verkehr, wenn 1 uuch verſtu f mittel 9 mll 9 wiede weiſu 20 Adele G XXV auch weniger zugänglich für Fernerſtehende. Seine Lieder aber eden verſtummen mehr und mehr oder ermangeln der früheren Un mittelbarkeit und Friſche. Vom Jahre 1755 an nahm Zinzendorf ſeinen Aufenthalt wieder in der Lauſitz. Die ſächſiſche Regierung hatte das Aus weiſungsdekret zurückgenommen. Auch die frühere Feindſchaft d Adels und der lutheriſchen Geiſtlichkeit im Lande war Lrichen, ja hatte vielfach der Anerkennung Platz gemacht. Ein heiterer, Grund des nſtand des friedevoller Abend folgte dem vielbewegten Lebenstag. Seine Ge— ar es nicht meine blickte mehr denn je in inniger, liebevoller Verehrung zu der Lebens ihm auf. Und er ſelbſt ließ ſich in dieſen letzten Jahren die Be Heit ſeines feſtigung des Glaubenslebens der einzelnen durch private Seel ber es war ſorge wie durch öffentliche Reden in beſonderer Weiſe angelegen ſein. auben und Zinzendorf hat im letzten Jahrzehnt ſeines Lebens in ſeinem ch dadurch eigenen Familienkreis ſchmerzliche Verluſte erlitten. In früheren ſatte, und Jahren ſchon waren ihm eine Anzahl Kinder in zartem Alter ſchädigend wieder genommen worden. Aber im Jahre 1752 ſtarb zum tiefen hritt von Schmerz des Vaters ſein Sohn Chriſtian Renatus im 25. Lebens g in die jahr. Mit ihm ſanken viele Hoffnungen des Vaters dahin. ruck und Und im Jahre 1756 ward ihm ſeine treue Gattin und Gehilfin in der Arbeit, die Gräfin Erdmuth Dorothea, von der Seite genommen. Er trat dann im Jahre 1757 zum zweiten Mal in die Ehe, indem er ſich mit Anna Nitſchmann verheiratete. Am 9. Mai 1760 ſchlug die Todesſtunde des Grafen Zinzen dorf. Ein hitziges Katarrhalfieber machte in einigen Tagen ſeinem Leben ein Ende, als er ſein 60. Lebensjahr nahezu vollendet hatte. Sein Heimgang machte auf die ganze Gemeine, namentlich ende Ein aber auf alle, die perſönlich anweſend waren, einen tiefen Ein r nahmen druck. Feierlich und friedevoll wie ein Fürſt Gottes verſchied er. ußen eine Sein Leen war ein Leben der Liebe. Nicht nur für redet da ſeinen Heiland, auch für ſeine Brüder glühte ſein Herz in Liebe ßgedanken Und trotz ſeines hohen Standes, der nie verwiſcht wurde, und ſtets mit trotz ſeiner führenden Stellung, die unter verſchiedenen Namen on geb doch immer die gleiche blieb bis an ſein Lebensende, hing ſeine Ge ten Jahr meine, hingen alle einzelnen mit unbee grenzter, vertrauender Liebe an ihm. In dem Reichtum ſeiner Liebe, mit der er liebte und ge liebt wurde, lag die bezwingende Macht ſeiner Perſönlichkeit. Und ein liebevolles Andenken bleibt ihm auch durch die Jahrhunderte. dürfen. Poeſie Zinzendork als Dichter ieder. geiſtlicher 2 Wenn wir auch bereits genügender Kenntnis oder durchdringt mit Heldenkraft. auf L Goethe äußert im Blick auf den Dichtkunſt am Anfange des 18. Jahrhunderts:„Es fehlte der Poeſie nicht ſowohl an Talenten als an Stoff.“ Und die Wahr⸗ heit dieſes Wortes ſind, was iſt dann Poeſie! Aber oben(ſ. Vorrede S. III) die auf un⸗ mangelndem Verſtändnis be⸗ ruhenden harten Urteile über Zinzendorfs Poeſie zurückgewieſen haben, und wenn auch andererſeits eben die folgende Auswahl ſeiner Lieder dem Leſer Gelegenheit giebt, ſich ſelbſt ein Urteil zu bilden, ſo wird doch vielleicht noch ein kurzes Wort über die dichteriſchen Eigentümlichkeiten des Grafen vorangeſchickt werden Tiefſtand der deutſchen zeigt gerade auch unſer Dichter. Daß es ihm, ſo wenig es ihm auf Formvollendung ankam, nicht an dichteriſchem Talent gebrach, wird niemand leugnen; aber zum wahren Dichter wurde er erſt dadurch, daß ihn ein großer Gegenſtand ganz erfüllte, ergriff und dahinriß, und das war ſeine glühende Jeſusliebe, die bald in den zarteſten bald in majeſtätiſchen Tönen ausbricht, die ihn verzehrt wie eine Leiden⸗ ſchaft— er hatte ja„nur eine Paſſion“— und ihn zugleich Und wenn die machtvollen oder zarten oder glühenden AÄußerungen dieſer„einen Paſſion“ nicht fehlt es ihm an Sprachgewalt, an Phantaſie und Bilderreichtum, fehlt es an Anſchaulichkeit der Auffaſſung an Echtheit Nimmermehr! Gewiß es finden ſich Mängel in jeder Richtung, es giebt vielleicht kaum ein Lied, das tadellos vollendet wäre, für poetiſche Muſterſammlungen hat er nicht gedichtet. Man mag das beklagen. der Empfindung? Auch räumen wir unumwunden ein, daß, während er, wie oft gerügt, in vielen ſeiner Lieder einer unge⸗ zügelten, ausſchweifenden Phantaſie nach Inhalt und Ausdruck Raum giebt, er in anderen, auch in einigen der hier mitgeteilten, ſch* n finiahhl hervn we dred ſeck gut Gen lutech ſw Geſiiten p ül ugn ſFr Brne bi! voh Gu fun önte ün Und Irs uns Hera den ſd ſchirt hat wennot„ gezieg n na Chritt bird ſin, 3iſn nicht uſdal wenis ning Foru) phar gößes Ge hinalm hie er i ande per bon Ier das e H. Blüt m hr Er ſcut ſei Lidelge 6 an kü I A oſt Ülre zumal r hter II die auf m Verſtändnis be zurückgewieſen gende Auswahl elbſt ein Urtei Wort über die geſchickt werden der deutſchen „Es fehlte der Und die Wahr⸗ ter. Daß es am, nicht an n; aber zum nein großer und das war eſten bald in ie eine Leiden⸗ dihn zugleich achtvollen oder Paſſion“ nicht t es ihm au ¹, fehlt es an Empfindung⸗ jeder Richtung, vollendet wätt, heichtet. Man nden ein, doß⸗ der einer unge und Ausdruc ier mitgeteilten XXVII ſich auf einen anzuknüpfenden Gedanken einfach durch den Reim hinüberlocken läßt, und daß nicht ſelten das Belehrende zu ſtark hervortritt, wodurch das Lied den Eindruck einer gereimten Predigt erweckt. Es iſt manches zu„ſtoffartig“, wie Knapp es gut ausdrückt. Aber man muſtere doch die geiſtliche Poeſie des lutheriſchen wie des pietiſtiſchen Dichterkreiſes, auch die in die Geſangbücher übergegangene, und man wird dem Urteil eines ungenannten Freundes Knapps beiſtimmen:„Jenes dogmatiſche Wachs, das bei P. Gerhardts köſtlichen Liedern(und bei anderen noch mehr) uns zuweilen noch in die Zähne kommt, iſt bei Zinzendorfs kindlicher Perſönlichkeit nicht mehr vorhanden.“ Und wenn uns die folgenden Worte des feinſinnigen erſten Herausgebers der Gedichte des Grafen auch etwas zu voll er— ſcheinen, ſo hat er unſeren Dichter doch treffend gekennzeichnet, wenn er ſagt:„Zwar ſteht er einigen anderen Sängern in einzelnen Beziehungen nach, aber im eigentlichen Herzensgeſang für Chriſtum wird er wohl der erſte, der reichſte und gewaltigſte ſein, ob auch mit menſchlicher Schwachheit umkleidet. Er beſitzt nicht die Pedal-Donner des Luther⸗Geſanges, auch nicht— wenigſtens lange nicht überall die objektive, rein populäre Form P. Gerhardts, aber die Fittige ſeiner geiſtigen Macht ſind größer, ſein Gemütsfeuer flammt noch höher empor und tiefer hinab, und die Genialität ſeiner Phantaſie ſcheint mir da, wo er ganz als Dichter auftritt, noch glänzender als die der beiden andern Heroen.“(Knapp, Geiſtliche Gedichte des Grafen von Zinzendorf, Vorrede S. XVI.) Daran ſchließen wir noch das Urteil Herders, der wie kaum ein anderer, poetiſche Blüten in ihrem eigentümlichen Duft zu würdigen gewußt hat. Er ſagt in ſeiner Adraſtea:„Wer mag auch den hingeworfenſten Liedern des Grafen eine Biegſamkeit der Sprache, einen Reichtum an kühnen Wendungen und Herzensausdrücken abſprechen, der oft überraſcht, oft betäubt! Und in den erleſenen Geſängen, zumal wenn ſie die Gemeine und ihre entfernten Brüder be⸗ treffen, hier, welche ſtille Ruhe— dort, welche zarte Innigkeit und Demut!“ Nimmt Zinzendorf infolge des künſtleriſch Unvollendeten ſeiner Lieder den Rang unter den geiſtlichen Dichtern nicht ein, der ihm ſeiner poetiſchen Kraft nach zukäme, ſo gebührt ihm XXVIII doch ein ganz beſtimmter Platz in ihren Reihen, inſofern er den geiſtlichen Liederſchatz der evangeliſchen Kirche erweitert und durch neue Formen bereichert hat. Als ihm eigentümlich dürfen wir namentlich ſeine Jeſus⸗ oder Heilandslieder, die Ge meinde⸗ und die Zeugen⸗ oder Streiterlieder nennen. In den Jeſusliedern folgt der Graf ja durchaus der Myſtik von älteſter Zeit her, wie er ja auch Bernhards„Jesu dulcis me- moria“ überſetzt hat. Eigentümlich iſt ihm immerhin die be ſonders lebendige Vergegenwärtigung und Veranſchaulichung des Lebens, Leidens und Sterbens Jeſu. Daß gerade hierbei freilich auch die ſchlimmſten Ausartungen vorkommen, ſoll willig zu geſtanden ſein. Nur bleiben auch andere, wenn ſie ſich in das menſchliche Leben Jeſu verſenken, nicht ganz frei davon. Man vergleiche bei Paul Gerhardt die Strophe:„Ich umfange, herz' und küſſe deine Wunden ohne Zahl und die purpurroten Flüſſe deiner Seit und Nägelmal.“ Auf der anderen Seite iſt doch klar, daß gerade durch eine ſolche lebendige Veranſchaulichung das Leben Jeſu nicht nur an praktiſch religiöſem und ſittlichem Wert gewinnt, an„Verdienſt lichkeit“, nicht im katholiſchen ſondern im evangeliſchen Sinn: es ergeben ſich auch ungemein zarte lyriſche Stimmungen, denen ähnlich, wie ſie Seb. Bach z. B. im Schluß der Matthäus paſſion und anderwärts zum Ausdruck bringt. Neben der Behandlung Jeſu als menſchlicher Perſönlichkeit bis ins einzelne ſchwingt ſich nun die kühne Phantaſie Zinzendorfs mit Vorliebe 8 hinauf zu den Höhen der göttlichen Herrlichkeit des Sohnes vor und nach ſeiner Menſchwerdung, und in der Schilderung der Huldigung des Himmels vor dem Sohne findet er Farben und Töne wie kaum einer vor ihm und nach ihm, wobei freilich die Vorliebe der Zeit für feierlich prachtvolle Darſtellungen fürſt licher Größe ſichtlich mitwirkt. Ganz beſonders gern ſtellt nun aber Zinzendorf beides zu einander in Kontraſt. Daß der Schöpfer der Heiland ſei, daß der, der das Weltall aufgerichtet hat, den Leuten in Nazareth Häuſer baut u. a. mehr, das ſind die Gegenſätze, mit denen er wir wollen es ja nicht leugnen oöft bis zur Geſchmackloſigkeit ſpielt, denen er aber zuweilen doch auch echt poetiſche Wendungen entlockt. Und ſein„Jeſus⸗Jehovah“ bringt das Geheimnis auf poetiſchem Wege jedenfalls näher, Ddel 1 om Gem. S ————jÿj XXIX inſofern er den als es auf dogmatiſchem jemals möglich iſt. Immerhin dürften ltert und durch hier die Schönheiten des Ausdrucks, wo ſie vorhanden ſind, ich dürfen win mehr rhetoriſch als poetiſch ſein. Daß die Innigkeit, Zartheit der, die Ge und Ausſchließlichkeit, mit der das Gemütsleben des Dichters er nennen gerade die Perſon Jeſu umfaßt, ſeinen Heilandsliedern vor us der Myſtit andern einen intimen lyriſchen Reiz verleiht, bedarf beſonderer su dulcis me-— Hervorhebung nicht Haben wir es hier nun mit einer eigentümlichen Ausge ſtaltung ſchon vorhandener Formen geiſtlicher Dichtung zu thun, jerbei freilich ſo tritt uns in den Zinzendorfiſchen Gemeindegeſängen ein l willig zu weſentlich neuer Typus entgegen. An Liedern für die chriſtliche ſich in das Gemeinde, in denen ſie als ſolche und nicht nur die einzelne Man gläubige Seele ſpricht, fehlte es ja ſeit der Reformation nicht. gerz Aber dieſe chriſtliche Gemeinde war doch immer nur die in der grroten Flüſſ großen Kirche zuſammengefaßte allgemeine Schar der Chriſt gläubigen oder die Gemeinſchaft der Heiligen, wie man ſie be— ade durch ein kenntnismäßig glaubte aber nicht ſah. Jetzt war die pietiſtiſche ſt nur a ecclesiola entſtanden und hatte in den Brüdergemeinden eine an„Verdienſt Darſtellung gefunden, wie nie zuvor und nirgends ſonſt. Die liſchen Sinn chriſtliche Gemeinde war hier zu einer Lebens- und Kultus ngen, denen gemeinſchaft zuſammengetreten, und als ſolche mußte ſie ſich ihre Matthäus eigene Poeſie ſchaffen. Das hat ſie unter Führung zizdiderſe heben d in reichſter Weiſe gethan. Wenn das Lied„Herz und Herz vereint zuſammen ꝛc.“ heut das ſpezifiſche Gemein rrdafts Llied iſt, ſo ſpricht ſich darin aus, daß Zinzendorf der evangeliſchen 3 e, Chriſtenheit neben dem Kirchenlied den intimeren Gemeinde geſang, das Gemeinſchaftslied gegeben hat. Es iſt das eine Form der geiſtlichen Dichtung, die zwar nicht die Wucht des chriſtlichen oder patriotiſchen Volks⸗Geſanges hat, die aber doch an wirklicher Kraft ſolchen Volksliedern nicht nachſteht und ſie an Schwung und innerem Feuer oft übertrifft. Ihre volle Wirkung tritt hier wie dort erſt im gemeinſamen Geſa ng zu Tage Eng an dieſe Gruppe ſchließen ſich die„Zeugen-“ oder „Streiterlieder“ an, um ſie mit Zinzendorfiſchen Ausdrücken zu benennen. Auch hier hängt natürlich das Auftauchen eines neuen Liedertypus mit dem Auftreten einer neuen Erſcheinung im kirchlichen Leben zuſammen. Der Pietismus nahm die Auf Hand, und es iſt bekannt, daß gabe der Ler denaſſüm in die ——— XXX Zinzendorf früh den lebhaften Trieb empfand, von ſeinem Heiland in der Heimat wie in der Heidenwelt Zeugnis abzu— legen, und wie dann ſeine Brüder und Schweſtern mit einem ſeit älteſten Zeiten nicht mehr geſehenen Heldenmut, mit einem ſieghaften Feuer der Begeiſterung auszogen. Dieſe Kriegs⸗ und Siegeszüge begleitet nun Zinzendorf— der übrigens auch ſelbſt auszog— mit ſeinen Heldenliedern, und es iſt ſchwer zu ſagen, wo die urſprünglichere Friſche und Kraft liegt, ob in jenen Gemeindegeſängen, oder in dieſen Streiterliedern, die ſich übrigens oft verſchmelzen gemäß dem Charakter der Gemeinde Herrnhuts als einer Miſſionsgemeinde. Wir möchten die letzteren für die originalſten Schöpfungen der Zinzendorfiſchen Dichtkunſt halten; ſie atmen auch oft eine beſonders reine lyriſche Stimmung. Groß iſt jederzeit die Empfindung, mag der Graf einen„Streiter“ ausſenden, ermuntern, ſeine Thaten beſingen, ſeinen frühen Tod beklagen, oder dem„in ſeinem Panzer ehrſam graugewordenen“ in die Himmelsglorie nachſchauen. Und doch fehlt dieſen Liedern niemals die echt menſchliche Empfindung. So ſpartaniſch die Geſinnung, ſo chevaleresk oft die Stimmung, die Saite des fühlenden Herzens klingt doch immer leiſe mit. Es iſt in dieſen Liedern ſo ganz beſonders keine Spur des Phraſenhaften. Es ſind keine frommen Tiraden, am Schreibtiſch ausgedacht; es iſt vielmehr die echte Poeſie, wie ſie dem Gedräng mannhaften Kampfes entſtrömt:„Schöner iſt nichts als beſtäubte Streiter.“ War Zinzendorf auch nicht eigentlich ein Dichter von Beruf — ſeine aktive Natur wies ihn in ganz andere Lebensaufgaben, ſtellte ihn auf die Bahn des Kampfes und der Eroberung im Reiche Gottes— ſo war er doch ein durch und durch poetiſch angelegtes Gemüt, das alle Lebenserſcheinungen unter poetiſchem Geſichtspunkt ſah. Nur für die Natur war ſein Sinn auffallend wenig entwickelt. Er hatte aber auch eine durchaus eigentümliche poetiſche Geſtaltungskraft. Denn während ſeine Gedichte anfangs durchaus in dem ſchwülſtigen Geſchmack ſeiner Zeit gehalten ſind, ringt er ſich im 3. Jahrzehnt ſeines Lebens davon los und be⸗ ginnt ſeine eigene Sprache zu ſprechen, die voll Originalität und Kraft iſt. In dieſer Zeit, etwa bis 1740, hält er ſich auch frei von dem Unfug der Fremdwörter, der ſpäter freilich wieder in ungebührlicher Weiſe eindringt, und entfaltet eine ganz eigen⸗ ümlick= ſine bf ſeiner 20 derſelb M Dichte Brüdtitt aufs Il hafter r. und Le Herzen E XXXI d, von ſeinen Zeugnis ab kern mit einen nut, mit einen ſe Kriegs⸗ und gens auch ſelbſt hwer zu ſagen tümliche Sprachgewalt. Man könnte die Zeit von 1725 bis 1740 ſeine klaſſiſche Periode nennen. Da widmet er auch der Form ſeiner Lieder größere Sorgfalt, wie es ſich aus der Handſchrift derſelben nachweiſen läßt. Wir ſchließen hiermit die Darſtellung ſeines Lebens und Dichtens. Es galt uns ja in erſter Linie den Mitgliedern der Brüdergemeine ihren Zinzendorf wieder näher zu bringen und aufs neue lieb zu machen. Aber es iſt freilich auch unſer leb hafter Wunſch, daß andere, denen ſeine Empfindungsweiſe und ſeine Ideenkreiſe zunächſt noch ferner liegen, ſich ſo weit in dieſelben verſenken möchten, um die Schätze für Herz, Gemüt und Leben zu entdecken und ſich anzueignen, die in dieſen innigen 4 Siimen Herzensgeſprächen mit Jeſus, in dieſen hinreißenden Gemein len„iteiler ſchaftsgeſängen und chriſtlichen Heldenliedern verborgen ſind. 1 frühen Tod ob in jexen je ſich i ibrigens nde Herrnhuts gteren für d ftkunſt halter lgewordenen“ jeſen Liedern aartaniſch die Saite des iſt in dieſen 8 nhaften. Es Sl dacht; es iſt N mannhaften bte Streiter. ter von Veruſ bensaufgaben Eroberung in durch poetiſc nter poetiſchen zinn auffallen s eigentümlich edichte anfang gehalten ſind —n los und be riginalitüt und r ſich auch ft ilich wieder ii ne ganz eigen Glückſeligkeit der Kinder Gottes. (D. Ged. 96. 2. Aufl. 98.) S hriſten ſind ein göttlich Volk, C Aus dem Geiſt des Herrn gezeuget, Ihm gebeuget Und von ſeiner Flammen Macht Angefacht. Vor des Bräut'gams Augen ſchweben, Das iſt ihrer Seele Leben, Und ſein Blut iſt ihre Pracht. Königskronen ſind zu bleich Vor der Gottverlobten Würde. Eine Hürde Wird zum himmliſchen Palaſt, Und die Laſt, Drunter ſich die Helden klagen, Wird den Kindern leicht zu tragen, Die die Kreuzeskraft gefaßt. Ehe Jeſus unſer wird, Ehe wir uns ſelbſt vergeſſen Und geſeſſen Zu den Füßen unſres Herrn, Sind wir fern Zinzendorf, Gedichte. ———— 2 Von der ewgen Bundesgnade, Von dem ſchmalen Lebenspfade, Von dem hellen Morgenſtern. Pilgrimſchaft zur Ewigkeit Bleibet immerdar beſchwerlich, Ja gefährlich, Bis man ringt und dringt zu dir, Enge Thür, Ein'ge Urſach der Vergebung, Glut der göttlichen Belebung, Jeſu, unſer Liebspanier! Zeuch mich hin, erhöhter Freund, Zeuch mich an dein Herz der Liebe! Deine Triebe Führen mich, du Siegesheld, Durch die Welt, Daß ich deine Seele bleibe, Und ſo lange an dich gläube, Bis ich lieb' im inner'n Zelt. Da iſt meine Hand und Herz! Du haſt deine Seel gewaget, Unverzaget; Und das alles bloß allein, Daß ich dein Und du meine heißen könnteſt. △̈ D⸗=SAe (49 4. dinzendorf 4 dir, Wenn du nicht vor Liebe brennteſt, Hätte das nicht können ſein. Nun ihr Kronen, fahret hin! Fahre hin, erlaubte Freude! Sei des Herren letztes Mahl Vor der Qual, Meine Ehre ſeine Schande, Meine Freiheit ſeine Bande, Und mein Schmuck: die Roſ' im Thal. Bekenntnislied. Gnadenwahl und Glaube. (D. Ged. 129. 2. Aufl. 130.) Ku, unſer auserwähltes Haupt, — An welches unſre Seele glaubt, Laß uns in deiner Nägel Mal Erblicken unſre Gnadenwahl; Und durch der aufgeſpaltnen Seite Schrein Führ unſre Seelen aus und durch und ein! Dies iſt das wundervolle Ding: Erſt dünkt's für Kinder zu gering, Zinzendorf, Gedichte. 1* Und dann zerglaubt ein Mann ſich dran, Und ſtirbt wohl, eh' er's glauben kann. Daran erkennt man hier das kleine Heer, Und davon ſingt man am kryſtallnen Meer. (Offenbg. 4, 6.) Solange eine Menſchheit iſt, Solange Jeſus bleibt der Chriſt, So bleibet dies das A und O Vom ganzen Evangelio. Und daß dasſelbige die Weisheit iſt, Das wißt ihr alle, die ihr Wahrheit wißt. Wer aber, von der Mutter her, Vielleicht noch unbeſcholten wär', Und wüßte kaum, was Fleiſch und Blut, Was Geiz ſei oder hoher Mut, Und ſich in allem ſelber helfen kann, Der iſt ein blinder und ein tauber Mann. Wenn einer in dem Glanz des Lichts Sich ſieht und ſieht, er tauge nichts, Und geht und greift die Sache an Und thut nicht, was er ſonſt gethan, Und müht ſich ſelber viel und mancherlei, Der lernet nie, was ein Erlöſer ſei. Wenn aber ein verlornes Kind Vom Tod erwacht, ſich krümmt und wind't — ich dran, Und ſieht das Böſ' als Böſe an kann. Und glaubet, daß es ſonſt nichts kann, ne Heer, Verzagt an ſich, es geht ihm aber nah: ten Meer. Kaum ſieht ſich's um, ſo ſteht der Heiland da. ffenbg. 4, 6.) „Wie geht dir's?“— Oes geht nicht gut, Ich liege hier in meinem Blut! Da ſpricht der Seelenfreund:„Mein Sohn, 7 Nimm hin die Abſolution, Und ſieh mich an und glaub' und ſtehe auf 1 lret Und freue dich und zieh dich an und lauf!“ Die Seele kriegt den neuen Geiſt, Sie glaubt und thut, was Jeſus heißt. Blut Sie ſieht das Lamm mit Augen an, Die Gott alleine geben kann, Steht auf, bekommt ein unſichtbar Gewand mn, Und iſt auf einmal mit dem Lamm bekannt. er Mann. 1 Die Sünderſcham und Gotteskraft, 8 Lihts Die machen gleich Genoſſenſchaft chts 5 Und bleiben immer ungetrennt mn Im Herzen, das den Heiland kennt. than, 90: 8. 5 Da geht kein guter Wille mehr zurück, ncherlei⸗. ſ n Denn ihre Arbeit iſt ein ewges Glück. ſei. Erſt heißt der Freund die Seele ruhn, nd Dann eſſen und hernach was thun. und windt So übt er ihre Glaubenskraft In einer treuen Ritterſchaft. Sie thut's, und wenn ſie dann ihr Werk gethan, Denkt ſie gemeiniglich nicht weiter dran. Und würde man ja irgendwo Der eignen Gnadenarbeit froh, So kommt die heilge Scham herbei, Die zeiget uns ſo mancherlei, Daß man Gott dankt, wenn man ſich ſelbſt vergißt, Und denkt an nichts, als daß ein Heiland iſt. Und allenthalben ſteht der Sinn Der Gläubigen zur Gnade hin Und denkt dran, wie er Nacht und Tag Dem Bräutigam gefallen mag, Der uns vom ewgen Tode los gemacht Und unverdient zur Seligkeit gebracht. Darum befiehlt uns Jeſus nun, Der Blinden Augen aufzuthun. Und wenn wir rufen, iſt er da, Und ruft den Tauben:„Hephatha!“ So wird das Evangelium gehört, So wird das Auge auf das Lamm gekehrt. Wir ſind dem Lamme unterthan; Wir melden unſre Gaben an, 95 N . Re Undit Meig Die er uns Armen mitgeteilt, Seitdem ſein Pfeil auch uns ereilt. hr Werk gethen e geth Wir ſähen gern ein gutes Teil der Welt r dran. Gerettet und zur Rechten hingeſtellt. Der Herr ſchickt ſeine Diener aus; Wir dienten gerne überaus. bei O unſer allgemeines Haupt, 8i9 daß man unſrem Zeugnis glaubt! ſich ſelbſt vergſ s Rufen dring in Ohr und Herzen ein, n Heiland it di wenn wir auf dich weiſen, ſo erſchein'! inn ind Tag Chriſtus die alleinige Tebenskraft. gemalht(D. Ged. 14. 2. Aufl. 15.) bracht— unn. S„Kraft und Held und Wunderbar! „LO Dein Nam' iſt meiner Seelen klar, Die du mit deinem Blut erkauft Und mit der Liebesglut getauft. ii Mein Bräutigam, an meiner Stirne brennt rt, Dein Nam' und Kreuz, ſeitdem ich dich erkennt. Jleif Wenn ich mit allem meinem Fleiß Mir nimmermehr zu raten weiß ———— Und meine Ohnmacht, Unverſtand Und Schwachheit kräftiglich erkannt, So biſt du ja der unerforſchte Mann, Der allen meinen Sachen raten kann. Fehlt mir's an aller Lebenskraft, Hat meine Rebe keinen Saft, Und ſinke ich vor Mattigkeit Beinahe hin zu mancher Zeit, So iſt dein kräftiges Gefühl in mir, Das hält mir ſtarke Heldenkräfte für. Wenn ich im ſchweren Glaubenskampf Durch manchen dicken Rauch und Dampf, Durch manche Leibs- und Geiſtsgefahr Mich dränge zu der Siegesſchaar, So biſt du's, unbezwungner Wunderheld, Der meinetwegen alle Feinde fällt. Wenn ſich mein Senfkornsglaube regt Und kindlich dir zu Füßen legt, So mag der Feinde Hohngeſchrei Ertönen, daß ich thöricht ſei, Ich fürchte mich deswegen doch kein Haar. Mein Glaub iſt Sieg, mein Ziel iſt„Wunderbar“. Mein Alles, mehr als alle Welt, Mein Freund, der ewig Treue hält, in, Mein weiß und roter Bräutigam, Mein immerwährend Oſterlamm, Mein Leitſtern, meine Liebe, meine Zier, Sei ewiglich mein Hort und mein Panier! Haſt du mich in der Zeit gewollt, Die räderſchnell von dannen rollt, So miß mir ſelbſt die Stunden ab, Sei meiner Reiſe Wanderſtab, Sei meines Thuns ſein Schöpfer, führe mich, In allem dir zu wandeln würdiglich! Soll ich viel Jahr im Karren fort, So zeige mir den Ruheport; Von ferne zeige mir die Stadt, Die deine Hand bereitet hat, Das güldne Seraphinen⸗Liebeslicht, So ſchrecket mich die lange Reiſe nicht. Und wenn ich meiner Brüder Zahl Nach deiner holden Gnadenwahl An meinem Teile auch erfüllt, Wenn's endlich auch belohnen gilt, So weißt du, daß mein Lohn, mein Licht und Ruh Nur du alleine werden ſollſt, nur du!— 1721. Feſt werden (A. H.G. 362.) M* ein Freund, wie dank ich's deiner Liebe, S Daß ſie von ihrem Lichtesthron Durch ihre heißen Feuertriebe Erhitzt mich kalte Erd und Thon? Wie dank ich's deinem treuen Herzen, Das mich von Finſternis befreit, Erworben auf die Ewigkeit Und losgekauft durch Todesſchmerzen? Da — Zu deiner Stunde iſt's geſchehn: Da bin ich meinem Feind entkommen, Da hab ich in dein Licht geſehn. Da wurde köſtliches Geſchmeide, Das Kleid des Heils, mir angelegt; Da ward in meinen Geiſt geprägt Der Kindſchaft Pfand, des Geiſtes Freude. Mein Bräutigam und Fürſt der Thronen, Was mach ich noch in dieſer Zeit? Bei Satans Stuhl iſt übel wohnen, Mir ziemete die Ewigkeit. in der Gemeinſchaft mit Chriſtus. as hab ich an mir wahrgenommen, Nun tmit Chrit rzen? ommen, mmen, legt; tägt iſtes Freude. ſt der Thronen, ——ͤ Hienieden hab ich nichts verloren; Dort iſt mein Bürgerrecht erkauft, Auf jene Welt bin ich getauft, Drauf hab ich Treue dir geſchworen. An einem Faden dieſer Welt, Daß er nach Eitelkeit verlanget Und ſich nicht ganz zum Bräutgam hält? Ach, wäre dies, mein liebſtes Leben, So bitt ich: Deine Liebsgewalt Zerreiße dieſen Faden bald, Mein Wille ſei dir übergeben! Zerbrich, verbrenne und zermalme, Was dir nicht völlig wohlgefällt! Ob mich die Welt an einem Halme, Ob ſie mich an der Kette hält, Iſt alles eins in deinen Augen, Da nur ein ganz befreiter Geiſt, Der alles Fremde Schaden heißt, Und nur die reine Liebe taugen. Erinnre mich, du treuer Zeuge, Daß deines Vaters Wille ſei, Daß ich mich ganz zum Kreuze beuge, Von allen Kreaturen frei, ſt's etwa, daß mein Geiſt noch hanget Und was ich noch im Fleiſche lebe, Dem Fleiſche abgeſtorben leb' Und bloß an deiner Liebe kleb', Ja mit dir in der Höhe ſchwebe. Da iſt mein Herz, du Herz der Seele, Ach nimm es dir zur Wohnung ein! Es iſt zwar eine enge Höhle, Und die Unendlichkeit iſt dein, Allein die Liebe, die dich nieder In mein verfluchtes Weſen zog Und deine Gottheit überwog, Die ziehe dich auch jetzo wieder! Hier iſt der Ort, hier ſollſt du wohnen Hier ſoll die höchſte Majeſtät Als auf dem Stuhl der Ehren thronen. 