Die landwirthſchaftliche Enquéte um Großherzogthum Heſſen. Veranſtaltet vom Grohherzogl. Winiſterium des Innern und der Juſtiz in den Jahren 1884, 85 und 86. 2 II. Band. Berichte über die landwirthſchaftlichen Verhältniſſe in den Erhebungs⸗Gemeinden. Erſter Theil. —S= 4. Berichte über die landm. Verhältniſfe in den Erhebungs-Gemeinden. Inhalts⸗Yerzeichnih. . Gemeinde Meſſel, Kreis Darmſtadt. Gemeinde Burkhards, Kreis Schotten. Gemeinde Rodheim v. d. H., Kreis Friedberg. Gemeinde Zornheim, Kreis Mainz. . Gemeinde Ober⸗Hilbersheim, Kreis Oppenheim. . Gemeinde Ober⸗Moſſau, Kreis Erbach. . Gemeinde Beuern, Kreis Gießen. . Gemeinde Ober⸗Roden, Kreis Dieburg. . Gemeinde Nieder⸗Ohmen, Kreis Alsfeld. . Gemeinde Ruhlkirchen, Kreis Alsfeld. .Gemeinde Hartershauſen, Kreis Lauterbach. . Gemeinde Nieder⸗Eſchbach, Kreis Friedberg. Gemeinde Kirch⸗Brombach, Kreis Erbach. HBericht über die kandwirthſchaftlichen Verhältniſſe der Gemeinde Meſſel, Kreis Darmſtadt. Unter Mitwirkung des Großherzoglichen Miniſterialraths Dr. Jaup erſtattet von dem Großherzoglichen Landes⸗Oeconomierath Dr. Weidenhammer. ——.?—— Darmſtadt, 1884. Hofbuchdruckerei von Heinrich Kichler. Allgemeines. ;; Meſſel liegt in der Ebene zwiſchen Rhein und Main(Waſſerſcheide), circa 170 Meter über dem Meeresſpiegel, 9 Kilometer von Darmſtadt und 20 Kilometer von Frankfurt entfernt, an der Eiſenbahnlinie Darmſtadt⸗Aſchaffenburg, mit Bahn⸗ ſtation; die Eiſenbahnlinie Darmſtadt⸗Frankfurt mit der Bahnſtation Arheilgen iſt 6 Kilometer entfernt. Die Gemeinde zählt zur Zeit 678 Einwohner in 137 Häuſern und 151 Haus⸗ haltungen, darunter circa 75 Jsraeliten, die indeß ihre Geſchäfte hauptſächlich außer⸗ halb von Meſſel betreiben ſollen; die chriſtliche Bevölkerung iſt faſt ausſchließlich evangeliſch. Die Einwohnerſchaft iſt eine im Allgemeinen ſehr ſtändige, ſeit Langem angeſeſſen. Seit 1854 iſt keine Familie mehr ausgewandert, während allerdings 1852 und 1854 circa 100 Seelen und hiervon 45 auf Koſten der Gemeinde auswanderten. Die Heirathen finden meiſt innerhalb der Gemeinde ſtatt und nur ausnahmsweiſe nach aus⸗ wärts, wodurch es auch möglich wird, die beſtehenden Güter zum größeren Theil un⸗ getheilt zu erhalten. Das landwirthſchaftlich benutzte Areal der Gemarkung umfaßt im Ganzen eine Fläche von 535,31 Hectar in 6150 Parcellen, wovon 375,67 Hectar Ackerland und 159,64 Hectar Wieſen. Dieſes Land vertheilt ſich auf 144 Beſitzer, von denen 57 unter 1 Hectar, 50 von 1 bis 5, 28 von 5 bis 10, 8 von 10 bis 20 und 1 etwas über 20 Hectar bewirthſchaften. Die directen Steuern für die Gemarkung Meſſel betrugen für 1883/84 5355 Mk. An Communalſteuern hat die Gemeinde für 1883/84 erhoben 5400 Mk. Letztere betrugen in 1865 1462 fl., in 1870 2560 fl., in 1875 3000 Mk., in 1880 4800 Mk. Die Gemarkung iſt beſetzt mit: 1275 Aepfelbäumen, 240 Birnbäumen, 650 Pflaumen⸗ und Zwetſchenbäumen, 5 Kirſchbäumen, 10 Aprikoſen⸗ und Pfirſichbäumen und 2o 60 Wallnußbäumen. Der Wald in der Gemarkung umfaßt 361,64 Hectar, hiervon ſind 237 Hectar Gemeindewald.— Das Holz des Gemeindewaldes wird verkauft. Die im Ge⸗ meindewald auf Koſten der Gemeinde gerechte Laubſtreu(ca. 900 Cubikmeter) wird ver⸗ ſteigert und der Erlös nach Abzug der Koſten auf die Bürger vertheilt, was etwa 4 bis 5 Mk. pro Bürger beträgt. Mit wenigen Ausnahmen wird die Streu in der Ge⸗ meinde ſelbſt geſteigert und außerdem kaufen die Landwirthe von Meſſel noch von außerhalb Streu zu. Der Werth des Waldes beträgt nahezu 200000 Mk. mit 705 Mk. Steuer⸗ kapital; der Nutzen außer der Laubſtreu jährlich circa 3900 Mk. Der Viehſtand in der Gemeinde iſt nach der letzten Aufnahme folgender: 4 Fohlen, 31 Pferde, 8 37 Pferde und Eſel, 2 Eſel, 17 Kälber bis 6 Wochen alt, 15„ von 6 Wochen bis ½ Jahr, 65„ 2 bis 2 Jahr, 2 Zuchtſtiere, 18 Ochſen, 203 Kühe, 10 Schafe, 308 Schweine, 6 17 Zuchtſauen, 2 Shſadine, 53 Ziegen, 26 Bienenſtöcke. 320 Stück Rindvieh, Frage I. a. Welche Bodenverhältniſſe zeigt die Gemarkung, welchen Character hat das Klima und wie iſt hiernach im Allgemeinen die Fruchtbarkeit der Ländereien;— iſt letztere ſehr günſtig, mittel oder gering? b. In welchem Verhältniß ſtehen die verſchiedenen Arten des Kultur⸗ landes— Acker, Wieſen, Weiden, Rebland ꝛc.— zu einander und iſt dieſes Verhältniß im Allgemeinen als ein wirthſchaftlich günſtiges zu ezeichnen? c. Welches ſind die hauptſächlichſten Produkte der Landwirthſchaft, bezw. welche Produktionsrichtungen machen ſich im landwirthſchaftlichen Betriebe der Gemeinde vorzugsweiſe geltend? d. Iſt der landwirthſchaftliche Betrieb im Allgemeinen ein rationeller zu nennen oder haften ihm weſentliche Mängel an und welche? Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weitgehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang im Zuſammenhang? ——jß a. Der Boden der Gemarkung Meſſel iſt ein Verwitterungsboden(Grundſchutt⸗ boden) des Rothliegenden und beſteht zum größten Theil aus einem ſandigen Thon⸗ boden und mageren Lehmboden, der an einzelnen Stellen mehr oder weniger in Sand⸗ boden übergeht. Der Oberboden iſt ſeicht und liegt durchſchnittlich kaum über 30 bis 35 Centimeter tief, worauf ein zäher Letten oder die Geſteinstrümmer des Roth⸗ liegenden, theils in Form von feſt verkittetem Grus, theils in Form von verwitterndem Geſtein folgen. Der Boden iſt daher ein kalter zu nennen, der gewöhnlich an Näſſe leidet, aber auch wegen Kruſtenbildung eine längere Zeit dauernde trockene Witterung im Sommer meiſt ſchlecht verträgt. Der Boden iſt kleefähig, aber nicht luzernefähig.— Das Terrain iſt ſanft coupirt; die Tiefen ſind als Feldwieſen benutzt. Faſt die ganze Gemarkung iſt von Wald(zum Theil Laubwald) umgeben; indeß iſt der Schutz, welchen letzterer verleiht, doch nur ein ſehr partieller, da der Wald meiſt niedriger liegt als die Felder. Das Klima iſt das der ſüddeutſchen Ebene, alſo günſtig. Die Fruchtbarkeit der Ländereien iſt hiernach im Allgemeinen als eine mittlere zu bezeichnen, die indeß in einzelnen Theilen faſt an eine geringe grenzt und auf den⸗ jenigen Grundſtücken, welche erſt in dieſem Jahrhundert aus früherem Waldland zu Acker und Wieſen umgeſchaffen wurden, auch wirklich in eine mehr oder weniger ge⸗ ringe übergeht. b. Es giebt nur zwei Arten Kulturland in Meſſel und zwar Acker und Wieſe; wenig Gartenland. Die Wieſen ſind mittlere Feldwieſen ohne Bewäſſerung. Das Verhältniß der Ackerfläche zu der Wieſenfläche iſt ungefähr wie 2: 1. Die ganze Lage der Wieſen in ihrer Eigenſchaft als Feldwieſen würden ſie in hohem Grade geeignet machen, als Unterlage zu einer ſehr gedeihlichen Viehzucht zu dienen und namentlich im Herbſt eine brillante Weide für den geſammten Viehſtand zu gewähren, was für die Landwirthſchaft in Meſſel einen kaum berechenbaren Vortheil bieten könnte. Ueberall, wo die Wieſen einigermaßen gepflegt und gedüngt werden, zeigen ſie eine recht gute Grasnarbe und iſt hiermit alſo ausgedrückt, daß das Verhältniß zwiſchen den beiden Kulturländereien Acker und Wieſe kaum beſſer gedacht werden könnte. c. Die hauptſächlichſten Bodenprodukte der Landwirthſchaft ſind Wieſenheu und Getreide, von letzterem namentlich Korn und Hafer; alle übrigen Producte, wozu Kartoffeln, Rüben, Weizen, Gerſte, Klee und etwas Raps gehören, treten zu⸗ rück und werden mit Ausnahme des Weizens und eines kleinen Theils der Kar⸗ toffeln faſt ausſchließlich in der eigenen Wirthſchaft verbraucht.— Der Obſtbau iſt mittelmäßig und könnte beſſer und erfolgreicher betrieben werden. In guten Jahren werden 1000 Malter Aepfel und wohl auch mehr verkauft. Außerdem wird ziemlich viel Obſtmoſt ſelbſt conſumirt oder verkauft.— Die thieriſchen Producte ſind relativ gering; nur in der Schweinehaltung und Zucht leiſten die Landwirthe etwas Nennens⸗ werthes. Die Milch wird verbuttert und die Rückſtände zum Theil als Käſe, zum Theil im Schweineſtall verwerthet. Vorzugsweiſe geltend machen ſich demnach in der Productionsrichtung: Wieſen⸗ hen, Korn, Hafer, in zweiter Linie Kartoffeln, Schweinefleiſch. Die Fruchtfolge iſt — 6— folgende: 1. Kartoffeln und Dickwurz, 2. Weizen, 3. Gerſte, 4. Klee ꝛc., 5. Korn, 6. Hafer. d. Der landw. Betrieb iſt im Allgemeinen kein rationeller zu nennen, wenn auch einzelne Beſitzer ſich auszeichnen und relativ recht blühende Wirthſchaften beſitzen. Die Grundſtücke ſind zwar größtentheils durch Feldwege direct zugänglich, ſo daß ein eigentlicher Flurzwang nicht ſtattfindet; allein die Parcellirung derſelben iſt doch ſo groß(pro Hectar circa 12 Parcellen), daß eine zweckmäßige Bearbeitung und Be⸗ nutzung äußerſt erſchwert iſt. Weiter iſt für eine höhere Kultur des Bodens der undurchläſſige Boden und die in Folge deſſen herrſchende Näſſe ſehr hinderlich. Auch für die deshalb nothwendige Entwäſſerung bietet die Parcellirung große Schwierigkeiten. Der Futterbau iſt zwar durch den Reichthum an Wieſen ſehr weſentlich er⸗ gänzt; dennoch könnte derſelbe im Intereſſe der geſammten Wirthſchaft und insbe⸗ ſondere auch des Bodenzuſtandes zweckmäßig noch weſentlich erweitert werden. Der Getreidebau iſt gegenüber dem Futter⸗ und Hackfruchtbau zu ſtark und es kommt nicht ſelten vor, daß drei oder gar vier Jahre hintereinander Getreide gepflanzt wird.— Dazu kommt noch, daß ſehr viele Landwirthe ihr Heu von den Wieſen zur Hälfte oder gar zum noch größeren Theil verkaufen.— Der Viehſtand iſt in Folge dieſer Wirthſchaftsmethode in den meiſten Wirthſchaften ein zu geringer und es kommen an Rindvieh pro Hectar Acker und Wieſe im Durchſchnitt kaum 0,4 Stück Großvieh von 1000 Pfund lebend Gewicht, während mit Hülfe des günſtigen Wieſen⸗ verhältniſſes bei rationeller Wirthſchaft wohl noch einmal ſo viel Vieh ausgiebig ernährt werden könnte. Der Viehſtand an ſich iſt im Allgemeinen von ziemlich guter Qualität, wenn er auch vielfach beſſer ſein könnte. Das Rindvieh iſt meiſt Simmenthaler Kreuzung, wie auch die beiden Gemeindefaſſel, welche letztere um einen vermehrt werden müßten, da zur Zeit auf circa 120 Stück ſprungfähiges Vieh ein Faſſel kommt.— Auffallend gering iſt in einer großen Anzahl von Wirthſchaften die Milchproduction, die häufig ſogar noch hinter einer ſonſt ſchon als ſehr niedrig angeſehenen Production zurückbleibt.— Ebenſo liegt das Molkereiweſen im Allgemeinen noch gänzlich darnieder und wird demſelben nur in ſehr wenig Wirth⸗ ſchaften einige Aufmerkſamkeit geſchenkt; neuere Methoden ſind nirgends in Anwendung. Der Viehhandel iſt im Allgemeinen nicht bedeutend und wird das Vieh faſt ſämmtlich ſelbſt aufgezogen. Eine größere Bedeutung als der Rindviehhaltung wird im Allgemeinen der Schweinehaltung gegeben. Die Gemeinde hält einen Gemeinde⸗Eber engliſcher Raſſe und der größte Theil der Schweine iſt engliſcher Kreuzung. Man züchtet und mäſtet mit Hülfe der Milchabfälle, des Getreides und der Kartoffeln ꝛc. und gewinnt damit ein relativ recht günſtiges Reſultat. Künſtliche Düngemittel werden ſo gut wie gar nicht verwendet, obwohl nach Mittheilung älterer eingeſeſſener Landwirthe die Körnerernten vielfach mehr oder weniger zurückgehen und eine Zufuhr von Phosphorſäure, Kali und auch Stickſtoff ſehr am Platze ſein dürfte. Der Ertrag der Wieſen iſt durch fleißige Compoſtdüngung ſeitens vieler Landwirthe, im letzten Decennium namentlich, weſentlich gehoben worden. Ebenſo iſt auch der Zukauf von Kraftfutter nur ein ſehr minimaler. Außer den aus dem eigenen Mahlgut gewonnenen Kleien werden nur noch geringe Mengen von Rapskuchen gefüttert; einzelne Landwirthe verwenden wohl auch noch Biertreber, Malzkeime und hin und wieder etwas Palmkuchen. Eine nicht unbedeutende Hülfe für die Erhaltung des Productionsmaterials des Ackerlandes mag wohl die Laubſtreu bieten, welche in großen Mengen von faſt allen Landwirthen angewendet wird. Im Allgemeinen macht es den Eindruck, als ob die mittleren und kleineren Güter in Meſſel intenſiver und ſorgfältiger bewirthſchaftet würden als die großen. Frage II. a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäßigen Landbau treibenden Bevölkerung? b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Tagelöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung eingetreten? c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗ theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B. das geltende bäuerliche Erbrecht, die üblichen Syſteme des ehelichen Güterrechts oder der Zuſammenkauf von Grundſtücken? d. Iſt ein Theil der Gemarkung Allmendland und welchen Einfluß hat die Benutzung des letzteren auf die Lage der Bevölkerung? a. Die Größe der Gemarkung beträgt 535,31 Hectar, die Zahl der Haushaltungen mit Landwirthſchaft 144. Hiervon können nur 480 Hectar und 93 Haushaltungen überhaupt in Betracht gezogen werden, da der übrige Theil auf ganz kleine, nicht in Berechnung zu bringende Beſitzungen fällt. Es kommen demnach pro Haushaltung durch⸗ ſchnittlich 5,16 Hectar, die als vollkommen genügend und ungefähr gerade ausreichend erſcheinen, eine mittlere Haushaltung(2 Erwachſene und 2 bis 3 Kinder) unter be⸗ ſcheidenen Anſprüchen zu ernähren, ſowie ihre Mitglieder zu beſchäftigen(ſ. Frage IX). Da auch die Zahl der auf obige Haushaltungen fallenden Köpfe mit der letztgenannten übereinſtimmt, ſo dürfte das Verhältniß zwiſchen der landwirthſchaftlich benutzten Fläche und der anſäſſigen Landbau treibenden Bepülkerung als ein im Allgemeinen günſtiges zu bezeichnen ſein. b. Die Beantwortung der Frage VIII gibt ein Bild der Vertheilung des Grund⸗ beſitzes unter die einzelnen Beſitzgruppen; ein Großgrundbeſitz iſt darnach nicht vorhanden; in der todten Hand befinden ſich nur ca. 8 Hectar der Pfarrei ge⸗ höriges Gelände, das im Einzeluen verpachtet iſt; die Gemeinde beſitzt ca. 12 Hectar, von denen wie zu d. erwähnt, 5500 Quadrat⸗Meter an die Ortsbürger vertheilt ſind, der Reſt aber als Beſoldungsgut für verſchiedene Gemeindebedienſtete u. ſ. w. ver⸗ wendet wird. Weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung ſind ſeit geraumen Jahren nicht vorgekommen. c. Die Beſitzvertheilung kann nach den oben gegebenen Daten als eine günſtige bezeichnet werden. d. Die Gemeinde beſitzt ein Terrain von ca. 5500 Quadrat⸗Meter, dicht am Ort gelegen, das in Parcellen von ca. 52 Quadrat⸗Meter unter die dem Eintrag in das Ortsbürgerregiſter nach älteſten Ortsbürger und Ortsbürgerwittwen auf Lebens⸗ dauer unentgeltlich vertheilt iſt und durchgehends zum Anpflanzen von Kraut benutzt wird; einen irgend erheblichen Einfluß auf die Lage der Bevölkerung hat der Genuß dieſes Gemeindegeländes nicht. Zu Anfang dieſes Jahrhunderts und zuletzt im Jahre 1818 hat die Gemeinde zu verſchiedenen Malen beinahe werthloſes Waldgelände, im Ganzen 670 Morgen (162,5 Hectar), erblich unter die Ortsbürger unter Auferlegung einer kleinen Grund⸗ rente(4 fl. 30 kr. pro Hectar) vertheilt. Selbſtverſtändlich hat dieſes jetzt als Ackerfeld und Wieſe benutzte Gelände einen ſehr verſchiedenartigen Werth je nach der Kultur, die es erfahren. Die Ablöſung der Grundrente, die geſetzlich zuläſſig iſt, würde die jetzigen Eigenthümer nicht unerheblich erleichtern. Frage III. a. Welches ſind die durchſchnittlichen Preiſe für die einzelnen Boden⸗ qualitäten der verſchiedenen Culturländereien(Acker, Wieſe, Weide, Wein⸗ berg ꝛc.), erſcheinen dieſe Preiſe beſonders hoch oder beſonders niedrig und auf welche Urſachen ſind die bezüglichen Erſcheinungen zurückzuführen? b. Welche Aenderungen in den Preiſen haben ſich in den letzten 5 Jahren vollzogen? c. Pflegt ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften ſtattzufinden und liegt hierfür(ſ. a) ein berechtigtes Bedürfniß vor? a. Die verſchiedenen Bodenqualitäten von Acker und Wieſe in Meſſel laſſen ſich in drei Gruppen bringen, von denen die beſte mit etwa 30 Pfg., die mittlere mit 20 Pfg. und die geringe mit 10 Pfg. pro Quadratmeter bezahlt werden. Dem ent⸗ ſprechend geſtalten ſich auch ungefähr die Pachtpreiſe, obgleich das Erträgniß, z. Z. wenigſtens, auch bei Berechnung einer ſehr mäßigen Grundrente, hinter dieſen Kauf⸗ preiſen noch etwas zurückbleiben dürfte(ſ. Frage IX). In einzelnen Fällen werden auch noch 40 Pfg. pro Quadratmeter angelegt, indeß ſind ſolche Preiſe zweifellos doch nur auf beſonders günſtige Lage der Grundſtücke für einzelne Beſitzer zurückzuführen und ebenſo kommt es vor, daß einzelne Grundſtücke bei ſehr ge⸗ ringer Qualität und bei ungünſtiger Lage auch noch unter 10 Pfg. pro Quadratmeter bezahlt werden. Bei Verſteigerungen werden gewöhnlich drei Zahlungstermine be⸗ ſtimmt und für die rückſtändigen Kaufgelder keine Zinſen bezahlt. b. Die Preiſe ſind im Allgemeinen in den letzten Jahren etwas zurückgegangen; nur die beſſeren Felder haben ſich im Preiſe gehalten. c. Der Umſatz in Liegenſchaften iſt, wie bereits in Frage II angedeutet, ein ſehr geringer und ſcheint auch bei der Vertheilung des Grundbeſitzes ein Bedürfniß für An⸗ und Verkauf nicht beſonders vorzuliegen. Frage IV. a. Nehmen die Pachtgüter einen erheblichen Umfang ein und ſtehen die Pachtpreiſe im richtigen Verhältniß zu dem Kaufpreiſe der Ländereien einerſeits und zur Ausnutzungsfähigkeit derſelben andererſeits, event. welche Urſachen wirken ſteigernd auf die Pachtpreiſe ein? b. Welche Beſtimmungen gelten insbeſondere in Betreff der Dauer der Pacht, der Bezahlung der Steuern ꝛc., der Verſicherungsprämien, ſowie in Betreff vorzunehmender Meliorationen und etwaiger Pachtnach⸗ läſſe bei elementaren Unglücksfällen bei fiscaliſchem, ſtandesherrlichem und privatem Grundbeſitz? c. Wirken die üblichen ſonſtigen Pachtbedingungen beſonders er⸗ ſchwerend für die Pächter oder nicht? Pachtungen und Verpachtungen gehören in Meſſel zu den Ausnahmen und nur Pfarr⸗ und Schulgüter gelangen regelmäßig zur Verpachtung. Die zur Pacht ge⸗ langenden Ländereien werden nur von kleinen Leuten gepachtet und werden dafür etwa 2—3 pCt. des mittleren Kaufwerthes als Pachtgeld bezahlt. Bemerkenswerthe Pachtbedingungen ſind nicht zu erwähnen. Frage V. a. In welcher Weiſe pflegen die Landwirthe ihre Mobilien und Pro⸗ dukte gegen Feuer, ihre Früchte gegen Hagel und ihren Viehſtand gegen Unfall zu verſichern? b. Hat die Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung Eingang in der Gemeinde gefunden, event. in welcher Weiſe und welchem Umfange? a. Die meiſten Landwirthe haben, obwohl Brände von Bedeutung ſeit mehr als 50 Jahren nicht vorgekommen ſind, Mobiliar und Producte bei einer der größeren — 10— deutſchen Feuerverſicherungsgeſellſchaften verſichert; Verſicherung gegen Hagelſchlag findet allgemein nicht ſtatt, da es ſeit einer Reihe von Jahren nicht gehagelt hat. Einige Pferdebeſitzer haben ihre Pferde in der Heſſen⸗Naſſauiſchen Verſicherungsanſtalt verſichert, die meiſten haben aber nicht verſichert; für die Verſicherung von Rindvieh ſorgt ſeit mehr als 40 Jahren eine Ortsviehverſicherungsanſtalt, in welcher dermalen 85 Beſitzer mit 232 Stück Rindvieh in einem Verſicherungswerth von 45,560 Mk. ver⸗ ſichert ſind; die Anſtalt, deren Verwaltung nur ſehr minimale Koſten veranlaßt, ge⸗ währt in Verluſtfällen eine Entſchädigung von drei Viertheilen des Verſicherungs⸗ werthes; der Ausſchlag, der jeweils nach Eintritt von einem oder mehreren Verluſtfällen ſtattfindet, hat im letzten Jahre im Ganzen 1 Mk. 80 Pfg. auf 100 Mk. Verſicherungs⸗ kapital betragen. b. Lebens⸗, Alters⸗ und Rentenverſicherung haben noch keinen Eingang gefunden. Frage VI. In welcher Weiſe befriedigen die Landwirthe in der Regel ihre Creditbedürfniſſe hinſichtlich des Real⸗ und des Perſonalcredits und welches ſind bei beiden Arten des Credites die gewöhnlichſten Darlehens⸗ bedingungen in Bezug auf Zeitdauer und Zinsfuß und werden dabei auch Amortiſationsfriſten(Güterziele) angewendet? Beinahe ſämmtliche gegen Verunterpfändung von Immobilien aufgenommenen Kapitalien ſind von der Bezirksſparkaſſe zu Langen(Meſſel hat früher zu dem Ge⸗ richtsbezirke Langen gehört) dargeliehen worden; einige wenige ſind auch bei vermögenden Einwohnern von Meſſel aufgenommen worden. Die Sparkaſſe leiht ihre Kapitalien gegen 5 pCt. auf gegenſeitige Kündigung aus; regelmäßige Amortiſation findet nicht ſtatt. Beträge bis zu 300 Mk. leiht die Sparkaſſe auf einfachen Schuldſchein gegen Verbürgung der Gemeinde, die ſich dann ſelbſt wieder durch einen ſoliden Bürgen verſichert, auf die Dauer von längſtens fünf Jahren gleichfalls gegen 5 pCt. aus; dieſe Anlehen werden in der Regel mit ein Fünftheil alljährlich zurückbezahlt. Außerdem exiſtirt in Meſſel eine aus einer Schulſparkaſſe hervorgegangene Orts⸗ ſparkaſſe, die kleinere Beträge gegen 4 pCt. annimmt, und ihre Gelder gegen 5 pCt. auf Schuldſcheine unter Bürgſchaft, in wenigen Fällen gegen Hypothek ausleiht, hierzu nicht verwendete Beträge aber in der Sparkaſſe zu Langen deponirt. Ihr Kapital beträgt gegenwärtig ungefähr 15,000 Mk. Die Sparkaſſe Langen hat an Einwohner von Meſſel auf Schuldſcheine gegen Bürgſchaft der Gemeinde geliehen in 1879 in fünf Fällen in Beträgen von 75— 300 Mk. zuſammen 1025 Mk. , 1880„ diei„„„„ 100 300„„ 40„ 1 1881 1 drei 2„ 2 2 100— 300 1 2 600 2 1 1882 2 drei 2 1 1 7 35— 200 12 2 395 7 „ 1883„ neun„„„„ 100— 300„„ 1630„ hre und nS⸗ bei enen Ge⸗ iden lien ndet egen rgen nus; orts⸗ „Ct. eiht, Ihr eegen 1. — 11— Die Ortsſparkaſſe hat von 1879—1883 drei Kapitalien im Geſammtbetrag von 1540 Mk. gegen hypothekariſche Verſicherung ausgeliehen; auf Schuldſcheine hat ſie ausgeliehen in 1879 in elf Fällen in Beträgen von 20— 100 Mk. zuſammen 733 Mk. 11 1880 2 dreiundzwanzig 1 1 1 2 30— 350 1 11 2795 2 2 1881 1 zwölf 11 1 1 1 35— 250 2 1 1300 2 11 1882 2 zehn 11 1 2 2 25— 550 1 2 1655 1 „ 1883„fünf 35— 75„ 5 290 Zu erwähnen dürfte hier ſein, daß die Einwohner von Meſſel ein Guthaben von zuſammen 102,290 Mk. bei der Sparkaſſe zu Langen haben, das mit 4 pCt. von dieſer verzinſt wird, wie denn auch ein großer Theil der nicht hypothekariſch geſicherten Anlehen bei vermögenden Einwohnern der Gemeinde aufgenommen worden iſt. Frage VII. a. Wie ſtehen im Allgemeinen die Arbeits⸗ und Geſindelöhne in der Gemeinde, genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung zur Beſtreitung der land⸗ wirthſchaftlichen Arbeiten oder ſind fremde Arbeiter nöthig und woher unmm letztere? Iſt für die landwirthſchaftliche Bevölkerung Gelegenheit zum ewntendn vorhanden, event. haben dieſe Nebenverdienſte(Arbeiten im Wald, Hausinduſtrie, Fabrikbetriebe, Fuhrweſen ꝛc.) eine beſondere Be⸗ deutung für den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung und der Gemeinde im Allgemeinen? c. Giebt es Landwirthe in der Gemeinde, die mit Rückſicht auf den Umfang und die Rentabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes an ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen? a. Die Taglöhne berechnen ſich im Allgemeinen durchſchnittlich pro Tag ohne Koſt: für den Mann auf 1 Mk. 40 Pfg., für die Frau auf 80 Pfg. bis 1 Mk. An Geſinde werden bezahlt: für einen Knecht jährlich 200— 300 Mk., für eine Magd„ 100- 120„ nebſt ein Paar Schuhen und Strümpfen, und berechnet man ſich die Koſt für den Knecht auf circa 250 Mk. und für die Magd auf circa 180 Mk. Die ortsanſäſſige Bevölkerung genügt z. Z. vollkommen zur Beſtreitung der landw. Arbeiten und kommen fremde Arbeiter niemals nach Meſſel, vielmehr ſuchen/ die einheimiſchen noch mehrfach Arbeit außerhalb. / — 12— b. Der die Gemarkung umgebende ſiskaliſche Wald bietet der Bevölkerung Meſſels ſehr viel Gelegenheit zum Nebenverdienſt. Die Holzarbeiten im Winter werden im Accord ausgeführt; für die Culturarbeiten werden 1 Mk. 60 Pfg. pro Männertag bezahlt. Namentlich im Frühjahr finden auch Frauen reichliche Beſchäftigung dort. Etwa vom 15. November bis zum 15. März ſind von Meſſel 64 Holzhauer und 4 Holzſetzer täglich regelmäßig beſchäftigt; ein Theil derſelben und eine Anzahl Frauen werden dann außerdem noch bis gegen Ende Mai zu den Culturarbeiten im Walde benutzt, ſo daß jährlich im Ganzen im Walde wenigſtens 15000 Mk. Arbeitslöhne von Meſſeler Bewohnern verdient werden. In der neueren Zeit hat auch der in der Nähe von Meſſel wieder eröffnete Bergwerksbetrieb eine Anzahl Arbeitskräfte aus der Ge⸗ meinde Meſſel in Anſpruch genommen, ſo daß bei weiterer Ausdehnung dieſes Betriebes unter Umſtänden den landw. Arbeiten eine gewiſſe Concurrenz erwachſen könnte. c. Landwirthe oder Einwohner überhaupt, welche aus Standesvorurtheil u. ſ. w. die ihnen gebotene Gelegenheit zum Verdienſte ablehnen, gibt es in Meſſel nicht. Frage VIII. a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt? b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehnt zugenommen? c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und die Güterziele im Allgemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rück⸗ ſtände bekannt? d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf Ver⸗ ſchuldung, z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗ ſyſteme, unwirthſchaftlicher Ankauf von Grundſtücken zu hohen Preiſen, ungenügendes Betriebscapital, zu frühe Gründung eines eigenen Haus⸗ halts, Verſchwendung und nachläſſige Wirthſchaft, die Aufeinanderfolge ſchlechter Ernten u. ſ. w.? Einleitungsweiſe muß hier das Nachſtehende bemerkt werden. Schon ehe die Großh. Regierung ſich in der Lage befunden, Erhebungen in einer größeren Anzahl von Gemeinden in dem jetzt beſtimmten Umfang eintreten zu laſſen, hatte ſie beſchloſſen, Erhebungen über die Verſchuldung des landwirthſchaftlichen Grund⸗ beſitzes anſtellen zu laſſen und um den Umfang der hierfür erforderlichen Arbeiten und den dabei einzuhaltenden Geſchäftsgang kennen zu lernen, ſolche Erhebungen für die Gemarkung Meſſel angeordnet. Der damit beauftragte Commiſſär, Regierungs⸗ —+⁸8—+‿‿ — ——6————9—— 22— ————„ ſſels cord ahlt. vom ſetzer rden utzt, von Nähe Ge⸗ ebes ſ. w. hul⸗ gerer der „im im Kück⸗ Ver⸗ üter⸗ eiſen, aus⸗ folge einer aſſen, rrund⸗ beiten n für rungs⸗ — 13— acceſſiſt Dr. Linß, ging der ihm ertheilten Inſtruction gemäß in der Weiſe vor, daß er zunächſt unter Zuziehung des Ortsgerichtsvorſtehers das Verzeichniß der Landwirth⸗ ſchaft treibenden Bevölkerung mit Benutzung des alphabetiſchen Namensverzeichniſſes zum Grundbuch aufſtellte, wobei alle Perſonen bezw. Haushaltungen berückſichtigt wurden, die ihren Unterhalt hauptſächlich aus dem Landbau gewinnen; verſchiedene Perſonen, die gemeinſamen Haushalt führen und ihren Grundbeſitz gemeinſam bebauen, wurden, auch wenn kein verwandtſchaftliches Verhältniß zwiſchen denſelben beſtand, unter einer Nummer zuſammengefaßt. Zur Feſtſtellung des Flächengehaltes des Grundbeſitzes der Einzelnen wurden die Gütergeſchoſſe des Steuercommiſſariats benutzt, und die neueſten darin noch nicht eingetragenen Veränderungen aus dem Mutations⸗ verzeichniß entnommen. Die nach dem Hypothekenbuch auf dem in Frage ſtehenden Grundbeſitz haftenden Hypotheken wurden verzeichnet und zugleich nach den Angaben des Ortsgerichts die darauf laſtenden Kaufſchillingsforderungen feſtgeſtellt, wobei zur Controle die Verſteigerungsprotokolle der letzten Jahre verglichen wurden. Die im Ganzen einfachen Verhältniſſe der Bewohner von Meſſel, die Thatſache, daß dieſelben das Bedürfniß an Mobiliarcredit regelmäßig bei andern Ortseinwohnern und bei der Bezirks⸗ und Ortsſparkaſſe befriedigen, ſowie die umfaſſende Erfahrung und Perſonal⸗ kenntniß des Ortsgerichtsvorſtehers ermöglichten in Meſſel auch die Feſtſtellung der Mobiliarverſchuldung. Neben dieſen Ermittelungen erfolgte die Abſchätzung des Werthes des Grundbeſitzes der in Betracht zu ziehenden Perſonen durch das Ortsgericht, wobei daſſelbe den dermaligen Verkaufswerth von Grund und Boden jeder einzelnen Perſon für ſich abſchätzte und zur Vergleichung die neueſten thatſächlichen Verkäufe und was die Gebäude betrifft, die Einträge in das Brandkataſter berückſichtigt wurden; die Normalgrundſteuercapitalien wurden dabei, als nicht mehr zutreffend, nicht berückſichtigt, der abgeſchätzte Werth von Gelände und von Gebäuden aber zuſammen in eine Summe (Sp. 1 der Tabelle) eingetragen. Das durch dieſe bereits im Herbſt v. J. ſtattgehabten Ermittelungen gewonnene Material diente den jetzigen Commiſſären als Grundlage für die Berechnung der Ver⸗ theilung des ermittelten Betrags der Verſchuldung einſchließlich der Mobiliarverſchul⸗ dung und zwar ſowohl der Verſchuldung der nach der Größe des Grundbeſitzes über⸗ haupt aufgeſtellten Beſitzgruppen— der Grundbeſitz unter 0,50 Hectar wurde überhaupt nicht berückſichtigt— als auch der Verſchuldung der nach der Verſchiedenheit des Be⸗ triebes— Landwirthſchaft allein, Landwirthſchaft und Erwerb durch Taglohn, Land⸗ wirthſchaft und Gewerbe— für die einzelnen Beſitzgruppen vorgenommenen Unter⸗ abtheilungen. Wie aus der Tabelle A zu erſehen, ſteht dem Immobiliarbeſitz der 93 überhaupt in Betracht gezogenen Grundbeſitzer, bezw. Haushaltungen, im Werth von 1132595 Mk. eine Geſammtverſchuldung von 91583 Mk. gegenüber, es ſind ſomit 8,08 pCt. jenes Liegenſchaftswerths mit Schulden belaſtet. Der Grundbeſitz der 79 Haushaltungen, die verſchuldet ſind, hat einen Werth von 969321 Mk. und ſind mithin 9,48 pCt. deſſelben verſchuldet. Nicht verſchuldet ſind 14 Beſitzer, deren Liegenſchaften einen Werth von 163295 Mk. haben. — 14— Der Grundbeſitz derjenigen Perſonen(Tabelle B), die nur Landwirthſchaft be⸗ treiben— 32 an der Zahl— hat einen Werth von 632117 Mk. und iſt mit 30500 Mk., alſo mit 4,63 pCt. verſchuldet; von dieſen 32 Perſonen ſind 26 ver⸗ ſchuldet und zwar bei einem Werth ihrer Liegenſchaften von 529683 Mk. mit 5,75 pCt.; 6 Haushaltungen, deren Liegenſchaften einen Werth von 102514 Mk. darſtellen, ſind ſchuldenfrei. Erwerb durch Taglohn neben der Landwirthſchaft findet in 37 Haushaltungen ſtatt(Tabelle C), ihre Liegenſchaften haben einen Werth von 252901 Mk. und ſind mit 35122 Mk. alſo mit 13,88 pCt. belaſtet; 34 Haushaltungen mit einem Grundbeſitz im Werth von 231168 Mk. ſind verſchuldet, mithin mit 15,18 pCt., während 3 Haus⸗ haltungen mit einem Grundbeſitz im Werth von 21733 Mk. ſchuldenfrei ſind. Neben Landwirthſchaft treiben Gewerbe 24 Haushaltungen(Tabelle D), deren Liegenſchaften einen Werth von 247497 Mk. haben und mit 25960 Mk. oder mit 10,49 pCt. belaſtet ſind; von ihnen ſind 19 verſchuldet und zwar bei einem Werth ihrer Liegenſchaften von 208549 Mk. mit 12,44 pCt., 5, deren Grundbeſitz einen Werth von 38948 Mk. darſtellt, ſind nicht verſchuldet. Was die Vertheilung der Verſchuldung unter die einzelnen Beſitzgruppen betrifft, ſo iſt im Allgemeinen die Gruppe 1(Geſitz von 0,50— 1 Hectar) am ſtärkſten und zwar mit 42,08 pCt. des Liegenſchaftswerths belaſtet, während die beiden oberſten Gruppen(Beſitz von 10—20 Hectar und von 20 Hectar und mehr) nahezu ſchuldenfrei ſind. In ähnlicher Weiſe vertheilt ſich die Verſchuldung nach den Tabellen B— D unter die Beſitzgruppen der nach Beſchäftigung geſchiedenen Haushaltungen, indem die ausſchließlich Landwirthſchaft treibenden Haushaltungen in der 2. Gruppe(Beſitz von 1-—2 Hectar)— die 1. Gruppe iſt hier nicht vertreten— am ſtärkſten und zwar mit 17,04 pCt. des Liegenſchaftswerths verſchuldet ſind, während auch hier die oberſten Gruppen nahezu ſchuldenfrei ſind; bei Haushaltungen die außer Landwirthſchaft Tag⸗ lohnarbeiten betreiben, tritt die höchſte Verſchuldung der 1. Beſitzgruppe mit 44,77 pCt. des Liegenſchaftswerths hervor, während die beiden oberſten Beſitzgruppen hier nicht vertreten ſind; bei Landwirthſchaft und Gewerbe iſt die 1. Beſitzgruppe mit 35,62 pCt. die am meiſten belaſtete und iſt die 5. Gruppe nahezu ſchuldenfrei, während die 6. hier nicht vertreten iſt. Ein anderer Procentſatz der Verſchuldung ergibt ſich, wenn man nur die durch Eintrag im Hypothekenbuch geſicherten Schulden mit den Liegenſchaftswerthen vergleicht; für alle 93 Haushaltungen iſt der Werth der Liegenſchaften dann nur mit 3,26 pCt. belaſtet oder da nur 21 Haushaltungen mit Hypothekenſchuld belaſtet ſind, für dieſe mit 27,81 pCt., und zwar in der 1. Beſitzgruppe für 4 Haushaltungen mit 37,62 pCt., in der 2. für 9 Haushaltungen mit 40,03 pCt., in der 3. für 5 Haushaltungen mit 20,76 pCt., in der 4. endlich für 3 Haushaltungen mit 22,65 pCt. Bei den nur Landwirthſchaft treibenden Haushaltungen iſt der Werth des Ge⸗ ſammtgrundbeſitzes mit 632197 Mk. nur mit 7500 Mk. Hypothekenſchulden, mithin nur mit 1,19 pCt. belaſtet; die angegebene Schuldenlaſt ruht nur auf zwei Haus⸗ NS—9—— ————ꝛ',—,,—a/a—4 H—,—.— —ͤ—6— ———.,—— haltungen, eine der 3. und eine der 4. Beſitzgruppe und beträgt 29,22 pCt. des Werths der Liegenſchaften derſelben. Der Liegenſchaftswerth der Haushaltungen, die neben Landwirthſchaft Taglohn⸗ Arbeit treiben, iſt mit 6,56 pCt. an Hypothekſchulden belaſtet; dieſelben vertheilen ſich auf elf Haushaltungen, deren Liegenſchaftswerth mit 29,95 pCt. verſchuldet iſt; drei Haushaltungen der 1., fünf der 2. und drei der 3. Beſitzgruppe ſind mit je 24,53 pCt., 47,53 pCt. und 17,93 pCt. belaſtet. Die Haushaltungen, in denen neben der Landwirthſchaft ein Gewerbe betrieben wird, beſitzen Liegenſchaften im Werth von 247497 Mk., die mit 5,18 pCt. Hypothek⸗ ſchulden belaſtet ſind; dieſelben vertheilen ſich auf ſieben Haushaltungen, deren Grund⸗ beſitzwerth mit 24,60 pCt. belaſtet iſt; eine Haushaltung der 1. Gruppe iſt mit 25,90 pCt., drei der 2. ſind mit 39,41 pCt., eine der 3. mit 8,37 pCt. und zwei der 4. Gruppe mit 24,39 pCt. verſchuldet. Als Veranlaſſung der Belaſtung mit Hypotheken wird in den weitaus meiſten Fällen die Uebernahme der auf dem elterlichen Haus bereits ruhenden Schulden mit dem Haus durch eins der Kinder, bezw. durch die Nothwendigkeit der Herauszahlung des Erbtheils an Geſchwiſter durch Dasjenige, welches das Haus übernommen, und den Ankauf von Gebäuden bezeichnet; nur in drei Fällen wurde ſchlechte Wirthſchaft und leichtſinniges Leben als Urſache der Verſchuldung ermittelt, nur in einem unverhält⸗ nißmäßiger Ankauf von Grundſtücken. Eine Zunahme der hypothekariſchen Belaſtung hat in den letzten zehn Jahren nicht ſtattgefunden; in dem Zeitraume von 1864—1873 haben 47 Eintragungen in dem Hypothekenbuch ſtattgefunden, von 1874—1883 deren 46, von denen 12 dermalen ſchon wieder gelöſcht ſind. Die Mobiliarverſchuldung überſteigt im Ganzen um Etwas die Höhe der Be⸗ laſtung mit Hypotheken und zeigt namentlich in der 3. und 4. Beſitzgruppe nicht un⸗ weſentlich höhere Beträge. Von einer detaillirten Darſtellung der Vertheilung des⸗ ſelben auf die den einzelnen Beſitz⸗ und Erwerbsgruppen angehörenden Haushaltungen darf aber wohl abgeſehen und ſich darauf beſchränkt werden, nachſtehende Daten zu geben. Von den in der allgemeinen Ueberſicht A enthaltenen Haushaltungen ſind 45 mit dem darin angegebenen Betrag von Mobiliarſchulden belaſtet; unter den aus⸗ ſchließlich Landwirthſchaft treibenden Haushaltungen haben 14 nicht geſicherte Schulden; unter den neben Landwirthſchaft Taglohn treibenden beträgt die Zahl 17, unter den auch Gewerbe treibenden Haushaltungen 14. Die Höhe der Mobiliarſchulden läßt darauf ſchließen, daß es vielen der Grund⸗ beſitzer an dem erforderlichen Betriebscapital wenigſtens dann fehlt, wenn die Ernten, wie dies in den letzten Jahren mehrfach der Fall, nicht günſtig ausfallen. Zinſen und Güterziele werden im Allgemeinen pünktlich bezahlt, bemerkenswerthe Rückſtände daran kommen nicht vor. (65891 120½ FI ——— a1Gout n O 9 16†8, 19,2 5. l 93890 18,63 r bI 01⁰98 80,91 9 4= 8 8871II 9½† 8 5 5 ——= 1 e :Inplaog e 87˙6 00˙001 8816 09888(06801 888989 008696 36˙80k 614 83,1 99,0 009 009—— 2699 † AL.os 40aul n 05 9 21 167† 087† 0008 087†1— 688706 9,86 9 02 01 4 8⁰ʃ8 16,88 610c6 0891 0068 6886 03060 † 08,9211, o 4 7 88,11 86,96 60276 00161 0118 6688 180ʃʃ⁸ 86,28 I C 3 8 8 16 30(1906 0† 0091 c9 † 10 1 90,93 A, S 646⁸⁵ 9˙9 00¹19 0986 005 Ores 26†1 28 9 1 090 1 : PoInqplaoq qug ue 80˙8 00˙001 g816 09888 06801 88898 66811 19 6 86 83,1 99,0 009 009— 6699 7 21, I ſham 05 9 89,1 167† 087† 0008 0871 85 808⁰93 Li,Ie 8 052 0l1 80,1 18,88 61006 0891 0068 6886 fdo9r II,661 e 0O 7 TL16 86,93 6076 00161 011½ 6688 17893 08,501 656 6 3 3 58,8 86,83 219063 00 † 0091 29 6*798 18,08 IE= I 5 806 ⁄ 39˙9 0019 0985 005 Ores ccerl 28 † 9 I=GAo l ( S)(8 4S) 2 E 20 1 Los. Linnenuh 4 Iuue l⸗ uogInce uan, ie, eee wie epp 16 19 zernoerech uß unnn e m niush eiigadis Sulniipllüvg Jacogäch Pu ai alraiiß, Woaſ J pua⸗god umobgjW V J2lade eume ae vungjnſplao aod S* e 7IL301 L1 9 ——— aGout'n 03 I†8G 19 5, e. 1 2865 86,11 3 0 1501I 93,/† 1 6 3 F28 98˙ 1 5 8 85 1 910 :rInſplaod Jpne 2 00001 0008 00291 0089 00½ 889630 r6/866 958 86,1 96,1 009 009—— 2699† 61,0 l alam n 03 06 6 8,FI 00 †† 0008 00†1 1 811121 80,67 6 05 01 8²⁹ 8116; 00001 0092 00 †8 000 † F60 166 3,06 2I Oi. 68,11 16,66 0006 000 † 0001 00G 5806 4 91˙86 2 G 3 FT,65 66,† 0001 0001 r60 0†˙1 1 3 000 00˙0 89 8— 1 0070 : r—ncplaog uddvC 89 † 00,001 00008 00291 0099 00 261689 11698 38 86,1 96,I 009 009—— 4699 † 61,0 1eul n 06 98,1 g†,F 00 †r 0008 00 †1 d 661986 02,901 1 06 91 66,6 8116 † 00001 009⁷ 00 †8 000 † 6†r06 8Iol Fi O 5 88,6 16,66 0006 000 † 00 ¹1 0068 9†006 S., S8 8 6 3 r0,1I 66,† 0001 0001 2— 8088 93˙8 3 6 00˙0 000——— 1—000 E)(8 42) 20 20 2 2W W neens dnn 501ο—ε vp uncinſpt cpt cpl 3 r 8 dpg 1v ⸗ uodoac u :ungoreg p 52( 289499 (66891 1202 FI — So0. O —QS S —GS. S 88113 69˙8 8 ——— aGout n Os 9 —— 02 01 —— 0 9 28891 69,9 3 6— 83 8 9†80 02ʃ1 1 2 I 2 —— 1 060 1 :InGplag 81˙⁰1 00˙001 361098 0OEeI 0¹1 30991 891185 28˙16 F8 00,0 00,0 5——— te— 1cpeum n 0 00,0 00,0—— 605 01 88,8 T6,LI 0089 000 † 0083— 871⁰ ½ 90,88 9 01 9. f 2.,II 68,68 1831 0089 0161 gr 009601 66,9 A 3 8 5 26,18 00/68 IrSII 06 008 1676 8608 68,81 0 5 25 LL† 11 0000 0915 001 OrIS 29111 †6˙8 8 I- 00 :pojnqplaod ug 88˙81 00˙001 35198 OIreSI 011 30991 106306 92901 18 00,0 00,0———— pem n 0 9 00,0 00,0——— ee 05 01. 88,8 T6,11 0089 000† 0083— 8LC2 20/88 8 01— 2 66,6 68,68 18⁰31 0089 0161 128† 28661 89,80 9 3 8 82,6 00,58 IrlI 06 008 1676 †090 † 66,01 III 2 L21† †51 000 0913 001 OrS 29111 †6˙9 0 1— 090 I 3& G 4)(6 2) 3 3 2 1afsnis Lionsnoht nsuch aag Vadinpl waqlngh wagt scint aünea Gpſe Iüvg 1u 49 1a u erc un nemne 1n h cee uicpllnve eogee i Sete 3 :uogpazog unogavugob d igee d 19 87688 89˙81 8 ——— Ihout n 05 8 02 901 LIIS 88,01 5 91 9 6606 06, 5 6= 5 8486 AlI 1 5 4—— 1I— 000 : r—nqplaoq †7*I 00˙001 196⁰5 0½8 08†† 18151 6 805 20˙⁰8 671 00,0 00,0—.——— oul n 05 23,0 08,0 08— 08 50963 82 † 1 03 01 96,61 2080 62191 0⁰½ 0039 6880 881611 62 8† 1 01 2 26,01 20/61 8618 0081 008 8501 1186 0911 8 9— 32 12/5 88,08 †I82 000 008 †200 669†8 62,01 4 2 1 69˙08 86 † 0011 00 001 008 8808 96˙0 1 1— 00˙0 :rncplaog e 67˙01 00˙001 196⁰3 018 08 †† I81581 26 1† 02 60 a 00,0 00,0 8——— 001 n 05 18,0 09,0 08— 08— †096 81,⁵1 T 05 01 68,6 20 80 62181 00⁷ 0068 6680 FCS0TI 88,80 6 01= G 78,8 2061 8618 0081 008 8501 †I19 05,21 8„ 86,13 88,08 FI82 0005 008 5200 280ʃ9 96,II 8 5 1 59˙08G 86˙† 0011 005 001 008 8808 86˙0 I 1— 000 40)(8„4S) 2 2 2 E 7 no u dun inendeluce zuurcch z⸗g Vogingl woalmgt necin ueie onco Seoſs vg poe urun0ach up eh e e iigceie ⸗bpſnv eee ie Sd leg : uogorog gaoatod dun iee 8816 69˙8 8 NSͤ D AXS 0.= 2* — 20— Frage IX. a. Wie geſtaltet ſich die Rentabilität des landwirth⸗ ſchaftlich benutzten Bodens bei großen, mittleren und kleineren(eigenen oder gepachteten) Gütern? b. Wenn die Rentabilität als eine unbefriedigende erſcheint, ſind die Gründe zurückzuführen hauptſächlich auf: 1. die Fruchtbarkeits⸗Verhältniſſe der Gemarkung, 2. die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, 3. die im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens, 4. einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, (hein zu großes Gebäudecapital, 6. ungünſtige Arbeiterverhältniſſe, 7. ungünſtige Abſatzverhältniſſe(ſchlechte Preiſe, unrationelle Einrich⸗ tungen für den Abſatz ꝛc.), 8. frühzeitiges Zurückziehen der Eltern und Belaſtung der Güter mit hohen Altentheilen und Leibrenten, 9. beſondere unwirthſchaftliche Gewohnheiten der Landwirthe, z. B. zu ſtarke Pferdehaltung u. dergl., 10. hohe Steuern und Umlagen und ſonſtige dem Commiſſär bekannt gewordene Verhältniſſe? a. Zum Zwecke der Beantwortung der Frage IX. wurden ein größeres, ein mittleres und ein kleines Meſſeler Gut ausgeſucht, um an dieſen drei Beiſpielen zur Feſtſtellung aller auf die Frage bezüglichen Verhältniſſe und Thatſachen zu gelangen (ſ. Anlagen I, II und III). Es wurden bei der Auswahl der Güter ebenſowohl der Umfang und der Charakter der Wirthſchaft als auch die Perſon des Beſitzers in Be⸗ tracht gezogen. Für das gewählte mittlere Gut(Anlage II) wäre ein etwas größeres von 8 bis 10 Hectar erwünſcht geweſen; allein es wollte ſich kein recht geeigneter Beſitzer finden und in dem einen Fall, wo dieſe Bedingung erfüllt war, war wieder die Wirthſchaft nicht typiſch, weil mit allerlei außerordentlichen Nebenvortheilen ver⸗ bunden. Die getroffene Wahl hat übrigens das gute für ſich, daß ſie gegenüber dem etwas ſehr extenſiv bewirthſchafteten größeren Bauerngut einen etwas mehr intenſiven Betrieb vorführt, der zugleich auf einer etwas beſſeren Bodenqualität beruht. Die Erhebungen führten zu ſehr intereſſanten Ergebniſſen, die recht eigentlich den Grundſtock zur Beantwortung aller übrigen für die Enquete aufgeſtellten Fragen bildeten und die ein äußerſt lehrreiches Bild von der Geſammtlage, ſowie von den ——— ſ8———-—— — h⸗ id — 21— einzelnen Verhältniſſen der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung Meſſel's vorführen. Bezüglich der Thatſachen und Verhältniſſe im Einzelnen müſſen Intereſſenten auf die Au⸗ lagen 1, II und III verwieſen werden und wird hier aus dieſen Spezialerhebungen nur Folgendes, als zur unmittelbaren Beantwortung der Frage IX gehörig, hervorgehoben. I. Beſitzſtand⸗Nachweis, beſtehend aus den Nachweiſen über den Werth von Grund und Bodenmit Obſtbäumen*), Ge⸗ bäudecapital, Inventarcapital(todt und lebend) und um⸗ laufendes Betriebscapital(Vorrath). Das Verhältniß der einzelnen Betriebscapitalien zum Grundeapital ſtellt ſich wie folgt: Größeres Gut. Das Gebäudecapital beträgt. Iii. t. 23% vom Grundcapital. Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt 14, 7 Das umlaufende Betriebscapital(Vorrath) beträgt 3„„„ Mittleres Gut. Das Gehäudecapital beträgt........ 34„„ 2 Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt... 14„,„ Das umlaufende Betriebscapital(Vorrath) beträgt.. 4„„„ Kleineres Gut. Das Gebäudecapital beträigt........ 27„„„ Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt... 13„„„ Das umlaufende Betriebscapital(Vorrath) betrigt 4„„„ II. Natural⸗Rechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Natural⸗Ertragund Natural⸗Bedarfnebſt Schlußfolgerungen. Bei der Naturalrechnung iſt zunächſt hinſichtlich des Naturalertrages von Acker und Wieſe hier zu erwähnen, daß der in den Anlagen eingeſetzte Naturalertrag nament⸗ lich in Betreff der Körner mit den Mittelernten, welche nach der officiellen Statiſtik in Meſſel erzielt werden ſollen, nicht übereinſtimmt. Nach längeren Nachforſchungen ſtellte ſich endlich heraus, daß bei der Aufſtellung der Nachweiſe für die Gr. Centralſtelle für die Landesſtatiſtik ſich Rechenfehler eingeſchlichen haben, bei deren Vermeidung für die Zukunft ein ganz anderes Bild, beſonders von den Körnerer⸗ trägen der Gemarkung Meſſel in der officiellen Statiſtik entſtehen wird.— Die Er⸗ träge des Viehſtandes ſind ſehr ſchwach, einmal, weil namentlich der Rindviehſtand an ſich eben relativ ein ſehr geringer iſt und zum anderen, weil der Milchproduktion kein hinreichender Werth beigelegt wird. Von großer Bedeutung für die Beurtheilung des Wirthſchaftsbetriebes erſcheint in der Naturalrechnung die Thatſache, daß der Wirthſchaft der producirte Stall⸗ miſt immerhin ziemlich theuer zu ſtehen kommt, nämlich durchſchnittlich auf etwa *) Der Werth der Obſtbäume iſt aus Zweckmäßigkeitsgründen, die für die Rechnung von Wichtigkeit ſind, zum Grundcapital geſchlagen, wodurch auch für Pachtgüter ein Zweifel gehoben. Auf die Rentabilitätsberechnung übt der Modus kaum nennenswerthen Einfluß. — 22— 60 Pfennig pro Centner, wobei noch in Betracht zu ziehen iſt, daß der Miſt ſehr ſtark mit Laubſtreu unterſetzt iſt. Die Produktionskoſten des Stallmiſtes ſind gewiſſer⸗ maßen die Probe auf das Exempel der Wirthſchaft und in den meiſten Fällen richtet ſich nach ihnen die Rentabilität der ganzen Wirthſchaft. Wenn die in der Natural⸗ rechnung ermittelten Zahlen über den Stallmiſt auch keinen Anſpruch auf irgend welche Genauigkeit machen können, ſo zeigen ſie doch wenigſtens annähernd, wie ſich die Verhältniſſe in dieſer Beziehung in den Meſſeler Wirthſchaften geſtalten. Was den Natural⸗Bedarf der Familie anbetrifft, ſo erweiſen die Naturalrech⸗ nungen der drei Güter, daß die Familien der Beſitzer relativ im Allgemeinen recht gut leben und daß namentlich ihr Bedarf an Protein(Eiweis) ſehr reichlich gedeckt iſt;— ſo ſcheint es in der neueren Zeit wohl mehr oder weniger auch in ganz Meſſel der Fall zu ſein. Die Koſten der Nahrungsmittel eines erwachſenen Mannes dürften ſich im Durchſchnitt auf etwa 65 bis 75 Pfg. pro Tag(250 Mk. pro Jahr) ſtellen. Die Familie des mittleren Bauerngutes kann bei dieſer Calculation nicht maßgebend ſein, da ſie außergewöhnlich gut lebt. III. Geld⸗Rechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Geldeinnahme und Geldausgabe. Die Geldrechnung weiſt nach, daß jeder der drei Beſitzer der zur Unterſuchung benützten Güter am Ende des Jahres noch einen baaren Geldbetrag erübrigt(250, bezw. 120 und 140 Mk.), daß er alſo im Allgemeinen weniger Geld verbraucht als er einnimmt. Dieſer Ueberſchuß würde natürlich, falls Schulden da ſind, zur Deckung der Schuldzinſen verwendet werden müſſen und wenn er dazu nicht ausreicht, ſo müßte der Beſitzer entweder größere Anſtrengungen machen, um die Produktion zu ſteigern oder er müßte noch mehr zu ſparen ſuchen. Kann er keins von Beiden, ſo iſt er dem ſicheren Untergange verfallen und er thut gut, ſo früh als möglich ſein Beſitzthum oder wenigſtens einen Theil deſſelben zu verkaufen. Die Beſitzer der hier als Beiſpiele benutzten drei Güter ſind, wie dies in Meſſel zur Zeit noch mehrfach der Fall, nicht nur ſchuldenfrei, ſondern haben außer ihrem landw. Beſitzthum noch Capitalien zinsbar angelegt, könnten alſo jederzeit ohne Bedenken weiteres Meliora⸗ tions⸗ und Betriebs⸗Capital in ihren Wirthſchaften anlegen, ſofern dies lucrativ erſcheint. Der Geld⸗leberſchuß der Beſitzer beweiſt, daß die Erträgniſſe der von ihnen in der bezüglichen Wirthſchaft angelegten Capitalien(Grund⸗ und Betriebs⸗Capital) plus den Erträgniſſen ihrer Arbeit mehr als ausgereicht haben, um die Koſten für das Leben ihrer Familie zu decken; ein Theil des erzielten Ueberſchuſſes iſt freilich auch erſparte Verſicherungsprämie, die wohl beſſer nicht erſpart würde. Die Geld⸗Rechnungen geben ferner im Verein mit den Natural⸗Rechnungen einen werthvollen Aufſchluß über die Menge von verkäuflichen Natural⸗Erzeugniſſen in den verſchiedenen Beſitzthum⸗Gruppen der Gemeinde, was namentlich in Betreff des Getreides von Bedeutung iſt, wegen der darüber herrſchenden, ſich ſehr wider⸗ ſprechenden Meinungen. Von den 144 landw. Beſitzern Meſſels haben nur circa 37 überhaupt etwas Getreide und von dieſen nur 9 einen einigermaßen nennenswerthen — 23— Betrag zu verkaufen. Die Rechnungen erweiſen zur Evidenz, daß der Schwerpunkt der Wirthſchaft ausſchließlich in der Viehhaltung liegt und daß nur durch ſorgfältigſte Pflege dieſes Wirthſchaftszweiges ein lohnender Gewinn von der Arbeit des Meſſeler Landwirths zu erzielen iſt. Dann wird auch der Getreidebau ergiebiger, damit aber auch wieder rentabeler werden.— Man erſieht auch aus den bezüglichen Rechnungen, welchen Theil der Nahrungsbedürfniſſe die Familien der Beſitzer aus der Wirthſchaft erhalten und welcher Theil gewöhnlich zugekauft werden muß. Aus den Geldrechnungen in Verbindung mit den Naturalrechnungen iſt endlich zu entnehmen, von welchem Umfang an ein Gut in Meſſel eine Familie nahezu oder ganz zu beſchäftigen und zu ernähren vermag, ohne daß der Beſitzer genöthigt iſt, um anderweitigen Verdienſt beſorgt zu ſein. Dieſe Grenze liegt in Meſſel zur Zeit bei der gegenwärtig üblichen Wirthſchaft offenbar etwas unter dem Umfang des als Beiſpiel benutzten mittleren Gutes, alſo bei einem Umfang von 5 bis 6 Hectar. (ſ. Frage II.) IV. Rentabilitäts⸗Berechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über den Rohertrag(excl. der für die Produktion in der Wirthſchaft wieder verwendeten Produkte), die Produktionskoſten und den Reinertrag. Die Rentabilitätsberechnung hat zu einem Reſultat geführt, das ein in hohem Grade überraſchendes genannt werden muß, indem nänlich trotz der relativ, zum großen Theil wenigſtens, überaus geringen Produktion doch noch eine nicht ganz ſchlecht zu nennende Grundrente erwächſt, die ſich bei dem mittleren Gute ſogar zu einer faſt normalen Höhe ſteigert, wenn auch noch kein Unternehmergewinn erzielt und die Arbeitskraft nur ſchwach ausgenutzt wurde. Die Grundrente, alſo der Zins des Grundkapitals, auch Reinertrag genannt, beträgt:— 15 eirägt bei dem größeren Gut...... 0,76% „ mittleren„... 9,00„ „, kleineren„...... 1,70„ Hervorgehoben muß hier ausdrücklich werden, daß die Zinſen des Gebäudekapitals, ſowie die Abnutzung(Amortiſation) deſſelben bereits als Produktionskoſten in Anſatz gebracht, alſo nicht in dem Reinertragmit einbegriffen ſind, während es ſonſt noch vielfach üblich und auch bei der Enquete in Baden geſchehen iſt, daß das Gebäudekapital zum Grundkapitalge⸗ ſchlagen wird, daher dann die Zinſen des erſteren, ſogar mit der Abnutzung der Gebäude(Amortiſation), als Reinertrag bezw. Grundrente erſcheinen. Eine Rentabilitätsberechnung iſt eine Rechnung, die nur zum Theil aus poſitiv feſtgeſtellten Zahlen beſteht, ſie iſt alſo theilweis eine Speculationsrechnung und wer einen etwas tieferen Einblick in das Weſen, namentlich in das Rechnungsweſen des landwirthſchaftlichen Gewerbes und der landwirthſchaftlichen Wiſſenſchaft gethan hat, der wird wiſſen, einestheils wie dehnbar, anderntheils wie wenig genau controlirt — 24— und feſtgeſtellt alle für landwirthſchaftliche Rechnungen benutzten Zahlen ſind, die nicht unmittelbar auf beſtimmten Thatſachen im concreten Falle beruhen, wie äußerſt ſchwierig es daher iſt, immer und überall das unbedingt Richtige zu treffen. Jede ſolcher Zahlen iſt von irgend welchem Geſichtspunkt aus angreifbar und wenn ſie nach der einen Richtung hin modificirt wurde, kann ſie nach der anderen hin wieder bemängelt werden.— Außerdem ſind in der Landwirthſchaft ſo viele und ineinandergreifende Fak⸗ toren am Geſammterfolge mit wirkſam, daß auch um deswillen eine jede landwirthſchaft⸗ liche Rentabilitätsberechnung eine außerordentliche Empfindlichkeit in ſich bergen muß. Der Angelpunkt für das ganze Reſultat der vorliegenden Rentabilitätsberech⸗ nungen iſt offenbar die Poſition 11 der Produktionskoſten„Arbeitslöhne,“ bei welcher es darauf ankommt, die ſeitens der Familienmitglieder für die Wirthſchaft geleiſtete Arbeit richtig zu ſchätzen. Um dieſe Arbeit einigermaßen glücklich zu löſen, müſſen die thatſächlichen Verhältniſſe der Wirthſchaft, ſowie die Eigenthümlichkeiten der Familie gegenſeitig abgewogen werden und wurde in den vorliegenden Fällen dann die Schätzung noch weiter an einer Maximalzahl von erforderlichen Arbeitstagen pro Hectar controlirt. Im thatſächlichen Erfolge bleibt es für den Beſitzer des Gutes vollſtändig gleich, ob der von ihm und ſeiner Familie in der Wirthſchaft verdiente Arbeitslohn hoch oder niedrig veranſchlagt wird; denn die Summe der beiden ihm zu Gute kommenden Poſten„Arbeitslohn“ und„Grundrente“ bleibt immer die gleiche. Wenn der Arbeitslohn der Familie hoch veranſchlagt wird, ſo ergibt ſich eine geringe Grundrente und wenn er niedrig verauſchlagt wird, ſo wird die Grundrente um ſo viel höher. Es handelt ſich hinſichtlich der zuletzt genaunten Beziehungen alſo in ſolchen Fällen hier blos darum, ein einigermaßen mit den vorliegenden Umſtänden übereinſtim⸗ mendes Zahlenverhältniß zu finden, um ſo die annähernd richtigſte Grundrente feſtzu⸗ ſtellen.*) Zu bemerken iſt hierbei noch, daß faſt in allen unſeren ſ. g. bäuerlichen Wirthſchaften ein gewiſſer Ueberfluß von Arbeitskräften gefunden werden wird, weil ſich gerade in den Wirthſchaften von ſolcher Ausdehnung ſtets ein ſehr lebhaftes Be⸗ dürfniß nach Hülfskräften fühlbar macht, ohne daß für dieſelben eine ſtändige Arbeit vorhanden iſt. Die ganze Methode, welche zur Beantwortung der Frage IX a beobachtet wor⸗ den iſt und welche nun auch im Weſentlichen für die Arbeiten aller anderen Com⸗ miſſäre die maßgebende ſein ſoll, dürfe den Beweis mit ſich führen, daß das Be⸗ ſtreben vorlag, die ſtrengſte Objectivität zu ſichern und eine möglichſt große Durch⸗ ſichtigkeit der Verhältniſſe zu ſchaffen;— die hier in Meſſel gefundenen Grundrenten ſcheinen denn auch, wenn alle Umſtände erwogen werden, mit der Wirklichkeit ziemlich vollkommen übereinzuſtimmen. b. Die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens in Meſſel iſt im Allgemeinen als eine nicht befriedigende zu bezeichnen, wenn auch einzelne Beſitzer, *) Selbſtverſtändlich iſt es, daß bei der Schätzung der Arbeit des Wirthſchafters und ſeiner Familie nur die körperliche(manuelle) Arbeit in Betracht kommt, nicht die dirigirende Unternehmer⸗ thätigkeit; letztere muß ihre Belohnung im Unternehmergewinn finden, alſo in dem Ueberſchuß, der über die Grundrente hinaus gewonnen wird bezw. gewonnen werden ſoll. institut för landwirtschaftliche Beitiebslohre det.. — 25— Justus Liebig- 9h ⸗ 50 ee wie der Beſitzer des in der Anlage II beſchriebenen mittleren Gutes, annähernd nor⸗ male Grundrenten erzielen; von einem eigentlichen Unternehmergewinn dürfte wohl bei keinem Beſitzer die Rede ſein. Die Urſachen dieſer unbefriedigenden Rentabilität dürften im Weſentlichen zu⸗ rückzuführen ſein auf: 1. die Fruchtbarkeitsverhältniſſe der Gemarkung, 2. die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, 3. die im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens, 4. einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb. Dieſe 4 Punkte ſollen hier gemeinſchaftlich erörtert werden. Die mittleren Kaufwerthe der Grundſtücke ſind in Meſſel in den letzten Jahren wiederholt herunter revidirt worden. Welche Gründe haben hierzu Veranlaſſung gegeben? Zunächſt muß die Thatſache conſtatirt werden, daß nach Anſicht verſchiedener Meſſeler Landwirthe in den Roherträgen des Ackerlandes in den letzten 10 Jahren und vielleicht ſchon früher im Allgemeinen ein gewiſſes Zurückgehen bemerklich geworden ſein ſoll, eine Thatſache, welche freilich nicht gerade animirend zum Kaufe wirken kann und welche, ſo weit ſie auf Wirklichkeit beruht, zweifellos auf eine allmälige Ausraubung des Bodens an Mineralbeſtandtheilen zurückzuführen iſt. Weiter hat offenbar das Arrondirungsbedürfniß in Meſſel in den letzten Jahren nicht zugenom⸗ men; im Gegentheil hat die Kaufluſt bei den allgemeinen wirthſchaftlichen Conjunkturen abgenommen. Den ſchwindelhaften Neigungen der 70er Jahre, unter deren Einfluß die Bodenpreiſe vielfach plötzlich ganz unmotivirt coloſſal ſtiegen, iſt eine ruhigere Auf⸗ faſſung über den wahren Werth der Dinge gefolgt. Deshalb zieht man es auch gegen⸗ wärtig wieder häufiger vor, ſein Arbeitsbedürfniß und das der Familie durch Lohn⸗ arbeit zu ſtillen, als durch Ankauf neuer Grundſtücke.— Wenn nun auch in einem Lande, deſſen Volk in der Cultur regelmäßig vorſchreitet, die mittleren Kauf⸗ werthe des Grund und Bodens im Laufe längerer Zeiträume naturnothwendig fortgeſetzt ſteigen müſſen, ſo ſind doch die mittleren Bodenpreiſe innnerhalb dieſer Zeit oft größeren Schwankungen ausgeſetzt, je nachdem die Umſtände für Angebot und Nachfrage wechſeln. Dies iſt auch hier der Fall geweſen und einer ungeſunden Hauſſe iſt eine rectificirende Baiſſe gefolgt. Man erſieht aus alledem, daß man die mittleren Kaufwerthe der Grundſtücke, welche einen effectiven, länger dauernden Werth ausdrücken ſollen, nicht nach den zeitigen, mittleren Kaufpreiſen, wie ſie ſich in einer Gemeinde periodiſch geltend machen, feſtſtellen kann; denn Beide beruhen auf verſchiedenen Unterlagen. Die mittleren Kau f⸗ werthe der Grundſtücke können nur auf deren wirkliche Ertrags⸗ bezw. Ausnutzungs⸗ fähigkeit zurückgeführt werden und hierzu iſt eine eingehende Schätzung mit Rentabili⸗ tätsberechnung erforderlich, wenn dies auch ſummariſch für die verſchiedenen Klaſſen einer Gemarkung ausgeführt werden kann. Die mittleren Kaufpreiſe ſind das Produkt des augenblicklich herrſchenden Arrondirungs⸗ und Arbeitsbedürfniſſes oder auch des Ueberfluſſes bezw. Mangels an Geldcapital u. ſ. w.; ſie ſind daher hauptſächlich Speculationspreiſe, oft genug auch reine Affectionspreiſe. Würde man ſich dieſe Ver⸗ — 26— hältniſſe überall klar machen, ſo würden manche Klagen über zu geringe Rentabilität der Landwirthſchaft verſtummen; man würde ſich überzeugen, daß man den Werth ſeiner Grundſtücke einfach überſchätzt hat, weil man die Preiſe, welche für einzelne Grundſtücke in der Gemeinde zeitweiſe bezahlt worden ſind, als mehr oder weniger maßgebend für den mittleren Kaufwerth gleicher Qualitäten erachtete. Immer kann man beim Kauf von Grund und Boden auch einer gewiſſen Speculation Spielraum laſſen und braucht nicht gerade die Produktion der Grundſtücke unter der bisherigen Bewirthſchaftung als maßgebend für den mittleren Kaufwerth zu betrachten; dieſe Speculation darf ſich dann aber blos auf die eigene Intelligenz gründen, mit der man höhere Erträge zu erzielen hofft. In einem unmittelbaren Verhältniß zu den zu hohen Bodenpreiſen ſtehen die Fruchtbarkeitsverhältniſſe der Gemarkung. Dieſe Fruchtbarkeitsverhältniſſe ſind in Meſſel im Durchſchnitt kaum mittel und es iſt eine bekannte Thatſache, daß man für einen mittleren oder gar geringen Boden viel häufiger einen zu hohen Preis anlegt, als für einen recht guten Boden. Der Boden in Meſſel iſt ein ſchwieriger Boden, bei deſſen Bearbeitung man jede günſtige Witterung ſorgfältig wahrnehmen muß und der durch geſchickte Bearbeitung möglichſt widerſtandsfähig gegen die folgenden Witterungswechſel gemacht werden muß. Wie iſt das aber möglich, wenn auf 1 Hectar nahezu 12 Par⸗ cellen fallen, die in den verſchiedenſten Theilen der Gemarkung vertheilt ſind und wenn als Ackergeräthe nichts anderes als Pflug und Egge zur Verfügung ſtehen? Das Feldbauſyſtem entbehrt der modernen Grundſätze und die Fruchtfolge iſt dem Gedeihen der einzelnen Früchte nicht ſorgfältig angepaßt. Vielleicht würde ſich für diejenigen größeren und mittleren Beſitzer die nicht viel von dem früheren Waldland haben, etwa folgende Fruchtfolge empfehlen: 1. Kartoffeln, 2. Wintergetreide, 3. Kleegras, 4. Kleegras, 5. Hafer, 6. Rüben ꝛc., 7. Wintergetreide, 8. Sommergetreide. Die Anwendung von künſtlichen Düngemitteln wird für die Zukunft ganz un⸗ entbehrlich ſein, wenn nicht die Produktion der Grundſtücke in bedrohlicher Weiſe ab⸗ nehmen ſoll, insbeſondere wird auch den Wieſen ein vollkommener Erſatz ihrer Mineral⸗ beſtandtheile geſichert werden müſſen; der Viehſtand muß vermehrt und rationeller ge⸗ füttert werden. Allem geht aber die Nothwendigkeit voran, die Grundſtücke zuſammen⸗ zulegen und damit zugleich eine beſſere Entwäſſerung und Bearbeitung des Bodens zu ermöglichen. Frage X. Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landwirthſchaftlichen Be⸗ völkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maß⸗ nahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen? ——„———, ——. 8————— O—4,— — 22— Die Gemeinde Meſſel kann als typiſch angeſehen werden für ſolche Gemeinden des Landes, insbeſondere der Rhein⸗ und Main⸗Ebene der Provinz Starkenburg, welche bis zur Gegenwart einen vollſtändig landwirthſchaftlichen Character bewahrt haben und deren Beſitz⸗ und Vermögens⸗Verhältniſſe faſt gänzlich unberührt geblieben ſind von den Einflüſſen, welche die Umgeſtaltung der volkswirthſchaftlichen Verhält⸗ niſſe in der Neuzeit mit ſich brachten. Von dieſem Geſichtspunkt aus erſchien die Wahl Meſſels behufs der vorliegenden Enquete als beſonders geeignet gegenüber anderen durch die modernen volkswirthſchaftlichen Umwälzungen und durch die In⸗ duſtrie ꝛc. beeinflußten Gemeinden. Die veranſtalteten Erhebungen zeigen, daß die Gemeinde bis zur Zeit zwar im Stande war, ſich von den Folgen der Umgeſtaltung unſerer geſammten volkswirth⸗ ſchaftlichen Verhältniſſe mehr oder weniger unabhängig zu erhalten und ſcheinbar könnte die ganze bisherige Thätigkeit der Bewohner von Meſſel auch noch eine un⸗ veränderte bleiben, ohne daß der wirthſchaftlichen Lage der Bevölkerung und nament⸗ lich der Landwirthe eine Gefahr drohte; allein bei genauerer Betrachtung der Reſultate der Erhebungen läßt ſich doch nicht verkennen, daß es für die Landwirthe in Meſſel hohe Zeit iſt, den wirthſchaftlichen Anforderungen unſerer Zeit mehr als bisher Rech⸗ nung zu tragen und die Wirthſchaftsführung in allen Beziehungen moderner zu geſtalten, wenn nicht in vorausſehbarer Zeit ein ſichtbarer Rückgang in der Wohlhabenheit der Gemeinde Platz greifen ſoll, und gerade die Verhältniſſe von Meſſel, wo man faſt ganz iſolirt geblieben iſt von den Bewegungen der Neuzeit, beweiſen, daß es auf die Dauer nirgends möglich iſt, ſich den nothwendigen Veränderungen zu verſchließen, die unſere wirthſchaftliche Weltlage gebietet. Die Nachweiſe über die Hypotheken⸗Verſchuldung, ſowie die Veranſchlagung der Perſonalſchulden zeigen einerſeits, daß die Gemeindeangehörigen gegenwärtig noch voll⸗ ſtändig in der Lage ſind, ihren landwirthſchaftlichen Beſitz entſprechend zu melioriren, andererſeits, daß man auch immer noch im Stande war, die eingegangenen Perſonal⸗ ſchulden aus den Einnahmen beſſerer Jahre zu decken, daß alſo die ſchlimmen Zeit⸗ verhältniſſe der letzten Jahre durchaus keine gefahrdrohenden Wirkungen auf die Beſitzer ausgeübt haben und daß das Beſtreben des Kleinbeſitzes, ſich zu vergrößern, bisher immer noch mit Erfolg fortgeſetzt werden konnte. Für ein der gegenwärtigen Zeit mit ihren ſtets wachſenden Anforderungen ent⸗ ſprechendes wirthſchaftliches Fortſchreiten und für eine gedeihliche Weiterentwickelung der geſammten Lage der Gemeinde Meſſel würde es vor Allem nothwendig ſein, der Viehzucht und Viehhaltung, insbeſondere der Rindviehhaltung, auf welche Meſſel mit ſeinem Wieſenreichthum ganz vorzugsweiſe hingewieſen iſt, eine weſentlich größere Aufmerkſamkeit als bisher zu ſchenken, namentlich durch eine beſſere Pflege des Futter⸗ baues und eine rationellere Verwerthung der Molkereiproducte, ſowie auch der ver⸗ käuflichen Thiere. Alles dies würde allerdings weſentlich gefördert werden durch eine beſſere wirthſchaftliche Lage der Felder und beſonders auch der Wieſen, als ſie jetzt iſt, alſo durch eine zweckmäßige Zuſammenlegung der Grundſtücke; umgekehrt würde aber auch letztere vorausſichtlich herbeigeführt werden, wenn eine zuverläſſigere und — 28— beſſere Verwerthung insbeſondere der Molkereiproducte voranginge und damit die Vortheile eines rationellen Futterbaues in Verbindung mit einer intenſiven Viehzucht und Viehhaltung mehr und mehr erkennbar würden. Deshalb erſcheint die Errichtung einer Sammelmolkerei als Privatunternehmen eines der hervorragenden Landwirthe Meſſels oder noch beſſer einer Genoſſenſchaftsmolkerei als der nächſtliegendſte und wirkſamſte Hebel für die Förderung der Meſſeler Landwirthſchaft. Eine Molkerei⸗Genoſſenſchaft oder auch eine Sammelmolkerei, die den Land⸗ wirthen eine regelmäßige, ſichere und gewinnbringende Verwerthung der Milch gewährt, würde nach allen Richtungen förderlich auf die Geſtaltung der wirthſchaftlichen Thä⸗ tigkeit einwirken und eine weitere Folge würde wahrſcheinlich zunächſt die Bildung eines landwirthſchaftlichen Conſumvereins ſein, welcher den Landwirthen eine zweck⸗ mäßige Auswahl und Anwendung von Kunſtdünger und Kraftfutter lehren würde; vielleicht könnte ſich ſpäter auch mit Vortheil an dieſe Schöpfungen noch eine land⸗ wirthſchaftliche Darlehenskaſſe anſchließen. Die Errichtung einer Landescreditkaſſe würde vorausſichtlich dazu beitragen, den für die Landwirthe erforderlichen Realcredit mit dem Vortheil der Möglichkeit einer mäßigen Amortiſation den Bedürfniſſen entſprechend zu organiſiren, wenn auch zu⸗ nächſt in dieſer Beziehung durch die Langener Sparkaſſe das Bedürfniß einigermaßen gedeckt erſcheint. Die Ablöſung der Grundrente für die ſ. Z. von der Gemeinde erblich vertheilten Allmenden erſcheint für die Zukunft der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung Meſſels erwünſcht. Im großen Ganzen liegt die Hebung der Wohlhabenheit der Gemeinde und der landwirthſchaftlichen Rentabilität z. Z. noch vollſtändig in den Händen der Gemeinde⸗ angehörigen ſelbſt und werden letztere durch ein energiſches Aufraffen zur Erfüllung der von unſern Zeitverhältniſſen geſtellten wirthſchaftlichen Forderungen die Zukunft der Gemeinde ſicherſtellen können; vor Allem aber iſt wenigſtens eine gewannweiſe Zuſammenlegung der Grundſtücke einſchließlich der Wieſen, die ſich gerade in Meſſel außerordentlich leicht bewerkſtelligen laſſen würde, in's Auge zu faſſen. Sonſtige wichtigere Maßnahmen zur Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage der Bevölkerung von Meſſel und insbeſondere der Landwirthe dürften kaum in Anwendung zu bringen ſein, bezw. einen praktiſchen Erfolg verſprechen; die Vertreter der Gemeinde wünſchten, daß den Bewohnern von Meſſel noch mehr Gelegenheit als bisher gegeben würde, im benachbarten ſiscaliſchen Walde Laubſtreu zu gewinnen. Der Berathung über den Bericht, welche das vorſtehende Reſultat hatte, wohnten außer den Unterzeichneten bei: der Großh. Kreisrath, Provinzialdirector von Marquard, das Kreisausſchußmitglied Bürgermeiſter Schiemer von Pfungſtadt, der Bürgermeiſter von Meſſel und drei Landwirthe von da, von denen je einer dem Gemeinderathe und dem Ortsgericht angehört. Meſſel, den 7. Juni 1884. Jaup, Gr. Miniſterialrath. Weidenhammer, Gr. Landesöconomierath. die cht ng Anlage I. he nd Gemeinde Meſſel. 3 Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und T„ 2 72 77 i⸗ Rentabilitäts⸗Berechnun u eines 1 de; größeren Vauerngutes von 17 Pectar. nd⸗——— den Der Beſitzer iſt verheirathet, 47 Jahr alt, Vater von 5 Kindern, wovon 3 ier Söhne und 2 Töchter.— Ein Sohn, 21 Jahr, und eine Tochter, 16 Jahr, arbeiten zu⸗ in der Wirthſchaft, zwei Söhne und eine Tochter gehen noch in die Schule. Außer⸗ zen dem lebt noch der Vater der Frau in der Familie, ein 67 Jahr alter aber ziemlich rüſtiger Mann, der noch eine recht brauchbare Arbeitskraft für die Wirthſchaft ſtellt. ten Im Ganzen beſteht alſo die Familie aus 8 Perſonen, wovon 5 Erwachſene— els(3 Manns⸗ und 2 Frauens⸗Perſonen) ihre Arbeitskraft mehr oder weniger der Wirth⸗ ſchaft widmen. 3 I. Beſitzſtand. ing A. Grund und Boden mit Obſtbäumen.(Grundcapital.) nſt 11,5 Hectare Ackerland mittlerer Kaufwerth: Steuercapital inel. Gebäude: eiſe 5,„ Wieſe 25,500 Mk. 284,5 fl. ſſel(in 254 Parcellen). der Obſtbäume: ung 25 größere Aepfelbäume à Mk. 20=.. Mk. 500 lde 8„ Birnbäume à Mk. 15=„ 120 ben 20 junge Aepfelbäume à 5 Mk.=.„ 100 12 Zwetſchen⸗ und einige Kirſchbäume..„ 30 ten Summe. Mk. 750. 1 Wiederholung. the Grund und Boden....... Mk. 25500 Obſtbäunmge...„ 750 Mk. 26250 zu übertragen.. Mk. 26250 Uebertrag B. Gebäude. Eine Hofraithe beſtehend aus Wohnhaus, Stallung, Scheuer und Schoppen laut Brandcataſter. Mk. 4630 eine Scheuer enſſerſalh d der Hrſtithe lant Brand⸗ cataſter....„ 800 — C. Viehſtand. 2 Pferde(6 und 4 Jahr alt)..... Mk. 1200 4 Kühe Simmenthaler Krenzung Gerden nicht angeſpannt)...„ 1150 3 Kälber...„ 100 3 junge Schweine und 1 Zuchtſau„ 300 25 Stück Geflügel incl. 3 Gänſen„ 45 1 Vienenſtock....„ 5 (Der Beſitzer hat ſonſt mehr Rindvieh gehalten als gegen⸗ wärtig; eine Kuh iſt ihm kürzlich zu Grunde gegangen und außerdem war er früher Gemeindefaſſel⸗Halter, der Viehſtand ſoll wieder erhöht werden.) D. Todtes Inventar. 2 größere und 1 kleiner Fuhrwagen..... Mk. 300 1 Pflug und 2 Eggen.......... 550 2 Pferdegeſchirre.......„ 80 1 Häckſelmaſchine..........„[Q ·50 1 Schrotmühle.........„ 100 1 Getreide⸗Windſege......„ 20 1 Kelter für Obſt.......„ 30 1 Hohelbank mit Zubehör.....„ 20 Faß⸗ und Band⸗Geſchirr....ü.„ 50 Handgeräthe incl. Säcke..„ 100 Hausrath incl. Kochgeſchirr.......„ 100 E. Vorrath an umlaufendem Betriebskapital. ſiehe Rentabilitätsberechnung Werth des geſammten Befites Inventar der engeren Familienwohnung(Mobiliar incl. Betten, Bettwäſche u. ſ. w.) Mk. 1500. Mk. 26250 „ 5430 „ 2800 „ 900 775 2 Mk. 36155 50 II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung des Ackerfeldes iſt im Allgemeinen die in der Gemarkung übliche, etwas verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft(ſ. Frage I.); jedoch eine die letztere 30 nicht beſonders genau innehaltende, indem der Getreidebau noch mehr überwiegt. Der Anbau der Früchte und der Natural⸗Ertrag derſelben ſtellen ſich hiernach durchſchnitt⸗ lich ungefähr wie folgt: 5 5 2¶ ⅔2̈ρ☛☚ 4 Anbannu 5 2[5 8[ 3 ☛ 5 8 S SS Ceuntnuer. Korn.„ Hectar 3,50 64 160 00 Hafer...„ 3,50 70 90 R./ler 132 Weizen.....„ 0,70 16 25 3,3 Gerſte.....„ 0,70 14 12 Kartoffeln....„ 1,00——[220 Rüben.....„ 1,00——— 500 Klee......„ 0,80———— 125 Mais.....„ 0,135 NN6360 (grün gefüttert) Wieſen...„ 5,50 1——————[320 Raps..„ 015 2 Obſt(Aepfel und Virnen)— 10 Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich annähernd pro ½¼ Hectar wie folgt: bei Korn auf 4,60 Ctr. Körner, 11,40 Ctr. Stroh 2 Hafer/ 5,00/ 2 6,40/ 2 2 Weizen 2 5,20 4// 9,00/ 2 2 Gerſte 1 5,00 1 1 5,50 11 2 „ Kartoffeln„ 55„ Knollen(gute geſunde) „ Rüben„ 125„ Rüben „ Klee„ 40„ Heuwerth 90„ Wieſen„ 15„ Heu und Grummet. Aus dem Viehſtand. 75 Milch. Durchſchnittlich im Jahr pro Kuh 1300 Liter, pro Tag und Kuh 3,5 35 Liter, im Ganzen alſo 5200 Liter. Rindvieh. Durchſchnittlich wird alle 2 Jahre eine Kuh überzählig und 3 bis 4 Kälber treten jährlich zu, von denen 2 verkauft werden. Schweine. 6 Maſtſchweine mit durchſchnittlich 180 Pfund Schlachtgewicht, und 12 Ferkel, die theils aufgezogen, gemäſtet oder jung verkauft werden. Geflügel. Durchſchnittlich 1200 Eier und etwas abgängiges Geflügel mit 3 Gänſen. Honig. Für Sankunt. B. Natural⸗Bedarf. Korn 3,50 Hectar. 12 GCtr. Pfd. Hafer 3, 50 3...... 10„„ Weizen 0,70 7..2„ 50„ Gerſte 0,70„ 2„ 20„ Kartoffeln 1,00„ 25„=„ Rüben 1,00„..=„ 6„ Klee 0,80„......=„ 30„ Mais 0,15 3—„ 10„ Raps 0,15„ 3„ Für den Viehſtand. . Hafer, den Pferden... 40 Ctr.— Pfd. Gerſte, den Schweinen und dem Rindvieh 11„ 80„ Kartoffeln, do. do. 150„„ Rüben, dem Rindvieh... 500„—„ Klee, wird ſämmtlich an Pferde u. Rind⸗ vieh grün gefüttert mit Ausnahme des zum eigenen Bedarf gezogenen Samen⸗ klee, in Heuwerth... 125„—„ Stroh, daſſelbe wird ſämntlich für den Viehſtand zu Futter und Streu ver⸗ wendet.... 3... 287„„ Wieſenheu und Grummet, den Pferden cirea. 80 Ctr. dem Rindvieh circa.. 80„ 160„ 1 Roggenkleie vom eigenen Mahlgut.. 10„—„ Rapskuchen... 4„=„ Milch(größtentheils abgerahmt)... 1500 Liter. Molken, Abfälle ꝛc. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Produkte beträgt in runder Summe annähernd.... Ml. 2650 Werden hiervon die uſten der fn die Pſede verwendeten zdnrir abgezogen mit rund... 7 659 ſo bleiben für Rindvieh, E ircin und Geflügel nuc zu t Werechne ca. Mk. 2000 zu übertragen.. Mk. 2000 —2,—— und ſen. 50 50 00 05 — 33— Uebertrag.. Mk. 2000 Der Werth der von Rindvieh, Schweinen und Geflügel erzielten Produkte berechnet ſich im Ganzen in runder Summe annähernd auf.„ 1250 Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Produkte noch durch den Stallmiſt zu decken ſein........... Mk. 750 Die Stallmiſt⸗Produktion von Rindvieh und Schweinen iſt annähernd auf 1200 Centner zu ſchätzen, ſo daß der Centner auf etwa 62 ½ Pfennig zu ſtehen kommt. Hierzu treten nun aber noch die Koſten für Zinſen, Verpflegung ꝛc. des Viehſtandes, ſo daß der Stallmiſt pro Centner auf mindeſtens 65 Pfennig zu ſtehen kommen wird. Für die Familie (einſchließlich der Tagelöhner, ein Mann und eine Frau, durch etwa 60 Tage). Getreide. Roggen........ 36 Centner Weizen(als Mehl gekauft)........... 410„ Kartoffeln......... 40„ Fleiſch ca. 650 Pfund (hiervon 450 bis 500 Pfund ſelbſt producirtes Schweine⸗ fleiſch, inel. Wurſt, exel. Schmalz, und 150 bis 170 Pfund zugekauftes Rindfleiſch; außerdem hin und wieder abgängiges Geflügel) Butter..... 60„ Schmalz. 60„ Kaffee und Cichorien. 1........... 52„ Zucer 10„ Salh... 200 3 Milch(zum kleineren Theil abgerahmte)...... 2000 Liter Obſtmoſt..... 100„ Bier............... 50„ Eier......ͤ 500 Stück. Käſe, Latwerge, Gemüſe ꝛc. Es berechnet ſich hiernach, wenn man die Tagelöhner und die im Hauſe zu⸗ weilen verkehrenden Gäſte mit runden Beträgen abrechnet, der Verbrauch der 8 Per⸗ ſonen ſtarken Familie pro Kopf und Tag auf rund ungefähr: 750 Gramm Getreide, 500„ Knartoffeln, 110„ Fleiſch, 10„ WBulter, 10„ Schmalz, 9„ Kaffer, 3„ Zucker, 30 2 Salz, 0,60 Liter Milch, 0,04„ Obſtmoſt, Bier, Käſe, Eier, Gemüſe, Latwerge, Gewürz ꝛc. Es ſind darin ca. 100 bis 110 Gramm verdauliches Protein enthalten, was in Betracht, daß unter der Familie 3 Kinder und ein älterer Mann ſind, wohl aus⸗ reichend erſcheint. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich Mk. 1400 und täglich ca. Mk. 3,80. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee, Brot mit Butter, Schmierkäſe oder Latwerge (Obſtkraut). Zweites Frühſtück: Brot mit Butter oder Handkäſe oder Hausmacher⸗ wurſt; hierzu zuweilen Obſtmoſt, Bier. Mittageſſen: Im Allgemeinen täglich Fleiſch, auf die Perſon durchſchnitt⸗ lich ca. 110 Gramm incl. zweites Frühſtück, Gemüſe, Bohnen⸗ oder Kartoffelſuppe, zuweilen auch Milchſuppe oder Griesſuppe mit Milch. Vesperbrot: Kaffee, Brot mit Butter, Schmierkäſe oder Latwerge. Abendbrot: Mehlſuppe oder Dickmilch, auch Kartoffeln und Pfannenkuchen, Salat; zuweilen Eier. Sonntags wird ebenſo gelebt wie Werktags, nur wird des Abends Wurſt bei⸗ gegeben und gewöhnlich Salat, Eier ec. Die Tagelöhner eſſen mit der Familie; Geſinde wird nicht gehalten. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 16 Etr. Noggen à Mk. 9,—..... Mk. 144,— 20„ Haſer à. Ml. 7,50 c„ 150,— 43,50„ Weizen à Mt. 11,30=o.....„ 157,50 2„ Raps à Mk. 14,—=..„ 28,— 160„ Wieſenheun à Mk. 3,—=...., 480, 1 150 Pfd. Butter 5, Nek. 0,0=......„ 135,— Vieh. Alle zwei Jahr 1 Kuh à Mk. 250= Mk. 125,— Hierzu 3 Kälher..........„ 80, 4 Maſtſchweine.......„ 320,— Fertel„ 125, —„ 650,— 3 Gänſe......„ 12,— Eier 700 Stück, Honig ꝛc..„ 43,50 Summe.. Mk. 1800,— (Die Preiſe für Getreide ſind etwas niedriger als die mittleren Durchſchnittspreiſe der letzten 6 Jahre in Darmſtadt genommen.) B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Grund⸗ und Gebände⸗Steuer....... Mk. 85,35 Gemeinde⸗Umlagen hierauf. 1„ 103, Staats⸗Einkommenſteuer„ 52,41 Gemeinde⸗Einkommenſteuer.....„ 34,65 Grundzins an die Gemeinde von ſteuerfreiem frü⸗ herem Waldland.....„ 25,82 Tilgungsrente(hört 1887 auf)„ 38,90 Taglöhne: 1 Mann 60 Tage à Mk. 1,20= Mk. 72,— 1 Frau 60„ à„ 0,60=„ 36,— (Die Taglöhner erhalten außerdem volle Koſt.) Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe: dem Wagner. Mk. 25,— dem Schmied 60,— dem Sattler ꝛc.... G. 15,— für Hausrath und Handgeräthe„ 20,— Inventar der Familienwohnung. Verſicherungs⸗Prämien: Wirkliche Ausgaben: für Gebäude... Mlk. 6,75 für Inventar,..........„ 7,— für Produkte„ 1,60 Pferde⸗Remonte. Die Pferde werden zum Theil ſelbſt gezogen, zum Theil als Pferde gekauft. Als baare Ausgabe ſind jährlich etwa anzunehmen Zukauf von Kraftfutter: Rapskuchen 4 Ctr.. Heizung und Beleuchtung: Holz c............. Mk. 80,— Petroleum ec...„ 10,— —— . 2⸗ Mk. 340,13 „ 108,— „ 60,— „ 120,— 2 30, 14,35 „ 50,— 2— 30,— „ 90,— ——— zu übertragen . Mk. 842,48 3* Uebertrag.. Mk. 842,48 Zukauf von Nahrungsmitteln: 750 Pfd. Mehl von 10 Ctr. Weizen... Mk. 125,— Fleiſch: 160 Pfd. Rindfleiſch à 50 Pf...„ 80,— Kaffee und Eicgorit 52 Aüſi.....„ 42, Zucker........ 1.) 4,— Bier, 50 Liter à 20 vi....„ 190, Diverſäae.....„ 3,— —qł—„ 264,— Bekleidung.......... ů....„ 1400,— Arzt und Apothele........„ 15,— Thierarzt.............„ 5,— Verſchiedenes...............„ 23,52 Summa.. Mk. 1550,— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen.... Mk. 1800 Die Ausgaben betrugen...„ 1550 Ueberſchuß.. Mk. 250 IV. Rentabilitäts-Verechnung. A. NRohertrag. (excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte.) Erlös aus verkauften Produkten(ſiehe oben)....... Mk. 1800 Werth der für die Familie aus der Wen thielaft entnommenen Pro⸗ dukte(ſ. o. 1400— 264)...„ 1136 Summa Mk. 2936 B. Produktionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von 5430 Mk. à 4%... Mk. 217,20 Verſicherungsprämie.....„ 6,75 Abnutzung(Amortiſation) 0,75%„ 40,25 Inſtandhaltung.......„ 60 — Mk. 324,20 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von 2800 Mk. A 4%%,.... Mk. 112 Verſicherungsprämie 2 2 o.....„ 70 Abnutzung(Amortiſation) 50% vom Werth. der Pferde 600 Mk. à 8 ¼%(die Hälfte wird durch Nachzucht gedeckt)....„ 50 27 zu übertragSen.. Mk. 556,20 48 IS Uebertrag.. Mk. 556,20 3. Capital des todten Inventars: Zinſen von 900 Mk. à 4%..... Mk. 36 Verſicherungsprämie 0,2%R,.....„ 1,80 Erneuerung und Inſtandhaltung, wirkliche Ausgabe..........„ 120 —Óõ„ 157,80 4. Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50% der jährlichen baaren Ausgaben= 775 Mk. Hiervon 6%.„ 46,50 5. Hagelverſicherungsprämie 0,75% vom Werth der Getreide⸗Ernte (geringe Gefahr) 2000 Mk. à 0,75%ç, ⸗ü......„ 15,— 6. Feuerverſicherung der Produkte...„ 4,— 7. Steuern und Umlagen(excl. ilnugsreut und Perſonalſteuer)„ 214,17 8. Kraftfutter....„ 30,— 9. Heizung und Beleuchtung 25 der geſammten Ausgabe((5 0% auf die Familie)....... ͤ......„ 22,50 10. Thierarzt............„....„ 5,— 11. Arbeitslöhne: Tagelöhner, 1 Mann und 1 Frau, durch 60 Tage à 1,80 und Koſt. Mk. 168 Lohn für die 5 erwachſenen Perſonen der Familie: Mann und Frau.. Mk. 750 Schwiegervater....„ 250 Sohn und Tochter...„ 600 „ 1600 „ 1768*) 12. Berſchtedeltes......... t..„ 10,83 Summa.. Mk. 2830,— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug... Mk. 2936 Die Produktionskoſten betrugen..„ 2830 Bleibt Reinertrag. Mk. 106 36) Arf 1 Hectar Acker und Wieſe ſind bei dem hier vorliegenden ausgezeichneten Wieſenver⸗ hältniß und in dem einfachen Wirthſchaftsbetrieb wie hier ohne nennenswerthen Hackfruchtbau ꝛc. jährlich etwa höchſtens 70 Arbeitstage(½ Männer⸗ und ½ Frauentage) einſchließlich Geſindearbeit zu rechnen, hier alſo im Ganzen rund 1200 Tage. Nicht in Betracht können bei der Rentabilitäts⸗ berechnung gezogen werden alle die Arbeiten, welche im Intereſſe der engeren Haushaltung und Familie geleiſtet werden; ſondern nur diejenigen Arbeiten, welche in unmittelbarer Beziehung zur Produktion der Wirthſchaft ſtehen.— Der Arbeitslohn der Familie ſcheint hiernach hinreichend hoch veranſchlagt. Rechnet man hierzu noch den Werth der freien Wohnung, den die Familie von der Wirthſchaft genießt, da ja alle Koſten der Gebäude(ſ. Poſ. 1 der Produktions⸗ koſten) der Wirthſchaft zur Laſt geſchrieben wurden und ſchätzt man denſelben auf Mk. 100, ſo erhebt ſich der Reinertrag auf Mk. 206. Das Grundcapital iſt incl. Obſtbäume eingeſchätzt auf Mk. 26250. Hiervon Mk. 206 Zins, beträgt der Zins des Grundcapitals(Grundrente) plus Unternehmergewinn rund 0,76%. Erwägt man die ungemein geringe Produktion, die in der Wirthſchaft in Feld und Stall erzielt wird, ſo erſcheint die Grundrente von 0,76% immerhin noch nicht ganz un⸗ günſtig. Ein höherer Zinsfuß als 3 bis 3% kann vom Grundcapital überhaupt niemals verlangt werden und wird auch bei Verpachtung geſchloſſener Güter durch⸗ ſchnittlich nirgends erzielt; wer Geld auf ſeine Grundſtücke leiht, muß die Zinſen dafür von den Zinſen ſeines Betriebscapitals decken. Anlage II. Gemeinde Meſſel. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines mittleren Vauerngutes von 6,42 Yectar. Der Beſitzer iſt verheirathet, 33 Jahr alt, ohne Kinder. Außerdem lebt noch die Mutter der Frau in der Familie, eine 54 Jahr alte Frau, ſehr rüſtig, welche in der Wirthſchaft thätig iſt. Im Ganzen beſteht alſo die Familie aus drei erwach⸗ ſenen(1 Mann und 2 Frauen) in der Wirthſchaft arbeitenden Perſonen. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbänmen.(Grundcapital.) 4,42 Hectare Ackerland 1 nittlerer Kaufwerth: Steuercapital incl. Gebäude: 2,00„ Wieſe— 12,850 Mk. 121,13 fl. (in 83 Parcellen). Obſtbäume: 16 größere Aepfelbäume à Mk. 30=.. Mk. 480 2 größere Birnbäume à Mk. 15=„ 30 20 jüngere Aepfelbäume à Mk. 5=„ 100 12 Zwetſchen⸗ und einige Kirſchbäume..„ 40 Summe Mk. 650. Wiederholung. Grund und Boden........ Mk. 12850 Obſthäume.....„ 650 Mk. 13500 zu übertragen.. Mk. 13500 — 40— B. Gebände. Eine Hofraithe beſtehend aus Wohnhaus(überflüſſig groß), Stallung und Scheuer, laut Brandcataſter. I C. Viehſtand. 1 junger Zugochſe(ſelbſtgezogen)..... Mk. 300 2 Kühe, Simmenthaler Kreuzung(werden mäßig angeſpannt).„ 700 2 Stück Jungvieh(1 Rind und 1 Kalb)...„ 200 6 junge Schweine(Ferkel)h)„ 190 1 10 Stüc Geflligel........„ 10 ir D. Todtes Inventar. 1 größer Fuhrwagen..... AI!. 120 1 Pflug und 2 Eggen.......„ 50 3 Fahrgeſchirre für Rindvieh.......„ 10 4 Häckſelmaſchine.........„ 20 1 Getreide⸗Windfege.....„ 190 4 Kelter ſür Obſt.. 9„ 30 Faß⸗ und Band⸗Geſchir.......„ 50 Handgeräthe incl. Sccke....... 7 100 Hausrath incl. Kochgeſchirr.......„ 100 E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital. ſiehe Rentabilitätsberechnung..... 2 Uebertrag.. Mk. 13500 4630 1400 500 500 Werth des geſammten Beſitzes.. Mk. 20530 Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 1000. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung des Ackerfeldes iſt im Allgemeinen die in der Gemarkung übliche(ſ. Frage J); indeß iſt der Beſitzer doch beſtrebt, dieſelbe etwas rationeller zu geſtalten, namentlich nicht öfter als zweimal Getreide nacheinander zu bauen. Der Anbau der Früchte und der Natural⸗Ertrag derſelben ſtellen ſich hiernach durchſchnittlich ungefähr wie folgt: 00 Getreide S23 S[5 SSS 2 . S Anban eSea 30 5[ 8 S. 5 5 5 Eentner Korn...... 3. Hectar 1,25 32 70 Hafer.......„ 0,75 22 30 „ Weizenn........„ 0,40 12 24 Gerſte„ 0,30 7 6 Kartoffeln.......„ 0,70——[160 Rübenn......„ 0,50——[— 300 Klee....... 8.5, 0,52— 100 Wieſen........„ 2,00—————[150 00 Obſt v3“ Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich pro ½ Hectar wie folgt: bei Korn auf 6,40 Ctr. Körner, 14,00 Ctr. Stroh, 1 Hafer 1 7,30 1 1 7,40 7 11 1 Weizen 1 7,50 1 1 15,00 1 11 2 Gerſte 2 6,00 2 2 7,50// „ Kartoffeln„ 57,50„ Knollen(gute geſunde), „ Rüben„ 150,00„ Rüben, „Klee„ 50,00„ Heuwerth, „ Wieſen„ 18,75„ Hen und Grummet. Aus dem Viehſtand. 90 Milch. Durchſchnittlich im Jahr pro Kuh 2200 Liter, pro Tag und Kuh ca. 6 Liter, im Ganzen alſo 4400 Liter.(Die Kühe werden mäßig ange⸗ 90 ſpannt.) — Rindvieh. Durchſchnittlich werden alle drei Jahre ein fetter Ochſe und eine 30 fette Kuh verkauft und innerhalb 2 Jahren treten 3 bis 4 Kälber zu, von denen im Durchſchnitt jedes Jahr 1 Stück verkauft wird. Schweine. 6 Maſtſchweine mit durchſchnittlich 200 Pfund Schlachtgewicht, welche als Ferkel angekauft wurden. Geflügel. Durchſchnittlich 1000 Eier und etwas abgängiges Geflügel. B. Natural⸗Bedarf. ig Für Saatgut. n Korn 1,25 Hectar... 4 Ctr. 50 Pfd. 9 Hafer 0,75„ t.Ietſ... 2„ 70„ 1 Weizen 0,40„ 12„ 70„ Gerſte 0,30„....„ 60„ Kartoffeln 0,70 Heclart. 20 Ctr.— Pfd. Rüben 0,50„......—„ 8„ Klee 0,52„......„ 20„ Für den Wiehtud. Korn......... 6 Ctr. 50 Pfd. Häfer... 66„ 30„ Gerſte.... 6„ 140. Kartoffern 1130„—„ Rüben....300„—„ Klee, wird ſämmtlich grün gefüttert, mit Ausnahme des zum eigenen Bedarf ge⸗ zogenen Samenklee, in Heuwerth.. 100„—„ Wieſenheu und Grummet..... 150„—„ Stroh..... 126„—„ Roggenkleie vom eigenen e Wallgut,.. 5„„ Rapskuchen..... 3„—„ Laubſtreiie... 80—„ Milch(größtentheils abgerahmt).. 1500 Liter. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Tenüti beträgt in runder Summe annähernd..„. Mk. 1800 Der Werth der erzielten uradute berche ſc im Gunzen in runder Summe annähernd auf. Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Produkte noch durch den Stallmiſt zu decken ſein.... Mk. 500 Die Stallmiſt⸗Produktion iſt annähernd auf 1000 Centner zu ſchätzen, ſo daß der Centner auf etwa 50 Pfennig zu ſtehen kommt, wozu noch die Koſten für Zinſen, Verpflegung ꝛc. des Viehſtandes treten. Für die Familie (einſchließlich der Tagelöhner, ein Mann 20 Tage und eine Frau 80 Tage, die mit der Familie eſſen). „ 1300 Getreide. Noggen............ 16 Centner Weizen(als Mehl eueruni..... 2„ Kartoffeln............ 10„ Fleiſch ca...... 510 Pfund (hiervon 440 bis 460 Pfund ſelbſt produeirtes Schweine⸗ fleiſch, inel. Wurſt, excl. Schmalz, und 60 Pfund zu⸗ gekauftes Rindfleiſch, außerdem hin und wieder ein ab⸗ gängiges Stück Geflügel) ſie Putter 50 Pfund Schmalz(ſelbſt producirt). 70„ Kaffee. 30„ Zucker 10„ Salz. 100„ Milch(zum Theil abgerahmt). 750 Liter Obſtmoſt(eigener). 150„ Eier.. 500 Stück 2 Käſe, Gemüſe ꝛc.... H..... H. wanni Es berechnet ſich hiernach, wenn man die Tagelöhner und die im Hauſe zu⸗ weilen verkehrenden Gäſte mit runden Beträgen abrechnet, der Verbrauch der 3 Per⸗ ſonen ſtarken Familie pro Kopf und Tag auf rund ungefähr: 750 Gramm Getreide, 450„ Kartoffeln, 225„ Fleiſch, 15„ Butter, 20„ Schmalz, 12„ Kaffee, 4„ Zulcler, 30 Salz, 0,70 Liter Milch, 0,16„ Obſtmoſt, Käſe, Eier, Gemüſe, Latwerge, Gewürz ꝛc. Es ſind darin ca. 120 bis 130 Gramm verdauliches Protein enthalten, was nach Profeſſor Voit erwünſcht iſt für einen erwachſenen Mann bei mittlerer Arbeit. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich Mk. 800 und täglich ca. Mk. 2,20. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee, Brot mit Butter, Schmierkäſe oder Latwerge (Obſtkraut). Zweites Frühſtück: Brot mit Butter oder mit Handkäſe, Wurſt oder Fleiſch, hierzu Obſtmoſt. Mittageſſen: Täglich Fleiſch, Gemüſe oder Kartoffeln, Milch⸗, Bohnen⸗ oder Kartoffelſuppe, auch Griesſuppe mit Milch. Vesperbrot: Kaffee, Brot mit oder ohne Butter. Abendbrot: Brot mit Wurſt und Salat oder dergl., hierzu zuweilen Obſtmoſt. Die Familie lebt, weil ſie keine Kinder hat, außergewöhnlich gut und ſtrengt ſich auch in der Arbeit nicht gerade an. — 44= III. Geld-Rechnung. 2 A. Einnahmen. 5 Ctr. Roggen Ml. 9,=....... ͤ Mr. 45,—— 10„ Hafer a Ml. 7,DO..........„ 75, d 10„ Weizen à Mk. 11,30=..„ 113, 23 8 220 Pfd. Butter à Mk. 0,90=.......„ 198, d Vieh. Alle 3 Jahr 1 fette Kuh und 1 fetter Ochſe, zuſammen ca. Mk. 720, Lührlih. Nk. 240,— 6 Hierzu 1 Kalb.—„ 40,— 3 4 Schweine(fett).........„ 380,— „ 660,— Eier 500 Stück 2ec.......„ 29,— 5 Summa.. Mk. 1120,— (Die Preiſe für Getreide ſind etwas niedriger als die mittleren Durchſchnittspreiſe der letzten 6 Jahre in Darmſtadt genommen.) B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Grund⸗ und Gebäude⸗Steuer........ Mk. 36,34 Gemeinde⸗Umlagen hierauf........„ 51,90 Staats⸗Ginkommenſteuer.......„ 29,25 Gemeinde⸗Einkommenſteuer.„ 23,16 „Grundzins....„ 7, 23 Tilgungsrente Ghüört 1887 auf).. I.....„ 15,32 Mk. 163,20 Taglöhne: 1 Mann 20 Tage 4 Ml. 1,30=.... Ml. 26, 4 Fran 80„ 4„ 0,80.„ 64,— a (Müſſen über Zeit arbeiten.) 4 Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe.„ 50,— Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe: dem Wagner.......... MNk 15, dem Schmied.......„ 30, für Hausrath und Handgeräthe..„ 15, 0 Inventar der Familienwohnung„ 25,— zu übertragen.. Mk. 388,20 Verſicherungs⸗Prämien: öhertra.. Mk. 388,20 Für Gebäude..... 4,50 15—(Inventar und Produkte ſind nicht verſichert.) 75— Zukauf von Vieh: 13233 6 Ferkel à Mk. 12„ 172, 98. 3 Zukauf von Kraftfutter: 1 Rapaknchen 3 Ctr.............„ 2,50 Laubſtreu 80 Ctr...............„ 40,— Heizung und Wiennötung⸗ Holz 2c.... i. Ii..... Mk. 80,— 60,— Petroleum 2C............„ 10, 9,— Zukauf von Nahrungsmitteln:„ 906 6— 150 Pfd. Mehl aus 200 Pfd. Weizen.... Mk. 25,— nriſe Fleiſch: 60 Pfd. Rindfleiſch à 50 Pf.....„ 30,— Kaffee 30 Pfd., Zuncker, Salz C......„ 45, Jo Bekleidung...........„ 290, Arzt und Apotheke.„ 8,— Thierarzt.......„ 2,— Verſchiedenes.„ 22,80 Summa.. Mk. 1000,— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen.... Mk. 1120 Die Ausgaben betrugen.....„ 1000 320 Ueberſchuß Mk. 120 IV. Rentabilitäts-Verechnung. A. Rohertrag 0—(excl. der für die Produktion in der Wirthſchaft verwendeten Produkte). Erlös aus verkauften Produkten(ſiehe oben)....... Mk. 1120 Werth der für die Familie aus der Wir hichaſt entnommenen 1 Pni 0,— dukte(ſ. o. 800— 100)....„ 700 Summa Mk. 1820 B. Produktionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 4630 A 4 9%...„ Mk. 185,20 Verſicherungsprämie......„ 4,50 „,— Abnutzung(Amortiſation) 0,75 6...„ 34,70 3,— Inſtandhaltung.........„ 50,— Mk. 274,40 ,20 zu übertragen.. Mk. 274,40 12. Uebertrag .Capital des lebenden Inventars: Zinſen Mk. 1400 à 4%....... Mk. 56,— Verſicherungeprännie 2%o......„ 28,— Jährlicher Zukauf von Ferkeln....„ 72,— „Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 500 Aà 4%..... Mk. 20, Verſicherungsprämie 0,2%...„ 1,— Erneuerung und Inſtandhaltung, wirkliche Ausgabe.....„ Q 60, .Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50% der jährlichen baaren Ausgaben= Mk. 500. Hiervon 6% .Hagelverſicherungsprämie 0,75% vom Werth der Getreide⸗Ernte (geringe Gefahr) Mk. 1000 à 0,75% „Feuerverſicherung der Produkte. . Steuern und Umlagen(excl. Tilgungsrente und Perſonalſteuer) .Kraftfutter und Laubſtreu... .Heizung und Beleuchtung 25% der geſammten Ausgabe(75 5% auf die Familie)..... . Thierarzt. .Arbeitslöhne: Tagelöhner, 1 Mann 20 Tage à Mk. 1,30 und Koſt, 1 Frau 80 Tage à 80 Pfg. und Koſt—... Mk. 150,— Lohn für die 3 Perſonen der e Funnli(ſehr mäßige Arbeit)... K49.., 600.— Verſchiedenes. Summa C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug..... Mk. 1820 Die Produktionskoſten betragSen..„ 1500 Bleibt Reinertrag. Mk. 320 2 2 274,40 156,— 30, 7,50 1,50 95,47 62,50 22,50 2— 750³) 17,13 1500,— Rechnet man hierzu den Werth der freien Wohnung, den auch hier die Wirth⸗ ſchaft thatſächlich leiſtet, mit nur Mk. 80, ſo ſteigert ſich der Reinertrag auf Mk. 400. Das Grundeapital iſt incl. Obſtbäume eingeſchätzt auf Mk. 13500. Hiervon Mk. 400 *) Für die Wirthſchaft ſind ca. 450 Arbeitstage(½ Männer⸗ und ½ Frauentage) erforderlich, der Arbeitslohn iſt alſo reichlich veranſchlagt. .,40 3 9, — 47— Zins, beträgt der Zins des Grundcapitals(Grundrente) plus Unternehmergewinn rund 3%, was beinahe einer vollen Grundrente entſpricht. Daß ſich die Grundrente hier in Procenten um ſo viel höher ſtellt als bei dem größeren Bauerngut, trotzdem das vorſtehend beſchriebene Gut mit ſeinem Grund und Boden um 25% pro Hectar höher eingeſchätzt iſt, liefert einen Beweis dafür, welchen enormen Erfolg die intenſivere Bewirthſchaftung zu erzielen vermag. Es bedarf nur noch einer ſehr geringen Anſtrengung, um einen Unternehmergewinn heraus zu wirth⸗ ſchaften. Anlage III. Gemeinde Meſſel. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines Tagelöhnergütchens von 4,42 Hectar. Der Beſitzer iſt Wittwer, 56 Jahr alt, Vater von 2 Söhnen und 1 Tochter. Die beiden Söhne ſind außerhalb von Meſſel ſelbſtſtändig. Die Tochter iſt verheirathet, 30 Jahr alt, ohne Kinder, lebt mit ihrem Mann bei ihrem Vater und dieſe 3 Per⸗ ſonen, alſo 2 Männer und 1 Frau, führen gemeinſchaftlich die Wirthſchaft. Die beiden Männer gehen außerdem auf Arbeit im benachbarten fiskaliſchen Wald, der Beſitzer des Gutes als Holzſetzer. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen.(Grundcapital.) 3,03 Hectare Ackerland mittlerer Kaufwerth: Steuercapital incl. Gebäude: 1,’99„ Wieſe 8780 Mk. 62,1 fl. (in 67 Parcellen). Obſtbäume:. 20 größere Aepfelbäume à Mk. 30=.. Mk. 600 5 größere Birnbäume à Mk. 15=„ 75 10 junge Aepfelbäume à Mk. 4=..„ 40 Zwetſchen⸗ und einige Kirſchbäume...„ 5 Summa. Mk. 720 Wiederholung. Grund und Boden.... Ml. 8780 Obſtbäume.„ 1720 Mk. 9500 zu übertragSen.. Mk. 9500 — 49 Uebertrag.. Mk. 9500 B. Gebäude. Ein Wohnhaus mit Stall und einer Scheuer, laut Brandcataſter„ 2600 II. I. C. Viehſtand. 2 Kühe, Simmenthaler Kreuzung(werden viel ein⸗ geſpannt)......... MNMkk. 600 1 Rind...........„ 200 3 junge Maſtſchweine.........„ 145 4 Hühner.............„ 5 —„ 950 D. Todtes Inventar. er. 1 einſpänniger Wagen........ Mk. 75 et, 1 Pflug und 1 Egge..........„ 40 er⸗ Fahrgeſchirr für Nindbieh.......„ 10 die 1 Häckſelbant........„ 10 der 1 Getreide⸗Windfege...........„ 20 Faß⸗ und Band⸗Geſchirr........„ 30 Handgeräthe incl. Säcke........„ 50 Hausrath incl. Kochgeſchtrr........„ 65 00 de: E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital. ſiehe Rentabilitätsberechnung........„ 360 Werth des geſammten Beſitzes.. Mk. 13710 Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 600. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung des Ackerfeldes iſt im Allgemeinen die in der Gemarkung übliche, indeß wird ſtreng darauf gehalten, daß nie öfters als zweimal hintereinander 00 Getreide gebaut wird. Der Anbau der Früchte und der Natural⸗Ertrag derſelben — ſtellen ſich hiernach durchſchnittlich ungefährt wie folgt: 00 4 S JSs Sſsss⸗ 24 Anbannu SI, SA S.5s Se Cenutner 3 0 6 h 35 Korn Hectar 0,75 20 45 As Hafer„ 0,60 20 25 Hr. N Weizen........„ 0,18 7 14 4ℳ1 Gerſte.... 714 0,18 4 3 Kartoffeln....„ 0,60—— 110 Rüben.. 1„ 0,30/—— 180 Klee......„ 0,42———I= 75 Wieſen, 1,39-== ſ100 Obft...anr——=—— 10 Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich pro ½ Hectar wie folgt: auf 6,66 Ctr. Körner, 15,00 Ctr. Stroh, bei Korn „ Hafer„ 8,33 „ Weizen„ 9,50 „ Gerſte„ 5,55 „Kartoffeln„ 46,00 „ Rüben„ 150,00 „Klee„ 45,00 „ Wieſen„ 18,00 Geflügel. Etwa 450 Eier. 2 2 I 2 II 10,40 18,00 4,50 II 2 2 Knollen(gute geſunde), Rüben, Heuwerth, Heu und Grummet. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahr pro Kuh 1700 Liter, pro Tag und Kuh 4,7 Liter, im Ganzen alſo 3400 Liter. Rindvieh. Durchſchnittlich wird alle 3 Jahre eine fette Kuh überzählich und innerhalb 2 Jahren treten 3 bis 4 Kälber zu, von denen im Durchſchnitt jedes Jahr ein Kalb verkauft wird. Schweine. 3 Maſtſchweine mit durchſchnittlich 150 bis 160 Pfund Schlacht⸗ gewicht, wovon eins verkauft wird. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Korn 0,75 Hectar Hafer 0,60„ Weizen 0,18„ Gerſte 0,18„ Kartoffeln 0,60„ Rüben 0,30„ Klee 0,42„ h Für den Viehſtand. Hafer........... 3 Etr. 80 Pfd. Gerſtt...1„ 20„ Kartoffeln......... 75„„ Rüben.......... 180„=„ Klee, wird ſämmtlich wühn gefüttert, in Heuj verth......(75„—„ Wieſenhen und Grummet.... 100„— 8 Stroh... 33„„ Kleien von eigenem Maülhut. 5 Ctr. gelauſt... 5„ 10 1. Rapalnchen......... 4„—„ Laubſtreue... 100„„ Milch(größtentheils abhenümh... 1200 Liter. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Pdduke beträgt in runder Summe annähernd....„ Mk. 1100 Der Werth der erzielten Produkte berchu ſ im Ganzen in runder Summe annähernd auf..... 5.„ 700 Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Podufts uu durch den Stallmiſt zu decken ſein.... Mk. 400 Die Stallmiſt⸗Produktion iſt amnähernd auf ſtark 700 Cen tner zu ſchätzen, ſo daß der Centner auf etwa 60 Pfennig zu ſtehen kommt, wozu noch die Koſten für Zinſen, Verpflegung ꝛc. des Viehſtandes treten. Für die Famitlie. Getreide. Rpggen......... 17 Ctr.— Pfd. Weizen(als Mei geanſh. ,11........ 3„„ Gerſte....... 2„ 20„ Karioſfeln......... 18—„ Fleiſch........... 330 Pfd. (hiervon 300 Pfund von zwei ſelbſt gemäſteten Schweinen und 30 efuni mienlaiſc à 70 Pfg.) Butter...... 30 Pfd. Schmalz..... 36306„ Kaffe......225„ Zucker.......... 35„ Saz.... 100„ Milch(zum kleinen Theil abgerahmt)..... 600 Liter Obſtmoſt(größtentheils zu Eſſig gemacht).... 60 Eie 50 Stic Käſe, Gemüſe, Latwerge 2 ꝛc. Es berechnet ſich hiernach der Verbrauch der Familie pro Kopf und Tag auf rund ungefähr: 1000 Gramm Getreide, 825„ Kaeartoffeln, 150„ Fleiſch, 14„ Butter, 14„ Schmalz, 11„ Kaffee, 1,5„ DBZulker, 40„ Salz, 0,55 Liter Milch, 0,05„ Obſtmoſt, Käſe, Eier, Gemüſe, Latwerge eꝛc. Es ſind darin ca. 130 bis 140 Gramm Protein enthalten, was als eine ſehr reichliche Koſt erſcheint. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich Mk. 650 und täglich Mk. 1,80. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee, Brot mit Latwerge oder Schmierkäſe. Zweites Frühſtück: Brot mit Handkäſe, zuweilen mit Butter. Mittageſſen: 5 bis 6 mal wöchentlich Fleiſch mit Gemüſe und Kartoffeln, Milchſuppe mit Gries, Kartoffelſuppe. Vesperbrot: Kaffee, Brot mit Latwerge oder Schmierkäſe. Abendbrot: Geſottene Kartoffeln und Kaffee mit reichlich Milch, Brot mit Schmierkäſe, Eier. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 12 Etr. Haſer à Nk.(,50=....... Ml. 90, 6,75„ Weizen à Ml. 11,30=—... 4 74,75 170 Pfund Butter à Mk. 0,90=—.....„ 153,— Vieh. Alle 3 Boſi 1 dete Ler à M. 300, Pro anno....... Mk. 100,— Jährlich 1 Kalb........„ 40,— 1 Maſtfchweii...........„ 80,— „ 220,— Obſt„ 22,25 Mk. 560,— zu übertragen.. Mk. 560,— auf ehr nit 1111 Uebertrag. Hierzu der von den beiden Männern außerhalb der Wirthſchaft im Walde verdiente A beiinlohn mit ihnih etwa duncj ſchnittlich. B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Grund⸗ und Gebäude⸗Steuer Gemeinde⸗Umlagen hierauf Staats⸗Einkommenſteuer Gemeinde⸗Einkommenſteuer Grundzins an die Gemeinde. Tilgungsrente(hört 1887 auf). Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe.. Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe: dem Wagner. dem Schmied. für Hausrath und Handgeräthe. Inventar der engeren Familienwohnung. Verſicherungs⸗Prämien: Für Gebäude Für den Viehſtand ca. (gegen Unfälle in der Ortsviehkaſſe verſichert) (Inventar und Produkte ſind Kiimt derſihert Zukauf von Kleeſamen 15 Pfd..— Zukauf von Vieh: 3 Ferkel. Zukauf von Kraftfutter: Kleien 5 Ctr. Rapskuchen 4 Cir........ Laubſtreu... Heizung und Beleuchtung: Holz. Petroleum ꝛc. Summa Mk. 37,50 / 30,— Mk. 60,— 1 10,— zu übertragen Mk. 2 Mk. 2 . Mk. 560,— 300,— 860,— 68,16 30, 49, 15, 70, 395,66 Zukauf von Nahrungsmitteln: Uebertrag.. Mk. 395,66 Mehl von 3 Ctr. Weizen.... Mk. 35, Fleiſch: 30 Pfd. Ochſenfleiſch à 70 uſ. Se.., 21,— Kaffee, Zucker, Salz 2c........„ 144,— — qM-~-, 100,— Bekleidung..............„ 200, Arzt und Apythele.....h........„ 5,— Thierarzt c.............„ 2,— Berſchiedenes............„ 17,34 Summa. Mk. 720,— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen..... Mk. 860 Die Ausgaben betrugen.„ 720 Ueberſchuß.. Mk. 140 IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Produktion in der Wirthſchaft wieder verwendeten Produkte). Erlös aus verkauften Produkten(ſiehe oben)...... Mk. 560,— Werth der für die Familie aus der Wirthſchaft entnommenen Produkte(ſiehe oben 650— 100)...... ·„ 550,— Summa Mk. 1110,— B. Produktionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 2600 à 4%.... Mk. 104,— Verſicherungsprämie.....„ 2,60 Abnutzung(Amortiſation) 0, 75 0.„ 19,50 Inſtandhaltung........„ 30,— — Mk. 156,10 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Ml 950 A4 4%... Mk. 38,— Verſicherungsprämie 2%.....„ 19,— Jährlicher Zukauf von 3 Ferkeln...„ 30,— 3. Capital des todten Inventars: 1 Zinſen von Mk. 300 à 4%..... Mk. 12,— Verſicherungsprämie mit 0,2%..„ 0,60 Erneuerung und Inſtandhaltung, wirkliche Ausgabe.........„ 40, ——„ 52,60 zu übertragen.. Mk. 295,70 Nℳ Uebertrag.. Mk. 295,70 4. Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50% der jährlichen baaren Ausgaben= Mk. 360. Hiervon 6%.„ 21,60 5. Hagelverſicherungsprämie 0,75% vom Werth der Getreide⸗Ernte (geringe Gefahr) Mi. 600 à, 0,75%Go.......„ 4,50 6. Feuerverſicherung der Produkte. 7. Steuern und Umlagen(excl. Tilgungsrente und Perſonalſteuer)„ 50,92 8. Kraftfutter und Laubſtreu 9. Heizung und Beleuchtung 25% der geſammten Ausgabe(75% auf die Familie).“ 10. Thierarzt....„ 2,— 11. Arbeitslöhne: Lohn für die 3 Perſonen. Für die Wirthſchaft ſind etwa 320 Arbeitstage(½ Männer⸗ und ½ Frauentage) er⸗ forderlich..“„ 500,— (Mk. 300 verdienen die Männer im Walde.) 12. Verichiedenes...„ 9,28 Summa. Mk. 1020,— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 1110 Die Produktionskoſten betragen..„ 1020 Bleibt Reinertrag.. Mk. 90 Rechnet man hierzu den Werth der freien Wohnung, den die Wirthſchaft für die Familie leiſtet, mit nur Mk. 60, ſo beträgt der Reinertrag Mk. 150. Das Grundcapital incl. Obſtbäume iſt eingeſchätzt auf Mk. 9500. Hiervon Mk. 150 Zins, beträgt der Zins des Grundcapitals(Grundrente) plus Unternehmergewinn rund 1,70%. Durch Zuſammenlegung und Melioration der Grundſtücke könnte gerade auch in dieſem Fall bedeutend geholfen und die Grundrente leicht auf wenigſtens 2,50% geſteigert werden. ———————-—— CONŔͤ ⏑☛ Bericht über die landwirthſchaftlichen Verhältniſſe Gemeinde Burkhards, Rreis Schotten, erſtattet von dem Landwirthſchaftslehrer Leithiger in Alsfeld. Allgemeines. Burkhards in Kreiſe Schotten liegt auf der ſüdlichen Abdachung des Vogels⸗ berges ca. 375 M. über dem Meeresſpiegel im oberen Nidder⸗Thale, 5 Kilometer von Gedern(nächſter Stadt), 8 Kilometer von Schotten(Kreisſtadt) und 16 Kilo⸗ meter von Nidda der nächſten Bahnſtation an der Strecke Gießen— Gelnhauſen. Die Gemeinde zählt zur Zeit 550 Einwohner in 104 Häuſern und 103 Haushaltungen, ſämmtlich evangeliſch. Die Bevölkerung hat ſeit 1850 regelmäßig abgenommen, ſie betrug im Jahre 1849 724, 1864 613 Einwohner. Dieſe Abnahme erklärt ſich durch die fortgeſetzte Auswanderung nach Amerika. Es ſind nämlich in den letzten Jahren durchſchnittlich jährlich 5 bis 6 Familien mit ca. 16 Perſonen aus⸗ gewandert. Die Heirathen finden vorzugsweiſe innerhalb der Gemeinde ſtatt, ausnahmsweiſe auch mit Bewohnern aus den benachbarten Gemeinden. Wenn auch die Größe der Güter durch die Naturaltheilung des Erbes fortgeſetzten Schwankungen unterliegt, ſo ſind doch die ortsangeſeſſenen Familien Menſchengeſchlechter hindurch faſt dieſelben geblieben, ſoweit ſie nicht ausgewandert ſind. Das landwirthſchaftlich benutzte Areal der Gemarkung umfaßt im Ganzen eine Fläche von 829,54 Hectar in 4916 Parcellen, wovon 361,84 Hectar Ackerland und 463,83 Hectar Wieſen. Bezüglich der Verwendung des landwirthſchaftlich benutzten Bodens macht ſich eine Umwandlung durch Anlegung des Ackerfeldes in Wieſe bemerkbar; es waren nämlich im Jahre 1874 als Ackerland 423,24 Hectar als Wieſe 392,84 Hectar benutzt. Von dieſem Land vertheilen ſich 666,96 Hectar auf 84 Beſitzer von denen 3 von 0,5 bis 1 Hectar, 4 von 1 bis 2 Hectar, 16 von 2 bis 5 Hectar, 37 von 5 bis 10 Hectar, 22 von 10 bis 20 Hectar, und 2 über 20 Hectar 1 bewirthſchaften. Das übrige Gelände gehört der Gemeinde, der Schule, Pfarrei, den Ausmärkern, oder iſt verpachtet. Die directen Steuern für die Gemarkung Burkhards betrugen für 1883/84 3168 Mk., an Communalſteuern hat die Gemeinde für 1883/84 erhoben 3830 Mk. Letztere betrugen im Jahre 1880 3050 Mk., 1875 2408 M., 1870 2186 M., 1865 2686 M., ſie haben ſich alſo zwar ſtark, jedoch nicht in außergewöhnlicher Weiſe vermehrt. Die Gemarkung iſt beſetzt mit: 50 Aepfelbäumen, 25 Birnbäumen, 150 Zwetſchenbäumen, 300 Kirſchbäumen, 5 550 Wallnußbäumen. Der Wald in der Gemarkung umfaßt 351,8 Hectar, wovon 347 Hectar dem Großherzoglichen Hauſe gehören. Aus dieſem wird den Gemeindeangehörigen Loos⸗ holz abgelaſſen, wofür ein niedriger Tarifpreis von den Empfängern erhoben wird. Der Viehſtand in der Gemeinde iſt nach der letzten Aufnahme folgender: 20 Pferde(incl. Fohlen). 100 Kälber, 150 Stück Jungvieh,. 20 Stiere(incl. 3 Bullen),(550. 280 Kühe, 320 Schafe, 80 Schweine, 4 Ziegen, 30 Bienenſtöcke. Frage I. a. Welche Bodenverhältniſſe zeigt die Gemarkung, welchen Character hat das Klima und wie iſt hiernach im Allgemeinen die Fruchtbarkeit der Ländereien; iſt letztere ſehr günſtig, mittel oder gering? b. In welchem Verhältniß ſtehen die verſchiedenen Arten des Kulturlandes— Acker, Wieſen, Weiden, Rebland ꝛc.— zu einander und iſt dieſes Verhältniß im Allgemeinen als ein wirthſchaftlich günſtiges zu bezeichnen? c. Welches ſind die hauptſächlichſten Producte der Landwirthſchaft, bezw. welche Productionsrichtungen machen ſich im landwirthſchaftlichen Betriebe der Gemeinde vorzugsweiſe geltend? 3— d. Iſt der landwirthſchaftliche Betrieb im Allgemeinen ein rationeller zu nennen, oder haften ihm weſentliche Mängel an und welche? Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weit gehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang im Zuſammenhang? a. Der Boden der Gemarkung iſt ausſchließlich ein Verwitterungsboden des Baſaltes, der unmittelbar auf dieſem Geſtein aufliegt. Zumeiſt iſt die Ackerkrume ſehr ſeicht, ſo daß kaum 10 bis 15 Centimeter tief gepflügt werden kann, hierzu kommt, daß durch die bergige Lage der Felder dieſe häufig noch durch Abſchwemmung leiden, ſo daß an eine vortheilhafte Ackerbewirthſchaftung kaum zu denken iſt. Nach der Hauptüberſicht aus dem Centralkataſter für 1883/84 vertheilt ſich das Ackerland auf folgende 5 Claſſen mit den nebenſtehenden Reinerträgen: Reinertrag für ½¼ Hektar 4 Cl. 10 Hectar mit..... 8 Mr. 35 Pf. 2„ 47 5„...5 193„ 8 77,25 7„. 3„ 4„ 30,25 7„..... 1„ 1„ 5 1 87,54 1 1 5 9 1 bei Wieſen: 1 Gl. 15,51 Hectar mit..... 15 Mr. 39 Pf. 3 A„. 10 26„ 3 e 1,„ 4.„ 131,50„„..... 3„ 12,„ 5 2 185,42 2 1. 1 36 1 Hiernach ſind von den Ackerländereien ca. 16%, von den Wieſen ca. 12% in die 1. und 2. Claſſe eingeſchätzt oder ca. 13,5% der ganzen Gemarkung. Bei einer eingehenden Beſichtigung der Gemarkung und bei Vergleichung der Einſchätzung der benachbarten Orte hat ſich die Ueberzeugung aufgedrängt, daß dieſe Einſchätzung zu hoch gegriffen iſt, daß hauptſächlich bei den Wieſen höchſtens 5% in die 1. und 2. Claſſe hätten aufgenommen werden dürfen. Die Bodenqualität iſt alſo für 95% des landwirthſchaftlich benutzten Bodens als gering, für 5% als mittel zu bezeichnen. Das Klima iſt bei einer für Mitteldeutſchland immerhin ſchon beträchtlichen Höhe(375 Meter über dem Meeresſpiegel) als feucht und rauh zu bezeichnen, ſo daß in ſchlechten Jahren der Hafer kaum reif wird, oder nicht eingeerntet werden kann. Auch für das Wintergetreide iſt das Klima, wegen der Länge der vegetationsloſen Zeit, wenn ſich dasſelbe auch für den Graswuchs günſtig zeigt, nicht beſonders geeignet. b. Die in Betracht kommenden Culturarten: Acker und Wieſe ſtehen im Verhältniß wie 1: 1, 3, während es 1874 wie 1: 0,9 ſtand. Wenn dieſes Verhältniß als ein für das Ackerland entſchieden ſehr günſtiges bezeichnet werden muß, ſo geht doch aus obiger Thatſache zur Evidenz hervor, daß 1* — 4— ſich die Anſicht bei den Landwirthen Burkhards Geltung verſchafft, daß Aecker der 3. und 4. Qualitätsclaſſe mit größerem Vortheil zur Futterproduction verwendet würden. Es verdient dieſe Thatſache nun deswegen um ſo größere Beachtung, als die ſehr billigen und gering veranſchlagten menſchlichen Arbeitskräfte gewöhnlich gerade die entgegengeſetzte Wirkung hervorbringen. c. Aus den Erhebungen geht hervor, daß% der landwirthſchaftlich benutzten Fläche zur Futterproduction, alſo indirect zur Erzeugung von Milch und Fleiſch (Jungvieh) benutzt wird, während%¾ zur Erzeugung von Körnern dient. Von letzteren wird der Anbau von Gerſte und Roggen bevorzugt, während der von Hafer und Weizen zurück tritt. Der Antheil der betreffenden Fruchtgattung ergiebt ſich aus der folgenden ziemlich gleichmäßig eingehaltenen Fruchtfolge: 1. ca. Roggen, ca. Weizen, 2. ca.% Gerſte, ½ Hafer, 3. ca. ½¼ Kartoffeln, ½¼ Rüben, Hafer und ½⅛ Erbſen. Im Allgemeinen dürfte für Burkhards anzunehmen ſein, daß in Jahren mit Mittelernten an Roggen, Gerſte und Kartoffeln der Bedarf der Bevölkerung geerntet wird und daß an Weizen, je nach dem Jahrgang, ca. 100 bis 200 Centner, an Hafer 200 bis 300 Centner verkauft wurden. Die Haupteinnahme erzielen die Landwirthe aus dem Verkauf von Rindvieh, fetten Schweinen und in erſter Linie an Butter. d. Der landwirthſchaftliche Betrieb iſt im Allgemeinen als ein nicht ganz unrationeller zu bezeichnen. Die Fehler, die demſelben anhaften, liegen weniger in dem Wirthſchaftsſyſtem als in den gegebenen volkswirthſchaftlichen Verhältniſſen und zum Theil in der Ausführung des Syſtems. Von dem Culturland entfallen ⅜ indirect auf die Erzeugung thieriſcher Producte,% auf die Erzeugung directer pflanz⸗ licher Nahrungsmittel. Viel ſtärker wird die Viehzucht wohl kaum berückſichtigt werden können, da es für Burkhards vortheilhaft erſcheinen dürfte, wenigſtens das Brodgetreide für die heimiſche Bevölkerung zu produciren. Als nicht ganz wirth⸗ ſchaftlich vortheilhaft könnte in der Fruchtfolge das bedeutende Ueberwiegen des Körnerbaues erſcheinen; wenn man aber bedenkt, daß die Felder jedes Jahr und ziemlich ſtark gedüngt werden können, ſo wird man auch dieſes Bedenken als einen weſentlichen Mangel nicht bezeichnen können. Es entfallen auf 2,4 Hectar Culturland 1 Stück Großvieh, was für die dortigen Verhältniſſe als ein nicht zu großer Vieh⸗ ſtand bezeichnet werden muß. Der Hauptfehler, welcher in der Viehzucht Burkhards gemacht wird, liegt darin, daß als Züchtungsziel nicht vorwiegend die höchſte Leiſtung in der Milchproduction erſtrebt wird, ſondern daß in letzter Zeit Frühreife und Maſtfähigkeit zu ſehr berückſichtigt worden ſind, daß man in Folge dieſes Beſtrebens mit Simmenthalern gekreuzt hat, daß man hierdurch das einheimiſche Vieh zwar ſchwerer, aber auch mehr Futter verlangend und nicht milchergiebiger gemacht hat. Das Verkehrte dieſes Handelns geht daraus hervor, daß, weil die Landwirthe ca. ½ ihrer Einnahmen aus dem Rindviehſtall durch Verkauf von Butter, ½ durch Verkauf von Jungvieh erzielen, ſie jetzt zwar ſchwereres, aber auch weniger Vieh halten, ihre Einnahmen aber pro Kopf nicht weſentlich erhöht haben. Welchen großen Einfluß die Haltung von Thieren auf die Rentabilität eines Gutes hat, deren Hauptnutzung nicht mit dem Haltungszweck übereinſtimmt, ergiebt ſich aus der Vergleichung der beiden Anlagen, die bei Beantwortung der Frage IX noch ſpecieller beſprochen werden. Das Züchtungsziel muß hier zweifellos ſein: höchſte Milchleiſtung in erſter Linie, Zugfähigkeit in zweiter, erſt weiterhin Frühreife und Maſtfähigkeit. Dieſes Ziel kann aber am ſicherſten und beſten durch züchteriſche Verbeſſerung des noch vor⸗ wiegend vorhandenen Vogelsberger Viehes erſtrebt werden. Hierbei muß jede Ver⸗ größerung des Körpers mit einer entſprechend höheren Milchleiſtung verbunden ſein. Wenn man berückſichtigt, daß die Landwirthe in Burkhards die Hälfte ihrer ſämmtlichen Einnahmen durch den Verkauf von Milchproducten, ſpeciell von Butter, erzielen, wobei der Erlös aus der Schweinemaſt noch nicht einbegriffen iſt, ſo erſcheint es ferner von ausſchlaggebendem Einfluß auf die Rentabilität der Güter, daß das Molkereiweſen noch ſehr darnieder liegt. Die Milch wird einſeitig nach dem alther⸗ kömmlichen Verfahren auf Butter verarbeitet, die Magermilch an die Schweine verfüttert. Im Durchſchnitt dürften für das Pfund Butter kaum 80 Pfg. das ganze Jahr hindurch erzielt werden. Durch eine beſſere Verwerthung der Milch um 2 bis 3 Pf. pro Liter, welche ohne große Schwierigkeiten bei gemeinſchaftlicher Verarbeitung und Verwerthung erzielt werden könnte, müßten ſich die Einnahmen der Güter in Burkhards um 12 bis 15 pCt. erhöhen, wodurch das Wirthſchafts⸗ reſultat weſentlich geändert würde. Bei der Schweinehaltung wird nur die Maſt berückſichtigt. Aus welchem Grunde nicht auch gezüchtet wird, hat nicht ermittelt werden können; auf jeden Fall würde bei dem hohen Preis, der für junge Schweine angelegt wird, an einer entſprechenden Rentabilität nicht zu zweifeln ſein. Frage II. a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäßigen Landbau treibenden Bevölkerung? b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung eingetreten? c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗ theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B. das geltende bäuerliche Erbrecht, die üblichen Syſteme des ehelichen Güterrechts oder der Zuſammenkauf von Grundſtücken? — 6— d. Iſt ein Theil der Gemarkung Allmendland und welchen Einfluß hat die Benutzung des letzteren auf die Lage der Bevölkerung? a. Die Größe der Gemarkung beträgt 829,54 Hectar, die Zahl der Haushaltungen mit Landwirthſchaft 103. Hiervon ſind nur 84 Haushaltungen mit 666,96 Hectar in Betracht gezogen, da die übrigen 19 Haushaltungen unter 0,5 Culturland beſitzen. Es würden demnach auf eine Haushaltung ca. 8 Hectar entfallen, welche Fläche bei den ſehr beſcheidenen Anſprüchen der Bevölkerung nach den Berechnungen der Anlage II reichlich genügen würde, um eine Familie zu ernähren und zu beſchäftigen. Da außer⸗ dem noch ca. 40 Hectar Ackerländereien und Wieſen zur Verpachtung gelangen, ſo dürfte die Gemarkung für die landwirthſchafttreibende Bevölkerung vollſtändig groß genug ſein. b. Das landwirthſchaftliche Gelände vertheilt ſich in folgender Weiſe unter die anweſende Bevölkerung: ca. 667 Hectar den 84 Beſitzern mit über 0,5 Hectar, „ 3„„ 19 5 unter 0,5„ „ 55„ den Ausmärkern(zum geringſten Theil verpachtet), 30„ der Pfarrei, Schule und nicht ſelbſt wirthſchaftenden Eigen⸗ thümern(verpachtet), „ 75„ der Gemeinde(größtentheils Hutweide). Eine Aenderung in der Bfſſitzvertheilung iſt in ſofern eingetreten als viele Familien in den Beſitzgruppen bis 0,5 von 0,5 bis 1, von 1 bis 2 und von 2 bis 5 Hectar ausgewandert ſind. Als Grund hierfür dürfte wohl hauptſächlich anzuführen ſein, daß dieſe Güter nicht ausreichen eine Familie zu ernähren, daß aber für Nebenverdienſt in Burkhards nur ſehr wenig Gelegenheit vorhanden iſt. Die Ausſicht auf die ſicher eintretende Verarmung dieſer Beſitzer, veranlaßt daher viele, es nicht ſo weit kommen zu laſſen, ſondern mit dem Wenigen auszuwandern. Es tritt daher hier, da der Preis für Grundbeſitz ſchon ſein niederſtes Niveau erreicht zu haben ſcheint, eine Ver⸗ ſchiebung nach oben hin ein. c. Die Beſitzvertheilung iſt bei den äußerſt beſcheidenen Lebensanſprüchen der Bevölkerung inſofern als eine günſtige zu bezeichnen, als die Güter in den drei oberen Gruppen, nämlich mit 5 bis 10, 10 bis 20, und 20 bis 30 Hectar, welche alſo hinreichend Beſchäftigung und auch den Lebensunterhalt für eine Familie bieten, in überwiegender Anzahl vorhanden ſind. Der ſtarke Abfluß der Bevölkerung hat hier den ungünſtigen Einfluß der Naturaltheilung beim Erbgang paralyſirt. d. Die Gemeinde beſitzt eine Fläche von ca. 75 Hectar, welche als Hutweide für die Gemeindeſchafherde in Benutzung ſteht. Da dieſe Flächen einen ſehr geringen Ertrag abwerfen, ſo haben ſie einen weſentlichen Einfluß auf die Lage der Bevöl⸗ kerung nicht. Frage III. a. Welches ſind die durchſchnittlichen Preiſe für die einzelnen Boden⸗ qualitäten der verſchiedenen Culturländereien(Acker, Wieſe, Weide, Wein⸗ ———— berg ꝛc.), erſcheinen dieſe Preiſe beſonders hoch oder beſonders niedrig und auf welche Urſachen ſind die bezüglichen Erſcheinungen zurückzuführen? b. Welche Aenderungen in den Preiſen haben ſich in den letzten 5 Jahren vollzogen? c. Pflegt ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften ſtattzufinden und liegt hierfür(ſ. a) ein berechtigtes Bedürfniß vor? a. Als Durchſchnittspreis für Acker und Wieſe berechnet ſich aus den letztjährigen Verſteigerungsprotocollen pro Hectar ca. 350 M. und wird dieſe Berechnung auch durch die Taxation des Ortsgerichtes als richtig beſtätigt. Die Großherzogliche Centralſtelle für die Landesſtatiſtik hat den mittleren Kaufwerth für Ackerland und Wieſe im Jahre 1877 auf 363 M. pro Hectar ermittelt. Es würde dies beweiſen, daß die Preiſe ſeit 1877 noch in weiterem Zurückgehen begriffen ſind und es kann dieſe Annahme, wie die diesbezüglichen Ermittelungen ergeben haben, auch als richtig angenommen werden. Aus den Verkaufsprotocollen vom Jahre 1875 ergibt ſich und wird dies durch ortskundige Perſonen beſtätigt, daß die Preiſe ſeit dieſer Zeit um mindeſtens 30 pCt. heruntergegangen ſind. Es hat dieſe Thatſache um ſo größere Bedeutung, als der Hauptabfluß der Bevölkerung ſchon vor dieſer Zeit ſtattgefunden hat, daß alſo das größere Angebot von Ländereien auch ſchon vor dieſe Zeit ge⸗ fallen ſein muß. Was die Grenzen der Kaufpreiſe für Ackerland und Wieſe anbetrifft, ſo fallen dieſe zwiſchen 100 bis 1200 M. pro Hectar. b. Wie ſchon unter a geſagt worden iſt, ſind die Preiſe für Ackerland und Wieſe zwar ſeit 1877/78 zurückgegangen, aber doch nicht in dem Maße als wie unmittelbar vor dieſer Epoche. Für die letzten 5 Jahre kann ein Zurückgehen der Preiſe um 15 pCt. für die beſſeren Lagen, um ca. 30 pCt. für die ſchlechteren Lagen ange⸗ nommen werden. c. Der Umſatz in Liegenſchaften iſt als ein das Bedürfniß(hauptſächlich durch die immerhin ziemlich ſtarke Zerſtückelung hervorgerufen) nicht überſchreitender zu be⸗ zeichnen. Frage IV. a. Nehmen die Pachtgüter einen erheblichen Umfang ein und ſtehen die Pachtpreiſe im richtigen Verhältniß zu dem Kaufpreiſe der Ländereien einerſeits und zur Ausnutzungsfähigkeit derſelben andererſeits, eventuell welche Urſachen wirken ſteigernd auf die Pachtpreiſe ein? b. Welche Beſtimmungen gelten insbeſondere in Betreff der Dauer der Pacht, der Bezahlung der Steuern ꝛc., der Verſicherungsprämien, ſowie in Betreff vorzunehmender Meliorationen und etwaiger Pachtnach⸗ läſſe bei elementaren Unglücksfällen bei fiskaliſchem, ſtandesherrlichem und privatem Grundbeſitz? c. Wirken die üblichen ſonſtigen Pachtbedingungen beſonders er⸗ ſchwerend für die Pächter oder nicht? a. Unter Beantwortung der Frage II iſt ſchon angegeben worden, daß Län⸗ dereien in Summa ca. 35 bis 40 Hectar zur Verpachtung gelangen. Einzelne Güter kommen im Ganzen nicht zur Verpachtung. Als Pachtpreis dürften durchſchnittlich 3 bis 5 Mk. pro ¼ Hectar anzunehmen ſein und würde ſich dieſer Pachtpreis auch mit dem durchſchnittlichen Kaufpreis der Ländereien ziemlich im Einklange befinden( d. Ref.). Die Pachtpreiſe ſind in Burkhards in gleichem Maße mit den Kaufpreiſen gewichen und haben dort zweifellos dieſelben Momente die Preiſe herabſetzend gewirkt wie hier. b. Die Ländereien werden gewöhnlich auf 6 Jahre verpachtet, die Steuern be⸗ zahlt der Verpächter, anderweitige Beſtimmungen werden gegenſeitig nicht feſtgeſetzt. c. Auch ſonſt die Pacht erſchwerende Beſtimmungen ſind bei den diesbezüglichen Ermittelungen in Burkhards nicht in Erfahrung gebracht worden. Frage V. a. In welcher Weiſe pflegen die Landwirthe ihre Mobilien und Producte gegen Feuer, ihre Früchte gegen Hagel und ihren Viehſtand gegen Unfall zu verſichern? b. Hat die Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung Eingang in der Gemeinde gefunden, event. in welcher Weiſe und welchem Umfange? a. Es verſichern in Burkhards nur 10 Gutsbeſitzer ihre Mobilien und Früchte gegen Feuersgefahr. Gegen Hagelſchlag und gegen Unfälle im Viehſtande verſichert in Burkhards Niemand. b. Auch die Lebens⸗, Alters⸗ und Rentenverſicherung hat in der Gemeinde noch keinen Eingang gefunden. Frage VI. In welcher Weiſe befriedigen die Landwirthe in der Regel ihre Creditbedürfniſſe hinſichtlich des Real⸗ und des Perſonalcredits und welches ſind bei beiden Arten des Credites die gewöhnlichſten Darlehens⸗ bedingungen in Bezug auf Zeitdauer und Zinsfuß und werden dabei auch Amortiſationsfriſten(Güterziele) angewendet? Als Creditinſtitute, in welchen die Landwirthe von Burkhards ihre Geldan⸗ leihen machen, ſind zu nennen: Die Sparkaſſe und der Vorſchuß⸗ und Creditverein in Schotten, ferner der Vorſchuß⸗ und Creditverein in Gedern. Bei erſterer ſind nur Hypotheken errichtet, während die Vorſchuß⸗ und Creditvereine auch Perſonalcredit gewähren. Hypotheken ſind dann ferner errichtet ca. 11,000 Mk. bei der Kirche in Burkhards, welche ein Vermögen von ca. 66,000 Mk. beſitzt, außerdem bei einer An⸗ zahl von Privatperſonen. Für die Befriedigung des Hypothekarcredits dürfte daher zu dem allgemein üblichen Zinsfuß von 5 pCt. hinreichend geſorgt ſein. Die Kün⸗ digung iſt hierbei eine gegenſeitige; Amortiſation findet nicht ſtatt. Den Perſonalcredit befriedigt der Vorſchuß⸗ und Creditverein von Schotten in der Weiſe, daß er Geld auf Solawechſel für die Dauer von 3 und 6 Monaten an Mitglieder des Vereins zu 5 pCt., an Nichtmitglieder zu 6 pCt. ausleiht. Hierzu kommt je nach Größe des Betrages eine Proviſion bis zu 1 pCt. Bei Kenntniß der Verhältniſſe des Geldentnehmers wird hierbei von einem Bürgen abgeſehen, unter andern Umſtänden wird ein Bürge, bei größeren Beträgen werden zwei Bürgen ver⸗ langt. In Summa ſind unter dieſen Bedingungen von den Einwohnern Burkhards nur ca. 1000 Mk. entliehen. Der Vorſchuß⸗ und Creditverein zu Gedern leiht Geld gegen Schuldſchein, bei Beträgen von unter 100 Mk. durch Sicherung von einem Bürgen, von über 100 Mk. von zwei Bürgen, auf die Dauer eines halben Jahres zu 5 pCt. Es wird jedoch verlangt, daß der Bürgermeiſter des Wohnortes des Geldentnehmers die Richtigkeit und Zahlungsfähigkeit der in Betracht kommenden Perſonen beſcheinigt. Im Ganzen ſind in dieſer Form und bei dieſer Caſſe ca. 6,400 Mk. entliehen. Außerdem hat in früheren Jahren die Sparcaſſe in Schotten gegen Bürgſchaft der Gemeinde Geld an die Landwirthe verliehen. Von dieſer Gelegenheit wird aber, nachdem die Gemeinde Verluſte gehabt hat, kein Gebrauch mehr gemacht. Da die Summe der Mobiliarſchulden für Burkhards(ſ. Frage VIII) auf ca. 45,000 Mk. ermittelt worden iſt, aus oben genannten Caſſen aber nur 7,400 Mk. entliehen ſind, ſo iſt erſichtlich, daß die anderweitigen Creditquellen und deren Praxis von ausſchlaggebender Bedeutung für die Gemeinde ſein können. Als Creditgeber für dieſe Reſtſumme figuriren aber nur Privatperſonen. Wenn ſich nun auch unter den⸗ ſelben eine Anzahl mit zweifellos ſolidem Character befindet, ſo ſind hierunter auch ſolche, denen es auf große Gewiſſenhaftigkeit bei dieſen Geldgeſchäften nicht ankommt. Speciell werden in Burkhards Viehhändler(Juden aus Ober⸗, Mittel⸗ und Nieder⸗ Seemen und Gedern) genannt, über deren geheimnißvolles Treiben und tagtägliches Verkehren in der Gemeinde die Bevölkerung nicht das beſte Urtheil fällt. Abgeſehen von einzelnen Fällen, wo Geldgeſchäfte wucheriſchen Characters ſicher feſtgeſtellt und gerichtlich geſühnt worden ſind, hat man doch nur geringe Anhaltspunkte über die Ausdehnung und den verderblichen Einfluß dieſer Geſchäfte, weil ſie faſt immer unter der beiderſeitigen Verſicherung der Geheimhaltung abgeſchloſſen werden. In gleich hohem Grade wie dieſe das Tageslicht ſcheuenden Geldgeſchäfte dürfte aber auch der oft hiermit verbundene Viehhandel ungünſtig auf die wirthſchaftliche Lage der Bevölkerung einwirken. Wenn vielleicht auch die Schätzung ortskundiger Perſonen, daß die Hälfte des Viehes in Burkhards als Einſtellvieh zu betrachten ſei, etwas zu hoch gegriffen iſt, ſo liefert ſie doch den Beweis, daß dieſe Handelspraxis — 10— eine ſehr ausgedehnte iſt. Dieſelbe iſt hier um ſo verderbenbringender, als die Land⸗ wirthe ihre Einnahmen faſt ausſchließlich aus dem Viehſtand entnehmen, daß ſie aber in dem Falle, in welchem das Vieh nicht ihr Eigenthum iſt, faſt auf jede Einnahme hieraus verzichten. Frage VII. a. Wie ſtehen im Allgemeinen die Arbeits⸗ und Geſindelöhne in der Gemeinde, genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten oder ſind fremde Arbeiter nöthig und woher kommen letztere? b. Iſt für die landwirthſchaftliche Bevölkerung Gelegenheit zum Nebenverdienſt vorhanden, event. haben dieſe Nebenverdienſte(Arbeiten im Wald, Hausinduſtrie, Fabrikbetriebe, Fuhrweſen ꝛc.) eine beſondere Bedeutung für den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung und der Gemeinde im Allgemeinen? c. Gibt es Landwirthe in der Gemeinde, die mit Rückſicht auf den Umfang und die Rentabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes an ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen? a. Es iſt allgemein üblich, daß die Tagelöhner die Koſt erhalten, außerdem pro Tag: der Mann 60 Pf. bis 1 Mk., die Frau 50„„ 80 Pf. An Geſinde werden bezahlt: für einen Knecht jährlich 120 bis 150 Mk., „ eine Magd„ 80„ 120„ und berechnet man ſich die Koſt für den Knecht auf ca. 150 Mk., für die Magd auf ca. 120 Mk. Die ortsanſäſſige Bevölkerung genügt zur Zeit gerade zur Beſtreitung der land⸗ wirthſchaftlichen Arbeiten. Fremde Arbeiter kommen nur ausnahmsweiſe nach Burk⸗ hards, wie auch die einheimiſchen Arbeiter nur ſelten außerhalb Arbeit ſuchen. b. Abgeſehen von dem nicht bedeutenden Arbeitsverdienſt für Holzarbeiten während des Winters hat die landwirthſchaftliche Bevölkerung Burkhards ſo gut wie keine Gelegenheit zum Nebenerwerb. c. Solche Landwirthe gibt es in Burkhards nicht; im Gegentheil wird jede Gelegenheit etwas verdienen zu können mit Freude begrüßt und voll ausgenützt. Als eine Verſchwendung der menſchlichen Arbeitskräfte iſt es zu bezeichnen, daß jeder einzelne Viehbeſitzer ſein Vieh einzeln auf die Weide treibt. Wenn dieſe Ver⸗ ſchwendung auch hier bei dem thatſächlichen Ueberfluß der menſchlichen Arbeitskräfte in vielen Familien einen ausſchlaggebenden Einfluß auf die wirthſchaftliche Lage der Bevölkerung nicht hat, ſo iſt doch die Gewöhnung ſo vieler Perſonen an das Nichts⸗ thun bei der Einzelhut, ferner die ungünſtige Einwirkung auf die Moralität der Be⸗ völkerung von ſo großer Bedeutung, daß auf die Beſeitigung dieſes Uebelſtandes hin⸗ gewirkt werden ſollte. Die Bevölkerung ſelbſt hält die gemeinſame Hut nicht für aus⸗ führbar und führt als Gründe an: Die Benutzung der Kühe zum Zug, die Zer⸗ ſtückelung der Grundſtücke, das ungleichmäßige Austreiben des Viehes, welches durch die unbedingt erforderliche Ausnutzung der Hauptarbeitsperioden im Herbſt und Früh⸗ jahr nicht zu umgehen ſei ꝛc. Frage VIII. a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt? b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehnt zugenommen? c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und Güterziele im All⸗ gemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rückſtände bekannt? d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf die Ver⸗ ſchuldung z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗ ſyſteme, unwirthſchaftlicher Ankauf von Grundſtücken zu hohen Preiſen, ungenügendes Betriebscapital, zu frühe Gründung eines eigenen Haus⸗ halts, Verſchwendung und nachläſſige Wirthſchaft, die Aufeinanderfolge ſchlechter Ernten u. ſ. w.? a. Behufs Feſtſtellung der Verſchuldung in der Gemeinde Burkhards wurde ein alphabetiſches Verzeichniß der Bewohner aufgeſtellt, im Großh. Steuercommiſſariat Schotten die Größe der einzelnen Beſitzungen, und aus dem Brandkataſter der Ge⸗ bäudebrandkaſſenbetrag eingetragen. Hierzu kamen die Beträge, welche als Hypotheken eingetragen waren, ferner die Beträge, welche als Handſcheinſchulden bei den Kaſſen mit Sicherheit ermittelt werden konnten. Um nun ein annähernd ſicheres Urtheil über die volle Mobiliarverſchuldung zu erlangen, wurden mit einigen Ortsbürgern, die als ortskundig bekannt waren, die einzelnen Bewohner durchgegangen und die wahrſchein⸗ liche taxmäßige Verſchuldung beigefügt. Zur Berechnung des Liegenſchaftswerthes dienten Mittelzahlen, die aus den Taxationen des Ortsgerichtes berechnet waren. Aus dieſen Aufzeichnungen ſind die Tabellen A. B. C. D. zuſammengeſtellt worden. Es iſt hierzu noch zu bemerken, daß die Angaben über die Mobiliarverſchuldung nur in ſoweit als zweifellos ſicher anzuſehen ſind, als ungefähr die Hälfte der in Tabelle A. angegebenen Summe auf beſtimmten Angaben beruht, während der anderen Hälfte nur eine Schätzung zu Grunde liegt. Auf jeden Fall kann aber angenommen werden, daß die Mobiliarverſchuldung eher ¼ bis ⅛ höher als wie in Tabelle A. ange⸗ geben iſt. Aus der Tabelle A. geht nun zunächſt hervor, daß in Burkhards 84 Beſitzer über ½ Hectar Grundbeſitz haben, daß von dieſen 65 verſchuldet und 19 nicht ver⸗ ſchuldet ſind. Der Liegenſchaftswerth der 84 Beſitzer beträgt 582,274 Mk., die Schulden derſelben betragen 105,235 Mk., ſo daß die Verſchuldung 18,07 pCt. aus⸗ macht. Berückſichtigt man nur den Liegenſchaftswerth der Verſchuldeten, ſo ſind die⸗ ſelben mit 26,44 pCt. ihres Liegenſchaftswerthes verſchuldet. Beſonderes Intereſſe hat es, die Verſchuldung in den einzelnen Größengruppen zu verfolgen. Die Gruppen 1 und 2, mit 0,5 bis 1 und mit 1 bis 2 Hectar, die man als die Handwerker⸗ und Tagelöhnergruppen bezeichnen könnte, ſind hier nur mit 7 Num⸗ mern vertreten. Aus dieſen Gruppen haben in den früheren Jahrzehnten die meiſten Auswanderungen ſtattgefunden. Die Lage dieſer Ortsbewohner iſt jetzt eine ver⸗ hältnißmäßig günſtigere geworden, weil die Zahl jetzt ſo klein geworden iſt, daß ent⸗ ſprechend mehr Arbeitsgelegenheit vorhanden iſt. Die Verſchuldung iſt zwar eine hohe, aber keine außergewöhnliche, nämlich 22,18 reſp. 24,08 pCt. des Liegenſchafts⸗ werthes der Verſchuldeten. Die beiden Mittelgruppen, 3 und 4, mit 2 bis 5 und 5 bis 10 Hectar er⸗ ſcheinen bezüglich der Verſchuldung am ungünſtigſten, nämlich mit 32,62 reſp. 30,28 pCt. des Liegenſchaftswerthes. Es hat dieſer Mittelſtand wohl am ſchwerſten mit den ungünſtigen Zeitverhältniſſen zu kämpfen und dieſe Gruppen, hauptſächlich die Gruppe 3, liefern daher auch augenblicklich die größte Anzahl zu den Auswanderern. Wie aus Anlage II hervorgeht, ſchränken ſich die Beſitzer dieſer Gruppen in ſo außergewöhnlicher Weiſe ein, daß ſelbſt die Ernährung eine mangelhafte iſt. Da hier weitere Erſparungen abſolut nicht gemacht werden können, ſo tritt bei einer gewiſſen Höhe der Verſchuldung(bei ungefähr 40 bis 50 pCt.) der Fall ein, daß das Ende ſicher vorauszuſehen iſt. Die Beſitzer ſuchen aber gewöhnlich vorher ihr Eigenthum zu verſilbern, um wenigſtens noch die Reiſekoſten zum Auswandern zu retten. Oft gehen auch nur die erwerbsfähigen männlichen Familienmitglieder ins Ausland und kehren, wenn ſie ſich etwas verdient haben, wieder zurück, um mit dieſem Verdienſt die Schuldenlaſt um etwas zu verringern. Die Gruppen 5 und 6 ſind verhältnißmäßig niedrig verſchuldet, nämlich nur zu 8,11 reſp. 0,6 pCt.