3 Landtgraff zu Heſſen.„ Der Fuͤrſt zu Heſſen hochgborn/ Gleich wie ein Loͤw mit ſtarcker Handl/ Zur Ehr vnd Tugendt außerkorn · Thut ſtreitten fuͤr ſein Vatterlandt ·. Num. 10₰ Repolit./ X 2 — O = 80 8 8 .92 G 4— 9 — A O H — Ergreifft auch feſt die Gottes Ehr/ Darumd die Loͤwen in ſeim Schildt/ Helt ſteiff vber der reinen Lehr. Sind ſampt den Stern ein edles Bild. 8 aber auffs neiw derſeßen/cot. giret vnd verbeſſert/ auch mit 4 vielen Hiſtorien ver⸗ mehret. 5 H 5 dytb Voſtrad Bachitan. 39 Johan Carl Vnckelin Franckfuttam Mayn zu finden Annor 617. —⸗* 5 à 8 2 4 . 4. Heus. lle 9 yeb 8 2 5. 8d. Je te ſhe 9,e T LBre 27.. 4 MA Laſia L0. A.5 kerrde eteees Eees 9 H Se He⸗Der M A u. ſa A V. 8, 8—9 Feee Hxr Rrt 4. 8₰ ſ2. 13. 8 A.ſ. l Lae, aefiee e2 e 9737 erue.839.. Keahies 8 1988. O 3. g5 3, 2 ———— 2A 8 ½ε An den Guthertzigen Ehrliebenden Leſer. △☛̈⁹☛ bietungmei⸗ ſ ner gebuͤren⸗ 97 ☛ der dienſt/ ond trewer A=z wuͤnſchung ewiger ond zeitlicher wolfahrt/ wiſſe der Leſer/ das in dem Land zu Heſſen von alters onnd bißhero nicht minder/ als in andern Provintzen vnnd Landen/ groſſe ſachen/ ſeitzame verenderun⸗ gen/ Kriege/ ond ſonſt mancherley denckwürdige faͤlle vorgelauffen/ in 0 1j deren deren erwegung/ auch Gedaͤchtnus ond betrachtung boͤſer onnd guter Thaten man ſich bllich zu ſptegeln/ dem guten zu folgen/ das boͤſe zu mei⸗ den/ Gottes ſondere Providentz ond ſchickung zu erkennen/ ond wie jeder⸗ zeit der Allmechtige onſern Vorfah⸗ ren hellſame ond ſtarcke Columnen ond ſeulen verliehen ſo der Chriſili⸗ chen Kurchen ond derſelben kleines haͤufflein ond gliedmaſſen verderben vnd ontergang gewehret/ onter jh⸗ rem Schutz onnd Schirmbaum/ ſchatten/ hülle vnnd fuͤlle gegeben/ alle Erbarkeit ond juſtitien ſachen in ernſt ond guͤte gefordert/ onnd dem boͤſen geſteuret. Darumd je zubekla⸗ gen/ daß bißhero niem and dieſe edle provintz onnd Land zu Heſſen be⸗ ſchrieben/ onnd diß alles wol zu betrach⸗ — betrachten an Tag gegeben hat/% doch viel Hiſtorten onnd Geſchicht⸗ ſchreiber viel geringere vnd Barba⸗ riſche Provintzen zu beſchreiben nicht vnterlaſſen haben. Wann aber ich nuhn ein gerau⸗ me zeit mich darin bemuͤhet/ auch letzlich durch vieler fuͤrnemer Leute beſonders aber deß Ehrnveſten ond Hochgelaͤhrten Herrn Johan An⸗ trechten/ beyder Rechten Doctor ond Fuͤrſilichen Heſsiſchen Cantz⸗ larn ſelgen vorſchub vnd mitgethei⸗ lete nachrichtung etlicher verlauffe⸗ ner haͤndel dieſeà nnales vnd beſchret⸗ bung zuwegen bracht/ als hab ich dieſelbe in druck ond ans Liecht ge⸗ fordert: Alles der Hoffnung/ eswer⸗ de vnſer lieber Herr Gott jemanden blerdurch erwecken/ der ſolches hs no noch beſſer geben/ ond mit vielen guten ſachen/ deren ich uͤber mein vielfeltiges bemuͤhen nicht maͤchtig hab werden koͤnnen/ ſtercken/ vnd ei⸗ ne gantz vollkommene Hiſtoriam die⸗ ſes Landes Heſſen herfuͤr vnd an tag bringen ond menniglich mittheilen/ won demſelben ich alsdann mit dieſer meiner Arbeit gern weichen. Mitler weil wolle man mit dieſen Broſam⸗ lein/ ond kurtzer/ runder/ zwar ge⸗ ringfuͤgigen/ wiewol verhoffentlich nicht onnuͤtzlichen beſchreibung vnd Hiſtori vor lieb nehmen ond darvor achten/ das ſie aus keier andern afke cion in truck hingeben/ dann al⸗ lein aus ſchüldigſter danckbarkeit memem Gott zu lob ond preiß/ mei⸗ ner lieben hohen Lands Fürſtlichen Obrigkent/ auch ſonſt denen Woge⸗ or⸗ ——ʒÿ:ʒ³⅓ʒ⸗·˖— ——— bornen Grafen meinen gnedigen Herrn/ deroLaͤnder vnd Graffſchaff⸗ ten in dieſem Buch gleichsfals be⸗ ſchrieben/ zu onderthenigem ruhm vnd ehren/ vnd deroſelben Land vnd Leuten/ vnd alſo onſerm gelibten Vat⸗ terland zu nutz vnd heilſamer vorbe⸗ trachtung auff die maas/ wie fuͤr au⸗ gen/ mit dieſem memem Talent/ ſo mir von GOtt verliehen/ zu dienen. Daſſelbe vmb hohes vnd nieders Standes guthertzigen Leſer onter⸗ thaͤnig ond dienſtlich mit ongeſpar⸗ tem fleiß zu verdienẽ/ bmich jederzelt erbotig vnd geneigtwillig. Bnter deſ⸗ ſen woͤlle der Almaͤchtige Gott das gantze liebe vatterland/ Heſſen/ ſaffit deſſelben Obrigkeiten/ auch zugeho⸗ rigen Fuͤrſtenthumen/ Graff⸗ vnd Herrſchafften/ Ritterſchafft/ Staͤd⸗ te/ Com⸗ te/ Communen/ auch alle vnd ſede deren Inwohner in ſeinen Baͤtterli⸗ chen gnaͤdigen ſchutz nehmen/ fuͤr al. lem vnfall gnaͤdig bewahren/ vnd in gutem Fried vnd ruhigem weſen al⸗ zeit erhalten/ vnd mit ewiger onnd zeitlicher Wolfahrt hie zeitlich vnnd dort ewiglich begnaden vnnd beſeli⸗ gen. Geben zuCaſſel. Illuſtriß:& Porentik; 8 Heſſorum Principis ac Domini D. Mau- ritii&c. Geograp.& Hiſtor. VVilhelmus Dili- chius. VVabera. nus Heſſus. DSASSS Se er SBSSSesen Ss SSS IN GCHI Heſsleum a V Vilhelmo Dr- lichio editum CARMEN Hermann Fabronii Heſsl, Paſtoris Lichtenavienſis, P. L. Uæ veteres Catti tenucrunt jugera, (quorum Pro ſegete glandes; aut quos ne tota ⸗(Quiritum, Machma ſervitum(: quantumvis (Roma:) ſubegit, Heſſia nomen habent: Si anquiras Heſſia quon- (dam Dicta Tuiſconidm de nomine, ſive requirens Aſcanium Iapeti de gente fatebere nomen-. Qua nunc imperium, magni Caroli incrementũ, Landgraviũ præluſtre tenent& mœnia curant. 8 Lapſa Lapſa decem fuerant à nato Sccula CH RKIS TO Bis terniq́; ſupra vicenum protinus anni, Cuùm magnus Chauci domuiſſet Carolus oras Et Cattos mutare ſuperſtitionis avitæ Ludicra juſſiſſet; ceſsärat Martis imago Conciderantq́; truces infandi dæmonis aſtus. Gens ſiquidem bellis aſſueta colebat inanem- Mavortem& ſtupidis fundebat vota coloſſis. V Quos faber ex lignis vel inerti finxerat auro, Juſſerat eſſe Deum, s veteris ludibria fraudis Imperio tenuit Cunradus Teutonis orbem,, Conradus veteris cretus de ſtirpe Süevi. Hoc autore olim Ludovicus, ſanguine junctus Auguſtæ, Aurelio de principe natus ad Heſſos Advenit, magno Carolo de Cæſare ſanguis. Hinc ſunt, Heſſorum terræ qui ſceptra gubernant, Landgravii, patrię patres, qui corde leones Magnanimo, qui mente coruſci ſidera præſtant. Imò& cùm Aurelides diſlcederet, inde Brabantes Ortus Landgravià, Caroli de ſtemmate proles Reſtituit terræq́; duccs, patrieq́; parentes. 8 Quod ſi Cattorum fines& mœnia queras, Miſnius& Melibocus habent, habucreq́; Cattos. Lanus ibi glauco niveum caput exerit alveo; Fluviorum rex Fuldis ibi trahit Heſſidos amnes Ad freta Balthiadum, ſeptem propiora Trioni. Flava Ceres campum tenet& pharetrata Diana Frondiverum nemus; imò tenenr pratenſia Florę. Hic ſunt triticeæ meſſes, gemit area fruge Pul. .— —— 2 9 ☛ Pulſata& varii generis frumenta vireſcunt. Hic nemus omno feris impletur, paſcua bobus. Sic Pater æternus cæli terræq́; monarcha Munificus: Deus,& qur mittere cælitus imbres Jus tenet,& blandos facto diſcrimine ſoles; Qui fovet omnigenà terrarum jugera fruge, Muneribus variis& fertilitate coronat Cattorum montes tumidos vallesq́; profundas, Inde potis varios divinitus edete fructus Heſſia deq́; ſuo tœtu ſervare colonos; Sat contenta ſuis, vite quorum indiget uſus. Tuq́; adeò vel ſcite puer, juvenèsve periti, Vel generoſe ſenex, quæ non ego dicere verſu Jam ſatago, præſtans tibi ſcripto& imagine dicit Dilichius, qualem Cous miretur Apelles, Atq́; ſua Cattum dignentur laude Strabones, 5 23. 8355888 22s lib. 3. Carmi: Horatii lIllichi, hiſtoriæ Cattigenum pater Struxiſti monumentum ære perennius, Regaliq; ſitu pyramidum altius: Quod non imber edav non Aquilo impotẽ⸗ Pollit diruere, aut innumerabilis Annorum ſeries& fuga temporum-, Aut dens invidiæ lividus im probæ (Utrodat) nequcat lædere paululum a Non omnis moreris, multaq́; pars tui Vitabit Libitinam: us q; vel optima Creſces laude recens: dum caput inclytum Eoo referet tempore phosphorus. Diceris placido quà Fluitat ſono Lanus, qua reſonat Fuldaq́; nobilis, Pr qua. dives aquæ Rhenus obambulat, Vel quà Mqœnus agris, quaq́; Viſurgis it, Quaq́; Edra aureolas volvit arenulas, Qua Thrbum nitido ſurgere lumine, Fulvamquaà faciem Condere videris. Quzſiram meritis ſume ſuperbiam-, — En Clio viridi munere te beat Lauri, Maſa volens condecorat eaput Deſignans decoris perpetui bona, Præſtanti ingenio ſuavia munera, Firmo judicio dona perennia. Guilhelmus Dillichius. 1, illud legi, Clius ſum., — Illud, quod ſeribo, legi, verumq́; putabis. Sum Cliùs, Mome i, da meliora mcis. Aliud. ANAGRAMMA. Guilielmus Dillichius. Di gulis ſeculi lilium-. Ujus gulis Di ſeculi Fragrans dedere lilium, Quo tempus helluonibus Domi teratur gratius. Horas bonas nec tranſigant Tuburcinando turpiter. 425 lllius Illius uſus lilij (Librum puto Dillichii Quigeſta Cartüm continet) Inſumet horas ſuavius. Qui rebus actis comparat Gravem ſibi prudentiam, Exempla cautus inſpicit Vitium fugit turpiſſimum, Virtutis artes inclitæ Sequens, notans&exprimens Sermone, mente, moribus Frugi vir eſt& optimus. Viridariuim res geſta ſit Cattům: Vides hic lilia Flores bonos& germina, Mentem tuampaſcentia Fruaris his ſaporibus, Cerebrum fovens odoribus, Nec helluando aut ociis Nullum decus parantibus Tempus teras negotiis Utens libellis talibus. Aliud Guilhelmus Dillichius. Illudi? legi, Clius ſum-. Illudine? legi decuit vel, Mome, libellum,? Sum Cliús: legito, ludere ſcurra ſolet. Si meliora bono forſan ſint viſa cuidam-, Is moncat, verum ſedulus ipſe ſequar. Hermannus Thalmillerus. nica vnd beſchreibung des Landes Heſſen. Je artig der ſinnreiche Poet Ovidius mit dieſen 3 lieblichen verſen der natur ſelbſten das wort rede/ vnd in dem puͤnetlein/ die lieb I des Vatterlandes betref⸗ S fendt/ ihre eigenſchafft aus⸗ ES druͤcklichen zu Perſteßn ge⸗ be/ in dem er ſpricht: Doltatus oc ille eſt coi fakia qidci 3 Tegtis autemn lle Acui Neſcio qua natale ſolum Sc. ↄmue ſollim Phia efpp Das iſt"„, Ve ro., cxi taur lundaf Ich weiß nicht mit waß ſuͤßigkeit ft. Aage di S. Vick. Deß Vatterlandß anmuͤhtigkeit Den menſchen zeucht/ alſo daß er Solchs in vergeß ſtelt nimmermehr/ zeugen vnter anderm die hochbewegende Exempel vieler Heldẽ/ ſo aus inbruͤnſtiger affection ſich ihres Vatterlandts wohlfahrt vnd rettung halber in todt begeben. Dannenhero auch durch ebenmeſsigen ge⸗ drieb der liebe der hochlöblich weiſe Fuͤrſt Uhoſe ey crſec Iiltum 4 Heſsiſche bey den alten Poeten ſein rauhes vnnd vnfruchtba⸗ res vatterland Irhacam nicht allein vortrefflichen fruchtbaren landen furzeucht/ ſondern zu dem in ſei⸗ ner höchſten gluͤckſeligkeit nicht mehr wuͤnſchet vnd begehret/ dan nur allein den rauch deſſelben zu erbli⸗ cken. Vnnd ſagt auch Plato/ daß man dem vatter⸗ land mehr ehrerbletung ſchuldig/ als vatter vñ mut⸗ ter/ ja allen großeltern/ angeſehen/ daß nichts beſſers ond heiligers/ auch in groſſerem anſehen/ beydes bey denen Goͤttern vnd dan weiſen leuten: Es werde auch mit groͤſſerer reverentz geehret vnd man muͤſſe mehr weichen einem vnahrtigen vnd widerwertigen vatterlande/ als onſern eigenen eltern. Weiln aber ſolches vns allen in gemein/ auch ſedem inſonderheit vorgeſtellet/ geſagt vnd anbefoh⸗ len8iſt/ auch die natur ſelbſten vns darzu dreibẽ thut/ ſo ſollen billich wir Heſſen auch alle gebuͤhrende ehr⸗ erbietung vnſerm geliebten vaterlande zu erzeigen hieraus vns verpflichtet vnd ſchuldig wiſſen. So iſt auch ohne das kundt bar vnd weder der billigkeit vnd gottes furcht entgegen/ daß man nicht allein den ge⸗ genwertigen zuſtandt des vatterlandes in acht zu nemen pflege/ ſondern es ſtehet auch einem jeden menſchen zu/ daß er zu ruͤck gedencke/ vnd die ver⸗ gangene zeiten beneben der vorfahren thugenden recht betrachte. Dan es iſt der vornembſten ſtuͤck eins der ſorgfeltigkeit vnnd liebe gegen das vatter⸗ 8 9 landt ————————— 88n Chronica. 3 landt zur danckbarkeit gehoͤrig/ vnſerer vorfahren hiſtori/ geſchichte vnd handlung erlernen/ welche vns onſere ankunfft bezeugen/ auch die ſtiffter/ vhrſa⸗ cher vnd anfenger/ von denen wir die zierde deß Vat⸗ terlandts/ nemblich die religion/ geſetze/ zucht vnnd erbatkeit entpfangen vnd bekommen haben/ vnd durch deren erwehnung oder gedechtnuß wir ver⸗ pflichtet werden/ dergleichen guͤter auff vnſere nach⸗ kommen zu erben/ gleichſam bezeichnen vnd abmah⸗ len. Wann nuhn ſo wol aus vorbeſagten vrſachen vnd erzehlten anmahnungen/ als auch der erinne⸗ rung Ciceronis/ da er ſagt vnd lehret/ daß wir nicht allein vns/ ſondern zum theil dem vatterland/ theils vnſeren eltern geboren werden/ ich mich ſchuldig weiß vnd erkenne alle ehrerbietung meinem lieben vater lande nach allem meinem vermoͤgen vnd kreff⸗ ten/ inſonders aber dem talento vnd pfunde/ ſomir der Allmechtige nach ſeinem genedigen willen vn⸗ tergeben/ vnd nicht haben wil/ daß ich ſolches in die erde verſcharre/ zu erzeigen vnd zu beweiſen: Dar⸗ neben aber wol in acht genommen/ daß meine liebe Landtsleute keine Heſſiſche Chronic vnd Hiſtori (welche dan die rechte contrafactur vnd ebenbildt des vatterlandts iſt) dardurch ſie ihrer vorfahren thugenden zur nachfolge vnd exempel erinnert vnd angereitzet werden moͤchten/ im druck hetten: Als hab ich dieſe arbeit auff mich genommen/ vnd aus A ij lieh ——— 5 3 8— ——ÿ———:—:::ꝛnßJößy——⸗—⸗—⸗—:—⸗⸗⸗xxxxxxn— 4 Heſſiſche. lieb des Vatterlandes vnd des gemeinen nutzes/ durch anleitung etlicher weniger alter vnd newer ſeribenten vnd verzeichnuſſen/ ſo viel muͤglich gewe⸗ ſen/ dieſe Heſſiſche Chronic vnd annales zuſammen gefaſſet/ vnd alle noͤtige abriß vnd Contrafaeturen hinzu geſetzet/ der hoffnung/ ich werde hierin meinem lieben vatterlandt das hoͤchſte in meinem beruff er⸗ wieſen vnd geleiſtet haben. Ich theile aber dieſe Chronic in zwey theil/ In dem erſten theil wirdt Heſſen beydes nach al⸗ ter vnnd jetziger gelegenheit eigentlich beſchrieben/ die ſtaͤtte vnd laͤnder/ dero darinnen gedacht wirdt/ deliniret vnd abgeriſſen/ vnd was ſich daſelbſten be⸗ geben/ erzehlet/ auch nach gelegenheit der öͤrtter vnd zeit etliche Graͤffliche Genealogien vnd wapen mit ingemenget. Das ander theilaber/ handelt von denen inwohnern deß landes/ vnd meldet alſo vnſer vorfahren ankunfft/ wie die alten Heſſen anfenglich in der welt gezogen vnd weſſen ſitten vnd gewonhei⸗ ten ſie ſich gebrauchet/ auch die noch bis an heut bey ihnen uͤblich vnd im ſchwang gehen: Darnach wer⸗ den die vornembſte geſchichtſachen vnd verenderun⸗ gen die ſich bey dieſem volck von dem 387 jahr vor Chriſti geburt hero/ inſonders aber was von 870 jahren ſich biß auff gegenwertige zeit verlauffen vnd zugetragen/ erzehlet/ vnnd aller Regenten dieſes lan⸗ des contrafacturen/ ſo viel ich deren von alten mo⸗ numenren vnd begrebnuſſen zu wegen bringen koͤn⸗ nen/ mit inverleibet. Es Chronica.„ Es darff ſich aber der leſer in dieſem werck nicht einer weitleufftigen beſchreibung aller ſachen getroͤ⸗ ſten/ dan ſolche arbeit erfordert ſpecial nachrichtung/ welche nicht leichtlich bey jemandt zu finden. Eins aber bin ich gewiß/ daß es vns Teutſchen/ vnd vn⸗ ſern vorfahren an weißheit/ gluͤck vnnd ſieg nie ge⸗ mangelt: Aber aus mangel der hiſtorienſchreiber/ ſind vieler weiſer/ tapfferer Teutſchen Regenten/ koͤ⸗ nige vnd keyſer herrliche thaten vnbeſchrieben blie⸗ ben oder je uͤbel beſchrieben worden. Alſo auch/ ob wol das Land zu Heſſen viel tapffere vnd ſtreitbare Fuͤrſten/ ſo gerechtigkeit geliebet/ vnd dem vaterlandt mit groſſem fleiß vorgeſtanden/ ſo ſind doch ihre tha⸗ ten kuͤrtzlich/ ja auch wohl ſehr nachleßig beſchrieben. Nichſtoweniger hab ich dennoch nach vermoͤgen das meine gethan/ vnd ob jemand durch dieſe meine arbeit erinnert/ was merers vnd beſſers an tag geben wirdt/ demſelben werden alle liebhaber des vatter⸗ landes darumb dancken. Vnter deß wolle der gut⸗ hertzige leſer mit dieſem wenigen vor gut nehmen/ vnd mit mihr zu anhoͤrung vnd beſchawung des erſten theils/ welches vornemblich die beſchaffenheit des Landes Heſſen tractiren vnnd handlen wird/ ſich muͤßigen. Solches aber in zweyen vnterſchiedenen ſtů⸗ cken/ nemblich in einer allgmeinen vnnd general be⸗ ſchreibung des landes:vnd dan vors ander/ in ſpecie von einem jeden ort vnd theil des landes beſonders. A iij Erſter 4** 4 1 4 1. 8 3 1 1 8.. 4 5 8 3 8 4 * . . 5 — 1 nick/ darinnen ein ordentliche ond kurtze be⸗ ſchreibung ond verzeichnuͤs der be⸗ ſchaffenheit des Landes Heſſen. ANNO M DC lIvVv. — 2* 8 meine vnnd general he⸗ ſchreibung/ darin beſonders von dem ſitu oder gelegenheit/ fruchtbarkelt vnd geſtalt des landes Heſſen. 3 Nnd weiln vor zeiten die G Alten ſich mercklich befliſſen N& W die gelegenheit ihres vatter⸗ A& landes/ ja des gantzen erdkrei⸗ Ha h. 2 ſes/ zu mercken vnd zu erler⸗ — 59 nen/ vnd dieſe wiſſenſchafft vor eine groſſe weißheit ver⸗ meinet/ daß nemblich ſie ihren nachkommen die geſtalt vnd gelegenheit der vntern welt/ ſo eine herberg iſt des menſchlichen geſchlechts/ zeigen/ vnd wie fern eine ſtadt oder land vom andern gelegen/ abzirckeln vnnd gleichſam als zum augen⸗ ſchein darſtellen koͤnten: Wie dargegen die jenige vor grobe vnd vnverſtendige leute gehalten/(wie ſie dan auch ſein muͤſſen) die dieſe betrachtung vnd bericht von anderer lande gelegenheit/ wil geſchweigen ihres eigenen vaterlandes/ darinnen ſie doch erſtlich das B liecht —————— 3——— —.————. 10 Heſsiſche licht erblicket/ vnd nachmaln erzogen/ verachteten in windt ſchlugen/ vnd mehr nichts dan als der vn⸗ geheure einaͤugige Cyclops/ deſſen hochſte freude in ſeiner ſpeluncken das menſchenfleiſch eſſen/ ſich be⸗ kuͤmmerten vndannahmen. Darumb ſintemal iederman ſeines vaterlandes gelegenheit wiſſen ſol/ vnd auch die jenige wol vnd recht thun/ welche de⸗ nen/ ſo deren ding noch vnerfahren/ mit lehre vnnd vnterricht zu huͤlff kommen/ ſo wil ich nicht allein ei⸗ ne rechte vnd wahre delineation vnd Landtaffel vn⸗ ſers lieben Vatterlandes alhier ſetzen/ darmit auch zu dem alles/ was ich hinfuͤro in dieſer Heßiſchen Chronig handlen vnd tractiren werde/ vmb ſo viel mehr ond beſſer koͤnne verſtanden werden/ ſondern vielmehr auch dieß erſte buch von der allgemeinen general beſchaffenheit des landes in dreyen onter⸗ ſchiedenen puncten vnd titeln dem leſer vorſtellen. Vnd ſol hiermit erſtlich der Situs vnd gelegenheit des landes dargeſtellet. Vors ander von der frucht⸗ barkeit vnd beſondern gaben des landes/ vnd vors tritte vnd letzte von deſſen form vnd geſtalt notturfftig gehandelt werden. Von Chronica. n Von dem slrTu oder ort ond lager des landes Heſſen/ vnnd Erſtlich von der alten Catten ſitze. „Je Catten haben gewohnet A mitte in Germania am Hartzwalde ond darnach/ als die Tencteri faſt auffgerieben vnd verdilget worden/ auch die Helvetu ihre wohnung beſſer hienein in Galliam verruckt/ ihre grentzen auch bieß an den Rhein vnd forters bieß in das Wirtenbergerland/ vndgen Torlach er⸗ weittert. Gegen mitternacht haben mit ihnen ge⸗ grentzet/ die Cauci vnd Cheruſci: gegen Morgen die Hermunduri vnd Nariſci, gegen mittag die felder/ ſo man Decumates agros genennet/ die Carithni vnd ein antheil Uſipiorum vnd gegen abend die Tench- teri. Vnnd haben demnach die Catten inne ge⸗ habt onnd eigenthumblich beſeſſen ein antheil des landes Weſtphalen/ der Graffſchafft Bergen/ das gantze Thuringen onnd Heſſen/ vnd das mehrer theil von Francken/ wie auch des Wirtenberger landes/ wie ſolches alles aus Tacito/ Ptolomo/ Plinio/ vnnd Strabone erſcheinet. Daß aber C. Ceſar der Catten nicht gedencket/ iſt die vrſach/ B ij das 12 Heſsiſche daß ſie zu ſeiner zeit nicht bis an Rhein gegrentzet/ ſondern beſſer hereinwartz gewohnet/ vnd daß auch zu ermeldes Cæſaris lebzeiten die Suevi vor allen an⸗ dern Teutſchen voͤlckern floriret/ vñ alſo vnter ihrem nahmen zugleich die andere vmbliegende Teutſche/ ſo wol auch die/ welche ihnen wieder die Roͤmer zu huͤlff gezogen begriffen worden. Letzlich als von Roͤmern die Catten beweltiget/ vnnd faſt gar auff⸗ gerieben/ vnd ſich hierab die Sachſen ihrer angeno⸗ men/ haben ſie durch derſelben beyſtand den antheil landes/ welchen ſie noch heut bewohnen erhalten. Darmit aber auch die jenige welchen jetzt beſag⸗ te Nahmen vnkuͤndig vnnd frembd ein mehrern be⸗ richt haben moͤchten/ ſo iſt hierbey derſelben erkle⸗ rung geſitzet worden. 4 Der Hartzwaldt oder Hercynia Sylva, wirdt auch von anderen genennet der Schwartzwaldt vnd anderßwo von Cæ⸗- ſare ſelbſten Erycinus mons. Dieſes Waldes grentzen kan man wegen vbermeßiger groͤſſe nicht wol zeigen/ ohne daß Pom⸗- ponius Mela ſaget/ ſeine lenge oder vielmehr groͤſſe vnd begriff ſey 6o/ Cæſar aber/ ſeine breite tagreiſe. Er begreifft viel ander welde/ als daß Schweitzergebirge vnd Brißgaw/ da er ſich an⸗ gefangen vnnd von dannen durch Schwaben vnd am Neccar ſich hernieder/ nacher dem Main gezogen/ den Weſterwaldt/ Speſſardt/ Aptswaldt/ Thuͤringer waldt/ Kauffunger vnd Reinhardswaldt/ den Sulling/ Hartz vnd Behmerwaldt/ ſo wol auch das Mehreriſch gebirge vnd andere. Darauß dan erſcheinet/ daß die Catti ihren ſitz an vnd in dem Hartzwalde oder Hereynia ſylvagehabt. Tencteri, Welche Cælar Tenchteros, Plu- tarchus Tenteridas, Appianus Alexand. Tancheros nen- net/ Haben beneben denen Uñpiis, ſo auch Uſipetes, Uli- Pæ Chronica. tz pæ- Viſpi vnd Sypetes, mit denen Catten gegen abend gegren⸗ tet/ da jetzo das Hertzogthumb Bergen/ die Graffſchafften Seyn/ Dietz/ Catzenelenbogen vnd das Rhingaw gelegen: Die Uſipii aber im Gerawer lande am Neccar vnd Rhein/ da nun⸗ mehr ein antheil Pfalt geſeſſen. Helvetii oder Schweitzer haben zuvor beſſer hierauſſen naher Schwaben gewohnet/ vnd ihre grentzen biß an Main erſtrecket/ ſind aber zeitlich hinnuͤber auff Galliam verruckt. Chauci haben geſeſſen zwiſchen der Elbe/ Weſer/ Embs/ dem Meer vnd denen Catren, Da numehrdie Sachſen/ Weſt⸗ phelinge/ Luneburger vnd Braunſchweiger wohnen. Cheruſci, die Hartzlaͤnder/ ſind inwohner geweſen der Marck vmb Soltwedel/ biß an die Luneburger Heide vnd dero lande/ welche nuhmer genennet werden das ſtifft Halberſtadt/ Masdeburg vnd der jetzige Hartz. Hermunduri haben am rechten vfer der Sala/ wie die Catten gegen uͤber am linckenufer/ gewohnet/ daruͤber ſie dan auch endlich der Saltzbronnen halber an einander gerahten. Nach ihrem abzug ſind die Meißner daſelbſten ingewurtlet. Nariſci ſind denen Hermundurern an der ſeiten geſeſſen/ da numehr das Voitland vnd die Ober Pfaltz iſt. Haben ſich endlich beneben denen Hermundnrern vnd Bojis oder Beyern/ welche damaln in Behmen gehauſet/ aus zwang ihrer vnruhi⸗ gen nachbawern in das jetzige Beyerland begeben muͤſſen. Decumates agri haben im anfang deß Hercyniæ bey Brifzunh vnnd dem euſſerſten cheil des Wirtenberger landes elegen. 3 Carithni aber haben im Wirrenberger lande grſeſſen/ nicht fern von dem Helvetiſchen vnd Schweitzeriſchen gebirge vnd wuͤſten/ wie ſolches Prolomæus anzeiger. Suevi waren das mechtigſt vnd groͤſſeſt Volck unter denen ſemptlichen Teutſchen/ ſo auch ihre wohnungen nicht beyei. nander gehabt/ ſondern hin vnd wieder in Cermanien zerſtrew. et geweſen/ darob ſie auch ihre beſondere zunahmen bekommen/ als Suevi Angli bey denen Cimbern oder Holſteinern/ werden von brolomæo genennet Angilli vnnd Suevi Angillorum: 8 3 Suevi —————yy 2. 56 4 BuAONTS 7 Sefl = Jeeu: △‿ 12 5 5 3 8 „ 0 0 8 4. Rne K. 1e c. f03 2 2 arueee Jreväroswne 2 1 1 T„V 7 7 TRTSV A: 5 2 D fuodur ua, 1. 1 4 4 2 † 62 Srer Srar Arn CM, a 4 1 — e C 5 5 — er Birn . CrrTwoRT 2+% ——, 3 re 347 Lrcn24Tes A6E eunsſ 4 3— — ℳ₰ — 5 A— ᷣ 4 Heſsiſche. Suevi Semnones die in der Marck Brandenburck vnd Lausniſß gehauſet/ vnnd ſind geweſen dieeltiſte vnd edleſte Schwaben/ Suevi Longobardi/ ſo an denen Chaucis vnd Cattis gewoh- net etwa im ſtifft Muͤnſter/ vnd von Narſete nachmaln in lra⸗ lien abgifordert vnd daſelbſtẽ ein mechtig Koͤnigreich angerich⸗ tet haben: Suevi Reudigni oder auch Vendigni nach des Rhe- nani correction, Aviniones, Varini, Endoſes, Suardones vnd Nuithones, welche ſaͤmptlich der alten Teutonum, als ſie neben denen Cimbris in Italien verruckt/ ſitze in Meckelburg vnd Pommern ingenommen/ aber doch hiernacher daſelbſten entweder abgezogen/ oder von denen Slavis ausgereutert wor⸗ den. Dan die Vengigni ſind in Rhætiam verrucket vnd haben daſelbſt die Stadt Vendignum erbawet: Die Aviniones ſind in Finlandt kommen die Nuiĩchones aber ſind beneben denen Vandalern vnnd Burgundionibus auffgebrochen/ vnd haben Nuithlandiamoder Uchtlandt ingenommen. So waren auch die Hermunduri Schwaben/ welche nachmaln beneben etli- chen aus denen Semnonibus zun Vendignis in Rhætiam kom⸗ men vnnd daſelbſten das jetzige Hertzogthumb Schwaben an- gerichtet. Von der Situation vnd gelegenheit des Heſſenlandes zu vnſern zeiten. V dieſer zeit aber liget Heſſen faſt in mit⸗ ten Teutſchlandes/ vnd hebt ſich an ſeine lenge von Mittagwarts jenſeid des Mains gegen der Pfaltz/ endet ſich aber an der Weſer/ vnnd Braunſchwigiſchen vnd Padeborniſchẽ grentze gegen Mitternacht. Vff der rechten ſeiten nacher auffgang der Sonnen ligt das Thuͤringerland ſambt angrentzendem Francken: ond Chronica. 15 vnd zur lincken oder gegen Abendt der Rhein/ das Trieriſche/ Coͤlniſche/ Bergiſche gebiete vnd endlich auch ein antheil Weſtphalen. Hierneben aber ſol man wiſſen/ daß der anfang der lenge oder longitudinis dieſes landes vom 2 9 Grada biß ſchier auff 32/ die groͤſſeſt Latitudo Bore- alis vom 1 grad/39: die kleineſt aber iſt 49/ grad. 43/ vnd hieraus koͤnnen die gelehrten von gelegen⸗ heit des landes Heſſen leichtlich vrtheilen. Von der Fruchtbar⸗ keit vnd beſondern gaben des Lan⸗ des Heſſen. S loben aber andere ſeribenten ſehr die fruchtbarkeit vieler lender/ als der Ba⸗ ) biloniſchen ecker/ deß Egyptiſchen bo⸗ dens: Ja die Judiſche hiſtorien ſagen/ daß in Palæſtina milch vnd honig gefloſ⸗ ſen/ damit anzumelden den vberflus aller zum leben gehoͤriger dinge. Dieß vnd dergleichen lob kan an⸗ dern/ inſonders dieſen/ ſo denen mitnachtiſchen orten am negſten gelegen/ darin rauhe lufft vnnd der erd⸗ bodem etwas vngeſchlacht/ nicht zugeſchrieben wer⸗ den. Gleichwohlaber mus man bekennen/ daß Heſ⸗ ſen/ wie biergig das auch iſt/ dennoch ein fruchtbar B v gut — ——— HASSIR E Trrus. SEAc 2— 1 27 4 25 8 2 2 1 8 * u— 373 khin⸗ äbU S 4 Menus 1 M len⸗ 23 — nS 25 — gut landt ſey/ das alle nothurfft deren dinge/ ſoman zu erhaltung menſchliches lebens nicht entrahten kan/ reichlich vnd vberfluͤßig dargibt vnd auſpendet. Vnd damit der leſer von ſolcher fruchtbarkeit vnd gaben ein jede beſonders mit mihr anſchawen moͤge/ ſo wil ich ſelbige in dreyerley weiß darſtellen/ nemblich in erzehlung der erdgewechſe/ der waſſer/ vnd letzlich dero lebendigen thiere. Von denen erdgewechſen des Landes Heſſen. S ſagt zwar Tacitus vnd andere ſeiner mit zeit ſcribenten/ daß Teutſchland ſey eine wildtnuß vnd vnfruchtbahrer ort ge⸗ weſen. Wenn man aber ſolches mit dem jetzigen conferiren vnnd dargegen halten wil/ ſo befindet ſich das augenſcheinliche wiederſpiel. Vnſer Heſſen land betreffende/ wil ich ſolches als deſſen zeugen vnnd exempel darſtellen/ vnd beſagten erſten Punckten in zweyen ſtuͤcken kurtzlich erwoi⸗ ſen: dann erſtlich ſollen die gaben vnd gewechs/ ſo man in der erden findet/ als da ſind metallen/ ſteine vnd dergleichen/ darnach die gewechs/ ſo auff der er⸗ den zu bekommen vnd zu ſehen/ als beume/ ſtauden vnd kreuter/ erzehlet vnd beſchrieben werden/ darauß dan leichtlich die fruchtbarkeit des bodens erſcheinen wirdt. Chronica. 7 Von Berggetwechſen/ Metallen vnd Stein⸗ brůchen des Landes Heſſen. N Heſſen iſt bey denen Cattis Mattiacis (gar ein alt ſilberbergwerck bald nach des Herrn Chriſti geburth von dem Roͤ⸗ P miſchen Hauptman Curtio Ruffo eroͤff⸗ net/ vnd mit kriegsvolck belegt worden/ vnd ſolches iſt das eltiſt Silberbergwerck der Teut⸗ ſchen. Ja es iſt nicht ohne/ daß das alte Teutſch⸗ land nicht ohne ſilber vnnd goldgenge geweſen/ wan nur leute verhanden/ ſo ſich befliſſen denen Metal⸗ len nachzutrachten. Anheut aber hat man aller⸗ handt bergwerck/ inſonders von ſilber/ kupffer/ bley vnd Eyſen/ als bey Gladenbach/ Sontra/ Eſchie/ Franckenberg/ Heine/ Hotzfeldt/ Wildungen/ wie ſolches auch in der beſchreibung ermelter ſtette vnnd ſpital/ wiederumb ſol gedacht werden. So iſt auch beym Schlos Iſenberck ein alt goltbergwerek/ deß⸗ gleichen in der Eder ein koͤſtlicher goltſandt. Sonſt hat Heſſen auch ein gute nothurfft von Steinbru⸗ chen/ als rot vnd weiſſe ſandſtein/ zun mauren vnd thurgewenden/ ſchieferſtein zu dachen/ toffſtein/ gieps/ kalckſtein/ vnd andere. So grebet man auch bey Caſſel vnd Eſchwege ein groſſe menge ſteinkoh⸗ len/ vnd an etlichen orten ſchoͤnen weiſſen Albaſter/ auch ſonſt allerhand bequemliche weiſſe vnnd rote thon erde/ gefeſſe/ ziegel vnd backſtein daraus zu biẽ⸗ nen. Von oöooooooöoooo 18 Heſſiſche Von den Baumgewechſen vnd fruͤchten. Eben zuvor erzehleten gaben aber iſt auch vortrefflich der ſegen Gottes an den d fruͤchten/ als da ſind erſtlich die baumge⸗ wechs. Dan ob es ſchon viel waͤlde giebt/ ſo ſind doch dieſelben nicht ohne nutzen/ angeſehen daß viel weide darinnen/ vnd die gehoͤltz ein theils Eichen vnnd Buchen/ woelche wegen der maſt dem lande groſſen frommen ſchaffen/ daß wol in einem waldt/ da anders volſtendige maſt iſt/ dreiſ⸗ ſig tauſent ſchwein feiſt gemacht werden koͤnnen. So wechſet auch das feldt vnnd garten obß/ als oͤpffel/ biern/ Pflaumen/ kirſchen heuffig/ wehrhafft vnd ei⸗ nes guten geſchmacks/ vnnd zu dem von mancherley ſorten/ alß von oͤpffeln/ rote ond weiſſe zuckeroͤpffel/ rote vnd weiſſe Rambu/ Ribau/ Porſtorffer/ rote vnd weiſſe Carpendu/ Wigein/ Pariß oͤpffel/ Grun⸗ che/ kern/ Reige vnd Schluttichoͤpffel/ allerley art von Hartichen/ von groſſen ſuͤſſen vnd ſawren ge⸗ meinen opffeln: von Bieren/ Moſcateller/ Glutos/ Gauncaux biern/ ſommer ond winter Pargamot biern/ zucker oder Aland Biern/ Antorffer/ Regall/ Paris/ Biſem ond Caneel biern/ Poir de Mega/ Poir de Sarteaux/ de Glori/ Caillau biern/ vnnd ſonſt vnzehlich gemeine arten vnd geſchlecht: Von I Kirſchen allerhand ſuͤſſe/ ſawere/ lichte/ weiſſe/ rohte/ b gelbe/ ſchwartze/ Rheiniſch/ Spanniſche/ duppelte/ Lem⸗ ——ÿÿ—— 4 ͤͤ—— Chronica. 19 Lombardiſche/ Genueſer/ Jeruſalemiſche Kirſchen/ Biguartaux/ Segregottes/ ond wie dieſelben nah⸗ men haben moͤgen: Von Pflaumen auſſerhalb der gemeinen gattung/ runde/ lange/ rote/ weiſſe/ Da⸗ maſt Pflaumen/ Verdacer/ Vngariſche/ Mira⸗ bolan/ zucker pflaumen/ Spilling/ groſſe rote vnnd gelbe/ kleine gruͤne vnd weinpflaumen etc. Von nuſ⸗ ſen ohn die gemeine Lampertiſche/ welſche nuß/ Ma⸗ ronen oder Cablauren/ Neſpeln/ Coniol baum/ Sorba allerley geſchlecht: Von Heckwerck Mu⸗ ſcateller roſen/ groſſe vnd klene Povintz roſen/ Sam⸗ met/ Canell/ Damaſt/ Vlmer roſen/ rote vnd weiſſe roſen/ Roſen ohne dorner/ groſſe vnd kleine Sta⸗ chelbiern/ Berberis oder dergleichen: Vnnd was ſonſt von allerhand garten gewechs vnd Exoticis L Wilhelm ꝛc. ins landt bringen laſſen. Wein hat man in Heſſen doch nicht gleicher kreffte vnd menge. Dan in ober vnd nieder Catzen⸗ elenbogiſchen Graffſchafften wechſet ſehr guter wein aber bey denn vndter Heſſen als Caſſel/ Carthaus/ Aldendorff Witzenhauſen/ ond Rodenberg wechſet er nicht ſo gut. Den ackerbaw anlangendt iſt derſelbe koͤſtlich vnd nutzbar von allerley getreidt vnd korn/ als rockẽ/ weitzen/ gerſten/ andacht/ haffern/ erbetß/ wicken/ bo⸗ nen hirſen/ vnd ſonſt kuchenkreutern:(Wil geſchwei⸗ gen der herlichen Simplicien vnd kreuter/ ſo man hin vnd mi der an den bergen findet/ vnd wohl Aroma⸗ ten 4 ꝑ—ſͤbͤͤſͤͤ 20 Heſriſche ten/ ſo man in artzeneien benoͤtiget/ moͤgen geachter werden) vnnd wechſet vornemblich der halm an etli⸗ chen orten ſehr hoch/ alſo daß man einen reitenden man darin kaum zu ſehen vermag. Als ſonderlich vmb Guttenſperg/ Fritzlar/ an der Werra vmbEſch⸗ wege/ in der Wederaw/ da die groͤſſeſt fruchtbarkeit/ als ſonſten im gantzen lande iſt/ bringet der ſcheffel in guten jahren acht/ neun/ zehenfeltig geraht mehr als weniger/ vnnd gefellet alſo durch Gottes verlei⸗ hung ſo viel getreide in Heſſen/ daß auch offtermals die benachbaurte lande/ darmit geſpeiſet werden. Auch wechſet darin ein groſſe anzahl flachs/ dahero ein groſſer handel im Niederfuͤrſtenthumb Heſſen mit dem garnkauff vnd leinentuchballen na⸗ her Franckfurt vnd ins Coͤlniſche vnnd Bergiſche land getrieben wirdt. Von den Waſſern vnd Bronnen in Heſſen. & S ſeindt auch darinnen ſuͤſſe/ ſaure/ war⸗ 4 me waſſer/ oder Bahde/ vnd Saltzbrun⸗ nen. Das ſuͤſſe waſſer iſt friſch/ klar/ vnd W lieblich/ vnnd entſpringt auß luſtigen quellen/ allenthalben in thalen/ vnnd in gebuͤrgen. Die groſſen vnnd Schiffreiche fluͤſſe aber ſeindt/ der Rhein/ der Main/ die Werra/ Fulde/ vnnd die Weſer. Der Rhein hat ſeinen vrſprung in den b⸗ Chronica. 22 Alpen/ ſcheidet Heſſen von der Pfaltz/ vndtheilet ſich endtlich/ ehe dan er ins Meer Helien drey ſtrome/ die Wahl/ Iſel/ vnd Lech. Der Main koͤmpt dom Fich htelberge durch Francken vnd Heſſen vnd er⸗ geuſſet ſich endtlich bey der ſtadt Meintz in Rhein. Die Werra aber entſpringt im Thuͤringer wald in Francken/ wie auch die Fulda. Dieſelben kommen zuſammen onter der ſtadt Muͤnden/ daſelbſt die Hertzoge zu Braunſchweig ſe tzo ein fuͤrſtliche reſi⸗ dentz haben/ welche ſtadt ſonſtet zu der Heſsiſchen graffſchafft an der Werra von alters gehoͤrig vnd Heſsiſch geweſen/ vnd jahrs 12 63 an Hertzog Albert den groſſen zu Braunſchweig/ als er Her⸗ tzog Heinuch zu Brabandt/ dem kind zu Heſſen/ gegen Thuͤringen beygeſtanden/ kommen/ vnd ver⸗ lieren beyde den nahmen/ vnnd werden genennet die W eſer/ ſo ihren ihehen ausfluſs vnd endtſchafft an Sachſen im Meer hat. Die geringen waſſer ſind die Bintz vnd Nidda/ welche vnter Franckfurt in Main kommen/ die Loͤhn/ ſo uͤber Col olentz in Rhein fleuſt/ die Eder/ welche Tacitus Adra⸗ nam nennet/ vnd die ihren außgang in der Fulda hat/ die Schwalm vnd Embß/ ſo beyde in die Eder flieſſen/ ond die Dimal/ ſo letzlich in der Weſer ihr endtſchafft hat. Eß ſind aber auch noch ſonſten viel andre ſtarcke fluͤſſe vnd baͤche/ welche ich an dieſem ort zu nennen vmbgehen wil. C Von ——ͤͤ ͤſſ“ 8 8 —————— 2² Heſsiſche Von denen Heſsiſchen Sawrbronnen. Je Saurbronnen aber findet man vor⸗ „ nemblich in der Graffſchafft Waldeck/ in Mder Wederaw/ onnd in Catzenelenbo⸗ gen. Dieſe wie ſie am geſchmack/ vnd auch der lauterkeit vngleich/ alſo haben ſie ihre ſaͤure auch nicht von einerley arten der metallen/ oder Mineren/ inmaſſen hiernegſt bey eines jeden bronnen beſchreibung erkleret werden ſoll. In ge⸗ mein iſt wiſſentlich/ das nachfolgende ſtuck/ nemb⸗ lich/ eiſen ertz oder Ochra rubiginoſa/ eiſen Berggeel oder Ochra ferroſa /ſaltz/ alaun/ Niterſaltz/ vitriol/ ſchwartz/ graw/ gelb/ rohrer Bergſchwefel oder atra⸗ ment/ vnd Criſtallinen ſaltz/ durch ihre bey ſich ha⸗ bende ſaure ond ſcherffe die waſſer zu inficiren vnd ihnen ſolche krafft mitzutheilen pflegen: Darneben aber daß durch ſchwefel/ kupffer/ ſüber vnd goldrieß/ durch einen naruͤrlichen Augſteiniſchen ſafft/ oder ſuccinum Lquidum, durch Sanderacam, Arſenicum⸗- Operment/ Bergwachs/ Bergbech/ Bergamper/ Armenierſtein/ Lazurſtein/ Schiffergruͤn/ Spies⸗ glaß/ kalckſtein/ vnd Criſtall ettwa liebligkeit zu drin⸗ cken/ oder aber ſonſt allerhand kreffte wider viel gebre⸗ chen vnd ſchwachheiten des leibes ſolchen bronnen angethan/ vnd inverleibet werde. Doch ſind die tru⸗ bewaſſer an ſolchen wirckungen den hellen oder kla⸗ ren nicht zuvergleichen. Sonſt leiden ſie kein gifftig ge⸗ gewuͤrm/ als Schlangen/ Croten/ oder auch froͤſche vnd ander gewuͤrm vmb ſich/ ſondern toͤdten dieſel⸗ ben/ ſo bald ſie darin geworffen werden/ wie auch ebẽ⸗ meßig den fiſchen beſchicht. Von den warmen bahden in Heſſen. VN iſt es am tag/ daß ſolche heilſame waſſer/ bronnen/ vnd warme bahde beſon⸗ M dere gaben Gottes ſein/ die denn menſchli⸗ Fel urchen erpern in viel weg zu huͤlff komen/ nuͤtzlich vnd dienlich ſin. Vnd moͤgen die jenige lande/ ſo darmit von Gott begabet/ ſolcher genaden ſich wol danck barlich ruͤhmen. In/ Heſſen findet man derſelben zwey vornehme/ alß bey Wiſbaden/ in der Graffſchafft Naſſaw/ vñ Embß in der Graff⸗ ſchafft Dietz/ zuſtendig denen Landgraffen zu Heſ⸗ ſen/ vnd dan dem hauß Naſſaw. Solcher warmen waſſer gedencket auch Plinius/ vnnd nennet ſie Mattiacos fontes. Es wollen aber die gelehrte Naturkunder/ daß ſolche/ vnd dergleichen waſſer/ ihre waͤrme vnnd hitz nicht von Kalckſtein/ bech/ oder ſchweffel/ ſondern ei⸗ gentlieh vom feur/ ſo ſich innerlich im erdreich ver⸗ haltet/ bekommen vnd haben ſollen: Den geruch/ ond kreffte aber von taupf/ kalckſtein/ ſchweffel/ alau⸗ bergwachs/ ſaltz/eiſen/ kupffer/ kieß/ von bley/ ſchwe⸗ felichen gengen vnd dergleichen/ durch welche ſie th⸗ ren lauff haben. E Von ————1 ———— 24 Heſsiſche. Von denen Heſsiſchen Saltzbronnen. SEy den alten Catten wird keines andern e Sallzbronnen als der Halliſchen gedacht/ 2 9 welcher vrſach wegen ſie auch ſchwere krieg ord ſchlachten wider die Hermunduriſche Schwaben gefuͤhret haben/ ſinthemal ein jedes theilſich deroſelben eigenthumblich anmaſſen wollen. Nachdem aber wir numehr weit von denſel⸗ ben verdrungen/ vnd durch der Thuringer ankunfft abgewieſen/ ſo hat doch Gott der Allmechtige vns mit einem andern reichen ſaltzbronnen an der Werra bey Allendorff alſo vnd deromaſſen verſehen/ daß nicht allein daraus das land/ ſondern auch die be⸗ nachbarte geſpeiſet werden. Sonſt findet man auch ſaltzwerek bey Nidda/ Friedberck etc. Von dem zahmen Vieh des Landes Heſſen. Eben oberzehlten gaben der fruchtbarkeit/ hat auch dieß volckreiche land ein gutte viehzucht/ zumahl/ weil hin vnd wieder in denen wieſen gruͤnden vor vnnd in denen welden viel vnd gute weide. Auch wirdt von denen alten Teutſchen geſchrieben/ daß ſie neben/ vnd vnter dem vieh gewohnet. Noch an heut befindt ſichs in Heſſen/ daß vaſt wenig haußhaltung darin/ bey 8 chen Chronick. 25 chen nicht die viehzucht wol in acht genommen/ und ſolch vieh nach eines jeden beſchaffen heit beydes zur ſpeis/ und arbeit gezogen werde. Vnd weiln die Viezucht an rind und ſchaaff vieh ſehr guht in Heſ⸗ ſen/ kauffen die Brabender und Rheinlaͤnder viel haͤmel und ſchaaffe daſelbſten/ welche ſie in ihre land⸗ ſchafft dreiben. Dahero in Heſſen der wollenhan⸗ del naher Brabandt und andern orten vortrefflich. So braucht man auch beſonders im Niderfuͤrſten⸗ thumb anet lichen orten/ ſo wol die verſchnittene och⸗ ſen/ als pferde zum ackerbaw und anderer arbeit. Von wilden Thieren und Vogeln. N Hirſchen/ Hinden/ Rehen/ wilden = Saͤuwen/ Fuͤchſen/ hat es wegen der e. groſſen waͤlde mehr/ als bißweilen dem Landman lieb iſt. So werden auch unter zeiten Baͤren angetroffen/ deßgleichen auch Wolffe. Es gibt auch Birckhanen/ Haſel⸗ und Rephüͤner/ Cromat⸗ und allerhand niedliche voͤgel an wilden Gaͤnſen und Endten/ Schnepffen/ Reigern/ Ler⸗ chen/ Wachteln/ roten Spechten und ſo vort an. Vnd ſolcher geſtalt hat man auch in dieſem pun⸗ cten zu erhaltung des menſchen die gůͤ⸗ te und fuͤlle. & iij Von ——y ͤ—— ———————— Heſſiſche Hon alter und newer form und geſtalt deß Landes. On dieſem aber/ vann man Tacito/ Se⸗ S nec⸗, Straboni/ und anderen glauben Nen muhß/ befind ſichs/ daß zu der alten = Catten zeiten Heſſen ungeſtalt/ wuͤſte/ rauh/ unartig/ aber reich an vieh geweſen. Sihe zu ein ſoſch land hat unſere großvaͤter erzogen/ und ernehret/ ſthe ein ſolche wiltnuß hat ſich in ſo frucht⸗ baren und luſtigen ort durch den ſegen Gottes ver⸗ kehret/ daß auch hierob der vorbemelten ſcribenten zeugnuß gleich als ein fabel zu achten. Dann ſchaw doch an die liebligkeit der ſchoͤnen und luſtigen thale/ und wie dieſelben von den vielfeltigen farben der kreuter und blumen glentzen und leuchten: ſchaw an den ſchonen proͤſpect und anſehen der ſo hohen berge und felſen/ den lieblichen angenemen ſchatten der lufftigen/ ja luſtigen waͤlde: ſchawe an den ge⸗ ſchlachten boden der felder und huͤgel und ihre ſchoͤ⸗ ne fruͤchte/ dieweintregige berge/ die groſſen und klei⸗ ne flieſſende waſſer/ wie ſte daher rauſchen/ und das erdreich befeuchten/ die wolſchmeckende kuͤhle bron⸗ nen/ wil geſchweigen/ wie artig hin und wieder die groſſe und kleine Staͤdte/ die hohe bergheuſer/ die flecken/ Caſtell/ dorffe und ſchloſſe diſponirt und verſetzt ————— Chronica. 4 verſetzt ſein: Warlich wird ſich alß dann ein beſonde⸗ re anmuht/ und liebligkeit in dieſem Land befinden. Von der form an Staͤdten/ Dorf⸗ fen und anderen gebewen. War an ſich ſelbſten ſind die Staͤdte in⸗ z wendiger ſchoͤne halber nicht eben vor an⸗ dern landen beſonders zu ruͤhmen/ zuma⸗ en weil das Land und volck ſich vom a⸗ ckerbaw und der viehzucht mehrertheils nehret/ und derowegen die viehſtaͤlle und miſten zu nechſt bey den heuſern hat: aber dem euſſerlichen anſehen nach ſind ſo wol die dorffe/ als ſtaͤdte anſehenlich wegen threr hohen kirch und anderen thuͤrnen/ und der bey⸗ liegenden hohen bergheuſer und ſchloͤſſer/ in maſſen dann wenig ſtaͤdte/ bey welchen nicht etwa ein ſolch hauß und prechtig gebew zu ſehen/ oder zum wenig⸗ ſten ein antiquitet und anzeigung eines alten ge⸗ meurs von demſelben noch uͤbrig/ wie ſolchs auß hiernach geſetzten abriſſen klerlich erſcheinen wirdt. So ſind zu demalle ſtaͤdte mit hohen mauren undthuͤrmen/ wo nicht mit einem wall und graben/ zum wenigſten mit einem hagen von dornen umb⸗ geben. Auff denen huͤgeln umb die Staͤdte ſihet man auch noch die zerfallene thuͤrme/ un warten/ ſo vor et⸗ lichen hundert jahren wegen deßvielfelligẽ ſtreiffens C v dero ————— — 28 He ſſiſche dero reiſigen von ſtaͤdten dem ackerman deß fein⸗ des ankunfft darvon durch gewiſſe zeichen anzudeu⸗ ten/ und ihn zur flucht anzumahnen/ erbawet wordt. Die Heuſer aber ſind von eichenem holtz und leimen erbawet/ in ſtetten hoch/ und mit vier/ fuͤnff bo⸗ den/ oder eſtreichen uͤberſetzt/ und mit vielen fenſtern gezieret. In doͤrffern ſind ſie zwar nidriger/ und von wenig fenſtern/ aber doch auß einerley matery zugerichtet/ ſtehen auch faſt wie in ſtaͤtten zu langs an der ſtraaſſen bey ein ander/ und nicht wie etiva an V etlichen orten Teutſchlandes/ hin und wider im feld. 4 So hat auch der bawers man ſeinen acker und wie⸗ ſen nicht beyeinander/ ſondern hin vnd wieder in der feldmarck zwiſchen ſeines nachbauren guͤtern zer⸗ ſtrewet. Schoͤneobsgarten findet man gemeinlich bey denen heuſern/ und etwa auch in ſtaͤtten. Nicht ohne iſts/ daß hierneben der Adel auffm lande und ſonſt vermoͤgene leute/ beſonders aber in denen vorneh⸗ men ſtaͤdten/ auch herliche und prechtige gebew von ſteinen auffgebawet. Vnnd diß ſey alſo geredt in genere von dem zand zu Heſſen: Folget derowegen die ſpecial be⸗ ſchreibung deſſelben/ und von einem jeden ort/ und theil deß Landes b heſonders. Special Cbronica. 23 4æ 2 ſchreibung vnd zu for⸗ derſt von denen Voͤlckern ond Staͤdten/ darin die Catten abgetheilet. S ſind aber die Catti in vnder⸗ 41 H ſchiedne völcker abgethein ge⸗ a weſen. Als die Cattimelibocos, iſt ſo viel als die Catten/ ſo omb den berge Melibocum gewohnet: die Matriacos vnnd Batauos/ welche nachmaln der mehrtheil/ ſich in Hol vnnd Seeland begeben/ vnnd ſich derowegen erſtlich die Tencteri/ vnd nach denſelben die Cattimeliboci in ein antheil Ihrer vberlaſſenen lender in die Nieder⸗ graffſchafft/ vnd das Rhingaw ingeſetzt. Sind etwa auch Ingriones genent worden. Die Mattiaci aber/ wie ſichs anſehen laſſen wil/ haben beſeſſen die Niedergraffſchafft/ Naſſaw/ diſſeit der Lohn/ das Rhiagaw/ vndein groß antheil deß Fuͤrſtenthumbs an der Loͤhn vmb Marpurg. So ſind der Batra⸗ vorum zo Heſsiſchẽ vorum wohnung geweſen/ da numehr die Graff⸗ ſchafft Naſſaw ſenſeid der Loͤhn vmb Dillenberg/ die G. Wittgenſtein/ Batteberg/ welchs auch ein Graffſchafft geweſen/ Franckenberg vnd ein antheil der Graffſchafft Waldeck gelegen: Von den Caſ⸗ variis vnd Cattugriis ſind vbrig die volcker/ ſo vmb Caſſelvnd Wolffhagen wohnen. Vndob wolauch die Cattuarii/ oder Caſſvarii/ das ſtifft Paderborn innen gehabt/ ſo ſind doch nachmaln in dieſelbe ge⸗ gent/ als die Catten von den Roͤmern vbeltiget vnd daſelbſten abgetrieben/ die Sachſen zu wohnen kommen. Die Heſſones haben geſeſſen vmb Hom⸗ burg/ Hersfeld vnnd fortters an der Warre/ vnd Fulden/ die vbrigen Catten aber haben in Thuͤrin⸗ gen ondFrancken ihre wohnung/ chun vnd weſen ge⸗ habt. Dieſelben voͤlcker haben auch ihre beſondere ſtaͤdt/ oder vielmehr dorffer/ auch etwa vornehme hoͤfe onnd örtter gehabt/ alß Artaunum/ welches ſich faſt anſehen laſſen wil/ als wan es die gelegen⸗ heit vmb Franckfurt ſey/ angeſehen die nehe des ber⸗ ges Tauni/ welches iſt der Feldberg/ die Hoͤhe vnnd der gantze Haͤrich/ oder Niedergraffſchafft/ ſo zu Earoli Magni zeiten Heinrichia Sylva genennet. Der Meliboeus aber liegt jenſeit des Mains bey Zwingenberg/ vnnd ſihet man noch darauff alte monumenta, onnd anzeigung von vberaus groſſen ſpitzigen ſeulen. Iſt vor alters eine fruchtbare ge⸗ gent geweſen/ vnnd an welchem gebuͤrg man auch . Ertzgru⸗ „.— 8 & 8 A 8 N Chronica. 31 Ertzgruben erfunden: vnd dan gegen dem Main Melocavus gelegen. Sonſtet die andere vorneme oͤrter/ ſtaͤttlein oder wohnungen dero Catten ſindt: Mattium vnd Mattiacum/ welches die Heupt⸗ ſtadt dero Carten geweſen/ halten zwar der meh⸗- rertheil vor einen ort oder ſtadt/ aber es leſſet ſich der warheit ehnlicher anſehen/ das Matrium ſey geſtanden da nuhnmehr das dorff Metz/ im Ambt Gudensbergk/ Matriacum aber etwa z3u Marpurg oder ja in einer gelegenheit der Graf⸗ ſchaft Na ſſaw welches von den Mattiacis den na⸗ mẽ gehabt. Bogadium obs etwa nach etlicher gut⸗ beduncken Wetzlar mag geweſen ſein/ Nuætium aber laſſaw. Amaſia iſt nicht eine ſtadt ſondern das Waſſer Embs/ vnd Amalia oder Amilia Ha⸗ melburg Pheugaram die Buͤchen oder ulda Sre- reontium achtet man wol vor Caſſell/ aber vn⸗ recht/ dann der nahme Caſſell iſt ſo alt als dee ander/ vnd koͤmpt hero von denen Calvariis: daß alſo ich lieber glauben wolte das Sterenontium vmb Greiffenſtein oder Dillenbergk gelegẽ habe. Trophæa Druſi deuten auf Herßfeldt/ vñ Treyſa. Munitium auff die ſtadt Muͤnden vñ Thuliſurgũ auff Huͤxer. Daſelbſten iſt angangen Teutobur- genſis Saltus. Darinnen Q. Varrushingerichtet/ mit welchem auch gegrentzet Caſia ſilva. Bacenis aber iſt der Thuͤringet walt/ vñ Kemana der Ode⸗ waldt/ daran der Melibocus gelegen/ Thaunus iſt die hoͤhe vnd der Harich/ welche ſamptlich zum Herciniæ gehoͤret/ Calega Kala in Thuͤringen/ Argelia Arnſtadt/ Lupia Ebleben/Locoritum Ro⸗ tenberg — Heſsiſche enberg an der Tauber/ Gravionarium Bamberg Arraunam etwa Franckſurt/ Melocavus Milten⸗ bergk/ Herbipolis Wirgburgk /Hammonis fanum bey Franckenberg/ Caſtoris aber zu Keſterberg/ vnd Buriburgum der Buͤrberg bey yridslar etc. 8& 4„ſ„ Hõ dem obern Heſſen. Fo Erners wird Heſſen al getheilet in Ober & oñ Nider Heſſen. Oberheſſen grentzet mit 20 52 Francken/ Pfaltz/ Meint Trier vñ Coͤlln. ee Dies theil begreiffet in ſich Auoad fitum/ doch jedem Herrn an ſeinem eigenthumb vnſchedlich folgende Fuͤrſtenthuͤmber/ Graff vnd Herrſchafften nemblich die Ober vnd Nidergraffſchaft Catzenelen⸗ bogẽ: die Graffſchaft Dietz: das Rhingaw:die Wet⸗ teraw/ vñ in derſelbigen etliche Reichſtaͤt/ wie auch et⸗ liche Hanaviſche/ Iſenburgiſe che/ vn Mentzigſche ſtaͤ⸗ te vnd ſchloͤſſer/ ſampt der Herrſchaft Epſtein/ vnd de⸗ ren graffſchafften Koͤnigſtein/ vñ Solms;: die Graf⸗ ſchaft Naſſaw: die G. Witgenſtein: die G. Niddat vnd das Fuͤrſtenthumb an der Loͤhn. Von gatzenelenbogen/ ond erſtlich eon der Obergraffſchafft. Atzenelenbogen behelt den nahmen von den e Cattimelibocis/ ſo in der gegent vnd forters an der Bergſtraſſen/ vnd vmb Heidelberg vnd Dur⸗ lach ihreſitz vñ wohnung gehabt. Auch vor altẽ zeiten 8 vie 82 den ur⸗ ten viel Chronica. 81 diel von den Roͤmern erleiden muͤſſen. Wanaber dieſe Graffſchafft/ ehe ſte an die Fuͤrſten zu Heſſen gelanget/ von beſondern Graffen regieret/ vnnd mit ſchoͤnen gebewen vermehret worden/ ſo wil ich deren zahl/ vnd Genealogiam, ſo viel muglich hierbey fugẽ. Im jahr nach Chriſti vnſers Herrn vnnd erloͤſers ge⸗ burth 9 27wirt Graſen Wolffgangs zu Catzenelenbogen/ eines ſtreitbahren Helden/ in hiſtorien gedacht. Deſſen ſohn hat vmbs jahr Chriſti 940 Keyſer Ottoni dem! daß land zu friede bringen vnnd die ſtadt Meintz wegen ihres vngehorſambs in Anno 9 /5 bekriegen helffen. Darnach vmbs jahr 1019 bey lebzeiten keiſer Conrad des II war beruffen Graff Wilhelm derl. Deſſen eltiſter ſohn hat nach ihm regieret/ der juͤngſte/ Einhardus mit nahmen/ iſt Biſchoffzu Speyer worden. 1058. Nach dieſem vber neuntzig jahr/ nemlich in anno u⸗⸗ hat ein Graff zu Catzenelenbogen ſampt Pfaltzgraff Herman und Bechtolden von Nidda Biſchoff Arnoldum zu Meintz be⸗ kriegen helffen. Anno 1203 und iſt Graff Wilhelm der II ein mitge⸗ haͤlff geweſen Landgraff Hermans wieder die Keiſer Philip⸗ pum vnd Ottonem lV. 7— 58— Dieter od r Dietrich der l. ein reicher vnd VVilhelm der liI genawer Herr/ iſt anno 1219 ins gelobte G. zu Catzenelen- land gezogen/ darnach von Pfaltzgraff bogen von dem be⸗ Otten die ſtadt vnd ſchloß Braubach an⸗ ſiehe bey dem zei⸗ no 1231 zu lehen empfangen/ daß ſchlos chen* Rheinfels gebawet/ ſanno 296. von ſei⸗ ner gemahlin Hieldegundt ſind ihm ge⸗ bohren A D Hombert —— Heſſiſche A Homberrtt Graff zu Catzen- Dieter oder Dietrich elenbogen. Eberhard Bi- der I1 Graff zu Catzen⸗- ſchoff zu Btrecht. Vnnd elenbogen. † an. 1289. Ludwig gebruͤder. von Lud- wig ſind gebohren ——*— Bechtoldt/ welcher in VVilhelm der IV dieſe beydegebruͤder anno 1321geſtor- haben dem Cloſter Erbach privilegia ben geben 34 VVolfgang der V annoz3⸗ Dierer Apt iu Prune. 4,24 Philippus der I anno 1361 Diether der IIIhat anno 90 der ſtad Coͤln viel ſchaden zu⸗ gefuͤget. VVilhelm der V bawet in anno Eberhard der ll aber Dorn- 2371 das ſchloß Burg Schwal- burg vnd die Zwingenberger bach/ Kirche. Fridrich und Otrto haben gleb et in anno 1414. X† Vvilhelm der IIl hat das ſchloß Reichenberg erbawer. Eberhard derl des nahmens Seine ſchweſter iſt verheirah⸗ Graff zu Catzenelenbogen tet mit Grafen Adolff zu Naſ⸗ hat gelebet anno 1270 ſaw. —*. 1 Johannes derl hat H. Adelheit nachmaln Graͤſin zu Naſ⸗ Johann 4 Brabandt ſaw. 1 T Chronick. 39 B Anno 1326 bekriegen helffen/ vnnd von einer Graͤfin von Seen erzenget. -ℳ —. Johan denlI, Fridrich ſ. g. Adelheit G. Adolff zu Naſ⸗- dem ſeine ge⸗ eine Graͤfin ſaw Roͤmiſchen Koͤniges mahlin ein G. von Leiningen mutter. geboren Die-— A— hern. † anno Gerhard Bi- Volram, welchem eine Graͤ⸗ 1373. ſchof zu iin in von Weſterburg gebar Speier —* Diether denlV † ſeine ſchweſter be⸗ Emnichonlim ſ voll anno 1380 hat von kam ein Grafenzu eine G. von Span- einer G. von im- Hohenlohe. heim erzeuget purg verlaſſen — w-„ Fridrich den II, wel⸗ Fridrich den III Seine ſchweſter cher von einer G. von deme eine G. zu nachmaln eine G. Waldeck verlaſſen Naſſawgeboren zu Budingen. VVolffgang den El- tern/ ſo in an. 1337 dẽ . thurnier zu Ingel⸗ VVolffgang den Juͤngern/ deſſen ge⸗ heim beygewohnet. mahlin eine tochter Wolffgang des Eltern Philip der Elter/ hatte zwo gemahlin/ die erſte eine Graͤfin in Wirtenberg/ die andere eine Graͤfin zu Naſſaw. Philip der juͤnger G. zu Catzenelenbogen hat Biſchoff Dietri⸗ chen zu Mentz wieder Adolphum Grafen zu Naſſaw ſchuͤtzen helffen/ hat keine manß erben verlaſſen. Seine Schweſter aber iſt an Landgraff Heinrich zu Heſſen vermaͤhlet: Dannenhero nach ſeinem toͤdlichen abgang Catzenelenbogen an die Fuͤrſten zu Heſſen gelanget. 6 v- ——¶——————— 36 Heſsiſche Erklerung der zeichen ſo hin vnd wieder in dieſer vnd nachfolgenden Genralogi⸗ en gefunden werden. Das merckzeichen † bedeudet ſo viel/ als iſt geſtorben. ſ. g. iſt ſo viel/ als ſeine gemah⸗ lin. G: iſt Graff oder Graͤfin.* Iſt vmb⸗ kommen oder erſchlagen worden. Rſt wird aber die Graffſchafft Catzen⸗ elenbogen getheilt in die ober vnnd nie⸗ der Graffſchafft. Die Ober Graffſchafft liegt zwi⸗ ſchen dem Oden wald/ Rhein vnd Wet⸗ teraw. Die Staͤdte darinnen ſeind Darmſtadt/ Zwingenberg onnd Rheinem/ hat aber darneben ſchoͤne flecken/ vndter welchen beſonders Geraw/ Puneſtadt/ Trebur/ Ahrheilgen. Schloͤſſer/ ſo von alters da geweſen/ ſendLiechtenberg/ Dornberg/ vnd Ruſſelshem. Iſt ein eben fruchtbar land/ von getreidich/ wein/ mandlen/ kapskraut/ hat vortreffliche Fiſch⸗ weiher/ vnd bey ober Ramſtadt am Odenwald ein Kupffer bergwerck/ welches auch ſilber helt. Der Odenwaldt nimpt ſeinen anfang an der Bergſtraſſe/ vnd ſtreckt ſich bis an den Man/ iſt von .„„. G Chronica. 37 von alters geweſen Semana ſylva/ und hat am end deſſelben walds gelegen der Melibocus/ ſo noch an⸗ heut von den inwohnern der Malcheberg genennet. Iſt ein ſehr hoher ſpitziger berg/ obig dem alten berg⸗ ſchloß Bickebach. Darmſtat iſt die Hauptſtat der Obergraff⸗Darmſtadt ſchafft/ daſelbſt die Grafen zu Catzenelenbogen ein feſt ſchloß gehabt: Weil nuhn Landgraff Georgẽ zu Heſſen die Obergraffſchafft Catzenelenbogen von ſeinem. Herrn vattern/ Landgraff Philips zu Heſſe/ im teſtament verſchafft worden/ hat derſelbig das alte Schloß abgebrochen unnd an deſſen ſtett ein Furſtlich ſchloß und darbey einen ſchoͤnen luſtgartẽ/ darin etliche fuder Wein vnd viel herrlichs obs/ auch viel exotica wachſen/ zugerichtet/ darzu die ſtad mit ſchoͤnen ſteinern gebewen gezieret/ daß es ein anſehen hat. Woher aber Darmſtadt den nahmen bekom⸗ men/ weiß man nicht eigentlich: Nuhrt das etliche meinen eß heiſſe Trajaniſtadt und ſolches weil man daſelbſt anno 1553 in dem fundament eines alten thurms des Trajani muͤntze gefunden. Es haben auch ihre Fuͤrſtliche Genaden da⸗ Krauch⸗ benebens zwey ſchoͤne heuſer/ Kranchſtein unnd ſtein. Sensfeld/ ungefehr ein meilwegs davon gelegen/ Sensfeldt gebawet. Zwingenberg iſt ſetzund ein altes zerfallen zwingen⸗ Schloß/ darbey die Stadgelegen/ unnd deswegen/ berg daß es ein gezwungen ort vom gebirge/ moraſſen/ E und — ———— 33 Heſsiſche. und waͤlden/ iſt es Zwingenbergk genennet. Dann auff der einen ſeiten iſt der hohe Malchberg/ der auch ſeiner hoͤhe vnd ſpitzen halber von den inwoh⸗ ner der Spitzberg genent wird. Auff der andern ſeiten/ ſind gewaͤlde/ Erlen/ groſſe lachen/ ſumpff undgraben/ auch biß an Rhein hinnahn. Die kirch darinnen hat Graff Eberhart zu Catzenelenbogen/ ſo in anno 1403 verſtorben/ gebawer. Lichtenberg iſt ein ſchoͤnes Schloß/ vnd berg⸗ hauß am eingang des Odenwaldts gelegẽ/ ſo Landt⸗ graff Georg auffs herrlichſt zu ernewren angefan⸗ V gen/ vnd faſt in die vierung bracht hat/ iſt mit gebirg . vnd waͤlden vmbgeben. Etwa zwo meil von Darmſtat/ ligt das newe Loffyem. Kloſter Hoffhem/ welches in anno 1534 Eandr⸗ graff Philips der Elter zu der vier hohen Hoſpita⸗ len einem verordnet. Deßmals ſind allein die kirch/ und zwey heuſer daſelbſt geſtanden. Nunmehr aber iſt es mit ſchonen gebewen fuͤr die krancken am⸗ plificiret und erweitert. Geram Von dem ſtaͤdtlein/ oder flecken Geraw wird die gantze Obergraffſchafft das Gerawer Land genennet/ ligt in einer ſehr fruchtbaren gegendt am Schwartzbach/ und iſt umbs jahr Chriſti 1300/ als man das Hauß Dornburg/ ſo nechſt bemelter Eber⸗ hart Graff zu Catzenelenbogen vollendet und a usge⸗ bavvet/ von dẽ Hoß dienern zu bewohnen angefangẽ Nicht fern vom ufer des Rheins ligt der ſle⸗ cken Lichteberg. Chronica. 59 cken Trehur/ oder Triburium/ ſo etwa vor alten zei⸗ Trebur ten ein gewaltige ſtadt geweſen/ und in ihrem umb⸗ kreiß faſt zwo Teutſcher meilen begriffen hat/ wie ſolches die alten veſtigia und merekmahl bezeugen. In diſer Stadt iſt anno 89 9 ein groß Concilium⸗ genant Triburtinum/ gehalten worden/ ſo hat auch Keyſer Arnolph in dieſer Stadt ſein hochzeit vnnd beylager gehalten. Anno 906 hat Keiſer Ludwig einen Reichßtag daſelbſten beſtimbt/ und die in⸗ heimiſchenkrieg der Fuͤrſten in Lothringen beygele⸗ get. So hat auch in anno 1053 und 106 keiſer Heinrich der 111 Reichßtage und verſamlungen zu Trebur gehalten. Darnach iſt die Stadt durch inerliche ſpaltungen und krieg im Reich in abgang gerahten/ und ſagt man es ſolle zu der zeit der Ne⸗ deker an dieſer Stadt vbergefloſſen/ aber nachmalen/ dieweil er dem Gerawer Landt viel ſchaden zugefuͤgt/ bey Ladenburg in Rhein geleitet worden ſein. Anno 1504 iſt dieſer fleck durchs fewer gentz⸗ lich verderbet worden. Ligt ſonſten an einem uͤberaus fruehtreichen ort/ wie auch Dornhem/ Le⸗ hem/ Wolffskelen/ Godela/ der Hoſpital Hoffhem/ Cromſtatt⸗und wird dieſe gegent genent im Rieht. Ruſſelshem aber iſt ein Fuͤrſtlich ſchloß X ſfaahe und feſtung/ mit waͤllen/ graben und vier rundelen ſtarck verſehen. Ligt amufer des Mains/ an einem ſehr luſtigen fruchtbaren ort. E ij Von der 4—“ — Beerich Bohnſtein Catzenelen⸗ bogen. 4⁰ Heſsiſche Von der Niedergraffſchafft Catzen⸗ elenbogen. Graffſchafft ein birgig landt/ aber darneben mit be⸗ ſondern gaben von Gott verſehen. Dan am Rhein hat es ein herrlichen Weinwachs/ im land aber gut getredich und viel heilſamer ſchoͤner ſawerbrunnen. Die fuͤrnembſten heuſer/ und Staͤdtlin darin⸗ nen ſeind Rheinfels/ Braubach/ Honſtein/ Catzene⸗ lenbogen/ Reichenberg/ S. Goar und New Catzen⸗ elenbogen. Dieſe Graffſchafftwird auch ge nennet Ein⸗ richia terra/ oder Heerich. Iſt an ſich ſelbſt ein ho⸗ hes land und gebirg/ darumb es auch etliche vor den Melibocum nemen wollen. Hohenſtein iſt ein altes Schloß/ ſo von den Graffen zu Catzenelenbogen/ auch auff einem ſpitzi⸗ gen felſen/ ehe dan Rheinfels/ erbawet/ und bewoh⸗ net worden. In dieſem bezirck liegt auch das oralte Stamhauß Catzenelenbogen/ wie in gleichem der Flecken Lauffeſeil/ Berſtat/ Kehmel/ und Langen Schwalbach An dem Schloß Hohnſtein fleuſſet hin die Borer Arde/ an welches waſſer Graff Wilhelm zu Catzen⸗ ſchwalbach. lenbogẽ anno 371 Burg Schwalbach erbawt hat. Langen . Chronica. 41 Langen Schwalbach iſt ein ſchoͤner undberuf fener fleck/ wegen der vielen Sawerbrunnen/ ſo da⸗ ſelbſten entſpringen/ und liegt in dem revier/ welches man die Funffzehen Doͤrffer nennet. Der edelſt/ al⸗ lerbeſt vnd heilſambſt under allen Saurbrunnen liegt bey dieſem Flecken im Muͤntzebach/ einem lu⸗ ſtigen wieſengrunde/ und entſpringt daſelbſten mit einem ſiedenden getoͤß und auffwallen/ von farben ſchon/ hell und durſichtig/ wie ein Chriſtall/ im ſom⸗ mer ſehr kalt/ im winter aber laulecht. Iſt lieblich und anmuhtig/ und gibt im trincken ein geſchmack ei⸗ nes ſaurlichen neuverjarnen Weins. Derowegen er auch der Weinbron pflegt genent zu werden. In ſei⸗ ner vermiſchung helt er vieleiſens/ darnach vitriol/ gelben bergſchwefel oder Atrament/ Agſtein/ Cri⸗ ſtallien ſaltz/ Bergampffer und ein wenig Schwe⸗ fel: Welches temperament dan ein ſo lieblichen ge⸗ ſchmack/ vnd heilſame krafft und wirckung veruhrſa⸗ chet. Doch je heller der Himmel /je krefftiger die wir⸗ ckung und geſchmack. Weil dan dieſer bronnen ſehr beruffen/ wird er heuffig aus allen Landen auch von vielen Fuͤrſten/ Grafen/ Herren/ Edlen vnd Ehr⸗ bahrn leuten beſucht. Seine wirckung iſt von etli⸗ chen Medicis in vielen ſtuͤcken in truck gefertiget. Es entſpringen aber noch andere Saurbrun⸗ nen in dieſem thal/ als der Kuͤchenbrun/ der Augſt⸗ brun/ der Sporres bron. Ferner quillet im Schwal⸗ bacher gemarck in der Rotenbach/ auch einem wieſ⸗ E iij ſenthal Langen Schwal⸗ bach. ——— 4 Heſsiſche. ſenthal bey Schwalbach ein luſtiger und herrlicher Sawerbrun/ von inwohnern der Grindbron ge⸗ nennet/ iſt ſawvrer/ als ſaͤmbtliche vorbemelte/ aber krancken menſchen zu ſtarck/ hat den namen daher/ daß er wieder die reuden/ flechten/ beiſſenden und fluͤſ⸗ ſigen grindt/ wan man ſie damit weſchet/ gebraucht wird. Nicht fern von dieſem bron iſt der Roͤttelbron und in dem Flecken Schwalbach/ der Lindenbron/ der Stockbron/ der Kochbron/ der Brodelbron/ wegen ſeines brodelnden getoͤſes alſo genennet. Der⸗ ſelbig iſt gar einer andern art/ als bißhero angemeld⸗ te brunnen: Daner hat ſeine krafft vom Alaun/ kup⸗ fferkiß/ und Eiſen/ derowegen er auch eines herben ſawren zuſammenziehenden geſchmacks. Noch andere Sarrbronnen ſind in dieſem be⸗ zirck der Graffſchafft Catzenelenbogen/ alß bey Ramſtadt der Brudelbron/ ein heilſame/ ſehr ſcho⸗ ne und klare quell/ in ſeiner vermiſchung haltende die krafft deß Eiſens/ vitriols/ Agſteins/ vnd Berſchwe⸗ fels: Darnach der Fiſchbacher bron/ ſo an lauter⸗ keit vorbeſagten nicht gleich/ hat aber doch nichſto⸗ weniger ſeine gute kraͤffte. Sonſt hat man im ampt Hohnſtein auch Ei⸗ ſengruben bey dem dorff Girſtein Gruna vormals ein Muͤnchkloſter/ iſt ein Land Hoſpital under denen vieren/ ſo von Landgraff Philips dem Eltern angeortnet/ und an gebewen und inkommen vermehret. Bey dieſem Hoſpital ent⸗ Chronica 43 entſpringet auch ein heilſamer Saurbron am dorff Greberode/ ob er ſchon etwas molckenfarb. Ein halbe meil von dieſem Kloſter ligt der alt vnd ſchone fleck Raſtede/ wie auch das dorff Holtzhauſen/ bey Naſtede. welchem ein herrlicher Sawrbron. Des Schwa⸗ lerbronnens gebrauchen ſich die Naſteder/ die Kam⸗ berger/ ond die zu Seltern deß Selterſer/ eines auch vordrefflichen klaren bronnens. In dieſer Graffſchafft ligt auch das wunder⸗ bar gebeu und haus Reichenberg/ welches umbs berg. 3e jahr Chriſti 12 70 Wilhelm derl I I des nahmens/ Graff zu Catzenelenbogen/ erbawet. Iſt nach Aſta⸗ tiſcher form und manier/ ohne dach/ oben zugewel⸗ bet/ und mit zweyen hohen gleichformigen thuͤrmen gezieret. Ligt auff einem feſſen/ und iſt allenthalben unden und oben mit vielen gewelbten gaͤngen ver⸗ ſehen. Wie ſichs aber anſehen leſt/ ſo iſt der baw al⸗ lein halb vollendet/ dan auch der Graff daruͤber ver⸗ ſtorben. Nicht fern davon ligt am ufer des Rheins 8 das Staͤttlein Gewershauſen/ und uͤber demſelben„aoſen. auff einem hohen felſen das Schloß New Catzen⸗ elenbogen/ welches von inwohnern die Catz genennet ½ Cage⸗ wird/ und in anno 139 3 erbawet worden. Neben nelenbogen dieſem hauß iſt der Rhein ſehr ſchmal und tieff hat auch etliche geferliche wirbel/ dahero dafur gehalten wird/ daß er viel waſſer daſelbſten verliere. Vber dieſem Schloß den Rhein auſſiuer igt 44 Heſsiſche ligt der Lorley/ ein geher fels/ gibt einen natuͤrlichen Echo vnnd wiederhal/ d ſchieſſen und ruffen viel abey die voruͤberreiſende mit kurtzweil uͤben. S. Gewer. Gegen Gewershauſen uͤber liegt die ſtadt S. Gewer/ ſo den nahmen von einem frommen andech⸗ tigen Aquitanier/ welcher Goar genennet/ und zun zeitẽ Hildeberti und Sigeberti der Koͤnige in Franck reick/ nemblich umbs jahr Chriſti 570 daſelbſten ein kirch geſtiffter/ und darin geleret hat/ behalten. Vndter dieſer ſtadt ligt auff einem hohen ber⸗ Fheinfels. ge das Schloß Rheinfels. Solches hat anfenglich Graff Diether der 1. des nahmens G. zu Catzene⸗ lenbogen auß einem klo ſter/ Mattenburg geheiſſen/ in anno 1246 zu einem ſchloß vnd feſtung gemacht/ vnd nach 9 jahren darauß die vorruͤberreiſende den zoll zu geben gezwunge einem krieg gerahten/ n. Derowegen es endlich zu alſo daß die 60 Staͤdte am Rhein umb ſolches newen zols willen/ Stadt und Schloß in anno l /5 zum hefftigſten belaͤgert/ und ob ſie gleich ſolches mit groſſem ernſt und fleis ein jahr und viertzehen wochen continuirt und getrieben/ dennoch unverrichter ſachen abzichen und dem Gra⸗ fen den zoll laſſen muͤſſen. Nach dieſem hat Land⸗ graff Philip der juͤnger diß Schloß mit ſchoͤnen ge⸗ bewen erweitert und mit einen luſtgarten gezieret. An dem euſſerſt en eck dieſer Graffſcha fft iſt das ſtaͤdtlein Braubach/ und darbey das feſte ſchloß Marcsburg/ auff einem gehen felſen gelegen/ unden an dem⸗ Chronica. 49 an demſelben am ufer des Rheins hat hochermeld⸗ Brsubach⸗ ter Landgraf ſeiner gemahlin/ frawen Annen Eliſabe⸗ then Pfaltzgraͤfin bey Rhein/ zum Witdumbs ſitz erbawet das ſchloß Philipsburg/ ſo im jahr 1568 angefangen/ und 1 71 vollendet worden. Bey dieſem ort und ſtatt hat man auch beſondere vornehme Saurbronnen/ als den Saltzbron/ wegen deß ſaltz⸗ geſchmacks alſo genennet/ den Eckhelbron/ bey wel⸗ chem auch ein herrlicher ſuͤſſer brun gleicher groͤſſe auß eben demſelben felſen entſpringt/ und der Dunck⸗ heller bron/ ſo eines lieblichen/ ſawren und ſcharffen geſchmacks und in ſeiner vermiſchung die krafft/ und ſubtilitet des Eiſens/ Vitriols/ des Spiesglaſes/ Salniters/ Bergampffer/ und Schwefels helt/ und darob in ſeiner krafft und wirckung fuͤrtrefflich iſt. Vor alters iſt auch ein berwerck in dieſer gegent geweſen. Gegen Braubach uͤber ligt das alte ſtaͤdtlin Rhenß. In dem ſelben iſt zwar auch ein ſaurbrun/„Bhe Hls. aber wegen des wilden waſſers/ ſo darin fleuſt/ in ue dgjſ.hable geringer achtung. Diſſeit des Rheins zu nechſt under Braubach Kl. ½220. ſiehet man auch Ober uñ Nieder Loͤhnſtein/ und bey oͤuſtelg ſaurbronnen/ der Loͤhnflus ſich in Rhein ergeuſt. Ober Loͤhnſtein iſt ein luſtiges ſtaͤttlein in einer au amufer des Rethns gelegen/ zuſtaͤndig dem Chur⸗ fuͤrſtenthumb Mentz. Nebent Benſhn ligt auf ei⸗ nem jederm ein beſondern Saurbronnen/ zwiſchen welchẽ 46 Heſsiſche nem hohen berge und felſen das ſchloß Lahneck. Es muͤſſen auch die vorrůber fahrende ſchifft dieſes orts den zoll entrichten. Von der Graffſchafft Dietz. S iſt vor alters ein beſonder Graff⸗ ſchafft geweſen/ und ligt beyderſeits der ☛b Loͤhn. Wegen ihres reichtuhmbs ward ſie/ als jahrs 1388 Gerlach der letzte Graff abgan⸗ gen/ die Guͤldene Graffſchafft genennet. Vor alten 1 zeiten haben dieſen ort nach dem abzug der Mattico⸗ rum/ wie auch die Niedergraffſchafft Catzenelenbo⸗ Tenctert gen und das Rheingaw die Tencteri bewohnet, Demnach aber dieſelbe von Schwaben und Catten cattimeli, endlich auff gejag/ iſt dieſe gegent zu letzt von den Cat⸗ voci timelibocis ingenomen und bewohnet worden. Ha⸗ ben alſo beſagte Cattimeliboci oder Catzenlenboger nicht allein den bezirck umb den Meliborum und O⸗ bergraffſchafft in ihrem beſitz gehabt/ ſondern auch zu dem ihnen das Rhingau/ die Niedergraffſchafft und Dietz zur wohnung erleſen. Es hat aber nachmalen die Graffſchafft Dietz Pien von dem haupthaus vnd ſtaͤdtlein Dietz den nahmen bekommen. Diß iſt ein luſtig ſtaͤdtlein/ und in einem thalan der Loͤhn gelegen. Hat innerhalb der Ring⸗ mauer zween felſen/ unnd auff deren jedem ein ſchloß. anitzo iſts underthan den Grafen zu Naſſau Dillen⸗ Chronica 47 s Dillenberg/ daran es von Heſſen durch ein vertrag I5 kommen. In dieſer Graffſchafft ligt auch durch Gottes gnedige verleihung das vortreffliche warme bahd zu Ambſer Embß/ welches/ ſeiner fuͤrtrefflichen kraͤffte und guͤte dahb halber dem Wißbahde lveit fuͤrgezogẽ/ und von Fuͤr⸗ aff⸗ ſten/ Grafen und nidrigen ſtands perſohnen fleiſſig der beſucht wirdt. Es iſt einer natuͤrlichen waͤrme/ alſo dz ard man/ ſo bald es volgelauffen/ darin bahden kan. Wie 8 heilſam auch der Saurbron/ ſo darbey entſpringet/ len den bahdenden hierneben zu trincken/ laß ich menni⸗ teo. glich die deſſen verſtandt und erfarens haben/ urthei⸗ bo⸗ len. Seinen geſchmack und wirckung ſol er haben võ ner, Chriſtallin ſaltz⸗Bergſchweffel/ Vitriol/und Alaun. tten Er iſt aber laulecht wie alle waſſer dieſes orts/ unter Cat⸗ denen eins/ ſo durch das Heſsiſche bahd geleitet/ gantz Ha⸗ linde purgiret. Weil auch die eine haͤlffte dem Fuͤrſtẽ oger zu Heſſen/ die ander aber Naſſau Dill enberg zuſten⸗ O⸗ dig/ hat in anno 158z der fuͤrneme Fuͤrſt Landgraff auch Wilhelm zu Heſſen/ hochloͤblicher gedechtnus/ ein hafft Fuͤrſtlichen bau mit uberaus vielen bequemlichen gemachen den hahdenden zum underhalt und her⸗ Dietz berg zu richten und ſetzen labſſen. Manhataber fünff hmen bahde uͤberall/ dan die uͤbrige heiſſe adern und quel⸗ inem len in der Loͤhn entſpringen und derowegen nicht zu King⸗ nutz gebraucht werden koͤnnen. Tſenas n ein Nicht fern vom Embſſerbahd ligt der flecken Toſe⸗ raſſau nau/ dabey auch neulicher zeit an der Loͤhn ein ſaur⸗ dillen⸗ F ij brun Elfeld 48 Hieſsiſche brun ſich herfuͤr gethan. Ein geringe halbe meil davõ iſt auff einem hohen berg gelegen das Stamhauß Naſſau. Mitten am berg ligt das haus Stein/ und genſeit der Loͤhn das ſtaͤttlein und thal Naſſau. Von dem Rheingau. Wiſchen den beyden Graffſchafften/ und der Wedderau ligt das Rihngau/ ein um⸗ GS ſchloſſen laͤndtlein/ gehoͤrig inß Churfuͤr⸗ ſtenthumb Meintz. Auff der einen ſeiten wird es mit einem hohen gebirg und waldt umbgeben/ ſo man die Hoͤhe nennet/ und allenthalben ſehr wohl ver⸗ hawen/ auch ſonſt mit ſtarckẽ thuͤrnen uñ thoren ver⸗ wahret/ alſo daß man wider dero inwohner willen nicht leichtlich durch zuziehen vermag. Auff der an⸗ dern ſeiten aber wirds mit dem Rhein befloſſen. Vnnd weil das hohe gebirg gegen mitternacht ligt/ fellt deswegen die mittages Sonn mit gewalt darein und macht das land alſo fruchtbar/ daß auch zu ei⸗ nem ſo kleinen laͤndtlin deßgleichen in Teutſchland nicht gefundẽ wird/ beſonder des guten weins halber. Ess wird aber getheilt in das Ober und Nieder Rhingau. Im Obern ligt die ſtadt Elfeldt am Rhein/ und hat ſonſt im laͤndtlein keine ſtadt/ aber auß der maſſen ſchoͤne herrliche Flelcken und Doͤrf⸗ fer/ welche ſich leichtlich ſtaͤdtlin vergleichen koͤnnen. So ligt auch nicht fern von Elfeldt das ſbon kloſt er & Chronica. 45 kloſter Erbach/ darinnen viel der alten Grafen zu Erbach Naſſau ihre begrebnuß und monumenta haben. Bey Ruddelshem gegen Bingen uber wechſt der Rdepßeine. beſte wein/ ſo auch zu denen fern abgelegen voͤlckern ſeiner gute halbe gefuͤhret wird. Darnach folget das vornehme kloſter Lorch/ Lorch unnd dan die ſtadt Caub/ welche anno 1289 Wern⸗ herus Herr zu Mintzeberg ſampt dem zugehoͤr ver⸗ kaufft hat Pfaltzgr. Ludwige umb 2100 marekſilber. Von der Wetterau. Je Wetterau begreifft ein groß antheil S der Oberheſſen/ grentzet mit Francken/ Catzenelenbogen/ Naſſau/ dem Oberfuͤr⸗ ſtenthumb an der Loͤhn und der Graffſchafft Nid⸗ da/ iſt ein fruchtbar land an korn/ und wein. Vor al⸗ ters haben die Mattiaci darinnen gewohnet. Man helts aber darvor/ daß die Watterau/in maſſen dem Rheingau von den Rhein/ der nahme von dem flus/ ſo Wetter genennet/ unnd bey Staden voruͤber woetter ſ. fleuſt/ erwachſen. Es hat auch die Wetserau vornehme vnd geſunde Saut⸗ bronnen: Im Hanauiſchen gebiet iſt der Carbener/ bey dem flecken Carben/ vnd nicht fern von demſelben der Ocarbener/ der Faulbrun bey dem dorff Nidda: darnach der Schwalhemer/ der Roßbacher/ der Stadener: den Kronenburger in der Garff⸗- ſchafft Koͤnigſtein: des bronens bey Doren gebrauchen ſich die Friedberger. Bey Conradsdorff ligt ein Saltzbron/ giebet zwar kein ſaltz/ ſondern wird zum backen/ vnd viehe gebraucht. Wer aber dieſer/ ſo wol aller vorbemelter bronnen eigenſchafft vnnd F iij wirek⸗ Sanau Gfenbach 50 Heſsiſche wirckung zu wiſſen begeret, kan hiervon D. Jaeobum Theodo⸗ rum Tabernamontanum in ſeinem waſſerſchatz beſehen. Es ligen aber in der Wet terau etliche Reichſtaͤtte/ als Frãck⸗ furt/ Friedberg vnd Weßzlar/ darnach die Graffſchafft Hanau/ etliche Iſenbergiſche vnd Meintziſche ſtaͤtte/ die Herrſchafft Ey- ſtein/ die Graffſchaßft Koͤnigſtein vnd Solms. Hanau. Xeſ antheil der Wetterau/ darinnen die ſtadt Hanau/ und Wineck gelegen/ iſt ſehr reich an wein/ frucht unnd wildtpret: hat ſchoͤne flecken vnnd doͤrffer. Hanau abes iſt ein uhralter ſitz der Grafen/ gelegen nit fern vom Main an dem flus Kintzig/ welche ſtadt umbs jahr 1528 von Graf Philip mit einem wall/ vnd graben befeſtiget/ vnd nuhnmer innerhalb wenig jahren mit einer newenſtadt/ de⸗ ren gebew auffs herrlichſt erbawet vnd zugerichtet/ von den Nie- derlendiſchen kaufflenten erweitert. Die Drey Eiche. I derſelben ſind Ofenbach/ Franckfurt/ und Kelſterbach. Ligt am Main/ und hat beſonders gegen der Obergrafſchafft einen ſchoͤnen/ und groſſen waldt/ den man auch die Drey Eich nennet. Ofenbach iſt ein ſchoͤnes ſchloß und ſtaͤdtlin am Main/ zuſtendig denen Grafen von Iſenberg. Nach Ofenbach folget Franckfurt/ ſo auch in Franckfart dieſem theil der Wetterau/ nemblich an dem vorne⸗ men und ſchiffreichen waſſer dem Main gelegen/ und wird mit einer hoͤhe/ der Bornhemer benand/ umb⸗ ſchloſſen. Bon dem Main wird ſie getheilet in zwey theil/ und wird das kleinere geheiſſen Sachſenhau⸗ ſen. Es iſt aber Franckfurt ein ſchoͤneſtadt. von dtlin g⸗ pin rne⸗ und mb⸗ wey hau⸗ von Chroniea. 31 Von dem erſten anfang/ vnd erbawunz dieſer Stadt iſt keine nachrichtung/ ohne allein daß man ſagen wil/ ſie hab an- faͤnglich den nahmen Artauni/ darnach Helenopolts getragen/ vnd ſey nach dem/ als ſie etwa durch krieg in abgang gerahten/ von Koͤnis Francko/ Marcomiri ſohn/ wiederumb erneuert wor- den. Eins iſt gewis/ daß zu Keyſer Carolt des groſſen zeiten nu⸗ mehr uber 814 jahr lang/ nemblich in anno 793 ein groß Conci⸗ lium daſelbſten gehalten/ vnnd der ketzer Felicianns/ darumb/ daß er lehren wolte/ wie Chriſtus nach ſeiner menſchheit nicht ein ſohn Gottes/ ſonderu ein zugewuͤnſchter ſohn were/ verdamt worden. Damals hat gedachter Keyſer die capell/ ſo ſein vatter Pipin in die ehre des Seligmachers/ das iſt J. Ch. an dem ort/ da nunmehr S. Bartho. kirche ſtehet/ gebauet gehabt/ mit vielẽ reicht humdern vnd inkommen vermehret/ welche doch nachma⸗ len/ alß die Keyſer vnd Baͤpſte einander verfolgten/ vnd in Ban gethan/ inſonders von Keyſer Friedrich dem II/ vnd den an⸗ grentzendẽ G. vnd H. ſehr gemindert vnd zutheil entzogen wordẽ. Von gar alten zeiten hero iſt Franckfurt all⸗ wegen die wahlſtadt eines Roͤmiſchen Koͤnigs ge⸗ weſen/ wie dan Keyſer Arnolphus der erſte ſein ſoll/ welcher año 888 daſelbſtẽ gewehlet. Vnd hat die ſtad ſich manchmal bey vielen Roͤmiſchen Koͤnigen/ und dero waͤhlung treulich und wolerzeiget/ und zun zei⸗ ten darob nit wenig erlitten und ausgeſtanden. Es ſind nicht alle wahlen in dieſer ſtadt beſchehen: aber nach dem der ort ſonderlich darzu bequemet und et⸗ liche Keiſer daſelbſten erkohren/ iſt der alte brauch auch beſtetiget worden/ daß/ ſo offt zwen Koͤnige in zwietracht erwehlet/ der eine ſich mit ſeinem volck vor die ſtadt geleget/ und ſeines gegenparts anderthalb monat lang erwartet hat. Welcher nun das feldt be⸗ halten/ oder aber ſein gegentheil auſſen bleiben/ und alſo der eine nicht abgetrieben worden/ dem iſt alsdã 5² Heſsiſche. die ſtadt geoffnet/ und vor ein Koͤnig gehalten/ in maſſen zwiſchen Heinrich Landgraffen zu Thuͤrin⸗ gen Heſſen/ und Conrado Fridrichs des l ſohne: zwiſchen H. Ludwigen von Beyern/ und Hertzog Friedrichen zu Oſterreich/ und das Graff Gunthern zu Schwarßzburg und Carolo dem lV ſolches be⸗ ſchehen/ und ſich zugetragen. Derowegen auch er⸗ meldter K. Carl in ſeiner guͤlden bull/ daß die wahl zu Franckfurt gehalten werden ſolte/ folgents beſtetiget. Es hat aber dieſe ſtadt mit der zeit faſt ſehr zu⸗ genommen in reichthumern/ und herrligkeit wegen der zweyen jahrmeſſen/ zumalen weil daſelbſten aus gantzem Teutſchland/ Italien/ Franckreich/ Engel⸗ land/ Polen und andern frembden laͤnden kauffleut ankommen/ und allerhand wahren zuſammen brin⸗ gen. Die eine Meß wird gehalten mitten in der Fa⸗ ſten/ die ander aber den 6 des Herbſtmonats/ In welcher auch in der loͤblichen fechtkunſt die mei⸗ ſter des langen ſchwerts alsdan gemacht werden. Vnd iſt ſolches den Franekfurthern vor eine beſon⸗ dere freyheit von Roͤm. Keiſern zugeleget worden: kan derowegen keiner den nahmen eines ſolchen mei⸗ ſters an einem andern orrerwerben/ und mus hierum̃ deſſen von einem Erb. Rath Kuntſchaff und zeug⸗ nus haben. Im jahr 1003 iſt Keyſer Heinrich der Ander zu Franckfurt erwehlet/ unnd anno 1069 als Keyſer Heindrich der IV ſich von ſeiner gemahlin ſcheiden Chronica 14 ſcheiden laſſen wollen/ die ehſcheidung daſelbſten an⸗ geſtellet worden/ wie auch uber 200 F. Margare⸗ 1269 tha deß unartigen Landgraff Albrechten aus Thuͤ⸗ ringen vertriebene gemahlin/ Keyſer Friedrich des II tochter/ mit todt abgangen. Anno 1306 des a⸗ bendrs vor Mariaͤ Liechtmeß iſt der Main dero⸗ maſſen angelauffen/ daß er daruͤber die zwen bruͤ⸗ ckenthuͤrne ſampt etlichen pfeilern umbgeworffen/ und ſonſten viel menſchen erſeuffet hat. Anno 1333 darnach hat Weigel von Wanbach ein geſchlechter und Schoͤpffe zu Franckfurt/ die kirch und ſtifft un⸗ ſer Frawenberg fundirt und dotirt. Anno 1338 den 19 Septemb. iſt ein unzehlige menge Heuſchrecken in groͤſſe eines daumen geſehen worden/ und haben zwar nicht geringẽ ſchaden gethan/ ſindt aber entlich von der kelte geſtorbe. Anno 1342 iſt abermahls der Main ſo hoch geſtiegen/ daß er etlich fues hoch in denen kirchen geſtanden und die Sachſenheuſer auff den Muͤlberg zu weichen/ und ihnen daſelbſt huͤtten auffzuſchlagen genötiget worden. Daß folgende 1343 jahr darauff iſt die ſtadt erweitert/ und mit newen waſſergraben und mauren umbgeben/ inmaſſen ſie noch mehrertheils anjtzo zu ſehen. Im zweiten jahr 13 4 5 hiernach/ hat das Cloſter zu S. Catharinen geſtiff⸗ tet ein geſchlechter/ und damals Senger zu S. Bar⸗ tholmeus H Wickhart Froſch genent. Anno 1349 ward G. Gunther von Schwartzburck wieder Carl den V zum R. Koͤnig erwehlet/ daruͤber den Franck⸗ G furt “ Be — —————ÿ—ÿ—ÿ—:—ꝛ—:::::—ꝛ—— 5Sö Heſsiſche. furt belaͤgert worden. Demnach aber K. Gunthet bald darnach verſtorben und zu S. Bartholomeus begrabẽ/ kam Carolus ohn ferner verhindernng ans regiment. Darnach im jahr 369 ſtifftet H. Jacob Newhauſen/ Canonicus zu S. Bartholomes/ und geſchlechter/ die kirch zu allen Helligen. Im jahr 14 02 ward zu Franckfurt zum R. Keiſer erwehlet 1415 Pfaltzgraff Ruprecht. Vber 2 jahr denꝛ nach S. 413 Bonifacius iſt der erſte ſtein des Pfarthumbs ge⸗ leget worden/ und ſind ſtetigs daruͤber vier bauher⸗ ren/ zwen vom Raht/ und zwen von Stiffts herren verordner. Darnach in año 147 /entſtund daſelbſtẽ 4 ein hefftiges erdbidem/ welches zwar die gantze ſtadt gewaltig erſchuttert/ aber doch keinen fernern ſcha⸗ 1482 den gethan. Darauff im 7 jahr/ ein hefftiges peſti⸗ lentz ſterben erfolget/ und in anno 14 8/ frucht und wein in maſſen auch anno 1476 beſchehen/ erfroren. 1486 Das nechſte jahr darnach iſt Maximilianus der! zu Franckfurt Keiſer erwehlet/ und iſt undter ſolcher wahl Margraff Albrecht zu Branden⸗ burck Churfuͤrſt im Predigercloſter verſtorben. Dieſer Keiſer Maximilianus hat im jahr 1495 am letzten Octobris im haus Groß Braunfels/ inhalt der Cammergerichts ordnung auff dem — Reichstag zu Worms verfaſſet und beſchloſſen/ das erſte Keiſerlich Cammergericht gehalten/ ſelbſt in der perſohn zu gericht geſeſſen/ den eidt vom Rich⸗ ter und beyſitzern/ nemblich G. Eiteln Friedrich von Zoͤllern eͤA e 8A n 8&&◻ V ᷑ 22 N RA A R 8 Chronica. 3e Zoͤllern Cammerrichtern/ G. Bernharden von E⸗ berſtein dem juͤngern/ G. Reicharden von Necker⸗ teich/ Dietrich von Pfleiningen und andern genom⸗ men/ und ihnen die juſtici in einer ſchoͤnen oration durch herrn Beiten von Wolfenſtein ernſtlich an⸗ befehlen lahſſen/ welche dan den 3 Novembris ihr er⸗ ſtes gericht daſelbſten gehalten. In anno 1506 iſt zu Franckfurt ein loͤblich ſchieſſẽ angeſtellet/ welchem diel Fuͤrſten/ Grafen und Herren/ auch ſonſt viel andere ſtaͤdte beygewohnet. Anno 1519 ward K. Carl der v/ K. Maximiliani Enckel/ auch daſelbſt erwehlet.„ Jahrs 1562 hat K. Carl der fuͤnffte deß nah⸗ mens ſeinem bruder Konig Ferdinando das Keyſer⸗ thumb reſigniret und abgetretten/ und iſt dieſes Fer⸗ dinandi ſohn Maximilianus Il zum R. Koͤniger⸗ wehlet worden/ und hat damahls ein Tuͤrckiſch hodt⸗ ſchafft 80 perſohnen ſtarct dieſen newerwehlten Koͤ⸗ nig etliche ſchoͤne praſenten und verehrungen of⸗ feriret/ war noch bißhero unerhoͤrt/ daß jemahls ein Tuͤrckiſche Legation ſo weit ins Reich gefuͤhret wor⸗ den. In anno 1569/ wie auch 1571/ und 1577 ſind unterſchiedene Reichs deputationtag/ und darnach anno 1582 abermahl ein herrlich ſchieſſen in dieſer ſtadt gehalten. Anno 1560 iſt in Sep. abermahlein deputationtag zu Franckfurt angeſtellet. So iſt am 8 Septemb. deß 1601 widerumb ein Erdbidem entſtanden/ welches zwar die zeße und inſonders ij die 57 Heſsiſche die hohe thuͤrn zimlicher maſſen erſchuͤttert/ aber doch weiter keinen ſchaden verurſachet hat. Vnder Franckfurt ligt am Main an einẽ eck der Zelſterbach Dreyeichen das ſchoͤne und luſtige hauß Kelſter⸗ Soͤchſt Boffhem Epſtein bach/ ſo von Grafen zu Iſenburg erbawet worden. Diſſeit des Mains aber nicht fern von dem ort da das waſſer Nidda in Main fellet/ iſt das luſti⸗ ge Mein ziſche ſtaͤdtlin und ſchoͤnes ſchloß Hoͤchſt/ welches umbs jahr 1400 von Ertzb. Johan/ Grafen zu Naſſau/ erbawet: darnach daß Solmiſche ſchloß Ruͤddelem welches mit der Nidda umbfloſſen: und nicht fern davon das ſtaͤdtlein Hoffhem. Herrſchafft Epſtein. Cee 27154 Ocken/ als Maſſenhem/ Delckhenhem/ Nordeſtadt/ Ichſtadt/ Walla/ Breckenhem/ Di⸗ „e denberge/ Langehan etc. Ob aber gleich 2 —2 graͤfiſch/ ſo iſt doch anzetzo ſtadt und ſchloß Epſtein halb Meintziſch. Das ſchloß ligt zwiſchen hohẽ felſen/ und wird nicht fern darvon im 8 und zu naͤchſt bey Epſtein oͤfen daraus gegoſſen. Graffſchafft Koͤnigſtein. Iſt Je Herrſchafft Epſtein iſt ein fruchtbar ſaͤndlein an korn vnd wein/ hat ſchoͤne fle⸗ 133 4- 71 2 1 dieſe Herrſchafft mehrertheils Land⸗ Meintziſchen gebiet Eiſen gegraben/ ASA mnen eit Chronica. 1³ E ree Ndieſer Graffſchafft ligt vor der Hoͤhe veen auff einem huͤgel Brſell die vornembſte 88 5 und groͤſſeſte ſtadt dieſer Graffſchafft/ das Hauß und ſtaͤdtlein Koͤnigſtein/ und andere ſchoͤne flecken/ hat groſſe waͤlde und jach⸗ ten/ wie auch ſonſt Wein und andere fruͤchte. Iſt nunmehr von 22 jahren der Graff⸗ hero denen Ertzbiſchoffen zu Meintz Dllrre un derthan. Es ligen aber auch am ermeldtem ge⸗ birge nach einander/ erſtlich zu oberſt und aller⸗ naͤchſt bey Koͤnigſtein Falckenſtein/ iſt vor alters Lalcken⸗ ein beſondere Graffſchafft geweſen/ darnach gleich ſenn⸗ 6 7 2 924 5 15 1 S hohen berge ſo man den Feldberg Traßzeshu⸗ nennet und uf welchen noch alte mo⸗ numenta zu ſehẽ welche auß der Hei⸗ p denſchafft hero gerechnet werden/ und follents Brſell/ Homburg vor Somsurg der Hoͤh und Roßbach etwa ein halb a ßbach meilvon Friedberg: Vnd ſind beide letzgenante anjtzo auch under dem hauß Heſſen. Das ſchloß Koͤnigſtein aber iſt zimlich feſt/ und auff einem hohen und reumblichen felſen kurtz Voͤntgſtetn. ůber dem ſtaͤdtlein erbawet/ auch zu Caroli Magni zeiten in ſolchem ſtande/ daß er daſelbſten eine groſſe verſamblung anſtellen koͤnnen. Ermeltes Rronenburgt iſt vor alten zeiten Ca⸗ zlronen⸗ G iij ſtrum. Wapen darunder Kronenburg/ under dem wapen der Dis Boͤhe. —— ————— 4 ——ęL—x—x—:n—— 59 Deſsiſche. ſtrum Trajani und Trajaniburgum genennet wor⸗ den/ weiln es von K. Trajano aufenglich wider die Heſſen oder Catten gebawet. Friedberg. As gebirge/ daran Koͤnigſtein gelegen/ M he genandt/ hebt ſich an beim Cloſter D Lorch am Rhein/ ſcheidet das Rhingaw von Catzenelen bogẽ/ und zeucht ſich von dañen gehn Wisbahden/ Epſtein/ Koͤnigſtein/ Kronenburg/ Vrſell/ Homburg/ Roßbach/ Friedberg/ Butzbach. Fridberg iſt eine Reichſtadt in der Wetterau/ ſo zeitlich erbawet/ und nachmalen anno 12rrvon K. Fridrich dem 11/ wie auch denen nachfolgenden Roͤmiſchen Keiſern und Koͤnigen mit privilegien⸗ regalien und freiheiten begnadet. Iſt vor alten zei⸗ ten ein ſehr groſſe ſtadt geweſen/ aber durch undter⸗ ſchiedne fewerſchaden in abgang gerahten. Es haben auch je bißweilen die Keiſer daſelbſten hohff gehaltẽ/ und hat under andern Keiſer Fridrich der 11 die burg gebawet/ und nach ſeinem nahmen Fridriechs⸗ burg genennet. Dieſe iſt ein geraume feſtung/ auff einen felſen/ und gehoͤret auch darzu eine beſondere Graffſchafft/ die Graffſchafft Reichen genennet: Dannenhero hat auch der Adel in Fridburg ein be⸗ ſondere Cantzley. Die burg hatin ſeiner bewahrung ein Burggraff/ welcher aus dem darzugehorigen adel wird mit einem gemeinen namen die Ho⸗ Chronica. 6 adel erwehlet wird. Anno 1383 iſt die ſtadt durchs fewer angangen/ und 900 heuſer darin/ wie auch in anno 1447 durch boßheit eines geheſſigen menſchẽ/ ſo einem andern mitbuͤrger/ mit dem er wegen dreyer pfennige in unwillen gerahten/ das haus angezuͤn⸗ det/ 700 gebeu in grund verdorben und ingeaſchert worden. Zu nechſt bey Friedberg iſt Staden/ ein klei⸗ nes ſtaͤdtlin. Dis gericht Staden begreifft noch ſechs andere flecken. Sol vor zeiten ein mechtige ſtadt und veſtung geweſen ſein. An jtzo hat man viel adeliche wohnungen und ſitz darinnen/ als dero Loͤwen/ ders von Carben/ dero Schencken von Schweins burg und andere. Ein groſſe meil von Fridberg liegt an vor er⸗ Stader meltem gebirg die ſtadt und ſchloß Butzbach/ wie Butzbach auch Mintzeberg ſtadt und ſchloß/ wel⸗ und vortrefflich haus geweſen. Butzbach iſt newlicherzeit/ nemblich in anno 1603 durch unachtſamkeit eines fuhrknechts auff Johannis tag angangen/ und ſind in wenig ſtunden ſampt einem groſſen antheil des ſchloſſes 100 gebew im grund weg gebrand/ derowegen dan Laadgraff Ludwig der Elter das zu reſtauriren und wiederumb auffzubawen angefangen. Jahrs 160s den 17 Martij iſt durch einen grauſamen ſturm⸗ windt ſo allenthalben in waͤlden unerhoͤrten ſchaden gethan ches vor weilen ein beſondere herrſchafft Mintzberg 61 Heſs iſche gethan/ die hohe ſpitzvom Kerchthurn abgeworffen. Wetzlar. An einem ende der Wetterau ligt auch an ei⸗ nem fruchtbaren ort die Reichſtadt Wetzlar/ nemb⸗ lich da der Dille flus in die Lohn fellet. Iſt auch ein alte ſtadt von vielen Keiſern mit beſondern regalien/ gerechtigkeiten vnd freyheiten begabet. Grafßſſchafft Solms. Olms iſt ein vornehme Graffſchafft 3 mit ſchoͤnen ſtaͤdtlin/ ſchloſſen und flecken A gezieret. Hat den nahmen von dem uhr⸗ Burg⸗ alten hauſe Burg Solms/ deſſen rudera und an⸗ Solms zeigung man an der Loͤhn ſthet. Sonſten iſt auch noch ein ander haus und ſtaͤdrlein dieſes nahmens/ jenſeit der Loͤhn auff einem hohen berge zu ſchen. Es Solae ben wird an jetzo Solms getheilet in Bruafels/ Lau⸗ bach und Licha. Zu Braunfels gehoͤren/ Greiffenſtein/ und Greiffen⸗ Hungen: Greiffenſtein iſt vor der zerſtoͤrung des ſtein. hauſes Solms geweſen und jtzo ſchlos und ſtaͤdtlein Praunfels. zugleich mit mauren und wallen befeſtiget. Braun⸗ fels aber iſt nach derſelben zerſtorung erbawet wor⸗ den. Iſt ein vornem anſehnlich berghaus/ darbey ein kleines ſtaͤdtlein/ und ſind auch bey demſelbenei⸗ ſenbergwerck/ darauff viel ofen goſſen werden. Zwiſchen Braunfels und Butzbach ligt ein Saur⸗ brun ☛☛ ☛„s öö-—“— 4 Chronica 62 en. brun bey dem Dorff Schwalbach zimliches ge⸗ ſchmacks. Laubach iſt auch ein ſtaͤdtlein und ſchoͤnes Laubach. ei⸗ ſchloß in einem thal/ und gehoͤrt zu dieſem das Haus nb⸗ Ruddelhem bey Franckfurt am flus Nidda deſſen ein hiebevor gedacht/ und ſonſt auch andere ſchoͤne fle⸗ ien/ cken und heuſer. Bei Laubach und Hungen wird ein vornemb rerra ſigillata gegraben. Licha aber ein luſtiges ſtaͤdtlein/ iſt ohn gefehr Zicha. 300 jahr alt/ und anfenglich von etlichen dorffen zu⸗ afft ſamen gezwungen/ ſo in dieſem bezirck gelegen. Der cken thumb darin iſt nicht viel uͤber 100 jahr alt. Zu Li⸗ uhr⸗ cha gehoͤren auch under andern Hohen Solms: an⸗ Kleberg iſt ein new erbawet ſchloß. So ligt auch in auch dieſer jegend der Wetteraw das ſtaͤdtlein Gruͤningen ens/ gegen Mintzberguͤber. Dieſe Graffſchafft hat wein Es und frucht. Das ſtamregiſter beſihe in der Sol⸗ Lau⸗ miſchen Genealogi. und Von der Graſchafft des Naſſau. tlein— 9,2 Aſſau iſt ein vornehme groſſe Graff⸗ aun⸗ 3 6 T s ſchafft/ auff beyden ſeiten der Loͤhn/ hat rbe LV ihregrentzen mit der Wetterau/ Catzene⸗ „ lenvogen/ Trier/ Bergen/ Coͤln/ und dem Fuͤrſten⸗ den thumb an der Loͤhn/ und begreiffet die Herſchafft . Wiß lahden/ Itſtein/ Weilburg/ Beyelſtein/ Dil⸗ aut⸗ lenbar u lenberg. H Das Wißbahde Idtſtein. Heſsiſche Das geſchlecht aber der Grafen zu Naſſau iſt von lan gen jahrẽ he ro bekandt und in ruhff gewe⸗ ſen/ und weiln auch in denen Italianiſchen kriegen dem Roͤm. Reich zum beſten die Graßfen zu Naſ⸗ ſau under denen Henricis Roͤmiſchen Keiſern ſich dapffer gebrauchen laſſen/ un d groſſe tha ten bege⸗ hen helffen/ ſind ſie darob mit vielen landen/ wie noch an heut zu ſehen/ von ihnen begabet worden. Die zahlund namenregiſter iſt in der Naſſauiſchen Genealogi zu finden. Wiſbahden. Iſt ein ſchoͤne Herrſchafft an vornemen fle⸗ cken/ frucht und wein. Die Haupſtadt iſt Wißbah⸗ den darinnen das vorneme warme bahd. Daſſelbig hat vier bronnen/ und 18 bahde/ in welchen die bron⸗ ne durch canalen geleitet werden. Die gelehrten ſchreiben von dem waſſer dieſer bronnen/ daß es ſchweffel/ alaun/ und ein wenig Nitri halte/ und diene denen erſtarreden nerven und andern/ die erkal⸗ teten und geſchwechten glieder erwerme/ auch ſonſt allen wuſt/ der ſich von geſchwaͤr und reude an die haut ſetzet/ hinweg neme. Idtſtein. Hat ziar keinen weinwachs/ aber ſehr gute fruchte. Das ſchloß und ſtaͤdtlein licht in einem thal/ und iſt ſchoͤn erbawet. In nerſe Herrſchafft an der Catzenelenbogi⸗ ſchen Chronica 64 „. 73 S⸗ c4.E. ſchen grentze ligt das haus Adolphseck/ welches A⸗ „AS* ST„ 9 dolph Roͤm. K. Graff zu Naſſau gebawer. Weilburg. Zwiſchen Idſtein/ Dietz und der Graffſchafft — Weilburg ligt an der Loͤhn die ſtadt Limpurg/ welche Trieriſch und Heſ⸗*lmpurg. ſiſch. Vor alten zeiten iſt dieſes orts eein beſondere Herrſchafft geweſen/ de⸗ Tren Wapen hier bey verzeichnet zufin⸗ G 8 den. Etwa zwo meil uber dieſer ſtadt iſt an dieſem waſſer Loͤhn das ſchoͤne ſchloß und ſtaͤdtlein Weilburg gelegen/ davon dieſe Wenburg. Graffſchafft den nahmen bekommen. Solches hat G. Philip zu Naſſau und Weilburg/ weiln es al⸗ lenthalben baufellig/ weg gebrochen/ und an deſſen ſtetit das ſetzige zu bauwen angefangen/ welchen baw nach ihm ſein ſohn Albertus folnzogen/ und den groſſen thurn/ wie auch den ſaal darein geſetzet. Dylleuberg. Auff der andern ſeiten der Loͤhn iſt erſtlich die Herrſchafft Beylſtein/ von einem ſchloß alſo genand und darnach Oillenberg ein raumlich landt/ aber doch einem hohen gebirge. Hat auff der einen ſei⸗ ten den Weſterwaldt/ und die Graffſchafft Weſter⸗ urg grbentztt darnach mit der Graffſchafft Bergen/ den Coͤlniſchen/ der G. Witgenſtein/ und dem Fuͤrſtenthumb Heſſen an der Loͤhn. Die fuͤrnemb⸗ H j ſte 65 Heſsiſche ſte waſſer darinnen ſind die Dylle/ und der flus Si⸗ gen. An der Dylle ligt zu forders die ſtadt und Zerborn. ſchloß Herborn/ darinnen ein feine ſchuel fonderlich von fuͤrnemon gelerten Theologis. Vnd haben auch auff dieſer ſchuel unter an⸗ dern profitiret und gelehret. Jodecus Nabumius Suntzhe- meuſis T beologie proféſſor: aſpar Olevianus The. D.& Profeſ- Hor. Joannes Piscator Theologus: Hieronymus Treuttrus G& Goddæus Paædagogiarchæ: Antonius Matthæus Juru D.& Profeſſor. Joannes Pincier Med. D.& Phyſices profeſſor. rnnes Gotxlebius pada: Græcæ linguæ& Logives. Profeſſor. Lerne. Bisterfeldt Math.⸗ prof: Matthias Martinius Sauct- ling. profeſſor& pædag- Joannes Althuſius J. U. D. An dieſem fluß Dyllle ligt auch das ſchloß und thal Dillenberg/ ſo von dem waſſer den nahmen bekommen. Iſt ein ſchoͤn/ raumlich/ anſehnlich/ feſt gebeu/ mit mauren/ waͤllen und graben auffs ſtaͤrckeſt verwahret. Vmbs jahr 1300 iſt diß ſchloß Dyllenberg gantz außgebrandt/ derowegen es G. Heinrich zu Naſſau widerumb herrlich auffbawen laſſen. Sigen⸗ Sigen iſt auch ein vornehme ſtadt in dieſem Lande auff einem huͤgel und felſen gelegen/ und mit mauren/ und thuͤrnen befeſtiget. Hat ein beſonder ſchloß darinnen/ und nicht fern von der ſtadt ein vor⸗ nem eifenbergwerck. Sonſten ſind uͤber diß auch noch andere ſchloſſe/ flecken und ſtaͤdte in dieſer Graff ſchafft/ under welchen auch Mengerskirchen/ Freu⸗ denberg/ und andere. Von Chronica 66 Von der Graffſchafft Witgenſtein. G N H It der Graffſchafft Naſſau Dillen⸗ (Sberg/ Graffſchafft Arnsberg/ und dem 72 MOberfuͤrſtenthumb Heſſen/ grentzet . die Graffſchafft Witgenſtein/ und ligt auch in einem hohen gebirge/ welches zu den ber⸗ gen gehoͤrig/ ſo Tacitus nennet Abnobios montes/ von dem Sachſiſchen wort obneob/ iſt itzo der gantze Weſterwaldt. Aus welchen gebirgen entſpringen ſer waſſer/ die Loͤhn/ die Ruhr/ die Eder/ die Dyll/ die Sige/ und die Orck. Sonſten hat Witgenſtein/ die Graffſchafft/ groß gehoͤltzt und ſehr gute Rehe⸗ jachten/ hat groſſe viehzucht/ gute fiſchreiche waſſer von Salmen/ Forellen/ Eſchen/ Gruͤndeln/ aber der acker iſt winteriſch und kalt. An der Loͤhn ligt auff einem hohen berg und felſen das ſchloß Witgenſtein/ welches anno Chri⸗ Witgeſteln ſti doo albereit erbawet geweſen: under demſelben in dem thal an dem waſſer ligt das eltiſte ſtaͤdtlein in der Graffſchafft Laſve genand. Laſve. Das ſchloß und ſtadt Berleburg aber ſein umbs jahr 1258 gebawet/ haben den nahmen von ei⸗ nem waſſer/ der Berlabach genand. An dieſem ore iſt vor alters ein groſſe wildnus geſtanden/ darinnen ſich diel behren enthalten: dahero iſt die gegend au⸗ fenglich der Berenbach geneuner worden. 