7 Dein Friedensgruß ſei mein Gebet, Dein Szepter ſei mein ganzer Wille, Dein Reich ſei Leib und Seel' und Geiſt, Darin ſich deine Macht erweiſt, Dein Ruhbett meiner Seelen Stille. Ja Amen, da ſind beide Hände! Aufs neue ſei dir's zugeſagt: Ich liebe dich ohn' alles Ende, Mein Alles werde dran gewagt! — Herz der Se Sele 1 zog 0g, dieder! ſollſt du wohner ſtät Ehren thronen. in Gebet, nzer Wile, Seel und Geit weiſt, de Hände! agt. Ende, gewagt! Ich trage meines Freundes Namen Und ſeiner Liebe Ehrenmal, Des Kreuzes ſonſt verhaßten Pfahl, Auf Stirn und Bruſt und Rücken. Amen! 1723. Friede in Gott nach empfangener UVergebung. (A. H. G. 1190.) d — Alſo bin ich euch entgangen! Mein Verlangen Wollte Jeſus nicht verſchmähn Und mein Flehn. Ach, was habe ich erfahren! Ach, wie werd ich's nun bewahren! Ach, was hat mein Geiſt geſehn! Dir, du blutger Sonnenglanz, Der im Herzen aufgegangen, Der umfangen Meinen ganzen Gnadenſtand, Iſt's bekannt. Mir erſtaunen meine Sinnen Über deinem Liebsbeginnen, Und ich ſteh in vollem Brand. —Q—Qę—ęQ————ꝛꝛ—˖—⸗———B—— Habe Dank, mein teures Haupt, Daß du über dem Ermüden A Mir zum Frieden, Zum Erlöſer worden biſt du Und zum Chriſt, V b Und ich in der Kinder Orden B 7 Endlich eingenommen worden, ſui Der mir unausſprechlich iſt. 8 · Könnt' ich deine Wunder doch dr Mit entflammter Zunge preiſen b Und erweiſen, 8 Wie ich deinem Kreuzesſtamm, V Hirt und Lamm, d Nun zu einem Lohn gediehen, n Wie dein Schweiß und blutges Mühen, 1 Meine Seele übernahm! Thränen, laßt den Worten Raum! Bin ich gleich noch von den Blöden,— Ich muß reden. Und wenn keins auf Erden mehr I Zeuge wär! Von dem blutigen Verſühner— Ruft er mir, dem armen Diener, b So bekommt er Lob und Ehr. Orden vorden, iſt. nder doch e preiſen Hörſt du's, frohe Ewigkeit, Ältſte, Fackeln, ihr vier Wächter, Söhn' und Töchter, Du verſiegelt Heldenblut, Und du Hut Seiner Engellegionen? Ruft mit hingeworfnen Kronen: „Ihm mißrät nichts in der Glut!“ Kommt und helft mit Innigkeit Unſren lieben, unſren weiſen Jeſum preiſen! Werd' ich nur dem teuren Haupt Nicht geraubt, Wird er mir in meinen Tagen — Auch die Arbeit helfen tragen, Bis ich mich hindurchgeglaubt. Unſichtbarer Bräutigam, Ich will deiner unterdeſſen Nicht vergeſſen, Bis ich dich auf neuer Bahn Sehen kann. Bis zum Lohn der neuen Welten Soll es Streitertreue gelten, Staub und Schweiß um Kanaan! Innige Gemeinſchaft mit Jeſus. (L. G. I. 2095.) zollt' ich nicht von Lieb und Dank entglommen Sen und bleiben ewiglich? Warum iſt denn Gott ins Fleiſch gekommen? Frag ich's Herz, ſo ſpricht's: Für mich! Mein Erlöſer, wenngleich nicht alleine, Denkt's verſöhnte Herz, er iſt doch meine! Das vergnügtſte Freudenſpiel Bleibt das eigne Herzgefühl. Wenn ich nun mit meinem Freund alleine, Das iſt wie im Himmel bin, Und ich mich nur darauf, daß ich ſeine, Und nicht mehr auf mich beſinn, So vergeht mir Furcht und Angſt und Grämen. Muß ich mich gleich meiner ſelber ſchämen, Lindert er mir alles Weh Doch durch ſeine liebe Näh'. Meiner armen Seel und Hütte Schwächen Stören dann nicht meine Ruh, Denn mir quillt für alle die Gebrechen Troſt aus Jeſu Wunden zu, — ₰ mit Jeſug. nicht alleine, ſt doch meine im Freund alee n, daß ich ſeine, heſinn, d Angſt und Gü— r ſelber ſchämen * Hütte Schwüdt die Gebrechen zu, Sitzt nur er im Herzen auf dem Stuhle! Wenn er mich geküßt hat, hält er Schule Und belehrt mich gnadenvoll, Was ich thun und laſſen ſoll. Haben wollt'ſt du mich, ſonſt würd' ich Armer ir gewiß noch ferne ſtehn, enn ich hätt' mich ſelbſt, o mein Erbarmer, Wohl nicht nach dir umgeſehn. O daß nun dein Wort mein Wollen wäre! Klüger ſein zu wolln als deine Lehre, Fällt bei uns wohl niemand ein. Lehr uns nur gehorſam ſein! 1749.(Nach Gregor) Seligkeit in der Liebe zu Jeſus. (L. G. II. 163.) Gönnt' ich recht von Lieben ſagen, 5 5 8. 25 8 Lieber Gott, was braucht' ich mehr? Soll ich ſagen oder fragen, Wie doch meiner Seele wär', Wenn ſie bloß an Jeſu hinge, Sich und alles fahren ließ? Ich bin ganz gewiß, es ginge Mitten in das Paradies. 1736 736. d Zinzendorf, Gedichte. Kindliches Sehnen nach (A. H. G. 731.) Begehr ich etwa gar zu viel? . Und überſchreite Maß und O ſo vergieb mir dieſe Sünde, h Die Liebe machet mic — Daß ich ſo ſehr erfreuet bin. erzliebſter Jeſu, ſieh und merke, Mein ganzes Herze brennt nach dir. Ich ſuch und lauf aus aller Stärke; Mich dünkt, es läuft mir Niemand für. Ich will dich gerne ſelber finden, Ich muß dich fühlen und empfinden. Bin ich, mein Heil, hierbei vermeſſen? Hab ich der Niedrigkeit vergeſſen ) zum Kinde. Bedenk ich nur, o liebes Leben, Getreuer, auserwählter Freund, Wie du für mich dich hingegeben Und es ſo herrlich gut gemeint: Was Wunder, daß ich faſt vergehe Vor Sehnſucht, wenn ich dich nicht Es kommt von deiner eignen Güte, ——;ʒ—:— — 19 Dein Feuer legt ſich ins Gemüte, Und deine Glut rührt Geiſt und Sinn, nach Jelus. Daß ich bei meinem Liebesfleiße Der Welt verrückt und närriſch heiße. Ich ſehne mich nach deiner Weide, S merfo it f Immanuel, mit Seel' und Geiſt. 5 1 Erſcheine mir im Hirtenkleide, 4 1 e In dem dich Menſch und Engel preiſt. Aütenam ſ Ich bin ein ſchwaches Schäflein, ſiehe, er finden, Vermehre deine Sorg und Mühe. id empfind . Komm, o mein Jeſu, ſieh und merke, eräneſ Der Seele Grund brennt heiß nach dir. viel: Gieb dieſem Feuer Kraft und Stärke, vergeſſen Der Flamme Nahrung für und für. nd Ziel? Hilf, daß hier niemand dämpf' und wehre, Bis mich die Gnadenglut verzehre. zum Kin ebes Leben, reund. Freun Weihe des Lebens h ngege en(A. H. G. 552.) gemeint: gelllel faſt vergehe H err Jeſu, lehre mich dich finden! ich dich micht ſe 2 Die Seele iſt an dich gewöhnt. git Du zogeſt ſie aus ihren Sünden, eignen Gült ſer dr haſt ſie ſelbſt mit Heil gekrönt. —— 20 Du haſt dich ihrer angenommen, Da ihre Not aufs höchſte kommen, Und da es kein Erbarmen galt. D a deines Vaters Zorn geblitzet V Hat deine Liebe Blut geſchwitzet, Du meiner Seele ew'ger Halt. Nun ſei dir auch mein ganzes Leben, Du aller meiner Wünſche Ziel, Zum wahren Eigentum gegeben. Ach merkt' ich dich fein oft und viel! O ſüßer Bräut'gam, laß mich eilen Und keinen Augenblick verweilen, — 1 Dein Herz ſei meines Herzens Ruh! 8 ein Leben ſei mein einzig Leben, Mein Wollen ſei dir hingegeben Und meine ganze Kraft dazu! Buße. (A. H. G. 194.) H ſiehe deinen böſen Knecht 3 Zu deinen Füßen liegen Und, ferne von dem Kindesrecht, Sich als ein Hündlein ſchmiegen. „ HP N ganzes Leben Ich kann mir ja kein gut Geſicht Von meinem Herrn verſprechen, Weil ich ſein gnadenvolles Licht An mir geſucht zu ſchwächen. Wie oft zog dieſes Gnadenlicht Mich hin zu deinem Sohne, Wie oft, o König, neigt'ſt du nicht Den Szepter vor dem Throne! Ach aber, mein' in Unverſtand Dahingeſunkne Seele Beliebete den Kindertand Der armen Leibeshöhle. Jetzt macht mich mein Gewiſſen rot, Mich ſchrecken die Gedanken; Der Feind verklagt mich, und die Not, Die reißt aus allen Schranken. Ich bin, von manchem Herzensſtoß Erſchüttert, matt und müde. Wie werd ich meiner Schulden los? Wie find ich wieder Friede? Sieh da, mein Heil, ich kenne dich Bei deiner Augen Strahlen: Du kannſt, auch glaub ich feſtiglich, Du wirſt für mich bezahlen! Erneute Verzensbuße. (A. H. G. 1251.) as ſag ich dir, die mit viel tauſend Schmerzen Bis dieſen Tag geplagte, arme Seel'? Iſt's Freude? Ja, doch daß ich nichts verhehl', Zuweilen auch ein Leid aus tiefſtem Herzen. as Erſte: wenn ich ganz dein eigen bin; as Andre: wenn ich auf was andres ſinn'. D Ich habe mich noch ſelbſt recht ſchädlich lieb; Ich folge nicht dem auserwählten Trieb, Durch den der Geiſt mich rückte aus den Sünden Drum bleibt die Arbeit noch ſo unvollbracht, ) Zu der ich doch den Anfang recht gemacht. Ach, Meiſter, ob ich denn zu hoffen habe, — — ß ich einmal leden offenbaren Bann, Der mich noch gar zu Grunde richten kann, Das Ausbedingen bei der Übergabe— Ich habe einen Blick ins Herz gethan— Im Glauben gänzlich fahren laſſen kann? Ach, Liebe, meine Augen ſind wohl trocken, Weil mir die Thränen nicht gegeben ſein; u treues Haupt, ich ſag es mit Empfinden: Allein— du ſiehſt gar tief ins Herz hinein— Bin ich nicht ganz erſtarret und erſchrocken? uße. Lieg ich vor Jammer über meine Seel' Nicht in dem Staube bei der Wundenhöhl'? end Schwer Komm, Lamm, du wunderbarer Herzbezwinger, Seel Komm, Geiſt der Gnade und der Heiligung! nichts de Kommt, lehret mich den tapfren Glaubensſprung, ſtein ger Den niemand kennt als durchgedrungne Ringer! Ter 1 Der hülfe mir auf einmal übers Meer, Uigsf Wenn er in Jeſu Kraft gewaget wär'. mit Euf Kommt, zeiget mir den Spiegel des Verderbens, ſchädlich le Die Spur der Einfalt und der Lauterkeit, n Trr Die Tücke der verborgnen Eigenheit, ans dene Die Lebensart des täglichen Erſterbens, mavolb Die Seligkeit der Übergab' an euch — Und das damit verknüpfte Freudenreich. Wie iſt es? Wirſt du mein Verſprechen fordern, b u Du in der That von Herzen lieber Mann? n Willſt du die Hand, daß mein Herz, wie es kann, rijien i In deiner Lieb' und Gotteskraft ſoll lodern, gab Da eine Flamme durch die andre fährt, gethm Daß ſich keins über Kälte mehr beſchwert? ſſen kan Da iſt die Hand! Es ſcheint wohl wie vergebens. d wohl n Wie oft hab ich ſie dir ſchon hingelangt, Wie oft in Gottes Harniſch gar geprangt! Und doch iſt noch kein Ziel des eignen Lebens. 1 Allein ich bitte dich, ſo ſehr ich kann, 1 Sprich doch zu meiner Seel': Fang's wieder an! b 5 1737 E b 0 In die Tiefe der Buße. 1. (A. H. G. 1757.) ach Gnade iſt mir weh. V WMee.. e e) un 8“ Ich weinte eine See, Wenn ich den nicht wüßte, 1 Der ſich für mich hingab, 1 Daß er die Sünden büßte* Unterm Richterſtab Und zuletzt herab. Bis zu Tod und Grab. O mein Immanuel, V Erbarm dich meiner Seel'! 2 Sie iſt freilich blöde, b Sie weint in ihrer Höhl', V 1 Denn ach, ihr Ruhm iſt ſchnöde, 1 Daß du, mein Herr Chriſt, 6 Ihr Erlöſer biſt, Und ſie untreu iſt. — 25— ſdrangt Thät' ich das ſonſt jemand, gnen Leben In was für einem Land Er nur immer wäre, Sein Grimm wär' längſt entbrannt, Ich fühlte ſeine Schwere. Das iſt's, was mich nagt, Daß das Lamm nichts ſagt zuße. Und ſich nicht beklagt. Laßt alle Langmut gleich Im ganzen Gnadenreich, Bei den Nationen, Ja unter Gottes Zeug In einem Herzen wohnen: Ach ihr guten Leut, Seine Lindigkeit Übertrifft ſie weit. Wer ſollte nun von mir Nicht lauter Wunder hier In der Zeit erwarten, Und was für Pracht und Zier Von meines Herzens Garten? Und iſt kümmerlich Kaum ein Blatt für dich! Ach, wie ſchäm' ich mich! Mit mir zufrieden ſein— Das iſt unmöglich, nein! Zu dem Vater ſagen: „Die Seele hält ſich fein“, Und wenn der Feind wird klagen, zeugen im Gericht, Daß ich wandl' im Licht Ach das kannſt du nicht! Verklagt bin ich gewiß, Und über das und dies Mehr noch, als ich Tie Wie trittſt du vor den Riſ Und hilfſt dem Glied am Sübe⸗ Gieb mir, Gottes Sohn In dem höchſten Thron, Abſolution! O mein Immanuel, Geſegne deine Seel'! Salbe ſie mit Gnade Und mit dem Freudenöl. Sprich zu der armen Made: „Deine Schmach iſt mein, Mein Verdienſt iſt dein, D 5 zu ſollſt ſelig ſein!“ E in — 3 klagen, lade: Mein Heiland, allen Bann, G — — S D Amen, es iſt wahr: Er, der alles gar, Macht mich, wie er war. ʒLer 5 Und liebet ſeiner Mutter Sprach. Ach gieb, daß ich dir folge recht, M Du biſt mein Spiegel und mein Licht. Ach Herr, wie bin ich noch ſo weit Von deines Bilds Gleichförmigkeit! Daß ich ſo hang' und kleb' an dir! Ich glaub's. So tilge dann, ieb mir deinen Frieden. chaff, daß ich wandeln kann, ann werd' ich nicht ſo müde. In Chriſti Vild geſtaltet. (A. H. G. 430.) Henne folgt das Küchlein nach ein Heiland, als dein treuer Knecht! Dein Leben zeigt mir meine Pflicht Wie feſt war deine Zuverſicht, würde dich verlaſſen nicht er Vater; o gieb doch auch mir, Im Leiden warſt du als ein Lamm, Schaltſt nicht, die dir ohn' Urſach gram; Du thateſt nicht auf deinen Mund, Bat'ſt für die Feind', o Liebesgrund! Du wareſt öfters gern allein Und hielteſt viel auf ſtille ſein; Auf Berg', in Wüſten brachteſt du Oft ganze Nächt' im Wachen zu. Dein Wandel war ein ſtet Gebet. O daß ich auch den Eifer hätt'! Du wolleſt mir mit Kraft beiſtehn, Daß ich mich auch daran gewöhn'. Sehr treu und freundlich umzugehn Mit Arm, Gering und Irrenden War deine Weiſ' und ſteter Brauch. O wär' es doch der meine auch! Doch wenn's betraf deines Gottes Ehr, Konnt'ſt du, o Lamm, auch eifern ſehr. Du ſcheuteſt nicht die fetten Bäuch' 7 Die hoch, gelehrt, anſehnlich, reich. Gieb mir auch unerſchrocknen Mut Und Eifer, wenn's von nöten thut; Doch aber auch Beſcheidenheit Und heilige Vorſichtigkeit. Ernt —f 29 Es gingen deine Jünger all Durch Elend, Angſt und viel Trübſal, Die nun ſind auf dem Berg Zion Und freuen ſich vor deinem Thron. Scheint's dem unmöglich, andern ſchwer, So kennen ſie nicht Chriſti Lehr Noch ſeine Liebe, die's macht leicht, Weil ihr garnichts unmöglich deucht. 6 In meinem Herzen merk ich doch, Daß eben ſei dein wahres Joch, Die richtige und ſchmale Bahn; Die geht dir nach, ans Kreuz hinan. 296 Alich umzuget 1720. deines Gottes!(A. H. G. 1753.) 6 ein Heiland, ob ich dir gleich noch L Dein Lieben oft erſchwere An Und drüber traure, denk ich doch, Und denk' zu deiner Ehre: Es liebt mich mehr mein Jeſus Chriſt, Als äußerlich zu ſehen iſt. 30 Und ich— du kennſt mein Herz und Sinn Ob ich gleich arm und ſchnöde Und, ſeitdem ich begnadigt bin, Sehr ſchamhaft und ſehr blöde, Ich hab dich, teurer Schmerzensmann, Doch lieber, als ich's ſagen kann. 1741.(Nach Gregor.) — Friede inmitten des Rampfes. (L. R. S. 74.) Nas für ungemeiner Friede ) Dringt an meine Seele an, Die des ſchweren Kampfes müde, Die ſich faſt nicht retten kann! Weil die Einſamkeit im Kriege Mir kein Zorneszeichen iſt, Sondern ich ſo kämpf' und ſiege, Wie du vorgegangen biſt. Nun wohlan!l ich hab's verſtanden. Hier iſt Angſt— Hallelujah! Hier iſt lauter Kampf vorhanden, Dort Triumph, Viktoria! ier ſind trübe, ſchwüle Stunden, ort die kühle Ewigkeit. Herzog, haſt du überwunden, Hilf auch mir zensmann, Hi D „‚ich lieg im Streit. Einfalt in der NUachfolge Chriſti (A. H. G. 633.) zen Herrn mit Ernſt verlangen 2 Nimmt ihm ſein Herz gefangen; meinen, Kampfts. Ihn herzlich, redlich Macht, daß er muß erſcheinen. Er hilft die Laſten tragen, Bis wir den Port erjagen; 5 Erleichtert und verſchonet, Bis wir des Jochs gewohnet. Er will uns ſelbſt bereiten ſt, Zu wahren Seligkeiten; nd ſiege, Und d wie er uns will haben, o ſchenkt er ſeine Gaben. — — — Nur ihm gelaſſen gehen Und zu Gebote ſtehen duſch. Nichts neben ihm begehren, orhanden Dies mag das Ziel gewähren. -—— Nun Jeſu, mach mich fertig, Gehorſam und gewärtig Und fähig, deinen Willen Mit Freuden zu erfüllen. Daß ich dich bei mir finde Und alles überwinde, Daß mich kein Fall noch Glücke Aus deiner Ordnung rücke. Daß ich dich fröhlich liebe, Ob's hell iſt oder trübe, Und du mein bleiben müſſeſt, Du ſchlageſt oder küſſeſt Durch KRampf zum Ziel. (A. H. G. 415.) en-Bräutigam, §O du Gotteslamm! Prüfe, Jeſu, meine Sinnen, öre, was ſie doch beginnen. H It ihh Wollen rein, 9 Kreuzige mich mir, Heilige mich dir; Reinige die inn'ren Wege! Irr' ich auf dem finſtren Stege, Scheine du mich an, Tritt mit auf den Plan! ſch Glück Rührt mein eigen Herz Kreuz und ſchwerer Schmerz, Kümmert mich ein fremdes Leiden, hliebe, Gieb Geduld zu allen beiden; e, Richte meinen Sinn müſſeſt, Auf das Ende hin! Endlich auf den Krieg Folget Ruh und Sieg. In der Welt iſt wenig Freude, Nichts als ausgedorrte Weide; Ziel. Zion hat allein Unverfälſchten Wein. Jeſu geh voran Auf der Lebensbahn, Und ich will mich nicht verweilen, Ohne Raſt dir nach zu eilen. Nimm mich bei der Hand, Weg zum Vaterland! Zinzendorf, Gedichte. Ordne meinen Gang, Liebſter, lebenslang! Führſt du mich durch rauhe Wege, Gieb mir auch die nöt'ge Pflege; Thu mir nach dem Lauf Eine Thüre auf! Kreuz des Chriſten Los. (A. H. G. 780.) ₰ hat ein Wort geſagt, nicht jedermann behagt darin ich Kraft verſpür: 1 „Nehmt das Kreuz und folget mir!“ Jeſus trug ſein Kreuz voran Und bezeichnete die Bahn V Mit des Meiſters Blut und Schweiß, Da man kämpft um Ehr und Preis. V Auch ſind vor Meſſias ſchon b 3. Alle, die durch ihn den Lohn N Der zukünft'gen Welt erlangt, V 1 In dem Kreuze hergeprangt. Los. MAaot mfr olget nll ———— Jener Väter treue Schar, Der die Welt nicht würdig war, Ging im Elend hin und her Und trug über maßen ſchwer. Warum wollten wir nicht ſtehn In dem Buch der Redlichen? Warum wollten wir nicht ſchon Leiden um die ſchöne Kron'? Leidet doch der Böſe auch, Hat's doch dieſe Welt im Brauch Und verzehret alle Kraft, Daß ſie ſich nur Kummer ſchafft. Leid' umſonſt, wer immer will! Ich erwähle mir das Ziel, Wo man von der Kreuzesſaat Wonne einzuernten hat. * Liebe zum Wort. (L. R. S. 107.) N dein Wort, die edle Gabe, Dieſes Gold erhalte mir; Denn ich ſetz' es aller Habe Und dem größten Reichtum für. 1726. Wenn dein Wort nicht mehr ſoll gelten, Worauf ſoll der Glaube ruhn? Mir iſt's nicht um tauſend Welten, Aber um dies Wort zu thun. Wir ſind höher angeſehen Nach des Wortes Zeugenſchaft, Als die Welt es will geſtehen; Wir ſind Zeugen deiner Kraft. Der vom Vater Ausgeſandte Biſt du ſelbſt, o Gotteslamm Wir, als Freund' und Anverwandte, Zeugen von dem Bräutigam. Welt, du magſt nur Achtung geben, Du wirſt deine Wunder ſehn: Jeſum in den Menſchen leben, Die einher in Armut gehn. Denn das Licht der Ewigkeiten Strahlt aus ihrem Angeſicht, Und du ſiehſt es oft von weiten; Welt, bewegt es dich denn nicht? —1 nehr ſoll o ruhn? nd Welte ihin Entſchiedenheit im Dienſte des Herrn. dhen(D. Ged. 103. 2. Aufl. 105.) ſſchaf i(Wewiß wer ſeinen Heiland liebet g4 O) und liebt zugleich ſein Eigentum, nil Der wird erfreuet und betrübet Durch Chriſti Schande oder Ruhm. — Ich bitte meinen Seelenwerber, ludenpunnie Er wende nur die Schmach von mir, gan. Darüber ich kein Leiden herber A. Und keinen größ'ren Schmerz verſpür! Ack ſehn: Ich meine: Jeſum Chriſtum nennen lebe Und ſeinem Herzen ferne ſein, hn. Sich ſelber nicht im Grunde kennen, gkeiten Und alſo nicht um Gnade ſchrein; ſicht, Weil aber Fleiſch und Blut commode n weite Und ſich's nicht gerne ſauer macht, icht⸗ Ein Chriſtentum auf ſeine Mode Erſehen, das die Welt erdacht. Zwei Dinge ſind's, die unſre Seele Bald führen in die Seligkeit. Das erſte iſt die Wundenhöhle, Die laut für uns um Gnade ſchreit; andre Chriſti Joch, das linde. as erſte bringet uns zur Ruh; Das andre lenket uns geſchwinde Und ſicher auf die Schranken zu Hat jemand kein verklärtes Auge, Dem Heiland in ſein Herz zu ſehn 6 D er wiſſe, daß er gar nichts tauge, 3 — Und daß es um ſein Heil geſchehn. Hat aber jemand Gnade funden Und will nicht in die Streiterbahn Darin die Zeugen überwunden, Der giebt die Gnade wieder dran. b Herr, der du unſre arme Seele uf deinem Mutterherzen trägſt A Und ihr, daß ſie dich ganz erwähle, Stets neue Treu vor Augen legſt Erhalte uns nach deinem Willen, Bis jeder ſich, du Seelenmann, In deinen blut'gen Wunden ſtillen, b Sich deines Joches rühmen kann. hin unde. uh; inde 1 zu Chriſtenberuf. (D. G. 72. 2. Aufl. 74.) An u ſeh 1”. Sdu Seelen⸗Bräutigam, O Sollten Seelen, die dich nennen, en Die dich kennen, n Folgen einem andren Stern? diranna Das ſei fern! den Das Geſchöpf iſt viel zu wenig, k na Unſer Geiſt begehrt den König, e Seele Und die Seelen ſind des Herrn. eiuf Menſchen ſind wohl auf die Welt Hingeſetzt, ſie anzuſchauen g11. Und zu bauen 1 Nicht allein durch Müh' und Fleiß, 2 Angſt und Schweiß, Sondern auch bei guten Tagen, nen kann. Da man nichts von Not zu ſagen, Sondern ſich zu freuen weiß. Chriſten aber ſind nicht hier, Daß ſie ſich daſelbſt erfreuen Und gedeihen. Ihr Beruf heißt: Jeſu nach! Durch die Schmach, 81 Durchs Gedräng von auß und innen, ſt n ſ Das Geraume zu gewinnen, D Deſſen Pforte Jeſus brach. 1728. j „ Urſprung der Seele. 1s (A. H. G. 172.) l Weele, ach Seele, du kenneſt dich nicht— 82 Möchteſt du leſen, V Wie du geweſen, Und durch dies Zeugnis auch wieder geneſen, 3 Prächtig Veelntänbes nun ſchattiges Licht! 88 Aber, ach Seele, du kenneſt dich nicht! Wäre dein Urſprung dir beſſer bekannt, V 2 Möchteſt du wiſſen, Was dir entriſſen Aber auch wiederum werden wird müſſen— 8 Wahrlich, o Seele, du würdeſt entbrann“, 1 Wäre dein Urſprung dir beſſer bekannt. Unr Siehe, dein Vater, dein Schöpfer, dein Gut Hat dir gegeben, Oben zu ſchweben Über dem andren erſchaffenen Leben; Denn du entſprangſt ja aus göttlicher Glut, Gott war dein Schöpfer, dein Vater und Gut. h. Seele, da warſt du von oben gezeugt. Die Kreaturen Geben die Spuren, Ob auch in mancherlei Art und Naturen, Jeele. Wie ſich doch alles zum Urſprunge neigt. Sind doch die Kinder(man ſeh' ſie nur an) Denen geneiget, Die ſie gezeuget Und unter ihre Gebote gebeuget. Seele, ſo war es mit dir auch gethan, Alſo auch ſahſt du zum Vater hinan. 0 Jedes Geſchöpf iſt an etwas gewöhnt, Drinnen zu ſchweben,. Als ſeinem Leben, Will auch dasſelbige von ſich nicht geben. Seele, ſo haſt du dich aufwärts gewöhnt Und nach dem Gut aller Güter geſehnt. Seele, ach, ſiehſt du mit Ernſte zurück, Wird dein Gewiſſen Dir ſagen müſſen, Daß du dich los von dem Schöpfer geriſſen. O ſo erwäge dein ewiges Glück! Seele, komm, eile zum Urſprung zurück! 1726.=* Was ein Diener Chriſti braucht. (L. G. I. 2030. A. H. G. 1099.) Zätt' ich mit niemand umzugehn ) Als nur mit meinem treuen Freunde, Und ſäh' mich keiner ſeiner Feinde, Und dürft' in keinem Amte ſtehn: So wär' mir für mich ſelbſt nicht leid. Ich weiß ja wohl, an wen ich gläube; Auch weiß ich, daß ich in ihm bleibe, 41 Er kennt auch meine Zärtlichkeit. So aber muß ich mancherlei In meinen Dingen überdenken Und mich bald da, bald dorthin lenken 12 0 Und ſorgen, ob's getroffen ſei. 400 Nun Freund, nun liebes Oberhaupt, Entweder mach mich frei vom Dienen Und laß mich dir alleine grünen, aß dir nur meine Thür erlaubt; ge Soll's aber aufgewartet ſein— Ich will mich auch davor nicht ſträuben Und will dein armer Diener bleiben; So richte mich denn ſelber ein. Gieb mir, was du verordnet haſt, .. Na 8 3 1 61 r 3 5 3 i braucht Was deine Kinder haben ſollen, 1099. Wenn ſie dir nützlich werden wollen: Ein Joch, das meinem Halſe paßt; Ein inniglich vergnügtes Herz, Ein Herz, das lebt in deinem Blute, Teende Das Nötigſte vom Heldenmute, te ſteh. Beim Lieben einen ſanften Schmerz; Geduld und Unerſchrockenheit, n u güon Das Thun und Ruhn in gleichem Grade, ihm blele Jetzt klein und arm als eine Made, lichten. Dann ſchön geſchmückt im Hochzeitskleid; Agenim Ein Auge, rein und ſonnenklar, enben Ein treues Ohr für alle Schäden, dorthin le Gerührte Lippen, recht zu reden, en ſei. Gemeinſchaft mit der ob'ren Schaar. nam Friede unter dem (A. H. G. 506.) d as hilft's, den Kopf mit Bildern füllen d J Die Augen mit Vergänglichkeit? Viel beſſer iſt's: das Herze ſtillen In heiliger Gelaſſenheit; Viel beſſer, Willen und Gedanken An Jeſu Kreuz empor zu ranken Und ſein geringes Stäublein ſein. Ach Jeſu, mache mich ſo kleine Und durch dein heilig Blut ſo reine, So geh ich in dein Alles ein. 1729. Stiller Gehorſam. (A. H. G. 1017.) Kanbetungswürd'ges Weſen, Allen Kranken zum Dnene Aller Angſt zum Troſt erleſen, Meine Augen ſehen dih 45 üreu. ſam. Herr der himmliſchen Naturen, Herr der menſchlichen Staturen, Herr von allen Kreaturen, Aber auch mein lieber Herr! Deine Hand iſt immer rege, Aber deine Stundenſchläge Richten ſich doch allewege Nach dem vorbeſtimmten Nu. Darum lehr' uns ſtille werden In den Sinnen und Gebärden; Dieſes kann auf Meer und Erden Uns viel tauſend Sorgen ſpar'n. Haben wir uns dir verpfändet Und nicht von dir abgewendet, So wird alles wohl vollendet; Später oder früh, iſt eins. Getroſte Zuverſicht in Gottes Führung. (A. H. G. 1089.) Hamm und Haupt, Es ſei geglaubt; Alles ſei auf die Gnad' gewagt! Gar nichts ſehn Und kindlich flehn Und danken dem, der's zugeſagt: 1 Das iſt deiner Leute Stärk'. Das iſt auch mein Tagewerk, eut Daß ich auf der Gnade ſteh', 9 Wenn ich nicht weiß, wo ich geh'. ſ 1736. (TE. C Des Chriſten Sorgloſigkeit. (A. H. G. 2207.) 