(auf den ganzen Liegenſchaftswerth bezogen). Es ſpricht dies für die Anſicht, daß der größere Bauernſtand bis jetzt hier noch in der Lage war, den harten Zeitbedrängniſſen zu widerſtehen. Aus den Tabellen B, C und D geht hervor, daß Burkhards eine faſt aus⸗ ſchließlich auf die Landwirthſchaft angewieſene Gemeinde iſt. Von den 24 Beſitzern, — 18— die nicht nur Landwirthſchaft betreiben, beſchäftigen ſich 4 außerdem mit Tagelohn, 20 mit einem Gewerbe. Von dieſen 20 betreiben 3 die Müllerei, 4 Gaſtwirthſchaft und 12 ein Handwerk. Weſentlich andere Verhältniſſe in Bezug auf ihre wirth⸗ ſchaftliche Lage als wie bei den nur Landwirthſchaft treibenden Bewohnern, finden ſich in dieſen Erwerbszweigen auch nicht. Im übrigen ſei auf die Tabellen ſelbſt verwieſen. b. Genaue Reſultate haben über die Zunahme der Verſchuldung nicht erhalten werden können. Aus den Erhebungen, welche hierüber angeſtellt worden ſind, geht aber hervor, daß die Verſchuldung zwar nicht rapid, aber langſam und ſtetig zugenommen hat. c. Die Zinſen und Güterziele ſind in den letzten 5 Jahren bei den geregelten Schulden im Allgemeinen regelmäßig bezahlt worden. In Burkhards iſt man aber ſehr allgemein der Anſicht, daß gerade in Zinsrückſtänden, welche durch kleinere Darlehen bei Händlern entſtehen, vielfach der erſte Grund für den wirthſchaftlichen Rückgang manches Gutbeſitzers zu ſuchen ſei. d. Als Urſachen für die zunehmende Verſchuldung ſind zu betrachten: 1. Die geringe Rentabilität der Güter und alle Gründe, welche dieſe bedingen(Frage IX). 2. Die mit der allgemeinen Culturentwicklung zunehmenden höheren Ausgaben, ohne entſprechende Mehreinnahmen, ſpeciell auch die hohen Steuern, welche in Burkhards 10 bis 20 pCt. von den Roheinnahmen der Güter betragen. 919781 98˙115 61 88701 83,16 1 85686] 66,801 61 17988 60,16 5 6179 †1* 1 006 09˙0 1 :pIncplag †† 93 00˙001(88901 299 †† 89909 660168 09˙0† 99 81,1 61,0 005 006— 89911 80,06 1 10,61 66,1 10181 06*1II 2999 66006 61,681 01 85,08 98,69 87†199 †8693 †1668 8 †˙816 8, rs 88 69,88 69,21 81981 0 † 89181 080ʃ 06,16 91 80ν 08,1 8881 011 88⁷ 1†8⁷ 99,† F 81⁰66 13˙0 p66 8rI 18 0101 987˙1 6 :rolnplaog qul 20˙81 00˙001(86901 299 †† 89909 51680 96˙999 †8 09,0 61,0 006 006 96188 98,17 6 1I S 96,b1 10181 06 †IT 2999 0 18656 00,168 36 16,96 98,69 87199 78695 †1668 61186 16,8ʃ6 18 68,66 69,/1 81981 0 †ο 89181 66†89 T8,GC 91 80, 08,1 888]1 011 88⁷ 1782 99,†¾ 5 92111 16˙0 F6 g8FI 18 0161 90˙6 8 (8 do) 1u& Shhanansnlud ĩvsoin di 8 3 unüädes 8 Sa Sſr Wog ⸗110918 3 unoincp! uaoinq ⸗b uIp. cyqo⸗ 2 uau*doac u anlacede=uSD auIlq07S 9amnte u 25 deng S gaogee negn V Scavhgangs aguoma aee iiipaa aae glaa p u 08— 03 06— 01 O= a 2 5 1 1= 40 08 05 08 0! 01— 9 5 6 00 08— 06 92 01 01 6. 9 3 6 I 90 19 —- GNO S —- GN H S — GN S S 8191 89˙661 91 8871 86,13 1 836861 66,861 31 80††1 14,1 5 6179 †1*† 1 :polneplaog 96˙05 00˙001 96164 FforS 18†† 11008 99˙098 Ff 8l, 1 96,0 006 00— 89941 80,06 1 10,61 86,66 11181 06†1T 2999 36606 62,681 01 2118 06,19 II8† 68761 58686 669001 FI,l2l 32 †0˙08 69,61 19831 9918 5036 3911† 60˙98 01 00,0 00,0—————— 00˙0 00˙0—————— :rocjnGplaod qun ude 98˙91 00˙001 1616 FfST 198†† Fσ.69 † †0˙099 09 09,0 96,0 005 006— 9 188 98,17 7 6118 66,66 20181 06 †TI 2999 0166 00,165 36 98,66 06,19 1I8† 68761 38686 290⁰91 6†,181 95 66,65 69,01 29931 2918 5036 18⁰ 86˙0† II 00,0 00,0————— 00˙0 00˙0——— 1— . 2 aupG SG1cS pipt Su) 10 20 u2c-ncpl 20 2418 enbre 8ec e wog u⸗incp. u⸗in, bumpllnves anpg⸗ gun 15p¹sh 16p ueda u eech un uH aIlq0ſ Lun m Gir 3 J3 9 u*od :uogzog upp p ge. 08— 03 05— 01 0 9 35 6 1 1—90 08 06 05 01 9I 5 32 56 1= 80 — G 0. S—GNSM S - GOS S 8 — 66. 9 65 01 2 i b 1— 1 4 3 8 — 22 8 006 09˙0 1 1=Oo :polncplaog 105 2005 000001 86 8 18 809 39 8 V 00,0 00,0 2 8 G 05 9— 00,0 00,0—— e V 00,0 00,0 d 24 G 00,0 00,0 8 3 V 2†,61 4½, 002 00² 1 868 61, ¹ 61 2 b 8 8¹* ε6⁶ 96 †s rss sfl 18 0101 851 6 1=,o : rinqplaog 9I 000001 26 88 8 8⁰ 88 f 00,0 00,0 8 4. er— 8 s N 9 V 00,0 00,0— e V 00,0 00,0 4— 33 9 7 00,0 00,0— 8— 1- 6 3 2 67,61 9*,⁹ 002 002 868 6 1, 1 56= 1 2 82II 96 †6 r6s 88 18 0161 80ʃ6 8 1 o (8 99) ull. aas V Besss uoeingt d d Heienelh dü Srter 14vg a0 49 112 90 1 ⸗buIEp. v 5 wwnrzckit unret n uug ugsin deuamg i eu ahs Le V uοσἀς 52 ggaS : uogorjog uogavngojoby dun p gte d— 88361 89˙11 3 88361 89˙11 5 : poinGplaod 29˙86 00˙001 911⁰3 087†6 98991 08648 39˙36 81 00,0 00,0— 3— 00,0 00,0———— 8— 20,96 88,02 21921 919 38601 61819 FI 82 01 16,68 68,†6 1939 9836 9968 81691 1I gI 9 00,86 841† 8811 0 89 grar 2*˙8 8 00˙0 00˙0—————— : ro—nGplaod Qu 8†˙8 00˙001 91196 0876 98991 816201 012˙901 06 00,0 00,0 2————— 00,0 00,0—————— 19˙03 88˙0⁷ 21921 19 38601 39018 31˙8 31 4 4 7 26,68 68 †5 1939 9836 9968 81691 11,1 9 00ʃ86 84 ½ 8811 0† 89 grar 2*˙8 8 00˙0 00˙0 8——— 8— ab*☛ Arehh ich vuh wn wühns ua, wiſſh we „A0ben eee eiie uounctk vuthie dnpgo urddach un uaueeach u S Avqo2E uaneis aug Jlou Sos detg : uognoajog ogaoateh dun ge. —47— 08— 03 05— 01 01 6 9— 3 5— 1 1 40 08— 0 05— 01 01— 6 2— 56 I 950 08— 05 05 Ol 01— 6 9— 2 56 1 90 au*& 1921 -SS S- G0SAͤS S -AeS S — 18— Frage IX. a. Wie geſtaltet ſich die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens bei großen, mittleren und kleineren(eigenen oder gepachteten) Gütern? b. Wenn die Rentabilität als eine unbefriedigende erſcheint, ſind die Gründe zurückzuführen auf 1. die Fruchtbarkeits⸗Verhältniſſe der Gemarkung, 2. die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, 3. die im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens, 4. einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, 5. ein zu großes Gebäudekapital, 6. ungünſtige Arbeiterverhältniſſe, 7. ungünſtige Abſatzverhältniſſe(ſchlechte Preiſe, unrationelle Einrichtungen für den Abſatz u. ſ. w.), 8. frühzeitiges Zurückziehen der Eltern und Belaſtung der Güter mit hohen Altentheilen und Leibrenten, 9. Beſondere unwirthſchaftliche Gewohnheiten der Landwirthe, z. B. zu ſtarke Pferdehaltung u. dgl., 10. hohe Steuern und Umlagen und ſonſtige dem Commiſſär bekannt gewordene Verhältniſſe? a. Zur Beantwortung der Frage IX ſind für ein größeres(18,5 Hectar) und ein kleineres(6,91 Hectar) Gut die entſprechenden Berechnungen ausgeführt worden, welche ſich in den Anlagen I und II befinden. Die Berechnungen auch für ein noch kleineres, ſogenanntes Tagelöhnergütchen auszuführen, hatte um deswegen wenig Zweck und wurde aus dem Grunde unterlaſſen, weil das Reſultat in ſoweit mit demjenigen in Anlage II übereingeſtimmt haben würde, als bei der Geldrechnung ein Theil der Ausgaben durch den Arbeitsverdienſt(Tagelohn oder Handwerk) hätte gedeckt werden müſſen. Bezüglich der wirthſchaftlichen Stellung der Beſitzer von den beiden in Rechnung gezogenen Gütern ſei bemerkt, daß beide verſchuldet ſind: Gut I mit ca. 8 pCt., Gut II mit ca. 36 pCt. des Liegenſchaftswerthes. Die Beſitzer der beiden Güter wirthſchaften nach den in der Gemeinde üblichen Betriebsweiſen. Von weſentlich abweichender Intenſität in der Bewirthſchaftung der Güter kann überhaupt in Burkhards nicht die Rede ſein. Der Beſitzer des Gutes J hat ſein Gut vor ca. n) id er lle der — 19— 10 Jahren ziemlich ſchuldfrei übernommen, während der des Gutes II ſchon bei der Gutsübernahme mit Schulden belaſtet wurde. Beide ſind aber in ihren wirth⸗ ſchaftlichen Verhältniſſen zurückgegangen. Bei Gut I hat entſchieden die häufige Kränklichkeit des Beſitzers auf dieſen Rückgang beſchleunigend eingewirkt, bei Gut II hat aber die größte Sparſamkeit und Regſamkeit nicht vor dem wirthſchaftlichen Rückſchritt bewahren können. 1 Beſitzſtand⸗Nachweis, beſtehend aus den Nachweiſen über den Werth von Grund und Boden, Gebäudekapital, Inventarkapital(todt und lebend) und umlaufendes Betriebskapital(Vorrath). Das Verhältniß der einzelnen Betriebskapitalien zum Grundkapital ſtellt ſich wie folgt: Größeres Gut: Das Gebäudekapital beträgt 90 pCt. vom Grundkapital. Das Inventarkapital„ 24,5 pCt.„„ Das umlaufende Betriebskapital beträgt 6,9 pCt. vom Grundkapital. Kleineres Gut: Das Gebäudekapital beträgt 126 pCt. vom Grundkapital Das Inventarkapital„ 58„„„ Das uml. Betriebskapital 13„„„ Es geht hieraus hervor, daß die Gebäude⸗ und Betriebskapitalien in Burkhards (und wohl im ganzen Vogelsberg) ſehr weſentlich über den als normal angenommenen ſtehen. Es iſt dieſe Erſcheinung in den niedrigen Bodenpreiſen, dem rauhen Klima und in der Verlegung des Schwerpunktes der Wirthſchaften einſeitig auf die Vieh⸗ zucht begründet. II. Naturalrechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Naturalertrag und Naturalbedarf nebſt Schlußfolgerungen. Die Aufſtellung der Naturalrechnung zeigt, daß ihre Reſultate von der weit⸗ gehendſten Bedeutung mit Bezug auf die Beurtheilung der Wirthſchaftsorganiſation iſt. Aus den diesbezüglichen Berechnungen der beiden Güter und unter Vergleichung der Geldrechnung geht hervor, daß der Schwerpunkt in Burkhards einſeitig auf die Viehhaltung gelegt werden muß, daß aber auch bei der Viehhaltung ein einziger Fehler ein vollſtändig ungünſtiges Wirthſchaftsreſultat zur Folge hat. Es zeigt ſich nämlich bei der Vergleichung der beiden bez. Rechnungen, daß in Gut I der Dünger 77 ½ Pf., in Gut II 40 ½ Pf. pro Centner zu ſtehen kommt. Es erklärt ſich dieſer auffällige Unterſchied in der Rentabilität der Viehhaltung der beiden Güter dadurch, daß bei Gut II der Haltungszweck mit dem Hauptnutzungszweck der gehaltenen Thiere überein⸗ ſtimmt, bei Gut J aber nicht. Gut II hält Vogelsberger Kühe, Gut I ſolche Simmenthaler Kreuzung. Der Haupthaltungszweck iſt in Burkhards Milchproduction, in zweiter Linie Aufzucht. Nun kann aber Gut II bei der Haltung ſeiner kleinen Vogelsberger Kühe 4 Stück ernähren, während Gut I nur 6 Stück ſeiner größeren Kreuzungsthiere ernähren kann. Da aber die Milchleiſtung der größeren Kreuzungs⸗ kühe und der kleineren Vogelsberger faſt gleich iſt, ſo muß das Reſultat zu Gunſten 2*¾ des Gutes II ausfallen, wie es thatſächlich der Fall iſt. Es mag allerdings hier hinzu kommen, daß Gut I ein größeres Gewicht auf die Aufzucht legt, wodurch ſchon an und für ſich die Rentabilität der Rindviehzucht herab gedrückt wird. Es liefern aber dieſe Berechnungen den Beweis, daß unter den heutigen Verhältniſſen, unter denen im Vogelsberg die Thiere der Milchproduction und weiterhin der Aufzucht wegen gehalten werden, die Haltung von Simmenthaler Vieh und Kreuzung mit dieſen, beſonders auch noch weil es zu ſehr zur Aufzucht hinweiſt, ein wirthſchaftlicher Fehler iſt, daß beſonders Milchvieh zu halten iſt, und daß als ſolches das einheimiſche Vogelsberger Vieh, auch ſeiner vorzüglichen Zugfähigkeit wegen, den Vorzug verdient. Bezüglich des Naturalbedarfs der Familie iſt zu erwähnen, daß nach den Anſchauungen der Bewohner von Burkhards die Ernährung in dem größeren Gute (es koſtet die erwachſene Perſon pro Tag 37 Pg.) als eine beſonders gute bezeichnet wird und daß für das wirthſchaftliche Zurückgehen des Beſitzers auch hierin der Grund mit zu ſuchen ſei. Viel allgemeiner kommt die Ernährung der Bewohner derjenigen des kleineren Gutes nahe(es koſtet die erwachſene Perſon ca. 20 Pf. pro Tag,, die entſchieden als eine zu ärmliche bezeichnet werden muß. III. Geldrechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Geldeinnahme und Geld⸗ ausgabe. Aus den Geldrechnungen geht hervor, daß die Einnahme bei den Gütern in Burkhards zu über 90 pCt. aus der Viehzucht reſultiren. In den Ausgaben figuriren unter anderen bei dem größeren Gut: kleineren Gut: mit 19 pCt. Steuern, Umlagen, Tilgungsrente 11 pCt. 1 15 1 Löhne 14,5 1 „ 5,5„ Unterhaltung der Gebäude 5„ „(,5„„ des todten Inventars 7„ „ 9,5„ Zukauf von Vieh 15„ „ 5„ Heizung und Beleuchtung 5„ 23 Nahrungsmittel und Bekleidung 30„ Es wird hierdurch die allgemein beſtehende Anſicht beſtätigt, daß bei zweckent⸗ ſprechenderer Bewirthſchaftung die Steuern und Umlagen einen weſentlich niedrigeren Procentſatz ausmachen, als wie im umgekehrten Falle. Die Geldrechnung des Gutes I ſchließt mit einem Deficit von 291 Mk. ab. Rechnet man hierzu die Zinſen für das geliehene Capital, ſo erklärt es ſich, daß der Beſitzer in ſeinem Vermögensbeſtand von Jahr zu Jahr zurückgeht. Es iſt hierzu zu bemerken, daß in dieſem Gute wie in vielen anderen in Burkhards der oben erwähnte Fehler in der Viehhaltung, die reichlichere Ernährung in der Familie und die häufige Krankheit des Beſitzers das ungünſtige Reſultat entſchieden verſchärft haben. Bei Gut II treten aber dieſe Faktoren gerade in die entgegengeſetzte Wirkung und doch reſultirt auch hier nur ein Plus von 105 Mk. Dieſe Summe wird gerade durch die Verzinſung des geliehenen Capitales in Anſpruch genommen. Sollten Unglücksfälle eintreten, ſo geht auch der Beſitzer dieſes Gutes zweifellos zurück. — 21— Aus den Berechnungen geht hervor, daß zur Ernährung und vollen Beſchäftigung einer Familie in Burkhards je nach Umſtänden 6—8 Hectar Ackerland und Wieſe nöthig ſind. IV. Rentabilitätsberechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über den Rohertrag (excluſive der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte), die Productionskoſten und den Reinertrag. Die Rentabilitätsberechnungen der beiden Güter haben zu dem Reſultat geführt, daß der Grund und Boden eine Grundrente nicht bringt, daß das Betriebscapital in dem größeren Gute nicht, in dem kleineren Gute nur mit 0,3 pCt. verzinſt wird. Die ganze Arbeit iſt in Gut I zu 1172 Mk. angeſetzt, kann aber nur mit 1026 Mk. bezahlt werden. Da die Unterhaltung der Familie, von der Wohnung abgeſehen(Er⸗ nährung 775 Mk., Kleidung und Arzt 230 Mk., Zukauf von Nahrungsmitteln 55 Mk., Heizung und Beleuchtung 39 Mk., Taſchengeld den Söhnen 50 Mk.) 1149 Mk. be⸗ trägt, ſo entſteht bei dieſer Gutswirthſchaft, da von obigen 1026 Mk. noch die direkten Ausgaben für Löhne im Betrage von 164 Mk. abzuziehen ſind, die ſchon in der Geld⸗ rechnung gefundene Verminderung des Vermögensbeſtandes um ca. 280— 290 Mk. jährlich, wozu noch die Zinſen im Betrage von ca. 50 Mk. kommen. Bei Gut II iſt die ganze Arbeit mit 697 Mk. angeſetzt. Zieht man hiervon den Lohn der Magd mit 80 Mk. ab, ſo bleibt für die Familie 617 Mk. Die Erhaltung der Familie, abgeſehen von der Wohnung, koſtet(380+ 22,5+ 24,6+ 150+ 10) 587 M. Die Familie würde alſo ſogar etwas mehr verdienen als wie ſie die Unterhaltung koſtete. Hieraus, aus der Verzinſung des Betriebscapitales, der nicht zurückgelegten Amortiſationsſumme für die Gebäude, den nicht ausgegebenen Verſicherungsprämien u. ſ. w. entſteht das in der Geldrechnung zu Tage tretende Plus, womit die Zinſen des geliehenen Capitals bezahlt werden können. b. Aus den Erhebungen und Berechnungen geht hervor, daß die Güter in Burk⸗ hards eine Rente nicht bringen. Die Gründe für dieſe Erſcheinung ſind im Weſent⸗ lichen zu ſuchen in: 1. den Fruchtbarkeitsverhältniſſen der Gemarkung, 2. den ungünſtigen Abſatzverhältniſſen und zwar ſowohl ſchlechten Preiſen, wie unrationellen Einrichtungen für den Abſatz, b 3. in einem mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, 4. hohen Steuern und Umlagen. Wenn vielleicht auch noch ein anderer Factor mitwirkt, nämlich die theilweiſe mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, ſo tritt dieſer bei den gegebenen localen Verhältniſſen ſo ſehr in den Hintergrund, daß eine Aufführung unter den Haupturſachen kaum gerechtfertigt erſcheint. Der geringe Werth des Bodens, die natürliche Lage und die ungünſtigen klimatiſchen Verhältniſſe laſſen es zweifelhaft erſcheinen, ob ein ſchnelleres Vorgehen in der Verbeſſerung des Grund und Bodens von weſentlichem Einfluß auf eine höhere Rentabilität der Güter in Burkhards iſt. Zu 1. In den Fruchtbarkeitsverhältniſſen der Gemarkung liegt zweifellos der Hauptgrund für die ſchlechte Rentabilität der dortigen Güter. Der ſehr ſeichte, zumeiſt — 22— ſteinige Boden, die bergige Lage, welche es bedingt, daß die Ackerkrume häufig abge⸗ ſchwemmt wird, das rauhe Klima mit ſeiner kurzen Vegetationszeit, die kurzen Haupt⸗ arbeitsperioden im Frühjahr und Herbſt bedingen die geringen Erträge, die oft die Beſtellung und Ernte kaum bezahlt machen. Je mehr daher die Arbeit in ihrem Werthe und in ihrer Bezahlung geſtiegen iſt, deſto mehr hat der Betrieb in Burk⸗ hards auf den arbeitsextenſiven Futterbau und die Viehzucht hingedrängt. Es iſt dies eine wirthſchaftliche Maßnahme, die ſicher in Zukunft noch mehr Berückſichtigung finden wird, die aber auch, als Gegengewicht gegen die ungünſtigen Fruchtbarkeitsverhältniſſe, als die einzige zu betrachten iſt, wodurch die Rentabilität der Güter in Burkhards etwas erhöht werden kann. Anders verhält es ſich mit dem unter 2. angegebenen Factor. Schon bei Be⸗ antwortung der Frage I iſt angegeben worden, daß die Landwirthe 90 pCt. ihrer Einnahmen aus der Viehhaltung beziehen, daß dieſe Einnahme reſultirt zu ½— ⁄ aus dem Verkauf von Butter, zu 1½— ½ von Vieh. Eine beſſere Verwerthung dieſer Hauptverkaufsproducte müßte daher von dem weitgehendſten Einfluß auf die Rentabilität der dortigen Güter ſein. Nun wird aber, bei einem Durchſchnittspreis des Pfundes Butter zu 80 Pf. und bei Verfütterung der Magermilch an die Schweine, das Liter Milch zu höchſtens 7 ½ Pf. verwerthet, eine Verwerthung die bei entſprechender Ein⸗ richtung für die Verarbeitung und für den Abſatz beſtimmt um 2 Pf. erhöht werden könnte. Zur Zeit haben 4 Butterhändler den ganzen Handel mit dieſem Product in ihren Händen. Da ſie aber auch nicht direkt mit den Conſumenten verkehren, ſondern zumeiſt an Händler verkaufen, ſo erklärt ſich der geringe Durchſchnittspreis von nur 80 Pf. für das im Allgemeinen recht gute Product. In gleicher Weiſe verhält es ſich mit dem Abſatz des aufgezogenen Viehes, deſſen Handel von einigen Viehhändlern faſt monopoliſirt iſt, ſo daß natürlich auch hier rieſige Summen für die Landwirthe verloren gehen. Für ſich allein vermag der einzelne Landwirth z. Z. dieſe Verhält⸗ niſſe kaum zu ändern, da die Haupt⸗Handels⸗ und Conſumorte zu weit entfernt liegen und zu ſchwer zu erreichen ſind. Zu 3. Ein mangelhafter landwirthſchaftlicher Betrieb macht ſich hauptſächlich in der Viehzucht geltend. Worin derſelbe beſteht und wie demſelben abgeholfen werden kann, iſt unter a. beſonders erörtert worden. Zu 4. Daß Steuern und Umlagen unter den Urſachen, welche die ſchlechte Renta⸗ bilität der Güter in Burkhards mit bedingen, genannt werden müſſen, iſt in der Thatſache begründet, daß dieſelben 10 bis 25 pCt. der Roheinnahmen der Güter in Burkhards betragen. Frage X. Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landwirthſchaftlichen Be⸗ völkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maß⸗ ge⸗ pt⸗ die em rk⸗ ies den ſſe, rds Be⸗ jrer 2 3 eſer ität ndes eiter Ein⸗ rden t in dern nur t es dlern irthe hält⸗ iegen —n der kann, tenta⸗ tſache hards rund Be⸗ Maß⸗ — 23— nahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen? Nach der allgemeinen in der Bevölkerung der Gegend verbreiteten Anſicht zählt die Gemeinde Burkhards zu denjenigen Gemeinden des ſüdlichen Vogelsberges, welche zwar nicht als entſchieden gute, ſo doch als beſſere bezeichnet werden können. Es wird dieſe Anſicht durch die Erhebungen beſtätigt, denn die Verſchuldung iſt eine, wenn man von dem mittleren und kleineren Grundbeſitzerſtande abſieht, durchaus normale. Nur bei Gruppe 3 und 4 nähert ſich die Verſchuldung einer Grenze, deren Ueberſchreitung als bedenklich bezeichnet werden muß. Als Gründe für die gedrückte Lage der Landwirthe Burkhards wurden bei Beantwortung der Fragen VIII und IX angeführt: 1. Die Fruchtbarkeits⸗Verhältniſſe der Gemarkung, 2. die ungünſtigen Abſatzverhältniſſe und zwar ſowohl ſchlechte Preiſe, wie unrationelle Einrichtungen für den Abſatz, 3. der mangelhafte landwirthſchaftliche Betrieb, 4. die mit der allgemeinen Culturentwicklung zunehmenden höheren Aus⸗ gaben ohne entſprechende Vermehrung der Einnahmen, hier ſpeciell die hohen Steuern und Umlagen, welche 10 bis 25 pCt. von den Roh⸗ einnahmen betragen. Soll die Lage der Landwirthſchaft in Burkhards ſich beſſern, ſo iſt auf Beſeitigung dieſer genannten ungünſtig einwirkenden Factoren hinzuwirken. Aus der Beantwortung der früheren Fragen geht zuuächſt hervor, daß, weil die natürlichen Fruchtbarkeits⸗Verhältniſſe der Gemarkung kaum weſentlich zu ändern ſind, der Umwandelung des Ackerlandes in Wieſe, alſo einer noch ſchärferen Betonung der Viehzucht, als einzige Maßregel gegen die gegebenen ungünſtigen Verhältniſſe, möglichſt Vorſchub zu leiſten iſt. Zur Beſeitigung des unter 2. angegebenen ungünſtig einwirkenden Factors iſt, und zwar weil er im Vordergrund ſteht, eine höhere Verwerthung der Milch, als des Hauptproductes der dortigen Landwirthſchaft durch Errichtung einer Molkerei, ſei es in genoſſenſchaftlicher oder anderer Form, mit aller Energie zu erſtreben. Behufs beſſerer Verwerthung des aufgezogenen Viehes iſt darauf hinzuwirken, daß die Landwirthe in ihren Handelsgeſchäften ſelbſtſtändiger werden; im Beſonderen, daß durch Errichtung von ländlichen Darlehnskaſſen für eine ſolidere Geldbeſchaffung geſorgt wird.. Im Allgemeinen hofft man durch die in Ausführung begriffenen Eiſenbahn⸗ linien Gedern—Stockheim und Schotten-Nidda einen lebhafteren, ganz beſonders aber auch directeren Verkehr mit den Conſumorten zu erhalten. Gegen den mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, welcher ſich beſonders in der Rindviehzucht zeigt, iſt in der Weiſe anzukämpfen, daß, nach Erlaſſung der Körordnung, für Burkhards die einſeitige Haltung von nur Vogelsberger Vieh beſchloſſen wird. Um die Verbreitung von beſſeren Kenntniſſen im landwirthſchaft⸗ — 24— lichen Betrieb im Allgemeinen zu fördern, iſt zum Beſuch der landwirthſchaftlichen Fachſchulen aufzumuntern und derſelbe zu erleichtern. Die hohe Beſteuerung läßt es wünſchenswerth und gerecht erſcheinen, daß bei einer Neuveranlagung Burkhards weſentlich entlaſtet wird. Der Berathung über den Bericht, welcher das vorſtehende Reſultat hatte, wohnten außer den Unterzeichneten bei: der Großherzogliche Kreisrath Wolf von Schotten, das Kreisausſchußmitglied Gutsbeſitzer Fiſcher von Zwiefalten und der Bürgermeiſter und ein anderes Gemeinderathsmitglied von Burkhards. Burkhards, den 1. November 1884. Jaup, Miniſterialrath. Leithiger, Landwirthſchaftslehrer. Anlage I. Gemeinde Burkhards. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines größeren Bauerngutes von 18,51 Hectar. Der Beſitzer iſt Wittwer, 52 Jahr alt, Vater von 2 erwachſenen Söhnen, die beide zu Hauſe ſind und in der Wirthſchaft mitarbeiten. Der eine Sohn iſt ver⸗ heirathet und lebt deſſen Frau und ein 8 Jahr altes Mädchen gleichfalls beim Schwiegervater. Dieſe 4 erwachſenen Perſonen und eine Magd bewirthſchaften 2 das Gut. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden(Grundcapital.) 8,42 Hectar Ackerland Steuercapital incl. Gebäude: mittlerer Kaufwerth: 10,09 1 Wieſe 422 fl. Mk. 8003 (in 109 Parcellen). B. Gebäude. Eine Hofraithe beſtehend aus Wohnhaus und Stall, Shenn und Schoppen laut Brandcataſter....„ 7200 C. Viehſtand. 1 Pferdd.... Ml. 200 5 Kühe à Mk. 200....„ 1000 5 Stück Jungyieh...........„ 300 3 Maftſchweine.........„ 105 7 Schafe...........„ 90 7 St. Hühner u. Hahn........„ 5 „ 1700 zu übertragen. Mk. 16903 2 Fuhrwagen 1 Pflug. 1 Egge 1 Pferdegeſchirr 1 Getreide⸗Windfege. 1 Jauchepumpe... Faß⸗ und Band⸗Geſchirr Handgeräthe incl. Säcke. D. Todtes Inventar. Hausrath incl. Kochgeſchirr. E. Vorrath an umlaufendem Betriebscap ſiehe Rentabilitätsberechuung Werth des geſammten Beſitzes Die Bewirtſchaftung des Acke Gen verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft. Uebertrag . Mk. I Mk. 16903 100 30 5 10 15 5 30 40 30 —— ital. / 7 265 550 — Ml. 17718 Inventar der engeren Familienwohnung(Mobiliar incl. Betten, Wäſche ꝛc. ꝛc.) ca. Mk. 300. II. RNatural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. rfeldes iſt die in der Gemarkung übliche, eine Natural⸗Ertrag derſelben ſtellen ſich hiernach durchſchnittlich ungefähr wie folgt: au wird dieſelbe jedoch nicht innegehalten, indem auch im Brachſchlag noch Getreide angebaut wird. Der Anbau der Früchte und der Getreide——2 85S2[25 — SSEE Anbau Il5 0— 8 4 6 G 8 2 Centier, Roggen 1,88 Hectar 30 75 ka. L. Gerſte....... 2,10„ 38,0 50,4 1 Hafer........ 1 17„ 22,1 35 u Weizen.... 8:04 0,94„ 11,3 26,3 de Erbſen. 6127 0,47„ 7,5 11,3 Kartoffeln. 0,70„—— 154 Nunteln.... 2- 0,70„—— 1168 Rothllee. 1AL. 0,416 46 Wieſen.-..... 10,09„—— 307 GCA — ð2 — 27— Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich annähernd pro ⁰½ Hectar wie ſolgi: bei Korn auf 4 Ctr. Körner, 10 Ctr. Stroh 1 Gerſte 1 4,50 1 2 6 2 2 11 Hafer 1 5 1 11 7,50 11 1 1 Weizen 11 3 11 1 7 1 11 1 Erbſen 11 4 2 1 6 I1 11 „ Kartoffeln„ 55„ Knollen „ Rüben„ 60„ Rüben „ Klee„ 25„ Heuwerth „ Wieſen„ 20„ Heu und Grummet. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahr pro Kuh 1800 Liter, pro Tag und Kuh ca. 5 Liter, im Ganzen 9000 Liter. Rindvieh. Durchſchnittlich jährlich 1 Kuh 2 Stück Jungvieh und 1 Kalb. Schweine. Es werden 3 Schweine mit durchſchnittlich 150 bis 160 Pfund Schlachtgewicht gemäſtet, wovon eins verkauft wird. Geflügel. Durchſchnittlich 500 Stück Eier. Abgängiges Geflügel. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Roggen 1,88. Hectar...... 8 Ctr. Pfd. Gerſte 2,10„. 10„ 2 Hafer 1,16„....... 5„ 60„ Weizen 0,94„, 50 Erbſen 0,47„......2„ 25 Kartoffeln 0,70„... 28„„ Runkeln 0,70„......„ 3„ Klee 0,46„....—„ 15„ Für den Viehſtand: Hafer, dem Pferd... 157 Ctr. 80 Pfd. Gerſte, den Schweinen und Rindvieh. 10„„ Erbſen, den Schweinen... 5„=„ Kartoffeln, den Schweinen und Rindvieh 80„—„ Rüben, dem Rindvieh.... 168„=„ Klee(wird ſämmtlich grün gefüttert) in Heuwerth.. 46„—„ Stroh(wird ſämmtlich fir den Viehſan verbraucht)... 193„—„ Wieſenheu und Grummet. I... 307„—„ — 28— Kleie vom eigenen Mahlgut.... 5 Ctr. 20 Pfd. Rapskuchen... 5„=„ Milch(abgerahmt) und Molken... 6000 Liter. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt in runder Summe annähernd.... Mk. 3200 Werden hiervon die Koſten der tir das vien verwendeten Anodmal⸗ abgezogen mit rund.......„ 350 ſo bleiben für Rindvieh, echweine: und Geflügel uncß zu verechnen. Mk. 2850 Der Werth der von Rindvieh, Schweinen und Geflügel erzielten Producte berechnet ſich im Ganzen in runder Summe annähernd auf.„ 1250 Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Producte noch durch den Stallmiſt zu decken ſein... Mlk, 1600 Die Stallmiſt⸗Production von Rindvieh und Schweinen berechnet ſich annähernd auf 2070 Centner, ſo daß der Centner auf ca. 77 ½ Pfennig zu ſtehen kommt. Durch die Koſten für Zinſen, Verpflegung ꝛc. des Hertendee würde ſich dieſer Preis noch weiter erhöhen. Für die Familie (einſchließlich der Tagelöhner, ein Mann und eine Frau, durch etwa 75 Tage). Getreide: Brodkorn(½ Roggen ½ efe it) 40 Centner Kartoffeln...... 46„ Fleiſch ca...... 320 Pfund (es werden 2 Schweine, die ſelbſt gemäſtet wurden, geſchlachtet). Butter................ 70„ Kaſſee........Hh. 26„ Bucker................. 35„ Salz............. 150„ Milch(½ Vollmilch ½ abgerahmte)....... 1000 Liter Branntwein............... 26„ Eter................. 450 Stück. Käſe, Gemüſe ꝛc. Es berechnet ſich hiernach, wenn man annimmt, daß durchſchnittlich durch das ganze Jahr hindurch 6 Perſonen zu ernähren ſind, der Verbrauch pro Kopf und Tag auf rund ungefähr: 910 Gramm Getreide, 1040„ Kartoffeln, 70„ Fleiſch und Schmalz, 16„ Butter, as ag — 29— 6 Gramm Kaffee, 0,7 1 Zucker, 34„ Salz, 0,5„ Liter Milch Eier, Käſe, Gemüſe, Brantwein ec. Es ſind hierin ca. 130 Gramm verdauliches Protein und ca. 70 Gramm Fett enthalten, alſo eine bei mittlerer Arbeit vollſtändig genügende Menge. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich 775 Mk. (der Werth für 5 Centner Kleie mit 32 Mk. 50 Pfg. iſt abgezogen), täglich 2 Mk. 12 Pf. und pro Tag und Kopf 37 Pf. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee, Brot mit Schmierkäſe, im Sommer Butter. Zweites Frühſtück: Brot, zumeiſt ohne Beilage; im Winter wird nicht gefrühſtückt. Mittageſſen: Im Winter einmal, im Sommer zweimal wöchentlich Fleiſch, Gemüſe, Kartoffeln, Kartoffelſuppe, Milchſuppe, Mehlſpeiſen ꝛc. Vesperbrot: Kaffee mit Brot und Latwerge; im Winter fällt dieſe Mahlzeit aus. Abendbrot: Kartoffeln mit Dickmilch, Schmierkäſe, Salat ꝛc. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 6 Ctr. Weizen 3 Ml. 10,50-..... M. 63,— 460 Pfund Butter à 80 Pf.=.....„ 368,— Eine Kuh...„ 200,— 2 Stück Jungvieh und 1 Kalb„ 100,— 1 Maſtſchwein........„ 80,— Eier 50 Stück... t..... 7„ 2,50 Summe Mk. 813,50 B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Staatsſteuern....... Mlk. 67,— Gemeindeſteuern........„ 85, Tilgungsrentte..........„ 60,68 —-- Mk. 212,68 zu übertragen.. Mk. 212,68 Löhne: 1 Mann 60 Tage à 90 Pf. 1 Frau 15„ à 70„ Lohn der Magd l Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe: dem Wagner dem Schmied dem Sattler Inventar der Familienwohnung. Verſicherungs⸗Prämien: Wirkliche Ausgaben: Für Gebäude. Pferde⸗Remonte Zukauf von Kraftfutter und Sämereien: 15 Pfund Kleeſamen 5 Centner Rapskuchen à Mk. 7 5—— Heizung und Beleuchtung: Holz ꝛc. Petroleum 3 Läuferſchweine Zukauf von Nahrungsmitteln: 26 Pfund Kaffee à Mk. 1,20= 3„ Zucker à 40 Pf.=. 150„ Salz à 10 Pf.= 26 Liter Branntwein à 30 Pf.= Bekleidung.— Arzt und Apotheke. Taſchengeld für die erwachſenen Söhne . Mk. 2 2 / 2 . Mk. 1114,ͤ52 — 31— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen.. Mk. 813,50 Die Ausgaben betrugen....„ 1114,52 Deficit.. Mk. 301,02 IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte.) Erlös aus den verkauften Producten(ſiehe oben).. Werth der für die Familie aus der uiitöſchu entnommenen Producte(775— 55,20) Sumua B. Productionskoſten. .Gebäudecapital: Zinſen von 7200 Mk. à 4 pCt... Mk. 288,— Verſicherungsprämie.—„ 8,64 Abnutzung(Amortiſation) 0. 75 e..„ 54, Inſtandhaltung 4„ 60,— Capital des lebenden Inventars: Zinſen von 1700 Mk. à 4 pCt..... Mk. 68,— Verſicherungsprämie 2 ½ pCt.„ 42,50 Pferde⸗Remonte 4„ 30,— .Capital des todten Inventars: Zinſen von 265 Mk. à 4 pCt..... Mk. 10,60 Verſicherungsprämie 0,2 pCt..„—,53 Erneuerung und Inſtandhaltung.„ 83,— Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren Ausgaben= Mk. 550. Hier⸗ von 6 pCt. Hagelverſicherungsprämie 0,75 pCt. vom Werth der Getreide⸗ Ernte(geringe Gefahr) Mk. 1200 à 0,75 pCt. Feuerverſicherung der Producte.. Steuern und Umlagen(excl. Tilgungsrente) Kraftfutter, Sämereien.. 3 Läuferſchweine zu übertragen Mk. 7 Mk. 1533,30 Mk. II 813,50 719,80 410,64 140,50 — 32— Uebertrag Mk. 985,77 10. Heizung und Beleuchtung, 25 pCt. der bez. Ausgabe(75 pCt. auf die Familie)„ 13,— 11. Arbeitslöhne: Tagelöhne 1 Mann 60 Tage à M. 1,40= Mk. 84,— 1 Frau 15 1, 1,20 48, Lohn der Magd und Unterhaltung derſelben„ 270,— Lohn für die 4 erwachſenen Perſonen der Familie.........„ 800,— „ 1172,— 12. Verſchiedenes.......„ 9,23 Summa Mk. 2180,— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 1533,30 Die Productionskoſten betrugen. 2 2180,— Verluſt Mk. 546,70 Es verzinſt ſich alſo in dieſem Gute weder das Grundcapital noch das Be⸗ triebscapital, ſondern es kann auch die Arbeit, ſtatt wie oben angenommen mit Mk. 1172, erſt mit(1172— 146)= Mk. 1026 bezahlt werden. Anlage II. Gemeinde Burkhards. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines mittleren Bauerngutes von 6,91 Hectar. Der Beſitzer iſt verheirathet, 44 Jahr alt, Vater von 5 Kindern, von denen das älteſte 17 Jahr alt iſt, während 4 noch die Schule beſuchen. Zur Bewirth⸗ ſchaftung des Gutes wird für den Kuhſtall noch eine Magd gehalten. Die Familie beſteht alſo aus 3 erwachſenen Perſonen und 5 Kindern. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden.(Grundcapital.) 3,48 Hectar Ackerland Steuercapital incl. Gebäude: mittlerer Kaufwerth: 3,43„ Wieſe 49 fl. Mk. 2323 B. Gebäude. Eine Hofraithe benehend aus Wuünhuns mit Stall und Scheuer.„ 2920 C. Viehſtand. 4 Kühe Vogelsberger à Mk. 200=.... Mk. 800 2 Stück Jungvieh à Mk. 80=.„ 160 3 Maſtſchweine.........„ 170 4 Schafe.....„ 60 7 Stück Hühner incl. Hahn 8 6 —-„ 1196 zu übertrag3en.. Mk. 6439 3 1 Wagen 1 Pflug 1 Ggge...... Faß⸗ und Band⸗Geſchirr. Handgeräthe incl. Säcke. Hausrath incl. Kochgeſchirr durchſchnittlich ungefähr wie folgt: . Uebertrag D. Todtes Inventar. E. Vorrath an umlaufendem Betriebsk ſiehe Rentabilitätsberechnung Werth des geſammten Beſitzes Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 200. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung des Ackerfeldes iſt die in der Gemarkung übliche. Der Anbau der Früchte und der Natural⸗Ertrag derſelben ſtellen ſich hiernach * Mk. 60 30 10 15 15 20 apital. 2 7 Mk. 6439 bei Roggen auf 4 » Gerſte„ 4,50 „ Hafer„ 5 „ Weizen„ 3 Ctr. Körner und 10 72 72 I/ 72 II 12 7 6 7,50 Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich pro ¼ Hectar wie folgt: Ctr. Stroh 2 2 Getreide 5 2[s2. Anbanu SS 3⁴ ½ S 52 Centner Roggen. 0,73 Hectar[12 29 76 Gerſte. 0,87„ 16 21 4 Hafer.... ſ, 12 17 22 Weizen 225 9,31 o 4,5 10,5 Kartoffeln.. 0,38„—— 830 17 Nüben 3 52 0,20„—— 48 Rothklee.,J2. 0,29„—129 — Wieſen.. 3,493„- 275 — 35— bei Kartoffeln auf 55 Ctr. Knollen „ Rüben„ 60„ Rüben „Klee„ 25„ Kleeheu „ Wieſen„ 20„ Heu und Grummet. Hierzu iſt jedoch zu bemerken, daß in manchen Jahren, und iſt dies haupt⸗ ſächlich in dem letzten Jahrzehnt wiederholt vorgekommen, kaum die Ausſaat wieder gewonnen wurde. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahr pro Kuh 1800 Liter, oder pro Tag und/ Kuh 5 Liter, im Ganzen 7200 Liter.(Die Kühe werden regelmäßig angeſpannt). Rindvieh. Durchſchnittlich wird alle 2 Jahr eine Kuh, jedes Jahr ein Rind verkauft. Schweine. Es werden jährlich 3 Schweine mit ca. à 130 Pfund Schlacht⸗ gewicht gemäſtet, wovon 2 verkauft, eins in die Haushaltung geſchlachtet wird. Geflügel. Durchſchnittlich ca. 500 Stück Eier. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Roggen 0,73 Heclar... 3 Ctr. 50 Pfd. Gerſte 0,87„..... 4„ 10„ Hafer 0,58„. 2„ 75„ Weizen 0,397„...... 1„ 80„ Kartoffeln 0,38„. 15„„ Rüben 0,20„......„ 2„ Rothklee 0,29„....„ 12„ Für den Viehſtand. Hafer dem Rindvieh....... 6 Ctr. 75 Pfd. Kartoffeln den Schweinen..... 20„—„ Rüben dem Rindvieh..... 48„—„ Klee(grün gefüttert), in Heuwerth.. 29„—„ Wieſenheu und Grummet..... 275„—„ Stroh...... 77„—„ Kleie vom eignen Mahlgut..... 2„—„ Rapskuchen.... 3„„ Milch(zumeiſt abgerahmte), Molken.. 4000 Liter. 3*† — 36— Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt in runder Summe annähernd............. Mk. 1200 Der Werth der erzielten Producte berechnet ſich im Ganzen in runder Summe annähernd auf.. 9.... Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Producte noch durch den Stallmiſt zu decken ſein............ Mk. 340 Die Stallmiſtproduction berechnet ſich annähernd auf 840 Ctr., ſo daß der Centner auf 40 ½ Pfennig, ohne die Koſten für Zinſen, Verpflegung ꝛc. des Vieh⸗ ſtandes zu ſtehen kommt. Für die Familie „ 860 Roggen und Gerſte(Brodkorn)....... 20 Ctr. 40 Pfd. Kartoffenn.............. 45„—„ Fleiſch ca... 11, 30„ (es wird jährlich 1 Schwein geſchlachtet; im vorigen Jahr iſt eins der 3 Maſtſchweine gefallen; da die 2 anderen verkauft werden mußten, iſt die Familie faſt ein Jahr ohne Fleiſchnahrung geweſen). Butter... wil., 4„ Kaffee...............—„ 18„ Zucker.............=, A o Sa;a,.—„ 50„ Milch(faſt nur abgerahmt)........ 1500 Liter Eier, Käſe, Gemüſe ꝛc. Es berechnet ſich hiernach, wenn man annimmt, daß durchſchnittlich 5 ½ erwachſene Perſonen durch das ganze Jahr hindurch zu ernähren wären, der Verbrauch pro Kopf und Tag auf rund ungefähr: 620 Gramm Getreide, 1370„ Kartoffeln, 40„ S Fleiſch, 1„ Butter, 5„ Kaffee, 1„. Zuckher, 15 Salz, ca. 1 Liter Milch(abgerahmte), Käſe, Eier, Gemüſe, Latwerge ꝛc. Wenn auch hierin die erforderliche Menge verdauliches Protein, nämlich 120 bis 130 Gramm enthalten iſt, ſo genügt jedoch die Fettmenge bei weitem nicht, indem nur kaum 30 Gramm hierin enthalten ſind, während die doppelte Menge erforderlich iſt. Die Ernährung iſt alſo als eine ungenügende zu bezeichnen. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich Mk. 400 oder pro Kopf und Tag der erwachſenen Perſon ca. 20 Pfennige. — 37— Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee und Brot. Zweites Frühſtück: Wird nur ausnahmsweiſe im Sommer genommen und beſteht aus Brot. Mittageſſen: Wöchentlich einmal Fleiſch(Sonntags), Milchſuppe, Reisbrei, Kartoffel⸗Gemüſe und ⸗Speiſen, Salat ꝛc. Vesperbrot(nur im Sommer): Kaffe und Brot. Abendbrot: Kaffee und Brot, Kartoffeln mit Dickmilch. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 2 Ctr. Weizen à Mk. 10,50=.......... Mk. 21,— 2,50„ Hafer Mk.=.... ͤ d.„ 17,50 418 Pfd. Butter à Mk. 0,80==... Ant, 334,40 Vieh. Alle 2 Jahr 1 Kuh, jährlich 1 Rind und 1 Kalb.„ 180,— 2 Schweine(gemäſtet à 130 In. Eilachlgenviht)„ 130, Eier 50 Stück...„ 2,50 Summe: Mk. 685,40 B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Staatsſteuen...... NMNl. 21,60 Gemeindeſteuern...........„ 24,40 Tilgungsrente ô............„ 18,40 — Nk. 64,40 Löhne: 1. Mann 5 Tage... Mk. 4,50 der Magd Lohn........„ 80,— —e„ 84,50 Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe......())....„ 30,— Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe:. dem Wagner........ Mk. 20,— dem Schmied..........„ 20, dem Sattler...........„ 3,— —— 1 43,— Inventar der Familienwohnung.........„ 10,— Verſicherungs⸗Prämien: Fir Gebäude...............„ 3,50 zu übertrag3en.. Mk. 235,40 Zukauf von Vieh: Uebertrag.. Mk. 235,40 3 Läuferſchweine.... S...„ 90,— Zukauf von Kraftfutter und Sämereien: 2 Cir. Rapskuchen......... Ml. 22,50. 12 Pfd. Kleeſamen...........„ 8,50 — 7 31,— Heizung und Beleuchtung: Holz c........... M. 25, Petrolenn„ 5,— —„ 30,— Zukauf von Nahrungsmitteln: 18 Pfd. Kaffee.......„ 18, 4„ Zucker...........„ 1,60 50„ Salz..........OI. 19E aK 5,— -x---- e 24,60 Bekleidumg..................„ 150, Arzt und Apotheke.............„ 10,— Verſchiedenes........„...„ at AdA 9,— Summe.. Mk. 580,— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugSen... Mk. 685,40 Die Ausgaben betrugen....„ 580,— Ueberſchuß Mk. 105,40 IV. Rentabilitäts-Verechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft verwendeten Producte). Erlös aus den verkauften Producten(ſiehe oben)..... Mk. 685,40 Werth der für die Familie aus der Wirthſchaft entnommenen Producte(380— 24,60).......„ 355,40 Suuuma.. Mk. 1040,80 B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von 2920 M. à 4 pCt..... Mk. 116,80 Verſicherungspreimnie.......„ 3,50 Amortiſation 0,75 pCt.......„ 21,90 Inſtandhaltung.........„ 30/1 Mk. 172,20 zu übertragen. Mk. 172,20 SIS —— 12. capital im Betrage von ca. Mk. 4300(incl. Gebäudecapital) aber nur zu ca. . Uebertrag .Kapital des lebenden Inventars: Zinſen von 1196 Mk. à 4 pCt..... Mk. 47,84 Verſicherungsprämie 2 pGCt......„ 23,92 Jährlicher Zukauf von Ferkeln....„ 90, .Capital des todten Inventars: Zinſen von 150 Mk. à 4 pCt... Ml. 6,— Verſicherungsprämie 0,2 pCt......„—,30 Erneuerung und Inſtandhaltung....„ 43,— Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren Ausgaben= Mk. 300. Hier⸗ von 6 pCt. Hagelverſicherungsprämie 0,75 pCt. vom Werü der Getreide⸗ Ernte Mk. 500 à 0,75 pCt. 3..... Feuerverſicherung der Producte. .Steuern und Umlagen Kraftfutter und Sämereien... Heizung und i anitum 25 ot. der rep Nueuabd. Thierarzt. Arbeitslöhne: 1 Mann 5 Tage à Mk. 1,40.... Mk. 7,— Der Magd Lohn und Koſt.....„ 200,— Lohn für Mann und Frau und der erwach⸗ ſenen Tochter......„ 490, Verſchiedenes... Summa C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.. Mk. 1040,80 Die Productionskoſten betrugen.„ 1200,— Verluſt. Mk. 159,20 Mk. 2 2 2 / 172,20 161,76 49,30 697,— 9,74 Mr. 1200,— Es verzinſt ſich alſo in dieſem Gute das Grundcapital nicht, das Betriebs⸗ =—= 1½ pCt. Bericht über die landwirthſchaftlichen Verhältniſſe Gemeinde Rodheim v. d. H., Kreis Friedberg, erſtattet von dem Landwirthſchaftslehrer Leithiger in Alsfeld. AIllgemeines. Rodheim vor der Höhe im Kreiſe Friedberg gehört, ſeinen Boden⸗ und ſeinen klimatiſchen Verhältniſſen nach, der„Wetterau“ an. Nur die öſtlichen Ausläufer des Taunus ſtreichen noch in die Gemarkung. Es liegt circa 135 Meter über dem Meeresſpiegel, 7 ½ Kilometer von Homburg v. d. H., 9 Kilometer von der Kreis⸗ ſtadt Friedberg, 17 Kilometer von Frankfurt a. M. und 5 Kilometer von ſeiner nächſten Bahnſtation Nieder⸗Wöllſtadt an der Main⸗Weſerbahn. Die Gemeinde zählt zur Zeit 1538 Einwohner in 300 Haushaltungen, hier⸗ von gehören 16 Haushaltungen mit 65 Einwohnern dem Judenthum an, während die übrige Bevölkerung chriſtlich evangeliſch iſt. Bis in die 1840er Jahre war die Bevölkerung in der Zunahme begriffen, Rodheim hatte damals 464 Ortsbürger, in den fünfziger Jahren gingen viele Familien nach Amerika, ſo daß die Ortsbürger⸗ zahl bis auf 370 fiel, ſeit den ſechsziger Jahren iſt die Bevölkerung mit dieſer Zahl ziemlich conſtant geblieben. Die Bevölkerung von Rodheim iſt eine faſt in ſich ab⸗ geſchloſſene. Heirathen nach auswärts und von außen nach Rodheim finden nur ausnahmsweiſe ſtatt. Bei der Erbtheilung theilen die Erben den Grundbeſitz, die Gebäude werden taxirt und verlooſt. Es liegt hierin die Urſache, daß die Güter in ihrem Beſtand fortgeſetzt den weitgehendſten Veränderungen unterliegen. Die Gemarkung Rodheim umfaßt im Ganzen eine Fläche von 1664,95 Hectar, wovon 1216,83 Hectar Ackerland, 7,8 Hectar Hofraithen, 13,9 Hectar Gärten, 183,4 Hectar Wieſen, 194,5 Hectar Wald und 48,4 Hectar unbeſteuerbare Flächen ſind. Die 1400,23 Hectar Acker und Wieſen liegen in 28,703 Parzellen. Der Wald iſt Gemeindeeigenthum. Das übrige Land vertheilt ſich auf 300 Beſitzer von den 1 104 unter ½ Hectar, 31 von ½ bis 1 Hectar, 30 von 1 bis 2 Hectar, 58 von 2 bis 5 Hectar, 42 von 5 bis 10 Hectar, 30 von 10 bis 20 Hectar und 5 von 20 bis 30 Hectar bewirthſchaften. Die directen Steuern für die Gemarkung Rodheim betragen für 1884/85 15,947 Mk. An Communalſteuern hat die Gemeinde 1884/85 ausgeſchlagen 19,197 Mk. Letztere betrugen in 1865 2856 fl., in 1870 2746 fl., 1875 5617 Mk., 1880 8851 Mk., 1881/82 14,051 Mk., 1882/83 14,352 Mk., ſie ſind alſo ſeit 1880 und zwar in Folge der Mindererträge aus dem Gemeindewald, der Jagd und dem Pferch um 116 pCt. geſtiegen, ſeit dem Jahre 1865 um 295 pCt. Seit ca. 30 Jahren hat die Gemeinde für Bauten(neuer Kirchbau, neues Schulhaus, Waſſerleitung, Bleiche, Reparatur der Pfarrwohnung, Ablöſungen ec. ꝛc.) 263,814 Mk. verausgabt. Die Gemarkung iſt beſetzt mit 9952 Aepfelbäumen, 3051 Birnbäumen 7747 Pflaumen⸗ und Zwetſchenbäumen, 36 Aprikoſenbäumen 11,1 C 365 Wallnußbäumen. Außer den 194,5 Hectar Wald in der Gemarkung beſitzt die Gemeinde noch 546,65 Hectar Wald außer der Gemarkung(Gemarkung für ſich). In früheren Jahren erhielten die Ortsbürger Holz aus dem Gemeindewald, im letzten Jahre hat der Ortsbürger 12 Mk. erhalten. Laubſtreu wird nur ausnahmsweiſe in ſchlechten Strohjahren abgegeben. Der Verſteigerungserlös wird dann gleichfalls vertheilt und brachte im Jahre 1884 pro Ortsbürger Mk. 1,86. Der Werth des Gemeindewaldes beträgt Mk. 1,388,000 mit einem jährlichen Nutzen von ca. Mk. 20,000. Der Viehſtand in der Gemeinde iſt nach der letzten Aufnahme folgender: 5 Fohlen 123 Pferde 128 Pferde, 151 Kälber bis ½ Jahr alt 197 2 2 2 2 1/ 462 Kühe, 9 Ochſen, 5 Zuchtſtiere. 300 Schafe, 756 Schweine, 192 Ziegen, 28 Bienenſtöcke. 824 St. Rindvieh T Frage I. a. Welche Bodenverhältniſſe zeigt die Gemarkung, welchen Character hat das Klima und wie iſt hiernach im Allgemeinen die Fruchtbarkeit der Ländereien; iſt letztere ſehr günſtig, mittel oder gering? b. In welchem Verhältniß ſtehen die verſchiedenen Arten des Kulturlandes— Acker, Wieſen, Weiden, Rebland ꝛc.— zu einander und iſt dieſes Verhältniß im Allgemeinen als ein wirthſchaftlich günſtiges zu bezeichnen? c. Welches ſind die hauptſächlichſten Producte der Landwirthſchaft, bezw. welche Productionsrichtungen machen ſich im landwirthſchaftlichen Betriebe der Gemeinde vorzugsweiſe geltend? d. Iſt der landwirthſchaftliche Betrieb im Allgemeinen ein rationeller zu nennen, oder haften ihm weſentliche Mängel an und welche? Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weit gehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang im Zuſammenhang? a. Wie ſchon einleitend bemerkt wurde, gehört die Gemarkung Rodheim zur „Wetterau“ und zwar ſowohl ihrer climatiſchen wie geologiſchen Verhältniſſe nach. Der Boden iſt ein Schwemmlandslehm, welcher in ſeiner oberſten zum Acker⸗ bau benutzten Schicht in der Baſaltverwitterung des Vogelsberg ſeinen Urſprung hat. Nur der weſtliche höher gelegene Theil der Gemarkung, in welchen die Aus⸗ läufer des Taunus herein laufen iſt etwas kieſiger. Eine ſolche Kiesader durchzieht die Gemarkung von S. O. nach N. W. in einer Breite von oft nur wenigen bis zu 150 Meter und mehr. Der Untergrund iſt faſt überall gleich dem Obergrund, ſo daß der Tiefcultur keine Schranken geſetzt ſind. Das Ackerfeld vertheilt ſich nach dem Centralcataſter auf 4 Claſſen mit den folgenden Flächen und Reinerträgen: Reinertrag pro ¼ Hectar 1 Cl. 141,8 Hectar mit..... Mk. 16,25 2„ 512,„„„ 9/38 3„ 404,8„„....„ 1725 4„ 166,3„„...„ 020 4 75,7 Dectar. Die Wieſen: 1 Cl. 9,9 Hectar mit...... M. 18,97 3„ 35,5„„.....„ 10 20 3„ Se,At„„....... 3 86 4„, 36,5„„„„ 010 189,3 Hectar Der Boden iſt klee⸗ und luzernefähig. Das Terrain iſt coupirt. An der nordweſtlichen Grenze der Gemarkung entſpringt ein kleiner Bach, der die Grenze verfolgend, erſt nach Oſten ſpäter nach Süden gehend, ein fruchtbares Wieſenthälchen bildet. Im Weſten erhält die Gemarkung vorzüglichen Schutz durch die bewaldeten Höhen des Taunus. Das Klima iſt als Wintergetreideklima zu bezeichnen, in welchem der Nußbaum faſt jährlich Früchte trägt und die Weintraube regelmäßig reift. Die Fruchtbarkeit der Ländereien iſt hiernach im Allgemeinen als eine ſehr günſtige zu bezeichnen, nur zum kleineren Theil würde ſie als eine mittlere angenommen werden können. b. Abgeſehen vom Wald kommen in Rodheim, wenn man das wenige Gartenland 13,9 Hectar außer Rechnung läßt, als Kulturarten nur Ackerland und Wieſe in Be⸗ tracht. Das Verhältniß zwiſchen dieſen beiden Kulturarten iſt 6,6: 1. Unter den jetzigen Verhältniſſen, bei welchen die Dreifelderwirthſchaft durch den Flurzwang be⸗ dingt iſt, iſt dieſes Verhältniß als ein entſchieden ungünſtiges zu bezeichnen. Soll das in jeder rationellen Wirthſchaft geforderte Gleichgewicht bezüglich der Erhaltung der phyſikaliſchen Eigenſchaften und des Erſatzes der Pflanzennährſtoffe des Bodens in den Gutswirthſchaften Rodheims hergeſtellt werden, ſo müßte entweder die Frucht⸗ folge ſo geändert werden, daß die Hälfte des Ackerlandes mit Futterpflanzen angebaut würde, es müßte alſo eine Fruchtwechſelwirthſchaft eingeführt werden, oder das Verhält⸗ niß des Ackerlandes zu den Wieſen müßte mindeſtens auf 4:1 verengert werden. Da das letztere nicht herbeigeführt werden kann, ſo iſt die Einführung einer rationellen Fruchtfolge der einzige Ausweg, wenn man nicht Rauhfutter zukaufen will. Von den Gutsbeſitzern in Rodheim wird die Anſicht, daß das Verhältniß zwiſchen Ackerland und Wieſe kein richtiges iſt, dadurch beſtätigt, daß ſie den Wunſch äußern, mehr Luzerne im Ackerland anbauen zu können, daß ſie für den Pferch verhältnißmäßig hohe Preiſe bezahlen und daß ſie klagen, die entfernteren Felder, wegen Mangel an Dünger, nur ſelten mit Stallmiſt düngen zu können. c. Die Productionsrichtung der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung Rodheims ergibt ſich aus den folgenden ſchätzungsweiſe angeführten Zahlen, welche aber auch durch die Rechnung als annähernd richtig gefunden wurden. Rodheim führt in normalen Jahren aus: Im Mittel: Ca. 8000 Ctr. Weizen im Werthe von.. Mk. 70— 80,000 „ 1600„ Gerſte und Roggen im Werthe Uo......... i, 12. 13,000 „ 2000„ Hafer im Werthe von.„ 12— 13,000 Mk. 94— 106,000 od. Mk. 100,000 In guten Jahren 2500 Malter Aepfel im Werthe voon........„ 12 15,000„„ 13,500 zu übertragen.. Mt. 113,500 000 500 500 Uebertrag.. Mk. 113,500 Aus dem Viehſtand: 80 Stück Milchkühe im Werthe von...„ 24,000 26„ Faſſelochſen,„„...„ 8000 70„ Jungvieh„„„„ 14,000 190„ Kälber„„„...„ 4500 10,000— 11,000 Pfd. Butter im Werthe von„ 10,000„ 60,500 Für fette Schweine und Ferkel„ 2„„ 35,000 Mk. 209,000 Es iſt hieraus erſichtlich, daß Getreidebau und Viehzucht in den Wirthſchaften Rodheim's ungefähr zu gleichen Theilen berückſichtigt ſind, daß aber bei der Vieh⸗ haltung der Schweinezucht und Maſt eine ſtarke Berückſichtigung zugewendet wird. Bei der Rindviehhaltung ſteht die Aufzucht im Vordergrund, Milchviehhaltung tritt zurück, die erzielte Milch wird, ſoweit ſie nicht in der Wirthſchaft verbraucht wird, verbuttert, Maſt wird wenig getrieben. Beim Ackerbau ſteht die Getreideproduction, ſpeziell des Weizens, oben an, Handelsgewächſe werden nicht angebaut. Die geernteten Kartoffeln werden in der Wirthſchaft verbraucht, ſelten wenige Centner verkauft. Die Fruchtfolge iſt die ſtreng eingehaltene verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft: ca./ 1. Weizen, ½ Roggen, 2. ⅓6 Gerſte, Hafer, 3. ⅛ Klee, ½ Rüben, ⅛ Kartoffeln. d. Der landwirthſchaftliche Betrieb iſt faſt ohne Ausnahme kein rationeller. Die beiſpielloſe Zerſtückelung des landwirthſchaftlich benutzten Bodens, bei welcher 1 Hectar im Durchſchnitt in 21 Parcellen in der Gemarkung zerſtreut liegt(Parcellen von 12—30 Quadratmeter ſind nicht ſelten) und der hiermit verbundene Flurzwang, laſſen ſelbſt den einſichtsvolleren Landwirth zu einem rentableren Betrieb nicht über⸗ 4 gehen. Verbeſſerungen und Meliorationen an den kleinen Parcellen ſind zumeiſt un⸗ ausführbar, oft ſtehen aber auch die Reſultate in keinem Verhältniß zu dem auf⸗ gewandten Capital und zu der rieſigen Arbeit und Mühe. Der Culturzuſtand des landwirthſchaftlich benutzten Bodens iſt daher auch in der ganzen Gemarkung ein mehr oder weniger niedriger. Die Entwäſſerung der Aecker und Wieſen, die bei einem großen Theil der Gemarkung eine außerordentlich nothwendige Melioration iſt, die Tiefeultur(es wird allgemein nur 15— 20 Centimeter tief gepflügt), die An⸗ wendung künſtlicher Düngemittel, die Einführung einer rationelleren Fruchtfolge unter⸗ bleiben, weil die Parcellirung des Grundbeſitzes den Unternehmungsgeiſt des Einzelnen lähmt und den Fortſchritt verhindert. Während in anderen Orten der Wetterau häufig beſſere Pflüge und Geräthe, in neuerer Zeit auch Maſchinen, angetroffen werden, findet man dieſe in Rodheim nicht, weil ſie kaum zu verwenden ſind. Die Erträge nehmen daher trotz des fruchtbaren Bodens ab, ganz beſonders wird über die niedrigen Körner⸗Erträge geklagt: die Folge des viele Jahre fortgeſetzten Raubbaues; die Verunkrautung der Felder iſt eine außer⸗ gewöhnliche und nimmt von Jahr zu Jahr zu. Die Wieſen, die vielfach zu Wäſſerwieſen angelegt werden könnten, entbehren gleichfalls jeder Pflege und Düngung. Das zufließende Waſſer hat keinen Abfluß, verſumpft die Wieſen und bringt ſo mehr Schaden wie Nutzen, da kein Beſitzer wegen der Kleinheit ſeiner Parcellen ſich für verpflichtet hält für deſſen Abfluß zu ſorgen. Ein erfreulicheres Bild bietet die Viehhaltung in Rodheim. Es entfallen auf ca. 2 Hectar 1 Stück Großvieh zu 1000 Pfund Lebendgewicht(alle Thiergattungen hierauf reducirt). Die ſtarke Pferdehaltung, die eine Folge der Parcellirung und der weiten Ausdehnung der Gemarkung iſt, würde beſſer in den Wirthſchaften unter 10 Hectar ganz aufgegeben und die Zugarbeit mit Ochſen verrichtet. Bei der Rindviehhaltung iſt durch conſequente Einhaltung der erſtrebten Zuchtrichtung, nämlich Erſetzung des früheren einheimiſchen Viehes durch das Simmenthaler Rind, ein gutes Reſultat erzielt worden. Seit ungefähr 20 Jahren hat die Gemeinde die Faſſel in Pflege und Verwaltung. Sie hat darauf gehalten, daß eine genügende Anzahl und zwar nur reinblütiger Simmenthaler⸗Faſſelochſen zur Verwendung kamen und ſo einen nahezu reinen Beſtand Simmenthaler Viehes in Rodheim erzielt. Hieraus erklärt ſich auch der ſtarke Abſatz von Jungvieh und jungen Faſſelochſen nach auswärts. Es mag zweifelhaft ſein, ob durch die eingehaltenen Züchtungsziele das Futter am höchſten verwerthet wird, ein Fehler würde es aber ſein, durch Aenderung in der Zuchtrichtung das jetzt Erreichte preis zu geben. Da die Viehhaltung im Allgemeinen eine genügend große iſt, ſo wäre darauf hinzu⸗ arbeiten, daß das Milchvieh beſſer gefüttert, daß die Anwendung des Kraftfutters eine allgemeinere würde. Es hat die nicht genügende Ernährung des Milchviehes ihren Grund wohl hauptſächlich darin, daß die Verwerthung der Milch eine zu niedrige iſt. Das Molkereiweſen liegt noch ſehr im Argen; während in Nieder⸗ Wöllſtadt die Milch das Liter zu 12 bis 13 Pf. nach Frankfurt verladen wird, ver⸗ werthet der Rodheimer Milchproducent ſeine Milch durch Verbuttern und Verfüttern der Magermilch an die Schweine das Liter zu höchſtens 7 bis 8 Pf. Bei der Schweinehaltung wird Maſt und Aufzucht gleichmäßig berückſichtigt und wird dieſelbe auch rationell betrieben. Zur Fütterung werden Milchabfälle, Getreide, Kartoffeln ꝛc. benutzt. Da der Obſtbau hohe Erträge bringt, ſo müßte demſelben, ſtatt der jetzigen Vernachläſſigung, ein viel größeres Intereſſe zugewendet werden. Frage II. a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäßigen Landbau treibenden Bevölkerung? b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung eingetreten? c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗ theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B. das geltende bäuerliche Erbrecht, die üblichen Syſteme des ehelichen Güterrechts oder der Zuſammenkauf von Grundſtücken? d. Iſt ein Theil der Gemarkung Allmendland und welchen Einfluß hat die Benutzung des letzteren auf die Lage der Bevölkerung? a. Ackerland und Wieſen nehmen in der Gemarkung eine Fläche von 1400,23 Hectar ein. Dieſe Fläche vertheilt ſich ungefähr wie folgt: 1052,23 Hectar auf 196 Beſitzer mit über 0,5 Hectar, 32„„ 104„„ unter 0,5„ 14,27„ der Gemeinde 32,28„„ Pfarrei 120„ nicht ſelbſt wirthſchaftenden Eigenthümern/ 150„ Ausmärkern, 1400,78 Hectar. Zieht man nur die 196 Beſitzer mit 1052,26 in Betracht, ſo entfällt auf einen Beſitzer eine Grundbeſitzfläche von 5,37 Hectar, welche vollkommen ausreichen würde, eine Familie zu ernähren und zu beſchäftigen. Zieht man aber die ſämmtlichen in Rodheim wohnenden Familien, welche von Landwirthſchaft, Tagelohn und Gewerbe leben, alſo auch diejenigen, welche unter 0,5 Hectar Beſitz haben, mit in Betracht und vertheilt unter dieſe, unter Hinzuziehung der von den Gemeindeangehörigen gepachteten Grundſtücke, den Beſitz, ſo entfällt auf eine Familie 4,1 Hectar Acker und Wieſe (incl. Pachtgüter). b. Wie ſich der Beſitz in Rodheim unter die Bevölkerung vertheilt, ergiebt ſich aus dem unter a. Angeführten, weiter aus der Beantwortung der Frage VIII. Weſentliche Veränderungen in der Beſitzvertheilung haben in der letzten Zeit nicht ſtattgefunden. Es iſt jedoch zu conſtatiren und wird dies durch ortskundige Perſonen beſtätigt, daß eine Vermehrung der Güter in den unteren Gruppen(Frage VIII) und eine Verminderung in den oberen ſeattfindet. c. Trotzdem, daß größere Güter über 30 Hectar, welche von dem Eigenthümer ſelbſt bewirthſchaftet werden, nicht vorhanden ſind, daß häufige Gelegenheit zum An⸗ pachten von Grundſtücken geboten iſt, kann die Beſitzvertheilung unter der Landwirth⸗ ſchaft treibenden Bevölkerung in ſofern als eine günſtige nicht bezeichnet werden, als der landwirthſchaftlich benutzte Boden für eine große Anzahl der kleineren Landwirth⸗ ſchaft treibenden Bewohner kaum hinreicht, ſie nothdürftig zu ernähren, zumal die Arbeitsgelegenheit ebenfalls in der Abnahme begriffen iſt. Es hat daher auch die Bevölkerung von Rodheim ſeit den vierziger Jahren fortgeſetzt abgenommen und hat ſich dieſe Abnahme zuletzt in den 1850er Jahren durch eine größere Auswanderung nach Amerika auffällig ſichtbar gemacht. Auch ſeit dieſer Zeit finden noch fortgeſetzte Aus⸗ verpachtet, wanderungen, wenn auch weniger häufig nach Amerika, ſtatt, die Bevölkerung hat nicht zugenommen. Der Grund für dieſe Erſcheinung liegt in dem beſtehenden bäuer⸗ lichen Erbrecht, nach welchem der Grundbeſitz in natura unter die Erben vertheilt und nach welchem die fortgeſetzte Zunahme der kleineren Güter begründet iſt. d. Die Gemeinde beſitzt ein Terrain von 57 Morgen, welches verpachtet iſt und daher einen weſentlich andern Einfluß auf die Lage der Bevölkerung nicht ausübt wie das Pachtland überhaupt. . Frage III. a. Welches ſind die durchſchnittlichen Preiſe für die einzelnen Boden⸗ qualitäten der verſchiedenen Culturländereien(Acker, Wieſe, Weide, Wein⸗ berg ꝛc.), erſcheinen dieſe Preiſe beſonders hoch oder beſonders niedrig und auf welche Urſachen ſind die bezüglichen Erſcheinungen zurückzuführen? b. Welche Aenderungen in den Preiſen haben ſich in den letzten 5 Jahren vollzogen? c. Pflegt ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften ſtattzufinden und liegt hierfür(ſ. a) ein berechtigtes Bedürfniß vor? a. Wie ſich die verſchiedenen Bodenqualitäten bei Ackerland und Wieſen auf die einzelnen Claſſen vertheilen, iſt aus der Beantwortung der Frage Ia. zu erſehen. Die Preiſe ſtellen ſich nach den Erhebungen der Großherzoglichen Centralſtelle für die Landesſtatiſtik vom Jahre 1877 für Ackerland pro Hectar: I. Claſſe= 3000 Mk. ml. bene„ bim Mittel 2466 Mk. IV. 2— 1000„ für Wieſe: I. Claſſe= 4000 Mk. 2200„ lim Mittel 2526 Mk. W.= 1400„ Es ſind dieſe Preiſe für die betreffenden Bodenqualitäten als nicht zu hohe zu bezeichnen( d. Ref.)(ſiehe auch Frage IX). b. Bei einer Vergleichung mit den Verkaufsprotocollen aus den Jahren 1876 und 1877 ſtimmen die unter a. angeführten Sätze annähernd mit den bezahlten Preiſen überein. Bis zum Jahre 1884 ſind aber die Preiſe im Durchſchnitt um 20— 25 pCt. zurückgegangen, indem der mittlere Kaufpreis für Ackerland und Wieſen zwiſchen 1800— 2000 Mk. pro Hectar zu liegen kommt. Es wird dies gleichfalls durch die Verkaufsprotocolle aus 1883 und 1884 beſtätigt. Hierzu kommt aber noch, daß Ländereien in den geringeren Bodenclaſſen in den letzten Jahren ſchwer zu ver⸗ kaufen waren, ſo daß der Zuſchlag, trotz mehrmaligen Ausgebotes, wegen zu geringen Gebotes, nicht erfolgte. Die Preiſe werden daher wahrſcheinlich noch mehr zurück⸗ gehen. c. Der Umſatz in den Liegenſchaften iſt als ein ſtarker zu bezeichnen. Der Grund hierfür liegt in den Vererbungsverhältniſſen der Beſitzer und hat eine gewiſſe Berechtigung deßhalb, weil häufig der Zukauf einer ausgebotenen Parcelle dem Nachbar, wegen Abrundung der ſeinigen, auch oft der Zufuhr wegen, räthlich und empfehlens⸗ werth erſcheint. Im Jahre 1883 ſind z. B. allein 55 gerichtliche Verkaufsprotocolle ausgefertigt worden. Frage IV. a. Nehmen die Pachtgüter einen erheblichen Umfang ein und ſtehen die Pachtpreiſe im richtigen Verhältniß zu dem Kaufpreiſe der Ländereien einerſeits und zur Ausnutzungsfähigkeit derſelben andererſeits, eventuell welche Urſachen wirken ſteigernd auf die Pachtpreiſe ein? b. Welche Beſtimmungen gelten insbeſondere in Betreff der Dauer der Pacht, der Bezahlung der Steuern ꝛc., der Verſicherungsprämien, ſowie in Betreff vorzunehmender Meliorationen und etwaiger Pachtnach⸗ läſſe bei elementaren Unglücksfällen bei fiskaliſchem, ſtandesherrlichem und privatem Grundbeſitz? c. Wirken die üblichen ſonſtigen Pachtbedingungen beſonders er⸗ ſchwerend für die Pächter oder nicht? a. Es kommen in Rodheim einzelne Güter im Ganzen nicht zur Verpachtung, während Grundſtücke im Einzelnen in Summa im Betrag von ca. 165 Hectar(ſiehe Frage II) zur Verpachtung ausgeboten werden. Als Pächter für dieſelben treten die Beſitzer der Güter in Rodheim und zwar aus allen Größengruppen auf. Der Pacht⸗ preis beträgt im Durchſchnitt 16— 20 Mk. pro ¼ Hectar, wovon jedoch, da der Verpächter die Steuern im Betrage von ca. 5,50 Mk. bezahlt, dieſe abzuziehen ſind. Der Reſtbetrag von ca. 14,50 Mk. würde bei 3 ½ pCt. Verzinſung ein Capital von ca. 420 Mk. repräſentiren, woraus zugleich auch hervorgeht, daß die Pachtpreiſe ſich annähernd in normalen Verhältniſſen befinden. Zu bemerken iſt hier noch, daß die größeren Parcellen im Allgemeinen verhältnißmäßig höhere Pachtpreiſe erzielen. b. Die Pachtdauer iſt 6, 9 und 12 Jahre. Die Steuern bezahlt, wie ſchon erwähnt, der Verpächter. Beſondere Zugeſtändniſſe ſowohl von Seiten des Pächters wie Verpächters werden nicht gemacht. c. Die Pacht erſchwerende Bedingungen ſind im Allgemeinen nicht vorhanden. 2 — 10— Frage V. a. In welcher Weiſe pflegen die Landwirthe ihre Mobilien und Producte gegen Feuer, ihre Früchte gegen Hagel und ihren Viehſtand gegen Unfall zu verſichern? b. Hat die Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung Eingang in der Gemeinde gefunden, event. in welcher Weiſe und welchem Umfange? a. Gegen Feuer werden die Mobilien und Producte in Rodheim nur von einer Anzahl Landwirthe verſichert. Verſicherung gegen Hagelſchlag findet allgemein nicht ſtatt, da es ſeit langer Zeit nicht gehagelt hat. Von dem Viehſtand wird nur das Rindvieh und zwar von 78 Viehbeſitzern in einer Ortsviehkaſſe verſichert. Es be⸗ theiligten ſich an derſelben zumeiſt nur die kleineren Beſitzer und zwar mit einem Verſicherungscapital von 46,710 Mk. Erhoben wird für gewöhnlich von 5 Mk. 1 Pfennig Prämie, in früheren Jahren iſt jedoch auch ſchon von 2 Mk. 1 Pfennig er⸗ hoben worden. Die Verwaltung der Anſtalt macht faſt gar keine Koſten. Ausge⸗ zahlt wird der Taxſumme(auch Perlſucht wird vergütet). b. Es beſteht im Orte eine Ortskrankenkaſſe ſeit 1865. Es legten bei der⸗ ſelben 85 ärmere Bewohner und zwar wöchentlich 10 Pf. ein. In Krankheitsfällen wird pro Woche 5 Mk. neben freier ärztlicher Behandlung gewährt. Dieſer Betrag wird im 1. Vierteljahr gewährt, im 2. Vierteljahr wird pro Woche 4 Mk., im 3. 3. Mk., im 4. 2 Mk. und bei dauernder Invalidität wird dieſer Betrag fortgewährt. Der Kaſſe ſteht ein Fonds von 3000 Mk. zur Verfügung. Die Mitglieder haben erſt einen größeren Beitrag zu entrichten, wenn dieſer Fonds zur Hälfte aufgebraucht iſt. Frage VI. In welcher Weiſe befriedigen die Landwirthe in der Regel ihre Creditbedürfniſſe hinſichtlich des Real⸗ und des Perſonalcredits und welches ſind bei beiden Arten des Credites die gewöhnlichſten Darlehens⸗ bedingungen in Bezug auf Zeitdauer und Zinsfuß und werden dabei auch Amortiſationsfriſten(Güterziele) angewendet? Es wohnen in Rodheim eine Anzahl Kapitaliſten, die Geld an Privatperſonen bei genügender Sicherheit gegen Schuldſchein anderenfalls gegen Hypothek zu 5 pCt. verleihen. Die bedeutendſte Geldausgleicheſtelle iſt aber zweifellos die Spar⸗ und Leihkaſſe des Ortes, bei welcher die überflüſſigen Kapitalien der Bewohner zu 4 pCt. angelegt werden und welche Summen bis zu 1000 Mk., geſichert durch zwei Bürgen, gegen Schuldſchein zu 5 pCt. ausleiht. Summen über 1000 Mk. werden nur gegen Hypothek ausgeliehen. Es ſind bei dieſer Kaſſe ca. 24,000 Mk. gegen Schuldſcheine an Ortsbewohner ausgeliehen und hat dieſelbe ſeit ihrem 15 jährigen Beſtehen über⸗ haupt ſchon manches Gute geleiſtet. Speciell Geldgeſchäfte wucheriſchen Characters — 11— dürften daher in Rodheim nur ganz ausnahmsweiſe vorkommen. Außerdem haben einige Bewohner kleinere Kapitalien aus dem Mathildenſtift in Vilbel entliehen, welches gleiche Bedingungen wie die Ortscaſſe vorſchreibt. Nach allen Erhebungen die in Bezug auf den Zinsfuß gemacht worden ſind, ſcheint derſelbe allgemein, ſowohl für Hypotheken⸗ wie für Handſcheinſchulden 5 pCt. zu betragen; regelmäßige Amortiſation findet nicht ſtatt. Bezüglich der Zeitdauer exiſtiren beſtimmte Vorſchriften nicht. Privatcapital wird gegen gegenſeitige ½ jährige Kündigung ausgeliehen. Die Orts⸗Spar⸗ und Leihkaſſe leiht Kapitalien längſtens auf 5 Jahre aus. Güterziele werden in der Regel beim Kauf von Grundſtücken angewendet und zwar werden dieſe Ziele ſo beſtimmt, daß das Grundſtück in 6 bis 9 Jahreszielen bezahlt iſt. Hierbei findet Verzinſung des rückſtändigen Capitals ſtatt. Frage VII. a. Wie ſtehen im Allgemeinen die Arbeits⸗ und Geſindelöhne in der Gemeinde, genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten oder ſind fremde Arbeiter nöthig und woher kommen letztere? b. Iſt für die landwirthſchaftliche Bevölkerung Gelegenheit zum Nebenverdienſt vorhanden, event. haben dieſe Nebenverdienſte(Arbeiten im Wald, Hausinduſtrie, Fabrikbetriebe, Fuhrweſen ꝛc.) eine beſondere Bedeutung für den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung und der Gemeinde im Allgemeinen? c. Gibt es Landwirthe in der Gemeinde, die mit Rückſicht auf den Umfang und die Rentabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes an ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen? a. Die Tagelöhner erhalten gewöhnlich die Koſt und bekommen dann noch an Geld: Der Mann 1 Mk. bis 1 Mk. 40 Pf. Die Frau 80 Pf. bis 1 Mk. Für Geſinde wird bezahlt: Für einen Knecht 200 bis 300 Mk. „ eine Magd 120 bis 180 Mk. nebſt ein Paar Stiefeln reſp. Schuhen. Die Koſt dürfte ſich für den Knecht auf 220 bis 250 Mk., für die Magd auf 170 bis 200 Mk. berechnen. Das Mähen des Getreides wird in Accord beſorgt und erhalten die Arbeiter 4 Mk. pro Localmorgen(300 Klafter). 2*½ An Arbeitskräften iſt in Rodheim kein Mangel und genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung nicht nur zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten, ſondern gehen noch regelmäßig eine Anzahl Arbeiter nach auswärts, um ſich Arbeit zu ſichern. b. So gehen z. B. ca. 10 Maurer und Zimmerleute, mit Ausnahme der für das Bauhandwerk ungünſtigen Winterszeit, nach Frankfurt a. M., wo ſie durch⸗ ſchnittlich 3 Mk. pro Tag verdienen; ca. 10 Mann gehen Jahr aus Jahr ein nach Friedrichsdorf in eine Fabrik bei einem täglichen Verdienſt von 2 Mk. Außerdem oerdient die ärmere Bevölkerung während des Winters ca. 9000 M. im Gemeinde⸗ wald, ſo daß bei Berückſichtigung der anderen auswärtigen Arbeitsverdienſte ein Be⸗ trag von ca. 24 bis 25,000 Mk. als außergewöhnlicher Verdienſt angenommen wer⸗ den kann. Eine Hausinduſtrie exiſtirt in Rodheim nicht. Ueberhaupt iſt hier zu conſtatiren, daß die vorhandene Arbeitsgelegenheit nicht ausreicht, der großen Anzahl Kleinbeſitzer mit unter 2 Hectar(ca. 150) genügenden Arbeitsverdienſt zu gewähren, und iſt das ſchon früher als Grund der fortgeſetzten Auswanderung bezeichnet worden. c. Solche Landwirthe gibt es in Rodheim nicht, überhaupt muß hervorgehoben werden, daß die Bevölkerung im Allgemeinen fleißig, ſparſam und nüchtern iſt. Frage VIII. a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt? b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehnt zugenommen? c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und Güterziele im All⸗ gemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rückſtände bekannt? d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf die Ver⸗ ſchuldung z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗ ſyſteme, unwirthſchaftlicher Ankauf von Grundſtücken zu hohen Preiſen, ungenügendes Betriebscapital, zu frühe Gründung eines eigenen Haus⸗ halts, Verſchwendung und nachläſſige Wirthſchaft, die Aufeinanderfolge ſchlechter Ernten u. ſ. w.? Die Vorarbeiten zur Beantwortung der Frage wurden in der Weiſe aus⸗ geführt, daß zunächſt ein alphabetiſches Namensverzeichniß derjenigen Bewohner auf⸗ geſtellt wurde, welche mehr wie 0,5 Hectar Grundbeſitz haben. Die Größe der ein⸗ zelnen Güter wurde aus den Vorarbeiten, welche für die 1880 geplante Conſolidation — 13— gemacht worden waren, zuſammengeſtellt und eingetragen. Aenderungen, welche ſeit dieſer Zeit ſtattgefunden hatten, wurden hierbei berichtigt. Der Gebäudewerth wurde aus dem Brandcataſter eingetragen. Der Werth der Grundſtücke konnte nur in der Weiſe feſtgeſtellt werden, daß das Ortsgericht denſelben für eine Anzahl Güter tax⸗ mäßig aufſtellte, woraus dann Mittelzahlen berechnet wurden, welche zur Feſtſtellung der andern Grundbeſitzwerthe dienten. Die Hypotheken⸗ und Kaufſchillingſchulden wurden aus den Hypothekenbüchern eingetragen. Behufs Feſtſtellung der Mobiliar⸗ ſchulden wurden zunächſt die Beträge aus dem Mathildenſtift und aus der Spar⸗ und Leihkaſſe von Rodheim eingetragen. Nachdem auf dieſe Weiſe eine Grundlage geſchaffen worden war, wurden von einer Commiſſion die ſonſt ſicher bekannten Handſcheinſchulden hinzugefügt. Da ſich in der betreffenden Commiſſion Männer befanden, welche durch Aemter und durch perſönliche Beziehungen ziemlich genaue Kenntniſſe über die Verhältniſſe der Bewohner Rodheim's beſaßen, ſo dürfte der Wirklichkeit inſofern nahegekommen ſein, daß die Mobiliarſchulden die in der Tabelle A angegebenen noch um 20 bis 25 pCt. überſteigen, weil nicht ganz ſicher bekaunte Schulden außer Berückſichtigung blieben. a. Aus Tabelle K iſt zunächſt zu erſehen, daß von den 196 in Betracht ge⸗ zogenen Grundbeſitzern 141 verſchuldet und 55 nicht verſchuldet ſind, alſo 72 reſp. 28 pCt. Der geſammte Immobiliarbeſitz der 196 Beſitzer iſt geſchätzt auf 3,395,707 Mk., die Schulden betragen 310,104 Mk., alſo 9,13 pCt. von jenem, oder, da der Grund⸗ beſitz der 141 Verſchuldeten 2,026,597 Mk. beträgt, 15,3 pCt. hiervon. Aus den Tabellen B, C, D iſt weiter die Erwerbsweiſe und die Verſchuldung der dazu gehörigen Perſonen erſichtlich. Das Reſultat iſt folgendes: Per⸗ hiervon in Verſchuldung Verſchuldungsver⸗ 2 ver⸗ des Liegen⸗ hältniß in Procenten wner laulberAnruten ſbeenende wngensſe B. Landwirthſchaft allein betreiben.... 115 68 59 4,73 9,17 C. Landwirthſchaft u. Ta⸗ gelohn betreiben... 18 16 90 25,93 27,50 D. Landwirthſchaft u. Ge⸗ werbe betreiben. 63 57 90 25,40 28,80 Was die Vertheilung der Verſchuldung unter die einzelnen Größengruppen an⸗ belangt, ſo conſtatirt die Tabelle A, daß die Verſchuldung mit der Größe des Be⸗ ſitzes in umgekehrtem Verhältniß ſteht. Hiervon macht nur Gruppe 6 ſcheinbar eine Ausnahme, denn aus Tabelle B iſt erſichtlich, daß ohne ein Gut mit Gewerbebetrieb, Tabelle D, die Verſchuldung eine normale iſt. Zugleich iſt ferner hieraus erſichtlich, daß die Gruppen 1, 2, 3 weſentlich höher verſchuldet ſind als die Gruppen 4, 5 und 6. Es würde dieſe Thatſache zugleich die unter Frage II berührte Anſicht, über die Größe eines Gutes, welche zur Ernährung einer Familie ausreicht, dahin gehend 14114 feſtſtellen, daß Güter unter 5 Hectar in Rodheim nicht mehr hierzu im Stande ſind. Auch die weitere Anſicht wird hierdurch beſtärkt, daß Arbeitsgelegenheit nicht genügend vorhanden iſt, denn die kleinen Tagelöhnergüter und Güter mit Gewerbebetrieb ſind am höchſten belaſtet. Ferner auch die Anſicht, daß, weil ein Gut mit über 5 Hectar landwirthſchaftlich benutzten Bodens einer nicht zu großen Familie Arbeitsgelegenheit genug bietet, das beſtehende Vererbungsrecht, welches auf die Verringerung der größeren Güter hinwirkt, im Intereſſe einer geſunden Volkswirthſchaft nicht liegt. Die weiteren Antworten ergeben ſich aus den Tabellen. b. Ueber dieſe Fragen haben beſtimmte Thatſachen nicht ermittelt werden können, da ſich aus den Hypothekenbüchern allein ſichere Schlüſſe nicht ergaben. Die Mo⸗ biliarſchulden ſtammen ſämmtlich aus den letzten 5 Jahren. Sie ſind entweder erſt ſeit dieſer Zeit gemacht oder neu eingetragen worden. Aus allen hieraus bezüglichen Erhebungen hat ſich aber die Anſicht ergeben, daß die Verſchuldung in ſtarker Zu⸗ nahme begriffen iſt. c. Zinſen und Güterziele wurden im Allgemeinen pünktlich bezahlt, bemerkens⸗ werthe Rückſtände daran kommen nicht vor. d. Als Urſachen der zunehmenden Verſchuldung ſind zu bezeichnen: 1. Zu kleine Güter, nicht genügende Arbeitsgelegenheit, in letzter Linie das beſtehende Erbrecht. 2. Ungenügende Rentabilität und alle Gründe, welche dieſe bedingen (Frage IX). 15 0116982 FC'6rr 90 0*0c6² 784,9 93. 05 1189†, 86,66] FP 02 869917 66,881 61 0 116871 68,8; FK 2= 3 8 36,† 8 3 938† 56“I 3 I=0 : poInſplaod—p 09˙1 00,00J1 OlOols 0†6rOo- r8s Or8611 2609303 69/909 IrI 99,86 78,81 F881† 0001 F880 † 106 †r 221⁸† 3 08— 05 FIIS 89,01 FIIS8 000 ν⁸— †II 6†910 19,016 91. 02 f 80,01 00,91 91967 006²1 98801(08805 198†6 † 66,561¹ 65 0. 80/66 68,68 22701II 44986 88601 31190 606600 86,691 I; 3— 3 16,85 OfI 6rgrr 21181 8181I 66961 388981 86,67† 23 5 88 † 96 69308 9811 88⁵9 891 6*†9161 89˙032 68[.00 : rInplaad qun u 81˙6 0000J vOlols 0r6rol †ges 018611 2701689 95˙3901 961 9,5 feel sel 0001 7880 75 1r6688 6,901„ 606. 0 00,8 89,01 FIIS8 000 ν⁸— vII 9883611 f0.,90† 069 05 01 ſ, 00,91 9196† 00621 9880!(08805 660116 16,986 556 01— 4 08,91 68,c8 5OIE 41989 88601 31*90 818189 1881 838 6 3 98,03 Of.,f 6†9 22181 85811 63961 060713 06,07 9 3 1 980 †3 906 69308 9811 8859 2891 896⁰61 69,13 Ile f.= 9˙0 avP ir,neneat ewehhva wadl, wuiht uueh wuh. aulro Wühh Ne wefes rmmezncſh laurht u ainngo len aitſites aminzs Bihdn nienn 4— — Spaogoe eh V & C a mnrahgne ae e diinplaass aad Saip vee .·—+——+⁸——— S — SͤS D - GGOS S 2868661 88 6† 27 951006 78,69((6 05 9 2189-7G 86,66¹ PI 02 01 G 1 †rS00 † 99,861 81 0I 5010†1 80,68 II 6. 5 8 8989 38˙1 f 5 — T eo :rncplaad 21˙6 00˙00J1 6209211 29r99 69161 89687 9190881 f6'Tr 89 06,6 88,5 8FI9 0001 8rIE 89199 28,06 1(E. 03 9 Y FIIS 91,93 FIISS 000— †II 6†91G 19,016 91 05 01 FII9 18,61 801⁰5 0 †1— 8⁰96 15780 † 68,66] 6 0l 9g9 p 00,6 ¹ Fr.of 9811 59⁰91 g8III IFrg 07†9693 09,97 T; 3 2 89,81 1,8 85011 8;8 8783 0⁷* 96680 20661 8 65 3 00˙0 00˙0—————-=oo :rinGplaod qu 8ʃ† 0000J1 629211 1rS9 69161 99687 81929 11928 111 08,6 68,† 8719 0001 871g— 60493 1 88 7 09 02 9 00ʃ 91,93 FIIe8S 000 ʃ⁸— †II9 9883611 f.,90† Og 02. 0I 6 81,8 18,61 801⁰6 0†91 8⁰96 90608 96,896 418 0I 6 67†,51 Fr.or 98110 59⁰91 88111I IF†9 6I60 † 89,611 49( 3 3 28,91 11,8 85011 8 †8 8786 0† 198⁰9 68˙91 6 5 1 32 00˙0 00˙0 9—————-=ao 1pO*& hpeier ece Aumachag dii⸗ di d 3 8 vhfehn 10 g 1dds 28 uzuencach u Lered n Sarr edee fncheg unnrſautds usniahg Ta dah He 1o eiſt Waſ : ugrog ge g. 17 938† 56/I 5 ——— 608 05 — 03. 01 I 0 ——(6= 2 — 56„1 968† †6˙ 3 1 90 : pjnplaog 00 00,00J0 rS461 81⁰⁰ 0015 99031 95111 †9˙91 91 5 8— 1 5 2⸗ 02 ——————— 02 0* 11, vr„ Te, 6I FL,II 6 5 † 988 003— 989 r6 4 811 T 6.— 3 II,88 68,17 8⁰68 3091 00 †]1 903G 89913 38,6 5 5 61˙96 69/89 18901 9998 0⁰ ½ 919 9116r F92 II 1=60 : r.nſplaaq qul u 96˙93 00,0011 rS261 81⁰⁰ 016 99031 6009 88˙91 81 ——**—— 6029- 01 3————— 02. 01 ,, 5„„ 01 5 FLAII 6†,† 988 005— 989 6 4 81/8 I 3 1I,88 68,I5 89⁰58 3691 00 †1 9030 89916 38,0 F 56 8ʃ5 59/9, 18⁰01 9998 0 ½ 2919 rr9† 88˙8 8 1 0 avο☛ ünwand oc Aumnan 15 di a d dl di vabſchr 16 g 1 wheabzd t zaraait ie nahaß zhan aiſhthnn aahasts uhehn pue : ugreg ueggoob dun vpge anonsr 011S. X. — X SB O — S S ASOS S 2 — S 8— 68 05 9 8 O2 01. 7 891 96, 1 0Lee f. 60888 18,6 8—b 06815 06˙5 6 5 —— 1 9O 1 : eIncpaag ne b 08˙86 00˙0011 108891 2768 9007†9 16899 689890 II5rI 20 99˙8 † 39/6 Irsc— Irc8— 68† 88˙16 1 09= 02 9 —.—— 05 0I1 0 09,86 96,† 80 †6 0 98800 321III 0†9 8 01,16 5 01= 8 P 61,96 60,98 10060(1613 008 7 98668 068036 06,16 61 3 8 00,†s 8⁵,1 898⁰6 0608 009⁷ 8196 119901 66,†6 r z 1 2 22 9 60˙61 88961 0608 8 06901 93⁰6 ⁷ † ʃ1 8k 1 90 : r.n(plaod Qu 0†7 00,00J1 108891 768(00 79 16889 3†TC*9 89191 89 99/8 † 306 17608— IrS8 Z9v, 88 15 T 08 05 1 ——— Fer—— 602- 01 805 96,⁵ 80 †ε 0* 98800 31111 †66101 96,68 2 01— 9* F8,83 60,98 10060 11616 008 † 98668 661793 19,99 232 9 3 8 96,61 8⁵,61 898⁰5 0608 009 ½ 9196 190 61 6 † 15 11 6 1 2 9¶ 50˙31 88961 06 8G 8 ⁸ 06901 98964 †II 8 1 90 ap*☛ hnwreeſe nnoa azn 2 2 2 2 2 Sniſ h aog a 16 ⸗ 1 ⸗— ¹ n lna zazet n zangs ihnenn aaightn arahete ien ee : uogjog gaoate dn gee. ùU Frage IX. a. Wie geſtaltet ſich die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens bei großen, mittleren und kleineren(eigenen oder gepachteten) Gütern? b. Wenn die Rentabilität als eine unbefriedigende erſcheint, ſind die Gründe zurückzuführen hauptſächlich auf 1. die Fruchtbarkeits⸗Verhältniſſe der Gemarkung, 2. die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, 3. die im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens, 4. einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, 5. ein zu großes Gebäudecapital, 6. ungünſtige Arbeiterverhältniſſe, 7. ungünſtige Abſatzverhältniſſe(ſchlechte Preiſe, unrationelle Einrichtungen für den Abſatz u. ſ. w.), 8. frühzeitiges Zurückziehen der Eltern und Belaſtung der Güter mit hohen Altentheilen und Leibrenten, 9. Beſondere unwirthſchaftliche Gewohnheiten der Landwirthe, z. B. zu ſtarke Pferdehaltung u. dgl., 10. hohe Steuern und Umlagen und ſonſtige dem Commiſſär bekannt gewordene Verhältniſſe? a. Zur Beantwortung dieſer Frage ſind für ein größeres(13,76 Hectar), ein mittleres(7,06 Hectar) und ein kleineres(4,12 Hectar) Gut die entſprechenden Be⸗ rechnungen ausgeführt worden, welche ſich in den Anlagen I, II, III befinden. Die Auswahl war um deswegen keine ſchwierige, als die Bewirthſchaftung des Ackers in Rodheim eine ziemlich gleichmäßige iſt. Nur bezüglich der Viehhaltung tritt ein mehr oder weniger großer Unterſchied in den Wirthſchaften hervor. Die Entſcheidung fiel dahin gehend aus, daß in Gut I ein Gut mit etwas beſſerer als der gewöhnlichen, in Gut II eine entſchieden beſſere und in Gut III eine gewöhnliche Rodheimer Viehhaltung gewählt wurde. Entſcheidend bei dieſer Auswahl war noch, daß, weil nach allen zu Tage tretenden Momenten, Güter mit Schuldenbelaſtung in den meiſten Fällen wirthſchaftlich zurückgehen, Güter gewählt wurden, bei welchen ſich dieſe Ein⸗ wirkung nicht geltend machte. Die Beſitzer der Güter I und II haben ſogar noch Kapitalien — 20— ausgeliehen. Im Allgemeinen dürfte anzunehmen ſein, daß alle drei Wirthſchaften zu den etwas beſſeren, gutgeordneten Wirthſchaften des Ortes gehören. I. Beſitzſtand⸗Nachweis, beſtehend aus den Nachweiſen über den Werth von Grund und Boden mit Obſtbäumen, Gebäudecapital, Inventarcapital(todt und lebend) und umlaufendes Betriebscapital(Vorrath). Das Verhältniß der einzelnen Betriebscapitalien zum Grundcapital ſtellt ſich wie folgt: 4 Größeres Gut: Das Gebäudecapital beträgt 34,5 pCt. vom Grundeapital, Das Inventarcapital„ 15,3„„„ Das umlaufende Betriebscapital„ 4„„„ Mittleres Gut: Das Gebäudecapital beträgt 38,6„„„ Das Inventarcapital„ 25,2„„„ Das umlaufende Betriebscapital z 4,8„„„ Kleineres Gut: Das Gebäudecapital beträgt 72,3„„„ Das Inventarcapital„ 14,0„„„ Das umlaufende Betriebscapital 9 4,6„„„ Es iſt zunächſt aus dieſer Zuſammenſtellung erſichtlich, daß das Gebäudecapital in allen drei Gütern verhältnißmäßig hoch, im kleineren Gut ſogar außergewöhnlich hoch iſt. Hierzu iſt aber zu bemerken, daß die Gebäudecapitalien in Rodheim im Allgemeinen viel zu hoch ſind und daß ſie in den für die Berechnung gewählten Gütern noch weit unter Mittel ſtehen. Bei der Berechnung der Mittelzahlen hat ſich nämlich folgendes überraſchende Reſultat ergeben: Gutsgröße mittleres Grund⸗ mittleres Gebäude⸗ den ebindernditn wirthſchafnich 38 3 capital. capital. ten vom Grund⸗ Gebäudecapitals. capital. 0,5— 1 Hect. 1325 M. 2927 M. 221 1— 2„ 2862„ 4579„ 160 bis 50% 2= 5„ 6040„ 5716„ 94,6 5— 10„ 129/9„ 8712„ 67,1 10— 20„ 37428„ 11680„ 31,2 bis 33,3% 20— 30„ 67988„ 22924„ 33,7 Hiernach würde das Gebäudecapital bei 80 pCt. der Gutswirthſchaften in Rodheim zu hoch, bei mindeſtens der Hälfte viel zu hoch ſein. Da ein wirthſchaft⸗ licher Grund hierfür nicht vorhanden iſt, ſo hat und muß dies einen ungünſtigen Einfluß auf den Reinertrag ausüben. Der Grund für dieſe hohen Gebäudecapitalien im Verhältniß zum Grundcapital liegt in den zu hohen Verkaufs⸗ und Anſchlags⸗ preiſen beim Erbgang und iſt dies daher zugleich auch ein Beweis für die unter II c. έ 8 ————— ausgeſprochene Anſicht, daß die kleineren Güter fortgeſetzt der Zahl nach zunehmen und zwar auf Koſten der größeren. Wenn auch die Betriebscapitalien im Allgemeinen für die richtige Bewirth⸗ ſchaftung der Güter zu niedrig ſind, ſo entſprechen ſie doch bei den gegenwärtigen Ver⸗ hältniſſen dem Bedarf und iſt dies ja auch aus den Anlagen erſichtlich. II. Natural⸗Rechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Natural⸗Ertrag und Natural⸗Bedarf nebſt Schlußfolgerungen. Das hervorragendſte Reſultat der Natural⸗Rechnungen der betreffenden drei Güter dürfte wohl darin beſtehen, daß die Viehzucht derjenige Wirthſchaftszweig iſt, welcher den Gutsbetrieb in Rodheim z. Z. unrentabel macht. So widerſprechend dieſe Thatſache mit den herrſchenden Anſichten ſteht, ſo wird ſie doch in Rodheim in faſt allen Wirthſchaften beſtätigt. Es berechnet ſich nämlich der Selbſtkoſtenpreis des Stallmiſtes pro Centner auf 70 bis 80 Pf. in den betreffenden drei Wirth⸗ ſchaften. Da man den Stallmiſt, ſelbſt unter Berückſichtigung ſeiner verbeſſernden Wirkung auf die phyſikaliſchen Eigenſchaften des Bodens, doch höchſtens auf 45 bis 50 Pf. pro Centner veranſchlagen kann, ſo kommt derſelbe den Landwirthen um ca. 50 pCt. zu theuer zu ſtehen. Könnten dieſelben unter den jetzigen Verhältniſſen ihre Viehhaltung ganz oder theilweiſe aufgeben, die in den Viehſtand verfütterten Producte verkaufen und Stalldünger zukaufen oder denſelben durch andere Dünge⸗ mittel erſetzen, ſo müßte ſich die Rentabilität der dortigen Güter weſentlich erhöhen. Der Grund für dieſe ſchlechte Rentabilität der Viehzucht liegt einestheils darin, daß die geringe Wieſen⸗ und Feldheu⸗Production, neben einer ſtarken Fütterung von Stroh, Kartoffeln und Rüben, eine ſtarke Kraftfutterzugabe nöthig macht, daß eine ſolche Fütterung aber theuer iſt; anderntheils, daß die erzielten Producte: Jungvieh und Milch, nicht genügend hoch verwerthet werden. Hauptſächlich die geringe Ver⸗ werthung der Milch zu nur 7 bis 8 Pf. pro Liter trägt die Hauptſchuld. So lange daher die erzielten Producte nicht beſſer verwerthet werden können, dürfte es für die Rodheimer Landwirthe rathſam erſcheinen, die Viehzucht möglichſt einzuſchränken, die Fütterung mit dem ſelbſt producirten Wieſen⸗ und Feldheu zu verſuchen und Kartoffeln eventuell auch Stroh zu verkaufen, wofür dann theilweiſe künſtliche Dünge⸗ mittel anzukaufen wären. Was den Natural⸗Bedarf der Familien anbetrifft, ſo geht aus den Berechnungen hervor, daß die Familie des größeren Gutes am beſten, des kleineren Gutes am ſchlechteſten lebt. Es koſtet die Ernährung im größeren Gute pro Tag und erwachſene Perſon 57 Pf., im mittleren 48 Pf. und im kleineren 41 Pf. Es dürfte dies in ſo fern den thatſächlichen Verhältniſſen entſprechen, als im Allgemeinen die Ernährung in größeren Wirthſchaften eine beſſere iſt wie in kleineren. Für die zwei kleineren Güter kann die Ernährung als eine noch genügende, für das größere Gut als eine faſt reichliche bezeichnet werden. III. Geld⸗Rechnungen, beſtehend aus den Nachweiſen über Geldeinnahme und Ausgabe. 0 1 — 2— 1 Aus der Geld⸗Rechnung geht hervor, daß die Beſitzer des größeren und mittleren Gutes am Ende des Jahres, trotzdem ſie ihre volle Arbeitskraft der Wirthſchaft gewidmet, und ein beträchtliches Capital in ihrem Gutsbetrieb angelegt haben, einen Ueberſchuß nicht, oder von nur minimaler Bedeutung erzielen. Es entſpricht dieſes Reſultat den Anſichten und Aeußerungen der Rodheimer Landwirthe, daß man nämlich unter den heutigen Verhältniſſen, ſelbſt bei der größten Sparſamkeit, nicht daran denken könne, etwas zu erübrigen, daß aber Güter mit Schuldenbelaſtung wirthſchaftlich zurückgingen. Bei dem kleineren Gut ergiebt ſich ein Deficit von 110 Mk. Es kann alſo ein Gut von 16 Morgen eine Familie von 5 Perſonen nicht voll ernähren. Es müſſen hier die Verdienſte der Töchter und Schwieger⸗ ſöhne herangezogen werden, um ein Gleichgewicht in der Geld⸗ Einnahme und Ausgabe herzuſtellen. Die Einnahmen ſetzen ſich zuſammen ungefähr zu gleichen Theilen aus dem Ackerbau und aus der Viehzucht. Es iſt ſchon bei Beſprechung der Natural⸗Rechnung hervorgehoben worden, daß und aus welchen Gründen die Viehhaltung den Wirthſchafts⸗ betrieb unrentabel macht und es muß daher der Schwerpunkt der Wirthſchaften ſo lange auf den Getreidebau zu liegen kommen, als die Urſachen für die ſchlechtere Ren⸗ tabilität der Viehzucht nicht gehoben ſind. Von den 196 in Betracht gezogenen Landwirthen entnehmen mindeſtens hundert faſt die Hälfte ihrer Einnahmen aus dem Getreide⸗ verkauf. IV. Rentabilitäts⸗Berechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über den Roh⸗ ertrag(excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte) die Productionskoſten und den Reinertrag. Die Rentabilitäts⸗Berechnung hat ergeben, daß alle drei Güter mit Verluſt be⸗ wirthſchaftet werden, daß alſo das Grundcapital nicht nur als ſolches eine Rente nicht bringt, ſondern daß auch die übrigen im landwirthſchaftlichen Betrieb angelegten Capitalien nicht voll, ſondern nur zu ca. 3 pCt. verzinſt werden. Es erklärt ſich dieſes Reſultat aus den ſchon angedeuteten Urſachen, welche weiter unten überſichtlich zuſammengeſtellt ſind. Bezüglich der Arbeitslöhne iſt hier zu erwähnen, daß, wenn man den wirklichen Werth der Arbeit der entſprechenden Familie mit dem Verbrauch derſelben vergleicht, ſo ergiebt ſich für Gut I, daß die Ernährung, Bekleidung und Heizung für die Familie(excl. Geſinde und Tagelöhner), ohne Wohnung koſtet(950+ 280+ 108)— 1338 Mk., daß Mann und Frau aber außer Wohnung nur 800 Mk. verdienen; bei Gut II, daß die Ernährung u. ſ. w. koſtet(795+ 250+ 75)= 1120 Mk., daß die 4 Familienmitglieder aber außer Wohnung nur 800 Mk. verdienen; bei Gut III, daß die Ernährung u. ſ. w. koſtet(700+ 150+ 56)= 906 Mk., daß die Familienmit⸗ glieder aber nur in der Wirthſchaft außer Wohnung 500 Mk. verdienen. In Gut I macht die Erziehung und Pflege der noch nicht arbeitsfähigen Kinder dieſe Sachlage erklärlich, bei Gut II und III muß aber zur Erklärung dieſer Thatſachen angenommen werden, daß die Arbeitsgelegenheit für die entſprechende Anzahl Familienmitglieder n A — ——— es n — 23— durch das ganze Jahr hindurch zu gering iſt. Wollte man aber die Familien in Gut I und II, bei Aufſtellung der Rentabilitäts⸗Berechnung, ſoviel verdienen laſſen, wie ihnen der Lebensunterhalt koſtet, ſo würde die Rentabilitäts⸗Berechnung ein noch viel ungünſtigeres Reſultat ergeben. b. Die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens iſt eine nicht be⸗ friedigende. Da von der großen Mehrzahl der Gutsbeſitzer ein Reinertrag nicht erzielt wird, ſo kann von einem eigentlichen Unternehmergewinn um ſo weniger die Rede ſein. Die Urſachen dieſer unbefriedigenden Rentabilität ſind im Weſentlichen zurück zu führen auf: die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, den mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, ein zu großes Gebäudecapital, ſchlechte Preiſe, . zu große Ausgaben(Steuern, Arbeitslöhne). Wie ſchon bei Beantwortung der Frage 1 geſagt worden iſt, iſt die Wetterau, zu der Rodheim gehört, von der Natur nicht ſtiefmütterlich bedacht worden, ſie gehört zu den geſegnetſten Gegenden Deutſchlands. Ein vorzüglicher Boden, mildes Klima und geſchützte Lage ſind die Factoren die die Landwirthſchaft nach jeder Richtung hin begünſtigen. Für das Abſatzbedürfniß liegen große Städte in nicht weiter Entfernung, ſo daß die Nachfrage nach landwirthſchaftlichen Producten eine geſteigerte iſt. Die Bevölkerung iſt eine fleißige, nüchterne, der Belehrung zugängliche. Und doch das in den früheren Capiteln geſchilderte Bild: Wirthſchaftlicher Stillſtand, vielfach ſogar Rückgang. Betrachtet man aber die Rodheimer Gemarkung mit ihrer ins Unendliche gehenden Zerſtückelung, mit dem hiermit verbundenen Flurzwang, wodurch jede Verbeſſerung, jede Anwendung moderner Grundſätze der Landwirthſchaft unmöglich gemacht wird, erwägt man, welche coloſſale Zeit bei der Bewirthſchaftung des Grund und Bodens verloren geht, welche moraliſchen Nachtheile hierdurch für die Bevölkerung entſtehen müſſen ec. 2c., ſo iſt es klar, daß hierin der erſte Grund für die ſchlechte Rentabilität geſucht werden muß. Die ſtarke und bei dem mittleren Gutsbeſitzerſtande für unnöthig bezeichnete Pferdehaltung, welche bei Unkenntniß der Verhältniſſe unerklärlich erſcheint, hat in der Zerſplitterung der Grundſtücke ferner ſeine Urſache. Ebenſo hat in vielen Guts⸗ wirthſchaften die erſte Schuldverſchreibung darin ihren Grund, daß man geglaubt hat, eine Parcelle, welche neben der eigenen lag, kaufen zu müſſen und gar oft zu unverhältnißmäßig hohem Preiſe. Auch der zweite für die ſchlechte Rentabilität an⸗ geführte Grund: der mangelhafte landwirthſchaftliche Betrieb iſt zum Theil auf den erſten zurückzuführen, denn wo die Einführung einer beſſeren landwirthſchaftlichen Praxis faſt unmöglich gemacht iſt, da hat auch die Erwerbung beſſerer Fachkenntniſſe nur einen geringeren Werth. Es wird ja nach der alten Schablone weiter ge⸗ wirthſchaftet. Welch ungünſtiger Einfluß durch ein zu hohes Gebäudecapital auf die Rentabilität eines Gutes ausgeübt werden kann, iſt am leichteſten aus Gut III der Anlage erſicht⸗ 8‿— 95 St 24— lich. Das Gebäudecapital beträgt hier 72,3 pCt. des Grundcapitals. Die vom Gebäude⸗ capital herrührenden Productionskoſten ſind mit 330 Mk. in die Rentabilitäts⸗Berechnung eingeſetzt. Da nun unter normalen Verhältniſſen das Gebäudecapital nur halb ſo groß ſein dürfte, ſo würde auch nur die Hälfte dieſer Productionskoſten, alſo nur 165 Mk., einzuſetzen ſein. Hierdurch entſtände dann beim Abſchluß ſtatt eines Ver⸗ luſtes von 50 Mk. 64 Pf. ein Reinertrag von 114 Mk. 36 Pf. oder vom Grund⸗ capital eine Verzinſung von ca. 1,4 pCt. Der Grund für die allgemein zu großen Gebäudecapitalien der Rodheimer Gutswirthſchaften iſt unter Frage IXa. ſchon be⸗ ſonders beſprochen worden. Es ſind dies diejenigen Puncte, welche die ſchlechtere Rentabilität bedingen, die allgemein in einer fehlerhaften Wirthſchaftseinrichtung zu ſuchen ſind und deren Aenderung daher auch mehr oder weniger der eigenen Initiative der Landwirthe überlaſſen bleiben muß. Es iſt aber nicht zu bezweifeln, daß auch andere Momente eingewirkt haben und noch einwirken, die faſt vollſtändig außer der Macht der Landwirthe liegen. Es ſind dies die niedrigen Preiſe für die landwirthſchaftlichen Hauptproducte: Getreide und Fleiſch. Hauptſächlich die niedrigen Weizen⸗ und Schweinefleiſchpreiſe haben die Rentabilität der Güter in Rodheim ſehr ſtark herunter gedrückt. Hierzu kommt, daß die Ausgaben, ſpeciell die Communalſteuern ſeit 4 Jahren um 116 pCt., ſeit 20 Jahren um 295 pCt. geſtiegen, daß die Arbeitslöhne auch weſentlich höher geworden ſind, und daß die Ausgaben ſich auch in den anderen Rubriken vermehrt haben, ohne daß ſich in den Einnahmen ein Aequivalent ein⸗ geſtellt hätte. Frage X. Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landwirthſchaftlichen Be⸗ völkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maß⸗ nahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen? Faßt man den in dem Vorhergehenden fixirten Zuſtand der landwirthſchaft⸗ treibenden Bevölkerung der Gemeinde Rodheim hier noch einmal kurz zuſammen, ſo iſt zunächſt zu conſtatiren, daß, wie hauptſächlich aus Beantwortung der Frage VIII hervorgeht, die Verſchuldung eine bedenkliche Höhe nicht erreicht hat, daß alſo auch die wirthſchaftliche Lage als eine augenblicklich noch günſtige zu bezeichnen iſt, daß aber, weil von den 196 in Betracht gezogenen Wirthſchaften, 141 mit durchſchnittlich 15,3 pCt. ihres Werthes verſchuldet ſind, weil ferner die meiſten Gutswirthſchaften in Rodheim unter den heutigen Verhältniſſen einen Reinertrag nicht abwerfen, ein Zurückgehen der wirthſchaftlichen Lage angenommen werden muß und daß dieſer Proceß mit den Jahren eine größere Intenſität annehmen wird. Sobald man dieſe Sachlage anerkennt, wird man auch den Urſachen, welche dieſelbe bewirkt haben, eine größere Aufmerkſamkeit ſchenken müſſen. Es ſind dies: .Die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, der mangelhafte landwirthſchaftliche Betrieb, ein zu großes Gebäudecapital, ſchlechte Preiſe, zu große Ausgaben(Steuern, Arbeitslöhne), zu kleine Güter, nicht genügende Arbeitsgelegenheit. In dieſen Urſachen liegen auch ſchon die Fundamente für die Maßnahmen, welche ergriffen werden müſſen, um den beſtehenden Zuſtand einer Geſundung ent⸗ gegen zu führen. Es iſt dies in erſter Linie die Zuſammenlegung der Grundſtücke. Ohne dieſe dürfte auch die unter 2. genannte Urſache, der mangelhafte landwirth⸗ ſchaftliche Betrieb, kaum in erheblicherer Weiſe zum Beſſern geändert werden können. Namentlich iſt auch dem ſehr vernachläßigten Obſtbau eine viel größere Aufmerk⸗ ſamkeit zuzuwenden. Daß die unter 3 und 6 angeführten Urſachen in einem urſpünglichen Zuſammen⸗ hang ſtehen, iſt ſchon bei Beantwortung der Fragen II und VIII ſpecieller erörtert worden. In den Vererbungs⸗Verhältniſſen der Bevölkerung liegt theilweiſe der Grund für die Vermehrung der kleinen Beſitzungen, für das unverhältnißmäßig große Gebäudecapital der vielen Gutswirthſchaften und für die zu geringe Gelegen⸗ heit, die Arbeitskräfte einer Familie in ſo kleinen Wirthſchaften entſprechend aus⸗ zunutzen. Von einer Seite wurde daher darauf hingewieſen, daß durch geſetzliche Maßnahmen, wonach die Güter bei der Erbtheilung mehr als ein untheilbares Ganze behandelt werden könnten, abgeholfen werden möchte. Die Mehrzahl der Commiſſion hielt derartige Maßnahmen nicht für empfehlenswerth. Jedenfalls findet eine ſolche Aenderung auch nicht die Sympathie der Bevölkerung. Behufs beſſerer Verwerthung der für die kleinen Güter zu großen Gebäude⸗ capitalien und zugleich behufs beſſerer Ausnutzung der in reichem Maße vorhandenen, jetzt nicht genügend verwerthbaren Arbeitskräfte iſt in Erwägung zu ziehen, ob nicht ein hauptſächlich für den Winter arbeitbietender Induſtriezweig eingeführt werden kann. Beſtimmte Vorſchläge iſt die Commiſſion zu machen nicht in der Lage. Bezüglich des Punktes 4. iſt darauf hinzuwirken, daß eine höhere Verwerthung der Milch herbeigeführt wird, ſei es durch gemeinſchaftlichen Verkauf oder durch gemeinſchaftliche Verarbeitung. Da der größte Theil der Bevölkerung direct, faſt die ganze Bevölkerung aber indirect, die Hälfte ihrer Einnahme aus dem Getreideverkauf erzielt, ſo würde für Rodheim ein Getreidezoll, der die Getreidepreiſe auf einer beſtimmten Höhe zu erhalten vermöchte, oder der wenigſtens ein weiteres Weichen derſelben verhinderte, zweifellos von Vortheil ſein. Eine Entlaſtung für den Grundbeſitz von Steuern und Umlagen erſcheint unter den gegebenen Verhältniſſen wünſchenswerth. 1= S 85 E 3 — 26— Der Schlußberathung über dieſen Bericht, welche das vorſtehende Reſultat hatte, wohnten außer den Unterzeichneten bei: Der Präſident des landwirthſchaftlichen Provinzialvereins von Oberheſſen Herr Freiherr Nordeck zur Rabenau, der Großher⸗ zogliche Kreisrath Herr Dr. Braden, das Kreisausſchußmitglied Herr Grimm von Vilbel, ferner der Großherzogliche Bürgermeiſter, der Ortsgerichtsvorſteher und der Gemeinderechner von Rodheim. Rodheim v. d. H., den 27 September 1884. Jaup, Miniſterialrath. Leithiger, Landwirthſchaftslehrer. αε—8 Anlage I. Gemeinde Rodheim v. d. H. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines größeren Bauerngutes von 13,76 Hectar. Der Beſitzer iſt verheirathet, 41 Jahr alt, Vater von 3 Kindern welche, da das älteſte Mädchen erſt 11 Jahr alt iſt, eher noch Arbeit für ſich erfordern als der Wirthſchaft leiſten. Es wird ein Knecht und eine Magd gehalten, ſo daß 4 Perſonen /2 ihre Arbeit der Wirthſchaft vollſtändig widmen.— I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 12,06 Hectar Ackerland Steuercapital incl. Gebände: mittlerer Kaufwerth: 1,70„ Wieſe 403 fl. Mk. 26800 (in 261 Parcellen). Obſtbäume: 50 Aepfelbäume à Mk. 15=... Mk. 750 10 Birnbäume à Mk. 15=.....„ 150 20 junge Aepfelbäume à Mk. 5=.„ 100 10 Zwetſchen⸗ und Kirſchbäume...„ 15 —„ 1015 B. Gebäude. Eine Hofraithe, beſtehend aus Wohnhaus, Stall⸗ gebäude, Scheuer und Schoppen laut Brand⸗ cataſter... Mk. 9810 „ 9810 zu übertragen.. Mk. 37625 3*½ Uebertrag.. Mk. 37625 C. Viehſtand. 2 Pferde.........MM. 1350 6 Kühe, Simmenthaler à Mk. 250....„ 1500— 23G 8 Stüch JZungbieh.......„ 250 2 Zuchtſauen A Ml. 7„ 140 3 Läufer⸗Schweine„ 105 9 Fertkell„ 60 2 Gänſe à M. 3.......„ 6 15 Stückh Hühner.........1., 15 (der Viehſtand iſt normal).—„ 3426 D. Todtes Inventar. 2 Fuhrwagen......... Mr. 200 5 Pflüge(incl. Häufelpflug und Erſtirpator).„ 100 2 eiſerne Eggen......„ 30 1 Jaucheplmpe...........„ 30 1 Jauchefußsß„ 20 4 Pferdegeſchirre..........„ 100 1 Häckſelbank. 1„ 10 1 Schrotmühle.............„ 75 1 Getreide⸗Windfege.....„ 20 Schnitzelbank mit Zubehör........„ 10 Faß⸗ und Bandgeſchirre........„ 60 Hausrath und Kochgeſchirr.......„ 50 Handgeräthe incl. Säcke......„ 120 „ 825 E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital. ſiehe Rentabilitätsberechnung.... n:„ 1100 Werth des geſammten Beſitzes.. Mk. 42976 Inventar der engeren Familienwohnung(Mobiliar incl. Betten, Wäſche ꝛc. ꝛc.) ca. Mk. 1500. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung des Ackerfeldes iſt die ortsübliche. Die verbeſſerte Drei⸗ felderwirthſchaft muß des Flurzwanges wegen ſtreng eingehalten werden. Der Anbau der Früchte und der Natural⸗Ertrag derſelben ſtellt ſich hiernach durchſchnittlich ungefähr wie folgt: 25——— Getreide E 3 Anbanu 2=Sà 3 5SezsS. Centner Weizen.... 3,10 Hectar 99 148,8(eh Hafer.... 2,45„ 65,7 78. 1 Korn. 1,15„ 27,6 73,5 GCs Gerſte 7 72 1,00„ 28 32 c Kartoffelin.. 1,00„— 300 le Rüben. 2,2 1,00„ 0 S800 26 Klee„ 1,25„———— 165 Luzerne.. 44 20,3/71 u, AA L36 Wieſen 1,70—,——=—— 105 Obſt... IAnAil0. 60 Baum⸗, Brachland, Ge⸗ müſe⸗Garten 0,75 Hectaer— Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich annähernd pro ¼ Hectar wie folgt: bei Weizen auf 7,50 Ctr. Körner, 12 Ctr. Stroh, 2 H afer/ 6/ 7 22 22 8 2 2 724 Ko rn I/ 6 2 1 6 2 2 „ Gerſte„„ 8 3 „ KNartoffeln„ 75„Knollen, „ Rüben„ 200„Rüben „ Klec„ 33„Heuwerth, „ Luzerne„ 24„„ „ Wieſen„ 15„„ 5 Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahre pro Kuh 1800 Liter, pro Tag und Kuh 5 Liter, im Ganzen 10,800 Liter. Rindvieh. Es wird durchſchnittlich jährlich eine Kuh und ein Stück Jungvieh verkauft, wozu dann noch drei Stück Kälber kommen. Schweine. Es werden gewöhnlich 6 Stück Schweine mit 170 bis 180 Pfd. Schlachtgewicht gemäſtet, wovon 4 in das Haus geſchlachtet und 2 verkauft werden. Ferner kommen noch 12 bis 15 Stück Ferkel zum Verkauf. Geflügel. Durchſchnittlich 1500 Stück Eier, von denen 200 Stück zum Verkauf kommen. Abgängiges Geflügel. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Weizen 3,10 Hectar........ 12 Grr.— Pfd. Hafer 2,45„........,„„ —1— Korn 4,15 Hecktau 47Ctr. 25 Pfd. Gerſte 1,00„........ 3„ 20„ Kartoffeln 1,00„.....32„„ Rüben 1,00„ ·, 6„ Klee 1,25„...„ 48„ Luzerne 0,37„—, 10„ Für den Viehſtand. Hafer den Pferden..... 568 Ctr.— Pfd Gerſte den Schweinen und Rindvieh.. 6„—„ Kartoffeln........ 239„—„ Nüben dem Rindbieh...... 800„„ Aeece 165„—„ Lizerue 36„„ Wieſenhen und Grummet den Pferden. 105„„ Stroh, als Streu und zum Futter dem Viehſtand 332„ 30„ Roggen und Gerſtekleie vom eigenen Mahlgut 10„=„ Rapskuchen.... 9 371799 5„=—„ Kleie zugekauft.... 25„=„ Milch, abgerahmt den Schweinen.... 7000 Liter. Molken, Abfälle ꝛc. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt in runder Summe annähernd Mk. 4230 Werden hiervon die Koſten der für die Pferde verwendeten Producte abgezogen mit rund...........„ 1000 ſo bleiben für Rindvieh, Schweine ꝛc. zu berechnen.... MRNk. 3230 Der Werth der von Schweinen, Rindvieh und Geflügel erzielten Producte berechnet ſich im Ganzen in runder Summe annähernd auf.„ 2290 Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Producte noch durch den Stallmiſt zu decken ſein.„ Mk. 940 Die Stallmiſt⸗Production von Rindvieh und Schweinen berechnet ſich auf 1370 Ctr., ſo daß der Centner auf 68 ½ Pf. zu ſtehen kommt. Berechnet man noch die Koſten für Zinſen, Verpflegung ꝛc. des Viehſtandes und addirt dieſen Betrag hinzu, ſo wird ſich der Centner Dünger auf mindeſtens 70 Pf. ſtellen. Für die Familie. (einſchließlich der Tagelöhner, ein Mann und eine Frau, durch etwa 100 Tage). Getreide. Noggen und Gerſte............. 30 Centner Weizen(als Mehl getauft)......... 3„ Kartoffeln............. 35 Centner Fleiſch c................ 8„ (hiervon ca. 600 Pfd. ſelbſt producirtes Schweinefleiſch inel. Wurſt und Schmalz und 200 Pfd. zugekauftes Rindfleiſch; abgängiges Geflügel). Butter............. 220 Pfund Kaffe.........65„ Sucer..... 25„ Salz(incl. Viehſal)............. 250„ Milch. 900 Liter Branntlvein........ü.... 100„ Eier.... 1300 Stück Käſe, Latwerge, Gemüſe ꝛc. Nimmt man an, daß im Hauſe durchſchnittlich 7 erwachſene Perſonen zu ernähren ſind(es wird ziemlich viel Brot an die Armen verſchnitten), ſo berechnet ſich der Verbrauch pro Kopf täglich für die erwachſene Perſon wie folgt: 700 Gramm Getreide, 680„ Kartoffeln, 150„ Sleiſch und Schmalz, 40 Butter, 12„ Kaffee, 5„ Zucker, 0,4 Liter Milch, ferner Käſe, Gemüſe, Eier, Latwerge, Gewürz u. ſ. w. Es ſind darin ca. 115 bis 120 Gramm verdauliches Protein enthalten, was bei mäßiger Arbeit für erwachſene Perſonen als entſprechend bezeichnet wer⸗ den kann. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich 1450 Mk. und täglich 4 Mk. oder pro Tag und erwachſene Perſon 57 Pf. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee, Brot mit Butter, Schmierkäſe, Latwerge, Zweites Frühſtück: Brot mit Butter und Käſe, Schmierkäſe und Latwerge. Mittageſſen: vöchentlich 6 mal Fleiſch, Gemüſe, Bohnen u. ſ. w. Vesperbrod: Kaffee, Brot mit Butter, Schmierkäſe oder Latwerge. Abendbrot: Dickmilch und Kartoffeln, Salat und Kartoffeln, Pfannkuchen, Wurſt(Sonntags regelmäßig), Eier. Geſinde und Tagelöhner eſſen mit der Familie. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 81 Ctr. Weizen à Mk. 11= Mk. 891,— 6„ Noggen a Mf.)=.....„ 54, G Gerſte Ml. 8,50=cf.„ 51,— 330 Pfund Butter à Mk. 1=..„ 3930,— Eine Kuh und ein Stück Jungvieh...„ 1450, 3 Kälher...„ 100, 2 Maſtſchweine...„ 150,— 12 bis 15 Stück Ferkel.....„ 100, 15 Malter Aepfel à Mk. 6= 200 Stück Eier à 6 Pf.. Ertrag aus dem Gemeindewald Summe (Es ſind die Durchſchnittspreiſe der letzten 6 Jahre in der Stadt Grunde gelegt). B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Stoaisſtenern Mlk. 117,— Gemeindeſteuern 8„ 132,— Tilgungsrente(hört 1887 auf„ 45,12 Tagelöhne: 1 Mann 50 Tage a Mk. 1,20-. M. 60,— 1 Frau 50 Tage à 80 Pf.=„ 40,— (mit voller Koſt.) der Knecht Lohn„ 230, die Magd Lohn„ 170,— Mk. 996,— „ 1130,— 11 90,— „ 12,— „ 13,86 Mk. 2211,86 Friedberg zu Mk. 294,12 —„ 500,— Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe 5, 50,— Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe: dem Wagner......... Mk. 50,— dem Schmied.„ 60,— dem Sattler..„ 30,— für Hausrath und Hausgeräth„ 25,— 16 2 5,— zu übertragen Mk. 1009,12 Uebertrag.. Mk. 1009,12 Indentar der Familienwohnung.......„ 25,— Verſicherungs⸗Prämien: Wirkliche Ausgaben: für Gebäude.... Ml. 12, für Indentaft„ 33,— 2 35, Pferde⸗Remonte. Die Pferde werden durch Zukauf erſetzt, was alle 12 bis 15 Jahre ſtattzufinden di Als baare Ausgabe iſt jährlich anzunehmen.... e....„ 80,— Zukauf von Kraftfutter und Sämereien: Kleie 25 Ctr............. Mk. 162,50 Navatuchen 5 Gtr.......... a, 237,50 30 Kleefamen 48 Pfd........... a 31 20 Luzerne 10 Pfd.............„ dO, J„ 2241,20 Heizung und Beleuchtung: Holz, Kohlen...........„ Mk. 125, Petrolenm......(nat rc 20,— —„ 145, Zukauf von Nahrungsmitteln: 300 Pfund Weizenmehl à 19 Pf......Mk. 57,— 200„ Nindfleiſch à 70 Pf......„ 140,— 65„ Kaffee à Mk. 1,10.1l.„ 71,50 25„ Zucker à 40 Pf.„ 10,— 250 Salz.„ 20,— 100 Liter Branntwein„„ 40,— „ 338,50 Bekleidung.—„ 280,— Arzt und Apotheke 5 15, Thietarzt... 2 5,— Verſchiedenes Geſchäftsausgaben des Wirihes)„ 26,18 Summa. Mk. 2200,— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen... Mk. 2241,86 Die Ausgaben betrugen.„ 2200,— Ueberſchuß.. Mk. 41,86 — 34— IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte.) Erlös aus den verkauften Producten(ſiehe oben)..... Mk. 2241,86 Werth der für die Familie aus der Wirthſchaft entnommenen Producte 1450— Mk. 338,50— Mk. 65 für die der Wirthſchaft zurückgegebene Kleie........„ 1046,50 Summa. Mk. 3288,36 B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von 9810 Mk. à 4 hle⸗.. Ml. 392,40 Verſicherungsprämie.......„ 12, Abnutzung(Amortiſation)......„ 73,58 Inſtandhaltung........„ 50. —⁰ Mk. 527,98 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von 3426 Mk. à 4 pCt..... Mk. 137,04 Verſicherungsprämie 2 ½ pCt.....„ 85,65 Abnutzung(Pferde⸗Remonte).....„ 80,— —ͦ„ 302,69 3. Capital des todten Inventars: Zinſen von 825 Mk. à 4 pCt..... Mk. 33,— Verſicherung 0,2 pGt..... 4„ 1,65 Erneuerung und Inſtandhaltung, wirkliche Ausgahe........„ 165, —„ 199,65 4. Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. 50 pCt. der jähr⸗ lichen baaren Auslagen= Mk. 1100. Hiervon 6 pCt...„ 66,— 5. Hagelverſicherungsprämie 0,75 pCt. vom Wweth. der Getreide⸗ Ernte(Mk. 3000)......—.„ 22,30 6. Feuerverſicherung der Producte....„ 5,— 7. Steuern und Umlagen(excl. Tilgungsrente)...„ 2249,— 8. Kraftfutter und Sämereien...„ 241,20 9. Heizung und Delenctung, 25 1 161 der toeſetumten üsgrbe.„ 36,25 10. Thierargt.......„ 5,— 11. Arbeitslöhne: Tagelöhne 50 Männertage à Mk. 1,80= Mk. 90,— 9 50 Frauentage„„ 1,40=„ 70,— Mann und Frau.........„ 800,— zu übertragen. Mk. 960,— Mk. 1655,07 —1— — 35— * Uebertrag. Mk. 960,— Mk. 1655,07 der Knecht„ 445,— die Magd„ 385,— —„ 1790,— 12. Berſchiedenes..............„ 14,93 Summa. Mk. 3460,— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 3288,36 Die Productionskoſten betrugen.„ 3460,— Verluſt. Mk. 171,64 Das in dem Gute angelegte Grundcapital würde alſo nicht nur eine Rente nicht bringen, ſondern es würde auch das Betriebscapital, welches zu 4 pCt.= 606 Mk. 44 Pf. bringen müßte, nur 606,44 Mk. weniger 171 Mk. 64 Pf.= 434 Mk. 80 Pf. bringen, alſo nur 2,9 pCt. Anlage II. Gemeinde Rodheim v. d. H. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines mittleren Bauerngutes von 7,06 Hectar. Der Beſitzer iſt verheirathet, 50 Jahre alt, Vater von einer verheiratheten Tochter. Der Mann der letzteren lebt bei ſeinem Schwiegervater und iſt deſſen Gehülfe. Das Gut geht ſpäter als Erbtheil auf ihn über. Es lebt dann noch der Schwiegervater des jetzigen Beſitzers die Hälfte des Jahres im Hauſe und ißt mit am Tiſche. Die Arbeitskraft des letzteren iſt gering. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 6,22 Hectar Ackerland ¹ Steuercapital incl. Gebäude: mittlerer Kaufwerth: 0,84„ Wieſe 123 fl. Mk. 11550 (in 169 Parcellen). Obſtbäume: 30 große Aepfelbäume à Mk. 20= Mk. 600 5„ Birnbäume à Mk. 20-„ 100 20 junge Aepfelbäume à Mk. 4=...„ 80 20 Zwetſchen und Kirſchbäume à Mk. 2=.„ 40 —„ 820 B. Gebäude. Eine Hofraithe beſtehend aus Wohnhaus, Stallung und Scheuer(unbequem, zu eng), laut Brandcataſter„ 4770 zu übertragen Mk. 17140 — — 37— Uebertrag. Mk. 17140 C. Viehſtand. 1 Pferd...... Ml. 1150 2 Kühe Simmenthaler rasunc).....„ 600 1 junger Bulle....„ 4.„ 300 3 Rinder...........„ 305 1 Zuchtſaut„ 70 2 Maſtſchweine....„ 85⁵ 4 Ferkel..........„ 70 3 Gänſe.....„ 8 12 Hühner..........„ 8 Hühner. g6 D. Todtes Inventar. 1 Fuhrwagen... Mk. 150 4 Pflüge(iufebvug u u. 1 W.)...„ 75 2 Eggen......„ 15 1 Pferdegeſchirr....„ 100 1 Häckſelbak....„ 5 1 Getreidewaage.......„ 15 1 Jauchefaß........„ 10 1 Jauchepumpe....„ 8 1 Getreidewindfege......„ 15 Faß⸗ und Bandgeſchille...„„ 25 Handgeräthe und Sücke.......„ 60 Hausrath und Kochgeſchirr......„ 50 Q··¶„ 527 E. Vorrath an umlaufendem Betriebskapital. (ſiehe Rentabilitätsberechnung).......„ 590 Werth des geſammten Beſitzes.. Mk. 20853 Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 1200. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Das Ackerfeld muß ſtreng nach der Dreifelderwirthſchaft bewirthſchaftet werden. Der Beſitzer gibt ſich zwar Mühe eine höhere Cultur zu erzielen, im Allgemeinen iſt aber anzunehmen, daß ſich der Betrieb nicht weſentlich über den ortsüblichen erhebt, was ja bei der großen Parcellirung auch kaum möglich iſt. Der Anbau der ſchnittlich wie folgt: — 38— Früchte und der Natural⸗Ertrag ſtellen ſich hiernach durch⸗ Getreide 5 5 3 Anbanu 8 SS58=SEE2A 5 5 A S ſ A 2 Centner. „ n Weizen. G A Hafer. 3 7 2* Roggen. 5 Gerſte. 1 Kartoffeln 300 Rüben—[560 Luzerne——[21 Wieſen———[61 Obſt.— 30 Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich pro ¼ Hectar wie folgt: bei Weizen „ Korn „ Gerſte „ Hafer auf 7,5 Ctr. Körner, 14 Ctr. Stroh, 2 7,0 II 142 21 2 II 7,5 72 2 10 2 „ 7,5„„ 11 2 12 22 I „ Kartoſfeln„ 75„ Kuollen, „ Rüben „ 200„ Rüben, „ Luzerne„ 24„ Heuwerth, „ Wieſen Der Klee iſt ſeit „ 18„ Heu und Grummet. zwei Jahren mißrathen. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahre pro Kuh 2200 Liter, im Ganzen 4400 Liter. Rindvieh. Durchſchnittlich wird jedes Jahr ein Kalb, alle zwei Jahre ein Stück Jungvieh und alle drei Jahre eine Kuh verkauft. Schweine. 4 bis 5 Maſtſchweine von 170 bis 180 Pfd. Schlachtgewicht und 12 bis 15 Geflügel. 1000 Stück Ferkel. Stück Eier und etwas abgängiges Geflügel. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Weizen Hafer Roggen Gerſte 1,4 Hectar 5 Ctr. 60 Pfd. 1,3„ 4„ 20„ 0,7„.... 2„ 40„ 0,7„. 2— 72 2 Kartoffeln 1,0 Hectar..... 30 Ctr.— Pfd. Rüben 0,7„.....„ 10„ Luzerne 0,22„.„ 10„ Klee 0,2 5......„ 71 7„ Für den Viehſtand. Gerſte den Schweinen und Rindvieh.. 8 Ctr.— Pfd. Hafer dem Pferd... 28„„ Hafer den Schweinen und dem Rindvieh 6„ 50„ Kartoffeln..., 240„=„ Rüben... 560„„ Luzerne....... 21„„ Wieſenheu und Grummet.... 61„„ Stroh.... 222„„ Roggen⸗ u. Gerſtekleie vom eignen Mahlgut 5„„ Kleie, zugekauft... 10„„ Napatuchen... 12„„ Biehſals........ 2„—„ Milch......... 250 Liter Milch, abgerahmte... t. tte. 9. 6.2000„ Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt in runder Summe annähernd.... M. 2250 Wird hiervon der Koſtenbetrag ſir die vom Pferde conſumirten Producte abgezogen mit rund............„ 45 ſo bleiben für Rindvieh und Schweine zu verrechnen... Mk. 1775 Der Werth der erzielten Veutätte eiehitt ii im Gurzen in runder Summe annähernd auf.....„ 1100 Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Probet noch durch den Stallmiſt zu decken ſein.... Mk. 675 Die Stallmiſt⸗Production berechnet ſich annähernd auf 850 Centner, ſo daß der Centner auf mindeſtens 80 Pfennig zu ſtehen kommt. Für die Familie (einſchließlich der Tagelöhner, 20 Männer⸗ und 10 Frauentage). Brodkorn(4 Th. Roggen, zwei 81) Ger. 18 Ctr. Weizen(als Mehl deauſt).... 3„ Kartoffeln.......„... 28„ Fleiſch...... 450 Pfd. thiervon 390 Pfd. ſelſt producirtes Schweinefleiſch inel. Wurſt und Schmalz, ferner 70 Pfd. zuge⸗ kauftes Rindfleiſch; abgängiges Geflügel). Butter. Kaffeertrt... 532„ Zuckeer 5,„ Salzzz......60„ Milch....... 500, Ltler Branntwein und Bier.. 160 4 Eier....... 650 Stück Käſe, Gemüſe, Latwerge u. ſ. w. Es berechnet ſich hiernach, wenn man die Tagelöhner, die im Hauſe verkehrenden Gäſte und das an die Armen verſchenkte Brot berückſichtigt, der Verbrauch pro Kopf und erwachſene Perſon wie folgt: 680 Gramm Getreide, 825„ Kartoffeln, 135„ Fleiſch, 23„ Butter. 15.„ Kaffee, 2„ Zllller, 0,3„ Liter Milch u. ſ. w. Es ſind hierin 90 bis 100 Gramm verdauliches Protein enthalten. Berück⸗ ſichtigt man, daß die Familie aus zwei Männern, zwei Frauen und zeitweiſe aus einem alten Manne beſteht und daß die Arbeit keine übermäßig anſtrengende iſt, ſo muß man die Ernährung als eine genügende bezeichnen. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich 810 Mk. oder täglich ca. 2 Mk. 20 Pf. oder pro Tag und Kopf 48 Pf. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee, Brot mit Latwerge oder Butter. Zweites Frühſtück: Brot mit Latwerge oder Butter. Mittageſſen: vöchentlich 6 mal Fleiſch, Gemüſe, Kartoffeln, Suppe, Salat. Vesperbrot: Brot mit Latwerge oder Butter auch Käſe. Abendbrot: Kartoffeln mit Butter oder Dickmilch, Schmierkäſe, Salat, Kaffee mit Brot und Butter u. ſ. w. 5 5 II III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 36 Ctr. Weizen à Mk. 11= Mk. 396,— 5 Roggen 4„ 9= 7 45,— Gerſte à Mk. 8,50= 3 42,50 140 2 II Butter Mk. 1—=.... 140,— 2 zu übertragen.. Mk. 623,50 — 41— Uebertrag.. Mk. 623,50 alle drei Jahre eine Kuh, alle zwei Jahre ein Stück Jungvieh, jährlich ein Kalb..... Mk. 200,— zwei fette Lauvem......„ 150, 12 bis 15 Ferlel.........„ 100, 350 Stück Eier....„ 21,— —,üu ,., 471,— 6 Malter Aepfel..........„ 36,— Antheil aus dem Gemeindewaldertrag........., 13,86 Summa. Mk. 1144,36 (Die Preiſe ſind die Durchſchnittspreiſe der letzten 6 Jahre von der Stadt Friedberg) B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Siaatsſteuern.......... Ml. 71,— Gemeindeſteuern.....„ 83,— Tilgungsrente(1887 zu Ende).....„ 34, — Mk. 188,— Tagelöhne: 1 Mann 20 Tage à Ml. 1,20....... Mk. 24,— 4 Frau 10„ 4„ 0,30„ 8, 32 Unterhaltung der Gebäude: 3 Wirkliche Ausgabe.........„ 30,— Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe: dem Wagner und Schmied...... Mk. 50,— dem Sattler....„ 12,— für Hausrath und Hausgeräth...„ 15,— 7 — 1„ Inventar der Familienwohnung.........„ 25,— Verſicherungsprämien: Wirkliche Ausgabe: für Gehäude.......... Mlk. 4,53 für Inventar..„ 8,60 Zukauf von Kraftfutter und Sämereien: 2 171 Luzerneſamen........... mmk. 10,— Kleeſamen............„ 4,50 Rapskuchen, 12 Ctr........„ 90./ Kleie, 10 Cir............„ 64,— —9„ 168,50 zu übertragen.. Mk. 533,63 4 — 412— Uebertrag.. Mk. 533,63 Pferde⸗Remonte. Das Pferd wird edindh alami erſebt hen airiio Abnutzung.....„ 60,— Heizung und Beleuchtung: Holz, Kohlen............ Mk. 90,— Petroleum...........„ 10,— „ 100,— Zukauf von Nahrungsmitteln: 3 Centuer Weizenmehl....... Mk. 55,— 70 Pfund Fleiſch à 70 Pf........„ 49,— 52„ Kaffee Mk. 1,10.„ 57,— 5„ Zuücker à 40 Pf.........„ 2,— 2 ½ Centner Salz.........„ 16,— Branntwein und Bier.........„ H ut —„ 184,— Belleidung......... ⸗ 250,— Arzt und Apotheke.........„).. SSe t) Zi e h2 10,— Thierqrt...„ 5,— Verſchiedenes.................—.¾ 1,73 Summe Mk. 1144,36 C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen... Mk. 1144,36 Die Ausgaben betrugen....„ 1144, 36 Bleibt. Mk. 0 IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft verwendeten Producte). Erlös aus den verkauften Producten.... Ml. 1144,36 Werth der für die Familie aus der Wirthſchaft entnommenen Producte, wobei auch 5 Ctr. Kleie vom eigenen Mahlgut zurückgegeben worden(810 Mk.— 184 Mk.— 32 Mk.)„ 594, Summa. Mk. 1738,36 B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 4770 à 4 böt. Mk. 1900,80 Verſicherungsprämie......„ 4,53 Abnutzung 0,75 pEt........„ 35,78 Inſtandhaltung........