Der Weyland 9,6 eichs⸗Erey⸗Hochwohlgebohrnen Fraͤulein, Fräulein DWilbelmina Latharina Wliſabetha von ‚delsheim. Wolte dem ochbetruͤbten Freyherrlich von Cdelsheinnſchen Hauſe Sein unterthäͤniges Becleid aufrictigſt bezeugen, Johann Philipp Breitenſtein. WM MN 9 N A u, Im Odaber 1751. gedruckt mit Muͤll 8 -= Tanquam longo Temporeé victurus,&R tanquam brevi, Ita animo cogites. Epichormus. Com. e O iſts wann GOttes Geiſt auf Menſchen⸗Kinder blaͤßt, Alsdann verdorren Sie, ſie werden Staub und Erden, Kein Fleiſch wird da ſo friſch, ſo ſtarck gefunden weerden. Das nicht auf dieſen Winck, vergehet und verweßt, Wer wundert ſich demnach wann ſelbſt die Jugend ſtirbet, und fruͤh, dem Leibe nach, verwelcket und verdirbet? GBe derjenige ſo auf das Leben ſi eht Und die Gebrechlichkeit des Leibes recht beſchauet, Der iſt es der wohl nichts, doch wenig darauf bauet, Und nicht mit duncklem Wahn, an eitler Hoffnung zieht, Er weiß zum voraus ſchon daß alles muß vergehen, Drum kan Er ohne Furcht in fruͤhe Graͤber ſehen. aen ſo troͤſtet Ihn des Menſchen edler Geiſt, Der Geiſt der Zweifels⸗frey der Sterblichkeit entnommen In Friede aufwaͤrts faͤhrt, der ungeſaͤumt wird kommen Zu jener ſtolzen Ruh die GOttes Wort verheißt, Die ſo vollkommen iſt daß ſie nicht auszuſprechen 4 Seſhlt h darum weil 8 nichten wird konnen uerbrechen. Das ſo den Leib als Geiſt auf Erden öͤffters kraͤncket; Wwohl wann ſich unſer Lauf zum ſichren Ende lencket, a man ſich in der Welt ſo offtermals verirrt; Vas kan vergnuͤgter ſeyn und wer will das Ergetzen as unaufhoͤrlich waͤhrt, nach allen Wuͤrden ſchaͤtzen? Woch iſt der Nutz darvon nicht allen zugeſagt Es kommen wohl dahin die Tugendhafftig leben Die nach Gerechtigkeit in guten Wercken ſtreben Doch wer in Boßheit lebt und Schuld und Straff verlacht Der wird wohl nimmermehr zu dieſem Leben kommen, Dann es gehoͤret nur den Heiligen und Frommen. D. dieſes nun gewiß, ſo ſehe ich Dich zwar Verblichnes Tugend⸗Bild! auf Deiner Baare ſtehen Dooch kan ich Deinen Geiſt auch an dem Ort erſehen Wo Dir die Wohnung ſchon vorlaͤngſt bereitet war, in Die Palmen zieren Dich, Du prangſt in lauter Wonnne,— Du biſt den Sternen gleich und glaͤntzeſt wie die Sonne.= X ie Tugend haſt DU ja zu Deinem Ziel erwaͤhlt, Nach der Gerechtigkeit haſt Du Dich ſtets beflieſen Du haſt wohl jederman von Kindheit an gewieſen aß Deine GOttes⸗Furcht nicht Ihres gleichen zaͤhlt; a ſelbſt die Guͤtigkeit laß man aus Deinen Augen, Den Reichthum wolltſt Du ſtets zum Dienſt der Armen brauchen. Je dieſer auch gerecht der niemand unrecht thut und geht der Wercke Frucht nicht gantz und gar zu ſchanden So weiß ſchon jederman, daß niemand mehr vorhanden Der ſo gerecht wie Du, ſo billig, treu und gut; Und darum biſt Du auch in jenen frohen Orden Des glaͤntzenden Geſtirns, ſo fruͤh genommen worden. Den Abſchied thut zwar weh, Dein Scheiden bringet Ach, Dann kaum ſetzt ſich der Tod in Deine zarte Glieder So ſchlaͤgt er auch zugleich die Hoffnungs⸗Roſen nieder Die man, dem Anfang nach, von Deiner Jugend brach, Und da Dich nun der Stand des Grabes gantz betroffen So koͤnnen wir von Dir, auf Erden nichts mehr hoffen. koch das iſt unſer Troſt, der die beklemmte Bruſt Von allem Schmertz entreißt, den uns Dein Scheiden giebet Daß Du bey dem nun biſt, den Deine Seele liebee, Daß Dir von Traurigkeit von Schmertz nichts mehr bewuſt, Und daß die Seeligkeit die eintzig kan begluͤcken Dich nun und ewiglich vollkommen wird erguicken. Sha das iſt auch der Troſt den ich Betruͤbniß voll, dir Hochbetruͤbtes Hauus! be dem verecen Schmertzen Den DEINE Seele fuͤhlt, der dem betruͤbten Hertzen So banges Seuffzen macht, jetzt geben will und ſoll, Nichts wuͤnſcht mein Hertz ſo ſehr, als daß ſich moͤge zeigen Es koͤnne dieſer Grund auch ſeinen Zweck exreichen. OTIT aber mache die auch wiederum geſund Die annoch Schmertzens⸗voll bey Dir darnieder liegen; Der G8TT der alles kan, woll dieſes alſo fuͤgen! Damit Dein traurig Hertz, Dein Seuffzer⸗volle Mund Das Lob das Ihm gebuͤhrt, in Freuden koͤnne ſprechen So wird Dein jetzig Weh, ſich mit der Zeit auch brechen⸗ ITiTe W Der Weyland teichs⸗Erey⸗Hochwohlgebohrnen Fräͤulein, 8 aulei n 5 Sein untertbäͤniges Beyleid aufrichtigſt bezeugen, * Johann Philipp Breitenſtein. 1n ſu. ſ V 1 l e Hr nn ſſſdc PInA! N nſt ſ iſ 1' ſſ iſ ſſ M' lfl lſ iſ Mn! ſn. Iſ- l(11ennnnmſtnm Oem 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 6 8 3 9 9 d C 1 Ln Ti M W“ 21 Lu II II dn. 1 —— AIN K