1j Die — 6* Heſsiſche Die Graffen zu Witgenſtein/ Waldenſtein/ und Reichenbach/ ſoll anfenglich der Crone Franck⸗ reich Pfaltzvogt oder Pfaltzg raf Pipinus in Heſſen bracht und Witſtein fur den Weſterwaldt/ Wallen⸗ ſtein fuͤr den Knoͤl/ Reichenbach fuͤr den Weisner und die Grafen von Ebersbach fuͤr die Rhone in Buchen geſetzt haben. Darauff iſt das haus Wit⸗ genſtein umb das 700 jahr nach Chriſti geburt zu bauen und zu befeſtigen angefangen worden. Es hat in dieſer Graffſchafft vor alters drey be⸗ ruͤhmbte walfahrten zu unſer frawen zu Gerckhauſe/ Odenborn/ und Elſchoff gehabt/ dahin auß dem Ertz⸗ ſtifft Coͤlln /Hertzogthumb Weſtphalen/ und an⸗ dern/ auch ferne gelegenen orten/ ſich viel leut zu den goͤtzen/ zu benemung ihrer widerwertigkeiten an ih⸗ rem leib/ kindern und viehe gelobt/ daſelbſtet ſie zu gewiſſen zeiten im jahr mit groſſen kronen in groſſer menge fuͤr den goͤtzen hefftig erſchienen/ denſelben ge⸗ opffert/ und fuͤr die erzeigte gutthat des abgewandten ungluͤcks gedancket/ und zum gedechtnus viel wachs kertzen/ waͤchſene arme/ beine und anders/ daran ſie ſchaden gehabt/ in den kirchen auffgehenckt und al⸗ ſo den goͤtzen zugemeſſen haben/ was ſie von Gon empfangen gehabt. Von der Graffſchafft Nidda. Die Chronica. 68 ein, 4 Jeſelbe grentzet mi der Wetlerau/ der nck., Graffſchafft Iſenburg/ und dem Vo⸗ ſſen Se gelsberge/wie auch dem Fuͤrſtenthumb lien⸗ S an der Löͤhn. Iſt ein ſehr fruchtbar sner und feiſt landt/ hat auch ein guten Saltzron/ wel⸗ de in chen man erſt neulicher zeit angerichtet und genug⸗ Wit. ſam iſt dieſer Graffſchafft und denen nechſt angren⸗ . tzenden orten ſaltz zu geben. bun Nidda ſchloß und ſtadt iſt die hauptſtadt dar⸗Ndda⸗ innen/ in welcher vor alten zeiten die Grafen zu be. Nidda hoff gehalten: under denen hat anno 1165 aue Ludiviggelebet. Nach dem aber diß geſchlechteab⸗ E. gangen/ iſt dieſe Graffſchafft dem G. Ziegenhain don⸗ zugewachſen/ und fahrs 14 53 ſampt der Graff⸗ iden ſchafft Zigenhain/ als Graff Johan der letzte ſeines nih⸗ geſchlechts verſtorben/ landgraff Ludwig zu Hoſ⸗ ie zu ſen angefallen. Vnd ob wol die Grafen zu Hohen⸗ oſſer lohe deßmahls auch anſpruch haben wolten/ wardt nge⸗ doch ſolches jahrs 14 95 zu Worms verglichen. jdten Zwiſchen der Graffſchafft Hanau und Nid⸗ achs daligt die Herrſchafft Orttenburg/ und das ſtaͤdt⸗ aran lein und ſchloß deſſelbigen nahmens/ und dann auch dal⸗ der Glauberg/ auff welchem vor zeiten eine groſſe Glauberg Bott feſte ſtadt gelegen/ ſo vom Landvolck/ darumb/ daß ſie etwa ihm mit rauben uͤberlaͤſtig geweſen/ mit liſt ingenommen und zerſtoͤret worden. Aus denen ſtei⸗ nen dieſer zerbrochenen ſtadt/ ſind der fleck Glau⸗ berg/ das cloſter Conradsdorff und andere umblie⸗ gende Grtenburg Die ““ ——:ÿ————ͦ:-n————/OZ—ZQ—Q—Q—O⸗O⸗O—C'õ— ö„ 69 Heſsiſche gende oͤrter erbawet worden. Dieſes orts ligt auch das haus und Herſchafft Lisberg. Vom dem Fuͤrſtenthumb an der Loͤhn. Ss Fürſtenthumb an der Loͤhn wirdt 4 auch genennet das Oberfuͤrſtenthumb SSund ligt beyderſeit der Lohn und an der Eder. Iſt vor alters das land an der Loͤhin/ und das Nider Fruͤſtenthumb/ das land zu Heſſen ge⸗ nent worden. Iſt ein gut fruchtbar land von aller⸗ hand gewechſen: hat ſtatliche waͤlde und wildtfuhr viel ſchoͤne ſtaͤdte/ ſchloſſe und flecken: guten acker⸗ baw/ gute wieſen/ gute fiſcherey. Nechſt an der G. Witgenſtein ligt auff einem Pattenders Berge Battenberg/ ſo ein uhraltes haus und ſtadt welch fuͤr Chriſti geburt ungefehr 13 4 jahr von Ba⸗ tone der Catten Koͤnig gebawet und in deren gegen vor alters die Battavi gewohnet haben. Vmbs jahr 1277 iſt diefes alles eine beſonde re Graffſchafft geweſen/ und hat damahln dieſelber⸗ gierer G. Widekind von Battberg/ welcher eings borner Graff zu Witſtein geweſen/ wie dann auf den heutigeu tag etliche in der Graffſchafft Witſten gelegene doͤrffe zu Battenburg zu den ungebottenen dingen erſchienen/ den beampten die zeune alle jaht umb die Burcklaͤnderey machen/ auch den muͤhlen⸗ flus auch wirdt humb un der und en ge⸗ aller⸗ btfuhr acker⸗ einem ſtadl n Ba⸗ gegent ſonde elbere⸗ ein ge n auf itſtein ttenen Chronica. 7⁸ fluß in der Eder jaͤhrlichs auffreumen muͤſſen. Wie aber Battenberg/ ſo fuͤr Chriſti geburt von der Catten koͤnige Battone erbawet und Heſ⸗ ſiſch geweſen/ an die Grafen zu Witſtein gelanget/ deſſen hat man kein andere nachrichtung/ als da Pipinius und darnach deſſen ſohn Carolus Ma⸗ gnus die Teutſchen zum Chriſtlichen glauben bracht und die Grafen von Witſtein auff die grentz geſetzet haben/ daß durch ſolch mittel dieſer ort Witſtei⸗ niſch/ darnach umbs jahr Chriſti 12 77 Mein⸗ tziſch/ und furters 146 4 wiederumb Heſſiſch wordẽ. Es haben auch von alters in der ſtadt bey der alten burck gewohnet vier Caſtrenſes oder Burck⸗ mañe/ welche im Raht geweſen und urtheilen helffen/ das man das Burckmans gericht genennet/ welches geweſen ſein vier adeliche geſchlechter/ Hotzfeldt/ Bidenfeldt/ Derß und Luderbach/ derer Burckſchitz und Burckſtede noch fuͤrhanden. Das alte ſchloß aber/ ſo obig der ſtadt auff den hohen berg ligt/ iſt nicht von Batone der Catten koͤnig/ ſondern nach der hand von den Grafen von Witſtein gebawet und der Kellerberg genand worden. In derſelben Graffſchafft in einem geringen doͤtflein Simbshu⸗ ſen/ iſt geboren der fuͤrneme beruͤhmbte poet und srator Brricius Cordus Simeshuſius. Vnderm Berge/ darauff Battenberg gelegen/ fleuſſet furters durch eine luſtige und fruchtbare awe der Eder fluß bey dem dorff Battenfeldt(deſſen J Annales —xIZ 4 Kellerberg 71 Heſsiſche 1 Annales Francici meldung thun/ und daſelbſt das uhralte adelich geſchlecht Bidenfeldt zur zeit Caroli Francken⸗ Magni ein reiche pfarr geſtifftet/ und deſſen patron berg. noch iſt/ welcher filial ſein die pfarr zu Battenberg/ Leiſen und Dodenaw) hinab naher Franckenberg/ ſo ein grentzſtadt deß landes Heſſen gegen Weſtphalen iſt/ den nahmẽ aber von den Francken/ welche daſelb⸗ ſten zum offternmahlihr laͤger gegen die Sachſen ge⸗ habt/ bekommen. Auch ſo hat in anno Chriſti /20 Koͤnig Dietrich in Franckreich ſie zu bauẽ angefan⸗ gen/ und Carolus Magnus umbs jahr 804 erwei⸗ tert und vergroͤſſert. Dieſer Carolus hat in dieſer ge⸗ gent zum offtern mit den Sachſen getroffen/ und der⸗ wegen an dem ort eingantzes feldt/ an jetzo die Frey⸗ marck genand/ zehend frey gemacht/ und die ſtadt mit vielen freyheiten begnadet. Nach dieſem iſt ein herr⸗ Aurerwald lich goldbergwerck im Aurerwald/ der auch darab dẽ nahmẽ Auræ Sylvæ bekomen/ eroͤffnet worden/ und hierumb hat Franckenberg umb das 919 jahr ſehr zu genommen und iſt zu einem groſſen auffnemen ge⸗ langet. Folgends im jahr Chriſti 1286 hat Herr Heinrich geborner Hertzog zu Brabandt und L. zu Heſſen/ welcher das Kindt zu Heſſen genandt wor⸗ den/ die kirche und Muͤnſter/ ſo Carolus Magnus erbawet gehabt/ abgebrochen/ und von grund auß/ wie ſie an jtzo/ ernewert. Von welcher zeit an/ die Meintz/ Weſt⸗ ſtadt viel ſchaden/ unduͤberlaſt von Mein phalen/ auch dem inheimiſchen Adelerleide Chronica 7² Vber das begab ſichs auch/ daß das ſchloß und bey⸗ de ſtaͤdte Franckenberg alt und neu Herman Frey⸗ herrn von Trefurt ingeben worden/ und hierauff von bemeldtes Herren dienern den buͤrgern viel unge⸗ mach/ davon in ſpeeie nicht zu ſchreiben/ auß dem ſchloß zugefuͤgt wart. Weil nuhn die buͤrger als ehr⸗ liebende leut ſolches nicht geſtatte/ ſondern kurtzumb gewendet haben wolten/ ſo haben endlich durch deß Landtgrafen bewilligung/ die Franckenberger buͤr⸗ ger jahrs 1337 dis uhralte ſchloß geſtuͤrmet und in grundt außgebrandt/ die Trefurter außgejagt/ ſich an ihren erbherren gehalten/ und iſt dem Trefur⸗ tiſchen Herrn/ ſo die juſtitz verachtet/ kein pfennig zu ſeinem ferneren underhalt gereichet worden/ welches die rechte belohnung iſt der ungerechtigkeit. Die Neuſtadt aber iſt ehe dieſem/ nemblich in anno 1336/ von Landtgraff Heinrich/ dem Eiſern genandt⸗ Ottonis ſohn erbawet worden/ welchen bau ob wol Ertzbiſchoff Gerlach zu Meintz wiederſprochen/ mit fuͤrwendung/ grund und boden/ darauff die Neu⸗ ſtadt erbawet/ were in der Graffſchafft Battenberg/ ſo der zeit Meintz zugeſtanden/ gelegen: So iſt aber Heſſen deſſen nicht geſtendig geweſen/ dabey es dan auch gelaſſen worden. Anno 1421 haben die buͤr⸗ ger das Rahthaus abgebrochen/ und an deſſen ſtett ein ſchoͤnen newen bau geſetzt/ welcher doch nicht uͤber z5 jahr geſtanden/ ſondern in anno 47 6 ſampt der gantzen ſtadt/ allen briefen und kriegsmunition im J ij grundt 73 Heſsiſche grundt abgebrandt. Aber gleichwol unangeſehen ſie anno 1507 abermahls durch ein narricht weib nicht geringe brandſchaden erlitten/ von den buͤrgern we⸗ gen des bequemen orts in kurtzer zeit wiederumb in vorigen ſtandt bracht. Vndiſt auch darauff bey der ſtadt in anno 1590 ein ſilber und kupffer bergwerg bekand worden. Anno 1607 den 17 Maii hat das wetter in thurm geſchlagen/ und den ſampt⸗ glocken verbrandt. Sachſen⸗ Bey der ſtadt Franckenberg ligt das ſtaͤdtlein 1 berg. Sachſenberg/ ſo zu der koͤnige in Franckreich zeiten/ V der Sachſen feſtung geweſen/ und Franckenberg zu wider/ in maſſen auch das feſte eaſtell Keſterburg/ darauff vor weilen der abgott Caſtor geehret unnd letzlich von Carolo Martello zerſtoret/ auch an deß fen ſtadt die kirch Chriſtenberg erbawet worden/ da hin geſetzt. Sonſt iſt in dieſer gegent das uhralte Geſſenſtein haus Heſſenſtein/ welches noch ein zeugnus des al⸗ ten Heſſiſchen nahmens und der Heſſonum. Zu nechſt bey der ſtadt aber ligt vor einem Wolkers⸗ waldodas ſchlos Wolckersdorff welches anno 1310 Landgraff Otten Eberhard von Hel⸗ fenberg ritter zu lehn auffgetragen/ und in anno 1389 die helffte daran Land⸗ graff Herrmanno verkaufft hat Fride⸗ rich von Buchenaw Ritter. Es iſt aber Helffenberg auch ein beſondere Her⸗ ſehafft geweſen. Demnach ſie aber gantz an die 5 Keſterburg Chronica 74 an die Fuͤrſten zu Heſſen kommen/ brach Landgraff Heinrich das geheuſe an Wolffersdorff ab/ und bawet daſſelbig in anno 1477 gantz new/ ohnallein den thurm/ welchen er oben abgenommen/ und ver⸗ beſſert und ein neu dach darauff geſetzt. Wetter aber zwiſchen Franckenberg unnd Wetter⸗ Marpurg gelegen/ iſt unlangſt aus einem dorff/ Ober Wetter genandt/ zur ſtadt gemacht und be⸗ mauret worden. Aus dieſer ſtadt haben viel vorne⸗ me hochgelehrte leut ihren uhrſprung/ welche dem Land und hohen ſchul ſehr wol gedienet. Bey dero ligt das zerfallene Berghaus Melnaw und der melnaw. flecken Roſenthal/ welche etwa vor alten zeiten Meintz ingehabt/ aber in anno 146 4 wiederumb an die Fuͤrſten zu Heſſen kommen. Foſenthal. Bidencap iſt auch kein alte ſtadt/ hat aber vor lan⸗ Bideneap. gen zeiten ein ſchlos daſelbſten gelegen/ welches umb das 1307 jahr Landgraff Heinrich/ Heinriei Brabaͤ⸗ tini ungehorſamer ſohn/ abgebrochen und auff den fordern theil des berges uber dem flecken geſetzt hat. Die haupſtadt in dieſem Fuͤrſtenthumb iſt Marpurg/ welche zu S. Eliſabethen lebzeit/ nuhr allein ein dorff uñ burg darbey. Dieſelbe iſt etwa an⸗ Warpurg fenglich Mattiacum genennet und damahls der Cat⸗ ten haupſtaͤdte eine geweſen. Daſſelbe Mattiacum wie man vermeinet/ hat darnach Marcomirus in⸗ genommen/ ernewert und nach ihm Marcormiri⸗ Lurggeheiſſen/ daraus nachmalen der nahme Mar⸗ Jiij purg 75 Heſsiſche purg und letzlich Marpurg erwachſen. Sol umbs jahr Chriſti 146 geſchehen ſein. Margraff Otto zu Heſſen hat dis ſchloß erweitert. Darnach als in an⸗ n0 1229 S. Eliſabeth zu Marpurg ihre wohnung angeſtellet und im Teutſchen hauſe zu bawen ange⸗ fangen/ nam auch zugleich der flecke Marpurg von tag zu tag immer zu/ bis daß ihn Landgraff Her⸗ man S. Eliſabethen ſohn umbmauren/ und zu einer hauptſtadt machen lies. Nach ihm bawet Con⸗ radt Teutſches ordens Hochmeiſter das Teutſche haus und kirche S. Eliſabeth. Dieſer kirchen grund wardt geleget in anno 1231/ der bau aber in 1283 ge⸗ endet und folnzogen. Iſt ein precheig und ſchoͤn werck von gehawenen ſteinen auffgefuͤhret/ mit bley gedeckt/ und zweyen ſchoͤnen und hohen thuͤrmen gezieret. Hat drey chor: in dem einen ſtehet S. Eli⸗ ſabethen grab/ in dem andern der hohealtar/ und im dritten die begrebnuſſe/ monumenta/ und bildtnuß⸗ ſe dero mehrertheils Landgraffen zu Heſſen/ ſo bis ans 1500 jahr Chriſti regteret haben. So ſind auch drey vorneme Hoſpital/ deren einer im Teutſchen haus/ die andern zween in der vorſtadt Weidenhau⸗ ſen gebrechlichen krancken leuten/ und alten armen damalen angerichtet. Anno 1261 wie auch 131riſt Marpurg gantz ausgebrandt/ aber doch wegen der ſtettigen hoffhaltung bald wiederumb auffgebalwet worden. Anno 1312 bawet L. Ludwig Biſchoff zu Muͤnſter ———— Chronica 7⁶ Muͤnſter den Saalund Capell auffm ſchlos Mar⸗ purg/ und nach ihm in anno 1484 Landgraff Wil⸗ helm der juͤnger den newen ſaaloder baw. Darnach als die univerſitet und hohe ſchul von Landgraff Philip dem Eltern im jahr Chriſti 152 7 angerichtet/ ſind die cloͤſter/ ſo hin und wieder in der ſtadt gele⸗ gen/ der muͤncherey benommen/ und der ſtudieren⸗ den jugend ingeben worden/ alſo daß nuhnmher in dem Barfuͤſſer eloſter die Alcademia ein collegium und ſcholam Philoſophicam/ wie auch ein auditori⸗ um Medieum/ in der Kogelherrn kirch und eloſter Theologica facultas ihr auditorium und kirch/ und dan in der Bernhardiner oder Prediger cloſter die Juridica facul:ihr auditorium/ wie auch in gleichem das pædagogium halten kan. Sonſten iſt dieſe ſtadt und ſchlos innerhalb etlichen jahren mercklich/ aldie⸗ weil L. Ludwigen des Eltern reſtdentz daſelbſten/ ernewert und mit ſchoͤnen gebewen vermehret: Das ſchlos mit back und brauheuſern/ wie auch einem an⸗ ſehnlichen zeughaus/ renplatz/ luſtgarten/ und aller⸗ hand waſſerkuͤnſten und bronnen/ ſampt einer Fuͤrſtlichen Cantzeley darunder/ und ſonſten die ſtadt mit ſehr kunſtreichen mahl/ ſchlag/ papier und kupffermuͤhlen/ wil geſchweigen des ſchoͤnen vor⸗ wercks zum Schwan/ und anderer vornemer gebeu/ von hochgedachten H. Landgraffen verſehen/ und auffs herrlichſt gezieret. Was aber vor gelerter maͤnner dieſesoires⸗ ebet. — „ Heſviſche lebet/ und mit beſonderm nutzen profitiret/ ſol deren nahmen und anzahl folgender tatalogus kuͤrtzlich vermelden und andeuten: das ubrig ken der leſer aus dem heſondern buchlein und tractat/ welchen ich von dieſer ſtadt und hohen ſchul geſchrieben/ weitleuff⸗ tig erholen. Fraucizeus Lambertus Avenionenſis Gallus TPeologus: Nermannus Buſchius Dulmenſis Westpbalus, poeta& orater nobilis: Ericius Cordus Simerbuftus in præfectura Battenbur- gica, potta& Medicine Doctor: S ebaſtianu, Auguſtus Vu- genus J. I. D.& Profeſſer Hebraicælinguæ: Elius Sobanux Heiſius Tottendonfenſus propè Francobergam poeta& orator in⸗ Agni: Gerærdus Voviomag ue Geldrus Hiſtoricus vnd darnach T heolagiæ prefeſſer: Thomas Zegerus Clivenſir M edicinæ D. & AMathematicu,: M. Reinbardus Lorichius Hadamarius Rhatorieæ profeſſer: D. Nicolaus Blesberus Smalbaldianus Me- dicus& Mathematious: ohannes Rutelius Fraucefurtenſis J. U. D. Agiains Aommeriu Limburgenſis J. I. D& pref: Pahbaſar Clammerus Bavarus J. I. Ligentiatus: M. Detrus Plateanus Prabantinus Rhetoricæ profeſſor: Joannes Lerſnerus J. U. D.& Iaſtitutionum prof: Theodoricus Dorſtenius Weſſ- phalus⸗ Medicinzæ Doctor: Theobaldus Gerlachius Billicanus Mordlingenſis J. U. D.& Rhetor: Antonius Niger ratu- lavienſis M. D. Phyſioes prof: Joanues Megabachus Spange- éergenſi M. D. Janus Carnarius Zuiccavtenſis Medicina- raum D: Joaunes Ferrarius Adontanus Amelburgenſis primus Academia hujus Rector& Vicesancellarius J. U. D. Adamus Crate Fuldenſis Theologiæ profeſ: Erbardus Juaſius Heilp run⸗= nenſis Theæologus: Joannes Dryander Wetteranus Heſſus Af. D.& Mathematicus: M. Caſparus Redolghus Kafta deuſis Dialetfices;& orgaui Ariſtot, profeſſor: Wilbelmus Cratare= lus Bergomas AM. D.& Mathematicus;(briſtopborue Pres hteras Argentoratenſss J. I. D.& profeſſor: M. Joanues Gglas Mopis: Adovaſterenſis biſtoriarum profeſſer: Ardrea Ee ptrias Chronica 7K perius Plander Th. D.& profeſſor⸗ M. Matthaus Philocapella Heſſus Ethices profeſſor. Joannes Rhodus Vaſtadienſir M. D. Burchartus AMdithobius Hamburgenſis Medicin« D. Herman- nas Unerus Hersfeldianus J. U. D. posſcos profeſſer: Joanne⸗ Draconjtes areloſtadiu⸗ T heologiæ D. profeſſor& Sccleſiaſtes: WMigandu:s Orthius IZetteranus D. Theologie& ſanctæ linguæ prof: Joaunes Oldendorpius Hamburgenſis J. I. D.& profe Antonin: Heiſtermaunꝰ Brabelenſis]. I. D.& prof: Theobalds 2 bamerus A rgentoraten hi.r Joanues Lonicçerus Orteranu 7 ‧1h. D.& prof: Juſtus Studæus Elſana⸗ J. I. D.& prof: Nicolaut AElepius( allellanus J. A. D. Philoſophus, poéta, orator: M4. Jo- ſephus orichius Hadamarius Hiſtoriarum prof: Wigandus Fappelius Marpurgeuſis]J. U. D. Codicꝝςν᷑ ʃ& S. linguæ prof- M. Joannes Garnérius Gallus Theologiæ prof: M. Phulippus Dor- Henius Marpurgenſis Medicæ artus profeſſor: M. Bencdittus retius Bernas Dialecticæ profeſſor⸗- Juſtus Lulteius Wettera- nus pædagogiarcha G. S. linguæ proféſſor: Heinricus Lietor Fridbergenſis, Eccleſiaſtes Marpurgenſis, Theologiæ D.& prof: M. Heivrious Ortius Calernius fipendiariorum Epho- rus& Theologiæ profeſor: Peirus Paganus Waufridianus Heſſus poëta. Jacobus Lerinerss J. U. D. Academiæ Vicecau- gellarius: Volquinꝰ Vigelius Uuetteranus Medi. D.& profeſſor: Micolaus Saſcherus Gruningenſis Friſius M. D. G&bſices profs Nicolaus Nodingus Treiſenſis T. D. prof.& Eccleſiaſtes: Conradus Mattheus Alsfeldianus J. U. D. Abetor& Aaſeſſor judicii generalis Heſſiaci: Laxarus Schouerus Francus Dæda- gogiarcha: Pernhartus Copius Stromburgenſis TV'eſtphalus J. U. D. Gracæ linguæ, Inſtitutionum pref:& Aaſeſſor: M. Detrus Nigidius fſenior pædago.& prof. Pbyſices: Georgius Sohnius Tosbachienſis T. D. G. linguæ prof: Victorinus Fchonfeldt M. D.&. Mathematicus: Ambroſius Schurerius J UI. D.& profeſſor Hieronymus Turlerus Miſaenſis J. D.& prof. Valentinus Forſterus WMittenbergenſis J. U. D.& prof: Regnerus Sixtinus Eriſius J. I. D.& profeſſor: Joanues à Waltmanshauſen nobilis Theologiæ. D.& profeſſor: georgius Marius Wiricburvenſis Medi. D.& prof: Sgidiu Hunius Wimenbergenfis Tb. D.& prof: Af. Bartholomæus Aderer Alr K feldia? uou— — 75 Heſsiſche feldianu, Pbiloſ.& T beologie prof: Cbriſtophorus Lersnera Marpurgeaſi: J. I D.& pref: Adamus Coniceru D. Ma- theſ. pref: D. Henricus Botterus Hollandus Med. D: Joan- „er Heuterus Francus Philoſ:- MNicolaus Eigelius Treiſenſis J. ũ. D.& profeſſor. M. Tbeophilus Heidenricus Lonicerus Marpurg. Logicuu, aulæ conſiliarus: Daniel eArcularius Caſſellanus Th. D.& profeſſor D. Otto Gualperius Noteburgenſis Hebraicæ& Græca linguæ interpres; Johannesl Vinekelmannus Fomburgenſis Heſſus Th. D. profeſſör& Eceleſiaſtes Marp⸗ Hermannus Vulteius Vetteranus J. I. D. G Adſeſſor, pri- marius LL. prof. FHermannu Lerſuerus Marpurgenſis J. I D. Aradauiæ Vicecarcellarius: Dbhilippus Mattheus ar- purgenſis J. I. D.& profeſſsr. Hieronymus Treutlerus Suidné- ſiu Jileſius J. UI. D.& Khethorices prof- Joannes Gaæddeus Syvertenſi J. E D.& prof: M. Kodolphus Gocleniu:r Cor. bachianus Eogicus G& Geometra: D. Petrus Nigidius Mar- urgenſis Ethices pref: M. Joanue, Ferinarius V ratislavienfis Sileſus Eriſt. pref:& Padagogiarchs: D. Joanne: Magirus Fridtlarienſis Phyſicus: Joannes Mollerus Battenburgicus Heſſus Hebrææ linguæ pref: Hermannus Vigidias Marpur- genſis J. U. D.& Kheter, M.( briſtophorus Cramexus Alendorfænſis Gracæ lingua prof: M. Joaznes Hartmanni Ambergenſis Palatinut Matbematicus: l. Joaunes Scholi- us Battouburgicus H. ſanctæ linguæ prof: Hermannu: Kirch. nerus Hersfeldenſis J. U. D. poëta, hiſtoricus: Theodoru⸗ Vetor Lichenſi, padadogiarcha: Balthaſar Menzerus S. S. Th. D.&Anthoniu] 5 thofredus Inſt prof: Joanues& Her- ninu⸗ TVolhi Marpurg. Med. D.& profeſores: Paulus Cellari. 2s Caſelanus M. D. Henrieus Slenkerger A4. D: D. Chri- ſophoru⸗ Muldenerus Phyſicus: Nicolaus Braun Phyſ. profeſſor. Caſparus Sturmius D. Theologiæ profelor& Ktipen- diariorum Ephorur. Raphael Eglinus Iconius D. Theologiæ pro- feſſor. Gregorius Sebonfeld D. Joannes Molthera- D. He- braæ lingua prefaſſor. Chriſtopborus Teichmaanz, D. Jurus prefeſſor. Anthoniu, Aattbaus D. Inſtütutienum profeſſor. Georgius Crueiger M. Logies profeſſor. Auff ————ͤͤͤͤͤͤͤͤn Chronica 80 Auff der andern ſeiten gegen Naſſaw und Hohen Solms ligt erſtlich das ſchloß und ſtaͤdtlein Koͤnigs berg und dañ das hauß und ampt Blanckẽ⸗ Blancken⸗ ſtein auff einem felſen/ welches F. Sophia umbs hee jahr 126 1umbreiſſen/ und von newen auff bawen laſ⸗ ſen. Zu nechſt bey dieſem hauſe iſt Gladenbach ein Gladebach. luſtiger fleek/ dabey auch vorneme bley/ ſilber und kupfferbergwerck. Die ſtaͤdte vnnd ſchloͤſſer aber/ ſo diſſeit der Loͤhn gelegen/ ſind Gieſſen/ Staffenberg/ Allendorff an der Lom/ Grunberg/ Merla/ Vlrichſtein/ Schot⸗ ten/ Homburg an der Ohm/ Kirchhain/ Romrod/ Alsfeld vnd Grebenau. Gieſſen iſt vor zeiten ein dorff vnd ſchloß ge⸗ Geſſen. weſen/ aber nach dem es zu einer ſtadt gemacht/ jahrs ,— 1530 von Landgraff Philip dem Eltern mit einem wall und graben befeſtiget worden. Doch iſt dieſe veſtung in anno 1547 wiederumb geſchleiffet/ aber jahrs 1560 zum andernmahl zu bawen angefangen und inerhalb; jahren vollendet worden. So hat auch anno 37 Landgraff Ludwig der Elter ſie an vielen orten verbeſſern und in anno 1586 das ſchoͤne zeughaus darin ſetzen laſſen: L. Ludwig der Juͤnger aber die F. Schule darin gelegt. Bey Gieſſen ligt auch Hohen Linden/ darbey Sahen Eun⸗ vor zeiten ein Caſtell gelegen/ welches vorgedachte F. Sophia S. Eliſabethen tochter zerſtoͤren laſſen. Staffenburg ſo vor alters Zigenhaniſch aber Staffesurg Kij iſt ein ☛ Ahßmarek. Allendorff. Uordeck. Srunberg. Merla. 81 Heſsiſche. iſt ein kleines ſtaͤdtlein und ſchloß auff einem hohen berg an der Loͤhn gelegen/ und nicht fern von dieſem ſchloß die Kuͤmarck ein groſſer wald/ in welchem vor alten zeiten ein groſſer viehmarck gehalten/ aber viel⸗ faͤltiger buͤberey und raubens halber nuhnmer abge⸗ ſchaffet worden. Allendorff an der Lom iſt auch ein kleines ſtaͤdtlen/ ligt in einem thal an dem waſſer Lom/ von welchem es auch den nahmen bekommen: iſt in an⸗ no 1479 vom wetter angeſtecket/ und innerhalb dreyen ſtunden aus dem grunde weg gebrandt/ ſo wol auch in abgelauffnem 16 02 jahr abermahls vtel ſchaden vom fewr erleiden muͤſſen. Bey dieſer ſtadt ligt auch daß ſchloß und Ampt Nordeck. Grunberg ſtadt und ſchloß ligt auff einem huͤgel. Das ſchloß daſelbſten iſt anno 1182 zu bawẽ angefangen und in anno 1195 vom Biſchoff zu Mentz beſtritten/ und der flecken dabey ausgebrandt worden. Vndober wol hiernach wiederumb auff⸗ gebawet und umbmauret/ auch ſich in ein anſehn⸗ liche ſtadt verwandelt/ ſo iſt ihr doch gleicher ſchade von eignem fewr in anno 1390 widerfahren. Es iſt eine luſtige ſtadt/ ſo mit groſſen vorſtaͤdten umb⸗ geben. Nicht fern von Grunberg/ ligt auch das ſchloß Merla in einem thal und wieſengrund/ welches L. Ludwig der Elter auffs zierlichſt erbawet. In d 1 er Chronica. 82² ſer gegend ſind viel ſchoͤner waͤlde/ beſonders aber der Aptswaldt/ und bequeme jagten. Vlrichſtein aber iſt am ingang des Vogell⸗ vlrichſtein. berges auff einer grauſamen hoͤhe gelegen. Das Schloß an ſich ſelbſten iſt ſehr luſtig des ſchoͤnen proſpects uud auſſehens halber: Das ſtaͤdtlein aber gering und unbemauret. Das ſchloß iſt in anno 1293 von Landtgraff Heinrich/ weiln es ein raub⸗ ſchloß/ ingenommen worden. Bey Vlrichſtein ligt das ſtaͤdtlein Schotten Schotten. in einem thal und fruchtbaren ebne/ hat auch eine beſondere burck darinnen. Homburg an der Ohm hat den nahmen von Bohmburg dem vor bey flieſſenden waſſer/ ligt ſtadt und ſchloß/ welches doch unbewohnet/ an einem luſtigen ort auff einen berge/ ſo faſt allenthalben mit der Ohm umb⸗ floſſen. In dieſer gegendt ligt auch das haus Schweinsburg/ darvon ſich die Schencken von Schweinß⸗ Schweinsburg ſchreiben/ und dan Holtzhauſen/ ſo burg denen Rawen zuſtendig/ Lerbach und ander heuſer mehr. Ferner ligt auch daſelbſten Amelburg/ oder Amelburg. Ameneburg/ ein Mentziſch ſchloß/ ſtifft und ſtaͤdr⸗ lin/ erwa von dem luſtigen ort den nahmen tragende/ oder aber nach erlicher meinung Ohmenburg/ der Ohm halber/ iſt auffeinem hohen Berg und Fel⸗ ſen erbawet/ und von Heſſiſchem gebiet umb⸗ ſchloſſen. Zu negſt bey demſelben/ unden am berge K iij ligt ———CQ—⸗⸗ ⸗——— 33 Heſsiſche ligt an der Ohm in dem ebnen felde die ſtadt Kirch⸗ hain/ ſo zwar kein alte ſtadt/ aber doch an einem luſti⸗ gẽort erbawet. Dieſelbige hat in anno 1412 Graff Heinrich zu Waldeck uͤberfallen gepluͤndert und bis auff zwey heuſer ausgebrandt/ zu welchem dan beſonders die von Amelburg/ als damalige feinde der Fuͤrſten zu Heſſen/ geholffen. Someod. Romrod/ ein ſchloß und flecke zu negſt an ei⸗ nem wald gelegen/ hat auch viel und hochermelter Landgraff Ludwig der Elter ernewert/ und mit vie⸗ len gebewen verbeſſert. Auff der andern ſeiten des waldes ligt an der V Alsfeiv. Schwalm Alßfeldt ein wolerbawete nnd mit groſ⸗ ſen vorſtaͤdten umbgebene ſtatt/ welche vor gar al⸗ ten zeiten/ ehe dann Franckenberg auffkommen/ all⸗ bereit ein vornehmer ort und hauptſtadt das Landes Heſſen geweſen/ und hierob die eltiſte ſtatt dern Heſ⸗ ſen geachtet wird. So hat Keyſer Otto der Erſte jahrs 937 daſelbſten eine vornehme verſamlung und Landtag gehalten. Doch weiß man nicht/ wan ſie anfenglich gebawet worden ſintemahl ſie vor jah⸗ ren mit ſampt ihren brieffen/ und uhrkunden gantz und gar verbrunnen. Iſt die erſte geweſen/ ſo das Evangelium in Heſſen angenommen. Bey dieſer ſtatt/ und beſonders Grebenaw/ hebt ſich an der Schwalm Aptswaldt/ und am ingang deſſelben die Schwalm/ ſo nachmalen bey Alßfeldt von der oyffa und dann der Kirchhayn. —— Chronica. 34 der Berff/ beyden ſtarckenbaͤchen/ vermehret durch die Graffſchafft Ziegen hain fleuſt. Grebenauaber iſt ein beſonder Ampt/ in maſ⸗ Srebenan ſen auch Burckgemuͤnde: dann Schwartz/ Rom⸗ rod/ Merla ins Ampt Grunberg gehoͤrig/ ſind ge⸗ richte/ und umb Lehrbach das Euſſer gerichte. Vor alters haben zu Grebenaw Johanniter Herren gewohnet. Nachmahlen haben mannlehns weiß die Landgraffen zu Heſſen die Herren von Pleß damit begnadet. In dieſer gegent wohnen auch die Reiteſel/ und die von Doͤrnberg/ Schle⸗ ger und Ruͤckers hauſen/ vornehme alte und edle ge⸗ ſchlechte. Beſonders aber ligt auff einem hohen berg allernegſt bey Grebenaw das Doͤringenber⸗ giſche hauß und ſchloß Hertzbergk/ und dann im berg. Ampt Grebenaw das dorff Vdenhauſen/ darbey das Schwert deſſen Lampertus gedencket/ und wel⸗ ches Mars/ darnach Attila der Hunnen Koͤnig gefuͤhret haben ſoll/ gefunden worden. Von dem IVnder oder Nider Heſſen/ vnd Erſtlich der Aptey oder Stifft Herßfeldt. Biß Sauneck. Serßfeldt. — — 5 87 Heſeiſche. Ißdahero habẽ wir von denen Staͤt⸗ ten/ Schloſſen/ auch vornehmen Geſchichten des Oberheſſen gehan⸗ elt/ Folget aber nuhnmehr von den Landen und Herrſchafften des Nider 2 Heſſen. Daſſelbige grentzet mit Bu⸗ chen/ Thuͤringen/ dem Eißfelde/ Braunſchweig/ Paderborn und Weſtphalen: Vnd werden darin begriffen das Stifft Herßfeld/ die Graffſchafft Ziegenhain/ Graffſchafft Waldeck/ und das Ni⸗ der Fuͤrſtenthumb Heſſen. Das Stifft Herßfeldt ligt zwar nicht bey⸗ ſammen/ das jenige aber/ ſo dieſes orts in Heſſen/ hat ſeine grentze mit der Buchen/ Graff: Zigenhain und dem Nieder Fuͤrſtéthumb. Es ligt aber auch zu nechſt bey dieſem Stifft an der Haune⸗ welcher fluß in dem Stifft Fulda entſpringt/ und letzlich gegen Herßfelt ſich in die Fulda ergeuſſet/ auff einem ſehr hohen berge das ſchloß Hauneck/ ſo dem Fuͤrſten zu Heſſen gehoͤrig. Herßfeldt aber iſt ein alte vorneme ſtadt/ hat den namen von einer heeresmacht/ ſo etwa daſelb⸗ ſten ein zeitlang ihr laͤger gehalten und das Druſus daſelbſten Trophaͤa angerichtet/ wiewol etliche mei⸗ nen/ es habe die ſtadt anfenglich Herolfus gebalvet/ und nach ſeinem nahmen Herolfsfeldt genennet. Dem ſey nun wie ihm wolle⸗ ſo iſt doch ein mahl ge⸗ wiß/ daß Herßfeldt ein alte ſtadt und der Srſaiß ifft Chronica. 86 ſtifft in anno 737 von Lullo gebawet/ das land aber in derſelben gegendt theils von Bonifacio erkauft/ mehrertheils auch von Tuͤringern und Heſſen darzu gegeben worden. So hat daruͤber das ſtifft Pipi⸗ nus und ſein ſohn Carolus Magnus mit groſſen guͤtern vnd privilegien begabet. Aber im jahr Chri⸗ ſti 1037 brante eß gantz ab und wart darauff von den Apten Maginhero vnd Ruthardo widerumb auffgebawet. Iſt ein wunderlich und Kunſt rich ge⸗ bew/ deſſen helfte allein auff 16 ſeulen/ welche auß ei⸗ nem gantzen ſtein gehauwen und zugerichtet/ ruhet und ſtehet. In dieſer Kirchen ligt begraben Alcui⸗ nus Caroli Magni Prrceptor und der fuͤrtreffliche Philoſophus Reiſnerus Herßfeldenſis Petri Ra⸗ mi geweſener Coadjutor und weiland Mathema⸗ eum Profeſſor zu Parihß. Año 1569 hat Apt Mi⸗ chael das Gymnaſtum daſelbſten fundiret/ welches darnach Apt Ludwig an inkommen vermehret. Die ſtatt betreffend ligt an einem ſehr luſtigen ort/ und iſt vor alters mit groſſen vorſtaͤtten umbgeben gewe⸗ ſen/ welche aber in den vielfeltigen Heſſiſchen krie⸗ gen/ ſo durch inheimiſche ſpaltungen ſich erhaben/ mit der zeit verheeret uñ wuͤſte gelaſſen worden. So hat auch im año 1562 die ſtatt durchs fewer/ das an etlichen orten von boͤſen leuten ingeleget worden/ nicht geringen ſchaden erlitten. Auſſerhalb der ſtadt ligen etliche Propſtey⸗ en/ als Johannes⸗ und Peteste und dann das ſchloß —ÿ 87 Heſſiſche ſchloß zun Eichen/ welches von Apten zeitlich er⸗ bawet/ vñ darnach von A. Ludwigen ernewert wor⸗ den. Ein ſchon Fuͤrſt: haußund an einem anmuhti⸗ gen ort gelegen. Frawenberg aber iſt numehr zerfal⸗ len/ und ſind allein die alten gemewr noch darvon uͤbrig. SDie ordentliche ſucceſsion aber der Apte zu Herßfeldt helt ſich folgender geſtaldt. 2. Nach dem die Heſſen das Chriſtent humb angenomen/ wart bald darauff in anno 736 die Aptey und ſtift zu Herßfelt angefangen/ und wart 737 jahrs Lullus zu einem Apt in die Kirch zu Herßfelt ingeſetzet. 2 Dem folgete in der Aotey Balthard/ ſo anno 798 mit tod abgangen/ ſonſtet hiebevor dem Lullo in ſeinem predigampt trewlich beygeſtanden war. 3. Buno derz Apt zu Herßfeld/ hat dem ſtifft viel privile⸗— gia anno 84 von Keiſer Ludwigen erworben. 4. Der vierte Apt wart Brunwart imjahr Chriſti 846 F. Der fuͤnfft. Drugo anno 865/ 6. Der ſechſte Harderadt ein ſehr gelerter beretter man 7. Dithard anno)0i: zu deſſen lebzeit en iſtjahrs 214 K. Conradt zu Herßfelt geweſen. 3. Noch bey Apt Ditharts leben iſt Dithard der Juͤnger zum achten Apt zu Herßfeld erkleret/ iſt nachmahln zu einem Biſchoff zu Hildesheim erfordert.—— 4 g. Ebenmeſſig wart auch ſein nachfolger Burchard iu ei⸗ nem Biſchoff zu Halberſtatt erwehlet. 2 10. Hierumb folgete ihm in der Aptey Meygingos in anns 2 332. 2 14. An ſeine ſtradt hat ſich anno 336 geſetzet Hagano. 28 Weiln er aber hiernacher ein breſthaffter vngeſunder man/ uͤber· 24 gab er die dignitet Gunthero jahrs 559. 34 14., Dieſer Guntherus iſt anno 962 verſtorben. 32 13. Nach R& H Chrontocꝛ. 38 . Nach ihm wart zum Apt erkohren Egilolphus. 14. Denm gefolgt jahrs 270 Gosbertus. Hat aber nach fuͤnfftzehen jahren reſigniret. 15. Derowegen anno 58an ſeineſtadt erhaben Bernhari⸗ us/ welcher den Petersberg fundiret und geſttfftet. 16. Gorthardus iſt ihm zwar anno 1005 gefolget/ nach dem er aber anno 10rz vom Keyſer zu einem Biſchoff gen Hildes⸗ heim verordnet/ kam an die Aptey Arnoldus. 17. Dieſer hat erbawet den Johannes berg. Iſt/ nach dem er der Aptey entſetzet/ im jahr 1032 zu Gellingengeſtorben. 18. Bardo iſt ein jahr zuvor zwar Apt erkleret/ wann era⸗ ber noch im ſelbigen jahr nach verflieſſung monaten Ertzbi⸗ ſchoff zu Mentz erwehlet/ iſt Rudolphus Apt worden. 19. War ein geborner Italianer/ und nachmaln Biſchoff zu Padelborn anno 1035. 20- Darumb kam zu Herßfeldt an ſeine ſtade Meginhe⸗ rus ein ehrwuͤrdiger man zu welches zeiten/ nemlich des 1037 jahrs/ das ſtifft außgebrandt. at. Daſſelb hat Ruthardus(welcher anno 1015 Apt wor⸗ den ernewert: Iſt darnach jahrs 1072 in ein langwirige kranck⸗ heit gefallen/ und derowegen die Aptey Hartwics uͤbergeben. 22. Derſelb hat viell zu thun bekommen mit dem Biſchoff zu Mentz in dem er ihm diezehenden abzwingen wollen. Iſt nach dieſem anno 1074 in ein langwirige kranckheit gefallen und derowegen die Aptey uͤbergeben muͤſſen. 23. Ihm folget Friderich/ ſo nachmaln ein ruhigen ſtande gefuͤhret. 24. Guntherus der u. deß nahmens/ iſt ein kurtze zeit Ape geweſen. 25. Seine nachſolger waren Reginhardus/ 26. Adelmanus der zwaintzigſechſte in der ordnung/ 27. Heinrich von Bingarten/ 28. Willeboldus ein ſehr andechtiger man/ 29. Hermannus der erſte deß namens/ 30. Burckhardus der dreiſſigſt Apt/ 31. Wulliboldus der ander/ L i 52. Adol⸗ 5 Herßfeldt und ſonſt gutthetiger Herr/ iſt anno v7 verſchie⸗ en. Heſſiſche Adolphus ein berumpter und hoch zehaltener Apt⸗ Johannes/ welchen die Buͤrger nicht minder geliebet⸗ Heinrich der ander des namens. Ludovicus der erſte Wernherus ein ver lendiger und frommer Herr. nricus/ der dritte des namens/ von Boͤneburg. Henrichvon Schuinrot. Bertholdus von Elben. Simon von Hutten/ der viertzigſt in der ordnung. Heinrich von Molßleben. Andreas von Heiningen Henricus/ der vl des namens/ war einer von Rom⸗ rodt/ Ludovicus der ander aber/ einer von Manßbach. Joannes von Elten. Bertold von Voͤlckershauſen/ welcher anno 1380/ als er zuvor reſigniret/ geſtorben. Reinhard von Boͤnebusgk. Welcher inſonders dem ſtifft viel gutthat erzeiget/ und wegen ſeiner froͤmbkeit ſehr gepriſen wirt. Hermannus der ander/ des geſchlechts einer von Al⸗ denburgk. Albertus von Buchenaw/ ein ernſter Herr/ ſo in anno 1418 erwehlet/ und nach dem er zuvor die Aptey uͤber⸗ geben/ des 1438 jahrs verſtorben. Conrad von Hatzenrod der fuͤnfftzigſt in der ordnung. gudovicus Vitzthumb von Eckſtedt. Iſt in anno 1461 mit todt abgangen. Damianus Knoblauch ſtarb anno 1483. Wäͤlhelmus von Volckershauſen. Volpertus Reideſell der vier vnd fuͤnfftzigſt Apt in Herßfeldt. Lndowig von Hanſtein/ ſtarb anno 1116. Crato Meles von Hungen anno 1156.. Michael Landgraff von Raſtorfftein ſtiffter der ſchuhl 58. Ludo⸗ Chronica. 90 ſs. gudovicus Landaw von Heunfeldt/ ſo nicht minder ruhmwirdig/ ſtarb deß 15 jahrs/ derowegen zwar Erato Weif⸗ fenbach zum Apt erwehlet/ aber niemals beſtettiget worden. 59. Weiln auch nechſtbemelter Erato nach wenig jahren gentzlich reſigmeret/ iſt darauff der hochwurdig in Gott Fuͤrſt vñ Herr eic. Herr Joachimus etc. zum Apt zu Herßfeldt erweh⸗ let und beſtertiget⸗ 60. Nach welchem Adminiſtrator deß ſtifts erwehlet Ot⸗- to Landgraff zu Heſſen/ nemlich jahrs 1606. Gott wolle S. F. G.in langwiertger geſundheit und le⸗ bensfriſt unſerm lieben Vatterland zum beſten erhalten. Von der Graffſchafft Zigenhain. Jeſelb iſt auch ein vorneme Graff⸗ ſchaft/ welche ihren anfang hat von Frid⸗ h rich/ Ludwigen deß Eiſern Landgrafen — zu Thuͤringen und Heſſen ſohne/ welcher Zigenhain und Treiſa anfenglich erbawet/ und 173 jahrs in der erbſchafft zu einem Grafen daſelbſten gemacht worden. Es hat aber umbs jahr Chriſti 1277 Gottfrid ein Graff das land regieret/ welcher L iij hier⸗ — 9* Heſſiſche G hiernechſt Eliſabethen L. Heinrich deß Erſten toch⸗ ter geheurahtet. Jahrs 13 5 8iſt Johan G. zu Zi⸗ genhain tods verfahren/ und nach ihm uͤber 9 5 jahr/ V nemlich deß 1453, G. Johan dergroſſe/ von wel⸗ chem geſagt wird/ das er einsmals zum Francken⸗ berg ein fuhder wein ſampt dem wagen/ ſo ihm im G weg geſtanden/ beyſeits gehoben und alſo raum ge⸗ — macht. Als nuhn ihn ſein mutter/ Grafen Frid⸗ richs zu Epſtein tochter/ hierumb geſtrafft und ver⸗ manet/ ſeine leibsſtercke und mannheit ob derglei⸗ chen geringfuͤgigen uhrſachen nit ſo liderlich zu miß⸗ brauchen/ ſey er alsbald hingangen und hab das fuhder wein an ſeine vorige ſtellgeſetzt. Iſt geweſen der letzte Graff zu Zigenhain und Nidda. Darumb nach ſeinem abſterben beide ſeine Graffſchafften de⸗ nen Fuͤrſten zu Heſſen erbledig worden. I Sonſt haben in dieſer Graffſchafft gelegen Rauſchenberg/ Gemuͤnden/ das Cloſter Heina/ Newkirch/ Ziegenhain/ Treiſa/ Schwartzenborn/ Staffenburg etc. Kauſchen⸗ Rauſchenberg ligt vor einem waͤldlein und ber⸗ verg. geſauff welchem ein luſtig ſchloß zuſehen/ und iſt eine der eltiſten ſtaͤtte in dieſer Graffſchafft. Das ſchloß aber 3 dero Grafen zu Zigenhain ſterckiſt feſtung geweſen. Bemuͤnden Gemunden aber ligt in einem thal an dem fluß Wohra/ dannenhero es auch Gemuͤnden an der Wohra/ genennet wird. In dieſer gegend ſehet man —-— Chronica. 92. man noch die alte gemeut von dem ſchloß Schoͤn⸗ ein. 6 Zu nechſt üͤber dieſem ſtaͤttlein iſt das vorne⸗Zeins me Cloſter und Hoſpital Haina/ welchs in anno 1221 durch die muͤnche zu alten Heina Ciſtercienſer ordens zu bawen angefangen. Es haben aber beſag⸗ te muͤnche anfenglich zu Loͤlbach/ darvon das dorff noch uͤbrig/ jahrs m15o ingeniſtet/ nachmaln ihren ſitz under anderen verenderungen anno 1188 gen Aulißburg/ bald gen alten Heina/ und letztlich nach verflieſſung 33 jahren/ an den ort/ an welchem das Cloſter noch anheut zuſehen/ verrucker. Iſt ſehr reich an inkommen und ein weitleußftig herlich ge⸗ bew/ beſonders aber die kirch/ deren gleich nicht lieder⸗ lich in Heſſen zu finden. Als letzlich die uͤppigkeit der muͤnche daſelbſten uͤberhand genommen/ hat in an⸗ no 1527 Philp der Elter/ Landgraff zu Heſſen etc. auß erheblichen uhrſachen ſolche mutwillige und faulfreſſige geſellen/ ſo viel ſich deren nicht reformirẽ laſſen wollen/ darauß verjagt und abgeſchafft/ an de⸗ ren ſtadt annor⸗ 30 ein hoſpital vor arme und ge⸗ brechliche manß perſohnen deren taͤglich bey 500 darin geſpeiſet werden) angeordnet: Deſſen ober⸗ ſchrifft alſo lautet: Das iſt der armen Hoſpitall Heina genandt/ denn dazumal/ Als fuͤnffzehnhundert dreiſſig jahr Nach Chriſti gburt die jahrzal war/ Geſtifftet hat der Chriſtlich heldt/ Gar I 53 fen zu Ziegenhain jr ſepultur und begrebniß gehabt/ wie ſolches die alten monumenta und grabſtein klaͤr⸗ lich andeuten. So hat man auch hochgedachtem L. Philipſen in dieſe kirch ſeiner ruhmwirdigen an⸗ ordnung halber ein beſonders monumentum ſetzen Heſsiſche Gar weit beruͤmbt in aller weldt/ Philip Landgraff in Heſſenlande Den armen greicht ſein mllde handt⸗ Die ordnung gab er ſolcher maſſen/ Da eiaer ſeineronter aſſen Von Gott mit Creut beiaden wer 1 Meit armuht/ oder kranckheit ſchwer/ Der ſolt alhier verſorget ſein/ Erquickt/ getroͤſt in ſeiner vein. Vmpb ſonſt wird ihm ſolches beſchert/ Damit allein Gott werd verehrt. Wer etwas dieſem Hauß enczeucht Die Armen umbein kleius betreugt/ Odr ſich zudringt ohn einig noht/ Vnd ſich mißbraucht der Armen brodt Verflucht derſelb ſo lange bleibe An ehr vnd gut/ anſ einem leibe/ Biß er ſein fuͤnd erkennen thu/ Den aͤrmen laß das ihr mit ruh⸗ In dieſem Cloſter und kirch haben die Gra⸗ aſſen/ deſſen uͤberſchrifft nachgeſetzter maſſen kan geleſen werden. V. D. M. I. Af. Deß Chronick. 94 8 Deß Durchleuchtigen Hochgebornen Juͤr⸗ ſten L. Phillpſen ſpruch etc. Gott hilff verbreiten mihrdein ehr/ Das iſt mein hoͤchſter wunſch und bgehr/ Darnach daß ich mein volck regier/ Daß wir allbeid gefallen dihr/ Vnd was ich hie geſtifftet hab/ Daß das nicht werd geſtellet ab: Vnd wer das thut den ſtraff dein handt Mit armuht/ kranckheit/ ſchmach und ſchandt Biß daß er deinem willn gefall/ Erkenn und thu/ ſprecht Amen all. S. Eliſabethen Spruch. 88 88 Wer hoffnung har zu Gottes Reich/ Der thut nicht dem Epenweſt gleich/ zra⸗ Wie ungenandt der reiche man/ abt/ Der unbarmhertziglich ließ ſtahn 45 Lazarum vor der thuͤr vollr ſchwern laͤr⸗ Druͤmb mußer nuhn wiewol ungern ötem Ewiglich leiden groſſe qual nan⸗ Zur hellen glut, das nembt war all. ſetzen Harpyia. rtan 828883 Harpya iſt mein Alter nam/ Nichts ſchnoͤders auß der hellen kam/ Von Gott geſandt zur ſtraff der fuͤndt/ Von hunger iſt mir bleich mem mundt/ Nach raub mein krumme klawen ſtahn Deß Ein ſtanck laß ich/ wo ich hin fahr: M Doch Heſsiſche Doch gibt mein antlitz ſchoͤnen ſchein Mein gſelln ſind hinweg/ ich allein Bin hier zum ſpott gebunden an/ Daß mich anſpeyet jederman. Ein lange zeie bin ich geweſt Der hungrigen Harpyen neſt/ Biß daß ein newer Hercules. Sie hat verjagt auß dieſem neſt/ Daß ich hinfurt nuhn bleiben ſoll Der armen krancken hoſpital/ Darzu mich geben und geweiht/ Ja gnedtglich auch har befreit Vnd mir gereicht ſein milde handt Der Chriſtlich Fuͤrſt in Heſſenlandt/ Landgraff Philips der thewre heldt Ein hoher preiß in aller weldt/ Nach Chriſti gburt die jahrzahl war Funfftzehnhundert und dreiſsig jahr. Nuhn bin ich aber ſo geſtifft/ Daß ich niemand auffnimb umb gifft/ Der arm hat hihr aus milder gunſt/ Sein koſt behauſung/ kleidt umbſunſt⸗ Gibt jemandt anders ſonſt ein gab Dem beſſer Gott ſein ſeel und hab. ſchloſſenen kaſten. Es hat auch dieſes cloſter ſeine beſondere groſ⸗ ſe waͤlde/ und bergwerck/ in denen vornemblich am Keller ein gut eiſen gegraben wirt/ welches beides zu ſchmiden und gieſſen bequem. 3 Es fleuſt durch dieſe Graffſchafft auch das Neuktech. waſſer Schwalm/ und in daſſelb die Grenffein ſtar⸗ cker bach: an demſelben ligt die ſttatt Newkirch/ in Solch monumentum aber iſt alſo beſchaffen /es ſtehen nem⸗ lich S. Eliſabethen und L. Philipſen bildnuſſen darauff/ unnd zwiſchen demſelben ein angeſchmidte Harpyia auff einem ver- ——— Chronica. 58 deren die Grafen vor weilen unter anderm ein graͤf⸗ lich ſchloß und ſitz gehabt/ welches doch nuhmehr im grund abgebrochen. An eben bemelter Schwalm ligt die ſtarcke fe⸗ Jlegeohalv ſtung Ziegenhain in einem reumlichen moraß/ unnd hat dieſelbe Landgraff Philip der Elter mit einem ſtarcken wall/ poſteien uñ zweien waſſergraben umb⸗ zogen/ Landgraff Wilhelm der IV aber mit ſchoͤnen gebewen/ proveantheuſern unnd allerhand noͤtiger munition und kriegsruͤſtung uͤberfluͤſſig und reich⸗ lich verſehen und gemehret. Treiſa iſt die groͤſſeſt und vornembſt ſtatt die⸗Treiſo. ſer Graff ſchafft/ welche in anno u7 zerbawet/ hat ihr lager an vielbemelter Schwalm an einem huͤgel/ und iſt darauß buͤrdig der vorneme Juriſt Nicolaus Vigelius. Man meinet ſie ſol von Druſo dem Roͤ⸗ mer vor alters Druſa genennet ſein/ weiln er auch dieſes orts Trophaͤa auffgeſtellet. Zwiſchen Treiſa und Amelburg ligt die Newſtadt ſampt dem ſchloß darin/ iſt Mentziſch. So ligt auch in dieſer gegend der Loͤwenſteiniſch grund mit ſampt dem hauſe Lo⸗ wenſtein/ davon das alte edle geſchlecht dero von Lo⸗ wenſtein den nahmen hat. Schwartzenborn iſt der eltiſten ſtaͤtte eine in gchwartz⸗ der Graffſchafft Ziegenhain unnd ehe dann Treiſa born. oder Ziegenhain erbawet. Wirt von einem bron/ der am Eißberge gelegen alſo genant: In deren auch Graff Johan ein zeitlang hoff gehalt en. Doch iſt M ij von 97 Heſſiſche von dem ſchloß nuhr allern das jetzige Rahthauß noch uͤbrig. Zu beiden ſeiten dieſer ſtatt ligen zwen uͤberaus hohe berge/ wiewol auch ſonſten die gantze gegendein hohes gebirge iſt/ von welchen man faſt das gantze landt uͤberſehen kan. Der eine wirdt genandt der Knull/ der ander der Eiß bergk/ an wel⸗ chem viel eiſenhuͤtten und dann newlicher zeit ohnge⸗ fehr vor acht jahren ein Alaun bergwerck erfunden. Es hat aber dieſe Statt/ ſo wol in den inheimiſchen triegen und fehden/ als vor ungefehr 85 und den 46 jahren zu welchem mahl ſie im grunde außgebrant/ viel erlitten. Von der Graffſchafft Walldeck. ²It der Graffſchafft Ziegenhain unnd 5Weſtphalen grentzet die Graffſchafft „Waldeck/ ein vornem fruchtbar landt an allerley frchten/ waͤlden/ bronnen und ſonſten metallen. X Vondem erſten uhrſprung aber der Grafen kan ich eigent⸗ lichers nicht wiſſen/ als daß etli⸗ che ſagen wollen/ ſie von Wide⸗ 26& eindo Grafen zu Schwalenberg/ welchen Carolus Magnus dem Biſthumb Padeborn zu einem Ad⸗ —*** Chronica. 9K Advotaten und mitgehuͤlſfen vorgeſetzt/ herruͤhren und entſproſſen ſeyen. Doch hat ſich unten ſeinen nachkommen ein Graff auch Widekindt genandt/ als er mir Keyſer Fridrich dem Erſten ins gelobte landt verreiſen und ein zug thun wollen/ vom Capit⸗ tel mit z00 marck ſilber von ſolcher gerechtigkeit ab⸗ kauffen laſſen. Auß beſagter des Caroli Magni anordnung iſt Waldeck unter Weſtphalen gerechnet worden/ biß endtlich jahrs 1438 Mnrich Graff zu Wall⸗ deck daſſelbig dem hauß Heſſen widerumb zu lehn auffgetragen. Die vornembſte ſtaͤdte und ſehloſſe dieſer Graff⸗ ſchafft ſind/ Wildungen/ Waldeck/ Corbach/ Eiſen⸗ berg/ Mengeringhauſen/ Arolſen/ Landaw/ Rah⸗ den und Wetterburg. .—ͤͤ11 Itter iſt ein beſondere Herrſchafft gelegen an Iiter. der Eder/ anitzo zuſtendig aber dem Fuͤrſten zu Heſſen/ hat den nahmen von demhauſe Itter/ ſo in einem thal . auff einẽ felſen zuſehẽ. Iſt jars 13 61 darumb daß ein Herr von Itter auß boͤſer begierd deß reaiments ſeinẽ vet⸗ tern erſtochen/ von Landtaraff Hein⸗ rich uñ dem Biſchoff zu Mentz eingenom̃en und der moͤrder ins cloſter Heyna verſtoſſen worden. Wldungen iſt ein luſtige wolerbalwte ſtatt/ Wildunge⸗ und in zwey theil abgetheilet. Das eine theil/ ſo auff M iij einem einem ſehr hohen felſen/ wirdt genandt alten Wil⸗ dungen oder die Alte ſtatt/ und ligt in demſelben auff einem eck deß felſen das ſchlos. Das ander und groſ⸗ ſere theil der ſtadt iſt auf einen andern berg gegen üͤ⸗ ber/ doch dem vorigen an hohe unglich/ erbawet/ deſ⸗ ſen alter ſich nicht vieluͤber z0o jahr erſtreckt. Zwi⸗ ſchen beiden ſtaͤtten in dem grunde ligt ein luſtiger garte und waſſerkunſt/ durch welche ein ſpringbron auch zu oberſt des felſen geleitet und getriben wirt. Die gegend dieſer ſtatt iſt mit beſondern gaben von Gott begnadet/ als kupffer/ eiſen und bleibergwer⸗ ken/ wie in gleichem dreyen herlichen und wolſchme⸗ ckenden Sawrbronnen. Der eine/ ſintemal er der ſtadt am nechſten/ wirdt genennet der Stattbron/ ligt an der landſtraß/ unnd iſt mit einem dach unnd luſtheußlein bedecht: Der ander der Thalbron/ weiln er ſeinen außfluß auff ein halbe meil von der ſtadt in einem ſchattechten thal hatt. Beyde bron⸗ nen ſind faſt hell/ durchſichtig und klar/ die mit ihrer anmuhtigen lieblichen ſaͤwre und ſtarcken vietrioli⸗ ſchen geruch einem das gehirn gleich einem ſtarcken wein tumlecht machen/ welcheß aber nicht lange wehret. Haben in ihrer vermiſchung den gehalt deß victriolß/ welcher den primat und vorzug hat/ deß Boli oder metaliſchen letten deß eiſens und Alauns. Dañen hero/ nach auſſag der medicorum/ ihre krafft und eigenſchafft gewaltig zu eroͤffnen/ mittelme ſſig zu erwaͤrmen/ abzuloſen/ zu purgiren und reinigen/ mit Chronica. 166 mit einer zuſamenziehenden kraßt/ alle innerliche unnd euſſerliche glieder zuſtercken/ den ſchweiß und harn gewaltig zu dreiben/ den ſtuelgang unnd alle in nerliche verſtopffung zu eroͤffnen/ die awung zu ſtercken/ den appetit und geluſt zum eſſen zu vermeh⸗ ken/ unnd viel andere kranckheiten/ gebrechen unnd ſchaͤden der glieder und leibes durch das bahden zu⸗ verdreiben und zu heilen. Der dritte bronn wirdt nicht ſo hoher krafft geachtet/ unnd ligt derſelbe ohn⸗ fern von dem ſtadtbron bey dem dorff Reinhards⸗ hauſen⸗ Waldeck iſt das ſtam⸗ und hauptſchloß die⸗ 1 ſer Graffſchafft/ gelegen auff einem hohen felſen an Waldedh der Eder. Das ſtaͤdtlein darbey iſt aueh gleicher hoͤhe. Diß ſchloß iſt alt und zu Henrich des Erſten regimentszeiten albereit im beruff und bekandt ge⸗ weſen. So ligt auch vnter demſelben das eloſter⸗ 10 Netz in welchem der Grafen zu Waldeck begraͤb⸗ 2 nuß, und ein meilwegs von Waldeck das ſtaͤtt⸗ lein Sachſenhauſen/ ſo wegen ſeines guten biers gachſen⸗ bekandt/ darnach Freyenhagen/ und Raden Ampt hauſem und ſtadt. Die haubtſtadt deß lands aber iſt Coͤrbach carbach⸗ ein ſehr alte und vor weilen mit beſondern regalten begabte freiſtadt. Demnach ſie aber in widerwillen mit G. Heinrich dem Eiſernen gerahten/ hat der⸗ ſelb in anno 1366 Mertzmonats ſie unver⸗ ſehens , 5 1 21 Heſſiſche ſehens uͤberfallen/ und ſie unter ſein joch bezwungr. Anfenglich ſol ſie von etlichen vom Adel unnd deren Dorffſchafften erbawet/ und dahero in vorjahren der mehrertheils Rahtsherrẽ auß dem Aldelerweh⸗ 1 let ſein. In dieſer ſtadt wird auch ein vornehm Gym⸗ naſtum und ſchuel vor die ſtudirende jugendt gehal⸗ V ten und von gelehrten Præceptoribus bedienet. So iſt hierneben die beſte nahrung der buͤrgerſchafft die⸗ ſes ortes das bierbrawen/ welches/ wie in gleichem das Sachſenheuſer unnd Wildunger/ in hohem wehrt gehalten und hin und wider abgeholet wirt. Eiſenberg. Bey Choͤrbach ligt auff einem hohen berge dz ſchloß E iſenberg/ welches Joſias Graff zu Wal⸗ deck mit ſchoͤnen gebewen vermehret unnd faſt ven newem auffgerichtet. Der berg/ darauff das ſchloß ſtehet/ iſt reich an ertz/ und hat man auch vor kurtzen fahren goldgruben daſelbſten gebawet. Migering⸗ Mengerin ghauſen iſt auch ein luſtig ſtaͤttlein hauſen. ſampt einem kleinen ſchloß/ darbey ſich newlicher zeit auch ein Kupffer bergwergk herfuͤr gethan. Arolſen. Nahe bey dieſer ſtatt ſihet man auff einer hohe das graͤff iche und ſchoͤnerbawete hauß Arolſſen vor einen walde und dann beſſer forthan daß hauß Wet⸗ wetter, terburg/ und darauff die ſtadt Volckmarſen. berg. Dieſelbe gehoͤret zwar in das ſtifft und Chur⸗ fuͤrſtenthumb Colln/ hat ſich aber letzlich in anno 1561in Heſſiſchen ſchutz begeben. Das Chronica. 102² Das ſtaͤdtlein und ſchloß Landaw ligt an der Landaw, grentze auff einem ſehr hohen berge. Das ſchloß da⸗ ſelbſten hat umbs jahr 1360 erbawet Henrich der Eiſerne/ Graff zu Waldeck. Von dem Nider Fuͤrſtenthumb Heſſen. As Vnder oder NiderFuͤrſtenthumb ) Heſſen wirt zwiſchen Thuͤringen/ die Apteyẽ Fulda und Herßfeldt/ die Graf⸗ — ſchafften Ziegenhain und Waldeck/ das Biſtumb Padeborn/ das H. Braunſchweig und das Eißfeldt ingeſchloſſen/ und flieſſen auch durch daſſelbe/ die Werra/ Fulda/ die Schwalm/ Eder/ Embß und ſonſt viel andere kleine fluͤſſe. Iſt ein ſehr fruchtbar land mit ſchoͤnen ſtaͤtten/ ſchloſſen/ flecken/ und dorffen beſetzt. Die vornembſt ſtaͤtte und heuſer aber ſind Vach/ Sontra/ Cappell/ Wanfrid/ Eſche⸗ newege/ Allendorf/ Ludwigſtein und Witzenhauſen/ welche ſamentlich an und umb den Werraſtrom ge⸗ legen: Darnach an der Fulda Rotenburg/ Frid⸗ walt/ Spangenberg/ Melſungen/ Lichtenaw unnd Caſſel: Homburg/ Borcken/ Fridßlar/ Num⸗ burg/(welche beyde Mentziſch) Marxhauſen/ Nidenſtein/ Gudenſperg/ Felßberg/ Wolfhagen/ Zirenberg/ Libenaw/ an der Dimall/ Grebnſtein/ Geißmar/ Immenhauſen/ Sabbaburg/ Trindel⸗ N delburg/ Vachau. Sontra⸗ 105 Heſsiſche delburg/ Giſelwerder und Helmßhauſen. Vach iſt ein luſtige ſtadt an der Werra/ welche auch daſelbſten mit einer ſteinern bruͤcken uͤberbru⸗ cket. Etwa ein meil darvon ligt der hohe berg Tau⸗ rus/ welcher von Inwohnern Ochſenberg geheiſſen/ wie auch das cloſter und vogtey Creutzberg zum Stifft Herßfeldt gehoͤrig/ und dann die voͤgtey Frawenſee. Jahrs 1343 hat die Werra durch ihr anlauffen die bruͤck zu Vach umbgeworffen/ und verzehret in anno 1467 das fewor/ welchs von einem topffer außkommen/ die gantze ſtadt biß auff fuͤnff wohnheuſer. Sontra wirt vor ein alte bergſtadt gehalten/ in welcher jederzeit und von alters hero/ beſonders aber/ ais das bergwerck zu Reichelsdorff und Iba gebawet/ die lohnzeit und berggerichte angeſtellet. Es hat dieſe ſtatt umbs jahr 1263 und dan im 1387 viele ſchaden durch krieg erlitten. Anno 1558 that erſtlich am ſontag vor Bartholomet ein erſchroͤck⸗ lich doñerwetter grawſamen ſchaden/ darauff nechſt⸗ kommenden ſonnabend ein buͤrger flachs am fewr troeknen wollen/ und daruͤber erſtlich den flachs und follends daß gantze hauß angezuͤndet. Weiln auch der windt zugleich hefftig gewehet/ hat ſich das fewr uͤber die gantze ſtadt außgebreitet/ die kirchen/ den glockenthurm ſampt fuͤnff glocken/ ſowol alle gebew der ſtadt/ und die newlicher zeit ingeerndte frucht biß auff deß Fuͤrſtẽ behauſung/ welche durch forderung M und — Chronica. 106 und gelegenheit eines nahe darbey gelegenen theichs erhalten worden/ verderbet. Nach dieſem brand 40 jahr/ nemblich im 1598 iſt den 27 Julii der Kirchthurmb umbgefallen/ und nichſtoweniger der thurnman mit dem leben darvon kommen/ auch die glocken in ſolchem fallunverletzt gebliben. Dieſen thurm hat die ſtadt anno 1601 widerumb zubawen angefangen/ und im folgenden 602 jahr im Ocio⸗ ber außgefertigt und vollnzogen. An dieſem revier und landart ligt auff einem ſehr hohen berge daß hauß Boͤneburg/ darvon das Loͤneburgk uhralte edle geſchlecht dero von Boͤneburg den nah⸗ men erlanget. Die Baumbach/ Treuſchen auch alte edle und vornehme geſchlechte dero Heſſiſchen Ritterſchafft wohnen in gleichem in dieſer gegendt. Cappel iſt ein luſtiger wolerbarwter fleck oder ſtaͤdtlein unfern von dem uͤberaus hohẽ berge Weiß⸗Wenner⸗ ver/ ſo auch Meiſſener genandtz den etliche vor den Melicobum außſchreien wollen. In undan dieſem berge ſind beſondere gaben/ als gehoͤltz vielund man⸗ cherley vorneme/ auch zum theil unbekante ſim plicia und kreuter/ ſchoͤne friſche bronnen und waſſerquel⸗ jen/ weide/ ſteinkohlen/ metallen und dan der ſaltz⸗ born zu Allendorff. Das kohlenbergwerckeſt in an⸗ noi5/5 angefangen und mit groſſer muͤhe und un⸗ koſten nachgebawet worden/ biß entlich umbs jahr 1578 ein mechtig kohlenfletz von a8 ſchuhen dick an⸗ N ij getroffen/ 107 Heſſiſche getroffen/ welches durch den berg ſtreichetuñ beider⸗ ſeits zu tage außſtoͤſſet. Vnd hai der berg im ebern⸗ theiln das ſteinkolen fletz. Vnden am bergeaber hat es ein fruchtbar feldt/ dariñ underſchiedliche Schie⸗ fer und ertzbergwerck/ welches kupffer und ſlber helt/ und gaͤnge hin und wider zu tag außſtoſſen/ das auch lenger als vor hundert jahren allbereit gebaw⸗ et und noch angehalten wirdt. Wiewol nun viel gu⸗ ter leut ſich hoͤchlich daran verſuchet und bemuͤhet/ ſo hat man doch vor dem 1578 jahr Chriſti keine gute kolen antreffen koͤnnen. An dieſem berge ligt erſtlich Germerode das eloſter und freyheit Germerode/ und dan das Bylſtein Woufrid Trefurk Dorla. Ampt und zerfallene hauß Bylſtein. Es iſt aber Bylſtein ein beſondere Graffſchafft/ und kan ſein/ daß ſie vor alters eines mit der Graffſchaft an der Werra geweſen. Wmanfried ein luſtiger fleck wegen der ſchif⸗ fart/ dieweil daſelbſten viel Weidt und Frucht auß Thuͤringen angebracht und forters die Weſer hin⸗ ab gefuͤhret wirdt. Hat ſeinen anfang und namen von Bonifacio/ welcher auch Wunifridus geheiſ⸗ ſen/ und anno 717 daſelbſten zu bawen ſich erſt un⸗ dernommen. Mit dem Ampt Wanfridt grentzet das Ampt Trefurt/ hinder welchem auch jenſeidt deß Heinichẽ (iſt ein groſſer waldt)die Vogtey Dorla gelegen. Es ligt aber Trefurt an der Werra und wirdt die alte burg daſelbſten Nohtmansburg/ etwa auch Noht⸗ A Chronick. 108 Nohtmanſtein von den Herren von Trefurt/ ſo die Nohtmaͤnner/ genennet. Vn⸗ ter dieſer burg jnwarts der ſtadt ent⸗ ſpringet ein ſchoͤner ingefaſſeter brõ/ ſo ehe dann er in die Werra fellet/ welchs doch kurtz vor der ſtadt ge⸗ ſchicht/ ſteben muͤhlen treibet. Auch ſo haben in der ſtadt vieladeliche ge⸗ ſchlechte ihre buͤrgkſitze/ als die von Trotta/ Har⸗ ſtall/ Baumbach/ Keudell/ Koͤrenberg/ uñ noch an⸗ dere mehr. Es iſt aber dieſe Herrſchafft ſampt der Vogtey dreyherriſch: nemlich es hat Heſſen den halben theil und den andern halben theil Mentzund Sachſen. Groſſen Burſel iſt ein ſtifft /darin aber kein ordensperſohnen/ und daruͤber Heſſen Schutz⸗ herr. Sonſtet iſt Trefurt anfenglich Trittenberg genennet und albereit jahrs 1074 zu K. Henrici IY zeiten im beruff geweſen. Eſchwege wird mi namen genennet Eſchenewege/ vielleicht von den E⸗ ſchenbeumen/ ſo deß orts heuffig geſtanden. Iſt ein alte und geraume ſtadt von Carolo Magno umbs jahr Chriſti 812 ſampt dem nonnen cloſter auff S. Ciriaci berge fundiret und angefangen/ wiewol etli⸗ che ſagen/ daß ſie im ſelben jahr von ihm albereit mit einer mauren umbzogen worden. Jahrs 1343 hat man den Spital/ ſo erſtmahls vor dem Tuntzeba⸗ cher thor geſtanden/ mitten in die ſtadt transferiret iij und S, — t ihrem alten und rechten eeſchrege. 259 Heſſiſche und geſetzt/ welchen ein Adelsperſohn/ Herman de Vacha/ mit allen ſeinen guͤtern/ ſo er dieſes orts ge⸗ habt/ reichlich begabet. Doch iſt nachmahln in an⸗ no i 59 ſolcher Spittal in die kirche deß Auguſti⸗ ner eloſters durch gnedige bewilligung Landgraff Philipſen abermahls verlegt worden. Jahrs 1374 iſt der thurm an S. Catharinen kirch in der New⸗ ſtadt/ das dach aber anno 1474 gebawwet/ und ſon⸗ ſtet anno 1480 unnd 84 das gewoͤlb unnd tirch er⸗ newert worden. Weiln auch die ſtadt an einem ſehr anmuhtigen ort und am ufer deß ſchiff⸗ und fiſchrei⸗ chen waſſers Werra gelegen/ iſt in anno 1386 das furſtliche hauß an die ſtette/ da zuvor das Hohnder thor geſtanden mit der mawer angefangen und im fahr 1389 außgefuͤhret worden: Welches nach 192 jahren/ nemlich in anno 1581 L. Wilhelm der vierte und letzte deß nahmens auffs herrlichſt mit prechti⸗ gen gebewen ernewern/ auch hiernechſt Landtgraff Moritz anno 159 mit einem lieblichen ſch oͤnen luſt⸗ garten/ einer mawren mit zweyen artigen rundelen erweitern unnd das gantze hauß mit kunſtreichem mahlwerck zieren laſſen. Anno 1522 iſt der inwendi⸗ ge thurm und thor an der bruͤcken geſetzet. Dar⸗ nach im 1431 das hoͤltzerne gebew des rahthauſes/ der ſteinern fueß aber deß Weinkellers und Kauff⸗ hauſes anno 4 /52 gebawet/ welches darnach anno 1588 mit ſteinen gantz außgefuͤhret worden. Die kirch zum heiligen Geiſt/ ſo die arme ſonderſiechen 4 inge⸗ Chronica. 116 ingehabt/ wart 14 33 jahrs geſtiffiet. Die muͤhl beim ſchloß hat anfenglich L. Ludwig der fridſame anno 1443 von neun mahlgengen angerichtet/ und nach ihm hochgedachter L. Wilhelm/ nach dem ſie anno 157 4 außgebrandt/ von grund auß ernewern/ unnd zehen genge darin machen laſſen. Das chor Diony⸗ ſii an der pfarꝛkirch in der Altenſtadt iſt anno 145/ die kirch aber anno 1466/ und die gewoͤlbe anno 1460/1499 und 172 geſchloſſen unnd verfertiget worden. Der hohe thurm zu S. Niclaus iſt anno 1455 außgefuͤhret und jahrs 148 4 das hauß mit dem langen creutzgang im Auguſtiner cloſter. Hier⸗ neben hat anno 1496 dieſe ſtadt den groſſen Hol⸗ wigsbrandt/ wie auch nachmahln anno 1555/ 1559/ 1593 und etliche geringe fewerſchaden außgeſtan⸗ den. Die ſteinern bruͤck nechſt der ſtadt iſt anno 1536/ die aber nechſt beim heiligen Geiſt jahrs 15 44 gebawet/ und die ſchule in anno 1557 von Sanct Dionyſii kirchhoff ins cloſter Ciriaci verlegt wor⸗ den. Deß folgenden jahrs hat man einen ſtollen et⸗ lich hundert ruhten lang durch einen berg gefuͤhret ein bronnenwaſſer auß dem Kroͤtenpful/ zu erhal⸗ tung eines in fewrs gefahr noͤhtigẽ teichs/ dardurch zuleiten. Darnach hat ein Erbar Raht anno 1565 den Gottsacker vors Newe thor gemacht/ denſelben 1598 jahts erweitert unnd mit einem baw gezieret/ anno 1578 und 80 das Hochzeithauß und keller darunder: anno 1596 in welchem jahr auch dieſes ortes Pllendorf. in Deſſiſche ortes ein ſtraſſenrauber/ welcher auſſerhalb ſeiner unzahlbarn dieberey ⸗5 mordthaten begangen/ juſti⸗ ficiret und hingerichtet worden) den newen Gaſt⸗ hoff und letzlich deß 1598 jahrs die Apoteck erbawer. Forters iſt an der Werra die ſtadt Allendorff/ welche gleichfals zu ernentes Bonifacit zeiten ange⸗ fangen. Doch helt man darvor/ daß die Sohden el⸗ ter als die ſtadt ſeien. Der nahme Allendorf ſoll we⸗ gen der ſaltzſohden ſo viel heiſſen als Hallendorf/ in mahſſen auch Halla in Sachſen und Schwaͤbiſch Halla von ihren ſohden alſo genennet werden. Hin⸗ gegen ſaget man/ daß die ſtadt von etlichen dorffen/ ſo in dieſer gegent gelegen/ und von welchen auch noch etwas anzeigung und zerfalne gemeur uͤbrig/ zuſa⸗ men gebawet/ und derowegen All ein dorf genennet worden/ aus welchem hiernechſt der nahm Allen⸗ dorf erwachſen. Dieſe ſtadt ligt in einer luſtigen ge⸗ gend/ mit hohen bergen/ auff welchen ſehr viel unnd beſondere kreuter zufinden/ umbſchloſſen/ unnd hat wegen theilung deß ſtroms drey ſteinerne bruͤcken ů⸗ ber die Werra. Diſſeit deß waſſers aber ſind d ſall⸗ bron und Sohden/ welche ein beſondere ſtadt geben. Auch iſt die art deß ſaltzbronnens einer wunderba⸗ ren beſchaffenheit/ nemlich je hoͤher das waſſer in der Werra/ je mehr auch der ſohle in dem bron/ je mehr aber derſelben je krefftiger ſie befunden/ nemlich 8 lohtig/ und hingegen ie weniger/ je unkrefftiger und am gewicht geringer. Es iſt aber der bron ſehr ſtarck/ BEREAꝑꝙò Chronica. 112 ſtarck/ alſo daß er bey 8 4 kohten und pfannen zuver⸗ ſehẽ gnugſam/ in welche er durch ein beſonder kunſt⸗ werck geleitet wirdt. So hat man uͤber das erſt⸗ lich anno 157 9 mit ſteinkolen zu ſtehden angefangẽ/ auch ſolche art deß ſiehdens nuhmer alſo angeord⸗ net/ daß/ wo man dazumaln 22 maß kohlẽ verbrau⸗ chen muͤſſen/ anitzo zwoͤlffe genug ſein. Dieſe Soh⸗ den haben ihre ſon derbare Privilegia von zeiten zu zeiten bey denen Fuͤrſten zu Heſſen erlanget/ als jahrs 1300 von L. Heinrich dem Erſten und ſeinem ſohn Otten anno 13 s/ darnach von L. Heinrich dem Il in anno 1322 und 28/ von L. Ludwig dem Il unnd Heinrich dem III gebruͤdern anno 14 58/7 1und 72/ wie auch 1483 jahrs von den beyden Wilhelmen ge⸗ bruͤdern und Landgrafen zu Heſſen ete. Vor alters haben viel feſte bergheuſer dieſe gegendt umbſchloſ⸗ ſen/ die etwa zur defenſion unnd verſicherung der Sohden anfenglich gebawet/ vor andern aber das jenige/ ſo gleich obig den Sohden/ auff dem berge geſtanden und Weſterburg genennet worden. Ludwigſtein iſt auch ein Ampt⸗ und berghauß/ Ludwig⸗ welches hauß faſt von der Werra umbfloſſen unnd ſtein. von Landgraff Ludwig dem Erſten gebawet. Witzenhauſen/ die letzte ſtadt an der Werra/ Witzenhau wirdt vor eine alte ſtadt gehalten/ welche vor zeiten · viel groͤſſer/ als ſie numehr zu ſehen/ und Weinhau⸗ ſen genennet/ aber durch die kriege zwiſchen Mentz und Heſſen in anno 1232 und darnach im 4 79 O ſampt ſampt dem Rahthauß/ repoſitur unnd briefflichen documentis und uhrkunden außgebrandt und inge⸗ aſchert worden. Ligtan einem luſtigen unnd beque⸗ men ort beydes deß ſchiffreichen waſſers halbẽ zum kauffhandel und dann auch wegen deß fruchtbaren bodems an korn uñ weinwachs/ in maſſen nicht we⸗ niger Eſchwege unnd Alllendorff reichlich geſegner. So fleuſſet durch und neben der ſtadt zugleich das V waſſer Elſter genandt/ ſo innerhalb der Ringmau⸗ ren vier muͤhlen treibet. Vib die ſtadt habenetliche vorneme vom Adelals die von Berleps/ Biſchhau⸗ ſen Butlar/ Hanſtein uñ Bodenhauſen ihre unter⸗ 1 ſchiedene erbſeß uñ anſehenliche ſchloͤſſer. Das hauß Berliss: Berlebs iſt annoiz 70 erbawet/ der Arnſtein jahrs Irnſtein. 3 V n3 Heſſiſche 1149 von Arnoldt von Berlibſ/ welches hauß doch nachmahln an die von Bodenhauſen kommen und gantz ernewert worden. Zigenberg aber iſt vor alters von einem beſondern geſchlecht bewohnet. Vnd ſo fern von den ſtaͤtten unnd ſchloſſen an der Werra/ welche gegend auch vor ſehr alten zeiten die Graffſchafft an der Werra genennet worden. Folgen nuhn die ſtaͤtte an der Fulda. Sotenburg ſag Nechſt Herßfeld iſt Rotenburg die erſte ſtadt/ zwiſchen hohen bergen gelegen. Die eine ſtadt/ darin das ſchloß/ welches anno iz12/ vom Keyſer zerbro⸗ chen/ wirdt genandt die Alteſtadt/ die ander aber die Newſtadt. Doch hat voralters die rechte ſtadt qn eit uch beyden ufern der Fulda an einer lieblichen aw — 8——, ₰ ei &ᷣ 8 OGd B. X Chronica. 4 ſeit der bruͤcken geſtanden/ demnach ſie aber durch grauſamen fewrſchaden zerfallen/ haben die buͤrger ihre wohnungen bey das ſchloß transferiret/ die vo⸗ rige ſtadt verlaſſen/ welche ſie doch nachmahln auch widrumb zu bawen und zu bewohnen angefangen/ ihren nahmen verendert unnd Newſtadt genennet haben. In dieſelb haben die Fuͤrſten zu Heſſen etc. ein vornem ſtifft gelegt/ deſſen fundatores ſind anno 1352 L. Heinrich und ſein gemahlin/ anno 1368 L. Otto/ lus& pueri, anno 378 L. Herman/ Uxor& pueri, laut zu beſagten zeiten datireter briefe. Nach ihnen haben auch diß ſtifft vermehret L. Ludwig Senior& uxor ett. L. Ludwig junior/ L. Heinrich an der Loͤhne/ unnd ihre nachkommen ſampt ihren ge⸗ mahlinin/ unter denen auch Jolanda koͤnigin auß Sieilien. Der baw dieſes ſtiffts kirchen/ nemlich das theil/ ſo das chor in ſich helt/ iſt zu bawen ange⸗ fangen worden anno 1370/ das ander corpus aber ſampt dem thurm anno 1 8 4. Perſonæ Collegiatæ ſindt geweſen der Decanus, 12 Canonici und 4 Vi- carii. In der bawren auffruhr hat dieß ſtift auch ſchaden ingenommen. Entlich hat auß Chriſtli⸗ chem eiffer unnd fuͤrſtlicher miltigkeit L. Philip der Elter deß ſtiffts intraden zu regiſter bringen laſſen/ einen Decanum unnd ſtiffts Caͤmmerer daruͤber verordnet/ unnd bevohlen/ daß huͤnfuro an ſtadt der muͤſſigen Pfaffen 20 abgelebte unvermoͤgliche Piedicantẽ/ ſo in Heſſen d; Predigampt bedienet ad O hj vi⸗ Alheimer. Ludwigs⸗ eck. Fridewald. Sullings⸗ wald. ) Heſſiſche oitam unterhaltẽ werden ſolten. Letzlich hat L. Will⸗ helm der Iv/ hochloͤblicher gedechtnus/ anno 1574 zu verbeſſerung der 20Canonicaten diß ſtifft gnedig⸗ lichen und loͤblichen begabet/ mit z00 guͤlden an gel⸗ de/ 1z viertel weitzen/ 86 viertel korns und 17 viertel hafers/ jaͤhrlicher/ ſtendiger gefell. Das ſchloß hat hochgedachter L. Wilhelm biß auff ein klein antheil gantz ernewert/ mit einer koſtbaren marmoren kir⸗ chen und einem herrlichen luſtgarten uñ ſonſt fuͤrſt⸗ lichen gebewen und gemachen gezieret. So iſt auch die ſtadt an ſich ſelbſten von feinen gebewen nach ge⸗ legenheit diefes orts/ zugerichtet. In dem ſchloß hat es einen vortrefflichen ſaal/ in welchem der gantzen Heſſiſchen ritterſchafft wapen zuſchen/ ebner maſſen wie in angehengtẽabriſſen zu außgang dieſes Chro⸗ nici angedeutet. An dem gebirge gegen Rottenburg ligt das zerfallene ſchloß Haußberg uñ hinder dem⸗ ſelben der Alheimer ein uͤberauß hoher und ſpitziger berg. Das Ampt Rodenburg aber wird getheilet in das Ober und Nider Ampt. Sogrentzen auch mit demſelben die Trotten/ die Reideſel und das hauß Ludwißeck. Zwiſchen Schwartzenborn aber und Herßfeldt wohnen die von Wallenſtein/ von deren erſter ankunfft in beſchreibung deß orbern Heſſen etwas gehandelt. Fridewald aber iſt ein ſchloß gelegen im Sül⸗ lingswalde/ einem der groͤſſiſten waͤlde in Heſſen⸗ welches anfenglich drey adeliche geſchlecht/ nemnb⸗ Chronica. 16 lich die von Milnrodt/ Reckrodt/ welche zeitlich ihr antheil an die Fuͤrſten zu Heſſen verkaufft/ und die von Aldenburgk/ bewohnet. Nach dem aber die letz⸗ bemelte geſchlecht gar abgangen und diß gantze hauß an die Fuͤrſten kommen hatL. Heinrich der 11114.22 jahrs das alte gebew umbgebrochen und gantz er⸗ newert. Den Marſtal/ ſo oben am teich gelegen/ hat anno 1583 L. Wilhelm/ die Meierey aber ſein ſohn L. Moritz in anno 1596/ wie auch die newe lange ſchewr in anno 1601 unnd den newen Marſtal fol⸗ geden jahrs gebawet. Vnter Rottenburg ligt auch an der Fulda der Fleeken Morſſen ſampt dem cloſter zur Heyde/ bey Merſſen welchem ein weiſſer Albaſter gefunden. Alls anno 642 König Lotharius verſtorben ſind die Sclaven und Wenden in Thuͤringen/ auch biß in Heſſen an die Fahre zwiſchen Homburg und Spangenbergk kommen. Wie aber derentwegen ſie K. Dagobertus uͤberziehen wollen/ haben ſich die Sachſen erbotten/ wan er ſie das tributs dero 500 Ochſen erlaſſen wolte/ ſe widrumb ab und auß dem lande zu dreiben. Nach dem nuhn ſolcher vor⸗ ſchlag angenommen/ haben die Sachſen ſich an die feinde gemacht und ſie biß an den ort/ da nuhnmehr die Heide und Morſſen gelegen/ geſchlagen/ auch Beide ferner gentzlich auß dem lande geſchafft. Deſſen zum gedechtnis hat an den ort/ da ſich die ſchlacht ange⸗ fangen/ Dagobertus ein kirch gebawet/ welche von O iij ſeinem r ſeinem nahmen lange zeit Dagobertshauſen genen⸗ baaſen. networden. Iſt anitzo das dor ff und kirch Dabels⸗ hauſen. Morſen und Heida aber tragen von der groſſen Niderlage dero Heiden ihre nahmen unnd anfang. Landgraff Moritz etc. hat jahrs 1607 die Heida widerumb zu ernewren angefangen. Bagoberts n, heſſiſche Spangen⸗ Spangenberg iſt auch ein wolerbawte ſtadt/ . Lerg. welcher anfang zwar niemand bewuſt/ allein daß of⸗ fenbahr/ wie vor alters dieſes orts ein beſonder herr⸗ w ſchafft und 1309 jahrs die ſtadt albereit im flore ge⸗ weſen. Hat den nahmen von einem berge(ſonſt Knorrenberg genant/ iſt Biſchofferohden zuſtẽdig) daran ſteinlein gefundẽ werden/ ebenformig anzuſe⸗ hen wie ſpangen. Mit dem ſchloß wil ſichs anſehen laſſen/ als wans zuvor an einem andern ott/ welches der alte Burgberg geneñet/ geſtanden ſey/ in maſſen ſolches auß vielen anzeigungẽ zu muhtmaſſen Diß ſchloß ligt auff einem runden und hohen berg/ iſt zimblicher maſſen mit mauren/ rundelen und graben befeſtiget/ und mit einem tieffen und in harten felſen gehawenen brun verſehen. muſungen Ebner maſſen iſt auch Milſungen ein luſtige wiewohl kleine ſtadt und ſchloß an der Fulda/ wel⸗ che anno uoy und 138ꝛ in den kriegen zwiſchen Bi⸗ ſchoff Conraden zu Mentz und L Herman zu Thü⸗ ringen unnd Heſſen unnd darnach zwiſchen Mar⸗ grafen Balthaſarn ſampt ſeinen mitconſorten und Hermanno Landgrafen zu Heſſen nicht wenig ſchaͤd⸗ 5 * 8 Chronica. 18 ſchaͤdlicher gefahr außſtehen muͤſſen. Das Fuͤrſtliche hauß daſelbſten hat L. Wilhelm anno 1570 bißauffs 1574 von newem zugerichtet. So hat auch die ſtadt año 1564 eine ſchoͤne ſteinine bruͤck/ welche anno 1552 durch die groſſe flucht inge⸗ worffen/ auffgebawet: Iſt aber folgenden jahrs im fruͤling widerumb durchs eiß verderbet/ und deñoch anno 1569 durch huͤlff L. Moritzen zu Heſſen etc. entlich gantzauß gefertiget. Jahrs 155 4 Sontag Trinitatis verbrandt das rahthauß zu Melſungen/ darauff widerumb in nachfolgendem 1556 jahr das jetzige gebawet worden. In dem Ampt Milſun⸗ gen iſt newlicher jahre ein Steinkohlenbergwerck er⸗ funden/ und werden auch ſonſtet in demſelben Ampt ſeine kruͤge allerhandt gattung gebrandt. Lichtenau in dem thal unter dem alten unnd Lichtenas nuhmehr verwuͤſteten ſchloß Reichen bach gelegen/ hat/ wie vermuhtlich/ den nahmen daher bekom⸗ men/ weinn hinder gemeltem ſchloß eine groſſe dunckele wildtnus/ unnd die gegend nacher Orient und Mitternachtwarts ein lichten proſpect unnd außſehen gibt. Wie und wann ſie eigentlich erba⸗ wet ſindet man zwar keine ſchrifftliche uhrkunden/ ohne daß ſie jahrs 1352 zu Henrici Ferrei zeiten al⸗ bereit geſtanden unnd von demſelben unnd ſeinem ſohn Otten privilegiret worden. So iſt auch die Pfarrkirch anno 1415 gebawet/ und ſtehet auſſer⸗ halb uͤber dem Staͤttlein ein ſehr alte Capell/ die 8 Creutz⸗ 1.9 ddeſſiſche Creutzkirch: und dann unter dem ſtaͤttlein ein kirch zu S. Kilian genant/ darbey vor zeiten ein dorf ge⸗ legen/ deſſen inwohner zu denen buͤrgern verrucket und gebawet haben. Es iſt aber Lichtenau zu ſampt dem rahthauß umbs jahr 1520inerhalb dreyer jahr zweymal durch brand verderbet/ daher ſie dann bei⸗ ds ſehr geſchwecht und ſonſten vielex ſachen und an⸗ tiquiteten verluſt gelitten. Wann auch der ort unnd refier an ſich ſelbſtẽ hohch/ als hat man auß mangel eines flieſſenden waſſers viel bronq vellen in beſon⸗ dere ſteinerne behalter und kuͤmpffe/ und ſonſt etli⸗ che teiche geleitet und auffgefangen/ auß welchen ſamptlich die Loſſa entſtehet/ ſo nachmaln jren auß⸗ lauff under Caſſel in die Fulda hat. Zeichibch Obgedachtes ſchloß Reichenbach anbelan⸗ gend/ dahin ſich Lichtenau vor zeiten referiret hat/ wirt geachtet/ daß es dem ſchloß Boͤneburg nach/ V auch in der gegend gelegen zu Neronis und Traja⸗ ni zeiten geſtanden und in flore geweſen/ wie ſolches auß etlichen alten guldenen muͤntzen/ ſo dieſes orts gefunden und angeregter Keiſer nahmen und bildt⸗ nus zeigen/ zu muhtmaſſen. Iſt in alten zeiten ein fe⸗ ſtes ſchloß geweſen/ ſo Widdergreiß genennet wor⸗ den/ und dermaleins uͤber jahr und tag belagert/ und dennoch/ in dem es durch etliche verborgene genge profiantiret werden koͤnnen/ ungewonnen blieben. Pfaltzvogt Pipinus hat daſelbſt hin Grafen ver⸗ ordnet/ welche die Grafen von Reichenbach genen⸗ net 1* „A—9ÿ— Chronick. 142 net worden/ deren gedechtnuß aber nuhmehr/ dem⸗ Aao, nach jahrs 122 5 Reichenbach an L. — Ludvwigen zu Thuͤringen und Heſ⸗ ſen ete. unnd darnach an deſſen Nach⸗ kommen die Graffen von Zigenhain 9 kommen/ verloſchen. Vnd iſt von die⸗ ſem ſchloß in alten zeiten das gantze / Ampt das Ampt Reichenbach ge⸗ ſchriben worden/ welches doch nuh⸗ mehr/ nach den das ſchloß in abgang gerahten/ das Ampt Lichtenau geheiſſen. Das wapen der alten Graffſchafft iſt das mittelſt ſchiltlein zu ſampt den flugeln auff demhelm. Alle volcker haben wegen vieler bequemikeiten Caſſel die Staͤtte gern an flieſſende waſſer gebawet unnd hierdurch ihnen viel nutzens veruhrſachet. Derhalbẽ ſind auch die ſtaͤtte in Heſſen/ ſo an waſſern ligen/ zimlicher ankunfft und vermuͤgens. Vnter dieſen a⸗ ber iſt Caſſel/ die hauptſtatt deß Niderfuͤrſtẽthums/ der hoͤchſte ſchmuck und zierde ſo wol der vornemen tauffmanſchafft/ als der ſchoͤnen Fuͤrſtlichen palaͤ⸗ ſten unnd ſonſt buͤrgerlichen wohnungen halber. Beim Ptolomæo wirdt ein ort Sterenontium ge⸗ nennet/ welchen mehrertheils ſcribenten vor Caſſel halten wollen. Doch befindet ſich darneben/ daß die⸗ ſe ſtatt nicht alwege dieſes orts/ an welchen ſie nuh⸗ mehr erbawet/ ſondern umb Wolfsanger/ einem nechſt darbey gelegnen dorß/ geſtanden/ und nach et⸗ P licher 62 Heſſiſche licher meinung allein ein burg und ſchantze daſelbſtẽ geweſen/ ſo den nahmen Caſſel von denen Caſvarus gehabt. Auch weiß man darneben/ daß jahrs 1019 Keyſer Heinrich der II Wolfsanger alle Sonna⸗ bent ein wo hen narckt/ und auff Jahannis Bapti⸗ ſtetagein jahrmarck zugelaſſen und vergoͤnaet hat. Dem ſey nun wie ihm wo le/ o iſt doch einmahl ge⸗ wiß/ daß die ſtaͤdte in Teutſchlandt bey den ſtaͤdtwe⸗ renden umdbwech ſelungen kriegen/ reiſen und veren⸗ derungen mehrmahls verwuͤſtet unnd öde gelaſſen worden uñdaß Caſſel umbs jahr 100oein geringes thun/ unnd noch 1008 ein meyerhoff bey einem zer⸗ fallenen Caſtel geweſen/ ſo damahln dem cloſter Kauffungen zuſtendig/ darnach erſtens jahrs 1143 das cloſter Weiſſenſtein vorm Habichswalde ge⸗ bawet/ anno 1152 von Graff Heinrich Raſpen/ der auch Gudenſperg inhatte/ die Pfarrkirche zu Caſſe! ans Annenberger cloſter vergeben/ ernentes eloſter aber in anno 1154 von Keyſer Fridrich dem! dieſes nahmens beſtettigt worden. Vnd hat damahln auch zugleich bemelter Raſpo das alte caſtel ernewert und die ſtadt zu bawen angefangen/ daruͤber dann die ſtadt Wolfsanger in abnehmen kom̃en/ und letzlich durch groſſen brandſchaden gar in ein dorff verkerer worden. Jahrs 1262 aber bawete Graff Albrecht zu Waldenſtein das cloſter Nordshauſen. Nach dieſem wart im jahr 12 72 von Henrich dem erſten Landgrafen zu Heſſen ꝛc. das tloſter ſo man zun brůdern Chronick. 424 Bruͤdern neñet/ geſtifftet/ und dann von eben demſel⸗ ben jahrs 127 7das ſchloß von grundt auß abgebro⸗ chen und auff ein newes gebawet. Sein gemahlin aber F. Mechtild genant/ richtet an den ſpittal zu S. Eliſabethen. Deßmals lag dieſer ſpittal außwendig der ſtadt. Als aber die ſtadt erweitert und die freyheit gebawet/ iſt auch gemelter ſpittal in die ſtadtmawer mit ingezogen/ und weiln vor alters vom thor an biß zum ſpittal ein ſteinweg/ hat von demſelben die gaſ⸗ ſe biß hero den nahmen behalten. Auff der einen ſeyte der ſtadt lag damahln und noch anno 13os ein dorff Molnhauſen geheiſſen/ von demſelbẽ hat das Moͤl⸗ ler oder Moͤlnheuſer chor den nahmen behalten. Jahrs 1326 hat man die Altenſtaͤdter pfarrkirch a⸗ bermahln abgebrochen und erweitert/ und año 1328 die freyheit und den Briel gebawet/ und hat damals ein ſtadchor beym Weiſſenhofe geſtanden/ das an⸗ der in mitten der Marcketgaſſen/ das dritte beim Schloſſe/ da man es auffm Graben nennet. Dero zeit iſt auch Caſſel mit dreyen Freymarckten und ni⸗ derlagen/ nemblich den einen marcktag auf Invoca⸗ vit/ den andern auf Jacobii/ den dritten auff Marti⸗ ni durch ihres Fuͤrſten interceſsion vom Keyſer be⸗ gabet worden. Die andern maͤrckte aber ſind newer? dañ Hvaſtmodogeniti od der marckt der bruͤder ah⸗ laß/ hat ſeinẽ anfang võ wegẽ d kirchweih der Bruͤd⸗ kirchẽ/ d Michaelis marckt võ wegẽ eines ledmarckts ſo ſich von jahren zu jahren gebeſſert/ den heiligẽ drey P ij koͤnige —— 1²· Heſſiſche konige marckt aber hat Landgraff Philip zugeleget und außruffen laſſen. Anno 13 42 iſt die Fulda ſo hoch angelauffen/ daß ſie in der Newſſtaͤtter kirch auff den hohen althar geſtigen. Anno 13/8 hat ein wittib auff der Fuldabruͤcken S. Nielauſen capell gebawet. Jahrs 136 aber hat L. Heinrich der 11 den thumd zu S. Martin auff der Freyheit zu baw⸗ en angefangen/ und ſolchen baw innerhalb 3 jahren außgefuͤhret. Derozeit war die ſtadt Caſſel in drey theil abgetheilet/ nemlich in die Allteſtadt/ Newſtadt/ und Freyheit/ uñ hat auch ein jedes theil ſeine beſon⸗ dere Buͤrgemeiſter/ Raht/ inſigel und Rahthauß. Nach dem aber Margraff Balthaſar/ die Biſchof⸗ fe zu Mentzz/ Coln/ Oſnaburg und Otto der Ovade Hertzog zu Braunſchweig ſich mit ihrer kriegs⸗ macht wider Heſſen ergoſſen/ iſt Caſſel erſtlich in anno 1382/ darnach im 1385 und letzlich anno 1400 mit ernſten und geſchwinden belagerungen angetaſtet und beſtuͤrmer worden/ ſich aber nichſto⸗ weniger der feinde grauſamkeit unnd ernſtes erweh⸗ ret unnd jederzeit durch dero buͤrger ſtandhaffte ge⸗ genwehr ungewonnen blieben. Ob nuhn wohlunter dieſen belagerungẽ/ nem̃lich anno 13 91/etliche/ nemb⸗ lich 25 auß der burgerſchafft/ wie dann je zu weilen in ſolchen groſſen gemeinden auch reudige ſchaaf ge⸗ funden werden/ dem Margrafen dieſtadt verrahten wolle ſo iſt man doch ſolches bei zeiten iñen worden/ die verraͤhter der gebuͤhr geſtrafft/ und ihre guͤter dem SFurſeln „:ͤ28ͤee X —= T — Chronica. 126 Fuͤrſt en ingeraumet/ welcher ſie dann unter etliche vom adel außgetheiler: Solcher geſtalt iſt deß⸗ mals Caſſel und die andere buͤrgerſchaff/ ſo von die⸗ ſem anſchlag nichts gewuſt/ ſondern ſichjederzeit bey ihrem Fuͤrſten in allen trewen und gehorſam finden laſſen/ vom verderben errettet. Innerhalb dieſen kriegen nemlich jahrs 1385 iſt die Ana/ ſo biß dahero durch die ſtadt gefloſſen/ auſſerhalb der ſtadt in die Fulda geleitet worden. Die Wage wart anno 1404/ der thurm auffm Muͤllerthor anno 1414/ der Drauſelthurm anno 1415 gebawet/ und weiln dero zeit daſelbſt ein muͤhle geſtanden/ wirt der ort bey dem teich noch anheut auf der Drauſelmuͤhl genandt. Dieſem folget in anno 1421 das Kauffhauß. Jahrs 14 40aber zerfiel das gewelbe an S. Martins kirch/ erſchlug und verder⸗ bet viel menſchen/ derwegen man nech in demſelben jahr den baw erwidern muͤſſen. Im nechſtfolgenden jahr worden bey der newen muͤhl auff einen zug ge⸗ fangen 398 Laͤchſe. Anno 14 54 wart der Weiſſe⸗ hoff von Kogelherrn gebawet/ die ſtette aber gab dar⸗ zu L. Ludwig. L. Moritz aber hat ihn darnach im 1608 jahr zu einer gaſſen gemacht. Es fuͤhret L. Lud⸗ wig/ der 1/ auff einen groſſen baw am ſchloß gegen der ſtadt/ darauff er oben ein hoͤltzern ſtockwerck/ mit thuͤrmen und ſpitzen gezieret/ ſetzen laſſen/ wel⸗ cher aber/ nach dem zuvor anno 1479 das wetter in Pulverthurmb geſchlagen/ und dardurch dem baw P iij nicht 8327 Heſſiſche nicht geringer ſchade zugefuͤget worden/ hiernacher gantz von ſteinen zugerichtet. Jahrs 1472 iſt die Fulda abermahls hoch angelauffen/ alſo daß man mit ſchiffen hin und wider in der Newſtadt fahren muͤſſen. So ſieng anno ſoꝛ L. Wilhelm der Mitt⸗ ler an zu bawen das groſſe ſteinerne hauß gegen der Fuldaam ſchloß Caſſel /die ſtadt Caſſell aber anno 109 die ſteinerne bruͤck uͤber die Fulda/ und im 1512 jahr die cloſter jungfrawen das groſſe ſteinerne hauß im Annenberge. In welchem jahr auch der bruͤcken⸗ baw vollendet/ und war biß dahero ein holtzine bruͤck mit ſteinern yfeilern und einem tach daſelbſtẽ geſtan⸗ den. Den 20 Jultianno 1521 gieng umb tuhr nach mittag beim Muͤllerthor auß überſehen eines un⸗ achtſamen weibs/ ſo mit einem brennenden ſtroh⸗ wiſch in keller gangen/ und darnach denſelben wiſch alſo brennendt auff die miſteſtadt geworffen/ ein ei⸗ lend fewr auff /welches/ demnach ein heiſſe duͤrre zeit/ und der Breul mehrertheils mit ſtro gedecket/ iñer⸗ halb 6. ſtunden 308 wohnheuſer in die aſche gelegt hat. In demſelben jahr zerbrach die Fulda den mit⸗ telſten pfeiler/ darauff ein ſchoͤne capell geſtanden. Als er/ Landgraff Philips der/ zur regierung komen/ hat er año 1az den wall um das ſchloß Caſ⸗ ſel/ wie auch anno 1526 den wallbaw umb die ſtadt angefangen. Im jahr darrnach ward die Pfarrkirch auff platz vorm ſchloß/ ſo wohl auch ein groß antheil von der bruͤderkirchen abgebrochen und die ſteine an den Chronica. 12⁸ den rundelen und mauren deß ſchloſſes bermauret⸗ Anno 1529 iſt der oberſte Luſtgarte gepflantzet. An⸗ no 15 32 hat die Ana zwey bollwerck und ſchleuſen in⸗ geriſſen. Nach dieſem hat anno 1538 L. Philip die Newenſtaͤtter muͤhle abgebrochen und von newem mit 12 gengen zurichten/ anno 153t aber an der fe⸗ ſtung vor der Newſtadt und auffm Baumgarien/ wie auch ſonſtet an der feſtung uñ bollwereken vorm Anneberge/ vorm Muͤllerthor/ hinderm altẽ Zeug⸗ oder Gießhauſe/ vorm Hohen und Zwerenthore in jahren 1541/2/3/4 /5/6/7/ ſtarck bawen laſſen. Als er aber darnach von Keyſer Carolo v ge⸗ fenglich angenommen/ ſind auff Michaelis etliche Spoanier zu Caſſell ankommen/ alles geſchuͤtz und munition auß dem lande gen Franckfurt unnd for⸗ ters den Rhein hinab ins Niderland fuͤhren/ unnd darauff den wall und feſtung am Schloß und ſtadt ſchleiffen und einreiſſen laſſen. Welche feſtung aber doch nach Landgraff Philipſen erledigung bald wi⸗ derumb auffgebawet/ unnd letzlich durch den hohen fleiß und unksſten L. Wilhelm deß 1Vdermaſſen mit waͤllen und bollwercken verwahret/ daß ſie auch nuh⸗ mehr unter die feſteſten ſtaͤdte Teutſcher nation ge⸗ rechnet uñ geachtet wirdt. Es hat aber L. Wilhelm dieſen feſtugs baw noch bey lebzeitẽ ſeines herrn vat⸗ tern nem̃lich an: 15 /2(in weichẽ jahr auch die Fulda ſo hoch geſtigẽ dz dergleichẽ zuvor nie beſchehẽ) ange⸗ fangen/ und alſo erſtlich die groſſe bollwerck beim Zwern⸗ und 129 Heſſiſche und Hohnthore fampt dem gantzewall darzwiſ 4, darnach den wall zwiſchen dem Hohnthor nach dem berge hinderm Zeug auſe/ ſampt ermeltem berge/ den wall nach dem Moͤllnberge/ forters den tham hinder der Mulpforten/ ſo nuhmehr abgeſchaffet/ dz groſſe bollwerck beim Aüenberger thor/ den wall am Baumgarten/ und die Zwinger vorm Zweren⸗ und Annebergerthor ins werck gerichtet und an denſel⸗ ben das 15 52/3/4 5/6/7/8 /9/ jahr zubracht: doch unter deſſen auch anno 1/ 56 am ſchloß den kirchen⸗ baw/ da zuvor der ſchloßgrabe/ gethan/ darnach año 1559 den Frawenzimmersbaw abbrechen unnd in folgenden 1560//2 jahren widrumb anfffuͤhren laſ⸗ ſen Als er aber ins regiment kommen/ hat er anno 1567 die maur und rundel hinderm ſchloß an der Fulda/ 1568 und 1569 aber das ſchlachthauß/ item das Fruchthauß vorm Anneberg/ item das Vie⸗ hauß unnd bruͤcke bey der Narrenburgk/ item das brunnen und ſpringwerck/ wie auch anno v70 das Luſthauß im Garten/ anno 1571 das hangelwerck in der Annaberger muͤhle/ gebawet/ unnd auch zu⸗ gleich die Poſteyen/ ſo zuvor rund/ in ein andere und beqvemere form zu bringen unnd mit caſmatten zu verbeſſern angefangen/ und hat darnach von jahren zu jahren die andere berge und Poſteyen/ in maſſen ſolches hiernacher im anderen theil weitleufftiger be⸗ ſchrieben wirdt/ ſampt der Cantzeley/ Renthoff Zeug/ Frucht/ und Saltzhauß/ und Marſtal auff⸗ gefuͤhret. Nach ☛ H— ͤ— 4 f +— Chronica. 130 Nach ſeinem todt aber hat unſer G. F. und herr Landgraff Moritz jahrs 1593 die Schloßbruͤck und Rennebahn/ 1594 den ſchloßwall/ ſo noch gegen der ſtadt von der ſchleiffung her unerbawet/ auch ſonſtet hiernechſt den gang um̃ das ſchloß/ das new brawhauß/ das Theatrum/ die bruͤck auff die Reñ⸗ bahne/ uñ das ſchloß allenthalben an kirch gemachẽ und anderm aufs herrlichſt zurichten laſſen/ daß al⸗ ſo dieſer ſtatt weder an feſte noch an ſchoͤnen gebewẽ/ noch anmuhtigkeit deß orts etwwas abgehet/ in erwe⸗ gung/ daß ſie in einer luſtigen aw gelegen/ unnd nicht allein das ſchiffreiche waſſer Fulda/ zum vortel hat/ ſondern auch noch andere kleine waſſer/ als die Dru⸗ ſell/ ſo allenthalben durch die gaſſen der ſtadt rinnet/ und noch darzu zwiſchen denen luſtigen garten und wiſen den Ana fluß/ die Walbach/ und Loſſa. Ob man wol nicht eigentlich weiß den anfang der omburg. ſtadt Homburg in Heſſen/ ſo vermeinet man doch daß das ſchloß gleiches alters mit Reichenbach/ und ſagen auch etliche/ das in den angehenden zeiten daſ⸗ ſelbeauch Seeburg geheiſſen. Die ſtadt ligt an ſich ſelbſten hoch und luſtig deß ferren anmuͤhtigen auß⸗ ſehens wegẽ/ hataber darnebẽetliche ſchwere brand⸗ ſchaden als vornemblich jahrs 1317/1372 und 1523 außſtehen muͤſſen. Vber das/ als auch die Freyheit oder Newſtadt im jahr 1356 zu bawen angefangen/ ward ſie noch deſſelben jahrs von eigenem fewr außgebrandt. Es iſt aber die ſtadt in alten zeiten nit Q allein “ 831 Heſſiſche allein von vielen vornemen edlen geſchlechten/ unter welchen beſonders die von Homburg/ ſoanno 427 gar abgangen/ und dann die von Vttershauſen/ be⸗ wohnet worden/ ſondern es ſindt auch jederzeit da⸗ raus diel vornemer leut erwachſen/ ſo na hmaln bey den F. zu Heſſen zo hohen empteren gebraucht unnd erhaben. Vnter dieſen hat anno 1314 David von Homburg/ ein ritter/ das eloſter zu S. Goͤrgen auß ſerhalb der ſtadt erbawet. Darauff hat in an: 1368 Heinrich Biſchof ein Prieſter den Spittal ſampt der kirchen in der Freiheit angefangen/ welcher hier⸗ nechſt von etlichen bekanten vornemen geſchlechten treflich begabet und vermehret wordẽ. Hiernach haꝛ Graf Johan der letzte zu Ziegenhain die Freyheit año 1372 uͤberfallen und in grund verbrandt. Nach welchem im zweytẽ/ nemlich dem 137 4 /jahr d kirch⸗ thurm auffgebawet uñ letzlich jahrs 1/12 mit einem kupffernen dach bedeckt wordẽ. Weiln auch auff die buͤrgerſchafft viel ſtreiffens/ und beſonders Haupt⸗ man Ingebrandt mit den Buchnern an: 1403 die ſtadt berandt/ und hefftig beengſtiget/ hat man den wartthurm bey Caſtorff auff den Stelberg ſetzen muͤſſen. Jahrs 1 ½3riſt der ſchloßthurm am Gruͤ⸗ nendoñerstag vom wetter außgebrant. So hat año 1508 Churfuͤrſt Herman zu Coͤlln/ Landgraff zu Heſſen etc. welchem Homburg auff ſein lebetag zu⸗ getheilet wordẽ/ das newe Hauß am ſchloß erbawet. Nun war biß dahero die Freyheit mit einem beſon⸗ — deren 48☛ eͤͤe— 11 QQQAAEREnmEꝓEEE — 1 Chronica. 132 deren raht verſehen: weiln aber hierob vielerhandt zweiſpalt veruhrſachet/ ſindt endtlich jars 1536 bey⸗ de ſtaͤtte auff befehlich Landgraff Philip des Eltern ineine Commun unnd unter einen raht verordnet und gebracht. In jahren 16 05/6 /78/ hat L. Moriß die alten gebeu auffm ſchloß abbrechen/ den tieffen bron außhauen laſſen und alſo das ſchloß an maurẽ und gebewen zu erneuren angefangen. Nicht fern von dieſer ſtadt ligen auch die heu⸗ Falekeberg ſer alt und new Falckenberg/ welche biß dahero von dem alten edlen geſchlecht dero von Falckenberg be⸗ wohnet worden. Auff der andern ſeiten der ſtadt Homburg faſt el ap⸗ auff halbem weg naher Ziegenhain/ ligt das eloſter Spißcappel/ ſo vor gar alten zeiten von zwveyen Rit⸗ tern Engelbolden und Engelberten von Denneberg ſeinen anfang hat. Solches iſt jahrs 1301 von eige⸗ nem fewr ſampt allem zieraht und glocken gantz ver⸗ brandt/ unnd darnach von der Sterner rotte anno 1372 gepluͤndert worden. Borcken iſt vor zeite ein geraume ſtadt/ und halb Vorcken. Zigenhainiſch geweſen/ aber in den inheimiſchẽ krie⸗ geu/ zwiſchẽ L. Ludwigen/ uñ L. Heinrich gebruͤdern an: 1469 zum zweyten mahl belagert uñ ſampt dem ſchloß in grund außgebrant und zerſtoͤret: nach wel⸗ cher zeit diß ſtaͤdtlein niemahls zu vorigem ſtande gelangen moͤgen/ und iſt noch zu dem letzlich vor we⸗ nig jahren durch brandtſchaden ſchwerlich beleidi⸗ get worden. Q ij Fridß⸗ 1 Heſſiſche Fridolahr Friedßlar/ ob ſie wohl in dem fuͤrſtenthumb Heſſen ligt/ gehdret ſie doch beneben dem ſtaͤdtlein Numburgk dem Ertzbiſchoff zu Mentz'iſt auch an⸗ fenglich der thumbſtifft daſelbſten jahrs 732 von Bonifacio/ und die ſtadt bald darauff auß der ſtadt Buriburg/ deſſen lagerort man noch bey Friedßlar auff einem hohen berge ſehen kan/ darumb daß die⸗ ſer ort zu bewohnen beq vemer und habhaffter/ erwa umb Fraumuͤnſter/ darnach als ſie jahrs 1079 durch krieg verderbet/ an den jetzigen ort erbawet. Weiln auch die Eder nah darbey und ſonſtet die ge⸗ gend ſehr eben/ der boden geſchlacht obſt/ wein und huͤlſenfrucht zu tragen/ thut dieſe ſtadt wegen luſti⸗ gen orts es vielen umbligenden ſtaͤdten weit bevor. Hat ein graben und ringmaur mit vielenhohn thuͤr⸗ men/ und ligt auff einer anmuhrigen hoͤße. Aber Vumburg. jahrs Chriſti 774 als ſie kaum recht zu bawen an⸗ gefangen/ ward ſie von den Sachſen biß auff den ſtifft außgebrandt. Anno 920 haben die Reichs⸗ fuͤrſten daſelbſten keiſer Heinrich den Finckler er⸗ wehlet. Darnach 12 32 fahrs ward ſie von Landgraff Conrad zu Thuͤringen und Heſſen belagert/ fewer darin geworffen uñ gantz ingeaſchert/ wie hiernechſt im andern theil von erſtermeltes Landgrafen lebzei⸗ ten/ weitleufftiger erzehlet werden ſoll. Numburg iſt auch ein feines ſtaͤtrlein/ darhey auff einem berge ein ſchloß gelegen/ ſampt der ſtadt zuſtendig dem Churfuͤrſten zu Mentz. Buy d ſer ſtad: Chronica. 334 ſtadt fleuſſet ein kleines waſſer die Elbe genandt/ welches forters auff das ſtaͤdtlein Zuſchen/ ſo denen zoſchen Meiſenbůgen gehoͤrig/ und endtlich üͤber Fridßlar in die Eder fleuſt. Es iſt aber Numburg in kriegszei⸗ ten von vier nuhmehr verwuͤſteten dorffen/ mit nah⸗ men Geiſenhagen/ Herberge/ Gerßhauſen uund Welberg/ erbawet. Vmbs jahr 1525 habens die von Hertingshauſen als ein pfandtſchilling ingehabt. Als ſie aber etwas unfreundtlich mit der buͤrger⸗ ſchafft umbgangen/ hat ſi darob G. Philip zu Wal⸗ deck abgelegt/ von deſſen nachkommen aber ſtadt uñ ampt anno 1/88 widerumb an das Ertzſtifft Meintz geloͤſet worden. Ein halbe meil von Numburg ligt Narxhau⸗ marrhau⸗ ſen eines der dier hohen Hoſpitalen iu Heſſen/ wel⸗ ſen. ches anfenglich ein armſelig nonnencloſter/ nach⸗ mahln aber wegen ſelbiger uͤppigkeit zum muͤnch⸗ eloſter gemacht. Iſt jahrs 1533 von Landgraff Phi⸗ lippo dem Eltern zu einem hoſpital verordnet/ anin⸗ kommen reichlich vermehret/ mit ſchoͤnen gebewen verbeſſert/ alſo das nuhmehr uͤber 400 perſohnen darin erhalten werden. Vnd weiln ein außbuͤndiger ſteinbruch bey dieſem cloſter/ ſind die gebew von ſchoͤnen gehawenen qoadern auffgefuͤhrer/ unnd ſon⸗ ſtet die butten im braw hauſe von dergleichen ſteinen zugerichtet. Ferßbergk ligt in einer luſtigen gegendt nicht Felßberg. fern von der Eder unter einem felſnuũ alten ſchloß/ 1 a i welches Sppeberg oder Cart⸗ hauß. Gurens⸗ berg. 135 Heſsiſche welches noch umbs ſahr 15oo in baw gehalten und bewohnet worden. Gegen uͤber/ nemlich jenſeyt der Eder/ ſihet man auff einem ſehr hohen berge und fel⸗ ſen auch noch die zerfallene gemewrdeß ſchloſſes und caſtels Heiligenbergk/ welches anno 1184 erbawet. An dieſem berge ligt das eloſter Carthauß/ welches vor alters Eppenberg genennet worden. Daſſelbig cloſter hat L. Ludwig der Dritte reformiret/ die non⸗ nen darauß gedriben/ das von newem gebawet/ und die Carthaus nennen laſſen. Zu welcher zeit die ſtadt Gutensberg anfeng⸗ lich erbawet/ kan ich eygentlich nicht anzeigen. Daß ſie aber eine alte und vorzeiten beruffene ſtadt deß landes Heſſen/ iſt auß vielen uhrkunden offenbahr. So hat auch Carolus Magnus bey Gutensberg am Odenberge mit denen Sachſen ein denckwuͤr⸗ dige ſchlacht gehalten/ ihnen abgeſiget/ unnd zu deſ⸗ ſen gedechtnus eine capel an den orth/ welche man nachmahln Carlskirch genandt/ und auß deren zer⸗ fallenen mauren die dorffſchafft Beſſa vor jahren eine bruͤck gebawet/ ſetzen laſſen. Nach dieſem hat Raſpo Ludovict Barbati/ Grafen zu Thuͤrin⸗ gen unnd Heſſen/ ſohn/ welcher anno 1130 verſtor⸗ ben/ auff Gutensberg ein zeitlang gehauſet/ und ſich etwa auch Grafen zu Gutensberg genennet. Jahrs 1249 darnach/ wie in gleichem jahrs 1270 hat Henrich der Erſte/ Landgraff zu Heſſen/ zum zweyten mahl die Weſtphelinge zu nechſt bey vor⸗ gemelter 8ͤſ“ 2ͤ—ℳ9 Chronica. 