„ 30,— Mk. 261,11 zu übertragen.. Mk. 261,11 Uebertrag. Mk. 261,11 2. Kapital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 2596 à 4 pCt.... Mk. 103,84 Verſicherungsprämie 2 pCt......„ 51,92 Pferde⸗Remonte........„ 60,— x„ 215,76 3. Kapital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 527 à 4 pCt..... Mk. 21,08 Verſicherungsprämie 0,2 pCt.....„ 1,05 Erneuerung und Inſtandhaltung, wirkliche Ansgäbhe..„ 77,— „ 99,13 4. Zinſen des umlaufenden Betriebskapitals. Letzteres beträgt 50 pCt. der baaren Ausgaben= Mk. 590 hiervon 6 pCi.„ 53,40 5. Hagelverſicherungsprämie 0,75 pCt. vom Wuunihe der Getreide⸗ Ernte Mk. 1550 à 0,75„Ct....„ 11,63 6. Feuerverſicherung der Producte.........„ 2,— 7. Steuern und Umlagen(incl. ilgungstente)......„ 154, 8. Kraftfutter und Sämereien...„ 168,50 9. Heizung und Lelkuchinng 23 öt der bezigihen ganzen Ausgabe)„ 25,— 10. Thierarzt.„ 5,— 11. Arbeitslöhne: 1 Mann 20 Tage à Mk. 1,70, 1 Frau 10 Tage à Mk. 1,380...... Mk. 47,— Lohn der 4 Familienmitglieder„ 800,— d 12. Verſchicdenes„ 5,47 Summa.. Mk. 1830,— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 1738,36 Die Productionskoſten betragen.„ 1830,— Verluſt. Mk. 91,64 Es würde alſo das in dem Gute angelegte Grundcapital nicht nur eine Rente nicht bringen, ſondern es würde auch das in dem Gute angelegte Betriebscapital (inel. Gebäude), im Betrage von 8483 Mk. ſich nicht zu 4 pCt. verzinſen, ſondern nur zu 2,92 pCt. ·ʒêVᷓVᷓêÖᷓêÖVʒᷓᷓÖÖÖÖ;V Anlage III. Gemeinde Rodheim v. d. H. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines kleinen Bauerngutes von 4,14 Vectar. Der Beſitzer iſt verheirathet, 56 Jahr alt, Vater von 4 Töchtern, von denen 2 zu Hauſe und 2 verheirathet ſind. Der eine Schwiegerſohn arbeitet auswärts, der andere Schwiegerſohn iſt Schneider und betreibt ſein Handwerk im Hauſe des Schwiegervaters. Er ißt daſelbſt mit am Tiſche, arbeitet aber im Sommer mit in der Wirthſchaft. Die Familie beſteht alſo aus 5 erwachſenen Perſonen nebſt einem Kind. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 3,58 Hectar Ackerland mittlerer Kaufwerth: Steuercapital inel. Gebäude: 0,56„ Wieſe 7800 Mk. 98 fl. (in 102 Parcellen, die Wieſen allein in 34). Grundcapital(excl. Obſtbäume)........... Mk. 7800 Obſtbäume: 5 Apfelbäume à Mk. 20....... Mk. 100 4 Birnbäume A Mk. 20.......„ 80 6 junge Aepfelbäume à Mk. 4.....„ 24 5 Zwetſchen und Kirſchbäume..... 2 10 214 B. Gebäude. Ein Wohnhaus mit Stall und Scheuer, laut Brandcataſter..„ 5800 zu übertragen.. Mk. 13814 Uebertrag. Mk. 13814 C. Viehſtand. 2 Kühe(Simmenthaler Kreuzung)..... Mk. 500 1 Stück Junopieh.......„ 60 2 Maſtſchweiie...„ 60 9 Stick Gäuſe.......„ 20 6 Hühner(und 12 junge Hühner)....„ 6 —„ 646 D. Todtes Inventar. 1 Wagen.......:)„Z. MM. 60 3 Pflüge(incl. Häufelpflug)......„ 45 1 Egge...„„ ‚./10 Fahrgeſchirre.........„ 6 1 Häckſelbant........„ 3 1 Getreidewindſege..„ 8 1 Jauchefaß.......„ 6 1 Jaucheyumpe...........„ 8 Faß⸗ und Bandgeſchirte......„ ,-15 Handgeräthe inel. Säcke......„ 20 Hausrath und Kochgeſchirr.......„ 40 —„ 231 E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital. ſiehe Rentabilitätsberechnung.....„ 375 Werth des geſammten Beſitzes.. Mk. 15066 Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 800. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung iſt die der Kleinbauern in Rodheim, im Allgemeinen faſt gleich ſorgfältig wie die der größeren Beſitzer. Wenn die Bearbeitung des Bodens mit der Kuhbeſpannung der Pflüge nicht ſo verbeſſernd wirkt, wie beim Großbauern, welcher mit Pferden arbeitet, ſo wird dann hier ſchließlich wieder mehr Handarbeit aufgewendet. Der Anbau der Früchte und der Natural⸗Ertrag derſelben ſtellen ſich durch⸗ ſchnittlich ungefähr wie folgt: — 46— Getreide 4 5 5 3 8 F 2 2 Anbanu SSSSS 8 8 F Ss 8 Ceuntner Weizen 0,80 Hectar 24 39 Roggen 0,45„ 10,8 32,5 Gerſte... 0,15„ 13,5 16 Hafer... 25 0,45„ 12,5 16 Kartoffeln.. 70,653„—— 195 Runkel⸗ und ohlrüben 0,45„——— 324 Klee. 0,30„ 0 Wieſen 0,56„—————[40 Obſt..—-———=Yk6 Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich pro ¼ Hectar wie folgt: bei Weizen auf 7,50 Ctr. Körner, 12 Ctr. Stroh, 2 Ro 9g en 2 6 2 2 1 8 II 2 11 Gerſte 11 7,50 1 2 9 11 1 2 Hafer 1 7 2 1 9 1 1 „ Kartoffeln„ 75„Knollen, „ Rüben„ 180„Rüben, „ Klee„ 33„Heuwerth, „ Wieſen„ 18„Heu und Grummet. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahr pro Kuh 2000 Liter, im Ganzen 4000 Liter. Rindvieh. Durchſchnittlich wird alle 3 Jahr eine Kuh überzählig, alle Jahr 1 Kalb. Schweine. 3 Maſtſchweine mit durchſchnittlich 150 Pfund Schlachtgewicht, wovon eins verkauft wird. Geflügel. 500 Stück Eier. Geflügel. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Weizen 0,80 Hectar..... 3 Cr. 20 Pfb. Roggen 0,45„...... 1„, 50„ Gerſte 0,45„...... 1„ 60„ Hafer 0,45„...... 1„ 50„ Kartoffeln 0,65„...... 21„=—„ Rüben 0,45„.....—„ 4„ Klee 0,30„....... 10 Für den Viehſtand. Gerſte.......... 4 Ctr.— Pfd. Hafer.......... 3„„ Kartoffelt........ 144„„ Rüben........ 324„„ Klee(grün gefüttert).... 40„„(Heuwerth.) Wieſenhen und Grummet..... 40„„ Stroh....... 103„ 50„ Kleie vom eignen Maülou.I... 5„ 50„ Rapskuchen....... 2„=„ Kleie(zugekauft)........ 6„—„ Magermilch......2000 Liter. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt in runder Summe annähernd....... Ml. 1160 Der Werth der erzielten Producte lerezne ig im Gangn in runder Summe annähernd auf.......1.„ 700 Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Producte noch durch den Stallmiſt zu decken ſein..... MNk. 460 Die Stallmiſt⸗Production berechnet ſich anf. ca. 640 Eentner, ſo daß der Centner auf 72 Pfennig zu ſtehen kommt, wozu noch die Koſten für Zinſen, Ver⸗ pflegung ꝛc. des Viehſtandes treten. Für die Familie. Brodkorn(Roggen und Gerſte)..... 17 Centner Weizenmehl(zugekauft)........ 50 Pfund Kartoffeln..... 30 Centner Fleiſch(und Schmalz)...... 400 Pfund (300 Pfund von zwei ſelbſt gemäſteten Schweinen, 100 ii. Oahlendlaſh zugekauft). Butter.9... ,40 Pfund Kaffee............. 70 8 Zucker.... I.. 10„„ Salz(incl. eſa... 141600„ Milch........,32550 Liter Branmntwein........... 12 ½1„ Eier....... 400 Stück Käſe, Gemüſe, Latwerge c.) Es berechnet ſich hiernach der Verbrauch der Familie pro Kopf und Tag rund ungefähr: — 48— 500 Gramm Getreide, 800„ Kartoffeln, 105„ Fleiſch, 41„ Autter, 18„ Kaffee, 2 ½„ Zuecker, 0,2 Liter Milch, Käſe, Eier, Gemüſe ꝛc. Es ſind hierin 80 bis 90 Gramm verdauliches Protein, eine immerhin noch genügende Menge, wenn man berückſichtigt, daß die Arbeit eine nur mäßige iſt und daß von den 5 Perſonen 3 Frauen ſind. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich Mk. 700 und täglich Mk. 1,90 oder pro Kopf und Tag 41 Pfennig. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee, Brot mit Latwerge oder Schmierkäſe. Zweites Frühſtück: Brot mit Käſe oder Butter. Mittageſſen: 5 mal wöchentlich Fleiſch mit Gemüſe oder Kartoffeln, Suppe. Vesperbrot: Kaffee, Brot mit Latwerge oder Schmierkäſe, zuweilen Butter. Abendbrot: Kaffee, Kartoffeln mit Dickmilch, Brot mit Latwerge, Schmier⸗ käſe, Salat, Sonntags Wurſt. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 20% Ctr. Weizen à Mk. 11........ t.) e. 9. Mk. 225,50 8„ Hafer à Mk. 7,50„ 60,— 175 Pfd. Butter à Mk. 1..„ 175,— Vieh. Alle drei Jahr eine Kuh.........„ 70,— Jährlich ein Kalb............„ 25,— Ein Maſtſchwein...............„ 60,— Obſt und Eter........„ 10,— Antheil aus dem Gemeindewaldertrag„ 13,86 Mk. 639,36 B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Staatsſteuern......... Ml. 34,92 Gemeindeſteuern......„ 41,74 Tilgungsrente(hört 1887 auf).„ 18,60 Mk. 95,26 Tagelöhne: 1 Mann 10 Tage à Mk. 1,20.„ 12,— zu übertragen.. Mk. 107,26 —21 8eA Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe. Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe: dem Wagner. dem Schmied.— für Hausrath und Handgeräthe. Inventar der engeren Familienwohnung Verſicherungs⸗Prämien: Für Gebäude und Inventar Zukauf von Vieh: 4 Ferkel Zukauf von Kraftfutter: 6 Ctr. Kleie à Mk. 6,40... 2„ Rapskuchen à Mk. 7,50. Heizung und Beleuchtung: Holz und Kohlen Petroleum. Zukauf von Nahrungsmitteln: 50 Pfund Weizenmehl 100„ Ochſenfleiſch 70„ Kaffec 10„ Zucker à 40 ufaumg 100„ Salz.. Branntwein Bekleidung.— Arzt und Apotheke Verſchiedenes Uebertrag .20,— 25,— 10,— Mk. 107,26 2 Mk. 50, 53,40 75,— 750,— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Mk. 639,36 „ 750, Die Einnahmen betrugen Die Ausgaben betrugen Fehlt Mk. 110,64 — 50— IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte.) —D₰½ 00 X. 11. Erlös aus den verkauften Producten(ſiehe oben) Werth der für die Familie aus der Wirthſchaft entnommenen Producte(700— 175— 35(Betrag In der Wigihſchaſt zurückgegebene Kleie]). B. Productionskoſten. . Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 5800 à 4 pCt..... Mk. 232,— Verſicherungsprämie........„ 4,50 Abnutzuug 0,75 pGCtt....„ 43,50 Inſtandhaltung.........„ 50, .Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 646 à 4 pCt..... Mk. 25,84 Verſicherungsprämie 2 pCt......„ 12,92 Jährlicher Zukauf von 4 Ferkeln...„ 44,— . Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 231 à 4 pCt..... Mk. 9,24 Verſicherungsprämie 0,2 pCt......„—,50 Erneuerung und Inſtandhaltung....„ 55,— Zinſen des umlaufenden Kapitals. Letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren Ausgaben= Mk. 375. Hiervon 6 pCt. Hagelverſicherungsprämie vom Vüpnn der Getreide⸗Ernte Mk. 850 zu 0,75 pCt.— . Feuerverſicherung der Producte. . Steuern und Umlagen(excl. Tilgungsrente) . Kraftfutter... .Heizung und Beleuchtung(25 pCt. der geſammten Ausgabe). .Arbeitslöhne. 1 Mann 10 Tage à Mk. 1,60... Mlk. 16,— Für die Wirthſchaft ſind etwa 350 Arbeits⸗ tage erforderlich(½ Männer ½ Frauentage)„ 500,— Verſchiedenes Mk. 7 639,36 490,— Mk. 1129,36 82,76 11— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug... Mk. 1129,36 Die Productionskoſten betragen.„ 1180,— Verluſt. Mk. 50,64 Es würde alſo das in dieſem Gute angelegte Grundcapital nicht nur eine Rente nicht bringen, ſondern es würde ſich auch das in demſelben angelegte Betriebs⸗ capital im Betrage von Mk. 7052(incl. Gebäudecapital) nicht zu 4 pCt., ſondern nur zu 3,28 pCt. verzinſen. Bericht über die landwirthſchaftlichen Verhältniſſe der Gemeinde Jornheim, KRreis Nainz, E. züeryſee 1 erſtein. ᷓᷓᷓᷓᷓᷓᷓᷓQᷓÖ́Q’ÖQᷓᷓOQꝑᷓ;Ö;; Allgemeines. Zornheim liegt auf dem Höhenrücken, der ſich von Mainz über Hechtsheim, Ebersheim bis gegen Hahnheim erſtreckt und an deſſen ſüdöſtlichem und ſüdlichem Abhang die Orte Laubenheim, Bodenheim, Gau⸗Biſchofsheim, Harxheim und Mommen⸗ heim liegen, ungefähr 232 Meter über dem Meeresſpiegel, ½ Stunde von Nieder⸗ Olm und der Bahnlinie Mainz-—Alzey. Ungefähr ⅛ der Gemarkung liegt auf dem Plateau, der übrige Theil an den Abhängen nach Mommenheim, Hahnheim und Sörgenloch. Die Gemeinde zählt zur Zeit 1017 Seelen in 210 Häuſern, darunter ſind keine Juden, doch kommen von den Nachbarorten und Mainz Juden als Händler von Vieh, Getreide und Kleider⸗ ſtoffen, im Weiteren auch als Darleiher kleiner Kapitalien gegen hohe Zinſen(wie man annimmt) in die Gemeinde. Die Einwohner ſind mit Ausnahme einer Familie und einiger gemiſchten Ehen katholiſch und beſtehen im Allgemeinen aus ſchon jahrelang eingeſeſſenen Familien. Die Seelenzahl hat ſich in den letzten 30 Jahren ſehr wenig verändert. 1864 waren 883, 1874 939 Seelen. Auswanderung iſt im Ganzen unbedeutend: 1880: 32 Köpfe, 1881: 19„ 1882: 21„ Der Zuzug betrug in ſechs Jahren 21 Perſonen. Die Heirathen finden haupt⸗ ſächlich innerhalb der Gemeinde, weniger nach auswärts ſtatt. Die Gemarkung hat im Ganzen einen Flächeninhalt von 557,62 Hectar, davon ſind unbeſteuerbar an 1³ Feldwegen und Bächen... 12,10 Hectar Hofraithen....... 6,14„ Anderes Feld..... 0,08„ Nadelholz..... 60,29„ 18,61 Hectar, mithin bleiben zur landwirthſchaftlichen Benutzung 539,01 Hectar mit 4650 Parcellen, davon ſind: Ackerfeld. 442,01 Hectar Wieſen..... 23,27,„ Weinberge..... 73,73„ 539,01 Hectar. Die Durchſchnittsgröße der Parcellen beträgt 1158 Quadratmeter oder 185 Quadratklafter. Das Land vertheilt ſich auf 323 Beſitzer. Davon haben unter ½ Hectar 124 Beſitzer von 0,5 1„ 59„ 1 1— 2 1 46 II 11 2— 5 59 11 „ 5— 10„ 23 2 „ 40 u. mehr„ 12„ 323 Beſitzer. Die directen Steuern betrugen für die Gemeinde Zornheim in 1874 Mk. 6607,53, „ 1883/84„ 7521,21. Die Grundbeſitzer zahlten an directen Steuern für Beſitz in Nieder⸗Olm und Ebersheim 1874: Mk. 883,42, 1883/84: Mk. 842,16. An Communalſteuer mußte die Gemeinde Zornheim erheben, in 1864 Mk. 3626,77 „ 1874„ 4628,58 „ 1883/84„ 6504,—. Für Grundbeſitz in den Gemarkungen Nieder⸗Olm und Ebersheim, zahlten die betreffenden Einwohner von Zornheim in 1864 Mk. 235,46 „ 1874„ 402,38 „ 1884„ 799,89. (Von Erhebungen hinſichtlich der Steuern in den noch weiter in Betracht kommen⸗ den Gemarkungen wurde der Umſtändlichkeit und Unerheblichkeit derſelben halber ab⸗ geſehen.) An tragbaren Obſtbäumen ſind vorhanden nach der amtlichen Aufnahme: ind die en⸗ ab⸗ 1199 Aepfelbäume 285 Birnbäume 2583 Zwetſchenbäume 175 Kirſchbäume 19 Aprikoſen⸗ und Pfirſichbäume 57 Wallnußbäume 4318 Stück im Ganzen. Außerdem ſind 0,29 Hectar Nadelholz vorhanden, die jedoch ſo gut wie gar keinen Werth haben. Der in der Gemeinde befindliche Viehſtand war nach der letzten Aufnahme folgender: 1 Fohlen und 76 Pferde= 77 Pferde, 16 Kälber von 6 Wochen bis ½ Jahr, 37 Rinder von ½ bis 2 Jahren, 3 Zuchtſtiere, 347 Kühe, 169 Schweine, 172 Ziegen, 34 Bienenſtöcke. 403 Stück Rindvieh, Frage I. a. Welche Bodenverhältniſſe zeigt die Gemarkung, welchen Character hat das Klima und wie iſt hiernach im Allgemeinen die Fruchtbarkeit der Ländereien; iſt letztere ſehr günſtig, mittel oder gering? b. In welchem Verhältniß ſtehen die verſchiedenen Arten des Kulturlandes— Acker, Wieſen, Weiden, Rebland ꝛc.— zu einander und iſt dieſes Verhältniß im Allgemeinen als ein wirthſchaftlich günſtiges zu bezeichnen? c. Welches ſind die hauptſächlichſten Producte der Landwirthſchaft, bezw. welche Productionsrichtungen machen ſich im landwirthſchaftlichen Betriebe der Gemeinde vorzugsweiſe geltend? d. Iſt der landwirthſchaftliche Betrieb im Allgemeinen ein rationeller zu nennen, oder haften ihm weſentliche Mängel an und welche? Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weit gehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang im Zuſammenhang? Zu a. Der Boden beſteht zum größten Theil aus kalkhaltigem Lehm und iſt ziem⸗ lich tiefgründig, außerdem ſind etwa 60 Hectar thoniger Boden bis zu Thonboden da. Da ein erheblicher Theil der Gemarkung an ſtarken Abhängen liegt und kalkhaltiger Boden ohnehin ziemlich viel Feuchtigkeit bedarf, ſo leiden die Felder in trockenen Jahren leicht an Dürre. Trotzdem iſt das Klima für die Gemarkung im Ganzen und deren Fruchtbarkeit als mittelmäßig bis ziemlich gut zu bezeichnen, da die ungünſtige Ein⸗ wirkung abnorm trockener Jahre für Ackerfelder und Wieſen einigermaßen ausge⸗ glichen werden durch die günſtige Wirkung, die ſolche Jahre auf den Ertrag der Weinberge ausüben. Der Thonboden iſt größtentheils mit Weinſtöcken angelegt und leidet in feuchten Jahren an Näſſe. Im Jahr 1882 fand in Folge der großen Näſſe in dem thonigen Boden, der mit Reben bepflanzt iſt, ein Bergrutſch ſtatt. Die Drainage dieſer Fläche, ca. 20 bis 25 Hectar, iſt jetzt ausgeführt und koſtete etwa 18000 Mk. Die Arbeiten wurden unter Mitwirkung und Oberleitung der Landeskulturinſpection ausgeführt. Die Gemarkung iſt durchgängig dem Kleebau, auch der Luzerne günſtig.(Unter Kleebau verſteht man in Rheinheſſen den Anbau von Luzerne, Eſparſette und Roth⸗ klee, welche drei Futterpflanzen gewöhnlich gemiſcht gepflanzt werden und in welcher Miſchung entweder Luzerne oder Eſparſette vorherrſchend iſt. Rothklee allein findet man ſelten, in neuerer Zeit bei Anpflanzung von Kleegras[Rothklee mit Raygras, Thimothee u. ſ. w.)). Zu b. Das Kulturland der Gemarkung Zornheim beſteht aus Ackerland, Weinbergen und etwas Wieſen. Die Weinberge, die in guten Jahren einen ſehr brauchbaren Wein liefern, ſind im gegenſeitigen Verhältniß wie 1: 6. Wie der landwirthſchaftliche Betrieb in Rheinheſſen jetzt liegt und nach den beſtehenden ge⸗ ſchäftlichen Verhältniſſen dürfte eine Ausdehnung des Weinbaues, ſobald noch geeignete Lagen in der Gemarkung vorhanden ſind, den Bewohnern nur anzurathen ſein. Die Wieſen, die in einem Verhältniß von 1:22 zu dem übrigen landwirth⸗ ſchaftlichen Areal ſtehen, werden größtentheils zu Grünfutter benutzt und liefern keine großen Erträge, ſind alſo in keiner Weiſe ausſchlaggebend. Dagegen werden ca. 110 Hectar Land der Gemarkung im Durchſchnitt zum Futterbau benutzt in Form von Klee und Futterkräutern, ungefähr 62 Hectar zu Rübenbau und etwa 40 Hectar werden zum Bau von Kartoffeln benutzt. Zu c. Die hauptſächlichſten Bodenproducte ſind Getreide und Wein, von Ge⸗ treide hauptſächlich Roggen und Gerſte. Der Weizenbau iſt in Zornheim, wie überall in Rheinheſſen, beſonders in weinbautreibenden Orten in neuerer Zeit ſehr einge⸗ ſchränkt worden. Der in der Gemarkung gebaute Hafer wird als Pferdefutter be⸗ nutzt und ſcheint im Ganzen nur geringe Erträge zu liefern. Der ziemlich bedeutende Kartoffelbau deckt in erſter Linie den Bedarf der Be⸗ wohner, geringere Knollen werden zur Schweinemaſt, auch für das Rindvieh ver⸗ wendet und der Reſt in die Stadt verkauft. Der Rübenbau könnte hauptſächlich in Runkelrüben noch mehr ausgedehnt und dazu erheblich ſtärker gedüngt werden. Die angegebenen Durchſchnittserträge davon werden anderwärts weit überholt. Möhren und Weißrüben pflanzt man in erheb⸗ licher Menge und ergeben beſonders erſtere einen hübſchen Ertrag, davon wird ein Theil in die Stadt verkauft, der größere Theil dient im gekochten Zuſtand als Futter für Rindvieh und Schweine. Der Kleebau, der bei den wenigen Wieſen doppelte Bedeutung hat, liefert im Ganzen geringe Erträge, ſollte aber noch ſehr ausgedehnt werden und würde bei ſorgfältiger Vorbereitung und Düngung bedeutend höhere Erträge liefern. Der Obſtbau, der beſonders in Zwetſchen ziemlich bedeutend iſt, hat in den letzten 10 Jahren einen Durchſchnittsertrag von 8471 Mk. geliefert. Doch iſt der Ertrag ſehr ſchwankend, 1878 1512 Mk., 1875 16716 Mk. Die Zwetſchen werden in guten Jahren hauptſächlich nach England verkauft. Aepfel u. ſ. w. werden in der Hauptſache im Haushalt verbraucht. Obgleich durch die außergewöhnliche Kälte der Winter 1879 und 1880 ein nennenswerther Schaden an den Obſtbäumen nicht vorgekommen, ſo ſollen doch in den letzten Jahren die ſog. Spinnraupen die Obſt⸗ ernten faſt gänzlich zerſtört haben. Bekanntlich war die Temperatur in den oben⸗ genannten Wintern in den Thälern bis auf 18 Grad Reaumur unter Null herunter⸗ gegangen, während höher gelegene und gewöhnlich als kälter zu betrachtende Gegenden eine Temperatur von höchſtens 4 bis 5 Grad unter Null hatten. Der Hauptverkaufsartikel iſt Wein und ſind in den letzten 10 Jahren auf 82 Hectar im Durchſchnitt 3280 Hectoliter gezogen worden. Davon ſind 10 pCt. für die Zeit abzurechnen, in welcher der Weinberg als Neurott nicht trägt= 328 Hecto⸗ liter, bleiben alſo rund 2950 Hectoliter. Rechnet man einen Durchſchnittswerth von 33 Mk. per Hectoliter= 2950 33= 97350 Mk., ſo iſt der Ertrag pro Hectar im Durchſchnitt 1187 Mk. 20 Pf. oder pro Morgen 296 Mk. 80 Pf. Die thieriſchen Producte ſind nicht von großer Bedeutung. Die Milch wird verbuttert und die Butter von den Producenten ſelbſt auf den Markt nach Mainz verbracht. Käſe⸗ matten, ſoweit ſie nicht im Haushalt und für die Schweinehaltung nöthig ſind, werden an Käſefabrikanten verkauft. Gerade dieſe letztere Form der Verwerthung der Rückſtände beim Verarbeiten der Milch, der Käſematten, iſt bei dem landwirthſchaftlichen Kleinbetrieb, wie er in Zornheim durchweg ſich vorfindet, beſonders zu tadeln. Es entgeht den Betreffenden dadurch eine erhebliche Einnahme, die nur davon abhängt, daß die Frauen ſich der Arbeit der Verfertigung und Behandlung der Handkäſe unterziehen. Die übliche Fruchtfolge iſt: 1. Brache, 2. Korn, 3. Gerſte, 4. Klee, 5. Klee(auch 6. Klee), 6. Korn, 7. Gerſte, 8. Kartoffel, 9. Hafer oder 1. Dickwurz, 2. Weizen, 3. Gerſte, 4. Klee, 5. Klee, 6. Korn, 7. Kartoffel, 8. Hafer. Zu d. Der landwirthſchaftliche Betrieb iſt gerade nicht irrationell zu nennen, doch wären vor Allem durch beſſere Düngung beſonders im Futterbau bedeutend höhere Erträge zu erzielen, und hat gerade Letzterer beſondere Bedeutung in einer Gemarkung, die immerhin erheblich Weinberge hat, welche zur Bereicherung des 2³¹ Bodens gar nichts beitragen. Rechnet man den landwirthſchaftlich benutzten Boden der Gemarkung mit. 539 Hectar dazu was die Bewohner in den angrenzenden Gemarkungen beſitzen. 185„ im Ganzen.. 724 Hectar und darauf 380 Stück Rindvieh(Großvieh gerechnet), ſo kommt auf den Hectar 0,52 Stück Rindvieh. Dabei iſt der Verbrauch von Kraftfutter ein ſehr minimaler, etwa 1000 Ctr. Kleien pro Jahr, ſonſt noch etwas Oelkuchen. Auch der Verbrauch von künſtlichem Dünger iſt, obwohl dem Quantum nach nicht unbedeutend(ca. 12 bis 1800 Ctr. niederprocentiges Superphosphat und Kaliſuperphosphat im Jahr) nicht rationell. Bei der trockenen Lage der Ge⸗ markung, der im Ganzen ſchwachen Viehhaltung wären erhebliche Zufuhren von ſtickſtoffhaltigem Dünger unbedingt geboten und würden dadurch in kurzer Zeit die Durchſchnittserträge ſämmtlicher Kulturpflanzen weſentlich geſteigert werden. Be⸗ züglich des Futterbaues wäre noch weitere Ausdehnung des Kleebaues nach vorhergegangenen ſtarken Gaben von künſtlichem Dünger anzuſtreben, der Bau von Weißrüben einzuſchränken, dagegen die Beſtellung mit Runkelrüben bedeutend auszudehnen und durch ſehr vermehrte Düngung für beſſere Durchſchnittserträge zu wirken. Die Angaben der amtlichen Ernteſtatiſtik entſprechen nicht einmal dem halben Ertrag, den man ſonſt als Durchſchnitt bei Dickwurz anzunehmen pflegt. Durch die geringen Erträge des Klee⸗ und Rübenbaues ſowie die minimalen Kraftfuttergaben ſind die Landwirthe genöthigt ſämmtliches Stroh des Sommerge⸗ treides als Futter zu benutzen; es iſt dies ein wirthſchaftlicher Fehler, der um ſo empfindlicher wirkt, als ein erheblicher Theil der Gemarkung mit Reben bepflanzt iſt, die bedeutende Mengen von Stalldünger in Anſpruch nehmen. Der geringe Kraftfutterverbrauch beſonders das faſt gänzliche Fehlen von Oel⸗ und Palmkuchen iſt um ſo auffallender, als die Butterverwerthung durch das directe Verbringen an den Conſumenten in der Stadt als eine gute bezeichnet werden kann. Der Rind⸗ viehſtand beſteht in der Hauptſache aus Donnersberger⸗ und Glanrace und deren Kreuzungen in der gewöhnlichen Handelswaare, auch Vogelsberger oder vielmehr der Schlag, der jetzt unter dieſem Namen in den Handel kommt, ſind vertreten. Zucht wird nicht viel getrieben; zur Ergänzung wird in faſt allen Wirthſchaften von Zeit zu Zeit etwas zugekauft und dabei in der Regel bedeutend zugelegt, wie dies bei der im Ganzen ſehr mittelmäßigen Haltung nicht anders zu erwarten iſt. Obgleich in Gegenden ohne jeden Weidegang von eigentlicher Zucht abgeſehen werden muß, ſo ſind doch die Verhältniſſe in Zornheim ganz dazu angethan, den eignen Bedarf zur Ergänzung und richtigen Inſtandhaltung des Rindviehſtands nach⸗ zuziehen. Die Bullen, Eigenthum des Bullenhalters, ſind Simmenthaler und Simmenthaler Kreuzung und dürften bedeutend beſſer gehalten ſein. Etwas Schweine⸗ zucht wird auch von einigen Landwirthen getrieben und ſcheint bei der bequemen Verwerthung der Ferkel gut zu rentiren. Eine genaue Feſtſtellung der Zahl der Parcellen, in welche der Grundbeſitz getheilt iſt, den die Bewohner Zornheims be⸗ wirthſchaften, war durch den Beſitz in 7 Gemarkungen ſo ſchwierig, daß davon ab⸗ geſehen wurde, doch dürfte ſchon aus dem im Eingang erwähnten Punkt, daß die Gemarkung Zornheim ſelbſt aus 4650 Parcellen beſteht, zu erſehen ſein, daß in dieſer Beziehung die äußerſten Grenzen des Zuläſſigen erreicht ſind, da der Betrieb dadurch ſchon erheblich erſchwert und koſtſpielig gemacht iſt. Dieſes Verhältniß geſtaltet ſich noch ſchlimmer, wenn man den Beſitz des Univerſitätsfonds mit 87,6 Hectar und nur 78 Parcellen abzieht und ſinkt dadurch die Durchſchnittsgröße der übrigen Par⸗ cellen von 1158 Quadratmeter auf 1025 Quadratmeter. Frage II. a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäßigen Landbau treibenden Bevölkerung? b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundkeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung eingetreten? c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗ theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B. das geltende bäuerliche Erbrecht, die üblichen Syſteme des ehelichen Güterrechts oder der Zuſammenkauf von Grundſtücken? d. Iſt ein Theil der Gemarkung Allmendland und welchen Einfluß hat die Benutzung des letzteren auf die Lage der Bevölkerung? Zu a. Die Größe der Gemarkung beträgt 557,62 Hectar, wovon 12,4 Hectar 54 Ausmärkern gehören, dagegen haben die Bewohner von Zornheim in den an⸗ grenzenden Gemarkungen Ebersheim, Nieder⸗Olm, Sörgenloch, Hahnheim, Selzen und Mommenheim 184,85 Hectar Grundbeſitz. Die Zahl der Landwirthſchaft trei⸗ benden Grundbeſitzer beträgt 323, hiervon gehen ab 124 mit unter einem halben Hectar Beſitz die zuſammen 21,25 Hectar Land haben, bleiben 199 Beſitzer mit 697,54 Hectar zur Landwirthſchaft benutzbarem Boden. Es kommen demnach auf eine Haushaltung im Durchſchnitt 3,51 Hectar, was in Anbetracht des ziemlich ſtarken Weinbaues, der viel Handarbeit verlangt und gerade bei den kleinen Beſitzern am ſtärkſten betrieben wird, als ausreichend erſcheint, um eine kleine Familie mit beſcheidenen Anſprüchen zu ernähren und ihr Beſchäftigung zu geben. Bei den in Frage kommenden Grundbeſitzern iſt das Verhältniß des Acker⸗ baues zum Weinbau im Ganzen 7,5:1 bei den Beſitzern von ½— 1 Hectar wie 3,66: 1 1 1 1 1 1— 2 11 1 5,4:1 bei den Beſitzern von 2— 5 Hectar wie 6: 1 „„„„ 5— 10 2„ 6,9 21 „„„„ 10 und mehr„„ 15. 1 Der größte Grundbeſitzer, der Univerſitätsfonds Mainz, mit 87,6 Hectar hat keine Weinberge, dieſe abgerechnet, iſt das Verhältniß bei der Klaſſe von 10 und mehr Hectar Beſitz wie 8,9: 1. Zu b. Obgleich die Frage VIII genaueren Aufſchluß über dieſen Punkt gibt, ſo ſei doch hier, da die Frage einmal geſtellt iſt, das Allgemeine darüber erwähnt. Von den 199 in Betracht kommenden Grundbeſitzern haben: A 0,5— 1 Hectar 59 Beſitzer mit im Ganzen 42,84 Hectar B 1 2 46 7„„ 66,09 1 C 2 5 11 59 1 1/, 2 189,96 1 D 5— 10 1 23 11 1) 1 160,07 1 E 10 und mehr„ 12„„„„ 238,68„ 199 Beſitzer 697,64 Hectar Der größte Grundbeſitzer iſt, wie ſchon erwähnt, der Univerſitätsfonds in Mainz, mit 87,6 Hectar, die von 9 zu 9 Jahren zum Theil in kleineren Stämmchen à 1 Hectar zum Theil in kleineren Parcellen verpachtet werden. Bei dem ſehr getheilten Grundbeſitz, beſonders auch in Anbetracht deſſen, daß von den Kategorien A und B, 0,5— 1 und 1— 2 Hectar Beſitz, 56 Familien Landwirthſchaft allein betreiben (ſ. VIID und Geſpann auf ihre Wirthſchaften halten, iſt es natürlich, daß Pacht⸗ felder geſucht ſind und oft auch unverhältnißmäßig hoch bezahlt werden. Der Beſitz des Univerſitätsfonds war bis zum Jahr 1829 noch 62,5 Hectar größer und ſoll damals, wie mir von dem Großh. Bürgermeiſter von Zornheim geſagt wurde, der Gemeinde zu 45,000 fl. angeboten worden ſein. Leider konnte ſich der damalige Gemeindevorſtand zu dieſem Ankauf nicht entſchließen und der Fonds verſteigerte nur die oben genannten 62,5 Hectar, und zwar die geringſten Felder zu 15000 fl.— Es iſt im Intereſſe der Gemeinde ſehr zu beklagen, daß die damalige Gemeinde⸗ verwaltung ſo kurzſichtig war und nicht mit beiden Händen zugegriffen hat, oder durch das Kreisamt mit Gewalt dazu gedrängt wurde. Heute hat der Reſt dieſes Beſitzes einen mittleren Werth von 300,000 M., da die Grundſtücke faſt durchgängig in den guten und beſten Gewannen liegen. In todter Hand iſt außerdem das Pfarrgut mit 9,1 Hectar, wovon 8,4 Hectar Ackerland, das theilweiſe verpachtet, theilweiſe von dem Inhaber der Stelle ſelbſt bewirthſchaftet wird. Weiter hat die Gemeinde 10,5 Hectar Ackerland, die in 93 Allmendlooſen an die Ortsbürger gegen eine jährliche Abgabe von 2,29 M. per Loos vertheilt ſind, 2 Hectar hat der Gemeindebullenhalter davon im Genuß. Zu c. Wie aus dem Vorhergeſagten hervorgeht, iſt Großgrundbeſitz überhaupt nicht da, der bedeutendſte Beſitz in Privathänden iſt 16,6 Hectar und der ganz kleine Beſitz iſt weitaus vorherrſchend. Die Vertheilung kann in Folge deſſen als eine günſtige nicht bezeichnet werden. Dieſer Mißſtand könnte gemildert werden, wenn der Univerſitätsfonds dazu beſtimmt würde, in langjährigen Pacht oder Erbpacht an kleine und mittlere Beſitzer zu geben, da an Erwerbung des Ganzen wegen der ohnehin hohen Verſchuldung im Augenblick nicht gedacht werden kann.(Näheres darüber 3 bei Frage IV.) Auch die Gewohnheit, bei Erbtheilung die einzelnen Grundſtücke ſtets zu theilen und dadurch immer mehr kleine Parcellen zu machen, wirkt ungünſtig bt auf die Vertheilung im Ganzen. t. Zu d. Hinſichtlich des Allmendlandes iſt ſchon das Weſentliche oben erwähnt, It. es hat keinen Einfluß auf die Lage der Bevölkerung. Frage III. a. Welches ſind die durchſchnittlichen Preiſe für die einzelnen Boden⸗ qualitäten der verſchiedenen Culturländereien(Acker, Wieſe, Weide, Wein⸗ berg ꝛc.), erſcheinen dieſe Preiſe beſonders hoch oder beſonders niedrig iu und auf welche Urſachen ſind die bezüglichen Erſcheinungen zurückzuführen? zem b. Welche Aenderungen in den Preiſen haben ſich in den letzten ben 5 Jahren vollzogen? B, c. Pflegt ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften ſtattzufinden und liegt 5 hierfür(ſ. a) ein berechtigtes Bedürfniß vor? 4 Zu a. Es iſt nöthig, hier die verſchiedenen Culturländereien getrennt zu ar behandeln. Die heutigen Durchſchnittspreiſe, ſo wie mir ſolche von der Ortscommiſ⸗ 1n ſion angegeben worden ſind, ſind für Ackerfeld und Wieſen zuſammen 30 Pf. pro ich Quadratmeter, für Weinberge 59 Pf. pro Quadratmeter. ds Zu b. Die Preiſe ſind durchweg ſeit Mitte der 70er Jahren zurückgegangen, der beſonders aber bei den Weinbergen, während bei Letzteren der Durchſchnittspreis 85,7 Pf. pro Quadratmeter betrug, bei einzelnen Verſteigerungen ſogar für beſte de⸗ Felder auf 1 Mk. 28 Pf. pro Quadratmeter kam, iſt der heutige Durchſchnitt nur der 59 Pf. Bei den übrigen Culturländereien iſt dieſes Zurückgehen der Preiſe in es geringerem Maße der Fall, Die Urſache dieſer Erſcheinung iſt einfach durch die gig kleinen Weinerträgniſſe der letzten 15 Jahre erklärt(ſeit 1868 kein großer Jahr⸗ as gang). Außerdem iſt grade in den beſten Lagen der Weinbau durch Erdrutſchungen e ſchwer geſchädigt worden, und wenn jetzt auch durch gemeinſchaftliche Entwäſſerung die der betreffenden Gemarkungstheile dieſem Uebel für künftige naſſe Jahre vorgebeugt ei iſt, ſo war doch dafür einmal ein Aufwand von 18000 Mk. nöthig und iſt weiter 3 ein Theil dieſer Weinberge auf 4—5 Jahre hinaus nicht ertragsfähig, da dieſelben friſch planirt und gerottet werden müſſen. Zu c. Der Umſatz in Liegenſchaften iſt im Ganzen unbedeutend, bei Thei⸗ Ypt lungen oder Verheirathungen nach auswärts. Der verhältnißmäßig bedeutende e Grundbeſitz in den angrenzenden Gemarkungen iſt größtentheils ſchon ſeit langer — 10— Zeit Eigenthum der Bewohner von Zornheim und hat im Weſentlichen ſeinen Ur⸗ ſache in der beſonderen Lage der Gemarkung. Frage IV. a. Nehmen die Pachtgüter einen erheblichen Umfang ein und ſtehen die Pachtpreiſe im richtigen Verhältniß zu dem Kaufpreiſe der Ländereien einerſeits und zur Ausnutzungsfähigkeit derſelben andererſeits, eventuell welche Urſachen wirken ſteigernd auf die Pachtpreiſe ein? b. Welche Beſtimmungen gelten insbeſondere in Betreff der Dauer der Pacht, der Bezahlung der Steuern ꝛc., der Verſicherungsprämien, ſowie in Betreff vorzunehmender Meliorationen und etwaiger Pachtnach⸗ läſſe bei elementaren Unglücksfällen bei fiskaliſchem, ſtandesherrlichem und privatem Grundbeſitz? c. Wirken die üblichen ſonſtigen Pachtbedingungen beſonders er⸗ ſchwerend für die Pächter oder nicht? Zu a. Wie ſchon in Frage II mitgetheilt, hat der Univerſitätsfonds zu Mainz einen erheblichen Grundbeſitz in der Gemarkung Zornheim, etwa 16 pCt. des landwirthſchaftlich benutzten Bodens, der immer verpachtet iſt, außerdem ſind die Ackerfelder des Pfarrguts theilweiſe verpachtet und von Minderjährigen und ſonſtigen ledigen Perſonen etwa 12 Hectar, im Ganzen in der Regel etwa 100 Hectar. Die Pachtpreiſe bewegen ſich bei Ackerfeld zwiſchen 12 und 40 Mark pro ½¼ Hectar ſind auch ſchon auf 50 Mk. gekommen, bei Wieſen ähnlich. Weinberge werden nicht verpachtet. Der Univerſitätsfonds erhält für 87,6 Hectar an Pacht 10320 Mk.= 29 Mk. 48 Pf. pro ½¼ Hectar durchſchnittlich. In der Pachtperiode von 1876— 85 war der Pacht 13602 Mk. oder im Durchſchnitt 38 Mk. 86 Pf. pro Morgen, in der Pachtperiode vorher betrug derſelbe 665 Malter Korn à 180 Pfund und war in der Form in Geld zu entrichten, daß wenn der Preis für 180 Pfund Korn unter 4 fl. zurückgehen ſollte, jedenfalls 4 Gulden gezahlt werden mußten, daß dagegen, wenn der Preis durchſchnittlich über 8 fl. ſtieg, nicht mehr als 8 fl. dafür zu rechnen waren und ſo rechnete ich beiſpielsweiſe den Pacht im Jahr 1871 bei einem durchſchnitt⸗ lichen Marktpreis von 10 fl. 28 ½ Kr. für 180 Pfund Korn auf 5320 fl. oder 9120 Mk.= 26 Mk. 05 Pf. pro ½¼ Hectar. Um nicht das ganze Gut immer auf einmal pachtfällig werden zu laſſen, hat die Verwaltung des Univerſitätsfonds daſſelbe bei der letzten Verpachtung getheilt und die eine Hälfte für diesmal auf 6, die andere auf 10 Jahre verpachtet, ſpäter ſoll dann jeder Theil immer wieder auf 9 Jahre verpachtet werden, ſie wird damit für ſich einen gleichmäßigeren Pachtpreis erreichen, indem ſich dadurch beſſere und geringere Jahre nicht ſo ſehr fühlbar machen und es iſt weiter dadurch für die Pächter eher möglich, die Felder in dem Jahr, in welchem Ir⸗ 11— ſie dieſelben antreten, zu düngen. Bei der parcellenweiſen Verpachtung können nämlich dem Pächter keine Vorſchriften gemacht werden, in welchem Zuſtand oder mit welcher Beſtellung er die Felder abliefern muß, oder doch nur in ſehr beſchränk⸗ tem Maße, er ſucht natürlich den Acker ſoweit als irgend möglich auszunutzen und ſo bringt derſelbe im letzten Jahr gewöhnlich einen ſehr dürftigen Hafer oder eine geringe Kartoffelernte. In Folge deſſen ſind für den neuen Pächter 2—3 Jahre nöthig, bis er den Acker ſo weit gebracht, daß er erträgliche Mittelernten liefert und kaum hat dies 3 Jahre gedauert, ſo ſorgt er ſchon wieder dafür, daß ſein Nachfolger den Acker nicht beſſer vorfindet, als er ihn ſelbſt angetreten hatte. Aus dieſen Gründen und in Anbetracht, daß das Gut des Univerſitätsfonds einen ſehr erheblichen Theil der Gemarkung Zornheim ausmacht, würde ich es für ſehr angemeſſen halten, wenn von Seiten der Regierung die Verwaltung des Fonds dazu beſtimmt würde, minde⸗ ſtens ⅛ des Guts auf Erbpacht oder auf längere Pachtdauer in Stämmchen von 2—4 Hectar zu verpachten. Es würden dann beſtimmte Vorſchriften über die Art der Bewirthſchaftung und Düngung und über die Beſtellung, mit welcher die Felder abzuliefern wären, gemacht werden können und das Gut würde mit der Zeit wieder in einen beſſeren Zuſtand kommen. Bei Beantwortung der Frage IX wird es ſich zeigen, daß die ſeitherige Ver⸗ pachtungsmethode den Werth des Guts, das faſt ganz in den guten und beſten Gewannen liegt, erheblich vermindert hat, denn es kann trotz der guten Lage der Felder aus den oben angeführten Gründen nur ein Mittelwerth dafür angenommen werden. Es würde alſo die Verpachtung auf längere Zeitdauer oder Erbpacht mit beſtimmten Vorſchriften über Beſtellung bei Ablieferung reſp. am Ende der Pachtzeit, ſowohl für den Fonds als wie für die Pächter nur vortheilhaft ſein; noch mehr wäre es aber im Intereſſe der Gemeinde, wenn ihr Gelegenheit gegeben würde, das Gut mit der Zeit als Eigenthum zu erwerben, einerlei ob direct an die Bürger oder als Gemeindegut. Steuern zahlen die Verpächter. Nachläſſe bei elementaren Unglücksfällen ſind nicht Gegenſtand der Bedingungen und auch noch nicht gewährt worden, ſoweit mir bekannt wurde. Frage V. a. In welcher Weiſe pflegen die Landwirthe ihre Mobilien und Producte gegen Feuer, ihre Früchte gegen Hagel und ihren Viehſtand gegen Unfall zu verſichern? b. Hat die Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung Eingang in der Gemeinde gefunden, event. in welcher Weiſe und welchem Umfange? Zu a. Faſt alle Landwirthe haben Mobiliar und Producte gegen Feuer verſichert, während Verſicherung gegen Hagel ſelten iſt, obgleich beſonders in den letzten Jahren recht empfindlicher Hagelſchaden vorgekommen iſt. — 12— Ich finde die Urſache, warum Hagelverſicherung in Zornheim ſowohl, als wie überhaupt in Rheinheſſen bis jetzt noch ſo wenig Eingang gefunden, hauptſächlich darin, daß das dem Hagelſchaden am empfindlichſten ausgeſetzte Feldproduct, der Wein, kaum verſichert werden kann. Die Geſellſchaften verſichern nämlich Wein nur für die Zeit nach der Blüthe bis zum Herbſt und laſſen ſich dafür 4„Ct. und mehr als Prämie zahlen. Nun iſt die Blüthe in der Regel Ende Juni; Mitte Auguſt hören gewöhnlich die ſchweren und ſchädlichen Gewitter auf und der Land⸗ wirth hat dann für eine factiſche Verſicherungszeit von 6 Wochen 4 pCt. und mehr an Prämie gezahlt. Die Gefahr beginnt aber nicht von der Blüthe ab, ſondern von der Zeit ab, in welcher der Weinſtock zu treiben beginnt, alſo Mitte Mai, denn wenn die erſten Triebe von Hagel zerſtört werden, iſt es mit dem Ertrag vorbei, da be⸗ kanntlich Nachtriebe in der Regel keine, oder höchſtens nur ſehr geringe Fruchtanſätze bringen. Aus den angeführten Gründen würde es ſich ſehr empfehlen, wenn Großh. Staatsregierung bei Conceſſionsertheilung den betreffenden Verſicherungsgeſellſchaften auferlegte, den Wünſchen oder beſſer geſagt, den unbedingten Bedürfniſſen des Wein⸗ baues gerecht zu werden. Vieh iſt nicht verſichert. Zu b. Lebens⸗, Alters⸗ und Rentenverſicherung haben noch keinen Eingang gefunden. Frage VI. In welcher Weiſe befriedigen die Landwirthe in der Regel ihre Creditbedürfniſſe hinſichtlich des Real⸗ und des Perſonalcredits und welches ſind bei beiden Arten des Credites die gewöhnlichſten Darlehens⸗ bedingungen in Bezug auf Zeitdauer und Zinsfuß und werden dabei auch Amortiſationsfriſten(Güterziele) angewendet? Verſchiedene Creditinſtitute ſind als Darleiher bekannt. Die Sparkaſſe für die Landgemeinden des Kreiſes Mainz hat an 80 Schuldner gegen einfachen Schuld⸗ ſchein 13342 Mk. 84 Pf. verliehen. Davon kommen für unſere Berechnung in Betracht 6860 Mk., die an 36 Schuldner verliehen ſind. 6482 Mk. 84 Pf. ſind an 44 Schuldner verliehen, die weniger als ½ Hectar Grundbeſitz haben. Die Spar⸗ und Leihkaſſe Alzey hat an Sreigichilinneieſen von 25 Perſonen noch zu erhalten..... Mk. 12882,39 Die Sparkaſſe Worms von 12 Schuldnern an Steeigſchillingsreſten.„ 6768,— an 4 Poſten Hypotheken..„ 3570,— Die Sparkaſſe Oppenheim an 78 Poſten Steigſchilling und Kaufpreiſe„ 41000,— Die Sparkaſſe für die Paagenemden, des Kreiſe Mail Sari⸗ ſchilling 177 Poſten.....„ 100868,21 und 19 Poſten Hypotheken.............„ 33985,/1 Mk. 199074,31 Davon 23 Hypothelen........ Mk. 37955, 71 267 Poſten Steigſchilling........„ 161518,60 — 13— Außerdem ſind einige vermögende Einwohner da, die hie und da einen kleinen Vorſchuß leiſten. Für die Anlehen werden 5 pCt. Zinſen gezahlt, ebenſo für Hypo⸗ theken, die anderweitig bei Privatperſonen in Mainz u. ſ. w. aufgenommen ſind. Wie bei Frage VIII. zu erſehen iſt, iſt aber eine weſentlich höhere Summe Mobiliar⸗ ſchulden vorhanden, als das was hier aufgeführt wurde, es ſollen dies größtentheils alſo zwiſchen 50— 60000 Mk. Schulden ſein, die in Folge von nicht glatt regulirten Viehhändeln u. ſ. w. entſtanden ſind, und dafür ſind Juden die Gläubiger. Sie kommen als Vieh⸗, Frucht⸗ und Kleiderhändler und ſcheinen meinen eignen Wahr⸗ nehmungen nach in vielen Häuſern Zornheims ſehr gut bekannt zu ſein. Dieſe Summe iſt ſelbſtverſtändlich nur Schätzung, ebenſo können hinſichtlich des Zinsfußes keine ſicheren Angaben gemacht werden, doch kann man wohl annehmen, daß dabei Wucher getrieben wird, ſoweit dies ohne Gefahr geſchehen kann. Näheres bei Frage VIII. Frage VII. a. Wie ſtehen im Allgemeinen die Arbeits⸗ und Geſindelöhne in der Gemeinde, genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten oder ſind fremde Arbeiter nöthig und woher kommen letztere? b. Iſt für die landwirthſchaftliche Bevölkerung Gelegenheit zum Nebenverdienſt vorhanden, event. haben dieſe Nebenverdienſte(Arbeiten im Wald, Hausinduſtrie, Fabrikbetriebe, Fuhrweſen ec.) eine beſondere Bedeutung für den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung und der Gemeinde im Allgemeinen? c. Gibt es Landwirthe in der Gemeinde, die mit Rückſicht auf den Umfang und die Rentabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes an ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen? Zu a. Die ortsanſäſſige Bevölkerung genügt vollkommen zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten, hat auch, ohne daß dadurch Stockung im landwirth⸗ ſchaftlichen Betrieb eingetreten wäre, in den zwei letzten Jahren, die ziemlich umfang⸗ reichen, ſchon in Frage I und III beſprochenen Entwäſſerungsarbeiten ausgeführt. Der Taglohn iſt für den Mann 1 Mk. pro Tag, dabei Frühſtück und Vesper⸗ brot und 1 ½ Liter Wein, ebenſo für die Frau, doch kommt Frauentaglohn bei dem ſehr getheilten Grundbeſitz außer der Ernte⸗ und Herbſtzeit kaum vor. Der Geſindelohn iſt für einen Knecht........ Mk. 250— 280 „„„ für eine Magd........„ 150— 200 nebſt einfachem Zubehör im Werth von 20— 25 Mk. — 14— Zu b. Die Frage des Nebenverdienſtes wird für die Arbeiter der Gemeinde ſchon in der nächſten Zeit eine brennende werden. Seither wurde alles Getreide mit dem Flegel gedroſchen, und war dadurch für den größten Theil des Winters Beſchäftigung vorhanden, in den letzten Jahren iſt nun auch bei den größeren Grundbeſitzern Maſchinendruſch eingeführt. Dieſelben dreſchen nur noch Korn, ſo⸗ weit ſie davon das Stroh zu Seil⸗ und Heftſtroh brauchen, mit der Hand. In Folge deſſen wird die für den Winter überſchüſſige Arbeitskraft, die in den zwei letzten Jahren durch die Drainage(ſ. Frage I und III) beſchäftigt und ernährt war, ge⸗ nöthigt ſein, entweder auswärts Verdienſt zu ſuchen oder auszuwandern. Zu c. Es ſind allerdings Landwirthe da, die in ihrer eignen Wirthſchaft nicht vollſtändig beſchäftigt ſein können, trotzdem ſuchen ſie keinen eigentlichen Neben⸗ verdienſt, da es einmal an Arbeitern nicht fehlt und Gelegenheit zu anderer Beſchäf⸗ tigung als Landwirthſchaft nicht da iſt. Ein Theil dieſer kleinen Grundbeſitzer hat nicht ſelbſt Geſpann, ſondern läßt die Geſpannarbeit durch einen Fuhrmann beſorgen, bei dem ſie dann als Handarbeiter den Fuhrlohn ganz oder theilweiſe wieder abverdienen. Auch der Fuhrlohn iſt ſehr gering bezahlt und iſt dieſe geringe Bezahlung nur dadurch möglich, daß auch hier wieder Leute im Ueberfluß da ſind, die für das Pferd, welches ſie halten, nicht vollſtändig Beſchäftigung haben. Frage VIII. a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt? b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehnt zugenommen? c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und Güterziele im All⸗ gemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rückſtände bekannt? d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf die Ver⸗ ſchuldung z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗ ſyſteme, unwirthſchaftlicher Ankauf von Grundſtücken zu hohen Preiſen, ungenügendes Betriebscapital, zu frühe Gründung eines eigenen Haus⸗ halts, Verſchwendung und nachläſſige Wirthſchaft, die Aufeinanderfolge ſchlechter Ernten u. ſ. w.? Die ſchwierigſte Frage des Berichts iſt unſtreitig die Frage VIII. Schon bei den erſten Erhebungen in dieſer Hinſicht ergaben ſich ſo viel Hinderniſſe und Weit⸗ läufigkeiten, daß wohl jeder der Herren Commiſſäre in Rheinheſſen bedauert haben nde eide ers ren — 15— wird, daß das hierzu nöthige Material nicht von der Regierung zu Gebot geſtellt wurde. Wie aus der nachfolgenden Zuſammenſtellung erſichtlich iſt, ſind die einge⸗ tragenen Hypothekenſchulden und Kaufſchillingsreſte von einer Höhe, die geradezu unmöglich iſt, dagegen iſt wohl anzunehmen, daß die durch eine Schätzung mit der Ortscommiſſion und durch Erhebung bei der Sparkaſſe für die Landgemein⸗ den des Kreiſes Mainz aufgenommenen Mobiliarſchulden vollſtändig die angegebene Höhe haben. werden in der Regel von den Schuldnern, ſelbſt wenn ſie abbezahlt werden, nicht gelöſcht, ſondern man läßt ruhig die Verjährung eintreten, ebenſo iſt es mit den Steigpreiſen, in Folge deſſen figuriren dieſe Schulden in ihrer ganzen Höhe bis zu ihrer Verjährung in den Hypothekenregiſtern. Die Frage iſt ſo delicater Natur und eine eigentliche Richtigſtellung der Schuld⸗ zahlen ſo unbedingt unmöglich, da hierzu wahrheitsgetreue Angaben der verſchuldeten Grundbeſitzer nöthig wären, auf die gar nicht gehofft werden kann, daß ich von einem directen Befragen der Einzelnen abgeſehen habe und in dem Bericht nur meine Schätzung wiedergebe. Ich habe deßwegen eine doppelte Zuſammenſtellung ange⸗ fertigt, einmal nach den Auszügen aus dem Hypothekenregiſter und dann nach meiner Annahme Gruppe A und B mit 30 pCt. und Gruppe C, D und E mit 25 pCt. der Hypothek⸗ und Kaufſchillingsſchulden, dagegen die Mobiliarſchulden ſo wie ſolche mit der Ortscommiſſion aufgenommen wurden. von 2,468,520 Mk. haben, mithin mit 44,84 pCt. ihres Werths belaſtet ſein ſollen. Nicht verſchuldet ſind 25 Beſitzer von 152,91 Hectar Land, welches 558,720 Mk. mittleren Werth hat. Nimmt man hier den Grundbeſitz des Univerſitätsfonds und der Gemeinde mit 91,09 Hectar und 321,020 Mk. Werth weg, ſo bleiben nur 54,82 Hectar mit einem mittleren Werth von 237,700 Mk. unbelaſteten Beſitzes. Nach den einzelnen Gruppen betrachtet, würde bei Gruppe A eine weitgehende Ueberſchuldung eingetreten ſein, 152,87 pCt. des Liegenſchaftswerthes, bei Gruppe B 75,82 pCt. u. ſ. w., das iſt einfach unmöglich, da nicht angenommen werden kann, daß die Gläubiger ſo leichtſinnig ſein ſollen. Reducirt man die Hypothek⸗ und Kaufſchillingsſchulden wie oben angedeutet auf 30 reſp. 25 pCt. der nach den Auszügen der Hypothekenämter zuſammengeſtellten Werth von 3,027,240 Mk. eine Schuldhöhe von 356,570 Mk. oder 11,44 pCt. des Werthes. Davon ſind verſchuldet 174 Beſitzer von 544,63 Hectar, die einen mitt⸗ — 16— leren Werth von 2,468,520 Mk. haben, mithin belaſtet ſind mit 14,44 pCt. ihres Werthes. Die 145 Grundbeſitzer, die Landwirthſchaft allein betreiben, Tabelle B, bewirth⸗ ſchaften 627,39 Hectar mit einem Werth von 2,713,320 Mk., welche nach der Reduction mit 256,510 Mk. oder 9,45 pCt. belaſtet ſind. Davon ſind verſchuldet 122 Beſitzer von 475,85 Hectar und 2,158,550 Mk. Werth, mithin 11,88 pCt. Be⸗ laſtung. Nicht verſchuldet ſind davon 23 Beſitzer mit 151,54 Hectar Beſitz, die einen Werth von 554,770 Mk. repräſentiren. Landwirthſchaft und Taglohn betreiben, Tabelle C, 21 Perſonen mit 18,50 Hectar Grundbeſitz, der einen mittleren Werth von 68,770 Mk. hat und mit 25,146 Mk. oder 36,56 pCt. ſeines Werthes be⸗ laſtet iſt. Dieſe 21 Perſonen ſind ſämmtlich verſchuldet. Tabelle D. Landwirthſchaft und Gewerbe betreiben 33 Perſonen mit 51,23 Hectar Grundbeſitz, der einen mittleren Werth von 245,150 Mk. hat und nach der Reduction mit 78,603 Mk. oder 32,06 pCt. ſeines Werthes belaſtet iſt. Davon ſind verſchuldet 31 Perſonen mit 49,85 Hectar Beſitz, der einen Werth von 241,200 Mk. hat, mithin mit 32,17 pCt. belaſtet iſt. Nicht verſchuldet ſind 2 Perſonen mit 1,37 Hectar Beſitz und 3950 Mk. Grundwerth. Betrachtet man die Vertheilung der Schuldenlaſt nach den einzelnen Beſitzgruppen, ſo findet ſich, daß alle Gruppen be⸗ laſtet ſind. Gruppe A mit 46,44 reſp. 52,10 pCt., Gruppe B mit 23,74 reſp. 26,57 pCt., Gruppe C mit 15,06 reſp. 17,22 pCt., Gruppe D mit 7,92 reſp. 8,28 pCt., Gruppe E mit 3,02 reſp. 4,75 pCt. des Liegenſchaftswerthes. Die höchſte Belaſtung iſt, wie ſich das wahrſcheinlich überall zeigen wird, bei dem ganz kleinen Grundbeſitz. Ganz ähnlich verhält es ſich bei den Perſonen, die Landwirthſchaft allein betreiben, Tabelle B, auch hier iſt Gruppe A am höchſten be⸗ laſtet mit 39,70 reſp. 48,12 pCt. des Werthes. Wie ſchon bei Frage VII bemerkt, iſt die unverhältnißmäßig große Menge dieſer kleinen Beſitzer, die nur in Bewirth⸗ ſchaftung dieſes kleinen Beſitzes ihre Beſchäftigung und Ernährung ſuchen, auf die geringe Arbeiternachfrage zurückzuführen. Von den Landwirthſchaft und Taglohn betreibenden Grundbeſitzern, Tabelle O, die ſich in den Gruppen A mit 17 und B mit 4, im Ganzen 21 vorfinden(die anderen Gruppen ſind hier nicht vertreten) iſt keiner unbelaſtet, ſie ſind im Ganzen mit 36,56 pCt. belaſtet, Gruppe A mit 53,07 pCt., B mit 12,41 pCt. des Werths. Die Schuldenlaſt bei Tabelle D, Landwirthſchaft und Gewerbe, beträgt im Ganzen 32,17 pCt. des Liegenſchaftswerthes und erreicht dort ihren höchſten Stand bei Gruppe A mit 53,88 reſp. 61,42 pCt., auch die Gruppen B, C und D ſind hier ſehr hoch belaſtet, während E hier nicht vertreten iſt. Rechnet man die durch Eintrag in das Hypothekenregiſter geſicherten Schulden für ſich allein,(ſoweit dies hier möglich iſt, da das Hypothekenamt Mainz ſich nicht dazu herbeiließ, eigentliche Hypotheken und Kaufſchillinge getrennt anzugeben. Die Kaufſchillinge, die in der Aufſtellung figuriren, ſind von dem Hypothekenamt Bingen angegeben), ſo ergibt ſich eine Verſchuldung von 4,78 pCt. des Liegenſchafts⸗ werthes. — do— di G reg — — 8△ △̈ 8 Z neben Landwirthſchaft Gewerbe betreiben, beſitzen ei 245,150 Mk., welcher mit 34,511 Mk. 40 Pf. Hypot belaſtet iſt. Gruppen A und B, dann, regelmäßig bezahlt werden können und ſich unter d — 1— Von den 199 im All. 131 der Grundbeſitz mit H des Werths. Dieſe Bela gemeinen in Betracht kommenden Grundbeſitzern iſt bei ypotheken belaſtet und zwar im Ganzen mit 7,79 pCt. ſtung vertheilt ſich auf die einzelnen Gruppen folgender⸗ maßen: A 33 Beſitzer Mk. 102570 Grundwerth Mk. 30757,50 Schuld= 34,42 pCt. B 31„„ 237240„„ 36619,50„— 15,43„ 60 43„„ 588870„„ 51330,60„= 8,71„ D 20„„ 620990„„ 23115,03„= 3,72„ E 5„„ 301340„ 9 3318,32„= 1,10„ 132 Beſitzer Mk. 1851010 Grundwerth Mk. 145140,95 Schuld= 7,79 pCt. Der Liegenſchaftswerth der nur Landwirthſchaft treibenden Grundbeſitzer beträgt 2,713,320 Mk., darauf ruhen 96823 Mk. 33 Pf. Hypothekenſchulden oder 3,56 pCt. Dieſe Belaſtung vertheilt ſich auf die einzelnen Gruppen: A 10 Beſitzer Mk. 29650 Grundwerth Mk. 11192,60 Schuld = 37,74 pEt. B 16„„ 114060.„ 18643,20„= 16,34„ C 39„„ 534290 3„ 47393,49„= 8,887„ D 19„„ 585780.„ 16275,92„= 2,77„ E 5„„ 301340— 3318,32„= 1,10„ 89 Beſitzer Mk. 1565120 Grundwerth Mk. 96823,33 Schuld= 6,18 pCt. Bei der Gruppe die Landwirthſchaft und Taglohn betreibt, Tabelle C, hat der Grundbeſitz einen Geſammtwerth von 68,770 Mk., darauf ruhe n an Hypotheken⸗ ſchulden 13,830 Mk. 30 Pf. oder 20,11 pCt. Davon A 14 Beſitzer mit Mk. 35950 Grundwerth Mk. 11386,20 Schuld= 31,67 pCt. „ B 4„„„ 27920„„ 2444,10„— 8,75 18 Beſitzer mit Mk. 63870 Grundwerth Mk. 1383 0,30 Schuld= 21,65 pCt. Die anderen Gruppen ſind hier nicht vertreten. Diejenigen Grundbeſitzer, die nen Liegenſchaftswerth von hekenſchulden= 14,07 pCt. Dieſe Belaſtung vertheilt ſich: A 9 Beſitzer Mk. 23690 Grundwerth Mk. 8178,30 Schuld B 11„„ 88710 5„ 15531,90„= 17,50„ 6 4„„ 54580„„ 3962,10 „— 7,25„ 1 eeo, 2 h„= 19,42 25 Beſitzer Mk. 2 = 34,52 pCt. II — 18— wandeln. Welche Zunahme in dieſer Form der Belaſtung in den letzten 20 Jahren ſtattgefunden, vermag der unterzeichnete Commiſſär nicht zu ſagen, es würde auch ſchwer ſein, dies gerade in Rheinheſſen zu conſtatiren. Von der Schuldenlaſt im Ganzen betragen die Hypothekenſchulden 40,70 pCt., die Kaufſchillingsſchulden 36,35 pCt., die Mobiliarſchulden 22,93 pCt. In dem Muſterbericht iſt eine nähere Erörterung der Kaufſchillingsſchulden nicht beliebt worden, bei dem hohen Procentſatz, den dieſelben hier einnehmen, halte ich dies aber doch für nöthig. Nach der Reduction wären an Kaufſchillingsreſten noch zu zahlen 129,642 Ml. 75 Pf., alſo 4,28 pCt. des Liegenſchaftswerthes und 5,25 pCt. des Grundbeſitzes der überhaupt verſchuldet iſt. Dieſe Belaſtung vertheilt ſich auf die einzelnen Gruppen: Mk. Mk. A 45 Beſitzer mit 116310 Grundwerth 22598,— Kaufſchillingsreſte= 19,43 pCt. B 33„„ 244100„ 25879,50 7— 10,50„ C 41„„ 387660„ 37087,75„— 6,31„ D 21„„ 637660 17824,— 3— 2,79„ E 9„„ 643180, 26253,50,= 4,03„ 149 Beſitzer mit 2228970„ 129642,75 Kaufſchillingsreſte= 5,81 pCt. Bei der Landwirthſchaft allein betreibenden Grundbeſitzer, Tabelle B, finden wir Mk. Mk. A 19 Beſitzer mit 48560 Grundwerth 10085,40 Kaufſchillingsreſte= 20,76 pCt. E 18„„ 120290 3 13518,— 9= 10,70„ C 36„„ 518630„ 30896,50„= 5,95„ D 20„„ 602450 17401,50,= 2,72„ E 9„„ 643190„ 26253,50 4= 4,08„ 102 Beſitzer mit 1939110 Grundwerth 98154,90 Kaufſchillingsreſte=. 5,06 pCt. Bei Tabelle C., Landwirthſchaft und Taglohn, haben: Mk. Mk. A 14 Beſitzer mit 35960 Grundwerth 4933,20 Kaufſchillingsreſte= 13,71 pCt. B 2,„ 13700„ 661,80.= 14,83„ 16 Beſitzer mit 49660 Grundwerth 5595,— Kaufſchillingsreſte= 11,26 pCt. Die andern Gruppen ſind hier nicht vertreten. Bei Tabelle D., Landwirthſchaft und Gewerbe, haben: Mk. Mk. A 12 Beſitzer mit 31790 Grundwerth 8579,10 Kaufſchillingsreſte= 26,98 pCt. B 13„„ 105170. 11681,70)= 11,10„ C 5„„ 69030„ 6198,75,= 8,97„ D 1„„ 335210, 2922,50„= 8,30„ E———=— 2 72 II/ 31 Beſitzer mit 241200 Grundwerth 29382,05 Kaufſchillingsreſte= 12,18 pCt. tr 51 — 19— Die Mobiliarſchulden nehmen einen weſentlich geringeren Procentſatz der Geſammtſchulden ein, als die beiden anderen Arten und es iſt wohl möglich, daß hier noch Einiges fehlt. Sie vertheilen ſich nach den einzelnen Gruppen: A 29 Beſitzer Mk. 12740 Mobiliarſchulden B 23„„ 16201 C 36„„ 36799 D 8 5„ 15022 E 1„„ 1000„ 97 Beſitzer Mk. 81762 Mobiliarſchulden. In Tabelle B., Landwirthſchaft allein, finden ſich 61 Perſonen, in Tabelle G., Landwirthſchaft und Taglohn, 16; in Tabelle D., Landwirthſchaft und Gewerbe, 20 Perſonen die Mobiliarſchulden haben. Ein großer Theil dieſer Mobiliarſchulden kommt von nicht richtig abgewickelten Viehhändeln her, obwohl ſich Sicheres auch darüber nicht ſagen läßt, für dieſe Schulden i*ſt jedenfalls ein höherer Zinsfuß, 6 pCt. und mehr anzunehmen und werden ſolche häufig in einer Zeit fällig und eingefordert, in der die Leute abſolut nicht zahlen können, unter Umſtänden künſtlich in die Höhe getrieben und erſcheinen ſchließlich als große Hypotheken. Der oben angegebenen Schuldenlaſt, die nach der Reduction zu 5 pCt. 17828 Mk. 50 Pf. Zinſen pro Jahr erfordert, ſteht ein Rentenſteuercapital von 328 Mk. mit 1642 Mk. Rente gegenüber. Es ſind von 11 Perſonen 107,315 Mk. Kapital aus⸗ geliehen zu 4 ½ und 5 pCt. die an Zinſen 4675 Mk. 75 Pf. tragen ſollen, welch letztere wieder mit 3033 Mk. Zinſen belaſtet ſind. 2 032.89 1661 3 0019 90TII 8 aloul n 0I. 00608 68˙9 1 01 4 d 000†01 18,88 8 4— 3 9 CZee SSo 3 5 l. 0 1 6†˙, 8 T—9,0 V :polneplaod apn T8**†† 00,00k Q97†601011 39218 928˙98968 66 28 89890 89 †† klI 1g, Le,0 681486611 000 ¼— 710201 66 G168 OsISf9(9,161 6 ahouen 27,93 F1.9I 81,821841 25001— 96611. 1,09†66 008019 8ʃ dI 253 01 4 G 11,84 26,6 O, 316068 6629— ICESFI Of, 367O6 091162 26,901 i 5 35 9 68,02 66,06 88,16 760 IOeg-— 9698 68,290661 081966 96,66 1 7= I 28˙611 39˙11 34˙66861 Or2et 98,09987 91˙45601 08921 6ls 1g 1— 90 V —½ 5:PInGplaoqd gu 79˙98 00,001 9†602011 39118 98˙989685 66 9L8, 80 rG/½69 661 8II 81,01 63,486611 000 ⁄— r001 63,6166- 0889101 89,885 1 acouten O. 18,66 FI.9 31,82482] 33001—,96611. 61,09 766 001904 70,091(8 0I1. 6 d 86,9; 26,,68 T, 51068 6679—,I688FI 0F†,36706 091188 95,8I 66 35 2 9,E9 68,06 88,16 7066 10591—,9698 68,9036² 00 †1 60,09 k 6 l. 86981 39˙11 84˙(66861 Or2et 98˙0998! 91˙c56601 008371 f18'6 64 1— 90 V † dS 8 GS 3 3 38 30 30 a9O 4 Sees ee wnunecaeg uainqp. u⸗Incp! uinp. u⸗ie onp q⸗d aeadeae 1dg Tunne 28 uazudoac u u⸗z doach un urpS AIIC ⸗BumGplnv uode Jut 112& 52 994 Jp uaꝛgo⸗ upmobg V mhuaag ee ae Bungjuſplaas a2le aaqu SMp ves 21 014r9C FSlol 835 0018 18 L0,III 8 00608 66,9 1 00070 18,88 8 01308 88,9 2 0011 90 9 Poincplaoq 16126 88˙8 00˙001 90168008 68019 95†88918 08/†0†!98 08016 48˙1 381 F6,(08,5I 635,,86GII 0000„10601 63, 2e8I(81859 9,161 6 86,86 †.81 69,1828†1 360 5l—,90969 69,890169(066689 6ʃ,I 18 6†,36 88,8 † 86,86 5rs 66366—,98c961 86,876681 081809 90,601 gr. 06,02 8† † 98,209911 1076— 0900 98,†ple9 0F0g89I 68,8 e 11681 698˙6 †S 181⁰½ 0I8 95˙81988 86/˙80978(01. 96,l 82 :PinGplaog qu uogC 69˙66 00˙001 909168008 68019 93†88978 08 †0f!98 06881476 68,5699 82II 08I 63,186611 0001— 7 10001 66,84581 0839101 89,886 61 91135 G† 81 69,184871 660fl—,90969 69,9019 068049 80/561 36 68,6T 88,8 † 86 8c†ers 66666—,98c861 86,846681 081691 18,0211 fg 67,80 8.*†l 98,909911 10k6— 0900 98,575169 018861 09,15 66 951I 6989˙6 †S 8701 0I8F 95˙81988 86/˙80918 01109 I961 83 † d 8 20 20 20 20 z0 aDD iwons e mnh eg neeig uacinp uoaingp. nogmx, oanpgog eee een lig u-Oa u eeh e i vn gcee iellne eeee iee e iie : uogajeg p ge. „577000 Tamer 67 aCout n 01 0 a 45 5 1 I=9,0 aGou n 01 01 9 6— 5 5 1 1—90 1Gou n 01 01— 6 6— 3 5 1 90 av** Ip*a] AdaoAR 0068 18˙ 5 0068 280 5 1— 90 : polnqplaod 1e 06/66 00˙001 I6˙1160 52 OLErI Or ISOrol 14˙68CSGI 002II.(8˙65 I8 ————————— aüom n O1 81,II 39,9)— 975007 009-f— d69T Hshe, OIege 60) 1 01 3 68,69 FI,II Sr erler 00 h— ,67 16 35.,f8S 08069 6r 2 6— 2 81,56 18,07 18,60116 Oo 36 fa,eihle Oeleh 18,8 5 6I 88† 87689890 OIIs O0216985 81 19318 06118 86˙8 I 0 3: rſplaog qu uog 66˙86 00,001 I61260†6 OLEI 0I16OFOl 10˙6862GI OClerk 831 88 94——— 5————— 4om u 01 erer 59,91 90 000f 0691 692,5 Olees 600 0I 4 68,69 TI,I Sr LrlEr 005— ,6/†6 35 8rSCI 098069 6 †,l. 6— 3 81,66 18,07 18,50176 Or— 66688[8,8711 04160 188 8 5 r0'† 88† 87/669890 0126 0416,86 81193½16 051C8 IaOor : uogojog"gaoated dun gee pplaog eee e en e e ie ie ee 27˙0I 00,001 C.8˙12T02 031 0 0F0 988 Cr1019 01189 0 8N 5 18,88 I6 g.I201 09 d0ee, el 56 76 3—1 83/97T 64— 0180160 0988 05rr9g- 08 †68 0080† I6I 2 0 F S 8 ,S 70 30 0 308 38 1vP& 6 imgas d Anaahnh uonp u*p. uin(p. uanp op⸗S unaudfa 10*G une u⸗ueOa u e=avIgce bpllnv ueodee e i 52 2gga9 : uog-og uaegavugojobyd, dun p pſgjatee V AdAASAR AdaA AA 19 23 03180 16/301 C 001918 80,1II 8 00608 66,9 1 00070- 78,86 8 02698 88,9 0 0crI 5 †/ 8 : pjnplaod Ff l 00˙0011 0 02⁰98 39218 ½,⁶[196631 C6,0FIerI 030895 99 †1 pII 91,† 86,8 88,12608 0001 09,89395 38,8188(818r9 49,161 6 86,8 02, 80,19600 36001—,F68Il 80,61185 006619 81,801 33 86,11 81,78 C8,873961 66498 41,1808 09,08817 09116½ 66,991 16 16,96 80,66—,00781 10691 09,64866 06,61999 081966 96,66 I 0130 19˙81 0766099 OFIe6l— 6035 00460409 0e8921 gr,e :polnGplaog qug uogC Fr'II 00˙0011 0 ½ν01⁰98 39/18 Q¶16†9631(6,0FIerI 0r61609 T†69 661 30/⁸ 8⁰ 8 38,1208 0001 06,86693 38,8188 0869101 89,888 31 66,1 01 80,19666 66001— 76844 80,61186 001907 20,091 85 90,0 81,76 8,6†6 66498 4/ 18028 09,08810 091188 98,681 68 T2 86 80,66— ,00187 10691 0,6286 00,61998 00†1eé 60,99 9 Ff'9† 1981 0˙46099 Orzel— 860535 0940096 0083f! F8 60 † d 8 20 20 20 ,E 70 1vO 20101. v uoginp. uoeuv in Ivg anie e nehacr an enhe edt v er eee e 608 3393 u*ea ec 1 9 gaogeje euege V aGout n 01 01 6 8 1 aGom n 01 6 1 —90 01— 6 8 6 I. aGout n 01 0I 8 6 I 6 20 — — 10. ab*Oοσ 1D2a]6 ueIn lSbuIIPlno gun⸗ u cd e e den e i enee ahuane ie e i iiinplaag aig aagn ee A AdASOAR dNSAR 011†, rII 86 00181 L0III 8 aam n Ol 00609 66, 0l 2(. 00050 6, 8 5 9 0758 88,9 5 lI 2 OOo 60 5 9 Oo y : rInGplaod e 88˙11 00,0011 96˙010905 68919 06/†186 88˙93896(816(8˙1 81 92 16,II 88,1008 0001 00˙89895 39,81gg(81879 99261 6 490m n 0I. * 09,8 8 ,669 † 6Ofl 04,I0 †!/ 66,01691 066669 6 ,E!. 68,9 81 ☛ł£☛̈ 66,880011 66668 0,9680t6 6 †,8664† 081899 80,561 G 87,66 06,91 06,89917 10 6 SZIeEI 05,859814 050691 ZS e, 5 3 61' L10 08 28093 0I8 05 8001 0Or 61II Olgke 94 l 85 :polnGplaoq qun ncg 9*†/6 00˙001 86'01693 68,19 06/†186 989/93896 0388116 68,469 60,8 16,I1I 88,12608 00001 08 ,395 38,8Ieés 0869101 89,888 31 0am n 0111 09,8 8 ,669 † 360fI 00,IOF!! 36,1691 068019 80,601 86 0I—. 16 †1 61,8† 66,886011 66368 06,96808 6 ,866 † 081691 16,971 I„. 8 9 66,06 06,9 03,5917 10f6 Sfoel 6,8798. 16861 99,1 66 36. 1 4. 0168 Z1’OI 0828093 0I8 0†7.800 0*61II 01199 1961 85 l 9,0 v F S 8 ⁴ 30 3 308 30 308 ad⸗ 2ae nie uoeu n appoch. „u125. uaincp. u⸗incp. uoincp. unp.-np 14 g 20 Anen dah e ng h elien umgplgnns nep,dzodc Pul nus ged egeeg Inhrns uogrrog up p gate 068 28˙1 3 0068 18˙ 3 1— 0 :poInGplaoq 1e 21˙38 00,001 C†˙8098 OLErI 9068866(F'IICTe 003171(8˙665 18 —————— 10au n O0 79,08 O,6 09,19701 000k Oeuε OI,689 OlIage Gdsrx, 01 C 86,16 69,81 8,099 7†] 0066 1,8619 01,5968 08069 65, 2 2= 66,18 18,6† 09,86988 Or 0u,lSott 06,18,G- 0eeo fs,— 1 6†˙19 r8 0*26961 06 01˙678 08˙8/18 06118 86˙8 2 1 90 : 1Inplaog qu 90˙8 00,001 C†˙098, OLETI 90/28866 0OF'IIere(0016 8371 88 28, e 5, 15, 4cam 11 01 8 79,08 02, 09,19201 000- 0,8866 01,6889 0168 60 1 I 01= 86,16 99,81 8,099751 0007.1,8619 01,5968 08069 6†, 2 6= 5 66,18 18,8† 09,80988 O9 O0. 891I(6,1seol 02leOl IS8el e 35= 88˙90 F8' 0*˙4661 0ʃ6 01˙6108 08/˙8118 OrIC T6O FI 1—.ℳ0 : uogajog ogaoato eun ieee aeg e e e ene e ie deeg 9ʃ98 00,001 09˙ † 15 0310—(60 08,088812 0189 00 81 16 II,68 81,8- 06,C9 5s 098 08,199 OLT 056716 60, 35 20˙90 66/988 0†6916 0980 06886 † 03/98811 0080 † I6 ES 2I 90 F dO 8 de 20 20 30 20 19ο Sn dcnfſogol uaaznch uaoncpl uoi uocincp. uoqn, anpgs eee ie ee 1ans e d n enee eg ieh iligei Sumnplgiwg uasshrodthg Pnn hihe 3 oud n : uogajog uegavugojeb igee— 01179 r11 83 AdAOSAR AdBOSAR —— — 26— Frage IX. a. Wie geſtaltet ſich die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens bei großen, mittleren und kleineren(eigenen oder gepachteten) Gütern? b. Wenn die Rentabilität als eine unbefriedigende erſcheint, ſind die Gründe zurückzuführen hauptſächlich auf 1. die Fruchtbarkeits⸗Verhältniſſe der Gemarkung, 2. die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, 3. die im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens, 4. einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, 5. ein zu großes Gebäudecapital, 6. ungünſtige Arbeiterverhältniſſe, 7. ungünſtige Abſatzverhältniſſe(ſchlechte Preiſe, unrationelle Einrichtungen für den Abſatz u. ſ. w.), 8. frühzeitiges Zurückziehen der Eltern und Belaſtung der Güter mit hohen Altentheilen und Leibrenten, 9. Beſondere unwirthſchaftliche Gewohnheiten der Landwirthe, z. B. zu ſtarke Pferdehaltung u. dgl., 10. hohe Steuern und Umlagen und ſonſtige dem Commiſſär bekannt gewordene Verhältniſſe? Zu a. Es wurde auch hier ein größeres, ein mittleres und ein kleineres Gut aus⸗ geſucht, um mit der genaueren Vorführung dieſer drei Wirthſchaften die eigentliche Antwort auf dieſe Frage zu geben. Die Auswahl war um deßwillen ſchwierig, weil Perſonen, von denen man eingermaßen richtige Angaben erwarten konnte und die auch Bereitwilligkeit zeigten, dieſelben zu geben, ſchwer aufzutreiben waren. Von den drei in den Anlagen I, II und III näher unterſuchten Gütern, kann eigentlich nur eins als typiſch bezeichnet werden und zwar das größere; das mittlere arbeitet mit allerhand Nebenvortheilen und ſind vielleicht manche Angaben nicht vollſtändig zuverläſſig. Das Taglöhnergütchen arbeitet auch mit Nebenvortheilen, die indeß in der Hauptſache auf den Fleiß der Familie zurückzuführen ſind, welche Vortheile den Leuten ähnlicher Lage in gleichem Maße zu Gebote ſtehen. I. Beſitzſtand⸗Nachweis, beſtehend aus den Nachweiſen über den Werth von Grund und Boden mit Obſtbäumen, Gebäudecapital, Inventarcapital, und um⸗ laufendes Betriebscapital. ———— 8* —:— o—Soh—,—— —₰ 7M— der — 27— Das Verhältniß der einzelnen Betriebscapitalien zum Grundeapital ſtellt ſich folgendermaßen: Größeres Gut: Das Gebäudecapital beträgt 18,5 pCt. vom Grundcapital „ Inventarcapital 4 7,2„„ 3 „ umlaufende Betriebscapital„ 3,1„„„ Mittleres Gut: Das Gebäudecapital beträgt 12,9 pCt. vom Grundcapital „ Inventarcapital„ 11,5„„„ „ umlaufende Betriebscapital„ 4,0„„„ Kleineres Gut: Das Gebäudecapital beträgt 46,5 pCt. vom Grundcapital „ Inventarcapital„ 11,4„„„ „ umlaufende Betriebscapital„ 7,0„„„ Aus der Rentabilitätsberechnung der betreffenden Anlagen iſt zu erſehen, daß das Grundcapital beſteht aus dem mittleren Werth des Eigenthums und dem Pachtland, welches die Betreffenden bewirthſchaften. Der Werth der Obſtbäume iſt nicht beſonders aufgeführt, ſondern in dem Werth der Grundſtücke enthalten. II. Natural⸗Rechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Natural⸗Ertrag und Natural⸗Bedarf nebſt Schlußfolgerungen. Die offizielle Ernteſtatiſtik konnte auch hier nur als Anhaltspunkt im Allge⸗ meinen dienen und waren vielfache Erkundigungen nöthig, um zu richtigen Mittel⸗ zahlen zu kommen, ehe man mit den betreffenden Beſitzern, die ſämmtlich ohne Notizen ſind, ihre Natural⸗Erträge näher berechnen konnte. Hinſichtlich Wein, deſſen Ertrag ſo ſehr ſchwankt, wurde ein zwanzigjähriger Durchſchnittsertrag im Quantum angenommen und davon 10 pECt. für die Zeit abgerechnet, in welcher der Weinberg als Neurott nicht trägt. Die Natural⸗Erträge vom Rindviehſtand ſind recht gering, wie dies bei dem geringen Futterbau und den minimalen Kraftfuttergaben nicht anders zu erwarten iſt. Es iſt dieſer Punkt bei Frage I ſchon näher beſprochen. Die Stallmiſtproduction, obgleich ſie weſentlich billiger iſt, als in Meſſel, iſt immer noch in Folge der ungenügenden Ernährung des Viehſtandes viel zu theuer und wäre grade hier der Hebel anzuſetzen, um die Wirthſchaften im Ganzen rentabler zu machen. In den drei in Betracht kommenden Wirthſchaften werden im Durch⸗ ſchnitt pro 2 Hectar 1 Stück Großvieh gehalten, was in Anbetracht der ſchwachen Fütterung und dem durchſchnittlichen Lebendgewicht der Thiere, etwa 850 Pfund, viel zu wenig iſt. Der producirte Miſt ſtellt ſich im Durchſchnitt, wenn man in der kleinen Wirthſchaft einen Theil, des der Frau in der Rentabilitäts⸗Rechnung ange⸗ ſetzten Lohnes für die Wirthſchaft aufrechnet, auf 47 Pf. pro Centner. Was den Natural⸗Bedarf betrifft, ſo zeigt ſich in Folge der vielen kleinen Parcellen und der im Ganzen ſchwach gedüngten Felder ein großer Bedarf an Saatgut. Hinſichtlich des Natural⸗Bedarfs für die Familien, ſo iſt hier bei Getreide nur das Mehl aufgeführt, während mit den Kleien der Viehſtand belaſtet iſt. In — 28— dem Muſterbericht iſt das volle Getreidegewicht gerechnet, trotzdem die Kleien dem Viehſtand zur Laſt gelegt ſind. Der Verbrauch von Kartoffeln iſt hoch, man wird aber annehmen können, daß ein Theil davon bei den Mahlzeiten übrig bleibt und dem Viehſtand zu gut kommt. Die Leute leben im Ganzen ordentlich, arbeiten aber auch tüchtig. Bei dem kleinen Mann dürfte der Fleiſchverbrauch erheblich größer ſein. Die verhältnißmäßig große Menge Wein, die hier verbraucht wird, anderen Gegenden gegenüber, beruht einmal auf der Gewohnheit der weinbautreibenden Gegenden und iſt andrerſeits der Wein billig und ſchlecht. Der ſogenannte Trinkwein iſt, wie aus der Zuſammenſetzung ſchon hervorgeht, ein fades ſchlechtes Getränk und es iſt wirklich zu verwundern, daß die Leute nicht auf Koſten des Quantums die Qualität verbeſſern und ſich mit weniger begnügen. In vielen Orten Rheinheſſens könnte man derartigen Trinkwein keinem Arbeiter vorſetzen, freilich iſt dort auch der Mann mit der Hälfte zufrieden. III. Geld⸗Rechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Geld⸗Einnahme und Geld⸗Ausgabe. In der Geld⸗Rechnung findet ſich, daß in drei näher unterſuchten Wirthſchaften bei den angenommenen Durchſchnittserträgen am Ende des Jahres ein kleiner Ueber⸗ ſchuß bleibt(155, 887 und 26 Mb). Keiner der Beſitzer iſt ganz ſchuldenfrei und ſind die Zinſen über die mir angegebenen Schulden unter den Ausgaben verzeichnet. Die Angaben ſtimmen nicht mit den ſonſtigen Erhebungen in der Beziehung, I will noch 400 Mk. ſchuldig ſein, hätte nach Reduction an Hypothekenſchuld noch 264 bezw. 66 Mk., an Steigſchilling noch 8857 bezw. 2214 Mk., II will 4000 Mk. Schulden haben, hätte an Hypothekſchuld noch 600 bezw. 150 Mk., an Steigſchilling noch 2374 bezw. 596 Mk., an Mobiliar⸗ ſchuld 3600 Mk. III will 260 Mk. ſchuldig ſein, hätte nach Reduction 1417 bezw. 428 Mk. Hypothek⸗ und 60 Mk. Mobiliarſchuld. Ich habe in der Beziehung ein härteres Angehen der Betreffenden im Sinne der Inſtruction nicht für paſſend erachtet, und mich mit den Angaben begnügt, wie ſie mir gemacht wurden. Im Uebrigen ver⸗ weiſe ich deßwegen auf Frage VIII. Aus der Geld⸗ und Natural⸗Rechnung der 3 Anlagen iſt zu erſehen, daß wie in Frage II ſchon bemerkt, eine Familie mit beſcheidenen Anſprüchen mit 3,5 Hectar Beſitz der Durchſchnittsgröße des Grundbeſitzes in Zornheim, wenn in richtigem Verhältniß Weinberge dabei ſind und die Zahl der Familienglieder den gewöhnlichen Durchſchnitt nicht überſteigt, ihren Unterhalt gewinnen kann und ihre volle Beſchäf⸗ tigung hat. IV. Rentabilitäts⸗Berechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über den Roh⸗ ertrag, die Productionskoſten und Reinertrag. Die Grundrente beträgt bei dem größeren Gt 2,3„Ct. „„„ e mittleren„:.. 6,0„ „e kleinen„ 4,42„ Die Arbeitslöhne oder die Vergütung für die von den Familiengliedern ge⸗ leiſtete Arbeit in der Wirthſchaft ſind nach den ortsüblichen Sätzen berechnet und u —— — — 29— ſtehen eigentlich etwas höher als der gewöhnliche Taglohn, da die Naturalvergütung, die der Taglöhner außer dem Lohn bekommt(Frühſtück und Vesperbrot nebſt dem üblichen Trinkwein), den Familiengliedern bei der Natural⸗Rechnung ſchon in Anſatz gebracht iſt, doch iſt ſicher anzunehmen, daß ſie auch ſtrammer arbeiten als die Tag⸗ löhner. Der größere Beſitzer hat nach meiner Anſicht nur nöthig, ſeine Wirthſchaft intenſiver zu betreiben, mehr Kraftfutter, entſprechend richtigen künſtlichen Dünger zu verwenden, um ſeine Erträge ſoweit zu erhöhen, daß ſie eine genügende Rente ausmachen. Sehr hindernd iſt auch bei ihm die große Menge von Parcellen bei 13,39 Hectar 84 Parcellen, Durchſchnittsgröße 1590 Quadratmeter, bei den Wein⸗ bergen ſogar nur 595 Quadratmeter Durchſchnittsgröße, obwohl bei Weinbergen, die nur mit der Hand bearbeitet werden, kleine Parcellen eher zuläſſig ſind. Das mittlere Gut hat 5,4 Hectar eigenen Beſitz in 46 Parcellen, alſo 1170 Quadratmeter Durch⸗ ſchnittsgröße der Parcellen, während die 4 Hectar Pachtland nur aus 8 Parcellen beſtehen. Auch bei dem kleinen Gut iſt die Parcellengröße ungefähr gleich groß mit den anderen, 1053 Quadratmeter im Durchſchnitt. Die hohe Rente des mittleren Gutes iſt auf verſchiedene Urſachen zurückzu⸗ führen. Erſtens kann der Mann mit ſeinen Kindern, die wie er ſehr fleißig ſind, ſeine Arbeit ſelbſt thun und wird dieſelbe jedenfalls gut und exakt ausgeführt, er hat weiter gute ertragsfähige Weinberge und dann bringt ihm die Schweinezucht verhältnißmäßig zur anderen Viehhaltung viel Geld ein.(Ob die Geſchichte mit den Ferkeln ſtets ſo gut verläuft, wie hier im Durchſchnitt angenommen, verſtehe ich nicht ſo genau zu beurtheilen, da ich davon keine Erfahrung habe und hier den Verſicherungen des Mannes Glauben ſchenken muß.) Wenn der Rindviehſtand, der hier dürftig gehalten iſt, intenſiver gefüttert würde, würde die Rente noch höher ſein. Auch bei dem kleinen Gut iſt für die hohe Rente der Fleiß der Familie im Allgemeinen und beſonders der Frau, die durch Ernährung der Kuh den Sommer durch mit geſuchtem Gras u. ſ. w. der Wirthſchaft eine ſehr weſentliche Beihülfe leiſtet, entſcheidend. Es darf nach dem Vorhergehenden wohl angenommen werden, daß von den näher unterſuchten Wirthſchaften II und III nicht als vollſtändig typiſch an⸗ geſehen werden können und daß ein großer Theil der Grundbeſitzer von gleich großem Beſitz ungünſtiger wirthſchaftet, indeſſen mußte bei der Auswahl wie ſchon erwähnt, Rückſicht darauf genommen werden, daß die Leute überhaupt brauchbare Antwort gaben. Die mittleren Kaufpreiſe der Güter können wohl im Verhältniß zum Ertrag als paſſend betrachtet werden, wie ſchon in Frage III angedeutet, in letzter Zeit durchweg zurückgegangen. Die kleinen Beſitzer, beſonders Gruppe A, haben ihren Beſitz zum großen Theil in den geringen Gemarkungslagen. Die Möglichkeit, ihren Unterhalt aus ſo kleinem Grundbeſitz, wie A und B haben, zu gewinnen, liegt für diejenigen, die Land⸗ wirthſchaft allein betreiben, von Gruppe A 28 und von B 29 darin, daß ſie noch Feld pachten. Der Pachtpreis wäre für die Lagen, in der die Grundſtücke des Univerſitäts⸗ fonds, dem in der Hinſicht entſcheidenden Gut in Zornheim, nicht zu hoch, wenn nicht, wie dies in Frage IV näher ausgeführt, die Verpachtungsform und Zeit jeder durch⸗ greifenden Verbeſſerung hindernd im Wege ſtünden. Es würde ganz entſchieden zum beiderſeitigen Vortheil gereichen, wenn die Verpachtungsform und Zeit für den größeren Theil des Guts geändert würde; wenn ich davon einen Theil ausſchließe, ſo habe ich dabei das Intereſſe der ganz kleinen Leute im Auge, hauptſächlich derjenigen unter ½ Hectar, es ſind dies ja immerhin noch 124, die oft noch ein Stückchen Feld nöthig haben, um ſich wenigſtens ihre Kartoffel ſelbſt pflanzen zu können. Frage X. Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landwirthſchaftlichen Be⸗ völkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maß⸗ nahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen? Die Gemeinde Zornheim kann als typiſch angeſehen werden für ſolche Gemeinden der Provinz Rheinheſſen, die bis zur Gegenwart einen vollſtändig landwirthſchaftlichen Character ſich bewahrt haben, es mag dazu, die in gewiſſem Sinn iſolirte Lage weſentlich beigetragen haben. Von dieſem Geſichtspunkt kann man die Wahl Zorn⸗ heims zur Enquete als recht geeignet anſehen. Auf der anderen Seite macht der ver⸗ hältnißmäßig anſehnliche Beſitz, den die Landwirthe Zornheims in den ſechs an⸗ grenzenden Gemarkungen haben(ſ. Frage II, 184,85 Hectar) für die Erhebungen mancherlei Schwierigkeiten, beſonders da zwei Steuercommiſſariate und zwei Hypo⸗ thekenämter dabei betheiligt ſind. Die Verhältniſſe der Gemeinde gehen, wie aus den Ausführungen in Frage VII zu erſehen iſt, vorausſichtlich keiner guten Zukunft entgegen, die große Menge über⸗ ſchüſſiger Arbeitskraft, die noch nicht gewohnt iſt, ſich Auswärts nach lohnendem Ver⸗ dienſt umzuſehen, dabei die dürftige Capitalkraft des Bauernſtandes im Allgemeinen, die auch temporär nicht mehr Verdienſt gewähren wird und kann, als ſie nothgedrungen muß, verlangt in der Beziehung ſchon in den nächſten Jahren ganz entſchiedene Aenderung. Die ſchwerſten Bedenken mußten dem Commiſſär kommen, wenn er die rieſige Schuldenlaſt überſah mit der der Grundbeſitz der Gemeinde belaſtet iſt, hauptſächlich bei den Gruppen A und B und iſt hier wohl anzunehmen, daß dieſe Leute, wenn nicht bald Beſſerung eintritt, nach und nach einem ſicheren Untergang entgegengehen. Die Gemeinde zahlt zur Zeit an Staats⸗ und Gemeindeſteuern Mk. 14,867, die Zinſen für die ermittelten Schulden betragen nach der Reduction der Hypothek⸗ und Kaufſchillingsſchulden auf 30 und 25% des Eintrags in den Hypothekenbüchern ſchon Mk. 17,828 50 Pf. zu 5% und würden, wenn die Einträge richtig wären, nahezu das Vierfache betragen. Dieſer Paſſus macht eigentlich ſchon jeden Commentar überflüſſig. er d — 31— Es iſt bei Frage IX ſchon angegeben, daß die in den Anlagen II und III be⸗ handelten Wirthſchaften nicht als typiſch angeſehen werden können, und es iſt als ſicher anzunehmen, daß der größere Theil der Grundbeſitzer dieſer Gruppen eine weſent⸗ lich geringere Rente erzielt. Der Commiſſär und mit ihm auch die Commiſſion iſt weiter überzeugt, daß ähnliche Verhältniſſe in vielen Gemeinden vorkommen und kann der Commiſſär eine durchgreifende Beſſerung in der Beziehung nur darin finden, daß der Staat dieſen Landwirthen inſofern Hülfe gewährt, als er ihnen zu gleichem Zinsfuß, wie ſie jetzt zahlen, durch Errichtung einer Landescreditcaſſe Credit gewährt, in welchem Zins⸗ fuß dann zugleich die Amortiſation enthalten iſt. Auf andere Weiſe iſt nicht begreiflich, wie die Gemeinde auch bei guten Weinjahren aus der rieſigen Schuldenlaſt heraus⸗ kommen ſoll. Es iſt wohl richtig, daß eine derartige Hülfe nur langſam wirken kann, es wird aber dadurch für die Betheiligten eher die Hoffnung auf eine beſſere Zukunft geweckt werden und es wird den Betreffenden, ohne daß ihnen eine directe Hülfe gebracht oder ein Geſchenk gemacht wird, welche Form ohnehin moraliſch ſehr ſchädigend wirken würde, doch ein Beiſtand gewährt, der es ihnen möglich machen wird, in kurzer Zeit zu einem beſſeren intenſiveren Betrieb ihrer Wirthſchaft überzugehen. Die größeren Grundbeſitzer, beſonders in Gruppe D und E, die im Ganzen doch weniger belaſtet ſind, ſollten freilich ſchon jetzt mit beſſerem Beiſpiel vorangehen. Anlage I zeigt, daß bei intenſiverem Betrieb und vermehrtem Betriebscapital, deſſen Beſchaffung dem Betreffenden bei ſeiner dermaligen Lage wohl keine beſonderen Schwierigkeiten bereiten würde, eine ganz anſtändige Rente herauszuſchlagen wäre. Die Grundlage iſt hier wie überall rationeller Futterbau, im Anſchluß daran rationelle Viehhaltung, der Dünger kommt dann ganz von ſelbſt. Grade in weinbautreibenden Gegenden kann nicht oft genug geſagt werden, daß der Schwerpunkt der Wirthſchaft auf dieſe Zweige(Futterbau und Viehhaltung) zu legen iſt und der Getreidebau nur als Mittel zum Zweck zu dienen hat, um einmal das nöthige Streuſtroh zu erzeugen und den nicht zu umgehenden Wechſel in der Be⸗ ſtellung der Felder möglich zu machen. In zweiter Linie hätten die Landwirthe Zorn⸗ heims ſoweit noch einigermaßen geeignete Felder dazu vorhanden ſind(nach Anſicht des Commiſſärs dürften noch etwa 25— 30 Hectar recht geeignete Felder, wahr⸗ ſcheinlich noch mehr der Art, vorhanden ſein) den Weinbau auszudehnen. Solange Frankreich nicht Herr der Reblaus geworden iſt, wird bei uns die Nachfrage nach Wein ſchwerlich nachlaſſen und wenn auch die noch anzulegenden Ge⸗ markungstheile einen Wein geringerer Qualität liefern ſollten, ſo liefern derartige Lagen bekanntlich in der Regel größere Quantitäten, es ſind kleine billige Weine am Meiſten geſucht und am Erſten zu verkaufen, vorausgeſetzt, daß man ſie zum wirk⸗ lichen Werth abgibt. Auch in genoſſenſchaftlichem Sinn könnte in der Gemeinde ſegensreich gewirkt werden. Der Ort hat zwar einen landwirthſchaftlichen Conſumverein, der die Normal⸗ ſtatuten des Verbands der Conſumvereine in Heſſen angenommen hat, jedoch mit der Aenderung, daß den Mitgliedern auch Credit gewährt werden kann. Der Verein iſt aber weder dem Verband beigetreten, noch iſt er eingetragene Genoſſenſchaft und die Creditgewährung verbunden mit der Aufnahme vieler Mitglieder, die gar nicht credit⸗ fähig ſind, haben neben der laxen Geſchäftsführung den Verein jetzt ſoweit gebracht, daß nach meiner Anſicht ſeine einzige Hülfe in der Auflöſung beſteht. Im Herbſt 1884 wurde der letzte gemeinſchaftliche Bezug von Betriebsmitteln gemacht, aber es ſind Ausſtände und Schulden von 1883 und ſogar noch von 1882 da, dabei kein Jahres⸗ abſchluß, ein unbegreiflicher Zuſtand, der wieder ſehr draſtiſch zeigt, wie nöthig für ſolche Dinge eine Leitung iſt, wie ſie der Verband ausübt. Schlechte Zahler in genoſſenſchaftlichem Sinn, ſind, wie ich dies bei einem flüchtigen Durchblick der Bücher erſehen konnte, mit ganz wenigen Ausnahmen alle Mitglieder und es iſt daraus erſichtlich, daß mit Gründung einer neuen Genoſſenſchaft vor Allem erziehlich gewirkt werden muß, ſelbſt wenn die Genoſſenſchaft im Anfang nur wenige Mitglieder zählen ſollte. Das Princip der Baarzahlung, muß grade in einer ſo ſehr verſchuldeten Ge⸗ meinde allem Anderen voran geſtellt werden. Wie die Einrichtungen heute liegen und nach den Bedürfniſſen von Zornheim würde die Errichtung eines Conſumvereins mit Anſchluß an den Verband, mit welchem Anſchluß er auch an den Einrichtungen der landwirthſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank theilnehmen könnte, in der Beziehung in erſter Linie zu erſtreben ſein. Faſſen wir nochmals kurz zuſammen, was zur Hebung der Landwirthſchaft in Zornheim und wohl auch der dortigen Gegend zu thun iſt: 1) Errichtung einer Landescreditcaſſe, die den Landwirthen bei gleichem Zinsfuß, wie ſie jetzt zahlen, die Verzinſung und Amortiſation ihrer Schulden möglich macht, damit endlich einmal auch Ausſicht vorhanden iſt, daß die rieſigen Hypothekſchulden, die ſich zum großen Theil ſchon ſeit Generationen vererbt haben, getilgt werden. In Frage VIII iſt ſchon erwähnt, daß es dem Commiſſär nicht möglich war, zu konſtatiren, wie die Ab⸗ und Zunahme der Hypothekſchulden in den letzten 20 Jahren war. 2) In rein landwirthſchaftlicher Beziehung: intenſiverer Betrieb im Allgemeinen, vermehrter und verbeſſerter Futterbau und beſſere Viehhaltung, außerdem Ausdehnung der Weinbergsanlagen. Wie aus den Anlagen I, II und III zu erſehen iſt, ſind Getreidezölle und dadurch etwa höher gehende Getreidepreiſe, auch bei heutigem Be⸗ trieb ohne Bedeutung. 3) Andere Form der Verpachtung des Guts des Univerſitätsfonds auf längere Zeitdauer oder Erbpacht und ſpäter, wenn die Kaufkraft der Bewohner ſich wieder gehoben, Veräußerung dieſes Guts an dieſelben. 4) Gründung eines richtig geführten landwirthſchaftlichen Conſumvereins, als erſtes Glied der im Laufe der Zeit noch weiter zu errichtenden Genoſſenſchaften (Molkerei und Darlehenscaſſeverein.) Außerdem wäre, da der Ort nur nach Niederolm feſte Straße hat, der Bau einer Kreisſtraße nach Mommenheim als der Verbindung mit dem Rhein anzuſtreben. — 393— Der Berathung über den Bericht, welcher vorſtehendes Reſultat hatte, wohnten außer dem Unterzeichneten bei, der Großh. Miniſterialrath Dr. Jaup, der Großh. Provinzialdirector Küchler, das Kreisausſchußmitglied Bürgermeiſter Möhn von Laubenheim, der Bürgermeiſter von Zornheim und drei Landwirthe von da, die die Ortscommiſſion bei den Erhebungen gebildet hatten. Nierſtein, im April 1885. E. Wernher. Anlage I. Gemeinde Zornheim. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines größeren Bauerngutes von 10,21 Bectar. Der Beſitzer iſt Wittwer 50 Jahre alt, Vater von 5 Kindern, wovon 3 Söhne und 2 Töchter. Ein Sohn 21 Jahre alt(ſetzt Soldat ſeit Herbſt, der zweite Sohn 17 Jahre alt, arbeitet in der Wirthſchaft. Ein Sohn 12 und ein Mädchen 10 Jahr alt, beſuchen die Schule. Das jüngſte Kind, 5 Jahre alt, wird erſt in dieſem Jahre ſchulpflichtig. Mitthätig in der Wirthſchaft iſt noch die Schweſter des Beſitzers, welche die Aufſicht über die Haushaltung führt und die Küche beſorgt. Im Ganzen beſteht alſo die Familie aus 7 Perſonen, wovon 4 Erwachſene (3 Manns⸗ und 1 Frauensperſon) ihre Arbeitskraft der Wirthſchaft widmen. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden incl. Obſtbäume. 5 Healn Aienannd Steuercapital: mittlerer Kaufwerth: 1,25„ Weinberg 386,7 ſſ. Mk. 44400 in 66 Parzellen). B. Gebäude. Eine Hofraithe beſtehend aus Wohnhaus, Stallung, Scheuer, Kelterhaus, Schuppen, Keller, laut Brandcataſter 10590 Mk., Schätzung 9000 Mk., Mittel......„ 10000 zu hertroger.. Mk. 54400 —, instifuf für land, Fschaffſiche Beiriebsi-ate der 35— Juskus Lichig-Uniratöitt Glessen Uebertrag.. Mk. 54400 C. Viehſtand. 1 Pferd 18 Jahre alt... M 300 Kühe à 300 Mk...........„ 1500 2 Rinder„ 250 4 Schweine(Durchſchnittswerth für die Zeit in der ſie gehalten werden)—„ 250 26 Hühner à 1,50 Mk.........„ 39 — 2339 7 D. Todtes Inventar. 1 2ſp. Wagen(aus der väterlichen Maſſe übernommen) Mk. 125 1 1ſp.„....„ 70 2 Karren...........„ 100 1 Pfuhlkarren mit Faßsßs..„ 60 3 Pflüge und 2 Eggen........„ 65 1 Pferdegeſchirr für jede Anſpannung..„ 80 1 Windmühle, 6 Siebe, 3 Dreſchflegel...„ 40 1 Häckſelmaſchine, 1 Futtermühle......„ 70 1 Weinkelter„ 150 Herbſtgeräthe aller Atlt„ 105 Kellergerthhe.„ 400 Handgeräthe incl. Süäcke.......„ 125 Hanzrath inel. Kochgeſchirr.......„ 200 1906 2 E. Vorrath an umlaufendem Betriebskapital ſiehe Rentabilitätsberechnung....„ 1696 Werth des geſammten Beſitzes.. Mk. 60025 Inventar der engeren Familienwohnung(Mobiliar incl. Betten, Weißzeug u. ſ. w.) Mk. 2300 nach der Police. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗, Wieſen⸗ und Weinbau. Die Bewirthſchaftungsweiſe iſt die ortsübliche. Außer dem eignen Feld werden noch 3,18 Hectar(18 Parcellen) Pachtland mit bewirthſchaftet, im Ganzen 13,39 Hectar, davon 12,14 Hectar Ackerfeld und Wieſen mit 63 Parcellen und 1,25 Hectar Weinberg mit 21 Parcellen. Der Anbau der Früchte und der Natural⸗Ertrag derſelben ſtellt ſich durchſchnittlich ungefähr wie folgt: Getreide A58ſ 8 S f2S 38S88S 35S8„ F[SSZSeSS5 A Anban 9 Centner. Lit. H 3 [Korn... 2,25 Hect. 100 220 cd2 Gerſte.. 2,06„ 96,2 92,4 he⸗ 2 Weizen.. 1,00„ 32 43 Hafer... 0,87.„ 22 25 A 1 Kartoffeln. 1,00„—— 264 S Rüben. 0,61„——— 523 Ueu 1SKdlee...3,24„——— 310 Wickenfutter u. 32 Mais. 0,24„=-———1— 65 grün gefüttert Wieſen 0,37/„————— 70 Gepflänz 0,12„—— 12 Obſt....———— Brache 0,37 Hect.————f—— Weinberg.. 1,25„——————-—— 5000 Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich annähernd pro ¼ Hectar wie folgt: bei Korn auf 11,1 Ctr. Körner, 24,4 Ctr. Stroh, „ Gerſte„ 11,6„„ 11,2„„ 11 Weizen 1 8 1 1 10,7 11 1 2 Hafer II 6,3 2 I 7,1 II 2 „ Kartoffeln„ 66„ Knvollen,(incl. ſchadhafte) „ Weißrüben„ 168„Rüben— „ Dickrühen„ 240„„ „ Gelbrüben„ 176„„ „ Klee„ 24„ Heuwerth, „ Mais„ 160„ Dürrfutter, „ Wickenfutter, 31„„ „ Wieſen„ 46„ Heu und Grummet, „ Kraut„ 80„ „ Weinberg„ 1000 Liter Wein mit Hefe und Trub. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahr pro Kuh 2300 Liter, pro Tag und Kuh “ 6,3 Liter im Ganzen alſo 11,500 Liter. Rindvieh. Im Durchſchnitt ergeben ſich im Jahre 4 Kälber, wovon hie und da etwas aufgezogen wird, 3 werden davon verkauft. In je 1 ½¼ Jahren wird eine Kuh abgängig und durch Ankauf erſetzt. — 37— Schweine. 4 Schweine werden als Ferkel gekauft und für die Haushaltung gemäſtet, im Durchſchnitt auf 250 Pfund Schlachtgewicht pro Stück. Geflügel. Im Durchſchnitt 2500 Eier und etwas abgängiges Geflügel. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut.— Korn 2,25 Hectar pro ¼ Hectar 100 Pfund= 9 Ctr.— Pfd. Gerſte 2,06„„ 90„= 7„ 40„ Weizen 4,— 2 1 100 1= 4„/„ Hafer 0,87„,„ 80„= 2„ 80„ Kartoffel 1,„„ 680„= 27„ 20„ Weißrüben 0,18 1 1 11„ 1 1 Dickrüben 0,31„„„=„ 3„ Gelbrüben 0,12„„=„==„ 1„ Eſparſekte,„= 1„ 60„ Klee 1,25 Anfaat Luzerne—„=„ 13„ Mais 0,06 2 11 1„ 20 7 Wicken 0,18„=„ 55„ Kleine Sämereien für ungefähr 1 Mk. 20 Pfg. Werth. Ferner werden 44 Centner künſtlicher Dünger und 1000 Weinbergspfähle jährlich gebraucht. Für den Viehſtand: Hafer dein Pferd....... 109 Ctr. 20 Pfd. Gerſte und Korn den Schweinen... 10„—„ Gerſte den Hühnern..... 4„ 80„ Kartoffel den Schweinen und Hühnern und etwas davon dem Rindvieh.. 200„—„ Rüben dem Rindvieh.... 523„—„ Klee wird ſämmtlich an den Viehſtand, zum kleinen Theil grün, in der Haupt⸗ ſache dürr gefüttert.......310„—„ Samen wird ſelten gezogen. Stroh. Daſſelbe wird ſämmtlich für den Viehſtand für Futter und Streu ver⸗ wendet, mit Abzug von etwa 8 Centner Kornſtroh zum Heften und Biegen in den Weinbergen..... 372„=„ Wieſenhen und Grummet.... 70„—„ davon dem Pferd das Heu. 46 Ctr. dem Rindvieh das Grummet 24„ Wickfutter und Mais, dürr gerechnet, wird dem Rindvieh grün gefüttert... 65„—„ 4³ — — 38— Kornkleie, eignes Mahlgut..... 14 Ctr. 40 Pfd. Weizenkleie zugekanft....... 21„ 40„ Malzkeime„....... 18„ 75„ Palmkuchen„...... 2„—„ Rapskuchen„ 1„ 50„ Abgerahmte Milch, Molken und Butter⸗ milch......... 2500 Liter. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten d Pr hiele beträgt in runder Summe ungefähr......... Ml. 2949 ab Futter für das Pferd.........„ 407 bleibt für Rindvieh, Schweine und Geflügel zu verrhnen.. Mk. 2542 Der Werth der vom Rindvieh, Schweine und Geflügel erzielten Producte be⸗ rechnet ſich: 936 Pfd. Butter à 85 Pf. Mk. 795,60 2080„ Käſematte à 11 Pf.......„ 228,80 880 Liter Vollmilch, Hausgebrauch.....„ 79,— 720„ abgerahmte Milch, Hausgebrauch..„ 21,60 1000 Pfd. Schweinefleiſch ab Ankaufskoſten..„ 400,— 2500 Stück Eier a 6 Pf.........„ 150, —ÿ- Mk. 1675,— Es würden demnach noch durch den Stallmiſt zu decken ſeem.„ 867,— Die Stallmiſtproduction berechnet ſich nach der Trockenſubſtanz des Futters und Streu⸗Strohes, nach Abzug des Gewichtsverluſtes durch Lagern(wird im Jahr 6mal ausgefahren) auf rund 1930 Centner und koſtet mithin pro Centner 44,9 Pf., mit Zinſen und Verpflegungskoſten 48 Pf. pro Centner. Für die Familie oder beſſer die Haushaltung(einſchließlich der Magd), der Tag⸗ löhner, 1 Mann 300 Tage, der Schnitter und ſonſtigen Arbeiter, die ab und zu helfen und obwohl nicht die ganze Koſt, doch Frühſtück und Vesperbrot bekommen. Korn, 48 Ctr. bleiben. 33,6 Ctr. Mehl(14,4 Ctr. Kleie dem Vieh) Weizen(als Mehl Lelnnit) 2„, Kartoffel..... 37„„ Fleiſch...... 1140 Pfd. (hiervon 940 Pfund ſelbſt producirtes Schweinefleiſch, inel. Wurſt, excl. Schmalz, und 200 Pfund zügeranſess Nindilaſh und das abgängige Geflügel). Butter...... 120 Pfund Schmalz... 60„ Kaffe und Eichorie........ 43„ ZuGfer.................. 60„ Salz............... 200„ — 39— Milch, 880 Liter Vollmilch, 720 Liter abgerahmte. Eier. Käſe, Latwerge und Gemüſe. Wein, guter.. Trinkwein(Treſterwein) 1200 Liter, 1600 Liter 1000 Stück .... 180 Liter davon 600 Liter dem Arbeiter. Zur Herſtellung des Trinkweins werden verwandt etwa 240 Liter Trubwein und Moſt, Treſter ausgelaugt und 1 ½ Centner Zucker und entſprechend Waſſer. Gäſte und Taglöhner mit runden Beträgen abgerechn et, bleiben für den Familienbedarf, incl. der Magd, 8 Perſonen pro Kopf und Tag ungefähr. 513 Gramm 600 190„ 20 10 7 10 30„ 0,55 Liter Mi Mehl,(730 Gramm Getreide), Kartoffeln, Fleiſch, Butter, Schmalz, Kaffee, Zucker, Salz, lch, 0,40„ Wein, Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt bei 8 Perſonen ungefähr jährlich Mk. 1625 und täglich ca. Mk. 4,45, alſo pro Kopf und Tag ca. 56 Pf. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee, Brot mit Butter oder Latwerge. Zweites Frühſtück: Brot mit Käſe oder Butter, etwas Wein. Mittageſſen: Suppe, Gemüſe und Fleiſch, etwas Wein. Vesperbrot: Brot mit Käſe oder Butter, etwas Wein. Abendbrot: Dickmilch und Kartoffeln oder Salat, Fleiſch oder Eier; zu⸗ weilen Suppe. Die Taglöhner bekommen Frühſtück und Vesperbrot und täglich pro Mann 1 ½ Liter Wein(Ortsobſervanz); die Magd ißt mit der Familie. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 37 Ctr. Korn à Ml. 6,50. 8. Mk. 314,50 80„ Gerſte à Mk. 8,50„ 680,— 28„ Weizen à Mk. 10.„ 280,— 4280 Ltr. Wein à 33 Pf....„ 1412,40 716 Pfd. Butter à 85 Pf. netto.„ 608,60 3 Kälber à Mk. 25„ 75,— zu übertragen. Mk. 3370,50 ———A; ——-;— V Uebertrag.. Mk. 3370,50 1500 Stück Cier à 6 Pf............„ 90,— 2080 Pfd Käſematte à 11 Pf............„ 228,80 Summa Mk. 3689,30 ab 10 pCt. des Weinertrags für die Zeit, in weiher der Wein⸗ berg als Neuanlage nicht trägt.....„„ 141,24 bleiben.. Mk. 3548,06 B. Ausgaben. Directe Steuern......... Mk. 129,42 Gemeinde⸗Steuern..........„ 112,— — Mk. 241,42 Tagelöhne und Accordarbeiten: 1 Mann 260 Tage à Mk. 1,—...... Ml. 260, 1„ 490„.„...„ 40. Frauentagelohn 40 Tage à Mk. 1..„ 40, 4 Maum Accordarheikt.........„ 48,— 4 Hectar Frucht ſchneiden.....„ 85,5 Sirchamn für Maſchinendruſch, 300 Haufen.„ 100, S —„ 690 Magdlohn nebſt Zugehör.............„ 215, Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Aulsgabe.............„ 90,— Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgaben: dem Wagner.......... Ml. 40,— dem Schmied..........„ 60,— dem Sattler..........„ 14,— dem Küfer.........„ 10,— Hausrath und Handgeräthe..„ 35, Weinbergspfähle........„ 42, — ᷣ, 201,— Verſicherungs⸗Prämien: A. Gegen Feuer: für Gebäude......... Mlk. 12, ,1 „ Inventar endi.......... 9,80 von Mk. 7500 à 1,3 pro Mille.—qł„ 22,51 B. Gegen Hagel: für Feldfrüchte ercl. Wein.........„ 33,40 zu übertragen.. Mk. 1377,08 42 15 Uebertrag Inſtandhaltung des Viehſtandes: Pferd wird angekauft und iſt pro Jahr zu rechnen Mk. 50,— Rindvieh, je 1 ½¼ Jahr wird eine Kuh gekauft reſp. getauſcht mit einer Bnlagst von Mk. 150 rhin aßr„ 120,— 4 Einlegſchweine...„ 100,— Zukauf von Kraftfutter: Weizenkleie 21,4 CIrtr.... Mk. 117,70 Malzkeimen 18,75 Gir........„ 97,50 Oelkuchen 3,5 Gtr..........„ 25,— Pacht für 3,18 Hectar Ackerland Unterhaltung des Inventars der Wohnung Heizung und Beleuchtung: Kohlen........... Ml. 60,— Holz eiwo.............„ 10, Petroleum...........„ 21, Zukauf von künſtlichem Dünger im Durchſchnitt, 25 Ctr. Superphosphat 2 Ctr. niinlhetw und 8 Ctr. Kali⸗Superphosphat. Zukauf von Nahrungsmitteln: 200 Pfund Weizenmehl...... Mk. 40, 200„ Rindfleiſch.........„ 120,— 43„ Kafſſee und Eichorie...„ 149,50 60„ Zucker.....„ 30, 200„ Salz ⸗ 20, 150„ Zucker für Trinkwein...„ 55,50 Verſchiedenes..........„ 254, Bekleidung.— Arzt und Apotheke Thierarzt. Verſchiedenes. im Ganzen 2 . Mk. 1377,08 270, 240,20 444,— 50,— 91,— 215,— Nr. 3392,28 C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen im Ganzen... Mk. 3548,06 Die Ausgaben betrugen im Ganzen....„ 3392,28 bleibt Ueberſchuß.. Mk. 155,78 —-— D!°(‚ S IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag. Erlös aus verkauften Producten...... Mk. 3548,06 Werth der für die Familie aus der wiulſchaft entnommenen Producte(1625— 322)......„ 1303,— im Gannzen.. Mk. 4851,06 B. Productionskoſten. . Gebäudecapital: Zinſen von 10,000 Mk. à 4 pot... Mk. 400,— Verſicherungsprämie.„ 12,71 Abnutzung à 0,75 pCt.„ 75,— Inſtandhaltung 3„ 990,— — Mk. 577,71 . Capital des lebenden Inventars: Zinſen von 2339 Mk. à 4 pCt..... Mk. 93,56 Verſicherungsprämie 2 ½ pCt....„ 58,17 Abnutzung reſp. Erneuerung.....„ 270,— —⁰ñ-„ 422,03 . Capital des todten Inventars: Zinſen von 1590 Mk. à 4 pCt..... Mk. 63,60 Verſicherungsprämie 1,3 pro Mille„ 2,06 Erneuerung und Inſtandhaltung, wirkliche Ausgaben..........„ 201,— —⁰-„ 266,66 .Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. 50 pCt. der jähr⸗ lichen Baarausgaben= 1696 Mk. Davon 6 pCt.„ 101,76 . Hagelverſicherungsprämie: Feldfrüchte, wirkliche Ausgabe..... Mk. 33,40 Wein 1650 Mk. à 3 pCt.„ 49,50 —„ 82,90 . Feuerverſicherung der Producte 5 7,74 . Steuern und Umlagen(excl. Tilgungsrente u.„Guntommenfeue)„ 198,52 .Kraftfutter......„ 240,20 .Heizung und Beleuchtung, 25 G der Geſanmtansgale„ 22,75 . Thierarzt„ 15,— .Arbeitslöhne, wirkliche Ausgaben: Für Taglohn, Accordarbeit und Geſinde. Mk. 788,75 Lohn für die Familie GBuiti und Klüsſler Sohn).....„ 600,— zu hettengen. Ml. 1388,75 Mk. 1935,27 — 43— Uebertrag Mk. 1388,75 Mk. 1935,27 zweiter Sohn...„ 200, —⁰„ 1588,75 12. Künſtlicher Dünger...... ⸗ 215,— 13. Berſchiedelees..„ 9,04 Summa im Ganzen. Mk. 3748,06 Ich nehme 1300 Arbeitstage im Ganzen an, davon entfallen auf 1,25 Hectar Weinberg 260 Männer⸗ und 40 Frauentage. Auf die Bearbeitung der 12,14 Hectar Acker und Wieſe 1000 Arbeitstage. Dabei ſind der Vater und der älteſte Sohn mit je 300, der zweite Sohn mit 200 Tagen berechnet, während für die Magd an Stelle der Schweſter 185 Tage in Anſatz gebracht ſind. Der Anſatz für Vater und Söhne iſt dem ortsüblichen Lohne entſprechend und findet das, was für dieſe vielleicht mehr gerechnet werden könnte, in dem Reinertrag ſeinen Ausdruck. C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug Mk. 4851,06 Die Productionskoſten betrugen.„ 3748,06 Bleibt Reinertrag.. Mk. 1103,— Dazu den Werth der freien Wohnung mit Mk. 150, ſo ergiebt ſich ein Rein⸗ ertrag von Mk. 1253. Das Grundcapital incl. Pachtfeldcapital beträgt Mk. 53940 und ergibt nach der Rechnung eine Rente von ca. 2,3 pCt. ·q·q/— Anlage II. Gemeinde Zornheim. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines. mittleren Bauerngutes von 5,04 Vertar. Der Beſitzer iſt Wittwer, 60 Jahre alt, hat 9 Kinder, davon ſind 3 verheirathet, 3 Söhne von 21, 16 und 9 Jahren und 3 Töchter von 28, 18 und 12 Jahren ſind bei dem Vater, die beiden jüngſten Kinder beſuchen die Schule, die 4 älteren beſorgen mit dem Vater die Wirthſchaft. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 4,1 Hectar Ackerland und Wieſe Steuercapital incl. mittlerer Kaufwerth 1,5„ Weiltberg Gebäude: incl. Obſtbäume: (in 46 Parcellen). 95,8 fl. Mk. 18180,— An Obſtbäumen ſind vorhanden: 1 Birnbaum, 18 Aepfelbäume, 40 Zwetſchenbäume. B. Gebäude. Eine Hofraithe beſtehend aus Wohnhaus, Stallung, etwas Scheuer und eine weitere Scheuer mit Keller im Dorf (beim Wohnhaus der Naum eng)........„ 4000,— C. Viehſtand. 1 Pferd, 5 Jahr alt.... Mk. 800 4 KHühe, 2 qut, 2 gerittg.......„ 900 1 Nind, 1 ½ Jahr alt.„ 280 zu übertragen Mk. 1980„ 22180,— 1. Uebertrag.. Mk. 1980 Mk. 22180,— 1 Kalb, 3 Monat alt.. 50 3 Zuchtſchweine(2 noch Pmmg).....„ 180 3 Maſtſchweine.....„ 160 14 Hühner, 2 Enten„ 24 —ꝓg, 2394,— D. Todtes Inventar. 1 Wagen, einſpäunig........ Mk. 75 2 Karren...„ 100 1 Pfuhlkarren mit Faß..„ 25 4 Hinterpflüge, 1 Vorderpflug...„ 50 1 Egge und 1 Sllölje„ 15 1 Walze....„ 15 1 Pferdegeſchtr........„ 50 1 Rübenmühle.....„ 12 1 Windmühle üGetradeputmillo).„ 20 1 Kelter...„ 125 Herbſtgeräthe(1. Ladfaß, 9 Bütten, 1 Trauben⸗ mühle u. ſ. w.)..„ 120 Kellergeräthe(9 große und werj kleine Faß und kleine Geſchirre)....„ 410 Handgeräthe incl. Säcke.......„ 50 Hausrath und Kochgeſchirr........„ 100 1ig E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital (ſiehe Rentabilitätsberechnung)........„ 1237,49 Werth des geſammten Beſitzes.. Mk. 26978,49 Inventar der engeren Familienwohnung ca. 2000 Mk. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗, Wieſen⸗ und Weinbau. Die Bewirthſchaftung iſt die ortsübliche, außer dem eignen Beſitz werden noch 4 Hectar Ackerfeld und 0,25 Hectar Wieſe Pachtfeld bewirthſchaftet und 1 Almend⸗ loos 0,06 Hectar. Im Ganzen 9,75 Hectar(Pachtfeld 8 Parcellen). Der Anbau der Früchte und der Natural⸗ ⸗Ertrag derſelben iſt folgender: Getreide 8 8[S Anbau 5 2[=3s Ceutnuer. Lit. Korn. 1,5 Hectar 72 132 Gerſte 1,5„ 62,4 52,4 Weizen... 0,376„[14 33 Hafer.. 21.4 0,62„ 20 32 Kartoffeln 1,22„—— 350 Rühen 1.72 0,56„ 341 Klee u. Wickenfutter 2,37„————[380 Wieſen 221 62 0,25„———-——[45 Gepflänz...(0,06„———-I-— V 10 Oöſt........ AZIARNlN 33 Wein..... 1,30 Hectar—=-- 5200 Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich demnach annähernd pro ¼ Hectar wie folgt: bei Korn auf 12 Ctr. Körner, 22 Ctr. Stroh, „ Gerſte„ 10,4„„ 8,7„„ 2 Weizen 1 9,4 1 1 14,8 1 1 1 Hafer 1 8 1 1 12,8 1 1 „ Kartoffel„ 70„Knollen im Ganzen, „ Gelbrüben, 128„Rüben, „ Dickrüben„ 164—„„ „ Klee„ 40„Heuwerth, „ Wickflltter„ 40„ 3 „ Wieſen„ 45„ 2 „ Wein„ 1000 Liter mit Hefe und Trub. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahr pro Kuh 2000 Liter pro Kopf und Tag 5,48 Liter, im Ganzen 8000 Liter. Rindvieh. Durchſchnittlich wird jedes Jahr eine Kuh verkauft und treten 3 Kälber zu, von welchen 2 verkauft werden und eins zur Nachzucht benutzt wird. Schhweine. 3 Zuchtſchweine bringen durchſchnittlich im Jahr 42 Ferkel, wovon 3 gemäſtet und 39 verkauft werden. Geflügel. Im Durchſchnitt 1400 Eier und etwas abgängiges Geflügel. — 47— — 91 B. Natural⸗Bedarf. ) Für Saatgut. 2ℳM Korn 1,5 Hectar pro ½¼ Hectar 100 Pfund= 6 Ctr.— Pfd — Gerſte 1,5„„„ 90„„= 5„ 40„ — Weizen 0,37 7,„ 100„ 1„ 50 4z) Hafer 0,62„. 7 5„ 1„ 90„ 5 Kartoffel 1,22„ 3 640„= 32„„ 1271 Dickrüben 0,56„„—„=„ 2„ 114 Eſparſette,„=1„ 690„ Klee 2,25, e Luzerne—„ 12„ (Im Durchſchnitt Anſaat pro Jahr 0,75 Hectar) Wicken 0,12„„ 50„ Kleine Sämereien für ungefähr 1 Mk. Weinbergspfähle 800 Stück. b(Ein Theil der Weinberge hat Drathplanken). Künſtlicher Dünger(27 Ctr. Superphosphat, 5 Kaliſuperphosphat) 32 Ctr. Für den Viehſtand. Hafer dem Pferd..... 18 Ctr. 20 Pfd. Korn zu Schrot den Schweinen.. 10„=„ Gerſte und Weizen den Hühnern.. 4„—„ Gerſte zu Schrot den Schweinen.. 4„„ Kartoffel dem Viehſtand..... 275„=„ davon etwa ¾ den Schweinen, Reſt dem Rindvieh und dem Geflügel. Rüben dem Rindvieh... 245„—„ Gelbrüben, Hälfte dem Pferd, andere Hälfte den Schweinen.... 96„—„ Heu dem Viehſtand im Sommer als Klee grün, Heuwerth.... 360„—„ Wickenfutter dem Rindvieh grin.. 20„—=„ Wieſenheu dem Pferd. Grummet dem ag Rindvieh.. 45„=„ Stroh, daſſelbe wird mit Ausnahme von en etwa 9 Ctr. Kornſtroh als Heftſtroh ht für die Weinberge, für den Viehſtand als Futter und zur Streu benutzt. 230„ 40„ Kornkleie, eigenes Mahlgut.... 15„—„ on Weizenkleie, zugekauft.....:. 15„„ Malzkeime„....... 6„—„ Rapskuchen„...... 4„—„ Viehſalz zugekauft...... 6 Ctr.— Pfd. Außerdem durchſchnittlich an Spreu zu⸗ gekauft.. 20„=„ Milch, abgerahmte, Buttermilch u. Molken 2800 Liter. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt in runder Summe ungefähr.............. Mk. 2780 Hiervon ab die Koſten des für das Pferd verwendeten Futters mit rund„ 390 ſo bleiben für Rindvieh, Schweine und Geflügel zu verrechnen... Mk. 2390 Der Werth der von Rindvieh, Schweinen und Geflügel erzielten Producte berechnet ſich im Ganzen auf Tuind..... Mk. 185⁵0 Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Producte noch durch den Stallmiſt zu decken ſein.... Mk. 540 Die Stallmiſt⸗Production berechnet ſich nach der Trockenſubſtanz des Futters und Streuſtrohs und nach Abzug des Gewichtsverluſtes durch Lagern auf rund 1370 Ctr. und koſtet mithin der Centner 39,4 Pf. mit Zinſen und Verpflegungs⸗ koſten ungefähr pro Centner 43 Pf. Für die Familie Korn 50 Ctr., ab 15 Ctr Kleie bleiben 35 Centner Mehl Weizen als Mehl zugekauft.... 275 Pfund„ Gartoffel........ 43 Centner Fleiſch. 825 Pfund (hiervon 700 Pfd. ſelbſt producirtes Schweinefleiſch incluſive Wurſt ohne Schmalz und 125 Pfd. zugekauftes Rindfleiſch, etwas abgängiges Geflügel) Butter.... 81 Pfund Schmalz..... 50„ Kaffee und Cichorie....... 56„ Zucker....... 35„ Salz............ 150„ Milch(zum Theil abgerahmt)... 1120 Liter Eier........ 800 Stücl Wein, guter....... 200 Liter Trinkwein...... 960„ Zur Herſtellung des Trinkweins werden verwendet etwa 240 Liter Trubwein und Moſt, 100 Pfund Zucker. Käſe, Latwerge und Gemüſe. Es berechnet ſich demnach, wenn man die hie und da im Hauſe verkehrenden Gäſte mit runden Beträgen abrechnet, der Verbrauch der 7 Perſonen ſtarken Familie pro Kopf und Tag auf rund ungefähr: ter den lie —— 704 Gramm 841„ 1461„ 15 3 9,5 2 11 7 7/ 29„ 0,43„ 0,45„ — 49— Getreide, Kartoffeln, Fleiſch, Butter, Schmalz, Kaffee, Zucker, Salz, Liter Milch, „ Wein. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich 1400 Mk. und täglich 3 Mk. 83 Pf.(pro Kop Die Lebensweiſe der Familie i Erſtes Frühſtück: Kaffee, f 38 Pf.). ſt folgende: Brot mit Butter, Latwerge oder Schmierkäſe. Zweites Frühſtück: Brot mit Käſe, manchmal Wurſt, etwas Wein. Mittageſſen: Suppe, G ſpeiſen, Wein. emüſe und Fleiſch, 2 mal wöchentlich Mehl⸗ Vesperbrot: Brot mit Käſe und Wein. Abendbrot: Salat und Kartoffeln mit Fleiſch oder Dickmilch und Kar⸗ toffeln. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 4 Ctr. Korn à Mk. 8,50.......... Mrt. 34,— dl„ Gerſte à Mk. ,560.......„ 1433,50 10,/„ Weizen à Ml. 10...„„ 105,— 610 Pfd. Butter à 85 Pf.=„ 518,55 520„ Käſematten à 11 Pf.=„ 57,20 39 Ferkel à Mk. 12„ 468, 1 Stück Rindvieh„ 200,— 2 Kälber....„ 70,— 600 Eier à 7 Pf.(erden i im Winter verkauft.).„ 42,— 4760 Liter Wein à 33 Pf.= Mk. 1570,80 ab 10 pCt. für die Zeit, in welcher der Wurinberc als Neurott niih zei = Mk. 157,08„ 1413,72 Durchſchnittserlös für Obſt„ 20,— Mr. 3361,97 —— — B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Grund⸗ und Gebäude⸗Steuer....... Mk. 28,80 Gemeinde⸗Steuer im Ganzen.......„ 31,26 Staats⸗Einkommenſteuer........„ 12,48 —/=?Mk. 72,54 Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ansgabe............„ 30,— Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe: dem Wagner........... Mk. 30,— dem Schmied.........„ 50, dem Sattler„ 20, dem Küfer...„ 5,— für Weinbergspfähle und Uüterhatun der Drahtplanken......„ 48,— Haus⸗ und Handgeräthe.......„ 40,— 9 Inventar der Familienwohnung: Inſtandhaltung deſſelben..........„ 100, Verſicherungs⸗Prämien: Für Gebäude.... Ml. 4,91 Für Inventar und Producte.„ 20,30 —„ 25,21 Für künſtlichen Dünger, 32 Gtt.........„ 150,— Für Pacht............. 2„ 598,— Inſtandhaltung des Viehſtandes: Pferde⸗Remonte pro Bahi v.Ml. 55,— Nindyieh......„ 60,— —qł—„ 115,— Zukauf von Kraftfutter: Kleien 15 Gtr............. Ml. 82,50 Malzteime 6 Gtr............„ 31,20 Rapskuchen 4 Ctr............„ 40,— Spreu 20 Cir.......„ 30, —/„ 183,70 Heizung und Beleuchtung: Kohlen 80 Ctr............ M. 56, Petroleum 65 Liter..........„ 175,60 „ 71,60 zu übertragen.. Mk. 1539,05 — 51— Uebertrag.. Mk. 1539,05 Zukauf von Nahrungsmitteln: Weizenmehl 265 Pfd..........Ml. 55, Rindfleiſch 125 Pfd. 4 60 Pf........„(5, Kaffee und Cichorie 56 Pfd...„ 54,76 Zucker 35 Pfd............„ 18,20 Galz 150 Pfd............„ 15, Zucker für Trinkwein........„ 35, Verſchiedenes............„ 25,— —„ 277,96 Bekleidumng.................„ 400,— Arzt und Apotheke...............„ 25,— Thietarztt...„ 10,— Verſchiedenes.....„ 22,96 Zinſen von geliehenem Geld, Mt. 4000 zu 5 5 pCt..„ 200, Im Ganzen.. Mk. 2474,97 C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen... Mk. 3361,97 Die Ausgaben betrugen...„ 2474,97 Ueberſchuß.. Mk. 887,— IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag Erlös aus verkauften Producten.... Ml. 3361,97 Werth der für die Familie aus der Wirthſchaft entnommenen Producte(1400.—278)...........„ 1122, Summe.Mk. 4483,97 B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 4000 à 4 pet.. Mk. 160,— Verſicherungsprämie.....„ 4,91 Abttzung 0,75 pGt......„ 390,— Inſtandhaltung.........„ 30,— — Mk. 224,91 2. Kapital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 2394 à 4 pGt.... Mk. 95,76 Verſicherungsprämie 2 ½ pGt.....„ 590,85 Abnutzung reſp. Ernenerung.....„ 115,— —„ 270,61 zu übertrag3en.. Mk. 495,52 ——————————Q— 00 — ◻☛ 00 l. ½ 10 41 12 13 — 52— Uebertrag. Mk. 495,52 „Kapital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 1167 à 4 pGt.... Mk. 46,68 Verſicherungsprämie 0,2 pGCt.....„ 2,33 Erneuerung und Inſtandhaltung, wirkliche Ausgabe......„ 193,— „ 242,01 .Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals: 50 pCt. der baaren Ausgaben Mk. 1237,49 à 6 pCt..„ 74,25 .Hagelverſicherungsprämie 0,90 pCt. vom Werth der Getreide⸗ Ernie Mt. 1756.......... M. 15,30 Wein Mk. 1544 à 3 pCt........„ 146,32 „ 62,12 Feuerverſicherung der Producte.., 17,97 „Steuern und Umlagen(excl. Einkommenſteuer).....„ 60,06 Kiaftfutter...„ 183,70 .Künſtlicher Dunger..............„ 150,— Heizung und Beleuchtung 25 pCt. der Geſammtausgabe..„ 17,90 .Thierarzt........„ 10,— Arbeitslohn für die fünf erwachſenen Perſonen der Familie: Vater und die 2 älteſten Kinder... Mk. 900,— die zwei jüngeren Kinder......„ 500,— —XP?Y o„ 1400, (Die Familie arbeitet ſehr fleißig). Verſchiedenes................ 2„ 14,44 Summa Mk. 2727,97 C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 4483,97 Die Productionskoſten betragen.„ 2727,97 Bleibt Reinertrag.. Mk. 1756,— Dazu den Werth der Wohnung.„ 100,— ſo berechnet ſich der Reinertrag auf.. Mk. 1856,— Das Grundcapital iſt incl. Obſtbäume geſchätzt..... Mk. 18180,— Dazu den Kapitalwerth des Pachtfeldes mit......„ 12750, ergibt ſich Grundcapital im Ganzen..„ 30930,— Hiervon 1856 Mk. Zins, beträgt die Grundrente plus Unternehmergewinn rund 6 pCt. —11 Anlage III. Gemeinde Zornheim. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines Taglöhnergütchens von 1,58 Hectar. Der Beſitzer iſt verheirathet, 48 Jahre alt, Vater von 4 Kindern, 2 Söhnen von 17 und 2 Jahren, 2 Töchtern von 12 und 5 Jahren. Der älteſte Sohn hilft in der Wirthſchaft und geht auch auf den Taglohn. Die Frau verſieht die Haus⸗ haltung und ernährt im Sommer die Kuh durch Gras, welches ſie auf Aeckern, Weinbergen und Rainen ſucht. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden. 1,09 Hectar Ackerland 1 3 049„ Weinberg Steuercapital 52,8 fl. mittlerer Kaufwerth Mk. 6440,— (in 15 Parcellen mit 22 Obſtbäumen). B. Gebände. 1 Wohnhaus mit Scheuer und Stallung. C. Viehſtand. „ 3000,— 1 Kuh..... 2 mittlere Maſtſchweine.... (Werth für die Zeit, die ſie da ſind.) 11 Hühner...........„ 16,50 .— P„ 396,50 zu übertragen.. Mk. 9836,50 5³ Mk. 300,— / 80, — 54— Uebertrag.. Mk. 9836,50 D. Todtes Inventar. 1 alte Windmühle......... Mk. 12,— Handgeräthe incl. Säcke........„ 16,— 1 Traubenmühle..........„ 15, 3 Bütten............„ 35,— 4 große und 3 kleine Faß......„ 200,— 1. Gelter..........„ 30,— Hausrath incl. Kochgeſchirr......„ 30,— --„ 338,— E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital ſiehe Rentabilitätsberechnung...... 455,22 Werth des Beſitzes.. Mk. 10629,72 Inventar der engeren Familienwohnung ca. Mk. 1100. 2 II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Die Bewirthſchaftung iſt die im Allgemeinen ortsübliche und richtet ſich der Anbau weſentlich nach den Bedürfniſſen der Haus⸗ und Viehhaltung. Der Anbau und Naturalertrag der Früchte ſtellt ſich ungefähr folgendermaßen: Getreide— 8 3 5 5 5 2 2 5 8Z Anbaun l⸗⸗as Centne r. Lit. Korn 0,27 Hectar 11 24 Gerſte...... 0,25„[1174 10 Kartoffeln..... 0,25„——[64 Rüben..... O,070»—— 68 Cdlec....... 0,25„———— 45 Stoppelrüben.... 0,04„===— 146 Obſt..“ 8 Wein 0,49„-=I== P 2000 Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich demnach annähernd pro ¼ Hectar: bei Korn auf 10 Ctr. Körner, 24 Ctr. Stroh, 2 Gerſte 2 11,4 2 2 10 2 2 „ Kartoffeln„ 64„ Knollen im Ganzen, 22 72 000 bei Rüben auf 225 Ctr. Rüben, „ Klee„ 45„ Heuwerth, „ Stoppelrüben, 90„ Rüben, „ Wein„ 1020 Liter mit Hefe und Trub. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich pro Jahr 2100 Liter, pro Tag 5,75 Liter. Schweine. 2 Maſtſchweine mit durchſchnittlich 160 Pfd. Schlachtgewicht. Geflügel. Etwa 750 ECier. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Korn 0,27 Heclar...... 1 Ctr. Pfd. Gerſte 0,25„ 1G. S...„ 90„ Kartoffeln 0,25„..... 6„ 40„ — Fſpar Klee 0,25„ jedes Jahr die dulfte—. 0 3 Vheniel Rübſamen 0,07„......—=— ,„ 455„ Künſtlicher Dünger... 5 Weinbergspfähle 500 Stück und 4 Ctr. Kornſtroh zum Heften. Für den Viehſtand. Korn 2 Ctr. den Schweinen, Gerſte 2„„ Hühnern, Kartoffeln 32„„ Schweinen, Klee 45„ Heuwerth der Kuh, 20„„„ in Form von Gras und Wein⸗ bergslaub, welches die Frau im Sommer auf dem Felde ſucht, Stroh 30„ „ 10„ Abfälle und Stoppeln, die durch Frau und Kinder ebenfalls auf dem Felde geſucht werden, Rüben 84 2 Milch 800 Liter gerahmt den Schweinen, Kleien, eignes Mahlgut, 3,85 Ctr. „ zugekauftes„ 2,75„ 2 22 4 2 Viehſalz 2 — 56— Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt demnach ungefähr...... ...... Mk. 472,— Der Werth der aus dem Viehſtand erzielten Producte be rechnet ſich im Ganzen auf ungefähr...........„ 438,55 Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Producte noch durch den Stallmiſt zu decken ſein.. Mk. 33,45 Die Stallmiſt⸗Production berechnet ſich nach der Trockenſubſtanz des Futters und Streuſtrohs und nach Abzug des Gewichtsverluſtes durch Lagern auf rund un⸗ gefähr 185 Centner und koſtet mithin pro Ctr. 18 Pf. mit Zinſen und Verpflegungs⸗ koſten etwa 21 Pf.(Der Verdienſt, welcher der Frau für die Zeit gerechnet werden muß, in welcher ſie allein und mit den Kindern Gras und Wingertslaub und ſonſtige Abfälle für die Kuh zu Futter und Streu ſammelt, kommt in der Rentablitätsbe⸗ rechnung zum Ausdruch). Für die Familie. Korn 10 Ctr., ab 2,75 Kleie, bleiben. 7,25 Centner Gerſte 4, u 1,10 7, 1 1 3 2,90 1 Korn, zugekauft, 10 Ctr., ab 2,75 Kleie, bleiben........... ,25„ Weizennnehl......... 3, Re Kartoffel........... 25,60„ Fleiſch.. 3,15 Pfund Goavon 303 Pfund ſelbſt producirtes Schweinefleiſch inel. Wurſt excluſive Schmalz und 12 Pfund zugekauftes Rindfleiſch.) Schinalz......... 17 Pfund Butter........... 63„ Kaffee und Cichorien....... 52„ Zucker...... 26„ Sal;........M.. 115„ Obſt............ 800„ Eier 450 Stück Milch, 300 Liter Vollmilch, 900 Liter abgerahmte. Trinkwein 600 Liter. Zur Herſtellung des Trinkweins werden verwandt 160 Liter Trub und Moſt und 1 Centner Zucker. Es berechnet ſich demnach der Verbrauch der Familie, die 2 kleinen Kinder als eine Perſon gerechnet, alſo 5 Perſonen pro Kopf und Tag: 558 Gramm Getreide, 701„ Kartoffeln, 86„ Fleiſch, 1 Moſt als — 57— 4,9 Gramm Schmalz, 17,2„ Butter, 14„ Kaffee und Cichorien, 7„ Bucker, 30„ Salz, 0,65 Liter Milch, 0,33„ Wein. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich Mk. 810 und täglich Mk. 2,23(pro Kopf ca. 45 Pf). Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee, Brot mit Butter, Käſe oder Latwerge. Zweites Frühſtück: Brot mit Käſe, manchmal Butter. Mittageſſen: Suppe, Gemüſe und Fleiſch, 2 mal wöchentlich Mehlſpeiſen. Vesperbrot: Brot mit Käſe, Wein. Abendbrot: Suppe oder Salat, Kartoffeln, Dickmilch, manchmal Fleiſch, Wein. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 4,5 Gtr. Gerſte à Mk. 8,50... Mk. 38,25 100 Pfd. Butter à Mk. 85 Pf......„ 85,— Je 1 ⁄ Jahr 1 Kalb à Mek. 30......„ 20,— Gier 300 Stück 3 6 Pf.........„ 1835 1640 Liter Wein à 33 Pf.........„ 541,20 Verdienſt im Taglohn des Mannes.....„ 159,— 2 2„„ Sohnes..... 2 75,— Im Ganzen.. Mk. 936,45 B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Grund⸗ und Gebäudeſteuern.... Mk. 13,44 Einkommenſteuern....„ 7,84 Gemeindeſteuern........„ 14,76 —— Mk. 36,04 Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe.........„ 40,— Unterhaltung des todten Inventars: Schmied(Handgeräthe). Mk. 14,— dem Küfer.......„ 12,— füx Hansrath..........„ 25,— Weinbergspfähle.........„ 21,— —— 1 72,— zu übertragen.. Mk. 148,04 Uebertrag Inſtandhaltung des Inventars der engeren Familienwohnung. Verſicherungs⸗Prämien: Für Gebäude Für Inventar und Producte Inſtandhaltung des Viehſtandes: Kuhremonte pro Jahr 2 Schweine als Ferkel gekauft.. Fuhrlohn... Diverſe Samen Klee und Rüben u. 8 w) Künſtlicher Dünger, 5 Ctr à Mk. 4,20. Zukauf von Kraftfutter: Kleien 4 Ctr. à Mk. 5,25. Von gekauftem Korn 2,75 Ctr. à Mk. Viehſalz 2 Ctr. à 4,60. Heizung und Beleuchtung: Kohlen 40 Ctr. à 70 Pf... Petroleum 26 Liter à 24 Pf. Zukauf von Nahrungsmitteln: 3 Ctr. Weizenmehl.. 10„ Korn als Mehl gerechnet (Kleien ſind oben Vreihnr) 12 Pfund Rindfleiſch. 52„ Kaffee und Cichorie. 26„ Zucker. 115„ Salz. 1 Ctr. Zucker(Trinkwein). Bekleidung. Arzt und Apotheke Thierarzt.. Zinſen von Mk. 260 Sulb: à 5 v6 Verſchiedenes. 1 Mk. 3,91 7 Mk. Mk. Im Ganzen 5,30 21, 15,81 9,20 28, 6,24 60,— 69,19 7,20 48,36 13,52 11,50 37,— 2 2 2 Mk. 148,04 50, 9,21 56,01 34,24 Mk. 911,45 04 21 01 24 — 59— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. S Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Die Einnahmen betrugen im Ganzen. Mk. 936,45 Die Ausgaben betrugen im Ganzen..„ 911,45 Bleibt Ueberſchuß Mk. 25,— IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag. Erlös aus verkauften Producten. Werth der für die Familie aus der winhſchaft entnonmmenen Producte(810— 266)..... Im Ganzen B. Productionskoſten. .Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 3000 à 4 vit Mk. 120,— Verſicherungsprämie... 1ee s) Se 3,91 Abnutzung 0,75 pGt...„.„ 22,50 Inſtandhaltung......„ 40, .Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 396,50 à 4 pCt.... Mk. 15,86 Verſicherungsprämie 2 ½ pCt...„ 9,91 Abnutzung reſp. Erneuerung......„ 62,— .Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 338 à 4 pCt..... Mk. 13,52 Verſicherungsprämie...„ 1,30 Erneuerung und Inſtandhaltung„ 172,— 50 pCt. der hürlichen Baarausgaben= Mk. 455. Davon 6 pCt... .Hagelverſicherungsprämien: Feldfrüchte Mk. 240 à 0,90 pCt.... Mk. 2,16 Wein Mt. 594 3 3 pCt.......„ 17,89 .Feuerverſicherung der Producte .Steuern und Umlagen ohne Einkommenſteuer Kraftfutter. Künſtlicher Dünger zu übertragen Mk. 702,45 1 544, .Nr. 1246,45 Mk. 186,41 2 187770, „ 86,82 „ 27,30 „ 109,98 „ 4,— „ 28,20 „ 46,01 2 21,— Mk. 507,49 Uebertrag.. Mk. 507,49 10. Heizung und Beleuchtung(⁰½¼ der Ausgabe).......„ 8,56 2 3,— 11. Thierarzt... 12. Arbeitslöhne: Fuhrlohn(jehr billig)........ M. 82,— Mann........„ 170,— Sohn...........t..„ 125,— Frecu..„ 120, — 1497, 13. Verſchiedenes................„ 15,40 Mk. 1031,45 C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 1246,45 Die Productionskoſten betragen.„ 1031,45 Bleibt Reinertrag.. Mk. 215,— Dazu den Werth der freien Wohnung mit 70 Mk., ſo ergiebt ſich ein Rein⸗ ertrag von 285 Mk. Das Grundeqpital incl. Obſtbäume beträgt 6440 Mk., mithin berechnet ſich eine Grundente von 4,42 pCt. Bei dieſer hohen Rente iſt einmal der Fleiß der Familie im Allgemeinen, be⸗ ſonders der Frau, die die Hälfte des Jahres die Kuh durch Futterſuchen u. ſ. w. er⸗ nährt, entſcheidend, und der im Verhältniß klein angeſchlagene Arbeitslohn; mit in Betracht kommt auch der äußerſt billige Fuhrlohn, der in Zornheim üblich iſt, und der dem Feldſchütz, welcher ſein Amt an 2 Tagen in der Woche bekleidet, trotzdem gute und vielleicht oft noch billigere Arbeit als gewöhnlich ſichert. ‿— Bericht über die landwirthſchaftlichen Verhältni ſfe der Gemeinde Ober⸗Hilbersheim, Rr. Oppenheim, erſtattet von Adam Gaul in Horrweiler. ——; Allgemeines. Das Dorf Ober⸗Hilbersheim liegt auf einem Höhenplateau zwiſchen dem Wiesbach und dem Selzbach und bildet zwiſchen dieſen beiden Waſſerläufen die Waſſerſcheide. Dieſes Höhenplateau bildet eine Ebene, welche von Norden nach Süden eine Länge von 13 bis 14 Kilometer hat und zwar von der Waldecke bei Ober⸗Ingelheim und der Jacob⸗Capelle bei Ockenheim bis an die Höhe von Vendersheim, die Breite beträgt circa 10 Kilometer, berechnet von der Napoleonshöhe bei Sprendlingen bis zu dem Jugenheimer Knopf. Die höchſten Punkte dieſes Plateaus ſind der Giebel bei Aspisheim mit 262 Meter und die Napoleonshöhe bei Sprendlingen mit 261 Meter über dem Meeresſpiegel; dieſe Höhenpunkte ſind neben dem Eichelberg bei Fürfeld und der Höhe bei Alzey, die dritthöchſten Höhen des wellenförmigen Hügellandes der Provinz Rheinheſſen. An den aufſteigenden Seitenflächen dieſes Hügellandes findet man die herrlichſten Wein⸗ berge angelegt. Je nach der Lage werden hier ganz vorzügliche, mitunter allerdings auch geringere Weine producirt. Wir nennen die Orte Zotzenheim, Welgesheim, Horrweiler, Aspisheim, Dromersheim, Ockenheim, Gau⸗Algesheim, Appenheim, Ober⸗Ingelheim, Winternheim, Bubenheim, Engelſtadt, Jugenheim, Partenheim, Ober⸗ und Nieder⸗ Saulheim, Wörrſtadt, Vendersheim, Wolfsheim, St. Johann und Sprendlingen. Alle dieſe Orte begrenzen mit ihren Weinbergen die Höhen dieſes Hügellandes. 1⁴ Der Ort Ober⸗Hilbersheim liegt ſozuſagen in der Mitte dieſer Hochebene und wird von der Staatsſtraße Bingen⸗ Wörrſtadt⸗ Oppenheim durchſchnitten, ebenſo läuft eine Staatsſtraße von Gau⸗Algesheim nach Ober⸗Hilbersheim. Ober⸗Hilbersheim liegt von Bingen 3 Stunden oder 15 Kilometer, von Wörrſtadt 2 Stunden oder 10 Kilometer, von Oppenheim 6—7 Stunden oder 30— 35 Kilometer, von Mainz 5 Stunden oder 25 Kilometer entfernt. Als Haupteiſenbahnſtation iſt Gau⸗Algesheim zu nennen, dieſelbe liegt 7 ½ Kilometer von Ober⸗Hilbersheim entfernt an der Mainz⸗Binger Linie, Sprendlingen liegt an der Bingen⸗Alzey⸗Wormſer Linie und iſt auf dem Feldweg in circa einer Stunde zu erreichen, während man auf der Staatsſtraße 2 Stunden dazu gebraucht. Die Station Wörrſtadt liegt an der Mainz⸗Alzeyer Linie und iſt circa 9 Kilo⸗ meter von hier entfernt. Von dieſen drei Eiſenbahnſtationen iſt Gau⸗Algesheim die wichtigſte für Ober⸗ Hilbersheim, indem die meiſte Frucht hier ihre Verladung findet, und von hier die meiſten landwirthſchaftlichen Bedürfniſſe wie Kohlen, Pfähle ꝛc. bezogen werden. Bei der letzten Volkszählung ergab ſich für Ober⸗Hilbersheim eine Bevölkerungs⸗ zahl von 872 Seelen, wovon ⅛ oder 637 evangeliſch und 227 katholiſch ſind. Juden gibt es hier nicht. Die Einwohnerſchaft iſt angeſeſſen, Auswanderung hat ſchon lange keine ſtatt⸗ gefunden. Eigenthümlich iſt, daß die Männer ſich Frauen von auswärts nehmen, während die Mädchen des Ortes ſich wieder in auswärtige Gemeinden verheirathen. Nach der Parcellenvermeſſung vom Jahre 1865 iſt der Flächeninhalt der Gemarkung folgender: a. Hofraithegründe...... 5 Hectar 9 Ar. b. Gärten........ 3„ 50„ e. Ackerfeld..... 683„ 37,5„ d. Wieſen.., 67,5„ e. Weinberge.......„=„ f. ſonſtige Culturarten—„ 20„ g. Wald........ 30„ 7,5„ h. Unbeſteuerbare Flächen... 15„ 52,5„ 738 ctar 44 Ar oder 2954 Morgen. ve Dieſe Geſammtgemarkung beſteht heute aus 4365 Parcellen, wovon 3867 auf die Gemärker und 498 auf die Forenſen kommen. Neben dieſem Eigenthum in der Gemeinde Ober⸗Hilbersheim ſind die Einwohner daſelbſt in den Gemarkungen von St. Johann und Sprendlingen mit Ackerland und Weinbergen begütert. Bei näherer Feſtſtellung der Größe des Grundbeſitzes, in welcher die Gemeinde Ober⸗Hilbersheim in den Gemarkungen St. Johann und Sprendlingen betheiligt iſt, wurden wir von Großh. Steuercommiſſariat Bingen mit dem Bemerken abgewieſen, daß es hierzu keine Zeit habe. 6 1 1f er id de t, n, Außer dieſem Beſitze in St. Johann und Sprendlingen ſind noch viele Bürger in angrenzenden Gemarkungen mit Weinbergen begütert. Die directen Steuern für die Gemarkung Ober⸗Hilbersheim betragen pro 1884/85 9099 Mk. 42 Pf., wovon auf die Ortseinwohner 8345 Mk. 40 Pf. und die Aus⸗ märker 754 Mk. 02 Pf. kommen. An Communalſteuern hat die Gemeinde Ober⸗Hilbersheim für 1884/85 11,269 Mk. 22 Pf. zu erheben. Letztere betrugen für 1875: 6816 Mk. 77 Pf. und für 1880: 9463 Mk. 54 Pf. Die Normalſteuercapitalien für Ober⸗Hilbersheim betragen 29407,4 fl., davon kommen auf die Ortseinwohner 26934,3 fl., auf die Ausmärker 2513,1 fl., an letzterem Betrage iſt das Domgut mit 1164,1 fl. betheiligt, ſo daß auf die weiteren Ausmärker 1349 fl. kommen. Die Gemarkung iſt beſetzt mit: 1295 Aepfelbäumen, 459 Birnbäumen, 1357 Zwetſchenbäumen, 124 Kirſchenbäumen, 10 Aprikoſenbäumen, .15 73 Wallnußbäumen. Grundeigenthum beſitzt die bürgerliche Gemeinde 2225 Quadratmeter Ackerland, welche einen jährlichen Pacht von 11 Mk. 50 Pf. erbringen. Der Viehſtand iſt nach der Viehzählung vom Jahre 1883 folgender: 72 Stück Pferde 39 Kälber bis zu 6 Wochen alt 107 Kälber von 6 Wochen bis ½ Jahr alt el: 3 Zuchtbullen 499 Stück Rindvieh. 350 Kühe 144 Schweine 129 Ziegen. Frage I. a. Welche Bodenverhältniſſe zeigt die Gemarkung, welchen Character hat das Klima und wie iſt hiernach im Allgemeinen die Fruchtbarkeit der Ländereien; iſt letztere ſehr günſtig, mittel oder gering? b. In welchem Verhältniß ſtehen die verſchiedenen Arten des Kulturlandes— Acker, Wieſen, Weiden, Rebland ꝛc.