1 1 Nen Glauben mir verleihe, De alles gut wird gehn; Die Fehler auch verzeihe, b Die bisher ſind geſchehn. V 1 Du wirſt mich nicht beſchämen, 1 Weil du verboten haſt, un Mehr über ſich zu nehmen 6 Als eines Tages Laſt. 1 zugeſagt Mut in unerwarteter Trübſal. Stärk. A. H. G. 1932.) gewerk de ſteh 5 o bin ich nun auch in der Zahl wo ich a 8 Der unter gutem Stern Und nach gewohnter Gnadenwahl Gefangenen des Herrn. Mein Freund, der mir der nächſte iſt In allem, was geſchehn, gloſigheit. Hat zweifelsfrei als Gottes Chriſt Auch dieſes ſo verſehn. Ach laß in jedem Prüfungsſtand lri. Den dir ergebnen Sinn „ hn 1. 1 Ce.— 1 gehh Mit nichts für Herz und für Verſtand ho 1.. Al. Vergeblichem ſich mühn! ehn. Und weil du ſelbſt am beſten weißt, Warum du mich geſchickt, So gieb mir deiner Knechte Geiſt, Der mir's zurechte rückt— Damit nur ich mit Wort und That Dir nichts verderben mag. Für alles andre ſchaffſt du Rat Und machſt die Nacht zum Tag. Auch mein Erliegen nach dem Schein Soll dieſem Ort und Land dir Der Anfang ſeiner Rettung ſein fene Durch Gottes Wunderhand. n In der Citadelle von Riga, 24. Dez. 1743. dir nd llen Auf dem Wege nach Kanaan. 4 (L. R. S. 90.) did 5 eil'ger Vater, ach geſtatte I enen Feinde nimmermehr, V 1 Daß er mich, das arme matte, 1 Dein geliebtes Lamm verſehr'. V 4 Hat die Welt ſich aller Orten ſ Um und neben mich geſtellt— 1 Wenn mein Geiſt nur Salems Pforten Immer im Geſicht behält. b 1 1725 n Anbetung. (A. H. G. 489.) Herr, der Weisheit Wundergrund b 1 o Und Felſen du der Ewigkeiten! Wie weiß ein unberedter Mund 7 Dein Werk nach Würden auszubreiten? 49 Dein Pfad iſt in der Tiefe nur; 3 Wir Kinder können ihn nicht gründen, ug l Denn wir erreichen kaum die Spur m. Von dem, was ſelbſt die Menſchen finden. 5 Wir wüßten gerne viel Und führen übers Ziel; Allein wir müſſen rückwärts weichen. hj Kanaan. Und dein verborgner Rat Bricht eher aus zur That, Als unſre Sinne ihn erreichen. t Mein Jeſu, auserwählter Freund, te Ich will mich nicht ins Weite geben; Uehr G'nug, daß dein Herz es redlich meint Drie Und dir nichts lieber als mein Leben. ſtelt Hier haſt du meinen ganzen Mut, lens N Die Eigenheit ſoll hier vermodern; . 5 Es ſoll in deiner Liebe Glut Mein Wollen nach dir aufwärts lodern. Da liegt mein eigner Trieb; Nimm alles, was mir lieb! g. Ich will dich für mein Leben tauſchen. 3 Laß deiner Kreatur Nur deiner Gnade Spur, Vundergrund So mag's durch alle Tiefen rauſchen. wigkeiten! 1 4 Wn Geſegnet ſei, der mich betrübt, l Und ſeine Schläge benedeiet, den amilllete Zin zendorf, Gedichte. 50 Weil der, des Hand es iſt, mich liebt Und zu dem Vater für mich ſchreiet. 1 Muß ich zuweilen Tag und Nacht In mancherlei Bedrängnis ſtehen Gelobt ſei der, durch deſſen Macht Ich manchen frohen Tag geſehen! Wie klagt' ich billig dann? Der mich erhöhen kann, Schlägt mich an dieſem Tage nieder; Vielleicht vergeht er kaum, So kriegt mein Herze Raum Und ſingt ihm neue Lobelieder. — Hier liegt dein Kind vor deinem Thron Und küßt den Saum von deinem Kleide, Mein Gott, und glaubt und wartet ſchon Auf die Erfüllung ſeiner Freude. Ich mag ſonſt nichts auf dieſer Welt Als dies: Ich will dir wohlgefallen. Dir nach, Herr Chriſtus, unſer Held, Will Leib und Geiſt und Seele wallen. Venn ich von heute an 9 ich ſtets erfreuen kann, So magſt du mich dafür betrüben. Begehrſt du, was es ſei, Nimm's, daß es dich erfreu'; Ich will dich darum dennoch lieben. 1726. 8N N/ —————ffß Uuhe nach der Arbeit. (L. R. S. 37.) aß mich, Herr, wie du geſtritten, o Dir im Streite ähnlich ſein. Und wie du dich ſatt gelitten, Tauche mich ins Leiden ein. Wie du vor des Lagers Stätten Leid dunn ich draußen deine Schmach; nener Wie du in dein Reich getreten, Tret' ich dir ins Leben nach. Merkt's, ihr Faulen und ihr Matten, Die ihr alle Arbeit ſcheut Und ſucht nur die kühlen Schatten: Jetzo iſt nicht Schlafenszeit! Wer nicht ſäet und ſich nähret, Sammelt auch zur Ernte nicht. Darin wird der Herr geehret, Daß ihr bringet viele Frücht'. betrüben Gut iſt's ja, in Jeſu Liebe Ruhen und an ſeiner Bruſt; freu Gut iſt's, ſtehn im ſanften Triebe nnoch lubei Seiner ungefälſchten Luſt. Aber was ſoll dieſes heißen: Raſten und vorher nichts thun? Wollt ihr nicht ins Lager reiſen, Sollt ihr nicht im Zelte ruhn. Ja ich weiß, daß deine Ehre Auch des Vaters Ehre iſt. Wenn ich nun ſein Reich vermehre, Da du Haupt und König biſt, Ei ſo wird dein Liebeszeichen Das Panier ſein über mir, Und du, Kriegsheld ſonder gleichen, eſ Meines Heerzugs beſte Zier. Sehnſucht nach der Ewighkeit. (A. H. G. 788.) wigkeit, du Strom der Wonne, SD HReiße mich fein bald dahin, Denn bei dieſer ſchwülen Sonne Martert ſich mein edler Sinn. Unter dieſes Leibes Banden Trage ich mich ganz zu ſchanden. Heil der Kranken, nahe dich, De enn mein Geiſt ermüdet ſich. —, O daß Chriſti StimmeV ſchallte, Riefe doch ſein treuer Mund! daß ich von hinnen wallte ( Tröſtliche Errettungsſtund', Hebe endlich an zu ſchlagen, Ende alle meine Plagen! Anbeginn der Sabbathszeit, Grüße mich, ich bin bereit! Hoffnung in Sterbensnot. (L. St. S. 113.) leibe mein in meinem Leben, X Jeſu, und regiere mich, Ewigkeit Alles Eitle dran zu geben; Alſo überwinde ich. Und wie du zum Thron der Wonne Vonne, Nun hinangeſtiegen biſt, in, Alſo eil' ich auch zur Sonne, Sonn Die mein einig Erbe iſt. ◻7 Bleibe mein in Todesnöten, Da bedarf ich deines Lichts; Wenn mich meine Sünden töten, Da erzeiget ſich mein Nichts. ———— Da, da ſollen die Gedanken, Herr, in deiner Todespein Als in meines Sieges Schranken Enge eingeſchloſſen ſein. Wenn durch deine letzten Stunden Auch mein letztes Stündlein ſiegt, Und das Sterben, überwunden, Mit dem Leib im Staube liegt, Wartet mein zum Gnadenlohne, Unbezwungner Todes-Tod, Eine wunderſchöne Krone, Und du, Bräutgam, weiß und rot. Drum auf deinen Kampf und Wunden Sei mein Leben dran gewagt! Schlaget meiner letzten Stunden Selige Minuten, ſchlagt! Kurze Arbeitsſtunden bringen In die Ewigkeit zur Ruh; Aber erſt geht's an ein Ringen. ieger, überwinde du! G 799 4 ranken—.— Ich bin des Herrn. (L. R. S. 112.) S ſoll meine Zunge ſchweigen, in ſiegt, I.— 2 Aber reden meine That: nden*— 3——„ nden, Meine Seelenkraft ſoll zeigen, Was das Lamm verdienet hat. lohne, Da bin ich, du Ehrenkönig; Aber willſt du mich zum Lohn? Dem die ganze Welt zu wenig, Nimm mein Herz zu deinem Thron. run Uerleugnung. —— (L. St. S. 35.) nen du armer Staub der Erden, ☛ Warum ſorgſt du ſo für dich? Einer muß verleugnet werden, Es ſei Jeſus oder ich. Golgatha. (Anh. z. L. G. von 1755 Nr. 37. ch bin durch manche Zeiten, — Wohl gar durch Ewigkeiten 5 In meinem Geiſt gereiſt: Nichts hat mir's Herz genommen, Als da ich angekommen Auf Golgatha, Gott ſei gepreiſt! Chriſtian Renatus v. Zinzendorf. Die eine Paſſion. (Anh. z. L. G. von 1755 Nr. 5.) S eſchwiſter, ihr erlaubt mir's ſchon, Daß ich mich kurz erklär': Ich hab nur eine Paſſion, Und die iſt er, nur er! Chriſtian Renatus v. Zinzendorf. 5 —mx— Gemeinſchaft unter dem Kreuz. Anh. z. L. G. von 1755 Nr. 31.) Kie wir uns allhier beiſammen finden, Schlagen unſre Hände ein, Uns auf deine Marter zu verbinden, Dir auf ewig treu zu ſein. Und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne Deinem Herzen angenehm und ſchöne, Sprich du Amen! und zugleich: Friede, Friede ſei mit euch! Chriſtian Renatus v. Zinzendorf. ſſion. 55 Nr. 5.:6)6 Veruf der Jüngerſchaft Chriſti. (A. H. G. 1015.) 3 Men der Welt iſt kein Vergnügen, Seele ruhig macht; — 8 Der wird um ſein Heil gebracht, Der ſich durch ſie läßt beſiegen. Jeſus iſt allein die Liebe, Jeſus iſt allein die Luſt, Die dem armen Geiſt bewußt. t ſind ſeine Freundſchaftstriebe. — —. 9 Selig, ſelig, ſelig ſind,. Die zu der auserwählten Gemeinſchaft Jeſu Berufen ſind! ◻ Eine Seele geht verloren, Wie ſie auch bekleidet iſt, Wenn ſie ſich nicht Jeſum Chriſt 8 1 zur Bekleidung auserkoren. Und ein Geiſt wird bloß erfunden, —₰+: Iſt er noch ſo reich und ſatt, er nicht Chriſti Fülle hat. Drum hinein in Jeſu Wunden!. elig, ſelig, ſelig ſind, 1 ie zu den blutigen Wunden des Heilands 9. Geflohen ſind! König, Fürſt und Sieger heißet D ft Elritt er im Cherubinen-Chor. aft Chrſt. Seraphim ihm ſpielen vor, Den der Dornenkranz zerreißet. gnügen, Der die ganze Welt regieret Als das kräft'ge Gotteswort, zebracht Wird um unſre Sünde dort beſiegen. Hin zum Kreuzestod geführet. Selig, ſelig, ſelig ſind, Die in den Kreuzestod des liebenden Heilands Uzes nutdt Begraben ſind! Zagende Gemüter meinen, Leiden ſei ein Todesweg. n Gemeinch Nein, es iſt der Sternenſteg; Dorten lachen, die hier weinen. Und der Leiden Schreckgeſpenſte Wird verächtlich angeſchaut, Wenn man erſt der Gnade traut, ſum Chit Denn die tröſtet uns aufs ſchönſte. Selig, ſelig, ſelig ſind, ß erfunden Die durch die majeſtät'ſche Gnade Jeſu nd ſatt, Geübet ſind! Weh' euch, denn ihr werdet heulen, Die ihr hier gelachet habt! Aber, die ihr euch begrabt, etzt dem Lebensbau die Säulen, —ᷣ—ÿ—ÿ—ÿ————ę—LOZBł— 60— Den der große Meiſter gründet, Draus er, wenn die Erde kracht, Eine ſichre Freiſtatt macht Dem, der leidend überwindet. Selig, ſelig, ſelig ſind, Die durch die Tiefe des Meeres der Thränen Gegangen ſind! Überwinder aller Dinge, Die nicht Gott und göttlich ſind, em kein Feind mehr abgewinnt, ₰ b er Vüll ſo heftig dringe, Hier iſt eine See, mit Wellen Der Ve Die auf unſer Schifflein ſtürmt; eru hung aufgetürmt, och dich kann kein Sturmwind fällen! elig, ſelig, ſelig ſind, N ie in den Steinklüften des ewigen Felſens Geborgen ſind! Tapfre Streiter Chriſti wiſſen, Daß die Zeit von keiner Dauer, Und der Herr ſchon manche Mauer Der Beklemmung eingeriſſen Ihre aufgeklärten Sinnen Blicken durch der Wetter Sturm Nach dem Licht auf Salems Turm; Denn das ſehen ſie beginnen. = j —, p — - . 1 1— 1 1U —, An Rl 61— Selig, ſelig, ſelig ſind, Die ſich durchs Gedränge ins Geraume zu glauben, Gewohnet ſind! Mächte auf dem Ball der Erde, Eure Herrlichkeit iſt Tand, Eurer Ruhe Grund iſt Sand. Die Geſpielin heißt: Beſchwerde. Eure Hoffnung bleibet eitel, Weil ihr Eitelkeiten liebt Und euch nur vergänglich übt. Ach, was drohet eurem Scheitel! Selig, ſelig, ſelig ſind, Die von der irdiſchen Hoheit und Thorheit Herunter ſind! Zions Freude währet immer; Und wer dieſe Bürgerſchaft Eigentümlich an ſich rafft, Des Gerechtigkeit fällt nimmer. Wie das Meer ſich türmt als Mauern, Wie ein ſtarker Waſſerbach türzet über Fels und Dach, o wird auch ſein Friede dauern. elig, ſelig, ſelig ſind, ie zu der Bürgerſchaft von Zion und Salem Verſammelt ſind! Du, o Freund der Menſchenſeele, Ewig ſei dir Dank gebracht, Daß du mich aus Staub gemacht! Dein iſt meine Leibeshöhle, Dein iſt mein natürlich Leben, Dein iſt auch mein Gnadenpfand; Dein, o Jeſu, ſei mein Stand, Dir will ich mein Leiden geben! Selig, ſelig in der That, Wer durch Jeſu Gnade gelebet, gelitten, Geſieget hat! 1728. Dem Verrn geweiht. (A. H. G. 133.) hriſtus, der lebend'ge Gott, 0 ₰ꝙ ₰ G 5 unſre Hoffnung in der Not, Iſt mit ſeinem Löſegeld Reich genug für alle Welt. Bürgſchaft iſt für jedermann Vor dem Vater eingethan; Niemands Feſſeln ſind ſo ſchwer, Dem nicht loszuhelfen wär'. 1 d [AN nſeele Aber wer ſich darauf ſteift Und nur Schuld mit Schulden häuft, gemacht. Der verſcherzt die alte Huld Ne, Und verfällt in neue Schuld. Nicht, daß Gott nicht helfen möcht'; Sondern weil der böſe Knecht, Da man ihn kaum losgekauft, Wieder ins Verderben lauft. ꝛelebet gelt Wenn ein Menſch durch Jeſum Chriſt Von der Sünd' erlöſet iſt, Und ſie läßt das Herz allein, Dann gehört der Herr hinein. Wenn der Herr im Herzen thront Und nun völlig eingewohnt, weiltt. Wird ſein freundlich Regiment Von dem Geiſt für gut erkennt. Liebe brachte ihn hinein, Liebe muß ſein Scepter ſein; r Not, Liebe knüpft ſo kräftig an, — 8 § — aß kein Tod zerreißen kann. Wo nun Jeſus iſt, gewiß, Da iſt keine Finſternis, Und in dieſes Heil'gen Haus Schmückt er ſelber alles aus. 1726 Gnade ſchafft das Leben neu. (A. H. G. 1101.) . Jeil die Worte Wahrheit ſind, Daß man nichts bei Gott gewinnt, Nichts durch des Geſetzes Werke, Nichts durch alle Leibesſtärke, Nichts durch eigenen Verſtand, Nichts durch unſre milde Hand; Nichts durch eignes Heiligſein, Wenn's gleich mehr als Augenſchein, Wenn's gleich Kraft und Weſen wäre; Auch nichts durch die reine Lehre, Daß kein Tugendbild die Gnad' Näher als der Sünder hat: So iſt's billig, daß ſich auch Dieſer ſonderbare Brauch, Den die heil'ge Schrift uns lehret, An den Seinen ſtets bewähret. Niemand kann geſchickter ſein Als ein kleines Kindelein. Es iſt einem wahrlich gut, Wenn man Gottes Willen thut; — 57 ₰ Und ein Leidens-Beiſpiel werden, Das iſt auch ein Glück auf Erden. ben neu. Wenn du aber müde biſt Und dir's gleich genug ſo iſt— Da iſt ein ganz leichter Rat, Es beſtärket ihn die That: Man geht hin, fällt ihm zu Füßen Und ſagt nichts vom Thun noch Büßen, Sondern ſpricht zum„Großen Sohn“ „Bin ich etwa nicht dein Lohn? Haſt du etwa mich allein Nicht erkauft, um dein zu ſein, Da dir deine Müh' und Frohnen Ein unzählbar Heer ſoll lohnen? Wirſt du meiner nur nicht froh?“ e Wn Wenn du kannſt, ſo denke ſo Kommt mir etwa in den Sinn: Ob ich auch in Gnaden bin? So gedenk ich an die Züge Deines Vaters ſeit der Wiege; ewähler Und daneben denke ich: r ſein Willſt du, Jeſu, richte mich! Jeſus hat die Weiſe nicht, gul, Daß er ſich ſo widerſpricht Zinzendorf, Gedichte — 66 Jeſus ſpricht: Ich will das Leben Dem, der an mich gläubet, geben. Das muß, trotz dem Augenſchein, Eine ew'ge Wahrheit ſein. Aber wie kommt man dazu, Daß man in der Gnade ruh'; Daß man nicht nur nicht verderbe, Sondern auch den Segen erbe? Das erfordert zweierlei: Daß man arm und Sünder ſei. Arm— das heißt: man achtet ſich Elend, blind und jämmerlich Und weiß nun an keiner Ecke, Wie man ſeine Blöße decke. trifft ein. Iſt das Armut? Die Doch man muß auch Sünder ſein. Fromme Seelen, das geht gut. Euer gleichgeſinnter Mut Ohne Liebe ſeit der Jugend Macht den Strich durch eure Tugend, Setzt euch in die Dürftigkeit Und macht, daß ihr Sünder ſeid. König Jeſu, das iſt wahr, Alles das iſt ſonnenklar: . — — — Eines fehlet deinen Tauben, b Nur das einz'ge Wörtlein:„Glauben!“ A uſöh Ohne das kriegt niemand Ruh. 7) Und wer teilt es aus als du? Su azu, Nun ich weiß, mein arm Gebet T Wird vom Heiland nicht verſchmäht; b de Seine Armut, ſeine Thränen erbe: Sollen uns zum Heil gewöhnen. 5 Ich will kindlich weinen gehn 4 nder ſe Bis ich in ſein Buch kann ſehn. 6p 1738. ſi⸗ Ecke 1 Heiligung in Chriſti Blut. (A. H. G. 1258.) ¹ 1 oehte Zhriſti Blut und Gerechtigkeit, i „Das iſt mein Schmuck und Ehrenkleid; d — Damit will ich vor Gott beſtehn, Pruel Wenn ich in' Himmel werd' eingehn. 11 ellle Tu 7 igleit Denn tret' ich gleich mit vors Gericht, inder ſel Es kommt zu keiner Klage nicht; Dus as macht: ich bin ſchon abſolviert, Und meine Schuld iſt abgeführt. 68 Die Rechnung hängt am Kreuzesholz; Da ſiehet ſie des Teufels Stolz. Die Nägel, die das Lamm verwund't, Zerreißen ganz den alten Bund. Wenn er nun gleich, auf meine Ehr, Mit meinem Blut geſchrieben wär', d So iſt's nun völlig aus damit, Und ich bin aller Ford'rung quitt. Nun das heilig' 1i uld'ge Lamm, W Das an dem rauhen Kreuzesſtamm üe Für meine Seel' greaben iſt,— Erkenn ich für den Herrn und Chriſt. 6 Ich glaube, daß ſein teures Blut V I Das allerunſchätzbarſte Gut, 1 Und daß es Gottes Schätze füllt Und ewig in dem Himmel gilt. Nun ſoll auch alles Zeuge ſein, Wie ich in' Himmel will hinein. de Ihr lieben Engel allzumal,) Hört's auch mit an im Himmels-Saal. mn Und wenn ich durch des Herrn Verdienſt Noch ſo treu werd' in ſeinem Dienſt, Gewinn auch allem Böſen ab Und ſünd'ge nicht mehr bis ins Grab: Uich unull — n It Unlen ¶◻☛2 — 69— So will ich, wenn ich zu euch komm, Nicht denken mehr an gut noch fromm, Sondern: da kommt ein Sünder her, Der gern fürs Löſ'geld ſelig wär. Da ſingt der Vater Abraham Und alle Heiligen dem Lamm; Und ſieht man in ihr Buch hinein, So ſteht's, daß ſie auch Sünder ſein. Wenn man nach meiner Kleidung fragt, Wie man's auf Hochzeitstagen macht, So zog ich damals Jeſum an, Als ich dem Teufel nackt entrann. Das ſchöne Kleid hab ich bewahrt; Es hat die ſonderbare Art, Daß Chriſti unſichtbares Blut Es immer ſchön erhalten thut. Wird dann die Frage vorgebracht: Was haſt du in der Welt gemacht? So ſprech ich: Ich dank's meinem Herrn; Konnt' ich was Gut's thun, ich that's gern. Und weil ich wußte, daß ſein Blut Die Sünd' wegſchwemmt mit ſeiner Flut, Und daß man nicht muß will'gen ein, ich mir's eine Freude ſein. 70— Wenn nun kam eine böſe Luſt, Ich ſagte zur Luſt, Stolz und Geiz: Dafür hing unſer Herr am Kreuz! Da macht' ich keinen Disputat, Sondern das war der kürz'ſte Rat: Ich klagt' es meinem Herrn ſo bloß, Da wurd' ich's immer wieder los. Nun weil ich noch im Leben bin, So iſt mein ganzes Herz und Sinn, Daß ich dem Volk der Chriſtenheit Zeit: 1 Drauf helfen will zu aller Daß unſer hochgeliebter Gott Mit ſeines Sohnes Blut und Tod Uns alſo hoch geliebet hat, Daß es kein Menſch faßt in der That. Ihr Gnadenkinder insgemein, Wollt doch herzlich gebeten ſein, In eurem ganzen Lebenslauf Auf nichts zu bauen als darauf. bet ſeiſt du, Jeſu Chriſt, Daß du ein Menſch geboren biſt Und haſt für mich und alle Welt Bezahlt ein ew'ges Löſegeld. So dankt' ich Gott, daß ich nicht mußt'; V Ach Und aus der Grub' erledigen, hilf uns nun auch predigen und Ge⸗ Was ſich in dei'ge Fü wund Gii Was ſich in deine blut'ge Füll In Rrel) Als ein Sünder verbergen will. Rspulat, Du Ehrenkönig, Jeſu Chriſt, tzſte Rin. Gott-⸗Vaters ein'ger Sohn du biſt; ern ſo blof Erbarm dich nun der ganzen Welt jeder los. Und ſegne, was ſich zu dir hält! Leben bin, Ich will nach meiner Gnadenwahl z und Sim Hier fleißig ſehn ins Wundenmal riſtenhet Und droben prangen in dem Kleid er Zei Dein's Blutes und Gerechtigkeit 1739. er Gott ſat Einfalt des Glaubens t in der J(A. H. G. 1308.) Gommt, Sünder, und blicket dem ewigen Sohne Klle 2 9———„„„* tei ſei» Aufs Herz, in die Nägelmal', unter die Krone; f Und ſucht euch noch mehrere zuzugeſellen, 9 Die ſich mit euch vor den Gekreuzigten ſtellen. Wer wollte den Glauben durch Zweifeln verhindern? ¹ Chruſ. 2 Ihr Sünder, ich wollte, wir würden zu Kindern Horen 1 Und ſchlügen ans Kreuz alles künſtliche Denken; Freund will der Einfalt die Seligkeit ſchenken. 72— Ihr Armen, die Armut des Heilands macht reicher; Sie öffnet der Ewigkeit Scheuern und Speicher. Und wenn wir nun kommen, um gläubig zu nehmen, So kann uns kein Menſch über Mängel beſchämen. Wer alle Schuld bei ſich geſucht und gefunden,§ — Der hat einen offenen Weg zu den Wunden; Wer unter den traurigſten Schuldnern geſeſſen, Wird bei der Erledigung nimmer vergeſſen. So lernt man behaupten die lieblichen Rechte Der Sünderſchaft unter dem Menſchen Geſchlechte. Kaum gehet uns unſre Gerechtigkeit unter, So wird unſer ganzes Inwendiges munter. 2 Auf! ſucht denn das Lamm mit entzündeten Kerzen! F Die mindeſte Trägheit bringt peinliche Schmerzen. Vom Szepter des Königes, der uns berühret, Wird unſre begnadigte Führung regieret. Darunter erfährt man mit innigem Beugen, Wie gut es iſt, Jeſu ſich willig erzeigen. V 92 Es iſt unſre Schuldigkeit über und über; 1 Was aber von Herzen geht, hat der Herr lieber. uUllt ———— Reich in Jeſus. (A. H. G. 71.) Geer dich aus; er wird dich füllen. ₰ A—.. S Setze dich; er wird dich ſtillen. Schweig, ſo ſagt er ſeinen Willen. Wiſſe nichts, ſo lernſt du ihn! Dem Demütigen giebt Gott Gnade. (A. H. G. 352.) ☛ großer Name in der Welt D Iſt nur ein eitler Tand; Ich lobe, was die Probe hält In jenem Vaterland: Wenn einer, der in dieſer Zeit Auf Fürſtenſtühlen ſitzt, Auch einmal in der Ewigkeit Im Fürſtenſchmucke blitzt. Und wenn ein Herr, vor welchem man Hier auf den Knieen liegt, Mit Licht und Leben angethan Auch dort den Tod beſiegt. Wem aber Reichtum, Gut und Ehr Hier allzuwohl gefällt, Der ſpart ſich kümmerlich und ſchwer Auf eine beſſre Welt. Wie ſchwerlich mag ein Reicher doch Ins Reich der Himmel gehn; Wie ſauer wird uns Chriſti Joch, Wenn wir im Glücke ſtehn! Der reiche Jüngling war ſchon weit, Der Heiland liebte ihn; Allein der Reichtum dieſer Zeit Entzog ihm den Gewinn. Die alſo hohen Mutes ſind, Die ſtürzt der Herr vom Stuhl; Der ſtolze Uberhebungswind Weht in den tiefen Pfuhl. Hingegen iſt ein Kindelein Dem Vater angenehm Und zu dem holden Ehrenſchein Der Ewigkeit bequem. Die höchſte Würde fället dir K In deiner Taufe zu; Nimm dieſe königliche Zier Mit dir ins Reich der Ruh. 8 — ‿— Und präge dir ja ernſtlich ein, Du ſeiſt darauf getauft,„ und ſe hue Des böſen Geiſtes Feind zu ſein, ₰ Und Gott zum Knecht erkauft. 54. 2 Neichr dit Gedenke, wie du lange ſchon hn Des Herren Namen trägſt. ſti Joch D Du biſt ein ungeratner Sohn, Wenn du das nicht erwägſt. 1 D — or ſchon wit Drum lege dich in Demutspflicht 1 Dem Vater bald zu Fuß r Zeit Und bitt' um ſeines Geiſtes Licht, Das dich geleiten muß. 3 ſind Dann ſinke vor deſſelben Blitz Stuhl In tiefſte Niedrigkeit. nd Verleugne Wiſſenſchaft und Witz, Geh in Gelaſſenheit; Nach Art der Kinder gehe hin Und mache dich ganz klein, Denn davon haſt du den Gewinn, Dem Höchſten nah zu ſein. — Der Hohe und Erhabene, Der iſt ja nicht beſchwert, Zu ſehen auf das Niedrige Im Himmel und auf Erd'. 76 Er hebt den Niedrigen empor Aus ſeinem Staub und Kot Und ſetzt ihn obenan im Thor Nach ausgeſtandner Not. Wenn Gunſt der Könige entweicht, Wenn Haß aus Liebe wird, Und jedermann die Segel ſtreicht, Der auf dem Meere irrt: Behält ein ſolches Friedenskind Ein ruhiges Geſicht; Es ſtehet gegen Sturm und Wind Und hängt die Flügel nicht. Das macht: der große Name war Ihm nur ein fremdes Gut; Es trug und duldete ihn zwar, Doch mit verdroßnem Mut. Hingegen ſchaut der edle Geiſt Sich unverwandt herum Nach dem, was unverwelklich heißt, Nach jenes Lebens Ruhm. Herr Jeſu, deine Gnadenwahl Eröffne meinen Lauf! Nimm meinen Namen in die Zahl Der Bürger Zions auf! 40) Vor Gott zum Uichts geworden. (A. H. G. 543.) ſ d 5 Die ſchwer iſt's, kennen lernen, Was je auf Erden iſt, Und alles auszukernen, Was ihr Gelehrten wißt! Doch iſt nicht auszugründen, 0 Wie ſchwer die Schule fällt —. — — Das edle„Nichts“ zu finden, Das Nichts, das Gott erwählt. N Soll ich ſolch Nichts beſchreiben, So kömmt es darauf an, Von ſich gewiß zu gläuben, Daß man nichts iſt noch kann; 6 Dabei man nicht begehret, Wohl angeſehn zu ſein, 3 klich heiß Sich über nichts beſchweret Und ſieht ſein Elend ein. i denvah Dies wird das„Nichts“ genennet: Erſt, weil es niemand hat, Denn wo man Menſchen kennet, Giebt ihm faſt keiner ſtatt; Zum andren, weil die Sinnen Des, der ſo werden will, Ganz leer zu ſein beginnen, Damit ſie Gott erfüll'. Ach ohne Jeſu Liebe, Dem Lichte alles Lichts, Sind alle meine Triebe — Und ich gar eitel nichts! So rufet die entblößte, So ruft die Seele aus; Dann winket die erlöſte — Dem Heiland in ihr Haus. Da ſoll nun jemand ſagen, Ob's ihr noch möglich iſt, Auf eigne Kraft was wagen Und ohne Jeſum Chriſt. Nein, ſie iſt zu erfahren, Sie weiß, was Ruhe koſt't, Und ſucht ſich zu bewahren Und hält am Glaubenstroſt. Will ſie was Gut's beginnen, So ruft ſie Jeſum an; Der wirkt in ihren Sinnen, Eh' es die Hand gethan. ————— ,, Iſt's nun zum Vorſchein kommen, So weiß die Seele wohl, nen, Wo ſie es hergenommen Und wem ſie danken ſoll. Iſt dieſer Grund geleget, So brauchet man nicht mehr, fS 19, d. Daß man das Herz beweget, 35 Zu fliehen eigne Ehr, Daß man von Demut ſage, b Und was es ſei, das„Nichts“: Die Antwort auf die Frage ſ Iſt jedes Kind des Lichts. Haus. 1726. ndj 6 1 6f Gehorſam. (A. H. G. 839 und 857.) 43— nr. Lie ſelig iſt ein Herz, das Jeſum funden, 1)) Und das ihm glauben kann, nicht weil es ſieht, eu Nein, ſondern weil es ſo mit ihm verbunden, Daß es ſein Ja und Nein in alles zieht 13 Und, wenn es weiß, daß er's geſagt, an Den Augenblick nicht mehr Nach Grund und Urſach fragt! 80 O wenn ihn nur die Seelen recht verſtünden, Sie gäben ſich nicht halb ſo viele Müh' Mit mancherlei Bedenken und Ergründen; Sie merkten nur, wohin die Liebe zieh', Und dächten wie ein treuer Knecht: Der Herr mach's, wie er will, So iſt's dem Knechte recht. 