36 gemelter kirchen uͤberwunden und erleget. Weiln auch hiernechſt der Hertzog zu Braunſchwig die ſtadt ingenommen/ hat Otto/ nechſtbeſagtes Henri⸗ ci ſohn/ den Hertzogen uͤberzogen/ Goͤttingen ſampt allen ſtaͤtten unnd dorffen in derſelben gegendt in brandt geſtackt/ und hiermit ihn zur reſtitution der ſtadt und ſchloſſes im jahr 1308 gezwungen. Dar⸗ auff iſt jahrs 1312 Gutensbergk im grund außge⸗ brandt. Anno 1350 iſt abermahls in der Gutens⸗ berger marck ein ſchlacht geſchehen zwiſchen Hen⸗ rich Ertzbiſchoffen zu Mentz und Landgrafen Hen⸗ rich dem in bey der Streitheck/ welche dan hiervon den nahmen bekom̃en/ in deren aber der Ertzbiſchoff unden gelegen/ unnd ihm beneben anderen vorneh⸗ men Herren auch die Grafen von Virnberg unnd Thanen abgeſchlagen worden. Wann aber hierna⸗ cher der widerwil und feindſchafft zwiſchen Mentz unnd Heſſen immerzugenom̃en/ als hat jahrs 1368 Gerlach Ertzbiſchoff zu Mentz dieſe ſtadt beſtritten und erobert/ die Wenigeburgt abgebrandt/ aber den⸗ noch von dem obern ſchloß von Eckbrechten von Grifft mit groſſem ſpott und ſchaden zu ruͤck gedri⸗ ben undabaehalten worden. Ob auch gleich nach ihm Ertzb. Adolph beneben H. Otten dem Qvaden zu Braunſchweig/ unnd L. Balthaſarn zu Tuͤrin⸗ gen im folgenden 1382 jahr L. Herman zu Heſſen bekrieget/ unnd diß ſchloß mit einer geſchwinden be⸗ laͤgerung montags nach Egidü angetaſtet/ ſo hat er Heideſtein Falckeſtein 137 Heſsiſche er doch wegen Engelbrechten von Grifft und der be⸗ ſatzung ſtandtfeſter gegenwehr/ in maſſen auch ſein vorfahr/ ungeſchafft abziehen muͤſſen. Vondem jahr an iſt Gutensberg innerhalb ſieben jahren zweymal außgebrandt/ und zu dem anno 1389 dermaſſen zu⸗ gerichtet und ingeaſchert/ daß auch hierob und ſon⸗ ſtet wegen der vielfaltigen kriegsſchaden die groſſen vorſtaͤtte nicht wider auffgebawer werden koͤnnen. Der ort darauff dieſe vorſtaͤtte geſtandẽ/ wirdt noch theils an heut die Freyheit genennet. Jahrs 1406 iſt nechſtermeltes L. Hermans gemahlin auff dem ſchloß mit todt abgangen. Letzlich hat dieſe ſtadt im 1586 jahr noch einen ſchweren brandtſchaden/ ſo durch muhtwillen eines knabens veruhrſachet/ auß⸗ geſtanden/ in welchem bey 80 gebew durchs fewr verderbet worden. Neidenſtein iſt auch ein kleines ſtaͤttlein vor dem Langenberge einem hohen geburge/ bey welchẽ vor alten zeiten auff einem ſpitzigen berge ein feſtes ſchloß gelegen/ welches ſampt dem ſtaͤttlein jahrs 1338 vom Biſchoff zu Mentz/ H Otten zu Braun⸗ ſchweig und L. Balthaſarn gewonnen und uͤbel zu⸗ gerichtet worden. Es wirt ein wuͤſte dieſes orts ge⸗ zeiget/ welche man Aldenborg nennet/ darauf vor alten zeiten ſoll eine ſtadt gelegen haben. Vnd wohnen ſonſtet in dieſer gegendt die Hun⸗ de/ ſoanno 1351 den Falckenſtein erbawet/ die Mei⸗ ſenbuͤge und etliche von Dalwig. Letzermelter vor⸗ fahren 2— K— Chronica. 338 fahren haben an bemeltem gebirge die Schawen⸗ burg ein feſtes berghaus bewohnet/ aber nachmaln ihren ſitz herunder in das dorff Hohff/ welches da⸗ mals zugleich angefangen/ verruckt. Es haben vor alten zeiten in der Wolffhagi⸗ ſchen feldmarck ſiben doͤrfflein/ als nemblichen Wreckenhauſen/ Todtenhauſen/ Graen/ Fridgaſ⸗ ſen/ Geſterfeldt/ Langell unnd Schuůtzberg gelegen/ welche ſich vereinbahret/ wegẽ allerhandt uͤberlaſts der ſtreiffenden/ ſich bey einander zuthun unnd eine ſtadt zu bawen. In dem ſie nuhn ungefehr jahrs 1200 die wiltnus und hagen/ den ſie zu ſolchem baw erleſen/ außzurotten angefangen/ ſollen ſie daſelbſten einen Wolff angetroffen/ und derowegen ihrer newẽ ſtadt den nahmen Wolffhagen geben/ aber doch mit dieſem ihrem baw/ ehe ſie die ſtadꝛ gaͤntzlich befeſtigen konnen/ 70 jahr zugebracht haben. Inner ſolcher zeit hat die ſtadt ſehr zugenom̃en/ alſo daß 500 bür⸗ ger darinn gezehlet worden/ und under denſelben 300 ſſo ihre nahrung mit dem hopfenbaw geſuchet/ von welchen dann die zunfft und bruͤderſchafft der Hopffener ihren anfang hat. Hierneben hat das ſchloß ſeine beſondere feſtung und bezirck gehabt/ uñ haben in demſelben/ weiln es ein grentzhauß/ nemb⸗ lich in der Freyheit/ etliche Einſpenniger/ die man Burgenſesgeheiſſen/ lange zeit gewohnet. Wañ aber dieſelbe/ als muhtwillige/ frefele geſellen/ den buͤr⸗ gern in viel weg uͤberleſtig/ ſo hat inen/ denẽ buͤrgern/ R entlich Weidel⸗ berg. „ heſſiche endtlich Otto/ Landgraff zu Heſſen/ jahrs 1305 z0 ihrer befridigung ein maur uñ thor/ als ſtarck ſie die⸗ ſelbe innerhalb ͦwochen zurichten koͤnnen/ zu baw⸗ en erlaubnuß geben. Vmb welche zeit/ nemlich in an⸗ no 1303auch die pfaerkirche/ deren thurm biß ans underſt gewolbe ein wittfraw auß ihrem vermoͤgen auffgefuͤhret/ das chor aber newlicher jahre/ nemlich anno 1420 erbawet worden. Gemelter thurm hat in vorigen zeiten ein ſehr hohe ſpitze gehabt/ welche zum zweyten mahl jahrs nemlich 1496 auff Mar⸗ greten tag und dann 1533 jahrs durchs wetter ange⸗ zůndet und verderbet worden: Derowegen endtlich anno 1561 das jetzige nidrige dach darauff geſetzet worden. Im jahr 1376 iſt dieſe ſtadt ſampt ihrem rahthauß faſt gar verbrunnen/ unnd letzlich anno 1487 widerum auffgebawet worden. Dieſe ſtadt hat auch in vorjahren freie eine Muͤntz gehabt/ alſo daß ſie dreyer und heller/ ſo man zu dero zeit ſchwere pfenninge/ annitzo aber Theichthoͤrer nennet/ ge⸗ muͤntzet hat. In dieger gegendt ligt auch die vogten Ha⸗ ſungen/ und dan die alte gemeur der Weidelburgk/ ei⸗ nes auß dermaſſen hohen berghauſes/ welches L. Henrich der 1 wegen daß darauß dem lande durch viel raubens nicht geringer ſchade zugefuͤgt wor⸗ den/ umbs jahr 1295 erobert unnd nidergeriſſen. Ob nuhn wol daſelbſt L. Herman jahrs 1380 wi⸗ derumb eine burgk auffgeſchlagen/ ſo iſt doch folch werck R&ARA=— Chronica. 140 werck innerhalb zwey jahren abermahls zerbrochen worden. Nach dieſem hat diß ſchloß zwar wider auffgerichtet unnd befeſtiget Reinhard von Dal⸗ wig umbs jahr 1450/ iſt aber dennoch zum zwei⸗ tenmahl darvon gejagt worden: daruͤber dann letz⸗ lich das hauß gar ode in eine wuͤſte verkehret unnd zerfallen. Haſungen iſt anno 1084 allbereit im ruhff uñ Baſangen. bekandt geweſen/ ligt auff einem geraumen/ waſſeri⸗ gen felſen/ und iſt/ nach anzeige der alten gemeur/ ein herrlich gebew geweſen. Zierenberg hat anſenglich jahrs 1291 gebawet 5lerenberg Landtg. Heinrich das kindt zu Heſſen: Vnnd iſt die kirch daſelbſten in anno 1436 reſtauriret unnd er⸗ newert worden. Ihr alter nahm iſt Tyrenberg etwa von dem ſehr hohen berge Doͤrnberg/ deſſen rechter nahm Tyrenberg von den Tyringetis oder Euberg. Thyringern/ welche vor lang abgelauffener zeit/ als nemblich ihr konigreich noch geſtanden/ auff dieſem berge ein laͤger und caſtel gehabt/ deſſen aufggeworf⸗ fene ſchantzen auch noch heut zu tage eigentlich köͤn⸗-⸗ nen gezeiget werden. Gegen dieſem ligt der Habichs⸗ Sebeche⸗ wald daran gute groſſe ſteinkohlen gegraben werde. 8* Auff der andern ſeiten aber iſt das zerfallene ſchloß Schartenberg. Demſelbẽ folgẽ darnach die Mals⸗ burgk/ Lohr uñ andere mehr Malsburgiſche heuſer. Immenhauſen ward umbs jahr 1280 von Imenhan, Landig. Henrich dem Eeſteer widerumb ans landt ſen. ij zu Sabbs⸗ burgk. 141 Heſſiſche zu Heſſen bracht/ und darauff jahrs 1385 von Bal⸗ thaſarn L. zu Thuͤringen gewoñen und außgebrant/ in welchem fewr uͤber hundert menſchen umbkom̃en/ letzlich auch in anno 1603 den 1s Martii von eige⸗ nem fewr uͤbel zugerichtet. Sabbaburgk iſt ein ſchoͤn ſchloß gelegen im Reinhardswalde/ von welchem man ſagt/ das es von einer Edlen geiſtlichen frawen/ Sabba genant/ anfenglich erbawet ſey. Den thiergarten daſelbſten/ welcher faſt ein meil wegs in ſeinem bezirck hat/ und vor jahren allein mit einem hohen ſtacket verwahret/ hat jahrs 1590 L. Wilhelm der lV angerichtet/ und innerhalb einem ſommer mit einer von dreyen ſchu⸗ hen in der dicke und zwoͤlff in dem lichtẽ hohen mau⸗ ren umbzogen: Den graben/ aber welcher 20 ſchuch weit in ſteinfelſen auß gehawe/ die maur/ ſo 26 ſchuch hoch/ die rundel/ darmit das ſchloß in anno 1591 be⸗ feſtiget/ herumb gefuͤhret: den bronn auff ein halbe meil im walde und Odels heimer bron faſſen unnd auffs ſchloß/ und von dannen in Marſtall/ das vor⸗ werck/ welches ſehr reich an rendt⸗ vñ ſchweinẽ dieh/ braw und ſchweinhauß bringen/ wie auch die Cantz⸗ ley auffbawen laſſen. Vnd hat ſich damahls bege⸗ ben/ daß als man den felſen durchbrochen/ das hauß ergroͤſſert/ und allerhand nutzbahre gewoͤlbe und ge⸗ maͤcher angerichtet/ die gebeine der verſtorbenen Sabba/ welche uͤbernatuͤrlicher groͤſſe/ gefunden worden. In angemelten thiergarten hat hochgedach⸗ ter G K—2„ ſſͤͤſ Chronica. 3 142 ter Landtg. mancherley wilde thier/ als Elende/ wil⸗ de pferde/ Schwediſche oder Laplaͤndiſche reher/ ſchwartze/ weiſſe/ bunte und ſonſtet gememe haſen uñ wildt/ item rehboͤcklein und kaͤlber/ auch gemſen/ wie in gleichem weiſſe unnd blawe haſen/ unnd zu dem thamhirſche und wildt/ oder dergleichen/ darzu aller⸗ handt ſchweinen wildtpret ſetzen laſſen. So ſindt auch im ſelbigen thiergartẽ etliche feinetheiche ſampt einem durchflieſſenden bach/ darin dan vornehm fiſchwerck/ als hechte/ karpffen/ vorellen/ grundeln/ eſchen/ krebs und ſonſtet verhanden. Zu dem iſt bey dieſem ſchloß ein vornehm ſtutterey von pferden/ auff deren jahrs an die 0 junger pferde erzogen werden. Vorgedachter Reinhardtswaldt/ hat in ſeiner& charts⸗ lenge/ deßgleichen auch breite/ faſt vier meil wegs/ waldt. und iſt alſo einer der vornembſten waͤlde im land zu Heſſen/ in welchem in guten waltmaſt jahren in die 20000 zahme ſchwein jaͤhrlich koñen feiſt gemacht werden/ und kan dieſer walt in ſolchen an maſt/ item forſt und holtzgelt jahrs uͤber 30000 guͤlten renten und inbringen. An allerhandt wiltpret aber koͤnnen auch jaͤhrlich gefangen und geſchoſſen werden/ nem̃⸗ lichen roht wiltpret in die 800 und ſchwartz wiltpret an die 1000 ſtuck/ und hat viel und hochgedachter L. Wilhelm dero offtermale in einer ſtellung unnd jagen 200 bekommen. So hat es auch in dieſer wilt⸗ nus einen ſolchen ackerbaw/ derauff einem morgen⸗ viertel korn ertragen kan. R iij Hin⸗ 1443»Deſsiſche Hinder dem Reinhartswalde an der Weſer gt der Geiſſelwerder ein Zollhauß und Schantze⸗ Srebsſtein⸗ Seißmar. deſſen anfang man von Giſela Keiſer Conradi deß 11 gemahlin herrechnen will. Dieſes orts muͤſſen alle ſchiffe/ ſo die Weſer auff⸗ uñ abfahren/ anlenden unnd den gebuͤhrenden zoll von ihren ingeladenen wahren erlegen. Zwo meil von Caſſelligt Grebenſtein ein wol⸗ erbarbte ſtadt/ deren anfang aber mihr noch unbe⸗ wuſt/ allein daß ich befinde/ wie ſie ein zeitlang ven dem landt zu Heſſen geriſſen geweſen unnd umbs jahr 1280 von L. Henrich dem Erſten widerumb darzu gebracht worden. Sie iſt in die vierung er⸗ bawet unnd wirdt der antheil zwiſchen der obern ſtadt und dem ſchloß die Freiheit genennet. Das ſchloß hat vor hundert jahren Landtgraff Herman Ertzbiſchoff zu Coͤln ernewert unnd mit einem ſtar⸗ cken baw/ welcher allein noch darvon uͤbrig/ ver⸗ mehret. Jahrs 724 kam Bonifacius gen Geißmar warff daſelbſten nider einen uͤberauß groſſen baum/ welchen unſere Heidniſche vorfahren vor Jovem ehreten/ unnd bawet an deſſen ſtadt ein Capel in die ehre S. Peters. Nach dem aber deßwegen von jahren zu jahren der ort an inwohnern zugenom⸗ men und Geißmar auß einem dorff zu einem flecken gemacht/ iſt auch vorermelte Capel in ein groſſe Kirche erweitert worden. Nuhmehr aber iſt Geiß⸗ mar ſſͤͤͤͤ..“.“ Cbronica. 344 mar ein geraume anſehnliche ſtadt/ ſo etwa auch Hovegeißmar genennet wirt. Bey derſelben wirt RortSeiß⸗ auch gezeiget ein gemeur/ welches vor alters Nort⸗“r. geißmar geheiſſen und ein ſtaͤttlein geweſen/ und der Schoͤnberg ein zerfallenes bergſchloß/ deſſen mau⸗ Schoͤnen⸗ ren in annor⸗9 0und 91 umbgeriſſen/ gen Sabba⸗ berg⸗ burg gefuͤhret/ und kalek/ zu verfertigung der maurr am thiergarten und ſchloß/ darauß gebrennet wor⸗ den. Auff dieſem haben vor alten zeiten die edle Her⸗ ren vom Seonenbergk gewo hnet und uͤber dieſe ge⸗ gent/ welche die Herſchafft Sconenbergk genennet worden/ geherſchet. Das Wapen dieſer Herren iſt geweſen/ wie folget: Drendelborg iſt ein altes ſtaͤttlein beſagter Herrſchafft gelegen an der Dymol/welches anfeng⸗ vorg lich Dreiderberch/ und darnach ein zeitlang wegen daß/ wann einer einen todtſchlag begangen/ deß or⸗ tes der todſchlaͤger vor ſeinen verfolgern und hlutre⸗ chern frey unnd ſicher geweſen/ Freiſtadt genennet worden. Iſt nachmahln von Burghardo edlenm Herrn/ dem letztẽ von Stonenbergt/ an Heſſen ver⸗ G kauft — 1 Wolcken⸗ Libenau. Selmers⸗ hauſen. 145 Heſſiſche taufft: Nach welchem es Otto Hertzog zu Braun⸗ ſchwig anno 1382 durch etwa einen vertrag oder pfandtſchilling an ſich gebracht/ und ein zeitlang in⸗ gehabt. Jahrs 145 4 darnach hat L. Ludwig L. Her⸗ mans ſohn das ſchloß daſelbſten ernewern und den groſſen thurm daran bawen laſſen. Als aber hier⸗ nechſt der Biſchoff von Padeborn etliche gerechtig⸗ keit vorgebentlich inwenden wollen/ und derowegen entlich der ſtadt und ſchloſſes mechtig worden/ hat hierob L. Ludwig der V ett: Sonnabents nach Ki⸗ liani deß 1465 jahrs Drendelborch mit hecreskraft uberzogen/ das in genommen/ und ihm von newem hulden laſſen. In der Drendelburgiſchen feltmark werden zwey grauſame loͤcher gezeiget/ deren das groͤſſeſt ſehr tieff unnd in ſeinen bezierk einen raum gleich der ſtadt begreifft. Hat die form eines trich⸗ ters/ alſo daß man biß auff das waſſer/ welches nie⸗ mals gegruͤndet werden koͤnnen/ wiewol nicht ohn gefahr hinab ſteigen kan. Dieſe loͤcher ſind in einem grauſamen tonnerrwetter/ und hefftigem regen wun⸗ derlicher weiſe entſtanden/ unnd werden deßwegen die Wolckenbroſt genennet. K ibenau iſt ein kleines ſtaͤtlein/ ſo von der Dy⸗ mol umbfloſſen und jahrs 1465 in der fehde zwi⸗ ſchen L. Ludwigen dem 1V und dem B. zu Padeborn gar außgebrandt, Aeerebanſe iſt die letzte ſtadt an der Dy⸗ mol nicht fern von der Weſer und ſindt deroſelben beſon⸗ „ Chronick. 146 beſondere antiqviteten die Krokenborch und die an⸗ zeige von Alten Coͤln. Krokenbuig iſt geweſen ein berghauß und in alten zeiten ſtarcke feſtung: Alten Con aber ein beſondere ſtadt auch auf einem felſen gelegen/ von deren noch wenig anzeigung unnd ge⸗ meur uͤbrig. Das cloſter hat ſeinen anfang in anno 1207: jahrs 146 5aber iſt Helmershauſen in der Padeborniſchen fehde ingenommen unnd die Kru⸗ kenburg belagert worden. Hat gegrentzet mit der Herſchafft Schoͤnenberg/ in deren beneben Drin⸗ delborch auch Libenau gelegen. Kom̃en nuhn zur beſchreibung dero Ampter und Herrſchafften/ ſo jenſeit der Werra: ſind die Herrſchafft Franckenſtein/ Gleichen/ und Pleß. Herrſchafft Franckenſtein. Ranckenſtein iſt vor alters ein beſonde⸗ ☛ re Herrſchafft geweſen/ ſo nach dem ab⸗ 95 gang der Herren von Franckenſtein an 1 die Fuͤrſten oder Grafen zu Henneberg gelanget/ und nach dem auch diß geſchlecht abgangẽ/ Landgrafen Wilhelm dem IV jahrs 1583 teils erble⸗ dig wordẽ. Iſt ein fruchtbarer ort/ darin allerhandt jachten und wiltpret/ und beſonders ein groſſe men⸗ nig Cromatvogel/ Birckhanen/ wie auch Forellen und andere gute fiſch. Werden auch zuweilen Woͤlf⸗ fe und Beeren darinn gefangen. Zu welcher zeit aber dieſe Herrſchafft an Hen⸗ S neberg 84 8 N 347 Heſſiſche daß das Hennebergiſche Chronicon meldet/ es habe umbs 960 jahr Gottwalt der ander deß nahmens Graf zu Hennebergt/ die gantze gegend biß an das hauß Franckenſtein eigenthumblich beſeſſen/ unnd nach demſelben umbs 1100 jahr Poppo der IX. des nahmens/ deſſen ſohn Ludwig der l/ hiernechſt zu ſeine nachkommen auch Herren zu Franckenſtein intituliret unnd benahmet worden. Das wapen 1 dieſer Herrſchafft iſt einweiſſer Loͤw mit einer gul⸗ dinen kron im blawen felde. Sonſtet haben in S derſelben gelegen das ſchloß Fran⸗ 8kkenſtein welches jahrs 1266 vom Bertoldo von Leupoltz Apt zu Ful⸗ & 8 2 da wegenrauberey zerſtoͤret/ und von 8 Keyſer Adolpho an: 129 7ingenom⸗ 68 men)die ſtad Smalkalden und dann Saltzungen. Die ſtadt Semalkal⸗ den ligt an dem ſtarcken bach/ wel⸗ chen man die Smalkalde nennet und der nicht fern 1 vom Inſelberg ſeinen uhrſprung hat. Leſſet ſich dem⸗ nach anſehen/ daß die ſtadt Schmalkalden von die⸗ ſem bach den nahmen entpfangen. Iſt ein feine wol⸗ erbaute ſtadt/ darin viel eiſenwerck geſchmidet/ unnd darnach hin und wider und die umbligende doͤlcker auch etwa in fern abgelegene lande Teutſcher nation verhandelt wird. Der uhrſprung dieſer ſtadt iſt 133 no neberg kommen/ an ich eigentlich nicht ſagen/ ohne 3 ſeinem antheil Franckenſtein bekommen: Dahero —— 888ſͤſ“ Chronica. 148 noch unbewuſt. Es hat ſie aber umbs jahr 1203 Koͤnig Philip Hermanno Landgraffen zu Thuͤrin⸗ gen und Heſſen zu verdrieß außgebrandt. Jahrs 1319 hat Fuͤrſt Bertholdt die rapel S. Jacobs zu Sichmalkalden/ ſo damals beym ſchloß gelegen/ in eine ſtifftskirche verwandelt zu ehren unſer L. Fraw⸗ en/ S. Erhards und dann Egidien/ auch angeord⸗ net/ daß hinfuͤhro 12. Canonici darin unterhaltung gehabt. Nach dieſem hat anno 336e Landtgraff Heinrich zu Heſſen unnd ſein ſohn Otto genandt Schutz beneben Graff Johan deß!/ zu Henne⸗ bergk/ nachgelaſſener Wirtiben F. Eliſabeth G. zu Leichtenberg von Burggrafen Albrechtẽ zu Nuͤrn⸗ bergk und deſſen Gemahlin Sophien/ die nechſtbe⸗ melter Wittiben verſtorbenen Herren bruders toch⸗ ter/ das ampt Schmalkalden/ hauß und ſtadt/ und becherf ene⸗ Scharfenberg halb, auch die vogtey zu Herren Breitungen und das gerichte und halben zehenden zu Benshauſen vor 4306 goldtguͤlden erkaufft. Senshau⸗ Die Wilhelmsburgt iſt jahrs 1586/7/8/9/ von Landgraff Wilhelm dem Iy/vongrund auff ernew⸗ ert/ auffs herrlichſt zugerichtet und mit einer ſchoͤnẽ kirchen an ſtadt vorerwehntes thumbs gezieret/ die er nach ſeinem nahmen nennenlaſſen. Herrn Brei⸗ tungen aber iſt ein ſchoͤn ſchloß an der Werra/ dar⸗ Barchfeld. von auch unfern die Marck Barchfeldt gelegen. Ze Bret, Diß Breitungen iſt eiwa vor alten zeiten ein tungen. Cloſter geweſen/ welches 3 onrad von Grumbach/ ij ein 43 Heſſiſche ein fleiſſiger Hiſtorieus ſeiner zeit und umbs jahr 1414 Probſt daſelbſten/ Regis Breittingam nennet. Gleichen. K Egen Witzenhauſen uͤber/ jenſeit der Werra/ ligt erſtlich das ampt oder ge⸗ 2 richte und Newhauß Gleichen. Sol⸗ 65 es iſt annor 4 von Ludwigen dem 1/ Landgrafen zu Heſſen/ G. zu Ziegenhain unnd Nidda etc. von Ernſten und Haͤnſen von Bolar gebruͤdern erblich erkaufft/ und von Landtgraff Wil⸗ helm dem V/ nach dem es nachmaln verpfaͤndet worden/ jahrs 15 78 auß haͤnden Wilcken von Bo⸗ denhauſen/ der es pfandweiß ingehabt/ ſampt ſeinem zugehor und dorffen wider ingelofet. Das ſchloß an ſich ſelbſten iſt numehr zerfallen/ aber undenan dem Weimars⸗ berge/ darauff es gelegen/ an deſſen ſtaͤt der Wet⸗ hohft. marshohfferbawet. Herrſchafft Pleß. ‿᷑ν Je Herſchafft Pleß grentzer mit dem ißfelde unnd Hertzogthumb Braun⸗ „ ſchwig. Dieſe Herrſchafft iſt fruchtbar/ hat ſchoͤne waͤlde/ in welchen viel Linden/ Iben holtz/ unnd Elßberen. Auch allerhandt Vo⸗ gel⸗und ander Wiſltpret gefunden. Ligt theils an der ebne an der Leina/ theils aber aufm gebirge. Hat den nahmen/ — Chronica. 176 nahmen/ wie man ſagt/ bekommen von Pletzke⸗weila es nemblich ein gelegener platz zu einer burg. Vnd iſt in einem unwillen und ſtreit der grentzen halber ioi⸗ der die von Hardenberg und dero feſte berg Bever⸗ ſtein/ ſo auff einem hohen felß den Schwanringt⸗ ſchen zu trutz auffgefuͤhret/ anfenglich gebawet. Von dem gar erſten gebew ſihet wan noch etliche gemaͤur umb den finckenherd gegen dem hohẽ ſteinfels. Der breite runde thurmb aber iſt anno 96 3 erbauet. Dz ſchloß hat anfenglich H. Gottſchalck von Schwan⸗ ringen/ ein Ritter/ fundiret/ ſein Vatter iſt geweſen Boldewin von Schwanringen/ ſo umbs jahr 793/ weiln Pleß noch nicht erbawet/ zu Hoekelheim/ ſo damals kein cloſter/ ſondern noch eine burg gewe⸗ weſen/ ſeine wohnung gehabt. Solche burg Hockel⸗ heim hat erſtlich auß ſeinen nachkommen umbs jahr 1220 Gotſchalck den V deß nahmens/ Herr zu Pleß/ zu einem eloſter verordnet/ unnd auch jahrs iᷣos ein her zu Pleß Ralßhauſen erbawet. Es hat aber K. Henrich Auceps erſtlich die von Schwanringen nach gehaltener ſchlacht bey Merßburg zu Herren gemacht und ihnen die beide rohte fewrhacken mit dem umbwundenen Schwe⸗ felfaden zum wapen geben. Sonſtet iſt das hauß Pleß auff einem hohen felſen an einem eck deß gebirges erbawet unnd von demſelben durch einen tieffen in felß gehawenen gra⸗ ben abgeſchnitten. Vnder demſelben ligt im flachen S iij felde Heſſiſche Chronĩca na Boventen/ welcher fleck in anno en angelegt unnd gantz außge⸗ ahrs 157 1den 22 Maji/ 151 felde an der Lei 1 4 40 von boͤſen bub breunet worden. Letzlich iſt als H. Ditrich der letzte zu Pleß mit todt abgangen/ die herſchafft Pleß Land. Wilhelm dem V deß nah⸗ mens angeſtorben. Vnnd hiermit hat die beſchrei⸗ bung deß landes Heſſen und Erſtertheil dieſer Chronic ſeine beſtimpte zeit unnd ziel erreicht. A 2 0 6 3 8 4. 2 5 9, 8 4 , 8 ₰ ⁸ 8 — 8 8— 8 7 ₰ 4 4 4 4. 8.3 4 4 6 2⸗ g— S5 7 4 2 5 8* 4 8 B —— 8 G — Theil deß Heſoiſchen Chronici von den mwohnern deß landes Heſſen. ſc M DC VIII. An den n Ebrteben⸗ den guhthertzigen Le⸗ ſer. 8 Leſer/ gedecket beſon⸗ ders eines Egypti⸗ D⸗ ſchẽ Prieſters in ſeinẽ Tim⸗xo/und gibt von jm auß/ daß er beim Solone den Griechẽ ihre unwiſ⸗ ſenheit in Hiſtorien uñ antiquiteten gleichſam verwieſen uñ auffgeruckt/ ja ſie derowegen Kinder genennet. Vnnd dahero kompts auch/ daß Cicero in Oratore ad M. Brutum ſchrei⸗ bet/ neſcire, quid, antequam natus ſis, acciderit, id ſemper eſſe puerum: a ij Damit ſitten und verrichten/ zu kriegs und fridens zeiten/ dero Catten und Heſ⸗ ſen unſer lieben vorfahren: welches buch und Annales dan beſonders de⸗ ro Durchleuchtigen/ Hochgebornen Fuͤrſten zu Heſſen etc. vorfahren⸗ An⸗ uñ uhranherren eigentlich nach einander erzehlet/ und was ſich bey ihren regimentszeiten begeben/ auch ſonſtet von ihnen nach jederzeit gele⸗ genheit in kriegen/ bawen/ anord⸗ nungen/ und was deſſen zugedencken erſprießlichen und noͤhtig/ verrichtet worden/ AAn ͤ8N &᷑ ke aber man woͤlle dieſe men worden/ eigentlich beſchrelbet. B f. Vltk⸗ w arbeit gunſtig unnd auffrichtig vermer⸗ cken. — ‿ 4 3. ☛ᷣò 8 /8 uhrſprung/ ſitten vnd thaten der Heſſen das ander theil. O. Emnach biß da⸗ hero das Heſſen⸗ & dlandt, ſoldol nach 11 72 9 wil von noͤhtẽ ſein/ daß ich nuhmehr auch die inwohner 4 ☚8 deſſelben beides alt und newe dem begierigen leſer vor augen ſtelle. Sol⸗ ches aber in dreyen unterſchiedenen ſtuͤcken/ nemlich in erzehlung ihres uhrſprungs vors erſte/ zum an⸗ dern in beſchreibung und fuͤrſtellung ihrer ſitten/ bei⸗ des ihn und ohne waffen/ und vors dritte unnd letzte in er⸗ 2 Heſſiſche in erwegung ihrer ruhmlichen thaten unnd auffneh⸗ men zukriegs und friedes zeiten. Vnd werden alſo uns hierinnen mit danckbarem gemuͤht unnd in fri⸗ ſchem gedechtnuß zu behalten vorgeſtellet die alten geſchicht unſerer lieben vorfahren/ von denen wir beides unſern ſtam und ankunfft/ und dann auch die Gottesdienſt/ geſetze/ zucht und erbarkeit haben/ und durch derer erwehnung wir verpflichtet werden der⸗ gleichen guͤter unſeren nachkommen und erben vor⸗ zuſamlen/ und dann wie Gott ie zu weilen das land ob der vielfaltigen verbrechung unnd ſ unde mit vaͤt⸗ terlichen ſtraffen heimgeſ uchet/ bald widerumb vom ubel errettet/ auch ſonſtet tapffere Fuͤrſten und herr⸗ liche geſchlechte erwecket hab/ durch welche dem lan⸗ de wolvorgeſtanden. Wann aber in erzehlung deß uhrſprungs und erſter ankunfft der Heſſen/ wie auch d mehrertheils Teutſchen voͤlcker/ man ſehr wehnig bey denen ſcri⸗ benten und hiſtoricis verzeichnet findet/ ſo muß der leſer mit einer geringen erzeh lung/ auch denen opini⸗ onen und meinungen/ ſo etwa hierin mögen inge⸗ fuͤhret werden/ ſcch benuͤgen laſſen/ unnd das jenige/ welches man von ſeribenten biß dahero nicht fordern koñen/ auch von mir nicht begeren und erzwingen woͤllen. Von &— R& oͤA R E der is ge⸗ ge/ Sou Von dem Erſtenvhr⸗ ſprung der Heſſen. & S laget ond betrawret nicht vnbillich der fleiſſige Nachforſcher Teutzſcher hendel Bilibaldus Birghaymerus vber die Teutzſche/ daß ſie/ in dem ſie doch ſo vn⸗ — erhoͤrte muͤhe vnd gefahren in erforſch⸗ ung frembter Nationen ond voͤlcker angewendet vnd außgeſtanden/ vnter deſſen ſo ſchendlich ihres eigenen Vatterlandes vnd thugentreichen vorfahren Gedaͤcht⸗ nus in Windt geſchlagen vnd vergeſſen/ alſo daß auch das geringſte bey ihnen nicht zufinden. Dannen hero etliche vnd der mehrer theils vervrſacht/ auß jhrer eige⸗ nen fanthaſey die alten Teutzſchen voͤlcker bald auß die⸗ ſem/ bald jenem theila ſæ herauß zufuͤhren vnd zu deri- viren. Ja auch von denen jenigen/ ſo weder an ſprach oder ſitten jnen jemals ehnlich. Ich aber ſag mit Taciro, daß vnſere liebe vorfahren vnd alte Teutzſche aien⸗, indigenæ vnd mit nichten von andern vnnd frembden ooͤlckern entſproſſen/ ſonda niren anfang von dem vr⸗ alten Tuiſcone vnd ſeinen ſoͤhnen genommen. Vnnd alſo helt man auch darvor/ daß der erſte anfang der Heſſen ſey von Lilenern /welche den 4 Heſſiſche dem Tuiſton /ſo daiſt der Aſcenas oder Aſzenes ein ſohn Gomer vndein enckel Japhet/ herkommen. Die Aſcener aber/ ſoman hernacher Sachſen vnnd Heſſen genennet/ haben ſich ugleich andern voͤl⸗ ckern auch getheilet/ ztliche hrewohnungin Preuſſen vnd Lyffland am Baltiſchen Meer/ angerichtet/ etliche nach der Weſer gezogen/ etliche auf den Hartz/ etliche an der Elbe geblieben/ Vnnd dero viel haben ſich dar⸗ nach von Koͤnig Snaͤod nach dem ſie mit hm herumb geſchweift vnd gezogen/ die Schwaben genennet. Vom vhrſprung der Catten. Achmaln aber iſt auch bey denen Teutzſch3en Dooͤlckern der nahme vnd volck Catten oder vil ten genent werden. Die Latiner haben jhrem brauch nach die gebuͤrliche außreds verendert vnd auß Gatten oder Hatten Katten gemacht. Es ſind aber die Catten auß vielen Teutzſchen voͤlckern/ ais Echwaben/ lmern/ Heſi/ Saſj en Chronica. ſen oder Cautzen vnd andern entſproſſen/ welche ſich alſo zuſamen gegattet/ vnd jhnen ein Koͤnigreich an dieſem ort Teutſches Landes angerichtet/ auch nach⸗ mahlen denen Roͤmern vnd andern jhren Nachparn ein harter eckſtein vnd widerſtand geweſen ſein/ wie ſolches aus denen Roͤmiſchen Scribenten genung⸗ ſamb kund vnd offenbar. Dieß volck hat eh nicht koͤnnen beweltiget wer⸗ den/ biß daß es durch jnnerliche ſpaltung vnd Krieg an einnander gehetzet/ ſich ſelbſten außgemergelt vnd von krefften abgebracht/ darauff alſo Keiſer Antho⸗ ninus/ den man Philoſophum neüet/ hinder jnen her⸗ geweſen/ ſie als machtloſe vberfallen/ biß auff etliche wenige zum theil verſagt vnd zum theil erſchlagẽ. Als nun dieſem die Sachſen ein zeitlang zugeſehen/ haben ſie ein ergers darauß befarende/ ſich der vbrigen end⸗ lich angenomen/ den Roͤmern geſteuret vnd folgents auch jhre bey wohnung onder denen oberbliebenen geſuchet: Daher ſie ſamptlich mit dem alten Nahmen Hetten genennet werden/ welches ſo viel als Vaͤtter heiſſet vnd noch biß auff dieſen tag bey dem Vnder⸗ heſſiſchen Landvolck im brauch iſt. Von der Ankunfft der Heſſen/ ſo biß anhero in dem Heſſenlandt gewohnet. — Och iſt nachmahln dieſer nahme/ wie eben e meſſig mit andern derglech Teutſchen vinr ij ein 3 heſsiſche lein mehr beſchehen/ in Heſſen/ ſo wol durch ein eor⸗ ruption/ als von denen new ankomenden Heſſen ver⸗ endert worden. Vnd ſo jhr euch noch zueriñeen wiſſet/ haben wir kurtz hiebevor angehoͤrt/ wie daß/ als ſich die Aſcener vnd Heſſen zertheilet/ ein antheil derſelben in Preuſſen kommen: dieſe haben ſich auch zu denen vberbliebenen Catten gefunden/ wiewol anfenglich nicht ſamptlich/ dieweil man vor gewiß helt/ daß auch als Dietterich von Bern in Italien regieret/ noch Heſſen in Preuſſen vnd Churlandt zu der Conſtanti⸗ nopolitaniſchen Keyſer Zenonis vnd Anaſtafij lebs⸗ zeiten geweſen ſein. Kom̃en alſo die itzgge Heſſen/ bei⸗ des von denen Catten vñ dan auch denẽ Heſſen/ wel⸗ che an dem Meer in Preuſſen vnd Curland/ da man den Succinum vñ Augſtein oder Bernſtein in groſ⸗ ſer mennige/ wie auch noch/ gefunden/ ihre ſitz vnd wo⸗ nungen gehabt. Von denen Sitten der Catten ond Heſſen beides in vnd ohne waffen. — Ach dem bericht von der ahnkunfft mond ohrſprung der Heſſen/ ſollen nun folge jre Sitten/ gebreuche vnd wan⸗ A C) del/ Vnd ſolches vornemblich in vier Wonderſchiedenen ſtuͤcken. Nebie 4 4 9 O&☛ Cronica. 82 ſoll erſtlich beſchrieben vnd vor augen geſtellet werden der wandel die Meſſigkeit belangende: Zum andern jhre Fortitudo vnd dapferkeit zu kriegs vnd friedens zeiten: Vors dritte jhre Prudentia/ Geſchickligkeit vnd ſtudien: Vnd vors vierte jhre Juſticy vnd Po⸗ licey ordnung. In erzehlung jhres wandels die Maͤſ⸗ ſigkeit betreffende/ wird angezeigt vñ beſchrieben/ ires lebens offenthalt in eſſen/ trincken/ kleidung/ wonung/ beluͤſtigung vnd in gewerben. Von der Naͤſſigkeit der Heſſen vnd Zu foͤrderſt von ihres lebens vffenthalt in eſſen vnd trincken. Leich wie nuhn die Heſſen ein ſehr arbeit⸗ 6 ſam vñ hart volck/ alſo achten ſie ſich ſehr 80 wenig beſonderer leckerbißlein vnd nied⸗ —S lichteit der ſpeiſen/ ſondern nuhr allein/ welche genungſamb iſt zuerhaltung ihrer arbeitſamen leiber/ als friſch vnd gereuchert fleiſch/ ſpeck/ bratwuͤrſte/ milch/ kaͤſe/ geſaltzene butter/ erbſen/ ruͤben/ auch eingeſaltzt ſauwer kraut/ haffern⸗ breiy/ bonen vnd andere harte ſpeiſen/ wie auch vor weilen die alte Catten gebrauchet haben. Ihr ge⸗ tranck iſt ein gemein duͤnn bier/ wiewol nicht ohne/ daß ſie auch an etlichen orten/ beſonders im Vnder⸗ heſſen vnd der Graueſchafft Waldeck/ auch gute bier b iij brau⸗ 1 Heſviſche brauwen/ ſich je bißweilen darin/ wie auch im wein ſo ſie auß Francken/ vnd in ſonders denen landen am Rhein gelegen, abholen/ weitlieh/ in maſſen es dan let⸗ der in Teutſchland ein gemeiner brauch iſt/ mit ſauffẽ begehen. Darumb verwarten ſie mit beſonderm ver⸗ langen die Kirchmeſſen vnd jahrmaͤrckte/ vnd laſſen es jhnen als dan an freſſen vnd ſauffen nicht man⸗ geln Kompt als dan etwa einer/ ſey frempt oder nicht/ ſeiner geſchefft halber in das Hauß oder loſament/ oder gehet ein bekanter vor demſelbigen ort/ in welchem man die zeche helt/ vor vber/ iuffen ſiẽ Ihn an/ reichen jhm einen trunck/ vnd halten den je⸗ nigen/ ſo jhnen ſolchen abſchlegt/ entweder vor einen feind/ oder aber zum weniſten vor einen groben vnge⸗ zogenen geſellen Vnder dem zechen geben ſie einander die hende/ ſo offt einer dem andern zutrincket. Wan ſie ahnfenglich zuſamen kommen/ vnderreden ſie ſich zwar freundlich vndereiñander/ weret aber nur allein ſo lang/ biß jhn das getraͤnck in kopf ſteiget: Als dan ſingen vnd ruffen ſie alſo groß lich/ daß ouch einer den andern nicht recht vernehmen kan. Wan ſie nuhn erregter maſſen tobẽ/ köͤmpt es leichtlich zum gezenck/ vom gezenck zum ſchlaͤgen/ je auch bißweilen gar zum ermorden. Sihe das iſt als dann der lohn vnd nutzen/ wan man alſo auff den kuͤnfftigen durſt trincket/ vnd ſich darmit in eine ſelbſt ſchuldige vnd erkauffte vnſin⸗ nigkeit ſtuͤrtzet Doch Chronica. 9 Doch wwll ich alhier außgedinger haben/ daß ich dieſes nicht zur verachtung meines Vatterlands/ ſondern viel mehr denen jeni⸗ gen/ welche an ſolchẽ weſen noch eingefallẽ tragen/ zur abmahnung geſchrieben/ auch ihnen hierin gezeiget habe/ wie artig ſie/ wann alſo der Circe becher obermaͤſſig herumb gehe/ gleich als Vlyſſis geſellẽ/ in grobe/ wil faſt ſagen natuͤrliche vnwiſſende ſeuw vnnd grimmige wilde thier verkeret werden. Von der Tracht vnd Kleidung der Catten vnd Heſſen. On der art der Kleidũg iſt zwar ſchwer zuſchreiben. Dañ Aneil dieſelbe wie bey allen Teutzſche voͤlckern vblich/ bei⸗ des nicht einerley/ vnd dañ vieler enderung/ nach dem es . die zeit vnd Jahr geben/ vnterworffen. Doch wann der leſer mit dem geringen/ ſo allein mir hierin zuverꝛichten muͤglich ge⸗ weſen/ kan zufrieden ſein/ wil ich erſtlich etwas von der vralten Cat⸗ een Kleidung vnd Habit anmelden/ darnach der Heſſen/ ſo wol der alten/ als der jtztlebenden beſchreibē/ vnd beſonders im abriß vor au⸗ gen ſtellen/ wie dann auch albereits im erſten teil bey der delineation vnd Conterfacturen der Stette beſchehen iſt. Es haben aber die Catten geringe Kleidung auß leinwandt o⸗ der arobe wollinẽ haarzotẽ getragen/ welche jnen glat nach form ſrer ſtarcken leiber vnnd glieder angeſchnitten/ vnd daruͤber einenengen Nock/ wie ein ſack/ inmaſſen ſich die Vngern vnd Polen ſolcher Co⸗ ſacken anheut gebrauchen. Forne auff der bruſt heffteten ſie jr kleidt mit einer klammer oder aber dorn zuſammen/ vnd tragen die weiber gleicher form vñ geſtalt kleider/ ohne daß ſie von leinen tuch vnd auff der bruſt ausgeſchnitten/ vnd die ermelen allein biß zu den ellenbogẽ reichete. Vnd dieweil die Catten ein kriegeriſch vñ keck volck/ lieſſen ſie/ ſo bald die manbare jahr heran kamen/ jre haar vnd bart wachſen vñ herab hangen/ biß daß ſie ſich mit erlegung ſrer feinde ſolches ge⸗ breuchlichen gangbaren geluͤbtes widerumb frey macheten. Eben⸗ maͤſſig hatten auch jhre Helden ein brauch/ daß ſie ein eiſernen ring trugen/ biß daß ſie mit grewlichen blutvergieſſen der fende ſolchen inzulegen 10 Heſſiſche hinzulegen erworben vnd verdienet. Nach denen Catten haben die Heſſen mit dem namen auch die kleidungen von zeiten zu zeiten ver⸗ endert/ beides an der form vnd matery/ wie dann ſolches beyleuff ig auß denen abriſſen zuerſehen. Nunmehr iſt jre Tracht nicht vber⸗ maͤſſig vnd praͤchtig/ ſondern erbar vnd mehrereheils beim gemeinẽ man wuͤllin tuch/ barchendt/ leder/ inmaſſen auch ſolches bey andern voͤlckern Teutzſcher nation im brauch. Bey denen Bawren aber vil leinen tuch ſchwartz vnd weiß/ vnd viel blaw wuͤllen tuch zu Hoſen. Vnd diß ſey alſo auch von der Catten vnd Heſſen tracht. Von denen wohnungen derſelben. 5 Je manier zu bawen anlangend/ iſt zwar das euſſerliche anſehen Sim erſten theil vermeldet/ vnd mit noͤtigen delineationibus vnd Dverzeichnuſſen angebildet. Belangend aber deß Heſſiſchẽ volcks/ nnere heußlichkeit/ ſind ſie zwar nicht mit dem Niderlendiſchen volck vnd Belgis in der ſauberkeit zuvergleichen/ aber doch nichſtoweniger rein⸗ lich vnd embſig in jhrer haußarbeit. Ihre heuſer haben ſie mit vielen gemachẽ/ kammern vnd ſtuben ynterſcheiden/ die kammern mit betten vnd kiſten/ die ſtu/ ben vñ haußehren nicht mit gemelden oder ſchoͤnen taffeln/ ſondern kupffernẽ/ meſſingen/ zinnen/ eiſſernen gefeſſen/ als ſchuͤſſeln/ kandeln/ tellern vnd ande⸗ rem/ auch eiſſernen oͤffen/ ſchoͤnen treſuren/ darauff von allerhand farben lieb⸗ liche gleſer vnd trinckgeſchirr/ mit ſtuͤlen/ banckpfulen/ kuͤſſen/ vnd anderen in der haußhaltung noͤhtigen cleinoten geſchmuͤckt vnd herauß geputzet. Ihre ſchlaffkammer vnd fruchtboden haben ſie in denen obern gemachen/ vnd weil es ein nahrhafft vnd arbeit ſam volck iſt/ welches vom ackerbaw ſein hinkom⸗ men hat/ die viehſtelle vnd ſchewren zu nechſt an denen heuſern. Hiernebena⸗ ber ſind die bawren ein vnrein/ ſtarck/ muͤhſam vnd arbeitſelig volck/ welche/ ob ſie ſchon hohe vnnd von auſſen feine gebew vnd wohnungen haben/ ſo ſindt doch dieſelbe/ vnangeſehen auch darin ſtuben vnnd kammern/ inwendig vnfle⸗ tig/ vnnd wenig außgeputzet/ die tache mit ſtro gedecket/ vnnd die wende daran von leimen vnd holtz zu gerichtet.* Von jhren beluſtigungen. Je gantze Wochen iſt diß Volck inn fleiſſiger vnnd zur erquickung. Dann nach angehoͤrtem wort Gotte pn embſiger Arbeit: Den Sontag aber braucht es .„ͤ Cronica. 13 ond predigt haben die junge leut ihre beluͤſtigungen erwa in ſpatziren gehen/ im armbruſt oder buͤchſen ſchieſſen vnd ſonſt anderen krigsobungen: die alten aber verfuͤgẽ ſich etwa in geſelſchafft zum zechẽ/ die jun⸗ gen bawren aber halten vnder deſſen ihre wunderliche aͤntze/ in denen ſie aus allen ihren krefften zu ſpringen pflegen: beſonders aber treibet man dieſes orts in der Faßnacht/ wan ohne das auch gantz Teutſchlandt naͤrriſch iſt/ viel wunderſpiel in rennen vnd ſtechen/ in Schwert vnd Buͤgel taͤntzen/ welchen brauch des tantzens der alten Catten vñ anderer Teutſchen auch Taecitus in ſeinem bůchlein von der Teutſchen ſitten nicht vbergangen. Vonn denen Gewerben vnd Kauffhaͤndeln des landes Heſſen⸗ Ben dieſer Tacitus gedenckt auch daſelb⸗ 1 Iſten ihrer geringen Kauffmanſchafft/ vnd 0 daß ſie golt ond ſilber nicht hoch geach⸗ tet/ ſondern was ihnen gemangelt/ durch den tauſch der wahren vor vnd vmb wahren an ſich bracht. Doch habẽ die jenige/ ſo dem Rhein vnd Ro⸗ mern etwas neher gewohnet/ etwa auch Kauffman⸗ ſchafft getrieben vnd goldt vnd ſilber mehr geliebet. Nun mehr aber iſt diß Volck ſehr embſig vnd ſorgſamb/ ligt allerhandt nahrung vnd handtwercken fleiſſig ob/ alſo daß man ſelten haußhaltungen findet/ darin dem hauſe beides von mañen vnd tawemedeln e vn 14 wahren/ mit wein/ in ſonde ligkeit der wolle dieſes Lande der vornembſt le auch biß in Franckreich vnd Engelandt hingefuͤh⸗ ret vnd abgeholet wirdt. Heſsiſche ond vnedeln dieſes orts nicht w oll vorgeſtandẽ werds. Die Kauſfhaͤndel ſind mit eiſen/ kupſfer/ wollen vnd leinen tuch/ mit fruͤch ten/ Bremer ond ſonſt andern rs aber wegen vertreff⸗ s/ iſt der wollnhandel ſte/ inmaſſen auß dieſen orten ſolche wol⸗ Von der Dapfferkeit vnd Standt⸗ feſte der Heſſen. Vnd nachmahls von deroſelben Arbeitſamb⸗ keit vnd harten nathur. Ach anhoͤrung des Wandels die Maͤſ⸗ oſigkeit betreffend/ kommen wir nuhn an kortitudinem, als nemblich zur betrach⸗ tung dieſes Volcks haͤrte vnd arbeitſamb⸗ keit/ wie auch deſſen vbungen/ krigs thugent vnd wiſß⸗ ſentſchafft/ vnd letzlich ihrer dapfferkeit vnd vleiſſes frembde nationen zubekriegen/ ihre grentzen zuerwei⸗ tern/ vnd dan newe Colonos vnd Voͤlcker anzurichtẽ. Es waren aber die Catten/ ohrkundt des zeug⸗ nus Taciti/ ein voͤlck ſtarck er vnd geſetzter coͤrper vnd glieder/ eines groſſen vnd behertztẽ gemuͤts vnd grim⸗ migen angeſichtes/ alſo daß ſie auch/ wan ſchon kein krieg vorhanden/ oder ſonſtet einiges ernſtes von noͤthen X—§(—2 8 Deſsiſche 3 nothen/ ſie dennoch ihr grimmiges geſicht vñ geberden nicht endern koͤnnen. Gleichermaſſen ſind auch ihre nachkomen die Heſſen von natur ſtarck/ arbeitſamb/ behertzt/ aller muͤhſeligkeit vnd arbeit von jugent an ge⸗ wohnet/ in ihrer arbeit vleiſſig/ beides hitz vnd kelte zu⸗ ertragen duͤchtig/ in maſſen ſolches ihnen die ſtaͤtige vbung von kindt auff/ vnd dan ihreſtarcke nathur mit⸗ getheilet/ auch ihnen von ihren vorfahren/ denen Cat⸗ ten/ gleichſamb angeerbet wordẽ. Dan dieſelbe gleich anderen Teitſchen ihre junge kinder in das kalte waſ⸗ ſer offtermals ingedaucket/ vnd ſie mit geringen vnd duͤnnen kleidern angethan/ darmit ſie die von kindauff zur kelte vnd haͤrtigkeit gewehneten. Haben auch ſol⸗ ches darneben beides zur gefundheit/ vnd die krigsar⸗ beit nachmahlen deſto eher zu ertragen/ dienlich ge⸗ achtet. Von denen Voungen der Dapfer⸗ keit dieſes Volckes & On welchen Caͤſar vñ Tacitus ſagen/ daß G bey denen alten Teutſchen der brauch/ daß Nſie ihre jugent zur arbeit/ jagen/ vnd ande⸗ 8 ren krigsuͤbungen geivehner. Doch die waffen zu tragen/ oder aber in offenen zuſamenkunff⸗ ten ſich finden zu laſſen/ oder bey ſeinem vatter zu ſte⸗ hen/ ſey keinem jungen geſellen verguͤnnet vnd zuge⸗ laſſen worden/ biß daß er von der gantzen gemeine zum krige duchtig geachtet/ vndin einer ſolchen zuſammen⸗ d ij kunfft 16 Heſsiſche 4 2 kunfft von einem Fuͤrſten oder aber ſeinem datter/ o⸗ der in mangel deſſen/ von ſeiner angewanten einem/ mit ſchildt vnd ſpies begabet vnd wehrhafft gemacht worden. Als dan haben ſolche krigsnewlinge bey de⸗ nen Catten/ wie auch hiebevor angemeldet/ ihr haar vnd bart wachſen laſſen/ bis daß ſie ſich an iren fein⸗ den verſuchet vnd denſelben obgeſiget: vnd ſindt hier⸗ mit wuͤrdig geachtet vmb ihre vaͤtter zu ſein. Zu dem war bey ihren helden der brauch/ daß ſie einen eiſernen ring an geluͤbte ſtadt/ iha gleich alg ein vnehrlich zeichen vnd denckmal getragen/ vnd den⸗ ſelben nicht eher abgelegt/ es ſe dan/ daß ſie ſich zuuor mit ihrer feinde blut genungſamb abgewaſchen vnd vnd gleichſamb wiederumb ehrlich gemacht. Ob nun wol hiernacher bey denẽ Heſſen ſolche gebreuche zum theil mit der zeit abgangen/ ſo haben ſie dennoch die großmuͤtigkeit/ harte kinderzucht vnd dero zeitige v⸗ bungen mit nichten hingelegt: In maſſen dan ſolches menniglichen bewuſt vnd vor augen. Zwar hatte der liebe Friede vns nuhn mehr ein zeitlang ſicher vnd die krigsuͤbungen in windt ſchlagen machen/ aber nach dem ons etlicher frembter/ auch nechſtgelegener Na⸗ tionen vngluck in gleichem ein gefahr antrawen woͤl⸗ len/ ſind wir durch anordenung vnſerer Fuͤrſten vnd dero Grauenzu Naſſaw in jhrẽ landen/ die verroſter⸗ te wehren ond harniſch widerumb herfuͤr zuſuchen/ die vor vhealten zeite wolgemeinte vñ nüͤtzliche vbung in waffe ꝛach jetziger jeit gelegenheit vñ brauch zuver⸗ ſetzen/ * Chronica.„ ſetzen/ vñ etwa auff zutragende faͤlle zu nohtwendiger defenſion vnd beſchützung vnſers lieben Vatterlands auß vnſer ſungen manſchafft einen Ausſchuß zuer⸗ wehlen/ jadie alte Teutſche manheit hierdurch wider⸗ umb zuerwecken vnd reſtituiren geuhrſachet/ wie dan bey Land: Moritze regiments beſchreibung hiervon weitleufftiger bericht zu finden. Von der Krigsthugent vnd erfah⸗ renbeit der Heſſen. &An nuhn diß Volck/ als gleichſamb zum N. · krieg erboren/ von jugent auff ſich des krigs angewehnet/ vnd darauff ſich hin vnd wi⸗ der in ſeinẽ manbaren jaren bey vilen Na⸗ tionen vnd außlaͤndiſchen Voͤlckern in zuͤgen tapffer gebrauchen laſſen/ iſt darauß leichlich abzunehmen/ daß ſolche vbungẽ ihmegroſſe erfarenheit vnd wiſſen⸗ ſchafft bringe/ vnd als dan ſolches die verrichtung ge⸗ waltiger thaten befoͤrdere. Von denen Catten findet man in dieſem ſtuck/ daß ſie geweſen ein verſtendig/ lieſtig vnd wolgeübtes volck/ welches ſeine befehlichshaber zum krieg mit vlelß ausgeleſen/ dieſelben reſpiciret vnd ihnen gehor⸗ ſamet/ gute ordenung gehalten/ die gelegenheit vleiſ⸗ ſig in acht genommen/ vergebener auß faͤlle ſich nicht gebrauchet/ alles bey tage vleiſſig angeordenet/ ſich ge⸗ gen die naͤchtliche infaͤlle verſchantzet/ nicht ſo hoch das zweifelhaßfte gluͤck/ als die gewißheit der thugent ge⸗ e iij achtet/ 88 Heſsiſche achtet/ vnd mehr auff ſeine feltherrn/ als die macht ſel⸗ nes kriges volcks geſehen Doch haben die Cattẽ nicht viel reuter gebraucht/ ſondern mehr auff das fuß⸗ volck gehalten: Angeſehen daß daſſelbe in der ſchlacht ond treffen ſich der ſchnelligkeit der pferde nicht zuge⸗ troſten ond derowegen/ wan ihm ſolches mittel zur flucht benommen/ deſto ſtandtfeſter vnd beharlicher ſein leben zuerretten ſtreiten muͤſte. Beſondere feſte Staͤtte hat man bey den Cat⸗ ten auch nicht funden. Ihre nachfaren aber die Heſſe haben nach ihnen angefangẽ zubawen/ die ſtaͤdte nach gewonheit der zeit mit mauren/ graben/ hohen thur⸗ men zu vmbgeben, auff die hohen berge vnd felſen viel vnd ſtarcke feſtungen zu ſetzen/ Wie dan nuh⸗ mehr auch etliche gelegene ſtaͤdte mit hohen wallẽ/ bol⸗ wereken/ guten vnd bequemen ſtreichwehren vnd tieffẽ graben auffs ſterckeſt vnd zierlichſt von jnen befeſti⸗ get/ vnd das Landt mit aller noturfft vnd profiant/ geſchuͤtz/ ruͤſtungen/ kraut vnd loht/ vnd was ſonſten zum krieg erfordert wirdt/ vberfluͤſſig verſehen. Vnd letzlich von der Dapfferkeit/ ſrrengigkeit vnd vleiß frembde Nationen zubekriegen vnd Newe Colonos vnd Voͤlcker anzurichten. V N welchem punetẽ auch die Catti vnd Heſ⸗ A6 en nicht geringes lob erlanget. Danerſt⸗ lich kommen von ihnen her die Battavi vñ Manie Mattiei/ das iſt Hol: vnd Seelaͤnder/ wie auch ein antheil der Gelderer. Darnach habẽ iren vhrſprung von ihnen ond denen Alanis/ die Cattalani/ welche nachmayin Hiſpaniam beweldigen helffen/ vnd dar⸗ innen ein zeitlang gewonet/ vnd von welchen die ſtadt Cabulinum am fluß Arar oder Sona in Franck⸗ reich/ Cattalaunum/ nuhn mehr aber Chalon/ oder nach vnſer außrede Schalaun/ geneñet worden. Eben maͤſſig haben auch die Heſſen beneben an⸗ dern die inwohner der Margk Brandenburg fundi⸗ ren/ Gallien/ Italien vnd andere mehr Voͤlcker be⸗ kriegen helffen vnd alſo groſſe thatẽ begangen/ in maſ⸗ ſen hiernegſt der augen ſchein vnd erzehlung des drit⸗ ten vñ letzten theils leren wirdt. Ja es bezeuget ſolchs auch die taͤgliche erfarung/ es bezeugen es alle nechſt⸗ gelegene Voͤlcker/ es zeugets Weſtphalen/ welches ſo offt von Heſſen geſteupert wordẽ/ es zeugets Neuß/ welches ſie aus der handt vnd zorn des blutdurſtigen Burgunders geriſſen: Es zeugets Wuͤrtenberg/ wel⸗ ches ſie von vielen gefahren/ ſo wol mit den grimmi⸗ gen waffen/ als gutem raht errettet/ Ja es zeugens Franckreich/ Beyern/ Braunſchweig vnd andere/ ſo dieſes Volckes kreffte betroffen. Vñ dieß ſey alfo auch von der tapfferkeit der Heſſen. Von der geſchieklichkeit vnd ſiu⸗ dien deroſelben vnd Zum Chronica⸗. 18 20 Heſſiſche — Jum ingang von ihrer vnd dero Catten Religion. e Sſagt zwar Caſar/ daß ſie von denẽ Hey⸗ a deniſchen goͤttern Sole/ Vulcano/ Luna — ond andern nichts gewuſt: Wan wiraber den Hiſtorienſchreiber Tacitum beſehen woͤllen/ ſo finden wir dieſen bericht/ daß nemblich ſie Tuiſconem Mannum ond ihre alte Koͤnige vor gotter geprieſen/ Mercurio menſchen fleiſch/ Herculi vnd Martj aber beſondere thiere geopffert. So haben ſie auch anfaͤng⸗ lich keine Tempel gehabt/ vnd ihre goͤtter nicht in ir⸗ gent einer creaturen geſtalt anbilden laſſen/ ſondern ihnen die vngeheurſte oͤrter in denẽ waͤlden geheiliget. Nachmals aber iſt auch auß der Roͤmer gewonheit/ das goͤtzenverck auffk ommen/ vnd haben die Heſſen in einem geringen Tempel bey dem Franckenberge dẽ Hammon einen gehornten groſſen abgott vnd bildt/ durch welches der Teuffel zu reden pflegte/ angebetet/ ond ihn mit menſchen fleiſch geſuͤhnet. Auch worden bey ihnen die Todtenhoͤfe vnd begrebnuͤſſe/ welche ſie an einſamen wuͤſten oͤrten hatten/ vnd bey welche ſie einige wohnung oder gebei anzurichten nicht zugaben/ vor heylig gehalten. Vnd weil bei denſelben mehrmals geſpenſte zuerſcheinen pflegten/ wardt auch daſelbſten angebetet: In maſſen dan beim Franckenberge ein ſolches Spectrum ond Cacodaͤmon /oo ſich in geſtalt eines Mohrẽ ſehen 9 1 hoch⸗ Chronica · 21 hoͤchlich vnd andaͤchtiglich verehret worden. Von dieſer grauſamen abgoͤtterey hat erſtlich Bonifarius ſie abgefuͤhret vnd zur Chriſtenheit angewieſen/ biß endlich durch groſſen vleiß trewer lehrer vnd Predi⸗ ger ſie zu der wahren erkantnuß Iheſu Chriſti gentz⸗ lich vnd volkommen geleitet worden: bey welcher vns auch die heilige Treyfaltigkeit ferner genedig erhalten wolle. Von denen Studijs vnd Kuͤn⸗ ſten dieſes Volcks. Je Catten haben gleich wie andere Teutſ⸗ 4 che von denen Studijs ond freyen kunſtẽ P, nichts gewuſt/ vñ iſt erſtmals derẽ brauch vor 1470/ zun zeiten Keyſer Adrianj/ algemaͤchlich in Teutſchlandt zwar ingefuͤhret/ aber doch wenig geachtet wordt/ bieß beneben dem Chriſt⸗ enthumb auch die Muſc ins Landt kommen/ vnd ge⸗ bracht worden. Darmit aber nichſto weniger die Teutſche ihrer götter vñ koͤnige thaten in gedaͤchtnus behalten moͤchten/ haben ſie beſondere lieder vnd verſe von denen gemacht/ ond ſolche die jugent gelehret/ vnd gute diſciplin vnd kinderzucht gehalten. Nun mehr aber/ dem Allmechtigen ſey danck dafuͤr/ ſind die artes vnd kuͤnſte ſehr hoch bey vns geſtiegen. Zwahr iſt es nicht ohne/ daß bey denen jenigen/ ſo nicht gelert vnd vnerfaren ſindt/ ᷑‿ris vnd ein natuͤrliche vnfreundt⸗ lichkeit/ ernſthafftigkeit vnd bewriſche ſchamhafftig⸗ e keit — 22 Heſuiſche keit ſich befindet vnd ereuget: Aber wan ſie gezogen vnd vnderrichtet werden/ erſcheinet als dan/ daß ihre ingenia nicht allein aller guter kuͤnſte faͤhig/ ſondern daß ſie auch als dan etwas groſſes darin zuverrichten duͤchtig vnd bequem erfunden. Auch ſind alle Stette beneben denen kirchen vnd ſchulen mit gelaͤrten pfahr⸗ hern vnd præceptoribus verſehen/ auff daß die jugent zur gottſeligkeit gewehnet/ vnd in nuͤtzlichen kuͤnſten zu gepuͤrender zeit deſto fuglicher vnderwieſen vñ an⸗ gefuͤhret werde. Vnder dieſen aber iſt das heupt die hohe Schuel zu Marpurg/ auß welcher auch groſſe ſcharen gelehrter menner erwachſen vnd gleich als auß dem Troianiſchen pferde herfur komen/ vnd das Landterfuͤllet haben. Darnach iſt auch das Illuſtre vnd Fuͤrſten Collegium ſampt der Stadt ſchul zue Caſſel/ in der Graffſchafft Naſſaw die ſchul zu Sie⸗ gen/ in Waldeck das Gymnaſium zu Coͤrbach/ vnd dan die ſchuel zu Hersfeldt ſehr berhuͤmpt. Andere kuͤnſte als mahlen/ vnnd ſonſt kunſtreiche arbeit machen/ ſind zwar bey vns nicht ſonders angenehm vnd in hohem werdt/ hat aber doch nichſto weniger gute kuͤnſtler/ welche/ wan ſie gleich als in anderen or⸗ ten ſolten in acht gezogen vnd mit noͤtigen verlag inen beygeſprungen werden/ eben wenig andern Natio⸗ nen nachzugeben hetten. Die Heſſiſche ſprach aber belangend/ iſt dieſelb nicht eintraͤchtig/ wiewol der meiſte theil Hoch teutſch redet/ doch jetzt vff Tuͤrin⸗ giſche art/ an einẽ andern ort vff Franckiſch vñ Eihe niſch Chronica. 23 niſch/ baldt aber auff ienner ſeit Weſtphaͤliſch/ nemb⸗ lich nach dem die grentze anſtoſſender laͤnder vnd ver⸗ enderung der ſprache dem Heſſiſchen volck arth vnd gewonheit giebt außzureden. Von der Juſtici vnd Regiment bey denen Catten und Heſſen vn Erſtlich von threr Obrigkeit. „On der alten Teutſchen regiment vñ obrig⸗ keit ſagen die Hiſtorien/ daß die Fuͤrſten in ihren Landen vñ doͤrffern die regierung gefuͤhret/ vñ die vorgefallene zwietrachten beygelegt haben. Bey Taciti zeiten ſind zwahr koͤni⸗ ge vnd hertzoge gewveſen/ welche ſich doch keines folli⸗ gen gewalts gebraucht: vnd haben die hertzoge dem volck mehr mit guten exempeln/ als gebotten vergehen muͤſſen. Ihre prieſter ordneten die zuſamen kunfften/ ond hatten allein macht das volck zu ſchlagen vnd in bande ond gefengnuß zuwerffen/ als welche ſich an Gottes ſtadt geachtet. Ein ſolcher prieſter iſt bey denẽ Catten Lybis/ deſſen Strabo gedencket/ vnd wel⸗ cher von Roͤmern gefangen vnd in triumph gefuͤh⸗ ret worden. Von geringen ſachẽ haben die koͤnige/ her⸗ tzoge vnd Furſten/ von wichtigen haͤndeln aber bene⸗ ben denen ſelben die gantze gemeine conſultiret/ ge⸗ handlet vnd geſchloſſen. e ij An 44 Heſsiſche Anitzo aber iſt bey denen Heſſen das ober regiment bey ihren Fuͤrſten/ Graven ond Herrn/ die⸗ ſelbe halten ihre beſondere Cantzleyen vnd raͤthe/ vnd verordenen fuͤrters in ein jede ſtadt vnd ampt gewiſſe amptdiener/ als amptmaͤnner/ renthmeiſter/ ſchul⸗ theiſſen vnd rentſchreiber/ welche doch ihre gewiſſe ztel vnd maß haben/ wieweit ſich ihr gebot erſtreckt. So hat auch eine jede Stadtihren beſondern Buͤrger⸗ meiſter vnd raht/ welche die buͤrger durch gute geſetze ond mit einer ariſtocratiſchen verwaltung in guter zucht behalten vnd regieren: doch iſt wegen ihrer Fur⸗ ſten oder Graven ihnen der ſchultheiß vnd andere be⸗ ampten zugeordenet. Letzlich von ihrem regiment vnd Policey Ordenung. Je Roͤmiſche ſcribenten ruͤhmen ſehr die „ſtrenge diſciplin der alten vnd dieſem zeug⸗ ₰ 8 nuß/ das ihnen ihre feinde geben/ iſt deſts mehr zu glaubẽ. Dan alſo ſpricht Tacitus: es gelten alda mehr gute ſittẽ/ als anders wohe gute geſetze. Da⸗ mit er zuuerſtehen gibt/ daß nemblichvnſere liebe vor⸗ fahren von natur durch vleiſſige erziehung vñ geweh⸗ nung an laſtern ein abſchew getrage welchenſonſt bey andern voͤlckern weder durch geſetz verbot/ noch heffti⸗ ges ſtraffẽ vnd groſſem ernſt/ deſſe ſich die alte volcker merglich befliſſe/ geſtewret werdẽ koͤñen. Im fall aber einer vber einem laſter ergriffẽ/ iſt er ohne anſehen der perſon — ☛———— e.“ Fuͤrſten vnd gemeine/ zum theil aber dem beleidigten heimgefallen/ von ſtundt ahn geſtrafft worden. Nuhn mehr auch iſt in Heſſen gut regiment/ vnd policey/ vnd beides dem Geiſtlichen vnd weltli⸗ hem ſtande mit nuůtzlichen vnd heylſamen ordenungen wol vorgeſtanden/ inmaſſen ſolche nicht allein im kir⸗ chen regiment von den Viſitatoren vnd pradicanten mit der laͤhre/ Viſitation der pfarren/ ahnnehmung ond beurlaubung der praͤdicanten vnd deren leben vnd wandel/ mit vbung des Cathechiſt mi/ verkuͤndi⸗ gung goͤttliches wortes/ reichung der heyligen Sa⸗ eramenten/ vr anderen Chriſtlichen handlungen vñ Caͤremonien. ſo dern auch ſonſten in anderm/ zu abſchaffung allerhand aberglaubens/ rotten vnd er⸗ gerliches lebens/ auch beforderung C hriſtlicher zucht vnd ehrbarkeit/ vnd erhaltung guter policey dinlichen ſtucken/ als mit chriſtallen ſehern/ zeuberern/ Wider⸗ teuffern/ ſontags eaͤntzen/ gottesleſterern/ vollſauffe⸗ ren/ ond in etlichen ehefellen/ mit ſtraff der vnzucht vnd ehebruchs/ mit der kirchenbueſſe: ſo wolauch mit dem korn/ ſaltz/ hopfen/ wein/ vnd elenmaß/ mit ge⸗ wichte/ wollenhandel/ zunfften vnd handtwerckern/ mit lederkauff/ zinſen ond anderem/ biß anhero vblich gehalten/ vnd ernſtlich gedrieben werden muͤſſen. e iij Von Chronica. 25 ſohn nach groͤſſe des verbrechens entweder am leben/ oder aber einer anzahl viehe/ welches zum theil dem 25 deoſae V Gon geſchichten vnd ruͤhmblichen Thaten dero Heſſen zu Kriegs vnd Friedens zeiten. Ach erzehlung des vhrſprungs vnd K ſitten beides der alten vnd newen in⸗ wohner des landes Heſſen/ ſollen wir numehr auch ihren ruͤhmlichen 1 4 Thaten vñ geſchichten nachforſchen. Wañ aber vorzeiten onſere vorfahren deren ſchriff⸗ ten vnd verzeichnuͤſſen geſchehener ſachen ſich wenig 8 voꝛ Chriſti Vo geburt. oder gahr nichts gebrauchet/ ohne allein/ daß ſie ihrer vorfahren lobliche thaten in geſenge vnd lieder d verfaſſet/ vnd ihre kinder ſolche geleret/ daruber doch von jahren zu jahren auch ſolche lieder verendert vnd ſ gefelſchet worden/ koͤnnen wir auß der dnſern ver⸗ d 1 zeichnuſſen vns keines berichts erholen/ ſondern muͤſ⸗ f ſen ſolchen auß vnſerer feinde/ ſonderlich dero Ro⸗ i mer hiſtorien/ nachforſ chen. Dieſelben aberma- 5 chen vors erſte namhafft die zerſtoͤrung der Stadt Im uhr Nomdurch die Eelten angericht anno Mundi 3677 327. nemblich 387 tahr vor vnſers HErren Jeſu Chri⸗ ſtigeburth. Doch hat man die jenige nicht allein Cel⸗ tas genennet/ ſo das koͤnigreich Gallien inne gehabt/ ſondern auch die Teutſche/ welche beneben vnd an dem Rhein wonhafft/ ja auch ſamptliche Teurſchev er V Chronica 27 kker/ wie ſolches aus vielen Scribenten /als dem He⸗ rodoto/ Diodoro/ Strabone/ Dione/ Suida/ ond anderen kundtbar vñ notorium. Vnd weil dan onter dem namen Celtarum viel vnd mancherley voͤlcker be⸗ griffen/ vnd bey diſem zug mit geweſ⸗ en/ vnſere vorfah⸗ ren aber/ die Catten/ mit in dem vordern theil Teut⸗ ſcheslandes geſeſſen/ vnd ein maͤchtig volck geweſen/ werden ſie ohne allen zweifel auch in ſolchen gewalti⸗ gen heerzugen mit geweſen ſein. Darmit ich aber nuhn in erzehlung ſolcher ge⸗ ſchichten in gebuͤrlicher ordenung fortſchreiten moͤge/ ſo wil ich hinfuͤro erſtlich der alten Catten krige/ dar⸗ nach dero Sachſen regierũg in Heſſen/ wie auch deſſen Heſſiſchen voͤlckleins reiſen vnd thaten/ vnd volgends dero Thuͤringer/ dero Francken/ derer Pfaltzvoͤgte/ de⸗ ro Hertzogen in Thuringen vnd Heſſen/ dero Roͤmi⸗ ſchen keyſer/ dero Landtgraven zu Thuringen vñ Heſ⸗ ſen/ vnd darauff dero itzigen Landtgrauen zu Heſſen regierung vnd was ſich onter einem ieden regenten inſonders verlauffen vnd zugetragen/ kuͤrtzlich anmel⸗ den vnd erkleren. Von Thaten vnd kriegen dero Catten M jhar nach erbawung der ſtadt Rom 365vor Chriſti geburt aber 38 7 habẽ ver⸗ Vor Chrt⸗ Celtis die Catten Rom zerſtoͤren helffen/ 383. vnd — V 6 t geburt muͤthlich/ wie angehoͤret/ vnder andern im ahr 224. vmbs ahr 1³0 vor Chriſti ge⸗ burt. 88 Heſwiſche vnd war ihr obriſter Brenno. Ebenmaͤſſig habẽ auch Belloveſus/ Segoveſus/ Mede/ vnd Helitonius . Itali vberzogen. Nach 108 jahren haben die Celtæ vnter ihrem obriſten Breñone einen andern zug durch Pannoniam ond Macedonien wieder die Grichen gethan/ võ welchem die Gallater/ an welche nachmah⸗ len der Apoſtel: Paulus geſchriben/ herruͤhren: vnd vber /5 jahr abermals einen andern zug in J⸗ talien/ darinnen ſie ihren obriſten Vidomarum ver⸗ lohrẽ. Von Batone Koͤnige dero Catten⸗ 8 Ach dieſer zeit noch nicht hundert iahr re⸗ gieret bey denen Catten ein maͤchtiger ko⸗ di nig/ welchen auch Gott mit einem ſtreit⸗ haren ſohn/ Bato genant/ begnadet/ der wegen ſeiner ſchoͤne/ freundtlicheit ond thugent bey menniglichen angenehm ond hochgehalten/ alſo daß auch die vnderthane eine beſondere lieb vnd begierde auff ihn geworffen. Nuhn hette dieſes ſeine ſtief⸗ mutter wahrgenomen ond derorwegen eine ſolche heimbliche feindtſchafft auff ihn geworffen/ alſo daß ſie ihn auch endlich bey dem vatter verunglimpffet vnd zu vngenaden bracht. Weiln nuhn das Volck/ in ſonders aber was von jungen leuten/ Batoni ſehr ge⸗ neigt/ geridt ſolches zu innerlichen ſpaltungen/ doch ſo wiech der ſohn dem vatter/ vñ zog mit ihm in anno 3840 Chronica. 25 38 40 eine groſſe menge der jungen manſchafft ond des adels dero Catten auß dem lande. Demnach er aber zum ehegemahl hatte R ichilden die tochter Me⸗ napij/ des Koͤniges dero Tungern/ ſchickte er legaten an ſelben zuvernehmen/ ob er etwa vor ſich vnd ſein volck vnderſchleiff bey ihme haben koͤndte. Menapi⸗ us auch/ der ohne das ſeinem eidam gewogen/ nahm ihn hierob nicht allein willig auff/ ſondern vbergab thm auch das Landt zwiſchẽ der Waal vñ Ma ſe/ wel⸗ ches ohne das vnbewohnet vnd oͤde wahr. Alſo ba⸗ wet ihm Bato ein ſchloß vnd ſitz an die Maſe/ vñ nen⸗ net es von ſeinem nahmen Bathburgt/ in ma ſſen er etwa in Heſſen auch ein hauß gleichs nahmens fundi⸗ ret/ welches noch bieß anheut Battenberg genãt wirt. Ferner ſo bawet er auch Cattwigt/ als ihm ſein landt zu enge worden/ onder derwegen auch die inſulen/ da nuhmehr Hollvnd Seelandt gelegen/ innehmen vñ bewohnen muͤſſen/ dannenhero auch noch biß auff dieſen tag/ die Hollender Batavj benampt werden. Auch ſo hat die Betaw noch biß anhero von Batone den nahmen behalten. Daß auch nachmaln dteſer Bato nach abſterben ſeines erlebten Vatters Heſſen oder die Catten regieret/ vnd die K onige vnd Fuͤrſten/ ſo nach ihme darinnen geherſchet vnd denen Romern ſo gewaltig widerſtanden/ von ihm oder et⸗ wa ſeiner bruͤder einem herkomen/ iſe zwahr nicht on⸗ glaublich. f Es 30 Heſſiſche Es hat aber auch dieſer Bato Nimwegen/ ſo zu der zeit Magum hieſſe/ erwiddert vnd gebawet⸗ auch mit dreyen mauren befeſtiget/ vnd forters ein ruhig vnd gluͤckſehlig regiment gefuͤhret. Von Koͤnig Heſſo dem ſoh⸗ ne Bgtonis · Ach ihme iſt koͤnig worden ſein ſohn Heſ⸗ ) us/ von welchem etliche meinẽ wollen/ daß S er nahme Heſſen entſtanden: derſelbig hat den baw an der ſtadt Nimwegen außgefuͤhrer vnd daſelbſten hin ſeine hoffhaltung verwendet. Ob aber auch derſelbig Heſſus die Catten zugleich regie⸗ ret/ iſt niemandt bewuſt/ doch hater bey denen Bata⸗ vis ſeinen ſohn Cariovaldam in der regierung hinder⸗ laſſen/ welcher den Bellinum erzeuget/ deſſen ſohn Admimoeinus ſich zu denen Roͤhmern geſchlagen. Von Fuͤrſt Cattmeiern oder Cattomaro · . ..◻9o Schwaben/ der mit loͤblichen thugenden 2 oñ großmuͤtigkeit gezieret/ Ernſt oder A⸗ — rioviſtus genandt/ welcher ſich eines ſchweren krieges widder erſtgemelten Julium vndernommen: Aber er wart von dem ſelben vberwunden vnd biß vber d Rhein 3 Vlebzeiten Julij Ceſaris regieret vnd Aherſchet in Teutſchlandt ein konig bey den: „ SSS S Æᷣ 8 Chronica. 31 Rhein verdrieben. Wiewol nuhn Caſar alß ſiger ſich vber Rhein gewagt/ hat er doch weiter nichts ge⸗ gen die Teutſchen/ vñ ſonderlich die Catten/ ſo damalß vnder irem Fuͤrſtẽ Catmajer iſt Catumerus oder wie ihn Strabo nennet/ Veromerus/ welches dem Teut⸗ ſchen Acromerus/ das iſt Acker mehrer ehnlich einem jungen heldẽ/ in groſſen ruhm vñ gefuͤrchtetem namẽ lebten/ vndernemen doͤrffen. Zu dem ſo wahren die Roͤmer nuhmer an einem ſolchen feindt oder landt/ da dieſelben/ ſo einen ruͤhmlichen namen in ſtreiſachẽ zu erlangen begeret/ genugſam vbung funden ſich zu⸗ gebrauchen. Doch iſt alleine durch deß Julij weithe⸗ ſchretten ruhm vñ thaten erfolget/ daß die fuͤrnembſte Teutſche voͤlcker ſich wider die Roͤmer vor einen man verbunden/ darauff erſtlich die von ihnen abgefertigte vnd erkauffte Gotten zu ruͤckgedrieben/ darnach auch Marcum Lollium ſelbſt ahngegriffen vnd erſchla⸗ gen haben. Dan nach dem die Roͤmer denen Gal⸗ liern eine kriegßmacht wider die Sitambern/ oder Francken(ſo damalß in Weßphalen an dem Rhein vnd im Hertzogthumb Geldern vñ Cleven ihren ſietz gehabt) vnd die Catten abgefertigt/ wurden hiermit vorermelte bundgenoſſen abermalß vffgemuntert vñ dero Sachſen 84000/ der Catten 46000/ bnd ſon⸗ ſten von anderen Teutſchen volckern in die 40000/ ohne waß die Sicambrj albereit zu felde gehabt/ in harniſch gebracht/ welche dan das landt vmb Tügers vnd Toraweña in grundt verwuͤſtet/ vnd viel tauſent f ij Gallier/ 32 Heſsiſche Gallier/ zu ſampt ihren offwigelern den Roͤmern er⸗ ſchlagen vnd erhencket haben. Solches bewegt die Roͤmern dem vbel bei zeitẽ zu ſteuren/ vñ darmit nicht die Teutſche gahr zu ihnen kemen/ Marcum Lollium mit wolgeruͤſtem kriegsvolck außzuſchicken/ vnd hier⸗ durch dero Catten mechtig zu werden/ der hoffnung wan ſolche gedempffet/ wuͤrdẽ darauff die andern auch zu bezwingen ſein. Nuhn legte ihm daß gluͤck ahn⸗ faͤnglich zu/ alſo daß er der vnſern vber achtzehen tau⸗ ſendt erſchlagen/ aber ſo baldt dieſes der Francken o⸗ der Sicambern koͤnig wie ſie damalß genennet wor⸗ den) vernommen/ fertiget er ihnen ſein ſohe Kiugen oder Clogionem mit einem mechtigen zug zu hilff ab/ darauff dan erfolget/ dieweil ohne das die Sachſen ond Catten durch den hochverſtendigen Fuͤrſten vñ obriſten Melonem wider die Roͤmer außgefuhret worden/ daß Lollius den kurtzern gezogen/ die ſchlacht ſampt dem beſten krigßvolck vnd der hauptfahnen/ auff welcher der adler ſtundt/ verlohren: vnd das noch mehr/ ſo muſten auch die Roͤmer zur newen zeittung hoͤren vnd leiden/ daß man zwantzig ihrer rotmeiſter erhenckt vñ die verlorne fahne oder adler ihnen zu ſpot vnd ſchande verbrennet hette. Vnd ſeind alſo vff dieß⸗ mal die Roͤmer/ ſo in Teutſchlãdt gekrieger/ der müͤhe ihre groſſe thaten in vollem ſenat vnd rahthauß zure⸗ putirẽ/ gentzlich von ihrem feinde vberhaben worde. Darumb that keyſer Auguſto die ſchande vnd all wehe/ vnd bewegt darzu dieſe niderlage viel Voͤl⸗ cker Chroniea 35 cker von Roͤmern abzufallen. Derowegen den ent⸗ lichen vndergang Romiſeher authoritet vnd furcht zu verhuten/ auch ſich erlittenes ſchadens zu erholen/ nameer ihm vor ſich nicht allein zu rechẽ/ ſondern auch Teutſchlandt der Roͤmiſchen Monarchi gentzlich zu onderwerffen. Aber hierdurch hat er auch daſſelbig chendtlich verlohren/ ſo albereit erobert. Dan ob er ſchon erſtlich durch ſonderliche practic vñ griff Me⸗ roboduum der Behmen konig denen Romern mit bundtnus zu gethan/ vnd alſo die Teutſchen/ ſo gen⸗ ſeit der Elbe/ ſtille gemacht/ darauff ſeinen ſtreitmechti⸗ gẽ ſtiffohn Druſum die raach zu volnbringẽ vñ Ger⸗ manien zu einer provintz zu machen abgefertigt/ durch ihn auch die Sachſen/ Schwaben vnd Sicambern bey nahe bezwungen/ denen Catten abgeſieget vnd die Freſen denẽ Roͤmern onterthan gemacht/ ja die Teut⸗ ſchen/ alß ſie dermal einß denen Roͤmern die klauſen vnd patz abgedrungen ond ſie auß dem felde gejagt/ dennoch in dem ſie ſich vber der beut gezancket/ wiede⸗ rumb angefallen ond geſchlagen/ ſo hat doch er/ der Auguſtus/ das erlangte Germanien nicht erhalten moͤgen/ ſondern daſſelbig erſt recht wider die Roͤmer erreget vnd in harniſch bracht. Von Freymriern oder Veromaro der Catten Fuͤrſten. Iſfer zeit regieret bey denẽ Cattẽ Freymei⸗ 4 eer ein weidtlicher hochbemuͤtigter Fuͤrſt/ wider welchen Druſus zum andernmahl HA f inj außge⸗ 34 Heſsiſche außgezogen/ ſchwere ſchlachten mit ihm gethan: vnd ob er wolentlich ihm mit ſteg vberlegen/ haben doch die Roͤmer es tewor genug erkauffen vnd mit ihrem beſten kriegsvolck bezalen muͤſſen. Ein gleichen kno⸗ den habẽ auch die Hartzlender/ Maͤrcker vñ Schwa⸗ ben loͤſen muͤſſen. Alß aber Druſus vermeinet/ daß nuhmer alles in Teutſchlandt off ein ort bracht vnd der krieg verrichtet were/ ſintemaler alle gretze mit Ca⸗ ſtelle vnd ſiegzeichen erfüͤllet/ vnd die Bructeriihm al⸗ lein entgegen ſtunden/ begunten die zum theil vben wel⸗ tigte Teutſchierunder wiederumb ein luftlein zu ſchoͤp⸗ fen ond ſich darauff zu denen Bructerls zu thun vnd die Roͤmer vf ein neweß wiederumb anzutaſten/ alſo 6. auch mit ernſt den handel anzugreiffen/ daß Dru⸗ ſus/ welcher doch wegen ſeiner verbrachten thaten in Teutſchlandt den namen Germanicj erlanget/ entlich daruber mit der haut bezahlen muſſen. Ihme folgete in cötinuirung deß krieges auß geheiß des keyſers Ti⸗ berius/ ſozwar mehr mit lieſt vnd guten worten/ als mit denen waffen ausgerichtet. Demnach dan durch ſein freundtlichs weſen Teutſchlandt geſtillet vñ ſonſt in aller welt der frieden bekrefftiget wahr/ lies Augus⸗ tus dẽ tempel des abgots Jani zuſchliſſen/ welches dã vor das drittemahl gehalten wirt. So wart auch Annochri/ damaln der Fuͤrſt des fridens Iheſus Chriſtus Got ſti. 1. 3„—. △ 5. tes ſohn vf dieſe welt ein menſch gebohren. Im fuͤnff⸗ ten iahr darnach kam Tiberius off ein newes in Teut⸗ ſchlandt an/ bezwang viel volcker/ auch deDaruſſh elbß/ Chronica. 35 ſelbß/ vnd feindet zu dem die Cattẽ mit ſchwerem krieg an. Doch dieweiler dismals von Auguſto anheim gefordert/ muſte er die volnzihung ſeiner ſiege vffſchie⸗ ben. Hierumb ging vff dẽ fruͤling der ſchimpff erſtlich recht ahn/ vñ keret das gluͤck Teutſchemlande das rat gahr vmb/ alſo daß auch die Saͤchſiſche groſſe Cautzẽ die wehre niderlegen muͤſſen/ die wilden Longobardẽ gedemuͤtiget/ vnd die ſtreitbare Catten mit krieg ober⸗ weltiget vnd vnders joch gebracht worden. Die Marckmañen regieret damalß könig Meerbodt vor⸗ gemelt/ welcher nuhmer auch nicht zum beſten mit de⸗ nen Roͤmern daran war/ ond ſich in ſeinem Boͤmiſch⸗ en gebirg dermaſſen verſehen/ daß er nicht viel vff die Roͤme geben vnd achten wolt. Derowegen fertiget Tiberius den Sentium Saturnium durch die Eatee wieder ihn ab/ dieweil ſonderlich er auff das vffwig⸗ lende Pannonien ſeinen weg vñ geſcheffte richten mu⸗ ſte. Vnder deſſen konten die Teutſche wiederumb zur macht vnd athem komen/ was auch gleich Quin⸗ tilius Varus hinderlaſſener landtvogt in Teutſchlãd durch ſein tyranney vnd geitz darvor ſein woͤllẽ. Auch funden ſich die Fuͤrſten widermb zu ihren landen/ in fonderheit Freymeyer der Catten koͤnig/ vñ ein junges blut hertzog Herman vom Hartz/ ſo die Latiner Alr⸗ minium nennen/ welches thun vnd raht allein vff des vatterlands ehr vnd Teutſcher nation freyheiten ohn alle eigennutz gerichtet wahren. Darzu gab inſonder⸗ heit gute gelegenheit des Vari vnart ond geitzigkeit. Doch 36 Heſsiſche Doch ſintemal er einem außgem atteten volck mit ſei⸗ ner macht weit vberlegẽ/ war beider Fuͤrſten einiges ſtraragema vnd lieſt/ ſich ohne vngedult aller vnder⸗ thentgkeit zu befleiſſen/ ſich zam vnd furchtſam zu ſtel⸗ len vnd ihn/ den Varum/ hiermit gantz ſicher zu mach⸗ en. Alſo erregten ſie vicl onnotiger gezenck vnderein⸗ ander/ kamen vor den Varum einander zu verklagen. Wan als dan er ſie verglichẽ/ bedanckten ſie ſich hoͤch⸗ lich gegen ihm ſich gleichſam als ſeiner furtreflichen weißheit verwunderende. Hierob meinete Barus die Teutſcheweren nuhmer ohne macht/ ohne verſtandt/ wurden auch nimmer zun trefften gelangen/ willge⸗ ſchweigen ſich einer entpdrung vnderfangen. Da⸗ rumb zertheilete er auch ſeine krigsmacht/ vnangeſe⸗ hen ihm Siggaſt hertzog Hermans ſchwigervatter ſolches wiederrieht/ vnd den heimlichen bundt ſeines eidamß vnd der anderen Furſten entdecket/ auch ihn vfs hoͤchſte verwarnet mit angehengter verma⸗ nung/ denſelben ſeinen eidam zu fangen/ wurde als dã ſolch vornemen vnd gefahr ein endtſchafft haben vnd ſich nichts ferneres zu befahren ſein. Aber der landt⸗ vogt glaubet ſolcher ahnmanung ſehr wenig/ vñ hielt gentzlich darvor/ Siggaſt redet es dem hertzogẽ allein auß haſſe nach/ dieweller ihm ſeine tocher Thoßfelden wider ſeinen willen entfuͤhret. Als ſolches angekla⸗ ter hertzog vermerket/ vnd wol darauß abnemenkoͤnte daß dieſe des Vari neigung gegen ihm zu ſeinem ahn⸗ ſchlag dinſtlich/ offenbaret ers als baldt fuͤrſt Srey⸗ meier ☛ ⁴- O 8=—,& e Chroniea„ meiern/ welcher es follends denẽ andern bunds verwã⸗ ten zu wiſſen fuͤget/ nemblich dem Libes der Cattẽ ob⸗ riſten priſter/ Fuͤrſt Sigßmundt der Cheruſten oder Hartzlender prieſter vnd anderen vielen Fuͤrſten vnd herren/ mit beygefuͤgter vermahnung die gelegenheit/ alldieweil ſie anſtendig vñ fuͤglich/ nicht zuverſaumẽ. Hierumb verſamletẽ ſie in eil ihr volck/ verſtecktẽ das in ein hinderhalt/ nemblich in den Deuſpurger wald/ vnd richteten darauff ein laͤrmen vnd gezenck in der ne⸗ he darbey vnder einander ahn. Varus welcher zwar ſein dolck zertheilet/ aber nichſtoweniger drey Legio⸗ nen der beſten krieger vnder allen Roͤmern/ durch wel⸗ che ſo viel herlicher ſiege behauptet vnd frembte volcker bezwungen waren/ ſtetigs dmb ſich hatte/ vnd derglei⸗ chen offlauffe vnd gezenck nuhmer angewohnet/ ver⸗ fuͤgte ſich als baldt zu dem orte/ da der lerm entſtandẽ der meinung ſolches durch gerichte vnd vrtheil vor den ſchoͤppenſtuͤlen wiederumb abzulegen/ vnd kam alſo denen Teutſchen in ihre darzu beſtalte ratzenfalle. Dan ſo balt er angelendet griffen ſie ihn an allen orten dermaſſen vñ vnverhofft an/ daß er auch nicht zeit hat⸗ te ſich recht zur gegẽwer zu ſtellen. Als demnach Va⸗ rus ſich etwa ein zeitlang gewehret/ aber vermercket/ daß nicht mehr zu entkomen/ wolte er lieber balt ſter⸗ ben/ als biß ans ende ritterlich fechtẽ/ darumb er nicht nach dem feinde/ ſonder ſich ſelbſt geſchlagen/ vnd ent⸗ lich durch ſein eigen ſchwert gefallen iſt. Solchem eeempel folgeten auch viel andere dero furnembſten/ g darmit 12 37 Heſsiſche darmit ſie nicht denen feinden in die haͤnde gerichten: Und ſint an dem tage erſchlagen worden 50000 Roͤmer vnd Roͤmiſche freunde. Welche ſich gefan⸗ gen gaben/ hattens nicht beſſern kauff/ ſondern wurdẽ zum hoͤchſten geſchmehet. Denẽ zungendreſchern vñ vorſprechen hat man die augen außgeſtochen/ hende vnd fuͤeſſe abgehawen/ vnd einem vnder ihnendie zun⸗ ge außgeſchnitten/ darnach das mal zugenehet/ vnd darauff angefangen zu ſpotten vnd zu ruffen/ ſiehe da/ ſihe da/ itzt iſt der natern das ziſchen vergangen. Die andern hauffen/ ſo zertheilet hin vnd wider in Teutſch⸗ landt waren/ hatten es gleiches kauffs/ darzu war ihnẽ vber dieſem fall der muht entgãgen/ ſuchten allenthal⸗ ben die flucht/ wan ſie ihnen nur allein hat werden mo⸗ gen: Dannenhero ſie in den onbekanten waͤlden ver⸗ irret vffgeriben worden/ oder aber in ſumpffen vmb⸗ kommen muͤſſen/ ohne allein was vnder vnd mit Aſ⸗ prena vñ L. Cedicio/ wiewol nicht ohne groſſe gefahr/ entriſſen vnd darvon kommen. Alſoo gehet es billich denen ienigen/ ſo ſich anderer voͤlcker/ welche doch ihnẽ am wenigſten gehoͤren/ mechtig zu machen/ viel Laͤn⸗ der ohne vrſach zu bezwingen vndernemen doͤrffen. Es hattẽ auch etliche Römiſch krigsknecht auß erbarmüg in eil deß Vari leichnam verſcharret. Aber Sigmeier h. Siggaſt bruders ſohn/ ließ ihn widerüb ausgraben/ den kopff abhawen/ ond koͤnig Merbot/ welcher ſich neivlicher zeit mit freundtſchafft vñ bunt⸗ nuß mit denen Roͤmern wiederumb ingelaſſen/ zu⸗ 4 bringen . K** Chronica. 35 bringen mit beneben angezeigter errinnerung/ daß mã binfuro mit Roͤmern vnd Roͤmer freunden alſo vmb⸗ gehen wurde: von dänen er biß gen Rom dem Tibe⸗ rio geſchickt worden. Waß daſelbſt vor freude hierub angerichtet/ iſt genungſam abzunemẽ auß des keyſers Auguſti geberden/ in dem er auß vbermeſſigem ſchre⸗ ckẽ mit dem kopff an die thuren vñ wende gefallen/ vnd geſchriẽ Quintili/ Quintili/ ſchaffe mir mein volck vñ Legionẽ wider/ darmit ich dieſen Teutſchẽ widerſtehẽ koͤnne: alſo bang war dieſem ſonſt ſighafften keyſer. Darauß du guͤnſtiger leſer wol ermeſſen kanſt/ waß ſchaden Rom daran erlitten/ ſintemal ihr gebiete vnd grentze/ ſo ſich zu vor bis an die Elbe vñ See erſtreck⸗ et/ durch dieſer beider Fuͤrſten hertzog Hermans vnd Fuͤrſt Freymaiers infal bis an den Rhein zu ruck abgenommen. Alllein gab Rom widerumb ein krafft/ daß Tiberius auß Pannonien newlicher zeit mit ſighaffter hant anheim kom̃en/ doch nicht ſo ſehr das verlorne wider zu errobern/ als wegen erlittener ſchmach am Varo raach zu nemẽ. Darumb er auch mit einem ſtarcken krigsvoͤlck vff die Teutſchegrentzen geruͤckt/ aber doch auß furcht vnd vorſorge/ damit er nicht wie Varus vff der poſt komen moͤcht/ ſich nicht weiter hinnein wagen doͤrffen. Er hatte auch bey ſich Flavium hertzog Hermanß bruder/ weleher hindan geſetzt der lieb vnd trer/ mit derẽ ein jeder thugenthaf⸗ ter man ſeinem vatterlandt verhafft/ ſich gegen daſſel⸗ big/ ja ſeine freunde vnd landsleute/ denen als ahnge⸗ g8 fochte⸗ 14 —õõ 4 0 Heſsiſche ſochtenen er vlel billicher mit raht vnd that hette be ſtendig ſein ſollen/ krigß vnd feindſchafft gebrauchte: darumb ihn auch Gott geſtraffet/ daß er in dieſem zu⸗ ge verwundet vnd vmb ein auge kommen/ muſie alſo das zeichen ſeiner vntrew oͤffentlich vnder dem ange⸗ ſichttragen. Gleichfalß hatte auch Tiberius wenig gluͤck/ fintemal die Roͤmer nie keinmall rechtmeſſige vrſachen deß ſchweren krigs vorwenden koͤnten/ allein daß ihnen wolthar herren vñ monarchen der gantzen welt genennet zu werdẽ. Daruber ſie auch abermalß 6 Legionen/ 20 cohorten der bundsgenoſſen/ ſampt 8 geſchwader Reuter auffgeſetzet vnd verlohren/ ond noch darzu nach ingenommenen ſchaden vnverrichter ſache auß Teutſchlandt weichen muͤſſen. Die Catten/ Hartzlender vnd Engern ſagten Tiberio zu gleich ab:derowegen ſchickte er ihnen Syl⸗ vium entgegen/ welchen ſie balt hingerichtet/ vnd dar⸗ nach dem Tiberio ein ſo vberauß grauſame ſchlacht geliefert/ ſoon fruͤe morgens angangen vnd bieß in die finſtere nacht gewehret/ darauß erfolget/ daß es in die drey meilwegs allenthalbẽ voller todten gelegen. Balt machet ſich Cajus Sillius an ſie mit 30000 zu fuß vnd 3000 Reiſigen/ muſte aber da⸗ ruͤber ſeinen halß laſſen. Derowegen als Tiberius geſehen/ daß keine macht oder gewalt/ noch viel weni⸗ ger der Romer weitbeſchteiter name Teutſchlandt er⸗ ſchrecken koͤnnen/ hat er mit liſt vnd groſſen zuſagun⸗ gen die Sicambern ihme zu freunden gemacht/ vnd denen 8 N&⏑ 2 G A N gÖ ☛ H Chronkta. 4 denen groſſe ſtuck landeß darneben in Franckreich o⸗ der Gallien ingeraumet vnd vbergeben. Von Fuͤrſt Erb oder Arpo bey denen Catten. Mo die zeit/ alß Tiberius an Keyſer Au⸗ Gguſti ſtadt kommen/ iſt auch Fuͤrſt Erb dem Freymeiern bey denen Catten in der regierung gefolget/ eben in dem Germa⸗ nicus Druſt hinderlaſſener ſohn dẽ ſchweren krieg zu continuiren vnd ein ende darauß zu machen ankom⸗ men. War iſts/ daß ſich durch ſein ahnkunfft das gluͤck vmbgewechßlet vnd er die Marſen vberilet vnd geſchlagen/ vnd darumb die Brockenberger vnd an⸗ dere Weſtphaͤliſche voͤlcker zuſammen thunmuͤſſen/ darob dan die Roͤmer in groſſe noht gerathen. Doch iſt nachmahln Germanicus vff die Catten gezogen/ dieſelbẽ auch vbereilet vnd in die flucht bracht. Die al⸗ ten/ demnach ſie nicht fortkommen koͤnnen/ ſeint vmb⸗ kommen ond erſchlagen/ die iungen aber haben ſich vber der Edern in welden errettet. Nuhn waren die Hartzlender gentzlich entſchloſſen ihnen bey zuſprin⸗ gen/ wan nicht Cecĩa wider ſie ausgezogen/ daruͤber Mattiacum die hauptſtadt der Cattẽ erobert vñ ver⸗ wuͤſtet wordẽ. Vnder deſſen konte hertzog Hermans ſchwiegervatter die Roͤmiſche boͤßlein nicht laſſen/ in maſſen er es dan an dem erwiſen/ daß er Germanico 9 h herr 15 4*½ Heſsiſche her: Hermans gemahlin verahten. Aber darmit munterte er den Hertzog erſt recht vff/ alſo daß er ſich deſſen bey denẽ Catten vnd anderen beklaget/ vnd die⸗ ſelbig zumalauff die beine gebracht. Dan/ ſagt et/ ſe⸗ het doch an einen ſo ehrlichen ſchwigervatter/ beſehet doch ein ſo großthetigen krigßfuͤrſten/ vnd gewaltiges krigßvolck/ deren ſaͤmptliche macht nicht ſtercker/ auch kaum ſo viel ausrichten koͤnnen/ als ein armes ſchwã⸗ gereß frewlein/ darzu nicht ohne verehterey/ zu vber⸗ eilen vñ zu fangen. Warlich dieſe ſeine wort verm och⸗ ten ſo viel/ daß hinfuro die Teutſche die Roͤmer nicht allein geringſchetziger achteten/ ſondern auch daß ſie dieſelben deſto grewlicher angriffen/ vnd were da⸗ mals gantz mit ihnen außgeweſen/ wan nicht Germa⸗ nicus ſichere gewarſam wiederumb erlanget. Gleich⸗ falß kam daruͤber Ceeinna in groſſe noht/ alß ihn die Teutſche in einem ſumpff vbereilet. Alß er ſich kaum darauß geriſſen/ ſolt er ſich verſchantzen/ owaren ihm die ſchauffeln vnd hawen ſampt denen zelten genom⸗ men: derowegen er gleichſam auß vnſinnigkeit/ alß er den todt vor augen ſahe/ des folgenden morgens in dem ihn die Teutſchen in vnordtnung angriffen/ den ſtreit ernewert/ vnd entlich einen teuwr erkaufften ſieg erobert. Mitler weil ſchickte Germanicus einen an⸗ dern zeug off die Catten/ doch ohne ſonderlichen nutze/ allein daßer Fuͤrſt Erben ſeine gemahlein vndtochter abgefangen/ wie auch mehr erwenten prieſter Lybes. Fuͤrterß Chronſea ·„ Furterß zog Germanicus an die Weſer vñ alle zeit h. Hermã mit ſeinẽ helffern kegẽ ihm/ welcher/ als ihm vorbracht/ wie ſein bruder mit Tiberio ankom̃en/ denſelbẽ zum geſprech erfordert vñ ihm dermaſſen den buben gebutzet/ daß wan noch etwas gutes an ihm ge⸗ weſen/ er billich vmbkeren ſollen: aber da war alle er⸗ manung omb ſonſt vnd vergebens. Germanicus ſetzet auch ein antheil ſeines volcks vber die Weſer/ doch alzu frue/ ſintemal ſie der Hertzog vber ein hauffẽ erſchlagen. Doch wart Germanieus deß waſſers entlich mechtig/ ond brachte alſo den hellen hauffen hienuber: grieff darauff follends zur ſchlacht/ welche den zwar nicht zum beſten vff ſeiner ſeiten/ bieß ent⸗ lich der Hertzog ſchwerlich verwundet/ vnd den Teutſ⸗ chen der muht entfallen/ welches dan ein vrſach/ daß die Roͤmer dieſen tag den ſieg erhalten. Vnd obwol balt darauff die Teutſche die ſchart auß wetzen wollen/ iſt es ihnen doch abermalß mislungen. Derowegen richtet Germanicus ſeulen ond ſiegzeichen auff mit einem zu viel hoffertigen titel/ als hette er alle voͤlcker zwiſchen der Elbe vñ Rhein bezwungen. Aber nach dem ſolches die Teutſche erfahren/ haben ſie die ſeulen in ſtůcke zerſchlagen/ welches doch Germanicus we⸗ der erweren/ noch rechen koͤnnen/ ſintemal ihm ſein ar⸗ mada/ ſo er neivlich zur ſeewartz angerichtet/ mit al⸗ lem volck zu grunde gangen. Auch kamen noch zivo andere urſachẽ darzwiſchen: die eine war/ dieweil ſon⸗ derlich Tiberius fuͤrchtet Germanicus wurde ihm in die 44 Heſsiſche die lenge ſeine thaten vertunckeln/ vnd ihn derowegen widerumb auß Teutſchlandt abforderte: Die ander aber daß die Teutſche widerumb in ſtarcker ruͤſtung taͤglich zunamen/ vnd dargegen die Roͤmer in ſo vielen ſcharmůtzeln vnd ſchlachtẽ ſehr dunne worden waren. Vber das iſt zu verwundern/ daß/ ſo balt er gen Rom kom̃en/ der triumph von einem oberwundenen volck denen Teutſchen als balt vorgenommen/ vnd muſtẽ inſonderß vorermelte durch verehterey gefangene frewlein vnd Fuͤrſtliche perſohnẽ in demſelben gewal⸗ tig forne gehen. Vnd wan man die warheit ſagen wil/ hatten die Roͤmer wenig vrſach zu prangen/ oder aber da ſie je triumphiren woͤllen/ were ſonderlich wol ge⸗ ſtanden/ daß ſie ihre ſo vielfaͤltige niderlagen/ vnd wie ſie die gefangene mehrertheils mit verehterey auffge⸗ haben/ an die triumph bogen angemalet. Doch ſo lieſſen vnſere fuͤrſten Tiberium vnd Germanicum vf⸗ zuge dreiben nach ſelbß erleſenem luſt vnd wolgefallẽ/ aber alſo/ daß h. Herman/ vnd fuͤrſt Erb beneben an⸗ derẽ/ wider ihrẽ ig aller Roͤmer willen vnd danck her⸗ ren vñ regentẽ in Teutſchlandt weren vñ blieben/ auch koͤnig Meerbot/ darumb daß er der Roͤmer freundt/ auß ſeinem eignen lande Gzermanico vnd Tiberio zu trutz ausgeiagt werden muſte. Von Otto von Duſter/ ſo von denen Lati⸗ uern Adgandeſter genen⸗ uet mart. Sintg⸗ w 1 Chronica. 47 Intemal dan die ſtoltze art nicht weiterß zu erhalten vermocht/ auch fuͤrſt Erb mit tode Jabgangen/ practiciret es Tiberius dahin ond ſo weit/ daß der mechtige vnd gewaltig⸗ ſte helt Hertzog Herman/ als er ſich inſon⸗ ders bemuͤhet daß Teutſchelandt widerumb gentzlich zu freyen/ vnnd in ein corpus zu bringen/ durch gifft/ ſo ihm von ſeinen verwanten/ oder wie man vornemb⸗ lich es darvor helt/ von Otten von Duͤſter der Catten obriſten vnd fuͤrſten beybracht/ fallen vnd verderben muſte. Dan dieweil derſelbig ihm jederzeit entgehen/ ihn auch bey andern angeben/ als ſtunde er vnderm ſchein die Teutſchen vffs new mit bundtnuß vnderein⸗ ander zu verſtrickẽ vnd in ein corpus zu bringen/ dar⸗ nach/ wie er ſich ein koͤnig ober gantz Germanien erhe⸗ ben koͤnte/ ließ er ſich deſto leichter zu ſolchem mordt gebꝛauchen. Wer ſolte aber geglaubt haben/ daß ſeine/ deß hertzogen/ angewante vnd blutfreunde/ oder auch ein Teutſcher fuͤrſt ſich mit einem ſo ſchandtloſen klei⸗ de der vntrew bekleiden wuͤrde? Darauß dan erfol⸗ get/ daß auch Teutſchlandt wider ſich ſelbß vffgeſtan⸗ den/ in dem ein jeder gern an Arminij ſtadt ſein wolte: itzt waren es die Freſen/ balt aber der Cattẽ fuͤrſt Ot⸗ to/ darnach die Sachſen/ daruber manch ehrlicher mann ſein leben geendet/ vnd Teutſche nation in groſ⸗ ſe beſchwernus gefallen iſt. Dennoch ſtundt es vmb die Roͤmer auch nicht all zum beſten, ob gleich Tiberius den helden Germa⸗ nicum 22 31 39 46 Heſsiſche nieum zu einem mittregenten deß keyſerthumbs an⸗ genommen/ ſo muſte doch eben dieſer wie vor ihm Ar⸗ minius von dem Piſone lädtpfleger in Syrien durch gifft hingertchtet werden. Fielen alſo die beyde ſtren⸗ geſte helden der welt/ dieweil manſie nicht mit gewalt zu vnderdrucken vermocht/ durch ſchendtliche verre⸗ terey vnd welſchefuͤplein. In mittelß ſtundtes ſehr vbel bey denen Catten: dennals ihre fuͤrſten durch die innerliche kriege/ ſo von h. Hermans vnd fuͤrſt Erben abgang biß dahero gewehret/ hingerichtet waren/ lebten ſie vnder denen krigßobriſten nicht ohne ſondere beſchwerung. Vnd ſolches weret ſo lange bieß ſich koͤnig Weibeletwaih⸗ rer angenommen. Von koͤnig Weibeln oder Viotlo/ welchen Tacitus Jubillium nennet. Be Erſelbig hat auch die andere Teutſche vol cker/ in dem ſie ſich nuhmer lange vnder⸗ einander abgemergelt/ vnd ein jeder der — vornembſt ond haupt der Teutſchen ſein wolte/ entlich durch ſein anſehen vnd gluͤck wider die Romer des zwifels benommen. Doch ſtellet ſich keyſer Calligula/ als wolte et ihn gentzlich zumbahren bringen/ vnd Teutſchemlan⸗ de hinfuro erſchreeklicher als der teuffel im glaß er⸗ ſcheinen. Nichis deſtoweniger hat deſſen weſen vnd ange⸗ Chronica. 47 angeſtelter krieg/ mit welchem er auch ben nahe die gantze welt vnruhig gemacht/ warlich ein groͤſſer ge⸗ ſchrey vnd anſehen/ als es ſich in der that vñ außgang befunden. Dan keiner vnder allen Roͤmiſchẽ keyſern ehe deß haſen panner vffgeworffen/ wie eben dieſer muht vñ ſinloſer Calligula/ vñ das das veraͤchtlichſt/ der auß einem gemeinen geſchrey allein von der Teut⸗ ſchen ankunfft die flucht an die hand genommen. Darumb feyreten die Teurſche auch nicht/ wiſcheten auß allen orten vber ihn/ vnd ſchlugen ihm vieltauſent Romerab/ deren keinen er doch jemals zu rechen be⸗ geret/ ſondern gab noch geld vmb den frieden/ darmit er nur gantz widerumb gen Rom kommen moͤchte. Von Eitel der Teutſchen koͤnig. An man aber dieſe zeiten recht beſehen wil/ 2 ſo wirt klarlich darauß ſcheinen vnd abzu⸗ ) nemen ſein/ daß die ſonderlich hohen haup⸗ . blutſchender Caligulam wie er von ſeinen dienern in ſeinen eignen hauſe vmbgebracht. Sche an Teutſchlandt ond deſſen könige. Wanher/ welchen die Roͤmer ober die Sarmaten geſetzt/ wart von koͤ⸗ nig Weibeln von landt ond leuten gefagt. Der Cat⸗ ten obriſter wurde dermaſſen von der Roͤmer felcherrẽ Sulpitio Galba vbereilet vnd ſeine macht getrennet/ daß auch waß noch von furnemen leuten wegen in⸗ h ij nerlicher tern geferlich geweſen. Dan beſthe den 44 73 42 Heſs iſche licher krige vberblieben/ dißmalß auch vmbkam. Die Marſen ſampt ihrem feltherren/ ſo doch denen Ro⸗ mern den krieg angebotten/ wurden geſchlagen. In ſumma an allen enden verkeret es ſich: Britannia muſte Claudio vnderthan ſein: die Judẽ muſten A⸗ grippam zum koͤnig annemen vnd Thracia entlich vn⸗ der der Roͤmer joch krichen. Alſo ſpilet daß glůck mit denen menſchen: Aber doch ſchicket Gott dieſes alles ſo an/ v nd ſtraffet dar⸗ mit menſchlichen hochmut/ ſa wechſelt alſo mit denen konigreichen vmb der ſuͤnde willen. Ja woliſts zu verwundern daß auch die Hartz aͤnder/ ob ſie ſchon denen Roͤmern ſonſt wenig zu willen/ von Claudio ei⸗ nen koͤnig/ herꝛn Eiteln/ Italum/ oder Italicum/ deß abtrunnigen eineugigen Flavii ſohn/ begerten. Sol⸗ ches ob es dem Keyſer annemlich/ darff man daran nicht zweifeln/ weiln er hoffet/ es wuͤrden die Teutſche durch ſolch mittel wo nicht gar vnderthan/ doch zum wenigſten der Roͤmer freunde werden. Vnderlangſt waren die Catten widerumb wach worden ond hatten dẽ Roͤmern vmb Coͤln mit ihrem außfallen groſſen ſchaden vñ gedrang angethan. Da⸗ rumb nam ihm L. Pomponius in ſinn ihnen in der vmbkare entweder vorzukommen/ oder aber/ wan mã vff der freybeute hin vñ wider pflegt zerſtrewet zu ſein/ ſie zu vberfallen. Solches iſt ihm nuhn wol angangẽ/ als er ſie von der reiſe ermuͤdet/ auch von vbrigem ſchlafftrunck vbernommen/ antroffen/ geſchlagen/ vñ etliche Chrontca 45 etliche Barianlſche gefangene/ ſo nuhmer in die 40 jahr in leibeigner dinſtbarkeit vil erlitte/ frey gemacht. Nach dem aber dergleichen zufaͤlle denen Catten off⸗ termalß begegnet/ vnd deſſen vornemblich die eine vr⸗ ſach wegẽ daß kein gewiſſer fů rſt im lande/ ſo mit raht vnd that ihnen vorgeſtanden/ iſt entlich ihr gemeiner wil erfolget/ ſich/ wie auch die Hartzlaͤnder zu konig Eiteln zu ſchlagen/ in maſſen er doch ohne das von ih⸗ rer abgangenen fuͤrſten ſtam/ als von der tochter Catmeyers/ entſproſſen. Die ander vrſach aber war/ dieweil ſie nicht in geringẽ vnwillen kegen denen Hartz⸗ lendern wegen voriger innerlichen kriege lebten/ vnd ſich derhalben wider die Roͤmer nicht kegklich ſetzen dorfften/ aus furcht/ daß nicht die Hartziſche ſie auch von hinden angreiffen. Nach dem ſie abet angeregter maſſen vergliechen/ iſt darauß beyden voͤlckern der muht alſo gewachſen/ daß ſie allen angrentzenden lan⸗ den zu ſchwer worden vnd obgelegen ſendt. In der zeit hattẽ die Saͤchſiſche rechte Cautzẽ die Hanſebaw⸗ ren ein Schwabiſch volck/ doch kriegen vngeuͤbt/ auß ihren feiſten ſitzen auffgetrieben: dieſe bawren vnder⸗ ſtunden ſieh zwar hin vnd wider inzuſchleiffen vnd ihnen newe ſitze zu erlangen/ worden aber allenthalbẽ widerumb auffgejagt. Alſo kamen ſie auch zu denen Catten/ welchen ohne das ihr landt zu enge werden wolte/ konten darumb atich daſelbſt nicht vnderkom⸗ men/ vñ muſten derowegen letzlich/ wie nochmaln die Zigeuner thun/ die lande/ bi ß ſie daruͤber gar vntergin⸗ 5 iij gen/ 8 Ir. — ye Heſsiſche gen/ durchlauffen. Nachfolgendeß iahr/ velches war das LX nach Chriſti vnſers erloͤſers geburt/ zu mit⸗ tem ſomer/ worden die Hermundurer vnd Catten v⸗ ber denen ſaltzbronnen/ da itzundt Hall in Sachſen ligt/ vneinig. Dan nach dem ein iedes theil an dieſel⸗ bige grentzet/ wolte es deren mechtig ſein/ nicht allein darumb/ daß man jaͤhrlichen groſſen nutzen darvon zugewarten/ ſondern dieweil gemeiner wahn vnd a⸗ berglaub/ wie die gotter bey ſolchen groſſen gaben wo⸗ neten/ vnd daß gebet viel mehr als anderßwo an den⸗ ſelben ort erhoͤretwuͤrde. Auß dieſer urſach waren beide volcker dermaſſen verbittert vnd aneinander ge⸗ hetzet/ in dem die Hermundurer ihren poſſes zuberthe⸗ digen/ die vnſern aber ſie auß demſeiben zuverdringen hefftig bemuͤhet/ daß ſie durch keine guͤtliche hande⸗ lung/ noch verbot von koͤnig Eiteln mochten geſuͤhnet werdẽ/ ſondern es gentzlich dem gluͤck der waffen vber⸗ gebende auff eine ſchlacht ſtelleten. Derhalben ſie auch zu beiden theile dem Mereurio vnd Marij/ wan ſie ihnen den ſieg verleihen wuͤrden/ der feinde roß vñ man im feur zu opfern angelobt/ welches inſonderß die Catten denen anderen gedrawet. Jedoch traff ſie ſelbß das los deß vnglucks ob vngerechter ſache/ daß/ da die ſchlacht vberauß grauſam vnd das todtſchlagẽ auff beyden theilen immer zunam/ die Catten entlich in die flucht gebracht/ vnnd waß von ihnen gefangen/ voriger außſage nach verbrennet worden. Wie —2 N 8 X E8 — N 2 Wie es nach koͤnig Eiteln bey denen Catten zugangen. ¶¶☚ B nun wol die Catten einen ſolchen ſtoß 8 (. Vond ſchlappen erholet/ ſoerꝛegten ſie dan⸗ ☛ noch vndereinander newe auffrhuren vnd gang/ mit welchem ihrem auffſtehen ſie alle ihre nachbawren gleich auffrhuͤriſch gemacht vnnd be⸗ weget haben. Dannenheto ihnen die Roͤmer ond ihr Keyſer Domitianus ein gelegenheit an die hand ne⸗ nende/ ſich an die Catten gemacht haben. Daß aber die ehre/ ſo er dardurch erlanget/ groß ſolte geweſen ſeyn/ kan man leichtlich darauß ermeſſen/ dieweil die Teutſche damals ſolcher eynfaͤlle nicht hoch geachtet/ darzu nicht alleine ihre freyheit zu erhalten/ ſondern vil mehr die Roͤmer vnder ihren gewalt zu bringen gekempffet/ oder je zum wenigſten ihren gewalt vnnd hohmuth dermaleins nider zu legen/ vil kriege erꝛeget haben/ darumb ſie auch keinen anſtand vnnd frieden annemen wollen. Wiewol nun auch Domitianus die Catten zum andern mal angegriffen/ hat er doch noch weniger als zuvor erhalten/ vnd noch zu dem de⸗ nen Roͤmern einen ſchweren tribut darmit ſie vnd an⸗ dere Teutſche nicht vber die grentze zu fallen vrſach hetten/ vber den halß geladen vnd erlauffen. Dan⸗ noch ſchemet ſich Domitianus nit im 4 jahr Chri⸗ ſtizutriumphieren/ als hette er die Teutſchẽ vberwun⸗ den. innerliche kriege nach koͤnig Eitels ab⸗ Chronica 91 80 90 94. 