— zu einander und iſt dieſes Verhältniß im Allgemeinen als ein wirthſchaftlich günſtiges zu bezeichnen? c. Welches ſind die hauptſächlichſten Producte der Landwirthſchaft, bezw. welche Productionsrichtungen machen ſich im landwirthſchaftlichen Betriebe der Gemeinde vorzugsweiſe geltend? d. Iſt der landwirthſchaftliche Betrieb im Allgemeinen ein rationeller zu nennen, oder haften ihm weſentliche Mängel an und welche? Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weit gehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang im Zuſammenhang? a. Der Boden in der Gemarkung von Ober⸗Hilbersheim beſteht aus einem leichten Lehmboden, der jeweilig in dem Untergrunde mit Sandadern durchſchnitten iſt, ſo daß die Qualität des Bodens mehr oder weniger von dieſen Sandadern abhängig iſt. Man unterſcheidet in der Qualität des Bodens: 1. ſatziges Feld, 2. gutes Ackerfeld und 3. leichtes Feld. Das ſatzige Feld findet ſich meiſtens in der Nähe des Dorfes in der Rich⸗ tung nach Nieder⸗Hilbersheim zu, jedoch trifft man ſolches auch in anderen Ge⸗ wannlagen der Gemarkung. Daſſelbe iſt humusreich und tiefgründig, daher am er⸗ tragreichſten. Das gute Ackerfeld findet ſich durch die ganze Gemarkung vor, und hat bei etwa 3 Meter Tiefe einen mehr lehmigen Untergrund. Das leichte Ackerfeld iſt in verſchiedenen Gewannlagen anzutreffen, hat eine Ackerkrume von geringer Tiefe mit ſandigem oder kieſigem Untergrund. In der Richtung nach Süd⸗Oſten oder nach Engelſtadt findet man bei 4 bis 5 Meter Tiefe Kalkſtein und auch größere Sandlager, welche das Baumaterial für die Aufführung der landwirthſchaftlichen Gebäude abgeben. Der Boden iſt leicht zu bebauen und iſt 30 bis 40 Centimeter tief cultivirt. Der Boden iſt kleefähig und wird hauptſächlich Eſparſette mit Rothklee, in letzter Zeit jedoch mit mehr Luzerne bepflanzt. Die Eſparſette iſt die Hauptkleeart. Luzerne wird für ſich allein nur in einzelnen Parcellen angebaut, hält jedoch nur 3 bis 4 Jahre, dann geht ſie auffällig im Ertrage zurück. Das Terrain iſt eben, ſteigt jedoch von dem Orte Ober⸗Hilbersheim langſam nach allen Richtungen hin, mit Ausnahme nach dem Orte Nieder⸗Hilbersheim. Hier bildet ſich eine Thalmulde, in welcher das ſich ſehr reichlich vorfindende Quellwaſſer durch ein Bächlein, das in ſeinem Laufe 7 bis 9 Mühlen treibt, nach dem Rheine abfließt. Von Ober⸗Hilbersheim bis nach Nieder⸗Hilbersheim zieht ſich in dieſer Thal⸗ mulde neben dem Bächlein nach Oſten zu ein kleines Wäldchen hin, welches mit Tannen, Eichen, Buchen, Haſſeln ꝛc. bewachſen iſt. Ebenſo zieht ſich nach Nord⸗ Weſten zu neben dem Bächlein ein kleiner Wieſengrund, der jedoch häufig durch Gehölz unterbrochen und ſumpfig iſt, daher kaum einen Ertrag gewährt. Das Klima iſt, da alle Windrichtungen über die Hochebene ſtreichen können, im Früh⸗ und Spätjahr kühl, im Winter kalt und im Sommer, wo gewöhnlich ein ſanfter Luftzug weht, ein ſehr angenehmes. Die Fruchtbarkeit der Ländereien iſt hiernach im allgemeinen als eine mittlere zu bezeichnen. Da aber in der Gemeinde viel Futter gebaut und hierdurch viel Dung producirt wird, ſo daß alle Felder reichlich gedüngt werden können, ſo iſt der Boden⸗ unterſchied für den zufällig kommenden Fremden nicht auffällig und es muß ein Fremder ſchon längere Zeit in der Gemeinde anſäſſig ſein, wenn er bei dem Ankauf von Grundſtücken den richtigen Werth dafür bezahlt. b. Es gibt in der Gemarkung von Ober⸗Hilbersheim nur ein eigentliches Cultur⸗ land, das Ackerland, da von dem Ertrage des kleinen Wäldchens und der verſumpften wenigen Wieſen keine Rede ſein kann. Gartenland wird nur ſo viel cultivirt, als für den eignen häuslichen Bedarf nöthig iſt. Wir haben es alſo in Ober⸗Hilbersheim mit einer rein ackerbautreibenden Bevölkerung zu thun. Weinbau wird wohl getrieben, die Weinberge liegen jedoch außer der eignen Gemarkung. c. Die hauptſächlichſten Bodenproducte der Landwirthſchaft ſind Kleeheu, Getreide und etwas Wein. Vom Getreide wird in erſter Linie Roggen, Gerſte, Hafer und Weizen gebaut. Der Obſtbau iſt ein geringer zu nennen und könnte beſſer betrieben werden. Normale Erträge finden nur in geſchützten Lagen ſtatt, während die Straßenbäume und die Bäume auf den Höhen nur ſelten einen Ertrag liefern, nur in außergewöhnlich reichen Obſtjahren. Da beſſere Sorten nicht gedeihen, ſo muß faſt nur ſaures Obſt gepflanzt werden, welches keinen großen Werth hat und auch wegen zu weiter Ent⸗ fernung von der Eiſenbahn durch die hohen Transportkoſten im Preiſe zurückgehalten wird. Der Ertrag aus den thieriſchen Producten dürfte auch beſſer ſein. Die Milch wird verbuttert und von Aufkäufern nach Mainz, Bingen, Wiesbaden ꝛc. verbracht. Die Sauermilch wird ausgepreßt und zu Handkäſe verarbeitet, oder die gepreßte Milch wird von Aufkäufern zur Käſefabrikation nach Mainz verbracht. Viele Sauermilch wird zur Fütterung und Mäſtung der Schweine verwendet. Von dem Rindvieh wird viel gemäſtet und an die Metzger verkauft. Häufig findet auch der Tauſch zwiſchen Geltvieh und tragbaren Rindern, oder friſchmelkendem Vieh ſtatt. Die Viehzucht muß man immer noch als eine mangelhafte bezeichnen, da man alle Viehraſſen in der Gemeinde antreffen kann. Von Schweinen werden nur ſehr wenige in der Gemeinde ſelbſt gezogen, ſondern ſie werden von den Händlern angekauft. Schweinemaſt findet nur hauptſächlich für den eignen Bedarf ſtatt; an Metzger werden nur wenige verkauft. Die Bewirthſchaftung des Ackerlandes iſt eine freie, jedoch wird im Allgemeinen folgende Fruchtfolge eingehalten: . Roggen, gedüngt, .Kartoffel, Weißrüben ꝛc., .Gerſte mit Klee, Klee, ein⸗ oder zweijährig, „Weizen oder Roggen, gedüngt, .Hafer, auch Weizen ꝛc. Häufig wird bei dem kleineren Landwirthe eine eigentliche Fruchtfolge nicht ge⸗ funden, indem ein Jeder nach dem Kraftzuſtande ſeines Ackers denſelben gerade bebaut, wie er es für gut findet. d. Der landwirthſchaftliche Betrieb iſt im Allgemeinen kein rationeller zu nennen, indem man noch viele Landwirthe trifft, die mit ihrer Bebauung des Ackerlandes ober⸗ flächlich verfahren. Die Einwohner von Ober⸗Hilbersheim ſind wohl ſehr fleißig und thätig und gehen mit einem Eifer und einer Luſt an die Arbeit, daß es ein Ver⸗ gnügen für den Zuſchauer iſt. Der Eine ſucht den Andern durch Fleiß und Raſchheit der Arbeit zu überbieten; es iſt Grundſatz raſch zu arbeiten, was jedoch häufig auf Koſten der Qualität der Arbeit geſchieht; denn wer ſchlecht pflügt, der ſchlecht wiegt. Die Grundſtücke ſind meiſtentheils durch Feldwege zu erreichen, wo dies nicht der Fall iſt, geſchieht es nach dem alten Herkommen des Angewenderrechts. Nur wenige Felder gibt es die nicht gut zu erreichen ſind. Die Bauern von Ober⸗Hilbersheim ſuchen ſo viel als möglich ihre Parcellen zu vergrößern. Bei Theilungen wird höchſt ſelten ein Acker in 2 oder 3 Theile ge⸗ theilt. Wo dies der Fall iſt, ſo ſucht man durch Kauf oder Tauſch die Parcellen wieder zu vergrößern. Man trifft viele Parcellen an die mehr als ein Hectar groß ſind. Dem Futterbau wird eine große Aufmerkſamkeit geſchenkt, insbeſondere wird Klee, Hafer mit Wickfutter, Weißrüben, Gelbrüben, Dickwurz und Kartoffeln gebaut. Alle dieſe Futterpflanzen gedeihen hier vorzüglich. Der Klee wird theils grün, theils als Heu verfüttert, während die Wurzelgewächſe im Allgemeinen roh verabreicht werden; auch gibt es viele Wirthſchaften, wo dieſelben entweder in Dampfkeſſeln oder in gewöhnlichen Töpfen gekocht und dann dem Vieh in gekochtem Zuſtande verabreicht werden. Der Futterbau ſteht im Verhältniß zum Getreidebau wie 1:3. Die Viehzucht ſteht ziemlich im Verhältniß zum Futterbau; in futterreichen Jahren wird mehr und in futterarmen Jahren weniger Vieh gehalten. Im Allgemeinen iſt jedoch zu conſtatiren, daß im Verhältniß zum Futterbau eher zu viel, als zu wenig Vieh ge⸗ S Od d = — 7— halten wird; weiter muß bemerkt werden, daß die Ernährung keine normale iſt, indem dem Rindvieh im Winter ſelten oder gar kein Heu verabreicht wird. An Kraftfuttermitteln, als Rapskuchen, Palmkuchen, Weiß⸗ oder Roggenkleien, wird faſt in allen Wirthſchaften zugekauft, es dürfte jedoch darin noch viel mehr geſchehen. Die Gemeinde hält bei 350 ſprungfähigen Kühen und etwa 50 ſprungfähigen Rindern 3 Faſſelochſen, wofür ſie jährlich 960 Mk. aus der Genmeindekaſſe bezahlt. Die Nachzucht des Rindviehes iſt im Allgemeinen keine große. Viel Vieh wird durch Handelsjuden in die Gemeinde gebracht. Es iſt ſchlimm, daß die Landwirthe noch kein richtiges Verſtändniß von der Viehzucht und Viehhaltung haben. Man trifft in den einzelnen Ställen Glan⸗, Donnersberger⸗, Vogelsberger⸗, Württemberger⸗, Schweizer⸗ und die verſchiedenartigſten Racen an, es mangelt ein einheitlicher Plan in der Viehhaltung. Die Viehzucht dürfte in hieſiger Gemeinde der wundeſte Fleck ſein, woran die Landwirthſchafttreibenden leiden. Der Viehhandel iſt ziemlich bedeutend und wird von auswärtigen Handels⸗ juden beſorgt. Die meiſten Schulden entſtehen durch den zu häufigen Handel mit Rindvieh. Die Schweine werden meiſtentheils nur für den eignen Bedarf gemäſtet. Nur in kartoffelreichen Jahren werden auch welche an die Metzger nach Bingen und Mainz verkauft. Da jedoch die Fleiſchpreiſe in den letzten Jahren ſehr niedrig waren, ſo kam man von der Schweinemaſt immer mehr ab. Künſtliche Düngemittel werden ſehr viele verwendet, ſowohl bei der Herbſt⸗, als auch bei der Frühjahrsſaat. Ebenſo wird mit Jauche ſehr viel gedüngt. Der Behandlung des Düngers auf der Dunggrube wird ſehr viel Aufmerkſamkeit geſchenkt und nur wenige Wirthſchaften werden wohl zu finden ſein, wo kein Jauche⸗ behälter vorhanden iſt. Frage II. a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäßigen Landbau treibenden Bevölkerung? b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung einge⸗ treten? c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗ theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B. das geltende bäuerliche Erbrecht, die üblichen Syſteme des ehelichen Güterrechts oder der Zuſammenkauf von Grundſtücken? d. Iſt ein Theil der Gemarkung Allmendland und welchen Einfluß hat die Benutzung des letzteren auf die Lage der Bevölkerung? a. Die Bewohner von Ober⸗Hilbersheim ſind mit wenigen Ausnahmen faſt alle Grundbeſitzer. Haben ſie keinen eignen Beſitz, ſo haben ſie einen oder mehrere Aecker gepachtet. Die Gemeinde beſitzt 683,37 Hectar Ackerland, außer dieſen beſitzen die Bewohner einen großen Theil von der Gemarkung Sprendlingen etwa 1000 Morgen= 250 Hectar, ferner in der Gemarkung St. Johann Ackerland und Weinberge etwa 300 Morgen= 75 Hectar. In Summe 1008,37 Hectar. Nach der Aufnahme der Berufsſtatiſtik leben in der Gemeinde Ober⸗Hilbersheim 199 Haushaltungen. Es kämen ſomit auf eine Haushaltung rund 5 Hectar Land, welche hinreichen, die Bevölkerung auskömmlich zu ernähren. b. Die Frage VIII gibt ein Bild über die Vertheilung des Grundkbeſitzes. Der todten Hand gehören: 1. Domgut in Mainz........ 55,25 Hectar. 3. kath. Pfarrgut....... 27,50„ Summa. 82,75 Hectar. c. Die Beſitzvertheilung muß als eine günſtige bezeichnet werden, indem jeder Bürger mit Ackerland begütert iſt und der Beſitz der todten Hand wieder in der Ge⸗ meinde verpachtet iſt. d. Allmende gibt es hier nicht. Frage III. a. Welches ſind die durchſchnittlichen Preiſe für die einzelnen Boden⸗ qualitäten der verſ chiedenen Culturländereien(Acker, Wieſe, Weide, Wein⸗ berg 2c.), erſcheinen dieſe Preiſe beſonders hoch oder beſonders niedrig und auf welche Urſachen ſind die bezüglichen Erſcheinungen zurückzuführen? b. Welche Aenderungen in den Preiſen haben ſich in den letzten 5 Jahren vollzogen? er — 9— c. Pflegt ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften ſtattzufinden und liegt hierfür(ſ. a) ein berechtigtes Bedürfniß vor? a. Die verſchiedenen Bodenqualitäten des Ackerlandes laſſen ſich in 3 Gruppen theilen, wovon die beſte mit 50 Pfg., die mittlere mit 40 Pfg. und die geringere mit 30 Pfg. und weniger pro Quadratmeter bezahlt werden. Höhere Preiſe beruhen auf Liebhaberei der einzelnen Steigerer. b. Die Preiſe haben bei den letzten Verſteigerungen etwas angezogen. Die Steigerer ſind weniger die größeren, als wie die mittleren Bauern. c. Der Umſatz in Liegenſchaften iſt in den letzten Jahren etwas reger geweſen. Die Urſache liegt darin, daß mehrere von hier Weggezogene reſp. Verheirathete Liegenſchaften verſteigern ließen. Frage IV. a. Nehmen die Pachtgüter einen erheblichen Umfang ein und ſtehen die Pachtpreiſe im richtigen Verhältniß zu dem Kaufpreiſe der Ländereien einerſeits und zur Ausnutzungsfähigkeit derſelben andererſeits, eventuell welche Urſachen wirken ſteigernd auf die Pachtpreiſe ein? b. Welche Beſtimmungen gelten insbeſondere in Betreff der Dauer der Pacht, der Bezahlung der Steuern ꝛc., der Verſicherungsprämien, ſowie in Betreff vorzunehmender Meliorationen und etwaiger Pachtnach⸗ läſſe bei elementaren Unglücksfällen bei fiskaliſchem, ſtandesherrlichem und privatem Grundbeſitz? c. Wirken die üblichen ſonſtigen Pachtbedingungen beſonders er⸗ ſchwerend für die Pächter oder nicht? Pachtungen und Verpachtungen nehmen in der Gemeinde Ober⸗Hilbersheim einen immer größeren Umfang an, indem viele größere Grundbeſitzer ſich der Wirth⸗ ſchaftsführung durch Verpachtung entledigen. Die Urſachen hierzu dürften zu ſuchen ſein: 1. In der Qualität des Geſindes und in den hohen Löhnen deſſelben. 2. In der geringen Rentabilität des Ackerbaues. 3. In der allzugroßen Bequemlichkeit der Beſitzer. Die kleinen Bauern nehmen die Pachtungen an, indem ſie ſich hierdurch von dem Taglohne emancipiren und eine eigene, größere und ſelbſtſtändigere Wirthſchaft ermöglichen, bei der ſie immer mehr verdienen, als wenn ſie im Taglohn arbeiten. In der Gemeinde Ober⸗Hilbersheim ſind folgende Verpachtungen: 2⁴ — 10— Hectar. Namen der Verpachter. Betrag. Aeltere Verpachtungen. M. 59,25 WDomgut.............. 3938 4,50 Rath Bernhard............ 645 2,— Johanna Maria Partenheimer........ G.. 357 4,50 Anna Maria Bieſer..... 594 9,50 Familie Baun........ int 3 1202 2,— Magdalena Schibarz............ 244 78,75 89080 Jüngere Verpachtungen. 27,50] Katholiſches Pfarrant....... Kt i.aſeIe. 3139 9,75 Fritz Bernhard......... 1346 11,25 Frie Porth.... 1582 7.—Pöilipp Weinsheimer....... 1074 05,50 1 144,25......... Total......... 14121 Wie aus dieſer Berechnung hervorgeht, ſtellt ſich der Pachtzins zum Kaufpreis auf 2 ½ pCt des mittleren Kaufwerthes. b. Die Dauer des Pachtes iſt ſtets 9 Jahre, die Steuern zahlen die Verpächter, ohne eine Garantie zu übernehmen für Pachtnachläſſe für Hagelſchäden, Mißwachs, Mänſefraß ꝛc. c. Die Pachtbedingungen ſind im Ganzen für die Pächter günſtig, jedoch dürfte eine längere Pachtzeit, etwa 12 bis 15 Jahre, für Pächter wie Verpächter eine günſtigere ſein. Frage V. a. In welcher Weiſe pflegen die Landwirthe ihre Mobilien und Producte gegen Feuer, ihre Früchte gegen Hagel und ihren Viehſtand gegen Unfall zu verſichern? b. Hat die Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung Eingang in der Gemeinde gefunden, event. in welcher Weiſe und welchem Umfange? a. In der Gemeinde Ober-⸗Hilbersheim wird gegen Brandſchäden für Mobilien bei faſt allen größeren Feuerverſicherungen verſichert. Brände kommen ſelten vor. Das Rindvieh wurde vor etwa 20 bis 25 Jahren verſichert, man kam aber davon wieder ab. Gegen Hagelſchlag wird ebenfalls nicht verſichert. p. Lebens⸗ und Altersverſicherungen gibt es hier nicht. — 11— Frage VI. In welcher Weiſe befriedigen die Landwirthe in der Regel ihre Creditbedürfniſſe hinſichtlich des Real⸗ und des Perſonalcredits und welches ſind bei beiden Arten des Credites die gewöhnlichſten Darlehens⸗ bedingungen in Bezug auf Zeitdauer und Zinsfuß und werden dabei auch Amortiſationsfriſten(Güterziele) angewendet? Die meiſten Darlehen werden gegen Schuldſcheine aufgenommen. Der Zins⸗ fuß iſt in der Regel 5 pCt. Seit etwa 5 Jahren kommen kleine Leute, welche 300 bis 600 Mk. anleihen müſſen, zu der Spar⸗ und Leihkaſſe Alzey, wo ſie 5 pCt. Zinſen bezahlen und in 4 Terminen die Schuld abtragen können. Bauern, welche größere Kapitalien aufnehmen müſſen, nehmen hypothekariſche Einſchreibungen auf ihre Liegenſchaften. Zu erwähnen dürfte ſein, daß die Gemeinde bis vor circa 15 Jahren ſchulden⸗ frei war, aber durch den Bau zweier neuen Kirchen ſich eine Schuld von 110,000 Mk. ſchuf und ſich damit belaſtete. Frage VII. a. Wie ſtehen im Allgemeinen die Arbeits⸗ und Geſindelöhne in der Gemeinde, genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten oder ſind fremde Arbeiter nöthig und woher kommen letztere? b. Iſt für die landwirthſchaftliche Bevölkerung Gelegenheit zum Nebenverdienſt vorhanden, event. haben dieſe Nebenverdienſte(Arbeiten im Wald, Hausinduſtrie, Fabrikbetriebe, Fuhrweſen ꝛc.) eine beſondere Bedeutung für den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung und der Gemeinde im Allgemeinen? c. Gibt es Landwirthe in der Gemeinde, die mit Rückſicht auf den Umfang und die Rentabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes an ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen? a. Die Taglöhne berechnen ſich im Allgemeinen durchſchnittlich pro Tag mit Koſt: für den Mann auf... NRk. 1,— für die Frau auf.....„—,80. Ohne Koſt wird in der Regel das Doppelte bezahlt. — 12— An Geſinde werden bezahlt: für einen Knecht jährlich... Mk. 180— 240 für eine Magd jährlich...„ 150— 180 nebſt 10 reſp. 6 Mk. Trinkgeld, währendem der Knecht noch ein Paar Hoſen, oder ein Paar Gamaſchen bekommt. Man berechnet die Koſt mit dem dazu gehörigen Wein für den Knecht auf 300 Mk., für die Magd auf 250 Mk. Die ortsanſäſſige Bevölkerung genügt zur Zeit für den Geſindedienſt nicht, es muß fremdes Geſinde zugezogen werden. Taglöhner ſind hier genug vor⸗ handen. b. Für Nebenverdienſte iſt hier keine Gelegenheit, es ſei denn, daß die Tag⸗ löhner ſich im Winter in den Steinbrüchen beſchäftigen, was auf das Wohl und Wehe der Gemeinde ohne großen Einfluß iſt. c. Arbeitsſcheue Leute gibt es hier nicht. Frage VIII. a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt? b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehnt zugenommen? c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und Güterziele im All⸗ gemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rückſtände bekannt? d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf die Ver⸗ ſchuldung z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗ ſyſteme, unwirthſchaftlicher Ankauf von Grundſtücken zu hohen Preiſen, ungenügendes Betriebscapital, zu frühe Gründung eines eigenen Haus⸗ halts, Verſchwendung und nachläſſige Wirthſchaft, die Aufeinanderfolge ſchlechter Ernten u. ſ. w.? a. Die Schulden der Bevölkerung in der Gemeinde Ober⸗Hilbersheim vertheilen ſich nach den zu dieſer Frage VIII angefügten Anlagen. Nach Anlage A finden ſich daſelbſt 88930 Mk. Hypotheken⸗Einſchreibungen. 13— Nach Anlage B fallen auf die Landwirthſchaft allein treibende Bevölkerung 38020 Hypotheken⸗Einſchreibungen, oder 44,3 pCt., während nach Anlage D die Hypothekenſchuldenlaſt der Gewerbe mit Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung 50,910 Mk. oder 55,7 pCt. der Geſammthypotheken⸗Verſchuldung beträgt. Hieraus wäre wohl der Schluß zu ziehen, daß der Gewerbebetrieb mit Land⸗ wirthſchaft ſtärker mit Hypothekenſchulden belaſtet ſei, als wie die Landwirthſchaft allein. Nach näherer Kenntniß der Sachlage muß jedoch conſtatirt werden, daß dem nicht ſo iſt, ſondern daß die hier genannten Hypothekenſchulden zum größten Theile und zwar bis zu 12,000 Mk. oder 13,5 pCt. nur dem Gewerbe allein zuzuſchreiben ſind, ſo daß man ſagen kann, die Landwirthſchaft allein hat circa 75930 Mk. Hypo⸗ thekenſchulden, welche ſich nach Anlage A auf die genannten Gruppen vertheilen: Gruppe 1 mit 11230 Mk. mit 11 Perſonen 1 2 12170 1 1 9 1 1 3 1 14650 1 1 7 1 1 4 1 22880 1 1„ 5 1 11 5 1 28000 1„ 2 1 2 6 1 1„„„ 1 88930 Mk. mit 34 Perſonen. Die Kaufſchillingsſchulden konnten auch nur annähernd angegeben werden. Da die Güterverſteigerungen in den letzten Jahren ziemlich zugenommen haben und auf Grund dieſer Verſteigerungen Verkäufe von Häuſern und Ackerland figuriren, ſo ſind die Kaufſchillingsſchulden von ziemlicher Höhe in der Gemeinde Ober⸗ Hilbersheim. Nach Anlage A beziffern ſich dieſelben mit 113,540 Mk., oder 44,8 pCt. der Geſammtſchulden. Hieran participiren Landwirthſchaft und Gewerbe: Gruppe 1 mit 17 Perſonen und 8530 Mk. 2 16 2 72 14660 II 9)0 33270 2 18 2 2 34430 2 2 12 2 I/ 21850 2 2 1 2 I 80⁰0 2 93 Perſonen und 113540 Mk. Die Mobiliarverſchuldungen, oder die eigentlichen Privatſchulden, welche theils bei Privaten, theils bei Handelsjuden, theils bei der Spar⸗ und Leihkaſſe zu Alzey contrahirt werden, ſind auch hier im Großen und Ganzen der Landwirthſchaft allein zuzuſchreiben. Bei Aufſtellung dieſer Schulden mußte man mehrere Eingeweihte, namentlich Geſchäftsleute und Handelsjuden zu Rathe ziehen. Nach ſorgfältiger Prüfung des Materials konnte man nachfolgende Gruppen aufſtellen: II — ☛ 00 do — 14— Gruppe 1 mit 18 Perſonen und 6750 Mk. „„ 2 1 16 11 2 9400„„ „„ 3 1 16 1 2 20600 1 1 4 1 10 1 1 13500 2 „„ 5 7 2 2 1 1100„ 1 6„ 1 1„ 1 1 62 Perſonen und 51350 Mk. Wie aus dieſen Aufſtellungen hervorgeht, fällt auf die 3. und 4. Gruppe der höchſte Procentſatz ſämmtlicher Schulden. Der mittlere Bauer iſt demnach am ſtärkſten mit Schulden belaſtet b. Es muß eonſtatirt werden, daß die Hypothekenſchulden meiſtentheils aus früheren Jahren datiren. Die Kaufſchillingsſchulden ſind jedoch aus neueſter Zeit, während die Privatſchulden alten und neuen Datums ſind. c. Die Güterziele werden in der Regel pünktlich bezahlt, kommen hier und da Rückſtände vor, ſo werden ſie durch Aufnahme von Privatcapital gedeckt. d. Die Urſachen dieſer Verſchuldungen ſind zurückzuführen: a. bei den Hypothekenſchulden. Dieſe ſtammen größtentheils noch aus alter Zeit und wurden meiſtentheils bei geiſtlichen Fonds in Mainz aufgenommen. Da hier bei einer regelmäßigen Zins⸗ zahlung auf eine Rückzahlung weniger Bedacht genommen wird, ſo laſſen die Schuldner die Hypothek ruhig ſtehen und zahlen ihren Zins davon. Die Urſachen zur Aufnahme dieſer Hypotheken waren theils noch Kriegsſchulden, theils Herauszahlungen, welche Geſchwiſter an Häuſer⸗ und Ackerzielen gegenſeitig zu beanſpruchen hatten, theils Schulden, welche von ſchlechter Wirthſchaft hervor⸗ gerufen wurden. Die Hypotheken neueren Datums beruhen mehr auf Schulden, welche durch ſchlechte Wirthſchaft entſtanden und theils durch Unglücksfälle hervorgerufen wor⸗ den ſind. b. Kaufſchillingsſchulden. Dieſe treten hier ziemlich ſtark auf, die Urſache liegt jedoch darin, daß in letzter Zeit mehr als gewöhnlich zur Veräußerung kam. c. Privatſchulden. Die Aufnahme dieſer Schulden hat vielerlei Urſachen. Sie beſtehen theils darin, daß der Landmann mehr wie nöthig mit Handelsjuden Viehgeſchäfte macht, theils darin, daß nöthige Reparaturen an Gebänden zu machen ſind, ohne daß der Betreffende das nöthige Geld hierzu hat, theils in mangelndem Betriebscapital, theils in ungerechtfertigten Ausgaben aller Art. 15 089,99 991 92 066˙9 5— 10 6 aou n 03 081,66 ds 5((e 01 026,166 er 9 0I 6 002,801 9 4— 2 08˙80—5 9 6 088˙91—6 F I= 0 :pojnplaog 19˙01 00/001L 088˙9(c9'Ig 0 5.½ε11 086/88 975˙6856 0017 II 96,0 68,0 008, 008, 8 905So. 6s am n 05 09,6 20,08 066,00 001, 068,16 000,88 076/688 6, 9. 28/6 06,16 018,02 000,82 087,/8 088,36 068,0 ½ 06/89 55 0I 6 S,8I 00,6 066,89 009,06 016,88 0c9, † 082/,016 06,501 l. 3 28,81 26,† 085,98 00,6 099,† 02I,5 0f6,161 93 V 5 68˙93 Fr/OI 01993 00ʃ9 090ʃ8 085 II 919/911 00˙61 93 I=90 : roncplaog qu 611 20,001 038,8 cg'I fII 86˙88 976 6852 6— 0 8 81 96,0 68,0 008,— 008,— Os9,Ss e, houu n O5 rII 10,03 06,00 00 1T 08,16 000,85 001,696 ee, e. TL2 06,5 018,02 000,81 08 †, J8 088,66 091,26 COls d 0. e1,II 00,6 066,89 009,06 046,88 09, Os8f,†19 09,661ä1 6. 3 2†,5 28,⁵ 086,98 00†,6 099,†1 02L,3I 061,06 96 3 09˙03 Fr/O1 019˙93 0 9 089˙8 083,1I 961˙631 09ʃ6 08 1 490 F GS 8 0S 20 7 2 0 19O S011011 v p. uoaIn ſp. usainc; uacIncg. uoIngp. 17 uneuv 1b* ⸗. aIncp. onygo S 16g nni e vune ne nnvldH vnigolls öuzmipluvg npocgodäch Ju re 5s e wei 41p roge g V ujahsaaq&⸗aaq duαααρ aag u bundjncplaa alg aaqn Siaa puꝛ —— u ☛ - GOOS. S— GNS.— XS2 S „Bom ao0 in e N un0ac u u* noack un : uogajog up ge g. 010˙8 00919I 75 OQss, See, 5 081,661—,08 5 016,166 f 9 002,801 e 9 08†,86 6 9 0161 09 5 :pnGplang 6 †˙ 00˙0011 208˙071 09˙16 86*1 050⸗888 9890˙9611 19668 214 020 2⁰,0 008, 008,— 00†,601 Le I 19 68,66 006,66 009, 009,81 000,00 018,1*9 de r6,6 18,03 010,68 008, 088,03 088,6 006,886 ,sl 91 98,⁵' T6,58 099,† 001/65 090,36 000,11 060,818 95 05 16,11 81,11 001/F† 00½,9 000,6 00†,8 001,†61 06,56 91 †8˙81 80˙9 80˙8 01ʃ 60˙8 061˙6 919˙19 5˙11 91 :rnqplaod du 67˙0 00001 609/05I 00916 86 †1 030˙888 901† 6˙800 101 86,0 2⁰, 008,— 008,— Goers, 9ε 38,66 005,63 009 009,8]1 000,0- Or., 922 e 35 167† 18˙05 010,38 008,0 088,05 088,0 011,092 91 35 88,01 0˙8 099, † 00116 090,36 00,1I ½,16† 98 86/81 81˙21 001,⁷ 00½,9 000,6 00†,8 081,8 1 00,18 I2 88˙31 80˙9 989˙8 001ʃ6 969˙8 061 916˙89 9161 21 „* 1 8. 1 7 70 268 7 26 Seres 5915.Sllvdpl uoajnqp! 16 Toitſ t pl Uögag uoeuv qg Te9as eh zuuahn ncus t aishähos anghaits ui heam eeiso 05— 01 01 4—32 56 1 aGout n 08 06 OI 0 6 35 5 1 49 05 0 -GSͤ. S —GOS S 019˙8 00˙1 5 019 8 0⁰˙1 5 Pinplaog acpn 59,/01 0⁰/0011 2IG'GII 000†6 00988 016,˙00 090/931 150OCI 0 † 66,11 91,615 0ers 009, 066,8 600,88 099,568 g 86,1 81,Fs 008,88 00 ½2 060,91 02,11 066,915 295 9 98/11 1L,06 098,35 006,8 016,11 01 087,561 06,88 II — 51,91 69,01 081,51 001ʃε 099,6 014 8 0*,εν 06,ε1 6 18˙†8 88˙1 226˙21 009 † 86 † 0rr'8 0r9“10 98/8 II :pojnſplaoq qu uc 59/01 00/00J1 CIC'GII 0007176 09˙889 016˙00 01ιι 2Iel 5p 66,11 91,66 0er,16 009, 0 6,½ 000 099761 er 88,01 8-,†g 008,88 00 1 06,ε/ 00,211 066,915— ,e 9 98,11 rI,5 098,c6 00,8 016,11 061½ 087,561 0/88 II 31,91 69,01 081,51 0011 099,0 02½ 0*,ε. 06/81 6 88˙66 88˙1 916˙21 009 † 286 † Ofr'8 066˙09 9⁷6 81 7 de 8. 0 2 1 2 20 208 3Pnc irnenloldh Anrnuaglic ang uincpg uogngp. unqpt uanc. onpꝗ nuedhen 16 uruo cact ux uêeonit u e ee ilnv uecroda lul Hir e ee :u*gajog ogaoate d g-( 2— 4Gout n 08 0 0 6 8 1 5 01 1— 5 — 1 0 1Gout n 08 0 0 6 01 1— 40Gout'n 08 06 901 0 6 6 I E 6 — 1 —90 au* Ipao — X8OS S S S — SS S Frage IX. a. Wie geſtaltet ſich die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens bei großen, mittleren und kleineren(eigenen oder gepachteten) Gütern? b. Wenn die Rentabilität als eine unbefriedigende erſcheint, ſind die Gründe zurückzuführen hauptſächlich auf 1. die Fruchtbarkeits⸗Verhältniſſe der Gemarkung, 2. die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, 3. die im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens, 4. einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, 5. ein zu großes Gebäudecapital, 6. ungünſtige Arbeiterverhältniſſe, . ungünſtige Abſatzverhältniſſe ſchlechte Preiſe, unrationelle Einrichtungen für den Abſatz u. ſ. w.), 8. frühzeitiges Zurückziehen der el und Belaſtung der Güter mit hohen Altentheilen und Leibrenten, 9. Beſondere unwirthſchaftliche Gewohnheiten der Landwirthe, z. B. zu ſtarke Pferdehaltung u. dgl., 10. Vole Steuern und Umlagen und ſonſtige dem Commiſſär bekannt gewordene Verhältniſſe? a. Zur Unterſuchung und Begründung dieſer Frage wurde vorerſt ein kleines Gütchen, dann ein mittleres und ein größeres Gut ausgewählt. Bei Auswahl dieſer Güter nahm man darauf Bedacht, Güter zu finden, die ſo recht den ländlichen Charakter haben, und bei deren Beſitzer man über alle einſchlagende Fragen eine genaue und gewiſſenhafte Auskunft erhalten konnte. Im gewöhnlichen Leben findet man, daß alle Unterſuchungen über die landwirthſchaftlichen Verhältniſſe mit Mißtrauen aufgenommen werden, indem der Landmann darin gar zu gerne die Steuerſchraube erblickt. Um alſo die Unterſuchungen genau und correct ausführen zu können, mußte man Beſitzer wählen, die dem Commiſſär einen leichten Einblick in die Einnahmen und Ausgaben gewährten. Man ging von der Anſicht aus, daß nur dann eine richtige Unterſuchung ſtattfinden könne, wenn man die Anſätze zu Grunde legt, die den wirk⸗ lichen Verhältniſſen entſprechen, ferner, daß man ſich ganz genau an die Erträge des zu unterſuchenden Gutes hielt. — 19— Der Commiſſär glaubte ferner bei ſeinen Unterſuchungen und Berechnungen nicht die mittleren Marktpreiſe anſetzen zu müſſen, ſondern die Preiſe, wie ſie dem betreffenden Beſitzer von Ober⸗Hilbersheim bezahlt worden ſind, denn es iſt ein großer Unterſchied in den Preiſen der landwirthſchaftlichen Producte in den Orten, welche an der Eiſenbahn liegen und den Orten, die weiter davon entfernt ſind. Beiſpiels⸗ weiſe wollen wir anführen, daß ein Sack Frucht in Gau⸗Algesheim 35 Pf. mehr koſtet als wie in Ober⸗Hilbersheim; ebenſo verhält es ſich mit den Preiſen für Butter, Käſe, Obſt und dergleichen mehr. Aus demſelben Grunde nahm der Commiſſär auch nur die wirklich geernteten Erträge an, denn nur aus poſitiven Zahlen iſt ein richtiges Ergebniß zu erwarten. Wie aus den Anlagen I, II und III hervorgeht, ſo wäre zu: I. Beſitzſtand⸗Nachweis, beſtehend aus den Nachweiſen über den Werthvon Grund und Boden mit Obſtbänmen, Gebändecapital, Inventarcapital(todt oder lebend) und umlaufendes Betriebs⸗ capital folgendes anzuführen: Das Verhältniß der einzelnen Betriebscapitalien zum Grundcapital ſtellt ſich wie folgt: Kleineres Gut: Das Gebäudecapital beträgt 41 pCt. vom Grundcapital „ Inventarcapital„ Liſs„„„ „ umlaufende Betriebscapital„ 2 2 e„ Mittleres Gut: Das Gebändecapital„ 22 f„„„ „ Inventarcapital„ 5 ½„„„ „ umlaufende Betriebscapital 8 11½„„.„ Größeres Gut: Das Gebäudecapital„ 29 10„„„„ „ Inventarcapital„ h9io,„,„„ „ Betriebscapital„ 2„„„ II. Naturalrechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Natural⸗Ertrag und Natural⸗Bedarf nebſt Schlußfolgerungen. Wie Eingangs der Beſprechung über Frage IX bemerkt iſt, ſo ſind die Natural⸗ Erträge der drei unterſuchten Güter nur auf Grund der Erntebücher der Beſitzer ge⸗ macht. Dieſe Erträge ſind bei den Einzelnen ſo verſchieden, daß kein einheitlicher Anſatz ſtattfinden konnte. Daher wurden bei den einzelnen Gütern auch nur die wirklich geernteten Erträge eingeſtellt, welche mit den Ermittelungen der landwirth⸗ ſchaftlichen Bodenerzeugniſſe, wie ſie von der Großh. Bürgermeiſterei aufgeſtellt ſind, ziemlich übereinſtimmen. Im Intereſſe der Sache ſtellen wir folgende Tabelle auf für ¼ Hectar: Kleines Gut Mittleres Gut Großes Gut Etati ſa An⸗ Fru ch t. Körner Stroh Körner Stroh Körner Stroh Körner Stroh Eentne r. Roggen. 15 28 9,7 14,28 9,5 14,20 10 16 Weizen.—— 9,33 13,33 9,75 10,9 9 14,4 Gerſte 8,4 8 9,20 6,80 8,70 6 8 6,70 Hafer. 14 12 9,50 6,50 8 9,10 7,5 7 Kartoffeln. 76 Knollen 80— 70 75 Rüben*) 96— 123— 149— 87— Klee. 22 Heuwerth 20— 19,7— 20— Die Erträge des Viehſtandes könnten höher ſein, wenn die Beſitzer mehr Kraft⸗ futter verwenden würden. Alle uns hier bekannten Wirthſchaften, wo die Beſitzer nicht geizen im Zukauf von Kleien, Rapskuchen, Palmkuchen ꝛc. iſt die Milchproduction eine viel bedeutendere und der Ertrag aus dem Viehſtande ſtellt ſich ſelbſtverſtändlich höher. Was die Stallmiſtproduction der einzelnen hier in Rede ſtehenden Wirth⸗ ſchaften anbelangt, ſo ergab ſich nach der Naturalberechnung, daß das kleinere Gut ſeinen Stallmiſt mit 23 Pf. pro Centner berechnet 2 mittlere 2 2 2 2 1 6 2 2 2 2 2 größere 2 2 22 2 23 II 2 2 2 Bei rationeller Ausnützung des Viehſtandes würde ſich die Stallmiſtproduction immer noch billiger ſtellen. III. Geld⸗Rechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Geld⸗ einnahme und Geldausgabe. Bei den Ermittelungen über die Geld⸗Rechnung bei den einzelnen Gütern ſtellte ſich heraus, daß 1. das kleinere Gut einen Ueberſchuß von.. Mk. 40,56 2.„ mittlere„„,„..„ 2094,36 3.„ größere„„„„..„ 186,51 hatte. IV. Rentabilitäts⸗Berechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über den Rohertrag(excl. der für die Wirthſchaft wieder verwendeten Producte), die Productionskoſten und den Reinertrag. Als Facit der Unterſuchung über die Rentabilität genannter dreier Güter, er⸗ gab ſich *) Der Ertrag der Rüben war ſehr verſchieden, indem es ſehr darauf ankam, ob man nach Nord⸗ Weſten oder Süd⸗Oſten Rüben angepflanzt hatte. In erſter Richtung gab es viel Regen, in letzter Richtung faſt gar keinen, was auf die Erträge von erheblichem Einfluß war. 1. bei dem kleineren Gut..... 1,7 pCt. Reinertrag 2.„„ mittleren„..... 1,4„„ 3.„„ größeren„..... 0,9„„ b. Daß die Rentabilität der hier zur Unterſuchung gekommenen Güter keine be⸗ friedigende iſt, iſt nicht zu beſtreiten. Die Urſache dieſer unbefriedigenden Rentabilität dürfte zurückzuführen ſein 1. auf einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, 2. auf ein zu großes Gebäudecapital, 3. ungünſtige Arbeiterverhältniſſe, 4. die im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens. Es iſt bei den niederen Frucht⸗ und Weinpreiſen geboten, daß der Landwirth auf die Bewirthſchaftung ſeines Grund und Bodens immer größere Anſtrengungen machen muß, um den höchſtmöglichſten Ertrag aus demſelben zu erzielen. Vor allem müßte der Viehhaltung eine größere Aufmerkſamkeit zugewendet werden. Dieſe Aufgabe iſt zu erreichen durch einen intenſiveren Futterbau, welcher eine größere Leiſtung in der Ernährung des Rindviehes hervorruft, welche wiederum die Erträge aus der Rindviehhaltung ſteigert und eine größere Düngerproduction bedingt. Mit Recht ſagt Dr. Fries in ſeinem Werke über den Wieſenbau als Motto:„Wer Heu hat, hat auch Brod!“ Weiter muß conſtatirt werden, daß viele landwirthſchaftliche Neubauten ein zu großes Kapital abſorbiren. Als Beleg führen wir das kleine Gut an, hier ſtellt ſich das Gebäudecapital auf 41 pCt. vom Grundcapital. Dieſer Procentſatz muß für einen kleinen Landmann als viel zu hoch angeſehen werden. Wenn wir auch die Löhne für das Geſinde und die Taglöhner nicht allzuhoch halten wollen, ſo iſt doch nicht zu leugnen, daß die Qualität der Arbeit im Verhält⸗ niß zum Lohne eine geringere wird. Was den Preis des Grund und Bodens anbelangt, ſo ſteht derſelbe zu der Rentabilität in keinem Verhältniß. Wenn man auch annimmt, daß der Zinsfuß bei Capitalien geſunken iſt, daß dieſelben weniger werth geworden ſind, daß man im Allgemeinen eine kleinere Rente wie früher erzielt, ſo müſſen doch die Bodenpreiſe als zu hoch angeſehen werden. Eine Rente von kaum einem Procent iſt zur jetzigen Zeit, wo ſo bedeutende Anforderungen an das Leben geſtellt werden, keine genügende zu nennen für das landwirthſchaftliche Gewerbe. Die Bodenpreiſe ſtehen daher zur Rente in keinem richtigen Verhältniß und müſſen als zu hoch angeſehen werden. Die Urſache der allzuhohen Güterpreiſe iſt hauptſächlich darin zu ſuchen, daß der kleine und mittlere Bauer die angebotenen und zur Verſteigerung kommenden Güter gerne aufnimmt, weniger als Kapitalanlage, ſondern um reicher zu erſcheinen, als wie er wirklich iſt. Es wird dabei immer auf eine gute und reiche Weinernte ſpeculirt, die den Ankaufspreis bezahlen ſoll. — 22— Eine weitere Urſache iſt, daß die Verſteigerer den Steigernden eine größere An⸗ zahl von Terminen bewilligen; ſo war früher hier Uſus, in 3 Terminen zu bezahlen, jetzt werden 6 Termine bewilligt. Neben der Speculation auf längere Zahlungstermine iſt auch die Entwerthung des Geldes in Betracht zu ziehen. Frage X. Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landwirthſchaftlichen Be⸗ völkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maß⸗ nahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen? Ueber vorſtehende Frage wurde von dem Commiſſär Gaul, ſowie von Bürger⸗ meiſter Zimmer je ein Gutachten verleſen, welche zur Grundlage heutiger Berathung dienten. Der Commiſſär Gaul glaubt eine Beſſerung der landw. Lage der Gemeinde darin finden zu dürfen, indem er Folgendes vorſchlug: die Einführung des Zuckerrübenbaues, 2. vermehrte Anwendung des künſtlichen Düngers, 3. vermehrte Anwendung von Kraftfuttermittel, 4. Errichtung einer Sammelmolkerei, 5 6 * . Gründung eines Conſum⸗ und Creditvereins, und . größere Verwendung von Kühen ſtatt Pferden als Zugvieh. Bürgermeiſter Zimmer ſtellte hiergegen folgende Sätze auf, in denen er eine Beſſe⸗ rung der landw. Lage erblickt: 1. eine intenſivere Bebauung des Bodens, insbeſondere eine tiefere Lockerung deſſelben, eine größere Ausdehnung des Futterbaues, kräftigere Düngung, insbeſondere größere Anwendung des künſtlichen Düngers, rationellere Viehhaltung, größerer Zukauf von Kraftfuttermitteln, beſſere Verwerthung der Producte aus der Viehhaltung und Viehzucht, Einrichtung von Conſum⸗ und Creditvereinen, und die Herausgabe eines landwirthſchaftlichen Blattes für den kleinen Landmann. Aus der Verſammlung wurden noch weiter folgende Mittel zur Hebung des landwirthſchaftlichen Gewerbes in Vorſchlag gebracht: 1. verbeſſerter Obſtbau, 2. die Cultur leichtverkäuflicher Tafeltrauben, 3. Zölle für das Getreide, und 4. Melioration des kleinen Wieſengrundes. 90 ☛α ⁸ S0 bd 23— Nach Verleſung dieſer Sätze trat die Verſammlung in Berathung und conſtatirte, daß der Zuckerrübenbau in der Gemeinde Ober⸗Hilbersheim keine Zukunft habe, indem für's Erſte die Zuckerrübenpreiſe nicht ſo einladend ſind, daß man die Cultur der Zuckerrüben empfehlen könne; dann liegt Ober⸗Hilbersheim zu weit von der Eiſenbahn entfernt. Die Transportkoſten für die Verbringung der Rüben zur Bahn würden ſich zu hoch berechnen, daher der Rübenbau nicht lohnend ſei. Zu 2, vermehrte Anwendung des künſtlichen Düngers, erklärte ſich die Ver⸗ ſammlung einverſtanden, ebenſo Zu 3, vermehrte Verwendung von Kraftfuttermitteln. Zu 4, die Errichtung einer Sammelmolkerei. Hierüber fand eine größere Be⸗ ſprechung ſtatt. Man empfahl die Einrichtung derſelben, verhehlte ſich jedoch nicht, daß dazu ein qualificirter Unternehmer gefunden werden muß, der in jeder Beziehung der Sache gewachſen ſein muß, wenn die Sammelmolkerei mit Vortheil und Erfolg betrieben werden ſoll. Zu 6, einer größeren Verwendung der Kühe ſtatt Pferde als Zugvieh, ward eben⸗ falls zugeſtimmt, indem bei der leichten Bebauung des Bodens Kühe ſtatt Pferde bei dem kleinen Landmann ihre Verwendung finden können. Zu 5, die Errichtung eines Conſumvereins und einer Darlehnskaſſe wurde gleichfalls empfohlen. Nach Bürgermeiſter Zimmer wäre 1. eine tiefere Lockerung des Bodens em⸗ pfehlenswerth. Da in der Gemeinde Ober⸗Hilbersheim nur der Kleebau als Futterbau betrieben wird, ſo iſt die Lockerung des Bodens neben einer kräftigen Stallmiſt⸗ oder künſtlichen Düngung nothwendig, um der Kleemüdigkeit desſelben entgegenzuwirken. Erfahrungs⸗ mäßig finden ſich in allen Ländereien, die geſpatet oder tiefer bebaut ſind, ſchönere Kleeerträge, als in ſolchen, die auf die gewöhnliche Weiſe bebaut werden, daher wurde der Untergrundspflu g als ein nothwendiges Ackergeräth empfohlen. Aus dieſer Frage 1 würde die Frage 2 zu folgern ſein: Größere Ausdehnung des Futterbaues. Zu 3, daß bei Tiefcultur eine größere Düngung, ob Stallmiſt⸗ oder künſtliche Düngung, ſtattfinden muß, iſt ſo ſelbſtverſtändlich, daß auch dieſe Frage bejahend angenommen wurde. Zu 4, einer rationelleren Viehhaltung, wurde hauptſächlich hervorgehoben, daß nicht zu viel Vieh im Verhältniß der Futtervorräthe gehalten werde und daß man der Maſtung des Rindviehes mehr Aufmerkſamkeit ſchenken möge. Die Fragen 5, 6 und 7 wurden als mit denen des Commiſſärs Gaul identiſch betrachtet. Zu Frage 8, die Herausgabe eines populären landwirthſchaftlichen Blattes, wurden von der Verſammlung die Vortheile, die ein ſolches Blatt für die landwirth⸗ ſchaftliche Bevölkerung habe, anerkannt, man glaubt aber, daß der Ausführung große Hinderniſſe entgegen ſtehen. Zieht man jedoch in Betracht, daß in jedem kleinen Städtchen ein politiſches Blatt exiſtiren kann, um wie viel mehr ſollte ein land⸗ wirthſchaftliches Blatt, das nur der Landwirthſchaft und ihren Nebengewerben dient, von der landwirthſchaftlichen Bevölkerung nicht gerne aufgenommen werden. Neben den Anträgen des Commiſſärs Gaul und des Bürgermeiſters Zimmer wurde aus der Verſammlung noch hervorgehoben, daß ein verbeſſerter Obſtbau weſentlich zur Hebung der Einnahmequellen beitrage, ebenſo die Cultur von leicht⸗ verkäuflichen Tafeltrauben. In Betreff der Zölle für das Getreide, welche bei dieſer Gelegenheit in An⸗ regung gebracht wurden, glaubte man davon abſehen zu ſollen, dieſe in Vorſchlag zu bringen, indem man von denſelben ſich keinen dauernden Erfolg verſprach. Man be⸗ tonte beſonders von Seiten der anweſenden Landwirthe, daß ihre volkswirthſchaft⸗ lichen Kenntniſſe nicht ausreichten, ein beſtimmtes Urtheil abzugeben. In Betreff der Melioration des kleinen Wieſengrundes wurde hervorgehoben, daß die Entwäſſerung der Wieſen und die Abholzung der darin ſtehenden werthloſen Bäume, ſowie Umrottung und Herſtellung culturfähigen Ackerlandes und der Anbau von Gartengewächſen, wie Bohnen, Kappes, Rothkraut ꝛc. nur der Gemeinde zum Vortheil gereichen könne. Bei Erſtattung des Berichts, ſowie bei den Verhandlungen über Frage X waren anweſend: Herr Miniſterialrath Dr. Jaup aus Darmſtadt, Herr Kreisrath Kekulé aus Oppenheim, Herr Kreisrath Spamer aus Bingen, Herr Schuhler, Mitglied des Ausſchuſſes des landw. Vereins für die Provinz Rheinheſſen, aus Wörrſtadt, Großh. Beigeordnete Schwarz und Reſervelieutenant Porth, als Sachverſtändige, aus Ober⸗ Hilbersheim, ſowie beide Unterzeichneten. So geſchehen zu Ober-Hilbersheim, am 17. Januar 1885. Adam Gaul. Zimmer, Bürgermeiſter. Beleg 1 zur Beantwortung der Frage X. Gutachten des Commiſſärs Gaul von Horrweiler. Nach meinem Ermeſſen dürften in Ober⸗Hilbersheim manche Veränderungen und Verbeſſerungen in der Landwirthſchaft vorgenommen werden. Vor allem glaube ich, daß eine reichlichere Fütterung von Kraftfuttermitteln ſehr angezeigt wäre, indem ſich hierdurch der Nutzen des Rindviehs außerordentlich ſteigern, und die Ergiebigkeit des Bodens ſich ungemein heben würde. Man verlegt ſich hauptſächlich auf den Fruchtbau, und bei dem in den letzten Jahren geringen Ausfall der Erndten hätte man der Rüben Induſtrie mehr Aufmerkſamkeit ſchenken ſollen. Es iſt zwar die Verbringung des Erzeugniſſes zur nächſten Bahnſtation wegen der weiten Entfernung eine beſchwerliche, jedoch möchte ich annehmen, daß ſich wegen der geeigneten Boden⸗Verhältniſſe die Runkelrüben ſehr leicht herſtellen ließen, wodurch ſich wohl dieſer Mißſtand ausgleichen würde. Es iſt zwar in letzterer Zeit ſehr darüber geklagt worden, daß in Folge der Ueberproduction der Zucker ſehr ab⸗ geſchlagen ſei, dem gegenüber wurde mir jedoch von rationellen Landwirthen verſichert, ——9ſß—9—„ ͤͤ daß ſich bei ihnen die Anpflanzung von Zuckerrüben immer noch am beſten rentire, weßhalb ich erachte, daß man in dieſem Punkte eine nähere Darlegung vorbe⸗ reiten ſolle. Weiter habe ich gefunden, daß die Anwendung von künſtlichem Dünger noch ſehr zurück bleibt, und glaube beſtimmt, wenn dieſer in größerem Maße und in richtigerer Vertheilung angewendet würde, daß hierdurch namhaft vortheilhaftere Erträge erzielt würden. Ich hatte ſeiner Zeit ſelbſt ein Gütchen in der Gemarkung Ober⸗Hilbers⸗ heim und habe gefunden, daß ſich der künſtliche Dünger ſehr gut bewährte. Vor der Einſaat der Winterſaat ließ ich bei Feldern, welche zweijährigen Klee oder Korn zur Vorfrucht hatten, Superphosphate beigeben, und zwar pro Morgen circa 32 Pfund Phosphorſäure und es war mir hierdurch regelmäßig eine gute Ernte geſichert. Bei der Sommerſaat im Frühjahr vor dem Einſäen der Gerſte und des Hafers nahm ich eine Miſchung von Phosphorſäure und Stickſtoff, und zwar in dem Verhältniß, daß ich 8 Pfd. Stickſtoff mit 16 Pfd. Phosphorſäure vereinigte; ich habe dieſe Miſchung auf Felder, deren Kraftzuſtand mir zweifelhaft erſchien, z. B. wo Gelb⸗ rüben oder Weißrüben waren, pro Morgen ausgeſtreut, und habe in der Regel einen Ernte⸗Erfolg erzielt, der alle meine Erwartungen übertraf. Weiter glaube ich erwähnen zu ſollen, daß die Milch, welche dorten ausſchließ⸗ lich zu Butter und Käſe verwendet wird und wovon die erzielten Fabrikate an Händler oder ſogenannte Aufkäufer verkauft werden, weit vortheilhafter benutzt werden dürfte, wenn man eine Sammel⸗Molkerei nach dem neuen Syſtem errichtete, wodurch eine conſtante Waare erzielt würde, die auf dem Markte einen ganz anderen Platz einnähme und hierfür gerne viel höhere Preiſe bewilligt würden. Es wäre auch hierdurch den Händlern, welche von verſchiedenen Orten kommen und mit einem Verdienſte von 15 bis 20 pCt. die Waare abſetzen, dieſes Geſchäft abgeſchnitten. Um das Angeführte vortheilhaft betreiben zu können, glaube ich, wäre es ſehr geboten, wenn man dem Genoſſenſchaftsweſen näher treten würde, und wäre vor allem ein landwirthſchaftlicher Conſumverein nothwendig, wodurch die Artikel, welche die Haus⸗ haltung und beſonders die Landwirthſchaft verlangt, viel billiger und unter den weitgehendſten Garantien beſchafft werden können. Es gibt dieſe Einrichtung auch Ge⸗ legenheit, die verkäuflichen Artikel verwerthen zu können, wodurch der Zwiſchenhandel, welcher hier ſehr ſtark betrieben wird, lahmgelegt würde. Auch wäre es ſehr vor⸗ theilhaft, wenn zum Zwecke der Baarzahlung eine genoſſenſchaftliche Creditkaſſe er⸗ richtet würde, wodurch die Landwirthe in die vortheilhafte Lage kommen, ihre land⸗ wirthſchaftlichen Artikel und häuslichen Bedürfniſſe baar bezahlen zu können, ohne daß ſie dem Wucher, mit welchem ſich gar viele Juden, welche von außen kommen und dieſe Gemeinde frequentiren, befaſſen, ausgeſetzt werden. Endlich glaube ich nicht übergehen zu ſollen, daß es mir viel vortheilhafter erſcheint, wenn Beſitzer von 1 bis 5 und ſogar bis 7 und 8 Hectar, welche durch⸗ gehends ihre Feldarbeit durch ein Pferd verrichten und neben dieſem 1 bis 3 magere Kühe halten, davon abkämen, und anſtatt des Pferdes, das ſie halten, ein auch zwei 3 — 26— Kühe, welchen ſie das Kraftfutter und Heu, welches das Pferd erhält, zutheilten, mehr hielten, ſie hierdurch ihre Arbeiten eben ſo gut verrichten könnten, ohne daß ſie in der Ausnutzung ihres Viehſtandes beeinträchtigt würden. Aufgenommen Horrweiler, den 10. Januar 1885. Adam Gaul. Beleg 2 zur Beantwortung der Frage X. Gutachten des Bürgermeiſters Zimmer in Ober⸗Hilbersheim. Nachdem die Commiſſion zum Schluſſe ihrer Ermittelungen über die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens in der Gemarkung von Ober⸗Hilbersheim gekommen iſt, muß ſie ſich die Frage vorlegen, durch welche Mittel und Wege iſt die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens im Allgemeinen, ſowie des landwirthſchaftlichen Gewerbes insbeſondere zu ſteigern? Wie aus Frage IX. hervorgeht, ſo ſtellt ſich die Rentabilität der zu Unter⸗ ſuchung gezogenen Güter in der Gemeinde Ober⸗Hilbersheim: bei dem kleineren Gut auf 1,7 pCt. „„ mittleren„„ 1,4„ „„ größeren„„ 0,9„ Dieſe Rente muß im Verhältniſſe zu den Anſprüchen, welche in der Jetztzeit an die Landwirthſchaft geſtellt werden, eine geringe genannt werden. Grund und Boden, ſowie die Löhne der Arbeiter ſind theuer. Die Beſteuerung, insbeſondere die Communallaſten, gehen jedes Jahr einer progreſſiven Erhöhung ent⸗ gegen und drücken ſchwer auf die Bevölkerung, ſo daß der Landmann alle Kräfte anſpannen muß, um allen Anforderungen, welche an ihn geſtellt werden, Genüge leiſten zu können. Neben den höheren Anforderungen, welche in Geldſachen an den Ackersmann geſtellt werden, laſten noch die großen Bedürfniſſe, welche die Zeit an jeden Einzelnen ſtellt, als eine große Plage auf der Geſammtbevölkerung. Jede einzelne Familie muß ſich in der Jetztzeit Ausgaben unterwerfen, die nur für Wohlhabende am Orte. ſind. Es iſt leider ein Zug der Zeit, daß der minder Wohlhabende den Reichen an luxuriöſen Einrichtungen zu überbieten ſucht. Die Folgen ſind bei den jetzigen Frucht⸗ und Weinpreiſen Ueberſchuldungen, die nicht allein Einzelne, ſondern eine große Zahl von Ackerbautreibenden treffen. Es tritt nun an die Commiſſion die Frage heran, wie läßt ſich dem land⸗ wirthſchaftlichen Gewerbe aufhelfen? Dieſe Frage dürfte zu beantworten ſein: 1. Mit einer rationelleren und intenſiveren Bewirthſchaftung des Grund und Bodens, 2. mit einer rationelleren Viehhaltung, ———— — 27— 3. mit einer leichteren Beſchaffung der Geldbedürfniſſe, insbeſondere Gründung von Conſum⸗ und Creditvereinen, 4. größere Belehrung des Landmanns durch Wort und Schrift. Zur Begründung des Abſatzes 1 iſt zu bemerken, daß bei der freien Wirth⸗ Zur Erlangung höherer Erträge dürfte eine tiefere Bebauung des Bodens, oder richtiger geſagt, eine größere Lockerung des Untergrundes zu empfehlen ſein. Insbe⸗ ſondere ſollte der Untergrundspflug nicht fehlen. Da die Gemeinde keine Wieſen beſitzt und all ihr Futter für das Rindvieh, ſowie auch für die Pferde durch den Kleebau erzielen muß, ſo iſt die erſte Aufgabe forciren will und muß, ſo iſt vor allem eine tiefere Bebauung des Bodens nöthig, als wie bisher ſtattgefunden hat. Zu einer tieferen Cultur gehört in erſter Linie eine größere Maſſe Dünger, ſowie eine größere Zugabe von künſtlichen Düngern. Die Folge hiervon würde eine höhere Futterproduction ſein, es könnte mehr und beſſeres Vieh gehalten werden, es würde mehr Dünger producirt, der Kraftzu⸗ ſtand des Bodens würde erhöht und demzufolge die Ernte reicher werden. Es würde daher vorzuſchlagen ſein: 1. tiefere Beackerung des Bodens, 2. eine reichere Düngung und 3. ein großer Futterbau. In Betreff des Abſatzes 2, eine rationellere Viehhaltung betreffend, wäre darauf hinzuwirken, daß die Landwirthe bei Aufſtellung ihres Rindviehes in der Zahl der Stücke auf die vorhandenen Futtermittel mehr Rückſicht nehmen würden, daß ſie weder zu viel noch zu wenig Vieh zur Fütterung aufſtellten. Ferner, daß das aufgeſtellte Vieh vollſtändig ſatt gefüttert wird, und daß bei dieſer Fütterung mehr Kraftfuttermittel, wie Rapskuchen, Palmkuchen, Kleien ꝛc. verwendet werden. Weiter wäre die Frage zu unterſuchen, ob die Producte der Rindviehhaltung eine beſſere Verwerthung fänden durch Anlegung einer Sammelmolkerei. Es iſt keine Frage, daß eine Emancipation von den Aufkäufern und Händlern für die Land⸗ wirthe von Vortheil wäre. Zu Abſatz 3, die Beſchaffung der Geldbedürfniſſe, wäre in Erwägung zu ziehen, ob ein Conſum⸗ nebſt Darlehnskaſſenverein nicht für die Gemeinde von Vortheil wäre. Zum Schluſſe unſerer Betrachtungen über die Aufbeſſerung der Landwirthſchaft müſſen wir die Belehrung durch Wort und Schrift beantragen. Die landwirthſchaftlichen Bezirksvereine ſind durch Abhaltung von Bezirks⸗ beſprechungen recht thätig und dieſelben haben einen guten Erfolg. —— ͦ-y—— — 28— Unſeres Erachtens dürfte es ſich mehr empfehlen, ein landwirthſchaftliches Blatt herauszugeben, welches wöchentlich einmal erſcheint und in leichtverſtändlicher Sprache über die einzelnen Theile des landwirthſchaftlichen Gewerbes berichten und belehren würde. Dieſes Blatt müßte ſehr billig ſein, ſo daß ſich ſogar der Unbemittelte es anſchaffen kann. In jetziger Zeit hält ſich der ärmſte Mann ſein politiſches Blatt, warum ſoll eine Zeitung, die ſich nur über Landwirthſchaft und ihre Nebengewerbe belehrend und berathend ausſpricht, bei unſerm Bauernſtande kein willkommner Gaſt ſein? Zimmer, Bürgermeiſter. Anlage I. Gemeinde Ober⸗Hilbersheim. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines größeren Vauerngutes von 23,9 Hectar. Der Beſitzer iſt verheirathet, 46 Jahre alt, die Ehefrau 44 Jahre, er beſitzt 2 Kinder im Alter von 9 und 3 Jahren; außerdem lebt ſein Vater im Alter von 70 Jahren und die Mutter im Alter von 72 Jahren. Der Beſitzer hat einen Knecht, zwei Mägde und in der Regel einen Taglöhner. Die Familie beſteht aus 9 Perſonen. 5 A *₰ I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden incl. Obſtbäume. 22,3 Hectar Ackerland 0,6„ Wald mittlerer Kaufwerth taxirt zu 83,200 Mk. 0,8„ Weinberge in 113 Parzellen, wovon 87 Ackerland, 12 Wald und 14 Weinberge ſind. Das Steuercapital beläuft ſich auf 526,4 fl. Obſtbäume: 9 Stück Aepfelbäume à Mk. 30=.. Mk. 270 10„ jmmge desgl. 3 Mk. 5=..„ 50 14„ Virnbaum a Mk. 15=⸗.„ 15 3„ kleine desgl. à Mk. 5=...„ 15 15„ Zwetſchenbäume à Mk. 2=.„ 30 Summe.. Mk. 370 30 Wiederholung. Grund und Boden. Obſtbäume B. Gebäude. Der Beſitzer beſitzt zwei Hofraithen, beſtehend aus Wohnhaus, zwei Scheuern, Stallungen, laut Brandcataſter die eine... Die andere Hofraithe, welche nie bewohnt, jedoch benutzt wird für den landw. Betrieb, beſtehend aus Wohnhaus und Schener, laut Brand⸗ cataſter C. Viehſtand. 2 Pferde, à Mk. 800, beide jung 8 Kühe à Mk. 250. 4 1 Rind, trächtig.. 4 junge Rinder à Mk. 80 4 Maſtſchweine à Mk. 100 50 Hühner à 80 Pf.. D. Todtes Inventar. 1 Zweiſpänner⸗Wagen. 2 Kaſtenkarren à Mk. 100. 1 Pfuhlkarren. 1 langer Karten.. Pflüge im Werthe von... 3 Eggen(2 hölzerne und 1 chern). 1 Häckſelmaſchine 1 Windmühle 1 Kelter. Herbſtgeräthe, Ladfaß, Bütten, Traubenmühle, Legel 2c..... Fahrgeſchirre für 2 Pferde. 8 Stückfaß für Wein(alte und neue). Handgeräthe incl. Wagentuch, Säcke ꝛc.. Hausrath mit Kochgeſchirr Mk. 83200 „ 270 Mk. 13540 „ 8060 Mk. 1600 „ 2000 „ 250 „ 320 „ 400 21 1640) Mk. 200 „ 200 „ 80 „ 100 „ 120 2 40 „ 50 2 30 „ 200 „ 200 „ 160 „ 320 „ 150 „ 150 Mk. 83570 „ 21600 „ 4610 „ 2000 Mk. 111780 70 00 10 90 30 Uebertrag.. Mk. 111780 1 E. Vorrath an umlaufendem Betriebskapital ſiehe Rentabilitätsberechnung......„ 1931 Werth des geſammten Beſitzes.. Mk. 113711 Inventar der engeren Familienwohnung(Mobiliar incl. Betten ꝛc.) Mk. 4000. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗, und Weinbau. Die Bewirthſchaftung dieſes Gutes richtet ſich nach dem ortsüblichen Gebrauche und wird ſtrenger auf die Fruchtfolge gehalten, auch findet ſich bei dieſer Wirth⸗ ſchaft noch etwas mehr Brache vor, etwa 1,74 Hectar. Künſtlicher Dünger wird für Weizen und Gerſte verwandt, für Dickwurz, Weißrüben ꝛc. wird mit Jauche gedüngt. Der Naturalertrag iſt folgender: Getreide eſsſe 5 — SWEAIEIEHEAIERIEEAI Anbau ſss SSſESIaSſs S Centner. Stück —,. ,ν c. 8 Roggen.... 3,26 Hect. 125 190 he, 3 Weizen 2,0„ 80 100 ,, Gerite.. 3,80„[128 90 6ue ⸗ Hafer...„0 ,74 1,43„ 44 52 2 Kartoffeln(Knollen) 1,3„—— 400 Weißruben. 0,93„= 450 Dickwurz. 0,99„— 290 Gelbrühen.. 0,18„- 1120 Weißkraut. 4 5 740,15„— IfANI6o Klee(Hen).„,os5,„—-IAN 5o Grasutter(trocken) O,24„=== 20 Döſt.. ANA RnNAAA(1 Wein... ZABllj†2„ Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich pro ½ Hectar: bei Korn auf 9,5 Ctr. Körner, 14,2 Ctr. Stroh, „ Weizen„ 9,7„„ 10,0)„„ 2 Gerſte 2 8,7 2 2 6,0// 2 Hafer 2 8,0 2 I 9,1 II. 2 — 32— bei Kartoffeln auf 70 Ctr. „ Rüben„ 1952„ „ Dickwurz„ 156„ „ Gelbrüben„ 160„ „ Weißkraut„ 100„ „ Kloe„ 19,7„ Heuwerth. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich pro Jahr von einer Kuh 2050 Liter Milch und pro Tag 5,6 Liter, im Ganzen 16,400 Liter Milch. Rindvieh. Durchſchnittlich werden pro Jahr 1—2 überzählige Kühe als fett verkauft und treten durchſchnittlich 6 Kälber zu, wovon etwa 4 verkauft und 2 zur Nachzucht verwendet werden. Schweine werden jährlich 4 Stück gemäſtet à 200— 220 Pfd., meiſtens für den eigenen Bedarf. Geflügel. 50 Stück mit etwa 5200 Eiern. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Korn 3,26 Hecta—, Ctr. 20 Pfd. Weizen 2,30„. 10„—„ Gerſte 3,80„. 12„=„ Hafer 1,43„..... 3„ 50„ Kartoffen 32„—„ Rubfamnen 3 Dichwurzſamnen......„ 7„ Eſparſettekleeſamen........ 7„ 50„ Rothllee......==„ 10„ Luzerine..„ 4„ Grasfutter..„, 86„ Für den Viehſtand. Hafer für die Pferde....... 40 Ctr.— Pfd. Geiſte für die Hühner..... 20„ 80„ Kartoffeln für die Schweine.... 308„„ Rapskuchen, 1000 Stück...... 20„„ Palmternkuchen......... 20„=„ Kornkleien, Mahlgut...... 13„„ Weizenkleien 1„„ Abgerahmte Milch für die Schweine.. 3700 Liter Rüben, Dickwurz und Gelbrüben... 820 Ctr.— Pfd. Klee(grün und als Heu verflittert) 450„—„ tt ft Kappes.......... 50 Ctr.— Pfd. Grasfutter....... 20„—„ Sämmtliches Stroh...... 432„—„ Biehſalz 6„—=„ Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt in runder Summe................. Ml. 4630 Werden hiervon die Koſten der für die Pferde verwendeten Producte abgezogen mit.......„ 900 ſo bleiben noch für Rindvieh ꝛc... Mk. 3780 Der Werth der von dem Rindvieh und Geflügel erzielten Producte beträgt rund................ Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Producte durch den Stallmiſt zu dechen ſein..... Mk. 1030 Die Stallmiſtproduction beträgt rund 4500 Centner, ſo daß der Centner Stall⸗ miſt auf 23 Pfennig zu ſtehen kommt. Für die Familie. 2750 II Roggen........ 46 Ctr. 80 Pfd. Weizen....... 6„—„ Kartoffeln.......... 60„„ Fleiſch von 4 Schweinen 8„— Rindfleiſch 2„ 50„ Butter........ 2„—„ Schmalzs.—„ 60„ Kaffee..... a.—„ 60„ Zucker—„ 50„ Salz......... 3„—„ Milch........... 8000 Liter, Sauermilch(zu Käſe verwendet)... 7200„ Eier.......... 1200 Stück, Wein... 1200 Liter. Es berechnet ſich der Verbrauch für die Familie mit den Taglöhnern und allen⸗ fallſigem Beſuche pro Kopf und Tag: 780 Gramm Getreide, 822„ Kartoffeln, 143„ Fleiſch, 28„ Buültter, 8 5 Schmalz, 8„ Kafſce, 6,9„ Zucker, — 34— 4,1 Gramm Salz, 0,22 Liter Milch, 2,0„ Sauermilch als Käſe, 0,33 Eier, 0,33 Liter Wein. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt jährlich Mk. 1721 oder pro Tag 5 Mk. 78 Pf. und pro Kopf 58 Pf. III. Geld-Rechnung. A. Einnehmer 61 Etr. Roggen à Mk. 7,50- Mkr. 457,50 70„ Weizen à M. 9—„ 630,— Dſs„ Gerſte 2 Mel. 3,=..... e 1,G9 (o Pid. Butter à 80 Pf........ 600., Eier 4000 Stück à 5 Pf.=„ 200, An verkauftem Vieh, 2 Kühe à Mk. 250,=„ 500,— 4 Kälber à Mk. 30,—=.. l..„ 120,— 1 ½ Stück 1883r Wein, unverkauft uit 3 zu.....„ 600,— Für verkauftes Federvieh..........„.„ 10,— Einnahme aus einer Apfelmühle..........„ 30,— Käſe, etwa 1500 Stück à 10 Pf..........„ 150,— Summe.. Mk. 4059,10 (Die Preiſe ſind die hier loco bezahlten.) B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Steuern und Umlagen.........„ 540,— Berſicherungakoſten..........„ 63,92 Taglöhne: 1 Taglöhner 200 Tage à Mk. 1.. Mk. 200,— Weinbergsbebauungskoſten........„ 80,— Schnitterlohn........„ 84,— Dampfdreſcherlohn....„ 215,— Im Herbſt 2 Frauen 6 Tage à Mk. 1„ 12,— Lohn der Knechte und Mägde......„ 630,— fat S Unterhaltung der Gebäude: 4 Wirkliche Ansgaben............„ 100,— zu übertragen.. Mk. 1914,92 Uebertrag.. Mk. 1914,92 Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgaben: dem Wagner..... Mk. 31,72 dem Küfer.........„ 21,75 dem Sattlker........„„ 15, dem Schmied... 10.„ 65,— für Hausrath und Handgeräthe.„ 30, -ʒ, 163,47 Inventar der Familienwohnung: Ausgegeben..„ 50,— Pferde. 2 Stück 5⸗ und öjährig. Als baare Nieuaben fud anzuſetzen... 3 68,— Schweine. Ankauf von 4 Ferkeln à Mer. 16 7 64,— Zukauf von Kraftfuttermitteln: Napsruchen 1000 Stüt. Mk. 156, Palmäuchen 20 Cir. à Mk. 7..„ 140, Viehſalz 6 Ctr...........„ 9,— Weißkleien.............„ 5,— 7 ——„ 310,— 7 Zukauf von künſtlichem Dünger:„ 30 Ctr. Superphosphat à Mk. 6.........„ 180,— Heizung und Beleuchtung: Steinkohlen 140 Ctr. à 70.... Mk. 98,— Erdöl........„ 293,— Rüböl 20 Liter à 96 Pf....„ 19,20 --9„ 140,20 Zukauf von Nahrungsmitteln: 6 Ctr. Weißmehl à Mk. 19....... Ml. 114,— 250 Pfd. Nindfleiſch à 60 Pf.......„ 115,— 60„ Kaffee à Mk. 1,30.....„ 78, 50„ Zucker 4 40 Pf....„„ 20, 300„ Salz* 10 Pf........„ 30/ Gewürze, Reis c...........„ 50,— — 2 407, Bekleidung.................„ 400,— Arzt und Apotheke..............„ 60,— Thierarzt.......„ 15,— Zukauf von Weinbenefäule 800 Stück.....„ 40,— Diverſe Ausgaben.......„ 50,— Summa.. Mk. 3862,59 36 C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Mk. 4059,10 „ 3862,59 Die Einnahmen betrugen Die Ausgaben betrugen. Bleibt Ueberſchuß Mk. IV. Rentabilitäts-Verechnung. A. Rohertrag 186,51 (excl. der für die Wirthſchaft wieder verwendeten Producte). . Mk. 4059,10 Die Einnahmen aus verkauften Producten betragen Wirthſchaft für die Familie entnommenen Werth der aus der Producte... Summa B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von 21,600 Mk. à 4 pCt. Verſicherungsprämie(Brandſteuer) Abnutzung 0,75 pCt..... Inſtandhaltung. 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von 4610 Mk. à 4 pCt.. Verſicherungsprämie 2 ½ pCt. Selbſtverſiche⸗ rund.... Abnutzung der Pferde(1600 Mk.) à 8 ¼ pCt. Jährlicher Zukauf von Ferkeln.. 3. Capital des todten Inventars: Zinſen von 2000 Mk. à 4 pCt. Verſicherungsprämie(Mobiliar⸗Feuerverſiche⸗ THq).......... Erneuerung und Inſtandhaltung 4. Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals: Mk. 864,— „ 27,92 2 162,— „ 100,— Mk. 184,40 2 115,— „ 168, 2 64,— Mk. 80,— 2 36,— „ 163,47 Letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren Ausgaben = 1931,30 Mk., 5. Hagelverſicherung. hiervon 6 pCt. 6. Feuerverſicherung der Producte zu übertragen „ 1721,— . Mk. 5780,10 Mk. 1153,92 „ 531,40 „ 279,17 „ 115,86 2 30,— 2 6,— Mk. 2080,65 Uebertrag.. Mk. 2116,65 7. Steuern und Umlagen: Lant Anggabe...........„ 5340, 8. Kraftfuttermittel: Zukauf von Kraftfuttermitteln........„ 310,— 9. Künſtliche Dünger: Lauk Ansgabhe...........„ 180, 10. Heizung und Beleuchtung............„ 70,— 11. Thierarzt..........„ 15,— 12. Arbeitslöhne: Für 1 Taglöhner 200 Tage(Weinbau, Schnitterlohn, Dreſchmaſchine, Herbſt) 1 Knecht und 2 Mägde laut Ausgabe. Mk. 1211,— Für die Familie(2 Männer, 1 Frau).„ 500,— 1711 13. Werſchiedences...........„ 68,45 Summa.. Mk. 5011,10 C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 5780,10 Die Productionskoſten betrugen.„ 5011,10 Bleibt Reinertrag.. Mk. 769,— Rechnet man hierzu den Werth der freien Wohnung mit Mk. 300, ſo ſtellt ſich der Reinertrag auf Mk. 1069. Das Grundcapital inel. Obſtbäume iſt taxirt auf Mk. 83,570, ſo daß ſich die Grundrente berechnet auf ca. 0,8 Procent. & Anlage II. Gemeinde Ober⸗Hilbersheim. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung mittleren Vauerngutes von 8,6 Hectar. Der Beſitzer iſt verheirathet, 64 Jahre alt, ſeine Ehefrau 48 Jahre, er beſitzt einen Sohn im Alter von 24 Jahren. Die Familie beſteht aus 3 Perſonen, welche gemeinſam die Wirthſchaft be⸗ treiben. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 7,9 Hectar Ackerland 0,/2„ Wald 0,5„ Weinberg 8,6 Hectar in 50 Parcellen, wovon 34 Ackerland, 7 Weinberge und 4 Parcellen Wald ſind. der mittlere Kaufwerth iſt 34,756 Mk. Das Steuercapital beträgt in Ober⸗Hilbersheim.... 257 fl. 40 kr. in St. Johann und Sprendlingen. 20„ 40„ Summa.. 2278 fl. 20 kr. Obſtbäume: 16 Aepfelbäume à Mk. 30=.. Mk. 480 5 Birnbäume à Mk. 30=ů.....„ 150 10 junge Aepfelbäume à Mk. 5„...„ 50 9 Zwetſchenbäume)— 1 Aprikoſenbaum— à Tit 2.„ 20 Summa Mk. 700 — 39— Wiederholung. Grund und Boden...... Mk. 34756 Obſtbäume„ 700 Mk. 35456,— B. Gebäude. Eine Hofraithe mit Scheuer, Ställen, Kelterhaus, mit etwas Garten, ſowie Wohnhaus, laut Brandlataſter....„ 10130,— C. Viehſtand. 1 Pferd(alt).. Mk. 200p 4 Kühe à Mk. 250....„ 1000 2 Rinder à Mk. 200 und à Mk. 100...„ 300 3 Maſtſchweine à Mk. 70....... 5 210 48 Hühner à Mk. 1.......„ 28B „ 4738, D. Todtes Inbentar. 1 Pagen.. Mk. 120 3 zweiräderige Karren.......„ 115 2 Pflüge mit Vorderpflug.......„ 60 2 Eggen(hölzerne und eiſerne).....„ 18 1 Schleiſfe..„ 1 Fahrgeſcierer....„ 70 1 Windmühle„ 35 4 Kelter.......„ 80 Fäfſfer.„ 120 Ladfaß, Herbſtgeräthe, Bütten......„ 130 Handgeſchirr, Säcke, Wagentuch ac.....„ 100) Hausrath und Kochgeſchirr.......„ 100 —9„ 955,— E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital ſiehe Rentabilitätsberechnung....„ 755,55 Werth des geſammten Beſitzes. Mlk. 49034,55 Inventar der engeren Familienwohnung rund Mk. 2500. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Weinbau. Die Bewirthſchaftung dieſes Gutes iſt eine freie, die Fruchtfolge richtet ſich hauptſächlich nach der in Frage I näher beſchriebenen Ordnung. — 40— Der Anbau der Früchte und der Natural⸗Ertrag derſelben ſtellt ſich nach An⸗ gabe des Beſitzers wie folgt: Sende ſ ſzſe⸗ſ 21 AAse Anbau SlSlſsSſs5 6 S2 S —e Roggen.... 1,75 Hect. 68 100 Weizen..... 0,87„[14 20 Gerſte..... 1,25„[46 34 4 S2.[Hafer.„) 0,50„ 199 13 Kartoffeln(Knollen) 0,59„—— 190 Weißrüben... 0,46„———[240 Dickwurz... 0,16„——— 8o 4Weißkraut„. naOde,„—.ſ2. Klee(Heuwerth). 2,00) ½„ ſ160 30 Mengfutter.. 2,60,18„110 Gelbrüben... 0,08„== 40 Obſt.. e 34,6 Wein.... As.o.. IAf Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich pro ½ Hectar wie folgt: bei Roggen auf 9,7 Ctr. Körner, 14,28 Ctr. Stroh, “/ Weizen 2 9,3 2 2 13,33 2 2 2 Gerſte 2 9,2 1 2 6,80 1 1 2 Hafer 2 9,5 2 2 6,50 2 2 „Kartoffeln„ 80,2„ Knollen, „ Weißrüben, 128,0„ „ Dickrüben„ 164,0„ „ Weißkraut„ 120,0„ „Klee„ 20,0„ Heuwerth, Mengfutter„ 13,3„ Dörr⸗Stroh, „ Gelbrüben 114,2„ Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahr pro Kuh 2062. Liter, pro Tag und Kuh circa 5,65 Liter, im Ganzen 8250 Liter Milch. Rindvieh. Durchſchnittlich werden alle 3 Jahre eine fette Kuh oder ein Rind, ſowie jährlich 2—3 Kälber verkauft. Entweder werden trächtige Rinder zugekauft oder 1—2 Mutterkälber abgeſtellt. Schweine. 3 Maſtſchweine werden als Ferkel zugekauft und mit 200— 230 Pfd. für den Bedarf geſchlachtet, manchmal wird auch ein fettes Schwein verkauft. 1⸗ — 411— Geflügel. Beſitzt 28 Stück Hühner(Italiener Race), welche 3650 Eier legen. Junge Hahnen und abgängiges Geflügel wird meiſtens ſelbſt conſumirt. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Korn 1,75 Hertar.... 6,3 Gtr. Weizen 0,37„....... 2„ Gerſte 1,25„..... 4„ Hafer 0,50„.. 1,2„ Kartoffeln 0,58„...... 14„ Rübſamen.... 2 Pfd. Dickwurzſamen.... 3„ Eſparſette 1,25„... 200„ Rothklee und Luzerne 7. e Grasfutter 0,18„... 60„ Hafer und Erbſen ec. Für den Viehſtand. Gerſte für die Hühner..... 10 Ctr.— Pfd. Kartoffeln für die Schweine.... 130„—„ Rüben, Dickwurz, Gelbrüben.... 360„—„ Klee, theils grün, theils zu Heu verfüttert 160„—„ in Heu, Sämmtliches Strvoh..... 167„—„ Roggenkleie als Mahlgut..... 7„ 20„ Weißlleien......... 5„—„ Napskuchen.......... 9„ 75„ Biehſalz........ 2„ Abgerahmte Milch...... 2240 Liter. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt. Mk. 1727 Der Werth der erzielten Producte berechnet ſich im Ganzen auf.„ 1488 Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Producte noch durch den Stallmiſt zu decken ſein........... Mk. 239 Die Stallmiſt⸗Production wird ſich auf rund 1500 Centner berechnen, ſo daß der Centner auf circa 16 Pf. zu ſtehen kommt. Für die Familie einſchließlich eines Taglöhners in der Ernte und einer Frau im Herbſte, ſowie des allenfallſigen Beſuchs. Roggen............ 21,6 Ctr. Weizen............. 5„ Kartoffel........ 20„ — 42— Fleiſch von 2 Schweinen.... 4 Ctr. Nindfleiſch..... 114 Pfd. Bniterer. 100„ Schmalz... 30„ HQaffeee.. 25„ Znckee. 40„ Sqlz.......... 100„ Milh. 365 Liter Obſtntot 600„ Obſt und Zwetſchen.. 300 Pfd. Gieerer.. 1200 Stück Käſe etiova....... 400„ Handkäſe. Es berechnet ſich der Verbrauch der 3 Perſonen ſtarken Familie mit Taglöhnern und Gäſten und dem verabreichten Armenbrode täglich auf: 986 Gramm Getreide, 913„ Kartoffeln, 234„ Fleiſch, 45„ Butter, 13„ Schmalz, 11 1 Kaffee, 18„ Zucker, 44„ Salz, 0,66 Liter Milch, 27 Gramm Obſt, 1 Stück Eier. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich 940 Mk. und täglich 2 Mk. 58 Pf., pro Kopf 85 Pf. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 40 Ctr. Noggen à Mk. 7,50 coo. Mlk. 300,— 12„ Weizen à Ml. 9o-.„ 108,— 32„ Gerſte à. Mk. 3 2... 7„ 256, 416 Pfd. Butter à 80 Pf.=...... 1...„ 322,80 Verkauftes Vieh, 1 Rind und 2 Kälber.....„ 230,— 1 Schwein.....„ 86,— 2450 Stück Cier 5 Pf......:....„ 112,50 zu übertragen..M 1415,30 Uebertrag.. Mk. 1415,30 Für verlauſten Wein......„ 335,— „ verkauftes oſt.„ 40,— „ verkaufte Kartoffeln...........„ 40,— „ verkauftes Weißkraut, 100 Stück......„ 4,— „ verkaufte 1100 Stück Handkäſe à 10 Pf....„ 110, Summa.. Mk. 1944,30 (Die Preiſe für Frucht ꝛc. ꝛc. ſind die hier loco bezahlten.) B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Grundſteuer und Gemeindeumlagen..... Mk. 234,24 Verſicherungskoſten 4 29,16 Taglöhne: Dreſcherlohn Mk. 88 und Schnitterlohn Mk. 40 Mk. 128,— 1 Mann etwa 16 Tage, 1 zaun 4 Tage..„ 22,— Für Weinbaulohn.........„ 38,— — ,. 188,— Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe.................„ 200,— Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe: dem Wagner.............My. 14,— dem Schmied.........„ 50,— Hausrath und Handgeräthe.....„ 15,— —— 1 79,— Zukauf von Vieh: 3 Fertel.................„ 47,— Zukauf von Kraftfutter: Rapakichen..... ahel. 104,— Weißkleie.0...„ 25,— „ 1929, Künſtliche Dünger: Superphosphat, 2 Ctr............„ 15, Heizung und Beleuchtung: Steinkohlen 60 Ctr. à 75 Pf....... Mk. 45,— Petrolenm und Nühöl........„ 40,— 11 85,— zu übertragen.. Mk. 1006,40 Uebertrag. Mk. 1006,40 Zukauf von Nahrungsmitteln: Weißmehl Mk. 95,— Rindfleiſch 3„ 68,40 Kaffee und Zucker„ 52,50 -„ 215,90 Bekleidung..„ 200,— Arzt und Apotheke„ 100,— Thierarzt„ 5,— Verſchiedenes 3 45,70 Weinbergspfähle.„ 16,— Pacht eines Ackers..„ 61,— Summa Mk. 1650,— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen Die Ausgaben betrugen. Bleibt Ueberſchuß Mk. 1944,30 „ 1650, —— Mr. 294,30 IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag. (excl. der für die Wirthſchaft verwendeten Producte). Erlös aus verkauften Producten Producte Summe B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 10130 à 4 Ct. Verſicherungsprämie.. Abnutzung(iſt alt) Inſtandhaltung 2. Kapital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 1738 à 4 pCt. Verſicherungsprämie 2 ½ pCt. Zukauf von Ferkel zu übertragen Mk. 405,20 „ 1 2,16 „ 101,— „ 200,— Mk. 69,52 1 43,— 11 47, — .. Mk. 1944,30 Werth der für die Vannie aus der rWirhſci entwommenen „ 729,80 Mr. 2674,10 Mk. 718,36 „ 159,52 . Mt. 877,88 Uebertrag.. Mk. 877,88 3. Kapital des todten Inventars: Zinſen von Ml. 955 à 4 pCi..... Mk. 38,20 Verſicherungsprämie(Mobiliarverſicherung).„ 17,— Erneuerung und Inſtandhaltung, wirkliche Ausgahbe..........„ 79,— zl-xre 134,20 4. Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals: Letzteres beträgt 50 pCt. der iimljcen baaren Aisgaben = Mk. 325 à 6 pGt......„ 19,50 5. Hagelverſicherungsprälnie............„ 20,— 6. Feuerverſicherung......„ 4,— 7. Steuern und Umlagen............„ 234,24 8. Kraftfutter(ſiehe Ausgabe)....„ 129, 9. Heizung und mnt 25 di der Geſaumtrusgibe-„ 21,25 10. Thierarzt.......„ 5,— 11. Arbeitslöhne: Taglöhner in Fruchternte und Herbſt.. Mk. 22,20 Weinbergsbebauungskoſten......„ 38,— Schnitterlohn...„ 40,— Dreſcherlohn..„ 88,— Lohn des Wirthſchafters und ſeiner Familie„ 500,— —„ 688,20 12. Perſchiedenes.............„ 23,73 Summa. Mk. 2187,— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 2674,10 Die Productionskoſten betragen.„ 2187,— Bleibt Reinertrag.. Mk. 487,10 Nimmt man hierzu den Werth der freien Wohnung mit circa Mk. 125, ſo ſteigert ſich der Reinertrag auf Mk. 612. Das Grundeapital iſt eingeſchätzt auf...... Mk. 35456,— Der Werth des Pachtfeldes iſt tarirt quf....„ 1500, Summa Mk. 36956,— Die Grundrente beträgt hiernach 1,4 pCt. 46 Anlage III. Gemeinde Ober⸗Hilbersheim. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines kleinen Bauerngutes von 3,5 Hectar. Der Beſitzer dieſes Gutes iſt verheirathet, 44 Jahre alt, Vater von 2 Kindern im Alter von 9 und 3 Jahren, ſeine Ehefrau iſt 38 Jahre alt, derſelbe beſitzt noch eine Mutter im Alter von 72 Jahren. Die ganze Familie beſteht aus 5 Perſonen, wovon die 3 erwachſenen das Gütchen bewirthſchaften. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 3,18 Hectar Ackerland 0,08 Wald 0,24 Weinberg 3,50 Hectar in 31 Parcellen. mittlerer Kaufwerth 8906 Mk. I 7 Das Steuercapital beträgt in Ober⸗Hilbersheim. 80 fl.— kr. in St. Johann 6„ 30„ Summa 86 fl. 30 kr. Obſtbäume; 7 Aepfelbäume à Mk. 30= Mk. 210 7 junge desgl. à Mk. 5=.„ 35 5 Birnbäumchen à Mk. 5=„ 25 14 Zwetſchenbäume à Mk. 3= 42 Summa 2 Mk. 312 — 17— Wiederholung. Grund und Boden........ Mk. 8906 Obſtbäume...... 312 2 Mk. 9218,— B. Gebäude. Beſtehend aus Wohnhaus, Scheuer und Stall dr neu) Taxirt nach dem Brandcataſter......„ 7720, C. Viehſtand. 2 Kühe à Mk. 200(werden viel eingeinimmih Mk. 400,— 1 Rind à Mk. 200...„ 200,— 3 Schiweine a Mt. 50.....„ 150, 5 Hühner à 30 Pf..........„ 4, 6 Enten à Ml. 1.......„ 6,— - 760,— D. Todtes Inventar. 1 einſpänner Wagen.......Ml. 150,— V 2 Pilüge und Ggge.....„ 830, Fahrgeſchir......„ 10,— 1 Windmühle.„ 205 Handgeräthe.........„ 75,— 3 Fäſſer...„ 9807/— Legel und Ladfaß..........„ 35,— 1 Kelter. J....„ 110, Hausrath und Kochgeſchirr„ 75,— —„ 653,— E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital ſiehe Rentabilitätsberechnung.„ 391,97 Werth des Geſammntbeſibes„ 18742,97 Inventar der engeren Familienwohnung rund Mk. 1500. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Weinbau. Die Bewirthſchaftung dieſes Gutes iſt eine freie und wird die Bebauung ganz nach dem Kraftzuſtande der einzelnen Felder angepaßt. Die Angaben ſind nach der Aufzeichnung des Beſitzers. — 48— Getreide 8 2 4 S2ſ5 Anban 3 2 Centner Stück Roggen. 0,4562 Hectar 27 50 9 Gerſte..... 0,6875„ 26 26 G 1 5 . Hafer..4 7 0,2500—, 14 12 T.4.23 Kartoffeln.(,3300—,—— 100 4 5 Rüben... 0,1470„ I00 1, 2.Dickwurz*, 64.75. 0,1375„——— 3ſKlee.... 1,1250„—— 100 Kappestraut... 0,0350„——=—— 15 Oöbſtt...—=SI12 Weirn 2* 40⁰.——==— 1 3,1 48 2 Der Dnrchſchnittsertrag berechnet ſich pro ½¼ Hectar wie folgt: bei Roggen auf 15 Ctr. Körner, 28 Ctr. Stroh, 2 Gerſte 1 8,4 2 11 8,4 1 1 11 Hafer 1 14 1 11 12² 11 1 „ Kartoffeln„ 76„ geſunde „ Rüben„ 96„ „ Klee„ 22„ Heuwerth. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahre 2000 Liter von einer Kuh pro Tag 5,5 Liter im Ganzen 4000 Liter. 1 Rindvieh. Durchſchnittlich werden pro Jahr 2 Kälber verkauft. Schweine. Gewöhnlich werden 3 Stück Maſtſchweine gehalten, wovon eines als fett verkauft wird. Geflügel. Von den Hühnern ſind etwa 400 Eier und von den Enten etwa 600 Eier zu berechnen. B. Natural⸗Bedarf. — Für Saatgut: Roggen 0,45 Hectar.. 1 Ctr. 60 Pfd. Gerſte 0,68„... 2„—„ Hafer war gepachtet und eingeſät. Kartoffeln 0,33„ 4„ 50 5 Weißrübſamen..= 5 1/¼„ Dickwurzſamen..=„ 1 Eſparſette 1,13 Hectar..... 5 Ctr.— Pfd. Rother Klee..........„ 11½„ Blauer Klee.........—„ 1„ N Für den Viehſtand. Gerſte für die Hühner.... 4 Ctr.— Pfd. 9 Kartoffeln für die Schweine... 75„— 4 4 4 Nüben und Dichburz...... 100„=„ — Klee und Kleeheu, Heuwerth... 100„— 9 3 Stroh... H.. 88„=—„ 7 Kleie von eigenem Mahlgut 4„— 3 Kleie zugekauft....... 18—„ Rapsfuchen ca........ 250 Stück Sauermilch etva...... 11200 Liter Viehſalz.......... 2 Centner. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt in runder Summe.... Ml. 1000 Der Werth der erzielten Producte berechnet ſich i in runder e Summe auf„ 840 Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Ve nrir noch zu decken ſein... Mk. 160 Die Stallmiſt⸗ Production iſt annähernd auf 705 Ctr. zu ſchätzen, ſo daß der Centner auf etwa 23 Pf. kommt. Für die Familie. RNoggen............. 16 Genther Weizen...... 2„ Kartoffeln............ 20„ 2 Maſtſchweine.......... 360 Pfund Rindfleiſch............ 25„ Butter.......... 52„ Schmalz.......... 25 9 Kaffetertrt 360 3 Zucker.......... 10„ Salz............ 100 Milch(ſüße)......... 400 Liter Eier etwa............ 400 Stück Obſt. 2 Es berechnet ſich hiernach der Verbrauch der Familie pro Kopf und Tag auf: 493 Gramm Getreide, 548„„ Kartoffel, 105„ Sleiſch, 14 Gramm Butter, 8„ Schmalz, 8„ Kaffee, 3„ Zulcker, 32 1 Salz, 0,35 Liter Milch, Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich Mk. 621,60 und täglich Mk. 1,75, pro Kopf alſo 35 Pf. III. Geld⸗Rechnung. A. Einnahmen. 9,40 Ctr. Roggen à Mk. 7,50=. 20„ Gerſte à Mk. 8,— 14„ Hafer à Mk. 8,— 175 Pfd. Butter à Ml. 80 Pf.= 2 Kälber à Mk. 30.. 4 Eier 600 Stück à 5 Pf... 1 Malter Eiunretintehnen 50 Kilo 1 Schwein. Obſt. ½ Stück 18831 Wein Summe (Die Preiſe ſind wirklich vereinnahmt worden.) B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Staatsſteuer Gemeindeſteuer Verſicherungskoſten Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe Unterhaltung des todten Inventars: dem Wagner laut Rechnung. dem Schmied... für Haus⸗ und Handgeräthe. Verſicherungs⸗Prämien: Hat außer der Brandſteuer nichts verſichert. Zukauf von Kleeſamen: Für Roth⸗ und Luzernekleeſamen Mk. 70,50 „ 160,— 1 98,— „ 140,— 1 60,— 1 30,— 1 20,— 1 84,— „ 12,— 150,— Mr. 824,50 Mk. 29,58 39,60 7 zu übertragen Mk. 69,18 9,26 I 30,— 2 11 32,— 2,50 2 Mr. 142,94 Uebertrag.. Mk. 142,94 Zukauf von Vieh: 3 Stich Ferlel* MI. 19......„ 54, Zukauf von Kraftfutter: Weizenkleien 18 Ctr. à Mk. 5,—=.. Mk. 90,— Rapskuchen 250 Stück à Mk. 0, 16=„ 40, Viehſalz 2 Ctr. à 5,—....„ 10, 1 140, Zukauf von Weinbergspfählen: 100 Stük.........„ 5,— Lanbſtren koſte„ 2,— Heizung und Beleuchtung: Ankauf von 50 Waldiwellen...... Mk. 12,— Kohlen 50 Ctr. à. 75 Pf.......„ 37,50 Petrpleum, Rüböl.......„ 20,— —„ 69,50 Zukauf von Nahrungsmitteln: 260 Pfd. Weizenmehl........ Mk. 38,— 25„ Nindileiſch à 60 Pf..„ 15, 30„ Kajfee à Mk. 1,20......„ 36, 10„ Zucker à 45 Pf...„ 4,30 100„ Salz 4 10 Pf... 10, -„ 103,50 Bekleidung, rund angenommen.........„ 150,— Arzt und Apotheke..........„ 5,— Thierarzt k„ 5,— Pacht einiger Grundſtücke..........„, 92,— Summa.. Mk. 783,94 (. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen..... Mk. 824,50 Die Ausgaben betrugen......„ 783,04 Bleibt Ueberſchuß.. Mk. 40,56 IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Wirthſchaft wieder verwendeten Producte). Erlös aus verkauften Producten..... Mk. 824,50 Werth der für die Familie aus der wingſhaſte entnommenen Producte... 1.„ 621,60 Summa. Mk. 1446,10 .Verſchiedenes — 52— B. Productionskoſten. . Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 7720 à 4 pCt..... Mk. 308,80 Verſicherungsprämie........„ 9,26 Abnutzung 0,75 pGt........„c„ 57,90 Inſtandhaltung........„ 30, . Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 760 à 4 pCt.... Mk. 30,40 Verſicherungsprämie 2 ½ pCt. erüſteriche rung..„ 19,— Jährlicher Zukauf von 3 Ferkeln à Mk. 18„ 54,— .Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 653 à 4 pCt.... Mk. 26,12 Verſicherungsprämie 1 ¼ pCt. Selbſtverſiche⸗ rung.„ 1,— Erneuerung und Inſtandhaltung, wirkliche Ausgabe..........„ 32,— Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren Ausgaben hier Mk. 391,97. Hiervon 6 pCt.. Hagelverſicherungsprämie, 0,75 pCi. vom Werth der Getreide⸗ Ernte Mk. 680, jedoch Selbſtverſicherung. 3 . Feuerverſicherung der Producte. Steuern und Umlagen(laut Ausgabe). Kraftfutter und Laubſtreu(ſiehe Ausgabe) Heizung und Beleuchtung, 25 pCt.. Thierarzt . Zukauf von Weinbergspfählen .Arbeitslöhne: Lohn für 3 Perſonen in 320 Tagen für 1 Mann und 2 Frauen..... Summa C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 1446,10 Die Productionskoſten betrugen.„ 1358,10 Bleibt Reinertrag.. Mk. 88,— Mk. 405,96 103,40 7 2 Mk. 1358,10 Rechnet man hierzu den Werth der Wohnung mit Mk. 100, ſo ſtellt ſich der Reinertrag auf Mk. 188. Das Grundcapital mit Obſtbäumen beträgt.... Mk. 9218 Rechnet man 2 Morgen Pachtäcker mit ihrem Kaufwerthe von 1800 dazu, ſo ſtellt ſich das Grundcapital auf..— Mr. 11018 Und die Grundrente beträgt ſomit ca 1,7 Procent. Bericht über die landmirthſchaftlichen Verhältniſſe Gemeinde Ober⸗Moſſau, Kreis Erbach i. O., erſtattet von Friedrich Horn zu Babenhauſen. AIllgemeines. Ober⸗Moſſau liegt im mittleren Odenwald, ca. 342 Meter über der Meeres⸗ fläche und iſt etwa 7 Kilometer in weſtlicher Richtung von den Stationen Erbach und Michelſtadt entfernt. In einer Länge von nahezu einer Stunde dehnt ſich der in einem freundlichen Thale, das von Norden nach Süden zieht, gelegene, 410 evangl. und 7 kathl. Einwohner zählende Ort aus. Die Bauerngehöfte liegen längs des Thales zerſtreut und die dazu gehörigen Wieſen, Aecker und Waldparcellen ſchließen ſich unmittelbar an dieſelben an. Ober⸗Moſſau, das ſchon im Mittelalter unter dem Namen Moloſaha vorkommt — die Johanniter hatten hier Beſitzungen— bildet mit dem nur ¼ Stunde ent⸗ fernt liegenden Unter⸗Moſſau ein Kirchſpiel. Die örtliche Bevölkerung bewohnt 48 Häuſer mit 89 Haushaltungen, wovon 64 Landwirthſchaft treiben, die übrigen arbeiten im Taglohn oder treiben kleinere Gewerbe. Auswanderungen kommen dann und wann bei jüngeren Leuten vor, bei Fami⸗ lien ganz ſelten. Die Heirathen finden größtentheils innerhalb der Gemeinde ſtatt, weshalb die geſchloſſenen Güter ungetheilt bleiben. Das Holz aus dem Gemeinde⸗ wald wird verkauft. Die Haide⸗ und Moosſtreu wird loosweiſe an die Einwohner verſteigert und der Erlös hiervon— ohngefähr 3—4 Mk. per Bürger— an die⸗ ſelben vertheilt. Das landwirthſchaftlich benutzte Areal der Gemarkung umfaßt im Ganzen eine Fläche von 890,65 Hectar in 521 Parcellen, wovon 284,80 Hectar Ackerland, 82,43 Hectar Wieſen, 504,06 Hectar Wald und 19,34 Hectar Hofraithe, Gärten, 1⁵ — Friedhof, Brunnenſtube, Wege und Bäche. Dieſes Land vertheilt ſich auf 14 Beſitzer unter einem halben Hectar, 28 von ½— 1 ½ Hectar, 10 Beſitzer von 1 ½— 10 Hectar und 12 Beſitzer über 10 Hectar. Die directen Steuern für Ober⸗Moſſau betrugen pro 1883/84 2305,56 Mk. An Communalſteuern hat die Gemeinde für 1883/84 erhoben 2651,34 Mk. An Tilgungsrente 960,36 Mk. und 399,72 Mk. Forſtwartenbeſoldung. Im Jahre 1871 betrugen die Communalſteuern fl. 394= Mk. 675,42 2 2 1873 2 2 2 2 650— 2 1114,28 „„ 1874„„„ 950=„ 1628,57 Die Gemarkung iſt beſetzt mit:(Zählung v. 1883.) 583 Aepfelbäumen, 206 Birnbäumen, 92 Pflaumen⸗ und Zwetſchenbäumen, 40 Kirſchbäumen. Der Wald umfaßt 504,06 Hectar, hiervon ſind 72,24 Hectar Gemeindewald und ca. 154 Hectar gehören den Ausmärkern. Der Werth des Waldes beträgt an⸗ nähernd 235,000 Mk. mit einem Steuercapital von 1276,5 fl. Der Viehſtand in der Gemeinde iſt nach der letzten Aufnahme folgender: 24 Pferde, 108 Kühe, 19 Ochſen, 221 Stück Rindvieh. 94 Kälber bis zu 2 Jahren, 87 Schafe(heute 466 Stück), 166 Schweine(davon Zuchtſauen 22 Stück), 40 Ziegen, 60 Bienenſtöcke. Frage I. a. Welche Bodenverhältniſſe zeigt die Gemarkung, welchen Character hat das Klima und wie iſt hiernach im Allgemeinen die Fruchtbarkeit der Ländereien; iſt letztere ſehr günſtig, mittel oder gering? b. In welchem Verhältniß ſtehen die verſchiedenen Arten des Kulturlandes— Acker, Wieſen, Weiden, Rebland ꝛc.— zu einander und iſt dieſes Verhältniß im Allgemeinen als ein wirthſchaftlich günſtiges zu bezeichnen? c. Welches ſind die hauptſächlichſten Producte der Landwirthſchaft, bezw. welche Productionsrichtungen machen ſich im landwirthſchaftlichen Betriebe der Gemeinde vorzugsweiſe geltend? — 3— d. Iſt der landwirthſchaftliche Betrieb im Allgemeinen ein rationeller zu nennen, oder haften ihm weſentliche Mängel an und welche? Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weit gehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang im Zuſammenhang? Die Gemarkung Ober⸗Moſſau iſt hügelig, aber ganz ſanft abfallend; der Boden zum großen Theil ſandig, die Unterlage desſelben iſt Bunt⸗Sandſtein und liegen die theils verwitterten Steinmaſſen ſehr hoch, ſo daß die Ackerkrume auf der Höhe ſehr ſeicht, durch den Regen leicht abgeſchwemmt wird und mager iſt, deshalb trockene Witterung ſchlecht verträgt. Je mehr dem Thale zu, geht das Ackerland in Lehm über und iſt daher auch viel ertragsfähiger. Der Boden iſt kleefähig, trotzdem ſoll die Luzerne nicht gedeihen. Durch das Thal fließt ein kleiner Bach, an den ſich links und rechts die Wieſen anſchließen. Mit wenig Ausnahmen liegen die Hofraithen der größeren Güter auf der Weſtſeite des Thals und macht ein Weg, der die Gehöfte verbindet, auch ſo ziemlich die Grenze zwiſchen Wieſen und Ackerfeld. Die Kirche, Pfarr⸗ und Schulhaus und Hofraithen einer großen und einiger kleinen Haushaltungen liegen auf dem linken Ufer des Baches, wo ein kleines Seitenthälchen einmündet, in dem noch mehrere Wohnungen zerſtreut liegen. Die Wieſen unterhalb der Gehöfte ſind zur Bewäſſerung angelegt, und läuft die Jauche aus dem Hof, mit dem Brunnen⸗ waſſer vermiſcht, direct auf dieſelben. Die Wieſen in den Seitenthälchen ſind Feld⸗ wieſen und für Düngung ſehr dankbar.— Die Gemarkung wird von drei Seiten vom Wald umſchloſſen und ſchließt der zu dem Gehöft gehörende in der Regel an das Feld an. Der größere Theil des Waldes iſt Eichenſchälwald. Das Klima iſt der Höhenlage entſprechend als günſtig zu bezeichnen. Die Fruchtbarkeit der Ländereien iſt hiernach im Allgemeinen eine mittlere zu nennen, aber auf der Höhe mitunter ſehr gering, weshalb auch größere Flächen als Schafweide benutzt mehrere Jahre nicht bebaut werden. Die Verhältniſſe des Culturlandes in Ober⸗Moſſau ſind: Ackerfeld und Gärten........ 284,50 Hectar Wieſen........82,46„ Wald.......... ,504,55„ Hofraithen...... 2,53„ unbeſteuerbare Fläche...... 16,62„ Summa.. 890,66 Hectar Das Culturland beſteht alſo hauptſächlich in Ackerland und Wieſen, Garten ſehr wenig. Der weitaus größte Theil der Wieſen wird bewäſſert und liefert einen guten Ertrag, der aber durch beſſere Vertheilung der zufließenden Jauche und theil⸗ weiſe Drainage, ſowohl in Qualität, wie in Quantität noch ſehr geſteigert werden könnte; ebenſo könnte der Ertrag mancher Feldwieſen noch bedeutend erhöht werden, durch Aufbringen von Jauche und gut zubereitetem Kompoſt, da erſtere an einzelnen 2⁵ Stellen periodiſch unbenutzt dem Bache zuläuft oder auf kleinen Stellen im Uebermaß verſchleudert wird. Das Verhältniß der Ackerfläche zur Wieſe iſt ungefähr 3 ½: 1, deshalb würde es der ganzen Wirthſchaft zu gute kommen, wenn die Erträge der Wieſen ſich erhöhten. Die hauptſächlichſten Producte ſind Getreide und Viehzucht, alle übrigen Pro⸗ ducte werden faſt ausſchließlich in der Wirthſchaft verbraucht. Die Fruchtfolge iſt annähernd folgende: auf dem beſſeren Boden 1. Kohl, 2. Korn, 3. Gerſte oder Hafer, 4. Klee, 5. Weizen oder Spelz, erſteren nur ausnahmsweiſe, 6. Hafer, 7. Kartoffel oder Dickwurz; auf dem weniger guten Boden: 1. Korn, 2. Hafer, 3. Kartoffel auch Haidekorn, dann ohngefähr alle 6 Jahre Klee mit Thymotheusgras vermiſcht, was dann einige Jahre als Weide benutzt wird. Der Obſtbau iſt ſehr gering und könnte beſſer gepflegt werden; allerdings ſind in dem Winter von 1879 auf 80 viele Obſt⸗ bäume zu Grunde gegangen, es ſcheint aber auch die rechte Liebe zur Obſtbaum⸗ zucht zu fehlen, da junge Obſtbäume nur in geringer Menge, und theilweiſe mit wenig Sorgfalt gepflegt vorkommen. Das Obſt wird größtentheils verkauft und nur wenig zu Haustrunk verwendet. Der Viehzucht hängen noch viele Mängel an. Ein der Gemeinde gehörender Faſſel iſt gar nicht vorhanden und wird, ohne Controle der Race, der nächſte Privatfaſſel benutzt. Es ſind mitunter gute Exemplare Simmen⸗ thaler Kreuzung vorhanden, die große Mehrzahl iſt aber gering. Bei der Schweine⸗ zucht herrſcht die alte Race(geſtreckte Karpfenſau) noch vor, die beſſeren engliſchen Racen fehlen faſt noch ganz und wurde mir bemerkt, das Fleiſch von letzteren ſei nicht ſo gut. Milch wird verbuttert und die Rückſtände theils zu Käſe, die meiſten aber für die Schweine verwendet. Korn, Spelz, Hafer, Haidekorn, Wieſenheu und Klee ſind die hauptſächlichſten Producte, in zweiter Linie Schweinefleiſch, Kartoffel und Dickwurz. Der Viehſtand iſt, im Verhältniß der Größe des Culturlandes, ſehr gering und ließe ſich bei Hebung des Futterbaus aus demſelben gewiß mit verbeſſerter Milchwirthſchaft ein weſentlich höherer Reinertrag erzielen. Es wird wohl durch Nachzucht manche Geldeinnahme herbeigeführt, allein wenn, wie hier, auf 3 Hectar Acker⸗ und Wieſenland erſt 1 Stück Groß⸗ ¾ Stück Kleinvieh, periodiſch noch 3 Stück Schaafe kommen, ſo ließe ſich, nach meiner unmaßgeblichen Anſicht in dieſem Punkte noch Manches beſſern. Der Handel mit Vieh iſt nicht bedeutend, da das Meiſte gezogen wird. Auf die Schweinezucht wird Werth gelegt und betreibt eine jede Wirthſchaft dieſelbe für ſich ohne gemeinſchaftlichen Hirt. Zur Fütterung und Mäſtung der Schweine werden hauptſächlich die Milchabfälle, Kartoffeln und Haidekorn benutzt. Der Verbrauch an künſtlichem Dünger iſt ſehr gering; ebenſo iſt es mit dem Gründünger. Einzelne Land⸗ wirthe verwenden etwas Knochenmehl. Bei dem geringen Durchſchnittsertrag an Körnern und Stroh würde die Anwendung von Kali und Stickſtoff, ſowie mehr Phos⸗ phorſäure gewiß ſehr vortheilhaft ſein. An Kraftfuttermitteln werden nur ganz unbe⸗ deutend Kleie und Rapskuchen zugekauft. Die aus dem Wald, der in der Regel zum Gut gehört, gewonnene Streu kommt der Wirthſchaft ſehr zu ſtatten. — 5— Frage II. a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäßigen Landbau treibenden Bevölkerung? b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung einge⸗ treten? c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗ theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B. das geltende bäuerliche Erbrecht, die üblichen Syſteme des ehelichen Güterrechts oder der Zuſammenkauf von Grundſtücken? d. Iſt ein Theil der Gemarkung Allmendland und welchen Einfluß hat die Benutzung des letzteren auf die Lage der Bevölkerung? Die Größe der Gemarkung beträgt an Ackerland und Wieſen 366,96 Hectar, die Zahl der Haushaltungen mit Landwirthſchaft 64. Hiervon können aber nur 364,85 Hectar mit 50 Haushaltungen in Betracht gezogen werden, da die verhältniß⸗ mäßig kleine Fläche von 2,11 Hectar ſich auf 14 Haushaltungen vertheilt. Es kommen demnach durchſchnittlich auf die Haushaltung 7,29 Hectar, die vollſtändig genügend erſcheinen, die Mitglieder einer größeren Haushaltung zu beſchäftigen und ihre beſcheidenen Anſprüche zu befriedigen.(ſiehe Frage IX.) Die Beantwortung der Frage VIII gibt ein Bild der Vertheilung des Grund⸗ beſitzes unter die einzelnen Beſitzgruppen, woraus erſichtlich, daß der Grundbeſitz ſehr ungleich vertheilt iſt; alſo Großgrundbeſitz dem Kleinbauer gegenüber ſteht. Wie die Tabelle in Frage VIII zeigt, iſt die Gruppe 1 aus 28 Haushaltungen beſtehend, davon 25 Beſitzer mit 36 pCt., die Gruppe 2 10 Haushaltungen, davon nur 4 mit 12,63 pCt. und die Gruppe 3 12 Haushaltungen, davon 7 mit 11,93 pCt. Schulden ihres Liegenſchaftswerthes belaſtet. In der todten Hand befinden ſich nur 6575 Meter der Pfarrei gehöriges Land. Die Gemeinde beſitzt außer Wald, Wege und dergleichen eignes Land 6,56 Hectar, daſſelbe iſt verpachtet zu 325,40 Mk. gleich Heſſ. Morgen 12,50 Mk.; außerdem ſind noch einige Hectar im Beſitz der Grafen von Erbach⸗ Fürſtenau, ebenfalls verpachtet. Nennenswerthe Aenderungen des Beſitzes ſind ſeit langer Zeit nicht vorgekommen. Frage III. a. Welches ſind die durchſchnittlichen Preiſe für die einzelnen Boden⸗ qualitäten der verſchiedenen Culturländereien(Acker, Wieſe, Weide, Wein⸗ berg ꝛc.), erſcheinen dieſe Preiſe beſonders hoch oder beſonders niedrig und auf welche Urſachen ſind die bezüglichen Erſcheinungen zurückzuführen? b. Welche Aenderungen in den Preiſen haben ſich in den letzten 5 Jahren vollzogen? c. Pflegt ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften ſtattzufinden und liegt hierfür(ſ. a) ein berechtigtes Bedürfniß vor? Die Bonität des Grund und Bodens iſt in 4 Claſſen eingetheilt und berechnet ſich der Werth deſſelben hiernach: bei Ackerland I. Claſſe pro Quadratmeter 20 Pf. 2 2 II* 2 2 2 1 4 2 2 2 III 2 2 2 5 7 6 22 2/ IV 2 2 2 3 1 6/ „ Wieſen I.„ 7 27,2„ 2 2 II 2 2 2 20,0 2 / 2 III// 2 1 3 0 72 2 I/ IV. II 2 I/ 9,6 2 Der Umſatz in Liegenſchaften iſt, wie bereits angedeutet, in Folge der geſchloſſenen Güter ein ſehr geringer und kommen Verkäufe einzelner Parcellen nur ſelten vor. Die Preiſe ſind im Allgemeinen in den letzten Jahren etwas zurückgegangen, durch⸗ ſchnittlich 16 pCt. bei Acker⸗ und 5,2 pCt. bei Wieſenland. Frage IV. a. Nehmen die Pachtgüter einen erheblichen Umfang ein und ſtehen die Pachtpreiſe im richtigen Verhältniß zu dem Kaufpreiſe der Ländereien einerſeits und zur Ausnutzungsfähigkeit derſelben andererſeits, eventuell welche Urſachen wirken ſteigernd auf die Pachtpreiſe ein? b. Welche Beſtimmungen gelten insbeſondere in Betreff der Dauer der Pacht, der Bezahlung der Steuern ꝛc., der Verſicherungsprämien, ſowie in Betreff vorzunehmender Meliorationen und etwaiger Pachtnach⸗ läſſe bei elementaren Unglücksfällen bei fiskaliſchem, ſtandesherrlichem und privatem Grundbeſitz? c. Wirken die üblichen ſonſtigen Pachtbedingungen beſonders er⸗ ſchwerend für die Pächter oder nicht? Die wenigen Pachtgüter werden in der Regel auf 10 Jahre pro Morgen zu 10— 14 Mk. verpachtet; die Steuern und Abgaben tragen die Eigenthümer. Auf die allgemeinen landwirthſchaftlichen Verhältniſſe üben die wenigen Pachtgüter keinen Einfluß aus. Frage V. a. In welcher Weiſe pflegen die Landwirthe ihre Mobilien und Producte gegen Feuer, ihre Früchte gegen Hagel und ihren Viehſtand gegen Unfall zu verſichern? b. Hat die Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung Eingang in der Gemeinde gefunden, event. in welcher Weiſe und welchem Umfange? Die meiſten Landwirthe haben, obgleich Brände von einiger Bedeutung ſchon lange nicht vorgekommen ſind, ihre Mobilien und Producte verſichert. Verſicherungen gegen Hagel finden nicht ſtatt, weil behauptet wird, daß es ſeit unvordenklicher Zeit in Ober⸗Moſſau nicht gehagelt habe. Die Mobilien ſind größtentheils verſichert: bei dem Mittelrhein, der North⸗Britiſh and Mercantile und Aachen⸗Münchner⸗Geſellſchaft. Renten⸗ und Lebensverſicherungen finden nicht ſtatt. Frage VI. In welcher Weiſe befriedigen die Landwirthe in der Regel ihre Creditbedürfniſſe hinſichtlich des Real⸗ und des Perſonalcredits und welches ſind bei beiden Arten des Credites die gewöhnlichſten Darlehens⸗ bedingungen in Bezug auf Zeitdauer und Zinsfuß und werden dabei auch Amortiſationsfriſten(Güterziele) angewendet? Die Real⸗ und Perſonal⸗Creditbedürfniſſe werden meiſtentheils im Ort gegen Handſchein aufgenommen. Darlehen bei der Creditkaſſe in Erbach ſind nur 700 Mk. bekannt. Letztere leiht auch auf Amortiſation. Frage VII. a. Wie ſtehen im Allgemeinen die Arbeits⸗ und Geſindelöhne in der Gemeinde, genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten oder ſind fremde Arbeiter nöthig und woher kommen letztere? b. Iſt für die landwirthſchaftliche Bevölkerung Gelegenheit zum Nebenverdienſt vorhanden, event. haben dieſe Nebenverdienſte(Arbeiten im Wald, Hausinduſtrie, Fabrikbetriebe, Fuhrweſen ꝛc.) eine beſondere Bedeutung für den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung und der Gemeinde im Allgemeinen? 8 4 c. Gibt es Landwirthe in der Gemeinde, die mit Rückſicht auf den Umfang und die Rentabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes an ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen? Die ſtändigen Taglöhne berechnen ſich im Allgemeinen durchſchnittlich pro Tag mit Koſt und Wohnung: für den Mann auf 60 Pf. für die Frau auf 40„ ab⸗ und zugehende auf 1 Mk., und 60 Pf. An das Geſinde wird bezahlt: für einen Ackerknecht jährlich 190— 200 Mk., „„ Schweizer„ 100 120„ „ eine Magd„ 90— 100„ „ einen Schäfer„ 50— 250„ Die ortsanſäßige Bevölkerung genügt vollkommen zur Beſtreitung der land⸗ wirthſchaftlichen Arbeit und kommen fremde Arbeiter faſt niemals nach Ober⸗Moſſau. Für die arbeitende Claſſe iſt reichlich Gelegenheit zu Verdienſt durch Taglohn auf den größeren Gütern, Wegbau und im Winter durch Holzmachen(bei einem durch⸗ ſchnittlichen Verdienſt von 1 Mk. den Tag) namentlich in den ſtandesherrlichen Waldungen vorhanden, ſo daß die auf Nebenverdienſt Angewieſenen ihr Auskommen finden können. Einwohner, welche aus Standesvorurtheil u. ſ. w. die ihnen gebotene Gelegenheit zum Verdienſt ablehnen, gibt es nicht. Frage VIII. a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt? b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehnt zugenommen? c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und Güterziele im All⸗ gemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rückſtände bekannt?. d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf die Ver⸗ ſchuldung z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗ ſyſteme, unwirthſchaftlicher Ankauf von Grundſtücken zu hohen Preiſen, ungenügendes Betriebscapital, zu frühe Gründung eines eigenen Haus⸗ halts, Verſchwendung und nachläſſige Wirthſchaft, die Aufeinanderfolge ſchlechter Ernten u. ſ. w.? Wie aus der Tabelle zu erſehen, ſteht dem Immobilienbeſitz der 50 überhaupt in Betracht gezogenen Haushaltungen im Werth von 696,967 Mk. eine Geſammtſchuld von 104,007 gegenüber; es iſt ſomit der Liegenſchaftswerth mit einer Schuld von 14,92 pCt. belaſtet. Der Grundbeſitz der 36 Haushaltungen, die verſchuldet ſind, hat einen Werth von 328,631 Mk. und iſt mit 31,65 pCt. deſſelben verſchuldet. Nicht verſchuldet ſind 14 Beſitzer, deren Liegenſchaften einen Werth von 368,336 Mk. haben. Der Grundbeſitz derjenigen Perſonen(Tab. B.), die nur Landwirthſchaft treiben— 11 an der Zahl— hat einen Werth von 413,336 Mk. und iſt mit 62,387 Mk., alſo mit 15,09 pCt. verſchuldet; von dieſen 11 Perſonen ſind 6 Per⸗ ſonen verſchuldet und zwar bei einem Werth ihrer Liegenſchaften von 202,010 Mk. mit 30,88 pCt.; 4 Haushaltungen, deren Liegenſchaften einen Werth von 211,326 Mk. darſtellen, ſind ſchuldenfrei. Erwerb durch Taglohn neben der Landwirthſchaft findet in 24 Wirthſchaften ſtatt(Tab. C). Ihre Liegenſchaften haben einen Werth von 80,016 Mk. und ſind mit 21,592 Mk., alſo mit 26,98 pCt. belaſtet; 18 Haushaltungen mit einem Grund⸗ beſitze von 58,476 Mk. ſind verſchuldet mit 36,92 pCt., während 6 Haushaltungen mit einem Grundbeſitze im Werthe von 21,540 Mk. nicht verſchuldet ſind. Neben Landwirthſchaft treiben Gewerbe 15 Haushaltungen(Tab. D), deren Liegenſchaften einen Werth von 203,615 Mk. haben und mit 20,028 Mk. oder mit 9,84 pCt. belaſtet ſind; von ihnen ſind 12 verſchuldet und zwar bei einem Werth ihrer Liegenſchaften von 67,345 Mk. mit 29,74 pCt. 3, deren Grundbeſitz einen Werth von 136,270 Mk. repräſentirt, ſind nicht verſchuldet. Was die Vertheilung der Verſchuldung unter die einzelnen Beſitzgruppen betrifft, ſo iſt im Allgemeinen die Gruppe 1(Beſitz ½— 1 ½ Hectar) am ſtärkſten und zwar mit 36 pCt. des Liegen⸗ ſchaftswerths belaſtet, während die beiden oberen Gruppen(Beſitz 1½— 10 Hectar und über 10 Hectar) nur mit 12,63 pCt. und 11,93 pCt. belaſtet ſind. In(Tab. B) Landwirthſchaft allein betreibende iſt Gruppe 1 nicht vertreten, Gruppe 2 iſt ſchulden⸗ frei und in Gruppe 3 ſind 6 Beſitzer mit 30,88 pCt. ihres Liegenſchaftswerths be⸗ laſtet. Bei Haushaltungen die außer Landwirthſchaft Taglohnarbeit betreiben, tritt die höchſte Verſchuldung bei der 1. Beſitzgruppe mit 37,75 pCt. und der 2. mit 11,53 pCt. des Liegenſchaftswerths hervor, während die oberſte Beſitzgruppe hier gar nicht vertreten iſt. Bei Landwirthſchaft und Gewerbe iſt die 1. Beſitzgruppe mit hiu pCt., die 2. mit 22,04 pCt. und die 3. mit 1,41 pCt. des Liegenſchaftswerths elaſtet. Ein anderer Procentſatz ergibt ſich, wenn man nur die durch Eintrag in das Hypothekenbuch geſicherten Schulden mit den Liegenſchaftswerthen vergleicht. Für alle 50 Haushaltungen iſt der Werth der Liegenſchaften dann nur mit 7,90 pCt. belaſtet, da jedoch nur 17 Haushaltungen mit Hypothekſchulden belaſtet ſind, ſo ſind — 10— dieſe mit 30,71 pCt. und zwar in der 1. Gruppe 13 Haushaltungen mit 33,51 pCt., in der 2. Gruppe 1 Haushaltung mit 68,42 pCt. und in der 3. Gruppe 3 Haus⸗ haltungen mit 38,60 pCt. Bei den nur Landwirthſchaft treibenden Haushaltungen iſt der Werth des Ge⸗ ſammtgrundbeſitzes 413,336 Mk. nur mit 38,887 Mk. Hypothekſchulden, mithin mit 9,48 pCt. belaſtet. Die angegebene Schuldenlaſt ruht nur auf 3 Haushaltungen der 3. Gruppe und beträgt 38,06 pCt. deren Liegenſchaftswerths. Der Liegenſchaftswerth der Haushaltungen, die neben Landwirthſchaft noch Taglohnarbeit betreiben, iſt mit 16,80 pCt. an Hypothekſchulden belaſtet. Dieſelben vertheilen ſich auf 11 Haushaltungen, deren Liegenſchaftswerth mit 30,60 pCt. ver⸗ ſchuldet iſt, 10 Haushaltungen in der 1. Gruppe und 1 Haushaltung der 2. Gruppe ſind mit je 34,93 pCt. und 68,42 pCt. belaſtet. Die Haushaltungen, in denen neben Landwirthſchaft ein Gewerbe betrieben wird, beſitzen Liegenſchaften im Werthe von 203,615 Mk., die mit 1,41 pCt. Hypo⸗ thekſchulden belaſtet ſind; dieſelben vertheilen ſich auf 3 Haushaltungen, deren Grund⸗ beſitzwerth mit 28,82 pCt. belaſtet iſt; die 2. und 3. Gruppe ſind nicht mit Hypo⸗ thekſchulden belaſtet. Der größte Theil der Schulden erbt vom Vater auf den Sohn über und haben ſich die Hypothekſchulden in den letzten 10 Jahren leider um 35,870 Mk.= 65 pCt. vermehrt. Dabei muß jedoch erwähnt werden, daß der größte Theil dieſes raſchen Zuwachſes der Hypothekſchulden durch Sicherung von be⸗ ſtandenen Schulden datirt und zwar von Creditſchulden. An dieſen Mißſtänden trägt die Hauptſchuld jedenfalls der Umſtand, daß bei Uebernahme des Guts der Anſchlagsſumme nur wenig als Vermögenstheil abgerechnet und, da die Heirathen häufig unter ſich in der Gemeinde ſtattfinden, dieſelben an baarem Gelde wenig einbringen. So fehlt es an dem nöthigen Betriebscapital, was um ſo nachtheiliger iſt, da auf dem Gut meiſtentheils noch ein Aushalt haftet, der einen großen Theil vom Ertrag des Gutes in Anſpruch nimmt. Iſt der Landwirth in ſeinen Zahlungen zurück, ſo greift er oft aus falſchem Schamgefühl zu koſtſpieligen Hülfsmitteln und fällt in wucheriſche Hände, bis er durch dieſelben erdrückt wird. Die Mobiliarverſchuldung beträgt im Ganzen jedenfalls die Hälfte der Hypo⸗ thekſchulden, da anzunehmen iſt, daß außer den ermittelten noch manches unermittelte Pöſtchen exiſtirt. Die 1. Gruppe iſt am ſtärkſten, die 3. weniger, die 2. am wenigſten belaſtet mit ſolchen Schulden. Von einer detaillirten Darſtellung desſelben auf die den einzelnen Beſitz⸗ und Erwerbsgruppen angehörenden Haushaltungen darf wohl abgeſehen und darauf beſchränkt werden, nachſtehende Daten zu geben. Von den in der allgemeinen Ueberſicht A enthaltenen Haushaltungen ſind 25 mit dem darin angegebenen Betrag von Mobiliarſchulden belaſtet; unter den aus⸗ ſchließlich Landwirthſchaft treibenden Haushaltungen haben 4 nicht geſicherte Schulden; unter den neben Landwirthſchaft Taglohn treibenden Haushaltungen beträgt die Zahl 15, unter den auch Gewerbe treibenden 6. — 11— Die Höhe der Mobiliarſchulden läßt ſchließen, daß es vielen der Grundbeſitzer an dem erforderlichen Betriebscapital dann um ſo mehr fehlt, wenn die Ernten, wie dies in den letzten Jahren der Fall war, ungünſtig ausfallen. Güterziele werden im Allgemeinen pünktlich bezahlt, Zinſen ſtehen dagegen bei einigen Beſitzern in der 3. Gruppe noch bedeutend zurück. —— 3 989,899 96 858 F 939,g68 0,118. OI h 06 1 18,†6 9 01- 01 5 V 066/9 31˙6 8 061 090 I :rinplaog V 29,18 00,00J 10070 00016 006˙95 2000 189'˙8668 09˙885 98 V 80,0 36,19 8879 00G⸗ 00 8eee ene ee 2 01 agn 38,†6 18,8 006,6 009, 000,9 009,5 090,18 02,⁸1 · 01 00,1 5 68,68 T6 66 06 †˙08 06˙9 006˙6 019˙9e- ü99˙11 Fr 8T(5 00 I1. 060 8:rInplaag gu b 56 †1 0000l 10070 007%66 006˙99 100,.,0 196,969 14˙159 00 b 86,1I 36,"19 186,†9 0007! 000,11 188,88 989,68(6,89 51 0I angn 89,61 18,8 006,6 009, 000,9 009,5 08,8 00,88 01 01 0,1 5 00˙98 T6,66 06 †˙08 06˙9 006˙6 049˙1 187†8 90˙05 85 00,1 060 1 1 S 8 d2 20 10 20 20(giſba Aupden. Liunsahr ui nunaanct uonp uoinqp! uaino! uoin(p! ⸗Suonvar-T) aun G211pls 1 amhne 18 uarte cat un anar u ee iigeie u iſplnvag-ugodü 2pgeH SI2 o nee ee ie nvllozcG-aag u ee Bungjuqplaac 12 Sas V J gaogoje oub V —ͤͤö—ö—ö—öͤöͤſſ 939,1Is 60˙903 ◻ 998,761 88,681 8 OI ngn 09†˙1 25˙91 3 01 06,1 ne— 001090 :oInGplag e 88˙08 8 289˙59 00 /51 00011 188˙88 010 705 F 995 9 88˙08 00,0010 288˙59 000,21· 000 1 489,98 010/0 32 ve 9, 9 01 mgn bt 9———— 8—— 01— 001 — 35— n— 601 06˙0 00. — : r—.nGplaoqg du 60˙01 1— 289˙69 00061: 0001 88,Ce gegely fgsrz; II 89,011/ 00001 18969 00961 00011 18888 98,168 10,967 6 or aan ————— 097†/01 15˙91 5 01 02,1 ———— 5—— 0—00/0 7 dS 8 42 30 2 10 20(gba nechech Ehewenluint Aui 1 uodngl uocpt uacupt acuue jnarinder) an aer Iäv Ter u⸗zuncach e cI1q0,2=umplnvs ⸗⸗erod P Me e ehneg :uogog e p gae. — 00. — GS — 00 29 14 0rG*I3 80˙6 9 — 01 qn 088,06 70,8 r 01— 09,1 0160 T0* 6 001— 000 :polncplaod 36˙98 00,001 869156 0⁰01 001˙8 3†'8I 977˙89 6†˙81 81 —— 5 01 R2— 23,08 09, 11 008,8 006, 009=1 009 092 1 60,1 6 01 00,1 988 07†˙8 66121 0⁰8† 001˙6 5†8”OI 916† 8811 91 Oa 090 :rojnGplaod dn 86˙95 00,00J0 369/15 0⁰0˙0 00 1 Arr'e 910008 6†˙⁸ rs — 01 agp 29,1 09, ½14 8, 008, 000l 009,⸗/6 0686 8 L1, 9 601— 09,1 2211⁸ 0†˙68 66111 08˙† 001˙5 678,0 981† 99˙61 S8I 091= 020 7 c 8 dS 20 20 2 20 Güm naor i ie e Anna 19 uaeln e uint 4 uaine mafuche ihene) Viemen g adnn u2run oac u- e eh e ⸗ upllnvs ⸗u⸗ecode pn e e 399 :uognzeg uogaphozobpd, gun ppgee d— — 00 - 00 — 15 022,981 2Sa 3 09661 89 16 3 Or 15 84— 01 09,1 019˙9 0 1 09˙/1— 09˙0 : Pneplaod †I/65 00,00P 8350˙06 00 † 008⁄11 8816 9†L˙19 89˙66 61 99,92 86,6 000, 000˙—— Ooo,e 5,e OI zoqn T0,⁶6 26,93 008,S 008, 000,6 00ν⁷ 19,9 6 01 0.,1 r6Of 20˙99 839,/61 001˙5 0082 83ʃ⁶ 9†8'08 9⁰ 6 091— 000 : ronGplaogd du T8˙6 00,001 830˙06 000† 008 6 831 6 419/603 002e 1 I.,I 86,6 000,6 000˙6 4— 09,7I 6867F 8 Or on T0,⁶6 26,93 007,S 00, 000,6— 006 6 19,9 6 01 0,1 18˙88 20˙99 889,61 001˙5 008˙2 83ʃ⁸ 29,G 00/8 91 0o. 060 † 4S 8 ⁴ 20 20 20 20 5 ec Gaoat u**⸗ 8 hrdasonl nnahnon waamgt vaanpt wcu wenunt eeon) annradn ng wns uzuncact u- Le eeh iee ⸗ up lnv ⸗unood ppun gre ed 5geg : uognorjog 2gaoaed den ie. — 0 — G 00 2§ — 16— Die Steuerkapitalien der Gemeinde Ober⸗Moſſau betragen: für das Einkommen⸗ Gewenhes Grund⸗ u. Gebäude⸗ Haupt⸗ Jahr ſteuerkapital. kapital ſteuerkapitalien ſumme Bemerkungen. fl fl.. 1 d 1874 2550 405 3697,0 538,0 7190,0 1884/5 2755 370 3700,3 592,3 7417,3 folglich 227,3 fl. mehr. Frage IX. a. Wie geſtaltet ſich die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens bei großen, mittleren und kleineren(eigenen oder gepachteten) Gütern? b. Wenn die Rentabilität als eine unbefriedigende erſcheint, ſind die Gründe zurückzuführen hauptſächlich auf 1. 2. 3. 19. B 10. die Fruchtbarkeits⸗Verhältniſſe der Gemarkung, die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, die im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens, einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, ein zu großes Gebäudecapital, ungünſtige Arbeiterverhältniſſe, ungünſtige Abſatzverhältniſſe(ſchlechte Preiſe, unrationelle Einrichtungen für den Abſatz u. ſ. w.), frühzeitiges Zurückziehen der Eltern und Belaſtung der Güter mit hohen Altentheilen und Leibrenten, Beſondere unwirthſchaftliche Gewohnheiten der Landwirthe, z. B. zu ſtarke Pferdehaltung u. dgl., hohe Steuern und Umlagen und ſonſtige dem Commiſſär bekannt gewordene Verhältniſſe? Um die Frage IX beantworten zu können, habe ich 2 Haushaltungen(eine große und eine kleine) ausgeſucht, um an dieſen Beiſpielen zur Feſtſtellung aller auf die Frage bezüglichen Verhältniſſe und Thatſachen zu gelangen. Von der Aufnahme einer dritten Wirthſchaft, der 2. Gruppe, habe ich geglaubt abſehen zu dürfen, da, — 17— wie die Tabelle in Frage VIII zeigt, dieſelbe nur inſofern von der 3. Gruppe ab⸗ weicht, als die Arbeiten von der Familie ſelbſt verrichtet werden und deshalb der Arbeiterverdienſt der Familie voll zu gute kommt. Bei der Auswahl wurde haupt⸗ ſächlich Rückſicht genommen: bei dem großen Beſitz auf die Beſchaffenheit des Bodens, daß derſelbe der allgemeinen Ertragsfähigkeit entſpricht und der Beſitzer ein fleißiger, gut ſituirter Mann iſt; bei dem kleinen Beſitz wurde auf Fleiß, um möglichſt gute Auskunft erhalten zu können, Rückſicht genommen. Die Erhebungen lieferten den Grundſtock zur Beantwortung aller übrigen Fragen und ein ſehr lehrreiches Bild von der Geſammtlage, ſowie von den einzelnen Ver⸗ hältniſſen der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung in Ober⸗Moſſau. Bezüglich der Verhältniſſe und Thatſachen im Einzelnen muß auf die Anlagen I und II ver⸗ wieſen werden, und wird hier aus dieſen Specialerhebungen nur Folgendes, als zur unmittelbaren Beantwortung der Frage IX gehörig, hervorgehoben: I. Beſitzſtand⸗Nachweis, beſtehend aus den Nachweiſen über den Werth von Grund und Boden mit Obſtbäumen, Ge⸗ bäudecapital, Inventarcapital(todt und lebend) und um⸗ laufendes Betriebscapital(Vorrath). Das Verhältniß der einzelnen Betriebscapitalien zum Grundeapital ſtellt ſich wie folgt: Großes Gut: Das Gebäudecapital beträgt....... 31,25 pCt. vom Grundcapital. Das Inventarcapital(todt und lebend) betrügt. 9,80„„„ Das umlaufende Betriebscapital beträgt.... 2,05„„„ Kleines Gut. Das Gebäudecapital beträgt...... 48,72„„„ Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt.. 19,62„„„ Das umlaufende Betriebscapital beträgt.... 5,33„„„ II. Natural⸗Rechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Natural⸗Ertrag und Natural⸗Bedarf nebſt Schlußfolgerungen. Was die Aufzeichnungen der officiellen Statiſtik für Ober⸗Moſſau anbelangt, ſo ſtimmen dieſelben, mit wenig Ausnahmen, mit den mir gemachten Mittheilungen überein, ſo daß ich die Erträge an Körnern nur bei Korn um etwas höher anſetzen konnte. Der Durchſchnittsertrag an Körnern ergibt nach den ſtatiſtiſchen Aufzeichnungen von 1876— 84(8 Jahre) pro ¼ Hectar bei Korn 4 ½, Spelz 5 ½ und Hafer 6 Ctr. Nach eigener Angabe des größeren Grundbeſitzers berechnet ſich der Ernte⸗Ertrag des⸗ ſelben: bei Korn pro ½¼ Hectar ½ Ctr. höher, die übrigen Körner⸗Erträge den obigen gleich. Bei dem II., kleinen Beſitz, Korn ebenſo, Hafer aber noch unter dem Mittel, pro ½ Hectar annähernd 5 ¼ Ctr. Stallmiſt wird in der großen Wirth⸗ ſchaft rund 3500 Ctr. gewonnen und berechnet ſich derſelbe auf 51 Pf. pro Ctr. — 18— Bei dem kleinen Gütchen ergibt ſich ein gegentheiliges Reſultat. Wir haben hier 2 Stück Großvieh auf 1 ½ Hectar, im Vergleich zu dem Durchſchnittsverhältniß viel zu viel. Die Ernährung desſelben mit ſo wenig Futterzukauf iſt auch nur da⸗ durch möglich, daß, wie in dieſen Verhältniſſen allgemein üblich, das Vieh ſich im Herbſt längere Zeit auf der Waide ernährt und im Sommer von der Familie, namentlich den Kindern, auf den Grundſtücken der größeren Wirthſchaften, den Wegen und Rainen Futter geſammelt und dasſelbe damit erhalten wird. Auf dieſe Weiſe nur iſt es möglich, daß der Stallmiſt, der ohnehin auch gering iſt, nichts koſtet, ſondern der Viehſtand noch mehr producirt, als für denſelben verwendet wird. Wie die Natural⸗Rechnung bei dem großen Gute zeigt, iſt der Natural⸗Bedarf der Familie ein ſehr beſcheidener und berechnet ſich der Werth desſelben per Kopf und Tag auf rund 49 Pf. Was die kleine Haushaltung betrifft, ſo iſt des Ergeb⸗ niß ein ſehr ungenaues. Es iſt in Ober⸗Moſſau ſo gebräuchlich, daß namentlich im Sommer die Kinder der Taglöhner bei den Bauern zu eſſen bekommen und ſpeciell hier kommt noch hinzu, daß die Mutter der Frau Hebamme iſt und dadurch oft in die Lage kommt, ihren Enkeln von dem Ueberfluß an Naturalien, die ihr Amt ein⸗ trägt, abzugeben, deshalb der Natural⸗Bedarf der Familie ein ſo geringer(25 Pf. pro Kopf und Tag). III. Geldrechnung, beſtehend in den Nachweiſen über Geld⸗ einnahme und Geldausgaben. Die Geldrechnung weiſt nach, daß der Beſitzer des großen Gutes, welches zur Unterſuchung ausgewählt wurde, am Ende des Jahres(incl. Arbeitsverdienſt) noch einen baaren Geldbetrag von 190 Mk. einbringt, alſo weniger verbraucht, als er eingenommen hat. Rechnet man hierzu noch die Wohnungsmiethe mit ca. 100 Mk. und die nicht verausgabten Verſicherungsprämien, ſo ergibt ſich immer noch ein kleiner Arbeitsverdienſt oder Reinertrag. Dies ſtimmt auch mit der allgemeinen Annahme in der Gemeinde überein, daß der Beſitzer gut ſtehe, aber geringe Fortſchritte mache. Das Ergebniß der Aufnahme des kleinen Beſitzſtandes weicht weſentlich von dem erſten ab. Die Familie iſt geſund und fleißig, und obgleich die Frau bei ihrer zahlreichen Familie ſehr von derſelben in Anſpruch genommen iſt, verdient ſie doch noch Geld durch Taglohnarbeit; außerdem werden ſie unterſtützt von ihren Eltern, ſo daß die Lebensmittel gekauft, das Minus der Geld⸗Rechnung gedeckt werden kann. Was die mittlere II. Gruppe der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung in Ober⸗Moſſau anbelangt, ſo beſteht deren Grundbeſitz ebenfalls aus geſchloſſenen Gütern und iſt im Allgemeinen den größeren gleich; nur inſofern iſt dieſelbe in einer beſſeren Lage, als ſie die Arbeiten mit ihren Familiengliedern größtentheils ſelbſt verrichten können, deshalb wenig Arbeiter gebrauchen, folglich auch weniger Ausgaben und vollen Arbeiterverdienſt haben. Wie die Tabelle in Frage VIII zeigt, ſteht dieſe Gruppe auch am beſten. Wie aus dem Beſitzſtand⸗Nachweis zu erſehen, iſt das Verhältniß des Viehſtandes zum Culturland ein ſehr geringes und wäre zunächſt eine Verbeſſerung desſelben anzu⸗ ſtreben, was gewiß für die Rentabilität des Ganzen von großem Vortheil ſein würde. 19— IV. Rentabilitätsberechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über den Rohertraglexcl. der für die Wirthſchaft wieder verwende⸗ ten Producte) die Productionskoſten und den Reinertrag. Das Reſultat der Rentabilitätsberechnung kann nicht als ſehr erfreulich bezeich⸗ net werden, da der Reinertrag bei dem großen Gut ſehr gering und die Exiſtenz der Familie von dem kleinen Gut von der Unterſtützung der Eltern und theilweiſe der größeren Grundbeſitzer abhängt. Die Grundrente, alſo der Zins des Grundcapitals, auch Reinertrag genannt, beträgt incl. Arbeiterverdienſt und Unternehmergewinn: bei dem großen Gut 0,81 pCt. „„ kleinen„ 1,72„ bei dem großen Gut iſt hier ſogar der Arbeiterverdienſt mitgerechnet. Die Urſachen dieſer unbefriedigenden Rentabilität dürften zurückzuführen ſein auf: 1. Die der Höhenlage entſprechende, geringe Productionsfähigkeit des Grund und Bodens, .Die mangelhafte Melioration und geringen Futterbau, . Den unrentablen Körnerbau, . Die geſteigerten Arbeitslöhne, . Die hohen Communallaſten durch Schul⸗ und Wegbauten und . mangelhaftes Betriebscapital. Die Werthe der Grundſtücke in Ober⸗Moſſau ſind in den letzten Jahren eben⸗ falls zurückgegangen, wie aus Frage III zu erſehen iſt. Als Grund wird angegeben: die geringe Ertragsfähigkeit des Grund und Bodens, die niedrigen Fruchtpreiſe und hohen Arbeitslöhne. An den größeren, geſchloſſenen Gütern wird in Ober⸗Moſſau noch feſtgehalten, dieſelben bleiben in der Regel in der Familie und werden mit einer Anſchlagsſumme, neben der noch ein Aushalt haftet, an eines der Kinder übertragen. Selten wird der Aushalt ganz in Anſpruch genommen, da in den meiſten Fällen eine gemeinſchaft⸗ liche Haushaltung geführt wird und die Eltern, wenn geſund, in der Wirthſchaft mitarbeiten. Ar do do Frage X. Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landwirthſchaftlichen Be⸗ völkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maß⸗ nahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen? Das Ergebniß meiner Erhebungen zeigt, wie in Frage IX angegeben, daß der Landwirthſchaft in Ober⸗Moſſau noch verſchiedene Mängel anhaften, wozu der un⸗ rentable Körnerbau am meiſten beiträgt. Es giebt wohl keine Landwirthſchaft ohne 3⁵ Körnerbau. Allein um dieſen rentabler zu machen, muß mit der Hebung der Vieh⸗ zucht vorangegangen werden. Durch vermehrten Futterbau, Zukauf von Kraftfutter⸗ mittel und künſtlichem Dünger, ſind dem Landwirth die Mittel geboten, weit größere Reinerträge zu erzielen und nebenbei durch den mehr producirten Dünger auch den Körnerertrag zu ſteigern. Hemmend ſteht dem vor allen Dingen der Mangel an dem nöthigen Betriebscapital im Wege. Iſt durch den jetzt geſchaffenen Getreide⸗ zoll der Landwirth einigermaßen gegen die Concurrenz des Auslandes geſchützt, ſo reicht dies doch nicht hin, und muß auch außerdem das Streben dahin gerichtet ſein, daß durch vermehrte Reinerträge aus der Wirthſchaft der Landwirth es dahin zu bringen ſucht, die auswärtige Concurrenz ohne Zoll aushalten zu können. Meine unmaßgebliche Anſicht geht daher dahin, daß weder der Staat, noch die Land⸗ wirthe einſeitig die Mißſtände beſeitigen können. Wenn jedoch der Staat Erleichterung der Communallaſten durch Uebernahme größerer Beiträge aus Staatsmitteln für Schule und Wegbauten übernimmt, ſowie auch durch Errichtung einer Landescredit⸗ kaſſe den Landwirthen Gelegenheit gibt, das auf ihren Wirthſchaften laſtende Capital nach und nach zu verringern und die Landwirthe ſich beſtreben, ihren Grund und Boden intenſiver zu bewirthſchaften, was durch Bildung von Genoſſenſchaften und Benutzung der landwirthſchaftlichen Conſumvereine vortheilhaft erreicht werden kann, nebenbei ihre perſönlichen Bedürfniſſe nicht zu hoch ſteigern; dann, ja dann! wird auch wieder die Zeit kommen, wo die ſo oft gehörten Klagen der Landwirth⸗ ſchaft treibenden Bevölkerung verſtummen können! Bei der heute in Ober⸗Moſſau ſtattgehabten Schlußberathung über vorſtehenden Bericht, dem außer den Unterzeichneten der Großh. Kreisrath Joſt von Erbach, das Kreisausſchußmitglied Mülberger von da, der Großh. Bürgermeiſter Weyrauch und Gaſtwirth Schönberger von hier beiwohnten, wurden weitere Wünſche und Anträge nicht laut. Ober⸗Moſſau, den 18. Mai 1885. Jaup, Gr. Miniſterialrath. Horn. „ 0 533 Anlage I. Gemeinde Ober⸗Moſſau. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines Vuewütr n von 58. 25 Vertär. ᷓluac 60 2 3, F Der Beſitzer iſt verheirathet, 34 Irhr alt, hat 1 Kind im Alter von 8 Jahren; außerdem lebt noch der Vater, 73 Jahre alt, der kränklich iſt und in der Wirthſchaft nicht helfen kann. Im Ganzen beſteht ſomit die Familie aus 3 erwachſenen Pei⸗ ſonen, von denen aber nur Mann und Frau arbeitsfähig ſind. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). n 24,90 Hectar Ackerland) mittlerer Kaufwerth: Steuercapital incl. Gebäude: 3 33, 8,50„ Wieſen 37,230 Mk. 285 fl. d 24,85„ Wald 170„ Einkommenſteuercapital. e(in 25 Parcellen). Obſtbäume: 72 Stück ältere Bäume à Mk. 20=.. Mk. 1440 30„ junge Bäume à Mk. 3=.. 90 2 Summe Mk. 1530 Wiederholung. Grund und Boden.... Mk. 37230 Obſtbäume........ 1530 B. Gebäude. Eine Hofraithe beſtehend aus Wohnhaus, Stallung, Scheune u. ſ. w. laut Brand⸗ cataſter..... Mk. 18200 Ein Wohnhaus ꝛc. für Taglühner.„ 3090 Mk. 38760 „ 21290 zu übertragen.. Mk. 60050 — 22— Uebertrag.. Mk. 60050 C. Viehſtand. 2 Pferde...... Ml. 800 5 Kühe à Mk. 300.....„ 1500 2 Ochſen..„ 570 3 Stiere à Mk. 175.........„ 525 3 Ninder...„ 500 4 Kälber à Mk. 70 e..„ 280 5 Schweine(2 Mutterſchweine 3 Swrimu), 310 8 Ferkel à Mk. 8... 2„ 64 38 Schaafe à M. 20.........„ 760 13 Hühner à Mt. 1......„ 13 —„ 5322 D. Todtes Inventar. 3 zweiſpännige Wagen à Mk. 200..... Mk. 600 4 Pflüge à Mk. 12 und 2 Por derpilüge à Mk. 15„ 78 2 Eggen à Mk. 18.... 36 Fuhrgeſchirr für Rindvieh........„ 10 Pferdegeſchirr..„ 30 Häckſelmaſchine und Häckſelbank....„ 65 1 Rübenſchneidmaſchine. h..1. 5u, 30 1 Getreide⸗Windfege..........„ 25 Faß⸗ und Bandgeſchirr.....„, 145 Handgeräthe incl. 100 Stück leere Säcke.„ 200 Haus⸗ und Küchengeſchirr........„ 200 ——„ 1369 E. Vorrath an umlaufendem Betriebskapital ſiehe Rentabilitätsberechnung....„ 1564 Werth des Veſiges.. Mk. 68308 Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 1000. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Im Allgemeinen iſt die Bewirthſchaftung des Ackerfelds die in der Gemarkung übliche etwas verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft(ſ. Fr. I) ohne letztere genau einzu⸗ halten, indem der Getreidebau überwiegt. Der Anbau der Früchte und der Natural⸗ Ertrag derſelben ſtellen ſich durchſchnittlich: he ꝙ1 Getreide 2 8 88 3* z2 Anbanu SSSSSS252 5[ ſ3 s5⸗ fe Centner Korn 4,50 Hectar 90 126 Spelz 3, 66 72 Ma Hafer. 4,50„ 108 108 1 „½. Haidekorn. 22,50„ 50 60 Kartoffeln... 2,25„—— 450 Rüben(Dickwurz). 12 1,25 2- I7250 te Klee. 24,00„——— 480 4 Wieſenden und Grunnei 55„—————[600 Obſt.. JSIASIA50 72. ¼ 24 ,, ol Lee Reſt wird als Weide henu und durch den Ertrag aus der Schäferei gedeckt. Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich demnach annähernd pro ¼ Hectar: bei Korn auf 5,00 Ctr. Körner, 7 Ctr. Stroh, 1 Spelz 2 5,50 1 11 6 7 1 2 Hafer 1/ 6,00 1 2 6 1/ 2 „ Haidekorn„ 5,00„„ 6„„ „Kartoffeln„ 50,00„ geſunde Kvollen, „ Rüben„ 150,00 Ctr.(Dickwurz), „ Klee„ 30,00„ Heuwerth, „ Wieſen„ 17,50„ Heu und Grummet. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahr pro Kuh 1800 Liter, pro Tag 5 Liter, im Ganzen alſo 9000 Liter à 9 Pf. Lie Kühe werden nicht angeſpannt).. Mk. 810,— Rindvieh. Durchſchnittlich wird alljährlich e eine auh fit oder mit Kalb verkauft um ca...„ 300,— An jungen Ochſen werden jährlich erzogen..„ 150,— Kälber werden durchſchnittlich 2 Stück verkauft.„ 80,— Ein fettes Rind wird geſchlachtet von ca. 300 Pfd.„ 165,— Schweine. 6 Stück Schweine werden jährlich gemäſtet à 140 bis 150 Pfd. à 50 Mk. pro Centner..„ 450,— Milchferkel werden für ohngefähr 150— 200 Ml. verkauft„ 175,— Geflügel: Eier werden verkauft durchſchnittlich in 30 Wochen für„ 30,— 3 zu übertragen. Mk. 2160,— * 3 —— 24 Uebertrag. Mk. 2160,— verbraucht werden ca. 1500 Stück jährlich à 5 Pf..„ 75,— verkauft werden junge Lahnen und d abgngiges Seige für annähernd....„ 10,— Schafe. An Wolle und Zuwachs......„ 300, Summa.. Mk. 2545,— B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Korn für 4,50 Hectar à 360 Pfd.= 16 Ctr. 20 Pfd. Spelz 2 3,00 2 1 400 4„ 12„„ Hafer„ 4,50„„ 360„= 16„ 20„ Haidekorn„ 2,50„„ 160„= 4„=„ Klee(deutſcher)„ 4,60„„ 40„= 1„ 60„ Dickwurz„ 1,25„ Kartoffel„ 2,25„ 28 Ctl.= 63„„ (Klee⸗ und Dickwurzſamen wird meiſtentheils ſelbſt gezogen.) Für den Viehſtand. 41 Etr. Hafer den Pferden à Mk. 7.... Mk. 287,— 28„ Haidekori à Ml. 6„......„ 168,— 200„ Kartoffel à. Mk. 1,50 ʒ....„ 300, 750„ Dickwurz a Ml. 0,50........„ 375,— 480„ Kleehen à Mk. 2...„ 960, 600„ Heu und Grummet à Mk. 2,50.„ 1500, 350„ Struoöoyh..„ 600,— 7,50„ Kleie aus eigenem Mahlgut à Mt. 7..„ 52,50 Milch, größtentheils abgerahmt, täglich 10 Liter à 5 Pi„ 180,— Mitſals 4 Elr. a Mk. 3,20.... 8 12,80 Napakuchen 2 Ctr. à Mk. S.........„ 16,— Summa Mk. 4451,30 Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt in runder Summe... n. Mk. 4451,— Der Werth der von dem Rindvieh, den Schafen, den Schweinen u. ſ. w. erzielten Producte berechnet ſich in runder Summe auf..