1728. Freiheit im Dienen. (A. H. G. 1074.) er den Heiland liebet und fürs Haupt erkennet Und ſich Glied am Leibe nennet, Und will ſich entziehen, Wenn das Haupt ſich reget Und den Leib ihm nachbeweget, Der verdirbt Und erſtirbt Wie die dürren Blätter Bei dem rauhen Wetter. Sollen und nicht wollen, Das iſt eine Schande Hier und dort im Vaterlande. ——,— enen. Zinzendorf, Gedichte. Will man ehrlich bleiben Und vor Gottes Herden Nicht durchaus zu Schanden werden, Muß man ſich Lediglich Dem zur Freud' ergeben, Dem ſie alle leben. PJahrlich unſre Schule Bei: dem liebſten Meiſter Iſt ein Glück für edle Geiſter. Was er uns befiehlet D O as ſind lauter Sachen, Die man gerne wollte machen, Und die man Machen kann. Seit des Heilands Leiden Dient man ihm mit Freuden. Wir ſind keine Sklaven, Sondern freie Diener Von dem blutigen Verſühner, Der uns zwingen könnte Und nicht will vor Liebe, Sondern fordert Herzenstriebe. Aber dies Iſt gewiß: 9 Nichts kann feſter binden Als ſein Liebsempfinden. V 2 ſr a Liebe Herzen, gehet, ¹ 8 Wollt und könnt in allem, V 1 Was dem Heiland mag gefallen. V Und zu allem andren V 1 Seid durchaus nicht tüchtig; du Haltet eure Gnade wichtig.. Geht im Sinn V Chriſti hin V Auf dem Gnadengleiſe Nach der Jünger Weiſe. V 1 dir Preis des ſtillen Wartens. V (A. H. G. 1241.) V U Leute will der König küſſen, 8 wenn ſie ſich keinen Rat mehr wiſſen, 4 Still hingeſunken,. Sich erbitten neue Gnadenfunken. d Solche Leute will der König ſegnen, 3 m Di Die, ſo oft ſie einem Knecht begegnen Von Chriſti Chören, Ihn als einen Gottesfürſten ehren. ——— Solche Leute will der König ſchützen, Die Und ihm ruhevoll zu ihm vertrauen, t gehoben ſchauen. is ſie ihre Laſt olche Le⸗ Die ein jedes ute will der König lehren, Kind mit Nutzen hören Und fröhlich wiſſen, aß ſie Schüler ſind und lernen müſſen. Die erlöſte Seele ein Eigentum der Herr am Kreuz Da war Tod und Und da hat er mich Daß ich ewig ſeine bin. Seine ſein, was will das ſagen? Tag vor Tag bis in die Nacht Unſre Seel' in Händen tragen; Und, Seinen§ ſobald man aufgewacht, eiland kindlich bitten, Daß er uns den ganzen Tag Preis der Menſchheit unſres Verrn. ◻☛ 8 84— Und auf allen Tritt' und Schritten, Wie's ihm kehi iſt, leiten mag. —X‿ Das giebt eine ſanfte Regung Ohne ein'ge Dunkelheit, Eine liebliche Bewegung Nach des Heilands Wirkſamkeit. Und ſo geht die Seele über In die durchgebohrte Hand; Und er hat ſie ſo viel lieber, Als er viel an ſie gewandt. Da empfängt ſie ſo geſchwinde, Als ſie kaum darum geweint, Die Vergebung ihrer Sünde Und das Lamm zum ew'gen Freund. (A. H. G. 14.) es wollte die ewige, göttliche Liebe, D 8 aß die gefallne Kreatur Nicht ewig im Elend und Jammer verbliebe; Doch fand ſich weder Bahn noch Spur, Wer dieſes geſchwächte, verlaufne Weib 1740 1 d n pl 2* ſr E ih S G ſd Ri Jor jo dn ſ Daßs ſ Datsn j 1 dei iere Ionhan Drr Jur ts Beſt Auf 21 Varl Rii(1 War N unſres Äien ◻☛2 Zurecht bringen möchte an Seel' und Leib. ) Drum wollt' es der ewigen Liebe gefallen, 3 Selbſt unter den Menſchen auf Erden zu wallen. 1. War ihm gleich die Erde zum Schemel bereitet, So hatte er auf ihrem Plan Da jeder das Herrlichſte für ſich erbeutet Nicht, wo das Haupt ſich legen kann. Ihm mangelt' hier alles, nur nicht die Lieb', A Die wegen des Falles ihn zu uns trieb. Das tägliche Brot wird von denen genommen, Die von ihm die geiſtliche Speiſe bekommen. Vom Himmel genoß er, was alle genießen, Die Gottes Vorſicht ſpeiſt und nährt. 2 ie Wolken, die mußten ſich für ihn ergießen, hm ward das Sonnenlicht gewährt. 4) er Himmel Gebäude durchdrang ſein Flehn. Zur himmliſchen Freude dereinſt zu gehn, 3 Beſtieg er die engen und ſchlüpfrigen Stege ſ Auf einem der Menſchheit verordneten Wege. Sein Weſen war heilig, ſein Leben und Wandel War voller Lieb' und Freundlichkeit. Bei allerlei Bitten, bei jeglichem Handel War er zu Hülf' und Troſt bereit. Wo jemand was litte, das war ſein Harm, Wo jemand nur ſtritte, dem half ſein Arm. Und dennoch mißfiel er den Menſchen auf Erden, Daß ſie ihm begannen gehäſſig zu werden. Der Menſchen Gehäſſigkeit trägt er geduldig Und bittet für der Feinde Rott'. Allein dem Verführer ſelbſt bleibt er nichts ſchuldig; Der hält ihn erſt als einen Spott Und darf ihn verwunden, bis ihn der Held In wenigen Stunden zu Boden fällt. Da waren die Seelen dem Starken entkommen, Und Gott hat den Himmelsthron wieder genommen Gewißlich du biſt eine herrliche Liebe; Wir ſehnen uns, dir gleich zu ſein. So viele der dankbar verbundenen Triebe, Sie ſtrecken ſich in dich hinein. Vergönne der Seele, die nach dir fragt, Dein Lob zu erzählen, ſo oft es tagt. Vergönne ihr auch, durch das künftige Leben Viel Proben von deiner Errettung zu geben. zegenn (W nſchen auf Ei zu werden. b Segen der Menſchheit Jeſu Chriſti für ſeine 19 agt er gedudd. 5 Gemeine auf Erden. 7e (A. H. G. 1816. 1485.) üht er ott e 4. § Menſchheit unſres Herrn, ln d 5 Du blut'ger Morgenſtern, 1 1 ſeii Funkle der Gemeine 3 urken entu Und ſei ihr niemals fern 4 on wieder g Mit deinem Gnadenſcheine, Daß ſie daraus lieſt, liche Lebe Was du, o Herr Chriſt, 3¹ ſein. Ihr ſein willſt und biſt. ¹ enen Tricb Herr Jeſu Chriſt, dein Tod, dir frogt, Die Nägelmal' ſo rot, es ta Die durchgrabne Seite, 1. Bkünftige A Der Schweiß in deiner Not Behalte deine Leute, Bis die Welt zerbirſt, Und du kommen wirſt, Blut'ger Kirchenfürſt! j 1741(V. 1 nach Gregor). In der Schule des Geiſtes. (L. G. 2077.) SEi bittet Gott, den heiligen Geiſt, Der uns aufs Evangelium weiſt, Daß er uns verleihe Die edlen Gaben, Die wir ſeit Chriſti Verſöhnung haben. Erbarm dich, Herr! Du heil'ger Meiſter, hab ewig Dank Für den zum Vater gewirkten Hang. Was wir von dem Sohne Im Herzen hören, Alles das danken wir deinen Lehren. Erbarm dich, Herr! Du warſt uns Armen ganz unbekannt, Eh' du uns die Sünde mit Namen genannt, Nämlich das nicht Glauben An Jeſu Wunden, Die eine ew'ge Erlöſung funden. Erbarm dich, Herr! Sobald wir unſere Not gefühlt, uns dieſe Sünde das Herz durchwühlt, — 2— — 39— Und um Gnad' und Glauben Mit Thränen baten,. Geiſtes. Haſt du uns gnädig damit beraten.„ Hallelujah! 4.3 Geit So bleiben wir nun in deiner Schul' Bis vor des Vaters und Chriſti Stuhl. Zeug' in unſrem Geiſte Und in der Seele, 5 Und unſren Leib dir zum Tempel wähle. Erbarm dich, Herr! 1737 ib ewig N kten Har 3 0 nen Lch Bundeslied der Gemeine Herrnhut. Nach der Erweckung 1727. ganz uheh(A. H. G. 880.) nit Nau en dihr auserwählten Seelen A ſo In dem Pella Herrenhut, 4 funden. Wo ihr, in geringen Höhlen, 1 Unter Jeſu Schirme ruht, fhl Wollt ihr ſchweigen ofllhll, Oder zeugen? 90— Wißt ihr nicht, was euch gebühret, Die der Heiland ausgeführet? Menſchen, kenntet ihr die Gnade, Ach ihr bücktet euch vor ihr; Denn ſie führet uns gerade Durch des Reiches Lebensthür. Unſre Wolke Zeugt dem Volke, Das geboren wird zur Ruhe, Daß die Gnade Wunder thue. Grund muß erſt gegraben werden, Eh' man Türme bauen mag; Und das Korn muß in die Erden, Eher kommt kein Erntetag. Wir erfahren Mit den Jahren, Was wir denen, die uns fragen, Von der Hoffnung Zions ſagen. Gnade wirket in die Tiefe Und zu Grunde ſinkt ſie gern. Erſtlich ſcheint's, als ob ſie ſchliefe, Dann erwecket ſie den Herrn. UÜberwinder Sind erſt Kinder, . gebühret,.„ 1 Welche Milch der Gnade ſaugen, 9 ht⸗ Ehe ſie fürs Lager taugen. d W nd Uns wird noch manch Stündlein ſchlagen; 4 ihr So der Herr will: immer her! fCade GC, S. ee Jeſu Schmach iſt leicht zu tragen, nsthür. Selbſtgemachte trägt ſich ſchwer. Wir ſind Chriſten, Die ſich rüſten, 16* Kühe, Mit dem Herrn der Herrlichkeiten 5 r thur. Dort zu prangen, hier zu ſtreiten. 1 graben werden Drum ſo gründe dich auf Gnade, mmag: Bau des Höchſten, Herrenhut! 1 die Eden, Mache deine Mauern grade, 1 eto Deine Pfoſten rühr' mit Blut. Jeſu Beulen, Die uns heilen,— ns frage Haben uns das Herz genommen, ons ſager Drauf ſind wir zuſammen kommen. diefe Herrnhut ſoll nicht länger ſtehen, d Als die Werke deiner Hand„ d ſe ſhi Ungehindert drinnen gehen, Ferh Und die Liebe ſei ſein Band, Bis wir fertig Und gewärtig, 92 Als ein gutes Salz der Erden Nützlich ausgeſtreut zu werden. Sei indes mit unſrem Bunde, Laß uns leuchten als ein Licht, Das du in der Abendſtunde Auf dem Leuchter zugericht't. Unſer Wille Bleibe ſtille, Unſer Mund und Hand vollende Die Geſchäfte deiner Hände! Huldigungslied der Gemeine. (A. H. G. 1054.) Samm und Haupt, das ſelbſt geglaubt, Als es die Wanderſchaft noch trieb, Sei uns nah, ſprich immer Ja Zu unſerer geſchäft'gen Lieb'. Denn man lebt doch nur für dich, Dir verſenkt, dir rührt man ſich. Zion, ſtündſt du da verwaiſt, Wär' dein Körper ohne Geiſt. Darum bleib, o Haupt am Leib, Verlaſſe nicht deine Gemein', jingtt D 5 ie nichts hat als deine Gnad', erden. Denn ſie lebet davon allein.. Fahre hin, was helfen kann! 9. Unſre Hülfe iſt der Mann, Liht,. 1 Dem allein das Weltgerüſt nde . Allenthalben offen iſt. htt. 1733. vollende 3r. de Hingebung an den Verrn als das Haupt ,(. der Gemeine. (A. H. G. 883.) Gemeine. ir ſind ein Eigentum des Lamms, j — Dem ſind wir Leib und Leben ſchuldig; Das heißt recht ſtrafbar ungeduldig, elbſt geglao Sich weigern dieſes Bräutigams. Mein König, wer iſt wohl wie du? Wer hat ein ſolches Recht zum Herzen? Wen koſtet's ſo viel tauſend Schmerzen? Dich riß es aus der Gottesruh. 1 man ſich wwaiſt, So geht denn hin, ihr Menſchen, geht, e Geiſt Ihr großen Leute mit den kleinen Und werdet ſatt von eurem Meinen! Mich zieht der ewige Magnet. 91— Nun hat er mich, der treue Hirt. So ſchwach ich bin, ſo unvermögend, So weiß doch unſre ganze Gegend, Daß mir der Heiland alles wird. Ich bete ihn ganz herzlich an; Ich denke oft mit tiefem Sehnen, Zuweilen denke ich's mit Thränen: Ach wär' ich ihm ein ganzer Mann! Mein König, ſchreib mir deinen Sinn In Herz und Seel' und Sinn und Nieren; Und laß mich kein Vermögen rühren Als deins, das nehme mich dahin! Hier bin ich voller Mut zum Streit, Den du in meinem Inn'ren gründeſt Und alle Hinderniſſe bindeſt. Du ſiehſt des Herzens Redlichkeit. Ich leb' und wirke immerzu Mit meinem treu gewordnen Hauſe Und mach im Wirken keine Pauſe, Bis ich mit Ehren müde bin. Aufrichtigkeit im Dienſte ts widd.(A. H. G. 732.)„ 6 wönig, dem wir alle dienen— Ob im Geiſte, das weißt du— Rette uns durch dein Verſühnen Aus der ungewiſſen Ruh. 4 Mache den Gedanken bange, 15 Ob das Herz es redlich mein', Ob die Seele an dir hange, on rifbrop—.—... nogen whfer Ob wir ſcheinen, oder ſein. nich dahin. Bräutigam, das Werk iſt deine, Mut zun er Herzen ſind dein Eigentum; rren grürdet Ihr befleckt ſein oder reine ndeſt Bringt dir Schande oder Ruhm. Redlichkett, Red Gottheit, brauche deine Stäbe, Deine Stäbe„Sanft und Weh“, immerzu ö Unh Daß ſich unſer Geiſt erhebe dnen Pauſt a Einm Aus der Trägheit in die Höh. keine Pauſe de bin. Richt' uns alle, die wir lieben, In den Gurt der Wahrheit ein, Uns um dich nur zu betrüben, Uns in dir nur zu erfreun. —————— — 96 Einfalt iſt ein Kind der Gnade, Eine kluge Ritterſchaft, Die auf ihrem ſchmalen Pfade Nicht nach dem und jenem gafft. Leib und Kraft will man bewahren, Wenn's nur Chriſto dienen kann; Leib und Kräfte läßt man fahren Für den treuen Seelenmann. Ach ihr teuren Mitgenoſſen, Betet an das Heil der Welt! err, dein Blut, am Holz gefloſſen, ) 8 H egne unſer Herzensfeld. Herr, im ſchönen Kampf der Leiden Mach uns zum Triumph des Lamms Und zur Urſach ſeiner Freuden Und zum Lohn des Kreuzesſtamms. Leit' uns würdiglich der Gnade Und dem Evangelio; Mach uns treu von Grad zu Grade Und zur letzten Stunde froh! nigr din n Mllo Alle Gat Deins Iumr Gebet um Gemeinſchaftsſegen. (A. H. G. 817.) 8. 22 Sönig, gieb uns Mut und Klarheit, P Einen willigen, einen muntren Heldenſinn, Helle Augen in die Wahrheit Und ein leichtes, lichtes Herze zum Gewinn, Das einmütig,„ Ehrerbietig 1 dis wifm Wie die Engel vor dir ſtehe, Bis dein Leben unſren Geiſt mit Kraft durchgehe! 15 d. 9 Gieb uns deines Geiſtes Regung m f der Ld—— amnc Alle Tage, alle Tage inniger, h des Lann⸗. 3. hd Deiner Gnade Liebsbewegung reuden— Frellbe Immer näher, immer herzbezwinglicher b ruzesſtanns.. reuleöſt Daß wir ſtündlich, — Treu und kindlich h der G Und mit unverwandtem Triebe Dringen mögen in dein Herz voll Gnad' und Liebe Srnd zu Giüt de froh. O wie ſind die Seelen glücklich, Die ſich Jeſu ohne Ausnahm' zugewandt! Wären wir nur ein geſchicklich Und dem Meiſter recht bequemes Gartenland! Zinzendorf, Gedichte. — O der Treue Komm' aufs neue In dem Innerſten zu wohnen! Man muß ringen, wenn der Fürſt den Kampf ſoll lohnen. Höre, Jeſu, unſer Flehen, Du zum Segnen ſtets geneigter Seelenfreund! Laß die Segen ſtärker gehen, Als der Unglaub' und die Sorge nimmer meint. Hilf uns, deinen Armen Kleinen, Um auf deinem Gnadenpfade Durchzuwandern viele, viele Glaubensgrade! Gebet um Erneuerung der Liebe. (A. H. G. 585.) err Jeſu, hier iſt eine Schar verſammelt, —) Die beten und zugleich gebieten kann; Denn alſo iſt die Kraft gleich wie der Mann. Und ob dabei die äuß're Zunge ſtammelt, So iſt der inn're Menſch ein kühner Held, Der ſich getroſt dem Herrn vors Herze ſtellt. Komm, Liebe, komm und gieße deine Segen Noch heute über unſer ganzes Haus! 62 — 99 Es macht vor dir nur eine Seele aus; laß ſich deine Liebe drinnen regen! Gieb, daß dein Volk ſich deiner freuen mag, T So wird ihm jeder Tag zum Ruhetag. Hier legen wir uns alle dir zu Füßen, Seelenftaund Noch mehr, wir legen uns dir an das Herz; Du wolleſt uns der Leiden bittren Schmerz rge mumel n Durch gnädige Umarmung recht verſüßen. Ja führ' uns auch von dieſem Tage an Auf deiner rauhen, aber rechten Bahn! Du treues Herz, du Liebe ohne gleichen, Du Ohr, das vor dem Schall der Stimme hört, Du Auge, das ſich nicht von denen kehrt, Ip Die deinen Blick in Demut nur erreichen, 1 ng der gjebe Du Kraft, du Licht, du Manna deiner Schar, 8 Gieb du dich uns, denn, Liebe, du biſt's gar! 1729. Gebet um Rechtfertigung nach außen. „ RM(A. H. G. 809.) s ſtamum. U,.— 2 nge ſtant ntlitz unſres Königs,— Nel 4. 4 n kühnel d Neige dich und ſchaue, vors Helſe ſ Wie ſich die Gemeine baue. Kennſt du nicht die Armut, Die wir an uns merken 100 In den ſel'gen Gnadenwerken? Gleichwohl haſt S Du die Laſt, Die ſo mancher träget, Ihm ſelbſt auferleget. Sollen nun die Menſchen, Die dich nicht verſtehen, Endlich dennoch in ſich gehen; N ollen ſie nicht ſagen: „Wo iſt euer König? Denn er unterſtützt euch wenig“, Soll vielmehr D Auch von uns erſchallen, Dürfen wir nicht fallen ☛‿ Innigkeit und Mannheit 2 Sind die beiden Sachen, 2 Die ein Kind des Friedens machen Das in deinem Weinberg Als ein Knecht ſoll handeln Und in lauter Segen wandeln. Es iſt auch Dein Gebrauch, Daß du deinen Knechten Hilfſt mit deiner Rechten. — 101 Wird uns durchgeholfen, 1 Daß wir ſagen können: 1 Alles, was wir Jeſus nennen, Das beweiſt ſich an uns—„ O ſo denke, Liebe, Was für angeflammte Triebe, Was für Dank Lebenslang Wird erſchallen müſſen, Wie man dich wird küſſen!„ℳ — — 1 Zucht durch Gnade. 1 A. H. G. 394. au haſt uns von der Welt befreit, D 8 as äuß're Babel lieget. Allein im inn'ren Seelenſtreit ens machel, Iſt noch nicht ganz geſieget. g Solange Leib und Geiſt deln Sich noch geteilt erweiſt nandeln. Und liebet etwas außer dir, So lange iſt noch Babel hier O Lamm, das überwunden hat, Vollführe deine Siege! 102 Gieb uns in keinem Dinge ſtatt, Das dir entgegen liege! Weil du uns in dein Bild So gerne bilden willt, So ſchaffe doch von Zeit zu Zeit Mehr ſichtbarliche Ähnlichkeit. Entbind' uns nur von alle dem, Was ſich noch ſelber meinet, Und was dir irgend unbequem Bei deiner Hütte ſcheinet. Was niemand böſe glaubt, Was manchem auch erlaubt, Das werd' uns nimmermehr vergönnt, Eh' du es ſelbſt für gut erkennt. Es werde das zu aller Zeit Auch von uns ſelbſt bewieſen, Was wir von dir mit Freudigkeit Wohl andren angeprieſen. So gehe That und Wort Mit gleichen Schritten fort, Damit uns jener große Tag Erfreun und nicht beſchämen mag. Gelobt ſei deine Majeſtät In ihrer Offenbarung Und mit dem treuſten Dank erhöht 20 N 8 103 ſtatt, Für alle die Bewahrung, Ä Die du von Jugend an 1 Bis jetzt an uns gethan.„ O daß die väterliche Treu 3 zu gät An uns doch wohl verwendet ſei! teit Soll unſer Wandel auf der Welt alle den Noch Jahr und Tage währen, ius So thu an uns, wie dir's gefällt, equem Die Schlacken zu verzehren. Laß ſie in deiner Pein, bt, O Herr, zernichtet ſein! ubt, Von außen gönn uns vor wie nach mehr vergönne Des Kreuzesreiches ſchöne Schmach.„ erkem Erhalte doch die Herrlichkeit ler Zeit Vom unbekannten Namen, wieſen, Die unſre Seelen hoch erfreut, Freudigtet Dem auserwählten Samen, en. Daß auch der große Tag är Uns alſo finden mag, fort Da Jeſus alle Heimlichkeit Eröffnet zur Vergeltungszeit. non mad. Hhf Feſtlied der Gemeine. (A. H. G. 995.) Sch, holder Freund, wir haben ſtets geglaubet, I„ Daß du ſehr gut, ja ſelbſt die Liebe biſt, Seitdem dein Herz uns kund geworden iſt Und du zu dir den Zutritt uns erlaubet; Allein der Trieb von deiner Liebestreu Iſt immerdar, ja alle Morgen neu. Gewiß der Herr iſt eine Wunderliebe. Er führt hinein, daß er erretten kann, Verzäunt und öffnet auch zugleich die Bahn; Sein Weg hat Grund, ob'’s hell iſt oder trübe. Ihr Chriſten, ei, daß ihr das nicht begreift, Daß ihr euch nicht auf dieſen Felſen ſteift! Du Fels des Heils, wir ſinken auf dich nieder. O gründ' uns nur durch Liebe ſo hinein, Daß wir nicht mehr herauszureißen ſein! Geht etwas ein am Grunde, bau es wieder. Und weil dein Weg durch Dornen führt zur So eilen wir auf deine Dornen zu. —7 7— ſi meine. gewordeni 1s erlaubet, nebestreu non nell. 8 Norſſoh Wunderliebe kann ten kann, Weihelied. (A. H. G. 958.) och halt in deiner treuen Hut,„ Mb Was ſich bei deiner Schar befindet, enn, Herr, auf deinen Tod und Blut — Iſt Haus und Hausgenoß gegründet. Ach bitte, wie du heute batſt, Für uns in künft'gen Tag und Jahren; Vertritt uns, wie du heute thatſt, Als wir vor dir verſammelt waren. Erleuchte dies dein Haus, Und welche ein und aus Vor deinen lichten Augen gehen. Der Eckſtein iſt dein Heil, Der Grund das gute Teil, Drauf wolln wir ewiglich beſtehen. 1730. Feſtgeſang. bu Wort der tiefen Ewigkeit, Durch welches alle Zungen Vom erſten Anfang an der Zeit 106— Gerufen und geſungen: Gieb uns vom Odem deiner Kraft Und nimm Gebet und Lieder Der eins gewordnen Brüderſchaft Aus deiner Fülle wieder. 8. 2. S 45 Gedenke nicht der Majeſtät, G — D Die deinen Thron umgiebet. Der Trieb, der dich ans Kreuz erhöht, Dieweil du uns geliebet, Der werde deinem Herzen neu Und führe dich zurücke 8 9 2 .„— Auf deine brüderliche Treu E, In dieſem Augenblicke. 2 O König, mach uns ewiglich Zu treuen Unterthanen! O Fürſt der Deinen, hebe dich T. Zu deines Reiches Fahnen! 9, Des Vaters erſtgeborne Kraft, Regiere deine Brüder; 5 4 O Haupt, mit deinem Freudenſaft . 4 67,, 1 Durchdringe deine Glieder!. ner Kraft eder f 1 Chriſtnacht. derſchoft(Anh. z. L. G. von 1755. No. 222.) ie wahre Gnadenſonne Geht auf zu unſrer Wonne Kragz eit Und macht ein Heer von Sündern Zu frohen Lichteskindern. 9 en nel Der Erſt- und Eingeborne Beſuchet uns Verlorne,“ Treu Hat ſeinen Schwur gehalten. Drum laßt ihn immer walten. Er wird ein Knecht auf Erden, 1 Daß ich ein Herr kann werden. bebe dic Den Wechſel ſatt zu preiſen, hnen! Fehlt's noch an Singeweiſen. e Kraft Wenn ich das Herze ſehe In ſeiner Gotteshöhe, Freuderſ So denk ich, ich vergehe, ieder Bis ich den Menſchen ſehe. Er liegt in ſeiner Krippen Und ruft mit ſüßen Lippen: Grämt euch nicht, liebe Brüder, Ich bringe alles wieder. 108 O Kind, o ſüßer Knabe, Du, den ich lieber habe In ſeinen Kindsgebärden Als alle Schätz' auf Erden: Wie ſoll man dich empfangen, aller Welt Verlangen? 2₰ Du kommſt, die Welt zu ſegnen: Wie ſoll man dir begegnen? O ſei als Gaſt hienieden Willkommen bei den Müden! Komm, ſieh, wie's ihnen gehet, Du haſt ſie nie verſchmähet. Gieb dich uns, Herzensknabe, Zu einer Chriſtnachtsgabe. Du kannſt mit wenig Blicken Millionenmal erquicken. Ich will hier bei dir ſtehen, Du wirſt mich nicht verſchmähen, Wenn ich zur Krippe gehe Und um ein rein Herz flehe. Ach dein Advent im Fleiſche, Der halte deine keuſche, Sonſt ſündige Gemeine Von Stund' zu Stunde reine! b ſeang! — verſchmähen, 109 Wir laſſen uns gefallen, Die Zeiten durchzuwallen, Da uns dein menſchlich Leben Beiſpiel und Troſt gegeben. Wenn Chriſtnacht und dein Leiden, Die Urſach ew'ger Freuden, Im neuen Lied erſcheinen, Dann wird man nicht mehr weinen. —— Geſang der Gemeine am Feſt der Himmelfahrt. (A. H. G. 1726.) G roßer Bundesengel, ) Allerheiligſt Kirchenhaupt Von dem ganzen Sprengel, Wo man an die Gnade glaubt! Wir ſind hier erſchienen, Deine Himmelfahrt Kindlich zu bedienen, Herr, nach unſrer Art. Wenn du ſprachſt:„Es werde!“ Stunden alle Himmel da Und die ganze Erde; Was du ſagteſt, das geſchah. 110 Keine Augenblicke Wartet deine Macht heh Im geringſten Stücke, die Eh' ſie was vollbracht. nt Aber die Gemeine, och Die dein Fleiſch und dein Gebein, as Und daß ſie die deine, eit Sich genug und ſatt läßt ſein, de Die verſteht am beſten, d Wo du, Jeſu Chriſt, ri Deinem Volk am größten d 4 Und am liebſten biſt. b Deine Monarchieen— Sind es wohl nicht eigentlich, Die die Herzen ziehen, b Wunderſames Herz, an dich, Sondern deine Tugend Von der Kindheit an, 2 Deine heil'ge Jugend— Und dein Pilgerplan. Unſre Seele lebet, Unſer ganzes Herze lacht, V Wenn der vor uns ſchwebet,. Chriſtus, der uns ſelig macht;— ————— Wenn wir ihn im Bilde Sehn, für unſre Not Wie er ſich ſo milde — Hat geblut't zu Tod. Doch das iſt das Große, Das gar nicht zu überſehn: Seit des Vaters Schoße Hier nun gleichſam müßig ſtehn, Daß in achtzehn Jahren Seit dem zwölften Jahr Niemand faſt erfahren, Wo der Heiland war. Seine heil'gen Wunden G. Werden einſt vom prächtgen In den großen Stunden Leuchten als ein Gottesblitz. Doch bei dieſem allen Wird uns auf die Zeit Nichts ſo ſehr gefallen Als die Niedrigkeit. Weg, ihr Herrlichkeiten, Und du miſerable Ehr! Wer zu allen Zeiten Gar nichts als ein Sünder wär', ——— Der wär' immer ſelig, Fröhlich und vergnügt, Weil die Kraft unzählig, Die im Elend liegt. Nun ſo eilt, ihr Zeiten, Zieht, ihr Tage, immer fort Zu den Ewigkeiten! Denn wir dienen ſeinem Wort, Freun uns ſeiner ſtündlich, Nennen uns auch ſein, Bleiben treu und kindlich Und wie er ſo klein. 1740 . Feſtgruß an den Himmelskönig. (A. H. G. 590.) Heſu, deiner zu gedenken, Kann dem Herzen Freude ſchenken; Aber mit was Himmelstränken Labt uns deine Gegenwart! Lieblicher hat nichts geklungen, Holder iſt noch nichts geſungen, Sanfter ins Gemüt gedrungen Als mein Jeſus, Gottes Sohn. ginze dorf, Ged 113 Tröſtlich, wenn man reuig ſtehet; Herzlich, wenn man vor dir flehet; Lieblich, wenn man zu dir gehet; Unausſprechlich, wenn du da! Schweigt, ihr ungeübten Zungen! Welches Lied hat ihn beſungen? Niemand weiß, als der's errungen, Was die Liebe Chriſti ſei. Mit Maria will ich flehen, Ich will früh zum Grabe gehen Und ihm nach dem Herzen ſehen, Nicht mit Augen, mit dem Sinn. Lieber Herr, bleib in der Nähe, Daß dein Licht im Geiſt entſtehe Und die Finſternis vergehe Und wir ſchmecken deine Kraft. G Wenn du kommſt vors Herzens Schwelle, Wird es in dem Herzen helle, Wird das Eitle uns zur Hölle, Und die Liebe glühet auf. Tauſendmal ruft mein Verlangen; Aber wann kommſt du gegangen, Füllſt das Herz mit frohem Prangen Und erſättigſt mich mit dir? Zinzendorf, Gedichte. Wo ich lebe auf der Erde, Such ich Jeſum mit Beſchwerde; Fröhlich, wenn ich finden werde, dem 1 mm 6 Selig, wenn ich ihn erhalt'. V O du ſeliges Erglühen, O du feuriges Bemühen, 9 4 Gottes Sohn ans Herz zu ziehen, Süßes Seelen-Abendmahl! König, würdig aller Kränze, Quell der Klarheit ohne Grenze, Komm, der Seele näher glänze, 9. Komm, du längſt Erwarteter! Brunnen der Barmherzigkeiten, Licht der unumſchränkten Weiten, Treibe weg die Dunkelheiten, ℳ Gieb uns deiner Klarheit Blick! Jeſus iſt zum Vater gangen, Hat den vor'gen Glanz empfangen, Aber meines Geiſts Verlangen LO Iſt dem Heiland nachgeeilt. Jeſus, den wir jetzt mit Loben Und mit Pſalmen hoch erhoben, 6 Jeſus hat aus Gnaden droben 8 Eine Statt für uns beſtellt. lb, 1730. —————— Huldigung dem gen Himmel gefahrenen König des Gottesreiches. (Kl. Br. G. von 1761. Nr. 2108.) Deid ihr auf den Knieen, O ihr, Verborgne des Manns des Schmerzens, Blickt in die Höh! Holdes Angeſichte Des Bräutigames, hoch erhöheten Gotteslammes, Wir ſehn dir nach. Wende dich noch einmal, Daß wir ſo fröhlich Als auf dein Wort hin beim Glauben ſelig Hinfort nicht ſehn! O ihr Segenshände Die Majeſtäten Sind in die Reihen ſchon eingetreten Zur Huldigung. Ach das dreimal Heilig Tönt ſchon entgegen. Aber erſt ſchicket noch einen Segen Auf uns zurück! —y—— Ruft nicht Gott der Vater Zu ſeinem Sohne: „Sei mir willkommen hier auf dem Throne, Siegreicher Held! Setze dich zur Rechten, Bis für dein Büßen All deine Feinde zu deinen Füßen Geleget ſind.“ Auf das Wort des Vaters Im Thron der Allmacht Nimmt er der Himmel der Himmel Andacht Und Anbetung. Doch die große Kunde Der Menſchſohnstage, Nach deren Wiederkunft ſo viel Frage Und Sehnſucht iſt, Soll, bis wir dich ſehen, Herr in der Höhe, Uns mit Genuß deiner lieben Nähe Im Herzen ruhn. Alle Tag' im Jahre, Die Gott läßt werden, Solln der Gemeine Feſttage werden —₰‿ Der Marter Gottes. T Die Lebenskraft einer Chriſtengemeine. (A. H. G. 746.) . zebe an, ion, heb' am Elend an, ßen An der Armut, an dem Staube, So iſt deine Sach' gethan. 