————— Verbannung Paradieſe. Eine Kantate. In Muſit geſetzt vom Koncertmeiſter G. A⸗Kreußer, — mMatnz, gedruckt mit Alefiſchen Schriften, . Adam. 8 dennuns aus dem Parabieſe. — C hor. So willig Opfer diſne, So laute Siege ſingt, Bekehret euch zum Herrn. a An . 12 Noch O ihr! die Cndee der ſömeichlerſſhen 4= Noch iſt ſein Zorn gelinde, Die Buſezeit iſt da. 3 Er iſt mit Huͤlfe nah, Und er verzeihet gernr. 2³ Beuͤckter Erſter! ach, ſo muſt du Suͤnder Seyn, ſobald du Menſch warſt!— Ihn ſetzt der Herr zum Herrn der Erde, Und ſegnet ihn, und ſpricht: Sey gluͤcklich— Menſch! Mit dieſem Segen Empfangen ihn der Himmel und die Erde, Und hallen nach: Sey gluͤcklich— Menſch!— Nun naht er ſich dem Baum des Lebens, Dem Baum von der Erkaͤnntniß Des Guten und des Boͤſen; Aus deſſen Wurzel ſich ein Strom Auf Gold und Onix waͤlzt, Und in vier Arme theilet 9 Der Schoͤpfer ſteht bey ihm, und ſpricht: Du kannſt von allen Baͤumen eſſen, Nur von dieſem eſſe nicht, Sonſt wirſt du ſterben. Hier ſteht er nun der Erſterſchafne, Stark, wie ein Baum in ſeiner Kraft⸗ Und alle die geſelligen Geſchoͤpfe Neigen ſich zu ihm, im Frieden. Der kuͤhne Loͤw' und Elephant Gehorchen ihm. Ihm rauſcht der Strom. Ihn ſingen Thal, und Huͤgel. Der Zeder ſtreckt ihm Schatten zu. Ihm glaͤnzen Stern, und Mond, und Sonne, Erſtaunt ſieht Adam Gottes Werke, 5 Und danket ihm von ihrem Reiz dnichslüht. Von Wonne trunken. Jal groß ſind deine Werke Vom Morgen, bis zum Niedergang. Du biſt ein Gott der Staͤrke, Und meine Gedankeen Erliegen, und wanken 11 Im Preis, und Lobgeſang. Noch ſtreckt die ſtille Nacht den grauen Shleye Uiber das begluͤckte Eden hin. Doch jetzt— entfliehet ſie. Schnell oͤffnen ſich des Tags kriſtallne Pforten, Der af Strahl dringt kuͤhn heraus. 8 8== 5 8==S= Die Sonne koͤmmt, gelaſſen wie der Weiſe, Das Licht auf Flammen tragend. Schoͤn gluͤh'n die Spitzen der Eruhſae Des Herrn, Gorſes Berge, 1 e ns Und reiner Tag iſt auf der Erde wieder. n Und als der Herr die Schoͤpfung abeſkzen, 5 Daß alles ſeines Gleichen habe, zunn I Nur Adam nicht, ſprach Er: de mnis Ich will dem Mann eine Gehuͤlfinn gehen. mnnd e Schnell ſank der Schlaf, ein Engel Gottes. Aufs neu herab auf 2 dams Augen, Und wieget ſeine Seel' in Schlummer. Und ſeht! als er erwachte, ſtand Sein Ebenbild an ſeiner Seite. Nun iſt ſein Gluͤck am Gipfel; Nun hat er keine Luͤcken mehr. Sie geh'n vertraut; auf allen— Lachelt ihnen Gluͤck entgegen. So fließen beyeinander ioe Zween Baͤche ſtill und friedlich, Bis das Weltmeer ſie empfäͤngt. 8 1SA,A Suͤße Unſchuld, Gottes Tochter! Dem, der dich im Herzen naͤhrt, 3 1 Winktt — Winkt der Friede einſt entgegen, Und ſein Loos iſt Gottesſegen. Den, der deiner Wonne ſpottet, Den verfolget und verzehrt, Unter Angſt, und wilden Biſſen Das beleidigte Gewiſen. 