„ 2545,— Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Producte noch durch den Stallmiſt zu decken ſein.. Mk. 1906,— Die Stallmiſtproduction von Rindvieh, Schafen u. 1f. w. iſt annähernd auf 3500 Ctr. zu ſchätzen, ſo daß der Centner auf ca. 51 Pf. zu ſtehen kommt, wozu noch die Koſten für Zinſen, Verpflegung ꝛc. des Viehſtandes treten. — 25— Für die Familie (einſchließlich 3 Knechte, 2 Mägde, 2 ſtändige und noch ein 100 Tage ab⸗ und zugehender Taglöhner; auch die Kinder der letzteren ſind im Sommer meiſtentheils im Haus und bekommen zu eſſen). Getreide: 60 Ctr. Korn à Mk. 8.... Mk. 480,— 20„ Weizen(als Mehl gekauft) à Mr. 9„ 180,— 85⁵„ Kartoffel à Mk. 1,50..„ 127,50 3„ Rindfleiſch, ſelbſt geſchlachtet à Ctr. Mr. 55„ 165,— 1„ desgl., nach und nach friſch vom Metzger à Mk. 60„ 60,— 4,50„ Schweinefleiſch, ſelbſt producirt à Ctr. Mk. 50„ 225,— 2,60„ Butter(wöchentlich 5 Pfd. à 80 Pf.)...„ 208,— 0,60„ Schmalz, 1 Pfd. à 70 Pf....„ 42,— 20,0„ Obſft, theils zu Wein, theils e das Geriſ 4 Mk. 3,50.....„ 70,— Milch, täglich 4 Liter ſüß à 9 Pf....„ 131,40 „ woöchentlich 6 mal 6—8 Liter algerahmt: à 5 af.„ 109,— 1500 Stück Eier à 5 Pf.... 14„ 75,— Käſe, Gemüſe und Lattperge.........„ 60,— 80 Pfd. Kaffee à Mk. 1,40..........„ 112,— 25„ Zucker,„ 0,43......„ 10,75 4,50 Ctr. Salz pro Ctr. Mk. 8,25.....„ 37,12 Die Beköſtigung der Familie koſtet per Zahr Mk. 2092,7( Hiernach berechnet ſich, wenn man den ab⸗ und zugehenden Taglöhner und die Kinder mit 2 Perſonen rechnet, der Verbrauch der 10 reſp. 12 Perſonen(5 Dienſt⸗ boten, 2 ſtändigen Taglöhnern und die 3 Erwachſenen aus der Familie) pro Tag auf rund ohngefähr Mk. 5,73 und pro Kopf auf 48 Pf. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee, Brod und Schmierkäſe oder Latwerge. Mittageſſen: Suppe, 3mal wöchentlich Fleiſch mit Gemüſe und Kartoffel, außerdem Mehlſpeiſe. Vesperbrod: Brod mit Schmierkäſe oder harter Käs, zuweilen Butter, Branntwein oder Obſtwein. Abendbrod: Kartoffel, Dickmilch, auch ſüße Milch, manchmal Suppe. Die Koſt iſt einfach, doch ſehen die Leute gut dabei aus. III. Geld-Rechnung. b A. Einnahmen. 14 Etr. Korn A Mk. 8........... Mk. 112,— 5s„ Spelz à Mk. 6,50...........„ 344,50 zu übertragen.. Mk. 456,50 — 26— Uebertrag.. Mk. 456,50 50 Ctr. Hafer à Ml. 7............„ 350,— 18„ Haidekorn Mf. 6........„ 108,— 3,12„ Butter à Ml. 80.........„ 250, 100„ Kartoffel à Ml. 1,50.......„ 150, Vieh: Jährlich eine Kuh fett oder mit Kalb...„ 300, Kälber werden jährlich durchſchnittlich 2 verkauft.....„ 80,— An jungen Ochſen jährlich...„ 150,— Schweine werden jährlich 6 Stück gemnäſtet, davon 3 Stück verkauft„ 225,— Milchferkel werden jährlich verkauft für cirea......„ 175,— Schafe: Für Lämmer und Wolle jährlich.......„ 300, Eier während 30 Wochen, à. Mk. 1........„ 30,— Obſt iſt verlauft für.............„ 100, Ertrag aus dem Wald..............„ 300,— Einnahme an Kapitalzinſen........„ 350, Summa.. Mk. 3324,50 (Die Preiſe ſind etwas unter den angegebenen Marktpreiſen nach dem jetzigen Werth berechnet.) B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Grund⸗ und Gebäudeſteuer nebſt Einkommenſteuer Mk. 141,— Gemeindeſteler...........„ 162,18 Tilgungstente.......„ 60,84 Forſtwartenbeſoldung...„ 18,24 Hundeſteuer(1 Hofhund und 1 Schäferhund).„ 10,— — Mk. 392,26 Taglöhne: Ein Mann täglich mit Koſt und Wohnung für ſeine Familie pro Tag 60 Pf., in 300 Tagen Mk. 180,— Eine Frau desgleichen, 40 Pf. pro Tag...„ 120,— ab⸗ und zugehende Taglöhner 100 Tage à Mk. 1„ 100,— Geſinde: 1. Knecht erhält jährlich.....„ 190,— . 1 1 2 1 100,— Schaffunge„ 50,— 2 Mägde erhalten.....„ 195,—-) —́—„ 935,— Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgaben...............„ 100,— zu übertragen. Mk. 1427,26 Uebertrag.. Mk. 1427,26 Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgaben: dem Wagner....... Mk. 35, „ Schmied. 1 80,— „ Saliler..„ 20,— für Hausrath und Hausgeräthe„ 30,— „ Inventar der Familienwohnung.„ 25, „ 190,— Verſicherungsprämie: Wirkliche Ausgaben: für Gebäude... Mlt. 29,27 „ Inventar und Producte.....„ 33,— -„ 558,27 ieide⸗ Remonte: Selten wird ein Fohlen gezogen und ün iir. 8 ³ pCt. jährlich in Anſatz zu bringen....„ 70,— Zukauf von Kraftfuttermitteln und künſtlichem Dünger: Rapskuchen 4 Ctr. à Mk.... Ml. 32,— Knochenmehl 40 Ctr. à Mk. 8,50.„ 340,— —— 75 372,— ſh Heizung und Beleuchtung: 3 für Holz....... Mk. 100, 1 Liter Petroleum per Woche„ 16,56 y„ 116,56 Zukauf von Nahrungsmitteln: 9 Ctr. Mehl à Mk. 20... J.. Mk. 180,— 1„ Rindfleiſch(friſch vom Mesgey...„ 60,— Kaffee, Zucker und Salz Ja.„ 160,— „ 400,— Bekleidung...„ 200,— Doktor, Apotheker und lierarä„ 200, Verſchiedenes...9...„ 100,— Summa. Mk. 3134,09 C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahme beträgt.... Mk. 3324,— Die Ausgabe beträgt....„ 3134,— Ueberſchuß Mk. 190,— 28 IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte). Erlös aus verkauften Producten... Werth der für die Familie aus der Wirthſchaft entnommenen Producte(ſ. o. Mk. 2092— 220). 3 Summa B. Productionskoſten. 1. Gebäudekapital: Zinſen aus Mk. 21,290 à 4 of Mk. 851,60 Verſicherungsprämie... 15,27 Abnutzung 0,75 pCt.„ 159,70 Inſtandhaltung“„ 100,— 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen aus Mk. 5322 à 4 pCt.. Mk. 212,88 Verſicherungsprämie 2 ½ pCt.— 4„ 133,05 Abnutzung vom Werth der Pferde(keine). 9 Remonte 8 ¾ pCt. von Mk. 800...„ 70,— 3. Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 1369 à 4 pCt... Mk. 54,76 Erneuerung und Inſtandhaltung, wirkliche Ausgaben....„ 190,— 4. Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals: Lehteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren Anagoben — Mk. 1567 à 6 pPCt. 5. Hagelverſicherungsprämie 0,75 pCt. vom Werth der Getreide⸗ Ernte, Mk. 4000 zu ¾¼ pCt........ 6. Feuerverſicherung der Producte und Möbel. 7. Steuern und Umlagen(excl. Tilgungsrente und Gewerbeſteuer) 8. Hundeſteuer...... 9. Kraftfutter und künſtlicher Dünger: 4 Ctr. Rapskuchen à Mk. 8 und 40 Ctr. Knochenmehl à Mak. 8,50„ .Heizung und Beleuchtung 25 pCt. der ganzen Nuüshahe d5 6 auf die Familie) Mk. 116,56. .Thierarzt und Apotheke. zu übertragen Mk. 3324,— 1872,— 2 .Mr. 5196,— Mk. 1136,57 „ 415,93 „ 244,76 „ 94,02 „* 30, 1 33,— „ 321,42 1 19,— „ 372,— 1 29,— 1 50,— Nr. 2736/70 Uebertrag.. Mk. 2736,70 12. Arbeitslöhne: 1 Mann und 1 Frau durch's ganze Bant 300 Peih à 60 Pf. und 40 Pf.....„ 300,— Koſt à 48 Pf. täglich...........„ 288, Lohn den 3 Knechtein...........„ 340,— „„ 2 Mägden......„ 195,— Koſt für die Dienſtboten 365 Tage.„ 876,— ab⸗ und zugehende Taglöhner......„ 100,— denſelben Koſt....„ 48,— Der Großvater und das Kind find krank— Summa. Mk. 4883,70 C. Reinertrag. Der Rohertrag beträgt.... Mk. 5196,— Die Productionskoſten betrag3en.„ 4883,— Bleibt Reinertrag.. Mk. 213,— Rechnet man hierzu die Wohnung mit Mk. 100, ſo ergibt ſich ein Reinertrag des Beſitzers von Mk. 313. Das Grundcapital iſt eingeſchätzt zu Mk. 38,760, hier⸗ von Mk. 313 Zins, beträgt der Zins des Grundcapitals 0,81 pGCt. Außerdem kommt noch die berechnete und nicht bezahlte Verſicherungsprämie für das lebende Inventar mit Mk. 133 hinzu, und ſteigert ſich ſonach die Rente auf Mk. 446, ebenſo kommt die berechnete und nicht bezahlte Hagelverſicherungsprämie mit Mk. 30 in Anſatz und ergibt ſich daher ein Geſammtreinertrag von Mk. 476. — 30— Anlage II. Gemeinde Ober⸗Moſſau. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines CTaglöhnergütchens von 1,29 Hectar. . Der Beſitzer iſt 38 Jahre alt, verheirathet und hat 6 Kinder im Alter von 2 bis 15 Jahren. Derſelbe arbeitet im Taglohn und im Winter auf dem Webſtuhl. Außerdem wohnen die Eltern der Frau noch im Haus. Dieſelben ſind noch rüſtig und verdienen, der Vater als Schneider, die Mutter als Hebamme, Geld. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 1,11 Hectar Ackerland mittlerer Kaufwerth: Grundſteuerkapital fl. 12,— 0,21„ Wieſen Mk. 1065. Einkommenſteuerkapital, 10,— (in 11 Parzellen). Gewerbeſteuerkapital„ 3,— Obſtbäume: 6 Stück alte Bäume à. Ml. 25=.. Ml. 120 H„ junge Bäume à Mk. 3=..„ 15 Summa Mk. 135 Wiederholung. Grund und Boden...... Ml. 1065 Obſtbäumne.......„ 135 — Mk. 1200 B. Gebäude. Eine Hofraithe, beſtehend aus Wohnhaus mit Scheuerbau ec.„ 2220 C. Viehſtand. 1 Kuh Mk. 250 1 Kalbin...........„ 200 2 Schweine.............„ 90 2 Hühngetttt 2 Pi—„ 542 zu übertragen.. Mk. 3962 Uebertrag.. Mk. 3962 D. Todtes Inventar. 1 zweiſpänniger Wagen iir Rindpieh.... Ml. 150 1 Pflug...... e.„ 20 1 Gggee............„ 20 Fahrgeſchirr.........„ 10 Häckſelbank..........„ 12 Faß⸗ und Bandgeſchirr........„ 20 Hausgeräth und Säclke........„ 50 Hausrath und Küchengeſchirr.......„ 70 35 E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital ſiehe Rentabilitätsberechnung......„ 243 Werth des geſammten Beſites. Mk. 4557 Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 400. I. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung des Ackerlandes iſt die in der Gemeinde allgemein übliche. Die Kinder müſſen nach ihren Kräften mithelfen, Futter ſammeln(krauten) und Holz leſen und nach Hauſe tragen. Der Anbau der Früchte und der Natural⸗Ertrag derſelben ſtellen ſich durchſchnittlich ungefähr wie folgt: Getreide 4 Jl . 5 2 Anbau 2 1 25 5 S S 6 8S Centner. Korn-.... 0,50 Hectar 10 15 Hafer.... 0,20„ 4,20 5,00 Kartoffeln......... 0,25„—— 60 Dickwurz.... 60,10„——— 60 Heu und Grummet....——— 15 Obſt, Birnen ungefähr für Mk. 6 zu Latwerge. Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich annähernd pro ¼ Hectar wie folgt: Eier. Für Für nähernd in Milch. bei Korn auf 5 Ctr. Körner, 7,50 Ctr. Stroh 2 Hafer 2 5,25 12 2 6,25 2 2 „Kartoffeln„ 60,00„ „ Dickwurz„ 150,00„ „ Heu und Grummet„ 18,00„ Aus dem Viehſtand. Durchſchnittlich pro Jahr 1800 Liter, pro Tag 5 Liter à 9 Pf. Rindvieh. Ein Kalb wird verkauft und dann und wann ein Rind nachge⸗ zogen. verkauft und 1 geſchlachtet. Von 2 Hühnern circa 360 Stück. B. Natural⸗Bedarf. Saatgut. Korn zu 0,50 Hectar 2 ECtlr. Hafer 2 0,20 2 0,75 2 Kartoffeln„ 0,25„ 7,00„ Dickwurz— 9— den Viehſtand. 3,40 Ctr. Hafer à Mk. 7 pr. Ctr.. 30,00„ Kartoffeln„„ 1,50„ 60,00„ Dickwurz„„ 0,50„ 15,00„ Wieſenheu„„ 2,50„ 23,00„ Stroh„ 2,00„ 360 Liter Milch, größtentheils abgerahmt, 1 Ctr. Kleie, eigene, Mk. 7 pr. Ctr. 3 1 1 gekaufte, 2 7 11 Heu, zugekauft für.. Rapskuchen, zugekauft für. Laubſtreu,„„ 2 Milchferkel,„„ runder Summe auf. Summa Es berechnet ſich ſomit ein Ertrag aus dem Viehſtand von. Der Werth der verwendeten Producte für den Wiepügn beträgt in runder Summe...— Der Werth der erzielten Producte tercnet ſc im Ganzen an⸗ 2 Schweine. Werden 2 Stück aufgezogen und mit 90 bis 120 Pfd. Gewicht 1 Mk. 296,30 Mk. 296,— 22 Mk. 325,— 29,— Dies iſt mir nur dadurch erklärlich, daß im Herbſt das Vieh auf die Weide geführt und im Sommer durch Sammeln von Gras und Kräutern an Wegen, Rainen und auf den Grundſtücken der größeren Grundbeſitzer ernährt wird. Ebenſo wird das Brennmaterial von den Kindern größtentheils im Wald geleſen und nach Hauſe getragen. Für die Familie. 8 Ctr. Roggen pr. Ctr. Mk. 8,—.. Mk. 64,— 20„ Kartoffeln„„ 1,50..„„ 30,— 1,20„ Schweinefleiſch, ſelbſt Pendneit, di„Vid. 50 af„ 55,— 26 Pfd. Butter, pro Pfd. 80 Pf...„ 20,80 Milch, täglich 2 Liter à 9 Pf.„ 65,70 360 Stück Eier à 5 Pf..„ 18,— 200 Stück Käſe à 5 Pf.„ 10,— Obſt für circa Ml. 6...„ 6,— Zukauf von 12 ½ Ctr. Korn(als Brod gekauft),: à 8 Mk.„ 100,— 9„ Nindfleiſch jährlich pro Pfd. 60 Pf., 20 Pfd.„ 12,— Schmalz(5 Pfd. Zukauf, 4 Pfd. ſelbſt gezogen) à Pfd. 70 Pf.„ 6,30 18 Pfd. Kaſfee pro Pfd. Mk. 1,20.....„ 21,60 1,04 Ctr. Salz(2 Pfd. wöchentlich) à 10 Pf. prb Pfd.„ 10,40 Summa.. Mk. 419,80 Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich Mk. 420 und täglich Mk. 1,15. Rechnen wir die Eltern zu 2 Perſonen und die 6 Kinder à ½ Perſon gleich 3 Perſonen zuſammen, alſo 5 Perſonen, ſo berechnet ſich die Koſt für 1 Perſon pro Tag auf 23 Pf. Dabei ſind die Tage, wo die Eltern im Taglohn außerhalb verköſtigt worden ſind, nicht gerechnet. Die Koſt beſteht: Erſtes Frühſtück: Kaffe, Brod und Latwerge oder Schmierkäs. Mittageſſen: Suppe, Gemüſe und wöchentlich 2 mal Fleiſch. Vesperbrod: Kaffee, Brod und Schmierkäs oder harter Käs. Abendbrod: Kartoffeln und Dickmilch, auch ſüße Milch, manchmal Suppe. III. Geld-Rechnung. A. Finnahmeh⸗ Ein fettes Schwein, 110 zii à 50 I... MNMNl. 55,— Ein Kalb......... 7„ 35,— Butter, 53 Pfd. à 80 Pf..„ 42,40 Hierzu der Taglohn des Mannes oüngefüür 50 daue mit i Koñ à Mk. 1,...—..„ 50,— Verdienſt der Frau im T Taglohn circa......„ 60,— Auf dem Webſtuhl verdient der Mann circa.„ 200,— Summe.. Mk. 442,40 B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Grund⸗ und Gebäudeſteuer Gemeindeſteuer Tilgungsrente. Brandkaſſe⸗Beitrag Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgaben. Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgaben: dem Wagner dem Schmied.. für Hausrath und Hausgerüthe Inventar der engeren Familienwohnung Verſicherungsprämien: für Mobilien. gegen Hagel nicht verſichert. Viehkaſſe Mk. 542 à 2 pCt.. Zukauf von 2 Milchferkel. Zukauf von Nhenunütelne für Heu.. „Kleie 3 Ctr. à Mk. 7 „ Rapskuchen Laubſtreu... Heizung und Beleuchtung, 10 m Holz à Mt. 3 Petroleum, wöchentl. 1 ½ Schoppen à 14 Pf.. Zukauf von Nahrungsmitteln: 12 ½ Ctr. Korn(als Brod gekauft), à Mk. 8. 30 Pfd. Mehl à 20 Pf... Rindfleiſch à 60 Pf.. 20„ 5„ Schmalz à 70 Pf. Kaffee, Zucker und Salz Bekleidung... Doctor und Apotheker Thierarzt Verſchiedenes. Mk. 2 Mk. I II 2 2 21,60 2,66 15, 20,— 15,— 4,30 10,84 18,— 46,40 25,— 30,— 11,— 153,50 — 35— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahme beträgt........ Mk. 442,40 9 Die Ausgabe heträgt.......„ 488, 30 Minus Mk. 45,90 Dieſes Minus wird von den Schwiegereltern gedeckt. IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag. Erlös aus den verkauften Producten... Werth der für die Nuwirledg aus der er Wirhidrfte entnommenen Producte circa..— Summa. B. Productionskoſten. . Gebäudecapital: Zins von 2220 Mk. à 4 pCt...... Mk. 88,80 Verſicherungsprämie„ 2,66 Abnutzung(Amortiſation) ¼ pGCt....„ 16,65 Inſtandhaltung......„ 15, . Capital des lebenden Inventars: Zinſen aus 542 Mk. à 4 pCt...... Mk. 21,68 Verſicherungsprämie à 2 pCI......„ 10,84 Jährlicher Zukauf von 2 Ferkeln.„ 18,— Capital des todten Inventars: Zinſen aus 352 Mk. à 4 pCt..... Mk. 14,08 Verſicherungsprämie zu 2 pCt......„ 7,04 Erneuerung und Inſtandhaltung: wirkliche Ausgaben.„ 20,— . Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals: Letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren Ausgaben = Mk. 243 à 6 pCt. . Hagelverſicherung 0,75 pCt. vom Werth de der Getreide⸗ Ernte ce ringe Gefahr) nicht verſichert. .Feuerverſicherung der Producte und Mobilien Steuern und Umlagen excl. der Gewerbeſteuer und T Tilgungsrente Kraftfuttermittel und Laubſtreu...... zu übertragen Mk. II 2 If 2 I 2 . Mk. 45 132,40 272,30 402⁷0 123,11 50,52 41,12 14,58 1,80 4,30 17,22 71,40 32⁷05 4 Uebertrag 9. Heizung und Beleuchtung, 0,25 pCt. der ganzen Ausgabe 10. Thierarzt........ 11. Arbeitslöhne: der Mann 40 Tage à 1 Mk.. „ Frau 50„„ 50 Pf. 12. Verſchiedenes.. Summa C. Reinertrag. Der Rohertrag beträgt.... Mk. 404,70 Die Productionskoſten betragen.„ 434,05 Mk. 324,05 1 10. 1 10, 7 40,— 1 25, 11 25, Mk. 434,05 Mk. 29,35 Minus. Rechnet man den Werth der freien Wohnung zu Mk. 50, ſo beträgt der Rein⸗ ertrag nach Abzug des verbliebenen Minus Mk. 20,65. Das Grundeqpital iſt ein⸗ geſchätzt zu Mk. 1200. Hiervon Mk. 20,65 Zins, beträgt der Zins des Grund⸗ capitals 1,72 pCt. Die berechneten und nicht bezahlten Viehverſicherungs⸗ und Hagel⸗ verſicherungsprämien mit Mk. 12,64 wären hier ebenfalls in Anſatz zu bringen und ſteigert ſich hierdurch der Reinertrag auf Mk. 33,39. Gil Bericht über die landwirthſchaftlichen Verhältniſſe der Gemeinde Beuern, Kreis Gießen, erſtattet von C. Schlenke zu Hardthof. Allgemeines. Beuern liegt am Weſtfuße des Vogelsberges ca. 226 Meter über dem Meeresſpiegel, 4 Kilometer von Großenbuſeck— Eiſenbahnſtation der Bahn Gießen⸗ Fulda— und 10 Kilometer von Gießen entfernt. Die Gemeinde zählt 999 Einwohner in 190 Häuſern und 230 Haushaltungen. 940 Einwohner ſind evangeliſch, 5 katholiſch, 12 Baptiſten, 42 Juden. Die Einwohnerſchaft iſt eine im Allgemeinen ſtändige. Viele ſuchen wohl außerhalb Verdienſt als Steinhauer, Taglöhner, Straßenkehrer(Paris) oder mit beſonderem Erfolg als Händler mit Steingutwaaren, kehren aber nach längerer oder kürzerer Zeit zu ihren in Beuern verbliebenen Familien zurück, die inzwiſchen den geringen Ackerbau nach Kräften fortgeführt haben. Das landwirthſchaftlich benutzte Areal umfaßt eine Fläche von 600 Hectar in 9426 Parcellen, wovon 511 Hectar Ackerland und 93 Hectar Wieſen. Das Land vertheilt ſich auf 175 Beſitzer, von denen 39 unter 1 Hectar, 113 von 1—5 Hectar, 19 von 5— 10 Hectar bewirthſchaften. 49 Beſitzer treiben nur Landwirthſchaft, 31 ſind gleichzeitig Taglöhner, 14 Geſchirrhändler, 9 Steinhauer, 9 Viehhändler, 6 Wagner, 5 Muſikanten, je 4 Lumpenſammler, Schmiede, Müller, Wirthe, Schuhmacher; je 3 Hirten, Schreiner; je 2 Metzger, Ziegelbrenner, Steinfuhrleute, Lehrer, Küfer; je 1 Rottenmeiſter, Pflaſterer, Todtenfrau, Zimmermann, Wagenwärter, Steinbruchbeſitzer, Maurer, Weißbinder, Bergmann, Forſtſchütz, Feldſchütz, Ortsdiener, Schneider, Butterhändler, Glaſer, Drechsler. 1⁶ ————— Die directen Steuern betrugen für die ganze Gemarkung pro 1883/84: 4850,16 Mk. An Communalſteuern wurden erhoben: 1865: 1371,43 Mk., 1870: 6042,86 Mk., 1875: 3100 Mk., 1880: 1500 Mk., 1884/85: 7080 Mk.(auf 1 fl. Steuercapital = 57,740 Pf.) Die Gemarkung iſt beſetzt mit: 674 Aepfelbäumen, 320 Birnbäumen, 1609 Zwetſchenbäumen, 7G ↄ 5 Wallnußbäumen. Der Wald umfaßt 307 Hectar, alles Gemeindewald, vorherrſchend Laubwald. Das geſchlagene Holz wird verkauft, auch das was die Ortsbürger zu beziehen haben; dieſe erhalten ſtatt deſſen per Jahr 10 Mk. aus der Gemeindekaſſe. Es ſind 240 Bezugsberechtigte.— Laub wird nur im Nothfall, das iſt ſelten, gerecht. Die ge⸗ machte Streu wird meiſtbietend verkauft, der Ertrag vertheilt, in der Regel nur Pfennige für die Bezugsberechtigten.— Der Werth des Waldes beträgt: 329742,86 Mk. 3 Viehſtand nach der letzten Zählung 1884/85: 11 Pferde, 8 Eſel, 2 Zuchtſtiere(Vogelsberger und Berner), 20 Ochſen, 200 Kühe, 106 Jungvieh, 40 Kälber, 300 Schafe, 142 Schweine, 75 Ziegen, 15 Bienenſtöcke. 368 Stück Rindvieh, Frage I. a. Welche Bodenverhältniſſe zeigt die Gemarkung, welchen Character hat das Klima und wie iſt hiernach im Allgemeinen die Fruchtbarkeit der Ländereien; iſt letztere ſehr günſtig, mittel oder gering? b. In welchem Verhältniß ſtehen die verſchiedenen Arten des Kulturlandes— Acker, Wieſen, Weiden, Rebland ꝛc.— zu einander und iſt dieſes Verhältniß im Allgemeinen als ein wirthſchaftlich günſtiges zu bezeichnen? c. Welches ſind die hauptſächlichſten Producte der Landwirthſchaft, bezw. welche Productionsrichtungen machen ſich im landwirthſchaftlichen Betriebe der Gemeinde vorzugsweiſe geltend? —&— 9* OOo 8d8 — 3— d. Iſt der landwirthſchaftliche Betrieb im Allgemeinen ein rationeller zu nennen, oder haften ihm weſentliche Mängel an und welche? Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weit gehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang im Zuſammenhang? a. Der Boden der Gemarkung iſt Verwitterungsboden des Baſalt. In den beſten Lagen tiefgründiger Lehm, in den geringeren roher Baſaltſchrot, oder lettiger undurchläſſiger Boden. Auf den Höhen iſt der Ackerboden meiſt flach, Felſen oder Baſaltgeröll liegen häufig zu tage. Der Boden leidet faſt überall ſelbſt auf den Höhen mehr oder weniger durch Näſſe; vorherrſchend trockene Sommer ſind daher ſtets erwünſcht. Der Boden iſt durchaus kleefähig, nicht luzernefähig. Das Dorf liegt im ſchmalen Grunde des Krebsbaches, die Gemarkung wird gebildet durch die Thalſohle, die Thalhänge und die plateauartigen Berghöhen. Das Terrain iſt eher bergig als hügelig zu nennen; die Sohle des Krebsbachthales und ein Theil der auf jene einmündenden Terrainfalten bilden die Wieſen. Das Thal liegt nach Süden offen, iſt ſonſt mit höher gelegenem Wald und vorherrſchend von Laubwald umfaßt. Trotzdem macht ſich das Gebirgsklima ſchon hier geltend. Die Fruchtbarkeit der Ländereien an den meiſten Thalhängen könnte bedeutend ſein, erſcheint aber durch Näſſe zweifelhaft. Auf den Bergen iſt die Fruchtbarkeit offenbar gering. b. Beuern hat Aecker und Wieſen, ſehr wenig Garten. Die Wieſen ſind in der Thalſohle gut und bewäſſerbar, die übrigen in den Terrainfalten und an den Thalhängen würden durch Drainwaſſer leicht zu berieſeln ſein. Auch die Wieſen leiden zum größeren Theil durch Näſſe und würden ſonſt ausgezeichnet ſein. c. Die vorzüglichſten Bodenproducte ſind Weizen, Gerſte, Korn, Hafer, Winter⸗ ſamen, Klee, Heu, Kleegrasgemenge, Rüben und Kartoffeln. Außer Weizen wird alles in der Wirthſchaft verbraucht, Heu ſelten verkauft. Der Obſtbau iſt gering und bringt an baarem Gelde nichts ein. Aus dem Viehſtande iſt der Erlös durch Verkauf von Vieh verhältnißmäßig bedeutend und in Zunahme begriffen. Der Verkauf wird ermöglicht durch Aufzucht. Schweine zur Maſt für den Haushalt werden vorzugsweiſe auswärts gekauft. Molkereiproducte werden überhaupt nur in geringen Mengen abgeſetzt.— Fruchtfolge mäßig verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft. Neuerdings wird das ge⸗ ringere Land erfolgreich mit mehrjährigem Kleegrasgemenge angebaut.— d. Der landwirthſchaftliche Betrieb könnte vollkommener ſein. Eine Wegeanlage mit Parcellenvermeſſung iſt ſchon in den vierziger Jahren gemacht, ſo daß jedes Grundſtück direct zugänglich iſt, auch eine regelmäßige Form hat.— Die Parcellirung iſt bedeutend, der Einzelne kann mit der ſehr nothwendigen Drainage nicht vorgehen. Mit dem Zuſammenlegen der Grundſtücke, wenigſtens in den Fluren, mit dem Drai⸗ niren der betreffenden Feldlagen und damit verbunden eine ausgedehntere Wieſenan⸗ lage, würde der Gemarkung außerordentlich aufgeholfen werden können. — 1— Die Viehhaltung iſt gering, aber im zunehmen. Auf 1 Hectar ca. 0,85 Stück Rindvieh von annähernd 500 Pfd. Lebendgewicht. Race: Vogelsberger und Berner Kreuzung. Geſpannarbeit wird vorherrſchend mit Kühen und Rindern, auch mit Ochſen, ſeltener mit Pferden beſorgt. Kraftfutter wird äußerſt wenig gekauft, die durch das Vermahlen der Brodfrucht, Gerſte und Korn, gewonnene Kleie, auch der Hafer an das Rindvieh verfüttert. Die Anwendung künſtlicher Dünger iſt nahezu unbekannt. Intenſiv betriebene Wirthſchaften gibt es in Beuern nicht. Frage II. a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäßigen Landbau treibenden Bevölkerung? b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung eingetreten? c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗ theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B. das geltende bäuerliche Erbrecht, die üblichen Syſteme des ehelichen Güterrechts oder der Zuſammenkauf von Grundſtücken? d. Iſt ein Theil der Gemarkung Allmendland und welchen Einfluß hat die Benutzung des letzteren auf die Lage der Bevölkerung? a. Die Größe der Gemarkung umfaßt eine Fläche von 604 Hectar, die Zahl der Haushaltungen mit Landwirthſchaft 175, mithin würden durchſchnittlich 3,55 Hectar auf eine Haushaltung kommen. Dieſe Fläche wird noch kleiner durch die verhältniß⸗ mäßig großen Flächen von wüſten Grundſtücken oder Theile von Grundſtücken, die mit Dornen und Gebüſch bewachſen ſind, durch große Flächen, die durch Steinbrüche weggenommen ſind. Alle dieſe Flächen ſind als Ackerland IV. Bonitätsklaſſe einge⸗ tragen und mögen eine Fläche von 50 Hectar oder mehr umfaſſen. Eine genaue Schätzung iſt unmöglich. Daß die bauwürdigen Aecker⸗ und Wieſenflächen der Be⸗ völkerung nicht genügen, geht daraus hervor, daß von 175 Landwirthſchaft Treibenden 126 nebenher Taglöhner ſind oder Handel⸗ und Gewerbtreibende. Viele andere laſſen außerdem ihr Gelände ausſtellen und beſitzen gar kein Geſpannvieh. Ausreichend mit Landwirthſchaft beſchäftigt ſind nur die, welche 6—8 Hectar wirkliches Culturland bewirthſchaften. b. Aus der Beantwortung der Frage VIII ergiebt ſich die Vertheilung des Grundbeſitzes. Großgrundbeſitz exiſtirt nicht. In der todten Hand befinden ſich ca. 30 Hectar, die verpachtet ſind. 5— c. Die Beſitzvertheilung iſt ziemlich gleichmäßig, im Maximum ſind 10 Hectar in einer Hand.— Weſentliche Beſitzveränderungen ſind nicht vorgekommen. d. Allmendland iſt nicht vorhanden. Frage III. a. Welches ſind die durchſchnittlichen Preiſe für die einzelnen Boden⸗ qualitäten der verſchiedenen Culturländereien(Acker, Wieſe, Weide, Wein⸗ berg ꝛc.), erſcheinen dieſe Preiſe beſonders hoch oder beſonders niedrig und auf welche Urſachen ſind die bezüglichen Erſcheinungen zurückzuführen? b. Welche Aenderungen in den Preiſen haben ſich in den letzten 5 Jahren vollzogen? c. Pflegt ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften ſtattzufinden und liegt hierfür(ſ. a) ein berechtigtes Bedürfniß vor? a. Auffallender Weiſe beſtehen in der Gemarkung nur vier Bonitätsklaſſen, die außerdem höchſt unzutreffend ſind. Die IV. Claſſe enthält viel wüſtes und wenig anbau⸗ würdiges Land. Sie hat auch als Ackerland häufig keinen Verkaufswerth.— Die Wieſen haben auffallender Weiſe denſelben oder annähernd denſelben Preis wie Acker⸗ land. Hierin liegt der deutlichſte Beweis, daß man aus alter Gewohnheit den Körnerbau noch zu ſehr bevorzugt und den Werth der Wieſen für die gut geführte Wirthſchaft nicht genügend kennt.— Die beſten Aecker ſind meiſt am leichteſten zu erreichen, daraus mag ſich auch mit der beſonders hohe Preis erklären. Nach neueſten Verſteigerungen koſtet: Ackerland pro Hectar I. Cl. 2730 Mk. TI.„ 1638„ 1 1 1 III. 2 910 11 1 1 1 IV. 2 200 1 Wieſen„„ I.„ 3094„ „ II.„ 2002„ III.„ 910„ IV„ 273„ I 2 II Die Preiſe ſind gegen früher geſunken. b. Die geringeren und ſehr entfernten Aecker werden nur widerwillig gekauft, die guten und auf guten und nahen Wegen erreichbaren ſind leicht verkäuflich. c. Nur in außergewöhnlichen Fällen findet ein Verkauf von Liegenſchaften ſtatt. Selbſt die Geſchirrhändler verpachten eher Gelände das ſie nicht ausreichend be⸗ wirthſchaften können, ehe ſie zum Verkauf ſchreiten. Frage IV. a. Nehmen die Pachtgüter einen erheblichen Umfang ein und ſtehen die Pachtpreiſe im richtigen Verhältniß zu dem Kaufpreiſe der Ländereien einerſeits und zur Ausnutzungsfähigkeit derſelben andererſeits, eventuell welche Urſachen wirken ſteigernd auf die Pachtpreiſe ein? b. Welche Beſtimmungen gelten insbeſondere in Betreff der Dauer der Pacht, der Bezahlung der Steuern ꝛc., der Verſicherungsprämien, ſowie in Betreff vorzunehmender Meliorationen und etwaiger Pachtnach⸗ läſſe bei elementaren Unglücksfällen bei fiskaliſchem, ſtandesherrlichem und privatem Grundbeſitz? c. Wirken die üblichen ſonſtigen Pachtbedingungen beſonders er⸗ ſchwerend für die Pächter oder nicht? Verpachtungen von Ländereien ſind in Beuern häufig. Die zahlreichen Grund⸗ beſitzer, die Handel treiben oder als Steinhauer und Taglöhner ꝛc. das Dorf perio⸗ diſch verlaſſen, pflegen den Theil der Ländereien, den ihre zurückgelaſſenen Familien nicht ausreichend bewirthſchaften können, zu verpachten. Die Pachtperiode iſt auf 3—6 Jahre bemeſſen, die Pachtpreiſe entſprechen mit Rückſicht auf den Zinsfuß (5—6 pCt.) den Kaufpreiſen. Pächter ſind vorherrſchend die kleinen Bauern und die Viehhändler. Außerdem werden Pfarr⸗ und Gemeindeländereien verpachtet. Die verpachteten Parcellen ſind 110— 2500 Quadratmeter groß.— Nach den neueſten Verpachtungsprotokollen koſtet an Jahrespacht: Ackerland pro Hectar I. Cl. Mk. 150,— II. 61, 7 2 2 III. 2 1 40, 1 11 1 IV. 7 1 8,50 Wieſen„„ I.„„ 120,— II. 88,— 2 1 2 III. 2 2 48, 2 1 2 IV. 1 1 18,— Frage V. a. In welcher Weiſe pflegen die Landwirthe ihre Mobilien und Producte gegen Feuer, ihre Früchte gegen Hagel und ihren Viehſtand gegen Unfall zu verſichern? b. Hat die Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung Eingang in der Gemeinde gefunden, event. in welcher Weiſe und welchem Umfange? a. Mobiliar und Producte werden in den meiſten Fällen gar nicht verſichert.— Verſicherungen gegen Hagelſchlag finden vereinzelt ſtatt.— Rindvieh wird durch die Ortsviehverſicherungsanſtalt, ſeit mehr als 20 Jahren beſtehend, verſichert. Es ſind 2 II 2 ⁸½——8 K R 2— aber nur ca. 66 pCt. der Geſammtzahl des Rindviehes verſichert, nämlich 333 Stück 111 Beſitzern angehörend. Der Verſicherungswerth beträgt: 66965 Mk.— Bei Verluſten werden ¾ der Verſicherungsſumme entſchädigt. Auf 100 Mk. Verſicherungs⸗ capital ſind pro Quartal 0,25 Mk. zu bezahlen, mehr oder weniger nach Bedürfniß.— Die Verwaltungskoſten betragen 45 Mk. pro Quartal. Lebens⸗, Alters⸗, Renten⸗Verſicherungen haben noch keinen Eingang gefunden. Frage VI. In welcher Weiſe befriedigen die Landwirthe in der Regel ihre Creditbedürfniſſe hinſichtlich des Real⸗ und des Perſonalcredits und welches ſind bei beiden Arten des Credites die gewöhnlichſten Darlehens⸗ bedingungen in Bezug auf Zeitdauer und Zinsfuß und werden dabei auch Amortiſationsfriſten(Güterziele) angewendet? Der größte Theil aller aufgenommenen Capitalien ſei es gegen Verpfändung von Immobilien oder gegen Schuldſcheine ſind den Spar⸗ und Vorſchußkaſſen I u. II in Beuern entnommen. Auch ſind ebenſolche Kaſſen in der Ungebung: in Großen⸗ buſeck, Altenbuſeck, Allendorf a. Lumda. ꝛc. in Anſpruch genommen. Andere Capi⸗ talien ſind von Ortseinwohnern und Stiften oder von Privaten auswärts hergeliehen. Die genannten Kaſſen in Beuern kaufen auch nach Güterverſteigerungen die unverzinslichen Güterziele auf. Dies geſchieht faſt ohne Ausnahme. Stammeinlagen bei der Kaſſe I. 100 Mk. 1 11 1 II. 120 1 Einlagen werden mit 4 ½ pCt., nach den Statuten mit 4 pCt. verzinſt. Darlehen gegen Hypothek— doppelte Sicherheit— werden mit 5 pCt., Darlehen auf Schuldſcheine gegen Bürgſchaft werden bis zu 2000 Mk., auch wohl höher gegeben. Zinsfuß je nach dem Riſiko 5, 5 ½ und 6 pCt. Rückzahlung bleibt überlaſſen. Rückſtändige Güterziele werden mit 6 pCt. verzinſt.— An die hier in Betracht kommenden Ortseinwohner haben die Kaſſen I u. II zu fordern an vorzugsweiſe rückſtändigen Kanſſchiimem 22002 Mk. an Hypotheken............35498„ gegen Schuldſcheine... 36734„ Einwohner Beuerns liehen aus an Hypotheken.. 17316„ gegen Schuldſcheine.... 9212„ Auswärtige Kaſſen, Private und Stifte liehen aus an Hypotheken 84783„ die feſtgeſtellte Schuldenmaſſe beträgt mithin..... 183746 Mk. Ein Theil der Schulden wird vorauſichtlich unermittelt geblieben ſein. Weitere Ermittelungen ergaben, daß ein Ortseinwohner, Iſraelit, der ein kleines Geſchäft mit Waaren jeder Art betreibt, in Beuern an kleinen Ausſtänden zu fordern — b — 8— hat, mindeſtens 7000 Mk.; zu ausführlicheren Angaben war der Mann natürlich nicht zu bewegen. Zwei andere Iſraeliten haben nach eignen Angaben je 4000 Mk. an kleinen Ausſtänden in Beuern zu fordern. An Mobiliarſchulden werden von ortskundigen Männern in Beuern noch weiter vermuthet ca. 28,000 Mk. Die Spar⸗ und Vorſchußkaſſen I u. II in Beuern liehen an Ortsangehörige überhaupt aus: gegen Hypothek 1879 in 7 Fällen 9300 Mk. 1880„ 2„ 13500„ 1881„ 13„ 16103„ 1882„ 4„ 8856„ 1883„ 4 5350„ 1884„ 5„ 5024„ gegen Schuldſcheine(2 Bürgen) 1879 in 36 Fällen 5565 Mk. in Beträgen von 15—1800 Mk. 1880„ 14„ 255,„ 4 2 50- 600„ 1881„ 26„ 63/5„„.„, 50⸗1000„ 1882„ 20„ 3546„„, 7130= 500„ 1883„ 22 7,,, 7 50. 1550„ 1884„ 15 3735„„ 3„ 25.1000„ In die Spar⸗ und Vorſchußkaſſen Beuerns ſind von den hier in Betracht kommenden Einwohnern angelegt: 105,815 Mk. zu 4 ½ pCt. Bei dieſer Einlage ſind von den 175 Haushaltungen nur 49 betheiligt mit Beträgen von 100— 17000 Mk., davon 6 Steingutwaarenhändler mit Beträgen von je 8000— 17000 Mk. / I Frage VII. a. Wie ſtehen im Allgemeinen die Arbeits⸗ und Geſindelöhne in der Gemeinde, genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten oder ſind fremde Arbeiter nöthig und woher kommen letztere? b. Iſt für die landwirthſchaftliche Bevölkerung Gelegenheit zum Nebenverdienſt vorhanden, event. haben dieſe Nebenverdienſte(Arbeiten im Wald, Hausinduſtrie, Fabrikbetriebe, Fuhrweſen ꝛc.) eine beſondere Bedeutung für den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung und der Gemeinde im Allgemeinen? c. Gibt es Landwirthe in der Gemeinde, die mit Rückſicht auf den Umfang und die Rentabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes an — 9— ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen? Die Taglöhne berechnen ſich: für den Mann mit Koſt 0,70 Mk. pro Tag ohne„ 1,40— 1,70 Mk. für die Frau mit„ 0,70 Mk. pro Tag. Knechte kommen ſelten vor: Jahreslohn mit Verpflegung 180— 220 Mk. Mägde: Jahreslohn 100— 120 Mk. 1— 2 Paar Schuhe, 2 Pfd. Wolle. Bei Waldculturen, vorzugsweiſe nur im Gemeindewald, werden ca. 20 Frauen jährlich ca. 14 Tage beſchäftigt, Lohn ohne Koſt pro Tag 70— 80 Pf. Beim Holzhauen im Gemeindewald und auch in den Freiherr von Rabenau'ſchen Waldungen werden vom November bis März 30— 40 Mann beſchäftigt, Lohn durchſchnittlich ca. 1 Mk. pro Tag. In den Baſalt⸗(Lungſtein) Brüchen werden Fenſtergeſimſe, Treppenſtufen aus den rohen Steinen durch Steinhauer gefertigt. Damit ſind 10— 15 Mann das Jahr hindurch beſchäftigt; der Lohn für Steinhauer berechnet ſich auf 1,70 bis 2 Mk. pro Tag. Erdarbeiter und Steinbrecher in den Steinbrüchen verdienen 1,20— 1,40 Mk. je nach der Jahreszeit pro Tag. Frage VIII. a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt? b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehnt zugenommen? c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und Güterziele im All⸗ gemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rückſtände bekannt? d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf die Ver⸗ ſchuldung z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗ ſyſteme, unwirthſchaftlicher Ankauf von Grundſtücken zu hohen Preiſen, ungenügendes Betriebscapital, zu frühe Gründung eines eigenen Haus⸗ — 10— halts, Verſchwendung und nachläſſige Wirthſchaft, die Aufeinanderfolge ſchlechter Ernten u. ſ. w.? a. Aus der Tabelle A geht hervor wie ſich die Immobiliarſchulden auf die ein⸗ zelnen Beſitzgruppen vertheilen. b. An Hypothekenſchulden ſind in den letzten 10 Jahren gemacht: in 29 Fällen 88,391 Mk. in den 10 Jahren von 1864 bis 1874 in 21 Fällen 20,056 Mk. c. Nur in einzelnen Fällen ſind Zinſen in den letzten fünf Jahren rückſtändig geblieben.— Kaufſchillingsreſte blieben dagegen ſehr häufig rückſtändig und mußten ſo den Kaſſen mit 6 pCt. verzinſt werden. d. Die Art der Gütervertheilung— Erbvertheilung— hat einen weſentlichen Einfluß auf die Verſchuldung. Das Erbe— die Grundſtücke— werden gleichmäßig unter die Kinder durch Looszettel vertheilt. Das Erbtheil an Land iſt in der Regel, ſelbſt wenn ein gleich großes Erbtheil erheirathet wird, zu klein, um den jungen Ehe⸗ leuten ausreichende Arbeit zu gewähren und nun beginnt bei ſtarker Concurrenz das Zukaufen und Zupachten zu ſehr hohen Preiſen. Rechnet man dazu noch die Koſten der Erbvertheilung und die Koſten, die durch den Ankauf der vielen kleinen Parcellen entſtehen, ſo trägt ein Bauerngut von 6 Hectar in einem Jahrhundert an Erbvertheilungskoſten und den Koſten des Wieder⸗ zuſammenkaufens durchſchnittlich wenigſtens 1600 Mk. Koſten, da ſich dieſe Vorgänge in einem Jahrhundert ſechs⸗ bis achtmal wiederholen. Die Güter werden trotzdem immer kleiner, heute ſchon haben Güter von 6 Hectar eine Hofraithe, die ſ. Z. für 20 Hectar Grundbeſitz erbaut wurde. Die 175 Einwohner Beuerns, welche Landwirthſchaft betreiben, haben Ver⸗ mögen an: Grund und Boden..... 673,585 Mk. an Gebäuden....... 777,765„ das iſt ein Gebäudecapital von 115 pCt.— In vielen Fällen beträgt der Werth der Hofraithe des Einzelnen das Dreifache des bewirthſchafteten Geländes; Zinſen, Unterhaltung der Gebäude, Gebäudeſteuern, Brandverſicherungsbeiträge belaſten den Beſitzer ſo auf's Aeußerſte. Aus den Tabellen A, B, C, D geht hervor, wie die Verſchuldung ſich auf die Beſitzklaſſen vertheilt. 11 880 †0 29,006 F9 6L,BI OF,0 I 68,126 9,68 96 016,8† 00,88 1 019˙8 092 11 :rInſpa0g 9303 86/66 616191 81825 300,736„60,8II 219 226 95 9023 III 890l l,o, aie lel 69,sze 89,671.o eI 10,⁸6 3,Er 29,8 060,9 080/† 108,69 660,998 00, 88 69,81 8⁷,⁰ 8†, e8r,I Ar6 860,81 066,666 09/8; 16 8 ˙8 19˙81 166 8 Tr9,O 9121 289,/36 068˙631 9,16 88 :JoInplaog qun uc 96˙61 86˙66 216781 81917 300 36 47160,811(49/16 51 06/9, 9„1 1 E 2L,o HIEe eie fie,(eyel(68 ,. Oßer I2 68,81 Sr., Er 468,68 060,9 0807/† 208,9 188,199 c6,II 89 86,61 8²ʃε 8c†, e8†,E gr6l 860881 081,808 09,92 2 FL6 19˙81 166 8 Tr9O 812 189,36 000˙8 1 21˙65 6† avοσσ wenercr uuunuh 190 uoincp. uooinp. uoaincp. unincp. gnpgS 1se 1g ueue?cact u Veueah u ee iee ilinv ⸗uaocde ene Sedldeneg uaanad uamua aae ie iiipaag aad Sucpueg 4p a⸗go⸗ſ utbg V — G20.— —½— 1= 0 6— 3 56 1 I= 01 ap& Ipoalo — Ꝙ 00- S - G OO 6/8˙ 0†6 86 669,851 9,6 3 060,†6 00,98 6 009˙36 0 1 F 009 0†˙0 1 :Pinſplaod 8191 88˙66 80†' 868,61 r06˙9 986˙9 061/993 00˙66 25 25,902 66, 26 O8I,9 006,5 009, 089,61 081,66 00 9 00,51 19,68 888,91 0rO“2 879˙6 008, 089,0†1 66,16 F†l FLIIs 10,9 16,6 889, 19 818,]1 OfI.8 4* ½ 5 21 128˙ † 15˙91 888˙9 00⁷— 881˙0 02T'CT 00 8 — : 1.cplaog i 88˙8 26˙66 8†† 669,61 03˙8 986˙96 666˙800 90˙861 6 80, 66,18 081,91 006,6 009, 089,51 68 /,ʃ⁶6 29,06 FI 6 12 9,68 888,91 0†0“2 870G 008,1 00 ε⁸ 61118 86 18,8 10,9 16G 889 19 818,1 Of1,08 66,01 9 F9'gf 15˙91 988˙9 00/— 881˙ 011291 0†*† 9 1bO* 2rroclelpiel nrahl 2 2 2 u2 4 119522 ee e c G gun 10pE 10 v 1snnossechnt ernssasnn ed eeei Suteg aee e e Secag : uogajog upp ip ge g 04 „ 3 5— I 1=0 0E 8. G3 5 4 I O010 04 G. 5 6 4 I 010 avP* 192416 — G 0O-— 0O -— G 0S 09 †/ 00˙6 8 0⁷,61 00,8 6 012* 09*1 1 : pinGplaog 9†8 86˙66 898 G 826˙6 F0rS 981˙91 136˙801 00˙98 83 10,21 09,5 † 9, 261, 68†, 168,93 3,681 5 36,0 † 86,66 FII/88 II7 3616 II7,9 006,60 00,21 01 51˙68 Or'2 088˙01 300˙9 98 865 080˙93 11ʃ FI :pojncplaog g 68˙83 86˙66 898 9 8²⁶6 †0r'6 981˙91 189˙981 00˙9—† 18 86,01 09,85 n† 691,5 261, 687, Ir9, g† G 9 52128 86,66 FIL,8 III7 3611612 LIT,9 016,09 06/81 II 61˙68 0r“3 089˙01 600˙9 98 8631 08093 91ʃ F .—.—. av* zühhneno anahuhleeg na du dn 6 18, alahe une ⸗112591 2. 0 rauenhch zanezatn nhusy azaain aiihhen aiehuts ieich duehs : u*gog uetgapgoob du ge ſ— — G00 - 00 669˙8 †g 0126 3 00 ,†7 94056 58 01. f 686,101 66,c7 FP G 3 3 009,91 00,†s&r 5 5 010˙8 010 0 1=0Io I :noncplaoq aen V b 28˙61 86/66 960,1011 LIII'e 768˙9 28†˙1 116˙G 98 ISI 80 M 88 ½ L6 986,6 646, FI2, 006,08 O,,. e f b 60,68 06,66 002,89 818,9 098,1 0,, 1†,861 00,16 6 2 8 28,11 F6,I5 681,86 169,00 6869,6 661,6 086,661 98,86 V 8 26˙15 27˙91 8812I 686˙9 8391 19101 06908 06,11 61 I 010o — :rIncplaog qu V 68/91 86˙66 9691201 010˙% 768˙9 28†˙½ 016˙808 29816 6 88, L6 986,3 846, FIL, 060,661 96,6† 2 0I f 68,11 06,66 004,89 918,9 098,1 C,9 0r0,98 45,301 G 5 3 36,01 T6,I6 681,85 169,00 669,5 66,6 081,515 68,1† 08 5 1 3 85˙01 15˙91 8811I 686˙0 83971 191˙01 001˙011 00˙61 668 1 010o I a1uO Sl acnefvce uadäno 2 2 1 2 2 112101 Iu avp⸗c 119b01 S0- c— 1 gun 12ꝓ6 16v 48 ennn ansend n sß he aaſettes anheze dn ge 5 :uogrog 2ãga0̃ e ige. — 15— Frage IX. a. Wie geſtaltet ſich die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens bei großen, mittleren und kleineren(eigenen oder gepachteten) Gütern? die b. Wenn die Rentabilität als eine unbefriedigende erſcheint, ſind Grinde zurückzuführen hauptſächlich auf die Fruchtbarkeits⸗Verhältniſſe der Gemarkung, 3 die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, 3. die im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens, 4. einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, 5. ein zu großes Gebäudecapital, 6. ungünſtige Arbeiterverhältniſſe, 7. ungünſtige Abſatzverhältniſſe(ſchlechte Preiſe, unrationelle Einrichtungen für den Abſatz u. ſ. w.), 8. frühzeitiges Zurückziehen der Eltern und Belaſtung der Güter mit hohen Altentheilen und Leibrenten, 9. Beſondere unwirthſchaftliche Gewohnheiten der Landwirthe, z. B. zu ſtarke Pferdehaltung u. dgl., 10. hohe Steuern und Umlagen und ſonſtige dem Commiſſär bekannt gewordene Verhältniſſe? Die Rentabilität erſcheint als eine ungenügende und dieſe ſcheint ſich zu er⸗ klären: 1. d= durch die oben ausgeführten mangelhaften Fruchtbarkeitsverhältniſſe der Ge⸗ markung; durch mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke; . durch zu hohe Kauf⸗ und Pachtpreiſe; .durch das viel zu hohe Gebäudecapital; ‚durch die Art der Erbvertheilung, die ſtets zur Erbauung von neuen Hofraithen führt, durch die häufigen Koſten bei der Erbvertheilung und durch die Koſten, welche durch das Zuſammenkaufen zahlreicher kleiner Parcellen entſtehen; durch den außerordentlich hohen Zinsfuß ſelbſt bei voller Sicherſtellung ent⸗ liehener Kapitalien; durch das Streben der Beſitzer, in erſter Linie Brodfrucht für ſich und ihre Familie zu gewinnen, und den dadurch ſo ſehr bevorzugten Körnerbau. 2⁶ b — —-⸗C—— 16— Die Rentabilitätsberechnungen in den Anlagen I, II und III ergeben das Nähere. Die Auswahl der in Betracht gezogenen Güter entſpricht den Verhältniſſen der Gemeinde Beuern. Das Verhältniß der einzelnen Betriebscapitalien zum Grund⸗ capital ſtellt ſich wie folgt: Größeres Gut: Das Gebänudecapital beträgt..... 64 pCt. vom Grundcapital. Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt... 17,„„ Das umlaufende Betriebscapital beträgt..... 6„„ 4 Mittleres Gut: Das Gebäudecapital beträgt.... 53„„„ Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt.. 22„„ 9 Das umlaufende Betriebscapital beträgt.... 6„„„ Kleineres Gut: Das Gebäudecapital beträgt...... 172„„„ Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt... 34„„ 5 Das umlaufende Betriebscapital beträgt..... 31„„„ Frage X. Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landwirthſchaftlichen Be⸗ völkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maß⸗ nahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen? In erſter Linie erſcheint es nothwendig, der landwirthſchaftlichen Bevölkerung Beuerns billigeres Geld zu verſchaffen. Der Zinsfuß von 5—6 pCt. bei voller Sicherſtellung der Capitalien iſt übertrieben hoch. Wo es ſich um Capitalien gegen Verpfändung von Immobilien handelt, würde ein Inſtitut ähnlich der Landeskreditkaſſe in Heſſen⸗Naſſau ſehr förderlich wirken. Ein Zuſammenlegen der Grundſtücke wenigſtens in den Fluren, ein gleichzeitig vorzunehmendes Drainiren der betreffenden Grundſtücke, eine ausgedehntere Wieſen⸗ anlage, die vielfach durch Drainwaſſer berieſelt werden könnte, erſcheint durchaus geboten. Für ausgedehnten Obſtbau iſt die Lage und ſind die Bodenverhältniſſe der Ge⸗ markung günſtig. Das außerordentlich freudige Gedeihen der vorhandenen Obſtan⸗ lagen, die aber nicht einmal hinreichen um den Bedarf an Obſt der Bevölkerung zu decken, beweiſen dies. Eine beſſere Fruchtfolge führt ſich immer da von ſelbſt ein, wo irgend günſtigere wirthſchaftliche Verhältniſſe aufmuntern zu lebhafterer Thätigkeit und zum Vorwärts⸗ ſtreben. Es wäre der landwirthſchaftlichen Bevölkerung Beuerns dringend zu rathen, den Futterbau allmählig in die erſte Stelle zu rücken und nicht zu ängſtlich darauf — 17— bedacht zu ſein, unter allen Umſtänden eine größere Fläche mit Brodfrucht zu beſtellen, um ja nur dieſen Bedarf zu decken. Die Erträge aus dem Rindviehſtand müſſen durch immer vermehrte Aufzucht und den Verkauf von jungem Vieh gehoben werden.— Der Bedarf ſpeciell an jungen Kühen wird ſich von Jahr zu Jahr raſch heben, da der Conſum von Kühen in den Molkereiwirthſchaften ein immer größerer wird. Gebrauchen doch Wirthſchaften, die täglich bei ausgezeichneter Fütterung 200 Liter Milch abgeben und vorherrſchend Kühe unſerer Landrace abmelken, jährlich 40—60 Kühe, die fett an den Fleiſcher abgegeben werden. Die landwirthſchaftliche Bevölkerung Beuerns kann, der beſtehenden Verhältniſſe wegen, nicht auf Molkereiproducte hingewieſen werden zur Steigerung ihrer Einnahmen, ſondern auf die Aufzucht von Rindvieh. Die hohen Kauf⸗ und Pachtpreiſe und das ungewöhnlich hohe Gebäudecapital finden ihre Erklärung allein in der Art der Gütervertheilung. Wie dieſe zu ändern iſt und wie mit dieſen eine beſſere wirthſchaftliche Lage der Ackerbautreibenden herbei⸗ geführt werden könnte, iſt wohl am ſchwierigſten zu beantworten. Bei der Erbvertheilung erhält der erwachſene Erbe in nur ungewöhnlichen Fällen ein Erbtheil an Land, das groß genug iſt, ſelbſt wenn eine gleich große Fläche mit erheirathet wird, um dem jungen Chepaare ausreichende Beſchäftigung zu gewähren. Gleichzeitig ſind aber die jungen Leute gezwungen, eine Hofraithe auf die eine oder andere Art zu erwerben. Damit beginnt in der Regel die Verſchuldung. Und da der junge Ehemann, an ſeinen Ackerbau gefeſſelt, unmöglich auswärts periodiſch durch Taglohn ꝛc. Geld verdienen kann, gezwungen iſt, um ſich ausreichend zu be⸗ ſchäftigen, Land durch Kauf oder Pacht zu erwerben, ſo geſchieht dies bei dem all⸗ gemeinen Bedürfniß zu ungewöhnlichen Preiſen, die eine Rente unmöglich machen. Erlauben die Creditverhältniſſe dem jungen Ehepaare nicht, Land durch Kauf oder Pacht zu erwerben, ſo bringt es ſeine Zeit auf einem kleinen Beſitzthum zu, das ihm nur ſo geringen Arbeitslohn gewähren kann, daß es dabei auch wieder ver⸗ kümmert. Der Nachweis über die Zahl der Gewerbtreibenden ergiebt zur Genüge, daß jedes Handwerk bereits mehr als nothwendig vertreten iſt. Welchen Rath ſoll man unter dieſen Umſtänden den Leuten geben? Um dies landwirthſchaftliche Proletariat aus der Welt zu ſchaffen, das überall mit der Zeit und unter ähnlichen Verhältniſſen den ächten Bauernſtand verſchwinden machen wird, müßte die ja mit vielem Recht verurtheilte Erbvertheilung in der Weiſe, wie es noch heute in vielen Gegenden üblich iſt, ſich einführen: Einer der Söhne erhält das elterliche Beſitzthum ungeſchmälert an Immobilien, die anderen Kinder werden nach Möglichkeit abgefunden.— Um dieſe Abfindung den Verhältniſſen entſprechend zu machen, um nicht ungerecht gegen die übrigen Kinder zu ſein, müßte der Beſitzer ſchon wenn er ſich verheirathet, durch Einkauf in eine Lebensverſicherung ein Capital anſammeln, das etwa dem Werthe ſeiner Beſitzung entſpricht. Dies Capital wäre zur gerechten Abfindung der übrigen Kinder zur Zeit zu verwenden. 18— Unſere beſtehenden Lebensverſicherungen würden für einen ſolchen Zweck wohl zu theuer ſein. Eine Regelung der Verhältniſſe in dem angedeuteten Sinne würde ſich wohl auch erſt allmählig entwickeln können und durch die Geſetzgebung gefördert werden müſſen. So ungewöhnlich der Vorſchlag vielfach erſcheinen mag, ſo ſchwer wird aber auch wohl ein anderer zu machen ſein. Zum Schluß muß noch einmal die Bonitirung der Grundſtücke erwähnt werden. Es beſtehen nur vier unzutreffende Bonitätsklaſſen. In der vierten wird auch alles wüſte, nicht anbauwürdige Land verſteuert. Belaſtet dieſe Beſteuerung die Bevölkerung auch nicht ſo ſehr, ſo iſt ſie auch nicht förderlich. Bei der heute ſtattgehabten Schlußberathung über vorſtehenden Bericht, der außer den Unterzeichneten der Provinzialdirector Dr. Bökmann zu Gießen, das Kreis⸗ ausſchußmitglied Fuchs von Lollar, der Präſident des landwirthſchaftlichen Provinzial⸗ vereins für Oberheſſen, Frhr. A. von Rabenau zu Friedelhauſen, der Bürgermeiſter und einige Ortsgerichtsmitglieder von hier beiwohnten, fanden die Ausführungen des Commiſſärs im Allgemeinen Beifall; nur bezüglich der Schaffung neuer Credit⸗ inſtitute wurde von einigen Seiten betont, daß dadurch eine Schädigung der beſtehen⸗ den Creditinſtitute, die den Bedürfniſſen wohl vollſtändig genügen möchten, hervor⸗ gerufen werden würde. Beuern, den 10. Mai 1885. Jaup, Miniſterialrath. Schlenke. Anlage J. Gemeinde Beuern. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines größeren Bauerngutes von 7,35 Hectar. 5 Der Beſitzer iſt verheirathet, 58 Jahre alt, Vater von 4 Kindern, wovon 3 Söhne und 1 Tochter. Ein Sohn iſt 29 Jahre alt und verheirathet(1 Kind, Säug⸗ ling), wohnt bei dem Beſitzer, führt die Wirthſchaft. Ein Sohn iſt beim Militär in Darmſtadt. Ein Sohn iſt acht Jahre alt. Eine Tochter iſt 18 Jahre alt, in der Wirthſchaft thätig.— Im Ganzen ſind 5 Erwachſene in der Wirthſchaft thaͤig. Der Beſitzer und deſſen Frau ſind nicht ſonderlich arbeitsfähig. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 6,92 Hectar Ackerland mittlerer Kaufwerth: Steuercapital incl. Gebäude: 1,255„ Wieſen 10343 Mk. 99,05 fl. (in 105 Parcellen). 7 Obſtbäume: 19 größere Aepfelbäume..... Ml. 475 8 größere Birnbäume.......„ 100 25 Zwetſchenbäume........„ 75 Summa. Mk. 650 Wiederholung. Grund und Boden....... Mk. 10341 Obſtbänme........„ 650 — Mk. 10991,— zu übertragen.. Mk. 10991,— Uebertrag.. Mk. 10991,— B. Gebäude. Eine Hofraithe, beſtehend aus Wohnhaus, Scheune incl. Stallung, Holzremiſe, Nebengebäude für Schafſtall und Vorrathsräume, alles nach dem Brandcataſter....„ 7070,— C. Viehſtand. 2 Ochſen(rothe Vogelsberger zum Fahren). Mk. 420 2 Kühe(Vogelsberger Fahrkühe).....„ 480 46„ 1 NRind(Bogelsberger)........„ 150 A 1 Stier(desgl.).........„ 90 7 1 Kalb(desgl.).„ 60 1- Zieg„ 20 2 Schweine..„ 80 3 Stück Zuchtſchafe mit Läunnern à Mt. 32„ 96( 1 Hammel Mk. 26 und Mk. 46 ſüt 2 gucht 3 jährlinge..... 3„ 172 10 Hühner...........„ 20 —⁰-„ 1488,— D. Todtes Inventar. 1 Wagen Mk. 80 und Pflug und Egge Mk. 40 Mk. 120 2 Paar Ochſen⸗ und Kuhgeſchirre.. 3 30 1 Häckſelmaſchine Mk. 70 und 1 Putzmühle Mk. 24.„ 94 Fäſſer(Jauchefaß, Kraut⸗ und Bahneni, Waſchbütten)...„ 50 Handgeräthe incl. Säcke, Wagentuch, Körbe 2c.„ 51 Hausrath incl. Kochgeſchirr, Kupferkeſſel ꝛc..„ 85 —;/pß4„, 430,— E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital 50 pCt. der jährlichen r holh Oieſ belmgen Mk. 1369)„ 684,— Werth des Grſonmfreges.. Mk. 20663,— Inventar der engeren Familienwohnung(Mobiliar incl. Betten, Bettwäſche u. ſ. w.) Mk. 615. — 21— II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung des Ackerfeldes iſt die in der Gemarkung übliche, kaum verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft; der Anbau der Früchte und der Naturalertrag ſtellt ſich hiernach durchſchnittlich ungefähr wie folgt: Getreide 2 1 ₰„ 5 8 32 5* 2 70 Anbaun ISA A 5 S 3[ e A Centner. Leß 5 5 Korn..... 1,00 Hectar 28 82 H. 5 Hafer. 60,75„ 22 27 15 Weizen...... 1,50„ 45 72 2 6s Gerſte—. S. 2.1,25„ 31 65 3 2 Erbſen 0,25„ 5 10 Kartoffeln...(0,50„——[100 ] Dickwurzel...* 0,50„—— 400 ¹ 0.]Rothklee und Kleegras. 0,67„———[150 3 Heu und Grummet. 1,25„——I—-= I=[150 1 7 Winterſamen(⸗p5). 0,50.„—————IB—7 4 Aepfel, Birnen u. Zwetſchen zuſammen——————— 16 2» Der Durchſchnitt berechnet ſich annähernd pro ½¼ Hectar wie folgt: bei Korn auf 7,00 Ctr. Körner, 20,50 Ctr. Stroh, 2 Hafer/ 7,50 2 II 9,00 I 2 1 Weizen 1 7,50 1 1 12,00 1 1 „ Gerſte 1 6,33 2 1 8,00 1 11 „ Erbſen„ 5000„„ 1009„„ 1 „Kartoffeln„ 50,00„ geſunde Knollen, 6 „ Rüben„ 200,00„ Dickwurzel, „Klee u. Kleegras 56,00„ Heu, „ Wieſen 30,00„ Heu und Grummet, „ Winterſamen 3,50„ Körner, 6 Ctr. Stroh. Aus dem Viehſtand./ Milch. Durchſchnittlich im Jahr pro Kuh 1080 Liter, pro Tag und Kuh 3 Liter, zuſammen 2160 Liter. Rindvieh. Im Allgemeinen wird der Viehhandel in der Art gemacht, daß die Fahrochſen gegen junge eingelernte oder angelernte vertauſcht werden, es werden bei dieſem Viehtauſch durchſchnittlich 300 Mk. gewonnen. — 22— Schweine. Es werden drei Schweine(Ferkel) zu ca. Mk. 40 zugekauft, zwei davon gemäſtet für den Haushalt, im Gewicht von ca. 400 Pfd. ge⸗ ſchlachtet; das dritte wird angefleiſcht verkauft und ſo etwa Mk. 35 über den Einkaufspreis gelöſt. Geflügel. 200 Eier à 5 Pf. etwa werden verkauft, die übrigen im Haushalt verbraucht. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut: Korn. 4 Ctr. 40 Pfd. Hafer. 3„ 7 Weizen.......... 6„„ Gerſte... 4„ 80„ Erbſen 1„ 50„ Winterſamen—„ 6„ Kartoffeln 8„—„ Dickwurzkerne........„ 2„ Kleeſamen„ 18„ Für den Viehſtand. Hafer an Rindvieh und Schafe.. 20 Ctr.(7,— Mk.) Gerſte an Rindvieh und Schweine. 8„(7,50„) Kartoffeln an Schweine..... 50„(1,25„) Dickwurzeln...... 1400„(0,50„) Klee, in der Regel grün gefüttert, ſelten Samen gezogen.... 150„(2,50„) Keu und Grummet.... 150„(2,„) Stroh, ſämmtlich zum Streuen.. 239„(0,60„) denlendte von eigenem Mahlgut. 12„(4,50„) wain ün vom eigenen... 2„(,„ Dergleichen gekaufte...... 5„(7,„) Ganze Milch an 2 Kälber.... 500 Liter(0,10„) Außerdem abgerahmte Milch, Molken, Abfälle an die Schweine, ca. 25 Mk. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt in runder Summe annähernd............... Mk. 1466 Der Werth der beim Rindviehtauſch, Schweineverkauf und Geflügel und Rindviehhaltung erzielten Producte berechnet ſich im Ganzen an⸗ nähernd auf...... Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Producte noch durch den Stallmiſt zu decken ſein............ Mk. 684 „ 792 — 23— Die Stallmiſt⸗Production von Rindvieh, Schweinen und Schafen iſt annähernd (da jährlich ca. 6 Morgen à ½¼ Hectar mit je 120 Ctr. gedüngt werden) auf 720 Ctr. zu veranſchlagen(2 Ochſen und 2 Kühe werden angeſpannt). Abgeſehen von Vieh⸗ pflege, Stallutenſilien, Zinſen ꝛc. koſtet hiernach der Centner Miſt 0,95 Mk. Für die Familie (einſchließlich der Paglühner, 1 Mann und 1 Frau je durch 100 Tage). Roggen...... 24 Ctr. Pfd. Gerſte. 19„—„ Weizen(zugekauft 200 uſ.=— 18 Sr)„„ Kartoffeln...... 40„„ Fleiſch: 2 Schweine...... 3„ 30„ Zugekauftes Rindfleiſch......—„ 80„ Buiter.„ 52„ Schmalz von den eigenen Schweinen..„ 20„ Kaffee.......„ 52„ Cichorien.........„ 13 Zucker...........=„ 25„ Salz.. 1„ 56„ Milch als ſolche.... 720 Liter, Abger. Milch als Dickmilch, Schmierkäſe 940„ Eier.. 400 Stück, Käſe, Kraut Eatwerge,, Gemüſe, Obſt. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 1 (Für Korn.......... Mk., „ Hafer...„ 32,— „ Weizen, 19 ½ Malter à Mk. 18,25„ 356,— „ Winterſamen, 1 Malter.....„ 24,— „ Butter, 70 Pfd. à 86 Pf.....„ 60,— „ Vieh: Erlös aus Rindviehhandrel..„ 300,— V Erlös aus Schweinen....„ 75,— Erlös aus Schafvieh....„ 54,— „ Geflügel: Eier 200 Stück à 5 Pf..„ 10,— —/YNMk. 911,— B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Grund⸗ und Gebäudeſteuer..... Mk. 54,30 Gemeindeumlagen hierauf.....„ 80,48 Tilgungsrenten.........„ 26,04 —„ 160,82 zu übertragen. Mk. 160,82 Uebertrag.. Mk. 160,82 Taglöhne: eine Frau 100 Tage à Mk. 0,70... Mk. 70,— eine Frau 100 Tage à Mk. 1,00...„ 100,— (und volle Koſt) —„ 170,— Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgagee.....„ 100,— Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe: dem Wagner.......... M'k. 25, dem Schmied„ 28,— dem Sattler..„ 5,— für Hausrath und Geräthe„ 20,— 7 Inventar der Familienwohnung: Wirkliche Anagabe.........„ 30,— Verſicherungs⸗Prämien: für Gebäunden.. M.. 10,— für Bieh.......„ 12,— 1 22,— Zukauf von Kraftfutter: Napstuchen, 2 Ctr. 4 Mk. 7.....„ 14,5N Heizung und Beleuchtung: Holz......... Ml. 120, Petroleum.„ 12,— „ 132,— Zukauf von Nahrungsmitteln: 700 Pfd. Weizen per Pfd. 9 Pf.... Mk. 63,— 80„ Nindfleiſch à 55 Pi....„ 44,— V 52„ Kaffee......„ 62,40 43„ Eichorie....„ 4,16 25„ Zucker à 40 0g.„ 10,— Diverſes.....„ 3,— —„ 186,56 Bekleidung: Schneider incl. Wäͤſche⸗ Kopfbedeckung 50 Mk., für den Schuhmacher 12 Mk.= 62 Mk., für 6 Perſonen=...„ 372,— Arzt und Apoihete...............„ 25,— Thietarzztt„—,— Verſchiedeneszszsz. 3 52,— Summa. Mk. 1342,38 C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen...... Mk. 911 Die Ausgaben betrugen.......„ 1342 Minus Mk. 431 Das Minus wird durch Nebeneinnahmen des Beſitzers in einem Rechneramt(circa Mk. 450) und durch Zinſen von ausſtehenden Capitalien(Mk. 100— 200) gedeckt. IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte). Erlös aus verkauften Producten(ſ. oben)....... Mk. 902,— Werth der für die Familie aus der Wirthſchaft euntnommeuen Producte: 24 Ctr. Korn a Mk. 8,=.. Mk. 192, 19„ Gerſte à Ml. 7(,50-...„ 141,— 40„ Kartoffeln à Mk. 1,25=..„ 50,— 380 Pfd. Schweinefleiſch à Mk. 0,50=.„ 190,— 20„ Schmalz à Mk. 0,80-..„ 16,— 720 Liter Vollmilch à Mk. 0,10=..„ 72,— 940„ abgerahmte WRiihja à Mk. 0,6=„ 56,40 400 Stück Eier=... 3„ 16, 16 Ctr. Obſt à Mk. 3,—..„ 48,— Für Gemüſe........„ 60,— „ 842,— Summa Mk. 1744, B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 7070 à 4 pCt.... Mk. 282,80 Verſicherungsprämie....„ 10,— Abnutzung(Amortiſation) 0,75 vot..„ 53,02 Inſtandhaltung.....„ 100,„ 445,82 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 1488 à 4 pCt.... Mk. 59,52 Verſicherungsprämie.......„ 12,. 1152 3. Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 430 à 4 pCt..... Mk. 17,20 Verſicherungsprämie.......„—,— Erneuerung, Inſtandhaltung.....„ 78,— --„ 95,20 zu übertragen.. Mk. 612,54 — 26— Uebertrag.. Mk. 612,54 4. Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren Ausgaben, hier Mk. 684,—. Hiervon 6 pvCcccc... 11,04 5. Hagelverſicherung„ 13,— 6. Feuerverſicherung„ 8,— 7. Steuern und Umlagen(excl. Tilgungsrente und Perſonalſteuer)„ 134,78 8. Kraftfutter...„ 14,— 9. Heizung und Beleuchtung, 25 pCt. der geſammten Ausgaben.„ 33,— 10. Thierarzt..............„—,— 11. Arbeitslöhne: 1 Frau 100 Tage à Mk. 0,70 und Koſt. Mk. 70,— 1 Mann 100 Tage à Mk. 1,— und Koſt„ 100,— 170 Familie: 4 4 Mann und Frau, die jungen Leute: zuſammen 600 Tage à Mk. 0,80.. Mk. 480,— die alten Leute, die erwachſene Tochter: zuſammen 365 Tage à Mk. 1,—..„ 365,— —„ 845,— Summa Mk. 1871,36 b C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug..... Mk. 1744 Die Productionskoſten betrugen..„ 1871 Bleibt Minus.. Mk. 127 Hagelverſicherung und Feuerverſicherung iſt nicht ausgeführt, obgleich der in Betracht kommende Beſitzer ſelbſt Agent einer Feuerverſicherungsgeſellſchaft iſt. Die erſparten Verſicherungsgelder vermindern das Minus um die entſprechenden Beträge. —AQARQRQRQRQRQ’RQRD’TDSDQCQCQXQAA= Anlage II. Gemeinde Beuern. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines mittleren Bauerngutes von 2,59 Yectar. Der Beſitzer iſt verheirathet, 49 Jahre alt, hat einen Sohn 22 Jahre alt, Schreiner, gegenwärtig in der Fremde, eine Tochter 19 Jahre alt in der Wirthſchaft thätig, eine Tochter 6 Jahre alt. Im Ganzen beſteht die Familie aus 4 erwachſenen Perſonen, von denen ein Mann und 2 Frauen in der Wirthſchaft thätig ſind. 2. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 2,41 Hectar Ackerland] mittlerer Kaufwerth: Steuercapital incl. Gebäude: 0,18„ Wieſe 3627 Mk. 45 fl. Obſtbäume: 6 Aepfelbäume à Mk. 20=.... Mk. 120 3 Virnbäume à Mk. 10=....„ 30 29 Zwetſchenbäume à Mk. 2-..„ 58 Summa. Mk. 208 Wiederholung. Grund und Boden..... Mk. 3627 Oöſtbäume.......„ 208 —/JMk. 3835,— B. Gebäude. Eine Hofraithe, beſtehend aus Wohnhaus, Stallung u. Scheune unter einem Dach laut Brandkataſter......„ 2051,— zu übertragen.. Mk. 5886,— — 28— Nebertrag. Mk. 5886,— C. Viehſtand. 2 Kühe Vogelsberger Race zuſ.... Mk. 350 1 Rind„„ wird ceſhren.„ 180 1 Kalb 4„...„ 50 2 Schafſe...........„ 60 11 Gihner.........„ 22 —„ 662,— D. Todtes Inventar. 1 Wagen 60 Mk. und 15 Mk. elnn, Eggr Ege ſchlitten....„ Mk. 75 2 Fahrgeſchirre für Niubih.......„ 12 1 Futterbank.........„ 3 Faß⸗ und Bandgeſchiuirr.....„ 30 Handgeräth incl. Säcke.......„ 25 Hausrath incl. Kochgeſchirr........„ 50 —„ 195, E. Vorrath an umlaufendem Betriebskapital 50 pCt. der jährlichen Ausgaben......„ 263,— Werth des geſammten Beſitzes.. Mk. 7006,— Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 100. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Wirthſchaft iſt die ortsübliche, der Körnerbau womöglich noch forcirter. Aengſtliches Beſtreben, den ganzen zum Brodbacken nöthigen Körnervorrath heraus⸗ zuwirthſchaften. Der Anbau der Früchte und der Natural⸗Ertrag ſtellen ſich hiernach durchſchnitt⸗ lich ohngefähr wie folgt: —QQQ——— —CQOQ——Q———/———⸗— Getreide 2 5. 1 S* Anbanu 33ſS2ſ 0 5S5A5 Ceuntne r. Korn........ 0,50 Hectar 11 32 ne Hafer....... 0,18„ 5 10 Weizen... 0,50„ 15 25 „Gerſte..2 0,50—, 16 8 Kartoffeln..... 0,25„—— 50 A. Dickwurzel 2,50 0,25„———[200 KleDoe....... 0,251. 2„———— 45 Wieſen........ 9,18„————[— 25 Obſt........ 3„——— 1— 1——65 Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich pro ¼ Hectar wie folgt: bei Korn auf 5,50 Ctr. Körner, 16 Ctr. Stroh, If Hafer 2 7,00 22 2 14 2/ „ Weizen„ ,50„ 7 12,50„„ Gerſte/ 8,00 2 4/ „ Kartoffeln„ 50„ geſunde „ Dickwurzeln, 200 „Klee„ 45„ trockenes Kleeheu. „ Wieſen„ 35„ Heu und Grummet. Aus dem Viehſtand. ,. Milch. Durchſchnittlich pro Tag und Kuh 2 Liter, die eine Kuh wird ſtark gefahren. Rindvieh. Erlös durch verkauftes Rindvieh durchſchnittlich pro Jahr 55 Mk. Schweine. 2 Ferkel werden gekauft, gemäſtet, eins fett verkauft, eins geſchlachtet; 2 Ferkel koſten ca. 30 Mk., das verkaufte fette Schwein bringt ca. 55 Mk.; Nettoerlös im günſtigen Falle 25 Mk. Schafe. 7 Pfd. Wolle im Haushalt verbraucht. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Korn 0,50 Hectar. 1 Ctr. 80 Pfd Hafer 0,18 11. 64 1 Weizen 0,50„....... 2„„ Gerſte 0,50„...... 1„ 60„ Kartoffeln 0,25„...... 5„„ Rüben 0,25„.......=„ 4„ Klee 0,25„.......—„ 6„ — 30— Für den Wiehſtand Korn....— ECtr.— Pfd. Hafer....... 4„ 36„(, Ml.) Weizen.......—„—„ Kartoffeln..... 25„=„(1,25„) Rüben 200„„(0,50„) Klee, ſämmtlich grün gefüttert 45„—„(2,50„) Wieſenheu und Grummet. 25„—„(2,—„) Stroh.... 7„„(0,60„) Roggen, Gerſte, Weizenkleie 7 50„(4,50„) Kleie zugekauft... 4„—„(6— 6,50 Mk.) Samenkuchen zugekauft.. 1„—„(,50— 8,— Mk.) Milch an 1 Kalb ca. 5 Wochen 110 Liter(0,10 Mk.) Abgerahmte Milch an das Vieh 200„(0,05„) Der Werth der für den Viehſtand verwendeten andmit beträgt in runder Summe annähernd..... Ml. 420 Der Werth der eziette Jdin bece ſi in runder Summe etwa auf.......„ 296 Es würden denunch für die Koſten der verwendeten nundua noch durch den Stallmiſt zu decken ſein.... Mlk. 124 Die Stallmiſt⸗Production berechnet ſich auf 240 Ctr.. ſo daß der Centner auf etwa 0,50 Mk. zu ſtehen kommt. Für die Familie. Korit.... 9 Ctr. 20 Pfd.(72,— Mk.) Weizet 3„„ 6( 30,—„) Gerſte...... 14„ 40„(112,„) Kartoffeln.... 20„=„(25,„) Schweine, ein geſchlachtetes 1„ 20„(60,„ Nindfleiſch, zugelaufſfft„ 20„(12,—„) Butter, meiſt verkauft.„ 25„ Schmalz;....„ ͤ„(7,„) Kaffee......„ 52„(52,„ Cichorie......—„ 5„(5,„) Zucker.....—„ 10„(4,„ Vollmilch.... 547 Liter(54,—„) Abgerahmte Milch... 443„(25,—„) Salz..... 1„=„(10,—„) Eier.... 300 Stück(12,—„) Käſe, Gemüſe(20,—„) (macht für die ganze Familie pro Tage ca. 1,36 Mk. für Lebensmittel, à Perſon 34 Pf.) III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 10 Ctr. Weizen à Mk. 8,25=..... Mk. 82,50 25 Pfd. Butter à Mk. 86 Pf.=]....„ 21,50 durch Viehhandel.........„ 55, Schweineverkauf...„ 55, durch Taglohn im Walde.......„ 70, durch Verdienſt mit dem Geſpann.....„ 5,— — ⁴-⸗- ůMk. 289,— B. Ausgaben. Steuern: Grund⸗ und Gebäudeſteuer...... Mk. 17,16 Gemeindeſteuern....„ 22, Tilgungsrente.........„ 8, —-„ 47,16 Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe..............„ 50,— Unterhaltung des todten Inventars: dem Wagner......... Mk. 14,— dem Schmied...„ 15, Hausrath und Handgeräthe..„ 190, 10 —— 11„ Inventar der Familienwohnung..........„ 3,— Verſicherungsprämie für Gebäude............„ 3,— Zukauf von Wieh(Schweinen)........„ 30,— Zukauf von Kraftfutter: 4 Ctr. Kornkleie à 6,25 Mk.=.... Mk. 25, 1„ Samenkuchen à(‚50 Mt.=...„ 50 —„ 32,50 Heizung und Beleuchtung: Hola.............. Mk. 60,— Petroleum..........„ 11, —— 1 71,— Zukauf von Nahrungsmitteln: 290 Pfd. Weizen à 9 Pf..... Mk. 26,10 20„ NRindfleiſch à 55 Pf.....„ 11,— 52„ Kaffer à 1,10 Mk......„ 57,50 25„ Cichorien à 30 Pf.....„ ,50 100„ Salz..........„ 10,— ———„ 111,60 zu übertragen.. Mk. 388,26 3⁶ — 32— Uebertrag Mk. 388,26 Bekleidung: 4 Perſonen Schneider, Eihnimnacher, ſe endidedetuna„ 96,— Arzt und Apothele.....„ 10,— Thierarzt....................„ 2,— Verſchiedenes...................„ 30,— Summa. Mk. 526,26 C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen.... Mk. 289,— Die Ausgaben betrugen...„ 526,— Differenz. Mk. 237,— Die Differenz muß durch eine Geldanleihe gedeckt werden, wie dies in der Rein⸗ ertragsberechnung durch die dort bemerkten Schulden zum Ausdruck gebracht iſt. IV. Rentabilitäts-Verechnung. A. Rohertrag (exel. der für die Production in der Wirthſchaft verwendeten Producte). Erlös aus verkauften Producten... Ml. 214,— Werth der für die Familie aus der inch aft entnommenen Producte...„ 417, Summe Mk. 631,— B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 2051 à 4 pCt..... Mk. 82,— Verſicherungsprämie..„ 3, Abnutzung(Amortiſation) 0, 75 6t..„ 15,38 Inſtandhaltung.....„ 50,— — Mk. 150,38 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 662 à 4 pGt.... Mk. 26,48 Verſicherungsprämie......„, Jährlicher Zukauf von Ferkeln..., 30. —„ 56,48 3. Kapital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 195 à 4 pGt..... Mk. 7,80 Verſicherungsprännie........„„ Erneuerung, Inſtandhaltung....„ 40,— „ 47,80 zu übertragen. Mk. 254,66 Uebertrag. Mk. 254,66 4. Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen Ausgaben, Ah Mk. 263. Hiervon 6 pot 9 16,— 5. Hagelverſicherungsprämie....„ 4,— 6. Feuerverſicherung der Producte.... p 3,— 7. Steuern und Umlagen Len ditnugerente u. Perſonalſ teuer).„ 39,16 8. Kraftfutter...„ 32,50 9. Heizung und Beleuchtung: 25 vor der ganzen N Ausgubs ſur die Wirthſchaft) mithin...„ 17,50 10. Thierarzt...................„ 2,— 11. Arbeitslöhne: Lohn für drei Erwachſene zuſammen 900 Arbeitstage à 70 Pfennige.............„ 630, 12. Verſchiedenesz........„ 18,18 Summa Mk. 1017,— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 631,— Die Productionskoſten betragen.„ 1017,— Bleibt Minus.. Mk. 386,— Dem Geſammtbeſitz im Werthe von 7006 Mk. ſtehen an Schulden gegenüber: Rückſtändige Kaufſchillinge... Mk. 127,66 Mobiliarſchulden Mk. 323 und 1000„ 1323,— Summa.. Mk. 1450,66 die mit 5 und 6 pCt. verzinſt werden müſſen. Hagel⸗ und Feuerverſicherungsprämien ſind durch Nichtverſicherung geſpart; da⸗ durch ſtellt ſich die Reinertragsberechnung um die entſprechenden Beträge günſtiger. Anlage III. Gemeinde Beuern. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines Caglähnergütchens von 1 Yectar. Der Beſitzer iſt verheirathet, 46 Jahre alt, die Frau führt faſt ausſchließlich die ganze Wirthſchaft, der Mann arbeitet regelmäßig in der Ziegelei oder macht— im Winter— Körbe ꝛc. 1 Sohn 8 Jahre, 2 Töchter 10 und 14 Jahre alt gehen in die Schule. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 9675 Quadratmeter Ackerland mittl. Kaufwerth: Steuercapital incl. Gebäude: 331„ Wieſe 939 Mark. 30,6 fl. (in 19 Parcellen). Obſtbäume: 1 Apfelbaum Nlk. 15 2 Birnbäunne......„ 30 4 Zwetſchenbäumne........„ 10 Summa. Mlk. 55 Wiederholung. Grund und Poden....... Mk. 939 Obſtbäume..........„ 55 — Mt. 994. B. Gebände. 2 Wohnhäuſer und darin Scheune und Stall laut Brand⸗ lataſter.....„ 1710,— zau übertragen Mtk. 2704,— Uebertrag.. Mk. 2704,— C. Viehſtand. 1 Kuh(Vogelsberger Lunamjh MNr. 230 1 Ziege„ 12 5 Hühner....„ 10 „ 252,— D. Todtes Inventar. 4 Strohbanl...... Mtk. 3 Fäſſer und Züber..„ 12 Handgeräthe und Säcke......„ 20 V Hausrath incl. Kochgeſchirrt....„ 50 8 E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital ſiehe Neninſiüiisieit ünuin 630 böt der baaren Aus⸗ gaben).... h S, 315,— Werth des Gefunutlrſbes.. Mk. 3356,— Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 75. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Es wird möglichſt viel Frucht gebaut und nur das nothwendigſte Futter. In * V der Regel iſt der Futtervorrath— das Winterfutter— unzureichend. Getreide 2 58 4 3 8 SEE Anbanu ³ SSSS2 ½ 5& 55 Centuer Korn. 0,20 Hectar 6 12,50 Gerſte. 0,20„ 6 6,25 Kartoffeln..... 0,20„—— 30 Dickwurzel.. 0,04„— 18 Klee.... 0,05„———— 10 Wieſen 6,08„————— 10 Obſt. 11 — 36— Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich pro ½ Hectar wie folgt: bei Korn auf 7 ½ Ctr. Körner, 16 Ctr. Stroh 2 Gerſte 2 74 2 7 11 8 2 2 „ Kartoffeln„ 38 „ Rüben„ 125 „ Klee„ 50 „ Wieſen„ 50 „ Kleeheu „ incl. Grummet. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahre 1080 Liter, pro Tag 2,83 Liter. Rindvieh. Es wird pro Jahr in der Regel ein Kalb verkauft zu 20 Mk. Schweine. Ein gekauftes Ferkel wird alljährlich gemäſtet und im Durchſchnitts⸗ gewicht von 115 Pfd. für den Haushalt geſchlachtet. Geflügel. ca. 250 Eier, die im Haushalt verbraucht werden. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Korn 0,20 Hecter. Ctr. 66 Pfd. Gerſte 0,20„„ 60„ Kartoffeln 0,20„... 3„„ Rüben 0,04„„, 03„ Klee 0,05„... 1, 03„ Für den Viehſtand. Kartoffeln........ 10 Ctr.(1,25 Mk.) RNüben.... 18„(0,50 a) Klee, grün gefüttert. 1O)„(2,50„ Wieſenhen und Grummet 10„(2,„) Kleien vom eignen Mahlgut... 21¼„(5,—„) Samenkuchen, gekauft..... 1„(8,„) Laubſtren... 7 Milch, abgerahmte, für e ein Schwein. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Piidutle beträgt in runder Summe annähernd.. Mk. 96 Der Werth der erzielten Producte berechnet ſich im Ganzen auf„ 1063 Da die Kuh im Sommer vorzugsweiſe durch an Grabenrändern, Rainen ꝛc. ge⸗ wonnenes Futter ernährt wird, dürfte ſich die Rechnung durch die Koſten dieſer Futter⸗ gewinnung wohl anders geſtalten. Für die Familie: Kor....... 6 Ctr.(8 Mk.) Gerſte. 6„(8„) Kartoffeln.... 17„(1,50„) Fleiſch, ſelbſt geſchlachtet, 57 Mk.. 1„ 15 Pfd. Butter, 15 Pfd. 64 Pfd. werden ver⸗ kauft)..... 15 Pfd.(15 Mk.) Milch à 10 Pf.= 36 Mk... 360 Liter Milch, abgerahmt, à 5 Pf.= 35 Mk. 300„ Eier..... 250 Stück Noggenmehl, zugekauft.. 12 Cltr.(13 Mk.) Weizenmehl, 9,.. 2 ½„(13„) Fleiſch, 11.. 5. 1½ 1(55 Pf.) Kaffee,„..... 52 Pfd. Cichorie,„.. 25„ Zucker,„.. 7„ Salz,„.. 100„ III. Geld- eechuung A. Einnahmen. 83 Pfd. Antter à, 90 Pf......... Mk. 29,70 1 Kalb.„ 20,— Einnahmen aus Hausmiethe....„ 48,— Accordlohn durchſchnittlich per Jahr in der gegele.„ 255,— Tagelohn durchſchnittlich per Jahr.„ 148,— Mk. 500,70 B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Grund⸗ und Gebäude⸗Steuer..... Mk. 10,20 Gemeinde⸗lmlagen....„ 10,— Tilgungsrente. 3„ 3,— „ 23,20 Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe..„ 40,— Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe.....„ 8,— Inventar der engeren Familienwohnung.„ 10,— Verſicherungs⸗Prämien: für Gebäude.... Mlk. 1,70 für den Biehſtand.......„ 2,30 2/ zu übertragen.. Mk. 85,20 — 38— Uebertrag.. Mk. 85,20 Inventar und Producte ſind nicht deiſäcerke Zukauf von Kleeſamen........„ 1,80 Zukauf von Vieh: 1 Ferkel...........„ 15,— Zukauf von Kraftfutter: Samenkuchen 1 Cir...........„ 8,— Heizung und Beleuchtung: Holz M. 30, Petroleum 26 Ltr. à 22 Pf...„ 5,72 —„ 35,72 Beſtellungskoſten, da Geſpanndieh fehlt..........„⸗ 45,— Zukauf von Nahrungsmitteln: 19 Ckr. Aopn a Mk....... Ml. 152— 3 ½„ Weizeit A Mk. 9.....„ 31,50 50 Pfd. Rindfleiſch à 55 Pf...„ 27,50 52„ Kaffee à Mk. 1,10= Mk. e 25„ Cichorie à„ 0,30=„ 7,50 64,70 II 7„ Zucker à 35 Pf.= 3,15.„ 3,15 100„ Salz 3 10 Pf nnn 4. c„ 10. —„ 2288,50 Bekleidung: 5 Perſonen à Mk. 22, Kleider, äuhe Vaiüi Fohf bedeckung....„ 120,— Arzt und Apotheke...........:„nd. Hn G czl“ 10,— Beyſchicdencs..— 3,28 Summa Mk. 612,50 C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen.... Mk. 500,70 Die Ausgaben betrugen....„ 612,50 Minus Mk. 111,80 Das Minus muß durch eine Geldanleihe gedeckt werden, wie dies in der Rein⸗ ertragsberechnung durch die dort bemerkten Schulden zum Ausdruck gebracht iſt. IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag exel. der für die Production in der Wirthſchaft wieder ver⸗ wendeten Producte.. Mkl. 97,70 Werth der für die Familie gus der jWithſhafte entnommenen Produete..—.„ 255, —— Summa.. Mk. 352,70 B. Productionskoſten. . Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 1710 à 4 pCt..... Mk. 68,40 Verſicherungsprämie...Ir. B1, 1,70 Abnutzung(Amortiſation) 0,75 p6...., 12,82 Inſtandhaltung.......„ 40, .Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 252 à 4 pPCt.. Mk. 10,— Verſicherungspräntie........„ 2,30 Jährlicher Zulauf 1 Ferkel.....„ 15,— . Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 85 à 4 pEt... Ml. 3,40 Verſicherungsprämie.......„„ Erneuerung, Inſtandhaltung......„ 8,— . Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren 1nniben⸗ dd Mk. 315. Lie von 6 pCt..— 3 .Hagel⸗, Foierrerſtherung.. Steuern und Umlagen. .Kraftfutter .Heizung und Beleuchtung, 25„Et. der Gefauninregnke von Mk. 36 .Thierarzt. 3 .Arbeitslöhne: Der Beſtter arbeitet ft nie in der wwxujihi ſondern nur die Frau 300 Tage à 25 Pf.. . Beſtellungskoſten durch fremde Geſpanne .Verſchiedenes. Summa C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug..... Mk. 352,70 Die Productionskoſten betragen..„ 343,— bleibt Reinertrag.. Mk. 9,70 Mk. 122,92 „ 247,30 „ 11,40 „ 18,90 7 3,— „ 20,20 7 8, 2 9, 1 1 75,— 1 45, „ 2,28 Mk. 343,— Auf dem Werth des Geſammtbeſitzes von Mk. 3356 laſten an Schulden: 4⁶ — 10— eine Hypothek zu..... Mk. 1500 à 5 pCt. Zinſen Mobiliarſchulden 300 und 200=„ 500„6„„ Mk. 2000 Geſammtſchulden. Hagel⸗ und Feuerverſicherungsprämien ſind nicht verausgabt, mithin iſt der Rein⸗ ertrag um den entſprechenden Betrag höher. Rechnet man zum Reinertrag den Werth der freien Wohnung mit Mk. 48, ſo ſteigt jener auf Mk. 60— 70.— Das Grundecapital incl. Obſtbäume iſt eingeſchätzt auf Mk. 994. Somit beträgt der Zins des Grundcapitals rund 6„Ct. —. — Bericht über die landwirthſchaftlichen Verhältniſſe Gemeinde Ober⸗Roden, KRreis Dieburg, erſtattet von Bürgermeiſter Wolz zu Seligenſtadt unter Beihülfe ſeines Sohnes Carl Wolz, Oeconomie⸗Verwalter. ·ʒNᷓᷓVᷓʒ’ᷓê; Allgemeines. Ober⸗Roden liegt im ſ. g. Rodgau, 20 Kilometer von Darmſtadt und 20 Kilometer von Frankfurt. Die nächſte Bahnſtation iſt Dieburg mit 10 Kilometer Ent⸗ fernung. Die Gemeinde hat 1937 Einwohner in 257 Häuſern und 373 Haushal⸗ tungen, darunter 3 Familien iſraelitiſcher Confeſſion mit 12 Perſonen, die Ellen⸗ waaren⸗, Spezerei⸗Handel und Metzgerei betreiben. Die Ghriſtliche Bevölkerung iſt faſt ausſchließlich katholiſch. Die Einwohnerſchaft iſt eine ſeit langem angeſeſſene. Die Auswanderung iſt in den letzten Jahrzehnten eine unbedeutende, größtentheils wandern ledige Perſonen aus. Durch Heirathen gehen zahlreiche Perſonen nach aus⸗ wärts; faſt die gleiche Zahl kommt auch durch Heirathen in den Ort. Der landwirthſchaftliche Boden der Gemarkung umfaßt im Ganzen 974,6 Hectar in 12905 Parcellen; hiervon ſind 716,8 Hectar Ackerland und 257,8 Hectar Wieſen. Die hier angegebene Zahl der Parcellen iſt aus dem Grundbuche entnommen; in der Wirklichkeit iſt die Zahl durch Zuſammenkauf eine geringere geworden. Das Land vertheilt ſich auf 735 Beſitzer, wovon 502 weniger als ein Hectar, 186 ein bis fünf Hectar und 47 fünf bis zehn Hectar bewirthſchaften. Die direkten Steuern für die Gemarkung Ober⸗Roden betrugen für 1883/84 17108 Mk. 62 Pf. An Communalſteuern hat die Gemeinde für 1883/84 9500 Mk. erhoben. Letztere betrugen im Jahre 1880 5600 Mk., 1881 7860 Mk., 1882/83 7937 Mk. 17 Die Gemarkung iſt beſetzt mit: 200 Aepfelbäumen, 70 Birnbäumen, 150 Zwetſchenbäumen, 70 Kirſchbäumen, 5 8 Wallnußbäumen. Der Wald der Gemarkung umfaßt 647,7 Hectar, nur Gemeindewald. Sämmt⸗ liches Holz des Waldes wird verkauft, die Moosſtreu wird zuſammengerecht und verſteigert; der Erlös wird nach Abzug der Koſten an die Ortsbürger vertheilt, was ungefähr 2,50 bis 3 Mk. pro Bürger beträgt. Die Streu wird größtentheils von den Ortsbürgern ſelbſt erſteigert; der Streuankauf von auswärts iſt unbedeutend. Der Werth des Waldes beträgt 407,096 Mk. 57 Pf. mit 2070 fl. 5 kr. Steuerkapital. Der Nutzen nach Abzug der Beſoldungen, des Holzhauerlohns, der Culturkoſten, der Moosſtreu ꝛc. beträgt ca. 9000 Mk. pro Anno. Der Viehſtand der Gemeinde iſt: 67 Pferde, 7 Fohlen, 3 Zuchtſtiere 368 Kühe 60 Rinder von ½ Jahr bis 2 Jahre 5 Ochſen 20 Kälber bis 6 Wochen 15„ von 6 Wochen bis ½ Jahr 12 Schafe, 27 Zuchtſäue, 60 Schweine, 30 Ziegen, 28 Bienenſtöcke. 471 Stück Rindvieh, Frage I. a. Welche Bodenverhältniſſe zeigt die Gemarkung, welchen Character hat das Klima und wie iſt hiernach im Allgemeinen die Fruchtbarkeit der Ländereien; iſt letztere ſehr günſtig, mittel oder gering? b. In welchem Verhältniß ſtehen die verſchiedenen Arten des Kulturlandes— Acker, Wieſen, Weiden, Rebland ꝛc.— zu einander und iſt dieſes Verhältniß im Allgemeinen als ein wirthſchaftlich günſtiges zu bezeichnen? „— — — 3— c. Welches ſind die hauptſächlichſten Producte der Landwirthſchaft, bezw. welche Productionsrichtungen machen ſich im landwirthſchaftlichen Betriebe der Gemeinde vorzugsweiſe geltend? d. Iſt der landwirthſchaftliche Betrieb im Allgemeinen ein rationeller zu nennen, oder haften ihm weſentliche Mängel an und welche? Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weit gehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang im Zuſammenhang? a. Der Boden der Gemarkung Ober⸗Roden iſt ein magerer Sandboden und iſt größtentheils mit Kies vermiſcht. Der Oberboden iſt ſeicht und hat als Untergrund im größten Theile der Gemarkung Letten, wo an vielen Stellen Quellwaſſer zu Tage tritt, der übrige Theil hat Kies als Untergrund. Die Gemarkung iſt daher in ihrer größeren Fläche kalt und naß und in ihrer kleineren brandig. Naſſe Jahrgänge bringen deshalb Mißernten hervor und auch ſehr trockene Jahrgänge beeinträchtigen ſtellenweiſe die Erträge. Luzerner Klee läßt ſich gar nicht bauen, deutſcher Klee iſt nur in einigen Gewannen und da nur auf der halben oder ¼ Ackerlänge baubar. Das Terrain iſt eben mit unbedeutenden Senkungen, welche meiſtens als Wieſen benutzt ſind. Die Gemarkung iſt auf der Nord⸗, Oſt⸗ und Südſeite mit Kiefernwald umgeben. Das Klima iſt im Ganzen das einer ſüddeutſchen Ebene, doch hat die Gemarkung zuweilen an Frühjahrsfröſten zu leiden. Die Fruchtbarkeit der Ländereien iſt im Allgemeinen als eine geringe zu be⸗ zeichnen und zum Theil als eine ſchlechte. b. Es gibt faſt nur 2 Arten cultivirtes Land, Acker und Wieſen, wenig Gärten. Das Verhältniß der Ackerfläche zu der der Wieſen iſt 3:1. Die Wieſen liegen in 3 größeren Complexen beiſammen und außerdem in kleineren Stücken im Feld zerſtreut. Die Wieſen leiden größtentheils an Näſſe. Ein nicht unerheblicher Theil iſt in den Händen auswärtiger Beſttzer. c. Die hauptſächlichſten Bodenproducte der Landwirthſchaft ſind Korn, Hafer, Kartoffeln und Rüben, ſowie Wieſenheu; ſonſtige Producte werden in kaum nennens⸗ werther Weiſe gebaut. Der Obſtbau iſt kaum erwähnenswerth; die meiſten Baum⸗ pflanzungen haben— wohl wegen des ſchlechten Bodens— ein ſchlechtes Ausſehen. Außer Kartoffeln werden keine Producte nach außen verkauft. Gleiches gilt auch von thieriſchen Producten. In der Gemeinde iſt die Zweifelderwirthſchaft noch in Geltung. Die Frucht⸗ folge iſt 1. Korn, 2. Kartoffel als Regel, ſtatt deſſen wird auch etwas Hafer und Rüben im Wechſel mit Korn gebaut. d. Die Bevölkerung Ober⸗Rodens iſt ziemlich fleißig, aber trotzdem kann kein einziger Betrieb als ein blühender bezeichnet werden. Sämmtliche Grundſtücke ſind durch Feldwege zugänglich, ſo daß ein Flurzwang eigentlich nicht beſteht, ſie werden aber freiwillig von den Beſitzern flurweiſe bebaut. Die Parcellengröße ſtellt ſich nach dem Grundbuche 16 Parcellen pro Hectar; im Felde liegen aber die Stücke größer — 17— und zwar ca. 10 Parcellen pro Hectar. Dieſe Parcellengröße behindert die Bewirth⸗ ſchaftung in keiner Weiſe, da es in Ober⸗Roden nur Kleinbauern gibt. Einem großen Theil des Feldes könnte ebenſo wie den Wieſen durch Entwäſſerung geholfen werden. Grün⸗ und Dürr⸗Futterbau kann faſt nur auf Wieſen betrieben werden. Als Grünfutter müßte Mais gebaut werden, welcher nach einzelnen Verſuchen in beſſeren Lagen ſchon ziemlich gerathen iſt. Die Hauptcultur⸗ arten— Korn und Kartoffeln— können nicht leicht durch andere Crescentien erſetzt werden, da nur dieſe eine einigermaßen ſichere Ernte verſprechen. Außerdem iſt der Getreidebau zur Beſchaffung der Einſtreu nöthig. Da, wie ſchon geſagt, ein großer Theil der Wieſen in den Händen auswärtiger Beſitzer iſt, ſo iſt der Viehſtand im Verhältniß zur Größe der Gemarkung ſehr gering und beträgt pro Hectar Acker und Wieſen durchſchnittlich ½ Stück Großvieh. Der Viehſtand iſt zum Theil Berner und zum Theil Odenwälder Kreuzung. Das Vieh iſt im Allgemeinen recht ſchön. Eigentliche Milchwirthſchaften gibt es in Ober⸗Roden nicht; die in den einzelnen Haushaltungen überflüſſige Milch wird an Nichtlandwirthe des Ortes verkauft. Die Nachzucht von Vieh wird nicht allgemein betrieben, ſo daß dem Viehhandel noch ziemlich viel Raum bleibt. Die Schweinehaltung iſt gering; es braucht nur ein Eber gehalten zu werden. Künſtliche Düngemittel werden nicht verwendet; dagegen werden aus der im Orte befindlichen Haſenhaarſchneiderei die meiſten Abfälle mit gutem Erfolg zur Düngung von Korn und Hafer benutzt. Die Wieſen werden je nach ihrer trocknen oder naſſen Lage mit Stallmiſt oder Compoſt gedüngt; die letztere Düngungsweiſe dürfte noch allgemeiner betrieben werden. Außer der von eigner Frucht gewonnenen Kleie werden nicht unbedeutende Quantitäten Kleien zugekauft. Sonſtige Futter⸗ mittel werden nicht angekauft. Im Allgemeinen macht es den Eindruck, daß die mittleren Güter, insbeſondere wenn der Wirthſchaft durch Fabrikarbeitsverdienſt baare Mittel zugeführt werden, am beſten bewirthſchaftet werden, indem dann faſt alle Feldproducte in der Wirthſchaft verwendet werden können und nicht verkauft werden müſſen. Frage II. a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäßigen Landbau treibenden Bevölkerung? b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung eingetreten? c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗ theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B. das geltende bäuerliche Erbrecht, die üblichen Syſteme des ehelichen Güterrechts oder der Zuſammenkauf von Grundſtücken? d. Iſt ein Theil der Gemarkung Allmendland und welchen Einfluß hat die Benutzung des letzteren auf die Lage der Bevölkerung? a. Die Größe des landwirthſchaftlich benutzten Bodens der Gemarkung beträgt 974,9 Hectar, die Zahl der Haushaltungen mit Landwirthſchaft 735; hiervon kön⸗ nen nur 803,62 Hectar und 344 Haushaltungen überhaupt in Betracht gezogen werden, da der übrige Theil auf ganz kleine nicht in Berechnung zu bringende Be⸗ ſitzungen fällt.(Es ſind auch ca. 82 Hectar in Händen auswärtiger Beſitzer). Es kommen demnach auf eine Haushaltung etwa 2 Hectar, die nicht ausreichend ſind, eine mittlere Familie zu ernähren, zumal das Feld von geringer Qualität iſt. Es kommen jährlich im Durchſchnitt 2290 Centner Mehl in den Ort. Dem⸗ nach wird nicht ſo viel gebaut als im Orte ſelbſt verbraucht wird, wobei noch die Arbeiter, die, in Offenbach oder Frankfurt, in Fabriken beſchäftigt, ſich ſelbſt ver⸗ köſtigen, in Betracht zu ziehen ſind. b. In der Beantwortung der Frage VIII iſt die Vertheilung des Grundbeſitzes unter die einzelnen Beſitzgruppen erſichtlich; ein Großgrundbeſitz iſt demnach nicht vorhanden, in der todten Hand befinden ſich ca. 5 Hectar, der Pfarrei gehöriges Gelände, welches im einzelnen verpachtet iſt. Die Gemeinde beſitzt ca. 49 Hectar, die, wie zu d erwähnt, unter die Ortsbürger vertheilt ſind. Die Gemeinde beſitzt ferner 4,38 Hectar, die verpachtet ſind und ca. 116,76 Mk. eintragen. Von den Wieſen der Gemeinde, welche ca. 15 Hectar meſſen, wird das Heu und Grummet jedes Jahr im Stand verſteigert, was pro Hectar 70 Mk. erträgt. Weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung ſind nicht vorgekommen. c. Die Beſitzvertheilung muß nach den oben angegebenen Thatſachen für den eigentlichen Landwirthſchaftsbetrieb als nicht günſtig bezeichnet werden; mit Fabrik⸗ arbeit verbunden gereicht ſie aber zum Vortheil, weil ſie die Ausnutzung freier Stunden ermöglicht und in Zeiten der Arbeitsloſigkeit einige Lebensmittel bietet, die den Beſitzer nicht dem reinen Proletariat verfallen laſſen. d. Die Gemeinde beſitzt ein Terrain von ca. 49 Hectar, welches in Parcellen von ca. 525 Quadratmeter an die Ortsbürger auf Lebensdauer zur Nutznießung un⸗ entgeldlich vertheilt iſt. Dieſes Feld iſt meiſtens ſo ſchlecht, daß es gar keinen Ein⸗ fluß auf die Lage der Bevölkerung ausmacht und ſogar von einzelnen Beſitzern reſp. Nutznießern brach liegen gelaſſen wird. Frage III. a. Welches ſind die durchſchnittlichen Preiſe für die einzelnen Boden⸗ qualitäten der verſchiedenen Culturländereien(Acker, Wieſe, Weide, Wein⸗ berg 2c.), erſcheinen dieſe Preiſe beſonders hoch oder beſonders niedrig — 6— und auf welche Urſachen ſind die bezüglichen Erſcheinungen zurückzu⸗ führen? b. Welche Aenderungen in den Preiſen haben ſich in den letzten 5 Jahren vollzogen? c. Pflegt ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften ſtattzufinden und liegt hierfür(ſ. a) ein berechtigtes Bedürfniß vor? a. Die verſchiedenen Bodenqualitäten der Aecker und Wieſen in Ober⸗Roden laſſen ſich in vier Gruppen bringen, von denen die beſte mit etwa 40 Pf., die mittlere mit 16 Pf., die geringe mit 8 Pf., die ſchlechte mit 4 Pf. pro Quadratmeter bezahlt werden. Dementſprechend ſind auch die Pachtpreiſe. Bei Verſteigerungen werden gewöhnlich 3 Termine beſtimmt. b. Die Preiſe ſind in den letzten Jahren(bei den beſſeren Ländereien faſt um ein Drittel, bei den geringeren um die Hälfte) zurückgegangen, nur bei ſehr guten Grund⸗ ſtücken(Grabgärten) haben ſich die Preiſe gehalten. c. Der Umſatz von Liegenſchaften iſt in Folge von Ueberſchuldung der Land⸗ wirthe ſtark. Es werden jährlich etwa 15 Zwangsverſteigerungen abgehalten, deswegen auch geringe Kaufluſt, und wie in a geſagt, die geringen Preiſe. Nur das neue Aufblühen der Induſtrie könnte beſſeren Arbeitsverdienſt und dadurch auch größere Kaufluſt bringen. Frage IV. a. Nehmen die Pachtgüter einen erheblichen Umfang ein und ſtehen die Pachtpreiſe im richtigen Verhältniß zu dem Kaufpreiſe der Ländereien einerſeits und zur Ausnutzungsfähigkeit derſelben andererſeits, eventuell welche Urſachen wirken ſteigernd auf die Pachtpreiſe ein? b. Welche Beſtimmungen gelten insbeſondere in Betreff der Dauer der Pacht, der Bezahlung der Steuern ꝛc., der Verſicherungsprämien, ſowie in Betreff vorzunehmender Meliorationen und etwaiger Pachtnach⸗ läſſe bei elementaren Unglücksfällen bei fiskaliſchem, ſtandesherrlichem und privatem Grundbeſitz? c. Wirken die üblichen ſonſtigen Pachtbedingungen beſonders er⸗ ſchwerend für die Pächter oder nicht? Pachtungen und Verpachtungen kommen in Ober⸗Roden außer Pfarr⸗ und Ge⸗ meindegütern nur ſelten vor. Die zur Pacht gelangenden Ländereien werden nur von kleinen Leuten gepachtet und werden dafür etwa 3—4 pCt. des mittleren Kaufwerthes als Pachtgeld bezahlt. Der Heu⸗ und Ohmetgrasverkauf der Gemeinde ergiebt einen höheren Procentſatz. Bei Verpachtung der Gemeindewieſen würde vielleicht ein — geringerer Erlös erzielt werden; das Ernteerträgniß würde jedoch größer ſein als jetzt, da die Pächter düngen könnten. Es iſt das eine eben auch anderwärts gemachte Erfahrung, daß der Erlös des Grasverkaufs größer iſt, als der Pacht bei Zeitver⸗ pachtungen. Bemerkenswerthe Pachtbedingungen ſind nicht zu erwähnen. Frage V. a. In welcher Weiſe pflegen die Landwirthe ihre Mobilien und Producte gegen Feuer, ihre Früchte gegen Hagel und ihren Viehſtand gegen Unfall zu verſichern? b. Hat die Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung Eingang in der Gemeinde gefunden, event. in welcher Weiſe und welchem Umfange? a. Die meiſten Landwirthe haben, obwohl keine bedeutenden Brände vorgekommen ſind, in den letzten 50 Jahren Mobilien und Producte in verſchiedenen größeren Feuerverſicherungsgeſellſchaften verſichert. In der Gemarkung Ober⸗Roden hat es lange nicht gehagelt und findet deshalb eine Hagelverſicherung nicht ſtatt. Ebenſo iſt auch kein Vieh verſichert. b. In einer Lebens⸗ und Altersverſicherung iſt nur eine Familie. Frage VI. In welcher Weiſe befriedigen die Landwirthe in der Regel ihre Creditbedürfniſſe hinſichtlich des Real⸗ und des Perſonalcredits und welches ſind bei beiden Arten des Credites die gewöhnlichſten Darlehens⸗ bedingungen in Bezug auf Zeitdauer und Zinsfuß und werden dabei auch Amortiſationsfriſten(Güterziele) angewendet? Faſt ſämmtliche gegen Verpfändungen(erſter Linie) von Immobilien aufgenommene Capitalien ſind von der Sparkaſſe zu Seligenſtadt dargeliehen worden; nur einige ſind auch von Capitaliſten in Darmſtadt und Hergershauſen aufgenommen. Die Sparkaſſe zu Seligenſtadt leiht ihre Capitalien zu 4,5 pCt auf gegenſeitige Kündigung aus; ſie verlangt, daß ½ der doppelwerthigen Unterpfänder aus Aeckern und Wieſen beſteht. Regelmäßige Amortiſation findet nicht ſtatt. Gegen einfachen Schuldſchein leiht die Sparkaſſe zu Seligenſtadt Beträge bis zu 300 Mk. aus, gegen Verbürgung der Gemeinde, die ſich wieder durch Rückbürgen verſichert gegen 5 pCt. Dieſe An⸗ lehen müſſen in 5 Jahreszielen zurückgezahlt werden. Die Sparkaſſe zu Seligenſtadt hat an Einwohner von Ober⸗Roden auf Schuldſcheine gegen Bürgſchaft geliehen: in 1879 in 48 Fällen in Beträgen von 60—300 Mk. zuſammen 11255 Mk. 1 1880 11 41 1 1 2 7„ 60— 300 7 7 9285 1 „ 1881„ 61„„„„ 60 300„„ 14070„ 1 1882 1 40 1 2 1 1 100— 300 1 1 9315 1 1 1883 11 47 1 11 1 1 70— 300 1 7 11205 7 — 8— Die Einwohner von Ober⸗Roden haben bei der Sparkaſſe zu Seligenſtadt ein Guthaben von ca. 32,816 Mk. ſtehen, das zu 4 pECt. verzinſt wird, und ein Gut⸗ haben von 2180 Mk., welches mit 5 pCt. an Dienſtboten verzinſt wird. Erſteres Guthaben beſteht meiſtens aus Vormundſchaftsgeldern. Die bis vor 3 Jahren beſtandene Ortsſparkaſſe iſt durch Defraudation des Rechners zu Grunde gegangen und werden die Gläubiger(ca. ⅛ der Bevölkerung) höchſtens 50 pCt. ihrer Guthaben erhalten. Frage VII. a. Wie ſtehen im Allgemeinen die Arbeits⸗ und Geſindelöhne in der Gemeinde, genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten oder ſind fremde Arbeiter nöthig und woher kommen letztere? b. Iſt für die landwirthſchaftliche Bevölkerung Gelegenheit zum Nebenverdienſt vorhanden, event. haben dieſe Nebenverdienſte(Arbeiten im Wald, Hausinduſtrie, Fabrikbetriebe, Fuhrweſen ꝛc.) eine beſondere Bedeutung für den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung und der Gemeinde im Allgemeinen? c. Gibt es Landwirthe in der Gemeinde, die mit Rückſicht auf den Umfang und die Rentabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes an ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen? a. Die Taglöhne berechnen ſich im Allgemeinen durchſchnittlich pro Kopf und Tag ohne Koſt: für einen Mann auf 1 Mk. 50 Pfg., für eine Frau auf 1„ 20„ An Geſinde wird bezahlt: für einen Knecht ca. 200 Mk., pro Anno für eine Magd ca. 100— 130 Mk. pro Anno. Die Koſt berechnet man: für den Knecht 250 Mk., für die Magd 180„ ohne alles Zugehör. Für die landwirthſchaftlichen Arbeiten genügt die einheimiſche Bevölkerung nicht nur vollſtändig, ſondern es ſuchen ſich noch ca. die Hälfte der männlichen Einwohner auswärts Arbeit, meiſtens in Offenbach oder Frankfurt als Fabrikarbeiter. b. Die in der Gemeinde beſtehende Haſenhaarſchneiderei bietet der Bevölkerung Ober⸗Rodens Gelegenheit zum Nebenverdienſt und kann eine Perſon(meiſtens Mädchen) pro Tag 1 Mk. verdienen; ebenſo gehen die Einwohner Ober⸗Rodens theilweiſe im Winter in den Gemeindewald, um daſelbſt Holz zu hauen und verdient ein Mann durchſchnittlich pro Tag 1 Mk. 70 Pf. Die Culturarbeiten bieten der Einwohner⸗ ſchaft im Frühjahr von Anfang März bis Ende Mai auch einigen Verdienſt. Die Gemeinde zahlt jährlich 8816 Mk. für Holzhauer⸗, Streumacherlohn und Culturarbeiten 3 aus. Fiscaliſche Waldungen ſind in der Gemarkung nicht. c. Landwirthe und Einwohner, welche aus Standesvorurtheil ꝛc. die ihnen ge⸗ botene Gelegenheit zum Verdienſte ausſchlagen, gibt es in Ober⸗Roden nicht. Frage VIII. a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt? b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehnt zugenommen? c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und Güterziele im All⸗ gemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rückſtände bekannt? d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf die Ver⸗ ſchuldung z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗ ſyſteme, unwirthſchaftlicher Ankauf von Grundſtücken zu hohen Preiſen, ungenügendes Betriebscapital, zu frühe Gründung eines eigenen Haus⸗ halts, Verſchwendung und nachläſſige Wirthſchaft, die Aufeinanderfolge ſchlechter Ernten u. ſ. w.? a. Wie aus der Tabelle A zu erſehen iſt, ſteht dem Immobiliarbeſitz der 344 überhaupt in Betracht gezogenen Beſitzer bezw. Haushaltungen im Werthe von 1,409,579 Mk. eine Geſammtverſchuldung von 672,046 Mk. gegenüber, es ſind ſo⸗ mit 47,67 pCt. jenes Liegenſchaftswerthes mit Schulden belaſtet. Der Grundbeſitz der 260 verſchuldeten Grundbeſitzer im Werthe von 1,165,069 Mk. iſt demnach mit 57,69 pCt. derſelben verſchuldet. Nicht verſchuldet ſind 84, deren Liegenſchaften 244,510 Mk. werth ſind. Der Grundbeſitz der 239 nur Landwirthſchaft betreibenden Beſitzer hat einen Werth von 844,025 Mk. und iſt mit 354,204 Mk., alſo mit 41,96 pCt. verſchuldet; von dieſen 239 Perſonen ſind 162 verſchuldet und zwar bei einem Werthe ihrer Liegenſchaften von 638,313 Mk. mit 55,49 pCt., 77 Haushaltungen mit einem Liegenſchaftswerthe von 205,712 Mk. ſind ſchuldenfrei. — 10— Landwirthſchaft und Taglohnarbeiten betreiben im Ganzen 37 Haushaltungen, deren Liegenſchaften einen Werth von 91,931 Mk. haben, worauf eine Schuldenlaſt von 51,616 Mk., mithin 56,15 pCt. ſteht. 34 Haushaltungen mit einem Liegenſchaftswerthe von 86,254 Mk. ſind alſo mit 59,84 pCt. verſchuldet, während 3 bei einem Geſammtbeſitze von 5677 Mk. ſchuldenfrei ſind. Landwirthſchaft und Gewerbe betreiben 68 Haushaltungen mit einem Geſammt⸗ beſitze von 473,620 Mk. und 266,226 Mk. Schuldenlaſt. Alſo ſind 56,21 pCt. des Liegenſchaftswerthes verſchuldet. Von dieſen 68 Haushaltungen ſind 64 bei einem Liegenſchaftswerthe von 440,498 Mk. demnach mit 60,44 pCt. Schulden belaſtet. 4 Haushaltungen mit 33,121 Mk. Geſammtbeſitz ſind ſchuldenfrei. In Betreff der Vertheilung der Verſchuldung unter die einzelnen Beſitzgruppen iſt im Allgemeinen die Gruppe 1(0,50— 1 Hectar) am ſtärkſten und zwar mit 56,76 pCt. des Liegenſchaftswerthes belaſtet. Die 3 übrigen Gruppen ſind mehr oder weniger mit faſt ebenſo hohen Procentſätzen verſchuldet. In ähnlicher Weiſe verhält es ſich mit der Verſchuldung nach den Tabellen B— D, in denen die 344 Beſitzer nach ihren Beſchäftigungen geſchieden ſind, indem meiſtens die höchſten Procentſätze auf der Beſitzgruppe 1 ruhen. Bei Haushaltungen, die außer Landwirthſchaft Taglohnarbeiten betreiben, tritt die zweite Beſitzgruppe mit einer Verſchuldung von 73,48 pCt. ihres Liegenſchaftswerthes hervor; es folgt aber gleich mit einer geringen Differenz die Verſchuldung der Beſitzgruppe 1 mit 73,39 pCt. Bei Landwirthſchaft und Gewerbe betreibenden Haushaltungen iſt die Beſitz⸗ gruppe 1 mit 86,49 pCt. die am meiſten belaſtete und ſind die 3 anderen Gruppen mit 52— 63 pCt. verſchuldet. Andre Procentſätze kommen zum Vorſchein, wenn man die durch Eintrag ins Hypothekenbuch geſicherten Schulden mit dem Liegenſchaftswerthe vergleicht. Für alle 344 Haushaltungen iſt der Werth der Liegenſchaften dann mit 40,68 pCt. verſchuldet oder da nur 212 Grundbeſitzer mit Hypothekſchulden belaſtet ſind, für dieſe mit 66,02 pCt. und zwar in der Gruppe 1 für 52 Haushaltungen mit 95,06 pCt. Verſchuldung, in der 2. für 44 Haushaltungen mit 71,77 pCt., in der 3. für 85 Haushaltungen mit 55,30 pCt., in der 4. endlich für 31 Haushaltungen mit 49,80 pCt. Verſchuldung. Bei der nur Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung iſt der Werth des Grund⸗ beſitzes von 844,025 Mk. mit 306776 Mk. Schulden belaſtet, mithin mit 36,34 pCt. Dieſe 306,776 Mk. Schulden vertheilen ſich unter 126 Beſitzer der 4. Beſitz⸗ gruppe und betragen 61,79 pCt. ihres Liegenſchaftswerthes. Der Grundbeſitz der 37 neben Landwirthſchaft Taglohnarbeiten betreibenden Haushaltungen iſt mit 45,01 pCt. Hypothekſchuld belaſtet. Dieſelben fallen auf 25 Beſitzer, deren Liegenſchaftswerth mit 66,61 pCt. belaſtet iſt, 11 Haushaltungen der erſten, 6 der zweiten und 8 der dritten Beſitzgruppe ſind mit je 96,46 pCt., 71,10 pCt., 36,73 pCt. ihres Liegenſchaftswerthes verſchuldet. —---— — 11— Die Haushaltungen, welche neben Landwirthſchaft noch ein Gewerbe betreiben, beſitzen Liegenſchaften im Werthe von 473,620 Mk., die mit 47,58 pCt. Hypotheken⸗ ſchuld belaſtet ſind. Dieſelben vertheilen ſich auf 57 Haushaltungen, deren Grund⸗ beſitz mit 57,59 pCt. verſchuldet iſt. 10 Haushaltungen der 1. Gruppe ſind mit 79,08 pCt., 11 der 2. mit 47,93 pCt., 26 der 3. mit 53,72 pCt., 10 der 4. mit 71,46 pCt. ihres Liegenſchaftswerthes belaſtet. d. Eine Zunahme der hypothekariſchen Belaſtung hat in den letzten 10 Jahren ſtattgefunden. Eine ziffermäßige Feſtſtellung unterblieb, da die Hypothekenbücher von Ober⸗Roden nicht erneuert worden ſind und deshalb eine Berechnung ſehr erſchweren würden. In dem Zeitraume von 1864—1873 fanden 267 Eintragungen ſtatt, von 1874—1883 deren 430, von denen 344 gelöſcht ſind. Von den in der Tabelle A enthaltenen Haushaltungen ſind 221 mit dem darin angegebenen Betrage von Mobiliarſchulden belaſtet; unter den ausſchließlich Land⸗ wirthſchaft treibenden Haushaltungen haben 129 nicht geſicherte Schulden, unter den außer Landwirthſchaft Taglohnarbeiten betreibenden Haushaltungen 31, unter den Landwirthſchaft und Gewerbe betreibenden 61 Haushaltungen. Wenn die Mobiliarſchulden im Verhältniß zu den Hypothekſchulden gering ſind, ſo liegt das wohl in der Creditloſigkeit der ſtark verſchuldeten Bevölkerung. Ueber⸗ dies ſind auch die Mobiliarſchulden wegen der Verſchämtheit nicht in ihrer ganzen Höhe zu ermitteln. c. Zinſen und Güterziele werden meiſtens nicht zur Verfallzeit bezahlt und muß wohl die Hälfte im Zwangswege beigetrieben werden und kommt ein Drittel ſogar bis zur Pfändung. d. Ein Hauptgrund der hohen Hypotheklaſten iſt wohl in den zu großen Ge⸗ bäudecapitalien zu ſuchen, indem immer dieſelben Hofraithen verbleiben, während der Grundbeſitz der darin verbliebenen Wirthſchaft von Generation zu Generation geringer geworden iſt. —ͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤ —— 01*† 909 7 78 681,98 6½,(6 8 477,87 61,86 01 988,89 18,88 85 r60˙9 65/93 88 :rnGplaog 69˙⁰ 0000J! 9 90119 308˙9 69,716 66 791 690˙0911 60†9 096 FI,p 8185 268,681 SrI,I 301,8 81,991 90,61† 88,1 68 99,16 g,f 166,166 16 6 386,1 606,66 880,†6 f6,988 16 1619 62 †1 898,66 066,† 986 ½ 266,18 981171 FL.IS 29 9818 012˙1 299/98 99962 280G 219˙02½ 185/†01 81˙† 8⁷ 2:polnGplaod qu uc 29 † 00001 970 ⁄19 398˙9 69,13 66 †910 679˙66071 39˙908 e ,9 266,681 ZrI el Z01, 1,99k 8890,6043 80, ,665„ 66,/†9 88,†† 136,166 16ʃ 36/1 606,0966 88 ,Sg 60,218 101 06,17 67 †2 898,66 066,† 980 8 266,18 616,016 86,611 68 9199 01˙51 99˙98 99961 80˙6 219˙02 688˙001 2'TI TIEI 2Sn ocneflvie ddc E 2E 26 nae cg ub ee e c G qun 12p] 16v C J paoge utbW V uagazt⸗a2g aGuamh i iininplaags aa is —=¼ G=¼ —+½ 0. ab* 1p⸗a*6 -— GN O0=d 00 —- OSN —— 5117903 95 6531 122 128,69 Fk, 811,8 6, 8 3 3 3 686,96 81,6 9, 353 5 gro'8† 9a 96 I 040 —:polnqplaoq ipn I 6† 00,001 03es 760/99 188”0I 914,908 818˙889 89,01 391 G 06, ⁄½ S14 996,88 0½,) 66/ P2,d, 8 ,5 e,Oel 6, 0l1 9. 81,99 86k 096,091 280 1 9,6 316,661 08,995 94,62 5 90,60 lo.r eo es, ees e, III, S8 96 66 16 3 5 — l 66 6 86 5 356 998,99 116˙6† 4826 o — : r—.nGplaog e 96˙Ir 00,001 703oee»60 ,99 88,0I 974˙908 0 ††8 86,689 685 48,865 31,15 996,98 604,) 886,6 3,9„ 0 ˙8,906(8,661 386 O 7 20,88 88,6 096,091 20,1l ee 6,Gel 036,606 38,6065 3 8 99,R 19,11 C96/59 kad,, ees, Fe,es, 989,66. kl,s 59 5 lI 5 93¶ 76˙11 8666 786 876 998,99 697˙86 IIS 6 1=980 1 abο☛σ 2enocnelvgpl bafac 2 2 d 1 1 112191 üeg 29p =be ee e ec Cun 12P 1C 10v” ö“ : uogrjog uep ipgte g CO0 pß 4 6 35 3 969,6 91,1 1 3 3 590˙8 80˙1 5 1I 000 :Poinqplaog n †8'6, 00˙001 919˙19 200˙8 681˙1 088˙TT FC/98 28¹00† s 00,0 00,0———— 50,†r 86,88 680,11 593, 259 089,51 FrS,68 32,61 8 6 32. 8⁵,ε 91,85 866,11 86½ 6883 816,6 993,91 26,6 4 6 3 — 68/9 98˙† FG1˙ L8 †˙† 008 188˙91 FrL'O8 8101 61 1— 900 I — : rInſplaod Qu 2196(00 910,16 100,e.(ahnl 086,1. 166,l6 Hog 8 00,0 00,0—— 5— 50 †† 86,88 680,/1 398, 259 089,71 Fr8,68 62,61 8 2— 5 8 16,89 91,85 866,1I 8 ½11 386 816,6 168,81 84,11 8 5 T9˙99 98˙6 † F61˙6 L8†/† 008 188˙91 961˙88 1661 I.; 1 00 abε 5ruek vgl Kanra 1 1 2 2 u2101 19e 5 u9b ee e G(p! G G 1 gun a0pC 169 8 a9 u⸗rucace u ech un aunbß edne budaieäpe apatc vn ie daae Ipoa]d : uogajog u*gavngojeb dun eeee d— 361˙898 86˙91 F 693,91 Eo. 664,51 284† 5 FI† 06˙T 1 : pnqplaod †709 00,001 922 993 Tqrlg 381˙6 858˙ 867r 90/903 79 95,20 91 168 5,001 888,8 69½, 648,1 780,181 50,⁄16 r 66,89 00, † 668,611 800,01 r99 099,00 88,181 29,8 95 T8,66 Of.,6 660,c6 899,† 296 068,61 808,07 16,81 81 — 67˙98 28⁷ 876˙03 361˙G 8 †TI 183 † 91˙9 II — : roncplaoqd du 15˙9 00001 956 9953 IC2 Ig 681˙6 858˙3 09˙917† 80˙036 89 68,00 81,18 187†,001 889,8 69 1,† 648,48 8†8,16] 86,101 91 28,66 00, † 868,611 800,01 509/9 099,00 fII,OO3 T6,56 85 81,8† Of.,6 660,c3 899,† 196 066,6/ S6,16 11,03 7 6†/98 28⁷ 876,˙06 361˙G 3g8 FII 183*† 19 11 avο 3r ocnrlviel aäaß 2 2 2 u12121 19 ⸗1 b21 e e G 1 qun 2 1v wBraszs Vänensin aasus hain aiſthen uhes aidihn hhe : uogajog gaoatodh dun gtee oE (— 8 74 1— 09 —+— 0= 0 4 6— 3 51 I. 000 01 6. 4— 6 5 1 I= 090 auPο 1D 2a] 0”5 -G 0= — S N 16— Frage IX. a. Wie geſtaltet ſich die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens bei großen, mittleren und kleineren(eigenen oder gepachteten) Gütern? b. Wenn die Rentabilität als eine unbefriedigende erſcheint, ſind die Gründe zurückzuführen hauptſächlich auf 1. die Fruchtbarkeits⸗Verhältniſſe der Gemarkung, 2. die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, 3. die im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens, 4. einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, 5. ein zu großes Gebäudecapital, 6. ungünſtige Arbeiterverhältniſſe, 7. ungünſtige Abſatzverhältniſſe(ſchlechte Preiſe, unrationelle Einrichtungen für den Abſatz u. ſ. w.), 8. frühzeitiges Zurückziehen der Eltern und Belaſtung der Güter mit hohen Altentheilen und Leibrenten, 9. Beſondere unwirthſchaftliche Gewohnheiten der Landwirthe, z. B. zu ſtarke Pferdehaltung u. dgl., 10. hohe Steuern und Umlagen und ſonſtige dem Commiſſär bekannt gewordene Verhältniſſe? Zum Zwecke der Beantwortung der Frage IX wurde ein größeres, ein mittleres und ein kleineres Ober⸗Röder Gut ausgeſucht, um an dieſen 3 Beiſpielen zur Feſt⸗ ſtellung aller auf die Frage bezüglichen Verhältniſſe und Thatſachen zu gelangen. (Siehe Anlage I, II und III.) Es wurde bei der Auswahl der Güter ebenſowohl der Umfang und der Character der Wirthſchaft, als auch die Perſon des Beſitzers in Betracht gezogen. Das mittlere und kleine Gut ſind zwar in der Größe nicht ſehr verſchieden. Der mittlere Beſitzer hat aber 1,26 Hectar Pacht. Bei der Aus⸗ wahl der Beſitzer, welche man vorzugsweiſe dem Bürgermeiſter von Ober⸗Roden über⸗ laſſen hatte, war auch die Vorausſetzung ausſchlaggebend, daß die Beſitzer auch über ihre Verſchuldung wahrheitsgetreue Angaben machen würden. Die Erhebungen führten zu ſehr intereſſanten Ergebniſſen, die recht eigentlich den Grundſtock zur Beantwortung aller übrigen für die Enquete aufgeſtellten Fragen bildeten und die ein äußerſt lehrreiches Bild von der Geſammtlage, ſowie von den einzelnen Verhältniſſen der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung Ober⸗Rodens vor⸗ — 17— führen. Bezüglich der Thatſachen und Verhältniſſe im einzelnen müſſen Intereſſenten auf die Anlagen I, II und III verwieſen werden und wird hier aus dieſen Special⸗ erhebungen nur Folgendes, als zur unmittelbaren Beantwortung der Frage IX ge⸗ hörig hervorgehoben. I. Beſitzſtand⸗-Nachweis, beſtehend aus den Nachweiſen über den Werth von Grund und Boden mit Obſtbäumen, Gebäude⸗ capital, Inventarcapital(todt und lebend) und umlaufendes Betriebscapital(Vorrath). Das Verhältniß der einzelnen Betriebscapitalien zum Grundeapital ſtellt ſich wie folgt: Größeres Gut: Das Gebäudecapital beträgt....... 100,86 pCt. vom Grundcapital. Das Inventarcapital beträgt....... 29,43„„„ Das umlaufende Betriebscapital beträgt... 20,29„„„ Mittleres Gut: Das Gebäudecapital beträgt....... 86,77„„„ Das Inventarcapital beträgt..... 29,86„ 5 3 Das umlaufende Betriebscapital beträgt.. 18,48„„„ Kleineres Gut: Das Gebäudecapital beträgt....... 167,92„„„ Das Inventarcapital beträgt.... 9. 48,16„„ 9 Das umlaufende Betriebscapital beträgt... 28,05 Die Gebäudecapitalien wurden nach dem Brandcataſter eingeſtellt, der Verkaufs⸗ werth der Gebäude in Ober⸗Roden ſtellt ſich nur auf 66 pCt. der Brandcataſtertaxe. II. Natural⸗Rechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Natural⸗Ertrag und Natural⸗Bedarf nebſt Schlußfolgerungen. Bei der Natural⸗Rechnung ergab ſich eine ziemliche Uebereinſtimmung mit den ſtatiſtiſchen Ernteberichten. Erwähnt muß aber hier werden, daß die 1884er Roggen⸗ ernte außer Betracht bleiben mußte, da dieſelbe in Folge des Roſtes eine Mißernte geweſen iſt. Die Erträge des Viehſtandes ſind gering, da der Rindviehſtand nicht zahlreich genug iſt und die Milchproduction nicht rationell betrieben wird. Von großer Bedeutung für die Beurtheilung des Wirthſchaftsbetriebes erſcheint in der Natural⸗Rechnung die Thatſache, daß der Wirthſchaft der producierte Stall⸗ miſt immerhin ziemlich theuer zu ſtehen kommt, nämlich durchſchnittlich auf 55 Pf. pro Centner, wobei noch in Betracht zu ziehen iſt, daß der Miſt ſehr ſtark mit Moos⸗ ſtreu unterſetzt iſt. Was den Natural⸗Bedarf der Familien anbetrifft, ſo erweiſen die Natural⸗ Rechnungen der 3 Güter, daß die Lebensweiſe eine ärmliche iſt. Der größere Beſitzer weiſt einen größeren Conſum inbeſondere von Fleiſch auf, welcher durch das Halten von Dienſtboten und Taglöhnern ſo zu ſagen erzwungen iſt. Die Koſten der Nahrungs⸗ — 18— mittel eines erwachſenen Mannes ſtellen ſich auf 80, 60 und 40 Pf. im Durchſchnitt auf 60 Pf., alſo pro Jahr auf 219 Mk. III. Geldrechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Geld⸗ einnahmen und Geldausgaben. Die Geld⸗Rechnung weiſt nach, daß nur einer der Beſitzer der 3 zur Unter⸗ ſuchung benutzten Güter einen baaren Geldbetrag erübrigt. Es iſt dies der mittlere Beſitzer mit 25 Mk. Ueberſchuß, während bei den beiden anderen ein jährliches Deficit bleibt; bei dem größeren 884 Mk. und beim kleineren 100 Mk. Der Ueber⸗ ſchuß des mittleren Beſitzers rührt aus dem Arbeitsverdienſt ſeiner Kinder oder wenn man will, aus dem Verdienſt ſeines Aemtchens her. Das Deficit des größeren und des kleineren Beſitzers muß durch alljährlich neu hinzukommende Schulden gedeckt werden; wie ja der größere Beſitzer vollkommen überſchuldet iſt. Es ſind das troſtloſe Verhältniſſe!— zu deren Beſſerung kaum Rath geſchafft werden kann. Zu Meliorationen fehlt es an dem nöthigen Capital, das bei der ſchon vorhandenen Verſchuldung nicht wohl beſchafft werden kann. Der Verkauf der Im⸗ mobilien würde die Beſitzer dem Fabrikarbeiterproletariat, das in Ober⸗Roden ſchon ohnehin groß iſt, einverleiben. Ueberdies würde ein Verkaufen derjenigen Beſitzungen, die den in den Anlagen berechneten gleich ſtehen, nicht durchführbar ſein; denn wer ſollte denn die Immobilien kaufen! Bei den obwaltenden Umſtänden wird aber die Zer⸗ ſplitterung des Grundbeſitzes von Generation zu Generation noch weitere Fortſchritte machen, bis ein eigentlicher Bauernſtand kaum noch exiſtirt und der Feldbau nur noch als Nebenerwerb neben der Fabrikarbeit beſtehen bleibt. Wohl könnte die Viehhaltung und Milchproduction etwas vermehrt werden, aber auch hierzu fehlt das nöthige Capital und ſteht die Kleeunfähigkeit der Gemarkung hindernd entgegen. Ein nennenswerther Verkauf der Früchte findet nicht ſtatt, indem das Feld nicht nur die ackerbautreibenden Familienglieder ernähren muß, ſondern auch die in Fabriken arbeitenden. Es iſt nicht blos bei dem mittleren und kleineren Beſitzer Anlage II und III, welche berechnet wurden, der Fall, ſondern in dem ſtarkbevölkerten Orte allgemein. IV. Rentabilitäts⸗Berechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über den Rohertrag(excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte), die Productionskoſten und denReinertrag. Die Rentabilitäts⸗Berechnung ergibt kein günſtiges Bild; bei dem größeren und bei dem kleineren Beſitzer ein Minus und „„ mittleren eine Rente von 5,25 pCt. vom Grundeapital. Dieſe in Ober⸗Roden gefundenen Grundrenten ſcheinen auch, wenn alle Umſtände erwogen werden, mit der Wirklichkeit ziemlich vollkommen übereinzuſtimmen. b. Die Rentabilität des Bodens in Ober⸗Roden iſt demnach äußerſt gering und kann von einem Unternehmergewinn überhaupt keine Rede ſein. Die Gründe der Unrentabilität ſind vorzugsweiſe zu ſuchen: —, —ęVQ˖Q˖ę—B—Z—Z—ꝛ—ꝛ⏑—ꝛ—ꝛ—xꝛ˖: —, . in den geringen Fruchtbarkeitsverhältniſſen der Gemarkung, . in mangelhaften Meliorationen, . in den zu hohen Güterpreiſen, . im mangelhaften Landwirthſchaftsbetriebe. Die Preiſe des Feldes ſind zwar in den letzten Jahren etwas zurückgegangen, da in Folge des Niedergangs der Induſtrie die Kaufkraft vieler Bewohner Ober⸗ Rodens zurückgegangen war, aber trotzdem ſind die Kaufpreiſe im Verhältniß zur geringen Ergiebigkeit des Bodens noch immer zu hoch. Zieht man die hohen Com⸗ munalumlagen, welche vorzugsweiſe auf die Grundbeſitzer drücken, in Betracht, ſo kann man auch zum theil hieraus die verminderte Kaufluſt erklären. Für Meliorationen und beſſeren Betrieb fehlen, wie ſchon wiederholt geſagt, die Mittel. Weitere Gründe der Unrentabilität ſind: 5. Die zu großen Gebäudecapitalien, und iſt die allein beim mittleren Beſitzer ſich ergebende Rente auch zum theil aus deſſen geringerem Gebäudecapital herzuleiten. 6. Bei dem größeren Beſitzer ſind die vielen und deshalb hohen Arbeitslöhne von hohem Einfluß. 7. Der geringe Abſatz von Producten iſt wegen der weiten Entfernung der Bahnſtation ſchwierig; dieſe große Entfernung ſteht auch einer Ausdehnung der Milchwirthſchaft hindernd im Wege. In Folge von zu früher Gutsübergabe und dadurch erwachſender Belaſtung der Güter durch Altentheile und Leibrenten ſind die Grundbeſitzer von Ober⸗Roden nicht ſonderlich belaſtet. Beſondere unwirthſchaftliche Gewohnheiten der Landwirthe ſind nicht hervorzuheben. Es dürfte wohl ſein, daß in Folge des Beiſpiels der Fabrikbevölkerung auch die Bauern die Wirthshäuſer ſtärker frequentiren als räthlich iſt. Gleiches gilt auch von der Kleidertracht. Ueber den Steuerdruck iſt das Nöthige sub. 4 oben geſagt. 3 Ein unwirthſchaftlicher Zuſtand iſt wohl auch die Zweifelderwirthſchaft mit dem ſpärlichen Fruchtwechſel; Vorſchläge über einen andern Turnus könnten aber nur nach jahrelanger Beobachtung zweckdienlich gemacht werden. O0d oͤg Frage X. Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landw. Bevölkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maßnahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen? Der Gemarkung könnte durch Ent⸗ und Bewäſſerung der Wieſen und durch ſtellenweiſes Drainiren des Feldes geholfen werden. Die Bevölkerung kann nur durch das Emporblühen der Induſtrie aus ihren traurigen Verhältniſſen erlöſt werden. Eine Folge des weiteren Emporblühens der Induſtrie würde aber ſein, daß die Zerſplitterung des Grundbeſitzes noch weitere — 20— Fortſchritte macht, indem die Fabrikbevölkerung ſich mehr und mehr einiges Feld kauft, und dann nur noch einige Kleinbauern verbleiben, welche der übrigen Bevölkerung die nöthigen Spanndienſte leiſten und dadurch das nöthige Baargeld in ihre Wirth⸗ ſchaft bringen. Was dann aber mit den größeren Hofraithen, welche jetzt ſchon für die darin befindlichen Wirthſchaften zu koſtſpielig ſind, geſchehen ſoll, iſt eine kaum lös⸗ bare Frage. Der Schlußberathung über dieſen Bericht haben der Großh. Miniſterialrath Dr. Jaup, der Großh. Kreisrath Heß von Dieburg, der Bürgermeiſter und einige andere Ortsvorſtandsperſonen von Ober⸗Roden beigewohnt; Einwendungen gegen den Inhalt deſſelben ſind nicht erhoben worden. Ober⸗Roden, den 30. April 1885. — Wolz, Bürgermeiſter u. Landtagsabgeordneter. Karl Wolz, Oeconomie⸗Verwalter. — Anlage I. Gemeinde Ober⸗Roden. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines größeren Bauerngutes von 7,03 Beckar. Der Beſitzer iſt 60 Jahre alt, Wittwer, Vater von 4 Kindern. 2 Töchter, welche nach auswärts verheirathet ſind, und 2 Söhne, von denen der ältere nach Amerika ausgewandert iſt, der jüngere aber noch die Schule beſucht. Der Beſitzer be⸗ treibt ſeine Oeconomie mit Hülfe eines Knechtes und einer Magd und hat anerden uuch d eine kleine Bickerei. 5 I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 5,72 Hectar Ackerland 1 mittlerer Kaufwerth: Steuercapital incl. Gebäude: 1,31„ Wieſen 6392 Mk. 113 fl. 9 kr. 0s(in 84 Parcellen) 0,30 Hect. Gemeindeallmend. Werth 25„ 6417 Mk. Obſtbäume: 4 größere Aepfelbäume à Mk. 10=.. Mk. 40 4 größere Birnbäume à Mk. 10=..„ 40 8 junge Aepfel⸗ und Birnbäume à Mk. 3=„ 24 12 Zwetſchenbäume à Mk. 4=...„ 48 Summe Mk. 152 Wiederholung. Grund und Boden....... Ml. 6417 Oöſtbäume.........„ 152 —, Mk. 6569 zu übertrag3en.. Mk. 6569 Uebertrag.. Mk. 6569 B. Gebäude. Eine Hofraithe, beſtehend aus Wohnhaus, Scheuer und Stallungen, laut Brandcataſter.....„ 6600 C. Viehſtand. V 4 Pferd(15 Jahre alt))... Nk. 200 4 Kühe(Odenwälder mit Berner grernum, wer⸗ den wenig eingeſpannt)....„ 1000 pj 1 Kalb(8 Wochen alt)„ 60 1 Zuchtſau und 5 junge Schweine....„ 205 20 Stück Geflügel incl. Gänſe.....„ 40 „ 1505 (Der Beſitzer hat auch den Gemeindefaſſel im Futter.) 4 D. Todtes Inventar. 1 Wagen mit Rüſtung....... Mlk. 125 6 7 2 Pflüge und 2 Eggen.....„ 60 f 1 Pferdegeſchtrr.......„ 36 2 Kuhgeſchirre......„„ 10 1 Strohbank..„ 10 4 Getreide⸗Mindfege......„ 30 1 Pfuhlfaß......„ 5 Handgeräthe incl. Säcke 3„ 45 Hausrath incl. Kochgeſchirr„ 100 — 421 E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital ſiehe Rentabilitätsberechnung......„ 1928 Werth des geſammten Beſites.. Mk. 16423 Inventar der engeren Familienwohnung(Mobiliar incl. Betten und Bettwäſche ꝛc.) Mk. 1000. Auf vorſtehendem Geſammtbeſitze haften: an Hypothelſchulden... Mk. 11911 an Mobiliarſchulden.... 1435 2 Geſammtſchuld.. Mk. 13346 II. Naturak-⸗Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung iſt im Allgemeinen die in der Gemarkung übliche Zwei⸗ felderwirthſchaft. Der Anbau der Früchte und der Natural⸗Ertrag ſtellen ſich hier⸗ nach ungefähr wie folgt: Getreide e ſa ſa.2 2 27. 5⁸ 8 2 5 ⁸ Anbanu* I 4 5[ asſas l- LZentner. ſKorn...... 3,00 Hectar 60 200 2 ã 2 Hafer.... 353 O,75„ 22 20 Kartoffeln.... 1,25„——[275 Dickwurz und Rüben. 0,50„ 160 Klec. 70,40„————[80 A Mais.. 00,12„o 24 Wieſen.... 2,12 1,31„—————[[78 Obſt......ſ—j3 Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich alſo ungefähr pro 0,25 Hectar: bei Korn auf 5,00 Ctr. Körner, 16,60 Ctr. Stroh, 2 Hafer 4 2 7,50 2 2 6,50/ II „ Kartoffeln„ 55„ Knvollen, „ Rüben„ 80„ Rüben, „Klee„ 50„ Heuwerth, „ Wieſen„ 15„ Heu und Ohmet. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahr pro Kuh 1300 Liter, pro Tag und Kuh 3,5 Liter, im Ganzen alſo 5200 Liter. Rindvieh. Durchſchnittlich wird alle 2 Jahre eine Kuh überzählig, welche dann verkauft wird. Auch treten jährlich 4 Kälber hinzu, von denen 2 ver⸗ kauft werden. Schweine. 5 Springer werden verkauft, 18 Ferkel werden theils aufgezogen, theils jung verkauft. Geflügel. 3 Gänſe und ca. 500 Eier. — 24— B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut: Korn 3,00 Hectau..... 10 Ctr. 28 Pfd. Hafer 0,75„ 2„ 25„ Kartoffeln 1,25„..... 935„—=„ Rüben 0,50„ ehls ee eh e e Klee 0,10„ 2. eh. 26„ Mais 0,12„....—„ 12„ Für den Viehſtand: Hafer, dem Pferd.. 17 Ctr.— Pfd. Hafer, dem Rindvieh und den Schweinen 2„(5„ Kartoffeln, dem Biehſtand..... 100„—„ Rüben, dem Viehſtand.... 160„—„ Klee, wird grün gefüttert an Rindvieh und Pferd, in Heuwerth... O„„ Stroh, wird ſämmtlich für Vitier und Streu verwendet... 220„—„ Moosſtren... 60„„ Wieſenheu, wird fämmtlich o an das Pferd und Rindoieh verfuttert 78„„ Roggenkleie, vom eigenen Mahlgut.. 8„=„ Milch(größtentheils figernümnt) Molken, Abfälle...... 1500 Liter. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte berechnet ſich in runder Summe auf....„ Mk. 1450 Werden hiervon die uſin der fi das vſen verwendeten Prnduni abgezogen mit.....„ 328 ſo bleiben für Rindvieh, Schweine: und Geflügel uuſß zu terrechnen.. Mk. 1122 Der Werth der aus Rindvieh, Schweinen und enünel Erdälten Producte berechnet ſich in runder Summe auf...„ 722 Es ſind demnach noch für die Koſten der dnendeten Rei durch Stallmiſt zu decken.... Mr. 400 Die Stallmiſtproduction von Rindvieh und Schweinen iſt annähernd auf 1000 Ctr. zu ſchätzen. Es kommt alſo durchſchnittlich der Centner auf 40 Pf., wozu noch die Koſten für Zinſen, Verpflegung ꝛc. des Viehſtandes treten, ſo daß der Stallmiſt mindeſtens auf 42,5 Pf. zu ſtehen kommt. Für die Familie (einſchließlich der Taglöhner). Roggen..... 27 Ctr.— Pfd. Weizen(als Mehl gekauft)... 4„„ —— —— — 25— Kartoffeln......... 36 Ctr.— Pfd. Fleiſch(gekauftes)... 4„=„ (geſchlachtet wird nicht für die Haus⸗ haltung) Buiter 1„„ Schmalz..„ 60„ Kaffee und Eichorien......=„ 50„ SndCer.„ 25„ Salz;......... 4„ 5„ Milch...... 2000 Liter Bier............ 200„ Eier...... 500 Stück. Käſe, Latwerge, Gemüſe: ꝛc. Es berechnet ſich demnach, wenn man die Taglöhner abrechnet, der Verbrauch in dem 4 Perſonen ſtarken Haushalt pro Kopf und Tag: 885 Gramm Getreide, 1027„ Kartoffeln, 132„ S Fleiſch, 29„ Butter, 4 147„ Schmalz, 14.„ Kaffee, 7„ Zlucker, 50 Salz, 1 Liter Milch, Bier, Käſe, Gemüſe, Latwerge. Das Bier wird von dem Beſttzer allein getrunken. Ohne den Proteingehalt anzugeben, kann doch geſagt werden, daß die Nahrungs⸗ mittel völlig ausreichend ſind. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd Mk. 1180, 6 alſo täglich Mk. 3,23 und pro Perſon 80 Pfg. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee mit Brod, ſelten mit Butter oder Schmierkäſe. Zweites Frühſtück: Brod mit Butter oder Käſe. Der Beſitzer trinkt Bier dazu. Mittageſſen: Wöchentlich 3 mal Fleiſch, Gemüſe, Bohnen, Kartoffelſuppe, dann und wann Milch⸗ oder Gries⸗Suppe. Vesperbrod: Kaffee mit Brod, ſelten Butter oder Käſe dazu. Abendbrod: Mehlſuppe und Kartoffeln oder Kartoffeln und Kaffee. Sonntags wird ebenſo gelebt wie an Werktagen. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 22,72 Ctr. Noggen A Mk. 8.... Mk. 181,76 1700 Liter Milch à Mk. 0,15“„ 255, 120 Pfd. Butter.......„ 108,24 Alle 2 Jahre eine Keuh Mk. 200..„ 100,— 2 Kälber.......„ 60,— 3 104 Ctr. Kartoffeln; à Mr. 1 50„ 156,— 5 Springer à Ml. 251„ 125,— Ferkel......„ 60,— 3 Gänſe à Mk. 3“„ 9,— Erlös aus der Päckerei.......„ 150,— Für Haltung des Faſſels. 5 Mk. 1395,— (Die Kornpreiſe ſind etwas niedriger, als die mittleren Durchſchnittspreiſe der letzten Jahre.) B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: 6 Grund⸗ und Gebäudeſteuer....... Mk. 51,96 Gemeinde⸗Umlagen hierauf.......„ 65,82 Staats⸗Einkommenſteuer„ 49,62 Grundzins an die Gemeinde.....„ 1,50 Tilgungsrente(hört 1886 auf)......„ 16,66 Mk. 185,56 Taglöhne: 4 Geſindelohn.... Ml. 340,— Taglohn für 1 Mann(250 Tage)..„ 250, Taglohn für 1 Frau(250 Tage).....„ 150,— 710 Unterhaltung der Gebäude: 4 1 Wirkliche Ausgaben..„ 30,— Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgaben: dem Wagner....... Mk. 30,— „ Schmfed........„ 40,— „ Sattler.......„ 10,— ür Hausrat d ät„ 25,— für Hausrath und Ger he 105, Unterhaltung des Inventars der Familienwohnung.„„ 25,— zu übertragen. M. 1085,56 Uebertrag.. Mk. 1085,56 Verſicherungsprämie: Wirkliche Ausgaben: für Gebäude.......... Mk. 7,92 für Mobiliar..........„ 11,10 —„ 19,02 Pferde⸗Remonte. Die Pferde werden Helänſt Als baare Ausgaben ſind anzunehmen........... e„ 45, Zukauf von Kraftfutter: Rapskuchen............ Ml. 3, Kleien..............„ 80,— —„„ 85,— 5 Moosſtreu.................„ 40, Heizung und Beleuchtung: HGolz....Mk. 100,— Petroleuuu........„ 45,— ——„ 145, Zukauf von Nahrungsmitteln: 6 WMehfl.......... NMt. 72. Fleiſh......„ 240, Schmalz.........„ 48,— 4 Kaffee und Cichorien.........„ 56,— Zucker und Gewürze.........„ 10,— = 426. ¹ Bier, 200 Liter................„ 48, 1 Rauchtabak und Eigarren............„ 20, V Schulgeld und Hirtenlohn..............„ 14,— Bekleidung.............„ 100,— Arzt und Apotheke.................„ 12,— 4 Thierarzt..... h........„ 5,— Zinſen von 13346 Mk. Schulden à 416 pEt.........„ 600,57 Verſchiedenes..................„ 10,85 Summa Mk. 2656,— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen... Mk. 1395,— Die Ausgaben betrugen...„ 2656,— Deficit. Mk. 1261,—(ſ. Frage IX.) 9 — 28— IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft verwendeten Producte). Erlös aus verkauften Producten(ſiehe oben)...... Mk. 1055,— Für Haltung des Faſſels.....„ 190,— Werth der für die Aenie aus der iuhſchaſte entnommenen Producte. n, 706,— Summa Mk. 1951,— B. Productionskoſten. . Gebäudekapital: Zinſen von Mk. 6600 à 4 zet.. Mk. 264,— Verſicherungsprämie... 9 7,92 Abnutzung(Amortiſation)......„ 49,25 Inſtandhaltung....„ 30,— — Mk. 351,17 Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 1505 à 4 pCt..... Mk. 60,20 Verſicherungsprämie...„ 37,62 Abnutzung des Pferdes GBh Mk.. 200) à 154 PCt.....„ 106,50 —õY„ 114,32 Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 421 à 4 pCGt. Mk. 16,84 Verſicherungsprämie à 0,2 pCt.....„—,84 Erneuerung und Inſtandhaltung, wirkliche Ausgabe...„ 105,— -xeee„ 122,68 Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren Ausgabe= Mk. 1328 à 6 pCt..„ 79,68 Hagelverſicherungsprämie 0,75 pECt. vom Werth der Getreide⸗ Ernte(geringe Gefahr) Mk. 1200 à 0,75 pCt.......„ 9,— Feuerverſicherung der Producte....„ 2,— Steuern und Umlagen(excl. Tilgungsrente und Werſonalſtenern)„ 159,00 .Kraftfutter und Moosſtreu...„ 125,— .Heizung und Lül⸗hehtlige 25 udt n net bonmen nanf die Familie)..— 2„ 36,25 Thierarzt.........„ 5,— zu übertragen.. Mk. 1005,— —,— Uebertrag.. Mk. 1005,— 11. Arbeitslöhne: Taglöhner, 1 Mann und 1 Frau durch 250 Tage à Mk. 1,50 reſp. à Mk. 1,0 Ml. 670,— Koſt für dieſelben...„ 275,— Lohn für Knecht und Magd und auſ..„ 730,— Lohn für den Beſitzer....„ 300,— - 1975, 4 12. Berſchiedenes..........„ 5,— Summa Mk. 2985,— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug... Mk. 1951,— 3 Die Productionskoſten betragen.