8 Habe gar nichts, aber glaube, Daß der Herr, der treue Seelenmann, immel Andaut Helfen kann. Selig ſind, Die ums Heil bekümmert ſind, Die ihr Elend tief bedauern, el Fre Die ſich kennen, daß ſie blind, Und in ihren Feſſeln trauern. Denen fällt der Troſt in ihren Schoß: Ihr ſeid los! Nähe Hoher Gott, Offne deines Namens Stadt, V Da die abgejagte Seele 3 Eine ſolche Feſtung hat Als die Taub' in ihrer Höhle. e welden Hilf uns unſer Elend jammert dich Väterlich! Unſre Thür Werde Chriſto aufgethan! Komm, du Reich der Kraft und Gnade, 6G Und auf deiner Gaſſen Bahn—, Sei kein Mangel und kein Schade; 24 Komm, du Reich der Unbeweglichkei“, 8 In die Zeit! Herzensherr, 3 Deine Geiſter lieben dich, ll Die vor dir vollendet grünen nn Und nichts thun ſo ſanftiglich, V. 6 Herr, als deinem Willen dienen. 82 Selig iſt, wer dir in aller Still' 1 Dienen will.— Täglich Brot, d Unentbehrlicher Genuß, d 35 Der du von dem Himmel kommen, R. Weil die Seel' erhungern muß, Die dich nicht zu ſich genommen, 5 Meine Seele hungert nur nach dir, V 1 1 Gieb dich mir! 5 Deißs Vaterherz, dei, Deine Wege ſind ſo tief, Lenn Daß man ihrer leichtlich fehlet; Daet Aber der die Seelen rief, 119 Ehe ſie ſich ihn erwählet, 7 Wird mir Armen— ich will auch verzeihn— Gnädig ſein.„ Reiner Geiſt, Sei uns ernſtlich, leide nicht, Was dein heilig Antlitz ſcheuet. Weil uns aber Licht gebricht, O ſo lehr' uns, was gedeihet, Und beſchirm' uns vor der Schlangen Stich Ritterlich! Hilf uns durch, Wo wir dein benötigt ſind, Wenn wir um die Seelen werben, Wenn der Geiſt die Feinde bind't, Wenn wir an den Gliedern ſterben, Wenn wir einſt nach treuem Samenſtreun Müde ſein. Du biſt Herr, Deine Knechte bleiben wir. Deines eines Reichs unzähl'ge Weiten, Deiner Kräfte offne Thür, 1 Deine ew'gen Herrlichkeiten Werden uns von auß- und innen klar, Das iſt wahr! Stille Andacht. Nach dem Abendmahl. (A. H. G. 1178.) enn wir armen Sünder könnten 2 Sagen, wie die Herzen brennten, Wollten wir der Engel Reigen Unſre Freude nicht verſchweigen. Aber alle Worte wären Unſrem Herrn zu keinen Ehren. — Darum geht es in die Tiefe, Als wenn Leib und See ‿ — — — — — —½ ‿ — Singt, ihr ob'ren Chöre, Lieder, Unſre Herzen ſinken nieder. Herr und Haupt, du ein'ges Leben, O was haſt du uns gegeben! Ruhe, Geiſt der Kreuzgemeine, Unter deines Bräutgams Scheine; Dichte ihm, du treue Seele, Glieder, ſteht ihm zu l. ku, auf den Thronen Zeſus ſorgt für die Seinen. ij (Anh. z. L. G. 1755. Nr. 272.)) as du in dieſer Zeit Sollſt werden, heißen, haben, Das alles liegt ſchon heut In ſeinem Sinn begraben. Allein ich weiß, es ſind Gedanken gut und hehr. 4 Sei du ein gutes Kind, Fürs andre ſtehet er. Jeſus, der ewige König. (A. H. G. 1009.) Der Gottheit eingerückt, Mit vielen Kronen er Herrlichkeit geſchmückt, Du annoch unbeſchriebner König, Welchem die Erde zum Tritt zu wenig! O wie ſo glücklich. —. 4 Iſt eine Kreuzgemein', Wie ſo geſchicklich, ——— Um deine Braut zu ſein, Wenn ſie nur läuft im Ziel der Regel, Oder getrieben vom Glaubensſegel! Ob alles poche Und deinem Volke droh', An deinem Joche Führſt du die Seelen ſo, Daß ſie im Schatten deiner Fahnen Dringen durch alle verhauenen Bahnen. So ſei uns gnädig, Du unſer Haupt und Herr, Und mach uns ledig Vom Schmerz der Wanderer, Sich auf dem Wege zu verweilen; Lehr' uns das ſelige Stehn und Eilen. — — 1 Abendmahlsfeier. (A. H. G. 1340.) Del'ges Volk der Zeugenwolk',, 2 Begnadiget zur Pilgerſchaft, Euer Stab im Wandertrab, Euer Gerät und Gurt und Kraft Iſt derſelbe Bund im Blut, ₰ eier. Den der Alten Glaubensmut An die Hüttenthüren ſchrieb, Daß der Würger draußen blieb. Altes Volk der Hüttenwolk', — Freue dich über dein Paſſahlamm! Die Gemein', das Fleiſch und Bein Des ew'gen Opfers am Kreuzesſtamm, Hat ein ander Paſſahfeſt, Welches er ſie feiern läß 45) De die Worte fehlen da; chmeckt's und ſeht's! Hallelujah! Eßt ihm, eßt an dieſem Feſt, Und wieder ſonſt einmal faſtet ihm. Merket euch die Pilgerbräuch', Und was der Jüngerſchaft Chriſti ziem'. Aber in dem Ewigen, Wo die Harfen predigen Und die Prediger nun ruhn, Wolln wir uns erſt gütlich thun. Welch ein Heer zu Gottes Ehr Wird da in weißen Kleidern ſtehn! Lamm und Blut, du höchſtes Gut, Das iſt dort ein bekannt Getön. „Amen, Amen!“ werden ſie Singen in der Harmonie, ——y— 124 „Eines hat uns durchgebracht, Lämmlein, daß du biſt geſchlacht't!“ Wißt ihr was? So heißt der Paß, Den man in aller Welt bei euch lieſt: 2 —₰ ier iſt wer, der weiß nicht mehr, Wer ſich weiterhin verſteigt Und ſich unſer nennt, der leugt. Sei gelobt, Herr Jeſu Chriſt, Daß du Menſch geboren biſt! Uberall mit einem Schall, Der an die Thore der Hölle ſtößt, Welch Getön die nicht verſtehn, Denen die Ohren noch nicht gelöſt, Werde an der Pilgerthür Angeſchrieben:„Blutrevier“, Daß uns der Gott dieſer Welt Keine Heiden vorenthält. — Dienet einander in der Liebe. (A. H. G. 778.) Kihr teuer erkauften Seelen, Denen Gott durch Chriſtum gut, Die ihr in des Leibes Höhlen ls daß ſein Schöpfer ſein Heiland iſt. 1739. - — — 8 Unter Jeſu Gnade ruht, Laßt uns zeugen Und nicht ſchweigen, Wie denjenigen gebühret, Die des Heilands Kraft gerühret. Ach wir haben Gnade funden, Gnade, Gnade, welch ein Wort! Furcht und Dunkel iſt verſchwunden, Mut und Klarheit füllt den Ort. Auch die Sünden Müſſen ſchwinden; Denn das Wort, ins Fleiſch gekommen, Hat die Sünde weggenommen. Und ſeitdem die Gnad' erſchienen, Züchtigt ſie uns ſänftiglich. Die dem Herrn im Geiſte dienen, Gehn nunmehr und lieben ſich. Unſre Wolke Zeugt dem Volke, Das noch nichts von Kraft verſtehet, Wie ſo gut es Brüdern gehet. Ach ihr teuren, lieben Kinder, Höret Jeſum, unſren Herrn; Hört den Seelen-Überwinder Und gehorchet ihm auch gern. ———— Seine Triebe Gehn auf Liebe: Seine letzten Worte zeugen 1 Nur von Lieben und von Beugen. Sinket nieder vor dem Heiland, Alle von der Brüderſchaft, Die ihr fremde waret weiland Und nun nah ſeid durch die Kraft. 2 Wollt ihr wiſſen, 1 Was zu Füßen Unſres Meiſters wird getrieben? Nichts als Lieben, nichts als Lieben. S H Seht ihr aber auch zum andern, Teure Seelen, unſren Freund Mit dem Schurz geſchäftig wandern? 2 Was iſt damit wohl gemeint? V G Das bedeuten V 1 Niedrigkeiten, V Welche der Natur ſo widrig. Unſer Meiſter lebte niedrig. † Laßt uns über dieſen Sachen,— Ihr Gemeinen, Liebesvolk, Ein geheiligt Bündnis machen: E. Werdet eine Zeugenwolk'!= (4◻7 ————————— Lebt im Triebe 28 — — ◻ Zarter Li en, Laßt das ganze Herz durchſi Bückt euch zu der Brüder Füßen 792 — Kraft der Bruderliebe. L. R. S. 41 u. ff. Vgl. auch L. G. 1735 u. 1742 H und Herz, vereint zuſammen, D Sucht in Gottes Herzen Ruh. Keuſcher Liebe Geiſtes-Flammen Lodern auf den Heiland zu, Der auf ſeinem eignen Throne Mit der Blutrubinen Pracht Und mit ſeiner Unſchuldskrone Sich den Seinen herrlich macht. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, Richtet wieder auf den Bund! Schwöret unſrem Überwinder: Er ſei Gott, und wir ſein Mund: Er das Haupt, wir ſeine Glieder, Er das Licht, und wir der Schein. Bringt er Kanaan herwieder, Ei ſo nehmen wir es ein. Aber unter euch, ihr Glieder, b Macht zur Bundesregel das, 41 Daß für ſeinen Freund ein jeder— Gerne Leib und Leben laſſ'. 2 So hat uns der Freund geliebet, So zerſchmolz er dort im Blut; Denkt doch, wie es ihn betrübet, Wenn ihr euch ſelbſt Eintrag thut. 1 Einer reize doch den andern, Unſrem blutbefreund'ten Lamm Vor das Lager nachzuwandern,— Das für uns zur Schlachtbank kam. Einer ſoll den andren wecken, Alle Kräfte Tag für Tag Nach Vermögen dranzuſtrecken, S Daß man ihm gefallen mag. Liebe, haſt du es geboten, D Daß man Liebe üben ſoll, — O ſo mache doch die toten, — Trägen Geiſter lebensvoll! Zünde an die Liebesflamme, 1 Daß ein jeder ſehen kann: inzendotf,(Ke ———— 129 Wir, als die von einem Stamme, Stehen auch für einen Mann. der Ach du holder Freund, vereine Deine Kirche, deine Schar, ſder Daß ſie vor der Welt erſcheine, Wie in dir ſie einig war. diber Ach verbinde in der Wahrheit, JLunt Die du ſelbſt im Weſen biſt, rübet Alles, was von deiner Klarheit ag tht In der That erleuchtet iſt! dern, Nichts als nur des Bräut'gams aum Sei die Regel unſrer That, dern, Weil er nicht mit Löwengrimme tbant tan. Uns in Staub getreten hat, ken, Sondern mit gehäuften Strömen Seines Bluts den Zorn ertränkt. ecen, Ei ein jedes muß ſich ſchämen, ag. Das ſich ihm nicht völlig ſchenkt. en, Hallelujah! welche Höhe, Welche Tiefe reicher Gnad', 3 Daß ich dem ins Herze ſehe, Der das Herz der Liebe hat; le Daß der Vater aller Geiſter, 1 Der der Wunder Abgrund iſt, Zinzendorf, Gedichte. Daß du, unſichtbarer Meiſter, Mir ſo ſichtbar nahe biſt! So wird dein Gebet erfüllet,— D Daß der Vater alle die, Welche du in dich verhüllet, 27 Auch in ſeine Liebe zieh'; d Und daß, wie du eins mit ihnen, Ar Alſo ſie auch eines ſein, d Sich in wahrer Liebe dienen, Und einander gern erfreun. 9 Laß uns ſo vereinigt werden, N 4. Wie du eins im Vater biſt, dr Bis ſchon hier auf dieſer Erden Kein geteiltes Glied mehr iſt. 18 Aber nur von deinem Brennen Af 1 Nehme unſer Licht den Schein; 1 Alſo wird die Welt erkennen, T Daß wir deine Boten ſein. 1 1723.. ₰ M 1 Wie die Gemeinſchaft wahrer Chriſten entſteht. N. (A. H. G. 1108.) uf Len Liebes- und Gemeinſchaftsſinn, Den hab ich jetzt erſt recht erfahren, Unc Seitdem ich bei den andren Scharen Unc Der Knecht' und Mägde Jeſu bin. Un —ͤ——B:B:B:::— Uſale Das giebt uns einen ſolchen Plan, Den wir vorher nicht können haben; Das giebt uns neue Geiſtesgaben, Das öffnet eine ſchöne Bahn. Ich dank es meinem Könige, Daß er mich ließ in Lieb' entbrennen. Mein Feuer iſt faſt nichts zu nennen, Doch dank ich für das Wenige. Wenn aber meine Seele denkt: Wie kamſt du denn zu dieſem Brande? Wie brachte ihn der Freund zu ſtande? 5„ — Denn, was man hat, das iſt geſchenkt — So kann ich mich wohl hundertmal Auf ſeiner Weisheit Spiel beſinnen. Das erſte feurige Beginnen Entſtehet aus der Gnadenwahl. Da geht's zuerſt in ein Gericht. Man ſchätzt ſich ſelber ganz geringe; Man giebt nichts mehr auf ird'ſche Dinge Und fragt nach eitler Ehre nicht. Inzwiſchen zeugt man von dem Licht Und von der Gunade, die man fühlte, Und von dem Pfeil, der uns erzielte, Und von dem Wort, das Felſen bricht. ———— Das heißt: Verfluchte Sünderin, Dem Fleiſche angetrautes Herze, Da dank es meinem blut'gen Schmerze Da, nimm den Frieden Gottes hin! Das hört ein ander armes Kind; Denn wenn die Stimme Chriſti lehret, So wird's von Toten ſelbſt gehöret; Und wer ſie hört, der lebt geſchwind. Das aufgewachte Menſchenherz Befindet ſich allein gelaſſen; Es fühlet was und kann's nicht faſſen Und weiß nicht vor- noch hinterwärts. Da heißt der Herr uns etwas thun; Der Menſch, der kaum zur Gnade kommen, Der wird zum Lehrer angenommen Und ſuchet andre Seelen nun. Kaum daß er einen Schritt gethan, So ſiehet er ein Herze liegen Und ſich in ſeiner Armut ſchmiegen, Da 2 as ſiehet ihn ſo ſehnlich an. „Woher? Wohin, du guter Freund?“ „„Woher?— aus einem tiefen Schlummer; Wohin?— das macht mir eben Kummer, Ich habe mich bald ausgeweint.““ al „Gefährte auf dem Lebensſteg, Ich bin erſt kürzlich wach geworden: 1 Wn ehh Komm mit mir zu den Streiterhorden,„ in Wir gehen beide einen Weg.. n Die Hand gereicht!“ Da iſt die Hand. ii bhre Da ſteht der neugeworbne Streiter, Rhüre. Wie aufgelebt, wie licht und heiter! eſchuin Da gehn ſie hin ins Vaterland. uherz Das bindet, das macht Brüderſchaft; Da iſt kein irdiſch Band zu finden, ücht foſen Das ſo gar innig könnte binden, mnterwärts. Als Pilgerſchaft zuſammenrafft. etwas thun Man wirft ſich mit einander hin, Gnade donn Empfähet den Gemeinſchaftsſegen nommen Und wird das ſanfte Gnadenregen un. Auf einmal ganz beſonders inn!. riitt gethan, Sein heil'ger Leib, das Gottesblut, en Einſt auf dem Weltaltar gegeben, Iſt's, was noch in der Seinen Leben Unendlich große Wunder thut. Es kann ein ſolches Wundervolk, Auch zwei und drei und mehr zuſammen Fannher So inniglich, ſo keuſch entflammen, Vereint uns mit der Zeugenwolk! ————— Wie ſüß und ſchön, wie gut biſt du! 2 Wir alle, wir Erlöſte, ſind In ſeinen Tod hineingezogen; Er hat uns wahrlich nie betrogen, Drum folgen wir ihm gern und blind. Wir und die ganze liebe Schar, 2 Die vor des Königs Augen ſitzet, Und die er wunderbar beſchützet: Wir geben uns ihm ganz und gar. Umfaß uns dieſen Augenblick 6 Und alle unſre Gnadengäſte; Ja ſegne uns aufs allerbeſte Und laß uns ſehen Salems Glück! r und Kraft chriſtlicher Gemeinſchaft. b— (A. H. G. 711.) Wemeinſchaft mit den Kindern Gottes,— Gemeinſchaft eines kurzen Spottes, 1 4α Gemeinſchaft einer ſteten Ruh; Gemeinſchaft von der erſten Rührung — 8 2 es felſenharten Herzens an, ift Gemeinſchaft einer Wunderführung Durchs Todesthal zur Lebensbahn. ) Die unerkannten Heimlichkeiten Des Reichs des Kreuzes öffnen ſich, Sobald wir in Gemeinſchaft ſtreiten Und werden nur erſt brüderlich. Denn iſt's dem Menſchen nicht gegeben, Daß er für ſich alleine ſei, So ſchafft der Herr das neue Leben — Doch nicht für eine Wüſtenei. Ihr Brüder, laßt uns alle wachen, Damit die ſüße Einigkeit, Die Förd'rung aller unſrer Sachen, Die Siegeshoffnung in dem Streit, as Kleinod aller Auserwählten, Der Zeitvertreib auf jenen Tag, Mit dem ſich alle Helden ſtählten, Uns nimmermehr gebrechen mag. Gedenkt der Brüder, die euch lieben, Ihr Seelen, und bereitet euch, Die edlen Kräfte auszuüben, ie man erlangt in Jeſu Reich. Ihr Männer, betet ohne Zweifel: Weiber, lehret ohne Wort; ——— Geht, Mägde, in der Stille fort! ⁸ Gedenkt, daß ſich die ganze Welt Auf lauter faule Stützen ſteifet, Daß eure aber ewig hält. Geht hin und zeuget Jeſu Seelen; Ihr andren, pfleget ſie mit Fleiß; Ihr übrigen, laßt euch erwählen Zu Salems Zierde, Schmuck und Preis! In Eintracht ſtark. (L. R. S. 91.) Seſt's nicht wahr, wenn Freundes-Waffen Dicht gedrängt beiſammen ſtehn, Machen ſie dem Feind zu ſchaffen? Wenn ſie aber ſeitwärts gehn, Wenn der Feind ſie kann verdrängen, — Eines hie, das andre dort, Und ſich in die Glieder zwängen, Dann gewinnt er allſſofort. Brüder, ihr ſeid oft ermahnet 1, Nehmt's auch jetzt in Liebe auf, Jünglinge, kämpft mit Fleiſch und Teufel; Ihr alle, lauft, bis ihr's ergreifet! 1728. ark. Wo mir Gott die Straße bahnet, Daß ich euch in eurem Lauf Einmal redlich kann erwecken. 8 Einigt euch, um Herz und Hand Nach dem Kleinod auszuſtrecken, Dringt zugleich zum Vaterland. —1 Gemeinſchaft mit der Gemeine der Vollendeten. (A. H. G. 697.) Solle Seelen, die von dieſer Erden AB. 1 I von ihren mancherlei Beſchwerden, Die ſie gedrücket, Durch des Lammes Blut ſind hingerücket; Alle Knaben aus der Jeſusſchule, Die errettet ſind vom Höllenpfuhle, Und die dem Triebe Treu geweſen ſind der erſten Liebe; Jünglinge voll heiliger Entſchließung, Wohl erfahren in des Lammes Büßung, D es Bräut'gams Freunde, Aber Satanas' geſchworne Feinde; Alle Väter, welche den gekennet, Den der Herr den Erſtgebornen nennet, Der eher lebte, ' Als noch ein Geſchöpf ſich regt' und ſchwebte; 1 ÄAlteſte von ehrlicher Verwaltung, Kämpfende von williger Enthaltung, 12ÄO Getreue Lehrer 2 d Und der Völker ſelige Bekehrer; r n Unſres Gottes Prieſter und des Lammes, 1 Könige des allerhöchſten Stammes, Die Kreuzpropheten, Die ſich ließen ſeinethalben töten:. Alle dieſe teuer erkauften Geiſter 9 Fühlen auch bei Jeſu, ihrem Meiſter, Die Not der Glieder, Der hienieden noch gedrückten Brüder. A Drum ſo werfen ſie ſich mit uns Armen V N Voller Andacht in ſein Liebserbarmen, Mit uns zu ringen, Bis es uns wie ihnen wird gelingen. 1 N Dieſer Glaub'- und Lieb'- und Hoffnungsweſen Müſſe man in unſrem Wandel leſen; Und dieſer Ende Leucht' uns hin bis in des Bräut'gams Hände. Jeſu Chriſte, ein'ger Menſch in Gnaden, Der du ſelber dich mit uns beladen, — ,, Verbinde deine Streitende und ſiegende Gemeine!. Heil'ge Gottheit, laß uns mit dem Sohne, Erzfürſten aller Ehrenthrone, Hienieden ſterben; Droben leben wir mit ihm und erben. des Laumes 1726. unes, fefr Heimruf aus der Gemeinſchaft. Heiſter Anh. z. L. G. von 1755 Nr. 263.) Meiſter, Boller Gläubigen Sammelplatz Brüder. N Iſt da, wo ihr Herz und Schatz, Wo ihr Heiland Jeſus Chriſt nit uns Are. 4 Und ihr Leben hier ſchon iſt. Eine Seele, die um Gnad' geungen. Oft dich wohl mit Thränen bat, Wenn ſie dir zu Füßen ſaß und Hoffrung Und die Welt um dich vergaß: del leſen. Dieſe haſt du angeblickt, Rantaans Hö— 2 3 räut gams Sie aus ihrem Staub entrückt ſch in om Und zur ob'ren Schar erhöht, vor dir, dem Lamme, ſteht. 140 Hätte uns der Herr gefragt, F) Ach was hätten wir geſagt, Teure Seele?„Laß ſie hier!“— Bäten dann mit Thränen wir. 2 Aber da du nun ſchon biſt, Wo die ew'ge Heimat iſt, E Haben wir ſonſt nichts zu thun,— — Als zu ſchweigen und zu ruhn. 8 Dieſes Herz, das nicht mehr da, V Geht uns freilich innig nah. 8 Aber Lamm, du biſt uns mehr,+ 4 ½ Als das eigne Leben wär' 1 1749(Nach Gregor und Knapp 0 Arbeit für die Ewigkeit. .(A. H. G. 1159.) — ᷣ△ Lu, Vater aller Kreatur, Kraft, Rat und Wunderbar,* Du ſtelleſt uns ſo manche Spur S Von deiner Treue dar. 11 Wie manche Plage hat der Feind Im Finſtren umgeführt 5 Und uns recht weh zu thun vermeint! 9 Wir haben nichts geſpürt. 12 ———— ach Gregor und .nroſſ Ach richte unſren ganzen Sinn Durch Liebe oder Leid Zu dir, o ſeligſter Gewinn, Und deiner Ewigkeit! D Des Lebens abgeſtecktes Ziel Mag kurz ſein oder lang, So hilft es an ſich ſelbſt nicht viel Und iſt ein Übergang. Wer aber dieſen ſeinen Tag, Solang es„heute“ heißt, Dem Herrn der Tage opfern mag, Der iſt ein ſel'ger Geiſt. Der bringet ſeine Herrlichkeit, Die er in Chriſto hat, Aus dieſer arbeitſamen Zeit Mit in die Ruheſtatt. Da iſt der edle Gottesſohn, D as auserkorne Lamm, Selbſt ſeiner Knechte Gnadenlohn — Und Hirt und Bräutigam. So freut ſich endlich auf ſein End' Ein Simeons⸗Gemüt, Das ſeinen Herrn von alters kennt ſeine freie Güt'. NoNr à Ar ergebnen Kreatur ——— — 7 uR mkhf'„ 28 —— 2* 4 4141 ee——— N Hon Np vPrcU[A* 1 W ſehen deine Herrlichkeit Im K&hhal dar oumt uhn T IIll!— Uub Del Dclllue deghg Und uns durch dein„müfündlich Q E ll elligfendnt Selr bn All Selden Unn— 1 4 8 8 3) —— un deinem Niort 6* Sd giebd denn deinem Wort do dre — — + ⁵* 1 1514 12 Mer 5 allerſeits „ kammen ſuſt ommen biſt, Komm, winke unſrer ſtolzen Art Ins edle Nichts hinein, Darin zuerſt ſich offenbart,„ orn—. d., Daß wir Gott etwas ſei'n.— Der du noch in der letzten Nacht, Eh' dich der Feind gefaßt, g ncfolge Cet Den Deinen von der Liebe Macht So ſchön gepredigt haſt: Erinnre deine kleine Schar, Die ſich ſo leicht entzweit, d Was deine letzte Sorge war: Der Glieder Einigkeit. War zu der Herrlichkeit die Schmach Dein ordentlicher Weg, So geht dir deine Herde nach Auch über dieſen Steg. Gekreuzigter, den ſeine Lieb' Bis in den Tod geführt, Ach würd' auch unſer Liebestrieb Zum Tode treu verſpürt! ft. Drum nimm auf deiner Leidensbahn nmen dift Uns ſelber bei der Hand, ſn, Weil dort nur mit regieren kann, it Wer hier mit überwand. 1725. Dornenkränze. (A. H. G. 884.) Heiland ſcheinet öfters ganz Die Seinen zu vergeſſen; Allein er leget ihren Kranz It Nur nebenhin indeſſen. Der Satan giebt ſich Mühe drum Und ſuchet ſie zu ſichten. / Der Heiland aber kehrt es um: 8 Er muß ihr Beſtes richten. Der Feind ſucht alle Dornen aus, So viel zum Kranze nötig; Verſpeit und ſchmäht ſie überaus, 1 Wozu ſie auch erbötig. Sie wiſſen wohl, und höchſt erfreut, Daß, wen der König ehre, 4 Demſelben auch des Königs Kleid Und Dornenkranz gehöre. Denn alſo iſt der Schmuck der Braut Von außen anzuſehen; An welchem man ihn hier nicht ſchaut, D T en wird man dort verſchmähen. —————— Mein Bräutigam, was ſollen wir Von deiner Treue bitten? ä Wir wünſchen uns die Kleiderzier, 4 Darinnen du geſtritten. 1730. alz Innerer Friede bei äußerem Streit. (Anh. z. L. G. von 1755 Nr. 284.) N ein Heiland, denk ich, Dein Auge ſenk' ſich Auf deine Streiter uldreich und heiter! e 4 9 Dein Blut durchwalle Sie alle, alle! Zeuch Mauerwälle Um jede Stelle, Wo ſie ſich mühen Und Seelen ziehen. Geuß Licht und Gnade Auf ihre Pfade. Und wenn nun deine Teure Gemeine Von ihrem Haupte, Zinzendorf, Gedichte ——— — 146— Daran ſie glaubte, Und das ſie lieb hat, Befehl und Trieb hat, Und Wehr und Waffen, Sich Raum zu ſchaffen, Von ihrem Gotte: Noch größer werden Sie lebt im Frieden Und abgeſchieden Von allem Toben; Sie lebt im Loben. Gnade und Freude Bleibt ihre Weide. 1749.(V. 1 u. 2 nach Knapp.) Vereitet dem Herrn den Weg. (A. H. G. 1334.) ihr Gottesſtreiter, Wißt ihr, was ihr ſollt? Ihr ſeid Wegbereiter, Wo ſein Wagen rollt, —————————— Daß er deſto gräder Könne für ſich gehn. Hört nur ſeiner Räder Sauſendes Getön! Wer kann euch verheißen, Daß die Wege gut? Daß nichts durchzureißen, Daß ſich keine Flut Furchen durch die Flächen Eurer Bahnen macht, Wo die Achſen brechen, Daß es knarrt und kracht? Da gilt's ſich den Wellen Auf dem wilden Meer Tapfren Muts geſellen. Fällt euch das zu ſchwer? Nein, ihr habt aufs Leben, Doi* In und aus der Zeit, —₰½ den Weg. Dem euch hingegeben, Der dem Meer gebeut. Nun was iſt zu machen? Wir ſind da dazu; Es ſind Jeſu Sachen, Hier iſt keine Ruh. 143— Endlich wird geſpüret, 1 Daß ſich unſer Gleis Überall planieret, 1 Und man's blindlings weiß. 1738 6 —. Der Siegeskranz. 2 (A. H. G. 2345.) E *( ſ . K Wo ein Streiter, der in ſeinem Panzer C*.—(- Ehrſam grau geworden iſt, . C Der Erfahrung nach auch immer ganzer* 1 8 Und verſenkt in Jeſum Chriſt, Endlich auch vor Gottes Ehrenthrone Teilhaft wird der prieſterlichen Krone, 3 B Hat er von dem Dornenkranz— 1 Seinen Patriarchenglanz. 5 . 1748= —— 4 4. 11 Mut in Verfolgungen.— 7 6 B& (L. R. S. 48.) 1 FE ſſen dich, o Hirt, die Seelen, ie du dir mit Blut erkauft, — Ei ſo kann es ja nicht fehlen, Daß man uns, die Lämmer, rauft. Wir als unverſtänd'ge Kinder Können es ja leicht verſehn Und der Menge toter Sünder Hie und da im Wege ſtehn.. Zeuge nur in unſren Herzen . Und befriedige den Sinn. Macht uns gleich die Schmähung Schmerzen, Reißt man uns zum Kerker hin; en Paner Wird gleich mancher Läſtername, Mancher Spott uns zuerkannt; Wird dein heilig eigner Same Gleich ein Ketzerſchwarm genannt: Dein Bekenntnis ſoll nichts hindern, Da dein Zeugnis auf uns ruht, 1 — Da die Salbung bei uns Kindern So viel Wunderwirkung thut. Rührt dein Blut des Herzens Pfoſten, Und dein Siegel unſre Stirn, ingen. Ei ſo mag's das Leben koſten, Alles ſoll uns wenig irr'n! eelen Jeſus iſt der Hochgeborne, Der aus Vaters Schoß erſcheint; Jeſus iſt der Auserkorne, Unſrer Seelen ein'ger Freund. ——. 150— 8⁸ Jeſus iſt am Holz geſtorben, Gottes Fürſt für Isrgel; Jeſus hat vom Tod erworben Meine, deine, jede Seel'. ieſes ſoll die Loſung bleiben Aller, die im Glauben ſtehn. Will man uns von dannen treiben, Wollen wir gen Salem gehn. Wird man unſer Zeugnis hören, Legen wir es männlich dar; Will man uns dies Reden wehren, Reden wir doch offenbar. Dennoch trachten wir vor allen 1 Ob auch unſer Wandel die, Denen wir nicht wohlgefallen, Immer etwas näher zieh'; Daß doch endlich eine Herde, Die des Hirten treu begehrt, Und Immanuelis Erde Ein geſegnet Erdreich werd'. 3 And er s de el 3 1 e 1 d rreeiben, Streitermut und Glaubenskraft. ( D. G. 55.) Ner Glaube bricht durch Stahl und Stein Und faßt die Allmacht ſelber; Der Glaube wirket mehr allein Als alle güldnen Kälber. Wenn einer nichts als glauben kann, So kann er alles machen; D Der Erden Kräfte ſieht er an ſ Als ganz geringe Sachen. In Wahrheit, wenn das Chriſtenvolk Nur wollte, was es könnte; Wenn ſich der Zeugen ſtolze Wolk' Auf Jeſu Wink zertrennte: Sie ſtürzete das ganze Heer Der fremden Kinder nieder Und zöge ſich nur deſto mehr Zu ihrer Sonne wieder. Gelobet ſei die Tapferkeit Der Streiter unſres Fürſten. Verlacht ſei die Verwegenheit, Nach ihrem Blut zu dürſten. Wie gut und ſicher dient ſich's Dem ewigen Monarchen!’ Im Feuer iſt er Zuverſicht,’ Fürs Waſſer baut er Archen. ſ 1 Und wenn die treuen Zeugen ſehn, 1 Worauf ſie's Leben wagen, — So mögen ſie nicht widerſtehn Und laſſen ſich erſchlagen. 17 Sie wollen der Erlöſung nicht, E g Die ſie vor'm Leiden birget; Um jener Auferſtehung Licht 1 Iſt mancher gern erwürget.— 21 ije 1727 8 d 1 ₰ℳ—— ll 247. .—„ 4-„ 2 5 ₰½ Der YHerr ſtärkt ſeine Boten. ℳ9 A. H. G. 1006.) 21 ernn 4 4 4 2 h A Nie Wanderſchaft in dieſer Zeit 1 4 8— 3)— 1 2 Hat manche rauhe Wege, 3 1 Und nur der Glaubens⸗Tapferkeit— Gebahnte Nebenſtege. 1 Doch weckt zuweilen unſer Herr, —..— Der Herr mit Namen Liebe, 4 Durch guten Weg dem Wanderer Die matt gewordnen Triebe. Voten. 