101 5² Heſsiſche den. Darmit aber der Triumph ein wahrhafft anſe⸗ hen hette/ dingete er leuthe vmb gelt ſich in teutſchen habit zu verkleiden/ vnnd im proceß gebunden hereyn zugehen. Aberes hoͤreten die Teutſche darumb nit auff zu kriegen/ biß ſo lange ſie daß Roͤmiſche Reich zerꝛiſſen: Vnd hat ſichs auch bald im anfang anſehen laſſen/ daß diß Volck/ welches die Roͤmer niemals zu bezwingen vermocht/ inſonders der ſtoltzen Roͤmi⸗ ſchen Monarchi/ in maſſen vor zeiten die Griechen dem Perſiſchen Reich/ auffſetzig ſeyn vnnd derſelben groſſen ſchaden zufuͤgen wuͤrde/ vnangeſehen ſich biß dahero die Keyſer allerhand vnnd vilfaltiges wider⸗ ſtands befliſſen. Vnder diſen weilen vnd kriegen waren auch die Goten an die Sachſen kommen/ aber doch vbelange⸗ lauffen/ ſintemal ſie von einhelligen Teutſchen abge⸗ drieben/ vnd bey 20000 mann verlohren. Vnd da⸗ mit ihnen ferꝛner infall vnnd raach verbotten were/ haben die Teutſche Völcker auß denen Francken/ Sachſen/ Catten vnd Hartzlaͤndern 18000 zuſam⸗ men geleſen/ ond die auff die Sachſiſche graͤntze ge⸗ ſetzt/ vnd iſt ſolches der anfang der Marck Branden⸗ burg/ als fuͤrnemlich diſem hauffen mehr Catten vnd Hartzlaͤnder zugeſchickt worden. Von dero Catten innerlichen vnd in⸗ heimiſchen kriegen. Bald +— ⏑—ϊᷣ&☛ *— Alld darnach ſtunden die Catten biel heffti⸗ ager/ als zuvor jemals beſchehen/ gegen ein⸗ ‿ ander auff/ alleine darumb/ daß die Obrig⸗ keit alzu oßt bey ihnen veraͤndert ward/ vnd ſetzo diſer/ bald ein ander ſich wollẽ in daß regiment in⸗ dringen. Aber durch ſolche ſtetige veraͤnderungen ward der thugent ſold hindan geſetzt/ vnd wolverdie⸗ neter maͤnner vergeſſen/ darauß dann heimlicher vn⸗ will vnd verdꝛuß/ auch offentliche feindſchafft erwach⸗ ſen muſſen. Wan nuhn alſo einer dem andern in haa⸗ ren lag/ vnnd der maͤchtigſt dem ſchwaͤchern auff dem nacken ſaß/ wurden ſie ſamptlich von ihren nachbaw⸗ ren oberfallẽ vnd geſteupert. So bald konten ſie aber nit angetaſtet werden/ daß ſolches nicht zur eintraͤch⸗ tigkeit vñ dem feinde zum widerſtand gereichet. Doch wann diſer vberwunden/ griffen ſie wider zu vorigem ſchimpff vnd waffen/ biß daß etwa die Hartzlaͤnder oder Hermunduͤrer ſie/ wie dann auch vormals/ durch einen angriff oder kriegßgeſchrey zur einigkeit vnnd zwar geringem frieden gezwungen: Allſo vnd der ge⸗ ſtalt/ daß ich die Catten denen Roͤmern wol verglei⸗ chen mag/ welche/ als ſie einßmals mit ihrer Obrig⸗ keit vnd Raths vaͤt ern in groſſem zanck vnd hader le⸗ beten/ vñ der feind ſie oberrumplet/ von ſtund an ihrer ſachen einig geweſen/ vnnd dem feinde widerſtanden haben. So bald aber der gewichen/ lagen auch ſie ein⸗ ander auffs new in haaren/ alslang die Vegenſer ihre graͤntzen vnangefochten lieſſen. Derowegen/ als die — i Het⸗ Chronica. 53 III 127 148 14 Heſſiſche Hetruſcier vnd Latiner vermercket/ daß diß volck von keinem außlaͤndiſchen/ ſondern allein durch ſich ſelbs zuuͤberwinden vnd zu tilgen were/ hetzten ſie mit liſt die Roͤmer dermaſſen aneinander/ daß ſie auch beynahe ſich ſelbſt vndereinander auffgerieben haben. In gleichem auch anietzo/ demnach die Catten vnü⸗ berwindlich/ practicereten es beydes Roͤmer vnd an⸗ dere ihre feinde dahin/ daß ihrer keiner etwas feindlichs offentlich vndernemmen⸗ ſondern ſich die maͤnner vndereinander außmergeln vnd tilgen laſſen/ ond alſo diſe Catten/ ihren feind/ ohne můͤhe vnnd ver⸗ luſt guter leuthe vberwinden vnd ab dem wegebringen wolten. Auch lieſſen ihnen die Catten ihre vndernom⸗ mene weiſe jetzund vnder ſich ſelbſten/ nach dem einem jeden daß gluͤck gewolt vnnd beyſtand gethan hat/ zu morden/ rauben/ vberweltigen/ brennen/ bald aber an ihre nachbawren zu ſetzen/ dermaſſen vnd ſo wol gefal⸗ len/ daß ſie auch ihren eignen nutzen onnd verderben weder vermercken/ oder abzuwenden vermocht. Hier⸗ mit iſt endlich der haͤrteſt eckſtein vnnd widerſtandt Teutſcher natlon/ die Cattẽ/ ſo denen feinden jederzeit alzu ſcharpff vnd ſchneidig/ durch ſein eigen vergeſſen⸗ heit vnd muthwillen in ein ſo groſſen abgang vnd vn⸗ fall gerathẽ/ daß darob gantz Germanien/ ſa auch die Roͤmer ſelbſt/ ein furcht bekommen/ vñ ihnen vnſerer vorfahren ondtergang eine rechte vnd angelegene warnung hinfuro haben ſeyn laſſen. Von Chronica. 55 Von dem endlichen vndtergang der Catten. Ann nach dem Antoninus Pius Roͤmi⸗ Kſcher keyſer mit tod abgangen/ vñ ſein ſohn Marcus Antoninus Verus/ dẽ mã Phi⸗ matteten vnd durch ihre langwirige kriege abgearbei⸗ tet/ ſchwache kraͤffte vnnd widerſtand der Carten vn⸗ derlangs wol abrechnen vnd muhtmaſſen koͤnnen/ iſt er ohne verzug mit einhelliger macht auff ihre landt⸗ ſchafft verruckt/ auch demnach/ dieweil ſie vber das noch die andere nachbawren zu feinden gehabt/ ſie mit groſſer gewalt oberfallen/ geſteupert/ etliche ins Rieß verdrieben/ etliche ins Wirtenberger land verfaget/ von denen ſich forters vil in die Inſel Sitam/ jetzund Hollandt vnd Seelandt zu ihren landsleuthen denen Batavis ond Mattiacis begeben/ die doch nach etli⸗ cher zeit daſelbſt auch zum theil verdilgt worden. We⸗ nige aber ſind im lande geblieben/ zu welchen ſich die Sachſen gefunden/ ſech ihrer zum theil auß mitleiden eines ſo gewaltigen/ ietzo aber vberweltigten volcks/ zum theilaber/ daß ihnen ihr land etwas zu enge wer⸗ den wolte/ wider die Roͤmer angenommen/ ond die⸗ ſelbig in ihre alte ſitze eyngefuͤhret haben/ da ſich vil zu ihnen gethan/ ond gleichſam als mit einer gluͤckwuͤn⸗ ſchung ſich widerumb zu mehren/ vnnd in ein ſehnlich groß volck zu wachſẽ ſie mit ihrem altẽ namen vñ titul Hetten/ daß iſt/ Vaͤtter genennet/ darauß doch kurtz 1 ij hier⸗ loſophum nennet/ dero nunmehr außge⸗ 163¾ 5 Heſsiſche hiernacher der nahme Heſſen/ wie hiebevor auch an⸗ gedeutet worden/ ſeinen anfang widerumb genomen. Von der Sachſen regierung in Heſſen n Deß newen Heſſiſchen voͤlckleins tha⸗ ten vnd reiſen. — „ ) ,o/ daß ſie durch diſelbe ihn den rechten ei⸗ Teutſchen bundt widerumb herfur geſucht/ mit vilen mechtigen hauffen auff die Teutſche laͤnder gerucket/ doch nichts erhalten/ allein daß ſie abermals den frie⸗ den mit gelde erkauffen muͤſſen. Dann ſintemal ſie ge⸗ nugſam zu thun diſelbige Teutſchẽ von denen graͤntzen abzuhalten/ wil ich gern geſchweigen/ daß ſte ſich den bundt zu brechen oder zu verhindern vnternommen haben ſolten. Eins iſt aber wol zu wiſſen/ daß nach dem auch die Marckmannen vnnd ſaͤmptliche andere Teutſch ———— Chrontca · 7 Teutſche voͤlcker nunmehrwider in harniſch gebracht/ Marcus Vindex in Pannonien erleget/ iſt zwiſchen Antonino Philoſopho vnd denẽ Teutſchen ein ſolcher krieg entſtanden/ ſo nicht geringer/ als der/ welchen die Roͤmer wider die von Carthago fuͤhrẽ muͤſſen. Sin⸗ temalaber entlich Antoninus daruͤber zu Vindebon⸗ na/ ietzo Wien/ verſtorben/ kam es dahin, daß die Roͤmer den frieden abermal kauffen muͤſſen. Dann wie ſolte der vngerahtene Commodus das jenige/ an welchem ſo viel fromer hoch bemuͤhtigter keyſer einen fehl geſchlagen/ erlanget vnd erhalten haben. Noch ſchemet ſich der flegel nicht zu triumphiren im erſten jahr ſeines keyſerthums/ vnd lebet darnach in aller vp⸗ pigkeit: konten alſo vnter deſſen die Teutſche denen Roͤmern leichtlich obſiegen/ vnd ſie allenthalben ver⸗ j Alſo kam es endlich dahin/ daß die Roͤmer mit denen Teutſchen nicht allein frieden gehalten/ ſon⸗ dern auch/ als der fromme keyſer Pertinax von Di⸗ dio Juliano erſchlagen/ vndalſo innerliche entpoͤrun⸗ gen ſich vnter ihnen erhuben/ auß ihnen kriegsleuthe vmb ſold gedinget haben/ welches dann auch dem verſoffenen weithals Juliano ſeinen kopff vnnd leben gekoſtet. Daß aber damaln die Teutſche friedſam vñ ſtille worden/ war die vrſach/ daß keyſer Severus ſie mit gelde beſtochen/ vnnd in allem ihre freundſchafft geſuchet. Wo fern er auch anders gethan vnd ſie an halß gehenget/ wuͤrde er weder Peſcenninum oder Albinum die auffr huͤrer in Gallten erleget/ noch die i inj Par⸗ 178 181 194 297 214 22) 58 Heſsiſche Parter/ Adabianer vnd Araber mit ſo gro ſſem ſieg zu vberweltigẽ vermocht habe. Seinem exempel folg⸗ te nicht allein ſein ſohn Antoninus Caracalla/ ſon⸗ dern kleidet ſich noch darzu auff teutſch/ vnd zogt auff ſolche weiſe auch ſein haar vnd bardt/ vñ erbate zu dem die ienigen/ ſo vnder ihnen/ denen Teutſchen/ etwaß beſonders/ zu raͤthen vnd leibßhuͤtern/ alles darumb/ off daß er nicht etwa auß ihrer gunſt fallen moͤchte. Daher kompts/ daß man vmb dieſe zeit wenig von Teutſchen haͤndeln beſchrieben findet/ ohne allein daß/ ſie bey denen Roͤmiſchen keyſern geachtet vnd gefuͤrchtet geweſen. Aber es iſt darneben ver⸗ muthlich/ daß ſie arumb nicht ſtille geweſen ſein/ ſondern je bißweilen mit anderen ihren nachbaw⸗ ren ein verſuchen gethan. Dan wir wiſſen/ daß vnſe⸗ re vorfahren vñ alten Teutſchen niemals an weißheit gluͤck vnd ſieg viel abgangen: aber auß vnverſtandt vnd mangel der Hiſtorienſchreiber ſeindt viel weiſer tapfferer Teutſcher regenten herliche thaten vnder⸗ zeichnet geblieben/ oder aber gantz mangelhafft vnd je bißweilen neidiſch vñ verkeret beſchrieben worden. Alſo auch/ ob wol das Heſſenlandt viel tapffere vnd ſtreitbare manliche heldẽ zu dieſer zeit/ in ma ſſen auch Sachſen/ gehabt/ ſint doch ihre thaten nicht auffge⸗ mercket worden/ darumb aueh ich alhier dem begieri⸗ gen ond fleiſſigen leſer kein genuͤge thun kan. Doch kan man darneben berichten/ daß als vmb ſolche zeit die Francken auß anweiſung vnd vnterricht. Hildega⸗ ſten — ſten vnder koͤnig Huldreich ſich guter ordnung/ vñ ge ſetze/ wie in gleichem einer ehrlichen tracht an kleidern angefangen zu befleiſſen/ die Heſſen vnd Sachſen in ſolchem ihnen nicht allein gefolget/ ſondern auch da⸗ mals/ dieweil ſie bießdaher gleich andere Teutſche in ſchlechten bawren huͤtlein gewohnet/ ſich angenom⸗ men hohe heuſer zubawt. Doch iſt nicht ohne/ daß ſie ſich iderzeit eines ehrbaren weſens beflieſſen/ vnd bey ihnen mehr gegulten haben gute ſitten/ dan andßerwo gute geſetze/ welches zwar von vnderweiſung vnſers erſten vatterß vnd koͤnigß Tuiſto bis auff dieſe zeit von ihnen erhalten worden: als nemblich ein harte kinderzucht/ vnd ſcharffes in ſehen vber den eheſtandt vnd deſſen veraͤchter: wiewol ſie ſonſten auch ihre mangel gehabt/ ond allezeit wider ihre nachbawren ond angrentzende krieg gefuhret vnd ihnen ihr landt mit gewalt genommen haben. Doch hat auch zum offtermal die billigkeit ſie darzu gedrieben/ ond derſel⸗ ben ihrer nachbawren ſtoltz mehrmals vrſach vnd ge⸗ legenheit darzu geben/ in maſſen ſolches an den Roͤ⸗ mern genungſam zuerſehn. Dan auß waß grundt wolten ſie ihnen die Teutſchen vnderthenig machen/ dan daß man ſie herren der gantzen welt nennen ſolte? Aber hirmit brachten vnd bewegtẽ ſie dieſelben zu de⸗ nen grim̃igen waffẽ/ wie dan auch in dem 236 jahr vn⸗ ſers erloſers beſchehẽ in welchẽ die Teurſche abermal ermuntert vñ angebracht vber dẽ Rhein vñ Donaw zu fallen/ daruber dan alles R miſche kriegßvolck võ jhnen Chronica. 19 236 237 6⁴ Heſaiſche ihnenan denen grentzen erlegt/ flecken/ ſtaͤtte vnd dorf⸗ fer geplundert/ Gallien verherget/ vnd Italia ſelbſt in in groſſe noht vnd ſchrecken gebracht worden. Keyſer Alexander war dazumal in Antiochien/ als ihm dieſer lermen zun ohren gebracht iſt. Der⸗ wegen er alle ſachen in Morgenlaͤndern vfs ſchleunig⸗ ſte verrichtet/ ſich mir Armeniern/ Partern vñ Moh⸗ ren geſtercket/ vnd vff Teutſchlandt ſeinen geengſteten Roͤmern zur rettung gewendet hat. Alſo kamer ent⸗ lich mit 150000 man an Rhein/ ſchlug bey Mentz eine bruͤcke daruber/ vñ ſtellet ſich als ein ernſter krigs⸗ herr ond recher erlittener ſchmach. Aber vmbs hertz war es ihm viel anders als er ſich ſtellet/ in dem dero Teutſchen macht ihm ſehr wol bekandt war. Ver⸗ hoſtet doch hierbeneben den feindt mit guten worten vnd geſchencken/ wie auch ſeine vorfahren gethan/ zu ſtillen. Als nuhn ſolches die krigsleut vermercket/ brachten ſie den frommen keyſer auß anregen des bar⸗ bariſchen landtſchelmens Maximini vmbs leben. Darauff greiff derſelbig Maximinus die Teutſchen in Galliẽ mit groſſem ernſt an/ vermochte aber kaum durch vielfaltiges ſcharmutzlren/ vñ ſeine muͤhſeliger weſen ſo viel/ daß ſie von ihnen ſelbſt widerumb v⸗ er Rhein gezogen. Hierauff Maximinus ermütert olgete ihnen balt nach/ hielt an einem ſee ein ſo grau⸗ ſame ſchlacht/ daß auch derſelbig von der eꝛ ſchlagenen lut ſeine farbe geendert. Mit dem langbeinigen keiſer ſelbs were es in einem ſumpff ſo weit kommen/ daß er ohne b Chronkca. vhne der ſeinen vnerhortẽ widerſtandt vnd hülffe des todtes geweſen oder zum wenigſten in der feinde hen⸗ de kommen were. Innerhalb dieſer ſchlacht kompt ihm die zeitüg/ daß auch die Teutſche ã der Donaw in ſein gebiete gefallen vnd geſiget hatten. Derwegen muſte er dieſe an dem Rhein ond in Heſſen mit gelde beguͤtigen vnd ſonſt groſſe verheiſſungen thun/ darmit er weiters vngerupffet entkomen moͤchte/ auch deſto ſicherer denẽ andern widerſtandt thun koͤnte. Hierzu dinget er in dieſen landen viel krigßvolck vmb groſſe beſoldung/ richtet aber darumb nicht deſto mehr auß ohne daß er allenthalben mit rauben vnd brennen de⸗ nen leuten vberlaͤſtig war. Entlich machte ihm vñ ſeinem wuͤteriſchen ſohn den garauß der edle jungling Gordianus/ welcher inſonders viel auff dieſe landtart vnd andere volcker am Rhein gehalten/ auch durch ihren beiſtandt groſſe thaten verrichtet/ die abgefallene Parter gedemuͤtiget/ vnd die Perſer vberzogen. Hiernach als Decius vnd ſein ſohn ins regiment kamen/ machten ſich auch die Goten deren gewalt zu der zeit hoch geſtigen war/ an die Roͤmer/ vñ kam dahin/ daß ſie/ die Roͤmer/ auch dieſen ein tribut jaͤhrlich reichen muſten. So rrug es ſich auch ferner zu/ daß keyſer Va⸗ leriani ſohn vnd mitregent mit liebe entzuͤndet wart gegen derer Marcomañen vno Behmen konigß toch⸗ ter/ einer auß der maſſen ſchonen vnd hollſeligen jung⸗ frawen. Auff daß er nuhn dieſelbig von ihrem vatter zum 240 2353 — 257 262 —— 62 Heſsiſche zum weib erlangẽ moͤchte/ ſchencket er ihm ein groſſes theil Pannoniaͤ/ wenig in acht nemende/ waß hierob dem Roͤmiſchen reich abgingeviel weniger aber zu hertzen fuͤhrende/ daß er zu Rom noch ein eheweib ſitz⸗ en hatte. Nach dem er aber anheim kommen/ vnd ſich zwar gern von derſelben vmb ſeiner newen braut willẽ ſcheiden wollẽ/ hat er doch mit billigkeit ſolches nicht erlangen konnen/ vnd muſte derwegen die Teutſchs Furſtin als eine Concubin bey ſich haben. Heſſen vnd Sachſen kriegen in Ita⸗ lien vnd Gallien. = Jeweil ſich den zu gleich damals die Teut⸗ S 6X dſche auff ein newes wider die Roͤmer ver⸗ bunden/ hat ſolcher ſchimpff ſie deſto mehr Sd geſtercket. Derwegen ſie vier hauffen zu⸗ mal vnd nach einander außgeſchickt/ den einen vff A⸗ ſiam/ welcher daſſelbig auch immerlich durchoͤdet/ den tempel zu Epheſo geplundert/ Nicomediam/ Trojã vñ viel andere zerſtoͤret: in dem ruckweg Grichlandt/ Ae⸗ haiam/ Macedoniam/ Thraciam/ Epirum vnd Illy⸗ ricum durchzogen vnd geſteupert. Doch iſt ſolches nicht in der eyle zugangen/ ſondern haben darmit in die 15 jahr zugebracht. Der anderhauff von Heſſen/ Sachſen/ Bey⸗ ern/ vñ Thuͤringern verſamlet/ fie durchs Rieß in J⸗ talien/ brennet vñ raubet alles, waß er antraff/ biß gen Raven⸗ ſes ob zu ſilz⸗ ſich illẽ icht ſche Leut⸗ ver⸗ nehr n zu⸗ ff A⸗ /den jã vñ Ac⸗ „Illy⸗ lches nit in Bey⸗ in J⸗ ß gen aven⸗ Chronica. 63 Ravenna dnd zog darnach mit erholter keicher beute ongehindertwiderumb anheim. Als dieſe kaum wi⸗ derkommen/ brach der dritte hauffen auß denen voͤl⸗ ckern des Marcomaniſchen reichß/ de Quaden vñ Sarmaten auch off/ thet ſeinen infal in Pannonien/ welches nuhmner Vngern vnd Oſtereich/ vnd namen daſelbß in/ waß denen Roͤmern noch obrig war. Den letzten onder dieſen vier hauffen fuhret ko⸗ nig Garhoch auff Gallien/ verheretealles/ zerſtoͤrete Mentz/ Trier/ Metz/ Cabillon vnd viel andere ſtaͤtte. Vnd dieweil er der mechtigſt vnder dieſen vier hauffẽ/ von Francken/ Sachſen/ Heſſen vnd anderen Teut⸗ ſcheauſſerleſen/ ruͦckte er vber den Roncval in Hiſpa⸗ nien/ da dan auch etliche Schwaben ſich in Gallicia nidergelaſſen/ darinnen etliche jahrlang geblieben vñ viel ſtaͤtte erbawet. Es waren aber auch bey diſen hauffen Anther/ koͤnig Warthernin Francken vnnd Luther des Saͤchſiſchen koͤnigs Mehrbots/ ſoͤhne freudiger junger herren zwene. Sehet wie dieſe volcker ſamptlich bis daher wie eine ſtarcke waſſerflut auch bey nahe die zantze welt vberſchwemmet/ alſo daß ſich auch die Roͤmer vor dieſen feindẽ gleich ſo ſehr/ als zu der zeit vor den Cim⸗ bris vnd Celtis fuͤrchten muͤſſen. Wiewol gleichfals nicht ohne daß dieſe Teutſche voͤlcker auch bißweilen den lohn entpfangen/ in maſſen ihnen bey dem Gart⸗ ſee von Claudio/ wie zu gleich ober z jahr bey Florentz Pavi vnd andern orten von Aureliano mehr wider⸗ fahren. k ij Nah 265 266 280 284. Nach Aureliano kam zwar Tacitus ins keyſer⸗ thumb/ wart aber balt von den ſeinen beybracht/ vnd abener maſſen nach ihm Florianus. Vnd wieſolte doch der Roͤmiſche hauff frembten voͤlckern glaubẽ gehalten haben/ ſintemal ſeine eigne keyſer/ wie fromb vnd furnem ſie auch waren(wil der gottloſen vnd yj⸗ rañen geſchweigen) vor Roͤmiſcher vntrew nicht ſicher waren. Iſt derowegẽ nicht wunder daß die Teutſche ihnen obern nacken kom̃en muͤſſen/ vnd aus goͤtlicher verſehung raach von ihnen nemen. Alſſo vberfielen die Teutſche abermal Franckreich/ verwuͤſtetẽ das lã dt/ vnd namen denẽ Galliern 70 ſtaͤtte. Derwegen zog ihnen Probus entgegen/ that manche ſehlacht mit ih⸗ nen/ vnd darmiter nicht entlich vbel anlieff/ richtet er einen vertragt vnd freundtſchafft mit ihnen auff/ da⸗ rumb ſie ihm auch nachmalen in kriegentrewlich bey⸗ geſtanden/ vnd ihm gewaltige thaten volnbringen hel⸗ fen/ welche ihm vileicht ohn ihr zu thun vnmuͤglich geweſen. Es waren aber hierneben auch in verlauffener zeit vnd kriegẽ die Heſſen/ gleich andern voͤlckern/ ſehr dunne worde. Nuhn hatte ſich die Tuͤringer oder Ty⸗ rigete/ von dem waſſer Tyra alſo genandt/ ohngefehr vor achtzig jahren/ wegen hoͤchſter bedrengnus ihrer ongetrewen nachbawren/ aus ihren lande/ ſo an dem ermalten waſſer Tyra/ ſo nuhmer der Neſter iſt/ ne⸗ we oͤrter vnd laͤnder zu ſuchen weg begeben/ Hiermit hat es ſich zugetragen/ das ſie entlich nach vielein b5 rum —“ 4 Heſsiſche Chronkea es rumb ſchweiffen/ demnach ſie hin vnd wider von denẽ Sachſen vnd andern auß gedrieben/ entlich vber die Elbe/ forters an den Hartz vnd letzlich gahr vber den⸗ ſelben in der alten Caiten ſitze gerucket/ vnd ſich bene⸗ ben denen Heſſen/ ſintemal ſie ihnen im widerſtandt zu ſchwach/ vnd von denen Sachſen/ welche vor ſich ſelbſt genung zu thun /keine entſatzung mehr hattẽ/ an denen waſſern Sala/ Jehra vnd Vnſtrudt nider⸗ gelaſſen. Demnach ſie dan an ſolchem ort vnange⸗ fochten bleiben/ richteten ſie daſelbſt ein koͤnigreich an vnd ergaben ſich auch williglich zu ihen die Heſſen/ alſo daß ſie alles/ waß ſie hiernechſt ein geraume zeit verrichtet/ durch ihr zuthun/ beyſtandt vnd verteidi⸗ gung vndernommen vnd ausgefuͤhret haben. Daß Landt zu Heſſen gelanget an dero Thuͤringer Koͤnig. Lſo hat der eſer nach gelegenheit ver⸗ 8 ſtehen moͤgẽ/ welcher maſſen die Thuͤ⸗ ⅞⅜ ringer in der alten Catten lande ſich J begeben vnd die Heſſen ſich ihnen ‿, ſilbſt onderthenig gemacht haben. e Jetzo aber in continuitrung onſer hiſtori wirt man vernemen/ was gefahr ſo ihnen immer begegnet/ jedoch ihnen vnmuglich war/ daß ſtetevnauffhoͤrliche angedencken/ ſo ſte auff hohe tha⸗ ten geſetzt/ auſſer dem ſin zuſchlagen/ ſondern mehret k iij ſich 214. 290 819 gᷓs Heſsiſche ſich die begierde newve lande zu beſuchen/ diewell ſie ſur vnd fur dtie herrliche eroberte beute vor augen hatten/ vnd ſich weiter zuverſuchen/ von tag zu tag. Darüb/ als Diocletianus keyſer worden/ ſie abermahls zu de⸗ nen Teutſchen Burgundern/ Schwaben vnd Heru⸗ lern ſich geſchlagen/ in Galliam gefallen/ daſſelbig ſampt vielen andern landẽ der Roͤmer treflich beſche⸗ diget/ vñ den Conſtantinum hefftig beſtreiten helffen. Ob nuhn wol ein frieden entlich hierauff erfol⸗ gen muͤſſen/ hat es doch nicht lange weren koͤnnen/ ſin⸗ temal derſelbig nicht aus einem rechten grundeerba⸗ wen/ ſondern viel mehr ſich inner demſelben zu ſterckẽ ond zu verſchnauben angerichtet. Hoyer Koͤnig der Thuͤringer vnd Heſſen. — Emnach nuhn der krieg widerumb erne⸗ Dwert vnd man denen Roͤmern zu groſſem P, nachteil auffs new zu felde lag/ wolte zwar Conſtantinus ſein beſtes thun/ zog auch darumb dem feinde tapffer vnder augen/ vnd ſiget hi⸗ ermit denen Teutſchen ab. Aber ſolches erſchrecket darumb die vberwundene nicht/ viel weniger auch wi⸗ derumb vber die Maſe zu brechen. Darumb muſte der feindt damalß das gelach duppel bezahlen. Die ſe beute nuhn iſt ein anfang eines viel groſ⸗ ſern vbels in Teutſchlandt worden: Dan als ob der theilung vnd außbeute ein zwietracht vnd zanck vn⸗ der Chrontca. 27 der denen Heſſen vnd Thuͤringern eins theils/ ander⸗ ſeitz aber denen Schwaben entſtanden/ iſt dardurch die verhetzung ſo groß worden/ daß man daruͤber zun waffen griffen vnd hefftige ſtreiffen auffeinander ge⸗ than hat. Sintemal dan hierauß ein viel ergerß zu befahren/ iſt aus zeitlichem raht vnd zu laſſen koͤnig Hoyers durch Leutmeyer der Franckẽ koͤnig die ſache dahin vergleichẽ/ daß/ nach dem viel guter leute durch ſolche verbitterung hinweg geraumet/ 30000 Fran⸗ cken ſich zwiſchen die ſtreittende voͤlcker in das Maͤin⸗ gaw niderlaſſen ſolten/ vnd daſelbß eine maure ſein/ damit eins dem andern nicht taͤglich vor den augen vmbginge/ vnd hiermit die feindtſchafftgebrochẽ wuͤr⸗ de. Vnd iſt alſo dieſes der anfang des Franckenlan⸗ des/ ſo die ſcribenten Franciam Orientalem neñen. Wie es forterß bey koͤnig Hoyerleins nach⸗ kommen zugangen. ( Jewol nuhn mitler zeit die Roͤmer gleich⸗ Sſals von Teutſchen hart bedrenget/ wen⸗ det ſich idoch bißweilen/ ja offtermals das blat/ daß ſie die ſcharten wol außgewetzet/ vnd ſich an den vnſern genugſam gerochen haben. A⸗ ber es haben die Teutſche darumb kein gefahr vnder⸗ laſſen/ bis ſo lange ſte das Roͤmiſch reich zerriſſen/ vñ ſindt nicht weniger auß ſonderlicher verſehung Got⸗ tes der Roͤmiſchen Manarchy ebenmeſſig wie die Grichen 326 343 378 371 42 Heſsiſche Grichen den Perſern ein ſpitziger angel vnd unheilſam gifft geweſen/ ob auch gleich die keyſer Conſtantinus/ Conſtans/ Julianus vnd andere denen vnſerigen et⸗ liche jahrlang ſtarcken widerſtandt gethan. Alſo haben auch die Thůringer vnd Heſſen mit beſonderer dapfferkeit auff anhalten vnd erſuchen der Francken die Roͤmer von tag zu tag auß Gallien ab⸗ dreiben helffen. Solches iſt auch ab dem zuſehen/ daß vornem⸗ lich dieſelbige vnder dem hauffen/ ſo auß allen Teut⸗ ſchen voͤlckern zuſamen geklaubet/ vnd darumb Al⸗ mannen genennet worden/ nicht geringe thaten bege⸗ hen helffen: Wiewol nicht ohne daß ſie/ in maſſen auch denen Carthagnienſern beſchehẽ/ nach verbrach⸗ ter zerſtoͤrung vieler veſtungen vnd ſtaͤtte/ auch erhal⸗ tenem ſig/ in dem ſie auſſerhalb landeß vnuberwindt⸗ lich/ in ihrem eigenen vatterlande vberweltiget wordẽ. Ott Heinrich oder Athanaricus der Thuͤrin⸗ ger vnd Heſſen koͤnig⸗ vnd von etlichen ſeinen nachfahren,. S B nuhn wol Julianus erregter maſſẽ die Almannen beweltiget/ ſo hat er darumb ſie nicht vnders joch gebracht/ ſödern viel mehr hiermit zu allerhandt newerungen anlaß geben. Darneben vberfielen auch die Thuͤrin⸗ ger vnd Heſſen/ die ſtadt Mentz/ ond fuͤhreten alle in⸗ wohner ſampt ihren guͤtern hinweg. Darnach als ſie durch Chronica 68 ſam durch die Sachſen geſtercket/ griffen ſie die Roͤmeran us/ denen greutzen ahn/ vnd noͤhtigten dieſelben einen frie⸗ et⸗ den vnd anſtandt zu machen. Aber nach dem ſie auff angerichten vertrag ohne ſorge wiederumb abzogen/ mit wurden ſie ſaͤmptlich von fridtbruchigen Roͤmern der hingerichtet. Aber damit brachte Valentinianus der ab⸗ Thuͤringer koͤnig Ott Heinrich recht in harniſch vnd muſten ſolches die Roͤmer ſo wol an der Donaw/ als nem⸗ am Rhein grauſamlich entgelten. 378½ Leut⸗ Nicht weniger raumet auch koͤnig Baldtreich Al⸗ oder Badericus/ vñ wart vbel mit denen a men Roͤ⸗ bege⸗ mern haußgehaltẽ. In ſumma/ waß ſie/ die Roͤmer/ 393 aſſen vndernahmen/ wan auch geeich der anfang gluͤcklich rach⸗ erſcheinen thet/ bekam doch entlich den krebßgang/ vñ rhal⸗ waren darumb volgentß minder dan ein gebadeteß bindt⸗ huhn zu furchten. Dann ſie hiernach nicht allein ordẽ. Galliam verlohren/ ſondern die Wandaler haben arin, auch Hiſpaniam/ die Sachſen Engelandt/ die Go⸗ then Italien ihnengenommen. Dieweil nuhn die Francken den Römern gantz vnd gar vbern hals gewachſen/ vnd ihrer in Gallien ſſẽ die mechtig warẽ/ befahretẽ ſich die Schwaben/ es moch⸗ rumb te ſolches zunehmen ihnen zugleich minder zutreglich en viel ſein: vnd brachten derwegen wider ſie die Wandaler ungen in harniſch/ welche dan vorlangſt gerne newe lender huͤrin⸗ geſucht hetten. Dieſelbe nuhn brachẽ in die 400000 alle in⸗ ſtarck auß Pomern Meckelbura vnd anderen ihren a ſitzen auff vnd ünderten grauſamb in Sach ſen/ urc Thurin⸗ 411 —— —— 74 Heſsiſche ringen vnd Heſſen/ waren auch hiermit eine drſach! daß die Froncken von Gallien ein zeitlang abweichen muſten/ darmit ſie daß ihre daheim nicht zugleich verloͤhren. Hattenaber doch hierneben nicht ein gerin⸗ ges wolgefallen ab deme/ ſo in Sachſen/ Heſſen vñ Thuͤringen ſich verlauffen/ in maſſen daß ſie verhoff⸗ ten der raach halber deſto beſſere vñ grim̃iger gehuͤlf⸗ fen an denen onſern zu haben. Darumb ſie die jenige an ſich gehẽget/ wider auff die Gallier außgedo⸗ gen/ dene Wandalern zwantzig tauſent man abgeſchla⸗ gen/ vnd ſie bis in Spanien gedrenget. Solches hat ſich alles verlauffen vmb die zeit als die Gotẽ Italiẽ/ ja Rom ſelbſt/ erobert vnd geplundert/ vnd als bey de⸗ nen Thuͤringern vnd Heſſen regieret hat könig Wi⸗ delphus/ deſſen tochter Baſinam Clodius koͤnig in Franckreich geehlicht. Vnd dies vngluͤck hatten ih⸗ nen die Romer dureh ihren ſtoltz vbermuht vñ inhei⸗ miſche vneinigkeit ſelbß vbern hals gezogen/ dem⸗ nach ſie ſich ohn auff hoͤren perſuadireten darßu gebo⸗ ren ſein andere volcker zu onderdrucken. Aber alſo hat daß gluck mit allen monarchien geſpielet/ daß wan ſie nicht hoͤher ſteigen koͤnnen/ als dan grewlich ernie⸗ der gefallẽ ſein. Eben darumb erzeigten ſich damals in aller welt grewliche ſpaltun ge ond verendungẽ/ in dem je ein volck das ander onderdruͤcket oder aber auß ſei⸗ nen grentzen vetdrieb/ ja auch gantze voͤlcker ein traw⸗ riges ende namen. Vnd das alles/ darmit wit menſchen darauß lernen ond abnemen ſollen/ daß auff der Chronica. 8 der erden nichts vngewiſſers als vmb vns dud vnſere guͤter. Merwig koͤnig der Thuͤringer vnd Heſſen. Lſotrug es ſich auch zu/ daß Clodius koͤ⸗ nig in Franckreich/ als er die Roͤmer gentz⸗ lich auß Gallien verdrieben/ vnd demſel⸗ henget/ auch ob ſeiner gewalt alle Teutſche voͤlcker/ in⸗ ſonderheit die Sachſen/ Thuͤringer vnd Heſſen mie ihme ſichin bundtnuß ingelaſſe/ anfing vbermuͤhtig zu werden/ vñ wie man ſaget/ ſein gut ihm den muht me⸗ hren thet. Darumb wolte er auß dem bundenuhmer ein bandt machen/ ond auß freunden vnderthanen. Hiermit erregte er nelve vnd innerliche ſpaltungen/ vñ kriege. Vndob er wol die Sachſen nicht vnder ſein joch bringen muͤgen/ ſo hat ers doch mit denen Heſſen vnd Thuringern ſo weit geſpielet/ daß ſie ſich nicht al⸗ lein vnder ſeinen ſchutz begeben/ ſondern auch ſeinen ſohn Merwig oder Meroveum zu einem koͤnig an⸗ nemen ond der Francken ſitten vnd policeiordnung ſich gebrauchen muͤſſen: doch haben ſie ſolches deſto williger gethan/ ſintemal Merwigen mutter ihres verſtorbenen koͤnigß tochter/ vnd alſo eine Thuͤringe⸗ rin geweſen. Ob nuhn wol Merrig an macht zugenomen/ vnd nach ſeines vattern hinnefahrt auch Franckreich inbekommen/ ſo verderbete nn doch Attila der Hun⸗ 1j Hetz ben nuhmer den namen Franckreich ange⸗ 431 447 7² Heſſiſche nen koͤnig endtlich das ſpiel. Danals derſelbig denen Wandalern in Hiſpanien zu hulff ziehen wollen vnnd darumb bey 500000 man ins felt gebracht/ wuͤhtet ond dobet er daneben ſo grauſam in Teutſchlandt/ daß allein vor ſeinem nahmen dieſe laͤnder Thuͤringẽ/ Heſ⸗ ſen vñ Sachſen/ welche doch niemals vor denen mech⸗ tigen Roͤmern ſich entſetzet/ als ob er helliſch fewr vmb ſich ſprewen konte/ erzitterten. Derhalben ſich auch Thuͤringen vnd Heſſen/ demnach ſie ohne daß mit ih⸗ rem auffgedrungenẽ koͤnig vbel zu frieden/ an ihn/ wie auch ſonſt viel andere Teutſche voͤlcker/ ergeben/ vnd ſich ihm zum beſten zu felde gemacht haben. Dieß er⸗ ſchrecklich geſchrey zur zeit der groſſen furcht vnd all⸗ gemeinen truͤbſal/ richtet ſo viel aus/ daß ſich auch nie⸗ mand recht zu weren gedacht: Wer auch ſich eins widerſtandß vnderneme wolte/ wart jemmerlich zer⸗ ſchmettert. Daruͤber ging es ekkendiglich vnd grauß⸗ ſamb in Teutſchlandt vnd Franckreich zu/ vnd verur⸗ ſachet einen erbaͤrmlichẽ anblick die er ſchroͤckliche zer⸗ ſtoͤrung ſo vieler ſtaͤdte vnd laͤndder. Wie dem allem kamen ihm dennoeh die Goten/ Francken/ Sachſen/ ſampt dem erfarnen hauptman vñ Roͤmiſchen krigß⸗ fuͤrſtẽ Erio endtlich bey Toloſa in Franckreich enige⸗ gen. Daßſelbſten iſt der helliſch wran nach einer ſo grauſamen ſchlacht/ daß auch 18 0000 man auff der walſt adt geſtreckt bleiben muſſen vñ daß fliſſende blut der erſchlagenen die eoͤrper auffgehaben vnd gleich ei⸗ nem ſtrom hinweg gefuͤhret/ vberwunden/ vnd auß 6.— 21 Chronica. 23 chen gezwungen worden. Bernhardt koͤnig der Tzuͤringer vnd Heſſen. Emnach auch letzlich der wuͤterich Etzel/ o⸗ Ader Attila/ in ſeinem eigenẽ blut erſticket /vñ alſo die welt deß groſſen ſchreckens abkom⸗ . men fielen die Thuͤringer vnd Heſſen/ in maſſen alle andere voͤlcker/ den Hunnen widerumb 5 ab: wolten aber doch ſich durch ſolch mittel/ als die 4,4 jenige/ ſo etwa durch die verenderung des regiments 8 onder Merwigen witziger worden/ nicht widerumb . an Francken begeben. Nuhn hatte der koͤnig einen 3 vitzthumb oder ſtathalter in Thuͤringen Bernharden . obenbemeltes koͤnig Baltreiß ſohn/ einen weitlichen wiewol alten herren/ denſelben wolten ſie vor einen kö⸗ ⸗ nig haben/ waß auch gleich Merwig darzu ſagen ⸗ moͤchte. Demnach er aber baldt darauff verſtorben/ n ſetzten ſie an ſeine ſtadt ſeinen ſohn Baſin. Darumb / vnderſtundt ſich zwar Merivig ihn zuverdringen/ iſt 3⸗ aber doch daruber todts verfahren. e⸗ o Baſin koͤnig der Thuͤringer et vnd Heſſen. it 8 SIEeer koͤnig Baſinus hatte zu einer ge⸗ mahlin Baſtinam eine lieſtige vnd boͤſe bhexenmeiſterin. Es begab ſich aber/ daß 5— iij als allen vortheilen vnd ingenom̃enen landen zu entwei⸗ 453 ———— 464 475 497 74 Heſsiſche als zu der zeit Huldtreich koͤnig der Franckẽ ſeines bů⸗ biſchen lebens halber auß Franckreich verdrieben/ in Thuͤringen angelendet fandt er den herren deſſelben landes/ nemlich den Baſin gantz gutwillig ihn auff⸗ zunemen/ inſonderß daer ſeinen zugeſtandenen onfall ingenommen/ ließ er ihn derwegen vier jahrlang an ſeinem hofe auß vnd in reiten/ auch in ſeiner traw⸗ rigkeit mit allerhandt ſachen vnd vbunge ſich erquickẽ ond ergetzen. Welches ſeines wolhaltenß vnd erbi⸗ tenß ſieh doch koͤnig Huldtreich gegen dieſen ſeinen ehrenwirt alſo bedancket/ daß er ihm ſein eheweib die Baſtinam nicht allein beſchlaffen/ ſondern/ nach dem er wider zu ſeinen vorigen wuͤrden erhaben/ auch ent⸗ fuhret hat. Mit dieſer ehebrecheriſchen koͤnigin hat Hultrich den erſten Chriſtlichen konig Clodoveum in Franckreich erzeuget. Zu der zeit ginges auch ſehr wunderlich in Ita⸗ lien vbereinander/ dieweil jeein keyſer den andern auß dem neſte hueb. Solches alß Odacker ein Saͤch⸗ ſiſcher fuͤrſt innen worden/ bewarb er in Sachſen/ Thuͤringen vnd Heſſen ein mechtig volck/ fiel darmit in Italien vnd machte ſich zu einem keyſer/ fuhret aber darneben kein vnloͤblieh regimendt/ bieß entlich Zeno keyſer in Orient der Oſtgoten koͤnig Diedrichen von Bern wider ihn ins feldt gebracht: welcher dan viel mit ihm vnd ſeinem krigßhauffen zu thun bekommen. Entlich aber hat Dietterich den ſig/ wie auch gantz Ilalien erhalte vnd Odackern ab dem brode gerichtet. Baldt⸗ Chronica. Baldreich oder Waidtreich/ koͤnig dero Heſſen. Nder dieſen weilen war koͤnig Clodoba⸗ G us oder Ludwig mit denen Thuͤringern Vond Heſſen/ darumb daß ſie ſeine mutter mit wahrem geruͤcht eine ehebrecherin ſcholten/ nicht zum beſten daran/ kam auch hierob entlich zu einem boͤſen kriege/ daruͤber Heſſen/ vñ Thuͦ⸗ ringen vbel gezauſet vnd noch zu einem jaͤhrlichen tribut gezwungen worden. Darumb wolten ſie ſich gern mitkoͤnig Ditterichen zu Bern in ein verbundt⸗ nuͤß ingelaſſen haben/ wan es allein ihnen ſo gut hette werden mögen. Wierwol nuhn ermelter Dietrich ihn ſolches abgeſchlagen/ ſo hat er ſich dennoch nich⸗ ſtoweniger mit ihnen befreunden wollen/ vnd dero⸗ wegen ſeiner ſchweſter tochter Amelbergen dem jun⸗ gen koͤnig Hermanfriedt/ welchen Caſſiodorus vnd Sifridus presbyter Miſnenſis Erinfridum nennen/ in Thuͤringen verehlicht. Dieſes heyraths haben ſich die Francken wenig erfrewet/ ſintemal ſie herumb denen vnſeren/ darmit ſie auch nicht zugleich koͤnig Diterichen vbern halß zoͤgen/ nicht mehr oberlaͤſtig ſein dorfften. Es hatte aber beſagter koͤnig Hermanfridt mit ſeinẽ bruͤdern/ nemlich obenbemeltem Baderico/ wel⸗ cher etwa auch Baldericus genennet/ vnd Werthern verglichen vnd Baltreichen das Heſſenlandt oberlaſ⸗ ſen. Nuhn begab es ſich daß koͤnig Herinanfede 493 710 718 G 319 76 Heſsiſche auch in die ander ehe mit Rhotilda auß Franckreich getretten. Dieſelbig ob ſie wolmit einer gleißneriſch⸗ en frombkeit geziehret/ war ſie doch eines neidiſchen vnd boßhafftig? gemuůhts vnd beredet alſo ihren her⸗ ren/ wie ſeine beide bruͤder ihm nach dem leben vnd ko⸗ nigreich ſtuͤnden. Hermanfridt/ ſo ohne daß zu her⸗ ſchen begierig/ ließ ſich baldt in harniſch bringen/ vnd aller bruͤderlichen lieb vnd trew vergeſſende/ ermordet er erſtlich ſeinen bruder Werthern wolte auch eben⸗ meſſig mit ſeinem andern bruder dem Baltreichen gefahren ſein waner nicht von ihm zu ruck gedrieben worden. Nuhn ſtundt Hermanfriedt in beſonderer freundtſchafft mit ſeinem ſchwager koͤnig Ditrichen zu Metz/ rieff auch hierob denſelben wider ſeinen bruder vmb huͤlff an/mit dem verſprechen/ wan er hm denſelben wuͤrde dempffen helcfen/ ihm ein antheil ſei⸗ ner herſchafften zu vberiaſſen Dittrich kieß ſich nicht lang darzu bitten vnd griff die Heſſen auff der andern ſeiten an/ auch dermaſſẽ/ daß der beweltig⸗ fuͤrſt Balt⸗ reich daruͤber erſchlag n wor den vn d machet alſo ſe nem ſchwager auch Heſſen vnderthenig. Als er aber auch hierdurch ſein verheiſſen thei zugleich erobert haben vermeinet/ vnd durch ein ſega tion ſolches bey ſeinem ſchwager erinnein mit ange⸗ fugtem erbieten auch die buͤndtnus vnd bruͤder chaft zu ernewern/ bekam er nicht allein ein abſchle gige ant⸗ wort/ ſondern es vndernam ſich auch Hermanfridt wider — Chronica. 77 wider ihn eines ſchweren krieges/ wiewol ſolches zu ſeinen groſſen ſchaden vnd vngluͤck. Daner entlich in einer ſchlacht vberwunden/ vnd darzu in dem ſchloß vñ ſtadt Scheidingen im Thuͤringerlandt/ ſo damals daß koͤnigliche hofflager/ mit huͤlff der Sachſen belaͤ⸗ gert worden. Dennoch iſt er auch diesmalß entrun⸗ nen onder eroͤberung der ſtadt/ doch ohne einige hoff⸗ nung vnd troſt von jemands huͤlff zu erlangen. Da⸗ rumb ihn ſein diener vnd raht Irnig auß verraͤhter⸗ lichem anregen beredet/ ſich an koͤnig Ditrichen zu er⸗ geben/ dieweil er ihm den weg vnd genade bey demſel⸗ ben ſeinem ſchwager erlanget habe vnd ohn gefahr ein dertrag zu hoffen ſey. Hermanfridt ſich keiner ver⸗ raͤhterey befahrende wolte hierumb nicht ſeumig zu ſeinem theil erfunden werden/ ſintemaler ſich darmit gantz vñ gar auff die ſpitze ſeines vnfalß bringẽ wuͤrde/ vnd ergab ſich derowegen willig an ſeinen ſchwager/ welcher ihn dan vnderm ſchein eines freundtlich⸗ en geſprechs von einer mauren zu tode geſtuͤrtzet/ fol⸗ gends auch all ſeinen hinderlaſſenen koͤniglichen ſamẽ hinrichten laſſen/ vnd ſich alſo einen koͤnig vnd herren dieſer vnſer lande gemacht/ nach dem Heſſen bey 240 jahren vnder dero Thuͤringer koͤnigen geweſen: Iſt geſchehen im jahr Chriſtt 52 4. Es hatte aber koͤ⸗ nig Ditrichen mit huͤlffe beygeſtanden ſein bruder Lotharius: Darumb nam er zu ſeinem theil koͤ⸗ nigß Werthern hinderlaſſene tochter eine fuͤrtreffliche/ ſchoͤne/ heilige jungfraw Rotgundt genandt. m Heſſen 2 134 Heſsiſche Heſſen kompt ſampt Thuͤringen an die Crone Franckreich. —= Lß nuhn/ wie man bis dahero ver⸗ nemen koͤnnen/ Dietrich konig zu = Metz/ Heſſen/ ond Thuͤringen in⸗ genommen vnd ihm onterthenig ge⸗ macht/ hat er die ſtadt Franckenberg 0 Kwee angefangen zu bawen vnd dieweil ſie auff einem huͤgel oder berge gelegen/ ihr den nahmen von demſelben vnd denen Francken zugelegt. Kurtz nach dieſer zeit brochen die Langobarden/ darumb daß ſie der Sarmaten joch nicht lenger leiden woͤllen/ auß ihren grentzen auf/ vnd geſelleten ſich zu ihnen viel andere Teutſche/ wie auch viel Heſſen vnnd Thuͤringer/ in dem ſie der newen herſchafft der Fran⸗ cken ſehr mißguͤnſtig/ vnd zogen alſo ſamptlich in daß Nortgaw/ iſt ietzo Beyern/ Oſtreich/ Steyrmarck/ vñ ein antheil Vngerlandt. Darauff ſtarb balt koͤnig Dietrich im 534 jahr des herren Chriſti/ vnd kam ſein ſohn Dietwert an ſeine ſtadt in Thuͤringen ond Heſſen. Es iſt aber hi⸗ erneben auch zu wiſſen/ daß dieſer abgeſt orbene koͤ⸗ nig Clodovai ſohn noch drey bruͤder gehabt/ vnder welchen Hultwert oder Childebertus ein koͤnig in Aauitanis Luther8oder Lotharius zu Parieß/ vñLeut⸗ eier oder Clodomirus zu Orliens geweſen. Diet⸗ Chronica 79 Dietwert koͤnig dero Francken/ Thuͤrin. ger vnd Heſſen. Q, S serlies aber koͤnig Dietrich hinder ihm zwen ſoͤhne/ deren der eine/ Dietwert/ in der theilung bekam inſonders Francken/ u Thuͤringen/ Heſſen vñ den gantzen Rhein⸗ ſtrom/ wie auch nachmalen Schwaben/ Beyern vnd Metz/ vnd alſo letzlich den namen eines Teutſen koͤ⸗ nigß. Er hat zu einer gemahlin eines Longobardi⸗ ſchen koͤnigs tochter/ võ welcher er den dolkuͤnen Di⸗ etwalden erzeuget. Dazumal nemlich im 537 jahr Chriſti drucket vnd engſtiget die gantze welt eine ſchwere zeit vnd groſ⸗ ſer erbaͤrmlicher hunger/ alſo daß die leute in die wilt⸗ nuͤſſen gelauffen ein offenthalt von wurtzeln vnd kreu⸗ tern/ ſo daſelbß vnerbawet wuchſen/ zufinden/ vnnd mocht ſie dennoch nicht vom todt erretten: dannenhe⸗ ro auch nicht allein die heuſer vnd ſtaͤtte/ ſondern viel mehr daß feldt vnd ſtraſſen allenthalben voller toder koͤrper gelegen. Dennoch wolte konig Dietwerdt ſeinen vaͤttern Lotharium bekriegen/ aber Gott ſtraffet ihn dermaſ⸗ ſen mit hagel vnd ongewitter/ daß er entlich einen fridẽ ingehen muͤſſen. Darauff fuͤhret er kriege in Ita⸗ lien vnd beſchloß keyſer Juſtinianum bieß in Thra⸗ tiam zu bekriegen. Aber Gott brachihm im ſelben jahr durch den todt ſein furnemen. m ij Diet⸗ 73³37 559 8* Hesſiſche Dietwalt oder Theodobaldus koͤnig der Francken/ Thuͤringer vnnd Heſſen Bauch gleich ſein nachfolgender ſohn ko⸗ Le nig Dietwaldt die angefangene ſachen h außzufuͤhrẽ gaͤntzlich entſchloſſen/ muͤſte ,ò er doch wie auch ſein vatter daran vmb⸗ kommen vñ erſticken: vnd dieweil er ohne leibßerben/ 560 fiel ſein gantz konigreich an Luthern ſeinen vettern/ wel⸗ cher daruͤber ein mechtiger koͤnig in Franckreich vnd Teutſchlandt worden iſt. Luther oder Lothariuskoͤnig in Franck⸗ reich/ Francken/ Thuͤringen vnd Heſſen. ‿☚2Q☚☛☛☚ Ber dieſes alles vnangeſehen fielen die 17 Thuͤringer vnd Heſſen von ihm ab/ der IS orſach halbereer ſie vberzogen/ gedemuͤti⸗ * get vnd wider zu gehorſam bracht. Als er nuhn entlich in hohem alter geſtorben/ iſt vnder ſei⸗ 76) nen ſohne der vierte koͤnig Sigwert/ dieſer landte ein herr worden: welcher zu einer gemahlin erkoren ein boͤſe zatz vñ ſchantbalck Bruͤnhilden auß Weſtgoten. Sigwert koͤnig in Metz/ Oſifran⸗ cken/ Thuͤringen vnnd Heſſen. Es ☛ únͤͤ— 11 7 S fielen auch gleich im anfang ſeiner regi⸗ rung die wutende Huñen vnder ihrem ko⸗ nig Cachanno in Thuͤringen/ denen wi⸗ derſetzet ſich gewaltig der koͤnig/ bieß daß er ſie verdribẽ vnd vberwunden: were ihnen auch noch ein ergerß widerfahrẽ/ wan er nicht vber ſeinen bruder Hulffreich/ welcher ihm aderſeitz ohne vrſach ins lãdt gefallen/ ziehen muͤſſen. Dieſer aber war kaum gede⸗ muͤtiget/ daß nicht zugleich die Huñen vns auch vber den halß komen/ ſo damals durch verhengnus Got⸗ tes vnd Caehanni zauberer beſchwerungen/ den koͤnig ond gantz Teutſchlandt in groſſe noht bracht vnd mit reicher beute vnangefochten widrumb anheim gezo⸗ gen. Aber dſeß wolte darumb nicht vergeſſen ſein vnd bleiben. Derowegen koͤnig Sigwerdt dieß teuffels geſchoß vber ſechs jahr dermaſſe angegriffẽ/ daß auch ſie vmb den friden bitten muͤſſen. Darnach als die⸗ ſer frommer koͤnig abermals ſeinen vngetrewen bru⸗ der oberzogen/ iſt er in einer belagerung verraͤhterlich erſtochen worden dureh anſtifftung ſeines bruderß gemahlin. Huldewert oder Childebertus koͤnig der Oſtfrancken/ Thruͤringer vnd Heſſen. Ee Hme folgete gleich zu anfang deß 580 S jahres im regimendt ſein ſohn Huldwert ein mechtiger herr in Teutſchlandt vnnd Franckreich ſintemal ihm viel von ſeinen 3 in ili vettern Chronica 824 767 777 579 ä ———B—;—ꝛ—ꝛ—x—xx½— 33 Heſsiſche vettern auffgeerbet/ daß er alſo in ſeiner regirung hatte gantz Burgundt ſampt der ſtadt Leon vndden beſten theil der provintz/ darzu bey nahe den gantzen Rhein⸗ ſtrom/ Heſſen/ Pfaltz/ Margraffthumb Baden/ item dẽ Schwartzwaldt/ Algaw/ Etſchlandt/ Beyern/ Thuͤringen vnd Meiſſen: Dannenhero er bey men⸗ V 798 niglich in groſſem anſehen. Ihm iſt im 1s jahr ſeiner regirung im baade ſampt ſeiner gemahlin vergeben worden. V Er verlies zwen ſoͤhne Dietwerten vnd Diet⸗ V richen junge herlein. Darumb als ſich ihre groß⸗ mutter die argliſtige Brunhildt der vormundtſchafft 600 angenommen/ ſindt zugleich die Hunnen abermahlß in Thuͤringen ankommen/ haben grewlich ruhmoret/ 1 bieß ſie durch die koͤnigin mit gelde widerumbgeſöh⸗ net/ ſelbſien den abzug auß dem lande genommen. Dietwert oder Theodebertus koͤnig der Oſtfrancken/ Thuͤringer vnd Heſſen. ⸗ Ls nuhn auch dieſe herren zur regirung ge⸗ ſchritten vnd Dietwert koͤnig in Teutſch⸗ h landt gemacht/ wart die Brunhilt von we⸗ gen ihrer vntugent von Teutſchen außge⸗ driben vnd verſtoſſen. Dieß bewegt den alten balck/ daß ſie Dietwertẽ vor einen baſtardt vñ huhrenkindt/ darzu einen rauber der vaͤtterlichen ſchetze/ ſo dochdas ſchandtweib ſelbſt geſtolen vñ beibracht/ außgeſchri⸗ en/ dar⸗ 2 — AAw 21 Chronica. 8 darmit ſie alſo die beyde bruͤder an einander hetzen moͤchte. Dieweil auch Diettrich der alten glauben geben/ iſt darauß ein ſchwerer krieg erfolget/ bieß ent⸗ lich könig Dietwert vmbkommen vnd ſeine drey ſoh⸗ ne von der alten kindermoͤrderin ſelbſten erwuͤrger worden. Dietrich koͤnig zu Metz/ Burgundt/ Oſtfrancken/ Thuͤringẽ vnd Heſſen. SHe Ls nuhn zuletz konig Dietrich das falſche F angeben der Brunhilden vermercket/ hat er M ISe ſich wider ſie gelegt/ dem ſie auch mit gifft 544 baldt zum tode geholffen/ der meinung bei⸗ der bruͤder lande/ nicht ſo ſehr deß letzten kindern zu nutz/ ſondern viel mehr ihr ſelbſten zum wolleben in zu⸗ nemen. Aber koͤnig Luther in Franckreich/ Hulff⸗ richen ſohn/ wolte der tyrañey ein ende machen. Fing derhalbẽ die jungen fuͤrſten ſampt der alten moͤrderin/ ließ dieſelbe/ da ſie zuvor den todt der jungen herren mit erbaͤrmlichem anblick anſchawen muͤſſen/ endlich ſchleiffen vnd darauff verbrennen. O du billicher todt vnd gebuͤhrende begrebnuß einer ſo ehrlichen fra⸗ wen/ welche ohn das gemeine blut der vnderthanen/ auch an 10 koͤnigen ond koͤniglichen perſohnen/ zum theil ſelbſt ein moͤrderin oder je vrſacherin ihres vnder⸗ gangß geweſen. Luther der I koͤnig in Franckreich/ Thuͤ⸗ ringen vnd Heſſen. Alſo 616 621 632 He ſch Heſsiſche A Lſo machte ihm auch koͤnig Luther Teut⸗ landt vnderth an/ ſtellete alßbaldt gute (., ordnungen an/ vud verſahe Thuͤringen/ H eſſen vnd Francken mit einem verſten⸗ digẽ ſtathalter/ Graff Raht genant. Setzet darnach ſeinen ſohn Dagobert zu einem koͤnig in Thuͤringen Dagobert der Tyuͤringer vnd Heſſen koͤnig. Swaraber Dagobert ein frechter junger ſe h err ond fuhrete in Thuͤringen ein groſſen 5 pracht ſeines gefallens. Welches als die E Sachſen nicht erleiden muͤgen/ fingen ſie an wider ihn zu kriegen/ in welchẽ ſie doch durch huͤlff des altẽ vberwũdẽ vñ zu einem tribut genoͤhtiget wor⸗ den. Demnach auch Dagobert zu volligem regi⸗ ment getretten/ haben ihm die Sachſen forters viel zuſchaffen geben/ welchen er doch jederzeit mit denen Francken/ H Sigwert eſſen vnd Thuͤringern widerſtanden. I1koͤnig zu Netz/ Oſifrancken/ Thuͤringen vnd Heſſen. 2Sh nen Sigwarten vñ Lndwigen/ ſo die Frant⸗ DIzoſen Clodovæum nennen/ das landt ge⸗ atte aber Dagobert ſeinen beiden ſoh⸗ theilet/ vnd Sigwarten Auſtraſiam ſampt dieſ. n vnſeren landen vermachet. Derſelbig war ein ruͤhiger menſch/ alſo daß ſeine groſſeſt freude 8 anrich -—õℳn— a Chronica. 25 anrichten vnd Kloͤſter vnd Kirchen erbawen. Huldtrich koͤnig der Oſifrancken/ Thüringer vnd heſſen. Nno 6 76 ſtarb koͤnig Sigwert/ darumb . G dan ſein bruder Ludwig zu einem koͤnig in W 1 Oſtfrancken verordtnet ſeinen ſohn Huld⸗ Ae reich einen leichtſennigẽ vnd in ſachen nach⸗ leſſigen fuͤrſten/ alſo daß auch ſeine vnterthane hie⸗ rumb ihm nicht viel gutes gewollet. Alſo iſt er auch entlich vmb ſeiner leichtfertigkeit vnd tyranney willen/ ſampt ſeinem hochſchwangerem weibe auff der jagt von Lodilone einem edelman/ ſo er hiebevoraneinen pfall grewlich mit ruhten ſtreichen laſſen/ erſtochen worden. Dietrich koͤnig der Oſifrancken Thuͦ⸗ ringer vnd Heſſen. S iſt auch hiebevor Dietrich Ludivigen ſohn Hultreichen bruder zum regimendt erkoren/ aber ſeiner tyranney wegen baldt wider entſetzet vñ in ein kloſter verſtoſſen. Als nuhn koͤnig Ludwig auch mit tode abgangen hat man ihn widerumb in koͤnigliche wuͤrde ingeſetzet. Sintemalaber dieſe caſtigation ihm keine warnung geben/ vnd durch ſein nachleſſigkeit ein boͤſis regiment erfolget/ iſt dadurch die landtſchafft bewogen dem koͤ⸗ nig hinfuro den marſchal oder pfaltzvogt welchen man Majorem domus genennet zu einem mit regenten zu n zugeben/ 5 656 ds. Heſsiſche zugeben/ darmit die arme onderthanen nicht alſo gentzlich in ihrer rechtfertigung von denen gewaltigẽ verſtoſſen wuͤrden. Dieweil man aber hinfuͤro allermeiſt auff die Pfaltzvoͤgte/ vnd diß ampt/ ſo Major Domus, ge⸗ ſehen worden vnd dieſelbe deß Koͤniglichen geſchlech⸗ tes angewante/ ſo wil ich/ ehe ich zu der Pfaltzvoͤgte re⸗ gierung ſchreite/ zuvor die Genealogiam vnd Stam⸗ regiſter/ ſo wol deroſelben Pfaltzvögte/ als derer Koͤ⸗ nige biß auf Carolum Magnum hierbey fuͤgen vnd alſo dem guͤnſtigen leſer hierdurch auch zur erlernung des urſprungs dero itzigen Landtgrafen zu Heſſen/ ſo viel muglich/ eine anleitung geben. AntenorI. iſt vmbkommen 441 Jahr vor Chriſti geburt/ nemblich im jahr nach erſchaffung der Welt 3523 Marcomyrus hat darnach die Cimbern/ welche nachmaln Sicambri vnd letz ich Francken genennet worden/ erſtlich zwiſchẽ den Rhein vnd Weſer gebracht. Iſt geſtorben vmbs jahr der Welt 3751 vor Chriſti geburt aber 413. Antenor II. iſt geſtorben Anno M. 358 v. C. 383, Priamus aber Antenoris ſohn Anno M. 3608 v. C. 376. Helenus I. Anno M. 3 6 27. vvr Chriſtigeburr 337. Diocles hat gelebet zun zeiten des Alexandri Magni/ iſt ge⸗ ſtorben Auno Mundi 3666. vor Chriſti vnſers HErren geburt 2983 jahr. u—— —. Helenus II. Dio- Baſanus hat regieret nach ſeinem bruder biß clis ſohn iſt des re⸗· ans 3716 jahr. vor Chriſti geburt 248. giments entſetzet Clodomirus I. Anno M. 3734 v. C. 230 3680. Nicanor Anno M. 3767. v. C. 197. Marcomirus 71. 3795. v. C. 169. Clodius 2 — ⏑⏑—X⏑‿XN⏑— X X XXK N N —* Chronica. 87 Clodius Z. 3806. vor Chriſti geburt 158. Antenor 171. 38 22. vor Chriſti geburt 142. Clodomirus 11. 3842. vor Chriſti geb 122. Merodacus I. 3870. vor Chriſti geburt9 4. Caſſander 3891. vor Chriſti geburt 73 Antharius 3926. vor Chriſti geburt 38. Francus Anno M. 3954 vor Chriſti geb. 10 vnder welchẽ die Sicambernerſtlich Fran. cken genennet worden. Clogio oder Clugo zu welches zeiten bey denen Catten Freymeier oder eromarus iſtge⸗ ſtorben/ im jahr Chriſti vnſers HErren & η vnd erloͤſers 21. — ú Hierimerus iſt vmbkommen Marcomirus 111. welcher umbs Anno Chriſti 32. dar- Jahr Chriſti zo abgangen/ umb ihm dan in der regie⸗ rung gefolget ſein bru- Clodomirus I. aber Anno g⸗. der hat jegen die Roͤmer vnd Gal⸗ — — — lier nit geringe kriege gefuͤhrt. Antenor IE. iſt in Anno és in der Maſe erſoffen. Ratherus oder Nather iſt geſtor⸗ ben in Anno Jeſu Chriſtt 89, Richimerus T. oder Reichmeier in Anno nz. 0 ——2 Odemarus ein friedſamer Suimo Hertzog in der Marck er- Koͤnig/ ſtirbet Anno 127. bawet Franckfurt an der Oder. Clodomirus. Marcomirus I. ſtirbt 14s8 Suimo. Clodomirus IU.. Auno 165 n Lars. “ — 3— 38 Heſsiſche Seraberuhe in Anno 185, sunno in Anno 213, Tyldesſos oder Huldreich Anno 253 Bartherus 273 Clodius II. in Anno 298 1 VValcherus Anno 306. Dagobertus der 7. dieſes Namens Anno 317. — a. Clogio II. anuo 319 Clodomirus ſetet ſeinen Gencbaldus dieweil ſeine kinder bruder Genebaldũ zwi- iſt der 1. Her⸗ noch zujüg/ kam ſein ſchẽ die Thůringer/ Heſ- tog in Oſt⸗ bruder Clodomirus ſen vnd Schwaben ins fraucke/ ſtir- ins regiment. Franckenlandt. bet Anno 379 Richimer oder Reichmeier der 71. Dagobertus ſtirbet in An- welcher Anno z26 nach Clodomi- no 375. ro das regiment erlanget/ kompt vmbs Leben Anno 35o, Clodius in Anno 398 iſt nit ſtetem ſieg denen Roͤ⸗ Theodomer aber in Anno 360. mer uͤberlegen geweſen. Clogio der 71. dieſes namens in Marcomirus hat ſein ge⸗ 6 Anno 378. biet verwahret vñ ihm viel 3 voͤlcker vnderworffen. Iſt ‿-* Mareomirus V. Dagobert-II. in Anno 40)/ in Francken⸗ Anno Chriſti 393 welcher Anno berg begraben. nach deſſen tode 398 geſtorben, ins regiment kõ⸗ Pharamundus oder Wa⸗- men ſein bruder Genebaldus ramundus wird hiernegſt aber Anno 419 nach Genebaldi abſterben 5 3 Koͤm Chronica 39, 4 8 ohne erben/ darumb das Koͤnig in Franckreich Anno Reich an Waramundü 419. ſtirbt in Anno 426. ligt gelanget. auch zum Franckenberg. Clodius der 7I.I. Comatus zugenamet/ ſtirbet Anno 448. ₰ Merovæus oder Merwiz/ ſo auch Koͤnig Albero von dem be⸗ in Thůͤringen vnd Heſſen/ ſtirbet Anno ſiehe hirnegſt dizei⸗ Chriſti 4783. chen C- Huldericus welcher Koͤnig Baſin zu Thuͤringen etc. ſein Weib entfuͤhret iſt in Anno 484 abgangen. Clodovæus oder Ludwig dererſte Chriſtliche Koͤnig 14 Childeber- Lotharius I. oder Clodomi- Theodoricus oder tus od Huld Luther Koͤnig zu rus zu Or⸗- Dietrich ſo K. Er- wert K. in Pariß erobert liens. mãfried vmbracht. Aquitanien. nachmahlen von ſeinem bruder vñ. Theodoberts K. deſſe kindern gantz Franckreich. Thieodobalds K. —— 8* Heriber- Hilpericus oder Huͤlff⸗ Guntra- Sigebertus oder rus K. zu reich koͤnig in Aquita- mus K. Siegwart K. Pariß. mia vnd Lugdun. in Bur⸗ in Metz vnd gundie. Teuſchland ſtir⸗ Lotharius I. bringet nach⸗- bet anno 579. maln alle Koͤnigreiche an ſich/ ir- bet Anno Chriſti 631. Childebertus K. in Oſtfrancken/ Thuͤrin- Dagobertus Koͤnig in Thuͤ⸗ gen vnd Heſſen. ringen vnd Heſſen.— 94„ ng 5 Theodebertus K. Theodoricus —8 in Oſtfranckẽ Thuͤ Koͤ. zu Metz/ .— Sigebertus 71. Clodevæus ringen vñ Heſſen. Burgund/ Koͤ in Teutſch⸗ oder LEndwig nach ſeines 4 † u iij*bru⸗ —— 98 Heſsiſche 9 † landt hat zwar erbẽ/ I. Köͤnig in Franck. brudabgäg auch werden aber nichſto⸗ reich ſetzet an ſeines in Oſtfrancken/ weniger vo Koͤnig⸗ brudern ſtatt ſeiue ſon Thuͤringen vnd reich verdrungen. Huͤlffreichen. Heſſen. ₰ Lotharius 171. Huldericus Koͤnig an Theodoricus wel- K in Auſtraſia Siegwartten ſtatt cher in ein Cleſter ſtirbet ohne erbẽ wirt erſtochen Anno verſtoſſen/ regteret Anno 666. 676. 14. Jahr. „—— 84 3 Clodovæus 11I. Hildebertus iſt 18 jahr Lotharius Iy iſt iſt 4 jahr im re⸗ im regiment. im regiment 7 ar/ giment. etliche ſagen nuhr Dagobertus 4 Jahr. allein 2. jahr vnd habe ihm gefolget Theodoricus ⁊y jahr. Chilpericus der Hauldericus welcher entlich Anno 770 des auch Daniel heiſt. reichs entſetzet worden/ der letzte von denen nachkommen Merwigs⸗ Die andere nachkommen Clodii des Waramundi ſohn/ von denen die Pfaltzvoͤgte vnd Major Domus in Franck⸗ reich/ auch die Hertzo ge in Brabandt herruͤhren. Albero Hertzogin Oſt rancken/ Merovæioder Merwigen der Thuͤringer vnd Heſſen Koͤnigs bruder/ Clodii des 1. ſohn/ hat nachmaln regieret im Elſaß vnd ſenſten am Rhein/ auch in Brabandt vnd an der Moſel/ ſtirbet Anno Chriſti 427. NVaubertus ſtirbet Anno 728. Anſelbertus in Anno 570. Arnoaldus oder Arnoldt hat ſeine regierung im Marggraff⸗- thumb an der Scheidt/ an der Moſel vnd in Bulllion ſtirbt Anno 601. Arnulphus welcher nach ſeiner ehe noch ein Biſchoff zu Metz kirbet Anno Chriſi 639 ſeine ſoͤhne waren Angi⸗ Chronica. Angiſus oder Aachiſes Pfaltzvogt/ hat Clodulphus Marg⸗ noch gelebt vmbs jahr 63z. graff vñn Majer Do- —**— mus&e. † Pipinus Heriſtellius Pfaltz⸗- Hildebertus vogt Anno 692. Graffꝛc. —. 0. Grimoaldus wird vmbs jahr Carolus Martellus Pfaltzvogt 713 erſchlagen. vnd Major Domus vmb das jahr Chriſti 725. —— Pipinus nach Caroloman- Groſsmundus Gripho wek- mahln ein Koͤ⸗ nus hiernach⸗ Biſchoff zu cher ein vn⸗ nig in Franck⸗ er ein muͤnch/ Metz. ruhiger reich. Annno 746. menſch/ wirt —— entlich im Carolus Ma- Alpgebirge gnus&c. anno 747 erſchlagen. Ludovicus Pius vnd deſſen Nachkommen. 1 „—— b 2 1. Clodulphus Marggraff vnd Major Domus bey Clotarii vnd Dagoberti Koͤnige in Franckreich vnd Auſtralia lebzeiten/ ſtirbet Anno 673. Martinus ſtirbet in Anno 710. —— 2 Eleutherius Lambertus ſtirbet Anno 778. Arnoldus verſtirbt oh- ne erben. Loherus wirt aus ſeinem lan⸗ Lamb ertus wirt de verdrieben/ koͤmpt aber ſampt Lohero widerumb zu genaden bey verjagt vnd ver- Carolo Magno/ ſtirbt 809 ſtirbet ehe dann 8 80—— er widrumb aus- Federicus in Anno 847 Falco gefuͤhnet. Sadigerus in Anno 960. Gertrudis hat zur Lambertus 71 t 85 4 Rane- „ Heſwiſche .— 4... 9 4 Ranerus erſter Hertzſog ehe bekomen Ricni⸗ in der ſchlacht in Lothringẽ/ anno 6 num Raginerii 7. bey Fontanes — 3„ Hertzogen in Loth⸗ vmbkommen Giſelbertus Ricuinus rxingen ſohn. Anno 842. Anno 946 1. Bona bekompt zu der ehe nach ab- Raginerus ſtir⸗ Henricus gang Henrics Hertzogen in Bra⸗ bet Anno 891. in Anno 9 5 bandt Carol Ludovici Trans- deſſen bruders marini Koͤnigs in Franckreich ſohn***† ſohn. hat bohren Deſſen Tochter Gerberga Lam- Raginerium perto Raginerii Longicolli ſon Graffen zu ehlich beygelegt worden/ von wel⸗ Bergen. chem hernach weiter.. Von 7 5*f koͤnigrich/ vnd vnternam er ſich der pfaltzvogtey. 9 Chronica. 93 Von der regierung der Frantkrei⸗ chiſchen Pfaltzvoͤgte in Thuͤrin⸗ gen vnd Heſſen/ vnd Erſtlich von Pipino dem Kleinen. Je vnartigkeit der Koͤnige hat in Franck⸗ Ne reich den groſſen gewalt der Pfaltzvoͤgte A verurſacht. Dann als durch Konig Diet⸗ —) richs deß letzten aus der Merwiger ge⸗ ſchlechte/ nachlaͤſſigkeit/ ſo jhm von ſeinen vorfahren angeerbet/ ein boͤſe regiment er⸗ folget/ alſo/ daß alle gute ordnung zu boden gehen muͤſſen/ allelaſter vngeſtraffet im ſchwang giengen/ die gerechtigkeit ſampt der armuth gentzlich vnterdruͤckt wurden/ vnd der adell ſeinen freyen willen hette: daruͤber dann viel jnnerliche auffruhren/ inſonders durch Pfaltzvogt Ebronium/ in wel⸗ chen auch Martinus/ ein bru der Pipini/ durch anſtifften er⸗ nentes Ebronij/ ombs leben kommen/ entſtanden: iſt entlich Pipinus beweget worden den Ebronium durch einen ſtreit⸗ baren helt/ genant Hermanfridt/ auß dem wege zu raumen/ auch denſelben Hermanfridt zu einem pfaltzvogt zumachen. Nach dem aber hiernechſt Warꝛatho vnd ſein eidam Wer⸗ tharius nicht allein ein boͤſe regiment gefuͤhret/ ſondern auch als vndanckbare geſellen dem Pipino nach dem leben ſtun⸗ den/ vnd endlich beneben dem koͤnig ein offenen krieg erreget/ vberwandt vnd fleng ſie Pipinus beide/ ertoͤdet den pfaltz⸗ vogt/ den koͤnig aber ließ er vnentgolten widrumb zu ſeinem Es 686 692 7⁰⁸ 714 7²³ 730 94 Heſsiſche Es war aber vielbeſagter Pipinus der II. auß dem koͤ⸗ niglichen geſchlecht von Angiſo/ dem II. hertzogen in Bra⸗ bant/ vnd Bega Pipini deß erſten tochter erbohren/ zwar klein von ſtatur vnd perſon/ doch eines ſo groſſen vnd ehrba⸗ ren gemuͤts/ daß er durch ſeinen trewen fleiß vnd in ehen jhm auch das gantze koͤnigreich anhengig vnd gunſtig gemacht/ alſo daß manhinfuhro mehr auff diß ampt/ von welchem auch nachmaln die Conneſtabel erwachſen/ als den koͤnig ſelbſten ein auffſehen gehabt. Derowegen wir auch der koͤ⸗ nigelbiß auf den andern Pipinum wenig gedencken werden. Bey ſeiner regierung iſt Anno 7 08. eine geſchwinde vnd hungerige zeit entſtanden/ durch welche auch vnſere Lande nicht wenig gedruckt worden. Von Carolo Martello Pfaltzvogt in Franck⸗ xeich vnd Teutzſchland. o S hat aber dieſer Pipinus in ſeinem regiment 3 vnd ampt eſieien; vnd allen 35 8 s vorgezogen ſeinen vnaͤchten/ vnd von Adelheid Dodonis deß printzen von Vranien ſchweſter erzeuget/ Carolum/ welchẽ man wegen ſeiner herꝛlichen tha⸗ ten Martellum nennet. Derſelbig/ als er nicht ohne groſſe muͤhe vnd krieg vermachtes ampt erhalten/ brachte mit ſchwerer arbeit vnd gefahr die Sachſen/ darumb daß ſie jederzeit denen Thuͤ⸗ ringern vnd Heſſen der grentze wegen in hahren lagen/ zum gehorſam vnd friden/ vberwandt auch die Saracenen/ wie in gleichem die Frieſen/ Baͤyern vnd Schwaben durch die Thuͤringer/ Francken/ vnd Heſſen. Vmd dieſe zeit iſt der muͤnch Bonifacivs/ ſo auch Wunifridus geheiſſen/ in vnſerm lande hekandt wosda vnd — — ** Chronica. 95 vnd das Evangelium zu predigen angefangen. Es war a⸗ ber dieſer Wunifridus in Engelandt von Beda einem vor⸗ nemẽ gelerten man erzogen/ ond fleiſſig in freien kuͤnſten vn⸗ terwieſen. Darumb nach dem er manliches alter erꝛeicht/ hut er erſtlich in Franckreich zu predigen angefangen/ vnd ſich darnach gen Rom begeben. Als aber Babſt Gregorius der ander ſeine geſchcklichkeit gemercket/ vnd darumb jhn mit dem namen Bonifacij nennen laſſen/ fertiget er jhn in das vnter oder nider Teutzſchlandtab/ auff daß er auch die⸗ ſeibe heidniſche voͤlcker reformiret/ vnd zum glauben brech⸗ te. Alſo hat er erſtlich auß geheiß der pfaltzvoͤgte in Thuͤrin⸗ gen zu leren vnd tauffen angefangen/ vnd ſich darnach auch in Heſſen gewendet ein kirche/ da jetzo Amelburgk ligt/ er⸗ bawet/ darnach vber zwey Jahr den groſſen gehuͤrnten ab⸗ gott Hammon zerdrochen/ vnd an deſſen ſtatt ein kirch in S. Petri vnd Pauli ehre fundiret/ das Muͤnſter vnd Clo⸗ ſter zu Fridßlar auffgerichtet/ vnd mehrertheils ehe denn er Biſchoff zu Mentz worden/ auff den Thuͤringiſchen gren⸗ tzen zu Wanfridt hauß gehalten/ vnd dem ort nach ſeinem vorigen namen Wunifrid den namen verurſachet. Daß a⸗ ber dieſe voͤlcker den glauben ſo langſam vnter ſo vielen Cyriſtlichen koͤnigen angenommen/ iſt die vrſach/ daß ſie von natur zum aberglauben geneigt: darzu konten der ſtets⸗ werenden hefftigen kriege halber/ die Lehrer deß Evangelij in dieſe laͤnder nicht kommen Weiln auch entzwiſchen Ca⸗ volus mit denen Seracenen kriegen muſte/ ließ er in verwal⸗ tung dieſer laͤnder/ Thuͤringen nemlich vnd Heſſen/ ſeine beide ſoͤyne Carlman vnd Pipinum. Dieſe/ demnach ſie et⸗ wa fride vor denen Sachſen/ fingen widerumb an im lande zu bawen/ vnd hat vornemlich Pipinus den Herßfel⸗ diſchenſtifft mit zuthun vieler guͤter auß bei⸗ den landen angefangen. o ij Carll⸗ 734 7³⁵⁶ 750 96 Heſsiſche Carliman Pfaltzvogt in Thuͤringen vnd Heſſen. , Ach tödtlichem abgang Caroli Martelli theile⸗ ] ten beide ſeine ſoͤhne die Pfaltzvogtey alſo/ daß 8 8 Pipino Franckreich bliebe/ vnnd Carlman & Teutzſehlandt/ welcher wie auch ſeine vorfah⸗ ren/ ſtetig mit denen Sachſen im ſtrauß geſtanden/ vnd ob er ſie wol hefftig bekrieget/ vnd zum theil bezwungen/ ſo hat er doch/ wie auch ſeine nachfolger/ je korn vmb ſaltz funden vnd mehrmals mit blutigen kopff abziehen muͤſſen. Welches dann ſo lange geweret/ biß er entlich in ein muͤnchskapfe ge⸗ krochen/ vnd die gantze verwaltung auff Pipinum/ ſeinen bruder gefallen. Pipinus II. in der Pfaltzvogtey/ ſonſt aber der 1II. dieſes namens/ nachmals Koͤnig in Franckreich. Jeſer hat entlich/ nach dem die Sachſen vnd 3Baͤyern ſampt ſeinem bruder Greiffen gede⸗ 2muͤtiget/ den koͤniglichen ſtam der Merwiger SS vnterdruckt/ koͤnig Hultreichen den II1. vnd letzten in ein kloſter verſtoſſen/ vnd nicht ohne practiken/ vnd zulegung deß Papſts ſich zu der Krone Franckreich inge⸗ drungen. Deßmaln krigten die Heſſen viel zu ſchaffen mit den Weſtphaͤliſchen Sachſen. Darumb muͤſte jhn Pipinus zu huͤlff kommen/ vnd ward hierob auch der Sachſen Koͤnig Edelhardt erſchlagen. In Franckenberg lag damals die Reuterey/ welche dann die Weſtphaͤlinge zum hefftigſten beſchaͤdiget/ alſo daß ſie endlich zum creutz kriechen/ vnd ſich zum gehorſam vnd irxibut ergeben muͤſten. Weiln auch der koͤnig —Q koͤnig nicht ferne von ermelter ſtadt ſein lager zu haben pfleg le/ bawet er daſelbſt hin zum gedechtnuß ein kemnada oder thuͤrmlein/ ſo man Franckenaw genennet/ vnd etwa ein meil von Franckenberg abgelegen/ auch nachmaln zu einem ſtaͤt⸗ lein erwachſen iſt. Darauff dann ein zeitlang guter fried entſtanden/ in maſſen vor langer zeit niche geweſen. Dann es waren die Sachſen dermaleins ſtille gemacht vnd außge⸗ mattet. Carolus Magnus K.in Franckreich/ nach⸗ mals Roͤmiſcher Kaͤyſer. n Ls aber Carll der groſſe ſeinem vatter Pipino ſuccediret/ erꝛegten mehrgedachte Sachſen ein grauſamen lermen vnd krieg wider Heſſen vnd 5 Thuͤringen/ derowegen dann Carolus einen endlichen außfuͤhrlichen krieg zu Wormß auff der verſam⸗ lung wider ſie beſchloſſen/ darauff in Heſſen nacher Fran⸗ ckenberg/ vnd von dannen auff Thuͤringen verꝛuckt/ dar⸗ nach vber die Sachſen gefallen/ ſie geſchlagen/ vnd gehor⸗ ſam anzuloben gezwungen. Fuͤrwar ein handel/ welcher als ſchwer er ſich anfangen laſſen/ ſo grewlich vnd blutig war auch ſein ende: dann er ſich ins 33. Jahr mit eim ſo erſchroͤck⸗ lichen wuͤthen continuiret vnd erſtrecket/ daß zu verwun⸗ dern/ wannen die menge der erſchlagenen doch herꝛuͤhren vnd kommen moͤgen. Aber ſo balt konte Carolus nicht abziehen/ vnnd in Franckreich anlenden/ oder wider andere ſeine feinde auß⸗ zihen/ daß nicht in Sachſen ein newer abfall vnd auffruhr ſich erhub. Dann ſich diß ſtreitbar volck jemals nach ſeiner von altem hergebrachter freiheit ſehnete/ vnd mit nichten ein frembt joch/ viel weniger aber einen vnbekanten glauben er⸗ dulden wollen/ vnd daroh alle angelobete trew vnd glauben o iij hindan⸗ Chronica. 97 757 77² 773 98 Heſsiſche hindanſetzte vnd in wind ſchlug. Zu welchem allem jhm ſein new erwehlter koͤnig Widekindtlein ſtreitbarer helt vnd ver⸗ ſchmitter riegsfuͤr ſi⸗ vrſach geben. Dannenhero vberzogen ſie mit groſſe; macht die Heſſen/ branten vnd raubten alles/ was ſie antroffen! doch war das morden nicht ſo groß/ die⸗ weilder mehrertheils des landvolcks in die waͤlde vnd in die ſtatt Buriburg/ ſo gogen Fridolar vder auff einem hohen berg geles en zumthett auchgen Francken berg ſich begeben! biß ſie vom koͤnig huͤlff erlangen moͤchten. Allein haben die Sachſen das ſtaͤtlein Fridslar geſtuͤrmet vnd außgebrandt. Als ſie nun zugleich auch den ſtifftinzunemen ſich vnterfan⸗ gen/ ſind ſie durch em grewlich donner wetter auch zum an⸗ dernmal dar von abgedriben worden. Ob nun wol Carolus ſolches zurechen ankomen /vnd auch drey hauffen Sachſen/ vñ beſonders den einen zwiſchen Nidenſtein vndFalckenſtein erlegt/ ſo haben ſie jon doch entlich auß dem felde geſchla⸗ gen/ vnd biß an Maͤyn verfolget. Doch iſt jhn ſolches alles zur bitter gall kommen/ demnach ſich Carolus wiederumb geſtercket] alſo daß ſie auch anjh en krefften gaͤntzlich vet⸗ zweiffett/ vnd ſich derowegen abermals ergeben haben. Aber Wodekindus kont jhn den ſinn balt wiederumb endern/ vnd wahren jhm m allem ſo gehorfam/ als ſie mmer dem weit⸗ heſchreiten Arminio/ wann er het leben ſollen/ geweſen we⸗ ren Vnd iſt auch kein zweiſſel/ daß er Carlen zu widerſtehen genugſam/ wann nicht Gott ſonderlieh wider jhn geſtritten/ vnd dieſem volck zu ſeiner warheit die augen hierdurch er⸗ oͤffenen wollen: olſo ein ſtrenger! handtfeſter/ hochbemuͤh⸗ tigter fuͤrſt war dieſer Widekindus/ das auch alle ſeine nach baurn ab ſeinen groſſen thaten ſich entſetzen vnnd fuͤrchten muͤſſen: In maſſen dann Carolus ſelbſt nicht alſo balt/ nach dem ehr widerumb auß Dennemarck kommen/ ſich an jhn wagen doͤrffen/ biß er alle ſeine groſſe macht auß Francken! ——* 2 X S= 8 889K=FIN es Chronica. 99 Francken/ Schwaben/ vnd andern orten hero zuſammen bracht. Vnter welcher zeit die Weſtphaͤlinge vnnd andere 778 Sachſen in angrentzenden landen vnverweret geſtreiffet/ vnd Heſſen in groſſe noht vnd gefahr bracht/ angeſehen die laſt beider heere/ ſo jhm auff dem halſe lagen. Nach dem ſie aber bey Gudenſperg zuſammen noffen/ hat ſie Carolus da⸗ ſelbſten hart geſchlagen/ vnnd an den ort da die ſchlacht ge⸗ ſchehen/ zum ewigen gedechtenuß ein kirch gebawet/ welche dar nach von den inwohnern deß Landes Carlskirch genen⸗ net worden. Iſt auch der nam noch auff den heutigen tag vorhanden/ ob ſchon die Kirch nunmehr zerfallen. Kurtz vor dieſer zeit iſt Oito von Malßburg aus Franckreich oder Francken mit K. Carolo in Heſſen kommen. Vnd weiln er ein wolverdienter mann/ gab jhm Carolus die gegent vmb die Malßburg/ vnd vergoͤnnet jhm das ſchloß auffzubawen/ vnd zu befeſtigen: Welchen bawer dann Anno⸗77 geendet. Aus ſeinen nachkommen haben hiernacher etliche Obern Meiſſer/ Hogenborn/ Laer Echsborch/ Elſing/ Elmers⸗ hauſen vnd Sibershauſen erbawet. Eben vmb dieſe zeit ſind auch die von Amelunpen/ nemblich vmbs Jahr 775. bekandt worden/ in dieſe lande kommen/ vnd aus geheiß Caroli erſtlich an den ort/ welcher itzo Werder genandt wird/ vormals aber wegen der ſchoͤnen vnd gantz wohnſamen guten gelegenheit Amalunxen/ das iſt Amornus locus/ oder lucus/ von vielermeltes Caroli krigs leuten/ vnter welchen die adelburß daſelbſten jhr quartier ge⸗ habt/ benahmet/ von welchem dann noch biß anhero dieſem edeln geſchlecht der name blieben/ gebawet. Nach dieſem haben ſie einander auff der Eder antrof⸗ fen/ da abermals die Saehſen den groͤbſten gezogen/ vnnd Widekindus in Baͤyern zu Herßog Thaſſeln entfliehen muͤſſen. Vnd wiewol der Koͤnig damaln wegen deß Coͤlni⸗ ſchen 100 Hefsiſche ſchen Reichſtages nichterſ oͤhnlich bey der ſchlacht ſein koͤn⸗ nen/ hat er doch in folgendem Jahr die Sachſen auch an der Lippe geſchlagen! vberwunden/ vnd die innwohner an der 780 Weſer zu gehorſam bracht. Dieweil aber Heſſenlandt oh⸗ neauffhoͤren mit kriegsvolck beladen/ entſtund darinn ein ſolche groſſe theurung/ daß man anch auſſerhalb landes frucht vnnd ſyeiſe abholen muͤſſen. Auch ſind vber dieſem krieg die nahmhaffte goldtragende bergkwerck beym Fran⸗ ckenberg in abgang kommen/ deren eins zum Aulisberge/ das ander darunder hart beym dorff Hawen/ welche beide oͤrter damaln jhre nahmen darvon entpfangen/ von wel⸗ chen bergwercken auch die ſtatt Franckenberg ſehr gebeſſert worden. Nicht ein Buͤchſenſchuß weit vom Aulisberge hat ein kloſter gelegen/ Lovilbach genandt/ welches von dieſen bergwercken erbawet/ aber damaln auch zerſtoͤret worden! wie deßgleichen ein zimlicherfleck vmb den Aulisberg!/ ſo auch nicht mehr verhanden. Als in miltels K. Widekindt ſich abermals regke/ ließ Koͤnig Carll allenthalben in Thuͤringen vnd Heſſen feſtun⸗ gen vnd ſtaͤtte anrichten vnd aufffuͤhren) auff daß im noth⸗ fall das arme landvolck rettung habenmoͤchte: Vnd ſeindt damaln ſtarck befeſtiget Franckenberg/ Fridslar welches aber nicht an dem jetzigen ort/ od wol das ſtifft daſelbſten ſondern vmb Frawmuͤnſter gelegen) Eſchenewege auch Homburg/ vnd bey Saltza Holfeldt. 8 Darauff ſind etliche grewliche ſchlachten erfolget/ in 7⁴ welchen je ein theil vmbs ander geſieget/ vnnd haben vnter andern ein ſchlacht gethan/ ſo/ wieman ſagen will/ dreytag an einander gewehret. Witekindt nicht ohn vrſach ob vie⸗ len wundern/ ſo er in werendem krieg gehoͤret vnd geſehen ſa auch den vielfaltigen niderlagen erſtaunet) wuſte ſich nicht f darinn zu richten/ vnd begunte zum theil an ſeinem gluͤck zu verzagen V koͤn⸗ n der n den de oh⸗ an ein andes ieſem Fran⸗ berge/ beide nwel⸗ beſſert rge hat dieſen vorden! erg! ſo te/ ließ feſtun⸗ nnoth⸗ henſſa hnicht luͤck zu rzagen Chronica. 101 verzagen/ zum theil auch mit rechtem verſtandt den willen Gottes zu erkennen. Derowegen ergab er ſich endlich an koͤ⸗ nig Carlen/ vnd ward ſampt andern vielen Sachſen ge⸗ taufft/ damit aller vnwill vnd krieg zwiſchen jhn beiden auf⸗ gehaben. Darob dann der himmel in einen ſo vnverhofften friden beides vns vnd denen Sachſen wiederumb guͤnſtig erſchienen/ ſintemal der gottesdienſt ſampt der deitlichen nahrungond haußgeſchefften ohn beſorglichen vberfall hin⸗ furo zunehmen vnd vmb ſich breiten konten Ob auch gleich ein neunjaͤhriger krieg ſich wider die Niderſachſen vnd Hun nen erhaben/ ſo hat doch ſolcher dieſes orts nicht viel hinder⸗ nuß vnd ſchaden bringen koͤnnen dieweiln beide voͤlcker/ ſo damaln bekrieget worden/ ferne von Heſſen abgelegen/ auß⸗ genommen als Carll ſein lager zu Herſtal auff der Pader⸗ borniſchen vnd Heſſiſchen grentze/ deſſen ſchantzen man noch ſehen vnd zeigen kan/ gehabt/ dieſem lande minder be⸗ ſchwerlich waren. Dann ob wol die Heſſen mit zu felde zie⸗ hen muͤſſen ſo iſt jhnen doch ſolches/ in maſſen ſie gleichſam ein volckzum krieg erbohren/ weder vntreglich noch zuwider geweſen. Vnd ſolches hat gewehret/ biß daß Carolus auch zum Roͤmiſchen Kaͤyſer erwehletiſt. In dem 807. Jahr entſtundt wegen vnartiges win⸗ ters abermal ein Peſtilentz ſterben in Thuͤringen vnd Heſ⸗ ſen/ welches dieſer oͤrter viel guter leut hingeriſſen vnd biß ins folgende Jahr geweret hat. Vondder regierung der Kaͤpſer/ goͤ⸗ nige vnd Hertzogen/ auß den nachkommen Caroli Magni/ vnd erſtlich von Ludovico Pio/ Roͤmiſchen Kaͤyſer/ vnd zu Franckreich vnd Hiſpanien Koͤnigſꝛc. p Nach 791 800 807 820 827 838 842 105 Tyeſsiſche ſeinen ſohn Ludovicum Pium: derſe lb hat in [ Heſſen die zwey Jungfrawen kloͤſter Kauffun⸗ — ret/ vnd die mit groſſen guͤtern begabet Die Hunnen waren auch widrumb raſendt worden/ vnd muſt er ein meehtig volck in Thuͤringen/ Francken vnd Heſſen wi⸗ der ſie verſamlen/ welches doch mehrertheils von der Peſti⸗ lentz vnd rohtenruhr erwuͤrget iſt. Dazumal war Heſſen noch ein wuͤſtes land/ vnd woh neten die leut hin vnd wider an waſſerigen vnd wieſechten orten in denen Waͤlden/ vff daß ſie deſto fuͤglicher jhr vieh ernehren koͤnten. Demnach aber numehr ein zimlich geruhe zeit/ fingen ſie an mehr ſchloſſer vnd ſtaͤtte zu bawen: vnnd war Caſſel dazumal nur ein ſchantze oder Caſtel/ vnd dar⸗ bey ein geringer elender fleck/ ſo mehrer theils von fiſchern bewohnet. Das land aber hette in dieſem frid zimlicher maſ⸗ ſen zunemen koͤnnen/ wann nicht die vielfaltige ſterbens⸗ leuffte/ vnd dann die Vngariſche kriege die manſchafft ſeht geſchwecht vnd weggeraumet. Es vnterſteng ſich aber der kaͤyſer auß anregung ſei⸗ ner letzten gemahlin einer vnbillichen theilung vnter ſeinen kindern/ alſo daß ſich auch die Teutzſche fuͤrſten darwider legen muͤſſen. Darauff koͤnig Ludwig ſeine hoffhaltung in Thuͤringen/ vñ bißwerlen in Heſſen zum Franckenberg an⸗ geſtellet. Hierumb wolte jhn der vatter bekriegen/ vnd kar alſo gen Herßfeldt. In dem er aber das landt in aller ſüille 1 befand/ bedachte er ſich auch eines andern vnd beſſern. Nach kaͤyſer Ludwigs abſterben entſtunden groſſe krie⸗ ge vnter ſeinen ſoͤhnen. Als die nun vergliechen/ kam Heſ⸗ ſen an ſeinen ſohn Ludwigen. Ludwig Ach Kaͤyſer Carlen abſterben kam Heſſen at gen vnd in Eſchwege der Cyriacusbergfundi⸗ naß at in fun⸗ indi⸗ Die uſt er nwi⸗ deſi⸗ dwoh echten orrieh geruhe zvnnd d dar⸗ iſchern er maſ⸗ erbens⸗ afft ſehr dung ſei⸗ rſeinen arwidet ltung in perg an⸗ ond kar ſller ſtille n. pſſe krie⸗ am Heſ⸗ Ludwig 5 Chronica. 107 Ludtwig koͤnig in Teutzſchland. & Ber acht jahr nach dieſen geſchichten entſtund A Sß der auch etliche jhre eigene kinder zu eſſen ver⸗ K urſacht worden Und begab ſich damaln/ daß ein mann von dem Rheinſtrom durch Heſſen mit einem kindlein in Thuͤringen/ weiln es etwa wolfeiler daſelbſten/ gereiſet/ vnd aus groſſem vnlendtlichem hunger ein abweg geſucht/ auff daß er gedachtes kindlein vngehindert ſchlach⸗ ken moͤchte. Vnd als der Mann tzo das meſſer zun henden genommẽ/ hoͤret er in ſolcher beſtuͤrtzung in dem gebuͤſch ein rauſchen. In dem er ſich nun vmbwendet/ furchtende/ durch jemand verhindert zu werden/ erblicket er ohn gefehrde zwen woͤllffe/ die daſelbſten ein hinde ergriffen vnd nidergelegt. Erkeckt ſich demnaeh dieſelbe mit einem groſſen geſchrey zu ſcheuchen/ vnd lebt alſo ein zeitlang von erobertem wiltpert/ vnd wart darneben auch das arme kindlein vom tode/ wel⸗ chen es von ſeinem eignen vatter zu gewarten durch die vaͤt⸗ terlich verſehung Gottes erꝛettet. Nachwelchem die tolle wuͤetende Wenden/ vnd dar⸗ nach Nortmannen/ Thaͤringen/ Sachſen vnd die Friſen angefallen/ vnd darmit Heſſen/ Thuͤringen vnd Francken zumofftermals in harniſch vnd vnruhe gebracht. Demnach nun die Wenden ſolchs weſens ſich zum offtermaln gebraucht/ worden die Sachſen/ Thuͤringer/ Heſſen vnd Hartzmaͤnner wider ſie außgeſchickt/ welche ſie dann dermaſſen geengſtet/ daß ſie ſich ſamptlich an koͤnig ergeben muͤſſen. Die Maͤhrer aber waren hierumb noch nit gedempffet/ darumb K. Ludwig ein newen hauffen Sachſen wider ſie außgeſchickt/ welcher doch ſeiner vnvorſichtigkeit wegen geſchlagen/ vnd mit ſchaden abzuziehen gezwungen. p„ 1 Oero⸗ ein groſſe hungers noht in Teutzſchland/ daruͤ⸗ 85 869 108 871 Derowegen die Francken vnd Heſſen ſie vberzogen vnnd grewlich zerſchlagen haben. Als aber mangel an profiant vorftel/ muſten ſie auch jhren weg an der ſeiten Baͤhmiſcher graͤntze/ ohne ferners verꝛichten/ wiederumb nach hauſe nemen.„ Ludwig Koͤnig der Oſifrancken/ Thuͤrin⸗ ger vnd Heſſen/ ꝛc. **S vierließ aber Koͤnig Ludwig Pij ſohn/ drey ſoͤhne/ vnter welche Teutzſchland ingetheilet⸗ „Ludwig bekam Oſifrancken/ Thuͤringen vnd Heſſen: Carolus Craſſus aber Schwaben/ vnd ward hiernechſt auch Roͤmiſcher Kaͤyſer: Carolomannus aber ward Koͤnig in Baͤyern. Es hat aber K. Ludwig Caro⸗ lomannum ſeinen bruder bekrieget/ vnd iſt darauff jhm in 1 zweyen jahren/ nemblich Anno 882. nachgeſtorben. Caro⸗ 882 ius Craſſus hat auch kein rechte erben hinder laſſen. Iß 388 demnach Heſſen/ als ermelter Carolus Anno 888. verſtor⸗ ben/ neben den andern erblanden an Arnolphum Carolo⸗ manni Koͤnigs in Baͤyern ſohn gelanget⸗ 3 Arnolphus Romiſcher Keiſer/ ꝛ. 7 Ey deſſen regiment auch wiederumb ſo ein elen⸗ de hungerigezeit erfolget/ daß auch ein menſch — das andeꝛ freſſen muͤſſen. In mittels iſt der kaͤy⸗ ſer eines elenden tods erlegen/ aus welchem nicht allein groſſe entyoͤrungen im Reich erfolget ſondern auch oo den grauſamen Hunnen ein gelegenheit in Teutzſchland 900 wiederumb zu kommen/ bereitet/ vnd ſolches vornemblich aus verhetzung der Wenden: darauß dann hiernechſt ſo viel groſſe niderlagen/ truͤbſal vnd jaͤmmerliche verwuͤſtung in Teutzſchland entſtanden. Deme doch allem die Fuͤrſten d 898 ero ☛ ͤe e aͤde. nnd fiant ſcher auſe 97 drey deilet. nond /vnd annus Caro⸗ jhm in Caro⸗ n. Iſß er ſtor⸗ arolo⸗ in elen⸗ menſch er kaͤy⸗ m nicht rn auch sſchland eemblich ſt ſo viel ſtungin Fuͤrſten dero ——ᷣ—ᷣ—ᷣ—:::- Chronica. 109⸗ dero zeit leich: lich hetten vorkommenkoͤnnen/ wann ſie nicht die hoffart/ ehrgeitz vnd rachgier zu jnnerlichem krieg gezo⸗ gen hetten. Es verließ aber K. Arnolph von dem wir zum ge⸗ dechtnuß behalten die jahrzal der geburt vnſers HErꝛn Je⸗ ſu Chriſti an die brieffe zu verzeichnen) zwen ſoͤhne/ Ludwi⸗ gen nach jhm Roͤmiſchen Kaͤyſer/ vnd Conraden Graff o⸗ der Hertzogen der Oſtfrancken/ Thuͤringer vnd Heſſen. v iij ſich 903; 905 110 Hefsiſche 295 909 9 11 ſich aber doch alsbald gegen Conradin/ welchen er gleich⸗ wol nicht ohne gegenwehr fandt/ vnangeſehen jhn etliche ſeiner kriegsleut zeitlich verlaſſen/ vnnd davon gelauffen. Dazruͤber ward Conrad endlich in dem er nicht fliehen wol⸗ ien erſchlagen/ vnd ſein leichnam zu Weilnburg begraben. Kaͤyſer Ludwig/ ſein bruder war hiermit vbel zu frieden/ vberzog den Grafen fleng jhn durch liſt Hattonis Biſchof⸗ fen zu Maͤyntz/ vnd ließ jhm darauff den kopff abſchlagen. Er verließ aber zween ſoͤhne Eberharden/ Pfaltzgra⸗ fen bey Rhein/ vnd Conradum/ H. der Oſtfrancken vnnd Heſſ n/ vnd iſt damahln das lande Thuͤringen/ aus zugeben deß Kaͤyſers welcher ſeinem pflegvatter hiermit lieblen wol⸗ len/ an H. Otten/ Heinriei Aucupis vatter gelanget. Aber Heſſen wie auch Fraucken behiele ermelter Conradt. Bey dieſes Conraden ledzeiten/ ward das Cloſter Helmershau⸗ ſen an der Dymoll/ von einem Grafen von Reige gebawet/ vnd ſeinem ſohn/ der daſelbſten todt blieben/ zum gedaͤcht⸗ nuß auffgefuͤhret/ Jahrs 909. Conradt Roͤmiſcher Kaͤyſer/ deß namens der l Hertzogder Schwaben/ Oſtfrancken vnd Heſſen/ folgends Pfaltz: bey Rhein. ‚ Achdem auch Kaͤyſer Ludwig/ Arnulphi ſohn/ 6 auß trawrigkrit wegen deß Reichs jaͤmmerli⸗ 2S chen zuſtand verſchmachtet/ ward H. Conrade N nechſtangemeltes Conradi ſohn/ auß anre⸗ gen nechſtgeruͤhrtes Otten zueinem Roͤmiſchen Kaͤyſer er⸗ wehlet. Doch iſt ſolches/ in dem H. Heinrichen die wahl zu wider/ nicht ohn krieg abgangen. So ſtarb auch Conrado ab ſein beſter freundt/ H. Otto. Ob auch gleich hernacher dieſer Kaͤyſer Henrich den Finckler H. zu Sachſen kurtz vor ſeinem ende das Sehſas thu 8 ☛&☛ ngee Al d Chronica. 111 chumb auffgetragen/ ſo hat erſeinen erben vnd kindern doch Heſſen behalten Zu dem hat ernenter Heinrich/ als er ſich an Biſchoff Hattone/ darumb daßer jhn mit einem vergiff⸗ ken halßbande vmbbringen wollen/ gerechet/ nicht gantz Heſſen/ wie etliche vermeinen/ ſondern allein was dem Bi⸗ 914 ſchoff in Heſſen gehoͤrig/ ingenommen. Dann Eberhardt Pfaltzgraff bey Rhein vnd H. in Elſas/ hat Heſſen vor⸗ munds weiſe/ biß an ſein ende beſeſſen vnd regieret. Eberhardt Hertzog in Francken/ Heſſen/ Schwa⸗ ben/ Pfaltzgraff bey Rhein/ ꝛc. * y deſſen zeiten/ als nemblich K. Heinrich der Finckler den auffgeblaſenen Hunnen den tribut Habgeſchlagen/ flogen ſie davon auß wie die zorni⸗ ge bienen/ durchſtreifften Schwaben/ zogen von dannen in Franckreich/ vnd von daran wiederumb zu vns vber Rhein in Heſſen/ Francken/ Tzuͤringen vnd Sachſen. Daruͤber worden in Heſſen nach jhrem abzug viel gelege⸗ 9 2 33 ner doͤrffer zu ſtaͤdten gemacht vnd befeſtiget/ auff daß man ſich auff dergleichen faͤlle zu reteriren vnd auffzuhalten wuͤ⸗ ſte. Als auch die Hunnen nach etlicher zeit widerkamen/ hat ſie der Kaͤyſer nach angelendeter huͤlffe der Francken/ Heſ⸗ ſen/ Rheinlaͤnder/ Schwaben vnd Oſterreicher/ dermaſſen angegriffen/ daß jhrer in der ſchlacht 100000. auff dem platz geblieben/ ooo. gefangen/ ohne die ſo dem landt⸗ volck in die hende gerahten. Haben alſo dieſe vnmenſchen das jenige/ was ſie zuvor in Thuͤringen vnd Heſſen verbro⸗ chen/ in groſſer noht vñ elend mit jrem blut bezahlen muͤſſen. Nach dem aber an Kaͤyſer Heinrichen ſtat ſein ſohn Otto gelanget/ hat ſich neben andern auch wider jhn erho⸗ ben Pfaltzgraff Eberhardt vnd jhm lange zeit wider ſtanden/ biß daß er endlich bey Andernach von Kaͤyſeriſchen/ 8 333 ne Baͤt⸗ 94 112 Heſsiſche ne Baͤttern Vdo vnnd Conradt angefuͤhret/ erſchlagen. Conradt/ etwa Sapiens genennet/ Pfaltzgraff bey Rhein/ Hertzog zu Heſſen ꝛc. Arumb nach ſeinem vntergang deß vordrigen Conradi ſohne/ welchen er bißdahero vnderm chein der vormundſchafft das jhre vorenthal⸗ S 9 len/ widerumb zu jhren landen kommen. Vnd dieweiin ſie jederzeit beſonders aber H. Conrade gut kaͤyſe⸗ riſch geweſen/ gab jhm der Kaͤyſer ſeine tochter Lutgardin zur ehe/ vnd mit deren gantz Lotheingen. Aber Conradt verbandt ſich baldt darnach mit Ludol⸗ phen deß kaͤyſers ſohn/ welcher ſich wider den vatter auffge⸗ lehnet. Darob gerhiet es zu einem newen lermen/ worden auch hin vnd wider tage gehalten. Weiln aber die ſache nit verglichen werden konte/ ſo ward daruͤber ein Reichstag zu Frids ar angeſtellet/ welcher doch nicht mit ſo gar groſſen freuden geendet/ weil von dannen viel vornehmer/ vnd vmb den Kaͤyſer wolverdienter leuth von jhm ins elend verwie⸗ ſen. Als nun die Lothringer vernommen/ wie jhr Herꝛ/ dem ſie ohne das vngewogen/ in deß Kaͤyſers vngnadt/ fielen ſie von jhm ab: Derowegen er ſie auch vberzogen/ vnd groſſe ſchlachten mit jhn gehalten. Demnach auch der Kaͤyſer ſelbſten wider jhn vnd ſei⸗ ne bundsgenoſſen zu felde zog/ vnd Maͤintz zum theil bela⸗ gert/ aber jnnerhalb ſolchem/ dem Kaͤyſer etliche Herꝛn ab⸗ faͤllig worden/ vnd ſich in Regenſpurg begeben/ muſte der Kaͤyſer einen newen hauffen durch H. Herman von Stu⸗ bekeshorn in Sachſen bewerben laſſen. Wie aber derſelb mit dem Volck ſeinen weg durch Heſſen genommen/ iſt er von H. Conrado/ vnnd deß Kaͤyſers Sohns verordnetem kriegsvolck vmbgeben/ in eine alte Burg abgetrieben/ vnd darinn agen. aff rigen derm athal⸗ Vnd aͤyſe⸗ ardin udol⸗ uffge⸗ orden henit tag zu roſſen dvmb erwie⸗ /dem len ſie groſſe nd ſei⸗ bela⸗ mab⸗ ſte der Stu⸗ eerſelb iſt er netem vnd arxinn bißdahero Heſſen als ein erbe beſeſſen. Chronica. 173 darinn genoͤtiget anzuloben innerhalb drey monat nicht wi⸗ der die Fuͤrſten zu dienen. Darob ward der Kaͤyſer genoͤh⸗ tigt/ mit H. Conraden vnd dem Biſchoff zu Maͤntz ein ver⸗ trag inzugehen/ vnd ſie widerumb zu genaden anzunehmen. Hat darauff dem Kaͤyſer in der groſſen Schlacht bey 254 Augſpurg die Vngern mannlich beſtrritten/ vnd den ſieg be⸗ haupten helffen/ daſelbſten er/ Conradus /dann als ein mannlicher helt ſein leben zu außgang der ſchlacht durch ei⸗ nen ſchuß geendet. Vdo oder Otto/ Pfalzzgraff bey Rhein/ Hertzog in Elſaß/ Francken vnd Heſſen. K Ekam derowegen ſein bruder Vdo/ ſo allein 8 O vom gantzen geſchlecht noch vbrig/ all ſeine lan⸗ de/ vnd alſo auch Heſſen. Dann ſein bruder H. 5 Herman in Schwaben war auch mit todt ab⸗ gangen/ der nur ein einige tochter/ Ida genant/ verlaſſen/ welche H. Ludolph deß Kaͤyſers ſohn/ vnnd mit jhr das Schwabenland bekommen. In dieſem Jahr ſtarb auch der Biſchoff zu Maͤintz/ vnd wardan ſeine ſtatt verordnet H. Wilhem/ Kaͤyſer Ot⸗ ten ſohn/ deme dann der Kaͤyſer alles/ was ſein Vatter Hen⸗ rieus Auceps dem Biſthumb wegen B. Hattonis in Thuͤ⸗ ringen vnd Heſſen entzogen widergeben vnd ingeraumer. Vnd daher kompts/ da hetliche meinen/ die Sachſen haben 955 Es hat aber auch H. Vdo/ gleich ſeinem Bruder/ Wormbs jnnen gehabt/ vnd mit ſeiner gemahlin gezeuger Sigfriden. Sigfridt Pfaltzgraff ben Rhein/ Hertzog dero Heſſen vnd Francken/ ꝛc. 4 Dieſer 997 2008 1012 Heſsiſche St auch/ als die ordnung der Churfuͤrſten durch K. Ottonem angerichtet/ zum Churfuͤrſten er⸗ s nent worden hat aber wegen ſeines toͤdtlichen abgangs nie keine wahl geſeſſen. Derſelbe zeuget Heinrichen vnd Aribonem/ nachmaln Biſchoffen zu Maͤntz/ auch zwo Toͤchter/ Kuͤnigunden die K. Henrich den II. zum ehegemahl bekommen/ vnd N. ſo ein tochter gebohren/ Jueta nahmens/ hiernacher ein Aep⸗ tißin im Cloſter kauffungen. Es ſind auch vmb dieſe zeit viel Heſſen nach einander Biſoffche zu Wormbs geweſen/ als Hideboldus/ ſein bruder Franco vnd B. Burchardus/ ond ſolches aus der vrſach/ weiln damaln Pfaltʒ vnd Heſſen einherꝛiſch. Henrich Churfuͤrſt vnd Pfaltzgraff bey Rhein/ zu Francken/ Heſſen/ ꝛc. Hertzog. 8 Jeſer hat Henrich den II. deß namens H. zu Beyern zum Kaͤyſer erwehlen helffen/ vnd jhm . ſeine Schweſter Kuͤnigunden vermaͤhlet/ durch deren vorbitt iſt etwa das Cloſter Kauffungen/ mit etlichen koſtbaren kleinodien vom Kaͤyſer begabt vnd er⸗ newert worden. Dahero etliche meinen wollen/ ſolch Clo⸗ ſter habe hochermelter Kaͤyſer erſtlich gebawet/ welches doch anfaͤnglich von Ludovico Pio fundiret vnd geſiifftes worden. Bey ernantes Churfuͤrſten Friderici leben/ iſt der Jo⸗ hannesberg bey Herßfeldt durch Abt Arnolden erbawet: 1019 yndjahrs 1019. Wolfsanger mit einem freyen jahrmarcke jaͤhrlich auff Johannes Baptiſtæ/ wochentlich aber allt ſonnabendt/ begnadiget/ auß welchem abzunemen/ das Caſſel damals noch ein geringes ihun geweſen, Conrad —(Q822 A— durch een er⸗ lichen dmaln inden nd N. nAep⸗ eſe zeit weſen/ ardus/ Heſſen ein/ H. zu nd jhm durch ungen/ vnd er⸗ ch Clo⸗ velches eſtifftes der Jo⸗ bawet: marcke ber alle das Tonrad Chronſca. I17 Konradt der IV. deß namens/ Pfaltzgraff bey Rhein/ Hertzog in Francken vnd Heſſen. Ahrs 1020. iſt Pfa tzgraff Henrich verſtorben/ 1020 ond hat Conradt ſein ſohn ſeine verlaſſene len⸗ der ingenommen. Etliche nennen ſeinen vatter —e Herman H. zu Francken. Dieſen Conradt hal⸗ ten viel vor einen Schwaben/ welches doch nichts iſt/ die⸗ weil der zeit Schwaben noch ſeine Herꝛen gehabt/ nemblich Ernſten vom geſchlecht/ vnd nachkommen Otten deß I. Dieſer Conrad hat zur Ehe gehabt Giſelam/ von deren an⸗ kuufft vielerley meinungen verhanden. Doch iſt dieſelb ge⸗ weſen K. Conradi auß Burgundt tochter/ vnd ein ſchweſter Rudolphi deß letzten Burgundiſchen Koͤnigs. Damals iſt geſtorben Heimbrodus/ vnd auff Haſungen/ welches Clo⸗ ſter von Aribo einem D. anfenglich gebawer. Jahrs 1025. ward Conrad zu einem Roͤmiſchen Kaͤy⸗ 10 25 ſer gewehlet/ vnd nennen jhn die geſchichtſchreiber Conra⸗ dum den II. Dieſer machet erſtlich Ludovicum mit dem 1027 Barr zu einem Grafen von welchem hiernechſt weiter. Es zeuget aber Kaͤyſer Conrade mit vorgemelter Gi⸗ ſela einen ſohn Henrich genandt/ welcher nach jhm R Kaͤy⸗ ſer worden/ ꝛc. Henrich der III. deß namens R. Kaͤyſer/ Pfaltz⸗ graff bey Rhein/ Hertzog in Francken vnd Heſſen/ ꝛc. s ſich dieſer Kaͤyſer von ſeiner gemahlin ob et⸗ 1039 8 wa einem gefaſten argwohn ſcheiden ließ/ begab ſie ſich in das Cloſter Kauffungen/ vnd iſt auch ) daſelbſten geſtorben. In jhrer legende wird das Cioſter Confugium genennet. Nach dem aber auch vherlang der Kaͤyſer mit todt ah⸗ 1 056 g ij gangen/ 1064 1066 107,0 Heſsiſche gangen/ vnd Heinrich den IV. ein kindt von fuͤnff jahren hinderlaſſen/ kam die verwaltung deß Landes Heſſen/ bene⸗ ben dem Kaͤyſerthumb erſtlich an deß Kaͤyſers andern ge⸗ mahlin/ vnd als ſolches den Rrichsfuͤrſten zuwider/ forters in der Biſchoffe handt. Bißdahero war in der Teutzſchen Kaͤyſer macht ge⸗ ſtanden die Baͤbſte vnd Biſchoffe zu wehlen. Darwider ſetz⸗ ten ſie ſich in An. 106 4. darob dann auch in folgendem jahr zu Trabern ein fuͤrſtentag gehalten/ vnd nachmaln groſſe vnruh /krieg/ mord vnd todtſchlag erwachſen. Henrich der Iv. R. Kaͤyſer/ in Francken/ Elſaß vnd Heſſen Hertzog/ Pfaltzgraff bey Rhein/ ꝛc. nommen/ belehnet er in obermeltem jahr Graff Werner den eltern zu Gruͤningen/ eine Schwaͤ biſchen Herꝛn mit dem dorff vnd gegend Kirch⸗ berg bey Gudenſperg gelegen. Fiel demnach zu Fridslar in ein ſo gefehrliche kranckheit/ alſo daß auch ſeine aͤrtzte an ſeinem leben verzagten/ vnd die Fuͤrſten nach einem andern Kaͤyſer trachteten. Nach dem er aber wider zu ſich ſelbſten kam/ zoger gen Herßfeldt/ vnd vermaͤhlet ſich mit Berta Marg zu Ferar tochter. Hertzog Otto von Beyern/ ſo auch ein groſſen an⸗ theil deß Sachſenlandes beherſchet/ hatte vor der zeit dem jungen Kaͤyſer nach dem leben geſtanden/ vnd ſonſten aller⸗ handt auffwiglungen gegen jhm geurſachet. Darob vber⸗ zog jhn der Kaͤyſer mit den Heſſen/ vnd nahm jm alles land/ ſampt dem Teſenberge/ vnd dem ſchloß Hanſtein/ ſo dieſes orts gelegen. Darumb vberſtel der Hertzog Thuͤringen/ vnd kam auch vor Eſchwege. Daſelbſt traffen auff jhn die Thuringer/ worden aber von jhm hey 300. erlegt. Vachn deſto⸗ Lsnun der Kaͤyſer das regiment ſelbſten ange⸗ —*——y—= hren bene⸗ n ge⸗ rters he ge⸗ r ſetz⸗ jahr zroſſe lſaß ange⸗ Graff chwaͤ Kirch⸗ ach zu ſeine einem zu ſich ch mit en an⸗ it dem aller⸗ vber⸗ land/ dieſes ingen/ hn die Nichts deſto⸗ Chronica. 119 deſtoweniger kam er bald darnach vmb alle ſeine lande. De⸗ rowegen wolte er ſein euſſerſt heil verſuchen/ vnd verſamlet hierumdb ein kriegsvolck/ nam den berg Haſungen in/ zu ſei⸗ nem vorthel/ vnd befeſtiget den auffs ſterckeſt. Der Kaͤyſer aber lag auffm Toͤrnberge/ wie die ſchantzen noch außwei⸗ ſen. Als er nun geſehen/ wie dem Hertzog wenig abzubre⸗ chen/ ließ er ſich durch Graff Werner von Gruͤningen zum frieden bewegen/ in betrachtung/ daß aller anweſenden Fuͤr⸗ ſten meinung darauff gerichtet. Derozeit war groß lauffen vnd wallfahrten zu S. Hemeradt oder Heimbrodo auff Haſungen/ welches dann dieſem ort viel zugetragen. Darnach legten ſich auch der Sachſen vnd Thuͤrin⸗ 10 73 ger Fuͤrſten wider jhn/ vnd muſte alſo der Koͤnig daruͤber von ſeinem hoflager Goßlar/ gen Herßfeldt entweichen. Berieff auch darauff H. Rudolphen auß Sehwaben/ mit ſeinem heer gen Cappel ein dorff bey Herßfeldt. Doch ward das volck baldt wiederumb heimgeſchickt/ mit befehl den 7. tag nach Michaelis zu Breidungen/ vnd im Cloſter Herß⸗ 1074 feldt wider zu erſcheinen. Vnder deſſen zog der Kaͤyſer an Rhein vnd ſtercket ſich allenthalben auffs beſt er mochte. Die Sachſen aber waren nicht wenig erſchrocken/ daß jhn der Kaͤyſer entrunnen/ vnnd nunmehr ſich zu einem behar⸗ lichen krieg gefaſt gemacht. Beſtimpten aber ein tag gen Trittenberg(jtzo Trefurdt) Darnach wart ein tag im Clo⸗ ſter Corvey gehalten/ welches in dem erbſchutz dero Fuͤrſten zu Heſſen/ vnd nach dieſem zu Gerſtungen vonjhnen heim⸗ lich beſchloſſen ein andern Kaͤyſer zu wehlen. Innerhalb dieſem tumult gebahr die Kaͤyſerin zu 1075 Herßfeldt im Cloſter jhrem Herꝛn ein ſohn/ den tauffte der Apt/ vnd nennet jhn nach ſeinen vhranherꝛen Conradum. Nach dem aller vnwill ernewert/ hielt der Kaͤyſer zu Dreidungen ſeinen Muſterplatz/ vnd ſchlug ſich darauff q iij mit 1076 1077 1078 1979 120 Heſsiſche mit den Sachſen/ welchen er auch ol ſieget/ Thuͤringen mit ſchwert vnd fewer verderbet/ vnd nach dem er ſich auff diß⸗ mal gnugſam gerochen ſein vermeinet/ beurlaubet er ſem Polck zu Eſchwege. Doch bewarb er bald darauff im Win⸗ ter monat ein new volck/ welches er zu Gerſtungen verſam⸗ let. Doſelbſten funden ſich zu jhm alle Fuͤrſten/ ſo jhm zu⸗ vor beygeſtanden/ außgenommen Hertzog Rudolph zu Schwaben/ Welph vnd Baͤyern/ vnd Bartoldt von Zerin⸗ gen oder Kaͤrnten. Dennoch ergaben ſich die Sachſen deß⸗ mals an Kaͤyſer. Nichts deſto weniger aber thaten ſich H. Rudolph/ vnd andere zuſammen/ vnd ſtelen dem Kaͤyſer auf ein newes ab. So kamen auch die Fuͤrſten vnd Biſchoff gen Trebern auffs Pabſts antreiben/ den Koͤnig ſeiner wuͤrde zu entſe⸗ tzen: Der nam alle vorgeſchlagene mittel auß zwang an/ vnd reiſet darauff gen Rom/ auch deß Babſtes vngenad zu ſtillen. Mitler weil hetten die Teutzſche Fuͤrſten zum Koͤnig auff geworffen vielbeſagten Rudolyhum. Darumbeilet ſich der Kaͤyſer durch der Kaͤrnter huͤlff/ vnd erobert in kurtzem das gantze Schwabenlandt/ vertrieb G. Eckharden auß Schwaben/ beſtr tt vnd noͤhtigt auch Hertzog Welffen ſich zuergeben/ vnd gewann darzu wider die ſtatt Wuͤrtzburg/ ſo jhm Rudolph abgenommen. Darnach hielt er ein groſſe ſchlacht mit Hertzog Ru⸗ dolph bey Stronaw. In derſelben lag der Hertzog vnden/ vnd ward auch beneben andern gefangen/ Sigfrid Biſchoff zu Maͤntz/ welchen der Kaͤyſer auff Haſungen/ biß an ſein ende/ in verwahrung gehalten. In folgendem Jahr/ alß ſich beide hauffen geſtercket/ geſchach zwiſchen jhn bey Fladen⸗ heim abermals ein ſchlacht/ in welcher die feinde mit jhrem Honig noch einmal den groͤbern gezogen. In deſſen hatte Hertzog Welph in Schwaben aber ein en mie ff diß⸗ er ſein Win⸗ erſam⸗ im zu⸗ lph zu Zerin⸗ en deß⸗ dolph/ newes rebern entſe⸗ ng an/ nad zu Koͤnig let ſich urtzem en auß fen ſich urg/ ſo og Ru⸗ vnden/ deiſchoff an ſein alß ſich aden⸗ jhrem en aber ein Chronira. ter ein newen lermen angerichtet. Dem nun zu wehren/ muſte der jhn verfolgen. Mitler weil rucker H. Rudoiph vor Fridslar/ welche damahln/ weiln jhr Biſchoff gefangen/ dem Kaͤyſer geſchworen/ erobert vnd verdrante ſie gantz mit dem ſtiffte. Darob ſie auch nicht wider an dem ort/ ſondern beim ſtiffte auffgerichtet. Der Babſt that den Kaͤyſer zum andern mahl in ban. 1080 Aber. Nudolph muſte nichts deſto weniger in der nech⸗ ſten ſchlacht herhalten/ vnd ſeinleben laſſen. Als nun nach Rudolphen tode die ſachen in Teutzſch⸗ 1081 landt ein wenig ſtill worden/ zog der Kaͤyſer in Italien vmb ſich zu zerſuͤhnen mit dem Babſt. Hernacher wehleten die Teutzſche abermahls ein andern Koͤnig/ H. Hermanvon 1082 Lutzelburg/ der vberftel Heſſen vnd Franckenlandt Aber vn⸗ ter deß ſetzet der Kaͤyſer den Hellebrandt vom Babſthumb/ vnd ward darauff Anno 084. zum Kaͤyſer gekroͤnet. Wie er nun wiederumb in Teutzſch andt kam/ erobert er zum in⸗ gang die ſtatt Augſpurg/ welche hm H. Welph abgedrun⸗ gen. Darauff ward ein tag vnd vnterredung zu Bercka ge⸗ 1085 halten/ vnd darnach auch eine verſamlung vieler Biſchoffe zu Gerſtungen. Dieſelbe vnruhige geſellen erꝛegten eine newe vnnd 1086 ſorgliche auffruhr/ trieben den Kaͤyſer biß gen Herßfeldt/ von dannen auch biß in Baͤyern/ vnd beiagerten darnach die ſtatt Herßfelde. Aber der Kaͤyſer war jhn baldt wieder⸗ umb auffm halſe/ jagt ſie von dannen/ vnd zwang zugleich Sachſen vnd Thuͤringen zur ergebung. Noch brachten ſie die Biſchoffe wiederumb zum ab⸗ 1087 fall/ darob dann der Kaͤyſer bey Wuͤrtzburg geſchlagen. Nun wehret dieſe freude nicht lange/ ſondern es muſten die Sachſen/ ſo baldt ſich der Kaͤyſer geſtercket/ darvon fliehen/ die att erobert werden/ vnd der Biſchoff zu Wihias ins gefeng⸗ 1089 1099 1105 1114 1115 1113 7 122 Heſsiſche gefaͤngnuß kriechen. Darnach ruckte der Kaͤyſer den Sach⸗ ſen jmmer neher/ vnd ließ ſein kriegsvolck zu Herßfeldt auß⸗ ruhen. Darumb verjagten die Sachſen jhren Koͤnig ſelb⸗ ſten/ vnd nach dem ſie ſich auch dißmals ergeben/ that zwar Marggraff Eckbrecht zu Herßfeldt den Fußfall/ ward aber nichts deſtoweniger von ſtundt an widrumbabfellig. Dar⸗ umb vberzog jhn der Kaͤyſer/ wiewol er von jhm bey Qved⸗ lenburg geſch'agen. In dem nun den Marggraff auch Hil⸗ deßheim belagern wolte/ vnd vnter dem ſich in ein muͤhl zu erkuͤhlen begeben/ ward er darinn von Kaͤyſeriſchen vberei⸗ let/ vnd erſtochen. Nach dieſem legte ſich wider den Kaͤyſer ſein eigener ſohn Conradt/ daruͤber jhn auch enterbet/ vndan ſeine ſtatt ſeinen ſohn Heinrich den V. zum ſueceſſori im Reich veroꝛd⸗ net. Aber derſelb machte es nicht viel beſſer/ ſondern beraubet jhn im folgenden Jahr aller regalien/ vnd muſte auch dieſer Kaͤyfer/ der doch in ſeiner regirung 6ꝛ. ſchlachten vnd tref⸗ fen gethan/ in ſolchem elendt ſterben. Henrich der Fuͤnffte/ Roͤmiſcher Kaͤyſer/ Hertzog in Franck:n vnd Heſſen ꝛc. Ey dieſes Kaͤyſers regiments zeit belagerten apt 3 8 Adelman zu Herſchfeldt/ vnd Wolffhelm/ apt u Fulda die veſte Wartberg bey Eiſenach/ er⸗ oberten dieſelbe/ vnd zwungen alſo Gr. Ludwig den Springer ſich zu ergeben. Ob nun wol ermelter Graff auffm beylager zu Mentz durch vorbitt ſein ſchloß wider zu erlangen gedacht/ ſo wart er doch vom Koͤnig in hafft ge⸗ nommen. Als dieſer Koͤnig zu mehrmaln in hHeſſen geritten/ vnd jederzeit Graff Werner von Greiningen mit jhm gereiſet/ hat derſelbe Graff jn vmb die gegendt zwiſchen Homburg vnd & SSͤG Sach⸗ dt auß⸗ aiig ſelb⸗ at zwar ird aber Dar⸗ Qved⸗ ich Hil⸗ nuͤhlzu vberei⸗ eigener ine ſtatt veroꝛd⸗ eraubet ch dieſer ud tref⸗ ertzog rten apt Im/ apt ach/ er⸗ Ludwig Graff vider zu afft ge⸗ ten/ vnd gereiſet/ mburgk vnd — U 5. 