„ 2985,— Bleibt Deficit.. Mk. 1034,— Rechnet man davon den Werth der Wohnung ab, den die Familie von der Wirthſchaft genießt, da ja alle Koſten der Gebäude(ſ. Poſ. 1 der Productionskoſten) der Wirthſchaft zur Laſt gelegt wurden und ſchätzt man denſelben auf Mk. 150, ſo vermindert ſich das Deficit um dieſe Summe auf Mk. 884. Das Grundcapital iſt 5 incl. Obſtbäume eingeſchätzt auf Mk. 6544. Hiervon ergiebt es keine Rente und außerdem verringert ſich die Verzinſung der andern Capitalien entſprechend dem obigen Deficit, ſowie der Lohn des Beſitzers. 68 ———,— 30— Anlage II. Gemeinde Ober⸗Roden. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines mittleren Vauerngutes von 5,03 Bectar. Der Beſitzer iſt 57 Jahre alt, verheirathet, Vater von 5 Kindern, wovon 3 Töchter in die Haſenhaarſchneiderei gehen und 1 Tochter auswärts verheirathet iſt. 1 Sohn betreibt in Gemeinſchaft mit ſeinem Vater die Landwirthſchaft. Beide gehen auch zuweilen in Taglohn. Die Töchter, welche in der Fabrik beſchäftigt ſind, helfen in der Ernte mit. Ein Enkelchen iſt noch da, das die Schule beſucht. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 3,04 Hectar Ackerland mittlerer Kaufwerth: Steuercapital incl. Gebäude: 0,73„ Wieſen 3356 Mk. 41 fl. 54 kr. (in 54 Parcellen.) 1,26 Hect. Pacht⸗ u. Allmendgüter. Werth 535 72 3891 Mk. Obſtbäume: 2 Aepfelbänme à Mk. 3=.. Mlk. 6 1 Birnbaum à Mk. 3=....„ Summa Mk. 9 Wiederholung. Grund und Boden....... Mk. 3891 Obſtbäume.„ 9 Mk. 3900 B. Gebäude. Eine Hofraithe, beſtehend aus Wohnhaus, Scheuer und Stallung laut Prandcataſter...........„ 2920 zu übertragen.. Mk. 6820 ——————— „„— — 31— Uebertrag.. Mk. 6820 C. Viehſtand. 2 Gühe........... MI. 600 2 Kälber............„ 90 Die Kühe werden eingeſpannt. 10 Stück Geflügel.„ 25 „ 215 D. Todtes Inventar. 1 Wagen mit Rüſtung......... Mlk. 125 1 Pflug und Egge..........„ 50 2 Kuhgeſchirre..........„ 10 1 Strohbank O...........„ 10 1 Pfuhlfaß............„ 15 Handgeräthe incl. Säcke.....„ 30 Hausgeräthe incl. Kochgeſchirr......„ 350 —„ 290 E. Vorrath an umlaufendem Betriebskapital ſiehe Rentabilitätsberechnung.....„ 622 Werth des geſammten Beſitzes.. Mk. 8447 Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 1000. Auf vorſtehendem Geſammtbeſitze laſten: an Hypothekſchulden...... Mk. 2228 an Mobiliarſchulden......„ 485 Geſammtſchuld.. Mk. 2713 II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung iſt die in der Gemarkung übliche Zweifelderwirthſchaft. Der Anbau und der Natural⸗Ertrag der Früchte ſtellen ſich demnach, wie folgt: 37⁷ M — 32— Getreide.„2— 4 ES 5* Anbau[[s= 5 8 5 6 A5 4 Centner Korn....... 1,50 Hectar 30 100 Hafer 1445, 0,18„ 5,40 4,60 Kartoffeln...... 1,25„——[275 Ti 4 Dickwurz und Rüben.. 22s 1,00.„——[—[320 Klee in Deniverth..... 0,37 0,————[74 Wieſen...... 0,79.„————=[44 Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich annähernd pro ½¼ Hectar wie folgt: bei Korn auf 5 Ctr. Körner, 16,66 Ctr. Stroh 1 Hafer 7 7,50 1 11 6,50 1 7 „Kartoffeln„ 55,00„ Knollen, „ Rüben„ 80,00„ „ Klee„ 50,00„ Heuwerth, „ Wieſen„ 15,00„ Heu und Ohmet. Aus dem Viehſtand. 3 Milch. Durchſchnittlich im Jahr pro Kuh 1300 Liter, pro Tag und Kuh 3,5 Liter im Ganzen alſo 2600 Liter.— Rindvieh. Durchſchnittlich wird alle 3 Jahre eine Kuh überzählig und verkauft. Es treten auch jährlich 2 Kälber hinzu, von denen 1 verkauft wird. Geflügel. Durchſchnittlich 300 Eier und etwas abgängiges Geflügel. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Korn 1,50 Hectar...... 5 Ctr. 14 Pfd. Hafer 0,28„......, 54„ Kartoffeln 1,25„.. e... 35„—„ 2 Rüben 1,00„......—„ 2„ Klee 0,36„.„ 241„ Für den Viehſtand. Haſer......... 1 Ctr.— Pfd. Kartoffeln........80„—„ Rüben...... 320„—„ Klee, wird fämmtlich grün gefüttert, in Heuwerth. 74„—„ Stroh(ſämmtlich als Jitter und Streu verwendet).... 6„ 60„ ————ꝛ¼ ·ͥᷓz—nnnm 1 — 33— Heu und Ohmet........ 44 Ctr.— Pfd. Roggenkleie vom eignen Mahlgut... 7„ 50„ Moosſtreu 3... 30,„„ Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt in runder Summie........ Der Werth der erzielten Producte........ 530,— Es ſind demnach noch durch den Stallmiſt zu decken.... Mk. 450,— Die Stallmiſtproduction iſt annähernd auf 700 Centner zu ſchätzen, ſo daß der Centner auf etwa 64 Pf. zu ſtehen kommt, wozu noch die Koſten für Zinſen, Ver⸗ pflegung ꝛc. des Viehſtandes treten, ſo daß der Stallmiſt auf ca. 66,5 Pf. per Centner kommt. Mk. 980,— 2 Für die Familie. Roggen.... 25 Ctr 58 Pfd. Weizen(als Mehl gekauft).... 4„—„ Kartoffeln...... 63„—„ Fleiſch.......... 1„ 82„ Butter..... 1„ 82„ Schmalz(gekauft).....—„ 50„ Kaffe und Cichorien.......—„ 80„ Zucker...........—„ 10„ Salz..... Bn... 3. 1. 1„ 50„ Milch........... 1825 Liter Eier........... 300 Stück. Käſe, Gemüſe ꝛc. Es berechnet ſich hiernach, wenn man die im Hauſe verkehrenden Gäſte mit runden Beträgen abrechnet, der Verbrauch der 7 Perſonen ſtarken Familie pro Kopf und Tag ungefähr: 580 Gramm Getreide, 1230„ Kartoffeln, 36„ Fleiſch, 36„ Butter, 10„ Schmalz, 16„ Kaffee und Cichorien, 2„ Zucker, 30 Salz, 0,71 Liter Milch, Käſe, Eier, Gemüſe ꝛc. Dieſe Nahrungsmittel können zwar als genügend bezeichnet werden, ſind aber doch ärmlich, um einen Menſchen bei der Arbeit zu ernähren. — b — 34— Der Werth der verbrauchten Nahrungsſtoffe beträgt annähernd 1100 Mk. und täglich ca. 3 Mk., alſo pro Perſon 60 Pfg. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffe mit Brod oder Kartoffeln, zuweilen auch Käſe dabei. Zweites Frühſtück: Brod mit Käſe oder Butter, meiſtens nur Brod. Mittageſſen: Zweimal wöchentlich Fleiſch mit Gemüſe, Kartoffeln, Milch⸗ oder Fruchtſuppe. Vesperbrod: Kaffee mit Brod, zuweilen Käſe oder Butter dazu. Abendbrod: Geſottene Kartoffeln und(im Sommer) grünen Salat oder Käſe nebſt Kaffee. Sonntags iſt die Lebensweiſe dieſelbe. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 4,40 CEtr. Hafer à Mk. 74.....Ml. 30,80 77„ Kartoſfeln Ml. 1,50=-»).......„ 115,50 Milch und Butter........., 115,25 Vieh alle 3 Jahre 1 Kib à Mr. 250.......„ 83,30 Ein Kalb......„ 30,45 Gänſe.„ 9,— Arbeitslohn für 3 Töchter aus der Haaſenßaarſchneiderei und für den Beſitzer und den Sohm aus„Dlenügehult und Tagearbeit.., 885,—/ Summe..Mk. 1270,30 B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Grund⸗ und Gebäudeſteuer..... Ml. 18,60 Gemeindeumlagen.........„ 22,62 Grundzins an die Gemeinde.......„ 1,50 Tilgungsrente(hört 1886 auf)......„ 6,34 Feldpacht von Pfarrgütern..„ 33,43 Zinſen von Mk. 2228 Hypothekſchuld...„ 100,13 desgl. von Mk. 485 Mobiliarſchuld....„ 24,25 — Mk. 206,87 Unterhaltung der Gebäude: Bzirkliche Ausgabe.........„ 30,— zu übertragen.. Mk. 236,87 — = — Uebertrag.. Mk. 236,87 Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgaben: dem Wagner.......... Mk. 18,— dem Schmied.....„ 25,— für Hausrath und Hausgeräthe.„ 8,— 2 ——„ 91,— Inventar der engeren Familienwohnung......„ 15,— Verſicherungsprämien: für Gebäude...„. Mtk. 3,50 für Inventar und Producte.......„ 10,80 —„ 14,30 Zukauf von Kleeſamen 24 Pfd.............„ 12,— Zukauf von Kleie 3 Ctr................„ 22,50 Zukauf von Moosſtren..............„ 20,— Heizung und Beleuchtung: Holzz Mk. 70,— Petroleum..........„ 10,80 „ 80,80 Zukauf von Nahrungsmitteln: Weizenmehl, 4 Ctr. à Mk. 18...... Mk. 72,— Fleiſch, 182 Pfd. à 60 Pf........„ 109,20 Kaffee, Zucker, Salz ac.........„ 115,80 Gewürze....Bi.T....„ 5,— Bier und Branntwein...„ 50,— — Mk. 352,— Berleidung................„⸗ 350,— Arzt und Apotheke...............„ 15,— Thierarzt................... 3,— CEigarren und Tabal................„ 18,97 Beitrag zur Krankenkaſſe, Kriegerverein c..........„ 49,20 Schulgeld.................. 7 2,— Verſchiedenes.................— 2,36 Summa Mk. 1245,— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen... Mk. 1270,30 Die Ausgaben betrugen....„ 1245,— Ueberſchuß.. Mk. 25,30 —0 85 9— S 10. 11. 12. 13. — 36— IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag. (excl. der für die Production in der Wirthſchaft verwendeten Producte). Erlös aus verkauften Producten.. 4 Werth der für die Anitie aus der e Wurthſchft entnommenen Producte Summa B. Productionskoſten. . Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 2920 à 4 pECt.. Mk. 116,80 Verſicherungsprämie.....„ 3,50 Abnutzung 0,75 pCt.„ 21,89 Inſtandhaltung......„ 30,— . Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 715 à 4 pGt. Mk. 28,60 Verſicherungsprännie.......„ 14,30 Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 290 à 4 pCt.. Mk. 11,60 Verſicherungsprämie 0,2 pCt......„— ,58 Erneuerung und Inſtandhaltung, wirkliche AuZgabe...........„ 51,— Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals; letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren Ausgabe= Mk. 622 à 6 pCt..— . Hagelverſicherung 0,75 pCt. vom Wüie der Getreideernte Gr⸗ ringe Gefahr) Mk. 487.. 3— . Feuerverſicherung der Producte . Steuern und Umlagen(excl. T Tilgungsrente und Perſonalſteuern) .Kraftfutter und Moosſtreu.. .Heizung und Beleuchtung, 25 pote der ceſenmten Ausgrbe ds u6 auf die Familie). 4 Thierarzt. Arbeitslöhne: Lohn für 6 mehr oder weniger in der àüihſhaf arbeitende Familienmitglieder. Verſchiedenes Grundzins Summa .Mk. 385,30 2 748,— Mr. 1133,30 Mk. 172,19 „ 42,90 „ 63,18 „ 37,32 5 3,65 „ 1,35 „ 32,68 „ 42,50 „ 20,20 „ 3,— „ 574,— „ 9,10 5 1,50 Mr. 1006,57 — 37— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug..... Mk. 1133,30 Die Productionskoſten betrugen..„ 1006,57 Bleibt Reinertrag.. Mk. 126,73 Rechnet man hierzu den Werth der freien Wohnung, den die Familie aus der Wirthſchaft genießt, mit Mk. 73,27, ſo ſteigert ſich der Reinertrag auf Mk. 200. Das Grundcapital iſt einſchließlich der Obſtbäume eingeſchätzt auf Mk. 3900. Hier⸗ von Mk. 200 Zins, ſo beträgt der Zins des Grundcapitals 5,25 pCt. AAAQARAAARARARARARARꝓRQKRKꝓKDST, Anlage III. Gemeinde Ober⸗Roden. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines kleinen Gütchens von 2,98 Yectar. Der Beſitzer iſt Wittwer, 51 Jahre alt, Vater von 6 Kindern, 2 Söhnen und 4 Töchtern. Der älteſte Sohn und die 2 älteſten Töchter führen gemeinſchaftlich mit ihrem Vater die Wirthſchaft, die andere Tochter dient auswärts, während die 2 jüngſten Kinder noch die Schule beſuchen. 5 Der Vater iſt außerdem noch Polizeidiener. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 2,44 Hectar Ackerland 1 mittlerer Kaufwerth: Steuercapital incl. Gebäude: 0,29„ Wieſen 2371 Mk. 36 fl. (in 46 Parcellen). 0,25 Hectar Allmendpacht. Werth 25„ 2396 Mk. 8 Obſtbäume: 4 Nepfelbäume à Ml. 2....... Mlk. 8 3 Zwetſchenbäume à Mk. 3„ 9 Summa Mk. 17 Wiederholung. Grund und Boden........ Mk. 2396 Obſtbäume..„ 17 —/⁊ YMk. 2413 B. Gebände. Ein Wohnhaus mit Stall und Scheuer, laut Brandcataſter.„ 4010 zu übertragen.. Mk. 6423 Uebertrag.. Mk. 6423 C. Viehſtand. 2 Kühe, Odenwälder mit Berner Kreuzung eide nicht Kingeipanndh.... Mk. 500 1 Rind.„ 130 11jähriges Kalb.......„ 50 1 junge Maſtſchweiue........„ 150 6 Hühner à Mk. 2.........„ 12 2 Gänſe............ 7 6 —„ 848 D. Todtes Inventar. 1 Wagen mit Rüſtung......... Mk. 100 1 Pflug und Egge........„ 50 2 Fahrgeſchirre für iinöuich........„ 10 1 Strohbank.........„ 12 1 Getreidewindfege..........„ 18 1 Pfuhlfaß.......„ 12 9 Handgeräthe incl. Säcke......„ 50 1 Hausrath und Kochgeſchirr........„ 50 — 30² E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital ſiehe Rentabilitätsberechnung......„ 670 Werth des geſammten Vejihs. 6. MNk. 8243 Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 500. Auf obigem Geſammtbeſitze laſtet an Schulden: eine Hypothekſchuld von.... Mk. 3800 4 Mobiliarſchuld von...„ 418 Geſaumiſculd.. Mk. 4218 II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung des Ackerfeldes iſt wie in Anlage I und II. Der Anbau der Früchte und der Naturalertrag ſtellen ſich ungefähr wie folgt: Getreide.„ Anbanu 8 8Sl[2 G ð 85 Centner. Korn........1,,00 Hectar 20 48. Hafer.......5 15„ 450 3,90 1 A Kartoffeln..... 0,/5„—-— 165 Rüben......7.2 0,65„——— 208 Klee..9,14„————[30 Wieſen........ 0,29„—————[20 Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich pro ½ Hectar alſo: bei Korn auf 5,00 Ctr. Körner, 12,00 Ctr. Stroh, 1 Hafer 1 7,50 1 1 6,50 1 2 „ Kartoffeln„ 53,00„ Knollen, „Rüben„ 80,00„ Rüben, „ Klee„ 50,00„ Heuwerth, „ Wieſen„ 15,00„ Heu und Grummet. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahr pro Kuh 1200 Liter, pro Tag und Kuh 3,3 Liter, im Ganzen 2400 Liter. Rindvieh. Durchſchnittlich wird alle 3 Jahre eine Kuh überzählig und verkauft. Auch treten in 2 Jahren 3 Kälber hinzu, von denen in jedem Jahr ein Kalb verkauft wird. Schweine. Werden als Springer verkauft. Geflügel. Etwa 350 Eier. V B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Korn 1,00 Hectar...... 3 Etr. 40 Pfd. Hafer 0,15„....—„ 415„ Kartoffeln 0,75„.... 21„—„ Rüben 0,65„....„ 2„ Klee 0,14„..„ 9„ Für den Viehſtand. Hafer...... 4 GCtr. 5 Pfd. Kartoffeln......:.....100„=„ Rüben..........208„=„ Klee(grün gefüttert)....... 30 Ctr.— Pfd. , Wieſenheu und Grummet..... 20„=„ M Stroh.. 1. Ie.. 36„ 90» Kleie(eignes Mahlgut) 1 G. 9a4„ 98.„ Kleie(gefauft)....... ⸗ 6„„ 32 Moosſtreu........ 30„—„ 2 Milch(abgerahmt)........ 700 Liter. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten inin befriit in runder Summe annähernd.. 3.13. Mk. 680 Der Werth der erzielten Producte 112.h. t.e..„ 330 Alſo ſind noch durch Stallmiſt zu decken.. MNk. 350 Die Stallmiſt⸗Production iſt annähernd auf 650 Centner z1 ſchätzen, ſo daß der Centner annähernd auf ca. 55 Pf. zu ſtehen kommt, wozu noch die Koſten für Zinſen, Verpflegung ꝛc. des Viehſtandes treten. Für die Familie. Korn e).. 16 Etr. 60 Pfd. Weizen(als Mehl ugetruf....„ 50 Kartoffenn....... 44„„ Fleiſch.. 2„ 50„ (für die Haushaltung wird micht ge⸗ ſchlachtet) Butter..........„ 50„ Schmalz........=, 50, Kaffee und Eichorien e e 60 e Zuicker............ o 10„ Salz.......... 1 p„ Milch.—....... 1500 Liter, Bier, Eier, Käſe ec. Es berechnet ſich hiernach der Verbrauch der 6 Perſonen ſtarken Familie pro Kopf und Tag ungefähr: 390 Gramm Getreide, 1005„ Kartoffeln, 57„ Fleiſch, 11„ Butter, 11„ Schmalz, 16„ Kaffee, 2 Zucker, 22 Salz, 0,60 Liter Milch, Bier, Käſe, Eier ꝛc. —— 8 — 42— Dieſe Nahrungsſtoffe können nahezu als hinreichend bezeichnet werden, in Anbe⸗ tracht, daß mehrere Kinder daran theilnehmen. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel berechnet ſich auf rund Mk. 800 und täglich auf Mk. 2,19, alſo pro Perſon 40 Pfg. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee und Brod mit Käſe oder Butter. Zweites Frühſtück: Brod mit Käſe oder Butter. Mittageſſen: Frucht⸗, Kartoffel⸗ oder Milchſuppe; zweimal wöchentlich Fleiſch, Kartoffel und Gemüſe. Vesperbrod: Kaffee mit Brod, zuweilen mit Käſe oder Butter. Abendeſſen: Geſottene Kartoffeln oder Kartoffelſalat mit Käſe, Butter oder Wurſt. Sonntags wird ebenſo gelebt wie an Werktagen. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 182 Liter Milch..........y 27,30 Alle 3 Jahre eine Kuh à Mk. 250...„ 83,33 1 dalb..............„ 35,— 3 Schweine„ 125,— Gänſe„ 6,— Stroh...........„ 30,97 Butter„ 45,— Jahreslohn der Tochter.......„ 70,— Polizeidienerverdienſt........„ 470,— Hausmiethe........„ 70,— — Mk. 962,— B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Grund⸗ und Gebäudeſteuer...... Mk. 16,42 Gemeindeumlagen......„ 14,62 Grundzins an die Gemeinde....., 1,50 Tilgungsrente(hört 1886 auf)...., 3,50 Zinſen für Mk. 3800 Hypothekſchuld..„ 171,— Zinſen von Mk. 418 Mobiliarſchulden..„ 20,90 Mk. 227,94 Unterhaltung der Gebäude: Wirtliche Ausgabe.....„ 30,.— zu übertragen.. Mk. 257,94 Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe: dem Wagner dem Schmied.... für Hausrath und Geräthe Inventar der Familienwohnung. Verſicherungs⸗Prämie: Wirkliche Ausgabe: für Gebäude Inventar und Producte ſind nicht verſichert. Zukauf von 9 Pfd. Kleeſamen Zukauf von Kraftfutter: Kleie, 6 Ctr. Moosſtreu. Heizung und Beleuchtung: Holz. Petroleum. Zukauf von Nahrungsmitteln: Weizenmehl, 50 Pfd. Fleiſch, 250 Pfd. Kaffee, Zucker, Salz ꝛc. Gewürze. Bier, Branntwein Bekleidung.. Arzt und Apotheke Thierarzt Cigarren und Tabak Schulgeld Verſchiedenes Uebertrag. Mk. 257,94 Mk. 18,— „ 25,— 1 8,— — 51,— „ 15,— „ 4,81 „ 4,50 2 36,— 2 20,— Mk. 65,— 2 11,— 2 76,— Mk. 9,— 2 150,— 2 99,— 2 4,— „ 70, ——„ 332,— „ 300,— 2 10,— „ 2,— 1 18,— „ 3,50 „ 10,25 Summa. Mk. 1141,— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen Die Ausgaben betrugen. Deficit Mk. Mk. 962 1141 179 — 44— IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte). Erlös aus verkauften Producten...... Mk. 352,— Werth der für die Familie aus der t Wiehſhefte entnommenen Prodicte....„ 468, Einnahme für Hausmiethe...........„ 80,— Summa. Mk. 900,— B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 4010 à 4 pCt.... Mk. 160,40 Verſicherungspräntlie.......„ 4,81 Abnutzung 0, 75 pCt.........„ 30,— Inſtandhaltumg...........„ 30,— „ 225,21 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 848 à 4 pCt.... Mk. 33,92 Verſicherungsprämie 2 pCt......„ 16,96 Jährlicher Zukauf von 3 Ferkeln...„ 30,— — u-—;ñ, 80,88 3. Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 302 à 4 pCt..... Mk. 12,08 Verſicherungsprämie..„—,64 Erneuerung und Inſtandhaltung, wirkliche Ausgabe.........„ 51,— „ 63,72 4. Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren Aiangheee= Mk. 670. Hiervon 6 pCt.....„ 40,20 5. Hagelverſicherung 0,75 pCt. vom Werie der Getreide⸗ Ernte Mk. 321..... e„ 2,40 6. Feuerverſicherung der Producte„—,81 7. Steuern und Umlagen(excl. Tilgungsrente und eſoralteuej„ 29,24 8. Kraftfutter und Moosſtreu...„ 56,— 9. Heizung und Beleuchtung 25 pn. 65 6 ai die e Faniuo). 8 19,— 10. Thieratzt...„ 2,— 11. Arbeitslöhne für die Familie... 1. e..„ 540,— 12. Perſchiedenes................„—,04 Summa.. Mk. 1059,50 — 45— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug..... Mk. 900,— Die Productionskoſten betragen..„ 1059,50 Bleibt Deficit.. Mk. 159,50 Rechnet man von dieſem Deficit den Werth der freien Wohnung mit Mk. 59,50 ab, ſo vermindert ſich das Deficit auf Mk. 100, um welche die Betriebs⸗ capitalien weniger verzinſt werden. Bericht über die landwirthſchaftlichen Verhältniſſe Gemeinde Nieder⸗Ohmen, Kreis Alsfeld, erſtattet von F. Gros in Gießen. Allgemeines. Nieder⸗Ohmen liegt an der von Gießen nach Fulda führenden Strecke der Oberheſſiſchen Eiſenbahnen, 32 Kilometer von Gießen, 28 Kilometer von Alsfeld entfernt. Der Bahnhof liegt 256,75 Meter über dem Spiegel der Nordſee; die das Dorf umgebenden Felder liegen jedoch 10— 20 Meter höher, da erſteres in dem Thal der Ohm liegt. Die Höhen über dem Feld ſind mit Wald bewachſen. Letzterer iſt größtentheils fiscaliſch, nur etwa 300 Morgen 60jähriger Kiefernwald gehört der Gemeinde. Der Wald liefert nach Abzug der Culturkoſten nur einen ſehr geringen Reinertrag. Die Gemeinde Nieder⸗Ohmen zählt zur Zeit 1130 Einwohner in 208 Häuſern und 225 Haushaltungen. Die weit überwiegende Mehrzahl der Bewohner iſt evan⸗ geliſch, neben wenigen Katholiken wohnen dort noch 72 Juden. Von den Einwohnern gehen ſehr viele nach Paris um Arbeit zu ſuchen und halten ſich gegenwärtig dort etwa 75 Bewohner Nieder⸗Ohmens auf. Der Zug nach Paris war vor dem Krieg von 1870/71 noch weit bedeutender als heute und wurden bei Ausbruch des Kriegs 170 Bewohner Nieder⸗Ohmens von dort ausgewieſen. Man kann nicht ſagen, daß das„auf Arbeit gehen“ nach Paris der Heimathgemeinde zum Segen gereiche, da die„Parisgänger“ ihre Befähigung und guten Willen zu land⸗ wirthſchaftlichen Arbeiten verlieren und ſehr oft auch in ihrem Alter der Heimath⸗ gemeinde zur Laſt fallen. 1³ b — 2 Auswanderungen nach Amerika ꝛc. kommen ſelten vor. Die Heirathen finden meiſtens innerhalb der Gemeinde ſtatt. Wirkliche Gütertheilungen kommen ebenfalls ſelten vor. Gewöhnlich übernimmt eines der Kinder das elterliche Gut zu einem mäßigen Preisanſchlag und zahlt den anderen Kindern heraus, die ſich dann wieder auf andere Güter verheirathen oder ſonſtwie ein Unterkommen ſuchen. Die Gemarkung Nieder⸗Ohmen umſchließt: 658,62 Hectar Ackerfeld und Grabgärten, „02,2 243,59„ Wieſen und Grasgärten, 691,20„ Wald, 6,/„ KHofraithen, 72,00„ Wege und Wüſtungen. Das Land vertheilt ſich auf 225 Beſitzer(nach dem Grundbuch), von denen 90 unter 2 Morgen, 18 zwiſchen 2 und 4 Morgen, 27 zwiſchen 5 und 8 Morgen, 33 zwiſchen 9 und 20 Morgen, 39 zwiſchen 20 und 40 Morgen, 17 zwiſchen 41 und 80 Morgen und 1 über 80 Morgen beſitzen. Die directen Steuern betrugen für 1883/84 6342,42 Mk., Communalſteuern hat die Gemeinde pro 1883/84 erhoben 6000 Mk. und wird für 1884/85 7929,16 Mk. erheben. Der Communalſteuerausſchlag beträgt: a. auf das Steuercapital der Ortseinwohner und Forenſen... 23,92 Pf. b. auf das Steuercapital der immerſteuerbaren Objecte.... 2,92„ C. Kirchenſteuer. 1... 1,60„ zuſammen.. 28,44 Pf. auf 1 Mark. Die Gemarkung hat jetzt etwa: 200 Aepfelbäume, 350 Birnbäume, 100 Kirſchenbäume. Die Zwetſchenbäume ſind im Winter 1879/80 total erfroren, wie denn über⸗ haupt ſeit dieſem ſtrengen Winter die Erträgniſſe aus dem Obſtbau kaum mehr zu rechnen ſind, da ſeitdem alle Obſtbäume mehr oder weniger kränkeln und die ſtatt⸗ gehabten Neupflanzungen ſelbſtverſtändlich erſt nach längeren Jahren einen Ertrag liefern können. Das Holz des Gemeindewaldes wird verkauft. Eine Laubſtreugewinnung findet durchaus nicht ſtatt. I. Cl. II. Cl. III. Cl. IV. Cl. v. Cl. Vom Ackerfeld ſind Hectar 34,53 110,37 215,88 185,46 107,36 Von den Wieſen„„ 4,73 24,07 66,59 109,88 38,31 Der Wald beſteht aus: 345,48 Hectar Buchenhochwald, 16,25„ Eichenhochwald, 231,90„ Kiefernwald, 98,05„ ABuchenniederwald. 3— Wie ſchon oben bemerkt, iſt der Wald bis auf etwa 300 Morgen, die der Ge⸗ meinde gehören, fiscaliſch. Der der Gemeinde gehörende Wald hat einen Werth von etwa 100,000 Mk. Sein Steuercapital beträgt 244 3 Mk. Der Viehſtand der Gemeinde beſteht in: 34 Pferden, 4 Fohlen, 1 Eſel, 220 Kühen, 340 Rindern,* 640 Stück Rindvieh, 80 Kälbern, 30 Ziegen, 150 Schweinen, 12 Bienenſtöcken. Schafe werden nicht gehalten. Frage I. a. Welche Bodenverhältniſſe zeigt die Gemarkung, welchen Character hat das Klima und wie iſt hiernach im Allgemeinen die Fruchtbarkeit der Ländereien; iſt letztere ſehr günſtig, mittel oder gering? b. In welchem Verhältniß ſtehen die verſchiedenen Arten des Kulturlandes— Acker, Wieſen, Weiden, Rebland ꝛc.— zu einander und iſt dieſes Verhältniß im Allgemeinen als ein wirthſchaftlich günſtiges zu bezeichnen? c. Welches ſind die hauptſächlichſten Producte der Landwirthſchaft, bezw. welche Productionsrichtungen machen ſich im landwirthſchaftlichen Betriebe der Gemeinde vorzugsweiſe geltend? d. Iſt der landwirthſchaftliche Betrieb im Allgemeinen ein rationeller zu nennen, oder haften ihm weſentliche Mängel an und welche? Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weit gehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang im Zuſammenhang? a. Die Bodenverhältniſſe Nieder⸗Ohmens ſind ſehr verſchieden, abwechſelnd vom ſchweren Baſaltboden mit Letten vermengt und nur geringer Ackerkrume bis zum tiefgründigen Lehmboden. Auf den höheren bergigen Lagen iſt der Boden ſteinig. Das Klima iſt, da die Lage nach Norden und Oſten geſchützt, nach Süden und Weſten aber mehr offen iſt, nicht ſo rauh, als man der Höhenlage nach erwarten ſollte, der Schnee ſchmilzt früher, als in den umliegenden Gemarkungen. — 4— Die Fruchtbarkeit der Gemarkung iſt wohl eine mittlere, in einigen Lagen auch eine geringe. Grundſtücke von beſonders hervorragender Fruchtbarkeit ſind nicht vor⸗ handen. b. Da etwa ⅛ des landwirthſchaftlich benutzten Areals Wieſen ſind, ſo iſt das Verhältniß der Wieſen zum Ackerland ein günſtiges zu nennen. Die Wieſen ſind meiſtentheils ſog. Feldwieſen ohne Bewäſſerung, nur ein kleiner Theil und zwar gerade der ſchlechtere, liegt in dem ziemlich engen Thal der Ohm. Die Wieſen ließen ſich durch entſprechende Be⸗ reſp. Entwäſſerung und geeignete Düngung wohl recht ſehr verbeſſern; ſind übrigens meiſtentheils zweiſchurig mit zum Theil ſehr gutem Futter. c. Die hauptſächlichſten Bodenproducte der Gemarkung ſind Korn und Hafer, weniger Weizen und Gerſte, dann Heu; Kartoffeln müſſen für den menſchlichen Conſum noch in ungünſtigen naſſen Jahren zugekauft werden, da ſie dann auf dem nicht tiefgründigen Theil der Gemarkung abſolut mißrathen. Rüben genügen für den Be⸗ darf der Thiere, wenn auch ihr Ertrag ſelten 100 Centner pro Morgen überſteigt. Winterſamen wird als Nachfrucht von Gerſte gebaut. Klee kann alle 6—9 Jahre auf dem ſelben Felde wiederkommen. Sein Gerathen iſt ſicherer geworden, da zu ihm, reſp. der Vorfrucht faſt regelmäßig gekalkt wird. Das Beiſpiel des Kalkens geht von der Domäne aus, die dasſelbe in ausgedehnteſtem Maße übt. Der Obſtbau iſt nicht zu rechnen. Die Rindviehzucht iſt in gutem Zuſtand. Die Milch wird bei dem Mangel einer Stadt in näherer Umgebung verbuttert. Was in eigener Haushaltung nicht verbraucht wird, nehmen die Händler. Die Rückſtände dienen zur Aufzucht der Kälber und Schweine. Letztere werden größtentheils ſelbſt gezogen und im Alter von 1— 1 ½ Jahr gemäſtet. Die Hauptproducte der Gemarkung ſind demnach in erſter Linie Roggen(Korn), Hafer, Wieſenheu, in zweiter Linie Weizen und Gerſte, ſowie Kartoffeln, ferner Schweinefleiſch. Das Felderſyſtem iſt die verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft, alſo 1. Kartoffeln, Rüben, Klee, Winterſamen, Erbſen; 2. Roggen, Weizen; 3. Gerſte, Hafer;— Kartoffeln auch im Sommerfeld. d. Der Betrieb der Landwirthſchaft iſt nicht rationell zu nennen. Zukauf von Kraftfuttermitteln, wenige Oelkuchen etwa ausgenommen, findet nicht ſtatt, doch werden die etwa ſelbſtgezogenen Oelfrüchte in der Haushaltung geſchlagen und die Kuchen verfüttert. Körner dagegen kommen, zum Schaden der Bewirthſchafter, weil immer noch zu theuer, viel zur Verfütterung. Auch die Kleien des ſelbſtge⸗ mahlenen Getreides kommen beim eigenen Viehſtand zur Verfütterung. Die Grund⸗ ſtücke ſind, wenn auch eine Gewannregulirung oder Conſolidirung noch nicht ſtattge⸗ funden hat, doch durch viele Feldwege ziemlich zu jeder Zeit zugänglich, doch iſt der — Grundbeſitz ſo parcellirt, daß etwa 7 Parcellen auf den Hectar Ackerland und Wieſen entfallen. Letztere beiden, 902 Hectar umfaſſend, beſtehen nämlich aus 6470 ein⸗ b zelnen Parcellen. Viel mehr als das ſteht der höheren Cultur der einestheils flach⸗ gründige Boden entgegen, der durch unterliegenden Fels nicht drainirbar iſt, wozu denn freilich die durch die Parcellirung erſchwerte Möglichkeit der Drainage hin⸗ zukommt. Wenn ſchon das Verhältniß der Wieſen zum Ackerland ein günſtiges zu nennen iſt, ſo wird doch der Futterbau jährlich noch durch Anbau von ſchwediſchem Klee und Gras erweitert. Der Anbau von Getreide, Hackfrüchten ꝛc. ſteht in einem rich⸗ tigen Verhältniß. Heu kommt wohl auch zum Verkauf, doch iſt der Viehſtand immer noch ein geringer, da nur etwa 0,5 Stück Rindvieh à 1000 Pfd. auf 1 Hectar Acker und Wieſe entfallen. Der Rindviehſtand iſt aber guter Qualität, leider aber ohne beſtimmte Race, meiſtentheils Vogelsberger und Simmenthaler Kreuzung. Die drei Gemeindebullen ſind zur Zeit Vogelsberger Race, doch wäre im Intereſſe der Rind⸗ viehzucht die Anſchaffung eines weiteren Bullen dringend wünſchenswerth. Da die Kühe meiſtens gefahren werden,(Zugochſen ſind gar nicht vorhanden), ſo iſt die Milchproduction ſelbſtverſtändlich eine ziemlich geringe. Das Molkereiweſen liegt überhaupt noch ſehr im Argen, ohne Anwendung neuer Methoden oder genoſſen⸗ ſchaftlicher Verwerthung der Producte. Der Viehhandel iſt ziemlich bedeutend. Es wird viel Vieh angekauft und ſpäter wieder verkauft. Ziemlich umfangreich wird auch die Schweinezucht betrieben. In neuerer Zeit macht ſich ein bedeutender Umſchwung zu Gunſten engliſcher Racen, reſp. engliſch⸗deutſcher Kreuzungen geltend, während man noch vor kurzer Zeit von den engliſchen Racen nichts wiſſen wollte. Künſtliche Düngemittel werden nicht angewendet. Eine Abnahme der Körner⸗ erträge ſoll ſich übrigens auch in Nieder⸗Ohmen bemerkbar machen. Doch wird zu Klee, reſp. der Vorfrucht, wie ſchon oben bemerkt, viel gekalkt. Auf den Wieſen findet hier und da Compoſtdüngung ſtatt. Kraftfuttermittel, wenige Oelkuchen und die Kleien des eigenen Mahlguts ausgenommen, kommen nicht zur Verwendung. Der größere Beſitz wird anſcheinend beſſer bewirthſchaftet, als der kleine, da die Beſitzer des letzteren ihren Unterhalt zu viel auswärts ſuchen müſſen. Frage II. a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäßigen Landbau treibenden Bevölkerung? b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung eingetreten? c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗ theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B. b das geltende bäuerliche Erbrecht, die üblichen Syſteme des ehelichen Güterrechts oder der Zuſammenkauf von Grundſtücken? d. Iſt ein Theil der Gemarkung Allmendland und welchen Einfluß hat die Benutzung des letzteren auf die Lage der Bevölkerung? a. Die Größe der Gemarkung beträgt 902,21 Hectar Ackerland, Wieſen, Gras und Grabgärten. Die Zahl der Haushaltungen beträgt 225. Da von dieſen 225 Haushaltungen nur 135 einen Grundbeſitz von mehr als 0,5 Hectar oder zwei Morgen beſitzen, ſo bleiben 90 Haushaltungen außer Berechnung. Auf dieſe 135 Haushaltungen, die zur Berechnung kommen, entfällt alſo pp. ein Areal von 857 Hectar oder 3428 Morgen, auf den Einzelnen alſo 6,1 Hectar oder 25 Morgen, ein Areal, welches noch gerade ausreichend erſcheint, einer Familie von 5 Perſonen Nahrung und Beſchäftigung zu gewähren. b. Aus der Beantwortung der Frage VIII iſt erſichtlich, wie der Grundbeſitz vertheilt iſt. Ein ſog. Großgrundbeſitz und Beſitz in todter Hand, ausgenommen ca. 15 Hectar Pfarrgut, das zu 19 Mk. pro Hectar verpachtet iſt, findet demnach nicht ſtatt. Das wenige der Gemeinde gehörige Gelände befindet ſich nicht im Genuß der Gemeinde. Es beſteht aus Wieſen, deren Gras jährlich verſteigert wird und einen Ertrag von durchſchnittlich 40 Mk. pro Hectar liefert. c. Da von den 225 Haushaltungen der Gemeinde 90 wegen eines Beſitzes von weniger als 0,5 Hectar= 2 Morgen überhaupt nicht zur Berechnung kommen, von den 135 zur Berechnung kommenden, aber auch noch 78 einen Beſitz von nur 0,5— 5 Hectar= 2—20 Morgen haben, ſo kann man die Beſitzvertheilung als eine günſtige nicht anſehen, namentlich dann nicht, wenn man noch in Berückſichtigung zieht, daß die Zahl derer, welche unter oder bis zu 10 Hectar= 40 Morgen be⸗ ſitzen 39 beträgt, ſ. Beantwortung zu Frage VIII. d. Unter b bereits beantwortet. Frage III. a. Welches ſind die durchſchnittlichen Preiſe für die einzelnen Boden⸗ qualitäten der verſchiedenen Culturländereien(Acker, Wieſe, Weide, Wein⸗ berg ꝛc.), erſcheinen dieſe Preiſe beſonders hoch oder beſonders niedrig und auf welche Urſachen ſind die bezüglichen Erſcheinungen zurückzuführen? b. Welche Aenderungen in den Preiſen haben ſich in den letzten 5 Jahren vollzogen? c. Pflegt ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften ſtattzufinden und liegt hierfür(ſ. a) ein berechtigtes Bedürfniß vor? a. Das Ackerland und die Wieſen werden in 5 Bonitätsclaſſen eingetheilt. Die 1. Claſſe Ackerland und Wieſen wird mit etwa 20 Pf. pro Quadratmeter bezahlt ———-y— — 7— und ſinkt bis auf 5 Pf. pro Quadratmeter in der 5. Claſſe herunter. Die Preiſe erſcheinen in Anbetracht der geringen Bodenerträge ziemlich hoch. b. Der Preis des Grund und Bodens iſt in den letzten Jahren im Allgemeinen heruntergegangen. Geringes, vom Dorf weit entlegenes Gelände iſt geradezu unver⸗ käuflich oder kann nur an den Fiskus zur Anlage von Wald verkauft werden. Nahe bei dem Dorf gelegenes Ackerland und Wieſen haben ſich dagegen im Preis gehalten. c. Ein bedeutender Umſatz in Liegenſchaften kommt im Allgemeinen nicht vor. In den letzten zwei Jahren kamen übrigens dadurch, daß die Beſitzer zweier Bauern⸗ güter fallirten, deren Immobilien zum Verkauf in die verſchiedenſten Hände. Frage IV. a. Nehmen die Pachtgüter einen erheblichen Umfang ein und ſtehen die Pachtpreiſe im richtigen Verhältniß zu dem Kaufpreiſe der Ländereien einerſeits und zur Ausnutzungsfähigkeit derſelben andererſeits, eventuell welche Urſachen wirken ſteigernd auf die Pachtpreiſe ein? b. Welche Beſtimmungen gelten insbeſondere in Betreff der Dauer der Pacht, der Bezahlung der Steuern ꝛc., der Verſicherungsprämien, ſowie in Betreff vorzunehmender Meliorationen und etwaiger Pachtnach⸗ läſſe bei elementaren Unglücksfällen bei fiskaliſchem, ſtandesherrlichem und puinaem Grundbeſitz? Wirken die üblichen ſonſtigen Pachtbedingungen beſonders er⸗ ſchwerend für die Pächter oder nicht? Wie ſchon oben bemerkt, iſt mit Ausnahme von 15 Hectar Pfarrgut, die zu 19 Mk. pro Hectar verpachtet ſind, kein Land verpachtet. Die Steuern für dieſes Land trägt die Gemeinde. Frage V. a. In welcher Weiſe pflegen die Landwirthe ihre Mobilien und Producte gegen Feuer, ihre Früchte gegen Hagel und ihren Viehſtand gegen Unfall zu verſichern? b. Hat die Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung Eingang in der Gemeinde gefunden, event. in welcher Weiſe und welchem Umfange? a. Etwa die Hälfte der Einwohner Nieder⸗Ohmens hat ihre Mobilien gegen Feuer bei den verſchiedenſten Anſtalten verſichert. Gegen Hagel verſichert Niemand. Auch von Viehverſicherung wird kein Gebrauch gemacht. Nur wenige Pferde ſind bei einer kleinen Anſtalt in Grünberg verſichert. b. Alters⸗, Lebens⸗ und Rentenverſicherung haben bis jetzt keinen Eingang ge⸗ funden. 8 Frage VI. In welcher Weiſe befriedigen die Landwirthe in der Regel ihre Creditbedürfniſſe hinſichtlich des Real⸗ und des Perſonalcredits und welches ſind bei beiden Arten des Credites die gewöhnlichſten Darlehens⸗ bedingungen in Bezug auf Zeitdauer und Zinsfuß und werden dabei auch Amortiſationsfriſten(Güterziele) angewendet? Die meiſten gegen Verunterpfändung von Immobilien aufgenommenen Capi⸗ talien ſind bei Kirchenkaſſen aufgenommen, gegen einen Zinsfuß von 5 pCt. ohne Amortiſation. Andere bei der Spar⸗ und Leihkaſſe in Grünberg gegen 5 pCt. Zinſen und 1 pCt. Amortiſation. Mehr darf ſelbſtverſtändlich getilgt werden. Nur Weniges iſt bei Privaten gegen 5 pCt. aufgenommen. Die Sparkaſſe in Grünberg leiht Beträge bis zu 300 Mk. auf einfachen Schuld⸗ ſchein gegen Verbürgung von 2—3 zahlungsfähigen Bürgen aus. Höhere Beträge leiht ſie auf einfachen Schuldſchein gegen Verbürgung der Gemeinde aus, die ſich dann wieder durch Bürgſchaft Einzelner deckt. Letztere Art der Capitalbeſchaffung iſt jedoch in den letzten Jahren in Nieder⸗Ohmen nicht mehr vorgekommen. Eine Ortsſparkaſſe exiſtirt nicht, doch beſtehen in Grünberg u. a. O. mehrere Vorſchußkaſſen; eine Pfennigſparkaſſe neueren Datums hat 6000 Mk. Einlage. Die Gemeindeglieder von Nieder⸗Ohmen haben bei dem Vorſchußverein Grünberg E. G. geliehen 16264 Mk. Denen ſtehen von Einwohnern Nieder⸗Ohmens dahin ausge⸗ liehene 29846 Mk. gegenüber. Bei der Sparkaſſe Grünberg haben Bewohner Nieder⸗Ohmens geliehen 8707 M., denen ebendahin ausgeliehene 82934 Mk. gegenüberſtehen. Die Gemeinde Nieder⸗Ohmen als ſolche hat eine Schuldenlaſt von 33867 Mk. 67 Pf., die mit 4 und 4 ½¼ pCt. zu verzinſen iſt. Frage VII. a. Wie ſtehen im Allgemeinen die Arbeits⸗ und Geſindelöhne in der Gemeinde, genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten oder ſind fremde Arbeiter nöthig und woher kommen letztere? b. Iſt für die landwirthſchaftliche Bevölkerung Gelegenheit zum Nebenverdienſt vorhanden, event. haben dieſe Nebenverdienſte(Arbeiten im Wald, Hausinduſtrie, Fabrikbetriebe, Fuhrweſen ꝛc.) eine beſondere Bedeutung für den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung und der Gemeinde im Allgemeinen? — 9— c. Gibt es Landwirthe in der Gemeinde, die mit Rückſicht auf den Umfang und die Rentabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes an ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen? a. Die ortsanweſende Bevölkerung genügt vollkommen zur Cultivirung des Grundbeſitzes. Auswärtige Arbeiter ſind ganz unnöthig. Der Taglohn beträgt im Allgemeinen pro Mann 1,50 Mk., für eine Frau 0,80— 1 Mk. Koſt wird nicht gereicht. An Geſindelohn wird gegeben: für einen Knecht 250 Mk. „ eine Magd 140„ Dabei erhält der Knecht noch ein Paar lange Stiefel im Werth von 20 Mk., die Magd ein Paar Schuhe im Werth von 10 Mk., ferner 2—3 Pfd. Wolle, einen Rock, Schürze, Halstuch von zuſammen 10 Mk. Werth. Den Werth der Koſt für einen Knecht kann man zu 250 Mk., für eine Magd auf 200 Mk. veranſchlagen.. b. Für denjenigen Theil der Bevölkerung, der in der Landwirthſchaft nicht ausreichend beſchäftigt iſt, iſt hinreichend Gelegenheit zum Nebenverdienſt geboten im Bergbau, in Waldkultur und Holzhauerarbeiten. Der Bergbau gewährt mehr als 40 Männern während des ganzen Jahres Beſchäftigung gegen einen Tagelohn von 1,60 Mk. Im Wald finden im Winter während 4—5 Monaten 30 Mann Beſchäftigung gegen einen Verdienſt von 1,30 Mk. pro Tag. Bei den Waldkulturarbeiten finden im Frühjahr und Herbſt ungefähr 12 Wochen lang noch 10 Frauensperſonen Beſchäftigung gegen einen Tagelohn von 0,80 Mk. Man kann annehmen, daß aus Bergbau, Holzmacherlohn und Waldkultur⸗ arbeiten ein baarer Verdienſt von 27000 Mk. pro Jahr in die Gemeinde kommt. Daß übrigens durch eine größere Ausdehnung des Bergbetriebs den landwirthſchaft⸗ lichen Arbeiten eine Concurrenz erwachſen könnte, iſt nicht anzunehmen. c. Jeder Einwohner Nieder⸗Ohmens, der auf Nebenverdienſt angewieſen iſt, nimmt denſelben gern an, wenn er ſich bietet. Frage VIII. a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt? b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehnt zugenommen? — 10— c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und Güterziele im All⸗ gemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rückſtände bekannt? d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf die Ver⸗ ſchuldung z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗ ſyſteme, unwirthſchaftlicher Ankauf von Grundſtücken zu hohen Preiſen, ungenügendes Betriebscapital, zu frühe Gründung eines eigenen Haus⸗ halts, Verſchwendung und nachläſſige Wirthſchaft, die Aufeinanderfolge ſchlechter Ernten u. ſ. w.? Vor Allem ſei bemerkt, daß in den Tabellen überall nur eine Aufnahme der durch Hypotheken geſicherten Schulden ſtattgefunden hat. Eine zuverläſſige Aufnahme der nicht hypothekariſch geſicherten Schulden war abſolut unmöglich, wovon haupt⸗ Wie aus Tabelle A zu erſehen iſt, ſteht dem Immobiliarbeſitz der 135 über⸗ haupt in Betracht kommenden Haushaltungen im Werth von 797,000 Mk. eine Hypothekenverſchuldung von 75,280 Mk. gegenüber, es ſind ſomit 8,18 pCt. des Liegenſchaftswerths verſchuldet. Der Grundbeſitz der 41 Haushaltungen, die ver— ſchuldet ſind, hat einen Liegenſchaftswerth von 187,666 Mk., iſt mithin mit 40,11 pCt. verſchuldet. Hypothekariſch nicht verſchuldet ſind 94 Haushaltungen mit einem Liegenſchafts⸗ werth von 609,334 Mk. Der Grundbeſitz derjenigen Haushaltungen, die nur Landwirthſchaft treiben (Tabelle B), 62 an der Zahl, hat einen Liegenſchaftswerth von 480,800 Mk., denen eine hypothekariſche Verſchuldung von 47,174 Mk. gegenüberſteht. Es ſind mithin 9,65 pCt. des Liegenſchaftswerths verſchuldet. Die Zahl der Beſitzer, die verſchuldet ſind, beträgt 20. Sie ſind mit einem Liegenſchaftswerth von 120,132 Mk. mit 47,174 Mk. verſchuldet, ihre Verſchuldung beträgt mithin 39,44 pCt. des Liegenſchaftswerthes. Nicht verſchuldet ſind 42 Beſitzer mit einem Liegenſchaftswerth von 360,688 Mk. Landwirthſchaft und Taglohn(Tabelle C) wird in 30 Haushaltungen betrieben, deren Grundbeſitz einen Werth von 88,800 Mk. hat, denen 16,462 Mk. Schulden gegenüber ſtehen. Es ſind mithin 10,59 pCt. des Liegenſchaftswerthes verſchuldet. — —— — 11— Verſchuldet ſind 12 Beſitzer mit einem Liegenſchaftswerth von 37,034 Mk., ſie ſind alſo mit 44,4 pCt. ihres Liegenſchaftswerthes verſchuldet. Nicht verſchuldet ſind 18 Beſitzer mit einem Liegenſchaftswerth von 51,766 Mk. Landwirthſchaft und Gewerbe(Tabelle D) betreiben 43 Haushaltungen mit einem Liegenſchaftswerth von 227,400 Mk., denen 11,644 Mk. Schulden gegenüber⸗ ſtehen. Es ſind mithin 6 pCt. des Liegenſchaftswerthes verſchuldet. Die Zahl der Haushaltungen, welche verſchuldet ſind, beträgt 9 mit einem Liegenſchaftswerth von 30,500 Mk. Dieſe ſind alſo mit 38,14 pCt. des Liegenſchaftswerthes verſchuldet. Nicht verſchuldet ſind 34 Haushaltungen mit einem Liegenſchaftswerth von 196,900 Mk. Bezüglich der Vertheilung der Verſchuldung unter die einzelnen Beſitzgruppen iſt zu bemerken, daß die 1. Gruppe, Beſitz von 0,50 bis 1 Hectar(2 bis 4 Morgen) am ſchwächſten belaſtet iſt, nämlich mit 5,02 pCt. des Liegenſchaftswerthes. Am. ſtärkſten belaſtet iſt Gruppe 3, Beſitz von 2 bis 5 Hectar(8 bis 20 Morgen) der mit 18,62 pCt. verſchuldet iſt. Der Schuldenſtand datirt meiſtens aus früherer Zeit. Neuerdings haben jedoch die geſunkenen Getreidepreiſe, ſowie öfteres Mißrathen der Kartoffeln größeres Geld⸗ bedürfniß hervorgerufen. Zinſen und Güterziele ſind regelmäßig bezahlt worden. Gütertheilungen finden nicht ſtatt. Urſache der Verſchuldung ſind: Niedrige Fruchtpreiſe, Mißrathen der Kartoffeln oder auch ungenügendes Betriebscapital. 599˙609 160˙ F6 000,00 61 I 4Gutn 08 9 006,118 L22 91 08—0 † 9 002,161 841 93 0†— 03 F TST,9 Fr 11 05— 8 8 006,5 9. 981 86 8—* 8 000˙6 6 † 91 F 1 : rInplaod IIOF 001 085ʃ½ 99981 518 IT —————— acouten 08 9 16, † 16,16 987,05 000, 068 F 08— O† 9 1 89˙98 98,†g 886,96 000,82 89G 81 0r†— 05 F b 18˙0† 21,65 096,16 99† 8 10 91 05 8 8 96,87† 104 183,0 006,51 FL 3 8— 3 2 99˙0G 92(19˙1 00ε II 8 F 2 T : J*paog un uc Fr'6 001 086˙0¼ 00067 126˙3 91 — 000,06 981 1 100m n O8 9 08, 16,6 98 7,03 009/,593 166, L1 08—0 † 9 19,6 98,58 886,95 002,6⁶ 0819 68 0†— 03 F 1 79,81 L1,66 096,15 006 011 96 † 898 05— 8 8 91,8 10½ 183,0 002,†9 021 15 8—5 5 50˙0 111 119 005˙93 09 81 1=7 1 . u2b 403(5 511 vp. uoinqp. 205 25 u2101 1baol u2015 g20 uuiſe a u⸗np. donpqog gun a2ps 1H Ivaſs 28 u⸗zu⸗dcac u u* udcac u„uozoda u 912 33 ih J69urogose eupmob V uauc ⸗aGa 2Guama a bungjnqplaag a2 Saatp ves 899˙098 909˙1 3 000,00 961 1 006,9 1 19 01 002,811 89† 91 897,c8 681 6 006,6 81 8 009*† 01 g : Pinplaod 93/66 001 FrL'I 381˙031 999 03 16,2† C Sf 987,03 000,† 066 5 81,86 19,88 866,81 000,87 20 4 1,6 88,06 803˙31 381/˙8 †II 2 34 36˙96 00˙5 2⁰6 000† FI 3 2 26 12 92 :ronGplaog d 18˙6 001 FI'I 008˙08† 198˙1 59 ——— 000,00 961 1 69,01 95† † 987,03 006,161 122 FI 118 19,83 866,81 002,991 029 86 r8,03 88,05 805˙31 009,86 8⁰G 91 20˙01 00˙ 2⁰6 006,6 38 9 ——— 000 01 8 u⸗5 10 S0a.εεvip. uonp! 1 1 u12121 ⸗136015 S29 Iu a2 u⸗ncp. gnpg⸗S gun 12Pl 10 g uo doach un un* n0act un=u0oddc. u nn Khſce : uogaog up pge g — ahouln 08 08—0 † 05— 06 06—8 8 Ff 5 3 aGoutn 08 08—0† 0†- 05 05—8 8—5h † 3 1Gon 08 08—0 † 0†— 06 06—8 S85 2 u⸗ ba02E 1pa]6 - G OOe 6. S GOS S - GOO S —— 99ʃ1 6/1 81 ——— 1Gon 08 9 12— 08—0 † 4 000,01 6 † 6 0†— 05 † 996,15 98 9 05—8 8 001,8 08 0 8 5 ¹ 001˙* 91 9 5 7 4* :oInſplaod Jpng ckIr 001 397˙91 78009 681 31 —————— 10t n 08 9 — 1,, 1—* 08—0 † 8 8ʃ,0† 8†† 096 8 000 665 501 F 0†— 05 7 „8,G 6,IS 871,0 188 6 0½ 9 06—8 8 60,88 17,01 PI?. I 006,/† 81 6 8 5 * 26˙16 FI8 919 005˙1 1 1 5 I : roInGplaog gu V 79 ˙81 001 39˙91 008˙88 898 08 —————— 100mt n 08 9 41, 38 08—0 † 0 86 8†,6 096,8 000,/68 191 9 0 † 05 † 96,† 6,Ig 871,6 009,98 01 II 05— 8 8 86,51 I†,01„I2. I 006,81 8† L. 85 5 b 1*†˙8 †21 8 919 008 61 9 2 I u12507(5 501dllJvdp. uginp. 16 1 11211 m5Gac ⸗1126215 S00 ur ec uajnqp. np9 gun Jep E 10 g Ierha 48 1u*2 5cact u u* noact un u⸗eoca—dun a So d 6—! .uogloazog uoregavugozobp d ip g-0 006˙961 20 s 000,12 991 8 000,69 096 8 000, 06 5 000,88 88 FI 006˙11 FS L :poinGplaog 99˙88 001 Fr9”TI 000˙098 081 6 28, 9 98,18 0 ½ν 000/8 6 3 69,85 98,68 18/† 000,91 29. — 66˙9 1†,6 019˙5 000,† 1 86 18˙9 00½ 00⁰6 4 6 : r—.InGplaod i 61˙( 001 Tr9/II 00 289 8r 4 000,12 691 8 28 † 98,18 01,8 000,1 608 01 16,61 98,68 180/† 000,85 28 9 13,9 17,33 019˙6 000,6 96 91 98 † 28 9 00 ½ 00††1 18 6 u* 5403(G 201.ςι☚̈ 1p uainc. 2 1u2121 naden dn kIuee nn uinſp npqS Tun aſi 10 g u12009 1 01 2 1 1 1 u22100& Jou ran dee C : ugoajog ogaoatoh dun p g 10Goun 08 08—0 † 07— 05 05—8 8 7 4Gout n 08 08—0 † 0†— 06 06—8 8 5 5 2 10oun 08 08—0 † 0*06 08—8 8 † 2 u2ba020 1p*a]o N 0. S-—- ᷓOOSS. S - GOOS S — 16— Frage IX. a. Wie geſtaltet ſich die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens bei großen, mittleren und kleineren(eigenen oder gepachteten) Gütern? b. Wenn die Rentabilität als eine unbefriedigende erſcheint, ſind die Gründe zurückzuführen hauptſächlich auf 1. die Fruchtbarkeits⸗Verhältniſſe der Gemarkung, 2. die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, 3. die im Verhältniß zur Ausnutzungsfühigkeit zu hohen Preiſe des Bodens, 4. einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, 5. ein zu großes Gebäudecapital, 6. ungünſtige Arbeiterverhältniſſe, 7. ungünſtige Abſatzverhältniſſe(ſchlechte Preiſe, unrationelle Einrichtungen für den Abſatz u. ſ. w.), 8. frühzeitiges Zurückziehen der Eltern und Belaſtung der Güter mit hohen Altentheilen und Leibrenten, 9. Beſondere unwirthſchaftliche Gewohnheiten der Landwirthe, z. B. zu ſtarke Pferdehaltung u. dgl., 10. hohe Steuern und Umlagen und ſonſtige dem Commiſſär bekannt gewordene Verhältniſſe? Frage X. Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landw. Bevölkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maßnahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen? Die Fragen IX und X beantworten ſich wie folgt: Im Allgemeinen kann man nicht ſagen, daß die Landwirthſchaft gerade proſperire, bei beſcheidenen Anſprüchen und nicht zu großer Belaſtung mit Schulden kann aber der Bauer immer noch mitkommen. Die wirthſchaftliche Lage ließe ſich in Nieder⸗Ohmen noch recht ſehr verbeſſern durch eine den Verhält⸗ niſſen der Gewannen angepaßte Zuſammenlegung der Grundſtücke mit den entſprechen⸗ — ——— — — — 17— den Flurwegen. Dieſe Zuſammenlegung müßte ſtattfinden unter der Vorausſetzung, daß die Koſten vorher genau feſtgeſetzt würden, jedenfalls aber ein vorher genau feſt⸗ geſetzter Maximalbetrag nicht überſchritten werden dürfte. Im Gefolge der Conſolidation würde dann von ſelbſt eine den Ertrag erhöhende beſſere Fruchtfolge eingeführt werden können. Drainage wäre auf den Grundſtücken ſehr wünſchenswerth, wo der felſige Unter⸗ grund dieſelbe nicht verbietet. Im Zuſammenhang damit würde eine ſachgemäße Be⸗ reſp. Entwäſſerung der Feldwieſen ſtattfinden können. Ferner wäre eine landwirthſchaftliche Creditkaſſe wünſchenswerth, welche gegen einen geringen Zinsfuß und Amortiſation, ſowie Unkündbarkeit der Schuld Geld dar⸗ liehe. Eine Vermehrung anderweitiger Creditinſtitute dürfte aber, und zwar in deren eigenem Intereſſe, nicht nöthig ſein. Des Weiteren dürfte es wünſchenswerth ſein, wenn eine beſtimmte Viehrace gezüchtet würde, und nicht in dem einen Jahr ein Bulle Vogelsberger, im folgenden Jahr ein ſolcher Simmenthaler Race gehalten würde. Es ließe ſich weiter durch Zukauf von Kraftfuttermitteln der Ertrag aus dem Viehſtand leicht bedeutend erhöhen, um ſo leichter, als bei dem günſtigen Wieſen⸗ verhältniß der Zukauf ſich in mäßigen Grenzen halten könnte. Ebenſo dürfte die Anwendung künſtlicher, namentlich ſtickſtoffhaltiger Düngemittel in der Folge ſich zwingend einführen. Ferner müßte der viele Zwiſchenhandel mit Vieh, der ganz in den Händen der Juden liegt und durch ſeinen oft wucheriſchen Charakter geradezu gemeingefährlich geworden iſt, aufhören, der Bauer mehr vom Bauer direct kaufen. Leider wird dies aber nur ein frommer Wunſch bleiben. Schließlich wäre noch der Bevölkerung anzurathen, bei dem dem Futterbau ſehr, dem Getreidebau weniger günſtigen Klima, den letzteren einzuſchränken, den erſteren zu vermehren. Bei der heutigen Schlußberathung, der außer den Unterzeichneten der Großh. Kreisrath Hoffmann von Alsfeld, Kreisausſchußmitglied Engel und Bürgermeiſter Ohnacker von hier beiwohnten, wurde den vorſtehenden Ausführungen nichts Weſent⸗ liches beigefügt. Nieder⸗Ohmen, den 21. Mai 1885. Jaup, Miniſterialrath. F. Gros. 2³ Anlage I. Gemeinde Nieder⸗Ohmen. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines größeren Bauerngutes von 16,50 Hectar= 66 Morgen. Der Beſitzer iſt verheirathet, 47 Jahre alt, hat 3 Kinder, 2 Mädchen und 1 Sohn. Das älteſte Mädchen iſt 24 Jahre alt, das jüngere 17 Jahre, der Sohn 19 Jahre alt, alle 3 zu Haus in der Wirthſchaft thätig. Die Familie beſteht alſo aus 5 Perſonen. Tagelöhner werden nur zur Erntezeit angenommen. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden(Grundeqpital). 11,50 Hectar= 46 Morgen Ackerland] mittl. Kaufwerth: Steuercapital incl. Gebäude: 5,00„= 20„ Wieſe 18600 Mk. 220 fl. —(in 130 Parcellen). Die wenigen vorhanden geweſenen Obſtbäume ſind in Folge des Froſtes im Jahre 1879/80 krank und ſind nicht in Berechnung zu ziehen. Die verzehrt werdende Latwerge wird aus Zucker⸗ und Runkelrüben und Möhren bereitet. Wiederholung. Grund und Boden........... Mk. 18600 B. Gebäude. Eine Hofraithe, beſtehend aus Wohnhaus, Scheune und Stal⸗ lung, im Brandlataſter taxirt zu 3100 zu übertragen.. Mk. 21700 —,— —,— Uebertrag Mk. 21700 C. Viehſtand. 5 Hühe à Mt. 220........ Ml. 1100 5 Ninder* Nek. 160.......„ 800 5 Kälber 3 Mk. 30........„ 150 2 Schweine à Mk. 60 und Mk. 8....„ 140 2 Desgl. A Ml. 40.......„ 80 6 Hühner A Mkl........„ 6 ---„ 2276 D. Todtes Inventar. 2 Wagen.......... Mk. 200 Pflüge und Egge.„ 60 4 Geſchirre............„ 20 1 Häckſelbank............„ 20 1 Fegmühle...........„ 20 1 Gelter...........„ 20 Handgeräthe ꝛc., Hausrath.......„ 400 „ 740 E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital ſiehe Rentabilitätsberechnung...........„ 600 Werth des geſammten Beſitzes.. Mk. 25316 Inventar der engeren Familienwohnung(Mobiliar, Betten ꝛc.) Mk. 1000. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung iſt im Ganzen die in der Gemarkung übliche, die ver⸗ beſſerte Dreifelderwirthſchaft. Der Beſitzer gehört übrigens zu den intelligenteren Bürgern des Orts. Der Anbau der Früchte und der Naturalertrag ſtellen ſich hier⸗ nach durchſchnittlich wie in folgender Tabelle: — Getreid ſ j etreide 5— 8 55— 8*E[2S Anbau S 5 S S& 5* 55 Caentner Korn..... 12 Morgen 54 Weizen...... 3 5 15 Hafer...... 11712„ 60 300 Gerſte. 22 3—, 15 Erbſen. 1„ 4— Kartoffeln 5„——[240 Runkeln. 4„——— 100 e 47„—=- 96 Wieſen.. 2 20 5 340 Winterſamen.. 3„=== 110 Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich: bei Korn auf 4 ½ Ctr., „ Weizen„ 5„ „Hafer„ 5„ „ Gerſte„ 5„ „ Kartoffeln„ 48„ „ Rüben„ 100„ „ Erbſen„ 41„ „Klee„ 16„ Heuwerth, „ Winterſamen„ 3 G„ „ Wieſen„ 17„ Heu und Grummet. Aus dem Viehſtand.. Milch. Da die Kühe zur Arbeit verwendet werden, ſo kann der durchſchnittliche Ertrag an Milch pro Tag und Kopf auf höchſtens 3 Liter angenommen werden, der Milchertrag im Ganzen alſo auf 5475 Liter. Rindvieh. Durchſchnittlich werden jedes Jahr 2—3 Kälber angebunden, 1—2 werden verkauft. Ebenſo werden durchſchnittlich jedes Jahr 2 Kühe friſch⸗ melkend, manchmal, doch nur ausnahmsweiſe, auch fett verkauft. Schweine. 2 Schweine werden in der Haushaltung geſchlachtet, 2 werden ver⸗ kauft. 4 Ferkel werden jedes Jahr zugekauft. Geflügel. 6 Hühner legen jährlich etwa 500 Eier. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Korn 12 Morgen.. 19 Ctr.— Pfd. Weizen 3„. d... l. n,„ elh — — Hafer 12 Morgen....10 Ctr. Pfd. Gerſte 3„..... 2„ 50„ Kartoffeln 5„...... 40„„ Rüben 1„....:RM.—„ 3„ Erbſen 1„...1„— Kleeſaat 6„.....=)„ 50„ Winterſamen 3„.....„ 20„ Für den Viehſtand. Hafer, den Zugkühen und Kälbern. 22 Ctr.— Pfd. Gerſte, den Schweinen und dem Federvieh 12„ 50„ Kartoffeln, den Eijmweinen und dem Rind⸗ dieh....... 100„—„ Rüben, dem Rindvieh te Se in.. 100„=„ Heu, Grummet, Kleehen... 436„—„ Stroh, wird ſämmtlich gefüttert rip. ge⸗ ſtreut... 300„—„ Roggenkleie, vom eignen Maülgut 1r 4„—„ Samenkuchen...n 4„„ Milch, abgerahmte...... 1500 Liter. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt in runder Summe annähernd... Ml. 2400 Der Werth der aus dem ganzen Biehſtand azilen Wuodres be⸗ rechnet ſich in runder Summe annähernd auf...„ 1280 Es bleiben demnach durch den Stallmiſt zu decken...... Mk. 1120 Die Stallmiſtproduction des Rindviehes und der Schweine iſt annähernd auf 1800 Centner zu rechnen, ſo daß der Centner Stallmiſt auf 62—63 Pf. zu ſtehen kommt. Hierzu treten nun noch die Koſten für Zinſen, Verpflegung ꝛc. des Vieh⸗ ſtandes, ſo daß der Stallmiſt pro Centner auf nahezu 65 Pf. zu ſtehen kommen wird. Für die Familie: Roggen......... 25 Ctr. Weizen(als wii zugekauft)..... 7„ Fleiſch... 4„ Giervon ſind 360 Pfund ſelbſtprodueirtes Schweinefleiſch inel. Wurſt, excl. Schmalz und 40 Pfund znelaniiss 3eich Kartoffeln......... 25„ Salz......... 1,5„ Butter......40 Pfd. Schmalz............ 40„ Kaffee.. 52 Pfd. Zucernr 3 3„ Milh.... 1100 Liter Gier... 500 Stück Brauntiwein.. 90 Liter. Käſe, Latwerge. Es berechnet ſich hiernach der Verbrauch der 5 Köpfe ſtarken Familie pro Tag und Kopf auf: 753 Gramm Getreide, 684„ Kartoffeln, 110„ Fleiſch, 10„ Butter, 10— Schmalz, 16 5 Kaffee und Cichorie, 0,75„ Zucker, 42„ Salz, 1 ¹¼ Schoppen Milch, Käſe, Eier, Gemüſe, Latwerge. Die Nahrung erſcheint als vollkommen ausreichend, die Familienglieder ſehen alle geſund und wohlgenährt aus. Bemerkenswerth iſt der ſtarke Conſum von Kar⸗ toffeln, Kaffee, Milch und Salz, der ſehr geringe Conſum von Butter und Schmalz. Es iſt eben Vogelsberger Lebensweiſe, ſehr extenſiv, ohne Rückſicht auf Wohl⸗ geſchmack. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee mit Brod, Schmierkäſe oder Latwerge. Butter giebt's nur Sonntags. Zweites Frühſtück: Brod und Käſe oder Schmierkäſe, den Männern etwas Branntwein. Bier oder Obſtwein giebt es nie. Mittageſſen: Wöchentlich 3mal Fleiſch, Gemüſe und Kartoffeln. Zu⸗ weilen Milch⸗ und Reisſuppe, ſtets mit Kartoffeln. Vesperbrod: Kaffee mit Brod, Schmierkäſe oder Latwerge. Abendbrod: Kartoffeln mit Schmierkäſe oder ſauere Milch mit Kartoffeln. 8 Sonntags ebenſo, Abends Eier oder Wurſt, nie aber beides zuſammen. Die während der Erntezeit beſchäftigten 2 Taglöhner eſſen mit der Familie zuſammen. Sonſtiges Geſinde wird nicht gehalten. III. Geld⸗Rechnung. A. Einnahmen. 17 CElir. Torn 3 M. S,0O....... wyyf 149,60 12„ Weizen à4 Mk. 10,60..........„ 127,20 zu übertragen.. Mk. 276,80 Uebertrag. Mk. 276,80 28 Clir. Hafer A Mk. 7,15...........„ 200,20 3„ Erbſen à Ml. 12..........„ 36,— 9,75„ Winterſamen à Mk. 12.........„ 117,— 75 Kartoſſeln a Mt. 2,80........„ 210, LUO 2 fette Schweine à Ml. 90..........„ 180,— 2 Gühe MI. 2000.........„ 400,— 2 Kälber A Mk. 30............. 2 60,— 250 Pfd. Butter à Ml. 0,833.........„ 207,50 Summa. Mk. 1687,50 B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Staatsſtener.......... M. 81, Communalſtener........„ 101,— Tilgungsrente...........„ 40,— —/YA Mk. 222,— Taglöhne: 2 Perſonen durch 35 Tage à Mk. 1,15........„ 80,50 Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe..........„ 60,— Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe: dem Schmfed......... Mk. 20,— dem Wagner..........„ 20,— dem Sattler.......„ 5,— Hausrath und Handgeräthe....„ 15,— Inventar der engeren Familienwohnung..........„ 25,— Verſicherungs⸗Prämien: für Gebäude................. 4,20 Zukauf von Vieh: 4 Ferfel à Ml. 12..............„ 48,— Zukauf von Dungkalt...............„ 20,— Zukauf von Kraftfutter: Samenkuchen 4. Cir...............„ 32,—, Zukauf von Nahrungsmitteln: 40 Pfd. Fleiſch à 50 Pf........ Mk. 20,— 470„ Mehl aus 7 Ctr. Weizen....„ 77,55 52„ Kaffee reſp. Cichorie......„ 41,60 —nPP„ 139,15 zu übertragen.. Mk. 670,85 Uebertrag 3 Pſd. Zncker.... M. 1,— Mk. 670,85 „ 39,50 2 72,— „ 450,— 2 50,— 1 20,— „„ 20,— Mk. 1342,35 150„ Salz„ 13,50 90 Liter Branntwein„ 25,— Heizung und Beleuchtung: Fe........... aYr gche Petrolenm........„ 12,— Bekleidung: Schneider und Schuhmacher. Arzt und Apotheke. Thierarzt.. Verſchiedenes. Summa C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen beirugen t. 1687,50 Die Ausgaben betrugen....„ 1342,35 Ueberſchuß.. Mk. 345,15 IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte.) Erlös aus verkauften Producten(ſiehe oben) Werth der für die Familie aus der Wirthſchaft entnommenen Producte(Mk. 900— 178).. Summa B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 3100 à 4 Ct Mlk. 124,— Verſicherungsprämie„ 4,20 Abnutzung(Amortiſation) 0,75 pCt.„ 23,25 Inſtandhaltung.....„ 60,— 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 2276 à 4 PGt.. Mlt. 90,— Verſicherungsprämie à 2 ½ pCt...„ 56,90 Zukauf von 4 Schweinen.......„ 48,— zu übertragen Mk. 1687,50 „ 722, . M. 2409,50 Mk. 211,45 „ 194,90 . Mk. 406,35 — — 25— Uebertrag.. Mk. 406,35 3. Kapital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 740 à 4 pCt..... Mk. 29,60 Verſicherungsprämie à 0,2 pCt.....„ 1,48 Erneuerung und Inſtandhaltung....„ 85,— —⁰„ 116,08 4. Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren Ausgaben= Mk. 671. Hiervon 6 pCt........„ 40,26 5. Hagelberſicherungsprämie 0,75 pCt. von Ml. 1945„ 14,59 6. Steuern uind Umlagen...........„ 182, 7. Dunglalk....„ 20,— 8. Ankauf von 4 Ctr. Oelkuchen............„ 32,— 9. Ankauf von 4 Ferkeln....„ 48,— 10. Heizung und ruhtm, 25 RGt der töeſanunen Nusuabe.„ 18,— 11. Thierarzt..... 3 8„ 20,— 12. Taglöhne..„ 80,50 13. Lohn für die 5 erwachſenen Perſonen der Familie, 1200 T Tage * Mk. 1,05................„, 1260, 14. Verſchiedenes................„ 20,— Summa Mk. 2257,78 C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 2409,50 Die Productionskoſten betragen.„ 2257,78 Bleibt Reinertrag.. Mk. 151,72 Rechnet man hierzu den Werth der freien Wohnung mit Mk. 100, ſo erhebt ſich der Reinertrag auf Mk. 251,72. Das Grundcapital iſt abgeſchätzt auf Mk. 18600, hiervon Mk. 251,72 Zins, beträgt der Zins des Grundcapitals plus Unternehmer⸗ gewinn 1,35 pCt., eine Verzinſung, die man nicht gerade ungünſtig nennen kann. Anlage II. Gemeinde Nieder⸗Ohmen. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines mittleren Bauerngutes von 8 Yertar= 32 Morgen. Der Beſitzer, 46 Jahre alt, iſt verheirathet, hat 3 Kinder, 2 Söhne von 18 und 15 Jahren und ein Mädchen von 11 Jahren. Im Ganzen beſteht alſo die Familie aus 5 Perſonen, die mehr oder weniger in der Wirthſchaft beſchäftigt ſind. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden(Grundcapital). 6,50 Hectar= 26 Morgen Ackerland mittlerer Kaufwerth: 4,50„= 6„ Wieſen 1 10,200 Mk. (in 50 Parcellen.) Auch auf dieſem Gute ſind die wenigen vorhanden geweſenen Obſtbäume in Folge des Froſtes von 1879/80 entweder ganz zu Grund gegangen oder doch krank und ſo gut wie gar nicht ertragsfähig. Wiederholung. 7 Grund und Boden............. Mk. 10200 1 B. Gebäude. Eine Hofraithe, beſtehend aus Wohnhaus, Scheuer und Stal⸗ lung, laut Brandcataſter...... C. Viehſtand. 4270 II 2 Kühe a. Mk. 220.... Ml. 440 2 Nindey à Mek. 160.......„ 320 2 Kälber à Ml. 35...... 3 70 / zu übertragen.. Mk. 830 Mk. 14470 — 2— Uebertrag.. Mk. 830 Mk. 14470 3 Schweine.............„ 105 7 Hühner..„ 7 2 Gänſe............„ 6 —„ 9453 D. Todtes Inventar. 2 Geſchirre........... Mk. 5 1 Wagen... 7 70 Pfeug und Ggge..........„ 30 Haäckſelbank............„ 40 Fegemühle....„ 20 Handgeräthe, Hausrath......„ 100 — 265 E. Vorrath an umlaufendem Petr ehzkupiinn ſiehe Rentabilitätsberechnung..... 390 Werth des wfunüen Veſibes.. Nk. 16073 Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 1000. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung iſt auch hier die in der Gemarkung übliche ſog. verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft. Der Anbau der Früchte und der Natural⸗Ertrag ſtellen ſich demnach durch⸗ ſchnittlich ungefähr wie folgt: Getreide ⸗ 4 AS 3[253 3 8 8 22 8& Anbannu 5 3 3 2s 5 5 3 5 83 6 9 Centner. Hek 50 Lon 4. 7 Morgen 35 4. din 3: i u 61+° Gerſte. G 2.„ 10. Kartoffeln. 2„—— 96 FRüben. 4 2„——— 200 1 Klee.. 3„ Sd48 Wieſen..————— 102 Winterſamen..3„-——=—==[ 10 — 28— Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich demnach pro Morgen: bei Korn auf 5 Ctr. „ Weizen„ 5„ „ Hafer„ 5„ „ Gerſte„ 5„ „ Kartoffeln„ 48„ „ Rüben„ 100„ „Klee„ 16„ Heuwerth, „ Heu u. Grummet„ 17„ „ Winterſamen„ 3„ Samen. Aus dem Viehſtand. Milch. Da die Kühe zu allen Geſpannarbeiten verwendet werden und zwar ſehr ſtark gefahren werden, ſo kann der Milchertrag einer Kuh höchſtens auf 900 Liter pro Jahr und Haupt angenommen werden, im Ganzen alſo auf 1800 Liter. Rindvieh. Jährlich werden 2 Stück Rindvieh im Werth von etwa 300 Mk. verkauft und dafür 2 Kälber wieder aufgeſtellt. Schweine. 1 Schwein wird geſchlachtet, die beiden andern als Einlegſchweine à circa 60 Mk. pro Stück verkauft. 3 Ferkel werden angekauft.. Hühner. Die Hühner legen jährlich etwa 450— 500 Eier, die nicht verkauft werden. Gänſe. Die Gänſe werden im Spätherbſt fett verkauft und im Frühjahr junge Gänſe wieder angekauft. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut: Korn 4 Morgen.... 7 Cir. Pfd. Weizen 2„ 2..... 2„⸗—„ Hafer 5„ 141„ 20„ Gerſte 2 9].....n 1„ 70„ Kartoffeln 2— 16„=„ Klee 3„ 25„ Rüben 2„.....—„ 15„ Winterſamen 3„. 7⸗ 10„ Für den Viehſtand: Hafer....... Ctr. 80 Pfd. Gerſte...... 4„ 30„ Kartpifeln.......... 3660„—„ Rüben.. 200„„ Klee......... 48„—„ Heunwerth, Wieſenheu und Grummet..... 102„—„„ Samenkuchen....... 4 Etr.— Pfd. Kleie........ 14„—„ Stroh........ 150„ zu Futter u. Streu. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt etwa Mk. 1100 Der Werth der aus dem„ieiind Erziten eudhhe vertiün ſich auf..„ 565 ſo daß durch den Stallmiſt z zu decken find 1.... Mk. 535 Die Production an Stallmiſt beträgt etwa 820 Cenknor, es berechnet ſich ſo⸗ mit der Centner Stallmiſt auf 65 Pf. Für die Familie: Korn............... 18 Cir. Gerſte.. 5„ Weizen(als Mehl)......... 4„ Kartoffeln............. 20„ Fleiſch...... 350 Pfd. (davon 200 Vi fauſ vrodreih Butter... 30 Pfd. Schmalz.............. 30„ Kaffee................ 45„ Salz......... 130„ Milch....... 1000 Liter Eier........... 1950 1500 Stück Branntwein........ 90 Liter. Käſe, Eier, Gemüſe, Latwerge. Die tägliche Nahrung beträgt ſonach pro Kopf und Tag: 740 Gramm Getreide, 548„ Kartoffeln, 96„ Sileeiſch, 8,2„ Bulter, 8,2„ Schmalz, 12,3„ Kaffee, 35„ Salz, 0,54 Liter Milch, 0,005„ Branntwein. Die Ernährung der Familie iſt nicht ſehr weſentlich von der unter Nr. 1 an⸗ geführten verſchieden. Es kommt etwas weniger Fleiſch und etwas weniger Kartoffeln auf die Familie, was übrigens auch mit der Größe und dem Alter der Familien⸗ glieder zu erklären iſt. Die Mitglieder ſehen aber auch hier ganz geſund und wohl⸗ — 30— genährt aus und muß die Nahrung ſomit als eine vollkommen ausreichende ange⸗ ſehen werden. Der Werth der aus der Wirthſchaft entnommenen Lebensmittel beträgt an⸗ nähernd rund Mk. 750 und ſomit pro Tag Mk. 2,05— 06 Pf. Die Lebensweiſe der Familie unterſcheidet ſich nicht weſentlich von der unter Nr. 1. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 10 Etr. Dorn Mk. 8,30....... ML. 88,— 12„ Hafer à NMek. 7,15..„ 85,30 8„ Weizen 3 Mk. 10,60„ 84,80 9,15„ Winterſamen à Mt. 12........„ 117, 12 2 Schweinen„ 120,— 2 Ninder oder Kühe..............„ 300,— Für Gänſe und Federn..........„ 20,— Für 25 Pid. Butter...„ 20,— Summa.. Mk. 835,60 B. Ausgaben. —VVB—— Steuern und Umlagen: Directe Steuer....... 9) t. 37 02 Gommunalſtener......„ 593,21 Tilgungarente..„ 20,60 — Mk. 110,83 Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgaben...........„ 50,— Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgaben: dem Schmied........... MFl. 20,— „ Waoner....„ 12,— „ Sattler.......... 5 3,— Hansrath 2c........„ 15,— — 1 50,— Inventar der Familienwohnung.............„ 25,— Berſichernngspränmne....„ 10,— Zulauf von 3 Ferkeln.......„ 36,— Für 4 Etr. Samenkuchen......„ 32— ——— 1 zu übertragen.. Mk. 313,83 Uebertrag.. Mk. 313,83 Zukauf von Nahrungsmitteln: 250 Pfd. Mehl........... Mk. 40,— 150„ Fleiſch.........„ 75,— 40„ Kaffee.......„ 36,— 3„ Bncker.......„ 1,— 130„ Salz..........„ 11,0 90 Liter Brauntihein........„ 25,— —„ 188,70 Heizung und Beleuchtnnng......„ 60,— Bekleidunng..........„ 200,— Arzt und Apoiheke................„ 30,— Thicrarza.... 7 10,— Diverſes..................„ 5,— Summa.. Mk. 807,53 C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen... Mk. 835,60 Die Ausgaben betrugen....„ 807,53 Bleibt Ueberſchuß.. Mk. 28,07 —— IV. Rentabilitäts-Verechnung. A. Rohertrag. Ertrag aus verkauften Producten.... Nk. 835,60 Werth der für die Familie aus der Wirthſchaft entnommenen Producte(Mk. 750— 188).......„ 502,— Summa. Mk. 1397,60 B. Productionskoſten. 1. Gebäudekapital: 1 Zinſen von Mk. 4270 à 4 pCt.... Mk. 170,80 Verſicherungsprämie.......„ 4,20 Abnutzung à 0,75 pCt.......„ 32,02 Inſtandhaltung.........„ 50,— — Mk. 257,02 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 948 à 4 pCt..... Mk. 37,92 Verſicherungsprämie à 2 pCt.....„ 18,96 Zukauf von 3 Ferkeln......„ 36,— —V„ 92,88 zu übertragen.. Mk. 349,90 Uebertrag.. Mk. 349,90 3. Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 265 à 4 pCt.... Mk. 10,60 Verſicherungsprämie à 0,2 pCt....„— ,53 Erneuerung und Inſtandhaltung...„ 35,— „ 46,13 4. Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals, 6 pCt. von Mk. 404 5 24,08 5. Hagelverſicherungsprämie....„ 6,— 6. Steuern und Umlagen(exel. Tilgungsrente)......„ 90,23 7. Ankauf von Kraftfutter......„ 32,— 8. Licht und Holzs„ G15, 9. Thierart.. ae 10,— 10. Arbeitslohn, circa 560 Arbeitstage à Mk. 1,05„ 539, 11. Diverſes.„ 10,— Summa.. Mk. 1171,34 C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 1397,60 Die Productionskoſten betrugen.„ 1171,34 Bleibt Reinertrag.. Mk. 226,36 Rechnet man hierzu den Werth der freien Wohnung mit circa Mk. 100, ſo ſteigert ſich der Reinertrag auf Mk. 326,36. Das Grundcapital iſt abgeſchätzt auf Mk. 10,200. Hiervon Mk. 326,36 Zins, beträgt der Zins des Grundcapitals plus Unternehmergewinn 3,2 pCt., eine volle Grundrente. ᷓRNᷓÜᷓÜᷓÜNÜᷓÜNÜNꝑᷓÖVAᷓÖÖOÖʒ;V;; — Anlage III. Gemeinde Nieder⸗Ohmen. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines Taglöhnergütchens von 1,75 Yectar= 7 Morgen. Der Beſitzer iſt verheirathet, 57 Jahre alt, hat 4 Kinder, 2 Mädchen im Alter von 28 und 20 Jahren, die auswärts dienen, 1 Sohn von 23 Jahren und 1 Sohn von 15 Jahren ſind zu Haus. Der Vater und der große Sohn gehen in das Berg⸗ werk auf Arbeit, der jüngere hilft der Mutter im Haushalt. Die Feldbeſtellung, reſp. alle nöthigen Geſpannarbeiten ſind an einen anderen Bewohner Nieder⸗Ohmens gegen Zahlung von Mk. 100 jährlich in Accord gegeben. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden(Grundcapital). 1,50 Hect.= 6 Morgen Ackerland mittlerer Kaufwerth: Steuercapital: 0,25„= 1„ Wieſen 1200 Mk. 28 fl. 9 kr. (in 20 Parcellen.) Wiederholung. Grund und Boden Mk. 1200 B. Gebäude. Wohnung mit Stall, laut Brandcataſter.„ 800 C. Viehſtand. 1 Kuh Mk. 200 1 Ziege..............„ 20 1 Schipein............„ 40 6 Hühner..........„ 6 3——„ 2066 zu übertragen.. Mk. 2266 38 Nebertrag.. Mrk. 2266 D. Todtes Inventar. Handgeräthe, Haustath...........„ 60 E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital ſiehe Rentabilitätsberechnung.....„ 386 Werth des retitth Beſttes.. Nrt. 2712 Werth der engeren Familienwohnung Mk. 200. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung des Ackerfeldes iſt die in der Gemarkung allgemein übliche Dreifelderwirthſchaft. Der Anbau der Früchte und der Natural⸗Ertrag ſtellen ſich demnach etwa wie folgt: Getreide 5 3 23 Anbanu 5 S[8[3 3 CEentner KQorI......... 2 Morgen 10 Gerſte........ 1 e,„ 9 40 Hafer....... 1„%„ 3— Kartoffeln...... 1 4—— 48— Klee, Futter, Nüben. 1„ SA5355 1 Wieſen...... 141„———— 20 Der Durchſchnittsertrag ſtellt ſich: bei Korn auf 5 Ctr., „ Gerſte„ 6 2 Hafer 2 6 2 „ Kartoffeln„ 24„ „ Rüben und Klee„ 25„ Heuwerth, „ Wieſen„ 20„„ — 35— Aus dem Viehſtand. Milch. Da die Kuh nicht angeſpannt wird, ſo iſt ihr Ertrag wohl auf 1200 Liter pro Jahr zu veranſchlagen. Von der Ziege iſt der Milchertrag pro Jahr etwa 180 Liter. Rindvieh. Alle 6—7 Jahre wird die Kuh gemäſtet verkauft und dafür eine jüngere angeſchafft. Schweine. Jedes Jahr wird ein Schwein gemäſtet und geſchlachtet und ein junges dafür angeſchafft. Geflügel. Eier jährlich etwa 500 Stück. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Korn 2 Morgen.... 2 Ctr.— Pfd. Gerſte 1 ½„. ID.. 1„ 30„ Hafer 1½ 11 8 5 45 1 Kartoffeln 1. 8 7 Kleeſamen wird ſelbſt gezogen, nicht in Anſchlag zu bringen. Für den Viehſtand. ——————— 1 ſſ——— —— 21 Die Miſtproduction beträgt circa 240 Ctr., es ſtellt ſich demnach der Centner Miſt auf 50 Pf. Für die Familie. b Hfer da2d nigt. Echizan Koß vilg(Ce. 30 Pfs. 2 Erhſe............ 1„ 50„ Kartoffeln...... 50„„ Rüben, Heu und Grummet..... 45„=„ Heuwerth, Stroh............. 40„„ Kleie.. 3„—„ (eigener Produetion und 3 Ctr. zugekauft) V Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt annähernd.... Mk. 380 Der Werth der aus dem Viehſtand erzielten Producte beträgt circa„ 260 Es ſind alſo durch die Miſtproduction zu decken...... Mk. 120 Korn.......... 10 Clr. Gerſte.......... 10„ Mehl, zugekauft........... 2„ Kartoffelnn....... 20„ Fleiſch..... 280 Pfd. (davon 100 Pfd. zugekauft). ———— — 36— Butter............. 25 Pfd. Schmalz............ 25„ Kaffee............. 36„ Zucker. 3„ Salz........... 110„ Milch..........:.:...9300 Liter Eier.......500 Stück Branntwein... 180 Liter. Käſe, Gemüſe, Latwerge, Eier; 2c. Der Werth der verbrauchten Lebensmittel beträgt ungefähr Mk. 670 und pro Tag Mk. 1,84. In der Nahrung ſind enthalten, pro Kopf täglich: 820 Gramm Getreide, 685„ Kartoffeln, 96— 97„ Fleiſch, 17„ Blutter und Schmalz, 12„ Kaffee, 0,59 Liter Milch. Die Nahrung ſollte alſo proteinreicher ſein, beſonders erſcheint der Fleiſch⸗ genuß als nicht ganz ausreichend bei der anſtrengenden Arbeit im Bergwerk. Die Lebensweiſe iſt auch hier nicht weſentlich von derjenigen der unter 1 und 2 aufgeführten Familien verſchieden, nur der Fleiſchgenuß etwas geringer. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. Butter 12 Pfd. à 83 Pf.... Mk. 9,96 Vieh. Alle 6—7 Jahre eine fette Kuh,; à Mk. 200, alſo pro Jahr„„ 33,33 Fährlich ein Kalb.....„ 15,— Hierzu der von den beiden Männern im Bergwerk verdiente Tagloöhn, 290 Arbeilstage A Mk. 1,50 ·...„ 870,— Summe.. Mk. 928,29 B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Directe Steuern........... Ml. 10,56 Communalſteler.........„ 14,56 Tilgungsrenten...........„ 4,— — Mk. 29,12 Unterhaltung der Gebände: Wirkliche Ausgabe.............„ 20,— zu übertragSen.. Mk. 49,12 — Uebertrag. Mk. 49,12 Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe............„ 6,— Inventar der Familienwohnung............„ 15,— Verſicherungsprämie..“ 1,50 Veraccordirte Feldbeſtellungsarbeiten„ 100, Zukauf von 1 jungen Schwein..........„ 40,— Zuſchuß zum Einkauf einer Kuh, pro Jahr BAe. e e p 42,— Zukauf von Nahrungsmitteln: 100 Pfd. Fleiſch........... Ml. 50, 2 Etr. Korn.... ei. eh.i.„ 17,58 2„ 30 Pfd. Gerſte........„ 17,78 36 Pfd. Kaffer......... l.„ 28,80 3„ Zucker.......„ 1,— 200„ Mehl.........„ 32,— 110„ Salz.„ 9,90 182 Liter Branntwein.......„ 50,— —⁰-„ 207,06 Zukauf von Futtermitteln: 1 Ctr. Hafer........ Mk. ,15 10„ Karloffeln.........„ 28,— 1 ½%„ Elbſen............„ 18,— 4 ½„ Kleie..............„ 26,— —„ 5009,15 Für Holz und Licht.........„ 60, Bekleidung, Schuhmacher, Schnader 1eh....„ 240, Arzt und Apotheke......„ 20,— Velſchiedeites................„ 10, Summa. Mk. 869,83 C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen... Mk. 928,29 Die Ausgaben betrugen....„ 869,83 Ueberſchuß Mk. 58,46 IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag (exel. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte). Erlös aus verkauften Producten.... Mk. 58,29 Werth der für die Familie aus der Wirthſchaft entnommenen Producte(Ml. 670—207)..........„ 463,— Summa Mk. 521,29 — 98— B. Prodnctionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 800 4 4 pGt..... Mh 32,— Verſicherungsprämie. 9 1,— Abnubung„ 6,— Inſtandhaltung.....„ 20,— Mk. 59,— 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 286 à 4 pCt... Mk. 11,44 Verſicherungsprämie à 2 pCt. 9 5,72 Jährlicher Beitrag zum Zukauf einer riſg⸗ melkenden Kuh—..„ 36,— Für ein junges Schwein zum Mäſten.„ 30,— Sel 3. Capital des todten Inventars: 4 Zinſen von Mk. 60 à 4 pCt..... Mk. 2,40 Verſicherung, Abnutzung und Inſtand⸗ haltung.. 3 6,— —„ 8,40 4. Zinſen des umlaufenden eiricheeidilag à 6 pCt. von Mk. 435„ 26,10 5. Hagelverſicherungsprämie....... e..„ 2,— 6. Steuern und Umlagen.........„ 25,12 7. Heizung und Beleuchtung.............„ 15,— 8. Arbeitslohn für züugen e 2c..„ 100,— 9. Kraftfutter..„ 26,— 10. Arbeitslohn der beiden in der Haishaliund e verwendeten be⸗ ſonen, 115 Arbeitstage à Mk. 1 3— 4in, 115,— Summa.. NMk. 459,78 C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug..... Mk. 521,29 Die Productionskoſten betrugen..„ 459,78 Bleibt Reinertrag.. Mk. 61,51 Rechnet man hierzu den Werth der freien Wohnung mit Mk. 60, ſo erhebt ſich der Reinertrag auf Mk. 121,51. Das Grundcapital iſt geſchätzt auf Mk. 1200. Hiervon Mk. 121,50 Zins, beträgt der Zins des Grundcapitals plus Unternehmer⸗ gewinn 10,5 pCt. —— — Bericht über die landmwirthſchaftlichen Verhältniſſe Gemeinde Ruhlkirchen, Kreis Alsfeld, erſtattet von Fritz Schade in Altenburg. AIllgemeines. Ruhlkirchen liegt an den nördlichen Ausläufern des Vogelsberges, 250. Meter über dem Meeresſpiegel, 8,75 Kilometer von der Kreisſtadt Alsfeld, 8,5 Kilo⸗ meter von der Station Zell⸗Romrod der Oberheſſiſchen Eiſenbahn, 8 Kilometer von der Station Neuſtadt der Main⸗Weſer⸗Bahn, 69,5 Kilometer von Gießen, 54,75 Kilo⸗ meter von Fulda. Die Verbindungswege ſind gut erhaltene Kreisſtraßen, jedoch ſind dem gebirgigen Terrain entſprechend die Steigungsverhältniſſe ſehr wechſelnde, theil⸗ weiſe abnorme. Die Gemeinde zählt zur Zeit 575 Seelen in 123 Wohnhäuſern und 126 Haus⸗ haltungen, darunter 50 Perſonen, welche nur einige Wintermonate zu Haus zubringen, die übrige Zeit lohnenderen Verdienſt in den Induſtriebezirken Weſtphalens finden. Die Einwohner gehören mit Ausnahme von 3 evangeliſchen Haushaltungen der römiſch⸗katholiſchen Kirche an. Die Größe der Gemarkung beträgt 689,0375 Hectar. Hiervon ſind auszu⸗ ſcheiden 290,0262 Hectar Wald und 16,8600 Hectar unbeſteuerte Fläche, verbleiben mithin 382,1513 Hectar landwirthſchaftlich benutzten Bodens und zwar 272,5792 Hectar Ackerfeld, 95,18 Hectar Wieſen, 2,3650 Hectar Hofraithen, 12,0257 Hectar Wüſtung. Dieſe 382 Hectar landwirthſchaftlich benutzten Bodens vertheilen ſich auf 295 Beſitzer, von denen 177 unter 0,5 Hectar, 46 von 0,5 bis 1 Hectar, 31 von 1 bis 2 Hectar, 23 von 2 bis 5 Hectar, 9 von 5 bis 10 Hectar, 7 von 10 bis 20 Hectar, 2 über 20 Hectar beſitzen, von dieſen letzteren iſt einer die Gemeinde. 19 — 2— Die directen Steuern für die Gemarkung Ruhlkirchen betrugen für 1883/84 2311 Mk. 14 Pf., die Communalſteuern 5740 Mk. 43 Pf. incl. 10 Mk. 64 Pf. für evangel. Kirchenſteuer, 295 Mk. 45 Pf. für Legaliſirung des Grundbuchs. Die Communalſteuern betrugen in 1870 2251 Mk. 75 Pf., in 1875 4406 Mk. 60 Pf., in 1880 5759 Mk. 56 Pf., ſind mithin innerhalb 14 Jahren geſtiegen um 3488 Mk. 68 Pf. oder 155 pCt. Die Tilgungsrenten betragen alljährlich 833 Mk. 81 Pf., ſie laufen ab im Jahr 1894. Die Communalſteuern betragen 248 pCt. der Staatsſteuern. Die Zahl der Obſtbäume iſt: 105 Aepfelbäume, 57 Birnbäume, 215 Zwetſchenbäume, 20 Kirſchbäume, 2 Wallnußbäume. Sämmtliche Obſtbäume ſind qualitativ und quantitativ von ſo geringer Ertrags⸗ fähigkeit, daß eine Bewerthung derſelben und eine Ertragsberechnung füglich unter⸗ bleiben könnte. Der Gemeindewald, einige Hectar umfaſſend, bringt über die Cultur⸗ koſten keinen Ertrag. Der Viehſtand in der Gemarkung beträgt nach der letzten Zählung: 1 Fohlen, 12 Pferde, 1 Eſel, 14 Kälber, 66 Stück Jungvieh, 1 Bullen, 18 Ochſen, 118 Kühe, 210 Schafe, 14 Zuchtſauen, 52 Schweine, 49 Ziegen, 12 Bienenſtöcke. 217 Stück Rindvieh, Frage I. a. Welche Bodenverhältniſſe zeigt die Gemarkung, welchen Character hat das Klima und wie iſt hiernach im Allgemeinen die Fruchtbarkeit der Ländereien; iſt letztere ſehr günſtig, mittel oder gering? b. In welchem Verhältniß ſtehen die verſchiedenen Arten des Kulturlandes— Acker, Wieſen, Weiden, Rebland ꝛc.— zu einander — 3— und iſt dieſes Verhältniß im Allgemeinen als ein wirthſchaftlich günſtiges zu bezeichnen? c. Welches ſind die hauptſächlichſten Producte der Landwirthſchaft, bezw. welche Productionsrichtungen machen ſich im landwirthſchaftlichen Betriebe der Gemeinde vorzugsweiſe geltend? d. Iſt der landwirthſchaftliche Betrieb im Allgemeinen ein rationeller zu nennen, oder haften ihm weſentliche Mängel an und welche? Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weitgehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang im Zuſammenhang? a. Der Boden der Gemarkung Ruhlkirchen iſt ein Verwitterungsboden des bunten Sandſteins und beſteht zum weitaus größten Theil aus Sand, der an einzelnen beſſeren Lagen in ſandigen Lehm⸗ und Thonboden übergeht. Der Oberboden iſt ſeicht, darunter entweder undurchlaſſender Letten oder in der Regel Geſteinstrümmer des bunten Sandſteins. Der Boden iſt deshalb ein kalter undurchlaſſender, der ſich eben⸗ ſowohl ungünſtig verhält gegen andauernde Näſſe, als andauernde Trockenheit. Der Boden iſt nur in längeren Zwiſchenräumen kleefähig. Das Terrain iſt ſehr coupirt, ein enges Thal mit Wieſen angelegt, die ſteil abfallenden Bergwände zu Ackerland benutzt, größtentheils von Wald umgeben, der die Bewirthſchaftung der anliegenden Grundſtücke vollends zu einer unlohnenden macht. Das Klima iſt als mittelmäßig anzuſehen. Die Fruchtbarkeit der Ländereien iſt demnach als unter mittel, theilweiſe als geringe zu bezeichnen. b. Es giebt nur zwei Arten von Culturland, Acker und Wieſe. Das Verhältniß von Ackerfläche zu Wieſe iſt ungefähr 3: 1, welches Verhältniß an ſich nicht ungünſtig wäre, wenn nicht die geringe Kleefähigkeit des Ackerlandes und die Dürftigkeit der Wieſenerträge verſchärfend wirkten. Die Wieſen im Thal leiden zum Theil an Näſſe und entbehren geeignete Wäſſerungsanlagen, die Feldwieſen erhalten durch das Ab⸗ waſſer der mageren Aecker nur geringe Dungzufuhr und gehen daher, wo directe Düngung und Pflege mangelt, in geringwerthige Hute über. c. Die hauptſächlichſten Bodenproducte ſind: Getreide und Futter; von Getreide hauptſächlich Roggen und Hafer. Zum Verkauf kommen etwas Roggen, Weizen und Hafer, alles übrige verbraucht die eigene Wirthſchaft. Obſtbau iſt, wie bereits bemerkt, in Folge der klimatiſchen und Bodenverhältniſſe ganz außer Rechnung zu ſetzen und dürfte nur in den günſtigeren Jahrgängen unter Beihülfe von Runkelſaft eine Unterſtützung der Haushaltung gewähren durch Ver⸗ arbeitung der Producte zu Latwerge und Saft, ſowie etwas Dürrobſt. Die thieriſchen Producte ſind gering, und ſind die Erlöſe aus Kuhhaltung und Schweinehaltung über den Haushaltungsverbrauch hinaus ſehr ſchwache. — 1— Die Fruchtfolge iſt die Dreifelderwirthſchaft und zwar werden angebaut im Winterfeld: ½¼ Weizen, ¾ Roggen; im Sommerfeld: ½ Hafer, ½ Gerſte; im Brachfeld: ½· Rothklee, ⁄* Kartoffeln und Runkeln, ½ Hülſenfrüchte, ½. Raps und Rübſen, ½ Flachs, ½, Weiß⸗Klee, ½ reine Brache. Es machen ſich alſo vor⸗ zugsweiſe geltend der Anbau von Roggen und Hafer, es treten über Gebühr zurück Blatt⸗ und Hackfrüchte, vorzugsweiſe Klee und Runkeln. d. Der landw. Betrieb kann unter den geſchilderten Verhältniſſen ein rationeller nicht ſein. Hindernd treten ein: 1. Der Flurzwang, indem nur wenige Grundſtücke durch Feldwege direct zu⸗ gänglich ſind. 2. Die große Parcellirung(circa 9 Parcellen pro Hectar). 3. Die geringe Tiefe der Ackerkrume. 4. Die Undurchläſſigkeit des Untergrunds und die dadurch ungünſtigen Feuchtig⸗ keitsverhältniſſe. 5. Die vielfach ſteile Lage der Ackerflächen, verbunden mit mangelhaften Feldwegen. 6. Der qualitativ und quantitativ ungenügende Futterbau, welcher, wenn die natürlichen Bedingungen für denſelben auch nicht günſtige ſind, dennoch mit allen Mitteln und mit aller Energie zu heben wäre. Die Folge hiervon iſt denn auch eine ungenügende Viehhaltung nach Centnerzahl und Ernährung. Es entfallen nämlich an Rindvieh pro Hectar Acker und Wieſe 0,37 Stück von 1000 Pfd. Lebendgewicht, welches Verhältniß etwas verbeſſert wird durch Hinzurechnung der Schafe. Das Rindvieh iſt Landvieh, gekreuzt mit Simmenthaler oder Baſtarden von ſolchen und entfallen auf einen Gemeindefaſſelochſen eirca 150 Stück ſprung⸗ fähiges Vieh. Ganz gering iſt die Milchproduction, gering die Maſt; Viehhandel unbedeutend, Aufzucht dürftig und ohne Zuchtziel. Etwas beſſer, jedoch ebenfalls ohne bedeuten⸗ deren Ertrag, iſt die Schweinehaltung. Zukauf von Kraftfutter findet kaum, Ankauf von künſtlichen Düngemitteln findet gar nicht ſtatt. Laubſtreu und Haideſtreu wird in ſtroharmen Jahren zu Hülfe ge⸗ zogen. Im Allgemeinen iſt ſofort zu erkennen, daß der Landwirthſchaftsbetrieb unter dem Druck der inneren und äußeren Verhältniſſe der Proſperität entbehrt. Frage II. a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäſſigen Landbau treibenden Bevölkerung? b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung eingetreten? —— — 5— c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗ theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B. das geltende bäuerliche Erbrecht, die üblichen Syſteme des ehelichen Güter⸗ rechts oder der Zuſammenkauf von Grundſtücken? a. Iſt ein Theil der Gemarkung Allmendland und welchen Einfluß hat die Benutzung des letzteren auf die Lage der Bevölkerung? a. Die Größe des landwirthſchaftlich benutzten Bodens beträgt 382,1513 Hectar, die Zahl der Haushaltungen 126. Hiervon kommen nur 70 Haushaltungen mit 244,8565 Hectar in Betracht, da der übrige Theil auf ganz kleine Beſitzungen fällt, ferner auf Ausmärker, auf Pfarr⸗ und Schulgüter, Gemeinde⸗ und fiscaliſches Ge⸗ lände, ferner auf Liegenſchaften, die im Concurs noch ohne Beſitzer, oder von aus⸗ wärtigen Gläubigern zwangsweiſe übernommen, theils verpachtet, theils überhaupt unbewirthſchaftet ſind. Es kommen demnach auf die Haushaltung 3,498 Hectar. b. Die Vertheilung des Grundbeſitzes ergibt ſich aus Beantwortung der Frage VIII. Großgrundbeſitz iſt nicht vorhanden. In der todten Hand befinden ſich 15,0418 Hectar der Pfarrei gehörig, zum Theil im Einzelnen verpachtet, zum Theil in Selbſtbewirth⸗ ſchaftung. Die Gemeinde beſitzt 25,3440 Hectar, von denen ein kleiner Theil ab⸗ theilungsweiſe verpachtet iſt, der bei Weitem größere in Huten, Triften und Wegen beſteht. 10 bis 12 Hectar ſind, nachdem die früheren Beſitzer vergantet oder ausge⸗ wandert ſind, theils verpachtet, theils außer Bewirthſchaftung. Frage III. a. Welches ſind die durchſchnittlichen Preiſe für die einzelnen Boden⸗ qualitäten der verſchiedenen Culturländereien(Acker, Wieſe, Weide, Wein⸗ berg ꝛc.), erſcheinen dieſe Preiſe beſonders hoch oder beſonders niedrig und auf welche Urſachen ſind die bezüglichen Erſcheinungen zurückzu⸗ führen? b. Welche Aenderungen in den Preiſen haben ſich in den letzten 5 Jahren vollzogen? c. Pflegt ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften ſtattzufinden und liegt hierfür(ſ. a) ein berechtigtes Bedürfniß vor? a. Die durchſchnittlichen Preiſe von Acker und Wieſe in Ruhlkirchen betragen nach amtlichen Ermittelungen für die I. Claſſe des Ackerlandes 14 Pf., die mittlere 10 Pf., die geringſte 4 Pf.; die des Wieſengeländes I. Claſſe 28 Pf., mittlerer 18 Pf., geringſter 8 Pf. pro Quadrat⸗Meter. In Wirklichkeit werden dieſe Preiſe heute nicht erzielt; vielleicht zur Arrondirung. — 6 b. Die Preiſe für Güterſtücke ſind bedeutend zurückgegangen und dürfte dieſer Rückgang von den Jahren 1877 oder 1878 datiren. c. Der Umſatz in Liegenſchaften iſt ein ſehr geringer und, es wird nicht zu viel geſagt ſein, ein weſentlich auf Zwangsverkäufe zurückzuführender. Als Beleg für die hier einſchlägigen Zuſtände mag die Anführung der einen Thatſache genügen, daß das der Gruppe VI angehörige Anweſen des verganteten Heinrich Mohr, 10,94 Hectar groß und mit durchaus neuen Gebäuden, bei einem eingeſchätzten Grundwerth von 10,000 Mk. und einem Gebäudewerth von 14,400 Mk. bei zweimaligem öffent⸗ lichem Verkauf ein Höchſtgebot von 7500 Mk. erzielte, eine Deckung der 9151 Mk. betragenden Hypothekſchulden alſo nicht zu erwarten iſt. Bei der inzwiſchen erfolgten dritten öffentlichen Verſteigerung wurde ein Gebot nicht abgegeben. Frage IV. a. Nehmen die Pachtgüter einen erheblichen Umfang ein und ſtehen die Pachtpreiſe im richtigen Verhältniß zu dem Kaufpreiſe der Ländereien einerſeits und zur Ausnutzungsfühigkeit derſelben andererſeits, eventuell welche Urſachen wirken ſteigernd auf die Pachtpreiſe ein? b. Welche Beſtimmungen gelten insbeſondere in Betreff der Dauer der Pacht, der Bezahlung der Steuern ꝛc., der Verſicherungsprämien, ſowie in Betreff vorzunehmender Meliorationen und etwaiger Pachtnach⸗ läſſe bei elementaren Unglücksfällen bei fiskaliſchem, ſtandesherrlichem und privatem Grundbeſitz? c. Wirken die üblichen ſonſtigen Pachtbedingungen beſonders er⸗ ſchwerend für die Pächter oder nicht? Pachtungen und Verpachtungen in Ruhlkirchen beſchränken ſich auf etwas ver⸗ pachtetes Gemeindeland und fiscaliſche Waldwieſe, ſowie das 15 Hectar große Pfarr⸗ gut, welches zu einem Theil an einen Kleinbauer gegen einen Geldbetrag und die Auflage der Mitbeſtellung des anderen in Selbſtnutzung behaltenen Theiles verpachtet, dem dermaligen Pfarrinhaber eine ſehr mäßige Rente gewährt. Es dürfte der Pacht⸗ werth pro Hectar auf 32 Mk. anzuſetzen ſein, was etwa 3 pCt. des mittleren Kauf⸗ werthes entſpricht. Frage V. a. In welcher Weiſe pflegen die Landwirthe ihre Mobilien und Producte gegen Feuer, ihre Früchte gegen Hagel und ihren Viehſtand gegen Unfall zu verſichern? — 7— b. Hat die Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung Eingang in der Gemeinde gefunden, event. in welcher Weiſe und welchem Umfange? Die meiſten Landwirthe haben eine Verſicherung von Mobiliar und Produkten, es ſind dieſe Verſicherungen meiſtens in dem Zeitraum des letzten Jahrzehnts abge⸗ ſchloſſen, eine geringe Zahl iſt unverſichert. In den letzten 50 Jahren iſt ein Brand von Bedeutung nicht vorgekommen, der letzte durch Blitzeinſchlag verurſachte Brand hatte ſtatt vor circa 6 Jahren. Hagelverſicherung, ſowie Viehverſicherung, Lebens⸗ verſicherung ſind unbekaunt. Frage VI. In welcher Weiſe befriedigen die Landwirthe in der Regel ihre Creditbedürfniſſe hinſichtlich des Real⸗ und des Perſonalcredits und welches ſind bei beiden Arten des Credites die gewöhnlichſten Darlehens⸗ bedingungen in Bezug auf Zeitdauer und Zinsfuß und werden dabei auch Amortiſationsfriſten(Güterziele) angewendet? Früher wurde das Creditbedürfniß gegen Verunterpfändung von Immobilien gedeckt durch Anlehen bei der ehemaligen Kurheſſiſchen Landescreditkaſſe zu Kaſſel und ſind heute noch zahlreiche der planmäßigen Tilgung durch Amortiſation unter⸗ liegende Schuldpoſten vorhanden. Die Aufnahme dieſer Capitalien iſt auf die Zeit vor 1866 zurückzuführen, als Ruhlkirchen mit den drei anderen katholiſchen Ortſchaften des ſog. Katzenberges dem Kurheſſiſchen Staatsverbande angehörte. Mit dem Anfall an das Großherzogthum wandten ſich die Creditſuchenden neben privaten Quellen der Spar⸗ und Leihkaſſe zu Alsfeld zu, ſowie zur Befriedigung des Perſonalcredits den dortigen Genoſſenſchaften, der Alsfelder Vorſchuß⸗Kaſſe ꝛc. Unter großer Anerkennung ſprechen die Ortseinwohner von den ſegensreichen Wirkungen der Landescreditkaſſe, welche zu benutzen ihnen leider nicht mehr geſtattet iſt. Die zahlreichen, wohl zu zahlreichen erwähnten Heſſiſchen Creditinſtitute haben zu hohen Zinsfuß, 5— 6 pCt., und entbehren des ſo überaus ſittlich erziehend und materiell ſchuldbefreiend wirkenden Princips der Amortiſation; auf der andern Seite erleichtern dieſelben das Geldborgen zu ſehr, insbeſondere wirkt das Syſtem der Pro⸗ longationen und das Creditgewähren, ſo lange der Bedürftige nur materielle Sicher⸗ heit bietet, oder die mangelnde eigene Qualität durch die des Bürgen erſetzt, geradezu corrumpirend für den nachläſſigen oder leichtſinnigen oder in Noth befindlichen Wirth⸗ ſchafter. Seitens der darleihenden Kaſſe gilt nur der kaufmänniſche Geſichtspunkt, ſte gewährt in der leichteſten und gefälligſten Form Credit, ſo lange der Empfänger ſelbſt oder durch einen Dritten die nöthige Sicherheit bietet, und gilt Derjenige, welcher unter der letzteren Vorausſetzung den größten Umſchlag macht, als der beſte Kunde. Dagegen tritt der Geſichtspunkt, wie und wozu die Anleihen verwendet werden, voll⸗ kommen zurück, immer vorausgeſetzt, daß der Empfänger directe oder indirecte Sicher⸗ — 8— heit bietet, alſo das Intereſſe der Kaſſe nicht Noth leidet. Der Umſtand, daß bei den meiſten Immobilienverkäufen Juden als Bieter oder Käufer auftreten, weil be⸗ theiligt, ſowie der nicht unbedentende Grundwerth, welcher denſelben in der Gemarkung zuſteht, ferner die ihnen zuſtehende Zahl von Zwangshypotheken läßt auf eine freilich neuerdings mehr im Stillen wirkende aufſaugende Thätigkeit ſchließen. Der Nachweis direct wucheriſcher Geſchäfte iſt allerdings zumal ſeit Einführung der Wuchergeſetze ſchwer zu führen, indes jene Thatſachen ſowie der lebhafte Hauſtrhandel, ferner der Handel mit Einſtellvieh ſind vielleicht genügende Anzeichen. Und wenn eine Abnahme jener zu conſtatiren iſt, darf zur Erklärung dieſes Umſtandes die Unſicherheit oder Unrealiſirbarkeit vieler Forderungen in Folge des geſunkenen Grundwerths dienen (ſ. Frage III c). Eine leider traurige Genugthuung. Das Activ⸗Capital⸗Vermögen dürfte mit 10,852 Mk. Einlage in der Alsfelder Spar⸗ und Leihkaſſe, ſowie äußerſtens 20,000 Mk., welche einige Ortseinwohner in die Gemeinde verliehen haben, alſo rund mit 30,000 Mk. erſchöpft ſein. Frage VII. a. Wie ſtehen im Allgemeinen die Arbeits⸗ und Geſindelöhne in der Gemeinde, genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten oder ſind fremde Arbeiter nöthig und wo⸗ her kommen letztere? b. Iſt für die landwirthſchaftliche Bevölkerung Gelegenheit zum Nebenverdienſt vorhanden, event. haben dieſe Nebenverdienſte(Arbeiten im Wald, Hausinduſtrie, Fabrikbetriebe, Fuhrweſen ꝛc.) eine beſondere Bedeutung für den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung und der Gemeinde im Allgemeinen? c. Gibt es Landwirthe in der Gemeinde, die mit Rückſicht auf den Umfang und die Rentabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes an ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen? Die Taglöhne berechnen ſich durchſchnittlich pro Tag ohne Koſt: für den Mann auf 1 Mk. bis 1 Mk. 20 Pf., für die Frau auf 70 bis 80 Pf. Bemerkt muß indes werden, daß Männer kaum verwendet werden. An Geſindelöhnen werden bezahlt: für einen Knecht 200— 250 Mk., für eine Magd 120— 150„ 7 Irischat Instiut für ſandu ee, Beitien— 1 1 81 “ Ius Lehhd und berechnet man ſich die Koſt für den Knecht auf 220 Mk., für die Magd auf 180 Mk. Die ortsanſäſſige Bevölkerung genügt z. Z. vollkommen und kommen fremde Arbeiter niemals nach Ruhlkirchen, vielmehr ſuchen die einheimiſchen Arbeit aus⸗ wärts. Waldarbeiten und Wegbauarbeiten, Sammeln von Waldbeeren, insbeſondere Heidelbeeren, Brechen von Tannäpfeln, ferner Beſenbinden, bieten der Bevölkerung einen mäßigen Nebenverdienſt, der indes 3000 Mk. gewiß nicht überſchreitet. Von Bedeutung für den Unterhalt der Ortsangehörigen dürfte dagegen die Ein⸗ nahme ſein, welche aus dem Arbeitsverdienſt in Weſtphalen oder dem„Preußiſchen“ reſultirt. Mit Beginn der beſſeren Jahreszeit, oft ſchon Februar, reiſen von den männlichen Einwohnern über 14 Jahren etwa 50 Perſonen nach Weſtphalen in die dortigen Gruben und Eiſenſchmelzen, Steinbrüche u. ſ. w., um erſt November oder December zurückzukehren. Nach Schätzung Ortskundiger, deren Angaben durch die 1i Glesseät Erhebungen bei dem Kaiſerlichen Poſtamt Alsfeld unterſtützt werden, fließen etwa 4 10,000 Mk. erſparter Arbeitsverdienſt in die Gemeinde. Aus Standesvorurtheil lehnt Niemand Nebenarbeiten ab, es iſt aber die Ge⸗ legenheit zu lohnendem Nebenverdienſt im Ort und der Umgebung ſelten. Unter dem Groß⸗, Mittel⸗ und Kleinbeſitz ſind Verſchwender, Arbeitsſcheue und Trunkenbolde nicht vorhanden, einige unter der ganz geringen Claſſe, ſowie in den Gruppen II und III je einer. Nicht beſtritten wird, daß die geringen Leute, alſo die Arbeiter, beſſer leben als der Kleinbauer. Frage VIII. a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt? b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehnt zugenommen? c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und Güterziele im All⸗ gemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rückſtände bekannt? d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf die Ver⸗ ſchuldung z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗ — 10— ſyſteme, unwirthſchaftlicher Ankauf von Grundſtücken zu hohen Preiſen, ungenügendes Betriebscapital, zu frühe Gründung eines eigenen Haus⸗ halts, Verſchwendung und nachläſſige Wirthſchaft, die Aufeinanderfolge ſchlechter Ernten u. ſ. w. Aus Tabelle A folgt: Dem Grundbeſitz der 70 überhaupt in Betracht gezogenen Haushaltungen im Werth von 467640 Mk. ſteht eine Geſammtverſchuldung von 130850 Mk. gegenüber, ſomit ſind 27,98 pCt. verſchuldet. Der Grundbeſitz der 61 verſchuldeten Haushaltungen hat einen Werth von 403200 Mk., ſomit ſind 32,54 pCt. verſchuldet. Nicht verſchuldet ſind 9 Beſitzer mit 64440 Mk. Grundwerth. Der Grundbeſitz der Landwirthſchaft allein Betreibenden(Tabelle B), 12 an der Zahl, hat einen Werth von 238530 Mk., verſchuldet mit 59680 Mk. oder 25,02 pCt. Von dieſen 12 Perſonen ſind 11 verſchuldet und zwar bei einem Werth von 222360 Mk. mit 26,84 pCt. 1 Bcſitz iſt ſchuldenfrei im Werth von 16170 Mk. Aus Tabelle C folgt: Erwerb durch Taglohn neben der Landwirthſchaft findet in 44 Haushaltungen ſtatt, der Werth der Liegenſchaften iſt 137600 Mk., verſchuldet mit 47098 Mk. oder 34,22 pCt. Hiervon ſind 40 Haushaltungen verſchuldet, der Werth ihrer Liegenſchaften iſt 130110 M., ſomit verſchuldet mit 36,19 pCt., während 4 Haushaltungen mit einem Werth von 7490 Mk. unverſchuldet ſind. Aus Tabelle D folgt: Landwirthſchaft und Gewerbe betreiben 14 Haushal⸗ tungen mit einem Liegenſchaftswerth von 91510 Mk., einer Verſchuldung von 24072 Mk., alſo 26,30 pCt. Verſchuldet ſind 10 Haushaltungen mit 50730 Mk. Grundwerth, alſo verſchuldet mit 47,45 pCt. Unverſchuldet ſind 4 mit einem Werth von 40780 Mk. Was die Vertheilung der Verſchuldung unter die einzelnen Beſitzgruppen betrifft, ſo ſind die Differenzen nicht auffallend große. Unverſchuldet iſt keine Gruppe, Gruppe 2 am ſtärkſten mit 37,82 pCt., es folgt Gruppe 1 mit 35,35 pCt., Gruppe 6 mit 31,54 pCt., es folgen Gruppe 3 mit 27,49 pCt., Gruppe 5 mit 26,24 pCt., die geringſt verſchuldete Gruppe 4 iſt immerhin noch mit 20,29 pCt. verſchuldet. Für die Landwirthſchaft allein Betreibenden ergibt ſich die höchſte Verſchuldung mit 44,33 pCt. für Gruppe 3, es folgt Gruppe 6 mit 31,54 pCt., Gruppe 5 mit 26,24 pCt., am geringſten verſchuldet iſt Gruppe 4 mit 13,13 pCt., Gruppe 1 und 2 kommen außer Betracht. In Tabelle C, Landwirthſchaft und Taglohn, iſt die Verſchuldung der 3 allein in Betracht kommenden erſten Gruppen eine faſt gleichmäßige, im Durchſchnitt 34,22 pCt. In Tabelle D, Landwirthſchaft und Gewerbe, iſt Gruppe 3 mit nur 19,45 pCt., Gruppe 4 mit 31,54 pCt., Gruppe 2 mit 36,61 pCt. verſchuldet. Gruppe 1, 5, 6 kommen nicht in Betracht. Bemerkt muß indes werden, daß mit Ausnahme eines Kaufmanns, eines Müllers und der Wirthe eine beſondere Beurtheilung derſelben hätte unterbleiben können. — 11— Im Allgemeinen läßt ſich erkennen, daß die erſten und letzten Gruppen die höchſten Procentſätze, die mittleren Gruppen die geringeren Procentſätze der Verſchul⸗ dung ergeben. Ein anderer Procentſatz der Verſchuldung ergibt ſich für Hypothekſchulden allein im Vergleich zu den Liegenſchaftswerthen. Für ſämmtliche 70 Haushaltungen iſt der Liegenſchaftswerth mit 12,54 pCt., oder da 41 Haushaltungen mit Hypotheken be⸗ laſtet ſind für dieſe mit 20,35 pCt. belaſtet und zwar in der 1. Beſitzgruppe für 11 Haushaltungen mit 29,77 pCt., in der 2. für 11 Haushaltungen mit 21,16 pCt., in der 3. für 11 mit 23,50 pCt., in der 4. für 3 mit 33,60 pCt., in der 5. für 4 mit 18,39 pCt., in der 6. für 1 Haushaltung mit 2,70 pCt. Bei den nur Landwirthſchaft Betreibenden iſt der Werth des Geſammtgrund⸗ beſitzes 238530 Mk., die Hypothekſchulden betragen 24410 Mk., mithin die Verſchul⸗ dung 10,23 pCt., oder der nur verſchuldeten Haushaltungen 10,98 pCt. u. ſ. w. Ein weiteres Ausſpinnen dieſer Berechnungen dürfte Reſultate von Wichtigkeit nicht zur Folge haben, zumal die Eintragung von Hypotheken einen ſicheren Maßſtab der Verſchuldung nicht bildet. Denn es hat in Kreiſen von Capitaliſten und Credit⸗ inſtituten vielfach die Anſicht Platz gegriffen, daß Sicherheit durch gute Bürgſchaft der durch Hypothekeintragung geleiſteten Sicherheit überall da vorzuziehen ſei, wo eine Entwerthung des Grundbeſitzes und damit eine demnächſtige ſchwierige Verwerthung vorhanden oder zu erwarten ſei, ſo daß das Hauptgewicht der Unterſuchung eigentlich auf die Mobiliarverſchuldung zu legen wäre. In Wirklichkeit überſteigen an unſerem Beiſpiel die nicht geſicherten Schulden die Hypotheken um 13590 Mk., welche Summe, eine gleiche Sicherheit der Eruirung vorausgeſetzt, gewiß noch erheblicher würde. Nicht ohne Intereſſe dürfte dagegen eine Scheidung des Liegenſchaftswerthes in Grundwerth und Gebäudewerth ſein. Die Zahlen ſtellen ſich folgendermaßen: Gruppe 1 Grundwerth 14900 Mk., Gebäudewerth 23770 Mk. „ 2„ 29100„ 29160„ „ 3„ 60800„, 55390„ „ 1„ 76600„ 3 34130„ „ 5„ 75300„. 67350„ „ 6„ 241000„ 7 17140„ Insgeſammt„ 240700 Mk.,„ 226940 Mk. Der Geſammtliegenſchaftswerth beträgt 467640 Mk., ſomit der Grundwerth ein weniges über, der Gebäudewerth ein weniges unter der Hälfte. Blos auf den Grundwerth berechnet würde ſich in Tabelle A die Verſchuldung in Procenten des Grundwerths ergeben für Gruppe 1 mit 91 pCt., Gruppe 2 mit 88 pCt, Gruppe 3 mit 52 pCt., Gruppe 4 mit 35 pCt., Gruppe 5 mit 49 pCt., und für Gruppe 6 mit 57 pCt., insgeſammt mit 54 pCt. Desgleichen in Tabelle B für Landwirthſchaft allein betreibende: 2³⁹ — 12— Gruppe 3 1 Haushaltung mit 3000 Mk. Grundwerth, verſchuldet mit: 124 pCt. 1 4 4 11 17 29900 1 2 11 1 21 1 2 5 6 2 7/ 75300 2 2 2 2 49 2 1 6 1 1 2 21000 1 1 1 1 57 2 Insgeſammt 46 pCt. Würde man dieſe Berechnungsweiſe ausdehnen auf die Einzelhaushaltungen der verſchiedenen Gruppen, ſo würde man auf dieſem Weg mit Sicherheit die bereits Ueberſchuldeten oder der Ueberſchuldung in abſehbarer Zeit Entgegengehenden her⸗ ausfinden. Abweichend von dem bei Meſſel eingeſchlagenen Weg dürfte nicht der Ge⸗ ſammtliegenſchaftswerth in Vergleich mit dem Geſammtſchuldenſtand zu ziehen ſein, ſondern nur der Grundwerth voll, der Gebäudewerth in Procenten und ſo, daß in der Gruppe 1 80 bis 75 pCt., Gruppe 2 75 bis 70 pCt., Gruppe 3 60 pCt., Gruppe 4 50 pCt., Gruppe 5 und 6 40 pCt. herangezogen würden, oder anders geſagt, blos die Wohngebäude mit 80 bis 75 pCt. ihres Brandverſicherungswerths, die landwirthſchaftlichen Zwecken dienenden Gebäude dagegen gar nicht, analog der Beſteuerung. Dies würde etwa den thatſächlichen Verkaufsreſultaten landwirthſchaft⸗ licher Beſitzungen in Ruhlkirchen und den andern Orten des Kreiſes Alsfeld ent⸗ ſprechen, vorausgeſetzt natürlich, daß die ermittelten Durchſchnittspreiſe für Ackerland und Wieſe heute noch zutreffen, was in Frage III allgemein verneint und durch das dort angeführte Beiſpiel näher beleuchtet wird. Als Veranlaſſung der Ueberlaſtung mit Hypothek⸗ und anderen Schulden wird in den meiſten Fällen Uebernahme alter Schulden durch den Beſitznachfolger, ſowie ſolcher Schulden angeführt, welche durch Herauszahlung an die Miterben erwachſen. In anderen Fällen ſind Schulden entſtanden durch Ankauf von Güterſtücken und Ge⸗ bäuden. Vielfach indes ſind Capitalien aufgenommen zur Deckung von Deficits, um vorübergehende und regelmäßige Ausfälle des Wirthſchaftsbetriebes zu decken, oder Güterziele und Zinszahlungen. Lüderliche Wirthſchaft, leichtſinniges Leben, Trunk ꝛc. ſind in keinem Fall als Urſache der Verſchuldung anzuſehen. Die Zunahme der hypothekariſchen Verſchuldung in den letzten 10 Jahren von 1874 bis 1884 iſt als eine ſtarke zu bezeichnen. Es haben im Ganzen ſeit 1874 101 Eintragungen ſtattgefunden, von denen 23 in demſelben Zeitraum wieder gelöſcht wurden, im Werth von 7234 Mk. Dieſe 101 Hypothektitel ſtellen excl. Koſten eine Schuldſumme von 65389 Mk. dar, hiervon wurden wieder gelöſcht 23 Titel mit 7234 Mk., bleiben 78 Titel mit 58155 Mk. In demſelben Zeitraum von 10 Jahren wurden dagegen ältere Hypothekſchulden gelöſcht in der Höhe von 25071 Mk., ſo daß ein Zuwachs von Hypothekſchulden in den letzten 10 Jahren von 33084 Mk. ſeatt⸗ gefunden hat oder pro Jahr 3308 Mk. Da wie bereits bemerkt die Mobilienſchulden die Hypothekſchulden überhaupt um 13590 Mk. überſteigen, wird man nicht fehlgehen, wenn man für jene einen gleichen Zuwachs wie für dieſe annimmt, ſo daß alſo der Jahreszuwachs insgeſammt 6618 Mk. betragen dürfte. — 13— Von den unverſchuldeten Beſitzern ſind 3 gleichzeitig Eigenthümer von zins⸗ tragenden Kapitalien(in der Höhe von 20000 Mk.), die 6 Uebrigen haben keine Ausſtände und keine Schulden. Zinſen und Güterziele werden theilweiſe nicht pünktlich gezahlt und bleiben Rückſtände. Die Höhe der Geſammtverſchuldung, das ſtetige Anwachſen derſelben, verbunden mit dem Mangel an capitalkräftigen Ortseinwohnern auf der einen Seite, Entwerthung des Grundbeſitzes und Mangel an Betriebscapital auf der anderen Seite, laſſen eine Aenderung der zur Zeit beſtehenden traurigen Geſammtlage zunächſt nicht erwarten, müſſen vielmehr die ernſteſten Beſorgniſſe für die Zukunft erregen. ———— 0Fr/†9 1676˙18 6 060716 8106,„1l 9 3 098,†6 9203,11 9„ 3 2 026, 1168,1 1 1 5 4 086 † 1780˙G 8 1 ,0o f :ponpla 4 4 F0/8 001 08'08I(019,21 000˙69(9980 003907f vFI6Ie 19 I Fg,IL 61,6 680,61 000,11 380,1 OI,Ss 8950,I3 1 acom n 0 9 16,96 19,83 S,S 029,8 000,91 841,72 99,53! 7961,92 9 03 0 G 89,88 86,61 188,91 009,5 000,5 82II f9,8† 8686,63 p 0I 2 5 16,†8 Ir.,Fs G6,18 001⁸ 0I 36/, 1 088,16 088†,06 91( 3. 88,07† 18,51 678,61 006,I 009,6 648,1 066,0† 2969,16 5 1 3 89/68 Ff/O 129/91 0081 009˙9 119ℳ 0 †/† IIPI 61 1— o ₰ 7 8:oInſplaod d. 86˙0 00L 0L8,O8I(49/31 009/60(089˙80 09495 090851 0„ P6,I 61*,6 680,61 000,1 380,1 OFIg 8950,1ls 1I aam n 03 9 16,96 19,88 6,S 029,8 000,91=2 814,12 069,6 1961,97 9 05— 01 4 66,03 36,81 188,91 009,5 000,5 182,II 081,08 9888,9† 9 0I= 5 6† 46 IF, Fs 6†6,IS 00 ½ 0c†, 36, 7 061,911 92869,19 3 8 38,18 18,†1 678,61 006,1 009,6 648,1 093,10 9700,83 9 1 35 69˙G FOI 119˙91 008˙1 000˙9 119˙ℳ 029˙/88 386791 5535 1 40 I 29 Sahrocnshlogpl apre 20 2 2 20 20 whec gug 19 ⸗119 918 5⁰( uuid 28 42( 1 gun 12% C 10b 48 unue cac u ereonch un uutehh ,cel Raand ieldas a nehit on eme avenſe 1uaj 8⁰ 29949 1 p paogee ue V ua ſpagn 2Guama ee i iiipaag aad ae 15 vnv uafful Lun adduag 0½1˙91 88/6 1 02191 88/6 T : nGplaog †§˙96 001 0989,60 O²sr 00076 Oir ke 098 ee, llel PS,I 91,06 80,0] HPoo, o, FI,Ss 39 l; T6.,96 8,59 Sr s 019'˙ 000,91 14,1I 99,! 1931,92 9 T6,61 98,01 587,9 009 000,5 688,8 021,88 1818,03 8 88 †*6˙9 561 8— 000˙ †Sll 00†˙8 1100˙9 1 :pnqplaod d 303 001 0989/,60 015 h 00019 015†h 0908963 97687081 31 F,e 91., e,el—, HPowr Seo, OrI, S897O,he I 16,93 81˙59 Sr,s 029’ 000,90 44, 069,8fI 2961,9,7 9 81,81 98,01 387,9 009 000,5 688,L Ofs,6r 6990,08 p 88 †† 76˙9 †61˙8 000˙6 †6!I 007†˙8 1190˙8 1 av*ο☛ 2r da lpce 3 2 2 2 2 u21 a99 u521 Sed e c G qun 12p 16 v hnen Vnnnhnn mhut eueh ihihtes anhente vanehm aue : uagzog uo pge 01 6 aGout n 03 05 0 01 9 5 1Gom'n 03 05—01 0 2 (5 195 1p*16 D 29 ——————————— nn uau 9 Lun † aſktnao 06†˙2 968 †G 5 015,8 TIe,I 1 5l 2 066 † †180˙ 8 1——60 1: pInGplal e 61˙99 001 860 † 009 0+¶☛&/ ę S8S89 0II'OS 328629 Or gI,I 66,9f 408,61 00 6 e,II S4, 060,699 88 5e 1I 3 2 86,Tp 66,63 361,F 008, 00¼,8 66110 089,88 3215,PI 01 5— 5 89˙68 50˙66 119˙91 008T 009˙9 119˙ 0 † 8917˙81 61 1— 40 — :polnqplaod d V 7. 4 4 7 7 4 4 36 †8 001 860 † 009† 01G6 878,9!1 009 /181 2718˙09 r V FLaI 6, ee e., ee 80,73e0) sShhe 3 60,88 66,66 66 1,F. 008, 001,;8 661,6 006,98 8868,01 11 5 1 3 V 998˙09G 50˙66 129˙91 008,0 009˙9 129˙0 029˙89 5867˙1 82 1 40 I 1b*◻☛ 501.p, ui 1 2 11211 3 3 nben eag Ammnech g wiee eiiie wie einee igee mun e e en 29 u*dcac ul unuoac ul uS avIq025 BumGpllnv uradd Jun R Sa rueg 1b 2a]S : u*—og unegvgojoby un ignee d— „uv uafful 9 Lun G adkkuac 0810† 180/81 1 066,1 C60, 1 098 †5 9006˙11 8 : pnGplao r“ 001 320*6 006˙9 008˙5 31921 081˙00 5989˙63 01 0069 I,I 306,6 000˙6 206, 015,I 796,6 1 T9/6 80,18 816,8 008, 008,1 818,½ 006,06 26†6,81 p 8 19˙98 †8˙13 105˙0 0099 0091 201ʃ 098 1 86411 2 — :—.nGplaog qu 09˙95 001 210 55 006˙9 008˙5 319, 11 019˙I6 grL'Sr F†1 5G,I 1,I 06,6 000˙6 206⁷4 068,18 2918,91 6 87,61 80,48 816,8 008, 008,1 818,½ 091,† 88†L.F 2 19˙98*8˙16 105˙0 009 000 101 0981 96/ʃ12 3 1pOo⸗ Srzsn vl naalnchh 2 2 2 u1210 e b22 e e(p! qun 12ꝓ 10b rheeih nnneisus nha antet aiecte aarhdzs i än dr 8 49 : ugazeg 0grote n gt 1 C¶ — G 01 6 6 492& 1p*a]e SN 0= N Frage IX. a. Wie geſtaltet ſich die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens bei großen, mittleren und kleineren(eigenen oder gepachteten) Gütern? b. Wenn die Rentabilität als eine unbefriedigende erſcheint, ſind die Gründe zurückzuführen hauptſächlich auf 1. die Fruchtbarkeits⸗Verhältniſſe der Gemarkung, 2. die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, 3. die im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens, einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, ein zu großes Gebäudecapital, ungünſtige Arbeiterverhältniſſe, ungünſtige Abſatzverhältniſſe(ſchlechte Preiſe, unrationelle Einrichtungen für den Abſatz u. ſ. w.), 8. frühzeitiges Zurückziehen der Eltern und Belaſtung der Güter mit hohen Altentheilen und Leibrenten, 9. beſondere unwirthſchaftliche Gewohnheiten der Landwirthe, z. B. zu ſtarke Pferdehaltung u. dgl., 10. hohe Steuern und Umlagen und ſonſtige dem Commiſſär bekannt gewordene Verhältniſſe? Es wurden ein größeres, ein mittleres und ein kleineres Gut ausgewählt, ſiehe Anlage I, II und III. Es wurde bei der Auswahl neben der Größe des Beſitzes und der Perſon des Beſitzers, neben dem allgemein typiſchen Charakter, der für alle Wirth⸗ ſchaften der gleiche iſt, auf die Verſchuldung inſofern Rückſicht genommen, als in Anlage I ein Gut mit Durchſchnittsverſchuldung, in Anlage II ein unverſchuldetes, in Anlage III ein über den Durchſchnitt verſchuldetes gewählt wurde. Die Bewirth⸗ ſchaftung ſämmtlicher Güter hält ſich genau in dem hergebrachten Rahmen. Bei An⸗ lage II iſt zu bemerken, daß dieſer Beſitzer mit außerordentlicher Sparſamkeit in Haus⸗ und Wirthſchaft verfährt, ſowie in kluger Bedächtigkeit der ortsüblichen Bewirth⸗ ſchaftung zur vollen Wirkung verhilft. Die Erhebungen führten zu folgenden Ergebniſſen: 1 — 19— I. Beſitzſtand⸗Nachweis, beſtehend aus den Nachweiſen über den Werth von Grund und Boden mit Obſtbäumen, Gebäude⸗ capital, Inventarcapital und umlaufendes Betriebscapital. Das Verhältniß der einzelnen Betriebscapitalien zum Grundcapital ſtellt ſich wie folgt: Größeres Gut. Das Gebäudecapital beträgt.... 86% vom Grundeapital. Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt... 22„„ 3 Das umlaufende Betriebscapital beträgt...... 4„„ 8 Mittleres Gut. Das Gebäudecapital beträgt.......... 60„„ 7 Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt... 18„„ 2 Das umlaufende Betriebscapital beträgt...... 3„„„ Kleineres Gut. Das Gebäudecapital betrdgt.......... 63„„„ Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt... 20„„„ Das umlaufende Betriebscapital beträgt.... 6„„ Die Höhe des Gebäudecapitals erſcheint als eine unverhältnißmäßige überhaupt, iſt jedoch hier wie in anderen Orten des Kreiſes die übliche. II. Natural⸗Rechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Natural⸗Ertrag und Natural⸗Bedarf nebſt Schlußfolgerungen. Bezüglich des Naturalertrags von Aecker und Wieſen iſt zu bemerken, daß der⸗ ſelbe ein geringer iſt und auch nur ſein kann, wenn man die geringe Fruchtbarkeit der Gemarkung an ſich in Verbindung bringt mit einer quantitativ und qualitativ ungenügenden Düngung. Die officielle Statiſtik dürfte wahrſcheinlich zu hohe Körner⸗ erträge angeben, ſie hat mit Sicherheit zu hohe Erträge in Heu und Stroh angeführt. Es wiederholt ſich dieſelbe Erſcheinung in den Schätzungen der Beſitzer und bedurfte es wiederholter eingehender Unterſuchungen mit Waage und Stift, um zu richtigeren Reſultaten zu kommen. Selbſttäuſchung und die allgemeine menſchliche Gewohnheit, die Dinge mehr nach der Licht⸗, als nach der Kehrſeite zu beurtheilen, laſſen es ins⸗ beſondere dem kleinen Landwirth, an den die Beantwortung ſolcher Fragen, wie das Rechnen überhaupt, ſelten herantritt, ſchwer fallen, richtige Durchſchnittszahlen zu treffen. Die Erträge der Viehhaltung ſind außerordentlich geringe, wo ſich dieſelben, wie bei dem mittleren Beiſpiel, Anl. II, zu einer mäßigen Höhe erheben, iſt der günſtige Einfluß auf die Rechnung ſofort in die Augen ſpringend. Daß die Erträge der Vieh⸗ haltung überhaupt ſo geringe ſind, erklärt ſich wie folgt: 1) Iſt der Ertrag der Wieſen qualitativ noch niedriger als quantitativ. 2) Der Kleebau unbedeutend, weil die Kleefähigkeit des Bodens ohne Zufuhr von Kalk ſchwer zu erhöhen, hierfür Geld und theilweiſe auch Spannvieh mangelt. 3) Erſatz durch Futterpflanzen, die für Sand⸗ boden ſich eignen, ſowie Anbau von Lupinen findet nicht ſtatt. 4) Anbau von Hülſen⸗ b y——— 8— 3 3— — 20— früchten zum Schroten und Verfüttern, aus gleichen Gründen wie der Anbau des Klees unlohnend. 5) Ankauf von Oelkuchen und Kleien u. ſ. w. findet kaum ſtatt. 6) Hackfruchtbau iſt ebenfalls für Zwecke der Viehhaltung vernachläſſigt. Daß auf ſolcher Grundlage eine gedeihliche und rentable Viehhaltung nicht er⸗ wachſen kann, iſt klar, ebenſo klar iſt, daß ohne eine ſolche der Geſammtbetrieb ſich nicht heben kann. Unklar iſt nur das Wie? Wie und in welcher Weiſe die Futter⸗ erträge zu ſteigern ſind bei einem Boden, der ſich ſo wenig für Futterbau überhaupt eignet, und bei dem Mangel an Betriebsmitteln, um durch Ankauf von Kraftfutter den Ausfall an natürlichen Futtermitteln zu decken? Daß die Beſitzer ſich bereits daran gewöhnt haben, dieſe mangelnde Rentabilität als etwas Unabänderliches hinzu⸗ nehmen, zeigt ein Blick auf die Schweinehaltung, auf welche ein Theil der für die Rindviehhaltung ungünſtigen Momente nicht angewendet werden kann, und welche dennoch eine ſehr mäßige genannt werden muß, freilich muß hinzugefügt werden, daß ihre Unterſtützung aus der mangelhaften Melkviehhaltung eine durchaus unge⸗ nügende iſt. Daß der Preis für den Centner Stallmiſt rechnungsmäßig ein hoher ſein muß, lehrt oberflächliche Betrachtung, daß derſelbe relativ noch theuerer zu ſtehen kommt, ergiebt ſich aus der zweifellos geringen Qualität ſo erzeugten Miſtes. Den Ziffern ſelbſt möchte man eine ſehr große Bedeutung nicht beilegen, weil die Stallmiſtmenge eine außerordentlich ſchwankende iſt, je nachdem das Stroh mehr oder minder zur Verfütterung herangezogen, ſo daß in futterarmen Jahren, die dann, wenn gleich⸗ zeitig ſtroharm, zu wahren Hungerjahren werden, die Stallmiſtproduction eine ſehr geringe wird. Bezüglich des Naturalbedarfs zeigen die 3 Beiſpiele ziemlich übereinſtimmende Reſultate. Bezüglich des Verbrauchs der Familie geht daraus hervor, daß die Lebens⸗ weiſe eine überaus mäßige iſt und hauptſächlich durch die Erzeugniſſe der eignen Wirthſchaft gedeckt wird. Die Fleiſchnahrung tritt über Gebühr zurück, bedeutend iſt der Verbrauch an Brod, Kartoffeln und Dickmilch, ſo daß die Quantität die Qualität erſetzen muß. Der Verbrauch pro Tag und Kopf berechnet ſich auf 50 Pf. III. Geldrechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Geld⸗ einnahmen und Geldausgaben. Die Geldrechnung weiſt nach, daß Anl. I und III mit Unterbilanzen, Anl. II mit einem Plus von 300 Mk. abſchließen. Wenn man in Anl. I zu der Unterbilanz von 330 Mk. die Verſchuldung von 32 pCt. des Liegenſchaftswerthes, alſo etwa eine Belaſtung durch Zinſen in der Höhe von 500 Mk. jährlich hinzufügt, ſo erweckt dieſe Wirthſchaft Beſorgniſſe. Wenn man in Anl. III zu der Unterbilanz von 400 Mk. die Verſchuldung von 74 pCt. des Liegenſchaftswerthes, alſo etwa eine Belaſtung durch Zinſen in der Höhe von 220 Mk. jährlich hinzufügt, ſo iſt die Zeit ſehr abſehbar, in welcher Verſchuldung und Werth ſich ausgleichen. Daß es trotzdem auch in Ruhl⸗ kirchen noch möglich iſt einen baaren Ueberſchuß bei dem bäuerlichen Betrieb zu er⸗ zielen, beweiſt der Beſitzer in Anl. II, wenn dieſer Ueberſchuß auch, wie die Renta⸗ — 21— bilitätsrechnung darthut, aus den Erſparniſſen des Arbeitsverdienſtes und der Lebens⸗ bedürfniſſe reſultirt, ſowie aus erſparten Verſicherungsprämien. Sämmtliche Beiſpiele weiſen nach, daß in Ruhlkirchen der größte Theil des Getreides wieder verbraucht wird, nur ein geringer zum Verkauf kommt, ſo daß in Anl. I der Verbrauch an Körnern für die Viehhaltung als ein unrationeller er⸗ ſcheint, veranlaßt wahrſcheinlich durch die billigen Getreidepreiſe. Hier wäre eine Verwerthung des Getreides zu lohnenden Preiſen und mit dem Erlös ein Ankauf von billigen anderweitigen Futterartikeln am Platz. Die Grenze endlich, innerhalb welcher ein Beſitz eine Familie zu ernähren ver⸗ mag, liegt für Ruhlkirchen ziemlich hoch. Es dürften für eine mittlere Familie 8 bis 10 Hectar anzunehmen ſein, indem die 10 Hectar in Anl. II für die kleine Familie zwar einen Ueberſchuß ergeben, für die größere Familie in Anl. III aber gerade an⸗ gemeſſen ſein würden und der Beſitz in Anl. III bei den Ertragsverhältniſſen der Wirthſchaft ſchon nicht mehr für den Unterhalt der Familie genügt. IV. Rentabilitäts⸗Verhältniſſe, beſtehend aus den Nach⸗ weiſen über den Rohertrag, die Productionskoſten und den Rein⸗ ertrag. Die Rentabilitätsberechnung führt zu dem Reſultat, daß eine Grundrente über⸗ haupt nicht erwächſt, nicht einmal für Anl. II, welcher Beſitz mit Concurrenz nur einer einzigen Wirthſchaft die relativ günſtigſten perſönlichen und wirthſchaftlichen Verhältniſſe des Ortes darſtellt. Auch für dieſe Wirthſchaft ſteht es außer Zweifel, daß der Ueberſchuß der Geld⸗ rechnung, wie bereits bemerkt, aus erſpartem perſönlichen Verbrauch und Arbeitslohn reſultirt. Ein Ueberfluß an Arbeitskräften kann dieſer Wirthſchaft nicht ſubſummirt werden, vielmehr verdient die Befähigung des Wirthſchafters bezüglich der richtigen Verwendung und des Auskommens mit den gegebenen Arbeitskräften volle Aner⸗ kennung. Erwägt man, daß beiſpielsweiſe während der Druſchzeit, im Herbſt von 1 Uhr Morgens bis Abends 8 Uhr, ſämmtliche Familienmitglieder in ſchwerer Tages⸗ arbeit ihre Berufspflichten erfüllen, ſo wird die Bezahlung für die thatſächlich ge⸗ leiſtete Arbeit ſogar als eine ungenügende, anderweit hierfür nicht zu beſchaffende, bezeichnet werden müſſen. b. Da die Rentabilität als eine unbefriedigende erſcheinen muß, fragt es ſich, auf welche Gründe iſt ſie zurückzuführen und ſind als ſolche zu bezeichnen: 1. Die Fruchtbarkeitsverhältniſſe der Gemarkung überhaupt ſind unbefriedigende. (S. Allgemeines.) 2. Hierzu kommen mangelnde Melioration und Zerſplitterung des Grundbeſitzes, 3. Der Flurzwang mit unrationeller Dreifelderwirthſchaft, Fehlen von Gewann⸗ wegen und zweckmäßig angelegten Feldwegen, 4. Daraus folgend ein mangelhafter landwirthſchaftlicher Betrieb, 5. Ein im Verhältniß zum Grundwerth zu hohes Gebäudecapital, 6. Geringe Preiſe der landwirthſchaftlichen Producte, b ” ————.—- 7. Zu hohe Grundſteuern, insbeſondere Communalſteuern, 8. Zu hohe Durchſchnittsverſchuldung und damit fühlbarer Mangel an baaren Betriebsmitteln. Dieſe hier angeführten Gründe für eine mangelnde Rentabilität des landwirth⸗ ſchaftlichen Betriebs ſind mehr oder minder diejenigen, welche ſich für unſere ärmeren Landestheile überhaupt anführen laſſen. Der an und für ſich nicht ſonderlich fruchtbare Acker⸗ und Wieſenboden ent⸗ behrt günſtiger klimatiſcher Verhältniſſe, welche ausgleichend wirken könnten, entbehrt der höchſt nothwendigen Melioration, der Drainage⸗ und geeigneten Bewäſſerungs⸗ anlagen. Zu dieſen natürlichen Hinderniſſen eines erfolgreichen Betriebes kommen die künſtlichen Schranken, welche mangelhafte und mangelnde Feldwege, ſowie die Parcellirung der freien Bewirthſchaftung entgegenſtellen. Der Flurzwang lähmt das Können, das aus ihm folgende, veraltete, ſtarrbegränzte Feldbauſyſtem das Wollen. Die natürliche Abgeſchloſſenheit von dem Verkehr und der Reibung, welche dieſer mit ſich bringt, hindert die zeitgemäße rationelle Umgeſtaltung des landwirthſchaft⸗ lichen Betriebs, der gar nicht oder langſam, immer aber zu ſpät den Anforderungen der jeweiligen Zeit in Syſtem und Technik folgt. Sie hindert weiter die Ausbildung und Beſeitigung der geiſtigen Regſamkeit und wirthſchaftlichen Elaſtizität, welche die Neuzeit an Stelle der Zähigkeit und des ſtarren Feſthaltens mehr erfordert. Der naturgemäß geringere Allgemeinwohlſtand erſchwert den lohnenden Abſatz anderweitiger, an Stelle der durch die Weltconcurrenz im Preiſe geſunkenen Getreide⸗ arten, zu bevorzugenden Wirthſchaftsproducte. Es fehlen für dieſelben eine dichte kaufkräftige Bevölkerung oder die Nähe großer Städte, es fehlen die erleichternden Verkehrsverbindungen. Fehlt ſomit der Anreiz zu erhöhter Production überhaupt, ſo hindert die geringere oder mangelnde Capitalkraft direct die energiſche Führung des Wirthſchaftsbetriebs. Daß der Einfluß des Capitals auf Intenſität und ſeine Ver⸗ wendung auf Rentabilität des Betriebs immer ſteigend influirt, und hier, wie in den Anſprüchen an die Leitung die handwerksmäßigen Begriffe gegen die kaufmänniſchen Geſichtspunkte immer mehr zurücktreten, dürfte nicht zu beſtreiten ſein. Die verſchiedenen Urſachen zuſammengehalten, bewirken direct und indirect, daß der Landwirthſchaftsbetrieb ein mangelhafter iſt und daß er, da jene natürliche oder ſchwer zu beſeitigende Umſtände ſind, mehr oder minder mangelhaft bleibt. Dieſer beſchränkten Leiſtungsfähigkeit eines mangelhaften Betriebs ſtehen die An⸗ ſprüche des Staats, der Gemeinde und des Lebens gegenüber. Die Anforderungen, welche der Staat ſtellt, bleiben an der Hand unſeres Beiſpiels gleich, die der Gemeinde erhöhen ſich unangemeſſen, die perſönlichen und die Bedürfniſſe des Hausſtandes ſind trotz aller Sparſamkeit zeitgemäß höhere geworden, der zurückbleibende landwirthſchaft⸗ liche Betrieb deckt dieſe erhöhten Anforderungen nicht, der rentenbringende Faktor, das umlaufende, lebende und todte Betriebscapital iſt zu niedrig, der belaſtende Faktor, das Gebäudecapital, iſt zu hoch, die Schulden wachſen, der Grundwerth ſinkt. So bietet die Landwirthſchaft der ärmeren und abgelegeneren Gegenden aus allgemeinen Geſichtspunkten das entmuthigende Bild vielſeitiger Inferiorität im Kampf 29— um's Daſein, aus engeren Geſichtspunkten betrachtet, gar häufig das troſtloſe Bild der Bewegung im erfolgloſen Ringen. Und doch wollen auch dieſe Landwirthe vor⸗ wärts kommen, das beweiſt ihr zähes Aushalten, ihr Fleiß, ihre Sparſamkeit. Sie zu ſtützen, ihnen den Kampf zu erleichtern, ſie zu leiten und ihnen die Wege zu zeigen, darin beſteht die hochwichtige Aufgabe der ſtaatlichen und freien Pflege der landwirthſchaftlichen Intereſſen.(S. Frage X.) Frage X. Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landw. Bevölkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maßnahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen? Von Nutzen für die Gemeinde Ruhlkirchen würde ſein: Entlaſtung reſp. Erleichterung hinſichtlich des Aufwandes für Deckung der Ge⸗ meindebedürfniſſe, ſowie für Verzinſung der ſchwebenden Schulden. Während die Staatsſteuern als beſonders drückende nicht angeſehen werden können, ſind die Gemeindeumlagen überhaupt und im Vergleich zu jenen hohe(ſ. Allgemeines, 248 pCt. der Staatsſteuern), im Vergleich zu den Erträgen aus dem landwirthſchaft⸗ lichen Betrieb und zu der Leiſtungsfähigkeit der Ortsbürger unangemeſſen hohe. Da das vorhandene Gemeindevermögen, ſoweit es in Wald und Ländereien be⸗ beſteht, einen höheren Ertrag nicht erbringen kann, andere Einnahmequellen nicht vor⸗ handen ſind, ſo iſt eine Verringerung dieſer drückenden Communalſteuern nur auf dem Wege der äußerſten Sparſamkeit und Beſchränkung auf das äußerſt Nothwen⸗ dige zu erreichen. Und zwar wird dieſe Beſchränkung, da die Forderungen, die Staat und Kreis ſtellen, dem Einfluß der Gemeindevertretung entrückt ſind, naturgemäß für den engeren Gemeindehaushalt Anwendung finden und inſofern gemeinſchädlich wirken, als viele im allgemeinen Intereſſe liegende und für das Gemeinwohl nütz⸗ liche Maßnahmen(Faſſelweſen, Unterhaltung und Neuanlage von Feldwegen, Meliora⸗ tionen, Culturen u. ſ. w.) ungenügend ausgeführt werden oder ganz unterbleiben. Bezüglich einer leichteren Zinszahlung würde zur Befriedigung des Realcredits eine zu errichtende Landescreditkaſſe mit niedrigem Zinsfuß und Amortiſation von weittragender Bedeutung ſein. Dieſes Inſtitut würde dazu beitragen, Stabilität in die ſchwankenden Verhältniſſe zu bringen, das geſunkene Vertrauen zu befeſtigen und einer weiteren Entwerthung des Grundbeſitzes entgegen zu wirken. Die directe Zinſen⸗ erſparniß und die ſegensreichen Wirkungen des Amortiſationsprincips würden eine allmählige Verringerung der Grundſchulden ſogar mit Wahrſcheinlichkeit erwarten laſſen. Nachdem durch ein ſolches ſtaatliches Creditinſtitut der Hauptdruck gemildert, würde eine Befriedigung des Perſonalcredits unter günſtigeren Bedingungen erfolgen können und bei weiterer Conſolidirung ſogar an die Errichtung einer Darlehnskaſſe in Verbindung mit einer Ortsſparkaſſe gedacht werden können, für welche zur Zeit alle Vorbedingungen fehlen. Dies im Allgemeinen; im Beſonderen wäre trotz der Schwierigkeiten, die man anerkennt, mit aller Entſchiedenheit auf eine Umgeſtaltung und Hebung des land⸗ wirthſchaftlichen Betriebs hinzuwirken, etwa in folgender Weiſe: Aufgeben der die Betriebskoſten nicht deckenden ſchlechten Grundſtücke, beſonders der an den Wald grenzenden. Ferner Verbeſſerung reſp. beſſere Anlage der Feldwege, Anlage von Gewann⸗ wegen oder noch beſſer Conſolidation, auf jeden Fall Beſeitigung des Flurzwangs und Aufgeben der Dreifelderwirthſchaft und Einführung einer verbeſſerten Fruchtfolge. Hand in Hand mit der Reform des Ackerbaues muß die Viehwirthſchaft eine intenſivere und rationellere werden. So lange Verwendung von Kraftfutter un⸗ bekannt, Futter⸗ und Hackfruchtbau ungenügend ſind, kann die Viehhaltung weder Rente bringen, noch die Stütze des Feldbaues ſein. Die Verwendung von nur 25 Pfennig für Kraftfutter pro Kopf Groß⸗ und Kleinvieh für jeden Tag im Jahr, würde in Ver⸗ bindung mit Futterbau auf dem Feld die Strohfütterung angemeſſen beſchränken und damit den Strohmangel endgültig beſeitigen. Eine ſo ſicher geſtellte Viehwirthſchaft würde directe und indirecte Leiſtungen hervorbringen, insbeſondere wenn eine ver⸗ beſſerte Faſſelhaltung, die zur Zeit gleichfalls ungenügend, hinzukäme. Allein um dieſe Umgeſtaltung zum Beſſeren zu bewirken, zumal bei der Ungunſt der Allgemeinverhältniſſe wird es unausgeſetzter Anregung durch Beiſpiel und Be⸗ lehrung bedürfen. Ob die landwirthſchaftlichen Vereine, die ſelber der Reform be⸗ nöthigt ſind, dieſe Aufgabe löſen werden, ob nicht ein directeres Eingreifen nöthig wäre, etwa durch Männer, welche das Studium der einſchlägigen Verhältniſſe zu ihrem Lebensberuf machen und auf Grund der erworbenen Kenntniſſe und Erfahrungen mit Rath und That unterſtützend, anregend Neues ſchaffend wirken könnten, nennen wir ſolche Leute Landwirthſchaftsbeamte oder wie ſonſt, bleibe unentſchieden. Zweifellos iſt auf dieſem Gebiet für die nächſte Generation der Landwirthe die Ackerbauſchule von hoher Bedeutung. Dieſelbe bedarf indeß, um ihre Aufgabe zu er⸗ füllen, dringend des weiteren Ausbaues. Gut organiſirte, im richtigen landwirth⸗ ſchaftlichen Geiſt arbeitende Ackerbauſchulen müſſen für unſeren Bauernſtand der gute Sauerteig werden, welcher belebend und hebend alle Zweige des landwirthſchaftlichen Betriebs durchdringt. An die Reform des Feldbaues und der Viehhaltung könnte ſich in beſcheidenen Grenzen eine beſſere Pflege des Obſtbaues anſchließen, für den indeß die klimatiſchen und Bodenverhältniſſe nicht günſtig ſind, ſo daß auf Steinobſt und geringeres Kern⸗ obſt ſich zu beſchränken wäre.. Als ein Geſichtspunkt von größter volkswirthſchaftlicher Bedeutung wäre als Erſatz für die untergegangene Handweberei die Einführung eines anderen Zweiges von Hausinduſtrie in's Auge zu faſſen und verdienen in dieſer Hinſicht die Be⸗ ſtrebungen des Großh. Kreisraths Hoffmann zu Alsfeld auf Einführung des Weiden⸗ baues und der Flechterei Beachtung und Anerkennung, wiewohl zur Zeit der Markt für Flechtwaaren vorübergehend ungünſtig liegt, und es überhaupt fraglich iſt, ob größere Allgemeinerfolge auf dieſem Gebiet zu erzielen ſind. —j— Bei der heute dahier ſtattgehabten Schlußberathung, der außer den Unterzeich⸗ neten der Großh. Amtmann Buchinger von Alsfeld, das Kreisausſchußmitglied Korell von Schwabenrod, der Großh. Bürgermeiſter und die übrigen Mitglieder des Orts⸗ gerichts von hier beiwohnten, wurde Weſentliches bei den vorſtehenden Bemerkungen nicht zu erinnern gefunden; erwähnt wurde noch, daß eine Verbeſſerung der Lage einzelner hieſiger Einwohner durch Verheirathung mit auswärtigen vermögenderen Mädchen durch die beinahe ausſchließlich gewordene Gewohnheit der jungen Männer von hier, nur Mädchen aus dem Ort Ruhlkirchen oder den drei zunächſt gelegenen ebenſo armen Orten des ſogenannten Katzenbergs zu heirathen, in hohem Grade er⸗ ſchwert ſei. Ruhlkirchen, den 13. Auguſt 1885. Jaup, Miniſterialrath. Fritz Schade. Anlage J. Gemeinde Ruhlkirchen. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines größeren Bauerngutes von 21,2 Yectar. 5,36. Der Beſitzer iſt verheirathet, 29 Jahre alt, Vater von 2 Kindern, 1 Söhnchen von 2 Jahren, 1 Säugling von 8 Tagen. Die Ehefrau iſt 26 Jahre alt. Vater und Mutter des Beſitzers, erſterer 61, letztere 52 Jahre alt, ſind in voller Rüſtigkeit in der Wirthſchaft mitthätig, und führen mit demſelben einen gemeinſchaftlichen Haus⸗ halt. Außerdem arbeiten der Bruder des Beſitzers als Knecht für 200 Mk., eine Magd für 158 Mk. ſtetig, vorübergehend und zwar von Mitte Juli bis zum Jahres⸗ ſchluß Taglöhner ſo, daß 1 Mann für dieſe Zeit mit 4 Mk. wöchentlich und Koſt ſtändig einzuſtellen iſt. Im Ganzen beſteht ſomit die Famlie aus 8 Perſonen, von denen 6 Erwachſene ihre Arbeitskraft der Wirthſchaft widmen, wozu für die Hälfte des Jahres ein männ⸗ licher Taglöhner kommt. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapitah). 1e. 311 Pe Fberond mittl. Kaufwerth: Steuercapital: 0,8550—„ Wüſtung 19200 Mk. in Ruhlkirchen, 242 fl. 32 kr. 0,25„ Wieſe in Vockenr. Gem. 500„„ Vockenrode. (in 147 Parcellen). 1700 M. Obſtbäume: 2 Birnbäume à Mk. 10... Mk. 20 2 lleine Aepfelbäume à Mk. 4.....„ 8 48„ Zwetſchenbanme à Mk. 2....„ 36 Summa Mk. 64 — 27— Wiederholung. Grund und Boden....... Mk. 19700 Obſtbäume.„ 64 Mk. 19764 B. Gebäude. Hofraithe, beſtehend aus Aouhnhans, Sihaner und a Sialenngen laut Brandcataſter....„ 17140 C. Viehſtand. 2 Pferde von 9 und 11 Jahren 2 Fohlen von 2 und 1 Boh Mk. 1150 4 Kühe....„ 800 2 Stiere............„ 370 1 FJaſſelochs........„ 220 1 Rind...„ 100 4 Kälber......„ 240 6 Schweine Garunter der Gemeindeeber)„ 320 6 Gänſe..........„ 18 16 Hühner, 1 Hahn....„ 12 36 Schafe............„ 600 —„ 3830 D. Todtes Juventar. 2 große, 1 kleiner au ſ..... Mrk. 200 3 Pflüge...........„ 45 2 Eggen............„ 20 1 Kartoöffelhäufler..........„ 5 4 Pferdegeſchirre..........„ 75 2 Kuhgeſchirre..........„ 10 1 Häckſelmaſchine.......„ 50 1 Fruchtfege............„ 20 1 Nunkelmühle........... 5 5 1 Kelter.............„ 10 Schafhorden............„ 5 Handgeräthe............„ 100 äthe.......„ 100 Hausgeräthe.. 100. 643 8. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital d Aentrltetenremnum.......„ 831 Werth des zefrunte Beſtzes. Mlk. 42210 Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 1200. 3⁰ — 28— II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung iſt die übliche Dreifelderwirthſchaft. Der Anbau und Ertrag der Früchte iſt wie folgt: Getreide.— 528 8 — 2 8 3 2, ½ 69 Anbaunu beSASS 5 Centner. Stück Centner. z⸗ RNoggen...... 4,5 Hectar 100 270 „ Weizen...... 1,25„ 35 75 29 GEGerſte.. 1„ 27 48 2 . 4 Hafer 11,21 4,5 5 126 216 S 6 Erbſen 1„ 25 36 8 Nübſen. 4 0,0 2b⸗ 4— 5 Kartoffeln(Knollen) 0,75„—— 120 S Runkeln.———[La⁴o 8 Kohlrabik... 0,75„ S Kraut———(— 600 Klee...1,„—————[120 Len.. 0,2„————ß—— 1,60 Wieſen 4,28„————-—ß—ß——[35⁵50⁰ Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich pro ¼ Hectar annähernd wie folgt: bei Roggen auf 5 Ctr. 55 Pfd. Körner, 15 Ctr. Stroh, 2 Weizen 2 7„ 7 2 15 2 11 2 Gerſte 1 6 1 75 1 72 12 7 11 2 Hafer 2 7, 2 12 1 1 1 Erbſen 11 6 1 25 7 7 9 11 2 „Rübſen„ 1„ 80„ Körner, „ Kartoffeln„ 40„ Knollen, „ Nunkeln ac.„ 96„„ „Kraut„ 1200 Stück, „ Klee„ 20 Ctr. Heuwerth, 1 Wieſen 72 19 2 1 Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich pro Kuh 1000 Liter, pro Kuh und Tag etwa 3 Liter, zuſammen 4000 Liter. — 29— Rindvieh. Durchſchnittlich 2 Stück Rindvieh und 2 Kälber übrig, mäſtet nicht. Schweine. 3 Maſtſchweine von 400 Pfd. in den Haushalt. Geflügel. 500 Eier. Schafe. 6 Lämmer oder alte Schafe. 75 Pfd. Wolle. B. Natnral⸗Bedarf. Für Saatgut. Roggen 4,5 Hectar...... 21 Etr. 60 Pid. Weizen 1,25„ 6„ 50„ Gerſte 1„..... 4„ 40„ Hafer 4,55„.... 21„ 60„ Kartoffeln 0,75„.. 115„„ Kraut, Rüben und Kohlrabi.....—„ 2„ Klee 1,5 9.„ 48„ Erbſen 1„...... 5„ Rübſen 0,6 9.... 1„ 25„ Lein 0,22„......,„ 30„ Für den Viehſtand. Hafer den Pferden....... 68 Etx. 10 Pid. Hafer dem Faſſel... 36„ 30„ Gerſte dem Rindvieh, Erbſen, Roggen. 35„—„ Gerſte, Roggen, Hafer den Schafen.. 27„—„ Den Maſtſchweinen und dem Huſeleber. 16„„ Kartoffeln..... 932„—„ Rüben.... 240„—„ Klee, ſämmtlich grün cüten r.. 120„—„. Stroh. I... 645„—„ Wieſenheu und Grummet..... 350„„ Roggenkleie, von eignem Maülaut.... 8„—„ Rapsluchen....... 3(„=„ Milch......... 1500 Liter. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten t Piͤdneir beträgt 3438 Mk., rund...... Ml. 3500 Die Koſten für die Pferde abgezogen rund.......„ 700 ſo bleiben noch zu verrechnen...„ Mk. 2800 Der Werth der vom Belſamd czalt Veobre lerchue ſich rund gauf......„ 1100 Sind demnach noch durch Stallmiſt zu decken....... Mk. 1 700 —“ſ— 30— Die Stallmiſt⸗Production iſt annähernd auf 2500 Centner zu ſchätzen, ſo daß der Centner auf 68 Pf. zu ſtehen kommt. Hierzu Zinſen u. ſ. w., wird man ſagen dürfen 70 Pf. Für die Familie. (einſchließlich eines Taglöhners 160 Tage) Noggen........... 43 Elr. Pfd. Weizenmehl.......... 4„„ Kartoffeln..(„. Schweinefleiſch(felbſt oeſhlaci.. 4„—„ Rindfleiſch Gekauit).....—„ 50„ Butter.......... 1„—„ Kaffee...........„ 52„ Zucker.„ 12„ Sqlz... 2„„ Abgerahmte Milch....... 1500 Liter, Unabgerahmte Miile... 700„ Eier........ 260 Stäck, Branntwein......... 200 Liter, Oel... 50„ Gewürze, Gemüſe, Käſe, Latwerge ꝛc. Es berechnet ſich hiernach, den männlichen Taglöhner und Kinder als 1 Perſon gerechnet, ſo daß 7 Perſonen in Rechnung zu ſtellen ſind, der Verbrauch pro Kopf und Tag auf rund: 685 Gramm Getreide, 1400 9 Kartoffeln, 57„ Fleiſch(inel. Schmalz), 19„ Butter, 10„ Kaffee, 2 G„ Zucker, 39 Salz, 0,6 Liter abgerahmte Milch, 0,3„ unabgerahmte Milch. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich Mk. 1300 oder(pro Kopf und Tag für 7 Perſonen) täglich Mk. 3,50(50 Pfg.). Die Lebensweiſe iſt: Erſtes Frühſtück: Kaffee, Brod mit Butter, Latwerg, Matte, Schmalz, Saft, gebratene Kartoffeln. Zweites Frühſtück: Brod mit Butter, Matte, Käſe, ſelten Wurſt. Mittageſſen: dreimal wöchentlich Fleiſch, ſonſt Suppen verſchiedenſter Art mit Brod und Kartoffeln. — 31— Vesperbrod: Kaffee mit Brod und Matte, Kartoffeln. Abendeſſen: Dickmilch mit Kartoffeln, Fettſauce mit Zwiebel, ſelten Suppe. Sonntags Wurſt oder Eier mit Salat. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. ¹ Noggen, 20 Ctr. à M. 8........... Mk. 160,— Weizen, 2812 Etr. A Mk. 8,50.........„ 242,25 Butter, 150 Pfd. 4 80 Pfg............„ 120, Aus dem Viehſtall...... J5.......„, 340, Aus der Faſſelhaltung.............„ 250, Eier, 240 Stück à 4 ½ Pfg....„ 10,80 Aus der liin 3 Paar Lämmer oder abgängige 1chſ à Mk. 25, 60 Pfd. Wolle à 90 Pfg...„ 129,— Aus den Pferden,i in 4 Jahren 2 Fohlen verkauft zu Mk. 320, alſo„ 80,— Summa Mk. 1332,05 B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Staatsſteuern.... Ml. 96,72 Gemeindeumlagen.......„ 245,72 Zehntgeld.........„ 52,30 —a- Mk. 395,24 Löhne: Für 1 Knecht........ Ml. 200, Für 1 Magd.......„ 150,— Für 1 Taglöhner........„ 100,— Dem Schäfer........„ 6,— ——„ 456,— Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgahe..........„ 100, Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgahe..............„ 100, Inventar der Familienwohnung............„ 30,— Verſicherungs⸗Prämie: Wirkliche Ausgabe: für Gebälde..............„ 16,28 Zukauf von Kraftfutter: Napskuchen, 3. Ctr. à Ml. 8S........„ 24,— zu übertragen.. Mk. 1121,52 — 39— Uebertrag Heizung und Beleuchtung: Golz............ Mk. 61, Petroleum.„ 24,— Zukauf von Nahrungsmitteln: Weizenmehl, 4 Ctr. a Mk. 16... Mk. 64,— Fleiſch, 50 Pfd. à 50 Pfg. 3„ 25,— Kaffee, 52 Pfd. à Mk. 1.„ 52,— Zucker, 12 Pfd à 40 Pfg.„ 4,80 Salz, 2 Etr. à Mk. 9....„ 18,— Branntwein, 200 Liter à 32 Ai.„ 64,— Diverſe—„ 2,20 Bekleidung... Arzt und Apotheke. Thierarzt. Verſchiedenes... Summa Mk. 1121,52 7 2 83, 230,— 200,— 15,— 10, ds Mr. 1662, C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen!.... Mk. 1332,05 Die Ansgaben betrugen...„ Deficit. Ml. Dieſes Deficit wird gedeckt durch Anleihen. 1662,— 330,— IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag Erlös aus verkauften Producten Werth der für die Familie aus der wiügſchaft entnommenen Producte ſ. o. 1300— 230 Summa B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 17140 à 4 pCt... Mk. 685,60 Verſicherungsprämie„ 16,28 Abnutzung...„ 128,55 Inſtandhaltung.„ 100,— Mk. 1332,— II 1070, — Mr. 2402,— Mk. zu übertragen 930,43 — Mr. 930,43 Uebertrag Mk. 930,43 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 3830 à 4 pCt.... Mk. 153,20 Verſicherungsprämie 2 ½ pCt.....„ 95,75 Abnutzung der Pferde durch Nachzucht gedeckt „ 248,95 3. Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 645 à 4 pCt..... Mk. 25,80 Verſicherungsprämie à 2 pCt.....„ 12,90 Erneuerung und Inſtandhaltung...„ 100,— —„ 1838,70 4. Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. 50 pCt. der jähr⸗ lichen baaren Ausgabe= Mk. 831 à 6 pCt.....„ 49,86 5. Hagelverſicherungsprämie 0,75 pit vom Würthe der Getreide⸗ Ernte Ml. 3500....„ 26,25 6. Feuerverſicherung der Producte...........„ 6,— 7. Stenern und Umlagen.....„ 342,44 8. Kraftfutter...„ 24,— 9. Heizung und Belahtung; 25 ot....„ 21,25 10. Thierarzt........„ 10,— 11. Arbeitslöhne: 1 Knecht à Mk. 200 und Koſt... Mk. 400,— 1 Magd à Mk. 150 baar und Koſt..„ 350,— 1 Taglöhner à Mk. 100 und Koſt..„ 200,— Lohn für Mann und Frau.....„ 750,— Lohn für Schwiegervater......„ 250,— Lohn für Schwiegermutter.....„ 200,—. -ʒ---r„ 2150, 12. Verſchiedenes...............„ 2,12 Summa. Mk. 3950,— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug........ Mk. 2402,— Die Productionskoſten betragen.....„ 3950,— Mithin bleibt eine Unterbilanz von. Mk. 1548,— Die Verzinſung der Betriebskapitalien verringert ſich der Unterbilanz ent⸗ ſprechend; Grundrente iſt nicht vorhanden. Anlage II. Gemeinde Ruhlkirchen. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines mittleren Bauerngutes von 10,2435 Yectar. Der Beſitzer iſt verheirathet, 49 Jahre alt, die Ehefrau iſt 44 Jahre alt. Von 5 Kindern iſt eine Tochter verheirathet, ein Sohn nach Amerika ausgewandert, 3 ſind zu Haus, und zwar 1 Tochter von 21 Jahren, 2 Töchter(Zwillinge) von 7 Jahren. Im Ganzen beſteht ſomit die Familie aus 5 Perſonen, von denen 3 in der Wirth⸗ ſchaft thätig ſind. Geſinde wird nicht gehalten. An Taglohn ſind nöthig etwa 10 Frauentage. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 7,4435 Hectar Ackerland mittlerer Kaufwerth: Steuercapital incl. Gebäude: 2,80„ Wieſen 10,718 Mk. 79 fl. 55 Kr. „Ain 85 Parcellen). Obſtbäume: 2 Birnbäume A Mt. 10=....... Ml. 20 3 Zwetſchenbäume à Ml. 2=.....„ 6 Summe Mk. 26 Wiederholung. Grund und Boden.......... Mk. 10718 Obſtbäume. „ 26 - Mk. 10744 zu übertragen Mk. 10744 Uebertrag. Mk. 10744 B. Gebäude. Hofraithe, beſtehend aus Wohnhaus mit Porzſihophen Siheine mit Stallung, laut Brandcataſter....„ 6470 C. Viehſtand. 3 Sühe............. Mk. 540 1 2jähriger Stier..........„ 4 160 1 2jähriges Nind.....„ 150 1 1fäbriges Bnllchen.....„ 110 1 fleiner Sſterr...„ 80 1 Kalb dvon 4 Monaten.......„ 60 2 Maſtſchweine von 4 Ctr........„ 200 10 Gänſe... I........„ 30 15 Hühner.............„ 12 8 Haume.............„ 180 — 1522 D. Todtes Inventar. 1 2 Wagen............. AMr. 100 1 Eggee..........„„ 10 2 Pflüge...„ 30 4 Kuhgeſchirre à Mk. 5„ 20 1 Häckſelmaſchine..........„ 80 1 Fegemühle..........„ 20 1 Kelter..„ 4 Bütten............„ 24 Handgeräthe....„ 50 Hausrath und dugſcirr.G...„ 50 Diverſes.........„ 12 —— 400 7 E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital ſiehe Rentabilitätsberechnung........„ 370 Werth des Fefennden Befttes„ Mk. 19506 Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 500. — 3 6— II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung iſt die übliche Dreifelderwirthſchaft. Der Anbau und Ertrag der Früchte ſtellt ſich durchſchnittlich ungefähr wie folgt: Aus dem Viehſtand. Milch, Durchſchnittlich im Jahr pro Kuh 970 Liter, pro Kuh und Tag 2 Liter, im Ganzen 2910 Liter.(Die Kühe werden ſtark eingeſpannt.) Rindvieh. Durchſchnittlich werden verkauft jährlich ein fetter Stier, eine ab⸗ gängige Kuh oder ein Zuchtrind, mitunter ein Kalb. Getreide 2.. E[SS525 8 SE5SS5SS5 Anbannu 5 5S[=S[2325 23 Centner. Stuͤck Centner. Roggen 2,5 Hectar 60 144 Weizen 0,375„ 8 18 Hafer... 1,875„ 50 68 Gerſte. ,25 0,375„ 10 12 Erbſen„ 6,312.„ 6,40 12 Kartoffeln(Knollen) 0,5„—— 105 Kohlrabi. 187 9 loo Runkeln.... 0,0625„——— Kraut z.us 0,0625„ ne Nökötlee.... 0,625 50 Weißklee..* 0,568„——-=== Io od. Brache Wieſen.... 2,80.—— I880 Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich pro ½¼ Hectar wie folgt: bei Roggen auf 6,00 Ctr. Körner, 14,40 Ctr. Stroh 2 Weizen 2 5,30 2 2 12,00 fII 2 2 Hafer 2 6,66 2 2 9,00/ 2 1 Gerſte 1 6,66 1 1 8,00 11 2 „Kartoffeln„ 52,50„ Knollen „ Rüben„ 96,00„ „Klee(Rothklee)„ 20,00„ Heuwerth „ Wieſen„ 16,00„„ „Erbſen„ 5,12„ Körner, 9,50 Ctr. Stroh. — 37— Schweine. 2 Maſtſchweine zum Selbſtſchlachten, einige Läufer oder 1 Maſt⸗ ſchwein. Ferkel werden angekauft. Geflügel. Durchſchnittlich 600 Eier, etwas abgängiges Geflügel. Aus den Schafen Wolle ꝛc. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut: 3 Roggen 2,5 Hectar..... 12 Ctr. Pfd. Weizen 0,375„.... 2„„ Hafer 1,875„.... 9„„ Gerſte 0,375„.2„ 10„ Erbſen 0,312„... 1„ 50„ Kartoffeln 0,5„.. 15„=„ Luhefüdi Runkeln 0,312„=„ 2„ Kraut Rothklee 0,625„=„ 20„ Weißklee 0,568„ 1..„[ 10„ Für den Viehſtand: Noggen............. 6 Ctr. Hafer............. 24„ Gerſte.............. 1„ Kartoffeln............ 50„ Rüben.. 96„ Klee wird ſämmtlich grün gefüttert(Weißklee etwas Samen gezogen, theilweiſe behütet).... 70„ Heuwerth. Wieſenhen und Grummet........ 180„ Stroh.... 254„ Kleie und Schwarzmehl von eigenem Mahlgut. 9.„ Milch, größtentheils abgerahmt...... 1400 Liter. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte belriut circa Mk. 1500 Der Werth der erzielten Producte rund......„ 1000 bleiben durch den Stallmiſt zu decken..... Ml. 500 Die Stallmiſtproduction iſt annähernd auf 1200 Centner zu ſchätzen, ſo daß der Centner auf 42 Pf. zu ſtehen kommt. Für die Familie: Noygen............ 22 Etr. Weigen.............. 6„ Gerſte.............. 7„ — Kartoffeln.......... 40 Ctr. Schweinefleiſch, ſelbſtgeſchlachtet inel. Schmalz 400 Pfd. Rindfleiſch, zugekauft....... 20„ Butter 50 Pfd. Kaffee. 25„ Zucker 6„ Salz.... 100„ Milch, unabgerahmt. 310 Liter Milch, abgerahmt. 1000„ Eier. 200 Stück Branntwein. 50 Liter. Oel 25„ Gemüſe, Latwerge u. ſ. w. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt ungefähr Mk. 760 oder pro Tag Mk. 2 in Geld. Es entfallen auf die 5 Perſonen ſtarke Familie pro Kopf und Tag: 712 Gramm Getreide, 1096„ Kartoffeln, 115„ Fleiſch, incl. Schmalz, 13„ Vutler, 7„ Kaffee, 11,„ Zuckler, 27„ Salz, 0,17 Liter Milch, unabgerahmt, 0,50„ Miilch, abgerahmt, Eier, Latwerge, Gewürze, Gemüſe. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee mit Brod, Butter, Matte, Latwerge, gebratene Kartoffeln. Zweites Frühſtück: Brod mit Butter oder Käſe, manchmal Wurſt. Mittageſſen: 3mal wöchentlich Fleiſch mit Gemüſe, Kartoffeln, ſonſt Suppen, Kartoffelbrei, Pfannkuchen, Sommerzeit vielfach Dickmilch und Kartoffeln. Vesperbrod: Kaffee, wie oben. Abendbrod: Dickmilch mit Kartoffeln, Zwiebelſauce mit Kartoffeln, Sonn⸗ tags Wurſt oder Eier mit Salat. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 20 Cir. Noggen à Ml. 8S8........NMN. 160,— 15„ Hafer 3 Mk. 6,50........... 9 97,50 zu übertragen. MNk. 257,50 125 Pfd. Butter à Mk. 0,80 Aus dem Viehſtall. Aus Schweinen. 5 Gänſe... 400 Stück Eier à 4 6½ Pf. B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Staatsſteuer. Gemeindeſteuer Zehntgeld. Taglöhne: 1 Frau 10 Tage à Mk. 0,60 Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe. Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe. Inventar der engeren Familienwohnung. Verſicherungs⸗Prämien: für Gebäude. Zukauf von Vieh: 4 Ferkel à Mk. 15 Zukauf von Saatgut: 20 Pfd. Kleeſaat à Mk. 0,90... 1„ Runkel⸗ und Kohlrabiſamen. Heizung und Beleuchtung: Holz.... Petroleum, 50 Liter à Mk. 0,24 4 Zukauf von Nahrungsmitteln: 20 Pfd. Fleiſch à Mk. 0,50 25„ Kaffee à Mk. 1 Cichorie... 6 Pfd. Zucker à Mr. 0,40 100„ Salz à Mk. 0,9 zu übertragen Aus den Schafen und dund denbel damit— Uebertrag. Mk. 257,50 „ 100, „ 450,— „ 100,— 2 100,— 11 15,5 12a e.„ 18,— Summa.. Mk. 1040,50 Mk. 36,60 „ 84,04 „ 24,33 — M. 145,02 11 6,— 11 60,— „ 50, 7 15, „ 7,76 2 60, 2 18, 7 1,— Mk. 40,— 2 12,— —„ 52,— Mk. 10,— 2 25,— „ 5,20 „ 2,40 „ 9,— Mk. 51,60 Mk. 414,78 — 10— Uebertrag Mk. 51,60 Mk. 414,78 50 Liter Branntwein à Mk. 0,32....„ 16,— 25„ Oel 1 M. 0, 75......„ 18,75 Diverſfezz.„ 1 3,05 ——„„ 100, Bekleidung.....„ 200, Arzt, Thierarzt und Apotheke..„ 5,— Pachtgeld für einen 4 änie einen Pfirraceri in Brace„ 20,10 Verſchiedenes.....„ ,62 Summa. Mk. 740,50 C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen... Mk. 1040,50 Die Ausgaben betrugen....„ 740,50 Ueberſchuß Mk. 300,— IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft verwendeten Producte.) Erlös aus verkauften Producten..... Mk. 1040,50 Werth der für die Familie aus der eWiuſafte entnommenen Produele..„ 660,— Summa. Mk. 1700,50 B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 6470 à 4 pCt..... Mk. 258,80 Verſicherungsprämie.......„ 7,76 Abnutzung........„ 48,52 Inſtandhaltung........„ 60, —9 Mk. 375,08 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 1500 3 4 pCt..... Mk. 60,— Verſicherungsprämie 2 pEt......„ 30,— Zuklauf von Ferkeln......„ 60,— ——„ 150,— 3. Kapital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 400 à 4 pCt..... Mk. 16,— Verſicherungsprämie....„ 0,80 Erneuerung und Inſtandhaltung....„ 40,— 16 8 zu übertragen.. Mk. 581,88 — — Uebertrag.. Mk. 581,88 4. Zinſen des umlaufenden Capitals.........„ 24,— 5. Hagelverſicherungspränie.............„ 10,50 6. Feuerberſicherung.........„ 2,— 7. Steuern und Uinlagen...........„ 120,64 8. Heizung und zöelrnctung..„ 15,50 9. Thierarzt........„ 5,— 10. Taglöhne......„ 6,— 11. Lohn für 3 Familienglieder„ 1100,— 12. Verſchiedenes........I...1. II.L. II.. Ge 4,98 Summa.. Mk. 1870,50 C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 1700,50 Die Productionskoſten betragen.„ 1870,50 Bleibt Deficit Mk. 170,— welches durch den Werth der Wohnung wohl nahezu gedeckt werden dürfte, während allerdings eine Grundrente nicht reſultirt. Anlage III. Gemeinde Ruhlkirchen. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines CTaglöhnergutes von 4,6354 Hectar. Der Beſitzer iſt verheirathet, 32 Jahre alt, hat 3 Kinder, 2 Mädchen von 5 und 4 Jahren, 1 Sohn 1 Jahr alt, die Ehefrau iſt 23 Jahre alt. Sodann ſind die Schwiegereltern, der Mann von 54 Jahren, die Frau von 52 Jahren in der Wirthſchaft mitthätig und in gemeinſchaftlichem Haushalt. Die beiden Männer arbeiten noch in Wald⸗ und Taglohn⸗Arbeit mit etwa Mk. 100 Verdienſt, etwa Mk. 30 verdient der Mann durch Fuhr⸗ und Ackerlohn. Eine Schwägerin von 13 Jahren unterſtützt die Hausfrau in der Pflege der Kinder in der Arbeitszeit. Die Familie beſteht ſomit aus 8 Perſonen, 4 Erwachſenen und 4 Kindern. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden(Grundcapitah). 3,0426 Hectar Ackerland mittlerer Kaufwerth: Steuercapital: 1,5928„ Wieſen 5270 Mk. 43 fl. 10 kr. (in 32 Parcellen.) (Hierzu noch nicht auf den Namen eingetragen und auswärts etwas über 1 Hectar mit inbegriffen.) Obſtbäume: Die früher zahlreicheren Obſtbäume ſind durch den Froſt des Winters 1880 eingegangen und noch nicht ergänzt. Es erübrigen 2 Zwetſchenbäume. Wiederholung. Grund und Boden.............. Ml. 5270 zu übertragen.— Nr. 5270 — 43— Uebertrag.. Mk. 5270 B. Gebäude. Hofraithe, beſtehend aus Wohngebäude mit Eunüna und einer Scheuer, laut Brandlataſter....„ 3340 C. Viehſtand. 2 Kühe.......... 16 9. Mk. 450 1 Kuh......„ 200 2 Kälber unter 1 Jahr...0O.„ 150 3 Gänfe à Mk. 3..........„ 9 8 Hühner und 1 Hahn........„ 9 —„ 818 D. Todtes Inventar. 1 leichter Wagen........ Mk. 50 1 Pflug, 1 Egge.........„ 25 1 Pfuhlfaß......„ 3 1 Häckſelmaſchtne...........„ 60 2 Kuhgeſchirre...........„ 10 Handgeräthe mit Säcken.......„ 40 Hausrath mit Kochgeſchirt.........„ 40 Verſchiedenes Arbeitszeug........„ 20 ----„ 248 E. Vorrath an umlaufendem Betriebskapital ſiehe Rentabilitätsberechnung.....„ 334 Werth des nnuti Beſites. Ml. 10010 Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 650. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung iſt die übliche Dreifelderwirthſchaft. Der Anbau und Ertrag der Früchte iſt wie folgt: 4³⁹ — 44—— Getreide.. 8SS8S8 8E2S —₰ 882 8 S 8 5— 8 Anban 5 S==I[² 588 5 S Centner. Stück] Centner Noggen...... 1,2 5 Hectar 2 ½ᷣ„72 Je g Hafer.... 2,3 1,09„ 25 36 1a0 Erbſen. ,31„ 4,40 7 lacbe Kartoffeln.....(0,31„= 7 ee Runkeln. 0,098„——— 18 Kohlrabi..... 0,062„———[—[12 Kraut... 2 8.27 0,062„—— 300 Glee..... 0,37„ 25 Wieſen.. 1,5928„ ee 7 75e 0,5 Hectar Pachtland ſind hier mitverrechnet. Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich hiernach wie folgt pro ½¼ Hectar: bei Roggen auf 5,40 Ctr. Körner, 14,00 Ctr. Stroh, 2 Hafer 2 6,00 1 11 9,00 1 1 1 Erbſen„ 4,00 2 1 5,50 1 7 „ Kartoffeln„ 60,00„ Knollen, „ Nunkeln„ 48,00„ Kohlraben„ 48,00„ „ Klee„ 17,00„ Heuwerth, „ Wieſen„ 11,50„„ Aus dem Viehſtand. Milch. Pro Kuh im Jahr 730 Liter, pro Kuh und Tag 2 Liter, im Ganzen 2190 Liter. Rindvieh. Innerhalb 4 Jahren etwa 1 Rind im Werth von Mk. 200, dagegen Tauſchgeldzugabe auf 1 Kuh Mk. 60, mithin jährlich Mk. 35. Geflügel. Etwa 300 Cier. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Roggen 1,25 Hectar.. 2 186 Etr.— Pfd. Hafer 1,09„.... 5 o 25„ Erbſen 0,31) 1. 1„ 60„ Kartoffeln 0,31 N„. b H 10 8„=„ Wurzelfrucht 0,217„..„ 1.„ Klee 0,37„... 12„ Für den Viehſtand. Hafer.......)... 5 Ctr.— Pfd. Erbſen........O). 2„ 50„ Runkeln....... 418„—„ Kohlrabi lnr. Gi.lt 1lliie i Chhle 17,„ Klee.11 l8. 11ID4124. ZIne 25, Wieſen(Heuwerth)..... 74„„ Raypstuchen..... I.. 511 5„—„ Roggenkleie......=. iut 2 4„—„ Stroh.....111e. S4... 115„„ Kartoffeln......D. nnen. 5„—„ Milch, abgerahmte....... 400 Liter. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt in 8 runder Summe annähernd.... Mk. 570 Der Werth der aus dem ganzen Viehſtand aiialen hrobuct be⸗ rechnet ſich in runder Summe annähernd auf.....„ 270 Es bleiben demnach durch den Stallmiſt zu decken...... Mk. 300 Die Stallmiſtproduction iſt annähernd auf 500 Centner zu ſchätzen, ſo daß der Centner auf 60 Pf. zu ſtehen kommt. Für die Familie: ꝑ Roggen(ſelbſtgezogen).......... 21 Ctr. Roggenmehl Gwoeinnſ...... 2„ Weizenmehl...... 3.„ Kartoffeln......a..... 60„ Fleiſch.......... 522 Pfd. Butter.............. 30„ Kaffee....... 12„ Salz........... 100 Samenöl.......... 126 Liter Milch, unabgerahmt... 3e.. 700„ Milch, abgerahmt zum Eſlen und zu lüſ. 1000„ Branntwein... in. 40„ Eier....... 300 Stück. Käſe, Saft, Gemüſe, Reis, Pfeffer! u. ſ. w. Es berechnet ſich hiernach der Verbrauch der Familie pro Kopf und Tag unge⸗ fähr wie folgt(zu 5 vollen Perſonen gerechnet): 600 Gramm Getreide, 1700„ Kartoffeln, 14„ Feleiiſch, 146— 22 Gramm Butter, 3„ Kaffee(Erſatz durch Surrogate), 28 ⸗ GSalz, 0,9 Liter Milch. Es tritt noch mehr der Verbrauch an Kartoffeln und Milch hervor. Der Werth der von der Familie verbrauchten Nahrungsmittel beträgt ungefähr 650 Mark. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee mit Butterbrod, Kartoffeln, Matte. Zweites Frühſtück: Brod mit Butter, Käſe oder Matte. Mittageſſen: Suppen, Sauerkraut, Kohlraben, Gemüſe, Kartoffeln, 1mal wöchentlich Fleiſch. Vesperbrod: Kaffee wie oben, die Männer Branntwein mit Brod und Käſe. Abendbrod: Kartoffeln und Dickmilch oder Fettſauce. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 4 15 Ckr. Hafer à Mk. 6,50,..„= ned-h- G-Fned. 0Mk. 997,50 8 Pfd. Butter à Mk. 0,80). eu D2 6,40 Aus Vieh....... e A-ſu„ 35,— Holzhauerlohn und Taglohn...„ 1 30, Summa Mk. 268,90 B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Staatsſteuer.......... Mlk. 24, Gemeindegeld und ehntgeh..„ 70 76 Pachtgeld..........„ 12, Mf. 111,76 Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgaben........... Hunno S, 25,— Unterhaltung des todten Inventars:. Wirkliche Ausgaben.... 2D. nant Anhede Bli, 20,— Inventar der engeren Familienwohnung...... u HutuuIS, 10,— Verſicherungsprämie: Für Gebäude.......... Mk. 401. Für Mobilia......„ 3,70 2 7,71 Zukauf von 12 Pfd. Kleeſaat à Mk. 0,900,....„ 10,80 Zukauf von Kraftfutter, 5 Ctr. Oelkuchen à Mk. 8.....„ 40,— zu übertragen.. Mk. 225,27 —— Uebertrag Mk. 225,27 Zukauf von Stren......... aalne 1.s01l da d lm 10,— Heizung und Beleuchtung: Holz 8 I.....)G L. 5 zim Mk. 45, Petroleum.........„ 14,— — 59,— Zukauf von Nahrungsmitteln: 6, 3 Ctr. Mehl von Weizen à Mk. 16.. Mk. 48,— 2„ MNehl von Roggen à Mk. 13...„ 26,— 52 Pfd. Fleiſch à Mk. 0,50......„ 26,— 12„ Kaffee à Mk. 1.....„ 12,— 100„ Salz à Mk. 0,9........„ 9,— 26 Liter Rüböl à Mk. 0,75......„ 19,50 40„ Branntwein à Mk. 0,32....„ 12,80 Für Gewürze und diverſe Gegenſtände...„ 6,70 8 Belleidung........R....... 17 200,2 Arzt und Apotheke.... i.... iiſ, 5,— Verſchiedenes......(hiI d 1c. 1).(1eH.). 1. 121111...).BDi8 9,63 Summa. Mk. 668,90 C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen... Mk. 268,90 Die Ausgaben betrugen...„ 668,90 Bleibt Deficit.. Mk. 400,— welches wohl durch Anleihen gedeckt werden muß.(2?) IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag. Erlös aus verkauften Producten.... Ml. 138,90 Werth der für die Familie aus der wiuhichaſte entnommenen Producte(ſtehe oben)......„ 490,— Summa. Mk. 628,90 B. Productionskoſten. 1. Gebäudekapital: Zinſen von Mk. 3340 à 4 pCt.... Mk. 133,60 Verſicherungsprämie.......„ 4,01 Abnnutzung 4 0,75 pCt......„ 25,05 Inſtandhaltung.........„ 25,— — Ml. 187,66 zu übertragen.. Mk. 187,66 Uebertrag.. Mk. 187,66 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 818 à 4 pCt. Mk. 32,72 Verſicherungsprämie à 2 pCt.....„ 16,36 —„ 49,08 3. Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 248 à 4 pCt..... Mk. 9,92 Verſicherungsprämie à 0,2 pCt.....„— ,50 Erneuerung und Inſtandhaltung...„ 20,— —„ 30,42 4. Zinſen des umlaufenden Peirehzendütale, 6 Het. von Mk. 334„ 20,04 5. Hagelverſicherungsprämie. 3...„ 4,50 6. Feuerverſicherung der Producte............„ 1,— 7. Steuern und Umlagen„ 100,— 8. Kraftfutter und Streu...) 3. 1571 G1 2. 10t„ 50,— 9. Heizung und Weledchtung 25 pEt.......„ 14,75 10. Thierarzt...„ 2,— 11. Lohn für 3 Perſonen. Für die Wirthſchaft ſind uuueſär: 350 Arbeitstage(ĩ½ Männer, ½ anei Lrordelli„ 500,— 12. Verſchiedenes..........„—,55 Summa Mk. 960,— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug... Mk. 628,90 Die Productionskoſten betrugen.„ 960,— Bleibt Deficik. Mk. 331,10 um welchen Betrag die Verzinſung der Betriebscapitalien ſich vermindert. Bericht über die landwirthſchaftlichen Verhältniſſe Gemeinde Yartershauſen, Kr. Lauterbach, erſtattet von Landwirthſchaftslehrer M. Hoyer zu Alsfeld. —— Allgemeines. Hartershauſen liegt in dem ziemlich engen Thale des oberen Fuldalaufes, circa 15 Kilometer von Fulda(Stadt), und 6 Kilometer von Schlitz entfernt, un⸗ mittelbar an den Ufern des obenbenannten Flüßchens. Die nächſten Bahnſtationen ſind Fulda(an der Frankfurt⸗Hanau⸗Bebraer Bahn), Großenlüder und Salzſchlirf (beide an der Oberheſſiſchen Eiſenbahn). Die Verbindung mit Fulda und Schlitz wird durch recht gute Chauſſeen hergeſtellt, die nach Lüder und Salzſchlirf führenden Land⸗ wege zeigen dagegen ſo mangelhafte Beſchaffenheit, daß ſie für Gefährte kaum mehr — gekommen. Die Heirathen finden zwar vielfach auch nach außerhalb hin ſtatt, doch übt dieſer Umſtand keinerlei weſentlichen Einfluß auf den Beſtand der vorhandenen Güter aus, da die Mädchen, wie auch anderweite Kinder durch Geld ꝛc.(nöthigen Falles auch 1¹⁰ — 2— durch Hypotheken) abgefunden werden, wohl niemals aber durch Mitgabe von Grund⸗ ſtücken. Das landwirthſchaftlich benutzte Areal der Gemarkung umfaßt im Ganzen eine Fläche von 341,30 Hectar in 924 Parcellen, wovon 244,47 Hectar Ackerland und 96,83 Hectar Wieſen.(Die vom Centralkataſteramte pro 1884/85 aufgeführten 274,18 Hectar Ackerland umfaſſen jedenfalls auch die meiſt in Pribatbeſitz befindlichen circa 30 Hectar Wüſtungen, deren Nutzungswerth lediglich in ſehr ärmlicher Schaf⸗ weide beſteht, daher faſt= 0 iſt). Dieſes Land vertheilt ſich auf 38 Beſitzer reſp. Nutznießer(Pfarrer und Lehrer), von denen 4 unter 1 Hectar, 13 von 1 bis 5, 5 von 5 bis 10, 13 von 10 bis 20 und 2 etwas über 20 Hectar bewirthſchaften, die Standes⸗ herrſchaft Schlitz aber circa 36 Hectar inne hat,(das ſtandesherrſchaftliche Areal wird ſämmtlich an die Ortseinwohner Hartershauſens verpachtet). Die directen Steuern für die Gemarkung Hartershauſen betragen pro 1885/86 circa 2100 Mk. An Communalſteuern hat die Gemeinde für 1885/86 3540 Mk. auf⸗ zubringen. Letztere betrugen in 1865= 740 fl., in 1870= 742 fl., in 1874= 1248 fl., in 1880= 2561 Mk. Die Gemarkung iſt beſetzt mit: 90 Aepfelbäumen, 25 Birnbäumen, 120 Pflaumenbäumen(Zwetſchen), deren Werth im Ganzen jedoch ein nur geringer iſt, da die Mehrzahl derſelben durch die Fröſte der Jahre 1879/80 ſtark gelitten hat und daher kränkelt. Der Wald in der Gemarkung umfaßt 231,52 Hectar, von denen 191,31 Hectar der Standesherrſchaft Schlitz zugehören, der Reſt aber(circa 40,21 Hectar) als ziem⸗ lich werthloſer Niederwald ſich im Privatbeſitze befindet(der Gemeindebeſitz umfaßt 0,58 Hectar Niederwald). Der Viehſtand in der Geneeinde iſt nach der letzten Aufnahme(Ende Auguſt 1885) folgender: 1 Fohlen, 4 15 Pferde, 16 Pferde 8 Kälber bis 6 Wochen alt, 16„ voon 6 Wochen bis ½ Jahr, 97 Stück Jungvieh von ½ bis 2 Jahr,. 1 Zuchſtier, 260 Stück Rindvieh, 60 Ochſen, 78 Kühe, 175 Schafe, 80 Schweine(Zuchtſauen ſind nicht vorhanden), 7 Ziegen, 22 Bienenſtöcke. 3— Frage I. a. Welche Bodenverhältniſſe zeigt die Gemarkung, welchen Character hat das Klima und wie iſt hiernach im Allgemeinen die Fruchtbarkeit der Ländereien; iſt letztere ſehr günſtig, mittel oder gering? b. In welchem Verhältniß ſtehen die verſchiedenen Arten des Kulturlandes— Acker, Wieſen, Weiden, Rebland ꝛc.— zu einander und iſt dieſes Verhältniß im Allgemeinen als ein wirthſchaftlich günſtiges zu bezeichnen? c. Welches ſind die hauptſächlichſten Producte der Landwirthſchaft, bezw. welche Productionsrichtungen machen ſich im landwirthſchaftlichen Betriebe der Gemeinde vorzugsweiſe geltend? d. Iſt der landwirthſchaftliche Betrieb im Allgemeinen ein rationeller zu nennen, oder haften ihm weſentliche Mängel an und welche? Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weit gehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang im Zuſammenhang? a. Der Boden der Gemarkung Hartershauſen iſt ein Verwitterungsboden des oberen Bundſandſteins. Seinem Muttergeſteine entſprechend zeigt derſelbe vor⸗ wiegend ſchwach lehmigſandigen Character. Loſere Sande treten nur vereinzelt(auf Kuppen) auf. Wie in den meiſten derartigen Fällen(Verwitterungsböden in coupirtem Terrain) zeigt die vorhandene Verwitterungsrinde in den Thalgründen, ſowie an ſanfteren Abhängen recht anſehnliche(1 bis mehrere Meter) Mächtigkeit, nimmt aber auf der Höhe, ſowie an ſteileren Gehängen(in Folge von Denudation) ſehr weſentlich ab, ſo daß hier das Geſtein ſtellenweiſe faſt zu Tage tritt. Der Boden iſt hiernach als ein großentheils tiefgründiger, milder, mäßig gebundener Sandboden zu bezeich⸗ nen, der aber in den Thalgründen vielfach an Näſſe, auf den Höhen dagegen (namentlich in trockenen Jahrgängen) auch an Dürre leidet. In tieferen Lagen er⸗ weiſt ſich derſelbe als noch kleefähig; Luzerne dürfte jedoch kaum mehr mit Erfolg darauf zu bauen ſein. Das Terrain iſt theils ſanft, theils ziemlich ſtark coupirt. Das Fuldathal, ſowie auch einige kleinere Feldgründe werden als Wieſen benutzt. Die Lage iſt eine nach Norden und Oſten hin geſchützte, das Klima das der mitteldeutſchen Thalebene, ſomit ein günſtiges. Die Fruchtbarkeit iſt hiernach als eine ſchwach mittlere zu bezeichnen, die auf den Höhen jedoch in eine geringe übergeht. b. Es giebt nur zwei Arten Culturland in Hartershauſen und zwar Acker und Wieſen; Gartenland iſt nur in ſehr geringem Umfange vorhanden. Die Wieſen ſind größeren Theiles mittelwerthige Flußwieſen(Fuldathal), kleineren Theiles auch Feldwieſen zumeiſt nur geringeren Werthes. Das Verhältniß der Ackerfläche zur — 4— Wieſenfläche geſtaltet ſich annähernd wie 2,5:1 und kann mit Rückſicht auf die natürliche Beſchaffenheit der Wieſen, obſchon für die Verbeſſerung derſelben bisher ſo gut wie nichts geſchehen iſt, als ein recht günſtiges bezeichnet werden. c. Die hauptſächlichſten Bodenprodukte ſind Wieſenheu und Getreide, von letz⸗ terem namentlich Roggen und Hafer; alle übrigen Produkte, als welche Kartoffeln, Rüben, Weizen, Gerſte, Erbſen, Klee und etwas Lein zu nennen ſind, treten dagegen zurück. Heu, Hafer, Kartoffeln, Rüben, Erbſen ꝛc. werden ausſchließlich in der eigenen Wirthſchaft verbraucht; Roggen, Weizen, Gerſte gelangen dagegen bisweilen auch in geringen Mengen zum Verkauf. Der Obſtbau hat mit Rückſicht auf die Bodenverhältniſſe, beſonders aber auf die bisweilen extremen Witterungsverhältniſſe des Frühjahrs keinerlei nennenswerthe Bedeutung. Der Schwerpunkt der landwirthſchaftlichen Production Hartershauſens liegt in der Rindviehhaltung. Innerhalb derſelben finden recht anſehnliche Productionen durch Aufzucht und Maſtung ſtatt. Nur untergeordnete Bedeutung zeigen dagegen Schaf⸗ und Schweinehaltung. Einige Aufmerkſamkeit wendet man auch der Gänſe⸗ zucht zu. Die Milch wird großentheils zu Butter verarbeitet; die Rückſtände der⸗ ſelben werden zur Käſebereitung, in geringerem Umfange auch im Schweineſtalle verwendet. Als wichtigſte Productionszweige ſind hiernach zu bezeichnen: Wieſenheu, Roggen und Hafer— Rindvieh(Jung⸗, Zug⸗ und Maſtvieh), in zweiter Linie Kar⸗ toffeln, Rüben, Lein— Hammel, Schweinefleiſch und Gänſe. Die Fruchtfolge iſt eine etwas verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft mit bebauter Brache: 1. ehemalige Brache mit Kartoffeln— Rüben— Erbſen(und Grünfutter) — Klee— Lein(reine Brache wird nur noch in ſehr geringem Umfange und meiſt nur in dringlichen Fällen gehalten). 2. Roggen— Weizen. 3. Hafer— Gerſte. d. Der landwirthſchaftliche Betrieb iſt im Allgemeinen kein rationeller zu nennen. Als weſentlichſte Mängel heben wir folgende hervor: Obſchon in Folge Zugänglichkeit der meiſten Parcellen(mittelſt vorhandener Feldwege) kein eigentlicher Flurzwang beſteht, hat die Gemeinde bisher dennoch durchgängig an dem nur durch Benutzung der Brache etwas verbeſſerten Dreifelderſyſteme feſtgehalten. Kann nun auch mit Rückſicht auf das ſehr günſtige Wieſenverhältniß, wie auf den Strohbedarf des anſehnlichen Viehſtandes keineswegs behauptet werden, daß unter den gegebenen Verhältniſſen der Getreidebau dem Futterbau gegenüber in unrationeller Weiſe prävalire(auch bei Einführung einer anderen Fruchtfolge wäre der Halmfruchtbau aus Zweckmäßigkeitsgründen kaum weſentlich einzuſchränken), ſo bringt doch die durch die wirthſchaftlichen Verhältniſſe der Neuzeit gebotene Benutzung der Brache ſehr weſentliche Nachtheile mit ſich, deren Tragweite allem Anſcheine nach bisher auch in weiteren Kreiſen kaum genügend gewürdigt wird. Bekanntlich war es einer der vor⸗ — 5— nehmlichſten Zwecke der(vollen) Brache, dem Boden durch wiederholentliche Bearbeitung denjenigen phyſikaliſchen Zuſtand zu verleihen, welcher für das Gedeihen der Kultur⸗ gewächſe als der zweckmäßigſte bezeichnet werden kann(ſogen. Ackergahre), daneben weiter aber auch die Verwitterungs⸗ und Zerſetzungsproceſſe zu fördern und ſchließ⸗ lich das Unkraut mit Erfolg zu beſeitigen. Durch den faſt gänzlichen Wegfall der Brache und bei ausſchließlicher Anwendung ſehr primitiver Ackergeräthe(wie ſolche im nördlichen Oberheſſen faſt durchgängig noch im Gebrauche ſtehen) werden dieſe Zwecke ſelbſtredend nicht mehr im Entfernteſten erreicht und die natürliche Folge hier⸗ von iſt 1. eine höchſt bedenkliche Verſchlechterung des phyſikaliſchen Zuſtandes nament⸗ lich gebundenerer Bodenarten, wie 2. eine gradezu an's Erſtaunliche grenzende Ver⸗ unkrautung der Aecker. Die einzige— aber gleichzeitig auch durchgreifende— Ab⸗ hülfe wäre hier durch energiſche Einführung verbeſſerter, diesſeits jedoch noch faſt ganz unbekannter Ackergeräthe zu ſchaffen, worin übrigens eine der dankenswertheſten Auf⸗ gaben der landwirthſchaftlichen Bezirksvereine liegen würde, von deren Seite aber meines Wiſſens in dieſer Richtung bisher noch nichts Nennenswerthes geſchehen iſt!! Ein weiterer und nicht unbedenklicher Nachtheil liegt in der Verſpätung der Winterſaaten, wodurch einerſeits der Erfolg derſelben vielfach beeinträchtigt, anderer⸗ ſeits aber auch ein Aufwand an Saatgut erforderlich wird, welchen man ſchwerlich wohl als wirthſchaftlich bezeichnen könnte. Eine durchſchlagende Abhülfe wäre hier lediglich nur durch Aenderung der bisher innegehaltenen Fruchtfolge zu ſchaffen. Als unrationell ſind ferner auch alle diejenigen Momente zu bezeichnen, welche auf die Ausführung der Saat ꝛc. Bezug haben. Zwar wäre Reihenſaat(Drilleultur) für Hartershäuſer Bodenverhältniſſe nur ſehr bedingungsweiſe zu empfehlen, doch könnte ſie ſtreckenweiſe gewiß mit beſtem Erfolge zur Anwendung kommen. Wichtiger erſcheint indeſſen die Vernachläſſigung des Saatgutes ſelbſt. Eine Erneuerung der Saaten(Saatwechſel) findet nur ausnahmsweiſe ſtatt; das ſelbſterzeugte Saatgut aber wird mit einer Sorgloſigkeit behandelt, daß— abgeſehen von anderweiten Nach⸗ theilen— auch hierdurch wiederum die Verunkrautung der Aecker(Trespe, Radel, Vicia hirsuta Koch. 2c.) in der denkbar ergiebigſten Weiſe gefördert wird. Kunſtdünger(Knochenmehl und Düngekalk) finden zwar regelmäßig, jedoch nur in geringem Umfange Verwendung. Sie würden meines Erachtens auch durch ent⸗ ſprechende Anwendung von Kraftfuttermitteln bei der Viehmaſtung mehr oder weniger entbehrlich ſein. Der Viehſtand kann als ein vollkommen zureichender bezeichnet werden, da auf ein Hectar Acker und Wieſen circa 0,75 Stück Großvieh kommen. Auch die Qualität des Rindviehbeſtandes erweiſt ſich als eine im Allgemeinen gute. Das vorhandene Rindvieh iſt zumeiſt Vogelsberger und Simmenthaler Kreuzung mit vorwiegend Vogelsberger Habitus. Die Fütterungsmethoden ſind dagegen wiederum(beſonders mit Bezug auf die Maſtung) keineswegs rationelle zu nennen. Bezeichnend genug dürfte allein ſchon der Umſtand ſein, daß Kraftfuttermittel ſo gut wie niemals zur Anwendung kommen. — 6— Das Molkereiweſen liegt noch gänzlich darnieder; verbeſſerte Methoden haben noch nirgends Eingang gefunden. Der Schweinehaltung wird nur geringe Bedeutung beigemeſſen. Zucht findet daher überhaupt nicht ſtatt, ſo daß ſelbſt das wenige für die Hauswirthſchaft erforder⸗ liche Schweinematerial von außerhalb her angekauft werden muß. Die Schafhaltung wird nur als Nebenſache betrieben. Die Behandlung des Stalldüngers iſt eine außerordentlich nachläſſige und un⸗ rationelle. Für die Wieſen iſt bisher nur ſehr wenig geſchehen, obſchon mancher der vor⸗ handenen Gründe zum mindeſten eine ſorgfältige Entwäſſerung erheiſchte. Düngung derſelben findet nur ſelten, überall aber mit dem beſten Erfolge ſtatt. Intenſität und Sorgfalt der Bewirthſchaftung dürfte wohl bei der Mehrzahl der Güter ziemlich dieſelbe ſein. Frage II. a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäßigen Landbau treibenden Bevölkerung? b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung eingetreten? c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗ theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B. das geltende bäuerliche Erbrecht, die üblichen Syſteme des ehelichen Güterrechts oder der Zuſammenkauf von Grundſtücken? d. Iſt ein Theil der Gemarkung Allmendland und welchen Einfluß hat die Benutzung des letzteren auf die Lage der Bevölkerung? a. Das landwirthſchaftlich benutzte Areal der Gemarkung umfaßt 341,30 Hectar; die Zahl der Haushaltungen mit Landwirthſchaft beträgt 37. Hiervon können jedoch nur 336,93 Hectar mit 31 Haushaltungen in Betracht gezogen werden, da der übrige Theil auf ganz kleine Beſitzungen entfällt oder auch aus anderen Gründen nicht in Berechnung zu bringen iſt. Es kommen demnach auf die Haushaltung durchſchnittlich 10,86 Hectar, die ungefähr noch als ausreichend erſcheinen, eine mittlere Haushaltung unter beſcheidenen Anſprüchen zu ernähren, ſowie ihre Mitglieder zu beſchäftigen. Da jedoch die Zahl der auf die einzelnen Haushaltungen entfallenden Köpfe(durchſchnitt⸗ lich 6) eine das Mittel immerhin ſchon etwas überſteigende iſt, ſo dürfte das Ver⸗ hältniß zwiſchen der landwirthſchaftlich benutzten Fläche und der anſäſſigen Landbau treibenden Bevölkerung kaum mehr als ein ſo ganz günſtiges zu bezeichnen ſein, wobei — 7— freilich zu bemerken bleibt, daß der bedeutendſte Kopfreichthum— wie wohl gewöhn⸗ lich— bei den kleineren Leuten(Leinweber ec.) zu finden iſt. b. Ein Bild der Vertheilung des Grundbeſitzes unter die einzelnen Beſitzgruppen giebt nachſtehende kurze Zuſammenſtellung: Laufende Nummer. Durchſchnittsgröße in Hectar. Zahl der Beſitzer. Größe des Areals in Hectar. 1. 0,05— 1 4 1,53 2. 1— 2 4 5,60 3. 2— 5 8 21,80 4. 5 10 4 30,26 5. 10— 20 13 184,56 6. 20 und darüber 2 44,81 Dazu kommen weiter noch: 1. die Standesherrſchaft Schlitz mit 36,13 Hectar Acker und Wieſen, 2. die Pfarrei„ 7,78„ desgl. 3. die Schule„ 4,84„ desgl. 4. die Gemeinde„14,04„ desgl. der Reſt von circa 5 bis 6 Hectar findet ſich im Beſitze von Ausmärkern, ein Um⸗ ſtand der jedoch dadurch wiederum compenſirt wird, daß auch einheimiſche, namentlich größere Grundbeſitzer Parcellenantheile in den angrenzenden(fremden) Gemarkungen inne haben. Weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung haben ſeit längeren Jahren nicht ſtattgefunden. c. Die Beſitzvertheilung kann wohl nach den oben gegebenen Daten als eine günſtige bezeichnet werden. d. Allmendland iſt in der Gemarkung nicht vorhanden; dagegen wird die Nutz⸗ nießung des geringen Gemeindebeſitzes(1,04 Hectar) an die Gemeindebedienſteten als Theillöhnung vergeben. Frage III. a. Welches ſind die durchſchnittlichen Preiſe für die einzelnen Boden⸗ qualitäten der verſchiedenen Culturländereien(Acker, Wieſe, Weide, Wein⸗ berg ꝛc.), erſcheinen dieſe Preiſe beſonders hoch oder beſonders niedrig und auf welche Urſachen ſind die bezüglichen Erſcheinungen zurückzuführen? b. Welche Aenderungen in den Preiſen haben ſich in den letzten 5 Jahren vollzogen? c. Pflegt ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften ſtattzufinden und liegt hierfür(ſ. a) ein berechtigtes Bedürfniß vor? a. Die verſchiedenen Bodenqualitäten von Acker und Wieſen laſſen ſich in 4 Gruppen zuſammenfaſſen, von denen die einzelnen Gruppen z. Z. mit nachſtehenden Durchſchnittspreiſen bezahlt werden: Acker: Wieſen: 1. Claſſe pro Quadrat⸗Meter 16 Pf., 16 Pf. 2. 2 2 1/ 8 2 12 ½ 1/ 3. 2 2 2 4 2 6 II 4. 2 2 2 2 3 II In vereinzelten Fällen, ſo bei beſonders günſtiger oder ungünſtiger Lage, werden bisweilen auch etwas höhere, beziehungsweiſe niedrigere Preiſe gezahlt, doch gehören derartige Vorkommniſſe nur zu den Ausnahmen. b. Die Bodenpreiſe ſind innerhalb der letzten 10 bis 15 Jahre wiederholentlich in ganz erheblicher Weiſe zurückgegangen(in mehrfachen Fällen konnte ein Preisrück⸗ gang beſonders für mittlere Bodenqualitäten von ſogar 50 pCt. und darüber nach⸗ gewieſen werden)— ein Umſtand, der gewiß zu den mannigfachſten Bedenken Ver⸗ anlaſſung giebt. c. Der Umſatz an Liegenſchaften iſt, wie bereits in Frage II angedeutet wurde, ein ſehr geringer und dürfte auch bei der heutigen Lage der Dinge nur wenig Be⸗ dürfniß für Ankauf von Grundſtücken vorhanden ſein. Frage IV. a. Nehmen die Pachtgüter einen erheblichen Umfang ein und ſtehen die Pachtpreiſe im richtigen Verhältniß zu dem Kaufpreiſe der Ländereien einerſeits und zur Ausnutzungsfähigkeit derſelben andererſeits, eventuell welche Urſachen wirken ſteigernd auf die Pachtpreiſe ein? b. Welche Beſtimmungen gelten insbeſondere in Betreff der Dauer der Pacht, der Bezahlung der Steuern ꝛc., der Verſicherungsprämien, ſowie in Betreff vorzunehmender Meliorationen und etwaiger Pachtnach⸗ läſſe bei elementaren Unglücksfällen bei fiskaliſchem, ſtandesherrlichem und privatem Grundbeſitz? c. Wirken die üblichen ſonſtigen Pachtbedingungen beſonders er⸗ ſchwerend für die Pächter oder nicht? a. Zur regelmäßigen Verpachtung an die Gemeinde gelangen: 1. der in der Gemarkung belegene gräflich Schlitz'ſche Familienbeſitz mit einem Flächengehalte von 36,31 Hectar, ſowie 2. die Pfarrländereien mit 7,78 Hectar Inhalt, ſomit alſo ein Geſammtcomplex von 44,09 Hectar landwirthſchaftlich benutzbaren Geländes. Die ſeither bewilligten Pachtpreiſe ſtehen jedoch in keinerlei richtigem Verhältniſſe zu dem derzeitigen mittleren Kauf⸗ reſp. Nutzungswerthe der betreffenden Grundſtücke— ſo zwar, daß zur Zeit durchſchnittlich circa 50 pCt., d. h. ein doppelt zu hoher Pacht⸗ zins hierfür gezahlt wird. Dieſe mit den Ausführungen zu Frage III ſcheinbar im Widerſpruch ſtehende und unter den heutigen Zeitverhältniſſen gewiß auffällige Er⸗ ſcheinung findet ihre Erklärung in dem Umſtande, daß die letzten Pachtabſchlüſſe noch —— vor Ende der ſiebziger Jahre vollzogen wurden, ſomit alſo zu einer Zeit, in welcher in Folge günſtigerer Geſchäftslage noch größere Unternehmungsluſt unter den Land⸗ wirthen herrſchte, die bei den nicht rechnenden Bauern vielfach ſogar(wie eben im vorliegenden Falle) zu Preisübertreibungen führen konnte. Bei eventuell erneuter Pachtauflage dürften denn auch die Pachtpreiſe ſehr bald auf ein(wenigſtens an⸗ nähernd) normales Niveau zurückgehen. b. Die gräflichen Güter werden in 12jährigen Terminen, die Pfarrländereien in Zielen zu je 3 und 6 Jahren verpachtet. Die auf den Grundſtücken haftenden Steuern und Abgaben tragen die betreffenden Beſitzer ſelbſt; eventuelle Verſicherungsprämien ꝛc. hat dagegen der Pächter zu zahlen. Pachtnachläſſe werden ſelbſt bei eintretenden elementaren Unglücksfällen nicht bewilligt und heißt es hierüber im gräflich Schlitz'ſchen Pachtvertrage ganz ausdrück⸗ lich(Artikel 10):„Ein Nachlaß an Pachtgeld findet in keinem Falle, namentlich nicht wegen eintretender Unglücksfälle, z. B. wegen Hagelſchlages, ſtatt.“ c. Anderweite erſchwerende Bedingungen liegen nicht vor. Frage V. a. In welcher Weiſe pflegen die Landwirthe ihre Mobilien und Producte gegen Feuer, ihre Früchte gegen Hagel und ihren Viehſtand gegen Unfall zu verſichern? b. Hat die Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung Eingang in der Gemeinde gefunden, event. in welcher Weiſe und welchem Umfange? a. Obſchon Brände von Bedeutung ſeit langem in der Gemeinde nicht vorge⸗ kommen ſind, haben dennoch faſt alle Ortsbürger das Mobiliar und die Producte bei einer der größeren deutſchen Feuerverſicherungs⸗Geſellſchaften(Providentia zu Mainz und Colonia zu Cöln a. Rh.) verſichert. Ebendaſelbſt ſind auch die Schafe, die Schweine und das Federvieh verſichert. Die Pferde werden überhaupt nicht verſichert. Zwecks Verſicherung des Rindviehs gegen Unfälle beſteht ſeit 1871 eine ent⸗ ſprechende Ortsverſicherungskaſſe auf Gegenſeitigkeit, welche ¾ der eventuell entſtehen⸗ den Schäden erſetzt. Sämmtliche Rindviehbeſitzer ſind an derſelben betheiligt. Die Beiträge des letzten Geſchäftsjahres beliefen ſich auf 0,80 Mk. pro 100 Mk. des Verſicherungscapitals. b. Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung haben noch keinen Eingang ge⸗ funden. Frage VI. In welcher Weiſe befriedigen die Landwirthe in der Regel ihre Creditbedürfniſſe hinſichtlich des Real⸗ und des Perſonalcredits und welches ſind bei beiden Arten des Credites die gewöhnlichſten Darlehens⸗ — 1 4. 8 V —⅛⅓ — 10— bedingungen in Bezug auf Zeitdauer und Zinsfuß und werden dabei auch Amortiſationsfriſten(Güterziele) angewendet? Realcredit wird nur in ganz beſonderen Fällen in Anſpruch genommen; Ver⸗ unterpfändungen von Immobilien finden daher auch nur ganz ausnahmsweiſe ſtatt. Der Perſonalcredit wird theils durch die Sparkaſſe zu Schlitz, theils auch durch vermögende Kaufleute oder Private daſelbſt ohne erſchwerende Bedingungen befriedigt. Die Sparkaſſe leiht das Geld(ſelbſt bis zu Beträgen von 1000 Mk.) gegen zwei bis drei gute Bürgen und Schuldſchein zu 5 pCt. Zinſen, die Privaten(gewöhnlich nur kleinere Beträge) gegen einfachen Schuldſchein reſp. Bürgen zu 4 ½„Ct. Zinſen aus. Ungünſtiger geſtaltet ſich die Sachlage dagegen für die kleineren Ortseinwohner, ſo namentlich für die Weber, Tagelöhner ꝛc. Dieſelben ſind wegen Mangels an Credit bei der Sparkaſſe ꝛc. mit ihrem Geldbedarfe auf israelitiſche Geſchäftsleute (Grebenau ꝛc.) oder auch einige wohlhabendere Ortsbürger angewieſen, deren Geſchäfts⸗ praxis jedoch wenig bekannt iſt!! Eine Amortiſation der Schuldcapitalien findet nicht ſtatt. Eine Ortsſparkaſſe iſt nicht vorhanden. Frage VII. a. Wie ſtehen im Allgemeinen die Arbeits⸗ und Geſindelöhne in der Gemeinde, genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten oder ſind fremde Arbeiter nöthig und woher kommen letztere? b. Iſt für die landwirthſchaftliche Bevölkerung Gelegenheit zum Nebenverdienſt vorhanden, event. haben dieſe Nebenverdienſte(Arbeiten im Wald, Hausinduſtrie, Fabrikbetriebe, Fuhrweſen ꝛc.) eine beſondere Bedeutung für den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung und der Gemeinde im Allgemeinen? c. Gibt es Landwirthe in der Gemeinde, die mit Rückſicht auf den Umfang und die Rentabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes an ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen? a. Die Taglöhne berechnen ſich im Allgemeinen durchſchnittlich pro Tag ohne Koſt: für einen Maun auf 0,80— 1,00 Mk., für eine Frau auf 0,50— 0,60„ An das Geſinde werden bezahlt(excl. Koſt; ſiehe dieſe): für einen Knecht 100—150 Mk., nebſt Naturalleiſtungen im Werthe von ca. 25 Mk., — 11— für eine Magd 40— 50 Mk., nebſt Naturalleiſtungen im Werthe von ca. 50 Mk. Die Koſt für einen Knecht berechnet ſich auf ca. 250 Mk., für eine Magd auf ca. 200 Mk. jährlich. Die ortsanſäſſige Bevölkerung deckt zur Zeit den Arbeitsbedarf vollſtändig. Fremde Arbeiter kommen daher niemals nach Hartershauſen, vielmehr ſuchen kleinere Ortsbürger bisweilen noch(beſonders während des Winters) außerhalb Arbeit. b. Den wichtigſten Nebenerwerbszweig für kleinere Ortsbürger bildet die Lohn⸗ weberei. Bei angeſtrengter Arbeit ſoll ein rüſtiger Mann zur Zeit hierbei ca. 1 bis 1,20 Mk. täglich verdienen können. Während des Darniederliegens der Textilinduſtrie Ende der ſiebziger Jahre war— ſofern Arbeit überhaupt zu erlangen war— dieſer Lohnſatz ſogar auf 0,40 bis höchſtens 0,60 Mk. herabgeſunken. Einige Tagelöhner finden auch Winters über Beſchäftigung als Holzhauer im ſtandesherrlichen Schlitzer Walde. Irgend welchen weſentlichen Einfluß auf den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung(im engeren Sinne) üben dieſe Nebenerwerbe wohl nicht aus, obſchon andererſeits jedoch die große Mehrzahl der kleineren Ortsbürger ohne dieſelben kaum wohl zu exiſtiren vermöchte. c. Landwirthe oder Einwohner überhaupt, welche aus Standesvorurtheil ꝛc. die ihnen gebotene Gelegenheit zum Nebenverdienſte von der Hand wieſen, giebt es in Hartershauſen nicht. Frage VIIII. a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt? b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehnt zugenommen? c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und Güterziele im All⸗ gemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rückſtände bekannt? d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf die Ver⸗ ſchuldung z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗ ſyſteme, unwirthſchaftlicher Ankauf von Grundſtücken zu hohen Preiſen, ungenügendes Betriebscapital, zu frühe Gründung eines eigenen Haus⸗ 2¹⁰ — 12— halts, Verſchwendung und nachläſſige Wirthſchaft, die Aufeinanderfolge ſchlechter Ernten u. ſ. w.? Wie wohl vorauszuſehen war, ließ ſich zu der vorſtehenden Frage kaum etwas Poſitives ermitteln. Es ſei daher auch nur Folgendes hierzu bemerkt: Als ſchuldenfrei(obſchon in manchen Fällen noch zweifelhaft) gelten nur 8 Be⸗ ſitzer. Trotzdem erweiſt ſich die hypothekariſche Belaſtung der Grundſtücke als eine außerordentlich niedrige und beträgt zur Zeit in Summa nur 13572,12 Mk. Dieſe vielleicht auffällige Erſcheinung findet ihre Erklärung darin, daß bäuerliche Grund⸗ beſitzer eine außerordentliche Scheu vor eingetragenen Schulden beſitzen, indem ſie fürchten, durch ein ſo offenkundiges Schuldregiſter, wie das allgemein zugängliche Hypothekenbuch, an Renomme und Credit Einbuße zu erleiden. So mag es ſich denn weiter auch erklären, daß in Hartershauſen nur kleinere Beſitzungen mit eingetragenen Schulden belaſtet ſind, während die größeren Beſitzer es vorziehen, ſich mit zum Theil wohl nicht unerheblichen loſen Schulden zu plagen. Die notoriſche, leider jedoch nicht näher feſtzuſtellende Verſchuldung des Grund⸗ beſitzes ſoll ganz beſonders aus den letzten 10 Jahren datiren, in welchen ſich die allgemeinen wirthſchaftlichen Conjuncturen bekannter Maßen beſonders für die Land⸗ wirthſchaft immer ungünſtiger geſtaltet haben. Frage IX. a. Wie geſtaltet ſich die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens bei großen, mittleren und kleineren(eigenen oder gepachteten) Gütern? b. Wenn die Rentabilität als eine unbefriedigende erſcheint, ſind die Gründe zurückzuführen hauptſächlich auf 1. die Fruchtbarkeits⸗Verhältniſſe der Gemarkung, 2. die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, 3. die im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens, einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, ein zu großes Gebäudecapital, ungünſtige Arbeiterverhältniſſe, ungünſtige Abſatzverhältniſſe(ſchlechte Preiſe, unrationelle Einrichtungen für den Abſatz u. ſ. w.), 8. frühzeitiges Zurückziehen der Eltern und Belaſtung der Güter mit hohen Altentheilen und Leibrenten, 1S S — 13— 9. Beſondere unwirthſchaftliche Gewohnheiten der Landwirthe, z. B. zu ſtarke Pferdehaltung u. dgl., 10. hohe Steuern und Umlagen und ſonſtige dem Commiſſär bekannt gewordene Verhältniſſe? Das Verhältniß der einzelnen Betriebscapitalien zum Grundcapitale ſtellt ſich in den berechneten Beiſpielen wie folgt: 1. Größeres Gut. Das Gebäudecapital beträgt...... 45 pCt. vom Grundcapital (Boden⸗ u. Gebäudecapital) Das Inventarcapital beträgt..... 16 4 9„ Das umlaufende Betriebscapital beträgt.. 5„ 6„ 2. Mittleres Gut. Das Gebäudecapital beträgt...... 47„„ 3 Das Inventarcapital beträgt...... 12,75„„„ Das umlaufende Betriebscapital beträgt.. 4,75„„„ 3. Kleineres Gut. Das Gebändecapital beträgt...... 63 7 5 5 Das Inventarcapital beträgt...... 23 3„ Das umlaufende Betriebscapital beträgt.. 7„ Alle drei zur Berechnung herangezogenen Wirthſchaften zeigen in auffälliger Uebereinſtimmung mehr oder weniger erhebliche Unrentabilität. Sind nun auch die Gründe für letztere einestheils durchaus auf ſchwerwiegende wirthſchaftliche Mißgriffe ſeitens der betreffenden Wirthſchaftsinhaber zurückzuführen(ſiehe unten), ſo dürfte andererſeits jedoch wohl kaum ſo ganz in Abrede zu ſtellen ſein, daß auch noch ander⸗ weite und zwar außerhalb der Machtſphäre des Einzelwirthes liegende Factoren hierauf von weſentlichem Einfluſſe ſind. Berückſichtigt man nämlich, daß den an⸗ liegenden Reinertragsberechnungen Kaufwerthe für Grund und Boden zu Grunde ge⸗ legt wurden, wie ſie ſeither— offenbar doch in engſter Anlehnung an die thatſäch⸗ lichen Reſultate der Praxis— bei An⸗ und Verkäufen ꝛc. in der Gemarkung ganz ausſchließlich maßgebend waren, daß weiter aber Rückgänge in den bisherigen Roh⸗ erträgen der herangezogenen Wirthſchaften durch nichts erweisbar ſind(eher könnte vielleicht noch von Mehrproduction in Folge Hebung des allgemeinen Culturzuſtandes geſprochen werden), ſo wird man ſich— da Minusreinerträge nichts anderes als Werthsverminderung bedeuten— ſchwerlich wohl der Auffaſſung verſchließen können, daß ſich im vorliegenden Falle eine Entwerthung des Grund und Bodens vollzogen hat, die kaum auf etwas anderes, als die außerordentlich gedrückte Marktconjunctur für landwirthſchaftliche Producte zurückzuführen iſt. Als Gründe für die Unrentabilität der Hartershauſer Wirthſchaften führen wir ſomit an: 1. die in Folge ausländiſcher Concurrenz übermäßig gedrückten Marktpreiſe für landwirthſchaftliche Producte, und ———ꝛ—x—ꝛ———— 4 — 14— 2. mannigfache Mißgriffe und Fehler im Betriebe der Wirthſchaft ſelbſt und heben wir unter letzteren beſonders hervor: a. das zu hohe Gebäudecapital(ſiehe oben); b. die faſt doppelt zu hohen Pachtpreiſe für erpachtete Grundſtücke(Frage IV); c. zahlreiche Fehler in der Technik des Ackerbaus und der Viehzucht(Frage D; und für die in Anlage I(ſiehe dieſe) vorgeführte Wirthſchaft außerdem noch: d. die unter den gegebenen Verhältniſſen überflüſſige und zu koſtſpielige Pferde⸗ haltung; ſowie e. einen unnöthigen Ueberſchuß an Dienſtperſonal(mindeſtens eine Dienſtmagd zu viel). Frage X. Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landw. Bevölkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maßnahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen? Die vorliegenden Erhebungen haben ergeben, daß zur Zeit keine der zur Unter⸗ ſuchung herangezogenen Wirthſchaften irgend welchen Reinertrag erzielt. In einem Falle muß der Beſitzer ſogar einen erheblichen Baarzuſchuß leiſten, um den Bedürf⸗ niſſen ſeiner Wirthſchaft gerecht zu werden. Die weſentlichſten Gründe hierfür wurden bereits in der Beantwortung der Frage IX zur Sprache gebracht. Da ſich nun der Marktpreis für landwirthſchaftliche Producte der Beeinfluſſung des einzelnen Wirthes ſo gut wie ganz entzieht, eine Herabſetzung der zu hohen Pachtpreiſe aber erſt nach Ablauf der laufenden Pachtverträge möglich wird, ſo wird ſich das ganze Streben der Hartershäuſer Landwirthe darauf richten müſſen, die Nach⸗ theile obiger Poſitionen durch ein rationelleres Betriebsverfahren als bisher, ſoweit nur immer thunlich, auszugleichen. Der Schwerpunkt der landwirthſchaftlichen Production Hartershauſens liegt zweifelsohne in der Rindviehhaltung und kann an dieſer Stelle mit Befriedigung hervorgehoben werden, daß z. Z. ſchon recht anſehnliche Reſultate hierin erzielt werden. Die außerordentliche Unrentabilität der Wirthſchaften beweiſt jedoch, daß die bis⸗ herigen Leiſtungen trotzdem noch keine zureichenden ſind. Mit Rückſicht auf das be⸗ ſtehende, mehr als günſtige Wieſenverhältniß dürfte es daher eine der hervorragendſten Aufgaben der dortigen Landwirthe ſein, durch durchgreifende Meliorationen der Wieſen⸗ gründe ſowohl die Quantität wie Qualität der Futtererträge nach Möglichkeit zu heben, womit nicht nur eine weſentliche Vermehrung der Production innerhalb des Viehſtandes Hand in Hand ginge, ſondern gleichzeitig auch eine nicht zu unterſchätzende Hebung der Ackererträge(durch vermehrte Düngerproduction) verbunden ſein würde. Der muthmaßliche Vermögensſtand der Gemeinde läßt es überdies als ſehr wahrſcheinlich erſcheinen, daß dieſelbe z. Z. noch ganz ſelbſtſtändig in der Lage wäre, die erforder⸗ — 15— lichen Meliorationen aus eignen Mitteln durchzuführen. Nöthigen Falles wären die erforderlichen Mittel auch aus der Großherzoglichen Landesculturrentenbank zu be⸗ ſchaffen. Als weitere erfolgreiche Mittel zur Beſeitigung der offenbaren Mißſtände wären hier noch 1. die Errichtung einer Landescreditkaſſe, ſowie 2. die Bildung einer Darlehenskaſſe anzuführen. Der Berathung über den Bericht, welcher das vorſtehende Reſultat hatte, wohnten außer den Unterzeichneten der Großh. Kreisrath Herr Schönfeld⸗Lauterbach, der Bürgermeiſter von Hartershauſen, ſowie drei Landwirthe von dort bei, letztere ſämmtlich Mitglieder des Ortsgerichtes. Hartershauſen, den 15. September 1885. J. V.: Dr. R. Weidenhammer. M. Hoyer. Anlage I. Gemeinde Hartershauſen. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines größeren Bauerngutes: 20,18 Hect. eigner Beſitz; 3,93 ZHect. Pachtland. 2„ 5 Der Beſitzer iſt verheirathet— 25 Jahre alt— und Vater nur eines Kindes (Tochter 1 ½ Jahre alt). Das Dienſtperſonal beſteht aus 1 Knecht(23 Jahre) und 2 Dienſtmägden(23 und 18 Jahre). Im Ganzen beſteht alſo der Haushalt aus 6 Perſonen, wovon 5 Erwachſene(2 Männer und 3 Frauen) ihre Arbeitskraft mehr oder weniger der Wirthſchaft widmen. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbänmen(Grundcapital). dha⸗ e Wnene nitul Kaufwerth.. Mk. 9696 ſare enih (in 34 Parcellen.) Mk. 313. 3,11 Hectar Niederwald (momentan faſt ohne Nutz⸗ ungswerth, theilweiſe jedoch mit leidlichen Lärchen, Bu⸗ chen und Birkenſtangen be⸗ ſtanden, ſodaß vorausſicht⸗ lich in etwa 20— 30 Jahren hmittl. Kaufwerth..„ 660 einiges Nutz⸗ und Brennholz daraus zu gewinnen ſein wird). 1,30 Hectar Oedungen (nur ſehr ärmliche Gemein⸗ deſchafweide). Obſtbäume ohne Werth. zu übertrag3en.. Mk. 10356 — 17— Uebertrag. Mk. 10356 Hierzu ſind erpachtet von dem in der Gemarkung Hartershauſen belegenen gräflich Schlitz'ſchen Fideikommiß: 3,06 0,87 Hectar Acker mit einem mittleren Kauf⸗ „ Wieſen werthe von....„ 3446 .— Mt. 13802 Der jährliche Pachtzins hiefür beträgt Mk. 241. B. Gebäude. Eine Hofraithe, beſtehend aus Wohnung, Eiladen⸗ Seſene und Holzſchuppen laut Brandcataſter...„ 11910 C. Viehſtand. 2 Pferde(8 und 2 ½ Jahre alt).... Mk. 800 2 vierjährige Ochſen(bisweilen angeſpannt)..„ 600 2 zweieinhalb⸗ bis dreijährige Ochſen....„ 570 2 eineinhalb⸗ bis zweijährige Ochſen....„ 350 2 ein⸗ bis eineinhalbjährige Ochſen.....„ 200 2 Ochſenkälber(circa ½ Jahre alt)....„ 150 2 circa ſiebenjährige eüe.„ 400 10 Schafe...........„ 120 2 Schweine...—„ 80 19 Stück Geflügel 110 uhrer und 9 JGanig..„ 35 3 Bienenſtöcke....„ 15 ——„ 3320 D. Todtes Iuventar. 2 Wagen; Ackergeräthe; Geſchirre fürs Zugvieh; Hof⸗, Stall⸗ und Sennicelith laut Ver⸗ ſicherungspolieece.... Mk. 400 Säcke und Klingtücher.........„ 150 1 Häckſelmaſchine...........„ 70 1 Rübenſchneider...........„ 1 1 Getreidefegemühle..........„ 40 Haus⸗ und Küchengeräth........„ 200 gellth—„ 877 E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital 50 pCt. der jährlichen baaren Ausgaben......„ 1362 Werth des geſammten Beſites. Ml. 31271 Inventar der engeren Familienwohnung laut Verſicherungs⸗ police Mk. 2400. — 18— II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung des Ackerfeldes iſt die in der Gemarkung allgemein übliche(verbeſſerte??) Dreifelderwirthſchaft mit bebauter Brache. Der Anbau der Früchte und der Natural⸗Ertrag derſelben ſtellen ſich hiernach durchſchnittlich ungefähr wie folgt: Getreide(.[88. Lein Anban SI S& 5[zis=253 Centner. Roggen.... 3,50 Hect. 64 150 9 Weizeil..... 0,88„[16 5 32 5 ʃ Hafer..... 3,36„ 58. 116 ktae b Gerſte. 4 0, 75b„ 12 12 Erbſen... 0,75„ 14 30 Kartoffeln.... 1,125„—— 180 Rüben.... 5 0,625„———[100 Mengfutter(Wickhafer) 0,25„———— 15 Klee(Rothklee).25 0,875„—————[63 Lein... 60,375„————ß—— 1— 4 1 ½— 2 Brache..... é638„ Wieſen..... 5,25„————— 300—— 1I 2.b Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich annähernd pro ¼ Hectar wie folgt: bei Roggen auf 4,57 Ctr. Körner, 10,70 Ctr. Stroh, II Weizen I/ 4,57 II 2 9,10 2 II 2 Hafer 2 4,30 2 2 8,60 2/ 2 Gerſte 2 4,00 2 2 4,00 2 I/ 2 Erbſen 2 4,66 22 2 10,00 2 2 „ Kartoffeln„ 40,00„ Knvollen, „ Rüben„ 40,00„ Rüben, „ Mengfutter„ 15,00„ Dürrfutter, „ Kler„ 18,00„ Dürrklee, „ Lein„ 2,66„ Körner und ca. 1 Ctr. ſpinnreifer Flachs, „ Wieſen„ 19,00„ Wieſenheu und Grummet. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahre pro Kuh 1100 Liter; pro Tag und Kuh 3,0 Liter; im Ganzen alſo 2200 Liter.— — 19— Rindvieh. Es werden durchſchnittlich jährlich 4 Ochſen gemäſtet und mit einem Geſammtſchlachtgewichte von circa 2000 Pfund an Metzger(Gießen und Fulda) verkauft. Ebenſo gelangen jährlich 2 im eigenen Stalle aufgezogene Ochſen (3 ½ bis 4jährig) an Händler(als Zugochſen) zum Verkauf. Schließlich werden auch die beiden jährlichen Kälber in einem Lebensalter von 14 Tagen an den Schlächter abgegeben. Schafe. Jährlich werden circa 4 Schafe überzählig und dementſprechend ver⸗ kauft. Der Schafſtand liefert außerdem auch noch jährlich circa 12 Pfd. Wolle. Schweine. 3 Maſtſchweine mit zuſammen circa 360 Pfd. Schlachtgewicht(zwei derſelben werden in der Wirthſchaft verbraucht; eins kommt zum Verkaufe). Geflügel. Durchſchnittlich 300 Eier, ſowie jährlich 8 Gänſe und 2 abgängige Hühner(Eier, Gänſe und Hühner werden in der Wirthſchaft conſumirt). Zugleiſtung der Pferde. Jährlich circa 160 bis 170 Geſpann⸗Arbeitstage der⸗ ſelben(während des Winters, ſowie in der ſonſt noch übrigen Zeit ſtehen ſelbige beſchäftungslos im Stalle). B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Roggen 3,50 Heckar....„ 18 Cir. Pfd. Weizen 0,88„..... 4„„ Hafer 3,63„...... 14„ 50„ Gerſte 0,75„.... 3„„ Erbſen 0,75„...... 4„„ Mengfutter 0,25„...... 1„„ Kartoffeln 1,125„......30„„ Rüben 0,625„......—=„ 4„ Klee 0,875„.....„ 35„ Lein 0, 3 h„.... 2„„ Die ermittelten Saatquantitäten erſcheinen, ſelbſt wenn man auch die in Folge der bebauten Brache ſehr verſpätete Saatzeit im Herbſte, ſowie die ſonſtigen erheblichen Mängel bei der Saatausführung berückſichtigt, immerhin unverhältnißmäßig hoch. Für den Viehſtand. Roggen(Abfallkorn an Rindvieh und Schweine)..... 3 Ctr.— Pfd.— Hafer(an Pferde, Rindvieh, Schweine Gänſe und Hühner)..... 43„—„ Gerſte(an Schweine und Hühner).. 1„ 50„ Erbſen(an Maſtvieh und Schweine).. 8„ 50„ Kartoffeln(an Schweine und Maſtvieh). 90„—„ — 20— Rüben(an das Rindvieh)...... 100 Ctr.— Pfd. Klee(wird ſämmtlich an die Pferde und das Rindvieh grün gefüttert) auf Dürr⸗ klee berechnet... 63„„ Mengfutter(gleichfalls ſämmtlich grün an das Rindvieh und die Pferde) als Dürr⸗ futter berechnet.. 15„=„ Stroh wird ſämmtlich für den Viehſtand zu Futter und Einſtreu verwendet.. 340„—„ Wieſenheu und Grummet, ebenfalls ſämmt⸗ lich an Pferde, Rindvieh und Schafe. 300„—„ Roggen⸗ und Weizenkleie vom eigenen Mahlgut....... 12„„ Leinkuchen(an die Pferde).—„ 50„ Milch und Molken kaum nennenswerth an Kälber und Schweine. Mit Rückſicht auf den Naturalertrag der Aecker ꝛc., ſowie darauf, daß keine nur annähernd zuverläſſige Angaben über den Futterbedarf der Pferde zu erlangen waren, ſchien es nicht räthlich, irgend welche Berechnungen über Productionskoſten des Stalldüngers anzuſtellen, da ein bezüglicher Verſuch unter derartigen Umſtänden ganz abnorme Reſultate ergeben müßte. Für die Familie (einſchließlich der Tagelöhner, ein Mann und eine Frau, durch etwa 100 Tage). Noggen.......... 40 Cir.— Pfd. Weizen.. 8„—„ Gerſte......... 2„ 50„ Erbſen........ 1„—„ Kartoffeln.. 60„—„ Fleiſch und Fett(Schmalz und Speck; hiervon ca. 380 Pfund ſelbſterzeugtes Schweine⸗ und Gänſe⸗Fleiſch und Fett und ca. 70 Pfund hinzmaennſte⸗ Rind⸗ fleiſch, Wurſt ee....—. 450 Pfund Butter........ 80„ Leinöl............ 30„ Eier.... 300 Stück Milch(zumeiſt abgerahmt; wird theilweiſe auch zu Käſe verarbeitet)..... 2200 Liter Kaffee............ 25 Pfund Zucker.......... 40 Pfund Reis......... 15„ Eſſig... 25 Liter Schnaps(Bier wird nur ganz ſelten im Hauſe getrunken)...... 90„ Salz...... 150 Pfund Gewürz, Hefe, Käſe, Gemüſe ꝛc. Es berechnet ſich hiernach, wenn man die Tagelöhner und die im Hauſe zu⸗ weilen verkehrenden Gäſte mit runden Beträgen abrechnet, der Verbrauch der 5 Per⸗ ſonen ſtarken Haushalts(das Kind kann hierbei wohl kaum in Betracht kommen) pro Tag und Kopf auf rund ungefähr: 1250 Gramm Getreide, reſp. 750 Gramm Mehl, 25, Erbſen, 1250„ Kartoffeln, 100„ Fleiſch und Fett, 25„ Butter und Leinöl, 6„ Kaffee, 10„ Zucker, 3 ½„ NReis, 30„ Salz, 1 Liter abgerahmte Milch. Käſe, Eier, Gemüſe, Schnaps, Gewürz ꝛc. Es ſind darin ca. 105 bis 110 Gramm verdauliches Eiweiß enthalten, was mit Rückſicht darauf, daß keine zu angeſtrengte Arbeit geleiſtet wird, noch als zu⸗ reichend bezeichnet werden kann. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich Mk. 1200 und täglich ca. Mk. 3,30, oder pro Kopf und Tag circa 70 Pfg. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee mit Kartoffeln, zeitweiſe auch Brot. Zweites Frühſtück: Brot mit Butter und Handkäſe(in der Erntezeit Fleiſch, Wurſt ꝛc.); dazu regelmäßig Schnaps. Mittag: Gerſten⸗, Erbſen⸗, Kartoffel⸗, Gemüſe⸗, Reis⸗ oder Nudelſuppe; dazu Brot oder Kuchen. Bisweilen auch Kartoffeln mit Gemüſe und Brot. Fleiſch wird nur Sonntags gegeſſen(in der Erntezeit zum Frühſtück). Vesper: Brot, Butter und Käſe(bisweilen Eier) mit einem Schnaps. Abendbrot: Kartoffeln mit Dickbrei oder Salat; dazu Brot ꝛc. Die Tagelöhner und das Geſinde eſſen mit der Familie. — III. Geld-⸗Rechnung. A. Einnahmen. 4 Ctr. Roggen à Mk. 8. Mk. 32,— 5„ Weizen à Mk. 8,50„ 12,50 5„ Gerſte à Mk. 6..„ 30,— 15 Pfd. Butter à Mk. 0,70 3 10,50 4 fette Ochſen à Mk. 310.„ 1240,— 2 Zugochſen à Mk. 330„ 660,— 2 Kälber à Mk. 15..„ 9 30,— 4 Schafe à Mk. 12,50.„ 50,— Schafpferch.„ 42,— 1 Maſtſchwein......„(4, 2 Pfd. Gänſefedern à Mk. 3.. 2 6,— Werg und ſonſtige Flachsproducte...„ 25,— Summe Mk. 2242,— B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Directe Steuern(Grund⸗, Gebäude⸗ und Ein⸗ kommenſteuer)..... Ml. 68,20 Communalſteuer.... 3„ 116,90 Tilgungsrente(läuft 1888 reſp. 1893 ab)..„ 178,50 —,/p&¶4DMk. 263,60 Pachtzins: Pacht für 3,93 Hectar Acker und Wieſen„ 241,— Tagelöhne: 1 Mann 80 Tage 1 Frau 20 Tage à Mk. 0,45..„ 45,— (Die Taglöhner erhalten außerdem volle Koſt ꝛc.) Löhnung der Dienſtboten: an den Knecht.........Ml. 90,— an 2 Dienſtmägde zuſammen......„ 80,— 170 (Knecht und Mägde erhalten außerdem volle Koſt, ſowie ge⸗ 4, wiſſe Naturalleiſtungen.) Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe.. 9 50,— Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe: dem Wagner... Mk. 40,— dem Schmied(nebſt Beſchaffung von Eiſen)„ 50,— zu übertragen. Mk. 90,— Mk. 769,60 — 23 Leierroud dem Sattler.... für Hausrath und Handgeräthe. Inventar der engeren Familienwohnung. Verſicherungsprämien: Wirkliche Ausgaben: für Gebäudeverſicherung für Verſicherung des todten Inventars, des Hausmobiliars, der APeodnite Schafe, Schweine ꝛc..... für Verſicherung des Rindviehs. Pferde⸗Remonte. Die Pferde werden durchweg angekauft. Als baare Ausgabe hierfür ſind jährlich etwa anzunehmen Ergänzung des ſonſtigen Viehſtandes: 4 drei⸗ bis vierjährige Ochſen 2 ¼jährige Ochſenkälber. 3 1jährige Schweine. Zukauf von Kleeſaat. Zukauf von Dünger: 2,5 Ctr. Küdehennneüte oder keitſſttilenden Häuiſe pferch. für Düngekalk Pacht für die Dampfdreſchmaſchine(12 ½ Stunden). Heizung und Beleuchtung: Brennholz(als Realſervitut dem gräflich Schlitz⸗ 'ſchen Walde entnommen).. 9 Ctr. Steinkohlen tür die ³Danpfüreihnuſcin Petroleum Zukauf von Nahrungsmitteln: 70 Pfd. Fleiſch 25„ Kaffee 40„ Zucker 15„ Reis 150„ Salz 90 Liter Schnaps 25„ Eſſig. zu übertragen Mk. 90,— Mk. 769,60 „ 15, „ 25, —„ 130,— 1 20, Mk. 13,70 1 12, 1 15,— „ 33,70 1 64, Mk. 1000,— „ 200,— 1 75, „ 1 275, 2 21, Mk. 21,— 1 18,— „ 39,— 2 50, Mk. 10,— 1 10, 1 10,— 2 30, Mk. 42,— 1 25,— 2 16, 1 3,— „ 13,50 11 45,— 2 5,— Mk. 149,50 Mk. 2437,30 — 24— Uebertrag.. Mk. 149,50 Mk. 2437,30 Gewlirz, Hefe 2c...........„ 15,— 25 Pfd. Seife...........„ 10,— —-„ 174,50 Bekleidung(wird durch Verwendung der ſelbſt erzeugten Wolle, wie des Flachſes zum größeren eil aus der Wiuhſchaſ ge⸗ wonnen). 3„ 100,— Arzt und Apotheke................„ 15,— Thierarzt....................„ 10,— Verſchiedenes.................„ 10,— Summa.. Mk. 2746,80 C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen... Mk. 2242,— Die Ausgaben betrugen....„ 2746,80 Deficit.. Mk. 504,80 Eingeſtandener Maßen ſetzt der Beſitzer Georg Heil III. jährlich ca. 300 bis 400 Mk. Baargeld aus dem zugebrachten Vermögen ſeiner Frau in der Wirthſchaft zu. Die Ergebniſſe der vorſtehenden Rechnung laſſen jedoch keinen Zweifel darüber, daß die wirklichen Zuſchüſſe obigen Betrag noch weſentlich überſteigen und zwar eine Höhe von 500 bis 600 Mk. jährlich erreichen, was von Heil naturgemäß nicht gerne zugeſtanden wird. IV. Rentabilitäts-Verechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte). Erlös aus verkauften Producten.... Mk. 2200,— Werth der für die Familie(reſp. den Haushalt) aus der Wirth⸗ ſchaft entnommenen Producte(incl. Naturalleiſtungen an Dienſtboten 2c.)..............„ 1210,— Summa. Mk. 3410,— B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 11 103,1 b... Mk. 476,— Verſicherungsprämie.......„ 13,70 zu nettrigen.. Mk. 489,70 10. 11. 12. 13. 22 1 S S — 25— Uebertrag Mk. 489,70 Amortiſation(0,75 pCt.)......„ 89,30 Inſtandhaltung..„ 50,— .Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 3320 à 4 pCt. Mk. 132,80 Verſicherungsprämie..„ 21,— Amortiſation der Pferde 6 pCt. vom Werthe derſelben)...„ 64,— Jährliche Ergänzung des Rindviehſtandes und der Schweinehaltung.„ 12, .Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 877 à 4 pCt..... Ml. 35,— Verſicherungsprämie...„ 1,70 Erneuerung und Inſtandhaltung, wirkliche Ausgabe..........„ 130,— . Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals mit 6 pCt. Hagelverſicherungsprämie. Feuerverſicherung der Producte. Steuern und Umlagen(excl. Tilgungsrente und Werſonalſteuer) Dünger Heizung und Velenchiumg 4. Pacht für Benutzung der Dampfdreſchmaſchine. Arbeitslöhne: Lohn an die Taglöhner; ein Mann und eine Frau mit zuſammen 100 Tagen. Mk. 45,— an die Dienſtboten(1 Knecht und 2 Mägde)„ 170,— Beköſtigung der Dienſtboten und Tagelöhner„ 720,— ſonſtige Naturalleiſtungen an dieſelben(Bei⸗ ſaaten, Leinentuch, Wolle ꝛc.)...„ 185,— an die Familie(Mann und Frau) Baarlohn„ 275,— Beköſtigung der in der Wirthſchaft beſbiſ. tigten Familienglieder....„ 450,— Thierarzt. Verſchiedenes. Summa Mk. 629,— „ 1491,80 „ 166,70 „ 81,50 20,— 2 3,— „ 130,— „ 39,— „ 15,— 2 50,— „ 1845,— 2 10,— 2 10,— Mk. 4491,— — 26— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 3410,— Die Productionskoſten betrugen.„ 4491,— Bleibt Minus⸗Reinertrag.. Mk. 1081,— welcher ſich in einer Verzinſung des Betriebscapitals geltend macht, die unter den vorſtehenden Annahmen zurückbleibt. NᷓêVV·‚O— Anlage II. Gemeinde Hartershauſen. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines mittleren Bauerngutes: 14,92 eck. eigener Beſitz; 2,77 Bect. Pachtland. . 3. /0 lalch 12*22 34 N Der Beſitzer iſt verheirathet, 47 Jahre alt, Vater dreier Kinder, wovon 2 Söhne und 1 Tochter. Ein Sohn, 15 Jahre alt, und eine Tochter, 18 Jahre alt, arbeiten in der Wirthſchaft; ein Sohn, 12 Jahre alt, beſucht noch die Schule. Im Ganzen beſteht alſo die Familie aus 5 Perſonen, von denen 4 Erwachſene(2 Männer und 2 Frauen) ihre Arbeitskraft mehr oder weniger der Wirthſchaft widmen. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 8,78 Hectar Ackerland. A 3 Steuercapital 3,0„ Wieſen 1 mittl. Kaufwerth.... Mk. 5632 incl. Gebender (in 36 Parcellen). Mk. 185,80 3,10 Hectar Niederwald: desgl........„ 465 Obſtbäume: (4 Aepfel⸗ und 3 Birnbäume) ohne Werth. Hierzu ſind erpachtet von dem in der Gemarkung Hartershauſen belegenen gräfl. Schlitz'ſchen Fideikommiß: 1,31 Hectar Ackerland lmit einem mittleren Kauf⸗ 1,46„ Wieſen ſe werthe von....„ 1400 — Mk. 7497 Der jährliche Pachtzins hierfür beträgt Mk. 107. zu übertragen.. Mk. 7497 3¹⁰ — 28— Uebertrag.. Mk. 7497 B. Gebäude. Eine Hofraithe, beſtehend aus Wohnhaus, Sullan, Liſenar und Schuppen laut Brandcataſter... 3 7500 C. Viehſtand. 2 vierjährige Ochſen(werden angeſpannt)... Mk. 660 2 dreijährige Ochſen(desgl.)....„ 600 1 zweijähriger Ochſe.........„ 200 2 Kühe(werden angeſpannt).......„ 400 1 Nind(1 ½ Jahre alt)........„ 130 1 Kuhkalb(1½¼ jährigh.„ 50 1 Ochſenkalb............„ 30 9 Schafe....„ 110 2 Schweine(meiſt jedoch 4. Stück uorherde) 3„ 60 10 Hühner und 11 Gänſe......„ 48 —„ 2288 D. Todtes Inventar. 2 Wirthſchaftswagen.......... Ml. 210 2 Pflüge und 2 Paar Eggen......„ 75 Geſchirr für's Zugvieh... e..„ 25 Hof⸗, Stall⸗ und Scheniergerith. 232 S..„ 125 Bandgeſchirr....“„ 30 Säcke und Llingtlicher........„ 80 1 Häckſelmaſchine..........„ 110 1 Getreidefegemühle..„ 140 Hans⸗ und Küchengertith........„ 100 7463 E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital 50 pCt. der jährlichen baaren Ausgaben.......„ 747 Werth des geſammten Beſitzes.. Mk. 18777 Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 2536. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung des Ackerfeldes iſt die in der Gemarkung allgemein übliche (verbeſſerte?) Dreifelderwirthſchaft mit bebauter Brache. Der Anbau der Früchte und der Naturalertrag derſelben ſtellen ſich hiernach durchſchnittlich ungefähr wie folgt: ——— Getreide. 249 Lein 8 S 8 8— 8 Anbanu e5 Centner. Roggen 2,86 Hectar 56 123 Weizen 0,50„ 10,50 241 Hafer. 2,86„ 50 100 Gerſte. 9,50.„ 9 9 Erbſen 0,68„ 12 25 Kartoffeln 20,/„—— 1150 Rüben. 2. 0,50.„——(— 100 Klee O,.„———— 54 Lein. 0,375„———— ·— 4 1 ½— 2 Brache 0,315„———-—BIO— Wieſen 130„————[—[280— Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich pro ¼ Hectar wie folgt: bei Roggen auf 4,87 Ctr. Körner, 10,70 Ctr. Stroh 1 Weizen 1 5,25 1 1 10,50 11 11 1 Hafer 1 4,25 1 1 8,70 1 1 1 Gerſte 1 4,50 1 1 4,50 1 1 2 Erbſen 2 4,80 1 1 10,00 11 1 „ Kartoffeln„ 50,50„ Knollen „Rüben„ 50,00„ „Klee„ 18,00„ Dürrklee „ Lein„ 2,66„ Körner und ca. 1 Ctr. ſpinnreifen Flachs „ Wieſen„ 20,00„ Heu und Grummet. Aus dem Viehſtand. Milch, Durchſchnittlich im Jahre pro Kuh 1250 Liter, pro Tag und Kuh 3,45Liter, im Ganzen alſo 2500 Liter.(Die Kühe werden während des Sommers und im Herbſte zeitweiſe ſtark eingeſpannt.) Rindvieh. Durchſchnittlich werden jährlich 3 Ochſen gemäſtet und mit einem Geſammtſchlachtgewicht von ca. 1500 Pfd. an den Metzger(Fulda, ſeltener Gießen) verkauft. Ebenſo gelangt jährlich ein im eigenen Stalle aufgezogener Ochſe an anderweitige Händler als Zugochs zum Verkaufe. Zwei jährliche Kälber, welche aufgezogen werden. Schweine. 5 Maſtſchweine mit durchſchnittlich ca. 125 Pfd. Schlachtgewicht (3 hiervon gelangen zum Verkaufe, 2 werden für die eigene Wirthſchaft verwendet). 6 — 30— Schafe. Jährlich werden ca. 4 Schafe überzählig und dementſprechend verkauft. Der Schafſtand liefert außerdem jährlich ca. 12 Pfd. Wolle. Geflügel. Jährlich ca. 400 Eier, 2 Hühner und 9 Gänſe(wovon ca. 100 Eier und 3 Gänſe verkauft werden). Zugleiſtungen der Ochſen und Kühe. ca. 140 Geſpannarbeitstage der Ochſen und ca. 70 desgl. der Kühe. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut.* Roggen 2,86 Hectat..... 15 Ctr.— Pfd. Weizen 0,50„... 2„ 50„ Hafer 2,86„... 12„ 50„ Gerſte 0,50„.....22„=„ Erbſen 0,68„ 63 1, 50„ Kartoffeln 0,75„...... 21„—„ Rüben 0,50„.=„ 3„ Klee 0,795„:.....„ 30„ Lein 0,375„..... 2„„ Für den Viehſtand. Roagen........... 5 Clr.— Pfd. Hafer.......... 37„ 50„ Gerſte....... J.. e. 002„=„ Erbfen.........*f„ 25„ Kartoffeln.......... 89„—„ Nühen.. 100„—„ Klee(wird ſämmtlich grün verfüttert). 54„—„(Dürrklee) Wieſenhen und Grummet......280„—„ Stroh(als Futter und Einſtreu)... 278„—„ Roggen⸗ und Weizenkleie, vom eignen Mahlgut... 9„—„ Leinkuchen.........„ 50„ Milch......... 1000 Lrter. (Hiervon 500 Liter ganze Milch an die Kälber, 500 Liter abgerahmte Milch an die Schweine.) Laubſtreu(aus eigenem Walde).... 60 Ctr. Hiernach würden ſich die Productionskoſten für den Stalldünger in folgender Weiſe berechnen: ᷣó — 31— Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt in runder Summe annähernd.... MNk. 1970 Der Werth der erzielten Producte äincl. Susleſnng) recciui ſich im Ganzen in runder Summe annähernd auf... 4„ 1 510 Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Producte noch durch den Stalldünger zu decken ſein.... Mk. 460 Die Stallmiſtproduction iſt annähernd auf 1800 Centner zu ſchätzen, ſo daß der Centner auf etwa 25 Pfg. zu ſtehen kommt, wozu noch die Koſten für Bedienung und Wartung des Viehſtandes treten, ſo daß etwa 30 Pfg. reſultiren werden. Für die Familie (einſchließlich eines Taglöhners während ca. 30 Tage). Roggen............. 30 Ctr. Weizen... 6„ Gerſte(zu Supbermchl und Gruupeih 2½„ Erbſen... 1 ½„ Kartoffeln... 60„ Fleiſch und Fett(davon 310 Pfd. felbſt er⸗ zeugtes Schweine⸗ und Gänſefleiſch und Fett und 40 Pfd. hinzugekauftes Rindfleiſch).. 350 Pfd. Milch(⅛ als Vollmilch, ⅜ abgerahmt; theil⸗ weiſe zu Käſe verarbeitet)...... 1500 Liter Butter............ 45 Pfd. Leinöl............ 50„ Eier......... 250 Stüch Kaffee.............. 26 Pfd. Zucker........... 30„ Salz............. 129„ Reis........ 20„ Eſfig............. 25 Liter Schnaps.... 60„ Hefe und Gewürz, Käſe und Gemüſe ec. Es berechnet ſich hiernach, wenn man die Taglöhner und die im Hauſe bisweilen verkehrenden Gäſte mit runden Beträgen abrechnet, der Verbrauch der 5 Perſonen ſtarken Familie pro Kopf und Tag auf rund ungefähr: 1000 Gramm Getreide reſp. 600 Gramm Mehl, 30„ Erbſen, 1400„ Kartoffeln, 90„ Fleiſch und Fett, 20 3 Butter und Leinöl, 7„ Kaffee, — 32— 8 Gramm Zucker, 5„ Reis, 30„ Salz, 0,8 Liter Milch, Käſe, Eier, Gemüſe, Schnaps, Gewürz ꝛc. Es ſind darin ca. 95 bis 100 Gramm verdauliches Eiweiß enthalten, was mit Rückſicht darauf, daß ſich zwei nur halbwüchſige Perſonen(die beiden Söhne) in der Familie befinden und außerdem auch keine zu angeſtrengte Arbeit geleiſtet wird, als noch zureichend zu bezeichnen ſein dürfte. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich Mk. 945 und täglich ca. Mk. 2,60, oder pro Kopf ca. 50 bis 60 Pfg. Die Lebensweiſe der Famillie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee mit Kartoffeln, bisweilen auch Brod. Zweites Frühſtück: Brod mit Butter und Handkäſe oder Eier und Schnaps. Mittageſſen: Mehl⸗, Erbſen⸗, Reis⸗ oder Kartoffelſuppe, bisweilen auch Gemüſe mit Kartoffeln. Fleiſch wird nur Sonntags und in der Erntezeit gegeſſen. Vesperbrod: Kaffee mit Butterbrod oder Kuchen; Sommers auch Schnaps. Abendeſſen: Kartoffeln mit Salat oder Milch; bisweilen auch Suppe. Der Tagelöhner ißt mit der Familie. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 5 Etl. Noggen Mk. 8.......... Mt. 40,— 2„ Weizen Ml. 8,50„ 17,— 2„ Gelſte à Ml. 6..„ 12,— 45 Pfd. Buiter à Mk. 0,70.. 9 10,50 3 fette Ochſen à Mk. 310„ 930,— 1 Zugochſe t“„ 280,— B fette Schweine à Ml. 62,50 5, 87,50 4 Schafe à Mk. 12,50 7 50,— Schafpferch 1 42,— 3 Gänſe à Mk. 5.„„ 15,— 150 Stuück Gler.„ 6,— 1 Fuhre Holz.„ 10,— Werg und ſonſtige Flachsproducte........„ 15,— — Summa.. Mk. 1615,— — — — 33— B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Directe Steuern(Grund⸗, Gebäude⸗ und Einkommenſteuer)....... Mlk. 41,40 Communalſteuern...„ 69,75 Tilgungsrente(läuft 1888 reſp. 1893 ab)„ 37,25 Mk. 148,40 Pachtzins: Pacht für 2,77 Hectar Acker und Wieſen„ 107,— Taglöhne: 1 Mann ca. 30 Tage à Mk. 0,80...„ 24,— (Derſelbe erhält außerdem volle Beköſtigung) Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe............„ 40,— Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgaben: dem Wagner... Mk. 25,— dem Schmied nebſt Beſchaffung von cien„ 35,— dem Sattler..., 8,— für Hausrath und Handgeräthe.8..„ 22,— —„ 90,— Inventar der Familienwohnung........„ 15, Verſicherungs⸗Prämie: Wirkliche Ausgaben: Gebäudeverſicherung.. Mk. 8,65 Verſicherung des todten Inventars, Haus⸗ mobiliars, der Vorräthe ꝛc.....„ 8,85 Verſicherung des Rindviehs.....„ 12,— — 29,50 Ergänzung des Viehſtandes: 2 4 2 drei⸗ bis dreieinhalbjährige Ochſen..„ 500,— 5 Jungſchweine à Mk. 25.....„ 125,— ——„ 625,— Zulauf won Klecſaat..............„ 18,— Zukauf von Dünger: für Knochenmehl oder ätſprechenden Eühi pferch.... Mk. 15,— für Düngekalk.........„ 10,— 1 25,— Heizung und Beleuchtung: Holz aus dem üſüicen i Walde Mk. 10,— Petroleum.......„ 10,— — 2 20, zu übertragen. Mk. 1141,90 Uebertrag.. Mk. 1141,90 Zukauf von Nahrungsmitteln: Fleiſch, 40 Pfd. à 60 Pfg...... Mk. 24,— Kaffee, 26 Pfd. à Mk. 1..„ 26,— Zucker, 30 Pfd à 40 Pfq..„ 12,— Salz, 125 Pfd.........„ 10,— Reis, 20 Pfd. à 20 Pfg.„ 4,— Eſſig, 25 Liter à 20 Pfg.„ 5,— Schnaps, 60 Liter à 50 Pfg.....„ 30,— Hefe, Gewürz ꝛc.„ 15,— Seife, 25 Pf.„ 10,— „ 136,— Bekleidung.......„ 200, Arzt und Apotheke.....„ 15,— Thierarzt6t...... e ee„, 10,— Verſchiedenes.........„ 10,— Summa.. Mk. 1512,90 C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen..... Mk. 1615,— Die Ausgaben betrugen„ 1512,90 Ueberſchuß.. Mk. 102,10 IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft verwendeten Producte). Erlös aus verkauften Producten...... Mk. 1573,— Werth der für die Familie aus der Wirthſchaft entnommenen Producte........„ 876, —— 1 Summa.. Mk. 2449,— 4 B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 7500 à 4 PGt.... Ml. 300,— Verſicherungsprämie.„ 8,65 Amortiſation(0,75 pCt.).„ 56,25 Inſtandhaltung. 3„ 40,— Mk. 404,90 zu übertragen.. Mk. 404,90 —— 11. 12. = o Sn e. Uebertrag Mk. 404,90 . Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mi. 2288 à 4 pCt... Ml. 91,— Verſicherungsprämie(Mk. 45)....„ 14,— Ergänzung des Rindviehſtandes und der Schweinehaltung........„ 625,— — 2 730,— .Capital des todten Inventars: Zinſen von Ml. 745 à 4 pGCt. Mk. 30, Verſicherungsprämie....„ 1,50 Erneuerung und Inſtandhaltung, wirkliche Ausqabe„ 90,— —⁰³„ 121,50 Zinſen des umlaufenden i nih aailals mit 6 3„ 45,— Hagelverſicherungsprämie...—.„ 15,— . Feuerverſicherung der Producte....„ 2,— Steuern und Umlagen Gerl⸗ Tilgungsrente und Perſonalſteuer)„ 74,20 Dünger........„ 25,n Heizung und Beleuchtung.....„ 3,60 .Arbeitslöhne: 1 Taglöhner ca. 30 Tage..... Mk. 24, Beköſtigung des Taglöhners.....„ 20, Baarlohn für 4 Perſonen der Familie.„ 475,— Beköſtigung der in der Wirthſchaft veüchiſ tigten Familienglieder...„ 850,— —„ 1369,— Thierarzt........„ 10,— Verſchiedenes...„ 10,— Summa. Mk. 2917,20 C. Reinertrag. Der Nohertrag betrug........ Mk. 2449, Die Productionskoſten betragen.....„ 2917,20 Bleibt Minus⸗Reinertrag.. Mk. 468,20 welcher ſich in geringerer Verzinſung des Betriebscapitals ausdrückt. Anlage III. Gemeinde Hartershauſen. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines Leinwebergütchens: 2,64 Pectar eigner Beſitz; 0,13 Hertar Pachtland. Der Beſitzer iſt verheirathet, 52 Jahre alt, und Vater von 6 Kindern(3 Söhne und 3 Töchter). Ein Sohn(20 Jahre) und eine Tochter(15 Jahre) betheiligen ſich an den Arbeiten in der eigenen Wirthſchaft, ſowie an dem Erwerbe außerhalb der⸗ ſelben. 3 Kinder(2 Söhne und 1 Tochter) beſuchen noch die Schule; das jüngſte Kind(Tochter, 4 Jahre alt) iſt noch nicht ſchulpflichtig. Im Ganzen beſteht alſo die Familie aus 8 Perſonen, von denen 2 Männer und 2 Frauen an der Führung der eigenen Wirthſchaft betheiligt ſind, die beiden Männer aber und das Mädchen Sommers über(beſonders in der Ernte) in Tage⸗ lohn(bei Beſitzern des Ortes) gehen, Winters über in Lohn weben ꝛc. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). den Hein Lüterid 1 mittl. Kaufwerth.... Mk. 1010 eiieeendu (in 12 Parcellen.) Mk. 37,05 0,14 Hectar Oedfläche mittl. Kanfwerth.„ 28 Obſtbäume: 10 größere Aepfelbäume 4 desgl. Birnbäume........„ 3600 15 junge Aefelbäume— Grund und Boden mit Obſtbäumen.... Mk. 1358 Hierzu ſind erpachtet von den in der Gemarkung Hartershauſen belegenen Pfarrländereien: 0,13 Hectar Acker, mit einem mittleren Kaufwerthe von„ 104 Der jährliche Pachtzins hierfür beträgt Mk. 12,85. zu übertrag8en. MNk. 1442 Mk. 1442 — 37— B. Gebäude. Ein Wohnhaus mit Stall, Cihene und orkaſchoppen Brandcataſter C. Viehſtand. Uebertrag 2 Kühe(3 und 4 Jahre alt) werden Pngeſpaint Mk. 1 Kalbin(zweijährig) 2 Schweine.. 6 Gänſe 10 Hühner 2 D. Todtes Iuventar. 1 leichter Wirthſchaftswagen. Ackergeräth(1 Pflug, 2 Eggen). Geſchirr für 2 Stück Vnbiehe 1 Häckſelbank.— Faß⸗ und Bandgeſchirr. Säcke und Klingtücher. Handgeräthe.. Hausrath incl. Kochgeſchirr E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital 50 pCt. der jährlichen baaren Ausgaben. laut 400 160 80 30 10 150 40 20 10 50 50 20 30 Werth des geſammten Beſitzes Inventar der engeren Familienwohnung(incl. 3 Webſtühle) Mk. 2170. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Mk. 1442 „ 2570 „ 680 „. 370 „ 208 Mt. 5346 Die Bewirthſchaftungsweiſe des Ackerfeldes iſt die in der Gemarkung allgemein Der Anbau der Früchte und der Naturalertrag derſelben ſtellen ſich hiernach durchſchnittlich ungefähr übliche(verbeſſerte?) Dreifelderwirthſchaft mit bebauter Brache. wie folgt: 2 Getreide[2ſA ſa., Lein — Z 53 23— Anbanu 8SIS 585 Centner. Roggen..... 0,56 Hectar 12 26 Weizen.. 90,06„ 2 4 Hafer.. 0,50„ 10 20 Gerſte. 0,12„ 3 3 Grbſen.... 0,08„ 2 4 Kartoffelnl. 0,26„—— 80 Nüben. 0,16„——— 40 Klec... 0,04„———— Lein... 0,08„-== 0,80 0,33 Wieſen.... 0,75„-———— 50—— Durch Beiſaat für Tagelöhnerdienſte 25 Ctr. Kartoffeln. Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich annähernd pro ¼ Hectar wie folgt: bei Roggen auf 5,33 Ctr. Körner, 11,50 Ctr. Stroh, 1 Weizen 1 8,00 1 1 16,00 11 1 „ Hafer„ 5,00„„ 10,00„„ „ Gerſte„ 6,00„„ 6,00„„ 2 Erbſen 2 6,00 2/ 12,00 2 2 „ Kartoffeln„ 75,00„ Knollen, „Rüben„ 60,00„ Rüben, „Klee„ 18,00„ Dürrklee, „ Lein„ 2,50„ Körner und ca. 1 Ctr. ſpinnreifen Flachs, „ Wieſen„ 17,00„ Heu und Grummet. Vorſtehende Ertragsangaben des Beſitzers H. dürften in Bezug auf das Ge⸗ treide, wie die Kartoffeln ꝛc. für Hartershauſer Verhältniſſe wohl etwas zu hoch gegriffen ſein, obſchon die betreffende Wirthſchaft als in verhältnißmäßig gutem Cultur⸗ zuſtande ſtehend bezeichnet werden kann. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahre pro Kuh 1500 Liter, pro Tag und Kuh 4 Liter, im Ganzen alſo 3000 Liter. Rindvieh. Jährlich wird ein ca. 2jähriges Rind gemäſtet und mit einem Schlachtgewicht von ca. 350 Pfund an den Metzger(Fulda) verkauft. Ebenſo werden auch die beiden jährlichen Kälber im Alter von 14 Tagen bis 4 Wochen an den Schlächter oder auch an Ortseinwohner verkauft. Schweine. Jährlich 2 Maſtſchweine, wovon das eine in der Wirthſchaft ver⸗ wendet, das andere aber an den Metzger verkauft wird. — 39— Geflügel. 200 Eier, 6 Gänſe und 3 Hühner, von denen ſämmtliche Eier, ſo⸗ wie 3 Gänſe zum Verkaufe gelangen. Zugleiſtungen der Kühe. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut: Roggen 0,56 Hectar..... 3 Gtr.— Pfd. Weizen 0,06„.S....„ 40„ Hafer 0,50„.... 2„ 50„ Gerſte 0,12„..—„ 60„ Erbſen 0,08„....==„ 40„ Kartoffeln 0,26„.O. 127 113„„ (incl. 5 Ctr. zur Beiſaat) Rüben 0,16 Hectar...„ 1„ Klee 0,04„....—„ 2„ Lein 0,08„. I..—„ 40„ Für den Viehſtand: Hafer..S. ei. h) Ctr. 50 Pfd. Kartoffeln(an die Schweine).... 7„—„ Rüben... 40„—„ Klee(wird ſämmtlich grün ceſited als Dürrklee berechnet... 3„—„ Wieſenheu und Grummet(avon ca. 20 Ctr. hinzugekauft).... 70„—„ Stroh(als Futter und Einſtrew..h. 257„—„ Kleie vom eigenen Miabldut.... 2„ 60„ Leinkuchen........—, 140„ Laubſtreu........60„—„ Milch... 1800 Liter (davon 600 Liter Vollmilch an ie Kälber und 1200 Liter abgerahmte Milch an die Schweine). Sommerliche Grasnutzung von den Rainen, ſowie ca. 6 Wochen Weide⸗ gang nach der Grummeternte auf d den Wieſen. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt in runder Summe annähernd...... Mlk. 560 Der Werth der erzielten Producte berechnet ſich Oie Milch zu 10 Pfg. pro Liter veranſchlagt) im Ganzen in runder Summe annähernd auf.„ 680 woraus ſich ein Mehrertrag über die Productionskoſten von rund Mk. 120 berechnet und außerdem der Stallmiſt frei geliefert wird. Es läßt ſich dies nur dadurch er⸗ klären, daß die oben angeführte Grasnutzung und der Weidegang nach der Grummet⸗ ernte bei den Koſten der Fütterung nicht in Anrechnung gebracht ſind. — 40— Für die Familie: (Während der Erntezeit eſſen mehrere Familienglieder— 2 Männer und 1 Mädchen— bei Bauern als Tagelöhner.) Roggen....... 13 Ctr. 50 Pfg. (davon 4 ½ Ctr. meiſt als Mehl gekauft) Weizelt.......... 2„ 50„ (davon 1 Ctr. gleichfalls als Mehl gekauft) Gerſte....... 2.„ 50„ Erbſet....... 2„ 50„ (1 Ctr. angekauft) Der größere Theil der Gerſte und Erbſen wird unter die Brodfrucht gemengt. Karoffelä. 80„ Fleiſch und Fett........ 210 Pfd. (hiervon ca. 150 Pfund ſelbſterzeugtes Schweine⸗ und Gänſefleiſch und Fett und ca. 60 Pfund hinzugekauftes Ochſen⸗ fleiſch und Talg) Butter...... 20„ Leinöl. 20„ Kaffee......... 12„ Zucker........... 10 1„ Saſzs........... 100„ Milch(größtentheils abgerahmt).... 1200 Liter Eſſig 10„ Schmabs........ 20„ Gewürz und Hefe, Käſe, Gemüſe, gedörrtes Obſt ꝛc. Es berechnet ſich hiernach der Verbrauch der Familie pro Kopf und Tag, neben der außer dem Hauſe genoſſenen Koſt, auf rund ungefähr: 320 Gramm Getreide, reſp. 200 Gramm Mehl, 43„ Erbſen, 1400„ Kartoffeln, 36„ Fleiſch und Fett, 7„ Butter und Leinöl, 2 1 Kaffee, 1,6„ Zulcker, 17 Salz, 0,4 Liter Milch, Käſe, Gemüſe, gedörrtes Obſt, Gewürz, Schnaps ꝛc. Es ſind darin ca. 85 bis 90 Gramm verdauliches Eiweiß enthalten, was mit Rückſicht darauf, daß in der Familie 4 noch unerwachſene Kinder vorhanden ſind und — 1411— außerdem auch 3 erwachſene Perſonen während der Ernte(5 bis 6 Wochen) außer⸗ halb eſſen, als ziemlich zureichend erſcheinen mag. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich Mk. 630. und täglich Mk. 1,70. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kartoffeln und Brod mit Kaffee. Zweites Frühſtück: Trockenes Brod. Mittageſſen: Kartoffel⸗, Gemüſe⸗, Erbſen⸗ oder Mehlſuppe ꝛc. mit Brod oder Kuchen. Fleiſch wird nur Sonn⸗ und Feiertags gegeſſen, ſoweit es eben reicht. Vesperbrod: Trockenes Brod mit Kaffee oder Branntwein. Abendbrod: Kartoffeln mit Dickmilch. III. Geld⸗Rechnung. A. Einnahmen. 1 gemäſtetes Rind......... Mlk. 190,— 2 Kälber O. 1E........„ 60,— 1 Maſtſchein.........„ 50,— 100 Pfd. Butter......„ 70,— 3 Gänſe............„ 12,— 200 Eier......„ 8,— Obſt(Nepfel).......„ 5,— ſt Glepfel e. e. Hierzu der von den beiden Männern und einem Mädchen außer⸗ halb der Wirthſchaft durch Tagelöhnerarbeit im Sommer und Weben im Winter verdiente Arbeitslohn mit durcj ſchnittlich jährlich ca............. 2 300,—/ Summa.. NMr. 695,— B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Direete Steuern........ Ml. 10,80 Communalſteuern....„ 16,60 Tilgungsrente(läuft 1888 und 1891 ab).„ 12,— — ⁴Mk. 39,40 Pachtzins: Pacht für 0,13 Hectar Acker..........„ 12,80 Unterhaltung der Gebände: Wirkliche Alsgabe.............„ 25,— zu übertrag3en.. Mk. 77,20 — 42— Uebertrag.. Mk. 77,20 Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgaben: dem Wagner....... Mk. 6,— dem Schmied(incl. Eifen)„ 15,— dem Sattler....G. l.„ 5,— für Hausrath und Handgeräthe..„ 6,— 3 — 2„ Inventar der engeren Familienwohnung..........„ 10,— Verſicherungs⸗Prämien: für Gebäude ſte für den Viehſtand......... 4 5,— für todtes Inventar, Producte, Mobiliar der Familienwohnung 2r..... 5 7,— 1 Zukauf von 2 Pfd. Kleeſamen............„ 1,— Ergänzung des Viehſtandes: 1 Stüch JInnghieh.......... Ml. 100, 2 Ferkel...........„ 20,— —„ 120,— Zukauf von Wieſenhen und Grummet........„ 40,— Zukauf von Laubſtren(ſelbſt geworben).........„ 6,— Zukauf von Nahrungsmitteln: 4 ½ Ctr. Roggen(bisweilen als Mehl).. Mk. 36,— 1„ Weizen(als Me 1 h„ 9,— 1„ Erbſenn.... 8,— 60 Pfd. Fleiſch und Fett.....„ 52,— 42„ Kaffee......„ 12,— 10„ Zucker........ 3 3,50 100„ Salz...„ 10,— Gewürz und Hefe.........„ 7,50 20 Liter Schnaps..........„ 10, 10„ GEſſic...........„ 2,— Seife....„ 10,— ——„ 160,— Bekleidung............„ 85,— Heizung und Belemftung: Holz(keine Pzbedeihtiaumg)... Mlk. 20, Petroleumnmn....„ 7,80 — ⁴ ⁴„ 27,80 zu übertrag3en.. Mk. 574,— Uebertrag Mk. 574,— Arzt und Apothele..............„ 10,— Thierarzt......„ 5,— Berſchiedenes................„ 20,— Summa.. Mk. 609,— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen. Mk. 695,— Die Ausgaben betrugen....„ 609,— Ueberſchnß Mk. 86,— IV. Rentabilitäts-Verechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte.) Erlös aus verkauften Producten...... NRk. 395,— Werth der für die Amrilleſs aus der e Wiugjſhafte entnommenen Producte...„ 475,— Summa Mk. 870,— B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 2570 à 4 pCt.... Mk. 103,— Verſicherungsprämie........„ 5, Amortiſation......„ 19,— Inſtandhaltung......„ 25,— — Mk. 150,— 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Ml. 680 4 4 pCt.... Mk. 27,— Verſicherungsprämie..„ 5,— Jährlicher Zukauf eines Rindes und zweier Ferlel........„ 120,— —„ 152, 3. Kapital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 370 à 4 pCt.. Mk. 15,— Verſicherungsprämie...„ 1,— Erneuerung und Inſtandhaltung„ 32,— 46 2 7 4. Zinſen des umlaufenden Lernithndüinle mit 6 wor„ 18,— 5. Hagelverſicherungsprämie..........„ 5,— 6. Feuerverſicherung der Producte..........„ 1,— zu übertragen.. Mk. 374,— 4 ¹⁰ ——y y————— — 44— Nebertrag.. Ml. 374,— 7. Steuern und Umlagen(incl. Tilgungsrente und Perſonalſteuer)„ 22,— 8. Heu und Laubſtren„ 46,— 9. Kleeſamen.„u...........„ 1,— 10. Heizung und Belenchtung„ 6,90 11. Thierarztä 5 5,— 12. Arbeitslöhne: Lohn für 4 Perſonen incl. Beköſtigung. Für die Wirth⸗ ſchaft ſind etwa 400 Arbeitstage ½ Männer⸗, ½ Frauen⸗ tage) erforderlich...„ 500,— 12. Verſchiedenes...„ 9,80 Summa. Mk. 965,20 C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug..... Mk. 870,— Die Productionskoſten betragen..„ 965,20 Bleibt Minus⸗Reinertrag.. Mk. 95,20 Die thatſächliche Lage des Beſitzers iſt denn auch keineswegs als eine günſtige zu bezeichnen. Zwar erübrigt derſelbe augenblicklich wohl bei der momentan etwas günſtigeren Lage des Handwebereigewerbes und mit Hülfe ſeiner beiden bereits er⸗ wachſenen Kinder eben ſo viel, als zum nothdürftigen Unterhalte ſeiner Familie un⸗ umgänglich nothwendig iſt; bei dem Darniederliegen der Textilinduſtrie Ende der ſiebziger Jahre ꝛc. mußte er dagegen aus Mangel an Beſchäftigung und Verdienſt notoriſch nicht unerhebliche Schulden machen, ſo daß auch der jetzt durch Nebenver⸗ dienſt erzielte kleine Baarüberſchuß von 80 bis 90 Mk. zur Verzinſung des ſeiner Zeit aufgenommenen Schuldcapitals verwendet werden muß. ——§—’— —— an⸗ — Bericht über die landwirthſchaftlichen Verhältniſſe Gemeinde Nieder⸗Eſchbach, Kr. Friedberg, erſtattet von Landwirthſchaftslehrer Leithiger zu Alsfeld. QQQRQRQRQꝓ’”;O’;RQRSTDOD Allgemeines. Nieder⸗Eſchbach liegt in der„Wetterau,“ im unteren Flußgebiet der Nidda, circa 118 Meter über dem Meeresſpiegel, 10 Kilometer von Frankfurt, 5 Kilo⸗ meter von Homburg v. d. H. und 16 Kilometer von ſeiner Kreisſtadt Friedberg entfernt. Die nächſte Bahnſtation iſt Bonames, 4 Kilometer entfernt, an der Eiſen⸗ bahnlinie Frankfurt⸗Gießen. Die Gemeinde zählt zur Zeit 653 Einwohner in 119 Häuſern und 129 Haus⸗ haltungen. Dem Glaubensbekenntniß nach ſind 581. evangeliſch, 58 katholiſch und 14 jüdiſch. Die Einwohnerſchaft iſt eine ziemlich ſtändige, viele Familien ſind ſeit urdenklichen Zeiten hier angeſeſſen. In den letzten 5 Jahren ſind nur 5 Perſonen ausgewandert. Die Heirathen finden noch meiſtens innerhalb der Gemeinde ſtatt. Hierbei werden die Grundſtücke unter die Erben vertheilt, die Hofraithe wird zu ihrem wahren Werth taxirt und verlooſt, oder bei Lebzeiten der Eltern einem Kinde unter Anrechnung der Leibrente zu einem geringeren Preis überlaſſen. Das landwirthſchaftlich benutzte Areal der Gemarkung umfaßt im Ganzen 609,07 Hectar in 2963 Parzellen, wovon 557,25 Hectar Ackerland und 51,82 Hectar Wieſen ſind. Im Ganzen iſt die Gemarkung 639,65 Hectar groß. Die fehlenden 30,58 Hectar entfallen auf Wege, Bäche, Laubholzniederwald ꝛc. Das Culturland vertheilt ſich auf 105 Beſitzer, von denen 34 unter 0,5 Hectar, 19 von 0,5 bis 1 Hectar, 12 von 1 bis 2 Hectar, 13 von 2 bis 5 Hectar, 10 von 5 bis 10 Hectar, 1 ¹¹ ———— ——————— ᷣ—ꝓè 15 von 10 bis 20 Hectar und 2 von 20 bis 45 Hectar bewirthſchaften. Hierzu kommen noch 2 ſtandesherrſchaftliche Güter mit je circa 60 Hectar, welche ver⸗ pachtet ſind. Die directen Steuern für die Gemarkung Nieder⸗Eſchbach betrugen für 1884/85 6973,5 Mk. An Communalſteuern hat die Gemeinde 1884/85 circa 10000 Mk. ausgeſchlagen. Dieſelben betrugen 1865 2623 Mk., 1870 4389 Mk., 1875 5320 Mk., 1880 6600 Mk., ſind alſo in 20 Jahren um circa 280 pCt. geſtiegen. Die Gemeindeſchulden betragen z. Z. 97500 Mk., wovon 59715 Mk. zum größten Theil durch Bachregulirung, zum kleineren Theil als durch die Conſolidation verurſachte Schuld zu betrachten iſt, welche einer regelmäßigen Tilgung unterliegt. Die Gemarkung iſt beſetzt mit: 3160 Aepfelbäumen, 462 Birnbäumen, 270 Pflaumenbäumen, 176 Kirſchbäumen, 50 Aprikoſen⸗ und Pfirſiſchbäumen, 40 Wallnußbäumen. Der Gemeindewald umfaßt in der Gemarkung 4,02 Hectar, welcher als Nieder⸗ wald(Eichen, Erlen und Eſchen) bewirthſchaftet wird, und 145,88 Hectar Hochwald im Taunus. Der Werth des letzteren iſt zu 34971 Mk. veranſchlagt, das Steuer⸗ capital beträgt 363 fl. Derſelbe hat in den letzten Jahrzehnten keine Erträge ge⸗ liefert, im Gegentheil haben die Aufforſtungskoſten immer nicht unbedeutende Zubußen aus der Gemeindekaſſe gefordert. Die Gemeindeangehörigen würden es daher als eine Wohlthat erkennen, wenn ihnen erlaubt würde, denſelben zu einem annehmbaren Preiſe verkaufen zu dürfen. 3 Der Viehſtand in der Gemeinde iſt nach der letzten Aufnahme folgender: 7 Fohlen, 61 Pferde, 5 Kälber, 45 Stück Jungvieh, 2 Bullen, 182 Kühe, 247 Schweine, 125 Ziegen, 21 Bienenſtöcke. Frage I. a. Welche Bodenverhältniſſe zeigt die Gemarkung, welchen Character hat das Klima und wie iſt hiernach im Allgemeinen die Fruchtbarkeit der Ländereien; iſt letztere ſehr günſtig, mittel oder gering? — — 3— b. In welchem Verhältniß ſtehen die verſchiedenen Arten des Kulturlandes— Acker, Wieſen, Weiden, Rebland ꝛc.— zu einander und iſt dieſes Verhältniß im Allgemeinen als ein wirthſchaftlich günſtiges zu bezeichnen? c. Welches ſind die hauptſächlichſten Producte der Landwirthſchaft, bezw. welche Productionsrichtungen machen ſich im landwirthſchaftlichen Betriebe der Gemeinde vorzugsweiſe geltend? d. Iſt der landwirthſchaftliche Betrieb im Allgemeinen ein rationeller zu nennen, oder haften ihm weſentliche Mängel an und welche? Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weitgehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang im Zuſammenhang? a. Die Gemarkung Nieder⸗Eſchbach liegt in der„Wetterau“ und hat in Folge deſſen die Boden⸗ und klimatiſchen Verhältniſſe dieſer. Der Boden iſt ein tiefgrundiger, warmer, fruchtbarer Lehm, der bisweilen in einen ſandigen Lehm übergeht. Der Boden iſt daher Klee⸗ und Luzerne⸗fähig. Nur eine kleinere Fläche der Gemarkung (die 5. Bonitätsclaſſe mit circa 21 Hectar) iſt minderwerthig. Die Angaben des Centralcataſters über die Vertheilung der Grundſtücke in die einzelnen Claſſen und die Reinerträge der Aecker und Wieſen ſeien hier wiedergegeben: Ackerland I. Claſſe 66,09 Hectar mit 17,88 Mk. Reinertrag pro ¼ Hectar 11 II. 11 154,61 1 1 12,75 2 11 2 11 1 1 III. 1 195 08 1 8,00 1 11 11 1 11 11 IV. 1 104 7 37 11 1 4, 60 1 1 11 7 2 1 V. 1 21 29 7 11 1 ,70 11 11 11 11 1 Wieſe J. 2 7,28 7 11 15,30 1 11 2 1 1 11 II. 2 9 7 6 9 11 2 1 0, 2 0 11 1 1 11 1 1 III.„ 16,01 11 11 6,80 2 2 1 1 2 11 IV. 2 10, 5 4 2 3, 40 2 2 2 2 2 7 V. 2 7, 57 7 1 1 1 36 72 1/ 11 2 2 Das Terrain der Gemarkung iſt ſeiner größeren Fläche nach wenig geneigt, faſt eben. Nur wo das Flüßchen, die Eſchbach, von Ober⸗Eſchbach kommend, und ober⸗ halb Haarheim in die Nidda mündend, die Gemarkung durchzieht, und ein kleines Wieſenthälchen bildet, iſt es theilweiſe etwas coupirt. Das Clima iſt ein mildes Wintergetreideclima, in welchem die Weintraube regel⸗ mäßig reift und die feineren Obſtſorten von vorzüglicher Güte gebaut werden. Die Fruchtbarkeit der Ländereien iſt daher im Allgemeinen als eine ſehr günſtige zu bezeichnen. b. Als Culturarten treten in Nieder⸗Eſchbach faſt ausſchließlich Ackerland (Baumſtücke) und Wieſe auf. Die Fläche des Gartenlandes iſt gering. Die Wieſen 41= ſind Thalwieſen(im Thale der Eſchbach) die zwar bewäſſerbar ſind, aber thatſächlich zum großen Theil nicht bewäſſert werden. Das Verhältniß des Ackerlandes zur Wieſen⸗ fläche iſt wie 10,5: 1. Es iſt dies Verhältniß als ein nicht ganz günſtiges zu be⸗ zeichnen, um ſo mehr, als das Ackerland z. Z. noch faſt allgemein nach der Drei⸗ felderwirthſchaft bewirthſchaftet wird. Einestheils muß es der außergewöhnlich hohen Fruchtbarkeit der Ackerländereien zugeſchrieben werden, daß die Erträge, trotzdem ein Erſatz der Nährſtoffe nicht vollſtändig ſtattfindet, nicht zurückgegangen ſind. Die günſtigen Abſatzverhältniſſe für thieriſche Producte, ſpeciell der Milch, haben den Zu⸗ kauf von Kraftfuttermitteln ſehr begünſtigt, ſo daß das für jede Wirthſchaft nöthige Gleichgewicht im Erſatz der Pflanzennährſtoffe trotz der Dreifelderwirthſchaft nicht beſonders geſtört wurde. c. Die Producte der Landwirthſchaft in Nieder⸗Eſchbach ergeben ſich zum Theil aus der Fruchtfolge. Dieſelbe iſt folgende: 1. Weizen, 2. Roggen,% Hafer,%⅞ Gerſte, 3. Kartoffeln, Klee, ½ Runkeln, Raps, Zuckerrüben ꝛc. Wenn auch Abweichungen hiervon häufig vorkommen, ſo geht aus der Fruchtfolge doch hervor, daß der Weizenbau im Mittelpunkt der ganzen landwirthſchaftlichen Produc⸗ tion ſteht. In faſt allen Eſchbacher Wirthſchaften muß der Weizenverkauf ⅛ bis 1½ der ganzen Jahreseinnahme ergeben, während der Verkauf der andern Getreidearten von nur untergeordneter Bedeutung iſt. Nur Raps wird in faſt allen Wirthſchaften, wenn auch in geringer Menge, zum Verkauf gebracht und in neuerer Zeit, ſeit Beſtehen der Friedberger Zuckerfabrik, von einer Anzahl Wirthſchaften Zuckerrüben. Die Viehzucht liefert hauptſächlich Milch. Es ergiebt ſich dies ſchon aus dem Viehſtand, welcher 182 Kühe und nur 50 Stück Kälber und Jungvieh aufweiſt. Die Milch wird für das nahe Frankfurt zu 13 bis 14 Pf. pro Liter aus dem Hauſe abgeholt. Die Schweinehaltung bezweckt mehr die Maſt und zwar dient dieſe mehr der Production von Fleiſch zum eigenen Bedarf, als wie zum Verkauf. d. Der landwirthſchaftliche Betrieb iſt in Nieder⸗Eſchbach auf dem beſten Wege ſich den hohen Forderungen der Zeitverhältniſſe in Bezug auf Intelligenz und Capital anzupaſſen. Hauptſächlich gehen in dieſer Beziehung die drei größeren Güter mit gutem Beiſpiel voran und kann es nur eine Frage der Zeit ſein, daß der landwirth⸗ ſchaftliche Betrieb als ein nach jeder Richtung hin rationeller bezeichnet werden kann. In der Gemarkung iſt Ende der 60er Jahre conſolidirt worden. Die Koſten dieſer Melioration ſind in Folge der damit verbundenen Wehranlage und Bachregu⸗ lirung hohe geweſen, trotzdem iſt die Ausführung eine mangelhafte. Hauptſächlich iſt an derſelben zu tadeln, daß eine nicht genügende Grundſtückszuſammenlegung damit verbunden worden iſt, denn im Durchſchnitt fallen noch beinahe 5 Pareellen auf den Hectar. Immerhin hat ſich der günſtige Einfluß dieſer Melioration in der Weiſe bemerkbar gemacht, daß die Bearbeitung des Bodens eine beſſere, die Anwendung von beſſeren Geräthen und Maſchinen eine allgemeinere, die Reinigung von Unkraut weiter vorangeſchritten iſt ꝛc., und daß in Folge deſſen die Durchſchnittserträge höhere ge⸗ —.'e—————— — 5— worden, daß die Bodenpreiſe nicht ſo auffallend zurückgegangen ſind als wie in andern nicht conſolidirten Gemarkungen der Wetterau. Der Hauptfehler bei der Bewirthſchaftung der Nieder⸗Eſchbacher Güter iſt in der noch faſt allgemeinen Innehaltung der Dreifelderwirthſchaft zu ſuchen. Bei dem ungünſtigen Wieſenverhältniß iſt nach dieſer Fruchtfolge, trotz der Luzerneſchläge, die Futterproduction nicht groß genug, es muß in Folge deſſen zur Ernährung des Vieh⸗ ſtandes das Getreideſtroh ſtark herangezogen werden, wodurch wiederum ein ſehr ſtarker Kraftfutterzukauf bedingt iſt. Würde durch Uebergang zu einer Fruchtwechſelwirth⸗ ſchaft die Futterproduction größer werden, ſo würde die Erhaltung des Viehſtandes entweder billiger bewerkſtelligt werden oder der Viehſtand würde erhöht werden können (es kommen auf 2 Hectar erſt circa 1 Stück Großvieh). Je nach den Verhältniſſen würde eine dieſer Maßnahmen die Erträge aus dem Viehſtand bei den günſtigen Milch⸗ preiſen entſchieden erhöhen. Weiterhin würde aber auch eine größer Düngerproduction erzielt werden. Die Einhaltung einer Fruchtwechſelwirthſchaft würde endlich auch die zweimalige Aufeinanderfolge von Halmfrüchten beſeitigen, hierdurch würde der Ver⸗ unkrautung mehr Einhalt geboten werden können und die Erträge müßten in Folge deſſen ſteigen. Die Fehler, die bei der Rindviehhaltung hervorzuheben ſind, haben ihren Grund in der ſchon erwähnten zu geringen Futterproduction. Der Haltungszweck iſt durch die günſtigen Abſatzverhältniſſe für Milch nach Frankfurt vorgeſchrieben und wird auch allgemein eingehalten; die Zucht tritt daher mehr in den Hintergrund, der Zukauf von Milchvieh iſt mehr üblich. Gemäſtet wird gewöhnlich nur dann, wenn auszu⸗ brackende Thiere beſſer verwerthet werden ſollen. Wenn daher im Haltungszweck eine Aenderung mit pecuniärem Vortheil wohl kaum durchzuführen ſein dürfte, ſo muß nur nochmals betont werden, daß zu erſtreben wäre, durch eine größere Futterproduction die Ernährung zu verbilligen. Hierbei würde dann zugleich zu verſuchen ſein, ob nicht die jetzt allgemein üblichen geringwerthigeren Kraftfuttermittel(Kleie, Weizenſchalen) durch hochgradige, wie Palmkuchen, Baumwollſamen, Erdnußölkuchen mit Vortheil erſetzt werden könnten. In der Anwendung künſtlicher Düngemittel ſind in den letzten Jahren vielſeitig Verſuche mit günſtigem Erfolg gemacht worden. Es iſt in dieſer Beziehung nur zu wünſchen, daß dieſelben mit gleicher Gründlichkeit weitergeführt und daß die Anwen⸗ dung dann verallgemeinert wird. Frage II. a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäſſigen Landbau treibenden Bevölkerung? b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den ————— e 4— — 6— letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung einge⸗ treten? c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗ theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B. das geltende bäuerliche Erbrecht, die üblichen Syſteme des ehelichen Güter⸗ rechts oder der Zuſammenkauf von Grundſtücken? d. Iſt ein Theil der Gemarkung Allmendland und welchen Einfluß hat die Benutzung des letzteren auf die Lage der Bevölkerung? a. Die Größe der Gemarkung beträgt 639,65 Hectar; dieſe Fläche entfällt auf 105 Landwirthſchaft treibende Bewohner. In Betracht kommen nur 71. Landwirthe, welche jeder mehr wie 0,5 Hectar beſitzen. Auf dieſe entfällt eine Fläche von 388,44 Hectar. Die übrige Fläche entfällt auf die 2 ſtandesherrſchaftlichen Güter, auf die Ausmärker und kleineren Beſitzer. Es kommen demnach auf eine Haushaltung durchſchnittlich 5,49 Hectar, welche Fläche in Nieder⸗Eſchbach mehr als ausreichend iſt einer Familie Arbeit und Unterhalt zu gewähren. Wie aus Beantwortung der Frage VII hervorgehen wird, genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung, hauptſächlich im Sommer, nicht zur Vollbringung der landwirthſchaftlichen Arbeiten. b. Das landwirthſchaftliche Gelände vertheilt ſich in der Bevölkerung wie folgt: Anzahl in Summa Beſitzer unter 0,5 Hectar 34.. 8,00 Hectar, Kleinbauern„ von 0,5 1„ 19 10,21„ „„ 1— 2„ 12 14,79— u1„„ 2 h, 13 15,19„ Mittelbauern.„ 10„ 10 6o3t 1 3„ 10 2h„ 15 188,66 3 Großbauern„„ 20-45„ 2. 68,/8„ 2 ſtandesherrſchaftliche Güter.......... 116,00„ Ansmärker 22,50„ Gemeinde 12,50„ Sonſt verpachtete Güter...... · 61,93„ Wege, Bäche K... 30,58„ 639,65 Hectar. Weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung ſind in den letzten Jahren nicht eingetreten. c. Das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäſſigen Landbau treibenden Bevölkerung kann daher als ein günſtiges bezeichnet werden. d. Der Beſitz der Gemeinde ergiebt ſich aus Beantwortung der Frage b. Einen weſentlichen Einfluß auf die Lage der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung hat —,— — 7— dieſer Gemeindebeſitz nicht. Derſelbe beſteht außer 4,02 Hectar Niederwald aus Wieſen und werden letztere jedes Jahr meiſtbietend verpachtet. 1 Frage IIII. a. Welches ſind die durchſchnittlichen Preiſe für die einzelnen Boden⸗ qualitäten der verſchiedenen Culturländereien(Acker, Wieſe, Weide, Wein⸗ berg ꝛc.), erſcheinen dieſe Preiſe beſonders hoch oder beſonders niedrig und auf welche Urſachen ſind die bezüglichen Erſcheinungen zurückzu⸗ führen? b. Welche Aenderungen in den Preiſen haben ſich in den letzten 5 Jahren vollzogen? c. Pflegt ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften ſtattzufinden und liegt hierfür(ſ. a) ein berechtigtes Bedürfniß vor? a. Aus den Schätzungen des Ortsgerichts ergiebt ſich für die 3 in den Anlagen I, II und III zu näheren Berechnungen herangezogenen Güter ein Durchſchnittspreis der verſchiedenen Culturländereien pro Hectar von 3300 Mk., wobei der Werth der Obſtbäume zum Bodenwerth geſchlagen iſt. Nach weiteren Ermittelungen kann der heutige Durchſchnittspreis auf 2600 bis 2800 Mk. pro Hectar angenommen werden, wobei jedoch die Obſtbäume im Grundcapital außer Rechnung geblieben ſind. Legt man die Verhältniſſe der in den Anlagen beſprochenen Güter zu Grunde, ſo ergiebt ſich bei Gut I eine Erhöhung des Grundcapitals pro Hectar durch den Werth der Obſtbäume um circa 230 Mk., bei Gut II um circa 220 Mk., bei Gut III um circa 175 Mk. Es würde daher bei Berückſichtigung des Werthes der Obſtbäume als Grundcapital das letztere immer noch etwas hinter dem berechneten Mittelwerth zu⸗ zückſtehen. Die Grenzen zwiſchen denen ſich der mittlere Grundwerth(incl. der Bäume) pro Hectar Culturland in Nieder⸗Eſchbach bewegen würde, wären dann 2900 bis 3300 Mk., im Mittel alſo 3100 Mk. Hiermit im Einklang ſtehen die bezahlten Pachtpreiſe, welche ſich zwiſchen 20 bis 30 Mk. und höher pro ¼ Hectar bewegen. Dagegen würden die Rentabilitätsberechnungen in den Anlagen I, II und III die obigen Bodenpreiſe als entſchieden zu hohe documentiren. Noch am eheſten würde Gut III die heutigen Güterpreiſe rechtfertigen, indem dasſelbe das im Grund und Boden angelegte Capital zu 3,2 pCt. verzinſt, weniger Gut I, welches dasſelbe nur zu 0,9 pCt. verzinſt und gar nicht Gut II, welches das Grundcapital gar nicht ver⸗ zinſen kann(Erklärung ſ. Frage IX). b. Die Preiſe ſind im Allgemeinen in den letzten Jahren um 5 bis 12 pCt. zurückgegangen. Am wenigſten ſind hiervon die beſſeren Lagen betroffen worden mehr, das ſchlechtere Land. c. Der Umſatz an Liegenſchaften iſt ein normaler, dem berechtigten Bedürfniß entſprechender. 