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Egesippi, des Hochberühmten Fürtrefflichen Christlichen Geschichtschribers, fünff Bücher: Vom Jüdischen Krieg, vnd endlicher zerstörung der Herzlichen vnd gewaltigen Statt Jerusalem : ... Sam[m]t eynem nutzlichen Register vnd schönen Figuren/ Jetz newlich auß dem Latein auffs trewlichest verteutschet, mit kürtzen Summarien aller vnnd jeder Bücher vnd Capitel, Auch ordenlicher Jarechnung gezieret, vnd mit Concordantzen bey des auff die Heylige Bibel vnd vnsern newen Teutschen Josephum gerichtet
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bei dem Tempel.

Gleichnis vom

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Bgeſippi/ bon Zerſtoͤrung der Statt

4 0 3 4 etlichen auſſerleſenen auff die Mawer/ die ſeinen ʒu entſetzen/ vnd dem Feinde widerſtand zu⸗ 7 2 thuen. Der Tag brach an/ vnd ließ ſich der Keyſer jetzt auff der Mawer ſehen/ vnd ſprach den

Tieus ſteiget auch ſeinen zu. Etliche wurden von den jhꝛen mit den Haͤnden auff die Mawer gehahen/ etliche ka⸗

men durch den heymlichen Gang/ weichen Johannes/ der Römer Bollwerck vmbzuwerffen

konumen durch den gegraben hette/ in die Statt. Daß alſo den Meyneydigen jhre voꝛtheyl zu jhrem eygenen ver⸗

derben geriethen/ vnd alſo allenthalben betraͤngt/in den Tempel flichen mußten. Ba die Ro⸗

Juden fliehen in den mer auch da hinein wolten fallen/ konten ſie der enge halben nicht/ vnd wurden mit Waffen Tempel. hinderſich getriben. Es erhub ſich im Voꝛhoff eyne grewliche Schlacht/ konten in der naͤhe Grewliehe Schlache weder Spieß noch Pfeil brau den war/ Schwert vber Schwert/ Streych vber Streych/ vnd der Schlaͤger/ mit der erſchla⸗ genen Blut begoſſen ward/ daß man meynet/ er were vil mehr verwundet. Im Tempel drin⸗ nen erhub ſich eyne grauſame Schlacht/ Das Blut ſchwam auff dem Pflaſter/ es war alles vber alle Ordnung vnd maſſe voll von ſeufftzen der Sterbenden/ vnd geſchrey der Vberwin⸗ der/ daß es widerhallet. Die Roͤmer waren entzuͤndet/ daß ſie hofften dem Streit eyn ende zu

machen. Den Juden hatte die euſſerſte verhergung des Vatterlands/ des todes forcht vertri⸗

ben. Diſe hielten ſich mannlich vmb ehꝛe wi llen/Jehne aber ſchuͤtten auß verzweiuelung jbꝛes

Leben/ alle jhre ſtaͤrcke eynsmals herauß/ daß ſie nichts behielten.

Inlianus eyn tapfferer vanbtmann waget ſich alleyn von der Burg vnter die Indẽ treibt ſie init groſſer verwunderung in den Tempel. Letzlich entgehẽ jhm auff dem glat⸗ ten Pflaſter die JFuͤſſe/ fallt zu boden/ vnnd wird alſo von den Juden erwuͤrget/ welches dem Reyſer ſehr wehe that/ den Juden aber eynen muth machet.