1 7.,2 vnd Caſſel gebeten. Wie ernun darm waͤlde vmb die Fulda vnd Eder aus/ bawet an einem berg ein ſchloß/ das er Haltauff/ jtzo Haldorff genennet vnd er⸗ laubet deßgleichen denen vom Adel/ ſo mit jhm kommen/ auch zu thun. Darob dan nachfolgende geſchlechte/ ſtaͤtte/ vnd doͤrffer von jhnen erbawet/ vnd benahmer worden/ als Griffte/ Elben/ die Hunde/ Wehrn/ Falckenberg/ die Wolſ⸗ fe von Gudenberg/ Felßberg/ ꝛc. Der Graff aber hat das Cloſter Breidenaw erbawt/ vnd den erſten Apt Trutuinum darinn verordnet. Dem iſtgefolget Henricus/ welcher hier⸗ nechſt vnter die heiligen geſchrieben vnd Sr aten heahe Nach dem nundieſer Graff ohne leibserben verſtorben/ iſt er in dieſes Eloſters hauptkirch/ welche Apt Henrich in die ehre B. Maria angefangen/ mitten im Chor begraben worden/ wie daß noch vor wenig fahren der grabſtein vnd vberſchrifft bezeuget. So haben zu dem auch benente vom Adel lange zeit in dieſer Kirch jhr begraͤbnuß gehabt. Kaͤyſer Henrich war mit den buͤrgern zu Maͤntz/ ond jhrem Biſchoff nicht wol zu frieden wegen eines verbre⸗ chens/ ſo ſie im abgelauffenen 1u. jahr an jhm begangen/ ond verſamlet darumb ein hauffen volcks in Thuͤringen/ Heſſen vnd Francken. Weiln aber friedliebende leut ſich dazwiſchen geſchlagen/ ward die ſach verglichen.— Jahrs 1127. ſtarb dieſer Kaͤyſer ohne manns leibser⸗ ben/ vnd alſo auch Heſſen erbloß/ nach dem es bey Caroli geſchlechtz 14. Jahr geblieben. 1 . I²3 it belehnet/ rottet er die 1119 1121 1127 Die Genealogi aber helt ſich wie folget. 6 Carolus Martellus Pfaltzvogt/ oder Pfaltzgraff vnd Ma⸗ jor domus. . Carolomannus Koͤnig in Oſt⸗ francken/ Thuͤringen vnd Heſ⸗ ſen/ ꝛc. Pfaltzgraff. Pipinus Koͤnig in Auſtraſtan vnd auch folgends in Heſſen/ hiernacher Koͤnig in Franck reich. Carolus Magnus Koͤnig in Franckreich/ vnnd folgends Roͤmiſcher Kaͤyſer/ ꝛc. Ludovieus Th Auch R. K. 7— NM˖. 1— Pipinus. K. Lotharius K. Carolus Calvus Ludwig K. in Aquitania in Jtalien K. in Franck, in Tentzſch⸗ reich landt deß Pipinus, hatte vier ſoͤh⸗ nachkomen ne. Ludovi- Ludovicus Bak beſihe bey cum Koͤnig bus 9. in Italien/ Carolus Sim- Lotharium, plex Carolum K. in der Pro⸗, Ludovicus h vintz. III. — Caroloman- Lotharius nus b Ludovicus der letzte /c Obge⸗ Obge⸗ Chronica. 129 82 DO bzgedachtem K. Ludtoig in Teutzſchlande find geboren f. 8 Ludwig Koͤnig in Carolus Craſſus Carolomannus K. Oſtfrancken/ Thuͤ⸗ Koͤnig in Schwa, in Baͤyern zeuger ringen vnd Heſſen ben/ ꝛc. † ohne er⸗ Arnulphum ꝛc. ohn erben/ Anno ben. 892. Arnulphus wird R. Kaͤyſer/ vnd Koͤnig in Baͤyern/ Schwa ben/ Thuͤringẽ/ Oſt⸗ francken/ vnd Heſ⸗ ſen/ Pfaltzgraff bey Rhein. 6— 1 Ludwig R. Kaͤyſer ſtirbt Conradt Hertzog in Oſtfrancken/ ohn erben/ Anno⸗ 1r. Schwaben/ Thuͤringen/ vnd Heſſen/ . Pfaltzgraff bey Rhein/ Anno 905. Eberhardt Pfaltzgraff bey Conrad Roͤmiſcher K. Hertzog Rhein 8 S en, Hehpaban vnd Ms eſſen/ folgens Pfaltzgraff bey Conradt ohn erben Anno Rhein. 943 . 14 Herman Hertzog Conradus III. Sa- Ido oder Otto all ſei⸗ zu Schwaben piens genahmet/ ne lande bekoͤm̃en/ vnd H. in Oſtfrancken derowegen Pfaltzgraff hatte nur eine vnd Heſſen †ohne bey Rhein/ vnd Hertz: tochter Ida ge, kinder Anno 54. in Oſtfancken/ vnnd nant darumb Heſſen worden Sigfridus, gcc.— Henrich.&c. 1 1 2 Conra- us Deſsiſche Conradus II. R. K⸗ 3 1 Henricus III. R. K. Henricus IV. R. K. Henricus V. R. Kaͤy⸗ ſer gehet ab ohne kinder Anno 1127. Von den Landgrafen zu Chuͤrin⸗ gen vnd Heſſen/ vnter welchen der erſte 6 Ludwig/ Graff Ludwigen deß Spren⸗ gers ſohn/ ꝛc. 9 78 Olget nun/ guͤnſtiger Leſer/ nach erzehlung der N 4 be aukunfft vnd mancherley ſchweren zufelle/ ovnd N regiments verenderungen dero Heſſen/ auch be ſonder jtzund von jhren Landgrafen/ vnd wie dieſelbe endlich zu ſelbſt eigner herꝛſchafft kommen vnd ge⸗ V ſtigen/ meldung zu thun: ſo iſt auch allen wiſſent auß vorge⸗ V hender beſchreibung/ daß der manliche G. Ludwig mit dem barte von Kaͤyſer Conradt zum Vitzthumb vnd ſiatthalter in Thuͤringen verordnet vnd inveſtirt. Wann aber von die⸗ ſem Ludwigen die Landgrafen zu Thuͤringen/ vnd Heſſen entſproſſen vud herꝛuͤhren/ ſo wil von noͤthen ſein/ daß diees orts von ſeiner ankunfft auch kurtzer bericht geſchehe. Ludwig der letzte Koͤnig in Franckreich von dem ſtam Caroli Magni hatte zur ehe Blancam Gerſias Koͤnigs von ———— Navara tochter/ vnd zeuget keine erben mit derſelben. Aber nach ſeinem abſterben bekam ſie Hugo Capetus/ Graff zu Pariß/ welcher neh eon weg daſelben Slauss ſee mahlin . K⸗ „K. K. K. Kaͤy⸗ kinder ſethalter von die⸗ Heſſen ß dieſes em ſtam igs von Aber 8 raff zu einer ge⸗ mahlin Chronica. 125 mahlin deß gantzen Franckreichiſchen reichs vnternommẽ/ vnd Carolomannum den rechten erben/ ſampt ſeinem ehe⸗ weib gen Orliens ins gefengnuß verwieſen. Vnd ob man ſchon ſagen wil/ ſie haben in ſolcher haffeung zwen ſohne ge⸗ zeuget/ iſt doch derſelben keiner zum regiment koͤmmen/ ſon⸗ denn Hugo mit ſeinen nachkommen habens biß an dieſe zeit ehalten. Bey dieſes Hugonis ſohn Koͤnig Roberto/ iſt Wil⸗ helm der juͤnger Graff/ oder wie etliche meinen/ Hertzog zu Orliens in vngenadt kommen/ vnd derowegen auß Franck⸗ reich in Teutzſchlandt an Maͤntziſchen hoff entweichen muͤſſen: der zeuget einen Sohn Ludwigen/ zugenahme mit dem Barte/ den machte der Kaͤyſer zu einem Gubernator/ vnd Vitzthumb in Thuͤringen/ wie gehoͤrt. Dieſer Ludwig erzeuget Ludwig den Springer/ Grafen zu Thuͤringen/ welcher darnach einen ſohn bekam/ auch Ludwig genant. Dieſer Ludwig vermaͤhlet ſich mit Graff Gebharden von Siplinburg vnd Arnsberg tochter/ Kaͤyſer Lotharij ſchwe⸗ ſter/ Hedwig genandt. Vnd jrꝛen derowegen die ſenige/ welche ſagen/ er hab Lotharii tochter bekommen/ dann Lo⸗ tharius hat nur allein eine tochter gehabt/ welche Henricus H. zu Baͤyern gechlicht. Darmit aber auch dieſes Herꝛen ankunfft deſto mehr hekandt werden moͤge/ ſo beſiehe folgendes ſtamregiſter. Zun lebzeiten Kaͤyſer Ludwig deß IV. war in groſſem anſe⸗ hen/ Wilhelmus der Elter Hertzog oder Graff zu Orliens auß dem alten Fraͤnckiſchen geſchlecht. Er hatte zur gemahlin Blanſcheidt/ Kaͤyſer Ludwigs tochter/ mit deren er gezeuget Wilhelm den Mitlern Hertzogen zu Orliens/ deſſen gemah⸗ lin war fraw Ilia Hertzogin auß Normandiſweiche forters s Wilhelm 195 126 Heſsiſche Wilhelm den Jüngern/ ſo mit Aurelia deß Graffen von Stauffen tochter erzeuget Ludovicum Barbatum. Er kam vnuer⸗ ſchuldtins Koͤnigs von Franckreich vngenadt/ ward darob verdrie⸗ ben/ vnd muſte bey dem Biſchoff zu Maͤntz/ der ihn auch in groſſem anſehen erhalten/ ſein auffenthalt ſuchen.. Ludlovicus Bar- batus, kam bey K. Conradt den II. an hoff/ vnd ent⸗ kich durch deſſen vnterhandlung zum Vitzthumb vnnd Stadthal⸗ terampt in Thuͤ⸗ ringen. Ward darnach von be⸗ meltem K. erſter Graff in Thuͤ⸗ ringen gemacht! mit dem bunten Thuͤringiſchen Le⸗ wen begnadiget jahrs 1027 Darauff ließ er allenthalben die waͤlde vmb Reinhardsbrun Wilhelm Hertzog zu Orliens hat endtlich ſeines vet · tern Graff Wich⸗ manß guͤtter bey dem Kaͤyſer erhal⸗ ten. Wilhelm Hertzog zu Orliens 1. Wilhelm Koͤnig in Engellandt Hugo, Graff ward groß⸗ hoffmeiſter deß Bi⸗ ſchoffs zu Maͤntz/ vnnd zeuget mit einer Graͤfin von Spanheim Wichman/ welcher als jhm der Vatter zu fruͤe abgangen/ vnd derowe⸗ gen jhn andere von ſei⸗ nen Lehnguͤtern ver⸗ drungen/ endtlich ſei⸗ ner widerpart einen vor deß Biſchoffs augen er⸗ ſtochen/ daruͤber er dann auch gefangen vnd ent⸗ hauptet worden. außrotten/ vnd an deren ſtette doͤrſfer auffrichten. Zog darnach auff den thurnier gen Halla in Sachſen/ ond ſtund dem lande nach demſelben noch biß ins 14. Jahr alſo fur/ daß er ſo wol allen Kaͤyſern/ ſo bey ſeiner zeit gelebet/ ein angenemet freundt vnd geheimer raht/ als ſeinen vnterthanen ein gewuͤnſchte obrigkeit geweſen. In dem er aber letzlich auff die begraͤbnuß Kaͤyſer Henrichs deß III. ſeines vaͤttern hingezogen/ iſter gleichermaſſen auff der wi⸗ derꝛeiſe zu Maͤntz in ein kranckheit geſallen vnd verſtorben. Den nahmen/ daß man jhn ludwig mit dem barte genennet/ hater ſelbſten verurſachet/ wegen daß er zu wider dero zeit gewohn⸗ heit einen langen bart getragen. 1 vord nuer⸗ erdrie⸗ roſſem — groß⸗ Bi⸗ vnnd Braͤfin her als zau fruͤe derowe⸗ von ſei⸗ 1 ver⸗ ich ſeis nen vor gen er⸗ er dann nd enk⸗ tdsbrun n/ ond fuͤr/ daß genemer puͤnſchte Genrichs⸗ f der wi⸗ nennet Bewohne Chronica. 127 Mit ſeiner gemahlin Cecilia, Graͤfin zu Sangerhauſen hat er ge⸗ zeuger .— Ludwig den Sprenger/ Gra. Wilhelm/ Gazonem Marg⸗ fen zu Thuͤringen/ welcher baldt grafen in Thüringen/ Otten/ mit dem muthwilligen futter⸗ Henrich Raſpe/ Beringern ſtichigen eſel auffs eiß ſpatzte, G. zu Sangerhauſen/ wie ren gieng/ vnd durch vngebuͤhr⸗ auch 3. Toͤchter/ ꝛc.. liche liebe gegen ſeines benachbarten Pfaltzgrafen Fridrichs zu Sachſen eheweib/ auch durch liſt derſelben frawen beſagten Pfaltz⸗ grafen auff einer jagt erſtochen/ vnd darumb auff den Giwichen⸗ ſtein/ in gefaͤngnuß gelegt worden/ daſelbſten er doch von freyen ſtuͤcken/ nach dem er zwey jahr geſeſſen/ ſich vber den felſen in die Sa⸗ lu geworffen/ durch einen darzu beſtelleten fiſcherkaͤn erꝛet/ vnd von ſeinem diener auff ſchnellen pferden/ darvon gebracht worden/ auch alſo der gefaͤngnuß entkommen. Von welcher kuͤhnen that jm nach⸗ mahln der name Ludwig Sprengers zugeeignet worden. Doch hat er ſich hierumb auch wallfahrten gen Rom begeben/ Poenitent ge⸗ than/ ſich vom Babſtabſolviren/ vnd darneben beym Kaͤyſer auſ⸗ fuͤhnen laſſen/ in dem er verwilliget zu Rom ein Cloſter zu bawen/ inmaſſen dann beſchehen/ vnnd ſolches noch verhanden ſeyn ſoll: Dann auch zu ſeiner widerkunfft in Thüringen etliche Cloͤſter vnd kirchen angerichtet. Sonſten hat G. Ludwig allenthalben ſchloſſer vnd feſtungen im lande fundiret/ als Naumburg an der Vnſtrut/ das ſchloß Wartpurg bey Eiſenach: die ſtaet aber/ ſo nicht zu ſeinem reich ge⸗ hoͤrig/ mit liſtingenommen/ vnnd Reinhardsborn das Cloſter er⸗ bawet. Demnach iſt er auch/ in dem er Rudolphen den Hertzogen aus Schwaben/ den der Babſt wider Henricum IV. zum Kaͤyſer angeſetzet/ beyſtandt geleiſtet/ zum andernmal in gefaͤngnus gera⸗ ten: Alſo gehets vns wie denen vogeln/ ſind die im garn/ ſo begeren ſie hinauß/ vnd wann ſie wol darauß ſind/ ſo fallen ſie muthwillig hinein. Alſo auch/ wann wir aus einer gefahr erꝛettet/ trachten wir bald wiederumb nach andern newrungen/ vnd bringen vns hiermit vnd zugleich newe gefahren/ vnd muͤhe vbern halß. Aber darumb muͤſſen ſo viel vnd mancherley plagen kommen/ welche die vergeſſene s ij menſchen 1 106 1067 107) 1082 108/ 17 88 1127 128 Heſsiſche menſchen in die kenſchul fuͤhren/ vnd zwiſchen wand vnd rigel zwin⸗ gen/ auf daß ſie endlich ſich ſelbſt erkennen lernen/ vnd zur buſſe vmb⸗ kehren: Doch nicht wie dieſer vnſer Ludwig/ als jhn das heilige an⸗ kommen/ nach einem vnruhigen/ vnd gottloſen lebẽ/ in ein muͤnchs⸗ kappen kriechen/ nach Reinhardsborn lauffen/ vnd in euſſerlichen Ceremonien die vbrige lebenszeit zubringen/ ſondern daß ein jeder bey ſeinem ſtande/ darinn jn/ Gott geſetzet/ verharꝛe/ vnd wahre buſ⸗ ſe in dem jnnerlichen hertzen wuͤrcke vnd behalte. Als nun Ludwig der Springer ein Muͤnch worden/ hat ſich ſein ſohn/ eben dieſes nahmens der dritte/ der regierung vnternom⸗ men/ vnd in derſelben ſich fuͤrſichtiglich gehalten/ derowegen er bey menniglich gunſt vnd anſehen erlanget. Nun begab es ſich/ daß bey obenermeltes Kaͤyſers Lo⸗ tharij regirung Heſſen loß geſtorben/ vnd derowegen dem Reich heimgefallen. Weiln dann G. Ludwig in Thuͤrin⸗ gen jhm jederzeit vnd beſonders wider K. Henrich den V. trewlich beygeſtanden/ hat er jhm das Heſſenlandt mit ſampt Thuͤringen verliehen. Od nun gleich H. Conrad zu Schwaben vnd Francken ſich hart darwider gelegt/ vnnd ſich/ daß er von Kaͤyſer Henrich deß V. ſchweſter herkom⸗ men/ vnd darob mit Francken andt vnd der Pfaltz belehnet/ ein erben darzu deuten vnd angeben wolte/ ſo konte er doch nit fortkom̃en/ dieweil es ein Fuͤrſtlich manlehn. Alſo vñ an⸗ gehoͤrter geſtalt iſt G. Ludwid zu Heſſen kommen/ vnd hat jhn der K. zu einem Reichsfuͤrſten vnd Landgrafen zu Thuͤ⸗ ringen vnd Heſſen gemacht/ vnd jhm auch zwoͤlff Graffen noch darzu zu lehnleuten vntergeben. Es ſind aber ſolche lehen anfenglich nicht erblich/ ſondern/ wie man ſagt/ werb⸗ lich/ vnd dero tugend belohnung geweſen. Nichts deſto min⸗ der hat ſichs nachmals begeben/ daß in einer gebluͤt chafft vnableßlich/ viel tugentgefliſſene/ vnd redliche leut ſich her⸗ fuͤr gethan/ darob man verurſachet worden/ aus hoffnung der gutartigen nachkommenſchafft/ die lehen/ in maſſen die⸗ ſem zwin⸗ vmb⸗ ge an⸗ inchs⸗ llichen n jeder re buſ⸗ aat ſich ernom⸗ er bey ers Lo⸗ en dem huͤrin⸗ den V. dt mit rad zu vnnd rkom⸗ lehnet/ ſer doch vñ an⸗ ond hat Thuͤ⸗ Praffen rſolche werb⸗ to min⸗ ſchafft ich her⸗ ffnung ſen die⸗ ſem Chronica. 143 ſem Landgrafen beſchehen/ vnd dieſelben auch ſon ſt noch an⸗ heut mehrertheils im weſen ſein/ auch erblich zu verleihen. Vmd dieſe zeit wolte Biſchoff Albrecht zu Maͤntz der paffheit vnd Cloͤſtern in Heſſen vnd Thuͤringen den zehen⸗ den abzwingen Daruͤber ward der gemeine mann auffruͤh⸗ rig/ verſamleren ſich in die 10000. ſtarck/ in willens den Bi⸗ ſchoff in Erfurt zu belagern Als hierumb derſelbe ſich eines andern erbotten/ ward weiter nichts vnternommen. Es hat aber L. Ludwig/ nach dem er beym Welfes⸗ holtze vnd Helmſtade im Lorchenfelde ſich wider den Kaͤy⸗ ſer in der ſchlacht ritterlich gebrauchen laſſen/ vnnd darob zum Reichsfuͤrſten hiernechſt erkleret worden/ in gutem frie⸗ de regieret/ vnd keinen widerſtand gehabt/ angeſehen das Kaͤyſer Luther im Reich gute ruhe erhalten/ vnd die wider⸗. ſpennigen gedempffet. Sonſten hat ſich denckwuͤrdiges be⸗ 113 geben/ daß Annoz5. vnd o. von groſſer ſonnenhitz ſich etliche waͤlde ſelbſt angezuͤndet/ ohn vnterlaß gebrennet/ vnd weder mit waſſer/ noch regen koͤnnen gedempffet werden aller oͤr⸗ ter grauſame ſturmwinde ſich erhaben/ vnd eben feſte haͤu⸗ ſer vnd thuͤrme in ſtaͤtten/ vnd dorffern ingeworffen/ vnd ein ſo erſchreckliche finſternuß der Sonnen geweſen/ daß man in mittem tage die ſterne am Himmelgeſehen/ vnd in haͤu⸗ ſern liecht vnd lampen auzuͤnden/ vnd brauchen muͤſſen. Iſt darnach im vierzehenden jahr todes verfahren/ vnd zu Rein 1149 hardsborn begraben worden/ darumb ſein ſohn/ auch Lud⸗ wig genant/ jhm ſuecediret/ vnd in der regierung gefolget. Ludwig der ander/ der Eiſern/ Landgraff in Thuͤringen vnd Heſſen. Jeſer aber ließ ſich bald zu anfang dermaſſen von e Adel innemen/ vnd das maul reiben/ daß er Aeinen vnterthanen oder armen mehr hoͤren wollen/ vnd 144 Heſsiſche vnd ward das land/ vnd inſonders Heſſen/ von denen Jun⸗ ckern zum hoͤchſten bedrenget. Solcher erbaͤrmlicher zu⸗ Kandt wehrete ſo lang/ biß er einsmahls auff einer ſagt ver⸗ Irꝛet/ an der Rula bey einem waldtſchmid vnerkanter weiſe beherdergen muͤſſen/ da dann vnter andern frag vnd ant⸗ wort der elende zuſtand durch ſein zu viel guͤtigkeit/ vnd de⸗ muth auch eroͤrtert/ vnnd zum ergeſten gedeutet worden. Derowegen hinfuͤro an thm ein ſolcher ernſt vnd auffſehen wider ſolche tyrannen/ vnd bawren ſehinder geſpuͤret/ daß V auch daruͤber etliche in die pfluͤge geſpannet worden/ als lang ſie einiges vngehorſambs zu vberweiſen/ vnd hieß die⸗ . ſes das rechte compelle intrare geſpielet. Weiln aber auch hierbey verꝛaͤhterliche hinderliſt zu befahren/ bewahret ſich der Landgraff taͤglich mit einem pantzerhembt vnter denen kleidern/ darauß dann erfolget/ daß man jhn den Eiſern Landgrafen zu nennen pflegete. 1153 Vnter deß raumete die peſt gewaltig in Heſſen/ alſo daß/ wo man hinkommen/ man todten außtragen ſehen. 4157 Nach dieſem iſt. Ludwig mit Kaͤyſer Fridreichen in V Polen vnd Preuſſen gezogen/ daſſelbig demuͤtigen helffen/ auch in folgenden jahren mit eben dieſem Kaͤyſer in Itallen verꝛeiſet/ vnd darinn ein gantz jahr lang verharret. 1162 Anno 62. waren grauſame ſturmwinde/ vnd regen/ darvon die waſſer hefftig angelauffen/ vnd nicht geringen ſchaden verurſachet. Damals ſtund in groſſem anſehen vnd weſen Hertzog Heinrich der Lewe/ kam aber in vnwillen mit 1164 denen andern Fuͤrſten/ wie auch L. Ludwigen/ daruͤber dann 1165 beyderſeits lande ſehr verderbetworden. Auch zerbrach ũ. Ludwig die mauren zu Erfurt auß geheiß deß Kaͤyſers. 1166 Das nechſtfolgende Jahr war ſo fruchtbar vnd wein⸗ teich/ daß man auch an vlelen orten den kalck zum gemeur Rit wein zugerichtet. A . 9 —„ V b Jun⸗ er du⸗ g ver⸗ rweiſe d ank⸗ ond de⸗ orden. ffſehen et/ daß n/ als ieß die⸗ der auch ret ſch r denen Eiſern en/ alſo ehen. eichen in helffen/ Itallen d regen/ geringen hen vnd illen mit per dann brach L. ers. d wein⸗ gement Ale Chronica. 145 Als auch bald darnach der Landgraff zur Nauen⸗ 1168 burg/ jto Friburg/ von dieſer welt abgeſchieden/ hat man jn beneben ſeinen vatter in Reinhardsbron begraben/ darhin den todten eoͤrper ſind bey 10. meilen) ſꝛine widerſpennige vom Adel auff jhren ſchultern tragen muͤſſen/ in maſſen er ſolches an ſeinem letzten verordnet. Mit ſeiner gemahlin fraw Clementia Kaͤyſer Conra⸗ di III. bruders tochter/ die Cuſpianus Conſtantiam/ vnd andere Juttam nennen/ hat er gezeuget Ludwig den III. Herman Pfaltzgrafen zu Sachſen auf Achſtedt/ Fridrichen erſten Grafen zu Zigenhayn/ ſo die ſtatt Treiſa in Heſſen ernewert/ vnd Heinrichen ein wuͤſtes weltkindt vnd Herꝛn auffm Raſpenberge/ ſo die jetzige ſtatt Caſſel angefangen. Ludwig der dritte/ der Milde genandt/ Landgraff in Thuͤringen vnd Heſſen. Ein Land ererbete Ludwig der dritte/ den man den Milden nennet/ wegen daß er ein erleuchter/ 9 weiſer/ verſtendiger/ gur vnd miltreicher Fuͤrſt. — S S Ward Anno 70. auff einer reichs verſamlung 1170⸗ zu Erfurt zum ritter geſchlagen/ vnd hat damals die groſſe 1171 hitze vngewoͤhnliche kranckheiten verurſachet. Darauff er⸗ folgete ein naſſes jahr/ vnd thewre zeit/ vnd nach demſelben 117 2 Anno 72. im December vngewoͤhnliche blitzen vnd donner⸗ wetter. Anno 74. war ein naſſes jahr vnd kalter ſommer/ dar⸗ 1174 uber das getreide/ vnd wein ni cht reiffen koͤnnen/ dargegen doch das kommende jahr ſehr heiß vnd trocken/ alſo daß auch 117 5⸗ die fruͤchte verderben muͤſſen. Darauff erfolget ein harter 1176 winter/ vnd abermahlnein duͤrres jahr/ in welchen L. Ludwig die ſtatt Erfurt bekrieget hat/ ſo jhm ſeine eigene Lehngrafen widerſpennig gemacht. Auch hekam er viel zu ſchaffenmit 1177 . H. Hein⸗ 1181 1184 1186 1187 1190 146 Heſsiſche H. Heinrich dem Lewen nachmals erſtẽ Hertzog zu Brun⸗ ſchwig der jhm Nort vnd Muͤlhauſen abgewonnen/ vnd ein groſſen ſtrich in Thuͤringen/ vnd Heſſen verhehret/ vnd ge⸗ pluͤndert/ darzu jhn ſampt ſeinem bruder Herman gefan⸗ gen/ doch bald widerumb loß geben muͤſſen/ aber jnner dem von jhnen auß 1s. Feſtungen verjagt worden. Ebener maſ⸗ ſen lebete er auch in groſſer zwitracht mit Biſchoff Conradt zu Maͤntz/ darob dem Biſtumb nicht geringer ſchade zuge⸗ fuͤgt worden. Vndiſt dazumahl vom Landgrafen der Hei⸗ ligenberg bey Frlßberg/ vñ das ſchloß Gruͤnenberg erbawet. Anno d. war eine groſſe finſternuß der Sonnen/ darauff kam ein geſchwinde peſtilentziſche ſucht/ darzu dann auch miturſache der warme vnd gelindewinter. Dannes ſieng ſich das warme winter vmbs New jahr an/ vnd bluͤe⸗ ten die beume im Jenner/ darumb die oͤpffel im Hornung ſo groß als welſche nuſſe/ vnd die erndte ſich im Meymonat angefangen/ auch im Augſtmonat allenthalben wein gefun⸗ den/ ja es iſt ein ſehr reiches vnd vollkommenes jahr gewe⸗ ſen/ an vberfluß allerhand fruͤchte. Das kommende Jahr ließ ſich auch zwar an/ als wolte es dieſem gleichen/ aber im Mertzen kam erſt die rechte kaͤlte/ daruͤber alles wiederumb verdorben/ vnnd weder frucht noch wein gerahten koͤnnen Es iſt aberL Ludwig endlich mit dem Kaͤyſer wider die Sa⸗ racenen außgezogen/ ſich ritterlich verhalten/ aber doch letz⸗ lich in der beſagerung vor Ancoro vmbkommen. Derowe⸗ gen ſein bruder Hermann/ auch Ludovici deß Eiſern Sohn/ dieweil er/ Ludwig/ keine leibs erben hinderlaſſen/ beides Heſſen vnd Thuͤringen inbekommen. Hermann Landgraff in Thuͤringen vnd Heſſen/ Pfaltzgraff zu Sachſen. Den —— Chronica. 147 En erſten anſtoß hat er von Biſchoff Conrad von Maͤnt erlitten. Dennoch iſt er als ſieger o von Biſchoffen zu Maͤntz vnd Coͤlln feindlich SaSS angegriffen. Vnd wiewol L. Herman damals dem feinde entgegen begeret/ iſt er doch von Marggraff Albrechten zu Meiſſen darumb daß er newlich in Thuͤrin⸗ gen gefallen/ abgehalten worden. Konten alſo die Biſchoffe V in Heſſen ohne widerſtandt brennen vnd rauben/ biß er end⸗ I lich nach enthauptem ſiege von dem Marggrafen/ als ſie zuvor Grunerberg vnd Marpurg außgebrant vnd Mel⸗ ſungen erobert/ jhnen auff Melſingen zugeeilet/ deß beſten⸗ digen vorſatzes vnd meinung daſelbſt zu ſchlagen. Ehe denn 1195 es aber zum treffen kommen/ ward ein friede durch die Aepte von Fulda vnd Herßfeldt getroffen/ vnnd dieſer krieg ver⸗ tragen. 1 Das Jahr vor dieſen haͤndeln war alſo hitzig/ daß auch viel waſſer hin vnd wider außgetrocknet/ daß ſo aber darauff folgte/ dermaſſen vngeſtuͤmb/ windig/ vnnd regen⸗ 1196 hafft/ daß auch gantze doͤrffer daruͤber zu ſcheitern gangen/ vnd ein groſſe theurung folgen muͤſſen. Folgendes legte ſich L Herman wider Kaͤyſer Phi⸗ 1199 lipſen ſeinen vetter/ dem Babſte zugefallen/ vnd hatte inſon⸗ ders zum beyſtandt Koͤnig Otackern/ auß Boͤhmen/ vnnd Graff Wilhelmen zu Catzenelenbogen/ vnd bald darnach auch wider K. Ottonem den V. daruͤber es in Thuͤringen vnd Heſſen zu vielen mahlen vbel zugangen/ auch Schmal⸗ kalden außgebrandt Nach dem nun daſſelbe geſtillet/ ferti⸗ 1204 get er eine ſtatliche Legation zum Vngariſchen Koͤnig An⸗ drea vmb ſeine junge tochter Eliſabethen/ dem auch jungen Ludwigen ſeinem ſohn zu werben: welche dann ſo wol ange⸗ nommen/ daß der Koͤnig dieſelbe/ vnangeſehen jhrer kind⸗ heit/ ſampt einer ſilbern Wiegen/ bahtmulen/ vnd vielen an⸗ 1 dern — 1211 1212 2219 148 Heſsiſche dern kleinodien/ denen geſanten vberlifert/ vnd in Thuͤrin⸗ gen fuͤhren laſſen. Alſo kam Eliſabeth im vierten ſahr jhres alters an Thuͤringiſchen hoff/ darinn ſie beneben deß jungen Tanderafen ſchweſter Agneſen/ auch einem jungen frewlin/ biß zu manbaren jahren erzogen iſt. So war auch gleich⸗ fals& Ludwig nicht vber eüff Jahr/ da dieſe ſeine braut ins Landt kommen. Vnterdeſſen gieng der vnwille zwiſchen Keyſer Otten/ vnd den Landgrafen auff ein newes an/ vnd ward daruͤber das Schloß Rotenburg/ vnd Saltzungen zerſtoͤret/ auch Biſchoff Sigfridt von Maͤntz auß ſeinem Lande verjaget. Darumdb nam jhn der Landgraff auff/ vnd gab jhm ſeinen vnderhalt in Heſſen/ biß daß an Otten ſtatt Kaͤyſer Fridrich der I. erwehlet/ vnd ingefuͤhret worden. Darauff auch der Landgraff in guter ruhe/ vnd zimlichem hohen alter zu Gotha verſtorben. Von Ludwig dem vierden/ Conrad vnd Heinrich/ Landgrafen in Thuͤringen vnd Heſſen. S verließ aber L. Herman nach ſeinem kode/ S H von ſeiner ander gemahlin Sophia/ Hertzogin aus Baͤyern/ drey Soͤhne/ Ludwigen/ Conra⸗ — den/ vnd Heinrich. Dieſelbe/ in dem ſie das land nicht zertheilen wolten/ machten Conraden zu einem Landvogt in Heſſen/ vnd nam derſelbe zu einer gemahlin Kaͤyſer Fridrichs tochter/ Agneten. Ludwig auch/ welchen man den frommen nennet/ als er zuvor zu Iſenach in S. Peter vnd Pauls kirche zu ritter geſchlagen/ ließ jhm ſeine vertrawete im 1220. Jahr ehlich beylegen. Er hat ſich in ſeinem regiment/ welches doch im 16. Jahr ſeines alters angangen/ fromm/ milde/ vnd thaͤtig er⸗ zriget/ war ſonſ von natur ein ſchoͤne perſon/ froͤlich/ Sien itſam arin⸗ jhres ngen wlin/ leich⸗ ut ins ſchen. /vnd ingen einem f!vnd n ſtatt orden. lichem rich/ eode/ tzogin Lonra⸗ ie das einem ahlin et/ als ritter ehlich im 16. tig er⸗ deredt tſam/ Chronica. 14 ſitſam/ vnd warhafft. Bekam aber nichſtowenigerein feind⸗ lichen widerwillen/ vnd ſtreit mit Ertzbiſchoff Sigfrid zu Maͤntz/ alſo/ daß ſie von beyden theilen gegen einander zu fride gezogen. Die vrſachen aber waren ein alter groll. Dann es hatte vor viel jahren Landgraf Ludwig/ der Eiſern Graff/ Chriſtian von Buchen/ wider Conradum zu einem Biſchoff zu Maͤntz geſatzt. Ob aber gleich denſelben an⸗ fenglich der Kaͤyſer verſtoſſen/ ſo hat er jhn doch nach etlich Jahren ſelbſten wiederumb eingeſetzt. Solches nun/ wolte hiernacher/ 1186. jahrs/ nemlich/ beſagter Conradus an deß Landgrafen kindern rechen. Fieng auch darauff an wider ſie feindlich außzuziehen/ vnnd etliche Caſtel auffzuſchlagen. Dargegen der Landgraff auff den Ruͤneberg bey Felßberg/ die Barmburg gebawet. Nun hieltens mit dem Biſchoff die ſtatt Erfurt/ vnd die Aepte zu Fulda vnd Herßfeldt/ de⸗ ken letztgemelter Sigfridt hieß. Dieſe verbranten dem Landgraffen Rotenburgk/ vnd den Flecken Breidenbach an der Fulda. Als nun dieſes wegen zu Erfurt ein tag angeſtel⸗ let/ vnd man auffm Capitelhauſe am hoͤchſten gerahtſchla⸗ ger /flel der bodem mit den Herꝛen in/ vnd blieb vnter andern auch todt G. Gotfridt zu Zigenhain. Ob ſolchen haͤndeln worden der Sufft Maͤntz/ vnd die Landgraffen einander feindt/ alſo/ daß auch nach viel fahren ermelter Landgraff Ludwig der 1V. gegen den Biſchoff gezogen/ die Maͤntzi⸗ ſche in etlichen ſcharmuͤtzeln vndengelen/ vnd viel der jhren verlohren. Doch feyret der Biſchoff hierneben auch nicht/ vrſachet allerhand rebellion/ vnd vngehorſam bey deß Land⸗ grafen vnterthanen/ darob er endlich von jhm ablaſſen/ vnd dieſelbig wiederumb zu recht fuͤhren/ vnd bezwingen muͤſſen/ inſonders H. Hartman von Homburgk/ vnnd den von Scharffenſtein gedemuͤtiget/ jre haͤuſer/ wie auch Reichen⸗ Hach zerſtoret/ die Heſſen paclſeiret/ vnd zu recht bracht/ dar⸗ † nach 1 220 122 1²26 1227 150 Heſsiſche nach den Grafen zu Orlamuͤnde vberzogen/ vnd dann letz⸗ lich in namen deß Kaͤyſers durch die Aepte von Fulda vnd Herßfeldt wiederumb mit dem Biſchoff vert agen worden. Darnach hielt er beylager mit S. Eliſabethen/ vnd nam darauff das Landt Me ſſen wegen ſeiner einthalben ſchweſter frawen Juͤtten/ Marggraff Fridrichs nachgelaſ⸗ ſener wittiben/ vnd jhres ſohns in vormundſchafft. Wendet ſich darnach in Heſſen wider die geſellen/ welche zwiſchen jhm vnd den Biſchoff allerhandt vnwillen/ vnd zwitracht entſpunnen/ auch biß dahero vnreine ſtraſſe gehalten/ vnd ließ deren zwoͤlff/ vnter denen auch ein Naſſekam/ vñ Grop⸗ pin/ durch das ſchwert hinrichten. Vnd reiſete noch deſſel⸗ ben jahrs zu ſeinem ſchwigervatter Koͤnig Andres in Vn⸗ gern. Nach dieſem hat er wegen etlicher reuberey die Polen vberzogen vnd geſtraffet/ vnd noch in demſelben jahr in Ita⸗ lien ſich zum Kaͤyſer/ vnd ſeinen krigsleuten verfuͤget. Mit jhm ſind auß Heſſen gezogen Rudolph von Hauſen/ Hen⸗ rich von Vacha/ Berlt von Milen/ Gerhaꝛ dt von Cappel/ vnd viel andere. Nun hatte derſelbig Kaͤyſer Fridrich der i. ein heerfahrt wider den Tuͤrcken/ vnd Sarac nen in Palæ- ſtinam angeſtellet/ vnd vnſern Landgraffen zu einem feldt⸗ obriſten vber die Teutzſchen geſetzt. Aber es hat der fromme Fuͤr ſt dieſen zug nicht vollnfuͤhren moͤgen/ ſondern iſt vnter dem zu Brunduß an einem Fiber ſeliglich entſchlaffen. Vnd wiewol ſich Landgraff Heinrich/ ſein bruder/ der betruͤbten Landgraͤfin Eliſabeth billich ſollen annemen/ ver⸗ erieb er ſie doch auß dem Thuͤringer lande in jhr Leibgeding Marpurg/ ſo damahln noch ein geringes dorff/ aber ein fei⸗ nes ſchloß darbey gelegen. Als nun S. Eliſabeth gen Marpurg auff jhr wit⸗ thumb zoch/ iſt Herꝛ Rudolph von Vargila uſd ans V et/ vnd in letz⸗ da vnd vorden. n/ vnd halben hgelaſ⸗ Vender viſchen ditracht n/ vnd Grop⸗ deſſel⸗ Vn⸗ Polen in Ita⸗ f. Mit /Hen⸗ Lappel/ der il. Palæ- n feldt⸗ romme ſtvnter en. der/ det en/ ver⸗ geding ein fei r wit⸗ tgerei⸗ ſet/ vnd Chronica. 151 ſet/ vnd in Heſſen geblieben. Vnnd ſagt man/ es ſollen die Schencken von Schwinsberg von jhm entſtanden ſein. Demnach aber S. Eliſabeth ein andaͤchtige/ gotts⸗ fuͤrchtige/ vñ mitleidige fuͤrſtin/ ſo in ſonders der armut gůn⸗ ſtig/ vnd hoch geneigt/ ais hat ſie den ſpiital zu Marpurg an⸗ gefangen/ vnd denſelben den bruͤdern deß Spittals zu Jeru⸗ ſalem zu verwaiten befohlen. Darumd haben die beyde bruͤ⸗ der/ Landgraffen zu Thuͤringen/ vnnd Heſſen/ weder baw/ noch anders geſtehen wollen. Doch letzlich den bawzwar zu⸗ gelaſſen/ aber die adminiſtration/ vnd vorſtandt niemandt frembdes ingeraumee/ ſondern jhnen vnd jhren erben/ vnd nachkommen/ alle obrigkeit, vnd andere gerechtigkeit daran/ /1231 außdruͤcklich vorbehalten. In dieſem Spittal hat S. Eliſabeth die vbrige zeit jh⸗ res lebens in faſten/ beten/ allmoſen außtheilen/ zubracht/ vnd iſt jahrs 1231. tods verſchieden. Wie jhr aber L. Heinrich vnguͤnſtig geweſen) hielt ſie dargegen Conradt/ ſein bruder/ ſo viel deſto in groͤſſern eh⸗ ren/ alſo/ daß er ſie auch vom Babſt Gregorio dem! X ca⸗ noniſiren/ vnd vnter die heiligen ſchreiben laſſen/ wie hier⸗ nacher folgen wird. Es hatte aber dieſer Conradt an B. Siffridß zu Maͤntz groſſem geldtgeitz/ ein ſolch abſchewen/ daß er auch deſſelben/ als er dem Apt zu Reinhar dsbronn ein gewiſſe ſumma geldes abzwingen/ vnd ſon ſtin allerhandt beſchwe⸗ rung auflegen wolte/ oͤffentlicher feind worden/ vnnd dem Apt bey verluſt ſeiner hulde/ den gering ſten heller zu geben verbotten/ in betrachtung/ daß ſeine vorfahren das Cloſter zu jhrem begraͤbnuß/ vnd nicht dem Biſchoff zur zinſe geſt f⸗ ket Hierob kam der arme tropff in bann/ vnd wolte er deſſen wiederumb loß erkant ſein/ muſte er inwilligen/ drey tage nach einander nackend vor dem Biſchoff/ in beyſein deß Ca⸗ t iij pitels 1232 zr2 Heſsiſche pieels der wegerung halben ſich abſtreichen zu laſſen. In dem koͤmpt der Conrad gen Erfurt/ da dieſer Proeeß ge⸗ halten werden ſolte/ vnwiſſent deß jenigen/ ſo man mit dem Apyꝛ vorhatte. Als er nun deß morgens Meß hoͤren wil/ wird ſeiner diener einer der ſchoͤnen Proceſſion innen/ vnd zeigets alsbald ſeinem Herꝛen an. Daruͤber eilet derſelb dem Capit⸗ telhauſe zu/ findet den armen Apt mit entbloͤſten ſchultern/ vnd ruͤcken/ in beyden haͤnden ruten haltende/ vor dem Bi⸗ ſchoff kniendt/ wie ſolchs jm der die ner zuvor abgemahlet/ vnd vmbſchrieben hatte. Derowegen Conradt auß groſ⸗ ſem zorn vbernommen vnd beweget/ erwiſcht den Biſchoff beyn haren/ wirfft jhn zu boden/ jhn forters hinzurichten/ vnd das wehr in kopff zuſchlagen/ wann jhm nicht ſeine die⸗ ner den ſtreich vnterloffen/ vnd den Biſchoff beybrache. Die Capitelsherꝛen wolten ſolches ſegens nicht außwarten/ ſon⸗ dern lieffen davon. Er auch/ 6. Conrad/ machte ſelbſt nicht langetagleiſtens zu Erfurt/ eilet aber zu ſeinem bruder gen Wartburg/ vnd begeret von demſelben furſchub/ vnd huͤlff wider den biſchoff. Verſamlet darnach in eil ein mechtig heer/ vnd vberflel vnd pluͤnderte darmit die Maͤntziſche doͤrf⸗ fer vnd flecken/ belegerte darnach die ſtatt Fridßlar/ verbren⸗ nete die vorſtaͤtte/ zerꝛiß die muͤhlen/ zerbrach die bruͤcke/ vnd vermeinet hiermie gnugſam raach an dem Biſchoff geuͤbt zu haben. In dem er nun abziehen wil/ finden ſich die gemei⸗ ne weiber/ ſo etwa mit denen Rheiniſchen kriegsleuten dahin kommen/ auff die maure/ etliche enidecken jhre hindern/ et⸗ liche ruſſen dem Juͤrſten vnd ſeinen leuten zu/ daß er daſelbſt hin fliehen ſolle/ wann er ſonſt nirgendt herberge finden koͤn⸗ ne/ welche ſieſhm auch hiermit wollen gezeiget haben. Hier⸗ umb wendet ſich der Fuͤrſt von ſeinem abzug/ belagert die Katt auff ein newes/ warff fewer darinn/ vnd verbrante ſie mit allen ſo darinnen lagen/ außgenommen den Biſchoff — von In ge⸗ en ird ets pil⸗ rn/ Bi⸗ let/ roſ⸗ hoff ten/ die⸗ Die ſon⸗ nicht gen huͤlff chrig poͤrf⸗ pren⸗ vnd geuͤbt Chronica. 153 von Wormbs/ ſo ein graff von Sarbruͤck/ vnd 200. mann/ welche ſich durch ein fenſter an einer kemnat/ vber die mau⸗ ren aberlieſſen/ vnd ſich an Landtgrafen ergaben Deß fol⸗ genden tages ließ er auch die mauren vnd thuͤrme vmbreiſ⸗ ſen/ vnd was von Kirchen vnd Kloͤſtern vmb vnd in der ſialt lagen/ wee auch das Muͤnſter/ ſo damalen nicht in die ring⸗ maur mit in geſchloſſen/ ſonde! n auſſerhalb der ſtadt war/ follends abbrennen. Vnd ward in dieſem zug auch Witzen⸗ hauſen außgebrennet. Iſt alles geſchehen vmb Crucis. Hiergegen er doch/ nach dem jhn die that gerewet/ vnd deßwegen abſolution vom Babſt geholet/ alles wiederumb aufgebawet das Muͤnſter vnd Stifft mit groſſen vnd herꝛ⸗ lichen zehenden aus ſeinen dorffen vermehret/ hiernach ein geiſtlich kleit angezogen/ vnd ein Hochmeiſter deß Teutz⸗ ſchen ordens in Preuſſen worden. Vmb dieſe zeit hat ſich ein ſecta erhaͤben/ welche zu Willens dorff jhre ſchul gehabt/ ſollen auch zu derſelben ſich nicht allein gemeine leuth/ ſondern auch viel vom Adel/ vnd ſonſthohes ſtands perſonen gethan haben· Wann aber die⸗ ſelbe dem Babſtumb zu wider gelehret als hat Gregorius I X. zu inquiſikoren vnd ketzermeiſtern daruͤber verord net/ M. Conradum/ S. Eliſabethen Beichtvatter/ vnd zucht⸗ meiſter/ vnnd dann Conradum Derſon/ einen Prediger Muͤnch. Dieſe haben die leuth/ weß ſtandes ſie auch gewe⸗ ſen/ vngehorter ſach auff bloſſen argwohn vnd verdacht/ ſtracks zum fewer verdammet/ vnd durch ſolchen proceß viel vnſchuldiger Menſchen zu Margpurg an der Ketzerbach hinrichten laſſen Gleicher geſtalt wolten ſie auch mit einem Grafen von Sain gefahren ſein/ wann nicht er/ ſampt ſei⸗ nen freunden ſich zum verhoͤr an den Kaͤyſer vnd Reichsfuͤr⸗ ſeen erbotten/ vnd appelliret. Als nun ermelter Graff ſampe vielen mitpurgirern die ſach erhalten/ kamen die inquiſito⸗ elß „ 1233 1234 1²235 174— Heſsiſche ren bey menniglich in ein ſolchen haß daß auch daruͤber/ vn⸗ angeſehen deß Kaͤyſerlichen geleids/ M Conradus endt⸗ lich bey Marpurg/ von einem von Dernbach erſtochen/ der Moͤnch aber bey Straßburg erſchlagen worden. Eben deß Jahrs zog L. Henrich auff den Thurnier zu Wuͤrtzbutg/ vnd mit jhm dieſe nachbenente vom Adel/ vnter andern nemblich Curt von Gudenberg/ vnd Samſon von Butlar. Darauff erlangete L. Conradt bey vorermeltem Babhſt/ daß S. Eliſabeth mit groſſer ſolennitet erhaben/ vnd Canoniſiret das iſt/ vnter die heiligen geſchrieben wor⸗ den. Solches aber hat durch Kaͤyſer Fridrich den 1 I. vnd die Ertzbiſchoffe zu Maͤntz/ Trier/ Coͤln/ Braͤmen/ vnnd Hildeßheim beſchehen muͤſſen. Der Kaͤyſer ſelbſten muſte den leichſtein abweltzen/ die Biſchoffe aber den todten Coͤr⸗ per mit guͤldinen vnd ſilbern inſtrumenten herauß langen/ vnd mit einer guͤldinen kronen zieren vnd begaben. Darvon hiernechſt an ſolchem ort ein ſo groß wallfahrten opffern/ vnd zulauffen auß frembden landen/ beſonders aber Vn⸗ gern/ daß nieht allein die ſtatt daruͤber in auffnehmen kom⸗ men/ ſondern auch in kurtzem das ſchoͤne Muͤnſter S. Eli⸗ ſabeth zu Marpurg welches L. Conradt zu ehren/ hochge⸗ dachter ſeiner ſchwaͤgerin durch beyſtandt der Heſſiſchen Ritterſchafft zu bawen angefangen/ vnd mit ſtatlichen in⸗ kommen vermehret/ darinn er auch nachmahln ſeine begraͤb nuß haben wollen)theils davon außgefuͤhret vñ verfertiget. Eben in dem jahr iſt ein ſo warmer winter ingefallen/ daß man vber 1s tage lang nicht ſchnee oder eiß gehabt/ dan⸗ nenhero ein fruͤes jahr worden/ alſo daß es auch im Janua⸗ rio albereit angefangen zu donnern. Es hatte aber Ludwig obenbemelt mit ſeiner gemah⸗ lin zwo toͤchter/ deren eine jahrs 1241. dem Hertzogen von Brabant Brat nO122 big/ a krice? fteng vndg Hau Jahr vom jomd biſch⸗ daß er dami angeſ 1240 richen groll⸗ fuͤrſten nenn vnd w tichen ſen he gen vi gen/ dorff gen/ d get/ v mann Hak a von ei er /on⸗ z endk⸗ n/ der nier zu vnter on von neltem haben/ en wor⸗ I. vnd vnnd muſte n Coͤr⸗ angen/ DHarvon pffern/ er Vn⸗ en kom⸗ 8. Eli⸗ hochge⸗ ſſiſchen chen in⸗ begraͤb fertiget. efallen/ bt/ dan⸗ Janua⸗ gemah⸗ gen von Brabant no1223, erzeuget/ vnd den Hermannum genenner. Chronica. 155 Brabant ehelich beygeleget worden/ vnd einen Sohh 533 erſel⸗ big/ als er das 12. jahr erꝛeichet/ ward verheirahtermit Bea⸗ erice Marggraff Albrechts zu Branden burgk tochter/ vnd fieng darauff an die ſtatt Marpurg ſeiner mutter zu ehren/ vnd gedaͤchtnuß zu vmbmauren/ verordnet ſie auch zu einer Haupſtadt im Fuͤrſtenthumb an der Loͤhn. Im folgenden Jahr darnach/ zog er wider etliche ſeiner widerſpennigen vom Adel verbrandt denen jhre Doͤrffer vnd hoͤfe/ daruͤber jom dann endlich von einer Edelfrawen Berthen von Se⸗ biſch oder Seberg vergeben worden/ wiewol etliche ſagen/ daß es von L. Heinrichen ſeinem vettern ſoll angelegt ſein/ damit er deſto fuͤglicher zum gantzen lande kommen moͤchte/ angeſehen/ daß L ndgraff Conradt in Preuſſen auch Anno 1240 verſtorben. Alſo ftel das land an Landgraff Hein⸗ richen. Mitler weil hatte Babſt Innocentius ein beſondern groll auff Kayſer Fridrichen geworffen/ vnd beym Chur⸗ fuͤrſten vnd Reichsſtaͤnden zum offternmal angehalten/ ei⸗ nen newen Kaͤyſer zu wehlen/ derhalben gemeiner conſens vnd wahl/ auch deß Badſts ſelbſten/ auff Land zraff Hein⸗ tichen gefallen welcher nun/ ob er gleich im anfang ſich deſ⸗ ſen hefftig geweigert/ mit einem Krigsvolck auß Thuͤrin⸗ gen vnd Heſſen/ auff den Kaͤyſer vnd ſeinen ſohn außgezo⸗ gen/ vnd in einer ſchlacht zwiſchen Franckfurt/ vnnd dem dorff Nidda dieſelben vberwunden/ auß dem Felde geſchla⸗ gen/ durch den Maͤyn gejagt/ jhn biß gen Darmſtat gefol⸗ get/ vnd viel voꝛnehmer leut abgeſchlagen. Deſſen finder man noch warzeichen zwiſchen Franckfurt vnd Darmſtatt. Hat aber doch kurtz darnach in einer belagerung vor Vlm/ von einem ſchuß ſterben muͤſſen. Als demnach das landt aller manlichen erben deß u Landt⸗ 1240 1244 1246 1247 Jy6 BHheſsiſche Landgraͤfiſchen ſtammens abkommen/ nahm Marggraff 1243 Heinrich zu Meiſſen/ Thuͤringen/ vnd Heſſen in/ als ein erbe von wegen ſeiner Mutter/ ſo kurtzerwehnter dreyer Landtegraffen Schweſter. Nun hatte auch Landgraff Lud⸗ wig eine Tochter verlaſſen/ welche er Heinrichen/ dem an⸗ deren deß namens/ Hertzogen zu Brabandt verehlicht/ de⸗ Landterben erkennete: vnd ward auch hierumb das junge Thuͤringen verdrungen/ vnd blieb jhr allein das Land zu Heſſen/ wiewol ſie ein zeitlang den han⸗ deljhr ſelrnzebee ſein ren Sohn der mehrertheil der Ritterſchafft vor den rechten Herꝛlein mit ſeiner Mutter Sophia/ Landgraff Ludwigen Tochter/ erfordert. Nicht deſtoweniger aber ward ſie von graff ls ein reyer Lud; man⸗ t/ de⸗ echten junge 3 vigen ie vog nd Genealogia borerzehlter Pandt⸗ grafen zu Thuͤringen vnd Heſſen. u j Ludwig — 7 Ludwig der Springer Graff zu Thaͤringenſäc. Heinrich vnd Conradt Otto Biſchoff zur Naum⸗ Ludwig der I. erſter Landt⸗ Herman ſturben jung. 5 burg vnd Zeitz. graff zu Thuͤring in Heſſen ben/ ſtal N Luther bawete Tho⸗ Ludwig der l. der Eiſerne Landt⸗ Adelheid aͤptiſſen zu Ceci masbruck. graff in Thuͤringen vnd Heſſen/ S. Niclaß in Io. Her⸗ ſ. g. K. Conradi bruders tochter. nach/ ſo ſie erbawet ern N. Ludwig der III. Landg. Fridrich G. zu Zie⸗ Herman Pfaltzgraff zu Sach⸗ Henrich zu Thuͤringen vnd Heſ⸗ genhain ernewert ſen/ Landg. in Thuͤringen vnd zum R ſen der Milde genandt/ Treiſa Heſſen zeuget von ſeinen beyden berge. ſtarb ohne erben gemahlinnen Sophia Pfaltgraͤfin zu Sachſen zwo Sophia Toͤchter Tochte —— Sophiam, welche Graff Ot⸗ Jutten/ ſo Marggraff Didrichen Ludwigen den V.E ten im Elſas zur ehe bekom⸗ zu Meiſſen geehlicht/ von weichem bethen ehegemahl/ men ſie gebohren— cher 1 Henricum Illuſtrem, ſo&. Lud, Herman Landt, S0. ———y— 8——— ———— ——————————ÿ—ÿ—;:ℳ- ¼ — 5—. wigen tochter ſohn von Thuͤrin⸗ graff zu Thuͤ, ver gen verdrungen. ringen vnd Heſ⸗ rich ſen/ der durch gen gifft vmbkom⸗ bat men. ſoh Henrich da erſter Land den Henri Thuͤringen 4 1 153 rſter Kandt⸗ Herman bawet Hamerßle⸗ Cuͤnigundt bekam Adelheit Vlri⸗ Cecilia g in Heſſen ben/ ſtarb in der cuſtodi. ein G. zu Wettin · chen Grafen zu Herman vom — grafen zu Mehrern G Weimar Wildenſee d aͤptiſſen zu Cecilia bekam einpen Mechtild ſtarb jung jutta ward vermaͤhlet an Laß⸗ iclaß in Jſ. Herkzogen auß Baͤy⸗ la Koͤnig in Behmen vnnd ge⸗ ſie erbawet ern bahr . NY 3—— aff zu Sach⸗ Henrich Herr Sophia nam Chur. Wentzeln den ein, vnnd den groſſen uͤringen vnd zum Raſpen⸗ fuͤrſten Bernhard zu aͤugigen Koͤnig zu Ottackern Marg⸗ ſeinen beyden berge⸗ Sachſen. Behmen Sophia Hertzog Gebhardi zu Baͤyern 1 Tochter Ludwigen den V. S. Eliſa⸗ Conraden Hochmeiſter Henrich hier⸗ Irmengard bethen ehegemahl/ von wel⸗ cher Teutzſches ordens in nacher Roͤmi⸗ Preuſſen ſchen Kaͤyſer. Herman Landt⸗ graff zu Thuͤ⸗ ringen vnd Heſ⸗ ſen/ der durch gifft vmbkom⸗ men. * Sophia, welche Sophia, aͤptiſſin zu Ki⸗ vermaͤhlet Hen⸗ tzingen/ ꝛc. richen Hertzo⸗ gen zu Bra⸗ band/ deſſen ſohn . Henrich das kind zu Heſſen/ erſter Landgraff zu Heſſen/ den Henricus Illuſtris vmb Thuͤringen bracht hat, die einer von Anhalt geeh⸗ licht. 2 Agneſen ein H. von O⸗ ſtereich. 85 1 Heſsiſche Von denen Landtgrafen zu Heſ⸗ ſen/ die ihren vhrſprung von den Hertzogen zu Brabant haben. Vnter welchen der erſte Henrich das Kind zu Heſſen/ ꝛc. Emnach dann bey allen beruͤhmten ſcribenten E ederzeit drauch vnd gewohnhei/ daß man /vmb verſtendlicher richtigkeit willen/ in allerhand ſa⸗ S chen/ fuͤrs allererſt vom vrſprung vnd herkom⸗ men der perſonen/ ſo man zu beſchreiben vorgenommen/ etwas meldung thue/ laß ich mir auch dieſes orts gefallen/ hierumb von Landgraff Henrichs loͤblichen vnd großmuͤti⸗ gen ahn vnd vhranherꝛen etwas zu erzehlen/ ehe dann ich zu vollfuͤhrung vnſer Hiſtoriſchen beſchreibungkehre. Vmb das jahr nach Chriſti geburt neunhundert vnd ſieben⸗ tzig/ war ſehr beruffen/ vnd in groſſem anſehen Kaginerus Longi- Carolus Magnus Roͤm. Kaͤyſer. Ludovicus bius Roͤm. Kaͤyſer. Carolus Calvus K in Franckreich. Laudovicus Balbus R. Kaͤyſer. Carolus Simplex poſthumus R. in Franckreich 1 Ludovicus Tranſnarinus K. in F. Carolus L. Tranſmarini ſccundo ge aitus H. zu Cothringen vnd Bra⸗ bant wird nach ſeines brudern ſohn Ludovici V. todt zur Crone Franck⸗ reich gefordert/ fuͤhret darumb krige wider den ingedrungenen Hugonem Capetum/ vñ wird endlich von Anß⸗ helmo B. zu Coͤln verꝛahtẽ An. 988 Seine tochter hat er zur ehe gegeben gegen vher geſetztem Camperto collus Graff zu Bergen/ Hen- rici ſohn. Welcher nach Giſel⸗ berti Hertzogen in Lothringen abſterben Arnulphum vnd Gar neum, ſo die hinderlaſſene Her⸗ tzogthumer mit gewalt ingenom men/ vertrieben. Nach jhm war Lampertus zuge⸗ namet mit dem Barte/ Graff zu Bergen, welcher ſich mit Gerbirga Caroli, deß ſohns Lu- dovici tranſmarini, Hertzogen zu Brabant vnnd Lothringen! lochter verehlicht/ vnd darauf ge⸗ krieget Toch — God er ſeit gebra vor 9 fahren dem. 1140 Tocht ſo zu ei Kaͤyſe jhm ko 4 = Chronisa. 161 eriget mie Gotfrido von Ardenien, wegen/ daß er beyde Fuͤrſten⸗ thuͤmer von Kaͤyſer Heinrich II. zu lehn erlanget/ vnd wird endlich Jahrs 101. bey Florifet erſchlagen/ verleſt nach jhm einen ſohn welcher Henrich der Alte genant/ Graff zu Bruͤſſel vnd Loͤven/ deß hei⸗ Ugen Reichs Marggraff/ deſſen gemahlin Koͤnig Henrichs auß Britannien tochter. Wird vmbs Jahr Chriſti 1033. erſtochen. Lampertus der II. Graff zu Bruͤſſel vnd Loͤven/ deß Roͤmi⸗ ſchen Reichs Marggraff/ ward in einer ſchlacht vor Dorneck in An no 10 74. erſchlagen/ zeugete mit ſeiner gemahlin Oden/ Hertzog Go⸗ ſelins von Lotrichs tochter. Henrich den II. Grafen zu Bruͤſſel vnd Loven/ deß R. Reichs Marggrafen/ ſo von einem Edelman/ welchen er an ſeinem Hofe verſtrickt/ vmbgehen ließ/ in Anno 10 83. deß nachts erwuͤrget. Mit ſeiner gemahlin einer Graͤfin von Cleve erzeugeter Henrich den III. deſſen gemahlin deß Hertzogen zu Lützelburg⸗ Tochter. Stirbt Anno 1096. Hatte vnter andern zu einem Sohn 2 KA 2 —. Godofridum Barbatum zugenahmet/ darumb daß Henrich den er ſeinem vatter angelobet/ ſich nicht damahligem IV. Grafen gebrauch nach/ beſcheren zu laſſen/ er hette dann zu⸗· zu Loͤven. vor Brabant vnd Lothringen/ welche ſeinen vor⸗ fahren entzogen worden/ erobert/ vnd zuſammen bracht. Wird von dem Kaͤyſer zu einem Hertzog in Brabant gemacht. Stirbt Anno 3 1 z 0. vnd verleſſet von ſeiner gemahlin Kaͤyſer Henrich deß V. Tochtet . Gotofridum den II. Hertzogen in Brabant vnd Lothringen/ ſo zu einer gemahlin gehabt/ Luitgarden/ Hertzogin zu Salſenbach/ Kaͤyſer Cunrads gemahlin ſchweſter/ ſtirbtvmbs Jahr 1143. Von jhm kommen nach einander hero Sotofridus der III. Incunis genant/ dieweil/ als ſein vatter verſtor⸗ 16² Heſsiſche verſtorben/ er noch in der Wigen gelegen. Darumb continuiret der Hertzog von Lympurg den keieg/ ſo er wider Gotfriden den II. ſeinen/ deß Gotfriden incunis, vattern angefangen deſto freudiger. Damit nun hingegen die Brabender jhm deſto behertzter vnd grimmiger wi⸗ derſtuͤnden/ vnd jhren angebornen Fürſten nicht vmb ſein angeerb⸗ tes landt bringen lieſſen/ ward das kind alſo in der wiegen liegend/ ins lager getragen. Ward aber endlich mit deß Hertzogen von Lym⸗ burg tochter Margreta vermaͤhlet dadurch dieſer ſchedlicher krieg ein loch bekommen/ vnd dieſe lande wiederumbin frieden gerahten. Er ſtarb Anno 1133. Henrich der I. vnd ſtreitbare Hertzog zu Brabant/ ſo groſſe kriege wider Hollandt vnd Gellern gefuͤhret/ die Herꝛn derſelben lan⸗ de gefangen/ darnach die Türcken in Palæſtina, vnd ſonſt Aſia he⸗ ſtritten/ Lͤttig vnnd Thungern verſtoͤret/ mit ſeinem tochterman Kaͤyſer Conradt den Koͤnig zu Franckreich bekrieget/ vnd endlich ſein leben in Anno 1230. zu Coͤln geendet. Seine gemahlin war Mechtildt zu Bolonien,. Henrich der II. ſonſt großmuͤhtiger genant/ fuͤhret darnach viel kriege am Rhein vnd Maſe/ belagert Coͤln/ wird vom Babſt In- nocentio IV. erſucht/ das Kaͤyſerthumb wider K. Fridrich den IX. anzunehmen. Welln er es aber außgeſchlagen/ kam. Henrich zu Thuͤringen vnd Heſſen darzu. Er iſt geſtorben anno 1247. hatte zur ehe zwo gemahlin nach einander/ vnd erzeuget mit denſelben zwen ſoͤhne/ zweyer gewaltiger Fürſtenthuͤmer/ nemlich Heſſen vnd Bra⸗ bant erben/ als von Maria Hertzogin auß Schwaben/ KRaͤyſer Philippi tochter Henrich der III. Hertzog zu Bra⸗ band/ ſtirbt Anno 1260. Johannem den I. Hertzogen zu Brabandt/ welcher vmbs jahr 230 gelebt/ vnd von welchem erboren — Sophia Landgraͤfin zu Thuͤ⸗ ringen vnd Heſſen/ Ludovici IV. Landtgrafen zu Thuͤringen vnd Heſſen Tochter Heinrich den l. das Kind ge⸗ nant/ Landgrafen zu Heſſen † Johan⸗ airet der ſeinen/ Damit niger wi⸗ angeerb⸗ liegend/ on gym⸗ cher krieg jerahten. ſo groſſe lben lan⸗ kAſia be⸗ chterman d endlich ahlin war † Johannes der 11. Hertzog in Bra⸗ bant ſtirbt vmbs jahr 1312 ·ſeine kin⸗ der ſind Johannes 111. der lirbe ohne man⸗ ii eerhen, Annoe 5 2 kelenene, &Margreta Lal 3 MNaßana Grafen zu Flander k Seanur. Wenceslaum K. Johanſen in men ſohn/ vnd zeuget Mar ret 4*-AX MaLeic, Kà Joang/ hat in che hiernechſt Phi⸗ Brabant re⸗ lippo udagi gir Bi ens urglinde 2 ethet/ ſtirbt 05. S bekompt nach Jeanna Bra⸗ bant/ ſt. 1315. Phup⸗ pus nach ſeinẽ bru⸗ Fohannes Philippus- H. zu Bur gundt/ ſt. An. 1467. Dhuchpas 2 Joannes Hrrtz. zu Burgunt. Chronica. — 163 * Otto Landtgraff zu Heſſen Ludwig Landtgraff zu Heſſen r et hat it eatete⸗ ſondern ſenban. 218W. der Henrich( Sn ra-— — u 4 ee, Derman Landtgraff zu Heſſen„ cSr. hat/ als offtermeltes Henrict// hade ſoͤhne/ Henrich vnd Otio Schutz/ nacheinander mit todt abgangen/ das regiment vber Heſſen/ als der letztlebende be⸗ 7. kommen— Ludwig der I. genant der fried⸗ ſame L. zu Heſſen/ ward von 742. Philip H. zu Burgundt von der erbſchafft an Brabant verdrun⸗ gen Ludwig der II. der freudige ge⸗ nant&. zu Heſſen/ ꝛc. ſt. Anno der H. zu 5? e Wilhelm der 1 1. oder Mitler L. Decegacſhe nachma 3Le,: 333 lagert/ vnd in Anno 47E erſchla⸗ Phitppus der erſte Landtgraff gen worden nar⸗ zu Heſſen /ꝛc. Wilhelm Ludwig der Philip der I. Georg Land⸗ der IV. III. L. zu heſe& zu Heſſen. zraff zu heſſen Landgraff ſen. zu Haſ en Moritz Landt⸗ Ludwig der IV 4 zu Heſſen. graff zu Heſſen r Eine 164 Heſsiſche Eine weitlenfftiger Genealogi vnd ſtamregi⸗ ſter hat der leſer ſo wol bey eines jeden Fuͤrſten leben vnd regierung/ als zu außgang dieſes andern theils zu finden. Dañ in dieſer hab ich allein den vrſprung der jtztregirenden Landtgrafen zu eſſen/ von de⸗ nen Hertzogen zu Brabant hero anmelden/ vnd zei⸗ gen wollen. 3 Ach dem alſo/ wie zuvor angehoͤret/ Landtgraff Heinrich R. Koͤnig ohne leibserben abgangen/ mit jhm erloſchen vnd abgangen/ nam Marg⸗ graf Heintich zu Meiſſen/ dz Thuͤringerlandt onter ſein ge⸗ 1243 biet/ angeſehen/ daß er wegen der verwand ſchaft mit dem ab⸗ geſtorbenen Landgrafen ſerbliche gerechtigkeit inwende koͤn⸗ te/ vnd dann/ weiln er auch zuvor von Kaͤh. Friderico II. mit der anwartung der beider laͤnder auff den fall belchnet wor⸗ den/ auch daß etliche ſtende deß landes Thuͤringen/ jhn zum Herꝛn allbereit begeret/ vnd erfordert hetten. Die Heſſen vnd ſonſt viel auß der Ritterſchaffe Thuͤringen/ weigerten ſich ihn anzunemen/ vnd begerten von Sophia Landt. Lud⸗ wigs tochter/ nachgelaſſener wittib/ Hertzog Heinrichs in Brabant/ jhren juͤngſten ſohn zu jhrem fuͤrſten/ in maſſen es dann jm auch von erbgerechtigkeit wegẽ gebuͤhret/ wie ſolchs hiebevor geſetzter ſtambaum der Landt zu Heſſen erweiſet. Alſo kam Fraw Sophia mit jhrem juͤngſten Sohn Heinrich/ einem kinde von dreyen jahren in Heſſen/ ließ be⸗ ſagtem jhrem ſohne das gantze landt hulden/ vnd legte ſich dar nach wider den Marggrafen/ durch trewen beyſtand jh⸗ rer Heſſen. Daruͤber gieng es vbel in Thuͤringen zu/ alſo daß man auch endlich biß auff ferneren deß Reichs fuͤrſten/ oder im fall ein newer Kaͤyſer angeſetzt/ auff deſſelben auß⸗ ſpruch/ einen friedſtandt anrichten muͤſſen. vnd nunmehr die manliche lini der Landarafen mregi⸗ leben theils prung von de⸗ end zei⸗ ndtgraff gangen/ darafen Marg⸗ rſein ge⸗ dem ab⸗ endẽ koͤn⸗ :o II. mit dnet wor⸗ jhn zum ie Heſſen peigerten dt. Lud⸗ inrichsin aſſen es wie ſolchs erweiſet. n Sohn ließ be⸗ legte ſich hſtand jh⸗ zu/ alſo s fuͤrſten/ ben auß⸗ Chronica. 165 Nach dem nun die ſtreitige beruͤhrter maſſen/ auff diß⸗ mahl ſtillgemacht/ beſatzte Sophia das landt/ vnd zog mit jhrem Sohn wiederumb in Brabandt. Damals war in groſſem anſehen Volradt/ Graff zu Naſſaw in Weilburgk vnd Idſtein/ alſo daß jhn auch hier⸗ nechſt Kaͤyſer Rudolphus I. einen Præfectum Prætorij, iſt nunmehr ein Cammerꝛichter/ gemacht vnd verordnet. Er war aber vorgedachtes Henrici/ Grafen zu Naſſaw an⸗ der ſohn/ vnd erzeuget mit deß Burggraffen zu Nuͤrnbergk tochter/ Adolphum nachmals Roͤmiſchen Kaͤyſer. Als auch vorbeſagter ſtillſtand zwiſchen Thuͤringen vnd Heſſen eine geraume zeit verfloſſen/ vnd die Sophia ſich beduͤncken ließ/ es wolte ſich eben ang verweilen mit deß Reichs außſpruch vnd ſententz: Weiln dann Kaͤyſer Con⸗ radt verſtorben/ Kaͤyſer Wilhelm aber in Frißland erſchla⸗ gen/ vnd das Reich ohne Haupt/ hat ſie an den Marggra⸗ fen geſinnen laſſin/ er wolle das landt Thuͤringen gutwillig jhrem Sohn abtretten/ oder aber die Churfuͤrſten erkennen laſſen/ hingegen beruhete der Marggraff bey voriger ab⸗ redt: deſſen ſich die Hertzogin hoͤchlich beſchweret/ vnd der vnbilligkeit halber bey denẽ Reichsfuͤ ſten ſich beklaget/ doch gleichwol zu jhrem vortheil/ vnd huͤlff nichts erhalten moͤ⸗ gen/ wie es dann vielmahls wittiben zu begegnen pfleget. Dadurch ſie bewogen ein ander mittel an die hand zunehmẽ/ ſintemal jhr alle anſchlaͤge zur guͤtlichen handelung zergan⸗ gen. Derowegen ſchaffet ſie jhr gelt zum krige/ als den rech⸗ ten nerven/ vnd machte darnach auch freundſchafft mit jh⸗ ven nachbaurn/ inſonders mit Albrechten/ Hertzogen zu Braunſchwig/ alſo daß ſie jhm ſein ſchweſter Adelheit jhrem ſohn abfreyet vnd jhn hiermit gentzlich auff jhre ſeite bracht. So hatte ſie auch Eyſenach zu jhrem vortheil jnnen/ vnd chat darauß dem Marggraffen nicht wenig Phnden She de 125 1256 1257 1258 1279 1260 1²63 166 Heſsiſche deß kam der Hertzog zugleich in Harniſch wder den Marg⸗ grafen/ welcher das hauß Wardtpurg in ſtarcker beſatzung hielt fleng an hin vnd wider feſtung vnd ſchantzen zu bawẽ/ ob er darmit dem hauſe Wardtpurg die zufuhre/ vnd proff⸗ ant benemen moͤchte Zog darnach vor Creutzberg/ gewann vnd pluͤnderte die ſtatt/ das ſchloß aber muſte er ſeiner feſte halber bleiben laſſen. Der Marggraff feyert auch nicht zer⸗ brach hin vnd wider die ſchantzen vnd ſchloͤſſer der vnſern/ erſtieg endlich die ſtatt Eyſenach/ bey naͤchtlicher weile/ vnd hielt ſich darinnen recht/ wie die tyrannen zu thun pflegen. Alſo gieng es wunderlich durch einander vnd iſt bald dieſes/ bald jenes theil obgelegen/ eins dieſes/ das ander eines an⸗ dern ſchloſſes ſtatt oder caſtels mechtig worden/ biß end⸗ lich nach neunjaͤhriger diſſenſion/ vnd vnruhe der Hertzog ob vielen ſiegen vermeſſen/ vnd ſicher ein infall in Meiſſen gethan/ daſſelbe in groſſen ſchecken bracht. Nun war der Marggraff in Behmen] huͤiffe wider ſe ne feinde auffzu⸗ bringen. Nichſtoweniger ſterckt ſich in ſeim abweſen Ru⸗ dolph von Vargila/ Bannerherꝛ vnd Erbſchenck deß Land⸗ graffthumbs Thuͤringen/ vberfiel der Hertzog ehe er ſichs verſeden/ vnd bracht jhn zu einer vnordenlichen ſchlacht/ daruͤber es ſo fern kommen/ daß der Hertzog verwundt den feinden in die hende kommen. Hierauff erfolgte/ daß der Hertzog vor ſeine erled gung dooo marck ſilber erlegen/ die Landtgraͤfin aber acht ſtaͤtte/ vnd ſchloͤſſer an der Werꝛa vnter denen auch Eſchwege/ Witzenhauſen/ Allendorff/ Sontra/ Wanfridt/ vnd andere inraumen/ vnd auß noth/ ſo willigen vnd annemen macht/ eine vergleichung ingehen/ ja ſich zu ſampt jhrem ſohne aller gerechtigkeit an Thuͤringen verzeihen/ vnd allein mit Heſſen ſich genuͤgen laſſen muͤſſen/ in maſſen dann dißfalls die ſonderung der lender beſchehen/ vnd die vereinigung vñ erbverbruͤderung durch Kaͤyſer Ru⸗ dolphum Marg⸗ ſatzung ubawẽ/ dprofi⸗ gewann ner feſte icht zer⸗ vnſern! eile/ vnd pflegen. d dieſes/ eines an⸗ biß end⸗ „Hertzog Meiſſen nwar der e auffzu⸗ eſen Ru⸗ eß Land⸗ he er ſichs ſchlacht undt den e daß der legen/ die r Werꝛa lendorff/ uß noth/ſo gehen! ja huͤringen nmuͤſſen/ peſchehen/ aͤyſer Ru⸗ dolphum Chronlca. 16 dolphum den l. auffgerichtet/ durch Kaͤyſer Sigiſmundum beſtettiget/ vnd alſo die erbhuldung/ vnd geſampter lehn ver⸗ willigung zwiſchen beyden haͤuſern fundiret/ vnd abgeord⸗ net worden: doch daß hingegen vorermelte ſtaͤtte vnd haͤuſer beneben 7000. marck ſilbers dem Landtgrafen wiederumb Angeraumet. Vnd diß iſt alſo der anfang der zuſammen ver⸗ bindung/ Meiſſen/ Thuͤringen vnd Heſſen. Damit aber auch H. Albrecht beguͤtiget wuͤrde/ vnnd die beſchehene niderlage in vergeß kommen moͤchte/ wardt endlich ein Heyrahe zwiſchen deß Hertzogen ſohn/ vnnd deß Marggrafen tochter getroffen/ vnd hierdurch aller wider⸗ wille beygelegt/ vnd auffgehaben. Eben der zeit war ein groſſer vnwill zwiſchen dem Apt zu Fulda/ vnd G. Gotfriden zu Zigenhain/ mit dem es auch der Apt von Herßfeld hielt. Zu letzt fielen auch die Edelleut gemeltem Apt zu Fulda ab/ vnnd hielten ſich vnter dem zu Herßfeld. Aber der Apt vbereylet ſie/ jagte ſie in die ſtatt/ vñ belagerte ſie auch darinnen. Inn ſeinem abzug verbrandte Schlitz/ Franckenſtein/ Kreigenberg vnnd Eiſenbach. Zog darauff den Landt. ſampt denen Biſchoffen zu Maͤntz vnd Wuͤrtzburg an ſich/ vnd verbrandte folgends vielen vom A⸗ del ſhre haͤuſer. Hierumb ward er endlich von jhn in S. Ja⸗ cobs Capel zu Fulda vber dem Altar erſtochen. Deß folgenden 12 6 3. Jahrs hielt der L. beylager mit Adelheiden geborner Hertzogin zu Braunſchweig. Vmb dieſe zeit hat Albrecht G. zu Waldenſtein das Nonnencloſter Nordshauſen gebawet. Als nun Landgraf Henrich kaum zum Regiment ge⸗ langer/ vnd noch nit das 20. jahr erꝛeichet/ wolten die Pade⸗ boͤrner ſampt jhrem Biſchoff an jhm zu Rittern werden/ ob ſie gleich das geloch ohne dem wirt vberſchlagen hetten/ ſich groſſer ſtreich vnd thaten vermeſſen/ vnnd die ſtaͤtte Wolff⸗ y hagen/ 1264 1265 1²½67 176 He ſstſche hagen/ Immenhauſen/ vnd Grebenſtein mit rauben/ plun⸗ vern vnd brennen ſehr beſchaͤdiget/ doch zum erſten mal weis gefehlet haben/ wie ſie dann bey Kitzingen den groͤbſtenge⸗ zogen/ jhrer bey o0. erleget worden/ auch noch zum andern mal von dieſen Jungen Fuͤrſten bey Carlskirch wol abge⸗ blawet/ vnd jhres fuͤrwitzes mit ſchlaͤgen vnnd wunden/ auch jhrem groſſen ſchaden recht vberwieſen/ vnnd ſind damahln jhrer bey 0o erſchlagen/ vnd jhn 2 vornemer mann abge⸗ fangen/ ſo darnach ſich durch ranſion widerumb erledigen muͤſſen. 1272 Jahrs 12572. bawete L Henrieh das Cloſter zu Caſſel/ 8 1277 ſchloß Caſſel. Aber die Biſchoffe zu Mentz waren denen. das man nennet zun Bruͤdern. Vnd iſt auch deß jars Wol⸗ fershauſen ein ſchloß an der Eder zerſtoͤret worden. Darauff wendet er ſich wider die von Guͤdenſperg/ ſo damals beydes das ober vnd vnter ſchloß bewohneten vnnd ſich heftig wider jn ein zeitlang geſperꝛet/ vnd dem lande nit geringen ſchaden zugefuͤgt heiten/ aber doch nunmehr vber dem/ daß einer dem andern zum weib zu gehen pflegte/ der ſachen vnter einander vneins worden/ vnnd derowegen das ſchwaͤchere theil den Fuͤrſten zu huͤlff gezogen/ vnd jhm bey⸗ de ſchloͤſſer zu erobern anleitung/ vnd vorſchub gethan. Jahrs 1274. belagert der Apt zu Fulda Aldenburg/ hey Alßfeldt/ vnd Menckenzell. Balt hiernacher halff der L. Key. Rudolpho I. ſeine feinde bekriegen/ vnd demuͤtigen/ vnd bawete damals das von anfang mißguͤnſtig/ vnd zuwider/ welches dann biß vff dieſe gegenwertige zeit gewehret/ vnnd noch in viellaͤngere weile nit zum ende kommen. So beſchweret auch deßmahls der Biſchoff die Heſſiſche vnterthanen nit wenig/ alſo/ daß wo etwan ein reicher mann vorhanden/ ſo muſte er in geiſtli⸗ chen vñ weltlichen ſachen geſuͤndigt haben/ vnd daraufons 4 den/ yplun⸗ nmalweis roͤbſten ge⸗ mandern wol abge⸗ nden auch damahln ann abge⸗ erledigen zu Caſſel/ jars Wol⸗ M. enſperg/ ſo eten vnnd nlande nit imehr vber flegte/ der bwegen das n jhm bey⸗ gethan. Aldenburg/ pho I. ſeine amals das teen denen L. ann biß vff viel laͤngere deßmahls alſo/ daß er in geiſtli⸗ darauf vmb dis Chronica. 171 die erledigungs briefe ein merckliche ſumma gelt/ ob er ſchon vnſchuldig/ erlegen. Solchen muthwillen wolte der L nicht geſtatten. Darumb that ihn Biſchof Werner in bann/ wel⸗ chs dann janerh alb 7. ſjahren nit ein geringe vnruhe im lan⸗ de vervrſacht/ ſintemal zugleich Graf Gotfrid von Ziegen⸗ hain vnd G Widekind von Battenberg wider den Fuͤrſten außgezogen ſich in Bnchſeckerthal gelagert/ vnd dem Fuͤr⸗ ſlen nit allein wegen deß kriegskoſten ein groſſe ſumm gelts angefordert/ ſondern wolten auch noch darzu etliche ſtaͤtte von jhm haben. Letzlich verſahe es der Biſchoff vnnd begab ſich in Fritzlar/ darumb der Landgraf jme bald auf dem hal⸗ ſe geweſen/ eine ſchlacht mit ihm gethan/ Ihn biß in die ſtatt getrieben/ vnd daſelbſten zur Abſolulion vnd eim vertrage⸗G deneben erlegung der kriegsonkoſten gezwungen. Auch hat ꝛu gleich der Biſchoff damahln angeloben vnd verſprechen muͤſſen/ keinen Synodum mehr in ſeinen/ deß L. landen zu halten/ noch einigen Heſſiſchen vnkerthanen vmb weltlicher veſach willen/ mehr vor das geiſtliche recht zu fordern/ wie dann biß daher beſchehen/ vnd die ſtaͤtte im lande mit ſolchen pfaffendaͤndeln obel geplaat vnd auſigeſogen worden Be⸗ kam alſo der L. das ſenige vmb lonſt/ welches er zuvor met einer mercklichen angebottenen ſumm geldes nit erkauff n⸗ noch erbitten konnen. Den handel aber deß Grafen von Zie⸗ genhain betreffende/ iſt derſelbe ebenmeſſig neben beſagtem vertrage auffgehaben/ vnd caſſiret worden. Nach dem er nun allerſeits frieden auffgerichtet/ fieng er an zu bawen das ſchloß Caſſel/ vnd den groſſen ſaal vffm ſchloß Marpurg. Caſſel aber war biß dahero noch ein ge⸗ ringer behelff geweſen/ vnd das vornembſte/ daran das elo⸗ ſter zum Anneberg/ welchs doch auſſerhalb der ſtat gelegen. Jahrs 12 80. ſtarbjhm ſeine Gemahlin Adelheit/ dar⸗ D. V. f 7 7. 1 1 umbe in folgendem jahr mit Mechtide Graͤfin zu Cleve/ y ij Theodo⸗ 4 Heſsiſche * 1²2⁸3 1284 1285 Theodorier I X. Tochter/ in die ander Ehe geſchritten. Vmb dieſelbe zeit erfolget auff ein langwirige thew⸗ rung ein ſo wolfeyles Jahr/ daß man ein ſcheffel korn vmb 22. pfen. vnd ein huhn vmb zween/ zwantzig eyer/ wie im glei⸗ chen acht heringe vmb einen pfen. hat kauffen koͤnnen. Dar⸗ auff kam aber doch ein ſterben/ welches nicht wenig men⸗ ſehen ab dem brot gerichtet. So waren auch damahls viel vom Adelin Heſſen/ welche ſich alle Freyherꝛen ſtama ruͤh⸗ meten/ vnd derowegen jhre lehen vom L. nit empfahen wol⸗ ten. Dieſelbe hatten auch/ in dem das land ohn haupt gewe⸗ ſen/ vberauß viel oͤrter an ſich gezogen vnd ingenommen. Darumb vberzog ſie der Landtgraf/ biß er ſie auß dem lande verdrieben. Vnd waren/ nach etlicher Chronic anzeige/ vn⸗ ter denſelben die Woͤlffe von Gutenberg/ die Gieren von Gutenberg/ die Rieſen von Gutenberg/ die von Blancken⸗ ſtein/ Kaͤyſerberg/ die Kuelkircher/ Helfenberger/ Vlrich⸗ ſteiner vnd Eiſenbecher. Die Gudenberger fuͤr ſich ſelbſtem haben gethan/ was ſie ſchuldig waren/ vnd ſind alſo im lan⸗ de blieben: dergleichen auch die Woͤlffe. Die ander Guden⸗ berger ſind an Rheinſtrom kommen: die vbrige geſchlechter aber haben ſich in andere lande begeben muͤſſen. Es ſtarb auch in dieſem 1283. jahr Fridr ich von Bon⸗ Neberg/ Viſchoff zu Wormbs/ vnnd ſind von da an etliche Biſchoffe nach einander auß dem Boneburgiſchen ge⸗ ſchlecht erwehlet. Jahrs 1284. war ein Thurnier zu Regenſpurg/ dar⸗ auff ſich neben andern auch L. Henrich/ vnd mit jhm Cun⸗ rad Schenck zu Schweins burg/ vñ Fridrich von der Than/ finden laſſen. Vnter dieſem ſtund auff ein falſcher Kanſer Aridrich/ vnd beredet nicht wenig fuͤrnehmer leut/ auch kt⸗ liche Fuͤrſten/ jhm glauben zu geben/ vnnd richtet alſo eine doffhaltungzu Wezlar an. Kaͤyſer Rudolph Hoſteannus em ſchritten. rige thew⸗ korn vmb ie im glei⸗ en. Dar⸗ enig men⸗ nahls viel ame ruͤh⸗ ahen wol⸗ upt gewe⸗ nommen. dem lande zeige/ vn⸗ dieren von Blancken⸗ /Vlrich⸗ ich ſelbſten ſo im lan⸗ er Guden⸗ eſchlechter von Bon⸗ an etliche iſchen ge⸗ urg/ dar⸗ jhm Cun⸗ der Than/ eer Kaͤnfer auch el⸗ et alſo eine lte endlich dem Chronſea. 173 dem handel nicht trawen/ vnd ſteng derowegen erdichteten Fridrich/ daruͤber nam diß newe reich ſeine endtſchafft. Inn anno 128o iſt Eilka/ welche etliche Eliſaberh nennen/ Graͤſtn zu Zigenhain vom blick erſchlagen vnnd vmbkommen. Jahrs 8o war L. Henrich Keyſer Rudol⸗ pho wider Otackern auß Behmen/ der auch in der ſchlacht vmbkommen/ gedienet. Im folgenden jahr fteng Graf Gerhart zu Catzen⸗ elnbogen bey dem dorff Keſterbach Fridrichen Biſchoffen zu Speier/ vnd muſte jhn der ſtifft mit groſſem gelde wider ledig machem Damahln aber war Keyſer/ Adolph Graff zu Naſ⸗ ſaw/welcher auß verhetzen deß vnartigen Landtgraff Albre⸗ chten zu Tuͤringen zum theil ſelbſten zum theil durch ſeinen Vne Philipſen in Meiſſen vnd Thuͤringen viel uͤbels ge⸗ gifſtet. Er war aber durch beſondere griff ſeines vettern Gerharden von Epſtein/ Ertzbiſchoffs zu Meintz ans Key⸗ ſerthumb gelanget/ inn welchem er doch nur allein auff die Biſchoffe geſehen/ vnd denſelben zu willen ſein wollen. Ne⸗ ben dem ließ er ſich den geitz alzuſehr meiſtern/ alſo daß er fuͤr das geldt/ welches jhm der Konig auß Engellandt etlich kriegsvoſck darfuͤr zu werben geſchickt/ ihm dar Thuͤringer⸗ land/ von dem vnartigen Landtgꝛaff Albrechten/ gekauffet/ vnd forders die rechten erben darvon abzutreiben ſich vnter⸗ ſtanden. Daruͤber kam es zu einem kriege/ in welchem Thuͤ⸗ ringen vnnd Meiſſen uͤbel zerzauſet/ Freyberg inn Meiſſen durch anleitung eines Verꝛaͤhters von Adolpho erobert. Wann er auch uͤber das in der ſtadttyranniſiret/ vnd in die⸗ ſer ſeiner vnrechtmeſſigkeit 40. vornehme von adel/ welche er auff dem ſchloß gefangen/ enthaupten ließ/ worden jhm endlich die Teutſche Fuͤrſten gantz zu wider/ vnd entſatzten y iij jhn 1286 1289 1290 1²96 1²98 v74 dHheſsiſche ihn deß Keyſerthumbs. Er hingegen wolte ſolches mit ge⸗ werter handt verlheidigen vnd erhalten: ward aber endlich daruͤber bey Speyer in einer ſchlacht von Albrechten Her⸗ tzog zu Oſterꝛeich/ der jhm auch im Reich gefolget/ im Ju⸗ lio anno 1208. erſchlagen. Sonſten hat er annorz92 allent⸗ halben in Teutſchlandt die veſten edelheuſer/ auß welchen ſchaden geſchehen/ ingenommen vnd zerbrochen/ vnd zu dẽ mahl fuͤr Rheinfels ein gantz jahr vnd 2 monat gelegen/ a⸗ ber doch vngeſchafft abziehen muͤſſen. Darauff er dann Aldenburg bey Alßfeldt belagert vnd zerſtoͤret. Mitlerzeit kauffte der Landtgraff/ vnd Graff Jo⸗ hHan von Bilſtein/ das hauß Bilſtein ſampt ſeinem zugehoͤr/ vnd truge dem Reich darneben auff/ die ſtat Eſchwege/ vnd wart darmit im jahr Chriſti z00 belehnet. Darzu legte er alle plackereien vnnd ſtraſſenrauberey nieder/ zerbrach die raubſchloͤſſer/ vnnd hette ein beſonders inſehen auff ſolche geſellen vnd raumdaſchen. Anno 1296 hat der L. dem Thurnier zu Schwein⸗ furt bey gewohnet/ vnd darnach vber zwey jahr einen neu⸗ wen lermen mit dem ſtoltzen Biſchoff Gebharten zu Meintz haben muͤſſen/ jhn aber doch mit groſſer gewalt vberfal⸗ len/ vnd begangenen muhtwillens vnd freffels halber gnug⸗ ſam geſtraffet. Nach dieſem ſteng auch Graff Gotfridt von Zi⸗ genhain 200 Padeborniſcher reiſiger/ bey der ſtadt Geiß⸗ mar/ vnd fuͤhret ſie gen Zigenhain. Landtgraff Henrich hatte auß zweyen ehen kinder darumb vnderſtundt er ſich im ſahr 1298 ein vergleichung vnder jhnen zu machen/ vnd hielt darob ſeinem elteſten ſohn V Henrichen fuͤr/ daß zwo regirungen ſein moͤchten/ eine zu Caſſel/ die ander zu Marpurg. Deſſen beſchwert ſich der ſohn/ ſagent/ wann ſich der fall zutruͤge/ wolten er vnd ſein bruder s mit ge⸗ er endlich ten Her⸗ im Ju⸗ 92 allenk⸗ welchen vnd zu dẽ legen/ a⸗ fer dann Braff Jo⸗ zugehoͤr/ vege/ vnd zu legte er rbrach die ꝛauff ſolche Schwein⸗ einen neu⸗ zu Meintz lt vberfal⸗ lber gnug⸗ de von Zi⸗ tadt Geiß⸗ hen kinder gleichung teſten ſohn en/ eine zu ert ſich der er vnd ſein bruder Chronica 175 bruder ſich wol vergleichen/ weiln er wuſte/ daß jhm das gantze Fuͤrſtenthumb gebuͤhret/ doch daß er ſeinen bruͤdern ein vnderhalt verſchaffete. Daruͤber gerhiet vatter vnd ſohn in ein groſſen vnwillen/ zu welchem dañ beſonders G. Gor⸗ fridt von Zigenhain/ deme wehthat/ daß diß geſchlechte jm/ als der von dem Landgrafen zu Thuͤringen vnd Heßen ſeine ankunfft hette/ ſolte vorgezogen ſein. Zu dem verheurahtet ſich Henrich wider ſeines vattern willen/ daruͤber er auch von ſeinem vatter endlich verdrieben worden. In dem a⸗ ber der alte mit einer hefftigen kranckheit ange fochten/ war er baldt widrumb im lande/ vberredet etliche ſtaͤtte im Ni⸗ derfuͤrſtenthumb/ wie der vatter geſtorben/ vnd ließ jm auch hieruͤber das landt hulden/ alles auß anſchuͤren ermeltes Grafen. Doch ſchlugen jhm Melſungen/ Rotenburg/ Schartenberg vnnd das gantze ampt Reichendach die hul⸗ dung ab. Im Oberfuͤrſtenthumb aber ſchwuren jhm Bi⸗ dencap vnd Hombergan der Ohm. Weiln aber der valter baldt darnach widrumb geneſen/ vnnd die ſtaͤtte ſich auch ſperreten/ vnd vber das K Adolph dem alten zu huͤlff kam/ auch Stauffenderg/ welches damahls Zigenhatniſch/ ero⸗ bert/ vnd den Grafen bezwungen/ muſte er beim vaꝛter ſich widrumb außſuͤhnen/ die vergleichung ingehen/ auch ſich biß auff den fallan Homburg an der Ohm vnd Bidencap begnuͤgen laſſen: daſelbſten hat er das ſchloß/ ſo zuvoꝛ hin⸗ den auffm berge geſtanden/ fornen auffgeſetzet. Ey ſta ha⸗ ber noch vor dem vatter. Im 1297 jahr bawet die Landtgraͤfin den ſpittalzu Caſſel. Bekuͤmmet darnach der alte Landtgraff ruhe biß an ſein ende/ welches dann endlich anno zod jhm/ nach dem er sz jahr alt/ widerfahren iſt. Hat ſich geſchrieben/ Hen⸗ rich von Gottes gnaden/ geborner Herkzog zu Braband vn Lothtingen/ Landtgraff zu Heſſen. Auff der muͤntze hat er ſich genennet einen ſohn der tochter S. Eliſabethen. 1 von 1297 1208 180 von ſeinen gemahlinen ſind jhm folgende kin⸗ der geboren/ nemblich Heſsiſche ſevon Adel⸗ heit/ Her⸗ Otto nach ſeinem vatter Landtgraff tzogin zu Braun⸗ ſchwig von Mech⸗ ner Graͤfin u Cleve/ ꝛc⸗ tilde gebor⸗ Henrich/ welcher ſich wider ſelnen vatter auffgelehnet zu Heſſen g (Ludwig Biſchoff zu Muͤnſter/ welcher in anno 13 20. verſtorben Johannes neben ſeinem bruder Ot⸗ tone Landtgraff zu Heſſen/ hat kei⸗ ne kinder verlaſſen. Eliſabeth/ ſo erſtlich G. Johann zu Sein/ darnach Gerarden G. zu Epſtein geehlicht. Mechtild/ ein gemahlin G. Gotfri⸗ den bey Zigenhain Adelheit/ welche G. Bernhart zu Henneberg zur ehe bekommen. Agneß deß Burggrafen zu Nürn⸗ berg gemahlin. . Sophia hat Otto I. G. zu Waldeck geehlicht Anna bekam ein Freyherꝛn zu Och⸗ ſenſtein. Vnd letz ich noch ein tochter/ die ein G. zu Gorit geehlicht. Von Anna der dritten gemahlin aber/ welche Pfaltzgraff Ludovi- ri Severi tochter/ hat er keine Kinder gezeuget. Otto Landgraff zu Heſſen. G M Regiment verließ er zwen Soͤhne/ Otto⸗ nem vnd Johannem/ Ludwigen aber dem drit⸗ ten ſohn verholffen ſeine bruͤder zum Biſthumb Maͤnſter. Die zwen vorige ſaſſen in einem zer⸗ theilten Fuͤrſtenthumb. Dann Otto hatte bekommen das Fuͤrſten⸗ Fuͤrſt thum ohne ben/ daß halb; kung hinfuͤ lein r Herꝛ aber nenn den/ gethe ſelnen ndtgraff /welcher uder Ot⸗ hat kei⸗ shann zu in G. zu . Gotfri⸗ nhart zu men. u Nürn⸗ Waldeck zu Och⸗ r/ die ein Ludovi- te/ Otto⸗ dem drit⸗ diſthumb nem zer⸗ mmen das Fuͤrſten⸗ Chronica. 18r Faͤrſtenthumd an der Loͤhne/ Johann das Niderfuͤrſten⸗ thumb vmb Caſſel. Demnach aber ſelbiger kurtz hiernach ohne kinder verſtorben/ vnd im Annaberger kloſter begra⸗ ben/ iſt Otten das gantze Fuͤrſtenthumb zugefallen: allein daß Ludwigen zu ſeinem vnterhalt Marpurg vnd Wetter halb zugeeignet. Dieſer Otto machte demnach zu verhuͤ⸗ tung mehrer ſtreits ein Conſtitution vnd anordnungl daß hinfuͤro allzeit der aͤlteſt ſohn vnter ſeinen nachkommen/ al⸗ lein regierender Fuͤrſt ſein/ vnd dahero ein Landtgraff/ vnd Herꝛ Heſſenlandes vnd genediger Herꝛ: die andern bruͤder aber Landtgraffen zu Heſſen! vnd gnedige Junckern ge⸗ nennet welchen auch allein ein vnderhalt mit rahl der freun⸗ den/ nach gelegenheit deß landes gemacht/ vnd das land nit getheilet werden ſolte. Eben vomb die zꝛit war ein groß mißgewaͤchs aller fruchte in Heſſen/ vnd Thuͤringen/ darauff ein groſſethew⸗ rung vnd Peſilentz regieret ſonſten auch allerley oͤrter truͤb⸗ ſal vnd vngluͤck ſich erꝛeget. Dann kurtz hiebevor ward Kaͤy⸗ ſer Albrecht verꝛhaͤterlich durch anſtifften ſeines vettern er⸗ ſoochen/ ſein ſohn gefangen/ der Behmiſche Koͤnig Wen⸗ ceslaus mit giffrhingerichtet/ deſſen ſonn Boleslaus in ſei⸗ nem ruhebeth ermorbet/ Kaͤyſer Heinrichen im Sacrament vergeben/ vnd ſonſt allentha ben ſammer vnd noth/ ſo wol bey hohen als nidrigen. In Thuͤringen geſchahe vmb Eyſe⸗ nach/ vnd an der Werꝛa/ vielraubens vnd vngefugs/ durch die zween aͤpte Hirßfeldt vnd Fulda/ Landtgraff Fridrichs zu Thuͤringen feinde/ vnd ward Gudenſperg außgebrennet/ Hirſchfeldt vnd Breidenbach verheret/ vnd belagerte der apt von Fulda die ſtatt Alßſelt/ konte ſie aber nicht erobern. Darumb verbrante er alles auff z. meil wegs vmb die ſtatt. Die vrſach war/ das L. Otto/ vnd der Graff zu Waldeck/ wegen deß Buribergers bey Fridßlar vneinig. Genantem 3 Grafen 1311 1312 1315 1318 1323 182: HhHeſsiſche Grafen that der Apt beyſtand/ vnd befehder auch den G. zu Zigenhain An. 1315. waren groſſe vnerhoͤrte waſſerflu⸗ ten/ zween Cometen/ darauff drey Jahr lang groſſe thew⸗ rung an einander erfolget/ darob die leute mit vngewoͤhnli⸗ chen viehiſchen ſpeiſen jhren vnterhalt vnnd lebensrettung ſuchen/ vnd gantz abſchewliche ſachen vnd thier freſſen/ vnd zum theil vor hunger hinſterben/ vnd vmbkommen muͤſſen. Darauß dann abzunehmen/ weiln ſchon zu derſelben zeit das Teutzſche landt zu gleich mit dermaſſen ſtraffen/ hun⸗ ger/ peſtilentz vnd krieg heimgeſucht worden/ daß nicht allein dieſe vnſere zeit die aͤrgſte/ vnd zum hoͤchſten zu beſchulden/ vnd zu beklagen ſey. Vapb dieſe zeit hat Ebhard Ritter vyn Helffenberg/ Landgraff Otten/ Wolckersdorff zu lehn auffgetragen. Anno 3318. bawete obenbemelter B. Ludwig den alten ſaal/ die capelle ſampt der hoffſtuben auff dem ſchloß Mar⸗ purg Otto aber ein frommer einfeltiger vnd ſtiller Fuͤrſt/ liebet vnter deß die ruhe vnd frieden/ vnd ob wol die zeit hero vnter ſeinen benachbarten/ vnnd beſonder zwiſchen ſeinen blutsfreunden/ denen Marggraffen zu Meiſſen/ vnd Land⸗ grafen in Thuͤringen/ vatter vnd ſohn groſſe vnruh mit ver⸗ herung land vnd leutgeweſen/ ſo hat er doch ſtill geſeſſen/ ei⸗ nem/ noch dem andern theil nicht beypflichten wollen/ ſon⸗ dern aller oͤrter zu frieden/ vnd einigkeit ingeſchlagen/ fuͤr⸗ nem lich aber allein auff ſeine vnterthanen geſehen/ vnd die vor gewalt infall/ vnd anderem ſchaden verhuͤtet. Darbey dann landt vnd leut wol zugenommen. Nicht deſtoweniger muſte er von denen Biſchoffen zu Maͤnt/ Petern/ vnd her⸗ nach Matthia/ angefochten werden/ vnnd in gre ſſe feind⸗ ſchafft gerahten/ ſolches aber wegen etlicher lehn/ ſo Biſchoff Matthias nach L. Johanſen tod zu ſich nemen wolte. Ob ſie nun wol allerſeits zu ſcheidsleuten erwehlet Emichen G. zu 81 Naſſaw V Na ſoh len/ pfei Lan vnd Me Me feind ließ der ju reich ſchof ſent⸗ haup Hem ſo ern jag!/ get/ d ſo er a auchd zu ſich ſoͤhne Ertzb. I. hind nab den G. ſſerflu⸗ ſethew⸗ woͤhnli⸗ rettung ſen/ vnd muͤſſen. lben zeit en/ hun⸗ ht allein hulden/ enberg/ d Land⸗ mit ver⸗ ſſen/ ei⸗ Naſſaw/ vnd Wentzeln von Clee Burggrafen zu Fridberg/ ſo hat doch jhren außſpruch der Biſchoff nit annemen wol⸗ len/ ſondern den Wentzeln in bann gethan/ vnd nach ſeiner pfeiffen zu tantzen gezwunge. Verfluchet darnach auch den Landgrafen in bann/ erledigt alle vnterthanen jhrer pflieht/ vnd that dem Landtgrafen auß Amelburg/ Fridßlar/ vnnd Melna groſſen ſchaden. Als nun die von Marpurg den Menhiſchen biß gen Amelburg nachzogen/ worden ſie von feinden vbereilet/ vnd jhrer viel erſchlagen Der Landtgraff ließ die ſach an den Kaͤyſer gelangen/ rieff den vmb ſchutz an/ der jhm zwar verſprochen/ aber doch wegen der vielfaltigen reichsgeſcheffte nit geleiſtet ward. Darumb nam der Bi⸗ ſchoff auch Gieſſen in/ vnd zwang den Landgrafen viel tau⸗ ſent guͤlden wegen der kriegskoſten zu erlegen. Aber der hauptſach halber hat er nichts beſchliſſen wollen. Landgraf Otto hat darnach einen widerwillen mit G. Henrich zu Naſſaw gehabt/ wegẽ deß ſchloſſes Derꝛenbach/ ſo ermelter Graff ingeriſſen/ vnd die von Derꝛenbach ver⸗ jagt/ auch hingegen den Oringenſtein gedawet hatte. So hat er auch den Hertzog von Braunſchwig bekrie⸗ get/ das landt biß gen Goͤttingen verheret/ vnd Gudenſperg/ Chronica. 183 ſo er als ein pfandtſchilling innegehabt/ jhm abgedrungen/ auch die he ffte von Borcken/ ſo der Graff von Zigenhain zu ſich geriſſen/ widrumb zu ſeinem lande gedracht. Iſt demnach jahrs 1326. mit tode abgangen/ doch drey ſoͤhne noch eben juna/ als Henrich den Eiſernen/ Ottonem/ Ertzbiſchoffen zu Magdeburgk/ Herman vnd Ludwig den I. hinderlaſſen. Damahln/ als man die begrebnuß im An⸗ naberger Cloſter eroͤffnet/ ward Landgraff Johann s coͤrper vnverweſen/ in einem ſilbern ſtuͤck liegendt gefunden. Mit 13 26 — 184 Heſsiſche Mit dieſes Otten kinder Genealogi hielt ſichs alſo: Henrich der Eiſerne Landtgraff zu Heſſen/ ꝛc. Otto Ertzbiſchoff zu Magdeburgk.— Von ſeiner ge⸗ Ludwig Loder Juncker zu Heſſen/ Herꝛ zu Gre⸗ mahlin Adelheit/ benſtein g. G. zu Raveſpurg Herman iſt jung abgangen. find ihm geboren Anna welche an Albertum/ Pfaltzgrafen zu Sachſen/ H zu Engern vnd Weſtphalen verheirahtet. Juttam/ ſo jung geſtorben. Eliſabethen/ welche an Ottonem H. zu Sachx ſagen ſen vnd Weſtphalen verheirahtet/ vnd nach wige Henrich der Ei⸗ deſſen abgang auch an Albertum Hertz. zu 8 ger ſerne hat von Eli⸗ Braunſchweig vnd Grubenhagen. Eliſa 4.4 5 b ſabethen M. zu 3 Adelheidam/ die zwar der chebrecheriſche Caſ. wig ſ Frs 3 Leiſf Meiſſen erzeuget à8 mirus M. Kein Polen gethlicht aber nach⸗ ſe abr 6 derg. 3 maln/ weiln ſie jhm nicht ſchoͤn genug/ wie⸗ gen zu h4r3.ſ. ſ. derumb verſtoſſen. Darob ſie Anno 1376. vndn beym vatter vor trawrigkeit verſtorben. auffn Heinrich ſo zeitlich mit todt abgangen. Ven ¶Otto Schuͤtzen/ ꝛc. jm ver ſperꝛe Ludwigen aber de(Otto ſtarb jung. mang junckern zu Heſ⸗d Herman Landtgraff zu Heſſen„ angeh ſen/ ſind von Mar Anna aͤptiſſin zu Iſnach. maln greta G zu Span⸗ zu vnt heim geboren. 4. ſiger⸗ len/ d Henrich der ander/ vnd Ludwig Landtgra⸗ ian fen zu. Heſſen. Ludwig eſſen/ ꝛc. zu Gre⸗ rafen zu eſtphalen du Sach⸗ vnd nach Hertz. zu n. iſche Caſ⸗ aber nach⸗ nug/ wie⸗ mno 1376. orben. en. gra⸗ Ludwig ——ʒ—⅓—ꝛ——Q⁸—BQℳ·ͤ—— Chronica. 185 Bdwig vnd Herman lieſſen ſich nach vor er⸗ wehnter conſtitution durch vnterhandeluͦg Ertz⸗ biſchoff Otten/ vnd dann deß B. von Maͤnſter/ =. Ludwigen/ mit Grebenſtein/ Nordeck/ Hom⸗ berg/ vnd 600. marck ſilders abweiſen/ daß nemlich Ludwi⸗ gen zu ſeine vnterhalt Grebenſtein/ vnd jaͤhrlich z00. marck ſilbers/ L. Herman Nordeck vnd 300. marck ſilbers gefolget werden ſolten. Stuͤrbe auch einer/ ſo ſolte jhn der ander bru⸗ der erben/ wann der auch geſtorben/ ſolte ernenter vnterhal⸗ dem fuͤrſtenthumb wieder heimfallen. Alſo blieb Landtgraff Henrichen das lant allein/ vnd ſagt man/ daß er vnter einer Churwahldenſelbigen vor Lud⸗ wigen zu einem Herꝛen/ vnd gemahl erwehler habe Frewlein Eliſabeth zu Meiſſen derowegen dann abgeredt/ daß Lud⸗ wig ſich nicht verheyraten ſolte. Nit deſtoweniger hat er die⸗ ſe abrede vnd compact auß ſonderem ingeben deß allmaͤchti⸗ gen zu erhaltung dieſes durchleuchtigen ſtam̃ens gebrochen/ vnd nachmain eine Grafin von Spanheim/ ſo er zu Coͤln auffm thurnier(deren er ſich fleiſſig gebrauchet/ vnd fraw Veneri zugefallen manch ſpeer gebrochen/ lieb gewonnen/ jm vertrawen laſſen/ wie hefftig ſich auch ſein bruder darob ſperꝛet vnd zuͤrnet. Mit derſelben zeugete er einen ſohn Her⸗ man genant/ den er fleiſſig zum ſtudiren/ vnd guten kuͤnſten angehalten/ vnd vnterꝛichten laſſen/ der meinung jhn nach⸗ maln der geiſtlichkeit/ weiln er jands vnd guͤter mangelhafft zu vntergeben. Er Landgraff Ludwig aber/ als ein rittermeſ⸗ ſiger freudiger Herꝛ/ befliß ſich hin vnd wider in Ritterſpie⸗ len/ darinn er die zeit ſeines lebens mehrertheils zugebracht/ inſonders aber ſich auffm Thur nier zu Ingelheim tapffer gebrauchen laſſen. Vnter deß ſteng Biſchoff Matthias ſein voriges we⸗ 1329 aa ſen wie⸗ 1335 1337 1338 186 Heſsiſche ſen wider an/ vnnd hatte zum beyſtandt Johann Grafen zu Naſſaw. Daruͤber ſchlug ſich der& bey Wetzlar mit ihnen/ vnd ward G. Johan erſtochen. Ob auch wol der L das feld behalten/ ſo wardt doch der ſchade auff ſeiner ſeiten auff 10000. guͤlden geachtet. Das nechſte jahr darnach ſtarb der letzte Graf zu Nid⸗ da/ vnd ſiel die Grafſchafft an die von Zigenhain/ welche s⸗ ben deß geſchlechts waren. Vnd hat ſich auch damaln begeben/ daß die Herꝛn von Trefurt viel vnluſtes in Thuͤringen vnnd Heſſen angerich⸗ cer: Daruͤber ſie dann von Heſſen/ Mentz vnnd Thuͤringen endlich belagert/ vnd zur vbergebung deß ſchloſſes vnd herꝛ⸗ ſchafftgezwungen/ dannenhero Trefurt noch biß an gegen⸗ wertige zeit dreyherꝛiſch iſt. Nun hatte der L. den Herꝛen vff jhr lebzeit Fraͤnckenberg ingeben. Weiln ſie aber den Buͤr⸗ gern vberleſtig/ ſind ſie endlich von jhn außgejagt/ oder/ wie etliche ſchreiben/ erſchlagen worden Belagerte H. Albrecht zu Brunſchwig Eber ſtein: da ergaben ſich die Edlen an L. der kam jhn mit 1600o reutern zu V ſan erꝛettet ſie/ vnnd that der ſtatt Eimbeck nicht geringen ſchaden. Deß folgenden 33⸗ jahrs zogũ Ludwig vff den Thur⸗ nier zu Ingelheim/ vnnd waren mit jhm Wolffgang G. zu Catzenelenbogen/ vnnd nachbenandter Peter von Boyne⸗ burg/ Wilhelm Hundt/ Fridrich von Gudenberg vnnd Wolff Holtſattel. In welchem jahr auch ein ſo groſſer ſchnee gefallen/ ſo vber ein viertel jahr continuẽ gelegen/ darvon eben ſtarcke baͤume aͤſte/ bawershaͤußlein zu boden getruckt/ vnd groſſe ſluten erꝛeget/ darauff doch eine ſo gute zeit/ daß auch die frucht in keiner acht geweſen. Darauff aber in folgendem jahr hewſchrecken kommen/ vnd nicht geringen ſchaden an frucht vnd welde gethan. Land⸗ afen zu jhnen/ das feld ten auff zu Nid⸗ velche e⸗ erꝛn von ngerich⸗ uͤtingen ond herꝛ⸗ ngegen⸗ erꝛen vff den Buͤr⸗ oder/ wie ſtein: da geringen n Thur⸗ g G. zu uternzum Landgraf Henrich aber ein ernſter/ chaͤtiger vnd ſchaufer Herꝛ/ ſo alles was er angefangen/ mit gluͤck/ ſonderm ernſt/ jedoch guter beſcheidenheit außgefuͤhret/ bemuͤhet ſich vnter deſſen im lande aut regiment zu halten/ darob er ſich nichts trawren ließ. War vor der fauſt fertig vnd ſtarck in krefften: in maſſen von jhm geſchrieben/ daß er von freyer fauſt ein huffeiſen zerbrechen/ vnd was er mit der Wehr antroffen/ ganz durchhawen koͤnnen. Dieſer hette auch mit ſeiner Ge⸗ mahlin zween ſoͤhne/ Henrich vnnd Otten/ die ſchlugen jh⸗ rem vatter in allen ehrlichen dingen nach. Es gerieht aber der Landgraf in einen widerwillen mit ſeiner gemahlin(wiewol vnverſchulder ſachen/ vnd auß an⸗ geben eines edelknabens von Dalwig/ der ſie dem jungſten Fuͤrſten Ottoni/ mit dem er etwa in vnwillen ſtundt/ zur ſchmach ehebruchs bezichtigen wolte) daruͤber er ſich abge⸗ lobet/ ſie hinfuͤro zu beruͤren. Vnd ob wol hienacher jhr vn⸗ ſchuld ankagkam/ wolte er dennoch ſeinen willen nicht en⸗ dern/ darumb dann letzlich jhr bruder M. Fridrich der freu⸗ dige ſie gen Eiſenach abholen laſſen/ daſelbſten ſie nach ſie⸗ ben jahren auch verſtorben. Jahrs 341 iſt ein wildes kind von ohn gefehr7 oder/ wie etliche ſchreiben/ 12 jaren vntern woͤlfen gefunden/ von ſaͤ⸗ gern gefangen/ vnd zum L gebracht worden: hat zuweilen vff allen vieren gelauffen/ auch vbernatuͤrliche ſpruͤng thun koͤnn n. Als man es auffm ſchloß zemen wollen/ hat es die menſchen flohen ſich vnter die baͤncke geſchloffen/ vnd iſt im kurzei[weilen es die ſpeiß nicht vertragen koͤnnen/ geſtor⸗ en. Chronica⸗ B 1341 Dero zeit nemlich in anno 147 ſteng abermalan die pe⸗ 1347 ſtilentz grawſam inn Germanien zu raumen/ hette ſich inn morgenaͤndern angefangen/ vnnd darnach die gantze welt durchkrochen/ vnd ſo viel menſchen hingeriſſen/ dag eichen aa ij 188 Heſsiſche biß dahero vnerhoͤret war. In Heſſen trugen ſich erſchreck⸗ liche dinge zu/ dann darinn groſſe Erdbidem geweſen/ die das land grawſam erſchuͤttet/ thuͤrme vnnd kirchen zerſchel⸗ let/ die haͤuſer ingeworffen/ ein groſſe anzahl menſchen er⸗ truckt/ ſo graſſiret auch Peſtis gantz erſchrecklich/ vnd wor⸗ den die Juden in groſſer anzahl/ wegen daß ſie vber das alles hin vnd wider die brunnen vñ weide vergifftet/ alenthalben erſchlagen/ vnd verbrant/ inmaſſen inn Heſſenallein vber 200 dem Vulcano auffgeopffert/ vnnd zu pulfer gemacht worden. Zu dem lieffen die woͤlfe herumb/ riſſen beyde men⸗ ſchen vnd vieh darnider/ vnnd ſtarb auch der junge L. Hen⸗ rich Oꝛto Schuͤtzen bruder. Fiel derowegen der alte Fur ſt ſeines toͤd ichen abgangs halder nicht in eine geringe bekuͤm⸗ mernuß/ vornemblich weil man auch den anderen ſeinen ſohn Otten/ nunmehr verlohren ſchaͤtzte. Dann es hatte L Henrich ſeinen elteſten Sohn auch Henrich benahmet/ zum ſucceſſoren haben vnd hingegen Otten vnter die geiſtlichen verſtecken wollen/ auff daß ein mechtiger Fuͤrſt im lande/ vnnd daſſelbig deſto weniger be⸗ ſchweret wuͤrde. Vnndderowegen fertiget er Otten jah s 1345 abgen Pariß/ ſeine ſtudia zu continuiren. Er aber/ dem kein pfaffenfleiſch gewachſen/ ſtahl ſich zu Coͤln mit dreyen dienern von ſeinen mitgeferten/ vnnd kam alſo nach langem vmbſchweiffen endlich an Cleviſchen hof. Nun re⸗ gierete damaln das land Adoff der erſte/ Graf zu Cleve vnd Marck dann damaln die Cleviſche Herꝛen noch nicht Her⸗ tzoge waren) ſich mit einer Fraͤwlin zu Cleve verheurahret/ vnnd vmb derſelbigen willen die Grafſchafft inbekommen. Demnach aber Otto ein guter Bogenſchuͤtz/ auch ſonſt ein ſchener gerader juͤngling/ nam jhn auff ſein anſuchen der Graf in ſeinen dienſt/ als vor einen ſchuͤtzen/ doch vnwiſſend ſeines hohen ſtandes/ inn dem er ſich nicht anders als Otto ſchuͤtzen ſchů eine der L ſchof erobe wie e bet a zu ein Her: Rein Biſc Held ſteini zu ew ſtung ſache tung L. vn Gra beyh land! Joha rich ſ ſilber lande verm von ⸗ nigen chreck⸗ en/ die erſchel⸗ hen er⸗ dwor⸗ s alles halben in vber emacht de men⸗ .Hen⸗ e Fuͤrſt bekuͤm⸗ ſeinen n auch ngegen daß ein iger be⸗ njahs r aber/ oͤln mit ſo nach Nun re⸗ eve vnd ht Her⸗ rahret/ mmen. onſt ein hen der wiſſend s Otto ſchuͤtzen Chronica. 189 ſchuͤtzen zu nennen pflegte/ in welchem ſeinem dienſt er dann eine geraume zeit/ vnd bey ſieben jahren verblieben. Vuter deſſen lagen Biſchoff Henrich zu Mentz/ vnd der L. einander in haren/ vnd belagert der Landgraf den Bi⸗ ſchoff in der ſtatt Fridßlar. Weil er aber zweifelt die ſtatt zu erobern/ wolte er wider abziehen. Der Biſchoff vermeynet/ wie er floͤhe/ vnd fiel darumb auß der ſtatt/ brante vnd rau⸗ bet alles was er antraff. Daruͤber kam es bey Gudenſperg zu einem treffen/ in welchem der Biſchoff geſchlagen/ zween Herꝛen von Virnberg/ vnd Dyna gefangen/ vnd ſonſt viel Neiniſche Edelleut vmbkommen Letzlich iſt dieſer krieg alſo beygelegt/ daß nemblich der Biſchoff den L bey ſeinen lehen verbleiben laſſen/ die F ſten Heldershauſen bey Geißmar vñ die Denſpurg im Schon⸗ ſteiniſchen ampt niderreiſſen/ ſich verpflichten/ daß hinfuͤro zu ewigen zeiten kein Biſchoff im land zu Heſſen einige ve⸗ ſtung oder ſchloß weiter anrichten/ vnd ſonſtet alle weltliche ſachen im lande vnangefochten laſſen ſolte. In mittels legten ſich auß vbermuht/ auch auß verhe⸗ bung L. Ludwigen/ die von Hotzfeld wider jhren Herꝛen den L. vnnd hatten zu helffern B. Gerlach zu Maͤntz/ vnnd die Grafen zu Naſſaw. Denen zog der Kentgegen/ ſchlug ſie bey hohen Solms in die flucht/ vnnd pluͤndert folgends das land biß gen Siegen. Zu letzt ward dieſer handel durch G. Johan zu Ziegenhain auch verglichen/ daß nemlich L Hen⸗ rich ſeinem bruder Ludwigen jaͤhrlich noch hundent Marck ſilbers reichen/ vnd noch zu dem/ wann die ſchulden/ ſo vffm lande ſtunden/ bezahlet/ ſolche vnterhaltung nach deß lands vermoͤglichkeit verbeſſern ſolte. Aber vnlangs hiernacher iſt L. Ludwig der Juncker von Heſſen mit tode abgangen/ vnnd hat verlaſſen einen ei⸗ nigen ſohn Herman genennet/ in maſſen drohen beruͤhret/ gaa iij vnd 134 8 190 Heſsiſche vnd angemeldet. Vnob er/ Herman/ wol ein geborner Land⸗ graff zu Heſſen/ ward er dennoch zur ſueceſſion/ vnd ſeines vattern vnterhalt nit gelaſſen/ ſondern vorermelter L. Her⸗ man/ ſeines vattern bruder. Vnd als derſelbe ſtarb/ nam L. Henrich Grebenſtein/ vnd Nordeck wider zum Lande/ vnd ſolches in kraff deren im jahr 1336. vnd 1349. aufgerichten vertraͤge. Bekam alſo L. Herman zu ſeinẽ vnterhalt nichts/ ſondern muſte ſich von dem wenigen/ was jm ſein vatter vor⸗ geſamlet/ vnd jhm ſonſtet von ſeinem vettern dem Ertzbi⸗ ſchoff zugelegt ward/ erhalten. Weewol aber ſein vaeter jhm all zufruͤhe abgangen/ ſo hat er doch nichſtoweniger ſeine ſiudia zu Prag/ vnnd dar⸗ nach Pariß/ dermaſſen continniret/ daß er nachmahln zu groſſer geſchickligkeit kommen/ vnnd dem lande ein lieber Fuͤrſt worden iſt/ wie zu ſeiner zeit ferner ſoll erzehlet werden. Vnter deß aber beſliß ſich Otto in ſeinem dienſt ſolcher maſſen aller redligkeit vnd tugend/ daß jm darob menniglich affectionirt vnd gewogen/ auch von jung vnnd alt gelieber ward. Der Graff ſelbſten konte ſich in ſein thun nicht reche ſchicken/ darumb/ daß je bißweilen in ſeinem weſen das hohe Fuͤrſtliche gebluͤt ſich ereugen vñ herfuͤrbrechen wolte. Doch weiln er ſeinem mercklichen fleiß/ vnd trew allenthalben ſpuͤ⸗ ret /ſatzte er jn forders vber andere ſeine ſchuͤtzen zum Haupt⸗ man/ vnd vnterhielt jhm auch vier diener/ vnd ſo viel pferde/ gleich andern vom adel an ſeinem hofe. Vnter deß nam das hefftige welꝛſterben noch jmmer zu/ vnd lieffen darob die arme leut auß der muͤnche anleitung den heiligen zu/ vnd ſonſt hin vnd wider walfahrten. Alſo hat vnter andern auch ein Heſſiſcher vom adel Henrich von Homburg/ ein Acherfahrt jhm vorgenommen/ ond weil ſein weg nit fern vom Cleviſchen hoff/ an welchem er vnter an⸗ dern edelknaben in ſeiner jugendt erzogen/ vorbey gieng/ wole er ſei⸗ hat de beant ernſte zuſag 45m/ kand⸗ eines Her⸗ am L. vnd ichten ichts/ r vor⸗ Ertzbi⸗ gen/ ſo d dar⸗ hln zu lieber Chronica. 