153 Da ſieht man dann ſo manches Werk Der Wunderwege Gottes, Die in den Schwachen mächt'ge Stärk', Das Ziel ſo vielen Spottes Zum Ziel der Allmacht auf der Welt, Zum Lob geſetzt auf Erden. Aus Wenigen läßt unſer Held Oft viele Hundert werden. So komm, du hochgeliebter Fürſt Der Schwachen und der Kleinen, Nach welchem unſre Seele dürſt't, —₰‿ * — Du einig Gut der Deinen! Verdopple deine Gnadenkraft Auch hier in unſren Hürden; Erleichtre unſrer Ritterſchaft Die aufgelegten Bürden. Wir opfern dir mit Mund und Hand Leib, Seel' und Geiſt aufs neue, Verſprechen für ein jedes Band Unweigerliche Treue. Du aber halte deinen Eid Und laß dein Werk nicht liegen! Laß deine wahre Chriſtenheit Auch im Erliegen ſiegen! Freudigkeit der Streiter Chriſti. (A. H. G. 10 75.) ir ſind nur dazu, Daß wir das Lamm erhöhn, Bei aller Unruh Und Schmach, darin wir ſtehn. Wir haben's doch dem Lamm geſchworen, Wir ſind doch einmal dazu geboren. Nur eingekehret, Sonſt iſt es halb verlor'n. Wer ſich nicht nähret An der, die ihn gebor'n, An der Jeruſalem, der Freien, Der kann unmöglich im Geiſt gedeihen. Doch nicht verſunken, Nicht ſich zu lang bedacht! Wenn man getrunken, Sich wieder aufgemacht! Wie kann ein Pfeil das Ziel zerſplittern, Wenn ſeinem Schützen die Hände zittern? Wir wollen ziehen— Du ziehſt ja doch voran— Wir wolln uns mühen, W 0) Chriſt. godofhopf eiſt gebellel Wir haben deinen Plan. Soll aber unſer Fuß nicht gleiten, Muß uns der Blick deiner Augen leiten. Ich wollte lieber, aß alles völlig wär'. Gerat' ich drüber, So fällt mir manches ſchwer; Gedenk ich aber: ſind's doch Glieder, Kinder der Gnade, ſo giebt ſich's wieder. Ihr Zionsthore, Ich gehe zu euch ein. Bei Chriſti Chore Da will ich Diener ſein. Brecht immer ein, Vernunftgebäude! Seine Gemeine bleibt meine Freude. O Haupt am Leibe, O großer Seelenmann! Schau, ich bekleibe Und ſeh die Glieder an. Wie ſchön ſind doch die Gnadenſöhne! üter, ach mache mich auch ſo ſchöne! ₰ Vom bloßen Sehen Wird man gleichwohl nicht ſatt; — Gieb meinem Flehen 136— Auch in dem einen ſtatt: Gieb mir zur anvertrauten Habe Häusliches Weſen und Wirtſchaftsgabe! Mit Liegenbleiben Wird Schönheit nicht bewahrt. Das Mühn und Treiben Macht Streiter friſch und hart, Die Augen klar, die Sinne heiter; Schöner iſt nichts als beſtäubte Streiter. Die Streitertreue Will, daß den Arbeitsfleiß Kein Mühen reue, Kein langer Weg, kein Schweiß. Zum Wachen, Faſten ſauer ſehen, Macht uns wohl endlich vom Poſten gehen. So geht der Segen In einem Laufe fort Auf unſren Wegen Bis zu dem Ruheport. Die Innigkeit im Blick der Gnade Machet auch männlich im Heldenpfade. So werden Seelen Begierig aufgeſucht; Das einz'ge Quälen ☛Qꝙ,/, △ kt aftsgabel S E. Iſt nur um Segensfrucht. 7 Man iſt bei ſeinem Los nicht fröhlich, V Bis eine Menge von Seelen ſelig. 4 Früher Tod im Dienſte des Verrn. (D. G. 82.) elobet ſei dein muntrer Gang 7 Und deiner Füße Rauſchen! Du willſt die Freiheit gegen Zwang, Für Unruh Ruhe tauſchen. Es iſt der Welt die höchſte Not; 55 Geh hin, du biſt ein guter Bot'! Mein Bruder, kennſt du deinen Weg? Er geht ins Todes Rachen! Das iſt der allgemeine Steg Für die, ſo Frieden machen. Bleib da! Du kannſt nicht?— Ei ſo geh ⁹ urchs Todesthal zur Lebenshöh. Wie wir gedacht, ſo iſt's geſchehn: Du biſt dahin gegangen; Der Feind hat ſich die Zeit erſehn Und hat dich aufgefangen, G Noch eh' du das Gebiet erreicht, Ij Wohin dich Trieb und Zug geneigt. Geh hin, du muntrer ſn geh, 2 8 Des Biſchofs ohne gleichen 5. Du Überwinder ohne nuey 4 d Du Vater vieler Reichen; 42 Fahr hin, du treues Bruderherz, h Verliſch der Welt, du Himmelskerz'. r..— glls Ihr Bürger in der„Herrenhut“, i Ihr von des Herrn Volke, 4* Ihr Funken von der Zeugen Glut, 1 S Tropfen jener Wolke, Verſtärket die geehrte Schar . Der 5 elen unter dem Altar. 8 , Dem Kaiſer, was des Kaiſers iſt, ſ 8 Und Gotte gebt, was Gottes; A Den Brüdern Herzen ohne Liſt, D em Herrn ein Haupt voll Spottes Den Heil — eil'gen ihre Bande küßt Und fahret hin, wo dieſer iſt! jt, 7 Hoffnungsvolle Ausſaat. ſeneigt.(L. G. 2019.) ge, geh, L2 eus unſrer erſten Thränenſaat JSr S Iſt manche Frucht entſtanden Durch unſres Heilands Gnadenrat In nah und fernen Landen. Es wurden viele ausgeſät, Als wären ſie verloren. Auf ihren Beeten aber ſteht: — as iſt die Saat der Mohren! Seid inniglich gebenedeit Ihm, unſrer treuen Liebe, D — ie ihr davongeſchieden ſeid In eurem Streitertriebe! Heroldsruf. (A. H. G. 1254.) Heht, Zeugen, Jeſum malen, Wie er, uns zu bezahlen, Am Holz im Tod verſank. Tragt, o ihr Kreuzesbeuten, Durch aller Erden Breiten 9 2—— ch Das Wort von Jeſu Todesgang! — ◻ 1 1737 7 r‿ A 1 5.„. D Vekenntnis zu dem Gekreuzigten. (A. H. G. 1360.) t 8 Feſ 47 Rir danken Gott, dem heiligen Geiſt, 2 d. Der uns Jeſum Chriſtum im Herzen weiſt, te Daß er alle Zeugen, 4* In Gott verſchieden, / A Zu ihm gepredigt hat ohn' Ermüden. Hallelujah! 5 — Der an dem Kreuze iſt unſer Gott! 4 * Ii Würden wir gleich aller Welt zum Spott, 1 Das iſt unſre Loſung, A r fmine 1 11 Daran man ſpüret, 3 44—.—. 1 U Ob uns der Name der Brüder gebühret, 0 Das Schiboleth. el 14 Jeſum verloren vom Kreuzesholz, 1 . 82,— 1£ Wo er aus Liebe für uns zerſchmolz, 163A Jeſum aus den Augen. 4 Und aus dem Herzen, Machet die Seele voll Höllenſchmerzen, Ja das weiß Gott! — Es iſt doch nichts als des Herrn Geduld Sgang! Urſach an aller der Gnad' und Huld Des gerechten Vaters, Dem auf dem Throne Alles erträglich wird in dem Sohne; 3 teuzigten. Das wiſſen wir. Ihr Zeugen alle vom Kreuzesreich, deſ Bei Jeſu Wundenmal flehn wir euch: Laßt die erſte Liebe Nrii hi Nicht aus dem Herzen, Denn man vermißt ſie mit bittren Schmerzen Und Todesangſt. rmüden Wir mit der ſämtlichen Kreuzgemein', Wir wollen ewiglich Zeugen ſein, ſe i Daß im Opfer Jeſu t zum Lhu Allein zu finden Gnade und Freiheit von allen Sünden Für alle Welt! 4 Lebt man, ſo zeugt man mit einer Kraft, Die mit Widerhaken im Herzen haft't. lzesl Geht man aus der Hütte, erſchmolz Das Lamm zu küſſen, 4 Wird noch der letzte Blick zeugen müſſen, Daß wir geglaubt. Saat und Ernte. (A. H. G. 952.) He eiie Herr Zebaoth, 3 Laß dein hohes Lob ertönen! 4 Schöner Freund, der weiß und rot, Gönne deiner Liebe Söhnen, Daß ihr Geiſt ſich ſchon in dieſer Zeit S Deiner freut. 8f 1* Hätten wir— Nichts als dieſe Sterbenszeit,. 51 Da wir unſre Glieder pflegten Und auf jene Ewigkeit 4 Keine Frucht zurechte legten, N 1 Hofften wir auf Chriſtum hier allein, 1 M 7 Was wollt's ſein?— 8 1 Aber nein, Hier iſt eine Seelenſaat, V 6 Dorten ſoll die Ernte kommen. Wer hier recht gewirket hat, Wird mit Ehren angenommen Und gelangt zur ſtolzen Ruheſtatt Nach der That. — 163— Treuer Gott, Schau auf deine Jünger hin, Deren Herz du aufgeſchloſſen, Und auf deren Herz und Sinn Dein Verdienſt und Blut gefloſſen, Denen du die ſchöne Glaubensbahn Aufgethan. und d Kron' und Lohn E Legen wir in Demutspflicht in diſe gät Herr, zu deinen Füßen nieder. Weil uns täglich Gut's geſchieht, Singt man täglich Lobelieder. Chor der Cherubim und Seraphim, Danket ihm! Fahre fort, len, Trauteſter Immanuel, hieralen Wie du uns bisher geſegnet, Wie du längſt in unſre Seel' Mit der Liebe Tau geregnet, Fahre ſo im Segnen ferner fort, Unſer Hort! (D. G. 118. A. H. G. 829.) Lie Liebe wird uns leiten, 4 Den Weg bereiten ₰ Und mit den Augen deuten Auf mancherlei, 4 Ob's etwa Zeit zu ſtreiten, Ob Raſttag ſei. 4 Wir ſehen ſchon von weiten Die Grad' und Zeiten ₰ Von unſren Seligkeiten, Nur treu! nur treu! Wir ſind nicht einſam blieben, L Wir ſolln uns üben Mit größ'ren Gnadentrieben ) Als eins allein. Wir ſind am Stamm beklieben Der Kreuzgemein'; Drum gilt's gemeinſam lieben, ich mit betrüben Di 5 Die Chriſti ſein. Gemeinſame fröhliche Arbeit. das Sn ſne 165 Die Welt hat uns gemieden Nun ſeid zufrieden; erbeit Die Laſt, die uns beſchieden, Hat ihr Gewicht. as Joch iſt einem jeden Drauf eingericht't. Geht, laßt das Fleiſch hienieden Zu Tod ermüden, ten. 1 So wird ſein Gift verſieden, So ſterbt ihr nicht. ten, 1733. eiten BVereitſchaft, das Evangelium des Friedens zu treiben. (A. H. G. 1069.) Sei herzlich gelobet, du heilige Liebe, bliben, Sa Für unſer kleines Hüttenhaus, Für alle darinnen ſich regenden Triebe; ſieben Zuletzt wird doch was Ganzes draus. Des Hauſes Bewohner ſind darum frei, kliebe Daß jeder die Beute des Helden ſei, Der Leben und Freiheit um Seelen verhandelt, Wo ſeid ihr, ihr Schüler der ewigen Gnade, Ihr Kreuzgenoſſen unſres Herrn? —————— — 166— Wo ſpüret man eure geheiligten Pfade, Daheime oder in der Fern'? Ihr Mauer⸗Zerbrecher, wo ſieht man euch? Die Felſen, die Löcher, die wilden Sträuch', Die Inſeln der Heiden, die tobenden Wellen Sind eure von alters verordneten Stellen. Hier ruhet ihr, um einmal Laſten zu tragen, Hier eßt ihr, daß ihr faſten könnt, Hier lernet ihr, um Lektionen zu ſagen. Ihr wartet, bis das Feuer brennt, ⁹ as Feuer von oben, wonach der Fürſt Zur Zeit ſeiner Proben ſo heiß gedürſt't. Gebt Achtung, es iſt auf die Erde gefallen, Das Zeichen erſcheinet, der Heerzug ſoll wallen. Du unſer an Siege und Segen Gewöhnter, Mit tauſend Kronen Prangender, Du, uns durch dein eigen Erbarmen Verſöhnter, Mit uns Zuſammenhangender, Zur Gnade und Wahrheit recht aufgelegt, Der uns wie die Jugend zu führen pflegt: Hier haſt du uns!— alle nicht, aber doch viele, Und alle ſind deine unfehlbaren Ziele. un Gebet um Heiligung der Streiterſchar. (A. H. G. 1076.) ebe deine Hand des Segens über deine Zeugen auf, Welche mit uns unterwegens In dem ſchönen Glaubenslauf. Gieb uns über allen Mängeln Volle Abſolution Und mit allen heil'gen Engeln Einen Heilig- Heilig-Ton! Hilf uns durch die engen Bahnen Der beſtimmten Pilgerſchaft Unter deinen Siegesfahnen Immerdar von Kraft zu Kraft, Daß der Streiter ganzer Wandel Deiner Helden Spur erreich', Und ihr prieſterlicher Handel Dem der Gottesprieſter gleich'! ———:—— Triumphgeſang über die Ausbreitung des Evangeliums. 4 (A. H. G. 1579.) b ſ en rſchienen iſt der herrliche Tag,’ Td ſich niemand gnug freuen mag, 1 Weil unſer König triumphiert 8 Und ſein Volk aus der Sünde führt.’ V d Ach wär' ein jeder Puls ein Dank, ke A1 Und jeder Odem ein Geſang! So denkt in ihrer Leibeshöhl' d ₰ Die frei gewordne arme Seel'. d I ſl Das wildeſte, das kältſte Land, 4 Das ſetzet Jeſu Blut in Brand; Ein Kopf, der ſonſt auch noch ſo dumm, Begreift das Evangelium. — j Ein Sinn, ſo hart und feſt wie Stein, 1 Läßt dieſe ſel'ge Botſchaft ein. V 41 Wir mögen nichts drum in der Welt V Als nur das teure Löſegeld. Gelobet ſeiſt du, Jeſu Chriſt, Daß du ein Menſch geboren biſt. Wir ſchreiben unſre ſel'ge Ruh Alleine deiner Menſchheit zu. vangeliune Wem iſt ſein Leben nun ſo lieb, Daß er getroſt zu Hauſe blieb', Wenn bei unendlicher Beſchwer w Nur ein Herz zu gewinnen wär'? Ein kleiner Anfang iſt gemacht, de führt Die Erde iſt noch voller Nacht. Und eh' die Finſternis zerſtreut, in Dant Erkennt man nicht die Herrlichkeit. Drum ſpannt den Zeugenwagen an Und lauft die vorgeſteckte Bahn Voll Mut und Freude wie ein Held Land, Durch die mit Blut geweihte Welt. nd, ſch ſo dunm, ee So gehn wir unſren Kreuzesgang Bei Schmach und Müh und manchem Drang, Durchwandern dieſes Jammerthal Und ſammeln ein zur Gnadenwahl. Die ſtreitende Kirche. (A. H. G. 1838.) Wie der Mond führt das Geſtirne, Führet ſie das Streiterchor. 8 Auserwählt wie Sonnenblitzen, Schrecklich wie die Heeresſpitzen? Es iſt das auf dieſer Erden Streitende Jeruſalem, Der erlöſten Jeſusherden Hürd' und Stall, wie Bethlehem. Oft ſteht Philadelphia Vor der Menſchen Augen da; Oft wird's nicht für das gehalten, Weil nur kleine Kräfte walten. Dennoch nennt ſie Jeſus Seine, Seine liebe Sünderin. Gieb ihm, ſelige Gemeine, Stab deiner Führung hin Und bleib für das Pilgervolk, Die ſichtbare Zeugenwolk', 8 — — ſ. Die mit uns zur Freude gehen, Tag und Nacht im Heil'gen ſtehen. . Des Rindes Gebet zum Heiland. (A. H. G. 852.) kränzt, ch bin ein kleines Kindelein, D Und meine Kraft iſt ſchwach; Ich wollte gerne ſelig ſein Und weiß nicht, wie ich's mach. Mein Heiland, du warſt mir zu gut Ein kleines Kindelein Und haſt mich durch dein reines Blut Gebracht zum Seligſein. Mein liebſter Heiland, rate zu, Was ich zur Dankhbarkeit ſalten Für alle deine Liebe thu'; zlln, n. Ich bin gar ungeſcheit. Ich denke, weil ich oft gehört, 4 Seine, Daß du mein junges Herz Zu einer Gabe haſt begehrt: Es iſt dir wohl kein Scherz. So nimm dir denn mein Herze hin, Nimm's, liebſter Jeſu, an. f Ich weiß ſo, daß ich deine bin, V Du guter, lieber Mann! 2 Du haſt mich in der Taufe ja V Uund Zum Kindlein eingeweiht 2 hm Und, da ich's weder wußt' noch ſah,) Mich wunderſchön erneut. ß Geſund, gewaſchen, rein und klar Un Ward meine Seele nun;„ et Und das iſt ja gewißlich wahr.. Was ſoll ſie nun noch thun? V 1 — Sie ſoll, wie man verſprochen hat, Mein Heiland, deine ſein. Von Eigenſinn und loſer That Soll ſie ſich halten rein. Ich armes Kindlein aber kann Nichts von mir ſelber thun:; Drum hilf mir, o du ſtarker Mann, Herr Jeſu, hilf mir nun! Bewahre mir mein Herzelein Vor allem, was befleckt; Du haſt's gewaſchen, halt es rein, Verhüllt und zugedeckt. Hderze bin.. Rerze hin Holſt du mich bald aus dieſer Zeit, Was iſt ihm denn nun mehr? komm ich in die Ewigkeit, So wird mir's nicht ſo ſchwer. nu muß ich länger unten ſein, dehm ich an Jahren zu, So hilf du, Herzens⸗Jeſulein, D Daß ich viel Gutes thu 2 Und wenn ich nun im Bund der Tauf' Gelebet heiliglich, So ſchließe meinen kurzen Lauf Und nimm und küſſe mich. Mrell, Am frühen Morgen. (D. G. 10.) lanz der Ewigkeit, 9 V LC Gott und Herr der Zeit, Sei von allen Kreaturen Für die neu erregten Spuren H Deiner Gütigkeit Hoch gebenedeit! Dieſe finſtre Nacht Iſt zum Schluß gebracht, Und die Strahlen heitrer Sonne 4 d Brechen zur gemeinen Wonne Durch die dunkle Macht Der vergangnen Nacht. Sehen wir denn nicht In dem Morgenlicht Einen Strahl von größ'ren Kräften Und durchdringendern Geſchäften? Sehen wir dich nicht, Zions Sonnenlicht? O verkläre bald eines Lichts Geſtalt! — Offne die verſchloßnen Siegel, 2 Brich den unvollkommnen Spiegel Und verkläre bald Unſere Geſtalt! Doch wenn dir's gefällt, Daß wir auf der Welt Länger noch mit lahmen Füßen Unſre Straße wandeln müſſen, O ſo zeig uns nur Die gerade Spur. Richte unſer Herz Zeitlich himmelwärts, Daß die Zeichen dieſer Zeiten Uns zur letzten Zeit bereiten. Richte unſren Sinn Auf das Ende hin! Giebt es in der Zeit Schein-Vergnüglichkeit, So verleide uns ein Leben, Das kein wahres Wohlſein geben, Noch den letzten Tag Uns verſüßen mag. Soll's uns hart ergehn, Laß uns feſte ſtehn Und ſogar in ſchweren Tagen Herbſtabend. (D. G. 11.) ſaren zu Vater aller Geiſter, o Du Strahl der Ewigkeit, Du wunderbarer Meiſter, Du Inbegriff der Zeit: Du haſt der Menſchen Seelen In deine Hand geprägt; aus Wem kann's an Ruhe fehlen, iun Der hier ſich ſchlafen legt? immer— Es ziehn der Sonnen Blicke Mit ihrem hellen Strich Sich nach und nach zurücke, Die Luft verfinſtert ſich. Der dunkle Mond erleuchtet dLed Uns mit erborgtem Schein, 3 Der Tau, der alles feuchtet, ſcheiden Dringt in die Erde ein. Das Wild in wüſten Wäldern Geht hungrig auf den Raub; Das Vieh in ſtillen Feldern Sucht Ruh in Buſch und Laub. Zinzendorf, Gedichte. 178 Der Menſch, von ſchweren Laſten Der Arbeit unterdrückt, Begehret auszuraſten, Steht ſchläfrig und gebückt. Der Winde Ungeheuer Stürmt auf die Häuſer an, Wo ein verſchloßnes Feuer Sich kaum erhalten kann. Wenn ſich die Nebel ſenken, Verliert man alle Spur; Die Regenſtröm' ertränken Der flachen Felder Flur. Da fällt man billig nieder Vor Gottes Majeſtät Und übergiebt ihm wieder, Was man von ihm empfäht. Die ganze Kraft der Sinnen Senkt ſich in den hinein, Durch welchen ſie beginnen Und dem ſie eigen ſein. Das heißt den Tag vollenden, Das heißt ſich wohl gelegt. Man ruht in deſſen Händen, Der alles hebt und trägt. Die Himmel mögen zittern, llenden, t den, ———— 179 Daß unſre Veſte kracht, Die Elemente wittern; Wir ſind gar wohl bewacht. Abendlied. (Handſchrift im Archiv zu Herrnhut.) sieſer Tag iſt wieder hin; Jeſu, dir ſei Lob geſungen! O daß Herze, Mut und Sinn, In dein Herz hinein gedrungen, Dir für deinen Gnadenſchein Möchten treu und dankbar ſein! Ach verzeih, mein Herr und Gott, Wo ich Armer mißgehandelt, Wo ich wider dein Gebot Auf der breiten Bahn gewandelt. Tilge meiner Schulden Fluch Gnädiglich aus deinem Buch. Zeige mir die Seligkeit Aller wohlverwandten Stunden, Und wie gar genau die Zeit Mit der Ewigkeit verbunden, 721. 180— Da man von der Lebensſaat 6 N Früchte zu gewarten hat. 8 Lehre mich, der Ewigkeit Alle meine Stunden ſchenken 68 Und in dieſer Gnadenzeit Meinen Gang auf Wege lenken, Die ich auf dem Sternenplan M 6 Einmal wieder finden kann. M — . Es iſt Abend. Bleibe doch, N Jeſu, unter meinem Dache, R Daß ich ſchlaf' an deinem Joch 41 Und an deinem Joch erwache! Wecke mich zur Arbeit auf A ₰ Und verkürze mir den Lauf! A 1721 1 6 M— 6 Ruhe in Gott. 9 (D. G. 99.) i ) — or Jeſu Augen ſchweben O Iſt wahre Seligkeit, d Ein unverrücktes Leben u In Eingeſunkenheit. Nichts können und nichts wiſſen,„ Nichts wollen und nichts thun Als Jeſu folgen müſſen, Das heißt im Frieden ruhn. Man ſteht von ſeinem Schlafe In Chriſti Freundſchaft auf, Man fürchtet keine Strafe Im ganzen Lebenslauf. Man ißt und trinkt in Liebe, Man hungerte wohl auch; Man hält im Gnadentriebe Beſtändig einen Brauch. Wenn man den Tag vollendet, So legt man ſich zur Ruh; Von Chriſto unverwendet, Thut man die Sinne zu Und wünſchet auch den Träumen, Wenu's ja geträumt ſoll ſein, Nichts andres einzuräumen Als Chriſti Wiederſchein! Man geht in einer Faſſung Dahin bei Tag und Nacht Und iſt auf die Verlaſſung Der ganzen Welt bedacht. Man hört und ſieht und fühlet, Hört, ſieht und fühlt doch nicht; Und wenn uns Schmerz durchwühlet, Weiß man nicht, was geſchieht. Gewiß, wer erſt die Sünde In Chriſti Blut ertränkt Und hurtig und geſchwinde Auf Jeſum zugelenkt: Der wird auch heilig handeln Und kann bald anders nicht. Herr Jeſu, lehr' uns wandeln In deiner Augen Licht! Uachtgebet unter dem Zelt im Indianerlande. (A. H. G. 1817.) [Derr Jeſu, wachſt du nicht In deinem ſtillen Licht? Rührt ſich niemand neben Dem himmliſchen Geſicht Des Lamms im ew'gen Leben? Ja, ihr Cherubim Und ihr Seraphim, Ihr, ihr wacht vor ihm! Ihr hohen Engel, ihr, Kommt her und ſaget mir, lande. ben? Wie ich's immer mache, Daß ich mein Amt recht führ' Und bleib' auf meiner Wache, Bis nach Jeſu Plan, Was ich ſoll und kann, Heißt in Gott gethan. Dein Beten blieb nie aus. Allein wenn Feld und Haus Dir nicht Raum vergönnte Vor der Geſchäfte Braus, Solang die Sonne brennte, Hat dir's deine Wacht In der lieben Nacht Immer eingebracht. Nun ich verlaſſe mich Auf dein Verdienſt und dich, Auf dein Blut, das heiße; Das ſalb' und ſegne mich Und helfe mir zum Fleiße. Denn auch aller Mut, — Daß man's Seine thut, Kommt von deinem Blut. ————— Auf hoher See. (A. H. G. 1855.) Nas äuß're Schifflein wieget ſich Wohl auf des Meeres Flut, Die Herzen aber tauchen ſich In Jeſum und ſein Blut. Wer nur zu ſeinem Volk gehört Und lebt in ſeiner Näl', Der bleibt im Herzen ungeſtört, Wie ſonſt die Schiffahrt geh'. Wenn unſrem treuen Gott und Mann Gedienet iſt mit Eil', So thu' er, wie er ſicher kann, Dann geht es wie ein Pfeil. Kann aber er zufrieden ſein, Wenn's Schifflein langſam geht, So red' ihm keine Seele drein, Weil' ihm ja geht und ſteht. Die Zeit iſt ſein und jeder Tag, Wie er ihn haben will, Daß er durchlaufen werden mag. Drum iſt der Wille ſtill. So wenig man verrichten kann, Man thut doch gerne das, Was er am liebſten hätt' gethan; Und das heißt uns erſt was. Er geb' uns ein gehorſam Herz, Das wandle wie ein Kind, Und treib' uns immer himmelwärts Mit ſeinem Gnadenwind. Er führ' uns endlich zu der Stund, Die ihm die liebſte iſt, In jenen ew'gen Meeresſund, Herr, wo du König biſt. 1743(Nach Knapp). Auferſtehungsgedanken im Spätherbſt. (D. G. 11. 2. Aufl. 12.) sie Bäume blühen ab, Die Blätter ſtürzen; Mir wird das liebe Grab Mein Elend kürzen. Getroſt! nach kurzer Zeit, Da blüht es wieder; Ein Hauch der Ewigkeit Senkt ſich hernieder. ————y— ——.——— 186 Mein Grabſtein ſpringt entzwei, er Schlaf vergehet; er Leib wird kerkerfrei, Mein Tod verwehet. Der Sturm, der unſren Geiſt Vom Leibe treibet Und uns von hinnen reißt, Hat ausgeſtäubet. Man höret ferner nicht Des Windes Brauſen; Man ſpürt im ſtillen Licht Ein lieblich Sauſen. Und jetzt naht Gottes Sohn Zum Weltgerichte; Ich ſtehe vor dem Thron Im hellſten Lichte. Man thut die Bücher auf; Es wird geleſen, Wie eines jeden Lauf Bewandt geweſen. Wie wird es mir ergehn An dieſem Tage? Wo wird mein Urteil ſtehn? Wer hält die Wage? ntzwei, Geiſt 187 Triumph!l der hier erſcheint Im roten Kleide, Der iſt mein weißer Freund Eins ſind wir beide. Da ſollte ich für mich Nichts Gutes hoffen? Wer ſo beſteht wie ich, Der hat's getroffen. Ich war ein Sündenkind Wie andre Sünder; Allein ich überwind' Im Überwinder. O Lamm, vergönne mir, Dich zu begleiten! Mein Heil, ich weiche dir Nicht von der Seiten. Ich ſehe ſchon hinein In deine Wonne, Hie blitzt der klare Schein Von Salems Sonne. Wie mancher ſtehet da In reiner Seide! Wie iſt dir der ſo nah Im weißen Kleide! f 188 D Für einen Narren: Der dort im Ruhezelt Zog lang im Karren. Wie ſeufzte deine Magd Im Krankenbette! Wie oft hat ſie geſagt: Wer Flügel hätte! Und jetzo ſeh ich ſie Mit Palmenzweigen, Befreit von aller Müh', Auf Zion ſteigen. Wo iſt der arme Mann, Der hier nur ſtöhnte ſt Und ſich von Jugend an Nach Salem ſehnte? Da ſitzt er freudenvoll Zu deinen Füßen Und giebt dir ſeinen Zoll Mit tauſend Küſſen. Der helle Haufe glänzt Vor deinem Throne, Den in der Zeit bekränzt Die Marterkrone. en hielt man in der Welt 189 Voſt Rll Dort bei des Lammes Mahl 6 Erſcheint im Reigen Die auserwählte Zahl Der treuen Zeugen. Hier wird die trübe Zeit Im Licht verſchlungen Und der Dreieinigkeit Triumph geſungen. Die Gott gerufen hat, Und die gekommen, Die werden in der That Neu aufgenommen. Der Glaub' in ſeinem Lauf Hat ausgegläubet; Die Hoffnung höret auf, Die Liebe bleibet. Hier frag ich nicht einmal, Wo ich ſoll bleiben. Wer will mich aus der Wahl Der Gnade treiben? Ich traue mächtiglich Dem Hochgeliebten; Sein Herze neiget ſich Zu den Geübten. A 190 Vor Zeiten hielt ich mich 11 An ſein Erbarmen; Gi Und jetzo hange ich In ſeinen Armen. Ich dringe zu ihm zu, Er muß mir geben Auf Arbeit ſüße Ruh, Auf Sterben Leben. 9 Troſtreiches Begräbnis. (D. G. 46. 2. Aufl. 48.) Gerade durch den Jammer. Nie Chriſten gehn von Ort zu Ort 1 4 Sie kommen in den Friedensport , Und ruhn in ihrer Kammer. 7 Gott hält der Seelen Lauf h Durch ſein Umarmen auf; ) Das Weizenkorn wird in ſein Beet 1 Auf Hoffnung reicher Frucht geſät. Wie ſeid ihr doch ſo wohl gereiſt, Gelobt ſein eure Schritte, Du allbereits befreiter Geiſt, Du noch verſchloßne Hütte! im Hr Den rührt der Bräutigam Mit ſanfter Liebesflamm'; Die deckt in ungeſtörter Ruh Der Liebe ſtiller Schatten zu. Wir freun uns in Gelaſſenheit Der großen Offenbarung. Indeſſen bleibt dein Pilgerkleid In heiliger Verwahrung. Wie iſt dein Glück ſo groß! ei froh im Gnadenſchoß! G ie Liebe führ' uns gleiche Bahn, So tief hinab, ſo hoch hinan! Grabgeſang beim Heimgang eines Dieners Chriſti. (A. H. G. 1082.) „Geh, Bruder, geh, verſchlafe —) Der Erden Straf S Der Erden Strafe, Befiehl dem Lamm die Schafe, Das ewig wacht. Du, was dich anbetrafe, Haſt's gut gemacht. Geh immer und verſchlafe Der Erden Strafe, 192 Befiehl dem Lamm die Schafe, Das ewig wacht. Wir ſahn dich munter ziehen Voll Glaubensglühen Und Gnadenfunken ſprühen; Auch trugen wir Dein feuriges Bemühen Dem Herren für. Wir ſahn dich Babel fliehen, Im Segen blühen Und Chriſto Kinder ziehen, Und gönnten's dir. Wir haben dich geſehen Im Glauben ſtehen Und mit dem Heiland gehen Auf ſchmaler Bahn. Du haſt mit treuem Säen Genug gethan. Dein glaubensvolles Flehen Drang in die Höhen. Die Gottheitswinde wehen, So lande an! 1743. A ar Hein ense (◻2 Sterbelied. Auf den Heimgang des Knaben Matthäus Linner. (D. G. 107. 2. Aufl. 109.) n.— Hehmals ſollt's geſtorben ſein, Xo Und dasſelbige zur Strafe Für die Schafe, fn Die ſich von des Hirten Hand Abgewandt; Doch die unverdiente Tötung, Wir bekennen's mit Errötung, Ward dem Hirten zuerkannt. Seit der Zeit iſt unſer Ziel, e as die Menſchen„Sterben“ nennen, Di Die's nicht kennen, Nur ein ſeliger Beſchluß Vom Verdruß, Nur der letzte Schritt des Ganges, man durch das Thal des Dranges — Der Hinter Chriſto gehen muß. Schaue auf dein Herrenhut, Haupt der Schwachen und der Kleinen, Die dich meinen. Jetzt zehn Jahr ſprach deine Treu Zinzendorf, Gedichte. ¹ — 194— M R Plötzlich:„Sei!