1 i 1 —— —————— — 8— Frage IV. a. Nehmen die Pachtgüter einen erheblichen Umfang ein und ſtehen die Pachtpreiſe im richtigen Verhältniß zu dem Kaufpreiſe der Ländereien einerſeits und zur Ausnutzungsfühigkeit derſelben andererſeits, eventuell welche Urſachen wirken ſteigernd auf die Pachtpreiſe ein? b. Welche Beſtimmungen gelten insbeſondere in Betreff der Dauer der Pacht, der Bezahlung der Steuern 2c., der Verſicherungsprämien, ſowie in Betreff vorzunehmender Meliorationen und etwaiger Pachtnach⸗ läſſe bei elementaren Unglücksfällen bei fiskaliſchem, ſtandesherrlichem und privatem Grundbeſitz? c. Wirken die üblichen ſonſtigen Pachtbedingungen beſonders er⸗ ſchwerend für die Pächter oder nicht? a. Abgeſehen von den 2 ſtandesherrſchaftlichen Gütern kommen in Nieder⸗Eſch⸗ bach pro Jahr durchſchnittlich circa 65 bis 70 Hectar Ackerland und Wieſe in Einzel⸗ pacht zur Verdingung. Die Verpächter hierfür ſind: die Eigenthümer zweier größerer Bauerngüter, die Ausmärker, die Gemeinde und Gutsbeſitzer, welche ſich von der Arbeitslaſt etwas befreien wollen. Pächter für dieſe Grundſtücke ſind die Gutsbeſitzer aus allen Größengruppen, vorwiegend dürften ſich aber wohl die Kleinbauern bethei⸗ ligen. Daß die Pachtpreiſe in nahezu richtigem Verhältniß zum Kaufpreis der Grundſtücke ſtehen, wurde ſchon bei Beantwortung der Frage III hervorgehoben. Wenn die Ausnützungsfähigkeit derſelben etwas hinter den Pachtpreiſen zurückſteht, ſo iſt hier beſonders zu betonen, daß die verhältnißmäßig günſtige Lage der Klein⸗ bauern ihren Grund darin hat, daß dieſelben Gelegenheit haben, durch Grundſtückspacht ihre Arbeitskräfte höher zu verwerthen. Dies geht auch zur Evidenz aus den Be⸗ rechnungen über das in Anlage III gewählte kleinere Gut hervor. b. Die Grundſtücke werden auf 6 reſp. 9 Jahre verpachtet. Die Steuern bezahlt der Verpächter. Dem Pächter wird zumeiſt ſtillſchweigend die Verpflichtung auferlegt, das Grundſtück in der ortsüblichen Weiſe zu behandeln und alle 3 Jahre zu düngen. Weitere Beſtimmungen werden nicht getroffen. c. Solche Pachtbedingungen, die für den Pächter beſonders erſchwerend wirken, ſind nicht bekannt. Frage V. a. In welcher Weiſe pflegen die Landwirthe ihre Mobilien und Producte gegen Feuer, ihre Früchte gegen Hagel und ihren Viehſtand gegen Unfall zu verſichern? — 9— b. Hat die Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung Eingang in der Gemeinde gefunden, event. in welcher Weiſe und welchem Umfange? a. Faſt alle Landwirthe haben ihre Mobilien und Producte bei einer größeren Feuerverſicherungsgeſellſchaft verſichert. Die Verſicherung des Viehes iſt nicht üblich, während Verſicherung gegen Hagelſchlag bei einer Anzahl, beſonders größeren Oeco⸗ nomen, regelmäßig ſtattfindet. b. Die Lebensverſicherung hat mit wenigen Ausnahmen, ebenſo auch die Alters⸗ und Rentenverſicherung noch keinen Eingang gefunden. Frage VI. In welcher Weiſe befriedigen die Landwirthe in der Regel ihre Creditbedürfniſſe hinſichtlich des Real⸗ und des Perſonalcredits und welches ſind bei beiden Arten des Credites die gewöhnlichſten Darlehens⸗ bedingungen in Bezug auf Zeitdauer und Zinsfuß und werden dabei auch Amortiſationsfriſten(Güterziele) angewendet? Die Creditverhältniſſe ſind in Nieder⸗Eſchbach verhältnißmäßig günſtig dadurch geregelt, daß ſich im Orte ſelbſt 2 Darlehnskaſſen befinden, welche im Verein mit einer Anzahl bedeutender Capitaliſten allen Anforderungen in Bezug ſowohl hinſicht⸗ lich des Real⸗ wie Perſonalcredits gerecht werden können. Es finden daher auch außerhalb des Orts von Ortsbewohnern nur ganz ſelten Darlehnsaufnahmen ſtatt. Die beiden Darlehnskaſſen leihen Beträge, ohne ſich ſehr ſtreng an die Vor⸗ ſchriften zu halten, bis zu 1000 Mk. auf gegenſeitige Kündigung gegen Schuldſchein, unter Verbürgung zweier creditfähiger Ortsbewohner, bis auf die Dauer von 5 Jahren aus. Bei Beträgen von über 1000 Mk. muß Hypothek errichtet werden. Für die entliehenen Beträge erheben die beiden Kaſſen 5 pCt., während ſie für ihnen über⸗ laſſene Gelder 4 pCt. gewähren. Bei entliehenen Beträgen werden von dem Gläubiger gewöhnlich keine Amorti⸗ ſationsfriſten angewendet, hingegen iſt es üblich, daß bei Grundſtückskäufen die Be⸗ zahlung in 6, 8 ſelbſt 10 Zielen à 1 Jahr erfolgt, und daß hierbei der verbleibende Reſtbetrag mit 5 pCt. verzinſt wird. Frage VII. a. Wie ſtehen im Allgemeinen die Arbeits⸗ und Geſindelöhne in der Gemeinde, genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten oder ſind fremde Arbeiter nöthig und wo⸗ her kommen letztere? b. Iſt für die landwirthſchaftliche Bevölkerung Gelegenheit zum Nebenverdienſt vorhanden, event. haben dieſe Nebenverdienſte(Arbeiten — 10— im Wald, Hausinduſtrie, Fabrikbetriebe, Fuhrweſen ꝛc.) eine beſondere Bedeutung für den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung und der Gemeinde im Allgemeinen? c. Gibt es Landwirthe in der Gemeinde, die mit Rückſicht auf den Umfang und die Rentabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes an ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen? a. Die Taglöhne berechnen ſich im Allgemeinen durchſchnittlich bei Verabreichung der Koſt pro Woche: für den Mann auf 4—7 Mk., für die Frau„ 3—5„ wobei außerdem die Koſt mit 60— 80 Pf. pro Tag zu veranſchlagen iſt. für den Knecht jährlich 200— 250 Mk., für die Magd„ 150— 200„ und berechnet ſich die Koſt für den Knecht auf circa 250 Mk., für die Magd auf circa 190 Mk. Die ortsanſäſſige Bevölkerung genügt z. Z. nicht zur Beſtreitung der landwirth⸗ ſchaftlichen Arbeiten. Es würde dies auch der Fall ſein, wenn die circa 15 Mann, welche auswärts, hauptſächlich in Frankfurt Verdienſt ſuchen, noch im Orte Beſchäf⸗ tigung fänden. Im Allgemeinen kann angenommen werden, daß im Sommer 60 bis 80 fremde Erntearbeiter in Nieder⸗Eſchbach beſchäftigt werden. Letztere kommen aus Kurheſſen, hauptſächlich aus der Gegend von Gelnhauſen. b. Wie aus der Beantwortung der Frage a hervorgeht, wird die geſammte Be⸗ völkerung des Ortes mehr wie ausreichend mit landwirthſchaftlichen(inel. gewerblichen) Arbeiten verſorgt und iſt daher ein Bedürfniß zu Nebenverdienſt nicht vorhanden. Die ſchon erwähnten 15 Mann, welche auswärts Arbeit ſuchen, thun dies mehr aus Gewohnheit zu anderen als landwirthſchaftlichen Arbeiten, feruer auch wohl eines höheren Verdienſtes wegen. c. Landwirthe oder Einwohner überhaupt, die aus Standesvorurtheil u. ſ. w. die ihnen gebotene Gelegenheit zum Verdienſte ablehnen, giebt es in Nieder⸗Eſchbach nicht. Frage VIII. a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt? b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehut zugenommen? — 11= c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und Güterziele im All⸗ gemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rückſtände bekannt? d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf die Ver⸗ ſchuldung z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗ ſyſteme, unwirthſchaftlicher Ankauf von Grundſtücken zu hohen Preiſen, ungenügendes Betriebscapital, zu frühe Gründung eines eigenen Haus⸗ halts, Verſchwendung und nachläſſige Wirthſchaft, die Aufeinanderfolge ſchlechter Ernten u. ſ. w. Zur Beurtheilung der Richtigkeit der in den Tabellen A, B, C und D ange⸗ gebenen Zahlen ſei hier zunächſt bemerkt, daß der Werth des Immobiliarbeſitzes in der Weiſe feſtgeſtellt wurde, daß zunächſt die einzelnen Größengruppen mit der Größe der einzelnen und der ſämmtlichen Güter aufgeſtellt, daß hierzu der Brandkaſſenwerth der Gebäude der einzelnen Güter notirt und daß weiterhin die Arealgröße mit dem bei Beantwortung der Frage III ermittelten Durchſchnittspreis der Culturländereien pro Hectar multiplicirt wurde*). Die Summe aus dem Brandkaſſenwerth und den ſo ermittelten Werth der Culturländereien wurde als Werth des Immobiliarbeſitzes betrachtet. Die Ermittelung der Verſchuldung war nicht ſchwierig, da nach Ausſage aller Sachverſtändigen, außer den eingetragenen Hypotheken und den bei den beiden Dar⸗ lehnskaſſen erhobenen Handſcheinſchulden ſonſt bedeutende Handſcheinſchulden als exiſtirend nicht anzunehmen ſeien. a. Der geſammte Immobiliarbeſitz iſt nach Tabelle A in Nieder⸗Eſchbach mit 14,92 pCt. verſchuldet. Zieht man nur die verſchuldeten Bewohner in Betracht, ſo iſt deren Immobiliarbeſitz mit 21,83 pCt. verſchuldet. Verſchuldet ſind der Zahl nach von den 71 Landwirthſchaft treibenden Bewohnern 53, 18 ſind nicht verſchuldet. Es fällt ſofort in die Augen, daß die Gruppen 1, 2 und 3 am ſtärkſten ver⸗ ſchuldet ſind, alſo diejenigen Gruppen, die, wie aus den Tabellen B, C und D er⸗ ſichtlich iſt, neben der Landwirthſchaft noch eine Nebenbeſchäftigung betreiben. Tabelle B beſtätigt dieſe Thatſache höchſt auffällig, indem nämlich aus derſelben hervorgeht, daß die Bewohner Nieder⸗Eſchbachs, welche Landwirthſchaft allein betreiben, nur mit 9,47 pCt. ihres Immobiliarbeſitzes verſchuldet ſind, die Verſchuldeten allein mit 16,01 pCt. des betreffenden Beſitzes. *) Es ſei hier bemerkt, daß eine Einzelabſchätzung der einzelnen Parcellen bei der immerhin ſehr großen Anzahl derſelben nicht thunlich erſchien. Sollte aber vielleicht der Durchſchnittspreis der Culturländereien(incl. der Obſtbäume) mit 3100 Mk. pro Hectar etwas zu hoch gegriffen ſein, was aber kaum anzunehmen iſt, ſo ſei hier bemerkt, daß eine 10 pCt. niedrigere Taxe die Verſchuldung erſt kaum 1 pCt erhöhen würde. Der Commiſſär. ———y———— — 12— Aber auch Tabelle D liefert hierfür einen ſchlagenden Beweis, denn diejenigen Bewohner Nieder⸗Eſchbachs, welche neben der Landwirthſchaft ein Gewerbe betreiben, ſind mit 25,60 pCt. ihres Immobiliarbeſitzes verſchuldet, die verſchuldeten allein ſogar mit 29,86 pCt. Die Zahl der eigentlichen Tagelöhnergütchen iſt in Nieder⸗Eſchbach gering, ſie beträgt nämlich nur, wie aus Tabelle C hervorgeht, 6. Die Verſchuldung der letzteren beziffert ſich auf 17,32 pCt. ihres Immobiliarbeſitzes, der Verſchuldeten allein auf 20,57 pCt. Die ſpeciellen Zahlen ſind aus den Tabellen leicht erſichtlich. b. Die Hypothekenſchuld erweiſt ſich ihrer Errichtung nach wie folgt: Jahre der Errichtung 1836— 39 1840— 49 1850— 59 1860— 60(1870— 79 1880— 85 Anzahl... 2 9 18 17 32 40 Summa in M... 4800 9428 30526 34398 88382 136444 M. per Poſten.. 2400 1047 1669 2023 2762 3411 In dieſer Hypothekenſchuld ſind circa 56000 Mk., welche in den Tabellen A-—D nicht berückſichtigt werden konnten, weil ſie von Bewohnern, welche nicht in jenen Gruppen untergebracht werden konnten, beſtellt worden ſind. Ferner ſind 159000 Mk. nicht berückſichtigt, weil dieſer Betrag als Hypothek auf eines der ſtandesherrſchaftlichen Güter eingetragen iſt. Mit Sicherheit läßt ſich aus obiger Tabelle nicht auf die Größe der Zunahme der Verſchuldung ſchließen, da nicht hat ermittelt werden können, wie viele Hypotheken, und in welcher Höhe, in den früheren Jahrzehnten gelöſcht worden ſind. Zweifellos dürfte aber angenommen werden, daß hauptſächlich ſeit dem Jahre 1880 eine be⸗ deutende Zunahme der Verſchuldung ſtattgefunden hat. Intereſſant iſt es auch, aus obiger Tabelle zu erſehen, wie die einzelne Hypothek in ihrem Betrage ſich ſeit den 40er Jahren verdreifacht, ſeit den 50er Jahren verdoppelt und ſeit den 60er Jahren um ½1 erhöht hat. c. Zinſen und Güterziele ſind im Allgemeinen regelmäßig bezahlt worden und ſind bemerkenswerthe Rückſtände nicht bekannt. d. Da die Verſchuldung als eine relativ abnorme nicht bezeichnet werden kann, ſo ſind als Urſachen hierfür einzelne beſonders hervortretende Erſcheinungen auch kaum erkennbar. Für die in den letzten Jahren erſichtliche ſtärkere Zunahme der Ver⸗ ſchuldung können wohl die allgemein auf die Lage der Landwirthſchaft drückenden mißlichen Verhältniſſe(nicht beſonders gute Ernten, ſchlechte Getreidepreiſe) ange⸗ nommen werden. — 13 ÿÿööÿÿ— — 026680 Orcgl 81 96,861 30,6 † 1 acoul n 03 1 ½ν,ꝛν 18,80 f 02 01 19,09 15,81 6 01— 888,88 66,8 5 4— 2 618,88 r, 8 25 869˙68 10˙9 9 I= 0 : pin(plaod 98˙13 00˙001 C 126 188˙63 5S9 1† 678,026˙1 rO½9 90 88, 50 8 66†,8— 66 †,8 8²9,201 9,88 l ou n 03 86,06 61,ε* 168,161 016,51 181,601 Z8†.160 69e II 06 01 81,01 98,61 FI6,†8 6†6,1 660˙88 6 1,65 LS 8 01 6 01,68 21,06 669,26 601,8 066,85 080,861 06,98 EI.— 53 98,6† 88,81 286,98 088,† 209,68 666,†! 66,01 6 32— 99˙6 ½9 28/81 216˙9 8 †˙1 080˙9⁷ 061 2I. I— 4,0 : ro—.incp laod Q 66 †1 00˙001 Cr“ 188/66 †9 1 6 †1˙098˙1 †† 888 11 08,6 50 8 66 †,8— 66 †,8 T13,108 8¹˙89 8 4Gout n 03 28,†— 1½ε† 168,161 016,61 181,601 881,918 98,891 l, 1 00/61 98,61 FI6,Fs G†, 660,88 08⁷,983 19,09 0k 0I& 88,†6 22,05 669,16 601˙8 066,8; 798,983 61,c; 9 6 3 66,68 88,81 286,98 088,† 109,68 181,8 ‧1 67,⁵1 5 35 8111 19 19//81 116˙98 8 †˙1 809/001 15˙01 61 I=.00 3aacnefllht ugancet 2 2 2 1 auheg 19G ⸗ 1F 90=Iu u 1⁰³ un 12 V zedis, aninn an, Aint ih, ee wihehn e n qpvq(p-a2G2126 Gu2 a iplao aad S10a p vee p agoje aumobgh V -G0S S — GS S -GMS S 39006 † Fol 969,86] 60,2† l acem n 0 9 10½,1έ 28,86 F 0 ½ 0I1 169,09 27,81 5 0I 3 190˙81 8ʃʃ⁹ 1 8= 3 8 — 3 3 5— 90 T :PInqplaog 10˙91 00˙001 808˙,111 906˙8 268˙901 20†˙0 1 02 191 61 88,1 182 66 †,8 66 5,8 829,01 966 0om n 0 9 11ʃε1 88,6† 896,90 9*6,0 969,16 G†6,898 13,08 2 0 0I 4 29,61 F6/25 216,68 6, 876,08 996,891 81,8 9 01— 9 5 68˙0 28˙01 T521I 18†˙5 0098˙01 188*8 20*2 5 9— 3 8 —— 8— 3 8 ₰ 68*—— 1 80 1 : pojnſplaoq Qu 2†˙6 00˙001 809˙011 906˙8 169˙901 69†113˙1 FG/'G 15 08,6 18,1 667,8— 66 †,8 FI6,108 87,990 3 älom 9 29,6 88,6 986,99 76,0 969,16 869,886 D.e Ii? 0l F8,5 T6,15 216,88 4†6,1 676,08 L19,*66 09,1† 8 0 4 1 66˙21 18˙01 18111 167˙5 009˙01 288˙601 28˙16 9 6 3 8 ———— 5 — 8——— 1 6⁴0 1 4b*& 2612.uεςνvep! uajn(p. E 2 u11 19 „ub ed e e eiie uaginqp. ujnp. gnpgS gun ans 1 Wene 28 ueuncact u eneec n H=Avqdee uecjode dun n Sou eeee t : un*gorzog ue p gae g ——yj—õõÿõÿꝛ— 039† 000 1 ——— adom n O⸗ 9 5 65 6. OI F 8 — 95 6 2 8 7 5 1 8 03*† 090 1 1— 0 T :rInplaoa Jen 2005 00˙001 896† 2611 1228 801 10 8 b ———————— adom n 0 9 — 1— 7† Oe ——— 8— 91 5 7 „ 70 7 5 8 88,86 09,45 1281— I281 26½,6 9, 1 3 19 90˙61 0†˙1 2688 2611 00†3 869/˙81 93˙6 † 1— 0 1 :rinGplaog qu e 38˙11 00˙001 896† 2611 1128 819/86 10˙† 9 ———————— Alem n 05 9 — 5 5——— Oe 0l. —————— 91 3 p 8 77— 55„ 21 47—5 8 68,88 09,15 1281— 1281 24,6 66,1 1 5 1 3 69˙1 0†˙5 1668 2611 00†5 816˙6 91 8 1= 40 1 19ℳ* 30 ocnSr vce wunr E 1 u210 ſu 19S 3 ⸗119 218 5⁰⁹ uluiv 2/ 4³( gun 12+ 1 V 4 un odc u ü unehſ aena e puhten un de eine 9 150⁰1]6 : ugiajog ungavugojobyd dun vpſgte 8898 93˙11 6 ——— 2au e 9 13 3(23 l 4. 8 0LE C 1 841,03 12 † 1 6 3 8 618,88 f 3 3 801˙83 19 6 1 0 1 : rInGplaoq J 98,66 00ʃ001 EELLeI S9II.6I 24el 618 934 88,26 63 ———— 10eul n 05 9 88,86 10,IT 4e*, †9 026˙9 287,10 66†,66 S e 88,⁷ 18,1 260/6— 260,/6 818,19 1O 26,c8 68,06 806,68 886,9 059,88 603,8T 26 9 5 5 Y 4 6,Ig 99,86 919,c8 088/† 986,18 021,69 08,6 8 3 b 5 11¹ ⁶ 89˙6 8811 080 89091 689 0 r6 † 6 1— 40 1 :PonGplaog qul e T 09˙5 00001 EeLI SLELI HcekI l 60,60L 88 ———————— 4Gout'n 08 9 T 88,86 10,1T 4er,†9 026˙9 885,C 66 †,3 S, 7 66 M 88, 18,1 160,6 160ʃ 818,19 10,1l 3 91„ 87,66 68,08 806,68 886,9 069,88 386,881 F,, 3 86,68 99,66 919,28 088,† 986,18 386,201 Foel II 3 7 81 89˙6 881˙91 080˙6 830˙81 68138 9r*2 † 0 abOo* 3anmedlve aarcht 10 16 1 10 112121 aug 19,⸗ 6 u2b ee e w G gun 10p 16v 4 rinacsch rin n ahe, ga ihenis eehe weeah f : uogjog gaa eun ppge. Frage IX. a. Wie geſtaltet ſich die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens bei großen, mittleren und kleineren(eigenen oder gepachteten) Gütern? b. Wenn die Rentabilität als eine unbefriedigende erſcheint, ſind die Gründe zurückzuführen hauptſächlich auf 1. die Fruchtbarkeits⸗Verhältniſſe der Gemarkung, 2. die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, 3. die im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens, 4. einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, 5. ein zu großes Gebäudecapital, 6. ungünſtige Arbeiterverhältniſſe, 7. ungünſtige Abſatzverhältniſſe(ſchlechte Preiſe, unrationelle Einrichtungen für den Abſatz u. ſ. w.), 8. frühzeitiges Zurückziehen der Eltern und Belaſtung der Güter mit hohen Altentheilen und Leibrenten, 9. beſondere unwirthſchaftliche Gewohnheiten der Landwirthe, z. B. zu ſtarke Pferdehaltung u. dgl., 10. hohe Steuern und Umlagen und ſonſtige dem Commiſſär bekannt gewordene Verhältniſſe? a. Um die Frage IX für Nieder⸗Eſchbach ſo beantworten zu können, daß ein ziemlich genaues Bild von der wirthſchaftlichen Lage der Bewohner erhalten wird, hat man ſich zu vergegenwärtigen, daß große Bauerngüter, welche 20 und mehr Hectar Culturland beſtellen, abgeſehen von den beiden Pachtgütern, nur 2 vorhanden ſind. In Nieder⸗Eſchbach werden daher ſchon Güter der Gruppe 4 mit 5 bis 10 Hectar Culturland unter Umſtänden als große Bauerngüter bezeichnet. Man kann daher die dortigen Güter in 2 Hauptgruppen unterbringen, in eine Gruppe der größeren Güter und eine der kleineren. Hierzu kommt, daß die ganz kleinen Grundbeſitze, mit ½ bis 2 Hectar, Gelegenheit haben, ſich ſo viel Ackerland zu pachten, daß ſich die Familie beſchäftigen und ernähren kann und daß daher nur ſehr wenige dieſer Bewohner auf Taglohn angewieſen ſind. Alſo die Taglöhnergütchen, welche bei ½ bis 2 Hectar Grundbeſitz ihren Erwerb gleichmäßig aus der Landwirthſchaft und dem Taglohn entnehmen, ſind hier von untergeordneter Bedeutung. Wie aber aus Beantwortung der Frage VIII, Tabelle D, hervorgeht, iſt die Zahl derjenigen Bewohner, welche ———— 4—— — 18— neben der Landwirthſchaft ein Gewerbe betreiben, nicht gering und ganz auffällig iſt die wirthſchaftliche Lage derſelben eine weſentlich ungünſtigere, als die der anderen Bewohner. Es wurde daher die Wahl der Muſtergüter in der Weiſe getroffen, daß der genaueren Unterſuchung unterzogen wurden: ein Gut aus der Gruppe der größeren Bauern(Anlage I), ein Gut aus der Gruppe der kleineren(Anlage III) und ein Gut aus der Gruppe derjenigen Beſitzer, welche neben der Landwirthſchaft ein Ge⸗ werbe betreiben(Anlage II). Die große Zahl dieſer Bewohner(38) machte es wünſchenswerth, daß der Einfluß des Gewerbebetriebes auf den Betrieb der Land⸗ wirthſchaft und umgekehrt durch eine ſpeciellere Unterſuchung feſtgeſtellt wurde. Bezüglich der Betriebsintenſität iſt zu erwähnen, daß alle 3 Güter nach der gewöhnlichen ortsüblichen Weiſe bewirthſchaftet werden. I. Beſitzſtand⸗Nachweis, beſtehend aus den Nachweiſen über den Werth von Grund und Boden mit Obſtbäumen, Gebäude⸗ capital, Inventarcapital(todt und lebend) und umlaufendes Be⸗ triebscapital(Vorrath). Das Verhältniß der einzelnen Betriebscapitalien zum Grundcapital ſtellt ſich wie folgt: Größeres Gut. Das Gebäudecapital beträgt...... 27% vom Grundcapital. Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt.. g. 12„„„ Das umlaufende Betriebscapital beträgt..... 4„„„ Kleineres Gut. Das Gebäudecapital beträgt.... 55. 1„„„ Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt.. 13„„„ Das umlaufende Betriebscapital beträgt..... 6,5„„„ Gut mit Gewerbebetrieb. Das Gebäudecapital beträgt.... 28„„„ Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt 1 11,5„„ Das umlaufende Betriebscapital beträgt.... 6 Dieſe Procentverhältniſſe können im Allgemeinen als normale betrachtet werden. Eine Ausnahme ſcheint nur das Gebäudecapital des kleineren Gutes zu machen, in⸗ dem ſich dasſelbe auf 55 pCt. berechnet. Es iſt aber hierin ein Nebengebäude be⸗ griffen, welches zum Gutsbetriebe nicht gebraucht wird und daher auch mit 104 Mk. verpachtet iſt. II. Natural⸗Rechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Natural⸗Ertrag und Natural⸗Bedarf nebſt Schlußfolgerungen. Aus den Natural⸗Rechnungen der bezüglichen Güter geht hervor, daß die Haupt⸗ productionsrichtung in Nieder⸗Eſchbach beim Ackerbau der Weizenbau, bei der Viehzucht die Milchproduction iſt. Sieht man von der Schweinemaſt, zur Befriedigung des eigenen Bedarfs an Schweinefleiſch ab, ſo treten die anderen Producte neben dem Obſt und ,— — 19— in den größeren Gütern in neuerer Zeit den Zuckerrüben, mehr oder weniger in den Hintergrund. Die Durchſchnittserträge ſind in den letzten Jahren in Folge intenſiverer Be⸗ triebsweiſe im Allgemeinen, ſowohl im Ackerbau wie in der Viehzucht, weſentlich ge⸗ ſtiegen und ſteigen noch. Hauptſächlich dürfte der Ackerbau, wenn erſt die Dreifelderwirthſchaft ganz be⸗ ſeitigt ſein wird, den Anforderungen eines rationellen Betriebes entſprechen. Die Viehzucht bringt nicht die Erträge, die von ihr bei den günſtigen Milch⸗ preiſen erwartet werden können und trägt hieran die geringe Futterproduction die Schuld. Nach den bezüglichen Berechnungen muß im größeren Gut der Ackerbau der Viehzucht den Centner Dünger zu 61 ½ Pf., im mittleren Gut ſogar zu 67 Pf. abnehmen, bis ein Gleichgewicht in den Productionskoſten und Erträgen bei der Viehhaltung erzielt wird, nur bei Gut III erhält der Ackerbau den Dünger zu einem billigeren Preiſe, nämlich zu nur 32 Pf. den Centner. Aus den Berechnungen über den Natural⸗Bedarf der Familien geht hervor, daß die Bewohner Nieder⸗Eſchbachs ſehr gut leben, denn die drei Beiſpielsgüter können in dieſer Beziehung gleichfalls als typiſch betrachtet werden. Es dürfte wohl kaum eine andere ländliche Gegend in Deutſchland geben, die in Bezug auf Fleiſcheonſum Nieder⸗Eſchbach übertrifft. Dieſe reichliche Ernährung macht ſich aber auch in einer geiſtigen und körperlichen Friſche der Bewohner bemerkbar. Wenn ſich in den drei Gütern die Ernährung der erwachſenen Perſon durchſchnittlich auf 71 reſp. 65 reſp. 57 Pf. berechnet, ſo darf wohl angenommen werden, daß der erwachſene Mann in Nieder⸗Eſchbach nicht unter 70 bis 80 Pf. ernährt werden kann. III. Geldrechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Geld⸗ einnahmen und Geldausgaben. Bei Betrachtung der Fakta, welche durch die Geld⸗Rechnungen der drei Bei⸗ ſpielsgüter zu Tage treten, haben nur diejenigen der beiden nur Landwirthſchaft trei⸗ benden Güter Bedeutung, nicht aber diejenige des Gutes II, weil hier der Schwer⸗ punkt der Thätigkeit der Familienmitglieder auf das Nebengewerbe(Schmiedehand⸗ werk) gelegt und die Arbeit auch dort der Hauptſache nach verwerthet wird. Da hierdurch und durch Verköſtigung eines Schmiedegeſellen in der Familie an die Haus⸗ haltung größere Anſprüche gemacht werden, ſo war es erklärlich, daß die Geldrechnung des Landwirthſchaftsbetriebes für ſich allein ein Deficit zur Folge haben mußte. Auffallend aber iſt es, daß die Geldrechnung des größeren Bauerngutes(Anl. D nur mit einem Ueberſchuß von 69,5 Mk. abſchließt, während diejenige des kleineren Gutes(Anl. III) einen ſolchen von 207 Mk. aufweiſt. Die Thatſache ſelbſt wird aber von den Beſitzern beſtätigt: der Beſitzer des größeren Gutes erklärt, er habe bei Jahresſchluß aus ſeinem Gute kaum etwas übrig, der Beſitzer des kleineren Gutes hat eine Hypothek von 3000 Mk. zu verzinſen und hat dann doch noch einen kleinen Ueberſchuß. Weiterhin erklärt ſich aber auch die Thatſache leicht dadurch, daß der ———————— —————— — 20— größere Beſitzer 685 Mk. für Löhne, während der kleinere Beſitzer nur 156 Mk. ausgiebt. Aus den Geldrechnungen der beiden Landwirthſchaft allein betreibenden Güter goeht aber hervor, daß die Gutsbeſitzer Nieder⸗Eſchbachs, trotz der nicht geringen An⸗ forderungen, welche ſie an den Lebensunterhalt machen, bei nicht zu großer Verſchul⸗ dung exiſtenzfähig ſind. Wo allerdings die Immobiliarverſchuldung ½ bis ½ des Werthes überſteigt, iſt dies in den meiſten Fällen zweifelhaft. IV. Rentabilitäts⸗Berechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über den Rohertrag(excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte), die Productionskoſten und den Reinertrag. Die Rentabilitäts⸗Berechnungen der drei Güter ergeben, daß Gut I(Anlage D) eine Grundrente von 385,10 Mk., Gut III(Anlage III eine ſolche von 618,70 Mk. erzielt, was einer Verzinſung des Grundcapitals zu 0,9 pCt. reſp. 3,2 pCt. entſpricht. Gut II(Anlage II bringt keine Grundrente, hat im Gegentheil bei der Verzinſung der Betriebscapitalien noch 125,48 Mk. in Abzug zu bringen. Es würde ſich daher in dieſem Gute, abgeſehen von dem Ausfall der Grundrente, das Betriebscapital nur mit 2,8 pCt. verzinſen. Dieſes ungünſtige Wirthſchaftsreſultat iſt in erſter Linie auf die Unrentabilität der Viehzucht zurückzuführen. Bei der geringen Heuproduction, von welcher auch noch der größere Theil vom Pferde verbraucht wird, ſtellt ſich die Fütterung, durch den ſtarken Zukauf der Kraftfuttermittel, zu theuer, die erzielten thieriſchen Producte (Milch und weiterhin Fleiſch) kommen in ihren Productionskoſten höher, als wie die⸗ ſelben verwerthet werden. Hierzu kommt, daß die Haltung eines Pferdes bei kaum 7 Hectar landwirthſchaftlich benutzten Bodens die Productionskoſten außerordentlich erhöht und es iſt gerade dieſem Moment zuzuſchreiben, daß die kleineren Güter, welche die thieriſche Arbeit mit Kühen ausführen, verhältnißmäßig viel günſtigere Wirthſchaftsreſultate erzielen als wie die größeren. Man kann im Allgemeinen an⸗ nehmen, daß die Pferdehaltung bei ſolchen mittelgroßen Gütern, nur für die Zwecke des Gutsbetriebes allein, ein Luxus iſt und den Reinertrag des Gutes abſorbirt. Das ungünſtige Wirthſchaftsreſultat des Gutes II, welches auch vielen anderen Gutswirthſchaften mit Gewerbebetrieb anhaftet, hat aber fernerhin ſeinen Grund 1 darin, daß die Beſitzer ſolcher Güter, weil ſie ihre Hauptthätigkeit mehr dem Gewerbe zuwenden, auf die Landwirthſchaft nicht die Aufmerkſamkeit verwenden können, als wie der ausſchließlich Landwirthſchaft treibende Beſitzer und daß in Folge deſſen Manches überſehen wird, was von recht großem Einfluß auf das Wirthſchaftsreſultat iſt. b. Die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens iſt in Nieder⸗ Eſchbach als eine nicht befriedigende zu bezeichnen. Wenn auch manche der kleineren Güter eine nahezu normale Grundrente bringen, ſo kann doch bei der Mehrzahl der Güter nicht davon die Rede ſein. Die Urſachen dieſer unbefriedigenden Rentabilität dürften im Weſentlichen zurück⸗ zuführen ſein auf: — 21— 1. das Zurückgehen der Getreidepreiſe; 2. zu hohe Bodenſchätzungen; 3. die zu langſame Akkomodirung der Nieder⸗Eſchbacher Landwirthe in ihrem Wirthſchaftsbetriebe an die veränderten Verhältniſſe. Wenn auch bei dem einzelnen Gute auf die unbefriedigende Rentabilität der oder jener andere Umſtand Einfluß ausübt, die im Weſentlichen bei Beſprechung der Rentabilitätsberechnung des Gutes II und bei Beantwortung der Frage I d ange⸗ führt ſein dürften, ſo ſind es doch hauptſächlich die obigen Momente, die ausſchlag⸗ gebend ſind. In den früheren Jahrzehnten bis in die unmittelbare Gegenwart haben die Nieder⸗Eſchbacher Landwirthe Kapitalien geſammelt, die Güter haben rentirt. Die Wetterau, als eine Kornkammer des weſtlichen Deutſchlands, gehörte auch zu deſſen wohlhabendſten Gegenden. Seitdem ſich aber die Preisverhältniſſe des Ge⸗ treides zu den anderen Gütern weſentlich zu Ungunſten des erſteren verſchoben und die dortigen Landwirthe den veränderten Zeitverhältniſſen zu langſam Rechnung ge⸗ tragen haben, iſt ein Wendepunkt eingetreten. Die nicht ſehr kapitalskräftigen Familien gehen, wenn dann noch eine vielfache Theilung des Vermögens in der letzten Generation hinzukommt, in ihrer Wohlhabenheit weſentlich zurück. Erſt in der aller⸗ neueſten Zeit werden die Landwirthe den Forderungen der veränderten Zeitverhältniſſe mehr gerecht: der Betrieb wird intenſiver, an der Dreifelderwirthſchaft mit ihren vielen Nachtheilen wird gerüttelt und der Viehzucht wird größere Aufmerkſamkeit zugewendet. Wenn daher die Urſachen der ungenügenden Rentabilität einestheils außerhalb der Einwirkung der dortigen Bewohner liegen, ſo muß anderentheils conſtatirt wer⸗ den, daß die Nieder⸗Eſchbacher Landwirthe redlich bemüht ſind, zu thun, was in ihrer Macht ſteht, die Anpaſſung an die veränderten Zeitverhältniſſe zu erſtreben und daß ſie bei den außerordentlich günſtigen landwirthſchaftlichen⸗ und Markt⸗Verhältniſſen eher wie in jeder anderen Gemeinde in der Lage ſein werden, eine mäßige Grund⸗ rente zu erzielen. Frage X. Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landw. Bevölkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maßnahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen? Die Gemeinde Nieder⸗Eſchbach gehört ſowohl ihrer klimatiſchen⸗ und Boden⸗ verhältniſſe, wie auch ihrer Abſatzverhältniſſe nach zu den beſten Orten der Wetterau. Die wirthſchaftliche Lage der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung iſt als eine im Großen und Ganzen noch günſtige zu bezeichnen, wenn auch die Verſchuldung be⸗ trächtlich zugenommen hat. Die Bevölkerung iſt fleißig und ſtrebſam und ſucht den Forderungen der Zeit mehr und mehr gerecht zu werden. Trotzdem geht aus der Erhebung hervor, und es wird dies auch durch die Zu⸗ nahme der Verſchuldung bewieſen, daß die Landwirthſchaft in Nieder⸗Eſchbach z. Z. — 22— nicht prosperirt. Als Gründe für dieſe Erſcheinung bezeichnen die Rentabilitäts⸗ berechnungen: 1. den geringen Preis des Getreides, 2. zu hohe Bodenſchätzungen, 3. zu langſame Akkomodirung der Landwirthe in ihrem Wirthſchaftsbetriebe an die veränderten Verhältniſſe. In letzter Beziehung muß hauptſächlich hervorgehoben werden, daß, nachdem die Ausgaben in allen einzelnen Poſten ſehr bedeutend geſtiegen ſind, die Eſchbacher Land⸗ wirthe den Forderungen der veränderten Marktkonjunkturen nicht genügend durch Ver⸗ mehrung des Futterbaues und Vergrößerung des Viehſtandes gerecht geworden ſind. Im Allgemeinen muß dem noch hinzugefügt werden, daß die Betriebsweiſe faſt aus⸗ nahmslos noch nicht intenſiv genug iſt. Aus der Erhebung geht ferner hervor, daß die Bevölkerung noch genügend kapitals⸗ kräftig iſt, daß andererſeits kapitalsbedürftige Landwirthe Geld, wenn auch nicht unter 5 pCt. ohne Amortiſation leicht erhalten können. Die Commiſſion glaubt daher als Maßnahmen, welche eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage der Nieder⸗Eſchbacher Landwirthe erwarten laſſen, die folgenden bezeichnen zu ſollen: 1. Eine beſſere Berufsbildung. Für die jüngere Generation iſt deshalb der Beſuch einer Fachſchule beſonders anzuempfehlen. Im Allgemeinen dürften die land⸗ wirthſchaftlichen Winterſchulen dem Bildungsbedürfniß der Nieder⸗Eſchbacher Land⸗ wirthe entſprechen. 2. Eine Verbeſſerung des Betriebes. Dieſe würde zwar ſchon durch die unter 1. verlangte beſſere Berufsbildung erſtrebt werden, die Commiſſion glaubt jedoch, dieſen Punkt beſonders hervorheben zu ſollen, weil auch die jetzige Generation noch hierin weſentliche Fortſchritte zu machen hat. 3. Eine Herabminderung der Abgabe bei Eigenthumsübergängen und der Staats⸗ und Gemeindeſteuern auf Grundeigenthum. Der Grundkeſitz iſt in dieſer Beziehung enorm höher belaſtet als wie das mobile Kapital und iſt daher eine Gleichſtellung mit dieſem zu erſtreben. 4. Die Errichtung einer Landeskreditkaſſe. Der hohe Zinsfuß von 5 pCt. läßt die Errichtung einer ſolchen als beſonders wünſchenswerth erſcheinen. Dieſelbe müßte den Landwirthen unkündbares Kapital bei gleichzeitiger Amortiſation zu höchſtens 5 Ct. zur Verfügung ſtellen. 5. Hebung der Getreidepreiſe durch entſprechende Zölle.* Der Berathung über den Bericht, welche das vorſtehende Reſultat hatte, wohnten außer den Unterzeichneten bei: der Präſident des landwirthſchaftlichen Vereins für Oberheſſen Herr Freiherr A. Nordeck zur Rabenau, der Großh. Kreisrath Herr Dr. Braden, das Kreisausſchußmitglied Herr Grimm, der Großh. Bürgermeiſter Herr Fauſt und die Gemeinderathsmitglieder Herren Schwenk, Seibold und Fritzel. Nider⸗Eſchbach, den 14. October 1885. J. V.: Weidenhammer, Landesökonomierath. Leithiger, Landwirthſchaftslehrer. Anlage I. Gemeinde Nieder⸗Eſchbach. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines größeren Pauerngutes von 12,67 Hertar. Der Beſitzer iſt verheirathet, 45 Jahre alt, Vater von 3 Söhnen, welche 19, bezw. 9 und 5 Jahre alt ſind. Die 3 erwachſenen Perſonen der Familie beſorgen mit 1 Knecht und 1 Magd die laufenden Wirthſchaftsarbeiten, wozu im Sommer und Herbſt noch Taglöhner kommen(ſ. Geldrechnung). I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 10,68 Hectar Ackerland...... Mk. 33855 0,63„ Wieſe....„ 2060 „1,270,46„ Hofraithsgärten....„ 2200 0,91„ Wald und Baumſtücke..„ 2145 (in 66 Parcellen) Obſtbäume ca. 180 Stück.....„ 2940 Mk. 43200 Das Steuercapital incl. der Gebäude= 415 fl. B. Gebäude. Eine Hofraithe, beſtehend aus Wohnhaus, Stallung, Scheuer und Schoppen, laut Brandlataſter........ 11580 zu übertragen.. Mk. 54780 f/ — ————õÿõ—— ————— — 24— Uebertrag. Mk. 54780 C. Viehſtand. 2 Pferde............ Ml. 1200 6 Kühe à Mk. 300„ 1800 3 Stück Jungbieh........„ 650 1 Zuchtſan.........„ 70 4 Laäuferſchweine........„ 80 20 Stück Gefliigel.......„ 20 2 Bienenſtöcke........„ 30 1 Hund............„ 5 2. Gänſe...........„ 4 ——„ 3859 D. Todtes Inventar. 2 Fuhriwagen...........Mk. 4100 1 Federwagen..........„ 200 4 Pflüge incl. duuſetpſng.....„ 80 3 Eggen...“„ 50 3 Fuhrgeſchirree„ 150 1 Kutſchgeſchir.....„ 40 1 Getreidewindfege....„ 20 1 Obſtkelter....„.„ 50 1 Jauchepumpe..„ 40 1 Waſſerpumpe...........„ 40 1 Jaucheſaß..„ 12 Faß und Bandgeſchirre„ 60 Handgeräthe incl. Säcke........„ 100 Hausrath mit Kochgeſchirk........„ 100 1a12 II E. Vorrath an umlaufendem Betriebskapital ſiehe Rentabilitätsberechnung......„ 1700 Werth des geſanduten Beſibes. Mk. 61681 Inventar der engeren Familienwohnung(Mobiliar incl. Wittei, Wäſche u. ſ. w.) ca. Mk. 2000. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung iſt die in der Gemarkung übliche. Im Allgemeinen wird folgende Fruchtfolge eingehalten: 1) Weizen, 2)% Roggen,% Hafer, ¼ Gerſte, 3) ½ Rothklee, ½ Kartoffeln, ½ Zuckerrüben, Runkelrüben, Raps u. ſ. w. Der Naturalertrag ſtellt ſich hiernach wie folgt: Getreide— 2*— 4. Anbanu b2SSS 5 Sð 8 5 A Centnuſer. Mlt. Weizen...... 3,33 Hectar 133 267 Roggen.. 1,1„ 40 109 Gerſte. 1 0,40„ 11 22,50 Hafer 61 8.2 1,50„ 54 102 Raps 4,40„ 13 26 Kartoffeln. 1,15„—— 322 Zuckerrüben.A 0,70„——[— 485 Runkelrüben... 2 49 0,55.—„——— 396 Rothklee 1,00„——— 100 Luzerne.. 12. 1,10.„———[—[110 Wieſen und Gärten. 1,09„ 79 Obſt. 2,55=——= 50 Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich annähernd pro ½¼ Hectar wie folgt: bei Weizen auf 10 Ctr. Körner, 20 Ctr. Stroh, 1 Roggen 1 9 11 1 27 11 1 1 Gerſte 2 7 1 11 14 1 2 11§ afer 11 9 11 11 17 7 11 1 Raps 1 8 11 1 16 1 1 „ Kartoffeln„ 70„ Kuollen, „ Zuckerrüben„ 173„ Rüben, „ Runkelrüben„ 180„„ „ Luzerne und Rothklee„ 25„ Heu, 1 Wieſen 1 18 1 1 Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahr pro Kuh 1800 Liter, im Ganzen 10800 Liter. Rindvieh. Durchſchnittlich alle 3 Jahre 1 Kuh und jährlich 4 Kälber. Schweine. 6 Maſtſchweine mit durchſchnittlich 150 Pfd. Schlachtgewicht, 15 Ferkel, wovon 6—8 zum Verkauf kommen. Geflügel. 1500 Stück Eier, abgängiges Geflügel. Honig. — 26— B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Weizen 3,33 Hectar..... 12 Ctr. Pfd. Roggen 1,10„ Gi... A. I Gerſte 0,40— yyy—— 2.,—= p Hafer 1,50„..... 5„„ Kartoffeln 4,15„.. 29„„ Rothklee 1,00 ⸗7.. 40„ Luzerne 1,10 hß.....„ 30„ Für den Viehſtand. Hafer, den Pferden...... 48 Ctr.— Pfd. Gerſte, den Schweinen(Hühner). 9„—„ Kartoffeln, den Schweinen..... 240„—„ Zuckerrübenſchnitzel....... 175„—„ Runkelrüben, dem Rindvieh.... 396„—„ Klee, wird ſämmtlich gefüttert... 100„—„ Luzerne, wird ſämmtlich gefüttert.. 110„—„ Wieſenheu und Grummet..... 79„—„ Stroh, wird gefüttert und geſtreit. 524„ 50„ Roggenkleie, vom eigenen Mahlgut.. 9„—„ Roggenkleie und Weizenſchalen.... 50—„ Milch.. 500 Liter, Milch, abgerahmte, und Molken...3000„ Salz... 6 Ctr.— Pfd. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt in runder Summe annähernd..... Mk. 4065 Werden hiervon die Koſten der fird die fade verwendeten Producte abgezogen mit rund.........„ 1780 ſo bleiben für Rindvieh, Schweine u. w. zu verrechnen..... Mk. 3285 Der Werth der von Rindvieh, Schweinen u. ſ. w. erzielten Pro⸗ ducte berechnet ſich in runder Summe annähernd auf.......„ 2140 Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Producte noch durch den Stallmiſt zu decken ſein....MNrk. 1145 Die Stallmiſtproduction von Rindvieh und Schweinen berechnet ſich auf 1870 Ctr., ſo daß der Centner auf ca. 61 ½¼ Pf. zu ſtehen kommt. Hierzu treten noch die Koſten für Zinſen, Verpflegung u. ſ. w. des Viehſtandes, ſo daß der Stallmiſt pro Centner auf mindeſtens 65 Pf. zu ſtehen kommen wird. — 27— Für die Familie: (einſchließlich der Taglöhner, Schnitter, Dreſcher). Roggen............... 135 Ctr. Weizen(als Mehl gekauft)....... 5„ Kartoffeln.......... 45„ Fleiſch..... 1350 Pfd. (hiervon 900 Pfd. ſelbſtprodueirtes Schweine⸗ fleiſch und 450 Pfd. zugekauftes Rindfleiſch) Butker.... 238„ Gaffcee........... 52„ Zudter........ 20„ Sal;;..... 300„ Milcch...... 500 Liter Branntwein............ 150„ Eier...... 1200 Stück. Käſe, Dickmilch, Latwerge, Gemüſe u. ſ. w. Es berechnet ſich hiernach, wenn man annimmt, daß im Jahresdurchſchnitt täg⸗ lich 7 Perſonen zu ernähren ſind, der Verbrauch der einzelnen Perſon pro Tag unge⸗ fähr wie folgt: 780 Gramm Getreide, 880„ Kartoffeln, 260„ Fleiſch, 45„ Butter, 10„ Kaffee, 4„ Zucker, 58„ Salz, 0,2 Liter Milch. Branntwein, Käſe, Eier, Gemüſe u. ſ. w. Es ſind darin ca. 115 Gramm verdauliches Protein und ca. 130 Gramm Fett enthalten, was als eine ſehr reichliche Ernährung bezeichnet werden muß. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich Mk. 1820 und täglich ca. Mk. 5 oder pro Kopf und Tag 71 Pf. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee mit Brod und Butter, Latwerge, Honig. Zweites Frühſtück: Brod mit Butter und Käſe, Schmierkäſe, Branntwein. Mittageſſen: Wöchentlich 5mal Fleiſch, ſonſt Eierſpeiſen oder Wurſt. Suppe, Gemüſe, Kartoffeln u. ſ. w. Vesperbrod: Kaffee, Brod mit Butter, Latwerge u. ſ. w. Abendbrod: Suppe, Kartoffeln, Brod mit Butter und Käſe, auch Wurſt, Eierſpeiſen, Salat. — — 28— — III. Geld-Rechnung. 121 Ctr. Weizen à Mk. 11 12 ½„ Naps à Mk. 13.. 485„ Zuckerrüben à 80 Pf. 50 Malter Aepfel à Mk. 9. 6000 Liter Milch à 13 Pf.. 4 Kälber à Mk. 30 Alle 3 Jahre eine e Ferkel..... 300 Stück Eier. B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Staatsſteuer. Gemeindeſteuer Tilgungsrente Hundeſteuer Löhne: Lohn dem Knecht „ der Magd... 1 Mann 15 Wochen à Mk. 5— 1 Kind 12 Wochen à Mk. 2 ½. Dreſcherlohn. Schnitterlohn Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgaben Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgaben: dem Schmied. dem Wagner. dem Sattler.... für Hausrath und Handgeräth. Inventar der engeren Familienwohnung Verſicherungsprämie: Für Gebäude Für Mobiliar A. Einnahmen. Summa Mk. 127,86 „ 187,36 „ 54,38 „ 5,— Mk. 250,— „ 160,— 1 75,— 2 30, „ 100,— 2 70, Mk. 80,— „„ 60,— 11 30,— „ 50,— Mk. 12,— 2 19,— zu übertragen Mk. 1331,— „ 162,50 „ 388, „ 450,„ D) „ 780,— „ 120,— „ 100, „ 100,— 2 18,— Mk. 3449,50 Mk. 374,60 „ 685,— 2 120,— „ 220, 1 60. 31,— 7 1 Mr. 1490,60 Uebertrag.. Mk. 1490,60 Pferde⸗Remonte.......„ 120, Zukauf von Kraftfutter, künſtlichem dünger u. 3.w. 40 Pfd. Rothkleeſamen à 70 Pf...... Mk. 28,— 30„ Luzerneſamen à 75 Pf......„ 22,50 50 Ctr. Roggenkleie à Mk. 5......„ 250,— t„ Viehſalz 2 Mr. 145....„ 8,60 Chiliſalpeter und Superphosphat.....„ 60,—/ —„ 369,20% Heizung und Beleuchtung: 85 Holz und Kohlen.......... Mk. 250,— Petroleum.............„ 15,— „ 265,— Zukauf von Nahrungsmitteln: 5 Ctr. Weizenmehl à Mk. 20..... Mk. 100,— 450 Pfd. Rindfleiſch à 60 Pf.......„ 270,— 52„ Kaffee à Mk. 1,20..„... O⸗„ 62,40 20„ Zucker à 35 Pf.... O⸗„ 7,— 150 Liter Branntwein à 40 Pf......„ 60,— 3 Ctr. Salz à. Mk. 1.....„ 30,— —„ 529,40 Bekleidung..h 83119. he 19 ee..„ 450,— Arzt(und Apotheke. 1a C.„..... H..t..„ 80,— Thierarzt....AK. nd. 1710....... e 10,— Taſchengeld für den daushermn......... 9. o 50,— Verſchiedenes....... e 15,80 Summa. Mk. 3380,— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen... Mk. 3449,50 Die Ausgaben betrugen....„ 3380,— — Ueberſchuß.. Mk. 69,50 IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag. (exel. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte.) Erlös aus verkauften Producten(ſ. oben)....... Mk. 3449,50 Werth der für die Familie aus der Wirthſchaft entnommenen Producte(Mk. 1820— Mk. 529.40 zugekaufte Vihrung⸗ mittel)— Mk. 45(9 Ctr. Kleie).....„ 1245,60 Summa. Mk. 4695,10 — 30— B. Productionskoſten. 1. Gebäudekapital: Zinſen von Mk. 11580 à 4 pot. Mk. 463,20 Verſicherungsprämie...„ 12,— Amortiſation 0,75 pGt.......„ 86,85 Inſtandhaltung..„ 120,— . Mk. 682,05 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 3860 à 4 pCt.... Mk. 154,40 Verſicherungsprämie 2 ½ pCt.....„ 96,50 Amortiſation des Pferdecapitals...„ 120,— -„ 370,90 3. Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 1350 à 4 pGt.... Mk. 54,— Verſicherungsprämie 0,2 pGCt..... 9 2,70 Erneuerung und Inſtandhaltung...„ 220,— y„ 276,70 4. Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren Ausgaben= Mk. 1700. Hiervon 6 pCt.„ 102,— 5. Hagelverſicherungsprämie 0,75 pCt. vom Vaerihe der Getreide⸗ Ernte Ml 4500 à 0,75.... H J1. I„ 33,75 6. Feuerverſicherung der Producte....:... 5 9,— 7. Steuern und Umlagen(ohne Tilgungsrente)..„ 320,22 8. Kraftfutter, künſtlicher Dünger u. ſ. w.........„ 369,20 9. Heizung und Beleuchtung, 25 pCt. der bez. Ausgabe....„ 66,25 10. Thierarzt.... 14011100. 30bH. 1le A.„ 10,— 11. Arbeitslöhne incl. Verköſtigung: 1 Mann 90 Tage à Mk. 1,60.... Mk. 144,— 1 Kind 72„„„ 0,90...„ 64,80 dem Knecht..........„ 500,— der Magd... r...„ 390,— den Familienmitgliedern.„ 1000. —„ 2058,80 12. Verſchiedelles........„ 11,13 Summa. Mk. 4310,— — 31— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 4695,10 Die Productionskoſten betrugen.„ 4310,— Bleibt Reinertrag.. Mk. 385,10 Aus der Rentabilitätsberechnung geht alſo hervor, daß das Grundcapital in einer Höhe von Mk. 43200 eine Grundrente von Mk. 385,10 erbringt. Schlägt man die freie Wohnung zu dem nicht zu hoch angeſetzten Arbeitsverdienſt, ſo verzinſt ſich in dieſem Gute das Grundcapital zu 0,9„Ct. ᷓᷓᷓᷓᷓᷓᷓᷓᷓÖᷓᷓA;;;” Z 1 Anlage II. Gemeinde Nieder⸗Eſchbach. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines mittleren Bauerngutes von 6,60 Hectar. A Der Beſitzer iſt verheirathet, 52 Jahre alt, Vater von 4 Kindern, 2 Töchtern und 2 Söhnen. Hiervon ſind 3 zu Hauſe, die beiden Töchter, 25 und 23 Jahre alt, und der jüngſte Sohn, 14 Jahre alt. Ferner lebt die 81jährige Schwiegermutter mit der Familie. Der Beſitzer betreibt das Schmiedehandwerk und hält hierzu einen ſtändigen Gehülfen. Seine Hauptthätigkeit widmet er daher dem letzteren Gewerbe und da die Frau außerdem einen Spezereihandel betreibt, ſo entfällt von der Arbeit der Familienmitglieder auf den Gutsbetrieb nur die der beiden Töchter ganz, von der⸗ jenigen des Ehepaares nur der geringſte Theil. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 5,87 Hectar Ackerland.... Ml. 18345 0,59„ Wieſe........„ 2395 0,01„ Hofraithegarten.....„ 60 . 0,13„ Baumſtücke......„ 250 („0(in 54 Parcellen.) Obſtbäume 89 Stück.......„ 1446 Mk. 22496 Das Steuercapital incl. der Gebäude ohne Gewerbeſteuerkapital — 293 Mk. B. Gebäude. Eine Hofraithe, beſtehend aus Wohnung, Stallung, Scheune und Schmiede laut Brandcataſter 9320 Mk. ⅜ hiervon dem Gntsbetriebh.........„ 6213 zu in ißertragen..— Mk. 28709 Uebertrag.. Mk. 28709 C. Viehſtand. 1 Pferd........ Nl. 800 3 Kühe à 300 Mk.„ 900 1 Rind..„ 60 4 Maſtſchweine...........„ 100 15 Stück Geflügel..........„ 15 4 Gänſe„ 10 „ 1885 D. Todtes Inventar. 2 Fuhrwagen..... Mk. 200 3 Pfluge und 2 Eggen.........„ 110 1 Walze...........„ 50 2 Pferdegeſchirre...........„ 40 1 Häckſelbank............„ 5 1 Getreidewindſege..........„ 40 1 Jauchefaß mit Magen.......„ 45 1 Jauchepumpe........„ 30 1 Waſſerpumpe......„ 35 Faß und Bandgeſchirre.......„ 40 Handgeräthe incl. Säcke........„ 60 Hausrath und Kochgeſchirre.......„ 60 —„ 115 E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital ſ. Rentabilitätsberechnung..........„ 1450 Werth des geſammten Beſitzes.. Mk. 32759 Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 1000. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung iſt im Allgemeinen die in der Gemarkung übliche. Es wird nach folgender Fruchtfolge gewirthſchaftet, wobei jedoch häufig Abweichungen vorkommen: 1. Weizen, 2.% Roggen, ⅞ Hafer, ⅛ Gerſte, 3. Kartoffeln, Zuckerrüben, Runkelrüben, Rothklee, Raps u. ſ. w. Der Natural⸗Ertrag ſtellt ſich hiernach ungefähr im Durchſchnitt wie folgt: 3 —— Getreide 25* 2 8 S 3 n 5 3 5— Anbaunu SSSE==à8 S2 Centner. Mlt. Weizen... 1,90 Hectarf 76 152 20 Roggen.. 0,73„ 27 79, Gerſte 0,20„ 5,50 11 8 Hafer 3 7 0,95„ 38 76 Raps— 0,40.„ 13 26 Kartoffeln. 0,50„—— 160 Zuckerrüben 0,44„ 272 Runkelrüben 4 O2.- 180 Rothklee 6,20„— 720 Luzerne.. 9,6q 0,44„——— 53 Wieſenheu. 0,9.—— 43 Obſt...—I2 Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich annähernd pro ¼ Hectar wie folgt: bei Weizen „ Roggen 7 „ Gerſte 5 „ Hafer„ „ Raps 2 Kartoffeln Runkelrüben Zuckerrüben Klee Luzerne Wieſen 9„„ 27 71 2 2 14 10 2 II 20 8 2 2 16 80„ Knollen, 180„ Wurzeln, 155„„ 25„ Kleeheu, 30„ Luzerneheu, 18 II Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahre pro Kuh 2350 Liter, im Ganzen 7050 Liter. Rindvieh. Der Haltungszweck iſt ausſchließlich Milchproduction. Es werden daher die friſchmelkenden Kühe zugekauft, die abgemolkenen fett verkauft. Hierbei hat ſich für die letzten Jahre die Rechnung ſo geſtellt, daß ſich, mit Zurechnung der bisweilen verkaufsfähigen Kälber, außer der Milch, ein weiterer Ertrag nicht ergeben hat. Schweine. Es werden 4 Schweine mit durchſchnittlich 150 Pfd. Schlachtgewicht gemäſtet, die als Ferkel zugekauft werden. Geflügel. Durchſchnittlich 1200 Stück Eier und etwas abgängiges Geflügel. auf 10 Ctr. Körner, 20 Ctr. Stroh, 2 Wieſenheu und Grummet. —, R ò — 35— B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Weizen 1,9 Heclar..... 5 Eir. 70 Pfd. Roggen 0,73„.. 1„ 90„ Gerſte 0,20„...—„ 60„ Hafer 0,95„...... 3„„ Kartoffeln 0,350„,.. 14„„ Klee 0,20„.....„ 3„ Luzerne O,Ar„.....—„ 25 Für den Viehſtand. Hafer, dem Pferde und dem Rindvieh. 35 Ctr.— Pfd. Gerſte, den Schweinen und dem Geflügel 4„ 90„ Kartoffeln, den Schweinen.... 56„=„ Rüben, dem Rindvieh....... 180„„ Zuckerrüͤbenſchnitzel....... 100„„ Klee und Luzernehen....... 73„„ Wieſenhen und Grummet...... 43„„ Stroh.. 328„—„ Roggenkleie, vom eigenen tr Mholhnt.. 9„=„ 1 Malzleime...... 159„„ Weizenſchafen..... 52„„ Rapatuchen....... 25 ⸗ Salz....... 7„„ Milch(abgerahmte)...2000 Liter. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Vrodnets beträgt in runder Summe annähernd.... Mk. 2400 Werden hiervon die aſüen der wfüd das Vfen verinendeten Aadduit abgezogen mit rund.....„ 430 ſo bleiben für Rindvieh, Eihbeine u. w. zu detreifte RI 1970 Der Werth der ziendn aucdne ſerrähnet üih in runder Summe annähernd auf...„ 1200 Es würden demnach für die Koſten der deranteien but noch durch den Stallmiſt zu decken ſein....... Mlk. 770 Die Stallmiſtproduction berechnet ſich auf annäerid 1150 Centner, ſo daß der Centner auf etwa 67 Pf. zu ſtehen kommt. Hierzu kommen noch die Koſten für Zinſen, Verpflegung u. ſ. w. des Viehſtandes. Für die Familie (einſchließlich des Taglöhners, eines Schmiedegeſellen und der Schnitter und Mäher im Sommer und Seai. 2 Mann durch etwa 6—7 Wochen). Roggen..... 36 Ctr.— Pfd. Weizen(als Mehl augeauft 3„„ Kartoffeln......30„—„ Fleiſch. 1230 Pfd. (hiervon 600 Pfd. ſelbſtprodurirtes Schweinefleiſch und 630 Pfd. zugekauftes Rindfleiſch) Butier....... 182„ Kaffee........... 85„ Zucker..25„ Salzz... 400„ Milch.......... ,500, Liler, Eier....... 1200 Stück, Branntwein..... 1 25 Liter, Käſe, Gemüſe, Latwerge 2c. Es berechnet ſich hiernach, wenn man annimmt, daß im Jahresdurchſchnitt täglich 8 erwachſene Perſonen zu ernähren ſind, der Verbrauch pro Kopf und Tag auf rund ungefähr: 670 Gramm Getreeide, 515„ Kartoffeln, 21o„ Fleiſch 30„ Bulter, 15„ Kaffee, 4„ Zuker, 70 Salz, 0,2 Liter Milch. Käſe, Eier, Gemüſe, Branntwein ec. Es ſind hierin ca. 95 Gramm verdauliches Eiweiß und 85 Gramm Fett ent⸗ halten, welche Nährſtoffmenge bei nicht übermäßiger Arbeit als eine reichliche bezeichnet werden muß. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich Mk. 1660, täglich Mk. 4,55, oder pro Tag und Kopf 57 Pfg. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee mit Brod und Butter, Schmierkäſe. Zweites Frühſtück: Brod mit Butter und Käſe, auch Wurſt oder Fleiſch; Branntwein. MittageſſenFaſt täglich Fleiſch, Suppe, Gemüſe, Mehlſpeiſen, Kartoffeln ꝛc. Vesperbrod: Kaffee, Brod mit Butter oder Latwerge. Abendbrod: Brod mit Butter und Käſe, Wurſt, Eierſpeiſen, Salat ꝛc. — 37— III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 7o Etr. Weizen à Mk. 11.......... Mk. 770,— 272„ Zuckerrüben à 80 Pf.......„ 217,60 121„ Naps à Mk. 13...........„ 162,50 12 Malter Aepfel à Mk. 9..........„ 108,— 3630 Liter Milch A. 13 ½ Pf...........„ 492,75 40 Ctr. Kartoffeln à Ml. 2.........„ 80,— Summe.. Mk. 1830,85 B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Staatsſtelernr....... Mk. 72,30 Gemeindeſteueri..........„ 143,— Tilgungsrente........„ 30,88 Mk. 246,18 Löhne: ein Taglöhner 52 Wochen à Mk. 4.... Mk. 208,— für Mäher und Schnitter.......„ 78,— Dreſcherlohn.......„ 95,— ——„ 381,— Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe...............„ 60,— Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe: V dem Wagner........ Ml. 65,— dem Sattler..... 1. 13.„ 30,— V für Hausrath und Handgeräthe..„ 30,— „ 125,— Inventar der engeren Familienwohnung..........„ 40,— Verſicherungsprämien: Wirkliche Ausgaben: 3 Brandkaſſe.. Mr. 11,19 V Mobiliarverſicherung.......„ 12,20 Hagelverſicherung........„ 24,— —— 47,39 Zukauf von Biebs...............„ 90,— Pferde⸗Remonte......„ 70,— Zukauf von Kraftfutter, künſtlichem Dünger 2c.: 15 Ctr. Malzkeime à Mk. 5...... Mk. 75,— V 52„ Weizenſchalen à Mk. 5.....„ 260,— zu übertragen.. Mk. 335,— Mk. 1059,57 — 38— Uebertrag.. Mk. 335,— Mk. 1059,57 7 ½¼ Ctr. Rapskuchen à Mk. 7„ 50,75 7„ Viehſalz à Ml 1,50.....„ 10,50 3„ Chiliſalpeter à Mk. 10,70...„ 32,10 2„ Superphosphat à Mk. 7..„ 14,— 8 Pfd. Rothkleeſamen à 70 Pf....„= 5,60 Alle 3 Jahr 25 Pfd. Luzerneſamen à Mk. 75 4 6,25 — ᷣ⸗Cò„ 454,20 Heizung und Beleuchtung: Holz und Kohlen...... M. 150,— Petroleum...—„ 15, „ 165,— Zukauf von Nahrungsmitteln: 3 Ctr. Weizenmehl à Mk. 20..... Mk. 60, 630 Pfd. Rindfleiſch à 60 Pf.......„ 378,— 85„ Kaffee A Mk. 1,20.....„ 102,— 25„ Zucker à. 35 Pf........„ 8,75 4 Ctr. Salz à Mk. 10......„ 40,— 125 Liter Branntwein à 40 Pf......„ 50,— —ñↄꝓↄ„ 688,75 Bekleidung.........h....„ 5500, Arzt und Apotheke.„ 40,— Thierarzt.„ 15,— Verſchiedenes...„ 7,48 Summa. Mk. 2880,— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen... Mk. 1830,85 Die Ausgaben beirugen„ 2880, Deficit.. Mk. 1049,15 Das vorſtehende Deficit wird durch den Verdienſt des Mannes als Schmied und der Frau als Specereihändlerin gedeckt. IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte). Erlös aus den verkauften Producten..... MNk. 1830,85 Werth der für die Familie aus der Wirthſchaft entnommenen Producte, Mk. 1660— Mk. 638,75(zugekaufte Nahrungs⸗ mittel)— Mk. 45(9 Ctr. Kleie vom eigenen Mahlgut) — Mk. 99(11 Ctr. Aagen, welchen der Kaumniad als Schärfkorn erhält). 2 877,25 Summa.. NMrk. 2708,10 — 39— B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 6213 à 4 pCt. Mk. 248,52 Verſicherungsprämie, ⁄ der bez. Aagobt„ 7,46 Amortiſation 0,75 pCt...„ 46,60 Inſtandhaltung,3 der bez. Ausgabe..„ 40,— Mk. 342,58 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 1885 à 4 pGt.... Mk. 75,40 Verſicherungsprämie à 2 pCt.....„ 37, 70 Zukauf von Ferkeln.......„ 90,— Pferde⸗Remonte........„ 70, „ 273,10 3. Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 715 à 4 pCt... Mk. 28,60 Verſicherungsprämie à 0,2 pCt..... 2 1,55 Erneuerung und Inſtandhaltung(hierzu M. 50 für den Schmied).....„ 1 75,— 205,15 I 1 4. Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren Ausgaben= 1450 M. Hiervon 6 pGt.„ 87,— 5. Hagelverſicherungsprämie, wirkliche Ausgabe.......„ 24,— 6. Feuerverſicherung der Producte....„ 6,— f 7. Steuern und Umlagen(excl. Tilwungsrenth.....„ 215,30 8. Kraftfutter, Düngemittel ꝛc.....„ 454,20 9. Heizung und Beleuchtung, 25 pCt. der bes Ansgabe..„ 141,25 10. Thierarzt..................„ 15,— 11. Arbeitslöhne: 3 1 Taglöhner... Mk. 420,— Für Mäher und Schnitter„ 110,— Dreſcherlohn...„ 140,— Lohn für die Familienmitglieder. Der Hausherr iſt Schmied, beſorgt daher für gewöhnlich nur die Aufſicht, die Frau betreibt ein Sheeeiteſhiſ. Da⸗ her nur.„ 500,— „ 1170,— Summa Mk. 2833,58 40— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 2708,10 Die Productionskoſten betrugen.„ 2833,58 Deficit Mk. 125,48 Die Rentabilitätsberechnung dieſes Gutes ergiebt, daß eine Grundrente nicht erzielt wird, ſie ſchließt im Gegentheil mit einem Deficit von M. 125. 48 Pf. ab. Zieht man dieſen Betrag von den Zinſen des Betriebscapitals ab, ſo würde dieſes ſich nicht zu 4 pCt. ſondern nur zu 2,8 pCt. verzinſen, wenn man nicht annehmen wollte, daß dieſes Deficit durch die der Familie geſtellte freie Wohnung zu decken ſei, was unter den gegebenen Verhältniſſen vielleicht nicht ganz ungerechtfertigt erſcheinen dürfte. ··— O;— Anlage III. Gemeinde Nieder⸗Eſchbach. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines kleineren Vauerngutes von 4,84 Hectar (hierzu ſind noch 1,13 Hectar Ackerland gepachtet). Der Beſitzer iſt verheirathet, 41 Jahre alt, Vater von 7 Kindern im Alter von 12 bis 2 Jahren. Es wird ein Taglöhner gehalten und beſorgen dieſe 3 er⸗ wachſenen Perſonen die Bewirthſchaftung des Gutes. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 4,21 Hectar Ackerland....... Mk. 13435 0,25„ Wieſe..„ 1042 0,39„ Vaumftücke......„ 640 1,13„ Pachtland T„ 3500 —(in 37 Parcellen). Obſtbäume cira 80 Stück.....„ 784 Mk. 19401 B. Gebäude. Ein Wohnhaus mit Stall, Scheuer und einem i echengebürd 8760 laut Brandcatgaſtern....„ zu übertragen.. Mk. 28161 — 42— Uebertrag. Mk. 28161 C. Viehſtand. 4 Kühe à Mk. 300....... Mlk. 1200 2 Ninder........„ 250 1 Stieer„ 50 4 Maſtſchweine...„ 90 7 Stück Geſlügel........„ 7 —„ 1597 D. Todtes Inventar. 1 Wagen............ Mk. 170 4 Pflüige.............„ 40 4 Fahrgeſchirie....„ 30 1 Getreidewindfege....„ 15 1 Jauchepumpe und ein Jauchefaß....„ 30 1 Waſſerpumpe..... 60 1 Walzge........„ 25 2 Eggen...........„ 20 Faß und Bandgeſchirre.„ 30 Handgeräthe incl. Säcke......„ 40 Hausrath incl. Kochgeſchirr.......„ 50 —„ 510 E. Vorrath an umlaufendem Betriebscapital ſ. Rentabilitätsberechnung......„ 1030 Werth des zefrumten Veſites.. M. 31298 Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 800. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung des Ackerfeldes iſt die in der Gemarkung übliche. Es wird, nicht ohne Ausnahme, die folgende Fruchtfolge eingehalten, wobei die Pacht⸗ grundſtücke, 1,13 Hectar, mit in die Rotation fallen: 1. Weizen, 2. Roggen,% Hafer und ½⅛ Gerſte, ⅛ Rothklee und Luzerne, Kartoffeln und ½ Runkelrüben und Raps. Der Naturalertrag der Früchte ſtellt ſich hiernach durchſchnittlich ungefähr wie folgt: Getteide 3[35 . Aunb a u eS2[2Fa 8 A2.2 S[R[2[2 5 Centner Mlt. Jek 67 Weizen....... 1,91 Hectar 77 144 47 Noggen. 0,64„ 23 70 PW. Hafer.... 0,95 34 70 K¹, Ka⁴‿ Gerſte..... 3, 2 2 0,32„ 9 18 gat 1v, e ess......(9„ 7 14 f Kartoffeln....... 6,670„ 168 Runkelrüben... e: 0,40„ 283 Rothklee und Lißerie... 0,70„———— 70 Wieſen..... 0,25„——— 1— I=[18 Obſt....... 75e ZIAIRf 25 Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich pro ½¼ Hectar wie folgt: bei Weizen auf 10 Ctr. Körner, 20 Ctr. Stroh „Roggen„ 9„„ 27„„ 4 II Hafer 2 9/ 2 17 2 2 f 1 Gerſte 11 7„ 2 14 7 1 2 Raps 2 8// 16 2/ „Kartoffeln„ 70„ Knollen „ Runkelrüben„ 180„ Rüben „ Rothklee und Luzerne„ 25„ Heu „ Wieſen„ 18„ Heu und Grummet. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahre pro Kuh 1960 Liter, im Ganzen alſo 2500 Liter. Rindvieh. Alle 3 Jahre eine Kuh und jedes Jahr 2 Kälber. Schweine. 4 Maſtſchweine mit durchſchnittlich 200 Pfd. Schlachtgewicht, wovon 1 verkauft wird. Geflügel. 500 Stück Eier. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Weizen 1,91 Hectar..... 7 Cir.— Pfd. Roggen 0,64„..... 2„ 50„ Hafer 0,95„..... 3„„ Gerſte 0,32„...... 1„ 90„ Kartoffeln 0,60„...... 17„„ Rothklee..—= CEtr. 15 Pfd. Luzerne alle 3 Jahre.....—„ 16„ Für den Viehſtand. Hafer.......... 26 Etr. Pfd. Gerſte 3„ 50„ Kartoſſeln..... 90„=„ Rüben..... 288„=„ Rothklee⸗ und Luzernehen..... 70„—„ Wieſenhen und Grummet...... 18„=„ Stroh.....296„=„ Kleie, vom eignen Mahlgut.. 5„ 50„ Weizenſchalen.......... 52„—„ Rapskuchen... 2„„ Milch(größtentheils abgerahmt). 1 200 Liter. Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Vadynets beträgt in runder Summe annähernd.... Mk. 1950 Der Werth der erzielten Producte Lerchet icj im unzer in runder Summe annähernd auf.....„ 1600 Es würden demnach für die Koſten der verwendeten Prrduc noch durch den Stallmiſt zu decken ſein... Mk. 350 Die Stallmiſtproduction berechnet ſich auf aunihernd 1100 Centner. Es würde in dieſer Wirthſchaft, abgeſehen von den Koſten für Zinſen, Verpflegung u. ſ. w., des Viehſtandes, der Centner Dünger auf nicht ganz 32 Pfg. zu ſtehen kommen. Für die Familie Brodgetreide(Roggen, etwas Gerſte)... 22 ½ Ctr. Brod(gebacken zugekauft)....... 2„ Weizen(als Mehl zngekaniiyn...... 2„ Kartoffeln.... 30„ Fleiſch.. 8500 Pfd. (Hiervon 600 Pfd. ſelbſtproducirtes Schweine⸗ fleiſch und 250 äid ngekanſtis Rindfleiſch.) Butter....... 80 7 Kaffee............ 74„ Zuncer.. 20 4 Saolaa 2 ½ Ctr. Mileh........ 1200 Siter Branntweitt............ 40„ Gier.............. 500 Stück Käſe, Gemüſe, Latwerge ꝛc. Es berechnet ſich hiernach, wenn man annimmt, daß im Jahresdurchſchnitt 5 erwachſene Perſonen zu ernähren ſind, der Verbrauch pro Kopf und Tag ungefähr wie folgt: 750 Gramm Getreide, 820„ Kartoffeln, 230„ Sleiſch, 23„ Butter, 20„ Kaffee, 6„ Zucker, 69„ Salz, 0,6 Liter Milch, Käſe, Eier, Gemüſe, Latwerge ꝛc. Es ſind hierin ca. 120 Gramm verdauliches Eiweiß und ca. 120 Gramm Fett enthalten. Es muß daher dieſe Ernährung als eine reichliche bezeichnet werden. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich Mk. 1180 oder täglich Mk. 3,23 oder pro Tag und Kopf 65 Pfg. Die Lebensweiſe der Familie iſt folgende: Erſtes Frühſtück: Kaffee mit Brod und Butter, Latwerge. Zweites Frühſtück: Brod mit Butter, Käſe, Schmierkäſe, Branntwein. Mittageſſen: Wöchentlich 5mal Fleiſch, ſonſt Eierſpeiſen oder Wurſt. Suppe, Gemüſe, Mehlſpeiſen, Kartoffeln, Salat ꝛc. Vesperbrod: Kaffee, Brod mit Butter, Latwerge. Abendbrod: Suppe, Kartoffeln, Brod mit Butter, Käſe, bisweilen Eier⸗ ſpeiſen, Wurſt. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 7†0 Ctr. Weizen à Mk. 11........... Mk. 770,— 2.„ Gerſte à Mk. 8,50..........„ 17,— 5„ Hafer à Mk. 7,50..........„ 37,50 5„ Naps à Mk. 13............„ 91,— 30„ Kartoffeln à Mk. 1,75......„ 52,50 20„ Stroh à Mk. 2...........„ 40,— 20 Malter Aepfel à Mk. 9o..........„ 180,— 5500 Liter Milch à 13 Pf............„ 715,— Alle 3 Jahre eine KCuh.............„ 100,— zu übertragen.. Mk. 2003,— — 46— Uebertrag.. Mk. 2003,— 2 Kälber Ml. 30............„ 60,— 1 Maſtſchwvein.............„ 100,— Miethe für ein Nebenhaus............„ 104,— Summa.. Ml. 226/,— B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Staatsſtenern........ Mk. 47,40 Gemeindeſteuern.........„ 80,— Tilgungsrente........„ 22,40 —õ Mk. 149,80 Pachtzins: Pacht für einen 1,13 Hectar großen Acker.....„ 111,— Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe...............„ 80,— Unterhaltung des todten Inventars:— Wirkliche Ausgaben: dem Wagner......... Ml. 30,— dem Schmied....„ 15,— dem Sattler.....„ 10,— für Hausrath und Handgeräthe...„ 40,— 95 Inventar der Familienwohnung...........„ 30,— Verſicherungs⸗Prämien: Wirkliche Ausgaben: für Gebäude........ Ml. 10,60 für Inventar........„ 13,— Hagelberſicherung........„ 15,— —qł‧„ 38,60 Zukauf von Sämereien: 15 Pfd. Rothkleeſamen à 60 Pf.... Mk. 9,— alle 3 Jahre 16 Pfd. Luzerneſamen à 75 Pf.„ 4,— 1 Zukauf von Vieh: 4 Ferkel................„ 64,— Zukauf von Kraftfutter: 52 Ctr. Weizenſchalen à Mk. 5... Mk. 260,— 2„ Napskuchen à Mk. 9....„ 18,— 2„ Viehſalz à Ml. 1,50..— 3,— 2 zu übertragSen. Mk. 862,40 ꝙ — 47— Uebertrag.. Mk. 862,40 Heizung und Beleuchtung: Hols............ Mll. 60, Kohlelt......„ 25,— Petrolenm...........„ 25,— —⁰„ 110,— Zukauf von Nahrungsmitteln: Brod, 2 Ctr..... Nk. 22, Weizenmehl, 2 Ctr. à Mt. o..„ 40,— Fleiſch, 250 Pfd. à 50 Pfg.....„ 125,— Kaffee, 74 Pfd. à Mk. 1,20.....„ 88, 80 Zucker, 20 Pfd à 35 Pfg......„ 7, Salz, 2 ½ Ctr. à Ml. 10....„ 25,— Branntwein, 40 Liter à 35 Pia..„ 14,— Bäckerlohn..... 9.„ 24,— —ñ„ 345,80 Löhne: 1 Taglöhner 52 Wochen Aà Mk. 3.......„ 156,— Bekleidung....„ 500,— Arzt und Apotheke.............„ 40,— Thiergrzt.................. l„ 5,— Verſchiedenes.............„ 10,80 Taſchengeld für den Hausherrn..„ 30,— Summa Mk. 2060,— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen..... Mk. 2267,— Die Ausgaben betrugen.....„ 2060,— Ueberſchuß Mk. 207,— IV. Rentabilitäts-Verechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft verwendeten Producte). Erlös aus verkauften Producten(ſ. oben)..... Mk. 2267,— Werth der für die Familie aus der Wirthſchaft entnomnenen Producte Mk. 1180— Mk. 345,80(zugekaufte Nahrungs⸗ mittel)— Mk. 27,50(Kleie vom eigenen Mahlgut)..„ 806,70 Summa.. Mk. 3067,70 4¹ — 18— B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 8760 à 4 pGt.... Mk. 350,40 Verſicherungsprämie.......„ 10,60 Amortiſation(0,75 pCt.)......„ 65,70 Inſtandhaltung.........„ 80,— Mk. 506,70 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 1600 à 4 pCt.... Mk. 64,— Verſicherungsprämie(2 pCt.)....„ 32,— Zukauf von 4 Ferkeln......„ 64,— er 3. Capital des todten Inventars: 2 Zinſen von Mk. 500 à 4 pCt..... Mk. 20,— Verſicherungsprämie(0,2 pCt.)....„ 1,— Erneuerung und Inſtandhaltung, wirkliche Ausgabe........„ 95,— „ 116,— 4. Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren Ausgaben= Mk. 1030. Hiervon 6 pCt.„ 61,80 5. Hagelverſicherungsprämie.„ 15,— 6. Feuerverſicherung der Producte...........„ 4,— 7. Steuern und Umlagen(excl. Tilgungsrente)......„ 127,40 8. Araſtfntter.................„ 281,— 9. Sämereien................„ 13,— 10. Heizung und Beleuchtung(25 pCt. der bez. Ausgabe)...„ 27,50 11. Thierarzt........„ 5,— 12. Arbeitslöhne: 1 Taglöhner......... Ml. 380,— Lohn für Mann und Frau.....„ 750,— „ 1130,— 13. Verſchiedenes................„ 12,60 Summa Mk. 2443,— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug........ Mk. 3067,70 Die Productionskoſten betragen.....„ 2449,— . Bleibt Reinertrag.. Mk. 618,70 Die Rentabilitätsberechnung ſchließt alſo hier mit einem Grundrentenertrag von Mk. 618,70 ab. Es iſt dies der Zinsertrag für ein Grundcapital von Mk. 19401, was einer Verzinſung des Grundcapitals zu 3,2 pCt. entſprechen würde, wenn die freie Wohnung der Familie als Arbeitsverdienſt zugerechnet würde. err orn Bericht über die landwirthſchaftlichen Verhältniſſe Gemeinde Kirch⸗Brombach, Ar. Erbachi. O., erſtattet von C. Rudolph zu Michelſtadt. Allgemeines. Kirch⸗Brombach, ein Pfarrdorf im mittleren Odenwald, ca. 350 Meter über dem Meere auf einem Plateau gelegen, iſt 10 Kilometer von der Kreisſtadt Erbach und ca. 4 Kilometer von der Eiſenbahnſtation Zell⸗Kirch⸗Brombach, der Strecke Frankfurt⸗Hanau⸗Eberbach der Heſſ. Ludwigs⸗Eiſenbahn entfernt. und 219 Haushaltungen, darunter 70 Iſraeliten, die ihre Handelsgeſchäfte im Orte, mehr aber noch nach auswärts treiben. Die chriſtliche Bevölkerung iſt faſt ganz evan⸗ geliſch; etwa 35 Katholiken. Die Einwohnerſchaft iſt eine ſtändige; in den letzten 10 Jahren wanderten 5 Familien und etwa 22 Unverheirathete aus. Bei Heirathen findet ſtets das Intereſſe der Erhaltung der beſtehenden Güter vorzugsweiſe Berück⸗ ſichtigung. Das landwirthſchaftlich benutzte Areal der Gemarkung umfaßt im Ganzen 345,9 Hectar in 2248 Parcellen, davon ſind 282,8 Hectar Ackerland und Grabgärten, 63,15 Hectar Wieſen und Grasgärten. Dieſes Land vertheilt ſich auf 227 einheimiſche Beſitzer und 95 Forenſen; von den Einheimiſchen haben 158 unter 1 Hectar Beſitz, 55 von 1 bis 5, 8 von 5 bis 10, 5 von 10 bis 20, 1 über 20 Hectar. Die Normalſteuercapitalien der Gemeinde betrugen 1874: an Einkommenſteuer 3705 fl., Gewerbeſteuer 1488 fl., Grundſteuer a. Grundſtücke 4446,6 fl., b. Gebäude 1398,5 fl., zuſammen 11038,1 fl. 1884/85: Einkommenſteuer 4115 fl., Gewerbe⸗ 1¹² —— — —2— ſteuer 1535 fl., Grundſteuer a. Grundſtücke 4434,4 fl., b. Gebäude 1519 fl., zuſammen 11603,4 fl. Die directen Steuern für die Gemarkung Kirch⸗Brombach betrugen für 1884/85 3924,84 Mk. Die Communalſteuern 1883/84 6561,79 Mk., 1884/85 6459,67 Mk.; ferner in den Jahren 1865 1676 fl., 1870 1978 fl., 1875 3365 Mk., 1880 6819 Mk. Die Gemarkung iſt beſetzt(1883) mit: 820 Aepfelbäumen, 880 Birnbäumen, 400 Pflaumen⸗ und Zwetſchenbäumen, 15 Kirſchbäumen, = 18 Wallnußbäumen. Der Wald umfaßt 116 Hectar; davon ſind 27 Hectar Gemeindewald, deſſen Werth 13714 Mk. beträgt mit 64,72 fl. Steuercapital. An Laubſtreu wurde daraus in den letzten 10 Jahren für 1900 Mk. verkauft, die nach Abzug der Koſten auf die Ortsbürger vertheilt wurden, was ca. 3 Mk. pro Mann beträgt. Es ſteht aber jetzt ca. 10 Jahre lang keine Laubſtreunutzung in Ausſicht. Das Holz wird verkauft und erträgt jährlich ca. 440 Mk., der Arbeitslohn für Holzmachen und Culturarbeiten 120 reſp. 160 Mk. Der Viehſtand in der Gemeinde iſt nach der letzten Aufnahme folgender: 3 Fohlen, 18 Pferde, 6 Kälber unter 6 Wochen, 64 Rinder, 8 Zuchtſtiere und Ochſen, 229 Stück Rindvieh, 149 Kühe, 2 Bullen, 10 Schafe, 90 Schweine, 46 Ziegen, 10 Bienenſtöcke. Frage lI. a. Welche Bodenverhältniſſe zeigt die Gemarkung, welchen Character hat das Klima und wie iſt hiernach im Allgemeinen die Fruchtbarkeit der Ländereien; iſt letztere ſehr günſtig, mittel oder gering? b. In welchem Verhältniß ſtehen die verſchiedenen Arten des Kulturlandes— Acker, Wieſen, Weiden, Rebland ꝛc.— zu einander und iſt dieſes Verhältniß im Allgemeinen als ein wirthſchaftlich günſtiges zu bezeichnen? — — 3— c. Welches ſind die hauptſächlichſten Producte der Landwirthſchaft, bezw. welche Productionsrichtungen machen ſich im landwirthſchaftlichen Betriebe der Gemeinde vorzugsweiſe geltend? d. Iſt der landwirthſchaftliche Betrieb im Allgemeinen ein rationeller zu nennen, oder haften ihm weſentliche Mängel an und welche? Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weitgehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang im Zuſammenhang? a. Die Gemarkung hat im Allgemeinen eine gegen Oſten ſanft abfallende Lage und iſt von Weſten nach Oſten von drei Mulden durchzogen, deren Tiefen mit Wieſen ausgeſtattet ſind. Im Norden und Nord⸗Oſten durch Nadelwald begrenzt, der jedoch wegen zu niedriger Lage nur geringen Schutz gewährt, ſonſt iſt das Terrain frei und offen und vorzüglich im Frühjahr den kalten Winden blosgeſtellt. In geognoſtiſcher Beziehung hat der Boden zur Grundlage zu etwa ¼ das Urgebirge(Granit) und zu ¾ Sandſteingebirge. Der Oberboden iſt etwa zu ⅛ Sand⸗ und Kiesboden; der größere Theil Lehmboden, deſſen eine Hälfte jedoch durch den undurchlaſſenden Unter⸗ grund an Näſſe und Kälte leidet, und auch eine nur wenig tiefe Ackerkrume beſitzt. Der Reſt iſt guter Lehmboden mit durchlaſſendem Untergrunde. Der Boden trägt Klee, aber keine Luzerne. Die Fruchtbarkeit iſt demnach im Allgemeinen nur als eine mittlere zu bezeichnen, doch durchläuft der Boden alle Abſtufungen vom guten Lehmboden bis zum nur wenig lehmhaltigen Sandboden. Es beſitzt die Gemarkung: Ackerland 1. Claſſe 16,59 Hectar, 2.„ 92,69„ 3.„ 134,75„ 4.„ 38/73„ Wieſen 1.„ 11,96„ 2.„ 9,32„ 3.„ 23,68„ 4.„ 18,18„ b. Nur Acker und Wieſe kommen als Culturland in Betracht, deren Verhältniß von 1:4 nicht beſonders günſtig iſt. Die Wieſen ſind mittlere bis gute Feldwieſen ohne namhafte Bewäſſerung, aber durch Compoſt und künſtlichen Wieſendung gut gedüngt und gepflegt, erſetzen ſie einigermaßen die geringe Anzahl; ebenſo die Feld⸗ grasſaaten. c. Die hauptſächlichſten Bodenproducte ſind Getreide und Heu; von erſterem namentlich Spelz und Korn, beſonders im Gemenge, dann Hafer und Weizen, die übrigen Producte Kartoffeln und Rüben, etwas Gerſte ꝛc. werden faſt nur zur Verwendung in der Wirthſchaft gebaut. Der Obſtbau, der neuerdings mehr Beachtung findet durch Anpflanzung junger Bäumchen, ergab im Jahre 1883 nach der ſeatiſtiſchen Aufnahme: 800 Ctr. Aepfel, — 4— 780 Ctr. Birnen, 100 Ctr. Zwetſchen, zuſammen im Werthe von ca. 5000 Mk., ein Ertrag, der wohl in guten Jahren bedeutend überſchritten wird. Das Obſt wird meiſt verkauft und Obſtmoſt und etwas Latwerge bereitet für die Haushaltung. Die thieriſche Production beſchränkt ſich auf Nachzucht und den Verkauf von jungen fetten Rindern und friſchmelkenden Kühen; die erzeugte Milch wird verbuttert und deren Rückſtände theils im Schweineſtall und Kuhſtall, theils in der Haushaltung durch Käſe verwerthet. d. Im Allgemeinen iſt der Betrieb kein ganz rationeller, trotzdem der Geſammt⸗ Eindruck der Wirthſchaften ein günſtiger zu nennen iſt. Flurzwang herrſcht nicht, aber die Parcellirung iſt ziemlich groß, pro Hectar 6,5 Parcellen, und die Entfernung oft ſehr weit. Auch der undurchlaſſende Untergrund und in Folge deſſen Näſſe iſt einer intenſiveren Cultur hinderlich. Es möchte wohl ein ſtärkerer Grasbau auf dieſem Theile der Gemarkung angezeigt erſcheinen. Der Getreidebau iſt etwas zu ſtark, worauf auch der zurückgegangene Ertrag der Fruchterndten hindeutet, indem bei jetziger geringerer reiner Brachhaltung die Düngung nicht entſprechend vermehrt worden iſt. Eine ſtärkere Nachhülfe durch künſtlichen Dünger, beſonders auf den beſſeren Feldern, wäre wohl im Stande, den Ertrag zu ſteigern und dadurch auch das leb⸗ hafte Bedürfniß nach Streu zu befriedigen. Die Haltung des Viehes iſt im Allge⸗ meinen eine gute, ebenſo die Qualität, meiſt Kreuzung mit Simmenthaler, wie auch die beiden Gemeindebullen in guter Haltung und Pflege ſind. Die Molkerei Langen⸗Brombach äußert ihren günſtigen Einfluß auf die Milch⸗ production, da den Lieferanten derſelben eine Fütterung von 2 Pfund Oelkuchen pro Kuh und Tag vorgeſchrieben iſt. Es kommen auf einen Hectar Acker und Wieſe im Durchſchnitt 0,45 Stück Rindvieh von ca. 1000 Pfund Lebendgewicht. Viehhandel nicht bedeutend bei Nach⸗ zucht. Auch die Schweinehaltung iſt nicht von Bedeutung, da ein ausgedehnter Kar⸗ toffelbau nicht am Platze iſt, doch iſt reines engliſches Blut und ziemlich viel Kreu⸗ zung in demſelben vertreten. Frage II. a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäſſigen Landbau treibenden Bevölkerung? b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung einge⸗ treten? c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗ — 5— theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B. das geltende bäuerliche Erbrecht, die üblichen Syſteme des ehelichen Güter⸗ rechts oder der Zuſammenkauf von Grundſtücken? 4. Iſt ein Theil der Gemarkung Allmendland und welchen Einfluß hat die Benutzung des letzteren auf die Lage der Bevölkerung? a. Die Gemarkung enthält 345,9 Hectar, die Zahl der Haushaltungen mit Landwirthſchaft 227; hiervon kommen nur in Betracht 103 Haushaltungen mit 304 Hectar Land; der Reſt ſind ſehr kleine Beſitzer und Forenſen. Es kommen demnach auf eine Haushaltung 2,94 Hectar, die zur Ernährung und Beſchäftigung einer Fa⸗ milie von 4 bis 5 Perſonen(Frage IX) nicht ausreichend ſind. b. Ein eigentlicher Großgrundbeſitz iſt nicht vorhanden; die Pfarrei beſitzt 15 Hectar; die Fürſtl. Löwenſtein'ſche und Gräfl. Erbach⸗Schönberg'ſche Herrſchaft gemeinheitlich 7 ½ Hectar, die Beide auf 6 bis 10 Jahre im Einzelnen verpachten; die übrige Vertheilung ergibt ſich aus der Beantwortung der Frage VIII. Weſentliche Veränderungen der Beſitzverhältniſſe haben in den letzten Jahren nicht ſtattgefunden. c. Die Beſitzverhältniſſe ſind im Allgemeinen günſtig zu nennen, wenn ſchon die durchſchnittlich auf eine Haushaltung fallenden 2,94 Hectar nicht ausreichend ſind zu deren Ernährung. Doch treiben die meiſten Beſitzer(82), ein Gewerbe(64) oder Taglohn(18) nebenbei. d. Die Gemeinde beſitzt nur 1 Hectar Wieſe, die jährlich in Heu⸗ und Ohmet⸗ genuß verſteigert wird und deſſen Ertrag in die Gemeindekaſſe fließt. Frage III. a. Welches ſind die durchſchnittlichen Preiſe für die einzelnen Boden⸗ qualitäten der verſchiedenen Culturländereien(Acker, Wieſe, Weide, Wein⸗ berg ꝛc.), erſcheinen dieſe Preiſe beſonders hoch oder beſonders niedrig und auf welche Urſachen ſind die bezüglichen Erſcheinungen zurückzu⸗ führen? b. Welche Aenderungen in den Preiſen haben ſich in den letzten 5 Jahren vollzogen? c. Pflegt ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften ſtattzufinden und liegt hierfür(ſ. a) ein berechtigtes Bedürfniß vor? a. In Acker und Wieſenland ſind alle 4 Qualitätsclaſſen in Kirch⸗Brombach vertreten, deren Preiſe in den Jahren 1881/85 pro Hectar ſich ſtellen: 1. Cl. 2. Cl. 3. Cl. 4. Cl. Durchſchnitt. Ackerland 4300 Mk. 2700 Mk. 1250 Mk. 640 Mk.= 2222 Mk. Wieſen 7000„ 4800„ 1800„ 1250„= 3737„ „ — 6— Dieſe zu hohen Preiſe haben ihren Grund in der ſtets regen Nachfrage von Seiten der zahlreichen kleineren Beſitzer und Gewerbetreibenden. Es wurden ſchon 11000 Mk. für Wieſen 1. Claſſe bezahlt und 4000 Mk. für Ackerland 2—3 Claſſe, hiergegen auch 711 Mk. für dieſelbe Qualität. b. Die Preiſe ſind in den letzten Jahren etwas gefallen. c. Ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften findet nicht ſtatt, wenn auch die Nach⸗ frage bei den vielen kleinen Gewerbetreibenden ſtets zum Ankauf und Pachten rege iſt. Frage IV. a. Nehmen die Pachtgüter einen erheblichen Umfang ein und ſtehen die Pachtpreiſe im richtigen Verhältniß zu dem Kaufpreiſe der Ländereien einerſeits und zur Ausnutzungsfähigkeit derſelben andererſeits, eventuell welche Urſachen wirken ſteigernd auf die Pachtpreiſe ein? b. Welche Beſtimmungen gelten insbeſondere in Betreff der Dauer der Pacht, der Bezahlung der Steuern ꝛc., der Verſicherungsprämien, ſowie in Betreff vorzunehmender Meliorationen und etwaiger Pachtnach⸗ läſſe bei elementaren Unglücksfällen bei fiskaliſchem, ſtandesherrlichem und privatem Grundbeſitz? c. Wirken die üblichen ſonſtigen Pachtbedingungen beſonders er⸗ ſchwerend für die Pächter oder nicht? a, b und c. Verpachtet werden nur in kleineren Parcellen 60 Morgen Kirchen⸗ güter und ca. 30 Morgen herrſchaftliche Aecker, gewöhnlich auf 6 bis 15 Jahre und werden dafür 5 pCt. und mehr der angeführten Kaufpreiſe als Pacht bezahlt. Be⸗ ſondere Pachtbedingungen ſind nicht vorhanden oder erwähnenswerth. Frage V. a. In welcher Weiſe pflegen die Landwirthe ihre Mobilien und Producte gegen Feuer, ihre Früchte gegen Hagel und ihren Viehſtand gegen Unfall zu verſichern? b. Hat die Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung Eingang in der Gemeinde gefunden, event. in welcher Weiſe und welchem Umfange? a. Der größere Theil der Landwirthe hat ſein Mobiliar und ſeine Producte bei einer Feuerverſicherungs⸗Geſellſchaft verſichert; Hagelverſicherung findet nicht ſtatt, ebenſo ſind die Pferde nicht verſichert. Für das Rindvieh beſteht eine Ortsverſiche⸗ rungskaſſe, die aber den Beitritt der größeren Viehbeſitzer leider entbehrt. Zu der⸗ ſelben gehören 66 Beſitzer mit 140 Stück Rindvieh im Werthe von 31904 Mk. Der Verſicherungswerth wird durch jährlich dreimal ſtattfindende Abſchätzung feſtgeſetzt. 7 1 Die Verwaltungskoſten ſind gering und betragen pro Jahr 95 Mk. Im Schadens⸗ falle werden ¾ des abgeſchätzten Werthes vergütet, ebenſo bezahlt die Caſſe den Arzt und Apotheker. Der Ausſchlag, der je nach den Verluſtfällen größer oder geringer iſt, betrug im letzten Jahre 1,50 Mk. auf 100 Mk. Verſicherungscapital. b. Lebens⸗, Alters⸗ und Rentenverſicherung vereinzelt. Frage VI. In welcher Weiſe befriedigen die Landwirthe in der Regel ihre Creditbedürfniſſe hinſichtlich des Real⸗ und des Perſonalcredits und welches ſind bei beiden Arten des Credites die gewöhnlichſten Darlehens⸗ bedingungen in Bezug auf Zeitdauer und Zinsfuß und werden dabei auch Amortiſationsfriſten(Güterziele) angewendet? Zur Befriedigung der Creditbedürfniſſe dienen die Breuberger Sparkaſſe in Höchſt i. Odenw. und die Darlehnskaſſe in Kirch⸗Brombach, mit der eine Pfennig⸗ ſparkaſſe verbunden iſt. Die Breuberger Kaſſe leiht ihr Geld gegen 5 pCt. und 4 ½ pCt. aus auf Hypotheken. Beträge bis zu 200 fl. leiht ſie gegen einfachen Schuldſchein und Bürgſchaft der Gemeinde auch gegen 5 pCt. aus, doch ſtets nur auf 1 Jahr und muß eventuell das Darlehen jährlich prolongirt werden. Außerdem beſteht in Kirch⸗Brombach eine Darlehnskaſſe für das Kirchſpiel; dieſe nimmt Geld und verzinſt ſelbiges mit 4 ½ pCt. bei Beträgen bis 1500 Mk., 4 pCt. bei Beträgen über 1500 Mk. Auf einfachen Schuldſchein gegen Bürgſchaft der Gemeinde leiht ſie Geld gegen 5 pCt. und ½ pCt. Proviſion auf 1 Jahr und kürzere Zeit; bei Entnahme auf 6 Jahre 2„Ct. Proviſion für dieſe Zeit. Gegen Hypotheken hat ſie wenig ausgeliehen. Ihr Capital beträgt 179062,72 Mk. Amor⸗ tiſationsfriſten beſtehen nicht. Bei wohlhabenden Einwohnern wird ſeit Beſtehen der Kirchſpielskaſſe wenig entnommen; auch ſind Geſchäfte wucheriſchen Charakters nicht bekannt. Frage VII. a. Wie ſtehen im Allgemeinen die Arbeits⸗ und Geſindelöhne in der Gemeinde, genügt die ortsanſäſſige Bevölkerung zur Beſtreitung der landwirthſchaftlichen Arbeiten oder ſind fremde Arbeiter nöthig und wo⸗ her kommen letztere? b. Iſt für die landwirthſchaftliche Bevölkerung Gelegenheit zum Nebenverdienſt vorhanden, event. haben dieſe Nebenverdienſte(Arbeiten im Wald, Hausinduſtrie, Fabrikbetriebe, Fuhrweſen ꝛc.) eine beſondere Bedeutung für den Wohlſtand der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung und der Gemeinde im Allgemeinen? — c. Gibt es Landwirthe in der Gemeinde, die mit Rückſicht auf den Umfang und die Rentabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes an ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen? a. Die Taglöhne berechnen ſich durchſchnittlich pro Tag für einen Mann 1 Mk. bis 1 Mk 20 Pf.. eine Frau 70 bis 80 Pf. unit Koſt, die Beköſtigung veranſchlagt man zu 60 bis 70 Pf. An Geſinde werden bezahlt für einen Knecht 120 bis 180 Mk., eine Magd 90„ 120„ nebſt ein Paar Schuhen und Zeug zu Hemden. Die Koft ſtellt ſich für einen Knecht auf ca. 250 Mk., für eine Magd 200 Mk. Die Ortsbevölkerung genügt vollſtändig zur Bewältigung der landwirthſchaft⸗ lichen Arbeiten. b. Der größere Theil der Bevölkerung, von den 103 Beſitzern über ½ Hectar (64), betreibt ein Gewerbe, wie Schuhmacherei mit Handel nach auswärts, Honig⸗ und Butterhandel und andere Gewerbe; auch durch Arbeiten im Steinbruch und Wald iſt Gelegenheit zu Nebenverdienſt geboten; doch ſind dieſe von keinem weſentlichen Einfluß auf die Wohlhabenheit der Bevölkerung. c. Es gibt einzelne Landwirthe, die, ihres mangelnden Einkommens aus ihrem landwirthſchaftlichen Betriebe ſich bewußt, ihren Rückgang vor Augen ſehen und doch ſich keinen Nebenverdienſt ſuchen und ihre freie Zeit nicht richtig auszunutzen verſtehen. Frage VIII. a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt? b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehnt zugenommen? c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und Güterziele im All⸗ gemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rückſtände bekannt? d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf die Ver⸗ ſchuldung z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗ ſyſteme, unwirthſchaftlicher Ankauf von Grundſtücken zu hohen Preiſen, — — 9— ungenügendes Betriebscapital, zu frühe Gründung eines eigenen Haus⸗ halts, Verſchwendung und nachläſſige Wirthſchaft, die Aufeinanderfolge ſchlechter Ernten u. ſ. w. a. Zur Ermittelung der Schuldverhältniſſe und ihrer Vertheilung wurden die Tabellen A, B, C, D angefertigt. Nach Tabelle A hat der Grundbeſitz der 103 Beſitzer von 0,50 und darüber Hectar Land einen Werth von 1299161 Mk., dem eine Verſchuldung von 112728 Mk., d. h. 8,67 pCt. des Immobilienwerthes, gegenüberſteht. Der Grundbeſitz der 77 verſchuldeten Haushaltungen hat einen Werth von 887184 Mk., mit einer Schulden⸗ maſſe von 112728 Mk., d. h. 12,70 pCt. des Liegenſchaftswerthes. Nicht verſchuldet ſind 26 Haushaltungen, deren Beſitz einen Werth von 411977 Mk. hat. Nach Tabelle B treiben nur Landwirthſchaft 21 Haushaltungen mit einem Liegenſchaftswerth von 674939 Mk. und einer Schuldenmaſſe von 16775 Mk., d. h. 2,60 pCt. des Liegenſchaftswerthes. Von dieſen 21 Perſonen ſind 14 verſchuldet, deren Beſitzwerth 398274 Mk. beträgt und der mit 4,21 pCt. Schulden belaſtet iſt. Nicht verſchuldet ſind 7 Perſonen mit einem Grundwerth von 246665 Mk. Tabelle C. Taglohn⸗Arbeiten neben Landwirthſchaft treiben 18 Perſonen, nur Beſitzer der erſten und zweiten Gruppe, deren Areal von 15,24 Hectar inel. Gebäude einen Werth von 60966 Mk. hat mit einer Schuldenlaſt von 9843 Mk., d. h. 16,14 pCt. des Immobilienwerthes. 15 Haushaltungen mit einem Liegenſchaftswerth von 50475 Mk. ſind mit 19,50 pCt. verſchuldet, während 3 Haushaltungen mit einem Werthe von 10491 Mk. Beſitz ſchuldenfrei ſind. Gewerbe, Tabelle D, neben Landwirthſchaft treiben 64 Haushaltungen, deren Liegenſchaften einen Werth von 594450 Mk. haben und mit 86955 Mk. oder 14,62 pCt. belaſtet ſind. Von ihnen ſind 48 Perſonen mit 340034 Mk. incl. Beſitzwerth mit 25,57 pCt. verſchuldet, während 16 ohne Schulden ſind, die einen Liegenſchafts⸗ werth von 254416 Mk. haben. Von den einzelnen Beſitzgruppen iſt die erſte(0,50 bis 1 Hectar) am ſtärkſten belaſtet mit 17,82 pCt. ihres Liegenſchaftswerthes; es folgt mit 16,31 pCt. Gruppe 4 (5 bis 10 Hectar), während die Höchſtbeſitzenden(Gruppe 5 und 6) mit 10 und mehr Hectar faſt ſchuldenfrei ſind. Auch bei den nach Tabelle B und D(Tabelle C kommt dabei nicht in Betracht, da nur die beiden oberſten Gruppen vertreten ſind) nach Beſchäftigung rubricirten Haushaltungen iſt die Verſchuldung für Gruppe 5 und 6 nur eine geringe und nicht von Bedeutung. Die Haushaltungen, welche außer Landwirthſchaft Taglohn treiben(Tabelle C) und nur in den beiden erſten Gruppen vertreten ſind, ſind am Höchſten verſchuldet in Gruppe 1 mit 18,72 pCt. des Liegenſchaftswerthes. Bei Landwirthſchaft und Gewerbe Treibenden iſt Gruppe 4 am ſtärkſten be⸗ laſtet mit 33,09 pCt. des Liegenſchaftswerthes, es folgt Gruppe 1 mit 20,60 pCt., während die fünfte und ſechſte Gruppe nicht vertreten ſind. — 19— Zieht man nur die Hypothekenſchulden in Vergleich mit den Liegen⸗ ſchaftswerthen, ſo ergibt ſich für alle 103 Haushaltungen eine Belaſtung des Liegen⸗ ſchaftswerthes mit 5,46 pCt. Schulden. 29 Haushaltungen ſind nur mit Hypotheken belaſtet, die 26,96 pCt. ihres immobilen Beſitzes betragen. In der 1. Gruppe be⸗ trägt dieſe Belaſtung 29,99 pCt. des Liegenſchaftswerthes, in der 2. Gruppe 15,77 pCt., in der 3. Gruppe 28,25 pCt., in der 4. Gruppe 27,43 pCt., Gruppe 5 und 6 ſind nicht mit Hypotheken belaſtet. Bei den nur Landwirthſchaft treibenden Haushaltungen iſt der Werth des Ge⸗ ſammtgrundbeſitzes von 644939 Mk. mit nur 6857 Mk. Hypothekenſchulden, d. i. 1,06 pCt., belaſtet; dieſe Schuld ruht nur auf 4 Haushaltungen und zwar auf 3 der 3. Gruppe und 1 der 4. Gruppe und beträgt 13,78 pCt. ihres Liegenſchafts⸗ werthes. Der Beſitzwerth der Haushaltungen, die neben Landwirthſchaft noch Tag⸗ lohnarbeiten treiben und nur in der 1. und 2. Gruppe vertreten ſind, iſt mit 10,45 pCt. an Hypotheken belaſtet; dieſelben vertheilen ſich auf acht Haushaltungen der 1. Gruppe, die dadurch mit 25,36 pCt. ihres Liegenſchaftswerthes belaſtet ſind. Für die neben Landwirthſchaft ein Gewerbe treibenden Perſonen betragen die Hypothekenſchulden 9,88 pCt. ihres Liegenſchaftswerthes von 594450 Mk.; in dieſe Schuld theilen ſich 18 Haushaltungen, deren Grundbeſitz mit 29,99 pCt. Hypotheken belaſtet ſind; und zwar ſind in der 1. Gruppe 7 Haushaltungen mit 34,88 pCt, in der 2. Gruppe 3 Haushaltungen mit 15,77 pCt., in der 3. Gruppe 5 Haushaltungen mit 34,09 pCt., in der 4. Gruppe 3 Haushaltungen mit 31,13 pCt. verſchuldet. Die Mobiliarverſchuldung bleibt weſentlich hinter der Hypothekenbelaſtung zurück und beträgt etwa 20 pECt. der letzteren. Sie iſt am höchſten in der 3. Gruppe nach allen 4 Tabellen. Von den in der allgemeinen Ueberſicht A enthaltenen Haushaltungen ſind 58 Be⸗ ſitzer mit 14399 Mk. verſchuldet. Nach Tabelle B haben von den nur Landwirthſchaft treibenden Haushaltungen nur 8 Perſonen 2318 Mk. Mobiliarſchulden. Unter den neben Landwirthſchaft Taglohn treibenden Haushaltungen der 1. und 2. Gruppe iſt deren Anzahl 14, und unter den auch Gewerbe Treibenden ſind 37 belaſtet mit 10250 Mk. mobilen Schulden, am höchſten von den nach Beſchäftigung aufgeführten Claſſen. b. Eine Zunahme der hypothekariſchen Belaſtung ſcheint wohl in den letzten 10 Jah⸗ ren ſtattgefunden zu haben, indem während der Jahre 1865— 1874 78 Eintragungen ſtattfanden, von 1875— 1884 deren 94, von denen allerdings wieder 30 gelöſcht ſind. c. Zinſen und Güterziele werden im Allgemeinen pünktlich bezahlt. d. Auf die Verſchuldung, die im Ganzen wohl zu keinen Befürchtungen Ver⸗ anlaſſung bietet, wirken gleichzeitig mehrere Urſachen ein, als: Ankauf zu hohem Preiſe bei mangelndem Betriebscapital, wozu dann mehrere Ende der 70er und An⸗ fang der 80er Jahre hintereinander folgende ſchlechte Erndten traten, dann ein ge⸗ ringer Verdienſt im Geſchäft der vielen kleinen Gewerbetreibenden. Auch nachläſſige Wirthſchaft iſt als Grund ermittelt. ———;—;———— 11 266,TIr 0†66 95 IFI606 9385 8 666,46 67 2* 826,89 66,II 8 666˙98 08˙0 8 :poInGplag 021 00L S22-IL 668I 085,2 618,O 8LIS e 18,0 8⁰,0 009, 88 009, 85 TS! 84 86,Ie I 0841 26,1 006,5 005, 008,¹ 690,56 9,I 5 1991 26,18 680,98 000,5 060/6 388,08 216,035 11,0. 8 68,81 6 †,IS 66†,c8 866,6 090,6 Irl,ls 8 †5,06 66,6 8 8f.Sl 66,81 Of6,†1 0r6,6 008, 006,† T9,611 9,88 21 19 †5 18˙05 1*†˙6 1949 0507⁰0 979 968˙96 09˙61 95 :ro—jnGplaog 29˙8 00t 831˙11I 6681 08†76 67800½ 191/6631 03˙†098 8901 18,0 8⁰,0 009,— 009,— T8 ,⁸ ½ 88,16 1 99,0 96,1 00ʃ 00⁵, 008,¹ 906,188 3 68 4 18,91 16,18 680,98 000,5 006,6 388,08 116,066 11,0 8 60,01 6 †,IS 66 †,8 866, 090,6 IFI,Is 200,8 8 8½98 08 36,1 66,8 Of6,† 0*6,6 008,½ 006/† 669,881 18,09 98 38˙11 18˙03 20*˙8 191˙9 050˙⁰0 9291 269/181 09/ i 3iransd vlot uoIn(p! 2 25 1 2 2 venen 606 u 921 59⁹(=JuS 1³(—— gun 12 G 1 V Bnsden kamaßenn ahath Bh üsſhten nahue ihihm dua Gpvquaao⸗ſpan aumu aag iaa 120 Siaat pvꝛc ppaogeſe eumobgw V aGoum n 05 05 01 01 „ 3 56 1—*9 aGoum n 05 05 1 01 6 „— 5 58 1 9 1Geul n 03 958 01 01 6 (3 5 1 k 490 1p52 190125 NSͤS -G OS S - S h S 299˙97 16ro„ ——— 1Gout n O 9 IFI˙603 935˙85 8 0 0I 6. 82 01 3 108,81 7 1 6 5 3 4 Or,LI 60,I 1 6— 1 3 819˙9 †'T 3 1= 0 V:pinſplaog 1pr26 15 † 001 91/91 819˙5 009 ⁄ 228˙9 †26,868 4001I VI 08,0 89/8 009,— 009, 85 TS2 82 88,1 1em n 06 9 08,1 61,81 006,6 00 † 008,1 48 290,631 9 5, 3 02 0I1 9. 88,† 62,88 19,0 009, 008,5 166, 881,681 08,98 4 01 6 g7'TI 89˙6† 8198 818 00 † 0097† 666˙9 ½ 9221 9(= 3 8 : ron(plaag d 09˙3 001 2491 819˙5 009 ⁄ 208˙9 686/††9 60 †91 18 18,0 8⁰ ½ 009,— 009, T8S2,82 8W, em 9 99,0 31,81 006,6 00 † 008,1— 903,188 31,88 ₰ 62— 01& 88/† 6 ,88 169,0 009, 008,5 146, 881,631 08,998 4 01—. 50/6 89˙6† 818˙8 818˙1 00†6 009 † 801,28 8I.I6 2— 3 23 —————— 0T8”II 60,1 1 6 5 —————— 849˙9 6 † 2 1— 60 apo⸗*& 29azen vde aaaina 2 2 E 2S 2 u21 go 19p⸗ 17 15215 520 ⸗n eg c(pl gun 10ple 10 v ag rumä eihdit mugy aain aunthühs anshucts ihedn in : uogjeg p gae g. 13 16701 96˙3 8 986,8 60,1 ¹ 606˙9 98˙1 6 : poinqplaod Ipp 09˙61— 00† 8718˙6 116˙1 0900 319˙9 1/00 63,31 91 69,8 86,1 081, 081, 009— 016,8 87,8 3 8016 20˙6 890˙6 18²0 096 319˙9 200˙I† 98˙6 81 :polnqplaoq qull uo.*να †L˙91— 001 97†8˙6 116˙1 099˙1 319˙9 996˙09 †6˙01 81 16,9 86,½ 08, 081, 009 960,61 34 8 8 6181 206 890˙6 18²1 096 319˙9 oIPSE 35 4 1I 21 av* SraSglvgl pära 1 2 2 25 25 u Ing u ee e ec gun a0p 16 b lhanahcnn dannzecnn hug ae authus anehue inihäm wduenge : ugrozog unegpgozobyd dun vp ge— 9.5 32 1 2 1 O 9-5 8— 1 Oo r I 2 =o wons 9 91¶☛ I183 91 01 6 FG8,8 5,9- 9 6 3 60,6 6 16 9 5 1 8106 19 F 1= 40 noincplrd n 206— 00 ʃ 26/˙988(006˙/0I(86 11(81˙80 80,˙0 5 66˙(6 8 60,88 76,†8 G18,08 00 ½,1 00f, 616,88 687,16 6,82 4 G 6 V 6r,S8 66,18 181,16 086˙9 0999 Ie, rs 96,6„ 7— 5 66,61 66,01 096,- 9⁄6 009,9 006 † 720,OII G6,16 1 5 2½ 66,81 688'7 011⁶ 096† 69†˙6 688,'899 79˙6 81 1— 40 3:rooInGplaog 59†1— 0f 46698(005,0l(056%1 08118 Oc6 60 5sl 9 . n„ 7, a.. l 9. 60,88 T6,†8 918,08 00*,1 008, 916,88 68 ,16 66,81 8 0 13,01 66,18 181,95 086/8 099,9 176,9- 001,995 00,69 83 6 3 8 ⁵ ⁸ 66,01 096,8- 0916 009,9 006,† 864,661 16,08 15 5 09,06 68,81 68871 011 093 † 69†˙6 9S,9) CLSI 2l 1 90 avo*◻☛ 2010.ε.ν4 uaoin. 25 1 2 5 1 u12101 26015 S9 rie ee iiie, u⸗jnqp. uoincp uinp aonpged gun aeps r unzu⸗ncat un e n ee ee inh ereeee ras eiſag : ungrazog ogaoatoh dun gee. avP? 19 2416 —- 05 -— G 0O ng 20 — 15— Frage IX. a. Wie geſtaltet ſich die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens bei großen, mittleren und kleineren(eigenen oder gepachteten) Gütern? v. Wenn die Rentabilität als eine unbefriedigende erſcheint, ſind die Gründe zurückzuführen hauptſächlich auf 1. die Fruchtbarkeits⸗Verhältniſſe der Gemarkung, 2. die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, 3. die im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens, 4. einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, 5. ein zu großes Gebäudecapital, 6 7 ungünſtige Arbeiterverhältniſſe, ungünſtige Abſatzverhältniſſe(ſchlechte Preiſe, unrationelle Einrichtungen für den Abſatz u. ſ. w.), 8. frühzeitiges Zurückziehen der Eltern und Belaſtung der Güter mit hohen Altentheilen und Leibrenten, 9. Beſondere unwirthſchaftliche Gewohnheiten der Landwirthe, z. B. zu ſtarke Pferdehaltung u. dgl., 10. hohe Steuern und Umlagen und ſonſtige dem Commiſſär bekannt gewordene Verhältniſſe? a. Zur Beantwortung dieſer Frage dienen die Anlagen I, II, III, in denen 3 die Bewirthſchaftung eines größeren, mittleren und kleineren Bauerngutes ſpecieller dargeſtellt iſt. Aus dieſen beſonderen Erhebungen ſei hier beſonders Einiges hervor⸗ gehoben. I. Beſitzſtand⸗Nachweis. Das Verhältniß der einzelnen Betriebscapitalien zum Grundcapital ſtellt ſich, wie folgt: Größeres Gut. Das Gebäudecapital beträgt...... 15 pCt. vom Grundeapital Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt 5,7„„„ Das umlaufende Betriebscapital beträgt.. 1,60„„„ 2¹² Mittleres Gut. Das Gebäudecapital beträgt...... 19,7 pCt. vom Grundcapital Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt 11,6„„„ Das umlaufende Betriebscapital beträgt.. 2,5„„„ Kleineres Gut. Das Gebäudecapital beilägt...... 45,7„„„ Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt 13 4„„ Das umlaufende Betriebscapital beträgt.. 2,6„„ z II. Natural⸗Rechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Natural⸗Ertrag und Natural⸗Bedarf nebſt Schlußfolgerungen. Vergleicht man den Durchſchnitts⸗Erndteertrag der Jahre 1879/83 der ſtatiſtiſchen Ermittelungen: Weizen Spelz Korn Gerſte K. Str. K. Str. K. Str. K. Str. Durchſchnitt der 3 Güter: 5,5 9,7 4,5 8,7 5,5 15,8 4,9 5,3 Statiſtik 1879/83: 3,3 6,4 3,5 6,2 3,1 6,6 3,4 2,6 Hafer Kartoffeln Runkeln Klee Wieſen K. Str. Durchſchnitt der 3 Güter: 5,3 8,6 48,8 87,4 33,75 24,5 Statiſtik 1879/83: 1,9 2,4 13,5 34,5 9 12,7 ſo ergibt ſich, beſonders bei den Hackfrüchten und den Futterpflanzen, eine bedeutende Abweichung; es ſind offenbar die ſtatiſtiſch ermittelten Erträge zu niedrig veranſchlagt, denn ſollten dieſe richtig ſein, ſo lohnt keine derartige landwirthſchaftliche Benutzung des Bodens mehr. Die Koſten eines Centuers Stallmiſt ſtellen ſich auf reſp. 32, 17,4, 13 Pf. pro Centner excl. der Zinſen und Wartungskoſten, die betragen 12, 14,6 und 25 Pf. pro Centner Stallmiſt, alſo durchſchnittlich koſtet der Centner 38 Pf., was als ein nicht allzuhoher Preis zu bezeichnen iſt. Die Natural⸗Verpflegung iſt eine ausreichende und theilweiſe gute und betragen deren Koſten pro Kopf der Familie(incl. Taglöhner) 65, 63, 43 Pf. III. Geldrechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Geld⸗ einnahmen und Geldausgaben. Die Geld⸗Rechnung ergibt für alle drei Beſitzer ein nicht unbedeutendes Deficit von reſp. 725, 173,95, 352,20 Mk., bei dem Letzteren incl. 120 Mk. Schuldzinſen. Letzterer iſt in offenbarem Rückgange begriffen und war ſchon zur Veräußerung von Grund und Boden gezwungen. Mit Hülfe ſeines heranwachſenden älteren Sohnes hofft er auf eine beſſere Geſtaltung ſeiner Verhältniſſe. Der größere Beſitzer deckt dieſes Deficit durch den Ertrag aus ſeinem Wald und Zinſen aus Capitalbeſitz; während der Eigenthümer des mittleren Gutes einen Nebenverdienſt durch ſeine Pferde erwirkt, etwas Wald und Capital beſitzt. -— — 17 Nach den vorliegenden Ergebniſſen haben nur wenige Beſitzer einen bedeutenden Betrag an Natural⸗Erzeugniſſen zu verkaufen, doch iſt dabei auch der geringe Ver⸗ kaufswerth des Getreides von Einfluß, der bei der beſſeren Verwerthung des Viehes und ſeiner Producte wohl manchen Beſitzer veranlaßt, ſtatt der theilweiſe theuer einzu⸗ kaufenden Futtermittel ſeine eigenen billigen Körnerfrüchte durch das Vieh zu ver⸗ werthen, wie der Beſitzer des mittleren Gutes auch thut. Es läßt ſich aus den Geld⸗Rechnungen in Verbindung mit der Natural⸗Rechnung entnehmen, daß ein mittleres Gut von 8—9 Hektar wohl eine Familie in Kirch⸗ Brombach vollſtändig zu beſchäftigen und wohl auch ohne Nebenverdienſt zu ernähren im Stande wäre. Wenn letzteres bei dem hier angezogenen mittleren Gute nicht ganz der Fall iſt, ſo liegt der Grund in der größtentheils weit entfernten Lage der einzelnen Parcellen von der Hofraithe, welcher Umſtand den Beſitzer veranlaßt, ſich der für die Größe ſeines Gutes zu theueren und nicht genug in der Wirthſchaft auszunutzenden Pferdearbeit zu bedienen. Durch einige Nebenfuhren für fremde Rechnung ſucht er dieſem Mangel abzuhelfen. IV. Rentabilitäts⸗Berechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über den Rohertrag(excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte), die Productionskoſten und den Reinertrag. Die Rechnungen ergeben: bei dem größeren Gute einen Verluſt, „„ niittleren keine Grundrente, „„ kleineren eine Grundrente von 1,46 pCt. Dieſes ungünſtige Reſultat, von einem Unternehmergewinn gar nicht zu reden, dürfte ſeine Urſache im Weſentlichen in Folgendem haben: 1. den Fruchtbarkeitsverhältniſſen der Gemarkung, 2. dem im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit zu hohen Preiſe des Bodens, 3. dem theilweiſe mangelhaften Betrieb, 4. den ſchlechten Preiſen und Ernten der letzten Jahre, 5. den hohen Steuern und Umlagen. Wie viel die Fruchtbarkeit der Ländereien zu wünſchen übrig läßt, ergibt ſich aus den Ausführungen zu Frage I und IX, denn ein Durchſchnittsertrag der ange⸗ bauten Körnerfrüchte von 5,1 Centner Korn und 9,6 Centner Stroh deckt kaum die heutigen Koſten einer nur mäßig intenſiven Wirthſchaftsweiſe, beſonders bei ſo niedrigen Preiſen der Körnerfrüchte, wie ſie in den letzten Jahren beſtehen. Aber kaum die Hälfte des Ackerlandes der Gemarkung erreicht dieſen Ertrag und iſt deren Fruchtbarkeit unter Mittel. Dazu kommen die hohen Pachtpreiſe, die bei den zahlreichen kleineren Liebhabern in den letzten Jahren nur langſam nachgaben. Pachtpreiſe von 5 pCt. des dermaligen Grundſtückwerthes, während die Ren⸗ tabilität nicht 3 pCt. desſelben erreicht, zeigen anormale Verhältniſſe und ſind nur 18— aus dem Arbeitsbedürfniß der kleineren Gewerbetreibenden und Taglöhner in Zeiten mangelnden Verdienſtes zu erklären, während in Zeiten flotten Geſchäftsganges das erworbene überſchüſſige Capital wieder in Grund und Boden angelegt wird, ſo daß die Bodenpreiſe in Kirch⸗Brombach wohl ſtets einen hohen Stand behaupten werden. Dann die ſchlechten Erndten der letzten Jahre bei niedrigen Preiſen machen beſonders die geringen Bodenqualitäten völlig unrentabel. Die Laſten bleiben dabei gleich hoch oder ſteigen, beſonders die Gemeindelaſten, die in Kirch⸗Brombach mehr wie das Dop⸗ pelte der Staatsſteuern für Grund und Boden erreichen. Es betrugen beiſpielsweiſe 1884/85 bei dem größeren Gute Grund⸗ und Gebäudeſteuer nebſt Gemeindeumlagen hier auch über 8 pCt. des Rohertrages und 13,7 pCt. der baaren Einnahmen aus dem Gute; bei dem mittleren Gute 4,8 pCt. des Rohertrags und 10,8 pCt. der Ein⸗ nahmen; bei dem kleineren 6,8 pCt. reſp. 11,4 pCt. Dazu die Tilgungsrente von 142,14, 39,52, 14,40 Mk., die erſt mit dem Jahre 1897 aufhört. Frage X. Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landw. Bevölkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maßnahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen? Es dürfte ſich vor Allem auf den beſſeren Bodenqualitäten eine kräftigere und ſtärkere Düngung durch künſtlichen Dünger empfehlen zur Hebung der gegen früher zurückgegangenen Erträge an Korn und Stroh. Auch wäre für einen Theil der un⸗ durchlaſſenden naßkalten Felder eine Verbeſſerung durch Drainage und tiefere Be⸗ arbeitung zu erſtreben; ſtärkerer Feldgrasbau ſodann bei dem geringen Wieſenbeſitz würde eine Vermehrung des Viehſtandes und folglich auch des Düngers herbeiführen. Es erfordern dieſe Maßnahmen natürlich einen größeren Aufwand an Meliorations⸗ und Betriebscapital, für das ein billiger Credit mit leichten, aber feſten Amortiſations⸗ friſten durch eine Landescreditkaſſe wünſchenswerth iſt. Doch ſo förderſam ein leichter Credit für den rechnenden Landwirth iſt, ſo ſchädlich kann er auch in ungeübten bäuerlichen Händen wirken, befördert wohl auch eine leichtſinnige Speculation und veranlaßt zu unüberlegten Ankäufen und Ein⸗ richtungen. Es thut deshalb Aufklärung Noth und ſteter Hinweis in landwirthſchaft⸗ lichen Verſammlungen ſowohl wie im landwirthſchaftlichen Unterrichte auf die Noth⸗ wendigkeit der Buchführung und des Rechnens für den Bauernſtand. Frägt der Landwirth erſt einmal, wie hoch ſteht mein Taglohn bei dieſer und jener Arbeit, und ſtellt er Rentabilitätsberechnungen an, ſo wird er wohl öfter und beſſer ſeine Arbeit im Dienſte eines Anderen zu verwerthen ſuchen, als durch hohen Ankauf von Grund⸗ ſtücken, die von vornherein eine Rentabilität ausſchließen und ihm nicht den ortsüblichen Taglohn einbringen. —e— — 19— Bei der heute ſtattgehabten Schlußberathung, der außer den Unterzeichneten der Gr. Kreisrath Joſt von Erbach, das Kreisausſchußmitglied Olt von Höchſt, der Gr. Bürgermeiſter und der Gemeindeeinnehmer von hier beiwohnten, wurde den Bemer⸗ kungen zu Frage X Nichts weſentliches beigefügt. Kirch⸗Brombach, den 3. October 1885. Jaup, Geheimerath. Weidenhammer, Gr. Landesöconomierath. C. Rudolph. — 20— Anlage I. Gemeinde Kirch⸗Brombach. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines größeren Bauerngutes von 18,65 Yectar. Der Beſitzer iſt Wittwer und ohne Kinder, 67 Jahre alt, aber noch ſehr rüſtig, doch arbeitet er ſelbſt nicht mit, ſondern begnügt ſich mit der Aufſicht. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 15,93 Hectar Ackerland! mittlerer Kaufwerth: Steuercapital incl. Gebäude: 2,72„ Wieſen 78418 Mk. 308,2 fl. (in 45 Parcellen.) Obſtbäume: 114 größere Aepfelbäume à Mk. 15=. Mk. 1710 124„ Virnbäume à Mk. 10=-=„ 1240 17 junge Aepfelbäume à Mk. 5=..„ 85 271 Zwetſchenbäume à Mk. 2=..„ 542 6 Nußbänmme.„— 9 22 Summe.. Mk. 3577 Wiederholung: Grund und Boden........ Mh. 78418 Oöſtheume........„ 35/7 Mk. 81995 zu übertragen.. Mk. 81995 .— — — 21— Uebertrag.. Mk. 81995 B. Gebäude. Eine Hofraithe, beſtehend aus Wohnhaus, 2 Scheunen und 2 Ställen, 1 Knechthaus, laut Brandcataſter.....„ 12380 C. Viehſtand. 2 Pferde(12 und 14läbrig Ml. 700 6 Kühe(Schwyzer Benn).„ 1700 5 Rinder........„ 880 2 junge Stiere...........„ 130 2 Kälber.............„ 60 2 Maſtſchweine..„ 140 1 Mutterſchwein und 4 Ferkel....„ 90 1 engliſches Maſtſchwwein........„ 110 2 desgi. Läufer...........„ 60 11 Hühner und 1 Hahn.........„ 10 —„ 3880 D. Todtes Inventar. 2 größere Wagen........... Mk. 120 1 kleinerer„...........„ 40 1 Stuhlwägelchenn....„ 40 2 Pflüge und 2 Eggen.......„ 65 2 Pferdegeſchirre...........„ 50 1 Häckſelmaſchine..........„ 50 1 Obſtkelter...........„ 140 1 Getreide⸗Windmühle.........„ 20 Faß⸗ und Bandgeſchirr......„ 80 Handgeräthe und Säcke.......„ 125 Hausrath incl. Kochgeſchirr.......„ 150 ——„ 850 E. Vorrath an umlaufendem Betricharahftal ſiehe Rentabilitätsberechnung.....„ 2800 Werth des geſammten Beſtts. Mk. 101905 Inventar der engeren Familienwohnung(incl. Betten, Wäſche ꝛc.) Mk. 2500. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Art der Bewirthſchaftung iſt die verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft, doch iſt bei dem geringen Wieſenbeſitz ein Theil des Ackerfeldes dem Grasbau gewidmet. — 22— Durchſchnittlich ſtellt ſich der Anbau der Früchte ungefähr folgendermaßen: Getreide 5 12 5 3 2S 2 Anbannu 23 5 22 Centner. Korn...... 2,75 Heciur 70 150 Weizen.......2,75„ 57,20 132 Hafer... 2,28„ 57,60 60 Gerſte....2 1.6 0,18.„ 3,20 4 fa]37 Kohlreps.. 0,20„ 3,15— PLo Kartoffeln GKnolle). 0,80„—— 160 Runkeln. 30 O.1O.„—— Q— 300 Qlec.... 1,60„- I8o Feldwieſen....„ 2., 2,6(.„—— 2240 Grasgarten.. 0,62„- A. Wieſen.. 2,10227 330 Brache... 2,00„ F Aepfel 65 Ctr. 1S S A N Obſt Birnen 75„ 3 1, InInn 140 Der Durchſchnittsertrag pro ½¼ Hectar berechnet ſich annähernd wie folgt: bei Korn auf 6,36 Ctr. Körner, 14,00 Ctr. Stroh, „ Weizen„ 5,20„„ 12,00„. 1 Hafer 72 6,31 1 1 6,57 1 11 1 Gerſte 1 4,45 2 1 5/55 1 1 „Kohlreps„ 3,93„ 3 „Kartoffeln„ 50,00„ Knollen, „Runkeln„ 107,00„ Rüben, „Klee„ 28,00„ Heuwerth, „ Feldwieſen„ 21,91„ 4 „ Natürl. Wieſen 30,00„„ 8 Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich pro Jahr und Kuh 1650 Liter, macht pro Haupt und Tag 4,6 Liter, im Ganzen 9900 Liter.—— Rindvieh. Jährlich eine friſchmelkende Kuh, und 2 fette Rinder reſp. Stiere, ebenſo 2 Kälber zum Verkauf, 3 Kälber zur Nachzucht. Schweine. 5 Stück Maſtſchweine und durchſchnittlich 14 Ferkel jährlich, theils zur Zucht, theils zum Verkauf. Geflügel. ca. 600 Eier. — B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut: Korn 2,75 Hectar Weizen 2,75„ Hafer 2,28 7, Kohlreps 0,20„ Gerſte 0,18„ Kartoffeln 0,80„ Runkeln 0,70„ Klee 1,60„ Für den Viehſtand: Hafer, den Pferden Gerſte, den Hühnern. Kartoffeln, den Sühneinen— Runkeln Klee Stroh, zu Futter und Streu Wieſenheu und Ohmet, den Pferden dem Rindvieh. Waldſtreu Kornkleie von eigener Frucht Weizenkleie... Korn, geſchrotet Milch den Schweinen und Kälbern, füße 1450 Liter . 5760 100 Pfd. „„ ſauere Salz Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt ca. Mk. werden hiervon die Koſten der für die Pferde verwendeten Producte ab⸗ gezogen mit— ſo bleiben für Rindvieh, Schweinr. Dazu Zukauf von 40 Ctr. Weizenkleie „„„ 500 Stück Rapskuchen. 5„„ 100„ Leinkuchen. Demnach koſtet der Stallmiſt. 23 150 Ctr. 420 Institut fur ſondwirtsc efriebslehr re lstus Liobig- 4 72 II 50 5 60 20 65 im Ganzen. Der Werth der aus dem Viehſtand erzielten Producte berechnet ſich auf„ . 90 Pfd. 2 .Mk. Mk. nilersit&f Glessen haftliche 0T — 24— Der von Rindvieh und Schweinen producirte Stallmiſt iſt auf ca. 1800 Ctr. zu ſchätzen, ſo daß der Centner 32 Pf. koſtet, excl. der Koſten für Pflege und Ver⸗ zinſung des Viehſtandes, die pro Centner Stallmiſt mindeſtens 12 Pf. betragen. Für die Familie: (beſtehend aus dem Beſitzer, 2 Mägden, 2 Knechten, 1 Taglöhner und im Sommer 5 weiteren Arbeitern während 60 Tagen). Roggen. 3 9 34 Ctr. Weizen 20„ Kartoſffelnunͤ 45„ Fleiſch........... 900 Pfd. (davon 200 Pfd. Rindfleiſch und 400 Pfd. ſelbſt⸗ producirtes Schweinefleiſch) Butter.... 75„ Schmalz...... 30„ Kaffee und Cichorien(10 Pfd.)...... 85„ Zucker.. 5, Salz........ 100 Milch.......... 2000 Liter Obſtmoſt......... 80„ Bier.... 50„ Gier........... 1g00 Stück Käſe. 150 Pfd. Es berechnet ſich hiernach der Verbrauch für den Beſitzer und 5 Perſonen ſtän⸗ diges Geſinde pro Tag und Kopf auf: 1070 Gramm Getreide, 893„ Kartoffeln, 119„ Fleiſch, 20„ Butter und Schmalz, 0,79 Liter Milch. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt annähernd jährlich Mk. 1600, täglich Mk. 4,45, pro Kopf und Tag 65 Pf. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 24 Cir. Roggen à Mt. ,25....... Wr l98,— 26,20„ Weizen à Mk. 10,50-„ 275,10 8,10„ Rapa à Mf. 14=.........„ 4340 47„ Kartoffeln a Ml. 2,50-.......„ 117,50 156 Pfd. Butter à Mk. 1=„ 156,— . zu übertragen.. Mk. 790,— Uebertrag Vieh: Jährlich eine friſche Kuh 2 fette Rinder à Mk. 160=. 2 Kälber à Mk. 30=. 3 2 Maſtſchweine à Mk. 60=. 7 Ferkel à Mk. 7= 56 Ctr. Aepfel à Mk. 3,50= 60„ Birnen à Mk. 3= Summa B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Grund⸗ und Gebäudeſteuer....... Mk. 92,46 Gemeindeumlagen..........„ 191,08 Staats⸗Einkommenſteuer........„ 48,90 Gemeinde⸗Einkommenſteuer.......„ 46,50 Tilgungsrente...........„ 142,14 Hundeſtener...........„ 5,— Löhne: 2 Knechte à 100 f............ Ml. 340,— 2 Mägde.......„ 230,— 1 Taglöhner 450 Tage, d. h. 300 Tage à Mk. 1 und 150 Tage à Mk. 0,86.....„ 429,— Die Taglöhner erhalten außerdem volle Koſt; der das ganze Jahr beſchäftigte Taglöhner arbeitet circa 150 Tage im Wald und iſt deshalb hier nur mit ſeinem halben Jahreslohne aufgeführt. Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Ausgabe. Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgaben: dem Wagner.......... Mk. 20,— dem Schmied.........„ 35,— dem Sattlel..........„ 11,— für Hausrath und Handgeräthe....„ 15,— Inventar der engeren Familienwohnung.... zu übertragen Mk. 2 822 2 2 2 2 2 Mk. I 2 790, 340,— 320,— 60,— 120,— 49,— 196,— 180,— Mk. 2055,— 529,16 81,— 15,— Mr. 1674,16 Uebertrag.. Mk. 1674,16 Verſicherungs⸗Prämien: für Gebäude......... MNk. 12,— für Inventar und Producte......„ 23,10 —;M-„ 35,10 Zukauf von Kraftfutter: 40 Ctr. Weizenkleie à Mk. 7...... Mk. 250,— 450 Stüc Rayskuchen........„ 67,50 100„ Leinkuchen.......„ 20,—— 150 Etr. Stteu....„ 50, —„ 417,50, Zukauf von Düngemitteln: 6 Ctr. Knochenmehl und 4 Ctr. Wieſendünger.....„ 101,— Heizung und Beleuchtung: Holz und Sicht..........„ 1180,— Zukauf von Nahrungsmitteln: 200 Pfd. Rindfleiſch à 60 Pf....... Mk. 120,— 85„ Kaffee und Cichorie........„ 104,— 5„ Zuckeel.„ 2,10 250„ Salz...........„ 25,— 50 Liter Bier....... B..„ 10,— 200 Stück Eier à ef„ 10,— Diverſes... 1.....„ 5,— -yy„ 276,10 Bekleidug„ 50,— Arzt und Apothelee„, 10,— Tbierarzt......„ 10,— Verſchiedenes..............„ 26,14 Summa Mk. 2780,— C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen Mk. 2055,— Die Ausgaben betrugen...„ 2780,— Deficit Mk. 725,= Dieſes ungünſtige Reſultat hat ſeinen Grund wohl darin, daß der Beſitzer ſelbſt nicht arbeitet, auch keine ſonſtigen mitarbeitende Angehörigen hat, ſondern nur mit fremden bezahlten Arbeitskräften wirthſchaftet. Das Deficit wird gedeckt durch den Ertrag aus dem Wald und Zinſen aus vorhandenem Capital. — 25 IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte.) Mk. 2055,— 12. Erlös aus verkauften Producten.... Werth der für die zumhit aus der iugſchafte entnommenen Producte Summa B. Productionskoſten. . Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 12380 à 4 pCt... Mk. 495,20 Verſicherungsprämie.........„ 12,— Abunbung(34 PDCt.).......„ 92,85 Inſtandhaltung.......„ 50,— .Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 3880 à 4 pCt.... Mk. 155,20 Verſicherungsprämie(2 ½ pCt.)....„ 97,— Abnutzung der Pferde und Riſico(15 pCt.)„ 185,— .Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 850 à 4 pgCt. Mk. 34,— Verſicherungsprämie(ſ. unten)....„—,— Erneuerung und Inſtandhaltung...„ 81,— . Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren Ausgaben= Mk. 1400. Hiervon 6„Ct. Hagelverſicherung,%¾ pCt. vom Werth der Getreideernte= Mk. 1600. 3.. Feuerverſicherung der Producte und des Inventars . Steuern und Umlagen(excl. Tilgungsrente und Va ſrale .Kraftfutter und Stren.. .Heizung und Beleuchtung(25 pCt. der zeſanmten Awsuaue 75 pCt. der Familie). Thierarzt.. .Arbeitslöhne: 450 Taglöhnertage incl. Koſt à Mk. 1,65 reſp Ml. 1,51....... Ml. 721, 2 Knechte incl. Koſt.......„ 808,— 2 Mägde..........„ 698,— Verſchiedenes. Summa 2 Mr. 3379,90 Mk. II I 2 1324,90 650,05 437,20 2227,— 19,63 Mk. 4243,62 — 28— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 3379,90 Die Productionskoſten betrag3en.„ 4243,62 Deficit Mk. 863,72 Zieht man den Werth der freien Wohnung als Leiſtung der Wirthſchaft mit... Nk. 155,72 in Rechnung, berückſichtigt daß eine halbe Magd mit.„ 175,— der Familie zur Laſt und der Wirthſchaft gut zu hringen iſt, dazu für ca. 25 Morgen Wald Steuer...„ 10,— — Mlk. 340,72 ſo ermäßigt ſich der Verluſt auf Mk. 523, welcher Verluſt aus den Betriebscapitalien gedeckt werden muß. ··————= — ,— Anlage II. Gemeinde Kirch⸗Brombach. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines mittleren Bauerngutes von 8,51 Hectar. Der Beſitzer iſt verheirathet, hat ein Kind von 2 Jahren; außerdem hat er ſeine Mutter und eine Schweſter bei ſich, die mit in der Wirthſchaft thätig ſind, dem⸗ nach arbeiten 1 Mann und 3 Frauen. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundcapital). 6,16 Hectar Ackerland] mittlerer Kaufwerth: Steuercapital incl. Gebäude: 2,35„ Wieſe 20631 Mk. 106,4 fl. (in 45 Parcellen). Obſtbäume: 18 tragende Aepfelbäume à Mk. 20... Mk. 360 16„ Birnbäume à Ml. 15.„ 240 3 Nußbäume à Mk. 5.......„ 15 5 junge Aepfelbäume à Mk. 4....„ 20 20 Zwetſchenbäume à Mk. 2.....„ 40 Summe Mk. 675 Wiederholung. Grund und Boden........ Mk. 20631 Obſtbäume..........„ 675 —ͦꝓ⸗ Mk. 21306 zu übertragen.. Mk. 21306 — 30— Uebertrag. Mk. 21306 B. Gebäude. Eine Hofraithe, beſtehend aus Wohnhaus, Eüul nn Eilener und Schoppen, laut Brandkataſter.....„ 4200 C. Viehſtand. 2 Pferde(12 und 14ährig)..... Mlk. 600 1Fohlen( jährig)........„ 150 3 Kühe...........„ 700 2 Rinder...........„1165 4 Kalb...„ 25 1 Zuchtſchwein mit 8 Jungen„ 110 3 Läuferſchwweine.........„ 90 13 Stück Geflügel......„ 10 ——„ 1860 D. Todtes Inventar. 2 größere Wagen.......... Mk. 120 1 Stuhlwägelchen.........„ 40 3 Pflüge und 2 Eggen........„10180 2 Pferdegeſchirte..........„ 60 1 Häckſelmaſchine...........„ 45 1 Windmühle............„ 20 1 KGelter für Obſt.......„ 15 1 Schnitzbank...... S.. 5 Fäſſer, Handgeräthe, Säcke„IIr G.MD4. 151it„ 100 Hausrath incl. Kochgeſchirr.......„ 120 5 E. Vorrath an umlaufendem Betriebskapital ſiehe Rentabilitätsberechnung.......„ 538 Werth des einnken Beſibes 2. Mk. 28509 Inventar der engeren Familienwohnung(laut Feuerverſiche⸗ rungspolice) Mk. 2031. II. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Art der Bewirthſchaftung iſt die im Allgemeinen in der Gemarkung übliche verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft; es ſind angebaut: a Ne2 — 31— Getreide 2 2 2— 5 3 235 35* Anbannu 2 5* 2 28 G ð 6 S 8⸗ Centner. 42 Korn..... 0,87 Hect. 17,50 52,50 37,⸗ o 3 Hafer.... 1,30 ⸗ 22,50 26 9,12 (Gpelzs 0,29„ 4,50 9 Ta²z Kaee2o Weizen.... 0,45„ 10 13,50 Tu*ν] 5 ο ( Korn⸗Spelz... 0,96„ 24 45 Gerſte. 41 0,30„ 6,50 6 Kartoffeln. 0,94„—— 170 Dickwurzeln.„3 0,41—„———(144 Glee. 0,89„—-—— 182,96 Rübſen(Körner) 0,19„————— 83,50 Wieſen.... 7,35„—————[230 Obſt, Aepfel 24 Ctr., Birnen 6 Ctr.—-=—— 30 7, LM Der Durchſchnittserkrag pro ¼ Hectar berechnet ſich demnach folgendermaßen: bei Korn auf 5 Ctr. Körner, 15 Ctr. Stroh, 1 Hafer 11 4,33 2 1 5 11 1 2 Spelz 1 4 2 1 8 1 2 „ Weizen„ 5,52„„ 7,501,„ „ Korn⸗Spelz„ 6,25„„ 11,71„ 2 2 Gerſte 1 5,52 1 72 5,10 1 1 „Kartoffeln„ 45„ Knollen, „ Runkeln„ 88„ „Klee„ 42„ Heu, „ Rübſen„ 4,6„ Körner, „ Wieſen„ 24,46„ Heu und Ohmet. f Aus dem Viehſtand. Milch. Im Jahresdurchſchnitt pro Kuh 1600 Liter, pro Tag und Kuh h 4 ½ Liter; im Ganzen 4800 Liter. Die Kühe ſind nicht angeſpannt. Rindvieh. 1 fettes Rind pro Jahr und 1 Kuh mit Kalb alle 2 Jahre; ebenſo 5 Kälber alle 2 Jahre, davon 3 zur Nachzucht und 2 zum Verkauf, ferner 1 Fohlen alle 2 Jahre. Schweine. Es fallen ca. 12 Ferkel aus eigener Zucht, davon werden 8 ver⸗ b kauft als Ferkel, 2 als Läufer und 2 fettgemacht und geſchlachtet. Geflügel. ca. 400 Eier. 3¹² — 32— B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Korn 0,87 Hectar. 3 Ctr. 30 Pfd Hafer 1,30„. 5„ 72„ Weizen 0,45, 1„ 80„ Gerſte 0,30„ 1„ 40„ Spelz 0,28„ 1„ 23„ Korn⸗Spelz 0,96„ 39„ 63„ Kartoffeln 0,94„..... 22„ 56„ Runkeln 0,41„.... 5„ 12„ Klee 0,89„.....„ 12„ Rübſen 0,19„...„ 4„ Für den Viehſtand. Kori........... 1 Ctr. 80 Pfd. Hafer........... 16„ 8„ Spelz........... 2„—„ Gerſte.......... 2„ 60„ Kartoffeln.......... 50„—„ Runkelrüben.... 144„—„ Klee, grün gefüttert, mit Ausnahme eines % Morgens Saunenklee..... 150„=„ Wieſenheu und Duin...... 230„„ Heu, Stroh........ 152„„ Roggenkleie, eigene... 9„=„ Kleie und Futtermehl, gäuiſt J.. 12„„ Oelkuchen.....„ 75„ Moos⸗ und Heideſtren. 200— Milch, ſüß und ſauer....... 800 reſp. 300 Liter. Der Werth der an den Viehſtand verfütterten Vicniie benrint. Mk. 1964 Die Koſten der Pferdehaltung ab mit...„ 764 ſo bleiben für Nindvieh, Schweine...........Ml. 1200 Der Werth der erzielten Producte iſt.......„ 956 Es würden denund an Fitternnietiſn durch den aaumn zu decken ſein...... Mk. 244 Es werden abzüglich des Pferdemiſtes an Stalmiſt erzengt ca. 1400 Centner, ſo daß der Centner 17,4 Pf. koſtet, excl. der Koſten für Zinſen und Wartung des Viehſtandes, die mit 14,6 Pf. pro Centner zu berechnen ſind. — 33— Für die Familie: (einſchließlich der Taglöhner, eines Mannes 40 Tage und einer Frau 60 Tage mit Koſt). Kartoffeennn 70 Ctr. Roggen........... 28„ Gerſte............. 2,50„ Spelz........ 7,08„ Weizen........... 6„ Fleiſch.. 1400 Pfd. (hiervon 300 Pfd. ſelbſtproducirtes Schweine⸗ fleiſch und 100 Pfd. zugekauftes Rindfleiſch à 60 Pf.) Butter............. 100„ Schmalz............ 20„ Kaffee.............. 26„ Zucker............. 8„ Salz.. 100 Milch, theils ſüß, ujeis wuer.... 1200 Liter GEier. 400 Stück, Obſtmoſt, eigener, cd..... 70 Liter. Käſe und Gemüſe, was in der Wirthſchaft producirt wird. Es berechnet ſich für 4 Köpfe(Beſitzer, Frau, Mutter, Schweſter) nach Abzug der Taglöhner, pro Tag und Kopf der Verbrauch auf: 1395 Gramm Getreide, 2243„ Kartoffeln, 127„ Kleiſch, 38 5 Butter, 0,76 Liter Milch. Der Werth der geſammten verbrauchten Nahrungsmittel beträgt ca. Mk. 1100, d. i. pro Kopf und Tag 63 Pf. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. 2,20 Cftr. Weizen à Mk. 10,50.......... Mk. 24,) 1,15„ Spelz 2 Ml. 7.......„ 8,05 30„ Kartoffeln à Ml. 2,50........„ 75,— 3,40„ Nübſen Mk. 12.........„ 11,52 1,04„ Butter 85 Pf. pro Pfund....„ 88,40 180 Liter Milch à 14 Pf...„ 25,20 12 Ctr. Aepfel à Mk. 3,50 und 6 Ctr. Birnen à Mk. 3,60„ 63,60 1 fette Kalbin............„ 140, zu übertragen.. Mk. 465,77 Uebertrag.. Mk. 465,77 1 Kuh mit Kalb, alle 2 hie........„ 150, 1 Dalb...............„ 30,— 8 Ferkel à Ml. 7.............„ 56,— 2 Läuferſchweine à Mk. 30..........„ 60,— 1 Fohlen, alle 2 Sahre...........„ 142, Summa. Mk. 903,77 Die Preiſe ſind etwas niedriger als die Durchſchnittspreiſe der Jahre 1878/83 im Kreiſe Erbach, aber beträchtlich höher als die Fruchtpreiſe des Jahres 1884. B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Grund⸗ und Gebäude⸗Steuer...... Mk. 31,92 Staats⸗Einkommenſteuer.......„ 15,60 Gemeinde⸗Umlagen auf erſtere......„ 65,9 Gemeinde⸗Einkommenſteuer.......„ 15,2ʃ Tilgungsrente..„ 39,52 — Ml. 168,28 Taglöhne: 1 Mann, 40 Tage à. Mk. 1,20.... Mk. 48,— 1 Frau, 60„ A„ 0,700..„ 42,— 99 Unterhaltung der Gebäude: 3 Wirkliche Ausgaben.............„ 25,— Unterhaltung des todten Inventars: dem Wagner..... Mk. 20,— für Eiſen(Beſitzer iſt felbſt Schmic)..„ 5,— dem Sattler.....„ 10,— für Hausrath und Handgeräth...„ 10,— 43 Inventar der engeren Familienwohnung.........„ 20,— Verſicherungsprämie: für Gebäude........ Mk. 5,04 für Mobilien und Produete.„ 16,— —„ 1,04 Zukauf von Kraftfutter: 75 Pfd. Rapskuchen... t 9, 12 Ctr. Kleien und Futtermehl..„ 84,— 7 Moos und Heideſtreu.....„ 36,—/ 30 Malter Holzaſche à Mk. 1 40...„ 42,— 4 Ctr. Knochenmehl à Mk..„ 28,— 196 zu übertragen.. Mk. 568,32 — — Uebertrag.. Mk. 568,32 Heizung und Beleuchtung: Holz und Licht..............„ 80,— Zukauf von Nahrungsmitteln: 100 Pfd. Rindfleiſch...... Mk. 60,— 26„ Kaffee à Mk. 1,20. e...„ 31,20 8„ Zucker à 40 Pf........„ 3,20 100„ Salz à 10 Pf.....„ 10,— —„ 104,40 Bekleidung...................„ 300, Arzt und Apothele.............„ 10,— Thierarzt................„ 5,— Verſchiedenes...................„ 10,— Summa. Mk. 1077,72 C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen... Mk. 903,77 Die Ausgaben betrugen....„ 1077,72 Defictt.. Mk. 173,95 Das Deficit wird durch anderweitige Verdienſte gedeckt. IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag. (excl. der für die Production in der Wirthſchaft verwendeten Producte.) Erlös aus verkauften Producten(ſ. oben)..... Ml. 900,17 Werth der für die Alrmülies aus der eitthſchaft e entnommenen Producke..„ 1100,— Summa.. Mk. 2000,17 B. Productionskoſten. 1. Gebäudekapital: Zinſen von Mk. 4200 à 4 pCt.... Mk. 168,— Verſicherungsprämnie.......„ 5,04 Abnutzuung 3½¼ pCt.......„ 31,50 Inſtandhaltung..„ 25,— — Mk. 229,54 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 1860 à 4 pCt.... Mk. 74,40 Verſicherungsprämie 2 ½ pCt.....„ 406,50 Abnutzung und Riſico der Pferde...„ 75,— —„ 195,90 zu übertragSen.. Mk. 425,44 . Uebertrag. Mk. 425,44 3. Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 605 à 4 pCt..... Mk. 24,20 Verſicherungsprämie für Mobilien und Producte...„ 16,— Erneuerung und Inſtandhaltung...„ 50,— Ara 4. Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50 pCt. 3 der baaren Ausgaben= Mk. 538 à 6 pCt....„ 32,28 5. Hagelverſicherungsprämie ¾¼ pot. vom wriz der Getreide⸗ Ernte ca. Mk 900..... 4. 6,75 6. ſiehe Nr. 3. 7. Steuern und Umlagen(excl. Tilgungsrente und Perſonalſteuern)„ 17,89 8. Kraftfutter und Laubſtreu ꝛc........„ 199, 9. Heizung und welgiumm 85 t. Won)....„ 20,— 10. Thierargzt.........„ 5,— 11. Arbeitslöhne: 1 Mann 40 Tage incl. Koöſt à Mk. 1,73 Mk. 69,20 1 Frau 60 11 1,, n 1,23 11 79,80 ——„ 149, Lohn für die 4 erwachſenen Perſonen der Familie: Mann und Frau incl. Koſt.... Mk. 700,— (incl. der Schmiedearbeit des Mannes für die Wirthſchaft) Mutter und Schweſter....„ 4,50,— „ 1150,— 12. Verſchiedenes............. a....„ 13,44 Koſten⸗Summa. Mk. 2109,— C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug.... Mk. 2000,17 Die Productionskoſten ſind...„ 2109,— Bleibt Verluſt.. Mk. 108,83 Rechnet man die freie Wohnung im Werthanſchlag von Mk. 108,83 hiervon ab, ſo iſt kein Verluſt und kein Reinertrag vorhanden. AAARAQAQARAQAR;QARAQ;RAR;”RAꝓ’KDSDO M.QN M Anlage III. Gemeinde Kirch⸗Brombach. Beſitzſtand, Natural⸗ und Geld⸗Rechnung und Rentabilitäts⸗Berechnung eines kleineren Gütchens von 2,19 Hectar. Der Beſitzer iſt verheirathet, 50 Jahre alt, hat 2 Söhne und 2 Töchter, von denen die eine verheirathet, die andere in auswärtigem Dienſt iſt; der ältere, 16 Jahre alte Sohn, arbeitet als Taglöhner im Steinbruch, lernt Pflaſterſteine 2c. machen, und verdient eben wenig, der jüngere beſucht noch die Schule. Der Mann, von Hauſe aus Schuſter, arbeitet nur für ſeine Familie in ſeinem Handwerk, da er augenſchwach iſt. In der Wirthſchaft arbeiten nur Mann und Frau, in dringenden Fällen auch der Sohn. I. Beſitzſtand. A. Grund und Boden mit Obſtbäumen(Grundeapital). 1,43 Hectar Ackerland mittlerer Kaufwerth: Steuercapital incl. Gebäude: 0,76„ Wieſe 5228 Mk. 48,5 fl. (in 10 Parcellen.) Obſtbäume: 17 Stück Aepfelbäume à Mk. 20... Mk. 340 12„ Birnbäume à Ml. 15.„ 180 Summe. Mk. 520 Wiederholung. Grund und Boden........ Mk. 5228 Obſtbänme...........„ 520 — Mk. 5748 B. Gebäude. Ein Wohnhaus mit Stall und Scheune, laut Brandeataſter„ 2630 zu übertragen..— Mk. 8378 — . Uebertrag.. Mk. 8378 C. Viehſtand. 2 Kühe, viel Lieſiauni.... Ml. 480 1 Kalbin......„ 225 1 Maſtſchwein.„........„ 40 6 Hühner........... 3 3 Li— 5 748 D. Todtes Inbentar. 4 Wagen.... Mk. 50 1 Pflug und 1 Egge.....„ 30 1 Fuhrgeſchirr......„ 8 1 Häckſelbankhk„ 5 4 Windmühle........„ 10 Handgeräthe und Säcke.......„ 20 Hausrath inel. Kochgeſchirre.......„ 30 See E. Vorrath an umlaufendem Hekrießscapital ſiehe Rentabilitätsberechnung....... 9 310 Werth des gerumken Veftzes Mlk. 9589 Inventar der engeren Familienwohnung Mk. 400. Natural-Rechnung. A. Natural⸗Ertrag. Aus dem Acker⸗ und Wieſenbau. Die Bewirthſchaftung iſt die in der Gemarkung übliche, verbeſſerte Dreifelder⸗ wirthſchaft. Getreide 2. 5 Anbanu 8 SSS2 8 5S8&[2 Centner Korn..... 0,2( Heclar 5,40 20 Spelz..... 0,16„ 3 6 Spelz⸗Korn..... 0,40„ 7,40 14 Hafer... 0,14„ 3 4 Kartoffen 60,17„—— 35 Dickrüben...... 0,13„——— 35 Klec.. 9,16———— 20 Wieſen. 0,76——— 1——[70 Obſt, 9 Ctr. Aepfel u. 4 Ctr. Birnen————— 13 39— Der Durchſchnittsertrag berechnet ſich annähernd pro ¼ Hectar wie folgt: bei Korn auf 5 Ctr. Körner, 18,5 Ctr. Stroh, 7 Spelz 1 4,70 2 7 9,37 2 2 2 Spelz⸗Korn„ 4,62„„ 8,75„„ 2 Hafer 2 5,35 2 1 14,28 1 2 „Kartoffeln„ 51,47„ Knollen, „ Dickrüben„ 67,30„ „Klee„ 31,25„ Heu, „ Wieſen„ 23„„ und Ohinet. Aus dem Viehſtand. Milch. Durchſchnittlich im Jahre pro Kuh 1100 Liter, pro Tag und Kuh ca. 3 Liter, im Ganzen 2200 Liter. Rindvieh. Alle 2 Jahre 1 Kalbin, ebenſo 3 Kälber, die verkauft werden. Schweine. 1 fettes Schwein zum ſchlachten. Geflügel. ca. 360 Eier. B. Natural⸗Bedarf. Für Saatgut. Korn 0,37 Hectar.....— Etr. 94 Pfd. Spelz 0,16„...„ 79„ Spelz⸗Korn 0,40„ 1„ 60„ Hafer 0,14„......—„ 67„ Kartoffeln 0,17„...... 4„ 24 ⸗ Dickrüben 0,13„......—„ 01„ Klee 0,16„.....„ 8„ Für den Viehſtand. Hafer, 3 Ctr. 3 Mk. 7.... Ml. 21, Kartoffeln, 3 Ctr. à Mk. 2,50.... 2 7,50 Rüben, 35 Ctr. 4. Mk. 0,80...„ 28, Klee, grün gefüttert, 20 Ctr. à Mk. 3..„ 60,— Wieſenheu und Ohmet, 70 Ctr. à Mk. 3.„ 200,— Stroh, 44 Etr. Aà Mk. 1,50.....„ 66,— Kleie, eigene, 2,50 Clr. A Mk....„ 1 ,50 Kleie, gelauft, 6,50 Ctr. à Ml. 7...„ 45,50 Oelkuchen, 2,55 Clir. A Mk. 18....„ 45,90 Heide⸗ und Moosſtreu, 75 Ctr......„ 25,— Milch, ſüße, 50 Liter ,e Milch, ſauere, 300 Liter 1 350 Liler. 2 19,; 40— Der Werth der für den Viehſtand verwendeten Producte beträgt Mk. 545 Der Werth der erzielten Producte berechnet ſich annähernd auf.„ 480 Es würden denii für die Koſten der verwendeten Producte noch zu decken ſein... Mk. 65 durch den Stallmiſt; ca. 500 Centuer, 0 daß der Centner Miſt 13 Pf. koſtet, wozu noch die Koſten für Zinſen und Pflege des Viehes kommen mit mindeſtens 25 Pf. pro Centner, demnach 1 Centner Miſt 38 Pf. Für die Famitlie. NRNoggen..... 8 Ctr. 8 Pfd. Roggen(als Mehl zugekauft).... 11„ 50„ (d. h. ca. 15 Etr. Jn nüht) „Spelz.... 4„ 18„ Kartoffeln.. 28„„ Fleiſch, vom ſelbſt vanäfeter Scwein—. 400 Pfd. Butter... 100„ Schinatz 6„ Kaffee............... 50„ Zucker...... 6„ GSazs 100„ Milch........ 700 Liter, Eier..... 360 Stülcl, Gemüſe und etwas Obſt ꝛc. Es berechnet ſich pro Tag und Kopf der Verbrauch auf: 945 Gramm Getreeide, 972„ Kartoffeln, 49„ Fleiſch⸗ 37„ Butter und Schmalz, 0,48 Liter Milch. 17 Gramm Kaffee,. Der Werth der verbrauchten Nahrungsmittel beträgt Mk. 625,45, pro Tag (4 Perſonen) Mk. 1,74, oder pro Kopf und Tag 43 Pf. III. Geld-Rechnung. A. Einnahmen. Obſt, 10 Ctr. à Mk. 3,50 und 3......... Mk. 34, Vieh, alle 2 Jahre eine Kalbin... Ml. 120, „ 2 Kälber à Ml. 30.......„ 45,— —m„ 165,— Hierzu für Miethe............„ 70,— Nerdienſt des Sohnes...........„ 120, Summe M. 389,— Der Mann arbeitet als Schuhmacher nur für ſeine Familie. — 411— B. Ausgaben. Steuern und Umlagen: Grund⸗ und Gebäude⸗Steuer...... Mk. 14,55 Gemeinde⸗Umlagen hierauf.......„ 30,01 Staats⸗Einkommenſteuer........„ 4,89 Gemeinde⸗Einkommenſteuer.......„ 4,65 Tilgungsrente..........„ 14,40 — WXMk. 68,50 Unterhaltung der Gebäude: Wirkliche Allagabe...............„ 22,— Unterhaltung des todten Inventars: Wirkliche Ausgabe: dem Wagner......... Mk. 8,— dem Schmied......„ 12,— für Hausrath und Handgeräthe....„ 3,— 97 Inventar der engeren Familienwohnung..........„ 5,— Verſicherungsprämien: Wirkliche Ausgaben: Gebäude.... Ml. 2,60 Vieh in der Ortskaſſe.„ 10,— —„ 12,60 Zukauf von 10 Pfd. Kleeſamen...........„ 6,50 Zukauf von Vieh, ein Ferkel.............„ 7,— Zukauf von Kraftfutter: Kleie, 6,50 Ctr. à Mk. 7....... Mk. 45,50 Rapskuchen, 150 Stück........„ 25,50 21 — 1„ Zukauf von Laub⸗ und Moosſtren..........„ 25,— Heizung und Beleuchtung: Holz............. Mrk. 60,—— Petroleum...........„ 10,— — 1 70,— Zukauf von Nahrungsmitteln: Mehl von Roggen, 11,50 Ctr....... Mlk. 95. .......... 74,30 Kaffee, Zucker, Salz„ 169,80 Bekleidung: Leder........ Ml. 30,— Kleider aIc.............„ 90,— —„ 120,— zu übertragen. Mk. 600,40 Uebertrag Mk. 600,40 Arzt und Apotheke........„ 5,— Thierarzt.................„ 1,— Verſchiedenes.............„ 8,— Capital⸗Zinſen................„ 120,— Summa. Mk. 734,40 C. Vergleichung der Geld⸗Einnahmen und Geld⸗Ausgaben. Die Einnahmen betrugen... Mk. 389,— Die Ausgaben betrugen....„ 734,40 Deficit Mk. 345,40 Dieſes Deficit wird gedeckt durch Verdienſte der Kinder und Zubuße an Capital. IV. Rentabilitäts-Berechnung. A. Rohertrag (excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte). Erlös aus verkauften Producten....„ MNrk. 199,— Werth der für die Aoniiie aus der witſchaft entnommenen Producte....„ 455,66 Summa. Mk. 654,66 B. Productionskoſten. 1. Gebäudecapital: Zinſen von Mk. 2630 à 4 pCt.... Mk. 105,20 Verſicherungsprämie........„ 2,60 Abnutzung 0,75 pGt......„ 19,/1 Inſtandhaltung........„ 22,— Mk. 149,51 2. Capital des lebenden Inventars: Zinſen von Mk. 748 à 4 pCt..... Mk. 29,92 Verſicherung in der Ortskaſſe....„ 10,— Zukauf eines Ferkels......„ ,— yy„ 46,92 3. Capital des todten Inventars: Zinſen von Mk. 153 4 4 pPCt.... Ml. 6,12 Verſicherungsprämie à 0,2 pCt.....„—,30 Erneuerung und Inſtandhaltung...„ 23,— „ 29,42 4. Zinſen des umlaufenden Betriebscapitals. Letzteres beträgt 50 pCt. der jährlichen baaren Auslagen= Mk. 370,60. Hiervon 6 pCt.„ 22,23 zu übertragen. Mk. 248,08 Uebertrag.. Mk. 248,08 5. Hagelverſicherungsprämie, 0,75 pCt. vom Neeſüß der Getreide⸗ Ernte, Mk. 150....„ 1,12 6. Feuerverſicherung der Producte. 9—,60 7. Steuern und Umlagen(excl. Tilgungsrente und Perſonalſteuer) 44,56 8. Kraftfutter und Laubſtreu...„ 102,50 9. Heizung und zehtuina 85 dt Jiauad).....„ 17,50 10. Thierarzt..„ 1,— 11. Arbeitslöhne: 200 Arbeitstage: 100 Männertage, 100 Frauentage à Mk. 1,63 und 1,13 anf....„ 276,— 12. Verſchiedenes........„ 5,20 Koſten⸗Summa.. Mk. 696,56 C. Reinertrag. Der Rohertrag betrug..... Mk. 654,66 Die Productionskoſten betrugen..„ 696,56 Verluſt. Mk. 41,90 Rechnet man die freie Wohnung des Beſitzers und den mit Mk. 70 vermietheten Theil, zuſammen mit Mk. 125,90, ſo beträgt der Reinertrag incl. Unternehmergewinn Mk. 84, d. h. 1,46 pCt. vom Grundcapital mit Mk. 5748. qʒ·ʒʒ·—