191 er ſeinen vorigen herꝛn dermahl eins beſuchen/ vnd jhm ſeine fernere dienſt anmelden. Als er nun ein zeitlang vom Gra⸗ fen auffgehalten ward/ begab ſichs daruͤber/ daß jhm Otts Schuͤtz einsmahls vorm ſchloß begegnet/ vnd auffgeſtoſſen. Demnach er jn nun alebald erkeñet/ thet er jm gebuͤrliche re⸗ verentz/ in maſſen es zu der zeit gegen Fuͤrſtliche perſohnen zu leiſten gebreuchlich war/ erzeigẽ. Welches Otto zwar geſche⸗ hen laſſen/ aber dem Edelman alsbald ernſtlichen verboeten vnd aufferlegt/ weder an dieſem/ oder aber ſeines vattern ho⸗ fe ſeiner einige meldung zu thun. Wann aber heimligkeit ſol an tag kommen/ ſchaffet Gott die mietel in weg/ vnd muſte alſo auch auff dißmahl der Graff ohn gefehr alles/ vnd wie dem Otten ſeinem diener fuͤrſtliche ehr bewieſen/ durchs fen⸗ ſter anſehen/ darob er dann leichlich von ſeinem ſtande etwas muthmaſſen koͤnnen. Dennoch ein beſſerers bericht zu wer⸗ der/ fordert er Henrich vom Homburg vor ſich/ vnd forſchet ganz genaw/ vnd fleiſſig nach Otten ſtandt vnd gelegenheit inſonders warumb er jhn mit ſo tieffer reverentz verehret. Derſelbe ſich im garn vnd vberſchnellet ſehende/ wendet hin⸗ gegen in/ wie erjhn/ den Otten/ vor eine vornehme perſon vñ hoffdiener anſehen: gepflegte vnterꝛedung aber habe nichts ferners auff ſich/ ohne allein/ daß jhn(als einenauß ender) Otto gefraget/ wannen er herkome. Kan aber doch den Gra fẽ hiermit mit begnuͤgen/ vñ ob er wol daruͤber endlich gleich⸗ ſam genoͤtiget/ wie jhm zwar vmb Otten ein wenig bewuſt/ ſey jhm aber ſolches zu melden verbotten/ gelange auch nie⸗ mands zu einigem ſchaden oder verdrieß/ bekennen muͤſſen/ hat dennoch der Graf eben ſo wenig hiermit als dem vorigẽ beantwortet ſein wollen. Derowegen durch vnablaͤſſiges ernſtes anhalten/ vnd beneben angeheffter betheurung vnd zuſag/ daß es ingeheim/ auch jhnen beyden/ als Otten/ vnd zhm/ der Homberger/ ohn allen ſchaden ſein lelbe von 1 on 194 Heſsiſche vnd auffgemahnet /hat er endlich dem Grafen nichts verhe⸗ let/ frey herauß bekennet vnd angezeigt/ daß dieſer ſein haupt man vnd diener/ ſo ſich Otto Schuͤtz nenne/ ein geborner L. zu Heſſen/ vnd deß alten fuͤrſten Henrichs/ vnd Eliſabethen/ Marggraͤftn zu Meiſſen/ ehele blicher ſod n/ vnd zu dem nu⸗ mehr/ ſintemal ſein bruder todes verblichen/ der rechte erbe zu dem lande ſey/ mit mehrem was er von ſeinem abzug/ vnd wie er verloren worden/ erzehlet. Vber ſolchem der Graf nit wenig in verwunderung gerahten/ ließ von ſtund an den Homberg gen Aach durch einen diener begleiten. Stunda⸗ ber die zeit in ſchweren nachdencken/ wie doch ein ſo vnge⸗ woͤhnlicher diener zu belohnen/ da er dañ endlich die vermaͤh lung ſeiner tochter jm/ Oito Schuͤtzen/ vor ſeine trewe dienſt beſchloſſen/ vnd darauff/ doch vnvermeldet deß Otten ſian⸗ des/ mit ſeiner gemahlin vnterꝛedung gepflogen/ deſſen ſie dann nit wenig erſchrocken/ als mit verwunderung vberfal⸗ len/ beſorgende/ es moͤchte vielleicht jre eochter mit dem Otto Schuͤtz en ſich in ein heimliche copulation vnd verbuͤndnuß ingrlaſſen haben. Doch erfuhr ſie aus deren verantwortung ſo viel/ daß ſolches nit beſchehẽ/ auch ſie dem Otten nit mehr als anderen jhres vattern trewen dienern gewogen. Muͤſſen aber alſo beyde deß endes erwarten/ nicht ohne beſchwernuß vnd trawrigem nach dencken/ was doch den vatter zu dieſem heyrath verurſachen vnd bewegen muͤge. Als nun in mittels vielermelter von Homburgk wiederumb zu hoff angelan⸗ get/ griff als bald der Graff zu wircklicher volnziehung ſei⸗ ner gedancken/ in ſeiner Raͤthe/ vnd Ritterſchafft ſamptli⸗ cher gegenwart. Otto ſchuͤtz aber auch mit andern erfordert/ ſtundt zu gegen mit ſeinem beſchornen kopff/ wie damals der ſchuͤtzen brauch/ vnd obwol der gantze vmbſtand die ſache vor einen ſchimpff gehalten/ nam doch ſolches Otto alles ſo vbel auff/ daß er beſtuͤrtzet vnd klagende ſeine antwort gethan/ ſo jhm ſhm ne derfah nen. nig erf brautr nacher mehren ſinnen ges beſe aberm nohtdi jhnen; vnd ge billich gungv machba tzen lan ches al warha wie nit ſe frew ſonſtet auch a funden hofften bald m die bott worder laſſen/ ſeines ſ ſach gel ber jhn Chronĩca. 195 ſom nemblich kein beſſer vergeltung ſeiner trewen dienſt wi⸗ derfahren ſolt/ wolte man auch ſeiner mit ſpotten verſcho⸗ nen. Wie dem allem muſte dennoch die copulation ſchleu⸗ nig erfolgen/ vnd alſo die Raͤhte der Adel ſa die Mutter vñ braut vnnd braͤutigam im zweiffel/ vnnd am narnenſeil die nacht vber hangen bleiben. Darauß dann erfolget/ daß vom mehrentheil geſchloſſen/ der alte muͤſte nicht allerdings bey ſinnen ſeyn. Folgenden morgen aber hat er/ wie voriges ta⸗ ges beſchehen/ die beſchriebene Ritterſchafft vnd hofgeſinde abermaln zu ſammen gefordert/ ſie endlich vmbſtaͤndig vnd nohtduͤrfftig Otten ſtandes vnd gelegenheit berichtet/ vnnd jhnen zu gemuhe gefuͤhret/ vnd erwieſen/ wie dieſer heyrahe vnd geſterige ſeine nachdenckliche that nicht allein nicht vn⸗ billich oder vnweißlich/ ſondern viel mehr zu nutz/ vertheidi⸗ gung vnnd andern mehr wolfahrten/ wegen mit nechſt be⸗ machbartem Fuͤrſten newgemachter freundſchaft/ dem gan⸗ tzen lande erſprießlichen hinfuͤro ſeyn/ vñ fallen werde. Wel⸗ ches alſo Henrich von Homburg mit ſeiner gegenwart vnd warhaffter kundſchaffe gnugſamb bethewret/ daruͤber dann wie nit vnbillich/ nach groſſem zweifel vnd jrꝛſal auch groſ⸗ ſe frewd vnd frolocken bey alter vnnd junger Graͤfin/ auch ſonſtet menniglich entſtanden vnnd erfolger. Darmit aber auch anders theils in Heſſen der alte Vatter ſeines widerge⸗ fundenen ſohns vnd erben/ darzu das landt ſeines lang ver⸗ hofften jungen Fuͤrſten ver ſtaͤndigt werden moͤchte/ iſt als⸗ bald mit einer anſehenlichen verehrung der von Homberg die bottſchafft anheim zu bringen dimittirt/ vnd hingelaſſen worden. Vnd allhier wil ich jeden bey ſich ſelbſten ermeſſen laſſen/ ob auch nach angehoͤrter newer zeitung der alte Fuͤrſt ſeines ſohns geſundheit vnnd wolfahrt halber gnugſam vr⸗ ſach gehabt/ froͤlich vnd guts muths zu werden. Wollen a⸗ vnſerm ber jhn in ſolchem hiermit kelzanlaſſen vnnd widerumb zu 1353 1361 Beßsiſche 19G vnſerm Otten kehren/ welcher nach volnfuͤhrter heyrahts vereinigung ſich ſchleunig nacher Marpurg verfuͤget/ beym vatter ingeſtellet/ vnnd ſich beſchehener ſachen halben leicht⸗ lich entſchuldiget. Dahin die Cleviſche jhm ſeine vertrawte Gemahlin bald hiernacher geliefert. Vnd hat der L. Hen⸗ rich/ ſein Vatter jhm Spangenberg zur wohnung/ Fran⸗ ckenberg aber der jungen Fuͤrſtin zum leibgeding vnnd mor⸗ gengab verordnet. Apt Henrichv. Fulda vermeynet B. Gerlach zu Maͤntz ein groß gefallen gethan haben/ dzer Olto Schuͤtzen auffm reichstage wol außgefiltzet/ vnd jm fuͤrgeworffen/ wie er vnd ſein vatter allein die jenig/ ſo der geiſtligkeit allen verdruß vñ ſchaden zu zufuͤgen pflegten. Ob nu wol der L ſich ernſtlich der auflag entſchuldigt/ vñ jm hinwiderumb in bart geworf⸗ fen/ wie ſein vatter vnd er von Biſchoffen vnd geiſtlichen ge⸗ plagt/ vnd jhr erb vor jhn kaum behalten konten: wolte doch der Apt hieran kein genuͤg haben/ ſonder war auch dem land u Heſ.mit ſtetigem rauben durch ſeine Buchener in vil weg vberleſtig. Derwegen der L. 200 xeuter zuſammen bracht/ damit er das ſtifft Fulda vberzogen/ Hunefeldt/ Roſtdorff/ vnnd Northeim ingenommen: were auch weiter gefahren/ wann nit Albertus B. zu Wirtzburg/ Balthaſar vnd Wil⸗ helm L zu Thuͤringen/ vnnd ſein Vatter der alte Landgraß Henrich ſelbſten den Apt verbeten/ vnnd zu Bercka auffm Landtag widerumb außgeſuͤhnet. Vmpb dieſe zeit hat ein Herꝛ von Itter auß zu viel vnge⸗ bůͤhꝛlicher begierde vnd verlangen zum regiment/ ſeinen vet⸗ tern erſtochen/ vnd jm alſo die gantze. Herꝛſchafft vnterwuͤrf⸗ fig gemacht. Weil dann ſolche mordthat billiche ſtxaff ver⸗ dienet/ hat Landgraf Henrich ſampt Gerlach dem Ertzbi⸗ ſchof zu Maͤntz/ vñ Otten Grafen von Waldeck/ das ſchloß Itter belagert/ gewonnen/ vnd das laͤndlein vor ſich vnd ſei⸗ nemil⸗ nemit Hein cken/ d zu Sc von I burg/ baldt d wil/ du Span ſeine ge ben/ vn witwen 2 ben/ vñ den/ vnange meldt/ wartun ſchrieb⸗ auf der weren zi ches zeig furt/ bey nes beſſe wider di ringen/ ſ dem noc Heſſen /w vorhand Rit vond Chroniĩca. Heina verdammer. b Anno 362. war ein Thurnier zu Bamberg in Fran⸗ cken/ darauff zog L. Henrich/ vnd mit im Hanns Schencke zu Schweinsburg Ritter/ Wolff von Gutenbergk/ Ludwig von Waldenſtein/ Fridrich Dide/ Hanns von Boyne⸗ burg/ vnd Fridrich Reidteſel der lange. Als aber Otto kaum wieder zu ruh kommen/ har ſhn baldt darnach der vnzeitige todt/ wie man es dafuͤr halten wil/ durch ein beygebrachtes gifft hingeriſſen/ vnd ward zu Spangenbergl zu den Carmeliten begraben. Darumb ſich ſeine gemahlin auff jhr leibgedieng gen Franckenberg bege⸗ ben/ vnd daſelbſten ohn beſchwerung der buͤrgerſchafft jhren witwenſtandt noch biß ins 22. Jahr zubracht. Alſo war Landgraff Henrich abermals ohne leibser⸗ ben/ vñ haste derwegen ſeiner tochter ſohn Otten dem Aua⸗ den/ Hertzog zu Braunſchwig gern das landt zugewendt/ vnangeſehen von ſeinem bruder noch ein ſohn/ wie obenbe⸗ meldt/ vorhanden/ vnd auch das hauß Sachſen mehr an⸗ wartung/ als Braunſchwig/ darzu inwenden koͤndte. Be⸗ ſchrieb auch hierumb den H. gen Caſſel. Wie nun derſelbe auf der jagt bey Felßberg/ ſchůttelt er ſein haar vnd ſprach/ weren zwey augẽ tod/ ſo wolte ich ein reicher Herꝛ ſein. Sol⸗ ches zeigten Simon von Homburg vnd Eckhardt von Ken⸗ furt/ beyde ritter/ dem alten Fuͤrſten an/ vnd erinnerten jn ei⸗ nes beſſern/ wie nemlich ſolches ſein vornehmen/ in dem es wider die aufgerichte erbverbruͤderũg mit Meiſſen vñ Thuͤ⸗ ringen/ ein groſſes vbel im land zurichten wuͤrde/ vnd daß zu dem noch ein rechemeſſiger erbe vnd geborner Landtgraff zu Heſſen/ nemlich ſeines bruders Ludwigen eheleiblicher ſohn/ vorhanden/ welcher auch mit einigem ſchein der billigkeit git von der erbſchafft außgeſchloſſen werden koͤnte. Winn 36 . gleich 197 nemitgehuͤlffen behalten/ den moͤrder aber in das Cloſter 136 2 1366 198 Heſsiſche gleich einer die vrſach ſeines vorgenoſenen geiſtlichen ſtan⸗ des/ darzu er ſich begeben/ inzuwenden ſich vnterſtehen wol⸗ te/ moͤchte derſelbig wiſſen/ daß er noch zur zeit nicht gewei⸗ het/ vnd derowegen ſein vornehmen jhm an weltlicher regie⸗ rung vnhinderlich. Dieſe erinnerung vnnd nachdencken der ſache/ was nemlich vor vneinigkeit vnd zwieſpalt auß einer ſolchen ſueceſſion vnd entwendung der erbſchafſt vermuhtli⸗ chen zu befahren/ hat den alten dahin bracht/ daß er auß zorn vnd billigkeit bewogen/ alsbald vorigen beſchluß vnnd mey⸗ nung zu endern angefangen/ ſeinen Bettern Landtgraff Herman vom Stifft Magdeburg/ dahin jhn ſein Vetter Ertzbiſchoff Otto genommen/ fuͤrſatzes jhm ans Biſthumb zu verhelffen/ abgefordert/ vnd vor ſeinen ſohn vnd erben de⸗ cernirt vnd anffgenommen. Nach ſolcher anordnnng eines befuͤgten ſucceſſorn vnnd rechten erben/ wolte Hertzog Otto nichts deſto weniger ein ſtuͤck vom lande haben/ vnd weiln er ſahe/ daß jhm ſolches durch gute mittel fehlen wuͤrde/ ver⸗ maͤhlet er erſtlich ſeine tochter Gotfriden Grafen zu gigen⸗ hain/ doch weiln derſelbig auch noch zu ſchwach/ richtet er an einen newen bund mit Sachſen/ Weſtphalen/ Behmen/ Meiſſen Thuͤringen/ den Grafen von der Marck/ denen Buchenern/ vnd welches das ergſte mit etlichen Heſſen/ dar⸗ unter auch die Grafen in Ziegenhain/ Naſſaw/ Catzenelen⸗ bogen/ Waldeck/ Eyſenburg/ die Apte zu. Heina vnd Hirſch⸗ feld/ der Herꝛ von Epſtein/ vnd andere viel/ alſo/ daß die an⸗ zahl ſaͤmptlicher bundgenoſſen an die 350 Fuͤrſtliche/ Graͤf⸗ liche vnnd Adeliche perſohnen/ welche 4000 geruͤſter pferde ohn muͤhe auffbringen kondten/ daruͤber es dann nicht zum beſten in Heſſen geſtanden. Vnnd weiln dieſe Bundgenoſ⸗ ſen zu jhrer loſung vnnd zeichen einen guͤlden oder ſilbernen ſtern fuͤhrten/ wurden ſie die Sterner genandt: ſolchen bund aber hat er vornemblich durch Johan von Hering anrich⸗ ten/ ſtan⸗ nwol⸗ gewei⸗ regie⸗ een der zeiner nuhtli⸗ ß zorn dmey⸗ tgraff Vetter thumb den de⸗ geines Otto beiln er 2/ ver⸗ Zigen⸗ htet er hmen/ denen n/ dar⸗ enelen⸗ Hirſch⸗ die an⸗ Graͤf⸗ pferde ht zum genoſ⸗ bernen n bund anrich⸗ ten/ Chronica. 299 ten/ auch durch denſelben ermelte ſterne vmbtragen/ vnnd außtheilen laſſen. Bawer zu dem an die Heſſiſche grentz den Sichelſtein. Biſchoff Gerlach von Maͤntz vnterſteng ſich auch ei⸗ nes newen haders/ der newenſtatt Franckenberg halber/ mit dem Landtgrafen/ welche er auff ſeinem boden liegen/ zu er⸗ weiſen ſich vnterſtehen dorffte/ kondte aber weder mit rechte/ noch gewalt das wenigſt erhalten. Vmb dieſe zeit erſtach Fridrich von Dern Freyherꝛ/ Johann Grafen zu Dietz. Derhalden fleng ſn Gerhard deſſelben Bruder/ vnd ließ m den kopf abſchlagen. Damals ktug erſtmals Gotfrid Graf zu Arnſpurg/ C. Henrichen den Eberß berg/ vnnd Fridberg auff/ vnd entpfing die wider zu lehen von ſhm. Deß nachfolgenden jahrs erleget Curt Spiegel/ Rit⸗ ter bey der Aldenburg/ vnfern von Feißberg/ bey z00 Herß⸗ felder/ denn er war deß Apts abgeſagter Feind. Graf Johan zu Naſſaw wolte auch damaln ein newe burg vnter Staffen berg zu Kirchberg aufſchlagen/ aber der L thet jhm ſolches nicht geſtatten/ daruͤber ſie dann einander bekrieget vnd den armen leuten in Heſſen nit geringer ſcha⸗ den zugefuͤget worden/ auch das Dorff Lohra verbrandt/ vnd h ngegen hohen Solms/ darumb/ daß es ein lehn vnnd offen ſchloß der Landgrafen zu Heſſen/ ſich aber an jetzo wi⸗ der den Fuͤrſten gebrauchen ließ/ zerbrochen. Aber Landgraf Henrich/ ſo der muͤhe abſeyn wolte/ verheyrahtet zu forders den jungen Landgrafen/ vnnd pber⸗ gab jhm darmit auch die gantze vnd voͤllige regierung. ee Her⸗ 1367 1368 200 Heſsiſche Herman der Erſie/ Landgraff zu Heſſen. deſſen ſohn Thile der juͤnger/ dieſe eroberten die ſtatt Herß⸗ feld. Biſchoff Gerlach zu Mentz/ zog mit einem kriegsvolck vor Gudenſperg/ vnd nach dem er die ſtadt erobert/ vnnd de⸗ ren maiwren zerbrochen/ kehret er moͤglichen fleiß an/ auch beyde Schloͤſſer zu gewinnen. Es hatte aber jnnen die Wenigeburg ein Edelmann/ Henne von Wern/ welchen der Biſchoff vnangeſehen die feſtung ſtarck genug/ bald zur ergebung beredet/ der hoffnung/ weiln beydes die vnter/ oder Weinigeburg/ vnd die ſtatt in ſeinem gewalt/ wuͤrde er zur eroberung der Oberburg/ vnd rechten feſtung/ deſto leichter kommen. Aber der Amptmann/ auff demſelben ſchloß Eck⸗ brecht/ von Griffte/ ein tapffer vnnd redlicher kriegsheldt/ machte jhn in ſeiner rechnung weit fehlen/ alſo/ daß er nich: allein den Biſchof abgehalten/ ſondern die La ndgraͤfin ſelb⸗ ſten/ welche jhn zux ergebung ermahnen wollen/ ſpottlich ab⸗ gewieſen/ deñ er weder dem Biſchoff oder Landtgrafen die feſtung vor dem außgang deß krieges einzuraumen/ ent⸗ ſchloſſen. Dartumbmuſte der Biſchoff mie groͤſſerer ſchan⸗ de vnd ſpott wider abziehen/ als er zuvor mit hoffnung vnnd vertrawen war dahin kommen. Wegen dieſer that ward der Grifft/ nach abſterben Herman Hundts von Holtzhau⸗ ſen/ mit der helfft deß Falckenſteins belehnet/ vnangeſehen der neheꝛn erben/ ſo vexhanden. Landgraf Herman/ als er ſahe/ wie er von dem Adel mehren⸗ — Auff deß Fuͤrſten ſeyte aber war Ruprecht Graß ſampt Thileman von Falckenberge Ritter/ vnd mehre deß O eine ſc te deß chen a denſelt ſie bey auff de macht eines be bundes deß Fuͤ recht em Landgre mermeh tzog wide O Erbkam vrſprung iſt anfaͤn men/ vn giſchem b ein vngn lebſch auf De gehalten: laſſen folg von Belle Da Chronica. 201 mehr entheils verlaſſen/ beſchrieb gen Marpurg die Staͤtte deß Ober Fuͤrſtenchumbs/ hielt daſelbſten auff dem marckte eine ſchoͤne rede/ wie auch bald darnach zu Caſſel an die ſtaͤt⸗ te deß Nider Fuͤrſtenthumbs/ in deren er ſich hefftig ab etli⸗ chen auß dem Adel beklagte/ vnnd wie ſehr wenig jhm vnter den elben trew geblieben/ wolte derowegen gern wiſſen/ was ſie bey jhm zuthun entſchloſſen Die ſtaͤtte verſprachen dar⸗ auff dem Fuͤrſten alle trew/ vnd verſambleten zu gleich jhre macht wider den Adel. Darob dann viel auß demſelben ſich eines beſſern erjnnert/ ſich der Sternen geſchuͤmet/ vnd deß bundes ſich abgethan/ wie wol nicht ohne/ daß auch viel an deß Fuͤrſten Hofe demſelben mit einverleibet waren. Vmddiſe zeit haben die edlen v Falckenberg vñ Talwig H. Ernſt von Brunſchwig vnd Luͤnebu rg ernider gelegt/ vñ gefangen. Vnd haben die von Luͤneburg/ ſonderli ch H. Alb⸗ recht ewigen verzig thun muͤſſen/ ſolche ding weder am Landgraſen/ noch genandten geſchlechten vom Adel/ nim⸗ mermehr zurechen/ wolten ſie anders den gefangenen Her⸗ tzog wider ledig machen. Darnach hat der Landg. die von Berlebſch mit dem Erbkammerer ampt begabet Diß edle geſchlecht hat ſeinen vrſprung von einem alten Freyherꝛnſtamm in Maͤhren/ vñ iſt anfaͤnglich annoo⸗70 in dieſen ort Teutſchlandes kom⸗ men/ vnd jahrs 1120 das hauß Berlebſch auff Brunſchwi⸗ giſchem boden/ demnach aber der Hertzog von Brunſchwig ein vngnade auff das gewor ffen/ im Jahr 1370 new Ber⸗ lebſch auff Heſſiſchen bodengeſetzt. Deß folgenden jahrs ward ein Thurnier zu Eßlingen gehalten: auf welchem ſich vnter andern auch gebrauchen laſſen folgende Heſſe iſche Edellenth/ Vlrich Leſche/ Cuntz von Bellersheimb/ vnd Friderich von Lindenbach. Damahln war Amptmann zu Rotenburg cc ij Eckhard 1372. 202 Heſsiſche Eckhart von Buchenaw/ den mandie Alte Ganß nennete/ der auch beneben ſeinem Bruder Gottſchalck/ von Buche⸗ naw/ etlich Geld auff Rottenburg hatte. Damit er nun auch vrſach haben moͤchte/ ſich wieder ſeinen Fuͤrſten zu ſperren/ fordert er die ablage zu dieſer hoͤchſten vngelegenheit/ ließ ſich aber einiger vntrew nicht vermercken/ biß daß zwar wie⸗ der ſein verhoffen das gelt jhm erlegt worden. Nun hatte er/ als der groſſes vermoͤgens/ denen Sternern 100 Pferdege⸗ ſchickt/ auß welchen er/ als ſie widerumb von jrem raub an⸗ heim kammen/ 50 dem Fuͤrſten auß lauterem vbermuth vnd eroß/ weiln der Fuͤrſt jhm vor weniger zeit/ einen hengſt ab⸗ geſchlagen/ verehret. Darneben aber vnterſtundt er ſich/ durch hinderliſt vnnd betrug/ die ſtatt Rottenburg vnterm ſchein/ als wann er noch jhr amptman/ zu beſchleichen/ vnd in zunehmen/ wann nicht der Pfoͤrtner deß hinderhalts am See haltende/ bezeiten innen worden/ die Buͤrgerſchafft gewarnet/ vnd hierab die Alte Ganß/ das rei ßauß nehmen/ auch den ſpot zur außbeut haben muͤſſen. Dennoch ver fuͤ⸗ get er ſich ꝛu dem Marg. zu Meiſſen/ welchen er wuſte dem Landtgrafen vngewogen ſein/ vnd bracht von demſelben ei⸗ nen wolgeruͤſteten/ reiſigen Zeug ins Feld/ mit welchem er Immenhauſen durchs fewr verderbet/ darnach vor Caſſel geruckt/ vnd nach dem er wenig daran erhalten moͤgen/ inn Heſſen vbel gehauſet. Nuhn halff auch hierzu einer von Liß⸗ bergt/ welcher doeh daruͤber gefa ngen/ vnd ſeine Herꝛſchafft im ſtich laſſen muͤſſen. wurden aber vom Landgraffen bey Hirſchfeldt ereilet/ meh⸗ mit mit i diſch komn niglic de fin dieſer jhnen hande man ſe beſor g ſonder ſpinne chen bi fehrlicl nem fei nach al verbott nete/ uche⸗ auch erren/ /ließ rwie⸗ tte er/ dege⸗ ib an⸗ hvnd ſt ab⸗ ſich/ iterm /vnd ts am hafft men/ er fu⸗ edem en ei⸗ dem er Laſſel inn nLiß⸗ chafft eſſen/ meh⸗ men/ rben/ onte/ mit Chronica. 203 mit was vor einem ſtarcken/ ſo wol inheimiſchen/ als außlen⸗ diſchem feinde er zu ſchaffen/ darneben aber inn erfahrung kommen/ wie die Fuͤrſten in Thuͤringen vnd Meiſſen maͤn⸗ niglichen bey hoͤchſter ſtraff verboten/ ſich in ermeltem bun⸗ de finden zu laſſen: vnd derowegen die affection vnd gemuͤth dieſer Furſten wol erꝛahten koͤnte/ verfuͤgte er ſich darauff zu jhnen gen Iſenach/ erzehlet jhnen vmbſtaͤndlich den gantzen handel vnd faction/ mit beygefuͤgter vermahnung/ daß/ wo man ſolchen muhtwillen geſtatten wuͤrde/ were gewißlich zu beſorgen/ es wuͤrde jhn nicht allein ſolch vngluͤck betreffen/ ſondern ſich bald in allen Fuͤrſt nthuͤmern ein gleiches ent⸗ ſpinnen. Er vor ſein perſon wolle vors erſie/ wie einem ehrli⸗ chen biederman wol anſtehe/ vnd gebuͤhre/ bey zeiten das ge⸗ fehrliche/ zuſtaͤndige vngluͤck entdecken/ welches gleich ei⸗ nem fewer/ auch alle benachbarte ergreiffen wuͤrde: Dar⸗ nach aber/ als ein danckbarer ſich wegen deß interdicts vnd verbotts/ beydes an jhren Adel/ vnd andere vnterthanen be⸗ ſchehen/ allzeit ein gleiches hinwiderumb ſchuldig erkennen/ ſey auch inſonders ankommen/ jhnen darvor danck zuſagen/ Wann jnen aber aueh daneben bewuſt/ mit was vor freund vnnd Bruͤderſchafft von alters hero Meiſſen/ Thuͤringen/ vnd Heſſen einander zugethan/ als moͤchte er vor ſein per⸗ ſon nichts hoͤhers wuͤndſchen/ als daß ſie widerumb gleich in ein volck ſich verbuͤnden: Sey auch vrbietig/ ſie im fall ſer/ o⸗ der die ſeine/ ohne leibserben abgehen wuͤrden/ gegen ein glei⸗ ches vor ſeine erben vnd erbnemen zu erkennen. Wie nun die Bꝛuͤder/ Hertzoge zu Sachſen/ ſolches angehoᷣret/ haben ſie nicht allein ſein anbringen jhnen gefal⸗ len laſſen/ ſondern auch von ſtund an die Staͤnde verſamb⸗ let/ auch die jenigen/ welche von ſolcher alten verbruͤderung nichts gewuſt/ alles vnterꝛichtet/ vñ darauff zu der verbuͤnd⸗ nuß geſchritten. Vnd iſt alſo im namen der andern Fuͤrſten cc iij Land⸗ 1348 2⁰⁴4 Heſgiſche Landtgraff Balthaſar zu Thuͤringen in anno n⸗ in Hef⸗ ſen gezogen/ vnd den Eydt von der Ritterſchafft vnd ſtaͤdten genommen/ inmaſſen auch hinwiedrumb die Thuͤringer/ Oſterlender vnd Meißner/ Landtgraff Herman geſchwo⸗ ren haben: wie ſolches Fabricius in lib. 6. originum Sa- xonicarum weitleufftiger beſchreibet. Nach dem nun beiderſeits ſolcher bundt zu ewigem gedechtnis verbriefet/ auch von K Carolo dem IV. vnnd dem gantzen Reich anno 1375 beſtediget/ ſagte Landtgraff Balthaſar zur ſtundt denen Sternern ab/ vnnd ſchickte als⸗ bald ein anzahl Soldaten gen Creutzbruck/ darmit ſie der Landegraff zur handt vnnd entſetzung haben koͤnte/ vnd daß auch dieſelben daſelbſten herumb auff die Sterner ſtreiffen ſolten. So bawet inn gleichem gegen die Braunſchwiger/ Landgraf Herman den Senſenſtein bey Caſſel/ an die gren⸗ tze/ Hertzog Otto ließ jhm ſolches nicht zum beſten gefallen/ vnd hielt derwegen ein zeitlang mit ſeinem ſtreiffen zu ruͤck/ ruͤſtet ſich aber nichſtow eniger auff das allerſtilleſt/ zu einem ſtarcken ausfall. Vnter deß brennete Landgraff Herman/ vnd Balthaſar/ Tranßfeldt auß/ vnnd belagerten darauff den Liebesbergk. Nuhn war Otto inn willens/ ſie mit ſeiner macht/ ſo nunmehr ſich auffs allerſtilleſt verſamlet/ zu vber⸗ fallen. Solches aber hatte Landgraff Balchaſars Bruder/ als er von ſeiner Aacher fahrt/ ohngefehr durch die lande rei⸗ ſende ſeinen apparat vnd zuruͤſtung/ inn acht gezogen vnnd vermerckt/ warnet darumb ſampt ſeinem Bruder den Land graffen. Dieſelbe brachen auch alsbaldt/ von der Belage⸗ rung auff/ vnd verfuͤgten ſich gen Hirſchfelt. Wie nun die Sterner/ welche dann/ wie ſolche geſellen vnd meutmacher/ ꝛu thun pflegen/ allein bey nacht reiſeten/ das lager leer be⸗ funden/ vnd derwegen jren anſchlag offenbar ſein/ auch dar⸗ Ne⸗ b neben merck aber ni de/ wi verjag rer geſe gappel. ben woꝛ komme die ſtad deß Ap ebenme in derm een eroͤf Appel/ niemah nern ab Nichſio halten/ der Ste vielmehꝛ den ſeine Catzenel mar/ wie daſelbſte Darnebe nen/ vnd der ſtadt kaufften/ ain lieder Chroniĩca. 205 neben jt vnvermoͤgen dem feinde /offentlich zu begegnen ver⸗ merckten/ wolten ſie zwar widerumb ſich verlauffen/ kamen aber nichſtoweniger jren feinden/ an vielen orten in die haͤn⸗ de/ wurden auch viel/ vnter jhnen gentzlich von dem jhren verjagt. Darumb verſamleten ſie ſich in kurtzem/ wider jh⸗ rer geſellen vnfall zu rechen/ daruͤber dann das cloſter Spiß⸗ cappel gepluͤndert/ vnd ſonſtin Heſſen viel muhtwil gedrie⸗ ben worden. Wie auch zuvor/ die Fuͤrſten vor Herſchfelde kommen/ vnd daſelbſten ingelaſſen/ zu werden begehret/ hat die ſtadt zwar deſſen ſich nicht gewigert/ aber doch hierneben deß Apts raht auch anhoͤren wollen. Als ſie nuhn bey jhm/ ebenmeſſig einen Stern geſehen/ iſt die Burgerſchafft vber in dermaſſen erbiꝛtert/ daß ſie dem Fuͤrſten alsbald die pfor⸗ een eroͤffnet/ vnd forders auff ermahnen/ der vier gebruͤder/ Appel/ Herman/ Tholdt/ vnd Johan von Reckrodt/ welche niemahls an jhren Fuͤrſten/ trewloß worden/ denen Ster⸗ nern abgeſagt/ vnnd dem Faͤrſten trewlich beygeſtanden. Nichſtoweniger haben die Sterner damahls vberhandt be⸗ halten/ vnd das Landt/ biß gen Fritzlar verheret. Es hatte aber auch/ Graff Ruprecht zu Naſſaw/ in der Sterner vor nehmen/ niemahls bewilligen/ ſondern/ ſich vielmehr gezen ſie gebrauchen laſſen wollen. Darumb wur⸗ den ſeine feinde/ Wilhelm Ebhardt/ vnd Dieter Grafen zu Catzenelenbogen/ vnd erſtiegen bey nacht/ den thalzu Hada⸗ mar/ wiewohl zu jhrem ſchaden/ in dem ſie von der gemeine/ daſelbſten widerumb vbermannet/ vñ ausgetrieben worden. Darneben vnterſtund ſich der Apt/ an Hitſchfelde zu rech⸗ nen/ vnd verhetzet/ inſonders etliche vom Adel/ ſo jhre ſitze in der ſtade hatten/ wieder die Burgerſchafft. Dieſelben ver⸗ kaufften/ erſtlich denen Buͤrgern/ jre guͤter in der ſtadt/ vmd omn liederlichs/ der hoffnung/ derſelben in kurtzem ſapee derẽ rgern 4 Heſsiſche buͤrgern reichthuͤmern widerumb maͤchtig zu werden. Vnd hierumb wurden ſie der ſtatt abgeſagte feinde: Nemlich/ die von Milnrodt/ Aldenburg/ Rumrot/ Buchenaw/ Hatten⸗ bach/ vnd Haun. Nun hatte der Apt der Burgerſchafft vnd Raht/ gegen welche er ſich nichts boͤſes vermercken ließ/ ein inbiß oder pancket angerichtet/ vnter welchem als dann vor⸗ bemelte vom Adel ſampt andern Sternern/ die Statt vber⸗ fallen ſolten Were auch mit der Stadt außgeweſen/ wann nicht Simon von Haun ein edler ritter ſie gewarner. Der⸗ ſelb/ damit er die ſtatt/ von deren er viel liebs empfangen/ er⸗ rettet/ ſtellet ſich auch jhr feind worden ſeyn/ vnd ſchrieb de⸗ rowegen an ſie ein abſagbrieff/ in welchem er ſich vnter an⸗ derm vernemen ließ/ wie er noch die kommende nacht ſampt ſeinen helffern/ ſie heimſuchen wolte. Hiemit vervrſachet er ſie ein gute wacht anzuſtellen/ in der ſtatt vmbzuſuchen/ etli⸗ che verraͤhter zu greiffen/ welche ſie auch noch dieſelbe nacht enthauptet/ vnd die feinde mannlich abzutreiben: die jenige aber/ ſo ſich die ſtatt inzunehmen vnterfingen/ waren Apt Berlt/ einer von Volckershauſen vorgedachte Alte Ganß von Buchenaw/ ſampt ſeinem Bruder Gottſchalck/ Wer⸗ ner vom Falcken berge/ Fritz von Hattenbach/ vnd Her:ꝛ Al⸗ bert von der Thann Dechant/ durch welche die Grafen zu Waldeck/ Ließberg/ Ziegenhain/ Eiſenberg/ vnd Hanaw/ in ruͤſtung bracht/ wie auch ſonſt viel Sachſen/ Weſtphelinge/ Francken/ Wederawer/ ſo der Hertzog von Brun ſchwig zu dieſem vergebenen vorſchlag werben laſſen. Als nun erzehlter maſſen dem Apt ſein anſchlag miß⸗ rahten/ vnterſteng er ſich einer offenen feindtſchafft/ daru⸗ ber dann die groſſen Vorſtaͤtte an Hirſchfelde verbrandt/ vnnd abgangen/ vnnd der Stadt ſonſten viel ſchaden zuge⸗ fuͤget worden. Doch hette es der Apt auch nicht wolfey⸗ ler/ dann jhm nicht allein die buͤrgerſchafft ſeine doͤrffer ab⸗ gebrandt/ gebrat deß ge benm als vo Meln Mede berge, Woh endlic bedraꝛ derſell ſtandt lichen dem y be. Ab vndge hen/d bewie noch; in das Vnd / die tten⸗ vnd 5/ ein vor⸗ vber⸗ wann Der⸗ —n/ er⸗ eb de⸗ er an⸗ ampt het er etli⸗ nacht ſenige Chronica. 207 gebrandt/ vnd ingeaͤſchert/ ſondern auch Gott jhn heruͤber deß geſichts beraubet/ alſo daß er endtlich die Aptey vberge⸗ ben muͤſſen. Die ſtadt Franckenberg hatt e nit weniger anſtoͤß/ als von Mentziſchen auß dem Roſenthal/ Battberg vnnd Melnaw/ von denen Coͤlniſchen/ auß dem Hallenberge/ Medebach/ von denen Waldeckiſchen/ auß dem Saſſen⸗ berge/ von denen Ziegenhainiſchen/ auß Gemuͤnde an der Wohra/ vnd von andern jren ſtamb genoſſen/ alſo daß auch endlich/ die Newſtadt von jhnen erobert/ vnd außgebrandt. Wie nu der alte Landg. ſeinen Vettern inn groſſer bedrangung geſehen/ vnnd darneben muhtmaſſet/ es wuͤrde derſelbe/ ſeinen mecht gen feinden/ kaum in die harꝛe wider⸗ ſtandt thun koͤnnen Derowegen bedaucht jhn/ zu einem end⸗ lichen frieden nicht vndauglich ſein/ wann der junge Fuͤrſt/ dem Hertzogen ein antheil/ deß Landes abtrete/ vnd vberge⸗ be. Aber Landgraff Herman/ wie er dann jederzeit/ frewdig vnd getroſt/ hat dieſen raht nicht annehmen wollen/ angeſe⸗ hen/ daß es nicht billich einem/ der dem Lande niemahls gnts bewieſen/ das geringſte darvon einzuraumen/ auch wehre noch zu hoffen/ daß ſich/ das vbel dermahl eins wenden/ vnd in das widerſpiel/ vnd in ein beſſers verkehren koͤnte. Als auch inn mittels/ Keyſer Carl der Vierte/ jhn rechtmeſſig/ mit dem Heſſenland belehnet/ iſt damahln aller⸗ erſt/ ein groſſer lerm erfolgt. Dann Hertzog Otto/ wolte nit gern/ von einem ſo groſſen lande abtreten: dazu hette Marg⸗ graf Balthaſar/ von Meiſſen/ als der ſich neer dan Braun⸗ ſchwig/ darzu dauchte/ auch auß verhetzen/ deß Biſchoffs zu Meintz/ vnd dann daß er eiwa/ jhm wegen deß vergange⸗ nen krieges/ mit ſchulden verhafftet/ ſich zu Hertzog Otten geſchlagen/ vnd hierum̃ gern etwas von der beute gezwagen. Jaes war keiner/ vnter allenſeinen n achbawren/ der dieſen dd vnſern 3374 1375 1376 1377 2 05 Heſsiſche vnſern Hermannum niehe viel mehr wuͤrdig vnd tůchtig in der ſtudierſtuben/ vnd mit denen buͤchern zu handeln ſehaͤtz⸗ te/ dann mit deſſen vnfreundtlichen Martis waffen/ die im kriege vngeuͤbte haͤnde zu beſchweren. Der Biſchoff zu Maͤntz/ ſo auch nicht der letzte ſeyn wolte/ that groſſen ſcha⸗ den auß Milnaw/ vnd vberfiel endlich die ſtatt Wetter/ ſo er ſampt dem ſtiffte im grunde außgebrennet. In Naſſaw entſtundt auß der Sterner nachlaß auch ein newer bund/ die geſellen der alten Manne/ vnnd namen die vrſach von Dredorff/ welches einem von Naſſaw der Landgraf abgekaufft/ darob kam es bey Wetzlar zum ſchla⸗ gen/ vnd worden daſelbſt die Landgraͤfiſche erlegt/ vnd vber⸗ wunden/ die Ampter Gieſſen/ Blanckenſtein/ Koͤnigsberg/ Marpurg/ Hermanſtein/ Lohr/ Baarte/ Kaldern/ Dut⸗ yhe/ Huttenberg/ Bidencap/ vñ andere grewlich verwuͤſtet. Eben ſo gieng es auch inn dem Niederfuͤrſtenthumb/ vnnd war allenthalben ein groſſer jammer im lande/ ſo wol von rauben vnnd brennen/ als einer geſchwinden thewrung/ ſo vber dem vielfaltigen pluͤndern erfolgen muͤſſen. Endlich ſtarb auch der alte Lndgraf Henrich/ inn ei⸗ nem hohen alter/ als er nemlich vber hundert iahr alt/ vnnd hatte bey maͤnniglichen ſolche furcht/ daß auch ein gemein ſprichwort von jhm gangen: Huͤt dich vor dem Landgrafen zu Heſſen/ Wiltu anders nicht werden auffgefreſſen. liegt zu Marpurg begraben/ vnd hat fundiret vnnd erbawer die ſtiffte zu Caſſel vnd Rotenburg. Weiln aber noch biß dahero der vnwill vnd krieg zwi⸗ ſchen Naſſaw gewehren/ vnd beyderſeits viel vbels angerich⸗ tet/ ward die vrſach endlich/ durch einen vertrag/ zum theil durch Ruprechten/ Grafen zu Naſſaw/ vnd Grafen Johan zu Eiſenberg aufgehohen/ zum theil an das ordentliche recht verwieſen. Doch ben/ Oben ſichd kriebe widen ligkei nomn tig/ v ſolche dere ſn ſtillet noch! durch ſtatt/ darut die E vnd h Mel. fen/ b geben zeit a ren? waren ſtund entſa verw ziehen heig in ſchaͤtz⸗ die im hoff zu n ſcha⸗ er/ ſo er ß auch namen aw der nſchla⸗ d vber⸗ sberg/ Dut⸗ wuͤſtet. humb/ ſo wol vrung/ inn ei⸗ Lvnnd gemein rbawer eg zwi⸗ gerich⸗ m theil Johan e recht Doch CEhronica. 209 Doch iſt mitler weil Heſſen nicht vnangefochten blie⸗ ben/ vnnd daß inſonders durch ſeinen ſelbs eigenen Adel im Ober Fuͤrſtenthumb/ vnd an der loͤhn. Dieſelben nenneten ſich die Aoͤruer/ vnd thaten im land nicht geringen ſchaden/ krieben ſolches kiß ins dritte jahr. So ſtunden auch etliche ſtaͤtte/ vnd edelleut in Heſſen wider den Fuͤrſten auff/ vnd ſolches kam wegen der vntaug⸗ ligkeit der beampten/ ſo der Fuͤrſt auß ſeinen kriegsleuten ge⸗ nommen/ vnangeſehen ſie andere zu regieren gantz vntuͤch⸗ tig/ vnnd nur die leuthe zu beſchweren gefliſſen. Doch ward ſolcher auflauff/ nach dem dieſe geſellen abgeſchafft/ vnd an⸗ dere inheim iſche an jhre ſtatt verordnet/ bald widerumb ge⸗ ſtillet. Barthold v. Volckershauſen Apt zu. Herſchfeld/ war noch biß dahero der ſtatt oͤffentlicher feind/ vnnd kam hierob durch anleitung eines Muͤnchs/ mit ſeinen helffern inn die ſtatt/ vnd bezwang alſo die Buͤrger. So feyerten vnter deß die geſellen vom Horn gar nit/ darunter beſonders Cunrad Spigtl vom Deſenberge/ vnd die Edelleut von Hotzfeld. Gegen diſe zog auß I. Herman/ vnd befeſtiget erſtlich den Deſenberg/ ließ darnach den zu Melnaw vnnd Martorff bey Amelburg die frucht ſchleif⸗ fen/ belagert ſelbſten die Statt Honfeld/ welche ſich bald er⸗ geben. Aber die beſatzung auf dem Schloß hielt ſich lange zeit auff/ vngeacht ſie dermaſſen genohtdrenget/ daß ſie ih⸗ ren harn trincken/ onnd pfe defleiſch eſſen muͤſſen. Darzu waren die beſten haͤuſer ſchon am ſchloß ingeworffen/ vnnd ſtund allein noch ein ſtarcker thurm. Letzlich aber kam jhre entſatzung von den von Lewenſtein/ vnnd andern jhren mit⸗ andeen an/ vnnd muſte derowegen der Landtgraff ab⸗ ziehen. dd ij Kaum 137 1380 210 Heſsiſche Kaum ward diſem geſtewrer/ dz nit zugleich ein newe bundsgeſellſchafft an dem Rhein aufkommen/ vnd er wach⸗ ſen/ welche ſich mit einem newen namen die grimmigen o⸗ wen nennet/ vnd dem land zu Heſſen nicht weniger/ als die vorigen/ ſchaͤdlich war. Zugleich mit dieſer fehde vnd buͤndnuß fieng ſich auch an die Falckner gelellſchallt inn Weſtphalen/ welche beſon⸗ ders die ſtadt Franckenberg angefochten/ vnnd deren buͤrger in einem ſtreit vor dem Fuͤrſtenberge viel erſchlagen. In di⸗ ſem bund waren die v. Battberg die vornemſte/ darnach vil⸗ gemelter Apt zu Herßfeldt/ Berthold von Volckershau⸗ ſen/ H. Fridrich von Lißperg/ vnd alle Edle von Hanſtein: Tyranniſirten auch darneben gantz grewlich/ innmaſſen ſie dann an einen armen ſewhirten/ welchen ſie vor die ſtatt an einen baum auffgeknuͤpffet/ vnter anderm erwieſen ha⸗ ben. Bey dem Fuͤrſten hielten zuvorermelter Thile/ vnnd dann Cuntman vom Falckenberg Werners ſohn/ wie auch Reinhard vnd Johan vom Falckenberge. Die feinde vnter⸗ ſtunden ſich/ die ſtatt Franckenberg an einem morgen zu er⸗ ſteigen. Solchen anſchlag aber hatten etliche buͤrger/ ſo deß nachts auff der haſenlauß waren/ vernommen/ vnnd ſich be⸗ hend heimgefuͤgt/ vnnd dem Rahtalles zu erkennen geben. Darauff dann die thuͤrne vnd mauren beſetzet/ der feind ab⸗ getrieben/ vnd vber oo erſchlagen worden. Endlichen ſind ſie noch darzu in der Hardt von denen buͤrgern vbereylet/ Herꝛ Fridrich von Battberg gefangen/ vnd die gantze geſellſchafft zerſtoͤret worden. Vnter deß erobert vnd pluͤndert Landtgraf Herman den Thal zur Denßberg/ zertrettet dat nach die frucht vor Maurkdorff/ Melnaw vnd Hotzffeldt/ vnd richtet auch vn⸗ ter anderm wider an die burg auff dem Vl delea wr e ein ſein G doch ſt moͤchte Stern Batke bruͤder feinde. renbur ler wei gen da Herm indekoꝛ von H gefellen vnd ga Dolf 4 ſte dock alſo da alleinr Wied feinder zu Br ſen/ de ein jede ein ſtuͤ Landt ingene gethan Barth tag da Chronica. 21r ſein Großvatter vor oo jahren gewonnen/ ond zerbrochen/ doch ſtund diß gebew nicht vber zwey jahr. Auff dieſes/ damit Heſſen ja nicht ohne vnruhe ſeyn moͤchte/ thaten ſich von newen zuſammen/ etliche auß den Sternern/ als die Grafen zu Naſſaw/ Ziegenhain/ vnnd Battenberg. So waren auch von Elckershauſen drey Ge⸗ bruͤder/ Eck hardein ritter/ Henrich vnnd Curt deß Fuͤrſten feinde. Darum̃ bawet er wider ſie bey Elckershauſen Stů⸗ renburg/ welches doch nicht vber ein jahr geſtanden. Mit⸗ ler weil ranten die von Melnaw vor Marpurg vnd erſchlu⸗ gen daſelbſt etliche vnbewehrte buͤrger. Hierumb ſchicket L. Herman ſein volck vor Melnaw/ welches zwar das Schloß indekom̃en/ auch den thurm/ auß welchem ſich Guntharm von Hotzfeld zur wehre ſtellet/ durch vntergraben bey nahe gefellet/ vnnd die fruͤchte vor Ameneburg vnd Melna gantz vnd gar zertreten/ aber dennoch durch entſatzung deren von Hotzfeld vnd Lowenſtein widerumb abgetrieben worden. Nach dem dieſe vorerzehlte haͤndel kaum geſtillet/ mu⸗ ſte doch der fromme Fuͤrſt dem vngluͤck ferner vbrig bleiben/ alſo daß auch nunmehr ſeine vorgeweſene freunde jhn nicht allein verlaſſen ſondern auch durch offnen krieg angefallen. Wie dann Landgraff Balthaſar in Thuͤringen ſich zu denẽ feinden geſchlagen/ vnd in buͤndtnuß mit dem dollen Otten zu Braunſchweig/ vnd dem Biſchoff von Meintz ingelaſ⸗ ſen/ doch ohne einige rechtmeſſige vrſach/ ohne allein/ daß ein jeder/ jhm gerne ein feder auß dem fittig gerupffet/ vnnd ein ſtuͤck deß Landes/ zu ſich gezogen hette/ darumb dann Landtgraf Balthaſar/ den 8 Julij Eſchwege/ vnd Sontra ingenommen/ ſich darnach zuvorermeldten beiden Herꝛen gethan/ Rotenburgk ſchloß vnd ſtadt/ deß mitwochens nach Bartholom æi mit ſtuͤrmender handt/ wie auch den nechſten eag darnach Milſungen erobert/ vnd vber vier tage Caſſel dd iij bela⸗ 1381 1382 212 Heſsiſche belagert. Vnd ob wol/ der feinde vber 200 buͤchſſenſtein/ je⸗ den von hundert pfunden/(welches ſtratagema/ vnd kriegs⸗ liſt/ kaum vor zweyen jahren erfunden) vnnd daneben ſoo fewerpfeile/ in die ſtadt geſchoſſen/ hat er doch vngeſchaffter ſach/ widerumb abziehen muͤſſen. Derowegen die feindſe⸗ lige Fuͤrſten/ auß heftigem zorn/ vnd vnluſt vber dieſem fehl⸗ ſchlag/ auff Guden ſperg geruͤckt/ die Stadt den Montag nach Agidi j/ inn brandt geſteckt/ vnd dennoch vom ſchloß/ 1383 1384 1387 durch Engelbrechten von Grifft/ abgehalten worden. Fol⸗ gendes tages aber/ gewommen/ vnd verbranten ſie Niden⸗ ſtein/ vnd erſtritten lezlich auch den Falckenſtein. Wehre auch noch vbeler zugangen/ wann nicht die hefftige Peſti⸗ lentz/ ſo damaln nicht allein Teutzlandt/ ſondern au ch die gantze Welt durchwuͤter/ die feinde das folgende jahr abge⸗ ſchreckt hette. Zu der zeit war denen von Naſſaw/ ſehr ſehaͤdlich Sarburck/ alſo daß auch der Graf/ ſampt ſeinem tochter⸗ mann/ Graff Diethern zu Catzenellenbogen/ vor Elckers⸗ hauſen/ da zuvor die Steurburgk geſtanden/ dz ſchloß Gra⸗ veneck/ erbawen muͤſſen/ auß welchem ſie dann endlich Elck⸗ ershauſen/ vnd Sarburck bezwungen/ vnnd nidergeriſſen. Vnter deſſen/ hetten ſich vorermelte Fuͤrſten/ Balthaſar/ Marggrafin Meiſſen/ vnd Landgrafun Thuͤringen/ Otto⸗ Hertzog in Braunſchweig/ vnnd der Biſchoff von Meintz geſtercket/ durch die Biſchoff zu Coͤlln/ Muͤnſter/ Oſen⸗ bꝛuͤck/ Padeborn/ vnd Curt Spiegeln: belagerten derwegen zum andern mahl die ſtatt Caſſel/ gewonnen doch eben ſo vil als zuvor/ vnnd muſte ſolches Immenhauſen/ welches ſie ſampt hundert menſchen/ mit fewer verbrennet haben/ ent⸗ gelten. Dieſen jammer/ muſte alſo der Landgraff/ mit traw⸗ rigem gemuͤht erdulden/ ward auch dermaſſen zu mitleiden bewegt/ daß er ſich ein zeitlang/ gantz inne gehalten/ vnnd nicht/ nicht darn vetten verw zu N hype Her: vndj Ziger nen deß cher ohnr nach ſelme garet vndn brech jr nit auß d geger ben al gefan mit de ein/ fe⸗ eriegs⸗ en 00 zaffter eindſe⸗ nfehl⸗ ontag chloß/ .Fol⸗ diden⸗ Vehre Peſti⸗ ich die abge⸗ aͤdlich chter⸗ lckers⸗ Gra⸗ Elck⸗ riſſen. haſar/ Otto⸗ Reintz Oſen⸗ wegen ſo vil hes ſie /ent⸗ txaw⸗ leiden vnnd nicht/ Chronica. 213 nieht/ wie zuvor/ ſich vnter ſeinem roſenkrentzlein/ ſehen ließ · darmit er aber das Landt/ vom verderben/ dermahl eins er⸗ rettet/ gab er ſich in einen vertrag/ mit ſeinen feinden/ vnnd verwllliget/ denſelben 20000 fl. zu erlegen/ davor er dem B. zu Meintz/ Wolffhagen/ Grebenſtein vnd Zierenberg pro hypothecaoder ſicherung wegen vbergeben muͤſſen. In folgender zeit/ hat doch gleichwohl Landtgraff Herman/ Eſchwege vnd Sontra/ widerumb inbekommen/ vnd jhm dieſelbe auffs new hulden laſſen/ vnd das Staͤdlein Zigenhain vberfallen/ vnd gepluͤndert. Kam darnach in ei⸗ nen newen vnwillen/ mit dem Biſchoff zu Meintz/ wegen deß Proviſors zur Heida/ Gerlach von Lumbsfeldt/ wel⸗ cher ſich zu dem Biſchoff geſchlagen. Darob kam er endlich ohn vrſach in bann/ von welchem jhn doch/ der Babſt hald nach ingenommener ſach abſolviret. Damahls wolte ſich der Marggraff/ wider an Caſ⸗ ſel machen/ aber deß Landgrafen ander ehegemahlin/ Mar⸗ gareta Burggraͤfin zu Nuͤrenbergk/ hielt ſprach mit jhm/ vnd wuſte jhm die gemachte erbverbruͤderung/ vnd ſein ver⸗ brechen/ dargegen alſo vorzuruͤcken/ vnd abzumahlen/ daß er jr nit ein wort darauf antworten koͤnnen/ ſondern von ſtund auß dem felde/ vnd anheimb gezogen. Eben deß jahrs/ ſind die von Franckfurt am Main/ gegen die von Cronenberg/ mit heereskrafft ausgezogen/ ha⸗ ben aber die ſach verſehen/ daß jhrer 100 erſchlagen/ vnd 600 gefangen worden: vnnd wollen etliche ſagen/ ſie haben ſich mit darlegung 70000 guͤlden/ wider muͤſſen ledig machen. Deß kommenden Jahrs darnach/ ſtarb der letzte Graff zu Dietz/ Gebhardt genandt/ vnnd war die Graff⸗ ſchafft damal in einem ſolchen ſtande/ daß man ſie auch die guͤldene Grafſchafft geheiſſen. So kauffte auch Landgraf Herman/ vmb Ritter Fridrich von Buchenaw/ vmb doo auͤlden/ die helffte an Woſckersdorff. Bey 1386 1387 138 8 1389 1390 1 351 214 Heſsiſche Bey der Liebenaw/ erſchlug ohn vrſach/ einen gra⸗ fen von Schwartzburg/ Herꝛ Curt Spiegel/ ein Ritter: vnnd brandten von eignem feuwer/ auß Gudenſperg/ vnnd Grunberg. Darauff entſtundt abermahl/ ein new ſtreiffrott/ vnd geſellſchafft/ ſo man die Bengeler/ wegen daß ſie bengel zum ſtreit fuͤhrien/ genennet/ vnd Heſſen/ vnd Weſtphalen/ ſehr ſchaͤdlich geweſen. Vnter jhnen waren/ beſonders die von Pattberg/ etliche der Wolfe zum Schartenberge/ auch die Herttingshauſen/ die Spiegel/ Falckenberg/ vnd andere mehr/ welche ſamptlich von dem Biſchoff zu Padeborn/ ge⸗ fangen worden/ vñ ſich mit 3000 guͤlden ranſonen muͤſſen. Der von Pattberg wolte ſolches rechen/ wardtaber von L. Herman vberzogen/ vnd were bey nahe zu denen andern guͤ⸗ tern/ auch vmb ſeine zwey Schloſſe kommen/ vnd iſt damal das ſtaͤdtlein Pattberg zerſtoͤret. Nuhn hatte biß dahero/ der Landtgraff mit ſeiner gemahlin keine erben geziehlet/ derowegen dann/ Landgraff Balthaſar jhn/ doch vnverſtorben/ erben wollen/ vnd damit vil vnruh im land angerichtet. Weil auch das land jm mehr als dem Braunſchwiger gewogen/ vnd beſonders etliche der Burgerſchafft/ in Caſſel vermeineten/ er wuͤrde ſeinen fein⸗ den keinen endtlichen widerſtandt thun koͤnnen/ wolten ſie den Thuͤringern/ die ſtadt bey nachtlicher weile verꝛahten/ vnd inraumen. Damit ſie aber vnbeſchaͤdigt bleiben moͤch⸗ ten/ ſolten ſie auß jhren heuſern/ weiſſe tuͤcher aushangen. Dieſen Compact/ erhoͤret einer von Felßberg/ oder wie an⸗ dre ſagen/ Biſchoffdroe/ ſo an deß Marggrafen hoff aber in Landgrafen vngenade war/ vnd verkuͤndet dem Fuͤrſten den⸗ denſelben/ vnangeſehen/ er hm wenig gewogen ſein wuſte. Weiln dann der Landtgraff/ die ſache wahr befunden/ hater die meineydige geſellen ſamptlichen/ auff dem Naredin richten „— richte vnd a anſchl halten Weil derſta jinen zwiſch newer genm dertha jmmen angefe ochſe k verꝛicl gen fe willige ſindn⸗ niderg ckern? Berg ſo em men/ ¹ Milch ersdo⸗ cken/ den G ſen/ de Heſsiſche 215 richten laſſen/ den von Felsberg/ widerumb zu gnaden auff/ vnd angenommen. Darumb/ als dem Marggraffen dieſer anſchlag mißrahten/ vnd derowegen mit liſten/ nichts zu er⸗ halten wuſte/ wardt er abermahl deß Landts Heſſen feind. Weinln jhm aber der Landgraff/ mit moͤglichen kraͤfften wi⸗ derſtanden/ ward endlich ein vertrag/ vnd frieden zwiſchen jlnen getroffen/ vnd die vorlangs beſagte erbverbruͤderung zwiſchen Heſſen/ Thuͤringen vnnd Meiſſen/ wiederumb er⸗ newert/ vnd bekraͤfftiget. Dennoch hat der fromme Fuͤrſt/ keine ruhe erlan⸗ gen moͤgen/ ſondern muſte vber das/ von ſeinen eigenen vn⸗ derthanen bekrieget werden. Doch laſſen wir die jenigen jmmer hinfahren welche jn erger/ als nattern vnd ſchlangen angefeindet/ muſten aber dermal eins anders beichten. Der ochſe kom̃t auch vngern zum jorh/ vnd muß dennoch das ſein verꝛichten: Alſo/ in maſſen Landgraff Herman der mechti⸗ gen feinde/ loß vnd quit werden konte/ haben dieſe ſeine mut⸗ willige vaſallen/ die ſchnautzen endlich inziehen muͤſſen/ jah ſind noch darzu mit harten ſtraffen gezuͤchtiget worden. Wie jn nun das inheimiſche rauben gewehret/ vnd nidergelegt/ wolten ſie jhr heil an denen angrentzenden voͤl⸗ ckern ve ſuchen/ vnnd fielen derowegen/ dem Hertzog zu Bergen ins land/ wurden aber bey Wippelfurt/ daruͤber al⸗ ſo empfangen/ daß jhr nicht viel wiederumb zu hauß kom⸗ men/ vnter denen auch etliche von Hotzfeldt/ Breidenbach/ Milchling/ vnd andere mehr. Nach dieſem/ kauffte er noch ein antheil/ an Wolck⸗ ersdoꝛ ff/ von Herꝛ Friedrich von Bicken/ vmb 8ſo gulden. Im folgenden 140ojar/ kam wider zu vorigen tuͤ⸗ cken/ der Biſchoff zu Mentz/ vnnd hat durch ſeinen Fiſcal/ den Grafen von Waldeck/ vnd Fridrich von Hertingshau⸗ ſen/ den Fuͤrſten vbereilet/ zwoͤlff doͤrffer vmb Caſſel/ abge⸗ ee brandt/ 1394 1396 1399 1400 1401 14 02. 216 Chronica. brandt/ auch die ſtate mit ſturm anzefallen den baumgarten beim ſchloß/ ſo mit in die Feſtung ingeſehloſſen/ eroͤffnet/ vnd dennoch die ſtate nicht beweltigen koͤnnen/ ſondern auch diß⸗ mahl mit ſpott/ vnd ſchanden abziehen muͤſſen. Als auch in mittels der vntuͤchtige Keyſer Wentes⸗ laus/ von Churfuͤrſten deß Reichs entſetzet/ vnd Friedri ch H. Magni/ mit der ketten ſohn/ Hertzog zu Braunſchweig/ an ſeine ſtatt zum Keyſer erwehlet/ ſolches aber dem Biſchoff zu Meintz einem gebornen von Naſſaw/ zu wider/ hat er durch den Grafen von Waldeck/ vnd eiliche Heſſiſche vom Adel/ darunder auch die von Falckenberg/ vnd Hertingshauſen/ auff den newerwehlten Keyſer halten/ vnd den bey Engeliß erſchlagen laſſen: vnnd ſtehet noch an dem o th/ da die that vollnbracht/ ein hohes ſteinern creutz. Dieſen meuchelmordt/ wolten zwar deß Keyſers bruͤder rechen/ vnd zogen darumb/ durch beyſtand Landgraff Hermans/ in die Grafſchafft Waldeck/ vnd deß Biſchoffs gebiete. Vndob ſie wohl etliche oͤrter gepluͤndert/ ſohaben ſie doch ſonſt nit viel vbriges verꝛicht/ ohn dʒ ſie ſich daruͤber in groſſe ſchulden geſtecket haben/ aber doch nichſtoweniger/ endlich den moͤrder ertapt/ vnnd in vier ſtuͤcke hawen/ vnnd auff ſo viel raͤder legen laſſen. Diß verdroß den Biſchoff zu Mentz/ vnnd bewarh ſich darumb vmb etliche reuter auß Buchen/ die vbergab er Hauptman Ingebrandt. Derſelb verꝛuckt vnverſehens auß Fridslar von Homburg in Heſſen/ der hofnung/ die zuuͤber⸗ eilen. Ob er aber wohl/ allen fleiß angewendet/ vnd etliche groſſe Buͤchſenſtein/ inn die ſtatt geworffen/ ſo muſt er doch vngeſchafft/ wider abzihen. Darob ereilet jhn der Lan dgraf bey Homburgk auff der Ohm/ ſchlug jhn nicht allein in die flucht/ ſondern erobert auch iyo lediger pferde. Ließ es auch bey dieſem noch nicht erwinden/ ſondern ruckte auf die Bu⸗ chen/ chen darna diente ſein be adeln ſenjee an ein. Thur Darn Francl laſſen. Adam ſel/ vnd Schen geſchle⸗ rich/ H Chriſte neburg lips/ V George ger/ vn denberg helm/ H genande Philip⸗ anderen A willen v Sigism lenbogen keine fol garken t/vnd h diß⸗ ences⸗ ich H. ig/ an off zu durch Adel/ uſen/ geliß ethat yſers graff hoffs aben uͤber iger/ onnd warb ab er 3 auß ͤber⸗ liche doch graf n die auch Bu⸗ hen/ —— Chronica. 217 chen/ belagert/ vnnd gewan Hauneck/ vnnd durchſtreiffer darnach das gantze landt/ welches dann der Zuͤchner ver⸗ dienter lohn geweſen. SZu Wertheim im Franckenland/ hielt ein Edelmann ſein beylager/ vnd kamen of demſelben etliche Heſſiſche vom adel mit den Franckeun/ wegen deß damaligen ſtreiffens/ deſ⸗ ſen je ein theil das ander beſchuldigen wolt/ mit worten hare an einander/ alſo daß ſie auch einander auff nechſtkuͤnftigen Thurnier/ welchen die Ritterſchafft deß Rheinſtroms gen Darmſtatt außgeſchrieben/ außfoderten/ daß demnach auß Franckenlandt 120/ auß Heſſen aber 140 ſich darzu finden laſſen. Die Heſſen warẽ Earl Schenck zu Schweinsburg/ Adam v. Wallenſtein/ Hans von Boyneburg/ Wilh Ride⸗ ſel/ vnd Wolfv. Gutenberg/ ſam̃tlich ritter/ darnach. Hans Schenck zu Schweinsburg/ vñ mehr andere Schenckẽ deß geſchlechts/ Hans v. Wallen ſtein/ Henrich Georg/ Frid⸗ rich/ Hans/ Ludwig/ Henrich der fuͤnger/ Hans der uͤnger/ Chriſtof/ Fridrich der ſuͤnger/ enrich der alt/ alle v. Boy⸗ neburg/ Sebaſtian von Luͤdder/ Philip vnd Hans von Ber⸗ lips/ Wolff vnnd Vlrich Beſche/ Philip/ Hans/ Fridrich/ George/ Hans der alte/ Matthias/ Albrecht/ Hans der fuͤn⸗ ger/ vnnd Philips der juͤnger/ alle Riedeſel/ Hans von Gu⸗ denderg/ Johan vnd Henrich Trotte/ Conrad Jarob/ Wil⸗ helm/ Hans vnd Chriſioffel/ alle Diden/ Heintze der Weiſe genandt/ Hans vnnd Fridrich/ alle von Fambach/ Jacob/ Philip/ Hans vnnd Andreas/ alle von Bellersheimb/ vnnd andere mehr. Als nun die anweſende Grafen vnnd Herꝛen den vn⸗ willen vermercket/ vnterſtunden ſie ſich/ vnd beſonder Graf Sigismund von Ziegenhain/ vnd Emerich G. zu Catzene⸗ lenbogen die parteyen in guͤte zu vergleichen. Weil ſie aber keine folge haben/ vnd erlangen mochten/ vnd ein jeder theil vor 1404 1406 14⁰09 225 Heſsiſche vor geſchehener zuſag vnd verwilligung genůge zu thun/ vñ ſeine vnſchuld offentlich zu bezeugen/ entſchloſſen/ lieſſn es genandte Herꝛen vnnd Thurniervoͤgte auch darbey beru⸗ hen. Jedoch ſahen ſie vor das beſte an/ ſintemal der marckt⸗ platz zu ſolchem weitleufftigen ritterſpiel zu enge den Thur⸗ nierplat auſſerhalb der Statt/ im felde anzuruͤſten. Ward demnach den Zimmerleuten befohlen/ die ſchrancken auffs ſiaͤrckeſt zu vernageln/ damit nicht etwa frembde in den han⸗ del ſich miſchen koͤndten/ vnd alſo die ſach noch erger maͤch⸗ ten. Nach dem nu alles verfertigt/ vnd die jenige/ ſo zu thur⸗ niern geſinnet/ altem brauch nach auff getreten/ vnd ſich be⸗ ſchawen laſſen/ ward Mitwoch nach Mariæ reinigung alſo thurniret daß o. Heſſen/ vnnd 7. Francken auffm platz todt geblieben. Als nu inmittels Ruprecht H. in Beyern/ Pfaltzg. bey Rhein Keyſer worden/ vnd derſelb mit L Herman/ wegen dz er ſeiner gemahlin ſchweſter zur ehe hatte/ verſchwaͤgert/ ha⸗ ben ſich die feinde deß lands Heſſen fuͤrchten/ vnd das in ru⸗ he laſſen muͤſſen. Vnd weil er bey Ruperto in groſſem anſe⸗ hen/ hat er ſich wegen deſſelben/ vnd deß Reichs wolfahrt in Welſchen zůgen gebrauchen laſſen/ vñ ſich ritterlich verhal⸗ ten. Nu hatte er biß daher noch kein maͤnlichen erben erzeu⸗ get/ dannenher ſo groſſer vnraht im land entſtanden. Als jm aber endlich der allmaͤchtige G Ott zu Spangenberg einen Sohn beſcheret/ war aller vnfried auffgehoben/ angeſehen/ 8 nunmehr das land mit einem angebornen Fuͤrſten ver⸗ ehen. . Annoꝛ 406 ſiarb Margreta/ L Hermans gemahlin/ ein rechte Virago vnd Heldin. Anno r os ſind auffm thur⸗ nier zu Heilbron am Necker geweſen/ Henrich von Wal⸗ denſtein/ vnd Wolff von Lewenſtein/ beyde Nitler. Weiln aber damahls unn Teutzſchlandallent⸗ un/ vñ ſſin es beru⸗ aarckt⸗ Thur⸗ Ward auffs nhan⸗ maͤch⸗ thur⸗ ich be⸗ g alſo tz todt ag.bey gen dz rt/ ha⸗ in ru⸗ nanſe⸗ ahrt in verhal⸗ erzeu⸗ Als jm geinen eſehen/ en ver⸗ ahlin/ nthur⸗ Wal⸗ Chronica. 226 halben vnruh und innerliche kriege/ wolte der Keiſer einen endlichen frieden anrichten/ und beſtellet dero⸗ wegen einen reichstag zu Franckfurt. Nachaus⸗ gang deſſelben verfuͤget er ſich gen Herßfeldt/ vnd weil er daſelbſten ein zeitlang verharret/ funden ſich zuihm Hertzog Heinrich von Braunſchweig/ Land⸗ graff Herman/ die Grafen von Hennebergk/ Zie⸗ genhain/ Waldeck/ vnd andere viel auß der Heſsi⸗ ſchen ritterſchaft. Simon von Wallenſtein/ war damahls der ſtadt beſtalter hauptman/ vnd war de⸗ rowegen ſein inzug von d0 grawen: ein beſonder ey⸗ ferer uͤber die thugendt/ keuſcheit/ inma ſſen er dan die hurentreiber an weiſſe ſchleyer auff hengen laſſen: Vnd war derowegen ſo wohl beim Reiſer/ als dem Fuͤrſten in groſſemanſehen. Vndob wohl gleich damahln alle unrichtigkeit in 1410 Heſſen beigelegt/ ſo ſtarb dock in kurtz verruckter zeit darnach Landgraf Hermans beſonder ſchutz/ Keiſer Ruprech. Darumb dan bald aller unwil wider⸗ umb herfuhr gebrochen und new worden. Johan Graf zu Naſſaw/ und herr R efnhardt von Weſter⸗ burg machten den anfang/ und weiln der Biſchof von Mentz auch einer von Naſſaw wahr/ raubeten und bedrengten ſie das Land aus Melnaw/ Amene⸗ burg/ aus Battenberg/ dem Roſenthal/ Newſtadt und Fridßlahr/ und ſtunden ihn trewlich bey Graf Henrich zu Waldeck/ und die von Hotzfeldt/ namen 1411 leut 1413 Franckenberg und anderen orten hinweg. Die von Franckenderg wolten ſic zu en/ worden aber ſampt den Landtgraͤfiſchen dienern erſchlagen. Der Graff zu Waldeck erſtlog durcz deren von Amene⸗ burgkanleitung die ſtatt Kirchan eh man ſichs ber⸗ ſehen pluͤndert und ſtecket dieſelbe in brandt/ alſo daß allein zwei heuſer ſtehen blieben. Vnter des hatten die von Franckenberg iher Colnt he feinde bei Me⸗ dedach antroffen/ und weren dar⸗ ain derſelben uͤber⸗ herrn worden/ wan nicht die Medebacher/ zu denen ſie ſtch doch alles gus or ahen/ ze zugleich angefal⸗ le/ und uͤberweltigẽ heffen/ daruͤber ſte dan ſehr duͤn⸗ newiderunb heinkommen/ weiln ihnen uͤber die er⸗ ſchlagene och 200 abgefangen. So verbrennet auch G. Johan von Dillenberg die doͤrfer in ampe Blanceeaſtein! uñ woer onſt hinlangẽ konte. Sol⸗ ches beweget das lunge errlein L. Lud vigen/ daß es den vatter ermaneter ſete doch ſeines alters nit ſcho⸗ non/ ſondern billichen ernſt gegen ſolche frefeler ein⸗ mahl ſehen laſſen. Dervwege dan endlich der frome alte zu waffen greiffenund ſoſchen hohmuht ſtrafen wollen. Aber in demer ſich zum krieg gefaſt machet/ uͤberfiel ihn ein tranckheit/ velche ihm dan endlich al⸗ ler marter und uͤbels/ ſo er auff dieſer welt heuffig er⸗ tragẽ niiſſen/ abgeholffenam 20 tag Majlals man ſchrieb14 3. Eriſt geweſen ein ſehr gelehrter Fuͤrſt/ Wn. der L4 Chronica. 238 der ſich in ſeiner jugend in frembden landen verſucht und umbgeſehen/ und inſonders zu Prage vnd Pa⸗ rihß denen ſtudiis fleiſbig obgelegen. Friedrich Herman 4 ſo in ihrer jngend Heinrich verſtorben. Herman Landgraff zu Heſſen Ludwig der Friedſame vnd r hat inn ſeiner erſten gemah⸗ dieſes namens erſter Graff lin Eliſabethen Graͤfin zu] iu Zigenhain uñ Nidda Naſſaw Sarbruͤg keine kin. 5 Agnes Otten/ genand Co- der erzeuget/ von Margare⸗ cles. Hertzogen zu Braun- then aber/ Burggraͤfin zu ſchweig Gemahlin. Ruͤrnbers/ ſeiner ander Ge. Eltſabeth mahlin ſind ihm geboren. Anna Sſo jung abgangs⸗ Margreta Ludrig der 1 dieſes namens/ Landgraff zu Heſſen/ erſter graf zu Zigenhain und Nidda ⸗ der Friedſame genandt. K 3 Burckgrafen zu Nuͤrnberg tochter ſeiner ey andern gemahlin einen ſohn(dann die an⸗ dere ſaͤmptlich in ihrer jugend verſtorben) Ludwigen/ den man den Friedſamen nennet. Dem⸗ nach er aber unmuͤndig/ und noch nit 10 jahr alt/ unternam ſich die Ritterſchaft als Vormuͤnd der re⸗ gierung/ biß daß er das achtzehende jahr erreichet. Doch wardt darneben der junge Fuͤrſt alſo verſeu⸗ met/ daß er kaum leſen und ſchreiben gelernet/ dar⸗ ff ij umb 1414 14¹· 2²29 Heſsiſche umb dann nicht unbillig zuverwundern/ wie er nach⸗ mahln ſo zu einem weiſen und verſtendigen Fuͤrſten werden koͤnnen. Zu der zeit kam erſtlich ins landt das diebiſch/ unartig und zauberiſch bettelvolck die Zigeuner. So muſte auch das Landt viel erleiden von denen Braunſchweigern/ Weſtphaͤlingen und Meintzi⸗ ſchen/ und inſonders aus Fritzlahr/ wiewol nit ohne/ daß ſie auch bißweilen gute ſtoͤß zu hauſe bracht. Dazumahl begienge das Concilium zu Coſtnitz groſſe tyrannei/ und verbrennet uͤber das Keiſerliche geleidt Johan Huſſen/ wie auch uͤber ein jahr dar⸗ nach Hieronymum von Prage. Eben in demſelben 1 415 jahr ſechs tage nach Corporis Chriſti/ iſt ſo eine groſſe Finſternuß der Sonnen geweſen/ inmaſſen auch vor 721 jahren ge⸗ ſehen worden/ alſo daß auch die ſterne nicht anders als bei nachte geleuchtet/ ohne zweifel hat es bedeutet die grewliche verwuͤſtung/ ſo darauff erfolget. Dañ nach dem die Behmi erfahrẽ/ wie man ſo geſchwind wider gegebene trew mit ihren Predigern gefahren/ wurdẽ ſie gar raſend und wuͤtend daruͤber/ und zwar wie ſie anfenglich ſo gar boſe ſach nicht hatten/ alſo be⸗ zeugen auch ihre unglaubliche victorien/ daß ihnen Gott ſonderlich beigeſtanden. Als ſie aber zugleich auch aufruͤhriſche anſchle⸗ ge unter ihre gute ſach mit einmiſcheten und alzu ſehr tyran⸗ tyre nen hal gier ken/ land wid gieſt ſich muͤ ach⸗ eſten iſch/ ner. enen ntzi⸗ hne/ 7. tnitz liche dar⸗ nach 3 der nge⸗ ders euter Dañ vind ren/ war o be⸗ hnen chle⸗ ſehr raw⸗ Chronica. 236 tyranniſirten/ ward ihr thun falſch/ und zogen ih⸗ nen hiermit endtlich ſelbſten Gottes zorn uͤber den halß. Vnd weiln ſie ſich alſo aus inbrunſtiger raach⸗ gier zuſammen verbunden/ ſich die Huſsiten nenne⸗ ten/ und den krieg nicht allein daheim in ihrem vatter⸗ land/ ſondern auch in andern benachbarten landen wider ihr gegentheil durſtiglich mit fewr uñ blutver⸗ gieſſen uͤber alle mahß in grawſamteit fuͤhreten/ vnd ſich alle benachbarte voͤlcker ob ihrem gluͤck entſetzen muͤſſen/ hat man auff eine vorſorge auch in Heſſen ein gegenwehr angeordnet/ und hin und wider die feſtungen an wallen/ mawren und graben ernewert und verbeſſert. Innerhalb dieſem anlauff/ nemblich 1416 jahrs/ ward Simon von Waldenſtein dem Eltern in Herßfeldt ein diener entleibet. Darvon erhub ſich zwiſchen ihm und der ſtadt groſſer unwill/ alſo daß der von Waldenſtein Henrich G. zu Waldeck/ Fridrich G. zu Hennebergk/ Johan und Gottfri⸗ den gebruͤdere/ G. zu Zigenhain/ Johan und Ger⸗ lachen gebruͤder von Breidenbach Rittere/ Her⸗ man und Reinhart Schenckẽ von Schweinsburg auch Ritter/ Fridrich vo Hertingshauſen Rittern/ die von Falckenberg und mehr andere an die 8 mit ans ſpiel bracht. Dieſe zogen mit 400 Reutern ohn das fußvolck vor die ſtadt/ ſchleiften erſtlich die fruchte und zwungen darnach die buͤrger endlich da⸗ ff ij hiu⸗ 1422 1425 1426 231 Heſsiſche hin ſich mit hnen nach ihrem willen zuvertragen. Anno 1420 war ein deuwägeiger warmer winter uñ frute zeit/ wie vor 23 4 jahr ren/ und fingen die baͤume den 20 Martii/ der weinſtock aber im Aprill an zu bluͤhen. Es war aber Landgraf Ludwig bißdahero vie⸗ len leibsſchwacheiten unterworfen geweſen/ und het⸗ te darumb Marg ggrof Fridr ich zu Meiſſen ihn als ein kruͤppel und nichtduͤchtigen zum kegement bei Keiſer Saplünundo angeben/ und als der nechſte erbe zum lande umb die belehnung angeſucht: Weiln aber der Keiße und umb mehrer vergwiſſer ung den jungen Fuͤrſten ſehen wollen/ hat ihn die Heſsiſche Ritterſchafft mit 400 pferden begleitet zum Keiſer gefuͤhret. Sin⸗ temahl dann derſelbe das widerſpiel geſehen/ hat er von ſtund an den Marggrafen abgewieſen/ und den jungen Fuͤrſten mit Heſſen belehnet/ darumb er dañ endlich anno 1425 in die regierung getreten: doch iſt hierob die bruͤderſchafft und erbvereinigung zwi⸗ ſchen Meiſſen/ Thuͤringen vnd Heſſen abermahls ernewerrworden/ nemblich anno 1422. Mitlerweil uͤbeten ſich duͤrſtiglich die Huſgi⸗ ten/ und ward derowegen der bawanſtaͤtten und fe⸗ ſtungen in Heſſen ſleiſsig gedrieben/ welches ſonſt vielleicht hinderblieben. Als nun auch eine groſſe heeres fahrt wider ſie beſähloſſenundngeordget ha⸗ ben dem gemeinen geſchrei nicht glauben/ den ſi ſinda terei! geſchl En das h ſamp Vñ gen w uñ H endlic ler in wieat denen auch! nemb ſeined daher ber vo tzogẽ erbſeh den/ nechſt den er Weil. ter toc H. rmer ingen er im d vie⸗ d het⸗ nals at bei echſte Veiln uben/ erſten ftmit Sin⸗ hat er dd den r dañ doch Jzwi⸗ nahls uſsi⸗ nd fe⸗ ſonſt groſſe et/ ha⸗ ben Chronica. 232 ben ſich viel Heſſen zu derſelben gebrauchen laſſen/ ſind aber bei Auſsig uͤbel angelauffen/ durch derraͤh⸗ terei hindergangen/ in die flucht unde faſt alle zu tode geſchlagen. Es hatte aber L. Herman wegen ungehorſambs das hauß Pleſſ ingenom̃en und herrn Gottſchalck ſampt ſeinem bruder Dietrichẽ gen Caſſel gefuͤhret. Vñ weil ſich Brunſchweig in dieſe ſache mit inmen⸗ gen wollen/ iſt die verbitterůg zwiſchẽ Brunſchweig uñ Heſſen daruͤber vermehret. Doch iſt dieſer ſtreit endlich im 1427 jar durch friedliebende underhaͤnd⸗1427 ler in beſtetigung K. Sigiſmundi beigelegt worden. Die vorige hiſtori gibt meldung und bericht/ wie anfenglich die jetzige Landgrafen zu Heſſen aus denen Hertzogen in Brabandt ertvachſen Als auch vor dieſer zeit der letzte Hertzog in Brabandt/ nemblich inanneee unheh ſeine dichteri mit toͤ Sabbizen ber vom haus Burgund/ ſo ſich von des letzten Her⸗ tzogẽ Johanſen zu Braband tochter abgang hero d erbſchaft unternommen/ entſtanden und erregt wor⸗euf HeeHa. den/ auch hierob endlich Landgraff Ludwig als der 1 nechſt agnat und erb das landt inzunemen von Sta⸗ den erfordert/ zoge er mité oopferden biß gen Aach. Weiln aber der Hertzog von Burgund wegen ermel⸗ ter tochter ſich zugleich/ und mit gewalt der erbſchaft ange⸗ ☛᷑ e A4- 4„ enſee 9. 9 mahln 140 jahrs Ae L‿αμ‿ A-, h/ uñ derowegen biß au dahero allerhand unraht und krieg der ſueſeſsion hal 2 J.. ,. 7 g ℳ — Du 4leE — 2 — 5 42 e A A. 7 4 ⸗.— 4 2 9. 4 77 „.. 2. 14 33 233 Heſsiſche angemaſſet/ iſt dardurch ſein vor nehmen gebrochen. Wiewohl nuhn die ſache auff einem groſſen krieg be⸗ ruhete/ wolte doch Landgraff Ludwig ſeiner privat ehr und nutzens halber kein blut vergieſſen/ ſagende/ er und ſeine ſoͤhne wolten ſich an denen reichthuͤmern und groſſem lande/ ſo ihnen Gott albereits verliehen/ auff dießmahl begnugen laſſen. Nachdemer dieſen ſchweren zug durch ſein ſelbſt beſcheidenheit und guͤte zu ruhigem frieden zerlegt/ begab er ſich widerumb zu vollnfuͤhrung ſeiner ge⸗ bew/ ſo er etwa vormahls angefangen. Auch ſind nach ſeinem nahmen genennet die Ludwigsai an der Fulda/ velche numehr zerfallen/ der Ludwigs⸗ ſtein und die Ludwigseck/ ſo von denen von Holtz⸗ heim und Wangenforth erbawet/ nachmahln aber durch einen kauff an die Riedeſel gelanget iſt. Folgendes 1430 jahrs am Sontag Cantate er⸗ froer beides frucht und wein nicht allein in Heſſen/ ſondern auch in Francken und Schwaben.. Im Brunſchwiger lande begingen ein gaͤntz un⸗ bruͤderlich und kriegiſch weſen Hertzog Wilhelm uñ ſein bruder Henrich beide des Landgrafen ſchwaͤ⸗ ger/ darob es in dem lande uͤbel zugangen/ biß endlich Landgraf Ludwig uñ Otto Hertzog zu Brunſchwig die ſache verglichen.. Es hatte ſich bißdahero allerhand unwil zwi⸗ ſchen Thuͤringen/ Meiſſen/ und Heſſen/ nehen den atts Chronica 23 ½ ſtaͤtte Eſchwege und Sontra eroͤrtert: Weiln aber Landgraff Ludwig ſich mit Churfuͤrſt Fridrichs tochter Anna Margreta in ehliche verbuͤndtnis in⸗ gelaſſen/ ward alle anſorderung heigelegt/ uñ die erb⸗ verbruͤderung abermahls ernewert und beſtetiget mit dem anhange/ daß jedes teſtament gleichwohl ſolte krefftig ſein/ nurt daß die damals benente ſum⸗ ma deren die Füͤrſten uͤberein kommen/ nicht uͤber⸗ ſchritten/ die weibsperſohnen/ aus beiden Fuͤrſten⸗ ſtammen geboren/ mit gebuͤhrlicher mitgifft/ ſo deß⸗ mahls ſpecificiret und abgeredt/ verſorget/ und ſol⸗ che erbverbruͤderung erhalten und nimmermehr ver⸗ letzet und auffgehaben wuͤrde. Darauff ſie einander eidt und pflicht gethan: und hat ſolches alles Keiſer Sig iſmundus beſtetiget/ auch ihrer jedem ihre aller⸗ ſeitz Hertzog⸗und Fuͤrſtenthuͤmer als ein ſamptlehn geliehen. Damahls waren Ludwig von Elfershauſen und H. Hungerbach von Breidenbach/ beide Ritter/ Riabe von Hotzfeldt und andere mehr G. Johans võ Zigenhain abgeſagte feinde. In dem ſie nun der⸗ mahleins beim dorf Schoͤnſtatt in einer wuſten auf ihn hielten/ uͤberfiel ſie der Graß/ fieng ihrer ohne die knechte 34 perſohnen/ die er alle mit ihm gen Zigen⸗ hain in verwahrung gefuͤhret/ und wolten ſie erledigt ſein/ muſten ſie thun/ was ihnen der graff aufferlegt. Conrade Biſchof zu Meintzein geborner Rhein⸗ 1431 99 graff/ 1 1 bt 1 43 Heſoiſche graff/ wolte ſich an dem ſungen Fuͤrſten verſuchen/ uñ weiln er vermeinet/ er wuͤrde ihm zu ſchwach ſein/ beſchedigt er ihn aus Fridslar: Vnd brauchet zu ſol⸗ chem G. Gotfrid von Leiningen mit 500 reutern und vielem fußvolck. Die verbranten Melſungen/ Felßberg und faſt alle dorffer biß gen Caſſel. Weiln es ihnẽ nuhn ſo glüͤcklich fortgieng/ kam der Biſchof in eigner perſohn gen Fridslar uñ zundet an das dorf Bdenborn. In deß hatte ſich der Fuͤrſt mit ſeinem adeluñ Simon von Wallenſtein dem jungern auch gefaſt gemacht und ſich ihm enigegen geſetzt/ ſeine Heſſen verſamletund ſie alles unbilß/ ſo ſeinem vat⸗ ter von Meintziſchen/ wegen daß er ihnẽ zu from/ zu⸗ gefuͤget/ berinnert und ferner ihnen zu gemuͤt gefuͤret/ daß wo ſie ein gleiches an ihm gewohnen wuͤrden/ koͤnte hinfuro kein unterthan des Fuͤrſtenthumbs Heſſen vor ihnen auffkommen/ ja muͤſten ſie nehren und doch keinen frieden vor ihnen haben: und darum̃ ſey er entſchloſſen anheut ihre macht zuerfahren/ und daruͤber entweder ein Landgraff oder keiner zu ſein/ welcher nuhn ein trewer Heſſe ſein wolle/ uñ die ret⸗ tung ſeines vaterlandes ihm angelegen ſein laſſe/ ſol⸗ le es zur ſtund erweiſen. Darmit hat er/ unangeſehi ihm der feind weit uͤberlegen/ hinangeſetzt und men⸗ niglich ihm zu folgen einen muht erwecket/ ihm die ſtadt abgerennet/ das folt behalten vnd die zornige Men zer von Fritzlar an biß hinder Geſperg geſchla⸗ — gen/ de Wer b gen/ beut e Graf halben ſo ein Herm Wald grafſc dieſen ſich de Traff Wiea darnel ſchwac halege laſſen! ordnut feind in flucht Daruͤl ſtein/ ſche nie ber deſ ſche ha damalt durch bedren aber di als hab twasn Chronica. 336 gen/ deren ꝛoo gefangen/ vnd ſonſt vber 400pferde ohne die andere beut erobert/ auch endlich den Biſchoff zum frieden geywungen. Dieſes aber/ wolte darumb den von Naſſaw zu Dillenberg/ Graf Johan/ von ſeinem feindſeligen infallen nicht abhalten Der⸗ halben endlich der Fuͤrſt/ nach dem er jm newlich ſeinen Hoffmeiſter ſo ein Riedeſel/ abgefangen/ Herm Herman von Hornsberk/ h. Hermann Reideſeln/ H. Werner von Elben vnd H. Conrad von Waldenſtein/ ſaͤmptlich erfarne Ritter/ mit einem kriegsvolck die grafſchafft vberfallen vnnd verheren laſſen. Doch hette der Graff dieſen anſchlag bey zeiten durch gewiſſe kundſchaft ingenom̃en/ vnd ſich derowegen auß Sigen vnnd anderen orten mit vock verſehen. Traff alſo letzlich auff die Heſſen inn dem Sippach bey Herborn. Wie aber dieſelben ſeines groſſen hauffens anſichtig worden/ vnnd darneben wol abnemen konten/ daß ſie mit gegenwehr jhme viel zu⸗ ſchwach/ verſticketen ſie in eiljhre jungen in einem gelegenen hinder⸗ halt gegen vber in einem grunde. In dem man nun im beſien trefen/ laſſen dreſelbejhre trommeten vnd paucken erklingen/ ziehen in aller ordnung auf der ſeiten von ferne herein/ vnnd bringen darmit den feind inn ein ſolch ſchrecken/ daß er alsbald ſich nacher Herborn zur flucht wendet/ vnnd dennoch den mehrerteil im ſtich laſſen muͤſſen. Daruͤber dann alle ſtoͤck vnnd thuͤrne vfm Koͤnigsberge/ Blancken⸗ ſtein/ Bidencap vñ Marpurg mit gefangne beſetzt/ vñ die Naſſawi⸗ ſche nicht in geringen ſchaden gebracht worden. Zum gedaͤchtniß a⸗ ber deſſen hat man deß Graffen panier in das Marpurgiſche teut⸗ ſche hauß zum Mentziſchen vfſtecken laſſen. Vnter andern hat man damaln Fritzen Galgenholtz einen verſchmitzten kriegsmann/ vnnd durch welchs anleitung biß dahero das land ſehr von Naſſawiſchen bedrenget worden/ auch gefangē vnd ab dem brod gerichtet. Wann aber dieſes allen benachbarten ein ſchrecken vnnd abſchew gebracht/ als haben auch die andere vnd inſonders der von Waldeck/ welcher etwas newes im ſinn/ die ſporen von ſich ſelbſten ablegen muͤſſen. Inn dieſem jahr heſonders am 7 tag nach Neuſsiſ ennſan⸗ 98 6 337 Heſſiſche den vnerhoͤrte ſturmwinde/ ſo vil gebew vnd hohe thuͤrne abgeworf⸗ 35 vnzehliche baͤume in waͤlden vnd gaͤrten auß der erden geriſ⸗ en. Eben vmb die zeit folgete auf einen ſcheinenden cometen drey jahr lang nacheinander groſſe theurung vnd zugleich ein Peſti⸗ lentz/ an welcher die menſchen vnermundert/ biß jhnen die ſeel außge⸗ fahren/ geſchlaſſen. An etlichen orten war ſie alſo hefftig/ daß viel Menſchen vnbegraben von katzen vnnd hunden gefreſſen worden. 1435 Nach dieſem hat L. Ludwig den Churf. zu Sachſen vnnd den Bi⸗ ſchof Halla/ wiewol vergebens/ belagern helffen. Es begab ſich aber hernach/ daß er ſampt Graf Johan von Zigenhain vnd Nidda zum Heiligen Grab vereeiſet/ vnd jetztgemel⸗ ter Graff zu Venedig in der vmbreiſe von einem kauffmann/ den er 1436 vor der zeit berauben laſſen/ wegen erlittenes ſchadens ſolte in haffe genommen werden: were auch der vrſach halber vngezweifelt vmbs leben kommen. Darmit er aber der gefahr erlediget/ zahlet Land⸗ graff Ludwig/ auf ſein angeſinnen vnd bitte) ein ſehnlich anzahl geldes vor jhnen dar/ vnnd erhilt jhn alſo beim leben: vmb welches willen nachmaln der Graff ſich jederzeit bey dem Fuͤrſten inn allen trewen finden laſſen. 440 Es ſtarb auch vmb die zeit Keiſer Albrecht/ vnnd ward dero⸗ wegen an ſeine ſtad erwehlet Landgraf Ludwig. Er aber eins viel an⸗ dern verſtandes/ vnnd demuht/ hat dieſe ehr gentzlich abgeſchlagen/ vñ hiermit Hertzog Fridrichen in Oſterꝛeich zu kriegen vrſach gege⸗ ben/ In welchem jahr auch in Teutzſchlandt die edele kuͤnſt der buch⸗ truckerey von Johan Guttenberg erfunden. Zwey jahr darnach war ein ſo vberauß kalter winter/ das beides frucht vnnd wein dahinden bleiben muͤſſen: Eben alſo ging es auch deß kommenden jahrs/ dar⸗ 1444 uber es dann endlich ſehr theur worden. An. 444 erſchien ein grew⸗ licher Comet/ welcher mit ſeinem grauſamen anſehen menniglich er⸗ ſchrecket/ vnd hate ohne zweifel die blutdurſtige ſchlachten/ ſohin vnd wider in der welt erfolget/ andeuten wollen. 3 n 144² —————— geworf⸗ en geriſ⸗ comeken npPeſis laußge⸗ daß viel vorden. den Bi⸗ han von igemel⸗ /den er in haffe lt vmbs t Land⸗ anzahl velches mallen d dero⸗ viel an⸗ Nagen/ hgege⸗ r buch⸗ ich war hinden s/ dar⸗ grew⸗ lich er⸗ din vnd In ——;———— ——4yy— Chronlea 238 In dem jahr zuvor belagert L. Ludlvig das ſchloß Weidelbergs tage/ vnd muſte es Reinhardt von Dal⸗ wig vfgeben vñ ſich gefenglich inſtellen. Darnach ruckt er vor die Numburg vnd zwang die auch zur ergebung. Biß dahero war noch ohne erben vorbemelder 444S3 Graf Johan von Ziehenhain/ vnd weiln er auch keiner verhoffen war/ vnnd ohne das dem Landtgraffenmit 6 ſchulden verhaftet/ auch jederzeit ſich danckbar zu erzei⸗ gen gemeinet/ wollenetliche Chronica ſagen/ daß er im endlich die gantze grafſchafften verkauft habe/ doch mit vorbehalt vnd condition/ daß ihm derſelben inkommen vnd nutzung ſein lebzeit fallen vnd bleiben ſolte. Darne⸗ ben war er auch zu einem Lehenherm erkoren/ vber den Rittberg vnd Waldeck jahrs 18. vnd von G. Bern⸗ 1448 hard zur Lippe vber Blomberg ſchloß vñ ſtadt: a 49. 1445 Wann aber in mitlerweil ſein ſchwager Churfuͤrſt Fri⸗ drich/ vnd ſein bruder Hertzog Wilhelm zu Sachſen/ durch boͤſe Raͤthe an einander gehetzt/ vnnd die verbit⸗ terung je mehr vnnd mehr zunemen woͤllen/ als hat ſich Landgraff Ludwig/ beneben Margraff Friedrichen zu Brandenburg der ſuͤhnung vnternommen/ auch kei⸗ nem theil beygepflichtet/ biß er ſie mit groſſer muͤhe vnd beſonderem fleiß widerumb vereiniget. In maſſen dañ auch ſonſt durch ſeine hohe weißheit vnnd verſtand/ im Reich ſchwere/ hohe/ verwirte haͤndel beygelegt wordẽ/ gg iij vnd Heſſiſche 239 vnd darob Keyſer vñ Koͤnige/ Fuͤrſtẽ vnd Herꝛen ſeiner 1 freundſchaft begeret/ vnd ſich deren gebrauchet haben: hal vnd darumb begabet in auch in folgendem u450 jahrder wei Papſt Nicolaus V. mit der roſe/ ſo er in damaligemju⸗ der bilæo ſelbſten geweihet/ ſampt einem verguͤlden ſchwert fehe in einer ſilbernen ſcheiden/ welchs dann ein beſonder zeii⸗ 5 chen war/ einer groſſen freundſchafft/ darmit er die fuͤr⸗ nn vndßen Fuͤrſten/ vnnd groſſe Konige zuverehren⸗ ein! egte. die 1450 1 Im folgenden zzo jar darauf/ iſt ein groß Peſtt⸗ Grn lentz ſterben entſtanden/ dz den dritten teil der menſchen Hal weggeriſſen/ vñ ſtarb auch endlich L. Ludwigen gemah⸗ Bu⸗ lin Anna Margareta/ Marg zu Meiſſen/ ſo zun Car⸗ dieſe meliten in Spangenbergbegraben/ vnd dañ vielermel⸗ von 2453 ter Graff Johan von Zigenhain/ vñ ward in Heinabe⸗ din graben: darumb dann erſilichen die Grafſchafften Jie⸗ 1 genhain ond Nidda L Ludiwigenerledi d Han Landt von inkomen ergroͤſſert worden. Ob auch gleich erſchl der Graff von Hohenlo/ ſich neher erbſchafft anmaſſen digt/ wollen/ ſo hat er doch nichts erhalten moͤgen. Darumb ihmu dann letzlich/ bey dieſes Landgrafen kindskindern die ſach zu Wormbs auffm Reichstage beygelegt vnd ver en L. glichen Es kauffte aber Landgraff Ludwigzuvor/ nem⸗ Ring lich an. usrvon Ernſten vñ Hanſen von Vßlar newen auf N gleichen/ ſampt aller ihrer gerechtigkeit an Vßlariſchen doͤrffern. Ebener maſſen/ bracht er auch widerumban ſich/ denhalben theil an Schmalkalden. Damaln iner ben. der nju- wert r zei⸗ fuͤr⸗ Chronica. 1½*½ Damaln war ſetnes Reichthumbs vnd guͤter halben in groſſem anſehen Rheinhard von Dalwig. weiln er aber ein Grafenſtandt fuͤhrete/ neidete ihn der ander Adel/ und kam daruͤber endlich zu einer fehde/ und newen verbundniß wider ermeldtẽ Oall⸗ wig: doch ſtunden ihm dargegen bey Johan Mey⸗ ſenbug/ und Fridrich von Herttings hauſen/ welcher endlich ob einer wunden/ ſo er bey Elben entpfangen/ ein bein abloͤſen laſſen. Ihr gegenpahrt aber waren die von Elben/ Falckenberg/ die Hunde/ die von Griffte/ die Schencken/ Waldenſtein/ Holtzheim/ Hanß von Bornn/ und andere mehr/ welche ſich die Bundtsherren zunennen pflegten. Demnach auch 1474 dieſe feindſchafft taͤglich zugenommen/ ward denen von Elbẽ ihr dorff Vorſchutz/ und denen von Grift das dorff und kirch Holtzhauſen durch ermeldten Meyſenbug abgebrandt/ welcher auch forters bey Torle Hen von Griffte/ Hanß von Born/ und Henrich Schencken unverſehens uͤberfallen und erſchlagen/ auch das dorff Elben trefflich beſche⸗ digt/ darumb endlich die Bundts herrn ſich mit ihm und Dalwigen vertragen muͤſſen. Anno 1456 trug Herr Bernhardt von Bu⸗ 14 55 ren Landgraff Ludwigen uff das Schloß und ampt Ringelſtein zu lehn/ vnd entpfing es wider von ihm am Mittwoch nach Oculi. Nach dieſem belagerte L.L. ſampt denen beyden “ Herto⸗ 1457 242 Heſsiſche Hertzogen von Braunſchwig das ſchloß Gruben⸗ hagen: alß aber ein irrung zwiſchen die Fuͤrſten kam/ welchem nemblich unter ihnen das Hauß zu⸗ fallen ſolte/ iſt kein ernſt erfolget/ und hierumb daſ⸗ ſelbig ungewonnen blieben. Auch verdrieb Landgraff Ludwig aus der Carthauß/ welche damals die Eppenburg geuen⸗ net ward/ die Nonnen und ernewert daſſelbe Cloſter von grund auff. Vernewert darnach mit Frid⸗ rich und Wilhelm H. zu Sachſen und dem Marz⸗ grafen zu Brandenburgt die erbverbruͤderung des friedens ond nachbarlichẽ einigkeit halber ete. Mit⸗ ſer weil hetten die Weſtphelinge ihm in ſeinem lande nicht geringen ſchaden zugefuͤget/ derowegen ſchiekte er üͤber ſie Johan Meiſenbug ſeinen Marſchal/ muſte aber zu dem mahl auch ſeinet eigenen under⸗ thanen abfall erfahren. Dann Wiedekind von Ho⸗ henfelß/ ſampt Hanſen von Dornberg mit ande⸗ ren ſeinen mitgeſellen/ Herman von Nabenaw/ Heinrich von Loͤwenſtein/ begaben ſich zun feinden⸗ daruͤber dann die Heſſen dißmals untergelegen/ und groſſen ſchaden erlitten. Ob nun wol der Landgraf ein großmuͤtiger Fuͤrſt der in kriegen beſonder gluͤck gehabt/ ſo hat er doch nichſtoweniger ſich von der raach vorbeſchehene weiſſagungen aus etlichẽ prognoſticis, daß nemlich ſeine glückſelige regierung ſich nichtbiß ans 40 jaht 4 eſtreckeg ruben⸗ uͤrſten uß zu⸗ nb daſ⸗ us der genen⸗ Cloſter it Frid⸗ Mar⸗ ung des c. Mit⸗ m lande iſchiekte arſchal/ n under⸗ von Ho⸗ nit ande⸗ abenaw⸗ feinden⸗ gelegen/ er Fuͤrſt 5 doch eſchehene nemlich 8 40 jahr erſtrecket Chronica. 2243 erſtrecken wurde/ abwenden/ und zu einem ruhigen leben anweiſen laſſen/ in welchem friedſtand er auch kurtz hernacher zu Reichen bach am tag Anteni ſei⸗ nen geiſt auffgeben/ und zu Marpurg beſtattet wor⸗ den/ ſeines ſittlichen ehrenweſens hochberuͤmbt/ ſei⸗ nes alters /6 jahr: dech iſt etlicher meinung/ weiln er ein ſonders inſehen auff die Muͤnche ihrer uͤppig⸗ keit wegen gehabt/ ihm ſey durch derſelbẽ etliche ver⸗ geben worden/ angeſehẽ daß auch der Apt zu Hirſch⸗ feldt zugleich mit ihm uͤmbkommen. Iſt ein hochverſten diger Fuͤrſt geweſen/ der auch/ dieweiler nichts ſtudiret/ ihm die beſchriebene rechte verteut⸗ ſchen laſſen/ und ſich deren alſo gebraucht/ daß nie⸗ mals von ihm erhoͤret worden/ daß er einigs unrecht urthel geſprochen habe. Bey ſeiner lebzeit und re⸗ giterung iſt der mehrermeldte bund und erbvereini⸗ gung zwiſchen denen Hertzogen von Sachſſen/ und Landgraffen zu Heſſen zu zweimahlen erwidert/ wie hiebevor erinnert worden. Seine gemahlin war fraw Anna Margreta Churfuͤrſt Friedrichs des Streitbaren/ Marggraffen zu Meiſſen tochter/ die ihme vier ſoͤhne geboren/ Ludwigen/ Henrichen/ Fridrichen und Herman/ welcher geiſtlich wor⸗ den/ die beide vorgemeldt/ verhilten ſich eine geraͤu⸗ me zeit alzu unbruͤderlich gegen einander/ dardurch dem lande nicht geringer ſchadt und unraht ent⸗ hh L. Lud⸗ ſtanden. 1458 l.&r ν½. 27. 4* NEs"„",.. SG N 244 f Ludwig dẽll/ der freimuͤtlge genant/ L. Ludwig hat mit ſei⸗ Heinrich den dritten/ ner Gemalin Anna Friedrich/ iſt junz verſtorben/ Margreta Hertzogin 3 Herman Ertzyiſchoff und Churfaͤrt zu Sachſen erzeu⸗ zu Coͤln/ get Eliſabeth/ ſo G. Philiyſen zu Raſ⸗ ſaw verheirhatet. Ludwig der 11. und Freymuͤtige genandt/ und Henrich der 111, Landtgraffen zu Heſſen/ Grafen zu Zigen⸗ hain und Nidda. S bergk tochter noch bey lebzeiten ſeines Va⸗ * Nidda vermehret war/ und L. Henrich wegen ſeines heirahts mit des grafen zu Catzenelenbogen eintzi⸗ ger tochter auch mechtig wordt/ ſo wolte nicht allein er haben/ daß der bruder mit ihm theilen ſolte/ ſon⸗ dern er reitzete auch die andere beide bruͤder/ daß ſie alle ſich dem eltiſten bruder widerſatzten/ und das fuͤrſten⸗ § Andtgraf Ludwigen iſt fraw Mechtildt Grafen Eberhardi Barbati zu Wuͤrten⸗ U ern beygelegt worden/ und hat ihm pro dote 31000 guͤlden zu gebracht. Landgraff Hein⸗ rich hatte zur ehe Philippi deß letzten grafen zu Ca⸗ tzenelnbogẽ tochter. Ludwig ward zwar nach ſeinem vater regierender Herr: weiln aber dz Landt mit bei⸗ den vorbemelten Grafſchafften Zigenhain unnd enant/ urfaͤrſt nNaſ⸗ undt/ 1 heildt urten⸗ sVa⸗ m pro Hein⸗ u Ca⸗ einem it bei⸗ unnd ſeines eintzi⸗ allein ſon⸗ aß ſie d das rſten⸗ — Chronica. 247 fuͤrſtenthumb wider die obſervirte ordnung durch⸗ aus getheilet haben wolten/ drieben auch den bruder dahm daß er in anno 1464 beynahe darin bewil⸗ liget hette. S6 nuhn wol L. Henrich die teilung heff⸗ igg utgirte/ ſo verglich er ſich doch nach ſeines bru⸗ der Fridrichs toͤdtlichen abgange welcher o ohnge⸗ fehr 5 monat nach vorgedachtem vertrag ſich bege⸗ ben/ mit ſeinem juͤngſten bruder L. Herman alſo/ daß/ da die theilung geſchehen/ er ſo wolſein alß L. Hermans theil beiſammen behalten/ und daſſelbe 12 jahr allein regieren/ geiſtlich und weltlich lehen ver⸗ leihen/ ihnen/ L. Herman/ aber mit etlichen dienern unterhalten ſolte. Es gewan aber keinen fortgang/ dan L. Ludwig wolte nicht theilen/ daruͤber dan end⸗ lich/ wie ihr in kurtzem zudernemen/ ein ſchedtlicher krieg enrſtanden. Sonſtet aber ward L. Herman hiernechſt ein Thumprobſt zu Fridslar/ Meintz/ Coͤln/ und Wornabf Ludwig hatte ſein mehrer thun zu Caſſel/ und Henrich im Oberfuͤrſtenthumb zu Marpurgk. In angehender regierung gertethen 1460 ſie in einen widerwillen mit Eimbeck. Ob ſie nun wol/ dieſelbe zuuͤberfallen entſchloſſen/ ſo ſind ihnen doch die Hertzoge von Braunſchwig durch huͤlff der anderen Brnunnſehe giſchen⸗ ſtaͤ 5 vorkommen/ und alſo die Eimbecker auff dißmahlerrettet. Nachgehendeß 62 jahr drungen ſich umbß 66 1462 biſtthumb Mentz Graf D tederich von Eiſenburg h ij und 1464. Heſsiſche und Graf Adolph von Naſſaw. In dem aber Die⸗ drich ſeinem feinde zu ſchwach werden wolte/ muſte er Landgraf Heinrichen uͤmb huͤlff anlangen. Her⸗ gegen war auff Adolphs ſeiten Landgraff Ludwig/ und gieng hieruͤ ber ſo wohl in der grafſchafft Eiſen⸗ burg/ als im Biſthumb erbaͤrmlich zu: Vnd kam auch zu der zeit Battenberg/ Roſenthal/ Melnaw/ Geißmar/ Schoͤneberg und Gziſſelwerder ahn die Fuͤrſten zu Heſſen. Adolphus erobert endlich durch anleitung zweyer mitbuͤrger die ſtadt Mentz und er⸗ ſchlug darinnen 500. inwohner. Jahrs 14 62 fielen L. Henrichs Reiſige ins Ampt Fiſch erg/ wegẽ daß Fritz von der Than⸗ ne deß von Naſſaw helffer wider Biſchoff Oidrich. In anno 146 4 fielen die Padeboͤrner an einem morgen in Heſſen auff die awe vor Patberg/ na⸗ men und raubeten was ſie ankamen/ verbrantẽ auch alle umbligende doͤrffer. Zu dieſem ihren vornemen war ihnen ſehr bequem das ne blichte wetter/ alſo daß ſie auch ohn gefahr mit ihrer beut anheim ziehen konten. Die uhrſach deß unvillen hat ſich zwiſchen dem Biſchoff zu Coͤln und Padeborn an einem/ uñ L. Ludwigen am anderen theil der grentze halber ent⸗ ſponnen. Vnd habẽ dem Biſchoff/ der ein geborner graff zur Lippe/ beigeſtanden ſein bruder Bernhart/ Johañes Coadj. zu Fulda G. zu Henneberg/ Con⸗ radt B. zu Oſenbrug/ Ernſt B zu Hidegheim/ Rupert dwig/ Eiſen⸗ Id kam elnaw/ ahn die durch und er⸗ Rei ſige Chan⸗ Ndrich. einem g/ na⸗ tẽ auch nemen / alſo ziehen viſchen em/ uñ zer ent⸗ borner nhart/ Con⸗ Sheim/ Rupert 8 Chronica. 247 Rupert Ertzbiſchoff zu Coͤln Pfaltzgraf Fridrichs bruder und Rabe von Kanſtein. B. Simon und Kanſtein ſielen dem Landtgraffen in das Cloſter Haſungen/ das dorff Elſingen/ Nohtfeldt/ erober⸗ ten auch die ſtadt Zirenberk/ Drieben denen von Wolffhagen das vieh hinweg und erſchlugen 1r aus dero burgerſchafft. Zu dem muſtẽ es auch die Heſ⸗ ſen deß anfallenden winters halber auff dißmahl hingehen laſſen ohne daß die Rietheſel dem Apt in das dorff Wilhelmers gefallen/ das ausgebrandt und die leut gefangen weggefuͤhret. So bald aber der fruͤeling herein trat/ ſtercket ſich Landtgraff Heinrich durch huͤlff Hertzog Wühelms zu Sach⸗ ſen/ und zog darauff in das ſtifft Padeborn/ gewan unter anderen den Eckerßberg und verſchantzten kirchhoff zu Groſſen Edern/ und that ſonſtet groſſen ſchaden in dem ſtiffte. Zu dem uͤberzog und gewan er Libenaw/ wie auch Helmerßhauſen/ die Krocken⸗ burgk/ und ander orter mehr. nach Marie geburt kamen die Coͤlniſche und Pade⸗ borniſche abermal ſtarck vor den Wolffhagen das vieh zunemen. Darumb fielen die buͤrger aus der ſtadt/ und worden ihrer daruͤber 84 gefangen/ wel⸗ che ſich vor ein merckliche ſum geldes ranſonen muͤſ⸗ ſen. Mitler weil war L. Ludwig uͤber den Apt zu Fulda gezogenund hatte ihm Hungen und Roß⸗ dorff abgedrungen/ muſte aber zu ruͤck und den Pa⸗ hh iij Aber auff dienſtag debor⸗ 146 24 Heſsiſche deborniſchen entgegen ziehen/ welche aber zeitlich 8* reiß aus an die handt genommen und des Feindes nicht erwarten woͤllen. Darumb uͤberzog er den Biſchoff Simon zu Padeborn und zwang ihn das Biſthumb zu reſigniren und ſich auff Trindelburg in hafftung zu ſtellen. Alſo bekam hierneben L. Ludwig Aich; die adminiſtration des Wehnuie, ſo lange der gefangene Biſchoff im leben. Alß er aber verſtarb/ ward erſtens Landg. Herman jars 1498 ein Biſchof zu Padeborn erwehlet. Landgraf Ludwig hielt gute freungſchafft mit dem tapfferen kriegsfuͤrſten ſeinem ſchwagerq faltz⸗ graf Frldrich/ derhalben er auch/ als der Pfaltzgraf gegen Dietrichen Biſchoffen zu Meintz und ſeine mit genoſſen 12 Fuͤrſten und grafen/ welche ſich ſaͤmptlich wider Fridrichen verbunden/ und ihm mit hereßkrafft ins land gefallen waren/ zu felde lag mit 1300 wolgeruͤſter pferde/ und ſonſt anderem fueßvolck/ alle in blaw uñ weiß bekleidet a uß gezogk. Beide bruͤder waren anfenglich eintrechtig/ darob Heſſen ſeiner feinde halber unangefochten blieben/ biß endlich durch verhetzen Hanſen von Doͤrnber gkund anderer ſie aneinander gerahten/ und im land daruͤber nicht geringer ſchade und un⸗ raht entſtanden. Dieſer Hanß iſt aus dem alten geſchlecht deren von Doͤr aelg geboren/ ein ue ſtandege efähtner verſchlag⸗ berſe ctiſir ande noch hain hoeft Am liebli nach ange das! iſt er einer ange nuhr die R in ſei erfahr Cam undn 2 eſel de Geiſa und v eſeln/ geſtar Fürſt itlich dz Feindes ger den ihn das delburg eben L. afft mit Pfaltz⸗ altzgraf nd ſeine che ſich nd ihm felde lag nderem gezogk. rechtig/ fochten ſen von rahten/ Ind un⸗ öt deren fahrner ſchlag⸗ 1 berſchlagner/ aber doch auff eigen nutzẽ zu viel pra⸗ etiſtreder kopff/ deſſen gluͤck ſich auch jetzt hieher bald anderſtwo hingewendet. Dann zu dieſer zeit lebte noch des vorgedachten Graf Johan von Zigen⸗ hain nachgelaſſene witib/ welche/ als ſie ein ſtatliche hoefhaltung/ hat ſie ermelten Hanſen zu ihrem Amptman verordnet/ velches dann ihm den erſten lieblichẽ anblich zum gluͤck veruhrſachet/ und ihn zu⸗ nachfolgenden thaten getroſt und hochmuͤtig zu ſein angelocket. Alls aber die Graͤfin abgangen/ und das land denen Lanografen gentzlich heimgefallen/ iſt er zu gleich bey dieſem Fuͤrſten L. Heinrich/ als einer dem alle gelegenheit kuͤndig/ hoch ankommen/ angeſehen dz der Fuͤrſt ein rechter Ackæon, welcher nuhr allein dem jagen ergeben/ und das andere auff die Raͤthe verſchoben. Vnd weiln Doͤrnbergt ſonſt in ſeinem anbefohlnen ampt fleiſſig uñ in ſachẽ wol⸗ erfahren/ mach ihn der Fuͤrſt zu ſeinem Hoeff und Cammermeiſter/ darob dann menniglich geiſtlich und weltlich ſich vor ihm buͤcken muͤſſen. Alß auch zu der zeit Herman und Joͤrge Reid⸗ eſel deß ſtiffts zu Fulda feinde geweſen/ und die ſtadt Geiſa ingenommen und ſonſt viel dorff gepluͤndert und verbrandt/ iſt Landgraff Ludwig denen Reid⸗ eſeln/ Landgraff Heinrich dem Apt Reinhardo bey⸗ geſtanden: diß hat alſo einen unwillen zwiſchen beidẽ Fuͤrſte veruhrſachet. Hertzog Wilhelm zu Sachſen 1466 beider S. Chronica 249 250 Heſsiſche beider Fuͤrſten angewanter und vaͤtter ſahe ſolche verbitterung der bruͤder ungern/ und bracht ſo viel zu wege/ daß er ſie gen Herſchfeldt zu einer guͤttli⸗ chen unterhandlungen zuſammen bracht/ darzu er dann auch Grafen Johan und Wilhelm zu Hen⸗ neberg gezogen. Wiewol man nun gantzer acht tage angewendet/ und keinen fleiß vereinigung an⸗ zurichten geſparet/ ſo iſt es doch ohne einige frucht abgangen/ in dem Landgraff Ludwig Cathrinen von Brandenſtein/ welche ihm Hertzog Wilhelm aus einer concubinen und beyſchlaͤfferin zu einer ge⸗ mahlin erhoben/ nicht vor ein Fuͤrſtin achten oder ehren woͤllen/ und ihm hierob den Hertzog zuwider gemacht. Daran dann Landgraff Heinrich nicht geringes gefallen getragen/ der hoffnung/ ſo die ſa⸗ chen zum kriege gerathen wuͤrden/ deß Hertzogen beiſtand zu genieſſen. Darumb luhter ihn auch fol⸗ gents zur faſtnachts freude gen Marpurg. Landgraff Ludwig zwar achtet dieſes wenig/ verfugte ſich aber nichſtoweniger mit 200 pferde zu Marggraff Albrechten zu Brandeburgk ſeinem vertrawten freunde/ ſo wol die Faſtnacht mit ihm zu halten/ als auff den nohtfall/ſeinen beiſtand zuer⸗ werben/ und ward alſo beyderſeits die zeit mit fro⸗ ligkeit dantzen/ thurniren und ſtechen/ inſonders a⸗ ber zu Marpurg/ als Landgraff Heinrich den Her⸗ zogen und ſeine gemahlin durch die Wederawiſche Grafen/ Graf ter an groſſe muͤhe abzul dem Ludn vorge cein J ſchaf olt mi ten d that⸗ der T ſagtel Balt thold mach Frid Hen undl ber d ten ſi nam dam e ſolche t ſo viel guͤttli⸗ arzu er u Hen⸗ zer acht ing an⸗ frucht thrinen Bilhelm einer ge⸗ en oder zuwider ch nicht o die ſa⸗ ertzogen uch fol⸗ wenig/ ferde zu ſeinem mit ihm and zuer⸗ mit froͤ⸗ nders a⸗ den Her⸗ rawiſche Grafen/ Chronlca. 251 Graffen/ Curten von Boineburgk und 600 reu⸗ ter annehmen und zu Marpurg infuͤhren laſſen/ mit groſſem geprenge zugebracht. Vnder deſſen be⸗ muͤheten ſich beyderſeits unterthane die feindſchafft abzulegen/ und hielten deßwegen im fruͤelinge auff dem Spiß ein zuſammenkunfft/ da dann Landgraf Ludwig als eine beredter HErr ſeine ſache ſelbſten vorgetragen/ wiewol alles vergebens/ ſintemal etli⸗ che in allem das widerſpiel L. Henrichen beredeten. In mittler zeit verbunden ſich wider die Graff⸗ ſchafft Hennneberg Henno von Vrff/ Wigant von oltzheim und Herman von Liderbach/ fielen ins mpt Kalten Northeim/ plaͤnderten und verbran⸗ ten darin Mittelstorff und Erbenhauſen. Auch that zu dieſem weſen huͤlff und fuͤrſchub Hanß von der Thanne Amptman zu Fuͤrſteneck. Hierumb ſagten ihm ab F. Henrich zu Hennebergk/ beneben Balthaſarn Spechtshardten/ Georgen und Bar⸗ tholden von Bibra und Bartholden von Roßbach/ machten ſich auch ſampt F. Wilhelmen/ Georgen/ Fridrichen/ Otten und Herman allen Graffen zu Henneberg gefaſt/ ſtreifften auff ermelten Hanſen und berandten darnach Fuͤrſteneck. Wiewolihn a⸗ ber dieſer anſchlag mißrieht/ ſo uͤberfielen uñ verbrã⸗ ten ſie doch fuͤnff Thanniſche doͤrffer. Derwegen nam ſich L. Ludwig des von der Thanne als ſeines damahligen dieners hefftig an/ und ſtunden derent⸗ 1 wegen 232 Heſsiſche wegen die ſachen gar ſoͤrglich: alſo daß ſich. Frid⸗ rich vnd Wilhelm Chur und Fuͤrſten zu Sachſen groͤſſer ungluͤck zuvermeiden darin ſchlagen/ und die ſach vergleichen muͤſſen. Damahls war Apt zu Fulda/ wie gehoret/ Rein⸗ hart geborner Graf zu Wilnou/ ein alter ſchwacher Herr. Weiln nuhn derſelbserſtlich von den Riedt⸗ eſeln/ darnach auch von dem Landtgrafen zu Heſſen mit krieg und feindlichen infaͤllen uͤber die mahs beſchweret/ wiewol er ſelbſt uhrſach darã war/ han⸗ delt er neben dem Capittel zu Fulda/ mit Fuͤrſt Jo⸗ hanſen Grafen zu Hennebergk/ daß er ſich zů haupt⸗ manddeß ſtiffts annemen ließ/ darauf er dan die ſtadt Geiſa widerumb ingenommen/ und die Landgraͤvi⸗ ſche beſatzung gefangen gen Fulda gefuͤhret. Dar⸗ umb erwehlet ihn der Apt follends zu einem Coad⸗ jutorn/ und verhalff auch unlangs darnach/ als er ſchwacheit halber gar reſtgniren muſte/ daß er/ F. Johan/ darzu hiernacher Abt zu Fulda erklaͤret/ wel⸗ ches ihn doch hiernechſt viel noht/ muͤhe und arbeit geſtanden/ weiln er den Fuͤrſten zu Heſſen mit inne⸗ mung der ſtadt Geiſa ihm zum feinde gemacht. Krieg und unfrieden zuvermehren gab auch mit⸗ uhrſach/ daß F. Henrich zu Henneberg einer be⸗ ſchwerlichẽ fehde gegen Carln von Luͤdder und En⸗ gelharden von Buchenau wegen dreyer pferde/ ſo von ihren dienern des ſtiffts Sch malenndeneu olten b b b Frid⸗ achſen nd die Rein⸗ vacher Riedt⸗ Heſſen mahs 7/ han⸗ ſi Jo⸗ haupt⸗ ie ſtadt graͤvi⸗ Dar⸗ Coad⸗ als er er/ F. ret/ wel⸗ arbeit it inne⸗ he. ich mit⸗ iner be⸗ nd En⸗ erde/ ſo mleuten ſolten pronica 15, ſolten genommen und ins ſchloß Buchenau gefuͤhret ſein/ ſich undernommen/ vor eins: Darnach daß Hauß Werner von Hanſtein ritter/ der in ſondern gnaden L. Ludwigs/ Hanſen von Doͤrnberg offent⸗ ſicher feindt wart/ und deswegen etliche ſtreiffen auf einander geſchehẽ: und dan daß ein groſſer zwieſpalt wiſchen den Junckern von Buchenau in Buchen 2 4 7— 7 f. De 7 uͤber dem Ganerben hauſe Buchenau wegen Si⸗ mon von Waldenſtein/ der ſeiner mutter halben (vermuͤg des krumenſtabs) auch Ganerb ſein wolte: darwider dan etliche von Buchenau als Engelhardt Henrich und Caſpar nicht waren: Aber die andern inſonders Georg ond Buſſo wolten ſolchs keines⸗ weges geſtatten/ ja den Waldenſtein auf dem hauſe nicht wiſſen. Hingegen gedacht derſelbe nicht ſich ſei⸗ nes rechtens am hauſe/ vielweniger aber ſeiner poſ⸗ ſeſsion zu begeben: und bekam daruͤber ein ſeder part ſeinẽ anhang. Landgraf Ludwig nam ſich Simons als ſeines Marſchalcks ernſtlich an: ſo fiel ſein bru⸗ der Landgraf Henrich dem andern theil bey/ darzu halff nuhn Hans von Doͤrnbergk das feur weidlich anſchuͤren/ daß die bruͤder/ Fuͤrſten zu Heſſen/ hart daruͤber in einander wuchſen. Letzlich bekam mehr genanter von Waldenſtein in Sommer des 1467 jahrs auff einen tog 14 feindsbriefe/ darinnen ihm allein Landgraf Ludwigen zu trotz abſagten Landt⸗ graff Henrich zu Heſſen/ Abt Johan zu Fulda uñ ii ij deſſen 1467 Heſſiſche deſſen bruder F. Wilhelm Grafen zu Henneberg/ Graf Ludwig von Eyſenburg/ Graf Sigmunde von Gleichen und H. Braun edler herr zu Qvern⸗ furt/ auch George vnd Buſſo von Buchenau und andere mehr: darfuͤr ſich doch der Waldenſtein gar nicht entſatzte/ ſagende woͤllen ſie mich verjagẽ/ wirts nit allein mit briefen zugehen: Thete mein Herr L. Henrich/ wolte ich dero andern wenig genugachten: Iſt mir aber leid/ das mein herr/ dem ich dochallzeit zu dienſt bereit willig erſchienen/ mich auch haſſen und verfolgen wil. Folgenden Herbſtmonat kamen vor Buchenaw an/ obgenante ſeine feinde ſtarck 40⁰003 zu roß und fueß/ und gar gewiſſer zuverſicht des hauſes in kurtzem mechtig zu werdẽ/ hatten auch hierumb ſich albereits der beute verglichen/ alſo daß Abt Johan wolte die burgk innehmen/ ſo ſolte En⸗ gelhart von Buchenau Fuͤrſt Wilhelms/ Si⸗ mon von Waldenſtein aber des von Eyſenburg ge⸗ fangener ſein. Doch war die zech in abweſen des Wirts gelegt und ausgerechner. Dann ſich Si⸗ mon auch/ wiewol mit wenigen/ aber dapfferen und wolverſuchten knechten gefaſt gemacht/ welche ſich im erſten anlauf den ſtuͤrmenden mit ſchieſſen/ ſtein⸗ werffen und anderer gegenwehr dermaſſen feindlich entgegen geſetzt/ daß dieſelb vom ſturm abzulaſſen/ und weiln ihnen viel Volck abgeſchlagen und ver⸗ wundet/ etwas kaltſinniger hinfuͤhro zu handlen ge⸗ zwum⸗ zwun Stu dien gleic wig chen auff vort lich! ren. jenig auß ſer ſa lich: neberg/ gzmunde Qvern⸗ nau und tein gar / wirts Herr L. Jachten: challzeit h haſſen at kamen de ſtarck ver ſicht tten auch alſo daß ſolte En⸗ 8/ Si⸗ burg ge⸗ eſen des ſich Si⸗ eren und iche ſic en/ ſtein⸗ feindlich zulaſſen/ und ver⸗ ndlen ge⸗ zwum⸗ Chronica 254 zwungen/ und verlohr F. Wilhelm ſeinen vogt vom Strauch/ und der von Eiſenburgk ſeinen getrewen diener Henrichen von Mohßbach. Weiln auch zu⸗ gleich das geſchrey ins lager kam/ wie Landg. Lud⸗ wig mit einem wolgeruͤſten hauffen im anzuge Bu⸗ chenau zu entſetzen/ brachen ſie von der belaͤgerung auff/ und konten alſo nicht das alte hoͤltzine gebew/ ſo vor der burg gelegen und mit wenig knechten undet⸗ lich bawren beſetzt/ wil der burgk geſchweigen/ erobe⸗ ren. L. Ludwig aber nam das hauß in und jagte die jenigen/ ſo dieſen unnoͤhtigen zanck angerichtet/ her⸗ auß/ welche doch hiernacher in der richtigung die⸗ ſer ſach wid rum̃ ingethediget/ und miteinander guͤt⸗ lich vertragen worden. Doch iſt bald darauff Engelhardt von denen Fuldiſchen auff einer ſtreiffe gefangen und ſonſtet das land beiderſeits ſehr verheeret. Erregter maſ⸗ ſen worden die Fuͤrſten je mehr und mehr gegen ein⸗ ander verbittert: Derowegen auch Landgraf Hen⸗ rich und ſein Hofmeiſter/ alle die/ ſo Landgraf Lud⸗ wigen gewogen/ nicht weniger als dem Furſten ſelb⸗ ſten geneidet/ und ſie/ wo muͤglich/ beſchediget: In maſſen ſie dañ an dem Grafen von Naſſaw zu Dil⸗ lenberg/ der auch dem Landgraf Ludwigẽ zugethan/ erwieſen/ in dem ſie Hellwigen von Ruckerßhauſen ſampt einer anzahl reuter/ wiewol mit ihrem ſcha⸗ den und niderlag/ ins landt geſehicket. Dann ij iij Ruckers⸗ Ruckershauſen gefangen/ Henrich von Grunen⸗ berg/ welcher von L. Henrichen angehetzet ſich ſtellet umb etlicher geringẽ ſachen willen des Grafen feind worden ſein/ nurt damit er dem infall ein farb und uhrſach zulegen koͤnte/ gekoͤpfet/ und viel andere in gefahr ihres lebens gefuͤhret/ wan nicht des von Rei⸗ fenbergs geſchonet worden. Endlich kam es auch darzu daß die Fuͤrſten ſelbſt gegen einander zu felde zogen. L. Henrichs an⸗ han war der Apt zu Fulda ſampt ſeinem Bruder ilhelm Grafen zu Henneberg/ Ludwig Graff zu Iſenberg/ Otto Graff zu Solms/ Johan Graf zu Naſſaw Dyllenberg/ N. Graff zu Bilſtein. Dieſe haben ſich zu Treiſa und Zigenhain mit 800 pferden und etlich tauſendt Schrweitzern gelagert/ darnach ins Niderfuͤrſtenthumb gefallen/ vor Homburg die Muͤhlen abgebrandt/ Hebel/ Huns⸗ hauſen/ den Berg/ Martorff und andere mehr doͤr⸗ fer gepluͤndert/ und außgebrandt. Dargegen hatte Landgraff Ludwig ſein lager in Homburg/ auch zu einem beyſtand Georgen Pogebradts Koͤnig zu Boͤhmen und gewan den nechſten nach Drey Koͤ⸗ nig die ſtadt Borcken. Aber Landgraff Henrich bekam ſie noch deſſelben tags wider/ und beſatzte ſie mit etlichen vom adelund ſonſtet landvolck. Der⸗ halben hat ſie L. Ludwig mit einem ſturm angelau⸗ fen/ erobert und viel darinnen erſchlagen/ under welchen arb und ere in on Rei⸗ Fuͤrſten chs an⸗ Bruder zraff zu nGraf zilſtein. nit 800 elagert/ n/ vor Huns⸗ ehr doͤr⸗ en hatte auch zu onig zu rey Koͤ⸗ Henrich eſatzte ſie Der⸗ ngelau⸗ under welchen Chronica. 