8 Doch, ach! die Trauerſtunde ruͤckt heran, Die Hoͤlle ſah' die Erſtgebohrnen. Neid Und Mißgunſt recken kuͤhn ihr Haupt empor„ Und ſie beſchließen muthig Den Untergang des Menſchen. Von ihrem Vorſatz toͤnt Die Halle der Verdammten wieder; Und jauchzendes Gebruͤlle Erſchuͤttert ihre Saͤulen. Schon oͤffnen ſich die ehrne Riegel Mit dumpfem Klang, und Satan Steigt in Schlanggeſtalt in Eden. Noch einmal ſpornt die Hoͤlle Den gluͤhenden Verraͤther; Er ſchleicht an Eva hin, und ſpricht zu ihr, Dann er erkannte ihre Schwaͤche: 4 Ach — 3= Ach eſſe nur von jenem Baum, Ich ſage dir, du wirſt nicht ſterben. Willig hoͤrt ſie ſeine Stimme, Und ſieht die reizerfuͤllte Frucht Mit Ruͤckhalt, und mit Zweifel An. Ohnvermerkt ergreift ſie das Verlangen, Und waͤchſt zum Brand, wie Funken, Die man nicht mehr achtet. Ihr ſonſt verhaltner Blick Iſt an dem Baum geheftet; Sie ſchmieget ſich an Adam hin, Durch Schmeicheley ihn zu bereden. Nun kaͤmpfen ſie den kuͤhnſten Kampf, Allein! wo Wille iſt, iſt That. Die ganze Macht der Sinnlichkeit Faͤllt ihre Sinne muthig an; Und Satan ſiehts, und ſpricht: o eſſet! Ihr werdet weiſe ſeyn, und Goͤtter werden. Und ach— von eitler Hofnung hintergangen, Vom Reiz der Sinnlichkeit durchbrannt, Ergreifen ſie die Frucht— und eſſen!— Frolockend ruft die Hoͤll' Im wilden Taumel: Ich bin Sieger! — M Fließt ihr Thraͤnen, Weint ihr Herzen, Denn die Hoͤlle hat geſiegt. Blutet Augen, Jammert Engel, Denn die Menſchheit unterliegt. Die ſeligen Gefilden Durchbebt der erſte Schauer, Und Angſt und Todestrauer Durchſaͤuſelt mit dem Winde ſeine Zeder. O ſuͤnd'ger Menſch! ſo klagen Alle Gegenſtaͤnde, und die Verbrecher fuͤhlen den Betrug Nun ſtark an ihrem Herzen nagen⸗ Die Sonne glaͤnzt nicht mehr So rein auf ſie herab. Die Saͤnger ſchweigen. Der Kryſtall Des Phiſons waͤlzt in finſtren Wogen Dem Blick der Suͤnde ſchnell voruͤber. Ihr flieht, Ungluͤckliche! wohin? in welche Hoͤhle? Und ſeht! ſie eilen und verbergen ſich, e A 3 Und = 10+ Und kleiden ſich mit Blaͤtter. O der entfliehet nicht, Den kein Verbrechen mualer 2 Der Fromme geht auf ſanften Wegen,. Denn ihn bewachet Gottes Segen, Vom Himmel traͤuft ihm Troſt herab. Der Fromme geht auf ſanften Wegen Dem Tod, dem Ungluͤck kuͤhn entgegen, Umfanget laͤchlend noch ſein Grab. Er hoft auf Gottes Wort, Und wartet ſeiner Gnaden Voll Zuverſicht. Dann mag die Hoͤlle glüh'n, Der Blitz die Erde theilen, Der Sturm Verwuͤſtung heulen, Er hoft getroſt auf ihn. Die Sonne flieht in waͤßrige Gebirge. Der Blitz zerreiſt die Wolken, Und ſplittert Felſen, Gewaltig theilen ſich die Himmel, Der Herr erſcheint in ſeinem Zoru⸗ 1 Und ihn begleiten SDS SA 11—— 1 Harmoniſch Donner, und Erbeben. Nun ruft er laut: Wo biſt du Adam? Und Adam jammert tief im Staube: Ach mein Gott!. Ich büin deine Stimm', und bebte, Das Weib, das du mir gabſt, hat mich verfuͤhret. Und Eva weinte bitterlich, und ſprach: Die Schlang hat mich beredet, daß ich eſſe. Der Menſch iſt ſchnel zum Hochverrath, Und ſucht für jede Miſſethat Entſchuldigung, und Rath, „Der Strafe zu entgehen. Doch, innrer Vorwurf bleibt ihm treu, Sein Herz wird nie von St afe frey; Nun fuͤhlt er zwiefach ſein Bergehen. Was hoͤr' ch nun? Wer iſt der furchtbar Zuͤrnende? Iſt es der Schoͤpfer, der zur Schlange ſagt: Weil du dies thatſt, ſo ſey verflucht! Verflucht in alle Ewigkeit. Und ihr, ach ihr— beleidigt ihn? Ungluͤckliche wohin entflieh'n? Wohlan! nehmt hin den Fluch, nrhmt hin! Denn ihr verdienet ihn, 3 Auf — —— — 12— Auf Raͤcher euers Gotts! Eroͤffnet euch ihr Schluͤnde! Ihr Berge ſtuͤrzt auf ſie! Empfange du ſie, Höͤlle. Doch ſeht!. Gott will den Untergang des Manfchen nche Voll Gnade, wie ein Gott, Der beſſern, nicht verderben will, Beſtraft er ſie, und ſpricht: Entſerne euch vom Paradieſe In eine Welt mit Jammer untermiſcht. Und lebt vom Schweiſe eures Angeſichts, Und ſterbet.