“ 1... ſe Gnade, drinnen wir uns ſpiegeln, 9 Wunder, welche wir verſiegeln, 8 Werden alle Morgen neu. Heute, Herr, gefiel es dir, Matthes Linnern, deinem Kinde, Gnadenwinde, In der Gottheit Meer zu gehn, Zuzuwehn. da Sollten wir es unternehmen, d Deine Liebe zu beſchämen N- Und zu ſprechen:„Laß ihn ſtehn“? Fahre hin ins„Herz mit uns,“ Inniglich geliebter Bruder! äi Bleibt dein Ruder Gleich in Einſamkeit zurück, d Weil das Glück, Deine Stelle zu bedienen, 89 Unſer keinem noch erſchienen, 41 Wir erwarten Chriſti Blick. un Der geſegne dir den Schlaf! Du gehſt früh genug zur Ruhe. Deine Schuhe „ Sind nicht durch den langen Weg Rauhen Steg, Noch vom Alter abgeriſſen. Jeſus wird die Urſach wiſſen, Daß er dich zu Bette leg'! Danke unſrem lieben Herrn, Den die heil'gen Seelen droben Immer loben; Denn mit Dank erlanget man, Was man kann. Danke ihm, daß unſre Jugend, Deinem Glauben, deiner Tugend Nachzufolgen, lieb gewann. Nun, du zartes Knabenvolk, Laß dich doch zu Chriſti Sitten Früh erbitten! Denke, daß es Jeſu Chriſt Würdig iſt. Wer wie unſer Linner ſtehet, Wird wie er ins Licht erhöhet Und zum Hochzeikfeſt gerüſt't. Uimm es hin! l 5 Auf den Heimgang ſeines zweijährigen Töchterchens R Theodora Caritas. d I(D. G. 110. 2. Aufl. 112.) 1 4(Serz der göttlichen Natur, 5 — 4 SMe der offenbarten Liebe, 9 Herz der Triebe, L Meine Seele opfert dir Dieſe hier, E Und im brennenden Verlangen, Ül :—— ’ Deine Salbung zu empfangen, 2r 1 4 Offnet ſich des Geiſtes Thür. 3 b Dieſes war des Glaubens Wort,— 4) Welches meiner Tochter Seele „ 1 Aus der Höhle, 14 ₰— E A Aus des Lebens ſchwerem Drang s Aufwärts ſchwang. A.———, N Dieſer Stimme ſtilles Tönen 4 D Und der Theodora Krönen 1 — 9 Standen im Zuſammenhang. Theodora Caritas N War zwar eins der ungemeinen Edlen Kleinen; ——— u Tüctterden Ihrer Hütte engen Raum Merkt' man kaum, Und ihr Kinderſinn und Wille Regte ſich in ſolcher Stille, Daß man denkt, es ſei ein Traum. Eben drum, du teures Herz, Spricht der Hirt der kleinen Schafe: Dorel, ſchlafe, Weil es ewig ſchade wär', Wenn die Ehr Einer unbefleckten Seele Über der Gefahr der Höhle Sich ein einzig Mal verlör'. Meine Sorg' iſt aus für dich. Dunin. du Fürſt der Seelenpflege, elbſt ſie hege! Es e lſtreik Meiner Wacht ſi ſich ja die Macht Nur auf die in Hütten wohnen. Du biſt Hüter bei den Thronen, Nimm die Dorel gut in acht! 198— Uachruf an Paul Anton. (D. G. 91. 2. Aufl. 93.) Pater, ei wohin 32 Mit ſo ſanftem Sinn? In die ſichren Friedenshütten, Zum Genuß der ſieben Bitten, Zur erwählten Schar, Ja zu Jeſu gar. Fahre hin, o Licht, Deſſen gleichen nicht! Licht, das nie umſonſt geſchienen, Fahre hin, dem Thron zu dienen, Wo der Fackeln Pracht In die Sonne lacht! Du beſchreibeſt dich Selber meiſterlich: Tauſend Böſes zu verriegeln, Tauſend Gutes zu verſiegeln, Das war deine Stärk' Und dein Tagewerk. Ich bewundre dich, Wie ſo meiſterlich Du die Tiefen konnteſt deuten Und zum rechten Sinne leiten; Und dein Fingerzeig on. Uberzeugte gleich. Laß mir deinen Geiſt, Der ſo köſtlich heißt, Daß ich ohne Worte ſpreche, n, Daß ich ohne Sturm zerbreche, en, Daß ich ſorgenfrei Und doch ſorgſam ſei! Eile jetzt der Ruh Nach der Arbeit zu. Schlaf nach unterbrochner Stille, eenen, Das iſt Gottes guter Wille. ienen, Wir, im Glauben hier, Bleiben eins mit dir. 1730. Wünſche für den Freund. 1 V(D. G. 16. 2. Aufl. 18.) „ „hriſtum über alles lieben „„ 25 Übertrifft die Wiſſenſchaft. Iſt ſie noch ſo hoch getrieben, Bleibt ſie ohne alle Kraft, — 200— Wo nicht Jeſu Chriſti Geiſt Sich zugleich in ihr erweiſt. Jeſum recht im Glauben küſſen Iſt das allerhöchſte Wiſſen. Chriſtum lieben iſt die Kette, So die Freundſchaft feſter macht; Liebt man Chriſtum um die Wette, Wird der Lauf mit Luſt vollbracht. Jeſus, unſer höchſter Schatz, Hält auf dieſer Bahn den Platz; Und am abgemeßnen Ende Laufen wir in ſeine Hände. Chriſtum lieben lehrt die Weiſe, Wie man klüglich handeln ſoll; Und die ganze Himmelsreiſe Iſt der Liebe Jeſu voll. Alle Weg' und Stege ſind Für ein ſel'ges Gnadenkind Auf das beſte zubereitet, Daß es ja nicht etwa gleitet. Chriſtum lieben giebt die Maße, Wie ich heilig leben muß; Was ich thue, was ich laſſe, Lehrt ſie mich im Überfluß, Maße, Und wie weit ich Tag für Tag In der Liebe wachſen mag. Alle guten Werk' und Triebe Wirkt die muntre Jeſusliebe. Chriſtum lieben machet weiſer, Denn die Alterfahrnen ſind. Auf die Liebe bau ich Häuſer Gegen allen Sturm und Wind. Chriſtum lieben iſt gewiß Satans größtes Hindernis; Wo er Liebe Chriſti ſiehet, Da iſt's ausgemacht, er fliehet. Chriſtum lieben macht die Banden Aller andren Liebe feſt; Aber alles wird zu Schanden, Was ſich hier nicht gründen läßt. Chriſti Lieb' nach Chriſti Maß Bringt uns wohl der Menſchen Haß; Aber wer ſich drein verſenket, Dem wird mancher Feind geſchenket. Chriſti Liebe, Einfalt, Wahrheit Und der Bruderliebe Band, Die beſtehn in Kraft und Klarheit Hier und auch im Vaterland. ——- — 2062— — 8 nß i Treuer Freund, wie wünſch ich dir g ,5— icht Dieſe ungemeine Zier, V Dieſe Krone aller Gaben: 3iſ e Chriſtum Jeſum lieb zu haben! pnm 1, um 2 oß or(Sos Na enn Jeſu, meiner Seelen Weide, ... 1 8 Meine höchſte Lieblichkeit, ſ es ..—.„„ 0 Lehre ihn bei Freud' und Leide dd 4 In der kurzen Pilgrimszeit As 2— 8„. S Dir, dem Gotteslämmelein, hsce 1 Sgel 9 Bis zum Tode treu zu ſein; brig v—— ni 1 3 Und anſtatt danach zu ſterben, mud 7 ach d A Laß ihn gehn und mit dir erben! eder ii 1722. edei S ö ₰ oll — önnen An Alartin Dober.*† (D. G. 126. 2. Aufl. 128.) d urch ¹ 4 ind d 6 M ch will's wagen, von der ſchönen Pracht D Was zu ſagen, die aus Jeſu lacht. Heil Aber wag' ich mich zu ſehr? ſe E N Seine Wunder ſind ein Meer. In d — Doch laßt hören, was der Heiland macht! in d 1 ch e;65b jn de Du biſt wahrlich eine gute Lieb w Und beharrlich in dem Liebestrieb. Wi Niemand kann ſo traurig ſein, V b l. aß ihn deiner Augen Schein Nicht erfreute, wenn er vor dir blieb. Jeſu Kreuze, wo ich ihn erſt ſah, Komm und reize mein Hallelujah! Denn wenn ich in Ohnmacht wär', Und es ſchallte ungefähr Was vom Kreuze, wär' ich wieder da. Auserwählte und für unſre Schuld Ausgequälte, göttliche Geduld! König nach dem alten Recht, Nach dem neuen aber Knecht, Wiederbringer der verlornen Huld: Sollten Zeugen deiner Wunderpracht Können ſchweigen von dem Lebensſaft, Der in blutiger Geſtalt Durch die ganze Erde wallt? Sind doch Felſen drüber aufgeklafft. Heil'ger Tempel mit dem Rauchaltar, Die Exempel ſind noch allzurar Von den Blitzen, die geſchehn, Von den Stimmen, die ergehn, Von den Donnern in dem Gnadenjahr. Wir, die Armen, und ſo Schmühliche, Durchs Erbarmen aber Selige, Wohnen in ſo einer Stadt, Wo man nur zu nehmen hat; Denn der Gaben ſind unzählige. Gieb uns allen, die ſo herzlich gern Möchten wallen nach dem Sinn des Herrn Und nicht mögen ſelig ſein Als durch Jeſu Blut allein: Gieb uns dieſen hellen Morgenſtern! Geburtstagslied. Einem Freunde gewidmet. (D. G. 49. 2. Aufl. 51.) Nu ewiger Abgrund der ſeligen Liebe, In Jeſu Chriſto aufgethan, Wie brennen, wie flammen die freudigen Triebe, Die kein Verſtand begreifen kann! Wen ſegneſt du? Kinder, die dir geflucht. O Du haſt dir was Schlechtes zum Luſtſpiel erleſen! Weil's aber dein Liebesrat alſo beſchloſſen, D — er gerne freie Wirkung hat, Was liebeſt du? Sünder, die ſchnöde Zucht. 5 O großes, ja gutes, ja freundliches Weſen, T— rde mi — ſe Frll nfre S er die o ſegen So werde mit ewigem Danke genoſſen Jedwede Frucht von deiner Gnad'. he Wir geben die Seelen im Leibe hin, — In irdiſchen Höhlen den Himmels-Sinn, di F Der ewigen, herrlichen, ſeligen Liebe k Zur Werkſtatt der geiſtlichen, göttlichen Triebe. Dagegen verſpricht uns das prächtige Weſen, dhni So ſich als Vater kund gethan, In himmliſchen Schätzen uns auszuerleſen Was unſre Seelen zieren kann, Und über die Hütte, die bricht wie Glas, Auch Segen zu ſchütten mit vollem Maß; hnſ Wir ſollen von nicht zu erſchöpfenden Schätzen Uns ſelber und neben uns andre ergötzen. eb Du König der Herrlichkeit, unſer Verlangen Geht nie ſo weit als deine Huld.“ rudigen Wir haben mehr Wohlthat und Segen empfangen, H s Als Strafe wir bei dir verſchuld't ufr Drum lehr' uns vertrauen dem Vaterſinn dr f kt Und ſehnend aufſchauen zum Sohne hin. Dein Geiſt unterricht' uns bei fröhlichen Tagen liches Weſen Erhörliches dir von dem Bruder zu ſagen. Es werden doch alle die mächtigen Segen, Die ſich den Deinigen zum Heil — 206— Von Chriſto, dem Haupt, zu den Gliedern bewegen, Dem lieben Bruder auch zu teil. Er heiße mit Namen und ſei dann auch— Bei Jeſu, dem Amen, iſt Wahrheit Brauch Ein Chriſt und ein Jünger des ewigen Gottes, Dort teilhaft der Ehre, hier teilhaft des Spottes. Dank für Gottes gnadenvolle Führung. (Dem Grafen Reuß⸗Ebersdorf in den Mund gelegt.) (D. G. 2. Aufl. 16.) ie dank ich's meinem Jonathan, 2) Der mich hierher geführet, Und der noch kaum begreifen kann, Was er dabei verlieret! Wie dank ich's aber noch vielmehr er holden Theodoren, 0 ie mich auf ſehnliches Begehr Zum Bräutigam erkoren! Am meiſten lob' und preiſe ich Den Leitſtern aller Dinge, Der nicht von meinen Wegen wich, Bis ich ſie wohl vollbringe. 0⁸ϑ2 olle Führmmn n Mund geltgt. — Ich lobe deinen Wunderrat, Du Vater aller Gabe, Der mir ſo bald gegeben hat, Was ich gebeten habe. Haſt du nun dieſes Liebesband Mit eigner Hand gebunden, Gieb, daß es einſt in deiner Hand Werd' eingezeichnet funden! Du biſt ein holder Bräutigam, Der zu der Menſchenſeele In ihre finſtre Wohnung kam, Daß er ſich ihr vermähle. Und alſo freueſt du dich noch, Wenn du, von Treu getrieben, Zuſammenſpannſt ins Liebesjoch 1 Zwei Herzen, die dich lieben. 4 Du haſt mir alles leicht gemacht In meinen Lebenstagen; Eh' ich der Laſt recht nachgedacht, Haſt du ſie abgetragen. Ich will von dieſer Gütigkeit Vor keinem Menſchen ſchweigen Und durch die ganze Lebenszeit Mein Herze zu dir neigen. 208— Gieb, daß ich dir mein kleines Land Zum Opfer übergebe Und meinen angebornen Stand Auf deinem Altar webe. Die teure Gräfin, die du mir So väterlich geſchenket, Die ſei, o Seelenhirte, dir In deinen Schoß verſenket! Und dies Geſchenk, das dir geweiht Und mich ſo ſehr vergnüget, D Das werd' nun auf die Ewigkeit In meine Hand gefüget! -—1 18₰ Hochzeitlied. (D. G. 19. 2. Aufl. 22.) ron' und Lohn beherzter Ringer, Der Seligkeit Herwiederbringer, Herr Jeſu, Herr der Herrlichkeit, Schau vor deines Thrones Stufen i Seelen, welche zu dir rufen; — — — ₰½ i ◻ wären gerne benedeit. G Du ſegneſt ja ſo gern, Geſegneter des Herrn, wir begehren's. Zinzendorf, Gedichte. So komm herein, wir ſind ja dein, Und laß uns recht geſegnet ſein! Brunnquell aller Seligkeiten, Ach fahre fort, uns zu bereiten, So wie es dir gefällig iſt. Wir, als von Natur verdorben, Wir ſind dem Leben abgeſtorben, Darinnen du zu finden biſt. So töte doch den Feind, Der uns zu ſtürzen meint, unſer Leben! Vollbringe nun, uns abzuthun, Daß wir in deinem Tode ruhn! Selig ſind die geiſtlich Armen. ie finden leichtlich dein Erbarmen; as Land der Himmel bleibet ihr, Da im Gegenteil die Reichen, Und die gar ſatt ſind, ferne weichen Von deines Königreiches Zier. Ach mach uns Arme reich, Doch deiner Armut gleich. Gieb uns, Jeſu, Den reichen Mut, dem irdiſch Gut Recht weh, und Armut ſanfte thut! Selig ſind, die Leide tragen. Sie ſollen Troſts genug erjagen, Ihr Herzog ging den Weg voran. — 210— Stieg er auf durch Kreuz und Leiden, So will er uns den Kelch beſcheiden, Der ihm hienieden gut gethan. Uns iſt in dieſer Zeit Kein Feiertag bereit't; hier gilt's weinen. Beim Lammesmahl iſt keine Qual; Wir aber gehn durchs Jammerthal. Selig ſind die ſanften Geiſter. Sie ſind auf Erden Herr und Meiſter, Und niemand ſieht es ihnen an, Da ſie doch durch ſtillen Wandel In allerlei Geſchäft und Handel Ihr Lammesgweſen dargethan. Es iſt ihr Bräutigam Das erſtgeborne Lamm, Lamm und Löwe, Gar ſanft und weich, doch ſtark zugleich; So ſind auch die aus ſeinem Reich. Selig gleich dem Lebensfürſten Sind alle, welche ſehnlich dürſten Und hungern nach Gerechtigkeit; Sollen auch geſättigt werden, So wie ihr Heiland hier auf Erden Zur vorbeſtimmten Leidenszeit Den Durſt in ſeinem Teil, Nach unſrer Seelen Heil wohl empfunden. Weri Und e Vor Got 211 Wer in der That ſo Hunger hat Und alſo dürſtet, der wird ſatt. Selig ſind barmherz'ge Seelen. Barmherzigkeit wird ſich vermählen Dereinſt mit ihrer Dürftigkeit. Wer ein Tröpfchen Waſſers giebet, Wird um das Tröpflein auch geliebet Und wohlbelohnt zu ſeiner Zeit. Wohl alſo jedermann, Der hier viel Guts gethan! Wehe denen, Die ſich durch Pracht darum gebracht; Vor Gott wird ihrer ſchlecht gedacht. Selig ſind die reinen Herzen, Die ihre Krone nicht verſcherzen. Sie werden Gott im Frieden ſehn Alle unbefleckten Tauben, Die an den Freund der Seelen glauben Und in der Reinigkeit beſtehn, Die ſehen einſt im Licht Das keuſche Angeſicht unſres Lammes. Lamm, wir ſind dein, behalt uns rein Und lehr uns Dir recht ähnlich ſein! — Selig, die in allen Sachen Von e zen gerne Frieden machen. ſie Gott t ſie als Kinder an. Alſo ſoll ihr Name heißen; Im Friedensſchmucke ſollen gleißen, Die viel zum Frieden hier gethan. Wer ließe ſich denn nun Nicht lieber unrecht thun? Friede, Friede Hat unſre Gunſt, iſt unſre Kunſt, Der reichſte Zankgewinn iſt Dunſt. Selig ſind, die voller Freuden, Allhier um Chriſti willen leiden Und ſprechen: Du biſt ja der Herr! Dulden wir um deinetwillen, Die Zahl der Leiden zu erfüllen, Wird uns aus Liebe gar nicht ſchwer. Wie glücklich wären wir, O Jeſu, wenn wir hier um dich litten! So geh voran, wir dringen an Auf dieſe Kriegs⸗ und Siegesbahn. Selig ſind ſchon hier auf Erden, Die wacker ausgehöhnet werden Von wegen ihres Bräutigams. Wird ſich eine Braut nicht ſchämen, Des Liebſten Namen anzunehmen, Was ſchämen wir uns unſres Lamms? Das müſſe ferne ſein! Laßt kommen Schmach und Pein, wir ſind Chriſten erden, Lamms! wir ſild Ehriſ — 213— Und allezeit, mit Freudigkeit Durch Ehr und Schmach zu gehn, bereit. Wir ſind fröhlich aus der Maßen Und wiſſen uns faſt nicht zu laſſen, Wenn wir die große Seligkeit Tapfrer Streiter recht erwägen, Die ſich mit Chriſto niederlegen Ans Kreuz in Niedrigkeit und Leid. Wie ſanfte wird ſich's ruhn! Wie wird die Ehre thun nach der Schande! Wie blitzt der Glanz, wie ſteht der Kranz! Da halten wir den Ehrentanz. Laß uns rittermäßig ringen, Durch Tod und Leben zu dir dringen; Als Feldherr tritt ins erſte Glied! Dieſes iſt ein Streiter⸗Rennen, Da wir noch manchen Helden kennen, Der mit uns auf den Kampfplatz zieht. Das Kleinod iſt es wert, Daß man es ganz begehrt; es iſt unſer. Wir ſprechen ſchon im hohen Ton: Was gilt's? Wir bringen es davon! Darum haſt du uns verbunden, Und das vielleicht auf wenig Stunden; D 5 u haſt aus zweien eins gemacht, D 8 aß wir mit verknüpften Machten Die Krone zu erkämpfen trachten. Hier ſtehen wir auf unſrer Wacht. Wir ſind von deinem Stamm, Du biſt der Bräutigam, wir ſind Glieder. O Mann und Haupt, wer alſo glaubt, D er wird dir nimmermehr geraubt. A Alſo müſſen wir auf Erden Nie als in dir erfunden werden! Du haſt uns je und je geliebt, Du haſt erſt um uns geworben, Du biſt vor Liebe gar geſtorben; 3 Wer iſt, der ſolche Proben giebt? — Wohlan, wir lieben dich, n O Liebe, eigentlich! Unſre Liebe Iſt nur ein Bild, ſolang es gilt, „. Wie du uns endlich lieben willt. Seiner Gemahlin zum Geburtstag. (D. G. 31. 2. Aufl. 35.) ð ew'ges Liebesweſen du, „ Sei ewiglich gepreiſt, aß du aus deiner tiefen Ruh ns Tag für Tag erfreuſt! zrurtstag. Wo fang ich deinen Ruhm nur an, Wo hört mein Loben auf? Was deine Wunderliebe kann, Zeugt unſer Lebenslauf. Hier haſt du unſer beider Geiſt, Schaff dir etwas daraus, Das dich nach allen Würden preiſt. Er ſei dein Tempelhaus. Und ſiehſt du ein und andres noch, Das dir nicht wohlgefällt, Du gute Liebe, töt' es doch Als ein gewalt'ger Held. Hier haſt du unſer beider Hand, Die du zuſammen ſchlugſt, Als du an unſrem Eheſtand Ein Wohlgefallen trugſt. Sinkt unſer Mut und Freudigkeit, So faſſe uns dabei, Daß aller Sturm und trübe Zeit Uns nicht gefährlich ſei. Hier haſt du unſren Sinn und Witz; Daſelbſt bereite du 8 ir einen königlichen Zu ungeſtörter Ruh. Hier haſt du unſren Liebesbund; 0 Sei ewiglich ſein Ziel Iüi 1 Und rege dich im Herzensgrund d Mit ſtetem Liebesſpiel. Ene 4 Hier haſt du unſren Ehrenſtand; Per V Tritt mit den Füßen drauf! Den Dagegen hebe deine Hand Ihh Uns an das Kreuz hinauf! Und Hier haſt du unſren zarten Sohn, a 7 A 6 Das Pfand von unſrer Eh'. Du d Wir werfen ihn vor deinen Thron, unr 1 Ach ſegn' ihn aus der Höh! Reun Hier haſt du uns, ſo wie wir ſind, Und! 7 Hier haſt du unſer Flehn. Auch 44 Wenn man uns heute an dich bind't, b 6 So iſt uns gnug geſchehn. I 3 1724. Beim 1 Und 4 M ) Seiner Gemahlin zum Geburtstag. Kom 4(D. G. 42. 2. Aufl. 46.) Und Weht, werft euch vor die Majeſtät R Des Königes der Liebe, Mit Dar euch bereits entgegen geht, Beh Ihr, meiner Seelen Triebe! und. V Sie, die kein Auge ſehen kann, Blickt mit des Glaubens Augen an. Du biſt, o Seelenbräutigam, Ein allgemeines Weſen. Wer krank auf Erden zu dir kam, Den ließeſt du geneſen. Ich habe dich auch angerührt Und deine Wunderkraft verſpürt. (2 Ich bin's verſichert, daß du mich Zu deinem Volk gezählet, Mit deinem Herzen ewiglich Verbunden und vermählet, r ſindd, Und wenn du bei dem Vater ſtehſt, Auch mit für meine Seele flehſt. Ich mache mich im Geiſt bereit Beim Tone ſtiller Lieder Und werfe deiner Würdigkeit Mich vor die Füße nieder. urtstag. Komm, Prieſter aus dem inn'ren Chor, Und bete meiner Seele vor! Mein Salomo, vermähle dich Mit meinen inn'ren Sinnen, Beherrſche mehr als königlich Mein ſämtliches Beginnen, So bin ich dir noch mehr vereint, Wenn heute wiederum erſcheint. Indeſſen ſoll auf deinen Ruf Mein Herz dir willig dienen, Und deiner Gnade zum Behuf Soll auch die Hütte grünen. Es wiſſe, wer es wiſſen kann: Ich bin der Lieb' ihr Unterthan. Der an dem Kreuz geſchändet ward, Den jetzt ſein Volk verleugnet, Und der nach ſeines Reiches Art Mit Schmach die Seinen zeichnet, Iſt mein und meines Mannes Haupt, An welchen unſre Seele glaubt. Da, wo er ſeine Heldenzunft Durch Höll' und Tod geführet, Da ſei der Wille der Vernunft Auf ewig angeſchnüret! Weg Erde, weg Natur und Stand! Wir haben ſonſt ein Vaterland. Seiner Gemahlin zum Geburtstag. (D. G. 69. 2. Aufl. 71.) uf— mit uns, wir ſchwören dir n: Ewige Geſellentreue than. Heut aufs neue. ir iſt unſer Herz bekannt. Nimm die Hand Zur Verpfändung aller Triebe, Zur Vergeltung einer Liebe, Die ihr Blut an uns gewandt. aubt.. Laß dein Leben ihren Geiſt Auf das kräftigſte erheben, unſt—. Laß ſie leben! hret, Ihre Seele werde dir äiſ Eine Zier, Und der äußerliche Wandel Zeuge von dem inn'ren Handel Deiner Lieblichkeit in ihr. Dem die Tugend nicht genug, Der ein neues Herze fodert, Das da lodert 220 Von den Flammen ſeiner Glut: c Nimm den Mut F Immer mehr und mehr gefangen, G 4 Der bei redlichem Verlangen 11' 6 Noch ſo manchen Fehltritt thut. ¹ Gnade bitten wir von dir. 1 ſe Gnade iſt der Seelen Anker, 12 it Und ein Kranker 12 d Findet in der Gnade Saft V Heilungskraft. 4 ſ Gnade müſſe unſren Herzen„ 1 A Leidlich machen alle Schmerzen 1 Der beſtimmten Ritterſchaft. 1728. n 4 4 Seiner Gemahlin zum Geburtstag. 1 N(D. G. 77. 2. Aufl. 79.) ni. L 1. Zier werfen wir uns vor dir nieder d J Mun ſingen dir geringe Lieder, 10 e 9 Der du nach abgelegter Laſt 10„ Den Namen über alle haſt. Plte Die übrigen vom Weibesſamen 1 Sind Menſchen unbekannte Namen; n Ihr hoher Stand iſt Geiſt von Geiſt, inlk Kein Fleiſchlicher weiß, was das heißt. nen men, 6 heißt. Der aber über alle thronet Und in den ſtillen Seelen wohnet, Hat als die Seinen ſie erkannt Und hat ſie darum neu benannt. Mit dieſem nenen Namen ſchriebe Er ſie zum Zeugnis ſeiner Liebe Und ihrer Freiheit von dem Fluch Vor aller Zeit ins Lebensbuch. Er nannte ſie bei dieſem Namen, Als ſie vor ſeinen Vater kamen; Da ward ihr Schuldbuch ausgethan, Da nahm ſie Gott zu Kindern an. Dann iſt der Vater aller Lichter Ihr Vater, und ſein Sohn ihr Richter; Wenn ſie beim Sohn in Gnaden ſtehn, Kann's ihnen niemals übel gehn. Wie ſelig ſind, wie reich an Gaben, Die einen neuen Namen haben! Du Pfleger über Gottes Haus, Ach teil uns ſolche Namen aus! Ja neige deines Herzens Güte u unſrem ſehnenden Gemüte 2 3 Und hilf uns aus der Bangigkeit, D — arinnen unſer Inn'res ſchreit. 222 Die zu der Ruhe eingegangen, Die brennen alle vor Verlangen— Und dies Verlangen wird zur Qual— Erfüllt zu ſehn der Brüder Zahl. Inſonderheit ſei aller Samen Der Seelen, mit dem neuen Namen, In die man heute fröhlich denkt, Dir jetzt und ewiglich geſchenkt! Mein Name bei der Welt vergehe, Damit er dort geſchrieben ſtehe; Hier ungenannt und unbekannt, Dort vor des Vaters Thron genannt! e 2 222S”SSS S S S —½ — 4 5, S S Se — 4⸗ 7 Alphabetiſches n der orſlslfrndrir Li en amen, kt,.. 1 Serte. Ach halt in deiner treuen Hut 105 Ach holder Freund, wir haben ſtets geglaubet.... 104 Alle Seelen, die auf dieſer Erden....... 137 lt vergehe Aller Gläubigen Sammelplatz......... 139 ſtehe Als der Herr am Kreuz geſtorben....... 83 Autlitz unſres Königs.......... 99 kannt, Aus unſrer erſten Thränenſaat...... 159 Bleibe in j zon Koho 53 on genaunt Bleibe mein im ganzen Lebe......... 53 Ehriſten ſind ein göttlich Volt........ 1 Chriſti Blut und Gerechtigkeit........ 67 Chriſtum über alles lieben.........199 Chriſtus, der lebend'ge Gott......... 62 Das äuß're Schifflein wieget ſich......184 — Den Glauben mir verleihe......... 46 Den Herrn mit Ernſt verlangen... 3 Den Liebes⸗ und Gemeinſchaftsſinn 130 Der Glaube bricht durch Stahl und Stein 1351 Der Heiland ſcheinet öfters ganz. 144 Der Henne folgt das Küchlein nach... 27 Die Bäume blühen ucd.. 141 185 Die Chriſten gehn von Ort zu Ort........ 190 Die Liebe wird uns leiten..... 164 Die wahre Gnadenſonne 107 Die Wanderſchaft in dieſer Zeit. 1352 Die wir uns allhier beiſammen finden 57 Dieſer Tag iſt wieder hin. Du auf den Thronen.......... 1R2 Du ew'ges Liebesweſen du 224 ewiger Abgrund der ſeligen Liebe Du haſt uns von der Welt befreit u unſer auserwähltes Haupt Du Vater aller Geiſter Du Vater aller Kreatur. Du Wort der tiefen Ewigkeit Ehmals ſollt's geſtorben ſein Ei bittet Gott, den heiligen Geiſt Ein großer Name in der Welt Erſchienen iſt der herrliche Tag Es wollte die ewige, göttliche Liebe Ewigkeit, du Strom der Wonne Geh, Bruder, geh, verſchlafe Geht, werft euch vor die Majeſtät Geht, Zeugen, Jeſum malen Gelobet ſei dein muntrer Gang Gemeinſchaft mit den Kindern Gottes Geſchwiſter, ihr erlaubt mir's ſchon Gewiß, wer ſeinen Heiland liebet. Glanz der Ewigkeit Großer Bundesengel. Haſſen dich, o Hirt, die Seelen Hätt' ich mit niemand umzugehn Hebe an, Zion heb' am Elend an Hebe deine Hand des Segens Heil'ger Vater, ach geſtatte Heiliger, heiliger Herr Zebaoth err, dein Wort, die edle Gabe H H Herr Jeſu, lehre mich dich finden Herr Jeſu, wachſt du nicht Herr, ſiehe deinen böſen Knecht z der göttlichen Natur Herz mit uns, wir ſchwören dir Herz und Herz, vereint zuſammen Hier ſoll meine Zunge ſchweigen err Jeſu, hier iſt eine Schar verſammelt —— 99 A. ſein 1 s! G We ht! eu prer rSuſt Ern Süul Swu fem (M ſieb Ktanchr 4½ d r n ind LI t 64 A G gade Arr ung. 1 rmer Lan kele 93,der LreI user Lr ott Lx per 93. die 148 hhe Aff 8 he it⸗ iute 6G ſich er ſau 68 ol 68 3 Hier werfen wir uns vor dir nieder Ich bin durch manche Zeiten Ich bin ein kleines Kindelein Ich will's wagen, von der ſchönen Pracht In der Welt iſt kein Vergnügen Iſt's nicht wahr, wenn Freundeswaffen Jeſu, deiner zu gedenken Jeſus hat ein Wort geſagt Kommt, Sünder, und blicket dem ewigen 1 Sohne König, dem wir alle dienen König, gieb uns Mut und Klarheit Könnt' ich recht von Lieben ſagen Kron' und Lohn beherzter Ringer Lamm und Haupt, das ſelbſt geglaubt Lamm und Haupt, es ſei geglaubt Laß mich Herr, wie du geſtritten Leer dich aus, er wird dich füllen Mein Freund, wie dank ich's deiner Liebe Mein Heiland, denk ich Mein Heiland, ob ich dir gleich noch Nach Gnade iſt mir weh O anbetungswürd'ges Weſen du armer Staub der Erden O du Seelenbräutigam O Herr, der Weisheit Wundergrund O ihr auserwählten Seelen O ihr Gottesſtreiter O ihr teuer erkauften Seelen O Liebe, die in fremde Not O Menſchheit unſres Herrn kat, Kraft und Held und Wunderbar ach Seele, du kenneſt dich nicht eelenbräutigam, o du Gotteslamm. ei herzlich gelobet, du heilige Liebe — — — — — —————— 22 G G G˖ Seid ihr auf den Knieen Sel'ges Volk der Zeugenwolk' ) So bin ich nun auch in der Zahl 7 inzendorf, Gedichte. 