155 welchen beſonders Philip Braun deß Landgrafen Marſchalck. Berbrante darnach Schwartzenborn/ deßgleichen im ampt Newkirchen Ribelßdorß/ Ru⸗ ckershauſen/ das ſchloß und Ampt Schoͤnſtein/ die Denßburg mit dẽ dorfen/ Schonau/ Willingshau⸗ ſen vor dem Walde/ Severdenrohd uñ andere. Geſ⸗ perg hat er beſchoſſen/ erobert und alle mansperſoh⸗ nen darauff erſtochen. So ruhet auchhierzwiſchen L. Henrich mit nichten/ ſondern gewan Vlrichſtein ſampt dem flecken und ander zugehoͤrung mehr. Nun hetten beide Fuͤrſten ihre offnung und ge⸗ rechtigkeit an der ſtadt Herſchfelt: doch kam Ludwi⸗ gen ſein bruder Henrich zuvor/ legte ſich in die ſtadt und that denen buͤrgern nicht geringen uͤberlaſt/ alſo daß/ wañ nit Simon Gerwig ein mitbuͤrger durch ſeinen fleiß und geſchwindigkeit dem uͤbel vorkomen/ die buͤrger ſich endlich wider den Fuͤrſten aufgeleget hetten. In dem kompt L. Ludwig vor die ſtadt/ for⸗ dert als der eltiſte auch ſein offnung. Derowegen L. Henrich von ſtund an in aller ſtill/ ungluͤck und blut⸗ vergieſſen zuvermeiden/ auß der ander ſeit zum Jo⸗ hannes thor ausgelaſſen worden/ und darvon ziehen muͤſſen. Es hette auch dieſer jamer noch lenger ge⸗ wehret/ wo nit zur ſelben zeit under etlichen geſchlech⸗ ten vom adel als denẽ von Elben/ Meiſenbugen und Grifften an einem/ denen von Loͤwen ſtein/ Dalwig 27 2⸗ gefallen. So ſagt man auch es habe ſich ein zouber⸗ ſchütz gegen L Henrichen erbotten/ wan ers vor ein villen aufnemen wolte/ mit einem ſchuß dieſem krieg ſein endſchaft bald zu machen. Darauf ihm zwar der Landgraff alles zu thun/ was ihm muͤglich/ ver⸗ guͤnnet/ allein ſeines bruders des Landgrafen ſolte er verſchonen: dañ er wolte viel lieber den halben theil ſeiner guͤter/ als deſſelben miſſen und beraubet ſein. Solches haben etliche vernuͤnftige maͤnner behertzi⸗ get und alle muͤgliche mittelund wege fuͤrgenom̃en/ etliche unpartheliſche aus Ritter und Landſchaft ni⸗ dergeſatzt/ welche mitwochens nach Bonifacii des 1467 jahrs den krieg entſcheiden/ und angeordenet/ daß allein zwen regierende Fuͤrſten ſein/ und dieſelbe L. Herman ein underhalt auf ſein lebtag verſchaffen ſolten: die auch forters alle und jede guͤter/ rente und gefelle gegen einander vergleichen muͤſſen/ doch mit dieſem ausdruͤck lichen vorbehalt/ daß ihrer/ der Fuͤr⸗ ſten/ keiner dem andern zum nachtheil etwas enteuſ⸗ ſern/ ſonder einander ſchuͤtzen und darzu der eltiſt in alleivege die regalien und lehnſchafften von Keiſ: Maj: von ſeinen ſelbſten und der andern wegen als ein ſamptlehn entpfahen und tragen ſolte. Inmaſ⸗ ſen hierauff L. Ludwig als der eltiſt anno 14 71 von Kei. Fridricy dem IIlin ihrer beider nahmen beleh⸗ net worden: da auch zum ſelbenmahl die Erbverbruͤ⸗ derung mit den H. zu Sachſen/ Landg. in Thuͤrin⸗ gen und quber⸗ vor ein m krieg n zwar c/ ver⸗ ſolte er en theil bet ſein. ochertzi⸗ vomen/ haft ni⸗ eii des rdenet/ dieſelbe ſchaffen nte und och mit er Fuͤr⸗ enteuſ⸗ eltiſt in Keiſt gen als Inmaſ⸗ 71 von nbeleh⸗ verbru⸗ Thuͤrin⸗ gen und Chronica. 236 zwuͤgen uñ Marggrafen zu Meiſſen als ein erblehn erkandt und beſtetiget. Dieſer vertrag iſt gemacht auff den tag Udalrici. Doch uͤberzog L. Ludwig den Apt zu Fulda 1 468 und gewan ihm ſtadt Geiſa an. Darnach wards auch dieſer ſeits durch gute unterhaͤndler aufgenom⸗ men und in guͤte hingelegt. Nach dieſem verhalff L. Ludwig ſeinem bruder Herman ans Biſtumb Hildesheim uñ wolte auch forters abermahls den Apt zu Fuld bekrieget und uͤberzogen haben/ wann ihm nit were auff Reichen⸗ bach imz4 jahr ſeines alters vergeben wordẽ. Dar⸗ uͤber dan Doͤrnberg widerumb herfuͤr gebrochẽ/ uñ allen ſeinen feinden ausgenom̃en dem Simon von Waldenſtein/ welcher ſich niemahls vor ihm demuͤ⸗ tigen wollen/ zu ſchwer und mechtig worden. Sei⸗ nen Coͤrper hat man gen Marpurg gefuͤhret/ und daſelbſten begraben. Er verließ aber von Fraw Mechtilden Graͤfin zu Wuͤrtenberg/ zwen junge knaben beide Wilhelm genandt/ deren der elter⸗/ der ander; jahr alt war. Hierumb unternam ſich Land⸗ graff Henrich einer unvetterlichen vormuͤndſchafft/ alſo daß/ demnach die junge Fuͤrſten zum regiment kommen/ ſie alle kiſten leer und das ſilbergeſchir ent⸗ frembdet befunden. Er wolte auch L. Herman nicht zur mitvormuͤndſchafft laſſen/ ſondern verglich ſich des underhalts wegẽ mit ihm/ daß er nemlich Han⸗ urg 1471 1473. burg in Heſſen/ Bidenkop/ Melſungen/ Scharten⸗ berg und Zirenberg ſein leblang und nicht lenger/ uñ daruͤber noch 2000 fl. jaͤhrlicher gewiſſer rente ha⸗ ben/ aber kein weib nehmen ſolte/ es were dañ daß L. Henrich und ſeine beide vettern Wilhelm der elter uñ Wilhelm der mitler keine ſoͤhne hettẽ/ damit die ſtaͤt⸗ te nach ſeinẽ tod widerumb dem lande ledig anfielen. Anno 1472 iſt eine ſo grawſame wůͤtende peſti⸗ lentz ingefallen/ daß auch alle lieb und trew daruͤber erkaltet/ die eheleut einander verlaſſen/ die kinder von denen eltern/ und die eltern von den kindern gewichen ſindt/ daß alſo viel menſchen/ welche vieleicht wider⸗ umb geneſen koͤnnen/ wegen abgang der wartung verſterben und umbkommen muͤſſen. Neben dieſer ſtraf gab der Almechtige ein uͤberfluͤſsig und reiches weinjahr/ alſo das man umb 4 pfennig ein maß des beſten weins kauffen koͤnnen. Auch erfollget darauf ein frůhe ſommer zeit dariñe die beume umb Annun- ciationis Mariæ angefangen zu bluͤhen. Es iſt aber darneben eine ſolche duͤrre ingefallẽ/ daß von Pfing⸗ ſten biß 8 tage nach Egidii keine regen geſehen/ die bronnen und baͤche verſiegen/ und etliche waͤlde und heiden von der hitze angangen und verbronnen. Es hatten aber bißdahero die Weſtphaͤlinge diel raubens in Heſſen gedrieben/ und darmit Land⸗ graff Henrichen bewegt/ ihnen etlich volck nach zu⸗ ſchicken: dieſelbige haben die Brieler in inem holen weg wege fuͤhre wolle mech tenbe ſein/¹ len/ g koſte Coll ſeiner rici b Rup gezog und? belag 1500 welch ſichd L. H 780 Carr brud Vn vorg gerz⸗ wofe charten⸗ nger/ uñ rente ha⸗ uñ daß L. relter uñ die ſtaͤt⸗ anfielen. nde peſti⸗ daruͤber inder von gewichen ht wider⸗ wartung ben dieſer d reiches maß des het darauf Annun- s iſt aber on Pfing⸗ eſehen/ die välde und nen. tphaͤlinge mit Land⸗ f nach zu⸗ nem holen weg Chronica. 29y wege uͤberfallen/ und mehrertheils gefangen wegge⸗ fuͤhret/ auch nicht ohne eine groſſe ranſon ledig laſſen wollen. Hierumb verſamblet der Landgraff ein mechtig kriegsvolck/ gewan uñ zerbrach den Schar⸗ 147 4 tenberg/ und wolte alſo auch mit Brielen gefahren ſein/ wan nicht die Weſtphelinge ihme zu fuß gefal⸗ len/ gnad begehret/ und allen ſchaden und kriegsun⸗ koſten widergolten und erlegt hetten. Es war aber damahln Ertzbiſchoff Rupert zu Coͤlln ein geborner Pfaltzgraf erheblicher uhrſachs ſeiner wuͤrde entſetzet/ und Landgraf Herman Hen⸗ rici bruder an ſeine ſtadt erhoben. Derowegen P: Rupert Hertzog Carlen von Burgund ihm zu huͤlf gezogen/ derer Landgrafen abgeſagter feind worden/ und Landgraf Herman in der ſtadt Neuß haͤrtiglich belagert. Darumb endlich Landgraff Henrich mit I000 man an Rhein gezogen/ ein ſchloß daſelbſtẽ/ welches Rupertus innen hatte/ belagert und erobert/ ſich darnach zu dem Keiſer und des Reichs huͤlffe/ ſo L. Herman in Neuß zu entſetzen ankommen/ und 78000 zu roß und fuhß ſtarck/ gethan/ ſich gegen Carolo und Ruperten uͤber gelagert und alſo ſeinen bruder vor des Burgundiers gewalt erhalten helfen. Vnd hat ſich damahln Biſchof Herman wol koͤñen vor gluͤcklich ſchetzen/ in ſo gelegener und nohttrengi⸗ ger zeit eine ſo ſtadtliche huͤlffe zuerhaben. Dann wofern die belagerung nit abgewendet/ were eai 41 3 ihm ——— 7 1475 288 Heſſiſche ihm ausgeweſen/ angeſehen daß ſiealbereit 35opfer⸗ de eſſen muͤſſen/ alſo hatte der hunger in der veſtung üͤberhandt genommen. In der ſtadt haben in beſa⸗ tzung geleg? 1000 Heſſen zu fueß buͤrger aus Mar⸗ purg/ Homburg in Heſſen/ Treiſa und andern ſtaͤt⸗ tẽ und 0o reiſiger/ welche innerhalb der belageruug hinder der alten maur ein newen wall/ graben und ſtacket gebawet und hierdurch Carolo alle hoffnung der ſtadt mechtig zu werden/ benommen. Von die⸗ ſer beſatzung ſind mbkommẽ bey 7 00 Heſſen/ dar⸗ unter die vornembſie Theile vom Falckenberg/ Hen⸗ rich und Hartwig von Vrff/ Ditrich von Elben/ Claus Trotta von Sultz/ George von Grieffte/ Di⸗ trich und Fridrich Scheuernſchloß/ und der manlich Johan Bleiber ein tapfferer helt/ wie auch Strebe⸗ katze/ Adolph von Diedegkeld Szohan von Eſchwe⸗ ge/ und ein Spiegel der ſtoltze Meiſſener genandt. Die andern aber ſo darvon kommen/ ſind geweſen/ Conradt von Waldenſtein/ Neidthart von Buche⸗ naw/ Ludwig Dido/ Apel von Greuſſen/ Johan und Eberd Haeek/ Geyſe Hundt/ Henna von Bi⸗ denfeldt/ Heintze und Conradt von Eſchwege/ Curt Noding/ Henne von Schoͤnſtat/ Than und Phi⸗ lips von Wildungen/ Henne Windelt/ Herman von Rumrodt/ Velten von Dernbach/ Hartrahdt von Allnhauſen/ nnd Herman von Hundelshauſen und andere. In ter/ da lung ſe zerſtoͤr⸗ Volck⸗ ſtadt ni bergk. jagt/ h. nach at erwide ſchen ſchwei⸗ rich ſt. vier ſel heimre nichſto auß der willig ander die gef den wi Scher 400 F! denge hauſer ein Re zu Ca Ludw ſol er Auch zu Ca Graf o pfer⸗ eſtung in beſa⸗ »Mar⸗ n ſtaͤt⸗ geruug ben und offnung Von die⸗ en/ dar⸗ g/ Hen⸗ Elben/ ffte/ Di⸗ manlich Strebe⸗ Eſchwe⸗ genandt. geweſen/ Buche⸗ Johan von Bi⸗ ge/ Curt nd Phi⸗ Herman dartrahdt lshauſen In Chronica 259 In folgendem Jahr darnach iſt geweſen ein ſehr kalter win⸗ 1476 ter/ darauf ein ſolche thewrung erfolget/ daß vile ſich auß verzweife⸗ lung ſelbſt erhencket/ vnd vmbbracht haben. In eben demſelben jahr zerſtoͤret L. Henrich Lintz vnnd Schartendergk/ warff fewer inn Volckmarſen/ vnnd ob er wol die helffte auß brante/ konte er doch die 477 ſtadt nicht gewinnen vnnd verlohr daſeldſten Eberhart von Guden⸗ bergk. 3. eiln auch Wolckersdorff ein bequemet ort zur uͤrſten⸗ ſagt/ hat Landgraf Henrich einen newen baw dahingeſetzt/ vnd dar⸗ nach auch Fridewalt/ ſo er von etlichen võ Adelerkaufft/ von grund erwidert/ vnd wie es jtzt iſt/ gebawet. Jahrs 1478 war vnwillen zwi⸗ ſchen Wühelm dem III vnnd den andern Hertzogen zu Braun⸗ ſchweigin Grubenhagen vnd den Grafen von Sp gelberg. L. Hen⸗ rich ſtand H. Wilhelm bey/ vnnd gewonnen dem von Spigelberg vier ſchloſſe an. Als nun nach dieſem dem Landgraffen inn ſeiner heimreiſe/ von der ſtad Eimbeck/ der durchzug geweigert/ vnd der L. nichſtoweniger for zoch begaben ſich die trutzigen buͤrger nioo ſtarck auß der ſtadt/ hielten ſich in einer wagenburg vnnd waren alſo mut⸗ williz vnd deß ſieges gewis/ dz ſie auch beim bier etliche. Heſſen/ ein⸗ ander zugeſoffen/ vnd ein wagen mit ſtricken/ auß der ſtadt geholet/ die gefangene Heſſen darmit zu binden. Aber die rechnung war ohn den wirih gemacht. Dann der g. durch ſeinen Marſchalck/ Johan Schencken von S chweinßburg/ ſie in jrer wagenburg vbermannet/ 40o erſchlagen/ 700gefangen vnd an obgedachten ſtricken gebun⸗ den gen Caſſel/ Allendorf/ Witzenhauſen/ Grebenſtein/ Immen⸗ hauſen/ vnnd Geißmar gefuͤhret. Von dieſer Victori henget noch ein Reuterfahn/ mit einem angemahtten roß/ in der alten ſtadt kirch zu Caſſel. Es ſtarb jmldem Landgrafen/ aber kurtz hernach ſein ſohn Ludwig zum Rauſchenbergelals er im 18 jahr/ vnnd wie man ſaget/ ſol er vom harten ſchnuͤren/ wie damala braͤuchlich/ erſtricket ſein. Auch hatte L. Heinrich zu einer gemahlin/ Annam Graf Philipſen zu Catzenelnbog n tochter/ daher ſich begeben/ dz nach dem der alts Graß/ vnd ſein ſohn ohne manlche erden in damſelben jahr veſe, 3 6n 1478 1479 1480 1481 148 „ 5 260 Heſſiſche den/ er auch dieſe Grafſchafft erblichen inbekommen/ dardurcha ein mechtiger Herꝛ worden/ vnd darneben denen ð zu Henneberg oberwehnter vrſach halber/ treflich bedranglich. In anno 1480 iſtein ſo warmer winter geweſen/ der auch gantz keinen ſchnee gehabt/ deme folgete ein vberauß trockener Som⸗ mer in dem gantze waſſer außgetrucknet/ vnd man allein auf groſſen vnd ſchiffreichen waſſern mahlen koͤnnen Hingegen aber/ war der kommende winter grimmiger kaͤlte/ der ſommer aber vbriger naͤſſe vnd voll regens/ alſo daß die fruͤchte verdorben/ vnd man auß Thuͤ⸗ ringen vnd zu Erfurd das brod abholen muͤſſen. Ohne ſterben iſts auch nachfolgende zeit nicht abgangen/ inſonders in anno 482 iſt ein hietziges fieber entſtanden/ darvon die leut vnſinnig worden/ vnd jhnen woͤrme in den koͤpffen gewachſen/ die ihnen zu den ohren vnd naſen außgekrochen. Was fuͤr ſchmertzen ſie daran erliten/ iſt leicht⸗ lich zuerachten. Das folgende jahr ſtarb auch Landgraf Heinrich nach dem er ſeinem bruder 12 jahr nach regieret/ vnnd deſſ n kindernnicht zum beſten vorgeſtanden. Iſt ſonſten ein wolthetiger Fuͤrſt geweſen/ vnd ſchlecht in kleidung/ in maſſen von jhm geſagt wird/ daß wuͤllen tnch V vnd zwo hanen federn ſeine vornembſtetracht. Ludwis der zum Rauſchenberge vmbkommen. Fridrich. Henri a Pfind jung geſtorben/ Ihme ſindt von Annaã Wilhelm der uͤnger/ ſo nachmahln ans vatters Graͤfin zu Catzenelen⸗ ſtadt kommen. bogen/ etc. Mechtilt iſt dem Hertzog von Cleve vermaͤhlet. (Eliſabet aber Grafen Johan zu Naſſaw. (Wilhelm der Elter vnd Wilhelm der Mitltr beide Seinem bruder LLud⸗ regirende Fuͤrſten zu Heſſen. wigen aber von ſeiner Eliſabet iſt jung geſtorben. gemahlin geboyen. Anna iſt eine Cloſterfraw zum Annenberg Wiſhelm L worden. dar durch er Henneberg n/ der auch 5 e bener Som⸗ auf groſſen er/ war der briger naͤſſe n auß Thuͤ⸗ eſterben iſts mno 1482 iſt vorden/ vnd nohren vnd en/ iſt leicht⸗ Hnach dem nnicht zum eweſen/ vnd wuͤllen tnch oömmen. s vatters maͤhlet. „ w. Mitler beide berg Wiſhelm Throͤnicak. 26½ Wilhelm der Elter/ Wilßelm der Mitler und Wilhelm der juͤnger Landgrafen zu Heſſen/ Grafen zu Catzenelnbogen/ Dietz/ Ziegenhain und Llidda. S hat Landgraf Heinrich nach ihm ver⸗ 8 6 8„ 4 8 4 29 laſſen einen ſohn auch Wilhelm mit dem SP zunahmen der juͤnger genandt. Weiln er aber nuhr allein 12 jahr alt/ unternam ſich Landgraf Herman Ertzbiſchoff und Churfuͤrſt zu Coͤln/ Adminiſtrator zu Padeborn/ der vor⸗ mundſchafft. Im Niderfuͤrſtenthumb kam zum regiment Wilhelm der Elter Ludooici ſohn ein verſtendiger gelehrter fuͤrſt/ und nam zu einer gemahlin Annam Hertzogen Wilhelmi zu Braunſchwig und Luͤne⸗ burgk tochter. Sein bruder aber war bißdaheroan ſeines vettern Eberhardi Grafen zu Wirtenberg ho⸗ fe vom I jahr ſeines alters erzogen/ und hatte ſich im 16 jahr ſeines alters im thurnier zu Studtgart/ wie auch zu Inßprugt tapffer gebrauchẽ laſſẽ. Nich⸗1 ſtoweniger wolte ihn beides mutter und bruder un⸗ ter die geiſtligkeit verſtecken/ ob ſchon mit mennig⸗ liches widerwillen/ und holet ihn auch deßwegen die Mutter vom Wuͤrtenbergiſchen Hoef/ und verſchi⸗ cket ihn ſeinem vettern B. Herman gen Coͤln. Er aber/ dem der geiſtliche ſtandt nicht annemlich/ hielt kk ij k ij ſich 84 ————ſſſſſͤſͤſͤſͤſſſſſ 1490 Heſsiſche ſich zwar ein zeitlang an ſeines vettern Hoefe/ kam doch baldt widerumb in Heſſen/ und fordert die tei⸗ lung und antheil landes von ſeinem bruder. Der⸗ ſelbig wolte ihm erſtlich nichts geſtehen/ doch auf gu⸗ ter leut unterhandelung uͤberließ er ihm etliche heuſer ſampt der ſtadt Gutenſperg. Darauff verfuͤgte er ſich mit ⸗oo reiſigen zu Keyſer Fridrich/ welcher da⸗ maln wider die widerſetzige Flandern/ darumb daß ſie ſeinen ſohn K. Manxemilian 1. ihren eignen Herren in hafft gezogen/ kriegte/ und wart von dem⸗ ſelben Maxemiliano ſeiner geuͤbten manligkeit we⸗ gen nicht allein zu rittergeſchlagen/ ſondern erlan⸗ get auch von ihm einen befehlich an ſeinen bruder wegen gleichmeſſiger teilung des landes. Als nuhn ſein bruder ſolchem nicht widerſprechen dorffte/ wart zwar anno 1485/14.86/1487/ ein mutſchi⸗ rung von der fraw mutter zwiſchen beyden bruͤ⸗ dern troffen/ welche aber in folgendem 1403 jahr widerumb geendert. Vnter deſſen verfüget ſich Landgraff Wilhelm der Mitler fortters dem Key⸗ ſer zu huͤlff mit 100 Reuttern in Vngern. Bey ihm waren nachbenante vom Adel/ Curt von Wal⸗ lenſtein Ritmeiſter/ Curt von Mansbach/ Bl⸗ rich von Hutten/ Gotfridt von Lewenſtein/ Di⸗ trich von Schachten/ Burghart von Cram/ Ru⸗ dolph von Bultzißleben/ Engelbrecht von Vtters⸗ hauſen/ Joſt von Tracksdorßf/ Wilhelm Geene/ untze f/ kam die tei⸗ Der⸗ auf gu⸗ eheuſer uͤgte er her da⸗ nb daß eignen ndem⸗ keit we⸗ erlan⸗ bruder Snuhn orffte/ utſchi⸗ n bruͤ⸗ 33 jahr get ſich tters⸗ pede/ Cuntze Chronica. 263 Cuntze Pfefferſack/ Wolffgang von Butlar/ Guͤn⸗ ter von Frießge/ Bernhardt von Roſen/ Hugo Schrendteiſen dero zeit Kuͤchenmeiſter. Dieſe ſind neben den andern Heſſen in eroberung der ſtadt Stulweiſenburg die erſte auff der maur geweſen/ die beſatzung zu ruͤck biß auffn marckt geſchlagen und ein uhrſach geweſen/ daß die ſtadt erobert wor⸗ den. Darumb hat ſie der Keyſer ſaͤmptlich wollen zu ritterſchlagen/ aber es hat es niemand unter ih⸗ nen/ außgenommen Curt von Waldenſtein vnnd Curt von Manßbach/ angenommen. Wilhelm der Elter wolte auch ſeine zeit nicht al⸗ ſo in muͤſſiggang zubringen/ und unternamb ſich de⸗ rowegen einer reiſe in Palæſtinam vnnd zum Heill gengrabe/ auff welcher er in der umbkahr Bapſt In- nocentium beſucht und von demſelben mit einem ſchwert und huet/ wie auch vorweilen ſeinem Vhr⸗ anherren L. Ludwigen von Bapſt Nicolao V. be⸗ ſchehen/ verehret worden. Wilhelm den juͤnger/ Heinrici ſohn/ kam auch uͤmb dieſe zeit ins regiment/ und waren alſo im landt zu Heſſen/ drey Wilhelmi. Erkauffte auch zu dem lande ein antheil der herſchafft Epſtein und den Klin⸗ genbergk. Vmbdieſe zeit waren heiſſe ſommer und duͤrre jahre/ darauff nicht geringe thewrung erfelget/ und iſt auch damaln die viel boͤſe und abſcheuliche kranckheit der Frantzoſen erſtlich it gangen. kk ij HhHeſsiſche Als in obgedachter reiſe Wilhelm der Elter vom Papſt mit dem ſchwert verehret/ hat ein Poet dero zeit folgendes Carmen darauff ge⸗ macht. Ad Illuſtrem Haſſiæ Principem D. D. Guliermum de enſe Aurato à Pont: Max: condonato. Atus in exceſſo Princeps Guliermus honore ( ui tribuit J italos Inclyta Rma nouos. 1— Hunc ſacratam mus Eulunm donavit& enſen Pontificus- Sacri menteg, olle gii. Kte inter magnos Proceres Dominosq tenctur MNobilus& prudens: Fortus ad arma. deceng, D elecl s populo ſenſu ſummog, prob tur, Vt qui Turrigeram tranſt ulis urbe Deum D yndama quæ coluit: C Jbalen hic nouerat Arys, Mollia cum fervens Inguina c t imor 4 A dae Sacerdotes tacitaſub nocte dolebant, Plebant dilecti tam male membra marts. ea quid aio veterum redeamus ad arma nepotua, Que penetrant Cœlos conſatiat a deis. ed quus erit maior noſtro jam principe Caſar, Caſaris hic princeps aurea tela tenet. actus eques: Princepsq, potens: datus aureus enſus Inter Iuleos connumeraiq; duces. Felix princepsſublimem nattus honorem. Es decus& DPatriæ flosq́; domusq, tuæ. iue diu Felix clarus generatus Aviuu⁵ ¶ ede tuo quaſs barbara terra Duci. c de Cæſareu retinet ſua nomina divis Eſt elegans princeps indole clarus idev. anc Rhodanus, R henusqe ſimul ſub ſdera mittent Inqᷓ, i: iumphali ſade locabit Honos. Cede ͤJ S* 9 OnN8ͤ ttent Cede Chronica. & ede triumphata duæ ò Cartagine m gne Scipio, cum titulis Smyliane Tuis. T ella MNumantinæ quanvu cum milite terra Contudit:& leges hoſtus hybernus habet. A ſter Mrſſanam torquem bené ſabſtulit, alter um cito ¶ or vino numptia venit auis. A pbrica Scipiadas de ſe clamaverat hoſtis Puplius& domitas traxit] ſaurus opes. E tmortu titulum tulerat qui nomina Druſo Rhenus babet miſero quod brevis ille fuit. uot numero gentespoſſem numerare triumphis Inter tot numerotanta Trophæa Ducum. § i vocet a populus princ ep⸗ cognominaſumet Tot victu tradent&prior orbus erit. D amodocandentes victas o Roma Gulermo⸗ Qui velab Au guſto vel Tovenumen habes. Adeundem de Famà N otus in orbeſatis Fama pervenit ad aſtra Princeps: qui redue i jam dedit arma Iovi. M aiores nusquam ſpecto Gulierme triumphos Iſtafronte precor Regnatuere poli. T eVecnus in gremio ſpettabit& ora Quirinus Crede mihi Princeps, cum Iove magnus erir. Adeundem Illuſtrem prin: de Fama Ampla. P er vaga Sarmaticas penetrævit Fama ſagiptas Venit ad Kiholas Laurea multa dbmos. A d Rhenumg, Getas„Dacos pervenit ad Hiſtrum Princeps& gelidas jam cupit ire Vias ꝓ abl ca Germ inos teſtatur Fama Triampho⸗ Tn victamg ducem Barbarus inde ſonat. 444 Clames Heſsiſche C lamat Io Latium votur poſcentibus arma Rurſus Io Princeps obſtrepit urbe magis. E rbene letitiæ& luſus bene conſcius Alme DPrinceps Au ſonie gaudia Féſta vide. N oman ad aſtra tulit propius videt illatonantv Imperium ſpettet quod prius inde tuum. Ad Eundem de Forritudine. I Aclite Billipotens glacialem comprimis Hiſtrum Et Geticam Peucen velloca dura fitas. I am regere odryſios mavortia pectora curru⸗ 7 MNen: gradivi, te quoq Bella pavent. O ptantem ju venem licuit deſcendere ad umbras Vt vindex patriæ ſtaret& ultor aui. N en reputant annor flagranter arma Cohortes Sed bene conſulto dant ſua pila Duci. E. V. illuſtris: D. Servitor 3 Es hat auch dieſer Landgraff/ als er von gedach⸗ ter reyſe widrumb anheim kommen/ Thaler muͤn⸗ zen laſſen/ darauff beneben dem Heſſiſchen Wapen G beſagtes ſchwert und huet abgebildet. Sind zwei⸗ ltig/ kleine und dicke. 72 Maruis patritius Romanus. Ineben rvitor dmanus. gedach⸗ er muͤn⸗ Wapen nd zwei⸗ In eben Chronica. 165 Ineben demſſelben fahr iſt L. Wilhelm denen Hertzogen zu Braunſchloig/ wider die ſtad Braun⸗ ſchwig/ viel Heſſen aber/ under denen auch Cuntzmã von Falckenbergk ein haͤuptman und Gotfridt von Lewenſtein Ritmeiſter/ ſind der ſtadt zu gezogen. Es hat auch L. Wilhelm der Elter/ weiln ihm auff nechſtbefagter reiſe in lralia durch ein liebtranck vergeben wordẽ/ und derwegen alſo am witz und ver⸗ ſtand von tag zu tag abgenommen/ daß er darob zu regieren untauchlich/ ſich endlich in anno 1493 mon⸗ tags nach Trinitatis dahin erkleret/ damit das Fuͤr⸗ ſtenthumb Heſſen durch mannigfaltige theilung nicht geringert/ noch vernichtet/ fondern in einem 1493 beſtendigen weſen und regiment erhalten wuͤrde/ auch ſonſtet aus ſonderlichen dapffern uhrſachen/ daß er alle ſein land und leute Landgraff Wilhelm dem Mitlern abtreten/ und allein Spangenberg uñ 2000 guͤlden jaͤhrlicher renthe ſeine leblang behalten wolte/ und ſolte man ihme darzu eines vor alles ge⸗ ben 12000 guͤlden und ſeine gemahlin beleibzuͤchti⸗ gen/ welches alſo geſchehen/ die Ritter/ und Land⸗ ſchafft der pflicht erlaſſen und an L. Wilhelm den Mitlern als einzigen regieren den Fuͤrſten gewiefen. Im zweyten jahr darnach/ ſtarb auff ihrem 1495 leibgeding Rotenburg Fraw Mechtild/ Landgraff Ludwigs nachgelaſſene wittib und des Eltern und Mulern Wuͤhelms mutter. kk v Damals A 1496 Heſsiſche Damals war ein Reichsverſamblung zu 4 6¶. 7 2 2 1 11 (Wormbs dahin ſich beide Landgrafen der Mitler und juͤnger verfuͤget/ und in gebuͤhrender lolennitet ihre lehn und Kegala vom Keiſer entpfangen haben. Das eine faͤhnlein/ darin das Heſeiſche wapen und uͤmb daſſelbig funf andere gemalet/ nemlich Catzen⸗ elnbogen/ Ziegenhain/ Waldeck/ Dietz Nidda/trug ihnen vor Phtlip Graf zu Solms/ die bluetfahna⸗ ber G. Johan von Wida. Es fieng aber Wilhelm der Mitler ſeine regie⸗ rung nicht in ſtrengigkeit und beſchwerung der un⸗ terthanen an/ ſondern mit ſanfftmuht/ freundtligkeit und ſonderer beſcheidenheit/ darob ihn dann die un⸗ terthane ſehr liebgewonnen/ und zu dem bey denen außlaͤndern einen groſſen namen veruhrſachet. So nam er ihm auch durch angeben eines Grafen von Sauyn zu einer ehegemahlin Jolandam des koͤnigs in Calabrien und Hertzogen zu Lothringen tochter/ ein ſehr ſchoͤnes fraͤwlein. Dz hochzeitliche feſt hielt er zu Caſſel in beyſein Fridrichen Marggraffen zu Brandenburg/ Landgraf Wühelm des juͤngern/ der Reiche genandt/ ſeines vettern/ Johanſen des Apts zu Fulda/ Vulperti deß Apts zu Herſchfeld/ Phllip⸗ ſen uñ Henrichs grafen zu Waldeck/ Graffen Eber⸗ hards von Koͤnigſtein/ uñ Grafen Burckharts zur Lippe: von welchen dann damaln ſchoͤne Ritterſpiel und Thurnier angerichtet und gehalten. Es that ohn vert hn: Bre ehelt graf der/ ange part ders Wil griff ſtadt einen es da nalv daro feilge gern Enge zu F verhe Hein ung zu Miüler lennitet nhaben. pen und Catzen⸗ da/trug tfahn a⸗ ne regie⸗ der un⸗ adtligkeit ndie un⸗ ey denen het. So afen von s koͤnigs tochter/ feſt hielt raffen zu iern/ der des Apts /MPhilip⸗ fen Eber⸗ harts zur litterſpiel Es that Chronica. 266 Es that aber bald darnach H. Erich der Elter ohn orſach einen vnrechtmeſſigen infall in Heſſen/ vnd verorſachte hiermit/ Landgraf Wilhelm den Mitlern/ ihn mit gleicher muͤntze zubezahlen/ daruͤber dann im Braunſchweigerlande/ vil doͤrfer ingeaſchert worden. Landgraff Wilhelm der juͤnger aber/ hat ihm ehelich vertrawen laſſen/ Eliſabethen Philipſen Pfalz⸗ grafen/ vnd Churfuͤrſten tochter/ vnd einen nicht min⸗ der/ prechtigen Tantz vnnd Thurnirer/ zu Franckfurt angeſtellet. Hat darnach dem Biſchoff zu Trier/ Bop⸗ part gewinnen helffen/ vnd(als jahr 499 L. Wilhelm der Mitler/ die Hertzoge zu Braunſchweig/ Erich vnd Wilhelm/ ond darnach die von Adelepſen feindlich an⸗ griff/ vnd hin vnd wider im lande brennete) wegen der ſtadt Herßfeld/ welche er jhm allein zueignen wollen/ einen widerwillen gegen ſeinen vettern erꝛegt/ daruͤber es dann je bißweilen/ nicht zum beſten abgangen. Nun hatte vielbeſagter/ Engelhart von Buche⸗ naiw/ ein zeitlang nit zum beſten haußgehalten/ auch darob auß anſtifften ſeiner concubinen/ all ſeine guter feil geboten Vnd darmit Landgraff Wilhelm den juͤn⸗ gern/ die zu kauffen vervrſacht Doch verkaufft auch Engelhart/ mehr als ſein war. Als aber ſolches der Apt zu Fulda/ durch Kaͤyſerliche verordnung hindertrieb/ verhetzet Hanß von Doͤrnberg/ den vnterhofmeiſter/ Heintzen von Eringshauſen/ dem Apt ins Land zu fal⸗ len/ vnd 1498 1499 1500 267 Heſſiſche len/ vnd im das dorf Haußwirts abzubrennen. Weiln nun ſolches von Engelhart von Buchenaw herkam/ wardt der Apt vervrſachet/ wieder ihn außzuziehen. Welcher aber jhm/ mit ſeinem volck dermaſſen begeg⸗ net/ daß die Fuldiſche erſtes angriffes zwar in die flucht gebracht/ aber dennoch ſichletzlich/ widerumb erholet/ den Engelharden/ ſampt Haͤrling von Hornberg/ ge⸗ fangen/ vnd die obrigen erlegt haben. Solchs gabein newen vnnd gefaͤhrlichen aufflauff. Dann dem Apt ſtundt bey/ Landgraff Wilhelm der Mittler/ Land⸗ graff Wühelm dem Juͤngern/ aber der Pfaltzgraff vnd H. Erich zu Braunſchweig/ daß alſo die ſach/ ein weit außſehens gab. Dech fandt Gott bald ein ende/ vnnd nam Landgraff Wilhelm den Juͤngern/ in folgendem ſahr auß dem mittel. Dieſer Landgraff/ iſt zwar ein freundlicher Her: geweſen/ aber/ innmaſſen auch ſein Vatter/ wegen deß vbermaͤſſigen jagens/ inn der regiernng nachleſſig. Darob es ſich dann begeben/ daß er end⸗ lich auff einer jagt/ beim Rauſchenberge/ inn dem er mit dem Pferde vber ein hauffen gangen/ den halß gebrochen. Demnach er dann/ ohne erbenhinge⸗ ſtorben/ bekam hierob Landgraf Wilhelm/ der Mitt⸗ ler/ als Regirender Faͤrſt/ das gantze Landt vnnd die groſſe reichthuͤmer/ vnnd worden alſo/ laut der vertraͤge Landgraf Wilhelm der Elter/ ſo zwar inn gleichem grad/ vnnd dann Lang. Henan uß 3 0 4 biſchoff neher n alten T dem S dafelbſ biß dal dem ju 4 bogen ſpaltur ſach in ſöhnle⸗ gen. A Mag Brat das ha verur Herꝛr ſto ſich auch ſen/ nenne nenbe die K deß 1 wege welck ſchrit berg t. Weiln herkam/ zuziehen. ſen begeg⸗ die flucht berholet/ berg/ ge⸗ ho gab ein dem Apt r/ Land⸗ graff vnd ein weit nde/ vnnd olgendem eundlicher Vatter/ regiernng aß er end⸗ inn dem gen/ den ben hinge⸗ der Mitt⸗ andt vnnd ſſo/ laut /ſo zwar man Ertz⸗ b ſchoff Chronica. 267 biſchoff zu Coͤln/ der doch ihm/ Q. Wilhelm dem fuͤngern/ ein grad neher war als L. Wilhelm der Mittler/ gantzaußgeſchloſſen Dem alten Doͤrnberge aber wehre es bey nah gangen wie beim Tiberio dem Sejano. Darumber dann ſich gen Fridberg begeben/ vnd auch daſelbſten verſtorben. Iſt geweſen ein hochverſtendiger mann/ ſo es biß dahero mit ſeinem herꝛen L. Henrich vnd deſſen ſohn Wilhelmo dem juͤngern trewlich gemeinet.— Die grafen zu Naſſaw wolten ſich der grafſchafft Catzeneln⸗ bogen anmaſſen. Iſt demnach zwiſchen jhnen groſſer ſtreit vnnd ſpaltung entſtanden/ vnd mancher pro ceſs gehalten/ biß endlich die ſach in anno 557. bey L. Philipſen zeitẽ außfuͤndig gemachtwordt. In anno 150o/ hat auch Jolanda/ auß ſchrecken ein vnzeitig ſoͤhnlein geboren/ darob ſie den 14 Feb. dieſes lagers mit todt abgan⸗ gen. Alſo freihet L. Wilhelm noch im ſelben jahr Annam Hertzogen Maznizu Meckelnburg tochter. Im jahr zuvor hat ſich widerumb ein ſtreitige ſache zwiſchen Braunſchwig vrd Heſſen wegen Plaß entſpunnen. Denn es wolte das hauß der Fuͤrſt on Braunſchwig gentzlich zu ſich reiſſen/ vnnd verurſacht hiermit den Landgrafen ſich vor Muͤnden zu legen/ vnnd Herꝛn Ditrichvon Pleß abzuholen. Darmit er/ Ditrich/ aber de⸗ ſio ſicherer ſein moͤchte/ ſetzet er jngen Grebenaw/ biß daß dieſer grol auch durch einen vertrag auffgehoben worden. Darnach hat L. Wihelm ſeine erſten Reichſtaler muͤntze laſ⸗ ſen/ ſo anfenglich guͤlden groſchen/ in maſſen troben vermeldet/ ge⸗ nennet worden/ wie auch in demſelben 1̃oz jahr den groſſen ſteiner⸗ nen baw darinnen der Rohteſtein/ zu bawẽ angefangen/ vnd zugleich die Kirch im ſchloß kleiner vnd zu einer capel machen laſſen. Eben deß ßoꝛ ſahrs wolte Philip Pfaltzgraf bey Rhein von L. Wilhelm/ wegen weiland L. Wilhelm deß juͤngern nachgelaſſener wittiben/ welche newlicher zeit mit M. Philip zu Baden in die ander ehe ge⸗ berg haben/ vnd ſolte auch der L etliche orter von jm zu lehen tragen. 1 Weiln 150 ſchritten war/ verleibzuͤchtigung/ noch vber Darmſtadt auch Doͤrn⸗ 1704 268 Heſſiſche Weiln aber der L. vor das leibgeding Darmſtadt jhm gelt anbot/ a⸗ G ber der lehen halber jhm nit geſtehen wolte/ ond hingegen der falt⸗ graf ſich viel ſpoͤtliſcher wort auff den Landgrafen/ vnd die Heſſen vet nemenllies/ wurden ſie daruͤber zu vnfrieden. Als nun mitlerzeit ermelter Pfaltzgraff ſampt ſeinemſohn Ruperto in die acht erkleret/ vnd Landgraf Wilheim jhn zu vber zje⸗ hen gebotten worden/ iſt er als der jm ohne dz wegen eines zwiſpalls der grentze/ jagten/ vñ dann nechſtberuͤrker vrſach wegen vngewogẽ mit 30000 zu fueß/ 2000 auferleſenen reuttern durch Franckfurt ge⸗ gen Bmbſtadt gezogen/ daſſelbig ingenommen/ darnach das ſehloß Hatzhain/ wie auch Odenberg erobert/ Beißhaim/ Heppenhaim/ vnd dz Berghauß Starckenberg vergebens geſtuͤrmet/ Bickenbach vnnd Schoͤnberg erſtritten/ vnnd ſich darnach an den Rhein gegen Mentz begeben: daſelbſten auch ſeine mithelffer/ Philip Hertzog zu Braunſchweig vnd Grubenhagen/ Heinrich vnd Albrecht Hertzoge zu Meckelburg zu jm geſtoſſen. Sonſten hatte er albereit vnter ſeine . olck Eberharden G. zu Koͤnigſtein/ Philipſen Graffen onnd andere. Darauf er dann das Newe ſchloß auß⸗ ebrandt/ vnd das hauß Stein zu gnaden auffgenommen. In dem kommen zu jm geſanden auß dem Rheingaw/ vnd denen vmbligen⸗ den orten/ erbieten ſich eine an ſehnliche ſum̃a/ darmit man jrernur mit dem brande vnd rauben verſchone/ zu erlegen. Hiermit haben ſie den Fuͤrſten etwas abgehalten. Nach dem er aber jhre betruͤglichkeit vermercket/ iſt es darauf deſto erger mit jnen zugangen/ ond alles ins fewer geſetzt worden. Nerſtheim/ Lndenfelß/ Lorſch/ Oberheimſge⸗ ſtuͤrmet vnd erobert/ Creutznach belagert/ alles daherub weggebrant Saal Ingelheim inns fewer geſetzt/ Obern Ingelheim gebrandt⸗ ſchatzt/ Caub belagert/ vnd das land durch ſolche grauſamkeit in die euſſerſte not gebracht/ alſo dz auch ein ſprichwort drauß erwachſen. Der Heſſen brandtſtich Klagts Rheinland billich. Vnter deß ſtarb Rupertus/ vnnd worden dar⸗ auff die Furſten endlich vom Keyſer/ als er vermeinet genug⸗ gelt anbot/ a⸗ een der Pfaltz⸗ nd die Heſſen ot ſeinem ſohn hn zu vber zſe⸗ ogẽ nckfurt ge⸗ ach das ſchloß Heppenhaim/ Bickenbach Rhein gegen ip Hertzog zu echt Hertzoge eit vnter ſeine yſen Grafſen ee ſchloß auß⸗ ien. In dem en vmbligen⸗ man jrernut mit habenſie etruͤglichkeit vnd alles ins berheimi ge⸗ weggebrant im gebrandt⸗ ſamkeit in die Herwachſen. orden dar⸗ vermeinet genug⸗ es zwiſpalls Chronica. 37⁴ zenugſame ſtraffe ingenonunen zu haben/ ahgemah⸗ net/ und zum vertrag auff den Reichstag gen Coln verſchrieben. Aber in mittels dieſes frieges ward 1 7 Landgraß Wuͤhelmo gebohre der keure helt Philip⸗ pus an dem 1z Novemb. Derolvegen er ſich dan deſto mehr anheim zu kommen geeilet. Verfuͤget ſich darnach auff ernenten Reichßtag gen Coln/ daſelb⸗ ſten beſchloſſen/ daß ein jeder/ waß er in dieſem krieg erobert/ wegen der unkoſten behalten ſolte: und iſt ſolcher geſtalt Vmbſtadt und Bicken bach ſampt al⸗ ler zugehd. an die Fuͤrſten zu Heſſen gelanget. Nach dieſem krieg hat er die Cloͤſter im lande reformiret/ und ihnen ihre regulas fleiſsiger zu haltẽ außerlegt/ Die ſtraſſen vor raͤuberey geſichert/ alſo/ daß manhinfuhro widrumb ohne gefahr im lande reiſen konnen/ Vnd dieerſten Eliſabether goltgul⸗ den ſchlagen laſſen. Fiel aber bald darauff in eine kranckheit: welche als ſie von tag zu tag zunam/ wol⸗ te er die lufft verenderen und begab ſich derowegen gen Friedewaldt/ darnach gen Herßfeldt/ und ver⸗ manet daſelbſten auch die Moͤnche zu einem emſie⸗ gern und andechtigern ſtande. Alß er nuhn auch daſſelbe ſtiefft reformieret/ die Sabbaburg zu ernewern und das hauß mit den zweyen thuͤrmen zu bawen angefangẽ/ und ſich aber die kranekheit alſo mehret/ daß ihm auch endlich dar⸗ uber die ſprache vergieng/ iſt er darauff de I1 ulii des Il ij 509/ 1504 1509 1510 „ Heſviſche J09 verſchieden/ und ſein leichnam zu Marpurg in S. Eliſabethen kirch begraben worden. Mit Jolanda hat er gezeuget Wilhelm/ welcher bald verſtorben/ ſ Magdalenen/ iſt jung in anno 1502 zu Rheinfels mit tode abgangen. Philtppum Landgrafen zu Heſſen Mit der Hertzogin von Eliſabethen/ welche Johannes Her⸗ Meckelburg aber 3 tzog zu ſachſen Georgit ſohn ge⸗ ehlicht. Hat nach ihres Herren V abſterben ihren wittwenſtandt zn 1 Reochlitzgehalten. Philippus der. dieſes Namens Landgraf zu Heſſen/ Graff zu Catzenelnogen/ Dietz/ Ziegenhain/ und Nidda. „ Ls Landgraf Wilhelm verſtorhen/ war der junge Fuͤrſt und einiger erbe des Lan N. des/ noch kaum vier jahr alt/ darob ihm in ſeiner kindheit viel und mancherley unfal begegnet. Nicht deſto weniger hat ihn Gott in gefahr wunderbar beſchutzet und erhalten. Zwar haben in ſolcher ſeiner jugent etlich deß Adels bene⸗ ben denen Raͤhten ſich des regiment unterfangen/ aber doch dem lande und jungen herren nicht zum beſten vorgeſtanden/ ſintemal ſie untereinander un⸗ einig worden/ krieg und lermen angefangen/ und da⸗ mit dem lande groſſe unruhe und ſchaden veruhr⸗ ſachet. Danes hatte L. Wilhelm in ſeinem letzten willen tarpurg in verſtorben/ ranno 102 de abgangen. u Heſſen annes Her ⸗ git ſohn ge⸗ ores Herren venſtandt zu dgraf zu Dietz/ ben/ war e des Lan arob ihm ancherley ihn Gott n. Zwar dels bene⸗ rfangen/ icht zum ander un⸗ und da⸗ nveruhr⸗ em letzten willen Chronica. 272² willen und Teſtament zu vormundern verordnet hiltpſen den Eltern Grafen zu Waldeck/ Curten von Manßpach Rittern/ DO. Rulanden uñ andere. Diß Teſtament zu eroffnen ward ein landtag auff dem Spieß gehalten und haben etliche der Ritter⸗ ſchafft und vornemſten pralaten nicht darin bewilli⸗ get/ ſondern andere erwehlet/ als Ditrichẽ von Cloa Commenthur im Spittal oder Teutſchenhauſe zu Marpurg. Ludwigen von Boyneb urg/ H. Her⸗ man Schencken von Schweinsburg Rittern/ H. Caſpar von Berlipß auch Rittern uñ Georgen von Hohfeldt. Dieſe hat man die Regenten genennet/ und ſind durch die Hertzoge zu Sachſen Fridrich/ Johanſen/ Georgen und Henrich etc. darzu befor⸗ dert/ auch von K. Maxemiliano l. confirmiret und beſtetiget worden. Nuh war noch im leben L. Wil⸗ helm der Elter/ deſſen gemahlin auff dieſen landtag umb ihn/ L. Wülhelm den Eltern/ ans regiment zu laſſen mit fleiß anhilt. Konte aber nichts erhalten/ ſondern es muſte bey vorigem vertrag beruhen und gelaſſen werden. So haben auch die Hertzoge zu Sachſen kurtz hiernacher uͤmb huldigung/ wegen der erbverbruͤder ung angehalten. Hierob wart aber⸗ mals ein landtaggen Marpurg verſchrieben uñ dar auff die huldigung der Erbverbruͤderung gemeß vor⸗ genommen/ dargegen ſich doch die ſtaͤdte Homburg und Treiſa aus undöiſſerhen der ſache geſperret und iij ſich et⸗ 273 Heſs lſche ſich etliche aus ihren mitbuͤrgern gen S pangenberg zu L. Wilhelm dem Eltern gefunden und den gen Homburg geholet. Solches haben die beampten Burgermeiſter und Raht gedachter ſtaͤdte/ welchen threr buͤrger hartneckigkeit niemals gefallen/ noch darin gehaͤlten woͤllen/ denen Regenten zu Caſſel zu wiſſen gethan/ welche dan aus der ſtadt und Ampt Caſſelin eil 1 ο0 man auffbracht/ auff Valentini vor Hom burg gerucket/ und alß ſich die ſtadt und L. Wäͤhelms reuter zur gegenwehr geſetzet/ ſelbig theils auffs ſchloß/ theils abergen Martorff gelegt/ darauff auch bey den Hertzogen zu Sachſen umb huͤlff angehalten(doch darneben die ſach groͤſſer/ als ſie wahr/ anbracht.). Dieſelbe ſchicketen in aller ge⸗ heim 12 00 reuter uñ z000 zu fueß gen Ziegenhain. Mit dieſem volck kamẽ die Regenten montags nach Jubilate vor Treiſa/ namen die auff ergebung/ wie auch dinſtages darnach die ſtadt Homburg in ihren gewalt/ und lieſſen ſie zu forders ihrem jungẽ Fuͤrſtẽ Philippo uñ auf deſſen fal den eyt auch auff die Erb⸗ verbruͤderung ſchweren. Doch hatte ſich L. Wil⸗ helm zeitlich gen Spangenberg/ wie auch ſonſtet die raͤhtlin fuͤhrer auß den braͤnden gemacht/ und ich in die Mentziſche ſtaͤdte Fridslar/ Newſtadt und Amelburg begeben. Zwar hatte das triegß volck in ſolcher ergebung den buͤrgern vielabgenommenund geraubet/ welches ihnen doch Philip Meiſenbug de⸗ ro zeit ro 3 gen ber! erle non wei nẽg ſten ſten ſtal thuͤ men ſiut wer der Vo! Ann Bro ſind den gen aalentini adt und / ſelbig gelegt/ en umb ſſer/ als aller ge⸗ enhain. gs nach ig/ wie n ihren Fuͤrſtẽ ie Erb⸗ . Wil⸗ ſtet die fich in dt und volck in enund bug de⸗ ro zeit Ouge 444 4 Amptman zu. 1 ro zeit 2 erlegen muͤſſen graf Wilhelm auch/ als er ver⸗ nommen/ wie ſich beide ſtaͤdte ergeben/ Wich ſampt weib vnd kind aus dem lande gen Oppenheim/ do dan⸗ nẽ gen Wormbs/ folgends anno vu gen Coͤln. Daſelb⸗ ſten geſchach durch K. Maximilian vnd die Churfuͤr⸗ ſten zwiſchen jhm vnd L. Philipſen ein ſpruch/ deroge⸗ ſtalt/ das L. Philip das regiment vber beide Fuͤrſten⸗ thuͤmer vnnd die vier Grafſchafften/ wann er volkom⸗ menes alter erꝛeichet/ haben/ er aber/ L. Wilhelm von ſiund an gen hoff genommen vnd fuͤrſtlich vnterhalten werden ſolte. Er hat aber ni ht vber jahr gelebt/ ſon⸗ dern iſt in anno nᷣis verſtorben. (Anna /welche ſtirbt zu Marpurg/ Mechtilt/ iſt in jhrer jugent abgangen/ 2. Eliſabetha/ iſt vermaͤhlet worden/ erſtlich Ru⸗ Fechten zu Zweiprug/ vnnd darnach Georgen zu Von ſeiner gemahlin Simmern/ Pfaltzgraffen/ ſtirbt zu Lauingen im Anna H. Wilhelm zu 4 60 jahr jhres alters anno 1563. im januario. Hat Braunſchwig tochter) jm geboren Wolfgangum der hiernacher L. Phi⸗ ſind jhm geboren. lipſen tochter bekommen. Mechtilt/ ein gemaͤhlin Conradi oder Cunonis grafen zu Tecklenburg/ ſtirbt 15 78. im Septemb. Catharina/ hat zu ehe bekommen Adam Gra⸗ Lfen zu Beichlingen. Eswar 151² 275 Heſſiſche 191 Es war auch deßmals zwiſchen dem Apt zu Herß⸗ 513 feldt Vulprecht Reideſeln von Bellerßhemb vnnd der ſtadt Herßfeld belangende/ das geleit in der ſtadt vnd ſonſtet anderer vrſach halber ein groſſer vnwil. Als nu ſolcher handel weder durch Commiſſarien oder ſonſtet guͤtliche handlung beygelegt werden konte/ vnd endlich auff der ſtadt ſeite/ auch der Apt zu erlegung der vnko⸗ ſten erkennet ward/ im aber ſolchs vnmuͤglich/ uͤbergab er die Aptey dem Coadjutori zu Fulda/ ſo ein Graf von Kirchburgk/ alſo/ daß er jhm ſeinen vnterhalt geben/ 1514 vnd hinfuͤhro die Aptey Herßfeldt nur allein ein Prop⸗ ſtey deß ſtiffts Fulda ſein ſolte. Aber ſolche verenderung wolten die Fuͤrſtliche wittib vnd Regenten mit nicht zu⸗ V geben/ vnnd ward hierumb von den Stifftshermn Lud⸗ wig von Hanſtein/ Apt zu Helmmarshauſen erwehlet. Als nun derſelb von Herßfeld einsmals verꝛeitẽ wolte/ hetten ihn die Fuldiſchen/(dann der Apt an vier orten auff ihn gehalten) wo nicht die buͤrger von Herßfeldtſn entſetzet/ zu Freithofen bey nahe ergriffen vnnd gefeng⸗ 1515 lich entfuͤhret. Ob nuhn wol folgenden jahrs der Ful⸗ diſch Apt vom Bapſt vnd Kaͤyſer obangezeigtes Com⸗ pacts Confirmation erlanget/ ſo hat doch die Fuͤrſtlich wittib vnd Regenten/ angeſehen/ daß der Apt ſol⸗ che Confrmation mit Verſchweigung der War⸗ heit vnnd Angebung deß jenigen/ ſo ſich dnnaf nicht Chronica. 276 zu Herß⸗ nicht erhielt/ außgebracht/ von wegen L. Philipſen vnnd der darin nicht bewilltgen wollen/ ſondern nach dem er⸗ ſtadt vnd melter von Hanſtein mit tod abgangen/ verordnet/ l. Alsnu daß Craft Meile eines burgers ſohn von Hungen in er ſonſtet der Wetteraw zu einem Apt zu Herßfeldt erwehlet. dendlich Welcher dan alles/ was der von Fulda ihm zu geeig⸗ Sl V net/ widerumb ingenommen und der Aptey Herß⸗ derviko⸗ feldt viel jahr lang crewlich vorgeſtanden. uͤbergab Vnder deſſen hielt die Fuͤrſt. wittib immer an/ Braf von daß man ſie auch zur vormundſchafft ihres ſohns alt geben/ laſſen wolte/ brachte auch etliche vom Adeluñ beſon⸗ in Prop⸗ ders vorgedachten Meiſenburg welchen die Regen⸗ enderung ten ſeines Ampts entſetzet/ und an ſeine ſtadt Graf t nichtzux⸗ Adam von Bichlingen/ der ihm L. Wilhelm des El⸗ eermn Lud⸗ tern tochter geehlichet/ verordnet/ und er/ Meiſen⸗ erwwehlet. bug /ſich derowwegen an Regenten zu rechen begierig) itẽ wolte„ Petern võ Treißbach und Balthaſarn Schrauten⸗ V ite ir V bach Amptman zun Gieſſen auff ihre ſeite. Die⸗ 151 8 Vieß orten ſelbe verſchafften/ dz erſtlich ein gemein landtag gen rßfeldtin Felsberg und darnach gen Treiſa beſchrieben/ dar⸗ d gefeng⸗ auff ſich die Fuͤrſt:wittib der unbillichen entziehung s der Ful⸗ der Vormundtſchafft/ auch wie auß fahrleſſigkeit der tes Com⸗ Regenten der junge fuͤrſt beinahe umb ſein geſt undt⸗ Fuͤrſtlich heit gebracht/ und ſonſtet ůber die gewaltſambkeit/ ſo Apt ſol⸗ ſie an vorgedachten ſtaͤtten und deren buͤrgern geü⸗ er War⸗ behdeenſ doch anderbßſeun mahi lunnen ban et/ und hiermit zuwegẽ bracht/ daß von Ritter ermaſſen Se,und Pfethhi aegitlehn m Landt⸗ nicht 277 Heſsiſche Landſchafft die Regenten entſetzet/ der Fuͤrſtin die adminiſtration uͤbergeben/ und Philip Meiſenbug Marſchalck/ Herman Reideſel Stadthalter zu Caſſel/ Peter von Treißbach Stadthalter zu Mar⸗ purg/ H. Lewenſtein von Lewenſtein/ Wilhelm von Doͤrnberg/ Thiel Wolff/ Balthaſar Schrauten⸗ bach und andere zu hoffraͤhten verordnet/ und die außgewichene Treiſiſche und Homburgiſche hurger widrumb zu dem ihren ohn entgelten ingelaſſen. De⸗ rowegen die abgeſetzte Regenten die ſach den Hertzo⸗ gen zu Sachſen zu erkennen geben: welche dann ſich den nechſten ſolchen lerm zu ſtillen gen Caſſel bege⸗ ben und allerhandt tractation und handelung der re⸗ gierung halber vorgenommen. In dem aber beide parteien ſich nicht vergleichen koͤnnen/ und der. Heſot ſche Adel ſich beſorgte/ es mochten die Hertzoge den jungen Fuͤrſten mit ihn wegfuͤhren/ bebahl er dem Raht zu Caſſel auff den Fuͤrſten acht zu haben/ und verordnet darauff den erbmarſchalek Herman Reid eſel mit 400 pferden im Niderfuͤrſtenthum̃ die hul⸗ digung inzunemen. Alß nuh dieſer in eil bey naͤcht⸗ licher zeit auffgezogen und mit ſolchem weſen die Hertzoge nicht wenig erſchrecket/ auch der Raht ſich ins ſchloß verfuͤget und ihren Fuͤrſtẽ mit beſonderem fleiß in auffmerckung gehabt/ iſt hierdurch die uhr⸗ ſach den Hertzogen bald bekandt worden. Darumb bevohlen ſie auch ſelbſten dem Raht ihn/ den jungen fuͤrſten rſtin die eiſenbug alter zu zu Mar⸗ helm von hrauten⸗ und die he buͤrger ſſen. De⸗ n Hertzo⸗ dann ſich ſſel bege⸗ ng der re⸗ ber beide er. Heſei tzoge den ler dem ben/ und an Reid Ni die hul⸗ ey naͤcht⸗ weſen die Kaht ſich ſonderem die uhr⸗ Darumb njungen fuͤrſten Fuͤrſten/ wol zu verwahren mit beneben angeheffter entſchuldigung und ableihnung des verdachtes/ ſo ihn wegen abfuͤhrung deſſen zugemeſſen worden. Hierauf zog die Fuͤrſt wittib nacher Insbruck/ und wart daſelbſten von Maremtliano das new regi⸗ ment approbieret/ zugelaſſen und beſtettiget. Zu der zeit war Grotze von Berlingen des Ertzſtifftes Meintz feindt/ hatte auch groſſen an⸗ hang vom Adel undandern reiſigen. Dieſe zogen zu Paberg aus und in/ auch jederzeit durch die Graf⸗ ſchafft Waldeck. Nach dem ſich aber G. Philip der Elter zu Waldeck allerhandt ungelegenheit darauß befahret/ verwarnet er ſie. Hierumb er endlich von ihnen aufgefangen/ entfuͤhret und lezlich/ ungeachtet ihn zu erkundigen und zu retten die fuͤrſtin ſich hoch⸗ lich bemuͤhet/ als er zuvor 8000 gulden erlegt/ wide⸗ rumb lohß gelaſſen. Damals war viel raubens hin und wider in Heſſen/ alſo daß man kaum ein meilweges ſicher wandern koͤnnen/ und ſind derozeit die buͤrger zu Fridslar ſehr bedrenget worden. Doch iſt ſolches den raubern auch zuweilen übel gelungen. Im Braunſchwiger landt war auch krieg zwi⸗ ſchen denen Hertzogen nemblich Erich dem Eltern/ Henrich dem jůͤngern/ und Franciſco Adminiſtra⸗ tori zu Minden/ allen Hertzoge zu Braunſchwig etc. eines und dan B. Johan zu Hildeßhem und Hen⸗ mm ij rich dem 1517 1518 8279 Heſsiſche rich dem Eltern H. zu B. unnd Luͤneburg ander theils/ doch alſo/ daß erſtbemelte Hertzoge vor halb verfagte fuͤrſten geachtet. In ſolcher ihrer auſſerſten noht beredet H. Erichẽ gemahlin die Landgraͤfin de⸗ nen Hertzogen beiſtandt zu leiſten. Darauff dann erſtlich 1200 zu Roß unnd fueß/ darnach Herman von Malßburg mit 350 pferden und 600 zu fueß/ wie auch nachkommenden winter mit noth 300 reu⸗ tern ihnen zu huͤlff kommen und ſie ein zeitlang bey landt und leuten erhalten helffen. Demnach aber dieß kriegßvolck von denen Braunſchwigern mit ſpotworten und verechtlichen reden angetaſtet/ iſt es daruͤber ſo gar aufruͤriſch und ſtreitig worden/ di⸗ groͤſſer ungluͤck zuvermeiden/ man die Heſſen beur⸗ lauben muͤſſen. Aber hierob iſt denen Hertzogen der Biſchof zu mechtig wordẽ/ und ſie nit allein auß dem felde geſchlagen/ ſondern auch ihrer zwene gefangen. Eben dero zeit iſt L. Philip vom Keiſer zum re⸗ giment gelaſſen worden. Es waren aber ſeine dama⸗ lige feinde Johan von Breitenſtein/ Johan Weiſe und andere. Wann ſie ſich nuh in dem Ertzſtifft Mentz enthilten/ als wart vom Keiſerlichen Stadt⸗ halter ihnen ſolcher underſchlif uͤnderſagt/ auch dem Landgrafen vergoͤnnerihnen nachzutracht?. Dem⸗ nach aber die Mentziſche dieſes gebots wenig geach⸗ get/ noch ſiez daran keren wolten/ ward der Landgraf eeruhrſacht etliche reuter ge Roßbach und Ruͤſſelß⸗ hemzue urg ander vor halb aͤſſerſten graͤfin de⸗ auff dann Herman o zu fueß/ 300 reu⸗ itlang bey mach aber vigern mit taſtet/ iſt vorden/ dz eſſen beur⸗ ertzogender in auß dem egefangen. iſer zum re⸗ eine dama⸗ han Weiſe n Ertzſtifft hen Stadt⸗ /auch dem hte. Dem⸗ enig geach⸗ r Landgraf 1dRuͤſſels⸗ hemzue Chronica. abe hem zu legen. Alſo begabs ſichs/ daß ſie eeinsmals dero benenten feinde ankunfft halber durch ein falſch geſchrey ein außfal von 28 pferden ſtaret/ gethan uñ alſo bey Flerßheim von 4/wolgeruͤſtẽ Mentziſchen reutern angeſprenget worden. Ob ſich nuh wol die Heſſen manlich gewehret/ ſo ſindt ſie doch endlich võ den darzu beſtelten bauren auß Flerßheim uͤberwel⸗ tiget/ gen Mentz gefuͤhret und von thumbherren und amptleuten genugſam außgehoͤnet. Vnter dieſen gefangen ſindt benandlich geweſen. Helwig von La⸗ werbach hauptman/ Helwig von Ruckershauſen/ Weigandt unnd Eberhard von Gilſe gebruͤdere/ Henning von Scholley/ Johan von Twiſtẽ/ Die⸗ trich Wolff und andere. Dieſer weren letzlich die von Mentz gern lohß geweſe/ kontẽ ſie aber keinerley weiſe darzu bereden. Darum̃ ſie endlich von ihn dem Kaͤyſer zu handen geſtellet/ der ſie auff einen alten uhrfried lohßgelaſſen. Vmb dieſe zeit war ſehr uͤbermuͤhtig Frantz von Sick ingen ein reicher edelman ob dem/ daß es ihm mit Wormbs in verſchienenem 1513 jahr gluͤck⸗ lich auß geſchlagen/ und dan die ſtadt Mentz zu ſei⸗ nem willen vermocht/ alſo daß er niemands mehr achten/ oder auch ſeinem angebornen Fuͤrſten Lud⸗ wigen Pfaltzgrafen bey Rhein gehorſamen wol⸗ te. Derohalben er auch dem jungen Fuͤrſten Landgraff Philipſen abſagen laſſen: doch eine wieſe mm ihj zu 281 Heſſiſche zu Northeim unnd andere ſchlechte gefelle/ ſo wel⸗ land Hanß von Sickingẽ ſolten entwendet ſein/ zum ſchein und uhrſach ingewandt/ und darauff die Graf⸗ ſchafft Catzenelenbogen feindlich angetaſtet. Vnd weiln er vielen ein hoffnung gemacht gantz Heſſen zu pluͤndern/ ſo hatten ſich under andern zu ihm geſchla⸗ gen Hartman und Caſpar von Cronburg/ H. Jo⸗ han von Hornfelß/ Herr zu Reupolskirch/ Werner von Ludder/ Philip von Ruͤddickheim/ Vlrich Vl⸗ ner/ Emerich Reiffenſtein/ Caſpar Sundthrum/ Eunrad Schuͤtz/ Wilhelm Ganß/ Johan Hilchen/ Johan von Breitenſtein/ Cunradt von Hatſtein/ die Ganerben zu Reiffenberg und viel andere mehr. Als er nuhn mit einem ſtarcken volek zu roß und fueß auch aller handt kriegs munition verſehen/ zog er darmit in die Ober Grafſchafft /erobert/ plundert/ brandſchatzet viel ſtaͤtte/ flecke und ſ chloſſer/ darnach Naſtede uñ andere in der Nider Grafſchafft. Dar⸗ umbzogen die Heſſiſche reuter und 6000 des landt⸗ volcks gegen ihm zu felde und lagerten ſich bey Ruſ⸗ ſelsheim zwiſchen den Rhein und Main. Oz ſchloß Stein wart belagert/ aber wegẽ dapferer gegenwehr Johanſen von Gilſe/ Curt Heſſen und Thonges Wolfen nicht gewonnen. Indarmſtadt und Ruß⸗ ſelshem lagen viel Heſſiſche edelleut/ in Gieſſen aber der junge fuͤrſt. Als nuhn Frantz Darmſtadt zu be⸗ lagern anfinge/ ſchickt Philip Marggraf zu Pahn .88 eint / ſo wet⸗ ſein/zum die Graf⸗ t. Vnd Heſſen zu ngeſchla⸗ H. Jo⸗ Werner lrich Vl⸗ dthrum/ Hilchen/ Hatſtein/ ere mehr. rroß und ſehen/ zog plundert/ darnach fft. Dar⸗ des landt⸗ bey Ruſ⸗ Oz ſchloß genwehr Thonges und Ruß⸗ eſſen aber tadt zu be⸗ u Baden ſeine Chronica. 48½ ſeine raͤhte daſelbſten hin umb einen vertrag under den parteyen zutreffen. Iſt auch die ſach in 18 arti⸗ ckuln und puncten betheidinget und von 80 auß der Heſsiſchen Ritterſchafft bewilliget und theils un⸗ der zeichnet worden: Aber doch hiernacher von K. Maxemilian/ ohn allein Frantzen und Conrad/ von Hatſteins forderung/ welche nicht viel zubedeuten/ und dan daß der Landgraf Frantzen 35000 guͤlden (welche zu Mentz an lauter hellern auß gezalet wor⸗ den) wegen kriegßkoſten erlegen ſolte/ auffgehoben und vernichtet worden. Nichſtoweniger wolte Frantz von Sickingen nach des keiſers abſterben den Caſſirten vertrag ge⸗ halten haben/ und fordert derowegen etliche Heſsi⸗ ſche vom Adel laut ermeltes aufgehobnen vertrags in leiſtung. Als nuhn der adelſich der unrechtmeſſi⸗ gen anforderung mit harter und gebuͤhrender ent⸗ ſchuͤldigung entſchlagen/ wart der unwil ernewert. Vnder deſſen ward vorgedachter Biſchoff zu Hildes hem in die acht erkleret uñ die Exeqvutio dem Koͤnig in Dennemarck und Hertzogen zu Braun⸗ ſchwig bevohlen. Haben darumb die Hertzoge aber⸗ mals den Landgrafen umb huͤlff angeruffen/ der ihn dan z/o geruͤſter pferde und 1/00 zu fueß/ ſampt 6 ſchlangen und carthaunen mit ihrẽ zugehoͤhr durch Herman von Malßburg zugefuͤhret/ durch welches huͤlff dan der Biſchoff uͤbel gezauſet worden. In 1519 152 0 1521 1522 233 Heſsiſche In mittels uͤberzog Frantz von Sickingen den Biſchoff zu Trier und nam ihm ab die ſtadt S. Wendel. Hierumb ſchicket ihm der Landgraf 100 pferde uñ z voller faͤhnlein knecht all in gelb gekleidet. Als ſolches Frãtz V. S. erfuhre macht er ſich darvõ auff ſein Hauß Nanſtal. Weil man aber wol ermeſ⸗ ſen konte/ daß Frantz nicht ruhen wurde und etwa aus ſolchem landsfriedbruchigen weſen groſſer un⸗ raht entſtehen moͤchte/ vereinbareten ſich der Ertzbi⸗ ſchoff/ Pfaltzgraff Ludwig bey Rhein/ und Land⸗ graff Philip wider ihn. Vnd demnach Hartman von Cronenburg ihme/ Frantzen/ nit allein zu ſeinen auffruͤhriſchen weſen vorſchub gethan/ ſondern auch L. Philipſen in ſeinen jungen jahren beneben Frantze bekriegen helffen/ ſo belagerten ſie ihn auff Cronen⸗ burgk. Alls ſie ſtadt und ſchloß beſchoſſen und in⸗ genommen/ Hartman aber durchein heimlichẽ gang entkommen/ und darauff auch Geilnhauſen unnd Ruͤckingẽ ſich ergeben/ wie in gleichẽ Saalmunſter/ Frowin von Hutten des Mentziſchen Marſchalcks ſtadt und ſchloß erobert/ und nuhmer der harte win⸗ ter heran ruckte/ zogen ſie dießmals widerumb aus dem felde:doch behielt d Landgraf Cronenburgfaſt in die zwantzig jahr/ kauffte auch Jacobo von Cronk⸗ burgk ſein antheil erblich ab. Aber letzlich/ nach dem die von Cronenburgk dem Landgrafen und ſeinen nachkommen ein ewige erbliche erboffnung ben u 0d ingen des ſtadt S. graf 100 gekleidet. ſich darvõ vol ermeſ⸗ und etwa roſſer un⸗ der Ertzbi⸗ nd Land⸗ Hartmay n zu ſeinen dern auch den Frantzẽ ff Cronen⸗ ſen und in⸗ alichẽ gang zuſen unnd almunſter/ Lkarſchalcks harte win⸗ erumb aus enburg faſt von Crond⸗ nach dem und ſeinen ng benenter ſtad Chronica. 284 ſtadt und ſchloſſes Cronenburg angelobt und etliche huben landes zu Egſtborn gelegen dem Landgrafen und ſeinen erbern zum eigethumb auffgetragen und widerumb zu rechtem mahnlehn enipfangen/ hat L. Philip ihnen ſtadt und ſchloß/ ſampt aller zugehoͤhr in anno 1541 umb leidtliche mittel widerumb laſſen zuſtehen. Als nuhn Frantz von Sicking vernommen/ wie man mit Hartman von Croneburg gefahren/ hielt er und ſeine helffer ein tag zu Schweinfurt/ und ob er wol den gantzen winter daſelbſten zubracht/ ſo gingẽ doch alle ſeine anſchlaͤge zuruck und muſten alſo ohne endtſchafft von einander reiten. In dieſem abzug worden ihrer etliche von Heſſiſchen reutern angefal⸗ len und Frantzen ſohn Hans/ Johan Hiſchen und Brunßberg ſamptandn nidergeworfen. Nuhwa⸗ tẽ etliche darunder/ welche ſich zuvor bey Flerßheim luſtig genug ob den Heſſen gemacht/ welchẽ dan ihre gutthat auff dießmal vergulten wart. Deßgleichen und mit der ſelbẽ muͤntze woꝛ dẽ auch andere bezalet/ die den angeſetzten tag zu Kalten Felſth beſucht/ wel⸗ che dem Pfaltzgraͤviſchen Marſchalck in die hende gerahten. Solches verdroß Frantzen ſehr uͤbel/ und leß derowegen ſeinem angebornen Fuͤrſten abſagen/ gewan ihm auch uͤber das an Boxburg. Hierumb zogen hoch gedachte Fuͤrſten den 21 Februarii jeder mit eim geſchwader reuter/ undz faͤhnlein enethlen uͤ⸗ nn er 285 Heſsiſche ber Frantzen/ ſtelleten ſich erſtlich/ als wolten ſie das hauß Ebenburgk belagern: Aber in der nacht ver⸗ ſchicketen ſte Schenck Eberharden Freiherrn zuEr⸗ pach vor Nanſtal/ darauff Frantz war/ die Fuͤrſten aber ruckten mit dem gantzen hauff hernacher/ bela⸗ gerten und beſchoſſen das hauß an dreyen orten. Am 6 tag ward Frantz in einem bolwerck/ darin er gewi⸗ chen/ von einem balcken geſchlagen und toͤdtlich ver⸗ wundet. Darauff er dann das ſchloß auffgeben/ a⸗ ber bald darnach/ als ihn zuvor die fuͤrſten ſelbſten angeredet/ verſtorben. Zurſtund ward Sigmund von Boͤneburg mit faͤhnlin knechten vor Drachẽ⸗ felsßliſt Corocatium)abgefertiget/ der es auch den r0tag Maſt inbekommen: dergleichen Hohenburgk den 14 da ſie Hanſen Daniel gefunden. Dieſe beh⸗ de haͤuſer ſtnd zu grund außgebrennet. Vorbaß ha⸗ ben ſie Nauen und Alten Doͤn ingenommen/ und dem burgermeiſter zu Speir auff etliche conditionen zu geſtellet: Folgents auch Lutzilburg das ſchloß o⸗ berhalb Elſas Zollern gelegen. Bnder deß kamenan etliche lantsknecht die wolten Weiſſenburgk entſe⸗ tzen: Die worden verrant und alle gefangen. Auch muſten Weiſſenburg undandere ſtaͤdte meht/ wel⸗ che dem Pfaltzgrafen viel zu leid gethan⸗ ſich derent⸗ wegen mit ihm abfinden. Am 26 tag Maji ſind die hauffen vor Eben⸗ burg kommen/ das aufßgefordert/ aber wegen das es ein Chronica. 286 ten ſie das es ein ſehr feſtes hauß und dahero unuͤberwindtlich nacht ver⸗ geachtet wart/ von dem von Rennenbergt/ der ein rrn zuEr⸗ Hauprman daſelbſten/ mit einer gegen den Ertzbi⸗ ie Fuͤrſttn ſchoff und Landgrafen höniſcher und ſtoltzen ant⸗ cher/ bela⸗ wort abgewieſen. Derowegen man auß allen dreien orten. Am legern F tag aneinander mit ſo grawſamen ſchieſſen Liner gelbi⸗ angehalten/ daß nicht allein dergleichen zuvor nicht odilich ver⸗ gehohret/ ſondern auch der weitliche hauptman gar ffgeben/ ⸗ kleinlautend zum zeichen der ergebung ein leilachen ten ſelbſten außgehenget/ und unbetrachtet ſeine beſchreite fe⸗ Sigmund ſtung/ deren mauren ſo breit/ daß ein wage darauff r Drachẽ⸗ fahren koͤnnen/ demutiglich umb genad und verzei⸗ es auch den hung ſeiner frefelen wort gebeten/ darauff auch din⸗ ohenburgk ſtags nach Bonifacii das hauß uͤbergel en. Die Dieſe bey⸗ Kalten Felſer wolten dergleichen gefahr nicht er⸗ Vorbaß ha warten/ ſondern ſchicketen ſchrifften auch ihre fe⸗ imen/ und ſtung mit guten willen zu ergeben. Die Chur und ronditionen Fuͤrſten bekamen zwar viel kleindter des Frantzen s ſchloß o weib und rochtern zuſtendig/ leſſens aber ihnen ohn Hkamenan entgeltnus gutwillig folgen. zurgk entſe⸗ Anno 1523 auff geendeten krieg wider Sickin⸗ gen. Auch gen vermahlet ſich L. Philipmit Chriſtina Hertzog mehr/ wel⸗ Geergen zu Sachſen tochter und ließ ihm die anno ſich derent⸗ 152 4 ſontages nach bekerung Pauli gen Caſſel zu⸗ fuͤhren. 1 nvor Eben⸗ Nach kurtz abgelauffener zeit erhub ſich die un⸗ rwegendas erhorte bawren auffruhr/ welche ſich gentzlich dem es ein un ij Bello 1523 287 Heſſiſche Bello Servili verglichen/ und gantz Teutſchlandt er⸗ b regt und irre gemacht. Dennoch hilten ſich die Heſ ſer ſen L. Philipſen underthane in gepuͤhrlicher ſtuͤle/ ke daß alſo der fuͤrſt deſto fuͤglicher anderen auſſerhalb th landes zu huͤlff ziehen muͤgen. Eß ſuchten aber ut anfenglich bey ihm umb huͤlff an Ludwig Pfaltz ih graf und die Chuͤrfuͤrſten bey Rhein wegen erbei⸗ zu nigung/ ſo ſie wider Frantz von Sicking und ande 2 1525 re ihre feinde angerichtet/ und dan in gleichem auch m der Schwaͤbiſch bundt. Hierauff ruͤſtet er ſich in S eigner perſohn in die Obergraffſchafft zu ziehen/ dem ha Schwaͤbiſchen bundt aber etliche reiſige pferde zu ſic zufertigen. Vnder deſſen koͤmpt ihm vor wie vier F groſſer hauffen bawro ſich in der nehe herfuͤr gethaen be haben ſolten/ d eine umb Smalkalden 8000 ſtarck/ er der ander zu Biltßhauſen 7000ſtarck/ der dritt im S ſtiſtt Fulda von 1000 und der vierde von 5000 zu fel Awer. Darumb ſich der Landgraff gegen Buchen ka wenden muůſſen:dan die Buchner nicht allein ſeinen LL abgeſanten Otto Hunden damaligem Amptman zu ni Schonſtein/ Johan Riedeſeln von Eiſenbach und gr Heintzen von Luͤddern kurtzen beſcheidt gegeben/ ſon⸗: te dern auch Herßfeldt ingenom̃en und die zween huͤr⸗ ab germeiſter daſelbſten Oito Saſſen und Heintze da Reitzen beredet an Caſſel/ Homburg/ Treiſa/ Ro⸗ ni denburg und andere ſtadte zuſchreibẽ/ mit ermanung zu ſich in der Bawern verbundnus mit zubegeben: ha⸗ ba ben chlandt er⸗ ch die Heß⸗ cher ſtille/ auſſerhalb ichten aber vig Pfaltz⸗ egen er bei⸗ und ande⸗ chem auch et er ſich in jehen/ dem pferde zu or wie vier fuͤr gethan 0o ſtarck/ er dritte im 15000 zu n Buchen leein ſeinen nptman zu nbach und geben/ ſon⸗ zween buͤr⸗ d Heintze eiſa/ Ro⸗ ermanung geben: ha⸗ ben Chronica. 288 ben aber hierneben hefftig gedrewet/ wan ſie ſich deſ⸗ ſen weigern wurden/ in betrachtung/ daß nuhmer kein fuͤrſt ſo mechtig/ der dieſen bawren widerſtandt thun koͤnte. Aber ermelte ſtaͤtte lieſſen ſich ihre drau⸗ ung nit erſchrecken/ ſondern uͤberſchickten die briefe ihrem fuͤrſten. Derowegen er dan einen landtag zu Alßfeldt gehalten/ ſeine liebe underthanen ihrer ei⸗ de und angelobten gehorſams erinnert/ und darauff mit ſeiner macht gen Rottenburg und folgendes auf Herßfeldt geruckt. Alß ſolches die bawren geſehen/ haben ſie des ernſteß nicht erwarten wollen/ ſondern ſich nacher Fulda gepacket/ die buͤrger aber ſind dem Fuͤrſten entgegen kommẽ/ umb verzeihung ihrer un⸗ beſonnenheit gebeten: welche ihn dan widerfahren: ernente buͤrgermeiſter aber worden ein zeitlang auff Spangenberg angehalten/ doch auch letzlich auf viel⸗ feltige interceſſion ſolcher haft erlaſſen. Vnder deſſen kam auch die Bauren in Fulda ein furcht an ob des Landgrafen ankunfft/ und ſchickten derowegen Da⸗ niel von Fiſchborn und einen licenriaren an Landt⸗ grafen/ welcher zwar der bawren unthat zu bemaͤn⸗ teln/ auch ihnen gnad zu erlangẽ ſich heftig bemuhet/ aber dennoch vom Fuͤrſten kurtze antwort erlanget/ daß nemblich ſie kein gnadt zu verhoffen/ wann ſie nicht von ihrem weſen ablieſſen und ſich widerumb zur ruhe begeben. An dieſer abfertigung waren die bauren wenigerſettiget/ ſondern unterſtunden ſich zu nn iij ſtercken. 289 Heſs iſche ſtercken. Derolegen der Fuͤrſt ſtracks auff ſtifft gerucket/ Hunefeldt und Roßdorff ingenommen/ ſein volck in zween hauffen getheilet/ dero einen Con⸗ radt Heſſen hauptman und Schultheiſſen zu Mar⸗ purgk undergeben/ den andern aber ſelbſten gefuͤh⸗ ret. In dem kam der Coadjutor des ſtiftes zum Fuͤr⸗ ſten/ wolte ſich gern des üͤberſehens halber entſchul⸗ diget haben/ wan nit ſein zu viel unachtſamkeit maͤn⸗ niglich bewuſt/ wie nemblich er es zum theil mit den bauren gehaltẽ. Endzwiſchen kam Conrad Heß mit ſeinem hauffen an der bawren laͤger/ welches ſie auff dem Frawenbergeauffgeſchlagen und mit etlichem geſchutzverwahret. Als nuhn die bawren den ernſt vermercket/ gaben ſie die flucht in die ſtadt und ſtifft/ konten aber ſo ſehr nicht eilen/ daß ihrer nicht etliche auff der walſtadt todt geblteben. Vnd ob ſie ſich wol anfenglich auß der ſtadt gewehret/ ſo haben doch die buͤrger/ als man mit dem groben geſchuͤtz zuſpie⸗ len anfieng/ die ſtadt auffgeben/ da dan die bawren/ ſaͤmptlich und ſo viel deren noch verhanden(dan der mehrertheil albereit darvon gelauffen) nemblich bey 1500 in ſchloß graben geflohen/ darinnen ſie dreyta⸗ gelang außgehungert/ ihrer hauptleut uñ befehlichs haber 2 gefangen/ under welchen nemlich ein predi⸗ ger/ Hans Dolhopf Vhrmacher hauptman⸗ Hen⸗ ne Wilcke/ Johan Kugel und Hanß von Rohne vor demſchloß enthauptet wordt/ und die abgehaue⸗ ne kopffe an langẽ ſpieſen zud pfortẽ obe auß geſterki die uͤbr und an Apt /1 underh wegen 19000 Inner von del ernſte! raͤhtlin ſchen fo bevohl gen daß mit ſein erſtlich Saltzo ſchwig zu ihm an diel in einer man zu angeſel zu erqr he/ hiel einemf toͤdet zu von der erman auffu ſtifft enommen/ einen Con⸗ en zu Mar⸗ ſten gefuͤh⸗ s zum Fuͤr⸗ der entſchul⸗ mkeit maͤn⸗ heil mit den ad Heß mit ches ſie auff nit etlichem en den ernſt t und ſtifft/ nicht etliche d ob ſie ſich haben doch huͤtz zu ſpie⸗ die bawren/ den(dan der ꝛemblich bey —n ſie dreyta⸗ n befehlichs ich ein predi⸗ tman/ Hen⸗ von Rohne ie abgehaue⸗ auß geſteckt die Chronica. 296 die uͤbrige aber ſampt dem armen tollen haufen lohß und an heim gelaſſen worden. Belangend aber den Apt/ ward von G. Philipſen zu Solms guͤtliche underhandelung gepflogen/ und hat der Landgraff wegen der kriegßkoſten die ſtadt Fulda/ biß er mit 19000 guͤlden abgelegt/ zum unterpfand behalten. Inner dieſer handelung kam ihm eilende botſchafft von den Hertzogen zu Sachſen uͤmb fuͤrderliche und ernſte huͤlff wider die bawren in Thuͤringen und ihrẽ raͤhtlinfuͤhrer Thomam Muͤntzer einen auffruͤhri⸗ ſchen falſchen Propheten/ der vorgab wie ihm Gott bevohlen wider die Fuͤrſten außzuziehen/ und ſie/ we⸗ gen daß ſie gottloß/ umbzubringen. Derwegen er mit ſeinem volck auf Thuͤringen verruckt/ uñ iſt alſo erſtlich auff Ißnach kommen/ darnach gen langen Saltza/ daſelbſten Hertzog Henrich von Braun⸗ ſchwig mit? 5o reutern uñ 600 zu fueß unerfordert zu ihm geſtoſſen. Alß er nuhn bey Franckenhauſen an die bawren ſo obig der ſtadt aufm Schlachtberge in einer ſtarcken Wagenburg hielten/ gelanget/ war man zwar in willens ſie alßbaldt anzugreiffen/ aber angeſehen/ daß dasvolek ermuͤdet/ zoch man dieſe s zu erqoickenwiderumb ab. Da das Muͤntzer ſa⸗ he/ hielt ers vor eine furcht und that derowegen auß einem falckonetlin ein ſchuß under die reutter/ und er⸗ toͤdet zu dem einen jungen edelman/ ſo neben andern von den Fuͤrſten an die bawren ſie zur ergebung zu⸗ ermanen abgeſchicket. Hierumb ward deſto ſchleu⸗ niger 291 Deſsiſche niger die ſchlacht und angriff befordert. Doch har/ ehe man getroffen/ L. Philwp/ der doch der juͤngſte under anweſenden Fuͤrſten/ ſich vor andern ſehen laſ⸗ ſen/ umb den zeug herumb geritten/ das kriegßvolck ermanet/ mit neben angeheffter erinnerung/ daß ob ſchon der armen leut klage uͤber die Fuͤrſten nicht al⸗ lerdingß ungemehß uñ der warheit zu wider/ ſo wol⸗ le ſich doch nit gebuͤren/ daß jemands wider ſeine O⸗ brigkeit aufruhr errege/ noch ſich deren mit einiger gewalt widerſetze/ inmaſſen da ſolches genugſam auß Gottes wort zu erweiſen. Auch wolle er hiermit wed ſeine oder der andern fuͤrſten gebrechen gentzlich ent⸗ ſchuldigen/ ſondern viel mehr bekennẽ/ daß er und ſie als menſchen/ offt ſtrauchelen und derowegen ſtraff⸗ lich ſeien. Aber darmit ſeie man nicht befugt aufwie⸗ gelung und rebellion anzurichten. Dann Gott habe außdruͤcklich bevolen/ daß man die Obrikeit in ehren halten ſolle. Darneben ob ſie/ die bawren/ auch gleich etliche beſchwerung/ dienſte zolle und anders/ ſo ein jeder ſeinem fuͤrſten zu leiſten ſchuldig/ inzuwenden ſich underſtehen/ ſo ſeie doch ſolches mit nichten gegẽ die laſt/ ſorge und muͤhedero fuͤrſten) in dem ſie dar⸗ gegen ihren underthanen ſchutz und ſchirm halten/ und die gerechtigkeit und gerichte handhaben muͤſſẽ) zuvergleichẽ viel weniger aber ein mituhrſach darob eidtbruͤchig/ und widerſetzig zu werden. Daß die bawren aber noch uͤberdas die uͤbung der religion uñ Evange⸗ tung daß und das C das ſeine! leuten wei und ſonſt dan alles berweiſen lium zu ſei thaten uñ darmit be wie menn verhalte/ ¹ ihrem vor es hierum ge ungezw die raach der ſeine fe ber/ dapfeꝛ h hat/ uͤngſte e 2 laſ⸗ ßvolck aß ob icht al⸗ ſo wol⸗ ine O⸗ einiger mauß it wed iſch ent⸗ ind ſie/ ſtraff⸗ sufwie⸗ tt habe n gegẽ ſie dar⸗ halten/ muͤſſ) hHdarob Haß die hion uñ vange⸗ Chronica. 292 Evangeliums zu ihrem ſchandtdeckel vorlvenden/ ſo ſeie deñoch auch diß nicht genugſam ein ſolch allerm anzurichten. Dan Chriſtus habe es Petro nicht laſ⸗ ſen guht ſein/ als er mit dem ſchwert fechten uñ darin ſchlagen wollen/ ſondern ein hart urtheil darob ge⸗ fellet/ daß nemblich der/ ſo das ſchwert neme/ auch durchs ſchwert uͤmbkommen ſolle. So ſeie je auch offentlich uñ am tage/ daß dieſer teufels lehrer Muͤn⸗ tzer mit nichten das Evangelium meine/ in betrach⸗ tung daß es ſeine fruͤchte und thatẽ nicht außweiſen/ und das Evangelium niemand heiſſe einem andern das ſeine nemen/ todtſchlagen und morden/ andern leuten weib und kind ſchenden/ die Obrigkeit entſetzen und ſonſtet alle ſchande treiben und begehen/ deſſen dan alles Muͤntzer und ſein anhang gruͤndlich zu uͤ⸗ berweiſen/ und alſo mit keiner billigkeit das Evange⸗ lium zu ſeinem vortheil vnd bementelung ſeiner un⸗ thaten uñ biß dahero geuͤbtẽ frefels ziehen/ noch ſich darmit behelffen koͤnne. Wan dan nuhn ſichs alſo/ wie menniglich vor augen und bewuſt/ gruͤndtlich verhalte/ und ſich die bauren im geringſten nicht von ihrem vornemen in guͤte abweiſen laſſen woͤllen/ und es hierumb geſchlagẽ ſein müſſe/ auch der Almechti⸗ ge ungezweifeldt ſolchen gotteslaͤſterern ſtewren und die raach uber ſie ergehẽ laſſen werde/ als wolle ein je⸗ der ſeine feinde/ ſo offentliche moͤrder uñ ſtraſſenreu⸗ dber/ dapfer und getroſt angreiffen und hiermit gemei⸗ 00 nen frie⸗ ͤöoööooöooͤo 199 hheſsiſche nen friden retten/ manchem frommen erbaren mañe ſein weib und kindt wider ſolchen buben ſchuͤtzen und verthedigẽ helffen. So hab man genugſame uhrſach ſolches zu thun/ uñ wolte er vor ſein perſohn mit nich ten gegen ſie außgezogen ſein/wan er wiſſen ſolte/ daß Gott ſolches zuwider/ in erwegung/ daß derſelb der Obrigkeit das ſchwert gegeben/ nicht mordt darmit zudreiben/ ſondern mord darmit zu wehren und un⸗ billichen gewalt abzuhalten. Alß der Landgraf dieſe rede beſchloſſen/ iſt man neher an die bawren geruckt/ und hat erſtlich das geſchuͤtze auff ſie abgehen laſſen und zum anfang wol troffen. Nuhn hatte Muͤntzer auch ein aufruͤriſche ermanug an ſeine baurẽ gethan/ wie ſie nemlich ſolten manlich ſtreiten und die Fuͤrſtẽ zu todt ſchlagen/ dan ſolches hette ihm Gott befohlẽ/ mit mehrem was er ihm von dem damahligen regen⸗ bogen/ ſo ſich in der lufft ſehen ließ/ und dan von dem jenigen/ welchen er in ſein pannier mahlen laſſen/ treumen ließ. Darumb gingen die elenden bawren mit geſang zum ſtreit/ gleich wanfinnigen menſchen/ ſchicketen ſich weder zu wehr/ noch zur flucht. Viel auch troſteten ſich der groſſen zuſage Thom⸗ Muͤn⸗ tzers ihres prophetẽ/ daß nemlich Gott augenſchein⸗ liche huͤlfe vom Himwmel erzeigen wuͤrde/ und daß er/ Mauͤntzer/ alle ſchuͤſſe in ermelfaſſen wolte. Welches aber ihm nach dem mit dem geſchuͤtz die Wagẽburgk umbgeben und auß allen vortheiln zu ſchiſſen ange⸗ fangen/ A fangen/ at bauren in und was ckenhauſe worden. reten hau fe/ ſo auf wichen/ umb iſt: Francken pluͤndert/ fangen. baurenu ſo daſelb ckenhauſ zogen/ d kommen, 3 dem Cht che hand gebeten.? ſondern« reutern u ſten zu be ſer ein de antwort ergeben. fer/ welch bauſen g nmañe zen und uhrſach nit nich lte/ daß ſelb der darmit und un⸗ af dieſe geruckt/ nlaſſen Nüͤntzer gethan/ Fuͤrſtẽ befohlẽ/ Nregen⸗ on dem laſſen/ bawren nſchen/ Viel Muͤn⸗ aſchein⸗ daß er/ Velches geburgk n ange⸗ angen/ Chronica. 294 fangen/ auch zu dem wohl troffen. Dann die armen weit geſeh⸗ bauren in kurtzem aus der Wagenburgk geſchlagen⸗ und was in dieſem treffn nicht erſtochen/ in Fran⸗ ckenhauſen/ ſo dieſer raſenden leut voll war/ gejaget worden. Iſtalſo keine gegenwehr von dem verir⸗ reten hauffen geſchehen/ ohne waß ein geringer hau⸗ fe/ ſo auf die ander ſeite des berges in einen ihal ent⸗ wichen/ gegen etliche wenig reuter gethan hat. Dar⸗ umb iſt man nach gehaltener ſchlacht ſtracks auff Franckenhauſen gezogen/ die ſtadt ingenommen/ ge⸗ pluͤndert/ viel darin erwuͤrget und den Muͤntzer ge⸗ fangen. Vnd ſind vor und in Franckenhouſen 7423 bauren und büͤrger todt blieben under welchen 300, ſo daſelbſt gefangen/ gekopfft worden. Von Fran⸗ ckenhauſen ſind die Fuͤrſten nacher Muͤlhauſen ge⸗ zogen/ doch erſtlich zu Schlottheim zuſammen kommen/ daſelbſten die von Muͤlhauſen ſich gegen dem Churfuͤrſten angeben und uͤmb fried und guͤtli⸗ che handelung zwiſchen ihnen und dem Landgrafen gebeten. Aber es hat ſolches nichts verfangen woͤlle/ ſondern es iſt Muͤlhauſen den 19 Maſi mit 3000 reutern und einer maͤchtigen anzal zu ſuß von dẽ fuͤr⸗ ſten zu belagern angefangen. Do dan die Muͤlhaͤu⸗ ſer ein demuͤhtigen fueßfall gethan/ die ſchluͤſſeluͤber⸗ antwortet und alſo ſich und thre ſtadt an die Fuͤrſten ergeben. Nuhn kam zwar nichſtoweniger Pfeif⸗ fer/ welchen Muͤntzer alß ſeinen ſtadthalter zu Muͤl⸗ hauſen geſetzt/ mit 00 ſeines anhangs under we⸗ oo ij render 235 dbdeſsiſche 1726 render handlung in der nacht darvon/ iſt aber bey Eißnach betreten und ſampt 02 aufruͤhrern gefan⸗ gen/ gen Muͤlhauſen gefuͤhret/ und ſampt ſeinem ſpießgeſellen/ dem Muͤntzer und ſonſtet 2 4 auffwig⸗ lern und raͤhtleinfuͤhrern im lager hingerichtet wor⸗ den. Innerhalb dieſem auffruͤhrigen weſen iſt den 28 Aprilis Anna Landgraͤfin zu Heſſen/ weiche mit dem Grafen zu Solmsin die ander ehe geſchritten und ihm ein ſohn/ Fritz Magnum/ geboren/ zu Rud⸗ delem verſtorben und gen Marpurg auß ihrem be⸗ vehl ins Barfuͤſſer Cloſter zum begrebnuß gefuͤret. Es wolt aber domaln der Fuldiſch Coadjator Johannes G. zu Henneberg den aufgerichten ver⸗ trag brechen/ und underſtund ſich den Fuͤrſten nicht allein allenthalben zu verunglimpffen/ ſondern nam auch endlich die ſtadt Fulda mit gewalt in. Derowe⸗ gen der Landgraf mit 1600 reutern und erlich tau⸗ ſenden ſeines landvolcks uͤber ihn kommen/ denz tag nach Pauli bekerung Fulda widerumb ingenom⸗ men und biß auff Martini in ſeinem gewalt behal⸗ ten /da dan endlich die irrung durch Koͤnig Ferdi⸗ nandum/ Marg. Caſmirum zu Brandenburg und H. Erichen zu Braunſchwig zu Allendorff in Soh⸗ den beigelegt und auff erlegung etlicher tauſendt gul⸗ den/ ſo der Coadjutor auch der newen kriegßkoſten halber außzalen muͤſſen auff gehaben. Vmb dieſe zeit hat L. Philip zween Schultheiſſen/ darumb daß ſie ein ſee einen u Marpur Es ein ſolche. erſtlich ge die ander Fuͤrſten Sachſen kirchen re eins das de:(beit gnediglich wolle:)ul Philip eit laten/ mů auff der uen Can groſſen zu nes/ ſo in ſchrifft in propoſiti Loinion ten Lam und M. ber dand kirchena langwiri er bey gefan⸗ einem fwig⸗ wor⸗ ſt den hemit pitten Rud⸗ m be⸗ fuͤret. dJjutor n ver⸗ nicht anam rowe⸗ Htau⸗ 13 kag nom⸗ behal⸗ Ferdi⸗ g und Soh⸗ t guͤl⸗ oſten dieſe b daß ſieein Chronica. 296 ſie einen unſchuldigen Menſchen fulteren laſſen/ zu Marpurg am leben geſtraft.. Es uhrſachte auch endlich der Paͤpſtiſche geitz ein ſolche gelegenheit/ daß Lutherus und andere ſich ſtlich gegen den Ablaß kram/ und folgents wieder d andere Menſchen ſatzungen gelegt/ und etliche Fuͤrſten/ in ſonderheit Churfuͤrſt Feidrich zu Sachſen/ und unſer Landgraff Philips die ent iche lirchen reformation angeſtelt haben/ darmit dermal eins das Evangelium lauter uñ rein geprediget wur⸗ de:(bei welchem uns auch der Almechtige hinſuhro gnediglich in Chriſtlicher einigkeit und liebe erhalten wolle:) und uͤmb der uhrſache willen/ hielt Landgraf Philip einen landtag zu Homburg/ dahin er. alle pre⸗ laten/ muͤnch und pfaffen beſchrieben. Vnd dar⸗ auff der gantzen menge in der pfarrkirchen durch ſei⸗ nen Eantzlar Johan Feig von der Lichtenau den groſſen zwieſpalt in der religion und etliche aditis nes/ ſo in der Kirchen Gottes ohn grundt Hei ger ſchrifft ingeriſſen vorgehalten und darauff XXII propolſitiones durch Franciſcum Lampertum ben Hoinion aus Franckreich verleſenund durch ermel⸗ ten Lampertum gegen Guardian einen minotiten. und M. Johan Sperbern diſputiren laller. Dari⸗ ber dan die Heſſen ſich erſtlich von der Roͤmiſc hen kirchen abgezogen. Demnach nuhn der Fuͤrſt nach langwirigem diſputiren ihre unrichtigkeit befun oo iij auch 1126 1527 297 Heſsiſche auch darnebẽ das buͤbiſche leben deroſelben erkennet und hingegen behertziget/ daß die kloͤſter zu ſchulen/ unterricht der jugent/ und erhaltung der armeneerſt⸗ lich fundiret/ hat er die freſsige cloͤſterleut und muͤnche abgeſchafft/ aus denen cloͤſtern aber und deren inkommen die Vniverſitet und hohe Schul zu Marpurg/ und ſonſt vier hoher Hoſpital/ darin⸗ nen viel hundert armer/ wahnſinniger leut und ge⸗ prechlicher menſchen erhalten werden/ angeordnet. So iſt auch in demſelben jahr die ordnung mit den Gottes kaſten vor die armen angerichtet/ die clo⸗ ſtergeluͤbte auffgehaben/ Pfarherren hin und wider angeſetzt von ſolchen cloͤſterguͤttern zu erhalten/ die bilder und goͤtzenwerck auß den kirchen zuthun durch ein offenes ediet des fuͤrſten/ ſo noch vorhandẽ/ befo⸗ len und alſo die Papſtiſche ordnung und caͤremoni⸗ en gantz abgeſchaff. Zu Profeſſoren aber hat er gen Marpurgk he⸗ ruffen und verordnet/ in Theologia nemblich obge⸗ dachten Franciſeum Lampertum/ M. Adamum Craften von Fulda und M. Erhardum Schnep⸗ ſtum:aber in Keiſerlichen und beſchriebnen Rechten L. Johannem Eiſerman von Amelburgt/ und Bal⸗ thaſarn Clammerntin der artzeney D. Ericium Cor⸗ dum von Simpshauſen:in Poeſt Johannẽ Buſti⸗ um/ Nicolaum Aſclepium Barbatum: in Hebraͤi⸗ ſcher ſprache Sebaſtianum Noucenum Auguſta⸗ mun num auß hannen L Lorichiun ſparum? hannem viel ander hatauch! und ſeine und beſte bracht/ w halt jahr⸗ fentlich v Als ihm J. C. und ingebrack andern d gions vel zu uͤberz Reichßf Sachſet kriegßvo genen/ au zu fueß/ tungeng wolte. L hen/ dar nichſton kenner zulen/ nerſt⸗ t und r und Schul darin⸗ nd ge⸗ dnet. ag mit ie eloͤ⸗ wider / die durch befo⸗ noni⸗ gk be⸗ obge⸗ mum hnep⸗ chten Bal⸗ Cor⸗ ʒuſti⸗ ebraͤi⸗ guſta⸗ mun Chronies. 298 num auß Flandern:in Griechiſcher ſprache O. Jo⸗ hannen Lonicerum: in der Rethoric Reinhardum Lorichium von Hadamarꝛin der Dialectie M. Ca⸗ ſparum Rudolphi/ ins Padagog erſtlich M. Jo⸗ hannem Delium von Wetter. Aber hiernacher ſind biel an dere zu jetzogemelten an den ort kommen. Es hat auch vorgemelder Cantzlar J. Feig von Carolo und ſeinem bruder Ferdinando die Confirmation und beſtettigung der Vniverſitet erlanget und aus⸗ bracht/ welcher beſtetigung und ſonſt privilegien in⸗ halt jahrs 15 4 1 den 20 Auguſti allen ſtudioſis of⸗ fentlich verkuͤndiget und vorgeleſen. Als ihm nuhn inmitels durch O. Otto von Packe/ J. Cund H. Georgen zu Sachſen Raht kuntſchaft ingebracht/ wie daß die Papiſten wider ihn und die andern Fuͤrſten/ wegen ſolcher reformation und reli⸗ gions verenderung eonſpiriret/ und entſchloſſen ihn zu uͤberziehen/ hat er ſich in gleichem mit etlichen Reichßfuͤrſten und beſonders dem Churfuͤrſten zu Sachſen in ſtarcke verbuͤndniß ingelaſſen/ und mit triegßvolck gefaſt gemacht ſeinem gegentheil zu bege⸗ genen/ auch darauff mit 6000 reiſigen und 14000 zu fueß/ ohn ſein laͤndtvolck/ ſich gen Herrn Bre⸗ tungen gelegt/ zu ſehen wer ihn der erſte angreiffen wolte. Ließ aber doch ein offentlich ſchreiben außge⸗ hen/ darin er die uhrſach ſeines thuns erkleret. War nichſtoweniger entſchloſſen im fahler etivz thedlichs vermercken 1528 1 ls u Nieder Teutſchenreformiretẽ Theologen etliche reli⸗ 299 Heſſiſche vermereken würde/ die Biſchoffe Mentz/ Wirtzburg und Bamberg/ ſo benebe dem Hertzoge von Braun⸗ ſchwig/ und Hertzog Georgen von Sachſen die vor⸗ nembſte redtlinsfuͤhrer ſein ſolten/ anzugreiffen. Alß aber ſolche und dan die Fuͤrſten ſich des verdachts zeitlichen entſchuͤldiget/ iſt er etwas gemachſamer ge⸗ fahren/ und ſich durch die Biſchoffe zu Trier und Pfalagraff Ludiigen abhandlen laſſen 40000 fl: von Wirtzburgt/ und 20000 von Bambergk zum abzug wegen erſtattung der unkoſten entpfangen uñ die Biſchoffe ſampt ihren Biſtumbern friedes ver⸗ ſichert. Darnach iſt er auff Gelnhauſen verruckt und hat ſein lagerſtadt umb Hikirchen auffgeſchla⸗ gen/ daſelbſten auch durch hochermelte underhand⸗ ler der Biſchoff zu Mentz mit ihm vertragen und 4⁰000 guͤlden erlegen muͤſſen. Darauff hat man dem volck abgedancket und D. Pack den Raͤhten K. Ferdinandi und anderer bezuͤchtigter Fuͤrſten zu Caſſel vorgeſtellet. Daſelbſten er dan alles geſtan⸗ den/ aber doch vom Landgrafen abgeſchafft/ und letzlich im Niderlande/ da er dergleichen anfahẽ woͤl⸗ len/ in verdiente ſtraffe genommen worden. Auch iſt follends der Landgraf durch hochſternente under⸗ händeler zu Wormbs mit dem Schwaͤbiſchẽ bunde dieſes zuges wegen vergliechen. Weiln auch damals unter denen Ober und gions gions ſtre ermeſſen gen und fi ten/ hat er vergleicht chaelis erf pus Mel Andrcas tzius von gricola ein glius/ o: dio. In rus und? thon/ auc getreten /8 chen/ docl Eb lipzu S Churfuͤr Hertzoge Fuͤrſt W abſchiedt, ſatzt/ und Bundat Proteſtiͦ des Land anihren! tburg draun⸗ ie vor⸗ n. Alß dachts ner ge⸗ rruckt eſchla⸗ hand⸗ n und t man aͤhten ſten zu eſtan⸗ und e woͤl⸗ uch iſt under⸗ bunde r und he reli⸗ gions Chronica. 30⁸ gions ſtreit ingefallen/ und darneben der Fuͤrſt wohl ermeſſen konte/ daß ſolche zum ergerniß der einfelti⸗ gen und frolocken der widerſacher außſchlagen wol⸗ ten/ hat er die ſtreitige parteyen gen Marpurgt zur vergleichungerfordert. Daſelbſten ſind umb Mi⸗ chaelis erſchienen O. Martinus Lutherus Philip⸗ pus Melanthon/ D.J. Jonas von Wittenberg/ D. Andreas Oſtander von Nuͤrnberg/ H. Johan Brẽ tzius von Schwaͤbiſchen Halla/ D. Stephanus A⸗ gricola einsteils: Anderſeits Doctor Viricus Zuin⸗ glius/ jo: Oecolampadius/ M. Burcerus/ D. Haͤ⸗ dio. Im geſprech haben das wort gehalten Luthe⸗ rus und Zuinglius/ Oecolompadius und Melan⸗ thon/ auch in allen puncten der religion zuſammen getreten/ ohne allein im articulo de cœna unverglie⸗ chen/ doch in gutem/ geſchieden. Eben in dieſem jahr hat auch Landgraff Phi⸗ lip zu Speir auff dem Reichßtag ſich beneben dem Churfuͤrſten Marggraf Georgé zu Brandenburg/ Hertzogen Ernſt unnd Frantzen von Luͤneburgk, Fuͤrſt Wolffen von Anhalt und anderen wieder dẽ abſchiedt/ die religion belangend zum heftigeſten ge⸗ ſatzt/ und ein proteſtation ingewandt/ darvon der Bund auch hirnechſi den namen entpfangen/ uñ die Proteſtirende genent worden. Vnd fuhrten damaln des Landgrafen diener die buchſtaben V. D. M. 1 K an ihren kleidern/ welcher brauch darnach under den pp Prote⸗ zor ddeſsiſche Proreſtirenden Fuͤrſten biß ins i8 jahr geſtanden. Darnach im folgenden jahr beneben vorange⸗ zeigten Fuͤrſten und dann denen ſtaͤdten Nuͤrnberg und Reutlingen die Auguſtanam Confeſſionom- uͤbergeben/ und zu dem ſich erkleret/ daß er darbey ſteht und feſt/ auch mit zufetzung guts und bluts/ biß an ſein ende verharren wolle. Weiln ſich auch dieſer Reichſtag zu Augſpurg mit groſſem unwillen geen⸗ det/ hat ſich zwar der Landgraf mit Straß burg/ Zuͦ⸗ 1531 rich und Baſel in religions ſachen verbunden/ hat a⸗ ber mit den zweien letzbeſagten nit uͤber jahr geſtan⸗ den. Doch ehe ſolches beſchehen hatten die Fuͤrſten zuvor einen Fuͤrſtentag zu Schmalkalden gehaltẽ/ ſich zwar niemand zubeleidigen/ ſondern im fall ſie von ihren widerſachern beleidiget werden ſolten/ ſich alß dan gleich vor einen man zuwehren/ und haben auch ſolche defenſit bundnuß einigung uñ verſtand⸗ nus alß baldt mit underſchrieben die ſtaͤdte Bremen und Magdeburg. Vber welchem dan ihnen/ wo ſie nichtabſtehen wuͤrden/ vom Kaͤyſer die prolcriprion undacht gedrawet/ uñ muſten alſo die Proteſtirende ſtundlich eines kriegs von denen widerſachern ge⸗ wertig ſein. Aber Solymannus hat mit ſeinem ge⸗ waltigen heerzug auff Vngern ſolch uͤbel dißmals gebrochen/ und Carolum den Kaͤyſer durch ſeinen infall mit denen Proteſtirenden, den Schweinfur⸗ Eshat ziſchen vertrag anzurichten genoͤtigt. Es neneloͤſte ſchafft in ſpital im dem 32 nemblic ₰ ſchen den giſchen ſen/ wele dem er in drumbi Schwoͤ ihm etli letzlich d verdriel lich/ letz gehalten helffen Hertzo H. Vl dung d Franck 58 00 von S purgk knechte nden. ange⸗ aberg nom. arbey ,biß dieſer geen⸗ Zuͤ⸗ hat a⸗ altẽ/ all ſie ſich aben and⸗ men vo ſie brion ende n ge⸗ nge⸗ nals inen rfur⸗ 3hat hronica 302 Es hat auch in dieſem jahr L. Philip die Non⸗ nencloͤſter Kauffungen und Weiter der Ritter⸗ ſchafft im lande zugeſtellet und die vier Hohe Ho⸗ ſpiꝛal im lande angeordnet. Vnd hat man in folgen⸗ dem 32 jahr die erſte Tuͤrckenſteur in Heſſen geben/ nemblich von einem guͤlden 2 pfennig. Jahrs 1532 ward ein friedlicher ſtilſtand zwi⸗ ſchen den Proteſtirenden- und denẽ/ ſo den Augſpur⸗ giſchen abſchied angenomen/zu Nuͤrnberg beſchloſ⸗ ſen/ welchen aber L. Phllip nicht annemen wollen/ in dem er im vorſatz H. Vlrichen zu Wuͤrtenberg wi⸗ drumb in ſeine lande inzuſetzen. Es hatte ihn aber der Schwaͤbiſch bundt daraus verdrungen⸗ ſein landt ihm etliche jahrlang vorenthalten und noch darzu letzlich dem Kaͤyſer uͤbergeben. Alß nuhn alſo der verdriebene F. ſieben jahrlang/ zwar anfangs heim⸗ lich/ letzlich aber offentlich ſich beim Landgrafen auf⸗ gehalten/ und kein interteſeion beim Kaͤyſer etwas helffen oder verfahen wollen/ hat ſich der L. mit dem Hertzogen zu Braunſchivig verbunden und ihme/ H. Vlrichen/ 200900 kronen/ doch gegen verpfen⸗ dung der grafſchafft Mumpelgardt/ beim Koͤnig in Franckreich zu wegen bracht/ darauff ir kurtzer zeit 5000 reuter/ deren obriſter Feldtmarſchalck Joſt von Steinberg und bey ihm Herman von Malß⸗ purgk/ und darneben 25 faͤhnlein Oberlaͤndiſcher knechte in beſtallung bracht/ deren Obriſter H. pp ij Wilhelm 1532 1734 305 Heſſiſche Wilhelm G. zum Fuͤrſtenberg/ deßgleichen 17 fehn⸗ len Niderlendiſcher knechte/ deren Obriſter Hans von Beleerßhem Ritter/ Hauptleute Curt von Hanſtein und andere. Vnd ob wol der Landgraff mit ſolchem volck verſehen/ ſo hilt er doch nich ſtowe⸗ niger beim Kaͤyſer des Hertzogen wegen fleiſſig an mit erinnerung/ wie er mit gewalt und wider recht vom Schwaͤbiſchen bund verdrieben/ und noch biß anhero des ſeinen manglen muͤſte. Alß aber die vor⸗ bitt vergebensſiſt der Landgraf mit H. Vlrich fort⸗ geruckt uñ nach dem er an des Wirtenberger landes grentze kommen/ daſelbſten Pfaltzgraf Philip mit dẽ Keiſeriſchen ihm den ingang zuverwehren/ gefundẽ/ da dan von beiden teilen ſtarck geſchoſſen und ſchar⸗ mutziret:daruͤber der Pfaltzgraf ſehr hart an ein fueß verletzt/ alſo daß er ſich auff Hohen Aſperg fuͤhren laſſen muͤſſen. Des andern tags iſt zwar der ſchar⸗ muͤtzel widerumb wie vor angangen/ aber doch die Keiſeriſche in die flucht gebracht/ viel/ ſo ſich in den Neccar begeben/ erſeuft/ Baihingen/ Gruningen uñ Studtgarten ſich ergeben/ und Thuͤbingen belagert. Vnder des belegten Herman von Malspurg und Hentze von Luͤdder Hohen Alſperg und namen vor demſelben 70 Ochſen. Zwar wolte die beſatzung nach eroberung der ſtadt ſich etwas ſperren/ konte aber doch ſich nicht ůber anderthalben tag aufhalten. Zogen darnach vor Hohen Aurach/ beſchoſſen Git⸗ tenſtein/ tenſtein/ unangeſe! rowegen? dreien wo chen uͤber nicht ehes nig Ferdi hauffenz den anden nah an di L. Philiy Hertzog/ der Koͤnd ret und zugs ſich den und abgezoge einige ge halten. O ein beſon niren un Koͤnigs tzogen zu ren/ ang N ſehr zug Koͤnig! die ſtadt 7 fehn⸗ Hans rt von dgraff ſtowe⸗ ſſig an r recht ich biß ie vor⸗ hfort⸗ andes mit dẽ fundẽ/ ſchar⸗ nfueß uͤhren ſchar⸗ ch die in den gen uñ agert. gund n vor tzung konte alten. Git⸗ ſtein/ Chronica. 304 tenſtein/ biß ſichs ergab/ deßgleichen auch Aſperg/ unangeſehen es ſich anfenglich dapfer gewehret. De rowegen ergab ſich auch Neyffen/ daß alſo innerhalb dreien wochen das gantze landt erobert und H. Vlri⸗ chen uͤberantwortet wart. Noch hat der Landgtaff nicht ehe abziehen wollen/ biß die ſach mit dem Ko⸗ nig Ferdinando vertragen/ ſondern ſein volck in drey hauffen zertheilet den erſtengen Duermentze gelegt/ den andern in den Weinſpergerthal und den dritten nah an die Grafſchaft Tyrol. Solcher geſtalt hat L. Philipꝛc. den nuhnme hr ins 1 jahr verdriebenen Hertzog/ doch mit annehmlichẽ conditionẽ/ zwar wi⸗ der Koͤnig Ferdinandi verhoffen/ hinwider reſtitui⸗ ret und in ſeine lande ingeſetzt/ darauf wegen dieſes zugs ſich bey Ferdinando und den Kaͤyſer abgefun⸗ den und darnach ohne menniglichs ſchaden widrum̃ abgezogen/ und unter ſeinem volck/ darmit niemand einige gewalt aufgelegt wuͤrde/ ſcharffe diſeiplinge⸗ halten. Nach dieſem zug hat L. Philip den 15 Febr. ein beſonder und groſſe Faſtnacht mit rennen/ thur⸗ niren und ſtechen zu Caſſel in anweſen Chriſtiani Koͤnigs in Dennemarck/ Erich und Henrich Her⸗ bogen zu Braunſchwigund vieler Grafen und Her⸗ ren/ angeſtellet. Mitlerweil hatten Widertaͤuffer/ ſo damaln ſehr zugenommen/ einen lermen angefangen/ einen Koͤnig unter ihnen erwehlet/ und zu ihrem vortheil die ſtadt Muͤnſter inbekommen. pp u. Uuhn 305 Heſsiſche Nuhn hatte der Fuͤrſt in enderung der religion zu Muͤnſter ſich hoͤchlich bemuͤhet/ uñ der ſtadt aus der Vniverſitet Marpurg predicanten zugeſchickt⸗ welche doch von Widertauffern auch außgeſtoſſen. Derowegen der Biſchoff/ ſoein G. zu Wald elck/ die ſtadt zu belagern angefangen/ zu welchem ihm ð Landgrafa ſtaͤrcke faͤhnlein jeines Landvolcks/ ein ge ſchwader reuter und etlich grob geſchuͤtz uͤberſchicket. Nach dem nuh auch von Meiſſen huͤlff erlanget uũ die ſtadt etliche monat belagert/ kam uͤmb Pfingſten des Churfuͤrſten zu Coͤln und Hertzogen zu Cleve zugeſanter beiſtandt auch an. Dennoch wehrete die belagerung noch biß in Derember. Derowegen alß derLandgraf geſehen/ daß dem Biſchof die ſach auß⸗ zufuͤhren unmuͤglich/ vermochte er aufm tog zu Cob lentz viel fuͤrſten und Rheiniſche ſtaͤdte/ welche ihm dan 3000 ſoldaten und z0o pferde auff 6 monat zu halten verſprochen. Vnder deſſen üͤberſchickten die belagerte Widertaufer ein wunderlich/ ungeſchicktes ſchreibẽ und buch voller gottsleſterung an den Land grafen. In demſelben war wenig verantwortung bbegigge und aufgeworffenen Koͤnigs halber/ ſon⸗ dern lauter fratzenwerck und wie ſie letzlich ihn baten/ er wolte doch nicht thun wie andere fuͤrſten und ſie/ als unſchuldige leut/ verfolgen. Darumb ihn der Fuͤrſt auch darauff geantwortet/ ihre elende argu⸗ menra ſampt dem gantzen buch genugſam widerlegt/ und und ihnen thun auff ſie im M ſchrifft uͤb durch ſeine Kymeum ningumu refutiren! groſſe verſ nandi gehe den Landg dan noch! zu dieſer b ſich damal reten. 