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begieng auch der Haubtmann Julianus eyn herꝛliche That! S dder eyn groſſer Kriegsmann war/ auß der Landſchafft Bithinia bůrtig/ aber 8 der Roͤmer Diſciplin vnd Kriegslaͤuff wol erfahren/ vnnd von wegen herꝛ⸗ licher Kriegs beſoldung beruͤhmt. Der als er neben dem Keyſer ſtun d/vnnd

die Roömer weichen ſahe(dann die Juden waren jhnen mit der zahl vberlegẽ⸗ Jullanus ſyringt vn= vnd der Roͤmer noch wenig voꝛhanden) that er ſich geſchwind von der Burg ter di Seinde. Antonia herfůr/ vnnd tribe ab/ die jhnen nachtrungen/ das ſie ſich nicht widerſetzen doꝛfften/ dieweil ſie jhn fuͤr eynen fuͤrtrefflichen Mann anſahen/ vnd er ſich mit vbermenſchlicher freu⸗

diger/ vnd anſehenlicher Tugend erʒeyget/ alſo daß ſich auch der Keyſer ſelbs daruͤber verwun⸗

Wuͤrffelſyi. mehꝛ auß zufall denn Tugend/ gemeyniglich mit vnuerhofftem außgang ſpilet/ vnd newe auß⸗

gaͤng bringet. Dann hie ſeind auch Wuͤrffe/ nicht ʒwar der Wuͤrffel/ ſondern der Bogen/ vi⸗

ler Geſchuͤtz/ vnd auch Steyne/ dardurch offt der Vberwinder durch eyne frembde Wunde er⸗ legt wird. Vnd wann er eynes andern Raub niſñt/ wird er beraubet/ Wie diſer Julianus/ der den einden auff dem Ruͤcken nachuolget/ in dem er etliche erwuͤrget/ etliche in die Veſte trib/ auß groſſer freudigkeyt vnfurſichtig war/ dieweil er nach der Landsknechte brauch/ Schuh mit Naͤgll beſchlagen anhatte/ vnd nicht achtet/ daß das Pflaſter mit glatten Steynen beſetzt war/ ſondern als ober im Feld Scharmutzelt/ ſicher war/ ſchlůͤpffet er auß/ daß er mit ſeinem Fall eyn groß gedoß machet. Vnd dieweil er auff eym ſchlupfferigen Pflaſter lag/kont er nicht

auffſtehen /doch kam er auff die Knie/ vnd tribe die Feinde ſo wider vmbgekehꝛet/ von ſich/ daß er die naͤhſten ʒu boden ſchlug/ ſich voꝛ den Schuůtzen/ als vil er kont/ auff hielt. Aber als er vber⸗ muͤdet vnd vbermannet ward/ ob er gleich alleyne war/ dann es doꝛfft ſich keyner in ſolche ge⸗ fahr wagen/ ſtarb er doch wie eyn Held/ vnd gantz ehꝛlich/ nach dem er ſich wol genug gerochen hatte. Fuͤrwahꝛ meinem erachten nach/ ſolte es nicht eyn ſolchen außgang genom̃en haben daß eyn ſolcher tugendlicher Mann ſo betrogen wuͤrde. Aber die furſichtigleyt vermag im Krieg vil/ die da allzeit mit beſcheydenheyt vnd ſcharpffſinnigkeyt/ die vngewiſſe zufaͤlle verhů⸗ tet. Er hat ſich alleyn von der Burg Antonia herfuͤrgethan/ iſt alleyn der Feinde Waffen ent⸗ gegen gelauffen/ hat alleyn mit jhnen Scharmuͤtzelt/ er alleyn hat die Judẽ wider in den Tem⸗ pelgejagt. Ich beſorg/ es habe jhm das vil mehr geſchadet/ dann es mußten die da L

* glau

Julianus fallt.

hẽ /ſondern alleyn die Wehꝛe/ daß die Hande nahe bei der Wun⸗

dert. O des ſeltzamen vnd vngewiſſen Krieges gluͤcks/ welches/ wie mit eynem Wuͤrffel⸗

ſchwoꝛne⸗ vnd us von der nrin di B

Jhannieine cnenandern oden Tem tlch dalaſſet afgenomme ſchnichtſche ſStattzuv leiden wol itten den Gann ſie gla hrhofnung ichen ſond ſtet/vnd der Nſphusver nynung nic