226 Solche Leute will der König küſſen Sollt' ich nicht von Lieb und Dank entglommen Sünde und der Sünden Sold Vater, ei wohin Vor Jeſu Augen ſchweben Was du in dieſer Zeit Was für ungemeiner Friede Was hilft's, den Kopf mit Bildern füllen Was ſag ich dir, du mit viel tauſend Schmerzen Weil die Worte Wahrheit ſind Wenn ein Streiter, der in ſeinem Panzer s enn wir armen Sünder könnten den Heiland liebet iſt dieſe Fürſtendirne Vie dank ich's meinem Jonathan Vie ſchwer iſt's, kennen lernen Wie ſelig iſt ein Herz, das Jeſum funden. Vir danken Gott, dem heiligen Geiſt Wir ſind ein Eigentum des Lamms. Vir ſind nur dazu, daß wir das Lamm erhöhn — B 2 [☛●̈☛ 8 —— (Q/0*... Viſtoriſch-kritiſche Anmerkungen zu eklichen der vorſtehenden Lieder. (Zugleich Richtigſtellung einiger im Text unrichtig 16 angegebener Jahreszahlen.) dietzen A Seite 3. Du unſer auserwähltes Haupt. Im Jahre 1734 trat Zinzendorf, nachdem er vorher eine beſonders tiefgehende 18 Erfahrung von Erlöſung und Gnadenwahl gemacht, in den geiſtlichen Stand, um recht ungehindert von der Gnade Gottes im Blute Chriſti zeugen zu können. In Tübingen hielt er im Dezember 1734 die erſte öffentliche Predigt und zwar N über das Thema von der Gnadenwahl. Zum Andenken daran ließ er daſelbſt obiges Lied, das er ſchon im April 1734 gedichtet, drucken mit der Überſchrift:„Aufrichtige Erklärung des Grafen von Zinzendorf, wie es ihm ums Herz iſt.“ Es iſt ſomit in vollem Sinn ein Bekenntnislied. Die Zeilen:„Laß uns in thöhn lt deiner Nägelmal erblicken unſre Gnadenwahl“, die dem Lied 4 gleichſam als Motto dienen, ſind ein Citat aus einem älteren Kirchenlied von Martin Behm(† 1622). Seite 13. Sünde und der Sünden Sold. Dieſes Lied iſt von Zinzendorf urſprünglich auf den Tod ſeines Privat ſekretärs Tobias Friedrich(† 8. Juni 1736) auf der Ronne⸗ burg in der Wetterau gedichtet, als er dort die Nachricht aus Herrnhut empfing. Zinzendorf hatte Tobias Friedrich als fränkiſchen Bauernknaben im Jahre 1722 kennen gelernt und, um ihn aus der gefährlichen Muſikantenlaufbahn zu retten, zu ſich genommen. In Herrnhut wurde Friedrich frühzeitig ein erwecktes und ſehr lebendiges Glied der Gemeine; beſonders geſchätzt wurde er als Organiſt, indem er durch ſein Spiel dem Geſang der Gemeine erſt die rechte Weihe gab. Obiges Lied, zum Andenken an T. Fr. apart gedruckt, hatte urſprünglich eine ganz andere Geſtalt, voll direkter perſönlicher Beziehung. So lautete eine Strophe:„Doch den angenehmſten Blick hatten wir in ſeine Demut, Armut, Wehmut. Daran trug er einen Strich, 15* 228 der nicht wich. Wer ein beugungsvolles Weſen wollt' in einem Bilde leſen, ſah auf unſren Friederich.“ Und die Schlußſtrophe: „Treuer Knecht, ich liebe dich und will deiner unterdeſſen nicht vergeſſen, bis ich dich beim Seelenmann küſſen kann. In der Harfenſpieler Bande, ans kriſtallnen Meeres Rande treff' ich dich wohl wieder an.“ Vergl. Cröger, Geſch. der ern. Brüder⸗ kirche I, Seite 701 und ff. Zinzendorf ſelbſt hat dieſes Lied ſpäter für das Herrnhuter Geſangbuch umgearbeitet. Dabei iſt ihm freilich, am meiſten von allen ſolchen umgeſtalteten Gelegenheits⸗ gedichten, der urſprüngliche Charakter verwiſcht worden, ja gänzlich verloren gegangen. Dennoch geben wir es hier in dieſer umgearbeiteten Geſtalt, weil es ſo wie wenig andre Lieder die Erfahrung des Dichters von Sünde und Gnade ſchwungvoll zum lebendigen Ausdruck bringt. Seite 24. Nach Gnade iſt mir weh. Vor jener be— kannten Konferenz in London am 16. September 1741, in welcher über die künftige Geſtaltung des AÄlteſtenamtes der Ge⸗ meine Beſchluß gefaßt wurde, war Zinzendorf in ſeinem Herzen ſehr bekümmert und beugte ſich tief vor dem Herrn über all ſeine Schulden und Verſäumniſſe im bisherigen Dienſt am Evan⸗ gelium, erhielt aber auch die Zuſicherung voller Vergebung. Unter dem Eindruck der Buße und der empfangenen Vergebung dichtete er obiges Lied am 7. September in London. Vergl. Spangenberg, Leben des Grafen Zinzendorf, Seite 1347—1349. Seite 27. Der Henne folgt das Küchlein nach. Mit völliger Sicherheit läßt ſich nicht nachweiſen, ob Zinzendorf wirklich der Verfaſſer dieſes Liedes iſt. Gregor, der im Geſangbuch von 1778 nur den Anfang geändert hat, ſchreibt es mit Be⸗ ſtimmtheit Zinzendorf zu. Die handſchriftlichen Verzeichniſſe zum A. H. G. von Iſaak Lelong aus den Jahren 1742— 1747 ſtimmen nicht überein. In dem einen Verzeichnis, dem voll⸗ ſtändigen letzter Hand, ſteht bei Nr. 430 ein Z., während die anderen Verzeichniſſe, die aber ſehr unvollſtändig ſind, den Raum hinter dieſer Nummer leer laſſen; ein Beweis, daß Lelong erſt nach längeren vergeblichen Unterſuchungen die Autorſchaft feſt⸗ ſtellen konnte. Auffallend iſt, daß Zinzendorf ſelbſt es im L. G. unter die„evangeliſchen Lieder zum 17. Seculo II. Cl.“ geſetzt 0 g 1△☛ h welche ſeite 35 rwejengg 570 und 229 hat, in welcher Abteilung ſonſt eigentlich keine Brüderlieder ſtehen. Wir glauben jedoch, daß Gregor und das letzte Verzeichnis Lelongs recht haben und ſchreiben das Lied Zinzendorf zu. Der ganze Charakter des Liedes und die Ausdrucksweiſe ſprechen doch zu deutlich dafür. In der Angabe der Jahreszahl(1720) folgen wir Knapp, doch iſt dieſe wohl nicht ſicher. Seite 29. Mein Heiland, ob ich dir gleich noch. Hier ſind die erſten 4 Zeilen der erſten Strophe von Gregor ganz umgeändert. Die urſprüngliche Form, in engem Anſchluß an eine vorangegangene Strophe, iſt für uns kaum mehr ver ſtändlich. Aber der Schluß der erſten und ebenſo der Schluß der zweiten Strophe, auf die es hauptſächlich ankommt, enthalten den urſprünglichen Zinzendorfiſchen Text. Auch die erſten 4 Zeilen der zweiten Strophe entſprechen faſt genau dem Original. Seite 32. Seelenbräutigam. Das bekannte, in viele Geſangbücher übergegangene Lied Zinzendorfs:„Jeſu, geh voran“ iſt als ſolches einheitlich bei Zinzendorf ſelbſt nicht vorhanden. Gregor hat es im Brüdergeſangbuch von 1778 aus dieſem und einem andern, das unter Nr. 10 in den„deutſchen Gedichten“ ſteht(ſ. unſere Sammlung S. 174), ausgezogen und zuſammen geſtellt. Seite 35. Herr dein Wort, die edle Gabe. In dem Brüdergeſangbuch von 1778 ſowie in den neueren Ausgaben von 1870 und 1893 ſteht hinter dieſer Strophe noch eine zweite: Hallelujah, ja und amen, Herr, du wolleſt auf mich ſehn, daß ich mög' in deinem Namen feſt bei deinem Worte ſtehn ꝛc. Gewöhnlich nimmt man an, daß dieſe Strophe ebenfalls von Zinzendorf ſei. Aber mit Unrecht. In den„letzten Reden“ findet ſie ſich nicht, auch kein Anklang daran. Die erſte Zeile ſtammt aus einem Liede von Joachim Neander, doch iſt bei ihm die Fortſetzung nach Form und Gedankeninhalt vollſtändig von der genannten Strophe im Brüdergeſangbuch verſchieden. Im„kleinen Brüdergeſangbuch“ vom Jahre 1761 findet ſich unter Nr. 673 folgender Vers:„Hallelujah, ja und amen, gieb mir, Treuer und Wahrhafter, feſt bei deinem Wort zu ſtehn. Laß mich deinen Gang nachahmen und dann wieder dir zu Füßen mit 3 1 —————————Z—Z—;—⸗———:˖:—-——— 230 Maria ſitzen gehn.“ Wer dieſen Vers gedichtet hat, iſt unbe kannt. Aus demſelben hat vermutlich Gregor mit Umänderung des Versmaßes die oben erwähnte Strophe gebildet. Seite 39. O du Seelenbräutigam. Dieſe drei Strophen ſind einem Liede entnommen, das Zinzendorf urſprünglich auf die Hochzeit des Tobias Friedrich mit Katharina Eliſabeth Hentſchel vergl. oben zu S. 13), wie er ſagt,„in der Gemeine Namen“ gedichtet hat. Dieſes Hochzeitslied hat ganz den Charakter eines Gelegenheitsgedichtes und iſt voll urſprünglicher Friſche. Dennoch haben wir nur dieſe drei Strophen allgemeinen Inhalts demſelben entnommen und damit den urſprünglichen Charakter fallen ge laſſen, weil dieſe Strophen des Dichters Kampfesſtellung der Welt gegenüber gut zum Ausdruck bringen. Seite 42. Hätt' ich mit niemand umzugehn. A. H. G. finden ſich nur Strophe 6—9 dieſes Liedes. Und ſie bilden augenſcheinlich die urſprüngliche Form. Erſt im L. G. hat Zinzendorf das Lied ergänzt durch Hinzufügung, Str. —5. 550 124 1 Die urſprüngliche kürzere Form iſt nicht wie angegeben 1737, ſondern bereits 1735 in Ebersdorf zum Geburtstag von Anna Nitſchmann gedichtet. Ihr ſind dieſe Bitten in den Mund gelegt. Seite 45. Lamm und Haupt, es ſei geglaubt. Dieſen Vers dichtete Zinzendorf an ſeinem Geburtstag am 26. Mai 1736 in Frankfurt a. M., als er aus Sachſen verbannt war und noch nicht vor ſich ſah, wie der Herr ihn nun weiter führen werde. Vergl. Spangenberg, Leben des Grafen Zinzendorf, S. 976. Seite 47. So bin ich nun auch in der Zahl. Mehrere Brüder waren in Rußland gefangen geſetzt worden. Um ihre und ſeine Sache von der Regierung unterſuchen zu laſſen, reiſte Zinzendorf im November 1743 ſelbſt hin, ward aber in Riga nicht weiter gelaſſen und mußte ſein Quartier in der Citadelle nehmen. Hier dichtete er das Lied. Eine Unterſuchung erfolgte nicht, Zinzendorf aber erhielt den Beſcheid, er ſolle ſobald wie möglich das Land wieder verlaſſen. Im Januar 1744 reiſte er zurück. Vergl. Cröger, Geſch. der ern. Brüderkirche II, S. 49 und ff. Seite 53. Bleibe mein in meinem Leben.„Die letzten Stunden unſres Herrn und Heilands auf dieſer Erde“, Witten berg 1722, aus denen dieſes Lied genommen, ſind urſprünglich 5 8 r ◻ 70 M — 231 at, iſt unbe von dem Verwalter Zinzendorfs Joh. Georg Heiz gedichtet. Umänderung Zinzendorf hat dann den urſprünglichen Entwurf mit ihm durch . gegangen, verändert und ergänzt. Es läßt ſich daher nicht feſt drei Stropher ſtellen, wie viel daran Zinzendorf angehört und wie viel Heiz. prünglich auf Keins der darin enthaltenen Stücke iſt 1 die älteren Brüder beth Hentſchel geſangbücher aufgenommen worden. Erſt Knapp hat zum erſten tbeine Namen Mal eine Reihe Stücke daraus in Terſe Sammlung der Ge jarakter imn dichte Zinzendorfs(S. 30— 37) wieder veröffentlicht. Von da wurde ſche. Dennoch dann obiges Lied in das Brüdergeſangbuch von 1870(Nr. 1140 aufgenommen. Es trägt in Gedanken und Ausdrucksweiſe gan ter fallen g das Gepräge Zinzendorfiſcher Dichtung aus dem Anfang der esſtellung zwanziger Jahre. Seite 56. Ich bin durch manche Zeiten. Wir haben ugehn. In hier drei Verſe von dem Sohn des Grafen Zinzendorf, Chriſtian des. Und ſi Renatus, eingefügt, weil ſie ſehr bekannt ſind und oft für Verſe erſt im L. G Zinzendorfs ausgegeben werden. So werden namentlich die Zeilen: hab nur eine Paſſion, und die iſt er, nur er“ ſehr häufig Zinzendorf in den Mund gelegt. Dieſe none finden ſich jedoch nirgends in ſeinen Schriften. Es iſt wahrſcheinlich, daß er ſie mündlich des öfteren ausgeſprochen, und di der Sohn ſie hier gleichſam aus des Vaters Munde citiert. Seite 64. Weil die Worte Wahrheit ſind. Ur ſprünglich auch ein Se erhefe sgedicht, ſeiner Mutter zum Geburtstag gedichtet im Jahre 1736, die fei 1704 als Gemahlin f S. N. des Feldmarſchalls von Praner in Berlin lebte ahl. Mehlere 7 Seite 67. Chriſti Blut und Gerechtigkeit. Dieſe den. Um il Lied, das zu den berühmteſten Liedern des Grafen gehört, jlaſſen, reit dichtete Zinzendorf bei der Rückkehr von St. Thomas auf aber in Rige St. Euſtachius. Die erſte Strophe iſt einem Liede von Paul der Citadel Eber(2) entnommen, das mit den Worten beginnt:„In Chriſti chung erfolgt Wunden ſchlaf ich ein“, und hier von Zinzendorf gleichſam als ſobald w Motto vorangeſtellt.(Vergl. oben zu S.. l4t taiſte Seite 87. O Menſchheit unſres Herrn. Zwei Strophen 5. 49 und aus verſchiedenen Liedern ſind hier zuſammengeſtellt. Die erſte iſt Die lelel; von Gregor ſehr umgeſtaltet, doch ſo, daß er dabei in Zinzen dorfs Gedankenkreis geblieben iſt Seite 89. O ihr auserwählten Seelen. Nach Spangen bergs Angabe von Zinzendorf zum Geburtstag ſeiner Gemahlin am 7. November 1727 gedichtet. Es drückt indes ganz die Erfah⸗ rungen der Gemeine vom Sommer 1727 aus und wurde bald als Bundeslied der Gemeine angeſehen, nachdem Zinzendorf ſelbſt ihm dieſe Bedeutung gegeben. In dieſem Sinn wurde es auch in der„Büdingiſchen Sammlung“ abgedruckt. Bd. I, S. 24, recht eigentlich als eine Erklärung der Gemeine über das, was der Herr ihr gegeben. Von da iſt es übergegangen in die„Gedenktage der erneuerten Brüderkirche“ zur Geſchichte des 13. Auguſt als Bei⸗ lage D. Nun ſteht aber beim Abdruck in der Büd. Sammlung: „gedruckt zu Löbau i. d. Oberlauſitz 1727 im September“. Ebenſo in den„Gedenktagen“. Das ſtimmt aber mit Spangenbergs Angabe nicht. Spangenberg, Leben des Grafen Zinzendorf, S. 451. Seite 112. Jeſu, deiner zu gedenken. Eine Über ſetzung des lateiniſchen Liedes von Bernhard von Clairvaux: Jesu dulcis memoria dans vera cordis gaudia. Seite 117. Hebe an. Zu Grunde liegt ein Lied von Joh. Euſebius Schmidt:„Fahre fort, Zion fahre fort im Licht.“ Zinzendorf erweiterte dasſelbe durch Strophen über die Selig preiſungen(Matth. 5) und über die ſieben Bitten des Vaterunſer und widmete das ganze ſo ergänzte Lied der Mutter des däniſchen Königs, Chriſtian VI., der Markgräfin Sophie Chriſtiane von Brandenburg⸗Culmbach, am 10. Juni 1731. Den Verſen über die Seligpreiſungen ſind hier nur die beiden erſten Strophen entnommen; die übrigen ſind die über das Vaterunſer. Seite 122. Sel'ges Volk der Zeugenwolk'. Von Zinzendorf gedichtet auf der Rückreiſe von St. Thomas und zwar, wie Spangenberg, Leben des Grafen Zinzendorf S. 1186, erzählt, für die Liebesmahle, welche vor dem heiligen Abendmahl zuerſt in der Hausgemeine des Grafen, ſpäter in der Gemeine ſelbſt gehalten wurden. Seite 124. O ihr teuer erkauften Seelen. Am Grün donnerstag 1728 gedichtet, als man zum erſten Mal das„Fuß waſchen“ in der Gemeine hielt. Vergl. Spangenberg, Leben des Grafen Zinzendorf, S. 484. Seite 127. Herz und Herz, vereint zuſammen. ieſes Lied iſt von Zinzendorf urſprünglich nicht als einheit⸗ — 8 233 ch Spongze He liches Lied gedacht. Die Strophen finden ſich unter vielen anderen zerſtreut in den„Letzten Reden“. Das A. H. G. enthält z die Erfd nur einen Teil derſelben und im L. G. hat Zinzendorf dieſe uund band Strophen in zwei verſchiedene Lieder verteilt. Erſt Gregor hat zendorf ſelſt ſie im Brüdergeſangbuche 1778 zu einem Liede zuſammen Arde es aud geſtellt und dabei viel umgeſtaltet. In dieſer Geſtalt, die Gregor 3 I, 8. A ihm gegeben, iſt es in neuere Geſangbücher übergegangen. ber dos, ves Seite 139. Aller Gläubigen Sammelplatz. Dieſes e,Gedenttag Lied, in ſeiner urſpünglichen Faſſung teilweis für uns kaum gguſt als gei mehr verſtändlich, enthält doch an ſich viel Schönes, das der „Sammlung: Erhaltung wert war. Die von Gregor und ſpäter von Knapp ber“. Ebenſo vorgenommenen Änderungen waren deshalb dankbar anzunehmen, bergs Angabe zumal da ſie über den urſprünglichen Zinzendorfiſchen Gedanken⸗ „S. 451 inhalt nicht weſentlich hinausgehen. Eine Über. Seite 148. Wenn ein Streiter, der in ſeinem n Clairvau Panzer. Als einzelne Strophen herausgenommen aus einem langen Gedicht, das die einzelnen Lebensäußerungen der Ge meine beſingt. Es iſt ganz in jenem ſchwülſtigen und extra vaganten Stil gehalten, der dem Jahre 1748 eignet. Der Anfang er die Selig lautet:„Hörſt du's, AÄltſter, du Inkomparabler.“ Bei Cröger, es Vaterunſet Geſch. der ern. Brüderkirche II S. 113, finden ſich einige Strophen des d in der urſprünglichen Geſtalt mit hinzugefügten Erläuterungen. hriſtiane von Die einzelnen ſchönen und tiefen Gedanken des Gedichtes ſind Verſen über in der ſtark umgearbeiteten Geſtalt, die ihm Gregor gegeben, ten Strobhen erhalten geblieben. Brüdergeſangbuch von 1870 u. 93, Nr. 798: lſer.„Herr und Altſter deiner Kreuzgemeine.“ Seite 157. Gelobet ſei dein muntrer Gang. Die Veranlaſſung zu dieſem Lied gab der Tod Melchior Nitſchmanns im Gefängnis zu Schildberg in Mähren. Dieſer junge Mann, en Abendmal ÄAlteſter der Gemeine und allgemein, namentlich von Zinzendorf Ge ſelbſt hoch geſchätzt und geliebt, wollte die Erweckten in Salz 1 burg aufſuchen; und der Trieb war ſo mächtig, daß er ſich durch An Gr teine Vorſtellungen davon abhalten ließ. Er ging im April de 1 1728 mit dem nachmaligen Miſſionar Georg Schmidt von L 1 N Herrnhut aus. In Mähren hielt er den Erweckten auf ihre 185, Bitte eine Verſammlung. Das wurde dem katholiſchen Geiſt ſ lichen bekannt, und das Gefängnis war die Folge. Hier ſtarb zuſal— er nach viel körperlichem Leiden am 27. Februar 1729 im Alter von 26 Jahren. Die Zeile in der 4. Strophe:„Du Vater vieler Reichen“, weiſt darauf hin, daß M. Nitſchmann durch ſeine ſeelſorgeriſche Arbeit in der Gemeine viele in Chriſto reich gemacht hat. Die letzte Strophe will ſagen, daß der Zeugeneifer für die Sache des Herrn doch die ſtaatlichen Geſetze nicht außer acht laſſen ſoll. Dieſes T Seite 159. Aus unſrer erſten Thränenſaat. ieſes Lied aus dem Jahre 1735(nicht 1738) wurde gedichtet und in Herrnhut geſungen zum Gedächtnis der Brüder, die auf St. Crux (Däniſch Weſtindien) in kurzer Zeit nacheinander durch Krankheit hinweggerafft worden waren. Anfangs, bei der erſten Nachricht, waren es 10, ſpäter noch ebenſoviel. Die dort angelegten Kolonien Herrnhutiſcher Geſchwiſter wurden daraufhin aufge geben; ſpäter wurde das Unternehmen als Miſſionsſtation erneuert. Seite 182. Herr Jeſu, wachſt du nicht. Von Bethlehem in Pennſylvanien aus, wohin Zinzendorf 1741 gereiſt war, machte er auch in Gemeinſchaft etlicher Geſchwiſter höchſt beſchwerliche Reiſen zu den Indianern, von denen inmitten ihrer Wälder damals kleine Gemeinen geſammelt worden waren. Auf der letzten dieſer Reiſen kam er zu dem Stamm der Schawano Indianer an der oberen Susquehanna. Dieſer Stamm galt als beſonders roh und grauſam, und es war in der That gefährlich, ſich in ſeiner Nähe aufzuhalten. e Daher mußte immer einer aus der Geſellſchaft einen Teil der Nacht hindurch wachen, bis von einem andern abgelöſt wurde, während die übrigen im Zelt ſchliefen. Als Zinzendorf einmal allein wachte, ſang er obiges Lied.(Vergl. Cröger, Geſch. der ern. Brüderkirche II, S. 12. Seite 184. Das äuß're Schifflein wieget ſich. Ge dichtet auf der Rückreiſe von Nordamerika 1743 im Schiff. Seine Begleiter bildeten mit Zinzendorf, wie er ſelbſt ſagt, eine Schiffsgemeine An dieſe Gemeinſchaft im Schiff knüpft das Lied an. Seite 190. Die Chriſten gehn von Veranlaſſung zu dieſem Lied Zinzendorfs iſt der Heimgang ſeiner 8 Großmutter Henriette Katharine von Gersdorf am 6. März 1726. Das Lied wurde beim Begräbnis in der Kirche ge ſungen. be in d e 193 ällteſt 235 Seite 191. Geh, Bruder, geh, verſchlafe. Auf den Tod des Predigers Miſchke. Derſelbe war Prediger in Sorau, ſpäter Inſpektor der deutſchen Schule am Waiſenhaus in Halle. Hier ſtarb er 1734. Er war ein Gegner Zinzendorfs und Herrnhuts vom Standpunkt des ſpäteren Halliſchen Pietismus aus. So hatte er u. a. Zinzendorf vorgeworfen, er ſei gar nicht bekehrt, weil er nie einen wirklichen Bußkampf durchge macht habe. Um ſo ſchöner erweiſt ſich Zinzendorfs edle Weit herzigkeit in dieſem Gedicht auf Miſchkes Tod. 1734, nicht 43 je auf St Ggerr ie auf St. Cr durch Krankheit Seite 193. Ehmals ſollt's geſtorben ſein. Matthäus erſten Nachrich Ar or ſiafer zů, S 3 Linner, Alteſter der größeren Knaben in Herrnhut, ſtarb am port angelegt 30. Juni 1732, 18 Jahre alt. Seine ſeelſorgeriſche Arbeit unter den Lehrknaben wurde mit großer Treue und viel geiſtlichem Verſtändnis geübt und hatte großen Segen zur Folge.(Vergl. Cröger, Geſch. der ern. Brüderkirche I, 225.) Später hat Zinzendorf ſelbſt das Lied verallgemeinert und den urſprünglichen rraufhin aufg ſtation erneuer Von Bet— eeiſſt war, macht 1 hſt beſchwerli perſönlichen Charakter verwiſcht. So ſchon im A. H. G. ihrer Vid Nr. 695. Seite 196. Herz der göttlichen Natur. Theodora Caritas ſtarb am 2. Dezember 1732, 2 Jahre und 6 Wochen alt. Sie war ein außerordentlich frühreifes Kind, redete ſchon ziemlich gut, ehe ſie noch ein Jahr alt war, und ſang dann 3 D beſonders gern geiſtliche Lieder, deren Melodien ſie ſich vom Hören ſofort einprägte. Auch ihr religiöſes Verſtändnis war auffallend entwickelt. Sie war faſt immer ganz geſund und ſehr ſang er obig hart mit ſich geweſen, erkrankte aber einige Wochen vor ihrem rche II, E. Heimgang plötzlich ſehr heftig. Wie Zinzendorf den Heimruf eget ſich. anſah, ſpricht er in dieſem Liede aus. 743 im Schif Seite 198. Vater, ei wohin. Paul Anton war Profeſſor in Halle. Seine theologiſchen Vorleſungen waren ganz im Geiſt Speners und Franckes; mit letzterem war er eng befreundet Zinzendorf verdankte ihm ſchon während ſeines Aufenthaltes in t zu Ort. 7 Halle viel und blieb ſpäter mit ihm in freundſchaftlichem Ver 9 kehr. Paul Anton war 1661 in Hirſchfelde bei Zittau geboren ſ am 6. 1 und ſtarb 1730. Dieſes Lied Zinzendorfs hat Knapp(S. 96 dor Kirch ſeiner Sammlung) vollſtändig umgedichtet, von dem hiſtoriſchen Boden losgelöſt und verallgemeinert. In dieſer von Knapp ͤö—eqAqqqſſͤöõ—ͤͤſ-⸗-⸗ 236 — geſchaffenen Form iſt es in das Brüdergeſangbuch von 1870 99 Nä aufgenommen worden. Seite 199. Chriſtum über alles lieben. Seinem vſ 19 Freunde Joh. Andreas Rothe, Pfarrer in Berthelsdorf, zum nat 4 Geburtstag gedichtet, 12. Mai 1722. Damals war aber Rothe 3 — noch Hauslehrer bei Herrn von Schweinitz auf Leuba bei Oſtritz. ent 1. A Gleich darauf, am 19. Mai desſelben Jahres, erhielt er die Be 4’ rufung nach Berthelsdorf. 3 n 1 Seite 202. Ich will's wagen, von der ſchönen 3 Pracht. Martin Dober war mit ſeinem Bruder Leonhard ſchon ☛ 4 1724 nach Herrnhut gekommen und hatte ſich bald eng an die N. Gemeine und an Zinzendorf angeſchloſſen. In den Zwiſtigkeiten.. 6 der folgenden Jahre ſtand er treu und feſt zu Zinzendorf. Er ſß 1 war geiſtig außerordentlich begabt. Obgleich Töpfer ſeines Hand 5 werks, bildete er ſich ſelbſt an der Schrift, die er in den Grund ſprachen las. Seine Erkenntnis der chriſtlichen Heilswahrheiten 4 b — war eine beſonders tiefgehende. Er redete oft zur Gemeine, und d die Gemeine fühlte ſich durch ihn mächtig erbaut. Zinzendorf 1 9 hielt ſehr viel auf ihn. Im Jahre 1748 iſt er in Herrenhaag zunde i 1n geſtorben. Vorſtehendes Lied hat Zinzendorf zu Dobers 30. 1 b S Geburtstag am 23. November 1733 gedichtet. 13 d Seite 204. Du ewiger Abgrund der ſeligen Liebe. 1 4 Dieſes Lied wurde von Zinzendorf in Ebersdorf gedichtet zum 8. 1 Geburtstag des Grafen Henkel, der mit Zinzendorf ſowie mit g 54 der Familie des Grafen Reuß befreundet war, am 21. Sept. 1726. 1 A Seite 206. Wie dank ich's meinem Jonathan. n N Zinzendorf hatte den lebhaften Wunſch gehabt, ſeine Couſine, tü 1 n ) die Tochter der Schweſter ſeines Vaters, Gräfin Theodora von deen— Caſtell, zu ſeiner Gemahlin machen zu können. Die Mutter lg Theodorens war damit einverſtanden. Theodore ſelbſt hatte 4. wenigſtens nicht nein geſagt. Alles war zur Verlobung vor bereitet. D Erwählte ſeinem Freunde, Heiurich XXIX., Grafen Reuß⸗Ebers dorf, der eben die Regierung ſeines Landes angetreten und, in ( Verlegenheit wegen einer Heirat, Zinzendorf um Rat gefragt a überließ Zinzendorf in edler Freundesliebe die hatte. Für Zinzendorf war es eine ſchmerzvolle Entſagung. Wie voll und ganz er aber entſagte, und wie er ſich ſelbſt faar aber Rott uba bei Oſtri ielt e r die d der ſchöne Leonhard ſche ald eng and n Zwiſtigkeit inzendorf. Er er ſeines Hand in den Grund Hveilswahrheit »Gemeine, und ut. Zinzendor ſgedichtet zu dorf ſowi vergeſſen in das Glück ſeines Freundes hinein dachte, zeigt dieſes Lied, das er, indem er es dem Freunde in den Mund legte, zu deſſen Verlobung im März 1721 dichtete. Der„Jonathan“ iſt natürlich Zinzendorf ſelbſt. Zinzendorf hat ſpäter dieſes Lied umgearbeitet und der urſprünglichen perſönlichen Beziehung entkleidet. So findet es ſich im A. H. G. Nr. 1195. Theodore lebte in glücklicher Ehe mit dem Grafen Reuß, bis ſie im Jahre 1747 durch deſſen Tod Witwe wurde. Von 1750 an wohnte ſie in Herrnhut und war Pflegerin der verwitweten Schweſtern. Allgemein geſchätzt und geliebt ſtarb ſie, 73 Jahre alt, im Jahre 1777. Seite 208. Kron' und Lohn beherzter Ringer. Am 7. September 1722 vermählte ſich Zinzendorf mit der Schweſter ſeines Freundes des Grafen Heinrich XXIX. Reuß, Erdmuth Dorothea. Dieſe Ehe, obgleich von wahrer Liebe getragen und von reichem ehelichen Glück begleitet, hatte mehr den Charakter gemeinſamer Arbeit für den Herrn. Das ſpricht Zinzendorf in dieſem Liede aus, das er ſeiner Gemahlin zur Hochzeit dichtete. Denſelben Charakter tragen auch die vier folgenden Lieder, die Zinzendorf in den Jahren 1724 bis 29 als Geburtstags⸗ lieder ſeiner Gemahlin gewidmet hat. Das zweite derſelben: „Geht, werft euch vor die Majeſtät“, iſt ſeiner Gemahlin in den Mund gelegt. Dieſe Lieder erſcheinen hier in unſrer Sammlung gegen die urſprüngliche Ausdehnung erheblich verkürzt, aber ſie tragen noch den urſprünglichen Charakter der Gelegenheitsgedichte und laſſen grade als ſolche die Auffaſſung des Dichters unver hüllt hervortreten. Später hat Zinzendorf auch dieſe Lieder für das Geſangbuch der Gemeine umgewandelt und verallgemeinert. — S— 3 7 4) ℳ — D ruck von Guſtav Winter, Herrnhut i. Sa A r 4. Abn.ͤ.8ͤ8ͤ8—' 1 N W X 8 de. 2 8 d 8 8 . . 1*— 7 M 18 zinſenderf Geiſtliche —— ———— 4 O em Colour& Grey Control Chart Blue Cyan Green Vellow Hed Magenta White Grey 1 Gtey? Gfeys Grey 4 Black 3 —