4 fuͤnff mon mit dem v buͤrger in dem ihren legung des beinahe di muſte zu zahlen/ 1 Muͤnſter ſtadt dure dertaͤuffer nen geſelle Chronica 306 eligion und ihnen ihr unchriſtliches/ ungereumtes weſen uñ dt aus thun auffs eigentlichſt vorgemahlet. Darumb 1536 jehicti⸗ ſi im Martio ihm abermals ein leſterbuch und Noſſen. ſchrifft uͤberſchickt/ welches er doch in allen ſtuͤcken idelct/ durch ſeine gelehrten Johan Campen/ Johannem ihm ð Kymeum Anthonium Corvinum/ Johannem Lei⸗ /ein ge ningum und Johannem Fontium aus Gottes wort chicket. refutiren laſſen. Den 4. Aprilis iſt abermals ein ger ni groſſe verſamblung auff das außſchreiben K. Ferdi⸗ ngſten nandi gehalten/ auff welcher dan under andern durch Cleve den Landgraffen die Muͤnſteriſche haͤndel eroͤrtert/ reit dee dan noch bißanhero von vielen fuͤrſten und ſtaͤdten gen alß zu dieſer belagerung einige huͤlf nicht beſchehen/ auch hauß ſich damals hinfithro etwas darbey zuthun beſchwe⸗ uCob reten. Doch leeſſen ſie ſech letzlich bewegen/ daß ſie heihm fuͤnff monat lang 20000 guͤlden bewilligten laber nat zu mit dem vorbehalt/ daß man der armen unſchuͤldigẽ ten die buͤrger in eroberung verſchonet/ und ſie widrumb zu hicktes dem ihren lteſſe. Als aber die kreiſe und f rſten in er⸗ Land legung des verſprochenẽ geldes ſeumig und daruͤber ortung beinahe die knechte von der belagerung aufgebrochẽ/ / ſon⸗ muſte zu abwendung deſſen L. Philip das geldt auß baten/ zahlen/ wo nicht der gantze hauff verlauffen und dſie/ Muͤnſter ungewonnen bleiben ſolte. Leßlich iſt die n der ſtadt durch anleitung eines buͤrgers erobert/ der Wi⸗ argu dertaͤufferiſche Koͤnig Johan von Leiden/ ſampt ſei⸗ b erlegt/ nen geſellen Knipperdoͤlling Krechting und andern und gefangen/ 1537 307 Heſsiſche gefangen/ und hingerichtet worden. Dieſen armen elenden Koͤnig und die andere zu bekeren/ hat der Landgraff obgedachten Kymcum und Corvinum abgefertiget. Deßmals haben ſich auch der Landgraff und H. Erich zu B. der Schiffart halben und daß die Fulda frey offen/ wie von alters/ bleiben ſolte per⸗ glichen. 3 Nuaach abgang des leidigen Muͤnſteriſchen Koͤnigs und Koͤnigreichs halff L. Philip Chriſtia⸗ num H. zu Holſtein beim Koͤnigreich Dennemarck erhalten/ und ſchicket ihm zu faͤhnlein knechte/ derẽ obriſter Curt von Hanſtein/ uñ ein geſchwader reu⸗ ter/ welche im ſein land wider erobern helffen. In dieſem 36 jahr waren groſſe donnerwetter und be⸗ ſonders der 1 junii/ welches ſchloſſen wie huͤhnereyer geworffen und uͤmb Caſſel auff 6 meil die frucht zer⸗ ſchlagen/ und zu Beſſ den kirchthurm nider geworf⸗ fana. Es hatten ſich aber ins ſtifft Herßfeldt etliche Wi⸗ dertauffer/ wie auch ſonſtet in Heſſen hin und wi⸗ der ingeſchloffen und viel verfuͤhret. Darumb L. Philip dieſes jahrs ein ordnung gemacht/ wie man mit denſelben verfahren/ ſie bekerẽ oder aiß halßſtar⸗ rige des landes verweiſen und ſtraffen ſolte. Hat auch hierneben zuſampt ſeinen mitverwanten des außgrſchriehenen Mantuaniſchen Concilii halber 4 geaͤnt⸗ geantw kalden g harren; In haben kü teſtirene noch im inſonder ber/ weg und zu? graff hingeger ſchoffe z Ludwig Sachſe ſchwig. ander/ſ ſich inſe dẽ Land einem he uͤberfall ſchreiben Allß er ſe fing He uͤber der mit viel armen hat der vinum aff und daß die te/ ver⸗ riſchen Friſtia⸗ marek te/ derẽ der reu⸗ In nd be⸗ ꝛereyer ht zer⸗ eworf⸗ he Wi⸗ nd wi⸗ mb L. teman ßſtar⸗ Hat en des halber geant⸗ Chronica. 30* geantwortet/ und durch die Theologen zu Schmal⸗ 1537 kalden gewiſſe articul/ darbey ſie im Cõcilio zu ver⸗ harren gedechten/ ſtellen laſſen. Im jar 1538. war ein ſolcher Winter/ daß man 1 53 8 umbs newe jahr violen und ſonſt allerhand blumen haben koͤnnen. Auch hilten damaln ſamptliche Pro⸗ teſtirende einen Fuͤrſtentag zu Brunſchwig/ wie noch im ſelben jahr einen andern zu Ißnach/ darauff inſonders Hertzog Henrichs zu Braunſchwig hal⸗ ber/ wegen daß er der ſtadt Goßlar all zuuͤberleſtig⸗ und zu dem der Proteſtirenden und inſonders Land⸗ graff Philipſen groſſer feindt/ gehandelt worden: hingegen verbunden ſich Nuͤrnbergk/ auch die Bi⸗ ſchoffe zu Mentzund Saltzburgk/ Wilhelm unnd Ludwig Hertzog zu Beyern/ Hertzog George zu Sachſen/ Henrich und Erich Hertzog zu Braun⸗ ſchwig. Nach geſchloſſenem hunde ſchrieben ſie ein⸗ ander/ wie die ſache vorzunehmen/ unnd vnt erſtund ſich inſonders Hertzog Heinrich zu Brunſchwig dẽ Landgrafen in die Acht zu bringẽ/ alß gingeer mit einem heimlichen anſchlag umb die Catholiſchen zu⸗ uͤberfallen/ wie dañ ſolches der Landgraf auß etlichen ſchreiben/ ſo er bey Caſſel auffgefangen/ befunden. Lllß er ſich nu deſſen bey denen Furſten entſchuldigt/ fing Hertzog Henrich an ſich durch offentlichen truck uͤber den Churfuͤrſten und Landgrafen zubeklagen/ mit vielen beſchwerlichen worten und aufflagen ſie qq anzu⸗ 1539 1540 15 41 1 74 2 309) Heſsiſche anzugreiffen/ vnd vieler boͤſen ſachen zubeſchuͤldigen. In dem nuhn jene ſich deſſen verantworten muſten/ kam es zu einer bieß dahero im Reich unerhoͤrten und unter denen Fuͤrſten ungewohnlicher weiſe/ daß nemlich ſie gantze buͤcher ſo lange wider einander ſchrieben/ biß ſie endtlich mit den feuſten und grim⸗ migen waffen daruͤber zuſammen kamen. So bedingten ſich auch der Churfuͤrſt zu Sach⸗ ſen und der Landgraff wegen der parteiſchen proceſ⸗ ſion am Cammergericht. Doch ward darneben ein tag zu Franckfurt am Meyn eines beſtendigen frieden halber und wie man auſſerhalb eines Concilij zu einer vergleichung in der religion kommen moͤchte/ gehalten. Auff welchem Tag ſich gegen K. Majeſt: der Landgraff erboten/ wann nuhr ein beſtendiger Relions friedt getroffen/ in der perſohn ſich gegen den Tuͤrcken zugebrauchen. Hat auch darauff alle Chriſtliche kirchen zucht in Heſſen widerumb angerichtet/ allerhandt nutzliche ordnung angſtellet/ Ein vertrag mit K. Carolo al⸗ lerley ſachen halber zu Regenſpurgk getroffen/ unnd darnach auch den Churfuͤrſten unnd H. Moritzen miteinander verſuͤhnet. Dieweil aber obgedachter Hertzog Henrich die ſtaͤtte Braunſchwig unnd Goßlar/ beides auch den Landgrafen ſelbſt/ unangeſehen Keyſerlicher in- hibition wider alle billigkeit zubeleidigen nicht nach⸗ laſſen laſſen n Hanſen monat ſich d Wolffe bundge tzem wi anfang lager/ n ſtadt 2 ſeinem ſchantze muͤtig/ bung er lich ube ſtung a koͤnte. ihrẽ thuͤ ſen. De ſen ang u ber ein chen fal ſie thei heimlic theils a che d belager digen. uſten/ enund daß ander grim⸗ Sach⸗ roceſ⸗ art am le man in der lchem oten/ offen/ chen. zucht itzliche blo al⸗ unnd oritzen enrich auch her in— nach⸗ laſſen Chronica. 3¹10 laſſen wolte/ hat endlich ihn durch zuthun Hertzog Hanſen Fridrichs Churfuͤrſten der Landgraff im monat Julio 22000 ſtarck uͤberzogen. Nuhn hatte ſich d Hertzog bey zeiten aus dem ſtaub gemacht/ uñ Wolffenbuͤttel ſtarck beſetzt/ in hofnung durch ſeiner bundgenoſſen entſetzung und huͤlfe ſein land in kur⸗ tzem widrumb zu erlangen. Derowegen der L. im anfang des Augſtmonats die feſtung berennet /3 lager/ nemblich vor ſich/ den Churfuͤrſten/ vnd die ſtadt Brunſchwig/ darvor geſchlagen/ auch mit ſeinem geſchuͤtz ſich an den graben der feſtung inge⸗ ſchantzet. Nichſtoweniger war die beſatzung ſo hoch⸗ můͤtig/ daß ſie quch dem Fuͤrſten/ als er ſie zur erge⸗ bung ermahnet/ ſpoͤttiſch geantwortet/ wie er nemb⸗ lich uͤber drey jahr(dann ſo lang vermeinten ſie die fe⸗ ſtung auffzuhalten) widrumb deßwegen anſuchen koͤnte. Hat auch noch uͤber das die Fuͤrſten durch ihrẽ thuͤrnman mit ſpottiſchen liedlein anpfeifen laſ⸗ ſen. Derowegen der Landgraf dermaſſen zu ſchieſ⸗ ſen angefangen/ daß thurm vnd thuͤrmer zugleich uͤber ein hauffen gangen/ vnd die beſatzung durch ſol⸗ chen fall in ein ſo ſchleunig ſchrecken gerathen/ daß ſie theils aus dem ſchloß bey einem vogelherdt heimlich uͤbern graben geſchwommen ond entflohẽ/ theils aber ſich und das ſchloß und feſtung/ auf wel⸗ che d Hertzog ſo hoch gepochet/ als ſte kaum 10 tage belagert/ zu der Fuͤrſten genad ergeben: Welche dq i dan E4⸗ 381 Deſviſche S dann forters das gantze Landt ingenommen/ di aͤmpter und ſtaͤtte ſeg veſtriret/ die religion darin ver⸗ ordnet/ und letzlich/ demnach der Hertzog nirgends huͤlffe er ar koͤnnen/ die feſtungen beſetzet/ und ihr volck nach redlicher bezahlung geurlau⸗ bet. Nuhn begabs ſichs daß ihm der Koͤnig auß Franckreich gehdrzugeſchike damterihm volck wi⸗ der Engelandt werben ſollen. Er aber braucher ſolches gegen den Landgrafen/ gewan in kurtzer zeit das ſchloß Steinbruͤgt und ſein gantzes landt biß auff Wolffenbuͤttel und Scheningen: darmit er es auch in der that erwieſe ſo griff er die ſach vor Wolffenbuͤttel gantz ernſtlich an/ zerbracht die graben der beſatzung das waſſer zu benemen/ wel⸗ che ſich mit nichten darob entſetzet/ ſondern ein außfall gethan/ dem Hertzogen viel volck abge⸗ ſchlagen/ was zerbrochen widrumb ergaͤntzet und hiermit die graben widerumb ſicher gemacht. Dennoch drewet der Hertzog dem Churfuͤrſten und Landgraffen mehr als in ſeinem vermuͤgen Dieſelbe kamen ihm aber viel ehe unter augen/ als er nicht gemeinet: Inſonderheit der Landgraff la⸗ gert ſich mit 7ooo ſeines landvolcks/ dreyen faͤhn⸗ lein frembder knechte/ 1600 pferden und noͤtigem geſchutz bey Northeim/ daſelbſten auch innahmem des Sharkerſen uchm anen Hertzog Ernſt von Gruben⸗ Grube nembli reutern zu Sac Landgr rich/ als auf von mit ſein wol He gebrauc trage mi ſo hat de und dier graff de terhand⸗ eiteler na geruckt/ ſchwigiſe darnach und dem Derſelb ne articke erbitten/ ders erhe ſeinem ſo let. Sint volck der en/ die rin ver⸗ rgends fetzet/ 2**ʃν „urlau⸗ ig auß lek wi⸗ auchet zer zeit dt biß it er es h vor ht die wel⸗ n ein abge⸗ t und nacht. erſten uͤgen. als ff la⸗ faͤhn⸗ igem mem tvon ben⸗ Chronica 312 Grubenhagen ſampt ſeinem untergebenen vole/ nemblich 6000 landſaſſen/ 1500 knechten/ 1000 reutern und 12 guter feldtgeſchuͤtz. Hertzog Moritz zu Sachſen iſt auch auf ſeinen eignen u nkoſten dem Laudgrafen zum beſten zugezogen. Hertzog Hein⸗ rich/ als er des feindes ankunfft vernommen/ brach auf von der belagerung vor Wolfenbintel/ uñ ruckte mit ſeinem hauffen gegen deſſelben lager. Ob nuhn wol Hertzog Moritzſich zu einem underhandeler gebrauchen ließ/ und allerhandt vorſchlege zum ver⸗ trage mit ingeſchoben/ auch ein anſtandt getroffen ſo hat doch Hertzog Heinrich denſelben gebrochen/ und die vorſchlege verworffen. Derowegẽ der Land⸗ graff dermaſſen erbittert/ daß er hinfuͤhro keine un⸗ terhandelung mehr annemen woͤllen/ ſondern bey eiteler nacht auffgezogen/ an des Hertzogen lager geruckt/ die landwehr durch brochen/ die Brun⸗ ſchwigiſche mit dem geſchuͤtz darvon abgedrieben/ darnach ſein volck in die ſchlachtordnung bracht/ und dem Hertzog hiermit allen vorthel benommen. Derſelbig hette auch nuhmer gern die vorgeſchlage⸗ neartickel bewilliget/ konte aber weder durch ſeinan⸗ erbitten/ oder aber Hertzog Moritzen vorbit ein an⸗ ders erhalten/ als daß er ſich ohn einig inrede/ ſampt ſeinem ſohn Victor beim Landgrafen gefange inſtel⸗ let. Sintemal er aber auch bey ſeinem eignen kriegs⸗ volck der zahlung halber nicht zum beſten daran/ qq iii muſte 313 Heſsiſche muſte er in dieſen harten und beſchwerlichen vor⸗ ſchlag gezwungenlich bewilligen: Darauff der L. gefragt/ ſo wil ſich H. Henrich und ſein ſohn alſo an mich ergeben? Ja/ antwort der Hertzog/ ich will mich ſampt meinem ſohn an dich ergeben. Wiea⸗ ber/ ſagt der Landgraff/ wann du mich in gleicher ge⸗ walt hetteſt/ wuͤrdeſtu mich gewißlich nicht leben laſ⸗ ſen: ich aber wil mich beſſer verhalten/ weder du uͤmb mich verdienet haſt. Vnd lieber was hat dich doch bewogen Kaͤyſ. Maj. nicht zu gehorchen/ und den frieden/ der vor dich und die deinen/ ſo gering zuach⸗ ten? Ob dieſen harten worten/ wolten ſich Achim Ribe/ und andere Brunſchwiger beſchweren: Dar⸗ umb ward ihn zur antwort/ ſie ſolten ihr meiſterſtuͤck beweiſen und ihren Herren mit ſtreit widerumb er⸗ ledigen/ weiln ſie je ſo gewaltige helden ſein wolten. Vnd hat darauff der Landgraff die Hertzoge/ vattern und ſohn/ Herman von der Malß burg/ Sigiſmun⸗ do von Breyneburg und Wolfen Touſchen in ver⸗ warung geliefert/ er aber iſt dem kriegßhauffen zu⸗ gerennet/ und deme ſtill zuhalten geboten: darzu er dann nicht geringe muͤhe bedorfft/ ſintemahl die Landgraͤviſche dermaſſen in die Brunſchwigiſche geſatzt/ daß ſie ſchwerlich von einander zu bringen. Auch wolten der mehrertheils reiſige dem Landgra⸗ fen nicht ſchweren/ ſondern mit fliegenden fahnen aus dem felde ziehen/ unbetracht die warnung/ ſo ihn H. Mo⸗ 6 — H. Mor ten. Hie des ande etliche/ u Herrn v⸗ Martin⸗ brigeabe fahnenu in dreyen gezwung 22. Octo brug wid in deß La zu Scha beygeſtaꝛ Graff O Landgra fen zu Te ſtig gewe berg kom Es ſtinen H hannes d erzeuget? 3 vor⸗ der L. lſo an h will Wie a⸗ her ge⸗ en laſ⸗ uuͤmb hdoch d den zuach⸗ Achim Dar⸗ erſtuͤck mb er⸗ volten. dattern ſmun⸗ in ver⸗ fen zu⸗ arzu er ahl die igiſche ingen. ndgra⸗ fahnen ſo ihn . Mo⸗ — O————ᷓn—— Chronica 31 H. Moritz durch Adrian von Steinberg zu entbot⸗ ten. Hierumb iſt ihn der Landgraff gefolgt und ſie des andetn tages begriffen/ ihrer etliche erſchlagen/ etliche/ under denen Alhard von Hoͤrde/ und elliche Herrn von Beuren/ ihm ein feldgefengnuß und auf Martint ſich zu Caſſel einzuſtellen anzuloben/ dieuͦ⸗ brige aber zu ſeinem gehorſam und mit abgeriſſenen fahnen und faͤhnlein rotten weiſe abzuziehen/ auch in dreyen monaten nicht wider die Fuͤrſten zu dienen gezwungen. Die gefangene Fuͤrſten aber ſind den 22. Octob gen Caſſel verſchickt: Das hauß Stein⸗ brug widerumb erobert: Das gantze land auffs new in deß Landgrafen gewalt kommen: Johan Graff zu Schauenburg/ weiln er dem Hertzogen mit huͤlfe beygeſtanden/ ſeines ſchloſſes Buckenburg entſetzet: Graff Otto von Rittberg/ darumb daß er wider dẽ Landgrafen ſeinẽ lehnherrn gedienet/ und dem Gra⸗ fen zu Teckelnburg mit rauben und brennen uͤberle⸗ ſtig geweſen/ uͤberzogen worden/ und umb den Ritt⸗ berg kommen. Es hatte aber Landg. Philig mit Fraw Chri⸗ ſtinen Hertzogin zu Sachſen in anno 1532 auf Jo⸗ hannes des Tãuffers tag/ war der 23 Heumonats/ erzeuget Wilhelm den Iv, Landgrafen zu Heſſen/ dißmaln von 13 jahren. Derſelb als er die gefangene Fuͤrſten infuͤhren und meñiglich darob hertzlich fro⸗ locken ſehen⸗hat er alleine unter anderen bitterlich ge⸗ 4 weinet/ —————— Chronica. weinet/ und wie er deſſen uhrſach gefraget/ zur ant⸗ wort geben/ es ſey ihm in dieſem ſpecktakel deß Craſt unfal und ruffen zum abweſenden Soloni/ bey dem zuſtino/ vorkommen: welches ihm dan die unbeſten⸗ tigkeit deß glucks an dieſen beiden Fürſten erwieſen⸗ ſo hart zu hertzen treibe und vor augen ſtelle. Ja wol hat dieſem jungẽ herren dẽ groſſen unfal uñ ſchwere gefengnuß/ in welches der Allmechtige ſeinen lieben Vater Philippum uͤber zwey jahr kommen und ge⸗ rahten laſſen wolte/ zu gleich und damaln ſein hertz zuvor fagen vnd anbilden muͤſſen. Es hat aber Phi⸗ lippus Hertzog Heinrichen forters gen Ziegenhain in die euſtodi verſchickt/ den ſohn Vietorem aber zu Caſſel behalten/ daſelbſten ſie biß zu deß Landgrafen gefengnuß in verwarung blieben. *Tnter deſſen war auß verhetzung deß Papſtes wegen ſtandthaffter Evangeliſcher bekendtnuß ein trieg wid die Proteſtirende beſchloſſ en. Welches als es Landgraf Philippo kundt worde/ hat er zuforders ſeine kinder an ſichere ort verſchickẽ wollẽ:weiln er a⸗ ber ein beſonders vertrawẽ auf die feſte ſtadt Straß⸗ burgt geſetzt/ fertiget er daſelbſten hin ſeinen ſohn Wilhelraum /er aber griff unter deſſen zu den waffen Vnd weiln auch forters das geſchrey auskommen/ daß der Keyſer inwilles die Proteſtirende zuuͤberzie⸗ hen und/ wie ſcheinlich vorgebẽ wart/ ſie zum gehor⸗ ſam zubringen/ ſich auch umb errgvolakduh die eide beide N beſchickt thaͤnig f krieg/ vn (— O ſich nich Churfuͤt thaͤtliche ſer erma gebraucl offentlicl mit jhret reinen L nig antn Pflichta vnruhe/ So hat fuͤrderlie Schaͤrte mit 24. F deck/ ver let/ vndz Fuͤrſten inner die theil nit: rete der Chronica. 315 rant⸗ beide Marggrafen/ Albrechten vñ Hanſen bewuͤrbe Craßf beſchickt der Landgraf den Keyſer/ ond ließ ihn vnter⸗ ey dem thaͤnig fragen/ was doch die groſſe Bewerbung zum beſten⸗ krieg/ vnd wider wen ſie gehen ſolte: vieſen/ Demnachaber der Keyſer in ſolcher beſchickung 15 46. hu ſich nichts richtigs erkleren wollen/ haben endtlich der Churfuͤrſi/ Landgraf vñ andere Pooteſtirende ſich zur din ban hatlichen gegenwehr geruͤſtet/ doch darneben dẽ Key⸗ in T ſer ermahnet/ ſich rechtens vnd nit gewalts gegen ſie zu r Phi⸗ gebrauchen/ vnd darauff ſampt dem Churfuͤrſten ein enhain offentlichen bericht gethan/ daß nit ihr Vngehorſam ber zu mit hrer Kriegsruͤſtung/ ſondern die Defenſion der grafen rreeinen Lehr deß Evangelij gemeinet. Als ſie aber we⸗ nig antwoꝛt darauferlanget/ haben ſie dem Keyſer die apſtes Pflicht auffgeſchrieben/ vnd ſich hiemit in eine ſchwere uß ein vnruhe/ vnd offenen krieg wider den Keyſer ingelaſſen. hes als V So hatten ſich auch die oberlaͤndiſcheſtaͤtte zum aller brdee V fuͤrderlichſten mit gutem fußvolck/ daruͤber Baſtian Seraß⸗ V Schaͤrtel Obriſter/ vnnd H. Vlrich zu Wuͤrtenberg/ n ſohn mit 24. Faͤhnlein knechten/ daruͤber Johan Her zu Hei⸗ waffen d deeck/ verſehen/ vnd ſolch Kriegsvolck zu Vim verſam⸗ nmen/ let/ vnd zu Gunnſperg gemuſtert. Vnter deß lieſſen die iberzie⸗ Fuͤrſten Wolffenbuͤttel ſchleiffen/ damit ſolch Feſtung gehor⸗ inner dieſem auflauff den Proteſtirenden zum nach⸗ rch dde theil nit moͤchte ingenom̃en werden. Den zs. Julij fuͤ⸗ beide rete der Landtgraf ſein Volck zu felde/ als inner dem r p Schaͤr⸗ 4 6 1 8 7 1 Heſſiſche Schaͤrtel Jieſſen vnd die Erenburger Clauſe den Fta⸗ liaͤnern hiermit den durchzug zu wehren/ Heideck aber Dillingen dem Biſchoff zu Augſpurg abgenommen/ darauf ſich dan Donawerd bald ergeben: Vnnd ſind der Churf zu Sachſ. vnd L. durchs Franckenland mit Soooo man zu fuß vñ ꝛoooo zu roß/ auch nooo groſſen ſtuͤck buͤchſen nacher der Donaw gezogen. Nu war der Keiſer mit ſeinem volck vnd den Italianern vnd Spa⸗ niern zu Regenſpurg ankom̃en/ dz alſo die Fuͤrſten(ſo albereit in die acht erkleret/ auchh. Moritzen zu Sach. deß Churf. land inzunemen befohlen war) in beyſorgꝛ ſtundẽ/ er wuͤrde ſich ſtracks naher Sachſen vñ Meiſ⸗ ſen wenden. Aber jñer dem ſie ſich vber die Donaw be⸗ geben/ komt inen zeitung wie der Keiſer ſich naher In⸗ golſtadt wende. Derwegen ſie auch ſich widrum̃ nach der Donaw gelencket/ zu verhuͤten/ dz nicht der Keyſer Neuburg vnd Donawerd/ vnd alſo vnverhindert den paß ins Wuͤrtenberger Land inbekaͤme. Als ſie nugen Naſſenfelß kommen/ vñ der Landgrafdie gelegenheit der feſtung Ingolſtadt zubeſehen/ außgezogen/ vnwiſ⸗ ſend/ dz der Keyſer albereit daſelbſt ankomen/ were er beynahe in not gerahten/ in dem er vnverhofft mit den Spaniern ein ſcharmutzel ingehen muͤſſen/ daꝛob dañ der Churfuͤrſt ein vnwillen auf den Landgrafen gefaſ⸗ ſet. Den folgenden 30. Anguſti hat der L. einen furt durch die Donaw antroffen/ den reiſigen zeug endoe däs ſen ernſe fen wolle theil ein ſten wol ſtatten: maſſen? ben laſſe vermere von Be dem Ken Derſelb hindert: Newbu mehr ſei fuhr/ ri hin ofei mallern 2. tag an rin H. men. N bert/ He men/ vi maͤchtig 1 V Ehroniea. I⸗ nItqa huͤtz hinuͤber bracht/ ſich auff der hoͤhe/ daetwan die faber Ingolſtadter wart geſtanden/ gegen dem Keyſ. nider⸗ nmen/ gelaſſen/ mit ſchieſſen vnd allerhand ſcharmuͤtzel groſ⸗ d ſind ſen ernſt ſehen laſſen/ auch alsbald den Keyſ. angreif⸗ nd mit fen wollen/ dardurch dann vielleicht dieſem krieg zum roſſen itheill ein ende gemacht worden. Aber die andere Fuͤr⸗ ar der ſen wolten ihm nit folgen/ viel weniger den angriffge⸗ Spa⸗ ſtatten: Darob dann inn kurtzem ſich der Keyſer der⸗ ten(ſo maſſen verſchantzet/ dzſie jhn deß orts wol habenblei⸗ Sach. ben laſſen muͤſſen. Als nu auch ſolchs die Fuͤrſten ſelbs yſorge vermerckt/ ſind ſie aufgebrochen/ in willens dem Graf Meiſ⸗ von Beuren/ ſo mit 400o reiſigen vnnd 00o zu fuß/ ai be⸗ dem Keyſ. zum beſten in anzug/ den weg zu verlauffen. er In⸗ Derſelb aber ſchlug beſeitz auß/ vnnd kam alſo vnver⸗ nach hindert zum Keyſer gen Ingolſtadt: darauf dañ baldt Keyſer Newburg verlohren. So verruckte auch der Keyſ nu⸗ ert den mehr ſein Lager gen Norlingen. Da dieſes der L. er⸗ V nugen fuhr/ ruckte er in einem nebel mit ſeinem volck daſelbſt V enheit hin fein hoͤhe. Wie nu der nebel vergangē/ ſahe man V uwiſ⸗ in allernechſt in ſeiner ſchlachtordnung halten/ darof vere er 2. tag an einander ſchwere Scharmuͤtzel gehalten/ da. iit den ein H. Albrecht zu Brunſchwig vmb ſein Leben kom⸗ b danñ men. Nach dieſem hat der Keyſ. auch Donawerd ero⸗ gefaſ⸗ bert/ Hochſtaͤt/ Laingen vnd Gundelfingen ingenom⸗ n furt men/ vnd alſo deß Donaw ſtroms ſich widerumb ge⸗ nd ge⸗ maͤchtiget/ ſein lager naher Suͤndheim verruckt/ vñſt ſchuͤtz rr ij dennoch vom Heſſiſche vom Landgrafen/ ſo ihn ſtaͤtig auffm Halß/ an der Vl⸗ mer reiſe verhindert. Derowegen er alle liſtige mittel herbey geſucht/ wie er denſelben vberfallen vnd dempf⸗ fen moͤchte/ welche jhm doch alle mit einander mißrah⸗ ten/ darumb er auch widerum̃ gen Laugingen den letz⸗ ten Octob. vmbkehren muͤſſen. Wann aber auch nun⸗ mehr der winter heran kam/ auch vieler vorſtehender ongelegenheit vñ ſonſt mißverſtand halber allerhand noͤtige eroͤrterung ſich etwas lang verzegen/ vnnd der Churfuͤrſt deß Landgrafen raht vnd wolmeinen nicht folgen woͤllen/ kondte man wolſehen/ dz dieſer zug das verhofte ziel nit erꝛeichen wuͤrde/ vñ hat derowegen der L. ſein kriegsvolck demſelben vntergeben/ vnnd ſich wi⸗ derumb nach ſeinem Lande gewendet. Zu dem hatte Hertzog Moritz zu Sachſen dem Churfuͤrſten ſein land ingenom̃en/ derwegen derſelbig auch ſich anheim zu wenden getrungen worden/ daß alſo durch diſen ge⸗ waltigen zug nichts ſonderlichs außgerichtet. Vnter deſſen ruckt der Graf von Beuren vor Darmſtadt/ vnnd worden ihm von den buͤrgern zween gewaltiger ſtuͤrm/ vñ etlich hundert man abgeſchlagen/ vngeacht ſie keiner entſatzung zu gewarten. Als er das manliche hertz der buͤrger geſehen begeret er ſprach zu halten/ vñ ließ vnter dem die Stadt erſteigen/ die pluͤndern/ den buͤrgern ein ſchwere ſchatzung abzwingen/ pulfer in das ſchloß ſtrewen/ vnd das biß auff den rumpff auß⸗ breu⸗ brennen. haben die ihn ohnee 1 Re dem Chu furt gezog zwingen/ Landvolc niderzuleg zahlungn Im lufft bekoꝛ von Sac Meiſſen ſchlagen/ ſind viel ſi vnter den Landgraf in dem me ſich zuſein Alt zogen we daſſelbe in t im aꝛ auff vielen Sachſen eer Vl⸗ mittel empf⸗ ißrah⸗ en letz⸗ hnun⸗ hender rhand nd der nnicht ug das gen der ich wi⸗ hatte en ſein nheim ſen ge⸗ Vnter ſtadt/ altiger geacht nliche en/ vñ 1/ den ffer in fauß⸗ breu⸗ Chronica. 3„ brennen. Wie er nun alſo im Gerawer lande hauſete/ haben die von Franckfurt ſich mit ihm abgefunden vñ ihn ohne einige gegenwehr ingelaſſen Reiffenberg auch/ als er kurtz hiebevor ſampt dem Churfuͤrſten mit ſeinen knechten durch Franck⸗ furt gezogen/ wolte er ſeine bezahlung mit pochen er⸗ zwingen/ onnd Marpurg innehmen. Darumb das Landvolck auffgeweſen/ ihn gezwungen die Faͤhnlein niderzulegen vnd abzuziehen Doch iſt den knechten die zahlung widerfahren Innerhalb dem die Keyſeriſche hinividerumb lufft bekom̃en/ ſich geſtercket/ vnnd dem Churfuͤrſten von Sachſen auffm fuß gefolget/ vor Muͤhlberg in Meiſſen dem eine ſchlacht gelieffert/ die Sachſen ge⸗ ſchlagen/ vñ den Churfuͤrſten gefangen haben. Hierob ſind viel ſtaͤdte von den Proteſtirenden abgetreten/ vñ vnter denſelben auch Straßburg: Derowegen dann Landgraf Wilhelm widerum̃ doch mit groſſer gefahꝛ/ in dem man allenthalben auff jhn gehalten/ in Heſſen ſich zu ſeinem Vatter begeben muͤſſen. Als nun auch nach dieſem der Landgraf vber⸗ 5 47. zogen werden ſollen/ vnd allbereits dem Duca de Alba daſſelbe ins werck zu rich en befehl gegeben/ vnnd der ſelb im anzug geweſen/ hat endtlichen der Landgraf aaff vieler Fuͤrſten/ beſonders Churfuͤrſt Moritzen zu Sachſen vnterhandlung/ vnnd auff deß Kaͤyſers zu⸗ rr iij ſage 3 Heſſiſche ſage/ daß jhm nichts thaͤtlichs begegnen ſolte/ ſich vor dem Keyſ. zu Halla ingeſtellet/ den fußfall gethan/ vnd gnade erhalten: Dennoch durch den Due de Albains Keyſers namen daſelbſt angehalten/ vnnd in hafft ge⸗ nommen/ auch dem Keyſerlichen lager von da auß fol⸗ gen muͤſſen/ ins Niderland gefuͤhret/ vnd fuͤnff gantzer Jahr darinnen enthalten worden. So bald aber nu vber beſchehene zuſag vnd ver⸗ hoffen Landgraf Philip in cuſtodi gefuͤhrt/ hat Land⸗ graf Wilhelm/ damit je ein haupt im lande/ ſich bene⸗ bendenen raͤhten der regierung vnternom̃en/ aber da⸗ neben anſehen muͤſſen die zerſchleiffung dero feſtungen Haſl vnd Gieſſen/ wie in gleichen Ruͤſſelshem/ durch einharden von Solms deß Landgr. lehnman/ ſo in nechſtermelten kriegen dem Keyſer wider die Proteſti⸗ rende gedienet: Der hat zu Caſſel den ſtatt vnd ſchloß⸗ wall ernider werffen/ zu Spangenberg die munition/ deren doch wenig ihm zu handen komen/ abfuͤhren laſ⸗ ſen. Mit Ziegenhain wolte er in gleichem/ vnbetracht der Keyſerlichen Capitulation gefahren ſeyn/ wann nit Hentze von Luͤdder jhn abgewieſen/ vnnd ſtaͤrckern inzug/ als mit 10. Pferden verſagt/ wie zornig er gleich daruͤber worden. Zu Gieſſen hauſet er auch nicht we⸗ niger/ vñ befahl alles nider zureiſſen/ da doch die Spa⸗ nier/ ſo daruͤber zu vfſehern geſetzt/ nit ſo hitzig/ ſondern ſich mit einem ziemlichen begnuͤgen lieſſen Sein Se mahlin mahlin au dz der wall len denſell chen/ vnd fuͤlle laſſen Gieſſen re nier jhr zun den/ die gre antwortet ſchaffen/ d holet wuͤrd ſtand erm Herm zu v vnd ander als vntuͤch wolallein gen/ ſo hat ſich an den ter feſtung ſen. Dar ren das I niemandr halt zu leh tag zu Ca ermeſſen/ dem Land - b Chronica. z1* ſichvor mahlin auch/ als ſie zu Gieſſen kommen vnnd geſehen/ an/ vnd dz der wall nit gentzlich in graben gelegen/ hat ſie befo⸗ Albains len denſelben noch eines manns laͤng niedriger zu ma⸗ hafft ge⸗ chen/ vnd an zweyen orten den graben dermaſſen auß⸗ auß fol⸗ fuͤlle laſſen/ dz man zu mitternacht vngehindert durch gantzer Gieſſen reiſen vnd fahren koͤnnen. Vndals die Spa⸗ nier jhr zur antwort geben/ wie nit erde genug vorhan⸗ nd ver⸗ den/ die graͤben damit außzufuͤllen/ hat ſie darauff ge⸗ t Land⸗ antwortet/ ehe es daran mangeln ſolte/ wolte ſie ver⸗ chbene⸗ ſchaffen/ dz erde von Licha/ da jre wohnung/ hierzuge⸗ ber da⸗ V holet wuͤrde. Es hat auch einer diſem ſaͤmmerlichen zu⸗ ſtungen ſtand ermelter G. die Fuͤrſtin Chriſtinam vnnd junge / durch Hernn zu vnbillichẽ vertraͤgen/ belangend Koͤnigſperg/ n/ ſo in vnd andere lehen/ gezwungẽ/ welche doch hernachmal/ roteſti; als vntuͤchtig caſſiret vnd reſeindiret worden. Ob nun ſchloß⸗ wolallein wider Sachſen vnd Heſſen der K. auffgezo⸗ nition/ gen/ ſo hat doch der feind Heſſen nit beruͤhret/ ſondern ren laſf ſich an dem gefangenen Fuͤrſten/ zerſchleiffung benen⸗ etracht ter feſtungen/ vnd 20o groben geſchuͤtzen begnuͤgen laſ⸗ wann ſen. Darnach wolte man auch die Heſſiſche Pfarher⸗ 1548. aͤrckern ren das Interim anzunehmen zwingen/ aber da war V er gleich niemand vnter ihnen/ der hoͤren wolte/ noch deſſen In⸗ icht woe⸗ halt zu lehren bewilligen/ vnangeſehen es aufm Land⸗ Spa⸗ b tag zu Caſſel beſchloſſen. Doch iſt hiernebẽ leichtlich zu ondern ermeſſen/ wann nit der Allmechtig der zeit L. Wilhelm in Ge⸗ dem Lande zu geben vnd vorgeſetzt/ wie erbaͤrmlich es T[°... mahlin als dann Heſſiſche als dann darinnen wuͤrde vber vnd vber gangen ſeyn. Derſelb bemuhete ſich auch heftig durch die vorbeſag⸗ te vnterhandler bey dem Keyſer/ den Vatter vollends außzuſuͤhnen/ vnnd zu erledigen. Als aber weder der Churfuͤrſten interceſſiones/ deß gefangenen Fuͤrſten betruͤbten ehegemahlin perſoͤnlicher fußfall/ ſeufftzen/ bitten vnd flehen den Keyſer/ welcher doch ſonſt guůtig/ erweichen/ noch beſchehener zuſag ihn eines beſſern er⸗ 1549. jnnern wolte/ auch die Fuͤrſtin letzlich vor hertzenleid in anno 40. jhren Geiſt auffgeben/ iſt dadurch der junge Fuͤrſt Landgraf Wilhelm zu ſolcher großmuͤtigkeit be⸗ wogen/ dzer/ ein juͤngling vnd deß kriegsweſens vner⸗ fahren/ ſich nit geſchewet/ den mechtigſten Potentaten vnnd erfahrneſten Kriegsmann der Chriſtenheit/ vor welchem andere hohe Potentaten ſich entſetzen muͤſ⸗ ſen/ zu bekriegen/ vnd hiedurch ſeinen lieben Herꝛn va⸗ 1551 ter zu erledigen. Vermahnet vnd erjnnert darum erſt⸗ lich H. Moritzen vnd den Marggrafen/ Churfuͤrſten/ welche/ als ſie Landgraf Philipſen ſich beym Keyſer in⸗ zuſtellen beredet/ ſich gegen die junge Fuͤrſten zu Heſſen den vatter ohne einige gefahr widerumb zu liefern ver⸗ pflichtet/ hhrer obligation vnnd buͤrgeſchafft/ vnnd be⸗ wegt ſie hiermit/ ihm mit huͤlffe benzuſpringen: vnnd kamen derowegen der Landtgraf/ Churfuͤrſt Mo⸗ ritz/ Marggraf Albrecht vnnd joannes Franxineus Bajonenſis Epiſcopus, deß Koͤniges inn Franckreich abge⸗ abgeſandt Wie ſie beſchloſſen donnerſch ſchuttert/ ein boͤſesz beleſener r ſolchs ein und bedeu exempeln warhafft! gefangene nation zut Es groſſe reg worden/ u uͤber ſtein geriſſen. ſteinerne ſeufft: ha niedergele auch Me genomm den altar ſturmwit uñ ein uh untergem gen ſeyn. orbeſag⸗ vollends deder der Fuͤrſten eufftzen/ ſt guͤtig/ eſſern er⸗ eenleid in eer junge igkeit be⸗ ns vner⸗ tentaten heit/ vor zen muͤſ⸗ drꝛn va⸗ um̃ erſt⸗ fuͤrſten/ eyſer in⸗ zuHeſſen fern ver⸗ vnnd be⸗ n: vnnd erſt Mo⸗ anxineus anckreich abge⸗ Chronica. 3¹8 abgeſandter zu Friedewalt in Heſſen zuſammen. Wie ſie nuhn im raht beyſammen/ und den krieg beſchloſſen/ oͤmmet ohngefehr ein heller plitz vnnd donnerſchlag/ der das gautze ſchloß dermaſſen er⸗ ſchuttert/ daß auch die Fuͤrſten erſchrocken es vor ein boſes zeichen achten wolten. Aber Fraxineus, ein beleſener man/ rieff laut mit frolicher ſtimm/ daß ſolchs einen guten außgang ihres intents anmeldet und bedeutet/ in maſſen dann auß etlichẽ dergleichen exempeln zu erwieſen. Auch hat ſichs im außgang warhafft befunden/ daß dieſer zug nicht allein dem gefangenen Fuͤrſten/ ſondern auch gantzer Teutſcher nation zum guten außgeſchlagen. Es ſindt auch damals den 8 und⸗ januarij ſo groſſe regen gefallen/ daß dergleichen nie gehoͤhret worden/ und die waſſer ſo hoch angelauffen/ daß dar⸗ uͤber ſteinerne und hoͤltzine bruͤcken und heuſer umb⸗ geriſſen. Die Loͤhn hat zu Marpurg den 10 tag die ſteinerne bruͤck ingeworffen vnnd 24 menſchener⸗ ſeufft: hat auch zu Gieſſen und Wetzlar die bruͤcken niedergeleget. Die Fulda hat zu Rottenburg/ wie auch Melſungen dieſchone ſteinerne bruͤck gantz hin⸗ genommen und iſt zu Caſſel in der Newſtadt auff den altar und praͤdigſtuel geſtiegen. Den 12 iſt ein ſturmwindt entſtanden/ darauff zwiſchen zwoͤlff uñ ein uhr ein ſchrecklich wetter und blixen mit einem untergemengten erdbidem geſchehen/ von welchem ſs ſich 1552 He ſsiſche cheil des hauſes hinweg geriſſen und den boden voll korns darmit/ welches doch alles unbeſchediget plieben. Darauff iſt erfolget die vereinigung etlicher Chur und Fuͤrſten mit dem Koͤnig in Franckreich umb die erledigung der gefangener beider Fuͤrſten/ vors erſte/ und dan widerbringung Teutſcher Fuͤr⸗ ſten alther gebrachter freyheit und abwendu g der dienſtbarkeit/ darmit ſie bißdohero gedruckt worden. Die verbuͤndnuß aber iſt in groſſer geheim zugangẽ/ alſo daß in Heſſen niemand auſſer dem jungen Fuͤr⸗ ſtẽ Wuhelm/ dem Marſchalck Wilhelm von Scha⸗ chten/ Symon Bingen und wenig andere darvon gewuſt. Haben auch einander geiſel zugeſtellet/ die Fuͤrſten nemblich dem Koͤnig Philippum den jün⸗ gern Landgrafen und Chriſtohporum H. zu Me⸗ ckelnburg/ der Koͤnig dargegen Jamaͤum ven der Maick Cbronica. 320 Marck und noch einen andern/ Nantuleium, ſo auff der reiſe verſtorben. Nach deeſem ſindt dero knechte/ ſo auß der Mag⸗ deburgiſchen belagerung uͤbrig und auf dem Erßfel⸗ de/ auch in derErfurdiſchen doͤrffen und zu Muͤl⸗ uñ Northauſen lagen/ 10 faͤhnlein abgefuͤhret und hin und wider in die ſtaͤtte des Vnder Heſſenthumbs infuhriret. Darzwiſchen ſich zugetragen daß vor⸗ gedachter Reinhardt von Solms von einſpenni⸗ gern/ alß er von Hanaw von einem beilager heim⸗ reiten wollen/ angerennet und gefangen gen Zigen⸗ hain gefuͤhret. Vnnd thaten auch die Fuͤrſten zu der zeit ein außſchreiben/ darin ſie ſich offentlich erkle⸗ ret/ waß ſie zu ſolchen zug vnd kriegßruͤſtung bewe⸗ get. Die knechte/ ſo allenthalben in Heſsiſchen ſtaͤt⸗ ten lagen/ ſindt letzlich zum Kirchain durch Fridrich von Reiffenberg gemuſtert und in 10 folle Faͤhnlein abgetheilet/ iſt aber darneben ein auſſerleſenes volck geweſen/ hat dem Koͤnig in Franckreich alß ſeinem zahls/ dem Landgraf Wilhelm als ſeinem Feldther⸗ ren geſchworen. Es hatte aber der Biſchoff zu Mentz kurtz zuvor dem Landgraffen zu hohn vnnd ſpodt mitten n die landtſtraß/ nemblich in den ſtein⸗ weg hart vor Kirchain ein zolhauß bawen laſſen/ daſ⸗ ſelbe habẽ die ſoldaren abgebrand. Darum̃ der ampt⸗ man von Omelburgk etliche ſchuͤſſe auß groben ſtucken über die knechte abgehen laſſen vermeinendt ſs ij ſie ——ÿ Heſsiſche ſie darmit abzuſchrecken: aber hiermit hette er ihn bey nahe uhrſache geben die ſtadt mit einem ſturm an⸗ zulauffen. Als ſolches die inwohner und ampman geſehen/ ſind ſie dermaſſen erſchrocken/ daß ſie Reif⸗ fenberg ein vertrag angebotten und demeetliche tau⸗ ſent guͤlden ſampt dem groben geſchuͤtz zuſtellen muͤſ⸗ ſen. Vnter dieſer muſterung ſamlet der Rein⸗ graff auch 10 faͤhnlein knechte im Buechßecker⸗ thalſo er dem Koͤnig in Franckreiech zu fuͤhren wol⸗ te/ und derowegen ſie bey Rheinfels uͤbergeſetzet. Martin von Roß bach nam ihm vor dieſclbe auffzu⸗ halten/ konte aber nichts zuwege bringen/ ſondern verlohr der ſeinen etliche daruͤber. Deme nach hat ſich L. Wilhelm mit etlich geſchwader beneben H. Georgen zu Meckelburg und anderen Fuͤrſten und Herrn/ auch vorgedachtem B. von Baſenne auff Franckfurt begeben/ und den 18 Mertzmonat gen Ellerbach kommen. Do dannen er und Fraxineus an die von Franckfurt geſchrieben/ daß ſie in dieſem zug dem Keyſer nicht geſtatten wolten/ ein zuſatz in die ſtadt zu legen: Deßgleichen geſchach auch an die Wetterawiſchen Grafen/ deren ſich dann etliche er⸗ kleret. Franckfurt aber gab ein zweiffelhafte antwort. Weiln auch H. Moritz im Franckenland mit ſeiner macht allbereit ankommen/ muſte ſich der Land⸗ graff eilen: Derowegener die ſach mit Franckfurt nicht enden koͤnnen/ welches ihm und andern hier nacher * Cbhronica. 321 nacher nicht geringe vnkoſten veruhrſacht. Iſt alſo den 27 Martij bey H. Moritzen angelendet. Eß wolte ſich zwar der Biſchoff zu Wuͤrtzt urg wider ihn geſetzt haben: Weiln er aber die macht geſehen/ ward er anders ſinnes/ unnd erkleret ſich ſampt der Fraͤnckiſchen Ritterſchaff als Freundt. Den 26. kamen ſie vor Schweinfuhrt/ da ſich die von Nuͤrn⸗ bergk mit ihnen verglichen und auff verſicherung ge⸗ handelt. Daſelbſten zeiget auch H. Moritz dem Landgrafen an/ wie K. Ferdinandus ihu als untet⸗ haͤndeler erwehlet und daß allbereit von L. Philip⸗ ſen erledigung tractiret worden. Wilen ihn nuhn ſol⸗ ches L. Wilhelm und Praxineus gefallẽ lieſſen/ ward deßhalben ein tag gen Lintz in Oſterreich angeſtellet. Vnter deſſen ruckten die Fuͤrſten nich ſtoweniger im⸗ mer fort auff Rotenburgk an der Tauber. An welch⸗ em ort M. Albrecht zu Brandenburgk mit ſeinem hauffen etwa 2000 reutern uñ 21 faͤhnlin knechten ſampt ſeinem geſchuůtz auch zu ihn geſtoſſẽ. Zogẽ dem⸗ nach fuͤrbaß auff Dinckelſpuelund Nortlingen/ und kamen alſo in groſſer eilgen Donawerdt vnnd mu⸗ ſten allenthalben die ſtaͤtte ſie mit etlichem gelde und geſchuͤtz verſehen. Baͤlagerten darauff den 1 tag Aprilis Augſpurg/ darin 4 Keyſeriſche faͤhnlein lagen. Wannaber ander ſtadt ein ſtuͤck vom wall vnd mawren ingefallen/ ergab ſie ſich den 4. tag/ und wart den Keyſeriſchen knechten ab zuziehen ver⸗ ſs iij goͤnnet/ ——— ——— ꝗMÿo·ÿ———— Heſbiſche 4 gonnet/ der raht und Keyſeriſche raͤche abgeſetzet und newe regenten und rahtsherren angeordnet. Schrie⸗ ben demnach die fuͤrſten an alle Oberlendiſche ſtaͤt⸗ te/ ſie ſolten den letztẽ tag Aprtlis daſelbſten inkomen und ihr hegeren anhoͤren. Hierz wiſchen war der Koͤnig in Franckreich auff mit eewwa 80000 man zu Roß und Fueß/ nam in erſtlich zwey Staͤdte an der Grentze gelegen/ Doll und Verdun/ und das gantze Hertzogthumb Lothringen ſampt der Stadt Metz. Doch konte er an Straßburgt nichts erhal⸗ ten/ und zog daruͤber vor Hagenau und dannen biß gen Weiſſenburgk. Den 8 tag Aprilis hat L. Wil⸗ helm ſein abſag uñ verwarung an Reyſer verſchickt/ die gefaͤngnuß und zugeſagtes geleidt ſeinem Herrn Vattern beſchehen hoch angezogen und den gantzen verlauffenen handel und wie biß dahero alle vorbite nichts vermocht/ und die ungenadt je grͤſſer wor⸗ den/ erörtert: Were derowegen durch ſolchen dranck⸗ ſall/ der ſeinem H. Vatter/ ihme und dem gantzen Lande in mancherley wege under werender cuſtodi aufferlegt/ genoͤtigt/ ſich/ ſeinen H. Vatter und gan⸗ tze Land zu retten/ huͤlff bey Chriſtlichen Potenta⸗ ten/ Chur und Furſten auffzubringen unnd ſolchen unbill/ da kein guttliche handelung/ noch bitte etwas verfahen wollen/ wie numehr vor augen abzuleih⸗ nen/ welches er dann vor niemand mit billigkeit ver⸗ dacht werden koͤnte. Wolte auch ſonſtet hiermit weiln weil leid alle⸗ ner? und vor ohne di ge glau ge ſt der i Fuͤrt ben. benſ aber 19 ge kom geldt gen! Land vor 2 erobe mit ſe ſchatz kame! Gun Chronica. 3 22 weiln es nuhn dieſe geſtalt/ welches ihm doch trewlich leid und deſſen vielieber geüͦbriget ſein welte/ erreicht/ alle capitulation, welche in werender cuſtodi von ſei⸗ ner Maj. ſein Herr Vatter und er in ſeiner jugend und unmuͤndigen jahren zu ratificiren gedrungen/ vor ſich revocirer und wiederuffen haben. Wie dann ohne das in dieſem fall/ da ſein H. Vatter in die cuſta di gezogen und ihme deßfalß das geleidt trew und glauben nicht gehalten worden/ ſelbige nicht ein eini⸗ ge ſtunde krefftig und buͤndig geweſen. Solches war der inhalt dieſes ſchreibens. Auch ermaneten die Fuͤrſten die ſtadt Vlm ſich in ihre buͤndnuß zu bege⸗ ben. Als nuhn Vim die buͤndnuß abgeſchlagen/ ha⸗ ben ſie den 12 Aprilis die belagert/ 9 tag beſchoſſen⸗ aber doch ungeſchafft abziehen muͤſſen/ und ſindt den 19 gen Stockheim/ ein ſtadt im Hegaw gelegen/ kommen/ da ihnen der Koͤnig in Franckreich das geldt/ wie ſie mit ein ander uͤberkommen/ hat vernuͤ⸗ gen laſſen. Hierzwiſchen/ als der Churfuͤrſt vnnd Landgraf im Hegaw lagen/ ruckte Marg. Albercht vor Vim/ brandte da etwa viel ſtaͤdtlein und doͤrffer/ eroberte auch das ſchloß Helffenſtein und beſatzte es mit ſeinem volck/ gewan auch Gißlingen und brand⸗ ſchatzte deren dorffe umb 18 000 guͤlden. Vnder deß kamen die Fuͤrſten widerumb an die Donaw/ daſelb⸗ ſtẽſte den Maͤjmonats widerumb aufgebrochen gẽ Gundelfingen kommen/ da ſie tage ſtilgelegen. Als nuhn Heſsiſche nuhn in mittels der Marggraff auch Nuͤrnberg zu bekriegen anfing/ ſchrieb L. Wilhelm vor ſie. Inner dem wart die erledigung dergeſandan Fuͤrſten be⸗ williget/ darumb dan der Koͤn ig in Franckreich auch auß Teutſchland widerumb abg zogé. Aber Nuͤrn⸗ berg wart vom Margrafen uͤbel geplaget/ unange⸗ ſehen der Churfuͤrſt und Landgraff fleiſsig vor ſte geſchrieben. Darumb dann L. Wilhelm ſeine zwwey geſchwader/ ſo er dem Marggrafen wider den Teut⸗ ſchen Hochmeiſter gelauhen/ widerumb abholen laſ⸗ ſen. Damahls haben die Fuͤrſten erfahren/ daß der Keiſer umb Inßbruck etliche faͤhnlein knechte ver ſamblet und die paͤſſe im gebirge verhawen und befe⸗ ſtigen ließ. Derowegen ſie ſich nicht geſeumet/ ſon⸗ dern den 17. Maſi auf die ſtade Fieſſen uñ de ingang deß gebirges gerucket/ L. Wilhelm mit ſeinem volek an den feindt geſchickt/ ſie aber haben Fieſſen inge⸗ nommen/ darnach an ein paß verruͤckt! die beſatzung deſſelben verjagt/ die ſtadt Reuten/ deren darob das hertz entfallen/ angangen/ die beſatzung zerſtrewet/ bey 10 0ogefangen/ etliche erſchlagen: Darnach auff die Erenburgk oder Clauß gezogen/ die unwegſame berge und klippen durchkrochen und durch eines ge⸗ fangenẽ ſoldaten anleitung die hohe erlangt und alſo die Ehrenburgt/ darauff faͤhnlein knechte in der be⸗ atzung/ deren doch allein9 erobert/ ſo zooo man ſtarck/ die uͤbrige aber/ deren 3 Teutſche/ die vierte von von J ſollen Hertze Rolß fleiß d ber de perſol gen er mona ſtand vndL Als ſe anher koͤnne der K Kern der K aber! Keyſe ſpurg wart allda Land meinn ſten z Fuͤrſt Chronica. 323 von Italianern/ ſind durch die flucht entkom̃en. Vnd ſollen bey dieſer eroberung L. Wilhelms knechte/ der Hertzog von Meckelburgk/ vnd beſonders Fridrich võ Rolßhauſen/ das beſte gethan haben/ vnd durch jren fleiß dieſe vnuͤberwindtlich geachte feſtung erobert/ a⸗ ber doch auff der Chur⸗vnd Fuͤrſten ſeite nicht vber 1o. perſohn geblieben ſein. Nach dieſem ſieg wolten we⸗ gen eroberung der feſtung/ Reiffenbergers knechte ein monat ſoldt haben/ darob dann ein groſſer lerm ent⸗ ſtanden. Nach deſſen abſtillung zogen der Churfuͤrſt vnd Landgraff mitꝛ regimendt knecht auf Inßbrugk. Als ſolches der Keyſer vernommen/ welcher noch biß anhero die eroberung der Ehrenburgk nicht glauben koͤnnen/ entllohe er bey eiteler nacht ſampt ſeinem bru⸗ der K. Ferdinando durchs Ettſchlandt gen Villach in Kernten. H. Johan Fridrich auch/ vnangeſehen ihn der Keyſer loß geben/ folget dem Keyſer. Die Fuͤrſten aber namen JIußbrugk in/ pluͤnderten alles was deß Keyſers/ der Spanier/ vnd deß Cardinals von Aug⸗ ſpurgk/ K. Ferdinandi/ vnd der Buͤrger guͤter aber wart verſchonet. Es wurden auch etliche Feltgeſchuůtz allda befunden/ welche Duc de Alba/ vnd darauff deß Landgrafen Nahmen vnd Wapen gieſſen laſſen/ der meinung/ dieſelbe hin vnd wider in Hiſpania oder ſon⸗ ſten zuverehren vnd außzugeben/ als wann er ſie dem Fuͤrſten zu Heſſen genommen. Vnnd weiln ſuner⸗ tt ha Heſſiſche halb z tagen der tag zu Paſſaw angehen ſolte/ zog da⸗ ſelbſten hin H. Mor! Churfuͤrſt/ der Landgraf aber vnd die andere Fuͤrſten begaben ſich widerumb ins la⸗ ger gen Fieſſen/ dahin ſieam 28 Naij kommen. Hier⸗ under wart Magnus Leſte/ amptmanzu Gliperg am dinſtag nach Cantate mit einem faͤhnleinknechte vor Fridslar geſchicket/ welcher die ſtadt wie auch Newſtad vnd Omelburgk ingenommen. Joſt von Talwig hatte vor M. Albrecht faͤhnlein knechte vm b Koͤrbach ge⸗ ſamblet/ vnd als er mit denſelben ins feld vor Fridslar kommen/ hat er etlichen geld geben/ etlichen nit. Dero⸗ wegen jhn dieſe vom gaul geſchlagen/ vnd in gezwun⸗ gen geldt zu verſchaffen/ welches er dann von Thumb⸗ herm entlehnẽ muͤſſen. G. Chriſtoph zu Oldenburgk/ hatte auch dem Marggraffen u faͤhnlein knechte zum beſten auffbracht/ mit den zog er durchs ſtifft Fulda/ vnd zwang den Apt/ vnd Reideſel ſich mit jm/ vnd zu der ſeinen willen zu vertragen. Mitlerzeit kam Curt von Hanſtein in Franckfurt/ vnd nam vons Keyſers wegen 20 faͤhnlein knechte/ vnd 800 reiſige an/ deren Ritmeiſter waren/ Albrecht von Roſenberg/ vnd G. Ernſt deß gefangenen G. Reinhards zu Solms ſohn/ vnd andere/ die fielen in die Herꝛſchafft Epſtein/ pluͤn⸗ derten dem Landgrafen das derff Ludderbach/ hieben daſelbſten den Zollkaſten auf/ vndnamen was ſie fun⸗ den: dergleichen gebaͤhreten ſie ſich auch im Gerawer land lande/ denſell burg/ naw/c vndzf Als in birgeg den 21 grentze 9 K tagem vnd di darna Lande gen R graf a len/ vi getha ſchuͤtz gehab Graf ſo we flucht ſtand zu ruͤ 300 l Chronica. 324 lande/ mit vielen aͤmptern/ vnd profiantireten/ auß denſelben/ die ſtadt Franckfurt: holeten zu Cronen⸗ burg/ sfeltgeſchuͤtz/ vnd zwungen dem Grafen zu Ha⸗ naw/ auchetliche ab. Wider dieſe worden/ 00reiſige ond ʒ faͤhnlin knechte/ gen Gieſſen vñ Butzbach gelegt. Als in mittels der Landgraf/ widerumb auß dem ge⸗ birgegen Fieſſen kommen/ ruckten die Fuͤrſten/ forders den u tag Brachmonats/ vor Eichſtet/ hart an den grentzen Beyerlandes gelegen/ vñ erwartetẽ daſelbſt/ H. Moritzen widerkunfft/ welcher zu Paſſaw/ aufm tage war. Als er nun widerumb/ im lager angelendet/ vnd die Jurſten/ aller ſachen vmbſtands berichtet/ ſich darnach widerumb/ gen Paſſaw verfuͤget/ ſind der Landgraf/ vnd dz gantze krtegsvolck/ den; tag Hewm. gen Rotenburg an der Dauber verruckt. Der Mar⸗ graf aber/ iſt dem Biſchoff von Mentz/ ins land gefal⸗ den/ vnd den vmbAſchaffenburgk/ mercklichen ſchaden gethan. Derowegen dann der Biſchoff/ ſein groß ge⸗ ſchuͤtz bey Mentz/ in Rhein geſencket/ vnd ſich darvon gehaben. Curt von Hanſtein/ aber vermeinet/ den Graf zu Oldenborch ſzu vberꝛaſchen/ bracht es auch ſo weit/ daß er jhm das geſchuͤtz abdrang/ vnd in in die flucht ſchlug. Aber vnter derſelben/ faſſet der Graf ein ſtandt/ alſo dzer nicht allein/ den Hanſtein/ widerumb zu ruͤck ſchlug/ ſondern auch ſein geſchü⅛tz/ vnd zu dem goo ledige Pferde/ welche deß Hanſteins Reuter 1t verlaſſen/ 325) Hſſiſche verlaſſen/ vnd ſich in die weinberge verkrochẽ/ erobert. Darauf namen jhn etliche auß Franckfurt/ vnnd be⸗ fonders der junge Graf von Solms inn ſinn/ die ſtadt Grunenberg zu vberraſchen vnd zu pluͤndern/ waren auch mit etlichen geſchwadern/ vnd faͤhnlin knechten auf/ vnd zogen vor Fridberg vber gen Bernſtadt. Es hatten aber die Heſſiſche reuter etlich außgefertiget/ die ſtraſſen zu beſichtigen! die betraffen;/ ſo ſie auch ge⸗ fenglich annamen/ bey denẽ man ſich dieſes anſchlags erkuͤndiget/ vñ darauf zur gegenwehr gefaſt gemacht. Da ſolches der von Solms vnd ſein anhang vernam eileten ſie widerumb der haudt fuͤrchtende gen Franck⸗ furt. In nochwerender Paſſawiſcher vnterhandlung zogen L. Wilhelm vñ ſeine mitverwante in deß Teutz⸗ ſchen Meiſters Land chafft vnd brandſchatzten Mer⸗ genthum. Daſelbſten kam wider zu jn H. Moritz den n tag Hewmonats. Sind demnach fuͤrbaß gezogen/ vnnd haben den/ beruͤhrtes monats vor Frauckfurt vor die Bockheimerpforte hr lager geſchlagen. Der Marggraf hatte ſich auch wider zu dem Landgraffen vnd Churfuͤrſten gethan/ vnd ſich jenſeidt deß Meins gegen Sachſenhauſen gelagert/ vñ manchen vergeben ſchuß in die ſtadt gethan. Als er aber ſahe/ dz er nichts ſonderliches ſchaffen konte/ zog er widerumb darvon/ pluͤnderte/ Brandſchatzte allenthalben die Staͤtte. Hertzog Moritz/ vnd der Landgrafaber lieſſen vber⸗ langs 0 ½ langs nen au nes gre nuhn mit den ſchicket L. Wil ſencket Reinle gevon ein bein weil wo tragen gend/ b den n? Ferdin Philip halb de puncte vnd ha ſondert horſan graf ſe ten n c auff fr den Lo 1 Chronica. 326 rt. langs einmal ein ſchuß inn Franckfurt thun: Geſon⸗ be⸗ nen auch an Pfaltzgraf Fridrich bey Rhein ihnen ſei⸗ ndt nes groben geſchuͤtzes etliche ſtuͤck zu leihen. In dem er en nuhn ſolches wegert/ lieſſen ſie hm anzeigen/ wie ſie en mit dem hellen hauffen ſolche holen wolten. Darumb b Es ſchicket er ihnen s mit aller zubehoͤrung. So hatte auch I et/ L. Wilhelm etliche ſtuͤcke/ ſo der Biſchof zu Mentz ver⸗ I ge⸗ ſencket/ wie viel man dero gewinnen koͤnnen auß dem gs Rein langẽ laſſen. Den ꝛo Hewmon. wardH. Geor⸗ ht. ge von Meckelburgk in der ſchantze durch ein ſchluß an m/ ein bein verletzt/ darvon er Todts abgangen. Mitler⸗ ck⸗ weil wart der Keyſer/ Churfuͤrſt/ vnd Landgraf ver⸗ ng V tragen/ da nemblich/ vnd vnter andern/ Heſſen belan⸗ tz⸗ gen verhandelt/ daß Chur vndfuͤrſten jr kriegsvolck er⸗ den Augſimon. beuhrlauben ſolten/ vñ daß Koͤnig en Ferdinando wieder der Turcken zukommen laſſen: L. n/ Pphilip die zu Halla auffgerichte capitulation auſſer⸗ it halb den articul/ ſo hiebevor ſchon verꝛichtet/ vnd deß der puncten Caſſel anlangende/ von newem ratißciren en ond halten/ ſeine verhafftung nit eiffern/ noch rechen/ ns ſondern ſich gegen den Keyſer vnd Koͤnig/ als ein ge⸗ en horſamer Fuͤrſt erzeigen. Dargegen ſolte der Land⸗ ts graf ſeiner euſtodi gentzlich entledigt/ vnd auff beſtim⸗ n/ ten n oder Auguſti gen Rheinfels ohne entgeltnus te. auff freien fuß geſtellet werden/ vnd ſolle der Keyſer er⸗ den Landgraffen bey ſeiner vorgenommenen feſtung igs tt iij Caſſel —“ ͦ-——— Heſſiſche Caſſel bleiben laſſen. Zu dem ſolten die gravamina/ ſo er wegen in werender euſtodi ergangener vrteil/ durch etliche benahmpte Fuͤrſten gehoͤret/ eroͤrtert vnd ver⸗ gnuget/ auch ſonſtet allerſeits gefangene/ vũ vnter an⸗ dern der G. von Solmz/ hrer gefengnus vnd beſtrick⸗ ung auff beſtimpten noder n erlaſſen vnd bemuͤſſiget werden. Nach dem nuhn der vertrag allerſeits bewilli⸗ get/ haben die Fuͤrſten von ſtund an deß Pfaltzgrafen bey Rhein geſchuͤtz/ darmit es nicht etwa dem Marg⸗ grafen in die haͤnde keme/ in die ſtadt Franckfurt fuͤh⸗ ren/ vnd H. Moritz ſein lager alsbald anzuͤndẽ laſſen/ vnd durch ſolch eilendt feur machem mann/ nit gerin⸗ gen ſchaden zugefuͤget/ follents mit ſeinem volck K. Feꝛ⸗ dinando zugezogen. Der Landgraf aber hat ſich nach beurlaubung anheim gewendet. Dennoch hat der Marggraf mit nichten in den vertrag bewilliget/ ſon⸗ dern erſt recht zubrennen vnd toben angefangen/ vnd viel beſchwerlicher wort vber die Fuͤrſten/ beſonders aber/ H. Moritzen außgegoſſen/ welches dann end⸗ lich/ die ſchlacht auffm Peinerbruech veruhrſacht. Als man aber vermeinet/ L. Philip were nuhmer auff frei⸗ em fueß/ wart er erſtlich/ von Maria Gubernatorin/ im Riderlande zu Maſtriech/ widerumb in haft genõ⸗ men/ mit vorwendung/ L. Wilhelm hette den vertrag nicht gehalten/ ſondern ſein volck/ dem Marggrafen durch Reiffenberg zufuͤren laſſen. Wie ſolches L. Wil⸗ helm helm er dere F Ferdin men la ſicht leꝛ neiver! biß da hang ſie ſein⸗ n woch geweſe ſchem derfah ſchond mit ge wolte komm Darn ten O ſenlan Herbf men. dieſun (ob er zuwol fange b Chronica. 327 helm erfahren/ ließ ers alsbald an H. Moritz vnd an⸗ dere Fuͤrſten gelangen/ welche dann zur ſiundt an K. Ferdinandum geſchriebẽ/ vnd ſich vnverholen verne⸗ men laſſen/ daß wofern man den Fuͤrſten vber zuver⸗ ſicht lenger wuͤrde auffhalten/ wolten ſie den krieg er⸗ neivern/ auch ein ſolchẽ lerm anrichten/ daß allen/ ſoes biß dahero gegen ſie gehalten/ vnd jhrem gantzen an⸗ hang ſolte leid daruͤber werden. Hiermit befoͤrderten ſie ſeine endliche erledigung/ nach dem er gantzer jahr nwochen vnd zween tage in ſchwerer euſtodi enthalten geweſen/ vnnd jhm von Anthonio Aſcavella Spani⸗ ſchem Obriſten jnnerhalb derſelben zeit viel zu leid wi⸗ derfahren/ welcher ſich auch vernemen laſſen/ daß ob ſchon der Koͤnig auß Franckreich/ in den Landgrafen mit gewalt auß Mecheln zu hohlen vnderſtanden/ ſo wolte er denſelben/ ehe er ins Koͤnigs haͤnde lebendig bommen ſollen/ mit eigener hand durchſtochen haben. Darneben aber hat jhn F. Maria durch eben bemel⸗ ten Obriſten mit 300 Pferden an die grentze deß Heſ⸗ ſenlandes herꝛlich begleiten laſſen/ daß er alſo den Herbſtmonats wider in ſeine ſtadt Marpurgk ankom⸗ men. Der Koͤnig in Franckreich auch hat ſeine Geiſel/ dieſungen Fuͤrſten L. Philipſen/ vnd H. Chriſtophorn (ob er ſchon mit dem Paſſawiſchen vertrag nicht all⸗ zuwohl zu friden/ doch wegen Erledigung der ge⸗ fangenen Fuͤrſten ſeinen Bundtsverwandten Chur G vnd 2 1553. 3²⁸ Heſſiſche vnd fuͤrſten den vertragt erlaubt) ledig geben/ die mit koſtbaren guldinen ketten verehret/ vnnd ijhren eltern friſch vnd geſundt in Teutſchlandt liefern laſſen. An⸗ gehoͤhrter maſſen/ iſtdamals zu Paſſaw durch Koͤnig Ferdinandi ſondere vnterhandlung die ſache vnd feh⸗ de vertragen/ der krieg ein ende genommen/ vnd dar⸗ auff der beſtendige/ vnd gleich ewig werende religions friede follents beſtettiget worden(welches dann allein vor aller welt billich zuruͤhmen/ vnd dem lieben Gott/ vnd dieſem hochloͤblichen Fuͤrſten darfuͤr hoͤchlich zu dancken) Landgraf Philipgen Rheinfelß auff freyen fuß ſtellet/ zu land vnd leuten gelaſſen/ vnd ihm nach⸗ geben ſeine vorlangſt angefangne feſtung Caſſel/ wel⸗ che zum theil wider zerbrochen/ follens zu perficiren vnd außzubawen. Vnd iſt mit ſolcher tranſaction viel guts vnd heilſams dem gantzen Roͤmiſchen Reich ge⸗ ſtifftet/ vnd denẽ Teutzſchen Fuͤrſten jhre freiheit wie⸗ derbracht. Landgraf Wilhelm aber hat mit dieſer kuͤnẽ that nicht weniger lob erworben/ als vor langen wei⸗ len/ Seipio Victor/ in dem er im s jahr ſeines alters ſeinen vatter auß der Carthaginenſer haͤnde geriſſen. Als hiernach Marggraf Albrecht von Bran⸗ denburgk wieder das gemeine Vatterlandt Teutſcher nation mit ſchwert vnd fewer gewuͤhtet/ vnd jhn zu be⸗ ſtreitten Churfuͤrſt Moritz außgezogen/ hat dieſem der Landtgraf/ ſeinen Marckſchalck Wübhelm von ache Scha erleſen dapfer haiten da ß de theil de vmbko todt bli ſchuß! thumb dann rich de rich de Joh. 8 burg d vnnd hatte a tigung vnnd d anno ⸗ ſach de Henri H. W tenbur haben den/ da erlegen berlaſſ G. zu⸗ auch et de/ ſolt tzeneler Chronica. 32²9 Schachten/ Daniel von Hotzfeld vnd andere mit einer auß⸗ erleſenen reuterey 700 ſtarck zu huͤlff geſchicket/ durch deren dapferkeit der Churfuͤrſt die ſchlacht auffm Peinerbruch er⸗ ha ten/ vnd der Marggraf vberwunden/ ob wol nicht ohne/ daß der ſieger C. Moꝛiz ſeitſſt erſchoſſen/ auch der groͤſſer theil der Heſſen ſtꝛcitendt/ dieweil ſie nicht weichen wollen/ vmbkomien. Dann viel ermelter Schacht iſt in der ſchlacht kodt blieben/ vnd der v. Honfeldt ein dapfer held von einem ſchuß hiernacher erſt zu Caſſel geſtorben. Im Churfuͤrſten⸗ thumb folgete jhm H. M ſein bruder Auguſtus/ welcher dann bald im anfang ſeiner regierung beneben Johan Frid⸗ rich dem Mitlern/ Johann Wilhelm/ vnnd Johan Jrid⸗ rich dem fuͤngern gebꝛuͤdern vnd ſoͤhnen deß verſtorbenen Joh. Fridrichs/ allen Hertzoaen zu Sachſen ꝛc. zur Naum⸗ burg die erbliche verbuͤndnuß zwiſchen dem hauß Sachſen vnnd Heſſen hinwider auffgerichtet vnnd beſtaͤttiget. Nun hatte auch biß dahero von 0 jahr en der ſtreit vnnd rechtfer⸗ tigung wegen Catzenelenbogen/ zwiſchen dem Landgrafen vnnd denen Grafen zu Naſſaw gewehret. Als man aber in anno ʒ zu Worms darob handelung gepflogen/ vnnd die ſach dennoch nit beylegen koͤnnen/ iſt ſie endlich durch Otto Henrich Pfaltzg. Auguſten H. zu Sachſen/ Churfuͤrſten/ H. Wühelm zu Juͤlich/ Ch iſtophorum Hertzogẽ zu Wuͤr⸗ tenburg in anno 1/⸗7 den zo junij verglichen worden. So haben ſie auch nachmaln ſich vntereinander alſo abgefun⸗ den/ daß L. Philip denen Grafen zu Naſſaw 4 50000 guͤlden erlegen/ vnd den vierdten theil an der Grafſchafft Dietz v⸗ berlaſſen vnd die Grafen zu Naſſaw ſich gleichmeſſig auch G. zu Catzenelenbogen vnd Dietz ſchreiben ſollen. Wann auch etwa das hauß Heſſen ohn mans erben abgehen wuͤr⸗ de/ ſolte entweder die Ober oder aber Nidergrafſchafft Ca⸗ tzenelenbogen Naſſaw heimgefallen ſeyn/ oder aber hinge⸗ un gen 1575 1577 1557 1761 30 Heſsiſche— gen 300000. guͤlden von denen erben/ deß hauſſes Heſſen er⸗ legt werden. Es hat aber nach ſeiner erledigung Landtgraff Philiy dem landt zu Heſſen in friede vnd ruhe vorge ſtandẽ 1. jahr/ vñ vnter deſſen jahrs 155⸗s /7/ fleiſſig an der feſtunglſchloß vnd ſtatt Caſſel/ 1554/⁷⁷,/89/ an dem ſchloß Melſun⸗ gen/ an Ziegenhain/ an Ruͤſſelßheim anno 160/½% 4/ vnd ſonſten hin vnd wider im lande ſtarck gebawet. Vnd iſt jn⸗ ner ſolcher zeit anno 60 Gieſſen durchs wetter verbrandt. Das folgende jahr hat er dem Fuͤrſtentage/ welchẽ die Fůr⸗ ſten/ ſo ſich zu der Augſpurgiſchen Confeſſion bekennet/ zur Naumburgk angeſtellet/ beygewohnet. In welchem jahr Volckmarßſen ſich in Heſsiſchen Schutz ergeben. Als auch mitlerweil in Franckreich ein jnnerliche ſpaltung/ vnd krieg der Religion halber entſtundt/ ward von dem ei⸗ nen theil/ denen Condiſchen/ Landtgraff Philip zu huͤlff er⸗ beten. Darumb ſchickt er ſampt einem außerleſenen volck ſeinen Marſchalck Fridrich von Rolßhauſen in Franck⸗ reich/ vnd iſt darauff eine gewaltige ſchlacht erfolget/ in de⸗ ren das Heſſiſche Kriegsvolck ſeine mannheit genugſam er⸗ wieſen/ vnd Franckreich/ vnnd den gegentheil ſehr beeng⸗ ſne alſo daß auch endlichen ein vertrag erfolgen muͤſ⸗ en. Die fuͤrnembſte gebew/ ſo dieſer Fuͤrſt auffgefuͤhret/ ſind in anno 559/ 1563 die feſtung Ruͤſſelßheim 15311 4 /42/ 43/47/52,53/55 /56/57 /59/60/61/ der wall/ rundelle/ welche hiernacher L. Wilhelm in ein ander form bracht/ vnd das ſchloß Caſſel/ Anno 155 4/5/6// das Schloß Melſungen/ auch die feſtung Ziegenhain/ vnnd ſonſtet mehr ſchoͤner gebaͤw hin vnnd wider im Lande/ wie kurtz zuvor ange⸗ deutet. Anno 15 63. hat er ſeinen Sohn Landegraff Ludwi⸗ gen gen de verehl gen zu Sablt Wilh Anno dem er ben/ v Mit fr Hertz hat er Chronica. 331 gen den III. dieſes namens vnter den regirenden Fuͤrſten verehlicht mit Fraͤwlein Hedtwigen/ Chriſtophori Hertzo⸗ gen zu Wuͤrtenbergk Tochter/ wie auch deren Schweſter Sabinæ vber drey Jahr hernacher ſeinen eltern Sohn L. Wilhelmum/ nach welchem er noch ein Jahr gelebt/ vnd in Anno 1567. den 31. Martij/ ſeines alters 63. Jahr/ vnd nach dem er o. Jahr regieret/ in ruhigem vnd gutem alter geſtor⸗ ben/ vnd zu Caſſel begraben. Annam in Anno 1526. eine gemahlin Hertzogen Wolffgangs zu Zwei⸗ brugk Agneten in Anno 1729. welche erſt⸗ lichen zur ehe gehabt Churfürſt Moritzen/ darnach Johann Fri⸗ derich den II. † 155 Wilhelmum Landgrafen zu Heſſen 6 Philippum Ludovici/ in Anno 134. der jung verſtorben/ 33 Barbaram Anno 1736. ſo geehlicht erſt⸗ Mit fraw. Chriſtinen lich Georgium/ Grafen zu Wuͤr⸗ Hertzogin zu Sach ſen⸗ tenberg vnd Mumpelgardt/ vnd hat er erzeuget darnach Daniel Grafen zu 1 Waldeck/ 3 Ludwig den III. dieſes namens/ Anno 1537. auff Trinitatis/ war der 27. Maij/ Landgraff zu Heſſen/ Philippum den II.. zu Heſſen/ Anno . 1541. den 1. Sambſtagnach O⸗ ſtern. Eliſabethen Ludovici Churfürſten/ vnd Pfaltzgrafen g. † 1582. Shritinan welch Fin 1543. geboren/ un ij vnd 332 Heſsiſche f vnd in anno 1y 4 Adolpho Her⸗ tzogen zu Holſtein ehlich vertrau⸗ wet worden. Anno 1747. den 10. Sept. Gorgium d Landgrafen zu Heſſen. g. Wilheim der vierdte/ Ludwig der dritte/ Philip der ander/ diſer namen/ vnd George Landgrafen zu Heſ⸗ ſen/ Grafen zu Catzenelenbogen/ Dietz/ Ziegenhain vnd Nidda. . 8* S hatte aber Landgraf Philip vor ſeinem ab⸗ — ſterben mit conſens vnd bewilligung der jungen Fuͤrſten in ſeinem teſtament das land folgender ‿= 5 geſtalt vnter ſie außgetheilet. Landtgraf Wilh. hatte er vermachet die helfte ſeiner lande/ nemlichen das Nider Fuͤrſtenthum̃ Heſſen/ vnd faſt die gantze graffſchafft Zigenhain: Landgraf Ludwigen aber das vierdte theil/ nem⸗ lich das Fuͤrſtenthumb an der Loͤhn vñ die grafſchafft Nid⸗ da: Vnd das vbrige vnter Philippum vnd Georgium ab⸗ getheilet/ vnd Philippo die Nidergrafſchafft Catzenelenbo⸗ gen/ Georgio aber die Obergrafſchafft zue gnet. Es hatte aber L. Wilhelm in wehrender cuſtodi ſeines vatters den wall vmb die ſtatt Caſſel/ welcher auß Keyſerli⸗ chem befehl vmbgeriſſen/ widerumb auffzufuͤhren angefan⸗ gen. Demnach er aber ins regiment kommen/ hat er ſolch angefangen werck dermaſſen außgefuͤhret/ daß nunmehr die feſtung der allerſtaͤrckiſten in Teutſchland das geringſte nicht nachzugeben. Doch hat er auch an dieſem baw bieß an ſeine hinnefahrt ſich bearbeitet/ auch in dieſer ſtatt ſeinen Fuͤrſtlichen hof vnd Cantzley haben wollen. Land⸗ gierun Stati kunſtre L felß/ vn chen pr C fahren/ bracht/ die haͤu Sabat line/ vn gruaben Milſun CEaſſeld den nen herꝛlich laͤndiſcl bey ſein ingeloͤſe So ſin ſchafft⸗ 1583 vnd Frewde 2 Fuͤrſt/h zu Rote beſſert/ zwo her burg vn Hoffge der⸗ au⸗ Chronica. 333 Landgraf Ludwig aber/ der ander bruder/ hat ſeine re⸗ gierung vnnd reſidentz zu Marpurg angeſtellet/ dieſelbige Statt auch mit etlichen ſchoͤnen gebewen/ inſonders einer kunſtreichen muͤhlen/ gezieret. Landgraf Philip hat jhm zu einem ſitz erwehlet Rein⸗ felß/ vnd L Georg Daͤmſtat/ welche er in gleichem mit eili⸗ chen prechtigen gebewen vermehret. Es war aber L. Wilhelm der Mathematie ſehr wol er⸗ fahren/ darob er dann deß himmels lauff in ein vhrwerck ge⸗ bracht/ vnd ſonſten viel herꝛlicher gebew im Lande gebawet/ die haͤuſer Caſſel/ Spangenberg/ Homburg/ Fridewaldt/ Sadaburgernewert/ vmb Caſſel etliche pollwerck vnd rave⸗ line/ vmb die Sabbaburg in einen felſen einen außgebawenẽ gruben/ vnd weitleufftigen Thiergarten gefuͤhret/ die haͤuſer Milſungen/ Rotenburg/ Eſchwege/ Schmalkalden/ vñ in Eaſſel die Cantzeley/ das Frucht/ Zeug vnd Saltzhauß/ vnd den newẽ Marſtal gebauwet/ zu Caſſel vñ Rotenburg zwen herꝛliche luſtgarten angerichtet/ vnd dieſelbe mit vielen auß⸗ laͤndiſchen kreutern vnnd gewechſen beſetzet Auch hat er die bey ſeines Herꝛn Vattern zeiten verſetzte heuſer widerumb ingelsſet/ vnnd die alte Maͤntziſche anſpruͤche vertragen. So ſind jhm zu dem im Jahr 15 71. angeſtorben die Her⸗ ſchafft Pleß/ die halbe ſtatt vnd Ampt Schmalkalden jahrs 1583 vnd in der Grafſchafft Hoja der Auberg/ Vchte vnnd Frewdenberg. Vnd weiln die ſer C ein Gottfuͤrchtiger andaͤchtiger Fuͤrſt/ hat er die religionsſachen befordert/ die alte ſtifftung zu Rotenburg/ vnd S. Eliſabethen Spittal zu Caſſel ver⸗ beſſert/ ein ſtifftung vor armer predicanten witwen fundirt/ zwo herꝛliche Kirchen von Albaſter in dem ſchloß Roten⸗ burg vnnd Schmalkalden erbawet/ die Vniverſitet vnnd Hoffgericht zu Marpurg reformiret/ vnnd ſonſt heneben un iij ſemen ———— 336 Chronica. ſeinen Herꝛen bruͤdern Landgraf Ludwigen vnnd Landgra⸗ fen Georgen/ die ſuſtici fleiſſig adminiſtriret/ im Lande ein fuͤrſichtig/ ſrreng vnnd loͤblich regiment gehalten/ die ſtra⸗ ſen geſichert/ vnnd ſonſt aller oͤrter/ wo ſich nur etwas er⸗ regt/ vnangeſehen er einen heldenmuth/ vñ die nervos belli gelt/ gut herꝛliche ruͤſt⸗vnd zeughaͤuſer gehabt/ zu fried vnd 156 einigkeit embſig gerahten vnd ingeſchlagen. Bey dieſer Fuͤrſten angehender reg erung ſind in an⸗ V no iſss viel wunderlicher geſich ter vnd erſchreckliche fewer⸗ I 1571 zeiche/ chalmata, vñ halones erſchienen/ wie ebenmeſſig in V beyden folgenden jahren auch beſchehen. Das 7. jahr dar⸗ V auff hatte einen ſo kalten winter vnd vngewoͤhnlichen ſchne/ V daß viel leuth darab erfrieren muͤſſen: Dem folgete auch ein 1572 geſchwindethewrung. Darnach in anno/ 72 in Meymonat ward geboren Landtgraff Moritz/ omb welche zeit Landgraff Georg mit V Fraw Magdalenen Graͤfin zur Lippe verehelicht worden. 1573 In dem ſahr iſt auch die erbaͤrmliche bluthochzeit zu Pariß b gehalten. Das folgende7; jahr war kalt vnd naß/ dannen:· hero frucht vnd wein nicht reiffen koͤnnen/ vnd viel weinber⸗ ge vngeleſen blieben. Eben in demſelben jahr erwehleten die 1574 Polen zum Koͤnig Henricum Valeſium. Als nun derſelb ſeinen weg durch Teutſchland nemen muͤſſen/ hat jhn Land⸗ 1578 graf Wilhelm bey Fach entpfangen/ in die ſtatt loſiret/ vnd allerhand vnterredung mit jhm gepflogen. Anno 178 ſtarb Landgraf Wilhelmi ander ſohn Chriſtianus an den kinds⸗ 1579 plattern. Im jahr 1/70 darnachſtel den zwantzig vierdtenvnd fuͤnfften Junij ein groſſer regen inn Heſſen/ daruͤber die Waſſer haͤuffig angelauffen/ trefflichen ſchaden gethan/ vnd viel menſchen vnd vieh hingeriſſen/ vnd erſeufft haben. In folgendem achtzigſten ſahr iſt den 1o. Novembris ein ein ſehr⸗ darauff ſeuche/ n rho ſeu groſſer tretten/ mit eine konten/ werede a dann di hierann J gemahli entſchla des/ vnd Fuͤrſt de die ande 2 Truchſe an/ vnde vnkerthe tel an ſei fen zu K ſich das brauchet gion weg hauß vn ten ernſe Landen Chronica. 337 ein ſchrecklich Eßaſma/ vnd fewerzeichen geſehen worden/ darauff als bald ein geſchwinde allgemeine kranckheit/ vnd ſeuche/ welche die Medici febrim malignam cum catar- rho ſeu catarrhoſam genennet/ingeriſſen/ ſo das Land in groſſer eil durchflogen/ vnd ſchier keinen menſchen vnbe⸗ tretten/ vnd vnangefochten gelaſſen. Es kam aber die leut mit einer hitz an/ worden heiſcher/ alſo daß ſie kaum lallen konten/ vnd wurden vmb die bruſt vnd hertz hart bedrenget/ werede aber nicht viel vber drey tage/ nach welchem ſich als dann die kranckheit mit einem huſten geendet: Doch ſind hieran wenig leute geſtoꝛben. Im nechſtkommenden de. iſt Landtgraff Wilhelms gemahlin/ Fraw Sabina/ den 16. Auguſti ſelig im HErꝛen entſchlaffen/ iſt geweſen ein wahre mutter deß gantzen Lan⸗ des/ vnd goteſelige pflegerin der armen. Vnd ob gleich der Fuͤrſt derſelben noch 11. Jahr nach gelebt/ hat er ſich doch in die andere ehe nicht begeben wollen. Der Churfuͤrſt vnnd Ertzbiſchoff zu Coͤln/ Gebardt Truchſes nam vmb dieſe zeit die Augſpurgiſche confeſſion an/ vnd ehelichte eine von Manßfeldt/ verleubte auch ſeinen vnterthanen dieſelbe religion. Hierumb wehlete das Capi⸗ tel an ſeine ſtadt Ernſten/ Hertzogen zu Bayern/ Biſchof⸗ fen zu Luͤttich. Als nun ſolches zu einem krieg außſchlug/ hat ſich das junge Heſſiſche roͤlcklein zu demſelben fleiſſig ge⸗ brauchen laſſen. In dem auch kurtz nach dieſer zeit in An. 1586. der B. zu Wuͤrtzburg/ Julius Echter ſeine vnterthanen der reli⸗ gion wegen hart angefochten vñ maceriret/ etliche auch von hauß vnnd hoff vertrieben/ hat ſich. Wilhelm der betreng ken ernſtlich vnnd trewlich angenommen/ vielen in ſeinen Landen vnterhalt geben/ vnnd darneben etliche warnung ſchreiben 1581 118 G 1586 1590 1191 338 Heſsiſche ſchreiben an ermelten Biſchoff gethan/ jn auch faſt betrau⸗ wet/ da er nicht ablaſſen wuͤrde/ ſolche inn ſeinen Schutz zu nehmen. Darmit er dennoch ſo viel erhalten/ daß der Bi⸗ whuff etwas milderer gehandelt/ auch einen jeden bleiben laſſen. Im 158 jahr darnach hielt Landgraf Georg ſein an⸗ der fuͤrſtlich beylager mit Eleonora Hertzogin zu Wuͤrten⸗ berg/ Fuͤrſt Joachim Ernſten zu Anhalt/ nachgelaſſener wittiben. Als auch vmb dieſe zeit groſſe vnruhe vnd krieg in Franckreich/ haben ſich etliche jahr lang viel auß dem Heſ⸗ ſiſchen/ adel vnd volck/ wiewol ohne beſondern jhren from⸗ men/ bewerben/ vnd gebrauchen laſſen. Anno Ho ſtarb ohne kinder zu Marpurg in Heſſen/ Fraw Hedwig/ L. Ludwigen zu Heſſen Ehegemahl im 43. jahe jhres alters/ vnd nach dem ſie jhrem Herꝛen 27 ſahr eh⸗ lichen beygewohnet/ vnnd ward den⸗ Martij in der pfarkir⸗ chen daſelbſten begraben. Es war deß jahrs ein hitziger/ trockener ſommer/ vnd geſchach hin vnd wider viel brennens/ darob man allenthal⸗ ben ſe den Doͤrfferen vnnd Staͤtten fleiſſige wacht halten muͤſſen. Deß folgenden aber am ⸗ Hewmonats hielt L. Lud⸗ wig zu heſſen/ in beyſein vieler Fuͤrſten vnnd Herꝛen hoch⸗ zeit mit Fraw Maria/ Graf Hanſen zu Manßftldt/ vnnd Margreten/ geborner Hertzogin zu Luͤneburg nachgelaſſe⸗ ner tochter. Nach dem der K. in Franckreich bißher zu vielen vn⸗ terſchiedlichen mahlen bey denen proteſtirenden Teutzſchen Chur vñ Fuͤrſten ſich der Guiſiſchen verbuͤndnuß vnd rebel⸗ lion halber beklagt/ vnnd in ſeinem befugten kriege jhr huͤlff geſucht/ iſt im Junio ein groſſe mennig kriegsvolck zu roß vñ fueß in Heſſen/ Thuͤringen/ Sachſen/ Meiſſen/ vnd ande⸗ ren ken ort hauſen ſurt lo⸗ ſtert/ n durch 8 groſſer hen ver ſchen d. Holſte der ſtaꝛ bornur Wittil abgang ſtaͤtten von R auch aꝛ Franck gelan d, Schw rentz/ de wortet getheile zu erac ſelbſter nen/ fuͤl rall⸗ t zu Bi⸗ eiben an⸗ een⸗ ſener egin Heſ⸗ rom⸗ ſſen/ n43. reh⸗ rkir⸗ vnd thal⸗ alten Lud⸗ och⸗ onnd aſſe⸗ ———,— Chronica. 339 ken orten beworben/ welches ſich im julio umb Geln⸗ hauſen geſamlet/ umb Hanaw/ Vrſelund Franck⸗ furt loſieret/ und nach dem es bey Hocheim gemu⸗ ſtert/ mit gewalt und bewehrter fauſt den durchzug durch Lothringen in Franckreich genommen. Nuhn hatte bißdahero Landgraf Wuͤlhelm in groſſem anſehen gelebt/ durch ſeine weißheit und ho⸗ hen verſtandt viel boͤſer haͤndel im Reich zerlegt/ zwi⸗ ſchen dem Koͤnig in Dennemarck und Hertzogen in Holſtein/ zwiſchen den Grafen zu Oldenburg und der ſtadt Bremen/ zwiſchen dem Biſchof zu Pade⸗ horn und Graff Hermans zur Lippe nachgelaſſener Wittib nach Graf Philipſen ihres ſohns toͤdlichem abgang und zwiſchen andern Fuͤrſten/ Grafen und ſtaͤtten frieden angerichtet/ viel Legaten nicht allein von Reichsfuͤrſten und Kaͤy. M. ſelbſten/ ſondern auch auslaͤndiſchen potentaten/ als des Koͤnigs in Franckreich/ des von Navarra/ der Koͤnigin in En⸗ geland/ dero Koͤnige in Schottlandt/ Dennemarck/ Schweden/ Pohlen/ vom Groß Hertzogen zu Flo⸗ rentz/ denen Niederlanden/ an ihn abgeſandt/ beant⸗ wortet/ und denen ſein gutbeduͤncken und raht mit⸗ gecheilet. Nach dem er nuhn darob/ wie leichtlich zu erachten/ ſo wol auch mit vielheit der ſachen/ die er ſelbſten/ allem verdacht uñ parteiligkeiten zu begege⸗ nen/ fuͤhren wolte/ ihm ſelber weh gethan/ hat er end⸗ lich im anfang des oꝛ jahrs angefangen am leib/ am xr gedecht⸗ 15 92 340 Dddeſſiſche 8 gedechtnuß uñ allen menſchlichen krefften allgemach abzunehme n. Allſo begab es ſich/ daß/ alß ſein ſohn Landgraf Moritz in dieſem jahr von dem Fuͤrſten zu Anhalt zu gevattern erſucht/ und derowegen ſich auſ⸗ ſerhalb landes begeben/ das geſetzte ziel ſeines lebens herbey geruckt/ und er den 25 Auguſti deß abents zwiſchen 6 und 7 uhren in gutem verſtande/ warer erkentnuß/ bekandrnuß und anruffung Jeſu Chriſti ohne ſchmertzen und bewegung/ ſanfft ſtil unnd chriſtlich dieſe welt geſegnet und ingeſchlaffen im 61 jahr ſeines alters und der regierung im 26 (Anna Maria/ welche in anno 1589 an Graf lud wigen von Naſſaw zu Sarprug verheirahter. Agneta 2 zwillinge/ vö denẽ iſt Angnes Hedwig J noch in anno ꝛ569 verſtorbẽ. F. Hed wig aber mit Graf Ern- ſten zu Schawẽburg in año 15 97 Von ſeinergemahlin verheurahtet worden. F. Sabmna Hertzo⸗-] F. Sophia. 1 gin zu Wuͤrtenberg) Mauritius Landgrafzu Heſſen g ſindt ihm geboren Chriſtianus iſt año 1578 geſtorben H. Chriſtiano geſtorben Sabina in anno 1573 Juliana anno 1581 37 ihrer jugẽt Sidonia den 5Ap: v 8 abgangen. ſs Chriſtina hat zur ehe bekommen Jo⸗- annem Erneſtum Hertzogen zu — 1 Sachſe A. Vnd Eliſabeth/ welche im jahr 1178 beneben Mor nant/ G. ☛ nach ſe gelehrt ſen/ tre von ſu vieler chenth den/ w ner reg noch ve erbawe cke ſam Namĩ Georg gentrei⸗ in Chrꝛ 2 langwiꝛ Chronica. 34 Vnd ligt bey ſeinem Herrn Vattern in dem Fuͤrſt⸗ lichen begraͤbnuß zu Caſſel. Moritz und Ludwig der 1v. der Juͤnger ge⸗ nant/ Landgrafen zu Heſſen/ Grafen zu Catzeneln⸗ bogen/ Dietz/ Ziegenhain und Nidda etc. (☚ Nder regierung/ ſo wolauch allen Fuͤrſtli⸗ G chen und loblichen thugenden/ folgete ihm ſein einiger ſohn L. Moritz/ welcher ſich auch nach ſeinem exempel anfangs kirchen/ ſchulen/ und gelehrter leut/ ſo er von allen orten zu ſich fordern laſ⸗ ſen/ trewlichen angenommen/ inmaſſen er ſehr wohl von ſugendt auff ſtudiret/ gelehrten leuten holdt/ und vieler ſprachen kuͤndig iſt/ von natuhr zu allen loͤbli⸗ chen thugenden und guten kuͤnſten geneigt/ beſchei⸗ den/ weiſe und vernuͤnfftig. Ließ im erſten jahr ſei⸗ 15 93 ner regierung den wall umb das ſchloß Caſſel/ der noch von beſchehener ſchleiffung gegen der ſtadt un⸗ erbawet/ widerumbauffuͤhren/ uñ die ſteinerne bruͤ⸗ cke ſampt dem gebew uͤber dem thor verfertigen. Nam darnach zur gemahlin Agneten Graf Johan Georgen von Solms zu Laubach tochter/ eine thu⸗ gentreiche ſchöne Fuͤrſtin/ welche ihm in anno 194 1594 in Chriſtfeyertagen geboren Landgraf Otten. Wann auch bey dieſes Fuͤrſten regierung der langwirige krieg in Vngarn angangen/ uñ noch biß xx ij an ge⸗ ———————söͤͤ 1795 1596 34² Ddeeſſiſche an gegenwertige zeit ſich continuiret/ haben ſo wol die hoeffdiener/ als andere unterthane von jahren zu jah⸗ ren biß anhero demſelben fleiſsig beygewohnet/ und ſich dapffer gebrauchen laſſen. Es begab ſich aber auch Fuͤrſt Carl von Manßfeldt aus denen Nie⸗ derlanden gegen den Tuͤrcken in Vngarn. Als ihm nuhn ſeine kriegsleute durch den herrn von Schwar⸗ tzenberg/ Schleiern und andere nachgefuͤhret wor⸗ den/ dieſelbe aber in Padeborn/ Waldeck/ und an der Heſſiſchen grentze etwas ungebuͤhrlich mit denen ar⸗ men leuten verfahren/ hat daruͤber aus allerhandt bedencken anfenglich Landgraf Moritz ſie nicht wol⸗ len durchpaſsiren laſſen. Vnd derowegen zu forders ſein landtvolck auffgemahnet/ daſſelbe auff die paͤſſe mit etlichem geſchutz verordnet/ ſie das jenige/ ſo ſie etwa in vorermeldten landen den leuten entwendet/ widerzugeben genoͤtiget und ihnen darauff endlich den durchzug auff das ſtifft Fulda vergoͤnnet. Iſt alſo diß kriegsvolck vor Wolffhagen/ Friedslar/ Homburg/ Ziegenhain/ und anderen ſtaͤdten uͤber in dreyen hauffen/ und auch dreyen unterſchiedlichen tagen nacheinander/ in dem man dem gantzen hauf⸗ fen nicht zugleich durchzureiſen geſtatten wollen/ ge⸗ gen der Buechen gefuͤhret worden. Im folgenden jahr am 7 Februarii nam ein ſeligen abſchiedt aus dieſem elende Landgraf Georg zu Darmſtadt. Weilnaber die eltiſte Herren 5 ſohne ſohne man kunff ſolche gube. gnad ſo dar ſohne damahls in frembden landen abweſend/ hat Ehronica. 141 mandie Fuͤrſtliche begraͤbnuß biß zu deroſelben an⸗ kunfft und den 29 Martii verweilen muͤſſen. Nach ſolcher begraͤbnuß iſt ſo bald Landgraf Ludwig ans gubernament getreten/ zu welchem auch GOtt ſein gnad und ſegen verleihen woͤlle. Tochter G Von Masgdalena Chriſtina iſt geb. anno 78/ G. Berhardenzur 27/ Novemb. verfreyet an Lippe tochter/ ſo G. Fritz-Magnum zu anno 1787 verſtor Crkbach anno 1594/ und ben/ ſind ihm/ A. Georgen/ geboren. [Philiy- Wilhelm anno Chr. 57/ué junii uñ iſt noch Octobris verſtorben. Ludwig anno 1577/ den 24 8 ept. hat zur Gemah- lin Magdalenam Jo⸗- hannis Georgii Chur⸗ fuͤrſten zu Brandenburg in demſelben jahr den Eliſabetha Magdale⸗ na. Anna Ele⸗ onora/ ſo 3 anno 1601 gebohren 30 Julit. Maria año 1602 den Decem- bris. anno1596 †. Solms vermaͤhlet. den 28 deſſelben. adonneeſ geb. den 22 Feb. Eliſabeth geb. anno 1579 /26 Novemb. Maria Hedwig aber anno 80/ 2 Decemb. Philip L. zu Heſſen an no vidr/ 26 Decemb. Anna jahrs uiεz den 3 Martii und hat ſich anno 1601 mit G. Albrecht Otten zu Froricſgen anno ꝛysy den/ Martii. Magdalena año 1686/ ꝓMaji und geſtorbẽ anno 1587 †. Von Eleonora aber derandern gemahl in Henrich jars 1590 ſo darnach anno 16orden 8 Janniarii verſchieden. —. vx iij In dem- —— 1797 1598 344 Heſſiſche In demſelben jahr ward Landgraff Moritzen geboren Fraͤwlein Eliſabetha/ uñ die Fuͤrſtlich kind⸗ tauff in beyſein Koͤnigin Eliſabethen in Engellandt/ als gevatterin/ geſandten celebriret und volnzogen/ und darauff herrliche ritterſpiel gehalten. Dañ am 25 tag Auguſti iſt im ſchloßplatz zu fueß thurniret worden. Den 27 hat man aufm Altenbaumgarten in acht unterſchiedenen auffzuͤgen und inventionen zum ringel in maſchkerade gerennet. Endlich ward auch den 28 tag des Augſtmonats ein ů beraus herr⸗ licher thurnier zu roß und fueß/ ſampt einem auser⸗ leſenen feurwerck angeſtellet. Wann aber der leſer etwa weitleufftigern bericht aller dieſer Inventionen begehren wuͤrde/ wil ich ihn in das buch/ welchs ich von dieſen und nachfolgenden ritterſpielen geſchrie⸗ ben und publicirt/ gewieſen haben. Es fing ſich aber auch in dieſem jahre an in See⸗ ſtaͤdten und ſonſt am Rheinſtrom ein geſchwindes peſtilentz ſterben/ und an etlichen orten dieſes landes die Roteruhr/ welches darnach im folgendem jahr in Heſſen viel tauſent menſchen hingeriſſen/ uñ ab dem brodt gerichtet: auch war zugleich nicht ein geringe thewrung im lande/ die das volck nicht wenig ange⸗ fochten/ alſo daß auch die Fuͤrſten ihre kornhaͤuſer und vorraht eroͤffnen muͤſſen. Nach dieſem in an. 98 hielt mit Fraͤwlein Chri⸗ ſtinen/ Landgraͤfin zu Heſſen/ in beyweſen Le H. bru⸗ H. br des E Aptes Herre tzog zu julioſ juͤnge. dalen Die! Fuͤrſt gen/ f geſund guet/ E hande und( gewal und 2 ließ/ a endtli⸗ ſich be ſtende der au ander. lich ve Reich ſche/ Chronica. 345 H. bruders Hertzog Caſimiri/ Landgraf Ludwigen des Eltern/ Landgraff Ludwigen des juͤngern/ des Aptes zu Herſchfeldt und anderer mehr Srafen uñ Herren/ beylager zu Rotenburg Johan Ernſt Her⸗ tzog zu Sachſen/ wie auch noch in dieſem ſommerim fulio ſeine heimfuͤhrung zu Darmſtadt Ludwig der juͤnger Landgraf zu Heſſen ete mit Frewlein Mag⸗ dalenen geborner Marggraͤfin zu Brandenburg: Die heilige Dreyfaltigkei gebe und verleihe diefen Fuͤrſtlichen perſohnen zu ſolchen heyrahten ſeinen ſe⸗ gen/ friedliche ruhige ehe/ heilſames regiment/ langes geſundes leben/ und was thnen an leib und ſeel nutz/ guet/ und ſeliglich iſt. Es entſtund aber baldt hiernach ein gefehrlicher handel und zeit wegen inlagerung des Spanniſchen und Stadiſchen kriegsvolcks/ und deſſen unerhoͤrtẽ gewaltthaten auf des Reichsboden/ im ſtifft Coͤlln/ und Weſtphalen/ alſo daß ſichs darneben anſehen ließ/ als wolte ſolches auch alle benachbarte Fuͤrſten endtlich betreffen. Derowegen Landgraff Moritz ſich beneben Brunſchwig uñ denen andern Reichs⸗ ſtenden zur gegenwehr gefaſt zumachen/ hin und wi⸗ 15 99 der auff denen Kreißtagen zu Coͤlln/ Coblentz/ und anderswo von der ſach und krieg zu tractiren/ hoͤch⸗ lich veruhrſacht worden. Vnd demnach die loͤbliche Reicl gkreiſe benendlich der Churfurſtliche Rheini⸗ ſche/ Fraͤnckiſche/ Ober Rheiniſche/ Idandſgni — che —.————. ————— 346 Heſſiſche ſche/ Weſtphaͤliſche und Niderſaͤchſiſche zu Coblentz V treyer verſamblet/ beſchloſſen denen betrangten vermoͤge V 18 jul des Reichs Executionordnung mit wircklicher huͤl⸗ darnc fe beyzuſpringen/ haben L. Moritz und der Hertzog V Rhei zu Brunſchwig/ welche auch ohne das zu ihrer lande gens defenſion ein zimlich anzahl kriegsvolck in bereit⸗ volck ſchafft gehabt/ ſich weiter geruͤſt ond gefaſt gemacht/ beſetz und der Landgraff in der wochen vor Oſtern ſein die ſte volck auf der Melderiſchen heide oder Elbiſchen hoͤl⸗ uichd tzern bey Gutenſperg muſtern laſſen/ und ſich weiln gern ein ſchoͤner fruͤer Lentz/ gleich anfangs Maji in das b volnz ſtifft Padeborn bey Herſtel ingelagert/ die Ober⸗ geleg ſachſiſche 1000 man/ ſo ihm wegen der Erbverbru⸗ zogen derung zu gezogen/ abgedancket/ und ſich darnach V ſchla⸗ dem Rhein immer neher gewendet. Alls aber ein fehnl mißverſtandt mit einfiel und daruͤber etliche Kreiſe V unbe mit ihrer angebuͤrniß und huͤlffe zu ruͤck hielten/ iſt V benb daß kriegsvolck zu groſſer beſchwer der unterthlannen laſſe in Weſtphalen auch liegen blieben/ und nichts auff ſchich einen oder andern weg ausgerichtet. General Felt⸗ und hauptman wahr Graf Simon von der Lippe: uͤber man 3 die Heſſiſche 1000 reuter/ unter welchen 400 Ca⸗ ſchleꝛ rapiner/ und 600 Curaſſirers/ war Obriſter Her⸗ ruhr tzog Chriſtoph zu Luͤneburg uͤber die 3 Regiment dard knechte Obriſter Monſieor Landi, und uͤber ein re⸗ wide giment und die Arckolei Obriſter Hans Henrich jahr 4 von Siegerodt. Sonſt waren auch unter dieſen der 7. g. treyer Chronica. 3† treyer Kreiſe volck viel Grafen vnd Herrn. Denn 1 julii ſchlugen ſie ihr lager gegen Orſey uͤber/ ſetzten darnach den 26 etlich kriegsvolck bey Berg uͤber Rhein/ welchs die ſchantz auff dem Werde deß mor⸗ gens fruͤh beſtigen und erobert. Von dannen iſt diß volck weiter hinunter gen Emerich geruckt/ die ſtadt beſetzt/ wie in gleichem in wenigen tagen hiernacher die ſtadt und ſchloß Genney/ und ſindt darauff ent⸗ lich den 29 vor Reeß kommen/ dieſelbe zwar zubela⸗ gern angefangen/ aber doch ſolchs nicht beharlich volnzogen/ ſondern/ nach dem ſie etlich tage darvor gelegen und etwas ſchaden gelitten/ widrumb abge⸗ zogen. Vnter deſſen machten die Spanier einen an⸗ ſchlag auff die ſchantz vor Rheinberg/ welche mit 2 fehnlein Heſs iſcher ſoldaten beſetzt war/ muſten aber unverrichter ſachen widerumb abziehen. Doch ha⸗ ben balt darnach die Heſſen diſe ſchantz ſelbſten ver⸗ laſſen/ das geſchuͤtz auff einem ſchiff gen Weſel ge⸗ ſchickt und ſich widerumb nach dem lager gewendet/ und iſt daſelbſten endlich das volck/ in dem eiwa mangel an profeant vorfallen/ und die zahlung nicht ſchleunig erfolgen wollen/ in zertrennung und auff⸗ ruhr gerahten/ zumtheil die faͤhnlein abgeriſſen und darvon gelauſfen/ zumtheil aber in guter ordnung widerumb anheim gezegen. Sonſten war diß 99 jahr ein überſtuͤſlig wein jahr. In folgendem ſegne⸗ ke Gott abermalß Landgraf Moritzen mit leibß⸗ yy fruͤchten 1600 Iun dBdaſche fruͤchten und einem jungen Herrn/ Moritzeen/ da⸗ rumb dan auch in gegenwart Hertzeg Fridrichen Pfaltzgrafen und Churfuͤrſten bey Rhein/ Heutzog Georgli Guſtavi Pfaltzgrafen/ Friedrich Wihelm Hertzogen und damahln Admniſtratoris der Chur Sachſen/ Hertzog J: Ernſten/ und anderer grafen und herren/ wie auch vor 4 jahren beſchehen/ herrli⸗ che und prechtige ritterſpiel/ als ringelrennen/ fueß⸗ thurnier/ und balgerennen den 15/16/1 7 und 18 Auguſti gehalten worden. Wer dawi kan hiervon —. —— tentaten abgeſandt. O 4 derſelben waren/ Antonias Scherlius ein Engellen⸗ der/ und darnach Sinalybeg ein Perſianiſcher Herr. Die andern diener ſindt geweſen/ Orusbeg Secreta- rius, Aßsan Alybeg ein alter/ Poniatbeg ein funger hofjunekehr/ Alogla Camerdiener/ Emir Perſiani⸗ ſcher Prieſter/ Atsan Aga ein auffwahrter/ Retsan Kuͤchenmeiſter/ Schabseanbeg vorſchneider/ Hadgy Balwierer/ und ſonſt andere diener: Ihr doilmerſch aber ein Griech võ amaguſta auß der Inſel Cypro, Alß nuhn die Legario das ihre bey dem Fuͤrſtẽ ver⸗ richtetiſt ſie den 22 Sept:widerumb aufgeweſen uñ ihre reiſe ge Prag zu Keyſerlicher Maeſt. geriehtet. Es war auch vor der zeit von Landgraf Morit ein chroniea enColl gium zuCaſſelim ſchloß angerichtetin daß ſalb hat S: F. G. umb dieſe zeit/ folgende Profe ſſo⸗ ꝛes verordnet/ nemblich/ Gregorium Schonfeld/ 5. s. Th: Doctorem und Superattendenten zu Caſſel/ Joannem Grechen/ J. 11. O: und F. Heſſ: Raht/ an deſſen ſtadi hiernechſt Chriltianus Kegelios J.LI. 1) und nach demſelben/ Vynhelmus Sixtinus J II. D. Joannei Gravium Med. D, Ioannem Harrman- ni Proteſforem Marhewaticü der untverſitet Mar⸗ purg/ an welches ſtel darnach kommen Nicolaus Crugus N; und der Schul zu Caſſel Rector: und denen jeb ßweilen in Diſpurationbus und Decla- mationibus beygewoh et/ und ſelbſten in anno 99 den 3 Octobris diß Collegium Muttre mit einer her⸗ lichen und ſchoͤnen oration ingewethet. Darmit dan dieſer unſer gnediger Fuͤrſt und Herr genugſam er⸗ wieſen die groſſe lieb zu denen ſtudien/ als welche beides im krieg un dfried nicht allein nuͤtzliich/ ſon⸗ dern auch zum hoͤchſten noͤhtig. teeten In annoré orwartan Albrecht Otten Gra⸗ fenzuͦ Soims verheirahtet F Anna Lan dgrof Ge⸗ 6„ orge hochläblicherſälger gebachtnuß vachaelaſſen tochter und weiln damaln a uch Ertzhertzog Maxi⸗ mlian zu Oſterreſch der Ertzbiſch off zu Bremen/ Hertog Johan Ernſt zu Sachſen und L Ludwig derünger Landgraf Moritzen zubeſuch gen Caſſel gelanget/ iſt in kerſelben gegenwart die Copulario yy) eſehe⸗ 1602 16 3 io Heſsiſche geſchehen/ und abermals herrliche ritterſpiel unnd thurnier gehalten worden. Jahrs 1602 den 13 Hornungh h. 2 A1 M. iſt Lanograf Moritzen ge⸗ boren H. Wilhelm. Als in mitt ß groſſe kriegßruͤſtung im Nider⸗ land beiderſeits geſchahe/ und man ſich darauff al⸗ lenthalben umb volck beworben/ ſindt damahlß den Staden viel hundert Heſsiſche und Teutſche reu⸗ ter/ unter ihrem Obriſten Graf Fritzen zu Solms/ deſſen obriſter Leuenant Walrab von Boͤneburg⸗ zugezogen/ darob dan Brabandt und ſonſten die Spanfr dieſen Sommer uͤber herhalren muͤſſen. Buter deſſen hatte Landgraf Moritz viel ſeiner vornehmen Raͤhte und diener hin und wider in le⸗ gationen/ in Schweden/ Polen/ und andere ortte verſchickt/ und ſeine F. G. ſelbſten ein langwirtge reiſe gen Parieß zum Koͤnig in Franckreich unter⸗ nommen/ fandt aber in der w derkunfft ſeine gemah⸗ lin in ꝛoͤdtlicher ſchwacheit/ an welcher ſie auch den 23 Novemb. zu Laubach verſtorben und hernacher da⸗ ſelbſt den 29 begraben worden. Hat ſich alſo der Fuͤrſt deß folgenden jahrs mit F. Juliana Graͤfin zu Naſſaw in die ander ehe be⸗ geben/ und iſt den a8 Maji die Copulation und tantz zum Dyllenberge/ die heimfuͤhrung aber den 8 junij zu Caſſel beſehen/ vnd mit gewoͤhnlicher fuͤrſtlicher Lolonniter volnzogen. Welche ehe der Almechtige Goit Gott thane newe terlan Fuͤrſt lange leib v Amp halbe abgel mige gant den e zuſeh geth. Esh ſtelle regn von ben luft im trac het/ ſerg tebl chronica„. Sott auch zu ſeines nahmens ehre/ und der unter⸗ thanen wolfahrt langezeut erhalte/ und dieſe vnſere newe Fuͤrſtin zu einer krone und Mutter des Vat⸗ terlandeß mache/ auch ſambt unſerm Genedigen Fuͤrſten und herrn in einem heilſamen regiment und langem leben/ in guter geſundtheit bewahre/ und an leib vnd ſeel hꝛernacher beſelige. Im Januario des 1604 jahrs hat ſich im Ampt Sentia in einem kleinen teich/ welcher tieffe halber nicht zu gruͤnden/ auch derowegen niemals abgelaſſen werdẽ koͤnnen/ oben ufm waſſer ein ſchlei⸗ mige rohte marery erzeiget/ welche zu weilen den gantzen teich bedeckt/ zu weilen aber vom windt/ in den einen ort des teichs gedriben. Iſt wie bluht an⸗ zuſehen geweſen⸗hat ſich auch/ wan man reiſig darin gethan/ gleichſam alß geronnen bluht angehenckt. Es haben wolet iche dieſem thun wenig glauben zu⸗ ſtellen wollen/ vorgebende weils ſelbiger zeit ſehr ge⸗ regnet/ und die berge dero orter von roter erden/ daß von deme der teich ſich alſo geferbet: etliche aber ha⸗ ben gemeinet es ſey ein matery geweſen/ ſo ſich in der luft entzundet/ wie zu weilen geſchicht/ vnd etwa im herab fallen eben in dieſen teich gerahten/ in be⸗ trachtung/ daß nicht das gantze waſſer ſich entfer⸗ bet/ ſondern dieſe materi nuhrt oben auff dem waſ⸗ ſer geſchwommen. Doch iſt gleichwol diß vermein⸗ ze bluht an viel orte zubeſichtigen geſchickt worden. yy iñj Jahrs 1604 ʒ˙˙˙⁴˙˙˙ÿÿ˙˙˙———ᷓᷓᷓᷓ⅛ Sr m—— Ddeſiſche Jahrs 160 4 am Octobris des morgens ſtarb L. Ludwig der Elter in einem hocherlebten al⸗ ter/ nachdem er nemblich 67 fahr 4 mongt/12 tag und ô ſtunde gelebt. Hat die feſtung Gieſſen nach der zerſchleiffung widerumb auffgefuͤhrer/ das ſchoͤ⸗ ne vnd wolangeordnete Zeughauß darin geſctt /das ſchloß Marpurg mit erlichen noht igen gebewen ver⸗ mehret/ die waſſerkunſt daſelbſten/ wie auch den thurm auffm ſchloß/ die Cantzeley/ das ſchloß Mer⸗ la erbawet/ und Romrodt/ Wolckerßdorf/ ſampt dem ſchloß Grunbergt ernewert. Seine hinderlaſſene lande ſind laut teſtaments durch die Nidergeſetzte auß Heſsiſcher Ritter und Landrſchafft alſo ab und H eſlen Caſſelloder Landt⸗ graf Moritzen) Marpurg Rauſchenberg/ Schoͤn⸗ ſtein/ Wetter/ Bidencap/ Battenberg Hotzfeldt/ Konigß berg mit Bellerßheims Lehnguͤtern/ Blan⸗ ckenſtein⸗Viermundt/ Iteer/ Heſſenſtein/ Allen⸗ dorf an der Lumb/ Gemünden an der Wohra/ Breidenbacher grundt/ Limpurg⸗ Epſtein/ Roſen⸗ thal/ Wolcekerßdorf/ Franckenberg und Wieſen⸗ feldt ꝛc. zugecheilet:Heſſen Darmſtadt aber Nid⸗ da/ Homberg an der Ohm/ Vlrichſtein/ Burage⸗ muͤnden/ Roßbach⸗Grebenau Liſperg mit Eſthol⸗ derbach/ Butzbach/ Grunberg mit Merlaut/ Ber⸗ An/ Gzelnhauſen/ Gieſſen mit Stauffenberg und Buſeckerthal oder Huttenberg/ Alßfeldt mit Rom⸗ rodt/ Euſſergericht oder Stormdorf und dem ge⸗ richte Schwarga/ ete. In c nena drey: mit d herſch geno che d voni heng daß ſten? tafelt koͤml ſthur bend Hés Den logi LLerb anzu⸗ erlaſſ Greg Vale Pfar nere hat d —-— 8 Chronea. 553 In ſolgendem 60) jar hat L. Moritzete. in ſei⸗ nen angefallene erblanden des Oberfuͤrſtenthumbs drey Reugionspuncten in beſſerung zu richten und mit den kirchen im Niderfuͤrſtenthumb/ graf und berſchaften zu conkormiren und zu vereinigen/ vor⸗ genommen/ alg Idaß die gefaͤhrliche und unerbauli⸗ che diſputationes de perſona Chriſt ingezogen und von der allenthalbenheit Chriſti und was deren an⸗ hengig/ in concreto und nicht abſtracto geleret/ 11 daß die zeh n Gebott Gottes wie ſie der HeErr ſelb⸗ ſten geredt/ mit ſeinen eignen finger auff die ſteinern tafeln und von Moſe in der Bihelgeſchrieben/ voll⸗ koͤmlich geleret uñ gelernet/ auch die noch von Bab⸗ ſthumb oberbliebene bilder abgethan’ und daß zum IHHin deradminiſtrarion und gebrauch des H. A⸗ bendmals das geſegnete brot nach der inſatzung des HéRren gebraucht/ und gebrochen werden ſollen. Demnach aber die damalge Marpurgiſche Theo. logi D. loaunes VVinckelman, D Balthalar Men- tzerus uũ O. Leuchter ſolche verbeſſerungs puneten anzunemen ſich beſchweret vnd daruͤber ihrer dienſt erlaſſen und beurlaubt/ auch andere prediger/ alß D. Gregoris Schoͤnſelt/ Soperintendens zu Caſſel/ Dn. Vslentinus Schonerus zu Ziegenhain neben andern Pfarherrn den Gottesdienſt ein zeitlang biß uf ſer⸗ nere anord nung zuverwalten gen Marpurg geſett/ hat die gemeine burgerſchaft und unwiſſender poͤfel daſelb⸗ —————— 3——o——— 1605 — 8— 334 hHdeſsiſche daſelbſten den 6 tag Augſtmonats/ doch wider er⸗ werde nes Ehrbaren Rahts willen/ ein vnerhoͤrten auf⸗ fleten lauff erregt/ die prediger under der predigt in der kir⸗ ohn ſe chen vberfallen/ uͤbel geſchlagen/ theils zur kirchen ober! hinauß gejagt/ theils geſtuͤrtzet und ſich auch noch welch daruͤber der kirchen/ Rahthauſes und ſtadt maͤchti⸗/ gen wollen. Hierumb hatt ſolchem auffruͤhriſchen ten weſen zu ſteuren/ der Fuͤrſt ein ant heil des außſchuß wald ihnen uͤbe n halß gelegt/ uñ den aufruhrern die wehr dern abgenommen. Es haben aber die fuͤrnembſte Raͤ⸗ die ta delfuͤhrer ſich bey zeiten auß dem ſtaub gemacht und vnnd darvon gelauffen. Die enturlaubte Theologi ha⸗ dorf ben ſich gen Gieſſen gewendet/ daſelbeſtenauch L. rinei Ludwig/ ꝛc. ein Furſtlich Gymnaſium und Schuhl hauff auffgerichtet/ vnd D. VVinckelmannũ vnd D. Men- V rzerum darin zu Profeſſoren Theologiæ verordnet. V F. A In dieſem jahr den 16 Novembris/ h.3. A: M. b— iſt L. Moritzen ſein ſohn H. Phllip: und in folgen⸗ geha 16 05 dem 16 05jahr L. Ludwigen auch ein junger Herr ⸗/ Georg genandt/ geboren. lentz Derozeit waren frucht/ vnd weinreiche jahre/ furt auch fruͤe vnd wolfeile zeit in Heſſen/ vnd ließ ſich zu heite 1606 dem das 16 06 jahr dermaſſen an fruͤchte/ wein⸗ ſtock vnd maßt anſehen/ als wolte es die andern uͤ⸗ aͤlter bertreffen: als aber im junio/ julio vnd auguſto un: ſeine gewoͤhnlich regenwetter und kaͤlte mit infiel/ kondbie der naͤſſe halber die frucht nicht tauglich in gebracht werden Chronica. z9⁵ werden/ vñ weder moſt oder wein reiffen/ ſo lieffen der fleten regen halber die waſſer heftig an/ welchs deñ nit ohn ſchaden abgieng. Auch weheten das gantze Jahr ober vnerhoͤrteſturmwinde/ beſonders denn. Marti/ welche nit allein viel tauſend baͤum in waͤlden vnd gaͤr⸗ ten/ beſonders aber bey Grunberg faſt einen gantzen wald außgeriſſen/ vnd vber einander geworffen/ ſon⸗ dern auch die haͤuſer vñ gebaͤw heftig beſchedigt/ theils die tache aufgehaben/ theils auch gar darnider gelegt/ vnnd etliche menſchen erkaͤltet vnnd erſticket. In dem dorf Zwern bey Caſſel warf diſer wind ein ſchewr/ da⸗ rin ein knab vmb eyer zu ſuchen gangen war/ vber ein hauffen/ vnd blieb dannoch der knab vnbeſchaͤdigt. Den 3. Martij ward L. Moritzen/ ꝛc. geboren F. Aanetg/ vnd die Fuͤrſtliche kindtauff den. Maij gehalten. Es ereuget ſich aber auch in dieſem jahr die peſti⸗ lentz hin vnd wider in der Wederaw/ vnnd in Franck⸗ 8 Inn Heſſen aber ſonſten allerhand bruſt kranck⸗ eiten. Vnd ſtarb den achten tag Octobris Johann der aͤlter Graf zu Naſſaw im zwey vnd ſiebentzigſten jahr ſeines Alters: dann er war gebohren jahrs 1535. den 22. Novembris. Iſt zum Dillenberge den 28. Octobris begraben. 33 Vnd ———, ² ꝑ————— —— 396 Heſſiſche V Nobiermwilih⸗ demnach ich verhoffe/ was ich anfaͤnglich verſprach/ geleiſtet/ vnnd das meine in erzehlung vnnd beſchreibung/ auch in erweiterung der ehre diſes Lands gethan zu haben/ diß opus vnd Chro⸗ nicon/ ſo die liebe deß Vatterlandes von mir erzwun⸗ gen/ beſchlieſſen/ mit fernerm hertzlichem wunſch/ es wolle der Vater Jeſu Chriſti vnſers HErn/ ſelbſt Re⸗ gent vnd Haußhalter ſeyn/ ihme vnter geiſtlichen vnd weltlichen in diſem Lande ein ewige Kirch ſamlen/ das Liecht der wahren vnd reinen Religion geben vnd be⸗ wahren/ den lieben frieden mittheilen/ vns durch vnſe⸗ rer vorfahren ſchaden witzigen/ vnſere Fuͤrſten durch ſeinen heiligen Geiſt in ſeiner warheit vñ erkendtnuß/ vnd darnach in jhrer Vorfahren fußſtapffen tretten/ vnd in jhren tugenden ond richtigen wegen(auch wie biß dahero beſchehen) hinfuͤro wandeln/ fortſchreiten/ vnd vns jhre heimgefallene vnterthane in Chriſtlicher regierung leiten ond fuͤhren/ machen/ dz alſo diß land ein warhafft Campus Elyſius, dasiſt/ ein ſitz der ſeligen/ ein herberg vnd wohnung der wahꝛen religion/ gottes⸗ furcht/ zucht/ ehrbarkeit/ vnd aller tugenden ſeyn vnnd bleiben moͤge. Derſelbe guͤtige GOtt verleyhe vnnd gebe auch ferner/ daß ſein Segen dieſen Durchleuch⸗ tigen ſtamm der Fuͤrſten zu Heſſen/ vnd deſſen gruͤnen⸗ de Zweiglein vnd Fuͤrſtliche kinder/ ſampt allen ange⸗ wandten/ vnd der friede vns vnnd vnſer liebes Vater⸗ an land/ re vnd vndge 2 Chronica. land/ gleich einer flut deß fruchtgebenden Nyli waͤſſe⸗ re vnd befeuchte/ auff daß wir darinnen vnſere hertzen vnd gemuͤter bereiten/ vnd zurichten zu der liebe/ vnd verlangen nach dem ewigen Vatterlande/ welches im Himmel iſt/ Amen. 3527 Duͦlippus lantgx fiaß Uxcor ejusj fila Duciy Hax. riſtina. Whelmvs Ceorgius. C lörriſina Siiſabetha Uxer HAal. Lantgr Aaß. Tai i Adelphi L.udovici 8 lehweg ſatiæ Oucie 2 ala fini Nlauritius Lulopicus Chrſhna Uye Aana lheen Silerieus Hala L. Paſ Lanter(rroli Rgi⸗ P.. bralge. dierzer —.— peeia Sie uecis Ta ſa tincas. lilulmu⸗(ſeoveine Guſtavu⸗ Jlolphus F.ilericusy 4 a. Labr Haf L. Rer uecid- Liest bela