— Kalt, erſtarrt Vernehmen ſie den ſchrecklichen Befehl, und weinen, So ſtuͤrzt in ihrem Grimtme— Des Donners maͤchtige Stimme Hinauf ins Meer der Geſtirne, Hinab zum Sitz der Verdammten Weht Todesſchauer hinab. 2 So wankt vor ſeinem Schelten Ein Zeder, der durch Welten Den Gipfel bis in die Himmel, Die Wurzel bis in die Hoͤlle Gewaltig ausgeſtreckt. 41» ten. 111. 1,g See gehn— ſie wanken Mit folternden Gedanken Der diſtelreichen Erd', dem Kampf Des Tods und der Natur entgegen. Geruͤhrt und traurig ſieht Das Paradies ſie gehen. Nun jammern ſie um Gnade. Sie ſeufzen laut. Ihr naſſer Blick Sucht Mitleid, und Erbarmen. Noch einmal ſehen ſie zuruͤck, Indem ſie geh'n, und hofen. So hofet ein Verbrecher Gnade, Wenn er am traurigen Geſtade Des Todes, Schrecken um ſich blickt. Er ſieht das blanke Schwerd gezuͤckt, Mit bangen ausgeſtreckten Armen Ruft er, indem er ſtixbt, Erbarmen. Und als ſie an dem Ausgang ſind, Ergreift ſie nun der ganze Menſch⸗ Sie bleiben— ſinken kraftlos hin. Und ſeht! ein Cherubin Schreckt ſie mit einem Flammenſchwerd Zum Paradies' hinaus, Und —— 14— And er verſchließt das Paradies Dem Ruͤckgang der Verbannten.—— mif Und eine Suͤnde wars, die Adams Gluͤck enfe Und ihre Strafe Tod, und Bumſthere Weh dir am Tage des Gerichts, 1M ns Feind Gottes, und der Menſchen Feind! Erzittre Spoͤtter dann, wenn die Poſaune dche Zum Richter ruft in Joſaphat. Der Vorhang reiſt! 2 G8 Die ganze verſchlingende Schaau Der Kinder des Feuers erwacht. Um dich der Hälle frolocken, Und Wuth, und Geheul! Berſtende Schluͤnde, Kometen, und Blitz Donnern ihr mannigfaltig Geſchüͤtz. Alle Gebirge ſind Bra d. Die Mesre ſind kochende Wogen. Sterne fallen herab; Nun ſtuͤrzt die machtige Sonne ¹. Und Gott erſchein!—— Nun frage er dich: Wo biſt du? Nun fragen ſeine Schmerzen, Und ſein Tod: Wo biſt du? Sein Blut, das um dein Wohl Vergebens floß: Wo biſt du? Wie dann? wer kann dich retten? = 15—. 45 Wir kehren, Herr! zu dir, Krank, muͤhſelig, und beladen In den Tagen deiner Gnaden; Merk auf deiner Kinder Fleh'n. Hoft auf Gott voll Zuverſicht, Er haͤlt uns das, was er verſpricht, Den Tod des Suͤnders will er ancht. Wir kehren, Herr! zu dir,. Straf uns nicht in deinem Grimme, Hoͤre unſres Jammers Stimme, Denn wer kann vor dir beſteh'n! Hoft auf Goct voll Zuverſicht c⸗ V Wir kehren, Herr! zu dir, Voll von Liebe, und Vertrauen; Laß uns deine Gnade ſchauen, Laß uns nicht verlohren geh'n. Hoft auf Gott voll Zuverſicht ꝛc. Schluß⸗ — 16 Schluß⸗Chor. Empfang, empfang Den gluͤhenden Geſang, Die Lieder deiner Frommen. Triumph dringt zu den Sphaͤren 1 In lauten Sieges⸗Choͤren, Triumph, und Dank. uu Denn, Herr! du biſt gekommen, Zu retten deine Kinder Vom Tod, und Untergang.